BERLIN Freitag 21. Februar 1930 Der Abend Erfdeinttaglio anter Sonntags Bugleich Abendausgabe des Vorwärts Bezugspreis beide Ausgaben 85 Vf. pro Woche, 8,60 m. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW 68, Lindenftr.3 66 Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 88 B 44 47. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezette 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Voffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b.. Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Linksfartell ohne Sozialisten. Chautemps glaubt, er wird heute fertig. Paris, 21. Februar.( Eigenbericht.) Chaufemps erklärte um Mitternacht, daß er mit seiner Arbeit noch heute vormittag fertig zu werden hoffe. Das neue Kabinett, das wohl ohne weitere Schwierigkeiten, wenn auch die Besetzung des Finanzminifteriums nicht endgültig feststeht, zustande kommen fann, besteht in feiner überwiegenden Mehrheit aus ffreng republitanischen Ministern. Nur zwel, Pietri und Flaudin, flammen aus dem llafen Zentrum und fallen ihrer politischen Position wegen aus dem Rahmen der früheren Kartellfabinette der Jahre 1924/1925 heraus. Falls die Regierung trotz diefes Schönheitsfehlers" die einstimmige Unterstügung der Sozialistischen Partei findet, die fie als eine Minderheitsregierung unbedingt nötig hat, tann sie mit einer sicheren Mehrheit von 320 bis 350 Stimmen rechnen, genügend also, um selbst in schwierigen Stürmen bestehen zu können. Frankreich glänzend geschützt. „ Daily Herald" findet Fran reichs Angst unbegreiflich Condon, 21. Februar. In einem Leitartikel fommit der Daily Herald" auf die letzten Berhandlungen der Flottentonferenz zurüd und führt u. a. aus: In Paris entsteht bedauerlicherweise eine gereizte Stimmung, wenn gefagt wird, daß die französische Denkschrift die Aussichten auf ben Erfolg der Konferenz gefährdet. Offen gefagt, findet man es einiger. maßen schwer, bie Beforgniffe zu verstehen von denen die französische amtliche Welt zu träumen scheint. Frankreich hat die größte Armee, die größte Luftstreilmacht und die größte Flotte auf dem europäischen Konfinént. # Reichsbahngesetz im Ausschuß. Sozialdemokratischer Antrag über die Bilanzkontrolle angenommen. Die vereinigten Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten und| schen Lasten usw. etwa 1 Milliarde. 98 Proz. aller Ausgaben seien den Reichshaushalt führten in öffentlicher Tagung in der Sigung vom Freitag vormittag die Beratung des Reichsbahngefeßes zu Ende, nachdem der Vorschlag des Vorsitzenden afgep tiert worden war, in ben vereinigten Ausschüssen nur die Bestimmungen des Gefèges zu verhandeln, die in unmittelbarer Beziehung zu den Young- Gefeßen stehen, alle anderen Fragen hingegen im Berfehrsausschuß zu erörtern. Frau Sender( So.) beftritt, daß das neue Reichsbahngefeg Derfaffungsändernd sei. Herr Dr. Quaaz tomme mit feiner Beweisführung und seinem Antrag sechs Jahre zu spät. 20s damals feine eigenen Parteifreunde durch ihre Stimmabgabe die not wendige verfassungsändernde Mehrheit stellten, hätte er feine Bebem einige Borrebner gesprochen haben, jei nur porübergehend und denten vorbringen müffen. Der Ridgang des Berfehrs, von durable, durch die Krifis verursacht. Die Reichsbahn sollte doch den Kampf gegen die Straftverkehrsmittel aufgeben und licber diese in eigene Regte übernehmen. gemisfermaßen zwangsläufig, so daß über sie gar nicht gestritten werden könnte. Nur 100 Millionen fämen für eventuelle Aende rungen in Frage. Hierhin gehören die Gehälter der hohen Be amten, das Zulagensystem, die Subvention der„ DA3." usw. Ueber alle diese Fragen werde er auf Wunsch im Verkehrsausschuß Aus funft erteilen. Naddem noch zahlreiche Bertreter bürgerlicher Fraktionen sich geäußert hatten, wurden in der Abstimmung die beiden deutschnationalen Anträge abgelehnt, von denen der eine befagt, daß die Reparationssteuer aus den Betriebsübers schüssen der Gesellschaft zu leisten sei, der andere für das Gesetz bie Erfordernisse verfaffung ändernder Gesetzgebung feststellen wollte. Mit großer Mehrheit angenommen wurde eine jozial demokratische Resolution, in der die Regierung ersucht wird, die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft durch bmachungen zu verpflichten, bei der Prüfung der Bilanz und der Gewinn- und Berlustrechnung gemäß§ 30 des Reichsbahngesetzes den mit der Prüfung betrauten Organen die Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die diese für erforderlich erachten, um einen ausreichenden Ueberblick über die Wirtschaftsführung der deutschen Reichsbahngesellschaft zu erlangen. politische Aussprache über die Saarfrage, die RäumungsDer Ausschuß führte fcdann in geheimer Sigung die amnestie und andere Fragen weiter. Benzinmonopol? Eine Millionenanleihe als Gegenwert? Eine dringende Forderung der Sozialdemokratie fei die, daß Arbeitnehmer in weit fiärterem Maße als bisher in den Berwaltungsrat aufgenommen werden und die Lieferanten, die ja doch nur Jntereffenvertreter seien, daraus verschwinden, Begen seiner belgischen und wegen seiner schweizerischen Grenze Eine Aufstellung der Reichsbahnbilanz sei dringend notwendig. Nach braucht es teine Besorgnisse zu haben. Deutschland ist ent§ 117 der neuen Reichshaushaltsordnung sei die Wiederein waffnet, und die italienische Grenze wird von der mächtigen gliederung des Rechnungshofs bei der Rechnungsp üs Schrante der Alpen gebildet. Die einzigen Mächte, die dem fran- fung der Reichsbahn dringend notwendig. Wie stehe es mit zöfifchen Kolonialreich ernstlich gefährlich werden fönnten, find Groß der Subvention der Deutschen Allgemeinen 3ei.. britannien und die Bereinigten Staaten, und Frankreich selbst hat tung" in Höhe von 300 000 m.? Der Arbeitsschuß bei der Bihn einen Krieg mit diesen beiden als„ ,, un denkbar" erklärt. Zum ließe noch sehr viel zu wünschen übrig. Es müffe eine Berbesserung Ueberfluß hat Frankreich noch die Sicherungen der Bölterunter stärffter Mitwirkung der Arbeitnehmer gefordert werden. bundsayung, des Kellogg Paktes und die Sonder mit den Anträgen von Herrn Dr. Quaaß auf Beseitigung der Begarantie von Locarno. förderungssteuer fönne man einverstanden sin unter der Vorausfegung, daß Herr Dr. Quaaß entsprechenden Ersatz in anderen Reichseinnahmen schaffe, die keine neue Belastung der Massen b.ingt. Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald erklärte sich zunächst, der Anregung des Borsitzenden folgend, bereit, im Bertehrsaus chuß jede gewünschte Auskunft über das neue Bahngesey zu er teilen. Grundsäglich müsse er erklären, daß der privatrechtliche Charakter der Reichsbahn nicht etwa nur auf Drud deuster Unternehmer erfolgt sei, sondern auch, weil die Bläubigermädte stärt ftes Interesse an der Aufrechterhaltung der Bahngesellschaft als privatwirtschaftliches Unternehmen befundet hätten. Die Personal ausgaben bei der Reichsbahn machen 3 Milliarden aus, die politi-| erklärt, daß davon nichts bekannt sei. Heine Nation ift derartig gut geschützt wie Frankreich. Man vergleiche seine Stellung nur einmal mit Deutschland, das von gut ausgerüsteten Nachbarn umringt ist und dem die Schaf fung einer Buftflotte oder einer nennenswerten Kriegsmarine pertraglich verboten ist. Es ist unter diesen Umständen wirklich etwas schwer, die französische Angst zu begreifen. Das Blatt schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die neue französische Dele. gation nicht in der bedauerlichen Gemütsverfassung Tarbieus nach London kommen werde, sondern einen Geist der Vernunft und der Bereitwilligkeit zur Zusammenarbeit zeigen werde. Sowjetregierung Komintern. Labourregierung macht feinen Unterschied. London, 21. Februar.( Eigenbericht.) Im Oberhaus ließ die Regierung am Donnerstag anläßlich einer Rußlanddebatte erklären, daß sie zwischen der Kommunistischen Internationale und der Sowjetregierung feinen Unterschied machen könne. Sollte die Kommunistische Internationale Handlungen begehen, die gegen die englisch- russischen Abmachungen verstoßen, so würde die Regierung die gleichen Schritte unternehmen, als ob diese Handlungen von der Sowjetregierung selbst begangen worden wären. Im Berlauf der Debatte forderte Lord Birkenhead den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Rußland. Studenten verlaffen Hugenberg. Auf dem Landesparteitag der Deutschnationalen in Hamburg gab die Stubentengruppe der Deutschnationalen Boltspartei eine Erflärung ab, daß fie fofort aur Boltstonfer vativen Bartet übertreten wollen, menn Dr. Hugenberg an der Spige der Partei bleibe. Der Borsigende des Landesverbandes erflärte, daß der Berband hinter Sugenberg stehe Darauf, verließen die Bertreter der Studentengruppe das Tagungslpfal. In der Erklärung menden fich die Studenten gegen leeres Brotestlertum, blindes Vertrauen auf eine überalterte Partetorganisation und gegen die ungeschickte Kampfes meife des Parteivorsigenden Hugenberg". Im Zusammenhang mit den mancherlei Monopolplänen, die erörtert werden, ist der Gedanke eines Benzinmonopols aufgetaucht. Ein Mittagsblatt behauptet. daß die beiden großen Dutch- Shell internationalen Delfonzerne Standard Dil und Royal. Dutch Shell darüber beraten, Deutschland ein Handels. monopol für beide Konzerne vorzuschlagen, und Deutschland als Gegenwert eine Anleihe von einer Milliarde Mark zu gewähren. 3 Es kann sich dabei lediglich um private Pläne und Besprechun gen handeln, an amtlichen Stellen wird auf das entschiedenste Der neue Mann in Frankreich Chautemps diktiert den Journalisten. Bescheidene Anfrage. Was ifl's mit den Ramfch- Offerten? Die Rote Fahne" veröffentlicht einen Brief eines angeblichen Sozialdemokraten. In einem Bahlabend im 6. Kreis habe ein Betriebsratsmitglied der AEG., Hennigsdorf, erklärt: ,, Was haben wir denn noch zu sagen als Betriebsräte im Betrieb? Da ist der Meister, da ist der technische Leiter, da ist der ganze Apparat und zu sagen hat nur der Spar dittator. Wie der die Macht übernahm, hat er alle zusammen gerufen und hat erflärt: Wer nicht pariert, der fliegt!" Das muß die ,, Rote Fahne" sympathisch berühren! Was haben bie Betriebsräte in den fommunistischen Betrie ben noch zu sagen? Erst tommt die Beuvag und reduziert die 2öhne, bann tommt der Unterhändler, der Einsparung Don 1 Million Lohngelder und Entlassungen offertert, bann fommt die Besichtigungstommission, und wo bleibt der Betriebsrat? Wie stehts mit dem Ramsch, wie mit diesen schimpflichen Offerten auf Kosten der Arbeiter und Angestellten? Maffengisimörder verhaftet. Seine Opfer waren 20 Männer, darunter Deutsche. New Yort, 21. Jebruar. 3n Detroit murde gestern abend Tegas Jim verhaftet, der 20 Männer, darunter 12 Matrojan, vergiffet hat. Der Mörder scheint geistesgestört zu fein. Er gab an, dieje Leute vergiftet zu haben, weil er das Volk leiden und sterben" sehen wollte. 3m Dezember 1923 verübte er feinen ersten Gistmord an einem Laboratoriumswächter. Er wird jedoch verdächtigt, schon vor dieser Seit einige Personen vergiftet zu haben. Tegas Jim, der in WirkLid Horthys Jubiläum. Der zehnte Jahrestag der Ermordung Somogyis. Ungarn das offizielle Ungarn, das weißgardistische| nam in der Donau schwimmen"). Dann nahm Horthy einen Zeitungs Ungarn schickt sich an, das zehnjährige Jubiläum der Reichs. artikel aus einer Labe, der die Grausamkeiten der Offiziere beschrieb verweserschaft Nikolaus Horthys zu feiern. Aber bevor die und sagte: Diejenigen, die solche Artikel schreiben, merden Welt die Kunde von den prächtigen Feiern erreicht, die da zehn schwimmen." Jahre Konterrevolution verherrlichen sollen, jei fie an ein anderes Jubiläum erinnert, das in diese Tage fällt und so zu Horthy's Jubiläum gehört, wie einst der Galgen zu feinem Sieg und heute die korruption zur stabilisierten Herrschaft der ungarischen Grafen. Im Gefolge der rumänischen Armee, die die ungarische Revo lution niedergeworfen hatte, drangen die Marodeurbanden des weißen Admirals Nikolaus von Horthy in das unglücklich: Land ein. 70 000 Arbeiter und Bauern wurden eingeferfert, 5000 ermorte!, vicle Zehntausende mußten über die Grenze flüchten um ihr nacies Leben zu retten. In Blut und Sch muß erträntt erstarben bie letzten Freiheitsregungen um Bande. Einer aber führte trotz des furchtbaren Terrors ben mutigsten opferpolsten Kampf gegen den peißen Schreden im Lande selbst weiter: ber hefrebatteur der sozialdemokratischen ne pijava", Bela Somogyi Da für verurteilen die Offiziersbanden den tapferen Sozialdemocraten schon in Siofof im Hauptquartier Horthys zum Tode: Der Kerl muß schwimmen, erklärt der damalige ,, Armeeoberfommandant ter nationalen Armee", Horthy die Ausführung der Tat mußte man verschieben, weil Budapest zur Zeit noch von den Rumänen besetzt war. Horthy tonnte Einige Monate fonnte Somogyi unbehelligt, wenn auch nicht unbeaufsichtigt, in Budapest leben... Anfang Februar geschah es. daß die ,, Népszava" der Zensur einen Artikel vorlegte, der verboten wurde. Der Inhalt des Artikels ist mir sagt Beniczky in seiner Beugenaussage unbekannt. Die Zensur sandte einen Bürstenabzug in das Gerhardus Hotel, das Hauptquartier Horthys, wo er an einer Offizierstafel, an der Horthy präsidierte, vorgelefen wurde. Der Artikel erregte allgemeine Empörung. Ein Mitglied der Tisch. gesellschaft machte die Bemerkung, es wäre schon mirklich die höchste Zeit, diesen Schuft Somogyi in die Donau zu werfen". Seine Durchlaucht, der Oberfommandierenbe, hob die Tafel mit den Worten auf: Der Worte sind schon genug gefallen, jest muß man endlich handeln! Und es murde gehandelt! Am 17. Februar, 8 Uhr abends, wurden Somogyi und Bacso von den Offizieren des meißen Detachements Dftenburg angehalten und aufgefordert, fie mögen ihnen zum Stadtkommando folgen. Ws Somogyi von einem der Difiziere gestoßen wurde, fagte er: Ich gehe freiwillig. Sie brauchen mich nicht stoßen. Es ist nicht das erstemal, daß ich auf das Stadtkommando vorgelaten merde." Sie bestiegen ein Auto, das aber nicht nach dem Stadtkommando in der inneren Stadt, sondern in die Donauauen fuhr. Das Bantmäßiger Gemäldehandel Bahrzeug erlitt auf der Reupeſter Straße eine Banne, ein Mach lichkeit James Baker helft und 24 Jahre af iff, lible jene Tätig- Bankmäßiger Gemäldehandel feif nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa und auch in Deutschland aus. Ein Marineoffizier aus Bombay und ein Kaufmarn aus Hamburg fielen, wie erwiesen werden konnte, dem Mörder zum Opfer. Bei seiner Berhaftung erzählte er mit aller Ruhe von seinen Taten:„ Meinen ersten Mord habe ich in Tegas ausgeführt. Eines Tages faß ich in einem Café und fühlte plöhlich, daß ich jemand sterben sehen mußte. Neben mir saß ein Mann. Als diefer sich einen Augenblid entfernte, schüttete ich ihm Gift in feinen Kaffee. Er tranf ihn und fiel wenige Minuten später tof zu Boden." Nach einigen Monaten erfuhr die Polizei, daß Texas Jim auf der Reise nach Deutschland sei und warnte die deutsche Kriminalpolizei. In den letzten beiden Jahren habe er die ganze Erde umwandert. Man glaubt, daß zum Teil wenigstens Raub das Motiv zu seinen Taten gewesen ist. Der Poftraub in Triebel. Der größte Zeil des Geldes wiedergefunden. Wie wir bereits mitteilten, ist es den nach Iriebel entfandlen Berliner Kriminalbeamten sehr schnell gelungen, hen Raubüberfall auf die beiden Postbeamten, die 10 000 Mart Erwerblosengelder bei fich führten, aufzuklären. Der Raubüberfall war genau vorbereitet und fünf Berfonen, die Brüder Schmidt, deren Mutter, somie ihre Schwester und deren Bräutigam, ein Bostaushelfer, waren on dem Berbrechen beteiligt. Der Postaushelfer, ein gewiffer Riabe, mußte mit den örtlichen Berhältnissen genau Bescheid, und an dem Tage, an dem eine größere Summe transportiert wurde, benachrichtigte er seine Spießgesellen. Er selbst hatte sich trant gemeldet, um nicht in den Verdacht der Mittäterschaft zu tommen. Inzwischen ist es auch gelungen, den größten Teil des ge= zaubten Geldes wiederzufinden Es war an der schiebene Stellen vergraben und vermauert Insgesamt fonnten 8000 Mart wieder herbeigefchafft werden. Der Rest ist von den Tätern zur Bezahlung von Schulden und zur Anschaffung neuer Kleidung verwendet worden. Die Festgenommenen, die sämtlich geständig sind, sind in das Amtsgerichts gefängnis in Forst eingeliefert worden. Nächtlicher Feuerfampf mit Dieben. Ein Wächter von Metalldieben angeschossen. Ein nächtlicher Feuerkampf hat sich in der Nacht zu Donnerstag auf dem Gelände der stillgelegten Bitriolfabrik in der Kanal Straße 13 zu Rudow abgespielt. Der 36 Jahre alte Wächter Rudolf Böhlte aus der Neutölner Straße 36 in Rudow versieht dort den Wachtdienst. In den Gebäuden sind noch viele wertvolle metallteile, die Diebe wohl reizen tönnen. Das Gelände stößt mit dem Hinterland birelt an die Kanalböschung und oft kommen die Diebe in Booten heran. Als Böhlke gegen Mitternacht einen Rundgang machte, standen ihm plötzlich auf dem Hof drei Männer gegenüber. Ehe er sie noch ansprechen, oder zu seiner eigenen Waffe greifen fonnte, hatten sie die ihren gezogen und gefeuert. Der Wächer wurde von zwei Schüffen in den rechten Oberarm und die Schulter getroffen und kampsunfähig gemacht. Die ertappten Diebe