BERLIN Freitag 14. Februar 1930 10 Pf. Nr. 76 B 35 47. Lahrgang erscheint tSgliSaagerSeustas«. Zugleich Sdcodall-gabe d«.Vorwärtt� Bezugs»«« beide Äusgabeu«Vf. reo Woche. Z�nW. reo Mooat. giedatlioa und erredirton; Berlin SW 68,»mdeiistr.» SjicUaubgaSe Ash V%fv>wf46» »zeigendrei«: Die einspaltige Nenpareillezell« «o Pf., gketlamezeile d M. Ermäßigungen nach Tarif. oascheckkont»! Vorwäns-Verlag G. m. H.H.. Berlin Nr.»7SZS. Fernsprecher: Dönhoff SSS bis SS» 35,4 Milliarden Gesamtschuld. Auswärtiger Ausschuß und Haushalisausschuß tagen gemeinsam. Die kombiniert« Sitzung des Auswärtigen Ausschusses und des Hnushaltsausschusses des Reichstags wird mit einigen Umständlich- keiten eröffnet. Zunächst muß der Auswärtig« Ausschuß beschließen, daß seine Sitzungen, soweit sie mit denen des chaushaltsausschuffes gemeinsam stattfinden, ausnahmsweise öffentlich sein sollen.' Sodann entwickelt sich eine ausgiebige Geschäfts« ordnungsdebatt« über die Frage, ob der Doppelausschuß. der nicht weniger als Us Abgeordnete umfaßt, mit den Beamten zusammen also eine Versammlung von annähernd ISO Personen darstellt, in dem Sitzungssaal des Hauptausschusses mit seiner de- rühmt schlechten Akustik sein« Tagungen abhalten kann. Nach längerem Hin und Her entschließt man sich, in den Plenarsaal zu übersiedeln. Der Vorsitzende. Abg. Hermann, nimmt seinen Platz dort, wo sonst der Redner stcht. um zu verhindern, daß die Gewohnheiten einer Plenarsitzung einreißen und zu lang« Reden gehalten werden. Sonst unterscheidet sich die lombimerte Ausschuß- fitzung von durchschnittlichen Plenarsitzungen des Reichstages nur durch die vollkommen leeren Tribünen und durch die bleuen Rauchwolke», die von den Bänken der Regierung und der Abgeordneten aussteigen. Di- Plenarsitzungen find rauchfrei, der Ausschuß aber hält aus sein Recht, rauchen zu dürfen. Di« sachlich« Erörterung beginnt so mit einiger Verspätung um 11 Uhr mit einer Rede des Retchsaußemninisters Dr. Curtius über die Frage der Annuitäten. Der Minister beginnt mit einer Polemik gegen die Rede des Abgeordneten Hoetzsch im Plenum und führt au», daß Deutschland keineswegs die Zahlung der interalliierten Schulden an Amerika übernommen habe. Die Schulden der Entente an Amerika gehen uns nichts an, ausgenommen den einzigen Fall, daß sie herabgesetzt werden. Dann kommt dieser Zahlungsnachlaß uns zugute. Der Minister beziffert die Durchschnittsbelastung der ersten 37 Jahre auf 1988 Millionen jährlich und wehrt sich gegen die Rechenmelhoden der Opposition, die durch Zusammengählung der Annuitäten zu einer Gesamtschuld von 113 Milliarden kommt! unter Anwendung der gleichen Methode würde aber die Gesamtschuld au» dem Dawe»-Plan auf«ine noch viel höhere Summe, nämlich auf 169 Milliarden zu be. rechnen sein. Doch ist diese ganze Berechnungsmethode unsinnig. In Wirklichkeit beträgt unser« gesamte Kapilalschuld au» dem Jouog-Plan 35.4 Milliarden Zu 5% Prozent Der Minister beschäftigt sich dann noch mit der Frage der unge- schützten Annuitäten, deren zeitweilig« Erhöhung von 660 aus 700 Millionen aus die Möglichkeit der Mobilisierung keinen Einfluß hat. Die zu mobilisierende Summ« wird durch die vorgenommene Er- höhung der Annuitäten nur von 10.4 aus 10.6 Milliarden erhöht Dem Dortrag de» Ministers folgt«ine lange Oppositions- red« des Deutschnationalen Dr. Retchardl. der in der Haupt- jach« das von Dr. Quaatz im Plenum Vorgetragene noch einmal wiederholt Stelldichein: Englisches Kriegsschiff. Wo sich Araberlönige«reffen. Bagdad, 14. Februar. Die vor einiger Zeit �angekündigte Konserenz zwischen den beiden arabischen Königen Jbn Saud vom Hedschas und König Faisal vom Irak wird, wie jetzt entschieden worden ist, an Bord eines englischen Kriegsschiffe s im Persischen Gols Im Laufe der nächsten Woche stattfinden. König Faisal vom Irak wird neben vier Mitgliedern seines Hofstaates von seinem Premier- minister und dem englischen Oberkommissar Sir Hiiniphrey begleitet werden. Auf der Konferenz wird über den Abschluß eines Freund- schaftsvertrages zwfchen Hedschas und Ärgk und über die Aufnahm« diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Nachbar- la ltdern verhandelt werden. Skrafanzrige aeaea Sasda. Gogen den ehemaligen tschechischen Genera Istabsches Gajda wurde von dem Grundbesitzer Zborill. einem Mügl-ed der saschistischen Partei. Strafanzeige weeen Bchrugeä' urd Unterichlaming erstattet Gafda h-t. wie die Anzeige behautet. von Zborill auroestellt« und von Gasda akzeptiert? Wechsel in der Höhe von 200 000 Kr widerrechtlich behalten, we'ter einen Betrag von 10 000 Kr. in bitrügerischer Art herausgelockt und wertvolle antik« Gegenstände venmtreut. Aufmarfch der �arteifahnen bei der Xefiatümg der 0e- noffen Paul£e vi im XrematoHum IVilmeradorf pletschkattis vor Gericht. „Sprengstoffvergehen" litauischer Emigranten. Zasterburg, 14. Februar.(Eigenbericht.) Vor dem Jnsterburger Schwurgericht begann heute morgen unter starker polizeilicher Sicherheit der mit Spannung erwartete Prozeß gegen Pletschkaitis und Genossen. Zahlreiche Pressevertreter sind nicht nur aus Deutschland, fondern auch aus Palen. Litauen und Lettland erschienen. Di« Regierung ist durch Regierungsrat Schumann und Polizeimajor Lcndrowski-Gumbinnen vertreten. Beisitzer sind Gerichtsassessor Lemke und Landgerichtsrat Herbst> Am 2. und 3. September 1929 wurden Im Walde in der Näh« von Melkehnen sechs verdächtige Männer beobachtet Landjäger in Gemeinschaft mit Gutsarbeitern umstellten den Wald und nahmen die Verdächtigen in der Nähe der Grenze fest. Man fand bei ihnen zwei Gewehr«, sechs Revolver, sechs Handgranaten, viele Munition und in einem Korbe, den sie bei sich führten, Flugblätter sowie sechs schwere Bomben, zwei aus Weißblech, vier aus Smhlrohr. Dem Amtsgerichtsrat von Stallupöhnen erklärten sie, sie hätten die Waffen bloß zu ihrer eigenen Verteidigung bei sich geführt, ihre Absicht sei gewesen, ihre Verwandten in Litauen aufzujuchen, um Geld zur Fahrt noch Slrgentinien zu erhalten. Auf irgend welche Fragen, die sich auf Woldemaras bezogen, verweigerte Pletschkaitis jede Antwort Anfang November richtet« er aber aus dem Inster- burger Gefängnis eine Zuschrift an den„Vorwärts", in der er sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr setzt«, als fei er von polnischer Seite veranlaßt worden, ein Attentat gegen den früheren Diktator Litauens, Woldemaras, in Ostpreußen ouszu- führen. Er erklärte, weder gegen Woldcmara? noch gegen eine andere Person in Ostpreußen ein Attentat geplant und mit niemand aus der Zahl der verantwortlichen Männer der polnischen Regierung oder mit Regierungsstellen je über«inen solchen Attentatsplon gesprochen.zu haben. Hieronymus Vleschkaitis, von Beruf Volksschullehrer, ist zur Sozlokdemarratischen Partei noch der Revolution gekommen. Als im Dezember 1926 die Regierung Dr. Grurtus durch den Putsch Smetonos und Woldemaras gestürzt und die sozialdemokratische Presse unter Zensur gestellt wurde, eine Wclle des Terrors durch das Land ging und die sozialdemokratischen Funktionäre in Massen verhastet und se'bst zum Tod« rerur�ilt wurden, da machten sich unterirdisch« Gegenströmungen bemerkbar. Am 9. September 1927 kam es zum Aufstand in Tau- roggen: das war nur ein Symptom für die ungeheure Gärung im Lande. Die litauisch« Staatsbank wurde ren d?n Linksraditalsn besetz!, die Polizei wurde entwaffnet. Das Militär behielt aber die Oberhand und standrechtliche Massenerschießungen waren die Antwort. Der litauische Sozialdemokrat Mikulski wurde bei der Dersalgung erschossen, Pletschkaitis flüchtete nach Polen. Er suchte dort Annäherung an Pilsudski, den er als kleineres Uebci im Vergleich zu Smetona betrachtete. Diese Haltung Plekschkaitis führte zum endgültigen Bruch mit seinen früheren Parteigenossen. Schon seine Teilnahme an dem Putsch in Tauroggen hatte zu seinem Ausschluß aus dem Zentralkomitee der Sozialdemokratie geführt. Ießt wurde er auch aus der Organisation der litauischen Emi- granten i n Polen ausgeschlossen. Di« polnischen Sozialdemo- traten trugen ihm seine Annäherung an Pilsudski nach. Er stand vollkommen isoliert da. Beginn der Verhandlung. Pletschkaitis macht üb«r seine Personalien folgende An- gaben: Am 27. November 1887 geboren, verheiratet drei Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren, jetzt polizeilich geschieden. Er war früher Gewerkschaftesekretär. Pletschkaitis sieht gequält und leidend aus. Die anderen Angeklagten sind jugendliche Perjonen im Alter von 21 bis 32 Jahren. Di« Verständigung mit den Angeklagten, die, außer Pletschkaitis, nur die litackische Sprache kennen, ist sehr schwer. Sie muh durch einen Dolmetscher erfolgen. Achtzehn Zeugen und drei Sach- verständige sind geladen und erschienen. Der Angeklagt« Anton D a u g s ch a s. Arbeiter aus Sawalky, gibt an, 6 Monate«ine litauische Polizeischule besucht zu haben und bis Dezember 1927, wo er flüchten mußte, Polizeibeamter ge- ?,« s e n zu sein. Pletschkaitis kennt er seit längerer Zeit, die anderen Angeklagten sest seiner Flucht. In Sawalky sind die An- geklagten zusammengekommen, um gemeinsam die Estern in Litauen zu besuchen. Dort wollte er sich Geld beschaffen, um nach Amerika zu gehen. Gegen die litauische Polizei wollte er sich notfalls mit dem Revolver verteidigen. Da die polnisch-lstauische Grenze scharf be- wacht werde, gingen sie über die ostpreußische Grenze. Am Morgen darauf wurden sie in einem Wäldchen auf deutscher Seite fest- genommen. Rucksack und Dastkörbchen, in dem sich die Bomben befanden, will er nicht getragen haben. Der Angeklagt« Peter Z a- l e n k a hat die Volksschule besucht und ist Arbeiter. Im Kriege hat er die link« Hand verloren. Bei dem Tauroggener Ausstand mußte er flüchten. Eine Verabredung, gemeinsam über die Grenze zu gehen hat nicht vorgelegen. Er traf die anderen an der deutschen Grenz« und schloß sich ihnen an, um seine Frau in Kibarty zu besuchen. Zum Grenzübertrist war er berechtigt, da er einen Aus- weis hatte. Pletschkaitis habe nicht gewußt, baß er sich im Besitze eines Revolvers befand. Der Angeklagte Piliaawicius kam während des Krieges als Kind nach Rußland. 1918 kamen die Eltern zurück nach Litauen. Er hat das Gymnasium besucht, dann wurde er Postbeamter in Wilna. Er hat sich politisch betätigt, gehört der Sozialdemokratie an und war Führer der Ortsgruppe Wilna. Während des Um- sturzes verhaftet, kam er in«in Konzentratlonslager, dann wurde «p amnestiert. Aus Furcht vor Der-folgung ging er nach Polen, mo er Pletschkaitis kennen lernte. Da er arbeitslos war. wollte er im September zurück nach Litauen. Er war im Desitze einer Waffe und Munition. Der Angeklagte Szemaitis mar Praktikant bei einem Amtsvorsteher und wurde 1925 Sekretär. Seil�1'ö27 ist er infolge politischer Verdächtigung entlassen. Am Olitaer�Putsch war er beteiligt, floh nach Deutsch'and und erhielt wegen Paßoergehens sieben Tage chaft. Dann ging er nach Polen, lernte Pletschkaitis kenen und schloß sich ihm an. Bei seiner Verhaftung war er im Besitze von Waffen und Munition. Sämtliche Angeklagten leugnen, Bomben getragen und ein Attentat in Deutschland geplant zu haben. Berlin ohne Führung. vle verantwortungslose Haltung Oer Bürgerlichen und Kommunisten. Die gestrige Böß-Debatte in der Stadtverordneten- Versammlung hat nicht d»« Klärung in der Angelegenheit ge- bracht, die allgemein erwartet wurde. Der demokratisch« Antrag, auf den sich die antragstellende Fraktion, die Deutsche Volkspartei, und die Sozialdemokraten geeinigt hatten, fand vor den Augen der Zentrumslcute lein« Gnade: sie beanspruchten Aendemngen, die Ihnen von den drei anderen Fraktionen nicht zugestanden werden konnten. Da auch die Wirtschaftsparteiler aus agitatorischen Grün- de» dein Antrag die Zustimmung versagten, so fand er leine Mehrheit. So kleinbürgerlich die Politik der Wirtschaftepartei im Rathaus« schon Immer war, so unverständlich, um nicht zu sagen eigensinnig, wind im Lauf« der Zeit die Politik des Zentrums. Obowhl der demokratische Antrag nichts weiter war als die Ge- nchmigung des von Oberbürgermeister Böß selbst ge- stellten Antrags auf Pensionierung durch die städti- schen Körpelschasten, brach die Zentrumsfraktion aus. Schließlich war sie auch gegen den deulschnationalen Antrag. Aber wir haben uns schließlich nicht mit der Führung der Zentrumsfraktion auseinanderzusetzen. Es war selbstverständlich, daß die Oppositionsparteien, K o m- munisten wie Deutsch nationale und auch ihr haken« kreuzlerischer Anhang, ln der Debatte noch einmal die Der. liner Verwaltung als die korrupteste der Welt hinstellten. Nach ihren Reden gibt es in Berlin überhaupt keinen Beamten mehr, der nichl bestechlich oder schon bestochen ist. Wider besseres Wissen sprachen sie von der„Pleite Berlins", und man nahm mehr als einmal Veranlassung, sich als die Retter Berlins hinzustellen, die durch alt- preußische oder bolschewistische Sparsamkeit— je nach der Couleur des Redners— alles wieder in Ordnung bringen könnten. Daß durch die Annahme des Agitationsantrags der Deutschnattonalen dem Oberbürgermeister nunmehr bis zur Erledigung des Disziplinar. Verfahrens sein volles Gehalk weilergezahll werden muß. während er bei der sofortigen Pensionierung monatlich etwa 700 Mark weniger«rha'ten hätte, daran stießen sich die„Sparpartelen" nicht. Wer will sagen, wann es«i einen, Spruch des Disziplinar- gerichts kommt? Wer will mit Bestimmtheit behaupten, daß die Untersuckzuiig gegen Böß mit einer Diszkplinierung und mit einer Entlassung ohne Pension endet? Die durch den deutschnationalen Antrag ausgestellte Forderung danach bedeutet noch keine Beendigung des Disziplinarverfahrens im Sinne der Antragsteller. Es bleibt ein W u n f ch an die Staatsregierung, den diese vielleicht nicht einmal an das Disziplinargericht weitergeben wird, well das un- abhängige Gericht schon nach dem Gesetz zu einer Durch- silhrung des Verfahren-„ohne Rücksicht auf die Person" ver- pflichtet ist. Der Beschluß der Oppositionsparteien o e r b a u t aber auch für die nächsten Monate jede Möglichkeit, der Weltstadt Berlin ein neues Oberhaupt zu geben. Wäre Däß' Pensionierung gestern erfolgt, hätte bereits in den nächsten Tage» die Umschau nach einem n c u c n Oberbürgermeister beginnen können: so aber muß Berlin warten, bi? da» Disziplinargericht ge- sprachen hat. Inzwischen wird die Arbeilerskadi verlin, in der alle bürgerlichen parleien zusammen in der Mluderhelt Nnd. von einem »olksparteillchen vürgermelsier geleitet, der sich auf eine Fraktion von ganze« 16 Man« unter 2ZS Sladtverordnekeu stützen kann. Daß dieser Zustand gerade Im Interesse der Arbeiterbe. völkerung Berlins auf«ine länger« Zeit schwer zu ertragen Ist. hat der„Vorwärts" bereits oft betont. Wenn insbesondere die Kam- munisten, dl« ja immer noch vorgebe», Arbeiterinteressen zu ver- treten, dafür die Mitverantwortung übernehme», so mögen sie da» vor ihren Wählern rechtfertigen. Sie werden die ganz« Angelegen- heit zwar agitatorisch auszunutzen versuchen, für die Aufklärung aber nvird dl« Sozialdemokratische Partei sorgen! Oer Ooppelmord in Buenos Aires. Matrose Axelseu zu Jahren Zuchthaus verurteilt. Lüneburg. 