BERLIN Dienstag 4. März 1930 Der Abend™ Erfdeinttaglio außer Gonnteg& Bugleich Abendausgabe des Vorwärts Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW68, Lindenstr.3 66 Spalausgabe des„ Vorwärts" 47. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Boffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Sintflut über Frankreich. Wolkenbrüche und Wirbelstürme. Paris, 4. März. Der Süden und Westen Frankreichs werden von einer wahren Sintflut heimgesucht. Seit mehr als 50 Stunden folgt ein Wolfenbruch dem anderen, löst ein Wirbelfturm den anderen ab. Alle Berbindungen sind unterbrochen. Bis Montag abend hat das Unwetter bereits mehrere Todes. apfer gefordert. Das Tal des Tarn ist vollständig über. schwemmt. Die Cage in der Stadt Montauban wird von Stunde zu Stunde kritischer. Der Kraftwagen eines dortigen Fabrikbefizers ist in einen zu einem reißenden Fluß verwandelten Bach geschleudert worden. Jwel Jafaffen ertranten, Aus fast jedem Dorje werden Eritantene gemeldet. Ein Schäfer mit seiner gesamten Herde ist von den Fluten fortgeschwemmt worden, wobei der größte Teil der Herde umkam. Zahlreiche Häuser und Fabritgebäude sind eingestürzt. Telephon- und Telegraphenleitungen sind zerstört. Der Berkehr ist größtenteils lahmgelegt. Ein weiteres Telegramm meldet: Die Ueberschwemmung der Tarn hat außerordentliche Ausmaße angenommen. Die Stadt Mantauban ist von allen Seiten von jedem Berlehr abgeschnitten. Jn mehreren Stadtvierteln find Häuser eingestürzt. Etma zehn. Soldaten, die bei den Rettungs- und Dergungsarbeiten mitgewirkt hatten, fehlten beim Appell. Zeugen mollen gesehen haben, wie zwei, von ihnen bei den Rettungsarbeiten ertranten. Die Stadt Montauban hat zur Zeit weder Trinkwasser noch Gas, noch elektrischen Strom. Das Elektrizitätswert ist voll. fommen überschwemmt. Man befürchtet den Einsturz der neuen Brücke, denn das Hochwasser steigt weiter. Ein Rettungsboot zerschellte an einer Mauer; einer der Infaffen ertrant. Infolge der fritischen Lage follen die Behörden sogar eine vorläufige Aus jegung der Rettungsarbeiten angeordnet haben, um nicht weitere Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Auch die bei Toulouse gelegene Drischaft Billemur am Tarn ist außerordentlich schwer heim gesucht worden. Sie ist ebenfalls durch das Hochwasser vollkommen vom Verkehr abgeschnitten. 600 Arbeiter fißen in einer Fabrik fest, die überschwemmt ist. Auf den Straßen in der Nähe von Toulouse steht das Baffer teilweise bis zu 5 Meter hoch. 3wei Hängebrüden find weggeschwemnu worden Man hat Borkehrungen getroffen, auf funtentelegraphischem Wege mit den Bewohnern von Billemur in Berbindung zu treten. Das Elettrizitätsmert bei Isles.Tarn ist ebenfalls überflutet. Aus Albi wird gemeldet, daß in der Umgebung drei Brüden eingeftürzt sind; drei Personen sind ums Leben gekommen. Bei Carcassonne ist der Berriac Tunnel an der Strecke Bordeaur- Cette infolge der anhaltenden Regenpüffe eingestürzt. Die Reisenden werden mit Postautos weiter. befördert. Bei den Ueberschwemmungen im Tarngebiet follen nach einer im „ Detit Journal" veröffentlichten Aufstellung mehr als zehn Personen ums Leben gelommen fein, und zwar follen in Montauban im ganzen fleben Todesopfer festgestellt worden fein, zwei in Mazamet und eines in Cahuzac. Nach dem„ Echo de Paris" soll die Zahl der Toten fogar bereits auf 20 geflegen fein. Die Waffen von Leipzig. Gamilich wiedergefunden. Ein Reichswehrangestellter verhaftet. Ceipzig, 4. März.( Eigenbericht.) Die aus einer Reichswehrfaserne geffohlenen Waffen find nunmehr sämtlich wiedergefunden worden. Die Ermittlung der Diebe ist jedoch noch nicht gelungen, obwohl inzwischen zahlreiche Berhaffungen vorgenommen worden sind. Das Publikum beteiligt sich nach wie vor außerordentlich start an den polizeilichen Nachforschungen Die Reichswehr hat für die Auffindung der Waffen und die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 15 000 m. ausgesetzt. Wie das Reichswehrministerium mitteilt, ist ein Angeflellier des Standortkommandos Ceipzig ver. haftet worden, der mit der Lagerung und Justandhaltung der Waffen zu tun hatte Angeblich hat er schon im Januar Berbindung mit der kommunistischen Partei gehabt und die Borbereitungen getroffen, durch die der bekannte Waffendiebstahl ermöglicht worden ist. 20 Personen ertrunken. Die Börse oberste Instanz. Tardieus finanzielle Expansionspolitik. Paris, 4. März.( Eigenbericht.) Tardieu hat für seine Regierungserklärung schon eine Reihe neuer glänzender Schlagworte erfunden. Er will nicht nur feine alte Politit der prosperität mit den neuen Mitteln des Programms der Regierung Chautamps fortsetzen, sondern er will darüber hinaus die 3wingburg der Steuerverwaltung einreißen. Die Steuer foll jeht in gleichem Rhythmus wie die Broduftion majchieren, ja sie soll der Wirtschaft ,, einen neuen Sprung nach vorn ermöglichen. Sie fol fich modernisieren und vor allem auf Budgetüberschüsje verzichten. Praktisch verbirgt sich hinter diefen Formeln lediglich der eine Bunjch Tardieus, das Budget rechtzeitig bis zum 1. April unter Dach und Fach zu bringen, und zu diejem 3wed alle, von ber Finanztommiffion vorgeschlagenen Steuerermäßigungen zu ratifi. gleren. Darüber hinaus will aber der neue Finanzminister Reynaud, der in dem Bariser Börfenviertel beheimatet ist, der Bärie ihren ersten Plah als internationaler Geld- und Sapital marti wiedergeben. Er will deshalb eine Politit finanzieller Expansion unterstützen, die Frankreichs Geltung und Einfluß im Ausland start erhöhen foll". Tardieus Wochenende mit Macdonald. Paris, 4. März.( Eigenbericht.) Tardieu und Außenminister Briand haben am Montag mehrere längere Besprechungen mit dem amerikanischen Botschafter Flottenkonferenz geführt. Briand und die übrigen Mitglieder der in Paris und dem italienischen Delegierten auf der Londoner französischen Delegation werden am Donnerstag nach London abreisen. Tardieu will vorläufig nur für zwei Tage Paris ver lasjen, und zwar erst am Sonnabend nachmittag, um das Wochenende zusammen mit Macdonald in Chaquers zu verbringen. Alliierte" Bankdirektoren. Eine Einheitsfront gegen Schachts Quertreibereien. Paris, 4. März.