BERLIN Dienstag 18. Februar 1930 10 Pf. Nr. 82 B 41 42. Jahrgang L r sck e i» r t i g l i ch aager SenntagS- � b B J f» ß M Lnitigenvrei«: Die einsraltige Nonpareilleieil» Auglnch Abendauegabc d«».VorsürtsV Bezug«»»»« �»* 1 bb t vrf- l. Sk.-x- A-*? � bMJ§ t 80 Dt.. Stetlamezcile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. deld« AuZzabenSSPf.»roWoche. S.mM.»roMonar.. ft irCr f ttr Pokschecktonto- Dvrwürt«- Verlag G. m. b.H� Kcdaknon und Erredition. Berlin SW 68, Lindenftr.» ß Jf Berlin Nr. 37SSS. Fernsprecher: Dönhoff SS2 bi« SS? Ilachtsihung des Kabinetts. Kein Panzerschiff B.— Angriff auf den Gozialetai. Rostiges Raiffeisen. Die KeststeNungen des Berichterstatiers. Das Relchskablnett hat in einer Sitzung, die von INoniagabend' 7 Uhr bis nacht IVi Uhr dauerte, seine Beratungen über die Zlusgabenseite de» Etats abgeschlossen. Zm verlause der: Aursprache spielte auch die von dem Rcichxw-hrininisier für den{ Panzerkreuzer B angeforderte Rate eine Rolle. Ein Betrag sür diesen Panzerkreuzer wird in dem Etat sür 1930 nicht eingestellt. 3m übrigen einigle man sich aus Abstriche, die sowohl den Etat des Reichsarbeilsminifleriums wie den Etat des Rcichswehrminifterium? betreffen. Eine Erörterung über die Einnahmenseite des Etats er- folgte nicht. Der Reichssinanzmiuister wurde ermächtigt, die bereit» eingeleiteten Besprechungen über die Deckung des Etats für 1930 aus der bereits bekannten Grundlage weiterzuführen. * Das Reichstabinett beschäftigte sich in der langen Sitzung mit den Differenzen innerhalb der Reichsressorts bezüglich der Ausgabenansätze im Etat 193it veröffenttichungen beginnen zu wirken. Unsere Derösfentlichungen über die Veroamschungs- absichten der kommunistischen Zentrale und über dre Zustände in den kommunistischen Betrieben hat in einem Punkte ge- wirkt: Die Setzer und Drucker der F r i e d r i ch st a d t- d r u ck e r e i haben am vergangenen Freitag ihren L o h n i n nollerfjohe ausbezahlt erhalten. Das Geld wurde müh- selig von auswärt» beschafft. Protest der Opposition gegen die Verramschung. Da» Organ der Rechtskommunisten,„Gegen den Stroms schreibt sn dem Ramsch der KPD.-Zentrale: „Aus dem Hin und Her der öffentlichen Behauptungen und Ableugnungen über di« Verramschung der Parteibetrieb« durch das letzige ZK. der KPD. geht folgendes Tatsächliche hervor: 1. Das ZK. hat Verkaufsverhandlungen geführt und führt sie heute noch. I. Angebote wurden gemacht an Leute, hinter denen Hugenberg ' Iteht. wie an solche, hinter denen die Sozialdemokratie stand. Di« SPD führte die Verhandlungen nur zum Schein. 3. Die Besichtigungen der Parteibetrieb« gaben der SPD. und damit auch der Polizei, der l a, vollen Einblick in die Eigentum»- und Betriebsverhältniss« der Parteibetriebe. Beweis dafür sind die Angaben, di« der„Vorwärts" in seiner Nr. 67 vom 9. Februar d. I. über die verausgabte Lohnsumme machen kann. 4. Bereits verkauft ist das Hamburger Druckerei gebaut« der Partei. Und zwar an den Hamburger Senat. Dl« Parteidrucker« kann nach halbjähriger Kündigung an die Lust gesetzt werden. Sie müßt« dann neue Räume suchen. Dle Umzugskojten würden sich auf etwa 60 000 M. belaufen. Der Erlös für da» Gebäude wllld« nicht dem Bezirk zur Verfügung gestellt, sondern vom ZK. ein- kassiert und verpulvert. Dies« Maßnahmen werden damit begründet, daß die P a r- tei betriebe gesichert werden müßten für den Fall einer jahrelang dauernden, als sicher bevorstehend angenommenen Illegalität der Partei. Das E k k i habe sein« Zustimmung zu der Verramschung gegeben. Tatsach« ist. daß das Ekki seine Zusttimnung gegeben hat zur Sicherung der Parteibetrieb«, aber nicht zu ihrer Verram- s ch u n g. Sicherungen ließen sich natürlich durch ander« Mittel ireffen. Es liegt kein zwingender Anlaß vor. um die Partei orga- aisatorisch zu ruinieren. Darauf, auf den organisatorischen Ruin der Partei, laufen dies« Maßregeln nämlich hinaus, nachdem der politische Ruin nahezu vollendet ist. Dazu führte nicht nur d i e altrolinte Spekulation auf die jahrelange II- legalität der Partei, sondern auch der allgemeine organisatorisch« Rückgang der Partei, der die Folg« des ultralinken Kurses ist. Man kann die Frag« auswerfen, ob die Partei eigene Drucke- r«ien braucht? Darauf ist zu antworten: Die Partei braucht eigene Drucke- reienl J. ÜBeil die Abhängigkeit von bürgerlichen Druckereien von diesen mißbraucht wird, um auf die Politik und Sprache der Par- leipresse«inen Druck auszuüben, zu Versuchen, st« unter die Jen- für zu stellen und In kritischen Fällen zu offener Sabotage. 2. Weil die D r u ck« r e i ü b e r s ch ü s s« für di« Par- -ei notwendig sind, um di« Fehlbeträge einer Reihe von Verlagen zu decken. Die Verlag« von Hannover. Köln Jena. Magd«. bürg, Bayern. Mecklenburg, ja selb st von B« r" n können »hn« dies« Zuschüsse nicht«xist'eren. Di« Blätter müßten ohne diese Zuschüsse eingehen, oder in Kopsblätter ver- wandelt werdev. Daraus geht hervor, was die Verramschung der Parteibetriebe «rgojüsatorisch für die Partei bedeutet: Den Ruin ihrer wichtig- sten Waffen, ihrer Partetblätter. di« von den Parteimitgliedern mit den größten Opfern geschaffen worden sind. Für die Neumann und Münzenberg hat die Verramschung des Barteioermögens allerdings einen Sinn: dle Schaffung eines .Traklionsfonds für den Fall, daß sie bei einer Wendung des Kowinterkurfus den Fußtritt erhaltcv. Oer Kampf um Für wirifchastliche Abrüstung- Genf. 17. Februar.(Eigenbericht.) Die Konserenz„für«in» zusanimengefahte W i rts cha st s a k t i o n", wie das Völkerbundssekretoriat die Zoll- sriedenskonferenz noch vor ihrem Ansang umgetauft hat, nahm am Montag vormittag mit einer Eröffnungsrede de» Präsidenten Moltke, des früheren dänischen Außenministers, ihren Anfang. Aus den Bänken der deutschen Delegation bemerkt« man den Reichswirtschastsminister Robert Schmidt, den Ernährungs- minister Dietrich und Dr. H i l f e r d i n g. Moltke wies daraus hin, daß di« Zusammensetzung der Delegationen ein Beweis für das Interesse sei, das die Regierungen dem neuen Versuch wirtschaftlicher Zusammenarbeit entgegenbrächten. Nach Aufzählung der bisherigen Wirtschaftsarbciten des Völkerbundes cnnnerte Moltke an die Eni- schließung der 10. Völkerbundsverfammlung, derzufolge die Konfe- renz einberufen worden ist, und daß u. a. Stresemann sich noch m seiner letzten Völkerbundsred« für die europäische Zusammenarbeit eingesetzt habe, fuhr Moltke fort: „Die Reden Stresemanns, Hymans und Grahams trugen die gemeinsame Note daß die besonderen W'rtschastsnöte Europas an- zuerkennen und zu bekämpfen seien. Die besonder« Lag« Europas wurde schließlich auch mit gewissen Vorbehalten von allen Delegationen der Völkerbundsversammlung a n e r- k a n n t. Aui der anderen Seit« aber konnte ein« Aktion für Europa nicht für all« Swaten der Welt das gleiche Interesse bieten. Die hauptsächlich europäische Konferenz muß daher unter dem Gc- sichtspunkt stehen, daß die Gesundung Europas uur einen Teil der wirkschafMchen Gesundung der Welt bilde. Es ist notwendig zu betonen, daß wir an den guten Willen in allen Staaten appellieren, daß unser Ziel die gleich« Behandlung des Handels aller Völker lst und in diesem Sinne der univer- sellen Einstellung des bisherigen Werkes des Völkerbundes«nt- spricht. Die gegenwärtige Konferenz ist nur als vorläufige Etappe einer zusammengefaßten Wirtschaftsaktion gedacht. Sie hat zwei Hauptaufgaben: den Abschluß eines Zollwaffenstillstondes und die Diskussion der später zu treffenden Mahnahmen, wobei die Frage, ob ein Zollsriede annehmbar ist oder nicht, nicht zu'etzt da- von abhängt, welche Fortsetzung der Wirtschaftsaktion in Aussicht genommen wird." Moltke schloß mit einer Begrüßung der anwesenden M'Nister, deren Teilnahm« zeige, daß die Zeit unverbindlicher Fachle.'te- bZprechungen der Periode verantwortlicher p al i t i s ch e r Der- Handlungen gewichen sei. Di« Wirtschaftskonferenz trat am Montag nachmittag in di« allgemeine Aussprach« ein. Der ehemalige österreichische Bundes- Präsident Heinisch, der ehemalig« Außenminister Norwegens und der belg'fche Außenminister Hymans erklärten die prinzipielle Bereit- fchaft ihrer Länder, an dem Zollfrieden teil.zun.-hmen. und wäh eud des Zollfriedens Verhandlungen für ein« nähere wirtschaftliche Zu- sammenarbeit einzuleiten. Der Vertreter Oesterreichs wies auf die besonders ungünstig« wirtschaftlich, Lage de» österreichischen Reststaates hin. Oest-rreich habe Oer Berliner Chauffeurstreik« Bor Sinigunisverhandlongen. Die Lage im Streik der Berliner Drofchkeuchauffeure hat sich seit gestern nicht wesentlich verändert. Di« Zahl der Streikenden und Ausgesperrten ist nach dl« gleiche wie am Sanoabcnd vorige« Woche. Zn einigen Betrieben haben sich heute früh lediglich einige weoige unorganisierte Chauffeur« zur Arbeitsaufnahme gemeldet, was in der Hauptsache daraus zurückzuführen ist, daß diesen Leuleu von der sogenannten Opposition groß« Der- sprechungeu hinsichtlich ihrer Unterstützung gemacht wurden, die aber nicht eingehallen wurden, und auch gar nicht erfüllt werden konnten. So bedauerlich diese Tatsache lst. ändert sie sedoch wenig au der Gesamtsilualian. Dle übergroße Zahl der streikenden und au»- gesperrten Chauffeure sind uach wie vor fest enschlasseu. de« Abwehr- kämpf so lange durchzuhalten, bis die llnleroehmer von ihrem hohen Roß herabgestiegeu sind. wie uus weller mitgeteilt wird, hat der S ch l i ch l e r die Unternehmer zu heute vormittag zu unverbindlicher Besprechung geladeu, über deren Ergebnis bis zur Zeit des Redakliansschlusses uach nicht» bekannt war. Es ist nicht ausgeschlossen, daß e» im Lause des heutigen Tages nochmals zu Verhandlungeu zwischen deu Parteien kommt. Die Organisation wird sofort, wenn irgend ein« entscheidende wen- dung im Lohnkamps eintritt, ihre wilglieder zusammenberusen, um mit ihnen zur Situation erneut Stellung zu nehmen. Kommunistenkuliur vor Gericht. Gokitte rühmt sich der Prügelei. Am 8. Juni 1S88 kam es schon in der Eröffnungssitzung des neugewählten Landtag» zu heftigen Tumultszenen. Die kommunistisch« Fraktion hotte«inen Dringlichkeitsantrag auf Haftentlassung zweier ihrer Mitglieder gestellt, di« in der Festung Gollnow eine.Strafe wegen Hochverrats verbüßten. Gegen den Dringllchkeitsantrag wurde auf der rechten Seite des Hauses Wider» spruch erhoben. Die Kommunisten gerieten in die üblich«„große Erregung". Sie stürmten zur äußersten Rechten des Hauses hin, und nach kurzem Wortwechsel schlug der kommunistische Abgeordnete Gohlke auf den widersprechenden Abg. P o n f i ck mit der Faust ein. Ponfick erstattete Anzeige. Gohlke erhielt einen Strafbesehl in Höh« von 300 M.. nachdem der Landtag sein« Immunität aufgehaben hatte. Gegen Uesen Strasbefehl erhob er Einspruch und heute morgen fand vor dem Schöffengericht Berlm-Mitt« die Verhandlung statt. Der Angeklagte Gohlk« behauptet« vor Gericht, daß Ponfick ihn und sein« Freund« mit �Lumpengesindel" beschimpft habe. Darauf habe er unmittelbar di« Bele-digung mtt einer Oh.se!ge quittiert. Wenn der Schlag ein wenig zu stark ausgcfallcn sm. so käme«« daher, daß er überhaupt ein« träft g« Hand habe. Der Kläger Ponfick bestritt, beschimpfende Ausdrücke gebraucht zu haben: vielmehr sei er selbst von den Kommunisten als„Lump" bezeichnet worden. Abg. Heilmann, der als Zeuge vernommen wird, hat den Wortwechsel selbst nicht hören können, er sah nur. wi« Gohlke dem Abg. Ponfick den Schlag versetzte. Daß Ponfick, der zur Deut- den Zollfrieden. gegen wirtschastliche Dekadenz. versucht, seine Wirtschaftsbeziehungen zu den anderen Landern durch Handeisverträge zu erleichtern. Es sei ihm gelungen mit 32 Ländern solch, Verträge abzuschließen. Dadurch seien 60 Prnz. der österreichischen Zolltarif« gebunden. Oesterreich wünsche«in« praktisch, Lösung des Problems der internationalen Wirtschaft- liehen Solidarttöt. Der Norweger äußert. Bedenken dagegen, daß mehrere Staaten seit der Annahme der Entschließung des Völkerbunds- Versammlung ihre Zollsätze erhöht hätten und erklärt«, daß die Konferenz diese Erhöhungen auf irgendein« Weise neutralisieren müsse, wenn sie Erfolg haben wolle. Der Außenminister Belgiens setzte sich nach einem Rückblick auf die Wirtschaftskonferenz de» Jahres 1927 mtt den Einwänden, die gegen einen Zollsrieden erhoben werden, aus- einander. Gegenüber der Behauptung, daß der Zollfrieden die Souveränität der Staaten verletze, wies er darauf hin, daß man mit diesem Argument das Prinzip des Völkerbundes selbst ver. neinen könne Er gebe zu. daß die gogenwört g-n Zalltair« mangelhaft und schädlich seien, aber der Zollfrieden bedeute auch nicht die definitive Verankerung der jetzigen Zollsätze. Die Zoll- erhöhungen der letzten Zell seien bedauerlich, aber kein absolutes Hindernis für den Abschluß des Zollfrieden». Das Nicht Zustandekommen de» Zollsriedens würde eine» Mißerfolg für da» gesamt« Werk de, Völkerbundes bedeuten. Die kleinen Länder würden riskieren; in ihre« Grenzen erstickt zu werden. Hyman» ersucht« die großen Rationen schließlich, noch nicht auf Grund ihre» großen Wirtschaftsgebietes einen wirtschaftlichen Partikularismus zu treiben, der für Europa die Wirtschaft- liche Dekadenz bedeuten würde. Der Zollfrieden solle die wirtschaftlich« Abrüstung Europas ermöglichen und sei damit die wichtigste Vorbedingung für die Verwirklichung der großen Idee Briands, einer Annäherung der europäischen Nationen. Französischer Sandelsminister abgereist. Genf, 18. Februar. Infolge des Sturzes des Kabinetts Tardieu mußte auf der Zoll- waffenstillstandsionferenz di« für heute vorgesehene Erklärung des französischen Handelsminister» Flandin zurückgestellt werden. Di« Mitglieder der französischen Delegation erhielten die Nachricht von dem Sturz des Kabinetts Tardieu gestern abend mitten in einem Diner, zu dem sie von den Mitgliedern der deutschen Delegation«in- geladen worden waren. Flandm und sein Unterstaatsfekretär reisen heut« nachmittag nach Pari» zurück. Der englisch« Handelsminister