Morgenausgabe Nr. 101 A 51 47. Jahrgang «Sch-nlNch 855t. monatfld) 8Ä) St (m oorauä juiOwt. PostbeMg«,W M. einschließlich KOPfg.Pc'stzeitun's. und 72 Pfg Postdeftellgedühttn. Auslands- »bonnemen» 5.— M. pro Monai. Sa.Eormirts" ericheint mochentäj- (ich zweimal, Sonntags und Montags einmal, d!« Lbendausgaden für Berlin und im chandel mit den, Titel.Der Abend" glluftrierle Beilagen.Volk und Zeit" und„Äinderireund". Ferner .Unterhaltung und Wiffen",.Frauen- stimme".„Technil"„Blick in tue Bllcherwelt" und„Iugend-LorwSrts" BeeUner VoUSblatt Sonnabend 1. Marz 1930 Groß-Äerlin 19 Pf. Auswärts 15 pf. 3Dif c! n t P o( 1 1 g« Nonporeivez?'?, 80 Pfennig. Reklame eile 5.— Reich)» mark.„Äletne Anzeiaeu� das Sitge» druckte Wort 25 Pfennig lsulqsfig zwei fettgedruckte Worte), sedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» ersie Wort IS Pfennig, jedes weiter? Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Fomilienanzeigen Ze l« 40 Pfennig. 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Aber auch in dieser Sitzung ist es nicht gelungen, die Meinungsver» schiedenheite« zu überbrücken und eine VerstänMgnngs- grundlage zu finden, die den Bestand der Reichsregierung und das Zusammenwirken der jetzige« Regiernugskoali- iion sichert. I» den beiden Hauptfragen: Reichszuschüsse zur Arbeitslosenversicherung und Heranziehung der leistnugs- fähigen Schichten durch ein Notopser zur Einkommen- steucr als Ausgleich für die Erhöhung der Verbrauchs- steuern ist nach wie vor ei« erheblicher Gegensatz vor- Händen. Neben de« Meinungsverschiedenheiten in diesen beiden Hauptfragen bestehen ferner noch große Gegensätze in vielen Einzelheiten. Tie Zuspitzung der politischen Situation ist noch nicht beseitigt. Am Montagvormittag wird das Neichskablnett nun abermals versuchen, zu einer Einigung zu gelangen. (Sichc auch 2. Seite.) Di« Tatsache des Rücktritts des preußischen Jnnenministers Genossen Grzcsinski und die Ernennung des Genossen Oberpräfi- denken Dr. Waen/ig zu seinem Nachfolger hat gestern den Landtag stark bewegt! Diese Mitteilung des Ministerpräsidenten, die der Landtagspräsident Genosse Bartels zu Beginn der Sitzung vcr- lesen hatte, war so überraschend gekommen, daß selbst Kommunisten und Nationalsozialisten der Ausdruck der Freude im Halse stecken blieb. Schweigend— viele bestür.st— nahmen die Abgeordneten die uneriiMrtete Nachricht entgegen. Der Rücktritt des Genossen Grzesinski hat keinerlei p all- tische Gründe. Die Hetze einiger Demokralenblätter wegen der Besetzung frcigewordencr Oberpräsidien und Regierungspräsidicn war längst ausgeräumt. Die Regierungskoalition in Preußen stand fest zusammen wie nur je. Das Miß- trauensvotum, das heute auf. der Tagesordnung gestanden hatte, wäre im Falle der Abstimniung mit mindestens 20 Stimmen Mehr- heit abgelehnt worden. Zu allem Uebeisluh hatten neben den Regie- rungsparteien auch die der Hugenberg-Führung entronnenen Deutsch- nationalen erklärt, daß sie b«i dem B ödsinn der kommunistischen Mißtrauensanträgc ohne Grund und Ziel nicht mehr nriiinochen würden. Der Rücktritt des Innenministers Genossen Grzesinski hat ledig- lich persönlich« Gründe. Genosse Grzesinski ist krank und soll auf den dringenden Rat der Aerzte in den nächsten Wochen nicht arbeiten. Bis zur völligen Wiederherstellung das preußische Innenministerium ohne vcrnnlwortlichen politischen Chef zu lasseil, hat er mit seiner strengen Pslichtaufsassung nicht vereinbaren können. So ist er trotz allen Abredens zurückgetreten. Zur Krankheit des Genossen Grzesinski haben aber den Haupt- teil die infamen persönlichen Hetzereien beigetragen, denen«r in den letzten Wochen ausgesetzt war. Man kann darüber sehr offen reden: Genosse Grzesinski lebt seit mehr als einem Jahrzehnt von seiner Frau getrennt: erlebt seitIohren mitder Frau seiner Zuneigung zusammen. Diese höchst einfache Tatsach« ist seit Monaten zu den gröblichsten Verleumdungen und S ch i m p f e- reien mißbraucht worden. Lumpen aller Richtungen haben sich zusammengefunden, um mindestens jeden Tag einmal im Landtag von den Eheoechältnissen des Minister»' Grzesinski zu sprechen. Gc- nosse Grzesinski hätte wie Hunderttausende andere seine Lebens- führung kaschieren können. Er hat das stets abgelehnt, weil er mit Recht geglaubt hat, daß in seiner Haltung nichtszuverbergcn und nicht» zu verstecken sei. Aber die täglichen giftigen Nadelstiche haben doch seine Gesundheit untergraben, das Gift der Verleumdung hat gewirkt. Ein Maim, der sich bisher Sozialdemokrat nannte, hat sich diesem ehrlosen Treiben gegen den Genossen Grzesinski angeschlossen. Der Senatspräsident am Oberverwaltungsgericht. Grützner, hat die Fraktionen der preußischen Regierungs- koalition der Hetze dienstbar machen wollen, so daß das„B e r l i n« r Tageblatt"— das von diesem Mann« weit abrückt— dos Folgende mitteilen kann: ..Uebrigens gingen die Angrisje nui das Privat- l« b e n des Miniiters nicht nur von der Rechten aus. Sie fanden vielmehr Unterstützung im Kreis« seiner eigenen Partei- poliiifche Gebeie untersagt. Labourrtgikrvng gegen polit sierung de? Flotte. London, 28. Februar.(Eigenbericht.) Die britisch« Regierung hat„angesichts des politischen Charakters der Auseinandersetzungen über die R e l i g i o n s v e r- s o l g u n g e n in Rußland" angeordnet, daß die von der Marinegeistlichkeit ofsiziell vorgeschriebenen Gebet«„sür die veriolglc» Christen in Rußland" einzustellen seien. Dieser Beseht der Admiralität gibt der konservativen Presse Gelegenheit zu neuen Angriffen gegen die Arbeiterregicrung, wegen ihrer Haltung gegenüber den Borgängen in Rußland. Der Rücktritt Grzesinskis. Einflimmiges Vertrauensvotum der sozialdemokratlschen Fraktion sür Grzesinski. freunde. So wurde im Landtag« gestern bekannt, was übrigens einem engeren Kreise schon vorher bekannt war, daß der der So- zialdemokra'ischcn Partei angehörige S e n a t s p r ä s i d e n t am Ober verwaltungsger! cht ä�rützner am 3. Februar an den Ministerpräsidenten Braun ein Schreiben gerichtet hat, das über dos Privatleben des Ministers Grzesinski in einem Tone von moralischer Entrüstung Beschwerde führt, einzelne Borfällc einer scharfen Kritik unterzieht, Beispietc aus der Kaiserzeit heranzieht, in denen Beamte wegen ähnlicher Dinge gcmaßregelt worden sind, auch an den Berliner Polizeipräsidenten appelliert, ferner von Diszipli- narverfahren gegen andere Beamte vor dem Obervorwaltungs- gericht erzählt und in dem Tone einer schlecht verhüllten Drohung die Möglichkeit erörtert, daß im Zusammerchang mit einem solchen Disziplinarversahren auch das Verhalten des preußischen Innenministers vor dem preußischen Obcrocrwaltungsgericht zur Er- örtertmg kommen könnt«. Herr Grützncr, der sich übrigens auch als sozialdemokratisches Aushängeschild eines soft ausschließlich von rechtsgerichteten Persönlichkeiten gebildeten Amnestieausschusses gebrauchen läßt, hat sein Schreiben, offenbar um iiM größeren Nachdruck zu geben, auch den Fraktionen der preußischen Regierungskoalition Übersand t." Das Hineinleuchten in die privaten Angelegenheiten eines Politikers, wie es gegen den Genossen Grzesinski geübt worden ist, stellt die schlimmste Derwilderung der politischen Moral dar. es ist die Einführung des erpresserischen Strolchtums in die Politik, dazu ein Ausfluß heuchlerischer doppelter Moral. Diese schmutzige und niederirächiige Kampfesweise hat ein Opfer mehr erfordert. Die Sozialdemokratische Fraktion hat ! flestera e i n st i m m i g dem Genossen Grzesinski Tank und Vertraue» votiert und ihm die herzlichste» Wünsche für seine baldige völlige Wiederherstellung übermittelt. Die sozialdemokratische Fraktion hat einmütig beim Parteivorstand den Antrag gestellt, G r ü tz u e r wegen ehrlosen und parteischädigenden Wer» Haltens aus der Partei auszustoßen. Die sozialdemokratische Fraktion war sich einmütig In dem Entschluß, unbeirrt durch Berleumdergesindel die bisherige Politik in Preußen sortzusetzen und mit geschlossener Krakt auch den neuen Minister, Eenosicn Waen'ig, zu unterstützen. So wird'die Sozial- demokratische Fraktion dafür sorgen, daß die Freude ihrer Feinde, die sich schon heute kaum zu äußern wagte, kurzlebig sein wird. Deutschland bleibt naß. Das Schankstättenge eh. Von Wilhelm Sollmann. Das Zllkoholgewerbe, die Alkoholinieressenien und die alkoholfreundliche große Presse werden sicher von sehr klugen Männern geführt. Manchmal sind sie so klug, daß unsereiner sie nicht mehr zu begreifen vermag. So haben sie durch unzählige Alarmartikcl das G e m e i n d e b e st i m m u n g s- recht, also die Möglichkeit eines örtlichen Verbots des Ausschanks geistiger Getränke, das bis vor wenigen Jahren | in Deutschland selbst für Juristen ein Fremdwort war,.in ! einem wahren Rekordtcmpo zu einer volkstümlichen Forde- . rung für Millionen Volksgenossen gemacht.„P r o h i b i- I t i o n" und„Trockenlegung" waren den Deutschen noch bis in die jüngste Vergangenheit ganz fremde Begriffe. Dann aber haben Alkoholgewerbe und alkoholfreundliche Presie eine Prohibitionsbewegung für Deutschland erfunden und sie in vielen Millionen Zeitungsblättern, in ungezählten Karikaturen populär zu machen gewußt. Mir. der ich als einer der an Kampfjahren ältesten Abstinenten in Deutsch- land, mich immer gegen die unmögliche Forderung einer allgemeinen Trockenlegung Deutschlands gewandt habe, wird es allmählich schwer, optimistische Illusionen zu zerstören, die durch die alkohol f r e u n d l i ch e Presse bei den Alkohol- g e g n e r n wachgerufen werden. Seit Wochen wird in der Alkoholpresse eine wahr? A n i m i c r st i m m u n g erzeugt durch große Ueberschristcn wie„Beginn der Trockenlegung in Deutsch- land"—„Sieg der Trockenen i m R e i ch s t a g"— „Sic Prohibition marschiert".- Bis nach San Franziska wird in Riesenlettorn die Phantasie verbreitet, daß im Deutschen Reichstage, soweit Poung-Plan und Finanz- kämpf Zeit lassen, noch eine Entscheidungsschlacht zwischen „Nassen" und„Trockenen" tobe. Was aber ist an alledem? Nichts! Richtig ist nur, daß der Reichstag sich zum so und so- vielten Male bemüht, die in der Gewerbeordnung, im Straf- gesetzbuch, im Notgesetz und in einigen Spezialgesetzen und Bundesratsverordnungen verstreuten Bestimmungen über die Führung des Gast- und Schankgewerbes in einem Reichsgesetz zusammenzufassen. Nennenswert Neues enthält die Regierungsvorlage überhaupt nicht. Sie ist ein schwerer Rückschritt gegen das Schankstättengesetz des Volks- parteilichen Wirtschaftsministers Dr. Becker vom Jahr? 1923, das ein G e m e i n d e b c st i m m u n g s r e ch t und das sogenannte Gothenburger System, also die Bevorzugung von alkoholgegncrischen gemeinnützigen Ber- einen bei der Konzessionserteilung bringen wollte. Rur die Kommunisten haben diesmal im Volkswirtschaftlichen Aus- schuß die Wiederherstellung der Regierungsvorlage aus dem Jahre 1923 beantragt. Die sozialdemokratischen Mitglieder haben trotz grundsätzlicher Zustimmung diese kommunistischen Anträge abgelehnt, weil in diesem Reichstage eine Mehr- heit dafür nicht zu haben ist. Dagegen hat sich im Volkswirtschaftlichen Llusschuß eine Mehrheit für einige sestr bescheidene Verbesserungen zusammengefunden. Prüfen wir, ob sie die un- geheure Aufregung lohnen, die sie in der Fachpresse des Alkoholgewerbes und in einem großen Teile der Tagesprcfse hervorgerufen haben. Nach dein neuen Gesetz darf die Erlaubnis für den Be- trieb einer Gastwirtschaft, Schankwirtschast oder den Klein- handelt mit Branntwein nur erteilt werden, wenn ein L e- d ü r f n I s nachgewiesen wird. Das war bisher schon im allergrößten Teile des Reiches rechtens. Gastwirte, Alkohol- gegner und Verwaltungspraktiker klagen beinahe einmütig darüber, daß der Begriff„Bedürfnis" ganz willkürlich ans- gelegt wird. Starke Mißstände und Parteilichkeit in der Prüfung der Bedürfnisfrage werden allgemein behauptet. Gast Wirteorganisationen haben schon vor Jahren angeregt, die Zahl der Wirtschaften in ein gewisses Verhältnis zur Einwohnerzahl zu bringen. Eine solche Relation besteht schon in mehreren europäischen Län- dern, ohne daß dort ein vernünftiger Mensch darin ein Mittel zur„Trockenlegung"' sähe. In Deutschland ist auch nach den ständigen Klagen der Gastwirte die Zahl der Wirtsbetriebe viel zu groß. � Dqs Gastwirtsgewerbs ist wahrhaftig nicht auf Rosen gebettet. Aus allen diesen Gründen hat der Volks- wirischastliche Ausschuß beschlossen, als Richtlinie sür die Bejahung des Bedürfnisses eine Gaststätte aus je-190 wohner zu bestimmen. Das soll aber nur für n c u zu er- richtende Betriebe oder für die Ausdehnung bestehender Äetriebe gelten. Es ist also blanker Unsinn zu behaupten, ber Reichstag wolle IVO 000 Gastwirte ruinieren. Für b e- stehende Wirtschaften kommt die Verhältniszahl überhaupt erst in Betracht, wenn der Erlaubnisinhaber stirbt oder seinen Betrieb übertragen will. Auch dann fällt Uebertragung an Verwandte und Verschwägerten nicht unter die Verhältniszahl. Im übrigen sind nach der jetzigen Fassung des Paragraphen unzählige Ausnahmen möglich. Man darf daher zweifeln, ob die Verhältniszahl die auf der einen Seite erhoffte, auf der anderen Seite befürchtete Wirkung haben wird. Gewaltige Aufregung verursacht die Polizeistunde. Nach dem Willen des Ausschusies soll die äußerste Grenze für die Polizeistunde im allgemeinen 1 Uhr sein. Es ist natür- lich eine Verkürzung der Polizeistunde möglich und wünschenswert, wo die örtlichen Verhältnisse es erlauben. Es ist auch die Möglichkeit einer Verlängerung der Polizeistunde bei allen erdenklichen Anlässen und„in bestimmten Orten* vorgesehen. Für die Sozialdemokratie ist die Polizeistunde keine attohol- gegnerische, sondern eine sozialpolitische Angelegen» heit. Wir sind für möglichste Einschränkung der Nacht- arbeit(z. B. Nachtbackverbot). Verkürzung der Polizei- stunde wird von den Gastwirts ange st eilten aller ge- werkschaftlichen Richtungen verlangt. Die Nachtruhe dieser Angestellten, unter denen sich viele weibliche Kräfte befinden, auch die Nacht- ruhe der in Wirtschaften oder deren Nähe wohnenden Leute, die früh um 3 oder 6 Uhr wieder an ihre Arbeit müssen, ist uns wich- tiger als die Rücksicht auf ungezügelte Freiheit nächtlichen Amüsements. Unnötige persönliche Bevormundung und Moralistentum liegen der Sozialdemokratie fern. Die Kulturpartei der deutschen Arbeiter, die in ihrer übergroßen Mehrheit mit den härtesten Sorgen ringen, hat aber keinen Anlaß, sich schützend vor das mondäne Nachtleben zu stellen. A r b e i t e r s ch u tz ist für uns auch der Paragraph, der den obersten Landesbehörden das Recht gibt, den Schnaps- ausschank an bestimmten Tagen, insbesondere an Lohntagen. zu verbieten. Dasselbe gilt für das von uns angestrebte Per» bot der Verabreichung alkoholischer Getränke auf Bor g. Uns interessiert der Altoholismus von Leuten, die sich hohe Zechen leisten können, wenig. Wir wollen unsere Klassengenossen und deren Frauen und Kin- der, denen es an Brot und Kleidung fehlt, gegen die Schnapsflut schützen, soweit es gesetzlich möglich ist. Dabei sind wir uns darüber klar, daß wichtiger als jeder Gesetzes- Paragraph die Kulturarbeit unserer proletart- s ch e n Organisationen ist, die für die Cntfufelung der Arbeiterklasse unendlich mehr getan haben, als alle Kirchen! und alle Altoholgegner zusammen. Kaum umstritten ist das S ch n a p s v e r b o t an Jugendliche bis zu 18 Jahren, das Verbot sonstiger geistiger Getränke und Tabakwaren bis zu IS Jahren. Das sind Forderungen der gesamten deutschen Jugendbewegung. Auch das Schnapsverbot auf Turn». Spiel- und Sportplätzen ist eine fast� allgemeine Forderung. Ob man. wie die Regierungsvorlage, ein Retlameverbot für Schnaps in den öffentliche«! Bertehrsanftalten(Eisen- bahn, Post, Straßenbahn usw.) vorsehen oder es auf alle geistigen Getränke ausdehnen soll, ist eine Frage geringer Bedeutung. Das ist der wesentliche Inhalt des Schantstättengesetzes. Es hindert keinen erwachsenen Staatsbürger, zu trinken, soviel er will und soviel er sich leisten kann. Es legt nicht einen einzigen Menschen trocken, geschweige denn ein Dorf, eine Stadt oder gar das Land. Zu einem fanatischen Streit für und wider bietet es nicht den geringsten Anlaß, aber Eiferer bedürfen eben keinerlei Anlasses, sich in Pro- oder Antiekstasen zu versetzen. Die Sozialdemokratie ist weder eine Alkohol- noch eine Abstinenzpartei. Sie ist weder„naß" noch«trocken*. Sie leistet Sozial- und Kulturpolitik und prüft daher auch dieses Gesetz lediglich aus dem Willen zu einer höheren und reineren menschlichen Kultur. Ein iniereffanier Antrag. Wer hat die Inflation gewollt und herbeigeführt? Dem Preußischen Landtag ist ein Urantrag des Abg. Dr. Graf von Posadowsky-Wehner zugegangen, worin nach Anführung einer Reihe von Aeußerungen ein- fkußreicher deutscher Persönlichkeiten(S t i n n e s uns Dr. Luther), aus denen eine absichtliche Herbei- führung der deutschen Währungstnslation hervorzugehen scheint, das Staatsministerium ersucht wird, bei der Reichsregierung folgenden Antrag zu stellen: „Die Reichsrcgierung wolle schleunigst ein Gesetz vorlegen, durch welches der Staatsgerichtshof beauftragt wird, zu umer- suchen, ob und welche ausländischen Stellen, ob und welche amtlichen Person« n�und ob und welch« Privatpersonen im Inland auf die plan- mäßig« Steigerung des Dollarpreises gegenüber der deutschen Mark hingewirkt und damit planmäßig die deutsche Wäh» rung zerrüttet haben.* ftchs Jahre nach der Stabllisisrung reichlich spät. Em Untersuchungsausschuß des Reichstags hat semer Zeit die gleiche Untersuchung geführt, wobei nament- uch die Deolsengeschafte von Stinnes durchleuchtet wurden Naher liegt uns der Versuch, die deutsche Währung zu erschüttern, der von den Leuten um H u g e n b e r g zur Vit der Pariser Verhandlungen systematisch unter- nommen worden ist. Wie wäre es hier mU einer Unter» suchung?_ Zu Santo Domingo ist zwischen den streitenden Part«-«»«in Waffenstillstand geschlossen worden, der Aussicht«ruf ein dauernd-s Einvernehmen gibt. Die Ehrengabe für Präsident Mosaryk(20 Millionen Kronen gleich 2S0 000 M.) zu wohltätigm und kulturellen Zwecken wurde nom Parlament beschlossen. Dagegen stimmten die Kommunisten. die Deuischnotionalen und die Hakenkreuzler. Die Slowakische Bollspartei blieb fern. Verständigung oder nicht? Immer noch erhebliche Gegensätze im Reichskabinett. Ueber den bisherigen Gang der Beratungen des Reichs- kabinetts über die Deckungsfrage erfahren wir: Für die Deckung des Fehlbetrages der Arbeits» losenversicherung stehen jetzt nicht mehr jene Borschläg« ernsthast zur Diskussion, die auf«inen direkten oder indirekten Ab- bau der Leistungen der Arbeitslosenversicherung hinzielen. Auch in der Deutschen Dolkspartei scheint man angesichts des Widerstandes von Sozialdemokraten und Zen» trum eingesehen zu haben, daß eine Verständigung ausgeschlosten ist, wenn der Fehlbetrag der Arbeitslosenversicherung von 250 Millionen nicht wie bisher durch Darlehen des Reiches gedeckt wird. Der bereits in der Dounerstagsttzung des Kabinetts erörterte Gedanke der Heranziehnng der Festbesoldeten für die Laste« der Arbeitslosenversichernng im Betrage von 100 Millionen Mark hat daher an Boden gewonnen. Da gleichzeitig der Verkauf von 150 Millionen Reichsbohnvorzugs- aktien an die Sozialversicherung als gesichert gellen kann, wurden damit die notwendigen 250 Millionen aufgebrocht. Wegen der Vorschläge über die Steuererhöhun» gen bestehen jedoch immer noch sehr erheblich« Meinungsoerschieden» hellen. Die von Dr. Moldenhauer vorgeschlagenen Steuererhöhungen belasten fast ausschließlich den Verbrauch. Auf keinen Fall sind sie sc» ausgeglichen, daß soziale Erwägungen dabei ausreichend berück» sichtigt werden. Erhöhung der Biersteuer, des Kaffee- und Teezolls, Einführung der Mineralwastersteuer, Erhöhung des Benzinszolls bei gteichzeiliger Ermäßigung der Jndustriebelastung sind Maßnahmen. deren«inseitiger Charakter so offenbar ist, daß starke pofitische Widerstände verständlich sind. Dazu kommt, was man gerne übersieht, daß die Tabak st euererhöhung mit einem Jahres- Fttrag von 175 Millionen schon vor Monaten beschlossen ist. Allen diesen Belastungen der Masse des Volkes steht keine entsprechende Gegenleistung der besitzende« Schichten gegenüber. Daher halten wir es nach wie vor für dringend erforderlich, daß der einmalige Zuschlag zur Einkommensteuer, durch den die hohen Einkommen zur Uebcrwinduug des Notjahres heran» gezogen werden, im Programm der Reichsregicrung enthalten fein muß. Neben diesen Meinungsverschiedenheiten in den beiden Haupi- fragen aber bestehen noch große Gegensätze in vielen Einzelheiten. Gesetzentwürfe über die Cteuererhöhunxen liegen bisher nicht vor. Bei einer ganzen Reihe der Vorschläge des Finanz- Ministeriums aber kommt es nicht nur auf die allgemeinen Zlbsichten an, sondern auch auf die einzelnen Wege zu ihrer Verwirk- lichung. Daher muß auch in diesen Punkten erst Klachell geschaffen werden, ehe man sich zu den Absichten der Regierung äußern kann. Schließlich darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, daß zwischen den Regierungsparteien beim Sozialetat, dem Wehr etat und einer Reihe von anderen mehr politischen Fragen ernste Streit- punkte vorhanden sind. Wenn deshalb auch nicht verkannt werden soll, daß hi« Ausgabe der Absicht, die Arbeitslosenversicherung abzubauen und die Berci:- stellung der von ihr benötigten Mittel den Konsliktstoff verringert, so besteht er doch ln anderen Fragen unvermindert fort. Di« Zu- spitzung der politischen Situation ist daher noch nicht beseitigt. Protest gegen Noumergu«. Warum hat er Vriattd übergangen?