BERLIN Soimabend 15. Zebmar 1930 10 Pf. Tlf. 78 B 39 4?. Jahrgang erfS-iat täglich a»terS«aatas«. Zugleich Adklldamgade des.Vorwärts' BeiuqSvret« bcrde Ausqabeu«sPf. pro Woche. 3,60®?. pro Monat. Redattloo und Expedition! Berlin SW 68, LmdenSr. s anjefgenprtiS: Die einspaltige Nonpareilltjeile 8a Pf. gleklameictle 5*01. Ermäßigungen nach Tarif. Pvüschecktonto: Vorwarrs-Verlag G. m. d.H� Berlin Nr. S7S3S. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29T Schacht verhöhntSozialrentner Neue Taktlosigkeit des INeichsbankpräsi'denten beim festlichen Gelage. Eirafanirag gegen pletschkaitis. Bremen, 13 Februar.(Eigenbericht.) Einem 383 Jahre ollen Brauch entsprechend feiert alljährlich die Bremer Kaufmannschasr mit Vertretern der Bremer Kapitäne die sogenannte„S ch a f s e r ma hl z e i t', die u r- sprünglich zum Besten der seefahrenden Leute— also zu Wohlfahrtezwecken diente. Im Lause der Zeit, namentlich In der Nachkriegszeit, hat sich daraus ein äußerst üppiges Fest der zählungsfähigsten Bremer Kreise entwickelt, zu dem aus dem ganzen Reichs sogenannte„hochstehende" Persönlichkeiten her- angezogen werden. Die gestrige„Schaffermahlzell" im Bremer ,„chaus Seefahrt" sah unter anderem als Gäste den ehemaligen König Ferdinand von Bulgarien. Ministerialdirigent Brandenstein, vam Rcichsverkehrsministerium, D o r p m ü l l e r von der Reichsbahn. Bücher von der AEG.. Dr. Krupp von Bohlen und chalbach, den Chef der deutschen Flotte Bizeadmiral Okdekopp, den Großindustriellen Sil Verberg, Direktor W a s s e r m a n n'und nicht zulegt den Reichsbankpräsiden- t e n Dr. Sch achl! Bei der Schaffcrmohlzeit wird nicht nur sehr feudal gegessen und gezecht, sondern es werden auch Reden gehalten. Einer der gestrigen Redner war der Reichsbankpräsident Dr. Schächt, der sich in seiner Ansprache zu folgender Leistung verstieg: ..In dem Mangel an Willen, der durch das deutsche Volk geht,«mpsinde ich die ganze groß« moralisch e Krise des deutschen Bolkes. Dieser Wille sehlt dem Deutschen Reich heute an allen Ecken und Enden: wir haben nirgends mehr dos Gefühl in der Bevölkerung, daß der einzelne für sein Schicksal ver- antwoOlich ist, das der einzelne kämpft und ringt und sich einsetzen muß, wenn er etwas im Leben erreichen will. Um'er Ideal in Deutschland ist dos Zdeal des Sozialrentner, der mit dem Augenblick, wo er in die wiege gelegt wird, sämtliche Verso.gungs- scheine, einschließlich der Sterbekasse mitbekommt, wir fühlen uns nicht als Bürger des Staates, sondern wir fühlen uns als Wohl- latscmpfänger eines uns fremden staatlichen Organismus, der irgend wo in der Luft schwebt." Kein Wunder, daß Herr Schacht mit diesen Ausführungen den stürmischen"Beifall der illustren Gesellschaft entfesselte. Es gehört ein besonderer Geschmack und ein ungewöhnliches Maß von Taktlosigkeit dazu, bei einem fährlichen Gehalt von über einer Biertelmillion Mark und einer INillionen- f.cherung für den Fall vorzciligen Ausscheidens an gedeckter Tasel die Empfänger von Sozialrenlea zu verhöhnen und dem deutschen Volke vorzuwerfen, daß es ihm am Willen zum Schaffen fehll. Reichsbankpräsident Schacht scheint den Ehrgeiz zu haben, sich nicht nur durch politisch«, sondern auch durch rednerische Torheiten besonders hervorzutun. Das deutsche Volk muß es sich aber ver» bitten, daß«in Mann in seiner Stellung öffentlich solchen Unsinn redet. Es hat Wilhelm II. nicht abgeschafst. um bei chialmar I.«inen ähnlichen Rattenkönig von politischen und rednerischen Entgleisungen zu dulden! Stürmische Reichsbankversammlung. Die bei Redaktionsschluß noch andauernde Generalver- sammlung der Anteilseigner der Reichsbaat, die hauptsächlich über die Aenderung des Boakgefeßes und die neue Gewinnverteilung zu beschließen Hot, nahm bisher einen lebendigen, teilweise stürmische» verlaus, wegen des ungewöhnlich fiarfen Andranges, besonders von kleinen Anteilseignern, mußte eine vürohalle der- Rcichsbank geräumt und für die G-aeral- ve. sammlung hcrgrUchlct werden. De.- Gegensatz zwischen den kleine- ren und kleiasten Anteilseignern(100 Mark geben bereits eine Stimme), die hauptsächlich der vom Betrieb-anwalt Winter zc- sührten Aufwerllergruppe für die roten Tausender ange- hören, und den großen Bankiers sowie anderen Großaktionären der Reichsbank. gibt der Versammlung das Gepräge. Reichsbankpräsident Dr. Schacht erläuterte den Berwaltungs- bericht der Reichsbank für 1929 sowie die Aenderungen des Bank- gesetzes und stellt» die entsprechenden beiden Punkte der Tages. ordnung zur Diskllssiän. Bei dieser D skussion trat sofort bei ollen Diskussionsrednern einhellig die Auffassung zutage, daß das gesamte Vermögen der Reichsbank den Anteilseignern gehöre. Es sei falsch, von einer Abfindung der Anteilseigner zu sprechen, denn wenn dem (Fortsetzung aus der 2. Seite.) Oer Staatsanwalt fordert 2� Jahre Zuchthaus. Insterburg, 15. Februar.(Eigenbericht.) In den späten Abendstunden des ersten Bevhandlungstoges demonstrierten Insterburger Arbeiter vor dem Hotel, in dem litauische Beamte wohnen, die den Pletschkaitis- Prozeß dienstlich beobachten. Rufe wurden laut:„Nieder mit den litauischen Ä r b e i t e r m ö rd e r n! Es lebe die litauisch« Sozialdemokratie l" Ein herbeigerufenes Polizeikommando zerstreute 1 die Demonstranten. Zu blutigen Zwischenfällen ist es nicht gokonimen. Die am Sonnabend früh fortgeführt« Zeugenvernehmung ergibt, do{| wahrscheinlich noch weitere Emigranten mit Pletschkaitis zu- fammengewesen sind. Di« Identität der untersuchten mit den gefundenen Bomben ist nach den Zeugenaussagen wahrscheinlich. Ein lückenloser Rachwei» ist jedoch nicht mög- lich. Bei der Bernehnumg des Zeugen Z e h l e r- Eydtkuhnen ver- langt Pletschkaitis mehrnials, daß die Oessentlichkeit ousgeschlosien wird, da er»Ur dann wichtige Fragen zu seiner Verteidigung stellen kann. Auch der Zeuge Zehler vertritt entschieden die Forderung .des Angeklagten, da er mit Rücksicht aus die Angehörigen in Litauen in voller Oessentlichkeit nicht aussagen könne. Als der Vorsitzende und der.Berteidiger unter Berufung auf die Prozeßordnung den Antrag ablehnen, bricht Pletschkaitis seelisch zusammen. Zehler be- kündet, daß er durch Briese davon Kenntnis hatte, daß Pletschkaitis sich nach seiner Familie sehne und zu ihr zurück wolle, jedoch habe Pletschkaitis niemals ein gewaltsames Vor- gehen angekündigt. Die faschistische Hölle. Noch einer Berhandlungspause macht Zeuge Aehler wichtige Bekundungen über die litauischen Verhältnisse. Frau P l e t s ch- kaitls ist zur Ehescheidung gezwungen worden. In- folg« Drangsalierungen mußt« sie den Vriesverkehr einstellen. Ihr zugesandtes Geld wurde von der polil'.schen Polizei beschlagnahmt, deonoch mußte sie quittieren. Sie sollt« von einem heruntergewirt- schafteten Grundstück den Lebensunterhalt der Familie bestreiten. väcker und Kaufmann wagten kaum, ihr Lebensmittel zu verkaufen, um nicht in den Verdacht antifaschistischer Gesinnung zu kommen. Im April 1929 arrangierte die litauische Regierung eine groß angelegte Sozialisteuversolgung. In das Gebäude der Sozialdemo- Die bekleckerte Robe. „"Jttt, Herr Iorn«s, die Robe ist für Ivo Mark nicht wieder zu remigeu. Der Dreck geht durch und durch!' kratischen Partei wurden durch Provokateure 399 Stuck der in Litauen verbotenen Emigrantenzeitung„Pirmin" geschmuggelt. Hierauf wurde unter der Behauptung, es feien dort Waffen und Munition gefunden, litauische Sozia» listen verhaftet, darunter auch Frau Pletschkaitis. Nach einigen Tagen entlassen, wurde sie dennoch längere Zeit täglich von Richter zu Richter zitiert und hierbei körperlich mißhandelt. Politische Beamte hätten dem Zeugen Zehlcr Mitteilungen über die Drangsalierungen gemacht zu dem offensicht- lichen Zweck. Pletschkaitis über die litauische Grenze zu locken. Bis 1928 hat Pletschkaitis sich aktiv politisch betätigt. Dann hat er die Schuh der Gozialpoliitk! Sihung des Bundesausschusses des ABGB. Am wonlag. dem 17. Acbruar. wird der Bundesausschuß de? Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes zu einer Sitzung zusammentreten. Auf der Tagesordnung stehen vorwiegend die Fragen der Finanzpolitik des Reick) s und in Zusammenhang damit die Erörterung der neuen, auf einen Ab- bau der Sozialpolitik, besonders der Sozialversicherung, gs- richteten Pläne des Reichsfinonzministers Moldenhauer. Da die Verhandlungen über die Etatsgeftaltung und über die erforderliche Bereitstellung von Mitteln für die Arbeits- tosenversicherung in diesen Tagen ihrer Entscheidung ent- gegengehen, kommt der Sitzung des Bundesausschusics eine erhöhte Bedeutung zu. Absicht geäußert, der politisckzen Tätigkeit zu entsagen und scinck Familie aus Litauen herauszuholen und auszuwandern. Schon einmal wollte Pletschkaitis nach Litauen hcrübergehen, um bei Nacht und Nebel seine Familie hcrüberzuholcn. Daran wurde er durch den Zeugen Zehlcr gehindert. Einige Zeit vor der Ver» Haftung des Pletschkaitis hat Zehler einen dringenden Notruf aus Litauen erhalten. Emigranten holten hierauf eigens ihre Familien herüber, um sie in Sicherheit zu bringen. Ungeheuerliche Strafantrage. Insterburg. 15. Februar. � 3m pleischkaitis-prozeh beantragte der Staatsanwalt nach einem längeren Plädoyer gegen pletschkaitis eine Gesamt- strafe von sieben Jahren sechs Monate» Zuchthan» und gegen die Übrigen Angeklagten je sechs Zahre sechs Mo- nale Zuchthaus(!), gegen alle Angeklagten fünf Zahre Ehrverlust. Stellung unter Polizeianssicht und Einziehung der Massen und Sprengstosse. Und zwar wegen Verbrechens gegen das Sprengstoss- gesetz(Sprengstosskomplott), gegen das Schußwasfengesetz, das Gesetz über Krieg egeräl, gegen die Verordnung über Zurück- sührung von Massen des heereegules In den Besitz des Reichs und wegen Vergehens gegen die pahvorschriften. Ooppelselbstmord in Heineredorf. heule mittag wurden der 55jährige Kaufmann August Rnßfeld und seine IZjährlge Frau Mathilde im Schlafzimmer ihrer Mahnung in pankow-heinersdorf. Kroa- prinzcnslraße 13, erschossen onsgesunden. Rußseld stammt aus der Rheingegend und unterhielt viele Jahre lang in Bonn am Rhein ein kaufmännisches Büro. Er war aber ständig vom Pech verfolgt und vor etwa einem halben Jahre ge- zwungen. seinen Betrieb in Bona zu schließen. R. siedelte nun nach Berlin über, in der hossnung, sich hier eine neue Existenz ausbauen zu können. Alle Versuche schlugen ab er seht, vmd so sahen die Eheleute keinen anderen Ausweg als den gemeinsamen Selbstmord. Leide hatten an ihre Angehörigen Abschiedsbri.se ge- richtet, in denen sie davon Mitteilung machten, daß sie wirtschaftlich völlig ruiniert seien. Die Rekchsbankversammsung. (Fortsegung von Ver 1 Seite.) Reich größere Gewinn« zugestanden werden, so habe der Anteils- eigner ,chie schenkende Seele" und dem Reiche werden von den Anteilseigner» nur Opfer gebracht. Das Direktorium nabm denn auch, obwohl diese Auf- sassung absurd ist, den Dorschlag an, statt Abfindungsvorschlag da« Wort„Ausgleichsoorschlag" einzusetzen. In diesen Punkten gab es nicht viel Aufregung. Ein Rechtsanwalt und ein Aktien- rschtler führten die Diskussion, eine Einigung kam leicht zustande. Erheblich stürmischer ging es bei den G e s ch ä f t s o r d n u n g s- d e b a t t e n zu und bei der Diskussionsrede, die der sogenannte Detriebsanwalt Winter für seine zahlenmäßig starke, kapitalmäßig aber außerordentlich schwache Gruppe h�clt. Er warf dem Reichsbankpräsidenten vor, daß er der Verfasser he? Bankgesetzes sei, und daß das Pariser Organisationskomitee wie auch die internationalen Regierungen dazu schließlich nur ja ge- lagt hätten. Einmal vevstieg sich Winter in seinen temperameirt- oollen, aber konfusen Ausführungen zu der Behauptung,„der de zahlte Reichstag nehni« sein« Arbeit ja nicht ernst". Dr. Schacht -ühlte sich nicht veranlaßt, diese Bemerkung zu beanstandenl' Die Ausführungen Winters wurden von seiner Gruppe mit leb- hasten Zurufen begleitet und teilweise mit chönde klatschen unier- strichen, eine freilich in dieser hohen Finanziersversammlung recht ungewohnte Art der Zustimmung und Demonstration. Dr. Schacht war als Berfammlungsleiter allerdings dem Opponenten Winter sehr überlegen: er erfaßte den Antrag auf Schluß der Debatte beim Schopf und ließ ihn durch A k k l a m a- t i o n annehmen, womit sich der Opponent Winter freilich in seinein eigenen Netze gefangen hatte. Daraufhin gab es noch einen demon- strativen Mihtrauensantrag Winters, mit der Feststellung. daß der Reichsbantpräsident wegen der Borgänge im Dezember nicht da« Vertrauen der Generaloersammlung habe. Schacht parierte aber auch diesen, zweifellos in der Generalversammlung der Reichs- dank unsinnigen Antrag mit der einfachen Feststellung, daß er ge- fchSstsordnungsmäßig nicht zulässig sei. Das Ergebnis der dann vorgenommenen Abstimmung über die Vertagung dürf'e nicht zweifelhaft sein, da die Gruppe Winter in der Generaloersammlung eine hoffnungslose Minderheit darstellt. Sludentenkampf gegen Polizei. Schwerverletzte in£öwen— wegen eines wallonischen Professors Brüssel, 15. Februar. Zu neuen schweren Zusammenstößen kam es an der Universität Löwen. Den Anlaß dazu bot wiederum die Ernennung eines wallonischen Prosessors. Etwa 200 Studenten gerielen ins Handgemenge und die Straßen verwandelten sich in ein wahres Schlachlseld. Die Polizei vc. suchte, die Streitenden zu trennen. wobei sie die Studenten nicht allzu sanft anfaßte. Daraufhin ver- einigten sich die beiden kämpfenden Parteien und gingen geschlossen zum Angriss gegen die Polizei über. Die Polizei wurde in die Flucht geschlagen und mußte Gendarmerie nnd berittene Polizei zu Hilfe rufen. Zm verlaus des Kampfes wurden drei Polizisten nnd fünf Studenten schwer ver letzt. Dreizehn Sln- deuten«norden verhaftet. Villa Hügel vor Gen'chi. Veweisausnahme im Prozeß Bernhard gegen poensgen. Der Beleidigungsprozeß des Abg. Georg Bernhard gegen Poensgen verspricht zu einem gerichllichen Ereignis ersten Range« zu werden. Wie erinnerlich, war Gegenstand der B e- letdigungskloge die Behauptung des Vorsitzenden des Der- eins Deutscher Eisen- und S ahlindustrieller, daß Bernhard die Aeußerung Thysiens,„er brauche eine Reparationskrise gerade jetzt", „frei erfunden" habe. Bernhard Halle die Ladung der Teilnehmer der Industriellen» Konserenz vorgeschlagen. Das Amtsgericht Berlm-Mitte oerkündete darauf heute folgenden Beschluß:„Es soll der Beweis darüber erhoben werden, ob Dr. Schacht in der Sitzung in der Villa Hügel, an der er und Vögler als Sachverständige bei der Pariser V�ng- Konferenz teilgenommen haben, gesagt hat, daß, falls der Poung- Plan nicht angenommen wird, in zwei Jahren eine Repa- rationstris« entstehen würde und ob Thyssen darauf er- widert hat:„Diese Krise brauche ich jetzt." Es sollen ver- nommen werden von feiten des Beklagten: Dr. Sch a ch t, Krupp von Bohlen und Halbach, Dr. Karl Friedrich von Siemens und Reusch: von sollen des Klägers: Friedrich Thyssen, Dr. Vögler, Dr. Schacht, Kirdorf, K a st l, Klönne, Cremer, Reus ch." Die Oeffentlichkeit wird also Gelegenhell haben, zu erfahren, was hie Industriellen In ihren Konventikeln wirklich betreiben. Schon wieder Keuer auf Lloyddampfer. Dampfer„p'al," betröffen. Bremen, 15. Februar.