Morgenausgabe Freitag � OGOch# 1™'° «öq°°mch WP,, m.n>«ich W W! �T�Mf IBlJ/ W Hfl W W M. Auswärts i 5 Vf. im°°�s,--hlb°r. P°std-jug«LZW.«N I Mfl»■ W r M M iBW B ra B r' � 1 -m>chlt»blich«o Pfg. Poftzeiwllg». und k?M> B B B M) B B v» B B?N // W B> 72 Psg Postb-fttllgebühr,». ilu»land» /LMWM i DD DD DD DD W> DD DD»D>W W) B WZ/ LI»«Inlpallig» Nonpariil«??!» obonnement 6,— K. rro IRonat» UnBH Ii IH i— WB WM BH MW WM£D■— B| MW i At. SO$fenni(i. Reklam««II»».— Reich» V�JW I WW>. B B B»> DU!. WR! DD DD DD B JntUlJ&SSt/..Klein««nzeize»' da»»ttg» *-BS I H �D B JHflS. �WM�DW��WUV JIDvDDv DD B druckl» Wan 2ä Pfennig Izuläfsig zw! UA H�'V' G�I WZZM- ZZW�W AtMitfiMM» BHflÄMfcflAi* SH|Si=SS eSfSsüS V�ßDAMMst-'«tesr-- Jentvalovgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag.- Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönbos» 292—2�1 Telegramm-Adr.: Sonaldemokrai Berlin. Zu unserer Feststellung, daß die„Rote Fahne" m i t Sowjetgeld subventioniert wird, verbreitet die Berliner Sowjetbotschaft durch ihre Presseabteilung das fol- gende Dementi: ,?'.e Meldung des„Vorwärts* ocm 13. Februar d. 3. über cngebl'chs Subpentionierung in irgendwelcher Form der Zeitung „Rote Fahne* durch Botschaft oder Handelsvertretung der Sowjet- union in Berlin ist glatt erfunden.* Dementieren kann jeder, aber Glauben für fein Dementi findet nicht jeder! Das Dementi der Sowjet- botschaft ist reichlich vorsichtig gehalten— der kommunistische Reichstagsabgeordnete Stöcker war im Reichstag weniger vorsichtig. Er sprach davon, daß Sowjetbotschaft und Han- delsvcrtretung der Sowjetunion in Berlin nur 14 Exemplare der..Roicn Fahne* bezögen. Bliebe immerhin die Frage, wieviel durch sie bezahlt werden. Aber nur 14 Exem- plare? Das ist bescheiden, sehr bescheiden, zu bescheiden, als daß man es glauben könnte! Wenn Herr Stöcker wenigstens noch 140 Exemplare gesagt hätte!.Aber ganze vierzehn? Sie müssen sich schon jemanden suchen, der ihnen das glaubt! Gegenüber der kommunistischen Presse und den Behauptungen führender Kommunisten gilt seit langem der Grundsatz: Je dümmer und dreister sie lügen, um so mehr recht haben die anderen! Wir verstehen vollkommen, daß es der Sowjetbotschaft sehr peinlich ist, wenn an einem besonders kitzlichen Punkte die Beziehungen zwischen der Sow- jetunion und der Kommunistischen Partei D e u t s chl a n d s beleuchtet werden. Sie muß deshalb dementieren. Die Kunst des Dementis besteht bekanntlich darin, stillschweigend zuzugeben, was wirklich ist und nur sich an irgendeine formelle Einzelheit festzuklammern. Wie Bezug und Bezahlung erfolgen, unter welcher Maske und welcher angeblichen Zweckbestimmung, das ist völlig gleichgültig. Die Methoden solcher Subventionie» Diktatorendämmerung. pommersche Rebellion gegen Hilgenberg. Warum ist Hugenberg auf die Reichstagstribllne ge- gangen? Das Geheimnis wird gelüftet: er fühlt sich als Parteiführer unsicher. Die Rebellion gegen ihn ist im Gang. In der„P o m m e r f ch e n Tagespost* schreibt Herr von Knebel-Doeberitz: „Die hohe Achtung, die ich vor dem reinen Wollen und dem organisatorischen Können des Herrn Gehe im rat Hilgenberg habe. erleichterte es mir. ihm meine Auffassung darzulegen, daß er als Parteiführer den Zusammenhalt nicht gewähr- leisten könne. Meine pommerschen Freunde v. Flemming, v. Rohr und v. Z> tz« w i tz haben felbstoerständlich vorher Kenntnis von diesem Schritt gehabt: daß die beiden letzteren meinen Standpunkt nicht teilten, ist durch ihr« Haltung in der Oeffenilichkeit in der letzten Zeit bewiesen. Einig im Ziel werden w i r den Zusammenhalt umereinander deshalb nicht aufgeben, denn die Parteiführersroge ist zu klein im Vergleich zu den Gefahren, die Staat und Volk be- drohen. Wer seit Jahren sieht, wie die Lebensmöglichteiten des oKi- deutschen Krenzlandes durch Hoder und Zwist der Parteien blinden Unverstand, Richttömien oder Wollen oon Woche zu Woche immer mehr vernichtet werden, ist vielleicht eher imstande, die Sache über die Person zustellen, wenn das Zusammen- gehen gefährdet ist." Da hilft kein Dementi mehr! Hugenberg scheint in der Lage P r i m o s vor dem Rücktritt zu fein. Ein deutscher protestfchritt in Moskau In Sachen„Drufag". Dos Sowjetarbeitsgericht hat kürzlich den deutschen Leiter der Konzession„Drusag* Dr. D i l t l o w und ieinen Gehilsen Dr. W ei- mert zur Höchststrafe von je 100C0 Rubel verurteilt, da sie sich angeblich kleine Verstöße gegen die sowjet russische Arbeitsordnung hatten zuschulden kommen lassen. Es handelte sich in einigen Fällen um U e b e r st u n d e n a r b e i t. die als Nichteinhaltung des acht- stund igen Arbeitstages angesehen wurde und ander« kleinere Der. Vonvärts-Verlag G.m.b.H. rungen sind in der Diplomatie hinreichend bekannt. Aber die Tatsache selbst und den U m f a n g kann kein Dementi der Sowjetbotschaft aus der Welt schaffen, noch viel weniger die dummen Lügen der kommunistischen Zentrale. Allen Dementierversuchen gegenüber stellen wir noch- mals fest: Mit sowjetrussischem Geld« werden 2000 Exemplare der„Roten Fahne", das sind mindestens zwanzig Prozent der Gesamtauflage, bezahlt. Das Auslands- abonnement der„Roten Fahne" beträgt monatlich 4.80 Mark. Tie erhält also aus Towjetruftland 24 000 Mar? im Monat, das sind 288 000 Mark — mehr als eine Viertel Million— im Jahre. Eine Viertel Million für Gemeinheiten gegen die deutsche Arbeiterbewegung, gegen die deutsche Regierung, gegen die Deutsche Republik! Da hätten wir nun glücklich ein sowjetntssisch-kopedisti- sches Dementi— und das ist falsch! Wo bleiben die anderen? Wo bleiben die Verlautbarungen gegen unsere Mitteilungen über die V-e r» ramschungsabsichten der kommunistischen Betriebe? Wo bleibt das Dementi gegen unsere Behauptung, daß der Unterhändler der KPD. den Interessenten nahegelegt hat, die Löhne und Gehälter in den kommunisti- schen Betrieben um eine Million im Jahre zu drücken, wo das Dementi gegen unsere Behauptung über den schmachvollen Menschenhandel, den die Zentrale der Kommunistischen Partei mit den Arbeitern und Angestellten der kommunistischen Betriebe beabsichtigt? Wir sind begierig, diese Dementis zu hören. Wir er- warten, daß die Herrschaften, wenn sie nun einmal zu reden angefangen haben, auch weiter reden werden. Also heraus mit den Dementis! Nur— wir werden uns gestatten, jedes Dementi von dieser Seite sofort auf seine Berlogenheit festzunageln I gehen. Außerdem soll sich das Verfahren durch besondere Rück- sichtslosigkeiten mit propagandistischer Tendenz ausgezeichnet haben. Nun wird bekanntgegeben, daß wegen dieses Vorgehens der Sowjetbehörden von der deutschen Botschaft in Moskau ener» gifchc Vorstellungen erhoben worden sind Russische Protestnote an Frankreich. Nach einer Meldung aus Moskau hat Litwtno« dem französischen Botschafter H e r b« 1 1 e in Moskau eine Note überreicht, in der die Sowjetregierung schärfsten Protest gegen die Verhaftung des zweiten Sekretärs der Pariser russischen Botschaft durch die französische Polizei erhebt. In der Note wird zum Ausdruck gebracht, daß die Verhaftung erfolgt sei. obgleich der Berhastete den Polizeibeamten seinen d i p l o- matischen Paß gezeigt Hab«. Auch die zahlreichen Haussuchungen bei sowjet- russischen Staatsangehörigen sowie die Verhaftung eines Beamten der Pariser russischen Handelsgesellschaft sind Gegenstand des rufst- schen Protestes. Die Sowjetregierung verlangt in der Note die sofortige Freilassung des Letztgenannten. Der Botschafts- sekretär war schon kurz nach seiner Verhaftung auf freien Fuß gesetzt worden. Die französisch. offiziöse Havas-Agentur bestreitet übrigens d«« Vcrhastung des betreffenden Mitgliedes der Sowjet. Botschaft. Das Schicksal des Saargebiets. Sine sozialdemo'ratifche Interpellation. Die sozialdemokratische Reichs tagsfrakrion hat folgende Inter- pellation eingebracht: Es ist der einmütige Wunsch des gesamten deutsche� Volkes, daß nach der Annahm« des Doung-Plans das noch vom Reich ge- trennte Saargebiet schnellstens mit dem Deutschen Reiche wieder oereinigt wird. Bei den Verhandlungen über diese Frage muß es die Aufgabe der Reichsregierung sein, dafür zu sorgen, daß die Saargruben in die deutsche Verfügungsgewalt zurückkehren und die früheren Staatsgruben den Vorbesitzern zurückgegeben werden. Wir fragen die Reichsregierung, ob sie bereit ist, darüber Auskunft zu geben, ob die Verhandlungen von der deutschen Delegation in Paris in diesem Sinn« geführt werden? Poslscheckkomo: Berlin 87SSS.— Bankkonto: Bank bei Arbeiter. Anaebelllen und Beamten. Wallltr 65 Dl B u Diic-Gei, Deposiienkalie Lindenlir S. Südtirol in Banden. Entdeutfchung und Knechtung. Man schreibt uns: In den Tagen, als der österreichische Bundeskanzler Schober seinen Staatsbesuch in Rom erledigte, war ich in Südtirol. Schon auf der elektrischen Drennerbahn hat man ein eigenartiges Erlebnis. Einen Kilometer vor der Station „Brennero" hält der österrichische Aug plötzlich an unbe- wohnter Stelle. Aus dem Schnee ragt eine große Tafel, in den Tiroler Farben weiß-rot umrahmt, die das unbefugte Aussteigen verbietet. Eine Dampf lokomotwe spannt sich vor den elektrischen Zug und befördert ihn den ganzen Kilo- meter zur Grenzstation, von wo er dann wieder elektrisch weitergeht. Die Oesterreicher fahren mit Gleichstrom, die Italiener mit Drehstrom. Sie wollten mit ihren Lokomotiven bis Innsbruck fahren. Oesterreich aber, das ohnehin schon 35 italienische Eisenbahner in Innsbruck dulden muß, hatte keine Lust, täglich solchen Besuch zu empfangen. Daher v e r- b o t Italien den österreichischen Gleichstromlokoinotioen das Besahren italienischen Bodens. Die Zwischenschaltung der Dampflokomotiven auf der völlig elektrifizierten Strecke ist ein äußeres Zeichen dafür, daß dies eine besondere Grenze ist. Wir sind im zwölften Jahr nach der Neuaufteilung Europas: da und dort mag man sich daran gewöhnt haben— aber in ganz Nordtirol ist die schmerzvolle Trauer lebendig um die Abtrennung des deutschen Gebietes südlich vom Brenner. Bor dem Krieg hatte das österreichische Kronland Tirol, eine„gefürstete Grafschaft* genannt, etwa 900 000 Einwoh- ner. Ein Drittel davon bekannte sich zum italienischen Volks- tum. Die Etschklause bet Salurn war die Sprachgrenze. Für den italienischen Süden bestand ein eigenes Kreisgericht, die Italiener hasten ihre nationale Schule und konnten in ihrer Sprache mit den Behörden und Gerichten oerkehren. Es be- stand Preßfreiheit, Versammlung?- und Vereinsrecht, und es mußten schon deutliche Aeußerungen irredentistischen Willens sein, die Konfiskationen, Auflösungen oder Prozesse nach sich zogen. Die Wein» und Obstbauern des Südens standen im Gegensatz zu den reichen Grundherren, den„Signori", und sie hotten alles Interesse an der Zugehörigkeit zu dem großen Wirtschaftsgebiet Altösterrcich, denn Italixn produzierte selbst soviel mehr Wein und Obst, daß Südtirol froh war, seine Produkte nach dem Norden und Osten absetzen zu können. Die Stadt Trient wählte 1907 den Sozialdemokraten Avancini, 1911 den Sozialdemokraten Dr. Eesare Dattisti in den Reichsrat zu Wien. Der Bischof Endrici konnte nach Herzenslust seine Diözese mit italienischen Priestern besetzen. Battisti, der im Krieg zur italienischen Armee ging, wurde ge- fangen und gehenkt. Die Abtretung des italienischen Südens war Italien an- geboten, um es vom Eintritt in den Weltkrieg an der Seite der Entente abzuhalten. Kein Mensch in Deutschösterreich hätte es 1918�19 als Unrecht empfunden, wenn dieses Süd» land zu Italien geschlagen worden wäre. Aber Italien ver« langte die Brennergrenze und bekam sie. Die italienische Wissensckaft bemüht sich seitdem unausgesetzt, den Nachweis zu erbringen, daß alles Land südlich der Etsch und der Wasserscheide des Brenners aus geographischen, aber auch aus nationalen Gründen zu Italien aehöre. Tatsache ist. daß Tirol in seiner Gesamtheit von Kufstein bis zum Gardasee tausend Jahre lang eine staalliche Gemeinschaft gebildet hat, die lange Zeit von Meran aus verwaltet wurde, und zwar sind die Urkunden bis ins XIII. Jahrhundert lateinisch, seither aber deutsch. S-lbst die Rhätoromanen. in Südtirol auch Ladiner genannt, fühlten sich nicht als Italiener, tun es auch heute noch nicht, und sprechen deustch ebenso gut wie ihre uralte Sprache, die nicht italienisch ist. Zur Trennung wurde noch die gehässigste Ungerechtigkeit gefügt, daß man Südtirol nicht unter den inter- nationalen Minderheitenschutzvertrag stellte. Die Deutschen Südtirols, rund eine Viertelmillion Menschen, ebenly viel wie die Deutschen Nerdtirols, haben nicht einmal das Recht, Beschwerden an den Völkerbund zu schicken. Heute gibt es südlich des Brenners öfsinstich keine deut- sche Aufschrift mehr. Bon den Bahnhofschftdern bis zur Hotelrechnung ist alles nur einGrachig italien->ch. Die Gast» Häuser dürfen allerdings ihre Sveisekarten auch deutsch auflegen. aber nur. wenn sie es zugleich italienisch französisch und englisch tun! Die Verteuerung der Druckkosten, das Unvermögen in drei Sprachen zu schreiben, macht die'e, Er- kmibnis* illusor'sch. Jedes Lokal darf nur ebensti trcle d-nistche Zeitungen auslegen, als itat-onische. Die italienische Presse ist heut? aue'chließl'ch faschistisch, eine M-nge deutscher Zei- tung»n des A"?sandes sind v'erboten. vor allem natürlich sozioS'st"che Blätter. Eine Ausnahme gibt es: an einem Hau? in Bozen liest man erstaunt eins groste deutl-l'e Aufschrift. Aber es ist nur die � Astrmeitiiug pol'tikches Tgghsntt für die Vronmz Bolzano.* Dakür müssen in iedem�öffentS'chen Lokal d°e Bilder des Kön°qsnaares und natürlich Mussolinis hängen. i. Unter den EisenSwdnern und anderen Beamten sind wohl I noch eine Anzahl Deutsche, die die italienische Sprachprüfuna Das Sowjetgeld. Vergebliche Ableugnungsversuche der Kommunisten. f bestanden haben. Auch verschiedene Italiener haben deutsch erlernt. Die Karabinieri und die Polizisten sind ausnahmslos Italiener, die oft genug nur sehr kümmerlich deutsch verstehen. Eine gewaltige italienische Zuwanderung wird vom Staat gefördert: sie hat ihren Anfang in der militärischen R ä u m u n g des Südens von der Zivilbevölkerung durch die k. und k. Militärbehörden genommen, als die Gebiete um den Gardasee und die Hochebenen von Lavarone und Rovereto Kriegsgebiet wurden. Keine deutsche Straßenbezeichnung gibt es mehr, die Schulen sind ausschließlich italienisch und seit dem letzten Herbst ist den Lehrern auch verboten worden, durch deutsche Erläuterungen den italienischen Unterricht für die Kinder verständlich zu machen. Heute schon sprechen viele Schulkinder auch außerhalb der1 Schule bereits italienisch miteinander. In den größeren Städten wenigstens ist deut- scher Hausunterricht noch erlaubt, aber nur bis zur Höchst- zahl von drei Schülern! Neben der offiziell faschistischen „Alpenzeitung" erscheinen noch die„Dolomiten" und ein ..Volksbote", die aber notgedrungen alles in faschistischem Sinne darstellen müssen. So fand man in all diesen Blättern eine prahlende Aufzählung, wonach die Faschistenpartei und die verschiedenen anderen Organisationen, zum Beispiel der jungen Faschistinnen und der kleinen Faschistinnen, sowie die Syndikate für Arbeiter. Angestellte und Unternehmer, die Konföderation?n für beide zusammen und die Milizen für Allgeme'nes, Post, Eisenbahn. Telegraph. Luft und Gren,z- schütz alles zusammen 10 Millionen Mitglieder in ganz Italien hätten. Auf den ersten Blick sieht man dieser„Statistik" an, daß sie Hunderttausende doppest und mehrfach zähst! Eine sozialistische Bewegung oder Organisation ist voll- kommen ausgeschlossen. Jede Tischgesell'chaft in einem Gast- haus muß gewärtig sein, was sogar jeder Gruppe auf der Straße passieren kann, von einer Streife der Faschistenmiliz unter Begleitung von Beamten der Ouästur(Polizeidirektion) mit dem Ruf„Hände hoch" zur Ausweisle'stung angehalten und körperlich durchsucht zu werden. Wehe dem. der ein sozialistisches Blatt oder auch nur«in Taschenmesser bei sich hat! Zur Beruhigung ausländischer Touristen, besonders r e i ch s d e u t s ch e r. sei hinzugefügt, daß sie von den Or- ganen an der Grenze und im Lande einwandfrei, sogar Höf- lich und entgegenkommend behandelt werden. Weiß man von jemandem, daß er sich früher sozialistisch betätigt hat. so stebt er unter strenger Ueberwachung. Auch das Postgeheimnis ist ke'neswegs sicher. Die Genossen dort unten müssen sich ängst- lich hüten, etwa Parteiblätter aus dem Ausland auch in ge- schlosiener Sendung zu beziehen, und man täte ihnen einen schlechten Dienst, wollte man ihnen die Zeitungen schicken, nach denen sie sich lehnen. Gerade die Unterdrückung seder opvo- sitwnellen Vresse, womit die Zerstörung des.B o l k s r e ch t" in Boeen 1922. noch vor dem Marsch auf Rom. den Anfang gemalt bat. ist das allerschlimmste, denn das Volk hört nur noch �'e faschistische Lehre. L:r Großmannsfimmel des Altrömertums äußert sich in aufdringlichst»? Weise. Staatliche Mohnbauten werden im..römischen St'l" ausgeführt: Gelbs Häuser mit dunkel- braunem Stuck, Rundbogen über Haustoren und Fenstern, Säulenbalkons u. a. m. So lebt das deut'che Südtirol in schwerer Wirtschafts- not, weil ihm der natürlich? Absad seiner Produkte erschwert ist und weil man ihm mst offener Gewalt sein altes Volkstum mmmt und seine Kind-r zu nicht nur staatsbürgerlichen, son- dern auch nationalen Ital'enern zu machen sucht. Wer seine Stellu-q nicht verlieren w'll, muß in irgendeine Faschisten- organisation e'ntreten. Und am Talferbach vrunkt in mar- mornem We'ß das Siegesdenkmal. Kem Deutscher betritt es, aber zwei Karabinieri bewachen es Tag und Nacht. Bayerns politische Krise. Was geschieht nach Vem Staats Gerichtsurteil? Die amtliche bayerische Presiestell« schreibt zum Urteil des Staatsgerichtshofs, nach dem die 15 sogenannten Landesabgeordneten auf Grund einer nicht verfasiungsmähigen Bestimmung gewählt worden sind: Nach der Entscheidung des Staotsgerichtshofes wird nunmehr der bayerische Landtag zunächst zur Sache Stellung zu nehinen und die ihm nach Z 33 der Verfassungsurkunde zustehend« Wahkprüsung vorzunehmen haben. Bei dieser Wahlprüfung können sich etwa folgende Möglichkeiten ergeben: Der Landtag könnte die vom Staatsgerichtshof als ver- fassungswidrig bezeichneten Artikel 42 und 5? außer Wirksamteil feßen und die Wahl der sogenannten Landesadge. ordneten als ungültig behandeln. Daraufhin hätten die Inhaber der sogenannten Landesmandate aus dem Land- tag auszuscheiden und der Landtag würde weiterhin nur noch aus 113 statt 128 Abgeordneten sich zu« sam mensetzen, oder der Landtag könnt« das ganze Landeswohlgesetz einer Durchprüfung unterziehen, die Staatsregierung um entsprechende Vorschläge zur Abände» r u n g des Landeswahlgesetzes ersuchen, insbesondere nach der Richtung, wie etwa die Einrichtung der Landesmandate der Der- fasiung entsprechend zu gestalten wäre, wenn diese weiterhin bei- behalten werden sollten. Dabei wäre vom Landtag die Frage zu entscheiden, ob dieses neu auegearbeitet« Gesetz nach Annahme durch den Landtag erst bei der Neuwahl im Jahre 1932 oder schon vorher in Kraft treten solle. Nousschmiß! Fünf Versöhnler von Thälmann gefchlachket. Die Bezirksleitung Wässerkante der KPD., an deren Spitze nach der Absägung des preußischen Landtagsabgeord- neten Grube der preußische Landtagsabgeordnet« Schubert steht, hat neuerdings fünf Versöhnler aus der KPD. a u s g e- schlössen. Darunter befinden sich das Hamburger Bürgerschafts- Mitglied Westermünn und der Redakteur Stefan. In der Ausschluhbegründung werden die Versöhnler al« p o r t« i s e i n d> liche Elemente bezeichnet, diS in der KPD. die Roll« Brandl«. Thalheimers usw. zu spielen oersucht hättsn. Der Ausschluß ist insofern von symptomatischer Bedeutung, als es z u m e r st c n m a l der links von der Brandler-Gruppe stehenden, bisher noch in der KPD. geduldeten Versöhnlergruppe an den Kragen geht. Die Führung dieser Gruppe hat nach dem Tod« Dr. E r n st M e y e r» der Reichstagsabgeordnete Ewert über» nommen. Neue Pläne Moldenhauers. Verkauf von Veichsbahn-Vorzugsaktieu au die Sozialversicherung? Die Verhandlungen der F>»a n zsa chve rst ä ndt» g e n der Regierungsparteien mit der Regierung werden am Freitag fortgesetzt werden. Am Donnerstag hat lediglich in kleinem Kreise ein« informatorische Aussprach« über die einzelnen Aus- gabenposilianen de» Jahres 1930 stattgefunden. Nachdem der Gedanke der Herstellung einer Gesahrengemein- schaft zwischen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialoersiche- i rung bei keiner Regierungspartei Gegenliebe gefunden hat. ist ein anderes Projekt in den Bordergrund getreten, und zwar soll da» Reichsfinanzministerium durch den Verkauf von Vorzugs« a k t i e n der Reichsbahn, die sich Im Besitz de» Reiche» de» finden, an die Träger der Sozialversicherung die Mittel beschaffen. die zur Deckung des Fehlbetrages der Arbeitslosenversicherung er- forderlich sind. Die Verhandlungen über diesen Plan stecken noch Im ersten Anfangs st adium, da die Art seiner Durchführung noch keineswegs feststeht. Im Reichsfinanzmlnisterium sind selbst Bedenken gegen diesen Plan aufgetaucht, und in der letzten intev» fraktionellen Besprechung hat Minister Dr. Moldenhau« bereit» «inen neuen Vorschlag zur Diskussio» gestellt. Er läuft daraus hinau«. daß im Jahre 1930 150 Millionen, im Jahre 1931 100 Millionen Vorzugsaktien der Reichsbahn an die Sozial- Versicherung oertaust werden. Die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung soll das Recht erhallen, den Reslleil des Fehlbetroge, selbst zu de schassen. Das bedeutet, daß die Reichsanstall im Gegensatz zur letzigen Regelung befugt wäre, entweder durch Verwaltungsresoimen die Ausgaben zu vermindern oder durch Erhöhung der Beiträg« die Einnahmen zu ver-- größern. Eine Stellungnahme der Parteien zu diesem Vorschlag ist bisher nicht erfolgt. Das R« i ch s t a b! n e t t hat sich am Donnerstag mir dem Etat für 1930 beschäftigt. Zu einem Abschlußder Beratun- gen ist es nicht gekommen. Sie werden in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Der Reichsfinanzminister Dr. MoÄew hau« ist ermächtigt, über seinen neuen Plan zur Beschaffung der Mittel für die Arbellslosenoersicherung mit den Parteien zu ver» handeln. Abschied von Paul Levi. Gedenkreden im Krematorium. AI» die vielen Trauergäst« zur Einäscherung Paul Levis den Dorhof des Wilmersdorf« Krematorium« betraten, sahen sie den Weg von einem dichten Spalier unter vielen roten Fahnen«in- gesäumt. Abordnungen der Partei, der Arbeilerschost mehrerer Großbetriebe und der Arbeiterjugend erwiesen dem so tragisch Der» storbenen die letzte Ehre. Die Freitreppe trug ein« große Zahl Kränze, von Denen auch der Sarg vollständig bedeckt war. Mit dem preußischen Ministerpräsidenten Genossen Dr. Otto Braun war der Parteivorstond vollzählig erschienen, von der sozialdemokrati- schen Reichstagsfraklion und anderen zentralen Parteikörperschasten hatten sich so viele Mitglied« eingefunden, daß st« zusammen mit den Angehörigen und persönlichen Freunden Paul Levis den Fassungsraum der Halle gewaltig überschritten Von Persönlichkeiten anderer Parteien sah man den achtzigjährigen StrasrerHslehrer Prof. Kahl(D. Vp.). Abg. Frau Teuich. Dr. Bell(Z). Abg. Oscar Meyer(Dem.), Abg. Maria L üd« r»(Dem.1. Abg. Run- t e l(D. Dp.) und Chefredakteur Theodor Wolf f. Der Republika» nische Reichsbund war durch Oberoerwallungogerichtsrat K r o h n« r vertreten, auch Kammergerichtsrat S e e t c g a st war erschienen, ebenso Landgerichtspräsident S ö l l i n g. Senatepräsident O r g l e r und Professor Albert Einstein sowie viele andere Persönlich- ketten des politischen, wiflenfchostlichen. ltteiorischen und künstlerischen Lebens. Unsere Bruderparte! w Deutschösterreich vertrat Redakteur Hugo Schutz- Wien. Nach einem Orgeloorspiel trat Rudolf Vreilfcheid an die Lohre, um im Namen der Partei und ihrer Reichstagsfroktion Abschied zu nehmen: Wir alle, denen er Mitstreiter gewesen ist. wissen, daß er im Sozialismus gewurzelt hat. Biel hat er in seinem Leben geleistet, mehr noch konnten seine Freunde von ihm erwarten. Er war unser! Vorübergehend hat sein Weg von dar großen Sozialdemokratischen Parte! hinweggeführt. ihn aber nie dem Sozialismus entfremdet. Sein nicht zu bändigender Wille zur Freiheit, fein unbedingtes rück- sichtsloses FesthalUn an dem, was er für recht erkannt hafte und für re�t«rachtel«, seine Abneigung gegen alles, was ihm den Ideen der Menschlichkeit entgegenzustehen schien, das trieb ihn während de» tobenden Weltkrieges auf«ine andere Bahn und brachte ihn zeitweise in Gegensatz zur Sozialdemokratischen Partei. Cr, der die Bildung Europas in sich aufgenommen hatte, er fürchtete die Fesseln des Nationalismus. Der Mann, dem das Wort von der Vereiniguno der Proletarier aller Länder nicht nur in den Kopf, sondern auch in das Herz gedrungen war— er sah in dem Krieg den Bruder- mord, dem er zu widerstehen hätte. Freilich, er fand dort, wo« hinging, weit geringere Aussichten für die Verwirklichung leiner Ideale. Einige Jahre daraus kehrt« er zu unserer gemeinsamen Arbett zurück und gab der Ueberzeugung. daß vur in d« Einigkeit des ar bellenden Volkes der Sieg liegen kann, durch seine Schriften beredten Ausdruck. Dielleicht darf man sagen, daß Paul Levi nicht ein Parteimann im Durchschnitts- sinn des Wortes gewesen ist. Dielleicht stand für ihn nicht im Vorder- grund des politischen Daseins die Idee der Disziplin; seine kritisch« Art war dafür zu stark, ihm sehlle— erfreulicherweise!