Nr. 65. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Pretsltste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Italien, Afrika und der Sozialismus. II. Rom, den 11. März 1896. Die sozialistische Gruppe protestirte energisch gegen das afrikanische Abenteuer und die Kolonialpolitit. Sie er: flärte nach dem Vorbild der deutschen Genoffen feinen Mann und keinen Groschen( soldo- sou) für den Militarismus! Allein die Kammer bewilligte einen Kredit von 20 Millionen Lire( 16 Millonen Mart), jedoch unter der Bedingung, daß jede weitere Gebietsausdehnung" vermieden werde. Die Regierung machte sich das Weihnachtsfest zu muke: fie vertagte die Kammer und berief sie, dem Druck der öffentlichen Meinung folgend, erst zum 5. März wieder ein. Dienstag, den 17. März 1896. mi Hol Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. die Erhöhung der Mobiliarsteuer um 20 pCt., aber sie lehnte| veranlaßt, die jeden Augenblick zu neuen Protestkundgebungen die Erhöhung der Grundsteuer um ein Zehntel ab! Das wäre schon ein Grund der Entzweiung zwischen dem Ministerium Crispi und der Bourgeoisie Norditaliens gewesen, wenn nicht die Furcht vor dem revolutionären Sozialismus gewesen wäre. übergehen kann, wenn nicht die Krise in einer den Wünschen des Volkes entsprechenden Weise gelöst wird. Es scheint in der That, daß der König, der nur ein Auge für die militärische Entwickelung des Landes hat, dem Ministerium Rudini große Schwierigkeiten bereitet. In wenig Tagen wird sich entscheiden, was wir zu er warten haben. Doch im Anfang des Jahres 1896 war der panische Echrecken verschwunden; das intelligente Bürgerthum hatte schon gemerkt, daß Crispi mit seiner gewissenlosen Gewalt Für heute will ich mich darauf beschränken, zu sagen, politik keineswegs den Sozialismus vernichtet hatte. Die daß die Freunde der Weiterführung des Krieges, wenngleich Bahl der sozialistischen Abgeordneten hatte sich durch die sie auch heute unter dem Eindruck der Katastrophe von Wahlen vom Mai 1895 verdreifacht, und der Sozialismus Adua sich zurückhalten, doch fleißig in der Umgebung des wuchs und erstarkte von Tag zu Tag. Königs daraufhin arbeiten, den Militarismus bis zum; All das hätte jedoch nicht ausgereicht, die Grundpfeiler, Uebermaß zu steigern, was allerdings unliebsame Ueber-. auf die das Ministerium sich stütze, wanken zu machen, raschungen bereiten könnte. wenn nicht.... die Geld frage hinzugekommen wäre. Die öffentliche Meinung beschäftigt sich jetzt nur mit Als das Ministerium, um Nache für Amba- Alagi zu zwei Lösungen: nehmen, 50-60 000 italienische Soldaten ver= Einer vermittelnden Lösung, die zwar die meisten AusBu letterem Entschluß trug die Uebergabe der Festung langte,( denn die Zahl der Neger in italienischen Diensten sichten hat, aber trotzdem die gefährlichste und unfruchtbarste ist, Makalle bei in dieser hatten sich die Negertruppen unter fonnte nicht erhöht werden), da überlegte sich die Bourgeoisie ich meine die sogenannte" Friedenspolitit", das heißt einen Führung italienischer Offiziere sehr tapfer gegen die Norditaliens, daß jeder Soldat pro Tag 8-10 Lire kosten dauernden Zustand der militärischen Kolonisation in Afrika, Abessynier vertheidigt, doch wären sie in wenigen Tagen würde, daß es sich also um eine Extra- Ausgabe die allerdings auf bescheidene Grenzen zurückgeführt dem Waffermangel erlegen. Diese Uebergabe, die von der von einer halben Million jeden Tag handele; und sie werden soll, jedoch Zusammenstöße mit der Kriegsmacht Diese italienischen Regierung anbefohlen und sogar erkauft worden wurde eine Gegnerin der Afrikapolitik und des Ministeriums des Negus Menelit nicht verhindern würde. war( erkauft war jedenfalls von den Abessyniern der freie überhaupt. Lösung wird die Staatskaffe langsam erschöpfen, Abzug der italienischen Truppen), um einen Rückschlag des ohne einerseits das künstliche Feuer militärischer Ruhmesitalienischen Volksgefühles wegen der Niedermezelung oder thaten, oder andererseits einen gefunden, thatkräftigen Widers die Aufopferung der italienischen Besagung von Matalle stand der öffentlichen Meinung zu entfachen. zu vermeiden, hatte bereits den günstigen Eindruck, den die " Siege" hervorgerufen hatten, zerstört. Bugleich vollzog sich in der öffentlichen Meinung der Herrschenden Klassen ein Umschwung, derein entsprechendes Beispiel für die wirthschaftliche Grundlage einer jeden fozialen und politischen Erscheinung ist. Aber die Steuern waren vom Parlament bewilligt, das in seiner Mehrheit aus Grundbesitzern besteht, und so lachte die Regierung über diese plöbliche Echwenkung der konservativen und liberalen Partei von Piemont, der Lombardei und Venetien. Die zweite Lösung ist die, welche die sozialistische Partei allezeit in der italienischen Kammer vertreten hat, Inzwischen begannen viele tausend Familien sich über indem sie sogar 1885 und 1887 sofort nach dem Gemezel das Schicksal der italienischen Soldaten zu beunruhigen, die von Togali die unverzügliche Zurückziehung ja widerstrebend, ohne jegliche Begeisterung, fortgezogen sind, der italienischen Truppen aus Afrika verlangte. Es ist da sie nicht wissen, warum man sie zum Kampf nach Afrika dies die einzig logische und vortheilhafte Lösung, zu deren In Italien zerfällt die herrschende Klasse in Grund- schickt. Und überdies ist unserem Volte, das sich noch sehr Herbeiführung sich jetzt die äußerste radikale Linke und die eigenthümer die in den südlichen Provinzen vorherrschen lebhaft an die Kämpfe für unsere Unabhängigkeit gegen wenigen nicht sozialistischen Republikaner vereinigen. mit vollkommen feudalem Charakter, und in industrielle die Desterreicher erinnert, jede Begeisterung für ein Die Sozialisten allein haben bei Beurtheilung der Kapitalisten hauptsächlich in den nördlichen Provinzen- Kolonialunternehmen fremb, das die italienischen Sol- Frage der Kolonialpolitik im allgemeinen und der mili mit mehr bürgerlichem Charakter. daten gegen die Abessynier kämpfen läßt, die ihre tärischen Expeditionen im besonderen ein flares Ziel vor Crispi, deffen politische Macht sich hauptsächlich auf Unabhängigkeit und ihr Vaterland vertheidigen Augen. die Abgeordneten des Südens stüßt, gewann während der wie vor 30 Jahren die Italiener. Jahre 1894 und 1895 die Zustimmung der Bourgeoisie des Die Niederlage von Adua war nur der Tropfen, der Nordens, die ihm dankbar war für die Unterdrückung der den Krug zum Ueberlaufen brachte. Volksbewegung und für die Ausnahmegeseze, mit denen er Die Erregung aller Volksschichten, besonders in den cegen die sozialistische Partei wüthete; sie übersah seine norditalienischen Provinzen hat eine für die Regierung gemoralischen Defekte. fährliche Höhe erreicht. Sie richtet sich nicht nur gegen Im Juli 1894 brachte das Ministerium Crispi, um Crispi, sondern auch gegen den König, den man für die cin Budget Gleichgewicht herzustellen, hauptsächlich drei Seele des Krieges bis zum äußersten" in Afrika hält. Steuervorlagen ein: eine Erhöhung des Getreidezolles auf Jn Pavia, nicht weit von Mailand, spielte sich ein sehr 71 Lire per Zentner, eine Erhöhung der Steuer auf bezeichnender Zwischenfall ab: Die Bevölkerung nämlich, und Mobiliar- Eigenthum um 13-20 pCt. für die öffentlichen Kreditpapiere, und eine Erhöhung der Grundsteuer um ein Zehntel. # vor allem die Studenten und Frauen, verhinderten die Abfahrt des Zuges, der neue Soldaten nach Neapel zur Einschiffung nach Afrika schaffen sollte. Man riß die Eisenbahn schienen auf, und seit dem Tage läßt man die Soldaten im geheimen abfahren, um eine Wiederholung dieser Volkskundgebungen zu vermeiden. Die Kammer, die in ihrer Mehrheit aus den Latifundien befizern des Südens besteht, bewilligte die Erhöhung der Getreidezölle, welche die Konsumenten und vor allem die arbeitenden Klassen treffen, und eine Liebesgabe für die Die Abdankung des Ministeriums Crispi hat eine abgetreidebauenden Großgrundbesitzer sind; sie bewilligte auch martende, aber doch sehr bedenkliche Haltung des Volkes 81 Clotilde. ( Machbruc verboten.) " Laßt sie", sagte die Majorin, sie hat sich einen schönen Lebenszwed erwählt, sie will leidende Menschen kinder, die arm sind und sich verstoßen fühlen, aufrichten und mit ihrem Schicksale versöhnen. Auch uns wird ihr Drang zu helfen, zu erfreuen gelegen kommen." Und so geschah es. Es Wir sind der Ansicht, daß die Kolonialpolitik der Bourgeoisie nur möglich ist, wenn ihre wirthschaftliche Entwicklung sich so weit gesteigert hat, ihr zu erlauben, ja selbst sie zu zwingen, sich andere Absatzmärkte außerhalb dere Abſaymärkte außerhalb Europa's zu suchen. Italien befindet sich noch nicht in dieser Lage; es ist vielmehr noch sehr weit davon entfernt, denn zu einer Hälfte befindet es sich noch im Zustand der primitiven Land- und Feudalwirthschaft( in den südlichen Provinzen, in Sizilien und Sardinien), und in der anderen Hälfte ist seine industrielle Bourgeoisie noch nicht über die Anfänge hinausgekommen( in den Nordprovinzen). Jedenfalls ist Italien noch sehr weit von einer wirthschaftlichen Vollblütigkeit" entfernt, welche die kolonialen Aderlasse gestatten könnte. Dieses Kolonialunternehmen Italiens in Afrika ist nur eine Wirkung jenes politischen Ansteckungsbazillus, der das Kolonialfieber erzeugt, und von dem ich schon im Ich freue mich nur", erwiderte der Oberförster, und benutzte dabei bereitwillig den Stuhl, den ihm Clotilde zugeschoben ich freue mich nur, daß Du mich diesmal nicht übertrumpft haft. Du sprachst ja schon einmal davon, Dein Sohn müsse einmal ein deutscher Student werden." Der Major fühlte sich zwar getroffen, sagte aber lächelnd:" Es ist immer gut, wenn so ein Sauſewind eine ältere Schwester hat, die ihm beibringt, was edel und schicklich ist. Der weibliche Theil ist das gute Element, durch den unser Dasein verschönert und veredelt wird. Durch die Frauen wird unsere Häuslichkeit traulich und angenehm." " Da tam eben der Mann der Frau nach Hause und grüßte sehr freundlich. Clotilde er kannte in ihm den Kutscher, der sie oft gefahren, von dem sie gehört hatte, daß er einstmals die Pferde rechtzeitig zum Stehen gebracht, wodurch eine am Sowohl die Majorin wie die Oberförsterin wurden fast Boden liegende Dhnmächtige vor dem Ueberfahren gerettet zu gleicher Zeit Wöchnerinnen, da empfanden beide zur wurde. Bald ward es bekannt, welche thatbereite edle hohen Befriedigung, welche Berle sie in Clotilde gefunden, Wohlthäterin in Burgeberstein wohnte; die wieder zur Ge- und zur Hilfsbereitschaft um sich hatten. sundheit, zu Betten und Kinderzeug gelangte Kutschersfrau Mit umsichtiger Hand leitete sie das ganze Hauswesen sorgte, daß es herumkam, jeder der Ortsbewohner, jedes und die Dienstboten sprangen, wenn sie nur winfte, dabei Kind grüßte ehrerbietig die hochherzige, fremde Dame. Aber vermißte weder der Major seine Lieblingsgerichte, noch der" Wir werden hoffentlich viel Freude an unseren auch im eigenen Heim hatte sich Clotilde schnell unentbehr- Oberförster seine Abwartung und Pflege, die sein Töchterchen erleben, denn sie haben ausgezeichnete Vorbilder." lich gemacht. rheumatisches Leiden erheischte. hatte sich ver- Darum ist mir ein Mädchen lieber, b. h. vorher, als Ihre gefällige liebenswürdige Persönlichkeit gewann schlimmert gehabt, er war außer Dienst getreten der deutsche Student." ihr die Herzen der beiden Ehepaare, mit denen sie zu- und seine Frau hatte ihn nicht hierher begleiten" Aha, ein schnell Bekehrter, Du hast doppelt Recht", fammen wohnte. Sie war dankbar für die liebevolle Auf- wollen. Das freudige Ereigniß brachte auch für ihn er- rief der Oberförster, laßt uns gleich von der Kindtaufe nahme. Die beiden Frauen hatten sie gern wegen ihres freuliches, er fühlte sich besser. Die frohe Botschaft, daß reden, die Dinger müssen Namen bekommen." indo tiefen offenen Gemüths und ihrer geräuschlosen Thätigkeit. sowohl die beiden Frauen wie die beiden kleinen Mädchen" Sagen Sie wenigstens niedliche Dinger.") Die beiden Männer sahen in ihr den Inbegriff edler Weib- sich voller Gesundheit erfreuten, fräftigte auch ihn. Als er Aber still!" bat die Majorin, nicht so laut." lichkeit, fie verehrten in ihr die schöne Frauenseele, die eines Tages in die Kinderstube gehumpelt kam und Clotilde Beide Kinder fingen zu gleicher Zeit zu schreien an. felbst das fremde Leid aufsucht und nicht ruht bis es ihm sein Töchterchen in die Arme legte, da wiegte er es Die Oberförsterin gab ihrem Manne einen zarten Wint, gemildert. stolz vor sich, trug es mit aufrechtem Gange seiner Frau der deutlich sagte:„ Laß uns allein." ,, Da haben wir es wieder," sagte der Major oft, wenn zu und sagte:" Das allerliebste Geschöpf ist frisch und wir noch in der besten Unterhaltung am Eßtische sitzen, munter wie Vater und Mutter. Aber ich habe auch für brechen Sie auf, Frau Doktorin." eine prächtige Pflegerin und Gesellschafterin gesorgt." " Na, na", sagte die Oberförsterin, Ihr Männer sorgt zuerst doch für Euch selbst." Nur einen furzen Gang," erwiderte Clotilde, warf ihren Radmantel um, unter dem sie immer eine Tasche und huschte ins Dorf. Bald brachte sie in trug dieser Haushaltung ersehnte Hilfe, bald in jener Trost und schuf Ordnung. " Da haben wir's," fiel der ebenfalls hinzugetretene Major cin, in solchem Verdachte stehen wir nun. Diesmal aber bist Du wohl erkannt." " " Da haben wir's, ein ungalantes Wort reizt das schöne Geschlecht, ja auch unsere Töchter schon zum Widerspruch noch in den Windeln- fomm!" Unter diesen Worten schlängelte sich der Major mit dem Oberförster zur Thür hinaus. In der Wohnstube fanden sie den eben angekommenen Theodor von Kürdorf vor. ( Fortsetzung folgt.) ersten Artikel fprach; und es bringt blos dem Militarismus vinzialverbände nicht leistungsfähig sind. In erster und Nachrichten aus besonderer Quelle geftatten aufs neue das Nuzzen( denn wir können weder Handels- noch zweiter Berathung wurden erledigt die Gesetzentwürfe betr. die Gerücht von einer Expedition des Kongostaates nach Landwirthschafts- Rolonisation betreiben), dem Militarismus Errichtung einer General tommission für Ostpreußen, dem Sudan für unbegründet zu erklären. Der Rongostaat mit fammt jenen Schmarogern der herrschenden Klasse, die betr. die Aufhebung der im Gebiet der Monarchie bestehenden habe aber in der Voraussicht eines Borstoßes der Derwische nach Zay- Ordnungen für Aerzte und Zahnärzte und dem Bahr- el- Ghazal und infolge des Vormarsches der Egypter man Heerlieferanten, Schifffahrtsgesellschaften, Börsenmänner, betr. die Dauer der Wahlperioden für die weltlichen nach Khartum ein Lager am Nil errichtet und Frankreich politische Abenteurer, Reptil- Journalisten zc. nennt. Mitglieder der Probsteisynoden der ev.- luth. Kirche den Vorschlag einer gemeinsamen Wertheidigung Nun, wenn die Bourgeoisie, oder richtiger die- zur einen der Provinz Schleswig- Holstein. Der Gefeßentwurf über das gegen die Derwische gemacht. Hälfte feudale, zur anderen kapitalistische- herrschende Klasse Grundbuch wesen und die 3wangsvollstreckung Das würde praktisch doch auf ein Zusammenarbeiten in Italien am Ende ihrer Kolonialpolitit ist, so ist es nicht in das unbewegliche Vermögen im Herzogthum Lauenburg mit der englischen Macht hinauskommen. Und doch erscheint die Aufgabe der sozialistischen Partei, ihr die Augen zu wurde an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen, und es schwer glaublich, daß auch Frankreich geneigt sein sollte, öffnen, obgleich die sozialistische Partei selbst ein Interesse schließlich noch ein Antrag v. Gilgenheim betr. die obli- sich auf gemeinschaftliche, Abenteuer mit England im Herzen baran hat, daß die Bourgeoisie in normaler Weise ihre satorische Beschulung taubftummer Kinder angenommen, von Afrika einzulassen. ökonomische Umwälzung vollziehe, welche die natürliche nachdem die Regierung erklärt hatte, daß sie demselben wohlwollend gegenüber steht. In der nächsten Sigung, welche erst am Mittwoch stattfindet, wird die Berathung des Antrages Ring betr. Maßregeln zur Berhütung der Einschleppung von Vieh feuchen fortgesetzt. Außerdem stehen Wahlprüfungen und Petitionen auf der Tagesordnung. Quelle und die Vorbedingung der endgiltigen Sozialisirung der Gesellschaft ist. Die sozialistische Partei ist eine direkte Gegnerin jeder offiziellen oder künstlichen Gebietserweiterung in den Kolonien denn die Ausbreitung des Handels oder der Industrie durch freiwillige Auswanderung muß von anderen prinzipiellen Gesichtspunkten aus betrachtet werden. ver das Recht sonderbar muß es jedenfalls berühren, daß den Egyptern von ihren englischen Freunden die Wiedereroberung des Sudan als eine Ehrenpflicht aufgedrängt wird, trotzdem den nämlichen Egyptern die nämlichen englischen Freunde noch nicht einmal die Fähigkeit und das Recht Die filberne Internationale an der Arbeit. Vor einigen zugestehen, ihre eigenen Angelegenheiten ohne englische Tagen hat das belgische Parlament eine bimetallistische Vormundschaft zu erledigen; wir sollten meinen, wenn die Interpellation zu überstehen gehabt. Heute wird aus Wien Egypter nicht fähig sind, ihr eigenes Land in Ordnung zu Wenn ein Volt sich wirthschaftlich sozial und intellektuell depeschirt: halten, dann würden sie gut thun, sich nicht zu einem in einer so unglücklichen Lage befindet wie die italienischen Im Abgeordnetenhause stellten die Abgeordneten Eroberungszuge gegen ein fremdes Volk aufheben zu lassen. Arbeiter, so ist es eine blutige Fronie von einer Aus- Sueß, Milewski und Genossen folgenden Antrag: Da die Die Erfahrung sollte sie Vorsicht gelehrt haben und zwar breitung der Zivilisation über die nationalen Grenzen Schwankungen in der gegenwärtigen Bewerthung von Gold und die eigene Erfahrung; sie brauchen garnicht einmal auf die hinaus zu sprechen. Man sollte damit anfangen, das haben, wird die Regierung aufgefordert, alle etwa von anderen Italiener zu blicken. Es führen viele egyptische Spuren Bolt im eigenen Lande auf eine höhere Bivilisationsstufe Staatsverwaltungen ausgehenden Bestrebungen, die auf eine in den Sudan hinein, aber wenige wieder heraus. zu bringen, indem man die 600-800 Millionen Lire, die internationale Feststellung des gegenwärtigen Die Engländer im Transvaal. Den, Times" wird uns bis jetzt die sogenannte afrikanische Kolonie gekostet Werthes dieser Metalle abzielen, lebhaft zu aus Pretoria vom 13. März gemeldet: hat, zur zur Hebung der Landwirthschaft, der unterstützen. Der Erwägung des Präsidenten Krüger unterliegt eine Industrie, der Gesundheitspflege und der Die Bimetallisten in Deutschland, Frankreich und Groß- wichtige Depesche des Staatssekretärs des Kolonialamtes Boltserziehung verwendet. britannien werden getroffenen Vereinbarungen entsprechend folgen. Shamberlain, welche Krüger durch die Bermittelung Wir Sozialisten wissen indessen sehr wohl, daß jede Troß dieses Zusammenwirkens der filbernen Internationale wird Robinson's erhalten hat. Chamberlain weist in der Depesche auf die Möglichkeit der Aufhebung der Londoner RonRegierung, die nur die Geschäfte der herrschenden Klaffen Sie doch in absehbarer Zeit keine Erfolge aufweisen können. bie Regierung der Südafrikanischen besorgt, niemals aus dem Staatssäckel Geld für die In Frankreich haben zwei sozialistische Abgeordnete, vention hin, wenn ungeheure Mehrheit des Volkes: die Arbeiter, hergiebt; Groussier und Dejeante ihr Mandat niedergelegt. Republik den Beschwerden der uitlanders Abhilfe schaffe und den britischen Unterthanen wir wissen, daß unter dem Vorwande, das Wohl Bei der letzten allgemeinen Wahl wurden sie von der Wahlrecht gewähre. Ferner schlägt Chamberlain einen des Landes und des Vaterlandes" im Auge zu haben, nur Allemane'schen( Poffibilisten) Gruppe als Kandidaten Freundschaftsvertrag vor, in welchem die Unabhängigkeit Transim thatsächlichen oder eingebildeten Interesse der herrschen aufgestellt und mußten damals einen Revers unter- vaals burch England garantirt würde. Präsident Krüger hat den Klasse handelt. schreiben, durch den sie, für den Fall einer erklärt, daß er in ungefähr 3 Tagen antworten werde. Von den 1600 Millionen Ausgaben, die das italienische Differenz mit dem Wahlkomitee, die Niederlegung Aus dieser Mittheilung ist zum ersten Male klar erBudget umfaßt, wird die Hälfte( faft 800 Millionen) sofort ihres Mandats erklärten. Zu einer solchen Differenz sichtlich, worauf Herrn Chamberlain's freundliche Befür Binsen der Staatsschuld ausgegeben, das heißt dem uns ist es nun vor kurzem gekommen. Das Komitee der Alle- mühungen um die„ Uitlanders" im Transvaal abzielen. produktiven faulen Rapitalismus in den Rachen geworfen. mane'schen Gruppe hat sich gegenüber den sozialistischen Daß den Eingewanderten die Erlangung des Bürgerrechts Bon den noch übrig bleibenden 800 Millionen werden Einheitsbestrebungen so intolerant gezeigt, daß die ges in der Republik und damit die Ausübung des Wahlrechts 350-400 in dem Militärbudget verausgabt. Die letzten nannten zwei Abgeordneten aus der Gruppe austraten. Das zugängig gemacht wird, etwa unter den in den Vers 350-400 Millionen werden zum weitaus größten Theil für Komitee schickte hierauf jene beiden Erklärungen an den einigten Staaten von Amerika für die Erlangung die Gehälter und Pensionen der Bureaukratie die mit Präsidenten der Kammer. Dieser bezeichnete dieselben, der des Bürgerrechts giltigen Bestimmungen, ist ein durchder herrschenden Klasse in der Person ihrer einflußreichen sie in blanco, ohne Datum waren, für ungiltig. Und da aus gerechtfertigtes Verlangen. Darüber geht aber Herr Mitglieder blutsverwandt ist ausgegeben. Nimmt man Präsident hatte hiermit Recht. Allein unsere Genossen Chamberlain weit hinaus. Er will den Engländern das nun noch fast 100 Millionen für öffentliche Arbeiten aus wollten aus einem Formfehler keine Vortheile ziehen sie Wahlrecht im Transvaal sichern, auch wenn sie Diese For die zum sehr großen Theil in den Taschen der Unter- schrieben sofort an den Präsidenten, daß sie ihre Mandate britische Unterthanen bleiben. nehmer hängen bleiben so sieht man durch diese Secirung niederlegten. derung wurde früher bereits von den Freunden Jamesons der Finanzen, daß 90 pCt. der Budgetausgaben zum Vor- Groussier und Dejeante sind beide in Paris gewählt in Johannesburg in der Form geltend gemacht, daß aus theil der herrschenden Klasse verwandt werden. und es unterliegt wohl feinem Zweifel, daß ihre Wieder- dem bis jetzt im Transvaal bei Erwerbung des BürgerEs liegt auf der Hand, daß diese sich nicht leichten wahl mit großer Mehrheit erfolgen und daß diese Wieder- rechts giltigen Huldigungseid die Absage des UnterwürfigkeitsRaufs zu einer Politik radikaler und organischer Ersparnisse wahl dazu beitragen wird, endlich die Einflüsse zu beseitigen, verhältnisses zu irgend einer anderen Regierung gestrichen und zum Aufgeben des Militarismus und der Kolonial- welche bisher die vollständige Einigung der verschiedenen werden solle. Auf Chamberlain's Forderung kann das politik entschließen wird, wodurch allein die Lebensträfte Sozialistengruppen Frankreichs verhindert haben. Transvaal indeß nicht eingehen, ohne Selbstmord zu bes eines Landes, das von der Natur so mit Reichthümern gegehen. Kein Staat tönnte den Unterthanen eines fremden segnet worden ist, wie Italien, wieder aufgefrischt werden Parlaments wird morgen zum ersten Male vollzählig verhältniß aufgeben, in den staatlichen Angelegenheiten der Die sozialistische Fraktion des italienischen Landes, ohne daß diese das bisherige Unterthänigkeitsin der Kammer erscheinen. Die Genossen Garibaldi Bosco, Italiens, welche in ihrer Rückständigkeit den so reichen Buchthaus geschmachtet haben, werden morgen zum ersten wächst, aber bei weitem nicht so groß wie im Transvaal, Es iſt verhängnißvoll, daß die herrschende Klaffe De Felice und Dr. Barbato, die so lange unschuldig im neuen Heimath ein Recht der Mitentscheidung zugestehen. In einem anderen Lande wäre die Gefahr, die daraus erwirthschaftlichen Hilfsquellen des Landes nicht gewachsen Male Gelegenheit haben, ihre Mandate auszuüben. wo die englischen Unterthanen einen erheblichen Bruchtheil ist, die ganze Bahn ihrer Entwickelung noch zu durch Barbato foll zwar erklärt haben, sein Mandat nicht ausüben der Bevölkerung bilden. laufen hat. Die Kolonialpolitik Italiens, die nur militärischen zu wollen, doch zweifeln wir vorläufig an der Richtigkeit Dieser Meldung. Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozeffe. am 20. Dezember v. J. vom Illusionen und Voreingenommenheiten entspricht, wird viel Senoffe Wagemann wurde In ganz Italien herrscht lebhafte Freude, daß das Landgericht zu Rudolstadt i. Th. zu Gefängnißstrafe verurtheilt, leicht als Hauptfaktor zur Beschleunigung der politischen Unrecht an unseren Genossen, so weit dies noch möglich weil er ebenso wie eine Reihe anderer Redakteure unserer Partei Auflösung beitragen, welche die Vorbedingung für die Auf war, gefühnt wurde. Die Demonstrationen für die Frei- ben zuerst in der„ Leipziger Volkszeitung" erfchienenen Artikel Lösung der heutigen Bourgeoisgesellschaft ist, deren ebenso gelassenen, die nun mit verdoppeltem Gifer für unsere über einzelne Hohenzollern aus früheren Jahrhunderten und die natürlicher wie unwiderstehlicher Erbe Ideen eintreten wollen, waren gleichzeitig bedeutungsvolle Rebe des Kaisers über die„ vaterlandslose Rotte" abgedruckt der Sozialismus ist. Demonstrationen für den Sozialismus. fönnten. Enrico Ferri. Politische Mebersicht. hatte und sich dadurch nach den Feststellungen des Landsgerichts der Beleidigung des jetzigen deutschen Kaisers schuldig gemacht haben Ein neuer Feldzug gegen den Sudan. Kaum hat sollte. Wäre nur, so heißt es in dem Urtheile, eine historische Darstellung fich Italien die Hand in Afrita verbrannt, da steckt Eng- beabsichtigt gewesen, so hätte es der Einleitung und des Schluffes land die Finger ins Feuer. Das heißt, es schiebt zunächst nicht bedurft. Die Revision des Angeklagten betonte, daß eine Berlin, 16. März. bie Finger der Egypter ins Feuer, wie es in Kritik historischer Thatsachen nicht verboten sei, und der UmIm Reichstage wurde die am Freitag begonnene ber Fabel der diplomatische Affe mit den Pfoten stand allein, daß der Kurfürst Joachim und fein Bruder Albrecht bem Hause Hohenzollern angehörten, dem auch der jetzige Kaiser und am Sonnabend fortgesetzte Generaldebatte über den seiner Freundin, der Razze, gemacht hat. Die angehört, sei nicht geeignet, die Kritik jener beiden Personen Rolonialetat heute zu Ende geführt und sodann zur Debatte Macht des Mahdi Abdullahi in Omdurman soll in eine Beleidigung des Kaisers umzuseßen. Das Reichsüber die Spezialetats übergegangen. Das bemerkenswerthe nun endgiltig es ist das etwa das dritte oder vierte gericht( 3. Straffenat) erkannte jedoch auf Verwerfung der waren heute zwet weitere Reben Bebel's und Malin Grund und Boden zerschmettert werden. Nie Revision. Richter's. Bebel zeigte unter anderem dem Grafen war die Beit so günstig!" versichern uns triegslüfterne von Arnim, daß Peters auch ihn in dem am Febern. Die Zeit war immer günstig, und nachher ging die vorgelesenen Briefe belogen Sonnabend habe, Der Vorstand der Deutschen Rolonial: er Sache dennoch schief. Den nächsten Anlaß hat die Betadelte das ängstliche Herumgehen des Abgeordneten brohung der italienischen Besatzung von Kassala durch gesellschaft( Abtheilung Berlin) hat gleich nach der ersten, den Pastor Schall um die dem Peters zur Last fallenden vorrückende Truppen des Mahdi, die sogenannten Derwische Woche folgenden Beschluß gefaßt:" Die Berliner Abtheilung der Handlungen einige Blätter hatten das Verdienst, den gegeben. Es liegen jetzt eine ganze Anzahl von Telegrammen Deutschen Kolonialgesellschaft erwartet, daß Dr. Peters fich Reichstag zu dem Gericht über Peters veranlaßt zu haben, vor, die keinen Zweifel an dem neuen Feldzuge mehr dem Abg. Schall zugeschrieben! und präzisirte die Art lassen. * * Deutsches Reich. von den gegen ihn erhobenen schweren Beschuldigungen reinigt; denn es ist selbstverständlich, daß nur ein intalter Charakter an der Spige einer so großen Rolonialabtheilung und der Kolonialbewegung stehen tann." Hat denn von den fämmtlichen Kolonialenthusiasten des fraglichen Borstandes niemand sich früher das Buch des Herrn Peters angesehen, in dem dieser" Charakter" fein ungeheuerliches Treiben in Afrita bereits eingestanden hat? Wie übrigens die Nat.- 8tg." berichtet, hat Peters seine Stellung als Borfizender der Berliner Kolonialabtheilung niedergelegt und die Einleitung der Disziplinaruntersuchung gegen sich beantragt. finds und das Maß der Mitschuld des Direktors Kayser an den Das Expeditionstorps unter Befehl des Generals Kitchener standalösen Vorkommnissen in Afrika. Der Zentrumsmann nach Dongola wird eine Stärke von 8000 Mann haben. Dr. Lieber lenkte schon wieder ein. Er will die Kolonialpolitik Gtwa 100 englische Offiziere werden dabei sein. Von englischen gerade besonders eifrig unterstützen, nachdem gegen eine Wieder- Truppen ist ein Bataillon des Regiments Connaught Rangers" nach Wadi Halfa entfandt. Ferner rückt das North fehr oder wenigstens für die eventuelle Sühne solcher Fälle wie Staffordshire Regiment mit einigen egyptischen Bataillonen die besprochenen gesorgt sein würde. Das widerspricht am Freitag auf dem Wasserwege nach Wadi Halfa vor. Der durchaus der Erklärung, die Herr Lieber am Freitag abgab. Reft der egyptischen Truppen soll später folgen. Die Expedition Die Rechte beantragte und bereitete den Schluß, nachdem marfchirt durch die Wüste von Wadi Hala nach Dongola. fie die meisten Redner und das letzte Wort gehabt hatte; Wie aus Kairo berichtet wird, beabsichtigt die egyptische indeß wohl nur, weil ihr die Debatte unbequem war. Unter Regierung die Kaffe der" Dette publique" um die Erlaubniß an Gegen die Margarine oder den Deltalg, wie von persönlichen Bemerkungen verwahrten sich eine Anzahl zugehen, zur Deckung der Kosten der Expedition nach die Kunstbutter im Agrarischen genannt wird, zieht folgende Zuden Abgeordneten dagegen, den Peters protegirt zu haben. Dongola 500 000 egyptische Pfund leihweise dem allgemeinen schrift der Deutschen Tageszeitung" zu Felde:" Vor einigen Zagen besuchte mich der Besizer einer chemischen Fabrit und Es ist freilich sehr unangenehm, daran jetzt erinnert Refervefonds zu entnehmen. In einem Artitel der„ Time3" heißt es, die egyptischen erzählte mir, als ich die Güte feiner Fabrikate in Wagenfett, zu werden; Bebel biente aber mehreren der Herren Interessen und die englische Politit machten das Maschinenschmiere bezweifelte, daß er nur allerbeste Robsofort mit Beweisen. Welchen Grad von- Ungenirtheit Borrüden auf Dongola zu einer dringenden Angelegen materialien verarbeite und minderwerthiges Rohmaterial schon an der Dr. Karl Peters übrigens besitzt, zeigt der Umstand, belt, ba der Stoß, welchen das Prestige der europäischen Mächte eine Margarine Fabrik verkauft hätte. Bor längerer Zeit daß er sowohl der heutigen wie der Sonnabend- Sigung auf durch die Niederlage der Italiener erhalten habe, durch einen hätte er einmal ein Quantum australischen Talg erhalten( zur der Tribüne beiwohnte. Morgen: Fortsetzung der heutigen Friedensschluß mit Menelit nicht neutralisirt werden könnte. Die Herstellung von fonsistentem Fett), der verdorben war und schon Debatte, außerdem Marine- Etat. Fahre der englischen Verwaltung hätten Egypten eine machtvolle ganz grün aussah. Diefer Talg fonnte zu konsistentem Fett nicht ( In der letzten Reichstagsnotiz- der Sonntagsnummer- Armee gegeben und für Egypten sei jezt die Zeit gekommen, verarbeitet werden und war deshalb für den Fabrikanten fajt werthlos, sodaß er froh war, in einer Margarine Fabrit einen ist bei Erwähnung der Pfandweiber irrthümlich Peters den Sudan wiederzugewinnen. Vielfach wird die Vermuthung ausgesprochen, daß die willigen Abnehmer zu finden. Ich hielt ihm vor, daß er doch genannt. Es muß natürlich Leist heißen. Peters hat so viel auf dem Kerbholz, daß wir ihm nicht auch noch die englische Regierung den Feldzug angezettelt habe, um die ebenso gut selbst den Talg hätte reinigen können, wie die Margarinedauernde Ottupation Egyptens während der fabrit und war dann sehr erstaunt, von dem Fabrikanten zu hören, Pfandweiber aufhalsen wollen.) voraussichtlich lang andauernden kriegerischen Verwickelungen daß die Reinigung mit Schwefelsäure gemacht würde und daß es Das prenkische Abgeordnetenhans erledigte am Montag mit den Mahdisten zu rechtfertigen. Die Oppositon in sehr schwer hielte, die Schwefelsäure wieder vollständig zu ent eine Reihe fleinerer Borlagen. Ohne wesentliche Debatte wurden England macht denn auch entschieden gegen bie Pläne fernen. Das tonsistente Fett dürfe aber keine Säure enthalten und beshalb war der verdorbene Talg für Wagenschmiere ungeeignet. angenommen in zweiter Lesung der Gesezentwurf betr. A b= änderung des Pensionsgesetzes von 1872 sowie die Front. Der Besizer diefer chemischen Fabrik war auch der Meinung, Es wird ferner versichert, daß mit den anglo- egyptischen bas ein großer Theil der Margarine mehr oder weniger Borlage betr. die Förderung eines veränderten Bauplans für ben durch Brand zerstörten Flecken Brotterode Truppen gleichzeitig ein Vorstoß vom Kongostaat aus gegen Schwefelsäure enthielte. Wenn seine Wermuthung richtig ist, in Verbindung mit einer Resolution, wonach Staats- das Mahdistenreich versucht werden soll. Darüber wird von dürfte es sich vielleicht empfehlen, Margarine auf den Gehalt mittel gefordert werden, soweit Kommunal und Pro- der offiziösen Agence Havas" in Paris gemeldet: von Schwefelsäure untersuchen zu laffen." Der Ursprung dieser anonymen Zuschrift erscheint einiger maßen verdächtig. Jedenfalls wird es angebracht sein, eine chemische Untersuchung darüber anzustellen/ ob wirklich die Mar- garine Schwefelsäure enthält.— — Die oberschlesischen Grubenarbeiter wollen an die preußische Regierung eine Petition richten, um die Berg- werksgesellschasten gesetzlich zur Anlage fahrbarer Roth- wetterschächte, sowie zur Anlage elektrischer Allarmvorrichtungen in den Gruben zu verpflichten, damit die ganze Belegschaft im Halle einer Gefahr sich rechtzeitig flüchten kann. Nach den schrecklichen Grubenkatastrophen, deren Schauplatz erst jüngst Schlesien gewesen, sollte man wohl erwarten, daß das Gesuch der oberschlesischen Grubenarbeiter nicht auf die lange Bank geschoben wird. Freilich, dem Unglücke von Kattowitz ist das auf der Antonienhütte und andere vorausgegangen und nian hat trotzdem alle anderen, so vor allem die politifch-polizeilichen Rücksichten höher gestellt, als die Sicherung des Bergwerksbetriebs gegen menschenvernichtende Unglücksfälle.— Oesterreich. Wie», 15. März.(W. T. B.) Ein Zug von etwa 20 000 Arbeitern und Arbeiterinnen sowie ungefähr 50 Studenten begab sich heute Nachmittag zum Zentral-Friedhof, wo an dem Obelisk für die M ä r z g e f a l l e n e n 61 Kränze mit rothen Schleifen niedergelegt wurden. Mehrere Redner hielten mit großem Beifall aufgenommene, aus die Feier bezügliche An- sprachen, theils in deutscher, theils in czechischer und italienischer Sprache, deren letzte mit einem Hoch auf die Arbeiter in Karwin und Ostrau schloß. Nachdem ein Trauerlied gesungen war, er- folgte der Abmarsch vom Friedhose. Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfall._" Frankreich. Paris, 16. März. Der internationale Eisenbahnkongreß trat heute Vormittag zusammen.— — I» Marseille war am Sonntag ein Bürger- »n e i st e r t a g versammelt. Dreißig Bürgermeister(Maires) von südfranzösischen Städten waren zugegen und faßten u. a. eine Resolution zu gunsten der Abschaffung des Senats.— Belgien. — Unser Genosse Vandervekde ist, nebst feinem Widerpart in dem vielberusenen Duell, von dem Gerichtshof in Brüssel am vorigen Sonnabend zu 2 Monaten Gefängniß ver- urlheilt worden. Die Strafe wird, auf grund des Gesetzes über „bedingte Freilassung" nicht vollstreckt werden. Aber Genosse Aaiidervelde wird sich nicht wieder duelliren.—- Italien. — Ueber die Friedensverhandlungen wird gemeldet, daß es aus beiden Seiten an gutem Willen nicht fehlt. Der Negus Menelik hat sich an den Köiug von Belgien um seine Intervention zum Zweck des Friedensabschlusses gewandt. Man ist in Italien von dem Bevorstehen des Friedensabschlusses trotz aller Hetzereien der crispi'schcn Presse überzeugt.— Rom, 15. März. Die„Agenzia Stefani" veröffentlicht ein von dem Ministerpräsidenten di Rudini an die Präfekten ge- sandtes Rundschreiben, in welchem es heißt, die gestern gewährte Amnestie sei ein Akt der Beruhigung und habe den Zweck, jeden Borwand zu Agitationen zu beseitigen. Die Regierung müsse aber um so wachsamer und entschlossener sein, jede Verletzung des Gesetzes hintanzuhalten. Der Ministerpräsident fordert die Präfekten aus, in nachdrücklicher Weise seinen Intentionen zu entsprechen, welche die einer wirklich freisinnige», entschieden konservativen Regierung seien und fügt hinzu, die Präfekten sollten die Neubildung von verbecherische» Ver einen verhindern, in dieser Hinsicht auf der Hut sein und die eventuellen Gründer solcher Gesellschaften den G e r i ch t s deHörden anzeigen.— Rom, 16. März. Der Deputirte Cavallotti erklärt im„Don Chisciotte", daß zwischen ihm und dem Ministerpräsidenten Rudini kein Vertrag irgend welcher Art über die Haltung der Radikalen im Parlament g« schlössen worden fei.— Spanien. — Demo nst ratio nen gegen die Vereinigten Staaten finden trotz der Bemühungen der Regierung, die« selben zu unterdrücken, ununterbrochen statt.— Rußland. — Truppensendungen nach Ostasien sind hier an der Tagesordnung. Am 14. d. Mts. wurden in Odessa wieder 1000 Mann nach Wladiwostok eingeschifft.— Amerika. — Vom kubanischen Kriegsschauplatze wird aus New-Iork gemeldet: Nach einem hier aus Havannah ein gegangenen Telegramm hielt die Garnison von Cano bei Ha vannah ein spanisches Bataillon, das gegen Cano zu marfchirte, irrthümlich für eine Abtheilung Aufständischer und feuerte auf dasselbe. Die Spanier wurden dadurch in den Glauben versetzt, daß die Aufständischen die Stadt eingenommen hätten und machte» ihrerseits einen Anariff. 12 Soldaten wurden getödtet und 5 Offiziere nebst 27 Mann verwundet. Wie ferner gemeldet wird, hat Maceo die Stadt Batabano verbrannt; später wurde Maceo geschlagen und zog in west- I icher Richtung weiter. Die Verluste der Aufständischen sollen bedeutend sein.— Washington, 14. März. Das Repräsentantenhaus hat heute«ine Bill angenommen, durch welche das Gesetz betr. die Befreiung solcher Schiffe von den Tonnengeldern, deren Heimathländer ben amerikanischen Schifferl ähnliche Ver- günftigungen gewähren, ausgehoben wird. Durch dieselbe Bill werden die Tonnengelder für Schiffe, welche zwischen den Bereinigten Staaten und den fern abliegenden Inseln verkehren, von 3 auf 2 Cents per Tonne herabgesetzt.— Ncw-Hort, 14. März. Nach einer Depesche der„New-Iork World" aus Washington hat sich Venezuela bereit erklärt, euren Schiedsspruch über die I u r u a r i- F r a g e un- abhängig von der Grenzfrage seitens einer Kommission anzunehmen, in die England und Venezuela je zwei und die Vereinigten Staaten einen Vertreter entsenden.— China. Peking, 16. März.(Meldung des„Reuter'schen Bureaus".) Der Kaiser unterzeichnete heute die Verordnung, durch welche die Eröffnung des Si-Kiang für den Handel genehmigt wird.— Afrika. — Auf den Sklavenhandel in Oftafrika weist die„Christliche Welt" hin. Es sei Thatsache, daß in Ostafrika der Sklavenhandel ans der unmittelbaren Nachbarschaft der deutschen Küstenstation noch lebhaft nach Pemba und Sansibar hinüber betriebe» wird; mindestens 5000 bis 6000 Sklaven werden jährlich dort verfchifft. Ferner ist es Thatsache, daß Sklavenhändler di« 0 st- afrikanische Dampferltnie sogar zur Sklaven- ausfuhr benutzen, indem sie frank und frei Fahrscheine für etliche ihrer Sklaven beuutzen, um sie nach andere» Orten zu bringen. Die„Christliche Welt" beschuldigt ferner die katholischen Misstonen direkt des SklnvenkaufS zum Zwecke der Missionserziebung; im Bismarck- Archipel überfielen die Ein- geborenen lediglich deshalb in nächtlichen Raub- und Beutezügen die Nachbardörfer, um die erbeuteten Kinder der katholischen Mission zum Sklavenkaufe anzubieten. Bagamoyo sei auch nur eine große Sklavenhandlung unter christlicher Kulturfiagge,„los"- gekaufte Sklavenkinder bildeten die Hauptmasse der Misstons- angehörigen.— Neichskag. 61. S i tz u n g v 0 m 16. M ä r z 1896. I Uhr. Am Tisch» des Bundesraths: v. Bötticher, v. Mar schall. Direktor K a y s e r. Die Berathung des Kolonialetats wird fortgesetzt. Abg. Werner(Reform.-P.): Die Anklagen gegen Herrn Peters sind nicht entkräftet, sondern zum theil vom Direktor Kayser bestätigt worden. Die Agitationen des Herrn Peters können der Kolonialpolitik nicht förderlich sein Herr Wehlan wird mir von einem Herren, sder die zweifelhafte Ehre hat, ihn zu kennen, als ein Scheusal geschildert, das ebenso mit Knütteln todtschlagen werden müßte, wie er Kriegsgefangene hat todtschlagen lassen. Mit solchen Leute» sollte man etwas kürzeren Prozeß machen. Aus solchen einzelnen Vorgängen aber kann man nicht Stimmung gegen die Koloinalpolitik machen. Es giebt auch Licht bildet in der Kolonialpolitik; ich erinnere an die Helden, welche ihr Blut gelassen haben auf dem Felde der Ehre. Auch Herr von Wißmann ist unbefleckt geblieben. Allerdings sind die Verhältniffe in Afrika anders als bei uns; aber dadurch kann Herr Peters nicht entschuldigt werden. Ich freue mich, daß Herr Hammacher ihn von den Rockschößen seiner Partei so kräftig abgeschüttelt hat. Redner tritt dafür ein. daß der Branntwein aus den Kolonien möglichst fern gehalten werde» soll. Ein Lichtpunkt ist auch die Depesche des Kaisers an den Präsidenten Krüger; das waren echt deutsche Kaiserworte; sie haben Begeisterung erregt. Wir wollen eine vernünftige Kolonialpolitik und keine uferlosen Pläne. Bei Auswahl der Beamten für die Kolonien sollte aber die Regierung vorsichtig sein, damit die christliche Kultur wirklich gefördert und das Ansehen des Deutschen Reiches gewahrt wird. Abg. v. Manteuffcl(k.): Ich glaube, daß selbst mein böswilligster Gegner mir nicht Kolonialfchwärmerei wird vorwerfen können; ich habe immer die Meinung ge habt, man hätte sich einschränken sollen. Wir sind einen Theil unserer Kolonien losgeworden durch den Austausch von Sansibar gegen Helgoland. Ich bin aber auch kein trocknet, phantasieloser Budgetmensch. Ich stehe der Frage vollständig objektiv gegenüber und da muß ich doch sagen, daß ich die Angriffe gegen die Kolonialverwaltung als berechtigte nicht an- erkennen kann. Eine vollständige Aufgabe der Kolo- nien würde ich als eine capitis aiminuiio(Eni hauptung) betrachten.(Beifall rechts.)— Die Angriffe gingen immer dahin, daß der Militarismus zu stark vertreten sei. Die drei Leute, über welche der Stab gebrochen wurde, Leist, Wehlan und Peters find keine Berufssoldaten. Aber die Berusssoldaten Wißmann, v. Bülow, v. Framwis werden gerühmt. Die Herren werden also wohl in Zukunft die Kolonialverwaltung unterstützen, wenn sie mehr Berufs soldaten verwendet. Der Eindruck der Verhandlung vom Sonn abend ist doch der, daß der Sturm der Entrüstung vom Freitag sich etwas gelegt hat, daß eine kühlere Erwägung platz greift. In erster Reihe steht das vom Direktor 5iayser vorgelesene Protokoll. Ich verurtheile wie meine Freunde v. Massow und Schall das Verhalten des Herrn Peters. Er hat geschlechtliche» Umgang mit dem schwarzen Mädchen gehabt; er mußte als Leiter ein tadelloses Verhallen beobachten. Die Situation mag allerdings harte Maßregeln erfordert haben. Auch in Europa werden im Kriegszustande die Spione nicht sehr glimpflich behandelt. Der bedenklichste Punkt ist der Brief an den Bischof Tncker. Ist der Brief so geschrieben, wie Herr Bebel vorgetragen, dann gebe ich Herrn Peters preis, dann ist kein gutes Haar an ihm, dann Hai er aus das allerschimpflichste gelogen, dann hat er seinen christlichen Glauben abgeschworen und ist ein gemeiner Mörder. Aber man sollte erst die Untersuchung abwarten, man sollte Peters, der doch gewiffe Verdienste hat, erst höre». Die Ehre eines deutschen Mannes einfach tödten, ohne ihn zu hören, das nenne ich un- erhört und dagegen muß ich prolestircn.(Beifall rechts.) Direktor Kayser: Herr Bebel hat die beklagenswerthen Vorgänge als typisch für die Kolonialverivaltung bezeichnet. Die Folgerung, welche er in bezug auf meine Person gezogen hat, lassen mich kalt; sie haben von der zuständigen Stelle des Hauses ihre Sühne gefunden. Herr Richter bemerkte, daß das Vorbild Peters' zur Nachahmung anreize. Ich habe bereits auf de» Erlaß des Reichskanzlers verwiesen. Wir haben angeordnet, daß von allen schweren Strafen in den Kolonien hierher Nach- richt gegeben werden muß. Es sind infolge der Un- ruhen mehrere Rädelsführer hingerichtet worden, deren Handlungen Menschenopfer gefordert habe»; in anderen Fällen sind die Todesstrafen in Geld und Gesängnißstrafen umgewandelt worden. Solange mich das allerhöchste'Vertrauen aus diesem dornenvollen Posten läßt, muß ich Anklagen gegen die Kolonialverwaltung zurückweisen und ich werde mich nicht einschüchtern lasse» durch irgendwelche Drohung. Die Zustände in den Stationen des inneren Afrika sind schwieriger als ein Kriegszustand in Europa. Der Europäer steht allein den Ein- geborenen oder den auf einer niedrigeren Bildungsstufe stehen- den Untergebenen gegenüber. Ueber diese Männer darf man nicht, ohne sie zu hören, generell den Stab brechen.(Ist auch nicht geschehen!) Wie kommt Herr Bebel dazu, diese Einzelfälle als typisch zu bezeichnen? Ich mußte annehmen, daß Herr Bebel sich auf das stützte, was Herr v. Vollmar im vorige» Jahre vorgebracht hat. Die vor- getragenen Einzelheiten sind untersucht worden. Wir haben kreuz und quer gefragt nach dem Kolonialbeamten, der seine muhamedanischen Diener, gezivungen haben soll Schweinefleisch zu essen. Wir haben nichts ermitteln könne». Ein Eisendahn- bauunternehmer sollte die Hütten der weggelansenen Arbeiter ge- stürmt und niedergebrannt und aus die Arbeiter geschossen haben. Es hat sich herausgestellt, daß er die Arbeiter durch die Polizei zur Arbeit zurückbringen ließ, wobei diese sich widersetzten. Redner führt einige weiterer Fälle an, welche Herr v. Vollmar vorgetragen hat, die sich als unrichtig erwiesen haben. Der Gewährsmann für diese Erzählungen ist Herr Hosmeister, ehemaliger Lieutenant, der wegen Verbreitung sozialdemokratischer Gedanken den Dienst quittirt hat und nach Ostafrika gegangen ist, wo er sich vier Monate lang aufgehalten hat. Ueber seinen Charakter haben wir Nachforschungen angestellt: er war Sozial- demokral, sehr nervös und überreizt. Er war bei de» Arbeitern verhaßt und wurde nur Bana Hapa genannt. denn seine Kenntniß des Suaheli beschränkte sich auf das Wort Hapa---- Bier.(Heiterkeit.) Ein englisches Fräulein hat über feinen Aufenthalt in Sansibar und Dar- es- Salaam Aussätze veröffentlicht und sich beklagt über das Arbeilen der Kettengefangenen. Sie hat den Splitter in Dar-es-Salam bemerkt, aber nicht den Balken in Sansibar, denn von dort haben wir diese Einrichtung übernommen. In einer holländischen Missions»Zeitschrift ist über diese Frage ein un- parteiischer Bericht veröffentlicht worden von einem Pater va» der Burg, der sich 6 Monate in Deutsch- Ostafrika aufgehalten hat. Er schildert, daß Ruhe und Sicherheit her- gestellt ist, die Karavanen haben nichts mehr z» befürchten; die schweren Wegegelder sind abgeschafft. Die Sklavensngden find beseitigt, die 5triege zwischen den verschiedenen Neger- stammen vermindern sich immer mehr. Er lobt auch das außer- ordentliche Entgegenkommen der deutschen Beamten für die Missionäre. Sind das nicht große Segnungen der deutschen Herrschast? Auf diese Auslassungen kann ich stolz sein.(Beifall im Zentrum.) Es sind in Ostafrika schon große Anlagen ge- macht, Pflanzungen angelegt, deren erste Produkte hierher ge- kommen sind, die auch hohe Preise ergeben haben. In Kamerun und Togo haben wir eine ähnliche gute Entwickelung, überall sind Gesellschaften zur Ausbeutung des Grund und Bodens gebildet. 12 protestantische und 7 kaibolische Missionsgesellschaflen sind in Thätigkeit, die Zahl der Missionäre ist im Wachse» begriffen. Das ist ein erfreuliches Bild, ein Zeichen, daß die Arbeit er- gebnißreich gewesen ist. Es ist davon die Rede gewesen, daß der Rausch der Kolonialpolitik verflogen sei. Den Rausch überlasse ich anderen; statt der Begeisterung wünsche ich lieber Vertrauen und Zuversicht. Trotz alle» Achselzuckens verwirklichen sich die Hoffnungen der Männer, welche die Kolonialpolitik unter- stützt haben, und ich will hoffen, daß die Kapitalien gut augelegt sind und gute Ergebnisse zeitigen werden.(Bcisall rechts.) Abg. v. Kardorff: Bezüglich de? Herrn Peters stehe ich aus demselben Standpunkt, den Graf Arnim eingenommen hat. Hat Herr Bebel den Brief des Herrn Peters richtig wieder- gegeben, dann können wir Peters in keiner Weise mehr halten. In Deutsch- Ostafrika handelt es sich darum. daß dort durch die Sklavenjagden hunderttausende von Menschen dem Elend preisgegeben waren in einem Gebiete, wo die srud- liche Arbeit herrschen könnte. Herr Richter stellt es so dar, als wenn die Neger friedlich lebten; sie beschäftigten sich mit der Plünderung der Karavanen und mit den Sklavenjagden. Dem gegenüber haben die Stationen keine leichte Aufgabe. Deshalb sind die strengen Maßregeln zitr Aufrechterhaltung der Stationen anders zu beurtheilen; oder man muß ganz auf die Kolonialpolitik verzichten.(Sehr richtig! links.) Gegen den Abg. Peters(Heiterkeit) gegenüber Herrn Peters hat Herr Richter sehr wenig geleistet; nur die Negation und werter nichts.(Lachen links.) Aber seine Opposition wird nicht dazu führen, die Kolonialpolitik todt zu machen. Im Reichstage wird sich immer für eine vernünftige Kolonialpolitik eine gute Mehr- heit finden.