Graham beschränkte sich in der Konferenzsitzung auf rein praktische Vorschläge für da» Verhandlungsprogramm, wobei er meint«, die gestrig« Konserenz habe nicht nur die Herbeiführung eine» Zoll- Waffenstillstandes von zwei bis drei Iahren zum Ziele, sondern auch di« allgemeine Senkung der Zölle. Heut« legte Reichswirtschaftsmlnister Schmidt die deutsche Auffassung dar. scheu Fraktton gehört, sehr drastlsche Ausdrücke liebt und sie auch besonders gern der Sozialdemokratie gegenüber braucht, ist im Landtag jedem bekamü Trotz vierstündiger Verhandlung wa, der Vorfall nach Ansicht des Gerichts nicht restlos geklärt. Da» Verfahren gegen Gahlk« wurde auf Kasten der Slaatstafs««Ingestellt. Man konnte, wi« der Vorsitzende ausführt«, dem Angeklagten nicht wider- legen, daß er im Glauben war. durch Ponsick beschimpft zu sein. auch ein gemeinschaftlicher Angriff aus Ponsick war nicht erwiesen. Es lag demnach nur einfache Körperverletzung vor, die nur auf Antrag verfolgt wird. Strafantrag ist aber nicht ge- stellt, so daß sich die Einstellung des Verfahrens ergab. (£i»e Ausstellung vernichtet. Oie Wanderschau.Oer Mensch" in Dortmund ausgebrannt. Dortmund, 18. Februar. In früher Morgenstund« brach in der anatomisch-hygienisch e n A u» st e l l u n g„D e r M« n s ch" au» bisher unbekannter Ursache«tn Brand aus. der in kurzer Zeit di« Ausstellungshalle mit vielen Hunderten von Modellen und Präparaten vollkommen ver- nichlele. Der Schaden ist unberechenbar uad dürste sich aus viele hunderttausend Mark belaufen. Di« in«iner provisorischen Holzhall« untergebracht« Ausstellung, di« schon seit Iahren zahlreichen deutschen Großstädten gezeigt wurde und im Frühjahr nach Amerika über- geführt werden sollte, stellt da« Lebenswert des bekannten Münchener Unioersitätsplastiker» Emil Cd. Hammer dar. Der Brand breitet« sich, obwohl di« Feuerwehr ihn bald nach dem Ausbruch mtt acht Schlauchleitungen bekämpft«, mit solcher Geschwindigkeit au», daß nicht» mehr gercilet werden konnte. Bon der Halle sind nur noch einige verkohlle Balken übriggeblieben. Das Zugunglück bei Glasgow. 51 Berlehie, meist Frauen. London, 18. Februar. Bei dem Zugunglück in der Nähe von Glasgow wur- deu insgesamt 51 Personen verletzt, von denen sich sechS in Lebensgefahr befinden. Die Mehrzahl der Verletzten sind Frauen. Der letzte Wagen deck einen Zuges wurde bei dem Zusammenstoß in der Mitte durchgeschnitten, ein zweiter Wage» des gleichen Zuges wurde schwer beschädigt, während bei deu zweiten Zuge die Beschädigungen sich in der Hauptsache auf die Loko- motive beschränkten. Obwohl der Grund des Zusammen- stoftes noch nicht feststeht, liegt dle Schuld wahrscheinlich au dem dichten Nebel, der am Montagabend über dem Gebiet von Glasgow lag. Für.Da» Tor der Hoffnung". Die„Gartenlaube" von Unger, deren 73. Ausführung nahe beoaisteht, geht am Donnerstag, dem 20 Februar, nachtnlltag« um ihi Uhr. im Theater am Schisfbauerdamm bei d-n üblichen Nach- mittagspreisen in Szene. Der Ertrag ist für da»„Tor der Hoffnung" bestimmt. Bolz- Bazille dürfen bleiben. Oer StaatSgerichiShof entscheidet zu ihren Gunsten. Leipzig 18. Februar. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich hat in der wurttembergischen Verfasfungsstreitsache dahin entschieden: Die Anträge der Nagenden sozialdemokratiichen Fraktion im Württembergischen Landtag gegen da» Land Württemberg und gegen den Wurttembergischen Landtag wegen Verfassungswidrig' teit der Regierung in Württemberg und gewisser Bestim- mungen der Geschäftsordnung des Landtags werden z u r ü ck g e° wiesen. Di« Zuständigkeiten des Staatsgerichtehofes sind ge- geben, weil kein anderes Gericht, auch nicht der württembergische Staatsgerichtshof als zuständig erscheinen kann. Zentrum und Ltnterrichtsminister. Eine Tiichiigstellung de«! Zentrums ührerö Heß. In der„Germania� veröffentlicht' der Vorsitzende der preußischen Zentrumsfraktion, Abg. Heß, folgende Erklärung, die den Stand- punkt des Zentrums zur Neubesetzung des Unterrichtsministeriums klar präzisiert ..Nach meiner Rütkkehr von einer Reise werde ich darauf auf- merksam gemacht, daß an verschiedenen Stellen teils die Vermutung, teils die direkte Behauptung aufgestellt worden ist, daß zwischen der JCeucJilfchilder an Polizeiwachen. Unser Bild zeigt eine Berliner Polizeiwache nut einem der neuartigen, weithin sichtbaren Leuchtschilder. Belegung des preußischen Kultusministeriums mit einem Mitglied der oozlaldemolratischen Partei und der Zustimmung der Sozial- demdkrati« zum Konkordat ein Zusammenhang bestände. Dem- gsgenüber wird hiermit folgendes erklärt: In keinem Augenblick und an keinem Punkt der Verhandlungen über das Konkordat ist von einer V e r o u i ck u n g von Personalangeleaenheiten mit dem Konkordat zwischen dem Zentrum und der Sozialdemokratie die Rede gewesen.� Di« Ler- Handlungen über das Konkordat sind in absoluter a ch l l ch> keit und ohne Zusammenhang mit irgendeiner anderen Frage ge- sührt worden. Di« Sozialdemokratie hat nie von irgend, einer Kompensation für ihr Zugeständnis zum Konkordat gesprochen oder«ine solch« auch nur angedeutet. Das mit sowohl iür die Kandidatur König wie für den vom Ministerpräudenten er- nannten Kultusminister Dr. Grimm«. Wenn die Zentrumsfraktion lich mit einem Sozialdemokraten als Kultusminister abfindet, o steht sie dabei nicht unter dem Druck von irgendwelchen Bm- dunaen oder Zugeständnissen in Auswirkung de» Konkordats, wie tut das vielmehr einzig und allein aus staatspolitischen Erwägungen ganz allgemeiner Art.� Daß der Sozialdemokratie avs Grund ihrer sroktionsmäßigm Stärke mindestens noch ein Mmisterlum zustand, ist unbestritten. Nach Lage der Sache kam im Augenblick ein anderes Mini st er! um als da» Kultus- Ministerium nicht in Frag«. Hätte das Zentrum sich unter diesen Umständen gegen die Besetzung des Kultu-ininisteriums durch einen Sozialdemokraten auegesprochen, so wäre das gleich- bedenk md dam't acioe'en, daß ein l e' Immies Mini terium einer be- stimmten politischen Partei grundsätzlich aberkannt werden sollte. Do--. Ist in einem va iomenlarlsch regierten Staate eine pa.lamen- la'ische Ünmögllchreit. Im vcrlieoeuden Fell« wäre dadurch eine Regierungskrise in Preußen und cainit auch unabsehbare Kompli- kätionen'ür das Reich in umnitteldare Näh« gerückt worden, eine lür Deutschland in semer gegenwärtigen Lage vollkommen unerträgliche politische Gesamtsituation. Aus dieser klaren und einsachen Sachlage ergibt'sich ganz von j-lbst welchen Weg das Zentrum in Preußen zwangsläufig zu sehen hatte." Diese Erklärung entspricht durchaus den Tatsachen. Für«In« gewisi«„demokratische" Press« ist sie dahin zu ergänzen, daß das Unterrichtsministerium auch deshalb aile.r. in Frage kam. well die demokratische Landtagesraltion bereite im Jahre ISIS die Koalitioneparteien hotte wissen lassen, daß bei einer Wahl zwischen den Ministem Höpker-Aschoff. Schreiber und Becker die Demokraten am ehesten auf don Unterrichts- minister Becker verzichten würden Wetter für vekNn: Trocken, nebelig, trübe mit Neigung zu Aufheilerung. Mitiagstemperaturen nah« bei Null. Oestlich« Wink«. —.Tür» Deutschland: Im Nordosten heiter mit mäßigem Frost, im übrigen Deutschland noch nebelig, trübe, ober mit zunehmender Neigung zu Aufheiterung und leichtem Frost. Ulm und Oper. „Cvangeline". Terra-Lichifpiele. In Neu- Schottland, auch Acadien genannt, leben friedlich französische Kalonisten, durch den Treueid an den englischen König, durch Bande des Blutes an Frankreich gebunden. Als der General- gouverneur von Halifax die Bauern zwingen will, Kriegsdienst gegen Frankreich zu tun, weigern sie sich. Da läßt er ihre Lände- reien für die englische Krone beschlagnahmen, die Herden wegtreiben. die Häuser verbrennen und die Bewohner deportieren. Rücksichtslos reißt die plündernde, sengende Soldateska Männer und Frauen, Mütter und Kinder auseinander. Dabei werden auch die jung Verlobten Evangellne und Gabriel getrennt. Sie suchen sich ihr Leben lang und finden sich erst wieder, als sie beide alt sind und Gebriel auf dem Sterbebett liegt. Die Handlung ist dem Epos ,.E v a n g« l i n e' entnommen, dos Longsellow, der erst« amerikanische Dichter von Weltruf, 1817 schrieb. Es ist zum Filmleben durchaus berechtigt, nur halten die Amerikaner diesen Film nicht drehen dürfen. Der Regisseur Edwin Carewe beginnt sehr gut. Aus- gezeichnet charakterisiert er dt« einzelnen Personen, er schafft leben- dig« Massenszenen und durchtränkt alle» mit der Stimmung einer vergangenen, gefühlsstarken Zeit. Hinzu kommt, daß die vortreff- lichen Photographen Robert B. Kurrl« und Al. M. Green» sehr reizvoll stets das Malerisch« in der Landschaft sehen. Plötzlich und unerwartet aber wird Earewe von allen guten Geistem ver- lasten. Al» nämlich Evangeline aus die schier endlos« Suche geht, da schildert er nicht mehr I» lyrischer Zartheit oder epischer Breite da» Sehnen, Hassen und immer wieder Enttäuschtwerden einer Menschenseela, sondern er verfilmt den einst internationalen Schlager"Haben Sie nicht den kleinen Tohn gesehen". Eine derartig hohle Theatralit und frühe unberechtigt« Sensa- iionen kann eben der mit gesundem Menschenverstand ausgestattete Europäer nicht ertragen. Und es gerieten sogar alle die Zuschauer in Empörung, die zuerst über die wundervolle Filigranarbeit entzückt waren. Die Hauptdarsteller Dolores del Rio und Roland D r« w waren sehr gutz mit Ausnahme der Szenen, in denen st« durch die unglückliche Anordnung des Registeurs notgedrungen ver- sagen mußten.«. b. Vertonte Trickfilme. Marmorhou«. Diese Wunder des amerikawischen Zeichners Waller Disney kannte man bisher in Deutschland nicht. In einer Sondervorführung im Marmorhaus werden sie Presse und Interestenten gezeigt. Dem Trickfilm etwa von„Felir", dem Kater, oder von„Oswald", dem verrückten Karnickel, fehlen zu Ihrer stärksten grotesken Wir- kung die Geräusch«. Mustt muß sie ersetzen, der musikalische Rhyih- mus allein unterstreicht die Vorgänge. Hier in den Filmen Disneys werden Geräusch« und Stimmen synchronisiert. Wenn Micky. die Mau», Gitarre zupft, dann hört man ein verstimmte», quietschendes Etwas, das von fern her einer Gitarre gleicht, aber den Ton, an- gepaßt der grotesken Szene, vorzerrt. Eine kleine Episode„Die Geisterstunde" wird vorgeführt. Gespenster spielen mit ihren Knochen, ziehen sich die Bein« aus, schrauben ihre Köpfe ab und treiben ähnlichen Unfug, den wildge- wordene Jazzmusik begleitet. Dazwischen miauen komische Kater und krächzen noch komischere Käuze. Dies« Geräusche steigern die Komik, steigern aber auch die Phantästik. Denn dos Erlebnis, daß diese seltsamen Schatten auf der Leinwand nicht nur lautlos vor- überhuschen, sondern auch höchst merkwürdige Töne ausstoßen, bleibt phantastisch. Der Zeichner Walter Disney gehört zu den wenigen Menschen, die es verstehen, die anderen zum Lachen zu bringen, zu einem großen, befreienden Lachen.— t. Verdis„Traviata'. Neuinszenierung in der Lindenoper. Die.Lameliendame" als Oper. Unter den Meisteropern Verdi» ist vielleicht keine wie diese unserer unmittelbaren AnteUnahme«nt. rückt. Wir nehmen die verworrene Romantik und Pathetik de» „Troubadour", um der Musik willen, herzlich gern mit in kauf: gewissermaßen: sie stört un» nicht. Aber wir kommen nicht hinweg über die melodramatische Verlogenheit dieser ,,Traoiata"-Handlüng, die sich, als wäre sie ein Stück Leben, das uns angeht, in den Vordergrund des Interestes drängt. Das alte Schauspiel des jün- geren Dumas dankt« der Rolle, die es birgt, dieser«instigen Parade- roll« aller sentimentalen Salonheroinen. sein« Bühnenlebensföhig, kell durch die Jahrzehnte. Di« Oper, selbstverständlich, lebt von der Musik. Aber von der Dichtung hat diese Musik einen Grundlon des allzu Gefühlsseligen angenommen, der nur ihren besten Partien nicht gefährlich wird. Wir waren für„Simone Loccanegra" dankbarer al» für„Tra- viata". Die Verdi-Situation unseres Theaters hat sich geändert in den letzten Jahren. Nicht nur, daß wir in Berlin die großen Verdi- Abende der Mailänder Scala in frischer Erinnerung haben: wir haben für den täglichen Gebrauch die Größten der italienischen Operngegenwart und-Vergangenheit im Grammophon: und noch mittag»,«in paar Stunden, bevor sich Unter den Linden der Vor- hang hob. tonnten wir im Rundfunk Caruso hören, und dann die „Trapiota".VorIpI«l« unter Toeconin!... Der Staateoper, oder jedenfalls dieser Aufführung fehll für die Violetta die große Sän- gerin und Schauspielerin. Und es ist«in bißchen peinlich, wie Kleiber am Pult seiner alten Spezialität der falschen Tempi huldigt. K. V. Ausstellung japanischer Theaierkunst. Das japanische Theater ist in grundsätzlicher Weise von dem europäischen verschieden: etwa st», wie die japanischen Holzschnitt« von unserer Malerei verlchieden sind. Während in der westlicheit Kunst alles auf Naturwcchrheit abgestellt ist(von Ausnahmen der Ietz!«n Jahrzehnt« darf man hier absehen) und ebenso das Theater Illusion erwecken will, kennt der Japaner nicht den Welleifer mit der Wirklichkeit. Seine Holzschnitte sind wirkliche Flächonkunst von streng linearem Stil, ohne Absicht auf Perspektive und Körper- rundung: und das Theater, besten Bühne mit dem Zuschauerraum eine Einhell bildet, dos keinen abgetrennten Guckkasten kennt, da- gegen die sogenannten Blumenstege(Honamichi), die über das Parterre aus die Bühne zuführen, und aus denen die Schauspieler hereinkommen, agieren, tanzen— die» so panisch» Theater ist sehr gebundenen Formen unterworfen, die nicht Widerspiel des Leben» bezrvecken, sondern Darstellung von Typen, Helden, Gespenstern, allen Sagen, in einer haidreligiösen Art von Wiedergabe feierlich tradllioneller Gesten und großartiger, durchaus unwirklicher Mimik. Dies« fremdartige und seltsam erschütternd« Form heroischer Traditionsspiele tritt uns ganz nahe in den Holzschnitten des 18.