- Eine Kundgebung der Sozialisten. Paris, 28. Februar.(Eigenberichl) Der dritte Tag der sranzösischen Minlslerkrise hak die heillose Verwirrung der inuerpotillschea Sikttalloa um keinen Schritt ihrer Lösung näher gebracht, im Gegenkell, die politische Atmosphäre womöglich noch mehr vergiftet. Zum ersten Blake seit Beginn der Aera Doumergtie scheint sogar die überparleUiche Person des Präsidenten der Republik in den Sampi miteinbezogen zu werden. Denu nicht nur bei den Sozialisten, sondern bis weit ln das Lager der bürgerlichen Linken hinein werden immer mehr Stimmen laut, die gegen das Verhalten voumergues prokeslierea und ihm vorwerfen, daß er. den Rat der Präsidenten van Sammer und Senat mißachtend, wiedauum Tardien betraut habe, an Sielte einen gemäßigten Politiker zu berufen, oder wenigsten» die Meinung aller parleiführer zu hören, wie es die parlawentortsche Tradition verlange, ehe er seine Entscheidung traf. Die sozialistische Fraktion nahm am Freitag vormittag eine Entschließung an. in der der schärsste Protest gegen die künstliche Verlängerung der Srlse erhaben wird. Tardieu hat sich nämlich nicht nur vorbehallen, sein« neu« Regierung erst am nächsten Dannerstag dem Parlament vorzustellen, sondern auch den Termin für die Aufstellung seiner Mimisterliste, den er selbst bis Ende dieser Woche bemessen hatte, eigenhändig auf Sonntag oder Montag verlängert. Di« sozlali- stisch« Fraktion stellt deshalb in ihrer Entschließung fest, daß an- gestchts der internationalen Konferenzen In London und Genf, deren Arbeiten infolge der sranzöstfchen Krise unterbrochen werben muhten, und der drohenden innerwirtschaftlichen Krise das Erperiment Tardieus zu teuer sei. Gleichzeitig werben auch gegen den Polizeipräfekten von Paris immer offenere Anklagen laut, die besagen. C h i a p p e hätte die Straßendemonstration vor der Kammer, die den Sturz Ehautemps begleitet Hot. selbst organisiert: ein Gerücht. besten Hintergründe in der innigen Vusenfreundschaft zu suchen sind, die Ehiappe und Tardieu noch seit der Innenminister zeit des letzteren verbandet, als sie gemeinsam ihren Windmühlenkampf „gegen die rote Gefahr und für die Rettung des Vaterlandes vor der bostchewistischen Verschwörung* ausfochten. Tardieu selbst, hat erklärt, daß er nach wie vor fest entschlosten sei, unter allen Umständen eine Regierung auf die Seine zu bringen. Der sozialistisch« Beschluß hat in allen politischen Kreisen sensationell gewirkt. Die Gründe, welche die sozialistische Fraktion bewegten, den Namen des Präsidenten der Republik mit in die Debatte zu ziehen, sind viel ernsterer Natur, als es bisher eine geschickte Verschleierungstaktik erkennen ließ. Zu Wirklichkeit spielt sich hinter den Kutisten eln harter Kamps um vrland und seine Außenpolitik ab. Der Präsid»nt der Republik, Goston Doumergue, scheint mit Briand nicht mehr einverstanden zu sein und ihm' eine allzu stark« Neigung zum Nachgeben und zu Konzessionen vorzuwerjcn. Jedenfalls steht fest, daß Briand keineswegs, wie man«* lüz« her hatte durchblicke« lasten, unter allen � Umständen o b g el e h n t hätte, die Regierungsbildung zu übernehmen, sondern daß s 0.WP.H l Doumergue als auch Tardieu alles getan haben, um zu verhindern, daß Briand rn die Lage käme. etwa eine bejahend« Antwort zu geben. Es wird bestätigt, daß sowohl Senatspräsilent Doumer, als auch ftamnKr- Präsident B o u i sso n dem Präsidenten der Republik Briand als einzigen Politiker bezeichnet haben, der imstande wäre,«in wirk- liches Konzentrationskohinett mit Einschluß der Radikalsozialen zu bilden, und daß Doumergue trotzdem Tardieu beaustragt hat. Besonders in den Kreisen des Senats herrscht, seitdem das bekam« geworden ist, eine starke Mißstimmung gegen Doumergue, die ihren Ausdruck gefunden hat rn der Stellungnahm« der Grupp: der demokratischen Linken, die ini Senat die bei weitem stärkste Fraktion bildet und der auch Senatoren angehören, die nicht Mit- gliedsr der radikol. sozialen Partei sind. Durch sein« Freunde läßt Tardieu am Freitag abend verkünden, daß er unter allen Umständen das Kabinett bilden werde, und daß er schon jetzt einer Mehrheit von etwa 40 Stimmen sicher sei. In Wirklichkeit ist die Situation am Freitag abend nicht minder problematisch, als sie es am Vortage war. Daß es Tardieu schließlich gelingen wird, die nötigen individuellen Mitarbeiter zur Kabinettsbildung zu finden, ist anzunehmen. Ob aber«in solch«? Kabinett Bestand haben wird, daran zweifeln selbst die Freunde Tardieus. Die Hoffnung Tardieus. durch seine Derschleppungstokt>k die radikale Partei zu ermüden, und sie etwa zur Mitarbeit zu ge- Winnen dadurch, daß er ihr das Innen- und Finanzministerium an- bietet, stützt sich einstweilen auf keinerlei Tatsachen. Andererseits ist es sicher, daß der Wunsch der radikalen Partei, wieder in die Re- gierung zu kommen, schr stark ist. aber der Bedingung unterworfen bleibt, daß ein anderer Politiker die Führung eines nach links neigenden Konzentrationskabinctts übernimmt. Di« Frage, ob Briand trotz der gegen ihn gerichteten In- trigen auch einem Kabinett beitreten würde, das unter der Leitung Tardieus stünde und den Charakter einer Reckstsregisrung hätte. läßt sich nach allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz noch nicht beantworten. Grüne Front beim Reichskanzler. Eine Sachverstänvlqenkommisflon berufen. Der Reichskanzler hat in Gegenwart des R.'ichsministers für Ernährung und Landwirtschaft. Dietrich, die Führer der landwrt- schaftlichen Spitzenorganisationen empfangen. Ihrem Wunsche ent- sprechend wird der Reichsmlnister für Ernährung und Landw rt» schaft alsbald einen engen Kreis landwirtschaftlicher Führer zu einer Besprechung einberufen, in der beschleunigte und durchgreifende Maßnahmen zur Stützung des Marktes landwirtschaftlicher Produkte und zur Sicherung der landwirtschaftlichen Erzeugung vorgeschlagen und geprüft werden sollen. Ehrung für Friedrich Ebert. Kranzniederleouna in HeiVelberg. Im Austrage des Reichskanzlers hat der Präsident des Lande efinanzantts Karlsruhe wie in den Aorjahren am Grabe de» Reichspräsidenten Ebert anläßlich d er Wiederkehr keines Todestages namens der Reichsregierung«inen Kranz mit schwarzrotgoldener Schleife niedergelegt. Die preußisch« Staatsregierung hat durch Vermllt» lung des Oberbürgermeisters von Heidelberg einen Kranz mit Schleife in den preußischen Farben und mit der Aufschrift„Die preußische Staatsregierung* niederlegen lassen. Kränze ließen ferner niederlegen die badifche und die hessische Regierung, die Stadt Hcidelbhrg uno dos Reichsbanner. Die Beschlagnahme der Sroszschen Bilder. Das A m t s g- r i ch t Berlin- Mitte hat am Freilag auf Antrag der Staatsomralt. schaft I die von der Polizei auf der I s a- S ch a u ouspesührt« Be- schlagnahme zweier dort ausgestellter Bilder(Kirchensenster und d.is Kruzifix von Gros;) bestätigt und die Beschlagnahme drcl-r weiterer Bilder bzw. Figuren angeordnet Die Pe- schlagnahm« beruht auf§ 16« StGB., wonach die Erregung eines Aergernisses durch öffentliche Gotteslästerung sowie die öf-enltzche B-lchimpfung bestimmter Kirchen und deren Einrichtunzen und Ge- brauche unter Strafe gestellt ist. Neu beschlagnahmt sind: 1.«ine figürliche NachbiNung Papst Pius XI. im Ornat mit einem Revolver in der auf den Besajauer ausgestreckten Hand und der Unterschrift: „Rettet die christliche Zivilisation vor dem Teufel und dem Jolsche wismus!* 2. Die Darstellung eines durch einen Pfarrer erteilten Unterrichts an Zuhörer, die statt der Menschen- Schafsköpfe tragen. Z. Die Nachbildung des beschlagnahmten Kreuzes mit einem Lichtbild des Christusbilde» oon Grosz und eine Karikatur, die die erste Be- schlagnahme de» Kirchensenster» darstellt. „Dem Voltsempfinden hast du entsprochen, Lsrteil, darum sei verdammt von uns Juristen!" Die Rebellion in der KPD. Ausschluß der Rebellen.— Gpaltungsbewegung in Bayern. Sturm auf das Volkstheater. Äürgerdlockantrag gegen die Krolloper. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages deschästigte sich am Dienstag abend mit der Frag« der Staats» t h« a t e r. wobei besonders das Schicksal der Krolloper er- örtert wurde. Nachdem die intcrsrattionellen Besprechungen zwischen den Regierungsparteien in dieser Frage am Freitag nachmittag zu keiner Einigung geführt hatten, wurde im Hauptausschuß vom Zentrum, den Demokraten den Deutschnationalen und der W i r t s ch a f t s p a r t e i«in gemeinsamer Antrag einge» bracht, worin die Stoatsregierung ersucht werden soll, mit der Stadt Berlin in Verhandlungen darüber einzutreten, ob die gemeinnützige Theaterpfleg«, die bisher der K r o l l o p e r oblag, auf die Städtische Oper übernommen werdsn könne. Di- Stadt Berlin würde in diesem Falle eine staatliche Unterstützung für die Städtische Oper erhallen Mit der Volksbühne soll wegen gütlicher Lösung des Vertrages über die Krolloper in Verbindung getreten werden, um die Einstellung des Staats- theaterbetriebes an dieser Oper vorzubereiten. Auch die Deutsch« Volkspartei schloß sich dem gemeinsamen Antrage an. Gegen den Antrag wandte sich mit Entschiedenheit Abg. König als Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion. So sehr er auch für Herabsetzung der Zuschüsse sei. es sprächen jedoch rechtlich« Gründe gegen die Schließung der Krolloper, well der Vertrag mit der Volksbühne entgegensteh«. Zweitens müsse man die Schließung aus künstlerischen Gründen ablehnen. Die Krolloper habe sich gut entwickelt und ein« besondere künstlerisch« Form herausgearbeitet. Schließlich sprächen soziale Gründe gegen die Schließung. Für die Minderbemittellen habe der Staat unter Beachtung des Der- träges fürdenPlatzIM., ohne Rücksicht auf den Vertrag für den Platz 2 M. zuzuzahlen, während bei der Lindenoper die Zuzahlung f i ch auf 4,75 M. stelle. Es müsse in Ber- Handlungen eingetreten werden mit dem Ziele, daß die Städtisch« Oper und die Lindenoper zusammenarbeiten, um«in gemeinsames Solistenpersonal und«in gemeinsames Ballett zu schaffen. Staatssekretär Dr. Lammers vom Kultusministerium er- klärte, daß, wenn der gemeinsame Antrag angenommen werde, die Regierung energisch in diesem Sinne verhandeln würde. Er hoffe, daß die an den Antrag geknüpften Erwartungen in Erfüllung gehen mögen. Die Weiterberatung wurde auf Sonnabend vertagt. �SNareks Korruptionssiute." Das Anti-Sklarek-PIakat mit Sklarek-Geld bezahlt? In der Deleidigungsklag« des„Wahrheit�-Bruhn gegen den Redakteur des„Lokal-Anzeigers*. John, kam am Freitag nach längeren Verhandlungen zwischen den Parteien mit Zustimmung des Hugenbergverlags solgeiÄ>«r Vergleich zustande: ,Aexr Bruhn erklärt' Ich habe mich auf Grund der heutigen Hauptoerhandlung davon üderzeugt, daß die Deutschnationale Votkspartei oder Angehörige dieser Partei, abgesehen von der Hingabe von 2000 RM. an Herrn G a nz 0 w in einem Falle und von 6000 RM. an Herrn Zangemeister in einem zweiten Fall«, von den Gebrüdern Sklarek keine Geldmittel erhalten haben und daß auch diese beide Geldbeträge nicht als Schweig«, oder Schmiergelder bezeichnet werden können. Ein« Beleidigung des Herrn John hat mir völlig ferngelegen. Der Aussatz in der„Wahrheit vom i- November 1929 soll sich keinesfalls auf Herrn John beziehen*.---. Herr John erklärt:„Nachdem Herr Druhn dieses erklärt hat. nehm« ich nunmehr den im..Berliner Lokal-AWeiger* vom 7. No- vember 1929 gegen Herrn Bruhn erhobenen Vorwurf„ungeheuer- licher Verleumdung* als unbegründet, zurück*. Dies der Vergleich. Man versaht wohl, weshalb der„Lokal- Anzeiger* auf ihn eingegangen ist. Jetzt braucht er ja nicht den In- halt dieses Vergleich« zu bringen, während er im Fall« der Ver- urteilung seine« Redakteurs durch die dein Kläger zugesprochen« Publikalionsbefugnis dazu verpflichtet gewesen wäre. Dann hätten Icine Leser aber erfahren, was Herr Zangemeister als Zeug« ausgesagt hat, nämlich, daß er drei Wochen vor der Ver- Haftung der Brüder Sklarek dies« um Gelder für den Wahlfonds der Deutschnationalen angegangen ist, und daß die Brüder Sklarek ihm für die deutschnational« Porteikasse 6009 Mark gegeben haben. Bruhns Derteidiger, Rechtsanwalt Nübel. richtete an den Zeugen Zangemeister die bissige Frage. ob etwa für diese Gelder das W a h l p l a k a t der Deutschnationalen „Sklarek» Korruptions st ute* hergestellt worden sei. Herr Laverrenz, der Borsitzende de» deutschnationolen Landes- Verbands, rottete feinen Parteigenossen aus der peinlichen Situation, indem er aufsprang und erklärte, Zangemeister habe mit dem Plakat nichts zu tun! Daß die Gelder auch für dies Plakat benutzt find, wurde nicht bestritten. Einer gewissen Pikanterie entbehrte nicht die Aussage des deutschnationalen Schöneberger Dürgermcisters Bern dt. Eines Tages erschien bei ihm Bruhn und bat ihn. doch bei S k l a r e k s zu kaufen, die er als streng national« Juden kenne. Bald darauf suchte ihn Bruhn noch einmal auf und zwar in Begleitung von Sklarek selbst. Berndt ließ die Waren prüfen und stellte fest, daß sie„Tinnef* seien. Hä te er bei Sklarek gekauft, sagt der Zeuge, so bloß auf Deronlasiung des Herrn Bruhn. Auch an den früheren Oberreichsmilitäranwalt und jetzigen deutschnationalen Stadtverordneten Detkefsen hatte Bruhn einen Brief gerichtet, in dem er ihm Sklarek als streng nationqlsn Juden empfahl, mit dem man wohl Geschäft« machen könne. Als dann der Zeug« di«„Wahrhest* alz Revolverblatt bezeichnete, er- klärte Bruhn, daß das eine„Unverschämchest sondergleichen* sei, der Zeug« möge sich doch gefälligst die„Nachtausgabe* des Herrn Hugenbcrg genau anschauen... Di« nationalen Brüder waren wieder einmal einander in die Haare geraten, um gleich hinterher ihren faulen Vergleich zu schließen. Gegen den pilsndski-Terror. Sin Vorfloß des PPS �üßrers TUdziottowW. Warschau. 28. Februar.(Eigenbericht.) In der Freitagsitzung des Sejm wandte sich der Führer der sozialistischen Fraktion Niedzialkowski scharf gegen die seit einiger Zeit vom Regierungsblock heiriebenen Terrormethoden m Parlament, die anscheinend dazu dienen sollen, dos Par- lament von innen heraus zu sprengen. Dieser Vorstoß wurde von dem gesamten Haus«, mit Ausnahme de, Regierungsblocks. mit großem Betfall aufgenommen. Der Ischeklst Roizemaam vor dem Desiedowski aus der russischen Botschaft in Paris floh, ist zum ständigen Vertreter der Arbeiter- und Bauerninspektion zur Kontrolle der sowjetrusslschen Auslandsvertretungen mit dem Sitz i» B« r l i« ernannt worden. von de» Unterzeichnern der Erklärung gegen die PollUt der kommunistischen Zentrale sind die Stadtverordnete Uoseothal und der Vetriebsral V 0 l l m a n n bereils au» der APD. aus- geschlossen worden, heule sollen die übrigen Unterzeichner ausgeschlossen werden. Krach in Bayern. München 28. Februar.(EigeiNericht.) In der KPD. Gau Rordbayerr hat sich unter Führung einer der drei Sekretäre eine starke Oppositionsdewegung gegen die Politik der Zentrale entwickelt, deren weitere Ausbreitung durch den jetzt erfolgten Ausschluß de» Sekre- tärs Grönsfelder uns feiner Frau verhindert werden soll. Das Ausschlußverfahren gegen den ersten Sekretär Büchs, den Führer der vier Mann starken Kommunistengrupp« im bayerischen Landtag, ist noch in der Schweb«, ebenso das Ausschlußverfahren gegen eine Reihe anderer Parteimitglieder in Nürnberg. An der sogenannten FraktionsarbeU Grönsfelder» haben sich nach Mitteilung der kommunistischeu Bezirksleitung etwa 20 Prozent der Mitgliedschaften in Uordbayeru beteiligt, pie Ausgeschlossenen selbst behaupten aber, daß ein weil größerer Prozentsatz hinter ihnen steht. Der unmittelbare Anlaß zum Hinauschurf de«' SekretärS' Grönsfelder war ein vor uckn Tagen an die Mitglieder verschicktes Rundschreiben, das im Sinne der Brand ler-Oppo- sition gegen die Politik der Zentrale Stellung nahm, und das schwere Angriffe gegen die Kommunistisch« Partei und g« g« n die Komintern enthielt. Noch der Behauptung der Bezirksleitung ist die Tätigkeit der Versöhnler Brandler, Thalheimer und Enderl« in Nardbayern fest dem Sommer 1929 im Gange. Es fanden ein« Reihe von Geheimsitzungen statt, di« den Zweck hatten, im gegebenen Falle den garzen Bezirk Nordbayern von der KPD. los- zureißen und der Richtung Drandler anzugliedern. Der erste Sekretär Büchs hat auf Vorhalten erklärt, daß er zwar innerlich nicht auf dem Boden des Rundschreibens stehe, nichtsdestoweniger aber seine Berbreistnig billige. Daraufhin wurde ihm ein s ch r i f t- liches Ultimatum gestellt, dessen Beantwortung mit Bc- 1» Kein Zollwaffenflillfiand! Genfer Beratung auf unbestimmt« Zeit veriaqt. Genf. 28. Februar.(Eigenbericht.) Der llnkerausschuß über da» Zollfrleden». abkommeu vertagte sich am Freitag! er wird seine Arbeil wahrscheinlich nicht wieder ausnehmeo. Der einstimmige Beschluß der lehtea VZlkerbundsversammlung für die Herbeiführung eines Zollwaffen stillstände» muß al» zu den Akteu gelegt betrachtet werden. Krankreich hat den Zollfrieden verhindert. Die außerordentliche Erregung über das französische Verhalten in der Zollfriedenssrage hat di« franzv- fische Delegation veranlaßt, am Freitag ein« ossizielle Erklärung zu veröffentlichen, di« mit der Formulierung, ata ob die Erklärung Serruys eine weit über Ihre Trogweite hinausgehende Auslegung gesunden Hab«, versucht, die klare und schroff« Absage S«rruys an den Zollfrieden abzuschwächen. Es heißt tn der Erklärung, daß di« Rede Serruys nur begründen sollte, warum Frankreich nicht in der Lage sei. Ausnahmen für den Zoll- frieden im einzelnen anzumelden. Serruys habe nur jagen wollen, daß Frankreich der Meinung sei, vaß ein positives Resultat a u f anderem Weeg« leichter alz durch den Zollfri-dcn-plan zu erreichen wäre. Eine positive Haltung könne die französische De- legation erst einnehmen, wenn sie Instruktionen von der neuen Regierung habe.__ Zunstenkampf in Genf. Völkerbundsstatut und Kelloag«pakt. Gens. 28. Februar.(Eigenbericht) Der Ausschuß für die Angleichung de« Völkerbunds- Vertrags an den Kellogg. Pakt nahm zu Artikel 12 der Bölkerbundsakt« einen Zusatz an. der den deutschen Wünschen aus besonder« Nennung der Mit.el zur friedlichen Ausgleichung von Konflikt«, ungefähr entspricht. Für die Ausarbeitung des Schluß- berichts wurde ein Dreier. Ausschuß Angesetzt, dem von deutscher Seite von Bülow, der Franzose Cot und der schwe- disch« Völkerrechtler und Sozialist Unden angehören. Bei der stimmtheit seinen Ausschluß aus der Kommunistischen Partei er- warten läßt. Die Gegensätze zwischen den beiden Gruppen ver- schärfen sich immer mehr, seitdem die Zentrale den Befehl gegeben hat. daß der Kampf gegen die sogenannten Sozialfaschisten, der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften, genau so geführt werden müsse, wie gegen die Stahlhelmer und Hillerianer.• Da» erwähnte Rundschreiben legt im übrigen auch Werk auf die Feststellung, daß in der kommunistischen Partei kein Selbst- bestimmungsrechi für PUlglleder und keine Diskussionssrciheik bestehe. Nachdem schon im vorigen Sommer die Landtogsabgeordnete Rosa Aschenbrenner aus der KPD. ausgeschlossen ist, verliert die Partei mit dem Ausschluß Grönsfelders, der früher ebenfalls Abgeordneter war, und mit dem bevorstehenden Hinauswurf des Sekretärs Büchs diejenigen Kräfte, die das Häuflein Kommunisten in Bayern noch einigermaßen zusammenhielten Die Parlament- rische Vertretung der Kommunisten in Boyern besteht dann nur noch aus drei Leuten, von denen, wie man hört, schon wiedereiner auf der Proskriptionsliste der Zentrale stehen soll. Oer Fall Leow. I» Frankfu r�- Bocke Ab e im wurde ein Funktionär der. KPD. ausgeschlossen, weil er sich lediglich- für einen Antrag ein- setzte, der forderte, das ZK/ falle Lesw veranlassen, gegen die- ..Leipziger Volkszeitung* wegen deren Angriffe auf ihn zu klagen. Der Antrag war von der betreffenden Zehe mit großer Mchrhei? angenommen. Die Thälmann-Neumonn erledigten den Antrag durch Ausschluß. Zu diesem Vorgang schreibt dos Organ der Brandler-Gruppe„Gegen den Strom* vom 1. März: „Die Genossen im ganzen Reich müssen endlich vom ZK. kategorisch fordern, daß es entweder den der Unterschlagung und Bestechlichkeit bezichtigten Willy L e 0 w aus der Partei ausschließt oder aber ihn zwingt, gegen seine Verleumder zu klagen.