(Beifall rechts.) Abg. Fürst Nadziwill(Pole): Die weitgehende Erregung über einige, hoffentlich vereinzelt bleibende Vorfälle in uiiseren Kolonien ist ein Zeichen der sittlichen Gesundheit unseres Volkes. So viel ist festgestellt worden, daß wir berechtigt sind zu dem Schluß. daß große sittliche Schäden bei der Verwaltung unserer Kolonien im einzelnen z» tage getreten sind. Wenn ideale Zielsund wahre Kultur in den Kolonien verfolgt werden. so muffen wir auch bei uns für bessere Zustände sorgen. Ich erinnere an die zunehmenden L u st m 0 r d e, die unentdeckt bleiben. Gegen die zunehmende Verrohung muß eine Abhilfe gesucht werden, wie sie durch die lex Heintze beabsichtigt war. Abg. Haffe(natl.) weist darauf hin. daß das Sultanat Witn nicht entsprechend dem Sansibar-Vertrage selbständig ge- worden ist._ Direktor Kayser; Wir sind der Meinung, daß der Sansibar- Vertrag der englischen Regierung nicht das Recht giebt, das Witu- land einzuverleiben; sondern es kann nur ein Protektorat bestehen. Abg. Bebel(Soz.): Ich bin selbst nachträglich zu der An- ficht gekommen, daß ich Herrn Direktor Kayser vielleicht am Sonnabend zu hart angefaßt habe, daß ich ihn für Dinge verantwortlich gemacht habe, für die er die Verantwortung nicht im vollen Maße trägt, weil et in seiner Stellung nicht selbständig zu handeln vermag. Er hat behauptet, ich hätte in, allgemeinen eine Verurtheilnng aller Offiziere und Beamten kundgegeben und hätte die Fälle Leist, Wehlan. Peters typisch genannt. Er benndet sich in einer schweren Täuschung. Ich habe mich für meine Beschuldigungen stets auf Zeugen berufen, auf offiziöse oder offizielle Aeußerunge» oder auf staatlich angestellte Beamte in den Kolonien; daß ich mich auf diese und zum theil auch aus Beamte bezog, beiveist, daß ich nicht sämmtliche Beamte und Offiziere in unseren Kolonien angegriffen habe. Weiter habe ich nur angeführt, daß in der protestantischen Synode im November der Synodale�Dr. Borwerck ausgeführt hat bezüglich des Falles Lein, „die Vorgänge, um welche es sich handele, wären geradezu typisch". Ich habe mich thatsächlich nur auf Aeußerungen von Geistlichen und von Männern bezogen, die zum theil in den Ko- lonieu anwesend waren, zum theil es noch heute find und die Dinge aus eigener Wahrnehmung kennen gelernt haben. Man versuche doch nicht einen Mohren weiß zu waschen. wo so viel Material vorliegt. Ich will mich für meine Beweise möglichst auf meine Gegner berufen. In der„Christlichen Welt" wird offen ausgesprochen, daß Peters nur der Prügelknabe ist, während es� in Afrika alle anderen Europäer ebenso machen. Das ist eine Behauptung, die ich nicht aufzustellen wagte. Ich habe mich aber für verpflichtet ge- halten, alles was mir zu Ohren gekommen ist, vor unser Forum zu ziehen trnd wenn das nicht von dieser Seite geschähe, dann würde eS überhaupt nicht geschehen.(Abg. Schalt: Oho!) Ja, was haben Sie denn vorgebracht? Sie haben den Fall PeterS, trotzdem er Ihnen genau bekannt war, nur gestreift. Sie haben Ihre sittliche Entrüstung aus- gesprochen, ich habe aber die Dinge beim rechten Namen genannt, weil Sie und Ihre Freunde sich doch etwas dazu geinrl haben würden. Das sind stadt- und landkundige Dinge für ein- geweihte Kreise. Wir haben für gut befunden, das vorzudringen, damit es nickt so weiter geht, damit derartige nichtswürdige Dinge aushören. Dadurch allein ist die Möglichkeit gegeben, daß Sie die bessernde Hand anlegen können, dann allein können Sie aus Ihren Kolonien das machen, was sie bisher noch nicht machen konnten. Der Herr Direktor Kayser hat dann elegisch von der dornenvollen Thätigkeit der Offiziere und Beamten in Afrika gesprochen. Sämmtliche Beamte und Offiziere, welche nach Ostafrika gehen, gehen freiwillig dorthin, zum theil aus wahrem, aufrichtigem Jntereffe für die Kolonien und ihre Entwickelung. viele aber mich, weil sie des europäischen Lebens müde sind und von der Ungebundenheit des Lebens bort angezogen werden, weil sie später davon erzählen wolle», daß sie einige Jahre in Ost- afrika gewesen seien, und daß sie dort manche schöne und im- schöne Dinge erlebt haben. Gezwungen geht niemand dorthin. Daher haben wir auch keinen Grund, mit besonderer Extase für diese Leute einzutreten, sie als Märtyrer für eine heilige Sache hinzustellen, damit wird der Kolonalpolitik ein Mäntelchen umgehängt, das sie absolut nickt hat. Ich habe mich gewundert, daß der Herr Direktor Kayser heute am dritten Tage der Debatte erst auf alle die einzelneu Fälle zu sprechen kommt, welche mein Freund von Vollmar vor einem Jahre gestützt auf die Hofmeister'sche Broschüre hier zur Sprache gebracht hat. Hätte er das gleich am ersten Tage der Debatte gethan, so hätte Vollmar erscheinen und die entsprechende Aul- wort geben können. Nun, er wird das bei der dritten Lesung ja noch thun können.— Daß Hofmeister Sozialdemokrat ist, das mußte natürlich wieder eine Rolle spielen. Bei der Untersuchung wegen des Trucksystems wollte man mehr beweisen, als man thatsächlich hat beweisen können. Das mag sich der Herr Direktor auch für alle andern Fälle gesagt sein lassen. Wenn ich überhaupt die drei Reden des Herrn Kayser vergleiche. so widersprechen sie sich nach ihrem Inhalt, Geist und Gedanken- gang. Was er aus den Akten gegen Peters vorgetragen hat am Freitag, ist so kompromittirend nicht blos für Dr. Peters, sondern auch für die ganze Kolonialpolitik und deren Leiter, daß alle Beredsamkeit der Welt dagegen nichts Helsen kann. Er und der Abg. von Kardorff rühmten die Entwickelung unserer Kolonien. unsere Errungenschaften dort und die Beseitigung der inneren Kämpfe. Es ist garnicht wahr, daß diese beseitigt sind. Durch unsere sog. zivilisatorische Thätigkeit haben wir es nur dahin gebracht, daß die Eingeborenen die Streitigkeiten unter sich aus- gaben und sich gemeinschaftlich gegen uns wandten. Auch Wiß> mann, der tüchtigste, der jetzt im Reichsdienst thätig ist, der mit dem friedlichsten Programm nach Ostafrika ging, konnte dieses nicht halte», weil der von früher anfgesammelte Haß gegen die Deutschen sich geltend machte. Die Eingeborenen haben uns ja gar nicht ge- rufen, wir kommen als Eroberer, Unterdrücker und Ausdeuter und die Völker dort üben gegen iws nur das Recht der Selbst- vertheidigung aus und wir dürfen uns nicht wundern, iven» sie uns die Antwors geben, die sie von ihrem Kultlirstandpnnkt aus für die richtige halten. Man rühmt die ivirtbschastliche Eni- Wickelung, und doch was machten die lumpigen 30 Mill. Mark, die unser Handel nach den Kolonien beträgt, aus, gegenüber den U Millionen Mark, die wir Jahr für Jahr bezahlen müssen Die ganzen Kolonie», der ganze koloniale Handel bricht zu sammeu, wenn Sie ihm die Unterstützung des Reiches entziehen obgleich immer behauptet wurde, es würden auf die Dauer die Kolonien schon ohne Unterstützung bestehen können Es sitzen hier im Hause so viele direkte und »n direkte Interessenten dieser Kolonial Politik, so viele einflußreiche Leute, daß die Reichsreglerung nicht anders konnte, als aus der Tasche der Steuerzahler zu unterstützen. Es ist ein offenes Geheimniß. daß die Stützen unserer afrikanischen Politik mit ihren Mitteln zu Ende sind, daß die o st a f r i k a n i s ch e Gesellschaft in Z e m z a h l u n g s u n f ä h i g sein wird. Ich habe auch kanten hören von dem Projekt einer ostafrikanischen Bahn. von Ueber- kassung von Terrains, von einer größeren Anleihe mit möglichst niedrigen Antheilscheinen. Wir werden auf dem„Qui vive 3" fein und werden energisch dafür sorgen, daß hier nicht noch weitere Summen in den Abgrund geworfen werde» Auch mit der Abschaffung der Sklaverei soll es Noch sehr windig aussehen. In der„Christlichen Welt" heißt es. daß es Thalsache ist. daß in Oslafrika in u n m i t t e l- barster Nachbarschaft der deutschen Station Sklavenhandel getrieben wird. ö— 6000 Sklaven würden jährlich verschickt und deutsche Angestellte haben zur Befriedigung ihrer Lüste schwarze Frauen in i h r e m B e s i tz, die sie dann später auf andere übergehen lassen. Wenn beim Guanolager und den Kupfer- bergwerk-Anlagen in Südwest-Asrika den deutschen Kolonial Politikern große Profite entgangen sind, so kann man dafür die Reichsregierung nicht verantwortlich machen. Das ist doch eine horrende Zumuthung. Der Abg. v. Manteuffel glaubte sich. da er in der Kolonialpolitik immer eine neutrale Stellung eingenommen habe. besonders befähigt, ein unparteiisches Urtheil abzugeben, aber , schließlich hat er sich doch als einseiliger Parteimann und blinder Vertreter Peters' herausgestellt. Ich habe nicht jemandem die Ehre abgeschnitten, fondern nur Beschwerden erhoben, damit die Regierung Beweis erheben und Untersuchungen anstellen kann. Ich bin an jenem Tage einmal in der Rolle des Staatsanwaltes gewesen, da sonst für derartige Dinge deutsche Staats- anwälte sich nicht finden, die für alle anderen Du, ge zu haben sind, die den ärmsten Arbeiter wegen eines unbesonnenen Wortes vor die Gerichte schleppen und zu schweren Strafen verurtheilen lassen, aber die schwersten Ber- brechen hier geschehen lassen, ohne nur einen ernste»Versuch zu machen, eine Anklage zu er- heben; hier fragen sie sich: was können wir ausfindig mache», damit wir die Anklage nicht zu erheben brauchen. Der Abg. Graf Arnim sagte, daß Peters ihm mitgetheilt habe, daß zu jener Zeit der Bischof Tucker nicht in Moschi gewesen sei und daß er einen Brief, wie den angegebenen an ihn gar nicht geschrieben haben kann. Diese Angabe des Herrn Dr. Peters ist eine grobe Lüge.(Hört hört! links.) In den Berichten der Church Missionary-Society von 1892 befinden sich Seite 599— 603 Briefe des Herrn Tucker abgedruckt vom 12., 13.. 14. und 19. Februar, die aus Moschi daiirt sind. Also der Bischof war zu jener Zeit in Moschi. Nun ist heute wieder auf die gefährliche Situation des Peters in einem wilden Lande und unter feindlichen halbzivilisirten Völkern hingewiesen worden, und daß man dort manches thue, was in zivilisirten Ländern sich nicht rechtfertigen läßt. Am Kilimandscharo war aber bereits eine deutsche Station und ein Vertreter der Reichsregierung Herr v. Eitz. Peters hat diesen abgelöst, der in den denkbar angenehmsten Ber- Hältnissen lebte; er war ein human denkender Offizier und kluger Mann. Als er. der noch am Mynffa im deutschen Reichsdienst steht und sich nie etwas hat zu schulden kommen lassen wie die Peters. Wehlan und Leist, davon hörte, daß Peters an seine Stelle gekommen sei, hat er ein offenes Schreiben an ibn gerichtet, welches übrigens auch in Nr. 490 vom 19. Oktober 1892 der„Boss. Zeitung" abgedruckt ist. in welchem es heißt: Leider muß ich danach meinen Posten in Moschi verlassen. Leider kommen Sie mit größerer Macht an meine Stelle. Gerade nach Ihrer Ankunft haben Sie aus voller Unkenntniß der Verhältnisse meine ganze Arbeit mit einem Schlage vernichtet. Auf Ihren Befehl wurde die Besatzung aus Moschi zurückgezogen, ohne daß die Be festigung geschleift wäre, und haben den Eingeborenen einen befestigten Ort zurückgelassen. Sie haben die Leute gezwungen. Vieh zu liefern und Baumalerialien heranzuschleppen. Ich habe mir das Vieh gekauft und auch die Baumaleria- nehmen den Leuten ganze Heerde» Sie erreicht mit Ihren Gcwaltmaßregeln Daß Sie nicht ö Minute» weit militärische Begleitung verlassen dürfen. Ich konnte weite Jagdausflüge machen und pflegte mir nur 4 Askaris mitzunehmen. Sie haben das schönste Land von ganz Ostafrika zu einem Schauplatz des Krieges gemacht. Die Roth- weudigkeit zwang Sie: Sie brauchten Thaten, damit Ihr Name in Europa nicht der Vergessenheit anheimfiele.(Höri! bei den Sozialdem.) Sie habe» Ihren Zweck erreicht, aber Deutschland kann es Ihnen nicht danken." Aber Teutschland hat es ihm doch gedankt; die Reichsregierung hat ihn zum Landeshauptmann mit LS 000 M. Gehalt anstellen wollen und nicht ihr ist es zu danken, daß er heute nicht an dieser Stelle ist, fondern seinem Ehrgeiz und seinem Hochmuth ist es zu danken, weil er die Stelle des Gouverneurs einnehmen wollte. Das ist vorgestern selbst vom Kolonialdirektor zugegeben. Was die Verantwortlichkeit des Direktors Kayser betrifft, so kann er keinen wesentlichen Schritt ohne Zustimmung des Reichs kanzlers und der Herren im Auswärtigen Amt lhun, anderer- seits ist er doch Fachkenner, intimer Kenner der Verhältnisse (Ruf: Na, na!)— nun ja, das läßt sich bestreiten, aber er kennt doch die Verhältnisse im allgemeinen und auch im speziellen ganz genau; es wäre ja unverantwortlich, wen» er als Leiter des Amtes mit den Dingen nicht vertraut wäre. Infolge dieser seiner genauen Vertrautheit sind die Herren an den maßgebenden Stellen auf das angewiesen, was er berichtet, sein Einfluß ist immerhin bedeutend durch leine Stellung zum Reichskanzler und zum Auswärtigen Amt. Wie war es nun möglich, daß, da Direktor Kayser das Verhalten des Dr. Peters mißbilligt, hierbei sein Einfluß nicht zum Durchbruch kam? Schließlich sind die Herren von der Regierung Menschen und nicht etwa Götter und Engel, und sie sind für ihre Handlungen zwar ver- antwortlich, aber auch als Menschen allerlei Zusprüchen und freundlichen Worten zugänglich. Dr. Peters hat sehr mächtige angesehene Freunde gehabt, die zwar nicht in der Regierung saßen, aber großen Einfluß auf die Regierung hatten. Es thut mir leid, daß jahrelang zu den eifrigsten Begünstigern des Dr. Peters unzweifelhaft der Führer der Nationalliberalen, v. Bennigsen, gehörte. Ich habe mir sagen lassen, daß erst vor nicht sehr langer Zeit Herr v. Bennigsen ledig- lich durch die Berichte seines Sohnes, der ja bekannt- lich auch Beamter in Ost- Afrika ist. über Dr. Peters aufgeklärt ist und davon Abstand nahm, für ihn einzutreten. Dr. Peters hat ferner in dem Fürsten v. Hohenlohe-Langenberg, der gegenwärtig leider in Elsaß-Lothringen ist, einen sehr hohen Protektor gehabt, ein anderer war der Fürst Wied. Daß Gras Arnim zu seinen Freunden gehört, hat dieser selbst bekannt. Ferner gehören dahin Herr v. Kardorff, v. Stumm, Krupp». s. w. Die sind bei der Regierung nicht einflußlos, und wenn sie sich bei der Regierung ins Zeug legten, fanden ihre Winke Beachtung, selbst wenn man sich an maßgebender Stelle etwas hinler den Ohren kratzte und sagte, es sei doch sehr bedenklich; man hatte eben nicht den moralischen Muth zu sagen: Wenn Dr. Peters an die Stelle kommt, gehe ich weg. Zu Peters' Freunden gehörten ferner Schröder- Poggelow, Dr. Arendt, Weber von der nationatliberalen Partei(Lachen bei den National- liberalen), Dr. Hammacher(Lachen bei den Nationalliberalen.) lien bezahlt. Sie fort. Was haben und Drohungen? die Station ohne Wenn in den Führern der maßgebenden Parteien ein Mann seine Stütze hat, so ist es sehr schwer da oben, wo man an- geblich regiert, aber in Wahrheit in 99 von 100 Fällen regiert wird(Heiterkeit. Widerspruch des Direktor Kayser.)— das sind ja Milderuugsgründe für Sie, Herr Direktor Kayser (Heiterkeit)— den Mann fallen zu lassen. Ein großer Theil der Herren hat ja Dr. Peters nun fallen lassen, und wir können nur bedauern, daß das so lange gedauert hat; sie werden sich aber diese Vorgänge zur Lehre dienen lassen und nicht nur der Regierung den Rath geben, sie möge äußerst sorgfältig in der Auswahl der Beamten sein, sondern diese Sorgfalt sollen auch die beobachten, die durch ihre soziale, politische und kapitalistische Machtstellung einen so großen Einfluß auf die Regierung ausüben können, daß die Regierung vielfach nicht freie Hand hat, sondern deren Einflüssen nachgeben muß. Daß Dr. Peters ein gewaltthätiger Mensch ist, hat er nicht nur in Afrika, sondern auch hier in Berlin gezeigt. Dr. Peters wohnt in der Kaiserin Augustastraße. Als er einmal in nicht ganz normalem Zustande nach Hause kam, mißhandelte er seine Dogge so, daß die Haus- bewohner herbeieilten, und zu denen sagte er: Ach was, ich werde das Biest niederschießen. Bevor er den Revolver schuß- fertig gemacht hat, fällt ihm ein Hausbewohner in den Arm und bittet ihn inständigst, die Drohung nicht auszuführen. Er läßt sich endlich dazu bestimmen, sagt aber: Ich bitte Sie, das ist ja zu lächerlich, wenn ich be- denke, daß ich sogar Menschen in Afrika ohne viele Umstände niedergeknallt habe. Das gehört zu dem Bilde. Wenn von allen Seiten Anklagen kommen, dann ist der Mann todt, dreifach todt, und es ist nur wünschbar, daß die Herren, die bis jetzt seine Partei genommen haben, sich künftig etwas mehr in Acht nehmen und dafür sorgen, daß solche Schandthaten unmöglich werden.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Lieber(Z.): Es ist allerdings verwunderlich, daß trotz des offenen Briefes des Vorgängers des Herrn Peters auf der Kilimandscharo-Station diesem Herrn doch die Landeshauptmann- schaft am Tanganika übertragen werden sollte. Auf die Ergebnisse weiterer Untersuchungen brauchen wir schließlich nicht zu warten. Solche Zustände verlangen die strengste Verurtheilung, damit kann nicht europäische Gesittung nach Afrika gebracht werden. Die Lichtseite der Kolonialpolilik, die der Direktor Kayser vor- geführt hat, erfüllt die Freunde derselben mit Vertrauen und Hoff- nung. Aber ebenso hoch wie die materiellen Errungenschaften stehe» für uns die Errungenschaften der christlichen Zivilisation. Je höher die Erwartungen nach dieser Richtung hin waren, um so mehr mußten solche Vorkommnisse schmerzlich berühre», welche die christlichen Vertreter Deutschlands auch den Muhamedanern ver- ächtlich machen mußten. Aber das muß ich sagen: Es wäre eines Landes, wie des Deutschen Reiches unwürdig, sich selbst aus dem Wettbewerb um die Kolonien auszuschließen. Die Kolonialpolitik aller Länder hat ihre Kinderkrankheiten durchmachen müssen. Sind die Kinderkrankheiten einmal überstanden, so läßt sich doch auch für unsere Kolonialpolitik hoffen, dann macht die Kolonialpolitik ihren Weg und wir würden uns übel berathen lassen, wenn wir dem Rath von der linken Seite folgen und uns aus dem Wettbewerb ausschließen würden. Wir werden daran festhalten: Die Ehre des Christenthums und des Deutschen Reiches erfordert es, daß wir Uebelständen abhelfen, aber dann auf dem graben Wege vorangehen.(Beifall.) Abg. Richter: Die Zukunft gehört nicht der Kolonial- Politik, sondern der selbständigen Entwicklung der Staaten. Allerdings Kolonien würden wir nicht haben und es würden uns damit alle blutigen Nasenstüber erspart sein, die Deutschland sonst niemals erlitten hat, und wir würden S0 Millionen erspart haben, die wir für innere Kolonisation und für die Besser- stellung der Beamten hätten verwenden können. Gott sei Dank, daß uns Samoa entgangen ist, daß wir diesen Aerger nicht auch noch haben. Wir müssen dort zwei Kriegs schiffe unterhalten, das kostet uns mehr als das ganze Koprageschäft dort werth ist! Es wäre ein glänzendes Geschäft, wenn wir diese Last los werden könnten. Südwest- Afrika kostet uns zwei Millionen Mark Zuschuß. Daß Engländer dort Geschäfte machen können, ist richtig; das Kapland ist dasür der natürliche Slützpunkt. Aber von Berlin aus kann man dort wirthschaftliche Unternehmungen nicht einrichten. Zinsen haben die Engländer auch von ihren dort angelegten Kapitalien noch nicht erzielt. Aber das große Guanolagcr! Das ist in ein paar Jahren erschöpft. Wer bürgt uns denn dasür, daß diese nützlichen Vögel unsere Kolonien auch fernerhin beehren werden.(Heiterkeit.) Die Berichte über die einzelnen Kolonien beweisen das Gegen- theil von dem schönen Bilde, welches Herr Direktor Kayser entrollt hat. Es sind 1000 Deutsche untergebracht, die uns elf Millionen kosten, also jeder II 000 M.; dafür könnte er als Regierungspräsident hier im Lande leben.(Heiterkeit.) Die Handels- artikel, die nach Afrika gehen, werden größtentheils aus der Reichs- lasse bezahlt: Pulver und Bedarssgegenstände für die Offiziere:c. Die eigenen Einnahmen der Kolonien nebmen ab. Ein Kolonial- besitz kann statt zur Stärkung zur Schwächung des Landes ge- reichen. Solche Fälle müssen hier besprochen werden, weil es in Afrika keine Presse giebt, die solche Mißstände besprechen kann aus eigener Wissenschaft, und unsere Presse kann dafür die Zeugen aus Afrika nicht beschaffen. Es mag ja manche unrichtige Anschuldigung erfolgen; aber das pasfirt auch manchem Staats- anwalt trotz aller Vorbereitung. Eigentlich wäre es Sache der Kolomalverwaltung, diese Dinge selbst zur Sprache zu bringen. Jeder Unbefangene wird am Schluß der Debatte den Eindruck haben: wenn diese Debatte nicht abschreckend wirkte, welche greulichen Mißstände würden wir in den Kolonien haben!(Sehr richtig! links.) Abg. Graf Limburg-Stirum(k.): Wenn ich auf die drei- tägige Debatte zurückblicke, so muß ich sagen: sie hat mich nicht gefreut und nicht befriedrigt. Ich bin weder ein Freund des Herrn Peters, noch ein großer Kolonialschwärmer, noch ein Schwärmer für die Flotte. Mein Eindruck ist der gewesen: der Reichstag hat sich als Gerichtshof konstiluirt über eine Sache, über die wir uns nicht genügend instrnirt haben. Solche Dinge sind bei uns in viel geringerem Maße vorgekommen als bei anderen Kolonisatoren. Wir wissen doch, wie die Spanier und die Engländer, z. B. Warren Haftings, vorgegangen sind! Wie haben die holländischen Kaufleute ihre Kolonien behandelt. So etwas kommt bei unseren Assessoren doch nicht vor.(Sehr richtig! rechts). Wenn bei der Untersuchung nichts herauskommt. dann hat der Reichstag in drei Tagen nichts gethan, als für den angegriffenen Mann die größte Reklame zu machen. (Heiterkeit.) Damit schließt die Debatte. Abg. Schall(k.) bemerkt persönlich, daß er von dem Fall Peters sehr wenig gewußt habe; Muth hätten er und seine Freunde auch, aber es gehöre auch Weisheil und Besonnenheit dazu; denn blinder Eifer schadet nur. Abg. v. Stumm: Herr Bebel hat von meiner Betheiligung an der Kolonialpolitik gesprochen. Diese beschränkt sich lediglich auf meine Abstiminnng. Danach sind meine Zweifel an der per- önlichen Glaubwürdigkeit des Herrn Bebel verstärkt worden. Abg. Bebel: Ick habe nicht Herrn v. Stumm als betheiligt an der Kolonialpolilik bezeichnet, sondern nur gesagt, daß die Regierung dem Einfluß so mächtiger Männer nicht widerstehen kann. Abg. Hammacher bestreitet, daß er jemals für Peters ein- getreten sei. Abg. v. Bcunigscn: Ich habe meinen Einfluß nicht geltend gemacht für die Verleidung der Landeshauptiuann-SteUe an Herrn Peters. Ich behalte mir mein endgiltiges Urlheil vor bis zu der Zeit, wo das Ergebniß der Untersuchung vor- liegen wird. Abg. Weber- Heidelberg bestreitet ebenfalls, daß er Herrn Peters nnrerstützt habe; er habe den Kolonialverein verlassen, als Herr Peters Einfluß auf denselben gewann. ' Abg. Bebel: Unter dem Aufruf für dke PeterS-Stiftung steht ein LandtagS-Abgeordneter Karl Weber; ,st dieser Herr identisch mit dem Reickstags-Abgeordneten?(Zuruf des Abg. W e b e r- Heidelberg: Ja!— Große Heiterkeit.) Herr von Bennigsen hat einem Feste beigewohnt und einen Toast auf Peters ausgebracht. Abg. Weber: Den Aufruf habe ich unterzeichnet; das hat aber mit kolonialen Bestrebungen nichts zu thun. Abg. von Bennigsen: Als Peters zurückkehrte von Uganda, habe ich als Vorsitzender des hannoverschen Kolonialvereins theil- genommen an einem Banket zu Ehren Peters'. Die Ausgaben für die Kolonialabtheilung werden bewilligt; die von der Budgetkommission vorgeschlagene Resolution betr. die strafrechtliche Verfolgung des Mißbrauchs der Amtsgewalt wird angenommen. Es folgt der Etat für das ostafrikanische Schutzgebiet. Abg. Bachem(Z) bemängelt, daß man in den Schutztruppen nicht mehr das afrikanische Dienstalter als maßgebend an- erkennt, sondern das deutsche Patent. Dadurch kommen oft unerfahrene Offiziere in die Lage. Vorgesetzte von erfahrenen mit den afrikanischen Verhältnissen vertrauten Offizieren zu werden. Direktor Kayser: Die Frage wird erst erledigt werden. wenn die Verhältnisse der Schutztruppen neu geordnet werden. Gestrichen wird entsprechend dem Antrage der Budget- kommission das Gehalt des Landeshauptmanns in Tanganika, 26 000 M., und dafür nur ein Bezirksamt mit 10 000 M. be- willigt, Ferner werden für die Remunerirung von Hilfskräften 27 000 M. weniger bewilligt; zur Beschaffung eines Dampf- tonnenlegers werden statt 300 000 M. nur 200 000 M. bewilligt. Der Reichszuschuß für Ostafrika wird infolge dieser Abstriche um 163 280 M. vermindert. Bei dem Etat für K a m e r n n tritt Abg. Graf B e r n st o r f f (Rp.) für die Einschränkung des Branntweinhandels in den Kolonien ein. Der Etat wird ohne weitere Debatte genehmigt und daraus um SVs Uhr die weitere Berathung auf Dienstag 1 Uhr ver- tagt. Außerdem steht der Erat der Marine auf der Tages- ordnung. Zuckerstcuer. Die„Rat.- Lib. Korr." schreibt: Die aus- schlaggebenden Parteien hallen schon vor der für Freitag Abend anberaumten Sitzung der Kommission über das Zuckersteuer- Gesetz ein Kompromiß dahin vereinbart, daß die Ausfuhrprämien ans 3 M.. die Verbrauchsabgabe auf 21 M. festgefetzt werden und es bei dem Beschluß auf Ablehnung der Betriebs- steuer und Erhöhung des Kontingents auf 17 Millionen Doppel- zentner sein Bewenden haben soll. Beschränkung des ZollkreditS ans Getreide. Die Ab- geordneten Graf v. Schwerin, Dr. Paaschs, Szmula und Ge- »offen haben im Reichstage einen Gesetzentwurf wegen Be- schränkung des Zollkredits bei der Einfuhr von Getreide und Mühlenfabrikaten eingebracht.— GemerfcMssfiliifies. In Braunschweig haben in der Etui- und Kartonnagen« fabrik von Julius Kater. Güldenstraße, zwei Etuimacher die Arbeit niedergelegt, weil der Firmeninhaber beiden den ver- einbarteu Lohn von 26 beziehentlich 13 M. kürzen wollte. Herr Kater ist. wie wir hören, in Berlin, um Ersatzkräfte anzn- werben. Aus Bremen wird uns telegraphirt, daß in der Piano- f o r t e- F a b r i k von T h e i n Differenzen wegen Herabsetzung des Lohnes ausgebrochen seien. Die Tapezirer Budapests legten. 