>md Ist. Jahrhundert». Dem Japaner standen und stehen die Gestatten semer Sagen und ln gleichem Maße seine großen Schauspieler, die sie aus den Brettern darstellen, stet» so nahe, daß neben vielen anderen der große Toyokunl und sein« Schute fast ihre ganze Tätigkell auf Darstellung des Theaters konzcmrieren, und daß. wie im 19. Jahrhundert, so auch noch heule, diese Kunst wciterblüht. Dies« Kulluräüßerung des fernen Ostens interessiert uu» auf» höchste, roeii eine hohe Stufe Menschlicher Kultur und«in« ganz große Kunst in ihnen sich ofscnbart. Diese Holzschnitt«, vor allem die van Tqyokuni und Sharoku, sind in doppellem Siim unserer Beachtung wert: als vollendete Meisterwerk« des japanischen Farben- Holzschnitte» und seine» dekorativen Rafsinemeitt», und als Dar- stellungcn von Theaterszenen und einzelnen Schauspielern, deren kolostal« Grtmasten un» den Abstand jener dramatischen Kunst von der unsrigen und ihre tragische Größe anzeigen. Da» japanische Schauspiels mit der gervalligen Pracht seiner Kostüme, mll der Kunst seiner Chäratterschminken und betörenden Gesten gibt uns in ihnen «ine Art Ersatz für die uns gänzlich fehlende Vorstellung der allischen Tragödie. Zu dieser verschollenen Kunst stellt vor allem das noch heute geübte Rö-Spiel mit gefchnißlen Typemnasken eine lebendige Parollelerfcheinung dar. Dieser naturfernen und hoheilsvollen Kunst näherzukommen, ist nicht so schwer für den, der unser« eigene Malerei der süngsten Der- gangenheit zu schätzen weiß: denn diese steht jener ostastatischcn Kunst näher als der realistischen Raturschilderung. Ein« vorttesfliche Gelegenheit, sie tem>enzulernen. bietet sich in einer Ausstellung, die die staatliche K u n st b l b l i ot h e t in Verbindung mit der Gesellschaft für Ost asiatische Kunst und der Deutsch- Japanischen Gesellschaft veranstaltet im Lichthof des alten Kunstgewerbemuseums, Prinz-Aldrecht-Straße. Sie ist nach Materien und teilweise nach Künstlern übersichtlich geordnet. Man sieht zunächst da» Theater als Ganze», die Gorderoben und dl« Kunst des Schminken,, einzeln« Schauspieler- bildnisse. ,n Zivil und In ihren Rollen sein unerschöpfliche- Thema namentlich für Sharaku), Frauenrollen— hie immer von Männern gesp'.el: werden, Gespenster, und endlich, die zweit« Hälfte des Saales einnehmend, h» eigentlichen Szenendarstellungen aus den Stücken. die seit Jahrhunderte» auf jedem Theater wiederkehren. Zwei Kabinette zeigen originale Kostüm« in ihrer schweren goldgestickten Pracht. Waffen und ander« Geräte der Bühne: in mehreren Vitrinen sind herrliche Masken des Nö-Spieles, Hauptwerte der japanischen Holzschiritzkunst, ausgestellt.?»ul F. Schmidt. Ernst von Aster. Zu seinem fünfzigsten Geburtstag. � � Der Ordinarius der Philosophie cm der Universität Gießen. Profesior Dr. Ernst von Aster, begeht heul« seinen SO. Geburls- lag. Der Gelehrt« gemeßt einen besonders» Ruf als Erforscher der Geschichte der Philosophie. Seine Wert« Zeichnen sich durch Goch- lichkeit, umfassende Beherrschimg der Quellen und durch«ine vor- bildliche Klarhell aus. Erwähnt seien seine„Geschichte der antiken Philosophie"(1920),„Geschichte der englischen Philosophie"(192?) und vor allem die bsdoutend« und grundlegende„Geschichte der neueven Erkenntiristheorie von Descartes bis Hegel"(1921). D-:s zuletzt genannte Werk ist für jeden imentbchrlich geworden, der sich mit dem Erkenntnisproblem befaßt. Neben diesen Gesomtda.slll- hingen hat von Aster eine Reih« spezieller Probleme der Geistes- g«schichte bearbeitet: dahin gehört das liebevolle Buch über den großen griechischen Philasophen Platon und di« Untersuchung der Ideen der französischen Revolution. Seine eigene philosophische Aufsassung hat von Aster in den„Prinzipien der Erkennt in sichre" (1913) dargelegt: er oertritt und begründet darin den nominaÄsti- schsn Standpunkt. Ein neues Werk des Philosophen über Psycho- onalyse wird in den nächsten Monaten erscheinen. Aster, der besonders große Lehrersalge aufzuweisen Hot, wirkte zuerst an der Universllät München, von wo er 15)20„och G eßen berufen wurde. Eifriger Anhänger der Friedensbewegung und Mit- glied der Sozialdemokrat scheu Partei,«ntfoiltet der Gelehrte eine fruchtbringende Tätigkeit durch Vorträge auch außerhalb der Hoch- schul«. Er ist u. a. Mitarbeiter an der von Rudolf Hilferding hrr- ousgegebenen Zeltschrift„Die Gejellschaft" Ein« kürzlich erschienene Schrift von Astor„Marx und die Gegenwart" untersucht die Fra�e: „Was bedeutet uns Marx?"«Es ist der Augenblick gekommen," hcißt es in der Broschüre,„in dem die Einheitefront aller Arbeitenden, kd."- perlicher und geistiger Arbeiter, Im Bewußtsein der Gemeiistamkeit ihrer Interessen zll solidarischem Fühlen-und.Handeln sich Zusammen- finden kann und muß." S. XZ- einher--. Die piscator. Schanjpielerschute ist eingegangen. Nachdem ein Lehrer mit einer größeren Anzahl Schüler sich von der Anstalt ge- trennt hatte, war der Rest nicht mehr existenzfähig. Man wchi die Schule nun in Form einer auf Selbstverwaltung beruhenden Arb-i:»- gemelnschaft fortzuführen. Opernrealsseur Reinhardt. Im Rahinen der diesjährigen Berliner Festspiele wird Max Reinhardt die Regie von ,�)vjfmonna Erzählungen' im Opernhaus Unter den Linden führen. Die nächste SlaalNche PrlvatmusiNehrervrüfung für die Provinz Brandenburg und für Berlin findet am 25. März und den folgenden Tagen statt. Meldungen sind bis zum 20. Februar an dos Pro- vinzialschlllkollegium in Berlin-Lichterfelde, Zehlendorfer Str. 52. «inzureichen. Di« Ersiaesst-Hinvg ve« Utunro»„«frflchl« ln der Vol»blibne. Tdeater nm BlilomplaS, nm 20., 10'/, Uhr. Regie: Karl Heinz Dkurtin. Sühnen« btlder: Edwai v Suhr. venliche, Vvlleiheo'er.„Ter MaiqueS de Sollbar" wird nur bis em'chlieblich SO. aulgeiührt Am 21 findet die Wieder ausjührung des Z-roma<.De» Gedanke� von Leonid Andre jew statt. Aebe»„v e ftullnr de» To», es" lstilm und Südnenvorfüdrunoen) wricht Fritz Böhme am 22.. 20 Uhr. im Hau» der l-chnit. Friedrich- straße llOlltl. Ver ven'lch.FremSji'che»all unter dem Protettorat de« franzöü'chen Vctlckaste'?,»u unlie» de» Schulerauslou'che« der Deutlch-siianzkstlchen WeleDfchajl und de« Unlerstützungefond« der Zociölö Z>h!lanil»k>ique.,reneail» findet am 20 Februar im Hstel Ilplanede statt. Reben de» »filmten Künstlein der Pariser Lp« wbtz ein deutich-lranzifilcheS Kadaiett ncboien Mit Jondeung weiden die Tamdol-stiiiungen der groiien Zirn en siiankreichs in der i ächsten Woche in Sellin eintt'fsen. Schrmllch« Karten- beitcNunaen an die«e|chäjl»stell- der Deutlch-Französtschtn D-I-llscha W 80, Haberlandjtr. 2. Das Land der Mittionäre. Ktaffende Gegensähe in Amerika. plutokratie und Proletariat. Washington, 17. Februar.(Eigenbericht.) Das amerikonische Bundesstcueramt hat mit der Vcröffcnt' lichirng der Einkommcnsteuerstatistik des Jahres t9?S«in Bild cnt- hüllt, wie es selbst im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten bisher nicfr seinesgleichen gehabt hat. Die für das Jahr 1927 mit 209 angegebene Zahl der Personen mit einen? Einkommen von 1 Million Dollar und mehr stieg iin Jahre 1928 auf 499. also eine Zunahme van mehr als 40 Prozent. Die glückliche Klasse der Multimillionäre, die Jahreseinkommen von 5 Millionen Dollar und niehr versteuern und der Ford, Morgan und Mellon angehören, itieg in demselben Jahre von 11 auf 24, ein Wachstum, tas alle früheren Jahre der amerikanischen Prosperität weit in den Schatten stell?. Da« gesamte Jahreseinkommen dieser 24 würdigen Kapital. vertrcler belies sich im Jahre 1923 aus 242 Millionen Dollar.' 2IhcH die mittleren Einkommen zwischen 2000 und ä000 Dollar wiesen eine Zunahme von etwa 1.9lZ Prozent auf, die in erster Linie auf die glänzende Börscnkonjunktur des Jahres 1928'zurückzuführen ist. Die großen Firmen ui?d Zlkticngesellschaslen v-rdiemen dementsprechend. Alles in ollem, das Jahr 1928 war das Spiegel- bild der größlen Wirischoftsprosperität, die Amerika je durchgemacht hat. Die Börsen waren in einer einzigen Hagsse, die Fabriken waren übcrbeschäftigt, und sogar Arbeitslosigkeit war ein Problem, das man damals in Llmcrika mehr oder weniger nur vom Hören- sagen kannte. Wo bleibt bei diesem bestechenden Gemälde aber d i e Mass« des amerikanischen Volkes? Zugegeben, daß inkolg« der reichlichen Arbeitsmöglichteitn der Eristenztampf des amerikanischen ?lrbeit«rs in diesem Jahr« leichter als sonst war. Vom erleichterten Enstenzkampf bis zur Prosperität ist ober«in sghr weiter Schritt, und selbst die Zahl von drei Millionen Zlmerikonern mit einem Durchschnittseinkommen von 400Y Dollar aus einem Bevölkc- rung??necr von fast 110 Millionen Menschen kam? kaum als all- gemein gülliger Maßstab, der amerikanischen Massenprospcrität be- trachtet wcldcn. Inzwischen hat das Jahr 1929 schwere Börsem k r a ch s gesehen, die sich deutlich auf die Lairdesindustrien und den allgemeinen?lrbur vorübergehend ist und sich in kurzer Zeit alle unliebsamen Folge«rsch.einu??gen ausgeglichen haben werden. Wenn man den amerikanischen Wirtschaftspropheten glaubt, wird die Aufwärts- bewegung der Landeswirtschoft immer lustig roeitergehen. Ob eine derartige optimistische Beurteilung gerechtfertigt ist. mag dahin- gestellt bleiben. Jedenfalls steht die nüchtern« Tatsache fest, daß der kleine Mann und der Proletarier die einzigen Leidtragenden sirrd. Das Intcrcsie der Handvoll wirtlich besitzender Leute hat sich bisher ?»ur in Neden und Konferenzen erschöpft. Die Fraize taucht immer gebieterischer auf, wohin eine Wirtschaft treibt, die sich in keiner Weise um die Verteilung der ungeheuren rwtianalen Reichtümer und Einkommen kümmert. Nicht oft genug karm der ungeheure Gegensatz in die Köpfe gehämmert werden, der sich hierzulande zwischen gigantischem Reichtum und eleudster Armut auftut und seinen schärfsten Ausdruck in der Grenzziehung Zwilchen einer Gruppe von zwei Dutzend Graßkopitatisten und über 100 Mil- fionen Besitzlosen findet. Und es kann nicht häufig genug betont werden, daß die gegenwärtige Entwicklung der a??«erikanischen Wirt- schalt Anlaß zu den schwärzesten Bcfürchtimaen gibt. Nach den Berichten der American Federation of Labor, die in diesen Dingen sicherlich nicht schwarz malt, waren in den beiden ersten Januar- wachen über 19 Prozent der organisierten amerikanischen Ar- bciterschoii arbeitslos. Dabei ist zu berücksichtigen, daß das ameri- konische Proletariat nur in geringen? Maße gewerkschaftlich organisiert ist und die Gewerkschaften die Arbeitskrise erst zu spüren bekommen, wenn sie sich unter den Milliorieri Unorganisierter bereit? voll ausgewirkt hat. Damit ist die Beschreibung der amerikanischen Prosperität von der onderen Seit« und ibre Aus- wirkil??g auf das Proletariat noch nicht zu Ende. Der Bundes- arbeitsrninister Davis, ein des Radikalismus sicherlich unverhäch- tigcr Mann, hat erst kürzlich festgestellt, daß über 2 Millionen Arbeiter in Amerika Wochenlöhne von 16 Dollar und weniger haben. Das sind natürlich Aissern, die nicht in der imposanten Barmögensstcuerliste der Bundesregierung erscheinen oder aar als Beweis der amerikanischen Massenprospcrität hcrongczogen werden können. Der Prozeß des A b s i n k c n s von Hunderttausenden Kleinbürgern in das Proletariat geht trotz Fprdauto und Radio in beschleunigten? Tempo vor sich. Aber noch schneller geht die An- sammlung riesiger Vermögen In den Händen einer winzigen Gruppe, die sich in den letzten Jahren einen viel entscheiden- deren Einfluß als bisher in der Führung der amerikanischen Staatsgeschäfte verschafft hat. Seit mehr als S0 Jahren ist die „gleiche Gelegenheit für olle"' das stärkste Lockmittel für die Mosien- cinnoanderung nach Amerika gewesen. Nun, dieses Märchen von der „gleichen Gelegenheit" im Jahre 1930 sei ein für allelnal mit den Zahlen der amerikanischen Bundesstatistik richtiggestellt. Sie AMmg der Familienfideikommisse. Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtags behandelt zur Zeit die Geselzesvorlage über die beschleunigte Aufhebung der Familicnsidcikommisse. Die Fideikommiss« sind entstanden aus dem Bestreben reicher und angesehener Familien, insbesondere des Adels, den Reichtum und damit eine gehobene Stellung dauernd der Familie zu er- halten. Diesem Bestreben kam die frühere Gesetzgebung dadurch enlgcgc??, daß sie die Errichtung von Familenfidcikommissen ge- stattete. Der Besitzer eines größeren Vermögens, der es dauernd seiner Familie zu erhalten wünschte(der Stifter), konnte es mit staatlicher Bewilligung zu einem Fideikommiß widmen. Das hatte zur Folge, daß das Vermögen stets geschloffen zusammenbleiben mußte, nicht veräußert oder unter mehreren Erben aufgeteilt«»erden durfte und nur nach einer festen Folgeordnung, meistens an den ältesten Sohn, an eines der Fainiliemmtglieder übergehen konnte. Letzterer, der Fideikommißbesitzer, tonnte zwar die Nutzungen ziehen, durste aber den Stamm des Bcrmögcns selbst nicht ver- äußern oder belasten und mußte das Bennögen ungeschmälert wieder seinem Nachfolger überlassei?. Seine Gläubiger konnten sich im allgemeinen nur an die Erträgnisse halten. Zur dauernden Anlage und wertbeständigen Erhaltung eines Vcr?nögens eignete sich von jeher am besten land- mirtschaftliche/ Grundbesitz. Daher stiftete hauptsächlich der grundbesitzcnd« Adel Fideikonrmisse. Welchen Umfang die Frd«ikommißbill>ung angenoimnen hatte, zeigt die Tatsache, daß Im Jahre 1919 In Preußen 1347 Grundfideikommisic mit einem Grund- besitz von msgesomt 2 338180 Hektar vorhanden waren. Von der Gesamtfläche Preußen» waren 7,1 Pcoz.. von der landwirtschaftlich genutzten Fläche S Proz. und von der Woldfläche sogar 1321 Proz. fideikommissarisch ge- Kunden. Meistens handelt es sich hierbei um geschlossenen Groß- grundbesttz und ausgedehnt« Waldungen. Bielsach können die Be- sitzer selbst gor nicht den Boden bewirtschaften, sondern müssen chn durch Verpachtung nutzen. So bebauen allein in Westfalen etwa 70 000 Pächter Fidcikommißgrundstücke, die etnxi 100 Fidei- tonlmißbesitzern gehören. In den östlichen Larrdesteilen Preußens ist das Fideikonrmiß die vorherrschende Form des adligen Groß- grundbcsitzes und