Morgenausgabe 101 Nr. 91 A 46 47.Jahrgang Böchentlich 85 Bt.. monatlich 3,60 T2 tm voraus zahlbar. Boftbezug 4,82 2 einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Bfg Boftbeftellgebühren. Auslands abonnement 6.- m pro Monat. Der Borwärts" ericheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend". Illuftrierte Beilagen Bol und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen". Frauen ftimme". Technif"." Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" 102 C Vorwärts Berliner Bolesblatt Sonntag 23. Februar 1930 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die eintpaltige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen das ettge brudte Bort 25 Pfennig zuläffig zwet fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes mettere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben ählen für zwei Borte Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. 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In langen Kolonnen zog das Altonaer Reichsbanner mit umflorten Fahnen heran. Berittene. Mannschaften der Altonaer Schußpolizei bildeten auf der letzten Begftrede Spalier. Blumen und Kränze in überreicher Fülle in der Halle und auf dem im strahlenden Sonnenlicht glänzenden Rasen vor der Halle tündeten von der Liebe und Verehrung, die Adolf Röster als Mensch und Politiker überall genossen hat. In der Friedhofshalle, in der nur der fleinste Teil der vieltausendföpfigen Trauerversammlung Einlaß finden fonnte, wurden die Gäste mit der Trauerweise empfangen:„ Ein Sohn des Boltes wollt er fein und bleiben. Reichsinnenminister Severing überbrachte die Abfchiedsgrüße der Reichsregierung. Er würdigte Köfters Berdienste als Staatsmann und seine glühende Baterlands liebe, die sich in der Stunde der größten Gefahr für das Deutschtum am herrlichften offenbart habe. Rösters diplomatische Tätigkeit habe die Borstellung, die sich das Bolt.nom: Diplomaten gemacht habe. erheblich berichtigt. Der Verstorbene sei auch als Diplomat ein auf. gefchloffener, offener Mensch gewesen und habe gerade damit seine großen Erfolge errungen. Die Geschichte werde an erfennen, daß er für den Bestand der Republik und für die Er meckung der Liebe zu der neuen Staatsform mit das Höchste ge leiftet habe. Staatsjefretär Schubert pries als Vertreter des Auswärtigen Amtes die glänzenden Eigen. schaften und das große Geschid, das Dr. Köster in der Wieder herstellung der guten Beziehungen zu den fremden Völkern in der deutschen Nachkriegspolitik bewiesen habe. Man werde seine Mitarbeit im Auswärtigen Amt noch oft schmerzlich vermissen. Otto Wels führte im Namen der Sozialdemokratischen Partei aus: In dieser Stunde schweben die Gedanken von Hunderttausenden um den Sarg Adolf Kösters, besonders derer, die ich jetzt zu vertreten habe, der deutschen Sozialdemokraten am Schreibtisch, in der Werkstatt und in Fabrit, die ihn mit Stolz zu den ihren zählten, denen der junge Akademiker sich in seinen frühen Jahren zugefellte. Jäh und unvermittelt traf uns der Schlag, daß der Mann, der seinen Weg in die Höhe des politischen Lebens troß seiner minifteriellen Bergangenheit sich erst zu bahnen schien, nicht mehr unter uns weilte. Er war ein Sonnenmensch, so wie die Sonne jetzt auch den Sarg umspielt, der, das enthält, was von ihm sterblich ist. Ihm war die Welt mit ihrem kulturellen und geistigen Inhalt gerade groß genug, um fich in ihr zu bewegen, und dennoch war er von einem Heimatgefühl durchbrungen, daß er sich ständig als Heimwehtranfer im Auslande fühlte. Das sagte er in seinem Jugendroman„ Die bange Nacht". Er atmet Liebe zur heimatlichen Scholle und zu ihrer Bevölkerung in jeder Zeile. Dienst an der Heimat, Dienst an der Masse seines Volkes trieb ihn, von der er einst schrieb: Ich hasse die Armut und liebe die Armen, die Arbeiter, denen die Sonne so fümmerlich scheint. Ich will mit ihnen fämpfen gegen ihre Feinde. Die Arbeit, das war ihm die arbeitende Welt als der Hebel aller Kultur, der alles bewegende Faktor, der die Menschheit von der Barbarei zu ihrer heutigen Kultur zurüdgeführt. Ihr den gebühren den Platz zu sichern, bekannte der junge ringende Student fich zur Sozialdemokratie und hielt ihr die Treue. Im Kampf mit Jeiner Familie gab er, der zum Theologen Bestimmte, die Erklärung ab, der Arbeiterklasse zu dienen, mit den Worten: Ich will fämpfen, daß es anders wird, ganz anders, nicht durch Predigten, sondern durch Taten. Bielleicht scheitere ich, sicher erlebe ich es nicht, aber das schadet nichts. Ich muß weil ich etwas anderes werden kann, ich muß, weil ich meiner Jugend, weil ich euch, weil ich mir selber treu bleiben will." Dieses Bekenntnis zur arbeitenden Klasse und zu ihrem Kampfe hat Adolf Köster treulich gehalten. Deshalb trauert mit uns und mit der Familie die große Partei um den Genossen und Freund. Er war uns Führer, er war mit uns Soldat für ein Ziel, das groß und hehr vor uns steht. Trauernd senten die Fahnen fich über 1 Millionen suchen Arbeit! „ Wirtschaftsführer" schwätzen. Bas tut der Reichstag? Die vereinigten Ausschüsse des Reichstags beraten immer noch über die mit dem Young- Plan zusammenhängenden Gefeße, teils öffentlich und teils vertraulich. Sie seinem Grabe und die Partei nimmt Abschied von ihm als einem arbeiten gründlich und langsam, so auffallend langsam, daß. der besten Kameraden. Oberbürgermeister Brauer- Altona wies auf die enge Berbundenheit des Verstorbenen mit seiner nieder. elbischen Heimat hin. Hier habe er sich immer mit neuer Kraft er. füllt, wenn er zu kurzer Ausspannung vom aufreibenden Dienst hin und wieder heimgekehrt sei. Draußen am Grabe, wo ein dichter Wald schwarzrotgoldener Fahnen die Gruft umfaßte, rief der Präsident des Hamburger Senats, Bürgermeister Roh, dem toten Freunde lezte Grüße nach: Richt Morte der Trauer allein sollten ihm gelten, sondern auch Borie des Gelöbnisses, in seinem Sinne dem deutschen Bolt und der ganzen Menschheit weiter zu dienen. Als dann die einzelnen Abordnungen ihre Kränze am Grabe niederlegten, hob der Hamburger Generalfonful Jugo. flawiens noch hervor, welch große Berehrung Köster im jugoflawischen Bolt sich erworben habe. Ein Bertreter der deutschen Minderheiten in Lettland gedachte der Hilfe, die Köfter dem deutschen Lettland habe zuteil werden laffen. Mit dem Deutschland- Lied, bas eine Rapelle der Schußpolizei fpielte, schloß die eindrucksvolle Trauerfeier. Ehrung Dr. Köfters in Belgrad. • Hamburg, 22 Februar. Der Oberbürgermeister von Belgrad hat an den Präsidenten des Hamburgischen Senats folgendes Telegramm gerichtet: Um die dankbare Erinnerung an unseren unvergeßlichen schlag der Gemeindeverwaltung in der Sizung der Stadtverord Freund Dr. Köster zu wahren, wurde am 21. Februar der Bor: neten einstimmig angenommen, der an der Deutschen Ge. sandtschaft entlangführenden Straße den Namen Dr. Adolf Köster Straße zu geben. 3 3 Bürgermeister Roß erwiderte darauf mit folgendem Tele. gramm: Der Beschluß der Stadtverordneten, das Andenken Dr. Köfters in Belgrad dadurch dauernd zu ehren, daß die an der Deutschen Gesandtschaft entlangführende Straße nach ihm benannt wurde, wird in ganz Deutschland als ein Beweis der freundschaftlichen Gefinnung der Bevölkerung ihrer Stadt und ihres Landes angesehen und gewürdigt werden. Ich danke Ihnen herzlichst im Namen ham burgs für diese gute Nachricht und bin sicher, daß die Empfindungen, die die Belgrader Gemeindeverwaltung und Stadtverordnetenver fammlung zu Ihrem Entschluß veranlaßten, auch in Hamburg auf das herzlichste erwidert werden. Sie wollen nicht erinnert werden! Kapp- Putsch und Kreuz- Zeitung. Die Kreuz- Zeitung" ist erbost, daß die Sozialdemokratie das republikanische Deutschland an die zehnjährige Biederkehr des 3usammenbruches des Rapp Butsches erinnert. Sie will nicht erinnert werden! 9 bald die Frage auftauchen wird: wie lange hätte die Haager Konferenz gedauert, wenn sie im gleichen Tempo gearbeitet hätte? Beraten ist gut, aber schließlich müssen auch Be fchlüsse gefaßt und dem Plenum des Reichstags das Bort erteilt werden. Es könnte sonst allmählich der Eindrud entstehen, als ob während der Haager Konferenz und noch während der ersten Lesung des Young- Planes im Reichstage das staatspolitische Gewissen stärker gewesen set als jetzt. Es könnte sich die Meinung befestigen, als ob aus diesem Gesamtwerk Steine ausgebrochen und andere eingesetzt werden fönnten- eine Mei nung, die in der Sache völlig unbegründet ist. Das Baudern der Ausschüsse es ist ein Zaudernbirgt psychologische Gefahren in sich. Es weckt Unsicherheitsgefühle, es läßt die Frage auftauchen: was ist's mit dem Young- Blan? Ist heute noch wahr, was gestern Regierung und Regierungsparteien über ihn gesagt haben und über seine absolute Notwendigkeit? Und wenn es wahr ist warum dann das Zaudern? Es gilt staatspolitische Notwendigkeiten zu vollziehen - aber inzwischen erleben wir das Zwischenspiel sines Ur. laubs von der Verantwortung. * In dieser Zwischenzeit ist reichlich Raum für politische und soziale Kannegießereien. Es gibt genügend Herrschaften, die ihre Illusionen und Gedanken spazieren führen. Sie träumen wieder von der Steuerfenfung, bom Abbau der Soziallaften, von der Wiederholung der großen Offensive der ,, Wirtschaft" gegen den Staat und die Arbeiterrechte. Alles scheint ihnen in Fluß zu sein, alles möglich, alles erreichbar. Wirtschafter, Bankdirektoren und Professoren verfassen Kundgebungen, die an Phrasenreichtum und Mangel an Sachver stand taum zurücstehen hinter gewissen Professorenkund gebungen, die mir im Kriege erlebt haben. Es hagelt Rat schläge, gute Lehren, Ermahnungen und moralische Reden an das Volk. " 3% An das Bolt. Ja, wer ist das Bolk? Heute suchen rund 3 Millionen Menschen in Deutschland Arbeit und finden sie nicht. Die Wirtschaft", deren Vertreter von guten Lehren überfließen, ist nicht in der Lage ihnen Beschäftigung zu geben dafür hat sie Moral für sie. Lustig im blauen Himmel geht das Spiel der Projekte doch sind die weniger lustig gesinnt, die von den Projekten feine Arbeit erhalten! Steuerfenfung, Lastensenkung, Sparsamkeit: Worte, Worte. Aber die 3% Millionen Arbeitsuchenden sind da. Und wir fragen: was soll aus ihnen werden? deckung gemacht, daß das deutsche Volt an der Renten frankheit leidet. Die Entdeckung ist nicht originell Der Herren Schacht und Reusch haben die Ents: vor einiger Zeit hat ein Hamburger Profeffor die These schen Arbeiterschaft erhalten hat, schmerzt die braven Leute noch Sozialhygiene, ausreichende ärztliche Versorgung, Vorbeuaufgestellt, daß alles, was Kulturfortschritt sei, ein Bolt nur Die Lektion, die die Reaktion damals über die Macht der deutschwäche. Der brave Mann tam auf den Gedanken, daß heute! So beeilen fie sich zu versichern, daß nicht die Arbeiterschaft gung gegen Epedimien nur von Uebel fei- Cholera, Boden Rapp hinweggefegt habe die Werftätigen hätten lediglich ihr und Best aber eine nüßliche Einrichtung: das Stärkste bleibe Wert geschwänzt", sondern Kapp sei gescheitert an der man übrig, und das sei gut so. Die Herren Schacht und gelnden Organisationsfähigteit seiner Berater. Reusch haben diese biologische Weisheit ins Soziale übers Das ist der ganz echte Putschismus: das Gelingen des tragen: das Bewußtsein der Sicherung vor letter sozialer Butsches ist nur eine Organisationsfrage. Katastrophe schwäche die Volkskraft. Man fann die törichten Borte des Herrn Schacht drehen und wenden wie man will - immer steht dahinter die Anschauung, daß die soziale Best der Krise und der Arbeitslosigkeit ohne Fürsorge eine nüßliche Ausleseeinrichtung sei. Lieber wollen sie Trottel sein, als die Macht der Arbeiterschaft zuzugestehen! Japanisches Wahlergebnis. Regierung behält eine sichere Mehrheit. Tofio, 22. Februar.( Reuter.) Nach den bis heute nachmittag 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit vorliegenden Wahlergebnissen erhielten die min feito oder Regierungspartei 245 Gige, die in der Opposition stehende Seinufaipartet 148, bie Broletarierpartei 5, die Un abhängigen ebenfalls 5 und fleinere Parteien zusammen 8 Gize. Obwohl noch nicht alle Ergebnisse eingegangen sind, verlautet, daß die Regierung bestimmt über eine Mehrheit verfügt. Bes gierungspartei, so scheint die Stabilisierung der politischen Lage findet sich die Hälfte der Size im Landtag in den Händen der Res Japans gesichert. Die Regierung wird dann unbehindert ihre wirt schaftliche und soziale(?) Politit fortsegen tönnen. Weil die Arbeitslosenunterstüßung egiftiert, find 3% Millionen auf der Arbeitssuche; wenn fie feine Arbeitslosenunterstützung befämen, hätten sie Arbeit das ist die Logik der Schacht und Reusch, wobei die andere Alternative verschwiegen bleibt: oder wären verhungert. ugenberg den Kampf gegen die Sozialversicherung geBor den Herren Schacht und Reusch hat Herr führt, wobei mir zugeben müssen, daß Herr Schacht in diesem Bunfte seinen Vorgänger noch übertroffen hat. Zurück hinter in dem, was er sagt und dem, was er will. Hinter diesem Kampf gegen die ,, Rentenkrankheit" steht die Erbitterung, daß die Arbeiterschaft nicht mehr den Buntt des schwächsten sozialen Widerstandes darstellt, daß sie 1890 follettive Rechte beligt, die es ihr ermöglichen, auch in der Zeit der Krise dem politischen und sozialen Angriff standzuhalten. In der sozialen romantischen Anarchie, bie den Schacht und Reusch vorschwebt, soll immer die MögRamsch und Korruptionspartei. lichkeit der Abwälzung der Krisenlaſt auf den Arbeiter ge Pieck als Liquidator in Stuttgart.- Fritz Lange und die Neuköllner RFB- Kaffe. frankheit. geben sein daß er sich geordnet und geschüßt zur Behr feßt, daß die Abwälzung nicht mehr tampflos möglich ist Das in Stuttgart erscheinende Organ der kommunistischen| leugbar die beften und Attivsten Kameraben die Reihen verlassen das ist die tiefste Ursache des Geredes über die Renten Opposition befaßt sich in seiner neuesten Ausgabe mit ben baben. Nicht einer Berson wegen sondern einzig und allein, weil die gegen die Intereffen des Proletariats verstoßen und darin hat Um das wahre Befen dieses sozialen Darwinismus der Ramschgeschäften der PD. und schreibt dazu in nach Statut des RFB. jede Gemeinschaft mit denen zu brechen ist fich der ehemalige Kamerad Lange beffimmf verstoßen, also gebührte Schacht und Reusch aufzuzeigen, genügt es, eine Frage bezug auf das Stuttgarter Geschäft der KPD.: ,, Die von der fozialdemokratischen Bresse behaupteten Tatsachen ihm im vollem Umfange die Strafe, die jeden kleinen Funktionär aufzuwerfen: wären die Herren Unternehmer bereit die Bestehen träge, die jetzt von Arbeitern und Unternehmern als soziale stehen auch in engem Zusammenhang mit dem hartnäckigen Verfuch bis dato getroffen hat. Warum in diesem Falle die Verdienste so träge, die jetzt von Arbeitern und Unternehmern als foziale der Bentrale der KPD. und der württembergischen Bezirksleitung in den Bordergrund schieben, wie vom Gauburg Grandezti Basten bezahlt werden, beim Fortfall den Arber getan wurde. Da sich die B. C. hinter den Anweisungen, Jandregtis beitern als Mehrlohn zu zahlen? voll stellte, deckte sie die Angelegenheit ganz und eine Partei, die nicht den Mut aufbringt, energisch gegen Schuldige vorzugehen, kann mein Bertrauen teine minute länger besigen, wenn es ihr lieber ist das so und soviel ehrliche Proleten die Reihen verlassen, ehe man sich aufrafft und die Schuldigen, entfernt, oder find biefelben nicht zu ersetzen? So wie mir geht es noch viel mehr Aber das ist es gerade. Die Herren reden vom Sparen das heißt, die Arbeiterschaft soll sich einschränfen. Die Heilung von der Rententrantheit soll darin bestehen, daß die Sozialbeiträge dem Profit zugute tommen und die Arbeiterschaft das Nachsehen hat. Spare bei an beren dann hast du den Vorteil, so lautet der sehr praktische Grundsag dieses Lagers. Spare bei den Arbeitern und wenn die sich zur Behr sehen, so spare bei den Beamten, nur nicht bei dir felber! Sage dem Beamten: der Arbeiter muß sparen, und dem Arbeiter, daß für den Beamten zu gut gesorgt seidann denkt feiner von beiden daran, bei dir selber nach der Sparmöglichkeit zu fragen! In der gesamten Reichsverwaltung gibt es 750 Be amte, die ein Gehalt von mehr als 12 000 m. im Jahre beziehen. Sie erhalten zusammen rund 10 Millionen Mark jährlich an Besoldung. Diese 10 Millionen Mark würden ungefähr ausreichen, um zwei Dugend General direttoren in der Industrie zu besolden. Hat man jemals direktoren in der Industrie zu besolden. Hat man jemals gehört, daß die Herren Schacht und Reusch die Forde rung aufgestellt hätten, zur Sanierung der Wirtschaft mit der Reduktion der Gehälter der Generaldirektoren anzufangen? Wir erlauben uns, einen Vorschlag zu machen: wie wäre es, wenn der Reichsverband der Deutschen Industrie eine statistische Nachweisung über die Ge neralbirettoren in der deutschen Birtidaft und ihre Bezüge veröffentlichen würde? * Es juchen 3½ Millionen Menschen in Deutschland nach Arbeit aber die Wortführer der sogenannten Wirtschaft leiben an sozialer Blindheit. Die Not ist für sie mur Anlaß, an die Berbesserung der eigenen Position zu benten: Steuersentung, Sparen an den fozialen Ausgaben, finanzielle Einengung des Staates, Triumph des Besizes! Da gilt es zu entscheiden und die Entscheidung fällt im Bolitischen. Gestaltung des Etats, Dedung bes Etats erfordert Stellungnahme zu dieser sozialen Proble matit. mit der Verabschiedung des Young Plans hört die Un gewißheit auf, die die soziale Romantit der Forderungen der Birt'chaft gezüchtet bat. Es ist an der Regierung und den Regierungsparteien. Berantwortung zu zeigen, mit der Annahme des Young- Blans und der Sanierung der Finanzen die Borauslegungen für einen Biederanstieg der Konjunktur und die Wiedereingliederung der Arbeitslofen in Die Produktion zu schaffen. Der Urlaub von der Berant. Die Brobuftion zu schaffen. Der Urlaub von der Berant. wortung hat lange genug gedauert! Die Reichssteuern im Januar. Weiter finitende Zendenz/ 3n 10 Monaten 7,90 Milliarden Die Reichssteuereinnahmen betrugen im Monat Januar aus Bestz- und Berkehrssteuern 776,6 Millionen Mart, aus 3öllen und Berbrauchsabgaber 333,7 Millionen, zusammen also 1110,3 zahlungen fällig, weshalb das Januarergebnis nur mit dem Monat Ottober verglichen werden kann. Dieser Bergleich ergibt, bei der Einkommensteuer im Januar einen Rückgang von 259,8 auf 229,4 Millionen, bei der Körperschaftssteuer einen Rückgang von 107,9 auf 103,9 millionen und bei der Umfaßfteuer eine leichte Steigerung Don 194,6 auf 200,4 millionen. Die Tendenz der fintenden Steuereinnahmen, die mit zur Einbringung des Nachtrags. etats geführt hat, wird also im Monat Januar bei den Besitz- und Berkehrssteuern bestätigt. Das Lohnsteuerauffommen war im Januar um 6,1 Millionen Mark niedriger als im Monat Dezem ber, was auf Lohnsteuererstattungen im Betrage von 12,8 millionen zurückzuführen ist. In den ersten zehn Monaten des Rechnungsjahres 1929 betrugen die Gesamteinnahmen des Reiches 7901 Millionen. Das Reichs finanzministerium stellt fest, daß dieses Er. gcbnis sich ungefähr im Rahmen der burch den Nach. tragshaushalt vorgenommenen neuen Schäzun. gen bewegt. Millionen Mart. Im Januar waren wieder Steuervoraus Der nervöse Haugt. Ein Reichsanwalt, der auf Urlaub gehen muß. Dresden, 22. Februar.( Eigenbericht.) Der fächsische Staatsanwalt augt, der sich fürzlich als Hilfs. arbelter bei der Oberreichsanwaltschaft in Leipzig außerftande er flärte, in einem Beleidigungsprozeß gegen einen Berleumber ber republikanischen Staatsform ein entsprechendes Plädoyer zu halten und der deshalb auf Anordnung des Reichsjuftizministers beurlaubt murbe, tehrt bis auf weiteres auch in den sächsischen Justiz bienst nicht zurüd Die Ermittlungen des Reichs juftizministers haben seinerzeit ergeben, daß die Haltung des von den Nationalsozialisten und Deutschnationalen so gefeierten Staats. gumaits auf ,, nervöse Berwirrungen" zurüdzuführen war. Gin gerichtsärztliches Gutachten hat diese Auffassung inzwischen bestätigt, so daß sich der sächsische Justizminister peranlaßt gefehen hat. bem fonderbaren Staatsanwalt zunächst einen mehr monat. lichen Urlaub zu bewilligen. Kaffis Rücktritt von der Mandatskommission. Der General. jetretär des Böllerbundes teilt offiziell die Amtsniederlegung des beutichen Mitgliedes der Mandatstommiffion Dr. Raft I mit. Stafti habe sich bereit erklärt, bis zur Ernennung eines Nachfolgers in der Kommission weiter mitzuarbeiten. Die Ernennung des Nachfolgers wird während der nächsten Raistagung im Mai erfolgen.+ der KPD., die Stuttgarter Drudereigenossenschaft zu liquidleren. Bor und in der außerordentlichen Generalversammlung am 11. Ja muar haben die Schlaffer, Bied und Co. ihre Liquidierungsanträge mit dem Borwand begründet, daß die wachsende Kampf bereitschaft der Arbeiter und die nahenbe revolutionäre Situation, sowie das drohende Berbot der KPD. die Aus. Lösung der Genossenschaft notwenbig machen. Wir wiesen schon damals mit Nachdruck darauf hin, daß ganz andere Gründe für die Barteibureaufratie maßgebend find. Heute sieht man auf Grund der Veröffentlichungen über den Verkauf des Partel. eigentums viel klarer. In der Generalversammlung wurde von Schlaffer und Schned beantragt, die Statuten so zu ändern, daß die Liquidatoren nach eigenem Ermessen über das Bermögen der Drudereigenoffenschaft verfügen sollen. man will also einen Beschluß herbeiführen, wonach die Zentraleleute mit dem Druckereiunternehmen nach Belieben schalten und walten dürfen. Von Schlaffer und Co. wurde unser Hinweis, daß die Führer der KPD. die Druckerei bürgerlichen Kapitalisten ver taufen wollen, bestritten. Heute ist veröffentlicht, daß die Liqui. dierung der Druckereigenossenschaft betrieben wird, um das Druckerei unternehmen zu verkaufen und den Verkaufswert zu erhöhen." In der außerordentlichen Generalversammlung haben die Zentraleleute mit ihrem Antrag feinen Erfolg gehabt. Sie erhielten trog der stärksten Agitation für diese Versammlung nur eine Mehrheit von 170 zu 127, während für die Annahme des Antrags nach der Sagung eine 3 weibrittelmehrheit erforderlich gewesen wäre. Nachdem Pied in dieser Bersammlung als 3wed des Antrages be zeichnet hat, daß man die Rechte an der Unternehmung auf vier Genoffen überschreiben und diese Eigen tumsrechte zum Schutz vor dem Zugriff der Gegner ins Ausland dirigteren müffe, find den Genossenschaftsmitgliedern die Augen geöffnet morden, so daß der Antrag auch in zufünftigen Versammlungen nicht auf Annahme zu rechnen hat. Der Fall Lange. ihre geschäftlichen Braftilen haben der Barteiführung ber Die in der legten Zeit veröffentlichten Aufschlüsse über KPD. den Atem verschlagen. Es fonnten im Zusammen. hang damit auch bezeichnende Zahlen über Berbreitung und Bezieherschaft der Roten Fahne" genannt werden. An der Hand völlig einwandfreier Driginalunterlagen läßt fich jegt auch einiges über die Gründe ber abgleitenden Lesergefolgschaft der kommunistischen Bresse berichten. Bor uns liegt ein Schreiben des Berlages der Roten Fahne", in bem die Abbesteller um die Gründe der Abbestellung gefragt werden. Darauf einige Antworten, bie an Deutlichkeit nichts zu münschen übrig laffen: " I. Auf das mir zugegangene Schreiben über die Gründe der Ab. bestellung der Roten Fahne teile ich hierdurch folgendes mit. Unterzeichneter war seit dem 1. April 1925 Mitglied des RFB., 14. Abteilung. Nachtem im Jahre 1927 Unregelmäßigkeiten in der Abteilungskaffe festgestellt wurden, stellte sich bei Prüfung der Staffe ein Fehlbetrag von 1400 m. und Schulden an die Gautaffe von 1800 m. heraus. Da meiner Ansicht die Abteilungsführung sich durch ihre Nachlässigkeit in puncto Stasse schwer an die Inter effen der RFB.- Kameraden vergangen hatten, forderten wir Rüdtritt derselben; aber eine von der kommunistischen Fraktion einberufene Bersammlung erteilte zwar den 1. Abteilungsführer Frig Lange eine ernste Rüge, hielt es aber auf die Berdienste des für mich ehemaligen Kameraden Lange, hinweisend, nicht für nötig, denselben von seinem Boſten zu entfernen, sondern man ließ ihn, obgleich man sich darüber klar mar, daß die 5. Kamerad schaft, bisher die stärkste und beste innerhalb der Abteilung, zer schlagen werden mußte. Was auch praktisch eingetreten ist durch girta 60 Austritte, nebenbei ermähnt sei noch das unRameraden. und Bin jederzeit menn notwendig zur mündlichen Aussprache bereit, Mit revol Gruß gez. D. W., Allerstr. 1. II. Als Funktionär des RFB. 12. Abt. V. Kam. seh ich mir ver. anlaßt, die Fahne" aus folgenden Gründen abzubestellen. 1.stens, die Fahne" bringt nicht mär das, was sie früher ge bracht hat, unter Gründung Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. 2.tens find in der 14. Abt. Spanische Geschäfte zu Tage getommen. Wie fann eine Abteilungsführung, die folch. Bertrauen hatte, die laut Statut, Organisationsschädlich, wieder ge= wählt werden. Wie kann die Partei als solche, das wieder gut machen, die derartiges unterstützt und nur die große Rüge erteilt, fie läßt in dem moment die ganze Kamer. zum Deibel. gehen, als die Zustände zu Regeln. Wär unter den Funktionären traut einem Kameraden zu, unter derartigen G: fchehnissen Sammeln zu gehen, den letzten Groschen den Arbeiter aus den Taschen zu ziehen, damit das System wie es heute noch besteht, ein viel größeres Manto ist wie 1400 m.... Mit revolutionärem Gruß gez. St., Beiseftr. 46, III. Thr fragt, warum und was mich veranlaßte, die Fahne" abzubeftellen. Was mich besonders veranlaßte: Die Borgänge m RFB. in Neukölln! Große Poften Gelder sind verschwunden, die kameraden nehmen dazu Stellung. Dies ist der Gauleitung Ceitung, die die Hauptschuld an solch einer Schlamper Wirtschaft trägt! im RFB. sehr unangenehm, aber trotzdem bleibt die alte Die Gauleitung ist nicht einmal in der Lage, solch einer Korrupten eitung abzusetzen! Bfui Teufel! Dann muß diese Gauleitung ebenso ausfehn Doch Genossen, ich will nun mit tem von mir an geführten Schluß machen. 3ch tönnte noch vielmehr auführen. Ich erfläre: Ich bin bereit die Rote Fahne wieder zu bestellen..., menn Ihr alle Oppositionellen Ausgeschlossenen Genossen wieder in der Partei aufnimmt und solche korrupten Leitungen wic in Neukölln RFB. verschwinden laßt... und wir fönnen bann wieder in der Deffentlichkeit treten und fagen, wir dulden folche Schweinehinde, wie die von mir aufgezeigten nicht unter uns. Das wir alle Gelter, bie por uns gesammelt merben, nur zur Agitation und zur Durchführung der Revolution.ge. brauen permenden merben. ; Mit fommunistischem Gruß gez. E. R., Herrfurthſte. 30. Umi jebas Ableugnen zu verhindern: Die Briefe ftammca aus dem Jahre 1928! Der in ihnen genannie y gay den die Briefschreiber als ben Hauptschuldigen an ber Schlamper- Wirtschaft" bezeichnen, ist heute die fommunalpolitische Säule der Kommunisten. Er ist nicht davongejagt, fondern zu noch höheren Ehren aufgeftiegen. Wenn er nicht auch noch als Stadtrat im Berliner Magiftrat fizt, so ist das nicht das Berdienst der fommunistischen. Leitung, sondern des fozialdemokratischen Ministers des Innern, in dessen Auftrag ihm die Bestätigung verlaat rourde. Im Jahre 1928 haben die Neuköllner Rot- Front- Leute offenbar gar nicht begreifen fönnen, warum die Leitung des RF.