* Weder dos eine noch dos ander« wird erfolgen, denn die Leow, Thälmann, Ncumann, Munzel, berg haben sich gegenseitig zu sehr, in die Karten gesehen. Beratung des Artikels 18 betonte von Bülow noch«nmal, daß eine Revision des Dölkerbundsvertrags in dem Sinne stattfinden müsse, daß die an einem Konflikt beteiligten Mächt« tn ihrer Ent- fchlußfassung auch dann nicht mehr frei find, wenn st: eine RakiVUltschsidung zurückweisen. Die Durchführung eines Ratsbeschlusses dürfe nicht den betAligten Parteien überlassen bleiben, sondern müsse durch den Bölkerbundsrat selbst angeordnet und durchgeführt werden. Im weiteren Verlauf der Sitzung warf der Japaner die rückständige Frage auf, ob ein einstimmiger Ratsbffchl'ih für di« streitenden Partner bindend sei oder nicht. Er verneinte die Bindung, wurde aber von Deutschland, Frankreich und anderen scharf bekämpft._ Mitteleuropäische Wirtschastsiagung. Die Gefahren der Schuh jollpoliiit. Breslau. 28. Februar.(Eigenbericht.) In Breslau begannen ayr Freitag die Verhandlungen de» Mitteleuropäischen Wirtschaftstags, einer Ber- elingung, die sich gegen die Baltanisiemng Europas richtet. Die Tagung ist von oen amtlichen Vertretern einer ganzen Reihe von Staaten beschickt. Das Hauptreferat hielt der Gesandte a. D Riedl-Wien. Er betonte die Notwendigkeit kollektiver Verhandlungen und kollektiver Verträge: ohne eine Lösung der europäischen Agrarfragen sei aber die Lösung des Zollproblems nicht möglich. Man müss» für !>-e Unterbringung des landwirtschaftlichen Ueberschusses der reinen Agrarstaaten Sorg« tragen, aber auch die Gefährdung der Land- wirischaft in den Industriestaaten verhüten. Professor S t u d n i ck i- Warschau trat für die deutsch-polnische Verständigung sin. Obne diese Verständigung gebe es kein organisiertes Mitteleuropa Ein' Vertreter Rumäniens wandt« sich gegen die hohen Gstreidezölle der Industrieländer, die für die Landwirtschaft teure JrÄustrieortikel bedeuten. Dadurch bröckelten di« Wsatzmöglichkeiten der industriellen Länder ab. Als Vertreter der deutschen Gruppe sprach Reichs minister a. D. G 0 t h e i n. Cr kritisierte die künstliche Hochzüch tung von Industrien, für die jeder neue Staat nationale Gründe ins Feld führe. Diese Treibhausindustrien seien aber ein« un> geheure Kapstalssehlleitung. Das Gebot der Lohnpolitik. Löhne muffen mii Produktivität in Einttang gebracht werden. Wladimir Woytinsky veröjsentlicht in der„Gewert- schaitszeitung", dem Organ des Allgemeinen Deutschen Gewerkschofts- bundes, eine oufschluhreiche und scharssinnig« Untersuchung über die Entwicklung der Löhne und der Produttton in Deutschland, die die Darlegungen b e st S t i g e n, die wir wiederholt hier über dieses Zentralproblcm der deutschen Wirtschaft gemacht haben. Bei der Untcrsuchiung der Bewegung der Löhne handelt es sich nach der Darstellung von Woytinsky, ganz abgesehen von allen Erwägungen über die Gerechtigkeit, über den sozialen Fortschritt usw., volkswirtschaftlich vor allem um folgende nüchterne Ausgabe: die Löhne dürfen nicht hinter der Produktivität der Ar- b e i t zurückbleiben, zugleich aber können sie nicht den von der Arbeit geschaffenen Neuwert übersteigen. Wie steht es nun mit dem Ergebnis der statistischen Untersuchungen? Den Gewerkschaften ist es in den leszten Jahren gelungen, eine nicht unerhebliche Besserung der Lohnsätze durchzusetzen, die Stundenlöhne sind nicht nur nominal, sondern auch im Vergleich mit den Lebenshaltungskosten g e st i e g e n. Diese Steigerung bleibt aber bis jetzt hinter dem Fortschritt der Produktivität der Arbeit zurück: der Steigerung der Produktivität der Arbeit in den letzten zwei Iahren um etwa kl Proz. steht eine durchschnittliche Er» höhung des Reallohnes pro Stunde um 8 bis V Proz. entgegen.(Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß der Ge- sanüantell der Arbeiterklasse an dem Produktionscrtrag infolge des geringen Beschäftigungsgrades noch etwas niedriger war. Anm. d. Red.) Dieses Mißverhältnis zwischen den Löhnen und der Produktivität der Arbeit muß aus die gesamte deutsche Volkswirtschaft d« p r i- m i e r e n d wirken. Da die Rationalisierung der Betriebe und der technische Fortschritt die Produktivität der Arbeit(im Durchschnitt für die gesamte Volkswirtschaft) um n Proz. gesteigert haben, wäre nur bei einer Stelgerung der Löhne um m i n d e st e n» 11 Proz. ein n�ies Gleichgewicht eingetreten. Der absolute Anteil der Arbe't am sozialen Produkt wäre dabei unverändert geblieben, der Mehrwert wäre gleichzeitig mit dem Lohn und in dem- selben Maße angewachsen. Die Äe r l a n g s a m u n g in der Entwicklung der Löhn« mußte dagegen zur Stockung des Ab- s a tz e s auf dem Binnenmarkt führen. Da die Kaufkraft der Massen hinter der Produktivität zurück. blieb, mutzten die Belegschaften der rationalisierten Betriebe g e- kürzt werden. Daraus entstand ober ein neuer Aussall an Kaufkraft, der durch die Arbeitslosenunterstützung nicht aus- geglichen werden tonnte. Auch die gestiegene Ausfuhr konnte die Industrie nicht für das Zusammenschrumpfen des Binnenmarktes entschädigen. Die Lohnknappheit mutzte also, abgesehen von allen anderen Dcpressionssaktoren, schon für sich allein zu schwere« Stockungserscheinungen führen. Von diesen Feststellungen aus wird von der„Gewerkschafts- zeitung" die Aufgabe einer weitsichtigen Lohnpolitik, die frei ist von aller Schemotisierung und die allen Besonderheiten der Zeit, des Ortes und des Industriezweiges Rechnung trägt, folgender- maßen umrissen: Der technisch« Fortschritt und die Rationalisierung der Betriebe haben nicht nur die Produktivität der Arbeit in einzelnen Industrie- zweigen, sondern auch die durchschnittliche Produktivität der Arbeit der gesamten deutschen Volkswirtschaft sehr stark gesteigert. Die Produktion an Waren, auf die Einheit der Arbeitskraft be- zogen, ist in dem Maße gestiegen, daß nur eine Steigerung der Saufkrofk der Volksmosien den Betrieben den Absatz und die Kontinuität der Arbeit beim allen Beschäftigungsgrad-sichern könnte. Die Kaufkraft der Arbellermosien ist zwar in den letzten Jahren gestiegen, aber nicht im erforderlichen Maße, sie bleibt hinter der Steigerung der Produktivität der Arbeit zurück, und ihr Rückstaich gehört zu den Faktoren, die auf die Wirtschaft deprimierend wirken. Die ungünstige Lage des Arbellsmarktes läßt die Gefahr ent- stehen, daß dieses Mißverhältnis weiter bestehen oder sogar sich v er- schärfen wird, was für die gesamte deutsche Wirtschost d i e s ch l i m iwst e n Folgen hälle. Da» Gebot der Lohnpolitik ist, diese Gefahr abzuwehreu. Der dritte Spaltungsversuch. Nach den Drehern und Rohrlegern die Eisenformer. Di« KPD. ist unermüdlich in der Spaltung der Arbeller. Nach den Versuchen, die Dr«h«r und die Rohrleger vom Deutschen Metallarbeiterverband abzutrennen, wird nunmehr der Versuch bei den Eisensormern gemacht. Seit Monaten wurden von der nunmehr ihrer Funktion enthobenen Branche nleitung der Eisenformer jystematsch die Derbandsbeschlüsie und Statuten verletzt, um. nach der bekannten Methode: fallet den Dieb", die Ortsverwaltung, falls diese dagegen einschreitet, bezichtigen zu können, sie habe die Branche gespalten. Zuerst setzt« sich der kommunistische Branchenleiter Krügerk« über die Anweisungen des Derbandsoorstandes hinweg. Obwohl der Verbandsvorstand in der„Mctallarbeiterzeitung" vor der TeUnahme an dem kommunistischen Gewerkschaftskongreß im Herbst 192S g e« warnt und auf die Folgen der TeUnahme von Verbandsmit- gliedern an dieser antigewerkschafllichen Kundgebung hingewiesen hatte, nahm Krügerk« an dem Kongreß teil. Entgegen den Bestim- mungen des Statuts, wonach nur die Ortsverwal tu ng zur Herausgabe von Sammellisten berechf gt ist, setzt« Krügcrke selche Listen zur Finanzierung des kommunistischen Gewerkschaftskongresses In Umlauf. Schließlich rief er ohne Zustimmung der Organisation öffentliche Versamm- l u n g« n der Eisensormer und Berussgenossen ein. in der er g e g c n die eigen« Organisation austrat. Als er wegen dieser Verstöße gegen die Derbandssatzungen vor die enger« Ortsverwaltung geladen und gefraat wurde, ob er in Zukunft nach den Statuten und Beschlüssen der Organisation handeln wolle, erklärt« er olattweg, dies nicht tun zu wollen, sondern nur noch das auszuführen, wozu ihn die Branche beauftrage. Daraufhin wurde er von der Ortsvcrwaltung seiner Funktion ent- hoben und kurz« Zeit später vom Hauptvorstand aus dem Ver- bände ausgeschlossen. Zu der letzten Branchenversammlung verschafft« sich Krügerk« mit Hilf« eines Stoßtrupps gewaltsam Zutritt. Der zwell« Branchenleiter Feierabend hat in dieser Versammlung Krügerk« in seinem wüsten Treiben gegen die Organisation noch unter- stützt, worauf die gesamte Branchenkommission vor die Ortsver. waltung geladen wurde, um sich wegen dieser Vorgänge zu ver. antworten. Als In dieser Sitzung sämtliche Mitglieder der Branchen. lellung das orgayisationsschädigende Verhalten des zweiten Branchenleiters deckten, sah sich die Ortsverwaltung gezwungen, nunmehr die gesamt« B r an che n l« itu n g ihrer Funktion zu entkleiden. Die Organisation konnte es im Interesse der Branche nicht mehr länger dulden, daß von den leitenden Funktionären jede praktische Gewerkschaftsarbeit in der Branche unterbunden und nur noch die Parolen der Kommuni(tischen Par- t e i propagiert wurden. Von einer, einzigen Ausnahm« abgesehen, billigten alle Funktionäre der Eisenformer, die am Donnerstag versammelt waren, das Vorgehen der Organisaiionsleitung und beantragten die Einsetzung einer provisorischen Branchenleitung. Gegen eine S.imme wurde dann auch eine neu« Branchen- kommission gewählt, deren Mitglieder zum größten Teil bereits vor der Amtsperiode der„revolutionären" Branchenleitung die Branche betreut haben. Di« Funktionäre verpflichteten s i ch ferner, den Svaltern überall in den Betrieben scharf entgegen- Ktreten und die Mitglieder zu warnen, nicht etwa den Spaltern die Verbandkbücher auszuhändigen. Die Organisation wird die Eisenformer und Berufgsenossen über die weitere Entwicklung in der Branche durch Veröfsentl'chung im„Vorwärts" und im Verbands- organ auf dem laufenden halten. Noiopfer für alle! Kein« einseitige Belastung der Beamten und Fe�anaesteltten Der Kampf um das N o t o p fe r kann mir dann zu einem Eriolg führen, wenn alle politischen und gewerkschaftlichen Arbeit- nehmergruppen«ine möglichst geschlollene Haltung einnehmen. Daran fehll es leider noch. Nach einer Meldung des„Deutschen", der Tageszeitung der christlichen Gewerkschaften, vom Dienstag abend sollen die Befürworter des Notopfers in der Mehrzahl sein, und zwar wolle man— so behauptet der„Deutsche"— die Fest- besolde Jen, also die Beamten und die höherbezahlten, nicht- versicherten Angestellten mit einer vorübergehenden Beitragsleistung von 1,78 Proz. belasten. Das solle 100 Millionen einbringen: damit bliebe ein Rest von ISO Millioi»en, für den noch Deckung gefunden werden müsie. Dies« Meldung stimmt nicht. Jedenfalls kann kein« Rede davon sein, daß eine Mehrheit der Arbeitnehmer für«in solches Notopfer vorhanden ist. Die sozialdemokratische Fraktion steht nach wie vor auf dem gleichen Standpunkt wie die freien Ge- werkschasten, wonach nur ein allgemeines Notopfcr, nie- mals aber ein« einseitige Belastung der Beamten und höherbezahllen Angestellten zur Deckung des Defizits der Arbeitslosenversicherung in Frage kommen kann. Allem Anschein nach sind gewisse Leute noch immer nickst von ihrer Beamtenpsychose losgekommen. Häher der Versuch, von neuem für eine einseitig« Heranziehung der Beamten zur Deckung der Lasten der Arbeitslosigkeit Stimmung zu machen. Zu dieser Stimmungemache gehört auch die vor einigen Tagen von dem den christlichen Gewerkschaften nahestehenden„P o- litisch-gewertschastlichen Zeitungsdienst" gebracht« Nachricht, daß der Allgemeine Deutsche Deamtenbund sich nach einer Meldung des„Soz. Pressedienstes" für«in Notopfer in Form von 1% Proz. des monatlichen Gehalts auegesprochen habe. Wl« der„Politisch-gewerksckjcftliche Zeitungsdienst" zu dieser Meldung tomini, ist uns rätjelhast. Weder der ADB. hat etwas Derartiges erklär«, noch hat der„Soz. Pressedienst" eine solche Nachricht jemals gebracht. Er hat im Gegenteil in Ucbcreinstimmung mit in Frage kommt. Sie lehnt feds Gemeinschaft mit fvgenannien unorganisierten revolutionären Betriebsräten ab: denn sie erblickt in diesen nur Schädlinge einer gefunden Arbeiter- « n-t w i ck l u n g." Di« Versammlung, die sich mit überwältigender Wucht h'nier den vorgeschlagenen sreigewerkschafllichen Betriebsrot stellte, bild ts einen glänzenden Auftakt für die Be�riebsratswahl am 3. bis S. März. Jede Stimme der Liste 1! Eine wei-ere Entschließung gegen den geplanten Verkauf der im Besitz der Stadt Berlin befindlichen Aktien des E l e k t r i- zi tä t s w« r k s Südwest wurde«instimmig angenommen. Die Entschließung erklärt es für untragbar daß die Stadt Berl n durch Aufgabe ihrer 46prozenligen Beteiligung an Südwest zu- gunsten eines rein privatkapitalistischen Unternehmens auf di? mir Bestimmtheit zu erwartende künftige Ertragssteigerung verzi ftet. Die mit dem Aktienverkauf verbundene Verlängerung d:r der Gesfurel erteilten Konzession bis zum Jahre 1960 würde einen schweren Rückschritt in der Entwicklung der Berliner Elektrizitäts- Wirtschaft bedeuten. Die Berschrcherung der Südwest-Aktien an das Prioatkapital würde einen verhängnisvollen Schritt auf dem Wege zum Ausverkauf der öffentlichen Wirtschast bedeuten. Wafferwerksarbeiter geqen Spalter. Eraebnis der DetriebSratswahl. Trotz der beispiellosen Hetz«, die während dar letzten Tage in der„Roten Fahne" gegen die freigewerkschafllichen Kan- didaten zum Gesamtbetriebsrat der Städtischen Wasser- werke getrieben wunde, ist der„revolutionär««" Taktik nicht der erhoffte Erfolg beschieden worden. Für diesreigewerkschast- l i ch e Liste I sind 701 Stimmen abgegeben wovden und für die kommunistische Liste II insgesamt 458 Sturmi«». In dem© e- samtbetriebsrat wird demnach die Arbeiterschaft der Städii- schcn Wasierwerke mit sieben freigemerkschafllichen Arbeitern und vier„oppositionellen" Arbeiterräten vertreten sein. Das Ergebnis der Wahlen bei den Angestellten ficht nach aus. Die Arbeiterschaft der Städtischen Wasserwerke, die zwar bisher stark kommunistisch durchsetzt war und auch in die Arbeiterrät« kommunistische Bertreter entsandt hatte, hat es aber in ihrer Mehr- heit abgelehnt, der Spaltungsparole der KPD. zu fo'gen. Immerhin ist es kein Ruhmesblatt für die Arbeiter der Städtischen Wasserwerk«, daß 39 Proz. unter ihnen den Spaltern Gefolg- s ch a f t leisten, denselben Spaltern, di« sie nicht nur gewerkschaftlich zu? Ohnmacht verdammen, sondern sie auch tommunalpolitisch dem Chaos ausliefern würden. Hier muß von unseren Genossen ein« intensive und reg« Aufklärungsarbeit geleistet werden! dem ADB. und dem ADGB ausdrücklich hervorgehoben, daß nur ein allgemeines Notopfer in Frage kommen könne, d. h. eine Er- fassung aller höheren Einkommen durch eine Sonder- steuer zur Deckung der Fehlbeträge der Arbeitslosenversicherung. Nach unserem Dafürhalten kann es sich bei dem Notopfer nur um Zuschläge zur Eintom inen st euer handeln, durch die sowohl das höhere Arbeitseinkommen als auch das höher« Kapital- «inkommen erfaßt werden. Zwei gegen Zweitausendfünshunderi. Ol< Belegschaft der Bewag stimmt ab. In dem überfüllten großen Saal der Germanlasöl« fand am gestrigen Freitag eine Volloersammlung der Bewag-Velegschift statt, um zu den kommenden Betriebsrätewahlen Stellung zu neh.| men. Die rund 2800 Anwesenden nahmen zunächst ein Referat des Kollegen O r l o p p eiugcgen,«n dem dieser di« großen Gcgenwaits- fragen der ösfentlichen Wirtschaft und insbesondere der Elektrizitäts- wirtsck)ast erörterte. Mit durchschlagenden Argumenten legt« der Referent dalx-i die verheerenden Auswirkungen dar. welche die Tätigkeit der„revolutionären" unorganisierten Betriebs- räce in der Vergangenheit gehabt hat. Es gilt für die Bewag- Arbeiter, diesen Zerstörern der einheitlichen Arbeitersrom bei der kommenden Wahl«ine vernichtende Abfuhr zu erteilen und ihr« seit dem Bestehen des Betriebsrätegesetzcs gewahrte Ge- schlossenheit auch weiterhin aufrechtzuerhalten. In der folgenden Diskussion verluchte ein Kommunist die Siel- lung der„revolut onären" Betriebsräte zu rechtfertigen Seine un- sachlichen, persönlichen Angriffe wurden von der Versammlung mit Entrüstung abgewehrt Nach einem Schlußwon de» Referenten wurde mit allen gegen zwei Stimmen eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Die Volloersammlung der Vewcg-Beleqschasi hat sich mit der Frage: Freigewerkschastliche odr r.voirtior.örc unorgini- siert« Betriebsräte ausgiebig beschäf ig« und kommt nach dem Referat des Kollegen Orlopp zu dem Schluß, daß sür sie nur die Wahl von freigewerlschaftl'chen Betriebsräten Kreyer heimgeleuchtet. Ein guter Austakt zur Betnebckratswabk. Der kommunistische Arbeiterrat der verkehrs-LG. hatte zu gestern abend nach Bökers Festsälen ein« allgemein« Belegschaft»- Versammlung«inberufen, die äußerst stark besucht war. F r« y e r referierte, während der andere kommunistische Vorsitzende de» Av- beilerrats, Ba r t h el, den Vorsitz führte. Unser Genosse Schmidt. Betriebsobmann der Hauptwerk- stätte, stellte zunächst den Antrag, die Redezeit des Referenten auf dreißig Minuten, die der Diskussionsredner auf zehn Minuten zu beschränken. Trotz aller Abstimmungstünst« des kommunistischen Vorsitzenden wurde schließlich der Antrag mit nahezu vier Füustel Mehrheit angenommen. Ueber das Referat Freyers ist nichts zu sagen. Es war der übliche Schwindel. In der Diskussion wurde ihm von unseren Gr- nassen gründlich hciWgeleuchtet. Im Schlußwort versucht« Freyer. durch Beschimpfung der Freigewerkschaster und Sozialdemokraten als Streikbrecher di« Versammlung zu provozieren, wurde aber von unseren Genossen gezwungen, sich zu entschuldigen. Ohne über die von der KPD. gelieferten„Äampfresolulionen" auch nur abstimmen zu lassen, schloß der kommunistische Vorsitzende die Vev- sammlung, die einen Vorgeschmack gibt für die Nieder» lag« der kommunistischen Arbeiterräte bei den nächsten Betriebs- � ratswahlcn. Oanziger Zuristenweisheii. Das Danziger Detriebsrätegesetz, das bis auf kleine, den Danziger Verhältnisien angepaßte Abänderungen dem deutschen BRG. entspricht und seit dem 15. September 1928 in Kraft war, wurde vom Landgericht für verfassungswidrig er- klärt. Es sah, genau wie das deutsche Gesetz, di« Bildung von gemeinsamen Betriebsräten für Arbeiter und Angestellte vor. Reaktionäre Unternehmer nahmen daran Anstoß. Sie riefen unter Hinweis auf Art. 118 der Danziger Verfassung, worin von ge- trennt zu bildenden Arbeiter- und Angestelltenausschüssen die Rede ist, das Gericht an. Das Landgericht trat ihrer Ansicht bei und erklärte neun Paragraphen des Gesetzes, die von der gemeinsamen Betriebsvertrctung handeln, für„verfassungswidrig". Run wird sich das Danziger Obergericht als letzte Instanz mit dem Streitfall zu be- fassen haben. K��reie Gewerkschafts«Iuqend Verlin Seil!«, eoniwieni, 19H Ul>r, Aclteren.Ardeitsaerleinschaft im Zugcird- heim des Siesam Verbandes. Derverlschaitshaus. Aulganq 0. parterre, Enaelnfer 24—23. Thema:.Gewerkschaftlich« G--,eiiwartsfraa:n". Slrkrcnt C«ara iTaibl«.— r»»aiiz«ia«I Lanntaa. 2, MSn. Dkstchtiauna der Bnn�esschule des ADGB. ln Bernau. Treffen um 10 Uhr v»r her Lchuic. .�uoendaruppe ves'�erlra verkanves der AnaesieUten Seut«.(• onreberi. ab 39 Uhr. Bolkstanzkurfus im Jugendheim Lehrter � C trage 18—19 und ad 20 Uhr Bunter Abend bzw. Bvlkstaiuabcnd im Jugendheim Wrangelftc. 12».— Bon 18—20 Uhr Ucbunq-ab-nd der Ginge. acmeinschaft und von 20—22 Uhr Arbeitsgemeinschaft Sozialismus">"- Zu»-nüb-im der Schule Nalianienallee 81. ira Berautwortlich'Dt Bvlitit: ffr. Tuet 6(4«; Wirtichast-®. Sliaqeih-ier: Gev-ertlchallsdewegung. I. Steuer: Zcuilieton- Tr. I»h» Schilvwski: Lokales und Gonstiaee Zrin Sarsiädt: Anreiarn: Td Glocke: fSmtiich in Berlin. Beriag: Borwärts-keriag S. m d. S. Berlin Bruck: Borwärls-Bachdruckere, und tierlaasanital» Paul Singer u. Go.. Berlin SW L8. Lind-nitrake 3. (Hierzu 2 Beilagen,„Unterhaltung und Willen" und„Zugeud-Varwärto".) pksirer Heurnann's Keilmittel hewührt bei zahlreichen Krankheiten./ 180000 Dankachreiben./ Das Pfarrer Heainann-Ducb (272 S, ISO Abb.) erhält jeder, der sich aal die- »es Inserat beruft, völli« umsonst und portofrei durch I.udwig Heumann& Co., Nürnberg S 10 Die Pfarrer l? cum--nn.rr—'-*• In allen Apo'hekcn Berlins bc.-timmt Zlons-Apotheke, Berlin N 31. Än- klamer Straße 30, Nahe Roscnthaler Platz. Adler. Apotlieke. Berlin-Priodrtnau. Rheinstr. 