BERLIN Freitag 28. Februar 1930 10 Pf. Nr. 100 B50 47. Lahrgang Erschetuttäglich augerSoautag«. Zugleich Sdmdaukgad« de«.Dorwürts' BezugSveei« beide Ausgabeu SüPf.»rv Woche. s,fioM. pro Moual. Rcbatticn und Expedition! Berlin SW6S. Lindenßr.S }}Jofi&wr4b? «»etgenpreit: Die einspaltige Nonpakeilleleil« «o Pf.. Keklameieile i> M. Ermäßigungen nach Tarif. " o st sch e ck ko nl o Vorwärts-Verlag G. m. d.H» Berlin Nr.»7dS6. Fernsprecher: Döudöff 2SS bi« 29? I»»» HHBHH Grzesinski Oberpräsident Waentig zum preußischen Innenminister emannt. Die heutige Sitzung des Dreutzischen Landtags wurde mit einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Braun er- össnet, die wie eiue Bombe in das überraschte Haus ein- schlug: Der preußische Ministerpräsident teilte dem Landtag mit. daß der preußische Innenminister Grzesinski zurückgetreten ist und Hotz er zu seinem Nachfolger den Oberpräsideulen der Provinz Sachsen. Landtagsabgeordueten Professor Dr. waentig ernannt hat. Zu dieser überraschenden Mitteilung wird uns aus d-m Landtag geschrieben: Durch diese Mitteilung erübrigt sich die Abstimmung übgr das kommunistische Mißtrauensvotum gegen Grzestnski, die Jteinrich Ttaeniig heute auf der Tagesordnung stand. Aber es bedarf wohl keines Wortes, um zu betonen, daß Mißtrauensvotum und Rücktritt nicht das geringst« miteinander zu tun haben. Noch vor genau einer Woche hatte die gesamte Opposition sich zu zwei Mißtrauens- antragen gegen Otto Braun zusammengesunden, und beide waren mit s« 19 Stimmen Mehrheit abgelehnt worden. In den letzten Tagen hatten sich Gerüchte verbreitet, daß wegen des Streites um die Neubesetzung des Oberprästd ums in Pommern einige Demo- k raten bei der heutigen Abstimmung über das Miß rauensvotum gegen Grzesinski sich der Stimme enthalten würden. Daran war kein wahres Wort. In einer interfraktionellen Sitzung, die gestern stattgefunden hat, haben der demokratische Fraktions- vie Young-scsclze angenommen. Bofiidalin filieriätirl Arbeier. Näheres 2 Seite. Vorsitzende Dr. Falk und Minister Dr. Schreiber ausdrücklich festgestellt, daß die Demokraten selbstverständlich Koali- tionsdisziplin bis zum letzten Mann üben würden. Leiber koimt« diese Analitionsdii.stplin uns den bisherigen Innenminister nicht mehr retton. Genvsie Grzesinski hat die Ärankheit, die ihn m der vorigen Woche niederrvo-f, ieL>st anfangs leicht genommen, viel leichter, als der engere Srciz ssiner Freund« und die Aerzi«. Was wir vom ersten Tage an besürchtst haben, ist leldsr Wirklichkeit gewonnen: es bestand kein« Aus- s i ch t mehr, daß Genosse Grzesinski in den nächsten Wochen sein« Amtegefchäste in voller Kraft wieder würde aufnehmen .können. Die Aerzte bestanden daraus, daß er sofort«inen längeren Urlaub antrete, um sein« Nerven und sein« all- gemein« körperliche Gesundheit wiederherzustellen. Grzesinski hatte nur mit äußerstem Widerwillen ertrggen, daß sein Etat vom Land» tag i» seiner Abwesenheit verabschiedet wurde. Bei seiner strengen Pflichtaufsossung hat er es unerträglich gesunden, das preußisch« Iimenmipisterlum. das er mit Recht als dos Zentrum repu- b l. i k a n i f ch« r Verteidigung betrachtet, noch viel« Wochen hindurch ohne politisch verantwortlichen Chef zu lassen. Alles Zureden seiner Freunde uni» des Ministerpräsidenten hat nicht ver- macht, ihn im Amt« zu holten, er hat gestern dem Genossen Dr. Braun seinen Rücktritt erklärt. Oer Mckiriiisbrief. Der Amtliche Preußisch« Prefledienst meldet: Dar seit zwei Dachen schwer erkrankte preußische Minister des Innerw hat unter dem 27. Februar an den preußischen Minister» Präsidenten Dr Braun das nachfolgende Schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Ministerpräsident! Die mix zunächst selbst nur leicht erschienene Grippserkrankung hat in ihrer Ai�wirkung doch ein««rhebllche Stprung m e-i n e r. G e s u n d h« i t dfseubart, welch« nach dem Urteil meines Arztes nur durch ein« längere Erholung und sin sofortiges Aus- spannen van meiner jetzigen Arbeit wieder völlig bebäban werde» kann, andernfalls dauernd»/ Gesundheitsschaden mit Sicherheit zu erivarfen steht.' Di« politische' Lage des- Landes und die großen von- mir-iu Angrist genommenen und kurz vor ihrem Abschluß stehenden'Reformarbelten ersordern'jedöch ein« voll« Arbeitskraft, di« ich im Augenblick leider n i cht b e s i tz e. Es kommt auch uicht in Frag«, daß ich mein Amt jetzt auf. längere Zeit bis zur Wiederherstellung meiner Gesimdhcit und vollen Arbeitskraft ahn« politische verantwortliche Leitung lasse; da« wäre von mir unverantwortlich gehandelt, und der Gedanke daran wäre mir unerträglich Unter diesen Umständen seh« ich keinen anderen Ausweg und mich daher veranlaßt, Ihnen, hochverehrter Herr Ministerpräsident, ergebenst mitzuteilen, daß ich gemäß Art. 59 Abs. 1 der preußischen Verfassung heute von meinem Amt Zstrücktrete. Ich benutze gern die Gelegenheit, um Ihnen, hochverehrter Herr Ministerpräsident, und den übrigen Herren Staatsministern für das Vertrauen und die Hilfe ergebenst zu danken, die Sie mir durch die Berufung und während meiner Amtsführung haben zuteil werden lassen. Mit vorzüglicher Hochachtung bin Ich Ihr Ihnen stets sehr ergebener gez.: Grzesinski." Ministerpräsident Braun hat ans dieses Schreiben mit den folgende» Zeilen geantwortet: „Sehr verehrter Herr Minister! Mit tiefem Bedauern habe ich dij Mitteilung Ihres Rück- trllts vom heutigen Tage zur Kenntnis genommen. Es ist mir aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen bei Ihrem Aus» scheiden aus dem Amte namens der preußischen Staatsreglerung für Ihre dem Staat während Ihrer Amtszeit mit Sachkunde. Hingabe und Tatkraft geleisteten Dienste herzlichen Dank auszu» sprechen! Ihre politisch« Begabung und starte Energie haben sich in dem von Ihnen geleiteten Ministerium, das politische und Verwaltungsausgaben von gerade in dieser Zeit ollerbedeut- samster Art in sich oereint, voll auswirken und damit Wertvolles für die Festigung unseres republikanischen Staatswesens schaffen können. Für Il>rc kollegiale Zusammenarbeit besondere» Dank. Ich wünsche, daß es Ihnen vergönnt sein möchte, Ihre Krankheit bald zu überwinden, damit Sie Ihre volle Kraft wieder in den Dienst des Landes stellen könnep. In alter kollegialer Hochfchätzung Ihr gez. Braun." Grzesinskis taufbahn. Genosse Grzesinski hat seit 1919 In um: nterb rochener Rethen» folge eine Fülle der schwierigsten und oergniworlungsvollsten Aemter für hie Parret bekleidet. Er w:r Ehes des H e c r e o a b w l ck- lungsomies upd hat die Dienststellen des allen Heeres und der Mariye 1919 bis 1921 zur Auflösung gebracht. Er hat dann im Reichsarbeitsmintslerlun: als Referent sür das Schlich- Wngswcsc» ein« der wichtigsten soziatz'olltischen Institutionen des Reichs miiausgcbaut und hieraus, nach Preußen zurückkehrend, in den Jahren 1922 bis 1921 als Präsident de« preußisches Landes» polizelömts die Kriegsnotwirtschast Üquidiert. Dann ist«r— diese letzten Stadien seiner Laufbahn sind allgemein bekannt— ein- «inhalb Jahre Polizeipräsident von Berlin gewesen und hat vom 7. Oktober 1926 an als Nachfolger Karl Seoerings das preu- ßijche Innenministerium geleitet. Als preußischer Innenminister hat Albert Grzesinski die devtbar glänzendsten Erfolge davongetragen. Was er anpackte, ist ihm ge- glückt. Ob Polizeibeanllengesetz oder Groß-Altona, ob. das riesige Umgememdimgsgesetz im Westen oder. die Auslösung der Guts- bezirke, ob Personölpolit'k oder Berwaltungsrejorm— immer ist es ihm gelungen, seine Vorlagen durch alle Klippen zu steuern und selbst gegen widerwillig« Mehrheiten Verabschiedung der Gesetze zu erzwingen.- Gerade in den letzten Wochen hat Albert Grzesinski auf dem Höhepunkt seines Wirkens gestanden. Die Ankündigung des neuen Gesetzes Groß-Bcrlin, des neuen. allgemeinen Selbstverwallungegesetzes, des neuen Polizeistrafrechts und vieler anderer moderner Reformen war selbst von den Gegnern der jetzigen preußischen Regierung beifällig aufgenommen und als ein JUheri Qrsefinshi Beweis der ungeheuren Energie und des gewaltigen Ideenreichtums des Minffters anerkannt worden. Minister Waentig. Zu Grzesinskis Nachfolger hat Ministerpräsident Brat« den Landtagsabgeordneten Professor Dr. Heinrich Waentig. Oberpräsident der Provinz Sachsen, berusen. Waentig wird dam st eine der schwersten Ausgaben auferlegt, die einem Sozialdemokraten übertragen werden können: Nachfolger eines Seoering und eines Grzesinski zu sein. Genosse Waentig. der kurz vor der Vollendung des sechzigsten Lebensjahres steht, ist schon 1899 ordentlicher Unirur- sitätsprosessor der Volkswirtschaftslehre geworden und bis 1927 in der akademischen Laufbahn geblieben. Er hat aber in den letzte» zweieinhalb Jahren als Oberpräsident der Provinz Sachsen soviel praktisches Verwallungstalent an den Tag gelegt, daß Genosse Braun kein Bedenken getragen hat. ihm jetzt das Amt des Innen- Ministers zu übertragen. Großfeuer in der Bülowsiraße. Zn den frühen Ztachmitkagsslundeu brach lm Dachstuhl des Hauses Bülow strafte 91 ein Brand aus. der sich in kurzer Zeil zu einem Großseuer entwickelte. Bei RedakUansschluß sind sechs Lösch- züge mll der Bokömpsuag des Feuers beschäsklgt. Die ganze Ilm- gebong war zeitweise I» einen undurchdringlichen Qualm gehüllt. Der Bekehr mußte umgelenkt werden. Am Grab des ersten Relch-präsidenien Friedrich Eberl ist heute. wie alljährlich, im Auftrage der Reichsregierung«in Kranz mit schwarzrotgoldener Schleis« niedergelegt worden. Sumpf wird aurgcllesert. Der Gesetzgebungsausfchuß>s Hessischen Landtags beschloß in seiner letzten Sitzung, dem von der Staatsanwaltschaft eingele.taen Strafverfahren gegen den tommunlstischcn Abgeordneten Sumpf stmtzugeben. Humps war, wie seinsrzsit gemeldet, bei den Vorgängen in .den Ovelwerken in Rüsselsheim am 2. Fchruar beteiligt. Wegen Aufhebung der Immunität des preußischen Landtag s abgeordneten Müller sind die notwendigen Anträge gestellt. poincarck für Tardieu. Aber die Linke gibt nicht nach. Paris. 28. Februar.(Eigenbericht.) Tardieu ist trotz serner zahlreichen»politischen(Sespraci)«" am Donnerstag der Lösung der Krise nicht um«inen Schritt nähergekommen. Er selbst ist sich dieses negativen Ergeb- nisses so gut bewußt, daß er seine Frist zur Kabinettsbildung von Sonnabend schon auf Montag abend verlängert hat. inzwischen aber hat poincare seine Stimme zugunsten Tardieus erhoben. In einem endlosen Artikel im.Excelsior' erklärt er Tardieu zunächst einmal für ein politisches Genie und einen Staats- mann erster Ordnung. Dann beschuldigt er die Radikalen der Hinterlist, der Demagogie, des Mangels an»Fair Play". Er hat ihnen ihre.Desertion" aus seinem Kabinett der Nationalen Union nach dem Parteitag von Angers noch nicht vergessen. Endlich ruft er alle radikalen Politiker auf, die jemals unter Ihm selbst oder unter Briond einer Koalitionsregierung gesessen haben, und fordert sie zum Eintritt in das Konzentrationskabinett Tardieu auf. Er betont zum Schluß, daß über die schwebenden Tagesfragen, die gesamt« Steuererleichterung, die Sozialoersicherung, die Natten- abrüstung, den Poung-Plan und die Friedenspolitik keine Meinungsverschiedenheiten herrschten und daß daher die Konzentration zustandekommen müsse. D!« Linkspresse läßt sich aber durch Poincare nicht überzeugen. »Er« Nouvelle" und»Republique" erklären aufs entschisdenste, daß, wenn die Konzentration zustandekommen sollte, Tardieu zu verschwinden habe. Dersteife er sich, dann gebe es einen Kampf bis aufs Messer. Der sozialistische»Populaire" erklärt, daß der Präsident der Republik Tardieu gegen die ausdrückliche Empfehlung der Präsidenten von Kammer und Senat mit der Regierungsbildung beauftragt habe. Die soziotistisch« Fraktion hat am Donnerstag beschlossen, sofort eine energische Kampagne im ganzen Lande gegen olle Ueber- läufer aus den Reihen der Linksparteien einzuleiten, die beim Vertrauensvotum gegen das Kabinott Chautemps gestimmt haben. Notopfer gerechtfertigt. Beschluß der Hamburger Sozialdemokratie.- Höchstsätze für Beamtenqehälter. Hamburg, 28. Februar.(Eigenbericht.) Die Generaloersammlung der Hamburger So» zialdemotratie nahm am Donnerstag folgend« Entschließung einstimmig an: »Die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse Deutschlands, darunter besonders der unerhört hohe Stand der Cr» werbslosigkeit, machen es notwendig und lassen es als durchaus gerechtfertigt erscheinen, daß ein N o t o p f e r aller Leistungsfähigen auf breitester Grundloge Platz greift. Es entspricht den in der Reichsverfassung festgelegten Grund- sähen, daß hierbei die Verteilung der La st nach dem Gesschts- punkt der Tragfähigkeit und Gerechtigkeit Mlrg«. nommen wird. Um zu verhindern, daß dessenungeachtet durch gegenseitige Ueberbietung der Städte usw. die personellen Angaben für wichtig- öffentliche Aemter noch höher hinausgetrieben werden als ohnehin schon geschehen ist. ersucht die Landesversammlung den Reichspartei- vorstand und die Reichstagsrattion. dafür zu wirken, daß Höchst. sätze für Bezüge aus öffentlichen Aemtern festgesetzt werden, für deren Anwendung sich alle parteigenösstschcn Vertreter auf Städtetagen usw. nachdrücklichst einzusetzen und dort, wo st« bereits überschritten sind, für entsprechende Reduzierung einzu- treten haben." Negierung kein Auskunstsbüro! Eine Abfuhr für törichte Fragesteller. Der Mißbrauch der Opposition mit»Kleinen Anfragen" treibt seltsam« Blüten. So hat im Preußischen Landtag der WirtschaftS- parteiler Dr. Schmidt-Hoepke eine Anfrage wegen � des Verkaufes des kommunistischen Part,ieigentums gestellt und von der preußischen Staatsregierung Auskunst über die Einzel- heiten haben wollen. Selbstverständlich hat die preußische Regie- rung mit der gangen Angelegenheit nicht das mindeste zu tun. es wird auch in der Kleinen Anfrag« nichts Derartiges behauptet. Wenn ein« Partei Ihren Hausbesitz verkaufen will, so ist das genau so ein» Privatangelegenheit, al» wenn der Hausbesitzer Spiestcke sein Haus an Herrn Mudlck« verkaust. Mit Fug und Recht hat de? Ministerpräsident Braun dem törichten Fragesteller daher die Antwort erteilt:»Da, Staat-minlstertum Ist kein Auskunstsbüro. Es kann den Fragestellern nur aicheimge- stellt werden, die gewünschten Auskünfte von den in dem erwähnten Zeitungsartikel genannten Parteien und Personen unmittel» dar einzuholem' Neuischnationale unier sich. Brvha kontra Lohn.