700 an der Zahl, am Sonnabend die Arbeit nieder, da von den Prinzipalen die über- reichten Forderungen nicht bewilligt wurden. In 36 Geschäften, wo die Forderungen anerkannt wurden, arbeiten 160 Tapezirer weiter. Die Forderungen lauten: 1. Neunstündige Arbeitszeit. 2. Minimallohn von 12 fl. pro Woche. 3. Bei Ueberstunden ein Zuschlag von 33 Prozent und bei Sonutagsarbeit sind sieben Stunden für den vollsn Tag zu rechnen. 4. Abschaffung der Akkordarbeit. 6. Abschaffung der Kellerwerkstätten. 6. Freigabe des 1. Mai als Ardeiter-Weltfeiertag. DopeMzen und letzte Mnchrichken. Koblenz, 16. März.(W.T.B.) Diekönigliche Betriebsinspektion macht bekannt: Personen-Trajekt Bingerbrück-Bingen-Rüdesheim wird vom 17. d. M. früh wieder in vollem Umfange betrieben. Bern, 16. März.(W. T. B). Die Zahl der Opfer der jüngsten Hochwasserkatastrophen belrägt i- der Schweiz 23. Davon entfallen auf den Kanton Wallis 7, Glarus 4 Bersonen, auf die Kau- tone Bern, Unterwalden, Solothurn, Basel je 2 Personen, Zürich, Appenzell und Graubünden je eine Person. Wien, 16. März.(B. H.) Fast alle englischen Schneider streiken seit heute morgen, da die Meister die Forderungen nicht erfüllen zu können erklärten. Rom, 16. März.(B. H.) In der morgigen Kammersitzung will Ministerpräsident Rudini ein Telegramm Baldissera's verlesen, worin der letztere die Fortsetzung des Krieges für unglücklich erklärt und zum Frieden räth.— Für die Regierung haben sich bisher 170 Deputirte erklärt.— In der morgigen Kammersitzung, in der auch Crispi erscheinen wird, werden stürmische Debatten erwartet. Rom, 16. März.(B. H.) Der amnestirte sozialistische Ab- geordnete de Felice, welcher aus dem Gefängniß zuVoltera nach hier zurückgekehrt ist, erklärte, daß er noch ebenso revo- lutionär-s ozial islisch gesonnen sei. wie in dem Augenblick seiner Verurtheilung.— Barbato traf gestern in Mailand ein und erklärte aus der Arbeiterbörse, er werde sein Mandat als Abgeordneter niederlegen. Er forderte die Sozialisten zur Fortsetzung ihres Kampfes auf.— Bosco und Verro kamen gestern Abend 8 Uhr hier an. Sie wurden von einer großen Volksmenge auf dem Bahnhofe empfangen. Beide begaben sich sofort zum Klub der sozialistischen Studenten, wo sie Ansprachen hielten. Rom, 16. März.(B. H.) Der Direktor des Preßbureaus im Ministerium des Innern, sowie der Kolonialdirektor im Ministerium des Aeußern wurden vom Ministerpräsidenten di Rudini kurzerhand ihrer Stellungen enthoben, und zwar wegen begangener Indiskretionen. Es war nämlich aufgefallen, daß die„Tribuna" fast gleichlautende Berichte über die Friedensverhandlungen veröffent- lichte, wie die des Generals Baldissera an die Regierung ge- richteten Amtsdepeschen. Mailand, 16. März.(B. H.) Wie die„Jtalie del Popolo" meldet, ist der Dampfer„Scrivia", welcher mit 6 bis? Bersaglieri- Bataillonen am 27. Februar Neapel verlassen, am 4. März den Suezkanal passirte, verschollen. London, 16. März.(W.T.B.) Nach einer bei Lloyds eingegan- genen Depesche aus San Paolo de Loanda ist in Boma der englische Dampfer„Matadi" infolge einer Pulverexplosion vollständig verloren gegangen. Einige Passagiere und ein Theil der Be- mannung wurden gerettet; der Rest wird vermißt; man fürchtet, daß derselbe umgekommen ist. London, 16. März.(C. N. of G.) Der Dampfer„Matadi" der Britisch-Afrika-Kompani, der am 22. Januar von Liverpool nach der westasrikanischen Küste abging und dessen Ladung u. a. aus 1200 Zentnern Schießpulver bestand, flog bei Boma(an der deutsch- ostafrikanischeu Küste in die Luft. Die Ursache der Ex- plosion ist noch nicut bekannt geworden. Das Schiff ist ein völliges Wrack. 26 Personen wurden getödtet, unter ihnen mehrere Passagiere/ Die an Bord befindliche Post, sowie das gemünzte Gold wurde gerettet. Verantwortlicher Redatuur: August Jarvbly, Berlin. Für den JuiualculheiliiHrc.um-outtch: Th. Gtvrte n�Berliu. Drua und Verlag von Max Babing ui BerUu. Hierzu T Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 65. Die Strathammer zu Koffbus Der Tuchmacher G. Kölbel war angeklagt, den Tuchfabrikanten Felix Hirschmann beleidigt, ferner versucht zu haben, den Arbeiter Carl Ruchenbäcker durch Drohungen zu bestimmen, an der Arbeitsniederlegung in der Tuchfabrik Graß u. Hirschmann theilzunehmen. Die Sache kam am 14. d. M. vor der ersten Straftammer zu Rottbus zur Verhandlung. Zu Beginn der Verhandlung wurde der Erste Staatsanwalt benachrichtigt und derselbe nahm neben dem amtirenden Staatsanwalt Play. Der beleidigte Fabrikant Hirschmann beantragte ihn als Nebentläger zuzulaffen. Diesem Antrag wurde stattgegeben, worauf Justizrath Dedolph als sein Vertreter eintrat. Die Vertheidigung führte Rechtsanwalt Dr. HerzfeldBerlin. mann erwiderte, er habe den " Dienstag, den 17. März 1896. = 13. Jahrg. Die sofortige Verhaftung wurde abgelehnt. Der Verurtheilte ist ja gewiß zu bedauern, wenn ihm auch die Hilfe aller anständigen Arbeiter sicher ist. Für die Förderung der Klassenerkenntniß unter der Arbeiterschaft find aber Urtheile, wie das vorstehende, unbezahlbar. Die Arbeiter der Laufig nicht nur, sondern von ganz Deutschland werden diesen Rechtsspruch Zunächst geschieht dies am besten durch Unterstützung der Streifenden. Deshalb, Arbeiter thut Gure Pflicht! Lokales. rechtlichkeit dieser Vergehen ganz besonders bewußt und Das Urtheil des Gerichts lautete dahin, den Angeklagten müsse besonders hart hart bestraft werden. Er wünsche wegen Beleidigung mit zwei Wochen und wegen Nöthigung mit und der Textilarbeiter- Streik. die Bestrafung nicht aus§ 153 der Gewerbe- Ordnung, aus dem fechs Monaten Gefängniß, insgesammt mit sechs Monaten die Auflage erhoben wurde, sondern wegen Nöthigung aus§ 240 und einer Woche Gefängniß zu bestrafen. Die Beleidigung des Strafgesetzbuches, und zwar beantrage er wegen derselben und die Möthigung seien für erwiesen erachtet. Freilich habe acht Monate Gefängniß, wegen der Beleidigung 6 Wochen die Drohung des Angeklagten die Arbeitsniederlegung des Gefängniß, außerdem sofortige Verhaftung des Angeflagten. Ruchenbäder nicht direkt veranlaßt, der Angeklagte sei aber Justizrath Dedolph als Vertreter des Fabrikanten Theilnehmer und Mitschuldiger der Vorgänge, durch welche Hirschmann meinte, der Streit sei ohne jede Befie verursacht worden sei. Der Fall ließe sich nicht von dem rechtigung frivol von der sozialdemokratischen Streit im allgemeinen loslösen und deshalb sei das Strafmaß Partei angezettelt. Die Arbeiter bei Graßu. Hirsch angemessen erschienen. mann hätten sich in vorzüglicher Lage befunden und so wenig Grund zur Arbeitsniederlegung gehabt, daß sie gar nicht wußten, was sie fordern sollten. Der Angeklagte, der trotzdem den Streit veranlaßt habe und denselben fortgesetzt leite und schüre, müsse eine exemplarische Strafe erleiden. Er schließe sich den Anträgen des Staatsanwalts an. Rechtsanwalt Herzfeld begann sein Plaidoyer zu würdigen wissen. Der Angeklagte gab an: Am 11. Februar d. J., vormittags, damit, daß er sagte, nach der Rede des Vertreters des fragte die Kommission der Arbeiter von Graß u. Hirschmann, Fabrikanten und nach einem Theil derjenigen des Staatsanwalts deren Sprecher er war, bei Herrn Hirschmann an, ob er die solle man meinen, es handle sich im vorliegenden Falle darum, Bedingungen, welche in dem an die Firma gerichteten Brief durch ein richterliches Urtheil zu entscheiden, daß der Streit des Vorstandes der Filiale Kottbus des deutschen Textil der Textilarbeiter grundlos und ein schweres arbeiter Verbandes = vom 1. Januar 1896 gestellt feien, Unrecht gegen die Fabrikanten sei und dies UnAchtung, Lackiver! Die zu heute angemeldete Versamm anerkennen wolle, namentlich bessere Behandlung von seiten der recht durch eine schwere Strafe gegen den Angeklagten lung kann umständehalber nicht stattfinden. Dieselbe findet Beamten und Meister, Maximalarbeitszeit von 11 Stunden pro als einen der Führer in diesem Streit zu fühnen. Er bitte den morgen, Mittwoch, den 18. März statt, und wird gleichzeitig Tag, Einführung der 11/2 fündigen Mittagspause, Lüftung der Gerichtshof, sich nicht als Werkzeug für diesen Zweck morgen im Vorwärts" durch Inserat bekannt gegeben. Fabrikräume während derselben, Mindestlohn von 18 M. pro gebrauchen zu lassen, sondern objektiv nach dem Ergebniß Woche für die Weber, 15 M. für Schußspulerei, 13,50 M. für der Beweisaufnahme die zur Verhandlung stehenden Strafthaten Die alljährlich übliche Haussuchung nach dem MärzKettenspulerei, 16 Pf. pro Stunde für die jugendlichen Arbeiter 2c., zu beurtheilen. Dieselben seien, wenn überhaupt, ganz gewöhnliche Erinnerungsblatt wurde am Montag Mittag gegen 1 Uhr in Abschaffung der Nachtarbeit und der Sonntagsarbeit. Hirschfleine Vergebungen und das von dem Staatsanwalt beantragte der Buchhandlung Vorwärts abgehalten. Nachdem Wisch" bei seiner Strafmaß müsse in der That in Erstaunen setzen. Was aber die die vortreffliche Festnummer bereits in einer Auflage von 90 000 Nothdurft benut, ein Fabrikant, der diese Be Behauptung betreffe, der Streit sei grundlos und frivol durch Exemplaren im Lande abgesetzt und verbreitet worden dingungen eingehe, müsse verrückt fein. Die fozialdemokratische Partei vom Zaune gebrochen, so sei die- ist, famen Polizeibeamte und tonfiszirten zwei Ballen, die Nachmittags verhandelte die Kommission nochmals mit Hirschfelbe ganz haltlos, denn es sei gar nichts dafür erbracht, 5000 Exemplare enthielten. Was diesmal in dem den Märzmann und er gab in bezug auf Nacht und Sonntagsarbeit daß diefe Partei irgend eine Beziehung zu diesem Streit habe. ereignissen gewidmeten Gedenkblatt staatsgefährliches enthalten nach. Die Unterhandlung schloß damit, daß Hirschmann erklärte: Daß aber die Arbeitsniederlegung mehr als berechtigt sein soll, wissen wir noch nicht; dem Vernehmen nach erfolgte Mehr wird nicht bewilligt. Es ist mir ganz gleich, ob und durch zahlreiche unerträgliche Maßstände ver- die Beschlagnahme auf Veranlassung von Breslau aus, und einer oder alle die Arbeit niederlegen. Der Angeklagte erwiderte: anlaßt, sei durch das eidliche Zeugniß der vernommenen zwar angeblich wegen Majestätsbeleidigung. Das können Sie als Jude sagen?" Hierauf holte Hirschmann Arbeiter erwiesen. Auch die Forderungen, welche erwiesener können bei wiederholtem Durchlesen weder aus den Prokla mit der Hand zum Schlage gegen den Anmaßen von den Arbeitern in dem Briefe des Textilarbeiter- mationen noch aus den vertraulichen Briefen des damaligen getlagten aus, worauf sich dieser zu der Aeußerung hin- Verbandes gestellt seien, müßten berechtigte und maßvolle Königs Friedrich Wilhelm IV. eine Beleidigung des Kaisers reißen ließ:" Sie sind ein elender Jude". Die Kommiffion genannt werden. Sie gipfelten in der Forderung von anständiger entdecken, da weder dessen Namen genannt noch seiner Person in entfernte sich und an demselben Abend legte die gesammte Arbeiter- Behandlung, 11 stündiger Arbeitszeit und Mindestlohn von der Märzzeitung überhaupt Erwähnung gethan worden ist. schaft der Fabrik, ausgenommen die Lehrlinge, die Arbeit nieder. 18-18 M. pro Woche. Erwiesen sei, daß in der Fabrik von Aber die Staatsanwaltschaft, die keinen Paragraphen im StrafAuf Befragen erflärte der Angeklagte, mit den Worten:„ Das Graß u. Hirschmann täglich von Männern, Frauen und gesetzbuch finden konnte, um die Thaten des Dr. Peters können Sie als Jude sagen" habe er sagen wollen, daß ein Jude jugendlichen Arbeitern nicht nur 12 Stunden, sondern häufig zur Sühne zu bringen, wird in ihrem Pflichteifer gegenüber solche Härte gegen die Arbeiterschaft nicht entfalten sollte, da durch Zuhilfenahme der Nacht 16 oder gar 18 Stunden gearbeitet Sozialdemokraten schon einen Haken zum Einschlagen gefunden die Arbeiterbewegung wesentlich zur Ausrottung des und daß trotzdem nicht immer der geforderte Mindestlohn erreicht haben. Rassenhasses gegen die Juden beitrage. Er worden sei. Man stelle sich doch vor, was das bedeute und Die Konfiskation von 5000 Eremplaren ist ja bedauerlich habe das auch schon in einem früheren Gespräch Herrn welche Zustände dadurch herbeigeführt würden. Nicht nur und führt leicht zu der Frage, wie es denn möglich war, daß Hirschmann erklärt. Diefer als Zeuge eidlich vernommen, der Arbeiter, auch der Staat habe ein dringendes die Polizei, die voriges Weal nur ganz weniger Nummern habhait bestätigte dieses Gespräch. Er habe darauf aber Kölbel Interesse daran, daß solche Zustände nicht fortbeständen, werden konnte, diesmal einen verhältnißmäßig guten Fang ge auf die Liste derjenigen gefegt, welche heraus- daß das Menschenthum der Arbeiter erhalten macht hat. Gine Antwort auf diese Frage giebt ein Geständniß, fliegen müßten. Auch bestätigte er die sämmtlichen übrigen und sie fähig blieben und die Möglichkeit erhielten, in etwas an das der Polizeikommissar Schöne, der die Amtshandlung Angaben des Angeklagten, ausgenommen, daß er mit der Hand den Segnungen der Kultur theilzunehmen.- Hier unterleitete, einigen unserer Parteigenoffen gemacht. Auf diese Frage, nicht zum Schlage gegen denselben ausgeholt habe, es sei von brach den Bertheidiger einer der beisigenden Richter woher er denn wisse, daß die beiden Ballen, die vor ganz kurzem ihm in der Erregung vielleicht eine so aussehende Handbewegung mit der Bemerkung, das geht zu weit." Ist es denn erst von der Bahn angekommen wären, sich in den Räumen gemacht worden. nicht erwiesen, fuhr der Wertheidiger fort, daß die unserer Buchhandlung befänden, entgegnete der Polizeibeamte, Der Zeuge Fra u böse, das zweite Mitglied der Rom- Arbeitszeit nicht nur die Grenzen der Billigkeit überstiegen, daß ihm von der Bahn soeben die Ankunft der Ballen miffion, gab ebenfalls dieselbe Schilderung des Vorfalls wie sondern daß auch die Grenzen außer acht gelassen wurden, und deren Ablieferung an den Vorwärts" gemeldet worden sei. der Angeklagte und auch daß Hirschmann gegen denselben die welche durch positive Bestimmungen der Bei der Gemeindevertreter Wahl in Weißensee erHand zum Schlage erhoben habe, wenigftens habe er, ebenso Gewerbe- Odnung zum Schuße der Arbeiter hielten am Montag die Parteigenossen Buchdruckereibefizer wie das dritte Mitglied der Kommission den Eindruck gehabt, gezogen worden? Die§§ 135, 137, 120b, 105b der 2 ehlendorf 86 Stimmen, Lederarbeiter Peutert daß Hirschmann schlagen wollte. Gewerbe- Ordnung, welche 11 bezw. 10 Stunden als Maximal- 80 Stimmen. Die sechs Kandidaten der Gegner erhielten ins" " Wir Der Tuchmacher Kuchenbäder bezeugte, er sei bei arbeitszeit für Frauen bezw. jugendliche Arbeiter fest- gesammt 104 Stimmen, sodaß uns an der absoluten Majorität Graß u. Hirschmann am 12. Februar d. Js. in Arbeit getreten, fezten, Nacht arbeit für dieselben und Sonntag 3-9 refp. 15 Stimmen fehlten. Es ist daher eine Stichwa hI nachdem die Arbeiter dort am 11. Februar abends die Arbeit arbeit überhaupt verbieten, seien fortgesetzt ver- nothwendig. niedergelegt hatten. Auf seinem Weg nach Hause sei er aber lett worden. Er bitte das Gericht, Diese Paravon streikenden Arbeitern, nicht von dem Angeklagten, so be- graphen zu prüfen. In Steglik ist das Resultat der Gemeinderathswahlen wie Hier erhob sich ein anderer läftigt worden, daß er sich entschloß, am 13. Februar ebenfalls Beisiger und forderte eine Ordnungsstrafe gegen den folgt: G3 erhielten im 1. Bezirk der Kandidat der freisinnigen nicht in die Fabrit zu gehen. Er sei in das Lokal von Ulrich Wertheidiger. Der Staatsanwalt beantragte eine solche. Der Kandidat des antisemitischen Ortsvereins Tischlermeister Bürger- und Gewerbepartei Tischlermeister Blumberg 161 Stimmen, gegangen; dort seien viele Arbeiter versammelt ge: Der Vertheidiger erklärte, er wisse nicht, worin er gefehlt habe wesen und es sei laut zugegangen. Der Angeklagte und bitte ihm das mitzutheilen. Ein Beisiger erwiderte ihm, das Sebastian 139, der Kandidat der Sozialdemokratie, Gastwirth sei auch hinzugekommen und habe zu ihm gesagt, es ist Dein fei nicht nöthig. Das Gericht zog sich zurück und verkündete Schellhaase 160 Stimmen, so daß zwischen Blumberg und SchellGlück, daß Du hier bist. Weiterhin habe er gesagt: Wenn Du nach einiger Zeit den Beschluß des Gericht3, daß der Verhaase die Stichwahl entscheiden muß. Jm 2. Bezirk blieb zu Hirschmann hingehst und bei ihm arbeiten wirst, so kommst theidiger in eine Ordnungsstrafe von 20 M. zu nehmen sei, unser Kandidat Gen. Mohr mit 78 Stimmen hinter den beiden bürgerlichen Gegnern zurück. Du nicht lebendig heraus. Der Angeklagte bestritt diese Aeuße- weil er die Unparteilichteit des Gerichts in Zweifel gezogen. rungen auf das entschiedenste. Im Kreuzverhör gab der Zeuge Der Vertheidiger erklärte, daß ihm das fern gelegen. Er habe Der„ Reichsbote" hat den Mund aufgethan! Er hat, zu, daß er nicht mehr genau wisse, was Kölbel gesagt, daß gegenüber den Ausführungen des Vertreters des Neben allerdings unter einem Wust von Verlegenheitsphrasen und derselbe die Worte aber in rubigem, nicht im drohenden Tone Klägers und des Staatsanwalts die Begründetheit Schimpfereien auf die Sozialdemokratie des Mastenfestes gesprochen, daß er auch nicht geglaubt habe, Kölbel werde ihm des Streits dargelegt. Fortfahrend führte er aus, daß die Be- beim Prinzen Aribert, ja sogar der Sabbathschändungen etwas zu Leid thun, auch nie gehört habe, daß derselbe Gewalt leidigung des Fabrikanten Hirschmann durch dessen Verhalten im föniglichen Schloffe und in der Gnadenkirche erwähnt. Das angerathen oder Gewalt verübt habe. Es stellte sich ebenfalls der Arbeiterkommission gegenüber und insbesondere durch Pastorenblatt führt an, daß es, was uns in der That neu ist, heraus, daß der Zeuge im vorbereitenden Verfahren seine sein Ausholen zum Schlage gegen den Angeklagten die letzteren Fälle bereits einmal berührt habe; Schuld an den Aussage widerrufen, dann aber wieder aufrecht veranlaßt worden und daß diese gegenseitigen Beleidigungen Sabbathschändungen seien die- Bauleute gewesen. Natürlich! erhalten hatte. Er gab zu, daß er wegen Sittlich- tompenfirt werden sollten. Schlimmstenfalls sei eine und von dem Festbericht ist dem frommen Blatte, trotzdem fast die teitsvergehen vorbestraft ist. Geldstrafe von 10 M. die angemessene und übliche Strafe. Die ganze Presse davon Notiz genommen hat, bis zum Sonntag habe. er Der hierauf vernommene Zeuge Behrend gab an, daß nicht gehört habe, daß der Angeklagte den Kuchenbäcker bedroht habe. Der Zeuge Tuchmacher Miegersdorf, welcher bei Hirschmann in Arbeit steht, erklärte, er sei fortwährend mit dem Angeklagten an dem fraglichen Tage bei Ulrich zusammen gevefen, derselbe habe keine drohenden Worte gegen Kuchenbäcker gebraucht; er hätte dies sicher hören müssen. Der Angeklagte habe auch bei jeder Gelegenheit von Gewaltthätigkeiten und drohenden Redensarten abgerathen. Das Kreuzverhör, namentlich die Antworten des Zeugen, angebliche Nöthigung betreffend so könne von derselben rein gar nichts zu Geficht gekommen. Wahrscheinlich schöpft man wurde durch einen beisitzenden Richter mehrfach unterbrochen. und der Anwendung des§ 240 des Strafgesetzbuchs schon die Tagesneuigkeiten in der Redaktion des Reichsboten" aus Der Angeklagte, dadurch erregt, sagte: Baffen Sie den Zeugen deshalb teine Rede sein, weil der Zeuge Kuchenbäcker Traktätchen und den berühmten gedruckten Militärpredigten. doch mal ausreden. Der so angeredete Richter verlangte selbst zugegeben, daß er an die Drohung des Angeklagten nicht Aber wie dem auch sei, in richtiger Witterung des herandarauf eine Ordnungsstrafe und der Staatsgeglaubt, sondern überzeugt gewesen sei, daß derselbe feine nahenden Sturmes wird dem frommen Blatte doch heiß um die anwalt beantragte eine fofort zu vollstreckende Strafe von Gewalt gegen ihn gebrauchen würde. Er fei also Leber; und um unseren Lesern ein Vergnügen zu bereiten, drei Tagen Haft. Das Gericht beschloß nach längerer Be- unmöglich durch diese Drohung zur Arbeitsniederlegung nehmen wir Notiz von den Worten, die es mit berufs rathung, von der Verhängung der Ordnungsstrafe abzusehen, veranlaßt worden. Indessen sei auch die Drohung, ab mäßigem Augenaufschlag an die in betracht kommenden Kreise da der Angeklagte die Worte in begreiflicher Erregung gesehen von dem Charakter des Belastungszeugen, durchaus richtet: zur Wahrnehmung seiner Rechte gesprochen nicht derart erwiesen, um als Grundlage für eine Verurtheilung Die Umsturzpreffe benutzt ja solche Vorfälle, ähnlich wie dienen zu können. Durch keinen einzigen 3eugen sei fie feinerzeit die französische die Halsbandgeschichte bestätigt, obgleich zahlreiche Personen anwesend waren. Zwei Zeugen der Königin. Diese revolutionäre Heßtendenz in Zu= dagegen hätten bekundet, daß sie nicht gefallen, einer davon, sammenhang mit der Erregung von Unzufriedenheit in vielen daß er sie, wennfie gefallen, unbedingt hätte hören müssen. anderen Kreisen, mit thatsächlichen Nothständen und manchen Der Belastungszeuge selbst habe im Kreuzverhör erklärt, daß er recht peinlichen Mißgriffen in der Verwaltung insbesondere auch die fast regel= sich nicht mehr genau erinnere; er habe im Vorverfahren seine und Justiz Aussage widerufen und im Hauptverfahren mehrere Versionen der mäßigen Begnadigungen bei Duell strafen 2c. selben gegeben. Auch habe er zugegeben, daß sie im rubigen erfüllen die politische Atmosphäre immer mehr mit Zündstoff, nicht im drohenden Tone gesprochen, und deshalb könne sie, selbst wenn so daß alle ernsten Freunde der staatlichen Ordnung alles man sie für erwiesen halte, nur als eine Warnung, nicht als thun sollten, um die Anlässe und Objekte jener UnzufriedenheitsDie hierauf vernommenen Arbeiter Klaue, Hannusch und eine Drohung angesehen werden. Die innere Wahrscheinlichkeit erregung zu beseitigen." Frau Schmidt erklären übereinstimmend, daß bei Graß u. Hirsch spreche auf das Ueberzeugendste dagegen, daß sie gebraucht worden. mann die Behandlung der Arbeiter eine grobe gewesen, daß die Bezeugt sei, daß der Angeklagte bei jeder Gelegenheit von Gewalt Arbeitszeit während des Tages ausschließlich der Mittags- und gewaltthätigen Redensarten abgerathen und nun solle er Vom Versammlungsrecht und dem Recht der freien 1 pause 12 Stunden gedauert habe, daß aber außerdem regelmäßig selbst hier eine solche Redensart gebraucht haben? Halte man Meinungsäußerung im Polizeistaat Preußen erhält man einen jede Woche einige Nächte hindurch gearbeitet worden, daß dieselbe aber auch für erwiesen, so tönne sie doch nur aus§ 153 Begriff, wenn man die nachstehende Meldung bürgerlicher Blätter Frauen und jugendliche Arbeiter nicht 11 sondern zwölf der Gewerbe- Ordnung, dem Spezialgesetz für Drohungen beim lieft: Zur Verhaftung der Anarchisten, Redakteure Gustav Stunden und auch nachts arbeiteten, daß nachts Streit, das 3 Monate Gefängniß als die höchste Strafe androhe, Landauer und Spohr kam es in einer Sonntag Mittag in Männer und Frauen zusammenarbeiteten, daß mit einer ganz geringen Strafe geahndet werden. Der angeblich Böhow's Brauerei, Prenzlauer Allee 247, abgehaltenen An= auch Sonntag 3 häufig den ganzen Tag hindurch ge- Bedrohte habe ihr keine Bedeutung beigelegt und irgend ar chisten versammlung der Freien anarchistisch- sozialistischen arbeitet worden, daß für Nacht- und Sonntagsarbeit feine welche schädlichen Folgen habe fie nicht gehabt. Vereinigung für alle Gesellschaftsklassen". Unter den etwa 200 höhere Bezahlung gegeben wurde und daß tros dieser äußerst Was die beantragte sofortige Verhaftung betreffe, fo halte Anwesenden bemerkte man auch cand. theol. Theodor v. Wächter, langen Arbeitszeit die vor der Arbeitsniederlegung geforderten er es für ausgeschlossen, daß der Gerichtshof diefelbe befchließt. der sein Sonntagsblatt für freien Geistesaustausch" vertheilte. Mindestlöhne durchschnittlich nicht erreicht werden konnten. Der Angeflagte sei verheirathet und ansässig und seine Ehre und Der erste Redner, Redakteur Landauer, verbreitete sich über die Der Staatsanwalt hielt die Beleidigung und die Be Existenz beruhe darauf, daß er vor der Strafe, welche auch Theorie des Anarchismus im allgemeinen. Als er äußerte: Der brohung für erwiesen, sprach von der Schwere der ersteren immer sie sein möge, nicht entfliehe. Von den Arbeitern Mann kann nicht frei werden durch die Vorurtheile und den und der Gefährlichkeit der letzteren für die öffentliche werde die Verhaftung wegen dieser kleinen Autoritätsglauben, die uralten überlieferten Begriffe werden vom Ordnung, deren gröbliche Verlegung tagtäglich während Vergehen dahin verstanden werden, daß man Staat und der Regierung trampfhaft festgehalten, erhob sich Des Streits stattgefunden habe. Der Angeklagte, der ihnen den Führer während des Streits ein der überwachende Polizeilieutenant und er= ein Führer in dem Streit sei, sei sich der Widersperren wolle. 