BERLIN Mttwoch 26. Zebruar 1930 10 Pf. Nr. 96 B 46 47. Jahrgang ErsSetiit täglich a-HerSoavtag«. Zugleich Äbendaucgabe d«.Vorwärtt' Bejugs�rti« belde Ausgaben«5 Pf. pro Woche. S�inM. vro Monat. Kedaitlon imd Ervedilion; Berlin SWss.Lindeukr.S >i»>etgen»r«i<: Die einsvaltige Noiivareilleieil« M Pf.. Reklamezelle d M. Ermäßigungen nach Tarif. Poüfchectkvntv Dorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87636. Zernsrrecher: Dönbvff 292 bis 297 �epublikschuhgesch verzögert. Verabschiedung im Michsiag immer weiter hinausgeschoben. Der Aeltestenrat de« Reichstags beschäftigte sich am Mittwochborvrittag mit de» Dispositione« für die mich- sie» Tage. Es wurde beschlosieu. i» der Schaag am Doaaerstag das Gesetz über die Rechtsaerhältaisse der Minister fMiaisterpeasionSgesetz) aad sonstige Ueiuere Vorlage» za behaadel». and am Freitag de» RachtragSetat auf die Tagesordnung zu setze». Der Sonnabend soll sitzangsfrei bleibe». Der Wiederbeginn der Verhandlungen iu der nächste» Woche ist auf DouuerStag. dem S. Mörz, festgesetzt. Es solle» die Bou«g»Gesetze in zweiter und dritter Lesung verhandelt werden. Die Pause während der erste« Tage der nächste« Woche ist notwendig wegen der SUmserenz über die StrafrechtSreform. die zwischen de» üsterreichi- schen und de» deutsche» Juristen i» Wien stattfindet. Das Republitschutzgcsetz befindet sich leider nicht unter den Beratungsgegenständeu des Reichstag« der nächste» Woche. Im Sleltestenansschuß habe« sich lediglich Sozialdemokraten und Demo- traten für eine sofortige Beratung des Republikschutz. gesetzeS eingefetzt, während Zegtr um und De u tsche Volkspartel mit den cppositwnsparteie» sich dem ausdrücklich geäußerten Wunsch der Rcichsregierung auf sofortige Beratung des Republikschutzgesetzes wider» fetzten. * Die parlamentarischen Arbeiten geraten immer mehr ins Stocken. De? Gegensatz zwischen den Wünschen der Regierung und der Haltung von Zentrum und B o l k s p a r t e i wird immer größer. Dieser Gegensatz ist bereits so stark, daß man im Reichstag von einer Obstruktion der R« gierung s- Parteien gegen die Regierung zu sprechen beginnt. Die Ding« drängen zu einer Entscheidung. Die Liquidationsabkommen. Beratung in den vereinigten Ausschüssen. Hauehaltsausschuß und Auswärtiger Ausschuß des Reichstages unterhielten stch heut« vormittag über die zum Voung-Ahkommcn gehörigen Liquidationsabkommcn, ausschließlich des pol- irischen, über das die Debatte bereits geschlossen ist. Der Deutsch- nationale R e i ch o r t wandte stch gegen die widerspruchsvolle Hal- tung Snowdens, der als Minister anders gehandelt habe, als er als Abgeordneter gesprochen hätte, und behauptete, das deutsch-englische Liquidationsabkommen fei verfafsungsastdernd. Dann hielt der Bolkspartetlir Schnee eine Rede über die deutsches» Ko- lonien, die noch seiner Meinung mehr wert stnd als dos. was der ganze Weltkrieg die Alliierten gekostet hat. Der Grundsatz der Heiligkett des Privateigentums sei von den Engländern im Äneg verletzt worden: er werde stch aber auch in England wieder durch- setzen. Ton! Sender(Soz.)� führte gegenüber diesen Rednern aus, daß der Pariser Sachoerständigenplan und das Haager Schicds- geruht die ganze Liquidationssroge ungünstig präjudiziert haben. Auch Deuischland hat im Krieg Sequestermcßnahmen vorgenommen, im Kriege werde eben dos Recht von niemand respektiert und müsse der Gewalt weichen. Das Liquidationsabkommcn mit England schafft' keine zusätzliche Belastung und wenn Relchart sägt: die Züstimmhng sei ein Unglück, so Müsse' hinzugesügi werden, daß die Ablehnung erst recht ein Unglück se in wü rh e. Das Abkommen rette immerhin 92 Millionen Mark, sein« Revision sei wünschenswert, sei aber mit donnernden Redensarten nicht zu erreichen. Der Polkspariciler D o u ch erzählt«, er habe während des Krieges Pethmann mit aufgehobenen Händen gebeten, gegen die Liquidationen keine Repressalien zu ergreifen. Er habe aber lein Gehör gefuirden. Nach weitereu Reden und Gegenreden wurde die Aus- sprach« über die Liquidati onsabtommen mangels weiterer Wortmeldungen gegen 1 Uhr mittags abgeschlossen (Fortsetzung auf der 2. Seue.) Camitte ChatUemps, der ge.flOrsi* fransföflfche ITUnlfterprSfUtenl. 6 Wetthöchstleistungen in einem Klug. Mit 10000 Kilogramm,�'/- Stunden in 3231 Meier Höhe. Rom. 26. Februar. Der Uallenische Flieger Dominica Anloniui hal mit seinem Flugzeug„Captonl" von 6000 FS und zehn Tomren (10000 Silogramms Belastung die Höhe von ZZZl Meter erreicht und ist während seiues Fluges eine Stunde und 3t Minuten in der Suff gebliehen. Mit dieser Leistung hat er sich folgende sechs Welt- Höchstleistungen gesichert: 1. Ausstieg mit größter Belastung auf ?000 Meter Höhe. 2. HSHenrekord mit 7500 Kilogramm Belastung. 3. Höhenrekord mit 10 000 Kilogramm Belastung, 4. Dauerrekord mit 5000. 7500 und 10 000 Kilogramm Belastung. Die erste und vierte dieser Höchstleistungen wurden feil 1925 von Frankreich ge- hasten. privaidetekiivpeters der alleinigeTater? Wendung im Mordfalle Bauer. Holle, 26. Februar. In der M o rd s ach« Dauer ist jetzt eine neue Wendung ein- getreten. Die Frau des ermordeten Geschüftssührers Bauer wird voraussichtlich am heutigen Mittwoch aus der Hast entlassen werde», 'da anzunehmen ist, daß die Beteuerung ihrer Unschuld tatsächlich der Wahrheit entspricht. Man neigt jetzt zu der Annahm«, daß Ihr Rechtsbeistond, der Privatdetektiv Peters, sowohl der Mörder als auch der Urheber der Tat ist. Die Mehrheit gegen Chautemps. Kraktion Loucheur gegen ihren Kührer.- Gespaltenes Kommunistenhäuflein. Das Kazit des Chautemps-Sturzes. Pari». 26. Februar. Die 292 Abgeordneten, die gestern gegen die Regierung ge. stimmt haben, verteile« sich aus die einzelneu Fraklionen ml« folgt: Demokratisch-republikanische Vereinigung(Gruppe Marin) 90. Demokratische und Soziole Aktion(Maglnof) 32. Linksrepublikaner (Tardieu) 63, Soziale und Radikale Linke(ZraokUu-Bouillon) 12. Unabhängige 36. Salhölische Demokraten l7. Raditale Linke (Loucheur) 25, Soziälrepublikaner 3. darunter der Landwirtschafls- minlster im Kabinett Tardieu hennesty. Unabhängige Linke 5. Fraklionsloie 6. darunter die Aukonomisten Stürmet und Walker. Kommunisten 3. 21 Abgeordnete haben stch der Stimme e nich alten, nämlich 7 Kommunisten. 6 Mitglieder der Radikalen Linken: 3 von der Unabhängigen Linken. 2 von der Sozialen und Radikalen Linken, 1 Unabhängiger ond 1 soziälrepublikaner sowie der Kammerpräsident. Sieben Abgeordnete waren benrlaubk. Zwei Kommunisten konnten an der Abstimmung nicht teilnehmen. Sämtliche anderen 277 Abgeordneten haben für die Regierung gestimmt. Diese Statistik bestätigt, was im„Dorwärts* von heute morgen ausgeführt wurde,'nämlich, daß die Gruppe der„Radikalen Linken� den Ausschlag gegeben hat: von ihren 51 Abgeordneten haben nur 2V sür ein« Regierung gestimmt, der ihr Führer Lou- cheur und zwei weitere prominente Mitglieder angehörten, wäh- reich 25 gegen dos Kabinett stimmten und 6 sich der Stimme ent- hielten. Wer denkt dabei nicht an unser« Deutsche Bolk-pariei? Seltscun ist die Spaltung der Kommunisten.(Chau- temps hat zwar behauptet, daß die Mitteilung des Kommerprösi- dinms, wonach stch die Kommunisten enthalten hätten, fa'sch lei, vielmehr hätten die Kachmunisien gegen die Regierung gestimmt Dies hätte auch der Ankündigung ihres Redners Cochin entsprochen. Aber nach der amtlichen Siatistik scheinen sieben von den zehn Kom- munisten versucht zu haben, durch Stimmentdeltung das Kabinett Ehautemps zu retten, wahrscheinlich weit dieses «in« politisch« Amnestie in Aussicht gestellt hatte, die mehreren inhaftierten kommunistischen Abgeordneten zugute gc lammen wäre, I die aber von einer Rechtsr«gl«rung nicht zu erhalten sein wird. »Keine stabile Mehrheit." Paris, 26. Februar.(Eigenbericht.) Die Pariser Prest« bringt nach dem Sturz Ehautemps über» einstimmend die Auffassung zum Ausdruck, dost in der Kammer weder«ine rein« Rechts- noch eine reine Lmksregicrung eine tragbare Mehrheit besitz«. Tardieu sei gestern zwar als moralischer Sieger aus der Schlacht hervorgegangen, er habe sich jedoch zu sehr exponiert, um die von ihm selbst geschlagenen Wunden jetzl sofort wieder heilen zu können. Lnebcsondore die große Informationspresie vertritt deshalb die Ansicht, daß der Prä- sident der Republik heute zunächst oersuchen werde, in erster Linie Poincare oder Briand, und in zweiter Linie Barthou oder Pcrct mit der Regierungebildung zu beauftragen. Im sozialistischen„Populaire" schreibt der Generalsekretär der Sozialistischen Partei, Faure: Indem wir für Ehautemps stimmten, haben wir Tardieu, Reynaud und Marin bcsettigen wolle». Das Mintstcrium Ehautemps ist gefallen. Wieder einmal ist der Bc- weis erbracht, daß die Mehrheit rechtsgerichtet ist. Wenden wir uns also an das Lgno. Sprechen wir zu den Bauern und Arbeiter- mästen und bereiten wir im übrigen die Wahlen von 1932 vor. Das ist der wahre Kampf. Straßendemonstrationen am Abend. Der Sturz des Kabinetts Ehautemps wurde in Paris durch Extrablätter bekanntgegeben und rief auf den Boulevards große Diskussionen hervor. Die Rechte hatte ihrcn Anhang bereits im Laufe des gestrigen Tages aus die Straße befohlen, so daß es noch der Meldung von dem Sturz des Linkskabir« is ahn- lich wie im Juni 1926 bei dem Smrz des Min'sierünis Hcrriot an den verschiedensten Stellen der französischen Hauptstadt zu Demonstrationen kam. Mit Rufen wie„Nieder mit Ehautemps --Hoch Tardieu I" und Schmährufen gegen die Links- Parteien durchzogen die nationalistischen Demonstranten die Straßen. Die Polizei war den Demonstrationen gegenüber stunden lang völlig machtlos. Die Äquidationsabkvmmen. Oer Mienverkauf der Stadt. Das Angebot der iAesfürel. Vet der richtigen Veurleiluvg der Alögtlchkeiten einer Zu. stimmung der städtijch-n Körperschasten zu dem Angebot der Gesell- schast für Hlcklrische Unternehmungen, über das wir im Morgenblatt bereits ouesührlicher berichteten, muh man vor allem bedenken, dag e> sich um einen Aktienbesitz handelt, der nach dem mafzgeblichen Urteil führender Aachleute elektrotechnisch keine Bedeutung für die Stadl Berlin hat. Ks muh pon der verantwyrlungebewuhten presse in der vessenllichkeit auch immer wieder betont werden, dah es sich keineswegs NM Aktien eines städtischen Unternehmeos handelt. Dah ei» verkauf von Aktien städtischer Merke kommnnalpolstisch untragbar wäre und dah die Sozialdemo. krntie niemals ihr« Hand dazu Hirten würde, ist selbstoerständUch. Lei der Südwest aber besitzt die Stadl nur zirka 4ü Proz. des gesamten Kapitals, der Reff befindet sich im festen Besih der Geesürel. Die Vorlage wurde gestern erstmalig der Jinanzdepulation vom Magistrot zugeleitet. Die Depnialionemilgiieder vertagten die Auesprache über das Angebot, um sich erst genaueres Material de. schassen zu können. Zn der nächsten Sihung wird sich die Ainanz- deputalion noch einmal mit der Vorlage zu befassen und dann ihre Entscheidung zu salben haben. * Aon Interesse ist. doh die 45 Millionen Mtien der Deutschen Gasgesevschnst, die hie Stadt kürzlich dem aus der Preußischen Staats- Pank der Deutschen Pank und der Disconto-Gesellschast bestehenden Pankcnkonsortiuin lombardieren muht«, wahrscheinlich schon in kürzeste? Zeil wieder vom Lombard befreit werden dürften. Ein amerikanisches Hankhaus, d!« Firma Brown, Brothers u. C o., hat nämlich gegen die Lombardierung E i u s ft.r u ch«r- hoben. Zni Mai 4928 hatte die Stadt Berlin von einem ameri- kanischen Finanzkonsortium, das unter Führung des oben genanikte» Bankhauses stand,«in« Anleihe von 4ö Millionen Dollar«HMcn. Di- Amerikaner erblicken in der nun erfolgten Lombardierung der Gasaktien eine Benachteiligung aller früheren Anlechezeichner und protestieren gegen dies« Mahnahme. Augenblicklich verhandeln die Konsorten mit d-i, amerikanischen Bankiers, um«ine Lösung auf einem Mittelweg zu finde». In der heutigen Magistratssitzung beschästigt« man sich lediglich mit der Er.edigung laufender Geschäft« der Verwaltung. (Fortsetzung pon der s. Seite.) Zu beraten sind noch das d e u t s ch- a IN« r i k a n i 1 ch e Schul, denabkommen, da« deutsch-helgische Markabkom» wen und die Raumungsomnestie! außerdem ist die Saar- d e h a t t e noch zu beenden. Ein zum drittenmal gestellter Antrag her Deutschnationalen, den Nsichabgnkdirektor Schacht als Sachverständigen zu toben, murd« zum drittenmal abgelehnt. Der Aarsitzende Scheidemann schloß mit der Erklärung, er werde morgen 10 Uhr pormiltagS pünktlich beginnen, damit man schon am Schluß der morgigen Sitzung zu den Abstimmungen kommen könne. Späte Abwehr. Aus dem Reiche des Herrn Arick, Weimar. ZK. Fchruor-(Eigenbericht,) Der Landesbeamtenausschuh der Deutschen Bolkspartei in Thü- ringen hat sich inzwischen ebenfalls, wenn auch reichlich spät, mit der Maßregelung des Studiendirektors Dr. Sj«. ssrt durch den Putschisten Frlck beschästigt und seine Auffassung in einer Entschließung niedergelegt, in der es u. o. heißt: „Der Ausruf her Hitler-Jugend gegen den Poung-Plan, an dem sich dex Bund der„Adler und Falken" beteiligte, ent? hälj eine unerhörte Beschimpfung der Reichsregierung und be- seitigt jeden Zweiiel an der gesetzlichen Verpslichtung der Schul« leiter, die leilnohme an dieser PergnstaUung zu verbieten. Auch besteht aller Anlaß, di« Iugendbünde, die an der Aukündigung beteiligt seien, für«ohlnnmüudige Schüler zu verbieten. Der Landeebeamtenausschliß erwartet pan der Fraktion der Deutschen Volkspqrtej parlamentarischen Schutz für Beamte, die treu ihrem Diensteid hanteln." Siesert stürzte bekanntlich darüber, daß«e sich weigerte,«in«? Forderung des Putschisten Frich zu entsprechen und das von ihm für d!