- Bundes den Lange mit Glacehandschuhen behandelte und lieber die aanze Abteilung auseinanderplazen ließ. Begreifen sie es wenigstens jetzt? Die beiden Borfizens den der Zentralleitung des RF.- Bundes sind Thälmann ( Affäre Wittorf) und Willy Leow. derselbe Leom, gegen den ähnliche Anschuldigungen von seinen ehemaligen Genoffen erhoben werden, allerdings in noch ganz anderem Maßstabe als gegen Friz Lange. aus. Eine -Elster hackt eben der anderen die Augen nicht Kriegsverrat durch Krupp- Thyssen? Ein Verfahren vor dem Reichsanwalt. Ceipzig, 22 Februar.( Eigenbericht.)| Grund dieses Umstandes hat die Firma Krupp nach dem Kriege die Bom Oberreichsanwalt ist ein Ermittlungsverfahren Firma Biders unter 3uhilfenahme des Auswär wegen Landesverrat gegen bie Firma Krupp in Effen und tigen Amtes vertlagt, und zwar auf Zahlung der Priorität van 1 Schilling pro 3ünder, was den Betrag von 6 150 000 Bfund gegen die Firma Thyffen auf Grund des§: 89 StGB. und§ 90 Biffer II StGB.( Lanternerrat) eingeleitet morden. Der Bandes Sterling ausmacht. Diese Forderung figuriert bei der Fusion Biders Mächte durch Lieferung von Rüstungsmaterial an die feindlichen perrat foll während des Krieges durch Borschubleisten der feindlichen und Armstrong auf der Debetseite. Mächte begangen sein. In dem Ermittlungsverfahren sind bisher der belannte fatholische Ihaologe Universitätsprofeffor Dr. & ranz Keller aus Freiburg i Br., Prof. Dr. Wilhelm Hauser und der befannte Pazifist Dito Behmann Ruß büldt bernommen worden. Diesem Berfahren liegt folgende Borgeschichte zugrunde: Bar einigen Monaten peröffentlichte Lehmann Rußbüldt im Fadelreiter. Berlag ein Buch, betitelt Die blutige Internationale ber Rüftungs Industrie". Darin bemüht sich der Verfasser nachzumeijen, daß bie Rüstungsindustrie ohne Rüdficht auf nationale Interessen inter. Rüftungsindustrie ohne Rüdficht auf nationale Intereffen inter. national verbunden sei. Lehmann- Rußbüldt behauptet, daß die Firma Krupp ein Patent zur Herstellung von sogenannten Granat sündern an die englische Firma Viders abgegeben hat. Der von Bickers hergestellte Zünder glich dem deutschen Doppelzünder 96 ( Bz 96) und trug in England die Bezeichnung KPZ 96/04. Auf Der Firma Thyssen wird in dem Buche der Vorwurf gemacht, daß sie während des Krieges an Holland Infanterie. fubfilde für 68 Mart verkaufte, bie fie der deutschen Heeresverwaltung mit 117 Mart berechnete. Dies ist das Gegenftüd zu ben in Amerika billiger verfauften Nidel- Stahl- Panzerplatten der Firma Krupp. Das Borschuhleiften an feindliche Mächte wird darin gesehen, baß die Firmen wertvolles Rüftungsmaterial in Mengen nach der Schweiz und Holland geliefert haben und damit rechneten, daß das Material an die Feindmächte meiterverfauft wurbe, so daß der deut fchen Kriegsmacht schwerer Schaben entstehen mußte. Ban maßgebender Seite" in Leipzig erhält MTB. zu den auffebenerregenden Borgängen folgende Darstellung: Es trifft zu, daß bei der Reichsanwaltschaft eine Anzeige gegen die Firmen Krupp und Thyffen eingegangen ist. Diese Anzeige ist von einem Auslandsdeutschen auf Grund eines Bor trages, den Prof. Dr. Keller in Zürich gehalten hat, erstattet worden. Prof. Keller hat bei seiner Bernehmung im Borvernehmungsperjahren erflärt, daß er aus eigener Renntnis nichts misse. Er habe jeine Angaben nielmehr nur auf Grund der Broschüre Lehmann. Rußbüldts ,, Die blutige Internationale der Rüstungsindustrie" gemacht, und zwar nicht, um gegen die Firmen Krupp und Thyssen ben Bormurf des Landesverrats zu erheben, sondern um die internationale Berflechtung der Rüstungsindustrie darzulegen. Der Anzeige mußte von der Reichsanwaltschaft jelbst. verständlich nachgegangen werden, jedoch fönne über die Schritte, die ergriffen worden seien, im Interesse der Untersuchung noch nichts mitgeteilt werden. Zwei Kanzlerreden. Trinfiprüche im Reichstanzlerhaus. Um gestrigen Sonnabend wurden im Hause des Reichstanzlers folgende Tischreden gewechselt: Der Reichsfanzler: Herr. Bundeskanzler! Im Namen der Reichsregierung heiße ich Sie in der Hauptstadt des Reiches von Herzen willkommen. Es ist unser aller aufrichtiger Wunsch, daß Sie sich hier so heimisch fühlen, wie es dem Freundschafts und Bertrauens perhältnis unserer beiden Länder entspricht. Ihr Besuch, Herr Bundestangler, fällt in, Tage ernster Entscheidungen des Reiches. In solchen Tagen wird der Besuch eines lieben Freundes besonders dankbar empfunden. Sie haben persönlich an den legten internationalen Verhandlungen im Haag teilgenommen und missen, von welcher außerordentlichen Tragweite die dort getroffenen Bereinbarungen für das Reich find. Wir fehen, daß unser Volt noch einen schweren Weg vor sich hat. Wir sind aber überzeugt, daß dieser Weg uns schließlich doch nach oben führen wird, und wir vertrauen darauf, in unseren öfterreichischen Brüdern stets treue Weggenoffen zu finden. Wir freuen uns mit Ihnen, daß Sie im Haag für Desterreich eine befriedigende Regelung wichtiger Fragen haben erzielen fönnen. Alle Fortschritte Ihres Landes in seiner inneren und äußeren Ent widlung begleiten wir mit wärmster Sympathie. Die Schidfalsverbundenheit unserer Länder auf dem Wege in die Zukunft läßt uns Desterreichs Glück und Gedeihen als einen Teil unseres eigenen Schicksals empfinden. Das verbürgt Ihnen, Herr Bundeskanzler, die Aufrichtigkeit, mit der ich mein Glas erhebe auf das Wohl des Herrn Bundes präsidenten, auf das Wohl Earrer Exzellenz und auf eine glückliche Bufunft Desterreichs." Bundestanz'er Schober: Herr Reichsfangler! Die warmfühlenden Worte. die Sie an mich gerichtet haben, werden in ganz Desterreich freudigen Wider. hall finden. Aufrichtig dante ich Ihnen für diese herzliche Begrüßung und ebenso für den freundschaftlichen Empfang, den mir die deutsche Regierung und die deutsche Deffentlichteit bereitet haben. Ich er blidé bierin einen neuerlichen Beweis ter innigen Bezie. hungen, die das Deutsche Reich und Defterreich verbinden. Die Aufgabe, Bol? und Staat nach dem furchtbaren Zusammen bruch wieder aufzurichten, lastet schmer auf Deutschland und Defter reich Wenn auch in diesem Existenzkampf jeder der beiden devffchen Staaten auf lich affeln geftellt war, fo hat doch diefes gemeinſame harte Schidſal das in unserer Stammesgleichheit wurzelnde 3ufammengehörigkeitsgefühl nur noch laniger und fester gestaltet. Das Deutsche Reich fann daher auch bei den schmermiegenden Ent. fchlüssen, die es la diesen Tagen zu fassen haben wird, der brüderlichen Anteilnahme Desterreichs sicher sein. Ich gedente in Wehmut des hervorragenden deutschen Staats. mannes. ber leider nicht mehr in unferer titte meilt und vor deffen Manen ich mich huldigend neige. Mit lebhaftem Dante habe ich von dem wahrhaft mitfühlenden Interesse Kenntnis genommen, das Sie, Herr Reichstanzler, für die Aufwärtsbewegung Desterreichs zum Ausdrud gebracht haben und mit gleicher Zuversicht spreche ich die Ueberzeugung aus, daß es bei den Regierungen gelingen werbe, das deutsche Volf einer besseren und glücklicheren Zukunft entgegenzuführen. Die hervorragende Geftalt des auch in Defterreich hochperehrten Herrn Reichepräsidenten von Hindenburg soll uns hierbei als Borbild voranleuchten. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Herrn Reichspräsi denten, auf das Wohl Euer Exzellenz und auf das Blühen und Gedeihen des Deutschen Reiches." In der Reichstanzlei hielten am Nachmittag Bundeskanzler Schober, Reichsfangler Müller und Reichsminister Dr. Curtius unter Hinzuziehung ihrer ersten Mitarbeiter und der beiden Gefandten eingehende politische Aussprache. Diese Aussprache, die entsprechend den bestehenden engen politischen Beziehungen im Geifte vollsten gegenseitigen Vertrauens geführt wurde, wird am Montag fortgesezt werden. Trotti in Attentatsgefahr. Eine Warnung aus Prag. Der Berliner Berlag S. Fischer erhielt von einem Rebatteur Ludwig Henych aus Brag ein Schreiben, in dem mitgeteilt wird, der Absender, der mit Trogti nicht sympathisiere, aber doch Anteil an seinem Schicksal nenme, habe erfahren, daß in den letzten Wochen eine Gruppe ehemaliger Mitglieder der weißen Armee in Prag beschlossen habe, Trogfi zu töten. Man habe vor, Trozli auf der Insel Brinkipo zu überfallen und durch Revolverschüsse zu erledigen. Freunde. Troylis haben eine Abschrift dieses Briefes der türkischen Botschaft in Berlin übermittelt, um Gelegenheit zu geben, Bor fehrungsmaßnahmen zu treffen. Trogti felbst wurde durch ein Tele gramm gewarnt, sein Haus ohne ausreichenden Schuh in nächster Beit zu verlaffen. Der Briefschreiber hat seine volle Adresse in Prag, auch seinen Telephonanschluß mitgeteilt, so daß eine Mystifitation taum anzunehmen ist. Auf Anfrage in Brag erfahren wir, daß ein Redakteur Henych bei der demokratischen Zeitung Tribuna" mar, bie aber seit einigen Jahren nicht mehr erscheint. Fabrikant Pinke bringt ein Notopfer. Teure ZeitenNatopfer in Sicht. wir müssen uns 11 einschranken, Hulda Den Schmuck hast Du mir bereits voriges Jahr Fest versprochen Wir werden sparen, August Du wirst inn tragen, das erhöht meinen Kredit Auf das Auto Kann ich naturlich nicht verzichten Minna, Auguste, von heute ab gibt es Kein Bier mehr, wir mussen sparen Es lauft ausserdem auf Geschäfts- UnkostenX- 6 Du triffst auch immer das Richtige 23 w س سا Konto 25 HABEKING 34 18 Sozialisten unterstützen Chautemps Eine harte Schlacht steht am Dienstag bevor. Paris, 22. Februar.( Eigenbericht.) meine Politif, mährend der reaktionäre Abgeordnete Soulter miffen mill, nach welchen Brinzipien die Regierung zusammengesezt worden sei. Die neuen Minister bes Rabinette Chautemps haben am Sonnabend von ihren Borgängern ihre Aemter übernommen. Minister präsident Chauiemps selbst hat am Sonnabend mittag eine Delegation der sozialistischen Graftion, bestehend aus Léon Blum, Renaudel, Grumbod, Bincent Arriol, Saléngro, Bedouce und Reboul empfangen um sich mit ihnen über die Parlamentarische Lage und die von der Partet te Aussicht ge stellung eines Minimalprogramms zu unterhalten. Am Montag und am Dienstag wird das Kabinett seine Regierungsertiär rung beraten. Wie mir von gut unterrichteter Seite erfahren, wird bas Programm u a. die Zusicherung einer politischen Amnestie und des von der Wirtschaft mit machsendem Nachdruc 2mnestie und des von der Wirtschaft mit madhjendem Nachdrud geforderten Steucrabbaues enthalten, dessen Ablehnung bem Kabinett Tardieu perhängnispall gemarden ist. Benn auch über das fünftige Berhältnis zwischen dem Kabinett und der sozialistischen Fraktion, die erst am Dienstag darüber endgültig beschließen wird ,, sich augenblicklich noch nicht viel Konkretes sagen läßt, so steht body bereits fest, daß in der für das Schicksal des Kabinetts entscheidenden Abstimmung über die Regierungserklärung Chautemps mit der Gesamtheit der 101 fozialistischen Stimmen rechnen darf. Wie sich das Berhältnis in der 3utunft gestalten wird, hängt ausschließlich von der Politif des Minifteriums ab. Auf jeden Fall dürfte die Bindung fehr viel laderer sein als fie es zur Beit der ersten Kartellfabinette gewesen ist. Es ist sicherlich lein Zufall, daß, während Herriot die sozialistischen Führer bereits vor der Ronstituierung seines Kabinettes zu Rate gezogen hat. Chautemps die Berhandlungen mit ihnen erst aufgenommen hat, als er fein Ministerium bereits unter Dach und Fach hatte. Immerhin wird auch er mit der sozialistischen Unterstüßung rechnen fönnen, solange er eine wirklich demokratische Politik macht. Für die erste am Dienstag nachmittag beginnende politische Aussprache in der Kammer liegen schon drei Interpellationsanträge der reaktionäre Abgeordnete Reynaud und der kommuDor: nistische Parteiführer Cachin verlangen Auskunft über die allge 3taliener Prozeß in Belgien. Wegen falscher Pässe. Brüssel, 22. Februar. Das Strafgericht verurteilte den im Dezember hier festgenommenen italienischen Anarchisten Dr. Berneri zu fünf Monoten Gefängnis und 50 Franken Geldstrafe wegen Führung eines falschen Namens und Gebrauchs eines gefälschten Basses somie wegen unerlaubten Waffentragens. Das Gericht verurteilte ferner men a pace in Abwesenheit zu sieben Monaten Gefängnis und 50 Franken Geldstrafe wegen Führung eines falschen Namens und Gebrauchs eines falschen Basses und ordnete feine fofortige Bethaftung an. j Die erste Bertrauensabstimmung wird für das neue Rabinett die Probe aufs Erempel sein. Sie wird erweisen müssen, ob in der augenblicklichen Stammer überhaupt eine reine Lintsregierung vorhanden ist. Es wird bestimmt eine hatte Schlacht werben. In der Folgezeit wird bem neuen Rabinett dann die Tatfache zugute tommen, daß die gesamte öffentliche Meinung, bie Industrie, die Wirtschaft und die Börse des politischen Banks und der Arise herzlich müde ist. Die Auswahl der Persönlichkeiten in bem neuen Minifterium ift Chautemps so gut gelungen, baß bas Stabinett außerhalb des Parlaments nirgends Anstoß erregt, im Gegen teil schon jegt den Ruf einer gemiffen technischen Sachlichkeit genießt. Mittelparteien, die diesmal offen versucht haben, die Linke in thr Der Sturz Tardieus und das egoistische Manöper ber Schlepptau zu spannen, haben also den unerwarteten Erfolg gehabt, daß die Linke von ihren parlamentarischen Gegnern selbst zur Einigung und zur energifden Tat gezwungen worden ist. Allerdings harren der neuen Regierung vor allem zweifehrfchwere Aufgaben, deren sie sich nur mit Aufbietung aller Energie und aller Geschicklichkeit wird entledigen fönnen. Auf dem Gebiet der Innenpolitif gilt es, die allgemein geforderten Steuererleichterungen zu bewilligen und die von dem früheren Finanzminister Cheron zusammengerafften Milliarden der Wirtschaft wieder zuzuführen. Außerdem muß das Budget rechtzeitig bis zum 31. März unter Dach und Fach gebracht werden, ohne daß der Realtion Gelegenheit geboten wird, dem Rabinett durch demagogische Aenderungsanträge ein Bein zu stellen. Außenpolitisch gilt es vor allem, die Londoner Flottenabrüstungstonferenz zu liquidieren, auf der Tardieu durch seinen übertriebenen Tonnagestandpunkt Frankreich in eine recht heifle Lage gebracht hat.. Gelingt es, diese beiden Aufgaben mit Erfolg zu erledigen, dann fanu das neue Kabinett erst auf ruhigeren Bestand hoffen. Bor allem in der Außenpolitit, in der ble Annäherung mit Deutschland fonsequent fortgesetzt, der Doung- Plan ratifiziert und das Rheinland geräumt werden wird, fann die Reigerung auf starten Zulauf aus den Mittelparteien der Rammer hoffen. hüten sollen. Die Schweizer Behörden seien auch mit den italienischen Behörden deswegen in Fühlung getreten. Es hat sich dabel herausgestellt, daß auf einem der in Frage tommenden Päffe sich zweifellos die gefälschte Unterschrift eines Schweizer Be= amten befindet. Unter der falschen Bank. Politische Sachkenntnis der„ Deutschen Zeitung". Mir haben schon manches Mal die Gediegenheit" belächelt, mit der bie hafentreuzlerische Bresse redigiert wird. Heute fönnen mir mit einem besonders hübschen Beispiel dienen. Wie wir bereits medeten, ist Genosse Christoph König als Nachfolger Grimmes zum Faschisten als Paßfälscher. Hernannt worden. Die„ Deutsche Zeitung" serviert ihren Befern Bizepräsidenten des Brandenburgischen Provinzialschulkollegiums diefe Meltung in folgender Form: Bern, 22. Februar. Innersowjetrussische Hungerblockade. Spionageangelegenheit im Taffin. Die Untersuchung set noch nicht Rylon verordnet Aufhebung der inneren Ausfuhrverbote. Mostau, 22. Februar.( Telegr.- Agentur à Sowjetunion.) Der Borfihende des Rates der Bolkskommiffare, Rytoff, hat, da die Republiken der Sowjetunion die Ausfuhr von Bich und Saaten aus ihren Gebieten verboten haben, an diese Republiken die Aufforderung gerichtet, von solchen Berboten Abfland zu nehmen, da dadurch die Bersorgung der gefamfen Sowjetunion mit Fleisch und Saaten behindert würde. Im Bundesrat berichtete Bundesrat Haberlin über die abgeschloffen. Aus dem bisherigen Untersuchungsergebnis hätten fich feine Anhaltspunkte dafür ergeben, daß auch militärische Spionage in Betracht tomme. Ferner verwies der Bundesrat auf einen Bericht des Vorstehers des Justiz und Polizeidepartements über die Angelegenheit der Baßfälschungen. Es stehe hiernach Man hat sich für dieser Bosten den Sozialdemokraten und Landtagsabgeordneten önig ausgesucht, der, mie berittet, fürzlich das traurige Erbe des Finanzmini. fteriums bes Sozialdemokraten. Hilferding abgelehrt hat Der Berichterstatter der ,, Deutschen Zeigung" hat offenbar unter der verkehrten Bank gehorcht, ehe er diese Meldung verfaßte. Reichsfinanzminifterium und preußisches Unterrichtsministerium das geht bei ihm funterbunt durcheinander. Wir glauben den Monarchisten in der Deutschen Zeitung" gern, daß für den König allezeit ihr herz erglüht; aber deswegen follien sie doch König und außer Zweifel, daß Schweizer Bäffe gefälscht worden feien; wo und durch wen tonnte noch nicht festgestellt mer den. Die Untersuchung geht weiter. Es werden Maßnahmen ge troffen, welche den Gebrauch gefälschter Bässe in 3utunft per: 1 Herz auseinanderhalten fönnen! Freie Sozialistische Hochschule. Der Polizeidirektor als russischer Hauptspion „ Pinchologie und Gesellschaftslehre." In einem Vortragsabend der Freien Sozialistischen Hochschule am Sonnabend setzte sich Gen. Dr. Siegfried Bernfeld mit dem Problem des Verhältnisses von Psychologie und Gesellschafts. lehre auseinander, um die Grundlage zu schaffen für die Lösung der Fragen: Psychologie und Margismus und Psychologie des Sozialismus. Die in der Arbeiterbewegung vielfach bestehende ablehnende Haltung gegenüber der Psychologie sei nicht unberechtigt, wenn man ihre Begründung, die Psychologie sei ein Teil der bürgerlichen Ideologie, und damit Herrschaftsmittel der bürgerlichen Klasse, näher untersuche. Die Psychologie ist im 18. Jahrhundert von der bürgerlichen Klaffe geschaffen worden, um zwei Grundbedürfnisse zu befriedigen. Zunächst war die Psychologie ein Hilfsmittel im Konkurrenz tampf zur Beurteilung der Gegner. Ihre zweite wich tige Funktion erfüllte sie als Trostmittel gegenüber dem Bruch der geheiligten Tradition alter Gesellschaftsformen, die das revolutionäre Bürgertum umgestürzt hatte. Diese Funktion der Versöhnung des schlechten Gewissens der Menschen mit den Zuständen, die der in der Kindheit eingepflanzten Moral und ihren Wertungen widersprechen, ist auch in der Zeit der Herrschaft der bürgerlichen Klasse zu einer der Hauptfunktionen der Psychologie geworden. Nachdem im Laufe des 19. Jahrhunderts mit der ungeheuren Entwicklung der Technik und der Naturwissenschaft auch die Psychologie auf naturwissenschaftliche, d. h. in diesem Falle biologische Grundlagen zu stellen versucht wurde, zeigte sich, daß dieser wie allen Naturwissenschaften. und Produktivkräften der bürgerlichen Gesellschaft wissenschaften. und Produktivkräften der bürgerlichen Gesellschaft auch Ergebnisse entspringen, die den Bestand der bürgerlichen Gesell schaft und in diesem Falle der bürgerlichen Ideologie und dem Einverstandensein mit der bestehenden Weltordnung gefährlich wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts segte eine Reattion gegen diese naturwissenschaftliche Psychologie ein, und das Gebiet der Seele sollte aller naturwissenschaftlichen Budringlichkeit entzogen werden, wel die rationale Naturwissenschaft alles Bestehende als geworden und zugleich werdend und darum veränder lich nachweist. Das Gebiet der Psychologie wurde also dem naturwiffenschaftlichen Zugriff entrüdt und in das Gebiet philosophisch ästhetisch- moralischer Beurteilung von sogenannten„ e wigen Werten verschoben. Das Schicksal der naturwissenschaftlichen Psychologie ist das Schiafal aller Naturwissenschaft, die über ihre Aufgaben in der bürgerlichen Gesellschaft, nämlich Produktivkraft in der herrschenden Klasse zu sein, hinausgreift und die Grundlagen der Gesellschaft und ihre Wertungen als veränderlich und nicht ewig hinstellt. Die Naturwissenschaft soll sich möglichst auf das Laboratorium, die Fabril, die Forschungsstelle beschränken, um die für die topitalistische Wirtschaft notwendigen Ergebnisse zu erzeugen. Ein gleiches Schichfal wie die Psychoanalyse hat der Marrismus in der Beurteilung der geistigen Führer der herr schenden Klasse gefunden, denn er leistet dasselbe auf dem Gebiete der Erkenntnis der Gesellschaft wie die Naturwissenschaften auf dem Gebiete der Naturertenntnis, wenn er das Bestehende als immer werdend und notwendig veränderlich nachweist. Marristen, die glauben, daß die Psychologie sich mit dem Marrismus nicht vertrage, haben nur recht, insofern sie die so genannte philosophische Erbauungspsychologie" der ewigen Berte meinen. Aber die sind im Irrtum, wenn fie glauben, daß es orthodorer Margismus fei, die, naturwissen fchaftliche Psychologie abzulehnen, und ihrer Beruhigung tann zu auf einen Brief von Engels aus dem Jahre 1893 hingewiesen wer ben, der einer damals noch nicht vorhandenen, aber später zu schaffenden naturwissenschaftlichen Psychologie die Aufgabe zuweist, zuzeigen, wie sich die gesellschaftlichen Verhältnisse im Kopfe des Menschen umfeßen". Eine Neuer wedung des naturwissenschaftlichen Borgehens auf dem Gebiete der Psychologie wurde im gleichen Jahre 1893 durch Freud mit der Begründung seiner Psychoanalyse eingeleitet, die zunächst nur dazu diente, die Psyche von franken Menschen nicht etwa zu trösten oder auszuföhnen mit bestehenden Verhältnissen, sondern sie zu verändern, d. h. zu heilen. Der Psychoanalyse war von der bürgerlichen Wissenschaft das gleiche CORIENT DIREKTER IMPORT TEPPICHE Anatol.- Vorleger ca. 50/100 schöne Stücke, gute Qualit. 1950 Anatol.- Brücken ca 90 x 140 glanzreiche, dichtgeknüpfte Stücke, sehr schöne Exemplare 59Karadja- Brücken ca. 80 x 140 cm schwere Qualität 54Hamedan- Brücken ca. 78x150, große schöne und farbenprächtige Stücke Sehr feine alte und neue 89Schirwans und Kabistans besonders schöne Exemplare | Rußlands Balkan- Spionagezentrum- Berlin. Bukarest, 22. Februar.( Eigenbericht.) Der Bufarefter Spionagesfandal, in den nicht nur der Direktor der Zentrale der rumänischen politischen Polizei, sondern auch eine ganze Reihe hoher und höchster Staatsbeamten und zwei Deputierte verwickelt sind, die sämtlich im Solde Mostaus standen und den Sowje's alle mur erdenklichen wirtschaftlichen, innen und außen politischen sowie militärischen Informationen geliefert haben sollen, nimmt immer größeren Umfang an. Spionagezentrale in Berlin die ganze bolschew stische Spionage in Es ist bereits als erwiesen zu betrachten, daß die Mostauer Rumänien, genau so wie in den anderen Balkanstaaten, bis ins Detail mit bedeutenden Geldern ausgearbeitet und aufgezogen hat. Entgegen der ersten Annahme, daß der Polizeidirektor Tibacu mit Ddeffa arbeitete, ist festgestellt worden, daß das gesamte rumã niche Spionagematerial mur zum geringsten Teile direkt nach der Ukraine und Odessa gelangte. Es nahm vielmehr bei allen wichtigen Anläffen zuerst den Weg nach Berlin. Dafür hat Tibacu nach den in seiner Wohnung gefundenen Anweisungen einmal 750 000 Lei( rund 20 000 mart) erhalten, die ihm ein Kurier der Berliner Sowjetbotschaft im vergangenen Jahre ausden Empfang dieser hohen Summe zugegeben, zumal in Anbetracht händigte. Der verhaftete Spion Karamano und Tibacu haben der vorgefundenen Beweisstücke Leugnen zwedklos gewesen wäre. Welche Gelder sonst noch aus bolfchemistischen Quellen in Berlin zu Spionagezmeden nach Rumänien geflossen find, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Einmal hat Tibacu auch aus Paris, und zwar durch Bermi tung einer Bant 30 000 Lei= 750 Mart erhalten. Als Absender zeichnete de Pariser Vertretung der UDSSR. Die Bostanweisung auf diese 30 000 Lei trägt den Vers mert zur Deckung von Hotelspelen". Dadurch wird die frühere Aussage des Karamano bekräftigt, daß Tibacu ftets fämt liche Spelen der jeweils in Bufarest weilenden Kuriere und Agenten der GPU. für Wohnung und Betöstigung unter Zubilfenahme eines Mostauer Sonderfonds bestritt und bezeichnenderweise durch rumänische Polizeibeamte, die naturgemäß keine Ahnang hatten, zu welcher Sache sie mißbraucht wurden, den Hotelbefizern und Restaurants auszahlen ließ. Neuerdings haben die rumänischen Untersuchungsbehörden Spuren entdeckt, die erfennen laffen, daß die sowjetrussische Spionage in Rumänien auch mit den Moskauer Zentralen in Wien und Prag in direkter Berbindung stand, während als 3entral stelle stets Berlin erscheint. Bei dieser Spionage handelte es fich nicht nur, wie zuerst angenommen wurde, um wirtschaftliche und politische Spionage, fondern hauptsächlich auch um militärische Spionage. So gelang es einem bisher noch nicht ermittelten Spion, Tibacu durch Einbruch in den Großen Generalstab die gesamte Korrespondenz des Generalstabs mit dem Innen ministerium über Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und zur nationalen Berteidigung zu verschaffen. Tibacu ließ die Schriftstücke photographieren und das Material dann in die Tresors des Generalstabs zurückbringen. Da der Diebstahl während der Offerfeiertage des vergangenen Jahres verübt wurde und die Atten am anderen Tage bereits wieder zurückgebracht waren, wurde im Generalstab von dem Borgang nichts bemerkt. Tibacu händigte den Sowjet spionen zu gleicher Zeit auch noch Material bzw. Urkunden aus, die er in der gleichen Sache den Archiven seiner Dienststelle entnahm, photographierte und dann wieder zurücklegen ließ. Der rumänische Polizeidirektor Tibacu verstand es aber auch, Dofumente zu stehlen und sie so, wie sie waren, über Berlin nach Mostau be fördern zu lassen. Die Gattin Tibacus, eine durch ihre Schönheit auffallende Er. hat sich bisher am standhaftesten benommen. Es ist noch nicht gescheinung und eine nahe Verwandte des Sowe spions Karamano, fungen, sie zu irgendeiner Aussage zu bewegen, obgleich es sehr wahrscheinlich ist, daß diese Ruffin eine der wichtigsten und größten Rollen in der Sometspionage auf dem Balkan spielte. Frau Tibacu verbrachte im vergangenen Sommer mit ihrem Gatten einen ängeren Urlaub in Berlin und später in Warna in Bulgarien. In beiden Städten unterhielten sie rege Beziehun en zu führenden Sowetspionen und Agenten der GPU Inzwischen hat Tibacu noch gestanden, daß er die sowjetruffischen Grenzbehörden jeweils verständigte, sobald rumänische Spione den Grenzfluß Dnjestr überschritten, um nach Sowjetrußland zu gelangen. Die sowjetrussischen Grenzwachen wußten daher genau, zu welcher Zeit und an welchem Drte rumänische Spione gefaßt werden fonnten. So fonnten nach und nach zweiundpierzig rumänische Spione von den Sowjetbehörden festgenommen und hin gerichtet werden. Der letzte Spion, ber ein Opfer Libacus murde, ist noch in den ersten Februartagen gefaßt und erschossen worden. Wie rumänische Augenzeugen vom anderen Ufer beohachtet haben wollen, wurde der Unglückliche an den Schweif eines Pferdes gebunden und zwei Kilometer am Ufer des Dnjestr entlang gefchleift. Damn benußte man ihn als Zielscheibe. 