flüchteten burch einen zerbrochenen Zaun und entfamen in der Dunkelheit. Das alarmierte Ueberfallkommando suchte vergeblich nach ihnen. Der Wächter mußte in das Buckower Krankenhaus gebracht werden. Dampfer überfährt eine Billa. Lotfengebühr erspart, aber 35000 Mart Schadenerfah. Daß ein richtiger Dampfer eine richtige Billa buchstäblich über fahren tann, mußte zu ihrem großen Schrecken dieser Tage eine in einem am Bosporus wunderhübsch gelegenen Sommerhause versammelte Teegesellschaft erfahren. Man saß gerade beim Fünfuhrtee, als das ganze Haus pläßlich eine furchtbare Erschütterung erlitt und sich mit gewaltigem Krach in der einen Seitenmand des Zeezimmers ein mächtiges Bech öffnate, in dem Gallionsfigur eines großen Schiffes erschien. Während die Gesellschaft entfest aus dem Sause), fute feh bas gegen ble Billa gefahrene Schiff ner zweifelt loszumachen und zerstörte babei das ganze Haus. Der llebeltäter war ein rumänischer Tantdampfer, der zur Ersparung von Gebühren den Bersuch unternommen hatte, ben Bosporus ohne Lotsen zu durchfahren. Auf der Hohe von Ranlibicha war der Dampfer von der hier sehr gefährlichen Strömung erfaßt und gegen das User getrieben worden, wobei fich der schnabelförmig vorgebaute Bug des Schiffes in bie auf einem Rembrand BANK für DEUTSCHE BEAMTE 3st diefer Rembrandt auch echt?"" O bitte, fragen Sie mal dran, was das für prima echte Delfarbe ist!" erst in Transdanubien seine Heldentaten-- Mord und Verhaftung ausführen. Endlich am 16. November fonnte der Herr taiserliche Admiral auch Budapest ,, erobern" nämlich mit seinen Banden in die Hauptstadt Ungarns einrüden, als die Rumänen sie verließen. Ueber die Borgeschichte des Sociognimordes erklärte in feiner Zeugenaussage Edmund Beniczky, der in der ersten Periode der ungarischen Konterrevolution Horthys Minister des Innern war und dieses Amt inne hatte, als Somogyi und mit ihm sein Freund, der junge proletarische Dichter, Bela Bacio, ermordet wurden, folgendes: Die Nachrichten über die Greueltaten der Offiziere hatten in der ausländischen Bresse einen sehr ungünstigen Widerhall gefunden. Ungarn stand vor den Friedensverhandlungen Man wollte Herrn Horthy zur Mäßigung raten. Eine Deputation der Führer Der Konterrevolution, behend aus den Grafen Julius Andrassy, vormaliger Außenminister der österreichisch ungarischen Monarchie, Georg Ballavicini, dem Schwiegerlohn Andrassys, Josef Karolyi und Stefan Bethlen, derzeit m nisterpräsident in Ungarn, begab sich zu Horthy und verlangte von ihm, er solle den Ausschreitungen der Offiziere ein Ende bereiten. Horthy war sehr empört über diese Forderung und verteidigte die Schandtaten seiner Offiziere. Als die Deputation ihn fragte: Wird es bei dem Einzug der Armee in Budapest einen Bogrom geben?, antwortete Horthy: Bogrome wird es teine geben, aber einige werben schon schwimmen ( schwimmen bedeutet in der ungarischen Verbrechersprache ,, als Leich fleinen Privatfai unmittelbar am Wasser stehende Villa Kadri Pascas bohrte. Die Reederei tes Dampfers hat allerdings die 20 m. Lotsengebühr gespart; die Schadenersagflage des um seine Villa gekommenen Kadri Baschas fordert aber von der Reederei die Eumme von 35 000 pr. Berlins 45 Millionen Kredit gesichert. Der Finanzausschuß ftimmt der Aufnahme des Darlehne zu. Heute vormittag tagte im Rathaus der Finanzausschuß der sich mit der Genehmigung der neuen Berliner Anleihe, di: bereits gestern von der Stadtverordnetenversammlung atzeptiert worden ist, beschäftigte. Der Ausschuß stimmte der Aufnahme des Kredites zu. Das 45- Millionen.Mart- Darlehen wird befanntlich vor einem Ron fortium begeben, dem die Breußische Staatsbant, die Deutsche Bant und Discontsgesellschaft angehören. Der Ausschuß beschäftigte sich insbesondere mit dem Berlangen der Banten, nach be spnderer Sicherung durch Lombardierung von im Befiz der Stadt befindlichen Attien. mann forderte die mit geblendetem Licht Fahrenden auf, fie mögen. halten. Als der Chauffeur, Hauptmann Kovarcz, dieser Aufforderung nicht nachtam, schoß der Wachmann ihnen nach und brachte das Auto zum Stehen. Kovarez stieg aus, es entspann sich ein aufgeregter Bortwechsel, aber sie fonnten bis zur Mordstelle weiterfahren. In den Neupester Donauauen haben Horthys Offiziere die beiden Männer best talisch ermordet. Sie wurden mit Bajonettftichen verwundet mehr als 10 Stiche wurden allein an Somogyis Leiche festgestellt-, es wurden ihnen die Augen ausgestochen, und ihnen dann der Fangidhuß gegeben. Die nationalen Helden vergaßen natürlich nicht, die Ermordeten auszurauben. Goldene Uhr, Brieftasche und Geldbörse wurden von den Herren Offizieren den Beichen geraubt. Dann wurden die Körper in die Donau geworfen. Der während der Friedensverhandlungen verübte Mord war dem politischen Führer der Konterrevolution äußerst unangenehm. Ministerpräsident Suszar versprach denn auch im Parlament, eine ftrenge Untersuchung einzuleiten und die Täter egemplarisch zu bei ftrafen. Der Polizei gelang es tatsächlich innerhalb weniger Stunden, die Täter und den Tatbestand festzustellen. Es wurde nachgewiesen, baß die Täter, Oberleutnant Soltesz, Hauptmann Kovarcz, Leutnant Megen alle Miglieder tes Oftenburg- Detachements- Somogyi mit dem Auto des Armeeoberfommandos Nr. A III 36 entführt batten. Das Auto wurde noch am selben Tage in Beschlag genommen. Man fand in ihm die blutige Hose des Mörders Megan; die goldene Uhr Somonnis wurde im Besize des Oberleutnant Soltesz vorgefunden. Die Polizei des Herrn Beniczky hatte die Mörder eruiert aber verhaftet wurde niemand. Horthy hielt seine schügende Hand über se ne morboesellen. Er fonnte fie nicht preisgeben, da er selber der Mordanstifter war. Das Armeeobertommando nahm das beschlagnahmte Auto der Polizei ab, forberte die Untersuchungsaften ein und betraute mit der militärischen Untersuchung der Angelegenheit den Oberleutnant Sefcfit, der einige Tage vorher ben sozialdemokratischen Parteisekretär Nito laus Cserventa ermordet hatte. Und das Resultat? Dir Mörder wurden von der Konterrepolution reichlich belohnt, fie erhielten gute Posten als Schweigegeld, Zehn Jahre sind seither vergangen. Duhende von einfachen Männern, die in der Repolution bescheidene Posten bekleidet haben, find noch heute eingeferfert. Tausende müssen noch heute in allen Ländern der Welt als Flüchtlinge darben aber die Mörder Somogyis wurden von Herrn Horthy ausnahmslos am nestiert Der Mörder und Räuber Soltesz wurde im ungarischen Kriegsministerium angestellt, die onteren wurden in zipilen Staats ämtern untergebracht und Horthy. der Anstifter, ist seit zehn Jahren Staatsoberhaupt von Ungarn. So gedenkt das Profetariat in Ungarn, gedenten die Emigranten im Ausland der ehlen Märtyrer des Sozialismus und schöpfen que ihrem Heldentod Begeisterung für den entschloffenen Kampf gegen die Konterrevolution und für den Sozialismus. Diebe auf dem Schnellzugsdach Wildwestflüdchen aus der Zichechei. Prag, 20. Februar. Einem Reisenden des Shnellzuges Nr. 14 wurden zwischen den Stationen Brag- Barbu biz 1600 Kronen gestohlen. Eine Durchsuchung des Zuges war erfolglos. Erft in Stalin bemertie man auf dem Dach eines Waggons zwei Männer, die sofort die Flucht über die Wagendächer ergriffen. Die Schaffner eilten ihnen auf den Dächern der Waggons nach, toch gelang es den beiden, auf einen in entgegengefeßter Richtung gerade abfahrenden Bug aufaufpringen, wo sie auf dem Dache eines Güterwagens Plaz nahmen. Auf Grund einer telephonischen Meldung wurden die zwei Männer dann in Böhmisc; Brod ernert verfolgt, tonnten aber auch hier wieder entkommen. Erst einige Stunden später wurden sie in Boritschan verhaftet. Bei einem der beiden wurde ein reichsdeutscher Baß sowie ein Fläschchen mit unbekannien Gift aufgefunden; der andere hatte einen in Geheimschrift gehaltenen Brief und eine Anzahl Gs ist selbstverständlich, daß her Kredit von den in Frage Hunderttronenfchetne bei sich. Ein weiter verwegener tammenben Instanzen nicht genehmigt worden wäre, wenn man bie Diebstahl purte gleichfalls auf ber Eisenbahnftrede tienperpfändung städtischer Unternehmungen gefordert hätte. soniggräß- Brag derübt. Dort wurde eine Person aus handelt sich in diesem Falle aber um die Bombarbierung des Attien patetes einer Geselstaft, bei ber die Stadt nur einen Teil des gesamten Sapitals belizt. * Der gestern befchloffene Kredit von 45 miffionen Mart ist auch bereits von der Auflightsbehörde genehmigt. Die zur Deckung diefes kredits befchloffene Ausgabe von 45 Millionen Mark Sprozen figer Sahanweisungen ist ebenfalls von der Aufsichtsbehörde und den zuständigen Ministern heute genehmigt. Brag während der Fahrt von einem jungen Manne nartotiflert und um mehrere hundert Kronen beraubt. der Broving Hupei wurde der americanische Missionar Moore von Ameritanijher Miffionar in China ermordet In Itschang in chinesischen Banditen ermordet. Der amerikanische Generalfonjul in Stanfing hat sich nach Itschang begeben, um dort die Untersuchung Bu leiten. Die Strafrechtsreform. Ein Vortrag von Otto Landsberg. In einer gemeinsamen Beranstaltung der sozialdemokratischen Juristen und der Bereinigung Sozialistischer Studenten sprach Genoffe Otto Landsberg über Strafrechtsreform und die Ergebnisse der Arbeiten des Strafrechtsausschusses Er sagte: Wir stehen am Borabend eines Ereignisses von größter Bedeutung. Morgen mird im Strafrechtsausschuß die erste Lesung des Entwurfs zum neuen deutschen Strafgefegbuch zu Ende geführt. Jebem verantwortlichen Mitarbeiter an diesem Wert bejchleicht ein banges Gefühl; er meiß wohl, was er gewollt, nicht aber, was aus dem Gesetz wird. Bon Dostojewski weiß man, daß von den Russen das Wort Unglücklicher im gleichen Sinne gebraucht wird wie das Wort Berbrecher. Für uns Deutsche dürfte das Zusammenfallen dieser beiden Begriffe den Sinn der Erfenninis haben, daß die Gesellschaft die Mitschuld am Berbrechen trägt Sagt doch das Dichterwort: Ihr laßt den Armen schuldig werden und überlaßt ihn dann der Pein Es ist oft behauptet worden, das Strafrecht habe die alleinige Aufgabe. Die befizenden Klassen zu schüßen. In dieser Berallgemeinerung dürfte der Satz nicht stimmen. Gewisse Teile des Strafgesetzbuches haben zweifellos einzig und allein diesen Zwed. Es gibt aber feine Gesellschaftsordnung ohne Strafrecht; in einem Staat, wo die soziale Demokratie sich zu einer sozialen Aristokratie durchgerungen hat und jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft zu solch einem Aristokraten geworden ist. Es genügen schon wenige Beispiele, um zu zeigen, daß das Strafrecht nicht bloß die Güter der Wohlhabenden schützt. Der Bustmörder Böttcher tötete das fleine Töchterlein eines Arbeiters und Sozialdemokraten; Heiratsschwindler machen sich in der Hauptsache an Kleinbürgerinnen und Hausangestellte heran; Opfer von Kindermißhandlungen find in erster Linie Proletarierfinder. Dem Ber brecher ist es in der Regel gleichgültig, weffen Rechtsgut er angreift. Er fragt sich nur, wie erreide ich mein Ziel, und dieses Ziel erreicht er bei den Armen oft leichter als beim Reichen. Nirgends ist aber die Evolution der Anschauungen zur fozialistischen Gedankenwelt jo flar erfennbar wie im Strafrecht. Die Strafe, ursprünglich nichts anderes als Hinzufügung von Qualen, ist heute bereits von dem Erziehungsgedanken erfüllt. Ur sprünglich persönliche Ra che für das zugefügte Uebel, nimmt der Staat die Anwendung der Strafe selbst in die Hand und macht sie zur öffentlichen Vergeltung. Als zweiter Zweck der Strafe kommt später die Abschredung hinzu. Bon diesen beiden Merkmalen war das erste preußische Strafgesetzbuch beherrscht. Bergeltung und Abschredung als Strafzmed wurde auch vom Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich übernommen Der soziale Gedanke war ihm vollfominen fremd. Das alte Strafgesetz strafte bloß die perbrecherische Gesinnung. Der Schmetz, der dem Berbrecher in Aus ficht gestellt wurde, mußte stärker sein als der Genuß, den er von der Straftat zu erwarten hatte. Half nicht die Drohung mit der Strafe, so mußte unter allen Umständen das Uebel vollzogen werden. nst Gegen den Krieg. Eine pazifistische Komödie in der Volksbühne. tisches Theater machen läßt, ist unverständlich, man tann schon fagen, eine Geschmacklosigkeit. In der entscheidenden Ministerrats. sigung werden der sozialistische Ministerpräsident als Schwachkopi, die auftretenden Gewerkschaftsvertreter als tomplette Trottel, de Sozialisten insgesamt als gewiffenlose Parteibongen hingestellt. Der Ministerpräsident ist erfältet und niest alle zwei Minuten, was dreimal ganz amüsant ist, aber auf die Dauer aubern wird. Das ist Klamottenfomik und unangebrachte Gehässigkeit, die den reinen Absichten des Dichters entgegenläuft. Seiche Mäßchen erzeugen vielleicht Augenblickswirtungen, drücken aber das Niv: au des Stüdes herab und durchkreuzen den Sinn der Komödie, die für eine wahrhaft heilige Sache fämpft, für den Sieg der Bernunft in der hohen Politit, für flaren Blid in der Bewertung von Krieg und Hurrapatriatismus. In der Inszenierung wendet Karlheinz Martin eine neue Maschinentechnik an. Die zahlreichen Bilder spielen auf fahrbaren Podien, die vom Hintergrund und von den Seiten her ins Spielfeld rollen. Auf Transparenten im Border und im Hintergrund erscheinen Lichtbilder, die den verzwidten Gang der Handlung er läutern, schnellen Bedfel der Szenen ermöglichen und die Ubergänge ineinanderfließen laffen. gänge ineinanderfließen lassen. Ein solcher technischer Trid ist interessant, sein Wert ist, wo eine Drehbühne norhanden ist, fraglich. Das letzte Bild, die feierliche Unterzeichnung des Friedensvertrags, benutzt die albgewohnten Bühnenm tel, es hat die stäriste, eine grandiose Wirkung. Im ganzen gesehen, haben wir eine actbare Leistung vor uns. Es gibt wenig Bühnen in Berlin, die mit so, nachhaltigem Eindrud Theater spielen. In London hat die Komödie des jungen irischen Schriftstellers| dem langjährigen Mitarbeiter Biscators Leo Lania partei poliC. H. Munro Das Gerücht" die Gemüter erregt und nachbaltigen Erfolg erzielt. In Berlin wird sie in Karlheinz Marin Karlheinz Mar tins Inszenierung auch Erregung stiften; ob fie hier Erfolge zeitigen wird, steht dahin. Es wäre zu wünschen allerdings mit allerdings mit einigen Henderungen der Inszenierung. Der Verfasser will zeigen und zeigt sehr anschaulich, wie Krieg und Kriegsbegeisterung entstehen und was dahinter steckt: auf dem Baltan gibt es zwei Ländchen, die reiche Bodenschäße bergen. Die britischen und französischen Kapitalistengruppen, die das Gebiet ausnuten, wollen die Ertrag niffe steigern und halten einen Krieg zwischen den beiden Ländchen für ein dazu geeignetes Mittel. Sie lancieren in die ihr willfährige Bresse das Gerücht von feindseligen Handlungen an der Grenze. Bresse das Gerücht non feindseligen Handlungen an der Grenze. Der Plan hat die erhoffte Wirkung. Aus der Furcht vor Ueber. fällen entsteht Erregung, aus Erregung Haß, und aus dem H machsen Blänfeleien, die den äußeren Anlaß zum Krieg liefern. Das britische Ministerium gibt nach anfänglichem Widerstreben auf Drängen der interessierten Gruppen endlich die Einwill gung und die Mittel zum Kriegsbeginn. Unzählige Opfer erfordert der Kampf, unzählige Märinrer für eine heilige Sache. Sie haben nicht gewußt, daß die heilige Sache ein Börsencoup gewesen ist. Der feierliche Friedensschluß boentigt die Feindseligteiten nur schein bar. Schon ahnt man die von Profitgier genährten Wünsche nach neuen Konflitten. Ein pazifistisches, ein Antifriegsstüd also. Wieder ein Antikriegsstüd, wird man hören. Mit Unrecht wird man sagen: Laßt uns endlich mit der Kriegsdramatit, laßt uns mit dem politischen Theater zufrieden. Mit Unrecht, denn nicht oft genug fann Gemütern, die allzu schnell das Grausen des Zehn millionenopfers Krieg vergeffen, die Sinnlosigkeit der Soldatenspielerei demonstriert werden. Mit Unrecht auch in fünstler scher Beziehung. Denn dies politische Theater ist mit Nachbruc, mit Ernst, mit Verantwortungsgefühl und in edler Absicht gemacht. Der Verfasser Munro malt nicht in Schwarzweißmanier, hie Schurten, dort Engel. Er verteilt Gerechtigkeit nach be den Seiten. Die aufflammende Begeisterung des Volkes entspringt zwar wie immer bei patriotischen Erregungen der Unüberlegtheit und aus einer Psychose heraus, die Begeisterten selbst aber haben ein echtes Gefühl. Sie wissen nicht, daß sie geführt werden in ihren aufwühlenden Empfindungen. Sie sind nicht töricht, sondern sie sind Opfer. Im Manuskript erscheinen auch die Minster und die Arbeiter deputierten als verantwortungsbewußte Köpfe, die das Für und Wider des Kriegsbeginns nach allen Richtungen hin durchforschen. Warum ausgerechnet die Boltsbühne aus dem politischen Stüd non Arbeiter- Gänger: Das Ensemble bildet hier ein Kollektiv. Es gibt tainen Schauspieler, der sich vordrängt oder der sonstuie ols Prominenter an die Spize fritt. Hans Beppler, oft bewährt in anderen aftur en Inszenierungen, fällt auf, ferner Erich Thormann, Leo hard Stedel, Siegmund Nunberg, Ernst Karchow und Ferdinand Hardt. Der Beifall wagte sich nach dem ersten und nach dem zweiten Att nur schwach