« van ihm geleitet« Schul, ausgesprochene Perbot de» Bundes „Adle? und Falken" auszuheben, Siesert darf Zwar wieder in sein Amt zurückkehren. Die auf v«kanlassung d«» Putschisten Frick er- folgte Aufhebung des Verbots ist bisher jedoch nicht rückgängig g«, macht worden. Thyssen und Krupp. Erklärungen über das Ermit lungsverfahren. Dr. chärle, der geschästssührende Direktor von Thyssen, erklärt zur Eröffnung eines Ermiltlungsverfahrens gegen Thyssen! „Pamen? sämtlich«? Herren, melche die Thyssenwerk« als per- antwortliche Dlrekloren während d«h Krieges geleitet haben, Hab« ich in meiner Eigenschaft als gcschöftsführender Dinktg? des Thtzsien-Konzerns zu den Mitteilungen in den Zeitungen über di« angeblich« Srössnung eines Ennittlungsverfarens zu erklären, daß weder eine? de? chorrei» Tyssen, noch einer von uns Direktoren, noch«ine Firma des Thyssen-Konzerns bisher von eine? Straf, anzeige oder der Eröfsnung eines Ermitlkungsoerfahren» gegen nn» Kenntnis hat w Zur Sache selbst haben wir zunächst ganz «Hemeln zu erklären, daß sämtlich« Lieferungen unser«? A--rt« während des Krieges in vollem Einvernehmen mit den zuständigen deutschen Behörden ersa!gt sind. Darunter befand sich selbstpeiständlich keine Lieferung an da? feindliche Ausland,«tacheldraht haben wir während des ganzen Krieges überhaupt nur an die deutsche und österreichische Heeresverwaltung geliefert. � Die Lieferung pon Insqnterieschutzschllden an die halländische R«, g i«? u» g erfolgte in vollem Einvernehmen mit dem Kriessministerium in Berlin. Alle Einzelheiten d«r Liefe- - rung und der Preisberechnung wurden vorher mit den zuständigen deutschen Behörden vereinbart, welche an holländischen Gegen- lieferungen Intepess« hatten." Di« Firma Krupp erklärt zu dem Ermittlungsverfahren der DberreichKanipaitschost, dag sie„weder vor dem Krirg« noch während des Krieges irgend etwas getan hat, was nicht mit Wissen und Willen her zuständigen Behörden geschehen Märe." Goebbels Possregal. Die Vriefmarke des drittel, R'ichkS. Di« Hakenkreuz,'«? wollen nicht länger darauf warten, daß hl« deutsch« Republik in das dritte Reich perwandalt werde. Sis ziehen deshalb ihr drittes Reich ganz privatim für sich selbst aus. Herr Hitler hat bereits für s.in Reich die Buch- und Presiezensur eingeführt. Herr G o e b b e l s hat für das dritte Peich den Partikularismu« der Hakenkreuzgau« exsunden. W«l der von ihm geführte Gau Berlin unter finanziellen Schwier g- keiton(eidet, ist Goebbels auf ein geniale» Zluskunftsmit.sl per- fallen. Cr will«ine sogenannt« Kampfschatz marke einsüh�en. Kein Hakentreuzler soll künstig eine Postsache ausgeben, ohne neben die Reichshriefmark««in« Hakcnkreuzbriefmark« gellebt zu haben. Sc ig« Propogandaabteilung teilt m>t! »Der Gau Bsrlin hat sich entschlossen, in allernächster Zeit Kampsschatzmarken herauszugeben. Als bescheidenen Anfang «ine Serie von drei Stück zu 1 und 2 Renten- f e n n i g. Keine Postsach« ohne Kamp'schatzinarke wird unsere osung s».n Und di«sz Losung werden wir als Ausruf zur Er, iüllung einer Answndspfsicht weitergeben an alle uns erreichbaren Deutschen. Je unermüdlicher wir werben, desto schneller kommt der Tag, an dem aus unserer Kampsschatzmarke d>« Lriesmarke de» dritte n Reiches wird." Di« Einrichtungen des famosen dritten Reiches werden bevetts verteilt- Hitler bat die Zensuxbshörp«, Goebbels die B�esmy(e. Damit hat sich Goebbels beizeiten sin partikularischsches Rs'�rvgt« recht so«in« Art Postregal für den Gau Berlin im künf-iqep Hitl«?. Reich zugelegt! Tardieu lehnt ab. lluh schlägt poincgf6 vor. por s ß, 26, Februar. Dordixu hat di« Sabinetlsbllbung abgekehul und von- wergue aus p» I a< a r e verwiesen, dem er. lardleu, seinen Vel. stand leihen würde. Auiobuhlunglück in WilmtsfSporf. Heut« mittag gegen 1 Uhr fuhr«in A u t o b u ß in sVilmere, öori in der Röhe des Hindsndurgparkes so scharf gegen die Pord- schwelle, daß«r in» Schlsudern geriet und umschliig. Glücklicher- weise wurde niemand ernstlich verletzt. I Zentralküche in Neukölln. Eine Vlusteranstalt der städtischen Lo'.ksspe.sung. Daß i« den Verwaltungsbezirken verlins umsichtig und lak- krästig an dem Ausbau der kommunalev Eiyrlch- t u n g e n gearbeitet wird, zeigt wieder die neue Zentralküche. dl« für die städtische Volksspeisung im Verwaltungsbezirk Reu- köllo geschaffen worden ist. sie ersetzt die alt« Küche, ple bisher in sehr unzulänglichen Räumen Heß privaten Grundstücks Bergstraße öS untsrgedracht war und trotz aller Mängel sehr beträchtlich« AusgzbiN(fü? Miete, Reparaturen usw.) erforderte. Di« neue Küche ist entstanden auf dem städtischen Grundstück an der Ecke d«r Teupitzer Straße und des Köllnischen Users im Zusammenhang wtt dem Bau des städtischen Obdachs, das dort errichtet wurde und in absehbarer Zeit vollendet sein wird. Die Räume der neuen Küche sind groß, hell und lustig, so daß für den Betrieb di« größte Sauberkeit möglich wird- Entsprechend dem heuligen Stand der Küchentechnis sind maschinell« Einrichtungen aller Art perwend«t worden. Karlosselwaschviaschinen. kartofselschäb Maschinen, ein Fleischwolf mit Molar, Gemüsezerkleinerunge- Maschinen, Bratschn-id-maschm«» ulu». Die Küche hat täglich etwa 8 000 Portionen Essen zuzubereiten. 4000 für die Schulkinderspeisung, 4700 für die Bolkcspeisung, 420 für die Klein, linder- und Mätterspeisung. 4Z0 für die Jugenbl'ch-nspeisung. Sie muh. um diese Leistung bewältigen zu können, bereits früh um 4 Uhr mit der Arbeit beginnen. In fünf Kesseln zu je 600 Liter und zwei Kesseln zu j« 300 Liier wird das Esten gekocht. Sehr beachtenswert stich auch di« Eimichtungen zum Wohl d«s in dieser Musteranstalt beschästigten Person als. dt« Außinthallsräume und die Baderäume. Die Küche ist bereits seit t?. Fchruar in Betrieb. St««ittd« heute von Mitgliedern der Bezirkrveiipallung unter Führung der Stadtröt» Schneider und Lucks besichtigt. Die Gäste äußerten sich über die neue Anstalt sehr befriedigt. Feuer im Städtischen Arbeitsnachweis. 20000 Karteikarten vernichtet- Vrandstifiung wahrscheinlich. Zii, den heutigen frühen Akorgevstund-n brach im Städtischen Arbeit snachmeis in der Thomas- straße in Reukällv Jeu« aus. das mit großer Schnelligkeit um sich griff und schwere» Schaden anrichtete. Aus einem unbebauten Grundstück gegenüber d«m Hause Thomäßstraß« 40 besmdet sich«ine etwa SO Meter lang« Holzh-irsck«, in per Abfertigungs, sowie Kqrtöthek« und BuchhastUNgsräum» des Städtischen Arbettenochw-ises für w«ihlicha Personen untergebracht sind. Heute früh gegen 4 Uhr bemerktifn Arbeiter, di« sich aus dem Weg« zu ihrer Arb-üeMt« befanden, baß es im Innern d«r Barock« lichterloh brannte. Die sofort akarnii«rte geuerw«hr ging mit fünf Schlauchleitungen vor. Letper ist die wichtigst« Abteilung des Arbettsngchweise?. her Raum. in dem sich die gesamt« Kartothek mit ZO kiOl) Karten befand, völlig ausgebrannt. Die bisherigen kriminakpoliz«ilich-n Ermittlungen haben zu dem Ergebm» geführt, bah mit einiger Sicherheit Brandstiftung als Entstehungsuisache anzunehmen ist- Als gestern nachmittag die im Arbeitsnachmeis beschäftig!«» Angestellten ihr« Diensträume oerließen, wareu sämtliche O-'fen bereits«rkaltet. Dagegen wurde von der Feuerwehr d«iin Ast' rücken eine wickstige Feststellung gemacht, DaaiFenster des aug, gebrannten Kaxtothekraums stand sperryngelcheit offen, ein« Scheibe war zertrümmert. Ma» nimmt an. daß sich de? oder di« noch unbekannten Täter durch das Fenste? Einlaß in di« Räume des Slrbeitsnachweises perschasst und dos Feuer angelegt hoben. Polizeipressechef nach Kassel versetzt. Der longjährige Leiter der Pressestelle im Polizeipräsidium in Berlin, Regierungsrat S ch 0 e n y, ist als Bertreter des Polizei- Präsidenten nach Kassel versetzt worden. „Hilfreicher Wohnungsfachmann." Wie man aus den Taschen der Wnbnungsuchmden lebt. Jeder, der in Besitz einer Wohnung gelgngen möchte, hedarj dazu vor allem eines Wohnberechtigungsscheines. Nun gibt«s«ine ganz« Meng« Menschen, pie absolut nicht wissen, wie si,«s anzustellen haben, diesen Schein zu«rhaste» und andere wieder, honen es inspig« Fehlens �der dazu notwendigen ynter. lagen nicht möglich ist, sich diesen Schein zu boschassen. Aus her Uitkenntnis bzw. Trägheit d«?«inen und on» der Zahl ,«ner anderen, hie nicht im Besitze der erforderüchen Unterlagen sind, hoben findige Seschäflole'ut« im Laus« dv Zeiten ein recht lukra. tsves Gewerbe zu machen verstanden. Im Inseratenteil elney Berliner Wattes findet man täglich. am Sonntag in besonders großer Zahl, solch„gefällig« Herren", die sich unter dem Tttel„Fachmann besorgt vorschuh, los. reell, auch kür Ledige", cder.einwandfreie Erledigung fchwie, rige» Fäll»".„W 0 h n|i n S« I ffc« i«U bifsißst"..ehemaliger Wohnungsbeamter verschafft reell" erbürig machen, h«m Wohnung«' bzw. B-rechtigUNgsscheinheischenden hilfreichst unt« di« Arm« zu kreisen. Für ihr« Mühemalwng fordern si« bet U»b«rgab« der Papier« ein« Anzahlung von SO M-, bei Erledigung einen weiteren Betrag von 400 M. In demselben Fach«, m-r zu noch höheren ! Tarifen— etwa 200 M. pro Schein•— arbeiten auch die Herren Wohnungsvermiuler im Nebenberuf. Nun oerhält sich die Bc- Ichafsung eines solchen Berechtigungsscheines in der Praxis folgender maße»! Kann man den Nachweis einer bestimmten Aufenthaltsdauer in Berlin, des wetteren die deutsche Staotsangchörigkeit und bei Ledigen-- die Erreichung de? 35, Lebensjahres erbringen, dann «rhäst man im Laufe eines Vormittages durch daz Einwohner Meldeamt, bzw. das Zentrolwohnungsamt. den gewünschten Schein, und dies vollständig kostenlos. Kann man die geforderten Unterlagen nicht beibringen, dann ist es natürlich Esstg damit, dann kann aber auch der Hilfreiche den Schein nicht erhalten und der Gutgläubige, de? ihm ins Garn ging, ist seine SO M. auf jeden Fall los. Selbstverständlich sucht der schlaue GeschSstsmann seinen geprellten Auftraggeber durch Bertröstungen hei guter Saun« zu erhallen und es kann ihm auch(emer was anhaben, da«r ja keinerlei Garantie für die Beschaffung des Scheines übernommen hat. Man tut also gut daran, sich per Mühe der etwa» langwieriren ßcheinbeschaffung am Zentrallvohnungsamt geben sich täglich Hunderte solcher Antragsteller ein Stelldichein selbst zu unterziehen, sosern man überhaupt Anspruch aus»rnen Berechtigungsschein hat. Auf jeden Fall soll dies etwas dunkle Gewerbe nach Möglichkeit lahmgelegt werden, schon um all« irgendwie„gc- schoben«»" Wohnungsbeschassungen im Interesse der unzähligen bc- rechtigten Wohnungsuchenden aus der Welt zu schaffen. Feuerkampf im Krankenhaus.; Detbrecher ü oerfallen einen fran'en Komplizen. Chikago. 26. Februar. Em unglaublicher Vorfall, ml« er sich wohl nur in Ame.ika er. eigner, kann, spielte sich gestern um viillernacht in dem hiesigen Diakonissen-Krookenhaus ab. Zn einem Krankenzimmer krachten plötzlich eine Anzahl Kchüsse. so daß unter den Kranken eine sürchlerliche Panik«nl'.'and. Ein notarischer Verbrecher der Stadt, der bei einer por einem Monat unternommenen Razzia schwer verwundet in das fUonke». Haus eingellefert worden war. erhielt vnerwa tet den Besuch von drei Männern, ebenfalls Verbrecher» aus der Ehikagoer valecwell. die lh» Zu ermorden vei suchlen. Kte gaben mehrere Schüsse aus ihn ab, dl« de? kranke erwiderte. Sz entstand zum Entsetzen der In- fassen des Krankenhauses ein heftiges Fxuergesechl. Dem kranken Verbrecher gclqng es schließlich, seine Komplizen in die Flucht zu schlagen. Verschiedene Kranke c litten hysterische Anfälle und kqnnlrn erst später beruhigt werden. Die Poll, et ha« d'-ö Verfolgung der Banditen ausgenommen. Außero denllich bezeichnend Ist der Um- stand, daß der im Krankenhaus überfallen« Verbrecher seinen Rc- yoloer bei sich Halle._ Tumult im Sejm. Krach zwischen SvFal.fitn unv p lsud'listen. Warschau, sü. Februar. Im Sejm wäre es gestern abeich zwischen Zldgeordneten des Regierungsblocks und Sozialisten beinahe zu Tätlichkeiten gekommen. Der s 0 z i a l i st t s ch e Abgeordnete Stanrzyk wurde ständig pon dem Abgeordneten des Regierungsblocks Klef- zezynski unterbrochen. Kleszczynski rief ihm u. a. zu:..Sie haben die Kultur eines vanditen". worauf Ihm Stanczyk ant- wartete: „Sie sind ein gewöhnlicher Lausbube, ich werde nicht mit Ihnen polemisier«,,. Zur Zeit, als di« palnischen Sozialisten um Pik Unabhängigtest kämpften, haben solche Herren w.e de? Abgeordnete Kleszczynski die Stiefel der Zaren und Kaiser gesüßt." Diese Worte riesen bei den Abgeordyclen des Pilsudski-Plocks eine» S tu r m de? Entrüstung hervor Kleszczynski sprang vpn seinem Sitz auf und stürzte sich auf den Redner. E» wäre, da Sozialisten und Regierungsabgeordnete ihren Freunden zu Hilf« eile», wahrscheinlich zu einem Handgemenge gekommen, wenn nicht der Sesmmarschall unter allgemeinem Tumult die Sitzung unterbrochen hätte. Der Abgeordnete Stanczyk erschien dann sväter auf der Tribnne und bat den Abgeordneten Kleszczynski um Berzeihung, da ihm nicht bekannt gewesen sei, daß dieser In den Legionen gedient habe. Der hakenkreu,-Regi?rungsrot Da» Disziplinarverfahren gegen den Regierungsrat Dr. F a b r i< 1 u s wegen seiner repudlikfoind, sichcn Umtriebe im Finanzamt wird am 4 März vor dem Reichs- disziplinarhaf im Reichsministerium de» Innern verhandelt. Vor zehn Jahren. Sie Aurcht der Kappisten vor der Arbeiterschast. Wir erhalten da» solgende Schreibe»! In Nr. 9l des„Vorwärts" umn 33. Februar 1930 lese ich, daß die.L r, u z, Z e i t u n g"« nicht wahchaben will, daß die g«, schlössen« Haltungder Arbeiterschast i»e Kappisten zur Ausgabe ihrer Machtstellung gezwungen hat, wozu ich Ihnen kurz mitteile: Ich war während des Kapp-Putjches«an der Abt. Tcttau, später Abt. 4. Gruppe Mitte der«icherheitswehr zur Paßkontrolle in bi« Reichskanzlei koiumaudicrt. Am Tage des Regierungswechsels dodiente ich die Telephonzentrale>n der Reichskanzlei. Gegen Z43 Uhr nachmittags kmn ein»mger Ossizier(Oberlt.l mit einem künsUichen Bejn, leider ist mir der Name nicht bekannt, zu mir und sagte wörtlich!