14. Februar. Ja dem Prozeß gegen den Seemann peier Ux eisen, der avgeklagi ist. Ansang November i922 in v u e n o» Aires an der Ermordmrng zweier argentinischer Händler beteiligt gewesen zu sein und beide beraubt zu haben, fällte das Lüneburger Schwurgericht kurz noch Mitternacht das Urleil. Axelseu wurde wegen schweren Raubes lu Talelnhell mit Tötung zu 15 Jahreo Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre ver- urteilt. Der Staatsanwalt hatte Todesstrafe beantragt.* Er begründete seinen Antrag damit, daß eine Auslieferung nach Argentinien nicht zulässig sei. doch müsse man schon aus Gründen der Loyalität der Bitte des argentinischen Staates zur Strafverfol- gung Axetsen» nachkommen. Die Aussagen Ax-ls-ns seien wider. ipruchsvoll und unglaubhaft. Das argentinssche Vorverfahren fei iorgsältig gehandhabt worden. Arelfen sei mindestens der Mittäter- Ichast und Beihilfe zum Raubmord schuldig. Die drei V e r t« i- d l g, r machten geltend, daß zum erstenmal in der deutschen Recht- sprechung überhaupt der Versuch gemacht werde, das schriftliche Der.| fahren eines auswärtigen Staates zur Grundlage eines Verfahrens nach deutschem Recht zu machen. Gegen eine derart einschneidend« Maßnahm« erhebe die Berteidigung schärfsten Protest. A«lsen war seinerzeit in Argentinien verkästet und nach einer Untersuchungebaft von einem Fahr fünf Monaten und Tagan zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe oerurteilt worden: er Geistesknechtung in Sowjetunion. Oer Papst für„Gewissensfreiheit".— Oie bolschewistische Zuquifltion. Der im„Osservatore Romano" veröffentlichte Brief des Papstes an den Generakvikar Kardinal Bafilio Pompilj über die Äerschärfumg des bolschewistischen Terrors gegen das kirchliche Leben m Rußland bedeutet an sich keine Ueber- raschung, wenn man die Borgeschichte dieses Schreibens sich ver- gcgenwärtigt. Seit langer Zeit war der Vatikan bemüht, eine mildere Praxis der russischen Kirchenpolitik herbeizuführen. Parallel mit diesen Be> strcbunge» liefen ebenso diskrete wie interessante Verhandlungen des päpstlichen Stuhls mit dem Patriarchat der russischen ortho- doxcn Kirche über eine engere Fühlungnahm« zwischen beiden Kon- fesssonen. Unzweifelhaft hätten diese Bemühungen, falls sie zu einer Art ungeschriebenen Koukordaks zwischen Moskau und Rom gediehen wären, für die Sowjetunion ein beachtliches politisches Plu» bedeutet. Aus welchen Grünten man im Kreml vor etwa einem halben Jahr der sich anbahnenden Verständigung plötzlich ausbog und einem Religionsoandalismus den Vorzug gab, dessen krasse Exzesse nicht einmal zu Lenins Zeiten möglich gewesen wären, entzieht sich der Kenntnis der Oeffenllichkeit. Daß der Papst als Haupt der katholischen Christenheit jetzt entsprechend quittiert, dos nicht wundernehmen, sensationell wirkt nur die Schärfe der. Absagt und Ihr« unzweifelhaft beobflchllgte politisch« Reichweite. Rom ist aufs höchste erregt und schreitet in seiner Erregung sogar zu einer herben Kritlkan der Anerkennungspraxis der großen Staaten gegenüber der Sowjetunion. Der Papst führt aus. daß es besser gewesen wäre, die Aner- temiung des bolschewistischen Regimes von der Anerkennung der Geistesfreiheit, der Freiheit der Religionsübung und der Kirchengüter durch die Sowjets abhängig zu mache«. Gewiß, es wird sich niemand beeilen, auf Grund des päpslllchen Briefes eine Revision der dip'omatifchen Zertifikate vorzunehmen, daß ober das Schreiben Pius XI. von der katholischen Welt als ein helter Alarmrus aufgefaßt werden wird, ist als sicher anzunehmen, ebenso wie sicher Ist, daß t«r römische Stuhl, da er sich schützend vor die griechisch« Schwesterkirche stellte, bei dieser starke Sympathien ge- weckt und Hoffnungen ausgelöst hat. die zwar der russischen Glau- blgkest vielleicht nur neue Repressalien eintrogen, den Leuten um Stalin aber bestimmt nicht sehr willkommen sein werden. Mel« werden den pikanten Reiz zu würdigen mssen, der dar'n liegt, daß das Oberhaupt der autoritären katholischen Kirche sich so energisch für de» vegrlsf der Gewissensfrelhell einsetzt, für diesen Begriff, mit dem gar vieles zusammenhängt, was für den eingeschworenen Katholiken bicher ein äußerst heißes Eisen gewesen ist. Aber kerne ironische Anwandlung wird den S o- z i a l t st e n abhalten, im Kampf für die Sicherung der Ceistes- und Gewissensfreiheit sich jeder paulinischen Wandlung zu freuen und jedes Bekenntnis zu den Prinzipien der human!- tären Demokratie, falls es nicht bloß Lippenbekenntnis bleibt, zu begrüßen. Die Aufhebung der Geistes- und Gewissensfreiheit in Rußland, die wild« Terrorisierung des religiösen Lebens, die völlig« Preisgabe des Tvleranzgedankens auf dem Gebiet des Ideologischen und die Etablierung finstersten Gewissenszwanges ist der Versuch einer Minderheit, dem Mittelalter zu einer Auserstchung zu verhelfen. Die sozialistische Arbeiterschaft will damit nichts zu tun haben. Sie verdankt nicht zum wenigsten der Zerlrümmervag der mitlelalterllchen Aaschauuagswelt ihr« inner« Befreiung und die Ermöglichung ihres politischen Auf- stiegs, und sie hat keine Lust, durch eine widerliche Korrumpierung ihrer sreiheitlichen Ideenwelt sich den Weg zu weiteren Siegen ver- schütien zu lassen Es ist bedauerlich, daß bestimmt« Organisationen bürger- licher und proletarischer Färbung, die dl« Wahrung der Geistes- und Gewissensfreiheit auf ihre Fahne geschrieben haben, nicht längst zum bolschewistischen Kulturskandal das Wort ge- .nommen und aus die ernsten Gefahren hingewiesen haben, die sich aus jenem Rückfall ins Mittelalter auch für sie und ihr« Ziele er- geben Sie haben auf Rom gestarrt und dabei nicht beachtet, daß in ihrem Rücken das System einer neue» JvquljiÜou und dl« Fundament« einer neuen geistigen Zwingburg zusammen- gebaut wurden Rom erschien ihnen gefährlicher als Moskau. Wenn irgendwo zwischen bayerischen Bierfässern ein Küster von seinem Pfarrer seklert wurde, ließen ste brav die Tinte fließen, wenn in Rußland Dutzenden von tüchtigen Gelehrten die Möglichkeit eiuer freien Forschung und freier Lehre genommen wurde, wenn unter dem Lorgeben einer ästhetischen Bereinigung der öffentlichen Bibliotheken ein Inde.x der für das russische Volk verbotenen Philosophen aus- gestellt wurde, der u. a. Namen wie P l a t o und Kant ausweist, dann haben sie sich nicht gerührt! Der Papst in Rom verbietet Bücher? Richtig. Doch mit Berlaub: wen schiert's? Kann der Papst irgendwo in der Welt verhindern, daß ihm nicht genehme Bücher gedruckt werden? Wo ist der Katholik, der den uufczc l'drorum prohibitorura wirklich und in allem Ernst respektiert? Was bösartig ist an Rom. ist löngit an die Lette gelegt und die Kette hält. Wenn in Rußland hingegen die Gelstesfreiheit negiert wird, ein« ungeheuerliche Zensur sich austoben darf und ein« Vergiftung der kulturellen Atmosphäre betrieben wird, an der der selig« Torquemada seine Freude gehabt hätte, dann steht Himer diesem finsteren Enffchtuh die schießende Fltnl« und der hauende Säbel. Hohe Zelt wahrlich, daß die Verbände, die das Palladium der(Beistssfreiheit hochzuhalten bestrebt sind, sich gegen Moskau rühren. Es tut nämlich weh, ihnen heute sagen;u müssen, daß ihre Passivität genutzt worden ist durch— Rom. ssrieärick Wendel, Preußen vor dem Staatsgericht. Sein Wahlrecht angefochten. , Leipzig. 14. Iiebrvar. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich verhandelt heute unter dem Borsttz des Reichsgerichtsprästdente» Dr. Bumke über die Klage gegen Preußen. Zur Entscheidung steht die Frage, ob der derzeitige Landtag in Preußen auf einer verfassuugsmäßigeu Grundlage steht oder ob er i« seiner jetzigen Zu- sammeusetzung nichtig ist. Die Klage wurde erhoben durch den Völkisch- Nationale« Block und durch die Volks» recht-Partei. Reichspartei für Volksrecht, und Aufwertung, beide im Preußischen Landtag. Die Klüger beziehen sich vor allem auf die Eutschei- dung des Staatsgerichtshofes vom 2. Mär, 182;». durch die§ 20 Absatz 2 des württembergi- scheu Landesgesetzes für verfassungswidrig erklärt wurde. Die Klage der Parteien richtet sich im wesentlichen gegen§ 32 Absatz II des preußischen Landeswahlgesetzes: sie verlangt vom Staatsger'chtshof die Feststellung der Verfassungs- Widrigkeit dieser Bestimmungen, deren Sinn etwa folgender ist: Kein« der mit Wahloorschlägen hervorgetretenen Parteien darf au» den auf Landesliste gesammelten Reststimmen mehr Sitze im Landtag erhalten, als sie in den Einzelkreisen oder In Wahlkreis- verbänden erworben Hot. Di« Voltsrech'--Partei ist durch diese angefochtenen Destim- münzen in der Art geschädigt worden, daß ihr 320 000 bei der Landtagswahl vom 20. Ma! 1928 für ste abgegeben« Stimmen ver- lorengegangen stnd. Der Partei geht es in erster Linie um die Anerkennung dieses Wahlergebnisses, in deren Verfolg die Partei 17 Abgeordnete in den Preußischen Landtag zu«mfenden vermöchte. Der preußische Staat wird vor dem Staatsgerichtshof vertreten durch Mimsterialdirek or Dr. Ladt, Ministerialrat Schütze und Re> glerungsrat Globk« Außerdem ist vom Reichsministerium des Innern Ministerialrat Dr. Kaisenberg anwesend. Zu Beginn der heutigen Verhandlung mußte die Frage geklärt werden, od der Staotsgerichtshos für da, Deutsche Reich zur Per- Handlung und Entscheidung der Angelegenheit zuständig sei. Für die preußische Regierung erklärte Ministerialdirektor Dr. Dadt, daß das preußische Wahlprüfungsgericht durch die preußische Verfassung berufen sei, letztinstanzlich über die Gültigkeit der preußischen Wahlen zu richten. Raum für«ine Eni- scheidung des Staatsgerichtshofes bliebe nicht mehr. Uebrigens habe der Staatsgerichtshos von Amts wegen selbst seine Z u- ständigkeit zu prüfen. Trotz dieser Bedenken stellte die preußische Regierung keinen Antrag, da sie die Entscheidung nicht verzögern wolle. Nach den Dispositionen des Vorsitzenden ist damit zu rechnen, daß die Entscheidung des S'aatsgerichtshofez erst am Montag vor- mittag verkündet wird, denn der Gang der Verhandlungen es er- möglicht. war aber auf dem Transport entwichen und nach Deutschland geflüchtet, wo am IS. Mai 1927 die Untersuchungshast wegen dieser Ihm zur Last gelegten Taten über ihn verhängt wurde. Die Haft in Argentinien sowie die gesamte Haft In Deutschland werden Azelsen auf die oben genannte Strafe angerechnet. Die Verteidigung wird Revision beim Reichsgericht einlegen. Toöessturz aus dem fahfenden Zug. In unmittelbarer Nähe des Vorortbahnhofes Buch an der Berlin— Sernauer Streck« stürzte heule früh der Schlächter Ewald aus Freienwald« aus einem fahrenden Zug. Der Derunglückte, der außer einem doppelten Schädel- b r u ch schwer« Bcckenverletzungen erlitten hatte, wurde In die nahe- liegende Kinderhellanstalt Puch gebracht, wo er wenige Minuten nach seiner Einlieferung, ohne das Bewußlfein wiedererlangt zu haben, starb. Ewald benutzte täglich den frühen Personenzug nach Berlin, um hier einzukaufen. Heute war das Abteil überfüllt und E. lehnt« an der Tür, die vermutlich von einem später Hinzug«- stiegen«» Reisenden nicht richtig geschlossen wurde. Durch den Ruck in der Kurv« sprang die Tür dann aut und Ewald stürzte hinaus. Die K imin-'lpoNzel hat die weiteren Ermittelungen auf- genommen.— Der Zug lief mit �stündiger Verspätung auf dem Stettin«? Bahnhof ein. New-�orker Ltoierwelt beherrscht die Straße. Ein zweiter Fall Rothsiein. New?ork. 14. Februar. Ctn in gewissen New-Zorter Sreis.'n sehr bekannter Spieler und Lebemann ist in der Nähe des ginkee-Sladions von vier Unbekannkeo überfallen und saml seiner Dsnlsitcrin in brutalster weise durch un zählige R e o ol ve r sch ü sse ge- kötel worden. Die vier llabekonnlen. die im Aulomsbll oe- kommen waren, fonnken sich nach der Tak unbehelligt ent. fernen, ver Fall erregt insofern besondere« Aussehen, als man anolmml, daß es sich um eine„Hinrichtung" Handel«, die eine F?'qe der vielen Fehden in der New-Aorker Unterwelt ist. Die llmstöude erinnern lo mancher veziehung an die»och immer ua- aufgellärle Ermordung des Spielers Rolhsteln. hochverrakeoersahren gegen Kommunisten. Der Redakteur der . Roten Fahne". Hampel. der hauptsächlich unter dein Namen Slang schreibt, ist oin Freitag im Verlaufe einer Vernehmung durch die Kriminalabteil'.mg des Berliner PolizeiprästUums verhaftet und, wie das Berliner Kommunistenblatt mitteilt, noch am Abcnd nach Leipzig übergeführt worden. Slang wird der Lrrbercit'.-ng Zum Hochverrat bcfchuldiat. Vor mehreren Ta--en wurde bereits der Redakteur der„Roten Fahne". Sochmann. unter dem Verdacht des Hochverrats festgenommen. Maskierte Räuber am Bett. Gefckäfismann überfallen, gefesselt und beraubt. Eiueu verwegeaco Streich verübten in der vergangene» Nacht zwei Einbrecher im Hause ZBeifccnburger Strafe« t. an der Ecke der Saarbrücker Slrafee. In dem Hause befindet sich die Buchdruckerei des 62 Jahre alten Ernst Nalrodt, dessen Frau und Tochter nebenbei ein Ueines Papierwarengeschäft betreiben. Die Prioatwohnung der Familie liegt im ersten Stock, der alte Herr schläft aber seit«in ger Zeit in einem Kontorraum hinter der Druckerei. In der vergangenen Nacht erwachte er gegen ÄZ Uhr davon, dofe ihm ein Lichtschein ins Gesicht fiel. An seinem Bett standen zwei Männer, die, soviel «r in dem blendenden Licht sehen konnte, Masken vor den Gesichtern trugen. Unter Bedrohung mit einer Schufewaffe zwangen sie Natrodt, sich ganz ruhig zu verhalten, fesiellen ihm die Hände und durchsuchten dann seine Kleidung, die auf einem Stuhl neben dem Bell lag. Sie fanden die Geldfchrankschlüsiel. öffneten so mühs'os und erbeuteten etwa 1öt>0 Mars. Unter fortgesetzten Drohungen zogen st« sich mit der Beute zurück. Natrodt war Gegenwart und Romantik. Musikrundfchau./ Von Klaus pringsheim. Zm Ramsch. OaS Ka-pe-ve Krokodii:„Bitte, quetschen Sie diese braven Arbeiter aus. Zch bin zu weich. Ich habe em zu gutes Herz"' infolge der Aufregung ohnmächtig geworden. Als«r wieder zu sich kam, begab«r sich in die Wohnung im ersten Stock und alarmierte von dort aus da» Ueberfallkommando. Das Grundstück wurde ab. gesucht, die Verbrecher waren aber berells verschwunden. Tänzerin stürzt aus dem Fenster. Mit schwerea Berlet-uogen ins Krankenhaus gebracht.. Ein schwerer llagliicksfall ereignete sich am Donnerstag abend in dem llergnügungslotat Alkazar in der Behren- st r a fe e. Die 16 Zahre alle Tänzerin E l f r i e d e M. aus der »osealhaler Straße, die dort beschäftigt ist. war wohl ein wenig animiert, beugte sich zum Fenster des drillen Stockes Hinaue. um frische Duft zu schöpfen, verlor plötzlich das Gleichgewicht und stürzte tu einen Llchtschacht hinab. Mit schweren inneren Berletznngen wurde sie in dle Klinik in der ZIegelslrafee gebracht. Die verunglückte ist noch nicht wieder zur Besinnung gekommen und konnte deshalb von der Kriminalpolizei über die einzelnen Vorgänze nicht gehört werden. Eine Uuiersuchung ist eingeleitet.