- Die„Schweige- und Schmiergelder". vor dem Amtsgericht verlln-vkltle begann heute morgen die Aorlsehung der vor einiger Zelt vertagten prlvatbelei- digungskloge de» Herausgebers der antisemitischen..Wahr- heil", V r u h n, gegen den Redakteur des»Lokal-Anzeigers", Zahn, und der Widerklage de» Letztgenannten. Herr Bruhn hatte, wie«rinnerUch, noch seinem erzwungenen Austritt aus der Deutschnotionalen Volkspartei in seinem Blättchen den Vorwurf erhoben, die Partei habe von Skloret Schmier- und Schweigegelder erhalten. In einer im„Lokal-Anzeiger" vom 7. November o. I. abgedruckten Erklärung des Landesverban- de, der Deutschnationalen Partei wurde er wegen dieser Behaup- iung der Ehrabschneiderei bezichtigt. Herr Bruhn blieb«ine Ant- wort nicht schuldig und erklärte am 9 November in einem Artikel ..Borsitzender und Kassierer der Deutschnotionalen nehmen Silarek- gelder", daß Herr Hugenberg und seine Redakteure unbedingt ihn in den Sklarek-Sumpf hineinstoßen wollten. Sie sollten das Maul nicht so weit aufsperren. Zur heutigenDerhandlung.tnder Bruhn von Recht»- »nwalt Nübell und John von Ztechteanwait Gollnick vertreten wer- den. sind eine große Anzahl" früherer Parteigenossen des Herrn Bruhn erschienen: auch die Brüder Willi und Leo Sklarek sollen Aussogen machen. Die Sitzung gestaltet sich zwischendurch äußerst stürmisch. Herr Bruhn benimmt sich in höchstem Maß« agresflo Die Uoting-Oesetze angenommen. Entscheidung der Ausschüsse.— Zentrum und Vayern enthalten sich. Der Haushaltsausschuß und der Auswärtige Ausschuß des Reichstags haben heute vormittag in gemeinsamer Sitzung mit LS gegen 23 Stimmen bei tl Enthaltungen die Gesetze zur Ansführnng des Boung-Planes angenommen. Eine Aenderung wurde nur im Artikel Z des Gesetzes über die Liquidationen angenommen, der die Entschädigungsan- lprüche der Llquidationsgeschädigten regelt, und zwar stimmten sämtliche bürgerkchen Parteien für eine Fassung, die den geschädigten Grundbesitzern grundsätzlich reichlicher Ent- schädigungen zugebilligt als sie nach der Regierungsvorlage zu zahlen gewesen wären. Die Regierung hat sich zu dieser Aenderung, die übrigens nur innenpolitische und keine außenpolitische Bedeutung hat. nicht geäußert. Eine Verschiebung des Stimmenverhältnisses um eine Stimme trat bei dem Liquidationsgesetz ein, da der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Schnee zur Opposition überging. Zentrum und Bayerische Volkspartei enthielte« sich mit ihren 11 Stimmen der Abstimmung. Mit Ja stimmten Sozialdemokraten, Deutsche Volkspartei und Demotraten, mit Nein die Deutschnationalen, die Wirtschastspartei, die Christlichnationalen(Hoetzsch, Lindeiner) und die Kommunisten. Bei einigen Abstimmungen von mehr formalrechtlicher Bedeutung stimmten Zentrum und Bayerische Volkspartei mit, so zum Beispiel gegen deutschnvtionale Anträge, die die Gesetze für oerfassungs- ändernd erklären wollten. Bei dieser Gelegenheit gab es«inen Zwischenruf des Deutschnationalen S ch u l z» Bromberg: „Aha, wenn die Sache gefährlich wird, dann st im- men Sie doch mit!", worauf von den sozialdemokratischen Bänken die Antwort erfolgte:„Das haben sie eben von euch gelerml" Auch sonst gab es einige heiter« Zwischenspiele. So, als der Vorsitzende erklärte, er habe nicht feststellen können, wie die Dam« dort hinten bei den Kommunisten gestimnit hätte. Di« Dame ent- puppte sich jedoch als Herr. Abermals gab es große Heiterkeit als ein Ulkantrag des Grafen Reoentlow zur Wstimmung kam. die zweite Rede des Ministers Dr. Curtius in der ersten Lesung der Poung-Gesetze zu plakatieren. Die Nationalsozialisten sind in den Ausschüssen nicht oertreten, nur Herr von Freitagh- Loringhoven hielt für sie die Fahne hoch und stimmte mit Ja. Der Vorsitzende R e i m a n n schloß mit einer Ansprache, in der er auf die außerordentliche Bedeutung der gefaßten Beschlüsse hinwies, den Ausschußmitgliedern für ihre Arbeit dankte und die Hoffnung aussprach, daß sich die Befürchtungen der Opposition nicht bewahrheiten würden. Die Haltung des Zentrums. Das Zentrum hatte heute morgen noch eine kurze Fratrions- sitzung abgehalten und beschlossen, sich bei der Abstimmung in den Ausschüssen der Stimme zu enthalten. Dementsprechend gab vor Beginn der Wstimmungen in den Ausschüssen der Fraktion?- Vorsitzende Brüning folgende Erklärung ab: Die Zentrumspartei hat schon früher ihre Stellungnahme mehr- fach dahin ausgesprochen, daß für sie die Sanierung der K a s s« n l a g« und damit die Sicherung unserer Finanz» Politik für die Zukunft einen integrierenden Bestandteil der zur Zeit zur Entscheidung stehenden Fragen darstellen. Sie erkennt dankbar an. daß der Reichskanzler in Zusammenarbeit mit dem Kabinett Schritte zur Erreichung dieses Zieles eingeleitet hat, und die Zentrumssraktion hofft, daß sie bis zur dritten Lelung zu einem tragbaren Ergebnis führen werden. Bei aller An- erkennung dieser Bemühungen kann die Zentrumspartei nicht ver- kennen, daß im Augenblick bei der Abstimmung der vereinigten Ausschüsse, die jetzt angesetzt sst. diese Arbeiten noch nicht zu einem gesicherten Ergebnis geführt haben. Unter diesen Umständen steht sich die Zentrumsfraktion gezwungen, sich bei der positiven Ab- stimmung der Stimme zu enthalten. Abg. Leicht schloß sich für die Bayerische Dolkspartei dieser Erklärung an. Die beiden Erklärungen wurden von der Rechten mit ironischem Beifall begrüßt. Hochbahn überfährt Arbeiter. Zwei Arbeiter geiötet. Heute früh fuhr ein Hochbahnzug kurz vor der Station Schlesisches Tor in eine Gruppe Streckenarbeiter hinein. Zwei Arbeiter ge- rieten unter die Räder des Zuges. Die Feuerwehr brachte die Verunglückten— es handelt sich um den SKjährtge» Kolonnenführer Emil Bäsch in ans der Kolonnenftraße in Schöneberg und den 33sLhr!» gen Arbeiter Karl Sperber aus der Waldemar- strafte öS— mit einem Rettungswagen ins Be- thanienkrankeahans. B a f ch i n«ad Sperber find dor» bald nach ihrer Einliefernng gestorben. B a s ch i n war Führer der Arbeiterkolonne, die heute früh auf der Streck« zwischen den Stationen vschafen und Schlesisches Tor Ausbesserungsarbeiten an den Gleisen vornehmen sollt«. B. hatte seine Kolonne in mehrere Gruppen geteilt, die an verschie- denen Stellen getrennt arbeiteten. Er selbst begab sich mit dem Arbeiter Sperber die Gleis« entlang nach der Oberbaumbrück« zu. Der Gleiskörper der Hochbahn beschreibt hier im Zuge der Falken- steinstraße ein« scharfe S-Kurve und ist aus dem Grund« an dieser Stelle sehr unübersichtlich. Baschin und Sperber hatten gerade die eine Gleisseite überschritten und der Äolonnensührer bückte sich. um«inen Schienenabschnitt zu prüfen, als in diesem Augenblick aus Richtung Warschauer Brücke ein Zug heronbrauste. Der Zugführer bemerkt« die beiden Arbeiter in der Kurve erst, als er nur noch etwa sechs bis sieben Meter von ihnen entfernt war. Der Beamte fetzt« sofort all« Bremsen in Tätig- keit. doch gelang es ihm nicht mehr, den Zug rechtzeitig zum Halten zu bringen. Auch Baschin und Sperber hatten im letzten Augenblick die furchtbare Gefahr erkannt, in der sie schwebten. Es war aber bereits zu spät, sie wurden beide(ibersahren. Die Streck« wurde sofort stromlos gemacht und die Verunglückten von Arbeitskollegen aus ihrer schrecklichen Lage befreit. Di« Schuldsrag« konnte noch nicht weiter geklärt werdep,.. da Baschin als verantwortlicher Kolonnenführer bei dem Unglück selbst den Tod gefunden hat und der ander« Schwer- verletzte vernehmungsunfähig daniederliegt Der Hochbahnverkehr zwischen Gleisdreieck und Warschauer Drücke war durch den Vorfall 50 Minuten gestört.— Wie weiter mitgeteilt wird, soll der auf- gestellte Sicherheitsposten nicht rechtzeitig, nach anderen Aussagen sogar überhaupt kein Signal gegeben haben. Wie weit diese Behauptungen richtig sind, kann erst die kriminalpolizei- liche Untersuchung, die sofort eingeleitet lSorden ist, ergeben. * Wie wir bei Schluß des Blattes erfahren, Ist gegen 13 Uhr auch der Arbeiter Sperber im Bethanien-Krankenhaus s e i n e n B e r° letzungen erlegen. Aus dem fahrenden Zug gestürzt. In der vergangenen Nacht stürzt« der Kassenbeamte Adolf Bühl aus der Winsstroße 134 in Finkenkrug zwischen den Stationen Fürstenbrunn und Spandau aus dem in voller Fahrt befindlichen Nauener Vorortzug. Der Vorfall war von einem Reifenden, der im Nebenabteil faß. bemerkt worden. Er teilte feine Wahrnehmungen sofort dem Bahnhofevorsteher in Spandau mit, worauf die Strecke von mehreren Beamten abgesucht" wurde. Bei Kilometer 10 wurde Buhl mit schweren Schädel- Verletzungen bewußtlos aufgesunden. Er fand im Städtischen Krankenhaus Spandau Aufnahme. und Herr John reagiert in nicht weniger stürmischer Weise. Bruhn will unter Beweis stellen, daß 1. der Deutjchnational« Landesver- band von Sklarek durch seinen Schatzmeister und Stadtverordneten Gantschow für die Parteikgsi« 2000 Mark erhalten habe: 2. daß der Grundstücksreferent und Mitglied der Deutschnationalen Partei, Zangemeister, der Parteikasse weiter« 6000 Mark von Sklarek zu- geführt habe, als Gegenleistung dafür, daß die deutschnatwnale Stadtoerordnetenfraktion für den Verkauf de» Grundstücks Ecke Kommandanten, und Beuthstraße gestimmt hat: 3. daß das Mit- glied der deutschnationalen Stadtverordnetenfraktion, Linke, von Sklarek Geschenkt angenommen habe und der Architekt Kimbl sich bei Sklarek um den Auftrag der Innenarchitektur des aus dem Grundstück Konnnandantenstraße zu errichtenden Baues beworben Hab«. Iuftizrat L ü d i ck«, der als erster Zeuge vernommen wird, kann aus eigener Kenntnis nichts sagen. Er weih nur, daß gegen Linke Borwürs« erhoben worden seien. Er habe Sklarek» Auto benutzt und dergleichen mehr, und daß man ihn deshalb nicht mehr auf die Stadtverordnetenliste gesetzt habe. Der Zeug« Harnisch wird über das Ausscheiden Bruhns aus der Deutschnationalen Partei gefragt und sagt, daß der Grund in der Hauptsache in der großen Beunruhigung gewesen sei, die er durch sein Verhalten veranlaßt habe. Im übrigen sei Bruhn gewisser. maßen Vertreter der Brüder Sklarek vor der Deutschnationalen Partei gewesen Es war auch nicht verständlich, daß in seinem Blatte immer wieoer große Anzeigen der Firma Sklarek erschienen, während wirtschaftliche Gründe für ein derartiges Inserieren nicht vorhanden waren. Die Vernehmung der beiden Brüder Sklarek gestaltet« sich nur ganz kurz. Leo Silarel weiß wohl, daß 2000 Mark für die Deutschnational« Partei gegeben worden waren. Es sei aber au»- geschlossen, daß er oder einer seiner Brüder da» Geld von sich au? angeboten hätten. W« die Gebrüder Sklarek erklärten, handelt es sich um die Summe von 2000 Mark, die einmal gezahlt worden sei. Sowjeigelder beschlagnahmt. Folgen der Litwinoff-Wechsel. Paris, 28. Februar. Eine vom„Mctin" übernommene Meldung des russischen Emigrantenblattes„Letzte Nachrichten" teilt mit. daß auf Antrag des gegenwärtigen Inhabers de, berühmten Litwinoff. Wechsels bei verschiedenen Banken Guthaben der sowjetrussischen Handels- Vertretung beschlagnahmt wanden sind. Die beschlagnahmten Summen belaufen sich auf 31 747 000 Franken, wovon 2S Millionen den Betrag für Wechsel und aufgelaufene Zinsen sowie die Kosten des mit dem Freispmch von Saveli Litwinosf und Genossen beendeten Prozesse» darstellen. Britischer Kreuzer nach Haiti. Unbehagen in Wasling on. New Park. 28. Februar. Wie„Ass. Preß" aus Washington berichtet, hat der amerikanische Gesandte tn Santo Domingo dem Staatsdepartement mitgeteilt, er sei vom britischen Gesandten unterrichtet worden, daß die englische Regierung beabsichtige, den Kreuzer„Wisteria" nach Santo Domingo zu senden. Man nimmt im Staatsdepartement an, daß ein« L a n- d u n g brilischer Marinetruppen in Santo Domingo nicht b e a b- s i ch t i g t und die Entsendung des Kreuzers„Wisteria" nur als Bor- stchtsmaßnahme zu betrachten ist für den Fall, daß die Mitglieder der britischen Gesandtschaft sich veranlaßt sehen sollten, dt« Insel zu verlassen. Derblele du... Am Donnerstag hat der Reichstaa das Gesetz angenommen, das dl« Ministerpensionen abschafft. Münzenberg» Presse bringt die» Ereignis unter der Ueberschrist:„Wenn M i- nister sich Pensionen bewilligen". Weder hier noch in der„Roten Fahne" wird auch nur mit einer Silbe der küns- tig« Fortfall der Penstonen erwähnt! Frei nach Goethe möchte man ausrufen: Derbiet« du dem Lügenwulm zu lügen...! Fabrikspionage-Zuchthaus. »Verrat militärischer Geheimnisse'. Leipzig, 28. Februir.(Eigenbericht.) In einem Landesverratsprozeß vor dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts gegen Grosse und Genossen, die wegen Spionage bei der Firma Rheinmetall in Düsseldorf angeklagt waren, wurde am Donnerstagabend nach drei- tägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Es wurden venirteiit Rudolf Grosse wegen Verrates militärischer Geheim- nisse m Tateinheit mit Diebstahl zu drei Jahren Zucht- Haus, Erwin Grosse wegen Beihilfe dazu zu sechs Monaten Gs- sängnis und Willi Adamzek wegen Verrates militärischer Geheim- »isse zu sechs Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Rudolf Grosse, der als Konstrukteur bei der Rheinischen Metall- warenfabrik m Düsieldorf tätig war, hatte aus Veranlassung und durch Vermittlung des Vertreters Willi Adamzik Zeichnungen und Schriften über Konstruktionsgeheimniss« der Reichswehrwaffen an den Agenten einer östlichen Macht in Bukarest gelangen lassen. Die verschwundenen Waffen. Reichswehr und Polizei schweigen noch immer. Leipzig. 28. Februar.