(Eigenbericht.) Der Norddeutsche Lloyd ist neuerdings vom Pech vcr- folgt worden, ver hier im Dock Legende Dampfer.Pfalz" wurde von einem Feuer heimgesucht, von dem insbesondere das erste und zweite Deck und die an Sleuerbord gelegene Blauafchaftskajüle betroffen wurden. Die Ursache des Brande» ist noch nicht genau festgestellt. Ss verlautet jedoch, daß beim dem Ausbrennen von Ni-t.n und Rumpsplatlen Schneid- und Schmelzgebläse-Funken zwischen die Hölzer geraten sind und sich entzündet hoben. Aranzöflsche Verschüttete ohne Gefahr. Paris, IL. Fehruar. Die Arbeiten zur Befreiung der lö Bergleute, die, wi« bereits gemelket, am Freitag durch einen Erdrutsch in der Grube von St. Denis bei St. Ctienns eingeschlosien worden sind. weiden fieberhaft betrieben. Trotzdem wird es, wie die Morgen- bläller berichten, nicht möglich sein, vor Sonntagabend yn dleEtngeschlossenen heranzukommen Borläufig besteht iür kie Verschütteten kern« Gefahr, da sie durch die Rohre der Druck''—:t bischer Lust und Lebensmitteln versehen werden kiinna.. Kür eine spanische Republik! Oas unterdrückte Manifest der fpanischen Sozialisten und Gewerkschasten. Die Sozialistische Arbeiter parle! und der Gewerkschasts- buird Spaniens haben gemeinsam noch dem Sturze primio de Rioeras ein Manifest beschlossen, dessen Publikation dl« Zensur des neuen Regimes nicht zuließ, wir geben Im folgenden die Uebersehung des Wortlautes dieses Manifest«. Wiederum veranlassen die für die abnorme politische Lage charakteristischen Borgänge die Exekutiven des Allgemeinen Gewert- schaftsbundes und der Sozialistischen Arbeiterpartei, gemeinsam zu beraten und stch an die M'tglieder der beiden Organisotioren sow:- an die ösfenlliche Meinung im allgemeinen zu wenden, damll!hr Urteil über die gegenwärtige Loge und ihre einmütige Haltung ihr gegenüber so klar wie möglich bekannt wird. Wieder einmal stehen wir einer Regierung gegenüber, die im Dunkeln entstanden, von der Zntrige gezeugt und willkürlich von Mächten eruauul ist, die nicht den willen des Landes repräsentieren. Die Regierung des General Berenguer unterfchsidet stch nicht wesentlich von der des Generals Primo de Rivera; weder in ihrem Ursprung, noch in ihrem Sinn, noch in den Möglichkeiten, auf die sie fsir die Verwirklichung ihrer Pläne zählt. Es ist wahr, daß der Regierung des Generals Ve'enguer un- bestimmt« An kündig un gen der Wiedelherstellung des ver- fasiungsmäßigen Normalzustandes und der durch die Diktatur auf- gehobenen öffentlichen Freiheiten vorausgegangen sind Ungeachtet dessen hat uns d'e Erfahrung berechtlgterwe je mißtrauisch ge- macht, nicht nur hinsichtlich der unbestimmten Angebote, sondern auch der feierlichen Versprechungen, das politische Leben von allen Fesieln zu befreien. Wir brauchen nicht well in der Geschichte der spanischen Man- archi« zurückzugehen, um unser Mißtrauen zu begründen. Es go. trügt, unsere Mitbürger an das prahlerisch« Programm liberaler und demokratischer Reformen zu erinnern, mit dem das gegenwärtig« Regime eingeleitet wurde und dt« Entwicklung der spanischen Politik bis zum jetzigen kritischen Augenblick zu venolgen, um unsere Verachtung für diesen neuen und lächerlichen Versuch voll und ganzu zu rechtfertigen, die Aufmerksamkeit des Volkes von den wahren Problemen der spanischen Politik abzulenken, und sie mll Parolen zu beschäftigen, die sogar der naivere und weniger scharsttlickend« Teil der öffentlichen Meinung schon durchschaut hat. Das politische Bewußtsein des Landes hat einer Grad der Reife erreicht, den zweifellos Männer nicht erwartet haben, die gewöbnt sind, eine Macht auszuüben, die mit der Entfaltung der besten Kräfte des nationalen Lebens unvereinbar ist. Anders kann die Tatsach« nicht erklärt werken, daß Eeneral Berenguer. k«r allen Spane n die trag'schen Ursachen des Staatsstreichs vom 13. September 1023 und die tiefsten und eigentlichen Gründe der schweren politischen Krise, die das Land beherrscht, in Erinnerung rust. General Be- renguer, der auf dseselbe Weise wie Primo de Rivera erwählt wurde, ist das Symbol jenes Spaniens, dos sich in einem schmerzvollen Zersetzungsprozeß befindet. Diesem Spanien aber steht ein anderes gegenüber, voll von Leben. Mit. diesem ident.fizieren wir uns ganz,. und aus dieses setzen wir all unser Vertrauen und unser« chosfnung. Das alte Spanien ist das der perlönlickteu. Eaol'meu. des Mangelsan Sozialgefühl, an pers?ul ch?m rnd kollektivem Verantwortungsgefühl, das kradiliouelle Spanien des Despotismus. der Tyrannei, der Unwissenheit, der Willkür und des Wangels an Gewissen ln der Ausübung der Wacht. Das Spanien der El ketls. der ererb l-'n Hierarchie und der Wißachlung, der ans dem Volke wachsenden Tüchtigkeit. Dieses ganze l» seineu historischen Einrich- tungen symbollflerle Spanleu ist jetzt das einzige Element der Un- ordming und Unruhe geworden, die das Leben des Landes aufrühren. Deshalb ist es im Namen von Ordnung und Sicherhell nötig. dieses politische Bewußtsein in unserem Volk zu ermutigen, dos berells in den klaren und gesestigten republikanischen lleberzeugunoen. zu denen wir uns begeistert bekennen. nieder gelegt ist. Di« Bedeutung unserer Organisationen im wirtschaftlichen und sozialen Leben ist zur Genüg« bekannt: unsere Tätigkeit angesttts der unmittelbaren Notwendigkeiten dar politischen Lage braucht nicht von unserer bisher verfolgten Polittk abzuweichen. Keines- falls werden w'r uns auf den A ventin?u-ücki?h:n. Wir werden in dem Maß, als es unser« Stärke und die äußeren Umstände erlauben, aktiv seiw Wenn die aufgehobenen Freiheiten in größerem oder geringerem Maße zurück'e'ebrn werden, so wenden wir sie als Waffen im Kampfe v rws-de t und auf jeden Fall werden wir versuten. unser« Akt'vttät fortzuführen. wohin immer uns unsere Genossen in der Bewegung o�er die Stimme der Bürger als ihre ordmtng-nzmök>en Verllet'r ent'en�en. Unsere Organisationen und unsere Mitglieder sollen teilen d'tz, wenn wir schwer« Z-iten erlebt haben, wir die Möglichkcit nicht aukscbließen. andere, ebenso schwere oder noch schwerere als bisher zu erleben. Aber w'e dem auch immer sei. und wie v�r- w'ckell und kompliziert die Umstand? sind, wie stark ihr Druck seilt möge, wir betonen gegenüber unseren Orgarrs'tionen urch tbreit Mtoliedern die Notw-n>iflkeit. nur die von den Zentralorganen des Allgemeinen Gewerkschostsbundes und der Sozialistischen Arbeiter- parte! ausaehenden Weisungen zu befolgen. Gegenüber den zerstörenden Element"», die in ihrem verzweifelten Todeskampfe veralteteEinricbtungeit ins spanische Leben einführen wollen, bringen wir, unterstützt tmrch unser« ideell« Solidarität, durch die Festigkeit unserer Organi�tion und unsere innere Dif�plin der Nation ein Element kemok-attscher Stärke und methodischen und geordneten Fortschrittes, das den Bedürfnisien des Landes zut'efst entspricht und dos uns, wenn das neue Spanien von royalillilch-n vornrkeilea und Gespenstern befreit sein wird, den vollständigen Sieg gewährleistet. Dieser Steq darf nickt durch Ungeduld und Ueberstürztheit aufs Spiel gefetzt, sondern muß durch ruhig«, beharrlich« und hartnäckige Arbell gesichert werden. Für den Allgemeinen Gewerkschostsbund und die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens, Zuliaa V e st« i r o. Vorsitzender beider Organisationen. Francisco Largo Eaballe'ro. Sekretär des Allgemeinen Gewertschastsbutcktes. Andre» Sa-borik. Sekretär der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens. Bruno Scherls Gesihäftv. Wie er angebliche Erbansprüche zu Gelv und Ware macht«. Der Prozeß gegen Bruno Scherl, den Sohn des Begrün- ders des„Lokal-Anzetgers" August Scherl, dürste stch noch lange hin- ziehen. Die Ermittlungen sind immer noch nickst zu Ende geführt. Intnter neue Beweisaniräge werden von Staateanwalt und Ver- teidigung gestellt, neue Zeugen sollen geladen und Akten. Mten und wieder Akten herangezogen werden. Bruno Schert ist bestimmt ein N a ch l a ß m o n o in a n e ge- worden. Zehn Jähre Kampf um die vielleicht nicht existierenden Millionen seines Vaters haben ihm bestimmt einen gewissen Knar verursacht. Im Grunde genommen mag er wohl Recht gehabt haben: Schon jetzt hat man den Eindruck: er mag vielleicht doch hiillergangen sein. Und als er seine Reichsgerichtsurtetle in der Hand hatte, da konnte er mtt ihnen nichts anfangen— es war ihm einfach unmöglich, eine Aufstellung des Ver- mögens Nachlasses zu erhalten. Als das Gericht«ine einstweilige Verfügung erließ, fand Bruno Scherl und sein Notar sämtliche Zimmer verschlosien, die Stiefmutter war nach Tegernsee abgereist. Das Reichsgerichtsurteil, das ihm«inen Schadenersatz zusprach, weil die Erden jahrelang mit der Auszahlung seines Pflicht- teiles hinausgezögert hatten, blieb unoollstreckt: desgleichen das Reichsgerichtsurteil, das ihm diesen Pflichtteil zugesprochen hatte. Bruno Scherl brauchte aber Geld, um seine Prozesse zu führen. Er trat Heinrich Sklarz für 1200 Mark sein Pflicht- teil ab, dieser veräußerte es weiter an zwei verschieden« Stellen, und dasselbe Pflichtteil gab Bruno Scherl auch an eine andere Person, die ihrerseits das Pflichtteil weiter verkaufte. Di« Mil- lionen blieben aber aus. Als dann endlich am 1. Juli 1027 August Scherls Söhne au? der zweiten Ehe ihrem Halbbnider Bruno er- öffneten, daß der Nachlaß ihres Vaters ein Minimum von 700 000 Mark ergeben habe da erkannte er dies« Aufstellung nicht an und vor Gericht behauptet« er auf Grund einer genauen Bs- rechnung, das Vermögen des Daters habe tm Augenblick desien Ab- lebens 13 Millionen betragen, auf seinen und auf seines Bruders Namen somit je anderthalb Millionen Mark. Eben erst hatten aber die Erben aus zweiter Ehe, Bruno Scherl, die Eröffnung von der Ueberschi'ldung des Nachlasses gemacht, als dieser nach reckst und nach links a conto der zu ernxtrtenden Mllionen Wessel auszugeben begann, Darlehn aufnahm und Waren kaust«. Am ?0. August begann er damit. Bei der Kreditbank für Industrie und Handel suchte er um ein Darlehen von 500 000 M, nach. In einem Jahr wollte er es zurnckzahien. Im November erfuckt« er den Bankdirektor Konrad Reissig um ein Darlehen von 75 000 M.. er erhielt 17 000 M. Beim Vankdirektor Jahn suchte er um ein Dar- lehn von 250 000 M. uiw. usw. Ueberall legte er Aufstellungen des zu erwartenden Nachlasses vor und Rechtsanwalt Wessel ligstätiate Ricktigkeit dieser Aufstellungen Dann begannen die Pelzgcschäft», Bei vier PeHhändlern wurden Pelze gekauft, nicht bezabtt und verpsöndet. Ueberall war der Angeklagte Bruch dabei M't"nter figurierte er als Scherl« Angestellter. Mit Akzepten, für die es keine D:ckuna gab, beteiligte man sich an Erdölgeschästen, Flug, zeug- materialgeschäkten usw. Ein Stuttgarter Waldbestsser nahm Akzepte 'von über 1 Million entgegen. Die gesamte Wechselschuld machte etwa 3 Millionen aus. Allerdings hat Bruno Scherl nicht allzuviel Bargeld darauf erholten. Zu jedem der Betrugsfälle sind viele Zeugen geladen. Am Montag sollen Bruno Scherls Halbbruder. Dr. Georg Scherl und der Rotor Behrendt zum allgemeinen Teil vernommen werden. Bluiiger Zusammenstoß von Wöhrden. Gerichtsverhandlung nach einem Jahr. Itzehoe. 14. Februar.(Eigenbericht.) Weder begann in Meldorf(Holstein) derProzeßwegender blutigen Zwischenfälle in Wöhrden, in deren Derlauf zwei Na ionalsozialisten und ein Kommun st ums Leben kamen. Di« Vorgänge liegen«in Jahr zurück und hatten ihre Ursache in der Befürchtung der Nationalsozialisten, daß ihnen in der Londvolkbewegung«in gefährlicher Konkurrent entstehen könnt«. In der ganzen Provinz versuchten sie sogenannt« Werbev-rsamm- lungen abzuhalten, wobei es nicht fetten zu Schlägereien kam. So auch in W ö h r d e n. wo im Februar 1020 die Kommunisten die Hitlerfreunde zum Versammlungslokal hinausprügelten. Die Na- tionalsozialisten gelobten dafür Rache. Sie beriefen«ine Der- sammlung«in. die indessen im letzten Augenblick oerboten wurde. Trotzdem kamen die nationalsozialistischen Stoßtrupps nach Wöhrden und hielten dort zwei Mitgliederversammlungen ab. woraus sie«inen Demon st rationszug durch die Straßen des Ortes unter- naistneit. Das g'eich« taten die Kommunisten Als dann die beiden Züge aufeinanderstießen, entwickelte sich«in« blutig« Schlägerei, bei der Dolch, Knüppel und Pistolen die Haupt- rolle spielten Das Ergebnis waren drei Tote, eine große Anzahl Schwer- und Leichtverletzter und jetzt der Prozeß, in dem nicht weniger als rund 200 Personen als Zeugen auf- treten und 19 Angeklagte wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung mit und ohne tödlichem Ausgang, Landfriedensbrriches und anderer Delikt« sich zu verantworten haben werden Tolles Vauberstück im Rheinland. lleberfall auf offener Straße, 1 1 000 D? Co nge'der grraubt Köln. 15. Februar. Gestern mittag hal sich unweit der Kirche zum beoachbarlen Schlebusch ein tolles Räuberstnck abgespielt. Ein zwanzig- jährlgesMädchen nnd ein sechzehnjähriger Bursche. die in Köln-Wühlheim bei einer Bank 11 000 Mark Lohn- gelder für eine Wiesdorser Firma abgeholt hatten, wurden von einem Motorradfahrer aus belebter Straße unter Btdrohung mit einem Revolver zur Herausgabe des Geldes gezwnngcn. das sich in eintr Aktentasche befand. Die beiden völlig elngeschüch- lerlen Loten händ'glm dem Burschen die Mappe auch wirtlich an». der sich sodann aus ssia Motorrad schwang und mit einem auf dem Soziussitz mitfahrenden Hclfershclser mit Vollgas das Weite suchte. Nachdem sich da» Mädchen von seinem Schreck erHoll hatte, stürzte es in ein Geschäft nnd benachrichtio-te die Firma von dem Vorfall. Ein Kraftwagen der Firma nahm die Verfolgung der Räuber auf. ohne eine Spur von ihnen zu entdecken. Zwölstausend Mann am Werk. Hüffelsheim, die Opel-Gtadt. Nur ein Kahrrao litin Fahrrad, was ist das schon? Täglich sehen wir Hunderte, Tausend«, wenn wir über die Strafte gehen: und wenn wir un»«in Ven.g besinnen, sagen wir uns: es ist das„Auw des lleinen Mannes". So ein Fahrrad, einmal angeschafft, ist im Oelirauch billiger als die tägliche Trambahnfahrt von der Wohn- zur Arbeits- statt«(wenn überhaupt günstige Verbindung vorhanden ist): und obendrein gibt es am Sonntag einen Schimmer von Luxus und Unabhängigkeit, wenn man hinaus ins„Freie" fahren kann. Aber dennoch: ein Fahrrad, was ist das schon? Gewiß nichts Besonderes mehr, etwas längst alltäglich Geworbenes: ein„Vehikel", das für wenige Mark wöchentlicher Abzahlung sich jeder anschassen kann. Und trotzdem: so ein Fahrrad, so alltäglich und unbeachtens- wert es als Maflenerscheinung geworden ist— als Einzelstück ist es immer noch em kleines Wunder moderner Präzistonstechnit. Wieviel Arbeit, wieviel Mühe, wieviel konstruktives Können und zweckmäßige Vereinfachung in so einem„ganz gewöhnlichen" Fahr- rad stecki— wird einem erst klar, wenn man Gelegenheit hat, d> e größte Fahrradfäbrik der Welt zu besichtigen: die Opel- Werke in Rllsselsheirn. Serienarbe t und Maschine. Da es einck> volkswirtschaftliche Kinderweishell ist— daß