— jeder Autorttätsglaube. Aber olle Auseinandersetzungen hinterließen keine Feindschaft, und auch über die Partei hinaus hatte Levi wohl Gegner, aber keine Feinde. Mit seinem frohen Humor fand er immer das versöhnlich« Wort. Der Redner feierte dann den Rechtsanwalt Paul Levi al» einen wahren Anwalt des Rechts, als Kämpfer für das Recht und für die Unterdrückten, von leidenschastlichem Rechtsgefühl beherrscht und überall auftretend, wo ihm die persönliche Freiheit des Menschen bedroht erschien. Auch das Mandat war ihm vor allem «in Kampfmittel für das Recht. Aber von seinem Berus ließ er sich nicht verzehren: er hatte Zeit für and«« Ding« de, so reichen Lebens. Er oerliest« sich in Probleme der Geschichte, er versenkte sich in die Schätze der Kultur, und mit Erfolg benrühl, er sich auch kritischer Tätigkeit. Er war nicht nur Politiker, auch Literat und Aesthet, aber nicht einer jener Aestheten. die e» für unwürdig halten. am Tageskampf teilzunehmen. Er stieg In die höchsten Täler und lo die letzten vörs« de» Erz- gebirges hinaus, das Evangelium des Sozialismus zu verkünden. Bor elf Jahren stand ich neben ihm am Sarg von Karl Lieb» knecht, und in seiner Rede sprach er von Rosa Luxemburg, deren Leiche noch nicht gesureben war, von der armen kleinen Rosa; vor Wehmut zitterte seine Stimme, als er der Frau gedachte, die ihm Lehrerin und Freundin gewesen war. Und jetzt hat e� seinen Tod gefunden, ganz nahe jener Stella wo blutige Mörderhänd« den Leichnam Rosa Luxemburgs oersenkt haben... Könnte sein Mund noch sprechen, er würde jetzt mit Goethe sagen: Wenn die Asche glüht. Wenn der Funke sprüht. Ellen wir den ew'gen Götter» zu. Sein Andenken lebt m unserem Gedächtnis fort, und wir ver- spreche» ihm, jeder von uns will in seiner Weis« den Idealen nach- streben, die die seinen gewesen sind. Max Geydewitz-Zwickau rief Paul Levi den unauslöschlichen Dank seiner proletarischen Wähler im sächsischen Erzgebirge und im Vogtland nach Trauer herrscht in den Hütten und Häusern seine» Wahlkreise«, wo man nich von Paul Levi spricht, sondern von unserem Paul. Im unerschütterlichen Glauben an unser« Ziele hat er zu den gläubigen Proletariern gesprochen. Sein Werk wird m un« forrleben, wir werden in seinem Sinne fortwirken, in seiner leidenschaftlich glü» henden revolutionären Gesinnung. Kurt Rosenfeld gedacht« de, verstorbenen besonder, als de» Kämpfe?» gegen de» Militarismus, der in Uebereinstimmung mit Rosa Luxem. bürg schon ien« Prozesse vor dem Krieg zur Aufrüttelung der Arbeilermassen gegen den Militarist» gestallet hat. Bon seinem revolutionären Sozialismus wie von seiner wahrhaften Jnoernatio- nalität hat Levi niemals etwas preisgegeben. In der Nachkriegszeit hat er bald«kannl. daß nicht dl« Kommunistische Partei, sondern nur die Sozialdemokratie erfolgreiche Betätigung für diese Ziele ermöglich! und zur Befreiung de» Proletarial» an» der Knecht- schaft de, Sapllallsmu» führt. Vi» zum letzten Atemzuge ist er ein Vorkämpfer de» revotuttonären Sozialismus,«in treuer Freund und tapferer Kamerad geblieben. Diese Lücke wird sich sobald nicht schl-eßeu. Kranz Künstler sprach die tiefe Trauer auch der Berliner Soziaßdemokratte für den Dahingegangenen au» und erwähnt als Zeugnis seiner edlen Gesinnung, daß Levi noch vom Krankenbett dem Bezirksoerband «inen nennenswerten Betrag zur Hllf« für die Allerarmsten gespendet hat. Hermann Fleißner-Oresden rühmt« Levi nach, daß« sich ganz in die sächsischen Berhältnisie «ingelebt hat und ihre Besonderhett wie ihre Bedeutung wohl erkannt«. Mtt einem Schlußwort, da» der Schriftstell« Marcu km Namen der persönlichen Freunde Paul Levi» sprach, waren die Reden beendet. Wieder erklang die Orgel, die roten Banner senkten sich über den Sarg, der in der Ties« verschwand, während alles sich in Trauer erhoben hatte. HeimVehr- und Schuhbundwaffen. Ein lehrreicher Strafprozeß. Wie«. 13. Februar. sEigenberlcht.) Die Haussuchung vom 14. Februar 1V29 in dem sozialdemokratischen Parteihaus in Wien bzw. den Räumen der Waffenhandlung des Arbelter-Jagd- und TchÜhenvereins, die zur Beschlagnahme zahlreicher Was- fen führte, hatte ein gerichtliches Nachspiel. Die An- geklagten wurden freigesprochen, nur der Ge- schäftsführer der Waffenhaudlung, Wodak, erhielt 48 Stunden Arrest. Der Sekretär des Schutzbundes. Heinz, zugleich Geschäfts- führ« uttd Vorsitzender des Arbeiter-Iagd- und Schützenvereins, ferner der Geschäftsführer Wodak und ein Beamter der Waffen- Handlung, namens Dauer, waren wegen Uebertretung des Waffen- zefetzes angeklagt. Sie verwiesen darauf, daß die beschlagnahmten 240 Gewehre mit Genehmigung der zuständigen Behörden von dem Arbeiter- äagd. und Schühenvereln au» venlschland eingeführt wurden und der Schützenverband von d« Behörde genehmigt ist. Außerdem«klärten sie, daß die Behörden von dem Vorhandensein d« Waffen gewußt haben und die Heimwehr viel mehr Waffen besitze. Man könne der Sozialdemotratte unmöglich zu- muten, einen Angriff der Heimwehr unbewaffnet ab- zuwarten. Die Verteidiger der Angeklagten beantragten, den Bundeskanzler Schober und andere Persönlichketten des polttischen Lebens darüber zu vernehmen, daß seimrzeU die heimwehr einen gewaltsamen Angriff auf da» Gebäude der„Arbeiter-Zellung- geplant habe und die Sozialdemokratie sich dagegen habe wehren müssen. Außerdem wurde die Vernehmung de» Bezirkshauptmanns von Iudenberg in der Steiermark darüber gefordert, daß er ein großes Waffenlager der Heimwehr aufgedeckt. aber der steierische Landeshauptmann Dr. R i n t e l e n(christl.-soz.) verboten habe, die Waffen zu beschlagnahmen. Schließlich sollt« noch der sozialistische Abg. Dr. Renner darüber vernommen werden, daß er zwei Monate vor der Haussuchung an Dr. Seipel den Antrag gestellt habe, die innere Abrüstung durchzuführen. Seipel das aber abgelehnt habe, weil die Voraussetzungen für ein« innere Abrüstung noch nicht gegeben seien. Der Richter lehnt« sämtlich« Bewetsanträge ab und verkündet« da» Urteil. I Aus dem Hitler-Staate. Ruch« m.d Pressezensur, Luchverbote und ZeitvngS- Verbote— alles bei Haler! Hitler hat in der Nationalsozialistischen Partei d i e Parteizensur eingesührt. Als nationalsozialistische Schriften gelten tunstig nur noch solche, die sein 3 m p r i» m a t u r erhalten haben, die übrigen nicht abgestempelten kommen auf den Index. Die Anordnung, die er darüber erläßt, könnte von einem Generalkommando Während der Kriegszeit oerfaßt worden sein. Sie läßt liebliche Schlüsse darauf zu. wie es mit der Pressefreiheit in Deutschland aus« sehen würde, wenn diese Leute ihre..nationale Diktatur" aus« richten würden! Die Anordnung lautet: „1. Jede von einem Parteigenossen oder von einer Untergliede- rung der Partei herausgegebene Druckschrift, die sich mit grundsätz- lichen Fragen der NSDAP, befaßt, muß vor Drucklegung der Reichsleitung zur Einsichtnahme und Genehmi- gung zugeleitet werden. 2. Dies» von der Reichsleitung zugelassenen Druckschriften erhalten den Vermerk:„Mit Genehmigung der Reich»- leitung gedruckt." Nur dies« haben die Berechtigung, da» Hoheitszeichen der Partei auf dem Titelblatt der Broschüre zu führen. Z. Für bisher erschienene Druckschriften ist unter Vorlage die Genehmigung der Reichsleitung nachzuholen und können diese dann bei Neuauslage mit dem in Punkt 2 aufgeführten Vermerk versehen werden. 4. Ein Verkauf sowie eine Verbreitung aller von der Reichsleitung nicht genehmigten Schriften wird hiermit verboten. Nicht zugelassene Broschüren werden in der Partei- presse verösseMlicht. ö. Der Zusatz„mit Genehmigung der Reichsleitung gedruckt" bedeutet nicht, daß dl« Parteileitung di« Verantwortung für jede ein» zelne Anschauung der betreffenden Schrift übernimmt, sondern nur, daß die Druckschrist im ganzen als den Parteibelangen nicht zuwider- laufend betrachtet wird. Parteiamtliche Kundgebungen werden als solche ausdrücklich bezeichnet. Diese Anordnung est von all«n national- sozialistischen Blättern drennal zu bringen." Mit der Aufrichtung der Zensur und des Inde� wird zugleich ein Erempel statuiert. Hitler verkündet, daß die Ver- breitung der Broschüre„Das Programm der NSDAP." von Hans Wiemer nicht genehmigt wird und daß der Wochenzeitung„Der Eisenhammer" auf die Dauer von vier Wochen die Erlaubnis zur Führung des Hoheits- Zeichens der NSDAP, entzogen wird. Da hätten wir zugleich ein Duchoerbot und ein Zeitungsverbot auf die Dauer von vier Wochen in Gestalt eines vierwöchiaen Boy» kotts. Es wird sich sehr gut ausnehmen, wenn die National« fozialisten bei der kommenden zweiten und dritten Beratung des Republikschutzgesetzes gegen Zeitungsoerbote sittliche Entrüstung markieren werden I Mit dieser Zensur in der Hand wird künstig Hitler zwischen die streitenden Gruppen in seiner Par- tei treten. Wer ihm nicht bequem und zu Willen ist. wer eine eigene Meinung hat. der wird künftig auf den Index geraten. Im übrigen: Hoheitszeichen der NSDAP.! W o istdi-Hoheit?_ England und die�eligionsverfotgungen SrNärvngea Hrndersonck im Unterhaus. tontaa, IS. Februar(Eigenbericht). Di» Verschärfung de» Kampfe» gegen die Religi»n»geiell- f cha f t« n in Rußland hat in England im Laus« der jüngsten Wochen zu einer starten Pressekampagne gegen Ruß- land geführt, die in zahlreichen kleinen Anfragen an die Regierung ihren Niederschlag gefunden haben. Außenminister hevdersoa teilte am Donnerstag Im Unterhaus auf eine derartig« Anfrage mit, daß die Bericht« Über die religiösen Verfolgungen in Rußland in England und anderen Ländern tiefe Besorgnis erregt und die e r n st e A u f m e r k f a m k e i t der Arbeiterregierung gefunden hätten. Auf die Frag«, ob die britische Regierung beabsichtig«, die Frag« der religiösen Freiheit in Rußland im Rahmen des Völkerbunds st atuts zur Sprache zu bringen, erklärte Henderstrn. er zweifle, ob ein solcher Schritt den gewünschten Erfolg zeitigen würde Der Außenminister bat da» Parlament jedoch, überzeugt zu sein, daß„die Regierung, soweit die» möglich und sofern dies im Interesse der Be- troffenen liegt", all ihren Einfluß einsetzen wird, um die Sache der religiösen Freiheit und die Freiheit der Religionsausübung in Rußland zu unterstützen. • Die Behandlung der Religionsfrage ist eine innerpolitische Angelegenheit, in die sich fremde Regierungen nicht einzumischen haben. An diesem Grundsatz muß festgehalten werdcn, ob es sich um Mexiko, um die Sowjetunion oder um irgendeinen anderen Staat Handels. Das Recht zur formellen Intervention steht in solchen Dingen weder einer einzelnen fremden Macht, noch dem Dölker» bund zu. Dennoch Ist es Im höchsten Grade töricht, daß die Sowset- union ihren Gegnern auch noch das moralische Argumem in di« Hände spielt, daß der religiöse Glauben und seine Ausübung auf ihrem Territorium oersolgt werden. Die deutsche Arbeiterfchost wird sich in ihrer großen Mehrheit dadurch nicht besonders beein- sluffen bissen, wohl aber die englische, die fast in ihrer Gesamtheit— einschließlich de« radikalsten sozialistischen Flügels— tief religiös empfindet. Durch ihren jetzigen forcier- ten und aggressiven antireligiösen Kurs vertieft die Sowjetregierung nicht nur di« latent« Feindschaft de» Internationalen Bürgertums gegen den Bolschewismus, sondern sie oerscherzt sich obendrein die Sympathien, die sie in wichtigen Schichten des angelsächsischen Pro- letariats noch besaß._ Die Sladtverordnelenwahl in Münster ist vom Dezirksausschuß auf sozialdemokratischen Antrag für ungültig erklärt worden. Bei den Wahlen hatte das Zentrum zwei Listen aufgestellt, die als Za und 1b bezeichnet worden waren. kommunl-tilcher Redakteur verhaflet. Wie die kommunistische „Hamburger Volkszeitung" mitteilt, ist der verantwortlich« Redakteur der.Volkszeitung" Erich Hoffmann am Donnerstag morgen aus Anordnung des Oberreichsanwalts wegen Lorbereitung zum Hochverrat verhaftet worden. Stresemano-Büsle tm Auswärtigen Amt. Das Auswärtige Amt ist durch Spenden von Auslandsdeutschen in den Stand gesetzt war- Ken, eine von Protessor Ernst Seger gcschassene Stresemann-Büstc in Bronze zu erwerben. Die Büste, die in diesen Tagen sertiggeslellt ist. wird in dem zu einer Erinnerungshalle ausgestalteten Vestibül vor dem Arbeitszimmer Stresemanns ihren Platz finden Die Auf- stellung der Büste wird mit einer Erinnerungsstier de» Auswärtigen Amte» für feinen verstorbenen Leiter verbunden werde». Wieder einmal gesiegt. »Also: Revolutionärer Massenstreik bei Opel. Orr ganz« Lctri-b siillaeleot. SOOO Arbeiter streiten—.Aber eS waren doch nur 400 Störeafri-de und es wird doch längst wieder gearbeitet!"—„Vuwmc Sans..Was versieht sie denn von»evolutionärer Der chterflaltung!" Japans nndFrankreichsNotiensordemngen Oer deutsche Panzerkreuzer als Vor wand London. 13. Februar.(Eigenbericht.) Die japanische und französische Delegation zur Flotlenkoosecenz haben am Donnerstag die erwarlelen Memoranden über ihre FloUenansprSche der LeffenlttchkeU über- geben. Das Memorandum Japans oermeidet jede Festsetzung nach der Seite der Tonnageziftern. Es ist auch sonst im Degensatz zu der franzäsischen Darstellung durch eine gewisse diplomatische DiellZeutigkeit gekennzeichnet. Japan erklärt sich grundsätzlich zugunsten der geplanten Verlängerung der S p e r r f r i st für den Bau von Schlachtschissen, oermeidet jedoch ängstlich jede Stellungnahme zu einem Vorschlag, der die Außer- d i« n st st e l l u» g eine» japanischen Schlachtschiffes-beantragt ha'te. Zur Kreuzerfrag« macht das jopansche Memorandum die völlig unverbindliche Feststellung, daß Japan eine Mindest stärke beanspruche, di« für die nationale Verteidigung ausreichend sei.und die Stärk« der anderen Völker in Rechnung setz«. In Konferenz- kreisen weist man daraus hin. daß die Bedeutung diese» Memoran- dums nicht in dem liege, was es sage, sondern in dem. was es ver- schweige. Man erklärt ferner, daß kein Wort von der japanischen Forderung noch 70 Prozent der amerikanischen Flot- ten stärke enthasten sei und schließt daraus, vielleicht e'wa» zu optimistisch, daß Japan sich zu einem Kompromiß in dieser Frage bereit finden wird. Nach dem Washingtoner Abkommen hatte Japan«inen Anspruch auf 60 Prozent der amerikanischen Flottenstärke. Das französische Memorandum betont, daß Frankreich 1914 ein« Flotte von 964 909 englisch« Tonnen besessen und 174 000 Tonnen im Bau gehabt habe. Die Gesamt» tpnnage der französischen Flotte betrage heute 457 192 Tonne» weniger. Frankreich sei im Jahre 1929 die einzige Seemacht gewesen. deren Marinebudget unter demjenigen der Vorkriegszeit gelegen habe. Frankreich habe, ohne auf das Resultat der Konserenz zu warten, bereits sein Bauprogramm bedeutend herabgesetzt. Der gegenwärtige Stand der französischen Flotte betrage: Scklachtschisfe(im Sinne des Washingtoner Abkommenzl........... 133 136 Tonnen Ander« Schlachtschiffe......... 52 791» Kreuzer von 10 000 Tonnen...... 70000. Aste Kreuzer........... 66 963„ Kleine Kreuzer. Zerstörer, Torpedoboote.. 228 897. Slugzeugmutterschisse usw....... 32 146. -Boote.............. 97 878 Gesamttonnag« rund 681 000 Tonnen Frankreich, so fährt dos Memorandum fort, sei da» einzige Land gewesen, das von 1914 bis 1930 keinerlei Kriegsschiffe gebaut Hab«. Falls die Konferenz di« Flottenstärke für die Jahre 1930 bis 1936 festsetze, wie sie von englssch-amerikarnscher Seit« gefordert werde, so beanspruch« Frankreich für 1930 vorbeholllich der Zustimmung des Parlaments eine Gesamttonnage von 724 479 Tonnen. Unter den detaillierten Erläuterungen zu dieser Ziffer findet sich noch «ine deutliche Anspielung auf den deutschen Panzerkreuzer. Frankreich habe bisher, so heißt es in diesen Erläuterungen, von seinen, ihm in Washington zugebilligten 70 000 Tonnen für Schlacht- schiffe keinerlei Gebrauch gemacht. Frankreich sei jedoch nunmehr angesichts dcs Austauchens eine» neuen Typ» von Schlachlschisse« gezwungen, von 1936 von dieser Möglichkeit teilweise Gebrauch zu machen, und e» w«rd« sich unter Umständen gezwungen sehen, diese 70 000 Tonnen völlig auezuschSpsen, fall» neue Schlsse desselben Typs gebaut werden würden. Dies stellt«ine deutliche Anspielung auf die Frage des Panzer- kreuzers L in Deutschland dar. Dos französische Memorandum wiedecholt schließlich dl« alte französische Auffassung von der gegenseitigen Abhängigkeit der verschiedenen Gattungen und vom Zusammenhang der Seeabrüstung mit der Gesamt« abrüstung. Es betont schließlich den Defensivcharakter der sranzösi. schen FlottenrLstung und die Ucbereinstiminung der französischen Stärke zur See mit den Bestimmungen des Kellogg-Pakte«. t» Selbstverständlich ist der Hinweis des französischen Me- morandum» aus den deutschen Panzerkreuzer A. nur ein B 0 rw a n d, um die eigenen Ausrüstungspläne plausibler er» scheinen zu lassen. Gäbe es keinen„Panzerkreuzer A". dann müßte irgendein anderer Vorwand herhalten, um die Forde- rungen der französischen Tirpitze zu begründen. Die deutsche Sozialdemokrat e hat seinerzeit ihre Ab» lehnung dieses Panzerkreuzers unter vielen anderen Gründen damit motiviert, daß dieses Krieosschiff, dem die deutschen Marinefachleute sageuk-afte Eigenschaften andichteten, um es dem deutschen Volke schmackhafter zu machen, noch als Argu- ment von den anderen Seemächten herangezogen werden würde, um ihr? eigenen viel weitergebenden Rüstunaspläne zu begründen. Diese Warnung ist ungebärt verhallt. Es zeigt sich aber jetzt, daß sie nur allzu berechtigt war. Der deutsche 'Panzerkreuzer'bat' ijsc LW vor seiner Fertigstellung seine vielfachen Zwecke erreicht: er bat dck� innerpolitische Listen in Deutschland gründlich vergiftet, er hat dos deutsch« Äudoet' im Zeichen der.Sparsamkeit" mit vielen Millionen unnötig belastet, und er dient endftch den französischen Rüstungs- imverialisten als Vorwand für die Sabotage der Seeabrüstuny auf der Londoner Konferenzl Die bürgerlichen Parteien, die im Reichstag die Entscheidung für den Panzerkreuzer A er» zwunaen haben, können auf dieses Werk stolz sein! Was nun die Anspielung des französischen Memoran- dum? auf dje Möglichkeit des Baues w e i t e r e r. Kriegs- schiffe von der Art des Panzerkreuzers A botr.fft. so gefügt es. festzustellen, daß die Frage der Inangriffnahme eines Panzerkreuzers B überhaupt nicht mehr zur Di?«- kufsion steht. Gpionagsftandal in Bukarest.' Oer polizeichef im Dienste der Tscheka? Bukarest. 13. Februar(Eigenbericht.) Die von der rumänischen Polizei aufgedeckt« b 0 l s ch e w i st i« sche Spionageaffäre hat ergehen, daß außer dem Ehes der Bukarester politischen Polizei T i b a c u auch noch andere hoch- gestellt« Persönlichkeiten der rumänischen Regierung in den Skandal verwickelt sind. Sie hoben ähnlich wie der Hauptschuldige Tibacu von der russischen Tscheka jeden Monat hohe Gehälter bezogen. Tibacu erhielt nicht weniger als monatlich 20 000 Lei. Die Gehälter für Dezember und Januar sollten ihm von dem ver- hasteten bolschewistischen Spion Earamqn überbracht werden. Tibacu hat noch wetteren Feststellungen der Polizei di« bolschewistische Tscheka über hie Maßnahmen des rumänischen Sicherheitsdienstes regelmäßig in allen Einzelheiten ins armiert. pilsudski fch mpst schon wieder. Beleidigung des Sejmmarschalls. Warschau, 13. Februar. Im Sejmausschuß zur Untersuchung der Aorsälle vom 31. vk- tober, an welchem Tag« Offiziere In di« Vorhalle des Sejm»«in- drangen, kam es heute bei Vorlesung des Brieses des Marschalls Pilsudski an den früheren Minssterpräsidentcn Swlialski zu stürmi- schen Auseinandersetzungen. Pressemeldungen zufolge soll dieser Brief ein« Rehe beleidigender Ausdrücke über Sejmmairschill Daszynski enthalten. Di« Pilfndskischen verlangten dl« Ber- ösfcntlichung des Briefes, der sich jedoch die oppositionelle Mehrheit widersetzte. D"« Regierungsbl-ockleute zogen hieraus ob. Der Obmann des Ausschusses Ezetwsrtynski(rechts) legt« den Bor- sitz nieder. Schaessers Nachfolger. Der bisherige Ministerialdirigent Dr. H e! n tz e Im Reichswirtschaftsmlnisterium ist zum Ministe- rialdlrektvr ernannt worden. Er ist in die durch die Er- nennung von Ministerialdirektor Dr. Schaeffer zum Staatssekretär im Reichsfinanzministerium frei gewordene Stelle eingerückt. Das Gastställengesetz. Der Volkswirtschaftliche Ausschuh des Reichstags erledigte am Donnerstag das Gaststät-engesetz bis zum ß 13. Zum 8 11 wurde«m Antrag angenommen, der die Gastwirt« verpflichtet, alkoholfreie Getränt« zn führen. Di« Z§ 12 und 13 betreffen den Lerluft der Gewerbe. besugn»». Uoung- Plan-Debatte beendet. Eine Woche Neichstagspause. Der Reichstag hat am gestrigen Donnerstag die erste Beratung de» Joung-Plans und der Verträge mit Amerika und Polen be- endet. Nach dem Kommunisten Stöcker sprach Abg. Dr. wendhausen(Chr.- not. Bauerp.), der wieder einmal den amtlichen Widerruf der Knegsschuldliige im Haag vermißte. Der Doung-Plan belaste Deutschland mit insgesamt 180 Milliarden. Ehrlicherweise dürfte man diesen unerfüllbaren Vertrag nicht unterschreiben. Unsere Souveränität gewinnen wir nicht zurück, auch Polen kann sich auf die Sanklionsklausel berufen. Durch das Polen- abkommen kann Polen die Entdeutschung noch weitertreiben. Abg. Graf Revenllow(Natsoz.): Es war ein« nicht zu über- bietende Frivolität der deutschen Delegation, die Entscheidung über den Zerreißungssall und damit über Tod und Leben des beut» l'chen Volkes den, Haager Schiedsgericht zu überlassen. Die Vorlagen gehen an den Auswärtigen und den Haushalts- ausschuh. Der Antrag Reventlow auf Plakatierung der Antwortrede Curtius' auf Hugenberg wird abgelehnt. Einig« Staatsverträge werden glatt erledigt. Nächste Sitzung Mittwoch, den 19. Februar, nachmittags 4 Uhr: Verlängerung der Mieterschutzgesctze.— Schluß gegen 2 Uhr. * Der Haushalt sausschuß und der Auswärtige Ausschuß des Reichstags beginnen die Beratung der Noung- Gesetze am Freitag vormittag. Aus dem Haushaltsausschuß. Der Ausschuß für den Reichshaushalt genehmigte in seiner Sitzung am Donnerstag zunächst einen Antrag des Reichspost- Ministers, durch den 250 Helferinnen, in das Beamtenverhältnis überführt werden sollen. Eine solche Ueberführung aus dem Lohn- Verhältnis in das Beamtenoerhältnis, die von allen Mitgliedern des Ausschusses wiederholt verlangt worden ist, war dem Reichspost- minister bisher nicht möglich geworden, well der Rcichsfinanz- minister und der Reichssparkommissar gegen solche Maßnahme Be- denken erhoben hatten. Nachdem der Reichsfinanzminister sich nach wiederholten Verhandlungen nunmehr mit der Ueberführung«in- verstanden erklärt hat. wird die Diaßnahm« noch im laufenden Rechnungsjahr durchgeführt werden. Sodann beriet der Ausschuß die noch zurückgestellten Para° graphen des sogenannten Ministerpensionsgesetzes und nahm sie sämtlich in der Fassung der Regierungsvorlage an. Der sozialdemokratisch« Antrag, die Bestimmung zu streichen, nach der die Ernennungsurkunde eines neuen Reichskanzlers von diesem selbst und nicht von dem alten gegenzuzeichnen sei, wurde nach längerer Debatte abgelehnt. Oer Nachtragsetai vor dem Reichsrai. Neue Steuern sollen schleunigst beschlossen werden. Der Reichsrat behandelte in seiner Vollsitzung am Donnerstag abend den Nachtragshaushalt für 192 9. Der Bericht- erstatter der Ausschüsse, Ministerialdirektor Dr. Brecht, wies darauf hin. daß etwa ein Viertel der Ausgabenkürzungen, die der Reichstag an dem Voranschlag für 1929 vorgenommen hatte, jetzt im Nach- tragshaushalt nachgefordert werden müsse. Auf einstimmige An- regung der Reichsratsausschüsse hat die Reichsregierung zugestimmt, daß die 222,5 Millionen für Arbeitslosenversicherung auf den Ordentlichen Haushalt übertragen werden, weil es sich wirtschafllich nicht mehr um bloße Darlehen handelt, ganz abgesehen von der Unmöglichkeit, Anleihen als Deckung zu erhalten. La die Einnahmen sogar noch um einig« Millionen hinter den jetzigen verminderten Schätzungen zurückzubleiben drohen, sollten die neuen Steuern nach Meinung der Relchsratsaus- schllsse mit größler Beschleunigung beschlossen werden. Das Sparprogramm der Ausschüsse des Reichs- rats sieht vor: schnelle Auflösung der Verwaltung für die besetzten Gebiete und des Reichsentschädigungsamtes, Vereinfachung der Ab- gabengefetzgebung und-Verwaltung, Einschränkung weiterer Renten- erhöhungen für Kriegsbeschädigte in den leichten Fälle», Ueber- tragung der Bauverwaltung und des Reichswasierschutzes an die Länder, Vereinfachung der Justiz, Festlegung eines Sparprogramms für Heer und Marine, Sanierung der Arbeitslosenver- sicherung ohne Einschränkung der Leistungen, Der- einheitlichung des sozialen Verwaltungsapparates nach den Vor- schlagen der Länderkonferenz und vorübergehende Beurlaubung von Beamten aufzulösender Behörden. Die Ausschüsse empfehlen Entschließungen, in denen die Reichs- rcgierung ersucht wird, die Beschlüsse zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung möglichst zu beschleunigen, die notwendig werdenden neuenSteuern möglich st schnell in Kraft zu setzen, ein Sparprogramm auf längere Zell aus- zustellen, für falsche finanzielle Schätzungen künftig die schuldigen Beamten zur Verantwortung zzi ziehen und schließlich bei der Subventionierung der L u f t f a h r t- industrie den freien Wettbewerb nicht zu unterbinden. Der Etat nach den Anträgen des Berichterstatters mit den dazu eingebrachten Entschließungen wurde angenommen. Ferner erledigte der Reichsrat eine Ergänzung zur Hand- werksnovelle. Bisher bellragspflichtige Handwerker sollen nur mit ihrer eigenen Zustunmung aus der Handwertsrolle gestrichen werden. Der Reichsrat stimmte dieser Ergänzung zu. Sozialistische Zugendmiemachmale. Zu der Tagung des Büros der Sozialistttchen Jugendinter. national« in Warschau waren all« Mitglieder des Büros er- schienen. Der«sekretär der Internationale, Genosse Ollen- dauer, Berlin, erstattete den Bericht über die Tätigkeit d.'r Internationale im Jahr« 1929. Im Mittelpunkt der Arbeit stand das groß« Internationale Äugendtreffen in Wien, das der inter- nationalen sozialistischen Jugendbewegung einen großen Criolg brachte. Nach den vorliegenden Berichten der angeschlossenen Der- bände befindet sich die sozialistische Jugendbewegung in fast allen Ländern im Aufstieg. Im Lau-se des Jahres 1929 wurden die Iugendgruppen der Sozialdemokratischen Partei Ungarns und die Sozialistisch« Jugendorganisatton Argentiniens neu in die Jugendinternationale aufgenommen. Mit einer Reihe a>ch«vcr Länder werden Verhandlungen über den Anschluß an die Jugeichinternationale geführt,'o vor allem mit den Iugendgruppen der englischen Labour Party, die aus ihrer letzten Reichskonferenz an das Exekutivkomitee der Partei den Antrag auf Beitritt zur Sozialistischen Jugcndinternationale gerichtet haben. In der Aussprache wurde die Tätigkeit des Sekreia- riats gebilligt und der Äassenbericht für das Jahr 1929 und der Voranschlag für dos Jahr 1930 genehmigt. Der Sekretär des internationalen Jugendtreffens, Genosse Könitz- Wien, gab einen abschließenden Bericht über das inter- national« Jugendlrefsen. Die von ihm vorgelegten Berichte und Abrechnungen bestätigen wieder den großen Erfolg dieser Tagung. Das Büro beschloß einstimmig, der österreichischen Jugend und der österreichischen Partei sowie der Stadtverwaltung Wien den Dank der Internationale für die bei der