18, Heeges-Apot eke, liorlin 0- Gubener Str. 33. Xäho Warschauer Brücke. Schweiler. Apotheke, Berlin W8, Kriedrichstr. 173. Fried: ich-Wiihelm-Apotheks, Cbarlottenburx, Leibnizstraße 106. Krohnen- Apotheke, Spandan, Schönwalder Straße 26. Rosen-Apotheke, Eicbtvaldo-Bsrlm. Ar. 101* 47. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Sonnabend, 1. März 1930 exbUche Ijllzel' Die weibliche Polizei nahm ihren Ansang in Amerika. Die erste„Polizei malronc" stellte N e w P o r k im Jahre 1843; den Au?- gangspunkt bildete die Fürsorge für die Frau in, Gesängnis. Die erste„Patrolwoman" für den Außendienst lieferte Chitago; sie war dem Detektivbüro angegliedert imd hatte die Aufgabe, Frauen und Mädchen zu überwachen. Aber erst im Jahre ISOS erhielt in Portland(Oregon) die Leiterin einer Schuggesellschast Polizei- zwangsgewalt. In England machte London Im Jahre 1905 den Anfang mit Polizeimatronen: den Anstoß zur weiteren Entwick- Imtg gab aber erst der Krieg: Ordnung und Sitte an Bahnhöfen, in militärischen Lagern und Munitionsfabriken rnußten überwacht werden. Das Jahr 1923 brachte der weiblichen Polizeibeointin den Titel eines weiblichen Sonstablers und Polizeizwangsgervoit. Augen- blicklich verfügt London über 2 weibliche Znspektorinnen. 5 Sergean- kiunen und 40 Sonfiableriuneu. zum Teil in Uniform. Aber schon im Jahre 1915 entstand in« internationale Bereinigung der Polizei- beamtMlien, und eine Enquete des Völkerbundes stellte fest, daß weibliche Polizei im Jahre 1927 in Aegypten, Argentinien, Austra- Ä«n, Dänemark, Danziz, Estland, Fümland. Großbritannien, Irland, Tkorwegen, Neusselariil, Madsrlande. Rumänien, Schweden, Schweiz, Tfchechvflonxrkei, Varmmgte Staaten, Belgien, Island, Polen � und Deutschland existierte Die Aufgaben dieser Polizei fallen im großen und ganzen mit denen der deutschen zusammen. Anlaß zu ihrer Entstehung bot die englische Okkupation in Köln: englisch« und deutsch« Frauen fanden sich zusammen, um als Frauenooltswoh!- fahrtspolizei im Streifendienst gefährdete Mädchen und Frauen zu erfassen. In Deutschland. Polizeisürsorgerinnen. die eine Art weibliche Gefährdcteusür. sorge darstellten, gab es in Deutschland schon früher. Stuttgart stell?« als erst« Stadt im Jahre 1903 eine Polizeifürsorgerin ein: es folgten Bielefeld im Jahre 1995, Berlin im Jahre 1999, Altona im Jahre 1917. In Berlin war es die Fra-uenhilfsstclle. als Bestandteil der Wohljahrtsstelle am Polizeipräsidium, die sich der von der Sitten- polizei ihr Überwieseiren gefährdeten Mädchen annahm. Die Frauen- wohlfahrtspolizei in Köln wies aber den Weg zur weiteren Entwick- lmrg der weiblichen Polizei. Im Jahre 1926 begann die früher« Leiterin der weiblichen Polizei in Köln, Fräulein Josephine Erkens, ihre Tätigkeit in Frankfurt a. M.. Augenblicklich befitzen in Pren- ßen, außer Frankfurt a. M.(7 Beamtinnen) noch Königsberg(3), Köln(9), Essen(7), Hannover(3), Magdeburg(4), Breslau(6>, Altona, Elberfeld, Halle, Recklinghausen und Berlin weibliche Polizei, im ganzen sind es 98 Beamtinnen; Stettin und Kiel sind an der Reihe. lieber eine straff organisierte weibliche Kriminalpolizei, deren Aufgabenkreis demjenigen der preußischen weiblichen Polizei ent- spricht, oerfügt auch Hamburg: in Dresden und Baden ist sie der unisormierleu angegllederi und beschränkt sich in der Hauptsache auf den Außendienst. Welches ist aber der Ausgalenkreis der preu» ßischen und Hamburger weiblichen Polizei? In B e r l i n, um an einem Beispiel Entwicklung und Aufgaben- kreis der weiblichen Polizei aufzuzeigen, wurde nach Inkrafttreten de« neuen Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankhelten die früher« Leiterin der aufgelösten Frauenhilfsstelle am Polizeipräsi- dium, Fräulein W Icking, zum ersten weiblichen Kriminalkommissar ernannt. Im Mai 1927 unterstanden ihr nur 6 Beamtinnen, im Augenblick sind es 39. Die weibliche Kriminalpolizei(Inspektion G.) zerfällt in 3 Dienststellen. Jede umsaht einen streng um- grenzten Aufgabenkre's, sowohl m selbständiger Arbeit als auch in Erfüllung der Austräge anderer Kriminaldienststellen. Diese be- dienen sich ihrer weiblichen Kolleginnen nach Bedarf, indem sie ihnen Vernehmungen jugendlicher Zeugen und in gewissen Fällen er- wachseire weibliche Angeschuldigte überweisen. Auch sämtliche Straf- taten von Kindern nnd weiblichen Jugendlichen unter IS Jahren (sosern Erwachsene nicht mit hineinspielen, wie solch« von Knaben, die noch nicht das Alter von 16 Jahren erreicht haben) find der weiblichen Polizei zuständig. Die weiblich« Polizei bearbeitet auch Straftaten erwachsener Frauen, sofern diese als Geschlechts- wesen in Frage kommen, oder wenn in besonderem Maße sozial« Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind. Kinder als Zeugen und Geschädigte. Eins der wichtigsten Betätigungsgebieie der weiblichen Polizei ist die Vernehmung von Kindern und jugendl'chen Mädchen, Opfern von Sikllichkeitsdeliklen. Ist das Revier zuständig, so wird der Bor- gang unmittelbar an die Inspektion G. woitergemeldet; bearbeitet eine Kriminaldienststelle am Polizeipräsidium den Fall, so wird mit der Vernehmung fast ausnahmslos die weibliche Polizei beauftragt. Das Befragen der Kinder-gestaltet sich mitunter äußerst schwierig. Es ist nicht leicht auseinanderzuhalten, was bei den Mädchen im Entwicklungsalter Produkt überreizter Phantasie, was Wahrheit ist. Nicht selten, belasten sie den Beschuldigten in ganz ungerechtfertigter Weise, insbesondere, wenn sie eine Entschuldigung für ihr Fori- lausen aus dem Eliernhause brauchen. Eine entscheidende Rolle spielt bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit die Gesamtpersänlich- keit des jugendlichen Zeugen. Eingehende Recherchen durch das Jugendamt oder mitunter auch auf eigene Faust sind hier unaus- bleiblich. Mädchen auf der Straße. Der Außendienst, der in Dresden und Baden fast das einzige Tätigkeitsfeld der weiblichen Polizei bildet, stellt in Preußen Und Hamburg nur einen geringen Teil innerhalb der Gesamlaufgabeir dar. Die Vormiltags- und Abendstreifen besuchen Rummelplätze. Bahnhöfe, Lokale, beslimmle Slraßenznge und machen Stichproben in Absteigequartieren. Reicht die Zahl der Beamtinnen für diese Sächsische Frauenpolizei auf der Straße. Verhör auf der Dienststelle. Aufgab« auch noch nicht aus, so sind trotzdem gute Erfolge zu oer- .zeichnen. Einige Beispiele: Die Streife stößt auf dem Potsdamer Platz auf ein Mädchen im Alter von 16 bis 17 Jahren. Mit dem Thsatertextbuch in der Hand erweckt sie den Eindruck, als«rwarte sie jemand vor dem Cafe, Die Kleine wird aufgefordert, mit zur Wachs zu.kommen. Zunächst macht'sie über ihre- Persönlichkeit sglsstje Angaben. Im Einwohnermeldeamt wird festgestellt, dost sie ihten Eltern entlausen ist und seit drei Monoieu vermißt wird. Ävfasigs hielt sie sich beim Onkel auf, dann war sie ohne Wohnung. Jetzt ist sie froh, daß man sie aufgegriffen hat. Sie findet Aufnahme im Pstegeamt. Eine 22jährigs Holsteinerin wird in einem Hotel in Begleitung eines zweifelhaft aussehenden Mannes angetroffen. Das junge Mädchen hat verweinte Augen. Sie hatte ein halbes Jahr lang Stellung in einem Haushalt, fand daran f für 14 Tage«tue andere, war seit zwei Wochen arbeitslos und feit 4 Wochen mit dein Manne zusammen. Ihr Bruder ist Stadtverordneter. Auch dieses junge Mädchen war zufrieden, Hilfe zu finden. Die Frühstreise greift zwei Mädchen auf. Die«ine war hier in Stellung; sie ließ ihre Schwester kommen: auch die dritte war gerade nach Berti?? unterwegs. Die beiden Schwestern waren seil vielen Tagen obdachlos. Das Pflegeamt nahm sich der drei an und schickte sie heim. Ahtiw*&*£***(& Pataca meinte, etwas Bier könne jetzt nicht schaden. „Für mich nicht, aber trink du nur welches", redete ihm Jeronymo zu. Ze Carlos meinte, Weißwein wäre ihm lieber. „Was ihr wollt", ermunterte sie der Steinbrecher.„Ich werde auch etwas Wein trinken. Wir geben nicht das Geld eines Messerstechers aus, das ist ehrlich bei Regen und Sonnenschein im Schweiße meines Angesichts verdientes Geld. Also trinkt beruhigt und ohne schlechtes Gewisien." Die anderen stimmten dieser Rede beifällig zu und ließen sich nicht weiter zureden. Sie tranken auf das Wohl ihres freigebigen Freundes. „Auf den Chef Jeronymo"— eine Bezeichnung, die der Steinbrecher gnädigst quittierte und worauf er die Gläser noch einmal füllen ließ. „Auf Dona Piedade de Jesus"— worauf der Gatte der Dame ein kurzes„danke" murmelte, auf die Uhr blickte und bemerkte, es sei Zeit, ans Werk zu gehen. Seine beiden Kumpanen leerten die Gläser und standen widerstrebend auf. „Es ist noch mächtig früh", murmelte Ze Carlos, spuckte durch die Zähne und wischte sich den Mund mit dem Hand- rücken ab. �„Aber wir könnten aufgehalten werden, mahnte ihn sein Gefährte und langte nach dem Paket vor den Fässern. „Wenn wir warten müssen, können wir es da ja genau so tun. wie hier." „Also los", drängte Jeronymo, der plötzlich zu fürchten begann, die Nacht könne entweichen, ohne daß er fein wichst- ges Vorhaben ausgeführt hätte. Er zahlte die Rechnung, und sie brachen auf-und liefen langsam und schweigend nebeneinander her. Mit unter- drückter Aufregung gingen sie die Rua Sorocaba entlang zum Strande und blieben erst dicht vor Guarnizes Lokal stehen. „Du bist derjenige, der reingeht, nicht wahr?" redete der Steinbrecher an. Statt aller Antwort reichte ihm letzterer das Paket mit den Keulen und verschwand, Hände in den Hosentaschen, mit niedergeschlagenen Augen und Be- trunkenheit heuchelnd in der Taverna. IS. Guarnizes Lokal war an diesem Abend sehr gut besucht. An allen mit Wachstuch bedeckten Holztischen saßen Gruppen von drei oder vier Männern, fast alle in Hemdsärmeln, die sich rauchend und trinkend geräuschvoll unterhielten. Bestän- dig wurde einheimisches Bier, Wein, Paraty und Orangen- schnaps bestellt. Auf dem mit Sand bedeckten Boden lagen Käserinden, Stücke gebratener Leber. Fischgräten und so weiter, die zu erkennen gaben, daß Guarnize auf jede Art von Hunger und Durst vorbereitet war. Seitlich auf der Bar stand ein Teller mit Roastbeef und Kartoffeln, ein Schinkenknochen, von dem das meiste Fleisch schon wegge- schnftten war, und eine Schüssel mit gebratenem Fisch. Auf einem Regal dahinter befand sich ein reichliches Sortiment von Flaschen. Zwei große Azetylenlanmpen erleuchteten den Raum, und ihr Rauch schlängelte sich zu der rußigen Decke empor. Durch den Kattunvorhang vor einer Tür im Hinter- gründe drang gedämpftes Stimmengewirr, dem es jedoch nicht gelang, die dicke schwere Luft im Lokal zu durchdringen. Pataca blieb einen Augenblick am Eingang stehen, simu- lierie starke Betruntenhest und trat ein. Seine Augen wan- derten von Tisch zu Tisch, aber Firma war nicht zu sehen. Er erblickte jedoch ein vertrautes Gesicht und wandte seine Schritte zu einem Tisch, wo eine dünne, magere, schlecht ge- kleidete Mulattin mit einer alten, fast blinden Frau und einem ältlichen Mann, der ganz kahl war und augenscheinlich an Asthma litt, zusammensaß., „Hallo, Florinda!" rief Pataca und gab dem Mädel «inen Klaps auf die Schulter. Sie wandte sich um, erkannte ihn, und erwiderte seinen Gruß. „Wo hast du denn die ganze Zeit gesteckt?" fragte er, „ich habe dich ja ewig nicht gesehen." „Oh, ich bin immer noch dieselbe wie früher. Seit ich mit Herrn Pento zusammenlebe, gehe ich selten aus." „Ah", sagte Pataca,„du hast einen Liebhaber?" „Immer gehabt." Und dann, von dem ungewohnten Glas Bier am Sonn- tagabend redselig geworden, erzählte sie ihm. wie sie nach ihrer Flucht aus dem Hause den ganzen Tag herumgestrolcht war und nachts in einem Neubau geschlafen hatte. Am folgen- den Morgen sei sie von Haus zu Haus gelaufen und habe um Anstellung als Zimmer- oder Kindermädchen gebeten, bis ein älterer Junggeselle sie aufnahm: bei dem war sie mdhme Wochen geblieben. Er kaufte ihr gute Kleider, gab ihr reichlich zu essen und schenkte ihr sogar Geld und Schmuck. Aber sie machte sich nichts aus ihm und rannte mit allem, was er ihr spendiert halte, zu einem Kaufmann an der Ecke, der ihr bei ihren Einkäufen in seinem Laden immer den Hof gemacht hatte. „Und da bist du noch?" fragte Pataca. „3 bewahre. Dann wurde ich krank, und er wollte mich los fein und warf mich hinaus. Obendrein behielt er noch alle Sachen, die ich von meinem ersten Herrn mitgebracht- hatte. Als ich nun obdachlos auf der Straße lag, nahm sich Bento meiner an, und feit der Zeit bin ich bei ihm. Wir sind sehr arm, aber er ist gut zu mir: also habe ich keinen Grund, mich zu beklagen." Als sie bemerkte, daß Pataca sich umsah und jemand suchte, meinte Florinda. daß er gern Bento sehen wollte und fügte hinzu:„Er ist nicht hier— er ist drin. Wenn er spielt, hat' er mich nicht gern in seiner Nähe. Er sagt, ich bring' ihm Unglück." „Und deine Mutter?" „Armes Ding! Die fitzt im Irrenhaus." Das Mädel fing an von Marcianna zu sprechen, aber Pataca gab wenig acht darauf denn in diesem Augenblick wurde der rote Vorhang beiseite geschoben und Firmo er- schien schwankend und mit erhitztem Gesicht. Er versuchte eine Hand voll Kleingeld zu zählen, gab es aber bald auf und steckte alles in feine Hosentasche, „Porfiro, kommst du nicht?" rieft er nach hinten in das Zimmer, aus dem er gekommen war. Da er keine Antwort bekam, lief er weiter ins Lokal hinein. Pataca verabschiedete sich eilig von Florinda, bewegte sich wieder mit allen Zeichen stärkster Betrunkenheit vorwärts uftd brachte es fertig, gegen Firmo anzuprallen, den er lallend um Verzeihung bat. Firmo drehte sich ärgerlich um, als er aber den anderen erkannte. übersah er den Vorfall, und sie beschlossen, gemeinsam eins zu trinken, worauf sie sich in einen erhitzten Wettstreit ver- wickelten, wer zahlen sollte. Der Mulatte gab nicht nach und zog einen Geldschein heraus, und der Portugiese stellt« er- freut fest, daß Firmo so blau war, daß ihm das Geld, das er herausbekam, durch die Finger rann und zu Boden fiel. (Fortsetzung folgt.) Selbstverstäirdlich ciüjpricht icr Außendienst auch FohnÄungSAösuchen. Die Bcan�inncn führen Photographien her in Frage kommenden jungen Mädchen mit sich und diese sind sehr erstaunt, ganz uner- wartet von fremden Frauen mit dem Namen angeredet zu werden. Befürworterin der Entgieisten. Ein tmchliges Tätigkeitsgebiet der weiblichen Polizei sind die Recherchen in Verbindung mit Gnadensachen. Strafaussetzungen, bc. dingter Entlassung aus Gefängnissen. Verleihung von vewährungs- fristen u. a. m. In all den Fällen, wo es sich um Minderjährige bis zu. 21 Jahren und um Frauen handelt, erhält die weibliche Polizei entsprechende Aufträge. Hier kollidieren gewissermaßen die Jnter- elsen der sozialen Gevichishilfe und der weiblichen Polizei. Die weib- lichen Polizeibeamtinnen, die sämtlich ausgebildete Wohlsahrtepslege- rinnen sind, besitzen jedenfalls die nötige Eignung für diese Recher- chen. Ein Blick auf die Bestimmungen über die Einstellung, Ausb'il- dung, Prüfung, Verwendung und Einordnung der weiblichen Krinii- nalbeamten bei den städtischen Polizeiverwaltungen zeigt, welch hohe * 3n der kommunolpolitischen Pressekonferenz sprach gestern !> der sozialdemokratische Stodtsyndikus Dr. Lange, der be- konntlich seit langem die Geschäfte des Stadjkämmerer, führt, über„Die jüngsten finanziellen Maßnahmen der Stahl". Der Redner stellte an die Spitze seiner Ausführungen die Fest- Itellung, daß von einem„Ausverkauf Berlins", von dem ein Teil der Presse anläßlich der letzten finanziellen Maßnahmen der Stadt gesprochen hat, in keiner Weise die Rede seil könne. Gegen den Verkauf oder die Lombardierung von Aktien städtischer Unternehmungen habe sich die Stadt stets mit größter Energie gewandt. Sowohl bei den 45 Millionen Aktien der Deutschen G a s g e s e l l s ch a f t, die bekanntlich bei der letzte» Kreditgewährung von dem aus der Preußischen Staatsbank, Deut- sähen Bank und Disconto-Eesellschaft bestehenden Bankenkonsortiui» lombardiert wurden, wie auch bei den Aktien der Südwest A.-G. handele es sich um Beteiligungen, die k o m m u n a l p o l i t i s ch von keinerlei Vedeukung für die Stadt seien. Der Redner ging dann noch einmal kurz auf die Lombardierung der Gasaktien«in und erklärte, daß die in der Presse aufgetauchten Mitteilungen über einen Protest der amerito nischen Banksirma Brown, Brother u. Co. auf eine irrtümliche Information beruhen müßten. Den- Magistrat sei ein solcher Protest nicht zugegangen. Dann kam der Stadt- lämmcrer aus den geplanten vcrkaus der Siidwcstatlien Ki sprechen. Er ging noch einnial auf die Entstehung des Aktien- bcsitzes ein und betonte, daß es sich um eine Beteiligung handele. die auch elektrotechnisch nienmls zu einer Bedeutung für die Stadt werden könnte, weil man sich in einer h os f n u n g s l o s e n Minorität befinde. Die Stadt besitzt lediglich 46 Proz. des gs- -eaniten Kopitals, die übrigea.£4 Proz. sind in festen chänden der Gesellschaft für clertrische sllntsriiehmiiiigcii.' Bei d'er�Beürleiluila des geplanten Verkaufs dich« Aktien müsse man unterscheiden „Großkapitalist" als Heiratsschwindler. Er spendet 500 000 Mark für die Gefangenenfürsorge. Es hat immer etwas Peinliches an sich, wenn man in Moabit, dieser Statte van Tränen und Leiden, ungewollt vergnügte Stunden verbringt. Die Tragik des Falles tritt eben mitunter hinter der Komik der Situation in einer Weise zurück, daß die Lachmusteln rein automatisch in Bewegung gesetzt werden. So war es jetzt vor dem Schöffengericht L e r l i n- M i tt e. Auf der Anklagebank saß ein etwa ZZjähriger Mann namens Schützeitdübel und neben ihm sein« langjährige„Braut", Fräulein B. Er, bereits zehnfach vorbestraft, hatte sich wegen Betruges in mehreren Fällen zu ocvantworten, sie wegen Beihilfe. Der Anfang der Kriminalgefchichte dieses.Hochstaplers unter- scheidet sich in seiner Banalität in nichts von Hunderten ähnlicher Bctrügerschicksale. Im Jahre 1929 erhielten seine Gaunereien plötz- lich Format. Er kaufte ein Auto für 29 000 Mark— gegen Barzahlung mit dreitägiger Lieferungssrist und holte das Auto nicht ab. Er kaufte ein Grundstück gleichfalls gegen Tarzahlung und ließ den Vertrag selbstverständlich unerfüllt. Dann machte er die Bekanntsckiasl eines Bertrctcrs von Goldminen. Er trat in Bcr- bindung mit der Gesellschaft, erzählte, er habe großen Kredit bei der iRcichsbont, stehe in Verbindung mit Iwan Kreuger usw. Zur selben Zeit setzten seine Heiratsschwindeleien ein. Aus Grund von Inseraten bot er verschiedenen Frauen Herz und Hand an, erzählte van seineu schwedischen Goldminen, von seinen Gütern und Geschästsuntcrnehmungen. erhielt in einem Falle 3000 Mark, im anderen Falle ungefähr die gleiche Sumnie und gab als Sicherheit Wechsel auf amerikanische Banken, die gefälscht waren. .Aber erst im Gefängnis entwickelte sich seine Phantasie zu voller Blüte. Eine Probe davon bekam man int Gerichtssanl zu kosten. Ein schöner, großer Mann, allerdings mit einem kleinen Sprach- fehler belmftel, stellte sich Schützendübel als Direktor der Fodstirs- Goldminen A.-G. in Stackholl», vor. 3300 Mark monatlich sei sein Gehalt, außerdem erhalte er Tantiemen. 3 00 00 Tonnen Gold produziere seine Gesellschaft pro Monat und habe ei» Verdienst von 660 OOO Mark. Nur weil er ihn als Rücken- deckung hatte, konnte Schacht in der Pariser Konserenz seine enr- schiedene Haltung einnehmen. Sein Gold würde Deutschland aus der Misere rette». Der Borsitzende meint, warum er, ivenn er über derartige Reichtümer verfüge, die armen Frauen um so kleine Bs- träge gebracht habe.