jedes Produkt, dessen Preis im Verhällnis zum Einkommen der breiten Masse steht, sich am leichtesten absetzen läßt: so führte Opel zunächst in seinem Fahrradwerk die Ratwnalisterung durch. Durch maschinelle Verbesserungen und lückenlose Einführung der Serienarbeit ist es bei einfacher Arbeitsschicht möglich, pro Tag 4000 Fahrräder herzu st eilen. Das heißt: all« acht Sekun- den verläßt«in Fahrrad die FabritI Geht man durch die fünf, und sechsstöckigen Fabrikgebäude, durch die weiten hellen Säle— wo vom rohen Rohr bis zum oerpackten Fertigfabrikat die Räder hergestellt werden—, so sind zwei Ein- drück« beherrschend: die Masse des Materials und die un- geheuer raffiniert« Planmäßigkeit der einzelnen Arbeitsvorgänge. Da werden zunächst die einzelnen Rohrteile in entsprechende Längen zurechtgesägt, und wofür man früher 20 Absteckbänke brauchte, um das nötig« OaMum für den Rahmenbau zu schneiden, das schafft heut« eine einzige Spezialrohrsäge in sechs Swn- den. Nicht anders ist es mit der automatischen Stanze, die sogar das Dreifache, in einem Falle das Fünffache lieferte wie ameri- kanische Maschinen. Allein der Rahmenbau— eines der wesent- lichsten Moment« der Fahrraderzeugung— ist in vier Abteilungen gegliedert: Dorderrahmen-, Hinterrahmen-. Lötrahmen- und Renn- maschinenrahmenbau. Die einzelnen Rahmenteile werden au ogen geschweißt, nicht gelötet: und es ist phantastisch anzusehen. wie in langer Reihe In der weiten Halle das Sauerstoffgebläse auf das Metall zischt,«ine blauweiß« Funkengarbe zersprüht und zwei Wetallteile ineinander schmilzt. Kaum ist der geschweißte Rahmen ausgeglüht, wird er auf rasend rotierenden Steinen geschliffen. Die Arbeiter, die ihn vor der Lackierung anfassen, tragen Handschuhe, damit nicht Cinflüsie Schweiß oder Schmutz die folgende Glasur des Lacks verderben. Oer Lack-Vackofen Die fertig geschstffenen Rahmen und die Schutzbleche kommen auf einer endlosen Kette ins nächste Stockwerk, in die Lackiererei. Aber da stehen nicht Maler mit Farbstoff und Pins«l an langen Tischen, wenden nicht mühselig die Rahmen und die Schutzbleche, um die Metallteile hübsch gleichmäßig anzustreichen: da steht eine einzige Maschine, ein Ungetüm von 130 Meter Länge, und Ersatz für 300 Arbeiterl Die Lackiererei. Ihr Gesamtraum ist unter Wasier gesetzt, die Glaswände werden berieselt, um jedes S'aubkörnchen niederzuschlagen. Dabei steht der ganze Raum— er saßt 10000 Kubikmeter Luft— dauernd unter Ueberdruck: gereinigte Luft wird über Reinigungsfilter hineingepreßt. und sowohl der Zugang, durch den die Rahmen und Schutzbleche hineinkommen, wie der Ausgang sind so konstruiert, daß nur gc- reinigt« Luft von innen nach außen, niemals aber staubige Luft von außen nach innen kommen kann. Auf Riesenstellagen, deren einzeln« Teile an Heuwendcmaschinen erinnern, werden mit einem Male Hunderte von Rahmen oder Schutzblechen m die vor dem Ofen an- gebrachten Lackbehälter getaucht(sie fassen di«.Kleinigteü" von 88 000 Liter Lack). In verschiedenen Drehungen werden all« Teile gleichmäßig mit Farbe überzogen, die überslüsstg« Farbe tropjt ab — und während ein Schub auf der endlosen Gabelkette durch den gasgeheizten Ofen wandert, geht ein neuer Schub in di« Lackbehälter, während am anderen Ende des Ofens ein fertig lackierter heraus- kommt. Der einzelne Handgriff ist alles Bei der Montag«, der Zusammensetzung der einzelnen T«ile, kann die Hand noch nicht durch di« Maschine ersetzt werden. Aber die Taylorisierung der Arbeitsmethoden meist dem einzelnen Ar- beiter nur einen(manchmal sogar einig«) Handgrisfe zu:«r ist also nicht mehr wie früher der Handw«rk«r, der sämtliche Einzelteil« bis zum fertigen Fahrrad zusammensetzt Er ist nur«in kleines Glied in der lang«n Aibsiis kette: aber tausend und aber tausend kleiner G ieder geben das Gönz«, das ohne den einzelnen nicht denkbar wäre. Aus dem bald klassisch gewordenen laufenden Band kommen di« Werkstück« zum Arbeiter. Kommen in genau b«r«chn«ten Zeit- abschnitten. Heber ihm laust eine Schmebobobn, die di« Einzellelle zuträft: er nimmt tas Ihm zukommende Stück herunter und mon- tiert es. Pausenlos geht die Montage vor sich: wo eben noch der nackt« Rahmen eingespannt war, ist im näcksten Arbeirsgang schon das Vorder-, dann da» Hinterrad eingesetzt: sind die Schrauben angezogen,: werden die Pedale angebracht: wird die Kette über- gespannt: wird der Freilauf probiert: werden die Schutzbleche montiert usw. usw. Aon allen Seiten— vom darüber und darunter liegenden Stock- werk, aus der Fslgenspannerei, aus der Bereifungsabteilung. aus der Nickelei usw.— von überall her laufen die endlosen Schwebe- bahnen mit dem zurollenden Material. Es ist«w moderner Hexen- sabbat, der hier tobt:«ine Orgie der Materialhaufvng— und doch ein planvolles System, bei dem das in dieser Minute fertig mon- tierte Fohrrad in der nächsten schon am Packdand hängt, um ein- gefettet, in Wellpappe gehüllt und geradenwegs in den wartenden Waggon geladen zu werden. Mit welcher Schnelligkeit produziert wird, mag ein Beispiel beweisen. Du bestellst eine Fahrrad-Iype, die augenblicklich nicht am Lager. ist: gibst genau die Größe des Rahmens, die Art der Felgen und der Bereifung an, außerdem nach deine speziellen Wünsche, in welchen Farben sie lackiert sein soll— und in sieben Stunden, nachdem du es bestellt hast, kannst du mit deinem Spe- zialrad schon aus- und davonfahren! Zahlenphantasien. Wie kann die menschlich« Vorstellung ermessen, was es heißt: täglich 4000 Fahrräder, oder alle acht Sekunden«in fertiges Rad! Wer kann die vielfältige Verästelung dieser Produktionsmethoden und die groß« Gesamtheit der Produktionsleistung überblicken? Das sind— wie in der Inflation, als es für den Durchschnittsmenschen kein« reale Vorstellung von Zahlengröben mehr gab— Ziffern, die nur durch da» Beispiel sinnfällig gemacht werden können. Also: da an einem Fahrrad sechs Merer Rohr vor- arbeitet, werden, so beträgt der Tagesverbrauch bei voller Produktion(gegenwärtige Tagesleistung„nur" 1S00 Fahrräder)— 25 000 Meter Rohr. Das ergibt, umgerechnet in«inen Monats. verbrauch, so viel Rohr, daß man eine Leitung von Berlin bis Budapest legen könnt«. Oder: wollt« man sämtliche zu einem einzigen Fahrrad notwendigen Einzelteile(ein Herrenrod 1435, ein Damenrad sogar 1485 Bestandteile!) mit einem Schritt Zwischen- räum aneinanderreihen, so ergäbe der monatliche Teile-Verbrauch ein« Streck«, di« dreimal um den Aequawr reicht«! Di« bei vollem Betrieb täglich verarbeitete Menge von Decken und Schläuchen ergäben, wenn man sie ineinanderhängte, ein« Strick- leiter von 20 000 Meter Höhe, also mehr als die doppelte Höhe des Gaurisankar! Die Gewichtsmenge des täglich für den Fahrradbau verbrauch- ten Materials belauft sich auf 40 000 Kilogramm: und di« Läng« der beiden Transportketten, die die Einzelteile durch di« verfchie- denen Stockmerk« zur Montag« bringen, ist fast«in Kilometer. Vielleicht gibt gerode diese letzte Zahl— Transportband von einem Kilometer— eine Vorstellung von dem FlächeninhaU der Werk- statten, aus denen die größte Fahrradproduktion der Welt kommt. l�urt Cflksnbur». ,/Otx Marques de Volibar." Deutsches Volkstheater. Joachim von Ost au betreibt sein Deutsches Volksthsater als genuschti» Unternehmen. Gestern„Geisha", heute das roman- tische Schauspiet„Der Marques de Bolibar". Gestern Säuseln der Kirschenblüten und Fächer, heute ein Geknalle der Büchsen, daß die Wände des Landwehrkastnos wackelten. Dankbar werde dem Direk- tor bestängt, daß in seinem Haus« das stärkste und stinkendste Kimll- puloer Berlin» gebraucht wird. Im Stück wird außerdem noch die Ehe gebrochen, zugleich von vier Osfizieren» die ihren gichtbrüchigen Obersten bei seiner nkH zur Enthaltsamkeit neigenden Gattin ersetzen wollen. Krieg ist St ieg. Di« Frau Oberst stirbt. D�r Oberst macht in Spanien Invasion, im Auftrag de» ersten Napokeon, der die Welt und also auch die Iberische Halbinsel für seine Dynastie schlucken will. Der Oberst ist Preuße, em den Korsen anbetender Fremder.legionär. Daher auch der rauhe, aber herzhafte Ton unter seinen Osfizieren. Man hängt, brennt, erschießt stai�rechtlich, redet von den Damen des Landes di« doch das«rsie Recht auf ihre Heimat haben, sehr kavot'erc mäßig. Die Leidtragenden der französisch-preüßischen Invasion werden als Kupp- l«r und räudige Huride charakterisiert und auch dementsprechend be- handelt Trotzdem oder gerade deehalb liebt«in l7iährtg-s Edel- fräulein, das der seligen Frau Oberst aufs Haar und sogar bis auf» Muttermal unter der blühenden Brust ähnelt, den Obersten ab- göttisch. Das ist die tiefste Rätselpsychologie des Schauspiels. Des Obersten Offiziere wollen aber auch zu. dieser jungen und totes. getreuen Dame ia corpore In die«chiafkammer. Nein, nicht in de Kammer, sondern ins Kirchenschiff, denn dort soll sich noch dem Programm de» romantischen Schauspiels die Hörnerauffetzung voll- Zrihen. E» kommt anders, es kommt so daß die spanischen Guerillas den Preußen mächtig auf den Pelz rücken und den ganzen Stab abschießen. Mit welcher Poesie und Gewalt das geschah wurde schoo berichtet. Dieser Knallbüchsenextrakt, gewürzt durch Erot'k. S nümentall. tät und Schlachtenvtecherei. wurde einem hübschen Roman von Leo Peruz entnommen Die Dramat sierung besorgte R a w s o n. sogar ein richtiger Engländer, den wir in den Mitgliedsbüchern unsere» Drei Künstler, drei Welten. Juan GriS, Eusonoe Etsendieck Schmutzer. Vor drei Jahren starb Juan G r i s, der als Spamer Jos« Gonzales hieß und seine zweite wahre Heimat in Parts gefunden hatte, wie sein Landsmann Picasio. Die Galerie Flechthelm hat eine große Anzahl schöner Werke von ihm zu einer dankenswerten Ge- dächtnisschau zusammengebracht. Sie geben ein«rschöpiendee Bild von diesem Maler, der seinen bleibenden Eindruck von Braque empfangen hatte und zum engsten Kreise der Kubisten gehörte. Seine Kunst zu definieren, Ist so schwer oder so unmöglich, wie die des ganzen Kubismus, obwohl er sich mit einer bewundernswerten Konsequenz treu geblieben ist durch fast zwei Jahrzehnt«: n.cht zum wenigsten in der vollendeten Sparsamkeit seiner Motive, deren Be- standteile kaum über eine Mandoline, ein paar Gläser und bisweilen einen beschaulichen Pierrot hinausgehen. Neben Braque ist er sicherlich der kultivierteste und strengste aller Kubisten: von einer bezaubernden Eleganz der Konturen wie der Farben, die in der Frühzeit lebhaft glänzend, zum Schlüsse wie mit der Sordine be- handelt, voll melancholischer Dämpfung sind. Vielleicht ist gerade dieser letzte Schliff der Form, dies« wasserhelle Vollkommenheit des kubististhen Systems in seinen Bildern« was, das ihn deutschen Augen zugänglicher macht altz die weit schwierigeren und kompli- zierten Erscheinungen eines Picasio oder Braque. Viel von französischer Kultur findet man auch in den Gemälden der Berlinerin Susanne Eisendieck(bei Görtel, Pasiauer Straße 2). Sie tauchte zum erstenmal vor einem halben Jahre in der Jury freien auf. mit merkwürdig kompletten Gaben des Geistigen und Malerischen: dabei ganz jung noch. In den neuen Arbeiten, deren größeres Format ihre wachsende Reife kundtut, entschleiert sich ihr Zusammenhang mit der Laurenci«, mit Renoir und Seurat, so mit den Impressionisten. Die Dielzahl der angeführten Namen darf nicht dazu verführen, sie als ein Konglomerat von Anregungen zu betrachten. Ihre Selbständigkeit ist nicht zu übersehen, sie ist an- gestchts solcher Jugend(23 Jahre) außerordentlich und bleibt im Bezirk einer ganz weiblichen Begabung. Auch hier ist der Kreis der. Darstellung beschlossen: Sommergaststätten, Theater und Variete mit Menschenreihen von monotoner aber reizvoller Typenbildung: Dillen- gärten, ein ziervolles. Aektlein, im Bett zur Schau gestellt, schwei'cm schon aus. Wer seine Spezialwell mit so betonter Sicherheit des Farbenauftrags und einer fast schon routinierten Schönheit der Komposition aufzubauen und zu sichern versteht, ist ein starkes Talent und vielleicht sogar ein Charakter. Die Akademie ehrt das Andenken des verstorbenen F e r d i- nand Schmutzer(geb. 1870), Indem sie den größten Teil seines Werkes in drei Sälen»ach dem Pariser Platz hin ausstellt. Auch dies ist nicht eigentlich deutsch« Kunst, die Anschlußfreunde mögen verzeihen: es ist Wiener Kunst in einem Sinn, der«inen deutlichen Trennungsstrich notwendig macht. Gemeint ist di« großartig auf- gedonnerte Leere, die etwa in dem zum Begriss gewordenen Namen Makart verkörpert ist. In der Radierung, die sich in der Schule William Ungers aufs pompöseste selbständig erklärt hatte, war e« «ine Art von Naturtreue, die zu peinlichster Nichtigkeit führt. Man sehe sich die ungeheuren Vlärier Schmutzers an, die dafür das beste Beispiel abgeben. Ein toller Aufwand an technischem Raffinement wird für ein Nichts vertan, das ein besonnener Photograph ebenso wirksam hervorbringen kann. Daß dieser Mann Talent hatte, be- weisen die Abdrucke von frühen Platten. Der entsetzliche Prestige- betrieb der wilhelminischen Aera, in der Barocktradition des stanz- josesinischen Wien aus technische Monstreleistung zugespitzt, Hot ihn grürtlflch verdorben.___ P- P Scb. Die Lustkrankheil. Untersuchunaen haben den Beweis erbracht. daß nur etwa 5 Proz. aller Luftpa ssogiere der Luftkrankheit unter. liegen. Gleichzeitig konnte festgestellt werden, daß man sich gegen die Luftkrankheit viel leichter schützen kann wie gegen die See- krankheit. Als Ursach« der Lustkrankheit werden an erster Stelle Nervosität, an zweiter schlechte Bcntilatio�, als letzte und vn- wichtigste die Bewegung des Luftfahrzeuges genannt. Verbandes der deutschen Bühnenschriftsteller führen. Di« Spekula- tion ist etwa» Wut, aber euch etwas kindisch angelegt. Paul W egener spielt den Obersten, den Hahnrei, den Halden, den Kriegswüterich. Er setzt sein.» animalische Ueberlegenheit ein, das Imponierend« seiner schweren Schritt« und Bewegungen, das Malerische seiner ganzen Persönlichkeit. Es flirren um ihn herum, es toben besoffen, e» tänzeln schwärmerisch und theatraksch, immer wohl dressiert, die anderm vier Hauptspieler des Stückes, Kahle, Reiß, Brefin und andere. Sie alle sind bemüht, keinen Effekt fallen zu lassen. Doch alles ist zuviel Effekt und darum unerträg- lich überladen. M»x Hochdorf. Konrad Ansorges erstes Konzert. Konrad Ansorge, der große Pianist, hat einmal im Freundes- kreise die Geschichte seines ersten Konzerns erzählt. Er war noch auf der Schule zu Landeshut in Schlesien, und da er bereits damals ein guter Klavierspieler war, sollte er bei einem Wohltätigkeits- konzert in der Umgegend mitwirken. Zu diesem Ausflug über Sonn tag bedurfte er der Erlaubnis des Direktors: da er aber bei diesem nicht gut äuge fchrieben war, fuhr er auf eigen« Faust, spielte zuerst das L,.Dur-Konzert von Weber, muß« dann auf dem Podium im Ehor mitsingen und hatte im zweiten Teil den Klavierpart an Stelle des Orchesters zu dem Chorwerk ausführen. Dq kam die große Fuge: bei der Aufregung und der furchtbaren Hitze im Saal verlor er die Noten, und während ihn der Dirigent wütend ansah, spielte> er wie im Traum weiter.