Durchführung des Äugend- troffens gewährte großzügige Hilfe und Gastfreundschaft aus- zusprechen. Das Büro beschäftigte sich dann mit der Log« der sozio- listischen Iugendverbände in Oesterreich und Polen und mit«inigen aktuellen politischen Fragen. Einstimmig winde«in« Resolution angenommen� in der>'est- gestellt wird, daß e» dem internationalen Proletariat und seiner Jugend in der letzten Zeit gelungen ist. dem Vormarsch des Faschismus Einhakt zu gsbieten. Es wird auf den Kampf der österreichischen Sozialdemokratie mit der Helmwehr und auf die Auseinandersetzungen der polnischen Sozialdemokratie mit Pilsudski verwiesen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es in S pa n i e n gelingen möge, mir dem Rücktritt des spanischen Diktators«ine demokratische Entwicklung auch in diesem Lande wieder cinzu'ellen. Zum Schluß wird darauf hingewiesen.daß diese(Erfolge im Kamps gegen den internationalen Faschismus im hohen Maße der inter- nationalen Solidarität der Arbeiterklasse zu oerdanken sind. Der Schlußabsatz der Resolution lautet: „Die Wirksamkell der englischen Arbellerregierimg hat un- zweifelhaft viel zu dem Erfolg des internationalen Proletariats im Kampf gegen den Faschismus und die Kriegsgefahr beigetragen. Auch das Wirken der unter der Führung der deutschen und dünischen Sozialdemokratie stehenden Regierungen hat einen großen Einfluß auf den erfreulichen Fortgang des internationalen Kampfes gegen die faschistifch« Reaktion ausgeübt. Das Büro fordert die sozio- listischen Jugendoerbände auf, den Abwehrkamps des internationalen Proletariats durch Vennehrung ihrer A u f- klärungsarbeit unter der Jugend aller Länder über die Gefahren des Faschismus noch stärker als bisher zu unter- stützen." Zur Beratung stand dann eine Reihe von organisato- rilchen Fragen. Di« Sitzung billigte die Vorschläge des Sekretariats, die vor allem Maßnahmen für die weitere Aus- dehnung des Einflußgebietes der Sozialistischen Jugendinternatioimle enthalten. Beschlossen wurde auch ein« stärkere Förderung der Internationalen Soziallstischen Studentenföderation. Eine länger« Aussprache entwickelt« sich über die Frage der Zusammenarbeit mit der Sozialistischen Erz'ehungsinter- nationale und der Sozialistischen Arbeiter-Sport- international«. Das Büro beichloh grundsätzlich die Her- stellung engerer Verbindungen mit diesen beiden uiternationalen Organisationen. Die diesjährig« Sitzung des Exekutivkomitees wird ani 11. Juli 1930 in Kopenhagen stattfinden. Diese Sitzung wird dadurch räumlich und zeitlich mit dem s k a nd l n a v i s ch e n Jugendtreffen in Kopenhagen verbunden, zu dem der dänische Verband aus An'aß seines zehnjährigen Bestehens«in- geladen hat. Auf dieser Sitzung des Erekutivkomllees wird auch die Frag« des nächsten internationalen Jugendtreffens be- handelt werden. Das Büro beschloß, der Exekutive vorzuschlagen, dos dritte international« Jugendtreffen im Sommer 1931 stattfinde» zu lassen. Die Entscheidung über den Tagungsort wurde den: Exekutivkomitee überlassen. Das Exekutivkomitee wird serner zu beraten haben über den Voifchlag des Büros, im Spätsommer 1931 die dritte international« Führeraussprache abzuhalten. Für den Herbst dieses Jahres ist die Durchführung einer internationalen Sommerschule für leitende Funktionäre der angeschlossenen Iugendverbände vorgesehen. Di« Sommerschule soll die Teilnehmet in die wichtigsten Probleme der internationalen Zu» sainmenarbeit der Arbeiterklasse einführen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit eines engen persönlichen Kontaktes verfchafien. Aus den gleichen Erwägungen wurde beschlossen, in Zukunft die inter- nationalen Ferienwanderungen der Verbände planmäßig durch das internationale Sekretariat zu«ördern. In Slussicht genommen ist weiterhin der Auswusch von Funktionären bei der Durchführung von Jugendleiterkursen der einzelnen Der- bände. Beim Sekretariat der Sozialiftischen Jugendinternationale wird eine international« Br i e s wc chs el st.el le eingerichtet werden. Neu ausgenommen wurde die tschechische Sozialdemokratische Jugend in Oesterreich. Die Sitzung schloß mit der Erledigung einiger Delegationen zu den im Frühjahr stattsindenden Verbandstagungen. Die polnisch« Organisation veranstaltete in Warschau ein« große 'Kundgebung. In der überfüllten Versammlung sprachen nebe» den Vertretern der polnischen Arbeiter- und Jugendbewegung Mit- glieder des Büros. Die Kundgebung bewies, � daß die polnische sozialistische Jugendorganisation trotz aller politischen Slbwierig- leiten in den letzten Jahren gute Fortschritte in der Orgamsiening der polnischen Arbeit eriugend gewacht hat. Am Montag fanden weiter« internationale Kundgebungen in Ladpnnd Kattowitz statt. die ebenfalls überfüllt waren und«inen erhebenden Verlauf nghineir. �Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) Birantwortlich wr Politik: Dr. Surt Ecqer: Wirtichaf«:<9. NlioqrlhZl«»: Deoerllchaitsbewcgung: 3. Sl«ia«r: Feuilleton: Dr. Zolzo Lchilowotl: Lokale» »nd Sonltinrs- gri» ktarstädt: iln»r>orn: Tl>. Klock«: siimttick! in Berlin. Berlaa: Borwärts-Berioa E. m d. Ä. Berlin Druck: Borwiirts.Buchdruckerek und Berloosanstai« Paul Sinfltr u. Co., Berlin SW 68 Lind-nftraft« 1 öiciia 2«eilaaen..Unterhalt»»«»ah Wisse»' u»d„Stadtdeilasr- WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstraße Roeenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Mengenabgabe vorbehalten Fleisch, Fische, üeflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt FRISCHES Kalbskamm u.-Brust pm. 0.86 Kaibsricrenbratcn pr»nd 0.94 Kalbskeule gani u.geteUt.btaSPU. 1.05 Kalbsschnilzel.... Pfand 2.Z0 Rinderkamm u.-Brust 0.86 Frische Rinderzungen pm. l.XO Querrippe 0.84 Gulasch 0.95 Schmortlelsch� 1.10 Ä 1.30 Roastbeef mit Knoche», t luod 1.10 FLEISCH Gehacktes 0.85 Liesen?m. 0.85 S ch w einer ückcn 1.18 Schweineschinken■.!(»»> 1.24 Kahler mild geuliea.,..Pfund 1.28 Nicrcntalg ansgeUest».. Pfund 0.50 Prima Gefrlarfialsch Rinderkamm u. Brust Pfd. 0.84 Hammclvorderflcisch Pfd. 0.86 junge Schnittbohnen.. 0.58 junge Brechbohnen... 0.60 junge Schnittbohnen I.. 0.75 Haricots verts eit« fei».,. 2.10 Gcmüse-�i bsen...... 0.58 junge Erbsen miueifei»... 0.78 Kaiserschoten....... 1.65 Leipziger Allerlei____ 0.88 Gemischt. Gemüse miueifei» 1. 1 o Stangen-Spargel mittelstark 2.85 Stangen-Spargel cxtrastsut 3.10 Bruch-Spargel nfreisiark.. 2.70 KONSERVEN 1 1 uose Bruch- Spargel extratfailr«. junge Karotten«t-, Uoi». KarOitCIl gesehnitte»...... Spinat 0.54 Kohlrabi.. Sellerie i» scheide»....... Scntgurkcn.......... Pfirsiche rdei»..'-»��«. gesell»» Pflaumen 0.60»wie stein Mirabellen.......... Reineclauden........ BimCn extra fein, hslbe Fiucht Saure Kirschen ebne siein 1t Des« 3.00 0.95 0.40 0.58 1.00 0.78 1.60 0.76 0.98 0.98 1.20 1.40 KoSoniai waren Olympia-Mehl�ufelO.SS 0.62 1.30 1.38 1.45 Rauhreif-Mehl 5 Pfund-Beutel 1.45 Sultaninen oa«l 0.38 Bruchreis. Pfand 0.18 Korinthen pw. o.6i 0.50 Backobst»ft' r.is 0.48 Mandeln p.d. 1.90 2.40 Pflaumen pi�V.oa 0.48 Kartoffelmehl pm. 0.19 Aprikosen hj'üjj 0.90 Konfitüren £ehensmitt&1 Geflügel, Wild Obst, Gemüse Wurstwaren Käse u. Fette Schokolade iVeKallcb, HiicDbuI, lert), r\ r\r\ 5 Ja ein äl 0 üiaii m�.90 Krem Relief Pfund 1.20 Schmelzrelief pm. 1.50 Vollmilchborke pu 1 ,40 T ee Ceyloo H,»;« tund 1.25 Gänse gefroren Pfand von Q££ Suppenhühner..Q Plund von U.yOan Brathühner Pfund 1.10s» Wolgahühner... !. QualiiSt, Pfund von l-ZOtn Fasanenhähne 2.35-» Hasen�oÄ 1.05» Rehblätter pinsd 1.35»» Eier io Stack to» 0.65»» Fische Scheliiisch ptund 0.16 Seelachs W«? 0.18 Kabeljauf;&�a o.is Bratschollen I-k«. 0 22 Goldbars ohn 0.30 Filet v. Kabeljau 0.34 Grüne Heringe... 3 Pfunu 0.40 0.4 ü Zander gefror, pf. 0.65 feiner, irischer, von 0.70»» Räucherwaren Bücktinge m. 0.45 0.25 Bücklinge Kieier pm 0.65 Sprotten Kistchl:0-** 0.40 Fleckheringe p«. 0.46 Seelachs.stck pm. 0.48 Flundern'ho."4 0.58»» Eß- u. Kochäpfel.__ 1 lund O-OO Edelrotäpfel Pfd. 0.35 Kalif. Aepiei».«» 0.42 Mandarinen pm. 0.28 Apfelsinen utz. o.so 0.50 Helbblnl Dird. 0.75 0.65 Bananen 2 piuna 0.85 Zitronen Dut». 0.45 0.35 Messina-Apfelsinen Kiste 80 bis ISO Stack ya75 Weißkohl dinisch Pfund Möhren gew-scit Sri. Rote Rüben.. l s Pfd. Zwiebeln....) 20Pf. Rot-, Wirsingkohl 0.09 Sellerie Pfand 0.10 0.18 Biumenkohl � 0,20" Rosenkohl 2. fand 0 45 Sülze..... Pfand 0.72 Dampf- u. Rotw. 1.00 Fleischwurst pin»d 1.15 Würstchen Pinnd 1.25 Hausm. Leberw. 1.25 Jagdwurst. Pfund 1.45 Mettwurst Br. An 1.45 Bierwurst..Piand 1.45 Filetwurst.Pfand 1.65 Schlnkenwursi'M.l.es Leberwurst icine 1.80 Teewurst Pfd. 1.95 1.80 Zervelat». Salami 1.80 Speck feit 1.20 an« 1.55 Schinkenspeckpid.1.90 dSelcr..InBilMisr Ur. irnrilraia Landleberwurst 0.95 Berl.Mettwurst 11I.20 Po'.n. Wurst Pfund 1 40 Ramadou. swek 0,20 CamembertsäiMt 0.24 Limburger 0.42 0.92 Steinbusch. 0.60 0.Q3 Tilsiter voifett, pm. 0.93 Tilsiter Art �»d. 0.75 Edamer. id. 0.75 1.10 Schweizer dt»., pm. 0.90 Münster Art VÄ 1.05 Schweizer Art.. K ohne Rinde, Piund 116 Ho ländervom, pm. 1.1 0 Schweizer 1.23«» Margarine Pfund 0.50 Kokosfett i.pfd.-T«!. 0.60 Schweineschmalz 0.65 Molkerei-Bulter 1.68 Tafelbutter 1 76 1.84 Wem Preise tür»ft l-tascne ohne ülas Johannisbeerwein 1928 Wöllsfeiner Rheinhesse... 1928 Bergzaberner Letten ke.n«er. filzet 1927 Traisener Rotenfels saftlgei Nahewein. � 1928 Maikammerer Schlangen- nü-ecel Wschstum üflr�cr ne ster, S Erath, i.ebiichjx Natu, wein 1«oO 1928 Edigerer Sonnseit 150 » reise we n 0.75 0.78 0.85 1.00 1927 Niersteiner Domtal�-�* 1,70 lör Rhtin-, Mosel- n. Bordeaux- leitweise bedeutend herabgesetzt 1927 Ruppertsberger Graben Wachstum Deutsch. I-in-i PUliex I.ÖU Roter Malvasier s"4...... 0.95 Chile-Rotwein 1.10 1922 Chät. Raba 1.40 1920 Beaujo.'ais Superieur mollig, r Durgu du Z.tJU Spezial-Cuväs 4.00 [Dein Dam m Iil!!;gen Preissu Gebrannter Kaffee ReÄ, ptd. von H so Ar. 75» 47. Jahrgang*1« �00 0 Freitag, 14. Kebrvar 19S0 Böß- Debatte im Rathaus. Keine Pensionierung.— Das Disziplinarverfahren sott durchgeführt werden. Die Lerlmer Ttadtoerordaetenoersammlung hatte gestern die langerwa riete nochmalige Aussprache über Ober- bürgermeister Löß und seine Verabschiedung. Gestritten wurde um die Frage, ob man das Urteil im Disziplinarver- fahren abwarten soll oder nicht, ob man Herrn Büß vorher den Abschied geben soll, wie er es wünscht, ob man ihm die Pension lassen soll, die er beansprucht. Anträge der„radikalen Flugelparteieir", wie man die Kommunisten und die National- so»ialisten zu nennen pflegt, verlangten gegen Bäh die sofortige Entlassung ohne Pension. Nach einem Antrag der Deutschnationalen sollt« der Magistrat bei der staatlichen Aufsichtsbehörde„dafür sorgen", daß schnell und rücksichtslos das Disziplinarverfahren mit dem Ziel auf Dienstentlassung ohne Pension durchgeführt wird. Di« Demokraten beantragten die von Böß gewünschte Versetzung in den Ruhestand mit Pension, ohne hiermit den! Disziplinarverfahren vorgreisen zu wollen. Alle diese Antröge waren mindestens hin- sichtlich der Pensionsgewährung ohne praktische Bedeutung, da ja allein im Disziplinarversahren entschieden wird, ob die gesetzliche Pension oersagt werden soll oder nicht. Triumphe im Schimpfen feierten wieder die„ganz Radikalen", der Kommunist Lange und der nationalsozialistische Studienrat Dr. L ö p e l m a n n, den wohl der Ruhm seines kommunistischen Konturrenten nicht schlafen läßt. Für die sozialdemokrvtssche Fraktion wies Genosse Flatau darauf hin, daß ein vielleicht lange dauerndes Disziplinar- oerfahren mit einstweiliger Weiterzahlung des Gehalts noch teurer werden kann als ein rascher Abschied mit der gesetz- lichen Pension. Die letzte Entscheidung bleibt unter allen Um- ständen dem Disziplinarrichter vorbehalten. Angenommen wurde der Antrag der Deutschnationalen. * Die unflätigen Beschimpfungen, die sich in der Sitzung vor einer Woche der kommunistische Stadtverordnete Kasper gegen den Magistrat und insbesondere gegen Bürgermeister Scholtz leistete, gab dem Magistrat Veranlassung, salzenden Brief an den Dorsteher der Versammlung zu richten: Zu der letzten Sitzung der Stadioerordneteuversanunlung hat der Stadtverordnete Kasper»an dem uiagistrat eine Auskunsl qesordert. indem er zugleich die Verroallung des ZNagistrat», den Nagistrat und den miiunterzeichueten.Lürgermcisler in unflätigem Tone beschimpsie. Der überzeichnete Bürg«' meisler hat namens de» Magistral» darauf geantwortet, daß der Magistrat sich feiner Pflicht voll bewußt fei und jederzeit die gewünschten Ans küofie geben würde, wenn sie in einer wür- digen Form«erlangt würden, daß er aber ein« Aal- wort ablehne, wenn sie m derartig beleidigender Form ge- fordert werde. Während der Wort« de» Bürgermeister« hat der Siadlverordnete Kasper fich aus dcn nu? unverständlichen Herren- standpuutt gestellt and den Sprecher unter anderem angeschrien. „Vir haben Sie nicht zu bitten, Sie werde» von unseren Steuer- g raschen bezahlt, wir haben zu fordern aon Ihnen und nicht nötig, zu bitten. Sie werden von de« Steuergeldern be- zahlt. St« SchwlereakomShiaat." Es mutz leider fest- gestellt werden, dotz die Schmähung des Stadlverordoetea Kasper gegenüber dem Magistrat nicht der einzig vorgekommene Fall ist, sondern datz auch feilen» Sprecher anderer Zrolgoaea persönlich kränkende Angriffe, wenn auch nicht in der vom Stadtverordneten Kasper beliebten Art and weise, vorgekommen sind. Die Anwendung derartiger Formen und Aentzernagen zwingt den Magislrol zu folgender Feststellung! Magistrat und Stadtverordnete sind zwei gleich- geordr. eie. gleichberechtigte Körperschaften. So wenig e» dem Magistrat einsallen wird, die Sladtoerordneienver- sommlung oder ein Mitglied der Stadtverordnetenversammlung zu beleidigen, darf die» seitens eine» Stadtverordneten gegenüber dem Magistrat oder einem seiner Mitglieder geschehen. Es liegt im dringenden Interesse der Bürgerschaft, datz die Geschäfte der Stadl schnell und ordnungsgemäß in gemeinsamer Arbelt zwischen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung erledigt werden. Der Magistrat ist nach wie vor hierzu bereit, muh aber die Stadl- verordentenoersammlung bitten, dafür Vorsorge zu lressen, datz die gemeinsamen Beratungen sich in einer Form abspielen, die dem Ma- giflral die Mitarbeit auch fernerhin ermöglicht. Verden weiterhin die Zdrmen gewählt, die der Stadtverordnete Kasper in der letzten Sitzung angewandt hat. so erklärt der Magistrat aus einstimmigen Beschlutz, datz er mündliche Auskünsle aus an ihn gerichtete Anfragen nnd Erklärungen jeweils nicht abgeben wird. Scholtz. Vuhky. Dieser Bries veranlaßtc die Kommunisten, einen Dring- lichkeirsantrag ein, zubringen, der dem Magistrat alles mögliche und noch einiges mehr vorwirft, am Schluß dem M a g i st r a t das Mißtrauen ausspricht und Auskunst verlangt über das Zustandekommen des Vertrage» mit dem Direktor der Der- kehrsgefellschaft, L ü d t k e. Die Dringlichkeit wurde anerkannt, ohne Debatte wurde mit großer Mehrheit dem Verlangen nach Auskunft über Lülttke zugestimmt, der Mißtrauenspassus gegen die Stimmen der Kommunisten und Nationalsozialisten abgelehnt. Eine große Mehrheit fmch auch ein Protestantrag gegen die Umbenennung der Königgrätzer Straße in Stresemannstraße durch den Polizeipräsidenten, ohne daß dieser den vor einer Woche gefaßten Beschluß der Stadtverordnetenoersamnilung berücksichtigte. Beide Male stimmten auch ine Sozialdemokraten mit der Mehrheit. — Ausgerechnet die Nationalsozialisten, die eine außergewähnliche Produktivität iin Stellen von Aittrögen nnd Anfragen entwickeln, stellten den Antrag, die Bersaminlung soll« jedesmal solange tagen, bi, die Tagesordnung ausgearbeitet seil Unter großer Heiterkeu des-Hauses os Schwand dieser— Anrrag in dem großen Hausen schon lagernder natlonalistischckomnrunistischer Anträge. Dioser Hausen wurde vermehrt durch drei weitere Anträge der Nazis.— Emen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wegen der Aufhebung de» Kostzwauge» für da» beamtete pflege- personal in den städtischen Kranken-. Heil« und Pf sigeonst alten vertrat Stadt- verordnete Frau Dr: Fravteuthal. Der Äostuoang f««ingesührt, ohne daß Magistrat und Gesundheitsdeputation Kenntnis hatten. Di« Schwestern haben kein Verlangen nach diesen„dienstlichen" Mahlzeiten, sie wollen sich selbst dekriftigen. 5m übrigen reichten die lechnttchen Einrichtungen nicht au», den Kostzwang durchzn. führen. Rednerin rügte auch scharf, daß der Aufwand für Aerzte, beamtete Schwestern und das Pflegepersonal al'gestuft ist. Stadinredizinalrat Prof. Dr. Dr'.galjki anttvortet«, das; zur Zeit bei der Durchführung des Kastz wange« noch Schwierigkeiten bestehen, die nicht vorauszusehen waren. Der Magistrat will daher von einer starren Anwendung de» Kost Zwanges 'absehen und die weitere Anwendimg prüfe». Der Antrag wurde angenommen. Ällge» die Anordnung de» preußischen Wohlfahrkp- Minister» Hirtjiefsr, daß die Aujsichtsbchördcn bcr�chiigl sein sollen, jederzeit ohne Anhörung der ftädlischeu vee- walkung die Wohnungszwangsnnrtschast auszuheben, wandte sich ein weiterer Antrag der sozialdemokratischen Fraktion. den Stadtverordneter Dr. Weinberg begründet«. Den Kommunisten und den Wirtschaftsporteilern blieb es oorbelzalten. den Antrag als Agitationsantrag zu bezeichnen! Der Zentrumsvertretcr meinte, some Partei sei für«ine Aushebung der Zwangswirtschaft zu?«- gebener Zeit, dann müßte allerdings ein soziales Mietrecht an die Stelle der Zwangswirtschaft treten. Abänderungsanträg« der Kom- mumsten und der Wirtschastsoartei wurden abgelehnt, der Pro- testontrag der Sozialdemokraten angenommen. Bei den dann folgenden Abstimmungen wurde der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der die Herabsetzung der hohen Gehälter leitender Personen bei den städtischen Werten und Gesellschaften veilangt. mit großer Mehrheit angenommen. Die Kommunisien stimmten dagegen. osfeichar deshalb, weil ihre Gegenanträge vorher ahgelehnt worden waren. Angenommen mit großer Mehrheit Vurdc auch der sozialdemokratische Antrag, der eine Einschränkung der slädkischcn Empfänge verlangt. Auch hier konnten sich die Konimu- nisten zu keiner Stellungnahme entschließen: sie enthielten sich der Stimme! Nationalsozialistische Anträge zu diesem Gegenstand wurden abgelehnt. Die Vöß-Oebaite. Vor fast vollkommen geleertem Hause begann doim Sladtver- ordnetcr Lange(Komm.) den kommunistischen Antrag auf Amts- «nthebung des Oberbürgermeisters Böß zu begrün- den. Ein Untersuchungsausschuß, dem auch die„Vertreter revoliitia- närer Arbeiterorganisationen" angehören sollen, soll eingesetzt wer- den. Lange sagte: Böß habe gekniffen, jetzt sei er wieder üppig geworden, so wie man es gewohnt war, als die Kommunisten ihn„noch nicht den Nerv gelötet" hatten. Der Bries Böß' an die Stadtverordneten sei eine Unverschämtheit, eine Frech he it.(Glocke des Vorstehers, der die Ausdrücke des Redners rügt.) Das während des Urlaubs an Böß gezahlte Gehalt sei eine „Faulheits Prämie", das Disziplinargericht gegen ihn sei ein „K a n, e r a d e n g e r i ch t", das ihm nicht weh tun werde. Es sei durchaus möglich, gab Herr Lange zu, daß sich avch Sv,i»m«»islen von der Korruption verführen lassen könnlen.(Lebhasle Ahn!-Rufe im Hanfe.) Weshalb sollen sich auch sonst Gesunde nicht einmal anstecken lasten!(Stürmische Hörtl-lhörtl-Ruse und Heiterkeit.) 5» Rußland vxiren solche Leute längst nickt mehr am Leben. Lange schloß(zu den Rechtsparteien gewandt): Sie werden sich ein Sowjetdeutschlond gefallen lassen müssen.(Heiterkeit.) ' Bürgermeister Scholtz erklärte aus eine Anfrage Langes: der Oberbürgermeister bezieht wahrend seines Urlaubs sein ihm nach Gesetz und Recht zustehendes Gohäli in.Höhe von Ztzvü M. monatlich Vis Novmber erhielt er auch seine Auiwonds cntschäÄgung. Böß werde nicht aichers behandelt als andere Beamte. Stadtverordneter Dr. Löyelmann(Nat.-Soz.) bezeichnete Baß ai» einen korrupten Mann(Glocke des Borstehers— Ordnungsruf): im übrigen oerlonaten die Rationatsozichijien die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses für den Falk Sklarck und sonst � noch allerlei. Stadtoerordnetrr Graiigß(Dnak.) b�sründctc einen Antrag. seiner Fraktion, den Oberbürgerrneister zu ersuchen, se-n Amt niederzulegen. Stadtverordneter Flatau polemisierte gegen die Borredner. Die bloße Annahme der vor- liegenden Anträge bsdinge noch nicht die Eiledignnp der Bäh- Krise. Nehm« man die Anträge, kommunistisch«, nationalsozialiftischc und dentschnattonale an. so könne es sehr leicht passieren, daß man aus die Beendigung des Disziplinacoerfahrens warten muß, so daß also solange das Gehalt gezahlt werden müßte. Die Sozial- demotraten seien für«inen demokratischen Antrag, der die Mtitu* Der Polizist ging fort, und eine Stunde später kam ein anderer und führte Marcianna auf die Wache; sie leistete nicht den geringsten Widerstand, sondern murmelte nach wie vor ihre unverständlichen Laute vor sich hin. Ein Wagen von der städtischen Lumpensammlung lud ihre Sachen auf, denn einer Borschrist gemäß mußten die Straßen gereinigt werden. Und der einzige Mensch, der wirklich ergriffen war von der Tra- gödie, war die Hexe. Zn.zwischen hatte der Regen vollständig aufgehört, und die Sonne kam.«he sie unterging, noch einmal zum Borschein. Die Vögel nahmen ihren Gesang in den Bäumen wieder aus, und die Siedlung rüstete sich, um die verlorene Zeit wieder einzuholen. Oben im Hause des Barons nahm das Fest immer größere Ausdehnung an, und ab und zu wurde eine leere Fiojche auf den.Hof hinuntergeworfen, was allgemeinen Widerspruch und Geschrei hervorrief. Der Ballmond stand am Himmel und die Nacht war nach dem Regen herrlich klar und frisch. Die Samba begann früher nnd war wilder als sonst, mahrscheinlich von der Fröhlichkeit In Mirandas Hau? angesteckt. Rita Bahiana ließ sich van der Bege'sterung gleichsam fortreißen, sie war inspiriert, göttlich. Roch nie hatte sie mit soviel Grazie und Hingebung getanzt. Sie sang auch. Und jeder Vers, der ihren roten Lippen entströmte, atmete Liebe, sie war wie eine Taube, die mit ihrem Täuberich girrt. Ban Leidenschaft überwältigt, ließ Firma seine Gitarre schluchzen nnd wehklagen. Das Znstru- ment nnd Firma zollten beide der Mulattin ans Bahin ihren Tribut stürmischer Ergebenheit. Ieranymo konnte sich nicht mehr zurückholten, und als die Tänzerin keuchend und erschöpft neben ihm hinsank, mur- melte er ihr mit einer vor Erregung heiseren Stimme ins Ohr:„Geliebte, wenn du mein werden wolltest, würde ich meine Ssele dem Teufel verschreien." Firma hörte die Bemerkung nicht, aber er deutete den Gesichtsausdruck. der sie begleitete nnd sah den Steinbrecher grimmig an Der hziter« Abend jedoch verlies lpetter ungestört. Das Dores gesellte sich dazu, und ebenso Röntm mit«wer Freun- din. die den Tag bei ihr oerbracht hatte. Alle klatschte» sie im Takt der Musik in die Hände und applaudierten wild nach jedem Tanz. Als Piedades Gatte sich ein zweites Mal zu der Mulattin hinüberbcugte, um ihr etwa's zuzuflüstern, tonnte sich Firma nur mit aller Mühe zurückhalten, dem Portugiesen nicht an die Gurgel zu springen. Aber als Rita das Ohr des Tage- löhners unvorsichtigerweise beinahe mit ihren Lippen berührte, uin ihm etwas zu sagen, was die anderen nicht hören sollten. fuhr Firma dazwischen, starrte seinen Rivalen an und maß ihn mit herausforderndem Blick von Kopf bis zu Fuß. Auch der Portugiese erhob sich und erwiderte den Blick. Die Musik brach ab, die Gesellschaft verharrte in tiefem Schweigen, und niemand rührte sich von der Stelle. Der Mond schien hell auf die beiden Männer, die sich haßerfüllt anstarrten. Ieronymo war groß und breit, gebaut wie ein Bulle und mit einem herkulischen Nacken:«in Hüne war er, seine Ge- lenke waren ans Stahl, und mit seiner Faust konnte er einen Ochsen niederschlagen. Der andere war eine Spur kleiner, biegsam und schlank und behende wie eine Katze. Brutale Kraft stand hier gegen nervös« Energie— und keiner von beiden hatte Angst. „Setzen, setzen." „Keine Prügelei." „Weiter tanzen." Piedode stürzte vor.»m ihr«n Mann fortzuzietien, aber der Steinbrecher stieß sie beiseite, ohne die Augen von dem Mulatten abzuwenden. „Mal sehen, was dieser Schafskopf von mir will", mnr- melte er. .,3ch wcrd' dich schon lehren, du hundsdämlicher Ein- wanderer". erwiderte Firma, hüpfte erst auf einem Fuß und dann auf dem anderen herum, sah seinen Gegner fest an und ballte die Fäuste, als wollt« er mit dem großen Kerl ringen. Ieronymo, wütend über diesen Schimpf, mochte einen Schritt vorwärts und hob den Arm zu«inem tödlichen Schlag. Firma jedoch warf sich plötzlich auf den Rücken, stützte sich auf die Arme und schleuderte seinen rechten Fuß hoch, so daß der wilde Schlag in die Luft aing und der Steinbrecher einen un- erwarteten Stoß in d«n Magen erhielt. „Canaille!" brüllt« er wütend und warf sich auf den noch immer am Boden liegenden Gegner; der aber versetzte ihm mit dem Kopf«inen Stoß, daß ihm Hören und Sehen ver- ging. „Steh auf. wenn du noch nicht tot bist", rief Firma und fing wieder an zu tanzen. Zeronymo stand auf und stürzte sich von»«vem auf den flinken Mulatten, aber Firma sprang zurück und hob dabei den Fuß, und die Faust des Portugiesen schlug ins Leere, während er einen krachenden Hieb ans Kinn bekam. Blut floß ihm aus Mund und Nase, die Frauen sii'jlen fürchterlich an zu schreien, während Firma leichte, aber wirksam« schlüge nach rechls und links austeilte. Joao Roman rannte und schloß das Portal, damit niemand von außen hin- einkäme, dann begab er sich ellig auf den Schauplatz des Kampfes. Bruno und die anderen Steinbrucharbeiter ver- suchten den Mulatten zu ergreifen, aber der tanzte immer noch herum, jetzt von wilder Raserei«rgriffen, und wich ihren Be- mühungcn, seiner habhaft zu werden, mit Erfolg aus. Die Frauen waren alle angsterfüllt, manche schrien, andere weinten: die einzige Ausnahme bildete Rita Bahiana, die mit verschränkten Arnien etwas abseits stand und mit einem Anflug von Lächeln um die roten Lippen dem Kampfe zuschaute, der da um ihretwillen geführt wurde. Der Mond wurde blasser, der Himmel fahl und grau: feuchter Nebel hing in der Luft. Piedade rief heulend nach der Polizei, und an Mirandas Fenstern drängten sich«r- schreckte Gesichter. Pfiffe wurden ausgestoßen und nach allen Richtungen Befehle erteilt. In seiner hilflosen Wut auf den flinken Schlosser hatte Ieronymo einen Pflock aus einem Zaun herausgerissen und hieb damit auf den Kopf seines tanzenden Rivalen los. Mit rascher Bewegung zog darauf der Mulatte ein scharf geschliffenes Rasiermesser aus der Tasche. Sein Gesicht war blutüberströmt, und Schaum stand vor seinem Munde; er sprang von einer Seite auf die andere und versuchte, dem portugiesischen Riesen beizukammen. Die Zuschauer packte jetzt das Entsetzen. Die Männer standen steif und warteten aus den Ausgang, und die Frauen weinten«ine an der Schulter der anderen. Albino war ohn- mächtig geworden, und P'edade lag auf den Knien, iamme- e und schrie, daß man ihr ihren Mann tötete. Das Dores ver- fluchte die Männer im allgemeinen, war aber offenbas bei dem gegenwärtigen Konflikt aufrichtig neutral. Machana hielt ein Plätteisen in der Hand, aber ab sie vorhatte, sich in d'e Schlacht einzumischen, war ungewiß. Augusto bat, man solle doch das Tor öffnen, damit Alexandre hereinkönne. wenn er vom Dienst kam. Durch die Hintertür, die zum Steinbn-ff führte, war«in Haufen Außenstehender eingedrungen, und unter Schwierigkeiten hatte sich Dona Isabel Eingang ver- schafft, als sie mit Pombinha von ihrem Besuch bei Lronst rückkehrte. Die alte Dam« drängte ihre Tnchter-in- Hau? und riegelte z«, wohei sie sich bitter über das Schickl-ff b-fingi". V, sie zwang, in solcher Umgebung zu leben. Der Brasiliaue? wch der Portugies« jedoch kämpften weiter.