(Eigenbericht.) Zu dem Waffendieb stahl beim Reichswehr-Infanterieregiment 11 wird ergänzend mitgeteilt, daß es sich nicht nur um die 38 Maschinengewehre und 27» Gewehre handelt. sondern daß der S. Kompagnie dieses Regiments auch noch die ganzen Bekleidungsgegenstände einschließlich der Stahl- Helene gestohlen worden sein sollen. Allerdings hat bisher weder das Standort�kommando noch die Kriminalpolizei über diesen Be- kleidungsdiebskchl etwa? berichtet. Innerhalb der Kaserne wird den Angehörigen der Reichswehr erzählt, daß der Wasfendiebstahl mit dem kommunistischen Hungermarsch am ll März zu- sammenhänge. Die Leipziger Kriminalpolizei stellt umfangreiche Er- mittlungen an und hat sämtliche Aussall st raßen Leipzigs besetzt, wo jedes Fuhrwerk und jedes Auto gründlich untersucht wird. Ein Erfolg ist bis jetzt noch nicht«ingetreten. ,* Zu dem Waffendiebstahl bei der Reichswehr in Leipzig teilt das Rcichswehrministerium mit. daß in der Nacht zum 25. d. M. aus dem Lagerraum unmittelbar neben dem Gebäude des Standort- kommandos Leipzig im Kasernenviertel ein schweres und 26 leichte Maschinengewehr«, 217 Gewehr« und 33 Maschinengewehrgurte ge- stöhlen und deshalb drei Angehörige des Standortes verhaftet war- den sind. Die von der Kriminalpolizei«ingeleitete Untersuchung wird vom Reichsanwalt weitergeführt. Aus Grund des Diebstahls ist eine besondere Unterbringung der Waffen- und Munitions- bestände angeordnet worden. Es handelt sich bei den Verhasteten um Zivilange st ellte der Reichswehr, die mit der Betreuung der Waffen- und Munitions- Vorräte beauftragt sind, damit nicht Soldaten dazu verwendet und ihrem eigentlichen Beruf entzogen werden müssen. lieber die po- litische Richtung der Verhafteten ist noch richts festgestellt. Die Weiterführung der Untersuchung durch den Oberreichsanwalt � zeigt, haß Verdacht auf choch- oder Landesverrat bestehen nruß.'' Witt und Witte. Verfehlungen bei der Bremerhavener Stadwerwallnng. Bremerhaven, 28. Februar. Der Magistrat Bremerhaven teilt mit: Der fest dem Jahr« 1904 bei der Stadtverwaltung Bremerhaven tätige Verwaltungsinspektor Witt ist wegen schwerer � Urkundenfälschung und B e- t r u g e s zum Nachtell der Stadr Bremerhaven verhastet worden. Witt hat eingestanden, seit dem Jahre 1924 die Stadt- gemeinde durch zu Unrecht auf Grund gefälschter Rech- nungen und Quittungen erhobene Geldbeträge geschädigt zu haben. Nach. den bisherigen Feststellungen hat er die Stadtgemeinde um etwa 25000 Mark betrogen Ebenfalls verhaftet wurde der seit dem Jahre 1919 bei der Stadtverwaltung tätige Stadtkauführer Witte. Er soll von Bauunternehmern, die Lieferungen und Arbeiten für die Stadt au»- geführt haben, bestochen worden sein und auf Grund dieser Be- stechungen zum Nachtell der Stadt Lieferungen bescheinigt und da- mit unrechtmäßige Zahlungen veranlaßt haben. Im Zusammenhang mit der Verhaftung des Witte sind inzwischen zwes leitende Angestellte bzw. Mitgesell- schafter einer größeren Wesermünder Bausirma ebenfalls verhaftet worden, um Verdunkelungsgefahr zu vermeiden. Sie werden der aktiven Beamtenbestechung beschuldigt. Güterzug gegen Straßenbahn. Schweres Verkehrsun« lück in Lyon Paris» 28. Februar. In Lyon stieß gestern ein Straßenbahnwagen mit einem Güterzug zusammen. 1Z Insassen der Straßenbahn wurden zum Teil schwer verletzt. Verfaffungsbrecher vor Gericht! Ganch-z Gverra fp'icht/ die Polizei schießt. Madrid, 28. Februar. lEigenbericht.) Ter ehemalige Ministerpräsident Sanchez Guerra hat am Tonnerstag in Madrid seine Wahlrede gehalten, in der er den König für die Einrichtung der Diktatur Primo de Riveras verantwortlich machte und gleich- zeitig die gerichtliche Aburteilung aller Mitschuldigen an diesem Verfassungsbruch verlangte. Nach der Per- sammlung kam es in den Straßen zu Demonstrationen. die an verschiedenen Stellen zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei führte«. Einige Passaute« wurde» ge- tötet, mehrere schwer verletzt. (sriedricki-Eberi Gedenkfeier. Der Kreis Norden de» Reichs- banners Schworz-Not-Gold veranbalt-t am Sonntag, dem 2. März, im Mercedes-Palast, Utrecht-r Straße, vormittags 11 Uhr. eine Friedrich-Ebert- Feier. An d«r Ausgestaltung der Feier wirken mit: Alfred Beyerle. Svielmannr?ng« und Musikkapellen des Kreises. Als Redner hat Reichstagspräsident Lobe zugesagt. »Volk und Zeil", unsere illustrierte. Wochenschrift, und .Der Siadersreund" liegen der heutigen Postauslage bei. Arbeit schändet! Warum zeigt der Spielfilm niemals Menschen bei der Arbeit? Ein Vorwurf, der deni Spielfilm immer und immer wied.-r— und mit Recht— gemocht wird: Warum sieht man eure Dulden niemols bei nützlicher Arbeit? Wovon leben sie eigentlich? Woher nehmen sie die Mi.tel für ihren meist so wxu-riösen Lebenswandel? Nun. solange es lediglich ein Berftoß gegen die Logik bliebe, würde man diese Scheu, Menschen im Beruf zu zeigen, noch allen- falls hingehen lassen: denn allzu logisch sind ja die meisten Filme nicht aufgebaut. Aber dieses Manko wirkt sich well schlimmer aus: Es erzeugt bei dem überwiegend naiven Kinopublikum den Ein- druck, als ob Arbeit überhaupt sine höchst überflüssige Sache sei, als ob sie geradezu schände! Wodurch gelangen die Leute ini Film zu Reichtum und Macht? Durch bravouröse Sporlleistungen, kühne Abenteuer und vor allem durch ihr glattes Gesicht, ihr« weißen Hände, die sich niemals mit irgendwelcher Arbeit zu beschmutzen brauchten oder die wenigstens sofort solche schändende Tätigkeit beiseite warfen, wenn das Portemonnaie irgendeines reichen Freundes winkte. Wieviel junge Mädchen durch diese ständige Vergiftung ihres Weltbildes in Wahrheit in die Arme der Prostitution getrieben worden sind, wieviel junge Leute zu Abenteurern oder gar Ver- brechern wurden, läßt sich statistisch niemals feststellen. Natürlich ist es fast niemols ein einzelner Film, der auf die schiefe Bahn führt, wie verbohrte Filmgegner oft behaupten. Es ist vielmehr die Summe der ständigen Eindrücke, die das Gift in der Seele aufspeichert, bis es sich schädigend auswirkt. Dabei können olle dies« Film« an sich durchaus harmlos gewesen sein, so harmlos, daß sie die Zensur sogar unbedenklich für Jugendliche freigab. Sie waren eben nur«in bißchen lebenssremd, schönfärberisch, rosenrot, wie es die unterhaltende Muse nun einmal gern sein will. Daß aber auch allzu viele Süßigkeiten den Magen oerderben, steht leider fest! Dernünstig« Erzieher werden deshalb ihre Zögling« nicht mit schädlichen Süßigkeiten überfüttern. Auch unsere Filmschasfenden sollten sich als Erzieher des Volkes fühlen, sollten das Kino in modernem Sinne als„moralische Anstalt' betrachten. Ohne allzu krassem Realismus— an rechter Stelle ist auch er notwendig!— überall das Wort reden zu wollen: Man muß verlangen, daß der Film lebenswahrer wird, mehr ein Spiegel der Wirtlichkeit als Patemtinscher Schlarassenland-Kulissen. Und da nun die Ar- beit, das produktive Schaffen, heute das Leben aller Menschen noch weit mehr beherrscht als je zuvor, so ist ein lebenswahrer Film nicht zu denken, der seine Menschen nicht auch bei ihrer Arbeit zeigte. Wenn man schon einmal im Film etwa ein« Stenotypistin an der Maschine zeigt, so klimpert sie bestimmt gleichzeitig mit ihren Augen zum süßen Chef! Die nette Verkäuferin poussiert mit dem eleganten Kunden, der Arzt mit der koketten Patientin, der ofsen- bar nichts anderes fehlt als der Mann, der Handwerker mit der Köchin und der Werkmeister mit der Arbeiterin. Nur arbeiten will keiner! Aber noch schlimmer wird es. wenn. Gott behüte, wirklich einmal Menschen bei der Arbeit gezeigt werden sollen. Wie sehen diese Laboratorien, diese Werkstätten, Fabriken oder Operationssäle aus! So etwas von fahrlässiger Schludrigkeit und absoluter Sachunkenntnis gibt es gar nicht wieder! Man sollt« meinen, unsere Herren Filmschafsenden hätten überhaupt noch nie eine Stätte ernster Arbeit gesehen. Und ihr» Darsteller noch viel weniger. Wenn s o ein Schmied die Zange hielte, s o ein Arzt das Stethoskop aufsetzte— auf die Kleidung natürlich!—, s o ein Journalist ein Interview aufnähme: die Aermsten wSren längst im Asyl für Obdachlose angelangt. Aber für den Film sst dieses Markieren einer Tä.igkeit, die beileibe nicht in Arbeit ansagen darf, gerade gut genug! Und: was trögt der Schlosser für schicke Schuh«, wie gepflegte Fingernägel hat das Mädel in der Anilin- fabrik! Es geht ein Zug grober Nichtachtung vor jeder Art ernster Arbeit durch die Reihen unserer Filmleute. Sie wollen verlogen sein, wollen ihrem Publikum die rosenrote Brille schwindelhaften Optimismus auf die Nase klemmen und merken bei alledem nicht, daß sie sich damit nicht nur die Sympathien aller Ernstdenkendcn oerscherz« et sondern— sicherlich gegen ihren Willen— damit auch die Seele gläubiger Jugend systematisch vergiften Die Brille weg rnckt Augen auf! Dann werdet ihr sehen, daß das Leben denn doch etwas anders ist, und daß Arbeit nicht schändet, sondern die einzig« Leiter ist zu Glück und Macht! vr. Gg. Victor Mendel. Eine indische Filmwoche. »Kamera." Indien, das Land der vielen Wunder, ist gewiß berufen, dank 'einer landschaftlichen Schönheit, der Eigenart seiner mannigfachen Bevölkerungen und Sitten, vor allem aber auch dank seiner großen Kunstwerke(von der besonderen Seele Indien» gar nicht erst zu reden),«ine hervorragende Roll« im internationalen Film zu spielen. Und so haben wir. abgesehen von indischen Kulturfilmen,»in« Reih« großer Spielfilme, die indisch« Stöfs« behandeln, aber ganz oder zum Teil in Europa gedreht sind. Di« drei indischen Filme, die die „Kamera', immer aus ein interessante» Repertoire erpicht, jetzt«ine Woche lang spielt, sind ausschließlich in Indien aufgenommen: alles °st echt inbisch an ihnen— von der Natur bis zu den Darstellern. Sie sind unter der Leitung Franz O st e r s von einer indisch-eng- lisch-deutschen Gesellschaft hergestellt. Am Donnerstag wurde„D a s Grabmal einer großen Lieb«' gegeben. Der Hauptdar- steller Himansu Ray. einer der besten indischen Filmgestalter, war dazu erschienen und sprach begrüßende Worte. Der Film selbst ist ja bei uns bereits bekannt, er gibt einen großen Indischen Legendenstosf— das Märchen von der geraubten Prinzessin, die nach wundersamen Erlebnissen an den Hof zurückkommt und Gattin eines großen Fürsten wird und ihre Unsterblichkeit erhält durch den ihr zu Ehren errichteten Wunderbau des Grabtempels Tos Mahal. Eine ssvpige Entfaltung von indischem Hofprunk, Festzügen, Räubertoenen: aber auch indische Natur und Volksleben kommen dabei nicht zu kurz. Die gelassene, beherrschte Art der indischen Menschen ist für den Film wie geschaffen. Neben Hinmansu Ray, der«inen Mann "US dem Volk« darstellt, sind der Fürst desCharn Roy, eine Idiän« imponierende Gestalt, die edle Selima der R a m a- R a u, die schöne Dalio der Seeta D e v i bemerkenswert. Es gibt neuerdings in Indien selbst bereits größere Film- konzerne. in denen staatliches wie privates Kapital investiert ist. Wie '-le Moskauer Zeitschrift„Kino' erfährt, wird sogar«ine rusfUck,- 'ndiscbe Gemeinschaftsproduktion geplant. Man kann allo hoffen. daß wir Indien immer besser durch den Film kennen lernen, und eines Tages werden auch das modern« Indien, das indische Freiheits- ringen und das arbeitende und leidende Indien filmreis werden, r. „Von heuie auf morgen." Arnold Schönbrrg im Rund sunt. Es hat wohl kein Mißverständnis gegeben. Noch wenigen Takten muß dem Hörer klar geworden sein, daß ihm nicht eine Stund« künstlerischen Vergnügens bevorstand, sondern, daß e» sich gewissermaßen um«in Experiment handelte. Ein artistische» Experiment, zum Scheitern verurteilt sst diese einaktige Oper„Von heut« auf morgen'— gelegentlich der Uraufführung, die vor ein paar Wochen in Frankfurt stattfand, sst sie im„Vorwärts' ein« gehend besprochen worden—: es ist der verzweifelte Versuch des Komponisten Arnold Schönberg, seine unsagbar menschenfsrne, lebensfremde Kunst durch da» Mittel eines Operntexte», der sich lebensnah und mondän gebärdet, dem Publikum näherzubringen. Der Widerspruch zwischen der Banalität der Handlung und der artistischen Exklusivität der Musik, dl« sie begleitet, ist wahrhast grotesk. Noch nie hat sich die Eiissamkeit eines verirrten Genie» so erschreckend geofsenbart wie in diesem Werk, da» von der Ohn« macht und hofsnungslosen Sehnsucht de» Musiker» zeugt, einen Weg zu den Menschen zu finden. Man muß zu den Auserwählten und Eingeweihten der Schönberg-Geweinde gehören, um diese abseitig« Musik in der zwingenden Logik ihres inneren Gesetzes zu begreifen: die anderen mochten es sich genug sein lassen, staunend die Füll« seltsamster Klanggebilde hinzunehmen, die dem Ohr kaum noch als Musik eingehen. Es war gewiß keine verlorene Stunde. Die Berliner Funkstunde hat«in Aeußerstes getan, um eine Aufführung zustande zu bringen, die der beispiellos komplizierten Partitur in allem gerecht wird. Für das Gelingen gqb der Komponist am Dirigentenpult beste Gewähr. Im Senderaum waren die ersten Köpfe der Berli»«r Mustkwelt oersammelt: es war ein Ereignis unter Musikern.