§ Die Aerzte hosten, das Mädchen am Leben erhallen zu können. Ein furchtbarer Unfall trug sich heut« mittag im Hause Äa sta n i e na ll e e 19'20 zu. Im dritten Stockwerk wohnt dort die Familie des Schlossers Opitz. Gegen 12 Uhr war Frau O. mit dem Putzen der Fenster beschäftigt. Wahrscheinlich infolg« eines Schwächeanfalles verlor sie plötzlich den Halt und stürzte auf den Hof hinab. Mit lebeneLefährlichen Ver- letzungen wurde die Verunglückte ins Lazarus-Ärankenhaus gebracht und sofort einer Operation umerzogen. An dem Auskommen der Frau wird gezweifelt. 5000 Taxifahrer im Sireik. O!e Beschlüsse der Osganisaiion werden durchgesübrt. Der gestern gefaßt« Streikbeschluß des Gesamtoerbandes wirb von den Kraftdroichkensührern durchgeführt. Schon in den frühen Morgenswnden liefen bei der Organisation zahlreich« Meldungen über Arbeltsein st ellungen in den verschiedensten großen und kleinen Betrieben«in. Bis gegen Mittag stt die Zahl aller streikenden und ausgesperrten Krastdroschkenführer aus rund 5090 gestiegen. In geradezu mustergültiger Wesse haben die frelgewerkschast- lich organisierten Krastdroschkenführer der Aufforderung ihrer Orga- nssation Folge geleistet. Die Wagen, die zur Zeit noch lausen, wer- den größtenteils von Einzelbesitzern und von sogenannten„wilden" Fahrern, also unorganisierten Chauffeuren, gefahren. Die Aufk'ärung dieser unorganisierten Fahrer über die Bedeutung des Lohnkampfes wird durch die Funklionärs der Organssation an den HalteplSf-en«ssrig betrieben, fo daß im Lauf« des Tages noch viele dieser Fahrer die Arbeit einstellen werden. Wie uns wei'er mitgeteilt wird, ist im Laufe des heutigen Vormittag an verschiedenen Stellen der Stadt zu Zrssammenstäfeen zwischen streikenden und noch fahrenden Taxichaufseuren gekommen. So bedauerlich diese Vorgänge sind, die von der Organisation nicht gebilligt werden, ist die Erregung der Kraftdroschkenfahrer mensch- lich begreiflich, zumal die Unternehmer durch ihr halsstarrig«. Der- hallen wochenlang den Kampf provoziert haben. Während der Dauer dieses Kampfes dürfte es ratfam sein, kein« Kraftdroschken zu benutzen, da leider mit weiteren Zusammenstößen gerechnet wer- den muß._ «Foff und Fetf. unsere istustnerte Wochenschrift, und »Der Siuderfreuud- liegen der heutigen Postauflage bei. Wetter für Verlin. Beständiges Weiter mit langsamer Be- wolkungsabnahm«. käste« Nacht.— Für Deutschland. Ueberall Fortdauer de, beständigen Wstters. in Nord- und Mitteldeutsch. land Verschärfung der Nachtfröste. Edwin Fischer unternimmt es, in einer Folg« von drei Abenden sämtliche Klavierkonzerte von Lach vorzuführen: ol, Pianist und zugleich DirigeM an der Spitze des Äammerorchesters Micha«! Taub«: unter den mitwirkenden Solisten MoxStrub.der erste Konzertmeister der Rcpublikoper. Die Konzerte für ein, zwei, drei Klaviere, und dazu noch, zur Abrundung des Programms oder zur Abwechslung Jnstrumentalwerk« von verwandtem Typ. Ein außer- ordentliches, bedeutsames Konzertunternehmen, und unter dem Namen eines Künstlers von solchem Rang und Ruf angekündigt: am zweiten wie am ersten Abend bietet die Singakademie das fetten gewordene Vitt» eines überfüllten Äonzerssaales, und es wird beim dritten nicht anders sein. Das besonder« und aktuelle Interesse, das sich mehr und mehr der Instrumentalmusik Vachs zuwendet— der Musik des polyphonen Vewegung-fpiels, um sie fchlagwortmäßlg knapp zu kennzeichnen—. kommt in dieser ungewöhnlichen Anteil- nehme des Berliner Publikums zum Auedruck. Aber Edwin Fischer. einbezogen in jenes Jnteresie, das aus der heute herrschenken Musik- anschauung gespeist wird, steht für seine Person dieser Anschauung durchaus fern. II ad es geschieht, daß zwar die Hörerschaft, mit- gerissen von der elementaren Kraft einer starken echten Musiker- Persönlichkeit, Dank und Beisall in eindringlicher Form bekundet. doch daß die Kenner und Krttiker— die Bach-Kenner und Fach- kritiker— fast«instimmig die zur Diskussion gestellt« Leistung ab- lehne» Was haben sie grundsätzlich Gewichtiges einzuwenden? Daß Bachs Musik, und jedenfalls die der Klavierkonzerte, ganz und gar nicht romantisch s«— ganz gewiß, das ist sie nicht—, und daß Edwin Fischer sie durchaus romantisch wiedergegeben habe— in der Tat, das hat er; dem Zwang seiner Mustkernawr folgend. Aber was müßten sie. scheint es nun. iDgischerweise daraus folgern? Entweder, daß er fortan, seine romantssche Persönlichkeil verleugnend, den Unromantiker Bach bachisch-unromantisch zu spielen Hab«: oder daß Ihm. well denn sein Bachspiel gar so unbachisch ist, schlechthin untersagt werden müsse, Bach zu spiele» Der Fall ist typisch: er erhellt, ein Beispiel für viele, die Verworrenheit der gegenwärtigen Musiksituation. Die Romantik Fischers, die Unromantik Bachs, das sind selbst- verständlich nicht unvereinbar« Gegensätze. Was hat es auf sich mit dieser Unromantik Bachs, in der die heutig« Zeit sich so wunder» bar gespiegelt sieht?..Romantik", man weiß es. Ist Deckname und Sammelname für die Musik des Jahrhunderts etwa von Beethoven bis Strauß geworden. Hinter der Modeparole„Los von der Ro- rnanttf* barg und birgt sich die anmaßend« Unterstellung, daß mit der PriKuktion unserer Tag« eine neue Geschichte der Musik anhebe. Die Wiederentdeckung Bachs war Flucht in die vorromantisch« Vergangenheit, rettend« Flucht einer Gegenwart und aus einer Gegen- wart, die hall erkennen muß, daß sie nur mit dem, was sie selbst hervorbringt, kein Auskommen findet. Aber dieser Bach, gewisier- maßen als Bundesgenosse zur Ueberwindung der Romantik auf- gerufen, darf nicht ein zweites Mal der Romantisierung versallen. Nicht ein zweites Mal, das ist es: denn zum erstenmal sst er im Jahrhundert der Ramantik und aus ihrer Perspettive entdeckt war. de» Nicht weil Romantik unbachisch, sondern weil sie unmodern ist. wollen sie Bach, den sie sozusagen als modernen Musiker reklamieren, vor romantischer Auslegung bewahren. Aber geradheraus gesagt, es sst absurd, den Stil vorzuschreiben, w dem ein Werk der Kunst reproduziert werden müsse. Denn der Stil der Reproduktion, das sst nichts anderes als die Auseinandersetzung des«produzierenden Künstlers mit dem Werk, die Anpassung seiner Persönlichkeit an' die Ausgabe des Reproduzieren«. Der Persönlichkell, vermöge deren er berufen ist. jene Aufgabe zu bewältigen. Anpassung, doch In keinem Fall: Verleugnung. Mit Edwin Fischers gesühlsbetonter. gefühlsmäßig verweilender sich versenkender Art des Musizierens mag man innerlich üverein- stimmen oder nicht. Ist es aber Sache der Kunstkritik, die Hypo- thesen jeder eben herrfchenden und noch nicht herrjchenden Richtung zum kategorsschen Imperativ der Zeit(und der Zeitung) zu er- heben? Di« allzu unentwegten Fortschrittmacher der Zeit haben jüngst ein« heilsame Lehre empfangen: Igor Strawinsly, der führende Musiker seit dem Tode Busonis, hat sie ihnen enellt. Vom »ermeintlichen Verächter der Romantik mußten ste's erleben, daß er sich— im„Kuß der Fee"— schlechthin romantijch gebärdet, und damit nicht genug, hat er sich feierlich und unwiderstehlich zu Tschaikowsky bekannt. Das heißt, daß ihnen nur übrig bleibt, an der Rehabilitierung des russischen Symphonikers mitzuwirken, für den ihnen eben noch kein Ausdruck der Geringschätzung wegweisend genug gewese» Keine Sorge, in ein paar Iahren kann die Fischersche Art der Vach-Jnterpretation höchste Mode geworden sein: zum Beispiel unter dem Namen„neuromantifcher Expresstonismus" Arbeiterchorabende. An die urromantische Gegenwart erinnert uns das Festkonzert, das der„Gemischte Chor G r o ß- B« r l i n" zur Feier seines zehnjährigen Bestehens gibt. Als einer der ersten Chöre, die sich die Pflege des proletarischen„Tendenzliedes" zur Aufgab« machten, sst es von Hermann Scherchen ins Leben gerufen. Das Programm, ganz seinem kompositorischen Schaffen gewidmet(unter Mitwirkung des Lambinon-Streichquartetts, dos bei solcher Gelegenheit nie fehlt), bringt im zweiten Teil vier revolutionär« Kampfgesäng«. Man spürt etwas von damaligem Furor in diesem Singen, und unter Georg Oscar Schumanns suggestiver Leitung werden die außerordentlichen Schwierigkeiten, die vor allem den hohen Stimmen zugemutet sind, glänzend bezwungen. Im Saalbau Frisdrichsholn veranstaltet das Bolls- f bildungsomt Prenzlauer Berg sein„Zweites Do?'l- tonzert". Der Kinder- und Iugendchor des Berliner Volkschors und das Philharmonisch« Orchester sind aufgeboten. Ein« hohe Aufgabe ist den Chören in Mozart» Kantate„Dir Seele des Well-. olls"--- es ist ein schönes Verdienst des DAS, sie seinen Mt'g'iedern «rschkossen zu haben— gestellt und st« wird unter Walter Häne'e Führung(und unter Mitwirkung der Sängerin Ingrid B.e'.cck, deren gutgebttdeter Sopran vorteilhaft auffällt) sehr glück ich gelöst. Nur scheinen die Stimmen der Erwachsenen in diesem Iug nilchor ein wenig schwach besetzt: man möchte nicht glauben, daß in der Verliner Arbetterjugend brauchbare Männerstimmen gar so rar seien. Ein« Freud« dann, zu hören, wie die Kinder, tonrcin und vergnügt, lustige Volkslieder singen: all« übrgen« in künstlerisch hochwertiger Bearbeitung. Dem vokalen Teil de» Programms folgt ein orchestroker von den Phllharmomkern. unter Prnwer. wird Beethovens Fünfte Symphonie gespielt. Hier sst in einem- Romantik unid Revolution, Dergaugenheit. die immer wieder als Elementarereignis der Musik in die Gegenwart einschlägt. Unbeschreiblich die Wirkung eines solchen Werkes auf Hörer, die da» Glück haben, es zum ersten Male zu erlebe» //Johnny braucht Geld." Universum. Das Filinmamsskript, das weder eine seelische Entwicklung noch eine anschauliche Schllderung. sondern nur absonderliche Zufälle kennt, klärt un» über Johnnys Geldbedarf auf. Johnny sst«in dem Trunk« ergebener schneidiger Kriegsslieger, der seinen Gegner, den»Schrecken der Lüfte", zum Absturz bringt. Natürlich kommen beide Flieger mit dem Leben davon. Nach der üblichen Propagandamethode für einen ritterlichen frisch-fröhlichen Krieg werden sie für einander entzückend liebenswürdige Lebens- retter. Nach dem Kriege hat Johnny in New Bork sein Geld bald verjubelt. Er möchte gern Wegelagerer werden, erbeutet jedoch statt Brillanten und Perlen«In kleines heiratksähiges Mädchen. Was ihm nicht gelang, olückt« inzwischen aber seinem ehemaligen Flieger» gegner, der zum Gentlemandieb allergrößten Stils avancierte. Die beiden„anständigen" Kerle triefen weiterhin von Edelmut, und nachdem Johnny dann noch einmal als Lebensretter fungiert hat. liegt ihm zum.Schluß die Braut im Arm. Es handelt sich um einen synchronisierten Film ohne Dialog. Wir wollen kein« englischen Dialoge, aber in diesen Filmbildern fehlt der Dialog. Bewegen doch die Darsteller während mehrerer Szenen den Mund, und dann— erscheinen auf der Leinwand Röllinghoffs Text«. Das zerstört natürlich den Rhythmus des Films. Ebenso kann man den Regisseur Edw. H. G r! f f i r h auf diese Weise kaum beurteilen: denn er mußte vom rew Fiimsschen abgleiten. weil seine Darsteller sprechen. Rod L a R o q u e sst ein Schauspieler hoher Kultur Aber schließlich sind die guten Darsteller nicht dazu da, schlechte Filme einigermaßen erträglich zu gestalten. Sein« Partnerin Sue Carol ist hübsch, sie verstiht dle reine il-sschuld zu markieren, ferner hat sie«irren schönen Augenaufschlag. Ullrich Haupts Hauptleistung aber besteht darin, sein Monokel sicher ins Auge zu klemmen. Das Prenrierenpublssum lehnte mit Recht den Film ab. e. d. Um die Zukunft de» verl'ner Renaissance-Theal-rs. Nachdem Direktor Gustav Härtung von der Leitung de« Renaissance-Theaters zurückgetreten ist, bewerben sich jetzt zahlreiche Berliner Theater- direktoren um die Uebernabme d:s Theaters. Neben dem Deutschen Theater wird Dr. Robert Klein genannt, der das Theater als dritte BüMte führen will. Ferner soll ssch die neu« Direktlon-'-G-mi'u» schast Kortner-Engel dafür interessieren. Al» ernsthaftester Rrslek- tont oilt jedoch Direktor Aufricht vom Thertsr am Schrffbauerdamm. Es ist bezeichnend, daß in erster Linie solche Kandidaten austreten, die bereit-' über ein oder mehrere Theater in Berl'n verf''a«n, da sich die all'iniqe FüHtrrna de» kleinen aber kostspieligen Theaters als unwirtschaftlich erwiesen hat. VI« Vaitri�r Spfe'oper, CHmSaflidtlce" wurde in einet dZMg Htnilöitn. dichlnilckcn nn't«rui-falisiden Nendearbelttmy durch Alfred (tz>UNn-mi»nd Max Bartbcl von der Tiädtischen Oder zur Au'» Kldrimg ißSl angenouime». Tie Oper trägt den Tstel»Vertauschte Rollen".' � Aaschlugsmulik wird Herrnann Scherchen tnil dem Bertiner Sfcink. Orche'ier(im Sonnina dem 16. Februar, mittag« 11,30 Uhr in der Bolltbuhn« vostuhreu. u Verlorenes Volt. Zu dem traurigen Kapitel der Ausrottung farbiger Völker- stämnre durch die immer weiter um sich greifende europäische Rasse erfahren wir«in neues, wegen der Entlegenheit des Orte« bisher wohl noch nie betrachtetes Beispiel: 540 Meilen östlich von Neu- seeland liegt die Gruppe der E h a t h a m-I n s e l n, entdeckt im Jahre 1790 von Cpt. Broughton und nach seinem großen Zeii genossen, dem Earl os Chatham, benannt. Die Hauptinsel, Thalham oder Rekohua. umfaßt 220 000 Acres, wovon etwa ein Fünftel, 46 000. auf die Lagune Te Wanga