„Aber bitte." sagte der Angetlagte,„hier ein Scheck von 300 000 Mark. Wollen Sie sofort bei der Reichsbank kassieren und meine sämtlichen Schulde» begleichen." Er schreibt den Scheck aus, der Borsitzende geht auf das Spiel ein, tut so, als lasse er tatsächlich bei der Reichs dank anläuten, ob Deckung vor- banden fei. Unterdessen empfiehlt der Angeklagte dem Vorsitzenden, sich auch selbst mit seinen Goldminenaktien zu versorgen— sie werden auf der Börse mit 330 gehandelt— und erzählt eine schnurrige Geschichte, wie er von, Gefängnis aus dem Justizministerium 300 000 Mark für die Gcfangenenfiirsorge angeboten und wie er ein Dankschreiben als Antwort erhosten habe. Tatsächlich hat man das Angebot für«nsi geholten. Der Staatsanwast in Halberstadt bat den Angeklagten sogar gefragt, wann er das Geld zu zahlen beot>- Dr, Wkuüch«us Mt strafauMt Tegel aääm, das« Anforderungen au die Vorbildung der weiblichen Polizei gestellt werden. Sämtliche Beamtinnen sind nicht nur im Besitz« eines Zeug- msses über die Absolvierung einer sozialen Wohlfahrtsschule, sondern unterliegen auch einer speziellen k r i m i n a l p o l i z e i- lichen Ausbildung. Dies« Ausbildungskurse befinden sich sür Preußen augenblicklich in Berlin. Ein« Anzahl Stellen ist noch un- besetzt und eine Anzahl neuer Stellen dürft« die weitere Entwicklung der weiblichen Polizei erfordern. Insbesondere ist der Außendienst in höchstem Maß« ausbaufähig. Das preußische Innenministerium und der Sachbearbeiter Regierungsdirektur Haagcmonn sind allerdings der Ansicht, daß es in erster Linie nicht fo sehr aus die Quantität der weiblichen Polizei als auf deren Qualität ankomnie. Die männlichen Kollegen haben aber unter keinen Untftändcn Grund, in den weiblichen Polizeibeamtinnen eine Art„Konkurrenz" zu befürchten. Sie bilden nur«ine unbedingt notwendige Er- gänzung der Tätigkeit der männlichen Kriminalpolizei. Man darf ihrer weiteren Entwicklung zuversichtlich entgegensehen. zwischen dem reinen Verkauf der Stücke, die zu einem Kurs von 133 Proz. abgegeben werden sollen, und der Diskontierung der Kämmereiabgaben. Die Käinmereiabgaiben beruhen auf Konzessions vertragen und feien vom Aktienbesitz völlig mtab hängig. Bereits im Vorjahr war das Atliienpaket für Gewährung eines kurzfristigen Kredites in Höhe van 23,2 Millionen lombardiert worden. Dieser Kredit muß jetzt am 31. März 1930 zurückgezahlt werden. Durch den Verkauf d« Aktien würde automatisch eine Abdeckung des kurzfristigen Kredites erfolgen und die sofort zu zahlenden Kämmereiobgoben in Höhe von rund 33 Millionen Mar? könnten für den Hausholt verwendet werden. Man hätte dann die Möglichkeit, die schon beim Nachtragshaushalt vorgeschlagenen Steuererhöhungen, die eine Einnahme von 67 Millionen bringen sollen, auf die Hülste herabzusetzen. Eine T a r j f- crhöhung für die von der Südwest belieferten Ortsteil« komme auch nach Verkauf der Aktien nicht in Frage, da die Südwest durch einen Bertrag zu gleicher Tarissesisetztmg wie die Bewag verpslichtet ist. Der Redner kam dann auf die näheren Bestimnmngen des Verkaufs zu sprechen, über die wir bereits mehrfach berichteten. In seinen« Schlußwort gab Dr. Laitge einen Ausblick auf die zukünftige Finanzlage Berlins. Man konnte aus seinen knappen Ausführungen entnehmen, daß die Stadt auf dem besten Wege ist. die Finanzmisere trotz größter Schwierigkeiten zu überwinden. Den Haushalt hofft der Kämmerer in Ordnung bringen zu können und für die nächsten Moimte sind Kassenschwierigkeiten auch nicht zu erwarten. 3u den Krediten der Stadt Berlin «vird mitgeteilt: Die am 31. Januar und 28. Februar d. I. fällig ge- wesenen Tilgungsraten aus dein Ueberbrücku-ngskredit von 58 Millionen Reichsmark ni Höhe von je 3 Millionen Reichsmark sind der Preußischen Staatsbank durch die Stadthauptkasse pünktlich üb erwi n«:«« worden. Die erste Rat»-. des u sn ad g»s chl o f■ fei« s n Kr edit e's über 43'Milltonc'n Reichstnärf wird der Stadt- Hauptkasse Ansanz März überwiesen. aus seiner früheren Kenntnis des Angeklagten ihn für geistig minder» wertig gehalten habe, jedoch nach alledem, was er hier gehört habe. auf Grund van§ 51 die Untersuchung des Geisteszustandes in einer Irrenanstalt beantragen müsse. Das Gericht«istschied entsprechend dem Antrag des Sachverständigen und vertagte die Verhandlung. Studenien gegen Schupo. Etudentendemonflraiion vor dem Schöffengericht. Die Studentendemonstratioaen vor dem Sultusmimstc. rium. die im Sommer zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Sludenlen führten, beschäftigten soeben noch einmgl das Schöffengericht Berlin. Mitte unter Vorsitz von Landgerichtedirettor Arndt. Am 28. Juni hatten die nationalen Studenten be- schlössen, anläßlich des zehnten Jahrestages des Versailler Vertrages eine Trauerkundgebung in der Universität abzuhalten. Da ihnen diese Kundgebung untersagt wurde, zogen sie auf den Hegelplatz, der hinter der Universität liegt, und protestierten gegen das Verbot. In der Versammlung fielen die Wort«:„Auf zu Becker", und«s for- mierte sich ein Zug. der vor das Kultus m i vi st« r i u in marschierte. Schon dort kam«s zu Zusarmnenstößen mit Polizisten, die sich wiederholten, als die Studenteu vor das Reichs präfi- de u t en p a la is zogen und verschiedene Lieder sangen. Die Polizei war bestrebt, den Zug aufzulösen, da Demonstrat-ioiten inner- halb der Bannmeile streng verboten waren. Wie die Studenten behaupteten, hätten die Polizeibeainten dabei auf sie teilweise grund- los mit Gummiknüppeln eingeschlagen. Eine ganz« Reihe junger Leute wurde festgenommen und erhielten Strafbefehle wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wegen Be- a m t e n b e l e i d i g u n g und wegen Ueberschreitung der Bannmeile. Einige Studenten hatten dagegen Einspruch beim Schöffengericht erhoben, das schon in der ersten Verhandlung«inen Angeklagten, den Studenten Siewerd. freisprach. Die Einsprüche zweier weiterer Studenten, die inzwischen Berlin verlasse» haben, wurden zurückgewiesen. Nunmehr standen als Angeklagte vor dem Gericht die Studenlen W i e s c m a n n, R a u, H i p p l e r. Wallbruch, Sieg- m u n d und Gronau, die wegen Widerstandes, Beleidigiing und Verletzung des Bannmeilengefetzes Strafbefehle von 30 bis 130 M. erhallen und darüber gerichtliche Entscheidung gefordert hatten. Bei ihrer Bernehnmng gaben die meisten an, daß fl« bei der eigentlichen Demonstration nicht zugegen waren, sondern als Unbeteiligte dazukamen und sich darüber aufregten, wie grab die Beamten gegen die Studenten vorgingen. Nur so feien ihre Schimpfworte gegen die Polizeibeamten zu verstehen. Die Ver- Handlung, in der eine große Anzahl von Polizeibeamten als Zeugen gehört werden, war um Mitternacht noch nicht beendet. Erziehimgrbeihilsi'n für Kriegerwalsen(«mch Halbweisen) werden mir ovm Bewiiligungsmonat«h und nur für das lautenbe Rech- rnrngsjahr(J. April 1930 bis 31. März 1931) gemährt. Der Reichsbund der Kriegsbeschäd'gten macht deshalb daraus o-rfmerfsam, daß Antrag« aus Weitergewähnrnq und erstmalige.Amräg« baldmöglichst an die.zuständige Fürjorgestelle zu achta jrni». Benzinexplosion in einer Fabrik Zwei Arbeiterinnen verleht. Am Freitag nachmittag«eignete sich in d« Bahn- fl r a ß e 22 in Eharlottenburg eine Explosion van Benzin. dämpfen, bei der zwei junge Arbeiterinnen schwere Brand. Verletzungen erlitten. In dem Fabrikhintergebäudc sind». a. die Schneidereiwerk- stätten der Firma Glamat untergebracht. Gegen 14 Uhr waren dort die 23jährig« Arbeiterin Elsriede Wolfs aus der Großbeerenstr. 3.3 und die gleichaltrige Emma Preuß aus der Naunynstr. 75 mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, wozu sie Benzin vor- wendeten. Im Lause der Zeit sammelten sich in dem Raum die gefährlichen Benzindämpie an, die aus noch ungeklärter iirsoche zur Explosion gelangten. Durch den starken Luftdruck wurde eine Wand völlig eingedrückt. Die beiden Arbeiterinnen wurden von den hervor- schießenden Stichflaminen ersaßt und verletzt. Die 23jährige Elfriede Wolfs wurde durch die Feuerwehr ins St.-Norbert-Aranken- Haus in Schöneberg gebracht. Die Verletzungen ihrer verunglückten Kollegin stellten sich als nicht sehr gefährlich heraus, sie tonnt« nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnung gebracht werden. * Das GroßfeuerinderBülowstraße 91. worüber wir gestern abend bereits kurz berichteten, beschäftigte ein starkes Feuer- wehraufgebat noch bis m die späten Nachmittagsstunden hinein an der Brandstelle. Das Feuer wurde unter Einsatz von sieben Schlauch- leitungen niedergekämpft. Di« Entstehungsursache konnte bislzer nicht ermittelt werden.— Ein weiteres Feuer kain in nächster Näht. in der Nollendorfstraß« 11/12, gegen 17 30 ilhr im DirettionSbüro der Meiichardt-Bernaiier-Bühnen zum Ausbruch. Die Flammen richteten großen Sachschaden an und die Wehren halte» über eine Stunde zu tun. um den Brand niederzukämpfen. Als Entstehungsursache wird Fahrlässigkeit vermutet. Oas Sireckenunglück aus der Hochbahn. lieber die Frage, wer die Schuld cm den« schweren Unglück auf den Gleisen der Hochbahn am Schlesischen Tor trägt. das zwei Streckenarbeit«» das Leben kostete, konnte noch keine völlige Klärung geschaffen werden. Die Leichen der tödlich Betunglückten. des SSjährigen Solonnensührers Emil B a s ch i n und des ZZjährigen Arbeiters Karl Sperber. sind vorläufig von der Kriminalpolizei beschlagnahmt worden. Stach dem bisherigen Untersuchungsergebnis scheint es, daß der vooschriftAnähig ausgestellte Sicherheitsposten rechtzeitig das Warnungssignal gegeben hat. Offenbar ist es von Bafchin und Sperber, die etwa 80 Meter von der Hauptgruppe entfernt arbeiteten, bei den Sttaßenlärm überhört worden. Auch der Zugführer ist inzwischen«ingehend vernommen wordei«. Nach seinen Angaben führte er den planmäßig um 9 Uhr 42 Minuten von der Endstation Warschauer Brücke in Richtung Hauptstraße ab- gehender Zug. Kurz nach Verlassen des Bahichofs Osthafen bemerkt« er plötzlich in der scharfen L-Kurve aus der Höhe dcr Folckenstemstroße zwei Arbeiter auf dem Gleis, die in gebückter Haltung an deii! Schienen befchäfttgt waren. Der niit 25 Kilometer Geschwindigkeit fahrende Zug wurde vom Führer mit all« Kraft gebremst,« tonnt« aber trotzdem nicht mehr ixrhindort werden, daß di« beiden Arbeiter unter die Räder g«ieten. im der Vicht'durch f« t ch t«.*e*«r£Vo durch di« Kurve behindert. Außerdem verbarg ihm die Vergitterung an d« Mau« die niedergebeugten Körper der beiden Mäimer. Das Signal des Postens ist von Bafchin und seinem Begleit« wahr- scheint ich überhört worden. Dets Unglück ereignete sich genau gegen- über d« Einmündung der Falckensteinstroße. Oer unpoliiische Stahlhelm! Wieder eine Professorenblüte. Air der Landwirtschaftliche« Hochschule zu Berlinl hat sich dieser Tage eine Ortsgruppe der„Sozialistischen Stichenten- schaft" gebildet. Wie an allen Hochschulen beantragte diese unter Einreichung der Satzung beim Rektorat die Genehmigung eines Anschlagbrettes. Der Rektor, Professor von Obitz, lchntedem Vor st and das Gefuchab mit d« Begründung, daß er politische Gruppen cm seiner Hochschul« nicht dulden kömie und auch nicht dulden werde. Er wurde darauf aufmerksani ge- macht, daß an der Hochschule unter anderen rechtsstehenden Gmp- pen doch auch der Stahlhelm anerkannt fei. Hierin verstieg sich der Herr Hochs chulbcomte von Obitz zu der klassischen Aeußmino, doß der Stahlhelm eine unpolitische, überparteiliche Or- goiriscstion sei; die Satzungen der betreffenden Hochschistgruppe de- tonten das ja auch ausdrücklich! Diese Einstellung eines Hochschui- verwalters der deutschen Republik ist ein neuer Beweis dar Hoch» fchulreaktion und zeigt die Notwendigkeit, hier recht schnell iuid«in- deutig durchzugreifen. Die soziaiistischen Studenten werden durch dieses Nationaiistennianöver in ihrem Ausstieg nicht ausgeholten weiden. Beginn der„6 Tage". Siari der 15 Mannsdiaiien! Ausverkanft war die große Sportpalasthall« noch lange nicht, als gesteni, 22 Uhr, der Starter das Füiifzohnerfeld auf die ersten Runden der über 143 Stunden gehenden Fahrt schickte. Vorrennen leiteten den Abend ein. Sie brachten kein« sonderlichen Kämpfe. Das Berfa 1 gu n g s r e n n e n gewannen Lehmann— Wissel über die Gebrüder Wolke, während der Endlaus des Mälfahrens Kantorowicz in Front' sah. Kantorowicz sicherte sich auch das 130-Runden-Fahren. Dann erscheinen nach und nach die Akteure auf dem Holzooal, schnell noch einige Trainingsrunden zurücklegend. Progiamniatisch findet alles seine weitere Erledigung: Borstellungsriiiide, Kreuzfeuer der Pholographeu und Startschuß! Die Fahrt beginnt... vs» ke!c! gespren�tZ Nach einer eintönigen ersten Runde— 40.640 Kilometer sind zurückgelegt— geht das Feld geschloffen in die erste Wertung, die schon im dritten Spurt zu einer Sprengung des Feldes führt. Schön und später auch S t ü b e ck e sr.td die Angreifer, die damit ein« Reihe von Jagden eröffnen. Der Stand des Rennens verändert sich ständig. kurz vor Mitternacht wird d« Stand des Rennens bekannt: Alleinige». Spihevpaar sind prcnh-- Zeflge?. alle Jjcwre fiegea! bis 4 R-wde» jurM. ; Berlins Kampf um die Finanznol. ! Der Sladlhämmerer siegen das Cesdtrel vom„AusverKauf Berlins". „Vor der Fase forigefahren.." Soll der Vergangenheit angehören! Es ist sehr oft darüber Klage gefülirt worden, daß Benutzer der Ü-Vatzn an den Endboünhösen keinen Anschluß an die Straßenbahn bekämen. Dos war darauf zurückzuführen, daß der Straßenbahnschafsner nicht erkennen konnte, ab ein Zug im U-Bahn- Hof eingeloufe» war. Um diesem Uebcl stand abzuhelfen, wurde zunächst am U-Äohnhof.szouzitstraße am Jnnsbrucker Platz eine bc 'ander« Signallampe angebracht, die neben dem am U Bahn- hofeingang befindlichen Transparent befestigt wurde. Di« Bedienung des Signals erfolgt durch den Zugabfertigcr des Bahnhofs. Bei der A n k u n f t« i n« s Z u g e s betätigt er kurz vor dem chaltcn einen im Dieirslraum angebrachten Druckknopsfchalter. chkrdurch wird ein sogenannter Treppenlichtaiitomat eingeschaltet, der die Signallampe Zö Sekunden o uff«lichten läßt. Der Schaffner eines auf dem Platz haltenden Straßenbahnwagens kann nun auf die Uebergangssahrgästc warten und diese noch mitnehmen. Hierdurch ist einmal dein Publikum geholfen, und zum anderen ergibt sich daraus auch eine bessere Verteilung auf die einzelnen Wogen, so daß nicht der erste Teil leer weiterfährt, während die anderen Jüge die Fahrgäste nicht aufnehmen können. Zm Badezimmer tot aufgefunden. Der ungeklärte Tod einer 21jährigen Hausangestellten in Mohlsdorf beschäftigt die Kriminalpolizei. Die Zljährige Clfriede Pohl war dort in einer Gastwirtschaft, der gleichzeitig eine Land- brotbäckerei angegliedert ist, beschästigt. Gestern in den späten Abendstunden nahm das junge Mädchen ein Bad. Als das Modchen sich aber nicht wieder zeigte und oas Badezimmer»erschlossen blieb, osfnete man gewaltsam die Tür und fand Elfriedc Pohl aus dem Fußboden liegend leblos vor. Der Arzt des Ortes stellte den Tod lest, die Ursache tonnte er jedoch nicht ermitteln. Do dos junge Mädchen hcrzleidend war, besteht die Möglichkeit, daß«S einem Herzschlag zum Opfer gefallen ist. Andererseits wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß Kohlenoxydgajc, die einem undichten Rohr entströmt sind, den Tod verursacht haben könnten. Pom Deutschen Luftfahrtverband. Der Deutsche L u s t f a h r t- V e r b a n d hatte Vertreter der Presse in das Fiugoerbandshmis geladen, um einen Ueberblick über den otaiid des Verbandes und seine Aufgaben zu geben. Staats- minister o. D. D o m i n i c u s schilderte die Entwicklung des Ver- bandes, der in den letzten drei Jahren von etwa 12 000 aus 44 000 Mitglieder angewachsen ist. Von den Iungfliegergnippen werden außerdem über 0000 Jugendliche erfaßt. Die parteipolitische Neu- iraliiät des Verbandes wurde. besonders betont, seine Ausgabe er- blicke er lediglich in der Förderung der Lustsahrt und der praktischen Ausübung des Flugsports. 60 Freiballons, über 300 Gleit- und Segelflugzeuge und 133 Motorflugzeuge dienen der Sportfliegerei. Das Segelflugzeug ist seiner relativ geringen Herstellungskosten und der Möglichkcir der Selbstl>erstelluiig wegen besonders für den Flug- spart geeignet: die Segelsliegergruppen des Verbandes stell.'ii ihre Zpartgoröte auch meist selbst her, IIS neue Gleite und Segelflugzeuge werde» vis zu Beginn der Fhugfasjon fertiggestellt. Eigene Segekflie gerschule niinh licbunosstcllei? dienen der Aus- bildung im Segelflugsport: emi den Fliegerschulen der Deutschen Luftfahrt G. in. b. H., einem Tochterunternehmen des Verbandes, brstehf Gelegenheit zur Molorflugaüsbildiiiig und zum Erwerben des Kunstflugscheincs. Vier größere Beranstoltiingen sollen in diesem Fahre stattfinden: zu Pfingsten rin Fuiigslicgertreffen auf der Wasserkuppe und im Laufs des Jahres ein Wettbewerb für Degeh flugmodelle, der Rhön-Segelflugwettbewcrb und die zweit« Segel- flugwoche Borkcnwcrke. Die steht es um die Graphologie? Wer zu Hein Vortrag„Fehldeutuiigen in der Ähriftbeurteilung und- deren Vermeidung" in der Deutschen Graphologischen Gesell- schalt ging und glanWe, aus der Fülle notorisch salscher Gutachten von Graphologen interessante Fälle zu hören, mußte zweifellos cnt- töuscht sein. Die Vortragende, Fron Maria H c P n e r. gab nur einen a k a d e m i s ck? stofflichen Beitrog über die Ursachen der häusigsten Fehldeutungen, der die Fachgelehrten gewiß im stärksten Maße interessieren mag, mit dem aber ein Laie wenig anzufangen weiß. Roch der Meinung dieser bekannten Graphologm entstehen viele„Fe hl beulungen" dadurch, daß einzelne Merkmale der Schrift übe r wert et würden und dadurch ein Eharakterbild zu einseitig beleuchtet sei. Besonders die bloße Au-zählnng von Eigen- schasten sei durch die Wortauswahl zu leicht„subjektiv" gefärbt und gäbe nie den Eindruck der Persönlichkeit. Ost sei auch die Person des„Deuters" zu stark in den Vordergrund gerückt und' lasse die intiutioe Einfühlung vermissen, die es dem erfahrenen Graphologen aber erst möglich mache,«in abschließendes Gesamtbild zu formen. An etwa.00 Schriftprobe» aus allen Bevölkerungsschichten und Be- rufen erläutert« die Bortragende die interessanten, knapp und ge- nau formulierten Grundzüge ihrer Methode. �Neuigkeiten" über China. In einem mit großem Auswaiid veranstalteten Diskussions- akiend— Minister a. D. Külz führte den Vorfitz— der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft berichtete der Generalsekretär des Verbandes für den Fernen Osten, Dr. Max Linde, über die Eindrucke einer mehrmonatigen Reif« in Chi n a. Herr Linde ist nach China gefahren, um uns fo erschütternde Neuigkeiten mitteilen zu können, wie folgende: Di« Verkehrs- und Handelsficherheit fei in diesem Lande in den unruhigen Zeiten sehr gering. Die Nonking-Regierung Hobe den ernst«« Willen, dos mit rigorosen, aber bisher leider wirkungslose» Maßnahmen zu ändern. Unter dem Eindruck dieser erschüttsriidsn Mitteilungen leerte sich der zuerst überfüllte Saal des Oberverwoltangsgerichts langsam und dann um so schneller, als in der Reihe der auch nicht auf- schlußreicheren Diskussionsredner durch eine Dame verkündet wurde, daß die Ilnbcweglichkeit der chinesischen Gefellsckzaftsstruktur auf magischen und metaphypschen Bindungen beruhe, die den Chinesen an dein'Althergebrachten festhalten. Medizinische Psychologie an der Universität Berlin. Immer mehr Hot sich in den letzten Fahrzehnten die Einsicht Bahn gebrochen, daß für die ärztliche Wissenschast und Praxis die moderne Psychologie von grundlegender Bedeutung ist. Nur sie gestattet die mannigfachen Beschwerden des nervösen Menschen, der ja geradezu ein Repröseiitant unserer gehetzten, kmnpszerrissenen und sorge» vollen Zeit ist, zu verstehen und an der Wurzel zu be- handeln. In keinem Verhältnis zu diesen wichtigen'Aufgaben der medizinischen Psychologie standen die bisherigen Alisbildungsmög- lichkcite» für Studierende und junge Acrzte in diesem Fache Das Bedürfnis, sich darin zu unterrichten, trieb daher die Lernenden häusig zu'Außenseitern. Es ist daher zu begrüßen, daß nunmehr An der Beriin'er Universität eine Habilitation für medizinische Psychologie erfolgt ist. Die Habititations- schrist des Dozenten Dr. phil. ci med. Alexander Hcrzberg gibt eine Analyse der Suggestivphänome uizd weift deren zusammen- gesetzt«'!» Charakter nach. Schnellzug rast auf Autobus. 2 Tote, 13 Schwee- und 45 Leichtveriehie. Florenz. 28. Februar. Auf einem Bahnübergang bei dem Bahnhof von Vallocia« o bei L i v o r n o ereignete sich ein schweres Unglück, bei dem zwei Personen getötet und 3 8 verletzt wurden. Ein nsit 60 Arbeitern besetzter Autobus wurde von einem Schnellzug erfaßt. Der Kraftwagen wurde ein« Strecke weit vor den, Fug hergeschoben und schließlich mit den Insassen über eine Böschung geschleudert, wobei 2 Arbeiter gelölet und 1Z leben»- gefährlich verletzt wurden. Die übrigen Znsasien erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Das Unglück ist daraus zurückzuführen, daß die Eisenbahnschranken nicht ge- schlössen nmrcn. Grubenunglück in Ltkraine. Neun Tote, vier Schververlehte. Kowno, 28. Februar. Wie aus Moskau gemeldet wird, ereignete sich am Frcita-z in Dnjepropetro-wsk(Ukraine) in einem Schacht ein schweres Gruben- Unglück. Durch eine Gasexplosion wurden neun'Ilrbe'iler getötet. während vier schwer verletzt wurden. Eine Unlersuchungskoininis- sion stellte fest, daß das Unglück auf technische Fehler zurück- zuführen ist. Der leitende Ingenieur S a i t s ch e n k o wurde sofort von der OGPU. verhastet. 21 Proz. Zunahme im Stadt- und Vorortverkehr. Im Januar dieses Jahres wurden— wie die Reichsbahndiret- tion Berlin mitteilt— auf den Stadi-, Ring- und Varör.bohNZN insgesamt 3 g, 7 Millionen Personen befördert. Damit wurde der gleiche Monat des Vorjahres, der eine Besörderungsziffer von 32,0 Millionen Perjanen aufwies, um fast 21 Proz. übertrossen. Diese bedeutende Steigerung ist zum größten Teil aus die Elektrifi- zierung der gesamten Bahnen zurückzuführen. 28 SoziaWscheArbeiterjugendGr.-Verlin Sinsendll I><:n!>,«naesetgl! kZunttitmütlomtiTU, fällt aus. Bon t-e» Flinkt'onärnruppelr findrt ainr Deieaicrte»- und Dorkltnndrll- lonferenz beim Wcitoffc» Remmelc, Prill>beinrich�tr. 42, ftoti. Zisichc»- dttBCt Vi«-teil beii» BtiSrr Str. 27—30: JZnnktionätfifnmn.