hervor. Erkt am Schluß brach Beifallstosen aus, das Ensemble und endlich Karlheinz Martin selbst, Hand in Hand mit dem Bühnenbildner Edward Suhr. erschienen vor der Rampe. Die guten Absichten des Stüdes müssen sich verwirklichen laffen. Hoffentlich fürst man einige zu lang und zu langwel g geratene Szenen, hoffentlich entfernt man de erwähnte Entgleisun gen und schafft der Stomödie die Bedeutung, die ihr zukommt. Ein solches politisches Theater fönnen wir brauchen. Ernst Degner. Daraus erflärt es sich, daß es z. B. für ben Morb nur eine Strafe Arbeiter Gänger: und Musikbewegung| finnländische Verbond veranstaltet am 24. Juni 1980 ein Arbeiter gab. die Todesstrafe, daß eine ganze Reihe anderer Berbrechen teine. andere Strafe tannte als die Zuchthausstrafe; daß wieder in zahlreichen Fällen bloß das Gefängnis, unter teinen Umständen aber Geldstrafe in Anwendung gebracht werden fonnte. Die Nebenstrafen mie Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Polizeiauf ficht, hatten gleid falls ben alleinigen 3med, das Strafübel be fonters fühlbar zu machen. Als dann in den 80er Jahren die Reichstriminalstatistik ein Anschwellen der Kriminalität der Jugendlichen und Rückfälligen aufmies, da jah man fich plötzlich vor dem Banteroff des Strafgesetzbuches. pom Jahre 1871. Man erkannte, daß die Umwelt das Handeln des Menschen bestimmt und daß die Zahlen der Kriminalstatistik von mirtschaftlichen Verhältnissen abhängig sind das waren bereits fozialistische Gebanten. Die modernen Strafrechtstheoretifer nahmen fie auf und brachten sie in bürgerliche Kreise. Trotz dieser Erkenntnis tonnte sich aber der Obrigkeitsstaat zu feiner einzigen nennenswerten Reform entschließen. Er beharrie bei dem qualifizierten Straf minimum, bebingte Begnadigung gewährte er bloß ausschließlich jugendlichen Personen. Anders der Bolfsstaat von heute. Der Obrigkeitsstaat forderte die Bestrafung für jede Berfehlung, der Boltsstaat gestattet in gemissen Fällen Einstellung des Verfahrens, er verzichtet auf die Bestrafung von Jugendlichen unter 14 Jahren und begnügt sich in vielen Fällen mit Erziehungsmaß nahmen bei Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahre, er gestattet die Umwandlung von Freiheitsstrafe in Geldstrafe, macht in meitestem Umfange von der Bewährungsfrist Gebrauch, er. tellt dem Gericht die Befugnis, bei leichten Fällen von Strafe ganz abzusehen usw. # England, Efland, Finnlond, Palästina. musitfest in Abo. In Finnland hat man, nach Mitteilungen unseres Revaler Gewährmanns, besonders gute, Leiftungsfähine Chorgemeinschaften, die im Männer, Frauen und gemischten Chor fingen und gleichfalls wie in Estland, ihren Chören Sinfonie und Blasorchester angegliedert halten. Beide Verbände, die miteinander in freundArbeiterfängerinternationale anzuschließen. Arbeitslose Sänger eines enelischen Bergarbeiterchors fon Bertierten vor einigen Jahren im Rheinland und in Mitteldeutsch land. Näheren Einblid in die englische Arbeiterfängerbewegung gefchaftlichen Beziehungen und Austausch stehen, planen, fich der r währt mir nun Ian D Bush, musikalischer Berater ber Lanbon Babour Choral Union"( Londoner Arbeiterchor- Bereini gung), der im Dezember vorigen Jahres die Freundlichkeit besaß. mir über die. Entm dlung, ten augenblicklichen Stand und die Ziele der englischen Arbeiterdorbewegung ausführlicher zu berichten. Die London Labour Choral Union wurde im Jahre 1924 gegründet. Sie umfaßte 261 Mitglieder, die sich über acht Chor vereine verteilten Heute weist der Verband 13 Chäre mit insge samt 427 Mitgliedern auf, und Bush nimmt an, daß er augenblicklichy famt 427 Mitgliedern auf, und Bush nimmt an, daß er augenblicklich den größten Arbeiterchorverband Englands darstellt. Die Ziele, die die London Labour Choral Union" sich aeſtedt hat, sind Liebe zur Musik im Bolle zu entwickeln und den Gesang in die Dienste der Arbeiterbemegung der Großstadt zu stellen". In den Konzerten fingt man Bolts- und Tendenzlieber ,,, nevirate musikalische Werke und verfäumt auch nicht. auf ältere Mufif, Madrigale, zurückzugreifen. Reben A- cappella- Gesängen bringt man auch Chöre mit Begleitung zu Gchör. Das Orchester freilich muß aus Snarjamteitsgründen zumeist durch Ornel oder noch schlimmer durch Klavier ersetzt werden jährlich findet in einem Londoner Konzertsaal ein Fest statt. Diefem geht ein Wettkampf voraus, den ..bie Mitrlieher sehr gerne haben, wiewohl er von allen fortschritt. lich eingestellten Leuten aus Prinzip abgelehnt wird. Die ausge sekten Preise bestehen aus Chorgesangsnoten, die die Londoner Mufifnerleger stiften. Ferner wirfen die Chöre bei Bersammlungen der Londoner Arbeiterpartei mit und veranstalten in ihren Heimat bezirfen felbständig eigene Stonzerte. Die musitalis he Bildung der Milieder der englischen Arbeiterdöre ift gering. Sie können nicht nach Noten fingen und haben menig Luft ,, diese schwere Stunfi" zu erlernen. Die Tenben höre, die unsere englischen Freunde befizen, erweisen sich als„ fehr mangelhafte oder ziemlich fomplizierte Literatur". Die finanzielle Lage der fleinen Bereine ift schlecht. Die mitgliedsbeiträge langen faum zur Anschaffung von Noten und zur Bezahlung der Saalmiete für die Uebungsstunden. she Auch Palästina bat ein eigenes Arbeitermufit unb dor wesen, deffen musikalischer Führer, M. Robinomis, in regem fünft lerischen Austausch mit der Mufifberatungsstelle Les Deutschen Arbeiterfängerbundes steht. Interessant die Tatsache, daß unsere jüdischen Genossinnen und Genoffen( es existieren in Palästina nur gemischte Chöre) die gleichen Gefänge, in das Hebräische übersetzt, pflegen, die von unseren deutschen Chören gefungen werden. Junge Tanzfunft. Walter Hänel. Bier junge Tänzerinnen debütierten im Schwechien saa L Solche Debüis find von einer Wichtigkeit, die man nicht leicht überschäzen fann. Für die jungen Damen, die die Scheu vor dem öffentlichen Auftreten überwinden müssen, und für die Tanzintereffenten, die das felistische Material des tänzerischen Stach muchjes tennenlernen. Die Beranstaltungen find wichtig, auch wenn sie, wie diefe Matinee, teine wertnolle Ausbeute liefern. Unter den pieren war nicht eine, der man, nach dem hier Gebotenen zu urteilen, eine bedeutende Zukunft prophezeien fönnte. Julia Marcus( Städtische Oper), anscheinend die stärifte Begabung unter den dieren, sichere Technit, forsch in trafinollen Schwüngen und Sprüngen( Auf einer Linie"). uftig und schmilfig ( Allegro"), eigenartig und schon im erstatischen Busammenzuden des Rumpfes, im Stoßen der Glieder( Schwerer Weg"). Hannes lore Kern, diszipliniert. aber oft monoton, mit überhipten und doch unlebendigen Bewegungen. Ida Me wal( Städtische Oper), schwer, fast plump, namentlich in der Sprungtechnif. Daisy Baumann( Städtische Oper) in nietlichen, sympathischen, aber etwas trodenen Kleinfünften eine gute Mittellinie haltend. Gie tanzte mit der Memal ein forrett tomponiertes, in sauberer Arbeit Dorgetragenes Duo". Neben Fortschritten, wie der Begfall von Verlust der bürger lichen Ehrenrechte und der Polizeiaufsicht, wie Bulaffung von milder Londoner Arbeiterpartei mit und veranstalten in ihren Heimate dernden Umständen bei sämtlichen Straftaten, Absehen von Strafe bei besonders leichten Fällen, Erhöhung des Strafmüntigkeitsalters auf 16 Jahre, Einführung des Begriffes der verminderten 3ure nungsfähigkeit, beharrte er auf der Todesstrafe, auf der Unterscheidung zwischen Zuchthaus und Gefängnis, auf den Abtreibungs- und Gotteslästerungsparagraphen, auf eine völlig unhaltbare Gestaltung von Strafbestimmungen für politische Delifte und dergleiten mehr. Nur im harten Kampfe ift es den Bertretern der sozialdemokratischen Frattion gelungen, eine große Anzahl von Berbesserungen herbeizuführen. Die Bestimmungen des Entwurfs, Debüts sind im allgemeinen tein unfehlbarer Prüfstein. Ich sofern sie fich auf politische Berbrechen beziehen, haben Auf dem internationalen Treffen der Arbeiterjugend in Wien würde mich freuen, wenn die weitere Entwicklung der vier Tänim hohen Maße die Gefahr für die Arbeiterschaft verloren. gelang es mir. Beziehungen zu Eit land aufzunehmen, N. Gold- zerinnen ben blaffen Eindruck des ersten Versuches torrigieren würde. Aber alle diese Reformen würden mur menig nüßen, wenn sie schmidt, der führend in der estnischen Arbeitermufifbemegung tätig micht mit einer Reform der Merschen felbft begleitet wären; nur wenn die Richter und die Leiter der Strafanstalten das Herz am rechten Fleck, Verstand im Kopfe, Liebe zum Menschen haben werden, werden sich die neuen Gefeße wohl tätig auswirken. Die Sozialdemokraten waren gegen die Siche rungsverroahrung, denn sie sagten sich, nur wenn die leitenden Männer ihr Handwerk verstehen werden, werden diese Anstalten nicht Photographien der Gefängnisse und Zuchthäuser sein. Und für die Richter wird das eine gelten müssen: nicht strafen wollen, sondern fich im Innern fagen, daß es nicht die Schuld der Menschen ist, wenn Sie vor ihnen als Angeflagte stehen, und nicht ihr, der Richter, Berbienst, daß sie auf dem Richterplatz fizen. Der Richter nuß um die Seele des Menschen, den er zu richten hat, ringen, und erst menn er mit modernen Anschauungen erfüllt sein wird, wird das neue Strafgefegbuch den deutschen Bplfe zum Segen gereichen. In der Diskussion wurde am Vortrag mie ouch am Entwurf manche ritif geübt. Der Referent ftellte in feinem Schlußwort unter anderem feft, daß das neue Strafgefehbuch nur der Ausdruck ber jeweiligen Machtverhältnisse darstelle und daß die sozialbeniotratische Frattion nicht dem Entpurf gegen irgendwelche Meine Rongefftonen zuftimmen wird, sondern für seine Annahme nux bann fein wird, wenn es einen wirtlichen Fortschritt bedeutet. Bor Eintritt in die Tagesordnung hatten sich die Anwesenden zum Gedenten von Dr. Paul Levi erhoben. Dr. Kurt Rosenfeld fprach einige marm empfundene Worte. * ift, berichtet, daß man augenblicklich in Estland am Werke ist, die Arbeitermusikverbänte tes Londes zu einer Bereinigung zusammenzuschließen. Die dortigen Chöre unterhalten vielerorts eigene Ordyester und betätigen fich gleichzeitig auf dem Gebiet der Oper. Die Arbeitermusifbewegung in Estland ist noch ziemlich jung. In Reval( Tallinn) begann man im Herbst 1925 mit der Arbeit. 1927 folgten Dorpat, Rernau und Narwa. In Reval übernahm N. Goldschmidt die Leitung des Arbeiterchors, bem ein feilb ständiges Sinfonie- und Blacord efter sowie eine Mantolinergruppe angegliedert sind. Sooleich im ersten Jahre wurden 15 Morgen fonzerte veranstaltet, für den Rundfunt olsuncen und des öfteren in der Umgebung der Stadt mustziert. Die Mitglieder der Chöre und Orchester find Arbeiterdilettonten", die nach schwerer Arbeit ihre Freizeit der Musik widmen. Im Juli 1999 veranstalteten die vereinigten Arbeitercore und orchester von Reval, Dorpat und Bernau ein Sängerfest. Sämtliche Konzerte erfreuten fich eines überaus starten 3u Spruchs der Arbeiterfdeft. pie die Säle unb Theater bis auf den letzten Pink füllte. Die Veranstalter zeinen sich bemüht, ben tüinst lerischen Gefmad des Arbeiterpulifums zu heben. In ihren Be strebungen werden sie von ber Lantesregierung unterstüßt. Für ten Sommer 1981 ift ein allgemeines efttändisches Arbeitermusif. fest vorgesehen. Auch in Finnland finden wir ein reges, gut entwickeltes Arbeitermusifwesen. Es ist älter als bas eftländische, arbeitet mit großem Erfolg und verfügt über eine eigene Mufifzeitschrift. Der Die feufche Sünderin." Universum. J. S. In New York ist alles ganz anders. Da, reihen sich die Söhne der Warenhaustönige und Trustmagnaten an, um eine feine Bertäuferin zu ehelichen. Vielleicht tun fie es, um den anderen, die nicht in dieses glänzende Brautbett getragen werben fönnen, einen Hoffnungsschiminer zu lassen. Es gibt eben mehr Berkäuferinnen als milliardärsföhne. Ein altes, in Amerika sehr beliebtes Thema. Mary Bickford trat vor einiger Zeit in einem ähnlichen Film auf Hier wird noch eine pitante Sauce angerührt. Das Fräulein Bert Kelly besucht allerlei Stätten, wo sich junge Amerikaner vorgeblich amüsieren so etwa im mondänen Treiben. An sich liebt die junge Dame es nicht, aber sie macht mit, um sich einen mohlbegüterten Mann zu angeln. Jedenfalls jagt sie es selbst. Ameritanischer Geschmad, amerikanisches Ideal, bas bie tapitaliftische Welt als die befte aller Welten betrachtet Beiber notieren im Leben die Lohengrine als Raritätswert, und der amerikanische Film spiegelt eine Welt die überhaupt nicht egiftiert. Die Regie ist tultipiert, die Darsteller zeigen wie immer schauSpielerisches Können. Colleen Moore spielt die junge Dame, bie die soziale Stufenleiter hinauffällt, mit großer Wandlungs fähigkeit, mit Biz und toller Baune und mit einer zerquetschten Träne. -t. Die neue Zeit in Dresden. Eine sozial- kommunale Fahrt durch die Elbmetropole. Dresden, 19. Februar. Wenn im Mai dieses Jahres in Dresden die Inter nationale Hygieneausstellung eröffnet wird, so wird von diesem Tag an die Hauptstadt des Freistaates Sachsen fünf Monate lang im Mittelpunkt des öffentlichen Intereffes in Deutsch land und dem Ausland stehen. Hunderttausende merden an den Strand der Elbe fahren, aber Tausende merden nicht nur die Ausstellung besichtigen, sondern die Stadt Dresden zum erstenmal in ihrem Leben sehen. Sie werden sich bemühen, die berühmten Sehenswürdigkeiten tennenzulernen: Das Schloß mit dem Grünen Gewölbe, die Gemäldegalerie, den 3ppinger, über dessen Wiederheistellung der Bot warts" fürzlich berichtete, die Frauenkirche, die ehemalige fkatholische Hoftirche, die Brühlsche Terrasse und den unvergleichlichen Blick von der Elbbrüde. Das alles und noch manches andere ist das alte Dresden, die einst Haupt- und Residenz stadt der Könige aus dem Haus Bettin war. Mit vollem Recht hatte er der diese Stapt als das deutsche Florenz ge= priesen. Nur fommt man sehr schnell in die Gefahr, bei einem Sichperfenten in die Herrlichkeiten des Einst vollkommen zu ver. finfen. Und damit täte man dem neuen Dresden bitter unrecht. dem Dresden, an deffen Aufblühen und Emporsteigen auch Die Sozialdemokratie start beteiligt ist. Mit dem neuen Dresden geht es einem so wie mit allem Neuen im Städtebau: Man muß es suchen. Wie in Berlin und anderen Städten find auch in Dresden die neuen und neuesten Bauwerte über das ganze Stadtgebiet verstreut. Stättebaulich am beachtens. merteften ist zweifellos das 1929 erridtete Bolts und Schwimmbad im Ortsteil Bieschen. Dieses mit einem Aufmand von 1½ Millionen Mart erbaute Boltsbad bildet mit einer $ $ daneben liegenden Boltsbücherei und der modernen Häuser gruppe einer Baugenossenschaft ein sehr harmonisches raumbifpendes Ganze. Fremd, falt, überlebt schauen in dieses helle, schlichte Gebilde unserer Zeit die leider noch daneben stehenden Wohnhäuser aus dem Ende des vor gen Jahrhunderts hinein. Das Bad hat eine eigene Kurbadabteilung, die von einem Arzt geleitet wird, der die Besucher des Kurbades unentgeltlich untersucht und berät. Im Schwimmbad herrscht, einen Tag in der Woche ausgenommen, alle Tage fröhlicher Familienbabebetrieb. Nicht weit davon, in dem Vorort Trachau, liegt das sogenannte Gung heim, das für Dresden das ist, was Buch für Berlin ift: bas Seim der alten Leute. 11m einen ganz herrliden. grün be raften Innenhof mit gedecktem Umgang gruppieren sich fieben Ge. bäude, die die Räume ter alten Leute enthalten. Von dem vorgelagerten Berwaltungsgebäude führt ein unterirdischer Gang zu den Häufern. Die alten Leutchen sind sich darüber ein g, daß fie es gar nicht besser haben fönnen. Alle Tagesräume haben. fogar Radio mit Lautsprecher. Natürlich hat jedes Haus auch fein eigenes Batezimmer, aber es ist merkwürdig, wie wenig die Bäder benutzt werden. So sorgt man für Kranke und Aite... Für die Kranten ist in dem städtischen Krantenhaus Der Friedrich ft a dt eine eigene fleine Statt entstanden. Seinen Ausgang nahm das Krankenhaus, dessen Gesamtverwaltung dem auch in Berlin befannten Parteigenossen Stadtrat Paul Barthel untersteht, von dem gefchichtlich berühmt gewordenen Marcolini. schen Palais, teffen schöne 325 Meter lange Barockfront an der Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 21 2 Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ab. A Fr No. 7 Jahres- Ab.- Y. No. 50 19 Uhr Freitag, 21. 2. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Tannhäuser Rigoletto Ende g. 23 Uhr Ende 222 Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Repablik Vorst. 31 20 Uhr Die am Gendarmenmarkt St. R. 4 Fr No. 5 Jahres- Ab.- Y. No. 45 20 Uhr Fledermaus Sudpolxpedition Ende geg. 22 U. des Capitans Scott Ende 21% Uhr. Staatl. Schiller- Theater, Charlibg. 20 Uhr George Dandin Boukouroche Ende gegen 2212 Uhr SCALA Tägl. 5 u. 8%, Uhr. Barbarossa 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M. Con Colleano, 4 Bronetts und weitere zum 1. Male in Europa gezeig e Spitzenleistungen PLAZA Tag. u. 815 Sonn'. 