( Eigenbericht.) Der Konferenz der Notenbankgouverneure in Rom, die dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht als Schauplah für eine neue Quettreiberei gedient hat, soll, wie der Ercelfior" berichtet, Ende Auszug aus dem Bauernparadies. FORAT שמים „ Es gibt eine sozialistische Wirtschaft und eine fapita listische Wirtschaft."" Und was ift die Sowjetwirtschaft, Bäterchen?" Gine Mißwirtschaft, mein Zäubchen." dieser Woche in Paris eine Sonderverhandlung der alliierten Notenbankpräsidenten folgen. Auf die störende Anwesenheit Schachts werde keinen Wert gelegt. Man will sich ohne ihn über die Zusammensetzung des Aufsichtsrates und des Direkforiums der Internationalen Zahlungsbank einigen. Bei der Sigung der Notenbankpräsidenten in Rom hat es sich Bosten der Franzose Quesney fandidiert. Es dürfte zutreffen, vor allem um die Wahl des Weltbantpräsidenten gehandelt, für dessen Daß ichon vor langen Monaten, bei den Pariser Verhandlungen, Schady und die anderen Bonfpräsidenten fich inoffiziell auf Quesnen geeinigt hatten, dellen Qualitäten allgemein anerkannt find. Benn jeßt Schacht gegen Quesnen, Stellung nimmt, so ist das nur ein neues Beispiel für seine bereits altbekannte Neigung zu2 Quertreibereien. Das neueste, äußerst unerfreuliche Ergebnis feiner Haltung scheint das zu sein, daß sich eine ,, alliierte" Einheitsfront gegen ihn gebildet hat. Grüßner ausgeschlossen. Einstimmiger Beschluß des Parteivorstandes. Der fozialdemokratische Parteiporstand hat in seiner Sigung vom 4. März einstimmig beschlossen, den Senats. präsidenten beim Oberverwaltungsgericht Grügner aus der Bartei auszuschließen. Er erflärt, daß die Behaup gehen gegen den Genossen Grzesinski freie Hand erhalten", auf tung Grüßners, er habe vom Parteivorstand für sein Vorunwahrheit beruht. Waentigs Amtsantritt. Begrüßung durch die Beamten des Minifteriums. Am Dienstag, 10 Uhr, versammelten fich unter Führung des Staatssekretärs Dr. Abegg die Beamten, Angestellten und Arbeiter des preußischen Innenministeriums, um den neuen Innenminister Dr. Waentig zu begrüßen. Staatssekretär Dr. Abegg führte un gefähr aus: Noch erfüllt uns alle der Abschied, den wir vor drei Tagen vom aften Minister nehmen mußten. Zwei, bedeutende Männer haben an dieser Stelle das preußische Innenministerium in den letzten zehn Jahren geleitet: Severing und Grzesinski. Sie haben beide Her vorragendes geleistet, beide sind niedergebrochen durch die schmutzigen Angriffe persönlicher Art, die mit sachlichem politischem Kampf nichts zu tun hatten. Das Innenministerium hält beiden Männern bie Treue, weil wir wissen, daß sie Bestes gaben im Dienst der Arbeit für Boll und Staat. Beide Männer haben stets die Sache über die Person gestellt. Als Gevering aus dem Amte schied, wurde er darauf aufmerksam gemacht, daß er nach wenigen Tagen eine weit höhere Bension erreichen würde. Seine Antwort war: Ein Grund für mich mehr, schon heute aus dem Amte zu scheiden. Grzesinsti ging in dem Augenblid, als er befürchten zu müssen glaubte, fein Verbleiben im Amt könnte für die von ihm vertretene Politik eine Belastung erscheinen. Ihnen, Herr Minister, tommen wir mit offenem Herzen und mit Vertrauen entgegen. Minister sein bedeutet heute, Opfer zu bringen, ein doppeltes, preußischer Innenminister zu sein. Ich habe die große Hoffnung, daß Ihnen Ihre Ministerzeit nicht nur eine opferreiche Zeit, sondern auch eine Zeit der Leistungen und der erfolgreichen Arbeit sein wird. Wir sind der Ueberzeugung, daß Sie sich dant Ihrer Stärke und energischen Person durchsetzen werden, daß Sie Aufbauarbeit leisten werden am Bolt und Staat. Minister Waentig antwortete mit einem Dank für die herzlichen Worte. Er wisse, daß das Scheiden von seinem Vorgänger dem Ministerium schwer geworden set. Er habe dieses hohe Amt nicht gesucht, er habe sich nur auf höheren Wunsch in eine Bresche gestellt, meil der tapfere Streiter diese Bresche habe räumen müssen. Er verspreche, dem Borbild der beiden Männer nachzuleben und nachzuarbeiten. Er sei überzeugt, daß er als Chef nichts werde tun fönnen, wenn er sich nicht auf seine Mitarbeiter voll verlassen könne. Bertrauen gegen Vertrauen: Er werde stets offene Tür, Ohr und auch auf Wunsch Herz für jeden seiner Mitarbeiter haben. Er bitte nur um vertrauensvolle Mitarbeit um der gemeinsamen Sache willen. Rosenmontags Tragödien. Großer Faschingstrubel in Köln. Köln, 4. März.( Eigenbericht.) Die rheinische Metropole wurde am Montag anläßlich des Rofenmontags3uges von annähernd 300000 Fremden befucht. Diese Ziffer übersteigt die des Vorjahres erheblich. Die Eisenbahn berechnet den Ueberdurchschnittsverkehr des geftrigen Tages allein auf 150000 Personen. Der Düsseldorfer karnevalszug blieb hinter dem vorjährigen Zug etwas zurüd, trotzdem auch er zahlreiche originelle Fußgruppen und Wagen aufzuweifen vermochte. Am Rosenmontag wurde an der Ede Dürener und Militärring Am Rosenmontag wurde an der Ecke Dürener und Militärring straße ein 21jähriges Mädchen mit einem Schuß in der Herz gegend tot aufgefunden. Neben ihr lag ichwerverlegt ein Mann, der als ein 25jähriger verheirateter Arbeiter feftgestellt murde. Er hatte sich durch einen Herschuß zu töten persucht, gab aber noch Lebenszeichen von sich und wurde ins Krankenhaus übergeführt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Uus einem vorgefundenen Abschiedsbriefe ist zu schließen, daß die Tat im gemeinsamen Einverständnis geschehen ist. Ausschreitungen in München. Der Pleitebetrieb der Roten Fahne Noch nicht 20000 Abonnenten- noch nicht 25000 Auflage. Die Rote Fahne", die vom Gericht wegen argliftiger| Täuschung eines Inferenten verurteilt worden ist, tobt darüber, daß wir das für sie blamable Urteil veröffentlicht haben. Sie ist zunächst zum Klassengericht" gelaufen, um das Geld zu bekommen, das sie sich erschleichen wollte. Nun, da sie hinein Manöver mit dem„ Klassengericht" betrieben habe. Die Beschuldis gefallen ist, beschuldigt sie den„ Borwärts", daß er ein abgefartetes gung ist natürlich blödfinnig. Der Kern des Gerichtsurteils ist die Feststellung, daß die Gesamtabonnentenzahl der Roten Fahne" noch nicht 20 000 betrage. Die Rote Fahne" sucht sich nun herauszufügen, indem sie von ,, ihrer Auflage über 100000" fpricht. Der 3wed ist natürlich, die argliftige Täuschung fortzusehen In langatmigen Ausführungen wirft fie Abonnentenzahl und Auflage Um Montag abend kam es im Zentrum der Stadt zu wüften differ durcheinander, um den Eindruck zu erwecken, daß fie eine Auflage von über 100 000 habe. München, 4. März. Ausschreitungen halbwüchsiger Burschen beim Faschingstreiben. Autos wurden angehalten und beschädigt, Straßenbahn. wagen aufgehalten und ihre Schaffner belästigt. Bei einem Zusammenstoß mit radaulustigen Burschen mußte bas Ueberfallfommando eingreifen und vom Gummifnüppel Gebrauch machen. Den Schuhleuten wurden die Helme vom Kopf geschlagen. Nachdem