__ K.P. Heftet spanische» Men'chen- und Non»l«m spricht Prof. Kail Voßler beute 8 Ubr. aus dcm Larnegle- Lehrstuhl der Deutschen Hochschule sür Politik Schinkelplah 6. Löhaenchrouit. Die ilusiubrunaen von Andrej««» Drama.Der »edante* im.Deutschen BolkStbeater' mit Paul Wegener und Annemari« Stemfieck, wurden bi» 15. März verlängert. „Vergefellschastung in der Natur." Ueber dieses Thema sprach im Monistenbund Prof. Julius Schaxel-Iena. Die Vergesellschaftung, hob er hervor, scheine nicht nur«ins der Hauptgesetze, sondern vielleicht sogar eins der Grundgesetz« der Natur zu sein, das natürlich bei den Lebewesen am deutlichsten erkennbar sst. Die moderne Biologie hat den Begriff der„Biozönose', der Lebensgemeinschaft auf gemeinsamem Lebens- nmm geprägt. Der Vortragende wandt« sich dann— nach Dorführung einiger guter und ziemlich wenig bekannter Lichtbilder— den zwei Haupt- arten der Lebenegemeinslhoft der Tiere und Pflanzen zu, der„Tisch- gemeinde' und der„Abhänglgkeitsgelellschaft'. wie man es deutsch ausdrücken kann. Die„T i s ch g« m« i n de' ist durch den Kampf um« Dasein bei der gemeinsamen Ausbeutung des gemeinsamen Lebensraums gekennzeichnet, die Auswirkung des Daseinstampfes reicht vom gegenseitigen Wegnehmen des Raumes und der Nahrung bis zum Auffressen. Während die.Tischgemeinschaft' wohl dixrch die Uebersülle von Arten und Individuen phantastische Maß« an- nehmen kann, kommen die Wunder der Vergesellschaftung erst richtig beim Abhängigkeitsverhältnis ans Licht. Auch hier hat man wieder zwei große Gruppen auseinanderzuhalten, die Gruppen der Parasiten und Symbivnten. Was Parasiten sind, weiß jeder, der einmal einen Bandwurm hatte. Da war er, der Wirt, wie man beschönigend sagt, dazu da. dem Wurm Nahrung und Wohnung zu geben. Eine Gegenlelswng des Wurmes gab es aber nicht. Die Symbivnten(„Zusammenlebenden') sind ge- wissermaßen Parasiten auf Gegenseitigkeit, sie nützen sich gegen- seitig und verschmelzen manchmal so innig, daß sie zu einem neuen Wesen werden, wie die Verschmelzung von Pilz und Alge die Flechten ergibt. Neben dieser Symbiose von Pflanz« zu Pflanze gibt es auch solche von Tier zu Tier und von Tier zu Pflanz«. Di« richtige Vergesellschaftung ist aber erst die Genossen- s ch a f t. bei der niemand ohne di« anderen leben kann. Bei niederen Tieren wird das einfach durch Zusammenwachsen erreicht(so z. B. bei den schönen„Staatsguallen"), die höheren bilden Herden, die Insekten ihre berühmten Staaten. Aus einer Urherde ist schließlich auch die menschliche Gesellschaft ensstanden,— so schloß Schaxel sein« Ausführungen—, bei der durch die' menschliche Spezialisierung auf Gehirn und Werkzeug- benutzung noch der Eigentumebegrifs dazu kam. Durch ihn ent- standen Kämpfe gegeneinander, die der biologisch anzunehmenden Solidarität der eigenen Art widersprechen. Di« Sympathien der Biologen, so erklärte Schaxel. müßten sich demnach der noch am meisten solidarischen Klasse, dem Proletariat zuwenden, dessen Klassen- kämpf entsprechend den Gesetzen der Dergesellschastnng als Mittel zur Befriedung der Menschheit anzusprechen ist. ZVillzt Ley. „Oas Erlebnis einer Nachi." primus-palast. Um di« Lebensgier der zum Tode verurteilten U?och«dlen" Frau Gräfin zu befriedigen, geht der Herr Untersuchungsrichter die letzte Nacht ihres Lebens mit ihr aus den Bummel. Natürlich entdeckt man in dieser letzten Nacht di« wahr« Mörderin des ehe- brecherischen Grasen, und Madame selbst lernt etwas fürs Herz kennen. An dieses unmögliche Manuskript verwendet« Guido B r i g- n o n e sein immerhin beachtliches Können als Regisseur. Unter Ausnutzung jeder Spannungsmöglichkeit schafft er einen reinen Schauspielersilm. bei dem di« schöne Frau als Sinnenreiz im Mittel- punkt steht. Marcella Alb an i sst dies« blendende Frau, die bei ihrer Rollenausfassung«in viel größeres Interesse für da» be- rückende Weib als für den leidenden Menschen hat. Sie erscheint ein pav Minuten vor dem Weg« zum Schafott in ganz großer Abendtoilette, welch« die körperlichen Reize sa viel freigebiger zeigt, als es im Freibad beanstandete Badeanzüge je vermögen. Igo S y m ist der vornehme und diskrete Partner. Technisch ist in diesem Film manches vollendet: namentlich werden durch den Photo- graphen die Lichtreflexe ergiebig und oft neuartig ausgenutzt. Aber es entsteht kein Kunstwerk aus konzentriertem Gefühl heraus. Dieser Film ist keine leidenschaftliche Anklage. Man be- schöstigt sich mit Problemen aus spekulativen Gründen. Das Recht auf Menschlichkeit soll erst erkämpft werden, und man Hilst den Streitern nicht, wenn man das Streben nach Menschlichkeit ver- kitscht.. b. Der verhinderte Anschluß. Gchaumburg-Lippe, das kleinste deutsche Land. Millen im Gerzen des westlichen Deutschland liegt ein Land. das in letzter Zeit durch seine Anschlußvorhandlungen mit Preußen von sich reden machte— und das um ein Haar auch preußisch geworden wäre: Schau mburg-Lippe� Durch den Um fall eines deutschnationalen Mannes(könnte das wohl anders sein?) fehlte den Anschlußsreunden«ine Stimm« zur not. wendigen Zlveidrittelinehrheit, und so verlies die Sache wie das Hornberger Schießen. Man muß schon eine Lupe nehmen, wenn man das kleine, an sich durchaus reizvolle Ländchcn aus der buntscheckigen Landkarte finden will. Tatsächlich zählt Schaumburg-Lippe. dieser Liliput- stopt, nur 48 0011 Einwohner. Mit seinen Z40 Quadrat- kilometern Ist er etwa so groß wie ein gewöhnlicher preußischer Landkreis. Neben einem eigenen Landtag, der 13 Abgeordnete zählt, lenkt «ine aus vier unbesoldeten Mitgliedern und einem besoldeten Staats- rat bestehend« Regierung die Geschicke des kleinen Ländchens. Sogar im N« ichsrot hat Schaumburg-Lippe eine Stimme, im gleichen Verhältnis mußte Preußen 703 Stimmen haben— es hat aber nur 20! Die Klimme eines Schaumburg-Lipper» ist also dreißigmal so Muhlitz wie die eines Preußen! Aückeburg heißt die ehemalige Residenz— heute dl« Stodt ber Pensionäre! Ehedom sührie ein leibhastiger Furscht hier das Szepter: fast jeder der 5000 Eimtfqhner kannte chtt und seine intimsten Familienverhältnisse. Unzählige Schilder findet man denn auch heut« nach in der„Residenz"... Hoslieferant Seiner Durchlaucht des Fürsten von Schauinbürg-Lippe. Von diesem ebeinaligem Fürsten ist auch nach bekannt, daß er zu den reichsten Männern Deutschlands gehört: schon in Vorkrieg?- zeiten schätzte man ihn auf 200 Millionen Mark! Er lebt belleibe nicht dauernd in seiner kleinen Heimat, sondern weiß auch seine Schloßbesitzungen im Süden zu schätzen! Nebenbei bemerkt: der Reichtum dieses Fürsten hindert« durchaus nicht, daß einem der Prinzen vor einigen Jahren der A r m e n s ch« i n bewilligt wurde, weil er n u r eine bescheidene Rente von 23 000 Mark jährlich bezieht. Buckeburg beherbergt« in früheren Jahren schon bedeutend« Menschen: einen Angehörigen der großen Musikerfämilie Bach,' den Philosophen Herder, der hier lehrte, und nicht zuletzt Her- mann L ö n s, den großen Heidedichler, der sich nicht schlecht ge- ärgert, hat über dies« zopfige Stadt und scjne Duodez-Fürsten. Schon einmal, in, Jahre 1026, stand Schaumburg-Lippe vor der Entscheidung, preußisch zu werden. Die Bedingungen waren zu jener Zeit außerordentlich günstig. Dennoch fanden sich sogenanille„Heimattreue Äreise", die nicht den Rechenstift in die Hand nahmen, sondern rein gefühlsmäßig an die Bevölkerung appellierten. Sonderbar« Figuren wareu es: nur v ö l. kische Abgeordnet«, die man sich schnell aus Preußen Hölle und die ihren Weizen blühen sahen, sondern auch sogenannte und ano- nyme Dichterlinge fanden sich, die ihre.Harfe stimmten und also sangen: „Stehst du denn wirklich auf der Kippe, Mein Heimatland, mein Schaumburg-Lipp?" oder ober mit furchtbaren Drohungen folgende Verse hinaus- schmetterten: „Im Dulwold wächst noch Eichenholz, Um Keulen draus zu drehen, Die Lust wird dann vergehen Zum Knecht zu machen einen Herrn!" So stand es im Jahr« 1026. Damals wurde«in Volks- entscheid durchgeführt, der mit knapper Mehrheit den Anschluß an Preußen ablehnte. Eine sogenannte„Heimattreue" Regie. rung kam aus den Thron— merkwürdigerweis« stammten jene Leute aus Preußen! Ans Preußen stammten auch zum größten Teil die Leute, die jetzt Im Jahr« 1030 wiederum die Selbständigkeit Schaumburg. Lippes predigten. Da wurde ein„Offener Brief" in allen bürger- liehen Gazellen veröffentlicht, den stolz ein„Sgl. Preußischer Hauptmann a. D." unterschrieb! Es meldete sich ein Major aus Potsdam(ausgerechnet!), der seine Tiraden vom Stapel ließ, und schließlich lieh sich ein Dichlerllng vernehmen, der i n P r e u ß c n Rektor ist und also dichtete: „Schaumburg-Lippe soll preußisch, werden? Von der Karte verschwinden und von der Erden Getilgt und gelöscht als selbständiges Land? Mich will's schier bedünken, als tnüßte die Hand. Die wollt' unterzeichnen dieses Dokument Zucken vor Schmerz. Mich dünkt, so was brennt Auf dos Herz, macht Oiiäl und Pein, Drangt dem Mann selbst die Träne ins Auge hinein." Nachdem das Gesetz in zweiter Lesung dadurch die notwendige Zweidrittelmehrheit gefunden hatte, daß der deutschnalianale Bürgermeister von Bückeburg sich nach langem Zögern für den Anschluß entschied, setzte ein wahres Kesiellreiben gegen diesen Mann ein. Er verlor die. Nerven und trat von seinem Abgeordnetenmandat zurück. Sein Nachfolger war Gegner des Air. schlusses, und so fehlt« bei der dritten Lesung die zehnte Stimme zu der erfördcrlichen Zweidrittelmehrheit. Acht Sozialdemokraten und ein Demokrat stimmten für den Anschluß, fünf bürgerliche Leute sprachen sich gegen ihn aus. der restliche Mann von bürgerlicher Seite war erkrankt. So wird Schaumburg-Lippe also weiter selbständig bleiben und durch einschneidende Steuermaßnahmen, die berells angekündigt wurden, diesen Luxus teuer bezahlen müssen. Di« Sozialdemokratie hat ihre Pflicht getan und den— allerdings[eil.1026 schon bedeutend verschlechterten— Anschlußbestimmungen ihre Zustimmung gegeben. Wenn die Gegner zu kurzsichtig waren, um der Zukunft die Wege zu ebnen, so mögen sie dos verantworten. Di« Zukunft wird ergeben. welchen Bärendienst sie ihrer schaumburg-rippisckzen Heimat erwiesen haben! �ec>rx Strntr. Regierung verbieiei Lteberstundeu. In Portugal. London, 28. Februar. Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat die portugiesische Re- gierung eine Verordnung erlassen, dl« die Leistung von lleherstunden verbietet. Dl« Regierung hosst hierdurch die Zahl der Arbeitslosen zv vermindern. Die Verordnung sieht weiterhin vor, daß nicht mehr als funs Stunden ohne Unterbrechung gearbeitet werden dürse. Erklärung von Cook. Für den Fall eiuer Regierungsniederlag«. London, 28. Februar. Noch der gestrigen Abstimmung im Unterhaus gab der Berg- arbeiterführer E ö o k bekannt, daß der Bergarbeiterverband beab- sichtigt habe, tm Fall« einer Niederlage der Regierung unverzüglich in den Kohlenbezirken Englands einen allgemeinen Streik zu erklären. Cook richtete einen äußerst erbitterten Angriff gegen Ll o yd George und erklärte, die Bergleute wollten lieber mit ehrlichen Feinden wie den Konservativen zu tun haben als mit heuchlerischen Freunden wie den Liberalen. Arbeitsfrieden in Norwegen. Kopenhagen, 28. Februar. Wie aus Oslo gemeldet wird, ist in Derhandlungen zwischen der naripegischen Unternehmervereinigung und den Fachoerbänden «in U eberein kommen getroffen worden, durch das der Ar» beitsfriede für das laufend.: Jahr gesichert wird. Sämtliche ablaufenden- Abkommen wurden um ein Jahr verlängert. Die Arbeitgeber haben sich bereft erklärt, die Richtzahlregelumz durchzuführen. Das neue Abkommen umfaßt hauptsächlich die Mo- trosen. und Hei, zerunion, die Bekleidungs- und Schok olodc mndustr>«, die Etjenindusirie, den Bergbau und die Brauereien. Oer Mexikanische Gewerkschastsbund. Nach den Mitteilungen des Mexikanischen Gewerkschaftsbundes (Conjederacion Regional Obrer« Mexieana) waren ihm am 21. De- zember 1020 insgesamt 1800 000 Mitglieder angeschlossen, gegen 730 000 Ende 1024 und 2 000 000 Ende 1027. Dem Gewerkschoftsbund gehören fünf nationale Föderationen. 19 Organisationen der verschiedenen Staaten und 42 Bezirksfödera, tionen an. Insgesamt gibt«s 1200 Verbände. Die fünf nationale« Föderationen«rsässen die Zuckerindustri«. die Lebensmittelindustrie, die Eisenbahnen, die graphischen Betriebe, die Landarbeiter und Scelellte. Welter für Verlin: Zeitweise neblig, sonst heiter, wieder etwas sinkend« Temperaturen.— Für Deutschland: Allgemein beständige» Wetter, strichweise Nebel. Berantwortl.-ür Sie Aidqktwn:©ollgaafl emmarn, V«rli»; iauieen:(fc.««7*«, Der lin Sil lag: Dorwärt» Ltilag S. m b K.. Berlin. Druck: s«r»er:z BadW iztidezei uni Brrlaasau statt Daul Singer& Ca. Berlin SS 83, LindrnsK�» r. Sie»» l Beilage. F�eT+a g den 26.Fet�cjai* StfurnofTage uai* bts Sonnabend de» 6.Moe3 Damenstrümpfe p-w... 0.95 Damenstrümpfe 1.25 Damenstrümpfe»tw.-. 1.60 Damenstrümpfe 1.90 Damenstrümpfe«. 1.45 DamenstrUmpfesu'i,d1nn,Q0;"iS2.25 Damenstrümpfe 1.45 Damenstrümpfe Damenstrümpfe..i«.„cw Damenstrümpfe 3.50 Damenstrümpfelt-iMt-fw Wasehkunttteide Q CO l.mod. Färb.(ort 2.95 fcivU Waschkunst- 3.50 Flor mit Seide, 0 Trikothandschuh 1.10 Damen-Handschuh 1.45 Damen-Handschuh ��,1,90 Damen-Handschuh!äL*".'£*1.90 Die moderne Slelos Strumpfreparalur wird in unserem Warenhaus S.» OraniensfraSe 164*165 vorgeführt! Damen- u. 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Di« weißen Blüten der Aastoni), das leuchtende Gelb des Goldregens, das zarte Rosa des Rotdorns verbindet sich mit den vielfältigen Schattierungen der Flieder- srräuchcr und den: dunklen Grün der hohen Tanne zu einer berauschenden Farbensymphonie. Vom frühen Morgen bis in die Nacht tönt das Zwitschern und Jubilieren ungezählter Vogelarten, die ihre Nester in den alten Bäumen gebaut haben und in jedem Frühjahr wieder hierher zurückkehren. Dieser Waldfriedhof hat nicht? Niederdrückelches. Selbst am trübsten Nooembertag liegt ein Klang van Lebensfreude und Lebensbejahung über den efeu- bewachsenen thügeln. Tisf unten rauscht der Neckar durch das Tal. Der Blick umsängt die weite Rheinebenc, die Schlote der Fabrikstodt Mann- heim, die Türme des Spcyerer Doms und den Donnersbsrg. Der charakteristische Höhenzug der Pfalz, die sanft geschwungene Hardt hebt sich vom Horizont ab. Bei klarem Wetter erkennt man im Süden den Schwarzwald bis zu der ehemaligen Festungsstadt Rastatt. Aber auch die Romantik fehlt nicht in diesem bunten. reichen Rundblick. Im Norden grüßt die Strahlenburg bei Schries- heim on der Bergstraße herüber— heute eine Ruine, einst die stolze Burg des Ritters vom Strahl, dem das Käthchen von Heilbronn hierher gcsolgt war. Nur wer hier daheim ist. wer als Kind auf diesen Treppen und Terrassen spielte, wer unzählige Male von hier aus in das Land blickte, kann de« Wunsch Friedrich Eberls, hier begraben sein zu wollen, so ganz nachempfinden. Es ist etwas Eigenartiges um die süddeutsche Landschaft und ihre Bewohner. Der Suddeutsche, vor allem der Badener. ist Kosmopolit. Welt- bürger. von Natur. Keltische, alemannische, sränkischc Elemente haben sein Wesen geformt. Europa ist seine Heimat. Und doch kann er den süddeutschen Boden, den: er cnistammt, nie ganz ver- leugnen. Hierher zieht es ihn wieder zurück, hier allein fühlt er sich völlig unter Gleichgesinnten. Und kann dieser Punsch zu Lebzeiten nicht mehr verwirklicht werden, so wünscht er doch wenigstens seine letzte Ruhestätte hier zu finden, eingebettet zu werden zwischen Fels und Ebene, zwischen Strom und Gebirge. ' Aber" her" Heidelberger Bermriedbof ist nicht nur. seiner einzigartigen Lage wegen, der landschaftlichen Schoicheit, die ihn umschließt, sehenswert. Auf diesem kleinen Flecken Erde