2-, 5 u. 8" A ex. E 4, 8066 INTERNAT. VARIETE LICHT BURG Straße liegt, mährend sich in einem dahinterliegenden prachtvollen Parf die verschiebenen imposanten Klinikgebäude erheben, die sämtlich untereinander durch unterirdische Gänge verbunden find. In der chirurgischen Klinik sieht man die legte Errungen räume. schaft der modernen Heilkunde, die farbigen Operations. räume. Was bisher als Gipfel in der äußeren Aufmachung des chirurgischen Betriebs galt, nämlich der schneeweiße Operationsraum, wird plöglich als hofft unpraktisch angesehen. Das die Augen der operierenden Aerzte und der Schwestern blendende Weiß ist an den Wänden einem ftumpfen Grau, auf dem Fußboden einem rötlichen Fliesenbelag gewichen. Selbft die Operationsschürzen sind nicht mehr Fliesenbelag gewichen. Selbst die Operationsschürzen sind nicht mehr weiß. Auf der Rückseite des Krantenhausparts liegt eine großartige Brunnenanlage, ter Berlin nidts Aehnliches, gegenüber zustellen hat man bemüht sich jetzt, für den pomposen Brunnen eine neue Stätte zu finden, damit das ganze Bolt etwas davon hat. In dem Borderbau, dem ehemaligen Schloß, wird noch der wohl tonservierte Raum gezeigt, in dem am 26. Juni 1813 Napoleón I. dem österreichischen Außenminister Metternich gegenüberstand, um mit ihm über das Bündnis mit Desterreich zu unterhandeln. In der But warf Napoleon seinen Hut auf den Fußboden. Metter nicht aber hob ihn nicht auf. Dem Korsen tam jetzt eine Ahnung, daß es mit seiner Herrlichkeit zu Ende ging. ... Und so für die Jungen... Aber nicht nur für die Alten und Kranken, auch für die junge Generation arbeitet, schafft und baut Dresden. In dem Borort Reid ist soeben die 45. Bolfsschule, nach dem Bauernastro nomen, Bàlikih benannt, eröffnet worden. Pal Bich, der in dem benachbarten Dorf Prohlis geboren war, hatte 1758 zuerst den Hallenschen Kometen entdeckt. Wie die schöne Boltsschule in unserem Schlachtenfee, das neue Lyzeum in Köpenid und die großartige Hindenburg- Shule in Frankfurt a. d. Oder, so wird auch die Dresdener Palizfch- Schule die Bewunderung aller Pädagogen und aller auf moderne Erziehung eingestellten Eltern hervorrufen. Der Bau ist absolut schlicht und mit strenger Sachlichkeit errichtet. Aus der Aula alten Stils ist ein großer Vortragsraum für Film und Lichtbild ohne jeden Schmuck geworden. Man hat diesen Raum sehr fühn hoch oben auf das finnbildlichen die Bedeutung, die man der Körperfultur bei Gebäude aufgefeht. 3wei übereinanterliegende Turnhallen vermißt. Ganz neu und eigenartig sind die sechs 9 mal 6 Meter großen Freiluftlauben auf jedem Flügel drei, in jedem Stoďwerf eine, in denen im Sommer der Unterricht im Freien, Schulen liegen die weitgedehnten neuen und neuesten Sied. aber gegen Regen geschützt, abgehalten wird. In der Nähe dicser lungen, die die verschiedensten Stile aufweisen. Es gibt her nicht nur eine Siedlung der Kinderreichen, sondern auch ine Siedlung der Zabalgegner, die feineswegs zu bepötteln ist, da es sich um durchaus ernst zu nehmende Lebensreformer handelt. Da Dresden jährlich von Zehntausenden von jungen Menschen durchwandert wird, die Dresden, die Särtfifche Schweiz und das Erzgebirge fennen lernen wollen, hat die Stadt jegt als Jugend manderherberge ein Haus der Jugend" erbaut, das im Mai dieses Jahres mit 400 Betten eröffnet werden wird. In der schönen, jenseits der Elbe sich erstreckenden Dresdener Heide liegt, gleichfalls als moderner Rwedbau. die Waldschule. Hier werten Dom Arzt ausgesuchte Kinder 45 Tage untergebracht. Halb verhungert, förperlich total erschöpft und nervös, so fommen die armen Kleinen an und werden bei angepaßtem Unterricht wieder ein bißchen Winter Garten 15 Uhr- Ztr. 2319 Rauchen erlaubt Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen 4 Uhr kleine Preise 4 Uhr und 81%. Skarische Sportliche Tänzerische Circensische Humoristische Höchstleistungen Das führende Varieté Volksbühne Theater am Edlowplatz. 8 Uhr Deutsches Theater Theater d. Westens D. 1. Norden 12310 Täglich 8% Uhr: Tägl. 814 Uhr Der Kaiser Das Gerücht v. Amerika Komödie In 14 Bildern v C. K Munro Real: R. H. Waitin Hotel Stadt Lemberg Musik von Gilbert von Bernard Shaw Kathe Dorsch Reg: Max Reinhardt Leo Schützendorf Kammerspiele Staatl. Schiller- Th. D.1. Norden 12 310 8 Uhr George Dandin Boubourome Theater am 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheim Regie: Hans Heinrich. Schiffbauerdamm Die Komödie 11 Bismċk.2414/ 7516 Uhr Die Gartenlaube 814 Uhr Victoria Staatsoper von S. Maugham. Am Pl. d Republik 8 Uhr Regie Max Reinhardt Musik: Die Fledermaus Mischa Spoliansky. Komische Oper NEUE Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8% U. Barnowsky- Bunnen Theater der niggrátzer Straße Täglich 8 Uhr Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler traDirektion Dr. Robert Kleir Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 8 Uhr „ Eins, zwei, drei“ von Franz Molnar mit Max Pallenberg. Vorher: Souper Berliner Theater Donhoff 170 Täglich Uhi Die Straße mit Albert Bassermann. Regie Heinz Hilper Kleines Theat. Merkur 1624 Tägl. Tag. 8 Uhr Der Walzer von heute Nacht! Erika Glässner, Hi de Wörner, Hermann- Scha ifuß M on aufgepäppelt. Wenn man diese jammervollen feinen Gestalten ansieht, dann dreht sich einem das Herz um. Es ist ermittelt worden, daß von 24 Rindern 17 aus Familien fommen, deren Ernährer arbeitslos ist. Diefe Schule ist ein Segen für die Kinder der Wermsten der Dresdener Armen und im wesentlichen der Dresdener tommunalen Sozialdemokratie zu verdanken. Reisende des Arbeitsnachweises. 3mei foziale Einrichtungen Dresdens aber beanspruchen das besondere Interesse. Da ist zunächst der neue offentlige Arbeitsnachweis in der Maternistraße. Anfang 1929 hatte Dresden 40 000 Arbeitslose, jegt 57 000. Der Dresdener Arbeitss nachweis hat einen bemerkenswerten Versuch gemacht. Es sind acht Herren verschiedener Branchen engagiert worden, die nichts anderes zu tun haben, als systematisch die Arbeitgeber zu befuchen, um in persönlicher Rücksprache unter Borlegung einer Anzahl von Karteikarten, die die Personalien der Arbeitsuchenden enthalten, Arbeitslose unterzubringen. Der Leiter des Nachweises, Direktor Dr. Nerschmann, versicherte uns, daß diese Art der unmittelbaren Unterredung mit den Arbeitgebern große Borteile für beite Teile babe. Kaufmännische Angestellte haben jederzeit die Möglichkeit, sich auf den im Nachweis vorhandenen Schreibmaschinen chne Kosten Abschriften ihrer 3eugnisse ber zustellen. Ebenso besteht eine Lichtbild stelle, die den Arbeitslosen Lichtbilder für Ausweise usw. herstellt. In Sonderkursen werden junge Mädchen als Stenotypistinnen und auf der Maschine wirfiich gründlich ausgebildet. Man hat auf d'esem Arbeitsna+ weis das Empfinden, daß überall ein moderner Geift weht: Keine Sentimentalitäten, sondern Arbeit für die Arbeiter und die Angestellten. Der helle, moderne und freundliche Bau erregt den blassen Neid des Berliners. En fehenswerter Bau ist auch das vor zwei Jahren fertig. caftellte männerainl. Sechsmal darf einer im Monat tommen. Schlaue Kunden tommen sechs Tage vor dem Ersten und können dann socleich noch weitere sechs Lage im neuen Monat bleiben, allo auf tele Weise zwölf Tare hintereinander. Alle raufen und alle Jugendlichen werden ausfortiert Die Jugendliten fommen heim zu ihren Eltern oder in eine Arbetsstelle. Die Kranten werden sofort ins Krankenhaus gebracht. Die übrigen paffieren ein äußert sinnvoll angelegtes Syſtem von Räumen, das dafür sorgt, Faß niemand sich von der Wohltat des Bades brücken kann. Er muß sich seifen. er muß sich duschen. dann e st bekommt er seine Mäsche für die Nacht. dann erst seine Aben suppe, die ihm in wirflich anheimeinen, behacliden, warmen Räumen gereicht wird. Für die unteidlichen Bienen" wird auch geforot: Bier ganz neuartice Desinfektion öfen, die die Kleider. Schuhe und alles Lederzen sehr schonen, sind vorhanden. und machen allen Läufen und Föhen m'tleidslos den Garaus. Dieses Obdachlosenasyl ist allen Lobes wert. Was Dresden in den letzten Jahren geleistet hat. tann sich sehen lassen, und der moderne Kommunalpolitiker, der Schulmann, der Arzt, die Mitarbeiter der Boltshygiene, die Bertreter der Jugend werden viel Neues und Wertvolles kennen lernen. Tr. Schober spricht im Berliner Rundfunt. Die Sunfftunde hat den österreichischen Bundeskanzler Dr. Johann Schober eingeladen, anläßlich fcines Berliner Befuds in Rundfunt zu spredjen. Die Runt funtrebe des Bundestenzlers wird am Sonntag, dem 23. d. M., von 19 bis 19.15 Uhr im Brogramm der Aktuellen Abteilung ge. ferbet Berantwortl. Für die Sebaftion: Wolfgang Sajwars, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin Berlag: Forwärts Berlag. m b S. Berlin Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co Berlin 5 68. Lindenstraße 3. Sierau 1 Beilage. öbel- Nolte Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzel- Möbel, Küchen, Sofas, Ruhebetten auch gegen 24 Monatsraten Schönhauser Allee 141 a ( Hochbahn Danziger Straße) Verlangen Sie Vertreter besuch. Direktion Dr. Martin Zicke! Komische Oper Friedrichstr.104 Merkur 1401 4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8 Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thielscher, Schulz, Schroin, turg, H Idebrand, Walter Pa's. Flink Behmer. Wens Sonntag nammittag 4 Uar: Frau ohne Kuss! 81 Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922 23. Lessing- Theater Liebe auf den zweiten Blick. Norden 10846 Täglich 8 Uhr Affäre Dreyfus von Rehfisch und Herzo Regis: Victor Barnowsky Operettenhaus Komödienhaus Täglich 81 Uhr Alte Jakobstr. 0/32 ( Zentral- Theater) Täglich Uhi Ger Lugner Die Fledermaus und die fonne mit Gustav Matzner von Curi Götz WELT Trianon Theate Georgenstr. 9 Täglich 8% Uhr Arnold Scholz, U- Bahn Hermanpl., Hasen't. 108/14 Die Freundin Holla di Bulla Gr.Bockbierfest am Gesundbrunnen Schwank von Arnold and Rach Ab 21 Februar: Das große Var elé- Programm: Eric Borchard mit seiner Jazzkapelle, Lotte Werkneister, 4 Price, de berührsten Clowns, EsmanoftTruppe, russische Wirbeltänze, G. Hartmann. Im Fi mieil: Ellen Richter in., Frau ohne Nerven" Täglich 68.8 Uhr. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 81 Uhr Liebe auf den zweiten Blick Sonnabend, den 22. Feb.uar 1930 Großes Alpenics! Karten nur im Vorverkauf Telephon: Meritzplatz 4613 Ehren- und Freikarten ungültig. ven Hermann Sudarmann Metropol- Th. * Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehár. Riemann Haack. Vorverkaur in belden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. ROSE Theater Große Frankfurter Straße 132 Bil ettkasse. Alex. 3422 und 3494 Täglich& 15 Uhr( sonn ags 9 U.) und jeden Sonnabend im Fe bruar auch 11.30 Uhr abends die ent Ock. Operette v. Möcker Gasparone" Sonntag um 2.30 Uhr u. Sonnabend 5 Uhr: Aschenbrödel" Sonntag 5.15 U. Die Czardas10rstin" Voranzeige: Ab 1. März jeden Sonnabend 11.3) Uhr Nachtvorstellung Der Mus'erpatte" seit 1862 Krause- Pianos zur Miete W50, Ansbacherstr.! Theat. a. Koitb.Tor Kottb. Str. 6 Tägl.& Uhr auchSonnt. GROSSES SCHAUSPIELHAUS d 8 Uhr: macm.33 Musketiere zu ermaß. Preisen EliteSänger. Das große Faschings- LachProgramm U. a.: Die D'orde Clly Faschings- Burleske. Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Strafe B.5 Barbarossa 557 164 Uhr Die Wintersternbilder Regie: ERIK CHARELL. Sonntag nachm. ungek. halbe Pr. Theater i. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralpa Arihur Roberts 81 Uhr Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr( halbe Pr.) 184 Uhr Dor Plane Uhr CASINO- THEATER 8% Uhr Jupiter. 2014 Uhr Merkwürdige S.erne( Riesen u.Zwerge Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. Inserate Vorwärts im bringen Erfolg! Reichshallen- Theater Abends Sonn ag nachm. Bas wu: derbare Febr.- Programm! der Steffiner- Sänger Preise 60 Pfg bis 3 Mk Zent um 112 63 Kadmittags halbe Preise. Jönhoft- Brett!: 10 gr. Nummern! Falkner- Orchester, Tanz. Lothringer Straße 37 Nur noch wenige Aufführungen Seine Hohelt der Bettler Dazu ein erstklassiger bunter Teil jutschein tür 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Jeder einmal bei SARRASANI Täglich 72: Gr. Vorstellung. Sonnaben nachmittags 3 Uhr: Familien- Vorstellung. Kinder zahlen auf Plätzen von 2.20 Mk. eufwärts halbe Preise. Tel. Bae.wald 4335-36, C800 Patent -Selbstanmeld. ermögl. wenig bem. Erfind. b. kastl. Auskunft g. Rückp. Fa!.- Jng. J. M. 31lzmann Berlin SW 11, Königgrätzer Str. 89 Lichterfelder Festsäle Zehlendorfer Straße 5 Oekonom Otto Schilling Telephon: Lichterfelde G 3 1445 Festsale für 1500 Personen mit modern eingeri teten Bühnen für Veranstaltungen jeder Art Hochzeitssäle Vere nsz mmer für 20 bis 300 Personen Beilage Freitag, 21. Februar 1930 Der Abend Shadausgabe des Vorwärts Studentische Wirtschaftshilfe Bon Dr. Gerhard Geißler Etwas vom Turnen In den mirtschaftlichen Nöten der ersten Nachkriegsjahre entstanden an der Mehrzahl der deutschen Hochschulen Selbsthilfe. einrichtungen der Studentenschaft, die sich das Ziel seßten, die Studienkosten möglichst zu senten und in Fällen besonderer Notlage helfend einzugreifen. Ihre Tätigkeit erstrecte sich, ber da- Das Schulturnen, mie es vor dem Kriege üblich war, ist auf| hördlichen und privaten Großbetrieben, Einrichtungen, denen man maligen Zeitfituation entsprechend, auf breitere Kreise der Studenten- den Jahnschen Turnbetrieb zurückzuführen. Die Stählung des| fast Geslegeswirtung wünschen möchte. fchaft Sie regelte sich in den Formen meitestgehender studentischer Körpers war das Ziel, mobel der Turnlehrer vom Körper meist Auch die Schule ist an der modernen Gymnast? nicht blind Selbstverwaltung und fand allenthalben die bereiwillige Unter- nicht allzuviel pußte und sich auch keine Gedanken darüber machte. vorübergegangen. Un manchen Orten wird sie mit gutem Erfolg stügung der Deffentlichkeit. Insbesondere vom Ausland murden Gymnastik wurde zwar neben dem Spiel auch schon betrieben, betrieben. Aber das bleibt doch zu sehr dem Zufall überlassen. Gein den Jahren der Inflation regelmäßig größere Beträge der stus aber auch hier ging man wenig fyftematisch vor und die Ausbildung wiß ist es durchaus erfreulich, wenn der Fachreferont für Leibes dentischen Wirtschaftshilfe zugeführt, die vor allem in den angel der Muskeln blieb im Vordergrund. Lediglich in den Mädchen übungen im Breußischen Kultusministerium, Ministerialrat Dr. sächsischen Ländern vom„ Welt studentenwert", einer inter- schulen wurde die Gymnaftit mehr betont ohne allerdings die Ottendorf, in seinen Richtlinien für das Turnen an den preußinationalen studentischen Selbsthilfeorganisation, aufgebracht wurden. eigentliche Bedeutung der Gymnastik tlar zu erkennen. schen Schulen und in den Bestimmungen für die Ausbildung der Nicht zuletzt mit ihrer Hilfe gelang es einer Schar tatkräftiger und Turnlehrer nicht mehr starr an dem Jahn- Turnen und der Leichtideenvoller junger Menschen, in diesen Jahren ein Wert aufzubauen, athletit festhält, sondern dem Turnlehrer bei mur ungefähr vorge das heute in seiner Arbeit nahezu vorbildlich in der Welt dasteht, schriebener Marschroute einen weiten Spielraum für indivi die Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft, das heutige du efle Betätigung läßt.( Siehe Neuendorf Methodik Deutsche Studentenwert". des Schulturnens", Berlag Quelle und Meier. Leipzig.) Aus der. artigen Bestimmungen spricht die durchaus richtige Erfenntnis, daß bei der Erziehung letzten Endes immer wieder die Führerpersön lichteit des Erziehenden den Ausschlag gibt. Aber es hat den Nachteil, daß hierbei die methodische Gymnastik, die sich ja in der Schule noch durchzusehen hat, zu furz fommt. Wenn anders wäre es nicht denkbar, daß vor noch gar nicht langer Zeit ein Dozent einem Teilhaber eines Turnlehrerkursus erklärte:„ Das Ausmaß der förper. lichen Erziehung an den Schulen erlaubt ein Eingehen auf die in der Gymnastik ruhenden Seelenwerte nicht. Wir werden im Schul turnen das technisch hygienische Moment stets vor das geistig seelische stellen müssen." Notwendigkeiten des Alltags, Notwendigkeiten der Schule Der zunehmende Ausbau der Wirtschaftsarbeit an den einzelnen Hochschulen, die Einbeziehung immer umfassenderer Gebiete machte eine einheitliche Organisation notwendig. Mit der Ein richtung von größeren Studentenspeisungen, die noch jetzt an manchen Hochschulen täglich weit über tausend Mahlzeiten ausgeben, mit dem Bau oder Ankauf von Studentenhäusern und anderen Betrieben, die neben einer gewissen Stetigkeit in der Leitung auch größere wirtschaftliche Erfahrungen benötigten, als jie Studenten zu haben imstande sind, mußte die ehrenamtliche studentische Tätigkeit mehr und mehr durch die vollangestellter Geschäftsführer ersetzt werden, die meist selbst aus der Studentenschaft hervorgingen. Die gesamte wirtschaftliche Hilfsarbeit an einem Hochschulorte wurde zu Vereinen oder Gesellschaften m. b. H., den sogenannten Wirt schaftsförpern, zusammengefaßt, in deren Borstand Pro. fefforen, Altakademiker und Studenten meist in gleicher Weise vertreten sind. Daß der ursprüngliche Selbstverwaltungsdjaratter dieser Arbeit mit der Zeit stärfer zurüdtrat und bürokratischen Tendenzen Plazz machte, muß als eine bedauerliche, aber kaum vermeidbare Entwicklung angesehen werden. Die Zentrale aller dieser örtlichen Wirtschaftsförper, das Deutsche Studentenwert, wurde bereits 1922 in Tübingen gegründet und hat gegenwärtig seinen Sh in Dresden. Ursprünglich ein Amt der Deutschen Studentenschaft, hat es sich im Laufe der Jahre zu einer völlig selbständigen Körperschaft entwickelt, auf deren Arbeit die Studenten selbst taum noch einen nennenswerten Einfluß haben. Dafür sind neben Bertretern der Professorenschaft auch einige betannte Industrielle, an ihrer Spitze der JG.