mehrere Verhaftungen vorgenommen worden maren, fam es zu einer Kundgebung der rabauluftigen Burschen vor der Polizeistation in der Löwengrube. Auf dem Marienplatz, wo am späten Abend zeitweise lebensgefähr. liches Gedränge herrschte, wurde von den Ausschreitenden ein Auto umgeworfen. Das Ueberfallfommando mußte hier gegen Mitternacht die Ordnung wiederherstellen. Liebestragödie im Hotel. Die Tat einer Eifersüchtigen. Durch mehrere Schüsse wurden in der vergangenen Nacht die Angestellten eines Hotels in der Breslauer Straße aufge schreckt. Als sie hinzueilten, sahen sie vor dem Zimmer auf dem Flur einen jungen Mann liegen, der aus einer schweren Schuß wunde im Kopf blutete. Im Zimmer lag ein Mädchen mit Kopf- und Handverlegungen. Die beiden Schwerverletzten wurden nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, wo ste in be denklichem Zustande daniederliegen. Wie die Kriminalpolizei feststellbe, ist der junge Mann ein 27 Jahre alter Vertreter D., seine Begleiterin eine 26 Jahre alte Frau S., die in einem anderen Hotel in der Breslauer Straße als Hausangestellte tätig war. Beide hatten sich vor längerer Zeit fennengelernt und wollten trog des Widerspruchs der Eltern der Frau heiraten. Frau S. übergab dem Geliebten die gesamten Er. sparnisse. D. verkaufte feine Wohnung und wollte, dem Beispiel feines Bruders folgend, mit feiner Braut nach Rußland aus. wandern. Frau S. hatte ihm zu verstehen gegeben, daß fie sich erichießen werbe, wenn er fie im Stiche laffe. Das Baar war feit einiger Zeit aus Berlin verschwunden. Gestern abend stiegen fie in bem Hotel ab und es scheint zu einer ernsten Auseinandersetzung gefommen zu sein. Soweit sich bisher überbliden läßt, hat Frau S. thre frühere Drohung wahr gemacht. Sie ist es wohl auch ge= wefen, die auf D. geschossen hat. Heute früh wurde die 16jährige Hausangestellte Wally Standte in der Wohnung ihres Arbeitgebers in Heiners: dorf, Kronprinzenstraße 22, durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Der Grund zur Tat ist unbekannt. Nach einem vorangegangenen Streit mit ihren Eltern stürzte sich gestern abend vom Balton des zweiten Stockwertes in der Eichbornstraße in Reinidendorf- Weft die 16jährige Charlotte Wolff auf die Straße hinab. Mit lebensgefährlichen Berlegungen wurde die Lebensmüde ins Reinickendorfer Krantenhaus gebracht. Der Propst gegen Reichsflagge. Der Berliner Flaggenprozeß vor dem Kammergericht. Vor dem 14. Zivilfenat des Kammergerichts fand unter Borfig des Senatspräsidenten Krüger die Berufungsverhandlung in dem bekannten Flaggenprozeß der Daß sie dabei Auflageziffer und Abonnentenzahl des„ Borwärts" zu diskreditieren sucht, ist selbstverständlich. Aber ihre Lügen sind nicht fonfequent. Einmal ligt sie, der Vorwärts" habe 2000 bis 3000 Auflage, dann wieder lügt sie, durch den Staatsapparat, viele Banten und Trusts würden viele tausend nicht auf die Lügen der„ Roten Fahne" sind so albern, daß sie Exemplare des„ Borwärts" aufgekauft. Wir regen uns darüber jeder durchschaut. Es ist gerichtsnotorisch, daß die Abonnentenzahl der ,, Roten Fahne" noch nicht 20 000 beträgt. 4 G3 steht fest, daß die Gesamtauflage der ,, Roten Fahne" einschließlich der 5000 Exemplare für Sowjetrußland – noch nicht 25 000 Exemplare beträgt. Der Vertreter der„ Roten Fahne" hätte es vor Gericht in der Hand gehabt, die Gesamtauflage feines Blattes feſtſtellen lassen zu können. Er hat es vorgezogen, es nicht zu tun, und sein Blatt verurteilen zu lassen. Daß das Reptil der Sowjetregierung mun fich herauszufügen versucht, ändert am Tatbestand nichts. DTE Feme auf Fehmarn. Judenpogrom bei der Modenschau. Kiel, 4. März.( Eigenbericht.) Die Infel Fehmarn an der Ostküste Holsteins erlebte am 11. Dt. e Infel tober 1928 ihren großen Tag. Es war die Zeit, da allenthalben in der Provinz Schleswig- Holstein das Landvolt" aus den geringsten Anlässen heraus revoltierte. Schob man in Dithmarschen in Mittelholstein die Notlage der Landwirte in den Bordergrund, fo tönnte man das auf der Insel Fehmarn nicht wagen. Fehmarniche Bauern find gefund. Um die Bewohner dieser Insel aus der Ruhe zu bringen, mußte schwereres Geschütz aufgefahren werden. Bandvoll- und Stahlhelmagitatoren tennen den Rummel, Sie finden leicht einen Anlaß zum Krach. Fehmarn ist jubenrein" und darauf sind die Fehmarner stolz, b. h. den arbeitenden Schichten der Bevölkerung ist es ziemlich gleich, d. h. den arbeitenden Schichten der Bevölkerung ist es ziemlich gleich, fie tönnen auch unter der absoluten Herrschaft der landvöllischen Kreife teine Reichtümer gewinnen. Aber sie und auch die Handwerfer und Geschäftsleute der Insel sind abhängig von den Bauern. Sie müssen sich fügen. Nur wenn man dies weiß, farm man nachfolgendes verstehen. Am 11. Oftober 1928 unternahmen es einige Geschäftsleute der Insel, in der Stadt Burga. F. eine Modenschau zu veranstal ten. Der Leiter dieser Modenschau war Jube. Am Nachmittag des 11. Oktober fand in Wissers Hatal" die erste Modenschau statt. Zahlreich waren Bäuerinnen und brave Bürgerinnen von Burg und Umgegend erschienen. In flotter großstädtischer Weife ging die und Umgegend erschienen. In flotter großstädtischer Weise ging die Schau vor sich. Der Konferencier, ein früherer Kabarettist, der viele Hunderte Modenschauen besonders in Kleinstädten veranstaltet hatte, die moralischen Begriffe der Kleinstädter gut fannte, war in der Wahl seiner Ausdrücke recht vorsichtig. Bäuerinnen und Bürgerinnen waren redyt zufrieden. Es ging von Mund zu Mund die Empfehlung für die Abendmodenschau. Aber schon während in Wiffers Hotel" die Nachmittags. modenschau veranstaltet wurde, erschienen bei einem Raufmann in Burg a. F., der 10 Tage früher eine Deutsche Modenschau" verschaftlichen und Vernunftsgründe fönnten dieses alte Recht irgend- I wie ummodeln. Der Vertreter der Kirchengemeinden nahm weiter für die Gemeinden St. Marien und Nicolai das mitnugungs. recht an dem Grundstüd in Anspruch, weil sie Rechtsnach. folgerinnen des Propstes nach dem neuen Kirchenrecht ge worden feien. Die Entscheidung des Gerichts über den Antrag des Bertreters der firchlichen Instanzen steht bei Revathionsschluß noch aus. Unschuldig zum Tode verurteilt. Stadt Berlin gegen den evangelischen Propst Wiederaufnahme des Prozeffes v. Dielingen in Osnabrück Dr. Händler ftatt. In der ersten Instanz vor dem Landgericht war der Stadt Berlin das von ihr in Anspruch genommene Recht, an dem Propsteigebäude eine Fahnenstange anbringen und die Reichsflagge hiffen ju laffen, abgefprochen worden, während allerdings den Kirchengemeinden St. Marien und Nicolai ein Mitnugungs. recht abertannt wurde. Einigungsverhandlungen zwischen der Stadt Berlin und dem Propst und den Kirchengemeinden, das Nuhungsrecht gegen eine entsprechende Ablösung aufzugeben, haben zu feinem Erfolge geführt. 