ist auch«in Stück deutscher Geschichte.' deutschen Geistesleben» lebendig. Berühmte Forscher uitd Entdecker. Männer der Kunst und Wissenschaft, de? Staatswesens, haben hier ihre letzte R'che gefunden. In der„Gelehrtenecke", einem besonders cindnrcksoollen Platz des Friedhofes, liegt der Dichter und Homer- Ueberseger Heinrich P o ß neben dein berühmten Philosophen Kuno Fischer, Franz von Liszt, der Professor des Straf- rechts, an der Seit« des Gelehrten Karl Bartsch und vieler anderer Wissenschaftler und Politiker. Uebcr ihren Gräbern rauschen die alten Linden, die Fichten und Akazien, und in den Zweigen des Holunder singt die Nachtigall an stillen Saimnerabenden. Wenige Schritte weiter liegt Karl Gottfried Nadler, der Pfälzer Dialektdichter, der in seiner Sammlung„Fröhlich Palz, Gott erhalt's" Landschaft und Menschen dieser Gegenden festgeholten hat An Iasminbüschen und zwei wundervollen Ercmplaren der Hemlocks- tanne, die aus Kanada hierher verpflanzt wurden, an einer Himalaja zeder und einer japanischen Thujopsis siihrt der Weg vorbei. All- berühmt« Heidelberger Namen leuchten von den Grabsteinen: Adolf Holtzmann, der Sprachforscher, Vinzenz Czerny, der Chirurg, der seine Lebensarbeit der Erforschung des Krebses widmete, Friedrich Kallmorgen, der große Maler Süd- deutschlands. Wir stehen mitten im alten Teil des Friedhofes, der durch hohe Ahorn- und Äkazienbäume«ingesäumt ist. Innner ver- schlungener, immer idyllischer werden die Wege. Einem Blumen- garten, der ewig blüht, gleichen die Gräber. Im Herbst duften Reseda und Hortensie, Chrysantheme und Dahlie. Die blühend: Erika weicht der Christrose. Und wenn im Norden Deutschlands noch der Schneesturm über die Tiesebene fegt, dann sprießen hier bereits Krokus und Tulpe, Veilchen und Hyazinthe. Im Sommer ober verwandeln sich die Ruhestä ten in einen Rosengarten. Rosen, Rosen aller Sorten und Arten» aller Färbungen. Hier triumphiert die Schönheit, das blühende dustende Leben über den Tod. Im südlichen Teil des Friedhofes, unweit von B u n s e n s Grab, liegt das Krematorium in Form eines griechischen Tempels mit weiter, offener Halle. Es war das erste Krematorium Süd- deutschlands. und nur den eifrigen Bemühungen des Heidelberger Stadtrat? Lambach war es zu danken, daß die Gcnebnügung zu feinem Bau gegeben wurde, zu einer Zeit, als man in Baden dem Gedanken der Feuerbestat ung noch vollkommen fremd gegenüberstand. Von hier ist der Weg nicht mehr weit zu der GrabstäUe, die wir vor allen anderen suchen, zum Grabe Friedrich Cberts. Schon aus der Fern« ist das hohe, alte Kruzifix zü sahen. Es stand einst am sogenannten„Mannheimer Tor" in Heidelberg, an der Stelle des heutigen Bismarckplatzes. Vor etwa 60 Iahren wurde es nach dem Bergfriedhof gebracht. Man stellte es an cir.er der schönsten Stellen de? Friedhofes auf und ließ eine klein« Freitreppe aus weißem Marmor zu ihm emporsteigen. Ein stimmungzooller kleiner Ausrucheplatz umgab das Ganze, das als ein Ort stiller Erinnerung sür die Besucher de? Friedhofes gedacht war.. Die rleine Anlage war fast vollendet, als die Todesnochricht Friedrich Ebcrts Heidelberg durcheilt«. Und als man erfuhr, daß der erste Reichs. Präsident der deutschen Republik den Wunsch ausgesprochen hatte. in seiner Vaterstadt zu ruhen, da schien es ein« Selbstverständlichkeit. daß man ihm diese stimmungsvolle kleine Anlage des Gedenkens und der stillen Betrachtung widmete. Man braucht nicht kirchlich gläubig zu fein, um die Symbolik zu sühlen, die sich in dem Motto des alten Varockkreuzes„Es ist vollbracht" und dem Grab, das zu seinen Füßen ruht, ausspricht. Das ganze Leben dieses„nicht Emporgekommenen, sondern Empor- gerungenen", wie ihn der badische Staatspräsident in seiner Ge- dächwisrede nannte, zieht hier an dieser Stätte vorüber. Sein letztes Gespräch, das er wenige Tage vor seinem Tode mit Otto Braun führte, wird hier wieder lebendig. Er beneidete Braun, daß er der Bürde seines Amtes lcdig geworden sei und gab seiner Sehnsucht nach Frieden und Ruhe Ausdruck... Die Abwehr des Haß- feldzuges, der Verleumdung, der Verkennung und der Iiürigcn, denen er seit Jahren standhalten mußte, hatten ihn müde und ruhe- bedürftig gemacht. Er hotte seme Seele sich selbst zum Opfer dar- bringen müssen, bis er endlich sagen durste:„Es ist vollbracht!" In einer der ännlichsten Gasten Alt-Heidelbergs, der kleinen, schmalen Psaffengasse, die von der Houptstraßc zum Neckar herabführt, hatte sein Leben begannen. Von dem Praletarierhaus, in dem er geboren wurde, bis zum Vergfriedhaf lag ein weiter, mühevoller Weg, voll von Enttäuschungen und Bitternissen, aber auch erfüllt von Taten und Leistungen im Dienste des Volksganzen, im Dienste der Sozialdemokratischen Partei. Heute ist dos Grab des Dieloerleunidetcn und Dielverkonnten dos Ziel Unzähliger. Stets findet man an Cberts Grab Besucher, die schwelgend das Haupt entblößen und Blumen auf den Hügel niederlegen. Und mancher, der früher gedankenlos der Hetze solgte und dem das Wort von den..vaterlosen Gesellen" Richtschnur seines Donkens und Fühlens gewesen war, steht nun betroffen vor den schlichten Gedenk- stein«! der beiden im Weltkriege gefallenen Söhne Friedrich Eb.erts, und seine Gedanken wandern unwillkürlich zu den sieben Prinzen des kaiserlichen Hauses...• Der Streit um Ebcrts?kamen ist heute verstummt. Aber dos Ringen um das Werk, an dem der Tote zur Zeit seines Lebens geschassen hat, geht weiter, heiß und erbittert wie zuvor. Urnvittel- bar hinter den stillen Friedhofsmauern, kaym getrennt von dieser wundervollen, ergreisenden Schönheit der Landschost und der Pflou. zenwelt. oan idyllischem Vogolgezwitfcher und stillem Waldweben beginnt der Kampsplatz des wirtschaftlichen und politischen Ledens. Eberts Grab ist heute ein Ruhepunkt in diesem Kampf. Aber jeder, der zu ihm wandert, nimmt die Anssorderung mit sich, nicht zu erlahmen in d«n Ringen, in dem Friedrich Eberl Vorkämpfer und Führer war. Dr. Else Möbus. Afrikanische Aufschlüsse, die< Heller Tag bricht an für den einmal dunklen Kontinent. Afrika ist der sich l)eut« am raschesten entwickelnde, der übcrraschendüe, aktuellste, für uns Europäer augenblicklich wichtigste der sremdett Konttncnte. Und zwar ist es nicht da? uns nächst gelegene, bunt?. halhorientalischc Mtttelmceräsrika, auch nicht das geographisch fernste, aber kulturell nächste, die meisten Weißen beherbergende südafrikamsche Einwandcrerland, nein, das äquatoriale Afrika bildet das Zentrum, den Angelpunkt der Afrikmnteresien. Dicht am Aequotor zieht sich vom Atlantischen zum Indischen Ozean ein Gürtel sprunghaft sich entwickelnder Länder, wo der«ine oder an- der« hoch mi Kurs staheride Hsiidelsarükel- tn- b/fondere günstiger Weise gedeiht. In Nigeria(das Gebi-etsteilc unseres ehemaligen Kamerun umsaßt) und an der G o l d k ü st e ist zum Beispiel der erst kürzlich in Angrisf genommen« Kakaagnban in rasender Entwick- lung begrissen und bietet unbegrenzte Möglichkeiten, zumal m diesen dichtest bevölkerten Gebieten des relativ menschenarmen Koi.tments die Neger Kleinbauern, also selber Kakaopjlan.zer wur, den, es rasch zu einem gewissen Wohlstand brachten und ein« früher ungeahnte Kaiiftrost entwickeln. Der belgische Kanga(van den Kautschukgreueln in übelster Erinnerung) ist namentlich durch die noch rapider wachsende Kupserproduttion in die Raihe der ersten Kolonialländer der Erde gerückt. Im Sudan und dem madern- sten Negerbaucrnsiaat Uganda ist Baumwolle Trumps, in Ton- g a n j i t a, unserem früheren Ostasrika, der van uns Deutschen eingeführte Sesal, in K« n y o(Britisch-Ostofrika) der Kossec, in Nyassaland Tabak. Ich bin kein Li«bl>oh«r von Handelsstatistiken, ober ich wüßte niMt, was ich in letzter Zeit aufregenderes gelesen hätte als die Wirtschostsberichte dieser Länder und d>e Reisemöglichkeiten darin. In den letzten ltt Iahren hat stcb der Handel da verdoppelt, dort verdreiracht, versünfsacht, ocrzwölssocht, und reisen kann man fahrplanmäßig überallhin, van oben noch unten, von hüben nach drüben und kreuz und quer. Afrika! st ossen. Bor mir liegt ein ioeben(bei Dietrich Reimqr) erschienenes, wunderbar nützliches Nachjchlagebuch, das Otto Martens und Dr. KarstcdttMit viel Fleiß und Sachkenntnis zusammengestellt haben:„Afrika,«in Handbuch für W i r t s ch o s t und Reise." Das 700 und etliche kompakte Seiten umraflende Buch ist ein Baedeker für Exporteure, Geschäfts- und Bergnügüngereisende, Auswanderer, Großwildjäger— ja selbst ein Forschungsreisender wird dies rote Buch in seine Khakitasche stecken, denn es gibt vsr- dämmt wenig mehr zu erforschen und viel, was man wissen muh. Und man braucht nur im Index nvchzujcheii und hat, was man sucht. Die so sehr variablen klimatischen und Gesundheitsverhätt- nisse, Flora, Fauna, Viehzucht, Handel, Hotels, Bahn-, Dampser-, Autolinien und Fahrpläne, Preise, Zölle, Vorschriften, Steuern, Finanzen, Geschichte, Ethnographie, Geograph!.', olles, alles, nur nicht die ganz brenzlichc Politik Das schon abgegraste, der Tour stik überlieferte Mittelnieerasnka ist in ersvischender Kürze abgetan. So ergibt sich leicht ein Gesamtbild des eigentlichen Afrika. Wsnn man von der unvergleichlichen Entwicklung und dem fabelhaflsn Tierrcichtum absiebt, ist dos Faszinierende an diesem Koniinent seine Natur, d i e Natur. Nicht Natur s ch ö N H e it oder©roßartig- feit, davon gibt es nicht viel zu sehen äußer den Diktonafällen, dem Kilimandscharo und dem phantastischen Mmchgebirge, mit seinen Kratern. Urwaldriesen und ei nein wundervollen äquatoria. len Kurort, sondern(wie es einmal treffend van Ostafrika heißt) die Weit«, die Bewegungsfreiheit, die Selbständigkeit und Derant- mortung, das Befreitsein von Ayltur und Kitsch, das Gestelltsein auf das eigen« Selbst. Man wird eben in Afrika ein anderer Mensch, fretar, ungebundener. Man wird Asrikonor und bleibt es. Akrtka läßt einen nicht wieder lo?. Der Asvikaner unterscheidet sich von dem amerikonischeii(auch südamerikanischen) und australischen Koloniolmenschen schon dadurch wesentlich, daß er mehr Herrenmensch ist. Er wohnt mit einer an- deren(wie er meist denkt Inferioren) schwarzen Menschengattung zu- sammen oder vielmehr nicht zvsammei,. der er für ein Spot'geld dos Gros der manuellen Arbeit aufbürden kann. N u r in Afrika gibt es gleichzeitig billiges Land und billig« Landarbeiter Afrika hat einen weißen Kopf und schwarze Hände. Di« Behandlung der Neger ist so verschieden wie ihre Sprache. Rasse. Schattierung. Charakteranlage. der erreicht« �ultur"grad, es gibt noch absolut« Perspektiven ün Handbuch gibt Sklaven und schon durchaus respektiert« autosahvende schwarze Land- wirte, gibt es nackte Urwäldltr und schwarze Dandys, doch ist es immer der Schwarze, der schafft und der Weiße, der angibt. Der Weiße kann den Neger nicht entbehren, viele der reichsten Distrikte sind ungeeignet für dauernde weiße Besiedlung. Wird aber nicht eines. Tages der Neger, gelehrig wie er ist, den Weißen entbehren können? Heute hat man in Afrika nichts zu fürchten außer der Ma- laria. Die Zustände sind durchaus geordnet. Die Neger sind kein« Wilden mehr und noch keine Rebellen. Ein junges Mädchen kann in Afrika, kann d u'rch Afrika allein reisen:' Dazu gehört nicht viel Mut. aber(streckenweise) sehr viel Geld. Die afrikanischen Bahnen sind nicht sonderlich teuer und im Norden. Süden und Osten geradezu ausschweifend bequem.(Fließendes Wasser, Tele- phon, Grammophon: ausgerechnet in den Tropen tanzt man auch im Zug, soviel ich weiß.) In Südasrika führt man durch den gleiten« den Toris— der Meilenpreis ermäßigt sich mit dem Wachsen der Strecke— außerordentlich billig. Di« 2000 englischen Meilen(1 eng- lisch« Meile gleich 1,0 Kilometer) von Beira(Mozambique) bis Kapstadt kosten(2. Klasse) 260 M. und von.Kapstadt nach W i n d h u k(weitere 1,W.Z Meilen) noch 120 M. dazu. Dos ist zivenr immer noch sehr viel Geld, aber wenn tiKtziJich schwarz anstreicht und als Neger in der Z. Klasse reist, koste? auch die ganze Riefenstrecke 60 bis 70 M., also so viel wie eine Retourkarte von Berlin nach Wien. Mit der Ostofrikareisc durch Aegypten und den Sudan dagegen hat es ein Häkchen. Die drei Wochen von Kairo nach Mombasa kosten(iirklusive Derpflegung) a/att 2000 M. Eine unvermeidliche ekelhaft teure Luxusnüsahrt und eine interime klein« Autostrecke richten das Malheur an. Die osrikanischen Fwßdampfer sind ganz im allgemeinen Hinte rrückstge, unzuverlässige, räuberisch teure Din- ger, vor denen zu warnen ist. Die Au t o s aber haben sich ganz Afrika erobert. Wo immer die von Norden und Süden, Osten und Westen ausgehenden Bohnen nicht ganz aufeinander treffen, sind Autolinien vorgesehen. Man kann nnt dem Auto fahren. wohin man will— wenn man es bezahlen kann. Will man vom eleganten Nairobi nach den hochinteressanten B i k t o r i a- fällen— 16 Tage— mit dem Auto, das kostet snll sive Der» pflegung und Hotel 710ö M. Nachdem ich das gelesen hatte, blisb ich drei Tage niedergeschmettert im Bett liegen. Dam, las'ch weiter und entdeckte, daß diese Streck« für zwei Personen aber „nur" je 376S M. kostet... Die Autotouren wurden früher' und werden vielfach noch heute durch Fußmärsche, sogenomtte Safaritouren ersetzt, di« viel romantischer, aber noch bedeutend teurer sind. Denn man rechnet 25 Träger und drei Diener auf einen solcherart mit Logerausrüstung reisenden Weißen und trotz der billigen Steuern und Nahrungs- mittel(sür drei Eier zahlt man 10 Pf., ein kleines Kücken kostet 30 Ps. bei den Dorfbewohnern) belaufen sich sodann die Personal- spesen allein auf 800 bis 900 M. den Monat. Und man schafft höchstens 25 Kilometer den Tag. Di« Safaritouren sind aber noch immer Hill g im Vergleich zu den Iagdexpeditionen Dos ist das teuerste und daher sash-o nobelste Vergnügen der Welt. Safaris sowie Iagdexpeditionen arrangiert man gern in allen größeren und kleineren Zentren nach Wunsch, auch Versandt und Bearbeitung der Iagdtrophäen werden gewerbsmäßig betrieben, und ein weißer Iagdsührer steht für einen angemessenen Preis sofort zur Verfügung. Die Gesamtkosten einer afrikanischen Großwildjagd getraut sich auch dieser sonst in Z'h'en schwelgende Baedeker nicht zu nennen. Der Jagdschein alle n kostot in K e n y a(dem wildreichsten Gebiet der Erde) 2000 M. sür Fremde und 200 M für den Ansässigem Für diesen Schein darf der Inhalier ein« unbegrenzte Anzahl Zebras, Antilopen, Büffel und Löwen abschießen und kriegt noch zwei Nilpferde gratis dazu. Ueber das hinaus zahlt er Schußgeld 300 M. für den ersten Ele- santen, 900 M. sür den zweiten Auch ein Giraffe kostet 300 M. Schuß gel d, ein Nashorn oder«in Strauß 100 M.