- Borfigende Duis berg, im Borstand des Deutschen Studentenwerks Mitglieder, deffen Arbeit sie auch finanziell in gewiffer Beziehung unterstützen. Doch diese Mittel aus privater Quelle spielen im Gesamtetat des Deutschen Studentenwerks, der gegenwärtig in die Millionen geht, nur eine geringe Rolle im Vergleich zu den Summen, die Jahr für Jahr durch die Bewilligung der Parlamente aus staatlichen Mitteln fließen. Daß sowohl das Reich wie die Länder diese Summen bis her regelmäßig ohne nennenswerte Abstriche zur Berfügung gestellt haben, ohne dafür auf die Organisation selbst einen direkten Einfluß auszuüben, ist sicher ein Zeichen für das Vertrauen der zuständigen Behörden zu der Dresdener Geschäftsführung des Studentenwerks, zugleich aber auch für die Zurüdhaltung, mit der heute in Deutsch land von Staats wegen Kulturvolitik getrieben wird. In den Bordergrund rückte die Gymnastik erst nach dem Kriege. Die Amerikanerin Men sendied war es, die weiten Kreisen die Augen über die Bedeutung dieser Art Turnén öffnete. Ihr System, das sich von dem Gerät völlig frei machte, bezwedt eine systemas tische Durcharbeitung des ganzen Körpers. In dem Schüler wird Bedeutung und Funktion der Glieder, Gelente, Sehnenbänder und Muskeln bewußt gemacht, die Uebungen, die ihm quferlegt perben, bezweden eine gleichmäßige Aufloderung und Frischhaltung des ganzen Körpers, die Erhaltung oder eigentlich zurüdge winnung einer Elastizität, die sich nicht nur auf den Körper auswirkt, sondern auch das geistige und seelische Befinden in hohem Grade beeinflußt. Jeder, der sozusagen lange Zeit ver. geffen hatte, daß er ein Körpermensch ist, und nun beginnt, fich mit dieser Art Durchbildung des Körpers zu beschäftigen, stellt zunächst mit Entsetzen fest, wie sehr eingerostet sein Rückgrat und feine Glieder sind, wie der Prozeß des Alterns ihn durch und durch„ vertnöderte"( was vom Körperlichen gilt, gilt fast immer auch vom Geistigen!), und nach einiger Zeit bemerkt er zu seiner Freude eine allgemeine Aufloderung, ein Wiederelastischwerden des gesamten Körpers( und entsprechend auch hier des geistigen gesamten Körpers( und Menschen). Das Beispiel Menfendieds hat epochemachend gewirft. Es blieb nicht bei dem einen System. Die schwedische Schule, die Loheland, die Dalcroze Bewegung, um nur einige zu nennen, folgten( gemein fam mit einer Wiedergeburt des schöpferischen Lanzes).. Mochte das eine System Me Bewegung mehr kultivieren q's Mensendied und das andere in anderen Punkten abweichen in dem einen waren sich die Systeme einig: man ging von der anatomischen Kenntnis des Körpers aus und von der Erkenntnis, wie notwendig es ist, abseits von aller Kraftmeierei den im Getriebe des modernen Er. perbslebens gar nicht oder mur sehr einseitig bean fpruchten Körper durch systematisch zwedmäßige Beschäfti gung jedes einzelnen Teils aus feiner allmählichen Ber. fümmerung zu befreien und dadurch auch eine geistige Befreiung herbeizuführen. Es ist bezeichnend, daß sich vor allem die Frauen auf diese Gymnastik stürzten, und es ist fáum ein Zweifel, daß die moderne Frau einen außergewöhnlichen Gewinn aus der Beschäftigung mit der Gymnastik danon getragen hat. Es ist bezeichnend und be dauerlich. Denn der berufstätige Mann hat dieses tägliche Durchtrainieren des ganzen Körpers, das gar nicht so sehr piel Zeit in Anspruch zu nehmen braucht, ebenso notwendig wie die Frau. Erfreulich dagegen ist es, daß für die soziale Gemeinschaft so manches übrig geblieben ist, wie die morgendliche Funtgym nastik und die tägliche Gymnastit Pause in manden be0 Die eigentliche Arbeit des Deutschen Studentenwerks liegt in der Hand einiger jüngerer Geschäftsführer, an deren Spize einer der einstigen Gründer, Dr. Schairer, steht. Ziel und Richtlinie dieser Studentenwerts nur höheren Semestern die Mittel zum Abschluß Arbeit ist der Leitgedanke: Die deutschen Hochschulen den Besten der der Studien unter ausnehmend günstigen Bedingungen leihweise zur Jugend, allen Schichten des Boltes! Schon aus dieser Formulierung, Berfügung. Da alle diese Abteilungen des Studentenwerts und ihre die bereits vor einer Reihe von Jahren geprägt wurde, geht es Zweigstellen in den örtlichen Wirtschaftsförpern Hand in Hand deutlich hervor, daß aus den zunächst ertensiven Unterstügungsarbeiten, fann jedem Bewerber, der einigermaßen geeignet erscheint, maßnahmen für breite Massen der Studentenschaft heute eine viel qber etwa in die Studentenstiftung nicht aufgenommen werden fann, intensivere Förderung weniger Begabter geworden ist, denen durch geringere Einzelzuschüsse, Freitische, Bohnung in Studenten die soziale Lage nicht die Mittel zum Studium gibt. Das in den heimen usw. wenigstens teilweise das Fortkommen ermöglicht ersten Jahren im Vordergrund der studentischen Wirtschaftsarbeit werden. Auch die Vermittlung von Werfarbeit, die in engster stehende Ziel einer Hebung der durchschnittlichen Lebens. Zusammenarbeit mit den freien Gewerkschaften vor sich geht, bringt haltung der Gesamtstudentenschaft ist heute erst in den jüngeren Semestern einen wichtigen Nebenerwerb, ganz abzweiter Linie deren Aufgabe. Immerhin fann es noch feineswegs gesehen von den bedeutsamen sozialen Erfahrungen. röllig vernachlässigt werden, solange noch gegen ein Drittel der heutigen Studentenschaft nicht das fnappste Eristenzminimum er reicht und ein weiteres Drittel dieses nicht überschreitet. Um diesen meiten proletarisierten Kreisen in der Studentenschaft zu helfen, werden auch heute noch Speisungen, Verkaufsstellen, Arbeits- und Wohnungsvermittlungen unterbalten, die es manchem möglich machen. das Studium durchzuführen, der ea sonst nicht könnte und Pädagogik für Eltern | " Aus diesen Worten spricht eine vollkommene Berkennung der Gymnastit, ja der erzieherischen Aufgabe des Schulturnens überhaupt. Wie kann man von einem Kinde verlangen, sich für einen Lehrstoff zu interessieren, wenn er ihm nicht geistigsseelisch nahegebracht wird! Aber hier geht es um mehr. Immer wieder auch heute noch stößt man auf Indolenz und unverständnis, tegenheiten des eigenen Körpers handelt. Der Spruch menn es sich um die Aufklärung des Kindes über die Ange. mens sana in corpore sano( in einem gefunden Körper wohnt ein im Munde geführt, aber gerade der Pädagoge fann sich auch heute gesunder. Geist) wird zwar seit altersher gern von den Pädagogen noch nicht von der scholastisch mittelalterlid en Auffassung befreien, als ob der menschliche Körper etwas verächtliches sei, von dem zu sprechen verpönt ist. Die Befreiung des Körpers, die Erziehung Seele und Geist, das aber gerade bezpedt die methodische Gymzur Freude am Körper, seine eigentliche Wiedervereinigung mit naftil. Und das gerade würde ihre feste Beranferung im Shulturnen so wesentlich machen. Wesentlich auch für das aufünftige Leben des Schulers. Hat sich das Kind, einmal daran gewöhnt, sich seines Körperaufbaues bewußt zu sein, und ihn durch geeignete llebungen elastisch zu erhalten, so wird es sich auch herangereift und die einzelnen Altersstufen durchschreitend beffer als die vorangegangenen Generationen gegen die förperliche( und geistige) Bertnöcherung wehren tönnen. Jedes Tier behnt und streckt Rückgrat und Glieder, wenn es sich aus einer Rubelage erhebt: es treibt eine sorgfältige und systema tische Gymnastik und wehrt sich so gegen das Einrosten. Nur der Mensch denkt nicht daran. Es wäre Zeit, ihm das beizubringen. Und das ist eine Aufgabe der Schule, und zwar eine wesentliche. rt. versäumt wurde, als es für die Eltern dieses Erwachsenen gemesen wäre, ihr Kind richtig zu erziehen. Die Verbreitung der so wichtigen psychologischen Erfenntnisse und die Einführung in die Grundsäge der modernen Erziehung in weite Schichten des Bolles: st aber eine sehr schwierige Aufgabe. Die Hauptschwierigkeit liegt vielleicht nicht so sehr an der völligen Unfenntnis diefer Dinge als in der mangelnden Verarbeitung und des vorzugswese halben iffens auf diesem Gebiete. Es hat sich daher als praktisch erwiesen, systemat sche Kurse für Eltern an den Schulen durch Vermittlung der Glenrert etungen einzurichten. Diese Kurse dienen nicht nur der Uebermit Ing von Wissen auf den genannten Gebieten, sondern sie erfüllen auch noch zwei wichtige Nebenaufgaben: sie stärken die 3usammen= arbeit zwischen Schule und Elternbaus und sie ers leichtern die Verständigung zwischen den beiden Generationen, die infolge der sozialen und technischen Ent idling der Nachtriegszeit prinzip ell verschiedene Grundlagen der Morcl anschauung haben. dem feine Unterstützungen aus anderen Mitteln zur Verfügung und individual- psychologischen Forschungsarbeiten in den legten Arbeitsgemeinschaft sein müssen, in der der Kursusleiter sich ſtehen. Trotzdem steht für das Deutsche Studentenwerf gegenwärtig an vorderster Stelle das eigentliche Problem des Aufstiegs und der Auslese. Die zunehmende Ueberfüllung der Hochschulen, die ver hängnisvollen Folgen des Berechtigungswesens und das immer noch grundsäßlich bestehende Bildungsmonopol des Besizes fordern gebieterisch eine scharfe Auslese der Begabten aus allen Schichten, vor allem im Interesse der Hochschule selbst. Außerdem verbietet es die Knappheit der vorhandenen Mittel, anderen als auch wirklich Bedürftigen Unterstügungen zukommen zu lassen. Auch das Deutsche Studentenwert sieht die Notwendigkeit, dem begabten Arbeiterlind den Weg zur Hochschule und somit den Zugang zu den akademischen Berufen zu erschließen und ist im Rahmen seiner gesamten Arbeit bestrebt, auch hier helfend einzugreifen. Nicht zuleßt aus diesen Erwägungen heraus wurde 1923/24 die„ Studien. stiftung des deutschen Volkes" von der damaligen Birt fchaftshilfe ins Leben gerufen und im Laufe der Jahre mehr und mehr ausgebaut. Ihr Riel ist es, besonders Begabten aus wirt. schaftlich schlechten Berhtnissen das gesamte Studium zu ermöglichen und sie so von der ständigen Sorge um die weitere Eristenz zu befreien. Wenn es sich hier auch nur um eine geringe Anzahl handeln fonn( die Studienstiftung umfaßt gegenwärtig gegen 1200 Mitol eber), so ist diese Einrichtung doch grundsäglich um so mehr zu begrüßen, als hier zum ersten Male der öffentlichen Begabtenförderung der Charakter bloßer 3u fälligteit genommen ist und man ein gut durchorganisiertes System zur Erfaffung der wirklich Bedürftigen und Begabten geschaffen hat. Butunftsprogramms aber wird sie nie ihre prinzipielle Bedeutung Derlieren. Während die Studentenstiftung ihren Mitgliedern das gesamte Studium finanziert, stellt die Darlehnstasse des Deutschen Es ist ja fein Geheimnis mehr, daß die Wissenschaft der Kinderpsychologie unter dem Einfluß der pinhoanalytischen Jahren große Fortschritte erzielt und sich eigentlich vollkommen umgestaltet hat. An einzelnen Stellen der großen Städte gibt es vorzüglich geleitete Spezialfinderheime, gibt es Sachverständige und Berater, die diese Dinge beherrschen, gibt es wohl auch den einen oder den anderen Lehrer, der bei seiner Arbeit in der Schule die neuen Kenntnisse verwertet. Boran es jedoch in weitgehendem Maße fehlt, das ist das Eindringen dieser neuen Erkenntnisse von der Kinderfcele auch in die Familie. Denn was nüßt der schönste Kindergarten, was nüßt die modernste Schule, wenn das Elternhaus, dem doch noch immer die wichtige Aufgabe der Betreuung der ersten Kindheit zufällt, hier vollkommen andere Wege geht. Es liegt im Wesen der von der neuen Psychologie gefundenen Ergebnisse, daß es einem nicht geschulten Menschen tatsä lich schwer, wenn nicht unmöglich wird, die Zusammenhänge zwischen seinen pädagogischen Fehlern und den schädlichen Resultaten zu sehen. Denn die Schäden einer falschen Erziehung, we sie Leider heute noch fast allgemein gang und gäbe ist, zeigen sich ja gewöhnlich erst viele Jahre später in mehr oder weniger fraffer Weise, und nur dem Kundigen sind die ersten Anzeichen der bösen Folgen schon vorher bemerkbar. Gewöhnlich laufen die Eltern erst dann zum Arzt, hrer oder Erziehungsbercter, wenn in ganz schlimmen Fällen das Kind gar nicht mehr zu halten" iſt. Wir haben aber ein außerordentlich großes Interesse daran. tie falsche Erziehugnsmethode auch dort abzustoppen, wo ihre Folgen am Kinde noch nicht deutlich sichtbar sind, sondern erst am Er. wachsenen zutage treten. Die meisten Menschen haben taum aine Ahnung. ein wie großes Teil des so weit verbreiteten Elends in der Che und auch im Beruf auf eine fehlerhafte Erzi hung zurück zuführen ist. Es ist dann für den Ehe oder Berufsberater viel schwerer, hinterher noch einigermaßen zu verbessern, was früher | Die Technik dieser Kurse wird im wesentlichen die einer bemüht, die neuen Erkenntnisse aus den Hörern selbst herauszuholen und sie ihnen dann gemeinverständlich zu erläutern. Das Programm der Elternfurse wird sich am besten an die Dreiteilung: Erziehungsobjekt, Erz'ehungsfubjekt und Erziehungsmittel, halten. Man wird also zunächst die seelische Entwidlung des Kindes von der Geburt bis zur Reife sowie in einer gesonderten Stunde die wissenschaftlichen Hilfsmittel der Kinderbeobachtung zu erläutern haben, wird dann einiges über die Rolle der verfchiedenen Erziehungssubjekte( Elernhaus, Schule und Gesellschaft) zu sagen haben, und wird sich etwa in der zweiten Hälfte des Kursus vorwiegend mit me hoffen am zweck näkigsten. d'e Fragen beschäftigen. Es erscheint uns Methodik von dem ungeheuer wichtigen und noch viel zu wenig betannten Gesichtspunkte der sogenannten Brojektion aus zu tetrachten. Unter Projektion versteht man die größtente Is unbewykte Uebertragung einer schiefen Lebenseinstellung von Eltern o'er Erebern auf das Kind, die gewöhnlich, wo sie sich nicht schon aus dem blcken Zusammenleben ergibt, durch die Art der Anrendung der verschiedenen Erziehungsmittel bemerfstelligt wird Die sich daraus ergebenden falschen Techniken der Erzi- b ng pflegt men ge wöhnlich als„ Elternfehler" zu bezeichnen. Es wird Aufgabe der Kurse sein, den Eltern diese Zusammenhänge flarzulegen und ihnen Mittel und Wege zu ze gen, die nötige Distanz zum eigenen Kind zu bekommen. So ergibt sich als Hauptziel der Elternkurse, die Anrerung der Eltern zu größerer selbst beobachtung und Selbst. beherrschung und zum weiteren Nachdenken über das so ver midelte Erziehungsproblem Die Elternkurse können d- für nur die wiffenschaftliche Unterlage und den persönlichen Anstoß geben. Ewald Bohm. Home Hang Blacks ( 1. Fortseßung.) De Briefe mar geflphen; aber sein alter Probierbottich mar aben auf der Wiefe ftehengeblieben. Bater Vandael benutzte ihn. Ein ehrwürdiges Erinnerungsstüd, diese mit geteerten Brettern bedeckte Bementzifterne; die Vorgängerin der großen Flachsräftereien, die jetzt gleich Fabriken ihre Dampfsirenen heulen ließen. Diese Französlinge haben De Briese zugrunde gerichtet", erregte sich Conftant. Er war fein Landesverräter; er haßte nur die Engländer. Behn Jahre lang haben sich bte von Courtrai ge meigert, ihm seinen Flachs abzunehmen. Aus Liebe zum Flachs ist er Altipist geworden. Die Engländer verachteten feine Arbeit; aber Deutschen halfen ihm. Natürlich hat er es mit denen gehalten, die ihn am besten verstanden. Ein Attivist des Flachses ist er. Man fann doch einen Mann, der das Handwerf seines Bandes über alles liebt, nicht so schwer strafen und sein Leben ruinieren. Er hat doch nur nach seiner Arbeiterehre gehandelt. Bartet ab, sein Dentmal wird noch einft vor unserer Kirche stehen." Die Flachsauffäufer aus den irischen Spinnereien waren er bitterte Gegner De Briefes. Die konservativen englischen Industriellen lehnten has fünstliche Rösten ab. Am Geruch stellten die Auffäufer feft, ob die Gärung in geschlossenem Bottich vor sich gegangen war. Die in der Lys gemeichten Fafern rochen nicht start; aber die in stehendem Wasser behandelten fandten einen scharfen Geruch aus, der die englischen Nasen verlegte. De Briese neidete dem Fluß das Geheimnis einer Arbeit, das er selbst nur zum Teil entschleiern tonnte. Mit aller Kraft rang er um dies Geheimnis. Der Gedanke an Flachs erfüllte sein Beben. Erfolg in seiner Arbeit tam ihm einer Rettung des Baterlandes gleich. Alles war er bereit zu opfern: Vermögen und Leben, wenn es sein mußte. Wie ein Geizhals die goldenen Münzen streichelt, so streichelte De Briese seinen Flachs. Er war verliebt in den Flachs: für ihn nur lebte er. Ein Heiliger war er in seinem Handwert; in seinen Baterland aber ein Berräter, weil er die haßte. die seine Arbeit verachteten. Sinnfeiner mar er aus Opposition gegen die Tren, die in Courtrai wohnten, um alljährlich ben flämifden Flachs aufzulaufen; und Flame war er für das Britische Reich; aber über alle Länder und Königreiche hinweg warf er sich auf die Knie vor dem Gott Flachs. Aus dem holländischen Eril schickte er Geld an den Bifar Roepfaet, zur