(Forts, sola« � Pensionierung V ö ß' seinem eigenen Antrag ge. maß wünscht.— Der Demokrat Schubert erklärte, einem Oecrdlirgernrcistcr, den man wie Boß am Bahnhof Zoo nach seiner Rückkehr van Amerika empfangen l>abe, könne man nicht zumuten, sich in der Stadtverordnetenversammlung uor aller Öffentlichkeit zu verantworten.(Lärm bei den Kommunisten und National« sozialisten.) Von dem nationalsonalistischen Redner cherrn Dr. Löpelmann hätte man eine Rede erwarten können, die sich in Ausdrücken bewegt hätte, die seinem Beruf als Studienrat mehr gerecht geworden wäre.(Bravo! im Hause.) Schubert erwähnte die Berdienste Böß' um die Stadt Berlin.— Der Kommunist Lange wiederholte dann iwch cimml seine Schimpfereien. Stadt« verordneter Lange(Z.) erörterte die gesetzlichen Bestimmungen, die für ein« Pensionierung des Oberbürgermeisters in Frage kommen. ung. In der Brooklyner Schule, die durch die Explosion in einem Hause der gegenüberliegenden Straßenseite m Mitleidenschaft ge- zogen wurde, befanden sich zur kritischen Zeit etwa 2000 Kinder. Der Schulleiter eilte»ach der Explosion durch alle Klassen und ließ die Schüler in Reih und Glied antreten. Sie verließen das Gebäude In voller Ordnung. Bei der Rettung der Kinder spielten sich aufregende Szenen ab. Die weithin vernehmbar« Explosion hotte Anlaß zu dem Gerücht gegeben,. daß in der Schule selbst eine Bombe explodiert sei,»vas zur Folge hatte, daß T a u se n d e von Eltern nach der Schule eilten. Mörderklub verboten. Die antifaschistische junge Garde ovfgelöfi. Der Polizelpräfldeni keilt mit: Donuerslag vormittag w»u:de de Beobochlung in der Provinz wie in Berlin hat ergeben, daß diese Organisationen nach ihrem Mitgliederbestand und nach ihren Zielen eine Fortführung des Rotfrontkämpfer- bundes und der Roie« 3ungsront bilden. Zu ihnen gehöri übrigens auch die Slunnabkeilnag Mitte, in der die Altenläler auf de« Nationalsozialisten Wessel. Albert höhler und Erwin R ü ck e r t. Bereitschaftsführer waren. Da diese Milteilung nur einen» Teil der Leserschaft der Abend- aupgab« zugänglich gemacht»Verden konnte, geben wir den Wort- laut nach«iN7»»al wieder. Wieder deutscher Dampfer in Flammen Ärnner Schiff im Antwerpener Hasen anSgeSrannt. Brüssel, 13. Februar. Wie aus Antwerpen gemeldet wird, brach aus dem deutsche« 4260- Tannen- Dampfer„ A r i o n" im Hasen von Antwerpen Feuer in der Ladung aus, die aiis 3 nie, Fetk, Gemüse und ungelöschtein Kalk bestand. Die Ladung wurde zum großen Teil zerstört. Der Schaden soll erheblich sein. Der Dampfer gehört der Bremer Neptunlinie. Llm das Gcherlsche Erbe. Ein Sohn Scherls wegen Betruges vor Gericht. Vor dem Schöffengericht Berlin-Millc begann gestern morgen ein sensationeller Prozeß gegen Bruno Scherl. de« Sohn aus erster Ehe des Begründer» des„Lokal- Anzeigers", August Scherl. Er wird verschiedener B c- trügcrcien beschuldigt. Neben ihm aus der Anklagebank sitzen der ehemalige Rechtsanwalt Paul Wessel und ein gewisser Bruch. Die Gerichlsoerhandlung dürfte nicht nur in die soirder. baren Erbftreitigkeiten der Familie Scherl. sondern auch in die Tätigkeit der Hvgenberg-Gruppe hinein- leuchten. An» 1. Dezember 1928 brachte die Presse die aufsehenerregende Nachricht von der Verhaftung des Sliährigen Bruno Scherl. Alllaß zu dieser Vcrhafllmg bildeten nicht erfüllte Verpslill)- tun gen, die Drum» Scherl mit dem.Holzhändler Müller in Stuttgart eingegangen nx»r. Dieser hatte Herrn Scherl großen Waid- besitz in der Tschechoslowakei zur Abhoizung überlassen und als Gegenwert Zlkzepte in höhe von 1062 000 Mark erhalten. Für diesen Wechsel gab es keine Deckung. Bruno Scherl hotte erst wenige Monate vorher, im Mai 1928, ai»läßlich einer Zahlung von 600 Mark einen Ossenbarunxseid geleistet. Wer außer diesen Wechseln Bruno Scherls befanden sich noch weiter« ii» höhe von 1,9 Millionen Mark im Umlauf. Scherls sämtliche Schul- den betrugen 4 Millionen Mark. Fast in sämtlichen Fällen hatte er sich auf seine Erbailsprüche berufen. Bruno und O t to Scherl, die beiden Sohne aus erster Ehe, lebten seit Jahren in Amerika. Nach dem Tode des Daters und feiner Frau ai»s der zweiten Ehe machten sie ihre Erbonfprüche geltend. Man sagte ihnen, daß nur ein altes Testament vom Jahre 1907 vorhanden sei, obgleich gewisse Dokumente auf ein Testament späteren Datums hinzuweisen schienen. Man sagte ihnen ferner, daß Scherls Vermögen außerordentlich überschuldet, und daß der Nachlaß sehr gering sei. Bruno Scherl war aber überzeugt, daß dieser Nachlaß ciroa ZO Millionen Mark ausmachen müsse. Aus dieser Ueberzeugung heraus, behauptet er jetzt, sei er feine Berpflichtungen eingegangen. Er war nämlich der Ansicht. daß das vermögen seines voters von der Gruppe Schtvcr- industrlcller herunlergewirlschafl worden sei. denen der alte Scherl seine Blätter kurz vor dem Kriege im Jahre 1914 gegen eine Summe von 10 Millionen Mark, die zu einem gewissen Teil von der preußischen Seehandlung herrührten. überlassen satte. Zu dieser Gruppe gehörten Vogler, Krupp, hugenberg usw. Die 10 Millionen Mark sollten bis zum Jahre 1921 aus den Ein»iahmeil des Verlagsoereins amortisiert werden. Als diele Gruppe von Schl»>erindustriellen 1917 sich gegen Bethmann-hollweg wandte und die Scher l-Presse zum Kampfe gegen die Regierung mißbrauchte, erhob August Scherl gegen den Vertragsbruch Protest. Nach laiigem hin und her«inigte man sich dahin, daß die Blätter an ischerl unter der Bedingung der Rückzahlung von anderthalb Millionen zurückgehen sollten. August Scherl verlangt« eine Bilanz: doch ehe er sie erhallen Halle, st a r b er. Als die Erben die Bilanz sehen wollten, wurde sie ihnen»verweigert. Vorläufig hörte man in der Derhandlung mir manches Interessant« über die eigenartigen Verhältnisse in der Familie Scherl mrd über den Kampf, den der Angeklagte Bruno Scherl um die Millionen ans dem Nochlaß seines Baters führt. Als der Angeklagte 7 Jahre alt war. starb die Muller: zwei Jahr« später, 1886, heiratete der Pater zum zweitenmal und Bruno kam in«in Alumnat. Seinen Bater sah er als Knabe immer nur in den Ferien. August Scherl wollte seine S>ndcr nämlich überhaupt nicht sehen. Kam er von der Arbeit nach Hause, so durfte ihm kains begegne»». Und als Ollo Scherl, der später viele Jahre mit seinem Bruder Brunn in Amerika lebte, eines Tages als Generaldirektor einer großen Aktiengesellschast ein Darlehen in höhe von 3000 M. auf- »»ehwen wollt?, veranlnßte der Vater beide Söhn« zu einem notariellen Verzicht auf ihr Pflichtteil. Sie sollten ihn erst nach dem Tode seiner zvxiten Fran erhalten. August Scherl hatte in» Jahre 1907 ein sogenanntes Berliner Testa- m« n t gemacht, laut dem jeder überlebende Gatte den anderen beerben sollte, jedoch mit dem Vorbehalt, daß er als Erbiiachfolger auch selbständig Verfügungen treffen dürfe. Nach dem Tode des Daters im Jahre 1921 begann Bruno Scherls Kampf um fein Erbteil. Er befaird sich damals schon einige Zeit in Europa, ein halbes Jahr lang machte er vergebliche Versuche, seinen Vater persönlich zu sprechen: es gelang ihm nicht. Er glaubt, absichtlich ferngehalten worden zu sein.' Ein« Woche vor den» Tode seines Vaters sahrieb er ihm unter anderem in cii»en» Brief: „Ehe ich noch das Licht der Well erblickte, warst du schon aus mich wütend... Den Tod der Mnitcr Host du ans dem Ge- wissen... den Tod deines eigenen Vaters hast du ocrsihtilöcf.' Di« Stiefmutter verklagte er auf Feststellung des Erbteils, auf Herausgabe des Pflichtteils und aus Sicherheitsleistung in hohe von 1Z Millionen Mark, je 71- Millionen für sich»rnd für seinen Bruder. Das Gericht sprach idm nur den Pflichtteil zu. Die Stiefmutter legte Berufung durch Revision ein, doch che die Entscheidung «ndgüllig fallen konnte, starb sie. Die Brüder o-us der zweiten C£hc, die Erben der Mutter, zogen die Revision zurück. Bruno und Otw Scherl hatten nur ein Anrecht auf den Pflichtteil, vxlren eben von der Erbschaft ausgeschlossen. Woran es ihnen in erster Linie lag, war, das Vermögen des Vaters fest zu» ft e l l e n. Bruno Scherl wurde aber daran von fernen Halbbrüdern gehindert Als dann fein Anwalt Schweitzer ihn wegen der ihm zukommenden Gebühren in hohe von 8000 M. verklagte und es gegen ihn zum Konkulsveriahren kam, da lag als einziges Ver- mögensstück der Pflichtteil vor. Rechtsanivalt Schweitzer war bereit, ihn für 1200 M. entgegenzunehmen, Heinrich Sklarz, der seinerzeit Bri»no Scherl ein Darlehen von 10 000 M. gegeben hatte, wollte donir 1300 M. geben: Bruno Scherl kam auf diese Weise um sein Pslichtreil. sein Bruder Otto hatte ihm aber uiiterdesse»» sein Pflicht» teil zediert. So kämpfte er weiter um die Millionen seines Vaters. Wahrend die Erben erklärten, der Nachlaß August Scherls fei mit 734 000 M lierschuldat geuxrfen, berechnet« Bruno Scherl, daß er 51 Millionen ausmachen müsse. Den Beweis dafür will et erst in der heutigen Verhandlung erbringen. Geistesgestörte stiehlt ein Kind. Der entführte Zunge wieder bei seiner Motter. Ein sensakionellcr Vorgang ereignete sich gestern Im Neuköllner Rathaus. Ein anfangs unbekanuler Dieb entführte dort einen Kinderwagen, in dem ein 7 Monate aller 3unge faß. Als Täterin stellte sich später die ISjährige Erna Schulze aus der viebrlchftraße heraus. Das junge Mädchen Halle unter Anwandlnl»g von Geistesgestörtheit den 3ungcn in selncm Kindcrwage»» entführt und ihn lm Kaufhaus Karstadt völlig neu eingekleidet. Auf der Straße wurde das Mädchen mit dem Kinderwagen von ihrer Mutter gelrofscn. die das Kind seiner unglücklichen, überall herum- irrenden Mutier sofort wieder zuführte. Wir erfahren zu den» unglaublichen Vorfall noch folgendes: Eine Frau Schlüter aus der Fuldastraße 43 zu Neukölln hatte am Donnerstag vormittag auf der Fürsorgestelle im Rathaus zu tun. Sie hatte in einem Äindeinvagen ihren 7 Monat« alten Jungen mitgebracht, tonnte aber wader das Kind noch das Gefährt mit in das DienstzKrnner nehmen. So ließ sie es im Vorraum stehen. Aus der Fürsorge stelle nlußte die Frau eine Weile warten und lam erst um 11.25 Uhr wieder heraus. 3ctzl sah sie zu ihrem größten Schrecken, daß der wagen mit dem 3ungen verschwunden war. Alles Suchen nach dem Kinde blieb ohne Erfolg. Der Pförtner, der in seiner Loge war, hat nichts von dem Vorfall bemerkt. Lleberfall auf Neichsbannerleute. Kommunisten demolieren Erwerbslosen-TogeSraume. In dem Lokal von H i n tz g e n in der T h o m a e st r. 31 in Neukölln ist seit einiger Zeit vom Bezirksamt Neukölln ein Tagesraum für Erwerbslose eingerichtet worden. Gestern nachmittag hietten sich einige Reichsbannerleute im Lokal auf. Kommunisten hatten das beobachtet, sammelten sich in der Nähe des Lokals, stürmten um 15.15 Uhr in den Tagesraum, fielen über die Reichsbannerleutc her, die sich selbstverständlich recht kräftig wehrten. Bei der Schlägerei ging die Einrichtung des Lokals in Trümmer. Don den Kommunisten wurden auch einig« Schüsse abgegeben. Als die Polizei herbeieilte, rZcktei, die feigen Angreifer aus. Bei der Schlägerei war ein Arbeiter L. am Kopf verletzt worden. Er konnte aber nach Anlegung eines Notverbandes in seine Wohnung entlassen werden. Die Kommunisten ui»d anti- faschistischen Garden haben durch ihren hiitterlistigen Uebersall ledig- lich erreicht, daß der Aufenlhaltsraum den Erwerbslosen wahrscheinlich für einige Tage nicht zugänglich sein wird. Gegen diese Burschen. die auch auf dcn Arbeitsnachweisen Andersdenkende terrorisieren, mnß einmal im Interesse der gesamten Erwerbslosen energisch vor» gegangen werden. Aachmiiiag der Brände. Großfeuer in Wilmersdorf. Die Berliner Feuerwehr wurde gestern nachmittag la einem Zeitraum von wenigen Stunden viermal zu größeren Brände« alarmiert. Besonders gefährliche Ausmaße nahm ei« Dach sin hl- brand an. der gegen 343 Ahr Im Vorderhaus in der Helm. stedler Str. 29 in Wilmersdorf ausgebrochen mor. Die Feuerwehr erschien zunächst mit zwei Löschzügen au der Bqaridstelle. jedoch mußten sofort drei weitere Züge alarmiert werde»», da die Flammen den Dachstuhl schon in seiner ganzen Ausdehnung erfaßt Hakken. lieber 400 Onadralmeker des Dachstuhles mit den darunter. liegenden Bodenkamntern bildeten ein einzige» Feuenueer. Sieben Schlauchleitungen mußten in Tätigkeit gesetzt werde»», um den Brandherd einzukreisen. Zu allem Unglück barst bei den Lösch. arbeiten im Dachgeschoß das hanptwasserrohr und die her- ausströmenden Wosierir.engen richteten in den darnntcrlicgeudeu Wohnungen große Verwüstungen an. Gewisse Spuren lassen auf Brandstisluug schließen. .«u.?.crll»c- Stitten»ad ii« Ecschicht«' betitelt sich ei» weiterer Dar. traa d-s de taunten Schriftslellers und flennatä Alt-Serlins Georg Dam. d c I» c r im Ziadmrn der vom Sollsbildunksaiiu Wilaursdort oeraafialtere» xartraa-r-ikie.Dom Kifcherdarf j u r Weltstadt". Der Dertraz findet statt Im äcstsaale des Siadtbanfes, Kaiferallec 1— 13, am Dicn-tag, IS. ffetruar, 20 Uhr. Ä Silll i vßff sparen fleld TtJ KMGWWMSV wenn Ifie äualitäts-WigareUm rauchen SSMgaretten zu 54 erhält jeder laudier für 100&n* heitert, die in ZOWortons xu äSStck. enthalten sind lElafäntonnen fB» dies« Sttbtlt Hn» S« r l i»£ 3 SZ, Liadesitrag« 3. Psriemach�chien��fürGroß-Verlm st-tZ o« d-, Sejirk-sekretari« i- Hol. z Trepveo-echt«, zu richten. >7. Ztat Acht-nbera. Leute, ITttitee, 14. ffeötuar, um M Ulr. im Täcllien. Snse-um, Ratbansstratze.«immer 57, letttcr Äberu. des«urfiis.Deut'chc Außenpolitik feit Sticuscnbe". geitunfl Wolfqan»£chwar,. =3 1_ T. 18. fiteis Weißense«. Sonnnbend, 15. Februar, um 1(1 i. HLr, Im W Schloß Weißense«, fitoftt« Wlntersest. Mit-rirtende! Ezrrt.M-n,.Ln»-. m � tett. serner der Loxiroeslünstler. Pnaai Mo lt. Ten, die Z Ldr. chin. r- -ä tritt 1 32. g a i m 20. firel« ReiniSendorf. Monte q. 17. Februar,' um Itm Uhr. Im Rotbaus zu Wittenau fireisporstandsüßung mit allen Aiteilungoltitetn. heule. Freikag. 14. Februar. 74. Abt. Sie Bezirtsführer werden aebetsn. sämtliche Billelt« zum Masken. ball bis beute abeud bei ibren Grupveirfiibrern ab,urechnen. Di« Truppen. flibrer rechnen am Sonniaa, 16. Februar, mit dem Abteilunasiasnersr ab. IlOo. Abt. Frei« Scholle. 20 Uhr im Schollenlrua Mitgliederversammluna. Bor- traft:.A,� dem Leben der weltlichen Schule". Referent Schulrat Max fireuziaer.— Achtnnz! Funktionäre Vi Stund« früher ebenda rt. Morgen, Sonuabend, 15. Februar. 7-. Abt. Wannsce. WA Uhr Werbeversammluoa im Sakal Reichsadler, fiZnia- straß«. vortra«: �Wirtichaltsirise»nd Sozieldemolratie". Reserent Änrl Dressel. Alle Te nassen müssen erscheinen und Taste mitbrinaen. Frauenveranstaltungcn. 5.(drei» Friedrichsb-in. Seute, Freitag, 14. Februar, WA Uhr. 5««Wal Bojahr. Subener Str. 19, Fortsehung des Kursus über..Strafrechtsrcform'. 7. fireis Sharlottenbnra. Di« Abieilunasleiterinncn kommen heute um ISlh Uhr im Rathaus an besprochener Stelle zusammen. öl. Alt. Die Tenosssnn«» treffen ftch Sonnabend, 15. Fedniar, 2» Uhr, zu einem fröhlichen Beisammensein im Lokal Eolbschmidt, Ctvlpifch« Sir. SC,. Dezirkeausschuh für Arbeilenvohlfahrl. 70. firei» Reinickendorf. Di« Abteilunasleiterwnen der ArbtUerwohlfahrt werden aebeten. fosiort die Beleg« Uber die Weihnachtsoelder an die Kassiererin, Genossin Dittmer. Elchbornstr. 47, einzusenden. Zungsozialisken. Truppe Süden: Leute, Freita«. 20 Uhr, im Iuaendbeim Porckssr. II, Bor- 'oq:.Di« wirtschaftliche Stellung der Frau in der Gegeiupart". R.eferentin Slse Michaeli». Gruppe Schöneierp! Leute, Freitag. 20 Uhr,!m Zugendhelm Lauptlir. 15, v chwabonlandzimmer. Bortrag:„Rationalisaws". Referent Kurt Zingelmann. ' 1■■-�F-i. I t: L I II.: I i rr.■ I i-LU-LLM i Sozialiftisch« Studentenschaft, Ortsgruppe Berlin. Oeffentliche W z Kundgebung Eonnabend. 15. Februar. 20 Uhr, im Plenarsaal de» W 1 ehem. Herrenhauses. Prof. Heller spricht über.Der geistige Arbeiter � � und der Sozialismus". Interessierte Parteigenossen sind eingeladen. W Slrbeilsgemcwfchafl der Slndcrfreunde. Mitte: Heute Falken, ingesiunde in der Schulaula Weinmeisierstr. 15 von >7— 19 Uhr. Alle Gruppen beteiliger sich.— Trnppe Matteotti trifft sich um t i'.i Uhr vor dem Heim Clisabcthkirchstr. 19.— Truppe Tngelufer: Treff. Punkt um 16ia Uhr vor der Schule Köpenicker Str. 125. Kreis Prenzlauer Berg: Alle Fallen beteiligen sich am Singe abend in der ileinmeifirr jiroh« von 17—19 Uhr. Eruvvenveranftaltnngen fallen aus. Truppe Weißense«: Alle Helfer beteiligen sich am Sonn'ag an dem frohen elfernachmittag im Dewerkschaftohaus. Um löVi Uhr treffen wir uns dort. illc Zunghelfer und neuen Helfer ohne Ausweis berufen(ich zwecks Einlaß auf len Genossen Levnn. Trupp« Friedrich Eberl: Am Frriiag Prob« für alle Mitglieder. Er. 'cheinen dringend notwendig. Tertbücher mitbringen. Ebenfalls am Freitag tn 30 Uhr bei der Genossin Anna Schönke, Lochen er Str. 11, außerordentliche ü-lserversammlung. Der wichtigen Tagesordnung wegen müssen olle pünkt. ich erscheinen. Andere Beranstaltnngen fallen aus. Gcburkskage, Jubiläen usw. 7. Abt. Unser Genosse Herm»»» Uerckwiß, Wöhlerisir. 17, wich am l cutiqcn Freitag 75 Jahre alt. Die 7. Abteilung ieodei herzliche Glückwünsche. 15. Abt. Eenoss« Alfred Hütti«, Acker sie. 1.78, scieet heute im Alt««»oa 61 Jahren lein 2zjährjqe, Partciindilüum. Wir gratulieren sreurd. l-Ist und wünschen dem Genossen noch viel« Jahr« in unsere» Reihe» zu irden.— Di« Abtcilungslciiung. »ussrste Sterbelofel der Groß.Berliner Partei. Organisaiion 26. Abt. Unser kiebcr älter Eenossel H e v-m a NN W v ffm a n n ist am ffifdtuct nach.�sz»üM Leih'.n 7,gch MiiMijilchM. im abend, 15. Februar, um dfh Uhr im Ärematorwm um rege Deteilignoa. 38. Abt. Am 11. Februar versiard unser Senosse Edmund Schüler, Wcinftr. 13, im Alier von 27 Jahren. Ehre seinem Aufienkenl Einäscherung Eon- abend, 13, Februar. 11 Uhr, in: Krematorium Serichisiraße. 136. Abt. Rusickendarf-Oft. In der Nackt vom 9. zum 10. Februar ist unse: langtähriger Parteigenosse und Gewerkschafteangeftellier Hermann Scheibe nach einem langen Krankenlager verstorben. Ehre seinem An. denken! Die Einäscherung findet am Sonnabend. 15. Februar. IS'A Uhr, im Ktemotorium Gerichtsiraße statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. i sozialistische Arbeiterjugend Gr.-Verlin | Sinfetidunge: für diese Robckk nur an»«4 2uge»dsekeei«s«t f Berlin SB 68, Tindensiraßt S Ausstelluug„Malerei and Feichnnnge» Werktätiger', veranftaliet vom Bolksbildnngcomi Kreuzderv im Buchdrnckerhans, Dreibundfir. 5. Geöffnet - tglich von 9—21 Uhr, Sonntags von 10—14 Uhr bis 28. Februar. Eintritt frei. Wir empfehlen unseren Genossen den Beluch. Freie Trrncrsckait Groß-Berlin, F-eitörperrnltursparte: Filmmatinee»Frei« Körper— Freie Menschen' am 9. März in der Lichtburg am Gesundbrunnen. Referat des Genossen Friß Wildung Ä>c:»Freikörverkultur und sozialiflifche Leb-nsgeitoltung". Bestellungen auf Karten zum ermäßigten Preis« von 70 Pf. bei sofortiger Bezahlung nimmt bis zum 24. Februar das Jngendfekrctariat entgegen. Henke. Freitag. 19� Uhr. Köllnischer Pari: Seim Waisenstr. 18:.Arbektersvortbewegun«'.— Rasen- theler Dorstadt: Seim Fehdenicker Str. 25:»SAI. und Reichsbanner".— Fcntrvm: Keim Landsberc er Str. 50: llebunqsabend.— Hans«: Heim Bochumer Straß« 81.:„Rechte und Pflichten des Lehrlings".— Moabit I: Schule Walde n- fer Str. 20:„Tagespolitik".— Moabit II: Heim Lehrter Sir. Iii— 13:„Sozia- listische Familie".— Arniwplaß: Schul« Eonncnbnrger Str. 20, Zimmer 17: „Kapitalismus— Imperialismus".— Arnswaldcr Platz I: Heim Rastenburger Straße:„Reichsregierung und Rcichsbank auf der Haager Konferenz".— Falk- platz II: Schule Sonnenburger Str. 20:„Anarchismus".— Hclmholtzvtatz: Heim Danzig-r Str. 62, Baracke 2:„Das Flugwesen".— Hohenlchönhanien: Leim Freienwaldm Str. 6:.Organisations- nick» Werbefragen".— Hnmann- platz: Schule Schercnbcrgstr. 7:„Dir und das Reichsbanner".— Weißer, Ire: Heim Parkstr. 36:„Die Aufgaben des organisierten Proletariats".— Wörther Platz: Schule Kastanienallcc 82:„Entdeckung und Erforf-imng der Erde".— Andrensplatz: Seim Brommpstr. 1:„Die Presse".— Baltenplatz: Seim Tilsiter Straße 4— ä:„Wir und untere Eltern".— Friedrichsbain: Seim Dieftelmencr. straßc 5—6: Lichtbilder:„Die Mark Brandenburg".— Stra lauer Bieriel: Heim Goßlerstr. 61:„Hermann Löns".— Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18: „Die Wissenschaft des Sozialismus".— Warschauer Viertel. R. F.: Heim Litauer Str. 18:»Strnclle Fragen", 1. Teil.— Süden: Heim Pocckstr. 11, Zimmer 5:„Der Jugendliche im Erwerbsleben".— schöneberg I: Leun Haupt- straße 15:„Schulreform".— Schöncbera II: Hxim Hauptstr. lö: lO-Minuten- Referat«.— Schössberg IV: Heim Hauvtftr. 15:„Alt-Berllner Humor".— Charlottenbnrg: Seim Rosinensir. 4:„Ursprung der Religion".— Ebarlotten- bneg-Süd: Keim Sportplatz Eoetbestraß«:„Man: und Engels".— Wilmersdorf lAeltere): Keim Wilhclmsane 123: lO-Minnten-Referaie.— Steglitz. R. F.: Keim Paulsenstraßc:„Was verstehen w'r unter Proletariat?"— Neukölln IV: Der Lordenabend der Roten Falkenditällt aus. Wer miiüben will, kommt um WA Uhr ins Jugendheim. Dczemberliefi der„Arbeitcr-Iugend" mitbringen.— Neukölln IX: Heim Mariendorfer Weg, Zimmer 80:„Tagespolitik".— Ren- Tier Tag ist nicht reich an bedeude irden Ereignissen. Es fehlt vor allem gute, vopuläre Orchestermufit. Sonst stn-d die Lieder, die der Erksche Chor singt, im besten Sinne populär und dieser bis ins letzte disziplinierte Chor, diese Vereinigung schöner, gepflegter Stimmen verfügt auch über die notwendige Schlichtheit des Vortrags für Volkslieder. Polizeioizcpräsident Dr. Weiß spricht im Rahmen der Äktuellen Abteilung über„Politische Attentate"' an- läWch der Attentate in Südamerika und Italien. Er unerscheidet drei Kategorien, die sich mit folgenden Begriffen umfassen lassen: der Wille zur Macht, dir Drang zur Freiheit oder die Sucht nach Ruhm. Es ist eine Revue über Verbrechen, Heroftratentum und Irrsinn. Weiß spricht nicht über die jüngste Vergangenheit, son- der gibt nur«ine kurz chzarakterisierende Ueoersicht über die I>ervor- stechendsten Zlttentate der Geschicht', die er ans ihre politischen und psychologischen Gründe untersucht. Die Abendunrcrhaltung„Ueber- raschungen" fällt aus. Gerd Frick erhält eine hübsche Entschuldi- gungskanserence und dann gibt es Tanzmusik auf Schallplatten, eine Sammlung guter Kapellen............ F. Sch, Mb tu Heil» PtmMntt. th HilwrtiMß.. fifpanW; Hei»»oHbwitz« Elraße:„Arbeiteviuaenä unh Wanbern".— F-Nenbera(Aelievet: Heim Suis- Hof:„Der Douna-Pl«» unt feine Folgen".— Friebrichshaarn: Heim Frirör ch. firaße 87:„Einführung in die fozialiftifckie Gebaukenwelrn.— Zohannistbal: Seim Rathaus:„Praktisches Wandern im Winter und Sommer".— Nieder. schöneweide: Schul« Berliner St. 31;„Alkohol und Nikottn".— Treptow: Heim Elsenftr. 3:„Haager Konferenz".— Friedrichsscldc: Seim in Karlshorst:„Riict. blick auf unsere Arbeit wr Jahre 19-29".— fiaulsdorf: Schule Advlfstr. 25: „Wir und die Kirche".— Lichtenberg-Rord: Seim Gunterftr. 44:„Was be, deuten Karl Liebknecht und Rosa Luremborg?"— Neu. Lichtenberg: Heinr Hauffstraße:„Fahrt in Liedern".— Perfigwald«: Schule Sommerfelder Straße: „Jugend und Wandern".— Reinickendorf-Oft: Heim Lindauer Straße: H-iw. abend.— Riederfchönhauseu: Schule Blankenburger Eir. 70 tAclicrc):„Duo und Müdel"._ Vortrage, Vereine undVersammlungen. a Reichsbanner„Schwarz-Rot Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Scbastianstr 37—38, Hof 2. Tr. Schöneberg-Friedenan: Freitag, 14. Februar, 20 Mr. Geneval- »*"• Versammlung in den Kolibri-Fcstsillcn. Martin-Lutber-Str. 67. Neuwahl des Vorstandes.— Rentölln-Britz. Iungbanner: Freilag. II. Februar, 20 Mr. Generalversammlung bei ffirommeck. Sander- Ecke Hobrechtstraße.ildervortrag über d:n Athener Scltfriedenslongreß 1929. Bortragende: Herr Schramm, Prediger der freireligiösen Gemeinde aus Offen. dach am Main, der an dem Kongrest teilgenommen„nd d'c Bilder seihst auf- genommen hat: Frau Dr. Helene Eioeckev» Eintritt 50 Pf. Wisseuschaftlich« Gesellschaft für Luftfahrt, e. B. Flugtechnischer Sv'-echahend am Freitag. 14. Februar, 20 Uhr, im großen Saal des Fzugverbgndhaln'e». Berlin W. 35, Blnmeshof 1711. Vortrag des Herrn Korv.-Kavi. a. D. Beelitz über„Der gegenwärtig« Stand der Hcliumgewimiung und Heliurnforfchung". Mit Lichtbildern. Knrzschriftoerein Stolze-Schreq zu Berlin,«. B. Beginn neuer Anfänger., Redeschrift-, Fremdsprachen-Knrzfchrif'kurse. Jede Auslunfi: Ges-ltziirsstelte Alexanderstr. 9 III, Kupfergraben 3623 ab 12 Uhr. Huter-Bnnd. Freitag. 14. Februar, 20 Uhr. beginnt im Friedrich-Wilhelm» Gnmnasiimi. Höchste. 13. ein neuer Kursus über„CharakI erkunde lind Menschen. kenninis". A-bciisgemeinjchast für Forstschutz und Returkunde, e. B. 110. Apfo- Wanderung: Sonntag, 16. Februar, Besichtigung des neuen Heimaischulmuseums in Berlin-Köpenick. Führung und Bortrag Herr Lehrer Arno Zaster. Tr-'f. Punkt 0% Ubr am Bahnhof Köpenick und um 1051 Mr«in Eingang der 5. Schule. Glienicker Straße. Zu Erreichen auch von. Bahnhos Spindiersf-'d. Mitglieder frei, Gäste 30 Pf. »und Entschiedener Schulreiormer. Oeffentliche PersaUrmlung am Dien Staitz. 