„Mit einem Male war die Fuge zu Ende." erzählte er.„Ich hatte sie vor Schreck auswendig gespielt. Ich er- wach'« wie au» lanzer Betäubung, blickte ratlos ym wich. Der Dirigent umarmte mich in heller Frzude. Wir blieben an diesem Abend noch wnge auf und feerten meinen Triumph. Aber das| schlimme Ende kam»ach. Mein Ausflug wurde verraten. Zwei Stutchen Karzer waren das Honorar für diese» mein erstes Konzert." Mo'en«»v«rtrSfte. Lonvtag. 10 tl6r. strecken im Allen Museum Dr. von Masiow über»Au» antiken Intckrtsten". im JUiier-üir ehi id). Museum Dlrekior Demmler über.Rembrandt", Im Äuleum für Lölterlmrde 1 Professor Etirmer über.Die Ruinen von ilngtot'. Theater der Woche. Vom 16. bis 24. Februar. Volksbühne. Theater»««ülorinilati: BI, 1». Arallo. Branneirstraß«. ab SO. Da« Ge. rückt, l«. UZ» Uhr VN.«oneerta. Theater, Ria 30. Dascnmantap. ab 21. Denk an mich.— Schlesi- par'-Tdrater Stealld: IS.. 17. Die Pallerina d-a ikSnia«. Ab 18.: Sotuepaku«. Ikachmltlaasvorftellunxen: »olk.tfiha«, Tdeater am Pülamplad: 1«.. 23. Amnest'e.— Theater am Sckisfianrrdamm: 1«, 28, Die DcfiaroWenaatr.— Tdnlia.Tdea'er: 18., 23. Drei alte Schachteln.- Tdeaier i» der KSnIaaräder«trade: 18. 2z. Di« erste Mr». Seldn.— floo td rndau«: 16.. 23 Sdarlena Dante.— Grade» Sckapsp cl- bau«: 18 23 Die 8 Ml»ketier».- Tdeater d!» Westeu,! 18.. 28. 14'� Uhr! Wiener Bkut. 17 Uhr: Die Mtdermau».— Theater in der Pehrrnstr. 88-64: 16.. 23.... Tater sein, daaeaen lehr.— Deutsch. Sinstlersheater: 19. 22. Kakadu. Kafaba. ZS. Die ändert Seit».— Komische O-�e: 18. KuDa di Bulla.— Devttck. S-l,'�c°!er: 16 Di- Seisda.- gentral-Tkeater: 18., 28. ffri-b-r ke.- Mo. trapaibThcatcri 18., 26.. UHlstt: Di» Medermau«. 17 Uhr: ffrleder'ke. r- Kare-tVa'.ei: 22. 17 Udr. und 28.. ls',4 Ub°:«cchendrSdes. 28.. 1711 U»r: D.« Seardaeklirstin.— TTealer In der Klasterst-ass«! 20., 21. Wilhe'm?.ll. 1«.. 22., 17 l'hr: Schne de- Witbel. 18.. 18 Uhr: Aschen' rhbel. 22., 28., U Uhr:«-attänpchen.- Scklcssp-rk.Theatrr Stealst- 18«schenlrkbel.- Wiuteraatteni lS.. 22. 28. ktn'rrnat'anakea Tar'et«.— Dla?a, Scula: tzntee, nationale« Var et».— AelchniaKev-Theateet 18.. 28. Stettin, r Sänaer. Theater»m TaUbnsser Tor: 18.. 28. fflite-Sänacr. Erfkaufführungen der Woche: Sannta«. Schausvialhau«! Eüdral-Snveditian.— ffiicn»!«#. Scklahvork: Lakuapaku».— Dan»er«taa. Bakkadlthne: Da» Gerstcht — greUaa. Thalia- Theat»r: Denk an Mick. Volksschulfragen in Preußen. Sozialdemokratische Korderungen.— Oer demokratische Redner rückt von der demokratischen presse ab. Im Hauptausschuß des Preußischen Landtages sprach Frau Zlb- geordnete I o u r d a n.- Frankfurt a. M.(Soz.) zu Volksschulfragen. Sie führte aus: Das Ministerium muß sich in weit stärkerem Maße als bisher die Förderung des Arbeitsschulgedankens angelegen sein lassen. Die Republik braucht selbständige und veront- wortungsbewußte Menschen, die aus der Masse emporsteigen zu einem neuen Führertum, das niemals seine Verbundenheit mit der Allge- meinheit verliert und nicht im alten liberalistischen Sinne nur seine eigene Persönlichkeit fördert. Die Schule der Republik muß auch in ihren Erziehungsmethoden an die Heranbildung demokratischer Men- schen denken. Die demokratischen Blätter, die einem Volksschullehrer die Ve- fähigung zum Kultusminister abgesprochen haben, haben nicht den Volksschullehre, stand als solchen geschädigt, sondern sich zutiefst gegen den Geist der Demokratie versündigt. Die Reformfrcudigkeit der Lehrerschaft wird ober nur dann wach bleiben, wenn das Ministerium es versteht, sie gegen die Angriff« der Handwerkskammern zu schützen, deren Schulideal noch heute in den llnternchtsergebiüsien der alten Drill- und Lernschule besteht. Der Ausbau der Volksschule muß organisch mit ihr vevbunden bleiben und darf nicht zu einer neuen Mittelschule aus- arten. Eine abgeschlossene achtjährige Volksschulbildung hilft einem jungen Menschen im Leben weiter als ein paar Jahre höheren Schul- beluchs, der irgendwann abgebrochen wird. Die stärkste Aufgabe der neuen Schule sehen wir in der Erfüllung ihrer sozialen P f l i ch- t e n. Der Lehrer darf sich nicht nur uw das eigentliche Lernen seiner Schüler kümmern, sondern muß sich auch mit den häuslichen Verhält- nisten vertraut machen. Er muh ein genauer Kenner aller sozialen Einrichtungen sein, um im Notfall der Familie helfen zu können und dem Kind ein Lebensmilicu zu schaffen, in dem es wirklich gedeihen und lernen kann. Au» diesem Grunde wünschen wir einen guten praktischen und theoretischen Unterricht auf dem Gebiet der sozialen Fragen in den pädagcgischea Akademien. Ebenso muß der staatsbürgerliche Unterricht der Volks- schule nicht nur die politischen Fragen behandeln, sondern auch die �mdsr mit den sozialen Einrichtungen unserer Zeit bekannt machen. w ist unerträglich, daß ein Schulkind mehr von der Ortskranken- taffe weiß als der unterrichtende Lehrer. Zur Durchdringung der Schule mit republikanischen Ideen ge- yvren Schulbücher, die von warmer. Liebe zur Re- publik durchpul st sind. Ebenso bedarf die kollegiale Schul- lcitung der wärmsten Förderung durch das Ministerium. Rur der Lehrer, der� sich selbst regiert, kann auch den freiheitlichen Staats- bürger heranziehen. Zu den notwendigen sozialen Hilfreinrichiungen gehören serner L-K!assen für schwer Erziehbare und vor allem e i n H i l s s s ch u l g e s e tz. Werden doch von 6S 000 hllfsschulbedürftigen Kindern noch nicht die Hälfte in Hilfsschulen versorgt. Diese sozialen Hilfsmaßnahmen werden auch ein sicheres Mittel gegen Schulstrafen sein. Das Ministerium sollte sich aber nicht nur gegen die Prügel st rase wenden, sondern ebenso auf die Lehrer einwirken, daß vor allem jede seelische Quälerei der Kinder unterbleibt. Mit solchen-Strcifen erreichen wir keine erziehlichen Erfolge, sondern drücken' höchstens die Lebensfreude des Kindes. Die gewünschte F e r i c n o r d n u N g, die eine längere Sommerpause vorsieht, wird nur dann für Kinder und Ellern der Volksschule erträglich sein, wenn soziale Hilfsmaßnahmen ihr zur Seite stehen. Wenn das Aolksschulkind seine Ferien auf den Großstadtstraßen verbringt, kann von einer Erholung keine Rede sein. Ferienwanderungen und beaufsichtigte Spielplötze müssen hier den Kindern der Arbeiterschaft wirkliche Versorgung gewährleisten. Wir wünschen ferner, daß der Samstagnachmittag aufgabenfrei bleibt, um den Kindern einen wirklichen Ruhetag zu gewährleisten. Das Urteil des Staatsgerichtshofs in der Frage der weltlichen Schulen und der difsidentischen Lehrer liegt noch nicht vor. Die So- zialdemokratie wird ober unter keinen Umständen eine Ausschaltung der dissidentischen Lehrer aus dem öffentlichen Schulwesen und eine Minderung ihrer staatsbürgerlichen Rechte dulden. Es ist beschämend, festzustellen, in welch geringem Ausmaß die Frau bis heute in Preußen an der Schulverwallung beteiligt ist. Wir verlangen in der Leitung der Schule wie in allen Verwaltungs- behörden Frauen in verantwortlichen Stellen. In der Schule selbst wünschen wir eine Erziehung beider Geschlechter durch beide Ge- schlechter, und in weit größerem Maß als bisher muh die Areite und dritte Stelle auf dem Land von Frauen versehen werden. Ve- sonders begrüßen wir die verheiratete Frau im Schul- d i e n st, weil wir ihre mütterlichen Eigenschaften als besonders geeignete Kräfte in der Erziehung nutzen wollen. Wir wenden uns mit aller Entschiedenheit gegen die hier von Herrn Dr. Rhode(Wirtschaftspartei) gestellten Anträge, die eine Senkung des Niveaus der Volksschule mit sich bringen würden. Ge- rode er als Vertreter des so schwer bedrängten Mittelstandes müßte Verständnis dafür haben, daß eine gute Schulbildung das beste ist, was man seinen Kindern mitgeben kann. Wir Arbeiter sind nicht so kleinlich, diese Ausbildung nur auf gewisse Kreise beschränken zu wollen! In der Debatte rückt der Abg. Hoff(Dem.) energisch von dem Kamps der demokratiscken Presse gegen den Volksschullehrer als Kultusminister ab. Die Fraktion habe leider keinen Einfluß aus diese Presse. Qu tiunqsdrucker sür Au odrofchken. Schon seit einem Jahre wenden von den Autodroschenbesitzern Versuche gemocht, statt des bisherigen Taxameters, der nur den Preis anzeigt, einen automatischen Quittungsdrucker einzuführen. Nachdem einige Wagen mit derartigen Quittungsdruckern bereits einige Monate gelaufen sind, wurden in den letzten Wochen mehr als ZOO Autodroschken mit diesen neuen automatischen Taxametern ausgerüstet. Die neue Taxameter- uhr druckt beim Abstellen gleichzeitig eins Quütung, auf der nicht allein der Preis, sondern auch der Name des Besitzers sowie die Wogennummer angegeben wird. Die neue Ein- richtung ist sehr zu begrüßen, weil sie dazu beitragen wird, Streitig- leiten zwischen den Chauffeuren u>id dem Publikum zu vermeiden. zumal nunmehr auch der Fahrgast viel leichter als bisher in der Lage ist,«ine Bejchwsrds einzureichen, da sich die Notierung der Wagennummer und der Adresse des Fahrers erübrigt.� In den nächsten Wochen werden weitere 100 Wagen mit diesen Quittungsdruckern ausgerüstet werden. Svlmsdvnck, 15. Februar. Berlin. 16.05 Oberstaatsanwalt Benno Kaller: Straliechtliehe Taeesfr»«ea. 16.30 Unlerhaltanesrnasik. 17.55 Axel Eggeh.ccht spiicbt Ober sein Buch..Unstet ond flflchtle". 18.15 Dr. Friedrich Conrad;.Wieweit kann die Rundlnnksendon« durch Störunf verdorben nnd welche wirksamen Schutzmaßnahmen können dagegen er. griffen werden? 19.05 Klassische, National, und Wiener Tänze, 21.00 Kabarett. Mitw.; Dolly Haas, Kitty Schäfer, Ernst Busch, Hans Deppe, Werner Fink. Nach den Abendmeldungen bis 0.30: Tanzmusik. Königswnslerhauseii. 15.55 Fraaenstunde. Geschäft, Büro und Haushalt? 16.00 Ptof. Fritz Jöde; Anregungen für die Musikpflege. 16.30 Nachmittngskonzert von Hamburg. 17.30 Jahrtausende der Musik. 17.55 Clemens Nörpel: Zehn Jahre Betrlebsrätegesetr. 18.20 Walter Blöem erzählt von seiner Reise um die Erde, 18.40 Französisch für Anfänger. 19.06 Robert Heusellng: Wie entstand die Astronomie? 19.20 Stille Stunde:„Hinter erleuchteten Scheiben". 20.00 PiOgramm der Aktuellen Abteilung. 20 30 Von Breslau;„Vergnügurgsanzeiger". 21.30 Von Breslau; Musik aus Tonfilmen. Sonntag. 16. Februar., B e.r 1 1 n. 7.00 Funksymnasiik. 8.00 Für den Landwirt. 8.55 Morgenfeier J0 05 Wetiervorboisage. 11.30 Theater am Eülowplatz; Faschingsmusik. Dirigent: Generalmusikdirektor Hcrmanj! Scheichen. 13-30 Programm der Aktteüen Abteilung. 14.15 Nager Märchen.(Sprecher: Lisa Tetzner.) 14.55 Mas Kowalski. Sechs Lieder.(Roland Hell. Tenor. Am Flügel: Der Komponist) 15..30 Lustige Erlebnisse. Einleitung: Der Autor.(Gelesen von Gerd Fricke.) 1610 Von Breslau: Unterhaltungskonzert. 17.30 Studentenlieder(Schallplattcn). 18.00 Heinz Engel, E Lingenberg. und M. Brewe: Von der Dorfschmiede zur Tankstelle. 18 30 Balladen von heute.(Sprecher: Dr. Erich Fortner.) 19.30 Programm der Aktuellen Abteilung. 19 45 Theaterqocrschnltt.(Gesprochen von Alfred Polgar.) 30.00 Ans dem Bach Saal: Konzert. Dirjgent: Dr. Htlmuth Thierfelder. Anschließend; Zelt. Wetter, Tagesnachrfchten. Spört. Anschließend Bis 0.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. 1100 Stud. Dir. Georg Heinz; Uebergaug zur höheren Schule. 18.00 Dr. OUendotf; Junge ostdeutsche Dichter. 18.30 Erich Walter: Das Buch Ruth.(Vör'esnng ans der Bibel.) 19.00 Arnim T. Wegner: Etletnisse aus dem Kaukasus. 19.30 Alfred Be'erle: Rezitationen. 20.10 Von Köln: Damensitzung der großen Karnevalsgesellschaft. BJelter für Berlin; Wechselnd wolkig mit vorübergeyenoer Regenneigung. Temperaluren meist über Null! nordwestliche Winde. Für Deutschland: Namentlich Im Süden und Osten Niederschläge. Allgemein Verminderung der Nachtfröste. Pctuntmottl'ür 6s»-J'choftion: Solfneng SäimatL Serltn:«nuetgrn; Sh.«lodr. Berlin Brrluq: Vorwärta Berla« v. m 6 H.. Berlin Druck: Larwune Bud,- »ruckerrt und äkclaasanftalt Boul cinaer& Co Berlin SS 68. 8mhcnflta6e 3. Blcrtn I Beilade. I TheaUr LiJi Sonnabd, 15 2 Staats-oper Untei d. Linden Tnl-U D So Kg. E Jahres-H).-». Ha.« 20 L'h< laMata Enden. 22' o Uhr Staats-Opar tm Plofi iu Itgohlili R-S. 11 19'/» Uhr DK verkaufte Braut Ende n. 22 U. (spiel Sonnabd. 15. städt. Oper Bismarck str. Turnus I 20 Uhr Simone Boccaneora Ende n. 22 tg U. ttaatl. Sdiaospb. am Gendannanmarkt St. a. 3 Si Ro. s Jalim-IUi.-f. Hß. M -n utv, llafhan der Weise Ende 22-« Uhr. M.MiHeater.Oiarliiig. 20 Uhr Oeotge Daniiin- Mmtäi Ende gegen 22' j Uhr mm Direktion Or. Martin Zickel Komische Oper rnadnctist/.m Merkur 1401«330. Nacn vollständiaem Umbau Täglich 8i. Uhr Hulla di Bulla SAwank von Arnold und Bach mit Guido Thlolac rer, Jehulz Scltrs.n, urg, H Ideurand, Walter Pj» flink Balmi-r Wert'- aonntsD nadimitiog« uar: � au ohne kussl Lustspielhaus»>- Fnedrichstr. 236. Bergmann 2922 23. Lislit au! iMilH ii Riemano- Vorverkau in oeiden Häusern ab 10 Uhr ununterbroenen. Winrero * Garren* 8.1S«i enn.'«81 Runifen«rloobi 1 | Casi-Famllie, Jung-China. 2 Elllat's. Marlka R#kk, 9 Allisons ustv. usw.{ I tonnahenu u. Sonntag|a 2 Verstellunger 14 ina8*i"r 4 Uhr'eine Pre st VoiusbUtine Theater am SOlowiilatz. 8 Uhr Urautführunf Apollo, Brunnanstrasa Volksstflck von Oroßm an n und Hessel Huik: Theo Hadubtn taiie: JOm Ftiiilju iiaati.idiiller-Th. " Uhr George Daecln Boubouroffle i Dealer am ZWIMiaaeniamm "Ii Uhr Urtenhirc aemsüies fneaiet J.l Norden 1231i' Tä«!.»'/. Uhr Oer Kaisar V.Amerika von Bernard Shaw Ree.: Ma* Ref rhardi Kammerspiele D.I. Norden 12310 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheim lagl«; Bim Beinridi Die äomodle 1 1 Bismck.241 4/751 ö OED Victoria von S. Maugham. Regle NaxReinhardi Musik: Mischa Spol ansky Jarno'jfsxj-äülinEi! Diester in net tlniggrjtzer streä« Täalich 8'/« Uhr Pro:essor Bernhardt von Arttiu; Sthnttzlir Rtji»: Victor Banovsky Komödien haus Täfilich I hr rer LOoner und d e nonne von Cor} sotz Tägl. 5 Ii. 8';, Uhr. 3arba> ossa 9258 Pr. 1-6 M. Wochantg. 5 U. 50 Pf.-3 M. Con Colleano. 4 Bronetts und weitere zum 1. Male in Europa gezelgeSpitzenleistungen Tag..» 0. 81i Sonn'.».in ß" A ex. E 4, 8066 INTERNATION. VARIETE Horo.ToUsiaiiiLnenesProDr mm CAS1N0-TBEATER •vOlhrin®»cr Strafte 37 Oer Sensatlons-Schiaaer Seine Hoheit der Beiller llillllllllilllllllltltlllllllll«IIIIMIIIilHIIIIIIIIIIIlllllllllllllll and eis crstkL baotee Programm Für unsere Leser: iutscnein lür l—« Personen Fauteuil nur 1�5 M� Sessel 1.75 M, Sonstige Preise: Parkett u. Rane 0L0 M. Reichshallen-Theater Abends® sonn ag namm. CD Das wn. deihare Febr.-Proaianinil Sleltlner- sanier Preise 60 Pfg bis 3 Mk Zent um 11263' yadunllags bau» Preise. Jönnoll-Brelti; 1 a bt. Nummern' Falftner-Crdmler. Tanz. ilieaterl.fl.Beiirenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Rolp� Ax.hor Roberts SV« Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr rhalbe Pr.) ARS AS AN I koniMbenil 'Uhr, Famlllea'Voretellf'. Kinder auf allen Plätz.n von 220 M. aufwä ts ha he Preise. J1* uhr« CnobeVorele Inag, Sottn.aä tOr-l Uhr: Gr. TUr- a. Tb- dlanersdseo. Erwachs. 1 Mk. Kinder Su pfg, . Uh-: Famtllen- Vorstelle [Kinder auf a ten Plä zen von 22i M. aufwärts ha u« Pre.se 2 1 2 Uhr: Grobe VorstellDBg. Id. Binrild(335-35.