61-81 tlärte den Redner für verhaftet. Eine ganze richtige Witterung. Möge aber das bischen Befferung beim Reichsboten" auch anhalten! " " Unter lauten Protesttundgebungen der Versammlung wurde der Verhaftete ab- daß die Otto eine Leiche war. Die Verwaltung benachrichtigte| wovon noch 1,22 Mt. Untoften abzurechnen find. Die Frau hat geführt. Auf Veranlaffung eines Arbeiters Male deponirten bas 80. Polizeirevier von dem Vorfall, und dieses hat die Todte von diesem Verdienst zwei schulpflichtige Kinder zu erhalten. mehrere anwesende Nichtanarchisten ihre Adressen zwecks Beugniß- beschlagnahmt, da die Ursache des Ablebens nicht festgestellt * . ablegung. Der nächste Redner, Anarchist Spohr, bemerkte: werden konnte. Wie läßt Heine doch den braven Chirurgus hat von Montag, den 16. b. M., ab an 17 über ganz Der Verband deutscher Schneider und Schneiderinnen Die Forderungen des Anarchismus an unsere Beit" lautete sagen, der gewissenhaft der Todesursache solcher Unglücklichen Berlin vertheilten Stellen einen gedruckten Arbeitsmarkt für das eigentliche Thema, über das Landauer sprechen wollte. nachforscht? Die strenge Witterung, erklärte er, mit Magenleere die gesammte Bekleidungsindustrie herausgegeben. Derselbe wird „ Sie sahen, was gesagt werden sollte, aus dem Berhalten vereinigt, hat ihr Ableben verursacht, hat zum mindesten solches an alle Arbeitsuchenden von Nachmittag 5 Uhr an abgegeben. des Bertreters des Staates. Jeder sollte doch ver- beschleunigt! langen können, daß zur Beaufsichtigung von Versammlungen Seit Jahren war das Bedürfniß vorhanden, einen Arbeitsmarkt Militarismus und Religiosität. Der Grenadier Thröner herauszugeben, der allen Arbeitsuchenden gratis zur Verfügung befähigte Beamte gesandt werden. Es liegt hierin feine von der 9. Kompagnie des Kaiser Alexander- Regiments, der gestellt wird. Der Verband hat nunmehr dem Wunsche der Kritik der anwesenden Be...." Hier erhob sich der Lieutenant schon mehrfach von sich hat reden machen, ist Sonnabend Berufsgenossen entsprochen. Es liegt jetzt im Interesse aller und erklärte unter Bärmen der Versammlung Morgen um 9 Uhr zum dritten Male in Untersuchungshaft ge- Arbeiter und Arbeiterinnen des Schneidergewerbes, dafür zu den Redner ebenfalls für verhaftet. Nach einer bracht worden. Throner gehört einer Abzweigung der Menno- wirken, daß diese Einrichtung die Bedeutung erlangt, die ihr Pause von 10 Minuten wurde die Versammlung unter Leitung niten, dem Bunde der gläubigen evangelischen Zäuflinge" an; gebührt. des Anarchisten Weidner fortgesetzt und nach längerer Distusfion der nur im Elsaß Anhänger hat, und weigert sich auf grund des um 12 Uhr geschlossen. fünften Gebotes fortgefeßt, ein Gewehr anzufassen. Als Rekrut Stadtverordneter Emil Hütt ist am Sonnabend im Alter betam er für seine Weigerung zunächst zwei Monate Festung. für die Konfektionsarbeiter ein: Matinee des KartBei der Berliner Gewerkschaftskommission gingen noch von 62 Jahren plöglich am Herzschlag gestorben. Bei seiner Rückkehr wurden ihm vor versammelter Rompagnie die Kriegsartikel vorgelesen, aber Thröner beharrte auch diesmal auf haus'schen Männergesangvereins 102,60 Mt., Freunde der ge feinem Standpunkte. Nunmehr wurde er zu einem Jahre Festung rechten Sache 11,60. Wiesbadener Tageblatt" 19,80. verurtheilt. Nach Verbüßung dieser Strafe kehrte er Freitag au seinem Truppentheil zurück. Gestern morgen sollte er in die Kompagnie eingereiht werden und zum Kompagnieererziren auf befahl ihm, sein Gewehr zu nehmen, Thröner weigerte sich aber bitten wir, sich in ihren Publikationen für den gewerkschaft. das Tempelhofer Feld mit ausrücken. Hauptmann v. Uttmann Die Leitungen der Berliner Arbeiterorganisationen auch jetzt wieder. Er wurde daher von der Kasernenwache sofort als Untersuchungsgefangener in das Militärarrestgebäude in der lichen Theil des„ Vorwärts" etwas kürzer zu fassen, als Lindenstraße abgeführt. bas bisher vielfach geschehen ist. Für furze Mittheilungen jemand in der Gegenwart noch von tiefer und aufrichtiger thatsächliche Angaben viel lieber gelesen als weitschweifige Aus. Ist es denn nicht möglich, daß ein Mann, der wie felten läßt sich eher Raum schaffen, als für lange; auch werden kurge, Religiosität durchdrungen ist, anders behandelt werden kann, als es hier geschieht? G3 wäre doch irgend ein Dienst ohne führungen. Bei dem großen Umfang, den gegenwärtig die GeWaffe denkbar, der den Unglücklichen, der es nun einmal ernst werkschaftsbewegung angenommen hat, liegt weiſe Selbstbeschränmit seinem Glauben nimmt, nicht mit dem Gewissen in Ronflitt tung betreffs des Raumes der Publikationen im Interesse der brächte. Man hätte doch alle Ursache, den Anschein zu versoll, die dem Militarismus Rechnung trägt. meiden, als ob nur die Religion dem Bolle erhalten werden Gewerkschaft selbst, weil andernfalls manche ge wertschaftlich wichtige Mittheilung wegen Raummangels zurückgestellt werden muß. Miquel kann es gebrauchen. Uns wurde gestern ein Beranlagungsformular zur Einkommensteuer( Nr. 75, 1/2105) vors gelegt, das an einen 16jährigen Lehrling gerichtet war. Der arme Junge, der wöchentlich o Mart 20 Pf. verdient, soll sechs Mark Einkommensteuer bezahlen! Die Berliner Bäcker und Schlächter so wird aus dem Die Berliner Bäcker und Schlächter- so wird aus dem Rathhause gemeldet beabsichtigen mit Rücksicht auf die bevorstehende Eröffnung der Gewerbe- Ausstellung ihre Waarepreise um 10 pet. zu erhöhen. Infolge dessen wird das Kuratorium des Friedrich Wilhelm- Hospitals Abschlüsse zur Deckung der erforderlichen diesbezüglichen Waare für ihre Anstalt auf nur ein halbes Jahr abschließen. Eine solche Brotvertheuerung sieht den feiſten Bäcker- und Schlächtermeistern schon ähnlich. An dem Publikum liegt es, sich diesem gemeingefährlichen Bestreben gegenüber zur Wehr zu sehen. Selbst die Nat.- 3tg." meint zu der frohen Botschaft: Die Bäcker und Schlächter gehören nicht zu den werden von ihnen weniger empfunden, als von anderen BerufsGewerbetreibenden, die sich zu beklagen haben. Schlechte Beiten tlaffen. Und sie sollten in guten Zeiten mit dem Nußen zufrieden sein, der ihnen aus dem größeren Umsatz erwächst. Die Schlächtermeister ziehen sich, wenn man ihrem Organ trauen fann, übrigens schon wieder von dem Vorstoß zurück. Vielleicht wollen sie es unauffälliger und schlauer anfangen. Wie der Staat der Sozialreform sechs Jahre nach Veröffentlichung der kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar 1890 fich über die Verhältnisse der Arbeiter fortlaufend unterrichtet" und mit den letzteren Fühlung zu behalten sucht", das lehrt eine Meldung, welche die Kreuz- Beitung" im Anschluß an die Nach richt von dem Ausbruch des Streits in der Eisenmöbel- Fabrit von Karl Schulz, Hafenhaide 9 bringt. Sie lautet in klassischer Kürze: 3wei Schuhleute sind am Eingange der Fabrit aufgestellt. Für den Fall etwaiger Ausschreitungen hat sich das 86. Revier um Unterſtügung durch Gendarmerie an die Behörde in Rixdorf gewandt." Die Arbeiterschaft weiß, daß diese Art der Bekundung des staatlichen Interesses an Ausständen die Regel ist im Staate der Sozialreform. Arbeiter: Sanitätskommission. Im Auftrage des In habers der Wohnung Kronenstr. 52, des Herrn Schneidermeister Langbein, wird uns zu dem Bericht in letter Nummer mit getheilt, daß kein Kontrolleur bei ihm gewesen sei und er deshalb auch niemanden habe abweisen können. Der Inhalt der Mit theilung vom Sonntag stimme im übrigen. in Moabit geübte Unfug mit den öffentlichen Brandbriefen" Aus Reinickendorf wird uns berichtet, daß auch hier der getrieben wird. An einem Hause fand man am Sonnabend Morgen ein Stück Pappe angeheftet, auf dem folgender Spruch stand: Ganz Reinickendorf soll brennen und alles durcheinander rennen, Petroleum und Dynamit alle Bauern und Brandstifter nach sich zieht. in Rigdorf eingelaufenen amtlichen Depesche aus Oppeln wurde Nach einer am Sonntag Vormittag auf dem Amtsbureau dort der Bäckergeselle Christoph Fischer aus Berlin verhaftet, weil er bei dem Versuche, eine Damen- Taschenuhr, auf deren Deckel der Name Galle eingravirt, zu verkaufen, abgefaßt wurde. den Mörder der Clara Galle zu erkennen, wird jedoch Die Annahme der Oppelner Behörde, in dem Festgenommenen dadurch hinfällig, daß die Ermordete eine Taschenuhr nie befessen hat. Die Rixdorfer Polizei hat sofort eine entsprechende Mittheilung nach Oppeln gesandt. Gewerkschaftliches. Redaktion des Vorwärts". " Die Tischler der Maschinenbau- Fabrik für Mühlenbau, Pezold u. Co. in Berlin, Wald ftr. 38/35 ( Moabit), haben die Arbeit eingestellt, da ihre Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit nicht bewilligt wurden. Die Kollegen allerorts werden ersucht, hierauf zu achten. Die Ortsverwaltung des deutschen Holzarbeiter Verbandes. An die Töpfer Berlins! Diejenigen Kollegen, die die Hefte zu der über die Lebenshaltung der Bauarbeiter aufzunehmenden Statistit noch nicht abgeliefert haben, ersuchen wir wiederholt, dies sogleich zu thun. Ferner wird mitmänner- Sigung, die heute bei Röllig abgehalten wird. getheilt( fiehe auch heutiges Juferat), daß die Vertrauensnicht um 8 Uhr, wie im Sonntags- Inserat des Vorwärts" steht, sondern um 6 Uhr beginnt. Ueber die bisherigen Verhandlungen der Einigungskommission mit den Vertrauensder heutigen Nummer des Vorwärts" veröffentlicht ist. J. A.: männern verweisen wir auf den Bericht, der an anderer Stelle F. Kaulich. Die Deutsche Gesellschaft für volksthümliche Naturkunde veranstaltete vor einigen Tagen einen Projektionsvortrag im Bürgerfaale des Rathhauses. Herr Dr. med. Neuhauß, der befannte Herausgeber der Photographischen Rundschau, führte zuAchtung, Metallarbeiter! Die Verhandlungen mit der Firma Baer u. Stein in Berlin sind vorläufig resultatlos nächst eine Anzahl Selle'scher Farben- Photographien vor, nach dem er in einer furzen Einleitung das von Selle angewandte Das alte Trauerspiel. Die Kellnerin Olga Sch. stürzte geblieben. Einer Kommission des Deutschen Metallarbeiter Berfahren erläutert hatte. Die Photographien erregten durch die sich am Sonntag Abend 114 Uhr vom Schiffbauerdamm aus in Berbandes gestand der Inhaber Stein nur die Forderung des naturgetreue Wiedergabe der Farben, besonders der zarteren die Spree und ertrant. Sie war in gefegneten Umständen und Neunstundentages zu, jedoch ohne Lohnerhöhung. Sämmtliche Schattirungen und andere Forderungen lehnte er rundweg ab. Herr Stein war vor der schillernden Töne die laute von ihrem Bräutigam verlassen worden. Bewunderung aller Anwesenden. Hieran reihten sich die von wenigen Tagen aus Anlaß der ausgebrochenen Differenzen in Der Zimmermann Emil Wick, der am Sonnabend beim Sachsen und beabsichtigt seine Fabrikation in die dortige HausHerrn Dr. Neuhauß gemachten Aufnahmen von Flugversuchen Dombau verunglückte, ist Sonntag früh seinen Verlegungen er induftrie zu verlegen, was er durch Anerbietungen des Herrn Ingenieur Lilienthal, die einige recht interessante Mo- legen. ber dortigen Kleinmeister erhärten zu können glaubte, mente zur Anschauung brachten. Den Schluß bildete die VorDer Premierlientenant v. Redlich vom 1. Garde Feld- In der erzgebirgischen Hausindustrie arbeite, wie er persönlich führung einer großen Zahl seiner ganz vorzüglichen Naturaufnahmen aus dem Zoologischen Garten, bei denen die Direktion artillerie- Regiment stürzte am Sonnabend Mittag in der Reit- gesehen, Kind und Kegel, er werde um 50 pet. billiger produ Herr Stein erklärte der Kommission weiter: bahn mit seinem Pferde und konnte sich nicht gleich von diesem des Gartens ihn in jeder Weise aufs zuvorkommendste unterstützt freimachen. Als er später mit dem Aufrichten des Thieres behatte. Der durch köftlichen Humor gewürzte Vortrag des Herrn schäftigt war, erhielt er einen Hufschlag an den Unterleib. Schwer Dr. Neuhauß erntete reichsten Beifall. verlegt und besinnungslos wurde ber verunglückte Offizier nach einem nahe gelegenen Krankenhause gebracht. Das nene Krankenhaus bei Britz ist am Sonntag feiner Bestimmung übergeben worden. Vorher wurde es im Beisein verschiedener Beamten von einem evangelischen Geistlichen geweiht". 0 ziren fönnen. Sorgen Sie dafür, daß in der Provinz die Lebensverhältnisse, die Lohnverhältnisse sich erhöhen, so daß uns nicht derartige billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, und wir bewilligen ohne Bedenken die Forderungen der Streifenden. Die Kommission gab der 28 Jahre alten unverehelichten Marie Gründel zur Laft geEine Kindesmörderin? Eine unmenschliche That wird dem Firmeninhaber nach jeder Richtung die gebührende Antwort. Aber solche Worte aus dem Munde einen Unternehmers den geben, Berliner Metallarbeitern ein Fingerzeig legt, die als Plätterin in dem Sternberg'schen Geschäft in der Aus der Offizin, in der die Zeitung, Das Bolt" her- Neuen Königstraße thätig war und seit sechs Wochen Lands fein, ihre bisher versäumte Pflicht nunmehr voll zu erkennen. gestellt wird, gehen uns anscheinend sehr begründete Beschwerden bergerstraße 17 eine Schlafstelle bewohnte. Sie soll einem Kinde Die Großstadt hat die Pflicht, mit ihren leichter aufzubringenden zu, deren Abstellung die Einsender noch am ehesten von einer das Leben gegeben, es bald darauf getödtet und in kleine Stücke Mitteln die Provinz organisiren zu helfen. Veröffentlichung im Vorwärts" erhoffen. Nach der Schilderung zerhackt und die Theile dann in den Abort geworfen haben. Die Haltung der Streifenden ist gut. Es stehen noch find in den Sälen Thüren und Fenster in Unordnung; die Bausbewohner hatten an verdächtigen Spuren bemerkt, daß sich 50 Mann aus, davon 22 Klempner, 6 Schleifer, 3 Dreher, Heizung wird in jedem der großen Räume durch einen höchst un- etwas Verbrecherisches zugetragen habe, und der Kriminalschutz- 3 Drücker und 16 Schnittarbeiter. Die Behörde, die sich den zulänglichen eisernen Ofen bewirkt, welcher gar nicht im stande mann des 92. Polizeireviers fand den zerstückelten Leichnam auf. Streitenden gegenüber in nicht sehr erfreulicher Weise bethätigte, ist, soviel Wärme zu entwickeln, um eine einigermaßen angenehme Das unglückselige Mädchen, das in der Wohnung barniederliegt, erbot sich nach den Ausführungen des Unternehmers freiwillig. Temperatur zu schaffen; als Zugabe laffen die Defen vielfach leugnet das Verbrechen. für Ordnung Sorge zu tragen. Rauch ausströmen, so daß oft alle Fenster aufgerissen werden müssen. Für die Arbeiterinnen sind keine Räume zum An- und Die ermordete Diakonissin Christine Detting ist am MonAustleiden vorhanden; zu diesem Zweck müssen die Mädchen die tag beerdigt worden. Klosets benußen. Die Abortanlagen befinden sich auf einem Verbindungsflur zwischen zwei Arbeitssälen und sind für Männer und Frauen gemeinschaftlich; der Bedürfnißraum für Männer ist den Blicken der Vorübergehenden preisgegeben. Die Klosets find Witterungsübersicht vom 16. März 1896. ohne Ventilation und verpesten daher die Arbeitsräume. Be- Stationen. sonders hat der überaus angestrengte Korrektor unter den verschiedensten Mißständen zu leiden; er arbeitet an einem Blag, wo sich Gestant, Rälte, Zugluft und Lärm vereinen, um den Aufenthalt unangenehm zu machen. So der Bericht. Entspricht Swinemünde er den Thatsachen, so muß man sich wirklich wundern, warum Hamburg die Herausgeber des christlichen Blattes nicht schon längst für Berlin eine Abstellung der Uebelstände gesorgt haben. Wiesbaden. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung 758 © 758 • MSM 760 GM 764 Still 766 SM 767 Still 758 768 G GSD 754 • Aberdeen. Einen weiblichen Assistenzarzt wird mit dem 1. April München die Frrenanstalt von Professor Laehr in Zehlendorf erhalten. Wien.. Es ist dies dem Teltower Kreisblatt" zufolge Dr. Sieglinde Haparanda Stier, die zur Zeit als Volontärarzt im Kreis Kranten- Petersburg haufe thätig ist. Ihr wird die Pflege der weiblichen Frren über- Cort wiesen werden. Bei einer Zählung des Wagenverkehrs in der Leipzigerstraße wurden an einem Tage von Morgens 6 bis Abends 10 Uhr in diesem Monat auf der Strecke zwischen der Friedrichstraße und dem Leipziger Play in beiden Richtungen im ganzen 8895 Fuhrwerke, ausschließlich der Omnibus- und Pferdebahnwagen, bemerkt, davon waren 2056 Laft- und Geschäftswagen, 1209 Hand- und Hundewagen, 540 Privat- Personenfuhrwerke und 4590 Droschten. In derselben Zeit fuhren auf ber gleichen Strecke in beiden Richtungen 1795 Pferdebahn- und 1849 Omnibuswagen. Paris. 764 1 Windstärke NAINA ww( Stala 1-12) Wetter Dunst Temperatur nach Celsius 427649PAN( 50.- 4° R.) bedeckt bedeckt woltig bedeckt Nebel bedeckt -11 woltig 10 2 heiter bedeckt 8 6 Wetter Prognose für Dienstag, den 17. März 1896. Biemlich warmes, zeitweise heiteres, vorherrschend woltiges Wetter mit etwas Regen und frischen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Die Bewegung Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. Der Streik in den Treibriemen- Fabriken Berlins dauert fort. Die Situation für die streikenden Arbeiter ist nach wie vor sehr günstig. Die Kollegen, die auf Verschreibung hierhergekommen waren und bei der Firma Haunce in Tegel angefangen hatten, haben sich den Streifenden angeschlossen. Von den Fabrikanten war am vergangenen Sonnabend die Mär ver breitet worden, daß Montag eine größere Anzahl Arbeiter von außerhalb eintreffen würde, was jedoch nicht geschehen ist und nicht geschehen kann, da infolge der günstigen Konjunktur so gut wie feine Arbeitslosen im Sattlergewerbe vorhanden sind. Die Treibriemenfabriken Hamburgs, Breslaus u. s. w. suchen selbst Arbeiter. Die Fabrikanten haben sich bekanntlich kurz vor Ausbruch des Streits zu einem Ring zufammen gethan, um die Forderungen der Streifenden besser bekämpfen zu tönnen. Doch scheint dieser Ring nur die Mache einiger größerer Fabrikanten zu sein, die die Gelegenheit benutzen, um die kleinen, nicht sehr fapitalfähigen Firmen, diese unliebsame Ronkurrenz, der Welt zu schaffen. So hat 8. B. die Firma Prezel u. Co. an den Werkführer einer im Streit befindlichen Fabrik, der wie fast alle Werkführer weiter arbeitet, das Ersuchen und diese Firma hat die Zeitung des Ringes in Händen! gerichtet, gegen einen höheren Lohn bei ihr sofort anzufangen, Es beweist dies, daß die Leitung des Ringes es mit ihren Aufgaben nicht ernst nimmt, sonst tönnte sie unmöglich den Firmen, die noch Werkführer haben, diese abspenstig zu machen suchen. Einige fleinere Fabrikanten haben sich bereits, troß der Konventionalstrafe die sie in dieser Beziehung zu bezahlen in der Konfektions- Anduffvie. haben, zu Zulagen gegenüber den streifenden Arbeitern bereit Jm königlichen Schloffe wurde Sonntag Nachmittag ein Einigungsamt des Gewerbegerichts. In der geftrigen erflärt, doch wollen sie mit der Lohnkommission nicht unteretwa 30jähriger Mann sistirt. Der Festgenommene wurde Sigung führte ein Firmeninhaber der Knabenkonfektion eine handeln. Da die Fabrikanten am geftrigen Tage eine Zusammengegen 4 Uhr, als der Kaiser soeben seine Ausfahrt angetreten, blühende junge Dame vor, die angeblich bei Knabenanzügen, die funft hatten, so begaben sich zwei Mitglieder der Lohnkommission von zwei Schuhleuten aus dem Portal V des Schloffes heraus- fie mit 35 Pf. bezahlt erhält, in der Woche 25-30 m. verdienen dorthin, wurden jedoch nicht vorgelassen, da die Herren keine gebracht und nach der Polizeiwache 2 in der Bauhofstraße über foll. Aus einem vorgelegten Lohnbuch, das die letzten drei Wochen Lohntommiffion tennen wollen. Ob auch hier das bekannte führt, von dort jedoch nach Feststellung seiner Personalien wieder umfaßt, geht hervor, daß sie einschließlich der nach dem Streit er- Wort eines deutschen Professors der Nationalökonomie zutrifft, entlaffen. Aus welchem Grunde die Siftirung erfolgt war, verzielten Bulage einen Wochenverdienst von 18-29 m. erreicht hat. daß die deutschen Kapitalisten sich noch in ihren Flegeljahren mochten wir nicht festzustellen; wie behauptet wird, soll der junge Jedoch sind die fraglichen Anzüge Trikotanzüge, die sich besonders leicht befinden, da sie derartige Körperschaften nicht anerkennen Mann dem Kaiser eine Bittschrift überreicht haben. anfertigen laffen und für diese Erhebungen, die sich auf Cheviots wollen?! An die Arbeiter und Kollegen richten wir die Bitte, die Eines jener unglücklichen Menschenkinder, die zu hun- anzüge beziehen, nicht in betracht kommen. Auch arbeitet sie derten obdachlos in der glänzenden Reichshauptstadt umherirren, durchschnittlich 15-16 Stunden, manchmal auch 18 Stunden täg- Streifenden moralisch und materiell zu unterstügen und an die und von einem Tage zum andern nicht wissen, wie sie sich nähren lich. Durch das Vorlegen noch mehrerer Lohnbücher sollen die Streifenden das Ersuchen, fest und treu zu ihrer gerechten Sache Einigkeit" der und bergen sollen, wurde im städtischen Obbach in der Fröbel- Angaben über die günstigen Verhältnisse dieser Arbeiterin er- zu stehen, dann wird der Ring und die straße plöglich vom Tode ereilt. Die 57 Jahre alte Wittwe wiesen werden. Die Vernehmungen der übrigen Arbeiterinnen boten, Herren Fabrikanten bald in die Brüche gehen und die FordeElife Otto hatte in der Nacht zum Sonnabend im Asyl Auf gleich den früheren, ein trübes Bild. Unter andern gab eine Wittwe, rungen werden bewilligt werden. nahme gefunden und war bort bald eingeschlafen. Als sich am die feit 6 Jahren Hosen- Handarbeit macht, an, daß sie bei tägnächsten Morgen um 5 Uhr die Gäste erhoben, bemerkte man, lich 12-13 ftündiger Arbeitszeit wöchentlich 7-8 Mt. verdient. Die Lohn- und Agitationstommission. J. A.: Bruno Pörsch, Staligerstr. 141 a, 4 Tr. Zur Buchdruckerbewegung. Eine imposante Buchdrucker:| Tagebl." wird darüber geschrieben: In der heutigen Schöffent- Charlottenburg. Hier tagte am 10. März eine gut Ers Versammlung, welche gestern Abend im Saale der Brauerei gerichts- Sigung wurde über einen interessanten Fall verhandelt: Friedrichshain tagte, beschloß folgende Resolution: " Vermischkes. suchte Versammlung der Metallarbeiter. Der Referent MetallEs war Ende vergangenen Jahres, als die hiesigen Rekruten in arbeiter Hofmann schilderte eingehend, welchen Werth die " Die allgemeine Buchdrucker- Versammlung erklärt sich mit der dafür bestimmten Kirche vereidigt werden sollten. Auf der Verkürzung der Arbeitszeit für die Arbeiter habe und empfahl der in Leipzig gefaßten Resolution nicht einverstanden. Straße standen die Soldaten rechts und lints, alles aus bei der gegenwärtigen günstigen Geschäftskonjunktur eine Herab Um jedoch zu einem Resultat au gelangen, beschließt die füllend, bis schließlich ein Major die völlige Ab fegung der Arbeitszeit auf 9 Stunden. Mit der Aufforderung, Versammlung in die Wahlen der Gehilfenvertreter einzutreten perrung befahl. Der Kutscher einer Brauerei tehrte sich dem Metallarbeiter- Verband beizutreten, schloß der Redner seinen und von dem Ergebniß der Tarifberathung ihre weiteren nicht daran; er meinte, daß das Militär in einer der Stadt ge- beifällig aufgenommenen Vortrag. In der Diskussion famen Schritte abhängig zu machen." hörigen Straße nichts zu verbieten habe. Er schickte sich also eine Reihe von Uebelständen in den einzelnen Fabriken zur Ueber den Stand des Streiks in Kottbus ist mitzutheilen, an, durchzufahren, wurde aber daran durch einen Unteroffizier Sprache. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß der Verdaß sich am Sonntag in einer von über 5000 Streifenden besucht verhindert, der dem Pferde in die Zügel fiel. Nun erhob der ein am Charfreitag eine Herrenpartie nach Pichelsdorf vergewefenen Versammlung der Färbereibefizer Koppe in versöhn- Kutscher, indem er in nicht gerade gewählter Sprache seinem anstaltet. lichem Sinne äußerte, wobei er jedoch betonte, er sei nicht von Aerger Luft machte, die Peitsche und drohte zu schlagen. Der irgend welcher Seite inspirirt. Unter feiner Zustimmung wurde Kutscher wurde daraufhin angeklagt, muthwillig in eine Abtheilung folgender Beschluß gefaßt: Die Versammlung nimmt das An- Soldaten hineingefahren zu sein und den Unteroffizier beleidigt Verlorener Dampfer. Aus Stettin berichtet ein Tele. erbieten des Herrn Koppe bezüglich einer Vermittelung an und zu haben. Das Gericht war jedoch anderer Ansicht. Es ent- gramm: Der überfällige Dampfer, Bultan" vom hiesigen Vulkan erwartet die Vorschläge des Fabrikantenvereins durch Herrn schied: Das Militär hat tein Recht, nach Belieben gilt als verloren, da die Leiche des Kapitäns an der schwedischen Roppe, um dazu Stellung zu nehmen." Straßen zu sperren Wenn der Unteroffizier dem Küfte aufgefunden worden ist. Wir wollen wünschen, daß die Fabrikanten endlich den Pferde in die Bügel fiel, so habe er sich im Unrecht befunden, Vom Rhein wird überall ein Fallen des Waffers gemeldet. Boden betreten, auf dem ein dauernder Friede geschlossen und der Angeklagte habe nur in Nothwehr gehandelt, als er Bei Mainz wurde die Schifffahrt wieder aufgenommen. die Peitsche zeigte. Er sei demnach freizusprechen. Vom Karwin- Oftrauer Streit. Die Depeschen- Bureaus, Schaudervoll, höchst schaudervoll! Mit der Verpreußung muß die seit Tagen der Welt das Zurückgehen der Ausstandsbewegung es danach in Mainz noch schwer hapern. verkündeten, müssen jetzt selbst zugeben, daß die Lage sich be trächtlich verschlimmert hat." Damit meinen sie nämlich, daß der Streit gut steht. Die Streifenden haben es abgelehnt, mit den Grubenbesitzern getrennt zu verhandeln, fie verlangen die Anerkennung ihres Komitees und werden nur durch dieses verhandeln. Die Direktoren drohen, noch Millionen zu opfern", statt nachzugeben. Eine weitere Ausdehnung des Streits ist be vorstehend. werden kann. " Versammlungen. Steglitz. Am vorigen Sonntag tagte hier eine öffentliche Tischlerversammlung, in der Tischler Kaspar über die Lage des Streifs referirte. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Abmachungen der Streitkommission einverstanden und beauftragt diefelbe, die nöthigen Schritte zur Beendigung der Lohnbewegung zu thun. Sie verpflichtet sich ferner, das Errungene streng festzuhalten und treu zur Organisation der Holzarbeiter zu In Weißensee tagte am 10. d. M. eine öffentliche VereinsAus Gablonz in Böhmen wird der Voff. 3tg." geschrieben: Unter den Glasarbeitern im Gebirge, etwa 2500, herrscht eine Bewegung wegen Unterbietung der Mindestlöhne durch einzelne Lieferanten, deren Betriebe durch einen stehen". Ausstand bereits gesperrt wurden. 300 Arbeiter sind ausgemeiner Ausstand. Gerichts- Beitung. Verbrecher im Zuchthause. Aus Kaiserslautern wird vom Sonntag berichtet: In der vergangenen Nacht machten zwei Sträflinge, die als frant in das Zuchthausspital aufgenommen waren, einen Ausbruchsversuch, der aber nicht gelang. Borher hatte einer der Ausbrecher, um ungestört arbeiten au fönnen, batte tönnen, einen im gleichen Zimmer schwer trant daniederliegenden Mitgefangenen durch Erdrosseln ermordet. der Fürst von Monaco hat dem Kasino( der Spielbank) eine Kongession auf weitere fünfzig Jahre ertheilt. Erdbeben in Chile. Aus Santiago wird den Times" telegraphirt: Am 13. d. fand in ganz Chile eine Reihe von Erdbeben statt. Eine Anzahl Gebäude wurde beschädigt. In Santiago und Valparaiso hielt sich die Bevölkerung dichtgedrängt die Nacht über auf den Straßen und Pläßen auf, da man sich fürchtete, die Häuser zu betreten. mendir Die juristische Sprechstunde findet am Montag, 6-7 Uhr statt. Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von ständig. Bei Nichtbewilligung der Mindestlöhne droht ein all- versammlung des sozialdemokratischen Arbeitervereins. Steßler, Briefkasten der Redaktion. - welcher zum ersten Punkt der Tagesordnung referirte, entledigte sich seines Vortrages, der die Rämpfe der Arbeiter um das Der Anwesenden. Da eine Distuffton nicht beliebt wurde, so allgemeine Wahlrecht behandelte, zur allgemeinen 3nfriedenheit machte Genosse Basewald unter Berschiedenem bekannt, daß die dritte wählerklasse für die hiesige Kommunalwahl an zwei Tagen zu wählen hat. Für den 1. Bezirk finde die Wahl am Montag, den 16. März, statt. Als Kandidaten sind aufgestellt die Genoffen Peutert und Behlendorf. Der 2. Bezirk wählt am Dienstag, den 17. März, vormittags 11-1 Uhr, in Böttcher's Ein im Militärstaat geradezu entfehliches Urtheil ist Vereinshaus. Als Kandidat ist normirt Genosse Karo w. Der vom Schöffengericht in Mainz gefällt worden. Dem Berl. dritte Bezirk wählt nicht. In Königsberg i. Pr. verurtheilte das Schwurgericht am 14. März den Gerichtsassessor Ernst Borchert, welcher am 6. Februar in einem Pistolenduell unter den schärfsten Bedingungen den Premierlieutenant Seidensticker nach dem vierten Kugelwechsel so schwer verwundete, daß derselbe starb, zu zwei Jahren Festungshaft. " Adolph Ernst- Theater. Urania Für den Juhalt der Inserate über. Charley's Tante. Anstalt für volksthümliche uimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 17. März. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Schauspielhaus. Die frante Beit. Deutsches Theater. Liebelei. Vorher: Der zerbrochene Krug. Leffing- Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. König Heinrich. Neues Theater. Winterschlaf. Vorher: Ihre erste Liebe. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Romeo und Julia. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Hierauf: Divertiffe. ment. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Die Reise un die Erde in 80 Tagen. Alexanderplat- Theater. Die kleinen Lämmer. Vorher: Pitts. National Theater. Jaczo, der Wendenfürst. American Theater. Spezialitätens Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Borstellung Reichshallen- Theater. Spezialitätens Borstellung. Schiller- Theater. ( Wallner Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Die Kinder der Erzellenz. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Dienstag, den 17. März 1896: Emil Thomas als Gast. Bum 194. Male: Eine tolle Nacht. Schwank in 3 Akten von Brandon Naturkunde. Thom a 3. Repertoirſtück des Globe: Am Landes- Ausstellungspark Theaters in London. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gefang u. Tans in 1 Akt von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Gegründet 1845. Gegründet 1845. Circus Renz Karlstrasse. Dienstag, den 17. März 1896, Anfang präzise abends 71/2 Uhr: Novität! Novität! Kolossaler Erfolg! Lustige Blätter! Eigens vom Direktor Franz Renz und dem Großherzoglich Darmstädtischen Hofballetmeister August Siems für Berlin tomponirt, mit gänzlich neuen technischen Apparaten und Be leuchtungs- Einrichtung. infgenirte Original- Vorstellung in 2 Ab. theilungen mit den AusstattungsDivertissements Weltstadtbilder! Aus dem equestrischen Theil des Programms find hervorzuheben: Bagdad, arab. 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März, nachmittags 3 Uhr, von der hof statt. zum besten der ausgesperrten Kollegen der in Holzbearbeitungs- Charitee aus nach dem Charitee- Kirch Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter, unter gefälliger Mitwirkung des Gesangvereins Alpenglühen 2( Mitgl. des Arb.-S.-B.), der Privat- Theatergesellschaft Concordia, eines Zitherquartetts, der Lieder- und Walzersängerin Frau Joh. Koch, der Gesangshumoristen Herren Schefisch und Sommer. Eröffnung 1/211 Uhr. Programm 30 Pf. Anfang 1/212 Uhr. Es ladet ergebenst ein Die Kommission. NB. Hierdurch zur gefl. Renntniß, daß der Gesangverein Alpenglühen 2 ( Mitgl. des Arb.-S.-B.) nicht, wie irrthümlicherweise auf den Programmen und Plakaten steht, mit dem Gefangverein Alpenglühn identisch ist.[ 82/16 Konzerthaus ,, Sanssouci“ Kottbuser- Strasse 4 a. Heute, Dienstag, 17. März, abends 8½ Uhr präz.: 298b Der trauernde Gatte nebst Kindern und Schwiegermutter. Karl Krüger, Gerichtstr. 73, Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Theilnahme, die mir und den meinigen bei der Beerdigung meines Gatten, des Formers Paul Schumann, zu theil geworden sind, sprechen wir hiermit namentlich den Freunden und Kollegen der Firmen Solms, Bußte, Schäffer Walder unseren tiefgefühlten Dant aus. 11. Frau Clara Schumann, Schwager D. Siebert. Beleidigung, die der Frau 9. Abonnements- Konzertara, Rallies zugefügt babe, nehme ich ( Sinfonie- Abend) 63/20 der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker. Orchester: 50 Musiker. Dirigent: G. Schonert. Sinfonie Nr. 3 v. Haydn; Ouverture zu Euryante von Weber; Ungarische Tänze von Brahms; Phantasie aus" Troubadur" von Verdi; Andante aus der 1. Sinfonie von Beethoven; Aufforderung zum Tanz, Rondo brillant von Weber; Czardas aus„ Geist des Woywoden" von Großmann; Finale Lohengrin" u. s. m. Zum 18. März: Ouverture zum Trauerspiel ,, Robespierre" v. Litolff. Abendkaffe 25 Pf. Programm 5 Pf. Abonnementstarten giltig. 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Dr. Opfergelt( 3.) bekämpft den Kommissionsantrag und wünscht, die Verordnung für illegal zu erklären, und zwar wegen verschiedener formeller Mängel, so weit nicht sämmtliche Unterschriften der Minister in der Verordnung enthalten sind. Abg. v. Christen( ft.) bezweifelt nicht, daß das Haus die Verordnung anerkennen wird. Juftizminister Schönstedt tritt einigen Rechtsauffassungen entgegen, die in bezug auf die Eigenthumsverhältnisse am Grund und Boden infolge der Verordnung laut geworden sind. Dienstag, den 17. März 1896. 13. Jahrg. immer mehr heraus, daß mit zweierlei Maß gemessen werde.| Gewicht, sondern stützte seine Entscheidung auf die eidliche AusDie Ordnungsparteien schalteten und walteten, wie es ihnen sage der Schwägerin des Klägers und auf die übereinstimmende beliebte; was ihnen erlaubt ist, wird der Sozialdemokratie ver- Aussage eines vierzehnjährigen Mädchens. Die Frau hatte ausboten. Unter solchen Umständen sei ein Reichs- Vereinsgesetz zu gesagt, Marken habe nur einige Male nach seinem Gewehr gefaßt, begrüßen. weil er die Beschlagnahme desselben für unzulässig hielt, und der Der Minister unternahm es, feine Stellung zu Angeklagte habe dies einmal mit einem Kolbenstoß vor die Brust und rechtfertigen, provozirte aber damit nur eine noch das andere Mal mit einem so derben Fußtritt vor den Unterleib schärfere Kritik. Durch die Vertheidigung einiger gra- beantwortet, daß ihr Schwager taumelnd auf einen Stuhl gefallen virender Fälle stieß er dem Fasse den Boden aus sei. Der Mann war infolgedessen mehrere Wochen frant und die Sozialdemokraten beantragten getrennte Abstimmung über mußte den Arzt in Anspruch nehmen. Das Schöffengericht nahm das Gehalt des Ministers und stimmten dagegen an, daß sich Lamby deshalb nicht in Ausübung einer Amts3war lachte ein Theil der Mehrheit und der Minister, aber es handlung befunden habe, weil das Wohnhaus des Privatklägers war ein gezwungenes Lachen, das sich auf dem Gesicht des Herrn nicht innerhalb seines Bezirkes liegt, und daß ihm der Vorwurf Die Novelle zum Pensionsgefet steht zur zweiten v. Metsch ausdrückte, denn die Ablehnung ist für ihn feine einer rohen Mißhandlung zu machen sei. Lamby hatte zugeben Lefung.( Die Vorlage enthält die für die Aufbringung von Auszeichnung, wohl aber ein Protest der Majorität des sächsischen müssen, die Wohnung des Klägers mit den Worten verlassen zu Lehrerpensionen fernerhin giltigen Bestimmungen.) Die Vorlage Voltes dem Ministerium gegenüber. haben: ,, Wenn der Kerl rauskommt, schieß ich ihn nieder." wird nach kurzen, zustimmenden Aeußerungen der Abgg. Am zweiten Tage ging die Vorlesung des Sündenregisters Moch bevor die Berufungsverhandlung stattfinden konnte, erhob v. Schenckendorff( natl.) und Glattfelter( 3) nach den Be- weiter bei den Etats der Unterbehörden. Die Genoffen die königliche Regierung zu Osnabrück im Intereffe ihres Unterschlüssen der Kommission angenommen. Pintau, Schulze, Fräßdorf, Goldstein u. f. w. gebenen den Konflikt, den sie damit begründete, daß dem Es folgt die zweite Lesung der Verordnung betr. den Berügten weitere Vorkommnisse, die am Ministertische mit Forstbeamten mindestens ebensoviel Glauben geschenkt werden bauungsplan von Brotterode. Die Kommission be- unter lebhafte Bewegung hervorriefen. Fräßdorf müßte, wie den Zeugen des Privatklägers, und daß er doch in antragt, der Verordnung die verfassungsmäßige Zustimmung zu gegenüber gerieth der Minister völlig außer Fassung Ausübung seiner Amtsbefugnisse gehandelt habe. Im Terinin ertheilen und die Regierung aufzufordern, zur Erhaltung der und verlor den parlamentarischen Ton. Dabei tam vor dem Oberverwaltungsgericht fam u. a. auch zum Vortrag. Leistungsfähigkeit der Gemeinde 110 000 m. und zur Wieder- natürlich sein Innerstes zum Vorschein. Gegenüber der Sozial- daß dem Bruder des J. Marken vorgeworfen worden war, in herstellung der niedergebrannten öffentlichen Gebäude 300 000 m. demokratie sei es nöthig, mit aller Schärfe vorzugehen. Sachen der Schießaffäre einen Meineid geleistet zu haben. Deraus Staatsmitteln zu bewilligen. Es fruchtet also die Thatsache nichts, daß dies Vorgehen der selbe hatte nämlich eidlich in Abrede gestellt, daß er dem Förster Lächerlichkeit verfällt und die Regierung diskreditirt: es wird gegenüber zugestanden hätte, sein Bruder sei der gesuchte Wilderer fortgewurstelt". gewesen. Das Verfahren wegen Meineids ist aber gerichtsGenoffe Pinkau hielt dann am selben Tage noch eine sehr feitig eingestellt worden. Ferner war man gegen den eindrucksvolle Rede über das Fabrikinspettorat. Die Privatkläger wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt Redensart, daß Sachsen den übrigen Staaten voran sei, führte vorgegangen; das Landgericht Aurich hat ihn jedoch rechtsRedner ab mit Nachweisen über die vorgeschrittene Inspektion in fräftig freigesprochen unter der Begründung, daß der Angeklagte England, der Schweiz u. s. w. Die unzureichende Inspizirung sich nicht in rechtmäßiger Ausübung seiner Amtsbefugnisse be in vielen Fabriken sei der Verkuppelung der Fabrik fand, weil das Wohnhaus des in diesem Falle angeklagten inspektion mit der Kesselrevision geschuldet. Auch Klägers außerhalb seines Bezirks lag und auch nicht Gefahr im die Animosität einzelner Inspektoren gegen die Arbeiter wurde Verzuge war. In Erwägung gezogen hatte das Landgericht, gerügt und alles mit Thatsachenmaterial belegt. daß Lamby wegen Beleidigung schon mehrere Male rechtskräftig Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion stellte verurtheilt ist. Der Senat erklärte trotz alledem den Konflikt Pinkau dann folgende Anträge: für begründet und erkannte dahin, daß das Strafverfahren gegen den Förster Lamby endgiltig einzustellen sei. Da mit ist das schöffengerichtliche Urtheil ebenfalls aus der Welt geschafft. 13. März berichtet: Die Straftammer des Landgerichts vers Ein Opfer der Profitwuth. Aus Mainz wird uns vom urtheilte den hiesigen Schuhfabrikanten Josef Rosenbusch 3. Weibliche Fabrikinspektoren anzustellen. Sämmtliche Gegner, die das Wort ergriffen, gingen auf die Geldbuße. In seiner Fabrik ist der dreizehnjährige Stanzer wegen fahrlässiger Körperverlegung zu 150. Rede Pinkau's ein, die zum theil am Ministertische Zustimmung Johann Aloys Hettenhofer mit der rechten Hand fand, Beweis dafür, daß Pintau wichtiges Material vorgeführt zwischen die Kammräder der Walzmaschine gekommen, wobei hatte. Die Genossen Horn- Löbtau und Fräßdorf sprachen ihm zwei Finger zerquetscht wurden, die später amputirt werden fich noch speziell über die Zustände in Glas= fabriten und mußten. An der Maschine fehlte die vorschriftsmäßige Schuhim Baugewerbe aus, so daß die Debatte über Arbeiterverhältnisse sich sehr eingehend ge- von 20 M. wegen Verstoßes gegen§ 135 der Gewerbe- Ordnung; vorrichtung. Außerdem erhielt der Fabrikant eine Geldstrafe staltete. 3war fand das positive Verlangen der sozialdemo- er hatte den Jungen zehn volle Stunden täglich beschäftigt. Den fratischen Anträge nicht die Zustimmung der Mehrheit, die sich billigen Einwand des Fabritanten, daß der Fabrikinspektor ihn dahin geeinigt hatte, den 1. und 2. Antrag der Re- nicht auf das Fehlen der Schußvorrichtung aufmerksam gemacht gierung zur Kenntnißnahme zu überweisen, die habe, ließ das Gericht selbredend nicht gelten. Beschlußfassung über den 3. Antrag aber auszusetzen, bis demnächst eine inzwischen in der Deputation berathene Petition der Frauenvereine, die gleiches fordert, an die Kammer gelange. In diesem Sinne faßte auch die Kammer Beschluß. Finanzminister Dr. Miqnel warnt dringend vor dieser Inanspruchnahme des Staatskredits, so lange die Leistungsfähigkeit der zunächst Betheiligten( Kreise und Provinz) festgestellt ist; es werden durch diese Bewilligung unabsehbare Konsequenzen ge schaffen. od Abg. v. Pappenheim( f.) wendet sich gegen die Ausführungen des Finanzministers. Abg. v. Vok( frk.): Wenn wir keine bestimmten Summen angeben, so sprechen wir fromme Wünsche aus. Redner empfiehlt die Kommissionsbeschlüsse. Die Abgg. Jungbein( nl.), Rickert( frf.), Oswaldt ( nl.), Dr. Irmer( t.) und Jerusalem( 3tr.) empfehlen statt der Resolution der Kommission die Annahme des Vorschlags v. Pappenheim, wonach die vom Herrenhause beschlossene Resolution, welche teine bestimmte Höhe der Unterstüßung angiebt, angenommen werden soll. Das Haus beschließt nach dem Antrage v. Pappenheim und genehmigt die Verordnung. Es folgt die vom Herrenhause angenommene Vorlage betreffend die Errichtung einer Generalfommission für Ostpreußen. Die Vorlage wird gegen die Stimmen der Mehrheit der Ronservativen angenommen. Die Vorlage, betr. die Aufhebung der Aerzte Tagen( infolge anderweiter Regelung dieser Angelegenheit durch die Reichs- Gewerbe- Ordnung) wird debattelos in erster und zweiter Lesung genehmigt. Ohne wesentliche Debatte genehmigt das Haus die Novelle zur schleswig- Holsteinischen Synodal- Ordnung inferster und zweiter Lesung. 1. Die Gewerbe- Inspektion von der Kessel revision zu trennen; 2. Die Inspektorenzahl zu erhöhen und bei der Anstellung Personen aus Arbeitertreifen zu berücksichtigen; Es möge noch vermerkt werden, daß einige Unternehmer sich gegen die Fabritinspektoren wandten, die sie als eine läftige Kontrolle für ihre Fabrikwirthschaft empfinden. Diese Emporfömmlinge wollen ungenirt in der Ausnüßung ihrer Arbeiter verfahren dürfen. Gewerkschaftliches. trotz des Beschlusses einer fleineren Gruppe von BildhauerDie Lohnbewegung der Berliner Holzbildhauer nimmt prinzipalen, welcher bezweckt, die bereits bewilligten Forderungen wieder rückgängig zu machen, da die Gehilfen bis jetzt nicht auch in allen Tischlerwerkstätten die gleichen Am dritten Tage wurden die weniger wichtigen Titel des Forderungen durchführten, ruhig ihren Fortgang. Bis jetzt Die Subhastationsordnung für Lauenburg Etats des Innern vollends erledigt. ist der Kommission noch keine Firma feine Firma gemeldet worden, geht, den Vorschlägen der Abgg. Ba chlmann( natl.) Eine regere Debatte entspann sich dagegen am 13. März die ihre Einwilligung zurückgezogen hätte. Dagegen haben wieder und Kirsch( 3tr.) gemäß an eine besondere Vierzehner- Kom- über den Eisenbahnetat. In die Debatte griff wiederum einige Firmen die Forderungen bewilligt. Bei 8 fleineren Firmen mission zur Vorberathung. Genosse Pinkau ein, der zeitgemäße Aenderung des find die Holzbildhauer ausständig. Es sind dies die Firmen: Ein Bericht über die Verwendung des Erlöses für verkaufte Personentarifs und bessere Einrichtung der Kramer, Koppenstr. 60, Brinkmann, Admiralstr. 7, Berliner Stadtbahnparzellen wird durch Kenntniß- Personenwagen forderte. Die Regierung versprach Er- Waldeyer, Königsbergerstr. 4, Dräger, Fruchtstr. 25, nahme erledigt. wägung der ausgespochenen Wünsche und der Finanzminister er Hanisch, Dieffenbachstr. 33, Papier, Kleine Andreasstr. 3, Es folgt der Antrag des Abg. v. Gilgenheim b( f.), die flärte, die Regierung werde zu geeigneter Zeit Proben anstellen off. Fehrbellinerstr. 14 und Wilte, Wrangelftr. 135. Regierung aufzufordern, eine obligatorische Beschulung taub- zur Einführung des elektrischen Betriebes auf Staats- Die Kommission fordert alle Holzbildhauer Berlins auf, stummer Kinder nach den für Taubstumme ermittelten pädagogischen bahnen. bei Annoncen dieser Firmen ihr Verhalten nach Grundsägen in Aussicht zu nehmen. 27. oder 28. März gevon der Kollegenschaft gefaßten Beschlüssen einzurichten. Auch werden die auswärtigen Holzbildhauer dringend ersucht, den hiesigen Arbeitsmarkt zur Zeit nicht zu belasten, da das Gelingen der Bewegung in erster Linie davon abhängt, daß ein Ueberangebot von Arbeitskräften nicht Der Antragsteller begründet seinen Antrag mit dem Hinweis, daß noch immer eine große Anzahl taubstummer Kinder ohne jeden Unterricht aufwächst, was später die gefährlichsten Folgen haben kann. Regierungs- Kommiffar Geh. Rath v. Bremen verspricht nähere Prüfung des Antrages, dem die Regierung sympathisch gegenüberstehe. Abg. Drät Bromberg( natl.) tritt ebenfalls für den Antrag ein. Abg. Wolezyk( 3.) und Abg. Glattfelter( 3.) evenfalls. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Nächste Sigung Mittwoch 11 Uhr. Petitionen, Wahlprüfungen, Debatte über Jnterpellation Ring( f.) ViehseuchenEinschleppung. Schluß 22 Uhr. Der Landtag wird a m schlossen. Gerichts- Beitung. Prozeß Helm Offelmann. Anfangs November 1894 be- stattfindet. richteten wir über eine Gerichtsverhandlung gegen zwei Reisende Der einsichtsvollere Theil der Kleinmeister hat, von der Gr des Geschäftsverkaufs- und Wohnungsvermiethungs- Bureaus von wägung ausgehend, daß es auch in ihrem Interesse liegt, wenn Franz Helm, Prinzenstr. 75, wegen Betrugs. Der Termin wurde das allgemeine Niveau der Lohn- und Arbeitsbedingungen der vertagt, um die Akten der Staatsanwaltschaft zu übergeben zur Holzbildhauer etwas gehoben wird, die bescheidenen Forderungen Prüfung, ob die Anklage auch auf Helm auszudehnen sei. Einige ohne weiteres zugestanden. Die übrigen kommen nicht in Zeit darauf berichteten wir, daß Helm zu zwei, der Reisende Offel: Betracht. mann zu drei Monaten und Schulze zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt wurden. Schulze beruhigte sich bei dem Urtheil, wogegen Helm und Offelmann Berufung einlegten. In der Verhandlung am 9. März bewies nun der Vertheidiger des Helm, daß Helm nicht nur die sondern darüber hinaus noch mehr für die Interessen seiner Auftraggeber( zwecks Verkauf ihrer Geschäfte) gethan habe. Aus Das waren böse Tage für den Minister des diesen Gründen seien auch die feiner Zeit von Helm wegen NichtInnern, dessen Etat am 11., 12. und 13. März auf der zahlung der vereinbarten Anzeigegebühren verklagten Auftrag geber vom Zivilrichter verurtheilt worden. Es wurde bemerkt, Tagesordnung der zweiten Rammer stand. Am ersten Tage baß Helm mit zirka 500 Käufern in Verbindung stand, welche wurde die Polizeiwirthschaft im Lande einer er alle in den Büchern eingetragen waren. Falsche Vorspiegelungen barmungslosen Kritit unterzogen. Der Abg. Kaben griff aus dem überreichen Material eine Anzahl von seien allein ohne Wissen des Herrn Helm von seinen Reisenden Fällen heraus, an denen die Handhabung des Vereins- und Wer- gemacht worden. Helm wurde darauf von der Anklage des Befammlungsgesetzes in ihrer rechtlosen Art klar dargelegt werden fruges freigesprochen, Offelmann aber zu 6 Wochen Gefängniß Sächsischer Landtag. fonnte. Es würde hier zu weit führen, wenn wir auch verurtheilt. An die Metallarbeiter Berlins! seits die jetzige günstige Konjunktur in der Industrie auszunuzen. Kollegen! Ueberall rüsten sich die Arbeiter, um auch ihrers So erfreulich es nun ist, daß ein frischerer Zug durch die Be wegung geht, tönnen wir es doch nicht unterlaffen, unsere Kollegen vor übereilten Schritten zu warnen, und erlauben uns deshalb einige Rathschläge zu geben. Gegenwärtig beabsichtigen die Klempner in eine Lohnbewegung einzutreten. Wir sind heute noch nicht in der Lage, die Zahl derjenigen, welche in den Ausstand treten werden, zu übersehen. Im Augenblick kommen nun aus den verschiedensten Branchen eine ganze Reihe Kollegen, die eben erft der Organisation beigetreten find, aber gerade so thun, als wenn die Verhältnisse, unter denen sie schon jahrelang arbeiten, auch nicht einen Tag mehr auszuhalten wären. So erfreulich es ist, daß unsere nur die flagrantesten Fälle stizziren wollten. Raden Von der Polizeigewalt königlicher Forstbeamten legt Kollegen endlich einsehen, wie dringend die Bedingungen, unter wies die parteiische Ausnühung und Anwendung des die Geschichte eines Konfliktes beredtes Zeugniß ab, welcher am denen sie bisher gearbeitet haben, der Ausbesserung bedürfen, so Gesetzes gegenüber der Sozialdemokratie nach und tenn- 13. März den 1. Senat des Oberverwaltungsgerichts müssen wir doch darauf hinweisen, daß ein allgemeines zeichnete das eigenmächtige Vorgehen der Behörden im beschäftigte. Das Schöffengericht in Widmund( Hannover) hatte Vorgehen der Metallarbeiter im Augenblick Lande, von denen fast jede das Gesetz anders auslege und un- den föniglichen Förster Lamby, früher zu Hopels, wegen vor eine Unmöglichkeit wäre. Daß der Tag kommit bekümmert um die Regierung nach Belieben anwende, so daß die säglicher Körperverlegung zu zwei Wochen Gefängniß ver- und zwar sehr bald, wo auch wir allgemein in die Bereine Anarchie herrsche. Die unglaublichsten und lächerlichsten urtheilt. E3 handelte sich um einen Zusammenstoß wegung für die Verkürzung der Arbeitszeit eintreten werden, Dinge fämen vor, die der Minister noch vertheidige. Der Minister zwischen dem Angeklagten und dem Arbeiter Johann Marken dessen sind wir uns bewußt und wünschen es von ganzem sei schuld, daß die inneren Verhältnisse Sachsens so geworden aus Wiederfehn. Der Förster hatte den Sachverhalt folgender- Herzen. Im Augenblick fehlen jedoch alle Vorbedingungen zum seien, denn er habe alles in das diskretionäre Ermessen der Be- maßen dargestellt: Er habe in dem ihm unterstellten glücklichen Ausgang eines allgemeines Kampfes. Die Kollegen sind hörden gestellt, denen weitester Spielraum gewährt worden sei. Jagdrevier Blutspuren und Rehhaare bemerkt und so gut wie garnicht organisirt, und die organisirt sind, sind meist Nach all den Vorkommnissen könne Sachsen in politischer Hin- der Verdacht des Wilderns habe sich auf den Privatkläger nur unter der Voraussicht, daß sie von der Bewegung sicht nicht mehr unter die Kulturstaaten gerechnet werden, es sei J. Marten gelenkt. In dem Verdacht sei er durch verschiedene ergriffen werden können, in die Organisation hineingeschlüpft. nur noch Polizeistaat. Mittheilungen, auch solchen vom Bruder des Privatklägers, be- Trotzdem wir den Berliner Metallarbeitern immer gesagt haben: Die Abgeordneten Geyer, Fräßdorf, Goldstein, tärft worden. Deshalb habe er Marten in seiner Wohnung nur durch die Organisation seid Ihr im stande, Seifert trugen alle noch zur Bekämpfung der ministeriellen aufgesucht und das Gewehr desselben beschlagnahmen wollen. Gure elende Lage zu verbessern, haben es unsere Kollegen Methode der„ Sozialistenvertilgung" bei. Es wurde dem Mi- Marten habe sich widersetzt und ihm mehrmals nach dem Halse dennoch versäumt, dieser Aufforderung im vollen Maße nister v. Metsch vorgeworfen, daß in keinem Ressort eine gegriffen, so daß er sich nur gewehrt hätte, als er diesem den in nachzufommen. Die Hauptsache bei jedem Kampf der solche Wirthschaft herrsche, wie in dem feinigen. Von den Be Frage stehenden Tritt vor den Unterleib gab. Anders Arbeiter: der unbedingt nöthige Opfermuth, fehlt den hörden werde er nicht respektirt, sonst würde nicht solch greuliche hätte er sich nicht helfen können, da an seiner einen Schulter meisten Kollegen gänzlich und gerade die legten Kämpfe, die Verwirrung im Lande herrschen. Außerhalb Sachsens würden das eigene Gewehr lehnte und mit der anderen wir ausfochten, haben uns in der Ueberzeugung bestärkt, daß die unglaublichen, mit dem Vereins- und Versammlungsgeset be- Hand das Gewehr des Klägers festzuhalten trachten mußte. Das es in dieser Beziehung noch trübe aussieht. Auch giebt es kaum gründeten Maßnahmen verspottet und verhöhnt. Dabei stelle sich Gericht legte jedoch auf diese Ausführungen kein entscheidendes eine zweite Industrie, wo so gut organisirtes Großkapital vor er In Dresden sind die Maler von vier der größten Werkfätten bereits in den Streit ein stätten bereits in den Streit eingetreten. Andere werden voraus sichtlich folgen. handen ist wie bei uns. All diese für uns ungünftigen Momente 1 fabrit Gembely 10,-. Bilderrahmenmacher Berlins 30,-. Goldnachweis und Bibliothefsverein mit 10 Pfennigen Beitrag pro nüffen wir berücksichtigen und danach unsere Taktik einrichten. Schmiede Berlins 20,-. Woche, die Zentralorganisation bleibt ebenfalls bestehen, dazu zahlt Wir sind daher zu der Ueberzeugung gelangt, daß diejenigen Wir bitten die Arbeiterschaft um eifrige jeder pro Woche 15 Pf. Dann wird nebenbei eine freiwillige Branchen, welche sich start genug fühlen, einen Borstoß zu Fortsehung der Sammlungen. Marke eingeführt. 