eines der Hauptmittel, dem landsässioen Adel den Grund und Boden und den damit verknüpften wirtschaftlichen und politischen Einfluß dauernd zu erhalten. Für die Landeskultur wirkt sich die Fideikommißbildung in steigendem Maße schädlich aus., Die Gebundenheit verhindert, daß die für Verbesserungen und Umstellungen in der tiullurart erforderlichen Kapitalien be- schafssl werden. Ein« Zerschlagung in Teilbefitz ist nicht möglich. Dadurch wird der dringend notwendige Uebergang des Großgrundbesitzes vom Roggen- vnh Kartoffelbau zur Viehhaltung verzögert. Letztere ist 1s f kanntlich nur bei kleir>erem und mittleren Besitz in wünschenswertem Umfang wirtschaftlich durchzuführen. Schon aus rein Wirtschaft- lichen Gründen ist daher die baldige Auflösung der Fideikommiss« dringend geboten. Die Reichsvcrfassung hat denn auch im Ar- tikel 1SZ die Auflösung der Fideikommiss« angeordnet. Preußen hat im Jahre 1921 mit der zwangsweisen Auflösung begönne??. Doch leidet sein« bisherige Auflösungsgesetzgebung an einer Reihe von Mißständen. Bor allem dauert die Auflösu??g viel zu lang«. Bis zum 1. Januar 1929 find van den vorhanden gewesenen 1347 Fideikommisien mit ine-gesamt 2 338 180 Hektar Grundbesitz erst 494 mit 774 727 Hektar Grundfläche völlig frei ge- worden. Hier will der Gcsetzesenlrourf Wandel jcknssen, indem ein fester Stichtag bestimmt wird, von dem an späiestens olle Fidci- kommisie frei werden. Der Regierungsenlwurf sah hierfür den 1. April 1933 vor: der Ausschuß hat jedoch in der ersten Lesung den Termin bis zum 1. April 1940 hinausgeschoben. Letzterer Termin ist viel zu w?it: sowohl dos Allgemeinwohl als auch dos wohl« perstandene Interesse der Besitzer selbtr erfordern dringend einen früheren Zeitpunkt, der am heften aus den 1. April 1933 zu be« stimmen wäre. Die Auslösung soll dann in der Weise erfolgen, daß der nächste Folgcberechtigte Nacherbe des am Stichtag vor- bandcnen Besitzers wird, der überlebe!?0e Ehegatte und die anderen Kinder des legten Besstzcrs mit e!n.??n Bruchteil des Wertes abgefunden und die später Folgebercastigten ihr Nachiolgcrecht ver- liercn. Dagegen sollen alle mar aus Gcldkapitalicn bestehenden Fideikommisie sowie die sogenannten Zwerggrundfidcikom- misse, deren Gru??d und Boden kernen höheren Wert alz 50 000 Mark hat, nach dem Regicrurxzseirtwurf sofort aufgelöst werden. Per Ausschuß hat bgi der ersten Lesung noch die sogenannten Samlfideikommissc hinzugesügt, in die sich mehrere Besitzer gleich- zeitig teilen, und hat die Wertorenze für die Zwerggrundfidei- tommisse out 100 000 M. c;höht. Die Gegner des Entwurfes be- zeichr»cn die beabsichtigte Regelung als gegen die Rsichsverfafsung verstoßend, da die späteren Anwärter ihre Nachfolgerechte ohne EiÄschadigung verlöre!?. Hierin liege eine nach Artikel 133 der Rcichsoersassung unzulässige Enteignung. Das ist aber rechtlich nicht zu halten. Denn es sollen nicht einzelne bereits«rroorbene Rechte entzogen werden, wie dies der Begriff der Enteignung«rsordcrt, sondern die ganze Rechtseinrichtung des Fideikommisies wird aufgehoben. Wenn alle auf dieser Einrichtung beruhenden Anwärierrechl« wegsallen, so ist dies keine Enteignung im Rechts- sinne, sondern die notwendige Folge der von der Rcichsverfassung angeordneten Aufhebung der Fideikommisie überhaupt. Die beab- sichtigt« Regelung führt nur ein Gebot der Reichsverfasiung aus, kann also nicht damit gegen eine andere Bsstimmung derselben Ber- kassung verstoßen, die sich auf ganz anders geartete Fäll« bezieht. Der Entwurf sieht ferner eine Erleichterung der freiwilligen Auflösung durch Beschluß der Familie sowie«in« Besserstellung der Absindungsberechtigten und Gläubiger vor. Letztere sollen sich irz Zukunft auch an die Güter selbst und nichl nur an die Erträgnisse halten dürfen. Damit geschieht einer Forderung der Gerechtigkeit Genüge. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Erhaltung der Fidei- kommißwaldungen. Hier ist die Bildung von Waldzütern und Schahforsten vorgesehen, die erfolgen muß, wenn das öffentliche Interesse die Erhaltung der Waldwirtschaft als Wirtschaftseinheit erfordert. Diese � i Bestimmung wird aus den Kreisen der Fideikommißbesitzer lebhaft•" bekämpft, weil sie dadurch schlechter gestellt seien als die freien.� Waldbcsitzer. Doch bleibt zu bedenken daß-der vom Staat gewährte Schutz in der Mehrzahl der Fälle das Derbleiben der Waldungen im Bennögen der Fideikommißbesitzer erst ermöglicht hat:«s ist daher durchaus billig,.daß die Waldungen in derselben Weise rueiter erhalten bleiben, soweit das Interesse der Allgemeinheit es ver- langt. Hier muß das Privatinteresse der Besitzer gegenüber dem öffentlichen Interesse zurückstehen. Schließlich kann auch durch eine zweck?näßige Ordnung der Ge, bührenfilage aus eine raschere Auflösung hingewirkt werden. Die schon nach den jetzigen Borschristen jährlich zu erhebende Aussichtsgebühr müßt« für jedes Jahr, das bis zur end- gültigen Auflösung verstreicht, angemessen gesteigert werden. Hierin dürste eines der wirksamsten Mittel zur Beförderung einer frei- willigen Auflösung liegen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Regierungs- «ntwurf nach Bornahme einiger Derbesserungen durchaus geeignet ist, das Endziel der baldigen Auflösung aller Fideikommisse zu erreichen. W. J. Scttegast, Kammergerichtsrat. fierannuottt.»ttr dl« Red-Nion- Ballaana Schw-r,. Berlin: Snieiaen: Th.«I-a«. Berlin Lerlan: Borwcirt, Berls« s. m b s..' Brrlin Bruck: B-rniärls Buck,. druckrrei und Berlaazanftalt Paul Sinqer 4 Co Berlin SS 68, Lindcnstrake 8. vier»» 1«eilaae. Tägl. 6 u. 8'l, Uhr. Barbai osta 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. S U. 60 PI.-3 M. Con Cellcano, 4 Bronatts und«eitere zum 1. Male in Europa gezelgieSpitzenlelstungen läoi. S II. BU Sonnt 2.Jn S" A ex. E 4. 8066 INTERNAT. VARIETE a«« uh» CASIiliß-THEATER u>» o*hriB<*cr SirBhe§7 Ler e�sanons-Schiager xe ne Hoheit rer Bonie? •iiBiiiuiiMiiiniiiiii»Hm»iMN»f»nn«mniHi(uimiiir. Robert Kleir Oeotsehes lünstler-Tbeti Barbarossa 3937 8'/. Uhr „kW. rwe'. diei" von Franz Molnai mit Hu Pillubtig. Vorher- Souper Berliaer Thealer Dönhoff 170 Täglich V» Uhi Die StraSe mitlUliirtBuurmäKi. Regie Heinz Hilper. Operettenbans Alte lakobstr. 0/32 (Zeoirol-Thealer) Täglich S«,. Uhr ote Fledermaus mit Oustav Matrner Tosai. a. Raita.To[ Kottb Str. 6 Tägl 8 Uhr aucbSonnt. nacbm.äU .nentü. Msu Elite- SSnger. Sc rreSt Ttsdlip-Uik- PnjniiB I 6.,.: nie b owla oiiy 'rdi'n-r-SB/nl*. Theater l.d.Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Aribor Roberts SV« Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr Ihalbe Pr.) Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8'/.U, Bulla II Bulla tikwnk tm in»U ml Ii* mstspieinaus Friedrichsir. 236. Bergmann 2022/23. Täglich 8"> Uhr Liebe auf den zweiten Blick TnanaD-M Oeorgenstr. 9 Täglich 8V. Uhr ni Rarmian Sudtmun 4 um apMst man gut und billig 7 Gross-Verlin Alaxandarplats Metropol-Th. «>/« Uhr Das Land des Lächelns Vera Sdawarz, Richard Taubes Musik von Franz Lehdr. Planeiarium »rn Zoo /all»). In*. Hilter.tnl 3.5 Barbarossa 557/ 16'.. Uhr Die Win�r ttarnbildar 18'-« Uhr Dar Plane Jupiter. 20'j HarkwOrdlet s.arpa liinm eimrj« Einirm i Mark.' Kinder 50 PI. Mittwochs halbe Kassennreise PülibarmonFe 8 Uhr Uozen-ibenit des Phnharm. orch DlrlS- Frol. I. Prilvet Hielle-Sterrrt 8-. 5*-lhr (Huh). Slatoak O-Djr ilr. ZI Eintritt I Mk Theater 1 Westens Täglich 8'/« Uhr- Solei siadi Lemberg Musik von Gilben K&the Dorsch Leo Schützepdori Kleines Theat. Merkur 1624 Tägl. 8-/. Uhr Der Walzer von heute Nacht! Erika Glässner, Hl de Wörner, Hermann-Scha ifui) WWW Direktion Dr. Uartln Zickel WWW Komische Oper (•riedrtctistf.104 Herloir 1401 4330. Nach volls'ändieem Umbau Täglich 8','. Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bacb mil Guide Thielschor, Schul«. Sclira'h, furo, H Idebrand, Walter Dana, fllak, Bebmer. Wanak Lustspielhaus 8"« Trtedrichstr. 236. Berpnann 2922 23. Litis sol des zwtlieg Blldi. Ricmann— Haack. Vorvorkau' In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. TPlüRJWlIf? I ö-Baho Humaaiilab IreaU Sdulz tascaixub 106 14 i Grosses Bosübierlesil Graten eines ganxen Ochsen auf dem R lesen- ok alias und Prämilerang des schönsten Abendkleides. 5 Geld, re'se: 50, 40, Z". 20. 10 Mark. HttimmtiiiinmiiiMiniiiiHiiiiMmiumiiiiiiDiiiiiutiMiHiiiHittMuniinmnMaiini HUlwocfa. den 19 Febraar 1933 z QroOes Bock blerf est und 2. Gast- spiel lohann St.auQ. Besonders"Äa»" m der aeannl- Aoflaz« Killidwi de« Vorwart« und rrotrdem IZ'l-iJS- GIRCUS CARL'•- HAGEMBECK TÄGL.8UHk*BÜSCHGEBÄUDE VORVERKAUF VkWERTHEIM U.TEL. NORDEN A-O föeilage Dienstag, 18. Februar 1930 SivUnmd ZtnJruilOaßr J» Auflockerung des Impfzwanges! Beschlüsse des Reichsgesundheitsrates Der Reichsgesundheitsrat hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, ten Impfzwang, der an, 8. April 1874 Gesetz wurde, aufzulockern, das heißt, das Jmpjgesetz bleibt zwar weiter destehen, aber es werden auherordenblich wichtige Aus- nahmen und Besreiungen vorgesehen. Der Reichs gesund keitsrat setzt sich aus einer Reihe hervorragender Aerzle Universitätsprofesioren, Krankenhausleiter u. w m. zusammen. Daß diese wiflmschqstlich un- anfechtbare Körperschaft«inen so wichtigen Schritt getan hat, ver- dient Anerkennung, ist aber auch eine empsindliche Lektion für alle diejenigen, die kritiklos die Zwangsimpfung als Dogma hinge- nommen haben. Cs mag zugestanden sein, dah die Jen n er s che Pocken- i m p s u n g überaus wohltätige Wirkungen«ntfgltet, und es mag wünschenswert sein, möglichst viele Menschen gegen die Pockcngefahr durch diese Impfung zu feien. Es mag auch, wenn irgendwo ein« besondere Gefährdung droht, ein« sofortig« Impfung der in den letzten Jahren nicht geimpsten Umgebung notwendig sein. Aber, und dies ist auch hie Meinung eines der hervorrage iwsten Mitglieder des Reichsgesundlieitsrates, des G c h e> m r a t s S. Schloßmann- Düsseldorf, da wir heut« überall bewußt anders Weg« gehen, als die im alten Polizeistaat Üblichen, sollte an Stelle des Zwanges die freiwillige Unterordnung des Staats- bürgers treten. Hinzu kommt auch das psychologische Moment, daß viel« Menschen Impfgegner sind, weil sie sich innerlich gegen den Zwang bäumen. Diese Gründe wären jedoch nicht ausschlaggebend, wenn die Impfung wirklich ein harmloser ungefährlicher Eingriss wäre. Und das ist nach Ansicht Schloßmanns und anderer auch, nicht der Fall. Eine Umstellung des Organismus, so ertlöri er, wt« die Feiung gegenüber einer schweren Infektionskrankheit, ist immer ein nicht gar zu leicht zu nehmender Eingriff. Die Einführung lebender Krankhcilserreger, auch wenn sie durch die Tierpassagen akqcschwächt worden sind, ist und bleibt mit einem Risiko verknüpft. Äe Pcob- achtungen der letzten Jahr« haben gelehrt, daß im Amchiuh an die Impfung«ine stnehr oder minder schwere Erkrankung des Zentralnervensystems eintreten kann: die ksneepbalitis post vaccinationem(Gehirnentzündung noch der Impfung), die unter Umständen zun, Tode oder zu dauerndem schweren Siechtun, führt. Gar so selten sind diese Fälle nicht. So wurden von Schloß- mann für das Jahr 1928 28 sichere Erkrankungen an hincephaiiti? gesammelt, also nur ein Bruchteil der Fälle, die wirklich eingetreten sind. Man müsse mit einem Vielfachen dieser Zahl rechnen, denn diese Diagnose ist besonders bei Kindern im ersten Lebensjahr schwer zu stellen und die Aufmerksamkeit der Aerzte beginnt jetzt erst, sich dieser Krankheit zuzuwenden. Gewiß, sagt Schloßmann, bedeutet dies gegenüber mehr als IVt Millionen Impfungen, die im selben Jahre in Deutschland vor- genommen worden sind, ein« minimale Gefährdung de s e, nz�e l�i.c y.I m p f.It N.g.s. Würden wir lein« Impfungen kennen, so würden sicher in DeutfchloiD inehr Kinder an chnceplia- litjs post variotam(Gehirnentzündung Infolge Pockcnerkraukung) zugrunde gehen, als heute selbst bei hochgegrisscner Zahl an Li,. cepbaliü? post vaccinationem. Aber dies« klein« Zahl von Opfern, welche die Encephalitis post vaccinationem erfordert, wiegt schwer für alle Manschen mit VerontwortungSHefühl, denn hier sind ge- sundc Sinder infolge eines Eingriffs erkrankt, die der Abwendung einer immerhin nicht direkt drohendem Gefahr auf Grund eines Reichsgesetzes zum Opfer gefallen sind. Dazu kommt, wie Schloßmann weiter ausführt, jetzt etwas Neyes. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, daß es möglich ist. aus dein B'ute pockengeimpster Kinder den Erreger der Pockenimmunität herauszuzüchten und das nicht etwa nur in Fällen, bei denen sich Komplikationen einstellten oder bei denen anormg! starke Reaktionen noch der Impfung auftraten. Im Bmte der geimpsten Kinder kreist der Erreger der Pockenimmunität, das abgeschwächte Pockenvirus(Pockengift). Es bleibt anzu- nehinen, daß eine Ueberschwemmung des Körpers mit dem sich mehrenden Gilt erfolgt und nunmehr als Reaktion die Immun- körperbildung innerhalb der Säst« und Gewebe. Untersuchungen in letzter Zeit haben bestätigt, daß das Gift im Körper nach der Impfung kreist. Wir haben also, sagt Schloßmann, heute nicht mehr die Möglichkeit, uns hinter die Ansicht zu verschanzen, daß die Impfung ein lokaler Eiugrisf ohne jede Bedetitung ist. Wir führen ein lebendes Birus(Gift) in den Körper gesunder Kindex «in. das dort kreist, sich vermehrt und unter Umständen auch üble Folgen auslösen kann, wenn auch die große Mehrzahl der Kinder mit der Schädigung, die zu ihrer Feiung gegen die Pocken sühren soll, anstandslos fertig werden. Der hervorragend« Arzt, den wir zitieren, erklärt stch trotzdem als uyhedingteu Anhänger der Impfung, aber der Impfzwang erscheint ihm nach seinen Untersuchungen nicht mehr mit einem gesunden Rechtsempsiitdcn vereinbar. Trotzdem er selbst die Impfung propagiert, lehnt er jetzt den strengen Impfzwang ab und hält ihn nur für weiter statthast, wenn eine Blattern- «pidemie um sich zu greisen droht. Er tritt dafür ein daß den Sorgeberechtigten das Recht zusteht, vor dem Gesundheitsamie j eine Erklärung abzugeben, daß sie aus Gewisfensgründen die Impfung ihres Kindes verweigern. Diese Anschauungen Schloßmanns zeigen, welcher Wandel in der Beurteilung der Impffrag« eingetreten ist. Und so hat sich denn auf Grund solcher Erwögungen der Reichsgesundheitsrat einstimmig entschlossen, eine Auslockerung des Impfzwanges vorzu- nebmen. Der Reichsgesundheitsrat bekennt sich auch weiter zu der Ansicht, daß dos deutsche Volk eines möglich st lückenlosen Impfschutzes bedarf. Aber auf Grund der neueren Erkenntnisse bei der Erforschung der Pocken und Impfung empfiehlt er— und gerade Professor Grotjahn ist hierbei ein großes Verdienst zuzuschreiben—, die vorgesehenen Erleichterungen bereits bei den Impfterminen dieses Jahres«in- treten zu lassen. Bon besonderer Wichtigkeit sind folgend« Entschlüsse: Unüberwindliche Bedenken der Eltern oder Erzlehungsbe. rechtiglcn gegen die Boritahme der ömpfung können Bedingungen schaffen, die zu berücksichtigen sind. Die Zahl der Impflinge für einen Impitermin ist von den zuständigen Behörden so zu bemessen, daß die Feststellung der ' Impiiähigkeit ordnungsgemäß burchgeiübrl werden kann. Der Rcichsgesundheilsrot hält die Bornohme der Zmpsunq unter Anwendung polizeilichen Zwanges für verfehlt und unangebracht. Der Reichsgesundheitsrat spricht sich für eine E n t s ch ä d i- gungspilicht bei nachgewiesenen Impsschäden aus. Dieser einsichtige Beschluß des Reichsgesundheilsrates ist aus das Wärmst« zu begrüßen:«r zeigt, daß die obersten Gesundheit?