19 Schicksal wie jeder anderen Wissenschaft zugedacht, die die Unab.| dings wäre es, die Psychologie, wie es von einigen Sozialisten zur änderlichkeit der bestehenden Zustände mit Hilfe wissenschaftlicher Behebung der sogenannten Berbürgerlichamg" der Arbeiter Erkenntnis in Frage stellte. Die offizielle Pfychiatrie empfohlen wird, die Psychologie an Stelle des Marrismus zu setzen. ( Seelenheilkunde), die gezwungen ist, mit wissenschaftlichen Mitteln zu arbeiten, um überhaupt Teilerfolge zu erzielen, hat viel von der neuen naturwissenschaftlich gerichteten psychologischen Schule übernommen. Sie will ihr Wirkungsfeld aber einengen, lediglich auf die Behandlung tranter Menschen, um begreiflicherweise dort, wo fich diese, wie fast jede andere Wissenschaft, mit dem Margismus trifft, nämlich wo die Veränderbarkeit und die notwendige Fortentwidlung des Bestehenden nachgewiesen wird, die Wirkung dieser geistigen Produktivkräfte, die der bürgerlichen Gesellschaft über den Kopf wadyfen, zu fesseln. Für die Beurteilung des seelischen Verhaltens der gesellschaft lichen Einzelwesen kann die Psychologie der Arbeiterbewegung und dem Marrismus wertvolle Hilfe leisten und neue ideo. logische Waffen für den Klussenkampf schmieden helfen. Falsch allerGROSSE AUSWAHL von Orient- Zimmer- Teppichen in allen Qualitäten und Größen bis 400 x 600 EINIGE BEISPIELE: Inder 290M 215 × 305 em Schiras 450M 202 × 317 cm Afghan 475M 228 × 303 cm Täbris 280x380 cm 725M Bochara 790M 220 × 236 cm Yoraghan 75M ca. 300 x 400 cm Afghan- u. BocharaBrücken u. 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Februar 1930 delow Die We The Karzetten Wenkarzetten Es ist noch nicht zu lange her, da ging durch die Zeitungen die Nachricht von einem Selbstmord, einem Selbstmord, der eigentlich gar nichts Sensationelles an sich hatte. Es hatte keine Verkehrsstörung gegeben, der Mann hatte sich nicht unter die Stadtbahn geroorfen, er hatte sich still aufgehängt. Wenn man aus der täglichen Selbstmorddhronik trotzdem diesen Fall besonders hervorhob, so um des merkroürdigen. Berceggrundes .roillen. Der Mann war ein abgebauter Bankbeamter, roar einer van denen, die bei der großen Fusion der Deutschen Bank und der Disconto- Gesellschaft als überzählig ausrangiert roorden roaren. Er hatte sogar eine so große Abfindungssumme erhalten, daß er sich damit eine Kneipe gekauft hatte und in der Stunde, in der man seine Möbel aus seiner Wohnung trug, als der Möbelmagen vor der Tür hielt und er in die neue Wohnung, in das neue Geschäft übersiedeln sollte, da ging er hin und erhängte sich. Er hatte einen schnellen Tod langem Elend vorgezogen. Elend? Es mag roohl manchem Arbeiter merkroürdig klingen, hier von einem Elend zu sprechen; mas denn? Arbeitslos roerden ist Arbeiterschicksal, passiert dem Proleten ein paarmal im Jahr, arbeitslos sein ist geroiß eine Hölle, in der nur zu viele leben und fast jeder schon ein Gastspiel absolviert hat. Die Abfindung. Es ist ja wahr, es sieht imponierend aus, wenn man so erfährt, mas ein älterer Angestellter unter Umständen friegen fann: Denn Die Deutsche Bank zahlt ohne Klage auf dem Wege freiwilliger Ber. einbarung bis zu zwanzig Monatsgehältern, fogar die Beihnachts gratififationen merden gerechnet. also so rundrum fönnen bis zu 20 Monatsgehälter rauskommen. Das macht dann wirklich une gefähr 7500 Mart für die höheren Angestellten aus, manchmal laffen fich auch noch ein paar hundert Mark aus einer anderen Ede rausholen, zudem tann man von der Bant noch billiges Geld zum Neu aufbau einer Eristenz geliehen befommen, aljo! Also wissen die Leute gar nicht, wie gut es ihnen eigentlich geht. Rein! Sie wissen nicht, wie gut es uns an ihrer Stelle ginge; aber es ist ja ihr Unglück, daß fie eben nicht aus ihrer Haut heraustönnen, daß fie in ihrem Beruf jo festgemurzelt sind, daß man, nimmt man ihnen die gewohnte Beschäftigung, zugleich die Wurzeln ihres Lebens durchschneidet. Sie können sich nichts anderes mehr denken, als daß fie heute von einem Schreibtisch aufstehen, um morgen an einem anderen mit der gewohnten Arbeit fortzufahren. Sie sind in erfchredender Beife lebensfremd geworden. Es gibt Banfangestellte, die, eng eingefapfelt in eine Spezialtätigkeit, nach einer Banttätig. teit von anderthalb Dugend Jahren schließlich nicht mehr missen, wie man eigentlich einen Sched ausfüllt... Erfüllt sind sie aber von einer Erfenntnis: Das Geld, das sie da ausgezahlt bekommen, muß fie ernähren, sie müssen davon leben, selbstverständlich, und sider muß es sein, goldsicher! Selber jo was ganz neues anzu fangen, dazu haben die wenigsten den Mut; aber da sind ja soviel periodende Angebote, stille Teilhaberschaft, fabelhafte Erfindungen, für deren richtige Ausnugung bloß noch ein bißchen Kapital fehlt, Goldgruben von Geschäften! Diese Menschen, von der Panit der verlorenen ficheren" Gristenz" erfaßt, sind geradezu prädestiniert dafür, das Futter der Landhaien" zu werden. Manchmal dauert es zwei Monate manchmal ein Jahr; dann stehen fie mit leeren Händen da. Der geschäftstüchtige Teilhaber hat inzwischen sein Schäfchen ins Trodene gebracht. Und dann liegen sie auf dem Arbeitsmarkt, dann find fie eingereiht in die Armee der Hoffnungs lofen, an deren Unterbringung die Arbeitsämter schon lange ver 3meifeln, der älteren Kaufleute und Angestellten, für die Industrie und Handel durchaus feine Verwendung mehr zu haben scheinen. Ein Kapitel vom Arbeitsmarkt. Man sollte es nicht glauben, aber es ist mahr: Es gibt eine Sorte von Arbeitsträften, bie fo gefragt ist, daß das Arbeitsamt gar nicht alle Anforderungen erfüllen tann: Das sind die achtzehn, bis neunzehnjährigen Raufleute. Die sind ja erstens billiger als eine ältere raft, zweitens laffen fie fich auch viel leichter handhaben" als ein älterer Menscy; und so ist heute schon die Unterbringung eines mehr als Fündundzwanzigjährigen in der Industrie oder im Handel nicht immer leicht, über dreißig ist fie schwer und über vierzig ist sie so gut wie hoffuungslos. Dabei waren von den im Januar eingetragenen 11 713 Raufleuten 4859, von den 2198 Büroangestellten 914 über vierzig Jahre alt. Ihnen Arbeit zu verschaffen, wäre so gut wie unmöglich, wenn nicht noch ein Rettungsanfer da märe: Die Behördenstellung. Die Behördenstellung, die Hoffnung dieser Hoffnungslosen. Und verbissen bohren sie sich fest in den Gedanken: Du mußt reinkommen in dieses Paradies! und schlagen fogar jede andere Möglichkeit, wieder zu einer Eristenz zu tommen, aus, wenn sie von ihnen nur ein weng Umstellungs. vermögen verlangt. Andere werfen sich irgendeimer Sefte, irgend einem Wahn in die Arme, wie der ältere Kaufmann, der ständig dem Arbeitsamt in den Ohren liegt, man solle ihn vermitteln, dann würde er durch sein Gebet alle anderen auch vom Fluch der Arbeitslofigfeit erlösen. Es ist ja wahr, daß diese Menschen oftmals nur noch in einer halbmechanischen Tätigkeit, wie sie sich bei mancher Behörde bietet, zu brauchen sind, dort vielleicht sogar fehr gutes leisten fönnen. Und dann sehen sie sich von unbekannten räften immer wieder zurüdgestoßen, von diesem unfaßbaren Mächtefompler, den mir als ,, Beziehungen" bezeichnen, und der ihnen nicht zur Verfügung steht. Es ist einer der größten Schöden, daß von vielen Aemtern, von vielen Behörden die bei ihnen ein zustellenden Kräfte vom Arbeitsamt namentlich angefordert werden. Und diese Auslese richtet sich nicht nach der Tüchtigkeit, nicht nach und sie ist durchaus un der sozialen Notlage des Arbeitsuchenden abhängig von der Parteistellung des Anfordernden wie des Arbeitfuchenden: Den Arbeitsämtern wird dadurch ihre Tätigkeit unendlid) erschwert; oft genug geht so ein hoher Gönner durch alle Inftanzen, beschwert sich bei Pontius und Pilatus über das didtöpfige Arbeitsamt, das ihm statt seines Protegés einen Menschen zuschickt, der wohl genau so tüchtig und sozial viel hilfsbedürfiger, viel länger arbeitslos ift. Und beide Teile auf dem Arbeitsamt werden gleich verbittert: Die Beamten, die ihre Tätigkeit auf diese Weise sabotiert fehen, wie die Arbeitslofen, die sich hoffnungslos ausgeschaltet wiffen, Und das Meer der Hoffnungslosigkeit steigt und steigt. Kampf um neuen Boden. Am besten sind die daran, die nicht von Jugend airf fozusagen darauf breffiert wurden, daß nur eine faufmännische Stellung, nur eine reine Bürotätigteit in Frage tommen tönnte. Die haben den Mut und die Bendigkeit, die Karre herumzumerfen, fich mit ihrer Broletari fierung abzufinden; fie stehen als Schaffner und Fahrer auf der Elektrischen, find untergekommen oder haben sogar selbständig einen eigenen Handel angefangen und wenn der bloß in einem Bauch laden besteht oder in einem Sponforb mit Spidaalen, die fie ,, austrudeln lassen. Es gibt da sogar Fälle, in denen ein solcher Berufswechsel materiell nicht einmal unbetömmlich war; so läßt ein früherer Bankbeamter heute mehrere Apfelsinenfarren laufen“, die durch einen fleinen Reflametrid außerordentliche Anziehungs traft auf die Kundschaft ausüben: Man darf sich auf ihnen die Apfelfinen aussuchen. Ein anderer hat sich mit Hilfe seiner Abfindung und eines durch seine Organisation vermittelten Darlehens einen Räuchermarenladen aufgemacht und konnte dieses Darlehen in der Frist von menigen Monaten zurüdzahlen. Andere bringen sich menigstens mit Hilfe ihrer Frau schlecht und recht mit einem Heinen Handel durch. Ja, die Frau! Auf sie tommt es bei allen diesen Experimenten nicht weniger an als auf den Mann selbst. Ist sie gefund und tüchtig, stammt wenigstens fie nicht aus einer hoffnungs los verintellektuellifierten" Familie, dann fann noch alles gut werden. Aber je lebensfremder Mann und Frau find, deffo heftiger werden sie von der Panit erfaßt, desto übereilter find fie in ihren Entschlüssen: Menschen, die noch nie ein lebendes Huhn in der Hand hatfen, faufen sich eine Hühnerfarm ,,, meil das jetzt das beste Geschäft sein soll", andere legen sich eine Zucht von Chinchillafaninchen in ihrer 3meizimmerwohnung an oder man schafft sich eine Fremdenpension in einem unserer geliebten deutschen Vaterländer an, in dent jeder ,, Saupreiß" nhnehin nicht gut gelitten ist und denkt, daß von ganzen acht Sommergästen eine ganze Familie leben famt. Die ganze Familie! Ach, das ist es gerade, mas bie Fälle der älteren Angestellten so tragis macht: Hier geht ja nicht nur bic eine Eristenz, der Familienpater, zugrunde, sondern noch die Existenzen seiner Sinder. Da müssen Junge und Mädel von der Schule genommen werden; man sage nicht, daß es ihnen gar nicht schade, wenn sie eben dann nicht mehr auf die höhere Schule gingen: Eine halbe höhere Schulbildung ist schlechter und weniger als Die Ausbildung der eine vollendete Volksschulbildung. größeren Kinder muß brüst gebrochen werden; nicht der fleinste Zuschuß, nicht mal der einfache Lebensunterhalf tann mehr gegeben werden. So wird das Mädchen ,, in den Haushalt" gegeben vielleicht spielt sie Haustochter zu schlechteren Bedingungen, als sich ein Proletariermädchen als Hausangestellte bieten laffen mürde; und die Söhne, jäh aus ihrem Studium gerissen, find Gefährliche Schleppfahrt der ,, Europa" Das größte Schiff Deutschlands, der 51 000- Tons- Ozeandampfer Europa" des Norddeutschen Lloyd, kann nach seiner endgültigen Fertigstellung auf der Werft Don Blohm und Voß in Hamburg nur mit größten Schwierigkeiten die Elbe abwärts geführt werden. Nach mehrfachen Stockungen mußte das Riesenschiff gestern auf der Unterelbe bei Brunshaupten vor Anker gehen, da es ständig auf Grund geriet. Die Flutverhältnisse auf der Elbe sind auch weiter recht ungünstig. Ein weiteres Telegramm meldet aus Hamburg: Die„ Europa", die seit Unterbrechung ihrer Elb. fahrt oor Bützfletz vor Anker gelegen hatte, hat abends gegen 21 Uhr die Fahrt fortgesetzt. Das Schiff passierte um 214 Uhr Glückstadt. Bettfedern Vertrauensartikel per Pfund Graus radern.... Weiße Federn... Weißs Halbdaunen Schleißfedera Daunen .95 P. Fertige Inlette Schlafdecke 2.30 5.60 echt türkisch- rot graurot rot Oberbett 13.50 8.75 4.90 kamalhaerartig, Warfelkante, 140 x 19.75 Unterbett 12-73.95 Steppdecke 5.75 Kissen 3.95 2.50 1:55 Fertige Betten Monopoldaunengreuret Inlett mit grauen Federn Oberbett. Unterbett Kissen. 9 .7.35 6.15 2.65 Oberbett, echt türklech rot od. 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Und wer einmal in einen diefer Haushalte hinein gesehen hat, in denen die Berzweiflung nicht nur das Leben der Alten, sondern auch das Leben der Jugend, der Kinder frißt, der weiß, daß endlich etwas geschehen muß, um auch diesen Aus. gestoßenen wieder zu ihrem Recht zu verhelfen zu dem Recht auf Arbeit und auf Erhaltung ihrer Arbeitskraft,.das nach der Verfassung ja jeder Deutsche haben soll. Ein Kind verbrannt. Spiel mit Streichhölzern in der Abwesenheit der Eltern. Bei einem Wohnungsbrand im Hause Holzmarktfraße 37 a fand gestern abend die fechs Monate alte Waltraut des Händlers Grunwald den Tod. Ein zweites Kind, der vierjährige Sans, wurde mit einer schweren Rauchvergiftung ins Bethanienkrankenhaus gebracht. Im rechten Seitenflügel bewohnt die Familie Grunewald Stube und Küche im Parterre. Gestern abend verließ Frau G. gegen 19 Uhr ihre Wohnung, um ihren Mann, der auswärts zu tun hatte, vom Bahnhof abzuholen. Ihre beiden Rinder ließ fie unbeaufsichtigt in der Wohnung zurück. Die Abwesenheit der Mutter hat der vierjährige hans, wie man bisher annimmt, benutzt, mit Streichhölzern zu spielen. Dabei geriet das Bett in Brand. In wenigen Minuten war der Raum jo start verqualmt, daß die Kinder unter der Einwirkung der Rauchgase das Bewußtsein verloren. Als Frau G. um 20 Uhr mit ihrem Mann heimkehrte, entdeckte sie das furchtbare Unglüd. Die Feuerwehr wurde zu Hilfe gerufen, der es ge lang, den Brand, der auf den Fußboden übergegriffen hatte, schnell zu löschen. Die sechs Monate alte Waltraut war bereits tot, hingegen fonnte der vierjährige Junge nach langwierigen Bieber belebungsversuchen mit Sauerstoff gerettet werden. Sein zu stand war jedoch so bedenklich, daß der Arzt die fofortige lleber führung ins Bethanientrantenhaus anordnete. Kommunistische Radauversuche. Gestern abend um 18,50 Uhr versammelten sich auf dem H a it s. Dogteiplag und in der Jerusalemer Straße auf ein verabredetes Beichen etwa 80 bis 90 der KPD. angehörenden Ber. sonen, um durch die Leipziger Straße nach dem Weften zu ziehen. 3wei sich ihnen entgegenstellende Beamte wurden überlaufen. 2n ber Ede Friedrich- und Leipziger Straße wurden fie mit Hilfe eines Ueberfallfommandos auseinandergetrieben. Ber legungen oder Zwangsstellungen tamen nicht vor. Um dieselbe Zeit wurden von dem Ueberfallkommando in der Friedrichstraße amischen der Tauben und Mohrenstraße etwa 200 Perfonen, bie Hochrufe auf die Internationale ausbrachten, auseinandergetrieben. Berlegungen famen auch hier nicht vor, jedoch wurden fünf Ber jonen wegen Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen zwangs gestellt. Einbruch beim Konsum Frankfurter Allee. Unbekannte Einbrecher drangen Freitag nacht pom Keller aus in die Konfettionsabteilung der Konjumgenossen. schaft in der Frankfurter 211ee 60 ein, nachdem sie die Decke durchftemmit hatten. Aus den reichen Vorräten suchten sie fich für etwa 24000 Mart Seidenstoffe, Wäsche, Strümpfe und andere. Bekleidungsgegenstände heraus und schafften die Beute in den Keller hinab, wo sie verpackt wurde. Zum Abtransport müssen die Einbrecher zweifellos ein Fuhrwert bereitgehalten haben. Todessprung aus dem 3. Stockwerk. Gestern stürzte sich die 43jährige Frau Hedwig Goldbach aus dem Fenster ihrer im 3. Stockwert liegenden Wohnung in Bankow, Straße 16, auf die Straße hinab. Frau G. Aluisio Azevedo 46] Vierhaus cin brailianisches Schule und Sparmaßnahmen. Ein folgenschwerer Magistratsbeschluß. In einer außerordentlichen Sihung beschäftigte sich der Ma- laffenden Lehrer hätte sich auf 170 verringert. Die Ersparnisse giftrat geffern im Rahmen der Etatsberatung mit den Spar- hätten sich allerdings um 800 000 Mart vermindert. Die Mehrmaßnahmen in der Schulverwaltung. Es wurde be- zahl der Magistratsmitglieder schloß sich dem Vorschlage des Stadtschlossen, die Durchschnittsfrequenz in den Volksschulen auf schufrates jedoch nicht an; mit tnapper Mehrheit wurde der oben 36 Schüler pro Klaffe zu erhöhen. Bei den höheren Schulen foll wiedergegebene Beschluß gefaßt. Die Stadtverordneten die Frequenz zufünftig für die Unterstufe 55 Schüler, für die Mittel- versammlung wird zu dieser Sparmaßnahme noch besonders stufe 45 und für die Oberstufe 33 Schüler befragen. Im Borjahr Stellung nehmen müssen. war die Durchschnittsfrequenz der Klassen bei den höheren Schulen 27 bis 28, bei den Volksschulen waren die Klaffen bisher im Durch schnitt mit 32 bis 33 Schülern belegt. Die Durchführung des geftrigen Beschluffes würde die Entlassung von 387 Lehrkräften und die Auflösung von 455 Schulklassen nach sich ziehen. Bei dem ersten Bekanntwerden des nun vom Magistrat be fchloffenen Schulprogramms hat der' ,, B or wärts" bereits auf die folgenschweren Auswirtungen hingewiesen, die sich für das Berfiner Schulwesen aus der Durchführung einer derart ein schneidenden Maßnahme ergeben müssen. In der gestrigen Magistratssitzung unterbreitete Stadtschulrat Nydahl den Magistrats mitgliedern einen Borschlag, der für die Bolksschulen eine Durch schnittsfrequenz von 35 Schülern vorfah. Dann wären„ nur“ 246 Schulklassen der Auflösung anheimgefallen und die Zahl der zu ent murde mit schweren inneren Berlegungen in das Pantower Streis trantenhaus gebracht, wo sie bald nach ihrer Einlieferung ft ar b. nerventranheit ist nach den polizeilichen Ermittlungen das Motiv zu dem Verzweiflungsschritt. Lawinenkatastrophe in Italien. Ein Dorf begraben. 9 Zote. Rom, 22. Februar. Wie aus Macerata in ben umbrischen Marken gemeldet wird, ist das Dorf Villa di Mezzo bei Bolognoto von einer ungeheuren Lawine verschüttet worden. Bis her wurden neun Tote und vier Verlegte geborgen. 12 Personen werden noch vermisst. Man befürchtet, daß sie den Tod gefunden haben. Aus den umliegenden Dörfern und aus Macerata find Rettungsfolonnen abgegangen. Die Bergungsarbeiten werden eifrig betrieben. Das Dorf liegt unter einer ge waltigen Schneedecke begraben. Sozialdemokratischer Bürgermeister in Luckenwalde. Die Stadtverordnetenversammlung in Luckenwalde wählte mit 18 Stimmen der Sozialdemokraten gegen 13 Stimmen der Bürgerlichen und Kommunisten den bisherigen sozialdemokratischen Stadtrat Dr. Salomon zum ersten Bürgermeister. Auf den jetzigen zweiten Bürgermeister Dr. Lappa, der sich ebenfalls um die Stelle beworben hatte, entfielen 10. Stimmen der bürgerlichen Barteien. Luckenwalde, das feit langem eine fozialdemokratische Mehrheit im Stadtparlament hat, erhält mun erfreulicherweise auch einen bewährten sozialdemokratischen Kommunalpolititer als Stadt oberhaupt. Kriegsopfer und Sparmaßnahmen. Der Reichsbund der Rriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerbinterbliebenen ruft au vier öffentlichen Kund gebungen über das Thema Striegs opfer und Sparmaß. nahmen" auf, die am Freitag, dem 28. Februar 1930, um 20 Uhr, im Bürgergarten, Schöneberg, Hauptstr. 122/123, Restaurant Schult heiß, Chausseestr. 64, Kliems Festfäle, Hasenheide 13/15 und An dreas- Festfäle, Andreasstr. 21, stattfinden. Es sprechen der Gaus Dorfikende Ebert, der Gauleiter Mende, Gaufefretär Schwarz und das Gauvorstandsmitglied LorenzBestätigte Berliner Stadträte. Die Kommunisten wurden nicht bestätigt. Der Oberpräsident hat die Wahl folgender unbefoldeter Berliner Stadträte foeben bestätigt: Ahrens, Drthmann und Frau Beyl( S03); daß( Dem.); Jurich( Boltspartei); Kinscher( Birtfchaftspartei); Dr. Glafer und Lingweiler( Dnat.). Der Wahl der tommunistischen Stadträte Fröhlich und Fris Lange ver. fagte der Oberpräsident die Bestätigung, während er sich die Entfcheidung bezüglich des Kommunisten Raddatz und des deutschnationalen Oberbaurats Rowes noch vorbehalten hat. Tagesfragen der Luftfahrt. Direffor Milch von der Deutschen Luffynfa sprach über „ Tagesfragen der deutschen Handelsluftfahrt". In seinem Vortrage teilte der Redner interessante Einheiten über das Programan der Lufthansa zur Erneuerung ihres us partes mit, wobei besonders die Spezialisierung des Flugdienstes berücksichtigt werden soll. Zunächst erfolgt eine Scheidung der modernen und unmodernen Typen, und im Jahre 1930 sollen besonders die Poſt- und Mittelflugzeuge im Serienbau weiterentwickelt werden. 1931 und 1932 wird befonders an der Entwid entwickelt werden. 1931 und 1932 wird besonders an der Entwidlung der Großflugzeuge und nebenherlaufend der Seepostflugzeuge gearbeitet werden. Die Lufthansa hat in den Jahren 1926 bis 1929 für 31,8 Millionen Fluggerät und Material beschafft, wozu noch die Materialbeihilfe des Reichsverfehrsministeriums in Höhe von 18,2 Millionen hinzukommt, so daß in 4 Jahren 50 Millionen Mart der deutschen Flugzeugindustrie durch die Lufthansa zugeflossen sind, eine ganz beträchtliche Summe gegenüber der Tatsache, daß das über ist in der gleichen Zelt der Auslandsabfaz der Industrie mit Attienkapital der Lufthansa nur 25 Millionen beträgt. Demgegen36,3 Millionen wesentlich geringer gewesen. Die Lufthansa wird jezt unabhängig von der Materialbelieferung weiter starter 2bnehmer bleiben, wenn auch eine gewisse Ueberfättigung mit Material zweifeffos vorhanden ist. Trotz der noch nachwirkenden Schwierig feiten des Jahres 1929 find bereits für 1930 Bestellungen einschließ lich für Ersatzteile in Höhe von etwa 3 Millionen Mart festgelegt. Wie Direktor Milch weiter erklärte, erstrebt die Lufthansa eine einer G( Groß-), einer M( Mittel-) und einer Bostinpe, wobei die Normalisierung der Ippen. Das Ideal, die Schaffung M- Type jowohl für Personen als auch für Frachtverkehr in Frege, s fame, läßt sich zwar nicht erreichen, man wird aber zu sechs vers fchiedenen Flugzeug und vier Motorenmustern fommen. 1928/29 blieben von 21 Flugzeugmustern elf, von 19 Motorenmustern fieben übrig. Eine weitere Reduzierung soll in Zusammenarbeit mit den Fabriken angestrebt werden. Ebenso will man zu einer Normung der Erfazteile kommen, wodurch sich wesentliche Ersparnisse und eine Beschleunigung bei Reparaturen erreichen läßt. Die Luft banja schenkt dem Problem des trudefficheren Flugzeuges befondere Beachtung. 700 000 Mart find für die Einführung der Radbremse ausgeworfen worden und außerdem werden Versuche mit Schwin gungsdämpfern, sowie mit neuen Funt- und Navigationsgeräten. gemacht. Größte Beachtung findet auch der Feuerschutz. Flugzeugerfolgreich bekämpfen. Die Statistit über die Sicherheitsergebnisse Die nädyfte Stadtverodnetenverfammlung findet am Donner se brände in der Luft lassen sich mit den heutigen Mitteln bereits tag, dem 27. Februar, 16% 11hr, statt. murrende Magd zu sinken. Sie war wie ein abgearbeiteter| Gaul, der von seinem Reiter im Stich gelassen und vergessen wird, wenn er ihn nicht mehr tragen fann. Und allmählich wurde sie melancholisch. Botelho freundete sich sogar noch intimer mit Joao Ro mao an als Miranda. Niemals ging der alte Schmaroger 2 an dem Laden vorüber, ohne einen Augenblic stehenzubleiben und den Budiker mit irgendeiner schmeichelnden Phrase zu begrüßen. Gewöhnlich erwiderte der Gegenstand dieser Aufmerksamkeit herzlich, drückte dem alten Keri die Hand und lud ihn zu irgendeinem Getränk ein- ja, wirklich, Joao Romao tonnte jegt einem Freunde etwas zu trinten anbieten. Joao Romao ließ sich eine einfache Dusche legen, und mit manchem Schauer, aber mit spartanischem ut gewöhnte er fich daran, sie zu benußen. Er ließ sich vor seinem Lotal einen Tisch mit Tischtuch und Serviette decken und trant Wein zum Essen nicht den aus Fässern, der den Arbeitern serviert wurde, sondern Wein, den er für sich speziell fiften weise faufte. An Feiertagen ging er in den Bart, dinierte in einem feinen Restaurant und ging dann ins Theater Pedro de Alcantara. Seit drei Jahren war er auf das Jornal do Commercio" abonniert, und jeẞt nahm er noch zwei andere Zeitungen dazu und las ins Bortugiesische über. fette französische Romane. Mühsam arbeitete er sich hin durch, weil er überzeugt war, daß das zu seiner Bildung beitrug. Er hatte jetzt drei Angestellte, bediente die Kunden nicht mehr persönlich und war selten hinter dem Ladentisch zu sehen. Bald fing er an, den Hut im Nacken und einen Regenschirm unterm Arm an der Börse und in verschiedenen Banten der Rua Direita zu erscheinen. Allmählich investierte er sein Kapital in englischen Bapieren, faufte sich allerhand Aktien und verlieh Geld, aber jetzt nur gegen gute Sicherheit. Mirandas Benehmen war jest ebenfalls ganz verändert. Er spielte nicht mehr den Gönner, sondern lüftete den Hut und lächelte freundschaftlich. und menn er feinen Nachbarn auf der Straße begegnete, blieb er stehen, um ein paar Mt nuten mit ihm zu plaudern und den Schanfmirt aufzufordern. ihn doch zu besuchen. Ganz besonders lub er ihn zu Dona Eftellas Geburtstag ein, der gerade herannahte, aber Joao Roman lehnte banfend ab. Bei Bertoleza machte sich feine solche Veränderung bemerkbar. Sie war immer noch die fettige, schmierige Ne gerin von früher, die von Tagesanbruch bis zum Schlafen gehen vollkommen in der Arbeit steckte und feinen Sonnoder Feiertag fannte. Sie hatte teinen Teil an der Ent midlune ihres Freundes. Im Gegenteil, je mehr er an sozialer Bedeutung zunahm, um so tiefer schien die niemals Aber der alte Botelho war nie ohne Grund liebenswürdig zu irgendwem; als die beiden also eines Nachmittags vor Tisch zusammen spazierenschlenderten, erzählte der alte Strolch in seinen üblichen hohen Tönen von seinem Freunde, dem Baron und von der tugendfamen Gattin des Barons, und dann fah er feinen Gefährten vielsagend an. ,, Aber Sie interessieren sich mehr für die Junge, nicht wahr, Herr Joao?" ,, Wie denn, für was für eine Junge?" Na, glauben Sie etwa, ich bin nie verliebt gewesen?" Der Budiker versuchte, alle romantischen Ideen abzu leugnen, aber der alte Kerl ließ seine Einwände nicht gelten. Es wäre eine gute Bartie für Sie ein prächtiges Mädel- geartet wie eine Taubeerzogen wie eine Brin zeffin- fann sogar französisch- spielt Klavier- fingt auch zeichnet sehr gefchickt macht schöne Handarbeiten und", dabei sentte er die Stimme, alles übrige ist voll. tommen folide Grundstücke und Bankguthaben." "" Miffen Sie das ganz genau- wiffen Sie es pofitio?" , Positiv habe es mit eigenen Augen gesehen, auf Ehrenmort." Einen Augenblic schmiegen fie ftill dann fuhr Botelho fort: Miranda ift ein quter Kerl Gott, er hat feine been von Glanz und Größe im Kopf, aber deshalb fann man ihm feine Bormürfe machen. Das geht von seiner Frau aus lind Sie miffen doch auch, dak er viel von Ihnen hält: wenn Sie es richtig anfangen, werden Sie es ganz leicht haben, die Tochter zu bekommen. ,, Aber sie wird wahrscheinlich nicht gern wollen." Reden Sie doch feinen Unsinn! Ein