„'Wir haben zu erwarten, daß wir hier in kurzer �eit von den„Arbeitern" ausgeräuchert «scheu. Ei« bleiben hier bis aus die letzte Minute und vernichte» sämtlich« Name,, an der Zentrale". Au» dieser Aeußerung ging da- mals klar hervor, daßmonyyr allemdieArbeitcrschaft s 0 r ch t» t e. weiter sürchtete man auch dieEicherheitswehr. als erst« dte Abt. Lichtenberg, ich weiß leider nicht, was dort vor- gssallen ist. doch pem Vernehmen»och handslte es sich hier»m«ine Angelegenheit im Zusammenhang mit den Pionieren in der KSpenIcker Straße. Sie gan.ze Zelt, hie ich in der Reichskanzlei war. hatte-ch den Gindruck, haß di« tüchtigen Kappt st, n in großer Angst waren, vor altem, betone ich noch einmal, pac der Arbeiterschast, Durch dies« Angst getrieben, verließen auch Pie sauberen Herren die Reichskonzlei w>« Feiglinge, flucht- artig. Ich selbst in der Reichskanzlei habe in der Telephonzentraie nicht gemerkt, wie die Erneuerer Deutschlands getürmt waren und war ganz erstaunt, als sich hei der Verbindung niemand mehr meldet«. Erst durch einen Herrrn Dr. Weder erfuhr ich, daß die Feiglinge abgerückt waren. Die Organisation war nach meinem Dafürhallen nicht schlecht, doch wurde alles durch die Arbeiterschaft durchkreuzt, wo» ich aus den verworrenen Anfragen aus allen Teilen des Reichs vernommen Habs. Ich als Republikaner freu« mich, daß den Ereignissen von damals besondere Beachtung aeschenkt wird, denn gerade damals hat die deutsche Arbollerschaft gezeigt, haß sie sich nicht wie in Italien ver- dummen läßt, sondern für einen sozialen Aufbau kämpft, Der Erwähnung verdient außerdem da« Verhalten der Ehrhardt« timppen am Tage nach dem Abrücken der Kappisten. Wie eine lo?- gelassene Meme stürzten sie sich aus alle Passanten, die ein etwas jüdisches Aussehen hatten, welche bann am Wilhelmplatz(Nordseite) in einen Torweg geschleppt wurden und mit heruntergerissenen Kleibern und blutüberströmten: Gesicht wieder herauskamen. Ich teile Ihnen dies mit und stelle Ihnen anHeim, es gelegent- lich der tüchtige»„Kreuz-Zeitung" entgegen zu halten." Exgroßherzog kaust eine Zeitung. Natmlich eine devtsck nationale Schwerin, U. Februar.(Eigenbericht.) Der frühere Groß Herzog Friedrich Fraiu IV, ppn Mecklenburg-Schwerin will unter die Zeitungs. verlegtr gehen Er hat am Dlcnstag bei einer Zwanzsper. stetgsrunz auf das früher« d-utschnatioilal« Organ in Mecklenburg, Schwerin, di« Mcklenburger Nachricht«», ein Meist, angebet In flöhe ob» fipDOO Mark abgegeben, Der Zulchlagstenmn ist auf den 4. März vordem Anttsgerichl Schwerin festgelegt worden. Die Flucht in das Mysterium. Von Hans Bauer. Etnes der größten Wunder des Lebens ist der Glaube an das Wunder. 140000 Menschen sind, mich einer amtlichen Statistik, im Johrx 1939 noch Gallspach in Oesterreich gefahren und haben dort einen Mann namens Zeileis aufgesucht, um sich von Uzm heilen zu lassen. Ist«s sicher, daß dieser Zelleis bessere Methoden als pie Schulmedizin zur Anwendung bringt, um di« Diagnose zu stellen und die Heilung zu betreiben? Do» ist keineswegs sicher, aber es ist sicher, daß«r andere Methoden zur AnVendung bringt. Zelleis' Patienten sind mißtrauisch gegen die Aerzt«, die auf der Universität studiert haben, sich Doktor nennen und bei der Aus- stellung ihrer Rezepte sich aus die Weisheit der dicken Bücher stützen. die langweilige Titel haben und in den medizinischen Fachbuchhand- llmge»»pn jedermann erstanden werden können. Dieses Mißtrauen ist nicht immer so ganz unberechtigt. Es gibt wie in jedem andere» Beruf so auch im Arztberus Psuscher, Geldschneider, Nichtslönner und abgesehen von der Unzulänglichlest einzelner! d«r med!« zintsche Wissensfundus' selbst ist kein völlig unantastbarer Wert. denn gerade in neuester Zeit ist so. anläßlich der Diätkur— Experiment« Gersons— aus den Reihen der Schill Medizin heraus Kritik an den Grundlagen dieser Schulmedizin laut geworden. Indessen, wen» es wahr fst. daß die Aerzte zuweilen versagen, wiesp geht daraus hervor, daß Zelleis nicht versagt? Wenn es wahr ist, daß nicht jeder Arzt Garantie für Erstklafsigteit der Behandlung bietet, welche größere Garantie bietet Zelleis? Garantie? Gar lein«! Wer er bietet leinen Patienten etwas anderes: die Atmo- sphär«, in der der Wunderglaube gedeiht. 4» Gallspach: das ist ja nichts Neues. Lourdes, der Schäfer Ast waren schon da und hallen ähnliches Publikum wi« Zeileis: Wen- Ichen, di« an di« Patentlösung glaubten. Es läßt sich nicht sagen, daß das immer dumm« und boschränkte Menschen sein müssen. Es ist ganz natürlich, paß Kranke, denen die übliche Medizin nicht Helsen kann, trotzdem die flofsnung aus Rettung nicht fahren lassen und sich, wenn das Gewöhnliche ihnen nichts nützen konnte, in letzter Instanz an das Außergewöhnliche wenden. Wer sein« Brief- lasche mst dem Monatsgehalt vermißt, wird zunächst einmal alle jene Taschen und Fächer durchsolschen, in denen d!« Brieftasche sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit befinden könnt«, bei immer neuen Mißerjolgen wird er aber, nur um keine noch so gering« Chance unausgenutzt gelassen zu haben, schließlich auch die un- möglichsten Stellen durchsuchen. Die Apparate, di« Zeileis benutzt. sind der wislenschasttichen Kontrolle nicht zugänglich. Es ist taufe.> gegen«ins zu wallen, daß sie diese wissenschaftlich« Kontrolle zu scheuen haben: ober immerhin ist gegen dos Unzulängliche auch nicht der völlig einwandfreie Beweis der Minderwertigkeit zu führen- und nicht einmal der, daß es sich nicht»m etwas beispiellos Cfk niales handelt. Was unter normalen Umständen also als schweres Manko der Zeileisschen Apparate anzusehen ist und sie im höchsten Maße verdächtig macht, kann doch sür denjenigen, on dem die an sich tauglichen und ausgezeichneten Instrumente der SchulmedIin erfolglos erprobt wurden, ein Plus bedeuten... Das System Gallspach, dieses System des flintennbcrghavens, Slch-in-Schl«ier,flüüens, Geheimnisvolltuns, dieses System des Appells an die ousschweijende, wundergläubige Phantasie, ist er probt und übt, falls gewisse Nebenvmftände erfüllt sind und Inszenierung geschickt ist, seine ewig« Wirkung aus Nicht nur in der Medizin, überall dort gibt es das System Gallspach, wo der Fehlernachweis nach Lage der Dinge nicht für jeden absolut ver ständlich, mit mathematischer Präzision gelieserr werden kann. In der Kunst und Literatur(um von der Religion gar nicht ZU rcdenl. wo an sich mit Gefühls- und Schätzungswerten gearbeitet wird, ist Gallspach besonders heimisch: dqs Ausgeplnsterie. Uneindeutig-, mystisch sich Gebende, der Nebel, Mulm, Dunst, has der Kon trolle sich Entziehende, Aber auch m exakteren Disziplinen sipden die Zelleis die für sie Prädestinierten. Hie Chemie brachte d-n Goldmacher Tausend hervor, und sogar in der so nüchternen Oeko nomie tauchen von Zelt zu Zeit Wundertäter mid Zaubevmönner auf, die neue geniale Rezepte osserieren und porgeben, alte Gc- setze sprengen zu können. Noch ist Alan!« unvergessen, de? toukend Prozent Verzinsung tm Jahr persprach und m diesen ausgeklärten Zellen des Radios und des Flugzeugs im Zirkus Busch wie ein Messias gestiert wurde, oder jener Bergmann, der,«in Revafulio- när das Zinssatzes, seiner Gemeinde«inen Nutzen pon 48 vom Hundert im Jahr herouszuwirljchaflen gelodte. Ein herrliches Be- tätigungsselö für Zei'eis-Naturen wird auch immer die Politik bseiben. Den Toung-Plan fachlich mit dem Dawes-Plan zu ver- gleicken, ist schwer und mühselig! so mühselig, wie an di« Heilung. des Krebses heranzugehen. Aber snsch-fröhlich und machtvoll läßt es sich über Bersklavungspolitik reden. Zcilels hat seine mißver- standen« Neonzas-G'asrphre, mit der er sämtliche Diagnosen stellt. Hugenberg-flitler haben ihren Dcutschlandsimmel. Beides ist Göll- spoch und beides findet sein Publikum, Das Marburoer LWeil. Vi« Hau«, tater»ich ermittelt. Profesisr H. Iacpbs g hn, der Dekan der pH lospphischen Fakultät der llnioersität Marburg schreibt uns: Zu der Notiz, die In der Morgenausgabe des„Ponpärts" yom?1. Februar 1930 unter der lleherschrist„Ein aufmunterndes Urteil" über die«trafen erschienen ist, die der Senat der Marburger Universität gegen die Stu�enjey ausgesprochen hat. die den Minister Dr- Becker bei seiner Anwesenhell jn der Marburg«? Unipersttät beschimpft haben, ertaube ich mir folgendes zu bemerken: Bon dei, s ü n s Studenten, die der Drsziplinarunlersuchung unterstanden hoben, mußten zwei srs>e Peräfientlichuna van Büchern mit stählerne» Seiten prophezeien könne. Dieser Stahl werde weniger kosten als Papier. Eine Ausgabe von P�O Seiten werde nicht mehr als zwei Daumen dick sein und weniger ol, 500 Gramm wiegen. vi« 6 lsazn-wine« der v«ll»liüt,ne findet Sonntaa.»«im'ttxg» litt, Nbr, im Tkica er am iOüIowplatz statt und»cre nigt Tan*«»an Ellinor Baindt. Hau lli'knr« läiäfct Op-rs und statte KaSlar(Palueea(»riifvO- Wntati, karte» ijir Mil-beter sPlatzvcrlosuna) IM> M.>ß he» Beilauizü-Sen der Pp»tüdne, Platzkaiten(au» iftr RiNtmit'üeder) 8,--, t,-- hei Vert, heim. Pole& Beck. t»H>e an der Thealertass«. tüdaeachroott. Hermann Haller»et da« �keater am K ch i i l d»»« r d a m m pepochtet»nd wird e»»m S.Mär» mit einem noti 16m, ncmeinlam m t Vidi Waiss pcisasiten Baudevtlle:.Der doppelt, Biäutipqnl- eiKssre»,-rr- Joachim O I» a u bewies wäMeud der Zeit seiner Diiekt-onstäti.'ileit in, Deutschen P p l k»> Ii e a I e r in �->9» viel anlfti Slilleii. nb«» er daile fein(«liich ctr wird den bis 3l. August leuseuden 4-«chlv«uag nicht perlängern. „Scapa Zlow." Nationaik ti'ch in der Echauburg. „Scapa Flow" nennt sich das Monstrum an Nichtkönnen, da* offenbar vom Ludwig-Gottschalk-Film gedreht wurde, um den geistigen Tiesstand des Rationalismus bildlich zu demonstrieren. Es könnte auch heißen:„Der Dolchstoß in den Rücken der deutschen Hochseeflotte" oder„Marineleutnant und Schönkmädel" oder„Gott strafe England!" Für da» Manuskript zeichnen zwei kerndeutsche Männer Ohre' Ütemen verraten«»). Leo d« Las arg ue und Leo 2a»ko. ver. -antmärtlich. Di« Berfassar der Militärgroschcnhesle. die In den«csten .Melkkriegsjahren grassierten und in denen immer ein Leutnant«ine Kranken-schwester heiratete, erscheinen mir nach diesem GrcsttS als ersinöungsreiche L tsraturgenies. Dies di«„Handlung�': D.it , Schönkmädel pendelt zwischen einem Matrosen und«Inem Hcizer. > van denen der«ine sich durch geklautes Kommihdrot. der andere | durch stärkeren Mu°k«lanscig beliebt macht. As» aber der Herr Marineleutnant, der sich mit der blanken Wusse gegen da? Abreißen , der Achselstücke perteidigt hat wi« das bekanntl ch am g. November \ alle Offiziere taten-r, in höchster Npt zu ihr flüchtet, da perbirgc da» keusche Echänkmödel--- huch— den Herrn Leutnant in ihrem � stillen Kämmerlein. Die Rangfolg« ist gerettet! Doch diese Handlung ist nur hie Margarine auf dem kernigen Äominihbrot einer Reoolutionssch.ldrrnng. in der natürlich di« aus- rührerischen Matrosen Schufte und Strolche und di« Herren Marine. ysfizler» fleckenlose Edelgestallen sind. Sonst würde Otto G« b y h r sich auch sicherlich geweigert haben, den Ranoästesten unter piesen zuspielen. Er tut e? mit gewohntem Adlerblick. Claus Clausen spixst den Agitator im Grunde sympoth scher, ol» di« Regie dagh- sichtigt hatte, woher e» kam. daß ein großer Teil des Publikums immer an den„falschen" Stollen applaudierte, nämlich wenn hie Reppliition siegte Außer?«?