18. Februar, 1954 Uhr, im Wcrner�Siewens-Reg.lgnmnasinm fAula), Hohen. staufenstr. 47—48. Thema:„Die Rot des Lehrlings". Redner: Walter Esch. back, Wilhelm Schultz. Karl Emonts, Hellw.g F, Nienstädt. Jedermann will- kommen! Deutscher Berein fit den Schutz de, grwerblichcn Tigeutuw«. Donnerstag, ?0. Februar, 20 Uhr, im Plenarsitzungssoal des Reichspateniamtes. Berlin SM. 61. Gitschiuer Str. 07. Dereinsversammlnng. Vortrag des Herrn Dr.-Ing. Georg Z. Meyer. Berlin:„Gedanken eines Ingenieurs zur Frag- des Stach. baus fremder Konstruktionen". Gäste sind wMloinmen. Der in Troß-Berlin g-stierend« Zirkus«lberty eröffnet die Spielzeit In der Müllersiraße. Eingang Ostender Straße, am Sonnabend, 15. Februar, 20 Uhr, Mit einem großen Festprogramm. Wir verweisen auf die Anzeige in dieser Ausgabe. In der Renen Welt, Hasenheid«, findet am Mittwoch ein Gastspiel Johann Strauß aus Wien mit einem aus 50 Künstlern bestehenden Cireichormester statt. Die Spielfolge, einen Abend im Wiener Pratee danlellend, umfaßt die beliebtesten Ouvertüren. Walzer, Lieder. Fantasien und Potvonrri». Die stilgemäße Umrahmung der Alpenwelt dürfte sich besonders stimmungsvoll auswirken. Riesenerfolg de, Sarrasanl-Gastipiels. Unaufhörlich strömen die Massen zu Sarrasani. Jeden Abend ist der Märchenbau Ins auk den letzten Pi.itz gefüllt. Sa dos Gastspiel nur noch ganz kurze Zeit dauert, sichere man na, e:chtzeitig Karten. Beginn der«bendvvrst-llung um 1954 Mr. Sonnob-rd vm-lö Mr F-tmilien-nirstellung mit pollwf'gem Abioröprogpgnrm.' Kinder zahlen von 2240 R. aufwärts nur halbe Pren«."i-. 3" unr- zir. 2619— Rauciten enaufii Sennabanck und Sonntag je 2 Vorstsllungen 4 Uhr and 8".— 4 Uhr kleine FrcUc eircenslsctie St>ortS9cli« 7änserS»cjic HuanGrEstlsche itearls«tie PUS .UM CASÖiO-THEATEa Lothringer Strafe 57. sesne Hoheit üsr Beiller uijuifiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiii iiiiiiuniiiiiiiiiitiuiiuiiiiiiiiiiu n enlkl, haute» Programm Für unsere Leserl iuttchein(Or I—« Personen Fau'euil nur Ick5 M„ Sessel 1.75 tzL, Jonstlae Preiser Parkoti u. Ranc 0.80 M. Lessing-TlieatEr Norden 10846 Täglich 8 Uhr fitföre oreyfus von Rehfisch und Hcnorr _ Täjl. 5 u.S1/, Uhr. Barbai assa 925S Pr. 1 ö M. Wochenfg. 5 U. SO PI.-3 M. Con Colleano, 4 Bronetta und weitere xum I. Maie in Europa gezeigte Spitzenleistungen Sonntag, den 16. Februar 1930, vormiiia«» II Uhr, ImGroßenSdieaspielhaa!, Eingang Karlslreßc: oMmtszzu® aepHassSiine44 Werk der Masse x Worte von obo Fi nnk � Kosik von Aiinr Wolf AnlfetBltri vom Beritner ToiksinoroaierUlivlrkanr nesKinder- iLors. Bos-üblicr iiric.f rrnwer o. fies i.erl. Mnionle-OiCiesieis Eintrit'spreis 1�0 M- /- Mitglieder der Lehrllnga- abte iung 70 Pf. � Textbuch 10 Pf. s Garderobe frei Teilnehmerkarten und Tex bOcher sind auf der Gau- verwaiiung der Buchdrucker, Engelufer 24/25, Zimmer 13, und am Tage der Aulführung an der lasse zu haben Terelnijini] der Berliner Bscfctar im lertande der Dentsdien Biriidratier lägi. S ii. 01' | Stnai. 9, 5« ! INTERNAT. VÄRIETe.Cfr«US ASb@Pty (geheizter Winter- Holzbau) eröffnet mit einem prunk- zirzcnsiächen Scnsationsprogramm seine Fes.spielcam Soanabesd, lö.Feljruar, 8 ührabends in der MüEf erstr&ße Eill�Illä . abreise osrender gfraee •onntag, 16. Februar: Zwei Vorsteünngen nachmittags ä1/, und abends 8 Uhr Kinder naet-ntitaga halbe Prefse! TOlKSÜHIlRC T&ealer am BHcwplaft. 8 Uhr Uraufführung Apoilo BruDnenriraBe Volksstück von GroSmann und Nessel. UU sin»»tä-d«-. Fltite: Järjrs Feiurtg. Staat!. Sdiülsr-Th� 8 Uhr 10 ÜR0 SO, 80 geht Oer winä iBantfii am sminiienardiDoi 8-/. Uhr Dlefiaitenlcibe Staatsoper > IN PI. d Republik 8 Uhr Seotsdus lüeain 0.1. Norden 12310 TZgl. 8«;» Uhr Der Kaiser v. Amerika von Bernard Shaw' Reg.: Max Keinhurdi Kaminersplele 0.1. Norden 12310 1 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheini Ihlie: Bra sip-ri-tz. Ist manchmal die Soße knapp P FflltJS/V' 0r- Vor' Fwt"!«-Vorsteliun'1,' Kinder von 2-Xi Mk aufwärts halte Preise. Sur ganr vsstm Tage! Die Komödie 1 1 Blsmck.24I4/7SI6 SVa Uhr Victoria von S. Maugham. Regie. Kax Rein hardt Musik: Mischa Spoliansky. 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FrvAi Vi D. 0.9S Kirschen'*» 1> ik �.3S F(hattenmordl.�st-'',Ot4.S8 Obstsalat........(A D*. 2.30 Ananas-Konf ca.t.PiJ-a.0.83 Himbeer-Konf.«.i Wci-0. 93 Wtirsiwaren Spitzbein- ca... rji 0.48 frische Blut* itivm m 0.68 Dampfwurst..... Pte 0.88 Wiener Würstchen pia 4.43 Streichmet t umrst.Pfi 4�8 Jagdwurst........ Pf* 4.48 LeberunirstHa-um-Ari fu 0.88 Gutdebenuurstute Pf* 4.40 Leberwurst cF�r�amPfe 4.30 Zervelat u. Salami Pf* 4.90 Braunschw.Zmdoiw.Pii 2.40 •OES Malaga� vom Faß...I Lfr. Junge Evbsen........... v.i�OoSS Bvschwg.Piockwuvsi Pfd. 4*38 Gekochter Schinken m2.00 Mpffetsinen.................. 4 m 0*36 Mandarinen.............. 4 Pfd. 0.93 Blumenkohl........... Kopf an 9.29 Bratheringe........... i-Ltr.-Ds. 9.58 Bismarckheringe■ i-Ltr.-Os. 9.58 Keriftg In Qslos...ii�r-Os. 9.58 Rollmops................ i-Ltr.-Ds. 9.58 Butter und Käse Konffttlren Fische u. Bäuchencaren Ohsi- u. Gemüse Wild u, Geflügel MastsuppenhiihnerPf* 4.68 Tauben-............. 0.63 Enten..........Pf*•> 4.80 Puten.......... PI* 4.03 Gänse.aä,...... ra* 4.60 Hasen**"'»***- Pf*•* 0.98 Reh-Blätter....... Pf* 4.68 Rehrücken t&et-...Pf* 4.90 Hirsehhlatt....... PI* 4.20 Hirschkeule....... Pf* 4.65 Wild-Kaninchen 4.63 Johannisbeer,. wein v. Faß 1 Lfr."ccHI Kolonialwaren IC eine u.SpieHuosen Apfelwein...... u. 0.68 Edenkobener...(.* 0.90 St.MartinerCof** Ur. 4.00 Bosenheim Berg gLt. 4.80 larragona...... 4.00 Muskat.........$1*4.40 Domo Portwein 2.00 Wermuth Wein i* 4.30 Dürkheimer kau. l* O.SO Utiel Sfm. Rßtwfin Ltr 4.40 Weinbr. Speziahi*.Fi 6.60 Rum-Verschnitt ii*.fi 4.80 Liebfraumilch..... n 4.40 Haut Sautemes...n 2.90 Delikatessen Molkereibutter....Pf* Finnische Butter-- Pf* 4.88 Margarine...... pi* 0.30 Pflanzenfett..... Pf* 0.80 Eier.......... joss.«» 0.60 Bratenschmalz...Pf* 0.92 Dänisch. Schweis, ff 4 0.90 Edamer...... jo�pi* 0.98 Tilsiter....... W.Pt* 0.68 Tilsiter o-R*---t PH-Pak. 0.88 Schweizer Art' Pf �P� 0.88 Steinbuscher..... Pf* 0.98 Haushalt Kakao-Pf* 0.88 Bargm.-Kakao--.-Pf* 4.20 Burgm. Pralinen«o» 0.30 Burgm iootT, 1 0.28 Arg«nfaA*«v hmiaMisTtiO.BO Rekord-Mischg-..-Pf* 0.80 Kehs-Mischg....... Ff* 0.60 Lebkuchen- Bruch Pf* 0.60 Bruchschokolade Pf* 4.20 Saure Drops..... Pf* 0J50 Brustkaramellen- Pf* O.SO Alpenbrot........ Pf* 0.60 Kabeljau*** K*pf--Pfd 0.20 Schellfisch***<*>•• Pf* 0.26 Seelachs«'»« K*f>f-.• Pf* 0.24 Goldbars r�rf-- PfPO.SO Kabeljau-Filet-..Pf* 0�4 Heringe*&*..... 3 Pf* 0.30 Braf-Scholle....... Pf* 0.35 Bücklinge........ Pf* 0.28 Sprotten.......... Pf* 0.90 Schellfisch******- Pf* 0.68 Seelachs tträ****...pi* 0.90 Flundern......... Pf* O.BS Blutapfelsinen- Pf* 0.28 Almeria- Wein... pi* 0.63 Krimäpfel........ Pt* 0.33 Eßäpfel......... r Pf* 0.33 Datteln........... Pf* 0.83 Rosenkohl........ PI* 0.23 Rot- u. Wirsinghohl Pf* 0.09 Weißkohl........ Pf* 0.04 Mohrrühen**...Pf* 0.03 Sellerie....... Pf*«-« 0.40 Schwarzwurzeln- Pf* 0.28 Kartoffeln hdustru ioPfd 0.68 Mehl am«........ Pf* 0.22 Reis B*rmm......... Pf* 0.22 Erbsen vm**...... Pf* 0.24 Linsen....... Ff* m 0.26 Sultaninen.... Pf* m. 0.30 Pflaumen...... Pf**. 0.30 Afn-ifcosen...... Pf**» 0.88 Birnen......... Pi*m 4.00 Prüntllen-...... Pf* 4.00 Kaffee AmU*...... pi* 4.90 Konsum-Mischg.• Pf* 2.20 Caracas......... Pf* 3.20 TeSafonliche Beetetlungen bereit» ab 8 Uhr durch unser« BetfVLUasae CBaarwcld 00<3> Norw. Süd imoa...rh 0.38 PortugOelsard.cTm�D. 0.30 Wüms Leckerb....Dt. 0.90 Appetit Happ.cR—. r» O.SS Hots d' Oeuvre...Dt 0.80 Vierpack jnJUmosJae. rv 4.30 Makrelen i-Pt*Dt. 4.40 Sülze FebJunt Cmn-...Dl O.SO Salzgurken..... Vi Dl 0.68 Essig GewürzgurkyiOsO.BS Senfgurken■•. s-PW-Dt 2.80 Feinstes Tafelöl...Fi 0.25 JCTI DlroWt.'»» Cr. Martin Zfelrsi tema Komische Oper fTietfrichatMOv Merkur KOI«30. Kitfi vei!jan<"e«ir! 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OpereUeuiiäDs Alt« JakobST..:0/J2 (Zcatrel- Tbeater) ttglidl$'» Uhr eieFlederniaas mit OOstav Maumer Sonn. ig S Uhr Friederike Pioneiannm k-rlbn- btOlnOnlir Hr«n< 9.J Bart>«re«aaS5Tf KP/« Uhr BleWhrter. etBrnbtldnr ISt/« Uhr Dar Pia»« iopitor. 20V« Uhr Marlnrtrtige •lemaflloniJerj« Eintritt I Mark. Kinder 50 Pf. Mittwoch* halbe Kassenorelse FpcnklurSer Allee 313«314 « IT• Mni dem Sketch:.jtfe ujoaaeiiiiii" W!5 c g i n o: WochenUg« 4 Ubr, - onn-'fc.cda üb*, Soaniaga 3 Ühr Ww d. WutSQS TJglich SV, Uhr: Bold Stadl Icmöcrö Musik von Gilbert Kitb« OorMb Leo ttfeatsendorf Sanuvskj-EQIsBU Theater ib dar XSniggrStzar StraBa Täfflich SV« Uhr Professor Bernhardt von Ußu Sttailtte 1«�»; Tlrto Brwmskr KemBdlenhaus Tlsllch SV. Uhr Der LOnner und die Rönne von COPt SC« Komiscna Oper Fri«drieh»tr. 104. Aterkur 1401 /433a Allabendlich»v.u. SAmt iw Inald ml k* Lustspieihsus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich»Vi Ubr Liebe auf den zweiten Blieb MetropoMti. r-k Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwan, Ridkard Tauber Mudk von Frani Lehir. Kleines Tbeat. Merkur 162« I Täg:. SV« Lhr 3?r Walzer?oß beute Haebt! 1 Erike Oläanier, 1 Hilde w dener,| Hennann-ScDaufufi i GROSSEÜ SCHAUoPiELHAUd » Uhr) J Mssketiers Regie: ERIK CHAREIL 3 sonne«sm- MMt tatt« w. rBeaterld.Behrenstr. 53-54 A 4?entnjm 926-927 Ptrektio» Ralph Aribor Robert» SV. Uhr ...Vater sein, dagegen sehr Sonntag«ach nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) ÜL i. Idlmftilp&lz Vorvk-10.2. Kl. 2091 Täglich SV. Uhr tajisplsl ist rcauisa TüMtan Menschen im Hotel von Vlckt Saun, Rag»: feste} irfaiiJss. »ysni«»In« er,'.'ai- Bar«altt8pp«(f,KeF.h. brtva.s, stniii.tm, t. aeimat TBULS.KlUtG.TDr KottK Str. 6 TigL 8 Uhr luch&nnnc. nachm-SCc Elite* !Ssosr. Es sn!» F*4!cai-U4- ! Lv: Dia blonde 00« MlnirlfeiWa. Kanal-» Sie die eaUCdcende Operette von MläOcUe. Tigllch 3.15 Uhr(Sonni4g9Uhr) und Sonnabend nachts 11-30 Uhr im ■C«»«ci*TlaeaH4<5B' Gr. Frankfurter Str. 132. BMIettkasse: Ale*. 312'— 3194. Ted. Sonnt, sv. U- Czamastflnili) Jed. Son nabend 5 u-Son mag 230 Uhr „AsdianbrödeS" Vsranitlg«: Sonntag, den 16 Febr. vörmltiags 1130 Uhr Qoethe-MorganfaSeg mit Kdvtg wsilmr. Traute, Paul und Willi Rose. Reichshallen-Theater Abends[9 Sonn au nafim.[T| 9««»ar«?rear« Fchr.-PnwaaB 1 en der rf ZteMser SLsser MR 4UiX ÜOönhoff. Brettl: 1 3; t, yhrnmerB 1 rattngr-CrfficsiBT. Tan*. Preise«ü P!g bis 3 Mk Zent um 11263 tiRniitaga Halb« preise. h.i. Kapllin: Kautabak schmeckt mir dach am besten: DulsdieillleiillaiteiMM RonaabaaD. Den 15. Sräeaae. uoAm. 1 Uhr let Cofol neu SanDec. CeuTljvv Ttttafte S3 Eraür�:G6n*i;2rsainiD- lung osp ßröcHer Sagte sc bnuna L iatliafl:.Sie Crmttlislofer.'Seril�». ntrg unb bte-atbeiti cocmüteluitg.* Sitntnt: RoOege Santa. Z Vcppcheaangeiez-lchetten nnb See- schlebenie. Biitgltibebuch ItfiUiatiKt ZaHIieich» Desuch wird«wartet. vta Ortsrerwalhrag. SNMWIÜKSZii.»■" Bl33Blra:as StsimtKdiift B. i B, OrlustLlOi Invenlnr per 81. Derember 1929 Aktiva H.B. 3. Anteilkonto 0.E G. 7 Maschinenkonto. 9. Gespannkon ro.. >1 Utensiilenkonlo.. 13. Kautionskon o.. 18 Kontokorrentkonto 24. Kassakonto... (0- Bankkonto.... 47. Am Skonto... 5>. Bitcke.reikonto 55. Warenkonto.• Verlust.... M. 1 08835 1 100.- roo- 5 770.- 2o!- 3837.70 2 876-78 4 ,00.- 9324 20 I 746 40 1 216- 31 710.63 Passiva M- H. B. 1. Mitglleder-Quth-Konto 50 0- 2. SpemlreservefondsKont-�8.'' A Reservefondskonto. 6 200.— ,3. Kautionskonto• 2«- 16 Darltherschu'dkonto.»90250 ,8 Komckorrentkonto 10 455 30 .1 Rlicks elluneskonto, 574.65 (Krankenkas.e, Steuern' 31 7;06i Di« Mitgüederiahl betrug am 3. 1. 1929 21 Genossen. Dar Mitgjiederentall betrug 21 X 230 -S-'SÖ.— M Die Haftsumme ebenso. Im GesehSdisjahr 1929 schied durch Tod ein Genosse aus. Am 1. Januar 1 9so gehärtet, der Genossen criaft 20 Gen essen mitGesamla':- ieli und Hafisumme van 5000— M. an. Der M'tgHed'Jtan e'' und d!> Gas an- haftsumm« haben sich um 2o0— M vermmdett. l;as Qasc'n/iftsiahr sinit vom l. Januar 1949 bis 31. Oe.emcar 1929. Oer Vorstand. Oustav TrombKe. Wiintlm Zianemat». Tlr. 75* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 44. Februar 1930 Großbanken berichten. Berliner Handelsgesellfchast bleibt bei-12 Prozent Dividende. Wie alljährlich, ist auch jetzt die Berliner Handelsgesellschaft als erste private Großbank mit der Verössentlichung des Geschäfts- berichts der Reichskredit A.-G. als öffentlich« Großbank gefolgt. Daß das Bankenjahr 1929 im allgemeinen schlechter war als in früheren Jahren, merkt man bei der Berliner Handelsgesellschaft aus ungefähr denselben Gründen nicht, die auch für die Be- urteilung der Reichskredit A.-G. maßgebend waren. Wie diese, hatte die Berliner Handelsgesellschaft bei nur wenig erhöhten Um- sätzen und vor allem rückgängigen Börsengeschäft wenigstens keine toren Kosten für ein großes Filialennetz mitzuschleppen. Di« Berliner Handelsgesellfchast hält ihre Vorjahrsdioidende von 12 Proz. aufrecht und zahlt sie sogar für ein um 6 auf 28 Mil- lionen Mark erhöhtes Kapital. Aus dem Kreditgeschäft werden mit 7,91 Millionen Mark um 1,27 Millionen Mark höher« Gin- nahmen ausgewiesen. Die Provisionen sind 4,03 gegen 4,04 Millionen im Borjahr fast unverändert. Da der Gesamtumsatz nur von 25,3 aus 26,3 Milliarden Mark gestiegen ist, darüber hin- aus vielleicht nicht mit Unrecht von einer kleineren Gewinnspann« im vergangenen Bankjahr gesprochen wird, dürste die Berliner Handelsgesellschaft in diesem Jahre wahrscheinlich etwas .»e ntger Gewinne versteckt haben als in früheren Jahren. Wahrscheinlich sind die Wertpopier- und Konsortialgewinne gegen das Vorjahr(damals 1,30 Millionen) geringer gewesen. Daß aber trotz der Ungunst des Jahres auch hier steigende Gewinn« aus- gewiesen werden, dürste als Beweis dafür anzusehen sein, daß die Privatbonken ihre Kreditnehmer trotz der schärferen Konkurrenz immer noch gründlich auspowern. Obwohl die Umsätze um 4 Proz. gestiegen sind, sind intcr- esianterweife sowohl die D e r w a l t u n g s k o st e n als auch die Steuern nicht unerheblich zurückgegangen, nämlich um mehr als eine Viertelmillion. Es wurde ausdrücklich betont, daß bei der.Kundschaft nur sehr geringfügige Verluste eingetreten sind und an den letztjährigen Zusammenbrüchen kein Pfennig ver- loven worden sei. Die Bilanz zeigt keine besonderen Ueberraschungen. Die Bilanzsumme ist um nur 43 auf 503 Millionen Mark gestiegen. Unter den von 399 auf 437 Millionen Mark erhöhten fremden Geldern sollen sich bis zu 50 Proz. Auslandskredite befinden. Die für Börsenzwecke gewährten''Kredite waren zum 31. Dezember 1929 von 40 auf 32 Millionen Mark zurückgegangen, die Vorschüsse aus lagernde und schwimmend« Waren— entsprechend dem verstärkten Export— von 95 aus 114 Millionen Mark gestiegen. In lausender Rechnung sind 172 gegen 159 Millionen Mark Kredite gewährt. 2lus dem gegen das Vorjahr von 2,95 aus 3,92 Millionen Mark erhöhten Gewinn kommen auf die Aktionäre die besagten 12 Proz. Dividend« und 324 000 M.(Borjahr nur 109 000 M.) werden auf neu« Rechnung vorgetragen. Schickt Hilgenberg an die Ruhr! Demokraten gegen(Schwarzmalerei.— Ruhrhandelskammer und Arbeitslosigkeit Wir haben uns immer gegen die Schwarzmalerei und den Zweckpessimismus der deutschen Unternehmer gewandt, die schließlich die Wirkung hotten, daß die Urheber selbst daran glaubten und für die Wirtschaft in der Tat schwer« Schädigungen eintraten. Mit sehr großer Schärfe wendet sich jetzt der demokratische Reichstags- abgeordnet« Erkelenz in der Wochenschrift des Gewerkverems deutscher Metallarbeiter gegen diese, die gesamt« Wirtschafts- und Finanzpolitik Deutschlands gefährdende Seuche Die deutsche Wirtschast sei so gesund, wie sie seit 1914 noch nie war. 1924 habe die Fabrikation von Elend st atistiken begonnen, als man glaubte, durch diese Elendsmalerei auf die Repa- raiionsgegner Eindruck machen zu müssen, und diese Berfälschunz der Dinge sei noch gewachsen, als im Frühjahr 1929 die Sach- verständigenkonserenz in Paris begann. Aus diesem Zweckpessimis- mus sei eine Phrase geworden, au die man schließlich selber glaubte. Jäugenberg habe ihn schließlich in den Dieirst feiner iiuterpolitifchen Machterobcrungspiäne gestellt. Die Folge seien eine Währungs- «rschütterung im vorigen Jcchre, die Kapitalfluch: ins Ausland, ein« Lähmung der Wirtschastsinitiativ«,«ine Dertraucnserfchütterung im Inland und die Verteuerung des Kredits gewesen. Es ist gut, daß derartig« Ding« jetzt auch im bürger- lichen Lager ausgesprochen werden. Es ist um so nötiger, als die Enttäuschung der Unternehmer darüber, daß auch ihr Finanz- minister Moldenhauer kein« Steuergeschenk« machen kann, sondern Steuerechöhungen durchführen muß, in der Ruhrindustrie wieder zu Entschließungen geführt hat, die von der Reichsregierung un- mögliche und tolle Dinge verlangen. Der Jweckverband der Industrie- und Handels- k a m m e r n von Bochum, Dortmund, Essen und Münster fordert in einer solchen Entschließung ein« völlig« Umstellung der gesamten deutschen Wirtschaftspolitik. Ausgerechnet zur Beseitigung der mit den Reparationslasten unvereinbaren Arbeitslosigkeit wird«in sofortiger starker Abbau der öffentlichen Ausgaben und trotz Molden- Hauer ein« großzügige Steuersenkung verlangt. Die verbohrten und sturen Hirne an der Ruhr scheinen von den Folgen der Aktion ihres Freundes Schacht noch nichts zu wissen. Selbstverständlich wird auch«ine grundlegende Reform der Sozialpolitik verlangt und festgestellt, daß der bestehende Zollfchutz für die verarbeitende Industrie völlig unzureichend geworden sei. Di« Arbeitslosigkeit soll also durch die Drosselung öffentlicher Aufträge, durch den Abbau der sozialen Leistungen und durch neu« Zolloerteuerungen be- seitigt(!) werden. Vielleicht tritt die Deutschnationale Partei den vereinigten Ruhr- Handelskammern den Wirtschmtslfthrer Hugenberg als ersten Präsidenten ab. Hugenberg findet dort sicher das Publikum, das ersucht und im Reichstag nicht gefunden hat. Oer Cinheitsverband. In einer rein geschäftlichen Sitzung, ohne jede Feierlichkeit, hat gestern der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Gc- nossenschosten— Raiffeisen, die neue Einheitsorganisation der laich- wirtschaftlichen Genossenschaften, sich konstituiert und sein« Tätigkeit aufgenommen. Reichsernährungsminister Dietrich repräsentiert« bei diesem historischen Akt die Reichsregierung, Präsident Dr. Klepper sprach für die Preußenkasie, Geheimrat Dr. Kißler für die Deutsch« Rentenbankkreditanstalt die Glückwünsche aus. Zum Einheitsoerband erklärten 35 Verbände uich 12 Zentralgeschäfts- unftakten, die 37 300 Einzelgenossenschaften repräsentieren, formell ihren Beitritt. Landesökonomierat Dr. Johannssen ist Ehrenpräsident, Landesökonomierat Hohenegg und Dr. Hermes sind Präsi« denken, Freiherr von Braun und Dr. Robe sind stellvertretende Prä- sidenten, Regierungsrat Gennes ist Generalanwalt, Direktor Schmcht und Direktor Brenning sind stellvertretende Prösidialmitglieder des neuen Cinheitsverbandes. Es war der mit tobender Wut von der Landwirtschaft erst be- kämpfte Präsident Dr. Klepper, es war das„s o z i a l i st i s ch c* Preußen, es war der städtische Steuerzahler, die die kandwirt- schaftlichen Tenosienschaften in Deutschland vor dem Ruin gerettet haben. Möge das die Landwirtschaft nie oergessen! Oeffentliche Werke und Volkswirischast. Or. Elsas zur wirtschafilichen Betätigung der Gemeinden. Bor dem Derbandsvorstand und dem Bezirksvorstand Berlin des Gesamt-Derbond der öffentlichen und Ver- kehrsarbeiter sprach am Mittwoch der Vizepräsident des Deutschen Städtetogcs. Dr. Fritz Elsas, über die wirtschaftliche Be- tätigung der Gemeinden. Die besonders in den letzten zwei Jahren sehr lebhaft gewordene Kritik an der wirtschaftlichen Betätigung der Gemeinden richte sich nicht gegen die eigentliche Gemeindewirtschaft, sondern mehr zufällige Unternehmungen, wie Ziegeleien. Schlackensteinfabriten. Hotels. Blumenverkauf usw., die nur unter Berücksichtigung der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen beurteilt werden können. Manch« Gemeinde habe Veranlasiung, nachzuprüfen, ob heut« noch diese meist aus der Kriegs- und Nachkriegszeit über- nommenen Betriebe in allen Fällen ausrecht zu erhalten sind. Viel wichtiger erscheint es. die zentralen Aufgaben gemeindlicher Wirt- schastsbetätigung mit allen Kräften ,u fördern. Hierzu zählen die Versorgung, Unternehmungen(Gas-, Elektrizitäts-, Daflerwerte und Verkehr), die Einrichtungen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit(Straßenreinigung. Müllbeseitigung. Kran- tenhäuser, Pflegeanstalten. Badeanstalten usw.) und die Einrich- langen zur Förderung des wirtschaftlichen Verkehrs(Vieh- und Schlachthöfe, Markthallen, Messen, Haseuanlagen usw.). Ganz ver- fehlt erscheint es, auf gesetzlichem Wege eine Abgrenzung der den Gemeinden erlaubten oder nicht erlaubten Wirtjchaftsbetätigungen vorzunehmen. Die Frage der Betriebsform sei keine grundsätzliche Frage. Im allgemeinen wird sich die Form des Regiebetriebes so beweglich ge- stalten lasten, daß sie weitgehenden Ansprüchen genügt. Die heute vielfach vorgenommen« Umwandlung des Regiebetriebes in rein kommunale Aktiengesellschaften oder Gesellschaften mit be- schränkrer Hastung geh« meist auf die finanzielle Lage der Gemeinden zurück. Besonders sei es die Politik der Beratungsstelle für Ausländsanleihen und des Reichsbankpräsidenten, die die Städte in verschiedenen Fällen zur Umwandlung ihrer Werke zwingt, da sie nur auf diesem Wege Auslandsanleihen erhalten können. In dieser Entwicklung liegen große Gefahren; die U m o r g a n i s a t i o n der Beratungsstelle und die Gleichstellung der Kommunen mit der Privat- Wirtschaft bei Inanspruchnahme des ausländischen Kreditmarktes ist deshalb dringend zu fordern. Unter allen Umständen aber muß, ganz gleich in welcher Form die Werke geführt werden, die politische Derpntwortlichteit der Selbstverwaltungsorgane in vollem Umfange gewahrt bleiben. Dabei ist die W e r k s l e i t u n g in die gesamte Kommunalverwaltung«in- zuordnen, so daß auch für die Betriebe in Privatrechtsform die kommunale Einstellung erhallen bleibt. Wie auf dem Gebiete der Betnebssorm, so hat die finanzpolitische Lage die Gemeinden auch in der T a r i s p o l i t i k in«ine uncrwünichte Richtung gedrängt. Die allen Grundsägen kommunaler Wirtschaftsführung wider- sprechende überhöhte Heranziehung der werbenden Betriebe zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs kann nur durch die zur Zeit bestehende besondere sinanzielle Notlage der Gemeinden gerecht- fertigt werden. Slbzulehnen sind alle Bestrebungen, die auf vermehrte st« u e r- l i ch e B e l a st u n g der gemeindlichen Betriebe hinzielen, da sie sachlich nicht gerechtfertigt sind und unter allen Umständen eine Tariferhöhung nach sich ziehen würden. Der Fragenkreis der wirtschaftlichen Betätigung der Gemeinden stellt sowohl unter dem Gesichtspunkt der Auftragsoergebung als auch wegen der Leistungen der Gemeindebctriebe für die gesamte Wirtschast nicht nur ein kommunalpolitisches, sondern ein gesamt- wirtschaftliches Problem dar. Wer es in seinem ganzen Umfange erfaßt, muß erkennen, daß die Gemeindewirtschaft heute aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen«in nicht mehr wegzudenkendes Glied der Gesamtwirtschaft darstellt. mit 90 000 M., der christlich« Bekleidungsarbeiterverband mit 40 000 Mark geschädigt. Der christliche Eisenbahnerverband ist schwer ge- schädigt. Am bedauernswertesten sind die kleinen Sparer, die leichtfertig um ihr ganzes Vermögen gebracht worden sind. So haben bei- spielsweise die Putzfrauen des München«? Hauptbahnhofs, meistens Witwen, zusammen allein 18 000 M. eingebüßt. Auch die bayerische Bausparkasse, ein Schwesterunternehmen der Eisenbahnerbank, ist in Mitleidenschast gezogen worden. Ihr« Mitglieder dürften der«in- gelegten Ersparnisse zum größten Teil verlustig gehen. Die Bank hat gegen die einfach st en Regeln der Bankpolitik verstoßen, indem sie kurzfristige Spareinlagen in langfristigen Grundstücksgeschösten investiert hatte. Die Verluste werden augenblicklich auf VA Millionen Mark beziffert. Der bayerisch« Ministerpräsident Held hat höchst persönlich zugunsten der insoloenien Bank interveniert und sich um einen Eingriff der Deutschen und Diskontobank bemüht. Diese Banken nehmen zur�Zeit eine Prüfung der Aktivbestände vor. Noch den bisherigen Schätzungen dürfte sich im Fall« eines Vergleichs- Verfahrens die Quote für die Gläubiger im günstigsten Falle zwischen 30 bis 40 Proz. bewegen. 20 Millionen für Roggenstützung. 