— 5:r-nr*ril|i Trw! Komische Oper Fried richstr. 104 Merkur 1401 4330. Allabendlich 8V, Uhr Liebe auf den zweiten Blick Direktion >t. Robert Kielt Deutsches Künstler-Theai. Barbarossa 3937 8Vi Uhr „Ein', mi. drei" von FranzMolnai mit Max Paliulierg. Kirlur: Souper Dönhoff 170 Täglich■/. Uht Die Straße mit Albert Eaatraanii Regie Heinz Hilper Metropol-Th. «Ve Uhr Das Land des • Lächelns Vera Scherars, Richard Tauber Musik von Franz Lehar. meater i Westeüs Täglich S1/* Uhr: Hotel Stadt Lemfterd Musik von Gilben Käthe Dorsch Leo'ftefa Oixen dor «.«=*0— j Renn n Sie die enizQckenck,1 Operelte von Millddser Ocasparone? Täglich°.i5 Uhr(Sonntag9Uhr)und Sonnabend nachts 11-30 Uhr ,im Rose-Ttveadcsr Gr. Frankfurter Str. 132 Billettkasse: Alex. 312—3194. Jed. Sonnt. SV« U CZArilaSfOrCfB Jed. Sonnabend 5 u.5on mag 2-30 Uhr „Aschenbrödel11 VomuelD«: Sonntag, den 16. Febr., vot mittags 11.30 Uhr Qoethe-Morgenfeler mit lotvlg VBIintr. Traute, Paul und Willi Rose. GROSSEij SCHAUdPiELHAUa 8 Uhr: 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL A Soaniao namni. im gek. fiollis Pi. dSeriIner||flH-'iriC Maukölln IL» Lshwtr 74 75 I itiaflöD-mate Geo'genstr. 9 Täglich 8'/« Uhr m Berann Srirmim OperettcRhüus Alte(akobstr 0.32 (Zenlral-Theater) Täglich Uht nie Fledermaus /nit Gustav Ma�zner Sönn ai? 5 Uhr Friederike Kleines Theat. Merkur 1624 Tägl. PI, Uhr DerWaizer von heute dacht! Erika Glässoer, Hi de Wörner, lermann-Scha jfuß Dl a. üoilendorfpia:! Vorvk. 10-2. Kf. 2091 Täglich"i, Uhr Gastspiel des Deolsdien Theaters Menscher, im Hotel von Vicki Baum 8tgi«; Custa! OrOndjeni. SThllle»Inder,' ar- careieKoepptc.Kefnp. Kanwe s. v. t.almay Tneui. b. Koiih.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSannt. nachm. 311. < m trjil!. frtiua Elite- Sänger. 3«»re!« Fediizp-ladr Prepraal Ü. a; Die b onae Olly FcJirt-ßjr'.rti. Planetarium — am Zoo——- 'nliai. ladi astluiD ilnf i 3.5 Barbarossa 5575 \6'!< Uhr Dia Wlatar- •ternbildar I8>;» Uhr Dar Plana lupltar. 20'.Uh, MontwPrdlge S arna iKiom niarji Eintrin l Mark. Kinder SO Pf. Mittwochs halb. Kassenpreise. tesonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im „Vorwärts" und trotzdem !I billig n MÜEÖWElT? IraoldSdiDli. Ü-Satia BemapnpLBasiiiilOS U Or.BocKblerlest and Großer Alpeoball 7 Eapellep. Nns Dekorationn. 50 biyrtsdu Mails. Einlaß; Wochentags 6 Uhr Sonntags 4 Uhr. mttwBdi. den IB. Feßraar 1S30 lifMOMisflesIiißj 2. Gastspiel JnhannStaF Theater am moriizpiatz. Sonn ap, d. 16.- Montag, d. 17. GOsta Berlins naßi den Rotnai van lelma laocriBI. \l Sonntag, den 16. Febroai nac m I Uhr Lessing- Theater Norden 10846 Täglich 8 Uht Affära oreyfus von Rehfisch und Herro' EIN PROGRAMM, DAS KEINEN VERGLEICH SCHEUT. SONIMBEND UNO SONNTAG AUCH N�HM.5 UHR MIT BESONDEREN VERGÜNSTIGUNG. SONNABEND NACHAMXTG. 3.UH R FREIES PONyREITEN für KINDER! VORVERKAUF.'A.WERTHEIMUTEL. NORDEN Sf-O <ße11a4e Sonnabend, 15. Febiuar 1930 SivÄbimd \*%nJnuknnßp An i:e"!rn.m.r: Privatvorltellungen »Wohin, wohin?"— Wer da aus dem Gartengitter de, Hsisls Royal auf die Straße(«ach Vevey) trat, war jur Abwechslung nicht «in« von den Mumien, sondern eine lunge frisch« Person mit Feueraugen, zwei Köfserchen und einer Notenmappe, es war da» Fräulein Alice, die russisch« Volkslieder singt und lan.zt und jongliert und was dergleichen mehr ist um das bißchen Pensions- geld für sich und ihre Mutter zusammenzukratzen, die im Hotöi Roy.l wohnen, denn das ist ein Emigrontenh.um. „Ich gehe in das Mädchenpsnsionat Keau-rivage eine Vor- stell u ng geben," sagte Alice. Dite f-ütfichcn Gestade des 0 nfer Sees beherbergen in der Hauptsache alte Hodel-Engländcr und junge Institutsmädcl.en, die in den vielen und vielerlei Penswnalen recht behaglich untergebracht, gar nicht übermäßig strenge bewacht sind und an einem Tage, wie diesem(Falchingssonn'og) sogar Borstellungen... eine Variete Vorstellung zu �ehen bekommen. bestehend aus einer(sehr putzigen) Persoii. die, wie ges'gt, singt. und tanzt und jonglie«. uild alles. nur mögliche tut, im ein paar „Fränkli", zu erwischen.. „Begleiten Sie mich? Sie können zusehen und mithelfen." Das tat ich gern«. Dos Innere eines Wädchenpensionats birgt Mysterien für mich, die ich einmal von einem Versteck aus er- sorschen wollte. Wie sind diese woh'erzögenen Mädchenscharen die man"m dieser Gegend häufig zu Gesicht bekommt, einen Hügel besteigend, ein Kurhausparkett, ein Postamt füllend emen Straßen- bahnwagen ursurpierend, im intimen Kreise: wenn si.' sich unbeob- achtet glauben? Wie wirkt sich dann die immerhin klösterliche Abgeschiedenheit aus? Denn: so groß« Freiheiten man den jungen Mädchen auch heute anscheinend gewährt— sie mach'n(unter sich) jeden Sport, jede Mode, jedes Vergnügen mit— darin sind sich die vielen Internate vom einfachen Haushaltsinst-.ut bis zum Mädchenpalacehotel einig: es wird streng darüber gewacht und kann garantiert werden, daß die jungen Mädchen unversehrt m das Haus ihrer Eltern oder Vormünder zurückkehren Die Pensionatsinhaberin war«in« zwe- Meter große, schön gewachsene, auffällend hübsch« Dame, die, wie man mir mitteilte, für Komplimente außerordentlich empfäng'rch war und d i e schwerhörige Aphrodite genannt wurde Ich hack« chr gerne etwas L:«bes gesogt, als wir einen Augenblick allein waren, aber man kann dergleichen doch nicht so chinaustrompeten. Aphrodite nahm an der Vorstellung wegen ihres ungenügenden Hörvermögens nicht teil. Di« Russin(begleitet von der Klavlerl«hrer>n des Hauses), postierte mich, angeblich als Souffleur, hinler eine Rollwand, nachdem d:c Mädchen im ausgeräumten Speisesaal P'atz genommen hatten, und sang, tanzte, jonglierte, rezitierte, i.niriert«, imp:ov'siert', konzertierte— das war für sie ein G'lderwerb und für du Mädchen das Vorspiel zu einer eigcnen Jmpromptuvarstellung. Nachdem sie ganz allein einen bunten Abend gegeben, rollt« die Russin die Rollwand um mich herum und ich hatte Gelegenheit, durch die Ritzen die ahnungslosen jungen Mädchen zu beobachten Ein« bleiche Lehrerin«rl>ob sich aus der Miste der blühenden Gesichter, ging hinter mir zur Tür hinaus— und ich war allein mit stchz Reihen junger Mädchen im Alter ooii 15 bis 19 Jahren, die mit sunkci irden Augen dasaßen. D!« Tür war noch nicht zugefallen, da kam Be- wegung in die Masse. Die Reihen gerieten langsam aber unwider- stchlich in Bewegung, wie das vom Taifun gepeitschte Meer. Es entstand ein wirres Durcheinander. Man rauft, singt, springt, grölt, zwickt, zupft, reißt, tanzt, tobt. Wild« Wogen der Lebens- luft umhrausen mich, die alle? niederreißen, schließlich auch meinen Wandschirm. Ich rag«, ein« männliche Insel, aus einem stürm- bewegten Meer von Jungfrauen heraus.»Guten Abend," jage ich,„gutcji Abend, meine jungen Damen." Das amüsiert die jungen Mädchen nicht einmal sonderlich, so sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt Si« nehmen kaum Notiz von Mir. Bis die eine der anderen etwas zuflüstert, die zwete der dritten, die dritte der vierten, dann sehen si« mich olle an und lachen weil ich ein Mann bin. Sie lochen über meine Gestalt, mein Gesicht, meine G-sten und Bewegungen, sie lachen wie die Wähü» sinnigen über das Lächerlichste, was es auf Gottes Erdboden gibt: da? männliche Geschlecht. Was kann ich tu»? Was immer ich tun kann, ist lächerlich, und was nicht lächerlich wäre, kann ich nicht tun. Der weiße ,»KuUur"europä«r mit seinen beschränkten Vollmachten ist einer Schar kichernder Gänschen vollständig aus- gÄietert. Mit abgerissenen Knöpfen und heraushängender KrayMtt« erschien ich(der„tzahn im Korbe") vor der schwerhörigen Aphrcdiie. „Solche Rangen, wie die Ihrigen," brüllte ich ihr ins Ohr.„Habs ich mein Lebtag nicht gesehen. Das reinste Variete." ,T). Sie Schmeich'er!" lächelte sie und sunkelte mit den Augen. „Wie vielen haben Sie dos schon gesagt?" „Noch keiner." schwor ich und schritt ins Freie. Ein Mond- strahl floß in den See. Erik£ Elivood: ArliftenprOlung I o l l y Joker läßt sich melden. Er Ist ein kleiner Herr mit ungeheuren Kaumuskeln und trägt eine Handtasche. Der Variete- direktor sagt:„Bitte." Iolly spricht nicht. Er hat zehn Jahre gesprochen und dabei gehungert, jetzt demonstriert er nur mehr sein Können. Eins, zwei, flieger. die Handschuhe auf«inen Sesiek, gähnt der kleine Koffer, zeigt einen Kartonrost, in dem schwarze Pillen stecken. Der Direktor wird zum Fragezeichen Iolly? Htndbewegung lädt ihn«in, die CtikZiten aus dem Rost zu lesen. Der Gewaltige klemmt das Einglas ins Auge, trist näher und- springt zurück. Himmel, was ist das!„Schwarzpuloer, Käliumchlorat, Dynamit, Trinitro- toluol." „Um Gotteewillen!" Blitz, Krach! Iolly hat eine Schwarzpulverpin« in den Mund gesteckt und angezündet. Er bläst den Rauch in neckischen Ringen von sich.. .»Herr! Sind Sie des Teufels?!" Do kracht es auch schon, als wolle das Haus einstürzen. Iolly zeigt auf die Etikette: Dynamit? Er laßt den braunen Dunst durch die Nase abziehen. Mit schleichenden Händen-sucht der Direktor den Taster seiner -SchrcibtischNingel. Da... die Mauern beben und der Direktor sitzt am Boden. Iolly lächelt und reibt sich die Augen: klappt den Koffer zu. zer- knüllt eine Etikette und wirft sie dem Zähnekloppernden hin: „Trotyl" sagt er kurz. „Na ja, ganz gut", sagt der Direktor,„aber schon dagewesen. Alte Späße. können Sie eine SchießbaumwoPabrik in den Mund nehmen und durch einen Schornstein zur Entzündung bringen? Nein, das können Sie nicht. Das P blikum will d-n Ernst des Lebens sehen.' Also, fünfhundert Mark, Herr. Einverstanden?" Iolly Joker ist engagiert. Sie hüpft ins Zimmer. Sie tut, als ob der rechte Strumpf locker säße,«ißt sich ein Vein aus und stellt es in den Schirmständer. Sie wirst das Zweit« Bsin in die Liift, sangt es auf und deponiert es stt den Armen des Direktors. Nun kauert sie ohne Beine am Teppich und ordnet ihr Kleidchen. Der Direktor legt seine Zigarre weg.„Gut", sogt er. Sie geht auf den Händen zum Schirmständer und Direktor, sammelt ihr« iä Beine ein und versieht sich mit ihnen. Nickt lächelnd und sagt:„Ich bin Jolanda Kubas, Onadratwurzeltänzerin." Sagt es schlicht, senkt die Augen, springt aus den Ofen und macht mit den Beinen einen Werbetnvten. Demontiert die linke Hand. Fächelt sich damit Luit zu. Der Direktor engagiert sie für dreihundert Mark. *** Mrs. Iks wird durch den ersten Inspi.zitn'en hsreingeleitet. Der Direktor geht ihm entgegen, reicht ihm die Hand, schüttelt ihm die Hand, preßt die Hand, läßt die Hand nicht mchr los. bis Mr. Iks Platz genommen hat. Dann läßt er sich eisgekühllcn Cockiail kommen und wird herzlich. „Mein lieber Mr. Iks". sagte er.„Ich habe schon so viel Groß- artiges von Ihnen gehört, daß ich es kaum erwarten konnte, Sie persönlich kennenzulernen. Ihre Erfolge in Europa, Amerika und Australien! Es ist ein Skandal, daß dos Publikum unserer Stadt noch nicht Gelegenheit hatte, Sie, verehrter Meister, zu sehen. Hier vor allein der Vertrag! Werden Ihnen tausend Mark pro Abend ausnahmsweise genügen?" Mr. Iks nickt gnädig... und unterschreibt. Der Direktor faltet sorgfältig das Papier zusammen, verwahr« es im Tresor und steckt den Schlüssel in die Tasche. Dann sagt er: „Hochverehrter Meister, ich muß mir eine Frage«rlarben, die Sie mir hoffentlich nicht übelnehmen. Was ist eigentlich Ihre be- wundeningswürdige Spezialität?" Mr. Iks spuckt den Zigarrenstummel in das Glos des Direktors und meint: „Well, haben Sie gesehen schon ein Schwein? Pes? Alio ich..." „Aha, ich verstehe. Sie grunzen so naturgetreu... „No", sagt Mr. Iks,„ich grunze nicht, ich sein es wirk» lich." Nun wundert sich der Direktor nicht mehr über den Wslterfolg seiner neuen Kraft. (Autorisierte Uebersetzung von Fritz Weber.) (80. Forts«i,ung.) „Tom iKftfÜK» Iwmiwl* Di« Boxspostzeitung hatte«» auf dem Titelblatt stehen. Mary suchte nergKblich«i,«n Winkel, ln dem sie sich verbergen konnte. Wenn d>c Redakteure nicht selbst noch Nassenheide hinausfuhren, dann riefen sie telephvnisch an. Ununterbrochen läutet« der Apparat. „Genaue Körpermaß«? Oo, bitte, rufen Sie in einer Stund« noch mal an." Tom quälte sich mst einem Hentimctermoß ob, sein« genauen Maße festzustellen. Peter mußte ihm helfen. Hurt kam ins Aimmer und erkundigte sich erstaunt, was das bedeuten solle. .Linder, Ibr'eid ja verrückt! Es wird aufgeschrieben, was w i r bestirpmen, und nicht so, wie es ist. Man kaim dich nichts allein machen lassen, Tom. Zu albern! Dos hoben wir doch«ins, jwei, drei." hurt nahm einen Bleistift und«in Stück Papi«r und schrieb so, wie er sich dos dachte, auf. Ex mochte«inen Adonis au» Tom und am nächsten Tage staunte das Publikum über die dreist! Brust Tom», deren Umfang genau in Zeiüiwetern in der Zeitung stand 1Z«t«r reist ab. Zwei Tage vor dem Kampf brachte die Post«in Paket für Tom. Mary log noch zu Bett. Sie fühlte sich wieder todmatt. Sic hörte von unten her das dröhnende Lachen ihres Mannes. Als Ant- mort Millians Tenorwiehern. Erbittert preßte sie die Hände gegen die Ohren. Toni stürmte treppauf. „Sieh mal. ist das nicht nett?" trat er. die Tür hinter sich .zuknallend, ins Zimmer und sprach so laut, daß die Wände dröhnten. Wie ein Urmensch stand er vor sein«? Frau und schwenkt« etwas bin und her. „Was ist denn das?" fragt« sie und zwang sich zu einem Lächeln. ..Das ist sicher von der Fenzfe. der schicken Schwarzen, der Frau von dem Schieber au, Charlottenbvrg." Mary nahm Tom kopsschüttelnd«in paar winzige Boxhand- schuhe aus den Händen, an d«n«n ein weißer Zettel hing. Sie las: „Dem künftigen Weltmeisterlein als Angebinde." Mary wurde schamrot.„Was heißt denn da»? Woher weiß biq Frau..." „Nu wird', Tag! Das weih doch ganz Berlin." Siegessicher lachte er auf Mary nieder. Mary drehte sich im Tiefsten verleßt noch der Wand zu. Als sie später Peter im Arbeitszimmer über seinen Zeichnungen fand, brach es bei ihr los.„Denk dir, er hat der Fenzke erzählt, daß ich... daß... und Sie hat die Taktlosigkeit gehabt, ein paar Boxhandschuhe zu schicken!" Peter zuckte die Achseln. Gegen solche Ving« war«r schon gleich- müttg geworden.„Es kann dich doch nicht verletzen, was dies« Frau tut!" „Was ist überhaupt zwischen Tom und all dem Weibervolk, wag sich hier herumtreibt?" „Kannst du dir das nicht denken?" fragte Peter traurig. .Lch glaub« es nicht!", rief Mary leidenschaftlich. „Du wirst gut tun, dich mit dem Gedanken pertraut zu machen, daß..." Marys Augen funkelten Peter plötzlich haßerfüllt an.„Das wagst du zu behaupten? Du. der in feinem Haufe wohnt!" Peter wund, blaß. Er stand schwerfällig ayf und sagt« stockeich: „Ich«erde dich nicht mehr beunruhigen. Wenn du wünschst, kann ich gehen. Ich bin nur um detnetwillen geblieben." „Um mich?" Mary war außer sich..Lch brauch« keinen Schutz und wünsch« deine Rücksichten nicht!" .Lch werde noch heute nach München abreisen", antwortete Peter tonlos. Mary begann zu weinen.� Aber ihr Starrtopf siegt« über das Gerechtigkeitsgefühl.„Wäre nur erst der Kampf vorüber!" murmelt« sie oerzweifelt.