«» Uß Revolution wird auch»cicher gegen Enxlonp gehetzt. Pon Soldatenschindere'en in der Manne hoben di« Manuskriptversasser selhstmurmelnd nie etwas gehört. Nach ihrer einzigartigen Geschichtrdeutung ist der Ausstand aus der Flotte nur deshalb ausgebrochen, weil man den Matrosen der Hoch- seeslotte nicht gestattete, sich gleich dem Landhcere fortwährend in den flcldentod zu stürzen. Bon noch schlimmerer Qualität als dos Manuskript ist die Auf- nähme. Mit wirksamen Scbisss, und Mcerceausnahmen werden wir sehr knapp gehalten. Fast alles spielt Pch in Atelierkuliissen ab. Das Publikum, von dem sicher sin großer Teil mst der ehrlichen Absicht In die Schauburg gekommen war. sich zu begeistern, war entsetzt. Ein Hönste'n llncniwegter klatscht« rasend, wenn die deulsö� Krlegeflagge in Alleinaufnahme gezeigt wurde, was schätzungsweise fünszehnmal geschah. E. K-*. Die Snlwicklimg der Vokksbühnenbewegung. Trotz den In der letzten Spielzeit überall einsetzenden Theaterkrisen hat di« Poiis- bühncnbewegung im vergangenen Lahr keinen Rückqqng zu ver- zeichnen gehabt. Lm Gegenteil sind überall zah'reiche zum Test recht bedeutend« Zugänge an Mitzli«d«rn festzustellen, die teilweise sogar 20»nd mehr Prozent gegen das Vorjahr erreichen. Ins- gelamt dürste der Zuwachs mit 15C00 bis 20 000 Mitg'i<,"«rn anzusetzen sein. Seil dem Danziger Volksbühneniag sind 20 neue vereine dem Verband beigetreten, Mit Abiaus dieser Spielzeit kam, mit einem Gesamtzugang von 30 bis 85 Vereinen gerechnet werden. Rheinisch? Kunst. Di« Deutsch« Kunstgemeinschalt erösinet am 1. März, mittag» lZ Uhr, eine Anestelliing rheinischer Künstler. Es sind di« Siötzte Aachen, Bonn, Düssesdyrs, Elberscld- Barme», Fxanksuxt a. M,. Koblenz, Köln, Wiesbaden vertreten, hie noch einein yqn de» Künstlern vereinbarten Verteilungsschlüssel Synswor träge. In» Lehrgang, für Sunsterttehung Im flentralinftltut sitr iK>,iehii»g»nb Ui'terlicht sprechen Danneretgg. v Uhr, klielchztin iimart iliepsiob über»iäunfiereteduiig als Äolkäer Ziehung- u»6 Arthur Hegot über.obtelti»««nnsthetrachtung». Die sächsische Ziegierungsfrage. Die Leipziger Funktionäre zur Koalition. �IN Sonntag tagte in Leipzig die ordentliche Iahreegeneral- Versammlung des Unterbszirks Groß-Lcipzig der Soziatbemokro- tischen Partei, lieber die Ärise in Sachjen referierte Genosse Hermann Liebmann: müsse die Frage gestellt werden, was ist zu tun, um die A sozialdemokratische» Stimme, i im Landtag nicht ganz ausschalten zu lassen? Die Aufstellung unseres Mindest Programms und das Festhalten daran führte zur N a z i- R e g i e r u n g B ü n- g« r die allerdings unmöglich gewesen wäre ohne die unsinnige Taktik der Kommunisten. Die Erfahrungen, die wir seit dem Mai 1923 gemacht haben, haben uns gelehrt, daß doch noch viele» verschlechtert merden tonnte, verschlechtert morden ist und auch in der Zukunft noch verschlechtert werden kann. Der Redner betont, daß es«in reiner Zufall war, daß es jetzt zum Sturz der Regierung Büyger kam. In der Zutunft wird sich eine solche Gelegenheit kaum wieder bieten. Wie soll, sich die Sozial demokratie miji jetzt einstellen? Soll sie sagen, daß. die Regierungsbildung für die sächsische Arbeiterschaft gan� gleichgAklg sei? Rein, die A r b e l t e r s cha s t hat dos größte Interesse an der kommenden Regierung i n So ch s e n. Die SPD., hat zu prüfen, wie sie die Interessen der Arbeiterschaft gm besten wahren kann Di« Nazis haben, besonders durch ihre suns Forderungen, klar zum Ausdruck gebracht, daß sie ig der Zukunft mehr Einfluß, vor allem auch aus die Per- s o na l p o l it> k, verlonxen. Nach Thüringer Vorbild strebe» sie auch nach einem eigenen R a z i- M i n i st e r. wie könnten wir es verantworten, daß wir erst eine Nazi. Rea'erung stürzen, um dann zuzülasien. daß die hotenkräuzler in sie Regierung selbst hineinkommen und damit ihren Einfluß noch mehr stärken? Wem» ober die Frage der Koaliuon jetzt erledigt würde, dann können wir als stärkste Fraktion zwar im Landtag reden. obep verhindern könnten wir nichts mehr. Eine Londwgsauflösung und Neuwahlen würden kein« wesentliche Per- änderung in der Zusammensetzung des Londtagsparlamenis bringen, sie könnten deshalb nur als letzter Ausweg in Frage kämmen. Was n»ir zu«rwortcb haben, wenn die Notionolsozia- listen In Sachsen noch«iehr Einfluß gewinnen, zeigt üns Thü- ringen. Deren ausgesprochenes Bestreben ist es ja, auch Sachsen in ihren nationalistischen Block einzuspannen. Eine faschistische Diktatur ist in Deuts6>land gewiß nicht zu erwarten, aber yisNn wir nicht wochsam sind, können mit in Abwehrkänipj« hinemgczwimgcn werden, die von der Partei und dem Proletariat schwere Opfer sordersi. Nozi-Minister i» der Regierung bedeuten nicht» andere» als die Legalisierung de» Jajchismus. pa» müssen w>r zu ver. hindern suchen. Ich bin nicht der Weinung, daß w>r min deshalb unter allen ljm- ständen in hi« Koalition gehen mußten. Wir müssen vielmehr unsere Bedingungen stellen, ober diese d wr f e ä nicht so sein, daß sie von vornherein jede Der--' Handlung unmöglich machen. Wir müssen untersuchen, unter welche» Bedingungen die.£m»' liiton möglich wäre. Bon diesen Erwägungen ausgehend hat der Leipziger Bezirksvorstand cinci, Beschlug gefaßt, nach dem sich die SPD. zu Verhandlungen bereit erklären- soll. Sesbstvetständlich müssen dann die Parteigenossen vor der Entscheidung die Möglich- keit haben, in Veisammlungen und aus einem Land es pari ei- t a g V e s ch l u ß z u f a s f e n. Die Debatte eröffnet Genosse Nehrig. In Sachsen soien die Voraussetzungen für «ine erfolgreiche Koalitionspolirik nicht gegeben.' Die sozialdemokratische Fraktion würde noch Loge der Dinge gar nicht? für die Arbelterfchasl herausho'len können. Im Reich« fordern wir Ken Austritt au? der Kool tipn. da können wir sticht gleichzeitig in Sachs cht. wo die Derhält'mss« noch üngülrsti'gsr stich, in die Koalition hineingehen. Genosse Bieligk: Sachsen leidet besonders unter d»r groß'n Arbeitslosigkeit. Durch die Reichspalitik wird die Not d« Arb ch.r. schasl noch oerschärft. An positive Erfolge ist gor nicht zu denken. Und was könnten wir verteidigen und erhalten«m Bunde mit den Bürgerlichen? Eventuelle kleine Erfolge auf dem Gebiete der Persnnülpolitik'konnten die schweren Schäden nicht auf- wiegen, ki« durch die schändl che Steuerpolitik angerichtet werden. Wir können nur h o s f s n. d ä ß wir um d a s g e s ä h r l i ch c Experiment h c r u m k o m nr e n, Genosse Schäfer: Bei einer Koalftionspalitik in Sachsen könnte nichts anderes herauskommen als bei der im Reiche.-In Deu.jch- land war die Arbeiterschaft noch immer am aktivsten, wenn die Zeiten für sie am schwersten waren. Genosse G. A. Möller: Man darf die Frage nicht so stell n: Können wir durch eine Koalition in Sachsen den Erwerbslosen Ar- bei» verschassen? Das Arbe lslosenp-oblem ist nicht durch eine säch- sische Regierung, sä nicht einmal-durch die Reichsregierung zu lösen. In Sachsen hat die Partei seit l9Z9in der L p p o s i- t i 0 n s st e l l u n g keine Erfolge für die Arbeiter- schaft züerrichgeN vermach' Der Faschismus ist zum Teil mit durch unsere Schuld gestärkt worden, weil der Paelamett-tatt»- mus nicht so angewandt wurde, wie es seine Prinzipien erfordern. Genosse Saupe wirft die Frage auf. ob man in Sachsen wirklich In der Opposuipn mehr erreichen könne als bei einer Mitarbeit in der Regierung Er oerwsist aus die Steuerpolitik und z:fgt an fgr Hand der Klinwelichen' Broschüre, daß die Erl üge aus der Grund- und Gewerbesteuer— obg.fehen von Tl-ü ringen in keinem Lande so niedrig sind wie in Sachsen. Bei einem solchen Vergleich ergebe sich, daß für die Partei die Erfolge dort größer seien, ryo die Partei an d«r Regie- rung beletligt sei. Würden hwr in Sachsen Vieler eine so- genannte proletarisch« Mehrheit bekommen, so würden wir dieselben „Erfolge" wie Veriin buchen können. Milden Kommunisten ist kein« Regierung zu bilden. Auf der anderen Se'te dürfe es die Partei nicht zulasie». daß in dem Urbeiterland Sachfen .Vi Prozent Besitzende über 79 Prozent der werktätigen Bevölkerung herrschen. Genosse Scktönseld: Es wäre II n s i n n, wollten wir e r st d t e Regierung st ü x z e n und dann den Bürgerlichen altein die Bildung der neuen überlassen. Wir hürsan nlcht damit' rechnen, daß die Naiionalsozlcilisten einen berartaen Fehler noch einmal machen werden. - Nachdem Schluß her Dobatte beschlossen worden Ist. erhalt Genosse ciebmonn das Schlußwort. Di- Vergleiche mit der Reichspolink Hinken. Wir dürfen nicht, vergessen, daß sich in den Jahren seit der Revatution in den Ländern ganz andere Bcr- hältnissc herausgebildet haben. Die Aufgaben der Länder find wefemlich eingeschränkt worden. Die Länder höben im wesentlichen nur noch B e r wo i t u n g s a u s g a b« n zu eriütlen. Derlmndeln heißt sür uns noch nicht, ohne meckere'. in die Koalition gehen. Jedenfalls ist es politisch unmöglich, daß wir ob-ne weiteres den Nazis die Führung im Arbeiterland Sachsen überlassen.' .Wiedmann verliest dann den frzlHepÄen yiel erörterten Beschluß des Bezirksvorstaudes. „Der erweiterte Vezirksoorftänd Leipzig hat zu dem Sturz der Bünger-Regie.ritng in seiner Sitzung noni Iii. Februar Stellung g?« uomwen. Nachdem dieser mit den Stimmri' der Sozialdemokra i» schen Partei herbeigeführt worden ist, vertritt der Bezirksvorstand di« Aüsfasiung:'Der Sozialdemokratie liegt es als stärkster Partei noch parlomentarischsm Brauch ob, die Verhandlungen zur V l> düng eläer neuen Regierung auszunehmen. Er erwartet, daß die Londesinstan.zen zur nlinm«hrig>en Situation baldmöglichst Stellung nehmen." Di« Abstimmung ergibt die Zustimmung der Generalversammlung ,u diesem Beschluß mlk sthr großer Mehrheit. Nur ein« verschwindende Minderheit stimm« dagegrn. Opposition gegen Leipzig. Der Dgrstand des Unierbezirkes P l a u e n- R c> ch e n b a ch.der SPD. hat einstimmig solzende Entschließung angenommen: „Der Vorstand de? 4. Unierbezirks Plauen-Rfichenbach im Ds-irksverbon-d Zwickaü-Pläuen der SPD. b« da>/ e r t- d i« F o r. berung des Leipziger B e z t r k s v vr st'a n d e S aus Einleitung von Koalitionsverhondlungen in Sachsen. Angesichts der Eniwicklung im Reiche, die deutlich di« politischen Konsequenzen der sortlaufend«» Zuspitzung des Klqslengegensapes zeigt, erscheint diese Forderung hesynder» u n o e r st ä n dki Ä. Der Erweiterte Bezirksvorstand Z w' ck a u- P l a u« n hat«in- mutig die Leipziger Borschläg? abgelehnt. Di« Generalversammlung de» 2. Unter-bezirks fWerdau-Krimmilichaui stimmte der ob- lehnenden Stellungnahme des Erweiterten Bezirksvorstandes zum sächsischen Koatnionsproblem einmütig zu. Kandidatur Schiecks erledigt. Dresden. 2«. Februar.(Eigenbericht-) Die demokratische Londtogssrqstion Hot die Kandidatur S ch i e ck s x u n d w s g abgelehnt mit der Begründung, daß sie leine Regierung unterstützen kbng«, die sich auf die Ratiänalsozio- listen stützen müsse. Damit ist es ausgeschlossen, daß Herr Schieck im Landtag eine Mehrheit bekomnit. Nach Wien eingeladen hat Schoher in einem Dankielcgramm den Reichskanzler und den Reichsaußeominister. Oer„Jude" Abraham. Warum Herr Zsrowein sich getränkt iüblt. Den stellvertretenden Vorsitzenden de» Reichsverbandes der deutschen Industrie. Abraham Frowein, der noch bis vor kurzem Mitgtied der Deutschnationalen Partei war. hatte das Organ des nat.onalsozialistischen Schülerbundes einen„Groß- tapitalisten" und„Juden" genönnt. Herr Frowein hat nun darauf kürzlich geantwortet und bedauert, daß die p o l i t i s ch e n M e t h o d e N in Deutschland anfangen s o übet zu werden, daß man sich schämen muß. Er sagt«: Man kann vielleicht nicht von einem Herrn, der über Politik und Jugend schreibt, verlangen, daß ihm bekannt ist. daß alt- tckstäwentarische Vornamen auch heute noch in kolvi- nistischen Kreisen der ganzen Welt üblich sind. Als ich als junger Mann in»»eine Firma eintrat, hatte» wir als Arbeiter dret Brüder, die Abraham. Jjaak und Jakob hießen. Man kann auch wohl von einem solchen Mann nicht erwarten, daß er ipeiß, daß der Name Frowein östgerinani schen ijrsprungs ist und weder mif froh noch mit W-in etwas zu wn hat, wöbe? ich aber ausdrücklich unterstreich«, daß ich persönlich weder gegen den Wein N-ch gegen' die Fröhlichkeit etwas einzuwenden habe. Abor-diesc Dinge gehen so viel weiter: wenn man nicht schon aus dem Namen aus-den Erzjuden schließen darf, so eriiodet man irgend etwa» anderes. In den Mittailunaen der Ortrgnippe. Eroß-Berlin der Bereinigung der Alten Burschen- s ch a f t- r war kürzlich in einem Bencht über den Poung-Plan folgendes zu lesen: An' die Stelle de» ausrechten Dr. Vogler trat nach dessen Rücktritt der jüdisch verheiratete Geheim- r a t K a st l. Schwager des ebenfolls jüdischver heirateten Dr St r« s e m a n n. Sowohl die jüdische Äerheina'tunq Geheim- raes Kastle wie die Schwagerschoit mit Dr. Stresemonn sind hundertprozentig erfunden. Ich wiederha'.«, ich sage diese Dinge nicht, weil ich sie als Beleidigung«mpflnde, trotzdem sie alß solche gemeint sind; ich sage sie, weil es erschreckend«st. wie wenig man heule in Deutschland erkennt, worairf«s für Europa ankömmt... Die Leute, die solchen Unsinn schreiben wie den von mir zijierten, wissen überhaupt gar nicht, was Rassen- fragen eigentlich bedeuten, sie wissen nicht, wie anwidernd der- ariiöe Anwürsc gerade sür diejenigen sind, di« sich noch zum Ehristenwm bekennen. Der Höhepunkt der Narretei wird aller- diirgs erreicht, wenn I«st>s Christus deshalb verleugnet wird, weil er ein Jude wor�' und wenn man anstatt des Ehristcntums den Woton-Kult wieder einführen will." Das ist vom Standpunkt des Christen Frowein sehr deutlich gesagt. Abex schließlich war Herr Frowein bis vor kurzem Mitglied der Deutschnationplen Partei, die noch immer den Antifemittswu» zum Prograwnmunkt erhöbe» hat und deshalb an solcher Verwilde» rung der Sitten mitschuldig ist. Oer gestörte Leichenzug. Kampf zw.schen Arbeitern ynS Polizisten. Bukarest. 2K. Februar. Anläßlich der Beifetzung eines vor drei Tagen während eines Streites zwischen Streikendsn und Streckbrecher» in der' hiesigen Metallsahrik Lernaitre getöteten Arbeiters versuchten mehrere hünüert Ardeiter, kommunistische Propaganda zu treiben. E? wurden Reden geholten und eine rot« Fahne zehiß!. D'e Polizei beschlag- nahmt« die Fahne. Der begleitende Pri'ester weigert« sich, an der Bestattungsseicrlichkeit weiter teilzunehmen. Kurz darauf brachten die Arbeiter den Leichenzug nochmals zuin Stehen, hißten abermals eine rote Fahne und weigerten sich, den Polizcibeamten-die. Fahne zu übergeben. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen der Pölfzet irnk) den AVtfciWfit Die Polizei bckchlagnabmte die Fahne"' uä-d nahm fünszehn Derhos t ü'ng e n vor. Die Bestattung des Arbeiters ging dqnn in Ruhe vovr sich. Einführung des Vizepräsidenten König. D«? vom preußischen Stoatsmimfterium zilm Vizepräsidcnten de? Verl, per Proninzial- schulkollegiums ernannte bisherige Direktor dcr Abteilung II und preußisch.