3m Termin vor dem Kammergericht vertrat Rechtsanwalt Dr. Wussow als Vertreter der Stadt Berlin den Standpuntt. daß schon aus volkswirtschaftlichen Gründen dem Propst nicht das allgemeine Nutzungsrecht gegeben werden könne, habe doch das Propsteigrundstück einen Wert von 450 000 m. Der Propst muffe sich damit einverstanden erklären, oon der Stadt eine andere Diens wohnung zugewiesen zu bekommen. Im übrigen bestritt er, daß der Propst ein allgemeines Nutzungsrecht an dem Gebäude babe, es handle sich im Gegensatz zu dem Urteil der Borinstanz lediglich um ein Wohnrecht. Die Stadt Berlin set ftets Eigentümerin des Grundstü des gewesen. Nach der gefunden Bernunft uno auf Grund der jahrhundertlangen Entwicklung habe die Stadt ledig lich die Aufgabe, dem Propst eine angemessene Wohnung zu schaffen. Der Bertreter des Propstes und der mitbeklagten Kirchen gemeinden, Regierungsrat Dr. Men benbauer, erflärte, daß bie Stadt als Eigentümerin des Grundstüdes nicht das Recht habe, dem Bewohner des Hauses, dem Propft, die Hiffung der Reichs flagge vorzuschreiben. Aus dem Gesez, das die Beflaggung der Gebäude der öffentlich- rechtlichen Körperschaften regele, feien aus drücklich die Kirchengemeinden ausgenommen worden, so daß für sie in dieser Hinsicht fein Zwangsgeset gäbe. Der Propft habe nicht ein Wohnrecht, sondern leite seine Rechte an dem Propftei gebäude aus dem vorreformatorischen Benefitiafrecht her. Dr. Meydenbauer beantragte, über die letzte Behauptung einen Sachverständigen für Kirchenrecht zu hören. Reine vollswirts Am 17. März beginnt vor dem Schwurgericht Osnabrüd unter Borfiß des Landgerichtsdirektors Kremer der fehr intereffante und mit Spannung erwartete Wiederaufnahmeprozeß gegen den 24jährigen Landwirt Hermann v. Dielingen, der im Jahre 1925 wegen Ermordung der Emma Hoge zum Tode verurteilt und später vom Staatsministerium zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden war. - Bombenwerfer im Hintergrund. anstaltet hatte, zwei ortsfremde Männe: und erfundigten sich eingehend nach dem Konferencier, dem Juden" Am Nachmittag tagte auch die Monatsversammlung des Junglandbundes und abends versammelten sich die alten Herren des Landbundes. Als nun die Abendmodenschau taum begonnen hatte, brangen 20 stahlhelmgeschmüdte junge Leute in den Saalein. Einer sprang auf das Podium, hielt eine flammende Rede, die ihm aus dem Saal heraus souffliert wurde. Er brachte die Deutſche" Modenschau in empfehlende Erinerung, schimpfte auf die jüdische" Modenschau, die von einem gemeinen Juden" veranstaltet würde. Als der jüdische Conferencier ganz vorsichtig die Rederei anter binden wollte, wurde er vom Podium geriffen, mit famt seinen Mannequins durchs Haus gejagt und unter den Rufen:„ Juden raus" verhauen. Nach dieser Tat hielt einer der ortsfremden Männer eine Rede. Die beiden Fehmarner Zeitungen jonglierten am näch sten Tage zwischen Leser und Inserentenintereffen. Eingesandts beschäftigten sich mit dem Vorfall. Der Landbund fand für sich teine Stimme. Allgemein wurde sein Borgehen verurteilt. w Zahlreiche Bis dann der Staatsanwalt einschritt. Bon jetzt ab erhob sich eine Stimme gegen den Landbund. Ueber ein Jahr benötigte die Staatsanwaltschaft, um das Antlagematerial gegen die bekannten drei Haupttäter zufammenzutragen. Die ganze Infel stellte sich schüßend oor diese breil Jezt endlich fand in Burg die Verhandlung wegen der Vorgänge am 11. Oftober 1928 statt. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu 300 bzw. 200 Mart Geldstrafe. In der Urteilsbegründung stellte Bandgerichtedirektor Wichmann, Kiel, fest. daß das Gericht bedauert, die eigentlichen Drahtzieher des pogroms( wahr. scheinlich auch den bekannten Herbert Bolt) nicht faffen zu fönnen. Die Tat der Angeklagten sei wahrhaftig feine Heldentat gewesen, von Wahrnehmung berechtigter Interessen fönne man nicht reden. Die Erwerbslosentrise in Amerika. Ablenfungemanöver gegen Rommuniffen. Washington, 4. März. In der geffrigen Sihung des Senats fielen bei Erörterung des Erwerbslosenproblems recht harte und unangenehme Worte für die Verwaltung. Senator Ca Follette erklärte, daß die Alarmrufe über kommunistische Kungebungen und Umtriebe nichts weiter als die Bersuche der Regierung feien, die Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Erwerbslosenproblem abzulenten. Ein anderer Senator machte der Regierung den Vorwurf, daß fie mit der Arbeitslofenfrage Politit" madje und meinte, daß Armut, Unglüd und Rebellion die Folgen der Haltung der Regierung fein würden, falls fie nicht in Zusammenarbeit mit dem Kongreß eine Lösung dieses schwierigen Problems anstrebe. Eine Million Arbeitslose in Japan. Tofio, 4. März. Das Arbeitslosenproblem, das den Regierungen der großen Industrieländer im Westen in wachsendem Maße zu schaffen macht, nimmt auch in dem größten Industrielande des Dftens, Japan, einen immer größer werdenden Umfang ein. Als Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage und der Schließung zahlreicher Betriebe dürfte die Zahl der Erwerbslosen die Millionengrenze er reicht haben. Das Anwachsen der Arbeitslosenziffer in den letzten Wochen ist in beunruhigendem Maße vor sich gegangen und die Bahl der Unbeschäftigten geht weit über 800 000 hinaus. Bon den Gewerkschaften werden Pläne ausgearbeitet zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, während die japanische Regierung die Einführung der Erwerbsfosenversicherung beabsichtigt. Die Zahl der Erwerbslofen in Tofio ist deshalb so erheblich gestiegen, weil die wiederaufbauarbeiten in der japanischen Hauptstadt nach bem großen Erdbeben von 1923 nunmehr fast völligbeendet find. Erdem Die Verteidigung führt diesmal Rechtsanwalt Dr. Gibnen Die Verteidigung führt diesmal Rechtsanwalt Dr. Sidney Mendel, Berlin, der das Wiederaufnahmeverfahren betrieben hat, uno Rechtsanwalt Rahardt, Osnabrück, der v. Dielingen schon im ersten Prozeß vertrat. Zur Berhandlung, für die zwei bis drei Tage in Aussicht genommen sind, find 40 3eugen und 12 Sach verständige gelaben. Unter den Sachverständigen befinden sich die bekannten Berliner Gerichtsärzte Geheimrat Straßmann, Dyren furth, Prof. Steinbiß und Weimann. Während die beiden Kreis ärzte, die die Obduktion der Leiche vorgenommen hatten, und ber