entfällt. Ein« klein- Halbinsel zeigt vulkanischen Charakter, das Inner« bedeckt dichter Busch mit wenig Baumwuchs. In der Nähe liegt eine Gruppe kleiner Inselchen, von denen die größte den Namen Pitt führt. Zur Zeit der Entdeckung schätzte man die Zahl der Einwohner auf etwa 1600; sie nannten sich M o r i o r i und scheinen von den Maori auf Neuseeland abzustammen, die vor 1350 die Insel er- reichten. Da die Inseln weder Kokospalmen noch Brotfrüchte und süße Kartoffeln hervorbringen, waren die Ansiedler auf den Fang von Walen und Robben angewiese» Seiten verirrt« sich ein Europäer in die abgelegene Inselwelt, und doch— als 1920 Skinner zu ethnographischen Studien sie aufsuchte, fand er nur noch zwei Abkömmlinge der alten Bewohner, der Marion, vor. Die Gründe des Untergang» dieses Dolks'ums sind dieselben wie überall: das Eindringen von Europa«ingeschleppter Epidemien und die Der- nichtung der wirtschaftlichen Grundlagen des Lebens, in diesem Falle die Ausrottung der Wale und Robben durch Raubjagden. Die Maori- Invasion von 1825 dürste weniger Schaden angerichtet haben, da schon sieben Jahr« später die Inseln unter die Verwaltung von Neu- seeland käme» Heute leben auf den Chatham-Jnseln etwa 450 Menschen, gemischt aus einem runden Dutzend von Nationen: kümmerliche Viehzucht fristet heute ihr elendes Dasein. Der Verband der Bühnenarbeiker zur Theaterkrise. In Essen fand eine Konserenz des Eesamtverbandes de» technishen Bühn-n- oersonals statt, m der zur Frage der Theaterkrise. namentlich an den westdeusschen Bühnen. Stellung genommen wurde. D't Re e- rent Dr. Wapner-Roemich(Duisburg) stellte e ne Anzahl ß»| atze auf. die die Ansichten der interessierten Verbände über Therter- «uhrung enthalten. Es wurde beschlossen, so schnell wie möglich Rudtlimen heraiiszubringen. m denen angeführt wird, wi» der zu- kunfttpe Thzaterdetrteb gehondhadt werden muß. ohne die städtischen Zuschüsse allzu hoch werden zu lassen und ohne daß Theater«v schlössen werden müsse» Wieviel russische Cm'tranlen glbk e»? Nach einer Mitte, lurrg OW JRflnien-Komitw des Völkerbundes betrug die Aahl der russischen valltischen Auswanderer im Anfang des Jahre» 1929 im ganzen 9 0 0 0 0 0. Davon leben 850 000 tn Frankreich, in Jugoslawien und Bulgarien�se 50 000, 30 000 rn Lettland und 40 060 in den übrigen battilchen Staate» In der Tschechoslowakei und Rumänien haben I« 25 000 Unterkunft gefunden und je 10000 in Deutschland und in Pole» In Italien und England gibt es nur st 1000 russischer Emi- grantsn. Außerhalb Europas leben in China etwa 90 000, in Japan etwa 50 000. Zahlen über M« Emigranten te Amerika werden nicht angegeben. 20 Uhr Sound so.sogehtderuiind Ende 22 Uhr Tlgl. 6 u.S'i, Uhr. Barbai ossa 9256 Pr. 1-6 M Wochentg. S U 60 Pf.-3 M. Con Colleano, 4 Bronetta und weitere zum 1. Male in Europa gezeigeSpitzenleisiungen PtÄSA INTERNAT. »gl.» u. au innm. 2. 5 a a" A ex. 8066 VARIETE 1iieateri.fl.Betirenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-027 OIreIcUon ftalpb Anbor Robert» SUt Uhr ... Votei-sew. dogegen seds öonnfÄL auek nscfim. 4 Uhr ihalhf Pr.) Die Komödie |l Bismck.2414/7516 8'b Uhr Victoria von 5 Maugham. Regie MaxReinhardt Muaik: Mischa Spoliansky WM Oirention ur'. Martm ZicXei WWW Komische Oper rnadnchstiiu Merkur 1401 4230. Nacn vollständluem Umbau Taglich 8'« Unr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Tnielscver, Stliuli Sehro n, urg, H Idabrand. Walter Rio«. Flink Bebmer. Wenak Lustspielhaus S1* PncdrichBtr. 236. ßcrgraauB 2922 23, Uck aof«W iWie» w. Ritinanii— HÄack. VSrVerlcaü- in oeiden Häusern ab 10 Ühr ununterbrochen. TcU Bacwald 4536/36 Fiiiuir/Ä Familien-VorstHlun■, Kinder von t2U Mk aufwär« haire Preise Kar dodz veniqe Tage! Reichshallen-Theater Abends 0 Sonn na nadira. 0 Das*0 ootoars fsbr.-Progiaiumi der Sfelflner-san�er �, Preise 60 Pfg bis 3 Mk Zern um 11263 MA• adinliugs halbe Preise. L Jönt-io»r-Bretii K gr. lamiBeni I Paihner-Orftosier, Tom. I Zu no«n nie Preisen onngen wir Stores, Gardinen Bettdecken KQnstler-Cardinen in testen Qualitäten-on.. 1ZS ai Halbsto es n ailen Webe- a tenvon...... 1,75., Bettdecken von....... 24j_ Dekorati nsstolfe von.. 3,—_ E nrelverkaui von 9— 7 Uhr Spezial- Gardinen-WertstEtteii S. Krüger Ne okSUn, Be g-Stra�e«7 2. Stock am Rinfibahnnof VniHnDUhnc Theato am BOlDvnlati. 8 Uhr Uta utfQhrunr dpolio Brunnenstrafle Volksstück von Großmann und Hesse» Musik: Thso Madffite.i. Pegia* JBnn Pekülli. iiaatL.diiller-ih i Uhi o und so, so get.t der wind . Deaiei am .diinbauordonin' •Vi Uhr lieOartenl'nlie Staatsoper AmPl.d Republik 8 Uhr leniidies TDeatn ). I Norden 12310 Täßl.««/gUh» Oer Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Regj Max Belnbardi Kammerspieie D.I. Norden I231i> 8 Uhr Der Kandidat von Cirl Sternheim Rsqii; Hanl HiinridL Üirektion »r. Robert Kien Deuisehes Künstler-Theai Barbarossa 3937 SV« Uhr Jr. zwti. diei" von Franz Molnai mit Mn PalUoberg. Porter: Souper Snlimr Tiieaier Dönholl I7ii Täglich'U Ühi Die Stoße mit Ulbert Basstrmann. Regie rtelnz Hllper. Ztr. 2819— Rauchen erianht Sonnabend und Sonntag)• 2 Vorstallungon 4 Uhr and 8".- 4 Uhr kleine Freite Circenslsch« Sumortllclsc Tänzer isene Humor iztlsch« 4 karische Höchstlelstungeii Das fühpendeVariete Komische Oper Fried richsu. 104 Merkur 1401/4330. Mlebendllch 8>«U. ladl Sdtwiuk tos tnuld ssS ixt Lustspielhaus Fnedrichstr. 236. Bergmann 2922/23 Täglich gt/» Uhi Liebe auf den zweiten Blick Mm Theater in dei < Iniqgrätzer StraOe Täelich 8-/« Uhr Protessor Berntiardl von Arftur Sdinitiler Rtsie■ Vidu Btrtmüy Komödienheus TägliClhSV» Uhr Oer LQgner und d e Rönne von Gurt Gütz Opereitenhaas Alte Jakobstr 0/32 (Zentral- Thealer) Täglich Uhi DteFledermaDS mit Gustav Matzner Sonn ag 5 Uhr Friedetike TuesL a. Roitb.Tor Konb str; 6 Tägl.» Uhr aucbSonnt. naci.in.3P «nsrmäl. Prsitin Elite- SBnger. Dasse-Tla«aMer Gr. Frankfurter Str 132 Billettkasse: Alex. 3*2—3494. Jed. Sonnt- 5V< U. CzardBtlBlt'ln Jed. Sonnabend 5 u�onntag 230 Uhr „Asch e nbrödet" fdianzelOd: Sonntag, den IN Febr. vormittags 1150 Uhr Qoethe-Horgenfziur mit Udirta W01IDU. Traute, Paul und Willi Rose., 4»;. Uhr CASINO-THEATEB i"'UhT cothrtBöe* Sir«%e 97. Oer Sensattons-Schiagerl Seine Honelt der Benler uiiiuilMiuimMiNdmiiiii 1111n111111111111uH11iMi1111W1n1.11 aad ein ers'.kl. bunte* Progroaua FOr unsere Leser! > u i a c h e i n 1 0 t I— a Person,» Fauteuil nut 155 M. Sessel 1.75 M, ■kinstiae Preise- Parkett u. Rana njo M. GROSSEä SCHAUoPiELHAlL • Uhr* 3 Musketiere ERIK CHARELL A soantao nattm. doock. ballte Pi. Meiropol-Th. 8»/. Uhr 3as Land des Lächelns Vera Schwarz. Richard Tauber Musik von Franz Lebar Wer 1 Mm Täalich 8'.'« Uhr Holet Slam Lemberg Musik von Gilbert. Käthe Dorsch Leo Sdifitsender. Lessing-Tlieater Norden 10846 Täglich 8 Uhi Atiare Dreytus von Rehfiseb and Her zoe MOS zur Niete W50, Antbacherttr.I Lichterfelder Festsäle Z«slalen4«»rWer SWraO« S 0«Konom Oitfo Schilling Telephon; UchterFelde G 3 1445 Festsile fDr 1500 Persooeo mit noilern eingeri tefen OOhnsn für Vera«- staltuDgen jeder Art/ tfoteitssäle/ Vere uz mmer für 20 bis 300 Ptrsoeei CoCe Sdiönelber� WolldtanU Orun«t«9 Haup's-raBe 23-24, am Kaiser-Wi helm-P:aiz/ Fcrnsp-echer: Stephan«618 Restaurationsbe lieb mit vorzDglicher Köche bei soliden Preisen AngeDebmer PamUlenaufenthalt/ TW di groBes RODstlerkonsert Veieln.zimmer in jeder Größe bis zu 350 Personen Parkensä e ftlr Hochzeite, Vereine. Vergnügungen Kiruhnsen-aii urdj v vidi neoerbaaiR VerbandsbeBdibabado/ Mti vieler gntarTdratit öbel-Nolte* Schlafzimmer. Speisezimmer, H. rrenzimmer, Einzel-Möbel. iCücben, Solas. Ruhebetten zacb gegen 24 Monatsraten Schönhauser Allee 14! a (iiodiLtiiLi oanziBer Strohe) Verlangen Si* Vertreterbesuch Neueröifnung! Habe die früher® RacHwitz'sche GroQ-Destiilation Kott�u'ssp Damm. Ecke Qrbanstr. (am Hermannplatz) übernommen. Blerprels 25 Pfennig Georg Schulz fTBber RBnigzbereer Krade ts. toxa mao.a v«p, •-4." Jx- r'~y- WSNWW UMMhWdWWMW k' .97 Inkolge susnalunsiveise günstiger Absdiliisse bringen wir diesmal einen großen Posten Herren- Sakko- Anzüge aus hochwertigen, vollschweren, reinwollenen Kammgarnstoffen in moderner, dunkler Musterung sowie in einfarbig dunkelblau zum Verkauf. An Ausstattung und Verarbeitung ist nichts gespart worden. Durch dies unvergleichlich preiswerte Angebot, das wir Ihnen in den Fenstern 6, 7 und 8 zeigen, wollen wir auch Sie für uns gewinnen. Bitte, besuchen Sie uns. Beginn: 15. Februar Loinowobor Das Haus das Jeden anzieht j BERLIN C RÖLLN ISCHER FISCHMARKT tfleflage Freitag, 14. Fcbuar 1930 SivÄbiAd St'rJnuiartß* Ap> Proletariat und sinnlose Gewalt Bemerkungen zur kommunistischen Praxis/ von Arn» cnspien Immer mic£ sich die Mittel und Wege des Kampfes der modernen Arbeiterbewegung anzueignen. Man wird zwar als Proletarier geboren, nicht aber als So- z i a l i st. Auch als Klasie mutzte das Proletariat sich seine Per- bindung mit dein Sozialismus erst erarbeiten. Es mutzte sich von enem Objekt zu einem Subjekt des Sozialismus entwirteln. Was geschichtlich für die Klasie gilt, gilt heute für den einzelnen Proletarier. In der vorsozialistischen Zeit wurden die ver« schiedensten Methoden versucht, um des sozialen Masienelendes Herr zu werden, bevor das Proletariat vom wisienschaftlich-proletarischen Sozialismus zum Klassenbewutztseln erweckt und zum selbständigen Klasienkampf ausgerufen wurde. Der wisienschastlich« Sozialismus gab dem Proletariat auch die wirklich brauchbaren und erfolgversprechenden Mittel zur Führung seines Befreiungskampjes: Eroberung politischer Rechte. Erringung möglichst günstiger Arbeits- bedingungen, Hebung der wirtschaftlichen Existenz, sozialistisch« Schulung und Erziehung, Förderung des kulturellen Lebens. Damit rat die Arbeiterklaffe den entscheidenden Schritt vom utopischen Soztalimus und vom syndikalistischen Anarchie- mus zum wissenschaftlichen proletarischen So- zialismus. Die Proletarier, die nicht von der Sozialdemokratie«rfatzt werden, werden nur zu leicht Opfer politischer Richtswiffer und Dilettanten, politischer Wirrköpfe und Abenteurer. Mancher bildet sich ein, besonders radikal und revolutionär zu sein, wenn er seine Energie in sinnlosen Gewalttätigkeiten verpuffen lätzt. Aber sein Tun ist zwecklos, ja verderbkich für die Arbeiterklasie. Wilhelm Weltllng, geboren 1808, der erste sozialistsiche Theoretiker, der aus dem Proletariat hervorgegangen ist, empfahl Kampfmethoden, wie sie heute von den Bolschewisten mir Vorliebe angewandt werden. In seiner 1842 herausgekommenen Schrift: „Garantien der Harmonie und Freiheit", empfahl er zunächst, die Reichen über das ungerechte und schädliche ihres Tuns aufzuklären und sie eines besieren zu belehren Lehnen die Herrschenden die guten Ratschläge ab, dann mutz das zweite Mittel gebraucht werden: „die schon bestehende Unordnung schnell aus den h ö ch st e n S i p i e l zu treiben" „Dieses zweite ist wenn dem Dokke der Geduldsfaden reißt, das letzt und sicherst« Mittel." „Wenn trotz allen Vernunftgründen die Regierungen nicht zur Verbcsierung der Lage der zahlreichsten und ärmsten Klassen Matzregeln ergreifen, wenn im Gegenteil die Unordnung sich fort- während steigert: so müssen alle, denen außer der Ausklärung noch der Mut geblieben ist, aufhören, sich gegen diese Unordnung zu stemmen und sie im Gegenteil auf den höchsten Gipfel zu treiben suchen, so daß das arme Volk ein Vergnügen an der steigenden Unordnung findet, wie der Soldat am Krieg und die Bedrücker darunter lerden, wie der Reich« durch den Krieg." „Wenn dieses zweit« Mittel angewandt werden mutz, dann haben wir nicht mehr nötig aufzuklären, Systeme aufzustellen und Derbesserungen vorzuschlagen. Wir haben dann nicht mehr nötig zu sagen, was wir wollen, sondern nur allem, was wir nicht wollen, dieses Mittel entgegenzustellen." Karl Marx und Friedrich Engels hatten leidenschast- liche Auseinandersetzungen mit Weilling über die Mittel und Weze des proletarischen Klassenkampfes. Die Weillingschen utopischen Me> thoden wurden mit aller Entschiedenheit abgelehnt. Marx und Engels hatten erkannt, daß auch im Proletariat bestimmte Vorbedingungen vorhanden sein müssen, bevor es siegen kann. Bevor das Prole- tariat seine Siege aus den Barrikaden erfechten kann, sagte Marx, mutz es erst ein« Reih« intellektueller Siege erringen. Welchen Wert die Begründer der sozialistischen Arbeiterbewegung au� aus sittlich« und moralische Charaktereigenschasten der kän�ifenden Proletarier legten, ergibt sich aus den ollgemeinen Sta- tuten der Internationalen Arbeiterassoziation von 1864, der ersten Internationale, Die Arbeiterasioziation erklärte: .daß all« Gesellschaften und Individuen, die sich chr anschließen, Wahrheit Gerechtigkeit und Sittlichkeit oner- rennen als die Regel ihr«s Verhaltens zueinander und zu allen Menschen." Marx und Engels lehrten uns sinnlose Gewalttaten gegen Personen und Sachen abzulehnen: „Ein Element des Erfolges besitzen die Arbeiter: chr« große Zahl. Aber die Masie fällt nur in die W�apschale, wenn eine Oroanisation sie zusammenfaßt und Wilsen sie leitet." Die B o l s ch e w i st e n haben aus dem nur in gemeinsamen Aktionen möglichen Klassenkampf einen Bruderkrieg von Proletariern gegen Pro'etarier gemacht. Di« sich übel schlagenden aus. opportu- nisli'chcn und demagogischet, Beneggründen angezettelten Aktionen der Bolschewisten bedeuten sür die Arbeiterklasie eine.Gemein- samkeit der Riederla ge". denn jede„Mitzachlung des Ban- bes der Brüderlichkeit, das die Arbeker verbinden und anfeuern sollte", wird stets bestraft durch die.allgemein« Vereitelung ihrer zusammenhanglosen Versuche". In acht Jahrzehnten inneren Ringens und schwerer Kämpfe gegen die herrschenden Klassen hat Die sozialistisch« Bewegung sich dl« Methoden des planmäßigen Klasienkampfes für den Sozialismus zu eigen gemacht. Mit einem beispiellosen Erfolg, wenn man die einzelnen Abschnitte der aeschichtlichen Entwicklung der Menschheit miteinander vergleicht. Man denke nur an die Entwicklung des Proletariers vom Arbeitstier zum aufrechten »lassen kam pfer, an die Eroberung der politischen Demo- kratie bis zur sozialistischen Produktion, Es wäre ein Unglück für die Weiterentwicklung der prole- tarischen Bewegung, wenn sie mit jeder Generation immer wieder von vorn anfangen wollt«, ohne die geschichtlichen Erfahrungen und Resultate zu beachten und zu verwerten. Zu Weillings Zeiten