„Der macht un» noch oll« wahnsinnig." >5. Kapitel. Das End« einer Ehe. Ein neuer Stxrn taucht auf. Hurt hatte in seinem eleganten Zimmer eine Gehelmunterredung mit Morder. Marder war seit einiger Zeit der offizielle Gegner Hurts. Er sah sehr elegant aus. Da er sich selbständig gemacht hatte. konnte er es sich leisten. Er stbimpft« in allen Tonarten auf Tom und oerspritzte mit Wonne da« Gift, das er In der langen Zeit seiner Demütigung in sich ausgesogen hatte. Hurt hörte sich alles ruhig an. Dann sagte er: „Ich bin jetzt entschlossen, lieber Marder. Der Matches hat ja in Brüssel saumäßig gebort. Daß«r doch noch gewonnen hat, hat mich ein schönes Stück Geld gekostet. Wenn die schon angesagten Kampfe vorüber sind, lassen w,r ihn mit Witt zusanm'en. Wollen mal sehen, was der kann. Gewinnt Matth«?, dann versuchen wirs nochmal mit ihm. Wenn nickt, dann nicht." Marder, grüne Augen funkelten boshaft. „Tom ist ja ein.richtiger Weiberjäger geworden. Rücksichten durien wir nicht nehmen, Geschäft ist Geschäft,»er Witt ist auch verheiratet, Herr Hurt, Aber die weiß ihren Mann an der Kandare zu halten. Der steht erstklassig unterm Pantotfel." farni'r�'{fn Ertlich, daß Witt den Matthes schlagen „Und Ob. Schon, der Matthe, hat Kraft, aber weiter auch nichts Der Witt ,st«in erstklassiger Techniker. Wenn der bei den Amateuren geblieben wäre, er Höst« noch Weltmeister werden können!" „Nana, man halblang." „Unter Garantie Der schlägt den Matthe» In der ersten«ftunde. Was denken Sie, y»ie alle Manager hinter dem her sind!" Er zählte sie an den Fingern auf. die Herren mit der guten Witterung. Hurt horchte auf..JBtcjchen Sie einen Kontrakt mit ihm. Aber unterrichten Sie mich vorher." Ein neuer Erdenbürger. Auch nach dem Boxkamps in Brüssel kam Mary nicht zur Ruhe. Tom muht« an Frstbankett» teilnehmen, dann kamen verschiedene klemer« Kämpfe, hie zwar nicht so aufregend waren, ober doch immerhin verhinderten, daß sich so etwa» wie«in« häßlich« 'Atmosphäre verbreitete. Peter fehlte ihr in diesen Tagen sehr. Er war noch München abgefahren und hotte eine fühlbar« Lücke hinter. lassen. Tom war tmmer schlechter Laune Die Zeitungen kritisierten ihn scharf und hoben Witt, den neuen Mann, immer mehr heraus. * t Tom merkte nicht, als Mary ein«? Rocht» unter unsäglichen Schmerzen einen Sohn gebar. Dn seiner krankhaften Forderung nach Rücksicht hatte v oerlrngt, laß sich Mary auequartlere und strengst« Anweisung gegeben, ihn unter keinen Umständen aus dem Schlaf zu orrfcn., Am nächsten Margen stürzt« Tain in Marys Zimmer.„Da hättet ihr mich aber dach wechcn sollen!" Mary sah ihn nur groß an. In fassungsloser Seeligkeit preßte sie ihr Kind ans Herz. Ähr Kind! Run war sie nicht mehr allein. „Sei still. Tom." bat sie zärtlich, ,chu weckst es ja auf." „Fängst du schen an. den Hunnen zu verpimpeln?" Halb im Scherz, halb im Ernst fragte er: ,�qt er schon Muskeln? Gib ihn mal her." Cr griss noch dem kleinen rolen Schreihals, dem jetzt schon das Haar dicht und braun zu Berge stand, und der seine winzigen Fäuste ballte. „Vorsicht, du zerbrichst ihn ja!" „Ich laß ja schon wieder los", sagte Tom etwas beleidigt und drehte sich um. Zwei Welten. Di« Villa in Nassenheide umschloß zwei Welten. Im Sch'af- stmmer des Ehepaares hausten Tain M.ttthe» und sein treuer Be- pleiter Kräppki. In ihrem Mädchenstübchen lebt« Mary mit ihrem Kind, da» dem Leben«ntgegenwuchs. Selbst die Mahlzeiten nahm sie oft dort«in. „Nächstens sehe ich dich gar nicht mehr", knurrte Tom Mary eines Tages an.„Wozu bin ich denn verheiratet?" Mary maß ihn mit einem sprechenden Bl5k.„Wer Hai die Ehegemeinschost ausgehoben?" fragte sie schneidend. Tom fuhr hoch.„Well ich meinen Schlaf brauche, weil ich Ruh« haben muß!" Sie zankten sich«in Weilchen, bis Mary zu weinen begann. Danach vertrugen st« sich wieder. Solch« Szenen wiederholten sich jetzt oft. Gin« Zeitung brachte das Bild des Meifterdoxer« mit seinem Sohn. Tom war im Trainingsdreß und hieb den Kleinen auf dem Arm. Breit stand darunter: Tom Matth«? bildet seinen Sohn zum Weltmeister aus. Tom schmunzelte und legte das Blatt auf den Frühstückstisch. „Las heben wir auf. Der Junge hat's gut, ist noch ein Baby und schon berühmt." Mary nahm das Blatt und las es. Dann zerknüllte sie die Zeitung und warf sie fort. Tom sprang auf.„Was fällt dir ein? Verrückt bist du!", schrie er wütend. „Me.n Kind ist ein Kind wie olle anderen auch. Und kein Schauobjekt für geistig Minderwertige." „Wer ist geistig minderwertig?" Tom fragte drohend. .Lhr all« seid es. Du, deine Trainer, dein Masseur. Unser Haus ist eine Matrosenschenke geworden!" Mary wußte nicht, warum sie sich nicht beherrscken konnte und der Krach war wieder da. Tom? nächster großer Kamps sollte gegen Witt sein, bestimmte Hurt. Tom lehnte ab.„Mit diesem grünen Bengel boxe ich Nicht. Ich denke nickt dran!" Erst als Hurt droht«, er werde Toms Weigerung in die Zeitun- gen setzen lassen, gab Tom nach „Der Junge soll mich kennenlernen!" Toms Augen funkelten wie die eines wilden Tieres.„Wenn er durchaus'runtcrgeschlagcn werden will, kann er'» hoben." Damit war da» ewige Auf und Ab wieder bei der. Phase Training angelangt. Im Garten stand die Wieg« d»s Kleinen unter reisenden Kirschbäumen, und hinten johlt« und krokeelt« Tom mit seiner Troininargenossenschast. Wieder kamen Auto? vorgesahren mit eleganten Damen und Herren, die Tom bei des Arbeit be- sichtigen wollten. Sie traten im Vorbeigehen auch an die Wiege heran, um den kleinen, künstigen Meisterboxer zu bewundern. Es war an einem schönen Sommertag«, Mary war freudig er- regt. Peter hotte nach langer Zeit«inen herrlichen Brief geschrieben. Von dem Zwist war kein Wort erwähm. Er schrieb ihr, wie wohl und unbelastet»r sich«"eln füdl« und wie auch sein Verdienst sich immer mehr steigere. Diese» Glück perdanke er Ilko von Körchow Er korrespondier» mit ihr und Wils« jetzt, daß sie keiner unedlen Handlung sähig sei. Als Mary das las. überkam sie ein sonderbares Gefühl der Unruhe. S'e wurde sich selbst nicht genau darüber klar, was es war. Sie ließ ihre Hand sinken, die den Brief hielt und starrte vor sich hin. Unbeschreiblich friedvoll war es, neben der Wiege zu sitzen und vor sich binzudämmern. Plötzlich fuhr st« erschrocken in die Höhe. Kröppli prasselte schimpscnd und pudelnaß durch die Büsche. Die Boxer hatten ihn in eine Waliertonne gesteckt. Mary sah es mit Aerger und Abscheu. Die dümmsten Dinge schienen diesen Boxern am meisten Frel'de zu bereiten. In diesen Menschen mischte sich Prahlsucht mit einer merkwücdigen Zerstörungswut. Sie tonnten darauf verfallen, aus- zuprobiercn, wer zuerst e'nen Stuhl zertrümmern tonnt«. Jetzt begannen sie. sich zu raufen. Mit einem Gebrüss ent. fesselter Wut fielen sie über einanker her, Tom sah zu Mary hin» über und rief laut:„Du, Mary, ich hob' sie jetzt all« runterge- hauen." Er reckt« die Arm« vor.„Schade, daß da» der Witt nicht gesehen hat. Dem wäre das Herz in die Hosen gerutscht." „Widerlich ist das". Mary wandte sich ab. „Du hättest einen Reisen'«« für Kavaliertaschentücher heiraten sollen!" Tom bog sich vor Lachen und setzt« mit einem langen Sprung hinter Kchppli drein.(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Selbsttätig« Vorrichtung: 5. Abkürzung für Hektoliter: 6. biblische Gestalt: 8. Stadt in Hannover: 10. Stadl in der italienischen Provinz Teramv! 12. afrikanischer Strom: 13. geygraphischer Begriss: IT Stacheltier: 17 italienisch: Jahr: 19. geistesgestört: 20. Wort für Gunst: 21. Stadt in Böhmen— Senkrecht: 1. Ausdruck für Welt: 2L Getränkr 3. abgekürzter Mädchenname; 4 Wort für Narr: 5. minnlicher Vorname: 7. Teiltltel«ine» Zilleschen Werkes: g. berühmter vsrstorbener Ber- liner Maler: 11. ausfallende prägnante Gestalten: 1». osritanisch« Rinderort; IS. Teil des Auges: 17. Papogeienart: 18. amerika. nischer Vorname.* Zahlenrätsel. Der Name«ine, bekannten deutschen Gelehrten besteht aus den Buchstaben 1234512 3.— Schlüsselwort«: 1 2 3 4 5 ehemal»! 4 5 1 2 3 Begriff aus der Mineralogie: 4 12 3 Fürwort: 3 2 1 Ber- neimmg: 13 5 1 Vogel; 3 2 15 1 Fehllos.— Wie heißt der Ge- lehrte? HI. Verwandlung. Einen Türoorhang nennt dir das Wort. Davon streich« den Fuß fort. Ein Hausangestellter wird erstehn, Den wir alle Tage sehn. Dann ohne..i" ist es ke!p Wein: Ein sicherer Hqfen wird es sein.» Läßt davon ein männliches Fürwort verschwinden: Run mt, lieber Leser, wirst es schon finden! pe. »»»mmnnmimmmimimnnmmmmmmmmmmimmm» ein Sprichwort ergeben.-- Die zu erratenden Wörter hoben folgend« Bedeutung: 1. Armut: 2- deutsche Stadt: 3- Kletdungeslück: 4. Erdverliefung: 5. Vergrößerungsglas; S. Baum: 7. europ. Land; 8. Streichinstrument: 9. Fisch: 10. weibl. Vorname; 11. Gewürz; 12. Schriftgrad: 13. deutscher Hasen: 14. männl. Vorname; 15. verheilte Wuni«; 16. Ruhebett; 17. Verlagsrecht: 18. Gartengerät: 19. Ehrisibauinschmuck: 20. Stadt in Holland: 21. Märchenperson: 22. Vetreideort: 23. Tanz: 24. Tier; 25. Weltsprache: 2S. weibl. Vorname; 27 chem. Grundstoff: 28. Lehensbund: 29. Wollstoff: 30. Wandverkleidung: 31. Gefäß: 32. Himmelsrichtung: 33. Wochentag: 34. Straußart. H. S. Kopselrätsel. Au» den Wörtern Dankesworte. Nachtwächter, Erstdruck. Ver- mutung Sense, Tuchmantsl. Weitsicht. Leinewand, England. Gryße. Eremit, Tannenzweig. Bersteck, Abend sind je drei, aus dem letzten Worte zwei aufeinanderfolgende Buchstaben zu«ittnehmen. die aneinandergefügt ein Zitat aus Schiller»„Wallenstein" ergeben. » ab, Magische Kigurenkombination. Verkleinerung. Mit„H"«|n schönes deutsches Land, Koyflgs st« Stadt an der Ruhr bsianne. lex. Silbenrätsel. Au» den Vilhen am b» den ber bürg«« eel ci co dal hmn den da»«« el el eng er es fa fe seid ger ftp gra harn har he 1 ing � kax ke ly land les lo lot lu man m« mel met my na npr ni N» ner, nor p« pe pe pfen py ran r« right ro so so ste ster ta tq tag ton te te tel tt» to tri ul um ur wer wtn sind 34 Wörter zu btlden, deren Ansangsbuchstaben. von oben nach unten gelesen, Die Buchstaben EEEtHHIIMIILLLL MMOOOP RRRRRSSS F T T T T U sind in die Felder ne» benstehender Figur so«inzusetze», daß in den Tetlfiguren gleichlauiend waage- recht und senkrecht, Worte von folgender Bedeutung entstehen: I: 1. Universum: 2. nordischer Dichter: 3 weiblicher Name.— Ii 1 Mannes- tugend: 2. schweiz Kanron; 3 Vorschlag. III: l. Ansiedlung: 2 iüdamerikanischer Staat; 3 Laut.— IV: 1 Lebensbund: Ä 2. Raubfisch; 3. Erfrischung»- Im magischen Diamanten in der Mitte: l Vokal: 2. Teil eine» Baumes: 3. Blume: 4 Getränt: 3. Konsonant dep. (Slpflösung der Räijel nächsten Mittwoch.! Auflösung der Misel aus voriger Mmmer. Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Roman; 5. Gerda; 9. Adagio: 10. Mar,; 11. Sela; 13. bei; 15. Eh«: 16 Torte; 19. Paus«; 21. Tramp: 23. Rum: 26. Ol«: 27. lang: 29. Senn: 30. Bühne: 31. Trust: 32. Turin.— Senkrecht: 1. Rasen: 2. Oder: 3. Mal: 4. Aga: 6. Rah«: 7. Dreher: 8. Asien: 12. Riesa: 14. Sturm: 17. Ratte: 18. Bruder: 20. Frost: 2T Regen: 24. Menü; 25. Anni; 27. L«u:?8. Ahr. Silbenrätsel� 1. Gmmental: 2.»egisseur: 3..tranken- wach: 4. Anelies«: 8. Habatuk: 5. Renne»: 7. Usagara: 8. Rohe: 9. Gaurisanktzr: 10. Zrawadi: U. Senegal: 12. Tanger.—„Er- fahrung ist ein langer Weg." vi« fehlend, Mittellilbe: Site« z«n: Katzensteg. Schützens, st. Schürzenband, Itzenpvtz. Spitzenkleid. Spritzenhaus. Kunzendqrj, Wanzenstich. Spstzenkrieg. Weizenmehl. K«rz»nsch»in. Pstqnzenkost, Plötzense«, Mützenschirm. f Doppesinnig: Raten Zweierlei: Trieft. Nr. 75 47. Jahrgang Sonnabend 15. Februar 1930 Das erste abstnrzsidiere YerKehrsfiugzeug derWelt Um 10. Februar wurde auf dem lempelhoser Flughasen das erste wirklich absturzlichere Verkehrsflugzeug der well der Presse und Fachleuten vorgeführt. Plan war allseilig über- roscht ven der einfachen und praktischen Lösung eines für unser« Verkehrsflugzeuge brennenden Problems. Die Fokke'Wulf-Flugzeugwerk« A�G., Bremen, den Fachleuten längst als überaus tatkräftige und erfolgreiche, aber leider zu stille Pioniere der Luftfahrt bekannt, konnten an> 3. Januar d. 3. auf ein sechesähnges Bestehen zurückblicken. Gegründet in einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Depressionen, haben sie es dank ausge-eich- neter kaufmännischer und technischer Leitung verstanden, mit einem für ein Flugzeugwerk unserer Zeil äusterst bescheidenen Kapital überraschend gute Ergebnisse herauszuroirtfchaften, um die sie auch vaa youo absturz» und trude siobare Verkehratlugzeug Fooke-Wult A 28„Habicht". manch gröberes Unternehmen beneiden kann. ch. Fokke und 0. Wulf gehören beide zu unseren ällesten Pionieren im Flug- wesen. Auf ihren seit 1008 methodisch betriebenen Studien, Ar- betten und Ergebnissen baute sich die Gesellschaft organisch auf Sie sind ein eklatante» Beispiel dafür, was deutscher Geist und deutsche Arbeit trotz aller Widrigkeit der Verhältnisse zu leisten imstande sind. G..Wulf büßte 1327 im Dienste ernster Forfcherarbeit beim Ausprobieren eines völlig neuen Flugzeuglyps lEntenflugzeug) nach m- überraschend geglückten Probeflügen sein Leben«in. Da» erste Flugzeug, das die junge Firma 1324 fertigstellte, war ein voller Erfolg. Es war«in Eindecker(Hochdeckers mit 75-fL. Motor für die Beförderung von 4 Personen! Diese Maschine stellte da» wirtschaftlichst» Berkehrsflugzeug der Welt dar und ist auch bis heute von keiner Seit« übertroffen worden. Im Winter 1326/27 baut« Fokke-Wulf dann fein erstes Grobverkehrsflugzeug„Möwe" für 10 Pevsonenf mit einem nur 500 PS starken Jupiter-Motor Dieser Verkehrzslugzeugtyp hat von allen bei der Deutschen Luft- Hansa in Betrieb befindlichen Flugzeugtypen die bisher größte Betriebswirtschaftlichkeit erzielt. Das neue absturzsichere Verkehrsflugzeug„Habicht" wird in drei verschiedenen Baumustern mst drei verschiedenen Motoren hergestellt. Bau muster A 20 besitzt einen auf einem besonderen Stahlrohr- vorbau ruhenden wassergekühllen ITO-PS-Banz-Daimler-Motor mit abdeckbarem Seitenkühler in Aluminwmverkleidung. Bau» muster A 20a wird von einem 3 Zylinder luftgekühlten Wright- Whirlwind-Motor von?00 PS angetrieben, der durch Lindberahs und Ehamberlms Amerika-Europaflllge Weltruhm erlangte und für besonders zuverlässig gilt. Den stärksten Motor«eist Baumuster A 28 auf. es ist ein 2-Z0/240-P5-Gn-tme-Le-Rhünc'Motor(Titan) mit sünf luftgekühlten Zylindern. Durch die in die Tragslächen ein- gebauten Detriebsstoffbehälter erhalt der Motor Benzin durch na- türliches Gefälle unter Fortfall der unter Druck stehenden sonst » üblichen Brennstofsbehälter. Der„Habicht" ist«In verspannungs- loser völlig freitragender Hochdecker von 16 Meter Spann- weite und 10,2 Meter Länge. Dem Beschauer fällt vor allem seine gedrungen« Bauart auf mit dem bi» tief zu dem Erdboden heruntergezogenen bauchigen Rumpf. Der Rumpf als solcher ist als ei» Holzdrahtboot mit Stoffbefpannung gebaut, deffen Rumpfeinbau(Motorenaggregat und Führersitz) nilt Aluminium verkleidet ist und dessen Passagierlabinen sperrholzbeplankt sind. Das Innere der Fluggastkabine, in die man direkt vom Erdboden mit einem kleinen Schritt hereinsteigt, ist äußerst geräumig und behaglich gehalten. Sie bietet Play für 4 resp. 5 Fluggäste mit reichlichem Gopäck. Die Tragflächen, deren dickes Profil in Flügelmitte nach außen hin abnimmt, find völlig verfpannungslos und frei- tragend gebaut. Der Flügel, dessen Tiefe sich auch nach den Enden zu verjüngt, wird aus einem einzigen oiergurtigen, torsionsfesten Kastenholm mit Sperrholzrippen gebildet. Rur die Vorderkante (Ftügelnsfe) ist sperrholzdeplankt, im übrigen jedoch mit Stoff. bespannung versehen. Zur Erhöhung der Querstabilität, auch Im überzogenen(also äußerst gefährlichen! Zustand, weisen die Flügel. Ärden Zanoniaform aus. Diese Tragflächengestaltung, die man von dem auf Java vorkommenden Flugsamcn der Zanonia- pflanz- entlehnt hat, wurde prattisch 1306 von Wels und später von Strich erprobt, dessen„Taube" seinerzeit Weltruhm damit erlangt«. Hier sehen wir die Zanoniasform in einer idealen, olle schädlichen Rebeneinslüss« verbannenden Form. Das Leit- wert(Steuerungsorgone) ist besonder- sorgfältig ausgeführt. Querruder, Höhen- und Seitenleitwerk bestehen aus Sperrholzliolinen und ebensolchen Rippen mit Etofsbespanming. Höhen- und Kielflosse sind freitragend, das Höhensteuer zweiteilig ausgeführt. Das Fahrgestell besteht aus zwei zu beiden Seiten des Rumples an dessen Unterholmcn angelenkten Achsen. Diese sind durch je ein Zug. und Druckstrebenpaar gegen den Rumpf bzw. den Flügel ab- gestrebt. Achsen und Streben bestehen aus Stahlrohr und sind zweck, Verringerung des Luftwiderstandes windschnittig verkleidet. 