(die�weiblichen Tiere kosten immer dos Doppelte) Dos ist«in teurer Spaß. Die Jäger, die ich kenne, jagen daher gern an den Staatsgrenzen Man schießt auf der«inen Seite und oerkaust auf der anderen. Damit kcum man ein Vermögen verdienen. Leianel» Hemmer. (7. Fortsetzung� Alle drei Männer streichelten das zarte Material, und De- f-rieux sagte: �Anstatt sich zu bekämpfen, hätten Frankreich und Holland sich gegen England verbünden müssen. Flandern will sich auch noch zersplittern: Antwerpen von Brüssel trennen. Wäre aber Einigkeit von Rotterdam bis Brest, dann wäre England nicht so stark. Die Deutschen haben den Versuch gemacht, den Fehler der Franzosen wieder auszumerzen und aus Antwerpen ein« Stadt wie London zu machen: zwei ähnliche Städte. Grotzhäfen au einer erweiterten Jlustmündung. London ist souverän im Empire: Antwerpen wird Brüssels Feindin." Herr Julius Debakker wars hin: „fsören Sie einmal, was De Briese sagte: Zwischen dem pro- lestantischen cholland, sagte er, und dem katholischen Belgien war das dieselbe Sache wie zwischen Irland und England. Holland zwang uns bis achtsehnhundertdreitzig. niederländisch zu sprechen. Di« Revolution kam. ohne daß die Sprachenfrage geregelt wurde und jetzt ist es wieder dasselbe: Di« Wallonen tyrannisieren die Flamen. Aber ich sage Ihnen: Mit den Deutschen hier, das war ein« Revanche. Im Rate von Flandern sprach man unter von Bissing flämisch, cholland hat während des Krieges 14 den deutschen Soldaten Käse geschickt und über die belgischen Leiden gelacht. Nach dem Kriege hat es den in Brüssel verurteilten Aktivisten Stell, mgen verschafft Deutschland hat 1913 12 000 Hektar Flachs gebaut, 192» sa v»» und 1921 134 000 Hektar." „Jetzt, wo wir wieder an die Lys zurückgekonnnen sind," fügte Stevens hinzu,„werden wir wieder vorschreiben, was gemacht werden muh." Am 11. Just, dem Jahrestag der Schlacht der„Goldenen Sporen", flatterten groß« flämische Fahnen im festlich geschmückten Courtroi. An der Front eines katholischen Hauses hing vom Dach bis auf di« Straße ein Rosenkranz aus Goldkugeln. In den Nischen mit den Heiligenbildern brannten Kerzen. Die Flamen, im Schmuck der gelben Rose mit dem schwarzen Herz«n. versammelten sich vor d«m„Vlaamsche Huis" Groeninghe Straat. Turner in weißen Trikots marschierten im Takt nach der Musik: von Priestern geleitet. die das Abzeichen des schwarzen Löwen trugen. In die fröhlichen Marfchweisen der Männer hinter den großen Fahnen dröhnten die ernsten Klänge der schweren Kirchenglocken. Bon der Küste her weht« eine kräftige Brise und machte den Fahnenträgern ziemlich zu schassen. Die Fahnenstangen liefen in Hellebarden oder Lanzen- spitzen aus. (Konstant Leynseel« marschierte an der Spitz« der christlich organisierten Flachsarbeiter. Wie«in« Truppe aus den, Jahr« drei. zehnhundertundzwct unter Führung Guillaum« de Iuiliers— auf- richtig und entschlossen— trugen sie den alten Stolz der Müller Flandern durch die Straßen der ruhigen Stadt. Das Lied von Fauoe: De Vlaamsche Leeuw" erklang zu den Tönen der Zieh- Harmonika. Constant trug eine Fahne. Neben ihm ün Sonntagsstaat ging Julia Vandael, glücklich und gläubig. Eben erst hatte sie den Segen der schwarzen HeUigen von Courtrai für ihre Lieb« herabgefleht. Eine Milchsra», die neben ihrem Hundekarrcn stand, rief den Männern anfeuernde Worte zu. Man marschierte nach dem Sieges- denkmal: Slag der Gulden Sporen. Das flämische Bataillon marschierte Schulter an Schulter, nur die langen Piken und die großen Messer fehllen. Ihre Stimmen und das Klappen ihrer Hacken belebten die sandsteingepflasterten Straßen. Bon den Fassaden herunter grüßten Fahnen mit Lanzen- spitzen. Die Fahnenslangen ragten inuner heraus. In jeder G«- meinbe hatte eine Frau den besonderen Auftrag, auf den Kasten aufzupassen, in dem die Jahne aufbewahrt wurde. Als gewissen- Haft« Leute lonien diese Flamen zum Zug mit der zweiteiligen Fahnenstange, die sie dann aufeinandersteckten, und mit der Fahnem seid« im Kasten. Nach einer solchen Feier wurde die Fahne wieder sorgsällig verwahrt. Priester lagen im Fenster: ihre weißen Bäffchen wehten im Wind. Das slamisch« Handwert war stärker als eine regulär« Truppe. Gemeinsame Heimat und gemeinsam« Arbeit waren«in unzerreiß- bares Baud. Sie waren Erben jener Handwerker, deren Werkzeug« Waffen wurden. Sie hatten dieselben Händel wie jene, dieselben Raufereien, dieselben Werkzeuge, brauchbar zur Arbeit oder zur Schlacht. Bon neuem entdeckten sie in sich di« kriegerische Seele jener Arbeiter, die begeistert und mitleidslos einst die Edelleute in den Tod geschickt hatten. Flämische Gewerbe hatten den Markt Europas beherrscht und die freien Städte reich gemacht. Jetzt wurden die Spinnerinnen, die Weber und die Walker aus Flandern durch die Arbeit einer ganzen Welt ersetzt: durch Frankreich, England. Amerika und Japan. Roubaix und Tourcoing waren für Wolle und Tuch jetzt geschätzter« Plätze als die allen flandrischen Städte. Belgische Spitzen standen nicht mehr an erster Stelle. Aenedig, Irland und Frankreich verarbeiteten das feinste Garn ebensogut wie Malines oder Brügge. Aber Flachs, wie den von der Lys, gab es nirgends mehr. Die Männer von Courtral blieben die Flachs- kouige der Welt. So lobte in ihrem Dosang der olte Stolz Peter Konings wieder auf, der Anführer der Lrügger Weber gcwcsei' war und der dreißig Handivcrksmeistcr, die seinerzeit gegen Jacques de Chätillon Salnt-Pol rebellierten. Die reichen Flainen von der Ly» waren heute Fronzöcler: ihr» nackten Fahnenstangen wirkten wie Waffen von Edelleuten gegen die Anhänger des schwarzen Löwen. Der Krieg zwischen dem flandrischen Handwerk und dem König- reich Frankreich war noch nicht beendet. Ernst schritten sie dahin: ihre Holzsckmlje klappten: sie waren noch feuckt von der Arbeit Im Wasier. Kein Lachen war sichtbar auf dem Antlitz der Frauen. Noch einmal marschierten diese derben Bmiern in dir Schloibi von Courtral. Die Instrumente der Musiker blitzten: dl« Musik riß die Menge mit. Jede Gemeinde marschierte unter ihrer Fahne: Wevelghem unter gelber. Gulleghem unter arüner Fahne. Die Priester marschierten in Reih und Glied und sangen mit lvcitgcössnetem Mund. Wenn einer der Fahnenträger vom Wind gepackt und ins Wanken gebracht wurde, lachten die Leute, die vor ihren Haustüren standen. Einige Fahnenträger wurden schon müde. Sie rollten die Hälfte des Fahnentuchs um die Stange, aber die weißen Schilder, die von je zwei Männern ge- tragen wurden und auf denen in schwarzen Lettern zu lesen war: „Seen Tal Seen Volt" blieben trotz des Sturmes entfallet. Ein Angetrunkener, aufgeregt durch die Blasmusik, stürzte aus der Schenke heraus und hüpfte am Zug enllang. Er schwenkte di« Arme m der Luft und stampft« mll den Hacken auf, jedoch ohne jemand zu belästigen. Ein Aller— er trug auf dein Rücken die dicke Pauke.— wackelt- mll dem Kopf. Ee dröhnte ihm in den Ohren von den kräftigen Paukenschiägen und der hellen Zimbel. Auf der Lysbrücke packt« der Wind von der freien Fläche her die Marschierenden stärker. Die Fahnen knatterten, di« Löwen, di« Helligen und die Christusbilder entfalteten sich. Das alle Flandern und der olle Katholizismus vereinigten ihre Gesänge und ihr« ge- stickten Embleme. Aus dem Trupp der Frauen schwangen sich geistliche Lieder in di« Lüfte und Schlachtgesäng« aus den Reihen der Männer. Der starke Wind fuhr über die Garben der Ebene und trug den scharfen, fauligen Geruch in die Menge. Gelber Flachs stand in Stiegen, aber man sah niemand arbeiten. An diesem Tage sang ganz Flandern. Auch aus den sozialisüsck>en Lokalen drangen die Klänge der Harmonikas: nur spielten sie ihre eigenen Kampflieder. Wenn die Sänger vom Blaamschen Leeuwen und die Choräle singenden Frauen an solch einem Lokal vorüberkamen, schwollen ihre Stimmen zur höchsten Stärke an. Lauter noch dröhnt« die Pauke, und heftiger wackelte der Kopf des Alten, der sie trug. Ein paar Musiker verspürten Durst. Sie verließen ihre Plätze und gingen in die Schenke, einen heben. Zlber sie gingen in«ine der katholischen Schenken, die das Kruzifix über der Theke haben. Sie tranken hastig und Uesen zurück mll noch feuchten Lippen. Als man auf dem Schlachtfeld angekommen war— da, wo di« Flamen die Ritter Philipps des Schönen niedergemäht hatten— schwangen sich die Fahnenträger auf den Sockel, auf dem das»er- goldet« Flandern die Mähne des Löwen hält, der das Lilieirbanner zerfetzt. Ein steinerner Ritter, das Gesicht mit dem Helm bedeckt, liegt tot über dem königlichen Banner. Leynseele schwenkt das Banner der Flochsarbeiter hoch durch die Luft und tritt den Ritter mll den goldenen Sporen, der vor sechs- hundert Ichren besiegt wurde, mit Füßen Das Vermögen der Deprieux— Spinnereibesitzer in Lille— war weis« angelegt: ein Drittel in der Industrie, ein Drittel tn Grundstücken und ein Drittel in Papieren. Großvater Cyrille Deprieux,«in Bauer aus Cysoing, baute Flachs, brach chn und verkaufte chn an die Spinnereien im Flach- land. Diese fürchteten bankrott zu werden, wenn«in Erfinder den von Napoleon Bonaparte ausgesetzten Preis von einer Million für di« beste Flachsspinnmaschine tatsächlich gewönne. Cyrille Deprieux kaufte als Erster di« Maschine Philippe� von Girards, stellte sie in Lille auf und ließ sie arbeiten. Die Stadt nahm dem Dorf eines seiner ältesten Gewerbe. Seit dieser kühne Bauer in die Industrie gegangen war, vermehrte die Familie De- prieux dauernd ihr Vermögen. Kein Chef hatte den Kopf so voll wie Jean Deprieux anno 1921. Zwanzig Millionen waren ihm als Kriegsentschädigung Zuge- sprachen worden. Zehn davon hatte er verbaut: er wollte die groß- artigste Flachsspinnerei in Frankreich haben. Der verarmte Staat hatte aber mll der Auszahlung der restlichen zehn Millionen gezaudert. und so fehlte es Herrn Deprieux an Geld zur DerwirNichung seiner industriellen Pläne. Er halle keinen anderen Ausweg ge- wüßt, das nötige Geld in die Finger zu kriegen, als Grund und Boden zu verkausen. Noch niemals hatte das die Familie in den hundert Jahren ihres Wohlstands getan. Jetzt würde di« Fabrik Pachthös« fressen und sichere Renten zer- stören. Herr Jean Deprieux lebte in ständiger Angst davor, ärmer zu werden. Er war nicht geizig: er war mehr als das: er war neidisch auf den Reichtum anderer. Neid ist maßlos und übertrifft »och den Geiz. Er oerborg seinen Reichtum nicht. Er breitete ihn offen aus: er wollte mehr als olle übrigen bekannt und geachtet werden. Der Reinfall eines ferner Rroalen bereitete ihm unter Umständen mehr Vergnügen als ein eigener Gervinn. Wäre er geizig gewesen, hätte er nur an sich gedacht: aber weil er neidisch war. dachte er immer nur an die anderen und quölle sich wegen seines und ihres Geldes. Er mußt« auch seinen Konkurrenten das abnehmen, was sie mehr besaßen als er. Er arbeitete wie ein Pferd und spekuliert« sehr vorsichtig, um jedes Jahr reicher zu werden und zu verhindern, daß die übrigen Liller Famllien ihn übertrafen. Herr Synquütttn-Six, Leinenweberei, Kompagnon von De- prieux, hatte soeben am Tourcoing-Platz«in sehr schönes Haus ge- kauft, um hier eine Niederlage und Vertriebsstelle für seine War« einzurichten. Herr Deprieux konnte keinen Besitz verkaufen, wenn er nicht in der öffentlichen Meinung sinken wollt«. Er war, um dies zu vermeiden, zu jedem Opfer bereit. Er plante etwas ganz Großes: Einführung russischen Flachses, den er den Sowjets ab- kaufen wollt«. Die Angst vor seinen Rivalen war größer als sein politischer Abscheu vor der bolschewistischen Revolution. * Die Familie Deprieux hatte seit zwei Generationen einen Der- treter in der Handelskammer in Lille. Herrn Synquinttn war diese Ehre von den zweiundzwanzig Großkophtas des Handels noch nicht zutell geworden. Aber er wartete geduldig: er wußte, daß dieje Auszeichnung, die nur für die großen Famllien in Frage kam. auch ihm eines Tages zufallen würde, wenn er lange genug bescheiden auf seinem Vermögen gesessen hatte. Wie alle anderen wußte Herr Deprieux, daß diese Auszeichnung wichtig war. Alle dies« Familien zeichneten sich durch keinerlei anderen Luxus aus. als daß sie an die Kirche Schenkungen machten Zehnfache Millionäre aßen zum Abend nur Butterbrot und kaltes Fletsch, dos vom Mittag übrig geblieben war. In den Salons der Kaufleute am Boulevard in Lille wurden nur die«rbeingesessenen Famllien empfangen: bei de» Industriellen und Koufleuten in Roubaix und Tourcoing cytch die Fabrikdirektoren, die Kompagnons geworden waren. Die Industrie- barone in Lille hätten mtt solchen Emporkömmlingen nicht Karten gespielt. Pornehm war nur. wer. wie die Famllie Deprieux, s:it drei Generationen Fabrikbesitzer war.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. 14 Millionen neue Amerikaner in 10 Jahren. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten belies sich im Juni 1928 auf 119 360 000; sie hat also innerhalb von zehn fahren um 14 299 000 oder 13,6 Prozent zugenommen. Seit 1909 hat sich die Gesamtbevölkerung um 29 Millionen vergrößert. Die Zahl der „oerdienenden Personen" oermehrte sich in dieser Zeit von 34 2öS 000 auf 46 580 000. Man schätzt, daß gegenwärtig etwa 61 Prozent der Bevölkerung der Bereinigten Staaten von dem Derdienten der anderen 39 Prozent erhalten wird. Im Jahr« 1790 wurden 80 Prozent der Bevölkerung als britischen Ursprungs angegeben; jetzt schätzt man die. Zahl derer, die von Engländern abstammen, aus etwas mehr als ein Drittel der GesamtbeoSlkeruno Der Reisepaß. Ein Engländer, der dieser Tage nach der Schweiz reiste, stellt« kurz vor Betreten der französischen Küste fest, daß er aus Versehen statt seinen Paß den im Aprll 1929 abgelaufenen Paß seiner Frau mitgenommen hatte. Seelenruhig zeigte er diesen an nicht weniger als acht verschiedenen Stellen, die er zu passieren hatte, vor, erhielt acht runde und eckige, schwarze, rote und violette Stempel hinein- praktiziert und kam glücklich in der Schweiz an, ohne daß irgendein Beamter bemerkt hätte, daß an diesem Paß irgendetwas nicht ganz in Ordnung war. freit«». 