200 OVO Tonnen Roggen sollen eingelagert werden. Wie gemeidet wird, hat das Reichstabinett dem Antrag des Reichsernährungsministers zugestimmt, 20 Millionen zur Maga- zinierung von Roggen zur Verfügung zu stellen. Es sollen 200 000 Tonnen Roggen auf diese Weise vorläufig vom Markt ferngehalten werden. Die von der Grünen Front geforderte Erhöhung der Ein- fuhrschein« ist dadurch erledigt. Für das Reich bedeutet die Maß- nähme die vorläufig« Festlegung von 20 Millionen Mark, für die Landwirtschast wahrscheinlich die Möglichkeit einer Preisstützung und rentablerer Auslandsverkäufe. Sinn hat auch diese Mahnahm« nur, wenn sie die spätere Drosiolung des Roggenanbaues in Deutschland nicht hindert. Deutschland kann sich gute Roggenernten, die immer wieder Zwangslagen und Gcldopfer wie jetzt erfordern, einfach nicht leisten. Die christlich-naiionale Bankpleite in Bayern. Der Zusammenbruch der bayerischen Eisenbahnccbank wird in Bayern lebhast diskutiert. Allein die christlichen Gewerk- schaften in München büßen durch den Zusammenbruch etwa 300000 Mark«in. Der christliche Metollarbetterverband ist Das entthronte Gilber. Asiatische WährunaSreformen ruinieren den preis des Silbers. In der Internationalen Währungs- und lvtünzpalitii spielte Silber lange vor dem Kriege und dann wieder während des Krieges eine große Rolle. In der Zeit von 1918 bis 1924 hatte das Silber einen Preis erreicht, der woit über dem Borkriegsstand lag, obwohl die Erzeugung erheblich gestiegen war und auch die Vorräte größer wurden. Seit 1925 haben sich die Verhältnisse geändert. Seit vor etwa drei Jahren Indien die Goldwährung eingeführt hatte, war — neben China— der wichtigste Silbervcrbraucher für Münzzwecke weggefallen. Auch China will bald zur Goldwährung übergehen. Ein Preissturz für Silber war unvermeidlich. Die Silbcrvorrate der indischen Regierung schätzt man auf -ungefähr 9)4 bis 10 Millionen Kilogramm; das Gesetz über die Einführung der Goldwährung sah eine Auflösung dieses Silber- fchatzes in einem Zeitraum von 10 Jahren vor, damit der Markt durch einen Preisdruck nicht allzu sehr gefährdet würde. Aber der Preissturz konnte nicht aufgehalten werden, zumal noch Heber- «rzeugung hinzukam Die Welterzengung betrug l913 rund sieden Millionen Kilo, im Jahre 1925 rund 7,5, im Jahre 1926 rund 7,9, im Jahre 1928 rund 8 Millionen Kilo, und im vergangenen Jahre blieb die Produktion sicher gleich hoch, weil der gedrosselten direkten Gewinnung aus Silbererzen eine Steigerung der Silber- Produktion— als Nebenprodukt aus der Kupfer- und Blei- geivinnung— gegenübersteht. Man versucht jetzt die Preise wertbeständig zu machen, und zwar so, daß ein amerikanisches Konsortium größere Mengen aus dem Markt aufkaufen soll. Die Bereinigten Staaten wollen die Einsuhr sperren. Das wird aber nichts helfen, well jetzt auch die Thinesen dauernd Silber verkaufen Dazu ist durch Stagnation in der Kaufkrafteniwicklung der industrielle Verbrauch ebenfalls zurückgegangen. Selbst wenn eine Besserung der Konjunktur zu einer Steigerung des industriellen Verbrauchs führen würde, kann der Zlusfall Indiens und Chinas als Silberverbraucher niemals ausgeglichen werden. Das Llngebot wird durch die asiatischen Währungsreformen so groß, daß ein« erfolgreiche Stützung des Silberpreises kaum möglich sein wird. Silber lostet« vor dem Kriege 77,50 M. je Kilo, im Jahre 1923 etwa 93 M. und am 2. Januar 1929 80 M., am 2. Januar 1930 63 M. und am 13. Februar 1930 62 M. Gelockertes Handelsmonopol. Reformen in der rv'sifchen Ein« und Verkaufsoroanifation. Der große Personalschub bei den russischen Handele- Vertretungen in verschiedenen europäischen Ländern deutelte bereits seit einiger Zeit gewisse Umstellungen im Apparat de« russischen Außenhandelsmonopols an. Wie jetzt die„Kölnische Zeitung" aus Moskau erfährt, sind in der Tat grundlegende Reformen im Gange, die eine weffn'i'ch« Lockerung des bisher starren Monopols zur Folgs haben würden. Zu den wesentlichsten Aenderungen dieser Art g-, hört die Einreiseerlaubnis ausländischer Unteniehiner und Umer- händler zu direkten Gelchästsverhandlungen. Bisher waren Angebot« und Abschlüsse von Lief.-rungsverträgen nur über die einzelnen Handelsvertretungen möglich, doch hat die Schwerfälligkeit und Unzulänglichkeit dieses Apparats seit Jahr und Tag scharfe P r o t e st e bei der russischen Abnehmers chast hervorgerufen. Es werden somit auch sämtliche bei den einzelnen Handelsver- tretungen arbeitenden EU- und Lertaufsgesellschaften ausgelöst und dafür die in Sowjetmtzland aufgezogenen Au>- und Einfuhrvereinigungen mit größerer Selbständigkeit ausgestattet. Nicht mehr„Scheu er"konzern. Wie mitgeteilt wird, ist der früher« Generaldirektor der Getreideindustrie, und Kommissions-AG. (Scheuerkonzern) auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat der Ge- sellschast und zugleich aus jeder Tätigkeit in der Getreideindustrie- und Kommissions-AG., die bekanntlich von der Preußenkasse und von der Rentenbankkreditanstalt beherrscht werden, ausgeschieden. Die Be- Zeichnung Schcuerkonzern für die Getreideindustrie und Kommissions- AG. verliert dadurch auch den letzten Rest ihrer bisherigen Bedeutung. Herr Scheuer war schon seit langem nur noch im Aus- sichtsrat; an den Geschäften hat er sich aktiv nicht mehr beteiligt. Ruhe bei der Verkehrs-A.-G. Oer kommunistische Arbeiterrat hat sich unmöglich gemacht. Vor den Funktionären der Berliner Verkehrs°A.-n-*l"nq snrickt h-K'-- den komm-'issischell Arf-�t-rrals- mstgsiedern schärfstes ZNißlrorcn aus und fordert alle Arbeiter der BVG. auf. bei der bevorstehenden Beiiieberotswahl nur der srei-?r>-?rk>ä>a'tllchen �iste ibre Stimme zu geben." Ein Interessantes Gegenstück dazu waren die von der„Opp» sition" zu Mittwoch vor- und nachmittag«inberufenen Versammlun- gen für das gesamte Personal des gleichen Bahnhofs, der ein« etwa 600 Mann starke Belegschaft hat. Trotzdem der Wanderrcdner Deter und eine kommunistische Reichstagsabgeordnete als Referenten ange- kündigt waren, erschien zur Lormittogsoersammlung überhaupt kein Mensch und zu der am Nachmittag eine einzig« Person. Die Flug- blattoerteiler warteten vergeblich darauf, ihre Pamphlete an den Mann zu bringen. Antwort der BVG-Arbeiter. Gestern früh hat die„Rote Fahne" die Belegschaft der BVG. aufgefordert, sich ein Beispiel an den Kommunisten bei Opel zu nehmen. Sie hat sehr schnell die Antwort erholten. Der kommunistische Arbeiterrat Freier hatte für Donnerstag nachmittag 4 Uhr ein« Betriebsversammlung für die Lelrlebswerk- stalle der Nordsüdbahn in den Saal von Steinacker. Seestraße,«in- berufen. Die Belegschaft der Detriebswerkstätte war vollzählig zur Stelle und füllte den Saal bis auf den letzten Platz. Wer aber nicht erschienen war, das war der Herr Freier, der die Borsicht als den besseren Teil der Tapferkeit erwählt hat. Ein Moskaujünger eröffnete mit Verspätung die Dersammlung und gab bekannt, daß die Tagesordnung Bericht über die bevor- stehenden Entlassungen bei der BDG. und„W ahleinesKampf- a u s f ch u f f e s" vorsehe. Unser Genosse R e t t s ch l a g beantragte, daß die Leitung der Versammlung der sreigewerkschaftliche Obmann G r o u n e r übernehmen soll«. Do der Kommunist sich weigerte, über diesen Antrag abstimmen zu lassen, und Anstalten macht«, um in der Tagesordnung fortzufahren, wurde er durch stürmisch« Protest rufe daran gehindert und Immer wieder ausgefordert, über den Antrag abstimmen zu lassen. Dann übernahm ein anderer Kommunist die Leitung der Der» sammlung und ließ endlich über den Antrag abstimmen. INil neun Zehnlel Mehrheit beschloß die Versammlung, daß Genosse Grauner d'e Lellung übernehmen soll. Dies geschah dann sofort und der KPD.-Held mußte mit füni Mann seines Anhanges von bannen ziehen. Einige mutige KPD.-Helden hatten sich schon vorher ver. krümelt. Genosse Karl Vressel erhielt nun das Wort zu einem vor- trage über„Wirtschaftskrise und Betriebsrätewahl". In einstündigen Ausführungen nahm der Referent eine gründliche Abstrafung der KPD-Hasardeure vor und zeigte an Hand von TatsacNnmrterlal das fämme-llche Versauen der KDV.-Arbeiterräle aus. Herr Freier hat seine Kampfresolutionen, die mit bombastischem Getöse in den Versammlungen der vorigen Woche angenommen waren, noch im Schubfache seines Tisches am Leipziger Platz liegen und ist viel zu feige, sie der Direktion zu übermitteln. Genosse Drellel leate dann den Versammelten die schwierige Finanzlage der Stadt Berlin dar, die durch die Politik eines Herrn Schacbt herbeiaefübrt worden sei. Der Referent iorderte unter stürmischem Beifall die Versammelten auf. mik de» Arbelker- zersplille-'era reine» Tisch zu macheu und für den restlosen Sieg der sre'gewerkschastlicben Liste Sorge zu tragen. Die in bester Kampfes- stimmunq verlauken« Dersammlung nahm dann folgende E n t- s chli e ß u n g an: „Di« im Lokal von Steinocker tagend« Betriebsversammlung der Nordsüdbabn bedauert den unseligen Beschluß de» Arbeiterrat«. der in seiner Unoerantwortli-bkeit bei der herrschenden Arbeitslosigkeit weitere Kollegen aus das Straßen- pflast-r bringt. Die Betriebsversammlung lehnt dies« Art der Arbeiterver- tretuna mit Entrüstung ab und wird mit aller Kraft darauf binaicheiten. zur kommenden Betriebsratswahl eine andere Arb-itervertretuna zu schaffen." Wiederum«in Beispiel dafür, daß, wo unsere Genossen auf dem Posten sind und gehörig zugreifen, die kommunistische Mache ver» pufft. Für die Drahtzieher der KPD. dreht es sich ja nicht darum, die Lage der Arbeiter und Angestellten zu verbessern, sondern darum, die Arbeitnehmerschaft in sinn- und nutzlose Putschaktionen hineinzuziehen, um nach Moskau über die Fortschritt« der„Well- reoolutian" berichten zu können. Streik der Krastdroschkensahrer. Äerf-andlun�en scheiiert n am Verhalten Oer Unternehmer. Aus Vermittlung des Schlichiers voa Groß-verNa verhaodelleu im Sonfliki tcr Srafldroschkenfahrer die verlreler des Eesaml-Ver- baukes gestern ecnerl ir.il den llnkernehmern. Die Verlreler der Srasidroschkenfahrer erklärten nochmals, daß auf der Grundlage des gefällten Schiedsspruchs eine Einigung unniögllch ist. Darauf regle der Schlichler die Einsetzung eines-Schledsgerichis an. dessen Spruch für beide Teile bindend wäre. Diesen Vorschlag lchnie die Unternehmerkom Mission nach Fühlungnahme mil ihrer gestern abend ebenfalls tagenden Mitgliederversammlung ab. Damit waren nach fünfständiger Dauer die Verhandlun- gen gescheitert. Zu diesem Ergebnis, über das Genosse vergmaan berichkete, nahm gestern abend eine überfnllle Versammlung der im Gesamt- verband organisierten krasltroschkenfahrer Stellung. Ohne jede vi». kvssioa wurde beschlossen, angesichts des halsstarrlgsn Ver- boltens der Unternehmer abheuleiadea Slreikzu treten. Die Verantwortung für diese Zuspitzung der Siluakion tragen allein die Unternehmer. Festgestelll sei, dah es den zwei Vertretern der sogenannten Opposilioo vorbehalten blieb, gegen die Vrokkamalion de» Streiks zu stimmen. Abgelehntes Angebot bei Ludwig Loe.we& Co Die Firma Ludwig Loews u. Co. A.-G., die Ende 19'2g ihre Verschmelzung mit der„G e s f ü r e l"(Gesellschaft für elektrische Unternehmungen) vornahm, hat anscheinend den Ehrgeiz, die un- rühmlichen reaktionären Zeiten eines Iustizrats Waldschmidt wieder aufleben zu lassen. Trotzdem die Firmen des neuen 1 ooMIllionenTlektrolru sls, insbesondere die Firma Ludwig Loewe u. Co., Dividenden zahlten, die gewiß nicht als bescheiden anzusprechen sind, versucht man wiederum die Nachteile einer Konjunklurschwankung zur Wahrung des Unternehmerprofits restlos auf die Arbeitnehmer abzuwälzen unter bewußter Nichtachtung aller Sozialschuhgefche. In einer überfüllten Betriebsversammlung am 12. Februar mußte d�r A n g e st e l l t e n r a t nvtteilen, daß die Firma den Angestellten folgendes Angebot zu unterbreiten wagte: Ab IS. Februar d. I. Verkürzung der Arbeitszeit auf fünf Tage in der Woche mit entsprechender Kürzung der Bezüge ab 1. März 1930. Wenn berücksichtigt wird, daß ein erheblicher Teil der ß40 Angestellten bereits Anspruch auf die Rechte des Kündigung?- schvtzgesetzes für älter« Angestellte besitzt, also ein« Aenderung der Einzelarbeitsverträge erst ob 1. Oktober in solchen Fällen eintreten könnte, muß diese Maßnahme der Firmenleitung nicht nur als ein« Verhöhnung der Angestslltenschoft, sondern als«ine bewußte Prooo. kation für die deutsche Sozialgesetzgebung angesehen werden. Diese Auffassung wird noch bestärkt, wenn man sich vor Augen häll, daß die Firma sich nicht scheute, nach dem bekannten Grundsatz: „Zuckerbrot oder Peitsche" zu drohen, wenn die Angestellten dieses Angebot nicht annehmen. man zu Massenentlassungen, insbesondere der älteren Angestellten, übergehen würde. Die Angestellten haben die einzig richlige Antwort In der Betriebsversammlung gegeben, nämlich eine einstimmige Ablehnung dieser Zumutung, und es wird Aufgabe aller Behörden und des Arbeitsgerichtes sein, falls die Firma Ludwig Loewe u. Co. ihre Drohungen verwirklichen sollt«, die entsprechenden Konsequenzen daraus zu ziehen. Oas Tabaksteuergesetz. Forderunaen der Angeflel ten der Zigaretteninduflrie. Die letzte Versammlung der sreigewerkfchastlich organisierten Angestellten der Berliner Zigar-ttenindnstrie beschäftigte sich eingehend mit der Frag« der Kündigung des Gehalts- tarifee. der am 1 April v. I. abgeschlossen worden ist. Nach längerer Auisprache wurde einstimmig beschlossen, den Vertrag zum 31. März zu kündigen und neben einer zwanzig- j prozentigen Gehaltserhöhung einen weiteren Ausbau der Gehaltsgruppen und-stufen zu fordern. Zuvor hatte Genosse R o g o n vom Hauptvorstand de? Zentral- Verbandes der Angestellten die Verordnung zur Unter- st ü tz u n g von Angestellten und Arbeitern de? Tabakgewerbes er- läutert, die auf Grund des Artikels VJII de» Gesetzes zur Aende- rung des Tcbaksteuergefetzes vom 22. Dezember 1329 erlassen worden ist. Danach erhalten alle Angestellten und Arbeiter, die mit der Herstellung von Zigaretten, Rauchtabak usw. oder mit damit zu- sanimenhängenden kaufmännischen Arbeiten bis Ende 1929 beschäf- tigt gewesen sind und infolge der Tabaksteuererhöhung erwerbslos werden, für längstens ISS Arbeitstage, aber nicht über den SO. September 1931 hinaus«m« Unterstützung bis zu 7S Proz. de» ent- gangenen Arbeitsverdienstes Entsprechende Anträge müssen an die zuständige Zollstelle gerichtet werden, gegen deren Vorentscheid oder Ablehnung des Antrages Beschwerde beim Präsidenten des Landes- sinanzamtes zulässig ist. In der Beschwerde kann ein« Gewerkschaft bezeichnet werden, der der Präsident des Landesfinonzamtes, wenn er die Beschwerde für unbegründet erachtet, vor der endgültigen Eiltscheldung Gelegenheit zur Aeußerung geben muß. Diese Bestimmung sowie einige andere Derbesserungen des ur° sprünglichen Entwurfs der Verordnung sind erst auf das Betreiben der Gewerkschaften ausgenommen worden. Die Gewerkschaften tonnten mit Aurnahm« des Antrages, der auch die Einbeziehung der Handelsangestellten in die Verordnung verlangte, alle ihre Wünsche sast restlos durchsetzen und somit erreichen, daß h�n größten Härten, die sich aus der Tabaksteuererhöhvng zweifellos ergeben hätten, vorgebeugt worden ist. Dieser Erfolg der Gewerkschaften wurde auch von allen Versammelten rückhaltlos anerkannt. Die mißglückte Aktion bei Opel. Wie Oer Betriebsrat und Belegschaft urteilen. Rüsselsheim. 13. Februar. Der Betriebsrat der Opelwerk« ist Donnerstag in aller Frühe zusammengetreten, um zu den Vorgängen am Mittwoch Stellung zu nehmen. Das Vorgehen der Kommunisten, das zu den Ausschreitungen führte, wurde aus» schärfste oerurleill. In Verhandlungen des Betriebsrats mit der Werksleitung sollen die strittigen Fragen näher untersucht werden. Vor allem will man die Forderungen in der Lohnfrag« auf ihre Stichhaltigkeit prüfen und nötigenfalls die in der gegenwärtigen Regelung der Löhne liegenden Härten beseitigen. Eine größere Gruppe der an den Austritten be- teiligten Arbeiter ist Donnerstag nicht zur Arbeit erschienen. Im übrigen ist der Betrieb Donnerstag früh, wie gemeldet, im normalen Umfang wieder aufgenommen worden. Aufruf der Vertrauensmänner. tzn einer vertrauensmänneroersammlung am Donnerstag wurde folgender Aufruf erlassen: Die Vertrauen-männerfltzung steht voll und ganz hinter den Gewerkschaften, sowie dem gewerkschaftlich organisierten vekrlebsrot. Sie lehnt die von unverantwortlichen tommuntstischen Elementen heraufbeschworenen Umtriebe mit aller Enlschiednheii ab und billigt die Stellungnahme des freigewerkschafllichen Betriebsrates. Der bisherige Betriebsrat der Opelwerke bestand aus 24 Mit- gliedern, darunter 7 Kommunisten, IS Sozialdemokraten und 2 christlichen Gewerkschaftlern. Vier kommunistische Betriebsrats- Mitglieder sind ausgeschieden, so daß sich jetzt der Betriebsrat aus 19 Sozialdemokraten. 3 Kommunisten und 2 christlichen Gewerkschaftlern zusammensetzt. Di« Entlassung der Angehörigen de» Betriebsrates, die den Anlaß zu den ganzen Vorgängen gab. erfolgte wegen Verstoßes gegen das Betriebsrätegesetz. insbesondere gegen die Arbeitsordnung und Tarifbestimmungen, weiter wegen Hausfriedensbruchs und Auf. reizung. �Vro< oder Arbeii!" Arbeitslose ndemonstrationen in Madrid. Madrid. 13. Februar. Zu schweren Arbeitslosenunruhen kam es Donnerstag vor dem Rathause und in den Straßen der Außenstadt. Gegen 1000 Ar- beitslose zogen vor das Rathaus und gaben ihren Unwillen � durch Schimpfworts gegen den Bürgermeistsr und die Regierung Ausdruck. Der Bürgermeister versprach ihnen Arbeit, indem er er- klärte, die während der Diktatur begonnenen und bald wieder eingestellten Arbeiten würden wied«? aufgenommen werden. Die Arbeitslosen gaben sich mit diesen Versprechungen nicht zu- srieden und riefen„Brot oder Arbeil" dem Bürgermeister entgegen. Mehrere Trupps wollten hieraus vor den Königspalast ziehen. Die Polcizei, die inzwischen unterrichtet worden war, holte Verstärkungen herbei und schnitt den Demonstranten die Zugangs- straßen zum Palost ab. Es kam zu schweren Zusammenstößen, wobei mehrere Polizisten und Arbeitslos« verletzt wurden. Zahlreich« Verhaftungen wurden vargencmmen. Inzwischen hatten andere Arbeitslos« Lädender Außen st adt geplündert. In der Stadt herrscht große Ausregung. Viel« Geschäft« haben ihre Läden geschlossen. Demonstration ungarischer Arbeits o'er. Budapest, 18. Februar.' Wie aus S z e g« d gemeldet wird, haben dort Donnerstag vor- mittag 000 Arbeitslose eine Versammlung abgehalten, nach deren Beendigung ungefähr 300 Teilnehmer«inen Demonstrationszug zum Rathaus veranstalteten. Polizei griff ein und zerstreut« die An- samm'.unz. TPS:..Me'<>U»ri«itn! Montau. 17. iseSriKn:. 19 Uhr. in d-n Sonk'cnsalen,«äovhlrrstr. 17—19, Tollo-rsanimlun« allcr LPD.Metall. arbe.ter. Zaatcirdniin.a: etclluncmahnie tut ffionttcToetfammiu-.is, sa Neuwahl tu»!Zr-kt!»nsvorstande». fiahlttiöea Besuch--wartet $cc atoI t r, unjorfian ö m«eftuna, SBM.SNenlahxer! Montan. 17. sZrticrüt, im Lokal M Sewrich. Erohc ilranlsurtir Str. 90. nah« ZchsellVer Bah-. tos. Erde m Ändrca-str-Ke. Lchuna aller im Ei-heit-v-r'and oraauilierten Tartei- g grossen. Bri der Sich'jakelt der Saaeeo-dnuna st e- Pfl S-t eine« i Pb" d"nMre,en»-naffcn. unbedirat au dieser SitenB zu erscheinen. K MctalcedK- und Pariecduch lea t m eren. r«r Werdlaueschnh der SPD..«iI«ad»h»er. i�reie Gewerkschafts»,3 tiaendNerlin äcute, ftreitea, Ufit, taflen d'e Truppen: Rordrw«: Zua�nd. � hc.m Echi'�e Lonn-nburarr Ltr. 20. Vortrag:. Arbeitslos"�efck « J* neuer ssassuna".— Aernanexl,-: Gruppenbeim Scnderstr. Tcke �brech�ftraste.?ort?aft:„Karl L?a'en. sein Leben und W rk'n".—maa:„au« in Wort uvb �Üb".— 9 m Ton-tao. 16 Tetruac. i m 20 Vir. k ndet In der AuT« des Lesstl'.s.Trm.lan ms. Pankstr. IS. ein Musikab?nd statt. ToTtrag: Was bebertet uns Musik?" roi �rofcssor Leo Lest'nbera. unt�r M tw rkrnq der bekannten SLnarrln Iba 5artb»rr Wieden, harten und noch in der ZUftendz?ntra?e zu haben.— karten für d e am 23. ffebruat stattflnb.'nbe SuflcnboortlcDuna„Amnestie" stnb ausverkauft. i Znoendpruvo« stes�eptra rer�onDes Oer SfrioeOeflfen S-utr, gr-i'aa. finden folcient*«eranfialtunaen statt: Oitttzitte: SuflndV'tn Laus.'ncr Ztr. 2. Berusekundlch« Arh-ltsarineinsihast: , Zihicfs'irQ Poscr". Cc't.-r ffitera SrlSrunn.— RS«««'«: cinmntchiim Bahl. miher Ztr. 19 sckara-s-a i am Bah.ihok«i;»-»!«#. cdorip.atiencoctraa: leUerd.chtnna".— SUdn-rsi: gua-ndhc'm Borckslr 11(2. kos. QuetfitS. L gimmet 5). Bortran:.Was wird auf unseren echulen aelchr'?- N-scrent Artcir Bachow.- Ab 20 Uhr Berusokunbli»««rb->t?aem-Iüschaft der Iua-nch. bcjirte Reulölin und Urban im Iuaenddel» Neukölln, BSHmische Str. 1— t. ffrettag 14. Februar 1930 Unterhaltung unü Wissen Vettage des Vorwärts Richard Stülfenheck: fit dddllttjf An ein«» der ersten Abende nach meiner Rückkehr traf ich meinen Freund Seifert, einen oielgeschäftigen Mann, der die Eigen» tümüchkeit besaß, in den gewöhnlichsten und banalsten Zwie- gesprächen des Alltags die Red« auf Weltanschauungsfragen zu bringen. Er war darin von einer Hartnäckigkeit, wie man es selten steht, er redete, dozierte, klammert« stch an. bi» man erschöpft unter seinem Verhör zusammenbrach. Das End« eine» solchen Wieder- fehens bestand dann meistens darin, daß man die Empsehlung mit bekam, dem oder jenem Derein beizutreten. Seit einiger Zeit predigte Seifert die Tewoltlostgkeit, er rech- nete sich zu den Tolstoianern oder einer ähnlichen Sekte. Jede Art van Gewalt tonnte nach diesen Theorien durch ein« einfach« mensch. liche W-llensanftrengung aus dem Leben fortgeschafft werden. Konnte nicht nur, sondern mutzte auch Am End« stand das Paradies der Gewaltlosigkeit. in dem Seifert einen hervorragenden Platz einzu- nehmen hoffte. Ich widersprach heftig der Möglichkeit einer allgemeinen Ge- waltlostgkeit. Um ein Beispiel dafür zu geben, daß man selbst im privaten Leben nicht immer ohne Gewalt auskommt, erzählte ich dem Propheten folgende Geschichte. Dalny ist,- wie Sie vielleicht wissen, die Hauptstadt der sapani» sehen Mandschurei. Dalny ist fast ein« westeuropäische Stadt, es gibt Straßenbahnen, ausgezeichnete Hotels, viele elegant« Läden. Warenhäuser. Schwimmbäder, Poloplötze— was Sie wollen. Die Japaner stnd im Gegensatz zu den Chinesen sehr ordentliche und reinliche Leute. Stratzenreinigung. Polizei. Feuerwehr. Zollbetrleb, las alles funktioniert in Dalny nicht weniger gut als etwa in Hamburg oder in Antwerpen. Ich will Ihnen diese kurze De- schreibung nur geben, damit Sie nicht glauben, es Handel« stch hier um jenen Orient, unter dem stch der Durchschnittsmensch sa noch immer eine Mischung aus Zigeunerlager und zoologischem Garten vorzustellen Nebt. Ich werde Ihnen sogen, was man unter einem Veachkomber versteht. Auf deutsch heißt diese» englische Wort Strandläuser. Tin Europäer, der im Fernen Osten ohne Geld und Beruf ist, stinkt jn seiner Lebenshaltung bald unter den Kuli hinab. Es ist natürlich, daß der Strand und der Hofen diese Unglücklichen anziehen. Sehr viel« von ihnen stnd früher« Matrosen, sie suchen in der ollgemeinen Geschäftigkeit eine Ausgabe, sie betteln von Kapitän zu Kapitän um einen Job, ein« Anstellung. In den großen Laderäumen und Warenhallen findet sich Gelegenheit zu kleinen Diebstählen. Da gibts Mehl. Fleisch und Bohnen, man kaim mit den Lagerhaltern und Schiffsoffizieren in» Gespräch kommen, vielleicht naht sich auch eine Lady, der der Reisekofser zu schwer wird oder«ine Autodrofchke. deren Tür man für fünf Cents aufreißen kann. Rachts wird der Geschickte hier eine Schlafstelle finden, zwischen den Säcken gibt» weiche Unterlagen für müde und olkoholumduselte Köpf«. Der Strand und der Hafen, von denen der Beachkomber seinen Namen herleitet, bieten unter tausend Möglichkeiten die sichere eine-, stch vorzustellen, daß am anderen Eiche des großen Wasser» die Heimat liegt. Hier wachsen Sehnsucht und Durst, hier kann man auf einem Rmnenpfostev an der Pier Stunden mit geschenkten und erschnorrten Zigaretten verträumen und vergessen, daß man ein herunterge. kommen«» verdreckte« Schwein ist. Ja, so ein weißgestörkte» Stewordjäckchen oder wenigstens der blaue Arbeitsanzug eine» Trimmer». Da kann man sich über dem R-mch einer Z-'a rette so gut hineindenken� als ob man schon drin sähe und das Elbefeuer-- schiff aerad« in Sicht käm«� Schlimm wirds nur. wenn man durch irgendeinen Zufall die Aufmerksamkeit der Hafenpolizei erregt hat. Wenn man im Hafen ke'n« ruhige Minute mehr bat, weil man fürchten muß. jeden Augen- bück Hopps zu gehen. Ree, da, ist nichts. Kein Job. keine Zigaretten, keine geklauten Lebensmittel, kein Nachtlager. Togaus. tagein rennt man die grauen Straßen entlang, Hut im Genick, Hände forsch in den Taschen, aber ohne das bißchen Mut. das eigentlich zum Leben notwendig ist. Die Japanerinnen in Dalny haben Augen wie die Lüchse, sie sehen genau, ob man ein Loch in der Hose hat oder nicht. Ich möchte Ihnen nicht zumuten, den Blick eines Oriento'en zu ertragen, der besagt:„Du bist ja ein herunter- gekommener Weiter... Afoet-örmer einer Rasse, die sich hier lange gemig als Herrn aufgespielt hat....* In einer solchen Lac-« werden viele Beachkomber zu Ber- brechern, sie geben ihrer Terzweislung einen Ausdruck, der mit dem Gesetzbuch zusammenstößt. Aber nun will ich Ihnen endlich er-2hl«n, was mir in Dalny polstert ist. Ich sttze also friedlich am Fenster meines Zimmers im Pamato-Hotel und überlege mir. wie man ahn« groß« Anstrengung— die Seefahrt hatte mich ziemstch er- 'chöptt--- den Abend verbringen könne. Ich glaube, mein Zimmer lag im dritten Stock Ich entsinn« mich des Augenblicks genau, ich dachte,»me Dalny wohl unter der Ruffenherrfchaft ausoeseben haben möge. Da wunde die Zimmertür aufgerisien, ein Mensch stürzt« ficrein, auf mich zu, schrie:„Retten Sie mich vor der Polizei!� In beutscher Sprach« sao'e er das. Ohne weiter nachzudenken, schob ich ikn in den kleinen Boderlmm und schloß hinter ihm ab. Ich hörte Schritte und Sprechen im Korridor. Das Sprechen wurde bestig, man ginn hin und her, dann tmt energischen Schrittes«In Mann in mein Zimmer. Hinter ihm sah ich die Köpf« des Hotelpersonals. Auf diesen Augenblick war ich vorbereitet.„Rein, ich habe nöe. wanden gesehen..." Ich sprach mit der Ueberheblichksit des weißen Fremden, die mir sonst widerlich ist. aber in diesem Fall notwendig war. Die Japaner reagieren hierauf doch noch sehr, ob- wohl sie mindestens so zivstisiert zu sein glauben wie die Europäer. Der japanische Polizist zog stich mit einer verlegenen Verbeugung � Dieser Beachkomber.«in Deutschs'-, namens Jensen, erzählte mir sein Schicksal ohne Umschv-eüe. Als ich ihm eine Zigarette und ein Glas Tee anbot, redete er flott und ohne Scham. Bei ihm war die Entwicklung ungefähr so verlausen, wie ich sie oben als allgemein gültig geschildert hob« Polizei hatte ihn vom Hafen, seiner Heimat und seinem Geschäftsbereich, gejagt. Cr begann das Pflaster der Straßen zu treten, und da es für einen Weißen moralif-b und praktisch unmögsich ist. Orientalen anzubclleln, stand«i eines Tages vor der Entscheidung zu verhungern oder... Er erg-ift dos O�er, machte einen Raubüberfall auf einen gutgekleidtten Russen. Daß er die Tot im Hungerdeünum tat. geht schon daraus hervor: es war heller Tag. Spätnachmittag im September. Jensen schien«in sympathischer Mensch zu sein, ich fragte nicht nach seiner Herkunft. Seine Augen, unruhig, flackernde Lichter. fielen mir auf. Er sah sich mit einer schwer begreiflichen Gier im Zimmer um. Alle diese für uns selbstoerständlichen. für Jensen aber seltenen und glänzenden Sachen zeugten von einem beruhigten Leben.