— 99'lmrrr dort: Srin; Willioililsa»« 12.3: Mttakiebervcriaminlu»«.— Maricndorf Ii: Cicdlu»-, Dalicinr IbS. 120:„Unsere Eeoner von links". Treffpunkt U.ir Zlenlölln T: Marne» Tahrt»ach Ächiinswuslerbansc». Blik. Neukölln. W. �. W Gerbrbez�rk Teltowkanal: Auls des Neal«ymnaftums Tempelhof, l'r. iü! Äaiserin-Attw'sta-Etr. 20, 20 Uhr: Pugq i«M uck-Abent». Gegrn Bor» f-I f| Feiffunq des Mitalie�ÄZuches freier Eintritt. Werbe bezirk Webdibg: Morgen Treffpullkt bar Delegierte» blt> Mir Bllf. Bedbing. Werbcbezir! Brenzlauor Perg: Lilnkillch AI Ubr liaben olkr Spieler b-e Tambouriorpz taike und neue) zum Nebe» zu rrfcheilien wegeu Mitmi ckurg an einer Veronstaliunq einer ousrnärtigen SAI.. Gruppe. Margen Treffpunkt Mintlechee Delegierten!t Ilbc Leipziger Platz(Eingang zum Warenkiaus .Hcrtheim).,. m m r*:.1- 1 • i* r.w,-::..' a usrra uen Erklärung! ie alteingesessenen, chemischen Ulaschansta Ifen Berlins sind seit Jahrzehnten die Beuuahrer 3hres kostbaren• Eigentums. üten Sie sich vor Angeboten unzuverlässiger und unerfahrener Firmen. 3n unserer Branche ist Qualitätsarbeit Hauptsache, nicht der Preis! TTIarktschreierlsche Reklame allein macht es nicht. Leistung auf Q rund langjähriger Erfahrung entscheidet. Lüir erhalten Ihre Lüerte/ Lüir beraten Sie durch altes Personal.■ Sie sparen beim Selbstreinigen am Falschen Platz. Selbstreinigen mit feuergefährlichen TB itteln gefährdet Sie. Denken Sie am die. letzten Ün glucks Falte! UUir garantieren 3hnen für Qualitätsarbeit. rlolten Sie u ns dieTreue!« GEBR. ALTENBERGS FÄRBEREI bh* H.BERGMANNSS MAX BLOCH t:* D. COUNDE A.G.» BRUNO GALLUS1 J 3NH.KA. THIELE» IUDLINoh» KÄLLÄN E& ME I LING � OSWALD NÄEFE ART. GE S.* W.& E.REH BACH W. SPINDLER A.G. ( Theater, Lichtspiele usw. ) Ende gegen ZZ'f» Uhr 8.15 um.MI». S8U Baotton erlanv| Das aene Programm mil«enrailoaellea In Berlin nodi| alcki gezeigten Neuheiten Sonoibend u. Ssoatag)■ 3 Vsrttsllungae> |< una S" Uhr 4 Uhr klein« Preise T»»l. S u.8 /; U. B». Barbar. 92S« Prelsa 1-B M..Wochtg 8 U. SOPt-SM Ab haut» Gastspiel Erich Carow lo seiner Groteskazene „Famlllenldjll In Berlin N." und 9 Internat. Attraktionen PtAZA TSgi. S u.«IS Senn. 3-. 5 1.«" A ex. E 4, 8066 INTERNAT. VARIETE Heute Premierel Vouuottiuie TSate in BSknntab. 8 Uhr Amnestie Schausprel v Carl Mas. Finkelnburg Bstte: GSith. stark toalLtälllgr-rb. X Uhi Booboarodis Gßorge DbboIo Staatsoper AmPLd Republik 8 Uhr Die laDüsrflite Irianon-Ilieate Dir. Fans Arnim Georgenstr. 9 TSglich 8Vj Uhr Die Freundin Preise 1, 2, 3, 4 M. Sonntag 3 U. Dornrösdaeo 5 Uhr Gespenster GROSSES SGHAUoPiELHAUo 8 Uhr 3 Musketier« Regte: ERIK CHARELL A 8 min lim nndm. nngek. Ballte Pr. SonnaDtnd 3 Uhr � Famiu a-VorsteUo.' Kinder* M 220 auf- wärt BniBe Preise SOnn,aD «•niin fslW(lirtnm- Slßufl. vm v' toi his'iner.Tter- � und Indianers mna �(mdiuiis 1 Hart Bsöir 50 W. 3 Su FjmiL-Vsnffls. Kind» i. IL 2.20 � jutwirh haB* Pnht T'h PO' Siellnno Id. htnrsM«35-31.«Od. 05511 Oeoiuhes meam 12 Viitatai 5281 ra«!.»><« uhi Oer Kaiser v.Amerlka von Semard Shaw Ree- Max Relahardi Kammersplele 1 2 WeiiimtoiB S20t 8 Uhr DerEandidat von Carl Stemheim fegte: lutlteigriA. »"•ubr casino-theater uothrlnf«er Strake§7 UnwUßnimUfi nur HU 7. Man seine Hoheit der Bettler tiiiiiiMiiiiiiiiiiiiitiiiiisni iiiiiiiiiiiiniiiinniuiiiiiiiiiiiuit Sannatand. dan«. Hin. ima i. Hai« Der wahre Jakob Qui.cnam<0r t—« Personen Fauteui! nur 136 M-, Sessel I.TS Sonstige Preise: Parken u. Ring aSOM MW OiraküM Dt Uartia ztetoi Komiseh« Oper rriatfttebatr.104 Uarkor 1401 Nach vollatgndiaem Umbau Tiglfeh S> »ulla di */« Uhr Bulla Schwank von Arnold und Baeb mit Guido Thlalscnor. Schuir tob reis, urg H UabraM.WaRar Da». Fliak BsAmcr Wana» SeoDteg mb nSmlttegi 4(MJk PninJ Baila m« Bona»h CiUe mewt» Lustspielhaus»'* u. FriedrUIutt. 23b. Bergmann 2922. 23. Utle M tu zwelim IIIdL Riemanx) Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterb'ochen. Die Komoüie II Bismck.24l4/7SI6 89. Uhr Victoria von S. Maugham. Regie Max Reinhardt. Musik: Mischa Spolianskv. fUeater 1 Westens Täglich SV, Uhr- Holei Stadl Lemberg Musik von Gliben Lorl Lcnx Leo SdrOlzendort Relchshallen•Theater' Atiends(D Sono so nafflm. CE SfeUiner- Sänger / Neu: 4-„Sanatorium Sonnenstich" Wttlia.: HtH» Pniifc hüb PregowB OÖPirtorf-Bretti: Variete- Konzert- Tanz GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G.M.B.H. �etbe:WofA GEG-Teiowarai! B In der Zeit vom 1. bis 8. Märr 1930 KlnderlL, Polster, ChaiseL,«n ieden. 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Sooper Birlioir NM Dönhoff 170 Täglich-% Uhi Die Strafie Regie rteinz HUper Operettenhaus Alte Jakob str.-0/32 (Zentral- Theater) Täglich Uhi DiaFledermaus mit Gustav Matznei Preise t, 2,» M Sonntag>,3 Uhr S Uhr Prlndarik« Lessing-Ttieater dUdtotoB» 2737 X.M« Täglich 8 Uhr Affäre oreytus von Reh fisch und Herzor Tn«aL a. Roiffl.Ter Kottb. Str. 6 Tägt 8 Uhr snebSeant. azchm�U Elke- Singer. S TUmpt« jldni.UaiklEtaad. d In-Praoraan Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4830. Allabendlich 8V. U. tlnok ni AnnU iü Eat uuapieuiass Fried richur. 286. Bergmann 2922/25 TlgTtch tbi Uhr Liebe tof den zwelien Blick Kleines Tneat. Merkur 1624 TlgU PI* Uhr Der Walzer von beule Kacht! Erika Qlassoer, Hilde WArncr. ilermaiui ScbajfaA rhuter m ntr tsaiggrktzer Stnns Täglich PI* Uhr Professor Bernhard: von tdtuu Sduillttei' fegte- Itdoi Bzisgvitr. Komödlonhaue Täglich 8V» Uhr Oer unner und die nenne von CUPI 0012 Metropei-Th. Pk Uhr Das Land des Llebelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehdr. Planetarium —• am Zoe—— 'aHat. IszAigBttila tn'i 3. 5 Barbarossa s.3T> 16V. Uhr De? PTSS-| I DmHaate 1-/< Uhi UerkwSrJigc 8 eres(QmgiJvtigi 2o»r Uhr ossär um eintritt:,!. Mav-. Kinder 50. PI. Mittwoch« h a I b. KaseanereisD auiHungS'.Rabsii- u.Reklamemärken gegen Nachahmunt gesetzt, gesell. .ertigt seit 48 Ja als Spezlalttäi. Conrad Hilller Leipzig■ scokcuaiii MicQMr? O-tota Itonuiplitz InoU SBoU Hunhäili 10414 j Ms BnUMisl und grossar Alpenbail. HiuimiiiimttiiimiiMiinaiHtMimimnuiiHtiinimiMiHiinHmiiti.zatemiM» 1 Hl twoch, den 5. Härz 1930 j Letztes Gastspie! Johann Stranss trinkt«nurtgen Süßwein Enoros der Wein cur Stärkung I J. F. Rauch A.-Q., Berltn W 9 Kommandamensir. 80 8I> t Treppe, Nähe OSnhoffplatz Herren. Anlege, Cn»(Rock and Weste), 1""ter.QnmmlmfaieX.Er chibonneranzü�e\ Az1seusbaxtt6e(5(>orlionn).warmeUaler)ad£en tagandweibcklelder WKIeder In Se'de. Volle. 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Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse hat ihren Jahresbericht für 1929 nernfsentlichr Präsident Klepper hat die Uebergabe des Berichtes an die Press« mit Erläuterungen be- glutet, die mehr als in anderen Fällen politisches und össenllichcs Interesse haben. Wer weiß, daß die personelle Umstellung in der Preußischen Zentralgenossenschastskasse im Wiirt«r 1927/28 auch für die deutsche Agrarpolitik einen Wendepunkt darstellte, für den ist es auch selbstoerständlich, daß diesen, Geschäftsabschluß und diesen Erklärungen eine besonder« Bedeutung zukommt, da sich mit der zweijährigen Arbeit der neuen Preußenkass« auch ein wichkigez Stück neuer deutscher Agrarpolitik übersehen läßt. Präsident Klepper gab dem ihn schon immer führenden Grundgedanken neuen Ausdruck, daß die amtliche Agrar- Politik und die Agrar k r e d i t Politik notwendig miteinander ver- bunden seien. Er umschrieb nur den innere» Grund für die Not- wendigkeit«iner neuen Agrarpolitik und auch der vor zwei Jahren erfolgten Umstellung der Preußenkasie, wenn er daraus hinwies, daß man in Deutschland die Borkriegspolitit der Bodenpreis- steigerung mit politischen Mitteln im Jahr« 1925 nur sortgeseßt Hab«, unter Berhältnisien, in denen die Borkricgsrelative fehlten, was notwendig zur Krisenverschärfung Hab« führen müssen. Daß die Preußenkass« mit sozialistischen Gedankengängen belastet, von wirklichkeitsfremder Romantik erfüllt, bei rationalistischer Ein- stellung ohne Verständnis für höhere Werte und von dem Willen zur Polttisierung des Genosienschastswesens erfüllt sei, das waren die Behauptungen, die seit zwei Jahren die Arbeit der Preuhem lasse begleitet hoben. Iheute sei die sachliche Linie der Preußen- rossenarbeit unbestritten. Die ograrpolitische Erkenntnis, die Entwicklung des Genossenschaftswesens haben der Preußenkasie recht gegeben, und die politische Kritik sei schweigsam geworden. Ein Primat der Landwirtschaft könne in der Volkswirtschaft nicht gut anerkannt werden: die Landwirtschast aus- schließlich als leidendes Objekt.zu behandeln, habe eine Erziehung zu gefährlicher Passivität zur Folg«. So müsse auch die Preußenkasie als Staalsinstitut ihre Funktion nach allgemein wirtschaftlichen Gesichtspunkten orientieren, unbeschadet der Ver- pflichtung, das äußerste zugunsten der Landwirtschaft zu leisten. Gut« genossenschaslliche Kreditnehiner werden sich über zu große Aktivität der staollichen Genosienjchaftszentrale als Geldnehmer nur zu ihrem Dorteil beklagen können. Der K r i s« n v e r s ch S r f» n g habe die Preußenkasi« durch die Individualisierung der Kreditpolitik, durch Betriebs- und ge- ttosienschastlich« Gebietskontrolle, durch die besonder« Beobachtung und Kontrolle in den Krisengebi«ten und auch durch die Leistungs- steigerung im eigenen Betrieb zu begegnen versucht. Be- denklich seien die Versuche von oben, die Waren- und Markt- Organisation der Veredelungsprodukte in der Landwirtschaft zu regulieren. So notwendig die zentral« Beobachtung der Märkte und der zentrale Erfahrungsaustausch seien, so werdea doch die in der Produktion selbst und in der Adsatzorganisation et- forderlichen Maßnahmen sich von unter heraus entwickeln müssen. Die Lage in den östlichen Gebieten ist immer noch ernst. Die Belebung des Gütcrmarktes se> Boraussetzung der endgültigen Gesundung der ösfeittlichen Kroditverhällnisse. Der Versuch der Umschuldung im Osten habe vielfach sehr wenig genutzt, und zahlreiche„umgeschuldeic" Betriebe stünden heut« vor dem Zu- sammenbruch. In Pommern und in der Grenzmark sei die Lage heute vielleicht noch komplizierter als in Ostpreußen. Die Notwendigkeit der Schassung einer Aufsaugorganisa-tion bestehe heute wie je. Die Ausgabe der Zukunft sei Ausbau des Erreichten und neuer agrarpolit scher Aufbau. Im Geschäftsbericht und auch in seiner Red« hat Präsident Klepper dos eigentlich« große Werk der Preuhenkasse, die Sanierung und Bereinheillichung des laadnnrtschafllichea Genossenschaftswesens. nur kurz berührt. Aber die deutsche Oesientlichkeit weiß, daß in der Sanievung der Genossenschaften schlechthin Entscheidendes für die Landwirtschaft geschehen ist. Freilich darf auch die Oesfenllichteit und darf die Landwirtschaft vor allem nicht vergesien, daß von den 75 bi» 89 Millionen Mark Verlusten, die aus der Genosienschoftskatastrophe abzudecken sind, mehr als 69 Mil- lionen Mark vom Steuerzahler, das heißt von den Bürgern der Städte, den Käufern der landwirtschaftlichen Produkte zugunsten der Landwirtschaft getragen werden müsien. Da» Zahlenwerk der Bilanz und der Gewinnrechnung kann natürlich von dem, was die Preußenkassenarbeit ausgemacht hat. nur eine sehr undeutliche Borstellungen geben. Wohl»och nie hat die Politik«inen so ausschlaggebenden Einfluß auf die Em- wicklung des Bilanzbiides gehabt, wie bei der Preußischen Zentral- genosienschoftskosse, wo ein volkswirtschaftlicher Kaufmann es für selbstverständlich hielt, daß für die Zeit des Wiederaufbaus der deutschen Landwirtschaft allein die höheren Gesichtspunkte der Agrarpolitik und der Agrorkreditpolitik zur Richtschnur der Geschäfte dienen dürfen, weil die Routine allein in den vollständig veränderten Berhältnisien der Nachinflationszeit versagen muß Deimoch beweist ein Vergleich der Bilanzen von 1927 bis 1929, daß die gewaltige, der Preußen- kasie gestellte Aufgabe, selbst wieder die Aktionsfähigkeit zu erreichen und die landwirtschaftlichen Kreditverhällnisse soweit als möglich zu sanieren, weitgehend gelöst worden ist. Das G ru n d ko ski tal ist nominell von 79,6 auf 219,6 Mil- lionen n erstarkt worden, und wenn auch noch kund 119 Mil- lionen einzuzahlen sind, so st«l)en doch heute aus Neueinzahlungcn bereits 32 Millionen mehr zur Verfügung als Ende 1927. Di« ordentlichen Rücklagen sind von 8 auf 1äL Millionen erhöht, und man kann annehmen, daß die stillen nichtausgewiescnen Reserven der Preußenkasse die der Abdeckung der Genosicn- schastsverluste dienen müss-rn, sehr vermehrt würde». Gewiß hat sich die Landwirtschaft seit 1927 durch Bildung eigenen Betriebskapitals auch von innen her gestärkt. Wenn aber dl« zur Kreditgewährung von der Preußenkasie aufgenommenen Gelder in den beiden letzten Iahren von 796 auf 495 Millionen Mark zurückgegangen sind(woboi der Rückgang der Rcntenbankkrrdite nur rund 5» Millionen ausmacht), so ist das ein Beweis der gelungenen außerordentlichen inneren Stärkung und Unabhängigmachung der Preußenkasie. Dafür sind zahlenmäßig« Zeugen der voll- ständig« Wegjall des Lombardkredits bei der Reichsbank Ende 1929, der Rückgang der Inanspruchnahme der Reichsbank für Wcchselkredite von 391 auf 124 Millionen und die Steigerung der Guthaben und Einlagen in den letzten beiden Iahren von 63 auf 119, t Millionen, wobei der letzt jährige Rück- gang um rund 69 Millionen nur auf die Abberufung der Um- schuld.ungsanteihc der LandesbankzeMrale, also auf ein Zwangs- läufiges Moment zurückzuführen ist. Der eigen« W e chs e l be sta n d ist gegen Ende 1927 von 286 auf 221, die Summe der weitergegebenen Wechsel von 391 199 Millionen Mark gesunken. Die Unabhängigkeit, ins- besondere von der Reichsbank, wurde durch die stärkere Ausschöpfung des offenen Geldmarktes, ofienbar mit Erfolg, stark gefördert. Die volle Aktionsfähigkeit der Preuhenkasse dürfte heute wohl von niemandem mehr bezweifelt werden. Die Entwicklung der Preußenkasienbilanzen zeigen das merk- würdige Bild, daß die Bilanzsumme in zwei Iahren von 979 auf 917 und dann auf 849 Millionen zurückgegangen ist, daß aber gleichzeitig der Umsatz von 42 auf 69 Milliarden ge- steigert werden konnte. Ebenfalls ein Zahlenbcweis dasür, wie man durch zielbewußte quantitative Mehrleistung und Mehrarbeit die qualitative Verbesserung der Leistung gesichert hat. Dafür spricht auch die Entwicklung der Gcwinn- und Verlustrechnung, bei der zu beachten ist, daß vor dem Ausweis der Gewinne be- trächlliche stille Reserven gebildet wurdo». Dennoch haben sich die Einnahmen 1927 bis 1929 von 9,64 aus 19,93 und dann auf 11,96 Millionen Mark erhöht. Die Geschäftskosten sind nur einmal, im Jahr« 1928, von 4,87 auf 5,64 Millionen, gestiegen, um im Jahre 1929 auf 5,69 Millionen zurückzugehen. Die Konsumvereine haben durch Erhöhung ihrer Ein- lagen von 15 aus 29 Millionen der Landwirtschaft eine verstärkte Hilfe durch die organisierten Derbrauchcr gewährt. Die Arbeit der Preußenkasie in den beiden letzten Iahren ent- hält eine wichtige und politisch beoeutsame Lehre. Die zwei Jahre neue Preußenkasie lehren für die deutsche Agrar- Politik, daß es auch in der Landwirtschaft aufwärts gehen kann, wenn man den Mut hat, die Widerstände des alten Systems per- sanell und damit sachlich zu brechen, und wenn man die richtigen Leute, das heißt Menschen mit richtigen Erkenntnisien und klarem Wollen, die die gesamtwirtschaftlichen Interessen den Einzel- und Standesinleressen voranstellen, an die verantwortlichen Stellen setzt. Daß das geschehen ist und daß damit der Landwirtschast ein großer Dienst erwiesen wurde, ist in allererster Linie das Bcrdicnst der preußischen, als sozialistisch und damit als londwirt- schaftsfeindlich verschrienen Regierung. Wir glauben nicht zuviel zu sagen mit der Behauptung, daß heute, zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der Sempcrschen Aera in der Preußen- lasse/ ehrlich wohl niemand in der Landwirtschaft diese Zeiten zurück- wünscht. Und dos ist die beste Rechtfertigung für die in der Preußenkasse in den letzten Jahren geleistete Arbeit. Marodeure über Berlin. Eine schamlose Zumutung der Schwerindustrie. Mr haben bestimmte Sennlnl» davon, daß die Ruhrgas-Aklien- gesellschosl, Esten, eine Unternehmung der Rheinisch- Tvestfälifchen Schwerindustrie. Verhandlungen mit Berliner Stellen angeknüpft hat. deren Ziel die S0prozenlize Stillegung der Berliner städtischen Gaserzeugung und der Ferngas bezug von der Ruhr ist. Von der Rnhrgas A.-G. stud in Berlin die Herren Seipel. Polt. Gebhardt und Baron von Luc. Die Ruhrgas-A.-G. will Berlin dafür einen Kredit von 39 Millionen bis 49 Millionen»crmiltclo. Die Transaktion steht im Zusammenhang mit der beabsichtigten Zapsandgabe der 45 Millionen Aktien der Deutschen Gasgcsellschaft au das Bonkcnkonsorkium. das den vorlehleu Kredit an Berlin gewährt Hai. Den Banken will man da» Ruhrgas..geschäsi" mit Berlin dadurch plausibel macheo, daß man die Uebernahme der Garantie für deu hinler der verpfäudung der Gasaklieu stehenden Kredit anbietet. Da» Ziel dürfte hier der Erwerb oder wenigsten» die Bindung der Aktien der Deutschen Gasgesellschast zugunsten der Ruhrga»-A..G. sein. �.•'/*.' 7,.''.?'■...• Wir erwarten von den Stellen, mit denen, die RuhrunterhäMer in Verbindung getreten sind,«ine eindeutige Erklärung zu diesen Feststellungen. Wir lenken die Aufmerksamkeit der amtlichen' Stellen und der Oeffentlichkeit auf diese Vorgäivi«. Der Mißbrauch der vorübergehenden, größtenteils umxrschu!- detcn Finanzklemme der Rcichehauptstädt Berlin Hot einen Umfang und Fonnen angenommen, deren sich ein anständiger Mensch mehr und mehr schämen muh. Was aber hier Berlin zugemutet wird, sind nicht mehr Geschäfte und Angebot« ehrlicher Kausleute, das ist aus einer Moral von tapitalistsichen Marodeuren geboren die auch in Berlin bisher unbekannt war. Das Vorgehen der Ruhrgesellschaft ist ein offener Skandal. Es wird Zeit, daß unter den bisherigen prioatwir fchaftlichen Kontrahenten der Stadt Berlin jemand aufsteht, der die Ehre anständiger Kaufleute verteidigt. Das Vorgehen der Ruhrgasgesell- schast belastet sie sonst alle. 330000 Wohnungen �929. Nach den Schätzungen des Statistischen Reichsamts sind im ver- slosienen Jahr rund 3 3.9 999 Wohnungen in Deutsch- lond gebaut worden gegenüber 319 999 im Bor- jähr. In Preußen allein hat sich der Remzugang an Wohnungen von 185 599 im Jahr« 1928 auf 198 599 im Jahr« 1929 erhöht. Die Situation auf dem Baumarkt wird dahin gekennzeichnet, daß die Bauerlaubnisse weiter zurückgegangen sind. Konjunttur Ende Februar. Die Prognose des Koniunkturinstituts. Das Institut für Konjunkttirforschunq beurteilt die gegenwärtige Wirtschaftslage in ihrer neuesten Deröffentlichung, auf die wir noch zurückkommen, folgendermaßen.' Die Wirlichafslage ist durch einen außerordentlich hohen Stand der Arbeltslosigkeit gekennzeichnet. Trotz der milden Witterung dieses Wintere ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfängcr in den letzten Monaten weit stärker als sais-'nüblich gestiegen. Die in- dustrielle Prodnttlon ist im ganzen weiter zurückgegangen. Die Bautätigkeit Ist beträchtlich eingeschränkt worden. Die schwierige Lage der Landwirtschast hat �ich noch oerschärft. Die Umsätze in konjunkturabhängigen Ware,, haben nachgelassen. Die Preise sind weiter gesunken. Im Zusammenhang mit der Abschwächung der weltwirtschaftlichen Konjunktur haben die Wettbewerbsschwierig- ketten auf den Auslandsmärkten zugenommen. Di« Entspannung der Kreditmärkte Hot weitere Fort- schritte gemacht. Die Gcldsätze haben ihren konjunkturellen Rück« oang fortgesetzt. Seit Ansang dieses Jahres beginnt die Verflüjsi- gung auch auf de» Kapitalmarkt überzugreifen.?lm Kapitalmarkt hat der Kttrsdruck nachgelassen. Diese Gestaltung der Kreditmärlte liefert Anzeichen einer neuen Konsunlturphase. Nachdem vor einem Vierteljahr die Depression als nahe bevorstehend angekündigt wurde, kann nun- mehr festgestellt werden, daß sich der U e b e r g a n g zur De- pression vollzieht. Bei fortschreitender Entspannung der llredit- Märkte dürste ucitere» Ri'ckgangen der wirtschaftlichen Tätigkeit zu- nehmender W i d e r st n n d erwachsen. Für einen neuen Konjunkturailfschwung sind die Boraussetzungen indes noch nicht gegeben. Ihr Eintritt bleibt im wesentlichen abhängig von einer i stärkeren Bcrflüssigung der Kreditmärkte, Insbesondere von einer reichlicheren Kapitolvcrsorgung. Wichtige Impulse wären von einem stärkeren Zufluß langsristiger Auslands- f fehlt e zu erwarten. Eine qewisic Belebung in der Wirtschaft wird ober aus saison- mäßigen Gründen wahrscheinlich gemacht. So Ist, wie im F r ü h- jähr üblich, für die kommenden Monate mit einem saison- mäßigen Rückgang der Arbcilslosiakeit, einer Zunahme der Bsschäf- tigung und einer Steigerung der Umsätze zu rechnen. Heineman-Ottven-Berlin. Die Zusammenarbeit der belgischen Etekiriziläissonzerne. Dieser Tage