gerichtsärztliche Ausschuß der Broving Hannover unter Leitung von Profeffor Lochte annahmen, daß der Tob der Hoge durch Er brosselung eingetreten iei, haben die Berliner Aerzte im Auftrage der beiden Berteidiger mehrere Gutachten erstattet, daß die im achten Monct schwangere Hoge am Herzschlag gestorben ist. Diese Ansicht hatte von Anfang an Generaloberarzt Dr. Bonne, Buchthausarzt in Lüneburg, wo b. Dielingen seine Strafe bisher verbüßte, vertreten. In einem Nachtragsgutachten hat sich nun mehr der gerichtsärztliche Ausschuß der Proving Hannover in der gleichen Belegung wie früher der Auffaffung der Berliner Sachver ständigen und des Dr. Bonne nuit geringen Abweichungen angeschloffen. Der Gerichtsverhandlung wird das besonders große Aufgebot von gerichtsärztlichen Autoritäten ein außergewöhnliches Gepräge geben. Das Gericht wird infolge der zu erwartenden wissenschaft lichen Auseinandersetzungen mehr das Ausfehen eines Aerztetongresses haben. Kommunistische ,, Heldentat". Die„ revolutionären" Kommunisten scheinen zu glauben, daß fich die tommende Belirevolution mit firzenden Scheiben anfündigen muß. Nachdem sie schon mehrfach in Neuköllner Partei- und Reichsbannerlotale eingedrungen sind, um die Einrichtung zu demolieren, haben sie gestern abend in der Steinmet straße 52 amei große Schaufensterscheiben des Restaurants Schröder eingefchlagen. Nachts gegen 1 Uhr, als nur noch drei Reichsbannerleute im Botal anwesend waren, zertrümmerte eine Horde von 30 Mann mit Steinen und Schippenstielen die beiden Scheiben. Steine und Glassplitter flogen durch das Lokal, verlegten aber nur einen Reichsbannermann leicht, Selbstschutz gegen Faschismus. Internationale Beratung der Abwehrverbände. Prag, 3. März.( Eigenbericht.) Heute vormittag trat in Prag die Internationale Kommission zur Abwehr des Faschismus, in der die Arbeiterschußorganisationen verschiedener Länder zusammengefaßt sind, unter Vorsiz Julius Deutsch. Wien zusammen. Die Sozialistische Arbeiterinternationale werden durch Soukup und Taub, der Internationale Gewerkschaftsbund durch Tayerle, die Arbeitersport- Internationale durch Silaba und die Sozialistische Internationale durch Paul, sämtlich in Prag tätige Genossen vertreten. Deutsch berichtet ausführlich über die Arbeiten der Kommission seit der Brüsseler Tagung vom Von den Tolen auferstanden Fin merkwürdiges Wiedersehen wurde dieser Tage in dem Städtchen Biet( Kreis Landsberg) gefeiert. Der im Weltkrieg verschollene einzige Sohn der Familie Huhnke, seit Jahren auf der Gefallenengedenktafel des Städtchens vermerkt, fehrte zu feinen Eltern zurüd. Er war aus der Gefangenschaft verspätet entlassen worden und hatte erst jeßt. nach vielen vergeblichen Nachforschungen, den Aufenthaltsort feiner bamals aus den abgetrennten Ditgebieten geflüchteten Eltern erfahren. Unser Bild zeigt den Wiedergefehrben vor der Gefallenengedenktafel, die auch feinen Namen enthält, August 1928 und verweist darauf, daß das Zusammenwirken der Arbeitersebstschugorganisationen namentlich den vom Faschismus bedrohten Organisationen des litauischen, des polnischen und des deutschösterreichischen Proletariats wertvolle Hilfe geleistet hat. Dann referierten die Bertreter der einzelnen Länder. So berichtet Bärensprung. Magdeburg als Bertreter des Reichsbanners über die Situation in Deutschland, die dadurch gekennzeichnet sei, daß im Stahlhelm der völkisch- radikale Flügel, der unter Führung Düfterbergs steht, zur Vorherrschaft gelangt .itsil Theater und Film. Madame hat Ausgang. Kleines Theater. Paul Armont und Marcel Gerbidon ist bestimmt mehr 3wiespältig erscheint das Bild des Abends. Diese Komödie von als geistreich und amüsant. Doch nicht ganz ernst zu nehmen. Ihr Niveau ist ein Zwischenniveau und sie erhält erst ihr vertieftes Gepräge durch ausgezeichnetes Spiel und gute Regie. Leider ist es wieder eine Milliardärsgattin, die hier, von Laune getrieben, mit einer Freundin an Stelle des Stubenmädchens " schwofen" geht. Dabei lernt sie Marcel Touzet( Paul Hörbiger) kennen, und dieser Marcel ist nicht nur ihr großes Erlebnis, sondern auch das unsere, das Erlebnis des Abends. Anfangs ist alles nur Spiel für sie und die unbeholfene Liebe Marcels schmeichelt ihrer Derwöhnten Weiblichkeit. Später wird es ernst mit den beiden. Und Baul Hörbiger bringt es fertig, bei allem Humor tragisch aufzu. trumpfen. Es war eine leichte französische Komödie und dennoch geht man mit dem Empfinden fort, ein Stück Leben gesehen zu haben. Wenn auch ein nicht alle Tage vorkommendes Stück Leben. Neben Paul Hörbigers edig- sentimentalem, rührendem Marcel entzückt Erika v. Thellmanns zarte Schönheit als Irene. Ein menig bewußte Uebertreibung erhöht die Wirkung. Sein sind Frigga Braut und Hans Hermann Schaufuß als Frau und Herr Touzet, anmutig und frisch Christel Storm als Kammermädchen Georgette, glänzend Ellen 3senta als Frau Bigoreau, gut der Zuhältertyp Josef Reithofer. Das Bühnenbild J. R. Ban gibt dem Stück den Rahmen der Romantit. Friz Fried. mann Frederich inszenierte mit Talent und Humor. # Alexander v. Sacher.Masoch. Die Dame aus Moskau." Ufa- Theater Kurfürstendamm. Sardous nun schon betagtes Spektakelstück, das auch bereits den Stoff für eine Oper geboten hat, als Filmvorlage wiederzufinden, ist nicht ohne artistisches Interesse. Die Oper mußte fich auf die Herausarbeitung weniger starter Gefühlspartien beschränken Sardou felber tonnte seine Künste des dramatischen Szenenbaus schon in einer reicheren Handlung spielen lassen, Ludwig Berger vollends fann alle Möglichkeiten des Films ausnügen, um die ganze Handlung mit ihrer Borgeschichte, die mannigfachsten Milieus und die saubersten Detailstudien vorzuführen. Dabei ist sein Film bewußt auf die Starrolle der Bola Negri zugeschnitten. Sie ist wie immer fortreißend, wenn sie ihr Lagenartiges Temperament zeigen kann. Sie ist toll in ihren Launen, berauscht den Zuschauer mit ihrem eigenen Rausch fo ist sie herrlich gleich in der Introduktion, wenn sie von der Schlitten reise heimkehrend festlich empfangen wird, oder wenn sie losjubelt, als sie entdeckt hat, daß der angebliche Nihilist, an dem sie den Mord ihres Bräutigams rächen mill, tein Nihilist ist. Als Prin zeffin im Salon ist sie weniger überzeugend. Ihr Spiel hat manch. mal etwas Affettiertes und Mariniertes. In ihrer Tobesszene tehrt sie zur Einfachheit ihrer Natur zurüd. Manchmal erinnert ihr Lippenspiel an Asta Nielsen. Man hatte flugerweise als Gegen spieler Norman Kerry gewählt, feinen Typ des Schönlings, sondern einen nicht