« Landlagsabgeordnete König wurde am Zö. dieses Monats vom Miiuster G f im m e IM Kreis« dex Bsamtenjchafi' des Prooinziolschullölleoiüms in sein Amt eingeführt. Der Minister betont« in semer Absprache, daß zum ersten Male in der mehr als hundertjährigen Geschichte der Provinzialschulkollegien an die Spitze dieser Behörde ein Mann a ü s dem Kreise der B o I k s-s chu ll e hck e r ttete. lbupeisu, der chinesische Marscholl, von dem man solange nichts gehört hat und Sek sich nach seiner Niederlage in ein chinesisches Kloster zuriäckgezogen Hot. aber e'N intimer Freund des Generals Fena ist, will letzt eine Armee bilden, die sich an dem Fsldzug gegen Nanking beteiligen soll. Detter sür Berlin und Umgebung: Vorwiegend heiter und in den Mitiogsstunden iehr mild: südliche Wind«— Für Deutschland: In Westdeutichland bewölkt, keine Nachtfröste. Im übrigen Reiche beständiges Wetter mit Nachtfrösten, aber tagsüber mild. Betouiwurtl.'ür die Redaktion: ffiollaaitq Zchwarz, Berlin: flnMtatn; Id. Stock». Vetlw Kerla-i: Z'orwiirt, Lerlag S. m b b.. Berlin Druck: Boruicirl, B�cki. dcuckcrei und BerloaSanliait Paul Singer& So. Berlin S>er,u> Beilade. iL 68. Lindenttrake S. yrr— tt.. n(usn aesn gjndsjtpfj itfvatjj Mi-rn'oöh. 26 2 Staats-Oper Untei d. Linden Ttfl-Äb. 1 MI Ha. 7 JjIub-JIi.-?. Ho. 55 19 hib' Palestrlna Ende 22-/. Uhr Staats-Oper In tzlh an Ritabilk Vörst. 54 20 Uh- Salome En�f n.2>>tzUlu- Mlttwoch. t. 2. Stadt oper Bismarck str. Turnus IN IP* Uhr PiqueDame Ende n. 22". U. Staatl. Sdiaosph. in Gudermernirki St. H 5 Mi Kl 5 lahris-U.-V.N9.«9 !0 üh' Candida Sr)deg«,i-221'7U. Staatl.Sdiiller-Ur.lliariilig. 0 uhi Florian Geyer Ende gegen 22>, Uhr Tägl. 5 u.8l(j Uhr. B 3 Bar». S358 Pr 1-6 M Wochentg. 5 U. 59 Pf.-3 M. Leiste I Taget Con Collcnno, 4 ßronett» und«eitere mm i. Male in Europa gezeig eSpItzenie istungen Winfer ★ Gorren� 8.13 m«im.'.Bit fiBoc er. priaum| Casl Familie. Jung. China.? Elliet's. 1 Harika Rökk. 9 Allisons ustr'. O-w. I| Jap.» u. Song'.?. 5b»" A ex. E 4. 8066 Nor oodi» Tafel Gastspiel Fril» Serro« und das hetemta-'fnatf Varle d-Programat MlttUDftl 3 Uhr Familien- Vor- nillnuul(telloogm vollwertrem .....------ Abendprogrart-n. Kind. ckBBhoiJSSr»">-»ut 9'■ Pli'-rä V ° 2-2 aufw kalke P ei.' e. ""».98.0.1»« ur, Vor. eilen» Der Zirkus ist stets oet oehelstl Kart, n In a'l. Preisla� w eder voTtätl" MM Direktion Of Hirtin Zickel www Komische Oper tneSildiott.i 84 fflerksi 1481 4330. N'ach vollständicem Umbau Thglieh 8", Uhr Hulla di Bulla Schwenk von Arnold und Bgeb mu Guido Thlelsenor, Schul. Schreih, Sur«, H ldobrznd, Wolter Ras«. Fliak. Böhmer, Wontk Lustspielhaus 8.45 Fnedrlchstr. 21t>. Berfmarm 292ä 23. MÄSlüIMMM Riemann— Haack. Vorverkam In beiden HMücern yd 10 Ühr ununtert)»6chiin GROSSES SCHAUdPiELHAUu 4 Uhr 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL A«onniaa na Am. engek. ralke Pi. heater 1. d. BeDrenstr. 53-54 A 4 Zemrum 9215.927 ttrcktlon RatpO Ar. bor Roberto 8>/. BRr- . Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) VoiKsiKUine Tiiutv in Kltgviiliti. S Uhr Das Geriltht Komödie in 14 Bildern v C. K Munro Baal:F. H.'«.»n ttutl.�diiller-Ik- s üh» Florian Geyer iktam an .AimMitraann >4 Uhr OieGarleBlPDlie Staatsöper ApiPl.d itcpubli S Uhr Salome 5-4 Uhr Victor.a von S. Maugham Regle »lax Rein, hardi Musiki Mlscha Spoliansky Komisctie Oper Fritdrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich SV* U. Bulla dl Bulla Sdniii na ÄmM ist Bad Lustspielhaus Fried richstr. 236. Bergmann 2922/23 8.45 Uhr Liebe auf den zweiten Bliek i IM 8Ml«t man i cot und billig? Nur eross* Berlin Aloxondorplatx Operettenhaus Alte lakobstr 0/32 (Zentral-Thea/er) TJg'ich 1.4 Uh- Die Fledermaus mit Gustav Matzner Planetarium i am Zoo■ tarNin. Igatk'anRiain haHa B.S Barbarossa 5578 161/4 Uhr 01»»io or. «tarabildar 18'» Uhr Der Pltnal lopiter. 201,4 Uh' MorkwOrripa 8 ern«(Rinn c irreal Eimritt I Mark. Kinder 50 PI. Mittwochs halb» Kassenorelsa. Berliner Ig tH-TriO Maukölln HP Laban r 74 Ii t CASINQ-TUEATER «-othr'D�er Strohe 37 GnwMeniinidi nur oodi bis 12.»flrz seine Hoheit der Keule? iiitirniiiniiiiitiiiMiiiniu mimtiiiiiHUJUiiiiiiwruiuiiiM BsnnsnU).«sn IS. Min. xum 1. Haltt Oer wahre Jacob und ein erolklaaalger banter Teil lUlscnem Iflr I—« Per so nett Fauteuil nur 1-25 5U, Sessel 1.75 M- bonsüge Preise: Parken u. Rang 080 M. Beilage Mittwoch, 26, Februar 1930 SivAbimd SltaJouigaßa l£*u>d*ü Fischfang auf hoher See SSerichi von einer gischärnnpferfahrt/ von tvniem Kör Katzensprung yon Hamburg nach Geestemünde, dein großen Seefischniarkt, ist schnell böwälligt. Kaum hat man den Fischereihafen betreten, da riecht man auch schon, welchem Handels- artikel Geestemünde seine Existenz verdankt: Fischen, Fischen und nochmals Fischen. Frisch, gesalzen, geräucherl, mariniert, gebraten, getrocknet und pulverisiert als Fischmehl zu Futterzwecken. Vorbei an riesigen Auktions- und Packhallen, Räuchereien, Fischlonservenfabriken, Lagerschuppen, der Eilgutabsertigung. von wo ans täglich ganze Fischzüge ins Binneiiland gehen, komme ich endlich an„meinen" Fischdampfer. Mit der Ebbe treten wir unsere Fangreise an. Weser- abwärts geht es, in Richtung Nordsee. Unser Dampfer kriegt mehr und mehr Fahrt, die Weser wird brester und breiter. Der Leuchttunn„R o t e r San d" kommt in Sicht. Wir passieren ihn und sind jetzt in der Nortsce. Links liegen die Ostfnefischen Inseln und rechts Helgoland. Mst scharfem Nordkurs geht es hinein in Wind, Wetter und Wasser... Wasser. Salzwasser.— Ich kann es schon nicht mehr abwarten..Käbb'n, wann werfen wir das Netz au??"'„Morgen nonieddag," ist die Antwort. Morgen nach« mittag erst? Also noch gut 24 Stunden Fahrt. Der Käbb n hat sich in. seine Kajüte zurückgezogen. Ich gehe zum Steuermann. Er erzählt mir von seinem„Mahn". Einige 150 Register-Tons groß ist der Dampfer. Die Besatzung besteht aus dem Kapitän, den, Steuermann, drei Maschinisten, dem Koch, einem Heizer und sechs Matrosen. Eben will mir der Steuer- mann von einem Haifisch erzählen, der vor einigen Jahren..., da... da kommt Besuch an Bord. Besuch für mich allein. Ihre Majestät, die Seekrankheit! Das Schiff„schlingert" nur ganz wenig, aber in meinem Innern schlingert es für drei. Steuermänn, Hilfel Der gefühllose alte Knabe rät mir, ein Stück setlen Specks an einen Awirnsfaden zu binden, den Speck herunterzuschlucken, am Faden wieder hochzuziehen und dieses Manöver einige Male zu wiederholen. Dann wäre alles schön glast inwendig und dann würde schon kommen.„(Je* kam auch ohne Zwirnsfaden- Speck. Ich konnte kaum so schnell an die Reeling kommen. Aber auch dann keine Besserung. Im Gegenteil! Ein dreiviertel erledigter Reporter wankte ins Mannschafis-Logis.... bat einen Iantje, eine Rumflasche zu öffnen... Dann kam ein unruhiger Schlaf mit Träumen von Kilometerstangen, Haifischen und Secfchlangcn-- Oer Fang beginnt. ' Ein Rippenstoß weckt mich auf. Ein Zuruf elektrisiert mich: .Las Netz wird ausgelegt!" War ich seekrank gestern? I wo denn! Rin in die Wasierftiebel, in den Oelrock. An Deck. Wir sind am Fangplag. Die Schisssmaichinc arbeitet nicht. Das Schiff treibt. Iiimitten einer endlosen Wässerwüste. Das an der Reeling befestigte riesige Netz wird zu Waffer gelassen. Langsam geht dos beschwerte Netz unter, gehalten von den sogenannten .„Kurrleine»", zwei armdicken Tauen aus Stahldraht. Tiefer sinkt das Netz, immer weiter wickeln sich die beiden Kurrleinen ab. llnd jetzt springt die Schistsmafchiue wieder auf„volle Fahrt". Der Dampfer entfernt sich von dem.jetzt auf dem Meereslwden befindlichen Netz. Die Kurrleinen rollen weiter ab, hallen das Netz an den beiden festlich äußersten Ecken und schleppen es, i m m e r auf dem Grunde, nach. Die Schisssmaschine geht auf ,'chalbc Fahrt", der Fang ist stn Gange. Durch den Druck des Wassers, erzeugt durch die Fahrt des Dampfers, wird das Netz stets offen gehalten. Alle Fische, die in den Bereich des Netzes kommen, werden in den hinteren, gefchlofsenen, engmaschigen Teil des Netzes, den sogenannten„S t« e r t", gedrückt und sind gefangen. Endlose fünf Stunden vergehen. Endlich gibt der Kapitän den Befehl zum„H> e v« n" des Netzes. Die große Sensation für mich. Alltägliches für die Besatzung. Die Schifismaschine wird stillgelegt. Die Dampfwinde zieht an und Host die Kurrleinen ein. Gespannr und gestrafft bis zum Aeußersten wickein sich die Stahltaue auf. Näher kommt das Netz. Noch ist es nicht zu sehe». Da! Der „Steert" des Netzes steigt aus dem Wasser. Jetzt ist es am Schiff. Die Dampfwinde HIcot es an Deck. Ein Flaschen zu g hebt den prall mst Fischen gefüllten„Steert" an. Einige Handgrisse, der „Sicert" öffnet sich und der ganze Fang, der„Segen", klatscht auf die Holzbohlen. Ein wirres Durcheinander um Leben uird Luft zappelnder Fisckie und anderer Tiere, Bewohner der Meerestiefen. Fisch«, die man nie gesehen, Tiere und Pflanzen, die in Aquarien und Terrarien als Sehenswürdigkeiten gezeigt werden. Und gerode die„Sehenswürdigkeiten" werden erbarmungslos wieder über Bord geschaufelt. Was an Deck bleibt, konimt einem schon bekannter vor: Kabeljau. Knurrhahn. Schollen, Steinbutt, Schellfisch, Rochen, Seezunge, Karbonadenjisch, Seeaal. Schnell wird der Fang in Körb« sortiert und jetzt geht es wieder ans Ziussetzen des Netzes. Das große Schlackten. Das Schiff wird zum Schlachthaus und die gut- mutigen„Iantjez" zu blutdürstigen Schlächtern. Mst unerhörter Schnelligkest fahren die Messer in die Fischleiber, schlitzen sie auf. Die Finger reihen die Eingeweide heraus und werfen sie über Bord. Lautlos sterben Tausende und aber Taufende, um in zwei, drei Tagen den Menschen als Nahrung zu dienen. Gerade das Lautlos« dieses Massensterbens ruft tn dem Neuling Gefühle hervor, die er schleunigst mst einem kräsligen Schluck Rum ersäufen mutz.. Die Iantjes haben ihr Wüten eingestellt. Der letzte Schellfisch kst geschlachtet Die Fische werden mit Seewasser gereinigt und kommen jetzt w den„Fischraum", wo sie in Eis gepackl werden. Wieder wird dos Netz eineholt. Diesmal gibt es einige Uebe» raschungen. Zw«' Haisische sind im Netz. Burschen von fast einem Meter Länge. Haifische sind, ab klein oder groß, geschworene Feinde eines jeden Seemannes. Unbarmherzig werden sie mst Knüppeln erschlagev und gehe» wieder über Bord. Auch der Fang wird noch sortiert und geschlachtet, bann geht es in die Koje. Das Netz schleppt schon uneder aus dem Meeresboden. Am nächsten Mittag serviert der..«mutje". der Koch, delikat ge- drataue Knurrhähne. Legt mir. in Anbetracht der Tüte meines 5dtms. ewige besonders schön gebratene Fische vor. Und eben kamen wst vom Schlachten... Nein, danke. Ich«sie lieber Kar- toffeln mst einem Stück Butter. KnurrhShns werde ich nie wieder essen können. Vorhin beim Schlachten... ein Iantje haste gerode einen zappelnden Knurrhahn in der Pranke... setzte dos scharfe Messer an. um den Leib ouszuschlitzen... da gab das Tier einen kaum vernehmbaren Knurrlaut von sich... Fühst« es de» Schmerz?— Das Netz ist min letzten Fang ausgesetzt Dann wird die R ü ck- reise angetreten. Noch eimnah als wolle uns dos Meer seinen unerschöpflichen Reichtum und Ueberfluh beweisen, ist der„Steert" bis zum Platze» mst Fischen gefüllt Wieder ergießt sich der„Segen" an Deck. Und wieder zischen die spitzen Messer in die sich auf- bäumenden Tierleiber, entreißen ihnen die zuckenden Eingeweide. Bis zum Rande sind alle Fischräume mit qus- geschlachteten Fischen gefüllt Die Dampfpumpe säubert das Deck. Das Netz wird gereinigt und, wenn es schadhaft geworden ist, ausgebessert.— Jetzt geht es nach Haus. Volldampf voraus! Bei aufgehender Sonne grüßen wir den„Roten Sand" und gegen Mistag sind wir wiqder im Fischereihafen in Geestemünde. Am anderen Morgen, in aller Herrgotts Frühe, wird unsere Ladung in der Auktions halle versteigert Ein schein- bar wirres Durcheinander von Groß-Fischhändlern, Arbeilern, Auktionatoren. Unübersehbar stehen Kisteii an Kisten, Körbe neben Körbe, alle gefüllt vis zum Rande mit„blutfrischer" Ware, hie vor» gestern und gestern noch in der Nordsee schwamm.— Allmählich lichtet sich das Durcheinander. Das Angebot ist ver- stligert und die Händler lassen durch ihre Ar&Wr' die Fische neu verpacken. Fertigmachen zum Bersand ins Pinnen- land. Spszial-Eilwaggons der Eisenbahn stehen bercst zur Ans- nähme der leicht verderblichen Ware Waggon reiht sich hinter Waggon. Ein F i s ch z u g ist zusammengestellt und tollt ob. Heute nachmittag gibt es in der„Seestadt" Leipzig frische Fische. Fischdainpfer fahren mst leeren Räumen aus und komme» mit überreichlichem Segen wieder zurück. Das Meer gibt und gibt und erschöpft sich nie... �Berlins'llnlenreli Sin seltsamer Spaziergang Das unterirdische Berlin tz'cht es mehr als in Kaschemmen und Verbrecherhöhlen, die das Auge der Obrigkest M scheuen haben. Es ist die organisierte Unterwelt Berlins, die Welt der Kahels und Schächte, der Zuleitung?