3. Der Kommission sind Mittel zuzuführen wagen, zunächst in den Kampf einzutreten haben. A das durch eine freiwillige Marke. Die öffentlichen Versammlungen haben darüber zu beschließen, wie dieses Geld verwandt werden Borſtehende Vorstehende berücksichtigt, werden die Klempner die erſten fein, foll. 4. Als organisirt gilt jeder Töpfer und Berufsgenosse Berlins die in die Lohnbewegung eintreten. Auf alle in den letzten Tagen an uns gerichtete Fragen bemerken wir: Da, wo die Klempner in den und Umgegend, der, so lange er in Arbeit steht, freiwillig wöchentlich Ausstand treten sollten und die übrigen Kollegen der Werk- Die Tischler in Wilsdruff bei Dresden haben den zum Unterstützungsfonds steuert, was durch Marken zu quittiren statt sich start genug fühlen, gleichfalls mit den Klempnern die Meistern folgende Forderungen gestellt: 10stündige Arbeitszeit, ift. Von den wöchentlichen Einnahmen, die jeden Montag Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit zu stellen, haben wir 15 pCt. Lohnerhöhung, 15 M. Minimallohn und für Ueber- Abend geregelt werden, gehen ab 5 pCt. für Verwaltung, nichts dagegen einzuwenden. Wir erklären jedoch, daß stunden 25 pCt. Zuschlag. Wenn die Forderungen bis zum 25 pCt. zum Agitationsfonds Deutschlands, die übrigen 70 pCt. überall, wo dies geschieht, die Kollegen fich 20. d. M. nicht bewilligt sind, soll in den Streit eingetreten bleiben am Ort zur Regelung der Verhältnisse in Berlin und denjenigen Beschlüssen zu fügen haben, die am werden. Die Meister haben sich inzwischen zu Unterhandlungen Umgegend. Zur Verwaltung werden 21 Kollegen gewählt, Sonntag in der Feenpalast Versammlung ge- bereit erklärt. faßt worden sind.( Siehe heutigen Versammlungsbericht.) Die Errichtung eines[ Arbeitersekretariats haben die Gleichzeitig ersuchen wir alle übrigen Metallarbeiter dringend, organisirten Arbeiter von Frankfurt a. M. beschlossen. Ein ihre Forderungen so lange zurückzustellen, bis die ohn- Zusammengehen mit der bereits bestehenden Auskunftsstelle der bewegung der Klempner ihr Ende erreicht hat, Gesellschaft für Wohlfahrtseinrichtungen lehnten die Gewerkschaften da wir andernfalls nicht in der Lage wären, sie zu unterstützen. ab. Das Arbeitersekretariat soll aber erst ins Leben treten, wenn Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins ein Fonds von 4000 M. angesammelt ist. = und Umgegend. Achtung, Schuhmacher! von denen alle halben Jahre der dritte Theil ausdes wirthschaftlichen Kampfes in Berlin. 6. Alle Erörterungen scheidet. 5. Eine einheitliche Marte einzuführen zur Führung über die früheren Zwiftigkeiten sind zu vermeiden, um etwas neues bestehen bleiben, der Lokalverein bleibt für Berlin beibehalten. schaffen zu können. Der Zentralverband soll als Hauptrichtschnur 7. In Berlin wird ein Arbeitsnachweis gegründet. Die Aufgabe der Kommission soll sein, einen Tarif auszuarbeiten, EinigIndem wir die an Der Schleiferstreit bei der Firma Natalis in Braun- feit zu schaffen, um dann vorzugehen. Manfchweig dauert fort. Die Unterhandlungen des Streiffomitee's geführten Vorschläge hiermit der Gesammtheit der Kollegen mit der Direktion, die im Beisein des Gewerberaths gepflogen unterbreiten zur weiteren Diskussion, geben wir zugleich be= wurden, sind resultatlos verlaufen, da die Direktion erklärte, die fannt, daß heute, abends 6 Uhr, wiederum Neue Friedrichstraße 44 bei Röllig eine Sigung der VertrauensStreifenden nicht wieder einzustellen. männer stattfindet, in der zunächst auch wieder über die herrschenden Mißstände in unserem Berufe und dann über die Beseitigung derselben, die nur in der Einigkeit ihre Begründung finden kann, berathen wird. Die Metalldrücker der Spielwaarenfabrik von Fischer Erlangen sind in Differenzen mit dem Unternehmer gerathen. Der Kampf, der in den Schuhfabriken Berlins entbrannt ist Der Kampf, der in den Schuhfabriken Berlins entbrannt ist und bei dem es sich hauptsächlich um die Einführung der neun ftündigen Arbeitszeit handelt, nimmt immer größere Dimensionen an, so daß jetzt 150 Arbeiter aus fünf Fabriken sich im Streif Die Möbeltischler in Fürth hatten ihre von uns bereits Die Möbeltischler in Fürth hatten ihre von uns bereits befinden. In drei Fabriken ist die neunstündige Arbeitszeit be- vor einigen Tagen mitgetheilten Forderungen zunächst in sechs willigt. Ju der öffentlichen Versammlung am 12. d. M. wurde Werkstätten dem Meister unterbreitet. Die Inhaber dieser Werkdie Agitationskommission beauftragt, mit dem Verein der Schuhstätten lehnten die Forderungen ab, was ihre Gesellen zur Arbeitsund Schäftefabrikanten Berlins wegen der Einführung der neun einstellung veranlaßte. ftündigen Arbeitszeit in Unterhandlung zu treten und das Resultat heute, Dienstag, in der öffentlichen Schuh- in macher Versammlung im Saale der Königsbant", Große Frankfurterstraße Nr. 117, bekannt zu geben. Wir ersuchen deshalb fämmtliche Schuhmacher] Berlins, in dieser Versammlung zu erscheinen. Da der Kampf nicht ohne genügende Mittel geführt werden fann, derselbe aber jetzt schon einen Umfang angenommen hat, daß er von den Berliner Schuhmachern allein nicht unterhalten werden kann und sich voraussichtlich im Laufe diefer Woche die Zahl der Streifenden noch bedeutend vergrößern wird, so ersuchen wir sämmtliche Kollegen Deutschlands, uns in diesem Kampfe durch die nöthige Unterstützung zum Siege zu verhelfen. Briefe und Sendungen sind zu richten an J. Nauer, Berlin O, Schillingstraße 24, im Restaurant. Die Agitations Kommission der Schuhmacher Berlins. An alle Stellmacher des In- und Auslandes! Die Stellmacher Berlins und Umgegend stehen feit Montag, den 16. März im Streit, da die große Mehrzahl der Meister es nicht für nöthig hielt, auf die ihnen von der Lohnfommission zugesandten Forderungen zu antworten. Der Beschluß, die Arbeit niederzulegen in denjenigen Werkstätten, wo die Forderungen nicht bewilligt wurden, ist einstimmig gefaßt worden. Wir bitten nun sämmtliche Kollegen des Inund Auslandes, uns in unserm Kampfe sowohl moralisch wie materiell zu unterstützen. Alle arbeiterfreundlichen Zeitungen des In- und Auslandes werden um Abdruck gebeten. Die Lohntommission. Alle Anfragen sind zu richten an Friedrich Michels in Berlin, Sebastianstr. 1, v. 4 Zr. Alle Geldsendungen sind zu richten an Wilhelm Schwarz in Berlin, Rathenowerstr. 46, Quergebäude 4 Tr. Wir fordern alle Kollegen auf, dafür zu sorgen, daß die Sigung heute Abend beffer besucht ist als diese, worüber wir hier schreiben. Jeder Bau soll einen Vertrauensmann entfenden, man sage nicht: laßt doch die machen, wie sie wollen, wenn sie etwas zu ftande bringen, dann schließen wir uns an. Das ist nicht richtig, es soll jeder sogleich mit Hand ans Wert legen und thätig sein, um die Aktionsfähigkeit der Töpfer Berlins wieder herstellen zu tönnen. NB. Siehe auch Inferat in heutiger Nummer. Die Kommission. Arbeiterbewegung in Württemberg. Der Stutt garter Baugewerksmeister- Verein beschloß in seiner lekten Bersammlung, den Gehilfen statt der seitherigen elfftündigen Arbeitszeit die zehnftündige Arbeitszeit zu bewilligen, eine entsprechende Lohnerhöhung für den Zeitausfall jedoch nicht eintreten zu lassen. Die Bauhandwerker werden nun in den nächsten Tagen in öffent besuchten Bersammlung über die Stellung zum Kongreß der Die Textilarbeiter verhandelten am 9. März in einer gut lichen Versammlungen zu dieser Antwort der Prinzipale Stellung besuchten Versammlung über die Stellung zum Kongreß der nehmen. Es ist zu hoffen, daß eine friedliche Einigung zu stande Textilarbeiter, der am 5. und 6. April in Apolda stattfindet. kommt.-Der Streit in der Letter'fchen Kupfer- Royke erläuterte in eingehender Weise die Fragen, welche den Rongreß beschäftigen werden. Als besonders wichtig gelten schmiede und Gießerei in Rottweil dauert unverändert fort. Wenn Zuzug fern bleibt, hoffen die Arbeiter Arbeitslosenunterstützung, die Forderung auf Anstellung weib die Forderungen eines einheitlichen Vereinsgesetzes, die ihre Forderungen: zehnstündige Arbeitszeit und Wiedereinstellung licher Fabritinspektoren und die Schaffung eines einheitlichen eines gemaßregelten Kollegen, durchsetzen zu können. Lohntarifs für bie mechanische Weberei. Die Vertretung auf Die Lohukommission der schweizerischen Eisenbahn- dem Kongreß wurde Kotte, Voigt und Berger übertragen. Ueber angestellten erläßt an diese einen Fragebogen, der lautet: die Lohnbewegung der Stricker und Strickerinnen berichtete Um sich über die Durchführung der Gehaltsregulirung ein Hübsch, daß durch das korrekte Verhalten der Arbeiter und möglichst genaues Bild zu verschaffen, ersucht die Lohnkommission Arbeiterinnen ein Lohnzuschlag von 20 pCt. erzielt wurde; nur jeden Angestellten um prompte Beantwortung folgender Fragen: die Arbeiter bei der Firma Becker ließen sich einen Abzug von Eintritt in den Nordostbahndienst? Bisheriger Jahresgehalt( per 10 pet. gefallen. Redner fordert die Anwesenden auf, recht 31. Dezember 1895)? Seit wann hatten Sie diesen Gehalt? eifrig für die Organisation zu agitiren, damit das Errungene Welcher fünftige Jahresgehalt ist Ihnen in dem Schreiben vom auch dauernd erhalten bleibe. Nach einem furzen Situations: 28. Februar angezeigt worden? In welche Kategorie des Gehalts- bericht über den Streit in Rottbus wurden die Mitglieder zur schemas sind Sie eingestellt worden? Haben Sie Dienstwohnung? Ist regen Unterstützung der Ausständigen aufgefordert. deren Miethzins erhöht worden? Wenn ja, auf welchen Betrag? Welche Bemerkungen( Wünsche) machen Sie zur Neuregulierung?" Aus Frankreich. Die Arbeiter der Glashütte von Duchet in Montluçon haben die Arbeit eingestellt, weil ihr " Arbeitgeber" eine Anzahl Glasbläser von der Glashütte des berüchtigten Rességuier in Carmaux aufgenommen hatte. In den Bergwerken von Auzelles bei Clermont- Ferrand stellten einige 50 Bergleute die Arbeit ein, weil ein Schichtmeister, deffen Entlassung sie verlangten, im Dienst behalten wurde: Derlammlungen. Sämmtliche Arbeiter der Eisenmöbel- Fabrit von Schulz in Berlin, Hasenheide 9, haben gestern die Arbeit niedergelegt. In der vorgeftrigen Versammlung fämmtlicher Arbeiter der Fabrit war der Beschluß gefaßt worden, die 9- stündige Arbeitszeit zu fordern. Da die Verhandlungen darüber bis jetzt scheiterten, so traten 260 Arbeiter in den Ausstand. Betheiligt find an dem Streit Schmiede, Schlosser, Nadler, Eine Vertrauensmänner Sigung der Töpfer fand am Tischler, Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter, Donnerstag Abend bei Röllig statt der Besuch war ein sehr Maler, Ladirer, Tapezirer und Hilfsarbeiter. schwacher, es waren inkl. der vier Kommissionsmitglieder nur Dienstag, den 17. d. M., vormittags 11 Uhr, wird eine Ver- 24 Personen anwesend. Nach einer furzen Einleitung seitens des fammlung bei Kliem, Hasenhaide, abgehalten, wozu auch der Fabrikant Schulz geladen ist. Die Tapezirer der Werkstatt von Eberhard in Berlin erhielten infolge ihres einmüthigen Vorgehens einen Zuschlag von 30 pCt. bewilligt. Die Werkstatt- Kontrollkommission. Die Arbeiter der Nähmaschinenfabrik von Frister n. Roßmann waren am 10. März vom Holzarbeiter- Berband zu einer Versammlung eingeladen, in der über die Stellungnahme zum Streit der Holzarbeiter Berathungen gepflogen wurden. Leider war der Besuch sehr mäßig, nur die Streifenden hatten fich vollzählig eingefunden. Von dem Referenten Wiedemann wie auch von den Rednern in der Diskussion wurde bemerkt, daß es wohl faum eine Fabrit gebe, in der die Arbeiter fo gleichgiltig ihren Interessen gegenüberstehen, als in jener Fabrik; eine Bierspende von seiten der Direktion genügt, um die Arbeiter vom Besuch einer Versammlung zurückzuhalten. In einer Resolution beschloß die Versammlung die Fortsetzung des Streits und empfahl den Tischlern, die Fabrik zu meiden. Eine von über 3000 Perfonen besuchte Versammlung der Klempner, zu der auch sämmtliche Klempnermeister eingeladen waren, tagte am 15. März im Feenpalast. Einziger Punkt der Tagesordnung war: Beschlußfassung über den EinEinberufers gaben die Anwesenden Bericht über die Verhältnisse, unter tritt in die Lohnbewegung, wozu D. Nather das einleitende denen sie zu arbeiten gezwungen find. Aus diesen Berichten geht hervor, Referat übernommen hatte. Der Redner wies darauf hin, daß daß auf 13 Bauten der Lohntarif nicht bezahlt wird und nur viele Klempner trotz der langen Arbeitszeit nicht einmal den zwei Firmen noch denselben innehalten. Im einzelnen ist hervor- ortsüblichen Tagelohn erzielen und sogar diefen, was besonders zuheben, daß bei der Rathenower Firma 10 pet. unter dem bei den Bauklempnern oft der Fall ist, erst beim Gewerbegericht Tarif bezahlt wird, daß unentgeltliches Rachelnabladen an der eintlagen müssen. Im Hinblick auf andere Gewerkschaften, die Tagesordnung ist, daß häufig auf Material gewartet werden bereits einen Stundenlohn von 55 bis 60 Pf. und fürzere Arbeitsmuß, wodurch der Arbeiter geschädigt ist, weil er für die Wartezeit zeit erworben haben, wäre es wünschenswerth, daß gleich der eine Vergütigung nicht erhält, und daß auch Sonnabends zumeist der Tischlerinnung auch die Klempnermeister die minimalen Forde Er habe sich deshalb Lohn recht spät ausgezahlt wird. Auf einem Bau( Firma rungen ohne weiteres bewilligten. dem Obermeister Langenbucher ins Einvernehmen Rosenfeld) wird der Tarif auch nicht mehr bezahlt, es heißt mit denselben ersucht, eine Versammlung der dort, wir sollen machen, was wir wollen. Auf einem Bau in gefeßt und Pankow werden auf jedes Stück, also jeden Ofen, 2 M. Meister einzuberufen, die sich mit dieser Frage beschäftigt. als es der Tarif vorschreibt, ferner Da diese Versammlung noch nicht stattgefunden hat, sei es anweniger bezahlt, muß jeder Töpfer, bevor er dort zu arbeiten anfangen gebracht, die Forderungen am Montag, den 16. d. M. an die kann, einen Revers unterschreiben, wonach er sich damit Meister zu stellen, ihnen aber 3 Tage Bedenkzeit zu lassen, um es Sonnabends tein Geld auch der Innung Gelegenheit zu geben, Beschlüsse zu faffen. Zu einverstanden erklärt, wenn geben sollte, bis zum folgenden Sonnabend zu warten. erwägen sei, daß ein großer Theil anderer Arbeiter wie Diese Bedingungen sind unerhört, daß sich aber trotzdem Arbeiter Schloffer u. s. w, in Mitleidenschaft gezogen werden und Stellung finden, die sie afzeptiren, wenn auch mit Widerstreben und Haß dazu nehmen müssen. Für alle diese müsse gleichfalls, wenn sie und Groll im Herzen, das liegt an der großen Noth, die vor in den Kampf eintreten, die neunstündige Arbeitszeit als Haupthanden ist. Die Firma Herzog bezahlt nach dem Tarif, es ist forderung gelten. Redner betonte sodann, daß mindestens die Für die streikenden Textilarbeiter in Rottbus gingen aber oft Materialmangel vorhanden, die Zeit, die durch erste Woche auf Streifunterstüßung verzichtet werden müsse, bei der Berliner Gewerkschafts- Kommission das Warten auf Material vergeht, wird nicht vergütet, zumal noch nicht abzusehen wäre, welchen Umfang der Streit ( Adresse: R. Millarg, Berlin S., Annenstr. 16) an Unter- so daß der Arbeiter den Schaden zu tragen hat. Töpfer- annehme, falls eine Verständigung mit den Meistern nicht stützungen ferner ein: meister Jahnke bezahlt, wie ausgeführt wurde, je nachdem, erzielt werden kann. Jedenfalls sei aber zu erwarten, wenn Bei der Posamentenwaaren Firma E. Guftedt in Berlin haben die Stublarbeiter und Dreher die Arbeit wegen Maßregelung eines Kollegen niedergelegt. Zur Buchdruckerbewegung. Die Buchdrucker Ham= burgs faßten am Freitag in einer Versammlung, die nach dem Hamburger Echo" von mindestens 1000 Personen besucht war, mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution: Die 2c. Versammlung lehnt die Leipziger Resolution ab und stellt als Forberungen auf: 1. Neunstündige Arbeitszeit inklusive Frühstücks und Vesperpause von je einer Viertelstunde; Er höhung der Grundpofitionen um 15 pet.; Erhöhung der Gewiß geldfäße um 5 pCt. Das Bureau hat die Resolution dem Verbandsvorstand zu übermitteln, mit der Aufforderung, dieselbe ungesäumt den Kollegen ganz Deutschlands zur Beschlußfassung zu unterbreiten." = " " Vertrauensmannn d. Metallarbeiter Berlins 300,-. Buch- aber wie, wurde nicht angegeben. Die Firmen Schwarz, die Klempner beschließen, in den Kampf einzutreten, daß drucker v. Julius Bahlfe 1,50. Gesangverein Sangesecho 20,- Klamann und Schenk bezahlen nach einem von der Innung fie dann mit Ehren aus demselben hervorgehen, trokLederwaarenfabrik Alexandrinenftr. 54 5,35. Von einen Ernst- ausgearbeiteten Tarif, der niedriger ist als der gemeinsame, dem ihnen keine Versprechungen auf hohe Unterstützungen baften 2,60. Kürschner Berlins 25,-. Verein Naffer Bär" 6,-noch giltige Tarif. Herr Schent läßt sich aber wenigstens gemacht werden können. Lebhafter Beifall folgte den AusMilitärschneiderwerkstatt Grüder 15,-. Leseflub Morgenröthe die Kacheln nicht umsonst abladen, sondern vergütet führungen. In der darauf folgenden Diskussion sprachen sich für nicht gekauften Märzkranz 7,-. Posamentiere Filiale die betreffenden dafür. Töpfermeister Prüscher, Friedenau( Bau sämmtliche Redner für die von den Vertrauensmännern vorge Berlin II 24,-. Tellersammlung der solidarischen Stereotypeure Wilmersdorf) zieht 10 pet. ab, es muß sich der Ofenseger die schlagenen Forderungen aus. Von einzelnen Rednern wurde zur 96er Buchdruckerbewegung 12,25. Interessenverein der Buch- Racheln selbst auf den Arbeitsplatz tragen, also auch theilweise auch die Regelung der Alfordlöhne gewünscht. Klempners bruckerei- Hilfsarb. Berl. 75,-. Personal Janiszewsti u. Quitt 5,- umsonst arbeiten, es ist gerade so, als ob teine Arbeitsleute dazu meister Sponholz führte an, daß in seinen Werkstätten die Fachv. d. Bäcker 20. Rauchklub, Granate" 5,-. Freie Vereinigung zu haben wären. Jm Bau des Töpfermeisters Chemnitz sollen geforderten Löhne schon seit 3 Jahren bezahlt werden. Es der Kaufleute Berlins 15,-. Freie Bereinigung der Schlaf- feine Fenster eingesetzt sein; in bezug auf die Lohnfrage wurde müßte das Hauptgewicht auf die Verkürzung der Arbeitszeit ge burschen 12,-. Rauchklub Congo II. 8,50. Amerikanische Auftion gesagt:„ er wird wohl bezahlen". Meister David zieht bei jedem Ofen legt werden, wodurch sich die Löhne eher regeln lassen. Von bei einer Geburtstagsfeier 6,60. Jhn'scher Gesangverein 1. Rate 1 M. ab, und bei den Kochmaschinen, die freistehend gesetzt werden, Litfin wird ebenfalls darauf hingewiesen, daß in erster Linie 15,-. Von den rothen Buchbindern in der Grünftraße 20,- den Zuschlag, den die Mehrarbeit, die das Freistehendseßen der mit den Schundwerkstätten, in denen noch Löhne von 12-15 M, Verein der Zinkgießer und Stürzer 25,- Bom Statflub 50" Maschinen erfordert, ebenfalls. Nun tommt für manche Leser bezahlt, aufgeräumt werden müßte. Es wird in dieser Lohnbewegung 10,-, Bautischlerei von Lehmann und Stukkah 3, Gemüth- des Vorwärts" noch etwas ganz neues. Gin Töpfermeister ein großer Opfermuth an den Einzelnen gestellt werden, liche Zwölf 4,-. Stattlub Treff 17,50. Pfeifentlub Abguß 4,- Dähnte beliebt eine ganz eigenartige Lohnzahlung, er zieht weil nach den Grundsäßen des Berliner Metallarbeiter- Berbandes Gesangverein Alpenröschen 9,-. Arbeiter- Bildungsverein Jo- die Pfennige ab"; na, was ist denn das, wird man fragen. 2/3 der Streifenden Mitglieder sein müssen, um regelmäßige bannisthal 30,-. Gießerei von Heinze, Wasserthorstraße 8 10,-. Die Sache ist so: hat zum Beispiel ein Ofensetzer an einem Streifunterstützung zu erhalten. Dies sei aber bei den Klempnern Brauereiarbeiter Brauerei Hohen- Schönhausen anstatt der Kranz- Sonnabend 10 Mt. 99 Pfg. verdient, so bekommt er nur 10 Mt., nicht der Fall und es fann daher nur eine größere PauschalSpende zum 18. März 28,17. Ethische Gesellschaft 50,-. die 99 Bfg. behält der Meister für sich, mit welchem Rechte? summe der Lohnkommission überwiesen werden, was voraus G. Reinte 3,-. Gust. Koopmann 2,70. Glasarbeiter Stralau 100,-. Das wissen wir nicht. sichtlich auch von den anderen Organisationen, die in Betracht Netzschlau i. S. d. Carl Breß 30,-. Gibichenstein b. Halle a. G. Noch ist hervorzuheben, daß auf einem Bau, wo für kommen, gleichfalls geschehen wird. Nachdem Jaeckel vom d. Weber 20,-. Eberbach i. S. d. Klimt( Heinr. 9,30) 45,-. 50 000 Mart Töpferarbeit zu machen war, der Werk- Hirsch- Dunckerschen Gewerkverein die Erklärung abgegeben, daß Holzarbeiter- Werband, Filiale Charlottenburg 50,- 4 Böttcher, führer auf Befragen antwortete, ich habe alles nachgerechnet, genannter Verein sich mit dieser Lohnbewegung solidarisch Geburtstagsfeier 2,50. Heizer und Maschinisten Röpenicks 15,-. es werden gerade nur 6000 M. übrig bleiben als Ver- erklärt und die Mitglieder sich verpflichtet haben, stritte Vergolder von Tiefe, 2. Rate 4,75. Stodfabrik Jacobi, Blumen- dienst für den Meister, also gerade nur 6000 M. von an den gestellten Forderungen festzuhalten, wurde folgende ftraße 8 2,50. Freie Volksbühne Berlin, 1. Rate 200,-. Leder- einem Bau und dann abziehen und immer abziehen. Resolution einstimmig angenommen: Die am 15. März arbeiter Osterwiet a. H. 26,27. Unterstügungsfonds der Litho- Nach dieser Berichterstattung wurde über die Einigungs- tagende Versammlung der Klempner beschließt, Montag, graphen 100,-. Gesangverein Nordwacht 30,-. Umbau- Ecke, angelegenheit der Töpfer Berlins gesprochen, da die Abstellung den 16. März in allen Werkstätten folgende Forderungen zu Borsigstraße 6,-. Holzarbeiter- Verband, Filiale Köpenick 10,-. der angeführten Mißstände nur durch Einigkeit möglich ist. Es ftellen: 9ftündige Arbeitszeit, 45 Pf. Minimallohn pro Stunde, Gesangverein Zukunft I, Steglit 10,- Sozialdemokratischer wurden dazu folgende Borschläge gemacht: 1. Um beiden Theilen 25 pet. Zuschlag für Ueberstunden, jeden Sonnabend ein Stunde, Verein Rummelsburg 50,-. Schabernat d. B. 1,60. Dr. H. B. 5,- gerecht zu werden, sind beide Organisationen bestehen zu laffen. an dem Tage vor den drei hohen Festen zwei Stunden früher Dr. Friedeberg 10,-. Gesangverein Gerechtigkeit 30,-. Stod 2. Die Lokalorganisation soll bestehen bleiben als Arbeits- Feierabend ohne Lohnabzug. Ueberall dort, wo diese Forde Bitte genau auf meine Firma Walter Kirberg zu achten. rungen bis Mittwoch abends nicht bewilligt worden sind, hat Kleinmeister besorgt worden wären. Dupont schildert in längeren| thun habe, welche ihre Bewilligung der Forderungen wieder die Arbeit von Donnerstag früh ab zu ruhen. Nur in solchen Ausführungen den Verlauf der Bewegung und legt der Ver- zurücknehmen. Die am Donnerstag stattgehabte Versammlung der Werkstätten ist die Arbeit früher einzustellen, wo infolge der fammlung die Berechtigung des Vorgehens der Gehilfen klar. Die Plazdeputirten empfahl einstimmig folgende Resolution, welche Lohnforderungen Maßregelungen eintreten. Die Versammlung eingeschlagene Taktik sei durchaus angebracht, wolle man nicht der Versammlung zur Abstimmung vorgelegt wurde. beschließt des weiteren, für die erste Woche keine Streit- Unter die Einigkeit der in Tischlereien und Bildhauerwerkstätten Be- Die Versammlung beschließt: stüßung zu zahlen und verpflichtet jeden in Arbeit stehenden schäftigteu zersplittern. Ueberdies sei die geringe Zahl derjenigen" In Erwägung, da bis heute ein Theil der Unternehmer Kollegen, pro Woche mindestens eine Mark zum Streitfonds bei- Kleinmeister, welche etwa ihre Einwilligung zurückziehen, auf sich immer noch nicht geäußert hat, wie sie sich zu den zutragen. Die Leitung der Lohnbewegung wird inklusive die allgemeine Bewegung ohne nennenswerthen Einfluß. Die Forderungen der Zimmerer stellen, erwartet die Versammlung dem Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter einer Kommiffion Kollegen mögen unbeirrt ihre Forderungen überall zu erzielen von den dort Arbeitenden, daß sie nunmehr sofort de Arbeit von fünf Kollegen übertragen." suchen, vor allem aber auch bei der gegenwärtigen starken Nach- niederlegen, wenn nicht andererseits eine zustimmende Antwort Hierauf verliest Litfin ein Schreiben des Sekretärs des Ge frage nach Arbeitskräften jede Ueberstunde, wo sie nicht zu um zu ihren Forderungen erfolgt. 