lagen allgeniein gültig« Erkenntnisse und Erfahrungen noch nicht vor. Er gehörte zu den Suchern, den Forschern, den Bahnbrechern. Er tonnte, ja, er durfte irren, bevor sich das Proletariat des rechten Weges bewutzt ge- worden war. Niemand wird an einem Menschen, der vor Jahr- zehnten gelebt hat, tadeln, daß er nichts über den Rundfunk aus- zusagen wußte. Anders allerdings liegen die Dinge heut«. Die sinnlosen Gewalttaten gegen Personen und Sachen sind immer ein spezifisches Charakteristikum sür wild- gewordene Kleinbürger gewesen. Die Gewalttaten der Bolschewisten in Deutschland geschehen aus Veranlassung der herrschenden Bolschewisten in Moskau. Kein geringerer als Trogki bezeichnet in sein«? Autobiographie die in R u tz l a n d herrschenden Stalin und Genossen als reaktionäre verspießerte Kleinbürger, die einen systematischen Verrat an der proletarischen Revolution betreiben. Die sozialistischen Methoden haben sich bewährt und die moderne Arbeiterbewegung groß und stark gemacht. Gewiß, noch ist lange nicht alles erreicht und noch stehen schwere Opfer und Kämpfe bevor. Doch auch darüber kommen wir nur mit unseren erprobten Methoden hinweg. Die putschistischen anarchistischen Bewegungen dagegen zerfielen immer in sich selbst bekämpfende, einander auf- fressend« Klüngel und Sekten ohne ernsthaste politische Bedeutung. Gegenüber dem Treiben der Bolschewisten gibt es nur ein wirksames Mittel: die Aufklärung der breiten Massen. Wie wahr ist jenes Wort in unserem Lied:„Der Feind den mir am tiefsten hassen, das ist der Unverstand de r M a s s« n." Vor diesem Unverstand der Massen dürfen und wollen wir nicht kapitulieren. Wir wollen und werden ihn mit dem Schwert des Geistes durchbrechen. Weltverantwortungsgefilhl Ein Erziehungsproblem Unsere Zeit der Weltwirtschaft und Weltpolit-k, der Welt- Wissenschaft und der Weltkircheichünd« bedarf auch einer C r- Ziehung zum Weltbürgertum. Selbstverständlich wollen wir nicht den aus den literarischen Höhen des 18. Jahrhunderts geborenen Wcltbourgeois in sein unpraktisches, nebelhaftes Schein- leben zurückrufen. Wir rufen noch dem aus Arbeiternot zum Kulturlicht sich aufreckenden Tatmenschen einer Zeitenwende, die sich anschickt, über den weiteren Aufstieg oder den endgültigen Zu- sammenbruch unserer Zivilisation ein entscheidendes Wort zu sprechen. Die � Dollendung der europäisch-amerikanischen Zivilisatton zur Weltkultur wird im Zeichen der Arbeit erfolgen, nicht im Zeichen des Profits. Mögen Finanz-, Jndustri«- und Handelskapital ihre goldenen Netze um den Erdball spannen und in diesen Netzen Wahrheiten einfangen wie die, daß alle kommenden Weltkriege „schlechte Geschäfte" sein würden:-»die Arbeiterschaft aller Länder wird auf«inen so dürren,«oralsreien Boden ihre Kulturhofsnungen nicht bauen. Sie glaubt an die allseitige Ueberlegenheit des auf- bauend«» Arbeitswillen»� über den einreißenden H e r r e n w i l l« n. Das Kulturfuydament der Arbeit aber ist im edelsten Sinne des Wortes«ine s i t t l» ch e Grundlage. Das wird die Arbeiterschaft aller Länder und Zonen niemals vergessen. Neben der Treue im Kleinen, wie Gewerkschaft und Partei sie täglich millionenfach von ihr soxdern, wird sie auch die Treue zum Großen zu üben wissen, den treuen, zähen, nimmermüden Ansturm zum Lösen der weltumspannenden Kulturprobleme, die der Weltkrieg aufgeworfen hat und die zu einem wesentlichen Teil Erziehung?- Probleme sind. * Auch die Arbest ist ein Kampf, ja, sie wird ewig«in Kampf sein gegen viele' Gewallen. Gelingt uns aber der Auff.ieg von der Zivilisation zur Kultur, dann wird wenigstens der Kampf um«in Stück Arbeit, der Kampf um die Erlaubnis zu einem Stück schlecht bezahlter Arbeit der Vergangenhei' angehören. Wer ehrlich arbellet, kämpst also nicht hoffnungslos. Aussichtslos wird fein Ringen erst, wenn es in einer von Kriegen erschütterten chaotischen Welt«rsolgen muß Darf aber der Arbeiter mit einer langen Weltfriedeneperiode rechnen, dann wird er sich kühnere Ziele stecken als die Ueberwindung des Zellalters der Ar- bellslofenunterstützung.„Keine Bezahlung, keinen Gewinn ohne Arbeit: keine Arhell ahne ihren vollen Lohn," erst das wäre dem mit dem Wellfrieden verbündeten Werktätigen ein angemessener Ausdruck seines erreichbaren Wollens. Darum muß der Arbeiter aller Zonen den Weltfrieden lieben, mutz Nationalismus und Militarismus ablehnen und an ihr« Stelle sein Weltverontwortungsgefühl setzen. Von der Schicksalsverbundenheit der Berufsklassen, Stände, Staatevölker und Menschenrassen ist nach dem Weltkriege viel geredet und geschrieben worden. Das meiste davon ist leider wie totes, penn auch oft schimmerndes Gestein in unsruchtbarer Derstandeskühle liegen geblieben. Der Schatz, der in dem Gedanken. der Schicksalsverbundenheit der Stände, Völker und Rassen ruht, kann nur durch starte Gemütskräfte gehoben werden. Nich: Weltverbundenheit denken, sondern Weltver- antwortung fühlen sei unser« Losung! Mit diesem Ent- schluß berühren wir eine der höchsten und schwersten Aufgaben, die Wellerziehern gestellt werden kann. Die Aufgabe wäre hoffnungslos, wenn sie durch bewußte persönliche Erziehungsarbeit allein geleistet werden müßte: ihr« Lösung bliebe Stückwerk, wenn man sie der gewaltigen und rücksichtslosen Sprache der wIsi":-H;ostlicheiv technischen, wirtschaftlichen und politischen Welte ignifs« allein überlassen wollte. Wir brauchen beides, die Meere und Kontinent«--über» spannenden und bezwingenden Tatsachen des wirkenden Alltags und die Gemeinschaft des nenell K u.l t u r g l a u b c n s. Dabei wird man der zohesten Kleinarbeit nicht em- raten können: denn die Lüg« wird überall ihr Haupt erheben. Jeder neu« Weg der Wahrheit und jeder Schnslligkeitsrekord der Wahrheit bedeillen auch neue Wirkungsmöglichkellen für die Lüge. Ein Stück N a t t o n a l st o l z opfern, um kulturstörenden und kulturzerstörenden Kriegen vorzubeugen, ist eine negative Leistung hohen Ranges. Den geopferten Nationalstolz durch Weltver- antwortungsgefühl ersetzen, wäre eine positive Tat noch höheren Ranges. Immerhin Handell es sich nicht mehr darum, etwas ganz Neues aus dem Nichts zu schaffen. Da; scheinbar« Nichts entsteht oft nur durch einen Mangel an Aufmerksamkeit aus schon vorhandene Dinge und Kräfte. Ein« schon im Ausstieg begriffene Kultunde« fördern und vollenden, das ist die Aufgabe der Welt- Pädagogik. Es handelt sich aber andererseits auch nicht um einen einmalige» Ansturni, um einen einzigen, endgültigen Sieg. Der Kamps um den Wellfrieden and die wucherfrei« Lohngerechtigkeit wird e i n ewiger Kampf sein, denn es ist der Kampf der sittlichen Ver- nunft gegen tierische Instinkte. Aber die Verteidigung des friedvollen Gartens. der Arbeit wird leickter sein als leine Eroberung. Mögen die nach uns kommenden Geschlechter die so gewonneue Zeit zu frohen und freien Spielen benutzen. Karl Schewe. Unter Menschenfressern Entdeckerfreuden in alter Zeit Im Verlag von Brockhaus, Leipzig, ist ein Abenteurerbuch aus alter Zeit neu herausgegeben worden: Hans Staden. Ein Landsknecht in der neuen Welt. Da erfährt man denn allerhand Grauliches und Bergnügliches und wer Spaß daran hat, kann ver- suchen, sich an Hand des Buches ein Bild von der Seesahrerei anno 1556 zurechtzuzimmern. Di« Sache verläuft so: Der gute Hans hatte stch vorge- nommen,„Indien"(i.«. Brost ien) zu besehen und erlebt dort mehr als ihm lieb ist. Zuerst war die Sache noch glimpflich ab-! gelaufen: die Portugiesen(in deren Diensten er stand) hallen die| Wilden, die Pernambuco belagerten, zurückgeschlagen, als st? aber weiter nöiidlich ein französisches Sch'ff anfielen, das Brasilholz lud, wurde ihnen der große Mastbaüm zerschossen und sie kehrten hungernd und an Bockchäuten knabbernd nach Lissabon zurück. .Hans hatte noch nicht genug, er segelte von neuem, diesmal in Diensten einer reichen spanischen Familie, aus. der die Krone eine Konzession zur Eroberung der La-Plata-Länder verliehen halle, und diesmal ging oic Sache schief, sowohl für die reiche Fam lic wie für den armen Hans. Die Schiffe wurden im Sturin getrenm, Hans wird nach dem afrikanischen San Thome(der h?u-ig.-n Kakaoinfel) oerschlager., erleidet ir Südbrasiiien Schiffbruch, ver- bringt zwei Jahre in der Wildnis Eibechsen,. F.ldratten und Wasser- mufcheln essend, erreicht schließlich be'-. Treffpunkt S. Bicent?,«ch? südbrasilische Ins?!, welche die Portagiefev besitzen, und eines schönen Tage», als er In den Urwald geht, Wild abzuholen, das ihm sei"« Sklaven gesagt, wird er von einem wilden Jizdiane'stamm um- zingelt, zu Boden geschlagen, gefessell und nach dem Festland ge- schleppt, um dort verspeist zu werde?, �i.'r kommt unser Essen gehüpft!" schreien die Ändianerweiber im Dorfe unt«r Lachen. Die Tupin�Timba-Inblaner geben dem Gefangenen gut zu essen, tanzen vor ihm her und geben ihm ein Weib, das für ibn sorgt und auch mit ihm zu tun hat. Wenn sie schwanger wird, ziehen sie das Kind auf. bis es groß wird: wenn es ihnen dann in den Sinn kommt, schlagen sie ee tot und essen e:." Dem G?» fangenen schlägt sein Besitzer nach vielen Zeremonien, an denen er sich beteiligen muß, den Schädel ein, so taß das Gehirn hc aus- spritzt, dann wird er zerlegt, gebraten und gegessen— aus Hä.h, nicht etwa aus Hunger oder Not„Ich, euer Essen, komme!" muß Hans den Indianerweibern zurufen, die ihn geschlag?n u-d ihm das Haar und den schönen Bart gerauft hatten. Täglich muß Hans um sein Leben zittern: schließlich wird er verschenkt, und da er sich wohl aufführt, geht es ihm besser und besser. Er muh cs noch mit ansehen, wie andere gefangene Indianer und Portuniefen getötet und verfchmaust werden, zieht mit den Wilden in den Kr'.'g, feiert ihre Feste mit. doktert» an Verwandten des Häuptlings herum, läßt sogar regnen und verhandelt wiederholt init Schiffsbesatzung m. bis es ihm endlich gelingt, befreit zu werden. Dann fährt er noch Homburg in Hessen zurück und schreibt ein Buch. Damals, im Jahr« 1556, gab es wenig An'-erika-Bücher und nichts in deutscher Sprach«. So kommt es, daß der simpel schreibend«, bescheidene Hans mit seinen hessischen, portugiesischen und india- nischen Blocken in die klassische Literatur der Entdcckungsgeschichte einzieht. An seinen Ruhm tlarsimert sich mit vielen gelehrt«» Klammern, hu den schlichten Text unterbrechen, ein neudeuisch.er Prvsessör, der dyn braven, gat'eeiürchtigen Hans introduciert. kam- mentiert, dokumentiert und ihm auch den letzten geringfügigen Datumsfeh'er nachweist, und zieht so mit ihm in di« Unsterblichk-it ein. Don Ortsbeschreibungen sah man ab im Jahre des Heils 1556. Hans nennt dsn Namen und glaubt damit alles geiagk zu haben. Von den Indianern spricht er als den„Wilden" und nicku anders Wir Heutigen wissen, daß die kolcnialen Eroberer auch nicht immer gerat»« dl« Zahmen waren und sind. ke b«. (20. gortietzung.) ..ui uuicbe tiefrot. Er tili» zur Tür...Das kann ich vir sagen. wem sein Leben lieb ist. der schweigt", brachte er noch schnell heraus. Peter hackte vormittags aus dem Hof Holz. Di« körperlich« Betätigung in der'frischen Luft tot ihm wohl. Tom kam ein paar- mal vorbei und schielte mißtrauisch herüber. Schließlich sprach er Peter an. Der aiüwortet, ihm unbefangen. Tom wurde freund- llcher. Peters Haltung beruhigt« ihn. Mittags kamen zwei Telegramm«..Kampf sechs Tage eher. Stop Brüssel gegen Moreau. Hurt"—„Ankomme morgen, neun Uhr elf abends, Lehrter Bahnhof. Mary." Tom zählte an den Finger ab. wieviel Tage noch bis zum Kampf blieben. Da ihm die Zeit etwas knapp erschien, zog er sich auf der Stelle um und begann zu arbeiten. Es schien, als wolle er seine Sünden abarbeiten.» 14. Kapitel. Marys Unglück. Frohe Botschaft. lviary hatte sich gut erholt. Sie erschien Tom wie verwandelt. Auch er war sehr zärtlich und liebevoll. Sein schlechte» Gewissen macht« ihn zu einem Musterehemann. „Du kommst doch mit noch Brüssel? Ich möchte dich Immer um mich haben. Marychen." Mary war glücklich.„Tom, Lieber, diesmal nicht. Das nächste- mal, wenn ich wieder darf!" antwortete sie, indem sie ihn streichelte „Weil—", sie verbarg das Gesicht an seiner Brust.„Ich darf keine Aufregungen haben vor der Geburt unseres Kindes." „Was sagst du? Mary! Marychcn!" stammelte Tom atomlos. Vor Freude hob er Mary wie eine Feder hoch und trug sie durchs Zimmer. Plötzlich hörte er nebenan Peters Schritte „Peter, komm mal rein?" brüllt« er. „Nicht, Tom", bat Mary erschrocken. Tom hörte nichts. Er stellte Mary vorsichtig hin. riß die Tür auf und packte Peter bei der Schulter. ..Mensch, Peter, weißt du. was los ist? Ein Kind ist unterwegs!" Peters Gesicht verfiel. Cr sucht« schluckend nach einem Wort, um zu gratulieren, und zittert« am ganzen Körper. Tom begann schon wieder aufgeregt zu reden. „Peter, den Jungen nehmen wir in die Arbeit! Das wird sin Boxer, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat!" Mary wurde«Inen Moment weiß im Gesicht, dann sprühten ihre Augen auf. ..Niemals!" schrl« sie fast, streckte ihr« Hände wt« in wilder Abwehr vor und raumelte plötzlich gegen die Wand, um in haltlos«« Schluchzen auszubrechen. Beter sprang entsetzt zu ihr hin.„Aber Mary, was ist dir?" Tom sah sich einen Augenblick mit offenem Mund d!« Szene an. Dann ging er mit festen Schritten aus der Tür und schmetterte si« hinter sich zu. Kräppli fegte ihm entgegen. Er machte«in Gesicht wie das leibhaft'ge böse Gewissen..Hat sie was rausgekriegt?" flüsterte« ängstlich. „Der Deibel soll die Weiber holen! Mein Beruf ist ihr nicht gut genug!— Peter!" brüllt« er plötzlich.„Los. Ins Ouoxtier!" Konflikte. �>>n Nassenheide war wieder eifriger Boxbetrleb. Ein ganzes Heer von Trainingspartnern trieb sich ständig draußen herum., Hurt und mit ihm unzählige Bekannte. Presseleute. Zeichner und Photogrophen kamen täglich heraus und begutachteten Toms Arben.> Der. in seiner großtuerischen Art. lud all« Welt zum Essen ein.