- und Abflußröhren, die jedem Haushalt Und Fäbrisbetrieb, dem Handel und Gewerbe die Unentbehrlichen Elemente des täglichen Bedarfs, wie Wosier, Gas und Lichi zuführen. Em uMerirdisches Gebäude der Technik, so groß, daß Millionen davon leben können, und dessen Ausfäll die ganze Stadt in Mitleidenschaft ziehen müßte. Zehnlausende von Arbeilern und Angestellten stehen in seinem Dieufl und sorgen dafür, daß den übrigen Einwohnern nichts abgeht. Von ihrem Fleiß und Wohlwollen hängt es ab, ob der Berliner am Morgen seinen Käsfee trinken, sein Bad nehmen und ins Gejchäst fahren kann. Wenn die Berkehrsarbeiter streiken dann stockt der Atein der Großstadt, dann hämmern die Maschinen vergeblich in de» Fabriken, wartet der Chef vergeblich au? seiche"Sekretärin und hört die Arbeit auf, bevor sie überhaupt angefangen hat Die Um er- grundbohichöfe gleichen Friedhofen. Keln Wagen rollt heran, um die Massen der Anstürmenden in das Stadtinner« zu bringen. Bleiern ruhen die Räder aus ihren Achsen. S77 Millionen Fahrgäste beförderte die Untergrundbahn im vergangenen Jahr. In dieser Zest hat jeder Berliner vierund- sechzigmal die Untergrundbahn beimtzt Durch 76 Bcchichäfe drängen sich täglich Hunderttausende von Menschen, die sich zur Arbeit johr?» lassen. Bis in den frühen Morgen hinein rollen die Schnellbahnen unter Berlins Oberslöchc und mbinden die entferntesten Stadtleil« miteinander� Auf dem 60 Silometer lange« Vahnneh werden Flüsse unterfahren, Kanäle, Vahuhöse und Häuserblocks. Rauschen oben und unten. Der Fahrgast merkt»an allem nichts. Höchstens daß sich einmal ein Ausschnitt össvet noch einem Wiesen- gelände oder einem Flußarm zu, der in diese Unterwelt gelangt wie ein Bild aus Tauieifd und eine Nacht. In ihrem Aufbau noch interessanter, weil unbekannter, ist die Stadtentwäjserung der Stadt Berlin. Das aus dreizehn Wasserwerken gewonnene und jedem Haushall und jedem Stockwerk zugeleitete Leitungswasser muß irgendwie auch wieder aus den Häusern gelangen. 5000 Kllometer Abfiußröhren befördern jährlich 170 Millionen Kubikmeter Flüssigkeit aus die städtischen Rieselfelder hinaus Berlins Boden ist also dauernd unter Wasser gesetzt. Aber dieses Wasser kann nie seinen Bewohnern zur Gefahr werden. Vom Ausguß, in den die Hausfrau ihren Einxr enljkeert gelangt das Wasser durch das Abflußrohr in Tonröhren, die es großen und unterirdischen Kanälen zuführen. In einem weit verzweigten Netz sind dies« Röhren und Kanäle über den unterirdischen Teil der Stadt verteilt. Für Regen- und Tauwetter sind besondere Not- auslasse gefchasjon. die die.zu reißenden Strömen anschwellende» Wossermengen direkt den Flüssen und Seen zuleiten. Dies« Not- aus'ässe sind so groß und geräumig angelegt, daß sie jedem Andrang gewachsen sind. Die eigentlichen Abwässer aber werden von 7 5 Pumpwerken auf die großen Riejelseldcr vor den Toren der Stadt gedrückt, wo sie zur Berieselung und Düngung riesiger Anbauflächen verwendet werden. Di« Stadt Berlin besitzt über 50 Rieselgitter mst einer landwirtschaftlich benutzten Fläche von 24 000 Hektar� Die Früchte dieser städtischen Bodenbewirtschasmng gelangen in mannigfacher Gestall in die Berliner Markthalle. Di« Riese'felder eignen sich vor ollem zum O b st- und Gemüsebau und zur Milchwirtschast Während auf diefem Gebiet vor der Erst- Wässerung 2000 Arbeiter ihr Brot verdienten, sind es heute gegen 20 000, die«ndreder in städtischen Diensien oder als Kleinbauern hier tätig sind. Reuerdings ist man auch dazu übergegangen, aus den Abwässern Gas zu gewinnen. In Woßmanns- darf steht ein solches Sumpfgaswerk. Das durch ein Vor- klärversahren gewonnene Methangas ist ein hochwertiges Brenngas, das auf dem Gut und seiner nächsten Umgebung als Kraft-, Leucht- und Heizgas Verwendung findet. Noch weitergehend sind di« Versuche, die in Stahnsdorf gemocht werden. Durch ein Schlammhelebtrerfahren sollen dort die Rieselfelder überhaupt ausgeschaltet werden. Roch dem ausprobierten Klärverfahren brauchen die Abwässer nicht mehr aus. die Rieselfelder gelestet zu werden, sondern können direkt.in die Flüsse geführt werden. Die auf hisse Weise erziellen Ersparnisse werden hoch in die Millionen geschätzt Doch die Stadtentwäsfernng stellt nicht hie einzigen Rohr«, die das Untere der Großstadt in riesigen Bändern durchziehen. In sriedtfcher Eintracht liegen unter dem Gehweg die Gas- und Lichtleitungen und die Kabels der P o st nebeneinander. Ein- geweiden gleich sind sie tief in das Erdreich gebettet Keines weiß von her Existenz des anderen. Rur die Arbeiter, die in diese unter- Irdischen Schächte hinabsteigen müssen, sinden sich in dem Rinnsal von Drähten,' Fonnstüchen und Röhren zurecht. Behutsam werden hier Reparatnren vorgenommen, behutsam werden hie Pickel an- gesetzt, behutsam werden die Lerschalungen abgelöst und behutsam werden neue Lestungen und Rphre in die Tiefe Hinabgelossen. Gewiß Hot schon jeder einmal Erdarbeiter bei der Arbeit gesehen und beob- achten können, wie sich zu ihren Häuptern Sandberge häuften, wi« schwere Kabels aus riesigen Holzrallen herangcschleppt wurden. Vielleicht hol er auch einen Blick in die Tiefe hinabgeworfen und sestgrsllllt, daß da ein Mann'.recht winzig wvtbe, wenn er'zilMfst da unten stand. Ja, vielleicht hat er guch gesehen, wie umfangreich solche Arbeiten dort sind, wo eine Straße veifiögt wurde und' he? Reihe nach die Gaswerke, hie Elektrizitätswerke und Hann dos. Telegraphenbauamt ihre Arbeiten vornehmen ließen. Das ist donb ein Summen und Schaufeln unter und über der Erde, ein Stampfen und Bohren, Schleppen und Winden, Schweißen und Ziehen, bis jedem einzelnen Test sein Platz angewiesen ist und jede Derwallungs- stelle ihr« Ausgabe beipältigt hat Grandios aber wird diese Arbeit erst, wenn wir sie von einem fertigen Punkt ans überblicken, wenn sie sich uns als Gelaintleistung darbietet. Wir erfahren zum Beispiel, daß die Telegrapyenverwol- tung in Berlin über 50 500 Kabelschächte und 126 000 Abzwdgkäsien oerfügt, über 3650 Kodeloerzwelger und 240 Llnieiwerznzeiger. Die Läng« der unterirdischen Einzelleitungen beträgt, man hör« und staune, fast dreieinhalb Millionen Kilometer Berlins Fernsprechnetz könnte also annähernd fünfundachtzigmal um die Erde gelegt werden. Die Zahl der Gespräche festzustelleii, die jährlich durch die 29h 814 Hauptanschlüsse und 118124 Neben- aifichlüss« geführt werden, wäre vielleicht«ine zu schwierig« rechne- rische Ausgabe. Jedenfalls erweist sich hier Berlins Baden als ein menschlicher Mittler von geradezu grenzenlosem Entgegenkonunen. Er trägt in seinem Abgrund eine Unsiimme von menschlichen Stimmen, ohne auch nur im geringsten nervös zu werden. Doch seine Langmut ist noch längst nicht erschupfl Wir hören. daß durch has glänzend ausgebaute Rohrnetz der Berliner Städtischen Gaswerke im Jahre 1928 eine halbe Milliarde Kubikmeter Gas gedrückt worden ist. Die Länge dieses Rohrnetzes selbst beträgt 4000 Kilometer, das entspricht einer E n t s« r n u n g v o n Peters- bürg bis Lissabon. Der Durchntesser der Rohre schwankt zwischen 10 und 120 Zentimeter. Während man srüher ntcislcus gußeiserne Rohre mit Bleimussendichtung verwandt hat. werden heute in der.Hauptsache g ez vge n e Stahlrohre verlegt, die in den Müssen geschweißt werden. ES ist selbstoerständlich, daß ein so wichtiges Rohrnetz unter ständiger Kontrolle gehalten werden muß In Bert», sind dazu Gasriechergruppen beauslragt. die mit besonderen Borrich- tunge» das Rohrnetz auf Undichtigkeiten hin absuchen. Werden Schäden entdeckt, so wird die Gasleitung obgestelli und die'Ausbesserung das Rohrnetzes sofort vorgenommen. Unglückssäll« von den Ausmaßen der Londoner Gasexplosion sind in Berlin ganz un- wahrscheinlich. Stellen wir endlich noch fest, daß die Berliner Siiidtn'chen Elektrizitätswerke ein Haupikantingenl unterirdischer Kabel» stellen. Di« Länge des Kabelnetzcs der Bewag betrug am 31. Dezember 1929 cta,aä über 18 000 Silomeler, die Steigerung gegenüber dem Vorjahr annähernd 3000 Kilometer, ein sprechender Beweis dafür, daß die Elettrijizierung B« r j i n s tüchtige Fortschritte macht. Ließ« sich der Boden Verlins aufschneiden wie eine Honigwabe, wir würden aus dem Staunen über die Vieimaschigkeit des umcr- irdischen Graben- und Äabelnetzes nicht herauskommen. Hier wurde im Laufe von wenigen Jahrzehnten«ine Arbeit geie-stet wie sie auch im Leben anderer Großstädte einzig dasteht eine Arbeit, an der das Hirn der Ingenieure in gleicher Weise Antei' hat wie die Faust des Proleten. Dr. Paul Herzog. ijortjeljuitg.) o>i octn iiMtten Licht des Räume-', in oas nie ein Sonnenstrahl arang. hielt«r etn Bund hoch und sprach laut wie immer, wenn er Flach? verkauit«. Mister Stevens schnüffelt« nach künstlich gerösteten; «r ließ steh nicht abbringen davon, daß es nach Verwesung röche. «Ihr habt doch nicht van diesem Dreckzeug dabei?" sagte er. ..'Denn nur ein einziges Stück dabei ist, schicke ich die ganze Ware zurück" uur aus der Lys". sagte Baudael. r hielt ihm«in Bund unter die Ras« und öffnet« einen Ballen. Di« Flachshändler waren jetzt so weil, daß sie den Geruch aus der Faser ganz zum Verschwinden bringen konnten. Landael kannte d«n Flachs besser beim Anfühlen als Stevens mit Riechen und unterschied genau dte besondere Weichheit, die vom Flutzwasser kam. ..Wir kleinen Röster führen das Stinkzeug nicht. Aber euch Engländer kann man ja nie zufriedenstellen. Ihr behauptet:«In der Mitte sind die Ballen anders als obenauf." Was sollen wir da machen? Man sagt, alle 5)aar« auf dem Kops«wer Frau stnd gleich. Beim Flachs spricht aber die Güte des Walsers mit, in dem er gerästet wind, die Bodenbeschafsenheit und die Sonne, die ihn ge- trocknet Hot. Ihr Engländer wollt das durchaus nicht verstehen; die Deuilclzen haben«s verstanden.". «Blöde Chemiker sind das", sagte Mister Stevens:«sie haben De Driefe darin bestärkt, den Flachs in gewärmtem Wasier foillen >u lassen. Wir Engländer sind di« besten Flachskenner der Welt. Wären hier nur Engländer als Aufkäufer,«» stände besser um de» Flachs. Die Deutschen haben das Gewerb« verdorben, weil sie ollen Dreck nahmen. Ihr sagt von uns Engländern, daß wir hoch- mutig sind»nd rücksichtslos in Geschäftsangelegenheiien, weil wir die Ballen öfter zurückschicken, anstatt uns zu verständigen. Ich sage aber, wenn wir das nicht so gemacht hätten, dann wäre eure Flachsbearbeitung nicht auf dies« Höhe gekommen. Ihr habt die Deutschen während des Krieges hinter» Licht geführt. Steine habt ihr in die Ballen gepackt, die an die Leinwandzentrale nach Breslau gingen. Alle Kniffe habt ihr wieder hervorgeholt, um unerfahren» Käufer über Gewicht und Qualität zu tauschen. Und De jjtlese hat dem Rat in Flandern geholfen, unsere Waren in Courtrai zu requirieren." Der Sortierer lam und bot ihm zwei Posten an zu 20l1 Franken pro 100 Kilo. Sie waren schon an«in« Spinnerei in Gent oertauft morden. Um Mr. Stevens zu schmeicheln, machte er den Preis in englischer Währung. Er öffnete einen Ballen, um die gleichmäßig« Güte zu zeigen, und sagte: ..Dos ist das Richtige für Sie, Mister Stevens." ..Schicken Ste es mir zu!" Steven» schloß viel« solcher schnellen Händel ad. Hinterh«r überlegt« er sich die Sache und entschied sie nach seinem Borteil. Er liebte nur den Lys-Flachs. Allen andere» erklärt» er für Mist. Der Flame liebt, was er gut verkaufen kann. Er sagt:„Ich verstehe mich gut mit dem Flachs", weil«r mit ihm zu suschen und Zu betrügen versteht. Er war mit dem Flachs verbündet und nicht in Feintschaft mit ihm wie Mister Stevens. * llis der Engländer geganzen war, kam Pier« Ma-e;«in Bier» bauch. Packer. Besitzer de, Eafäs zum«Faß* und InHader eines Zigarrenladens. An diesem Morgen war er übler Laune; er hatte gesehen, daß Mr. Stevens persönlich den glachstanf tätigte. Pierre Ma«s besucht« die Flachsauskäufer und verpackt« die Basten aus Rechnung der Käufer von Eourtrai. Er schmuggelt« Flach» au» einem Ballen in den anderen und begaunert« beide: Flamen und Engländer. Ganz allgemein wurden die Packer als di» größten Halunken bei diesem gaunerischen Hmchel angesehen. Ihr Vermögen verdankten sie der Bequemlichkeit der Käufer, die lieber in Eourtrai auf die Ware warteten, statt daß sie selbst durch da« Land zogen. „Du hast an Stevens zwei viel zu gute Ball«» für 4000 Franken verkauft", sagte er zu Bandael.„Ich kenn» jemand, dem du ste für 4500 verkaufe» tonnst. Die Differenz können wir uns teilen." „Läßt sich hören", sagte Bandael; dann machte er ihm Bor- würfe:„Da habe ich neulich wirklich mal den richtigen Ballen geltesert. und al» ich ihn zurückkriege, da ist Flachs drin, den ich nie veingetan habe. Dir gegenüber ehrlich zu sein, hat keinen Zweck." ..Diesmal bist du im Irrtum. Ich habe de» richtigen Ballen zu! deinem Käufer geschafft. Als ich ihn nachher treffe, sagt» er:„Na." i tagte er.