- instanzen Deutschlands allmählich anfangen, einem modernen und freieren Geist auch in der Medizin zu huldigen. Dr. j. Moses, Mitglied des Reichsgcfundheitsrates. Die Brille Ein Helfer im täglichen Leben Das kurzsichtig« Auge bricht die Strahlen zu stark, d. h. das Bild würde nicht auf der Netzhaut, sondern schon vor der Netz- hautKentstehen. Die aus der Nähe kommenden Strahlen, z. B. beim Lesen, können bei mäßiger Kurzsichtigkeit noch«in klares. Bisv er- geben. Die fernen Strahlen aber, die nahezu parallel auffayen, werden zu stark gebroch«, und geben nur ein klares Bild, wenn vor das Zluge ein Glas gesetzt wird, durch dos die Strahlen stärker abge- lenkt werden, die starke Brechung des Auges also zum Teil auf- gehoben wird. Bei sehr starker Kurzsichtigkeit muß auch für das Nahfehsn ein zerstreuendes Glas getragen werden. Mäßig kurzsichtige Menschen werden also auf der Straß« ein Glas tragen, das sie beim Lesen oder Nahesehen abnehmen, stark Kurzsichtige brauchen ein stärkeres Glos für die Ferne und ein schwächeres für die Nähe. Das weitsichtig« Auge Hot«in« zu schwache Brechkrost. Daher werden nahe Gegenstände nicht deullich gesehen, das Bild fällt hinter die Netzhaut, während ferne Gegenstände deutlich wahr- genommen werden können. Em solches Auge muß unterstützt werden durch eine Sammellinse, welch« die Strahlen, die aus der Nähe ver- streut auf das Auge tressen, stärker bricht. Daher brauchen weit- sichtige Menschen das Glas in erster Linie für dos Nahsehen. Im Alter verliert auch dos normal« Aug« die Elastizität. Bei dem in die Fern« eingcftsllten, also entspannten Auge, ist die Sehkraft noch gut. Die Linse hat aber nicht mehr die Möglichkeit, sich für das Nahesehsn einzustellen. Daher tritt im Aller normaler- weise«in« Art von Weitsichtigkeit auf und die alten Leutchen brauchen eine»Lesebrille". Stark turzstchtige oder weitsichtige Men- schen brauchen ein Gla« iür das Fernsehen>md ein anderes Glas für das Nahsehen. Es gibt doppelt geschliffene Gläser, durch die illfin die Umständlichkeit der zwei Brillen oermeiden kann. Beim Fernsehen blickt man geradeaus, braucht also den mittleren Teil des Glases, während man beim Lesen oder Arbeiten den Blick nach unten senkt, also den unteren Teil des Glases braucht. Selbst- verständlich müssen solche Brillen besonders gut sitzen, da sie sonst das Aug« mehr stören, als sie ihm helfen können. Der gute Sitz der Brill« ist überhaupt besonders wichtig, weil die Brechkraft an den Seiten«ine ander« ist als in der Mitte. Daher hat auch die Drille den Sieg über den Kneiser davongetragen, und bei der Brill« bevorzugt man mll Recht die großen runden Glaset, die ein besicres Sehen und weiteres Blickfeld ermöglichen als die früher beliebten kleinen ovalen Gläser. Es gibt Menschen, bei denen nur ein Auge weit- oder kurzsichtig ist. Aber auch für solche Fälle ist das Monokel, das nur mit furchtbaren Gestchtsyerzerrungen ge- hallen wird,«licht angebrocht. Man trägt in solchen Fällen besser eine Brille, die vor dem korrekturbedürftigen Auge eine Lins«, vor dem anderen Auge plangeschlisfcires Glas hat, das die Brechung nicht ändert. Aus dem Gesagten geht schon hervor, daß jedes Auge sein eigettes pa s s e n de? Glas gebraucht. Es ist eine schlimme Unsitte der Menschen, die glauben, da sie ja beide tstrzsichtig sind. das Glas, das dem einen verschrieben ist, muß auch für den anderen passen. Jeder Grad von Kurz- oder Weitsichtigkeit muß das ent- sprechende Glos haben. Ein fehlerhaftes Glas kann nur > zu leicht dos Auge überanstrengen und auf die Dauer in seiner Seh- kraft schädigen. Wer ein Glas gebraucht, soll es daher sorg- sättig auswählen lasten, am besten vom Augenarzt. Nicht jedes Auge ist so einfach zu behandeln wie ein nur kurzsichtige- oder nur weitsichtiges. Es gibt auch Augen, die besonders geschlissene Gläser, sogenannte Zyltndergläser, gebrauchen, weil sie in verschiede- nen Ebenen verschiedene Brechkraft haben. Ein nicht genau passendes Glos schädigt nicht nur dos Aug«, es führt häufig �u andauernden Kopfschmerzen insolge von zu schneller Erinudung, und der Mensch, der zum mindesten glaubte, stark nervös zu fein, wenn nicht gar ein schwereres Leiden zu haben, ist manchmal sehr schnell ge- ncsen, wenn er nach einer sachgemäßen-Augenuntersuchung das richtige Glas bekommt. Soviel die Menschheit der Brille verdankt, so ist es leider doch nicht möglich, mit Hilst der Brille die Blinden sehend zu machen oder auch den Schwachsichtigen zu helfen. Die Brille kann ja nur eine zu starke oder zu schwache oder auch ungleichmäßig« Brechung aus- gleichen. Bei allen anderen Leiden Hilst die Brille nicht. Das sehr kurzsichtige Auge, das übermäßig stark gespannt ist, kann manchmal seine Sehkraft verlieren, indem die Netzhaut sich vom Hintergrund ablöst. Das ist dann«in sehr schweres Leiden, bei dein keine Brille Hilst, sondern das Auge absolute Schonung gebraucht und sorgfältig behandelt werden muß. Auch bei Verletzungen des Auges. Geschwüren u. a. entstehen hänsig Schädigungen, die durch eine Brille nicht auszugleichen sind. Wenn sine dichte Narbe im Auge entsteht, so können die Lichtstrahlen durch diese Narbe nicht hindurch. Das Auge bleibt also sehschwach, auch wenn für die Brechung normale Verhältnisse hergestellt sind. Im höheren Alter und auch bei verschiedet«!» Stoijwechstl- und anderen Krankheiten läßt häufig die Sehkraft nach, obgleich man ein bisher gut pasiendes Glas trägt. Es hat sich dann die Linse, die im Auge liegt, g e- t r ü b t, so daß das Licht nicht mehr hindurch kann. Es ist also der graue Star entstanden. In solchen Fällen kann man«ine ge- wssie Sehkraft wieder herstellen, indem man die Linse operativ entfernt. Die Linse ist allerdings dos Organ, mit dem das Auge sich mif verschiedene Entsernunoen einstellen kann. Ein Auge, dem die Lmst fehlt, kann feine Brechkraft nicht er- höhen und nicht in der Nähe sehen: es ist also extrem weitsichtig geworden. Schließlich gibt es auch noch angeborene Schtpachsiehtigkcit, bei der auch mit guten Gläsern nur ein Teil der normalen Sehkraft erzielt wird. Rechtzeitige Korrektur des Auges durch Brillen schützt vor dauernder Schädigung der Sehkrall. Eitelkeit oder Gleichgültig. keit sollen daher nicht dazu führen, die Augen zu vernach- lässigen. Schön ist immer, was zweckmäßig ist, und es wäre sehr zu wünschen, daß schon bei Kindern die ersten Sehstörungen beobachtet und korrigiert werden. Dr. Käthe Frankenthal. Die Lehre von Gallspach In dem österrsichischen Dorfe gallspach praktiziert«in schon sell Iahren der Zauberdoktor Z e l l I> S.(Wie die Aer.zb-tammer in Oberöfterreich mitteilt, soll er früher Schlosser gewesen sein. Seine Finna segell jetzt unter dem Nomen s«mes Sohnes!>. med. F. G. Zeileis.) Den Ruf eines.Z a u b er d o» t o r s" hat ihm die Eigenartigkeit seiner Methode und die Gläubigkeit seiner Patienten eingetragen. Mit den Heilerfolgen freilich ist es so eine Sache. Da kürzlich auch in Berlin einige„Zeileis-Institute" eingerichtet wurden, ist es notwendig, einiges über die Methode des Herrn Zeileis zu ersohren. Was tat Zeileis? Er behauptet, all« erdenklichen organischen Krankheiten in einer Sekunde mit Hilfe einer Geielerschen Röhre erkennen und dann mittels besonderer elektrischer Bestrahlunos- apparate heilen zu können. Unter ihnen spielt die Hauptrolle ein Apparat, der Ströme von hoher Frequenz von ZOO bis 200 Meter Wellenlänge erzeugt, die dann mit einer Radium- behandlung von ganz minimaler Dosierung verbunden werden. Ferner findet Röntgenbestrahlung und Lichtbehond- l u n g mit Bogenlampen Anwendung. Diese Dinge können an sich bei vernünstiger Benutzung im Einzelsalle recht gut« fleilerfoEe haben. Doch wenn wir die in Gallspach übliche Anwendungsart kennenlernen, werden wir schon mißtrauischer. Die Behandlung dauert dort nur Sekunden und wird massenweise In Gruppen von je hundert Patienten vorgenommen, so daß täglich etwa 1000— 2000 Personen„behandelt" werden können.' Die Kranken müssen aber zirka 14 Tage lang täglich dreimal erscheinen und bisweilen in Abständen von einigen Monaten mehrere Iahte lang wiederkommen. Das wirksame Moment dieser HeÄmethode, wo sie wirklich e.n- mal zum Erfolge geführt hat, kann nur in der damit verbundenen Massensuggestion liegen. Diese ist cm sich durchaus wissen- schaftlich begründet und man kann mit ihr gewiss« psychs.che Leiden auch psychisch heilen. Denn jede Fremdsuggestion, auch die massen- weise, wird erst wirksam durch die durch sie erzeugte Autosuggestjon (Seldstbeeinslussung) des Patienten. Dies erinnert an die htr>n- lose und vielfach sehr nützlich« seelisch� Heilmetbod« des sranzösischen Apothekers Coue, die in bestimmten Fällen seel'scher Erkrankung! gute Erfolge zeitigte und in vielen anderen Fällen seelisch unter- bauter organischer Krankheiten eine wirksam« Unterstützung der Heilung bedeuten kann. Hängt doch von der seelischen Einstellung des Kranken häusig die Schnelligkeit und die Leichtigkeit des Heil- erfolges ob. Aehnlich ist es auch hier: nur unterstützt Zeileis diese Wirkung noch durch ein« imponierende elektrische Apparctur, ein in der heutigen Zeit nur allzu oerstanblieher Trick. Freil ch will Zeileis den suggestiven Charakter setner Behandlung nicht wahr haben. Er kann dies auch gar mcht wollen, weil dadurch die Wir- kung seines Beiwerkes nur geschwächt werden könnte. Was uns an der sogenannten„Zelleie-Methode" am meisten ausfallen muß. ist aber der Mangel einer ex-atten Epe», zio lu n tersu chu n g. Eine solche Ist auch dort, gar nicht nöiig, � da jo doch alle Kranken aleichmäß'-g behandelt weiden. Und hinein i liegt nun der Hauptschodey des Zeile s'schen Verfahrens(abgesehen| pon den gar nicht seltenen direkten Schädigungen infolge der allzu; häufig wiederholten kurzen Röntgenbestrahlungen), daß schwer«> organische Leiden, längere Zeit unerkannt, zu großen Schäden für den Patienten und häufig auch zum Tode geführt haben S o starb z. B. eine Frau, die einen Kropf hchter dem Brustbein hatte, der durch Operation zu heilen gewesen wäre, auf der Heim» fahrt von Gallspach an Erstickung. Besonders gefährlich ist es, wenn Patienten mit bösartigen K r e b s g e s ch w ü r e n, z. B. Magenkrebs, zu Zeileis kommen, dessen Behandlung auf den Krebs gor keinen. Einfluß Hot, so daß das Leiden sich inzwischen immer weiter verschlimmern kann. Auch Herzkrankheiten werden durch derlei Dinge nicht besser, und so ist es eigentlich mit jedem organischen Leiden. Wenn nicht einer genauen Sonderunteis ichung für jeden Einzelfall einer Krankheit eine ebenso genaue, dem ein- zelnen Patienten angepaßte Behandlung folgt, sei es in schweren Fällen durch Operdtion, sei es durch Diät, sei es durch besonders dosiert« Bestrahlung, so ist eine wirkliche Heilung, wenn sie nicht ohnedies von selbst eintritt, nicht zu erzielen. Mit vollem Recht ist Zeileis von ärztlicher Seite heft'g angegriffen worden Ob dies immer sehr geschickt geschehen ist, wollen wir dahmgestellt sein lassen. Jedenfalls muß die merkwürdige To:- fache festgestellt werden, daß nach den ersten heftigen Angrissen von sellen österreichischer und deutscher Aerzte die Besucherzabl von Gallspach von 36 000 im Jahre 1928 aus 93 000 im Jahre 1929 ge- stiegen ist. Dieser enorme Zulauf von Patienten zum„Wunder» doktor" zeugt davon, wie groß das Mißtrauen gegen die Aeitzte- sehaft heute ist, das wieder nur als ein Teil des Mißtrauens gegen die Akademiker überhaupt(z. B. Richter und Anwälte) angesehen werden kann. Und tatsächlich gibt es in der Medizin heute noch ganze wissenschaftlich« Sondcrpebiete, die sür die meisten prak i- zierenden Aerzte, besonders die älteren, immer noch tabu sind. Bor ollem aber fehlt es einer großen Zahl von Aerzten an dem i nötigen psychologischen Verständnis für die Röte d s Volkes. Zuzugeben ist, daß durch die Mechanisierung des Aerzte» berufs und namentlich der Kasienpraxis die persönliche Entfremdung zwischen dem Patienten und seinem Arzt gefördert w rd, dem es oft beim besten Willen mcht möglich ist, sich genauer in das Mil'eu des Kranken zu vertiefen. Hier kann und muß durch die Organi'a- tionen der Krankenversicherung so weit wie möglich eingeg- ssen werden, was freilich erhebliche Kosten verursachen dürfte. Das Schwergewicht wird ober auch dann in der inneren Um» stellung der Aerzteschaft liegen. Wenn wir also auch die„Leh-c" de? Wunderdoktors von Gallspach als«ine medizinische Irrlehre ablehnen müssen, so können wir aus dem„Fall Zeileis" eine andere wichtige Lehre ziehen: Es ist'höchst« Zeit, daß sich dl« Aerztescß�st und rit Ihr die anderen Akademiker aus ihre vornehmsten Pflichten best irn. Sie alle sollten daran denken, die ihnen zuteil gewordenen Vorzüge der Bildung und der fachlichen Schulung In erster Linie i m Dienst am Volke zu verwenden. Evalck Böhm. (32. Fortsetzung-) „ÜHeine Frau ist fottl" Xionnerajclter, uwr das eine stacht gewesen! Kräppli hielt sich den schmerzeiilden Schädel. Dreimal waren sie auf dem Weg nach Naflenheide gewesen und immer wieder war Tom umgekehrt. In einem Hotel hatten sie endlich, halb betrunken, halb aufgelöst von oll der Aufregung Zuflucht gefunden. Tom schnarchte noch. Kräppli betrachtete sein Gesicht. Wenn der so weitermacht, dann ist er bald vorbei, dachte er. Tom er- wachte von dem Anstarren. „Wie spät, Dicker?" „Halb neun.