mehr jugendlichen Charakterbarsteller, zu dem mun die reife Negri um so besser paßte. Ein dringendes Problem. Republikanischer Lehrernachwuchs. Wem es ernst ist mit der Liebe zum deutschen Boltsstaat, wem bie Sicherung der republikanischen Errungenschaften am Herzen liegt, der blickt schon seit langem mit Besorgnis auf das verantwor tungslose Berhalten weiter Kreise der deutschen Studentenschaft, die dazu berufen ist, dem Staat, den sie heute verneint, dereinst in ben wichtigsten Beamtenstellungen zu dienen. Berden aus biefar reaktionären Schar wirklich brauchbare Diener am nie Berger zeigt seine wißige und sprühende Art in manchem entzüdenden Detail. Der Salon der vornehmen Pariser Welt ist reizend Parodiert. Ein guter Einfall ist es auch, wenn Fedora dem Geliebten, der von ihr davonstürmt, in das abendliche Straßendes alten Sardou auf seinem eigenen Gebiet die Honneurs gemacht, gewimmel folgen läßt. Ein Filmvirtuose hat den Bravourſtücken aber das Ganze bleibt doch das Produkt einer ebenso glänzenden wie falten Mache. Der Titel ist irreführend: sollte er Aktualität vorspiegeln. ,, Stud. chem. Helene Willfüer." Beba Atrium. 1. Im Roman der Vicky Baum ist Helene Willfüer ein Mädchen, Sie macht das Examen, als sie schwanger ist und erhält nach langem das sich durchsetzt, trotzdem sich alles gegen sie verschworen hat. Mühen eine gute Stellung, in der ihr verschiedene chemische Erfin bungen gelingen. Und am Schluß heiratet sie den verehrten Professor. In großen Linien folgt der Film dem Roman. Allerdings wer= nicht klar zum Ausbruck tommt. Es ist eher eine Aneinanderreihung den starke Kürzungen vorgenommen, wodurch der Charakter Hel nes als eine Entwicklung, und ferner tritt nicht die Energie, über die Schulb des Manuskripts und nicht die der Darstellerin Olga Ischedas Mädchen verfügt, genügend in die Erscheinung. Das ist bie chowa, die hier eine verinnerlichte Leistung bietet mie fetten und eine packende Ausdruckstraft offenbart. Der Film gehört zu der Kategorie der guten Spielfilme, die feine Probleme enthalten, aber en anständiges Niveau wahren. Der Regisseur Fred Sauer versteht es, mit den nötigen Rührun gen zu arbeiten, zur rechten Zeit Landschaftsbilder einzuschieben und vorsichtig tragische Hintergründe anzudeuten. Gute Darsteller wie Ernst Stahl- Nachbauer, Valentin oder Dammann stehen ihm zur Seite. -t. Streit um Scott. Noch einmal ist um die Südpolegpedition des Kapitän Scott, der den Südpol im Rennen mit Amundsen erst als 3weiter erreicht hatte, dann aber im Eis erfror, ein Streit ausgebrochen, und zwar infolge der dramatischen Behandlung des Themas durch Reinhold Goering, den Dichter der„ Seeschlacht". Das Stüd Die Südpolegpedition des Kapitän Scott" iſt unter der Regie von Leopold Jeßner im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin uraufgeführt worden. Nun haben die Angehörigen Scotts gegen diese Aufführung, die ohne ihr Wissen und schon deshalb ohne ihren Willen geschah, protestiert. Nach einer Meldung der Londoner Daily Chronicle" hat sich die Mitme des Kapitän Scott, die jetzige Frau HyltonYoung, nach Berlin begeben, um sich das Stüd anzusehen. Dem Broteft der Witwe schließt sich die ältere Schwester des Stapitän Scott, Lady Macarinen, an, ferner Commander Bernachi, ber Scott auf der Expedition im Jahre 1901 begleitet hat. Pathetisch fragt er: Welches Recht nimmt sich ein Mann heraus, der nie in der Arftis weilte, über diese große Tragödie em Bühnenwert zu schreiben, ohne sich die Mühe zu machen, uns, die wir dabei waren, zu befragen?" Bücherei, die allein über das gesamte in Betracht tommende Schrifttum verfügt, von einer Jury getroffen, die vom Borstand der Deutschen Buchfunftstiftung im Einverständnis mit den beteiligten Berbänden gewählt worden ist. Die Jury besteht aus 8 Mitgliedern und wird alle zwei Jahre neu gewählt. Die Auswahl erfolgt erstmalig zum diesjährigen Tag des Buches, dem 22. März. Borschläge für die Auswahl der Bücher können von jedermann gemacht werden und sind an die Geschäftsstelle der Buchtunftstiftung ( Leipzig C 1, Deutsche Bücherei) zu richten. Eine Mitwirkung der Fachorganisationen, Berleger, Druder, Autoren, Sammler, Biblio. ist; dennoch ist die deutsche Demokratie gesichert. Auch eine Einigung ber beute miteinander im Kampfe fiegenden verschiedenen faschisti schen Strömungen unter Hitler oder Hugenberg fann an dieser Tat fache nichts ändern, da die Republikaner zur Abwehr nicht die Gefahr, daß die hier heranreifenden Kräfte fich zu offenen Philen bezüglich der Vorschläge fann der Sache nur förderlich sein bereit sind. Ellenbogen Bien legte dar, daß sich der Heimwehrfaschismus durch den Mißerfolg beim Berfassungstampf geschwächt fühlt. Daß die Demokratie sich als siegreich erwiesen habe, sei nicht zulegt der wirkungsvollen Hilfe zu danken, die das deutschösterreichische Proletariat burch die Arbeiterschaft der anderen Länder erhalten hat. Auf Antrag Kremser Teplitz wird ein ftimmig beschlossen, dem deutschöfterreichischen Proletariat für den heldenmütigen Kampf gegen den Faschismus dankbare Anerkennung auszusprechen. Deutsch Wien dankte den Delegierten, nament lich denen aus der Tschechoslowakei, für die wertvolle Hilfe, die dem österreichischen Broletariat in seinem schweren Abwehrkampf geleistet worden ist. Bei Besprechung der nächsten Aufgaben wird be schloffen, die 3 Beranstaltung eines infernationalen Antifaschiffentongresses in Deutschland in Aussicht zu nehmen. Antäßlich der Arbeiter Olympiade 1931 in Wien soll ein internationaler Aufmarsch der Arbeiter. selbstschutzorganisationen erfolgen. Nach Erlebigung verschiedener organisatorischer Fragen wurde eine Resolution beschloffen, in der mit Befriedigung festgestellt wird, daß der Kampf gegen den internationalen Faschismus von Erfolg begleitet gewesen ist. Beispiele sind der Sturz Woldemaras' in Litauen und der Rücktritt Primo de Riveras in Spanien. Die Kommission fordert alle angeschlossenen Organisationen auf, den Kampf gegen den Faschismus mit allen zweddienlichen Mitteln und unablässig fortzuführen. Endlich lentt die Kommission die Aufmerksamkeit der Deffentlichkeit auf die gemeingefährliche Tätigkeit der Spione und Lodjpigel, bie nis Sendlinge bes italienischer Basismus unter dem Schuß der italienischen Gesandtschaften attentate arrangieren und so ben Frieden zwischen ben Staaten aufs schwerfte bebrohen. su Dr.