Unterstützung der flämischen Bewegung und zur Bervollkommnung der Flachsbearbeitungsmethoden. Dahin gehörte zum Beilpiel bas Sireden bes ladies durch zwei Walzen, mobei der Klebstoff, den das Rösten angefangen hatte zu zerlegen, endgültig herausgepreßt wurde. Diese Maschine bemährte sich bei Herrn Julius Debatter, bem größten Befizer hier an der Lys. Die alte Gewohnheit, nur in Uns gerösteten Flachs zu laufen, mar mun gebrochen. Der landespertriebene De Briese hinterlich ein gründlich perändertes Gemerbe. Und groß blieb sein Einfluß auf die Menschen des Lysniederung. Berbanften ste ihm doch ein Berf, das dauernder war als Länderregierungen und Bündnisse der Nationen: Eine neue Art der Produktion. * Bie massige dunkle Punkte standen auf den Wiesen an den Böschungen bes tostbaren Fluffes die Dampfröftereien, inmitten der sandhellen Schmaden Flachses, der in gleißender Sonne därrte. Langsam trieb auf dem spiegelnden Wasser Unrut den Fluß hinunter und stieß an den Bottich Bater Bandaels. Leynfeele erbitterte fich. Ihm tat der Flachs leid; er fühlte mit ihm: Sehen Sie nur, wie der Fluß sich verändert; bie französischen Fabriten verunreinigen ihn. Es wird noch so tommen wie mit der Deule bei Lille. Dann wird man es mit präpariertem Wasser beffer schaffen als in der Lys." Er fagte es zu Lietaer, dem Arbeiter. Der stand da, von der Sonne unifloffen, und pacte sorgfältig die Bündel in den Bottich, der mit Stroh gefügt war, damit der Flußschaum an den Flachs nicht heran fonnte. Leynfecte selbst stand aufrecht auf der überschwemmten Last, auf die er die schweren Steine packte, die den großen Kasten verfenten sollten, damit das Wasser seine geheimnisvolle Arbeit an den blonden Stengeln beginnen fonnte. Man sagte, am dritten Tage nach der Berfenfung spränge der eingeweichte Flachs aus dem Baser. Dann ließe thn das Gewicht der Steine wiader sinken; die Steine regulierten die Tiefe seiner Lage im Fluß. Fünfzehntausend Mann arbeiteten am Fluß, von Berwicq bis Deinze. Ein holländisches Großboot, Jouber ladiert wie ein Möbel, flachebeladen, trieb vorbei. Oben auf den Bündeln frähte ein Hahn. Geranien schmückten die Fenster der fauberen Kabine. Für wen ist die Ladung bestimmt?" Für Julius Debafter", riefen die Männer herüber und schul terten bie Bootshaten. Siebenhunderttausend Kilo ließ Debafter alljährlich rösten. Und gerne hätte er mehr genommen. Es fehlte ihm nicht an Kapital, aber es fehlte an Arbeitern. Sie sahen ihn die Straße herunterfommen. Er warf die 3igarre beiseite Er ging nicht mit schlechtem Beispiel voran und fam mit brennendem Tabat in die gedörrten Flachsfelder. Fünfzig Bottiche im Fluß und fünfzig mit präpariertem Wasser gehörten allein dem Herrn Debatter. Er ging an seinen Arbeitern vorbei; ein bunter Haufe. Ein Gemisch hellblonder nordischer und buntel. braun füblicher Typen. Breitbrüftige Männer; die Baumwoll. hemden im Rücken geschlossen, damit die Laft, die sie tragen, nicht in den Röpfen sich verfängt. Conftant Deynjeele nahm eine Handnou Stengel und prüfte fiz. Er hatte sie am Morgen aus einem Bottich gezogen, der seit sechs Tagen in der zweiten Weiche war. Das Strob brach gut, und die Fafer par weich. Mit der Winde holten bie Männer den Bottich heran, nachdem sie ihn zumor von der Last der Steine befreit hatten. Constant Begnferle redié den schönen törper, der nach ber fterfen Anstrengung heftig vibrierte. Sein Handwerk und fein Bebensglaube gingen in eins. Gr stimmte das Lied an vom Blaam. en uren und es flang weithin über die schöne Zenne gelben Flachses. i Spill mit den Fäuften. Sein Lied war ein Kriegsgefang, mit dem er die Arbeit angriff. Er schrie es Lannnerinn entgegen, dem Französler, einem Mann von vierzig Jahren. Der hatte ein grobes Gesicht, aber sprach sehr gewählt. Er war Gemeinderat gewesen. Er überjah den Bilar Raepsaet; grüßte ihn nicht. Constant packte den Hebebaum und ließ thn durch die Luft sausen, ehe er ihn wieder niederlegte. Er quoll über von Kraft Es war eine Erholung für ihn, nach der Arbeit vor Freude zu brüllen. Der Bitar hatte inzwischen mit den Arbeitern gesprochen, fidh auch mit den reichen Befizern unterhalten, die ihn mit Gelb unter: ftüßten, der christlichen Gewerkschaft aber mißtrauten. Jegt ver schwand er hinter den gelben Feldern. Lennseele und sein Helfer faßten mit fräftiger Faust die Flachs bündel, hoben sie heraus aus dem Bottich und balancierten die sechzig Kilo, indem sie die knie dagegenſtemmten. Große Stechmücken firrten um sie herum. Sie gebiehen prächtig in der Feuchtigkeit dieser Niederung. Die Männer arbeiteten angestrengt, aber man fah ihren Gesichtern die Anstrengung nicht an. Auf dem erbigen Bege aber hinterließen ihre nackten Füße die tiefen Spuren großer getragener Lasten. Der Flachs murde von den Arbeitern auf das Feld gefahren und dort in fniehohen Garben aufgeftelt. Wie fleine Kirchtürme fahen sie aus; Kirchtürme ohne Kreuz. Mit den Garben verbreitete sich ein heller Glanz längs der Uferwiesen, soweit das Auge blicken fonnte. Lammertyn diskutierte nicht gern, und immer nur dann, menn ihm etwas Besonderes dazu trieb. Er war phlegmatisch und nicht leicht zu reizen. Das Gegenteil von Leynseele, der in Glaubenssachen leicht Flammen schlug. Auch jetzt griff er an: ,, Es wird nicht immer so bleiben, wie es ist. Es kommt wieder anders; die Flamen werden wieder Herren im Hause sein und ihre Muttersprache sprechen. Und wenn hundertmal der König die Fran 3ösler stüßt: schlimm nur für ihn." Bammertyn blieb ruhig und bedächtig. " Wenn wir alle flämisch sprechen sollen, warum spricht dann der Pfarrer französisch? Er ist doch der Telegraphenmast, der alle Drähte hält. Wenn niemand anders mehr Französisch fann, dann muß jeder erst zu ihm, um sich mit seinen wallonischen Brüdern im belgischen Vaterland zu verständigen. Und was sagt der Pfarrer? Für den Arbeiter, meint er, genügt es, nur Flämisch zu können; er felber aber fernt Italienisch, wenn er nach Rom geht. Und Julius Debatter, der Flame, schickt sein Kind nach Frankreich auf die Schule." ,, Leute, die reisen müssen", sagte Conftant, lernen die fremden Sprachen, die sie brauchen. Aber ein Mensch, der in seiner Heimat nicht spricht mte Bater und Mutter und seine Borfahren, der ist ein Stlave. Die Herren sind die, deren Sprache er sprechen soll. Ich aber will jedenfalls ein freier Flame im freien Flandern sein." ,, Ein freier Flame wirst du dann sein, wenn deine Frau tut, was du willst. Frage Julia Bandael. Man sieht euch ja am Bormittag und Nachmittag zusammen. Abends sieht man euch nicht mehr. Da ist es dunkel, und das ist wahrscheinlich gut so." Lennseele liebte Julia, wie er den Flachs liebte und sein Land. Sein Gewerbe, sein Baterland und diese Frau waren Dinge, über die er Spott nicht vertrug. Fanatisch hing er an feinem Glauben und seiner Liebe; am liebsten wäre er dem Französler an die Gurgel gesprungen. Ueberall in ber Ebene sah man die Arbeiter zwischen den Garben hantieren. Mit weichen, gleichmäßigen Bewegungen breiteten fie den Flachs aus. Das Handwert lag ihnen im Blut. Zehn Stunden fonnte man arbeiten bei diesem trodenen Wetter. Der Flachs mußte eine schöne einheitliche Farbe haben, ohne Regenspuren. Lennseeles Leute bearbeiteten prächtiges weißes Stroh mit feinsten Fasern. Bater Bandael taufte nur erstklassige Bare.„ Die Arbeit ist die gleiche", überlegte er;„ bei allen Qualitäten. Aber bei der ersten perdient man das meiste Geld." Nach dem Krieg tan russischer Flachs nicht auf den Markt. mit einem Schlage verloren die europäischen Flachsspinnereien vier Fünftel ihres gewohnten Bedarfs. Wie wild stilzzten sich die alten Flachsländer auf erhöhten Anbau: Holland und Irland, bie Bre tagne, die Normandie und Flandern. Ueberall wiegten die zarten, blaßblauen Blüten im Winde. Man schichte sie nach Courtraifis zum Rösten. Im Flachs spiegelte sich die Weltpolitik. Hohe Löhne muurben neunzehnhundertzwanzig gezahit; mancher Arbeiter war wohlhabend geworden. Flachs war begehrt und rar; er wurde so teuer Derkauft, daß die Unternehmer ohne viel lleberlegung zahlten, was die Arbeiter verlangten. Sie mußten froh fein, überhaupt Arbeiter zu kriegen. Mit Ware überhäuft, mit Aussicht auf einen Riesengewinn, aber auch in ständiger Furcht vor einer möglichen Baiffe, verfleinerten fie ihre Geschäfte. Sparfame Arbeiter aber fauften Flachs auf und machten sich selbständig. An der Uns gab es jetzt unter. nehmer mit ein bis fünf Bottichen neben den sechzig bis achtzig der Großunternehmer. Aber wenn viel Flachs im Wasser lag, dann drohten die Arbeiter mit Streit, und die großen Herren mußten nachgeben oder den Flachs verfaulen lassen. Das Basser arbeitete rasch bei dem warmen Wetter. Biele Arbeiter waren nötig, und menige zu haben. Julius Debatter flagte darüber dem Bitar Raepsaet. Während des Krieges waren unsere Lys- Arbeiter in der Nors mandie, in Holland, und haben denen da das Rösten beigebracht. Konkurrenz haben sie geschaffen. Viele sind überhaupt nicht mehr zurüdgetommen; von einem Platz zum andern ziehen fle. Der Reichtum des Landes steckt aber nicht nur im Fluß, er stedt auch in den Flachsarbeitern." ( Fortseßung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Oldenburg, Oldenburg über Alles! 2000 Bon der Wassertante mird uns geschrieben: Um einem drängenden Bedürfnis abzuhelfen, hat der Landeslehrerverein bes Freistaates Oldenburg sich redlich um die Schaffung einer würdigen oldenburgischen Nationalhymne bemüht. Das OberSchulkollegium von Oldenburg hat durch Erlah vom 16. Januar 1930 das oldenburgische Nationallied zur Einübung in den oldenburgischen Schulen endgültig formuliert. Dabei ist dies herausgefommen: Heil dir, Oldenburg, heil deinen Farben! Gott fchug dein edies Ro B, er fegne deine Garben. Wie deine Eichen start, wie frei des Meeres Flut Sei deutscher Männer Kraft dein höchstes Gut. Chr' deine Brümelein, pfleg' ihre Triebe, Blau und rot blühen sie, die Freundschaft und die Liebe, Schleudert den fremden Kiel der Sturm an deinen Strand, Birgt ihn der Lotsenschar mit treuer Hand. Mer deinem Herde naht, fühlt augenblicklich, Daß er hier heimisch, er pre jet fich jo glüdlich, Führt ihn sein Wanderstab auch alle Länder durch, Du bleibst sein liebstes Land, mein Oldenburg. Die Sehnsucht der meisten im deutschen Bolle ist der Einheitsstaat. Um aus dem Jammer ter Kleinstaaterei herauszutommen, erwägt man in Mecklenburg- Strelig, Schaumburg- Lippe, Braun Schweig, Anhalt und Hessen den Anschluß an Preußen. Oldenburg freilich muß sich eine eigene Nationalhymne schaffen. Wenn sie wenigstens gut geworden mare! Aber das edle Roß, die blauen und roten Blümelein, das ertragreiche Strandgutbergen, mein Diben. burg, das geht über die Hutschnur. Oldenburgische Dichter, heraus! FUNK UNDAM ABEND Freitag, 21. Februar. Berlin. 16.00 Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30 Tanz- Tee Musik. 17.00 Jugendstunde. O'Henry.( Sprecher: Gina Meyer.) 17.30 Alte Flötenmusik. 1. G. Fr. Händel: Sonate A- Moll.-- 2. J. S. Bach: a) Sarabande; b) Bourrée anglaise.+3. G. Ph. Telemann: Sonate C Moll.( Hermann Zanke. Fiote: am Flügel: Paul Gergely.) 18.00 Siegfried Hartmann: Vom Rundfunksampfang. 18.05 Manfred von Ardenne: Die Antenne. 18.25 Das neue Buch. 18.35 Ministerialrat Dr. Alfred Beyer: Lebenskunsi". 19.00 Jazz Solisten. 19.30. Nantos Erben." Mitw.: Alfred Brann. Hans Brennert. Paul Gracz. 20.00 Opern Querschnitt. Der Troubadour" von Giuseppe Verdi mit verbindendem Text von Prof. Dr. Oscar Ble. Nach den Abendmeidungen bis 0.30: Tanzmusik. Königswusterbansen. 16.00 Willy Krüger: Schulturnen in Stadt und Land. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Konteradmiral a. D. Erich Mahrbolz: Van Schiffen la alter und neuer Zéit. 17.55 Dr. W. Grotkopp: Gegenwärtiger Stand der amerikanischen Schutzpolitik. 18.20 Dr. Albert Dietrich: Pesinnliche Viertelstunde. 18.40 Englisch für Fortgeschrittene. Rufia borchte auf, wandte sich ihm zu und stimmte mit ein Sein Glaube mar auch ihr Glaube. Sie liebte den Flachs und sie liebte Flandern. Und ihre schöne Stimme steigerte die Kraft des Mannes, entfachte sie zu Flammen. Die einen Feind pacte er den 20.00 Von Dresden: Sinfoniekonzert. 19 65 Ob.- Ing. Kort Hentschel: Die Normung in der Textilindustrie.. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. imm Kartottelbau mit Elektrizität. In Stubbington, in der Nähe von Bortsmouth, sind seit einiger 3eit auf einer Kartoffelfarm Bersuche mit einem besonders fonftruierten elettrijden Apparat im Gange, der die Ertragsfähigkeit eines Rartoffelfeldes besonders erhöhen soll. Die ersten Versuche find mit außerordentlichem Erfolg vorgenommen worden, Insofern fich für einzelne Kartoffelsorten tie Ertragsfähig et des Bodens um etwa 50 Prozent erhöht hat, ohne daß besonders in Betracht tommende Mehrkosten entstanden wären. Allerdings muß über das Feld eine elektrische Leitung neu angelegt werden. Die eleftrisch gewonnenen Rartoffeln sind von den gewöhnlichen Krantheiten Derschont geblieben. Neuer Fund im Nemisee. Die römischen Blätter melden, daß bei den Arbeiten für die Freilegung des zweiten Kaiserschiffes auf dem Nemisee, das betanntlich bereits über den abgefeniten Wasserspiegel herausragt, ein Dergoldeter Bronzepjeiler von über einem Meter Höhe vorgefunden wurde. Er gehörte zur Innenausstattung des Shiffes und en et in einem fünstlerisch gearbeiteten Doppeltopf mit zwei Faun gefihtern; der eine Faun ist jung, der zweite alt und bärtig. Die Arbeit ist von außergewöhnlicher Präzision und erinnert an die MeisterDas zutage geförderte werte des Renaissancetünstlers Cellini. Stunstwert gehört nach den Blättern zu den vollkommensten fünftlerischen Bronzen des römischen Altertums. Daneben wurde in vergoldeter Dachziegel aus Kupfer gefunden. Das zweite Stiff liegt noch zur Hälfte im Schlamm Man hofft bei der Freilegung auf weitere Funde dieser Art zu stoßen. Warmes Essen tür 7 Ptennige. In Amsterdam wurde eine ftättische Speisehalle für Arbeitelofe und sonstige unbemittelte Personen eröffnet, in dem sie für 4 Cenis täglich ein warmes Mittagessen bekommen fönnen. Ein un reiwilliger Flug. Mr. Billiam Combe, zu ängstlich, um selbst ein Flugzeug zu besteigen, war doch neugierig genug, auf dem Flugplaz von Camben ( New- Jersey) fich die dort zum Abflug bereiten Aeroplanz genau anzuschauen. Er untersuchte gerade einige Hant griffe am Stw ng eines der Flugzeuge als dieses losfuhr und Mr. Combe, der sih frampshaft fefthielt, mit in die Höhe nohm. Glücklicherw is: bsmertte der Plot, als er eine Schleife über dem Flugplaß 30g, d: B man ihm Signale zur Umfehr gab, und landete sofort wie er. Mr. Combe jetoch konnte sich aber so lange nicht festhalten und stürzte aus einer Höhe von etwa fünf Meter ab, Er tam mit cinem tomplizierten Beinbruch davon, Die Aptelkiste als Heiratsvermittler. Auf dem Boden einer Stifte. in ber sie ihre Weihnachtsäpfel bezogen hatte, fand eine altjungferliche Lehrerin in Manfefter einen Brief mit dem Heiratsgefuch eines amerikanischen Distplanlagenbefizers. Rudfrage ergab, daß fämtliche Kisten dieses Transports das gleichlautente Schreiben enthielten.... 100 000 Mark tür Grocks Memoiren. Grod, der berühmte Komifer, hat seine Memoiren vollendet. Ste werden demnächst in einem süddeutschen Verlag eis heinen. Grods Honorar beträgt vorläufig 100 000 Mart, fanm fih aber durch die Lantiemen noch erheblich steigern. Die englischen, ameritanischen und standinavischen Rechte sind bereits vergeben. Was bürgerliche Sportler kosten: 2.