weilt Dannie Hein«man, der Chef des bel- gischen Sofina-Konzerns, in Berlin. Vermutlich hängt feine Anwesenheit mit den auch non uns gemeldeten Verhandlungen zwischen der Gcsfüre.l und der Stadt Berlin'über em Aktienpaket der Elektrizitätswerk Südwest AG. zusammen: denn die Gcssürel dürfte die angebotene» 57 Millionen Mark nicht aus her eigenen Tasche bezahlen: vielmehr ist eine Zusammenarbeit gerade mit der Sofina nach früheren Ersahrungen mehr als wahrscheinlich. Man dars aber wohl annehmen, daß dies keineswegs das einzige Geschäft ist, um dcretwillen Herr Heineman Psr'-in aus- gesucht hat. Da sowohl er wie euch Gcüeräkdirtktör Oliven vöit der Gcssürel in den letzten Monaten mehr als einmal ausgesprochen haben, daß sich setzt in Deutschland dos private Käpital' stärcker als biper beschästigen könne und da die fiit'änzlclle N o t l a g e v i e l e r Gemeinden gerade auf dem Elektrizitätsgebiet den privaten Gruppen verlockende Beute zu versprechen scheint, so gilt auch diese Reise ganz ohne Zweifel dem Programm, so umfangreich wie mög° lich die össcntlichc Hand durch private Kapjtalgruppcn zu ersetzen. Dannle Heineman hat eben erst das Rückgrat seines Konzern? in Belgien ganz bedeutend verstärken können. Nach langen Derhandliingen ist Mitte Februar in Brüssel ein Ab- kommen zwischen einer Reihe großer Finanzierungsgesellschasten für Cleklriziiätsunternchnmngen zustande gekommo» Die Spsina, die jahrelang in allerengstcn Gcschästsbcziehungen zur Banque de Bruxelles gestanden hatte, hat diese Verbindung zwar nicht voll- ständig gelöst, aber gelockert, und hat dasür die Beziehungen zur größten Bank Belgiens, der Sociekö Generale de B e l- g i q u c, immer enger ausgestaltet. Diese Bank hatte schon vorher eigene Finanzierungsgesellschasten dieser Art unter ihrer Kontrolle, und zwischen diesen und der Sofina ist nunmehr ei» Abkommen zustande gekommen, das praktisch darauf hinausläuft, daß künftighin die technische Leitung auch dieser Gesellschasten in die Hände der Sofina gelegt wird, während als führende Finanzkraft die Socieiä Generale de Bclglque endgültig anerkannt wird. Ein Mitglied der Sofma-Lerwaltung wird Generaldirektor des in den lctzlen Jahren immer größer gewordenen Electrobel-Konzerns, zwischen der Electrobel und der Sofina werden verschiedene Aufsichtsrats- Mitglieder ausgetauscht, und auch die Finanzierungsgesellschast Sociäte de Traction et d'Electricttö wird In gleicher Weise in diese groß« Jntcresjcngemeinschaft eingegliedert. Diese Vereinbarungen bedeuten für die belgische Elcktrizi- tätswirtschast einen wichtigen Zusammenschluß, der auch in teohnlschcr Hinsicht neue Ausbaumöglichkeiten erlaubt. Die internationale Bedeutung dieses Vorgangs liegt darin, daß alle erwähnten Finanzierungsgesellschasten teils unmittelbar, teils aber auch mittel- bar durch zahlreiche kapitalkrästige Tochtergesellschaften sehr um- sangreiche Elektrizittätsinleressen außerhalb der belgischen G-enzen vereinigen. �___— b. Auch bei Kosser-Mäd!er sieht es schlecht. Die sehr bekannt« Koffer, und Toschensabrik Moritz Möhler in Leipzig mußt« kürzlich ihr« Gläubiger um„Nack�icht" bitten, und die Leitung des Unternehmens hat sich jetzt mit einem Maro- toriumsgesuch an die Gläubiger gewandt. Die vor«inigen Jahren erfolgte Umstellung aus Feinlederwarcn hatte sehr viel Geld gc- kostet: es soll sehr viel aus Lager gearbeitet worden scin, pährenö der Absatz stockic Die Hauptgläubiger fallen in Osfenbach, der Zentrale der deutschen Lcderwarenindustrie. sitzen, die Verpflichtungen weit über eine Million Mark betragen. ,«V■*7' 1 l,au—---------- 55571 anft sich nach den Feststellungen tes Stokiittsc'... den Durchschnitt des Monats Februar auf 1 59 3 g« g c-i. über 151,6 im Vormonat. Sie ist somit weüer zu'!.'• gegongen,<»--"•------------ kling der sämtlich« nachgegeben. Die Jn-dexzissern iur oir eioze.i'en wi.jjyvii v« (1913/14 gleich 100) für Ernährung 147.9, für Wohnung 126,8, üi Heizung und Beleuchtung- 153,7, für Bekleidung 169,4, für l sonstig«» Bedarf einschließlich Verkehr 192,9. einttnbuKgen fSt diese Änötll sind •( t Ii b SV 68. SIudeBltraße 3. Parteinachrichten für Groß-Verliu stet»»n da» B»»irk«s«Iretaria> i. Hoi. 2 Treppe» recht», j» richte» Notopfer für Grwerbs'ose. Achtung. Funktionäre! Die SnmnreNisteu zur Unterstützung der sich in besonderer Not befindliche« erwerbslosen Mitglieder stnd nllcn Abteilungskassterer» bereits zugestellt worden.— Die politische« Wer- trauensleute der Betriebe und die Bezirksfllhrer werde» hierdurch ersucht, die notwendige Anzahl Listen sofort bei den Kassierern abzuholen und mit dem grSkzten Eifer darauf zu sammeln. I. A.: Alex Pagels. * 1. ftrel« Mitte. M« SaennrNiNen Mr d!« Erwerb»?»?«» lind fpsort bei den Ab'eilunaekassierrrn atjn'reckmen. Die Nbtriluna»iasII«rer»llllscn am Man- taa. z. Mär«, in dkl ffunktionärversammiuila die Abrichnuna mit dem tireiskaMcrrr voriielimtn. »«ei» Kricdittedaln.«rd«it»r.«ild»»a,sichtuna des Praletar'at« in der Ttaenwart". Wir arbeiten na» dem bekann'en Werl de»«enolsen Lederer. Di« Leituna bat Srnasse D Man«r Übernommen. Dauer vier Abende. LSraebiibr alle vier Abende l M. Unterrichlaranm: Jvaendbeim Dotierst!. 81.(Triinee Limmer. Den SenpMnnen und D«. Nossen de» Kr« se«!srictri»»ba'n bietet sich bier Keleaenbtit, in dieser 'Arbcit-acm«ins»okt einen Querschnitt durch die Klasseulamvilraste d«r «cnenwart»u»ieben. 7. Krei, ssb-rlotlevburlt. Malseierkommifsson am Donverata«. 8. Mir,, im Anaendbeim. Besinn pünktlich?iz Übe. Erscheinen sämtlicher Kam. miMonsmitaNeder erforderlich. 7. Krei, llba'Iott-ndura»ad So-aba«. Kuristische Lprechstund« beute. Sann. abend, l. Mar,, von 17—18 Übe. im juaendbeim Z-oünenslr. 4. Gelesen. beit»um Kirchenaustrittl—«ilduaasauslchust: Karteaaussad« beute, Sonnabend. 1. Mär», von 7»— S llbr. m m Z S kR !N 10. Krei, Pehlendors. Mo»taa. 8. Mir». 1114 tltr, im kleine» Saal de« Lokal, Lii-benpaek. Berliaee Eck« Sartenstrad». Keriabeleatertenver. sammln»«,»eschäst, berich». Renwable». Bcrschiedene». Oda« Del«- alertenkaüe kei» Einlas!. 18. Krei» Tempelbas. che»«. Sonaabea». 1. Mir», am>»'4 llbr. !« ssestsaal de« Rcalovmnasiam, Tempelbas. Kaiieria-Aasasla. Strasse l»-Z». Leiteree Abend. Arbeit« rdichtuaa.»alitisch, Satire. Snmar. Bartraaenber- Pnaai Mnck. Saalnifnaua I« llbr. Sintriti». vre!» 75 Bs.«rwerbal-ie«-Nossen mit idre» liraae» bat«» sreie» Antritt. Heute. Sonnabend, l. März. 7. Abt. 19 llbr sNusblaitperbreitu»« bei BSrwalb«. Schleselitr. 8. Kei» ?ablab-nd dort seblen. 1». Abt. Di« Isre d�nker.sslaoblitter lind beut« oan 17—1» llbr»o» Seapsse» ?>rwin.«erichtltr.«8. v. 7 Dr., adeubolen. 17.. 21., 22. Abt. Di« Bezirkoilibrer Verben am Sonnabend»nd Eonnta« für den.Borwärt»". 71. Abt. vilmerabori. 20 llbr bei La». Sildesaedste.>4, senriit. W liche» Beüannnenlei». Borträs« nnd Tan,. All« Mitslieder erichei»«». D 82. Ab«. Steslid. Die B-eirkostibr-r werden ouiaesordert. llmqebend dem ch«. nassen Karl Balmer. Tteqlit». Horlt.Kobl.Ltr. Z. die erwerbslosen Genosse» an»uaeb»n. .iieulSlln. 93. Abt. Die Alusblitter können ab beute vom Lokal Schauer. Treptower Str. 98. durch d'e Be,irk,fiibr«r abaebolt werde'.. 83. und 185. Beeirk: Muablattverbreitunq am Evnntas. 2. Mir,. 914 llbr. bei Lchaner. Trev'ower 98. 184.. III. nnd 114.?c»irr bei Kön>s. Böbmischc Strasse 42—44. Bei den übriaen Be»Irken wie üblich.— 98. Abt. Bon 1814—18 llbr bei Keil. Brin»�ondier».Str. 3». bolen bl« Be»!rk»fübrer »der deren Stellvertreter Muablötter beltimmt ab.— 96. Abt. Sn allen Bezirken ssloablattverbreituna. Di« Be»irk»süb«er»»erden aebe'en, die Assuablätter»wischen 18— IS llbr van Ziobr. Siessriedstrasst. abtubalen. Morgen. Sonntag. Z. März. m 1. Abt. 17 llbr«eieVaee«bea» i» de» Soabien�ile».«apbie». S m Krob« 17-18.«tvtritt 75 Bs. Mussk. chei-r». politisch« Satir.»ater m W> Mitmirk»»« von Tbe» Maret. Aa'aroche-«Ilbelm Laad». Di« Ad- W *3 teil»»««» 1 dt» 7 wer den«rdetea. stch reckt tttu daran 2» detrlllaen. 0b Abt. All, MitsNeder trekstn ssch»nr ausserprdentliche» Alnablai bre'tun» 9 llbr bei Kütner. Wllsvaiker Str. 34. Keiner darf seblen. 19.»vis 11. Abt. Am Sonnt««. 2. Mär», von 9—14 llbr. findet im Lakai Beraer. Levetowsir. 71. d'e Wabl der Deleaierten»n Kansviaaevossen. sckast statt. Die Desealerten werben sstr die l38. Aboabestell»!» der Slberfelber Strasse aewäblt. Alle Senpsse«»titssen wible» und stch an der ZSaVarbeit beteiligen. 32. Abt. Alle Genpisen treffen stch um 18 llbr bei Bali. Antweroener Str. 8, zur Wab'arbeit fllr d'e Kansumwable«. Bei der 188. und 281. Berkaufs- stelle findet kein« Wöbs statt ZI.»bt. SSmtlick« Serossen. vor allem aber d'e Beeirfosttbrer, steben ab 9 llbr eur Dablbisf» für die Konsumwablen Im Lokal Saldkchmidt. swlvifch« Strasse 38.»>-r Verfügung. 32. Abt. 9—14 llbr Konsumwablen bei.zettle, Warschauer Eck« Koverniku», strab«. nnd Koch. Markaraf'ndamm 27. Mir die Z4Z. Berkanlostell« findet e-'ne Abstimmung nicht statt, da nur«ine gültis« S'ste vorliegt.— Um 16 llbr Wintertest de» Aeich�banners. Kameradschaft Stra'au,»Alt« Dauern-". Alt-Siralan 25—27. Wir bitten um rege Beteilisun«. 46. Ab«. Am Sonntag findet wr die Genossen, welch» Konwmm tglieder in der 187. Berkaufsstelle. Barckftr. 78. ssnd. Desea!ert'n»>abl im Lakai Kevs- ner. Lagelbrraer Str. 28». van 9—14 llbr statt. Alle in Drage kommen. den Aarteimitalieder baden rrchteeitig»ur Wabl ,u erscheinen und s»m. patb'sserenbe Konsummltglieder auf die MchKgkeit der Wabl der Liste .Menossenscha'teanfbau" b'n'nweisen. 86. Abt. Kaien'««. Di« Konsumwablen finde» nicht statt, da nur ein» Litt» .Senossenschaftoaeisbou" einger-ickt worden Ist. 86,. St.. 82. Abi. Schioebreo. Dviedenon. Stegli». Alle«itsNeder b«r 4». t�r. taus-strlle, Driedenau. Moselstrasse, wäblen dl« L'st».Senaff-nschqstsaus. bau" im Lokal Klabe, Driedenan, Kandjernstr. 68—61. in der feit von 9—14 llbr. Kenleli». 39. Abt. 18 llbr Dlnobsaltverdrettung von folgenden Lokale» ava: 1.— S. Bentrk: Grvmmeck. Sandersir. 18: 6.. f., 9.. 18. Bezirk: Diesler, Beu'-rstr. 47: II.. 12.. 17.. 18. Beeirt:«ublisch.»ab rechter. 6?: 7.. 16.. 14.. 15. Beiirk: Brandt. Tflüget- Sie Sanderstrais».— 98. Okdt. Diu«. blgttv-rbreltun« von den bekannten Stellen aus. Keiner darf feblen.— 161. Abt. Drevio». Alle Gero�nnen und Genossen treffen stch 814 llbr in d«r Borwärts-Svedit'on Graetltr. 58 zur Wablarbeit für die kansumwable». Auch Aich'konsummilal'eder werden gebeten, IN erscheinen. 165. Abt. Trev'ow. 9—14 llbr in den Lokalen Karikoof und L'bnaut Konkum- wablen. jeder Genosse vruss wäblen und stch auch möslichst an den Wabl. arbeiten beleüiaen. 168. Abt. Sfpen'ch. Konfumwad'en. List».Senassenkchaftsaukbau". Di« Mit» slicder der Berkaufostell-n wäb'en: 87. verkaufoft-lle: Bewart, Budawer Sstrgsse 27: 88. Berkarfsstell«: O. Sckul». Babnbofstr. 34: 184. B erlauf»» stelle: Klose, Mab�edorter Str. 1. Dstr die 89. Verla ufsstell» findet lein» Wabl statt. Sämtlich« M'talikder stell»» ssch van 9—11 llbr in ihr«» zuständig'» Lakaien«nr WabBille zur Verfügung. III. Abt Bobneborf. Achtung. V»-fe>g«n»A«»! 08»e«Mat»»ch ,» b»« K-nsnoe. r-abl»o» 9—14 INs« in b-n Wa�llafgle».Grüner Oba»«". Sch»I»«nd»rf»> wh ,K» b"« 4 Kab-»»ze'te»r. Bebob-'ssegst«. Unser nächste««»*1, abend fir»«t am 19. Wz«, W« die Abte'lupa statt. Boetraa de» G«»»st«B Wilbelm Sell-rann, M, d. R.. Ab««.Neliaian. Kirche»ad Sazialdemo- keatle" im Lokal Kei man». Walt«rsd»rs«r Str. 186. Jungsozialiskea. Am M'ttwock. 5. März. 28 llbr. Gründung der junasbziaNstensruv»» Lich- tenberg.Wcst 1114. Abt.). Aelerat de» Genossen Rudolf Karnik:»Der lunae Ibenvsse In der Bartei". jngendbeim Scharnweberstr. 28. Achtung, Spielgemeinschast der?SB.! Sonnabend, 1. Mie». 26 Üb«, im .Zuqerdl'eim Eba-lot'erdurg. Rossrerstr. 4. wicht!»« Belvrcchnn« über de» Werbemonit. strlcheinen unbedingt ersorderstch. Sruop« Südost! Leute. Sonnabend. 28 Uhr. im Zusendheim Wrangelstr. 128. Lilerati'raSert.. Gruv?« Sbaelatteuburq: Acut». Sonnabend. 1 März, Brvbe für den Roten .Karneral am 9. Mär, im Zuarndbeim Zlossnenstr. 4 um 28 Uhr. Aedes Mit- alicd muh erscheinen. Arbeiksgemetnschafl der Sinderfreund«. Krei, Krenzberg.SSdirest: Die Zlinalallen ic-ssen ssch Sanntaa. s llhr. an der bckann'cn Sic zur Dahrt»ach? itdershors. 88 Bf. mitbringen.— Die Bolen Dalle» tx:fscn ssch schon am Sonnabend um 17 Uhr»n der Rofenecke, 1,38 M. Nnd mlszuhrlns-n. Mitte, Er»r»» E-g-luIeri Kur Gruv»cn«eturteta»»f»hrt trzssen»Ir u»« am Sanniaa um T'/i Uhr an der ssalk'necke. Neubau Enaelbech'». Wir fahren nach Bricselan« bei Mnkenlrug»um Zuaendaeländ».— Achtung! Die Eltern UN» befreundeten Gcrasscn gehen erst zur Konsumwahl und ireffen sich dann um 18 llbr am Gcwerk'chafisbau». Krei» Brenzlaner Be-g: Mjr Du!- und ZunasaSen heute 17 Uhr Danziger Strosse 23 Gnmnastik mit Martin Gle-sner. Durnhofe und-schuh» nicht ver. gessc». Alle, d'e kommen, machen mit!— Gruppe T reihest: 1441 llhr treffen sich d e Boten Dalkcn an der Dalk:nccke zur Zahlt. Kosten 1.25 M. Die Nest- mck Znngfalken fahren fgnn'gg 8 Uhr vom Bahnhos Tchönbauser Alle« nach 188 Bi.). Sonntag abend beteiligen wir uns an der Zeier der Gruppe Zriedrich Eberl lAltershcim Danzigcr Str. 62. Eintritt 18 Bf). Der L«lk»- tanznachmittaa fällt beule ans Mieterschutz einjährig verlängert. Aachtragshaushalt dem Ausschuß überwiesen. Der Reichstag beutet am Froitagnachmittag dte Aerkängerunz der Mleterschudgesetze in zwe ier Lesung. Abg. Lücke(W.-P.) begrüßt es. daß der Wohnungsousschuß statt bis zum 20. Juni 1952 nur bis zum 30. Juni 1931 veriängern will. Mit der Zwangswirtschaft müsse Schluß gemacht werden. Di« Wirtschaftspartei bean rage die Verkürzung der Geltungsdauer bis zum 30. September 1930: im Falle der Ablehnung soll« wenigstens bis zum 1. Oktober 1930 ein befristetes Uebergangsgesetz vorgetegt werden. Abg. Dr. Steiniger tDnar.) begründet gleichfalls einen Antrag. die Mieterschußgesetze nur bi» zum 20. September 1930 zu ver- längern und die Schußbestimmungen nicht anzuwenden aus Miet- vertrage, die über freigewordene oder sreiwerdend« Räume nach dem 1. April 1930 abgeschlossen werden. Abg. Frau Dr. Herlwlg-Vünger(D. Vp.) bedauert, daß der Wohnungsausschuß sich nicht mit der weiteren Lockerung der Woh, nungszwangswirtschaft beschäftigt habe. Die völlige und sofortig« Aufhebung fordere auch die Volkspartei nicht, aber eins Aenderung sei dringend notwendig. Die Vottspartei wird dem Antrag der Wirtschaftspartei zustimmen. Abg. Dr. Sülz(Dem.) bekämpft den Anirag der SBirtfchafi». Partei. Ein« nur halbjährige Verlängerung des Gefeße» würde die Wirtschaft sehr beunruhigen. Di« Demokraten werden für den Ausschußantrag deswegen stimmen, weil sie eine gründliche Nachprüfung des destehende» Rechts wünschen. Abg. Schvmann.Leipzig(Komm.) ruft den Mietern zu, wachsam zu fein, denn der Mieterschuß bleibe dauernd bedroht. ver sozialdemokratische Antrag auf zweijährige Verlängerung de» Mieserschuhe» wird im Hammelsprung mis HZ Stimmen der Sozialdemokraten, kommuoisteu nnd Zlationalsozialen gegen 168 Slimmeu aller anderen Parteien abgelehnt. Die Anträge der Wirtschaftspartei und der Deutschnationalen werden mit 250 gegen 112 Stimmen abgelehnt. Darauf wird die Aus- fchußfassung— ein Jahr— angenommen und in dritter Lesung oerabschiedet. Dem Internationalen Sanitätsabkommen wird zugestimmt. Es folgt der Nachtragsetat. Abg. Schmldt-Stellin kDnat.): Troß der angeblicben Crleicb- terung durch den?)oung-Plan kommen Sie aus dem Defizit nicht heraus. Wir fordern genaueren Etat des Auswärtigen Amtes, in dessen Buchführung viel Dunkles ist. Bei der zehnjährigen Republik- feier hat nmn für 40000 M. Republikfahnen getauft, um damit dem Reichspräsidenten zu zeigen, wie republikanisch Oberschlesien ist. Welche republiktreue Organisationen sind denn nnt 92 000 M. unterstüßt worden? Wir fordern genaue Rechnung über die 300 000 M. Ausgaben zum Schuß der Republik. Abg. Torgler(Komm.) begründet den Antrag seiner Fraktion gegen die Erhöhung der Zölle auf Kaffee und Tee. wobei man auf die nur zum Ausgleich d«r Geldentwertung 1SZ2 gegebene Ermächtigung zurückgegriffen hat. Wie ist«s denn mit der V e r- mögenszuwachssteuer. die der Reichstag 1925 befchlossta hat? Sie würde freilich die Besitzenden belasten! Die Regierung begründet den Nachtragsetat nicht einmal._ Di« Massensteuern entsprechen oder übersteigen dte Ansätze, während dte direkten Steuern dahinter zurückble den. Der Nachtragsetat geht an den haushal'sausschuh. der low- munistische Antrag wird abgelehnt. Um 14H Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag, den 6. März, 2 Uhr. Zweite Vcraturnz des Doung-Plans.______ Der Polizeietat. Kommunisten toben vor leeren Vänten. Präsident Dortels teilt ein Schreiben des Minister- Präsidenten mit. wonach der Innenminister Gr z« s ins k i zurückgetreten und Oberpräsident Dr. W a« n t I g zu seinem Nachfolger ernannt worden ist. hierauf wird die Beratung des Polizeleiats fortgesetzt. Abg. Kaufmann sNatsoz.) proklamiert dte Unschuld der im Schweidnißer Ausruhrprozeß verurteilten Nationalsozialisten. Abg. Lindner iEhriftl.-Soz. Voltsdienst) bedauert, daß durch den Rücktritt des Minlsters die Abstimmung über da» Mißtrauensvotum ausgefallen sei. Der Christlieh-Soziale Lolksdienst hätte den groben Unfug dieses Mißtrauensvotums nicht mitgemacht,(hon. hört!) Es folgen die A b st i m m u ng e n über den Landwirtschasls- «tat, bei dem Rechteparteien und Zentrum gegen die Stimmen der Linken eine Reihe von Zollwünschen in Form von Resolutloncii durchsetzen. So insbesondere di« Forderung na er« höhtem Weinzoll mit 200 gegen 170 Stimm. Nach Schluß der Abstimiminaen beantragt Abg.£j)nwnf (Komm.) die herbeirufung des Ministerpräsidenten. Die Kommu- nistische Partei begrüße zwar den Rücktritt Gr.zesi.nLti», verlanae aber Auskunft, warum sofort ohne vorherige Befragung des Land- tages ein anderer Sozialfaschist Innenminister geworden sei. Der Antrag der Kommunisten wird mit 204 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und des Zentrums gegen 18? Stimmen der Kommunisten, Nationalsozialisten, Deutschnarionas!, und Deutschen Voltspartei abgelehnt.(Lebhafter Beifall bei den Koaii- tionrparteien.) hierauf wird die Einzelberatung des Pokizeieiots zu End« geführt. Es sprechen vor völlig leerem �hoits eine ganze Reihe von Kommunisten, denen Abg. Zacherk(Soz) kurz erwidert. Nächst« Sitzung Sonnabend 10 Uhr: Profesioren-Ueberalterungs- gesetz. kleinere Vorlagen. Gr»»p« ssri, deich Etat: Um Sanntaa. 3. Mörz, lS'.Z Hit. findet 1««Itets- beim. Dsnzlser Str. 62. unser Elternabend Natt. Ein reickbaltia«, Broaramm sorst für Unterbaltnns. Mit der Beranitaltnna ist«in» Berloluns oerbunden der Sesenssänd«. die dl» Kinder dei uno deraeNellt daben. Eintritt 18 Vf., Losprei» 25 Bk. Gruppe Landrberp«« Blass: Monlaa bis lZreilaa. 16-28 llbr. Auacntch-im DieNelwenerNr. 5—6. Seute, Sonnabend, gabrl noch Brielelanq. Tressen Ib'-c. llbr IZalk.'necke. Schlafsack mitbr'nae». Kosten 88 Bs. Ende Sonniaa. 18'� Nbr. galkcn. welch, Sonntaa sabrcn wvllen. treffen ssch 8)4 Ubr galk'necke. Kostcn 58 Pf. End« 18>4 llbr. Rion-aa: Basteln. Dieno'an: Probe für die ffei-r. Instrinnente nicht veraessen. Mittwoch: Dnrnen und Basteln. Donnerstaa: Rvzsvracheabend. Srcitao: Probe fstr dl» sfeier.— Bcktnra. Eller»! Karten für dte Semeinllbaftifeier am 14. Mar, stnd im Zuaendhei» zu daixn. Preio 18 Pf. Oterbeiafel der Groß« Nerlmer Partei» Orgaaisalion � strass« 126. Lichte» berp: 1944 Ubr Trainin« der Zunamannschokt und Sckuss- fportler. linker Einaanq. Turnball- ziummeloburaer Str. 64. SaniUjt-r muß anw-s«nt> lein.___ KurzschriftvereiB Stolze-Schrey«n BerlI», t.®. A» 36. ff,bn;«r all« Auskünfte über Uebuna»st5tten und Kurf« in deckxkt;eRt$*tuGr«upcifl *Schne..*lWliGewttW@We*life Kräftilger Luftdruckanstieg über Mistel- und Westeuropa hat d>« hochdruckwcUerlag« erneut gekräftigt. Ueber England ist«in neues Maximum entstanden. Don ihm erstreckt sich ekn» Hochdruckbrücke über Mitteleuropa nach Südrußland. Da» Hoch scheint sich noch auszubreiten. Da aber unser Gebiet wehr in der Mitte de» hoch- druckrücken» lieigt, wird der Lusttransport nur schwach sein so daß bei uns mit keiner erheblichen Abkühlung zu rechnen ist. Di« Temperaturen stiegen wieder recht hoch au. Selbst in Schlesien wurden mittag« 10 Grad erreicht. In Südwestdeutschland stieg bat Thermometer auf 14 Grad im Schatten, während in Südfrankreich igst 20 Grad erreicht wurden. Dte Stabilität der Hochdrucklage spricht für den Fortbestand des herrschenden Wetter». » wekterausflchte« für Verlln: Heiter und trocken, am Tage etwas kühler.— Für Deutschland! Allgemein beständig Tempera- chren im wesentlichen unverändert. ssl« t 986«» m fiett Wolkaan« Keld.»erUn-Brlss. 25 Iodr««1« Loser» p«r«»it«r kei Peck», ciovve»I»-r« iZtte. s-unob-rh B!.h Sonni-a»ei s«rr«l»nl.'«i-öer Kpckche'riedl Sonnobenss. 1» Uhr. TomIIienvorslelluna mit vollwcrtioem Ab'-tprozroimn. KinSer hMen«Jif allen Blässen von 2.28 SR. aufwärt, fcart» Preise. 