Mädel das so er zogen ist, daß sie ihren Eltern gehorchen muß hat doch gar feine eigenen Wünsche. Wenn Sie jemand hätten, der da im Familienkreise für Sie arbeitete, der Sache auf die Beine hülfe und den Leuten flar machte, wie vorteilhaft es wäre, wenn Sie in die Familie einheirateten, würden Sie schon fehen, ob sie Sie will oder nicht aber einen, der Ihnen hilft, müßten Sie schon haben, mich zum Beispiel." ,, Aber Sie würden sich doch kaum in so eine Angelegen heit einmischen. Man sagt doch, Miranda ist sehr unabhängig und tut, was ihm beliebt." Ja, das entspricht auch durchaus den Tatsachen." ,, Und doch würden Sie gewillt jeinIhnen zu helfen? Aber gewiß; in dieser Welt sind wir doch gezwungen, anderen zu helfen, soweit es in unserer Macht steht. Ich bin nur leider nicht reich-" ,, Ach, das lebel fann ja leicht behoben werden. Arrangieren Sie mur die Geschichte, und Sie werden es nicht bereuen." ,, Ja, ich glaube, dann könnten wir zu einer befriedigen. den Bereinbarung tommen." ,, Meinen Sie nicht, man fönnte mich für zu alt halten?" ,, Lieber Himmel, nein! Wie fönnen Sie nur so etwas fagen!" ,, Also dann-* ,, Später fönnen wir in Muße darüber sprechen Sache hat ja teine Eile." die Bon der Zeit an widmeten die beiden, wenn fie allein waren, ihre Unterhaltung hauptsächlich dem Gedanken an= die beste Methode, Mirandas Tochter zu gewinnen und fie zu überzeugen, daß ihr Glück von einer Ehe mit Joao Romao abhing Botelho wollte für jeinen Beistand zwanzigtausend Milreis, die nach der Hochzeit ausgezahlt werden sollten. Der andere bot zehntausend. Ja wenn das das höchste ist, was Sie geben wollen, fürchte ich, daß Sie nicht auf mich rechnen fönnen", tnurrte ber Alte. Sie fönnen es ja selber probieren, aber seien Sie versichert, daß Sie sich auf Hilfe von mir nicht verlassen tönnen. Berstehen Sie mich richtig." ,, Das heißt, Sie wollen gegen mich arbeiten?" " ,, Gegen Sie arbeiten? Das verbüte Gott! Ich arbeite nie gegen irgendmen. Aber ich fürchte. Sie arbeiten selbst gegen fich, wenn Sie sich nicht helfen lassen, den erstrebenswerten Preis zu gewinnen. Miranda ist tausend ,, Contos" wert. und Sie sollten doch einfehen, daß das Unternehmen nicht so einfach ist, wie Sie vielleicht glauben." Rann fein. ( Fortsetzung folgt.) »eist daher fett ISA nicht unbetrSchtliche Dertxfferung«,. Die Gesamtzahl der Brüche ist von 1328/29 um 46 Proz. zurück- gegangen, di« Zahl der verletzten Passagiere um 70 Proz. Die Zahl der getöteten Fluggäste durch Unfall ist leider durch den Unfall des Großflugzeuges in England van 4 auf 6 Proz. gestiegen. Auch die Ausrüstung der Flugzeuge mit Funkgerät, um durch An- peilung der Flughäfen und Wetterstationen auch dem Lustverkehr bei Nacht und Nebel größte Sicherheit zu geben, macht Fortschritte. Der Sommerlustverkehr für dieses Jahr ist infolg« des Schwebens gewisser Verhandlungen noch nicht endgültig festgelegt. Die Lust- Hansa rechnet mit einer Jahresleistung von 13 Millionen Kilometer und Gesamtkostenaufwaich von etwas mehr als 27 Millionen Mark. An Einnahmen werden erwartet 13,5 Millionen als Beihilfe des Reiches, 5,2 Millionen als Beihrkfe der Länder und Städte und 8,7 Millionen aus Einnahmen durch Post, Passage und Fracht. Das Sommerliniennetz 1333 wird voraussichtlich gestatten, fast den voll- ständigen Park der Lufthansa, wenigstens in den Sommermonaten einzusetzen. Nur wenige Großflugzeuge für den See. und Land- verkehr werden stilliegen. Der Luftverkehr soll außerdem durch Herabsetzung des Preises für Rundflüg« auf 8 Mark, und durch die Herabsetzung des Kilometer» greises für sogenannt«„Üroschkensliige* auf 1,10 Mark weiter popularisiert werden. Heimaimuseen und warum! vi« Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz und Naturkunde sLrfo) hielt kürzlich in Fichtenau eine Zu- sarmnenkunft von G emeinidevertretern, Schulmännern und Natur- freunden ab, um die Frage der örtlichen Heimatmuseen zu besprechen. Erich Griebel als Einberufer betonte, daß ort- liche Heimatmuseen nur dann einen Zweck haben, wenn sie in methodischem Streben den Naturschutz unterstützen. Gerneindeoor- steher Friedrich(Kleinschönebeck-Fichtenau) legte den Begriff des Heimatmuseums dahin aus, daß in ihm eine Stätte ge- schaffen werden solle, wo die Einwohner ihr« Kindheitserinnerungen pflegen könnten, die bei der heutigen Entwicklung sehr bald verwischt würden. Dr. Hilzheimer, der Kommissar für Naturdenkmal. pflege der Stadt Berlin, umriß die Aufgabe und Gestallung der Heimatmuseen in außerordentlich treffenden Ausführungen. Diese Museen sollen einen gewisien Überblick über die nähere Umgebung bieten, sollen die aussterbende Vogelwelt, geologische und pflanzlich« Qmge erfassen, die setten sind und den Besucher zur Betrachtung der Natur anregen. Gute Abbildungen und Modelle genügten an Stell« von Originalen, denn es ist furchtbar, zu denken, daß jedes Ortsmufemn ein« seltene Vogelort, wie di« Trappe oder den schwarzen Swrch, in natura ausgestopft aufweist. Seltene Funde und Merkwürdigkeiten gehörten un- bedingt tn das Landesmuseum. Die Geschichte der Landschaft, das Entstehen der Moor«, Seen, Berge und Flußläufe könnt« in einem solchen Heimatmuseum deutlich gemacht werden. Die Lehrer W. R a t t h e y und Arno Ja st er sprachen über H e i m a t s ch u l- sammlungen und ihr« Beziehungen zur Heimotbewegung. Im Verlaus der weiteren Tagung bekamen die Absichten zur Gründung eines Heimatmuseums inKalkberge, inSchöneiche-Ktein- schönebeck und in Woltersdorf festere Gestall. Als Sozialdemokraten möchten wir zu dem Thema Orts- und Heimatmuseen kurz solgendes sagen: Wenn ein solches kleine« Museum der Pfleg« der Volks- und Heimatkunde, der Naturertenntni» in Tier, Pflanz« und Stein, der örtlichen Wirt- schosts-, Sozial-, Kultur- und Sittengeschichte ohne Verquickung mit der oft üblichen politisch-nationalen Propaganda dient, so fft dagegen gar Nichts zu sagen. Soll aber aus solchen Plänen und Gründungen etwa» werden, was eine ganze Ortsbevölkerung interessiert, dann soll man die Vertreter des arfceitenden Volkes von solcher Arbeit nicht zurückhalten, wie es heut« vielfach noch geschieht, sonder» sie bewußt«od freudig heranziehen. Kammermusik abend K Pankow. Im Pankower Lyzeum, Görschstraß«, oeranstoltete das Volksbildungsamt Pankow «inen Kammermusikabend des Derliner Sinfonieorchesters unter Mitwirkung des Konzertmeffters Lambinon(Violine), Godfricd Zeelouder(Eello) und Kurt R a m i n(Flöte). Das Programm umfaßt« Werk« von Haydn. Mozart und Spohr, die dank der hohen Musikalität der Mitwirkenden und ihrem schönen Zusammenspiel ein« prächtige Wiedergabe sanden. Das Haydnsch« Streichquartett D-Dur Rr. 5( Lerchenquartett) machte den Anfang: wie jubilierten da die Geigen im ersten Allegrosatz, welch schmelzendes Tönen im Adagio und dann die graziös« Lebendigkeit des Menuetto. Im darauffolgenden Klarinettenquintett /�-Dur von Mozart boten die Künstler wieder ganz Außerordentliches. Nicht endenwollender Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer zeugte von der Freud«, die diese künstlerische veraristallung bereitet hatte. Auch ein Autodieb. Gefängnis für ein Opfer jugendlicher Fahrleidenschast. Einer der sogenannten Autodieb«, di« die Straßen Berlln» unsicher machen und die Herrenfahrer um ihre Wagen bringen! Sechs Anklagen! In Wirklichkeit trotz seiner 21 Jahre noch ein Kind, dem es kaum darum zu tun war, die Autobesitzer zu berauben. Vor allem gefiel es ihm, durch di« Straßen und Chausseen zu sausen. Wäre dieser junge Mensch, der gestern vor dem Schöffen- gericht Schöneberg stand, Autoschlosier oder Autochauffeur- geworden, es wäre ihm höchstwahrscheinlich die Anklagebank erspart geblieben. Sohn eines Oberpostsekretärs, kam er weder auf dem einen noch auf dem anderen Gymnasium weiter, ebensowenig in einer Privatschule, und er wurde nach Hamburg in ein Pädagogium ge- bracht, wo er mit 17 Iahren die Untertertia verließ. Weshalb der Dater ihn nun für die Reichswehr geeignet hielt, scheint nicht ganz verständlich. Als er jedoch nach zweijähriger Dienstzeit eines schönen Tages kurzerhand das Motorrad des Hauptmanns bestieg und lustig darauf los fuhr, um es kaputt zu machen, war es mtt der Reichs- wehrkarriere aus. Jetzt erst schickt« man ihn auf eine Fahrerschule. Mtt seinem Führerschein bekam er Anstellung in einer Garage. Dem ehemals höheren Schüler gefiel es aber nicht, Wagen zu waschen. Er wurde entlassen. Hinterher fehlten aber verschieden« Autouhren, Autoschlüssel und anderes Autozubehör. Der Dater beglich di« Schuld und bracht« seinen Sohn beim Telegraphen- amt unter. Mit dem Autofahren war es nun wieder aus. Sein eigenes Motorrad und das Motorrad seines Bruders hatte«r kaputt gefahren. Also bestteg er im Mai vorigen Jahres ein unbeaussich- ttgtes Auto und saust« di« Tempelhofer Chaussee entlang. Er wurde verfolgt, gestellt und zum Polizeipräsidium geladen. Mit der Ladung in der Tasche bestieg er ein Motorrad und jagte durch die Straßen Berlins. Unterwegs sah«r ein besseres Motorrad stehen, tauschte es auf das feinige aus und setzte seine Spritztour fort. Der Polizei- Wachtmeister, dem das Motorrad gehörte, jegte ihm im Kraftwagen nach und holte ihn ein. Beide Motorräder waren beschädigt. Auch diesmal kam der Vater für den Schaden auf. Im November über- fiel den jungen Menschen von neuem der Autorappel. Als er in der Prinzenstraße einen unbeaufsichtigten Opelwagen stehen sah, unternahm er mit diesem in Gesellschaft seiner Freunde«ine Kneip- tour. Den Wogen fand man später in schwerbeschädigtem Zustande in Steglitz. Aber noch in derselben Nacht brach er in ein« Garage ein, Holle stch«in Motorrad heraus und ließ auch dieses, nachdem er sich satt gefahren hatte, stehen. Wieder ein paar Tag« später Das Programm bringt zwei Vorträge. Der Schriftsteller Armin T. W e g n« r spricht über seine Reise durch„Palästina und di« Wüst« Sinai". Schon einige Male hat Wegner vor dem Mikrophon bewiesen, daß es ihm vor allen Dingen darum geht, einen lebendigen Eindruck von den bereisten Ländern dem Hörer zu vermitteln. Auch hier formt er aus kleinen charakteristischen Me- thodcn, aus kulturgeschichtlichen Betrachtungen und aus bildhaften Impressionen Jn plastischer Sprache eine schars umrissene Skizze von Land und Leuten. Dann behandell Franz Klühs Person- lichkeit und Wirken August Bebels. Ueber den Rahmen der Bio- graphie hinaus deutet Klühs die Ideen der Bebel-Zeit an, malt den kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Hintergrund, von dem sich die Silhouette des großen Sozialistensührers abhebt. Mtt dem Porträt Bebels entsteht gleichzeitig das Porträt einer Periode und ihrer Beziehungen zur Gegenwart.' Theodor Pli- vier liest Teile des Kapitels Skagerrak aus seinem vor kurzem erschienenen Roman«Des Kaisers Kuli". Es ist das künstlerisch stärkst« und das am größten entworfene Kapitel des Werkes. Die Katastrophe der Seeschlacht, zerschossene Schisse, sterbend« Menschen, versagende Führung und furchtbares Leiden werden in einer monu- mentalen Darstellung gegeben, in einer Sprache, die wie große Blöcke wuchtet und doch von rhythmischem Leben durchglüht ist und nervös zuckt. Warum dieses Leiden, warum dieses sinnlose Schlachten? Dos ist der Refrain. Ein paar Präludien und Mazurken Chopins spielt Fanny Weiland. Liegt es an ihrer Technik oder an der Uebertragung, die Musik klingt sonderbar unlebendig. Der leichte tänzerische Rhythmus dieses Chopin kommt kaum zum Ausdruck. Als Abschluß der Woche erzählt RodaRoda Schwänke, harmlos heitere Dinge, liebenswürdige Sächelchen. denen manchmal auch aus V«r- sehen die Pointe ausrutscht. P. Lall. hatte es ihm ein Horch-Wagen angetan, der nachts führerlos in der Velle-Alliance-Straße stand. Ms ein Schupobeamter in einer Auto- droscht« die Berfolgung aufnahm, gab es erst recht viel Spaß, der so lange dauerte, bis das Auto in wilder Fahrt gegen einen Baum stieß. Das waren die.Autodiebstähle" des Einundzwanzigjährigen. Der junge Mensch kannte nur«ine Erklärung: unwider st eh» licher Drang zum Fahren. Der psychiatrische Sachverstän- dige, der ihn untersucht hatte, fand bei ihm alles in Ordnung. Das Gericht verurteilte den hemmungslosen Autosahrer wegen Diebstahl» zu 6 Monaten Gefängnis und billigte ihm für drei Monate eine Bewährungsfrist zu. Der Führerschein ist dem Burschen bereits entzogen. Ein Mittet, ihn vor ähnlichen Diebstählen zu bewahren, wäre, vielleicht dafür zu sorgen, daß sein eigenes Motorrad stet» in Ordnung ist. Ständige Abnahme der Krastfahrzeuge. Während die Gefanrtzahl der Kraftfahrzeuge in Berlin am 1. November noch 37 354 betrug, sank sie am 1. Dezember auf 37 216, am 1. Januar auf 36 382 und am 1. Februar sogar auf 35 483. Dies« Abnahme der Zahl der Kraftfahrzeug« ist daraus zurück- zuführen, daß bei ollen Fahrzeugarten die Löschungen die Zulassungen überstiegen haben. Don den 35 489 Kraft- fahrzeugen entfallen auf Personenkraftwagen(einschließlich Kraft- droschten und Omnibusse) 44 323(44 145), auf Lastkraftwagen 15 135 (15 266). Zugmaschinen 1636(1731). auf Krafträder 21 538(21 763) und auf Kleinkrafträder 13 133(13 231). In den Personenkraft- wagen sind enthalten 3305(9330) Kraftdroschken, 751(751) Kraft- ommbuss« und 34 264 Privatautos. Die Zahl der Pferd edrofchken, die von Monat zu Monat abnimmt, fft weiterhin gesunken. Et« hat sich von 163 am 1. November aus 154 am 1. Dezember, 148 am 1. Januar und 143 am 1. Februar vermindert. Wohin in den Ferien? Ein neuer Reiseprospekt des Reichsaus fchufses für sozialistische Bildungsarbelt für das Jahr 1333 fft erschieneu. Er enthält eine große Anzahl der mieressantesten Reifen ins In- und Ausland, und zwar nach Dalmatien, Paris, Korsika, Riviera, Rhein, Südschweizer Seen, Adria, Norwegen, Normandie, Bornholm, Osffeestädie(Riga, Reval), England, Wien-Klagensurt, Krakau-Hohe Tatra, Hamburg-Helgoland, Budapest, Kurffche Reh- rung-Masurische Seen, Oberbayern-Nordtirol, Schweiz-Westalpen, Heidelberg-Schworzwald, Spanien, Tunis. Außerdem sind für die Monate Mai bis September Ferienausenthalte zu günstigen Bedingungen in Tesserete(Tessin), Rattenberg(Tirol) und Beiden (Kärnten) vorgesehen. Neben den allgemeinen Fenen- und Gesellschaftsreisen finden vier wirtfchaftspolitische Studien- reisen unter fachmännischer Leitung statt, und zwar: Berlin als Wirtschaftsgebiet, Mitteideuffchlanö als Wirtjchaftsraum, Finnland als Agrarland, das rheinijrh-westfälische Industriegebiet. Um den weitesten Kreisen die Teilnahm« an den Reifen zu ermöglichen, ist wiederum die Einrichtung getroffen, daß di« Kosten in monat- lichen Ratenzahlungen aufgebracht werden können. Je früher die Zahlungen beginnen, um so geringer ist der Gesamtpreis iür die Reif«. Der Reiseprospekt ist gegen Einsendung von 35 Pf. in Briefmarken durch den Reschsausschuh für sozialistisch« Bildung-- arbeil, Berlin SW68, Lindenstr. 3, zu beziehen: ebenso ist er in der Buchhandlung DIetz, Lindenstr. 2(Laden), bei Horsch, SO. Engel- us«r 24/26(Laden), Buchhandlung Büttner, SW, Feilnerstr. 11, Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, S. 14, Jnselstr. 6, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, SO, Luffenuser 37, Buchhandlung des Holzarbeiterverbandes, Am Köllnischen Park 6, erhältlich. Ausgabe des neuen Berliner Fernlprechbuchs. Am 2 4, Februar beginnen die Zustellpostanstalten mit der Verteilung der neuen Fernsprechbücher an die Fern- sprechterlnehmer. Jeder Teilnehmer erhält, sobald für ihn«in Fern- sprechbuch zur Verfügung steht, durch das zuständige Zustellpostamt ein« Bcnachrichtiungskarte, die zur Empfangnahme des neuen Fernsprechbuchs berechtigt und alle Angaben enthält, die bei der Zlbholung des Buches zu beachten find, Bestellungen aus Kauf« stücke des neuen Fernfprechbuchs(Preis 6 M.) nehmen die Zustell- postanstalten entgegen. Das Landesfinanzamt veröffentlicht im heutigen Inseratenteil die Verlegung des Finanzamts Wilmersdorf. Süd von der Westfälischen Straße 93 nach der Brabanter Straß« 18. Die Eimcgmmg ist für Ihr Kind ein Gedenktag fürs ganze Leben. Wieviel grosser wird die Freude sein, wenn Sie ihm den Wunsch erfüllen, sich selbst die schönen Leiser- Schuhe zu diesem besonderen Tage auswählen zu dürfen „ Der unsterbliche Lump." Ufa- Palast am 300. Es war vorauszusehen, daß der deutsche Tonfilm, foum daß er ben Kinderschuhen entmachien mare, fich mit Macht auf die mit Recht fo beliebte Operette stürzen mürde. Der unsterbliche Bump", ber nach einer Operette von Felix Doermann geschaffen ist, wird der Anfang einer unabsehbaren Reihe sein. Che der Tonfilm zu feinen ihm eigentümlichen Aufgaben tommen wird, muß er offen. bor, wie einst der stumme Film, erst einmal das auf anderem Gebiet Erfolgreiche wiederholen. Die Geschichte von dem Dorfschulmeister, der mit einem Schlage weltberühmter Opernkomponist mird, aber auf die Landstraße geht, meil er sein inzwischen an den reichen Bauern verheiratetes Mädel nicht befoment, ist so recht geeignet, alle Gefühlsweisen und Sentimentalitäten aufzurühren. Hier tut man ein übriges, indem sehr viel ländliche Luftigkeit die Handlung spielt in Steiermart wird. und sogar etwas Parodie hinzugefügt Es gibt außer der Liebe und dem Premierenabend in der Hochburg Rindvichprämierungen, eine Hochzeit mit Schnadahüpfeln und Schuhplattler( heidi, wie die Röde der Maderin fliegen!). Aber es fehlt auch nicht am herzermeichenden Ernst. Der Komponist schafft fich selbst aus dem Leben, indem er die Leiche eines anderen als die feine anerkennt, und er fann dann der Einmeihung seines eigenen Dentmals in seinem Heimatort als Strolch beiwohnen. Sehr schwer hatten es die Beranstalter mit dem Schluß. Das glüdliche Ende wird immer wieder hinausgezögert, aber schließlich doch erreicht; die inzwischen wieder freigewordene Sugendgeliebte folgt ihrem Getreuen in die Fremde, Dieser Tonfilm ist hundertprozentig, es gibt fortlaufenden Dialog, Einzelgesang und Chöre, die große Nummer der Opernaufführung mit dem Schlager ,, Reich mir dein fleines Händchen" und viel dörfliche Blechmufit. Für alles dieses ist Ralph Benasty musikalisch rerantwortlich. Richtige Operettenmusit, die sich volkstümlich zu geben versucht. Gustav Ucidy hat in seiner Regie allerlei Schönes und Wirksames herausgeholt. Die Steiermart ist nicht umsonst wegen ihrer schönen Landschaft berühmt: der Dachstein lugt in den Film hinein, und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn sich aus den Bauerntrachten und Bauernfesten nicht sehr viel Mettes und Zuftiges gestalten ließe. Die Darsteller unterstügen den Regiffeur aufs mirt. famste in feinen mannigfachen Absichten. Liane aid ist ein bild. fauberes und herziges Dirndl so sagt man doch im Operetten. jargon? und auch die Träne steht ihr gut. Gustan Fröhlich macht seiner Charafierrolle alle Ehre. Der unglüdliche Liebhaber wird fast zur symbolischen tragischen Figur, sem Gesicht ist an seiner eigenen Leiche und vor seinem fitschigen Denkmal von herbster Brägnanz, und er erscheint als echtes Kind der Mutter Landstraße". Adalbert Schlettom ist sein Gegenspieler als reicher Bauer, der es mit dem prämierten Rindvieh hält. Ein verschmitter Kuppelnater wird von Karl Gerhard verkörpert. Eine Fülle intereffanter figuren wird in der Bauernmasse sichtbar. Die technische Wiedergabe hat beim Tonfilm erfreuliche Fort fchritte gemacht; Dialog und Gesang tamen gleich gut und deutlich heraus. Aber bie Dialoge wirken in dem langgedehnten Dialett etmas ermüdend und hemmten die Entwicklung. Fümisch gesprochen: Ablauf. An Tempo läßt der Confilm noch sehr viel zu wünschen übrig, die Zitel des stummen Films ermöglichten einen niel rascheren wenn auch der Photograph bereits gelernt hat, die Bildwiedergabe der Dialogizenen durch dauernde Umgruppierung interessanter zu gestalten. D. SA Sozialiſtiſche Arbeiterjugend Gr.- Berlin infendungen für diefe Rubrik nur an bas Jugendfefreteriat Berlin SB68, Lindenstraße 3 Heute, Sonatag, 23. Februar: Arnswalder Blok 1: Gcfangsfaal ber Oberrealschule Basteurfte. 44-46, 18 Uhr Rurt- Eisner- Feier. Norboft I: Seim Immanuellirchstr. 24. Seimabend. Stralauer Biertel: 10 Uhr Besuch des Eotanischen Gartens, 18 thr Seimabend. Schöneberg II: Rarnevalstoftimfest im Bürgerfoal des Rathauses Friedenau. Lauterplag. Beginn 16 Uhr. Ende gegen 23 Uhr. Un Loftenbeitrag 88 Bf. Aus dem Programm: Bolitisch- Gatirisches aus der Tages und Sulturpolitik. Razmenalsraidhabog unter Beteiligung aller Göfte. Die Mitglieder der Abteilung II müssen bereits unt 15 Uhr anwesend fein. SSG. Neukölln: Besichtigung der Baluschel- Husstellung, Treffpunkt 11 Uhr vor dem Buchdruderhaus. Dreibundftt. 5. Berhebezirk Brenzlauer Berg: Seint Donziger Str. 62, B. 3. 9 Whe Werbabezirksfunttinnörfonferena. Genoffe Boul Begaann foridht über den Jorns- Brozek". Alle Funktionäre mitffen erfcheinen. Intereffierte Genoffen tonnen teilnehmen. Morgen Vortrag im Bezirksamt: Jugend und Theater". Referent: Dr. G. Reſtriente. Unkosten 30 Vf. Werbebezirk Areuzberg: Beteiligung an ber Berbeneranstaltung des 9358. um 11 Uhr im Brimus- Balaft, Sermannplas. 20 Uhr im Seint Waffer torftr. 3. Berbabezirksveranstaltung: Revolutionäre Dichtung". Werbebezir Reutöllu: Beteiligung an der Werbeveranstaltung des DISR unt 11 Uhr im Brimus- Balast. Cititritt 30 f. 19 hr im Beim Steinmes ftraße 114„ Deffentliche Gingsbunde", Leitung: Genoffe eis Soffmann. Werbebeziri Richtenberg: Turnballe Südstraße 18 Uhr Bortrag:„ Biez Stunden Frohsiun". Werbebeaizt Reinidenhorf: Reichstagsbesichtigung. Treffpunkt 12% Uhr vse dem Reichstag, Bortal 5. Uninsten 20 Bf. Morgen, 19 The Funktionär fikung im Heim Rrinidendorf- West. Sämtliche Berbebezirksfunktionäre, Ab. teilungsleiter und Jugendbeiräte müffen nollzählig erscheinen. Morgen, Moutag, 24. Februar, 19% Uhr: Sanfa: Seim Bochumer Str. 8b. Bortrag: Die gewerkschaftlichen Waffen des Broletariats". Faltplag I: Seim Connenburger Str. 20 Tagespolitif. Falfples II: Edprle Sonnenburger Str. 20. Bortrag: Einführung in die fosiolistische Gedankenwelt", II. Teil. Sumannplak: Schule Scherenbergftz. 7. Bortrag:„ Glaßbrenner". Rozboften II: Seim Donziger Str. 62, B. 3. Vor trag: Aurt Eisner". Schönhauser Borstadt: Schule Connenburger Str. 20. Vortrag:„ Das proletarische Reittheater". Stralauer Biertel: Seim Foßlerftraße 61. Bortrag: Unser Wandern". Charlottenburg- Nord: Seim Olbers ftraße. Bortrag: Unfere Feiern. Baumituleumeg: Seim Ernfftt. 16. Beratung der Anträge zur Generalversammlung, Johannis hal: Rathaus. Betrag:„ Das Jugendgericht". Baulow( R.-F.): Seim Riffingenstr. 48. Bortrg: Arbeiterdichter". Berbebezizl Eiergarten: Berbobezittsvorstandsfigung gemeinsam mit ben Generalversammlungsdelegierten in der Wohnung des Genoffen Schlegel, Werbebezirk Tiergarten und Besten: Sored und Bemegungschor. Schulaula Baldenferstr. 20. Das Erscheinen aller ist unbedingt erforderlich. Jagomirt. 4b, Nardosten 1: 16 Uhr Funktionärversammlung im Seim Dansiger Str. 62, B. 3. Charlottenburg: Seim Rosinenstr. 4. Elternabend, Bannsee: Schale Charlottenstraße. Seimabend. Rehlendorf: Heim Potsdamer Str. 5-7. 19 Uhr Seimabend. Neukölln I: Treffpunkt zur BeranNeukölln XI: Treffpunkt zur ftaltung des D35B. 10% Uhr Reuterplas Boltsbithne um 14 Uhr Geldhower Straße. Tempelhof: 14 Uhr Treffpunft U- Bahnhof Tempelhof zum Besuch der Boltsbühne. 19 Uhr Seimabenb. Schönhauser Borstadt: Heim Connenburger Str. 20, 19 Uhr Vortrag:„ Die Or Bichten ganisation der arbeitenden Jugend". Referent: Genosse Sonung. berg- Nord: Treffpunkt zur Bolfsbühne um 13 Uhr Note Ede". Tegel: Beteiligung an der Reichstagsbesichtigung. Treffpunkt 11% 1hr Solieper. Ede Berliner Straße. Anschließend Seimabend in Reinidendorf- Oft Fallplog I: Treffpunkt aur Boltsbühne 14 Uhr Normaluhr Danziger Straße. Kueinss Platak!! Seit 80 Jahren in fast all nordd Apotheken a 45 PE Man verlange immerd Patentschutz Schlimmer Finger Krankheitsbild Gutachten gratis durch H.KWIET CHEM- FABRIK Berlin SW 68 Alexandrinenstr 29a Porzellan dekoriert für 5 Telle, Dejeuners 2 Personen 1.90 Kaffeeservice 9 Teile, iür 6 Personen 3.45 b. 6.75 16 Teile, Kaffeeservice 7.50 Kaffeeserv. 30 Teile für 12 Pers. Tafelservice 23 Teile, tür 6 Person 18.75 27.00 17.50 23.50 45 Telle 55.00 Tafelservice für 12 Pers. 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Dekors 1.90 bis 2.90 W chsHolzwaren Servierbretter 1.85 bis 3.25 Patz Kasten ...... 1.15 Handtuchhalter... 1.40 Besteckkästen0.60 b. 0.90 Kaffeemühlen 2.10 b. 3.60 Fleischbrett 1.10 Küchengarnitura Telle 0.90 Löffelbund 4 Telle... 0.30 Waschbrett mit Zink- 0.95 Plättbretter, 4.65 bis 5.75 Küchen einlage zog. weiß lackiert, 6 Teile 155.00 an Emaille Schmortöpfe grau farbig, innen weiß ohne 0.50 bis 0.90 0.75 bis 1.35 Ring mit Ring 0.90 bis 1.65 1.10 bis 1.85 Kasserollen 0.30 bis 1.35 Kehrschaufel grau.. 0.45 Wanne weiß, ca. 35 cm.. 0.90 Eimer vel, ca. 28 cm... 0.90 Toiletteeimer Rohr 3.90 Scheuergarnitur: 1.45 Fenstereimer gian 0.45. bilgel 3tlg. ca. 22 cm Aluminium Kasserollen 1.15 bis 1.60 Milchkannen.. 1.70 1.90 Maschinentöpfe von 0.90 an Waschgefäße Waschfässer Zink, 70 cm bis 110 cm m umgeb. Wulstrand 9.00 b. 17.50 70 cm bis 110 cm 11.75& 19.50 Zober so 10.75 b. 16.75 Link, 50-65 cm mit Ventil und rus 50 cm bis 72 cm 12.25 b. 22.50 Eisenwaren Reibemaschinen 2.45 1.65 Fleischhacker 4.90. 8.00 Schalen Brotschneider 4.90 6.90 2.90 Tellerwage Steingut Tafelwage mit 2 Messing 6.90 Gaskocher schwarz, 2 Gaskocher email, 2 Loch Gasherde weiß emailliert Loch 7.50 17.50 geschlossen mit Bratofen 3 Loch 85.00 4 Loch 95.00 Tellzahlung für Gasabnehmer der Berliner Städt. Gaswerke Borstenwaren Roßhaarbesen 2.10 3.90 Roßhaarhandfeger 1.10 Schrubber Fiber 0.25 bis 0.55 Handfeger.... 0.40 0.95 Kokoshandfeger.. 0.25 Kokosbesen.. 0.50 1.10 Fußmatten. 