„Wer hier im Pamato-Hotel wohnt, hat es nicht nötig, jemanden zu überfallen�, sagten die Augen. Al» Jensen einmal. in einem unbewachten Moment, meine silberne Zigorettendose aus» griff, offenbar im Zweifel, ob er sie in seiner Iakettasche verschwin» den lasten sollt«, begrifs ich, daß ich ihn umsonst gerettet hatte. Er würde in den nächsten Tagen ein anderes Verbrechen begehen. Langsam verstand ich die Sprache der Augen und da» Mienenspiel um den dünnlippigen Mund. Ein geringer Anlaß würde genügen, Jensen zu neuer Gewalttat hinzureißen. Seine Begriff« waren verwirrt, der Hunger und das long« Elend hatten ihn zu lange zwischen ihrer Zange gehabt. Mit größter Mühe und in ziemlich phantastischer Verkleidung brachte ich den Mann aus dem Hotel. Wir trafen uns in einer Seitenstraße, die von der Hotelanlag« schräg und einsam dem Hosen zustrebt. E» war jetzt ganz dunkel, ich kannte die Gegend nicht. entsann mich aber, daß man hier in da» Chinesenoiertel kam. Ein Gefühl der Unbehoglichkeit stellte sich bei mir ein, von dem Ich mir keine recht« Lorstellung machen konnte. Es wäre zu langatmig, wenn ich Ihnen schildern wollte, wie ich bald zu der Gewißheit kam: Jensen wartet« nur aus den Moment, um über mich her» fallen zu können. Ansang» machte er einen Versuch, mir zu danken. E» würde schon wieder werden. Man dürfe nicht allen Mut sinken lasten. Cr betont«, wir seien beide Deutsch« und versucht«, stch aus dieser Tatsache eine Erklärung für meine Hilfsbereitschaft herzuleiten. Aber bald-» je weiter die Straße sich vom Hotel entfernte und je dunNer e» wurde— verhaspelten sich Jensens Worte, er stotterte, fing wieder an, schwieg plötzlich. Ich me.kte, wie in ihm der Eni- schloß zur Tat ausstieg. Vor«inigen Minuten wußte er noch ebenso wenig wie ich, daß dieser Seitenweg ja eine ausgezeichnete Gelegenheit war, einen Mann zu überfallen. Die Umstände am Nachmittag waren sehr ungünstig gewesen, die Mederlage eignete stch, Erfahrungen zu verwerten. Jensen hegt« sicher die Ueberzeugung, Ich fei bis zur Dumm- helt gutmütig; er ahnt« außerdem, daß ich im Besitz größerer Gcl> mittel war. Ich dagegen sah, wie der neu« Entschluß in ihm wuchs, ich hätte die Minuten bis zur Ausführung abzählen können. Zwischen ihm und mir bestand«in« elektrische Verbindung. Hilfe gab's nicht. Weit und breit kein Mensch. Da griff ich zur vor- beugenden Gewalt, ich holt« au» und schlug dem Mann an die rechte Schläfe, so daß er bewußtlos zusammenbrach Sie werden vielleicht sagen, ich hätte vorher mit ihm reden müssen� aber in diesem Augenblick gab ee nur eine Möglichkeit für die Tot. „Und wie endet« da»?' fragte Seifert mißgelaunt. „Ich weiß e» nicht... Am folgenden Tag las ich von Jensen» Verhaftung in den Zeitungen. Ein« Polizeipotrouill« hatte ihn gefunden." „Darüber müsten wir noch mal diskutieren", sagt« Geifert,' nahm seinen Hut und ging ohne weiteren Gruß. vam 7. sdimidi:„QesBßichnet oder geknipff* SCum Problem den SWdniffe* In den schönen Ausstellungsräumen des Reckendorf-Harste» (Hedemannstraße) hat Westheim mit Witz und Fleiß eine sehr nach denkliche Parallelschau zusammengebracht. Er hängte Photos und Kunstwerke nebeneinander, die jeweils die gleiche Person darstellen. Der Betrachter wird damit aufgefordert, mechanische und künstlerische Produktion de» Menschengesichtes gegeneinander abzuwägen. Dos Intereste erhöht sich lebhaft durch die Ansaxch der Dargestelltep, aus deren Persönlichkeitswert der Nachdruck fällt. Man sieht Dichter wie Däubler, Hasencleoer, Sternheim. Max Herrmann, Annette Kolb. Schauspielerinnen wie Massary und Orska; man erkennt Klemperer und Staatssekretär Schulz, Wilhelm Bode, den Schach- meister Laster, den Architekten van de Velde, die geliebten Eharäkter» köpf« Karl Ballentins, des Münchener Komikers, und Ringelnatz, die ehrwürdigen Schiefler, Hans Tbyma, Rohlfs. Schames, die Museumsleiter Iusti und Walter Cohen, Rell Waiden, Lücken und eine Menge Künstler, die sich selbst porträtiert hoben. Material ist die Hülle und Fülle da,-und man möchte so gern« der Kunst ihren Lorrang bescheinigen. Denn da» scheint dem Kenner von vorn- herein ausgemacht(und sollte es nicht auch die untergründige Idee dieser Gegenüberstellung gewesen lein?), daß gegen die gestalten- j schaffend« Phantasie des Künstlers die Photographie nicht auf», kommen kann. Wer über das Problem„Porträt und Aehnlichkett"- einmal nachgedacht hat. muß mit dem Vorurtell in die Ausstellung> kommen: Charakter« darstellen kann nur der Künstler: der Photo» graph erhascht bestenfalls einen äußerst gelungenen Moment, ein tausendstel Ausschnitt aus dem Komplex„Persönlichkeit". Mein die Sache hat einen Haken. Zunächst einmal stnd zu- Ungunsten der Künstler kein« Gemälde, sondern nur Graphik» Zeich- nung und ein bißchen Aquarell, wenige Skulpturen zugelassen. Man muß sagen, daß vor allem die vorherrschende Graphik, Holzschnitte, Litho und Radierung, neben den töne, und tiefereichen Photos flach erscheint: unglaubwürdig, aber unbestreitbar. Hier siegt eine Kontrasterscheinung vor, die die Kunst benachteiligt. Wahrscheinlich wird der Dirigent selber über diesen Effekt erstaunt gewesen sein. der so gar nicht unserer Darstellung von der absoluten Wirkung der Kunst entspricht. Die Sache liegt augenscheinlich so: während der Photograph eine möglichst umfangreiche und sachliche Sammlung von Naturmerkmalen erstrebt und damit«in Bild des Menschen von tatsächlicher Geschlossenheit, Plastizität, Raumfülle durch Licht und Schattengebung erreicht, denkt der Künstler an einseitigere, künstlerisch natürlich hochwertige Dinge, an Nässenverteilung. graphische Wirksamkeit, Flächenwerie, zuletzt auch an den Dar« gestellten: und selbst wenn er z u e r st an ihn gedacht hat, wie zum Beispiel Cdvard Münch, so überwiegt doch die künstlerische Hand- schrift den Wirklichkeitswert des Dargestellten, und soll st« auch übertreffen. Wo das nicht der Fall ist, wo der jchwächere Geist nichts als„Raturähnlichieit" erstrebte, muß die Zeichnung erst recht gegenüber dem Photo unterlieg«»: denn, wenn schon„Aehnlichteit", so kann das natürlich der heutig« große Photogroph unvergleichlich bester abpassen, und die mühsame Naturabschrist des Zeichners wirkt matt und erzwungen neben den prachtvollen Schwärzen des Kamerabildes. Das ist die zweite Ungerechtigkeit dieser Kombination: daß sehr viele gleichwertig«, technisch und geistig gediegen« groß« Aufnahmen unserer besten Photographen auf der einen Wagschale liegen, auf der anderen«in wcchres Chaos höchst ungleichwertiger Dinge, von simpler Handarbeit bis zu den Höhen der besten Münch und Kirchner. Das Bild ist verwirrend, und die Wagschale muß sich notwendiger- weise zu der geschlossenen Qualitätsreihe der Photographen neigen. Da» Dritt« ist die i» gleichem Sinne wirkend« Differenziertheit der Situation bei den Künstlern, die Anpassung des Ausschnitts bei den Photographen. Jeder Künstler„sieht" anders, es herrscht da «ln« berrliche Unbekllmmerthelt um die portraitmäßige Wirkung, bald ist's der Kopf, bald der Mensch, ball» die Seiten-, bald die Unteransicht, bald mehr die Hand oder der schön« Vollbart, bald das bedeutend« Auge,«in andermal die phänomenale B-äll«, die in die erst« Parkettreih« de» Künstlertheaters rückt: kurz, jedes Blatt ist von einer völlig anderen Himmelsrichtung anschaulichen Interesse» au» konzipiert, jeder Maler erwischt an jedem Opfer«inen ganz anderen Zipfel als am nächsten und als der Nächste an allen anderen. Wieder«in Getümmel ohne Direktive: die aber besitzt die äußerst kluge, geschult« und kultivierte Photographie in Fülle. Man hat sich natürlich nicht verabredet, aber man kennt ungefähr gleichmäßig dl« Grenzen und Möglichkeiten des edlen Handwerk» und weiß damit die charaktervollen Seiten de» Objekt» auf» angelegentlichst« und geistreichste herauszuholen. Keineswegs sind es etwa alle» Auf- nahmen bloß der Köpfe oder von vorn oder tm Prostk: aber der Wechsel in der Situation marschiert jederzeit fest begründet und gibt den schönsten Beweis von einer darstellerischen Disziplin, der das glückt, was bei den Künstlern gerade mangelt: Harmonie und Geschlossenheit der portraithaften Wirkung an sich. Der Schalk sitzt dieser Veranstaltung im Nacken. Wir gingen im Glauben dorthin, unsere Meinung von der vefttosen Ueberlegen- heil der Porttätkunst über die Photographie bestätigt zu finden, und was erleben wir? Einen Sieg der Photographie auf der ganzen Linie. Zwar gibt es tatsächlich eine Reihe großer Kunstwerke: E. L. Kirchner, Münch, Delling(der einzige Bildhauer von Gewicht), Kokoschka, auch Dix und Schlichter mit Vorbehalt zeigen stch der spezifischen Aufgabe des Porträts gewachsen. Ihre Blätter(und Bronzen) gaben da» Niveau an, das man so gerne auf feiten der Künstler durchgehalten gesehen hätte. Aber der Schalk dieser Ausstellung Hot uns über die tiefe prln- zipielle Differenz getäuscht, die ihr zugrunde liegen, sollte. Man kann verschiedene Wesensarten nur auf Grund eines gleichen Ouall- täteniveaus oergleichen.- Zieht man die glänzendsten Photographien heran, die es wohl verdienen, klassisch genannt zu werden ich denk« z B. cm die herrlichen Köpfe von Thvma, Kokoschka, Sleoozt, Eorinch, der Massary, Ballenttns—, so wäre es billig, auch nur Meisterwerk« der Porträtkunst auszugeben und dabei auch der Malerei zu gedenken. Vielleicht würde das Resultat dann anders ausgefallen fein. Man kann die Frage nicht mit einem so beiläufigen und geist- reichen Aperqu lösen. Es sind zu viele Unwägbarkeiten dabei, allzu viel Zufälle beim Aufnehmenden wie beim Aufgenommenen, allzu viel technische Komplikationen, die es verbieten, sich zu entscheiden: ob Photographie, ob Porträtkunst. Der Photograph kann sich im speziellen Falle ebenso oerhauen wie der best« Künstler. Die Frage ist nicht so zu stellen: Kamera oder Palette: sie ist im Gründe«ine Dertrauensfrage, ein« Sache kulturellen Geschmacks, vom Besteller betrachtet: eine Frage de- speziellen Gelingens, vom Kritiker aus gesehen. Was die Westheimfch« Ausstellung lehrt, ist eine recht banale Erkenntnis: es gibt gute und schlechte Phatvs: es gibt gute und schlechte Künstlerporträts. So weit sind wir aber schon in dem edlen Handwerk der Photographie gekommen, daß wir diese beiden Möglichkeiten, die sich theoretisch ausschließen, gleichmäßig in Betracht zu ziehen haben. Anders steht«s auf den Nachbargebieten: niemals wird Film oder der Tonfilm das Theater verdrängen: die menschsiche Leistung de» Schauspieler», momentan empfangen, kann nie und nimmer von der mechanischen Reproduktion ersetzt werden, der die notwendige Einheit von Ton und Raum aus ihrem Prinzip heraus fehlt. Die bildend« Kunst steht in einem schwierigeren Kampfe. Die Photo- graphi« hat ihr tatsächlich bereits ein gehöriges Stück ihres Prestiges und ihrer Möglichkeiten genommen: sie steht, wie diese Schau demon- striert, so gut wie ebenbürtig neben jener da. Vielleicht ist das aber auch nur eine perspektivische Täuschung. Bielleicht behält doch auch hier dl« prinzipielle Erwägung recht— die aus der Erfahrung von mehreren Jahrtausenden Kunstgeschichte stammt—, daß eine» Menschen als vollendeten, einmaligen Charakter darzustellen aus- fchließsich Sache de» großen Künstlers sei. Man muß nur nicht das laute Kamerabild zum Vergleich neben das Kunstwerk stellen: man stellt ja auch nicbt eine Londscbast von Cezann« neben ihr provenga- lisch«? Urbild. Die leiseren Wirkungen des Kunstwerks sind auf die Dauer die nachdrücklicheren, sie überzeugen auch gegen den ersten Augenschein der Natur. Ein Kunstwerk kann und will nicht mit der Natur konkurrieren, sondern nur mit seinesgleichen. Ein Porträt zu beurteilen, ist im Grunde nur die Nachwelt fähig, die den Lebenden n>cht mehr kennt, ihr Urteil aber aus den Ueberrsdungskräften des Werkes fchövft, das seine eigenen Geseke besitzt, sehr verschieden von denen der Wirklichkeit— denen die Photographie gehorchen muß. Erste deul'che Nur-Aulo- Straße«An— Dann. Di« Sttaß« kostet n Millionen Mark, wovon S Millionen für die Straßendeck» ent- fallen. 1J5 Millionen für den Erwerb der nötigen etwa 65 Hektar. Die Anlage wird Mitte 1951 dem Verkehr übergeben werden. Für d''e Benutzung wird eine Gebühr erhoben, deren Bettag— etwa 2 Mark— noch nicht feststeht. Da» ZNlkrostop wurde schon um das Jahr 1599 von zwei Brillenschleifern erfunden: 1772 wurde«» in England patentiert. Aber erst Frauenhoser. Hartnock und besonder» Zelß verschafften ihm leine augenblickliche Bedeutung. EIER (Tom Temm< saseesdilotMB) 10 Stack yon 58 TL» Jkußm W�&rWr WrW w�F W�rw9'WS�Vxy /y— fc VM'kou«»»»,» TopfoI- m*n>n«»««ba psrbchaNo« M �—'»—"—"•■h— ww Verwrf e-«l«,e»Io„»Nl" KXSE U. FETTE Romadour«»>,.»....»»«i- 20rt Ällg. Stangenkäse«•:««<. 42m. Dan.Schweizer»«u...M*. 90m Hollander»•(, 75m Holländer«ov.".~«"pf4- Edamer!e»(,Ka.75K,«»fcf m.1 ,05 Steinbusdier Toiuett... Mi 95m Allg. Stangenkäse«»/»w. 85m Blockkäse_ TIMter Art,»•fc...,,....... Mi 7DM T ilsllerToUfott...... Mi tob 95 m»« Bayr. Schweizer?ki tob 1.48»« Tafelbutler........ Mi 1,76,1,84 Äuslandsbutler........ Mi 1,88 Margarine......... Mi 50, 62m Kokosfett....... �,M~..Mi 50m BralenschmaIz...�..Mi 72m Oriebenschmalz....... Mi 82m Telephonlsclie Beslellungw wwdeii berell« al 1" Utir enlgeBengenommen! FRISCHES FLEISCH KOLONIALWAREN Burma-Reis............Mi 23m Palna-Rels.............. Mi 28m. Karolinen-Reis........ Mi 38pf. 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Mi 32?, Makrelbücklinge..... �.�..p,i 28m Schellfisch gorfnehort........... Mi 35p,. Seelachs gerSnchert............. Mi 43m Slückenflundern...........;...p,i 58pt * Rar Ulpxlgtr Str«««e, Aluuderplilx, FruMirtar Allee,(»Itbiier Damia. Selle-Allluee-Striisa, Wllmertdarfer Slraate, Chaasiatilrteae IlCäiÜ .Pilchards",', 78,1 KONSERVEN Span.Spratts In Oel, O C 3 Doaen ODpt '/i voce Kaiserscholen..................... 1,65 iunge Erbsen»ehr teia.•••....... 1,45 unge Erbsen.................... 68pt Gemüseerbsen................. 58p,. Qemlsdiles Gemüse teia....... 1,45 Leipziger Allerlei.............. 88?,. Konsum-Mischung Siuc�iveu!! 62pt WWW Ausserdem: ri■euieiirt »/. Dose Kohlrabi U Scheiben, grOn....... 58?,. 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Februar, lv Uhr, im Krematorium Serichlttraße statt. Ehr« ihrem Andenke»! Rege Beteiligung wird erwartet. Ol« OrUrerTralhiBg. Am h. Februar entschlief nAch langem, sebwerem Leiden Im 68. Lebensjahre unser lieber Kallege, der Pensionär Gustav Bandhoitz Er war In seiner beinahe ZSjAhrlgen Tätigkeit bei unsererKasse immer ein treuer, pLichteifriger Mitarbeiter und Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Vonlaad«ad Kollegen» cl>»tt der Ort»- kraakeBkame der Mechaniker, Optiker ood Terwendlen Gewerbe Ca Berlin. Bin Einäscherung findet am Sonnabend, dem IS. Februar 1930, nachm. ,3 Uhr, Im Krematorium Berlin, Gerichtstralie 37. stau JUEQGEN5 Alexanderplatz Neue K5fiif«tr.43 Bekleidungsstücke, Wüsche usw. tSenig getragene, teils auf Seide gearbeitete. erfiklnsftge Sackettangllge, Frack. enellae, Smokinganzllge. Gehrockaniäge. Beuchonrilge. Äinterulster unb Bale» t»ts. Mr leb« Figur vclsenh unb in lehee Form siel« varräti« eufierhei« hocheleaanl« neue Sab erstilatiiae»„_____ staunend dilligen Preisen. ______»WM.»cheleag mm der» de. v»n erstllcuigen Schneihern gp erbeitel.»u staunend billigen Preisen «elegenhertekäuse in Kerren. und Verksufe ZZebseHler- Teppiche. Webfehler. Tkpoicho 2�-3 18.- Mark ' SXS Ä,'— Mark 86,— Mari 114 X 3 LV- Mark 3X4 4i— Mark 3X4 3Zr- Marl «der dach, Frirdrichstraße 163, 1. Etage. Lcke Behrenstrafie.»Pprwiirts»Trser 6 Progmtt«edatt.' Damenpelaen. Leihhau» ÄwickL Prin. »enstrene 163.«in, Trepp«. Kein« Lombardware ürVhiisii« Korigplog zx». Lerkaui pa» Kavalier.ibarderooe. teils au« Seid«. Jackett». Frack». Tmdkingantlla», Sc dar» -■-""'- «T' Zvaeipel,««Sj-, Dehvel»« 100.-. «ein» Lombarbware!• •«"aaene Zackettansllae ZÜ- f.aliiat blau,»weireihia. aus Seide 40.- Smotingangllae. BauchansUa«. Taillenmäntel Paletots, alles ,u Spott. preisen. Gelegenbeitetäu!« i« neuer Serrenaarderobe. Leihhaus Aosenihaler Tor. 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Sozia demokratischer Antrag im Lr w er bslosenavsschvß. yn d»r gestrig«» Satzung des Trmsrbslofenau?. s ch u s s« s der Etadtverordn«cenversanunlung brachten die Der- treter der Sozloldemptratie in AbSnderung eines kommu- nist lchen Rotlameantrags folgenden Antrag sin, der ohne Ne Stimmen der Kommunisten angenommen wurde: Zu Abänderung eines Antrags de» Stadtverordnete« Pieck und Geoosi-'v beauftragt die Lerfammiung den Magistrat, wegen der gro-zeu Arheitsloflgkeit unverzüglich Verhandlungen zum Abschluß langfristiger Anleihen aufzunehmen, damit alle stillgelegten und gesperrten städl schen hoch, und Tirsbautrn fort- geführt werden können. Darüber hinaus find durch Aufnahme rt,n Anleihen größere Mittel für den Wohnungsbau bereit- zustellen. Wegen der Arbeitsfürforge wurde gl�chfalls auf Grund sozialdemokratischer Jnitiatu*— befchlosfen, den Magistrat zu beaustragsn. n»u« Richtlinien auszuarbeiten und den Stadtverordneten vorzulegen. Berlins Verwaltungsrerorm Voreilige Entscheidung kann leicht schaden! Von Karl Wennuth Aufrechierhaltung aller Badebetriebe. Keine Einschränkung des Schulschwimmens. Bei der Diekusston dar Sparmaßnahmen des Magistrais wurd» auch bahauptet. daß dk Schulschwimmprüfungev abgesagt und In den Schwimmhallen die Kohlen rationiert worden icijn. Die Sparversugung des Magistrats bezüglich der Beheizung städtischer Gebäude ist mit Rücksicht auf die gegebenen Berhäldrisse und aus die besonder» mild« Witterung dieses Winters erfolgt und bezieht(ich ganz allgemein auf sämtliche stadtischen Gebäude. Selbstverständlich stehen die für die Ansrechterhaltung des Bade-- betriebe» erforderlichen Reizmittel nach wie vor zur Verfügung «nd werden durch diese Verfügung des Magistrat« nicht berührt. Der Schwimmunterricht wird durch Sparmaßnahmen in feinet Weife betroffen. Der Magistrat hat im Gegenteil auf Be- «ürwortung de, Stadtawte, für 2eld»e Übungen Mittel für den Schutschwtmmunterricht und für die Ausbildung von Hehrer und Lehrerinnen ln der Erteilimg des Unterrichtes trotz aller Spar. maßnahmen weiter zur Lerfügung geftelll. Grundsätze für die Volksfpeifung. Der Magistrat hat für die Ausgab« von Zrelfpelfungs- karten und verbilllgien Karlen für die städtischen und die ihnen glÄchgestellte» privaten Volk, sp«lsu»g»st ollen die folgen» d« Srundsäße boschlosfeu: ' t. Lreispeisungskarten stich nur in solchen Fkillsl auszugeben, in denen es au» sÜrsorgerischen Srüich-n zwechmähig ist. die Unterstützung ganz oder teilweife nicht tn bar zu zahlen: eis©tri jeder Spersemarke stech für die Berechnung der chöh« de? zu gewahrenden Unterstützung nur JS Pf. anzusetzen.% Caufrö Unterstüfste(Kleinrentner, Gleichgestellte. Sozialrentner, sonstig» laufend Unterstützte) und die au» Mitteln der Reichsanstall unter. stützten Erwerbelosen erhallen auf Antrag Speisungskarten. die zum oerbilligten Bezug« des Bolksspeifunasessen, zum Preis« oo« ZS Pf berechtigen. Dieser Preis ist vom ift- Februar 1&3Q ob in heu Auezabestellen zu erheben, st Andere Bedürftige, dte nicht zu dem in Ziffer Z aufgeführten Perfonenkreis gehören, ab« eben- falls Esten aus den Boltsspeisungsküchen beziehen wollen, können auf Antrag durch ein» vom Bezirkswechlfahrtsamt zu beftimnrend» Stelle noch Prüfung der Bedürftigkeit Eßkarten zum oerbilligten Bezüge de» Bolksspelsungsesten» zum Preise von ZS Pf. erhalten. st Obige Regelung wird auch auf diejenigen privaten Speifunzs- eiiurtchtungen. die bisher ebenfalls zur Annahm« der städtischen Speisungskarten berechtigt waren, ausgedehnt, ö, Inanspruchnahme der Bollsspetfung durch Selbstzahler ist in Zukunft vnzulässtg. Steuerfreiheit bei Hunden. chundesteuerbefreiungsanträge stnd binnen Z Wochen nach btr Airschaffung des Hundes zu stellen und vor Deginn jedes neuen Steuerfahre« zu wiederholen. Es empfiehlt sich, mit den Erneuerungsanträgen nicht b:» zum Schluß des Steuerjohrcs— ÖiTbe MSxz— zu«arten, sondern sie schon j e tz t den zuständigen Vozirksstcuerämtern«inzureichen. B-i verspäteten Anträgen wird di» Hundesteuer für dos laufend« Vierteljahr erhoben, selbst w-.nn«in stichhallizer Befreiungsgrund vorliegt. L» gleicher Weift sind auch die Srmäßigungsanträze auf ein Fünftel des Steuersatz«? zu erneuern. Hierunter fallen di« Anträge der kinderlosen Ehe- paar« über SO Lahre und der alleinstehenden Personen üb«? HO Lahr«, die»in Jahreseinkommen unter 1200 M. haben, sowie der Schwerhörigen, die auf da» Halten eine» Hund«» an- gewiesen sind-____ Endlich emmal durchgegriffen! Dem arroganten Auftreten des Natianalftzialtstischen Sru- dpntenbund«» a» der Dechnifchen Hochschul» ist vom Rektor Pros. Ist.-Dng. Draw» endlich durch Entziehung de» An- fchla'chrettes S'inhast geboten worden. Dieser Bund h«tt» in letzter sieit ein» üble Hetze gegen polltbch Anb«r?denrend.i entfaltet und baserdere den Dozenten Prot- Dr.�n� Rieben sah in wegen f-ine-- füdilfch-v Konfession in schmutzigste? Weife angegnfte'r Hoffentlich softt diese»' bezrüßenrwerten Schritt endlich auch das endgültige Verbot dieser staatefremden Hakenkreuzgruppe »»»»»»» Wenn Schmerze« Togal-Tabletteu! Too-i- Tabletten sind ein bktbsr-oge»de» Mittek k«! «'.«Ks, lr-Kw».» do» D e r na I- tuaaevrebiem Perürs durch«iueu Pull«» de« S-n»ffen»arl See»».Vaneitete* N». iT) eioffnet. St folut« im.Ad-Nid" vom »0. gsbiaae»in Ar'ik«s des Eeuollen Dr. häm-nstete, ter sich mit t>:» Darlcgunsrn des Penolsrn Ser, nicht«am einverftand-» er- PSrie. Nachstrterd verMsntlichen q»ir nun AusMdruninn des che. «eisen E s t m n 1 6 tu derfelden svwee. Durch diek Pubiii» tionrn wM der.«vrwürts" ba�u beltraqsn. die Diskussion über di» Rh Me Peichschauvtsindt so michtlst llworeonisierune anflarteen und»u nerürfen Die Frage der Berwaltungsreform der nun seit einem Jahrzehnt bestehenden Cinhestegemeinde Berlin beschäftigt zur Zell nicht nur die in Betracht kommenden Stellen de» Staatsministe- nums, sondern auch die breiter» Oeffentlichkeit. Nach den bisher voriiagenden Meldungen dürste bereits als feststehend gelten, daß der zu erwartende Referentenentwurf de« Staatsministe- rium» an da» Plenum de» Preußischen Landtags«ine wesentliche Verminderung der Verwaltungsbezirke vorsteht. Insoweit einer solchen Maßnahme hex Gedanke der Ersparnis und Vereinfachung der Berliner Berwslwng zugrunde liegt, kann ihm von der Sozialdemokratie ale Trägerin der Cinheits- gsmeinde nicht widersprochen werden. Zweck dieser Zeilen soll ledig- lich ftin. den Gesetzgeber varzestig zu warnen»in« Reform zu beschließen, dt« sich womöglich in nicht allzu ferner Zeit als schädlich und kein«»wags billig stellen würbe. Schafft keinen neuen Leeriauf! Da» heutige Berlin charakterisiert sich im Gegensatz zu dem alten Hochhauegebiet der Zentrale in den Ausbaubezirken durch»in« weit- läufig« Bauweift. Durch ihre Ausbrestung van bisher unbekanntem Ausmaß stellen die Ausbaubezirks sich als das schwierigste Problem b«! der Uworganisatlon dar. Werde» nun Außenbezirk«, deren anbaufähiges Areal vereinzelt so groß Ist vi« die Gesamtfläche de» inneren Berlin in zentrifugaler Richtung zusammengelegt, so werden dem Publikum sN der Erledigung chm Wünsche wrd Obliegenheiten bei der Verwaltung Wege zugemutet, d!« sowohl an auszuwmdei�e Zeit als auch an Geld d» stärksten Anforderungen stellen würden. Man wird hiergegen den Einwand erheben, daß zur Entgegeimahme und Erledigung der Wünsche de» Publikums die in den einzelnen Wohnbezirken befindlichen Ortsamt« stellen berufen sind. yndeffen dl» bisher ige Erfahrung zeigt zu? Genüge, daß die Ort»- amte sielten das P.chlikum m» bis zu einem gewissen Grade ab» feteigen können. Die OrteramosteCen, p«s»n«ll und räumttcki meist verbunden mit dm SlausstnssAn, Äustragesafse?» unt>'Sr-nd«»ämtete'., soll« naih dem AmMüK dar Stadt Perstn tzchchf»«'ftktz. ifustaatfts aller Art zu«teilen sowie Antrag« auszunehmen uns» weirerzuleiten. Der w dar DerwoüunIZpraxi» erfahrene Beamte weiß jedoch, daß da» unmöglich ist; k«in Wunder, daß die Rathäuser der Außen- bezirl«, in denen der Sitz der wichtigsten Deputationen ist, ständig von den Bti�ohnerp der mit Ote»amt»stellen bedachten Glied' gemeinden aufgesucht werden. Hier befinden sich die cktenmäßigsn Vorgänge, di« den Beamten der Orteamtssteven nicht bekannt sein können. H!« ist vor Titz der Deputation mit d«m De.-«rnemon, in dessen Höicdsn zugleich hi« Entscheidung liegt. Können sonnt die Ortmmlsstellen für da« Publikum durchaus kein Ersatz für di, jetzt vorhandenen Bezirksämter fein, so b-cheute» iU vom Htandpunfte der Verwaltung nicht selten völligen Mangel an Arlteststellunz und »ur zu oft Leer lau f. Dies» verwaltungsmäßige llnzulönglickstsit der Ortsamtsstellen wird bei einer Zusammenlegung weit ausge- brelteter Blfzirte noch viel mehr w Erscheinung treten als bisher. Die Ortsamtsstellen weiter auszubauen, etwa dadurch, doß Abteilungen der allgemeinen Wohlfahrt, der Schulperwaltung, der Hau- Polizei, de» Hoch- und Tiefbaus, des Grundeigentunis usw. hierher verlegt werden könnten, erscheint verwalwngstechnisch u n m ö g! i ck. Bisher haben die eifrigen Befürworter straffster D e r w o l t u r. g s- zentrolisation sachliche Hinweise darüber, wie sie sich später die Erledigung der Geschäfte denken, ohne da» Hilfe, und ratsuchende Publikum in der empfindlichsten Weift zu benachteiligen, vermissen lassen. Gegen die DenvaltungSbürokratie. Wwr auch das Ziel größerer Sparsamkeit dürfte durch eine solche Berwa!tuns»reform keineswegs erreicht werden. Gewiß werden durch straffste Zusammenlegung von drei b!» vier Bezirken zu einem etwa 10 bis 12 Biirgenneister und 30 bis 40 Stadtröte, ineiftichl auch eine Anzahl mittlerer und unterer Beamten,»in- gespart. An Stelle der dann spazieren gehende» Beamten«erden zum Teil aber höhere, auf Lebenszeit augestellte Beamte treten, um bestimmte leitend« Funktionen zu stbernchmsn. Denn daß der ne- bleibende Rest der Bürgermeister und Stadträte di« weit umiorg reicheren Berwaltungsgeschäfte klar übersehen und weiter verfolgen kann, erscheint völlig auegefchlofftn. Die Folg« wird sein, daß da.- rein bürokratische Element>n der Verwaltung«inen Eüp fluh erhält, der nicht immer im allgemeinen Interesse liegen dürfte. Gerade di« enge Verbundenheit der Wahlbcamten mit der Pevölke- rung ist für die Fortentwicklung unsere» kommunalen Leben? von entscheidendem Einfluß gewesen. Man sollte sich Hute», etwa d a momentanen Fimmzschwierigkesteu der Stadt Berlin zu einem f c l auf da» Konto der gegenwärtigen Beztekseinteilung fttzm zu«ollen. wie dos kürzlich in ganz uberftüchlicher Wstfe in einigen bÄrgerlichen Blättern versucht wurde.