1914 u>, B,r» stelluna. Eonnta». t'i die 13 Uhr iKartenverkans rnjt SU 1314 Uiirl), arrft T:-r. uni> Zndianerschau. verbunden Mit Wassenionzart. Erwachsen« 1 W. Sinder 58 Pt. Eintritt. Um 15 Uir ilamirenvetftellunn mit vallwertiaem Al-endvroaramm. Kinder«adlen«ick allen Blässen ran 33» M. antwäria bolbe Preis«. 1214 Udr Porstelluna. Karten rechtzeiti« b«st-ll-n: v>«« Tclevdonanschlüssc: Baerwold 4335.3«, 8688. 8058. Sa, Sarrasani-GaKspiel wabe« nur noch lue» feit. Sonnabend I.Mörz 1930 Unterhaltung und Wissen Vellage des Vorwärts wari nurich: 9laumnol der Jugevul Eure der gröbsten Unstmilgkeiten. die Heu!« vom Stammtisch zu Stl-mnitisch k-rsportiert w«ro«n, ist die Behauptung, unsere Jugend werde in Fragen öfsentlicher Wohlsahrt unnötig verwöhnt. Do wird auf die Jugendherbergen verwtcsen. deren es schon mehr als zuviel gebe, auf Jiraenderholunge- und Schulheun«, und was für Stötten nicht noch. Man verhält sich dabei, als wären mit diesen Einrich- rungen bereits letzte Forderungen erfüllt, so daß jedes Mehr als ein„Zuviel des Guten" anzusprechen sei. Wie es in WirNichkeit mit dieszr Verwöhnung der Jugend aussieht, wieviel noch tatsäch- lich fehlt um nur dringendsten Bedürfnissen gerecht zu werden, davon haben dies« Kritiker mitsanrt ihren willigen Presieorgonen leine iilhimng. * Welch ein prächtiger Bau? hörte ich unlängst jemand sagen, als die Straßenbahn am wirklich stattlichen Klubhaus eine» bürgerlichen Iugendbundes vorüberfuhr. Es ist doch unglaublich, was heute der Jugend geboten wird. Die legte Bemerkung war typisch. Das Dereinshaus einer be- sonders günstig gestellten Organisation wird zum Anlah genommen, die Lage der Jugend schlechthin als paradiesisch zu betrachten. Ge- miß, auch die sozialistische Arbeiterjugend hat hier und da einige schöne Heime, doch ihre Zahl läßt sich in den einzelnen Städten, wenn sie hoch ist, an den Fingern zweier Hände ausrechnen. Dabei ist der Wert«eines wirklichen Jugendheimes für Entwicklung und Pflege der Jugend nicht hoch genug einzuschätzen. Ich entsinne mich, daß es eine Zeit gab, in der mir das Jugendhelm die Welt war, fo daß mir jede Woche inhaltlos verrann, die mich am bestimmten Donnerstag nicht im Heim fand. Es war kein ideales Heim, aber es war ein Rsum. der Wärm« gab, der anheimelte, einem, sowie man ihn betreten hatte, zum Dableiben verlockte. Die schlichten Bilder an den Wänden, die schöne, von unseren Mädeln gestickte Decke über dem Bortragspult, einfache, aber geschmackvolle Vorhänge vor den Fenstern und freundliche, helle Möbel— alles schuf eine Atmosphäre, ine wohl tat. Wie gesagt, te gibt heute eine kleine Zahl solcher Heime für die vroletarische Jugend. Doch wie unendlich trostlos sieht» darüber hinaus um di« abendlichen Aufenthaltsräume der Arbeiterjugend aus, ganz gleich, in welcher Art Dereinen und Bünden sich diese zusammengeschlossen hat? Da sitzt irgendwo in einem Stadtviertel«ine Gruppe Jung- sozialisten in der Bereinsstub« eine» Restaurants, einem üblen Raum«, der nur dürftig erhellt ist. Im Bufettzimmer lärmt es von Anfang an derart laut, daß es dem Vortragenden, den sich die jungen Leute herbestellt haben, sowie der Jugend selbst böchsts und andauernde Anstrengung tostet, sich nicht ablenken zu lassen. Auch Bedienung und Wirtin stören fortgesetzt, indem sie immer wieder einmal durch das Zimmer laufen. Die Jugend ist peinlich berührt. Aber sie wagt nichts zu sagen. Vielleicht bezahlt sie nichts für das Zimmer oder nur wenig, und freut sich, daß sie ohne etwas zu ver- zehren hier sitzen darf. Ein Einzelfall? Nein, bestimmt nicht. Nur längst nicht der schlimmst« Fall. Da gibt es„Jugendheime", die eher einem Stall, was sage ich, einem Lagerschuppen gleichen als«in«r Unterhaltungs. itätt« für siebzehnjährig« Jungens und Mädels. Dem Arbeiter selbst sind dles« Zustände bereit» so sebr Gewohnheit, daß er sie meist kaym noch beachtet. Darum die Gleichgültigkeit derer, die sich für di» Behebung derartiger sozialer Mißstände verpflichtet fühlen müßten. Darum aber auch das Geschrei, wenn einmal«n wirk- lich«. Heim gefordert wird..Selbst einige der von der Jugend aus eigenen Kräften geschaffenen Heim« sind weit davon entfernt, ge- mütlich genannt werden zu können. Da wird iür die, die zahlen können. Abend für Abend, bald m diesem, bald H jenem wannen, feierlichen Beveinshau» oder Klubsoal gelesen, konzertiert, gesungen, getanzt. Ich bitte die Damen und Herren, die sich nicht vorzustellen vermögen, daß so etwa? auch in einem etwas primitiveren Raums geschehen kann, weil es ohne ästhetisch« Wirkung wäre, mir doch einmal in die kleine, roh gezimmerte Baracke draußen im Arbeiter- vorort zu folgen. Auch hier liest man Dichter, auch hier wird konzertiert, gesungen. Es könnte Ihnen nicht gefallen, mein« Dame? Wie, der Raum ist zu häßlich? Aber bitte, das ist spartanisch« Einfachheit. Hören Sie nur mit wieviel Kraft der junge Mann vorn liest. Es«ist«Ine Dichtung der Lagcrlöf, ein« jener kräftigen Erzählungen, die sich uns stets wie ein farbensattes Bilderbuch öffnen. Trotzdem kostet es dem Manne Mühe, etwas von der unvergleichlichen Stimmung der Er- zählung in den kalten Raum zu bannen. Er fühlt keine Atmosphäre. Er Hot sicher das Empfinden, sich in einem Warle räum eines Land- bahnhof» zu befinden. Das ist schrecklich für ihn, und iH bin überzeugt, er schlägt dann sein Buch ganz unbefriedigt zu. Und die Jungen» und Mädel» da? Sie sind sehr willig, ja wirklich! Aber die nüchterne Luft könne» ouckz sie nicht füllen. Ach Gott, ja, es ist eben nur Arbeiterjugend! Aber man hat der Jugend doch die Schulzimmer zur Bersügung gestellt? wird man jetzt einwenden. Und Schulzimmer sind doch groß, hell und sauber! Ja, das hat man. Nur sind Schulzimmer... Doch Ich will lieber den Eindruck schiwern, den ich einmal nach einem Abend in einem solchen Schulzimmer heimtrug. Ich befand mich wieder einmal auf dem Wege zu einer Iugcndgruppe. War es der Umstand, daß ich just von jener Zeit erzählen sollte, mit der sich für mich die Erinnerung an unser Jugendheim unlöslich verknüpft, jedenfalls mußte ich gerade an diesem Abend besonder» lebhaft und mit wärmsten Gefühlen an die schönen, reichen und. vollen Stunden im Helm deiiken. Ich erwachte, als ich mich plötzlich vor einem großen Schulgebäude befand, daß sich grau aus der Dunkelheit hob. Erst setzt besann ich mich, daß diese Gruppe sich ja in einem Klassen- zdmmer versammelt. Ich stieg also die trüb erleuchteten Treppen zum zweiten Stock hoch, wo mich lauter, aus dem Gang dringender Lärm In» rechte Zimmer wies. Ein langweiliger Raum schloß sich mir aus. Das Jugendhelm, zuckt mir der Gedanke, und Ich be- dauerte ganz ungewollt schon jetzt die Jugend, de« mit erhitzten Gesichtern, doch sichtlich verlegen zwischen den häßlichen, grauen Bänken stand. Sie hatten sich gehascht, waren durch mich überrascht worden und baten jetzt dos Bild einer leicht komisch wirkenden Moment. aufnähme. Doch ich verstand. Was sollen sie hier drinnen? fragte ich mich, auch anderes tun als über Bänke springen und zwischen den Reihen hinsagen? In diesem Raum«, der nicht einen Hauch Wärme atmet, der so schrecklich nüchtern erscheint und durch nichts freundlich einladet? Unbegreiflich, wie sich Jugend überhaupt mit einem solchen„Heim" zufriedengebe», sich überhaupt hier herein- finden kann. * Mein Eindruck blieb übrigen» auch, nachdem sich die Jugend um mich gruppiert hatte. Meine Worte, mein« Bilder, mein« Erzähttm. gen verflüchtigten sich in der Oeds der vier Wände, und ich hätt, die jungen L«ut« dichter und immer dichter an mich herannehmen mögen, nur um in ihnen das Gefühl der Heimlichkeit zu wecken, daß sie überhaupt nicht zu kennen schienen. ie Diese sich im Klassenzimmer balgend« Dugend, man könnte sie symbolisch nehmen für große Teile der Proletariersugend überhaupt Weil Tausende von jungen Arbeitern und Arbeiterinnen heut« kein« Möglichkeiten hoben, auck mal innerlich zu sein, weil sie weder«in ireundliche» oder«in gemütliches Zuhause, noch die gemeinsame Jugendstätte haben, die sie brauchen, müssen sie äußerlich sein. Müssen sie unstet sein, sich immer unterwegs befinden, müssen sie herumstehen, sich balgen, müssen sie Unsinn treiben. Ueber die allgemein« Wohnungsnot ist schon manche» bitter«, manche» wahr« Wort geschrieben worden, viel zu wenig beachtet hat man seit scher aber diese Raumnot der Jugend unÄ ihr« Gefahren. Sfhaiom.Afch: Slurin auf das Cjeiitmicleliaus Z, tirr Ttlltai».�ctfrsbiitn.TiVjtWflU.mo�au' crscheint nach >r>n aiogeu Dos llsctafls und SlN-n-omon. icg'.War- lchou", der?»man des orbeit.'nd-n Volles. Aus dem im PauKztolnaN' ierlaa, Sicn.SkrT'n, ctfrf'einenhcn Werk pon starker Bild'raft ver« dkkentlickKa vir mit Seneümiaunq d«s Bedaqcs folacnicn Abschnitt: Es läßt sich nicht mehr seststellen, wer In den kalten Proletarier- Wohnungen da» Gerücht verbreitet hatte, man ziehe zur. Gemeinde. um Kohl« zu fordern. Dieser Gedanke war wohl allen zugleich gekommen, schon d«»hälb, weil in Warschau di« südische Gemeinde di« einziae Stelle ist, an di« sich die Armut in Aeit«n der Rat wenden kann. W» Rochel-Leje von ihren Nachbarn begleitet, zum Amtshause der jüdischen Gemeinde aus der Grzybowskogasie k?m, scknd sie dort bereit» Scharen von Arbeitslosen und Handwerkern au» allen Teilen der Stadt. Alle Türen waren versperrt und verriegelt, alle Fenster an den Schaltern geschlossen. Ohne lang« zu überlegen, begann Rachel- Leje mit beiden Fäusten aus«ine verschlossene Tür zu trommeln: .Fohle, Kohle! Wir wollen kohle!" E» bedurfte bloß dieses Signal»! dle Menge brach in«inen Klagcschrei aus:.Fohle!" Hundert Hände hämmerten an Wände und Türen und an die Schalter, welche di« Beamten ängstlich niedergelassen.ho»«». Die Füße stampften den Takt:„Geb; uns Kohle I Kohle! Wir erfrieren! Kohle!" Die Rusc und der Lärm wurden immer lauter. Da uud dort wurde ein Schosterfenster eingefchlaaen. Ein breitschultriger Jyd». besten Rücken wi««ine Mauer avksah. drängte sich durch die an- einandergepreßt« Meng« nach vorn und ries: Fyßt nur mich zur Tür!" Damit schritt er aus die nerschlc-stene Tür zy, vor der Rachel» Lcj« stand, und rannt« mit der vollen Wucht seine,„lassigen Kärperp gegen die Flügel an. Chaim„Pferd" hals mit einigen mächtigen flußtritttn. der Selcher Welw«! mtt seiner riesigen Pranke-r. die Tür gab nach Drinnen schien man da» Unheil erwartet zu haben. Alles war verschwunden, die Räum« schienen ausgestorben. Ein einziger Vor. »eher, hatte den Mut, sich in der erbrochenen Tür zu zeigen: seine Miene schien zu sagen:„Da bin ich: seht ihr, ich Hab« keine Angst »or euch!" „Wo sind die sicheren Dorsteher?" fragte Rachel-Leje. „Wozu braucht ihr di« anderen Vorsteher? Ich werde mit euch sprechen. Setzt euch!"— der Vorsteher wies auf zwei Stühle an dem grünen Tisch. „Sie haben vor der revoltierenden Menge Angst bekommen". ries der„Buckel" in triumphierendem Tone und warf Rachel-Leje «inen Siegerblick zu. „Warum sollten sie Angst bekommen? Seid Ihr nicht ebenso Juden wie wir? Seid ihr denn Räuber?" entgegenet« der schlau« Vorsteher süßlich„lltehmen Sie Platz, junger Wann!"— damit wies er dem„Buckel" nochmals den Sestel an.„Der Dorstand hat mich beauftragt, mit Ihnen zu verhandeln." „Aha!" rief der„Buckel" wieder mit bedeutungsvollem Blinzeln zu Rachel-Leje: zum Vorsteher mit dem roten Bart gewendet, sagte «r mit gerlngschotzlgec Geste:„Ich kann auch stehen." „Also, was für« e gute Botschaft bringen Sie? Was wünschen Sie eigentlich?" fr„te der Vorsteher, als wäre er vom Himmel gefallen. Bei diesem Beginn der Verhandlungen riß Rachel-Leje sogleich die Geduld. „Sie wissen nicht, wo» wir wollen? Sind Sie denn«in Fremder? Wiste» Sie nicht, was in der Stadt vorgeht? Di« Menschen frieren!" „Woher sollen wir Kohle nehmen? Haben wir vielleicht eigene Kohlengruben? Uebrigens— da habt ihr die Aassenschlüstel, besorgt selber die Verteilung, übernehmt nur da» Norsteheramt. dann wallen wir sehen, ob ihr auch welter ein sp gute» H«rz haben werdet! Meint ll»r. einzig und ollein ihr hättet das Monopol auf Mitleid? Ich habe auch Mitleid, ich bin ein ebenso gutherziger Mensch wi« ihr. Ihr scheiitt zu glauben, daß ihr allein oll« Güte der Welt gepachtet habt." „Wissen Sie. wo» frieren heißt? Die Kälte läßt dl« Menschen nicht arbeiten. Sie verheizen ihre letzten Möbelstück« in den Doh- nungen. haben kein warm«» Plätzchen, wo sie unterkriechen können, — wissen Sie da»? Hab«n Sie«in« Ahnung davon?" schrie Rachel- Lese auf. „Selbstverständlich weiß ich das. Warum sollt« ich«» nicht wissen? Nun denn, geben Sie uns doch«inen Rai, was wir tun sollen." „Was, dt« Gemeinde hat kein Geld?" „Ich sagte doch schon, da hobt ihr die Schlüssel, besorgt euch selbst di« Verteilung, übernehmt das Dorsteheramtl" „Bei Ihnen helfen keine Wort«, bei Ihnen Hilst nur das..— damit hob Rachel-Leje die Faust und ging. „0. da« ist nicht schön! Sie gehören doch zu den besseren Leuten" rief Ihr der Vorsteher»ach. Während die Menge ungeduldig auf das Ergebnis der Ver- Handlungen gewartet hatte, erging sie sich in allerhand Illusionen— nicht nur Kohle, sondern auch Kartoffeln, Kraut, vielleicht gar Brot würde di« Gemeinde zur Verteilung bringen. Die Wartenden waren überzeugt, dort lm Vorsteherzimmer werde jetzt die» alles für sie herbeigeschafft, geradezu aus dem Boden gestampft. Und obwohl ihr Mund das Gegcnteit sprach und einer dem anderen zuslüsterte:„Es wird gar nichts herauskommen," waren ihre Ge- danken doch hoffnungsvoll und di« leeren Magen schwelgten im Vor- geschmack der ersehnten Speisen. So läßt sich denn die Enttäuschung und der zornige Aufschrei begreisen, als Rachel-Leje den vor Erwartung geweiteten Augen und Mündern das niederschmetternde Wort entgcgcnries: „Es ist nichts zu machen, der Mann hat«in Herz von Stein!" Hilflos schwieg die Menge einen Augenblick, dann aber stieß jemand«inen Schrei aus: es war Motch«, der„Buckel", der nach Rachel-Leje in den Vorsaal trat: „Es gibt nur ein Mittel: Gewalt!" Beim Worte„Gewalt" schoß eine Flamitie in der erregten Menge empor. Feuer flackerte in den Augen auf. Selbst die stets ruhigen chassidischen Juden machten heftige Schaukelbewegungen beim Gebet, kauten fassungslos die srostfeuchten Bärte und murmelten erregt: „Das ist uncrhörtl" „Nicht einmal ein Tatare Hütte das Herz, Menschen so zugrunde gehen zu lassen!" jammerten die Frauen. Aus der Menge schob sich Chaim„Pferd" nach vorne. Die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, schritt er mit zuckenden Achseln auf die Tür zu. Seine Augen, besonders das halbgeschlossene mit der Narbe, blickten unheilverkündend. Er trat aus Rachel-Leje zu und brummte: „Was haben wir jetzt zu tun, Lehrerin? Geben Sie uns Befehl.. „Weiht du nicht, was wir zu tun haben?" rief Wclwel, „Wenn der mir unter die Hände kommt!" Die Erregung der Menge stieg immer höher: si« schien bereit, aus«inen Wink und ein Wort Rackel-Lejes den Vorsteher mit dem rote» Bart zu Staub zu zermalmen, wenn er sich zeigt«. Und der Vorsteher zeigte sich. Plötzlich stand er in der Tür. Mit scheinheiligem Geficht blickt« er salbungsvoll in di« Menge. machte ei»« höfliche Verbeugung und rieb sich die Hände. Hunderte von Augen wandten sich ihm zu: sie glänzten in phosphoreszierendem Licht �wie geriebener Schwefel, der nur eines Funkens bedarf, um ein« Flamm« emporschießen zu lasten. Dennoch schwieg die Menge. sprachlos vor Erregung und neugieriger Erwartung, was der Vor- steher wohl zu sogen Hab« Ohne die düsteren Mienen und Blicke zu beachten, begann er, stch bieder dl« Hände reibend, mit der un- schuldigen Frag«: „Wollt ihr Kohle oder etwas anderes?" „Selbstverständlich Kohle!" „Ho meldet euch an! Di« Gemeinde hat bereits alle Vor«' 'tehrungen getroffen. DI« Ausgab« von Kohlenanweisungen hat begonnen." Freudig überrascht atmet« di« Menge auf. „Und Kartoffeln, lieber Herr?" fragte eine hoffnungsfrols singende Mutterstimm«. „Wir werden auch Kartoffeln verteilen," erwiderte der Vor» steher.„Mit der Zeit werden wir auch noch andere Nahrungsmittel verteilen. Meint ihr vielleicht, di« da werden euch etwas geben?"— damit deutet« er aus die erstaunt« Rachel-Leje und den„Buckel". „Glaubt ihr, es gehe ihnen um eure Kohle? Es geht ihnen doch um etwa« anderes"— die letzten Worte dehnte der Vorsteher in bedeutungsvollem Talmudsingsang und begleitete sie mit vielsagendem Augenzwinkern und ebensolchem Lachen:„Hehehe." „Hundert Jahre sollen Sic leben, Herr Vorsteher,— wann wird di« Verteilung beginnen?" „Bald, natürlich bald. Um kein« Minute zu spät! Glaubt ihr denn, ihr werdet von diesen da etwas haben?"— wieder deuteie er, schon mutiger geworden, auf Rachel-Leje, dl« sich in eine Ecke zurückgezogen hatte.„Klaubt ihr, es liege ihnen viel an eure? Kohl«? Es geht ihnen doch um etwas ganz anderes, hehehe!" Und heisere, tuberkulös verschleimt« Stimmen lachten jetzt mahn- witzig laut mit:„Hehehej es geht ihnen um etwas ganz anderes." „Lieber Herr Vorsteher, Sie sind doch unser einziger Cr- nährerl"— eine Frau streckte ihm ihr schmutzig«? Kind entgegen. .Fieber Herr Dorsteher, Sie sind wie ein Vater für unsere Kinder!" „Nächst Gott er, nächst Gott er!"— damit deuteten die Frauen auf den Rotbart. Rachel-Leje und ihre Garde zogen beschämt ab. Äa» Qrauwerden der Viaare Nach Metschnikoff beruht das Grau- und Weißwcrden unserer Haare daraus, daß die Pigmentkörner, die das Mark eines Haares «nthält, von wandernden Zellen absorbiert werden, die sie in den Llutumlauf hineinleiten, während sich im Inneren der Markräume des Haares Luft ansammelt. Dies« Veränderung kann erst dann «Intreten, wenn die Haarzellen wegen zunehmender Cmkräftung nicht mehr imstande sind,' ihr«n Inhalt festzuhalten, oder infolge einer übermäßigen Tätigkeit der wandernden Zellen, die' Ehromo- phagen genannt werden. Eine ähnliche Erscheinung tritt bei gewissen" Tieren«In. deren Haarpelz im Winter bleicht, wofür dos Hermelin ein typisches Bei- spiel ist, da» in der milden Jahreszett oberseits braunrot gefärbt, in der rauhen dagegen am ganzen Körper weiß ist(bis auf di« immer schwarze Schwonzspitze). Ebenso wird da» oberseits bräunliche Eich- Hörnchen winters im hohen Norden häufig weißgra». bisweilen auch ganz weiß oder gescheckt. Nach Trousseart vollzieht sich bei diesen und verschiedenen anderen Tieren das Bleichen der Haare unter der Einwirkung der Kälte durch denselben Mechanismus wie da» Trauwerhen der Haare beim Menschen infolge des Alters oder heftiger Gemütsbewegungen. Auch be« Säugetieren, deren Pelz nicht in solcher Weise periodisch blaß wird, vermag übrigens sin plötzlich eintretender heftiger Frost dieselbe Erscheinung hervorzubringen. Roß derichtet, daß ein Lemming. der an zwei Vormittagen einer Kall« von 30 Grad unter Null ausgesetzt wurde, in acht Tagen bei' nah«»ollkommen weiß wurde. Gewkni« aaszog 6. Slasi« 34. Pttubilch-Söddamlch« Klaffen. Lotterie. Ohne Eewähe Nachdruck verbele» Auf jede gezogen» Nummer sind zwei gleich hohe Gewiaa« gefallen, und zwar je einer auf die Löf« gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I und U 18. Ziehungslog 23. Februar ISA) In der heutigen Vormitlagsziebung wurden Gewinn» über ISO M. gezogen 4 S-Wwn« m 5000 Dl. 230491 380177__ 12 s.wi»i,« m 3000 M. 24479 110787 123307 276177 278073 380193 14®c»innt ,u 2000 DI. 9548 119367 158009 217613 313680 318199 319792 34 ectrlnn« in 1000 Dl. 39279 49609 96214 126009 196076 168276 169874 173696 201677 205810 21 1673-22341 9 234031 253028 296711 307721 345898 92 ffcBinnt>u 500 Dl. 6490 14463 24630 27285 33621 34362 44940 47754 48323 61852 64616 70196 78061 112110 122471 126264 147722 147824 I 55755 155971 I6I735 164301 170597 180737 188797199342 233423 252960 266059 281269 282697 290063 290290 303450 315329 318705 326860 330400 330S3I 331413 348878 354941 367929 376931 385027 388442 Ja der heutigen Nachmiiiagsziehung wurden Gewinn» über iso M. gezogen 2»Mntnn«|U 1 0000 TN. 1 331 22 2 Vewinne zv 5000 M. 1 96005 10®«mnne ,» 3000 Dl. 17483 80135 130784 270318 312817 10»-Winne in 2000 M. 2917 134999 185463 217213 311784 46»»omi'.eiu 1000 DI. 35987 39749 64415 81455 107121 139207 139617 157307 160774 182103 196728 197776 206085 209301 215970 227693 240741 244623 2991 12 334554 352390 363625 375748 92»eminnc ,n 500 DI. 5904 6882 47466 48615 52559 64373 76190 81398 84031 87784 90110 100769 130276 130779 136774 137200 138622 139441 148695 153966 170386 171674 173753 198229201466 205074 215827 234917 242826 232329 257873 278891 284150 307680 308196 309095 319025 321194 327853 361049 365441 381042 381825 38867 I 389906 396042 Im Geivmirrade verblieben: 2 Prämien zu f» 500000, 2 Gewinne zu je dOOiPO, 2 zu t» 76000, 8 zu Jt 50000. 8 zu je 25000, 40 zu je lOOOO, 64 zu f» 6000, 19« zu je 8000, 804 zu ie 2000. 83« zu f» 1000. ,74S ,u f» 600. 4640 zu«e 800 M. 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