- Klasse- Fahrt, Schlafwagen, erste Hotels, 30 Mark Tagesspesen! Eine Berliner Sportforrespondenz weiß zu melden: Meist ist es jedoch so, daß derartige Bettkämpfe nur mit finan zieller Beihilfe veranstaltet werden können. Meisterschaft im Wasserball. Der Tabellenstand. In feinem Jahr hat der Kampf um die Kreismeister schaft der Arbeiter Wasserballspieler sopiel Interesse im Lager der Schwimmer gefunden, wie in diesem. Mit großer Hartnäckigkeit mird um die Punkte gefämpft, und kein Verein hat ein Spiel gewonnen, bevor er das Wasser verließ. eine Ueber bie Kosten, die ein Länderkampf bürger licher Sportler verursacht, herrscht beim größten Teil des Publikums Unfenntnis. Bielfach macht man sich feinen Begriff Der alte Bundesmeister Beißensee, der von einigen davon, daß schon eine fleinere Veranstaltung ganz erhebliche Kosten Wenn in diesem Hosbericht nicht ausdrücklich vermerkt wäre, Bereinen nicht mehr ganz für voll angesehen wurde, hat alleit ein verursacht, glaubt vielmehr, daß die großen Sportvereine auf Rosen daß es sich um eine Sportmannschaft und deren Kindermädchen Schnippchen geschlagen und steht, mit nur einem Berlustpunkt, ungebettet sein müssen, wenn z. B. ein Hallenbad bis auf den letzten handelte, so fönnte man annehmen, daß Dollarmagnaten nach Ber. geschlagen an der Spize. An zweiter Stelle in der Tabelle stehen Platz gefüllt ist. Diese Anschauungen sind jedoch völlig irrig und fin fämen. Wir sind in der Lage, dem Bericht entgegenzustellen die Charlottenburger Freien Schwimmer, es dürfte daher von Interesse sein zu hören, was 3. B. der am 19. die Umstände, unter denen der Berlin- Brandenburger Kreis des junge, aussichtsreiche Mannschaft, die nur in sich einig zu bleiben und 20. Juli in Berlin stattfindende Ländertampf Deutsch Arbeiter Turn- und Sportbundes Ende März eine braucht, um den allerernstesten Anwärter auf den Kreismeister abland- Ungarn allein an Fahritosten und Aufenthaltsspesen für Schwimmannschaft aus Wien nach Berlin führt. Die zugeben. Uebrigens fönnen sie auf ihre Wasserballmannschaft noch die Beteiligten erfordert. Die Interessengemeinschaft Berliner Biener Arbeitersportler legen feinen Wert auf 2 Klasse Fahrt in anderer Hinsicht sehr stolz sein. Alle Spieler der MannSchwimmvereine", bestehend aus den Bereinen. Berliner SC., Po- und Schlafmagen; ihnen tommt es in der Hauptsache darauf an, schaft sind aus der Kinderabteilung des Bereins feidon und SC. Berlin, hat bei dem Wettkampf, der sich nur aus mit den Berlinern freundschaftliche Wettkämpfe auszutragen und hervorgegangen, eine Leistung, die der ganzen Arbeiterzwei Staffeln und einem Wasserballspiel zusammenseßt, für folgen. dabei gleichzeitig für den Anschlußgedanken zu werben. Sie erfportbewegung zur hohen Ehre gereicht und wohltuend von der Art. des aufzufammen: Sie trägt die Kosten für die ungarische Mann halten lediglich das Fahrgeld 3. Klasse hin und in der sich die bürgerliche Bewegung ihre Mannschaften zusammenschaft, bestehend aus 18 Köpfen einschließlich Begleiter Für diese zurüd nergütet und die 21 Mann, um die es sich handelt, leht, absticht. Die nächsten Plätze in der Tabelle besetzen Frpedition sind zu zahlen: frete Reise 2 Klasse Buda merden auf anständige Art und Weise in einer Berliner Jugend Union" und„ ellas", zwei starte Stampen, die nicht im entPet- Berlin- Budapest, Unterkunft und Verpflegung in herberge auch in Betten und auch mit einer anständigen ferntesten daran denken, sich mit diesen Plägen zu begnügen, und guten hotels für dreimal 24 Stunden. Für die deutsche Mann. Berpflegung untergebracht. Der dreitägige Aufenthalt der Wiener mit einem bißchen Glid ist es nicht ausgeschlossen, daß beim nächsten schaft, bestehend aus 16 Köpfen: freie Reife 3. Klaffe Heimatort- in Berlin mind unseren hiesigen Arbeitersportlern für Unterfunft Tabellenstand Weißensee abgefent ift. Spandau ist etwas nach Berlin- Heimatort, Verpflegung und Unterkunft für zwei, im Be- und Berpflegung nur 200 mart tosten. Was aber die Haupt unten gerutscht; der Spielausschuß sollte Sorge dafür tragen, daß darfsfalle drei Tage. Für den Schiedsrichter 2. Klaffe fache ist: Arbeitersportler verzichten immer auf der Mannschaft Gelegenheit gegeben wird, ihre Spiele nachzuhalen, D- Zug und Schlafwagen, 30 Mart Reisefpesen den Erfaz des entgangenen Arbeitsverdienstes; damit sie in der Rangliste den Blaz erhält, der ihr ihrer Spielstärke pro Tag, freie Unterkunft und Verpflegung für dreimal 24 Stun hohe Infostenvergütungen", wie sie im bürgerlichen Sport gang nach zukommt. Die restlichen Vereine, Neutölln und Lichtenden; für zmei Bertreter des Deutschen Schwimm- Verbandes freie und gebe find, die manchen Refordsporter verführt haben, seinen berg, von den Freien Schwimmern Groß- Berlin und Berlin XII Reife 2. Klasse entL Schlafwagen, Tagesfpesen Lebensunterhalt mit solchen Amateur"-Reisen zu bestreiten, sind reichen in der Spielstärke nicht ganz an die vorgenannten heran. nach den Säßen des DSB. sowie Unterkunft und Verpflegung für im Arbeitersport unbekannt. Dafür werden aber auch die Ein- Das vermundert namentlich bei den Freien Schwimmern Großebenfalls drei Tage. Dazu tommt der ganze Organisationsapparat, trittspreise bei dem großen Arbeiterschwimmfest Wien- Berlin am Berlin. Aus den vielen Hunderten von Mitgliedern sollte zuReflame, Miete ufm., so daß ein Schwimmfest schon ein vollbe 30. März im Cunabad in Halensee so niedrig sein, daß wirklich 30. März im Cunabad in Halensee so niedrig sein, daß wirklich wenigstens in Neukölln eine erste Mannschaft zusammenzustellen sein. festes Haus haben muß, wenn nur die Kosten gedeckt werden sollen. die arbeitende Bevölkerung etwas von dem Sport hat. ARBEITER FUSSBALL Spiele am 23. Februar. 3 Für den kommenden Sonntag. find folgende Spiele angefeßt: Buckenwalde III gegen Brandenburg. Herzfelde gegen Schweif sterne. Stortow gegen Borussia. Oberspree gegen Oftstern in der Wuhiheibe. Sichtenberg I gegen Tempelhof am Bahnhof Stralau- Rum melsburg, Kynaftstraße Borwärts Wedding gegen Saronia. Neuenhagen gegen Bansdorf. Hohenlychen gegen Schönom. Alt Ranft gegen Freie Scholle. Eintracht gegen Karom 2. Oderberg gegen Neuenhagen 2. Alt- Gliegen gegen Pankow. Potsdam gegen Rathenow. Romames gegen Cladom. Havelberg gegen Perleberg. Ruhlsdorf gegen Treuenbriezen. Luckenwalde V gegen Lucenmalte I. Trebbin gegen Neukölln. 2. Mannsaften: Herzfelde gegen Eidye- Köpenid. Oberspree gegen Oftstern. Lichtenberg I gegen Schöneberg. Potsdam gegen Rathenom. Butab gegen Knoblauch. Romames gegen Cla bow. Gotohl- Mitte gegan Regin. Hanelberg gegen Berleberg. Treuenbriefen gegen Kloster 3inna. Ludenmalde V gegen Buden. malbe 1. Riemegt gegen Dahme. Ruhlsdorf gegen Luckenwalbe II. 2ömendorf 1 gegen Neukölln 2 Jugendmannschaften: Rathenow gegen Bormats Bedding 2. Bichtenberg I gegen Lichtenberg II 2. Eide- Köpenid gegen Berber. Kegin gegen Neukölln. Nomames gegen Branden. burg. Weißenfee gegen Bansdorf. Vorwärts- Bedding gegen Schöneberg Herzfelde gegen Spandau. Lichtenberg II gegen Sagonia. Potsdam gegen Neukölln 2. Ludenwalde III gegan Zudenmalbe V. Treuenbriegen geçen Ludenwalde I. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 15 Uhr, 2. Mänermannschaften 13.15 Uhr. 1. Jugendmannschaften 11 Uhr, 2. Jugendmannschaften 10 Uhr. Großkampftag in Lichtenberg. Um tommenden Sonntag sieht der Sportplag am Bahnhof Stralau Rummelsburg einen auswärtigen Gegner. Die Handball. Spieler von Lichtenberg I haben sich die spielstarte Mannschaft aus Frankfurt a. d. D. zu einem Gesellschaftsspiel ver. pflichtet. Nach diesem Spiel, das um 13.30 Uhr beginnt, findet ein Fußballmettspiel zwischen Lichtenberg I und Union Tempelhof statt. Die Lichtenberger Hand und Fußballer stehen bisher ungeschlagen in ihren Gruppen. Union- Tempelhof hat sich in letzter Beit fehr verbessert und dürfte einen nicht zu unterschäßenden Gegner für die Lichtenberger abgeben. Beginn des Fußballspiels 15 Uhr. Arbeiter- Hockey. Spieltermine am Sonntag. Am fommenden Sonntag tritt zum ersten Male der Arbeiterfporttiub Rottbus 1 gegen FTGB.- Nordring 1 in Berlin zum Freundschaftsspiel an. Aus früheren, in Leipzig und Kottbus ausgetragenen Spielen, find die Kottbusser als tampf- und spielfreudige Mannschaft bekannt, sie werden die Nordringelf zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. Das Spiel findet 14.30 Uhr auf dem Sportplay Schönhauser Allee statt( ASC. 1).-Weitere Spiele: Oftring 1 gegen Neukölln 1, Oft, 14.30 Uhr( Mariendorf 1). ASC. 2 gegen Pantom 1, Ost, 10.30 Uhr( Oftring 2). Ostring 2 gegen Mariendorf 1, Ost, 13 Uhr( ASC. 2). Pantom 2 gegen Mariendorf 2, Kiffingenstraße, 9 Uhr( Nordring 2). Oftring 3 gegen Neukölln 2, Oft, 9 Uhr( Pankow 1). ASC. 1 gegen Nordring 2, Schönhauser Allee, 13 Uhr( Nordring 1). Frauen: Bantom gegen Ostring. Kiffingenstraße, 10.30 bis 11.30 Uhr( Mariendorf 2). Kunstturnen in Schöneberg. Um fommenden Sonntag tönnen die Freunde des Kunstturnens an Geräten Interessantes fahen. Die besten Arbeitergeräteturner aller Altersklassen, männlich und weiblich, halten in der Turnhalle Rätherstraße in Gdöneberg ein Einzel metturnen ber Oberstufe ab. Die besten Turner werden zu einer StädtemannShaft zusammengestellt, die in mehreren Städten in öffentliche Ronfurrenz zu anderen Mannschaften treten wird. Der erste Städte fampf im Kunstturnen fint et am Karfreitag in Hamburg gegen die Leipziger und Hamburger statt. Diese Städtefämpfe haben immer ein zahlreiches und begeistertes Publitum gefunden. In Schöneberg werten mir auch wieder die erstklassige Redriege sehen, die fürzlic beim Leichtathletiffest im Sportpalast ihre Kunst zeigte. Ber ein buntes Bild von Körpergewandtheit und Freude sehen will, ist freundlichst zu dieser Beranstaltung eingelaten. Alle Kreis, Bezirfs- und Gruppentechnifer treffen sich um 9 Uhr im Lokal Hochgeschurz. Mühlenfiraße 9. zu einer wichtigen Sigung; alle Kampfrichter müssen um 11.30 Uhr anwesend sein. | Ahnungsloser Rundfunk. Was man in der Funkstunde nicht weiß. Der Rundfunk ist wieder einmal den Kommunisten aufgesessen! In der Oeffentlichkeit ist das zugegeben worden durch eine Veröffentlichung des Reichsinnenministeriums, die feststellt, daß die Funkstunde ihre Reporter streng angemiesen hat, auch bei genehmigten Beranstaltungen sofort die Rundfuntübertragung abzubrechen, wenn irgendwie ersichtlich ist, daß es sich um eine staatsfeindliche Veranstaltung handelt. Was ist passiert? Die 3meigorganisation der Kommunistischen Partei in Deutschland, die Interessengemeinschaft zur Wieder herstellung der Einheit im Arbeitersport" hat einen großen Partei rummel im Sportpalast veranstaltet und hat die Sache Inter nationales Arbeitersportfest genannt. Die Macher find zur Funtstunde gegangen, haben sich als Arbeitersport- und Kulturfartell" vorgestellt, worauf ihnen die Rundfunkübertragung augesagt murde. hnungslose Engel in der Funkfunde! Seit Jahren geht in aller Deffentlichkeit in den Arbeitersportverbänden Der Kampf gegen die Parteipolitisierung der Verbände durch die Kommunisten; in aller Deffentlichkeit sind die damit zusammenhängenden Fragen behandelt worden; fast täglich muß jeßi noch der Borwärts" über das tommunistische Sporttheater, das nur den Duzende von Interessen der Partei dient, berichten. herstellung der Einheit im Arbeitersport" als eine parteipolitische Male hat unser Blatt die Interessengemeinschaft zur WiederInstitution der Kommunisten gekennzeichnet. Aber all das hinderte Institution der Kommunisten gefennzeichnet. Aber all das hinderte nicht, daß die Funfftunde eben auf diese Interessengemeinschaft" und auf den ganzen kommunistischen Sportladen hereinfiel. Es gab eine resultate in den„ Sporinachrichten" bekanntzugeben. Man motivierte Zeit, wo die Funtstunde den Arbeitersportlern es ablehnte, Spieldas in der Potsdamer Straße damit, daß man einen Unterschied zwischen bürgerlichen und Arbeitersport nicht machen tönne, sondern bei der Funtstunde tatsächlich auch auf die Kommunistische Partei nur schlechthin einen Sport" tenne. Diese Ahnungslosigkeit scheint und ihre Unterorganisationen ausgedehnt zu sein. Wenn wir der Funtstunde zur Hand gehen dürfen, so gestatten wir uns hiermit zwei Adressen zu nennen, bei denen alles, aber auch wirklich alles über die unabhängigen Arbeitersportvereine in Berlin und in Deutschland zu erfahren ist. Die Auskunftsstellen sind: 3entralfommission für Arbeitersport und Körperpflege". Berlin B, Bülowstraße 29, Telephon Kurfürst 395, und startell für Arbeitersport und Körper pflege", Geschäftsführer Robert Dehlschläger, Berlin N, Hoch stetterstraße 10, Wedding 2977. Bon diesen beiden S.ellen werden die behördlich anerkannten Arbeitersportorganisationer( für Deutsch land und für Berlin) pertreten; was sonst noch in Berlin oder sonst. wo sich als Arbeitersportler" ausgibt, segelt unter falscher Flagge und steht im Dienste der Kommunistischen Partei. Arbeiter- Schach. Weißenfee Charlottenburg. Union. Hellas Berlin XII. Neukölln Spandau Lichtenberg 0 Spiele geunent. verwonnen schieben loren Tore Buntte 0 21: 8 25:15 19:11 6 15:10 9:13 13:26 1: 3 33221000 444344 OT113312 TO1O0000 3:10 75542200 Uebungsspiele zum Städtekampf Wien- Berlin. Zu dem am 30. März stattfindenden Städtekampf der Schwim mer findet auch ein Wasserballspiel Bien- Beriin statt. Wie vom Spielausschuß mitgeteilt wird, sind zunächst vier Berliner Mannschaften aufgestellt, aus denen dann im Berlauf von mehreren llebungsspielen die beste Mannschaft herausgesucht wird. Heute abend sind die Amateure im Sportpalast. Die Deutsche Radfahrer- Union und der Bund Deutscher Radfahrer benußen heute abend gemeinsam die Bahn im Sportpalast. Jeder Verband führt jedoch seine Wettbewerbe getrennt burd, da die Amateurbestimmun leiber- nicht zulaffent. gen des BDR. den gegenseitigen Start Immerhin dürfte die heutige Veranstaltung guten Sport bringen. Haben doch etwa 200 Amateure ihre Meldung abgegeben! Bundestreue Vereine teilen mit: 20 hr. Souristenverein Die Raturfreunde", Rentrale Wien. Freitag, 21. Februat, 20 Uhr. bt. Charlottenburg: Esteeftr. 30: Unterhaltungsabend. Jugenh gruppe Sumboldt: Tant Ede Biefenstraße: Gemerffdaftliche Fragen. Halfbepiabtellung: Briser Str. 27: Berafahrten". Abt. Treptow: Elfenste. 3: pt. Sonntag, 23. Februar. Charlottenburg: Treffen Jugendherberge Ridersdorf. Mädelabfahrt 7.57 Uhr Sichtbilderportaa. Abt. Beis: Chauffeefir. 48:„ Sternbilder und Cagen". b. elefifcher Tahnhof bis Strausberg. Jungens 8.16 Uhr Bahnhof Charloten. Cuboft: Briser Str. 27: Lichtbildervortrag. burn bis Criner. Monteg. 24. Februar, 20 Uhr. Bhotogemeinschaft: Frant. furter lee 307: Das Epiblaffor. Maffuasgemeinschaft: Brangeifte. 128: Ret ame". 19% bis 22 Uhr im uberbaffin bes Sealapmnasiums, Treptow, Reue Krug Freie Muberer- Vereinigung 1013. Sigung Freitag, 21. Februar, 20. Uhr, im Faldenfteiner", Waldensteinftr. 49. lebungsabend jeden Montag von allce 14-16. Badeabend ieben Diens'aq, 18% Uhr, im Stabibad Canahpferaufgenommen. Anschrift: Serm. Mabsad, Berlin N. 81, Eminemünder Str. 90. straße. In der Frauen, Jugend- und Männerabteilung werben noch mitalieber Arbeiter Rab. und Kraftfahrer Bund Solidarität", Ortsgruppe GrpkBerlin. Gefchäftsstelle: Robert Tothbar'h. G. 11, Echöneberger Str. 17. mit Wintermärchen". Freitag, 21. Febrrar, Eikung bei Fidert, Steinmes Fahrten file Conntag, 23. Februar. 1. Abt.: 13 Uhr Jannow bride. Fahri fake 36a. 2. bt.: 13 Uhr Ratharinenfee. 2. Wt.: 13 Uhr Ratharinenfee. Start Dieffenbachstr. 36. 5. Abt.: 13 Uhr Köpenid. Etart Landsberger Blah. 9. Abt.: 9 Uhr Oraniene burg. Start Triftite, 63. 10. Wbt.: 13 Uhr Riel am Start Betersburger Str. 5. Renufahrer- Abt.: 9 Uhr Tahnhof Salenfee. 3000- meter- Waldlauf. Abt. NenAbt. Schöneberg: Jeben runt 13 Uhr Siel am Start Sohenzollernplak. Dienstag und Freitag Eaalsportübungsabend in der Turnhalle Am Tempelhofer Weg, 20 Uhr. Abt. Bidtenberg: 9 Uht Paddo'o- Uebungsstunde Rufche. Ede Pornikstraße. Abt. Weißenfee- Heinersdorf: 13 Uhr Rundfahrt über Bernau. ' art Weißenfce, Langhansftr. 102. Motorradfahrer. Abt. Fricbrid shain: 11 Uhr Uchdorf. Start Landsberger Blak. Abt. Neukölln: 13 Uhr Riel am Start Sohenzollernplak. Abt. Charlottenburg: 10 Uhr Riel am Start Ranal Ede Wilmersdorfer Straße. Freie Rann Union Groß- Berlin, e. B. Abt. Oberspree: Die heutige Sigung fällt aus. Dafür Mittwoch, 26. februar, außerordentliche Generalversammlung. Arbeiter- Even unb Eportbund, 1. Kreis. Tagung der Kinderleiter Connabend, 22., und Conntag, 23. febrrar, Edule Treptow, Bouchéstr. 75. Für ben Fonnabend find Interessenten freundlichst eingeladen, REEB. Die G.A.- Sigung Montag, 24. Februar, fällt aus. Bezirk Säldoft Treptow: Conntag, 25. Februar, Tartie der Männer, Frauen und Juger babteilungen nach ahnsdorf. Treffpunkt 7% Uhr Bahnhof Warschauer Bride. Beat! Norboft: Die Männerabteiluna turnt jest jeben Dienstag. 20 Uhr, Senefelderstr. 6. Tas Spiel Webbing II- Cüben I findet am 23. Februar nicht in Sehberge, fondern in Friedenau, Offenbacher Straße, 13% Uhr. statt. Rinberleiter: Teilnahme an der Kreiszusammenkunft Fonnabend. Im Mannschaftsturnier der Freien Arbeiterschachpereinigung Groß- Berlin stehen sich Sonntag, 23. Februar, in der sechsten Runde folgende Mannschaften gegenüber: B.- Gruppe: Weißensee gegen Humboldthain bei Gallas, Weißensee, Lehder- Ede Greifswalder 22. Februar, Turnhalle Poucheſte, 75. Anschließend Kinderausschußigung. Straße; Neukölln gegen Grünau- Faltenberg bei Grimm, Boddinftraße 10; Moabit gegen Siemensstadt im Café Streng, AltMoabit 13. Beginn aller Wettkämpfe um 10 Uhr. Resultate Resultate der fünften Runde: Grünau gegen Weißensee 3: 7; Humboldthain gegen Memel 8: 2. N 1 Ter Fußballbenit! Tempelhof- Marier borf der Freien Turnerfchaft Groß- Berlin führt jekt ben Namen Union 28", Tempelhof Mariendorf. Sigungstolal Weißer Sirfch", Mariendorf. Chauffeeftr. 37( Ede Kaiserstraße). Sigung seben Donnerstag, 20 Uhr. Bezirk Neukölln- Brik: Die für Eonnabend, 22. Februat, im Tathaus Brik voreefebene Funktionärsikuna fällt aus. 2. Knaben, 2. Mädchen, 2. Jungmäbchen, 2. Frauen. 