0.40 bis 0.85 Bürstenträger lackiert 0.90 Möbelbürsten 0.45 bis 0.70 mit 2 Bürsten 2.25, mit 1 Bliste Elektrische Beleuchtungs- Artikel Wohnzimmerlampe Zug- Krone i. Speiseziramer, mit Seidenschirm, versch. Muster Herrenzimmerkronen 49.00 27.00 verschiedene Muster, 27.50 19.50 Nachttischlampe Kunstguß, mit Seldenschirm 4.25 Messing- Bügellampe mit Seidenschirm 6.75 ytr. 91» 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 23. Februar 1930 Quotenjagd und Werksleichen. Die neue Konzentration in der Schwerindustrie. Bei der Erneuerung der TiserwerdSnd« hat der Quotenhandel eine sehr große Rolle gespielt. Um den Kartellpanzer so eng wie möglich zu schnüren, kam es den Großwerken darauf an, möglichst alle Werke zu erfassen. Im freien Konkurrenzkampf kommt das Wert zum Unterliegen, welches diesen' rücksichtslosen Kampf aus irgendwelchen Gründen nicht gewachsen ist. Der Kampf um die Quote ist eine seit 25 Jahren geübte Praxis, di« zum ersten Mal« im Rheinisch. Westfälischen Kohlensyndikat erprobt wurde. Nach der Erneuerung der Syndikatsverträge im Jahre 1903 setzt« im west- deutschen Steinkohlenbergbau jener Konzentrationsprozeß ein, dessen Kennzeichen di« Quotenjagd, dessen Folgen kapitalvernichtende Wertsleichen sind. Damals wurden jene Großkonzerne in der Montanindustrie geschaffen, die noch heute, wenn auch In anderer Form, der Schwerindustrie des Westens das Gepräge geben. Dieser Kamps um die Quote ist in den letzten Wochen zur höchsten Blfife gediehen. Lei der jüngsten Erneuerung der Eisenverbände ist man in dieser Beziehung mit einer Rücksichtslosigkeit und Zielsicherheit verfahren, gegen die frühere Aufkäufe ein Kinderspiel waren. Wurden bei den früheren Quotenverschiclmngen einzelne Werke oder Anlagen stillgelegt, so wurden dies« Verlust« durch die betreffenden Unter- nehmungen oder die Gemeinden, in denen dies« Werke liegen, relativ leicht überwunden. Di« letzten Stillegungen haben sich namentlich für di« betroffenen Kommunen katastrophal ausgewirkt. Städte wie Düsseldorf. Hagen und andere sind durch die Still» legungen der aufgekauften Werk« schwer geschädigt worden. Nicht mit Unrecht hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister auf diese „negative Rationalisierung'' hingewiesen. Der Lang- namverein hat auf seiner letzten Tagung die Gelegenheit benutzt, um dies«? Kritik mit scharfen Worten zu begegnen. Die Aufkau fkonsorlien. Die Ouolenverschiebungen waren besonders in der L o k o- motivindustrie, der Waggonindustrie und der Schwereisenindustrie umfangreich und von schweren Folgen. Di« Entwicklung in der Lokomotio» und Waggon! ndustrie ist an dieser Stelle schon mehrfach dargestellt worden. Am aus- geprägtesten waren die Ouotenauftäuf« in der Schwerindustrie. Hier wurden Aufkaufskonsortien gebildet, die die Quoten- erwerbungen planmäßig vornahmen. Der Ankauf der Quoten diente der Derbandserneuerung der Eisenkartell«. Trotz— vielleicht wegen— der vielfach verkündeten Berbandsmitdigkeft mußte man erleben, daß die Erneuerung der Eisenverbänd« noch niemals so fystema'ifch und erfolgreich durchgeführt wurde wie diesmal. Teil« handelt« es sich um Außenseiter, teils um kleinere Werke, die den Großen bei ihren Dispositionen im Wege standen. Der kon- sortial» Aufkauf vieler Werk» war vor< Jahren zum ersten Male erprobt worden. Damals handele es sich um die Stummschen Wert«, die im rheinifch-westfälifchen Industriegebiet verstreut lagen. Di« Erfahrungen, die man vor 4 Jahren gemacht hat, kamen der jetzig«» Auftauftätigkeit sehr zustatten. Das Schicksal der aufgekauften Werke. Di« Rheinisch. Westfälische Stahl- und Walz- werte A.- G..Sels«ntirchsn war das Kermin ernchmen des von Paul Roh de vor einigen Jahren nsugebildeten Konzerns. Diesem Werke find angegliedert dos Stahlwerk Krieger, Düssei- dorf-Obertassel. di« Fabrik für Eisenbahnbedarf Brenn«, Hangarten u. Co. A.-G.-Haspe i. W., die Annener Gußstahl- werk« A...G.-Ann«n i. W. und die Bereinigten Preß- und Hammerwerk«, Dahlhausen-Bielefeld. Die Werke werden fast sämtlich stillgelegt. Zum Rohde-Konzern gehört auch die Sächsische Guß st ah'l werte Döhlen A.-G. in Dresden, an dem auch die Firma Otto Wolfs beteiligt war. Di« Initiative de» energischen Herrn Rohde wurde seiner Zeit lebhaft begrüßt, weil man von ihm erwartet«, daß er mit Erfolg besonders die allen stummschen Produktionskomplexe rationell zusammenfassen werde. Män hat nunmehr das Empfinden, daß Rohde lediglich als Mittels- mann der Großkonzerne gewirkt hat. Die wechsclvolle Geschichte des Stahlwerks Becker A.-G.. Willich bei Krefeld, dürft« nunmehr ebenfalls endgültig der Per- gangenheit angehören. Das Werk wird auch zum großen Teil still- gelegt werden, wenn nicht die Deutschen Cdelstohlwerkc A.-G. einen Teil der Airlagen wei'erführen. Die Storch, Schöneberg A.-G. in Geisweid bei Siegen dürft« mit ihrer Abteilung Bremerhütte ebenfalls erledigt sein. Auch diese» linternehmen ist vom Auftauftonsortium übernommen worden. Die Friedrich»Hütt« tSiegerland), die bisher im Besitz der Thyffen-Grupp« war. sst an das gleich« Konsortium oertaust worden. Teilanlagen der Friedrichshütle sollen fortgeführt werden. Die Geisweider Eisenwert« A..G. waren bisher|e »ur Hälfte im Besitz der Familie Thyssen und Klöckners. Der Thnsien-Änteil ging in den Besitz des Auflaufkonsortiums über. � Das Gußstahlwert Witten befand sich im Konsortial- besitz" der großen Konzerne: Stohlverein Krupp, Klöckner und Hcwfch. Nunmehr sind die Vereinigten Stahlwerte alleinige Besitzer des Werk». Gekämpft wird noch um den Siegen-Solingen Guß- st a h l- A k't i e n- V e re i n, Sosingen, und die A.-G. B u d e r u s- scheu Eisenwerte in Wetzlar. Noch nicht entschieden sst zur Zeit, in wessen Besitz die H e n r iä) s h ü t t« in Hattingen gelangt. In dem Aufkaufskonsortium sind alle großen Konzerne ver- treten. Dies« sind: Stahlverein, Krupp, Klöckner. Gutehofsnungs- Hütte und Hoesch. Die Führung in diesem Konzentrationsprozeß liegt beim Stahlverein. Der Kopilalanfwand wird mit 50 bis 70 Millionen Mark beziffert. Ein Teil dieses Betrages ist von den Großbanken, namentlich don der D.-D.-Bant vorgestreckt worden und soll von den Groß- konzernen beglichen werden. Ein erheblicher Teil der zu dem Quotenaufkauf verwandten Mittel wird auf alle Mitglieder der Rohstahlgemeinschaft während der Verbandsdauer umgelegt. Die Belastung beträgt 60 Ps. bis 1 M, je Tonne Rohstahl. Wie sst die neueste Konzentrationswelle in der Schwereisen- Industrie zu beurteilen'? Bor allem geht es dabei aus der bisherigen Bahn weiter: die kleinen Werke werden von den großen ausgesaugt. Die Konzernbildung nach der Richtung einiger weniger Großunternehmungen wird ver- vollständigi. Der Quotenerwerb bildet« das Mittel, um diesen Prozeß zu vollenden. Die aus zehn Jahre geschlossenen Kartelle bilden die Operationsbasis, aus der die größten Konzerne ihre Macht stabilisieren. Sie haben in den fester denn je geschlossenen Lcr- bänden das absolute und relativ« Ikbergewicht. Auch in der Zukunft wird die Quotenjagd kaum aufhören: noch immer sind einige begehrenswerte Objekte vorhanden. Bis dann jene ftinf Konzernspitzen sStahloerein, Krupp, Gutchofsnungshütte, Klöckner und Hoesch) als alleinige Befehlshaber übrig bleiben. Mit seinen Ausläufern überragt der Statstverein alle anderen. Für ihn zeichnen heute schon Friedrich Flick und 0 t t o W o l f f. In ihnen wird sich die Macht der Schwerindustrie verkörpern.?. V. Freie WvhnungSloirischast unmöglich. Eine wichtige Veröffentlichung des Koujunkturinstituts. Gegen da« R e i ch» m le te n g« s i tz und dos Mieter« schütz ge setz, die am 31. März ablausen und noch dem Vorschlag der Reichsregierung auf weitere 2� Jahre verlängert werden sollen, ist vom Zentralverband deutscher Haus- und Grundbesitzer- oerein« schon im Januar Sturm gelaufen worden. In den letzten Tagen hat sich die Einheitsfront der privatkapitalsstischen Interessen wieder insofern bewährt, als sämtliche deutsche» Spitzenver- bände der Unternehmer, Banken, Handelskammern, Industrie, Großhandel, Landwirtschaft, Privatversicherungan, Handwerk und Arbeitgeber eine Eingabe an den Reichstag zur Unterstützung de: Haurbesitzersorderungcn gerichtet haben. Wieder wurde die un- sinnige Behauptung aufgestellt, daß der durch die Inflation be- reicherte Hausbesitzerstand durch die Mieienzwailgswirtschast zum Untergang verurteilt sei, daß das System der öffentliche» Bau« finanzicrung durch die Hauszinssteuern und die Wohnungszwangs- Wirtschaft die Befriedigung der Nachfrage nach Wohnungen unmöglich mache. Zur rechten Zeit wird di« hier getrieben« Demagogie durch ein« Berösfenllichung de» Institut« für Konjunktur- f o r s ch u n g enthüllt. In dem Sonderheft 17 untersucht Dr. K. H u n s ch a unter dem Titel«Die Dynamik de» Baumarktes" di« Zusammenhänge von Bau- und Wohnungsmartt in der Nachkriegszeit. In dieser Untersuchung wird festgestellt, daß vi« zerstörenden Wirkungen der Inflation den riesenhaften Fehlbedar- an Wohnungen geschaffen haben und daß da« außergewöhnlich hohe Zinsniveau der Nachinflationszeit sorm? der niedrig« Ein» kommensstond der breiten Mistermassen sowohl die äfientsiche Bau- finanzierung und di» Wohnungszmangswirrschast, al« auch den Mieterschutz notwendig gemacht baden. Bei der Kritik der B«- strebungen, die Wohnungszwangswirtschast wieder auszuheben, kommt er zu folgenden sehr weittragenden Schlüssen: «Der vorgesehene Uebergang von der Wohnungszwangswirt- schaft zum freien Wohnungsbau sst an zwei Voraussetzungen gebunden: Wichtig ist vor allem die Gewinnung endgültiger Klar- heit über die Höh« de» zukünftigen Ztnsniveous in Deutschland. B l e i b« S die Zinssätze auf ihrem heutigen Niveau, so scheint ein Uebergang zu wesentlich höheren Mieten unter Auslösung ent- sprechender einschneidender Verschiebungen bei den Nomi- naleinkommcn kaum vermeidbar. Ein« ständige Bei- bchaltung der Subventionierung unter gleichzeitiger zwangsweiser Mietenbeschränkung ließe sich im Rahmen kapitalistischer Wirt- schastsweise als Dauerzustand schwer rechtfertigen. Senkt stch das Zinsnioeau, so wird jede Senkung den Uebergang zur marttmäßig angestrebten Miethöhe entsprechend«rleichtern. Für den Zeitpunkt der voraussichtlichen Freigabe des Wohnungsmartt«» wird so- dann zweitens der Wohnungsfehlbestand im wesent- lichen abgedeckt sein müssen, um soziale Härten nach Möglichkeit zu vermeiden." Die Bedeutsamkeit dieser Feststellungen liegt aus der Harck>. Der Verfasser der Arbeit sst offenbar selbst grundsätzlicher Anhänger der privaten und freien Bau« und Wohaungswirtschafl, denn er spricht aus, daß stch mit dem kapitalistischen System der Wohnungs- bau aus SteuermiUeln und di« gleichzeitig« zwangsweise Niedrig- Haltung der Mieten aus die Dauer nicht rechtfertigen läßt. Um so schwerer wirkt da» Urteil dieses Fachmannes, das auch das Institut für Konjunkturforschung als Herausgeber' der Studie mit seiner Autorität deckt. Klar und deutlich wird festgestellt, daß eine frei« Bauwirtschaft nur möglich sst. wenn gleichzeitig, da die Miet- preis« notwendig steigen müssen, das Einkommen der Mietermass« entsprechend erhöht wird. Praktisch ergibt sich daraus die Alternativ«: Höher« Mieten— höhere Löhn«, oder aber: keine Lohnerhöhungen, dann aber auch niedrig« Mieten. Da« aber bedeutet, daß da« jetzig« System der öffentlichen Bauwlrsschast auf der Grundlage der Hauszinssteuern nicht beseitigt werden kann. Zweitens wird klar und deutlich ausgesprochen. daß di« freie W o hn u n g s w« r t s cha f t unmöglich ist, bevor der heute bestehende Fehlbetrag an Wohnungen seine Deckung gs- funden hat. Das aber heißt ebenso, daß die gegenwärtige Zwangs- Wirtschaft und der Mieterschutz nicht beseitigt werden dürfen, weil die Folg« eine unabsehbar« Ausbeutung der arbeitenden Massen auf einem Wohnungsmartt sein müßte, bei dem die Nachfrag« immer stärker ist als das Angebot. Für unseren deutschen Hausbesitzer und di« Spitzenoerbände der deutschen Unternehmer sind diese fast als amtlich anzusprechenden Feststellungen eine oerdiente Ohrfeige. Der Reichstag wird die Feststellungen des Instituts für Konjunttnrsorschung be- rückstchtigen müssen. Noch mehr Arbeitslose. Jetzt 340000 Arbeitsuchende in Berlin. Di« Lage de« Arbeitzmarktes im Bezirk de» Landesarb erts- amt» Brandenburg hat durch die erneute Zunahm» um S4Ä> Arbeitsuchend« und 7528 Unterstützungsbezieher in der Woche zum 15. Februar«ine weitere Verschlechterung erfahren. Der Zugang betraf, wie in der Vorwoche, nur männlich« Personen. In der Metallindustrie hat der Zugang von Arbeitsuchenden etwa- nachgelassen. Die Vermittlungstätigkert beschränkt« sich in der Hauptsache auf den Lokomotwdau. Unverändert ust- günstig lagen die Verhältnisse im Baugewerbe, in welchem der Zustrom Arbeitsuchender noch nicht zum Stillstand gekommen sst. Di» Auesichten auf baldig« Besssnjng der Arbeitsmarttläge für An- gestellte sind germg. Di« Ansorderung von Kräften betraf nur jüngeres Personal, während der Bewerberzugang unvermindert anhielt. In der Berichtswoche stieg die Zahl der Arbeitsuchen? den um 8426 auf 497 938 gegenüber einer Zunahme von 7375 in der Vorwoche. Auf Berlin allein kamen 340 138 Arbeitsuchende Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung betrug ZZÜ V65, in der Krisenunterstützung 40273, zusammen 360 323 Personen. Ar- beitelosenoersichert waren in Berlin 190 416: von der Krisenlürlorg« wurden in Berlin 34 280 Personen unterstützt. Die Konsumvereine im Januar. Zum erstenmal ein Llmfah'ückgang. Die Folge der Massenarbeitslosigkeit. Der Zentralverband deutscher Konsumvereine hat seinen Ii-» nuarbericht über die Umsatzentwicklung veröffentlicht. Es berichten 62 Konsumgenossenschaften mit einer um 103 400 Mitglieder erhöhten Mttgliederzahl. Dieser Mitgliedszuwachs tritt in der Januarstatistik zum erstenmal in Erscheinung und drückt naturgemäß auf de» errechneten Durchschnittsumsatz pro Woche und Mitglied. Davon abhängig ergibt sich aber noch ein besonderer Rückgang, wenn wen mit dem Januar 1629 oergleicht. Der Durchschnittsumsatz betrug im Januar 1930 nur 8,36 Mark. Da» ist gegenüber dem Dezember inst 10,90 Mark ein sehr be- trächtlicher Rückgang. Dieser Rückgang tritt aber im Januar gegen- über dem vorhergehenden Weihnachtsmonat regelmäßig ejn Es ergibt sich aber bei dem Vergleich mit dem Januar vorigen Jähre«, der allein berechtigte Vergleich, ebenfalls ein Rückgang, und zwar um 53 Pf. oder um 6 Proz., und das ist eine für die bis- herige Entwicklung der Konsumvereine seit 1924 noch nicht verzekch net» und erstmalig« Tatsuche. Wir haben schon früher daraus hingewiesen, daß die stürmsschc Der große Se Wager! Mercedes-Bena Typ STUTTGART 300(Zweuit*p> Innensteaerlimonsine bm.(ab wert) Besuchen Sie nnsre Ausstellungsräume! iTfc•» np mr rjr Ä dJ* Berlin» Charlottenburg 2. Salzufer 3/3.— Varkauftsta�len: Unter den Linden 50/31, Pemruf Zentrum 12113.— RudgU B*<1.1 Iii S SlW MB Jy um*•mW« CaracCloiai Co., Budapester Straße 0, Warnruf Barbarossa 5777/78. Spittelmarkt 4/7 Pornruf Merkur 570.— Vertratungen: Berlin; Weitheim Automobil-Oes., Berlin W. 9, Friedrich- Ebert-Str. 14, Pemruf Zentrum 5187 u. 8641/42.— A. Hirte, Industrie-Abteilung, Berlin SW. 68, Markgrafenstr. 76, Fernruf Dönhoff 946, Für Kraftdroschken; �Automav" Auto- und Maschinen-Vertriebs O. m.b.H., Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 141, Pemruf SteinplaU 7902/03, Auficrisendmidfung der Mitgliedsumfaße, der Ronfumvereine all. mählich abebben müsse, meil das Tempo der Einkommenserhöhung felbstverständlich in den ersten Jahren nach der Instation ft Per fein mußte als später. Jin Monat Januar macht sich aber besonders beutlich der allgemeine Rüdgang der Massentausfraft bemerkbar, der durch die riesenhafte Arbeitslosigkeit verurfacht worden ist. Schicksal der Beamtenbanken. Ueberraschender Anschluß der Beamtenzentralbank an Deutsche Bants Disconto. Das Schicksal der Beamtenbanken und der Beamtengeldwirt fchaft hat eine weitere Klärung erfahren. Der Deutsche Bes amtenbund und der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund te len mit, daß die den beiden Organisationen gehörende Deutsche Be amtenzentralbant A.-G., Berlin, auf die Deutsche Bank und Disconto Gesellschaft übergeführt wer ben wird. An die Stelle der Deutschen Beamtenzentralbant A.-G., die liquidiert wird, tritt ein neues, an die Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft angegliedertes Unternehmen auf gemeinnügiger Grundlage, mit einem Aftienfapital von 500 000 m. Die Deutsche Bant und Disconto- Gesellschaft wird dabei die volle und uns miderrufliche Garantie für die Sicherheit sämtlicher Spar: einlagen und Gehaltsüberweisungen der dem neuen Institut angeschlossenen Beamten übernehmen. In dem Aufsichtsrat des. neuen Unternehmens follen außer den Bertretern der beiden Organisationen zwei Mitglieder der Deutschen Bank und DiscontoGesellschaft sitzen; die bisherigen Vorstandsmitglieder der Deutschen Beamtenzentralbant treten in den Borstand der neuen Bant ein. Diese Meldung bedeutet an sich eine leberraschung, denn die Deffentlichkeit stand bisher fest, daß nach einem einstimmis ges Beschluß des Beaintenwirtschaftsbundes bie Beamtenzentral " bant 2.-G. mit der Preußischen 3entralgenossen. fchaftstaffe zufammenarbeiten follte, womit die bestehenden eta 80 Beamtenbankgenossenschaften im übrigen Deutschland mit der Sentralbank zusammen in der staatlichen Breußenfaffe ein zu fammenfallendes Spigeninstitut erhalten hätte. Offenbar hat aber die Preußenkaffe als genoffenschaftliches Zentralinstitut weder die unbeschränkte Garantieleistung übernehmen fönnen, noch darauf verzichten fönnen, daß die Beamtenzentralbant aus einer Aftien gesellschaft in eine Genossenschaft umgewandelt wird. Daraus dürfte sich wohl der plögliche Frontwechsel der beiden Beamten organisationen erklären Das höchst traurige Kapitel der Beamten bant aufammenbrüche die Deutsche Beamtenzentralbant hitte die Deutsche Beamtenzentralbant-tte fich freilich halten tönnen dürfte damit vorläufig abgeschlossen fein, Es bestehen jetzt drei große BeamtenbankWochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 23. Februar: 7: Funkgymnastik. 8: Für den Landwirt. 8.55: Standenglockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche, 9: Morgenfelér. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage., 11: Elternstunde. 11.30: Aus dem Großen Schauspielhaus: Matinee. 13-30: Programm der Aktuellen Abteilung. 14: Dr. Dolittles Abenteuer. 15: Sonaten. 16: Erich Ponto liest Jean Paul. 19: Aus Mainz: 16.30: Teemusik. 18: Chorgesänge. 18.30: Tagesglossen. Mainzer Karnevalsitzung. 20:., Wir illustrieren einen Film." Danach Unterhaltungsmusik. Danach Tanzmusik.. Montag, 24. Februar: 7: Funkgymnastik. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Hauswirtschaft und Einzelhandel. 15.40:- Verschollene Vorläufer. 16: Alfred Auerbach erzählt Schwäbische Schnurren. 16.30: Konzert. 17 30: Jugendstunde. 17.55: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.20: Betrlebsräte und neue Rechtsprechung. 18.40: Unter Dattelpalmen und Orangen in der Sahara. 19.05: Aus Opern. 19.35: Else Lasker- Schüler spricht eigene Gedichte. 20: Alte Musik. 21: Unterhaltungsmusik. 21.30: Lieder von Hans Hermann und Clemens Schmalstich. Danach Tanzmusik. Anschließend Orchesterkonzert. Dienstag, 25. Februar: 7: Funkgymnastik. 9: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Mütterschulung. 15.40: Musikpflege and Musikerziehung im heutigen Fankreich. 16; Sportliche Improvisationen. 16.30: Aus Leipzig: Orchestekonzert 18: Jugendstunde. 18.25: Stunde mit Büchern. 18.55: 19.20: Zeitberichte. der Gegenwart. Das physikalische Weltbild 20: Aus der Staatsoper Unter den Linden: ,, Traviata", Oper von Verdi.. Mittwoch, 26. Februar: 7: Funkgymnastik. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schall. plattenkonzert. 15-20: Warenbezeichnungen und Warenkunde. 15.40: Neue russische Lyrik. 16.03: Von natürlichen und künstlichen Blitzen. 16.30: Jugendbühne. 17:30: Pamela Wedekind singt zur Laute. 17.55: Das deutsche Buch in den Vereinigten Staaten von Amerika. 18.25: Das Gesicht der Zeitschrift. 18.55: Unterhaltungsmusik. 20.30: Der Arzt am Scheideweg. Komödie von Shaw. Danach Tanzmusik. Donnerstag. 27. Februar: Quartett. 22.30: Kartenspiele. Danach Schallplattenkonzert 24: Um Mitter nacht beim Sechstage- Rennen. Sonnabend. 1. März: 7: Funkgymnastik. 12.30: Wettermeldungen für des Landwirt. 14: Schalle plattenkonzert. 15.20: Jugendstande. 13-40: Sechs Jahre unter Indianera im Feuerland. 16.05: Aas Königsberg: Orchesterkonzert. 17.35: Dichtung and Politik. 18.10: Konzert. 18-40: Französisch für Anfänger. 19.10: Heitere Kunst. 20: Das Interview der Woche. 20.30: Tanzabend. 24: Um Mitternacht beim Sechstage- Rennen. Königswusterhausen. Sonntag. 23. Februar: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Harz und Seele. 18-30: Die deutsche Sozialdemokratie im Weltkriege. 20: Deutschlandsender: Aus Mainz: Mainzer Karnevalsitzung. 20.30: Aus Breslau: Meyerbeer als Ballettkomponist.. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, 24. Februar: 16: Französisch( kalturkandHch- literarische Stande). 16.28: Aus Berling Nachmittagskonzert. 17.30: Malaiische Musik. 17.58: Was ledermann von des Infektionskrankheiten wissen muß. 18.20: Lisa Tetzner erzählt orientalische Märchen. 18.40: Englisch für Anfänger. 19.05: Dichtungen des Amerikaners Walt Whitman. 19.30: Rundfunk and Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Unterhaltungsmusik. 20.25: Geständnisse. 20.45; Kammermusik. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag. 25. Februar: 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Staatliche Pressepolitik einst and letzt. 17.55: Die Chemie ir täglichen Leben. 18.20: Insekten als Krankheitsübertrager. 18.40: Französisch für Fortgeschrittene. 19.08: Schöpferisches Musikerkennen. 19.30: Wärmewirtschaft im Wohnungsbau. 20: Mensch und Maschine, 20.30: Deutschlandsender: Konzert. 21: Aus Königsberge Orchesterkonzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 26. Februar: 16: Erziehung der Jugend für die Zukunft. 16.30: Ass Hamburg: Nach mittagskonzert. 17.30: Cello- Literatur mit Beispielen. 17.55: Die Zukunft des Young Planes. 18.20: Das Königsgrab von Seddin. 18.40: Spanisch für Anfänger. 19.05: Afrika in der französischen Politik. 19 30: Stand der Verwalsaal des ehemaligen Herrenhauses: Verband Deutscher Erzähler. 20.40: Unterhaltungsmusik. 21: Wie kann der Staat, der Landwirtschaft helfen? 21.40; Unterhaltungsmusik. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 7: Funkgymnastik. 9: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Berufsaussichten im Damenschneider- tungsreform in Reich und Ländern. 20: Deutschlandsender: Aus dem Pienar. handwerk. 15.40: Was heißt Ruhm? Wer ist berühmt? 16: Aus Breslau: Unterhaltungskonzert. 17.30: Jugendstunde. 18: Was schädigt mein Herz? 18.30: Kann Europa amerikanisiert werden? 19: Volks- und volkstümliche Lieder. 19.30: Blasorchesterkonzert. 21: Erstaufführung.„ Von heute auf morgen", Oper von Schönberg. Danach Tanzmusik. Freitag. 28. Februar: 7: Funkgymnastik. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Häusliche Schönheitspflege. 13.40: Deutschlands Stellung im internationalen Schwimmsport. 16: Klaviertrio. 16.40: Aus dem ., Nibelungenlied". 17.20: Jugendstunde. 17.50: Das neue Buch. 18: Vom Randfunkempfang. 18.25: Unterhaltungsmusik. 19.30: Zum Gedächtnis Friedrich Eberts. 20: Rückblick auf Platten. 20.30: Wovon man spricht. 21: Guarnerigruppen, die miteinander konkurrieren: die Spar- und Aredit Achtung! Beamte! onftalt der Dresdner Bant, in der die zusammengebrochene Deutsche Beamtenbank und die famese, ebenfalls zufammergebrochene Reichsbundbank des volfsparteilidhen Ministers Scholz weiterleben; tie neueste Gründung der Deutsche Bant und Disconto Gesellschaft, in der die Berliner Beamtenzentralbank aufgeht; uni, endlich die an die Preußische Ben tralgenpffenfchaftstaffe angeschloffene, weitaus größte Gruppe der Beamtenbantgenossenschaften im übrigen Reich. Am Montag, 20 Uhr, spricht in den Musikersälen, Kaiser- Wi helm- Straße 31( groger Saal), der Berichterstatter des Beamtenvertretungsgesetzes, Reichstagsabgeordneter Falkenberg über d´s Beamtenvertretungsgesetz im Reichstag, Erscheint in Massen! Das Beamtensekretariat der SPD., Berlin. Donnerstag, 27. Februar: 16: Das Problem geschichtlicher Bildung. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagss konzert. 17.30: Staatliche Pressepolitik einst und jetzt. 17.35: Gespräche über Masik. 18-20: Musikeranekdoten. 18.40: Spanisch für Fortgeschrittene. 19.05: Schöpferische Freundschaften großer Männer. 19.30: Die Notwendigkeit der bäuerlichen Wirtschaftsberatung. 20: Deutschlandsender: Programm der Aktuellen Abteilung. 20.15: Aus Breslau: ,, Gedichte angeboten", eine Hörfolge von Antón Schnack. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag 28. Februar: 16: Wie wir die neuen Richtlinien für den Musikunterricht in der Lands schule durchgeführt haben. 16-30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Aus deutscher Pressearbeit im Ausland. 17.55: Die internationale Geldmarktlage. 18.20: Vom Wesen der Marionetten. 18.40: Englisch für Fortgeschrittene. 19.10: Funkprobeschreiben für Stenographic Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. 21: Deutschlandsender: Aus Köln: Intermezzo, Anschließend Opern musik. Danach Uebertragung aus Berlin. Sonnabend. 1. März: 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Gesellschaftliche Lebense formen. 17-55: Hausgreuel oder Wohnungskultur im Arbeiterleben. 18.20: Volkstümlich dichtet der Berliner. 18.40: Französisch für Anfänger. 19.05: Stille Stunde. Anschließend Uebertragung aus. Berlin. Ein Radio- Empfänger von TELEFUNKEN für die Steckdose Rm.135.- mit Röhren 30 00S THEM 080 10 TELEFUNKEN30w TELE FUN KEN 18 mi s ist sein Name und er bietet alles was ein 3- Röhren- Netzempfänger leisten soll Die hohe Tonqualität der besondere Vorzug aller Telefunken- Geräte- zeichnet auch ihn aus und vervollkommnet Rundfunk- und Schallplattenwiedergabe zu hohem musikalischen Genuß Auch Sie können jetzt einen Telefunken- Empfänger besitzen.( Fragen Sie Ihren Radio- Händler) Hierzu das ARCOPHON 42, den Telefunken- Lautsprecher mit der Falzmembran TELEFUNKEN DIE DEUTSCHE WELT MARKE -boe. W niedom misdite W vamolu nedozo 1X 3 Theater, Lichtspiele usw. Sonntag, 23 2 Sonn ag. 2.2. Staats- Oper Unter d. Linden Jahres- Ab.- V. No. 52 20 Uhr Rheingold Ende 222 Uhr Städt. Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Simone Boccanegra Ende n. 2212 U. Staats- Oper Staatl. Schauspb. Am Platz der Republik R.-S. 15 191 Uhr am Gendarmenmarkt Jahres- Ab.- V. No. 47 20. Uhr Don Giovanni Peer Gynt Ende geg.221U. Ende 23% Uhr. Staatl. Schiller- Theater, Charlibg. 20 Uhr Kabale und Liebe Ende 223 Uhr Yoins Duhne Theater am Billowplatz. 3 Uhr Amnestie 8 Uhr Direktion Dr. Robert Kleir Deutsches Künstler- Theat Barbarossa 3937 8 Uhr Das Gerücht Eins, zwei, drei" Komödie in 14 Bildern v CK Munro: Begi K. H. Maita Staatt, Schiller- Th. * Uhr Kabaleu. Liebe teater am Stillbauerdamm * Uhr Die Garienlanbe von Franz Molna mit Max Pallenberg. Vorher Souper Berliner Theater Dönhoft 170 Täglich Uhi Die Straße mit Albert Bassermann. Regie Heinz Hilper SCALA Tägi. 5 u. 8, Uhr. B5 Barb. 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M. Con Colleano, 4 Bronetts und weitere zum 1. 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Bach( Verband Deutſcher Waren- und Kaufhäufer), W 35, Schöneberger Ufer 35 III( Lützow 3366); dem Norddeutſchen Lloyd, W 8, Unter den Linden 1( Hotel Adlon)( Zentrum 12230), Fillale Kurfürftendamm 17( Bismarck 2284) und Invalidenftraße 93( Norden 12241), dem Verkehrsbüro der Induftrie- und Handelskammer, C2, Klofterftr. 41( Berolina 5691); dem Verein Berliner Handelsvertreter E. V., NW 7, Georgenftraße 47( Zentrum 587); der Reichsbahnzentrale für den deutfchen Reifeverkehr, W 9, Auskunftsstelle Potsdamer Bahnhof( Kurfürft. 3375); der Nord& Süd- Einkaufsgenoffenfchaft" E. G. m. b. H.( Generaldir. Fr. P. Martini), SW 68, Ritterftraße 73-74( Dönhoff 10-17), dem Verband der Beftandteilfabrikanten für Mufikinftrumente EV., W 50, Neue Ansbacher Straße 7( Barbaroffa 9526); der ,, E. G. V.", Elektro- Großhändler- u. Exporteur- Vereinigung Deutschlands E. V., SW 48, Friedrichftraße 234( Bergmann. 