<&* besteht kein Zweifel, daß die Ste"- wastung der großen Hochbanbezirte billiger ist a!» die der Außen- bezirke. Nehmen wte an, daß Eharlottenburg und R e i,- iölln anstatt Hochbaubezirte Si-dlungsbezirke wären; dann wurle ihr« Emwohnerzahl von übxr 300 000 auf S0 000 Zufammei. schrumpfen. Würden nun die lausenden Berwaltungskosten deswegen auch auf d«n fünften Test herabgemindert werden? Öm Wohlfahrt?.- rnesen und in der Schudoermaltung würden die Berwcilungskoften zweifellos erheblich niedriger ftin.'Wie wäre«» aber in der Tie b-upervosttens. d»r der Bau«Ä bte sintlkhaltung der«trehkn vblleg«, uit(«■ d« Ltraßenremizunz. in der GruntzsteuelwerWiltuna, im vermefsungsamt. tp der Wtciluvg Wertzuwachssteuer. in der Luftbarkestosteuer usp',? Hier würden nennenswert« Eriparrifff, an vsrwaltunglstoften nicht zu erziel«, ftin. denn die B'rwastimze- gefchaft« hangen nicht mechanisch van der Einwohnerzahl, fandern von örMchsn BÄlhAtniise» ad. Diese Cinwänd« sollten dem oberflächlichen Ä.'N'k->?'U denken I gehen, e» ist auf dem Gebiete d«S D«rwalti.'ng»lcben» nichl oi'.de-s i als auf dem des allgemeinen Airtfchnftsleben». Her die Berhäl'- j niff« in rationeller Aftif« beeinfluffen will, muß der Eistwicklurz j die Gesetze ablaufchen und feilte Handlungen darauf einstellen. E» ; könnte sonst passieren, daß«lver voreiligen Berwaltu»,is- s r e f o r m sehr rafch eine neue Reform folgen muß. Aus der Arbeit der Bezirke. Falsche Sparsamkeit. 2. Vezirk- Tiergarten. Im Bsisirf Tiergarten haben sich die bürgerlichen Parteien, von den Rozft bis«inschliestlich Demokraten, zu«litem Schutz- und Trutzbündnis zufnmm-ngeichlosien. Durch die Vistenvsrblnbung er- oattertpn auch die Demokraten em Stadtratsmardali von unserer Liste wurde nur der Grnnfse Schuldt gewählt. Ferner gelang «s der Bürgerlichen Union, im? bei de? Walst zum SchistausschuB und wur Schuldeputarton auszuschalten. Gmvsft Pa o rsch gab den Bericht vom Haiisholt»ou»schnß, der sich mit per Deckung oe? Mehrbedarf« von 40 000 M. fite hos Kranken bau« Moabit beschäftigt«. Cr brachte zum Ausdruck, daß die Vord-haltrmitiel In jedem vahre fast aeisfchließlich für das Krankenhau» in Anspruch genonnpen werden D!« V'umm« wurde ttewilliat! es wurde aber deschiosftn, den Magistrat zu«rsuchen, die Schlüsselzahl fite Medilnnunte und Instrumente.zu ändern. 3m Ausschuß war l/ierfür der dr,iiShr!g« Durchschniit unur besonderer Berücksichtigung der letzten Lst-Aupgab» vorgeschlagen worden. 3n der Versammlung unirde von den bürgerlichen Parteien der letzte Jahresbedarf plus 10 Proz. vorgeschlagen und angenommen. Dar Ausschuß hott» terner beschlossen, di« bereite. fite 1S29. bewilligt iürsargestcllz. ün Nachtragsetat fite 1320 wftder onzuforder». Bürgermeist« Lo»:«w.� der bereits vor der Sporver ugupg hss Mog'strats em sich aus erklärt hotte, a-ff«neft SinMtun«« v-'- zichtcn zu können, teilt« mst. daß«? nur die Schu'zohnk.int' pnd hu Ee'chlechtskrantenfttesarge!ur 13S0 wieder zu beantragen gsdenks. Auf den entschiedenen Widerspruch der s ozi al dem ot ra- tischen Fraktion beschloß die Versamnsiung. alle mer Stellen als dringlich für 1330 zu beantragen. Die Kcmummiften hatten «inte Mißtrauensantrag gegen da« Lezirksanü eingebracht, den sie durch ein Mitglied de, Beftrksamse». den Stedtra. und Stadt- verordneten Kirsch, befunden ließen. Zu di-fem Anteaq nahm Hepofl« Weiner Sa« Wart. Cr erksSrte für ftin» Fraktion, daß man sift d«r Stimm« enthalten jrnd». weit das Beqirkemnt I" d'ftten, Falle io versucht habe, den«esch'uß der Bermmmluna durch- zuführen. And-ererftit? hötlei, ftlne Freunde aber kein« V«ran- ftssung. dem Bezirksamt Nergarcken«twa ein Vertrauen zu de- tonden. Den Revoluttonär koste erinnerte«r daran, daß dteftr sich auch als Betriebsrat äußerst radikal gebärd«: Hab,, ll» dann aber, ol» der Betried ihn io» sein wollt», mit IE) M. hol» od, finden lassen. Dieft Feststellung war tem Komwunisten fichLich peinlich und wurde mrt verlegenem Schweig«, hinge, mmneen. Der neu« Antrag der Kownrumsten ging aus Antrag der Deulsw- nnt-analen an«inen Ausschuß, nachdem wir erklärt hatten, d tz wir auch diesmal dem Antrag« zustinnnen würden. Lg rph di« große Not de? Erwerb, losen anertemren, Ea folgt« dann unier« Wroge und ein Antrag der pemakraten wegen der vom B«zirkeomt T-er- garten eigenmächtig durchgeführten S p q r m a h- nahmew Henassin Dr. Frankenthal sowie der Demokrat Dr. Bamb/ra dielten scharf, Abrechnung mit d«m unsozialen und urnftchfiemäßen Borgehen de» Bezirksamt» Ttergorftp. Betrage »sn 00 M. für Reinigung und Desiufektlon sind geiperrt worden. fflilftl für Scnch.ufi etäwpfnns und Pclciebsmtltel iür d>e G«- fchlechlztranteusürsorge sind stark reduzier» worden. D«r Bürger- meister vr, für. Doflein hat sich angemaßt, bei ftter von d-'N Tuberkulaseärzten für nötig erachteten Röntgeiwus nahm« zu begut- achten, ob dies« ärztliche Porordnung wirklich erfm-derlich f die Maßnahmen nicht bestreiten. Es wurde beichlvsftn, die gesamt.'". , Sparnwßnohmen durch tan.Ha usluilteau Schutz überprüfen zu lassen.... Kommunisten verSange» Oemokratie. 4. Äezlrk--- Prenzlauer Vera. fti« Fraktion für sich: bei den anderen Wghien unsere Fraktion mit der der Milte zusammen, wodurch die Parteien der Deutschnajionaten � Äontwuniften in der Minderheit blieben. Daß sich KPD.-. Mitglt-der dageaen unter Hinweis auf die sanft von ihnen miß- acksteter. demokratischen Grundsitz« wehrten, nützte Ihnen nichts. Bei den auf der Tagesordnung stehenden AntrSgen mußte die Versammlung sich lange Äastatlonsredon der KPD, anhören, In der Debatte«urpen deren Angriffe vom Bürgermeister G-nasisn i Osiromski. Genpssen Stadtrat Weber und den D r a t w a, K. n o p i und K ü r b i» nüt aller Schärf« ziirückgeViesin. Ein Protestantrag gegen d>e vom Magistrat bsschlosftite Srhähunz der Tarif« für Gas. Wasier. Vlektrlzfiät und Fehrgeld. sowie Anträge. di« verlangen, daß da» Bezirksamt auf ein» M i e t f« n t» n g der von der gemeinnützigen Baugeftllfchaft»Eintracht' in der Grell, und Zellerstrahe errichteten Hänser b'nwirkt und esne Er- Hebung von Gebühren für Aenderung der Mietverträci« rückgängig gemacht wird, wurden einstimmig angenommen. Dabei'wurde van den Aezirksamtsmitgliedern mit aller Deutlichkeit darauf hinge- miesen, daß das Bezirksamt auf diese Bauten keinerlei Einfluß hatte, aber seinerzeit so viel wie möglich von dem Projekt abgeraten hat. Die Schuld treffe allein die Mieter, die die Derlräge unterschrieben haben. Die Versammlung mußte schließlich nach langer Dauer wegen Besch lußunjähigkeit geschlossen werden. Nolksverireter ohne Anstand. 7. Bezirk.— Charlottenburg. Dt« außerordentliche Beztrkssersammlitng vom 12- Februar unterschied sich wesentlich von der vorigen: Kontrollen am Eingang, ruhige Tribünen, artige KPD., sachliche Berhandlungen. Zunächst gab s ein« große Debatte über die Abänderung der Ge- schastsordnun-g: Grundsätzlich will man die Berliner Ordnung ab- warten, bis dahin einige Acnderunqen, die das Hausrecht des Bor- ftehers verstärken. Fieber, der diesmal für die KPD. allein die Lämitrommel rühren mußte, kämpfte vergeblich gegen die bittere l'ogik der Ereignisse, die gerade durch das Verhalten der KPD. zur Einführung von Tribünenkarten und zur Aenderung der Eofchästs- Ordnung geführt Hot. Müller, der Kommunist, gab für die Fraktion die erschütternde Erklärung ob:„Die KPD. stellt fest, daß sie nicht von, Gchichlspavtle des Änskandcs ausgeht." Die Berfammlung unterstrich diese Selbsterkemrtnis: Müller stellte ferner fest:.Wir scheuen nicht den Skandal"— auch das konnte die Versammlung aus Erfahrung bestätigen. Der chaüshaltsauschuß berichtete über seine Arbeit: Der Bauhof soll sobald wie.möglich wieder eröffnet werden, seine Arbeit ist ein« Notwendigkeit, die auch das Bezirksamt voll anerkennt. Di« Pächter der Zeitungskiosks sollst vertragsmäßig angehalten werden, erwerbschehindert« Personen einzustellen. Die notwendigen Mittel zur Vollendung der neuen Sportplatzanlage in Eichkamp sollen be- willigt werden. Das IL Lyzeum soll zum Oberlyzeum werden und sein neues Heim, die ehemalige Hmdenburg-Realschule, soll aus- gecham werden. Die alten Räume der Klockowfchen schule sollen der Berufsschule für frühere Hilfsschüler dienen und die freiwerdenden Räume des Mominsen-Gymnasiums Fachschul-wecken. Alle diese Vorlogen ergaben kurze Debatten. Di« Besprechung der Haushalts- Wirtschaft für den Schluß des Rechnungsjahres 1!)Z9 und die Aus- spräche über die Sparmaßnahmen ergaben die Annahme der von der Sozialdemokratie gestellten Anträge: Der Bau des Schwestern- Hauses und die notwendigsten Straßeitarbeiten sollen Herausgenom- msn werden aus der Sparwirtschast. Die Versammlung stimmt« einmütig zu. Ebenso geschlossen war die Versammlung für schnellere Erledigung von Unterstützungsanträgen der Sozial- und Klein- rentner. Eine große Debatte gab es über die Erwerbslosenanträge. Ein sozialdemokratische Antrag, wegen der Bereitstellung von Mitteln für Notstandsarbeiten vorstellig zu werden, wurde ein- mi'ütg angenommen. Aus den krausen Anträgen der KPD. hatte der Ausschuß etwas Brauchbares gemacht, und diese Anträge zuaunsten der Erwerbslosen wurden gegen die Stimmen der KPD. angenommen. Genosse Ka tz e n st« t n wie- den Kommunisten unter größter Aufmerksamkeit des Hauses ojis ihren eigenen Nicht- littien nach, w'e all ihr Werben um die Erwerbslosen nur Schein und Mache sei.__ Verwirrung in der Mite. 9. Bezirk— Wilmersdorf. Die letzte Veztrksversammlung stand im Zeichen der Wahlen. Die Vorbereitungen der Rechtsparteien hierzu geschahen im Zeichen vollkommener Berfahrenheit. Erst tat sich der Wirtschafts- paneller mit den vier Nationalsozialssten zu einer Fraktion zu- stimmen, dann bildet« diese frischgebackene Fraktion eine Listen- gemeinschaft mit den Bolksparteilern, um ein Stadtrotsmandat zu gewinnen. Spater jedoch sprengten die Deutschnatioitalan diese ..Arbeitsgemeinschaft" und zogen die Nationalsazialisten zu sich her- über: der ausgeschiffte Wirtschaftsparteiler wurde durch einen von dm Deutschnationalen zu den Nazis abkommandierten Bezirksoer- ordneten ersetzt, um diesem die Fraktionsstärke zu erhallen, und dieser Kuhhandel ergab dann auch einen Mandatsgewinn für die Deulsch- nationalen.— Die sozialdemokratische Fraktion konnte die Wiederwahl der bisherigen unbasoldeten Stadträte Genossen E m m« l und Op p e l sichern, ebenso haben wir in den Deputationen und ständigen Ausschüsse die bisherige Stärke gehalten. Ein sozial- demokratischer Dringlichkeitsantrag betreffend Nachprüfung der vom Bezirksamt auf Grund der Magistratsversügung vom 8. Oktober 1929 vorgenommenen Angestelltenkündigungen und-ent- lassungen wird in der nächsten Februarsitzung beraten werden. Wann kommen die neuen Schulen? ■il. Bezirk- Steglitz. Die Bezirksoersainntlung wählte sich in der letzten Sitzmig ihre ehrenamtlichen Stabtväter. Durch Listenverbindung verschafften sich die Nazis einen Stadtratsposten(Moeckler), die Deutschnationalen erhielten zwei(Winkler und Bogtel), die Deutsche Bolkspartei einen (Langes, die Wirtschaftspartei einen(Schulz) und die Demokraten einen(Lochern). Die Kommunisten gingen leer aus. Die Sozial- demokratie wird wieder vertreten durch unseren bewerten Ge- nassen Lei mb ach. Die Kommunisten erbosften durch Abstimmung durch Zettelwahl ein Mandat zu erlangen. Aber die Nazis leisteten in diesem Falle keine Hilfe, während in anderen Fällen das Bündnis zwischen Kommunisten und Nazis den Zuhörer zu allerhand interessanten Schlüssen anregte. Wo es sich aber um Entscheidungen praktischer Art handelte, gingen dl« Nazis in Ein- heitsfront mit den Deutschnaffonalen. Der neugebackene Führer der Nationalsozialisten Engel betonte wiederholt mit Schärfe, gegen die Sozialdemokratie verbinde er sich mit ollen, auch wenn es die Kommunisten seien. Sonst leuchtete in der Berfammlung der große Stern Pieck. Herr Pieck hiell eine Reichstagsrede und sprach über Ding«, die die Bezirksoerlammluitg wirklich nichts angingen Manch- mal hatte man das Gefühl, daß er nicht mehr ganz linientreu sei, und wir sehen schon den Tag kommen, wo Herr Pieck zu denen ge- hört, die auch„Verrat" geübt hoben. Di« Versammlung beschloß in den meisten Fällen einstimmig, für die Erwerbslosen im Bezirk mehr Abfertigungs- und Zahlstellen zu beantragen. Es folgte noch eine nachträgliche Debatte über die Unterschlagungen des Herrn Möllerke in Höhe von 15 000 M. Wer die Hauptschuld bei dieser Angelegenheit trägt, ist noch nicht zu erkmnen, daher erklärte mit Recht Genosse Klose, daß die gerichtliche Untersuchung erst abgewartet werden müsse. Beantragt wurde, daß denjenigen, die wegen besonderer Notlage das Essen aus den Volksküchen bekam- men, in Zukunft die Kosten für das Essen nicht mehr von der Er- werbslosenunterstützung abgezogen werden sollen. Nebenbei sei er- wähnt, daß man dem Borprospekt zur Errichtimg eines Lyzeums mit Oberlyzeum im Ortstsil Steglitz zustimmte. Da ein Volks- s ch u l p r o j« k t bereits vor mehreren Jahren beschlossen wurde und heute noch seiner Dollendung harrt, dürfte auch das Lyzeum ein sehr fauler Wechsel auf die Zukunft sein. Unser Antrag betref- send Kündigung von Arbeitern und Angestellten beim Bezirksamr wurde einem Ausschuß überwiesen: hoffentlich tritt dieser recht bald m Aktion. Auf welchem Niveau nationalsozialistische Politik steht, charak- tevisiert«in« Anfrage der Nazis; sie besagt:„Zst es wahr, daß Wertheim auf seinem Bauplatz in der Schloßstraße das Rathaus für Steglitz errichten will, um dafür das jetzige Rathaus zu erhalten, um an dessen Stelle ein Warenhaus zu errichten?" So etwas glaubt man den Sieglitzern bieten zu können. Ein unnöiiger neuer Oöerbaurai. 11. Dezirk— Schöneberg. Die letzte Bezirksvcrsammlung wählte die ständigen Ausschüsse und Deputationen nach einem vom Wahlausschuß vorgeschlagenen Schlüssel. Danach entfallen aus die verbundenen Listen der So- zialdetnokratie und der Mittelparteien 7. auf die Dcutschnationalen und Nationalsozialisten 5 und auf die KPD. 1 Sitz. Bon der sozial- demokratischen Fraktion wurden die Genossen Mendt und Buth Gewählt. Die im Wahlausschuß behandelte Vorlage des Bezirks- amts über Besetzung zweier besoldeter Stadtratsposten konnte in der B--irksversammluna nickt beroten werden, weil der Dorsteher dieselbe versehen Lich nicht auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Nach längerer Geschästsovdnungsdebatte wurde eine außerordent- l' ch e Sitzung zur Bchandlung dieser Frage beantragt, weil die Deutschnationalen der sofortigen Beratung widersprachen. Einige kleinere Borlagen betr. Ileberlassung von Grundstücken, Erweiterung von Schulhäfen für die Raether-Schule und das Helmholtz- Gymnasium wurden ohne Debatte genehmigt. Eine Reihe kommu- nistischer Antrüge, die nicht zu den Ausgaben der Bezirksversamm- lung gehörten, wurden teil- durch Zustimmung, teils durch Ueber- gong zur Tagesordmmg erledigt. Genosse Flatau brachte zum Ausdruck, daß feine Fraktion in Zukunft nicht mehr geneigt sei, Anträge, die in die Stadtverordnetenversammlung gehören, in der Bezirksoersammlung zu behandeln. Genosse Bau- b o i f wies darauf hin, daß die KPD. mit der Not der Erwerbslosen Agitation treibe, den Erwerbslosen könne nur Arbeit Helsen und nicht lange Roden. In einer Anfrage unserer Fraktion, dl« Genosse Rath m an n begründete, fragte der Rodner, od das Bezirksamt ab 1. Februar den Handel von Textilwaren auf den städtischen Wochenmärkton untersagt habe, wurde vom Bezirksamt dahingehend beantwortet, daß ein solches Berbot nicht ergangen, auch nicht beab- ftchtigt sei._ In nicht-ö�s entlich er Sitzung gelangten einige Beamtenamtellungen zur Annahme. Bei der Anstellung eines Mu- gisiratsoberbanrats sllr das Hochbauamt widersprach der Genosse Buchholz mit der Begründung, daß in den Zeiten der Finanznot der Stadt und den verlangten Sparmaßnahm-n für den.zur Anstellung gelangenden Oberbaurat keine genügende Tätigkeit vorhanden sei' Hier wäre eine Gelegenheit, zu sparen. Das Bezirksamt solle davon Gebrauch machen. Die Anstellung wurde gegen unseren Einspruch genehmigt._ leben im Bammm em possdamerpleh verschwinden wieder Der Magistrat hat in seiner Sitzung vom 12. Februar b«. sÄossen. daß die K ü n d! g ü N g des Vertrags mit der Belleoue- Zmmobilien-A.-G. wonach die Gesellschaft in dem Bauzaun Ecke Boltesue- und Friehrich-Ebert-Siraße Bsrkaufsläden einrichten dürfte, zum 28. Februar ISA) aufrechterhalte» werde» soll. Bürgermeister gegen Kommunistenrüpel 15. Bezirk- Treptow. Der Vorsitzende teilte zu Beginn mit. daß dem Antrage der sozialdemokratischen Fraktion auf Errichtung einer städti- scheu Rettungsstelle in Ober- oder Niederschöneweide zur Zeil nicht vom Magistrat entsprochen weiden könne. Bei der Wahl der unbesoldeten Bezirksamtsmitglieder entfielen auf den bürgerlichen Wahloorschlag 14 Stimmen, auf den Wahlvorschlag der Sozialdemo- traten 14 Stimmen, aus den Wahloorschlag der KPD. 9 Stimmen. Ein Stnnmzeiicl war unbeschrieben. Das Los mußte zwsschen unserem Genossen G i l l m e i st e r und einer Denwkratin entscheiden. Das von dem deutschnationalen Vorsteher gezogene Los entschied für letztere. Zu unbesoldeten Stadträten sind u. a. gewählt unsere Ge- nassen Fritz Bossen und Emil Lüdke. Bei der Wahl der Aus- schüsse und' Deputationen zeigte sich der Vürgerblock vom Nazi bis zu den Dernau aten wieder in schönster Hakmoiüe und nahm sa in ollen Deputationen unserer Froktidn einen Sitz ab. Das Bezirksamt teilte mit, daß es einen Antrag auf Errichtung eines Ehrenmals in Oberschänewcide ablehne. Unser Genosse Becher begrüßte diesen Standpunkt und empfahl, diese Angelegenheit generell in Berlin zu regeln. Dem Ankauf von Staatsforstgelände an der Oppenbrücke zu Altglienicke wird zugestimmt. Gleichfalls stimmte die Versammlung dem Fluchtlinienplan für die in Bcrlin-Obcrschönc weide belegene Straße An der Wuhlheide zwischen der Rathenaustraße und der Treskowstraße zu. Die von den Kommunssten vorliegenden 13 An- träge bzw. Anfragen verfielen größtenteils der A b l e h n u n g. Wie wenig ernst es die Kommunisten mit ihren Anträgen selbst nehmen, zeigte sich bei der Beratung der kommunistischen Anträge zur Be- Hebung der Erwerbslosigkeit, Gewährung einer Winterbeihils« an alle Unterstützungsempsänger, Senkung der Hauszinssteuer und der Mieten und bei dem Protest gegen den Finanzplan der Reichsregie- rung. Sie hielten es nicht für notwendig, diese Anträge auch nur mit einem Wort zu begründen. Nachdem bereits andere Tagesordnungspunkte erledigt wurden, wünschten sie nach- träglich, nachdem sie scheinbar aus ihrem Sowjetschlcrf erwacht waren, das Wort. Von unierein Genossen Becker wurde zu diesen An- trägen eine Entschließung begründet, die«ingehend zu der Finanz- gebarung der Stadt Berlin Stellung nahm. Die Kommunisten forderten, daß der in der Nacht vom IL zum 12. November 1929 in Treptow van den Nazis niedergeschlagene KPD.-Funktionär, der bekanntlich durch unseren Genossen Mcckelburg, Treptow, aus den Klauen der Nazis befreit wurde— die Kommunisten hatten ihn schmählich im Stich gelassen—, durch das Bezirksamt entschädigt werde. Unsere Genossen Strieder und Lempert wiesen die Anmaßung der Kommunisten gebührend zurück und schilderten die totsächlichen Vorgänge. Ein Mißtrauensantrag der KPD. gegen Genossen Bürgermeister Grunow wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Genosse Grunow erklärte namens des Bezirksamts, daß es sich die Bezirksamtsmitglieder überlegen müßten, für die Zukunft noch an den Beratungen der Bezirksversammtung teilzunehmen, wenn das Niveau der Debatte so bleibe wie bisher. Genosse Grunow erklärt«:„Ich streite mich gern mit einem politischen Gegner, wenn er int Betragen und Anstand einem Manne ähnlich sieht." Inlolge der langatmigen Reden der kommunistischen«chreier konnten auch in dieser Sitzung wieder nicht alle Tagesordnungspunkte erledigt werden. Ein Teil der Tagesordnung mußte auf die nächste Sitzung vertagt werden. In nichtöffentlicher Sitzung stimmte die Versammlung schließlich noch dem Ankauf eines Grundstücks in der 5)etdelbcrger Straße in Treptow zu. Wieder vorzeitiger Schluß der Sißung. 16. Dezirk— Köpenick. Am Mittwoch, dem 12. Februar, trat die Vezirksoerfammlung erneut zusammen, um die am 29. Januar wegen Radau aufgehobene Sitzung fortzusetzen und bk durch Vorlagen des Bezirksamts und weitere kommunistische Agitatioirnnirögs bereicherte Tagesordnung zu erledigen. Bei der Wahl der sechs unbesoldeten Bezirksamts- Mitglieder wurden von unserer Partei die Genossen B e n d i g und Tolksdors gewählt, während auf die Dcutschnationalen und die Kommunisten gleichfalls je zwei Sitze entfielen. Die liberale Frak- tian, aus vier Parteien zusammengezimmert, brachte sich durch Abkommandierung je einer Stimme an die Deutschnationalen und an di« Kommunisten selbst um das eine ihr fest zustehende Mandat. In gleicher Weise wurde die Besetzung der Deputations, und Aus- ichußmitglieder nach den Beschlüssen des Wahlausschusses vorze- nemmen. Der Austausch von Gelände in Köpenick-Nord erfolgte debatt elos. Die nun folgend« Beratung des KPD.-Antrags betreffs Rreiaabe von Etgtsmitteln von 1929 gab den kommunistischen Phrasenrednern Veranlassung zur Aoleierung ihrer Parteitiraden, wöbet sich di« feindlichen Bruder von lieks und rechts mit allerlei Liebenswür digkest en' traktierten. Der Vorsteher sah sich gezwungen. drei Hakenkreuzflegel aus dem Zuhörerraum zu verweisen. Der nächste KPD.-Antrog betreffs Mietserhöhung brachte dann den üblichen Knalleffekt: Hakenkreuzler, Nazis und Kommunisten voll- führten einen derartigen Lärm, daß dem Vorsteher, Genossen W o i ck, nur übrig blieb, die Sitzung zu schließen. Nach so gearteter vierstündiger.praktischer" Arbeit im Hause setzten die verbündeten Geister draußen noch ihre.theoretischen" Erziehungsmethoden fort. Omnlbus stall Schmalspurstraßenbahn. Der Umbau der letzten Schmolspurgleise der StraßenbahnHine 42 zwischen Bahnhof Steglitz und Bahnhof Lichterfelde(Ost) sowie der Linie 97 zwischen Bahnhof Steglitz und Bahnhof Ma- riendorf kann wegen der augenblicklichen Wirtschaftslage nicht sortgesetzt werden. Da die Schmalspuranlagen und das Wagenma- terial den Anforderungen hinsichtlich der LetriebssicherhKi nicht mehr genügen, wird der Straßenbahnbetrieb vom 15. Februar ab ' durch Omnibusse ersetzt. llsber das Schul-, Suust- und Bildungswese« der Stadl Berlm unterrichtet das soeben erschienene Heft 5 des Lerwaltungsberichts 1924/1927. Neben einem Ueberblick über das gesamte Berliner Schulwesen gibt das Heft ein Bild von dem Bolls- und Mittel- schulmösen sowie von den höheren Lehranstalten in Alt-Verlin, da die Innenbezirke auf Grund des Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin vom 27. April 1929 eine gemeinsame Bezirksschuldeputation und einen gemeinsamen Vezirksschulausschuß haben. Neben den Berufsschulen werden die Handels- und höhere» Handelsschulen, die Sondenchulen, die össemlichen Hauehaltnngs- schulen, die Dikioria-Fachschuls sowie die niederen und höheren gewerblichen Fachschulen behandelt. Der letzte Hauptteil erörtert das Kunst- u n d B i l d ung s w e s e n in der Rcichshaupfftadt. Dos 61 Seiten starke Heft kann zum Preise von 1,70 Mark im Buchhandel oder vou der Geschäftsstelle des Amtsblatts der«ladt Berlin, Rat- haus, bezogen werden. verl«tn>nK ein« Giro tage der icitlnn Siadtba-ck. Di«©ltokolT? 151 dft Berliner Stadtbank— Elra.ter.irala der Ctoit Berlin— wird am 17.!*ebmot twn Benin-Lichlonbern, BlBDcniorfffT. 8. nach Berlin-Lich- t e n b e r l l e n d o r k ft r. 117, verlegt, tzrrnfvrrchanschlus: E» tcnbcrg 2339. Mgememe Weiterlage. 1 Tf@h � � nt.» 0 woltenlfsO heiter,(Jhalbbedockr ® wolkig,® bsdecit* Regen/. Grauj�In Unter dem Einfluß bes europäischen Hocljüruckgebietes blieb es am Donnerstag fast überall in Deutschland trocken. Während es im Norden meist trübe bis nebelig war, herrschte im Süden und Süd- osten des Reiches heilerer oder ganz wolkeitloscr Himmel. Die Tem- peraturen logen meist einige Grade über Null, mir im Alpenvorland zeigte das Thermometer dauernd Frosttemperaturen. Das erwähnte Hochdruckgebiet zieht sich jetzt langsam nach Südosten zurück. Da- mit wird unser Bezirk allmählich die Einwirkung ses breiten Wst- stromes, der über Skandinavien fließt, erlangen. Zunächst dürste jedoch der Einfluß des Hochdruckgebiets noch ausreichen, nm unser trockenes Wetter fortbestehen zu lassen. «! wcllcraussichten für Berlin. Zeitweise aushenernd. Tempera« turen wenig verändert, keine Niederschläge, schwache Luftbewegur.g. — Für Deutschland. Nirgend- wesentlich- Aenoerung des herrsch.: n- den Witterungscharakters, in der südlichen Hälfte Deutschlands kal:e Nacht, im Norden zcftweise aufheiternd. Eewinnavszng ». Klasie Zs.Prtvhssch-CLddeullch» Klassen-Lotterst. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jed» gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gesallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer m den beiden Ableilungen I und II S. Fithungsiag 13. Februar 1939 Ln der Heuligen Dormiltagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen A ftloaru ,» 10000 W. 127939 168183 8®«D.rau ja 5000 OL 68595 19C033 222749 387658 10«»Binne ja 3000 M. 91803 109148 284639 287160 317188 »22" 2000 3». 132084 144354 132941 192030 203341 224.4.?-25323B 254737 306803 345992 371783 ..>n 1000 M. 1624 5737 37095 47633 73689 69795 10S682 111632 125359 155835 161825 163099 222062 233417 245630 263401 280190 284143 313826 317649 337654 350603 362739 389173 86«»Wim,« ,» 500 M. 4644 6321 10541 10588 16448 29423 38264 39568 46840 49679 78433 91028 98173 105220 106323 150253 155043 173381 173528 173862 177951 178050 184142 190634 192037 218889 251748 256450 258000 260387 266256 271389 282287 302353 303620 307374 339409 341576 351131 332375 368668 365221 352933 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne üicr 150 M. gezogen 4»«own» p, 10000 M. 122373 351512 2 Seviau«»s 3000 M. 333969 � 12 s-willn»(B 2000 M. 63737 103478 1 20559 21 1 734 231 491 203367 „ 30«»»im,» p» 1000 TO. 28927 29550 38891 451 1 3 69335 81333 82681 142511 190777 269695 274623 353727 368796 380730 382265 48«»Wim.» n 500 M. 27902 30832 40693 123300 124231 160004 l7noiD 17�00 ia«ß07 220591 243595 2691 oanoo-r Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je SOOOOO, 2 Gewinne zu je 500000. 2 zu je SOOOCo, 3 zu je 200000, 4 in t 75000, 2 zu je 60000, 12 zu j- 25000, 66 zu je 10000. 140 zu e 5000, 882 zu je 8000. 67S zu je 2000, 1780 zu je 1000. 8258 zu e 600, 9393 zu 1« 300 M.