2. Männnerabteilung: Conn'ag 23. Febrrar, Wanderung nach den Müggelbergen. Treffpunkt 8 Uhr Buschtrug. Bris. Ab 16 Uhr Strandschloß am Müggelsee". אר N * Arbeiter- Sportverein Neukölln Die Musterriege bei den Gymnastikvorführungen auf dem leizten Werbefest Unzulässige Miete. Wie kann man sie rückgängig machen? Biele faufend Familien in Deufstand zahlen eine Ulegate Miefe, d. h. eine weit höhere Miete als das Gefeh vorschreibt. Es zeigt sich immer wieder, daß Hauseigentümer die Genehmigung zum Wohnungstausch von be-| fonderen Bedingungen abhängig machen und vielfach die Abficht eines Tausches verzögern oder sogar vereiteln. In der Regel geht der Vermieter darauf aus, daß ihm der Mieter eine höhere Miete bewilligt als er sie bisher erhalten hat. Um eine Schädigung der beteiligten Tauschluftigen zu ver. meiden, müffen folgende Gesichtspunkte beachtet werden, wobei es fich, wie besonders bemerkt wird, ausschließlich um den Tausch von Altwohnungen handelt. Der Tausch bedarf der Genehmigung der zuständi gen Wohnungsämter und Eigentümer. Lediglich in folchen Gemeinden, welche auf Grund der preußischen Lockerungsverord nungen, als ,, wohnungsmangelfrei" gelten, ist mir die Genehmigung des Eigentümers notwendig. Bersagt ein Eigentümer die Genehmides Eigentümers notwendig. Bersagt ein Eigentümer die Genehmigung, so formen die Tauschluftigen das Mieteinigungsamt anrufen. Durch einen Wohnungstausch, bei welchem das Mieteinigungsamt die Zustimmung des Vermieters ersetzt hat, tritt der einziehende Mieter in die Rechte und Pflichten des abziehenden Mieters ein. Mieter in die Rechte und Pflichten des abziehenden Mieters ein. Handelt es sich um reine Geschäftsräume, so kann die Zustinmung zum Tausch nicht durch das Mieteinigungsamt ersetzt merden. Bei Räumen, die sowohl Wohn- wie Geschäftszweden dienen( z. B. Läden mit Wohnungen) fann die Zustimmung des Bermieters zum Tausch durch das Mieteinigungsamt mur ersetzt werden, wenn der Geschäftszwed hinter dem Behnamed wesentlich zurüdtritt. Bermeigert das Wohnungsamt die Genehmigung zum Tausch, so fann auch dessen Genehmigung durch den Spruch des Mieteinigungsamtes erfegt werden. Das Verfahren vor dem Mieteinigungsamt wegen der Ersetzung ber Erlaubnis des Eigentümers zum Tausch wird in der Regel je nach Lage des Falles mehrere Wochen dauern. Gerade diese Tatsache bestimmt manchen Mieter, einer an sich unberechtigten höheren Mietzinsforderung des Eigentümers zuzustimmen, weil durch eine solche Verzögerung unter Umständen die Tauschmöglichkeit zurichte gemacht wird. Nicht zuletzt spielen für die Bewilligung der höheren Miete manchmal auch psychologische Gründe eine Rolle. Der Mieter befürchtet, bei einer Anrufung des Mieteinigungsamtes den Unwillen des Vermieters zu erregen. Hat der Mieter im Interesse der schnellen Ermöglichung des Tausches einer höheren Mietzinsforderung zugestimmt, so fann er späterhin unter Berufung auf§ 1 Reichsmietengeset dem Vermieter schriftlich mit| teilen, daß er vom nächst zulässigen Termin ab nur die gefeßliche Miete zahlen will. Diese Erklärung muß schriftlich( möglichst im eingeschriebenen Brief) abgegeben sein. Sie hat die Wirkung, daß an die Stelle der vereinbarten Miete die gefeßliche Miete tritt( Friedensmiete plus geféßliche Zuschläge plus eventuelle Umlagen). Ist die Miete nach Jahren bemeffen, fo gilt die spätestens am dritten Werktage eines Bierteljahres abgegebene Erklärung vom nächsten Bierteljahrsersten ab. Bemißt sich die Miete nach Monaten, so gilt die bis zum 15. eines jeden Monats abgegebene Erffärung vom näosten Monatsersten ab. Bezüglich der Wirkung der nom Mieter abgegebenen Erflärung fommt es nicht darauf an, an welchem Termin die Miete gezahlt wird( 3. 8. monatlich, vierteljährlich), sondern wie sie bemessen ist( z. B. Monatsmiete, Jahresmiete). Hinsichtlich der bis zum Wirffam werden dieser Grtlärung auf Grund der Vereinbarung gezahlten höheren Miete hat der Mieter jedoch teinen Rückforde. rungsanspruch fonders von Hausbesikerseite bei den parlamentarischen Beratungen Die Aufrechterhaltung des§ 1 des Reichsmietengefeßzes ift, bestark bekämpft worden. Es soll angeblich gegen Berttagstreue und Bertragsehrlichkeit verstoßen, wenn jemand Berpflichtungen eingeht, von denen er sich späterhin wieder losfagen fann. Dieser Ansicht tann nicht beigetreten werden. Benn jemand im Rahmen der Woh nungsnot die Notlage der Mieter ausnutt, dann verschafft er sich persönliche Vorteile. Das ist ein schmußiges Borgehen. Da aber mit der lleberwindung der Wohnungsnot vorerst leider nicht gerechnet werden kann, ist der§ 1 des Reichsmieten geleges unentbehrlich! Arbeit für frühere russische Offiziere. 3m Reichswehrbetrieb wird ihnen Plah gemacht. In überfüllter Versammlung der Reichs- und Staatsarbeiter in den Germaniafälen referierte Reichstagsabgeordneter Genosse Seydewiß und widerlegte die Darstellung, daß Reich und Staat banterott seien. Gerechte Lastenverteilung auch für die tommenden Generationen und langfristige Anleihen für Gemeinden, Reich und Staat jeten das augenblicklich Erstrebens werte. Gegen die Verschiebung der Bermögen nach dem Ausland und gegen die Kartellwirtschaft müsse mit allen Mitteln vorgegangen werden. Die Offenlegung der Steuerlisten sei unbedingt durch zuführen. Stetter zeigte an reichhaltigem Material, mie besonders im Bereiche des Reichswehrministeriums periodisch wieder fehrend Arbeiterentlaffungen vorgenommen werden. In Königsberg z. B. wurden organisierte Arbeiter entlassen und dafür mehrere ehemalige rufische Offiziere eingestellt. Im Heeres unterfunftsamt Berlin wurden etwa 150 Lohnempfänger von der achtstündigen auf eine täglich vierstündige Arbeitszeit gesezt. Richter berichtete über den Stand der Manteltarifperhand. lungen für Reich und Breußen und ftefte feft, daß das Reich mit dem Ministerlalrat Dr. Schilling an der Spiße nicht ernsthaft baran denft, ohne Kündigung des Bertrages Unebenheiten aus dem Bertrag zu beseitigen und fleine Berbesserungen auf dem Wege von Revisionsverhandlungen zuzugestehen.. 10 Trog der ungeheuren Arbeitslosigkeit wolle man nicht einmal die 8stündige Arbeitszeit für die Reichsarbeiter durchführen oder die sehr niedrigen Säße für Auswärtszulagen erhöhen. Ja, man sei noch nicht einmal bereit, den Arbeitern, die 25 Jahre dem Reich treue Dienste geleistet haben, einen freien Tag zu gewähren, mas in der Privatindustrie der größte Scharfmacher durchaus zubilligt. Das bedeute eine glatte Berhöhnung der Gemertschaften. Das unverständliche Borgehen der Herren Räte werde am besten mit der & ündigung des Bertrages beantwortet. Bon Preußen, mo in den nächsten Tagen ebenfalls verhandelt wird, erwarten bie Gemerfschaften mehr soziales Berständnis und hoffen auf ein Ent gegentommen, in vielen Punkten ihrer Abänderungsvorschläge. Die Ausführungen der drei Referenten wurden mit reichem Beifall belohnt. Eine Diskussion über die Referate murde abgelehnt und einstimmig eine Entschließung gefaßt, der wir entnehmen: der Geftion Reichs- und Staatsbetriebe im Gesamtverband der Die... außerordentlich start besuchte Mitgliederversammlung Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs erhebt ganz energisch Profest gegen die fortgeschten Entlaffungen bei Reich und Staat, insbesondere im Bereiche des Reichswehrministeriums. Da es sich hier nicht um Entlaffungen infolge Konjunfturschwankungen oder Saisonarbeit handelt, sondern diese Entlassungen vorwiegend darauf zurückzuführen sind, daß die im Etat vorgesehenen Mittel in planloser Weise ver wirtschaftet werden, erwartet die Versammlung von der sozialdemokratischen Reichs- und Landtagsfraktion, daß in Zukunft die Summen für Arbeiterlöhne im Etat gesondert nach Arbeiterzahl und Lohnfumme aufgeführt werden. Mit Entrüstung nimmt die Versammlung Kenntnis von dem Berlauf der Repifionsverhandlungen über den TAR. am 11. Februar im Reichsfinanzministerium. Bei diesen Berhandlungen hat sich, wie felfen zuvor, mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß die Organisationen der Art, wie jetzt der zuständige Referent des Reichsfinanzministe riums Arbeiterfragen behandelt, den schärfsten Widerstand entgegen. fezzen müssen. Die Versammelten erwarten von dem Reichskabinett, daß die Referate, in denen Arbeiterfragen zu behandeln sind, mit Referenten besetzt werden, die auch das nötige soziale Berständnis befizen und sich nicht darauf beschränken, die Sozialpolitik mit dem RechenSchieber zu machen. Die Bersammlung begrüßt daher die Kündigung bes LAR." und erwartet von dem Vorstand des Gesamtverbandes, daß er seine ganze Macht einfest, um die hier sich seit Jahren zeigenden Widerstände endgültig zu beseitigen." Wefter für Berlin: Zeitweise heiter, nachts Frost, am Toge Temperaturen über Null, leichte füdöstliche Winde. Für Deutsch land: Fortdauer des beständigen Wetters mit Nachtfrösten. KINO- TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom 21. bis 24. Februar PROGRAMM für die Zelt vom 21. bis 24. Februar BTL Potsdamer Straße 38 Der Witwenball mit Kampers, Siegfried Arno Tonfilm- Einlage: Benjamino Gigli singt Rheinstraße 14( Ander Die goldene Hölle mit Dolores del Rio Kais- Eiche) Ein Monumentalfilmwerk in 13 Akt Odeon, Potsdamer Str.75 Sünden der Väter mit Emil Jannings Ruhiges Heim mit benutzung( 6 lustige Akte) Turmstraße 12 Die Kaviarprinzessin mit Anny Ondra Achtung! Doppelgänger! ( Abenteuer) Jugendliche haben Zutritt KüchenAlexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet Welt- Kino Beg. 5.30, 7.15, 9.05 Alt- Moabit 99 S. 3, 5, 7, 9 Uhr Fritzchens Witwenball für die reifere Jugend mit Fr. Kampers Belprogramm Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W 6.30.9 Uhr, Stg. 3 Uhr Erzieher meiner Tochter mit Liedtke Der große Lacherfolg: Alimente Wilmersdorf Atrium Beba- Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Dritte Woche! Witwenball Regie: Georg Jacoby Schöneberg Alhambra Beg. W. 6.30 u. 9.15 U. Schöneberg. Hauptstr. 30 S. ab 3 Uhr Der Kampf um die Erde Régie; S. M. Eisenstein Sonnabend, Sonntag: Große Nachivorstellung Mariendorf. 200 Ma- Li Mariendorier Sonnt 3 U. Lichtspiele Chausseestraße 305 Witwenball Osten fue- Vorst Germania- Palast W. 7, Stg. ab 5. Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: mit Fritz Kampers, Arno Bühne: Gr. Revue: Die bunte Tüte Wochent. 5, 7, 9 Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Filmeck Südosten Bühnenschau Beg. W. 5.30, S. ab 3 U Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Der Witwenball m. F. Kampers, S. Arno, H. Bender Luisen- Theater Anf. W. 51, Reichenberger Str. 34 Der Witwenball Sonnt. 3.U. Bühnenschau Der froße Ufa- Tonfilm: Norden Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße Die Drei um Edith m Camilla Horn Revue: Leben, lieben, lachen! Der weiße Teufel mit L. Mosfukin, Colosseum Betty Amann, Lil Dagover Großes Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Des groß. Erfolges weg verlängert: Der Wiwenball Bühne: Operetten Revue: Premiere Comenius- Lichtspiele m. F. Kampers, S. Arno, H. Bender Memeler Straße 67 Tonfilm und Stella- Palast Bahnenschau Köpenicker Straße 11-14 Beginn wochentags 6, 9 Uhr Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Kasseneröffnung 12 Stunde vorher Menschen im Feuer m. Harry Piel Auf der Bühne: Gastspiel der Expreßschau: Donner wetter - tadellos Sexua film: Bis ins dritte und and Urania- Theater Film und vierte G.ied. Gari- Garl Bühnenschau Katharina Knie mit Carmen Bont, Titania( Ufa Kampers, Klöpfers Erziehung meiner Tochter mit Harry Liedtke Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Ab Sonnabend: Das Haus am Meer Täglich frühe Schöneberg. Beginn 6.30, 9 Uhr Spielereien einer Kaiserin Hauptstraße 49 mit Lil Dagover Das Panzer auto mit Aldini Friedenau 3, 5, 7.9 Uhr Kronen- Lichtspiele Gibt's ein schön'res Leben? Abenteuerliche Seereise mit B. Keaton Passage- Lichtspiele Unter den Linden 22( Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Der Sieger aller Tonfilme: Die Nacht gehöri uns mit Hens A bers, Charlotte Ander Ausgew. Tonfilmbelprogramm Weidenhof- Lichtsp. An der Weidendammbrücke Friedrichstr. 136 Rheinstr. 65 Woch. 6.30, 9, Stg. ab 5 U. S urm auf drei Herzen mit Betty Bird Die Jagd nach der Fran ( 6 spannende Akte) Steglitz Titania- Palast Steglitz. Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beg: 6.30, 9U. Sonntags: 4,60, 9 U Uraufführung: Pat und Pa achon als Modekönige Böhnenschen Südwesten Film- Palast Kammersäle Woch. 12. Sonnt. 3 U. Teltower Str. 1 Tonim: Melodie des Herzens Topfilmbeiprogramm Moabit W.6, Sbd. 5, Stg. 4 Uhr Spielereien einer Kaiserin mit Lil Dagover Ich hab' mein Herz im Autobus verloren mit Truus v. Alten Süden Bühne Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 6%. 8, 9 Uhr. Stg. 5. 6. 7. 8, 9 Uhr Herrin und ihr Knecht m. H. Porten Vorsicht, Zwangsjacke! Internationale Bühne Sternwarte- Treptow Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Die weiße Hölle vom Piz Pala Neukölln Primus- Palast W 7, 9.15 U Am Hermannplatz Stg 4.4, 7. 9.15 U Vier Teufel, Regie Murnau Auf der Bühne: Revue IL Teil: Das lebende Magazin Ein künstl. Reigen Schönheit, Liebe, Leidenschaft ( 14 Bühnenbilder) Solistin: Baronesse Marietta v. Scoti W. 6.15. Sonntag 4 U. Schönhauser Allee 123 Wigs, ab 5 Uhr Stgs. ab 3 Uhr Tonfilm: Der weiße Teufel mit Iwan Mos ukin Jugendliche haben Zutritt Gala- Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6, 8.30. S. 5, 7, 9. U. Donauwaizer mit Harry Liedtke Banknotenfälscher mit Igo Sym Anf 6, 8 U Noack's Lichtspiele Sonntags ab 5 Uhr Revolte im Erziehungshaus Vater und Sohn m, Harry Liedtke Concordia- Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5, 7, 9 U., Sonnt. ab 3 U Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U.. Stg 4 U. Sonntags 2,30 U.: Jugendvorstellung Fruchtbarkeit Der neue van- de- Velde- Film Wiwenball Kampf um die Erde( Die General- Pharus- Lichtspiele linie der neue gr Russenfilm, Régie Müllerstraße 142 Eisenstein Fräulein Lausbub m. Dina Gralla Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Der Erzieher meiner Tochter mit H. Liedtke Die Kavlarprinzessin m. A. Ondra Bühnengastspiel Der Nachtschreck Gute Bühnenschau Friedrichsfelde W.5% U. Stg. 4 U Der Witwenball mit tritz Kampers, S. Arno Freibeuter der Südsee Prater- Lichtspiel- Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Broadway mit Glenn Tryon In die Falle relockt Bühne: Prunkrevue mit Else Berner ( Kom. Oper) Rialto" Film u. Bühne Kino Busch Beginn täglich Reinickendorfer Str. 14 5, 7 und 8.45 Uhi Alt- Friedrichsfelde Die Herrin und ihr Knecht m. Henny Por.en, Fritz Kampers, Igo Sym Die Jagd nach der Erbschaft Niederschönewelde trüher Elysium( Film- Palest Hasselwerder Straße 17 Tonfilm Das Donkosakenlied Tonfilmbelprogramm Nordosten Jugendliche Zutritt Elysium" Kukuk Ko: tbusser Damm 92. Wenn du einmal dein Herz schenkst m. Liian Harvey Der Würder " Film und Elysium" Bühne ver- Prenzlauer Allee 54. W. 15, S. 3.15 U. Sonntags 3.15 Jugendvorst. Excelsior Wochentags 615 U. Sonntags ab 4 U. Kaiser- Friedrich- Straße 191 Sünden der Väter m Emil Jannings Beiprogramm- Bühnenschau Artushof- Lichtspiele Th. am Moritzplatz Stern, Hermannstraße 49 Film- und Bühnenschau Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Die Lady von der Straße Turksib Beginn: W. ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uh: Wochent. 6,15 U. Giffgas von Peter M. Lampels Der Gefangene d. Bernina mit P. Vo Sonntags ab 4 U. Die goldene Hölle. mit Dolores del Rio Belprogramm- Bühnenschap Die Kaviarprinzessin mit Anny Ondra Bühne: Ballett Celly de Rheyd Jugendliche haben Zutritt Weißensee Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205-210 Der Wuwenball mit Kampers, S. Arno Fruchtbare eit( van de Velde) Bü: Fr.Kronström, Trude Lehmans ( am Wedding) Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Gr. Bühnenschau Der Witwenball m. Fritz Kampers Man schenkt sich Rosen... Bü: Weltber. Marionettentheater Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a W. 6,30, Sbd. 5,30, Stgs. 4 Uhr Der Witwenball m. Fritz Kampers Etappe 1918( Spionage) Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 6.30 U., Sbd.5 30 U., Stgs. 4U. Tonfi.m: Atlantic mit Fritz Kortner Regie: Dupont Niederschönhausen Film- Palast Niederschönhausen Blankenburger Straße W. 6.30, 9 U. Stg, 4.30. 6.45, 9 U. Das Mädel mit der Peitsche Der Fleck auf der Ehr Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstraße 51 Film- u. Bühnenschau Sonntag Jugendvorstellung Revolte im Erziehungshaus Rummelplatz der Liebe m. M. Sills Tegel W. ab 6, 8,45 U Sonnt ab 3 U. Filmpalast Tegel Menschen im Feuer mit Harry Pie! Die Goldmine mit Tom Mix Bühnenschau Skala- Lichtspiele Schönhauser Allée 80 " W. 6, Stg. 4.30 U Mutter Krausens Fahrt ins Glück ( Zille) Der Polizeirei er von Texas Gesundbrunnen Alhambra Ba straße S8 Fruch barkeit Der neue van- de- Velde- Film Au L ben und Toa mit Eddie Polo Gute Bühnerschan Ballschmieder- Lichtsp Badstraße 16 Große Bühnenschau Der Witwenball m. Fritz Kampers Man schenkt sich Rosen. Humboldt- Theater Badstraße 16 Bühnenschat Die Ehe, nach van de Velde Alraune m Brig. Helm, P.Wegener Bahnhofstr. 2 W.6,812, Stg. 414,61/ 2,83 Sonnt. 2 Uhr Jugendvorstellung Donauweizer mit Harry Lied.ke Schweigen im Walde mit W. Dieterle Gute Bühnenschau Kosmos" Filmbühne haupt tr. 6 W. ab 6. U, Stgs. ab 4.15 U. Sonntag 2 Uhr: Jugendvorste.lung Wenn du einmal dein Herz verschenust mit Liian Harvey Es war einm I en ireuer Husar mit Paul Morgan Bühne: Hairy Hill, Marga Lind Union- Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 91 U. S g. 2 U. Jugendvorst. Stg. 44.62 83 U Pat u. Pa'achon auf d. Pulvertas Cagliostro mit Hans S.awe Hennigsdorf Beg. W. 6, 8.30 Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.- Vorst Der große deutsche Tonfilm; Atlantic Filmpalast St, 6. 84 U