3» der Flügelnase untergebrachte Gummitabel bewirten die Ab, sederung der senkrechten Druckstreben Bei einem Rüstgcwicht von zirka 1000 Kilogramm und einem Fluggewicht von 1600 Kilogramm besitzt das Flugzeug, bei einem Tragflöcheninhalt von 32 Quadratmeter, eine Höchstgeschwindigkeit von 170 Kilometer und ein« Reis«, geschwindigkeit von 150 Kilometer, d. h.«inen Aktionsradius von 650 Kilometer. Die Verwendungsfähigkeit dieses absturzsicheren Flugzeuge» ist mannigfacher Art. Als Verkehrsflugzeug aus wenig frequentierten, also unrentablen, Luftverkehrslinien wie als Zu- bringerftugzeug auf solchen Strecken, aus denen größere Verkehrs- flugzeuge äußerst unwirtschaftlich arbeiten würden. Aber auch sür Industrie und Handel und ebenso dem Privatmann bietet dieser Flugzeugtyp eine ebenso gute Verwendungsmöglichkeit, da seine Anschafsuygs- und Unterhaltungskosten bedeutend geringer(fast 50 Proz.) sind als die aller übrigen D-rkehrsfluzzeuo«. Der geringe Anschasfunzspreis, der hervorgerufen wird durch äußerst preiswerte Herstellung, zieht entsprechend geringere Amortisationz-, Verzin» sungs- und Dersicherungsquoien nach sich, die ihrerseits wieder dazu beitragen, da» Flugzeug im Betrieb auf die höchste wirtschaftliche Stufe zu heben. Hierdurch aber erfüllt. das Verkehrsflugzeug Fokke- Wulf„Habicht" alle Anforderungen, die man an ein modernes Der- kehrsmittel stellen muß, in ganz hervorragendem Maß«, denn es vereinigt größte Sicherheit mit größter Wirtschaftlich keit. Es ist zu wünschen, daß man an offizieller Stelle ein» Firma, die beide Grundbedingungen eines verkehrsmitteb so gut aus einen ZhenNer zu bringen imstande ist und die ihrerseits also alle Borbedingungen für ein« Lölung dieses Problems ohne fremde P.'i hilse ersüllt hat, nicht durch einen Federstrich vom grüpen Tisch um die Früchte jahrelanger Arbeit bringt. Rationalisiert muß enge sichts der verzweifelten Finanzlage des Reiches unbedingt werden, wo es nur möglich ist. Rationalisieren aber heißt ausmerzen der nichi lebenefähigkn unwirtschaftlich arbeitenden Betriebe, nicht aber Ei" drosselung der wertvollsten und tüchtigsten Glieder der Wirtschaj' Rationalisieren heißt auch nicht Ausschalten der am wirtschaftlichsten arbeitenden Betriebe, sondern deren Berücksichtigung in erster Linie Darüber, wer am wirtschaftlichsten bei technisch gleicher Leistung gearbeitet hat, darf und kann aber nur die Leistung, gemessen am Aufwand, entscheiden. Den Schaden für eine verfehlte Poliiik hat letzten Endes der Steuerzahler zu tragen, aus dessen Taschen die Summen für die Luftfahrt resultieren, und das muß verhindert werden. W. HanujchKe. Praktische Kleinigkeiten�/ von Dr. e. Liest man heute Aufsätze über Technik, so findet man meist große Anlagen beschrieben, Riesenmaschinen und Apparat«, weil der Laie— und da» is» die große Masse der Leser— sich vom Auge leiten und auch trügen läßt und zur Ausfassung gelangt, daß diese ein Symbol der Technik sind und daß sie im wesentlichen sich in ihnen widerspiegelt. In gewissem Sinn« hat diese Anschauung auch ihre Berechtigung. Aber man darf deshalb auch nicht vergessen, welch unendlich große, oft viel größere Geistesarbeit in kleinen Apparaten und kleinen Werkzeugen steckt. Man sollt« auch nicht vorübergehen an den kleinen unscheinbaren Werkzeugen, die für da» Gelingen eines Werkes doch von großer Bedeutung sind und deren Verbesserungen nicht zum geringsten Teil der praktisch arbeitenden Denölkerung entstammen.- Darum seien einig« solche neueren kleinen praktischen Werkzeug« im folgenden näher beschrieben. Der Pinzcttensrhraubcnziehcr. Wer viel klein« Schräubchen«inzusetzen oder herauszuziehen hat, vi« Installateure. Mechaniker»der auch Radiobastler, der weiß, wieviel Aerger es macht, diese kleinen Schräubchen soweit zu be- kommen, daß sie gerade stehen und dem Schraubenzieher nicht aus- welche» So und so ost fallen sie mal zunächst zu Boden, weil die Finger sie wegen ihrer kleinen Dimensionen nicht ordentlich fassen und sesthalten können. Hier setzen vi« künstlichen Finger, die Pin. zette, ein, die man mit dem Schraubenzieher kombiniert hat. Ein« besondere Erleichterung ist das, wenn di, Arbeit an Stellen vor- zunehmen ist. die schwer zugänglich sind. Die Einrichtung eines derartigen Pinzettenschraubenziehers, wie ihn in der Ausführung von Harlesiel u. Kuhtz in Berlin die Abbildung zeigt, ist folgender Heber dem eigentlichen Schraubenzieher befindet sich eine Hülse, aus der die beiden Pinzettenarme hervorragen. Je weiter man die Hülse nach unten schiebt, desto enger schließen sich naturgemäß die Pinzettenarme zusammen; damit faßt die Pinzette mit Sicherheit auch di« allerkleinsten Schräubchen. Der Schraubenzieher zwischen den Pinzettenarmen drückt sich nun bei der Arbeit in den Schrauben- topfschlitz, so daß also die ganz« Arbeit mit nur einer Hand erledigt werden kann. Ist aber nun die Schraub« so tief in da» Loch ein- gedreht, daß der Kopf aufzuliegen beginnt, so kann wohl der Schraubenzieher, nicht ober die Pinzette weiter und sie wird daher mitsamt der Hüls« zurückgedrückt, wobei eine Spiralfeder entgegen- wirkt. Di« Pinzette öffnet sich hierbei automatisch und gibt den Schraubcnkopf frei. Line praktiiche Einrichtung für Holzbohrer. Von der gleichen Werkzeugsabrik rührt«Ine kleine Einrichtung her, welche für viele Arbeiten mit Holzbohrern lehr angenehm ist. Es kommt bekanntlich nicht selten vor, daß man di« Löcher in das Holz nur bis zu einer vorgeschriebenen Tiefe zu bohren hat. In solchem Fall« werde» aus Holz zwei kleine Paßstückhälften ange- fertigt und in der richtige» Höhe festgeklemmt. Lösche Paßstücke müssen aber bei jeder Bohrerdimension besonders zurecht gemocht werden uyd erfahrungsgemäß pflegen sie bald abhanden zu kommen. Die Klemmvorrichtung, die die Abbildung zeigt, besteht aus einem Teil und paßt für olle Bohrerdimensionen: bei ihr ist auch di« Gefahr, daß sie abhanden kommt, viel geringer, da ordentliche Werkzeuge aufgehoben zu werden pflegen. Aber noch etwas weiteres bietet diese Klemme; es ist nämlich noch ein kleine» Messer mit schräger Schneide beigesteckt, welches dazu dient, wenn das Loch in seiner richtigen Tiefe erbohrt ist, den Grqt bzw. dl? Fasern am Locheingang abzunehmen. Vielseitiger Scbraübenzieher mit Ratsche. Einem ausgesprochenen Bedürfnis entspricht ein patentierter Schraubenzieher, welcher gestattet, mittels eines Hebels ejne sehr groß« Kraft zu entfalten, osto auch Schrauben sehr fest anzuziehen und solche die festgefressen sind, zu lchen. Unterhalb d«» Gusses sitzt eine Ratsche; der Hebel hierzu läßt sich im rechten Winkel nach oben an den Holzgrisf schlagen; zugleich wird die Ratsche fixiert und der Schraubenzieher ist normal geworhen, da der Holzgriff sich nicht mehr gegenüber der Ratsche verschieben kann. In dieser Form benutzt man den Schraubenzieher solange, solange die Schraube reicht zu drehen ist, sobald sie aber schwerer geht wird der Ratschen- Hebel ausgeschwenkt und mit Hebelkrast die Schraube fest angezogen. Zum Ratschen für Rechts- und Linksgang genügt«ine Drehung der Einstellung. Statt der Schraubenzieher können auch Holzbohrer eingesetzt werden oder auch Steckschlüsseleinsätz« für Sech-kant- muttern._ Staubfreie Ofenentaschung. Lei der Ofenheizung, welche ja auch jetzt noch in den weitaus meisten Wohnungen, auch in der Großstadt, vorherrschend ist, gehört die Herausnahme der Asch« aus dem Ose», insbesondere dort, wo Briketts zur Heizung oerwendet werden, zu den unangenehmsten Be- schästigungen im Haushalt. Aon einer„staubfreien Aschenabsuhr", wie wir sie im großen bei den Müllwagen finden, kann im Zimmer, wo sie gerade am nötigsten wäre, nicht die Red« sein. Dies wird nun anders durch einen Ascheneimcr, der das Problem in voll- kommener Weise löst. Es ist ein schwarzlackierter großer Blech- behälter, etwa so groß, wie di« Entfernung vom Fußboden bis zur oberen Kante der Ofentür ist. Dieser sehr elegant aussehcnde Eimer ist oben geschlossen und hat einen Tragegriff. Die Eigenart dieses Behälters ist nun solgende: Auf der einen Seite hoch oben l)at er ähnlich wie ein Milchlopf eine Schnauze, svHar ein« sehr groß« Schnauze aus Blech: denn sie ist ungesähr so groß wie das Ofen- türloch. Sie ist im Querschnitt viereckig, auch nach oben gedeckt und konisch sich verjügend. Daher, paßt sie auch In jedes Ofenloch und. wenn auch nicht genau, so macht das gar nichts au», wi« noch gezeigt wird. Auf der Seite gegenüber dieser Schnauze befindet steh nun eine länglich« rechteckige Oeffnung von etwa gleicher Breite. die durch ein verschiebbares Blech abzuschließen ist. Fährt man nun mit einer besonders langen beigegebenen Schaufel durch diese Oeffnung und zugleich durch die mit ihrer Spitze Im Ösen steckende Schnauze in das Ofenloch, holt die Asche heraus und läßt sie in den mit der Schnauz« geschlossen verbundenen Behälter fallen, so kommt keine Spur von Asche in das Zimmer, und das kommt daher, daß der Osenzug jetzt nicht mehr direkt durch das Ojenloch, sondern erst durch die Oeffnung des Kohieneimcrs und die Schnauze geht und hierbei Wirbelungen der Asche, wie sie dein, Hineinwersen ent- stehen, sofort niederschlägt Dabei kommt es gar nicht darauf yn. ob di« konische viereckige Schnauze gegen das Ofenloch dicht ab- schließt. Denn es geht eventuell etwas Zugluft aus dem Zimmer durch die Spalten und reißt Aschewirbelungen in den Ofen zurück, so daß also nach außen nie etwas kann. nn. •aaK* dfVJT�uru�QjflLel �ojx�JooJSü Die Sp'ele am Sonntag. In der 1 Klasse stehen sich um 10 Uhr in Schcneberg� Domi- nrkusplatz, FTGB.-Süden und Velten und uni 16 Uhr Arbeite>sport> verein Schöneber<> und FTGB.-Osten gegenüber. Eiche-Köpenict empfängt um 16 Uhr auf eigenem Platz in Köpenick, Wendenschloh- ftroße, Vorworte-Hennigsdorfs Süden und Schöneberg sind als . sichere Sieger anzusprechen. Der Ausgang des Spiels Köpenick und Hennigsdorf ist ungewiß, denn beide Mannschaften habe« bis jetzt nur Verluftpunkte Die Spiele in den B e z i r k s k l a s f c n sind: 1. Bezirk, 2. Klasse, 1. Gruppe: FTGB.-Obcrsprec gegen Fürstcnwalde um 14 Uhr in Oberschöneweid« neben dem Freibad: FTGB.-Adlershof gegen Mahlsdorf um 14 Uhr i« Spindlersfeld. 2. Gruppe: FTGB.-Bauni- schulmweg 1 gegen Fürstenwaldc 2 um IS Uhr im Plänterwald: Strausberg gegen FTGB.-Stralau um IS Uhr in Strausberg. 3. Klasse: Rehfelde gegen Müncheberg um 14 Uhr in Rehfeld«. 2. Bezirk, 2. Klasse: FTGB.-Rosenthal gegen FTGB.-Pankow um 10 Uhr in Rosenthal, Hauptstraße: Tegel gegen Fricdrichsthal um 16 Uhr in Tegel. Graf-Rödern-Korso. 3. Klasse: Moabit 2 gegen Steinfurt 1 um 13 Uhr Sportplatz Tiergarten: Schwante 1 gegen Velten 2 uin lö Uhr in Schwante. Frauen: Moabit gegen FTGB.» Norden 1 uni 14 Uhr im Tiergarten. 3. Bezirk, 2. Kürsse: Rathenow 1 gegen FTGB.-Wedding 3 um 13 Uhr in Rathenow: Charlottenburg-Schwimmer gegen Bornstedt um IS Uhr im Volkspork Iungfernbeide. 3. Klasse: FTGB.-Spandau gegen FTGB.- Mitte um IVA Uhr in Spandau, Seeburger Straße: Drewitz 1 gegen Rowowes 2 um 16 Uhr in Drewitz. 4. Bezirk, 2. Klasse: Klausdorf 1 gegen Neukölln 2 um 15 Uhr in Klausdorfi Lucken- walde-Sportabteilung gegen FTsZB.-Friedenau«um 15.20 Uhr in Luckenwalde: FTGB.-Reukälln 1 gegen Schöncberg 2 um IS Uhr im Volkspark Neukölln: Wilmersdorf 1 gegen Süden 2 um 13 Uhr in Wilmersdorf, Fehrbellincr Platz. 3. Klasse: Treuenbrietzen gegen FTGB.- Lankwitz um 13.50 Uhr in Treuenbrictzen: Schöneberg 3 gegen Trebbin 1 un»11 Uhr auf dem Dominikusplatz: Zehlendori 1 gegen Friedenau 3 um 14 Uhr' in Zehlendorf, Spant�rucr Straße: Schenk eirdorf 1 gegen Wilmersdorf 2 um 15 Uhr in Schenkendorf. Frauen: Luckenwalde-Sporller gegen Luckenwalde 1. Abt. um 11 Uhr in Luckenwalde: Luckenwalde 2. Abt. gegen FTGB-Weddiiig um 13 Uhr in Luckenwalde: Schönederg 2 gegen Süden 1 um 10 Uhr und Schöneberg 1 gegen FTGB.-Ncutölln 1 um 11 Uhr auf dem Domimkusplatz. Arbeitersport am Sonntag. Interessantes lör alle Sporttreunde. Außer den üblichen Fußball-, Handball, und hockeyspielen fesselt insbesondere der Waldlaus der Wassersportler um 14 Uhr in den Rehbergen die Aufmerksamkeit der Arbeitcrsportler und deren Freunde. Eine Anzahl Läufe werden die Frauen, die Männer und die Jugendlichen der Ruder- und Paddelocreinc Berlins an den Start bringen. Anschließend an die Läufe wird ein Handballspiel zwischen Auswahlmannschaften der Ruderer und der Kanufahrcr ausgetragen. Die Arbeilerschwimmcr treffen sich am Sonntag auf mehreren Schwimmfesten. So veranstaltet der Arbciterschwimmverein„Hellas" ein bundesoffenes Schwimmfest im Stadtbad Wcdding, Gerichtstraße. Am Start finden wir außer fast allen Berliner Vereinen Arbeiter- schwimmer aus Dresden, Wkttenbergc, Rcdeberg und anderen Städten der Provinz. Der Beginn ist auf 15 Uhr festgesetzt: Eintrittspreis 75 Pfennig.