6597). Für Eintagsbefucher Tageskarten! Das Amtl, Leipziger Meßadreßbuch ift ab12. 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Februar Der große Ufa- Tonfilm: Der weiße Teufel Hauptrollen: Jwan Mosjukin - Lil Dagover Jugendliche haben Zutritt! Beginn der Vorstellungen: Wochentags 5, 7, 9 Uhr.- Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr, keine erhöhten Preise. NEUE WELT U- Bahn Hermannplatz Arnold Scholz Hasenheide 108/14 Grosses Bockbierfest 7 Kapellen und GROSSER ALPENBALL. пиццизн Neue Dekorationen. 50 bayrische Madin, Dienstag, den 25. Februar 1930 Braten von 6 ganzen Schweinen auf den Riesen lakallas and Prämiierung der schönsten ( Damen-) Beinchen von Berlin. 5 Geld reise: 50, 40, 30, 20, 10 Mark. 211010 Ver unsterbliche ump DER NEUESTE UFATON- FRA GROSS- TONFILM der Joe May- Produktion der Ufa MUSIK: RALPH BENATZKY Hauptdarsteller: Liane Haid Gustav Fröhlich Adalbert Schlettow REGIE: GUSTAV UCICKY Wochentags: 7, 915 Sonntag: 5, 7, 915 Uhr UFA PALASTOM ZOO Vorverk. b. A. Wertheim u.v.12-2 1. Ufa- Palast( Barber. 9771) ruft: Weindorf komm Funkhaus! 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Westens D2 Waidendamm 5201 Täglich 84 Uhr: Hotel Stadi Tägi. 91% Uhr Der Kaiser Lemberg v. Amerika Musik von Gilbert Käthe Dorsch von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardi Leo Schützendorf Kleines Treat. Kammerspiele D2 Weidendamm 5201 8 Uhr Merkur 1624 Tägl. 8 Uhr Der Walzer von Der Kandidat heute Nacht! von Carl Sternheim Regie: Hans Heinrich. Erika Glassner, Hi de Wörner, Hermann Scha fuß. Die Komödie Komische Oper 11 Bismck. 2414/7516 814 Uhr Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330 Victoria Allabendlich 8% U von S. Maugham. Regie Holla di Bulla Max Reinhardt Schwank von Arneld and Each Musik: Mischa Spoliansky Lustspielhaus Friedrichstr. 236. darnowsky- Bühnen Bergmann 2922/23. Theater in der Kiniggrätzer Straße Täglich 8 Uhr Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler Regie Victor Barnowsky Komödienhaus Täglich 81 Uhr Cer Lügner und die Nonne von Our Götz Lessing- Theater Norden 10846 Täglich& Uhr Affära Dreyfus von Rehfisch und Herzo Täglich 8 Uhr Liebe auf den zweiten Bilek Metropol- Th. 84 Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwars, Richard Tauber Musik von Franz Cenar. Taeal. a. Koith.Tor Kottb. str. 6 Tägl& Uhr auchSonnt. nachm.3U zu ermál. Preisen EliteSänger. Das große Faschings- Lach Programm!.a.: Die blonde Cily Faschings- Bar'eske Operettenhaus Planciarium am Zoo Alte Jakobstr. 0/32 ( Zentral- Theater) Varling. 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Bon der Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Schuhmacher erhalten wir folgendes Rundschreiben: Die Betriebsräte der Firma H. Leiser Nach f. haben die Nachdem durch den verbindlichen Schiedsspruch des Schlichters| fchloffen. Wenn auch das Kräfteverhältnis fehr ungleich war bruar 1930 eine Resolution zur Annahme gebracht, die zur Bet. Maste fallen lassen und in der Betriebsversammlung am 19. Fee der Kampf der Droschtenchauffeure abgefchloffen ist, erachten die Unternehmer find fast restlos in der Arbeitsgemeinschaft Bertragssperre im Berband auffordert. In der Funtionär wir es für angebracht, noch einmal seine Vorgeschichte, seinen Berliner Kraftdroschtenbefizer- Verbände zusammengeschlossen, von den versammlung am gleichen Tage haben sie offen zugegeben, daß sie Sauf und sein Ende einer furzen Kritik zu unterziehen. Fahrern find höchstens 2500 gewertschaftlich organisiert, so war den Verband spalten wollen. doch sofort ersichtlich, daß die vom Unternehmerverband angeordnete Rampfmaßnahme( Unterzeichnung der Reverse) in der Mehr zahl der Betriebe nicht durchgeführt wurde. Bielleicht hätten die Unternehmer ihre Reverse wieder zurüdge3ogen infolge der entschlossenen Ablehnung durch die Fahrer der Großbetriebe, doch wurden Die organisierten Kraftdroschtenführer Berlins haben schon vor dem Kriege überaus lange und erbitterte Lohnfämpfe geführt. Sie hatten zu jeder Zeit mit einem gut organisierten Gegner zu rechnen, für den sich auch die erhebliche Zahl der 3 weigbe. triebe besonders günstig auswirkte. Troßdem ist noch nicht einmal der vierte Teil der Tarifahrer gewerkschaftlich organisiert. Beim Tarifabschluß im Jahre 1928 murden für die Fahrer erhebliche Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsbe dingungen erreicht. Leider sind sie jedoch von der Mehrzahl der Drofchtenführer selbst nicht eingehalten worden. Man fand es bequemer, 30 Prozent von der Gesamteinnahme zu verrechnen und verzichtete auf die Errungenschaften. Man lann es den Unternehmern taum verargen, wenn sie nunmehr die Forderung erhoben: weg mit dem Garantie und Festlohn! Dentfaulheit und Gleichgültigkeit sind immer Berbündete der Unternehmer. Der erste Schiedsspruch war nur mögfich, weil die Unternehmer überzeugend nachweisen konnten, daß tatsächlich in den meisten Betrieben nur 30 Prozent von der Bruttoeinnahme gezahlt murde. Als die Berbindlichkeit des Schiedsspruches abgelehnt wurde, gingen die Unternehmer sofort dazu über, den Schiedsspruch durch 3wangsmaßnahmen durchzuführen. Sie legten ihren Fah rern die belaunten Reverse vor. Auf Widerstand stießen die Unternehmer in den Großbetrieben infofern, als die Führer die Organisation verständigten. Der Gesamtverband gab sofort die Anweisung:„ Keine Unterschrift geben!" Darauf schritt ein Teil der Unternehmer zur Aussperrung, von der zunächst jedoch nur ein Meiner Prozentsatz der Fahrer betroffen murde. Neue Ortsverwaltung" Mitgliederversammlungen einDie Gewerkschaftsspalter wollen unter dem falschen Namen berufen. Wir machen darauf aufmerksam, daß es eine neue D: tsverwaltung nicht gibt und diejenigen, welche sich als solche aus. geben, überhaupt nicht mehr Mitglied des Berbandes sind, weil sie sich durch ihr verwerfliches Treiben selbst außerhalb des Berbandes gestellt haben. Die fagungsgemäß gewählte Ortsung einberufen und eine neue Ortsverwaltung ordnungsgemäß verwaltung wird in allernächster Zeit eine neue Generalversammdie Unternehmer ihrer Sorgen ganz plötzlich enthoben durch die sogenannte revolutionäre Gemertschaftsoppofition", die nunmehr auf den Plan trat Diese revolutionäre Opposition' scheint nur einem einzigen 3wed zu dienen:„ Gewerkschaftswählen lassen. Kommt in diese Versammlung und meidet die Vertampfe mit allen Mitteln zu zerschlagen". Der Beweis für unsere Behauptung ist im Kampf der Tari fahrer erbracht worden. Die große öffentliche Bersammlung im Friedrichshain hat ein vernichtendes Urteil über jene Schädlinge gesprochen. Sie hat ihre sogenannten Führer von der Reduertribüne gejagt, nachdem man noch wenige Tage zuvor in den Mufiterfälen fidh an blöden Phrasen dieser Säuglinge begeistert hatte. Ueberaus treffend schildert bie Arbeiterpolitit", das Organ der tommmunistischen Oppofition( Richtung Brandler), das Berhalten dieser Burschen. Sie nenn es mit Recht verbrecherisch. Zum Schluß unserer Betrachtung glauben wir annehmen zu dürfen, daß die Berliner Tariführer erkannt haben, was es mit Kampfleitungen, deren Unterstügungen und aussichtslosen Forde rungen auf sich hat. Der Kampf muß ihnen die Augen geöffnet haben. Ziehen sie aus der gewonnenen Erkenntnis die notwendigen Konsequenzen, fo werden sie ihre gewertschaftliche 3u fam menfaffung im Gesamtperband vollziehen um in Zukunft den Unternehmern als ebenbürtiger Faftor gegenüberzu Bis hierher war die Bewegung einheitlich und ge. I stehen. Keine Enilaffungen bei der Reichsbahn. Arbeitszeitverfügung unter 20 h na us fall befchloffen wurde, ift werten der Stimme enthalten. Die Behauptung, daß eine Weil fommunistische Betriebsräte nicht vorhanden. also erlogen. Ferner entspricht nicht den Tatsachen daß die In den letzten Tagen haben zwischen der Reichsbahnschaften gestimmt haben, auch nicht, daß Drlopp in der Sigung tommunistischen Dbleufe gegen die Forderungen der Gemerthauptverwaltung und den am Tarifvertrag beteiligten Gewertschaften Besprechungen darüber stattgefunden, in welcher anwesend war. Drittens ist unwahr, daß von irgendeiner Seite der Aufstellung von Lohnforderungen widersprochen wurde. VielBeise der Personalbestand dem zurückgegangenen Arbeits mehr wurde von den Gewerkschaftsvertretern erklärt, daß wohl und Berkehrsausfall angepaßt werden kann. Um eine Ent Einigteit darüber bestehe, den Lohntarif zu tündigen, daß laffung von Arbeitern zu vermeiden, wurde in den Be- aber, da der Kündigungstermin erst der 15. März ist, in der Sitzung sprechungen verabredet, die Arbeitszeit in den Reichsbahn der gemeinsamen Tariftommiffion aller städtischen ausbefferungswerfen durch den Ausfall lezter Wochenschichten zu Arbeiter die Forderungen beschlossen werden sollen,**** fürzen. Dies soll so durchgeführt werden, daß in einem Zeitraum von acht Wochen je nach der bisherigen Länge der letzten Wochen: schicht entweder vier Tage mit sechsstündiger Arbeitszeit oder drei Tage mit achteinhalbstündiger Arbeitszeit ausfallen. Das bedeutet, das innerhalb des Zeitraumes von acht Wochen die möchentliche Arbeitszeit bei vier Wochen von 51 Stunden auf 45 oder bei drei Wochen von 51 Stunden auf 42% Stunden vermindert wird. Es werden somit Entlassungen nicht vorgenommen. Bei der Reichsbahn find nämlich die fommunistischen Betriebsrate in ganz winziger Zahl vorhanden und haben demnach nig tau feggen. Die Eisenbahner waren schon im Vorjahre so flug, den ommunistischen Querulanten den Laufpaß zu geben. Die Hochbahner, Straßenbahner und Autobusser werden inzwischen durch Schaden gleichfalls flug geworden sein. Ein Wahlmanöver. Rommunistenschwindel bei den Wasserwerfen. Am Sonnabend bringt die Rote Fahne" wieder einen Artifel zur Propaganda für die Oppositionslifte" bei den Wassermerten. Hier wird ein Bericht" gegeben über die Konferenz der Obleute der Gas- und Wasserwerke. In der Konferenz sei befchloffen worden, daß zur Neuregelung des Manteltarifvertrages die Einführung der 45- Stundenwoche unter gleichzeitiger Herabfegung des Lohnes um 3 Stundenlöhne gefordert werden soll. Eine Arbeitszeitvertürzung wurde zwar gefordert, aber aus drücklich mit der weiteren Forderung, daß dadurch unter teinen Umständen eine Lohntürzung eintreten dürfe. Außer dem murde eine Erweiterung des Mitbestimmungsrechts der Betriebsräte verlangt und Berbefferungen der sozialen Be ftimmungen des Manteltarifpertrages. Ein Teil der fommunisti. fchen Obleute hat der Forderung zugestimmt. Ein anderer Teil, darunter die Spizentandidaten der„ revolutionären" Oppositions liste der Wasserwerte: Cuno, Ottp und Schobert, hat sich gemeinjam mit den Spizenkandidaten der Oppositionslifte bei den Gasteine fachlichen Argumente hat, muß zur Lüge greifen. Die BeEs handelt sich um ein durchfichtiges Wahlmanöver! Wer legschaft der Wasserwerke wird die Geschlossenheit wahren und wählt am Montag und an den genden Tagen die freigewerkschaftliche Einheitslifte: Lifte 1, Kamin! Eine Versammlung der Arbeiter des Außenbetriebs der Gas betriebsgesellschaft beschloß auf Vorschlag der freigemertschaftlichen Funktionäre, die schon seit Jahren amtierenden Betriebsräte en bloc erneut zu bestätigen Die Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Eine zweite Liste ist nicht eingereicht worden. Somit ist die freigewerkschaftliche Lifte gewählt. Die„ Rote Fahne" aber teilt mit, daß die Belegschaft beschlossen habe, die Kämpfe in Zukunft von der„ revolutionären Gemertschaftsopposition" führen zu lassen, und daß der Aufbau eines„ revofutionären Vertrauensmännertörpers" vorgenommen werden soll. Davon ist in der Versammlung kein Wort gesprochen worden. SPD. Betriebsrat gegen GPD." Ein ganz dummer Schwindel. Am Freitag veröffentlichte die Rote Fahne" in ganz großer Aufmachung einen angeblichen Brief eines sozialdemokratischen Arbeiters, wonach ein Mitglied des Betriebsrats der AEG.- Hennigsdorf( Name wird nicht genannt!) auf einem 3ahlabend eine Rede gehalten habe, die den Kommunisten Freude macht. Am Sonnabend wird der angebliche Brief in einem Leitartikel noch mals breitgetreten. Moraus hervorgeht, daß die Zeitungen der KPD. nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geistig auf dem Hund find, da ihnen die Aeußerungen eines Diskussionsredners auf einem 3ahlabend unserer Partei Stoff zu zwei Leitartikeln liefern. Im übrigen: Es hat fein Mitglied des Betriebsrates fo oder ähnlich fich geäußert oder der„ Roten Fahne" geschrieben. Es handelt sich um buchstäblich! eine Latrinenparole, der die„ Rote Fahne" aufgefeffen ist. Unser Beileid. ZIGARETTEN FABRIK ENVER BEYBERLIN GUTSCHEIN Jeder Karton zu 25 Stck Enver Bey Gold Enver Bey Orient enthält 5 Einheiten 5 ENVER BEY ZIGARETTEN FABRIK ENVER BEY BERLIN 160 fammlungen der Gewerkschafiszerstörer! Wir ersuchen alle Kolleginnen und Kollegen, den Gewerkschaftsspaltern entgegenzutreten, denn mit ihren arbeiterfeind lichen Parolen besorgen sie die Geschäfte des Unternehmers. Nur der Unternehmer hat Vorteil von einer Zerreißung des Verbandes, weil dadurch die Kollegenschaft tampfunfähig gemacht und der Willfür des Unternehmers ausgeliefert wird. Wir machen alle Kolleginnen und Kollegen darauf aufmerksam, daß diejenigen, welche die Beitragssperre propagieren oder durch führen, sich selbst außerhalb des Verbandes stellen und daher aus den Mitgliederlisten gestrichen werden müssen. Damit gehen alle bereits ermorbenen Rechte verloren. Nur wer die Berbandsdisziplin und die Verbandsbeschlüsse achtet und feinen Ver pflichtungen nachfommt, wird weiter als Mi glied geführt. Ber Beiträge entrichtet, muß sich dafür eine Beitragsmarte des Verbandes geben lassen und diese im Verbandsbuch oder-Karte einfleben. Wer auf Listen Beiträge bezahlt, wie dies the Be triebsräte Don S. Leifer Nachf. propagieren, verliert seine Mitgliedschaft, da diese so gesammelten Gelder nicht an die Gewerkschaft abgeführt werden. Ueber diese Gelder habt ihr feiner. lei Kontrolle. Kolleginnen und Kollegen! Durchschaut das verwerfliche Treiben der Gewerkschaftsspalter! Bleibt eurer Gewerkschaft trzu! Someit ihr im Betriebe eure Beträge gegen Entnahme der Ver bandsmarken nicht entrichten fönnt, gebt eure Adresse im Verbands nung faffiert werden können. büro an, damit durch unsere Kassierer die Beiträge in eurer Woh. Zurück zur Einheit! Halle, 22. Februar.( Eigenbericht.) Die Ortsverwaltung halle des Holzarbeiterverbandes war feit der Spaltung Im Jahre 1920 in an umfchränktem Besitz der KPD. Bei der letzten Ortsverwaltungs richtung gewählt. Die Halleschen Holzarbeiter haben mit der wahl wurde die Liste der Amfterdamer Gewerkschaftsfogenannten revolutionären Opposition Schluß gemacht. Der Spaltungsversuch bei den Formern Es wird durchgegriffen. In der Branche der Eisenformer und Berufsgenoffen vollzieht sich jetzt auf Betreiben der KPD. das gleiche verbrecherische Spiel wie im vorigen Jahre in der Branche der Rohrleger. Es wird ganz offen die Spaltung deefer Branche betrieben. 3u Freitag abend war nach dem Verbandshaus in der Linienstraße eine Bersammlung der im Metallarbeiter Verbond organisierten Eisenformer und Berufsgenossen einberufen worden, die sich mit Branchenangelegenheiten beschäftigen sollte. Dem aus dem Metallarbeiter- Verband ausgeschlossenen ehemaligen Branchente ter Krügerte gelang es, sich mit Hilfe eines Stoßtrupps den Zutritt zu der Versammlung zu er. 3wingen. Der Organisationsvertreter verlangte fofort das Wort zur Geschäftsordnung, was ihm der stellvertre.ende Branchenkciter Feierabend, der die Bersammlung Icitete, jedoch ver weigerte! Feierabend richtete vielmehr an die Versammlung die Frage, ob Krügerte in der Versammlung anwesend sein und sprechen dürfe, was trop des Einspruchs des Organisationsvertreters beschlossen wurde! Krügerfe versuchte dann in einer Rede nachzuweisen, daß sein Ausschluß aus der Organisadon zu Unrecht erfolgt sei. Als der Vertreter des Metallarbeiter Verbandes darauf nochmals das Wort verlangte, wurde ihm das von Feierabend wiederum verweigert. Das Wort erhielt das Mitglied der Branchenkommission entsch, der in der bekannten„ bol, che. wistischen Art" gegen die„ Berbandebürofraten" vom Leder zog. Danach bequemte sich endlich der kommunistische Versammlungs leiter, dem Organisationsvertreter das Wort zu erteilen, der Krügerte mehrmals aufforderte, den Bersammlungsraum zu ver lassen, was dieser ablehnte. Als darauf em Tumult entstand, erschien der Bevollmächtigte Sie sparen Geld wenn Sie Enver Bey Qualitäts- Zigaretten rauchen 25 Zigaretten zu 58 erhält jeder Raucher für 100 Einheiten, die in 20 Kartons zu 25 Stck. enthalten sind. Ulrich, der Krügerte auch mehrmals zum Berlaffen der Berfamm lung aufforderte. Als dieser der Aufforderung wieder mcht nach fam, erflärte Urich die Bersammlung für geschlossen, morauf diese sich unter großem Lumult auflöſte. Die Borgänge in dieser Bersammlung beweisen deutlich, daß die berzeitige Branchenleitung der Eisenformer und Berufsgenossen systematisch auf die Spaltung der Branche hin arbeitet Die Ortsverwaltung des Matalarbeiter- Berbandes mird dem Treiben der Branchenleitung nicht mehr länger tateníos zusehen und die notwendigen Konsequenzen ziehen. RAG. Dienstag, 16 Uhr, Berfammlung aller Genossen im Lokal Seiber, Fathenauer Str. 32. Tagesordnung: Stellungnahme aur Be triebsrätemabl. Alle Genoffen müssen crfcheinen. Der Fraktionsnoritanb. 10 Auf Wunsch Zahlungs ferleichterung Prima Boucle | Denshan, 19 z, bie Mitglieber bes Deuthen tran: Sas Drama son Galtonie". Belleibungsarbeiterperaandes in den Arminialen. Sommandantenftr. 58-59, Bact und Bilb. Direis: Jugendheim Litauer Str. 18. Großer fatherball italieberperfammlung, in melder ber Jahresbericht erstattet wird und bie Reumahl der Branchenfommiffion vorgenommen werden follen. Nur Mitglieder, melche mit ihren Beiträgen nicht über vier Boden im Südftande find, haben Die Brauchentommiffion. Butritt! Adtung, Serrantonfettion! Sufchreiber und Sufchneiderinnen, Schneider, Bügler, Näherinnen! Montag, 19% ühe, fir die Mitglieder des Deutschen Be Zle bungsarbeiterverbandes in den Residens- Festfälen, Landsberger Str. 31, mitaliederversammlung, in der der Jahresbericht erstattet wird und bie Neu Nur Mitglieder, welche mohl der Branchenkommiffion vorgenommen wird. mit ihren Beiträgen nicht über piez Boden im Rüdftande find, haben Rutritt! 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Februar 1930 Unterhaltung und AVissen Beilage des Vorrrörts flCaffalte und Qeorg Am ihrem ffirieftredijel ' Prinz ans G«n?eland, leick� elnherschreitend in funkelnd«r Rüstung und mst blitzendem Schmerle"— so kennzeichnet Franz Mehring den sozialen Dichter Georg Weerth, mit besonderem Hin- blick aus dessen Tätigkeit als Feuilletonist an der„Neuen Rheinischen Zeitung" von 1848/49, in welcher dieser die wuchtigen Arlitel des politischen Teils mit seinen ausgelassenen Satiren unter dem Strich „wie«in lustiger Kometenschweif" begleitete. In eben dieser Zeit, da Weerth mst Marx und Engels in Köln zusamnienwirkte an jenem berühmten Organ des proletarischen Freiheitskampses, ist er auch dem dritten großen Führer der proletarischen Bewegung nahe- getreten: Ferdinand Lassalle der im benachbarten Düsseldorf lebte, mit der Führung der Prozesse der Gräfin Hatzseldt beschäftigt. Diese Riesenarbeit, sowie die fürsorgliche Aufmerksamkeit der königlichen Behörden, welch« Lassall« lang« Zeit in Untersuchungshast hielten, hat es mit sich gebracht, daß dieser sich nur wenig an den politischen Kämpfen des Jahres 1848/49 beteiligen konnte. Gleichwohl warmer in ständiger Verbindung mit der Neuen Rheinischen Zeitung und kam so auch mit Weerth in Berührung. Die beiden geistreichen Rebellen fühlten sich sehr zueinander hingezogen und verbrachten manchen Abend miteinander in langen Gesprächen in Köln und Düsseldorf, wobei auch öfter die Gräfin Hatzfeldt zugegen war, jene von einem brutalen Gatten mißhandelte, von ihrer ganzen Kaste ver- femte Unglücklich«, welche die treueste Anhängerin ihres Wohltäters Lassall« weit über dessen Tod hinaus geblieben ist. In Tagebuchnotizen spricht Weerth von lustigen Briefen, die er In jenen Jahren mit Lassalle gewechselt hat. Leider sind nur zwei dieser Briefe erhalten, und zwar von Weerth a n Lassalle. Der erst«, noch nicht gedruckt, befindet sich im Staatsarchiv zu Düsseldorf und lautet: „Köln, 20. X. 1848. Lieber Herr Lassalle i Es hat mich aufrichtig gefreut, daß ich Ihnen neulich nicht zu schreiben hatte. Jellachich wurde nämlich, wie Sie wissen, nicht gehängt. Dieser ausgezeichnet« Mann lebt noch immer— und der Wiener Reichstag ist erst recht oben aus. Dieser Wiener Reichstag wird auch nicht gehängt. Ich Höste große Lust, die Bölkergrundsuppe. die jetzt um Wien herumschwimmt, ein- mal an Ort und Stelle zu studieren. Welcher Stoff für schlechte Witze! Uebrigens habe ich vor, ganz reaktionär zu werden. In den, Artikel des Standard, den, Die in unsrer Samstagnummer abge- druckt finden, sind ganz meine Ansichten ausgesprochen. Ich liebe den Standard. Do«in Esel von einem Tory ist ein ehrenwürdiges Tier. Ein Esel ist überhaupt ehrwürdig. Ich Hab« vor den Eseln stets Respekt gehabt. Ein Esel ist ein vollkommenes Wesen: er ist nichts Halbes— er ist etwas Ganzes'. Kompakte Dummhest! Dummhest in ihrer ganzen Reinheit Ein Esel ist mir doch lieber wie ein konstitutionelles Pferd! Nicht wahr? Der Esel ist ein dumm«, Tier, Der Elefant kann nichts dafür. Außerdem fließt das Leben so ruhig dahin wie das Wasser in einer Gosse. Wir Menschen sind Göster, deshalb sind wir verwöhnt: es gefällt uns nichts mehr, der Himmel am allerwenigsten. Sie sehen aus diesem Briefe, wie es in Wien aussieht! ,W«r ahnt was Grauses!' Doch noch eins? Die hiesigen Demokraten wollen sich morgen zu Ehren Freiligraths in außerordeistlicher Sitzung bei einem heiligen Abendmahl« versammeln, welches di« Nacht hindurch per» manent bleiben wird. Auf breitester Grundlage wird man essen, und der Wein erfreut des Menschen Herz... Wollen Sie nicht auch kommen? Jedenfalls leben Sie recht wohl! Mit Glaub«, Liebe und Oeffnung Ihr ergebener G. Weerth/ Bon einer Begegnung mit Lassallc unter etwas ungewöhnlichen Umständen erzählt Weerth in einem Briefe an seine Mutter am 11. April 1849: „Neulich war ich auch in Düsseldorf bei der Gräfin 5)atzfeldt, wo ich stets Quartier habe. Wir gingen zusammen ins Gefängnis und besuchten Lossalle, den geistreichsten Menschen, den ich außer Marx kenne. Wir trafen bei ihm den jetzt in Freilzeit gesetzten Eantador, früher Kommandant der Düsseldorfer Bürgerwchr, und da der Gefängnisinspektor«in guter Mann ist, so durften wir im Cachot einen herrlichen Maltrank aus Champagner und Moselwein machen, was uns natürlich allen viel Spaß machte. Um 6 Uhr abends wurden wir aber entfernt und der Gefangene wieder ver- schlössen. Am 30. dieses Monals erscheint er vor der Jury, um jedenfalls freigesprochen zu werden"*) Die letzte Voraussage ging in Erfüllung: Lassalle wurde frei« gesprochen und kam aus dem Gefängnis heraus, sein Freund Weerth dagegen mußte einige Zeit später hineinwandern, und das kam so: Aus Grund seiner in der Neuen Rheinischen Zeitung veröffentlichten Novelle, /Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski" wurde er unter Anklage gestellt„wegen Beleidigung des Fürsten Lichnowsky". In diesem Abgeordneten des Frankfurter Parlaments, einem der unangenehmsten Exemplare der preußischen Iunkerkaste, hatten nämlich die preußischen Gerichte scharfsinnig das Urbild des Ritters Schnapphahnski entdeckt, von dem Georg Weerth so viele peinliche Assären in jener Novelle mit beißendem Spost ans Licht gebracht hatte. Als Lichnowsky infolge seiner herausfordernden Haltung während der Franksutter Septembsrunruhen(1848) von bewaffneten Bauern erschlagen war. hast« Weerth die weitere Ver- ösfentlichung der Novell««ingestellt. Eist als di« öffenlliche Anklage wegen Beleidigung des nunmehr toten Fürsten Lichnowsky gegen ihn erhoben wurde, druckte er die Satire zu Ende ab, um die An. klag« zu entkräften. Der Prozeß schleppte sich viele Monat« durch die Instanzen hin. Bor der entscheidenden Verhandlung des Revisions- und Kassatwns, Hofe in Berlin hat Lassalle mit seinem«normen iuristlschen Können eine gründlich« Perteidigunfl-ichrift für Weerth ausgearbeitet, die dessen Rechtsbeistand, der Advokatanwalt Hagen, dem Gericht ein- reicht«. Aber es half alles nichts: Weerth wurde endgültig zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, die er 1830 in Köln absaß. *> Es handelie sich um Lassalles Agitation zum gewaltsamen Widerstand gegen die Gewaltpolitik des Ministsrlums Brandenburg vom November 1848. Ueber«inen Versuch von ihm. die Zelt der unfreiwilligen Muße so angenehm wie möglich auszufüllen, erzählt Lassalle, welcher dem gleichen Schicksale wie Weerth wieder einmal entgegensah. In einem Briese an Marx vom 12. Februar 1830: „Vor kurzem schrieb mir der liebenswürdige Weerth und macht« mir den herrlichen Vorschlag, er wolle, wenn ich sitze, auch kommen und mit mir zusammensitzen. Sage ihm also, daß ich jedensalls In Düsseldors sitzen werde, und daß er atso durch Hage» oder direkt an John sich wenden und um die Erlaubnis bitten soll, gleichfalls in Düsseldorf zu sitzen. Er soll aber nicht eher kommen, bis ihm die Gräfin schreiben wird, daß ich bereits sitze." Aus dem folgenden Jahr haben wir wieder einen„lustigen" Brief Weerths an Lassalle vom 3. Mai 1831 aus Hamburg, der sich bei Gustav Mayer in, Lossalle-Nachlaß abgedruckt findet: er beginnt so: ,,£ i e b e r L a I s a l l e! Da ich gar nicht wußte, ob und wo Dich mein Bries treffen würde, so hatte ich meine neulichen Zellen absichtlich so kurz gefaßt. Jetzt weiß ich, daß Du wieder in Deiner alten Umgebung bist, und ich beeile mich, Dir mein« herzlichen Grüße hinüberzuscnden, indem ich Dich bitte, mich der Gräsin sehr empfehlen zu wollen. Du mußt von jetzt an recht für Deine Gesundheit sorgen: Viel sckjlosen, regelmäßig spazieren gehen gut essen und trinken und wenig denken. Dies allein führ: zur Glückseligkeit. Ja, es wäre das beste, wen» Du die Gräfin veranlassen könntest, alle Prozesse an den Nagel zu hängen. Du würdest sie dann nach Italien be- gleiten. Dort setzet Ihr Euch an das blaue Mittelmeer und stu- diertet den Dante oder meine interessanten Briefe— die Myrten und Orangen würden Euch lieblich umdusten, die See rauschte, und alle Not wäre vergessen. Statt dessen zankt Ihr Euch fortwährend mit verderblichen Advokaten, mit Kerls, die Gott in seinem Zorne erschaffen hat aus Käserinden und Sternschnuppen-Schnäuze. Ihr verbittert Euch das Leben, verliert Euer Geld und Eure Prozesse, und in dieser ewigen Angst, ja, In dieser ewigen Hatzfeldtschen Hetzjagd streichen die schönsten Jahre vorüber, und das Alter kommt, wo das Blut nicht mehr perlt, und wo wir alle Schafsköpfe werden. Drum tue, was ich Dir raie. Weisheit spricht aus meinem Munde. Ich bin ja ein alter Mann(er war damals 29 Jahre. Anm. d. Red.), vielleicht der einzige alte Mann, der noch kein Schafskopf Ist: ich muß wissen, was der Jugend frommt— und mittlerweile sorgt die Welt- geschichte für das Uebrig«, und es wird sichspäter finden, ob sie Dich noch einmal nörtg hat..." In der Fölgezeit haben Lassalle und Weerth ssch, wie es scheint, nur noch einmal kurz gesehen, denn bald daraus ging Weerth als Agent eines deutsch-engiischen Handelehauses nach Amerika, wo er schon 183S gestorben ist. Durch den plötzlichen Tod des erst 34jährigen Freundes wurde Lassalle ebenso wie Marx und Engels in tief« Betrübnis versetzt, und das Andenken an den Derstorbenen ist bei ihnen stark lebendig geblieben. Das nebenstehende Bild ist nach einem Daguerrotyp aufge- nommen, das aus dem Nachlaß von Betty Tendering stammt, die eine Schwester von Lina Duncker war. X. Wcertb. Setix Seherret: löd* 3 Di? nadMolflsaic CtcäÄIirna ist finan noch nicht verSkk-ntlichttn Buch.Der Tollor steint� von tkelir Schcrwt entnonunen. So hat den Untertitel: Leenen auo einer alten Stadt, und behandelt di« ?