■ s» daß Mary ununterbrochen beschäftigt war. Si« kam kaum einen Augenblick zu sich. Abends ging sie manchmal mit Peter spazieren, da Tom daraus hielt, pünktlich Ins Bett zu kommen. „Ich würde die Arbelt la gern tun, Peter, wenn ich wenigstens ein bißchen Anertermung dafür hätte. Aber ich weiß ja genau. Herrn Hurt und seinem Anhang ist e» ganz gleich, ob sie bei I Aschinger ein paar Würstchen essen, oder ob ich ihnen hier.'twas zurecht mach«. Diese Menschen sind alle so tot. Nein, es sind über. Haupt keine Menschen." Peter gab keine Antwort. Er fühlt« mit Mary, aber er wußte ihr nicht zu helfen. „Was ist denn das nur, Peter? Hat Tom keinen Kampf, dann geht er aus, und ich habe nichts von chm. Und wenn er kämpft, dann sind eine Unmenge Menschen um ihn, die mir all« fremd sind. Da» schlimmst« ist aber, daß ich fühle, daß Tom sich bei diesen Leuten wohl fühlt. Manchmal kommt e« mir vor, als sei ich nicht mit Tom verheiratet, sondern mit seinen Trainern oder Masseuren." ipeter schluckte und druckste herum. Er hatte Gewissensbiss!?, daß er Mary nichts von der nächtlichen Feier erzählte. Aber er bracht« es nicht übers Herz, ihr diesen Schmerz anzutun. Cr vf"»5. 00 tr fortgehen sollt« oder nicht. Er konnte die Abhängigkeit kaum noch ertragen, aber Marys wegen fühlte er sich verpflilbtet. Eine» Tages hotte Mary ein« Auseinandersetzung mit Hurt. der es sich immer angelegentlicher sein ließ, elegant« Frauen, d>« Tom bewundern wollten, mitzubringen. Zweimal hatte Mary Tom S8>1"""�"elichen Po«- mit solchen haltlos Genuß Y-ischenden grauen angetroffen. Si« hall« getan, als merke sie nichts und ihren Kumm«r für sich behalten. Auch an diesem Tag« führte Hurt Tom eine Lebedome zu. Für Tom existierte bald nichts anderes mehr als dicse Frau. Ma w nahm Hurt beiseite. Di« Verzweiflung gab ibr die Kraü ,ur Entschiedenheit:„Ich dulde das nicht mehr länger." herrschte si« ihn an...Sorgen Sie dafür, daß djeses Geschmeiß das Hau-i verläßt sonst zwingen Si« mich, da» selbst zu besorgen." Hurts glasklare Augen sahen auf si- nieder..Wenn Si« Ihren Mann unmöglich machen wollen, bitte!" „Und ich? Welche Rolle muten Si« mir zu!" ..Kein« Aufregung, Gnädigst«. Si« ruinieren ihm die Form damit. Ein. zwei Tag» vor de/n Kampf ist für ihn ein kleiner Kroch ja ganz gesund, aber heut« noch nicht." Mary sah Hurt«ntsetzt an. „Sie verstehen Ihren Mann nicht, gnädige Frau,".pickte der Achseln. „Nimmt kein Mensch Rücksicht auf meinen Zustand?" Marys Augen glühten ihn an. Hurt betrachtete seine blankpolierten Fingernägel. „L ebste Frau Matth es," leise Ungeduld klang aus feinen Wor» ten.„Sie haben noch Monate, um sich auf das Ereignis vorzuve- reiten, Ihr Herr Gemahl aber nur noch Tage Rehmen Si« doch endlich die Situation wie si« ist" „Gut," stimmt« Mary erschöpft zu.„Ader nach dem Kamps hat da»«in Ende." -Ich verspreche es Ihnen." Hurt ging in den Garten, um Tom zu suchen. Er hall» em« Zeitung aus der Tasche gezogen. Als er Tom gefunden hatte, gab er sie chm zu lesen. ,J)it Redaktion hau' ich in Fegen", tobte Tom. „Das laß lieber sein; denn in diesem Fall« würden die Herren Kritiker sofort auf selten der Uebersallenen stehen." Tom las nochmals den blau angestrichenen Art.kel in dem Skandalblällchen, da» wöchentlich einmal seine Schmutzkübel über die Gesellschaft.zu ergießen beliebte. „Beziehungen pikanter Art.—- Ein jungei Stern am Boxer- Himmel.— Darmulllch im Zeichen de» Stiers geboren.— Scheidungsklage eingereicht.— Ereignis Berlins." „Verdammt nochmal, wenn Mary das liest." „Deine Frau scheint dir überhaupt sehr auf die Finger zu sehen." Hurt wurde sehr ernst.„De Damen, die ich h er mit her- auebringe, sollen für dich Reklame in der Gelellschaft machen, mehr nicht, verstehst du? Das beste ist, du beichtest. Vorsichtig, ehe sie es liest" � Tom rannte auf und ab. „Und wer steckt in dem gelbbraunen Sweater nebst roter Mütze?" forscht« Hurt. „Zum Donnerwetter, steht da« auch drin?" „Nein," laß» Hurt ein unangenehmes, etwas scharfes Lachen. „Das weiß ich so." „Woher denn bloß? Das ist so'nc kleine Meisterschwimmerln, die läuft doch bloß manchmal mit mir morgens" „Auch das würde ich lieber lassen. Es stärkt deine Form sicher- lich nicht." Hütts Stimme war ebenso leise wie besehlshaberisch. „Ich bin doch kein Schuljunge mehr!" tobte Tom los. „Wer sagt das, b'tte? Aber du bist ein Mann, auf den ich außerordentlich viel Zeit und Geld verwendet habe und heut« noch wende. Du hast zu arbeften uzrd damit Schluß!" Tom» Training näherte sich dem Ende. Cb lebte jetzt wirklich solide. Aus Ueberängsllichkeit sogar grotesk vorsichtig. Die ganze Umgebung machte er nervös. Die Mahlzeiten waren zur Qual ge- worden. Tom bildete sich ein, auf seinem Teller müsse noch ein Rest zurückbleiben, sonst hätte er nicht das richtige Quantum ge- nassen. Aß er zufällig doch einmal auf, nahm er noch einmal nach und bildete sich ein. er hätte sich den Magen verdorben. Dann wurde sofort der Arzt ongerusen. Wenn Mary einmal ungeduttig wurde, brüllte er los:„Keine Ahnung habt ihr, keine Ahnung, wie schwer es ein Boxer hat!" Eine Hausangestellte nach der anderen kündigte. Er verlangte Immer da« Essen, was es gerade nicht gab. Oft rannt« er in die Küche und fragte:„War das auch bestimmt ein halbes Pfund Fleisch, nicht weniger, was?" Eine ankere Marotte war es. vor Wut aus der Haut zu fahren, wenn das Gemüse, das er tags zuvor mit Eni- rüstung zurückgewiesen hatte, anderntags nicht auf dem Tisch war. (Fortsetzung folgt.) �ufv�V Freitag. 14. Februar. B e r Ii a. 16.00.. Liebste Mattet"(Bilefe berühniter Deutscher ea ihre Matter).(Sprecher: Mu Bin») 16 2S Protramm der Aktuellen Ahteilant. 16.4* Heiteres aas der Ehe(Schallplatter). 17.06 Jattndstande(Konierunelster Peter üaehman», Violine. Am nasel; Paul Qerjely.) 17.30 Dr. Karl Sdiiödcr, Kail Dflbiet and Karl Arnold:„Wie denkte der Ar- heiter Ober die Wohnungsfraee?" I7J<* Das neue Bnch. Ifi.OS Prot. Dr. S. Saengei:„Lenin Trottki. Stalin". 16-36 Programm der Aktnellen Abteilung. 10.00 Unterhaitnngunnslk. XLOO I. Albrecht Liier: Sonate B MoiJ(Uranffahrang).— X Ptaez Schubert: Sonate A-MoII(Aibrecht Liier am flCgtl). 20.30. Schnlklasse der Dichter." Lehrer: Alfred Kerr. Schaler: Johannes R. Becher. Peter Flamm, Max Hermann Neiße. Hermann Kesten. Walter Mehring, Gerhart Pohl Alfred Wolfcnrtein n. a. m. 21.30 Aus der Kalserdamm Halle; Boxkampf am die deutsche Halb-Schwer. gcwichtsmePtcrscbaft Pistalla— Hartkopp.(Am Mikrophon; Chefredakteur Kart Doerrjr.) Anschließend Abendunterhaltung.\ Kflnigswusterhanseo. 16.00 Pro!. Dr. H. Ottendoril: Neuzeitlicher Tanzunterricht in der Schale. 16 30 Von Leipzig: Nachmitlagskonzert. 17-30 Mersmann: Gespräcb« über Musik. 17 Landeahkcnomlerat Hohenegg; Der Zusammen schloß der deatschen tand- wl. Hcdallllchea Gtnossenachaften. 18.20 R. Kleefeld: Die Aosbildang des Hundes. 18 40 Englisch(Or Fortgeschrittene. I9.6S Dipl. In*. Alfred Schmidt: Texiii Veredlung. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag fßr ZainS zle. 20.00 Bach Abend(znr Erinnerung an Siegfried Ochs. gest. 5. Februar 1929). Dirigent: Dr. Kn f S'mcr. 1. Kanute Nr. 70..Wachet betet, seid bereit alle Zelt".— 2. Brardeabnrgisches Konzerl Nr. 1. F-Dur.— 3. Kantate Nr 79„Gott der Herr Ist Sonn' and Schild".(Mltar.: Ma i- quiU Socken Sopran; Paula Lindberg Alt: Alfred Wilde, Tenor: Prrf. Hans Joachim Moser, Baß; Berliner Aerzte-Chor; Berliner Funk- Orchester). 21.15 UolerhaltungsmnsCr. «• FU/? DEN KLEINGÄRTNER. ■mminimimimiimiinnnmnwnnmiimiiimMmmimimuinniMiiiiimiiiniumuinniimiiiraimiuifflnionnmnminiimmimnnnuiiamiiDiuinmniiraimuiiuinmimmiimmimiuiinmimimimi» Flussiges Obst— das Getränk der Zukunft. Wissenschaftliche Erforschung und Bekanntgab« praktischer Er- fahrungen gestatten jetzt ein« Antwort aus die Frage: W u s ist unter Süßmost zu verfteyen? Ganz allgemein gesprochen: ein« neue Form der Obstoerwertung, der man die größte Zutrift prophezeien kann. Daß das Verlangen nach Durstst.llung durch alkoholfreien Trunk immer weiter» Kreise ersaßt, ist be- kannt, und der Auelandshandelsgeist hat für diese Sehnsucht sofort ein Erfüllungsmittel, die Orangeade, d. h. Apfelfinenjaft. Dem deutschen Obstbau fällt daher die Ausgab« zu, durch Herstellung reinen Süßmostes sie neue Konkurrenz aus dem Feld« zu schlagen. Das kann nicht durch die so vielfach angepriesenen gekochten und mit Konseroierungemitteln oersehenen Fruchtsäste geschehen, die auf die Dauer dem Trinkenden nicht zusagen können, weil dem Erzeugnis der wirklich reine Fruchtgeschmack fehlt. Das al» Süßmost bezeichnete Getränk ist als reiner alkoholfreier, unoergorener Fruchtsaft herzustellen, und nur ein so erzeugtes Produkt rechtfertigt den populären Namen„Flüssiges Obst". D>e Bedeutung der Frage für den Kleinsiedler liegt in der Möglichkeit. Obst, vor allem Aepsel, das nicht als bestes und besseres Tafelobst abgefetzt werden kann, in einer für die Volks- gesundheit wichtigen und für den Geldbeutel des Erzeugers beacht- liehen Weife zu verarbeiten, wobei allerdings ein Zusammenschluß zu einer Genossenschaft notwendig sein wird, da der Herstellung». Prozeß erst mit etlichen Hunderten von Zentnern sich lohnend ge- stalten kann Au» der bisherigen Erfahrung Ist nun folgendes schon festgestellt worden: Das zur Verarbeitung gelangende Obst dars erstens kein vom Winde herabgewehtes oder sonstige» Fallobst sein(das unsere Hausfrauen zur Geleeherstellung schätzen), das aber nicht Anspruch auf Baumreise erheben kann, also auch nicht den reinen Geschmack des Saftes reifer Aepfel zum Ausdruck zu bringen vermag. Zweitens scheidet das von Pilzen, Fäulnis usw. befallene reife Obst aus, da diese unangenehmen Eigen- schafften sich im Geschmack de» Saftes bemerkbar machen würden, wenn auch die Faulstellen mühsam, also das Produkt verteuernd. entfernt worden sind. Und drittens hat das von dem Baum« ab- genommene und behufsReifwerdenzulan gelagernd« O b st den Nachteil, daß es einmal eine geringere Saflausbeut« als das normal gereiste Obst gibt und zum anderen Mal« einen säure- armen Saft aufweist, während die Praxis gezeigt hat, daß der Säuregehalt für den Herstellungsprozeß recht maßgebend ist. Es gibt mehrere Methoden der Herstellung, und es ist das Ver- dienst der Herren Profesioren Dr. Kochs und H Schieferdecker in BerNn-Dahlem, in der Fachzeitschrift„Gattenbauwisienschaft" «inen Ueberblick über das bisher Erreichte gegeben zu haben. Da« von Müller-Thurgau eingeführt« Pasteurisieren(sein» Schrift darüber vatiett bereit« aus ISÜS) hat den Nachteil in der Qualität des Safte» durch Auftreten«mes Kochgeschmacks, verbünden mit Karamel» bildung. Die Baumannfche Methode wird al» praktisch schwer ver- wendbar bezeichnet, da si« das Füllen des heißen Safte» auf Flaschen verlangt. Die Methode von Seitz-Kreuznach bringt»ine befriedigende Lösung der Aufgab« in Ihrem Kaltentteimungs« verfahren:«ine Abweichung hiervon— auf Grundlage von new- fcmgs in d«r Schweiz gemachten Erfahrungen— bildet das von der Lehranstalt für Wein-, Obst» und Gartenbau in Freiburg a. d. Unstrut unter Leitung von Gartenbaudirektor Lübbe»«ingeschlagene Ver. fahren, den ersten Teil des Kaltentkeimungsverfahrens durch Kühl- Haltung des durch dl« erste Kelterung erhaltenen Mostes auf 0,5 G.ad zu ersetzen. Das Koltentkeimungsoersahren sieht eine„Schönung" des Mostes vor duich Tannin und Gelatine. Aepsel von hohem spezisischen Gewicht und höherem Säuregehalt sind am leichtesten zu„schönen", d. h. von den natürlichen Schleimstofsen zu befreien. Tannin und Gelatine werden mit dem Bodensatz ausgeschieden: der Saft ist ja gut wie gar nicht geändert. Nur das spezifische Gewicht hat un- bedeutend abgenommen. Ebenso nimmt es— aber auch nur ganz minimal— durch die Verarbeitung bei der Kaltentkeimung ab. An die Schönung(Vorklärung) muß sich nun sofott die Ent- keimung anschließen. Vorschrift ist, daß der Saft 24 Stunden nach dem Abkeltern den Entkeimungefitter passiert haben soll. Dann ftt der Saft fertig und haltbar, aber er ist noch„nicht aus der Höhe seiner Entwicklung". Man wird deshalb den Saft noch nicht gl« ch in Flaschen füllen, sondern ihn kürzere oder längere Zeit in sterilen Behältern lagern lassen. Ist die„Nachreise" beendet, bei der auch noch etliche Flocken ausgeschieden werden, so steht dem Abfüllen nicht- im Weg«. Die von der Frelburger Anstalt eingeführte Abweichung ist nach der Lübbenschen Darstellung in der„Gattenbauwittschoft" damirch hervorgerufen worden, daß der Most während dieser Nachreife-.'it selbst bei der größten Vorsicht zuweilen zu gären anfängt, so daß. um nicht Apfelwein als Produkt zu erhalten, eine sofortige noch- malia« Entkeimung vorgenommen werden muß. Um einer solchen höchst unerwünschten Mehrarbeit zu entgehen, soll der vom Keltern kommende Most statt gesckönt zu werden einem ein bis drei Monat« dauernden Lagern bei 0 5 Grad unterzogen werden. Infolge der Tiefkühlung kann der Most nicht gären. Nach der Seibstklärung und Nachreife geht er durch den Entteimungsfilter. Wie schon eingangs erwähnt, ist dl« Beteiligung an dieser neuen wirtschaftlichen A"faabe dem einzelnen nur durch genossenschaftlichen Anschluß möglich. Aber die Aufgab« iit eine so bedeutsame, daß ihre Kenntnis in die weitesten Kreise gebracht werden sollte, zumal für ande'-es Obst(Beeren. aber auch Rhabarber)«twas abgeänderte Beriabren anwendbar sind, die einer konteren Betrachtung vorbeha'ten seien. Bon Mast- änseln haben sich besonders bewäbtt: der grüne und rat- friaTr Weinapi«!. der Rheinische Bok>napfel, der rot« Eis-ravfel und der in der Schwei verarbeitete Sauergraunch. Das Gebiet der aus- gesprochenen Taielöpfel wird dabei nicht berührt. Grasnarbe unter Obstbäumen, Paß die Behandlung de« Boden» zwischen Obstbäumen nicht vernachlässigt werden darf, ist ein alter Erfahningesatz. Die für die Rentabilität wichtigen Unter- und Zwischenk'üturen fügen bei stich. gemäßer Düngirng den Obstbäumen keinen Schaden zu. Anders ist es. wenn der Baden mit einer Gromarb« versehen ist. Dies« ist durchaus schädlich, da sie wegen ihres eigenen Wasierbedaris den Bäumen zuviel Feuchtigkeit entzieht. Der Boden wird aber nicht nur ausgetrocknet, sondern auch der Durchlüftung beraubt. Wenn in einzelnen Gegenden auf Grasnarbe stehende Obstbäume dennoch gut gebeihen. so ist der Grund dosür tn dem hohen Grundwasser- stand zu erblicken. dhortiM�oloJfiLel Wassersportler-Waldlauf Freie Ruderer und Paddler in den Rehbergen. Wenn im Winter der Ruder- und Kanusport ruht, treibt der Arbeiter-Wasserfahrer Ergänzung.'sport. Längst hab>n unsere Ruderer und Paddler erkannt, daß sich der Körper auch du'ch die Hebung anderer Sportarten elastisch erhalten läßt. Den Höhe- punkt d'eses winterlichen Trainings bildet dann alljährlich eine größere Veranstaltung, der Waldlauf, der in diesem Jahre am Sonntag, IS Februar, 14 Uhr,>m Volkspark Rehberge ftattf'ndet Start und Ziet besindet sich dort im Stadion. Der vorjährig« Waldlaus mußte des zu starken Frostes wegen ausfallen, um so stärker ist die Beteiligung an der Deranstalt mg in diesem Jahre. Bere ts 94 Meidungen sind eingegangen Aus- getragen werden drei LSuie. und'war für Fraum 1000 Meter, Jugendliche 1500 Meter, Männer 3000 M'ter. Beteiligt hieran sind Rrederverein Vorwärts, Ruderverein Colleffa, Ruderoerein Butab, Freie Rud«rer-Vereinigung 191Z, FTGB.