2. Sollte in den als bewilligt werkvereins, worin ersucht wird, diejenigen Werkstätten bekannt geben ist, mit mindestens 25 pet. Aufschlag in Berechnung bringen. geltenden Geschäften an die Zimmerer die Anforderung gestellt zu geben, wo der Streit ausgebrochen ist. Der Arbeitsvermittler Nachdem sich noch Kunath, Beese, Blume über die Bewegung werden, länger als 9 Stunden zu arbeiten, oder unter 55 Pf. pro ist angewiesen, auf solche Stellen unter feinen Umständen Ar ausgesprochen und die Kommission aufgefordert hatte, alle Stunde bezahlt werden, so ist sofort von sämmtlichen dort arbeitenbeiter hinzuschicken. Das Streitbureau befindet Meldungen über die Bewegung Annen ft r. 16 den Zimmerern die Arbeit niederzulegen und der Lohnkommission sich Annenstr. 16, woselbst der Vertrauensmann abzugeben, sowie eifrigst für die Sammlung zur Unter- Mittheilung zu machen. 3. Die Unterstüßung sämmtlicher Räther von 12 bis 3 Uhr anwesend sein wird, um flüßung der 24 ausständigen Kollegen zu wirken, gelangt folgende Streifenden und Gemaßregelten geschieht nach wie vor vom ersten die Berichte entgegen zu nehmen. Vom Donnerstag Resolution zur Annahme: Die Versammlung erklärt sich mit der Tage ab, und zwar erhalten Verheirathete 2 M., Unverheirathete ab ist das Bureau von morgens 9 bis abends 5 Uhr geöffnet und von der Versammlung bei Nieft eingeschlagenen Taktit bei der 1,50 M. pro Tag. 4. Jeder in Arbeit stehende Zimmerer ist gelangen die Streiftarten dortselbst zur Ausgabe. Nachdem der diesjährigen Lohnbewegung der Holzbildhauer durchaus ein nach wie vor verpflichtet, 1 M. für den Agitationsfonds beiVorsitzende aufgefordert hatte, für zahlreichen Besuch der vier verstanden, sie erwartet, daß alle Kollegen das Resultat ihres zutragen." öffentlichen Metallarbeiter- Versammlungen, die am Dienstag, den Vorgehens schleunigst zur Kenntniß der Streikkommission, Annen17. März, im Cösliner Hof, bei Hente, Naunynstr., bei Fiebig, straße 16, bringen. in dvojdo Gr. Frankfurterstr., und bei Bolz, Alte Jakobsir. stattfinden, zu agitiren, wurde die imposante Versammlung mit einem Hoch auf das Gedeihen der Arbeiterbewegung geschlossen. die Lohnbewegung leistet. Wie Diese Resolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Stehr wies sodann darauf hin, daß den Unternehmern der Gewerbe- Ausstellung gestattet sein soll, des SonnDie Lohukommission der Berliner Zimmerlente hatte tags arbeiten zu lassen und erhob auf seinen Antrag die Verzum 15. d. M. zwei öffentliche Versammlungen fammlung hiergegen energisch Protest. Wie mitgetheilt wurde, Die öffentliche Versammlung der Maler und Auftreicher, einberufen zur Erörterung der Fragen: Welche Stellung haben find die Zimmerer des Dombaues gewillt, am Mondie zum 13. März bei Kliem, Hasenhaide einberufen war, um den wir einzunehmen, um die neunstündige Arbeitszeit zu erhalten tag an den Unternehmer erhöhte Lohnforderungen in anbeSituationsbericht über den Stand des Streits entgegenzunehmen, unsere Forderungen noch nicht anerkannt haben?" Die Versamm- schon so viele Opfer erfordert hat, zu stellen. und wie verhalten wir uns zu denjenigen Arbeitgebern, welche tracht der Der Gefährlichkeit der dortigen Arbeit, welche verfiel der polizeilichen Auflösung, weil man die Versammlung zu spät eröffnet, 5. h. die gefeßliche Frist bereits verstrichen war. lung für den Norden, Moabit, Westen, Schöneberg und die Obst mittheilte, ist es bereits am Sonnabend bei dem Unübrigen Vororte fand im Saale der Kronen- Brauerei internehmer Schmidt infolge Verlängerung der Arbeitszeit zu einer Die Holzbildhauer beschäftigten sich in der Versammlung, Moabit statt. Referent Obst war Referent Obst war der Meinung, daß, Arbeitseinstellung gekommen; hingegen hat der Unternehmer die am Sonntag im Louisenstädtischen Konzerthaus fagte, mit wenn auch die bisherige Bewegung einen günstigen Verlauf Beuckert( Moabit) die Forderungen bewilligt. Zum Schlusse fand dem Stand ihrer Lohnbewegung und der Stellungnahme der genommen habe, die Sache damit doch nicht abgethan fei, viel eine Resolution Annahme, in der sich die Versammlung legten öffentlichen Meisterversammlung zu dem Vorgehen der mehr jetzt der Stampf in noch heftigerer Weife als bisher ent- sehr entschieden gegen Herrn Baumeister Felisch wendet, der sich Gehilfen. Einleitend berichtet D. Meyer, daß gegenwärtig brennen werde. Bei eintretender schlechter Geschäftskonjunktur in der Baugewerks- Zeitung eine offene Denunziation gegen 47 Bildhauerprinzipale mit 149 Gehilfen und 8 Tischlermeister würden die Unternehmer nicht zögern, zu versuchen, die Arbeitsmit 21 Gehilfen die Lohnarbeit und 51stündige Arbeitszeit ein- zeit wieder zu verlängern, um die Reservearmee zu vergrößern, Die zweite Versammlung tagte im Saale des Schweizer geführt haben. 13 Prinzipale hätten nur die 52stündige Arbeits- und ebenfalls auch die Löhne zu kürzen. Die Vortheile der jett Gartens und hatte hier Raduhn das Referat übernommen. zeit und eine Ausbesserung der Akkordpreise zugestanden. Im auf 9 Stunden täglich beschränkten Arbeitszeit veranschaulichte Die Darlegungen des Redners schlossen sich im wesentlichen den ganzen haben in diesem Jahre bis jetzt 108 Werkstätten der Referent in eingehender Weise und folgerte hieraus die Noth- Ausführungen der schon oben wiedergegebenen Referentenan. An mit 407 407 Kollegen die Forderungen der Gehilfen an wendigkeit, mit aller Kraft an der neunstündigen Arbeitszeit fest der Diskussion betheiligten sich Fischer, Hinze, Grufe, erkannt. Im Anschluß hieran berichtet Donath über den Verlauf zuhalten. Für dringend geboten erachtete der Referent Weiß, Reuter und Petereit. Mitgetheilt wurde, daß der Versammlung der Kleinmeister, die eine Resolution, in der es ferner, daß diejenigen Zimmerleute, welche auf Plätzen man beim Dombau bereits wieder ein Opfer unter den Zimmerern die Meister aufgefordert wurden, ihre Einwilligung zu den von arbeiten, auf denen noch nichts bewilligt worden ist, sich der all- zu verzeichnen habe, indem Wiek daselbst am Sonnabend derart der Gehilfenschaft vorgelegten Arbeitsbedingungen wieder zurück- gemeinen Bewegung anschließen und ebenfalls die Arbeit ein zu Schaden gekommen fei, daß an seinem Aufkommen gezweifelt zuziehen, ablehnte, dagegen den Beschluß faßte, jedem Meister stellen. Der Referent führte weiter den zahlreich Versammelten werde. Die Versammlung nimmt hierauf die eingangs erwähnte und Gehilfen zu überlassen, welche Lohn- und Arbeitsbedingungen die Pflicht des Zusammenhaltens, der Organisation vor Augen, Resolution einstimmig an. Unter Verschiedenem wird seitens gegenseitig vereinbart werden sollen. Diese merkwürdige, mit um das Errungene zu vertheidigen und auf der einmal be- einiger Redner zur regen Sammlung für den Agitationsfonds dem vorhergehenden wohlwollenden Verhalten der Kleinmeister schrittenen Bahn weiter zu schreiten. Der größte Theil der Unter- plädirt; zu konstatiren sei, daß größere Pläge mit 20-30 Arim schroffen Widerspruch stehende Stellungnahme unternehmer gegen 350 hätte die Forderungen bewilligt. Nur beitern nur mit 5-8 Mann sich an den Sammlungen betheiligen. zieht Winkler einer abfälligen Kritit, indem er an dem Verhalten gegen 54 sehen sich über die Forderungen hinweg, gestützt auf Fischer macht nochmals darauf aufmerksam, daß jeder Zimmerer, der Kleinmeister nachweist, daß es den Prinzipalen in Wirklich- das Menschenmaterial, welches sich ihnen noch immer bedingungslos tritt er in Arbeit, seitens der Kommission mit einer Arbeitskarte feit nicht um eine gemeinsame Thätigkeit mit den Gehilfen zur zur Verfügung stelle. Diese Thatsache sei tief bedauerlich. Die versehen sein muß, wolle er von seinen Kollegen nicht als StreifAufbesserung der außerordentlich gedrückten Lage zu thun war, Lohnkommission habe alles versucht, um zu verhindern, daß brecher gehalten werden und im weiteren der Kommission die sondern sie, die Kleinmeister den allgemeinen Streit nur wünschten, nochmals ein größerer Kampf entbrenne. Sie habe sich schriftlich Kontrolle nicht erschweren. um sich die Schundkonkurrenz vom Halfe zu halten. Sie glaubten da an die besagten 54 Unternehmer gewandt, aber vielfach Antdurch neue Kunden bei den Tischlern zu erlangen und worten erhalten, welche der gesammten Gesellenschaft ins Gesicht die Gehilfen aus den Tischlereien zu verdrängen. Sind die schlügen. Die Antwort der Zimmerleute hierauf müsse der Prinzipale nicht gewillt, aktiv fördernd bei unserer Lohn- festeste Zusammenschluß sein.( Beifall.) Dem Referate folgte bewegung mitzuwirken, schließt Redner, so müssen sie auch die eine längere Debatte, in welcher besonders Rückert sich einzuschlagende Taktik den Gehilfen überlaffen. Es zeige fich ja, gegen die Taktik der Lohnkommission, die 54 Baugeschäfte daß ein den einzelnen Betrieben entsprechendes Vorgehen die zu sperren, wandte, indem seiner Meinung nach dadurch Gehilfenschaft zum Zusammenschluß bringe, während im Falle die Möglichkeit genommen würde, Leute auf diese Bläge zu einer allgemeinen Arbeitseinstellung zur Erzielung der Lohn- bringen, welche Agitation betreiben. Er war ferner der Meiarbeit, das Resultat zweifelhaft und dann nur die Geschäfte der nung, daß man es jetzt hauptsächlich mit den Unternehmern zu Möbel- Magazin Berlin NW., Bremerstrasse 67. de Grossartige Fernsicht hat man mit meinem Fernrohr ,, Komet". 105 Preis per Stück in Etui nur 5 Mk. B 3-4 Meilen klar zeigend, mit 6 achromatischen Linsen und 3 polirten Messing- Auszügen, Körper mit solidem Lederbezug, alle Theile zum Auseinanderschrauben. Ganze Länge ausgezogen 35 cm. Ganze Länge zusammengeschoben 12 cm. Jedes Fernrohr, welches nicht gefällt, kann per Nachnahme an mich zurück. gesandt werden. Unter anderen schreibt mir Herr Förster Jmhof, Nettelstädt: Mit dem mir gesandten Fernrohr Nr. 150( ,, Komet") bin ich sehr zufrieden. Die Fernsicht desselben und die Deutlichkeit, womit es die Gegenstände erkennen lässt, erregten mein Erstaunen. Besonders praktisch ist dieses Fernrohr zum Ueberal1mithin nehmen, weil man es ohne Unbequemlichkeit unterbringen kann. in jeder Kleidertasche Mit Hochachtung Br. Jmhof, Förster, Nettelstädt. Walter Kirberg. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag fein Unterricht. Die Schulräume schon von 8 Uhr an geöffnet. find zur Benuzung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin- Moabit. Dienstag, den 17. März, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Moabiter lubhaus, Beuffelstr. Nr. 9. Tagesordnung: Distuffion über den Gewerkschaftstongreß. Deutscher Senefelder Bund. Mitgliedschaft Berlin. Heute Abend 8 Uhr im Restaurant Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Mitglieder- Bersammlung und Vorstandssigung. Frauenverein Charlottenburg. Jeden Dienstag Abend bei Schnell, Goethestr. 45: Reseabend. Otto& Slotawa, Lischlermeister. Zur Beachtung Von einigen Konkurrenten werden Fernrohre schon zu 3,20 Mark angeboten, ich mache jedoch darauf aufmerksam, dass sie nicht von Messing, sondern aus Papier hergestellt sind, auch enthalten diese Rohre keine achromatischen Linsen, sondern ganz gewöhnliche Gläser. Umsonst versende einen illustrirten enth. Prachtkatalog, derselbe die grösste Ausw. in allen Arten Fernrohr., Feldstecher, Operngläser, Lupen, Kompasse, Mikroskope etc. etc., ferner alle Arten Solinger Stahlwaaren, wie Tischmesser und Gabeln, Taschenmesser, Scheeren, Rasirmesser, Säbelu.Degen, sow.Revolver, Flobertbüchsen, Jagdflinten etc. etc. Als Beilage gebe zu meinem Katalog eine naturgetreue Abbildung m. Beschreibung der grössten u. höchsten Eisenbahnbrücke Europas auf der Eisenbahnlinie Solingen- Remscheid. Gräfrath- Central Walter Kirberg, bei Solingen. Fabrik in Stahlwaren, Waffen u. Optik. Sarg- Magazin 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3.[ 4467*] und Beerdigungs- Comtoir. Möbel- Ausverkauf des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Räumlichkeiten vertause ich mein WaarenAdhtung, Töpfer! Wegen ganz bedeutender Bergrößerung meiner Dienstag, den 17. ds., abends 6 Uhr, bei Röllig, Nene Friedrichstr. 44: lager zu noch nie dagewefenen Preisen vollständig aus. Sum Umzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, sowie einzelne Stücke gestegen Sitzung der Vertrauensmänner. Wir ersuchen dringend, von jedem Bau einen Vertreter zu entfenden. und billigst einzutaufen. Man laffe sich nicht Siehe auch Bericht im redaktionellen Theil dieser Nummer. durch unmögliche Anpretfungen blenden, 195/7 sondern besichtige sich die Möbel, welche man faufen will, genau und vergleiche dieselben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Breifen. Durch Eintauf von 9 großen Möbellagern zu günftigen Bedingungen verkaufe ich ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stücke ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbelhändler. Auch größtes Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel zu wahrhaften Spottu. 09 pretsen. Kleiderspind 15 Mart, Nußbaumtleiderspind 30, Muscheltleiderspind35, Kommode 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfedermatrage Reittissen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Nußbaumtrumeaur mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagoni- Möbel spott billig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theil zahlung. Brautleute, welche ihre Möbel bet Bitte genau auf meine Firma Walter Kirberg zu achten. B. Günzel, Lothringerstraße 52. Spezialitat: Borivāts fozialistischer Führer, mir faufen, erhalten ein Sochzeitsgeschent gratis. Die Kommission. Gastwirthe! IF Allgemeine öffentliche Gastwirthe- Bersammlung am Dienstag, den 17. März, nachmittags 5 Uhr, in Keller's Festsaal, Koppenstr. 29. Tages- Ordnung: 1. Die Manipulationen einiger Berliner Großbrauereien und wie verKein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezier halten sich die Berliner Gastwirthe als Konsumenten dazu? Referent: u. Tischlerwertstätten, vier große Möbelspeicher. Betaufte Möbel tönnen tostenfrei auf meinen Lagerspeichern 3 Monate ftehen bleiben und werden dann durch eigeneGespanne fauber transportirt und aufgestellt, auch nach außerhalb. Sonnabend: Resterverkauf. 16 Anzug- Paletotftoffe น. Kollege Gärtner. 2. Diskussion. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarte zahlreichen Besuch. Die Versammlung wird pünktlich 5 Uhr eröffnet. Die Arbeiter Berlins bitte ich, ihre bekannten Gastwirthe auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. 251b Der Einberufer: Karl Trittelwig. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Achtung! Vertrauenslente! Die am Mittwoch, den 18. März, fällige Konferenz für den Süden fällt Umstände halber aus. Brenner& Cie. 122b Alte Jakobstr. 57/59. Jedes Maaß zu Engrospreisen. Täglich ( Sonntags nur von 7-9 Uhr) findet Verkauf von Pfund Laffalle, Mary zc. in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten gek. Rindfleisch 23 Bildern u. dgl. sowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preiskourant. Einsegnungs- Anzüge in blau u. schwarz Kammgarn u. Cheviot zu fehr billigen, aber festen Preisen " statt. Der Vorstand. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 18. März, abends 8 1hr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: Liederabend. 16/16 Nur Mitglieder der Bundesvereine haben nach Abgabe der BundesDer Vorstand. mitgliedstarte mit ihren Damen Ginlaß. Entree frei. Anfang abends 8 Uhr. Schweinefleisch, Brochnow's Ballfäle, Sebatian Straße a 46132* à Pfund 40 Pr. Verwaltung der Kochanstalt Städt. Schlachthof. Julius Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 139. Emaillirte Milchkübel, Feste Preise. Spezialität: Anfertigung nach Maass. Rannen und Gemaß fertigt 44822* Otto Lindner, Gartenstr. 158, der Jakobstraße. Jeden Sonntag, Montag und Dienstag: Grosser Ball. Mittwoch, Donnerstag und Freitag zu Versammlungen zu vergeben. Einige Sonnabende sind noch frei; ferner empfehle zwei große Vereinszimmer. 44972* Etablissement Süd- Ost, Waldemarstrasse 75. Durch besondere Umstände ist Sonntag, der 29. März,( Palmsonntag) frei geworden. Selbiger ist an einen Verein zu vergeben. 3026 Achtung! I. Wahlkreis. Achtung!] Beuthstr. 2: Metallarbeiter! Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr, in Cohn's Festsälen, Dienstag, den 17. März 1896, abends 8 Uhr: 4 große allgemeine Oeffentliche ſozialdemokrat. Volks- Versammlung. Versammlungen sämmtlicher Metallarbeiter Tages Ordnung: in folgenden Lokalen: Der 18. März und seine Bedeutung für das Proletariat. ,, Cösliner Hof", Cöslinerstraße 8. Fiebig, Große Frankfurterstraße 28. Referent Dr. Pinn. BF Frauen sind besonders eingeladen. 208/5 Der Vertrauensmann. Henke, Naunynstraße 27. Bolk, Alte Jakobstraße 75.. Tages- Ordnung: Die Lohnbewegung der Klempner und welche Stellung nehmen Franen. 3. Wahlkreis. Männer. hierzu die Berliner Metallarbeiter ein? Mittwoch, den 18. März 1896, abends 8 Uhr: Gr. Volksversammlung in der„ Ressource", Kommandantenstr. 57. Tages- Ordnung: Der 18. März und seine Bedeutung für das arbeitende Volk. Referent: Reichstags- Abgeordneter Gen. Vogtherr. 213/8 Um zahlreiches Erscheinen, insbesondere der Frauen, ersucht 4. Wahlkreis. Der Einberufer. Süd- Ost, Volks- Versammlung am 18. März, abends 8 Uhr, im Lokale Sanssouci", 215| 13 Kottbuserstraße Nr. 4 a. U Tages Ordnung: Die politischen Zustände vom Jahre 1848 bis 1896. " Referent: Genosse Paul Singer. B Um zahlreichen Besuch bittet Achtung! Der Einberufer Achtung! IV. Wahlkreis. Mittwoch, den 18. März, abends 8½ Uhr: Groke Volksversammlung in Keller's Festfälen, Koppenstraße 29. Referenten: Litfin. Petzold. Stopsack. Naether. Kollegen! Die Lohnbewegung der Klempner, welche große Kreise der übrigen Metallarbeiter in Mitleidenschaft zieht, erfordert großen Opfermuth. Zeigt daher, daß Ihr gewillt seid, Eure kämpfenden Kollegen zu unterstützen. Achtung, Klempner! Bewilligt haben bis jetzt: Grund, Adalbertstraße; Gericke, Brinzenstraße; Förster& Delcourt; Schlein& Stephani; Rudorf, Auguststraße; Kiesow& Cie.; Reinh. Lange; Karney, mit insgesammt 190 Kollegen. Im Ausstand befinden sich bereits sämmtliche 47 Rollegen der Firma Sielaff, 3ionstirchstr. 49; Kersten Nachfl., Simeonftr. 13 mit 12 Kollegen. Bei Voigt& Uertmann, Tempelhofer Ufer 23, find 2 Kollegen gemaßregelt. Buzug ist nach diesen Werkstätten fernzuhalten. Das Streikbureau befindet sich im Lokal von Bergner, Annenstr. 16, und ist geöffnet mittags von 12-3 Uhr. Vom Donnerstag ab ist das Bureau geöffnet von morgens 9 bis nachmittags 5 Uhr. In allen Streitangelegenheiten haben sich die Kollegen dorthin zu wenden. 118/19 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter: Otto Naether, N., Antlamerstr. 44. Achtung! Maler u. Berufsgen. Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 19. März cr., abends 8 Uhr, im großen Saale des Herrn Keller, Koppenstraße Nr. 29. Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Situation unseres Streits. 2. Die weiteren Maßnahmen. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen von den Werkstätten Edler, Friedrichstraße, Sobotta, Bodenstein, Lange, Elsasserstraße, Eilers, Hofmaler, Köhn, Hafenplay, besonders eingeladen. Es ist Ehrenpflicht sämmtlicher Kollegen Berlins und der Vororte, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Lohnkommission. J. A.: G. Link. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen A. Hoffmann über: Der Alles nähere Säulenanschlag am Mittwoch. 18. März und seine Bedeutung für das Proletariat. Um zahlreiches Erscheinen insbesondere der Frauen ersucht 215/14 Der Vertrauensmann. Achtung: Orts- Krankenkasse der Zentralverein der Bildhauer. Achtung! 5. Wahlkreis. Möbelpolirer. Palmsonntag, den 29. März 1896, nachm. 2 Uhr, Mittwoch, den 18. März cr., abends 8 Uhr, im Alten bei Wiedemann, Blumenstraße 38: Schützenhaus", Linienstraße 5: Ordentliche Grosse Volks- Versammlung. General- Versammlung Zages Ordnung: B Die Bedeutung des 18. März. Referent: Reichstags- Abgeordneter Robert Der Einberufer. Schmidt. 217| 10 6. Wahlkreis. Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr, Derlammlungen: Moabit: Ahrens' Brauerei, Thurmstraße 26. Referent: Ferdinand Ewald. Wedding: Kolberger Salon, Solbergerstraße 23.1 Referent: Reichstags Abgeordneter Wilhelm Liebknecht. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen: im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. Referent: Theodor Glocke. Schönhauser- Rosenthaler Vorstadt: Berliner Prater, Kastanien- Allee. Referent: Reichstags Abgeordneter Emanuel Wurm. Zagesordnung: Die geschichtliche Bedeutung des 18. März. Der Vertrauensmann. 219 19 # Stellmacher! Heute, nachmittags 3 Uhr, im Lokale von Gründe I, Brunnenstraße 188, Große öffentliche Versammlung. Lages Ordnung: 1. Berichterstattung der Zohnkommission über die Lage des Streits. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind sämmtliche Arbeitgeber, welche die Forderungen bisher nicht bewilligt, besonders eingeladen. [ 159/15 Tages- Ordnung: 1. Bericht des Rendanten. 2. Bericht der Revisoren und Decharge- Ertheilung. 3. Ersagwahl eines Vorstandsmitgliedes ( Arbeitnehmer). 4. Anträge. 5. Verschiedenes. Berlin, den 22. März 1896. 148/4 Der Vorstand. Dienstag, den 17. d. M., abends 8 Uhr, Annenstr. 16, Versammlung. Zagesordnung: Modelleurabend. Der Vorstand. Holzarbeiter! Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Die zu Mittwoch, den 18. März, anberaumte Versammlung Der Vertrauensmänner fällt aus und findet die nächste Versammlung Mittwoch, den 25. März, Textilarbeiter- Verband att ( Filiale der Posamentiere). Mittwoch, den 18. März cr., abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Der Vorstand. Spandan. 197 Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr, im Lokale Brauerei Pichels dorf: Deffentliche Volts- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der 18. März. Referent Otto Näther. 2. Diskussion. 3. Der 1. Mai. Wahl Fonds. 299b MaiMarken liefert schnell und billig Jean Holze, Die Lohukommiffion. Hamburg, gr. Drehbahn 45. Verlangen Sie Muster. Achtung! Schuhmacher. Zum Börsengesetz- Entwurf§ 73. Zur nothwendigen und lehrreichen eines unfundigen Geschäftsmannes zu Börsenspekulationsgeschäften von einer bekannten Königsberger Firma steht Heute, Dienstag, den 17. d. Mts., abends 8 Uhr, ritit über Verleitung u. Ausbeutung im Lokale Königsbank, Gr. Frankfurter- Straße 117, Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zage3 Ordnung: 1. Bericht über den Stand des Streits in den mechanischen Schuhfabriken. 2. Bericht der Fünfer- Kommission über die Verhandlung mit dem Fabrikantenring über die neunstündige Arbeitszeit.[ 168/8 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitationskommission. Interessenten das betreffende Material Die Enthüllungen dürften Aufsehen erregende fast unglaubliche Details zu tage fördern. • Gefällige Offerten u. ,, Opfer 100" an die Exped. dieser 3tg. Die Ortsverwaltung. NB. Wir ersuchen die Kollegen, welche Arbeit suchen, sich auf dem Arbeitsnachweis Annenstraße 39 zu melden, da eine ganze Anzahl Stellen, insbesondere auf beffere Möbelarbeit zu befeßen sind. 2 große Versammlungen 276/2 des Deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verbandes D I am Dienstag, den 17. März 1896, abends 812 Uhr, B Für Moabit- Wedding: Raabe's Gesellschaftshaus, Kolbergerstr. 23; Für Rixdorf: in den Viktoria- Sälen, Hermannstr. 44. Zages Ordnung: 1. Was müssen wir thun, um das Errungene zu halten? Referentinnen: Frau Emma Ihrer und Fräulein Ottilie Baader. 2. Diskussion. [ 162/15 Die Kollegen und Kolleginnen aller Branchen der Schneiderei und Konfettion sind eingeladen. Gäste find willkommen. Die Bevollmächtigten. Weissensee. Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Hähling, Langhansstr. 106: Große öffentliche Volksversammlung. = Tages Ordnung: 293b 1. Der 18. März und seine Bedeutung für das Proletariat. Referent Paul Jahn. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen, insbesondere der Frauen ersucht Der Vertrauensmann. Achtung! Charlottenburg. Achtung! Mittwoch, 18. März, abends 81, Uhr, in Bismarckshöhe, Wilmersdorferstraße 39: Große öffentliche Volksversammlung erscheinen. für Männer und Frauen. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Referent Pöksdy. 2. Diskussion. Es ist Pflicht eines jeden Parteigenossen, in dieser Versammlung zu Die Vertrauensleute. Künstl. Zähne 2 M. Schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Plomb.1,50. Rep. sof. Theilzahlg. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-7 Uhr, Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.