28. fodraar. Berlin. 16.00 Hermann Ambrosius: KU vier tri# As Moll, 0».«7.(Arthur Bohnhardt, Violine, Otto Kleist, Vloloncell und der Komponist am Noeel.) 16.40 Aus dem, Niteluntenlied".(Sprecher: Annemarie Loose, Wilhelm Leyheuscn, Gerd Frlcke.), 17 20 Buirs Schallplatten. 17.50 Oes neue Buch. 18.00 Dr. Eugen Nesper: Vom Rundlunkempinng. IS 25 ÜnterhaUungsmuaik. 19.30 Zum Gedächtnis Friedrich Eberls(gest. 78 Februar 1936): Gesandter a. D. Hildenbrand, M. d. R. 20.00 Inundant Dr. Hans Flescb; Rückblick auf Platten. 20.30 Wovon man aprlcht. 31.00 Guar itri Ouanctt, I. Beethoven: Streichquartett A Dur, op. U, Nr. 5. — 3. Borcdln: Streichquartett II. D per. 33.30. Kartenspiele."(Dr. F. Anders.) Anschließend; AbendnnUibeltung auf Sehal|platten. 34.00 Um Mlllernaeht heim Setba-Taie Rennen. KdBlgawBsterbaaaeo. 16.00 Schulrat Q. Wold und Leh-or BlsthoH. Wie wir die neuen Richtlinien für den Mosikunterrieht In der Landsehale durchgeführt haben. 16.30 Nachmittagskopaert von Leipzig. 17.30 Axel de Vrlea- Ans deutscher Pressearbelt Im Ausland. 17.55 Dr. Hans£. Priester: Die InlernatiOnala Geldmarktlage. 18 20 Carl Meißner; Vom Wesen der Marionetten, 18.40 Englisch für Fortgeschi itten«. 19.10 Funkprobesehreibcn für Stenographie, 21X0 Von K61n; Intermezzo. Anschließend: Voa KWn: Opernmusik. Ein Amerikaner wird chinesischer General. Dem amerikanischen Fliegerosiizier Albert Holl sind die chinesischen Generalstresien verliehen worden. Es ist das erstemal, daß diese Ehrung einem Nichtchinefen zutell wurde. Albert Holl hat eine abenteuerlich« Vergangenheit. 1913 trat er in die französische Fremdenlegion ein und wurde 1918 in einer geheimen Mission nach Rußland geschickt. Dort wurde er von den Bolschewiken gefangen genommen, worauf es ihm gelang, mtt Hilfe der Frau eines russischen Generals und deren Begleitung ,zu fltehen. Er kehrte nach Frankrelch zurück, wo er ein Buch über den Kneg schrieb. Dann trat er in den amerikanischen Flicgerdlenst ein und wurde in die chinesischen Revolutionswirren oerwickelt. In den Bürgerkriegen hat er sich besondere Verdienste erworben, so daß man ihn zum chinesischen General ernannte. Aus der Geschichte der Ziege. Die Wikdziege ist schon in der Altsteinzeit,' im Jungtertiär und im unteren Diluvium nachgewiesen. Zahlreiche Malereien in den Höhlen Nordspaniens und Südfrankreichs aus der Altsteinzeit zeugen von ihrer Verbreitung. Die Hornformen lassen verschiedene Rassen erkennen, von denen di« Schraubenhornziege, vom Himalaja bis Turkestan verbreitet, die Urform der europäischen Hausziegen darstellt, die Dezoarzlege, westwärts der Schraubcnziege bis Klein- asten und Kreta vorkommend und westlich davon im Hügelland die Eapra Priska. Die Ziege wurde sehr früh, nämlich im neolitlschen Zeitalter, zum Haustier gemacht. Die kleine Torfziege war eine Kümmerform der größeren Germanenziege. Es ist anzunehmcn, daß die in den südfranzösischen Höhlen abgebildete säbelhörnige Ziege In die eisfrei gewordenen nordeuropäischen Gebiete ein- wanderte und, als sie hier zum Haustier gemacht wurde, ausstarb. Reste der gewundcnhörnigen fand'man in Ostgallzien, sie oer- drängt« die Torfzieg« in der Schweiz. Eapra Priska ist die Stamm- form der griechischen Hauptrassen geworden. Als Kult- und Opfer- ti«r, wie die Sternbilder zeigen, spielt die Ziege eine große R'lle, wie uns auch di« Mythen der Germanen und Griechen lehren. Bei den Israeliten dagegen hatte sie kein« glückverheißende Bedeutung. Böses Spiel einer gutei Mine. In Norderney gab es dieser Tage eine Ricsenoufregung. In der Näh« der Diktoriahalle lag im Watt ein« riesige Ssemine und wurde von den Wellen i» gefährlicher Weise hm- und hergeworfcn. Die Polizei sperrte sofort die Gegend ab und errichtete«ine Warnungstafel:„Vorsicht, Mine!" Dünn drehte die Mine sich um und machte gqr nicht mehr die Miene einer Mine, sondern war— ein« bieder« Litfaßsäul«, die offenbar bei den Stürmen per letzten Monat« in irgendeiner der Hafenstädte davongeschwommen war und sich selbständig gemacht hatte. Plötzlich verstummt. Ein Verbrecher namens Georges Burlet hatte eben vor dem Gericht von Mefun tn Frankreich wegen eines Hotelelnbruch- ein volles Geständnis abgelegt. Plötzlich oersagte ihm die Stimm«. Die Gerichtsärzte, di« ihn untersuchten, stehsn auf dem Standpunkt, daß es sich nicht um Simulation handelt, sondern, daß die Erregung bei dem Geständnis dem Mann tatsächlich die Stimmbänder ge« lähmt hat. rJJvyrturicI metzel, das mit Boxen nichts zu tun hatte, entscheidend besiegte. Der Ringrichter schickte den hilflos dastehenden Swart in der vierten Runde in seine Ecke. Bon sehr guter Seite zeigt« sich wieder Ex- meister Paul Czirjon. Er schlug sich heldenhaft mit dem Belgier Joe Braecke und erhielt nach Ablauf der acht Runden die verdiente Punktentscheidung. R. Boguhn-Berlin hatte den tschechischen Weiter- gewichtsmeister Tommy Poetsch in jeder der acht Runden schwer an- geschlagen, er verstand es aber nicht, ihm den k. o. beizubringen, Bogubns Vunktsieg stand jederzeit fest. Der Leipziger Gebltaedt und Bolz-Berlin trennten sich unentschieden. Bundestreue in Teltow! Nachdem sich der Turnverein„Freiheit 03" in Teltow durch Ablehnung der Bundestagsbeschlüsse außerhalb des Arbeiter-Turn- und Sportbundes gestellt hat. steht die organisierte Arbeitnehmer- fchaft vor der Ausgabe, sich sofort einen bundestreuen Turn- und Sportverein zu schaffen. Alle Sportler, die auf bundestreuem Boden stehen, werden zum Eintritt in den neu zu gründenden Der- «in aufgefordert. Aktive und Passive Turner, Leichtathlet«« und Fußballer werden gebraucht. Gewerkschaftler. Parteigenossen, Genossenschaftler. Jugend heraus! Gründungsversammlung Sonnabend, 1. März 20 Uhr, im Lokal Linke. Teltow. Potsdamer Straße 39_ Noch ein Amatcurskandal Tcnnitsp:eier Prenn als Firmenvertreter Dem bürgerlich-feudalen Deutschen Tennis-Bund sirtb in der letzten Zeit wegen Verletzung der Amateurbe- stimmungen durch einige bekannte Sp.el«r Klagen zur Kennt- nis gebracht worden, die chn veranlaßten, den neu geschaffenen Ausschuß für das Amateurwescn einzuberuf«n. Da aber das der Sinklag« zugrunde liegende Material erst eingeholt und genau g«» prüft werden muß. wird wohl noch einige Zeit vergehen, ehe zu dem eigentlichen Fall« Stellung genommen werden kann, zumal der Hauptangeklagte sich zur Zeit an der Riviera aufhält. Es han- deit sich um den„Spitzenspieler" Daniel Prenn, der von«in«r deutschen Tennleschlägerfabrit für die Denulzung ihrer Marke während der Saison 1030 die so- ' sorlige Zahlung eines varbclrages von 3000 Mark und außer- dem die Lieserrna von 35 Gralisschlägern zu propagaadazwecken verlangt haken soll. Da die betreffende deutsche Finna dieses Angebot nicht atzep- li«rt«, übernahm Prenn ab 1. Januar die Generalvertretung einer bekannten englischen Lallmart« für Deutschland, außerdem soll Prenn zusammen mit Dr. H. Kl«inschroth den Dertrieb von Cochet-schlägern in Deutschland besorgen. Ist Prenn nachzu- weisen, daß er seine sportliche- Tätigkeit mit geschäftlichen Interessen verquickt, dann ist sein Uebertritt zum Berufssport unvermeidlich. So meldet eine Sporttorrespondenz. Die lieben Tennisleute scheinen blind und taub zugleich zu sein. Seit Jahren. Jahrzehnten geht die Geschichte im deutsckzen bürgerlichen Sport mit den„Spitzen- spielern", die von Turnier zu Turnier eilen, in der ganzen Welt umhergoirdeln und immer noch„Amateure" sind. Jetzt scheint man mal tüien gefaßt zu haben. d«r es gar zu arg trieb. Abep- ihr lieben Leute vom deutschen Sport", wie steht es mtt den anderen, mtt den Dr. Peltzer und Genossen, d-men sich Hun- dert« von au-gehaltenen Werksportlern anreihen? Alles Amateure, alles Amateure!? � Wirkliche Amateure, die Sport der Leibesübun? wegen treiben und keine Fabrrkverttetungen dabei übernehmen, gibt es nur bei den Arbeiter-Tennisfpielern. Das ständige Anwachsen der Bewegung beweist, welche Bedeutung, dem Tennis spiel auch in Arbeiterkreisen beigemessen wird. Aus dem kostspieligen Zeitver- treib der besitzenden Klasse hat. sich Tennis zu einem volkstümlichen Sportzweig entwickelt, dem deshalb erhöhte Beachtung zukommt. Die Abteilung Lichtenberg von Tennis-Rot Groß-Berlin kann zur bevorstehend«» Spielzeit noch eine beschränkte Anzahl neuer Mitglieder aufnehmen. Anfänger finden Gelegenheit, sich durch Teilnahme am Winterträining auf den Spielbetrieb im Frei«« vorzubereiten. Jetzt'ist also der günstigste Zeitpunkt zur Anmel- dung. Nähere Auskunft erteill Walter Kalusche. 0. 112, Mirbach- straß« 23._ Sireckenläufer im Training Wir befinden uns jetzt In der Dorfaisczn unjp es dürste lohnend sein, sich die Trainingsarbeit des Sitreckenläufers einmal etwas näher anzusehen, da viel« Sportler durch geistloses Training um den Erfolg und um die Freude am ihrer persönlichen Aufwärtsentwicklung gebracht werden. Wie oft kommt es doch vor, daß Sportler infolge ungenügender Borbereitung oder durch Ueber- schätzung ihrer Kräfte einen ungünsttgen Eindruck hinterlassen. Mit dem Wollen ist da nichts Zu machen, im Gegenteil, Wille und Ehr- geiz können sogar nachteilige Koenplikationen herbeiführen, selten jedoch Trainingssünden gutmachen,. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Trainryg. Zunächst ist größt- mögliche Beweglichkeit der Gelenkp und Bärzsder sowie Kontraktion der Muskulatur zu erwerben, ein dem jeweiligen Körper angepaßter raumgreifender Schritt ist davon abhängig. Der Aneignung eines zügigen Schrittes ist bei ollen Trainingcläuifen auf ebenen Wegen besondere Beachtung zu schenken. Der Spoxtler sollte ferner darauf bedacht sein, seinen Laufstil möglichst den muskelmechanisch«« Gesetzen anzupassen. Hierzu gehört fürs erste Kenntnis des Bewegungs- ablaufes; ausrechte Körperhaltung, jedoch nicht bis zum Hohlkreuz und entspannte, hohe Armhaltung werden sich vorteilhast auswirken. Diese Haltung gestaltet auch einem ausgreifenden, flüssigen Schritt. Die Bein« müflen gewisiermaße», leicht� Pendelbewegungen unter dem laufenden Körper aussühyen. B�i vorgeneigtem Oberkörper liegt der Körperschwerpunkt ungünstiger als bei aufgerichteter Hol. tung: denn durch die ständige Fallbewiegung wird unnötige Kraft vergeudet. Ein ausgerichteter Körper bewegt sich mehr nach dem Gesetz des Beharrungsvermögens,, der Lauf steht elastischer und leichter aus und wird außerdem kroftfparender fein. Sehr wichtig ist für den Streckenläuser ferner die Atmung, er muß sich unbedingt einen bestimmten Atmungsrhythmus aneignen. Auf die Einatmung entfallen dabei mehr Schritte als auf die Ausatmung. Jeder ist hier fein eigener Lehrmeister; ein festes Schema läßt sich dafür nicht aufstellen, der Hinweis ist jedoch sehr notwendig. Auf gründliche Ausatmung ist zu achten; sie bewirkt auch tiefere Einatmung und sonnt auch stärkere Sauerstoffoersorguog des Körpers als bei flacher Atmung. Das Geheimnis guter Leistungen liegt abA neben den. an- gesührte» technischen Fertigkeüen in deck Kunst der Entspannung während des Laufes. Die meisten Sportler laufen nämlich viel zu kraftvoll. Gerade der Streckenläufer muß cs oerstehen, stets nur diejenigen Muskeln In Tätigkeit zu bringen, die im Moment ge- braucht werden. Beispielsweise kommt es darauf an, die Bein« nach dem Abdruck entspannt durchpe�rdeln zu lassen. Di« Abbau- stoffe, die sich bei der Muskelarbeit bilden, mästen auf ein Mindest- maß beschränkt werden. Die kurzey Entspannungspausen zwischen den einzelnen Schritten— dasselbe gilt auch für all« andern Lauf- bewegungen— erleichtern dem Bjiutkreislaus den Transport der Abbau- und der Ernährungsstosfe und wirken außerdem dadurch krastsparend, daß nicht unnötig Ermüdungsstosfe entstehen.. Bei überflüssiger Mustelanspannung werden nämlich meist noch Muskel- gruppen angestrengt, die beim Lastf kaum gebraucht werden; hierbei werden, wie unschwer begreiflich ist. unnötig Ermüdungsstoffs ge- bildet und der Sportler somit an der Entfaltung seiner wirtlichen Leistungsfähigkeit behindert. Zusammenfostend sei also bemerkt: Acht« b«i den Läufen über längere Strecken auf möglichst rationell« Arbeit, pflege aber auch Schnelligkeitstroining; denn je schneller man in kurzen Distanzen ist, je leichter verträgt man auch Tempoläufe; j« leichter einem wiederum das Tempo fällt, um so bester wird die Entspannung gelingen. L. Arbeller-Rodsahrer-Verein Sroß-Verlin. Sonntag,?. März, 13 Uhr, Hirschgarten(Weltrestaurant). Start: Waldemarstraße, Eck« Mariannenplatz. Gäste willkommen. Ardeiter-Hockex am Sonntag Am Sonntag tr«fs«n sich um 9 Uhr Ostring II und Moabit (ASC. I). und um lO'/i Uhr ASC. I und Neukölln I(Ostring II) aus dem Sportplatz in der Normannenstraße. In beiden Spielen dürftet die Platzverein« den Sieger stellen. Auf dem Sportplatz Ost stehen sich um 9 Uhr T«nnisct. AuäcrordintUäi« eifcuna beute, 10 Uhr, iit der Ccfarnttstlctlc. Svlt-.ertc mtn Entftfwc'.cuttt« mit sie» lue Emmangnuhme der Mattdatc vttnktllch um SVi Uhr im lSewcrischoktshauo sei». Sfrcit eatplmntct Sh-rloltenbura, Nanuabtriluna. 1. Märi Grohreine. ntotlK» im Bootsbau«, 9 Uhr. 5. März ilhlciliinflaoctfammuma hei lliiuicke, flalfet-llriedridveivafic, 30 Uhr. Z«irnI»-SIot, Abt. Lichienbrra. Eonutaa, 2. März, Gcneralversammluns bei Weaner. grontsurier Allee 136, 17 Uhr. Touristen»««!».Die Raturlroiüde*. zentral« fflien. ssrelta-, 28. gebruar, 20 Uhr. Sbt. SbarloUentnra: Svrccstr. 80.' Iuaend imd Alter in der Bc- meauna.- Abt. Treptow! Sssenstr. 8. Seitere Reii'ationen.— Humboldt lguflendflniuuc): Bank» Ecke Wiefriistrohc. kiartenlesr».— gsalibootabteilnua: Britier Str. 27. galtboot-fahrer? Ecbnsucht.— Abt. Brth! Shaulkcestr. 48. Wir lesen ei» ernste« Buch.— Abt. Südost: Brider Str. 27. Lacht über Ruhla»».— Eruppe Prerilauer?«»: slahr:»ach �em Uldrrsee. Abfahrt Son»aue»d un> 17,35 Uhr und Sanntaa UM 7.2' Uhr vom Stettincr Bahnhof. Sonniaaskarte »och Melchow.— Montaa. 