-Ruderb«zirk und -Kanubezirk, Freie Faltboonahrer Berlin. Freie Kanu-Union, Schweifsterne, Sportverein Moabit und Schwimmklub Rrptun- Weißensee. Zum Teil befinden sich unter den Teilnehmern alte Rioalen. Bei dem Lauf für Frauen wird dl« Genossin Thic4-Vor- wärts versuchen, ihren vor zwei Jahren errungenen Sieg zu wieder- holen. Der Mannschaftssieg wird sicher dem Ruderv'rcin Collcgia zufallen. Aeußerft stark ist der Iugendlauf besetzt. Hier Ist es schwer,.zu sagen, wem der erste Bloh zufallen me'rd Beteiligt sind Vorwärts. Collegia und beide Bezirke der FTGB. Der f.+ärffle Kampf wird im Männerlauf stattfinden. Fehler-Union und Huhn- Collegia sind starke Konkurrenten. Ansch'ießend an die Läufe wird ein Handball-Auswablspiel zwischen R>ch>ere-n und K'nu- fahrern ausgetragen. Die Mannschaften dieses interesianten Spiels setzen sich wie folgt zusammen: Ruderer: De�ener sRv Dorwärtst (f T. RuderbejlrY tR». BorwijrtSZ ?» itir!» Mayer RIatb (Jf.t. Ruderd-iiiry tR» Bai wärt,)(Ro Daiwiirt») SAtnf Rieck Bidermann Eg>eurel Marauardi on> SchwellNerne Ado vd Redlo MSndl-In (F. T. KanubezirN tFaItdo°l>ahrer)«Union) Kredo Friedrich lF. T. KanuberirN lFaildooisalzrer) Slrodkiriden Kannsodrer:'S T« nudenr») Ruderer: schwarze Hose, weißes H-mdt Kanufah-er: schwarze � Hose blaues Hemd. Di.' buncest'e en Freien Ruderer und Konufahrer zeigen, daß sie auch auf d'efem Gebiet auf der Höhe sind. Sie laden d!s"B?rlin«r Partei- und Sportfreunde zu dieser Veranstaltung ein. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Also: Am Sonntag, IS. Februar. 14 Uhr, in den Dolkspark Rehberge. * Zrele Ruder- und Sanufahrer. All« Funktionäre zum Wa'd- lauf treffen sich Sonntag, 12 Uhr, Volkspart Rehberge. Stadion- xebäude. Die Handballspieler müssen um 13l4 Uhr dort sein. Di« Vereine werden ersucht, ihr« großen Fahnen mitzubringen. -ARBEIIBH T Spiele am 16. Februar. Der kommend« Sonntag bringt noch ein, damit aber das letzte Spiel um die Beteiligung an den Spielen der Kreisklasi« Irgend welchen Einfluß auf die weitere Gestaltung der Kreisklasse hat der\ Ausgang des Tresseng jedoch nicht. Jüterbog und Butab sind die Gegner in Jüterbog. Die Techniker dürften auch hier wieder die„PunkUieseranten� sein.— Die Krelsklasse selbst hat wieder nur zwei Spiel« angesetzt. Brandenburg erhält den Besuch von Luckenwalde I. während Luckenwalde II zu Woltersdors fährt. In den Bezirke klaffen wird es wieder harte Kämpfe geben. Es spielen: Eich« gegen Obersprc« im Köpenicker Stadion. Hoppegarten gegen Lichtenberg I m Alt-Landsberg. Schweifstern« gegen Storkow im Neuköllner Stadion. Oststern gegen Neukölln in Oberschäneweide, WuHIHeid«. Karow gegen Vorwärts- Wedding Saxonia gegen Schönow auf dem Exerzierplatz, Schönhauser Allee. Wansdorf gegen Freie Scholle Alt-Ranft gegen Neuenhagen Rathenow gegen Nowowes. Werder gegen Sokol-Charlottenburg Kladow gegen Potsdam. Perleberg 1 gegen Pritzwalk 2. Pritz- walk 1 gegen Perleberg 2. Kyritz 1 gegen Havelberg 2. Kyritz 2 gegen Haoelberg 1. Luckenwalde V gegen Niemegk. Zweite Mannschaften: Oststern gegen Herzfelde. Hoppe- garten gegen Lichtenberg I. Eiche gegen Oberspree. Karow gegen Vorwärts- Wedding. Weißenfee gegen Pankow 1. Eintracht 1 gegen Alt-Glietzen 1. Ketzin 1 gegen Brandenburg. Knoblauch 1 gegen Charlottenburg 1. Rathenow gegen Nowawes Kladow gegen Potsdam. Spandau 25 gegen Butab. Jüterbog gegen Kloster Zinna. Luckenwalde I gegen Niemegk. Luckenwalde II gegen Hertha. Löwcndorf gegen Luckenwalde III. Jugendmannschastcn: Werder gegen Rathenow. Vorwärts- Wedding 2 gegen Lichtenberg I. Köpenick gegen Lichten- berg II 2. Lichtenberg II gegen Nowawes. Brandenburg gegen Weißensee. Saxonia 2 gegen Vorwärts-Wedding. Spandau 2S gegen Schöneberg. Jüterbog gegen Luckenwalde II. Luckenwalde I gegen Trebbin. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 15 Uhr. 2. Männermannschasteu 13 15 Uhr. 1. Jugendmonnschosten 11 Uhr. 2. Jugendmannschaften 10 Uhr Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die bauenden Dereine verpflichtet sind, sofort nach Schluß der Spiele die Resultate an die L« r I ch t- r st a t t« r- O b l e u t e durch- zugeben. Wo keine Obleute vorhanden sind, rufen die Vereine von lS Uhr Hansa 9482 an. damit die Resultate rechtzeitig im Nundfunk bekanntgegeben werden können. hat Sdiwimmfest Am Sonntag, 16. Februar. 15 Uhr. veranstaltet der Ar. belter- Schwimm verein.Kellas" sein diesjähriges bunde-osfen« Schwimmfest. Am Start sind unter anderem Dresden. Wittenberg,, Radcbcrg und fast alle Berliner Vereine. Aus dem Programm ragt die 10X50 Meter Krawelsdasettc und die 4X100 Meter Lagenstafetie hervor. Die Hauptgegner sind, hier Groß-Berlin und Hellas. Auch die 6X100 Meter Bruststafette, so- wie die Ingendkonkurren.zen lasten guten Sport erwarten. Ein Kunstrcigen sowie zwei Wasserballspiele vervollständigen das Pro- gramm. Es spielen Radeberg gegen Wittenberge und als Haupt- spiel die Jugendmannschasten Dresden gegen Berlin. Eintrittspreis 75 W-__ „Eine Reife durch Zinnlaad' lautet das Thema, über das Lohner an Hand von zahlreichen Lichtbildern auf einem Vortrags- abend der Abteilung Mitte des Touristenvereins„Die Natur- freunde', am Dienstag. 18. Februar, 20 Uhr, spricht. Gäste herzlich willkommen.__ Was ist mit Friedmann? Fliegt er aut den„Misthauien der Geschichic*'? Seit einigen Tagen tuscheln sich die Berliner Spatzen allerlei geheimnisvolle Dinge zu. Noch wagen sie es aber nicht, ihr Wisten von den Dächern zu pfeifen. Hai Heinzcden Neumonn den Friedma.nn wirklich gekillt? Das ist hier die Frage. Und wenn schon, was kann die Ursache sein? Hat der Mann(er ist Häusermakler seines Zeichens) bei der Verramschung der KPD.-Habseligkeiten den ehrlichen Maller gespielt und dabei«in wenig die Interessen gewechsell oder ist man endlich dahinter ge- kommen— und kann«s leider nicht mehr verschweigen—, welche glorreiche Rolle der Mann in der ungarischen Rätezeit gespielt hat? Einerlei, der Friedmann scheint vor dem„Misthaufen der Geschichte' zu stehen, auf dem er enden soll. Weiß der Teufel! Die Kommunisten haben doch bei all ihren Unternehmungen«in eigentümliches Geschick, daneben zu greisen, um einen derbenen Berliner Ausdruck zu vermeiden. Was war der Friedmann koch für ein Held, der rein« Herkules, der den Augiusstall der Reformisten mit eisernem Besen ausmisten sollte: der Mann schien aus dem höchsten Gipfel seines Ruhmes zu stehen. Und nun? Gestern noch auf stolzen Karosserien und heute auf dem Misthaufen der Geschichtel Das ist ein etwas jäher Wechsel. Ob ee bei diesem Saltomortal« dem kleinen Lesch nicht doch«in wenig bange wird? Der Klein« ist doch längst überreif, warum fliegt er nicht? Weiß vielleicht dos Männchen, das mehrmals in Moskau war, zuviel? Daß irgend jemand in der KPD. seinen Schwindel glaubt, das anzunehmen, wäre eine Beleidigung des letzten Weddinger Straßenzellen- Mitgliedes. Unsere lieben Freunde von der„Oppo' können einem leid tun. Sie haben noch nicht den richtigen Dreh und noch nicht begriffen, daß sie ihren Leuten auf die Fäuste und nicht aufs Maul sehen müssen. Geht es so weiter dann stehen sie all« eines Tages führerlos am Misthaufen ihrer Hoffnungen. Na, und dann: Sesam, tu dich auf!. �rbeiterkocke�'. SpxUermine am Sonntag. Da» Ereignis des Tages dürfte das Treffen der Spitzenkcmdl- daten in der �-Gruppe, Ostring I und Nordring I im Lichten- berger Stadion sein. Ostring' stellt zu diesem Spiel die an Spiel- erfahrung stärkste Manirschast, währeno Nordnng mit einer auf ver- schiedenen Posten jung besetzten Mannschaft antritt. Trotzdem läßt sich der Sieger für dieses Spiel noch nicht bestimmen, da es hier um den Gruppenersten geht. Beginn: 14.30 Uhr(Tennis Rot I). Im Volkcpark Mariendorf stehen sich um 10.30 Uhr Mariendorf I und Moabit I gegenüber. Hier dürfte der Platzverein nach einigem Komps als Sieger genannt werden(Ostring I). Tennis Rot I hat um 9 Uhr auf dem Sportplatz Ost Neukölln 1 zu Gast.(Nordnng I.) Weitere Spiele: Ostring II gegen Nordring II, Lichtenberger Stadion, 13 Uhr(Nordring l): Tennis Rot II gegen Pankow II Ost, 10.30 Uhr(Neukölln l): Nordring Iii gegen Ostring III, Schön- hauser Allee, 9 Uhr(Nordring II): Manendorf 11 gegen Neu- kölln II, Bolkspark Mariendorf, 9 Uhr(Mariendorf I). Fraukn: Nordring gegen Ostring, Schönhauser Allee, 10.30 Uhr(Nordring III): Pankow gegen Tennis Rot, Bolkspark Mariendorf, 12 Uhr (Moabit l). Oer Weg zur Unsittlichkeil Das bayerisch« Kultusministerium hat der Stadt Ansbach, Sitz der Regierung von Mittelfranken, die Auslage gemacht, den Weg zwischen Schu!« und Turnhalle zu sperren, damit die im Schulhof turnenden Mädchen kein öfsentliche» Aergernis erregen/ Sollte da» nicht möglich sein, so soll der Zaun mit Blech beschlagen werden. Wir empfehlen den Tugendwächtera, für die Schulkinder Blech- panzer nach beistehendem Bildmuster anfertigen zu lassen. Dadurch würden die Körperformen jedes einzelnen Kindes vor den Blicken der Aftlochgucker bewahrt.. Sollten auch dj« Gesichtsformen der Kinder öffentliches Aergernis erregen, empfiehlt sich die Aufsetzung von Raubritterhelmen mit herunterzulassendem Visier. Wunderbar sind bayerisch« Wege zu Krast und Schönheit! Internationaler Arbeitersport aus alter Welt. Letlisch« Eislaufmeisterschaften. Bei den Eislausmeifterschaften des lettischen Arbectersport- und Schutzbundes blieb in der 1. Klaffe auf allen Strecken der Läufer Vitihöf Sieger. Die 5000 Meier leg!« er in der Rekordzeit von 9 Min. 36,2 Sek. zurück. 500 Meter 51,1 Sek.: 305 Meter(Bahnlängc) 32,9 Sek. In der 2. Klasse lief Okolius die 5000 Meter in 12 Min. 20,6 Sek. und Survillo die 305 Meier in 34,9 Sek. Zur Teilnahme in den im Februar 1931 in Mürzzuschlag(Oesterrelch) staitflndenden olympi- schen Wintersporiwetlkämpfen der Sozialistischen Arbeiier-Spori- Internationale wird die lettische Bundesleitung den Schnelläufer Vitthof und den besten Kunstläufer entsenden. Letllsche Voxmeisterschoften. Die Voxmeisterschaftskämpf« 1930 des lettischen Arbeitersport- und Schutzbundes im überfüllten Dolkshausfaal in Riga waren sportlich hochstehende Leistungen. Da- durch, daß in Kürze eine lettische Auswahlmannschast nach Deutsch- land entsandt wird, gerrannen die Kämpf« an Bsdautung Meister wurde im Fliegengewicht Miskius, Federgewicht Duceniks Leichtgewicht Tjasta, Halbmittelgewicht Zvicevic, Schwergewicht Kleesberg kampflos. Alle Meister sind aus Riga. Im Schwergewicht steht ein internationaler Wettkampf mit dänischen Arbeitervoxern in Riga bevor. Schwimmen im Schweizer Arbeitersport Trotz den wenigen G-- legenherten zur wasiersporllichen Betätigung in der Schweiz macht der Schwimmsport im Schweizer Arbeiter-Turn- und Sportverband Fortschritte. Der Unteroerband für Schwimmen führte im Januar erstmalig«ine Schammmrrarteprüsung durch, die zeigt«, daß der Verband viel Wert darauf legi. Schwimmen nur durch tüchtige Schwimmwarie lehren zu losten. Die angehenden Schwimmwarte hatten eine mündliche, schriiilickie und praktische Prüfung zu be- stehen. Bei der praktischen Prüfung mußten sie die Beherrschung der vier Schwimmarien. Sirecken und Gegenstandstauchen. Wasser springen und Wiederbelebungsversuch« nachweisen. Moskauer Sporllntmnationale in USA. abgeblitzt. Auf dem im Januar 1930 stattgefundenen Bundestag des Rordavieri- konischen Arbeiter-Turn- und Sporwerbandes der der Sozia- listischen Arbeiter-Sport-Jnternationale anaehört. erschien als unge- beten er Gast ein Bertretar der Roten Sport-Jnternaiionale aus Moskau und versucht« in einer Red« die Soziaeistisch« Arbeiter- Sport-Jn�ernationale und ibre Führer zu beschimpfen. Die Bundes- tsgsdelepierten waren darüber so empört, daß sie unter donnernden Rufen„Go to hell!"(Scher dich zum Teufel» sein Der- schwinden forderten. Der RSI.-Dcrireter mußt« den Bundestag verlassen. Der deutsche Schwergewichtsringer Hans Hauenstein-Zürth, erster Sieger beim 2. Arbeiter-Turn- und Sportsest 1929 in Nürn- berg. beginnt in diesem Jahr« den Reigen im Ringen im Aus- land. Er ist vom finnischen Arbeitersportbund sür den 24. und 25. Februar und 3. März zu internationalen Ringkämpfen nach Helsingfor» und Turku verpstichtet worden.— L e s s i n c z i n Belgien hat vom deutschen Arbelter-Albletenbund vier Gewichts- Heber zu einem internationalen Mannschastewcttkampf angefordert. Der Kampf dürfte voraussichtlich im April stottsirden Mit diesem Kampf treten im belgischen Arbeitersport zum erstenmal die Ge- wlchts'�eber an die Oeffentstchkeit.— Eine Boxermannlchaft aus Lettland macht im März«ine Kampfreise durch Deutsch- land und die Schwerz. Di« Letten boxen om 5. März in Liegnitz (Schlesien), am 7. in Görlitz, am 9. in Weißmasse''. am 10. in Chemnitz._ Um die Boxmillionen! Am Donnerstag traf S ch m« l i n g s amerikanischer Interessen- Vertreter Joe Jacobs in Berlin ein, um mit seinem Schützling über die weiteren Schritte zu beraten. Er bestätigt« die Nachricht, daß der am 27. Februar' in Miami Beach stattfindende Kampf . zwischen Scott und Shartcy als Borentscheidung zur. Weltmeister- schaft gilt und daß Sch'meling gegen den Sieger aus diesem Kampfe am 26. Juni im New-Porker Dankee-Stadion um den höchsten Titel antreten werde. Diese Begegnung wird, wie schon der Kampf SchmelinA-Paolino, als„Wohltätigkeitsveranstaltung' aufgezogen und besonders von der Hearstprelf« projegiert werden, so daß also mit einer großen Einnahme zu rechnen ist, die Jacobs auf etwa ein« Million Dollar berechnet, von welchem Betrag« Schmeling 25 Proz. zufallen dürften. Gelegentlich der An- Wesenheit von Jacobs wird auch die Frage eines vorherigen Kampfes Schmelings geklärt werden. Wie Schmeling selbst äußerte, wäre er gern bereit, in Berlin zu kämpfen, wenn die finan- ziellen Bedingungen einigermaßen günstig sind.(!) Als Gegner käme der amerikanische Schwergewichtler Jim Maloncy in Frage, der für diesen Fall aus New Vork herübergeholt werden soll. Zeitlich stehen dem Tressen keine Bedenken entgegen, da. Schmeling erst im April nach Amerika zurückfahren will. T«»rlst«»»erel»»Die Raw,ftturde", Zentrale Wien, vrtrarnpp« Berlin: Mittwoch, lg. Kebruar. 