— Im Städtischen Volksbad'in der Hubertusstraße in' Lichtenberg gibt die Gruppe Lichtenberg der Freien Schwimmer Groß-Berlin ihr 3. Gruppenschwimmsest. Da auch dieses Fest offen -für alle Mitglieder des Arbeiter-Turn- und Sportbundes ist, so sind scharfe Kämpf« zu erwarten. Gäste können sich bereits ab 141� Uhr einfinden: einschließlich der Programme kostet der Eintritt 60 Pf. Der aus ehemaligen Mitgliedern des kotbmunistischen Sport- Vereins„Fichte" gebildete Arbeitersporloerein Neukölln hat in der Schule Weisestraße am Untergrundbahnhof Boddinstraße eine werbe. Veranstaltung, zu der die bundesfreundliche Bevölkerung Berlins herzlichst eingeladen ist. Ueber den Stand der schwimmerischen Ausbildung der Schul- kinder will das fünfte Neuköllner Schulschwimmfest am morgigen Sonntag, 15 Uhr, im Stadtbad Ganghoscrstraße unterrichten. Das Bezirksamt Neukölln ld'dt dazu die Bevöllerung Neuköllns ein. Arbeiierschach. Am Dienstag, 18. Februar, 20 Uhr, veranstaltet die Abteilung Pankow einen Werbeabend. Es findet ein Wettkampf zwischen Weißensee und Pankow bei Kober, Berliner Ecke Prinz-Heinrich- Straße statt. Die Abteilung Friedrichsfelde veranstaltet gleichfalls am Dienstag«inen Werbetag. Iriedrichsfelde und Lichtenberg treten mit neuen Mannschaften an, und es wird einen heißen Kampf im Lokal von Gustav Tempel, Lichtenberg, Gudrun- Itraßc 7. geben. Die Abteilung Moabit spielt jeden Dienstag im Caf6 Streng, Alt-Moabit 13: die Abteilung Falkenberg-Grünau jeden Dienslag im Gemeinschastshaus, Gutshof Falkenberg: die Ab- teilung Humboldthain jeden Dienstag bei Karl Döhling, Brunnen- ftraße 79. Gäsie willkommen. Im Mannschaftsturnier der Freien Arbeiter-Schach- Vereinigung Groß-Berlin tresfen sich morgen. Sonntag: in der 6. Runde folgende Mannsthaften: /--Gruppe: Mitte gegen Westend, Lokal Ebertus, Zionskirchplotz 1k: Treptow gegen Krcuzberg, Döhling. Treptow. Elsenstr. 10: Wedding gegen Friedrichshain bei Herms.� Müll-lftr. 26. R s s u l t a t« der 5. Runde: Friedrichs- haim— Treptow 7:3, Westend— Pren,zleuer Berg 4�": S'b. Alle Resultate an E. Engel. Berlin-Meißensee. Sedanstr. 86, erbeten. Die Abteilung Neukölln begeht morgen. Sonntag, ihr ein- jähriges Bestehen. Um 14 Uhr treffen sich die Schaclspleler im Lokal Grimm, Neukölln, Boddinstr. 10. zu einer Werbeveronstaltung: anschließend gemütliches Beisammensein. Alle Abteilungen sowie Interessierte find herzlich eingeladen. Die Phokogemeinschafl des„Tourlflenoereins die Naturfreunde" (Jugendheim Frankfurter Allee 207) ladet alle Amatsurphotographsn zum Montag, 17. Februar. 20 Uhr, zu einem Vortrag über die „Grundbegriffe der Optik" ein. Anmeldungen zu den unenlgetiadjea .Photokurfen an diesem Abend. Pistu'la deutscher Meister. Die Boxkämpfe in der Kaiserdamm~Arcna. Zwei neue deutsche Boxmeister konnten gestern abend am Kaiserdamm den blauen Gürtel empfangen. P i st u l l a kam noch schwerem Kampf über seinen alten Widersacher H a r t k o p p zu einem klaren Punktsieg, hingegen wurde Erich Kohler unverhofst — oder besser gesagt unverdient— mit dem Meistertitel belohnt. Seinem Gegner, dem Kölner Metzner, der ständig trieb und führte, unterlief in der 4. Rund« ein Tiefschlag, der zu seiner Dis- qualifikätion führen mußte. Köhler dürfte sich des Titels allerdings nicht allzu lang« erfreuen. Der Hauptkamps des Abends um die Halbschwergewichts- Meisterschaft zwischen Helmut Hortkopp(77.7) und Ernst Pistulla- Berlin(78,8) sei vorweggenommen. Pistulla griff äußerst beherzt an und erzielte bereits in der 1. Runde Wirkung. Leider boxte er später sehr ungenau und konnte seinen Gegner nie voll erwischen. Hartkopp hatte nur wenige gute Runden und unterlag nach Punkten. Bei dem Kampf um die deutsche Meisterschaft im Fliegengewicht zwischen Erich Kohler-Berlin(48) und Willi Metzner-Kölii(49,3) bestand schon nach der 3. Runde kaum noch ein Zweifel an dem Siege des Kölners. Metzner kämpfte überleater, nutzte seine größere Reichweite geschickt aus und traf genauer. Kohler versuchte dagegen die Führung durch wilden Fight an sich zu bringen, hierbei passierte es ihm allerdings, daß er von Metzner mehrmals in den Seilen festgehalten wurde. Leider nabm der Kampf schon in der 4. Runde wegen eines Tiefschlags des Kölners«in vorzeitiges Ende. Der deutsch« Federgewichtsmeister Franz D ü b b e r s(39) ge- wann gegen den Fran-osen Jean H e r v i ia4,3) in der 6. Runde durch Ausgabe. Paul R o a ck- Berlin(57,6) und der französisch« Reger S o y a(57,5) tOnnten sich nach 8 Runden unentschieden. In» Ständigen Ring. Auf dem letzten Kampfabend des Ständigen Boxringes in den Spichernsälen gab es einen unerrvartetsn'ko.-Sieg des Lcip- zigers Georg G e b st a e d t(69,1) über den sonst so guten Jan H e r m a» e k- Prag(73,1). Bereits in der zweiten Runde wurde der Tscheche so schwer am, Kinn erwischt, daß er den Boden auiluchen mußte. Der Kampf war dadurch für Gebstaedt bereits entschieden, denn nach sechs weiteren Niederschlägen mußte Hermauet in der vierten Rund« dos„aus" über sich eraeben lassen. Der deutsche Bantamgewicht-meister Karl Schulze(54,8) gab gegen den Belgier van Paemel(34) eine wenig rühmliche Börstellung. Poemel traf öfter und genauer und siegte klär nach Punkten. Der Schwer- gcwichtskampf zwischen Hans S w a r t(87.6) und Hans Bischofs (89) wurde noch der 5. Runde zugunsten Swarts abgebrochen. Bilchoff hatte sich eine storkblutcnde Koofverletzung zugewgen, und gi'ßerdem war er so schwer angeschlagen, daß er den Kampf auf- gab. Der Breslauer Emil Scholz(86,7) trat im ziveiten Schwer- gewichiekampf gegen Karl Wolter- Berlin(84,5) an. Scholz punktete Walter durch wirkungsvoller« Treffer in den letzten Runden aus. Das Einleitunzetrcffen, das T h r ie n e- Hannover(38,4) gegen B a r t n i ck- Breslau(55) m den Ring brachte, endete unent- schieden. Die Ringkampfserie im Arbeiter- Athlefenbund. In der Fortführung der Serienkämpfe im R i n g« n der bundes- treuen A r b e i t e r a t h l« t e n des 4. Kreises trafen gestern die beiden D-Mannschaften der Arbeitersportvereine„All-Wedding" und „Tegel 1889" in der Turnhalle Utrechter Strotz« zusammen. D e Alt-Weddinger erwiesen sich, wie in der.�-Klasse, als eine äußerst starke Mannschaft: mit einem erhsblichen Punktvorsprung hlieb der gastgebendc Berein Sieger. Der Start der Tegler stand unter einem Unstern: da sie m zwei von drei unbesetzten Gew'cht-Ilassen die Punkt« kompslos verlo/en. ergab sich für A l t- W e d d i n g ein Punktergebnis von 18:10 Im Fliegengewicht fielen die Punkt« kampslos an Lawercnz (Tegel), da sein Gegner von Alt-Wedding nicht am Start erschien. Der erste Kampf im Bantamgewicht gestaltet sich sofort zu«rem Doppelersolg für Alt-Wedding: Petri bezwang seinen G?g er Achter (Tegel) erstmalig in 3.43 Minuten und siegte nochmals im zweiten Gang. Die Federgewichtler RcicheU(Tegel) und Müller(A't- Wedding) trennten sich nach zehn Minuten spannenden Ringens mit einem Unentschieden: der zweite Gang sah Müller bereits noch der ersten Minute eriolgreich. Putzte(Alt-Wedding) vermochte den Leichtgewichtler Schumann(Tegel) im ersten Gang nach 5.49 Minu- ten durch Eindrücken der Brücke zu besiegen, könnt- aber den Wieder- holungsgang nur mit unentschieden beenden. Kampsloser Sieger wurde im Leichrmittelgew'cht Bennin(Alt-Wed�ing). Das Schwer- mittelgewicht Kraschwitz(Tegel) verlor� im ersten Tressen gegen Greendorf(Alt-Wedding) noch 40 Sekunden durch eigene Schuld: in der zweiten Runde überraschte ihn sein Gegner schon noch 16 Sekunden. Im Schwergewicht gingen ebenfalls die Punkte an Bröcker(Alt-Wedding), da Tegel keinen Gegner stellte. Die Hochschule des Verkehrs. Die„B e r k« h r s w a ch t" Berlin-Brandenburg hiest kürzlich ihre Hauptversammlung ab. Infolge Abwesenheit des 1. Vorsitzenden leitete die Versammlung Dr. Lademann von der Berliner Verkehrsgescllschast. Der Geschäftsbericht stellt eine er- freuliche Etztwicklung scst. Insbesondere haben sich die Berufs- genossenschaften unter den Mitgliedern des VBA. vermehrt. Als erfolgreichste Veranstal ung des Jahres 1929 wurden die sogenannte Radfohrwoche und die Lehrerfahrt erwähnt. Bei letzterer wunden Schulaussichtsbeamte und Lehrer in Kraftwagen mehrere Stunden durch Berlin gefahren, um ihnen Gelegenheit zu gebe». sich über die praktischen Erfordernisse des Verkehrs im Interesse des Schulunterrichts zu informieren. Der bisherige Aorstand wurde wiedergewählt, nur für zwei ausscheidende Beisitzer wurden neue Mitglieder benannt, so vom Arbeiter-Radfahrer-Bund„Soli- darität" Lüders und von der Berussgenossenschaf' für Fahrzeug- und Reittierhaltungen Wiencke. Aus dem Programm für 1930 stehen als besonders hervorzuhebende Punkte die folgenden: Lärm- bekämpfung im Großstadtverkehr, bessere statistische Erfassung der Unsallursachen im Verkehr und weitgehende Verbreitung der au» solchen Statistiken gewonnenen Ersahrungen. Als weiterer bemer- kenswerter Entschluß ist zu bemerken, daß die noch aus dem Jahre 1924 stammende Funktionärorganisation aufgelöst wird und an ihre Stelle eine auf ganz neuer Grundlage basierende Vertrauens- männereinrichtung tritt. Der Bund in Köln. Der 17. Bundestag des Arbeiter. Tvrv- v n d Sportbunde» ist vom Bundesvorstand offiziell für die Zeit vom 1. bis 6. 3uni dieses Jahres nach Köln einberufen worden. Für die vereine. Gruppen, Bezirke. Kreise und Sparten des Bundes beginnt nun die Beratung der wichtigen Fragen des weiteren Aus- und Ausbaues des Bundes und die Stellungnahme zu den Kernfragen künftiger Sportpolitik. Ueberaus wichtige Punkte umfaßt die Tages- ordnung des Bundestages. Unter„Berichte" wird die Entwicklung der Organisation, der Pundesschulc und des Berlages gezeigt werden. Soweit wir Lie Bundesvorstandssitzungen und die der Kreisvertreter beobachten konnten, werden diese Berichte einen überaus günstigen Bestand aller Einrichtungen des Bundes aufweisen und den Beweis geben, daß der Bund ohne Schaden über die kommunistische Krise(sofern über- Haupt von einer Krise gesprochen werden kann) hinweggeht und alle Berluste durch Neuaufnahmen wettmachte. In unserem Bericht von der letzten Bundesvörstandssigung haben wir über den Punkt „unsere Presse" bereits die geplante Reorganisation der Bundesprcsse erwähnt. Die enorme Entwicklung der Spieler- und Sportbewegung verlangt, daß diesen Sparten eigne Bundeszeitungen gegebe» werden. Die auf ollen früheren Bundestagen so lebendig hervortretende Spartenfrag« wird in Köln kaum in Cr- scheinung treten, denn die Regelung des Ausbaues des Bundes auf Grund der Beschlüsse des Leipziger Bundestages von 1928 hat einer guten Gemeinschostsarbeit aller Sparten den Weg geebnet. Eine wichtige Frage die bereits allerorts debattiert wird, die aber auch van den Kommunisten zu fortgefetzten Haßgesängen gegen den Bund benutzt wird, ist die Teilnahme an staallichen und kommunalen Veranstaltungen(Persassungsseiern und Einweihungen). Die Macht der Verhältnisse zwingt tatsächlich dazu, dieser Frage näher zu treten, auf allen Bezirks- und Kreistagen ist sie Gegenstand lebhafter Erörterung. Die Erkenntnis, daß eine zu starre Festlegung der Bewegung durch die bestehenden Beschlüsse in Orten mit sozialistischen Mehrheiten oft zu schweren Schädigungen nickzt nur des Arbeiter- fporlrs. sondern auch der Arbeiterbewegung gesührt Hot, zwingt in Zukunft zu loseren Formen. Daß der Bundestag in Köln unbekümmert aller sonstigen Meinungen über diese Frag« erneut be- tonen wird: kein Zusammenarbeiten mit den bürgerlichen Turn- und Sportorganisationen, ist von vornherein sicher! Den Höhepunkt der Tagung wird ohne Zweifel das Referat des Genossen Pflug über das Thema:„Durch sreie Erziehung zum freien Volk" sein. Unter dem Punkt„Anträge" werden unter anderem Borschläge für eine bessere Zusammenfassung der gefamten Frauenbewegung beraten werden. Statutenänderungen, Wahlen und die Festsetzung des nächsten Bund/stages sind noch vorgcfchen. In klarer Erkenntnis werden Anträge und Statutenänderungen ihre Erledigung finden, denn auf ollen Tagungen des Bundes haben die Arbeiten des Bundesvorstandes Anerkennung gefunden. Der 17. Bundestag wird alle Fragen in altbewährter Sachlich- keit erledigen, er verspricht eine segensreiche Arbeitstagung zu werden, die getragen wird vom klaren Weitblick, der gefunden Kritik und dem zielbewußten Handeln seiner Teilnehmer. Lfod wieder Bühnen weitstreit. Jährlich im Frühjahr rufen die bundestreuen Arbeiterfportle- riimen und-fportler des Berlin-Brandendurger Kreises zum traditionellen„B ü h n c n w e tt ft r e i t im M« ree d e s- P a l a st in Neukölln". Welcher Beliebtheit sich diese jährlich nur einmal stattfindende Veranstal ung erfreut, beweist die Tatsache, daß im Vorjähre die Kassen bereits vor Beginn wegen Ueberfüllung polizei- lich geschlossen wurden. Der diesjährige Bühnenwettstreit findet unter dem Motto:„Körperschulung— Lebensfreude" am 13. April, vormittags 11 Uhr(Einlaß 10 Uhr), statt. Nicht nur Berliner Vereine, auch auswärtige Bundesmitglieder kommen zahlreich noch Berlin: denn Turnen und modernste Gymnastik als Wet streit, das ist eine Gelegenheit, die kein Freund moderner Körperkultur un- genützt vorübergehen läßt. Wer. sich von den Bundesvereinen an dieser kreisoffenen Ber- anftaltung beteiligen will, wcnde sich sofort an Paul Schulze, Berlin- Neukölln, Stuttgarter Str. 18, vorn Iii. Auch Bereine, die sich am 13. April mit Borführungen nicht beteiligen können, schreiben wegen Zuteilung von Ein rittstarten(Lorverkauf 60, Kasse 73 Pf., Jugend- lich« 50, Kasse 60 Pf.) sofort an genannte Adresse. Das Eis taut... Im Sportpalast taut's, der künftlühe Winter hat seine Herrschaft beendet, um einem anderen„Gaudi", dem Sechstagerennen und blutigen Boxschlachten zu weichen. Man hat auch bei uns schon gemerkt, wie geschickt der Amerikaner Sport und Geschäft verkno'et und man hat's nachgemacht. Dabei eine bescheidene Frage: Hot man„dem deutschen Sport" das gehalten, wozu man sich laut Inschrift über dem Sportpalast verpflichtet hat? Eine besondere Sache war in diesem Winter das Publikum. Während alle vergangenen Eishockeysaisons von Presse und vom Zuschauer sachlich gewürdigt wurden, muß man diesmal leider die betrübliche Feststellung machen, daß da nicht selten ein wüster, randalierender Hausen Menschen(besonders bepelzte Damen auf teuren Plätzen leisteten da Großes!) versammelt war, der gierig die Gelegenheit ausgriss. Bon der suggestiven Kraft des Sports, auch beim Zuschauer Disziplin auszulösen, war da nichts festzustellen. lind wer ist schuld daran? Nicht der einzelne unter den Tausenden, nicht die Masse an sich, sondern ihr böse" Geist, eine s e n s a t i o n s- hungrige Presse, die in der geschmacklosesten Art, z. B. aus einem Torschuß eines Iaenecke, eine nationale Tat mach ei Da kann es nicht wundernrhmen, wenn itach solcher Sprache das Publikum ja geradezu zur Sensationsgier getrieben wird. Das ist»'cht die sachlich-begeisterte Sprache einer sördernden Kritik, das ist sprach- Hysterie im höchsten Grade. Vezi'ckrkämpse des Freien Keoler-Bund-'S. Der Gau Berlin des FKBD. setzt am Sonntaa mit seine:, Kämpfen auf Bo"l: und Figuren in der Berliner Kegler-Spor-ihnlle. Alera»drine:.st:abe und der Sporthalle Südende ein. Beginn 9 Uhr vormittags. Wieder Trabrennen in Ruhlebeu. Nach der durch das Reit» Turnier verurfrchtsn kurzen Unterbrechung nuhmen die Trabrennen zu Rühleben am Sonntag, 13 Uhr. wieder ihren Fortgang.' Rdchrbannerrudernt Um weiteren Valkskreifen die Gelegen- heit zu geben, den Rudersport zu betreiben, hat die Ruder- riege der Reichsbanner-Wassersportabteilung beschlossen, den Mltglicdiebeirrag auf das niedrige iestzusetzen. Die Rvderrieoe ist durch Vergrößerung des Bootsparkes in der Lag«, weitere Republikaner in ihren vereinseigenen Mamuchaftsbooten unterzubringen. Es ist ein Sonderkurjus sür Amänger eingerichtet worden. Jeden Sonnabend von HS bis 9 Uhr Kasterrrudern in der Anlage der Berliner Turnerschaft, Stralau, Tunnelstr. 3—4,