«it der Inflation in der tsreien Stad! D a n»t«. Da» Buch erscheint im Laus« des Jahre» im.Bllcherln i»'. Zur selben Zeil tasteten sich zwei Gestalten durch stille Straßen. Es brannte keine Laterne. Der Senat spart« an der Straßen- beleuchtung, wenn der Kalender Bollmond anzeigte. „Durch schöne Straßen schleppen Sie mich", knurrte Rabiw»' witsch Fritz Frehse an. „Wir sind bald da." Fritz flüstert«. Rabinowitsch wurde es sehr ungemütlich. Cr hatte di« Brief, tasche mit Geld gespickt, und wenn auch«in gutes Geschäft in Aussicht i stand, so braucht« es nicht notwendig in dieser geheimnisvollen ! Gegend realisiert zu werden. „Woher kennen Sie den Mann?" Rabinvwllfch erhob die Stimm«.„Ist er sicher? Laufen wir keine Gefahr? Warum jetzt mitten in der Nacht?" „Rabinowitsch, ich sagt« Ihnen schon im Restaurant," Fritz ent- wickelte betulichen Eifer,./daß der Mann die Ware erst abends aus dem Freihafen bringen kann. Er ist Matrose auf einem deutschen Dampfer, der«ben aus Stettin eingetroffen ist." „Aber wir gehen doch nicht zu dem Matrosen!" Rabinowitfch wurde ungeduldig. „Nicht so laut," beschwichttgt« Fritz,„der Matrose kennt«inen Mann, den ich kenne, und zu dem gehen wir." Sie bogen in ein« ganz schmale Gass««in. Ein breiter Mann konnte mit ausgestreckten Armen beide Häuserreihen berühren. Vor emer Hütte blieben sie stehen. Ein spitz zulaufende» Dach drückte auf die Tür. Die Fenster hatten sich gesackt. Da» Ganze ächzt« gichtbrüchig vor Alter. .�ier wohnt der Mann. Er ist Flickschuster und heißt Pro- kriefke." Fritz klopft« dreimal scharf an den Fensterladen. Drinnen schlurften Schritte. In der Tür. von hinten beleuchtet, stand ein kleines, schiefe» Wesen. „Ach, Herr Frehsei Der Männ ist schon da." meckerte der Klein«.„Haben Sie ihren Herrn mitgebracht? Na. dann ist ja alles put." Sie mußten zwei Stufen hinunteriteigen. In dem Raum blakte ein tle'n-s Petroleumlämpchen. Schiistertisch und Stuhl bildeten das einzig« Mobiliar. Trotzdem war e« st», eng, daß man ssch kaum be- wegen konnte. Es roch penetrant nach ausgebratenem, ranzigen Fett. In Rabinowitsch stieg«ine beginnende Uebelkell auf, die er tapfer bekämpfte. In der Swbe hin", um die Tischlampe dicker Pfeifenqualm. Der Fettgeruch war hier noch erstickender. Zwei Betten mit karierten Decken standen an ier Wand, darüber hingen Heiligenbilder. Ein Schrank, dell«« Tür sich nicht mebr s-bließen ließ, und ein eisernes Waf�aeftell verschönten die andere Seit«. Ein Neiner Tisch füllte den Raum dazwischen. D'e iieie Stubendecke lastet? schwer über dem Gan»«n. In der Küche hörte man furchtbar wirtschaften. Ein untersetzter, schlecht rasierter Mann Im dicken, blauen Schiffs. sweater erhob sich. Sein Kopf berübrte die Deck«. „Also Karl, hier sind die Herrenl Denn man los!" Der Seemann knurrte absol"t UnverstäMiches, da er nicht daran dachte, die Pfeif« au» dem Mund»u nehmen. Er begrüßt« auch die He-ren nicht, er schielte sie nur kräftig an. „Geld hoben S'e mit?" Ein aewaltiaer»aß dröhnt« durch die Stube...Fein« Ware, sag' ich �hnen. Onginalpockiinq!" „Karl bringt immer seine Ware," kichert« dos fchiech« Wesen. „cherr Prokrieik«. Nmn können wir anfangen, über den Brei» sind wir un?!a einig." Fr'tz versuch«« es mit der geschäftlichen Gest«. Unter Stöhnen und Gn,n«en hob der Seemann ein« große, elegante Ressetasche auf den Tisch. Umständlich sucht- er den passen- den Schlüssel und noch umständlicher nahm er drei Flaschen heraus. Es waren di« ühlichen Flaschen, in denen di« Magdeburger Fabrik Kokain in die iDelt schickte. „Untersuchen Sie die Siegel. Nicht« ist kaputt. Alle» in Ord- nung!" Der Seemann bequemt« sich endlich, die Pfeife aus dem Mund zu nehmen und schlug mit ihr aus die Flaschen. Rabinowitsch setzte sich auf einen wackligen Stuhl und zückte eine Lupe. Er unterwarf ein Siegel nach dem anderen eingehender Prüfung. „Die Siegel sind in Ordnung! Warten Sie einen Moment, Ich muß noch die Ware untersuchen." Rabinowitfch wallte gerade eines der Siegel lösen, als der Seemann losdonnerte: „Sie, halt, das gibt es nicht! Die War« ist«cht. ich Hab' sie in Stettin getauft. Sie nehmen sie so, wie sie ist, oder Sie bekommen sie gar nicht!" „Aber erlauben Sie mal.. „Nichts erlaub' ich, verstehen Sie mich!" Der Seemann streckte seine Pranken vor und fchob den rechten Aermel in die Höh«. Der bieder« Seemann zog sich zunächst einmal den Gürtel stramm. Dann studierte(t einige Augenblicke die mächtigen Fäuste, räusperte sich und spuckte mitten in das Zimmer. Darauf griff er in die für feine Verhältnisse zu elegant« Reisetasche und zog«inen ansehnlichen Dolch in einer Lederscheid« heraus, den er vor sich auf den Tisch legte. Er tat das mit einer auf die Nerven fallenden Ruhe und Bedochtfamkeit. Fritz war auf eines der Betten gesunken und stierte mit hervorquellenden Augen auf diefe Vorbereitungen, die nicht dazu angetan waren, seinen Mut zu beleben. „Glaubt ihr Scheißkerle, ich lasse mich von euch zum Narren hallen? Die Ware ist gut, und ihr werdet sie kaufen, verstanden?!" Der Seemann nähert« sich Rabinowitfch. „Ich will das gefälscht« Zeug nicht!" Rabinowitsch sprang auf. In dem Zigarrenhändler erwachte ein schlunzmernder Held.„Ich leg Sie verhaften, Sie dürfen überhaupt nicht mit Kokain handeln." Zuerst ein herzhafter Seemannssluch und daraus ein brüllendes Lachgn, das Fritz noch stärker erschütterte, als vorher der Anblick des Messers,„illa, und ihr?! Ihr habt wohl gerade die Erlaubnis. damit zu handeln, was? Ihr müßt doch das Maul halten, sonst fliegt ihr selbst in den Kahnl Wißt ihr was, ihr könnt mir mal!" Er schüttelt« sich vor Lachen und hustete dann hervor:„Jetzt aber das Geld!" Eine miiskelhart« Faust packte Rabinowitsch an dem Gürtel des Regenmantels.„Na. wird's bald?" „Geben Sie ihm bloß das Geld," wimmerte Fritz vom Bell aus. Rabinowitsch zerrte die Brieftasche heraus und warf ein paar Dollar- noten auf den Tisch.„Da!" konnte er nur hervorstöhnen. Ein Feixen antwortete ihm. Sehr bedächtig zählten Herr Protrlefke und sein ehrerwerter seemännischer Gast die Noten. Rabinowitsch packte die drei Flaschen in sein« Hosentasche. Fritz stand an der Tür, den Hut auf dem Kopf, er trat nervös von einem Fuß auf den anderen und konnte es kaum erwarten, bis Rabinowitsch d!« Flaschen verstaut hatte. Es regnete sanft und mit zäher Ausdauer. Sie liefen fast durch die finsteren Gassen, stießen sich an unmotiviert vorspringenden Bord- ichwellen und zuckten be! jedem Geräusch zusammen. Einmal schrie Fritz auf, er biell ein Gerüst, das aus dem Dunkel hervorwuch«, für einen Mann, der alles andere eher als friedfertige Absichten zu hegen schien.- Erst auf dem Fischmarkt endet« der Dauerlauf. Rabinowitsch verschwand in einer Bedürfnisanstalt, hier brannte wenigstens«in« anfpruchsiose, in treuen Magistratsdiensten erblindete Gaslateroe. Rabinowitsch riß ein Fläschchen aus der Mappe, entfernte das Siegel und befchnuperte die weiße Mass«. Fritz nahm die Gelegen- hell wahr, um den Drang des Irdischen abzuschütteln. Plötzlich erhielt er in den Rücken einen gutgezielten Stoß, der ihn an hi« frisch- geteert« Wand quetschte, dann donnerte Rabinowitsch:„Kochsalz! Idiot, dir verdank ich das!" Fäuste hämmerten auf Fritz herum. Keiner der beiden tonnt« sich auf der Polizeiwach« entsinnen, was eigentlich geschehen war. Ein Schupo hatte durchdringend« Schrei« gehört qnd zwei Männer gefunden, die sich auf dem Boten rollten, mit zerrissenen Kleidern aus Kratz- und Bißwunden blutend ineinander verkrampft und völlig verschmutzt. Jeder bemühte sich, das Gesicht des anderen in j>ie Jauche hineinzudrücken. Zwei Mitteieuropäer hatten ihre wahr« Natur enthüllt. JlrÜiur SiWerglell: 3)CT d�Allll Till Tulensplegsl war auf seinen zahlreichen Wanderfahrten durch Dorf unä> Stadt nach Köln gekommen, allwo es ihm sehr be- hogte. Die Bürger in den Wirtshäusern waren behagliche und gutmütige Leute, die ihm gern einen Humpen Wein spendeten und ihn zuweilen, in ausgelassener Stimmung, zu einer Kalbshaxe ein- luden. Welch tolles Leben pulsierte hier! Auch nach der Fastnacht schienen Mämrlein und Weiblein Narrenkappen zu tragen, und der Wind, der über die alten Giebel und Fasiaden hinstrich, hatte wohl den Ton der Schellenglöckchen auf Tills närrischer Kopfbedeckung. Kürz, hier schien ewiger Karneval zu herrschen, und selbst der Mond bekleidete den gespenstisch aufragenden Dom der Stadt mit einer Fciftnachtskapuje.. Nu? eine Sorge bedrückte Till. Ueberall, wo er bisher um Arbeit vorgesprochen hatte, verlangte man von ihm Zlusweispap cre wie von den anderen fahrenden Gesellen der Handwerkerzünfte, aber der Tausendsassa der Landstraße besaß eben keine amtlich ge- stempelten Papiere. Rasch entschlossen heckte Eulenspiegel wieder einmal einen seiner tollen Einfälle aus und setzte ihn in die Tat um. . In einer der Vorstädte von Köln befanden sich, wie er wohl wußte, einige Bauernsleidlungen: Hütten, Becker, Gärten, 5) ose, Stollungen und Hühnerzüchtereien. Till kletterte nachts übe? die Staketen eines Zaunes, drang in den Hühnerhof ein und ergriff einen Hahn mitten am Hals, so daß das gequälte Tier zwar mit den Flügeln heftig um sich zu schlagen vermochte, aber seine gurren- den Laute nur gedämpft ausstoßen konnte und der Bauer aus seinem Schlafe nickst geweckt wurde. Dann rannte er, so rasch ihn seine Füße trugen, davon, überstieg den Zaun, steckte den Hahn in seinen Rucksack und verschnürte sein Schultergepäck so. daß nur noch«ine klein« Lücke zur Luftzufuhr übrigblieb.. Er pfiff sich ein munteres Liebchen, küminerte sich kaum um die Kikerikis seines unfreiwilligen Begleiters, schritt der Stadt zu und nächtigte in einer der zahlreichen Hechergen für Fahrende. Am Morgen ging er zum Rathaus; fein Knotcnstock und Rucksack begleiteten ihn. Er eilte in die Amtsstube eines der Ratsschreibcr, welche die Papiere für das reisende Volk auszufüllen und zu beglaubigen hatten. Ein kleiner stämmiger Mann mit dem Bauch eines Brauers lchri« ihn an:„Wer bist du und was willst du?"„Meine Ausweispapiere."„Zeig mal erst dein« alten!" Till erwidert«:„Ich heiße Matthias Schmidt, bin Tischler: mein Meister Johannes Gaul in Aachen bestätigte mir, daß ich fünf Jahre sein zweiter Gesell« war. Man hat mir hier in der Herberge meine Papier« gestohlen."„Glaubst du Narr", grinste der Dicke mit dem Faistaffgesicht,„wir werden deinetwegen einen reitenden Boten nach Aachen schicken, um die Wahrheit deiner Worte zu prüfen? Da kann ja jeder kommen! Scher dich raus!" und der Dicke wandte sich bereits an einen zweiten Bittsteller und fragt« ihn nach seinem Begehr. Da brauste Till auf:„Was, du willst ein frommer Christ sein und verweigerst einem arinen Gesellen die Papiere? Weißt du nicht, daß ich ohne sie nirgend Arbeit be- komme?"„Halts Maul, ich laß dich rauswerfen!" Till höhnte: „Ich aber sag« dir, ehe der Hahn dreimal gekräht hat, erhalte ich mein« Papiere!"„Lotterbursch, freches Maul, dir werd ich helfen." Der Schreiber bekreuzigte sich vor Till wie vor dem unheTgen Gottseibeiuns dreimal und bekam einen roten Kopf. Sein Kropf schien vor unterdrückter Wut zu schwellen. Aber Till blieb voll- kommen ruhig, nahm seinen Rucksack von der Schulter und ließ ihn hart aus den Boden fallen. Er hatte nämlich in aller Frühe den Hahn durch einig« Tropfen Alkohol, die er in sein Futter honeinträuselte. betäubt. Jetzt aber erwachte der Held des Hühnerhofes durch den heftigen Anprall aus den Boden und begann ein schier ohrenzerreißendes Konzert. Der Schreiber erschrak heftig, wurde blaß wie die Wand und ließ vor Entsetze» über den unheimlichen Gast seinen Gänsekiel fallen.„Jesus Maria, steh mir bei!" Immer wilder kollerte das gxfangens Tier. „Schon gut, schon gut, du erhältst deine Papiere." Der Dicke beeilte sich, seinen Gast möglichst schnell jenseits der Türschwelle zu wissen und händigte ihm den Ausweis ein. Als Till sein Pergament in Händen hielt und bereits an der Tür war, öffnete er seinen Ruck- sack: der Hahn sprang slügelschlagenS dem Schreiber ins Gesicht und ließ gerade auf einem feiner wichtigsten Dokumente einige unver- kennbar« Spuren zurück, so daß die Schriftzeichen besprenkelt zu sein schienen. Till lachte unbändig, schlug rasch die Tür zu und eilte über die Stiegen ins Straßengewühl.„Haltet ihn. haltet ihn!" rief der Schreiber dem Flücktigen nach, aber kein Amt'd'ener war zur Stelle und folgte dem Rufe. Und da es zu jene? Zeit weder Telephon noch Radio gab, blieb der frevelhafte Schalk den Fangarmen der Justiz unerreichbar. Jtvparaf, der eine WlitUard fiel Sekunde mifH Prof. Rogowski(Aachen) veröffentlichte kürzlich sehr imer- effonte Mit eilungen über einen von ihm erfundenen Apparat, m't dem man geradezu unwahrscheinlich kleine Zeitdifferenzen noch mit größter Exakthoit messen kann. Derartige Konstruktionen sind keineswegs als wissenschaftliche Spielerei aufzufassen, vielmehr braucht man für zahlreich« wissenschaftlich« und technische Unter- suchungen Genauigkeiten in der Zeitmessung, für die auch die rafft- uiertesten Spezialuhren nicht mehr ausreichen. Für solche Zwecke ist das„Zöitmitroskop", wie der Apparat genannt wird, konstruiert worden. Prof. Rogowski macht« bei seiner Erfindung Gebrauch von der Eigenschaft gewisser Strahlen, wie sie etwa von e'ner Radionröhre ansgesandt werden(sogenannte Elektronenitrahlen), auf die kleinsten elektrischen Einwirkungen augenblicklich zu reagieren. Diese Elektronenstrahlen bestehen ja bekanntlich aus un- endlich kleinen, praktisch moßelosen Partikels, die wir von der Atomlehre her als Bestandteile des Atoms und Träger der nega- .tiven Elektrizitätsladung kennen. Ein solcher Elektronenfftahl wirb nun gewissermaßen als Uhrzeiger verwendet. Praktisch geht die Messung so vor sich, daß man auf den Elektronenstrahl eine bekannt« und eine unbekannte, d. h. die zu messende Kraft em- wirken läßt und die Veränderungen, die der erster« dadurch erleidet, mit Hilf« der photographischen Platte fessstellt. Auf Grund einer solchen Ausnahme kann man dann feststellen, zu welchem Zeitpunkt die Einwirkung der zu messenden Kraft stattgesunden hat; die Genauigkeit einer solchen Messung geht bis zu einer Milliardstel Sekunde, kann also gerade auf dem schwierigen G-biet der elek- irischen Erscheinungen, bei denen unendlich kleine Zeitdifferenzen auftreten, mitzbringend angewendet werden. Bibliotheken. Es gibt mehr als siebentausend große Biblio- theken in der Welt; unter ihnen nimmt die Bibliothek d°s B iti- schen Museums in London mtt ihren nicht weniger als 4 Millionen Büchern unbestritten den ersten Platz ein. ShrenreUung des Sauerkrauls Sauerkraut! Nicht nur die oberen Zehntausend rümpfen die Nase. Beliebt wer es eigentlich nur in den Haushaltungen, wo Schmalhans Küchenmeister ist. Das Ausland verspottete uns gerade- zu wegen dieses Essens. Bevor die Franzosen für uns das sinnige Wort„Boches" erfunden hatten, mußten die deusschen„Sauerkraut» fresser" ihre ganze Mißachtung ertragen. Das wird nun mit einein Mal ganz anders werden: Amerika übernimmt die Ehrenrettung des Sauerkrauts. Eine Autorität in Küchenfragen, Frau Christine Frederick, veröffentlicht im„New Dort American" darüber einen Aufsatz. Amerika will das Sauertraut zur Delikatesse für die vor- nehme Welt, zum bevorzugten. Gang aller Menüs der feinsten Hoteis machen. Und weswegen? Weil es das gesündeste aller Nahrunzs- mittel ist. Der Kohl an und für sich ist schon außerordentlich reich an Mineralstoffen, an Kalk, Pottasche, Kalzium, die so wichtig sür die Knochenbildung sind, und der gegoxene Kohl bietet nun außer diesen Vorzügen, noch Vitamine in ganz besonderer Fülle. Di« Gärung erzeugt auch Milchsäure, welche die Verdauung stark be» fördert, den ganzen Körper säubert und reinigt und die Bakterie» vernichtet: hier ist also ein vorzügliches Dorbeugungsmittel gegen alle Krankheiten gegeben. Sauerkraut regt serner den Appetit an; es liegt nicht so schwer im Magen wie andere Gemüsearten oder Fleisch. Sallerkraut schmeckt nicht bloß, wie man im allgemeine» glaubt, zu Schweinefleisch, sondern auch zu vielen anderen Fleisch- arten, zum Rindfleisch, zur Leber, zur Gans und zur Ente, die auf diese Weise sogar viel bekömmlicher werden. Ebenso schmeckt es vorzüglich mit Bohnen gemischt; wenn man die Bohnen doch lieber allein gemeßen will, soll man wenigstens über sie etwas Sauerkraut- fast gießen, dann werden sie verdaulicher. Frau Frederick empfiehlt als ganz besonders nahrhaft, wohlschmeckend und bekömmlich: Rippespeer mit Sauerkraut. Der Saft des Souerkrau's ist außerordent» lich appetitanregend. Natürlich ist auch die Billigkeit des Sauerkrauts nicht zu oergesien. Schließlich braucht aber unser gutes, altes Sauerkraut, das vor allem auch roh schmeckt und bekommt, gar keine Rettung und Empfehlung. Eine Taube überquert de» Ozean. Wie im vezemberhsst des .Tieres" berichtet wird, hat ein« Taube den Ozean überquert. Sie wurde im vorigen Jahre von einem Brieftaubenzüchter in einer nordfranzösischen Gemeinde losgelassen und kehrte nickst wieder zu ihrem Besitzer zurück. Der Züchter hatte sich schon längst mit dem Verlust des Tieres abgefunden, als er eines Tages in einer Zeitung die Meldung fand, daß in Ontario in Kanada ein« Taube zugeflogen sei, die nach den Angaben aus dem Fußringe aus Europa gekommen sein dürfte. Da die Initialen und Zahlen in der Nachricht verze ch- net waren, konnte der Taubenzüchter zu seiner Ueberraschung scft- stellen, daß es sich um das von ihm im vorigen Jahre losgelassene Tier handelt. Es hat aljo die mehr als lOOO Kilometer lange Luft» streck« über den Atlantischen Ozean zurückgelegt und damit ein« Flugleistung vollbracht, die nur wenigen Fliegern mst den besten Maschinen bisher gelungen ist. Eine hokelstadl ans Rädern. Eine große Zusammenkunft der Tischler von Kanada und den Vereinigten Staaten wird im Juni 330 000 Tischler nach Toronto bringen. Da die Hotels der Stadt nicht ausreichen, um diese Zahl von Besuchern unterzubringen, hat die kanadische Eisenbahngesellschast eine große Anzahl von Schlaf- wagen zur Verfügung gestellt. Die Wagen, die mit allem modernen Komfort ausgestattet sind, werden aus einem-'v&en Güterbahnhof der Gesellschaft in Toronto aufgestellt werden und dürsten«in« regelrechte Hotelstadt ergeben. 8.» Oraniemlrafle*64 05 O* Srankfurter JUlee 60 CharloUenburg, tftosinenslräße'l?l.. �Reinickendorfer Strafte 21 91* SSrunnensiraße I8ß l00(Spestialham für Merrenbeldeidung) L Nr. 91 47. Jahrgang Parteinachrichten Sinfenbungen für diese Rubrik sind Berlin 683 68, 2indenstraße& 4. Beilage des Vorwärts für Groß- Berlin ftets en bas Bestetssetreteries 2. Sot, 2 Ereppen rechts, zu richten 2. Rreis Biergarten, dhms, engerer kreisoorth! Dontag, 24 Februar, 20 1hr, bei Szüger, Butligftr. 10, Gigung ber Gefchäftsleitung mit den Beifisern und 1. Abteilungsleitern. 6. Sreis Kreuzberg. Moning, 24 Februar, pini 13 Uhr, turse Beforedning mit bon Abteilungsleitern bei Krepp, Blagufer 75/76, 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, 25. Februar, 18% Uhr, Rreisvertreter nerfammlung in der Hula bes Schiller- Realgymnafiums, Schillerstr. 26. Tagesordnung: Bericht bes Kreisvnrftaubes. Berichte ber Rommiffionen unb Ausschiffe. Anträge. Neuwahl bes Kreisnartanbeg und der Funktionäre. Manbate fixb am Saaleingang abzugeben. Mitaliebsbuh ift barzuzeigen. Sämtliche Stadt- und Bezirksnerathnete fomie bie Stobträte müfen enweſenb fein Maifeierfommiffion. Gigung am Montag, 24 Februar; 19 Uhr, im Jugendheim, Rosinenftr. 4. Sebe Abteilung entfendet amel Bertreter und ein Mittalien des Bildungsausfchuiles. 3. Greis Bilmezsborf. Dienstag, 25. Februar, 20 Uhr, fue Biltariagarten, Wilhelmsone 114/115, reisvertreterverfammlung. Reumahl bes Areis norstandes. Stellungnahme zum Bezirksparteitag. Done Ranbetstarte fein Rutritt 11. Areis Schöneberg. Montag, 24. Februat, 30 Uhr, bei Bi. Martin- Suther Straße 69, Bortragsabend bes Genoffen Spener über: Barteiengefchichte". Dienstag, 25. Februar, 20 1hr, Sigung der Seitungsfommiffion in der Borwärts" Epedition, Belziger Str. 27. 13. Kreis Tempelhof. Montaa, 24 Februar, pünktlich 19% he, Kreisvertretce versammlung im gofal Mali, Marienborf, Chauffecftr. 305. 14. Rreis Neukölln. Mon'ag. 24. Februar, 19% Uhr, in ben Baffage- Feitfälen", Berofit. 151,& reisvertreterversammlung. Berichte und Neuwahlen. 15. Kreis Treptow. Montag, 24 Februar, 20 Uhr, in Niederschönemeibe, Ben liner Str. 88. Streisvorstandsjikung mit allen Abteilungsleitern. 16. Azcis Ropenid. Montag, 24. februar, 19% Uhr, Kreisvorstandsfisung mit ben Abteilungsleitern in Röpenid an bekannter Stelle. 17. Kreis Sichenberg. Mittwoch, 26. Februat, 19% Uhr, Kreisvorstandshikung bei Tempel, Gubrunftr. 7. Heute, Sonntag, 23. Februar: 15. Abt. Achtung! Unsere Mitgliederversammlung am Mittwo. 26. februar, findet bei Eduard Muth( früher Oswald Berliner), Brunnenftr. 140, ftatt. Biz bitten, die Anzeige am Dienstag zu beachten. 29. Abt. Rahlabenbe am Mittwoch fallen aus. Dafür außerordentliche Tit. gliederversammlung in der Schulaula, Danziger Str. 23. 101. Aht. Ereptom, Seite, Sonntag. 10% Uhr, Besichtigung des Arbeitsshuk museums, Charlottenburg, Fraunhoferstr. 11. Morgen, Montag, 24. Februar: 7. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung in der Borfigift. 14 Boritos: Reparationsbank und Arbeitslosigkeit, Ref.: Engelbert Graf, M. b. R. Stellungnahme aur Reumahl des Areis- und Bezirtsvorstandes. 24. Abt. Funktionärligung fällt aus. 28. 6. 19% 2hr bei Rechenberg, Choriner Gtr. 49, Funktionärfisung. 31. ht. 20 Uhr bei Goldschmidt, Stolpisce Str. 36, Funktionärsung. Mite alteber bes Abteibungsnorstandes eine Ghunde früher ebendort. 33. t. 1914 1hr Elternverfammlung bei entalla, Soheitinheftr. 3. 38. bt. 20 Uhr bei Partusch, Friedenftr. 88, Funktionärfisung. Rreisbelegierten. Babt bez 42. ht. Abrechnung ber Bezittsführer bei Soehife. Bergmannstr. 69. Cămi liche Starten für ben Seiteren Abenb am 28. Februar mit abrechnen. 45. b. Büuttlig 19 Uhe funktionärligung im Forster Bereinshaus". Forfer Straße 8. 67. b. Grunewab. 20 Uhr bei Bursbaber, Bahnhofetefbaurant, Gigung bes engeren Borftandes. 86. Abt. Marienborf. 19 Uhr bei Görlis, Chauffeeftr. 19, funktionärkung. Vinktlich um 19 Uhr treffen fich die Rreisvertreter ebenbort. 28. Wht. Brik- Budom. Die 2iften für die Elternbeiratswahl find foätesbeus ant Mittwoch, 26. Februar, sur Mitgliederversammlung beim Genoffer Rod abliefern. 102. Wht. Boumidjulenmeg. Bintlich 19% Uhr funktionärkung im Botal Sağ, Baumschulenftr. 72. Bidhtige Tagesordnung. Fehlende Funktionäre baben fite Bertretung au forgen. Dienstag, 25. Februar: 16. 6. 19 hr bei Strilger, Suffitenftr. 34, Ede Scheringstraße, Stigliebet nerfammlung. Bortzag: Die politische 20ge". Referent: Mar Senbentann. 32. 2. 20 he bei Drescher, Stralauer Blok 5, Fraktionsfigung der 177. 906 gabeftelle her Roniumgenoffenschaft. Gruppe Fiebttan. 20 Uhr Besichtigung hes Berlehrsmyfterzimmers in her 18. Schule, Roppenstr. 84. Genoffen anderer Gruppen fönnen fid) daran beteiligen. 47 h 78. Stadtbestel. 19% Uhr Bezittszohlabend bei Boehler, Admiral Straße 20. Neumahl der Bezirksführer. 57. ht Charlottenburg. Die Areisdelegierten etfcheinen om Dienstag vo zählig in der Areisnertreterversammlung. Das Mailomitee tagt am Mon teg, bem 24. Februaz, 19% Uhr, im Jugendheim Rosinenftr. 4. Rentolin. 22. Abt. Binktlich 19% 1hr Mitgliederversammlung in der Aula bes Roilet- Friedrich Realgymnaflums, Roifer- Friedrich- Str. 208. Bortrag: Aufbau aber Stiehezgang". Referent: Sermann Schlimme. Einlaß nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches. 92. unb 93. Abt. Bersammlung für die 120. baabeftelle her Ronfumgenoffenfdjaft um 19 Uhr im gofal Damm, Sergbergftr. 22. Alle Genoffen müssen erscheinen. Die Bezirks Hihrer mollen bitte einladen., Bartelbuch legitimiert. 140. bt. Wittenen. Deffentliche Mitgliederversammlung am Mitte madh, hem 26, Februar, pünktlich 20 Uhr, im Wittenauer Vereinshans ( Behnle), Dranienburger Str. 88-89. Referat bes Reichstagsabgeorb neten Genofen Ga. Engelbert Graf: Gegen die Dittatur des FinanzLapitals Fort mit Dr. Schacht!" Bir erwarten zahlreiche Beteili gung unserer Mitalieber und Böhler. Frauenveranstaltungen. 1. Kreis Mitte. Dienstag, 25 Februar, 19% Uhr, bei Spiegel, Aderfte, 1, Funktionärinnen fitung. Alle Abteilungen milffen neriteten feint. Areis Ziergarten. Dienstag, 25. Februar, 20 Uhr, Funktionärinnenfignag bei Erimper, flensburger Str. 3. Auch die Funktionärinnen der Ar beitermohlfahrt man erfcheinen, Gaslehraortrag am Montag, 24. Fe hruar, 20 Uhr, in den Arminiushallen, Bremer Str. 72. 3. Areis Webbing. Gaslehrportrag am Dienstag, 25. Febrour, 18 Uhr, im Sminemünder Gesellschaftshaus Swinemünder Str. 42. 15. Areis Treptow. Dienston, 25. februar, pünktlich 19 Uhr, Führung durch bas Museum für Frauenfunde, Charlottenburg, Berliner Str. 137. Ein. tritt fret. Treffpunkt vor dem Museum. Frauenveranstaltungen am Montag, 24. Februar: 1. 6. 191 Uhr im Sadelchen Sof, Rofenthaler Str. 40/41, in Bereins simmer 2, Borttag: Der Young- Blan". Referent Gerhard Kramer. Das neue Gesicht der diesjährigen Frühjahrsmode zeigt viel Interessante und überraschende Züge. Jede Dame von Geschmack wird sich in unserer großen Modell- Abtellung unterrichten können, welche von den neuartigen Stoffen und Formen, Linien und Garnierungen für sie besonders geeignet sind. Die bekannt billigen GADIEL'schen Preise ermöglichen es auch Damen mit bescheidener Kaufkraft, sich schick und modisch zu kleiden. Einsegnungs Kleider Auswahl, In unübertrefflicher aus feinen Wollstoffen, eleganter Selds oder kleldsamem Velvet, in modernsten Formen und vorzüglicher Verarbeitung zu überraschend billigen Preisen. Herrildic Kleider schon ab 12: Jade Konfirmandin erhält beim Einkauf eines Kleldas ein schönes Geschank! Fornehmes NachmittagsKleid aus reinseidenem Crêpe Maro cain, mit neuzeitiger Kragen garnitur, sehr aparter Knopf des garnierung Rbekenteils, bochmodernem Aermel, zackig angesetztem Glockenrock, Gürtel mit Straßagraffe und Knöpfen. Dieses schöne Kleid kostet, in modernen Farben und größten Weiten vorrätig PUT 49. %. 