„das ist aber nicht der Flachs, den ich haben wollte." Da � habe ich den anderen eingepackt. Run hat er ihn trotzdem zurück- � geschickt. Da» tut mir leid; aber so war es. Wir beide hätten den Flachs bei mir nnffuchen können; aber du kommst ja nicht � mehr" Pierre Macs wollte den Flachshändlcr gern in sein Cajö locken; er verdiente dann doppelt: am Flachs und an den Leuten. Mr. Stevens besucht« Debakker und tadelte das neu« Röst- oerfahren. „Wieder eine neue Erfindung, eure Walznmschinen. Früher mußten wir De Lricsc bekämpfen, jetzt wird die Reihe an euch iom- men. Mit eurer alten flämischen Arbeit haben wir in Irland die schönste Leinwand der Welt fabriziert. Mit eurem neuen Material ändert ihr unsere ganze Fabrikation. Ich hin ein Abnehmer für mcht gewalzten Flachs. Wenn Ihr den Schwindel von De Briese weitermacht, kaufe ich nur noch bei Kleinhändlern wie Bandael. Die hab-n nicht die Mittel, mit Chemie und Maschinen soviel zu betrügen." Dcbakker, ein hagerer, brauner, dunkelhaariger Flame, lachte gelassen. Zu Kunden sprach er immer gutgelaunt. „Früher paßte man aus. nicht den nassen Flock)» anzufassen. Man dachte, man würde die Faser zerbrechen. Mein Vater sagt«, man müsse sie 24 Stunden in Ruhe lassen, nachdem man sie au» der Lys gezogen hott, Als man die Brechmaschinen mit Fnßbetrieb erfand, wolltet ihr englischen Ausläufer nur handgebrochenen Flachs haben. Als dann der Motorbetrieb auskam, hiellet ihr am Fuß. betrieb fest. Heute kennt wcm nur noch die maschinell« Bearbeitung. Di« Engländer haben sich auch daran in SO Jahren gewöhnt. Sie gewöbnen sich langsam an alles. Die Spinn, reibesitzer bieten ?00 Franken weniger für d«n Ballen, wenn sie annehmen, daß er künstlich geröstet tin gewalzt ist. weil der Flachs, wie sie sag«». zwar gleich gut. aber nicht haltbar ist. Warum soll ich euch wag vor» macken' Ich habe Abnehmer für alle Sorten... Dies hier ist etwas für eure Flax-Spinnin« Co. Künstlich« Röstung. absolut aeruchfrei. Ganz gleichmäßige Wart in den Ballen. Habt ihr da» oberste Gebund gesehen, iemu ihr auch das unterste. Das ist was anderes als beim Kleinhändler. Der kann nicht einen einzigen Ballen gleichfarbig zusammenstellen. Es ist immer weih und grau zusammen." „Eine Firma von Ihrer Bedeutung", sagte Mister Siepens, „müßte überhaupt nur eine Ware führen: die«rstNassig«. Warum wahren Sie Ihr« Tradition nicht besser? Die Spinnereibesttzcr der ganzen West beugen sich vor Ihnen in Flamland hier. Die Faser aus der Lys ist uiwergleichlich. Warum erfindet Ihr diesen neuen Kram, wenn es der Goldfluß noch immer am besten macht? Manch- mal täuscht Ihr mich, well ich nur nach dem Aussehen urteilen kann. Aber in unseren Spinnereien zeigt sich, ob die Faser hast, bar ist. Am widerstandsfähigst«« in unserem Betrieb ist der Flach« aus der Lys. Euren gewalzten kann man nur als Einschußsaden verwenden. Di« Maschine, In die Ihr preßt, nimmt ihm seine Halt. barkeit. Ihr seid hier an der Lys leider nicht konservativ. Euch fehlen die Männer, die fähig sind, ihr ganzes Leben lang ein und dieselbe Arbeit zu tun. Es wird zuviel erfunden, heutzutage. Jeder will mit was Neuem herauskommen. Ihr solltet auch die Energie bewahren, da? gute Alte fortzuführen. Was tausend Jahre über- dauert, darin steckt gesunder Menschenverstand. Jedesmal, wenn «ine neue Erfindung herauskommt, überlege ich mir, was am guten Alten verloren geht. Ich habe es erlebt, wie euer Ruf gesunken ist durch diese Warmwosserbottiche; diese Neuerer, di« in acht, statt wie ölsttvocti. 26. Februar. Berlin. Ifi/wj Proi..V. jihiu: Von antOrlleben nnd knaflichen Bliuen. 16.30 Srenen aus„Cyrano von Beritrae". Romantische Komödie von Cdmond Rostand. 17.30 Pamela Wedekind sinkt zur Laute. l7JiS Prof. Dr. Eugen Kühnemann, Breslau:„Das deutsche Buch In D. S- A. 15.25 V.:„Die literarische Welt".(Sprecher: Willy Haas, Artur Rosen. Marlin Rasclike.) 15.55 Unterhaltungsmusik. 20-30„Der Arzt am Scheidewege." Komödie von Bernard Shai. Nach den Abendmcldungen bis 0.3U; Tanzmusik, 16.00 16 30 17.30 17» 15.28 15« 19.00 19.20 20.00 20.« 21.00 Kögigswusterhausen. Dunln Botkowskl: Erziehung der Jugend Mr die Zukunft. Nachmittagskonzert von Hamhu.g. Dr- Heinrich Holcr. Prot. Marli Leevensohn. Amsterdam: Cello Literatur mit Beispielen Dr. Walther Crall: Die Zukunft des Yonnt Planes. Dr. Ernst Mtrrmanr: Das K»nlgsgrab von Seddin. Spanisch für Anfänger. Dr Arthur Dix: Afrika in der franzosischen Politik. „Wie kann der Staat der Landwirtschaft helfen?"(Aussprache zwischen Reichsminister a. D Dr Schiele, Ministerpräsident a. D. Tant»en und Staatssekretär Dr. Krüger) Plenartaal des ehemaligen Herrenhauses; Verband Deutscher Erzähler. Unterhaltungsmusik. Uebcrtragung von Breslau. vernünftig, in vierzehn Tagen rösten«ollen. Bloß, bamft e» noch fdjncner geht, laßt Ihr jetzt den Flachs durch die Maschine laufen. Mer die Handarbeit früher, richtiges Wasser und Sonne— das war bester." Der Flame liebkost« die blonden Strähnen: „Alles ändert sich auf der Welt; auch der Flachs und die Flachsbearbeitung. Würden wir arbeilen wie früher—- ich mein«: ja langsam— kriegtet Ihr dann genug? Was Ihr uns vorwerft, ist eure Schuld. Früher hatte man dos Spinnrad mit Fußbetrieb. Heute hccheu eure Fabriken zwanziglausend Spindeln; sollen die Futter haben, muß man rasthex rösten. In der Lys verliert man an Gewicht dreißig Prozent. Bei dem neuen Walzperfahren nur fünfzehn. Keiner weiß, wie das kamint. De Priese sagte, die Fasern werden vom Master ausgefresten. Die alten Lysleute sagen, der Klebstoff fault." ü- Herr Deprieux trat in den Laden; Spumereibesitzer aus Lille und einflußreiches Mitglied der französischen Flachshanliel-gelell' schast. Sein Gesicht machte den Eindruck einer gewissen Feierlich- lest und drückte glelchzelttg die Besriedtgung darüber aus. zwei Flachsballen von Vandael gekauft zu haben, die dieser schon an eine Spinnerei in Gent, an die Flox Co. und an Pierre Maas ver- kauft hatte. Debakker zeigte dein Großindustriellen die Flachssorten, die für seine Fabrikation in Frage kamen. „Ich nehme alle Sorten." sagte Deprieux:.Lys; Bottich; ge- walzte Ware. Ich habe hie Erfahrung gemacht, daß die Herrschqsteii. di« nur flußgeröstete kaufen wollen, me wisien. was ihnen geliefert wird. Bei der Lyswar» liegen auf dem Ballen vierhundert Franken Unkosten: bei der anderen einhundertundoierzig; ich weiß dos: nehmen Sie mir nicht übel, daß Ich es ausspreche." Debakker nahm ez nicht übel, und die Herren besahen sich weitere Ware. Um zehn Uhr vormittags war man handelseinig. Die Flamen steckten ihre langen Tonpieijen an; die Engländer ihre kurzen Holz. pseifen; jeder war mit sich zufrieden, weil er den anderen übers Ohr gehauen hatte. Bandael. der selne Ware viermol verkaust hatte, jagte zu Eonstaitt. „fleitte können wir mal zufrieden sein. Aus dem einen Ballen machen wir die Oberschicht der zwei Ballen für den Genler, aus dem Rest machen wir die zwei Ballen für den Liller zurecht Für den Engländer werden sich noch zwei Ballen finden. Und Pierre Maes muß etwas warten. Dann heißt es. noch vier Ballen finden. Wir werden etwas Aehnliches heraussuchen. Debakker hat mir ge- walzten Flachs verkauft." * Leynfeele ging flußabwärts in die Eben«: Bandael flußauf- wärts auf die französische Grenz« zu. Er kehrte zunächst in der Schankftub«.„De Kanada" ein. Der Wirt war Katholik: ein ehe» mal ig« r Emigrant. An den Wänden hingen Photographien volkstümlicher Priester und ein schwarzes Kruzifix über der Inschrift: „Briendelijk Derzocht Comptant te betalen." Als der Schankwirt, der gleichzettig auch mit Flachs handett«. Vandael Kleingeld herauegab, fragte er ihn um Rat wegen zwei Ballen, die er zu verkaufen hatte. „Versuch es mal." sagte Vandael.„zu zwölfhundert Franken. Die» Jahr haben all» ihr Geld in Flachs angelegt. Eine Unmasse Händler läuft herum. Du hast bisher nur Bier verkauft und ge- schmuggelt. Der Krämer hat seinen Laden auch voll Flachs. Der Bäcker in der Neustraße sortiert auch und überläßt seiner Frau die Bäckerei. Alle wollen mit Flachs ein Vermögen machen. EU dich und verkauf; in einem Monat ist»r kein« neunhundert mehr wert." Er trank sein großes Glas helles Bier au» und wurde leb- hafter: .Lu«intausendfünfzig würde ich ihn momentan nehmen. Uebrigens, der Flachs, den du da hast, wird bald nicht mehr gehen; dos ist gewalztxr."(Fortsetzung folgt.) Rät sei-Ecke des„Abend". «DiiiiiuiuiiutiiuniiiniiiiiiiuiüiiiiumaiinniuiiuwuHiiiiitiuiiii iiiiiiininmimniiitniuuniuiQunninuanuunumuuiuiuituinui Kreuzworträtsel. Waagerecht: l.Franzö' sischer Artikel; Z We blicher Vorname: 4. Flächenmaß; S. Farbe; 7 In'el bei Eng- land; 10. Bildrinfastung; 14. Weiblicher Dornam»; 15. Doppelvokal: 16 Mär- chenperfon; 17 Fremdwort für„Herr"; 18 Spielkarte: 19 Bierart: 20. Erholungsstätte für Großstädter: 23 Artikel: 25. Französischer Artikel: 26. Tier: 27. F uß. Senkrecht:? Persönliches Fürwort; 3. Griechischer Buchstabe: 4. Präposition; 6 Frucht; 8 Beginn; 9 Berühmter Badefirand; H. Körperbedeckung: 12 Teil de» Schiffe»; 13. Geogro- phlscher Begriff: 21. Körpsrteil; 22. Gefrorene»; 23. Hinwels: 24. Fluß. iL ö Vifitenkartenrätsel ZI Magischer Diamant. Di« Buchstaben � � � � L L � eeiIl.l.tUI4k4pf'p8S5 SIT ergeben, richtig eingesetzt. waage- und senkrecht die gleichen Wörter folgender Bedeutung: 1 Kon- sonant: 2. Badeort in Belgien: 3 Schmale Oefsni-ng: 4. Europäis'-es Reich; 5. Weiblicher Name:6. Getränk; 7. Konsonant. F. 3. ELSA TRlBlN RODA Was ist die junge Dame im Nebenberus?• Subenkätsel. Aus den Silben a arch au bäum bei bo buch, de de den,! di dou»« e«x gj» j fl l» li li ly mau me men mut nacht n« n« pa po pur ra ra rat r« s« se i«r si u te Un lo um vi wol ztn (ch-- 1 Buchstabe) sind 17 Wörter von nachstehender Bedeutung zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten und deren Endbuchstaben von unten nach oben oin Zitat von Goethe ergeben: 1. Die Nacht der Hexen; 2. byzantischer Statthalter; 3. Vergnügen; 4. deutscher Ingenieur und Erfinder-f- 5. Bad IN Thüringen; 6. Streben; 7. Wahlspruch; S. weibl. Ftqur aus„Don Carlos": 9. Heilmittel; 10. Schriftsteller: 11. Gölterwohnung: 12. Holz» gewäch»; 13. Mufe: 14. Naflonalheiliger; 15. Rat der Alten: 16. mathem. Figur: 17. griech. Hestengedicht. F. S. Kapselrätsel. Au, den Wörtern Czarda». Schwergewicht. Spattvagetk. Voll- strumpf. Scharteke. Bekleidung. Anoden. Polizist, Beb enung. Zech«. Aufschnitt sind je drei, aus den letzten beiden je zwei auseinander, folgende Buchstaben zu. entnehmen, die aneinandergefügt einen Wahklpruch ergehen. ab. ZoolozifcheS. Au, den Silben an bär bel der bock« e eis fant f» gl Horn Hund il kal l« le lo na nas nil o pard pe pserd ras reh scha schwein see ti ti» stnd die Namen von 13 Säugetieren zusammenzu- � setzen und so untereinander zu stellen, daß die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, eine Reptllienart nennen(=- sch ein Buchstade).. ab. Fatal. In der 1 war flott heut der Betrieb, So kam es, daß er länger blieb, Und das war n chi ganz einerlei, Weil Ihm n-cht reicht« mehr lein 2. sein ganze» 1, 2 nur bestand In ein paar Mark, darum als Pfand Zog seinen Ueberrock er aus Und ging bedeppert dann nach Haus. t. (Auslösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auslösung der Rätsel aus voriger 7lumm-r Kreuzworträtsel. Woagerecht: 1. Eisenbahn: 7 lgn?; S Arno: 9. Uschi; 10. rar; 11. Tea; 12, Fell: 13. Zinn: 14. Waid; 17. Neide: 18. Dido: 19. asen.—- Senkrecht: 1. Elberfeld: 2. Sauer- lond; 8. Esse; 4. Bahr; 5. Aristid«»: 6. Normannen; 15. Leo; 16. Ida Rösselsprung: Das eben ist der Liebe Zoubennachi. aß sie veredelt, was ihr Hauch berührt. Der Sonne ähnlich, deren gpld'ner Strahl Gewitterwolken selbst in Gold verwr-ndelL Grillparzer. V«rwandlungsrLts,k: 1. Vater; 2. Pater 3. Peter: 4. Meter. 5. Meier: 6. Feier: 7. Feuer.' Magisches vuadrot: 1. Gries; 2. Robbe; 3. Ibsen; 4. Eberl: 5 Senta. Kapselrätsel:„Wer vor einem Blatt erschrickt, darf nicht in den Wald gehen." �.... Deutscher Arbeitersport Geschäftsbericht und Tagungen Das neueste Verlchksbuch der Zeniralkommtsslon für Arbeilersporl und Körperpflege wird soeben der Oeffenklichkeik übergeben. Es ist 58 Selten stark, kurz und knapp in der Betrachtung, vielseitig im Stoff, also lefenswert. Der Arbeitersport präsentiert sich in seinen ver- bänden, in seinen Kämpfen und als Kullurbewegung. wir sehen das Ganze in der Kleinarbeit wie auch in seinen grogen Zielen. Den Funktionären kann es zum besonderen Studium empfohlen werden. Der Titel des Heftes ist: Geschäftsbericht— Reichskonferenz-r- Führertagung. Der Geschäftsbericht ist zur Reichskonforenz erstattet, deren letzte vor zweieinchalb Jahren stattfand: Inzwischen hatten die preußischen Provinzialkartelle eine Tagung. Wir ersrhen aus dem Bericht, daß der Arbeiter-Turin und Sportbund die durch die Spaltung verlorenen 30 000 Mitglieder fast ganz wieder auf- geholt hat. Ebenso ist es bei den anderen Verbänden. Darüber hinaus hat sich aber ein groger Vorteil ergeben: innere Geschlossen- heit und posi.iv« Gemeinschaftsarbeit, also Voraussetzungen des Erfolges. Die Gesamtmitgliedichaft der ZK.-Ve: bände stieg von 1 065 018 Anfang 1927 auf J 196 027 Anfang 1928 und 1 284 727 Anfang 1929. Die Sozialistische Arbeiter-Sport- internationale(Sasi) hat neue Verbände in Holland und Dänemark. Polen hat durch seine eigenartig« national« Zufamnnn- letzung noch vier Verbände, die sich hoffentlich bald verelingen. Finnland ist nach der kommunistischen Spaltung stärker als vordem. Norwegen gehört eigenartigerweise sportlich zu Moskau, während die ganze Arbeiterschaft die Bolschewik! satt hat. Ein Kontrast: In Schweden ist die Partei noch gegen einen Arbeiter-Spartverband, in England ist mit Hilfe der Labour Party ein solcher gegründet worden. In Frankreich sehlt es noch an der notwendigen Kon- zentratian. Di« R e i ch s e o n f e r e n.z bracht« dos instruktive Reserot W i l- dungs über die sporlpolitische Loge und die Berichte der Landes- kartslla. Im Rheinland und um Halle herum stnd tue Folgen der Spaltung noch nicht ganz überwunden. Dagegen ist Berlin w eder auf der Höhe. Hier bestand bereits vor der Spaltung eine große bundestreu« Organisation, die dann zum Sammelbecken wurde, während in anderen Landestellen erst Neugründungen �«rfalacn mußten. Den DolksbuNdgedanken(ein Verband für den gesamten Arbeitersports hält Wildung zur Zeit nicht für opportun, auch Z n- tralvereine am Ort seien nicht zweckmäßig—, wenn sie verschiedenen Verbänden angehören. Der Bericht von der Führertagung hat seine besondere Note. Die Vertreter der Reichs- und Ländemg'eningen sprechen nicht nur begrüßend, sondern postlio. Dr. Becker erhöht den Kampfgeist, wenn wir einmal den Berg erklimmen und von oben Umschau hasten aus die großen Land- strecken, die von über einer Million Arbeitersporller beackert werden. Es geht vorwärt» trotz mancher Widcrwärtigkeiien. Wir s breiten einer neuen Zeit entgegen!