* „Schon so spät? Dann ruf mal schnell zu Hause an." Kräppli fuhr in seine Hosen. Nach einer kleinen Weile kam er zurück.„Du, deine Frau ist mit dem Kind abgereist. Unbekannt wohin." Tom und Kräppli starrten sich fassungslos an. „Bluff!" sagte Tom nach einer Weile. „Dsnlst du?" Kräppli war skeptisch. Tom drehte sich«artlos an die Wand und machte die Augen wiader ju. „Tom, du mutzt aufstehen. Es ist Zeit zum Training. Die andern warten." Keine Zlntwort. Kräppli zog sich nallständig an Und schlich zum Telephon« apparat Hurt meldete sich selber. „Ja, was ist da weiter zu sogen! Krach war, und da ist ihin die Hand ausgerutscht. Wie das so kommt. Dann hat er Angst gekriegt und ist ausgerissen. Ich In meiner Besorgnis, um ihn natürlich, mit. Nun ist sie weg. mitsamt d«m Kind, und er steht nicht auf. Er muh doch aber trainieren." „Och komm« sofort." Eine Viertelstunde später stand Hurt, der Allgewaltige, vor Toms Bett. Das zermürbte Gesicht des Boxers erweckte selbst In dem kalt- herzigen Unternehmer Mitgefühlt. Er gab mit einem kurzen Ruck des Kopfes Kräppli einen Wink. Der oerschwond lautlos. „Na. mein Junge", sagte Hurt väterlich,„mach' keine Ge- schichten, leg' dich nicht ins Bell wie ein Schulmädel, das schwänzen will." „Meine Frau ist fort", antwortet« Tom mechanisch, ohne auf- zusehen. „Die wird schon wiederkommen." Tom sah vorsichtig hoch. „Wahrscheinlich ist sie bei deinen Schwiegereltern." tröstete Hurt weiter. „Das ist ja das Schlimme. Hub. die Alle." Tom schüttelte sich. Hurt lächelte.„Das werde ich schon einrenken. Der Burkhardt steht sofort ein, dah alles vor deinem Kampf zurückstehen mirß." „Glauben Sie?" Tom schöpft« wieder Hoffnung. „Selbstverständlich wird alles wieder gut. Nur jetzt die Nerven nicht verloren" Hurts Stimme wurde ernst.„Bon dem Kampf hängt viel für dich ab, mein Junge. Ich möchte mal sehen, was du eigentlich kannst." Tom sah Hurt verblüfft an. Was sollte denn das heißen? Cr war dach schon fast zwei Iahte mit ihm zusammen. „Also steh auf. ich werde gleich zu deinen Schwiegereltern 'kauekahren." Hurt war sehr erstaunt, Frau Matthe- nicht bei ihren CUerN än-Utrelfen. Cr hatte setzt das schwierige Amt. die paar Tage' Burkhardts van Nollenheld« abzuhalten. Cr brachte die Burkhardts soasr daM, Tom nicht anzutelephönleren. Ab Und zu bestellte er fingiert« G ufte. Tbm erzählte er. Mary bocke nvch, werde sich aber noch dem Kampf bestimmt mit IHM versöhnen. Kkovvli hattt er riNgeschörft. unter allen Umständen Tom zit !>artcm Training anzuhalten. Cr wollte, daß beide Gegner gut trainiert iU deN RiNg alligen. Da NN könnte«r sich klar für«INeN entscheiden. Der neu« Mann sölske ja em wahres BöxwuNdsr sein. ?lber schließlich, aus dem Matthes hatte er Noch nicht allzuviel her- äusgeholt. Cr hatte viel Ktld bineiitgesteckt. Da kam es rwn dar- auf an, wer von deck beiden Gladiatoren ihm am Meisten Profil einbringen würde. / Hur>t und die Scheidung. Der große Tag brach an. Ein fabelhafter, strahlender SonNen- tag war es. Tom hatte sich prächtig aliegeschlosen. Er fühlte sich äußerst wohl Und schlenderte im Hochgefühl d«? freien Vormitwgs im Bademantel im Haus herum. Die Vormittagspost kam. Für ihn ein Brief aus München. Aus München? Er drehl« ihn zwischen den Fingern. Richtig, Sek Beter war ja da. Wollte sich vermutlich wieder anvettern, was? Mit einem spöttischen Lächeln riß et daS Kuvert äuf. Berblillft las er die Finna eines Rechtsanwalts. Las, sah vor sich hin. Mußte ein paarmal schlucken. Dann las«r wieder. Er letzte sich ganz tief in seinen Schkeibtischsesset Und stierte an d!« Decke. Draußen lönte stas Signal von Hurts Autv. Dsk kam aufge- aounn durch den Garten. Kräppli wws ihn nach dem Arbeits- z inimer. „Wie ist er denn in Stimmung?" fragt« er leise Kräppli nickte voll Zuversicht.„Ausgezeichnet! Der Junge hat Nerven wie Eisen." Hurt öffnete die Tür.„Na. Tom. was schreibst du denn da? Das ist man bei dir doch fönst nicht gewohnt." Tom sah nicht auf. Seine Stmime klang ratlos.„Mary lößt sich von mlr scheiden. Hurt fuhr zusammen. Toni reichte ihm das Schriftstück. Hurts Stirn umwölkte sich. DuMMe Sache das. w«nn erst die Rechtsanwälte ihre Finger dazwischen haben. Eine persönl che Zuschrift wäre bester gewesen. Cr Überflog die Zeilen. Mary hatte reinen Tisch gemacht. Ganz die kleine energisch« Frau von srüher. Kürz und bündio die Scheidung«inaervicht. Hurt überdachte die neue Lage, und Plötzlich hellte sich sein Gc- sich! auf.„Wenn. es nur nöch heute in dl« Presse koivnitl Dann ist. der. Sportpalast unter Garantie bombenooll!" Tvm staunte immer Nüoder seinen Manager an. Das war doch ein Kerl! „Also was, Tom. da wird erst morgen drüber nachgedacht. Heute wird geboxt Und damit Schluß." Er rief laut nach Kräppli.„Bringen Sl« dem inal gute LaUN« bei, Kräppli, der bläst Trübsal." Kräppli versuchte seine dummen Spaße, bis sich Toms Gesicht oufhelste und er selbst Kräppli eine Kanne voll Kaffee über den Anzug goß. Hurt blieb in Nastenheide, obwohl er eigentlich noch elne Unter- redung mit Mavder haben wollte Gegen Abend fuhr er mit Tom direkt zum Sportpalast. Cr hatte ein paarmal nach Berlin tele- phoniert und einige Stunden vor Kampfbeginn wurden Extrablätter perteilt, die die Scheidung zwischen Matthes und seiner Frau an- zeigten. Sensatignsgierig fraßen sich Tausende von Auge» in Toms Ge- stcht, als sich das Auto den Weg durch die Potsdamer Straße bahnte, die von Boxsportfreunden dicht belagert war Der neue Gegner. Als Tom an der Kabine seines Gegners vorbestchrttt, hätte er eine Frauenstimme, die zärtlich und besorgt schmeichelte! .„Kurti, noch das rechte Bein. Nun sei schon artig." „Laß doch, Molly, ist doch schon gut." Tom grinste Kräppli verständnisinnig über die Schulter an. „Hot Weiber in der Kabine. Ei» Hauptkerl!" Die.Kabinentür öffnete sich und ein dunkelhaariger Frauen- köpf sah heraus. Hübsche braune Auge» blitzten voll Eifer durch den schmalen Gang. Sie hingen einen Augenblick interessiert an Tom und suchten dann weiter. „Heidemann", rief die junge Frau Witt energis�j. Ein junger Mensch im Sweater schoß diensteifrig heran.„Bringen Sie frisches Wafler, ganz käst. Und lassen Sie ein paar Zitronen holen." Tom machte ein erstauntes Gesicht. Er sah gerade noch, daß die Frau in einem weißen Leluenkitiel steckte. „Wer uwr denn das?" „Witts Frau. Die läßt keinen an ihren Mann ran", brummte Kräppli. Die Frau also. Die ekelte sich nicht vor dem Boxen. Als Tom nach endlose« Vorbereitungen in seiner Ringecke saß. sah er wieder Witts Frau. Die saß In der ersten Reihe Und sprach zu threm Mann hinaus. Sie lachten sich siegesbewußt«N. Da fiel Tvm erst wieder ein, was man ihm für eine Beleidi- gung zugefügt hatte, ihn mit solch einem Anfänger zusammenzustellen. „Wissen Sie, Herr Hurt, den haue ich kurz und klein. Ob die Leute was zu sehen kriegen oder nicht, ist mir ganz egäl", sagt« er, während ihm Kräppli die Handschuhe anzog. Hurt lächelte.„Sollte mich freuen!" In diesem Augenblick bemerkte Tom auf der Gegenseite Marder. „Was macht der denn da?" fragte er Hurt. „Das ist der Manager von Witt." Marder lachte herüber. „Na warte, dem Kerl werde ich's zeigen!" Toms Augen be- gannen zu funkeln. Als die Segner in die Mitte des Ringes traten, um Photo- raphlert zu werden, stieß Tom gegen Witt und seinen Manager Beschimpfungen aus. Der Schiedsrichter verwarnte ihn. Daveuf wollte Tom Witt nicht mehr die Hand geben. Als er es schließlich mußte, kocht« er vor Wut. „Ring frei!" Das Gemurmel der Menge hörte plötzlich auf. Die Sekunden, die die Gegner mit abgewandten Gesichtern allein im Ring standen, nahmen die Nerven aller Veteiligie» gleich mit. Bong der Gongschlag. Es war, als ob alle aufatmeten. Tom knock out! Tom ging mit großen Schritten auf feinen Gegner zu. Cr schob die linke Hand wett vor: als wolle er Maß nehmen. Dann schmetterte er seine Faust mtt gewaltiger Kraft nach dem Kinn Witts. Der machte einen kleinen Schritt zur Seite Und Tom fiel durch die Wucht seines Schlages nach vorn und fast auf die Rechte von Witt auf. Es war eine Öoppelle Gewalt, die ihn zu Boden schleuderte. Dröhnend brach Tom zusammen. Totenstille im Haus. Sonst raste die Menge immer, wenn einer der Kämpfer zu Boden geschlagen wurde, aber hier war es zu schnell Und verblüffend geschehen. Es war, als fei mit Tom das ganze Haus gelähmt. Nur der Schiedsrichter behiett feine Nerven. Er zählte kalt und klar sieben acht— Tom regte sich nicht— neun aust In die Totenstille tief eine Stimme van der Galerie herunter: „Au warte, Kastanie ist geplatzt!" Damit war der Bann gebrochen. Tosendes Gelächter mischte sich in den Beifallssturm für Witt. 17. Kapitel. Das Ende vom Lied. Berlossen, verlassen... Tom erholte sich nur langsam. Seine Sinne arbeiteten erst wieder, als er in der Kabine lag. Er vernahm das Laufen im Korridor: hörte den Stimmen- schwoll in der Nebenkabine. Er kannte es— er kannte es so gut. Nun galt es dem anderen. Cr ließ sich zurückfallen und schloß die Augen. D/e Bemühungen Kröpplis wehrte er ungeduldig ab. Langsam zog er sich on. Hurt kam für einen Augenblick tn die Kabine. „Die Abrechnung und das Geld schicke ich dir morgen." Raus war er wieder. Irgend etwas dämmerte in Tom. Mit schwerem �opf machte er sich aus den Heimweg. Ein paar Neugierige liefen ihm nach. das Gros war mit dem lachenden Sieger davongezogen. Kräppli besorgte ein Auto, fuhr aber nicht mit. Tom war von dem starken Schlag noch so verdöst, daß ihm das gar nicht auffiel. (Schluß iolgl.) WAS DER TAG BRINGT. wniiiiiiniinminniiinimiiiiminiiiiiiiiMiiniiiiiiinmiiiiiiimiiiiiiiiiiiiimmimiimminiimmininraiiiiiniiiiiiin.iiiiiiiniiitiiiiiimniiiiimiimiiimiimniiiiniininiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiniiiii Die Hörner und Klauen des Graten Westarp. Bei der Ausschuhbera'ung des Poung-Plans tat Graf Westarp den Ausspruch:„Wir werden unseren Standpunkt mit Hörnern und Klauen verteidigen." Worauf von links die unhöfliche Antwort erfolgte:„Sie können das!" Nicht zum erstenmal Ist es den„Hörnern und Klauen" passiert, daß sie mit den„Zähnen und Nägeln" verwechselt werden. Ein Mensch kann sich mtt Zähnen und Nägeln wehren» wenn er sönst keine Waisen hat, nicht aber mit Hörnern und Klauen, die nur dem lieben Rindvieh zur Berfügung stehen. „Horner und Klauen" nannte man die Verzierungen, die!N alten Mönchshandschriften reichlich verwendet wurden. Ohne Hörner und 5Aau«n schreiben hieß also klar und derb-deuilich schreiben. Also, wenn jemand seinen Standpunkt klar Und fest ver- treten will, dann tut er es ganz gewiß ohne„Hörner und Klauen". Baukunst in alter Zeit. Auch in Norddcu schland findet man uralte Bauwerke, die man als Hünengräber oher Druidensteine bezeichnet. Mächtige, roh be- hauene, vierkantig« Steinsäuien ragen dort nebeneinander empor, und bhen darüber sind wieder riesige Steinbalken Huer getegk, sö daß eine Art von Toren gebildet wird. Besonders schwierig muß es für dir Leute aus alter Zeit gewesen sein, diese sckiwerctt Stein- bälkeN auf je»« Säulen zu schassen. Wahrscheinlich haben sie zu diesem Zweck die aufgerichteten Säulen mit einein Erdhüget Umbaut, und dann Mit Seilen und Hebein die Dtcksteine an der schrägen Böschung hiitaufgerollt oder-gekantet. Natürlich wußte dsr Hügel dann wieder abgetragen werden. Aber die Menschen hatten dam-tls Zeit, und es kam wenig darauf an, wann eine solche Arbeit fertig wurde. J. S. Bach und sein Bruder. Es dürft« wenig bekannt fein, daß der groß« Mufitkünft'er I.©. Bach noch einen Bruder hott«, der ebenfallc ein Jünger Im Reich der edlen Musica war. Er hieß Christian Bach und war in jeder Beziehung ein Gegenstück zu seinem ernst und fromm veraniagtsn Bruder. Das Komponieren ging ihm leicht von der Hand, auch setzte et seine Arbeiten immer gut ab. was de, Johann Sebastian bekanntlich Nicht immer der Fall war. Trotzdem kam Christian nicht weiter? denn alles Geld, was er verdnnahmt«, gab er in leichtsinnigster Weis« immer wieder schwell aus. Niemand vermochte ihn von seinem Leichtsinn abzubringen: denn in ihm war die gleich« ZMag-j wie in seinem Neffen Friedemann der, wie Man weiß, ebenfalls sehr leichesinnig war und schließlich im Elend starb. Christian komponierte viel und gut, trug dem damaligen Zeitge« schmack Rechnung, brachte aber nichts besonders Hervorragendes zu- weg«, obwohl er zweifellos getonnt hätte wenn er wollte. Als ihm deshalb einmal einer seiner Freunde ins Gewissen redet« Und ihm dabei das Beispiel seines berühmten Bruders vorhielt, meinte Christian trocken:„Mein Lieber, zwischen Mir und meinem Bruder besteht«in großer UMerschiod: ich komponiere, M zu leben; et aber lebt. Um zu komponieren." Verbrecher schlichen Verträ'>e, . Der japanischen Polizei fiel«S in letzter Zeit auf. daß bei Sin- brüchen, die unzweifelhaft von Koreanern begangen waren, kein Geld geraubt wurde. Nach schwierigen Nachforschungen stellte sie. schließlich fest, daß zwischen den japanischen und den koreamschin Einbrechern Vereinbarungen getroffen waren, wonach die japani- schen Einbrecher nur Geld und die koreanischen nur Wertsachen rauben dürfen. Der Berttag wurde von beiden Parteien auch tat- sächlich eingehalten. Die Faszinationskünstlerin. Der Dragoman stürzte ins österreichische Koirsulatsbüro(von Monastm), wo ,ch als letzter Hilfsschreiber an meinem Fcderst'el kaute:„Eine Italienerin ist draußen" jagte er.