5. 191 he fut Rofenthaler Sof. Rofenthaler Str. 11/12, Boring: I Menschenöfonomie und Benöfferungspolitif". Referent Dr. Julius Mofes, geb. R. 6. bt. 19 Uhr bei Dobroblem, Gwinemünder Gir. 11, Vortrag: Sumor im Alaffenlampf. Referent Sanns 5. Samm 3. t. 19% hr bei Ridert, Steinmegfir. 363, Borttag: Religion und Sozialismus. Referent Wilhelm Miethle 14. ht 19 Uhr im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42, Vortrag: Reform bes Cherechts" Referent Dr. Balter Gotthardt. 15. Abt. 19 Uhr bei Rurtomsti, Feldstr. 3. Bortrag: Theorie und Bootis Des Riaffentampfes". Referent Sans Baldmann. 17. ht 20 Uhr bei Alinge, Gellerstr. 14, Bortrag: Sngiene im Saushalt". Referent Stabtorst Dr. Druder. 18. bt. 20 Uhr bei Gorgos, ferftr. 12, Bericht vom Reichsfrauenturfus. 19. ht. 19% Uhr in det Roten Schule, Gotenburger Str. 2, Bortzog: Romeral afisehe". Steferentin Margarete Gdjentolomstt 22. t. 19% Uhr bei Barisch, Fehmarnstr. 1. Bortrag: Sosialistische Wirtfchaftspolitit. Referentin Räthe Rern. 24. Abt. 8. Gruppe. 20 hr bei Röhler, Greifsmalber Gtr. 80b, Bortrag: Brobleme her modernen Che". Referentin Schwig Schmars. 27. 5. 19% Uhr bei Reek, Gonuenburger Str. 1, Bortrag: 8med anb Biele der meltlichen Schule". Referent Sans Runstmann 28. Abt. 20 Uhr bei Reche, Degerftr, 26, Bortzog: Sozialistische Gesinnungspflege in der Famille". Referentin Sennn Remald. 89. ht. 20 Uhr bei Nichergall. Carmen- Snina- Str. 22, Bortrag: Freibentertum und Sozialdemokratie". Referent Mar, Stumpf. 84. Abt. 19 Uhr bei Bojar, Guthener Str. 19, Bortrag: Die Finanznot der Stadt Berlin". Referentin Dr. Räthe Frankenthal. 35. Abt. 19 Uhr bei Gucafomsti, Schreinerstr. 38, Bortrag: Unsere Bohl fahrtsarbeit". Referent Stadtrat Willi Günther. 37. t. 19 Uhr bei Rer, Matternftr. 19, Bortrag: 3ft hie heutige Form der gefeklichen Ehe zu bejahen?" Referentin Dr. Silde Kirchheimer. 28. Abt. 19% Uhr, bei Bartujch, Friedenftr. 88. Bortrag: Die Familienfürforge im Bezirk Friedrichshain". Referent Genoffe Seinze. 40. bt. 19% Uhr bei Böttcher. Sagelberger Str. 9, Bortrag: Stedt und Fürsorge für bie faulentiaffene Jugend". Referentin Dr. Erna Magnus. 41. Abt. 19% Uhr bei Erdmann, Belle Alliance- Str. 74a, Bortrag: Seiteres aus ber Literatur". Referent Senen Reiff. 42. Abt. 20 Uhr bei Söhlfe, Bergmannftr. 69, Bortrag: Sozialistische Lebensgestaltung". Referent Gottlieb Reefe. 43. 61. 19% Uhr bei Krepp. Blanufer 75/76, Bortrag: Gemeinde in Stot. Referent Robert Gerber. 46. Abt. 19% Uhr bei Abam, Görliger Straße, Ede Libbener Straße, Cenfte und heitere Regitationen. Referent Being Lömi. 48. Abt. 19% 1hr im Alexandriner, alegandrinenftr. 87, Bortrag:„ Das Recht der Frau auf Arbeit". Referentin Gertrud Sanna, M. d. 2. Charlottenburg. 55. Abt. 19% Uhr bei Schub, Waliftr. 99, Wahl der Frauen. leiterin. Abteilungsangelegenheiten. 56. st. 20 Uhr bei Liersch, Kantstr. 62, Bortrag: Auguft Bebels Bedeutung für die Frauen". Refe rent Mag Sendemann, 67. Abt. 191 Uhr im Bahnhofsrestaurant Grunewald, Botirag: Arbeiter. wohnung und Heimtultur". Peferentin Life Albrecht. 71. un 72. bt. Wilmersdorf. 19% Uhr bei Schäfer, Auguftastraße, Ede Det molber Straße, Bortrag: Grundfäke und Forderungen der Sozialbemo Eratia Referentin Marie Runert, M. b. R 73. Wht. Schmeroendorf. 19% Uhr im Deutschen Saus, Breite Str. 34, Ernste umb heitere Segitationen, Referentin Friedel Ball. " 1 8. Ubt. Schöneberg. 20 Uhr bei Gürlich. Begasftt. 1, Bortrag: Brobleme bes Mietsrechts und Mieterichuk". Referent Otto Moft. 82. M. Stealth. 20 1hr bei Schelfhafe, Ahornftr. 15a, Bortrag: Autorität unb Freiheit in der Erziehung. Referentin Dr. Sildegard Begscheiber, . B. 2. 23. b. Sichterfelbe. 20 Uhr bei Schmidt, Sindenburgdamm, Ede Noonitraße, Bartrag wed und Siele ber Rinderfreunbebewegung". Referentin Erna Finderfen. Rentaln. 91 st. Frauenabenb fällt biesmal aus. Dafür Mandag, S. März, 192 Uhr. Besichtiguna bes Frquenbundemuseums, Charlottenburg, Berliner Straße 137. 82, bt. Frauenabenb fällt wegen der Abteilungsverfainm Jung aus. 97. Abt. Frauenabenb am 24. fällt aus, baffit finbat ant 3. März ein Franenmerheabend statt. Bortrag: Die Frau in der Dich hmmg". Ernste und heitere Rezitationen. Referentin Friedel Soll. 101. abt. Treptam, 19% Uhr im Reichenfaal der Schule, Bilbenbruchstraße, Borttag: Rulturibee des Sozialismus". Referentin Clara Bohm- Sauch, 50% 8. St. N 108, b, Röpenid. 1915 Uhr im einen Gaal des Stadttheaters, Friedrich fake 6. Vortrag: wed und Ricle ber Wohlfahrtseinrichtungen". Refe rentin fricbe nned, M. 6. 2. 119. Abt. Lichtenberg. 20 1hr bei Bark, Mollenhorfftraße, Cde Rittergutstraße, Sad London.bend. Bortragende Gerda BenL 132. abt. Blankenburg. 20 Uhr bei Rug, Dorffte. 2, Frauenabend. 139a. Abt. Freie Scholle, 20 Uhr an bekannter Stelle, Bortrag: Grundfäße und Forderungen der Sozialdemokratie". Referentin Dr. Clara Sentiques. ( 1. bend.) Frauenveranstaltungen am Dienstag, 25. Februar: 20. Abt. 19% the bei Stensel, Swedenftr. 13, Vortrag ber Genoffin Friebel Hall 25. Abt. 20 hr bei toefeler, Golbarer Ett. 9, Bortrag: Das Recht ber verheirateten Frn auf Arbeit". Referentin Crna Kreffe. 31. Abt. 18 Uhr Führung durch das Museum für Frauenfunde, Charlotten burg, Berliner Str. 137. Treffpunkt 17% Uhr Sochbahnhof Schönhauser Dee 32. Abt. 191 Uhr bei Kromphardt, Paul- Ginger- Str. 47, Bortrag: Bohl fahrtsfragen". Referent Mar Saafe. 36. bt. 19% Uhr bei Busch, Sifter Str. 27, Bunter Abend. Vortragender Oswald Mudrad. 45. Abt. 19% Uhr bei Brilschte, Reichenberger Str. 98, Cde Ratiborstraße, Bortrag: 218 Referentin Dr. Frida Alerander. 47. Abt. 19 Uhr in der Schule, Waldemarstr. 77, Ronferenssimmer, Bor. trag: Das Wirtschaftsgeld der Hausfrau". Referentin Anna Nemiz, M. d. R. 51. Abt. Charlottenburg. Frauenabend ist auf Dienstag, 4. März, verschoben. 75. Abt. Wannfee. 20 Uhr im Reichsadler, Rönigstraße, Bostrag: Rationelle Wirtschaftsführung". Referentin Elpira Krüger. 90. Abt. Neukölln. 1915 Uhr bei Schabeito, Weichselstraße, Ede Donaustraße. Referent Dr. Roeder. 99. Abt. Brig- Budom. Wegen der Kreisvertreterversammlung findet der Franenabend nicht am Montag, 24., fondern am Dienstag, 25. februar, im Jugendheim, Chauffeeftr. 48, ftatt. Bortrag: Sozialistische Erziehung in Schule und Saus". Referent Sans Runstmann. 104. Abt. Nieberschöneweibe. Die Genoffinnen treffen fich aur Führung durch das Frauenkundemuseum um 18 Uhr Stadtbahnhof Niederschöneweide, 126. bt. Friedrichsfelbe. 1914 Uhr in Tempels eftfälen, Brinzenallee 45, Rortrag: 10 Minuten Gymnastik für die Sausfrau". Referentin Genoffin Miller- Rau Haupteingang. 123a. Abt. Raulsdorf- Süb. 20 Uhr im Sägerheim, Franenabend. 131. Abt. Rieberschönhausen 19% Uhr in der Gemeinschaftsschule, Bismard Straße 11, Bortrag: Biln Brauns Leben und Wirken. Referentin Mar aarete Gentalowifi. 137. Mt. Reinidendorf- Weft. 19% Uhr im Boltshous, Gdharnweberstr. 114, Bortrag: Das Wirtschaftsgelb der Sausfrau". Referentin Elfe Scheibenhuber. 139. Abt. Tegel. Begen des RonfumTehrganges findet unfer Frauenabend nicht am Montag, sondern am Dienstag, 19% Uhr, im Jugendheim, Schöne berger Straße, ftatt. Bortrag: Die englische Arbeiterbewegung". Referent Genoffe Submer. 140a. bt. Wittenau. 20 Uhr bei Schula. Am Bahnhof. Vortrag:„ Eigenunternehmungen der Arbeiterschaft". Referent Mar Gillmeister, Leopold Hochelegantes Sonntag, 23. Februar 1930 Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 26. Februar: 73. ht. Schöneheza., 19% 1hr bei Reimann norm. Groß, Gebanftr. 17. Bortrags Seileras pus ber fönen Siteratur", Ref.: Senrn Reiff. 84. h 2antmik. 20 Uhr in Sehmanns feftfalen, Raifer Wilhelm- Str. 29/31 Bortrag: Sit die Forut der heutigen Che su bejahen?" Ref.: Dr. Silde Rirchheimer. 34. ht. Reafan. 19% hr bei Gell. Schillerpromenade 11. Bortrag:„ Die Saager Rouferens". Ref.: Bernhard Arilger. 102. Abt. Baumschulenmeg. 1914 Uhr bei Sas, Bansdulenstr. 72. Bortong: Grundfäße und Forderungen der Sozialdemoratie". 122. Abt. Bieshort. 19% Uhr bei Borath, Marzahner Str. 31. Bortrag: Das Wirtschaftsgeld der Sausfrau". Ref.: Margarete Gentalomffi. 140. Abt. Borfigmalbe. 19% Uhr bei Boitschach, Cenfiftr. 1. Bortrag: Gefane genenfürforge, Ref.: Genoffe Airfoner. Frauenveranstaltungen am Donnerstag, 27. Februar: 24. t. 19% Uhr im Bezirksamtssaal. Danziger Str. 64. Film vorführung: Die Bunber Wiens. Ansprache: Mazie Runert, M. b. R. Cintritt 50 Bf. Rarten bei allen Funktionäriunen fomie an der Abend. taffe. Die Funktionärinnen nehmen am Mittwoch in der Abteilungsversammlung bie vertauften Ratten ab. 68. bt. Salenfee. 19% Uhr bei Sandmann, Weftfälische Str. 42, Bottcog: Ernite und heitere Rezitationen", Ref.: Friedel Sall. 69. und 70. bt. Wilmerstorf. 20 Uhr im Biftoriagarten, Bilhelmsque 114/115 ( Blauer Gaal). Bottrag: Die Frau der neuen Generation", Ref.: Genofsin Bichler. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr bei Vommerening, Berliner Ctr. 100. Vortrag: Bros bleme des Mietsrechts und Dieterichutes". Ref.: Otto Moft. 141. Abt. Rosenthal und Niederschönhausen. Weft. 20 Uhr bei Soffmann, Edelmeißftr. 5, Seiterer Abend. Ref.: Sanns 5. Kamm. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 3. Kreis Webbing.( Arbeiterwohlfahrt und Agitation.) Dienstag, 25. Fea bruar, 10% Uhr, im Lebigenheim, Schönstedtstr. 1, 5. God, 2. Rurfusabend über Spziale Gerichtshilfe". Referentin Genoffin Minna Tobenhagen. 6. Kreis Kreuzberg. Donnerstag, 27, Februar. 18 Uhr, wichtige Aussch fikung bei Wolf, Graefeftraße. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten fein. 191 Uhr Sigung mit Ausschuß, Helferinnen und Selfern, sowie den fürforger( innen). Referent Hürsorger Cenoffe Schwarz. 蛋蛋 蛋 細節 11. Krcis Schöneberg. Dienstag, 25. februar, 20 Uhr, Rathaus Schöneberg. 8immer 143. Genoffe Regierungsrat Otto Rrebs wird Tommen und über Goziale Gerichtshilfe und Gefangenen fürforge" fprechen. Alle intereffierten Genoffen und Genoffinnen müfien erscheinen. 13. Kreis Tempelhof. Am Sonnabend, bem 1. März, 19% Uhr, fm Feftfaal des Realammnafiums Tempelhof, Raiferin- Augusta Straße 19-20, Seiterer Abend". Politifdie Gatite und Sumor. Bor. tragender: Buggi Mud Saalöffnung 19 Uhr. Cintrittstarten 75, Bf. Rotten find bei allen Bezirksführern su haben. 16. Rreis Röpenid. Dienstag, 25. februar, im Rathaus Köpenid, Bimmer 32, Rurfus über Soziale Gerichtshilfe. Es wird eine fingierte Gerichtsverhandlung vor fich gehen. e Rurfusteilnehmer müssen erfcheinen. Jungfozialisten. Gruppe Bohnsdorf. Dienstag, 23. februar, 20 Uhr, im Jugendheim Mantelftraße 1, Vortrag: Einführung in den Marzisutus". Referentin: Dr. Dora Fabian. Schluk des Rurfus. Gäfte millkommen. Gruppe Lichtenberg. Montag, 24. Februat, 20 Uhr, Sugendheim Gunter ftrake 44, Bortzag: Bon internationalen Ronferensen. Referent: Vittor Schiff. Gäfte find freundlichft eingeladen. Gruppe Charlottenburg. Montag, 24. februar, 20 Uhr, im Jugendheim Pofinenste. 4. Vortrag: Grundläkliches des öfterreichischen Berfaffungslampřes GAR. und imge Barteigenoffen find willfommen Referent: Genoe Sifferding. Webbing- Eeinndbrunnen. Wir beteiligen uns heute gefchloffen an ber Gedächtnisfeier fire Baul Leni im Lehrervereinshaus. 19% Uhr Sufammenkunft beim Genoffen Dobroblam, Refnidendorf- Oft. Sovenhagener Str. 24 Morgen. Montag, 24. Februar, 19% Uhr, im Jugendheim der Schule Wiefen Ede Pantstraße. Simmer 11, Vortrag: Die politische Sage in Deutschland". Refe tent: Genoffe Salubowicz.. Arbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands( USC.). Ortsgruppe Berlin. Fachgruppe der Lehrer au höheren Schulen. Gikung am Mittwoch, Bent 26. Februar, 19% Uhr, im Köllnischen Gnme natum, Berlin S. 14, Jnfelstr. 2-5( am U- Bahnhof Sufelbrüde). Tagesprdnung: 1. Vortrag der Genossen Oberschultat Lic. Dr. Wilhelan Fartte und Oberstudiendirettor Dr. Frig Rarsen über„ Die pädagogische Ausbildung ber Studienreferendare"( für die Aussprache vorgemerft: Oberstub end rettor Genoffe Dr. Erich Schönebed). 2. Ein Vorschlag zur Reform der Reifepritfung( Genoffe Schönebed). 3. Unfere Stellung zum Reichsbund der höheren Beamten( Studienrat Genoffe Dr. Alfred Schneider). 4. But Borstandsmahl im Groß- Berliner Bhilologenverband( Etudienrat Genosse Paul Westphar). 5. Wahl des Ob mannes für den Rorstand der ASL. Anschließend geselliges Beifammensein im Spandauer Rimmer" des Berliner Ratstellers. Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamten und Anwärter. Die Mitglicher werden gebeten, am Montag vollzählig an der öffentlichen Beamtenfundgebung in den Mufiter- Sälen, Raiser Wilhelm- Str. 31, um 20 Uhr, teilzunehuren. Eagesordnung:„ Das Bcomtenvertretungsgefes im Reichstag". Referent: A. Faffenberg, M. d. N. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Achtung! Rüfenturfus Montag, 24. Februr, 20 Uhr, Jugendheim Waffer torstr. 9. Thema: Nestfallenarbeit im Ferienheim". Jeder Kreis muß im eigenen Intereffe vertreten fein. 15 Areis Prenzlauer Berg, Soweit die Gruppen nicht auf Fahrt gehen, heute, Uhr, Bezirksamt, Seitere Filme". Für Selfer 18-19 Uhr Aussprache mit Genoffen Gleisner über Volkstanz in der Danziger Str. 62. Danach 19% Uhr zum Film: Natur und Liebe"( Bezirksamt). Donnerstag, 27. Fe bruar, Selferarbeitsgemeinschaft über Basteln und dergleichen. Wichtig für alle. Eonntag, 2. Mära. Elternabend der Gruppe Friedrich Ebert int Altersheim, Danziger Str. 62, 19 Uhr. Bohenschönhausen Gemeinschaft". Seute, 81 Uhr Abfahrt von der Freien malber Straße zum Grunemalo und Teufelsfee. Montag, 24. Februar, Scal adiel Das Haus für grosse Weiten Gediegener Gesellschafts- Kleid Frauenmantel aus wundervoll. Spitzen, Bumpf and Aermel aus Crêpe Georgette, mit Crepe de Chine- Unterkleid and mit dem mod. Rücken- Cape aus Spitzen. 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Treffpunkt zur Fahrt am Sonntag um 9 Uhr im Jugendheim Lindauer Straße. Streis Mitte. Gruppe Matteotti. Note Falten. Montag, 24. Februar, Brettfpiele. Freitag, 28. Februar, Aussprache. Jungfalten. Dienstag, 25. Fe bruar, Basteln. Freitag, 28. Februar, Aussprache. Neftfalten, Montag, 24. februar, Seimabend. Alle Beranstaltungen von 17% bis 19% Uhr im Seim Elisabethkirchstr. 19. Mittwoch, 26. Februar, Turnen in der Schule Ruppiner Str. 48( Aronaplak), von 17% bis 19% Uhr. Mitte. Heute zur Wahl treffen sich die Wahlvorstände der Gruppen eine halbe Stunde vor Beginn um 13% Uhr in dem zuständigen Seim. Achtung, Selfer! Der besprochene Helferturfus fann heute vormittag nicht stattfinden. Ebenso muß die für morgen angefeßte Selfersikung in der Zehdenider Straße ausfallen, weil von der Partei Kreisfunktionärsihung ift. Gruppe Friebrich Ebert. Wir machen die Eltern und unsere Freunde barauf aufmertfam, baß wir umständehalber gezwungen find, unseren Elternabend auf Gonntag, dem 2. März, zu verlegen. Der Elternabend findet nicht, wie erst gemeldet, in der Aula der weltlichen Schule Danziger Str. 25, sondern im Altersheim Danziger Str. 62 ftatt. Unsere Bitte geht dahin, sich diesen Sonntag frei zu halten und unsere Beranstaltung zu besuchen. Kreis Kreuzberg. Dienstag, 25. Februar, Besichtigung der Aufbauschule. Treffpunkt 9% Uhr vor der Schule Neukölln, Raifer- Friedrich- Str. 208-210. Kreis Schöneberg. Rote Falten mit Eltern und Selfern. Beteiligung am Karnevalsfest der SPD. Gruppe Jaurès im Bürgerfaal des Rathauses Friedenau, Lauterplak. Beginn 16 Uhr. Rote Falten frei. Erwachsene 88 Bf. Reutälln. Gruppe Falte". Seute Spielfahrt. Treffpunkt 8 Uhr Herzberg. plak. Dienstag Seimabend für die Noten Falten und Jungfalten um 16 Uhr. Mittwoch Elternabend um 20 Uhr im Jugendheim Böhmische Straße. Die Rinder müssen fchon um 18 Uhr im Jugendheim fein. Gruppe Landsberger Blah. Jugendheim Diestelmenerstr. 5-6. Montag bis Freitag von 18-20 Uhr. Heute, Sonntag. Treffahrt mit Gruppe Friedrichs hagen und Frandfurter Biertel. Treffen 8 Uhr Faltenede. Roften 30 Bf. Ende 18 Uhr. Echnikeljagd Wuhlheide- Friedrichshagen, Montag Areisfpiele. Dienstag Probe für die Feier. Mittwoch Turnen und Basteln. Donnerstag Lichtbilberabend. Freitag Brobe für die Feier. Sonntag Gruppenfahrt nach Sermsbort. Treffen 84 Uye Faltenede. Roften 40 Bf. Ende 18 Uhr Geburtstage, Jubiläen usw. 41. Abt. Unferem langjährigen und trenbewährten Genoffen Emil Breuk entbieten wir zu feinem 65. Geburtstag bie herzlichsten Glückwünsche und geben ber Hoffnung Ausdruck, daß er noch recht lange Jahre in unseren Reihen mitarbeitet. 43. Abt. Unferem Genoffen Sermann Schwahn die herzlichsten Glüdwünsche aum 65. Geburtstage. 45. Abt. Unserem treuen Mitkämpfer und Barteiveteran Emil Anger mann und Frau zum Fest ber Goldenen Hochzeit die herzlichsten Glüdwünsche. von minbeftens 10 Sabren 5 Monate inb bet etner Des D. Vorträge, Vereine und Versammlungen.nungsbauer von mindeſtens 12 Jahren 6 Monate.-§. 9. 11. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäfts ftelle: Berlin S. 14. Sebaftianftr. 37-38, Sof 2. Tr. Mitte, Jungbanner: Montag, 24. Februar, 20 Uhr, im Jugendheim Tiecftr. 18, Filmvortrag des Rameraden Dau: Rauber der Märkischen Landschaft". Wedding: Montag, 24. Februar, 20 Uhr, Sigung aller technischen Funktionäre bei Silmann, Nazaretheirchstraße. Jeder bringt fein Abzeichen mit. Prenzlauer Berg, Jungbanner: Montag, 24. Februar, 20 Uhr, Heimabend in der Schule Connenburger Straße. Aufstellung des März programms. Neukölln- Brik, 1. Kameradschaft: Mittwoch, 26. Februar, 20 Uhr, Rugver, ammlungen: 1. und 2. Rug bei Tiesler, Reuterstr. 47. 3. Rug bei Lehmann, Wefer- Ece Telfstraße, Bortrag. Schöneberg- Friedenau: Sonnabend, 8. März, Maskenball in den Spidernfälen. Karten find bei den Funt tionären und in der Geschäftsstelle, Berlin- Schöneberg, Belziger Str. 27, er hältlich. Kreis Diten: Conntag, 2. Mära. 9% Uhr, Ebert- Gedächtnisfeier im Gaalbau Friedrichshain. Eintrittskarten zu 50 f. ab Gonntag, 23. Februar, bei den Funktionären und auf dem Gaubilto, Sebastianfte. 37-38. Fried richshain, Rameradschaft Stralau. Sonntag, 2. März, 16 Uhr, großes Winterfeft in der Alten Taverne", Stralau. Festredner: Samerad Franz Künstler. Eintritt einschließlich Tanz 75 Pfennig. Internationale Gefellschaft für empirische Philofophie, Ortsgruppe Berlin. Auf Einladung der Ortsgruppe Berlin spricht Professor Dr. Julius Schagel, Jena, über Das Problem der Individualität vom Standpunkt der experimen tellen Biologie" am Dienstag, 25. Februar, 20 Uhr, im Sörsaal der 2. Medizinischen Alinit, Schumannstr. 21. Bereinigung der Freunde von Religion und Bältertrieben. Genoffe Bfarrer Bleier spricht am heutigen Conntag, 23. Februar, im Rahmen einer Morgenfeier um 9 Uhr über den Berliner Rundfunksender über das Thema Gib dich zufrieden und fei stille". Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ariegsteilnehmer und Kriegerhinter bliebenen. Die Sinterbliebenenfunttionärversammlung findet am Montag, dem 24. Februar, nicht wie angefagt im Restaurant Sadefcher Sof, sondern im Balais des Rentrums, Berlin N. 54, Rosenthaler Str. 36, statt. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Bezirke Char Tottenburg und Roo, veranstalten am Mittwoch, dem 26. Februar, 20 Uhr, in den Johann Georg- Sälen, Salenfee, Johann Georg- Str. 19, einen Vortragsabend. Herr Rabbiner Dr. Johachim Brina fpricht über das Thema: Jüdische Jugenderziehung". Gäste willtommen. Briefkasten der Redaktion. 23. M. 42. Wilban. 1. und 4. Nein. 2. Die Roften muß in febent falle der Mieter tragen. 3. Ja. A. 8. Nach unferer Ansicht treten an die Stelle der vereinbarten Kündigungsfrist die Fristen des Kündigungsschuhgefehes. Diese betragen bei einer Beschäftigungsdauer von mindestens 5 Jahren 3 Monate, bei einer Beschäftigungsdauer von mindstens 8 Jahren 4 Monate, bei einer befindet sich in Berlin- Schöneberg, General- Pape- Straße. Jn den Vormittagsstunden. B. R. 06. 1. Es tommt höchstens eine anteilmäßige Stundung der Hauszinssteuer in Frage. 2. Eine Kürzung der Sozialrentner unterstützung dürfte nicht in Frage kommen. Ebensowenig ist anzunehmen, daß Sie zum Ersak herangezogen werden. Trener Abonnent. 1., 2. und 4. Wegen der Beschimpfungen usw. Ihrer Frau tönnen Sie die Chefcheidungstlage erheben. Die Tatsache des Getrenntlebens bildet teinen Chefcheidungs grund. 3. Ja. S. B. Paul- Singer- Straße. Sie müssen Ihren richtigen Namen führen. Ihre Geburtsurkunde muß berichtigt werden. Richten Sie einen dahingehenden Antrag unter Beifügung der Geburtsurkunde Ihres Baters an die Deutsche Gesandtschaft in Briffel. Wegen Ausstellung des Ausweises milffen Sie fich an die Polizeibehörde wenden. Bostrag über Bausparwesen. Ueber dieses zeitgemäße Thema fpricht ant Montag, dent 24. Februar, 20 Uhr, in den Bürgerfälen, Neukölln, Bergstr. 147, Serr Dr. D. Werner. Der Wunsch nach einem Eigenheime ist wohl in allen Kreifen unseres Boltes lebendig, doch es herrscht noch vielfach Untenntnis über die Mittel und Bege, die es auch dem wenig Begüterten ermöglichen, in angemeffener Zeit das Biel zu erreichen. Die Frage: Wie gelange ich zu einem Eigenheim oder zur Snpothekenentlaftung meines Besizes?" ist naturgemäß von außerordentlicher voltswirtschaftlicher und sozialer Bedeutung. Kudowa, das Heilbad für Sera und Nerven. Die prächtige, nach den Ent würfen und unter Leitung von R. Gaze- Breslau errichtete Trint- und Wandel halle geht der Bollendung entgegen und perfpricht bem schönen und beliebten Bade in Schlesiens Bergen eine neue Note zu geben. Die Rahl der Winterturgäfte ift fast doppelt fo groß. wie im Borjahre und bei den täglich zweimal statt findenden Rurlonzerten ist der hilbfche Kursaal fast bis auf den letzten Blak befekt. 21 Das zweite Gastspiel- Ronzert Johann Strauß aus Wien, bas am Mitt woch, dem 19, Febuar, im großen Gaal ber Neuen Welt" stattfand, erfreute fich wiederum eines ausverkauften Hauses. Ein Wiener- Walzer- Abend" bildete die Spielfolge. Das Sarrafani- Sonntagsprogramm feht folgende Veranstaltungen vor: Bon 9% bis 12% Uhr große Tier- und Indianerschau. Erwachsene 1 M., Rinder 0,50 M. Eintritt. Nachmittags 3 Uhr, Familienvorstellung mit voll. wertigem Abendprogrammt. Rinber zahlen auf allen Bläßen von 2,20 M. auf wärts halbe Breife. Abends, 7% Uhe Uhr, Festvorstellung mit der glanz vollen Varade der 37 Nationen. Der Abler- Stand in Kopenhagen. Das große internationale Interesse, bas den Adlerwagen auf den verschiebenen ausländischen Ausstellungen entgegen. gebracht wurde, hat das Frankfurter Bert bewogen, nun auch auf der Ropenhagener Autoausstellung als würdiger Bertreter deutscher Qualitätsarbeit au erfcheinen. Außer den bewährten und wiederholt prämiierten Inpen: Adler Favorit- Limusine, Adler Standard 6 S, Bullman- Lurus- Limusine und Adler Standard 8, Bullman- Lurus- Simufine, tommen noch 1 Adler Favorit- DrofchtenLandaulet, 1 luxuriöses Adler Standard 6 Reise- Cabriolet von Rarmann sowie bas in Tekter Reit so viel genannte piersikige Adler Standard 8 Lugus Cabriolet von Neuß aur Ausstellung. Totaler Ausverkauf Praktische gediegene Wintermäntel bestehend aus wegen Aufgabe des Detailgeschäfts! Passendes vom Backfisch bis zur stärksten Figur! früher bis 21. 35.- 49.- 75.- 98.- 115.- 145.- 178.- 199.Ottomane, Zibeline, Velours, engl. 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Die Einäscherung findet am Diens tag, abends 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege, der Gürtler Hermann Fischer geb. 22. März 1866, am 19. Februar gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, dem 24. Februar, 162 Uhr, von der Leichenhalle des Nikolai- Kirchhofes, Prenzlauer Allee 7, aus ftatt. Am 19. Februar starb unser Rollege, der Schloffer Fritz Mücke geb. 19. Dezember 1906. Die Beerdigung findet am Dienstag. bem 25. Februar, 1412 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Lichten berg, Am Wagner- Blag, aus statt. Ferner starb am 20. Februar unser Kollege, der Rohrleger Otto Schlott geb. 4. Mai 1867. Die Einäscherung findet Dienstag, ben 25. rebruar, 13 Uhr, im Kre matorium Baumschulenweg, RiefholzStraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 10. Februar starb unfer Rollege, ber Rohrleger Paul Schlief geb. 22. Februar 1866. Die Beerbigung hat bereits statt. gefunden. Ferner ftarb am 12. Februar unfer Kollege, der Feilenhauer Hermann Kolberg geb. 20. februar 1904. Die Beerdigung hat bereits stattgerunden. Chre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung Statt Karten Allen denen, die unserem unvergeß lichen Bater Reinhold Seifert auf seinem legten Wege Liebe erwiesen haben, herzlichen Dan. Marie Seifert und Söhne. Allen Berwandten und Bekannten die tieftraurige Nachricht. daß meine liebe Frau, unfere gute, treujorgende Mutter und Großmutter Marie Grob geb. Mürr am 21. Februar 1930 im 64. Lebensjahr nach langem, in Geduld er tragenem Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Julius Grob und Kinder. Die Beerdigung findet am Diens tag, bem 25. Februar 1930, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes Tegel, Hermsdorfer Straße, aus ftatt. 2- ZimmerWohnungen mit Zentralheizung, Warmwasser, Reinickendorf- Dst, Geefir, Miteste., Sfarstraße an Berliner Wohnberechtigte zu vermieten. 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Februar 1930. werden im Wege der Zwangsvolltredung öffentlich meiftbietend gegen Barzahlung Derfteigert: 10 Uhr, Staaft. Pfandfammer, Jägerftraße 64: goldener Ring. Registriertaffe, Schreib. ttsch, Bücherschrant, 1 Poften 8igarren, 1 Fahrrad. 12 Uhr, Staafl. Pfandfammer, Elfäfferstraße 74: Auswärt Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fuhrpark, Utensilien Patente, Büro- u. Labor.- Einrichtung Wertpapiere u. Beteiligungen Bankguthaben Guthaben bei Tochtergesellsehaften Verschiedene Schuldner. Barbestand Wechselbestand Waren- und Material- Vorräte Avale Aktienkapital Reservefonds Hypotheken Passiva Hypotheken- Aufwertungs- Konto RM 290 0003 175 00018 634 996 94 557 105 87 1595 150 22 2271 388 24 28 973 19 143.990 30 1531 252 57 2134 650,43 18 227 858 33 Unbehobene Dividende aus 1927/1928 Akzepte. Bankschulden Schulden an Tochtergesellschaften Langfristige Schulden. Verschiedene Gläubiger Avale RM. 10 000 000 1 000 000 19 705 75 19 000 7191 829 247 50 2224 000 808 029 67 819 065 19 1 050 495 55 Steuerrückstellung aus 1927/1928 180 0002134 650,43 1013 751,22 236 119,49 493 491 94 777 631 73 18 227 858 33 Gewinn- und Verlust- Konto: Gewinn- Vortrag aus 1927/28.. Brutto- Gewinn 1928/29 Abschreibungen . Reingewinn RM. 1271 123,67 Der Gewinnanteilschein 90 " 5. " Nr. 2 wird mit RM. 50- pro Aktle von nom. RM. 1000.Nr. 2 RM. 100.abzüglich 10% Kapitalertragssteuer ab 22. Februar 1930 eingelöst. Einlösungsstellen sind: die Dresdner Bank in Berlin, Dresden und München, das Bankhaus M. M. Warburg& Co., Hamburg, die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank, München, die Oesterreichische Creditanstalt für Handel und Gewerbe, Wien, die Zivnostenska Banka, Prag die Ungarische Allgemeine Creditbank, Budapest. Der Vorstand. Berlin, den 21 Februar 1930. 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