- Ing. Schallenberger. Wie das Nachrichtenamt mittellt, ist der Direktor der Berliner Wohnungsfürsorge Gefell fchaft, Magiftratsbaurat Schallenberger, ber befanntlich ber Sozialdemokratischen Partei angehört, in Anerfennung seiner hervorragenden Dienste um die Förderung des Wohnungsbaues die Würde eines Doftor- Ing. ehrenhalber von der Technischen Hoschule Braunschweig verliehen worden. oder versteckten Gegnern des heutigen Staates entwideln? Besonders schwerwiegend wird das Problem, wenn wir an den Nachwuchs der höheren Lehrerschaft benten, an die fünftigen Studienräte, denen die allgemeine und staatsbürgerliche Erziehung eines Teils der deutschen Jugend obliegt. Noch stehen Taufende von Männern im Amt, die aus der Vortriegszeit stammen und aus ihrer gegenrepublikanischen Gesinnung leinen Hehl machen. Bie aber, wenn auch die Hoffnung trügt, daß die nachrückende junge Lehrergeneration das Bersäumte nachholen und die Jugend zur tätigen Teilnahme am republitanischen Aufbau zu erziehen trachten wird? Her ist beizeiten Aufmerksamkeit geboten. Die Republit hat vor allem nach ihren getreuen Söhnen, Blut von threm Blut, Umschau zu halten, und aus Selbsterh Itungstrieb in einer Ausleje, die mit Gesinnungsschnüffelei nichts zu tun bat, fich die Kräfte zu sichern, die ihr willig und von Herzen zu dienen bes strebt sind. Gerade in der Organisation der höheren Schulen ift noch viel Muffiges, viel Ueberalteries auszurotten. Gerade hier, wo oft noch tein Hauch der neuen Zeit zu spüren ist, bebarf es wirklicher Republikaner. Leider ist noch immer die Zahl der Proletarierfinder gering, benen der Weg zur Universitätsbildung und damit zur höheren Beamtenlaufbahn geebnet ist. Trotzdem muß es gelingen, einen geeigneten Stamm zuverlässigen Lehrernachwuchses auch für die höheren Schulen zu gewinnen. Eine Forderung, die um so dringender ist, els noch heute der junge, fich offen zur Republik be fennende Lehrer im höheren Schulwesen vielfach Mißtrauen und Schikanen ausgesetzt ist die mur besonders große Berufsfreitigkeit Dr. Willi Blumenthal, Stubienassessor. überwinben kann. Auswahl der 50 Bücher des Jahres. Der Borstand der als Auswirkung der Internationalen Buch. tunst- Ausstellung Leipzig 1927 vom Sächsischen Wirtschaftsminiſte. rium mit Unterstübung des Reichsministeriums des Innern, ber Stadt Leipzig und des Vereins Deutsche Buchtünstler E. B. ins Beben gerufenen und der Deutschen Bücherei in Leipzig zur Bermaltung übertragenen Deutschen Buchfunftstiftung hat befchloffen, nach bem Borgang der Bereinigten Staaten, Englands, der Niederlande und der Tschechoslowatel fünftig auch in Deutschland die 50 best. gebrudten Bücher des Jahres zu bestimmen und am Tage des Buches oder zu einem andern geeigneten Zeitpunti der Deffentlichkeit bekanntzugeben. Die Auswahl wird auf Grund ber Bestände ber Deutschen Die Deutsche Bücherei stellt die ausgewählten Bücher unmittelbar nach Berfündung des Ergebnisses in ihrem Ausstellungsraum zur Schau und gibt gleichzeitig einen Katalog der Bücher heraus. Im Anschluß an Leipzig soll die Ausstellung auch in anderen Städten gezeigt werden. Der Arbeiterphilosoph.. Seit Kriegsbeginn ist so viel geschehen, haben sich politische und wirtschaftliche Ereignisse derart überstürzt, daß erst jest in etwas ruhigeren Jahren, wieder allgemein das Intereffe für ein tieferes begrüßen, wenn der Diez Berlag, Berlin, neben den Studium unserer Theoretiker erwacht. Darum ist es gewiß zu großen Ausgaben von Marg, Rautsty usw. nun auch Josef Dieggens Gesammelte Schriften in neuer Auflage erscheinen läßt. Uns liegt der ftattliche Band vor, in dem Eugen Dieggen, der Sohn, alles zusammengetragen hat vom„ Wesen der menschlichen Kopfarbeit und dem Atquisit der Philosophie" bis zu den vielen Briefen und Auffäßen über Logit, Erfemminis, Wahrheit und anderes. Die flüssige Form, in der Dießgen geschrieben hat, macht das Lesen leicht. Wir können daher wohl hoffen, daß mit der neuen Ausgabe bem Arbeiterphilofophen auch neue Freunde gewonnen werden, verdient doch die Gedankenfülle seiner Schriften die weiteste Berbreitung. Das Buch ist fast tausend Seiten start und fostet dennoch in einem geschmackvollen Ganzleineneinband nur 16 M. Für Mitgleder der Sozialdemokratischen Partei ist ein ermäßigter Breis bon 13,50 M. festgesetzt, um den schlechten wirtschaftlichen Nerhältniffen Rechnung zu tragen. D. H. Cawrence. der berühmte englische Romanschriftsteller, ift in 9 sza an Pungenschweinblucht geñorben. Lammence war der Fohn eines Bergarbeiters eine Weile baben in England wegen ihrer sffenen Behandlung legneller Trobleme fatten Anfloß erregt Mehrere felner Bücher wurden bon der Polizei unterbrüdt. Ein" dani cher Dichterabend findet im Reilinamuseum am 6., 20 Ub, statt. Jacques Burg beft Dichtungen von Andersen, Bang, Dolger Drachmann u. a. Am Flüge Herbert Brüger. dolger Drachmann u. a. Boefte Guilbert gibt einen einmaligen populären Bortragsabend Chansons de tous les temps" am 7. im Beetbobeniaal Die Schauspielerhilfe im deutschen Lyceum- Club bringt am 9., 20 116r, im Roswilba Sagl. Lutow- Plaz 8. zum Besten erwerbelojer Schauspieler Das Nachtmahl der Sardinale", dramatische Dichtung in einem Aufzug von Julio Danias, Nachbichtung von Luise Gy, sur Aufführung. Ein Krankenpfleger ist auch ein Mensch. Zehn Monate Tag und Nachtdienst und dann entlassen. Ein Fabrikdirektor, der lange Zeit schmer trant war, nahm| Arbeitnehmer Tag und Nacht zur Arbeitsleistung verpflichtet, wider. einen Krankenpfleger, der ihn zu betreuen hatte. Der Krante be- spricht den guten Sitten. Der gutfituierte Fabrifdirektor hätte sich durste ständiger Bartung, so daß der Pfleger, abgesehen von turzen doch einen Bileger für den Tag und einen anderen für die Nacht Bausen, die sich gelegentlich ergaben, unausgesetzt beschäf halten können. Dann hätte es feinen Streit gegeben. tigt mar. Selbst in der Nacht hatte der Pfleger feine Ruhe. 3war stand ihm ein Schlafraum neben dem Krankenzimmer zur Verfügung, aber einen ungestörten Schlaf fonnte er niemals ge. nießen. Bier, fechs, quch achtmal in der Nacht setzte der Krante bie Klingel in Bewegung, um den Pfleger zu irgendeiner Handreichung herbeizurufen. Diesen schweren Dienst hat der Pfleger 10 Monate lang versehen. Er hat in der ganzen Zeit nicht einen einzigen freien Sonntag gehabt. Nur ein freter Nachmittag in jeder 28o che stand ihm zu. Aber um 10 Uhr abends mußte er wieder zur Stelle sein, um den Kranken ins Bett zu bringen. Die wenigen Freistunden benutte der Pfleger, um sich in der Wohnung seines Freundes für die ganze Woche auszuschlafen. Einmal hatte ihn nun die Müdigkeit so übermannt, daß er ble Zeit verschlief und feine Fahrgelegenheit nach der