„eine Frau mtt merkwürdigen AugeN, die einen ganz verwirren." „Dummkopf," sagte ich,„führe sie herein." Bald saß eine Frau mit einem Mona-Lisa-Lächeln neben meinem Schreibtisch: „che desiäera?" fragte ich. Was die Frau wünsch'?, war Nur eine Unterstützung. Immer noch mysteriös lächelnd, wies sie ein Arttstcn- büchelchen von Fiume vor.„Damit wollen Sie sich als Oester- reicherin dokumentieren?" sag!« ich und stockt«; die Augen der Frau, die keinen Blick von mir ließ, hatten meine Gedanken vollständig durcheinander gebracht. Mit war, als sähe mir die Italienerin direkt ins Gehirn hinein.„Herr Konsul," sagte ich im Zimmer nebenan,„bitte, sprechen Sie mit der Frau draußen, sie ist eilte Hex« und verwirrt mich." „Dummkops!" sagte er Und ging zu ihr hin.„Was wollen Sie?" fchnaudie er sie an, wurde aber Unter threm Blick ganz zahm Und bat die Frau, sich zum italienischen Konsul zu de- Mühen. „Um Gottes Willen, verschonen Sie Mich mit dieser Person�, tetefthoNierk der italienisch« Konsul Nach einer halben Stunde,„sie ist keine Italienerin, sie ist eine Hexe." .Kommen Sie Mit IN- Z i v i l a M t sagt« ich zu»er zurück- kehrenden Mona Lisa und führte sie tn ein Gebäude nebenan, wo irran auch Uvierstützungen kriegt. Vom Konsul hört« ich. daß sie dort auch alle ausgerissen, einer nach dem anderen hatte sich ver- wirrt und dabongemacht, bis zum obersten Beamten. Der gab ihr. um sie los zu wendetl, eine Unterstützung aus der Kasse für„ü der- schwemmte Mazedonier"� obwohl sie weder überschwemmt, noch eine Mazedonierin war. Bald darauf hörte ich. die Mova Lisa sei beim Kaimatam, dem Bezirkehauptmann des benachbar.'n Florian gewesen und hätte den Mann vollständig betört. Er g b ihr Geld und Konzession, ein„Institut" auszumachen, das nicht gerade zu den moralische» gehört. Ich horte in der Folge noch des öfteken van der Mona Lisa, die bald Karriere machte, und bereits einige Pa'ais tn Konftan- tinopel besaß, ehe die Nationalisten sse hängen liehen. Diese Geschichte erzählt« ich neulich einer jungen Dame, die mich ouS blaugrünen Ayg««(ich srogk mich: warum?) ein wenig wie die Mona Lisa von Monastlr anblickte. Sie säh mir im- verwandt auf di« NasenwUr-el. den Punkt zwischen de» AugeN. „Sie haben den Z e N t ra l b l Ick." ,agte ich,„ich kenne das." Aber die Dam« wehrte lächelnd»b. Sie hatte keinerlei Künste an mir erproben wolle«. Däzu bin ich nicht das geeignete Objekt: „Ich tehc nur deswegen.auf ihr« Nasenwurzel." sagt« st«,„weit dort eine Fliege sitzt."" he bc. # -ARBESmWSSBALL Letzte Resultate. Der vergangem Spielsonntag brachte im Lager der bundes- treuen Arbeitersußballbewegung Berlins hohe Resultate. Das höchste Resultat wurde im Spiel Neukölln gogen Lichtenberg II erzielt Nicht weniger als IS mal wurde der Ball zur Mitte ge- bracht. Dies allerdings nicht von beiden Torwarten, sondern nur von dem von Lichtenberg. Wie es möglich war, daß Lichtenberg eine derartig hohe Niederlage erlitt, ist nicht genau festzustellen, auf jeden Fall wird es aber an der Unlust einzelner Spieler gelegen haben.— Eiche-Köpenick bewies wieder einmal, daß das knappe Resultat, mit dem sie gegen Lichtenberg l verloren, nicht Glücksum- ständen zuzuschreiben ist. Obcrspree mußte sich mit S: 2 dem besseren Spiel der Köpenicker beugen. Bis zur Pause war das Spiel vollkommen verteilt, was auch das 2: Z-Resultat besagt. Nach dem Wiederanstoß ließ Oberspree merklich nach. Diese Situation nutzten die Köpenicker aus und errangen kurz Hintereinder zwei Tore. Jetzt brachte Oberspree eine unnötig« charte ins Spiel, so daß der Schiedsrichter sich sehr oft genötigt sah, einzugreifen. Glaubten die Oberspteer dadurch Erfolge zu erringen? Als kurz vor Schluß der Rechtsaußen den fünften Treffer buchen konnte, war das Spiel entschieden.— Lichtenberg I konnte auch sein drittes Spiel, und zwar gegen Hoppegarten. mit 3:1 stegreich gestalten. Weitere Resultate. Cladow gegen Potsdam 1: 2. Karow gegen Varwärts-Wedding 3: 1. Oststern gegen cherz- felde 0:3. Borussia gegen Schöneberg �: 3. Charlottenburg gegen Knoblauch 1: 1. Eintracht-Reinickendorf gegen Altranst 3:1.— Zweite Mannschaften: Cladow gegen Potsdam 3:1. Karo« gegen Vorwärts 2: 5. Neukölln gegen Tempelhof 4: 2. Neukölln 3 gegen Storkow 1 1:1. Spandau gegen Butab 7: ll. öfoppegarten gegen Lichtenberg I 0: 13. Eiche gegen Oberspree 2: 1. Arbeiter-'�'«5Kerba!I. Spandau- Lichtenberg 6:3. Im letzten Spiel standen sich genannte Bereine im Wellenbad Lunapark im fälligen S e r i e n s p i e l gegenüber. Spandaus An- weirs wird abgefangen u>ch Lichtenberg setzt sich sofort in des Gegners Hälfte fest. Durch einen Fehler des Spandauer Verbin- dungsmanns erzielt Lichtenberg durch seinen linken Stürmer das erste Tor, dem der Mittelstürmer in derselben Situation das zweite folgen läßt. Das Spiel nimmt Zeitweise harte Formen an, Spandaus Mittelstürmer muß auf kur-e Zeit dos Wasser verlosten, was aber Spandau nicht hindert, ein Tor auszuholen. Wieder vollständig, fällt dann bald der Ausgleich, mit 2: 2 geht es in die Pause. Nach Wiederbeginn läßt Lichtenbergs Tempo merklich nach und Spandau kann durch seinen linken Stürmer sofort in Führung gehen. Der Mittelstürmer erhöht noch die Torzahl auf vier und muh dann dos Waster für die restliche Spiel-est verlasten. Lichten- berg» Zeit ist setzt gekommen, ober alle Angriffe werden zu primitiv eingeleitet und scheitern an der Hintermannschaft Spandaus. Es gelingt Spandau sogar noch zwei weitere Treffer durch den linken Verteidiger und den Verbindungsmann zu erzielen. Erst ganz zum Schluß kommt Lichtenberg zum längst verdienten dritten Tor und somit ist das Endresultat hergestellt Jen Lichtenbergern hätte de! etwa» mehr Spielerfahrung der große Wurf gelingen können, sie bätten unbedingt gewinnen müsten. Die Spandauer haben viel von ibrem Ruf eingebüßt. Leisten sie sich noch einmal den Scherz, mit drei Ersatzleuten antretend, ein vollkommen zusammenhangloses Spiel zu zeigen, dann ist es aus m:t der Kreismetsterschaft. Dies- mal hat es bei dem. schwächsten Gegner in der �-Klasse gerade noch gereicht. Radrennen im Sportpalast. Morgen beginnt die zweite Wintersaison. Nicht weniger als achtzehn Fliegerrennen kommen morgen, Mittwoch abend, im Sportpalast zum Austrog. Zunächst bestreiten die vier Ausländer ein Rennen; Favorit ist Welt- meister Michard, der erst am vergangenen Sonntag in Paris wieder alle seine Gegner geschlagen hat. Gespannt darf man auf das Debüt des Belniers Arle! sein, der ebenso wie Martinetti ein Spezialiist kleiner Holzdahnen ist. Auch Kaufmann wird energisch in den Kampf eingreifen.. Dem Rennen der Ausländer folgt der Lauf der vier Deutschen Ehmer, Oszmella, Stesses und Lknapp«. Nmnent- lich zwischen Ehmer und Oszmella dürfte es zu einem erbitterten Kampf kommen, doch werden die beiden Favoriten sehr aus ihre Gegner achten müssen, von denen besonders Stesses ein« Hebet- raschung bringen könnte. In sechzehn Zweierläufen startet dann jeder der vier Deutschen gegen jeden der vier Ausländer. Trotz der destsreti Klaste der Aueländcr stehen die Chancen der deutschen Der- treter nicht schlecht. Besonders von den auf der Sportpalastbahn gut«ingefahrenen Ehmer und Oszmella darf man Siege erwarten. Der letzte Lauf bringt Michard mit Ehmer zusammen. Dieser Lauf' t cdeutet für den Berliner die schwerste Prüfung. Einen spannenden Rcnnverlauf verspricht auch das über 30 Kilometer führende Mann- schaftsrennen, das von elf Paaren zu bestreiten, infolge seiner kurzen Disiaii.; sicher schon Im Anfang Ueberrundungsversuche bringen dürfte. Am Sonntag, 23. Februar, folgt dann ein internationales 1000-NundeN-MannschoftcsaHren nach Sechstageart. Neben einigen weiteren Ämateurrennen findet die Radsaison mit dem 23. Berliner Sechstagerennen vom 23. Februar bis 6. März Ihren Abschluß. RadsportlkKes Allerlei. Auf der Bahn in Brüssel gewannen die Gebrüder van Kempen in überlegener Weis« ein Dreistundenmannschastsrennen. Petri-KroschÄ belegten trotz der Unkenntnis der Bahn den vierten Plag, dagegen vermochte sich der Kölner Froitkenstein. der mit Od!) Nek fuhr, nicht durchzusetzen. Insgesami wurden 133.370 Kilometer zurückgelegt. Iu Marseille belegren Choury-Fabre im 100-Kilometer Wonnschastsrennen den ersten Platz. Bragard-Bochum und Max Meger-Chemnitz sicherten sich einen ehrenvollen zweiten Play.— gm Sesamtergebms der internationalen Wintermeister- schaft der Flieger, die auf der Pariser Bahn zum Austrag tarn, besetzt« Miwar» dgn ersten Platz vor Moesköps, Martinetti und Faucheux �tr 3ülöm«ter-EnUauf der Dauerrennen sah den Amerikaner Joeger in Front. Nur 40 Meter zurück belegte Pa llard den zweiten Platz vor Brcau(COÖ) und Wynedau(930 Meter zurück). Im BersolgungSrennen über 10 Kilometer schlug Linart Maraunier in 8:32:tz um 30 Meter.— Bei den Dortmunder Amateurradrennen In der WestfaleNhalle hüllen sich die.Lokalen' Clauemeier-Lindememn das 1Z0-Ründeii-Mannschastssahren. Das Wsmschastsomnium fiel an Bremer-Senge. Eine neue Skitechnik. Der Erfinder über seine Arbeil. Cr. Fritz Beuel- Frankfurt am Main gibt über die von * ihm entwickelte neue Skitechnik folgende Darstellung: Die von mir wissenschaftlich und praktisch entwickelte Methode des Körperschwingens im Skilaus hat bereits Mit dem alten System der Stiführung durch Unterkörpcrarbeit gut ausge- räumt. An die Stelle des Alten ist der bogen- und gelände- rhythmische Selbstimpuls des ganzen Körpers getreien, der die große Körpermasse der Hüftgegend benutzt und sie in alle Glieder und Ge- lenke ausstrahlt. Im Gegensatz dazu bilden die Bein- und Hüft- bewegunge» des alten Stils nur eine Betätigung des„Untergestells des menschlichen Schlittens". Alle beintechnischen und Schiilleiitusen-El-ment« des alten Srils sowie auch all« Ansätze zu vermehrter Oberkörperarbeit umfaßt meine Technik unverändert. Sie entwickelt sedoch einige der wich- tigsten davon körperlich und Mechanisch weiter und ist dadurch erst- mals zu einem stilistisch einheitlichen Skilaus sortge- schritten. Infolge ihrer bei allen Schwüngen gleichen Drehvorlage des Rumpfes, bei der sich die Schultern jeweils gegeneinander und zum starren Hüftgürtel verwinden, wurde das erreicht. Vorbild waren dabei die längst bekannten Bewegungen der Boxer, Crawl- schwimmer, Golfspieler. Schlittschuhläufer. Dadurch wird wirkliche Einheitlichkeit der Bewegung jeder Körperhölste mit der ihres Skis bei den Skischwüngen erziell. Durch dies alles wird ein Skilauf aus einem Guß erzielt, wäh- rsnd der herkömmliche Schwunglauf In bezug aus das Gleitschwingen (Telemark, Christiania usw.) in der Schulterdrehung immer noch»er- hältnismäßig starr und von allem ohne bewegliche Verwiiwung der Schultern geblieben ist. Praktisch ergeben sich daraus völlig neue Schwünge und Uebungen. Vieles, was früher nicht für möglich, ja kaum süt denkbar ge- hasten wurde, Ist Wirklichkeit geworden, weil nun jedes Bewegung?« bild organisch aus dem Borhsrgeheichen herauswachsen kann und die natürliche Vorbereitung bilden muß zu dem. wo« ihm Nachfolgt. Der neue Stil'wird es dem darin Geschulisn nahezu unmöglich machen, verkrampfte, abgehackte, maschinenhoft starre oder mario- netteichast pendelnde Teilbewegungen des Gesäßes, der Schultern, der Arme ouszusührcn, wie sie der nachdenkliche Beobachter on Uebung�hängen und im Gelände allenthalben immer wieder mit Be- dauern sehen kann. Wir stehen, falls nicht olle Anzeichen trügen, keineswegs am Ende, sondern am Anfang eines körper- und be- wegungsrichtigen, geschmeidigeren, universelleren, sportlichen Ski- loufs. Männerturnea in der Siedlung Lindenhof. Heut«, Dienstag, abend«röffnet der Arb«itersporto«rein Schöneberg-Fricdenau 07 in der neuen Turnhall« der Siedlung L i n d e n h o f den Tumbetrieb der Knaben und Männer. Von 18 bis 20 Uhr ist das Knabenturnen. Unter der Leitung guter Kinder- turnwarte ist den Eltern die Sickerheit gegeben, daß die Turn- stunden zum Wohle der Kinder dienen. Im Anschluß daran werde» zum ersten Mole die Männer und die Jugend zeigen, wie notwendig Turnen und Sport für jedes Alter ist. Der Turnbetrieb ist so organisiert, daß jeder ihn sofort mitmachen kann. Dte Uebungezelten in Lindenhof sind: Dienstag von 18 bis 20 Uhr Knaben, 20 bis 22 Uhr Männer und Jugend; Freitag von 18 bis 20 Uhr Mädchen, von 20 bis 22 Uhr Frauen(MusttturneN). Auskünfte über andere Sportzwetge auf den Tu rno denken. Am Sonntag, 0. März, veranstaltet der Gesamtverein tni Flora-Kino, Schönebery, Hauptstr. 144, irm 11 Uhr, einen Ge- rätewettkampf im Kun st turnen. Daran nehmen teil die Kreisvereine Eberswalde, Schöneberg und der Frei« Turnverein lZR088e88CMUspiH.HAUS 8 Uhr 3 Musketiere Regie; ERIKMARELL 3 Sonniaj nafflni. an««»,«an« Pr. ROSE TBaeafer QroBc Frankfurter S'rat« 1.12 Bit eitkatse Alex. 3422 und 3494 Tätfllth 8.15 Uhr(5onn a« 9Ü.) und jeden Sonnabend im Februar äuch 11.30 Uhr abends die CBlzDckeade Operetle tob I-U löcker „Gasparone*' Heu-e sowie Jeden Sonnta« um 230 Uhr und nichS'en Sonnabend? Uhrt«AMfctBbtade.* Heute wie jeden Sonnta« MS U. „Die Cxardas.QnUii" Vorans«!»«: Atz 1- Mär» jeden Sonnabend 11 J- Uhf Nacht- vorstellune .Der Mn»;«ga11e" CARBASANl Mo cd wie vor die Aüends 7» 0.: Groß Torsielloni Mit w6eb, nachm. s Uhr: Familien.Veratdlung Kinaer auf allen Piätrtn von t2o M. aufwärts halbe Preise. Heldra. Es werden Kürübungen am Reck. Pferd und Barren und ein« Freiübung gezeigt. Die Mannschaften sind ziemlich ausgeglichen, so daß ein spannender Kampf zu erwarten ist: jede Mann- schast wird das Beste zeigen müssen, um den Sieg zu erringen. Unterbrochen wird der Wettkampf durch Vorführungen der Männer- und Frauenabtcllung, der Abschluß ist der Film vom Buudessest. Die ganze Veranstaltung verspricht eine erstklassige Werbeveranstal- tung für den Arbeitersport zu werden. Schon jetzt besorge man sich Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf. karten jeden Dienstag Im Lokal von RelMann. Sedanstr. 