20 Uhr. im Sackeschen kof caroker Saal). S'osenchalec Straß«<0— 11, Dencralvcrsaminluna.— Rteilflfl, 14. Rcbntat, 20 llhr. Abt. Cba.lattenbnrn! Spriestr. SD. III. Sericn-Vortroa:..Schwarzwal»".— Inaenb- c>rn»v« Lumbald': Panl- Scke Wiesenstrak«. Naturfreund«>» der Schweiz. Abt. Treptow! Slsenstr.». staftnachtezanber. Nesercnt: Dr. M. Schll't«.— Abt. ffltltu Cbausseestr. 4a. Nunlta-s»i»t-.- Abt. Tiibost! Vr k-r Str. 27. Fraurnarbeit.— galtbootabtcilura: Briber Str. 27. Streiüiige durch den All an.— Moutaa.>7- gebrnar. 20 Uhr. üliatunc,»einschalt! ssrantfurter Alle« 307. Bon der Optik.— Mallunstaemcinsil.ast! Woanaclstr. 123. Porträt. Sluderpereln Solleaia Tborlottenbura«. B. Montaa, 17. irebruar, 2Wb Uhr, bei Tliunak, Lraueuoersammluna. Aenne Wolter spricht über: ..Die strau im Bund". Moniaas Männerturnen 20 Uhr Kamminer Strage Dienotoa» Frauenturnen 20 Uhr Ouit-owslrafte. Donnero'aao Iuaentvcrkamni- luna Spree strahe um 20 Uhr. Sannabends Kastenrudern bei„Borwörto"«m IS Uhr. Sonntaao 1Z Uhr im Bootshaus Waldlauf. Neuaufnahmen Rmtan-j ab 20 Uhr im Dereins'okal Thunak. Chorlottenbur«, Wielandstr. 4. ?TSB„ isreikiirperlultnrfparte, Srnpo» Moabit I. Sonniaa, Iii. Februar. # Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, jsahrt nach Scrmsdork, Schulzendori Seillaenfee. Die Zrauengruppe de» Bundes der Auslandsdeutschen vei anstaltet Montag, den 17. Februar, nachmittags von 5 bis 8 Uhr. im Marmorsaal des Zoologischen Gartens ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten der deutschen Bauern aus Rußland unter dem Ehren. oorsift von Frau Reichsminister Dr. C u r t i u s und des Herrn Reichskommissars für die Deutschruffenhilfe Stückle» Beteiligt sind u. o. das Berliner S i n f o n i e o r ch e it e r der Schwarzmeiers ch« K'inderchor in Stärke von 150 Schul- lindern, Kammersänger Leo Schützendorf und Opernjänacr Eugen Tran-ky. Eintrittskarten Kim Presse von 3 M. sind erhältlich beim Bund der Ausländsdeutschen(Berlin C 2. Breite Str 8 9 III Tel 5.2 Kupfergraben 2052), an den Theaterkassen von Wertheim und bei Bote u Bock. Leipziger Str. 37 Eine außergewöhnliche eeistaag! Bere'ts jetzt eröffnet das Sroße Bekleidungshaue Leineweber am Köllnischcn Eschmar kt die Vorsoston mit einem aufsehenerregcnden An- gebot. Diesmal bringt die führende Spezialfirma aus e aener hoch- wert.ger Anfertigung schwer« reinwollen« Lammgarn-Anzüg« in den modernsten Farben und Musterungen, auch«infarbig blau, glänzend ausg-stattet und verarbeitet, für den Werbe preis voa 97,— Mark. Sehen Sie sich das heutige Infinit an und lasten Sie sich dann unverzüglich bei Leineweber die eleganten Modelle ohne jede Kaufverpflichtung zeigen. —!— L- J-J_!J I— Bcranraisctt:*üt di« Bedaktion: Wolia»»««»war,. B«rlw!«»»«>««»: Th.»lock«. Berlin Beriaa: Borwärl» Berlaa K. m b£>.. Berlin Druck: vorwärt««um- druckeni und Lerlaasanstolt Paul Einaer& Co.. Berlin LS SS. Linde nftrahe 3 Bier»» 1 Beil-g«. ZW mns Wttv ittiO«fteflttgel SüDpeDhUhner �.o.SL Enien_ p�wa 1,25 •< Do« crfr jran Ptund ab 0■ 7 0 uioiganonner"txsr* 1.15 Ausgeschlachtete Ganse Siacfcanflvlsch. Pfund 0.98 GSnsebr Uxtc ohu Kjn�.Pfd 1.30 aänsckeulon.. Pfund 1.20 Hautfett.... Piund 1.10 DohnenKauee Pfand*h 1.70 'Jldud�crioareii Bücklinge..... Pfund 0.38 Sprotten...... Pfund 0.43 Seelachs..... Pfund 0.48 Seeaal....... Piund 0.68 Konserve« Karotten eescbmt'M.»... 0.35 HausnaH-Sersüse..... 0.62 ßemöseErrsen...... o.w Berliner Allere!..... 0.82 Leipziger Allerlei..... 0.88 Scnnitt-u. Brecimohnen.. o.e» Schnittbohne 1 1..... o.ss Spargeiabschnltto.... 1. es Brechopargel dflna.. 2.10 | Ananas $ Scheibeo.. Dose 1.08| mit Stein rechen AprlKosen frslcho.... Erdheeren... riiaumen mit stein Apieimus.... 1.05 1.25 1.35 1.60 0.65 0.65 SrisweoSletffw„ Schwelnebawch.o. Beilage 1.18 Schweinescnink. u. Blatt 1.34 Kamm und Schuft... 1.34 Kotelett....... ab 1,34 Kasseler....... ab 1.38 Riic kenfett, bratfertig...0.98 Kalbskamm...... O.feB Ka.osbun u. Brust... 0.98 Kalbskeule..... 1.0c Hammeivorderfielsch. 1.04 Schmorfleisch..... 1.36 Supocnfl.. Querrippen. 0.74 Rinderkamm u.«brüst. 0.84 doulssch, gem...... 1.10 (Sfefrier-Sflcifcv Schmorfleisch onneKnoche. 1.13 Suppenfleisch... ab 0.68 Hammeivorderfielsch. 0.86 PI ecke.......... 0.33 Rlndeibacken..... 0.56 Rinderlungen...... 0.46 Verkauf soweit Vorrat/ Mengonabgabe vorbehalten Silige BesteKnageo— müodHcbe. nebriit liehe ond leletofliache— werden dnreh die keeensmitiei.aestellannahmc «oldeooiameD ond«ruaschgemäS erledigt I 2Dttrfttt>oren oampiworsi____ � 0.95 Fieiscnwurst Pfund 0.98 Macsei-ULeiwiint Pw n 0.98 SPÖCK, etter..... t�und 1.05 specKecKen____ Pu. 1.05 uiiener Würstchen. �1.15 zerveiatwursiimp.nd.mPtd 1.65 Salami....... Pw. 1.65 GeKochterschlnKen.««. 0.50 Schlnkenbe'ne . 0.38 Dvft nnO ROIKflhl..... weiOHont. RBsenKohl... RBIB Rühen... Rehlrühen... Zttreneh____ flpteismen... Btutaptetsinen tnanoannen.. EOüptet.... . Pul Pfooo GenNike 0.09 0.04 S Pfund 0.45 » Pfand 0.05 , Pfund 0.04 DntMnd 0.38 8 Pfand 0.95 4 Pfund 0.83 8 Pfand 0.78 5 Pfund 0.45 Beslchligen Sie bitte unsere Interessante Lebensmittel-Ausstellung in drei Spezial- Schaufenstern r Kiise und Fette Pfund Kolonioltooren Z Stetnho8ch9rvonf.ft0.95 1= TllSltSr vout.n...0.95 Stangenkäse... 0.42 Schmelzer Hase. 1.38 moihereihuiter. 1.52 I saniscoe Butter. 2.04 iiüiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiniiniiiifliinniiiuiuniini PTund Edamer vouf«tt... Oa84i Stangenkäse vor.« 1.05 n)argarine.oMunda 0.50 Cocosiett.... 0.50 Brlahanschmaiz. 0.84 10 Eier 0.88 und 0.58 Pfund Eierschnittnudeln 0.48 Brucnmakkarool 0.45 Aprikosen geirocim.. 0.95 Erhsen?�>n. 0.25 Ol«lorla Erüsen.0.19 Aplelringe... 0.65 Paaanmllch z oouc Auszugmahi�K-uu. Linsen... Brocnrels.. Burma-Reis.. Zucker... 0.85 1.30 Ptund 0.35 0.18 0.22 0.27 PReCRANM für die Zeit vom 14. bk 17. Februar KINO-TAFEL PROG AAN N für die Zeit vom 14. bis 17. Februar/ ©O0 Potsdamer Strafe 35 Die KaHarprlnetui» mit Anny Ondra Adhiand. DopocUtnder mit Ridiard Talmadie Jugendliche haben Zutritt Rhcimtraije 14 kÄ"&S.) Menidtea Im Feaer mit Harry Picl Loilpiratcii, Sensa ionsahenieuer Ltuiplri Luplno Lüne Im AmaioaeBkorp* vOdcon, PokdamerStr.75 Herrin der Liebe m. Grela Onrbo Der Erxleher meiner Todiler mit Harry Liedike Turm strafe 12 Der Band der drei m. Jenny Jogo Rahiget Heim mit KQchen' benalxang Alexandersh*. 39-40 (Pattage) Den ganzen Tag geöffnet Die Welt In Flammen mit Ridtaid Banbcimeg Wer wird denn«einen,«enn man aiuelnandergeht I 8 Friaelrlchstaut Die Kamera z. jTi!f, uhr L'nior den Linden 14 Bis Sonntage Bin'sbr Oder sdi oft mit Hon. Co. mann« Beao�cste Regie: Her bei t Brenon Passagc-Liditspiclc Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Uegmn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Tonfilm: Me'odle des Herzen. mit DU. Parto. Willy frUedi Tonfilmbcipro. ramm: In Jen« sind alle(nadele b and W eidenhoi-Lichtsp. An der WeidendammbrUcke Prledrichstr. 136 Woch. 12, Sonnt. 3 U Das Redl! ani Liehe Vater, Ich kla e dich an ■ H»au.» m Ariushof-Lichtspiclc Film* und Bühnenichan Perleberger Str. 29 und Stendaler Sir Hofier Kraoaens Fahrt Ina Glfick *i Min ölen Hollywood nfibneoMhan Wclf-Kino lofTS&Ü Mt-Moabil 99 Broadway, der Mlllionenfilm Tarzane neue DsdiongclgesdüdiL W Cfi«rtottenhurä"~E Schlütcr-Thcafcr SchlDterstr. 17 IV 630. 9 Uhr. Stg. 3 Uhr Die Herrin nnd Ihr x«« dft mit Henny Porten Der Klub der Jonggc. eilen mit Richard Talmadge Atrium Beba-Palaal Kaiserailee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.1S Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Witwenball Regie: Georg Jacoby »»chanebnrg W Alhambra Schöneberg. Hauptstr. 30 Alimrnfc mit Anita Dorrla Ihr wlgl fa, wie Matroacn find Beiprogramm Bfthncnachan Titania(uu s'chaneberg) riauptstraße 49 Beginn 630, 9 Uhr FrSalein Lansbab m Dlna Grolla Freibeuter der Sfldsec mit Richard Derthelme� > Frieoena Kronen-Lichtspiele Rheinsu 65 Woch. 650. 9. St«, ab 5 U Venn, mh Conatance Talmadge H Leidenachalt CM m. Iran Pelrorlth ■ 8t.■Uta 8 Titania-Palast Stegliiz, Schioßst» 6. Ecke Outsmuthsstr. VeO: 6Jü, 9U. Sonntags: 4,6.�0, 9 U. Bis ayt wei eres; Der Sic er aller Tonfilme; Die Nach.: gehört am ■«üdwGtfn p Ffim-Paiasi Kammcrsäie Teltower Sjr i w.6 Sbd. 5. Stg. 4 Uhr Frloletn Lanabub m. Olna Gra-la Oer Fleck aal acr Enr' Süden Th. am Moritzplatz Beginn. W ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uhi Herrin der liebe mit Greta Garbo Die Moden einer xhönen fr an Marlcndarl Mr. V< hiar.endoricr Sonnt 3 ü 1 ia-L.1 uchlaplele lue.-Vorst Chausseestraße 305 W. 7, Stg. ab 5. Herrin der Liebe m Grefe Garbo Wenn du noch eine Heimat haat BOhnenacbao M Südosten» Pilmwr>1* Jugendliche Zutritt t lUHCCK 6eg. W 630, S. ab 3 U Skalitzer Straße, am üörlitzei Bahnhof Die Kav arprlnzeaatn mit Anny Ondra BD.; Hau. Vaterland Rene Luisen-Theater sonn�Tu. Reichen berger Str. 34 Bdhneaadtan Erzieher meiner Todtier rhlt Liedike Revue: Kommen Sie herein. Stella-Palast Köpenicker Straße II—f4 Beginn wocheniacs 5, 7.13, 9.15 Sonmags 3, 5.15, 7.15, 9.15 Kasseneröflnung Stunde vorher Wenn da einmal dein Hers rer- •dtenkal m. L. Harrer, w. Frlltcb Bü. Gaitapiel d. herühmt. Clown. 4 Prlcea Urania-Theater Wrangelstr II, Köpenicker Brücke Woch. 7. 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr Waa lat loa mit Nanetlc? Oer IS. Gcadhworcne Interna ilonale BCUuenadtao Sternwarte— Treptow Sonnabend 8 U, Sonntag 4. 6,5 U.: Sllbcrkondor Ober Fenerland (Film von GAnlher PlOacfaow) Neukölln W. 7. 9.15 U Primus-Palast Am hermannolao S:g 4.4-, 7. 915 U Auf der Bühne; Abendfüiiend: Em. Tantig Magazin Revne Dgs lebende Magazin, bin künstl Reigen Schönheit. Liehe, Leldenidiatt (21 Bühpenblder) Solistin Ba- ronea c Martetia T. Scoa ir..L-..U w 615. Sonntag 4 U tallltUlt Jugendliche Zuintl Die Kariarprlnzeasln mit Annr Oedra Detektiv aoa Elche m W.Falrbankt BOhnenadian 1 i?t— Pvr>w|ci/M> Wochen:ags 6 Ii Ü CXCCISlOr sonntags ab 4 U. Kaiser-Friedr.rSu. 191 BOhncmcbao Donau walzcr m. Harry Liedike Oaa wilde B n> lugenj iche haben Zu'rltt Stern, Hermanmtrafje 49 Wochenu 615 U. Sonnta s ab 4 U. Wenn da einmal dein Herz rdr- 'o-W�er''"- H*rVC3r Jugendliche haben Zutritt Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: Wochen I. 6 Sbd» 5.30, Sonnt ab 3 U. Kassenerölfnung>„ Stunde vorher Kalkar ine Knie m. F. Kam per«, Engen Klöpier, Carmen Bonl 80. Elli Gilßner Am Flügel Erich Ziegler „Die Abonnenttn* m. W. Bendow Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Des großen Erfolges weg verllngert Der große Ton und Sprechtllmi Melodie dea Herren» Comcniu s-Licfatspiclc Memeier Straße 67 Mensthenaraenal(d.gr. Russenfilm) Sensalion f. Wintergarten Anisten- film m. CI, Rümmer, Panl Richter) Concordia-Palast Andreassiraße 64 Tonfilm Beginn Woch. 5, 7, 9 U, Sonnt ab 3 U Dich hob' Ith geliebt mit Mady Chrisfians E Mau-HcBtnnbars � Kosmos-Lichtspielc Lichtenberg, LOckstraße 70 Die welche Hölle vom Pia Palfl Pamir Jugendliche haben Zutritt Gnle Böhnenathan Kino Busch ÄJ TS, Ali-Fnednchsfelde Um seine Ehre mit Göala Ekmann König von So ho m. Emil j annlag» fi-Tl cd erschone weide � Elysium(fuS�pS�) Hasselwerderstraße 17 der größte deutsche Tonfilm; Ailanlic T onfilmhslp■ ogramm O Hera asten M «Elysium** �rd f'renzlaq�r Alice 56 W. o 15, S. �.15 U. 2. Woche ve längen! Tonfilm; Die Nacht febör. ans mit Haos Aibcrsy Chorloiic Andel 9 Welficnsee fc Schloßpark FUm- Bühne Beniner Allee 205—21» Don an Walzer mit Harry Liedike Die Weil In Flammen Vazlelöschan Alhambra Müllerstraße 136 Ecke Seestraße Schvarzwald w&del mir Liane Ha d Chaplin macht Karriere BUhneuchaa Colosseum stgfabVuh/ Schönhauser Allee 123 Tonfilm; Dich hob* Ich geliebt mit Mady Christi ana Gala-Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6. 8L0. S.S. 7. 9 U. Douaawalzer mit Harry Liedike Mädchen am Kreuz Beiprogramm Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U- Stg 4 U. Sonntags 2�0 U.; Jugendvorstellung Eine Nacht Im Prater Drei Tage auf Leben und Tod mit C. de Vogi Pharus-Lichtspielc Müllers traße 1 42 W. SV» U. Stg. 4 U. Man«henkt sich Rosen...(mit Gcsangsnegleltung) Ea toi sich waa In Hollywood Prater-Lichlsp.ei-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30. Sonntags 4 Uhr Daa Schloß der Liebe mit Iw. Pelrovlch König der Sensationen mit Falrbanka Bfibnenschao Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. Böhnenschan Sntelereien einer Kaiserin mit LH Oigovcr Eine Nacht im Praier 8 Panjcow P Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 630, Sbd. 630, Stg*. 4 Uhr Recht ani Liebe (Dr. Magnus Hirschfeld) Es tot eich waa In Hollywood «Rialto" Film u. Bühne Reinickendortei Sir. 14(am Weddingl W ab 6 8,�3 U Sonnt ab 3 0. Das Geheimnis Im Schlafwagen Ruhiges Helm mit Küchen. Böhne rang nscha Skala-Lichtspiel e Schönhauser Allee 90 w.6 Stg. 430 U Die welche Hölle vom Pix Patfi Pamir Jugendliche haben Zutritt Oasundbrunnen .Alhambra* BaJ Straße 5s Die tfo'deae Hölle m Dol. del Rio Große Aiustal.tuigsrcvoe Gate Böhner scha i Ballschmieder- Lichisp 3adsirä3e lr Große Bühncnscbai Spielereien einer Kaiserin rhit LU Da r over E nc Nacht im Piatcr Humboldt-Theater Badstraße 16 Böhnenscha Bewthrangsfrlai(Freiheit in » Fesseini Grochea Beiprogramm Tivoli* Pankow Berliner Straße 27 , W. 630 U, Sbd. 5 30 U, Stgs. 4 U. Die welche Hölle vom Pix Patfi Nnrl iLola-Kreutzberg-Film) Jugendliche haben Zutritt ��ifiSertMtäwhäütbirh Film-Palast IS'.«« Blankenbu/ger Straße W. 630, 9 U. Stg. 430. 645. 9 U. Donauwalzer mit Harry Liedike Drei Tage anf Lebrn nnd Tod Jugendliche haben Zutritt j Bnlnlckendor>-Ozt H Bürgcrgarten-Lichtsp. Hauptstraße st Film* u. Böhncnadiau Sonntag Jugendvorstellung Der Mill onenfilm: Broadway Ehe In Not mir Elga Brink, W. Rilla Sonnabend, 11,30 Uhr, erste große Kabarett Nadfivor Stellung • Ta''el■ Filmpalast Tegel Bahnholstr 2 W.68>s, Stg-4')c,6'68»s SonnL 2 Uhr Jugendvors ellung Mady Chrla.'lana M"gt und spricht Dich hob' ich geliebt. Beiprogramm ßQhnenschaa «Kosmos** Flimbühne .aupt.tr. 6 W ab 6 U» Stgs- ab 4.15 U. Sonntag 2 Uhr: jugendvorsieüung Sünden der Vgfcr m. Emil Jannlnga Revue: Was 1t, wo tt Union-Thcat er HauDtsiraßc* 6.0?�ü. 5 g. 2 U. J ugendvorst. St�. l1/«. ö1� 8S 4 U. Fraocn am Abgiond njir Elga brinkp Cu iRclL L. Pav�nclU Erpresser 8 Mfitt'Sioorg p Fi mpalast Beiliner Straße 59 Stg. 2 U iug.-Vor»L Die Nacht nach dem Verrat Äui der Bühne: ie Sache mit z�-rnf-ff