8. Miiri, 20 Uhr. Photoaemeiusckast: frankfurter Allee 307. Naturwisfenlchaftliche Photoaraphic.— Maltunstqenieiuschast! Wranaciitr. 128. Müriacdanteu. Strei« Turnerichalt Wilmrredors. Die 1. Schlllerabteiluna turnt von jeht ab Dicnstaq» und lkrcitaae von 18 bis 20 Uhr in her unteren Turnhalle in der ßobienrer Strafte. Die gunkiionürr trekfen sich Sonntaa NM 0 Uhr bei Wiedicke, aeaenllber dem Erunewaii. Kasino, in einer Bestchtiaun«. Arbciier-Rad»»nd ttrasssahrer-Bnad.Solidarität-, Orte« rupfe Sroft-Berli». Eeschäst-stellc? Obcct S'olhbarth. SÄ. 11. Schänebcraer Str. 17a. Sonntaa, 2. Marl, u Abt. Gemütliche« Beisammensein bei Schillina. Lichterfelde, West. Zehlendorfee Sic. 3.— 2. Abt.: 8 Uhr Böftsee. Start Diefsenbachsir. 86. Dien»- !aa, 4. Märi," ffeuttaMchi. 20'd Uhr. Badcabcnd, Gerichtstrafte.— 10. Abt.: 13 Uhr Siel am Start Pclers. 1, Leimabend. Wasseriorstr. 0.—». Abt.: Befichrnunfl einer Treffpunkt 10 Uhr Tristsir. 83, bei Schreiber. Jeden Dicnetaa, ...... WWW lUVllUi V'v tl. iu;i Ill-U hv. 1U.« IT!.. X«» M4J4. nici.---------- buraer Str. 3.— Abt. Schöneber«: Jede» Dlenslaa und ssreita«, 20 Uhr, Uobnnasabend für Saalkvort in der Turnhalle Am Tempelhofcr We«.— Abt. Rcnkölln: 13 Uhr Ausfahrt nach Rudow mit vnschlicft.'nder Kidelita». Start Soheniollernvlaft.— Abt. Llchteubera: g Übt Rodpolo. Uebunasftunde, Rusche- Ecke Borniftstrafte.— Abt. Wethens-r-Seinersdors! 10 Uhr Grünau— Erkner. Start Awonplaft.— Motorfahrer. Abt. Kriedrichshain: 12 Uhr Schönerlinde. Start Landebcracr Plaft.— Abt. Rord«»: Uhr Feuerwache Stockholmer Strafte. Bestchtiauna.— Abt. ckh-rlottenbnra: II Uhr Wilmersdorfer Ecke ganaistrafte.— Ab«. Nenkölln: Anfahrt nach Rudow mlt anschlieftender Fidc. Utas. Start Soheniollernplaft. Gäste stets willkommen. Reichsbannerruderer im Winter. Jeden Sonntag treffen sich die'' Reichsdannertameraden im Boots- V•- Haus in Köpenick, Wendenfchloß- ftraße 122, zum Arbeitsdienst. Schon um 10 Uhr ist der Bootsplatz um- gewandelt in«ine Arbeitsstätte, Hi«r werden die Boote aufgerauht, d. h.. der Lack wird mit Äahlwolle auf- gerieben, in einer Ecke sind ander« damit beschäftigt. Rollsitze zu über- holen, wieder andere sorgen dafür, daß die Riemen neues L«d«r er- hatten. Hier werden Ausleger bron- ziert, gleich daneben überprüft ein Kamerqd, von Beruf Schlosser, die Dollen. Auf dem ganzen Platz herrscht reges Leben und Treiben. Pünktlich,„wie bei den Mayrern", wylb zum Mittag schlafen, d. h., Bäte: Lebrecht verkündet mit lauter Stimme, daß„Muster krappitz" den Sturm auf die Küche erwarte. Noch ein, zwei Stunden Arbeit, dann kommt Spiel und Sport als nächster Punkt der Tagesordnung. Aber trotz Arhett und Spiel vergessen di« Reichsbannertameraden nie» daß fit Ruderer sind. Jeden Sonnabend wird von 19� bis 21 Uhr in der Kastenruderanlage Stralau. Tunnelstraße 3/4. fleißig geübt. Um weiten Volkskreisen SelegenHett zu geben, das Rudern zu erlernen. ist der Bettrag ermäßigt worden und wie folgt gestaffelt: Passive 2 M., Jugendliche bi» zum vollendeten 18. Lebensjahr 3 M., Mit- glieder über 18 Jahre 4 M. Alle Republikaner, dl« Rundersport unter Schwarzrotgold betreiben wollen, sind bei den Relchsbanner-- rudever» herzlich willkommen. Nachruft In der Zwcht vom 27,»um 2& Zedr. enlrtS uns der Tod unseren lieben ÄaUegen Hugo Freund ST.s Mensch, voll von Idealen, bat ee fein ganzes Leben in den Dienst der arbeitenden Bevölkerung gestellt Uns war er ein ffllhrer, Freund und Helfer. Sein Andenken werden wir in Sbren halten! vle AngeiteUieo der A. O. K. WUmenderl. tmm Freitag, 2i. Z. Stsats-Oper Uotei d- Linden WM». B Fr. Iii. l szdm.td.-t. Ho. 57 A Vhr Der Endegeg.22"»U. Staats-Oper ta Pili! Btr Rwoblil Vorst 35 » UFif Dielielnilidie m Ende U Uhr Freitag, 28. 2. staut. Oper Bismarckstr. Tqrnus stl 20 Uhr Simone Boccanenra Ende 22-, Uhr Staat). Sdiaiisph. n CenOaniniurkl «.t 5 Fr. Ho. 5 Jikm.Jli.-t. Ho. 51 20 Uhr watleosteios Tod Ende?2'.| Uhr. !W.W!i«-Mil!i,WiU 20 Uhr Hans im sciinaheniocii Ende gegen 22Vi Uhr Tfgl. 5 u.B'.'j Uhr. B S Buk.#258 Pr. l-B M. Wochentg, 5 U. 50 P(.� M Heute leider Tagt Con Colteano, 4 Bronatta und weitere rum). Mgle in Europa gereigieSpitzenleistungen Tägi. S u. 015 Stint. 2-. Sa 8" A'ex. E 4. 8064 INTERNAT. VARIETE Morgen Premiere I VoutsDttlme Tbutir ui BlllowpWi. 8 Uhr Amnestie Schauspiel v Carl Mar. Finkelnbutg Btiilt: EanUL Siare Staat). Sdiilier-Tl). 8 Uhr Hans im Scttnaheniocii Staatsoper AmPl.d Republik 8 Uhr Die heimliitie Efle Deiitidiei lüeattt B 2 Weidenjaina 521» rl«I.S>ii Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw ReguMax Reinhardt Rammerspiele B 2 Weiiizodziiiiii 5201 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheim Bwi»: Hein Beieriili. Die KomSdie sl Bismck. 2414/7510 8'-'« Uhr Victoria von S. Maugham. Regie: MaxRelnhardL Musik; Mlseha Spolianskv Mctropol-Tti. 8>, Uhr Das Land des LScbelns Vera Schw.rr, Richard Tanber Musik von Franc L e h d r. iheater l Mm Täglich SV, Uhr: Hoiei Slam | Tel. Ciuwalfl 4335 SB. CSOB. osso| |7'/> Vorstellung i Sonnabend k Familioo-VoistiOiug. Kloder ulüu I i m 2.20 M. aufwärts halbe Pitlae. j?'/. Vorstellung| Karten rechtzeltg»Ickern i I DDD88E88V«»ll8PIEi.«»DL 0 Uhr; 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL A Sodiibd va still, ingek. kann Pr. Iheater i.d.Behrenstr. 33-54 A 4 Zentrum 026.027 Direktion Ralph Arthur Robert» 8'. Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) Berliner QlH-TrlO Mnukölln. W latuutr.74 7i 1 Direktion »r. Roberl Kleti Deulsehes KOnstler-Tdeal Barbarossa 3037 8'/« Uhr Jb?. zwei, droi" von FranrMolnai mit Hai Palleiibtrj, Vetter: Souper Dönhoff 170 täglich 8>,'. Uhi Die Straße mitUbartBullmaoo. Regie rieinr Hilpert, Operettenhaus Alle Jakobstr. 10132 (Zentral.Theater) täglich 8>/« Uhr nie Fledermaus mit Gustav Matznei Preise 1, 2, 3 M. Sonntag 1;3 Uhr Schneewittchen 5 Uhr PricderikB lemberd Musik von Gilben 1 Käthe Dortch Leo SchQlzendort! I ROSE TBallsadcbr [ Große Frankfurter Straße 132 Billettkasse: Alex. 3422 und 3404 1 Täglich 8.(5 Uhr(Sonntags 0 U.) Nur noch wenige Male | eis onilD«. Operette f. Uilltiker »Gasparone*' Für die Kinder t sonoe&end 5 iL, soeongi MO 0. „Aschenbrödel" ! Groges AnutattnngcMärchen Sonntag 5.15 Uhr- Zum 5». und letzten Male .Die Czarda«, Orttin'. Ab I. März jeden Sonnabend 1IJ3 Uhr Nachtvorstellung. .Der Mntiergatte' Kleines Theat. Merkur 1624 Tägi. Uhr DerValzervon beute Racbl! Erika Glässaer, Hilde W6rner, Hermann Scha jfufi Planetarinm — am Zoo 1 Vnii»?. Judüratkaln itrati 8.5 Barbarossa 537? 16!/, Uhr Dia Wintar- »ternblliter. I81', Uhr Oer Plan»! Jupiter. 2aten von........ 1,75. Bettdecken von..... v. 2,Sü„ Dekorationsstoife von... 3,—. 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Inhaber: Wolfgang Gnmge, Hauptfira�e 23/24 Lichterfelder Festsäle ZaeBttlmmdorfiegr S Atrium Beba-Palatl Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7. 6.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.13 Uhr Uraufführung; Mein Herz gehört dir mit Camilla Horn Bü: Laie, äzendy, MUc. Soozette, Teddy Caittcr U«chönabllrg M Alhambra Schöneberft, Hauptstr. 30 Die weiKc Nacht mit Hilde Jennlngs Rnhig. Helm m. Kflchenbenaimng Bühnensdiaa Fried rlchstadt Die Kamera z. Unter den Linden 14 ;h Uhr Sonnabend, Sonntag: Die Lencbie Allen»(Hlmanshn Rai) Monfa: SckicksaltwQrirl Passage-Licfaispicle Unter den Linden 32(Passage) Das große Liehtspielhatis der City. Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Wtlwenbalt für die reifere JoRrnd mit Karaper», Siagfrlca Atno Dei Hvchi auf Llebi- mit E veline Boll, Henry Sfnari W eidenhoi-Liditsp. An der Weidendammbrflcke Prlediichstr. 136 Wach. Ii Sonnt 3 U Tonil m: Allan tlc mit Fritz Kortner Regie; Daponi ■ m Artushof-Lidiispielc Pllra- and Bftbnentdiaa Pcrleberger Str. 29 und Stendaler Sti Da» Schweigen Im Wolda mir Dielerle Freiheit In Fcracla(BewJhrunp- fri»t> mit" Titania(ui. �h�'eheeg) iauputraße 4V Beginn 6.10/ 9 , 9 Uhr T Woof Jenen Die Intel der Vcnchail Kroncn-Licbtspiclc Rhcinstr. 65 Woch. 6�0. 9. St", ab 5 U Ern In Seid«(nach d Roman von E. Klein> mit ottti Aiaa>W. RiUe KeidiaaUlgct üeiprograinra 1 stcgiit« fl Titania-Palast stegli;». Süiloßstr s. Ecke GutsmuthtKir Beg-: bJO, 9U. Sonntags: 4.6. 0, 9 U. WllwcnbaU für die reifere jagend nim-Paiasi Kammersäle Teitöwer Str 1 W.6. Sbd.5, Stg. 4 Uhr Der Wiivenball mit Fritz Karaper» Rafab, das Herz des nabtradtck« B Hariendors M Ma I i Ctarreadoricr Sannt 3 l 1«*-ävä Lichtspiele lU'!--Vorst. Chauzseestraße Jüv W. 7, Stg. ab 5. Die goldene Hölle mit Dolore* del Rio Bü.; Die Tcddy-Jazztyncapalor» Süooslr.'v Filmeck Beg,nn Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof AI JoUon in dem Tonfilm: Der Jazztänger Bühne: Einst und fetzt Jugendliche hstben Zutritt Luisen-Theater m 3 u. Reichenberger Str. 34 BOhnentdiaa Bewährnngstritt (Freiheit in Fesseln) mit Fritz Kemper», Slegfr. Arno Stella-Palast Köpenicker Straße 11-�14 Beginn wochentags 6, 9 Uhr Sonmags 3, 5, 7, 9 Uhr Kasseneröffnung Stunde vorher Dir Das grandiose Fümwerk. : goldene Höbe mit Dolore» del Rio Auf der Bühne; Die»leben Arkonis äeff nnd Rlc Sternwarte- Treptow Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Silberkondor über Fenerland (Film von Gunther Plüschow) Primus-Palast w?. 9.15 u Am Hermannplatz Stg 4.45, 7| 9.15 U. Der Sieger aller Tonfilme; Die Nacht gehört ans IN. H. Alben Sonntag, 9. Mäiz. 230 Uhr: Fünfte* Sonderkonzert Dafo» Bela mit verstärk em Orchester Einlage faazb od auf vier Flügeln Kukuk w Sonnus 4 v Koitbussei Damm 92 Sünden der Väter m Emil Jannlngt MarqaU za vetkaafen mjt Ad..Tenjoa BCLhncnsckaa ..................'"M"II' Pv/-e>]c'nr Wochem. J. 7. 9 Ü. CXCClS Or Sonnt. 5, 1, 9 U k liser-Friedrlch-Stiaße 191 Tonil rar Iwan Moifok n, Dagov r Oer we be Tente! m. Bel.y Auanr fonfllzbr. Programm 'ugend Iche haben Zu ritt Stern, Hermannstra�e 49 Wochent. 5, 7, 9 U- Sonnt 3, 5, 7, 9 U Tonfilm mit Iw. bloss nktn, U Dagover Oer weige Trofel Tonfilmbelpiogra jugendliche haben Zutritt Ostair Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen.- Wochent 6."Sonnab 5 30. Sonnt ab 3 u Oonanwalzcr mit Kerry Llcdike Auf der Bühne: Sensationsgastsp. Celly de Rheydt mit Ihrem großen Ba'lett(18 Mitw.; lugendliche haben Zutritt, Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Freiheit in Fesseln (Bewährungsfrist) kt tut sich was In Bühncnschao In Hollywood Comeniu$'Lichtspicle Memeler Straße 67 Anf 6. U Sonn t« gs ab 6 Uhr Revolte Im Enciehaogthoof Vater and Sohn m. Harry LledHce Concordla-Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5, 7, 9 U., Sonnt ab 3 U Menithea am Sonntag Spielereien einer Kaiserin mit LH Dagover Toofllmbeiprogramm E Nau-iichtanbarfl h Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 AUmenie, der große Uachschtajei Da» Panzeronla mit Carlo Aldini Gate Bübncnsdiaa � Frtndrlchsfnlcle M Kino Busch vB�nnnd ÄK M'-Fnednchstelde Die wrlhe Hölle vom Ptz Palü mit dem Fllefbr Ernst Udei Deipio�ramm 6 N I e'ris'SC«? üvQteln Zj Mysiiun(bUm��atl) Hatselwerder Straße 17 Tonfilm Me'odle de* Herzens mit Willy FrLsck, Dito Parlo TonHimbelprogranun f HoTaSTt��"1� „Elysium" �nd P�vnzlauei Alleeon W. j 15 S 3.15 L. Tonitlm Oer Jazziängcr mit Ai tolton (Unendliche neben Zutritt g Wni'a'rinrefi R Schloßpark Füm- Bühne Beniner Allee 205—210 Fol und Fa«ackon als Modrkönlge König Cowboy mit Tom flu Norcten Alhambra MOllerstraßc 136, Ecke Seesfraße Pat und Patachon aU Modekönige Revue> Be»nch vom Mond jugendliche haben Zutritt Colosseum s�a'�uh/ Schönhauser Allee 123 Tonfilm: Ick glaub nie mehr an eine Fr an! mit R. Tauber Gala-Lichtbühne üsedomstr. 14. Anf. 6. 8.30. S. 5, 7, 9 U. Madame La mit Ida Wüst Der Frosch mit der Maske Noadf's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 IL, Stg 4 U. Sonntags 2,30 Ut Jügcndvorstcllung Pat und Päiadboa als Modekönigc Kennst du das kleine Haas am Michigansee? mir Teddy Bill Grones Lach programm Pharus-Lichtspiele Müllerstraße 142 W. 5' 4 U. Stg. 4 U Der Sehreeken vom Piccadilly Marojis zu verkaaiea mit Ad. Mcnjou Prater-Lichlspicl Kastanienallee 7-8 Wochentags 5�0. Sonntags 4 Uhr U. C. I(3 Tage auf f.cbcn und Tod) Katasiroph auf hoher See mit Chaplin Revue: Die honte Tflle »Rjalto" Film u. Bühne Reinickendoner Str. 14 fam Wcddinff) W ab 6. 8,45 Ü Sonnt ab 3 U. Tarksib No«rhrel hinter Gittern Grpfie Bühnc�sdiaa Skaia-Liditspielc Schönhauset Allee 40 W. 6. Stg. 4-30 U Der Erzieher meiner Tochter mit Hatrv UedUe Der Cowboy kön lg g C?äu.ncJl-.j'T,-rinen � „ Alhambra" 3a'Straße 5» Der Kampf am die Erde Wenn die Gro�slaal schläft ml Loa Cheney Revue. Fasse d cfa knrzl Balls ehmieder- Lichtsp Bad Straße lr Groge Bühncnschar Pal and Pa'achon als Modekänlgt Der Mann im Jankcl mit Carl Aocn Humboldt-Theater Badstraße 16 BtUmeiuehan Kreazzng de. Weihet mit Harry Liedlke Die Flockt der Delta Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Bühnerntckan Tonfilm: Ick glaub nie mehr an elneFranl mir Rickard Tanber � � Palast-Theater Breite Straße 21 a W. i.j7, 9 Sbd 5.7. 9 Stgs. 4�,7, 9 Uhf Tonfi'm The singlag fool (Der singende Narr) mit AI JoUoa lugcndliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 6.30 U., Sbd. 5 30 u. Stgs. 4 U. Tonfilm: Der weihe Teufel mit Iwan Mo» nein, LU Dagover Jugendliche haben Zutritt U Wiellllrtchöfüäätitllnk Film-Palast S�ln«» Blankenburger Straße W. 630. 9 U. Stg, 4.30, 6.45, 9 U. Wtlwenbalt mit rritz Karaper», S. Arno Die Hackwüdistgen g'«c;-.,.ekog7<8orr-0»t � Bürgergorten-Lichtsp. Hauptstraße Sl Film- a. BOhnenschaa Sonntag Jugendvorstellung FrQhllngscrwacfaen fn. Wedekind) Die Weif in Flammen ■■ Fümpaiast Tegel Bahnhofetr 2 W.6. 8>r. Sig.4,/«.6,xf5'» Sonnt. 2 Uhr sugendvorstellung 55(Iwerball mit Fritz Karaper», 5- Arno T.rzan» neu■ DscknngelgescktCt, „Kosmos" Flimbühce , iaupt.tr. 6 W.«b 6 U, Stgs. ab 4.1 U. Sonntag 2 Uhr: Jugendvortiellung Seapa Flow mit Oüo Gebühr Die goldene« mit Dolore» acl Rio Bühncmchaa,_ Union-Theater Haumstraße> üeg. Wtg, 6." a iL S-g. 2 u. Jugend vorsi- St. 4', 4. 6'? P-s U. Mona Vanna, Dram�, 6 Ak e 3 m eben Ihr Glück(Tcuie Hjimat) M MetinigsciorF"fc Fi mpalast stg hei ilner Straße 59 Stg. 2 U lug.-Vorst Dick bab* Ick ellebt mit Mady Christian», Bans 5tüva