17, 20 bis 22 Uhr. Ifeuhoilncr Schulschwimmfest. Am Neuköllner S t a d t b a d gab es am gestrigen Sonntag «inen gewaltigen Auflauf kleiner.Menschheit: Hunderte und aber Hunderte von Jungen? und Mädels standen geduldig harrend vor der Einlaßpsorte, um ihr« Mitschüler und Spielkameraden als tunst- fertige Jünger Poseidons bewundern zu können. Und es war wirk- lich«in stattlicher, jehenswcxter Aufmarsch von kleinen und ileinsten Schwimmgrößen. Gegen 1000 Teilnehmer zählte das Schwimm- fest der NeuköllnerSchulen. Zuerst zeigten sich die jünzstm Schwimmkünstltzr, die sich erst im vergangenen Jahre mit den Fluten vertraut gemacht hatten, dann wurde eine Mädchenbruststafsel 10 X 50 Meter geschwommen, be! der sich in der Bolkeschuienablei- lung die 32. Volksschule mit 0,20 Minuten den ersten Preik, die 26. Schult mit 10,12 Minuten den zweiten und die 30. Schule mst 10,16 Minuten de» dritten Preis holte; bei den höheren Schulen gewann die Käthe-Kollwitz-Schule mit 8,20 Minuten den ersten, die Aufbauschul« mit 8', 44 Minuten den zweiten und die Mädchen-Mittet- schule mit 8,53 Minuten den dritten Preis. Ganz prächtig« Leistungen gab es bei den darauffolgenden Springvorführungen zu sehen; da wurde das richtige und das fehlerhafte Springen demonstriert, da gab es bestgeübte Bor- und Rllckwärts«Saltos, Kopssprünge rückwärts und seitlich, Hechtsprünge, Absaller, halbe Schraube und was sich eben vom Brett aus in die Fluten olles machen läßt. Mit viel Beifall und atemloser Spännung beobachtete die dichtdosetzte Galeri« all« Borführyngen, da war ein Anfeuern und ein Bravorufen, alles war ganz bsl der Sache. In der Bruststaffel für gemilcht« Schulen starteten ebenfalls verschieden« Knaben- und Mädchenschulen, darunter auch die Taubstummenanstalt, die Sprachheil- und Schwer- Hörigenschule. Biel Spaß und Bewunderung erregt« auch noch das Mädchen-Ltchterschwimmen, die Reigenvorsührungen und der be- liebte Wasicrball, und voll Bewunderung blickt« alles auf die kühnen Samariter des Wassers, die bei den Rettungsvorführungen (20 Schüler der 13., 17., 21. und 23. Schul«) allerhand Geschick be- wiesen. Sontifteeecuttt.Di« SfoturfteuntK', Zentral« Wien. vrt,ne»»»e verlin: Mithumcki. 18. ssebniar. 20 Ufic,.tadcfchct fof, ünfcntholet Sit, 40—43! Generaiversammlunq— Abt. Krlebrid-shaia! Dien-dog, 18. ftebrimr, 30 Uflt, iTtdnlfuc'cr Allee 307;„SidiifTqrhitiio"!m!t Lichtbildern).— Abt. SRitf«: �nhdnnieftt, 13:„�abctcncrlcbniiTe"(mit Lichtbildern). Abt. Rnrde»! (rotmenbueflet€tr, 20; ,.Wi» stellen wir»n« 3ur Nalurschukbewenumt" l Stiller).— Abt. Renlölln, Iuoendqruppe: sslualnifenslk. 08- Liederabend.— Abt. xumbaldthain: Sdiönstedtstr. 1:..Wir und die Kirche".— Abt. Weddill«: Turiner Ecke Seestrake: Generalversammlunor- Abt. tbeinndbeunnen: Danneraton, 30. ksebrnor. 20 Udr. Panl- Ecke Wlesenftrafte:.Lla'urfreuNd« im Schwär, wald"(mit Lichtbildern).— Raturfnndliche Abt.:?obannisftr. 13! „Zior. während und nach der Eis,cit".— Abt. iOenffH», Beraftr. 2»! Leitetee Abend lLofemann).— Abt. Lichteabern: Munterstr. 44!.SoNoloalt de» lismu»".— Abt. Prenzlauer Bern: Dantiaer Dtr. 82, Baracke B!„Sie Weimarer Perfaffunq'.— Abt. Südwest: Aorckstr. U!»Der Urfntun« de* Nelia'on"(TD!. Schll'te).- Abt. Wcißenjee: PiNdriuettt. 24: Stitaliebemr- sammlunü. Abt.»iernarteni Lehrtet Str. 18—16: Geschäftliche«. Schänebera. Friedenau. 11. Bezirk. Mittwach. 16. Zedruar, nach Her Btv- sauvnluna der Bvtei, Besvrechun« aller SPD.-Sportler. 2034 Udr, Restaurant Natdo. sseurd- Ecke Prini-Eearq-Slrahe. streik Schwimmer Grok-Brrlin. e. B. Gruppe Lichtende est: EckewimMsest Stadtdad Lichtender« Sonntaa, 23. stebruar, 15 Uhr.— Gruppe striedrich»d«Imr Manateversammluna Mi'twoch, 16. stedruar. 20 Uhr. bei Lehnipk, Msthlrn. strohe 58.— Gruppe Köpenick! Monatsnersammluna Donneredaa. 20. ssedrunr, 20 Uhr. hei Secne. Köpenick, Eattenstrahe. Es mflssen nur die Richtigen kommen••• Gereifte Herren, die sich der Bra» sil verschworen, sehen oft in der Cigarcflc etwas„Leichtsinniges? Da mftssen nur die Bichtigien kommen—„ Eckstein•Haipaus*4. Sie finden im riohtigscn Aiigen« blick das richtige Wort, and*.• der alte Herr probiert wenigsstons einmal die Elmcuried~ zunächst zäxerud. nnjfcnchm überrascht schließlich begeistert! lüur kein Vorurteil, was xut Ist, überzeugst! UI-MENRIED.» Pfg. „Hallelujowzen." Coaline" neue Kampfparole.- Rosenkranz und Güldenstern Ham�«t:„Eine Art von Geständnis lregt in euren Blicken, die zu verstellen eure Bescheideichnt nicht Ichtou genug ist." �Dic SeiiÄtt,. bencn ich wie Nattern traue." Komintern, Tscheka, Nep, Kulaken—, das Wörterbuch der kommunistischen Politik ist aus Moskau um manch originelle Be- griffsbildung bereichert worden. Was aber sind nun Hallelujowzen? Zlnfangs nur alle Gegner des Atheismus, vom Popen bis zum Papst. Statin hat den Begriff ausgedehnt und jetzt auch den challelujowzcn der eigenen Partei schärfstan Kamps angesagt. Ausmerlsame Beobachter sind e«, die bei jedem Wechsel der bolschewistischen Politik abzuwarten verstehen, noch weicher Seite der neue Wind am stärk- sten bläst. Räch Stalin schätzt der challelusowez«igen« Meinung nur bei anderen. Ueberzsugung und Kampfesmut sind ihm Fremd- warte. Dafür hat ihn di« Natur mit ausgezeichneten Geruchsorga- nen begnadet. Zur rechten Zelt schreit er chytleluia! Die Hallelujowzen wittern von weit her, nach weicher Seite die Jagd geht und sind am Schluß immer rechtzeit.g zur Stelle. In Moskau wie auch in Berlin. Lockt hier doch bei der Beutete lung dos Mandat als Kommissar für die Reinigung der Bezirke von Trotzkisten. Brandlerianern oder Versöhnlern—, was gerade aktuell ist, was gestern war und morgen sein kann. Avischendurch aber macht ein guter Hallelujowez immer mal durch ein« kühn« Tat von sich reden. Das Rezept für kühne Taten wechselt. Februar OG Potsdamer Strafe 35 DonaovaUer mit Harrv Llcdlke „The Reveller«" im Tonfilm Jugendliche haben Zutritt Rheinstrahe 14 Die Scherben von Piccadilly, 6 Akte Die Dende der Wölle Odeon, PoU damer Str. 7 5 Irene Ryfbrr�ucs ftrofte Liebe (Madame Co'lbri) Der Cowboy'Ivfinig von Chikago mit Hooi Gibson Turms tra�e 12 Die nmen Herren, 10 Akte mit Gabv Morlay Die Bande der Wölfe Alexanderstr. 39-40 (Paisage) Den ganzen Tag geöffnef Die Nacht des Schreckens mit Friir Kpr ner Die Schieiert An xerin mit Evelyn Holt Die Kamera ,,, Unter den Linden H Neu-Urauffühiung; Das Haoi am Meer mit Asta Nie sen, Alb.$Ua Porto, Willy trltsdi Tonfilmbeipro- ramm: In Jena sind alle Mßdels b ond W eidenhot-Lichtsp. Ab der Weidendammbrücke Friediichstr- 136 Woch. 12, Sonnt. 3 U. Zille-Film: Mutier Kraoscns Fahrt Ins Glück Der Hauptgewinn ■ HOBDIt m Artushof-Lichtspielc Film- and Bflhncnsehaii PtBleberger Str. 29 und Stendaier Str. Frauen um Abgrund mit Elea Brink Herzog HansT WcU-Kino NMiNs C MarienelorF Mt-Moabit na Frltzcfacns Wllwenball für die reitere Jagend mit Fr. Kampers Beiprogramm Schlüter-Theater Schlüte rstr. 17 W 6.30. 9 Uhr. Slg. 3 Uhr Madame Ddbarry mit Negrl, lannlngs, Sdilnxel, Liedtke Horrap ich lebe! ilrwersdorf> Atrium Beba-Palasi Kaiserailee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Witwenball Regie: Georg Jacoby Alhambra a Schöneberg, Hauptsir. 30 Der Henker von Prag Die Jagd nach Pharaos Lea(hier BQhncnschau Titania(w. ÄUerg) faupistraße 49 Beginn 630, 9 Uhr Der große Zille-Oedenkfiim; Malter Kraoscns Fahrt ins Glück Beiprogramm Kronen-Lichtspiele Rhelnstr. 65 Woch. 6.30. 9. Stg. ab 5U Venös mit Constance Talmadge 3 Leidens chuflen rn. Ivan Pctrovidl Stesilti Titania-Paiast teglitx. Schloßstr 5. Ecke Gutsmurhs�tr Be�; 6-30, QU. Sonntags: 4, 6�0, QU. Uraufführung: Pat and Pa achon als Modekflnige Dühncnjchaa Südwesten Füm-Paiatt Kammersäle Teltower Str. i W.6 Sbd.s, Stg. 4 Uhr Das Geheimnis Im Schlaiwagen Die Jagd nach Pharaos Le achter Süd". Th. am Moritzplatz Beginn. W ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Utu Der Zlgeanerbaroa mit LyaMara Der trOhlidie Weinberg mit CamllU Horn Vf~ f C eianendor.er Sonnt 3 U. 1 aCI— g.#! Lichtspiele mv.-VorsL Chausseestraße 305 W. 7. Stg. ab 5. Increzla Borgia mit Liane Haid, Conr. Veidt Der Traam mit Chaplin IiühBen.!Ch«o U Südosten B Filrr»#>c-le BOhnenscbaa l lllllCCK Beg. W. 530, S. ab 3 Ü Skaliuer Straße, am Üörliuei Bahnhof MUUonen uro eis Weib(Börsen lieber) mit George Bancqtl logcndlragödtc m. Fritz Kampers Luisen-Theater tÄ5& Reichenberger Str. 34 Bühnensdhao Trott der Diebe m Agn. Eslerbazy "-- Ed) Erotik(Itas Liebeslea Stella-Paiast Tonfilm ond Bühneuscfaau Köpenicker Straße 11—14 Beginrt wochentags 5, 7.15, 9.15 Sonmags 3, 5.15. 7.15. 9.15 Kasseneröffnung't Stunde vorher Wenn da einmal dein Herz Ter- schenkst mit L. Harvcy, H. Halm BU.; Gastspiel d. berühmt. Clowns 4 Prlce* Urania-Theater Wrangelstr II, Köpenickpr Brücke Woch. 6Jt 8 und 9 Uhr, Stg. 3.5.7.9 Uhr Der Zlgeanerprlmat m. E. Verebes Oer rote Slorm mit C Horn Groges Variete Sternwarte- Treptow Anfang 8 Uhr Mittwoch und Donnerstag; Die welche Hölle vom Plz Pa'.O Neukölln W 7, 9.15 U ">5 U. Primus-Palast Am Hermannolau S'g 4.4-, 7. 9 Auf der Bühne: Abendfüdcnd; Em. Taasig Magazin rtevoe Das lebende Magazin. t)n künstl. Reigen bcfaonhctf. Liehe. Leidenschaft (21 Bühnenb Ider) Solistin Ba- rones.e Marlella t. Seofi (fsiLnsie w 6-15. Sonntag 4 U. x\ U K U K Jugendliche Zu ritt Ko.tbusser Damm 92 Bühnenschau Oonan walzer m. Harry Liedtke Oer König der WUder F WC- wie ins- Wochentag« 615 U cxcetsior Sonntags ab 4 U. Kaiser-Friedrich-Sttaße>91 Wenn da einmal dein Herz Ter- schenkst m. Li. tau Harrey Der Würger Stcm, Herraanastra6e 49 WochgnL 615 ü. Sonntags ab 4 U. Tonfilm; Dich hab- geliebt mit Mady Christians Toaftimbci�rograinm Osten Germanin-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: WochenL 6 Sbds 530, Sonnt ab 3 U. Kasseneröffnung t(2 Stunde vorher Fräulein Laosbob m. Dioa Gratia Rahlgea Helm mit Kfichen- bena zang(Das Mädel von der Operette) mit frllz Scholz. Henry Bender Aasgezeidinete Varielöscfaaa Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Der W, twenball Böhne: Operetten Revue: Premiere Comenius-Lichtspielc Memeler Straße 67 Anf 6, 8** U Seeleaverklafer mit Gr. Bern dt, Neofcld Die Gardediva m Agnes Eiferheity Concordia-Palast Andreasstraße 64 Tonfilm Beginn Woch. 5, 7, 9 U., Sonnt ab 3 C Tonfilm Dich hab' Ich geliebt mit Mady Christians Kosmos-Lichtspiele Lichtenberß, fcückstraße 70 Mens dienarten al Uedem Sonntag lieber Sdialal mit Clara dow Uale BOhnentchaa fl frledrichsfeldg ß Kino Busch s®? �3 KK. Ali-Friedriphsfelde ö Der Zlgeanerprlmat mit Em»! Vercbet, P. Heidemann Ring der Bajadere � HiedöräahöwewelgöJ Elysium(fu�S«i) Hasselwerder Straße t? Donao walzer mit Harry Liedtke Ach an«. Falsch raftnzerl Gate düJincnjchao g fiordosten g „Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. o 15, S. 3.J5 U. Tonfilm Drei Frcnnde Bühne; Walter Steiner, Humorist Q WciflenseR g Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Spiel i-m den Mann m Liane Hold Sprengbagger 1010 Varlettschao Horden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Freiheit fn Fetaeln(Bewährungsfrist) Auf der Bühne VarielArevac Colosseum Wtgs. ab 5 Uhr Stgs. ab 3 Uhr Schönhauser Allee 123 Tonfilm i Wenn da einmal dein Herz verschenKstl mit Lillan Harrey Gala-Lichtbühne Usedomsir. 14 Anf. 6. 8�0. S. 5, 7, 9 U. Indizienbeweis Wir halte" fest ond treu zusammen mit Slegirled Arno Noack's Lichtspiele Brunncnttraße 16 Wtg. 5 U- Stg 4 U. Sonntags 2,30 U.: Jugendvorstellung Der Witwenball m. Frllz Kampers Es tot sich was In Hollywood Pharus-Lichtspiele Müllerstraße 142 W. SV« U. Stg. 4 U Der Witwenball mit Frllz Kampers, 5. Arno Frc benler der Sfidsee Prater-Lichlsp.ei-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Der Wliwenball mit eritz Kampers, S. Arno Flach über die Gicnzc Bühneu.ccfaao „Rialto" Film u. Bfihne Reinickendorfer Str. 14(am Weddine) W ab 6, 8,45 U Sonnt ab 3 U. Das Geheimnis Im Schlafwagen Ruhiges Heim mit Küchen- benu zang (Mädel von der Operette) Bühncmchau Skala-Lichtspiele Schönhauset Allee 80 W. 6 Stg. 430 U Bivalon mit Harry Fiel Oer letzte Kampf m.t Harry Fiel M Cezundbrunnnii"b as Alhambra" Batstraße 5» Die goldene Hölle m DoL del Rio Böhne: Itroche Aosatalongsrcirac Ballsdunicder- Lichtsp Bädstraße 1- üroche BOhnenscfaai Der Witwenball m Fritz Kampers r an schenkt sieb Rosen... Humboldt-Theater Badstraße 16 Bübnentchdv Spielereien einer Kaiserin mit LH Da over Eine Nacht Im Prater Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. Bttknenschae Der Witwenball m. Fritz Kampers Man schenkt sich Rosen... ■ Pankow V Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 630, Sbd. 530, Stgs. 4 Uhr Der Witwenball m. Frllz Kämpen ■sie Fraa aaf der Banknote Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 630 U., Sbd. e 30 U„ Stgs. 4 U. Menschen im Feuer mit Harry Fiel Eros In Ketten BOhnenscbaa W WiederichGnhäwST� Film-Palast Blankenburger Straße. W. 6.30, 9 U. Stg, 430, 645. 9 U. Das Recht auf Liebe Paplton, die Sirene der Tropen g ReimtKwndorF-0»t"b Bürgcrgartcn-Liditsp. Hauptstraße M Film- o. BObnenrdiaa Sonntag Jugendvorstellung Die Herrin und ihr Knecht mit Henny Forlen Die Nacht ohne Hofinang Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.ö.S1?, Stg.4,'«,6l,s.8»« Sonnt. 2 Uhr JugendvorsieMung Menschen Im Feuer mit Harry Piei Wer wird denn weinen, wenn man aase.n andergeht! bühnenschaa «Kosmos" Film bahne •aupur. 6 W. ab 6 U- Stgs. an 4.1 U. Sonntag 2 Uhr: Jugendvorsteilung Der F eck aot der Ehr Die Scbteieriönzerln mit Et Holt Bühne: lodestabrl Im»fldczprech u. a m Union-Theater Hauotstraße* Beg. Wtg. 4,»t,u S g. 2 ü. Jugendvorst. Str. 4>,.. 6"t 8», U. Peter, der Malrose m R. Schön sei da■"-- d Lotte, das WarenhaasmSddhen mit Kid Hennigsderr Fi mpalast S(g Beriiner Straße 59 Stg. 2 U. lug.-Vor st. Mittwoch, Donnerstag: Der Grat Ton Monte Christo Bühne: Die schönste Ton Hennigs. dort wird gefilmt U Jugendliche haben Zutritt