_ Stühm. 23. Berliner Sechstagerennen 15 Paare am Start! Für das am Freitag, 28. Februar, 22 Uhr. im Sportpalost beginnende Sechstagerennen wird jetzt die cndgMge�Tcll- nehmerliste bekannt. Fünfzehn Mannschaften erscheinen am Start: Piet van Kempen— Buschenhagen(Holland-Deutschlond) Goossens— Deneef(Belgien) Chartter— Duray(Belgien) Ehaury— Fabre(Frankreich) Faudet— Louet(Frankreich) Pijnenburg— Goebcl(Holland-Deutschland) Rieger— Kroschel(Deutschland) PetrI— Jung«(Deutschland) Rausch— Hürtgen(Deutschland) Ehmer— Tietz(Deutschland) Krüger— Funda(Deutschland) Preuß— Resiger(Deutschland) Meyer— Stübecke(Deutschland) Kroll—Mieth«(Deutschland) Manthey— Schön(Deutschland) • Deutsche Neldungen zur„laut de France". Vom 2. bis 27. Juli findet die Radrundfahrt durch Frankreich statt. An dieser schweren Etappeusahrt— stc gehl über 5000 Kikometer— werden zum ersten Male deutsch« Fahrer teilnehmen. Die zu emsendent« deutsche Ländermannschast soll acht Fahrer umsasscn. vier, und zwar Felix Manthey, Herbert Neb« und die Ge- brllder Wölk«, stnd schon bestimmt Di» resllichen vier werden erst nach der Beendigung von..Berlin— Kottbus— Berlin" und der »Deutschland, Rundfahrt" ausgewählt. Neue FTGB-r Abteilung Di» Gründung der Spordabteilung des Bezirks Osten der Srgien Turnerschaft Graß-Lerlin für Männer unp männlich« Jugend 4— IS Jahr«) Ist vollzogen. Der Zweck dieser Abteilung kann nur «reicht werden, wenn weit« Kreis« der arbeitenden Bevölkerung des Berliner Ostens erfaßt werden, um so dem Gedanken des Dolkssport» wirklich bleuen zu können. Die Uedungsstunden finden regelmäßig FZ Koffein und sportliche Leistungen t€ 3m„Abend" vom 17. Zauuar brachten wir die Ergeb. nisse einer Untersuchung, dt« au der Hamburger lluiversiläl über die Wirkungen des Koffeins bei sportlichen Leistungen angestellt wurden. Der Leiter der sportärztlichen Beratungsstelle au der gleichen Hochschule ist bei ähnlichen versuchen zu Resultaten gekommen, die die von un» mitgeteilten nicht beslällgen. Er schreibt darüber: An Teilnehmern des akademischen Turnlehrerkursus wurden während eines Jahres Versuchsreihen angestellt, und zwar derart. daß für die verschiedenen Leibesübungsarten, deren unmittelbare Wirkung aus das Herz bekannt ist, wie Dauer-, Schnelligkeits- und Kraftübungen, je eine Gruppe ohne Kaffee, eine mit Aohnentafsee und die letzte mit kosfcinfreiem Kaffee vor den» Sportbetrieb getränkt wurde. Bei Dauerleistungen(S00-Weter-Lauf) fanden wir bei Gruppe I(ohne Kaffee) frühes Einsetzen de?„toten Punktes" mit bald darauf solgender Ermüdung, bei Gruppe II(koffeinhaltiger Kosfee) frühzeitiger„toter Punkt", kurz darauf folgende Ermüdung mit Erschöpsungeersckxinungen, bei III(kosseinfreier Kaffee) relativ später„toter Punkt" mit sehr später Ermüdung, big zum Ende der Leistung(500-Meter-Laus) keine Erschöpfung. Subjektiv fühlten sich die Teilnehmer, die über den Koffeingehalt Ihres Getränkes im unklaren gelassen wurden, bel Begtnn des Weit- kampfes frisch und angeregt. Die Leistungskurve bei den West, kämpfern mit koffeinhastigem Kasse« steigt zuerst stark an, fällt dann jedoch rasch ab, um unter dem Niveau bald den„loten Punkt" zu erreichen, steigt dann jedoch nochmals kurz über die Norm an, um dann der schnell einsetzenden und absteigenden Ermüdungskurve Platz zu machen. Bei den kosseinfaeien Sportteilnehmern hatte» wir zunächst dasselbe Bild der optimalen Leistungskurve, die jedoch später abfällt, später den„toten Punkt" erreicht, ein längeres zweites An- steigen der Leistungskurve aufweist, um dann ganz ollmähiui» und viel später als bei Gruppe l zur Ermüdungskurve zu sühren. Die Erschöpfnngskurve wurde hser nicht bcol'achtct. Bei Schnelligkeits- Übungen(200n«m Gcsellfchastsspiel hatte sich FTGB.-Lichtenberg 1. Männer gegen Frankfurt a. d. Oder 2 verpflichtet. Mußten di« Lichtenberger im ersten Spiel eine Niederlage von 8: 2 hinnehmen, so konnten sie es diesmal durch«in Unentschieden von 1:1(1:0) wieder gutmachen. K«>«?«lin. Tunnetston. M.{Ztßruat. 20 Uhr. Zusammen, Zunft un..Lackeschrn s5of", S oscntdalir Etr. 11. Lortr,«:.iSctt«er. ilrot. IBcpnluftur". millkammen. Srtlcc ftEwciljiUttilMi« Atnut*«. Xeniutefuo. V. Februar. 30 Ilbr. g»r». ftkun« dr« Vartraaes Walter Peters:„«luswirluna auf da» pral! Ische Cficu" (®ia!e(iünfl»ft«flenV gZGB., ftunubejitL Wanderun« am 1 Mär». Treffvunlt S Ubr ffiärlHet Balm bat. Mannfchaitstabrrr lind ebenfalls Mr. ettlje.»Uderbrzlrl. 45er- -- sstz einaanschrlst: dälüt Roack. Ncuidlln. Kdqaklle. 16. 27. gcbriiar Stuft Schmidt. ZiiederschäucVe! ?>bun« bei . NcuiSB____>>............... icmtÄe, Berliner Sir. 97—»8. Mitalicder tänuen noch anfaenommen werden, auch In der lleauenabteilu»«.— ßortsesun« de» Bereralverfammlnia Heu», Mittwoch, Sewcrifchaftthaus. Die Detevortrn mijfsen pünktlich um Ubr anwesend seui. Sonnta«, Z. März,®tofite!ncn-jjä«n in den»ootshäulern ab 2 vbr Mittwoch, s. März. 30 Ubr. Abteilunnelihun« bei Zänicke. Kalferin-Auaulla- Allee. ?r«le«a»u. Union-Srob-Berli» S. V. Mttwoch. Z«. tsebrnar, A Ubr, aullcrordrntliät« Seneralverlammfun« im Acllaurant»Zur Eich«. Sieukälln. Saale. Eck« Saiser.grirdrich�Ztralle. «« S L OroS« prankturlar StroSe IZZ Sil eitba»»« Zisx. ä<33 unä ZtOt räzlieb 6.tä vbr sSvvn'as» 0 v.) unZ itdtn Sonnabend im Februar auch UJn UHr abend» die nu Odt. operens v. HJUUKtr Was wir bringen, Ist das Richtige... )HEUEQWELT< InnlijSdiDb, O-Bahn Hiniiuo;L.iliuiitt,IIU/1t ----- EU1T5TAQ------ Groht» KodtölerfeK 1 binnen. Kao« Dtkenlioim 50 iujrialiB lljüa. Reichshallen-Theater Abends O sonn nz nndim. 00 Vis w»«flnare fePr.-Proanpipii der Slciflner'Sfingcr Preis« SO PfR Vi» 3 Mk Zentrum 1J?01 ■ aOuninaas tarne PrsiM. OÖ��O*f-Bret* lOffUtommern\ FaUmw-OrfliOTtOT. Tan». Frohe Alienen« wohin wir kommen. Die Kusammeu- arbelf von Bckstelii-Halpaus hat den Betrieb Terelnfaeht. die lielstnng gesteigert, die Mischung verbessert. Kein Wunder, das« die neue 111- menrled in der g:elhroten Packung solchen Anklang findet! Frisch aus der Fabrik — schon geraucht! Das Ist schau die richtige asigarette! ULMENRIED S Pf. Arbeitslosigkeit steigt weiter? 2 340 000 Hauptunterflühungsempfanger. Noch dem Verichi der Retchsanskalt für die Zell vom l7. bis 22. Sebruar hat das wiolerliche Aroftwetler, das io den mcistea Tcilco des Reiches onhälk, gemeinsam mit den Auswirkungen ab- sinkender Konjunktur, die immer deutlicher in Erscheinung treten, die zu erwartende Entspannung am Arbeitsmarkt weiter hinausgeschoben. Die Zahl der haulunterslühungscmpsänger in der Arbeitslosenversicherung ist weiter g e st i e g e n. Mit rund 2 340 0 0 0 ist die Kurve der hauptunlcrslützungsempsäoger in der Acbellelosenversicherung— abgesehen von den Empfängern von Krisen- und Wohlsahrtsunterstühung sowie den nicht unterstützten Arbeitslosen— nochmals um etwa 50000 gegenüber der vorigen verlchlswoche angestiegen. Ein deutliches Kennzeichen gedrückter Wirtschaftslage ist die ungemöhnllch hohe Zahl von Entlassungen aus häus» tichen Diensten, die aus einzelnen Bezirken(Schlesien) gerne ld« wird. Der Arbeitsnrarkt für Angestellte hat sich überall in desonderem Ausmäste weiter verschlechtert. Unter den einzelnen Bezirken, deren Arbeitsmarkt besonders ungünstig liegt, ist Hchlesre n vor allem durch Zugänge von frei- gesetzten Arbeitskräften aus der Metallindustrie, dem Bergbau und dem Baugewerbe belastet. Schlechte Zeit für die Maßschneider. Die Organisation ist auf der Höhe. In einer überfüllten Mitgliederversammlung der im Deutschen Bekleidungsarbeitcr-Berband orgonisterten Hcrrenmaßschneider, die am Dienstag in den„Arminsälen" stattfand, berichtete Genosie F a u st m a n n über die Arbeit der Branchenleitung im vergangenen Jstchr. Die allgemeine Krise in der Bekleidungsindustrie hat auch vor der Mohbranchc nicht haltgemacht Die Erwerbslosigkeit hat mit 4000 arbeitsuchenden Herreumatzschneidern, die Mitte Februar 1930 auf dem Nochweis eingetragen waren, erschreckende Formen an- genommen. Aber auch von den in Arbeit Stehenden arbeiten rund die Holste verkürzt. Die enorme Arbeitslosigkeit wirkt sich natürlich erschwerend auf die Regelung der Lvhnbedingungen aus, bi« infolge der zersplitterten Kleinbetriebe an sich schon schwierig genug ist. So arbeiten von 2854 in 256 Betrieben Beschäftigten nur 1246 in Werk- statten, die restlichen 1(514 outzer dem Hause. Trotz dieser hemmenden Umstände konnten Im vergangenen Jahr nicht weniger alsZ54 neue Mitglieder für den Verband ge- wonnen werden, wozu noch 21 U eberlritte von der„Schuhmacher"- Organisation kommen. Für die nächsten Wochen wird es darauf an- kommen, alle Sräsle zusammenzufassen, um dem Angriff der Unter- nchmer wirksam begegnen zu können Dt« dem Bericht folgende Debatte wurde in kaum noch er- lrqglicher Weise durch einige„oppositionelle" Redner bc- dacht, die die unqualifiziertesten Angriffe gegen die Leitung richteten. Gegen die Hauptschreier, di.e am Dienstag er- klärten, ihre Kandidate-n auf den„roten" Betricbsratslisten nicht zurückziehen zu wollen und sich damit selbst außerhalb des Verbandes stellt«,,, sind entsprechende Schritte der Filialleitung bereits ein- geleitet. Zlls Branchenleiter wurde Genosie Faustmonn gegen ganze sechs(!) oppositionelle Stimmen wiedergewählt: ebenso die aus Kollegen der Amsterdmner Richtung bestehende Branchenkommisston. Oer Baugewerksbund auf dem Posten. Gegen den angedrohten Lohnabbau. Der Beirat des Deutschen Bangewerksbundes ist gegenwärtig in Berlin versammelt, um zu all den Fragen, die sich ans den Tarif- kündigungen der Unternehmer ergeben, Stellung zu nehmen. ie Die Drohlerel des Bolschewislenblalles. der Kampf im Baugewerbe könne nur mit den Mitteln des revolutionären Klassen- lampses und unter„revolutionärer Führung" durchgefochten werden. ist bei den Orgonisationsoerhältnissen im Baugewerbe noch lächer- licher als in anderen Fällen. „Melde gehorsamst..." Nie Versammlung der Maschinenschlosser gesprengt. Die sogenannte Opposition im Metallarbeiterverband sieht ihre „praktische Gewerkschaftsarbeit" zurzeit noch darin, jede größere Versammlung der Organisation zu sprengen. So war zu Dienstag abend nach den Sophiensälen eine Branchenversammlung dex Maschinen-, Auto- und Motorenschlosser einberufen worden, der die Opposition das gleiche Schicksal bereitete wie vor einigen Tagen d«r Versammlung der Eisenfonner. Der Bevollmächtigte Eckert beleuchtet« in einem einleitenden Referat die augenblickliche internationale Wirtschaftslage und führte den Versammelten vor Augen, daß für die bevorstehenden Aus- emandersetznngen mV dem Unternehmer tum mehr denn se die organi- satorische Geschlosienheit der Arbeiterschaft notwendig sei. Die 2lus- führungen Eckerts wurden selbst von der Opposition.zunächst aus» merksam angehört. Als der Referent jedoch das gewerkschasts- feindliche Verhalten der Kommunistischen Partei in das rechte Licht rückje, wurden die„Oppositionellen" merklich nervös. Nachdem der erste Diskussionsredner, ein Kommunist, in ebenso langer Red« wie Eckert in der üblichen Weise gegen die„Sozial, saschisten" vom Leder gezogen und seine«igen« Aufsasiung oder vielmehr die der Kommunistischen Partei in einer ellenlangen Resolution unterbreitet hatte, wurde ein Antrag auf Schluß der Debatte gestellt und auch mit großer Mehrheit angenommen. Dieser Beschluß war für die Opposition das Signal zur versomm- lungxsprengung. Die Kommunisten„bezweifelten" das ganz klare Abstimnmugs. ergebnis und verlangten nochmalige Abstimmung sowie Auszählung. Als dieser Antrag von der Varsammlungsleitung nicht zur Ab. stimmung zugelassen wurde, setzte der planmäßige Krakeel ein, der «S dem Bevollmächtigten unmöglich macht«, sein Schlußwort zu halten. Als trotz mehrmaliger Crznahnung des Versammlungsleiters die lärmend« Obstruktion nicht Rahe gab, mußte die Versammlung vorzeitig geschlossen werden. Die Kommunisten zogen besriedigt von donnen mit dem Bewußtsein, wieder einmal«inen Befehs der kommunistischen Gewerk- schaftszentrale prompt ausgeführt zu haben. Auch in der Schweiz unien durch. Auch in der Schweiz sind die Gsvvrkschoften ge;wunge>u den kommunistischen Quertreibereien mit aller Energie zu Leiche zu rücken. So heißt es in einer Erklärung des Zentraloorstandes des schweizerischen Bau- und Holz- arbciterverbandcs u.a.: „Da der Zerstörungs- und Zersetzungskampf gegen die Gc- wertschaften auch in der kommunistischen Presse systematisch betrieben wird, kann man den Gewerkschaften nickst zumuten, daß sie ihre Totengräber noch unterstützen: es sind daher alle Jnsertto- n« n und Berichterstattungen in den kommunistischen Zei- tungen einzustellen. Mitglieder, die sich an einem Streik be- teiligen, der nicht statutenmäßig beschlossen und vom Zentralvorstand bewillig! ist, stellen sich außerhalb des Verbandes und haben alle Rechte am Verband verwirkt." Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug am 17. Februar 1 523 666. Das sind 3926 mehr als in der Vorwoche und 65 863 mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. � ßifchäfts xfinjäger � fiiden-Wefien. fieoosseol llotersliitzt Eure elgeoen Defrlßüef Deckt Euren Bedarf a. Urnen u. Grabdenkmälern nur in der SteinmetzhöttevGGerb,.K>.0B»i! .diuleBvred, Kiefholzitr., de jenOber d. Krematorium. Tel:Fä Oberspree 1683 Uielerune nach ai'en Friedhöfen in QroB-Beriin Bin 8 an] ma Finna sOkten. sonu aas aoltfoei. Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen iEiffisiteitrfisclIm« �nlfia2*