Lichterfelder Villa des Kranten mehr hatte. So blieb alfo dem Bileger nichts weiter übrig, als bis zum Morgen weiterzuschlafen, was ihm gewiß zu gönnen war. Aber die Angehörigen des tranfen Fabrifdirektors dachten anders. In jener Nacht, wo der Pfleger ausgeblieben war, mußte eine erwachsene Tochter dem franten Bater die notwendige Hilfe leisten. Darüber war das Fräulein lo ungehalten, daß der Pfleger, als er morgens um 6 Uhr, gut ausgeruht, feinen Dienſt wieder antreten wollte, fristlos entlassen wurde. Der Pfleger flagte beim Arbeitsgericht gegen die Erbin bes inzwischen verstorbenen Fabrifdirektors auf Bezahlung der Kündigungszeit. Die Dame, die zunächst jede Zahlung ablehnte, ging schließlich auf einen Bergleich ein, bei dem der Kläger einen großen Teil von seiner Forderung ablieẞ. Um den Kläger zur Annahme des Vergleichs zu bewegen, hielt ihm der Richter vor, er, der Kläger, habe doch gewußt, daß der Kranke auch in der Nacht seiner bedürfe und dafür habe er ja ein gutes Gehalt bekommen. Wie sieht das gute Gehalt aus? Es find monatlich 80 Mart nebst kost und Wohnung. Soviel erhält eine tüchtige Hausangestellte, etwa eine Köchin oder Wirtschafterin auch, aber man verlangt feine Nachtarbeit von ihr und gibt ihr an jedem zweiten. Sonntag und an einem Tage in der Woche einen freien Nachmittag und Abend. Wenn sich der Krantenpfleger nach zehn Monaten angestrengter Dienstleistung eine freie Nacht nahm, so tann das mohl nicht als ausreichender Grund zur fristlosen Entlassung angesehen werden. Bielleicht fann man auch sagen, ein Arbeitsverhältnis, welches den 17. Kreis Lichtenberg. Unserem lieben Genossen Fritz Thurm und Frau 3ur Silberhochzeit die herzlichen Glüdwüufche! Lichtenberg, 4. März 1930 Der Kreisvorstand. Abfuhr der Opposition. Bei den Geschäfts- und Lastkraftwagenfahrern. Die sogenannte Opposition" holte sich gestern abend in der Branchenversammlung der Geschäfts- und Lastkraftwagenfahrer, des Tanfstellen und Garagenperfonals eine gehörige Abfuhr. Alle An hänger der Opposition, die sonst zu den seltenen Gästen in den Versammlungen dieser Branche zählen, waren abtommandiert worden, um zu versuchen, die sozialfaschistische" Branchenleitung zu stürzen. Alle Mühe war jedoch vergebens. Die Versammlung wählte ben Angestellten des Gesamtverbandes Buchert zum Brandenberater einstimmig und die übrigen refor mistischen" Branchenleitungsmitglieder mit erdrückender Mehrheit wieder. Den Kommunisten war es auch beim besten Willen nicht möglich, an der Tätigkeit der Branchenleitung im vorigen Jahr die geringste Kritif zu üben. 309 fchofien, daß nur freigemerfidhoftiche Einheitstiften in den Betriebes aufzustellen find. Die Bersammelten verpflichten sich, in den Betrieben mit aller Energie dafür einzutreten, daß nur freigewerkschaftliche Listen aufgeftellt und gewählt werden." Was fann helfen? der bei einer Kündigung seine ganze Existenz auf eine andere Bajis In Desterreich ist es möglich, für den älteren Angestellten, stellen muß, eine Weiterzahlung des Gehalts his auf drei Jahre durchzudrücken und auch hier bei uns wird aus den Leitungen niemand abgebaut, dem man nicht sein volles Gehalt bis ans Ende Jeines Lebens weiter zahlte. Wenn ihm dann auch die Tantiemen entgehen: mit einer Summe von 20 000 Mart aufwärts läßt sich schließlich überall einigermaßen tomfortabel leben. 73 Broz. aller Bantangestellten erreichen nur Gehälter, die unter der Grenze von 400 Mart liegen und die restlichen 25 Proz. haben ein Gesamteinkommen, das genau so hoch ist wie die Summe, die die 75 Prpz. insgesamt verdienen. Rechnet man dann noch die verhältnismäßig große Zahl der Angestellten mit 400 bis 800 Mart Monatsgehalt ab, so bleiben eine Handpoll Menschen, die zusammen so viel ver dienen, wie tausende der anderen Angestellten. Und ähnlich wie bei den Banten liegt es bei der Industrie. Und bei beiden bleibt die Tendenz: Abbau des 3u teuren" älteren Angestellten. Was tann da helfen? Nun, vor allem einmal tönnten wir uns auf den Standpunft stellen, daß der ältere Angestellte nicht das Opfer des Wirtschaftsfrieges sein darf, daß nicht auf seinem Budel der Kampf ausgefochten werden darf. Für die Kriegsopfer wird gesorgt: Es gibt einen 3wang zur Einstellung von Schwerfriegsbeschädigten. Barum gibt es feinen Zwang zur Einstellung älterer Angestellter? Schon vielen wäre damit geholfen, wenn jeder fünfte Angestellte zwangsläufig aus der Armee der heute so hoffnungslosen über Vierzigjährigen sein müßte! Gleichzeitig müßte endlich mal der uferlosen Lehrlingszüchterei in den kaufmännischen Berufen ein Ende Trag der fatastrophalen Arbeitslosigkeit im Chauffeurbruf Ende 1929 maren in Berlin 3600 Chauffeure und am 1. Februar 1930 fogar 4600 Chauffeure arbeitslos ist es der Organisation gelungen, in fast allen Sparten ganz ansehnliche Lohnerhöhungen durchzusetzen. So gelang es zum Beispiel, den Lohn der Asphalt chauffeure von 60 auf 68 M. aufzubessern, den bei der Deutsch Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft( Dapolin) von 56,50. aufgesetzt werden. Weiter: Bielleicht, wenn man schon Steuerermäßi 64 M. und vor einigen Wochen wieder um 3,50 M. Der Lohn der Brotfahrer bei Goldader wurde von 64 auf 67,50 m. und der in den städtischen Betrieben von 66 auf 70 m. erhöht. Bon der Werbetraft der Organisation zeugt auch die Mit glieberbewegung. Im vorigen Jahr wurden allein in der Branche der Geschäfts- und Lastkraftwagenfahrer 530 neue Mitglieder gewonnen, so daß fie am Schluß des Berichtsjahres. 3420 Mitglieder zählte. Fast alle Versammelten brachten ihre Uebereinstimmung mit dem Bertreter der Organisation zum Ausdrud, der zur Wahrung der Geschlossenheit in den eigenen Reiben aufforderte und vor den gewerkschaftsfeindlichen Experimenten der PD. warnte. Einstimmig, bei einigen Stimmenthaftungen von Kommuniften, nahm die Versammlung folgende Entschließung an: ,, Die Branchenversammlung der Geschäfts- und Lastkraftwagenfahrer sowie der Tantwarte und des Garagenpersonals vom 3. März stellt sich bezüglich der Durchführung der diesjährigen Betriebs. rätemahlen einmütig hinter die Beschlüsse der freien Gewerf. SCALA Winter Tägl. 5 u. 8, Uhr. B5 Barb. 9250 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M... Gastspiel Erich Carow und weitere 9 internation. Attrakt onen Tägi. u. 0000000000 PLAZA 2.58.82 Theater, Lichtspiele usw. Dienstag. Staats- Oper 3. Unter d. Linden Teil- Ab. C DI. No. 7 Jahres- Ab.- V. No. 61 20 Lih Cavallerla Dienstag, 4. 3. Städt. Oper Bismarck str. Turnus IV 19% Uhr Der Pusticana Troubadour Bajazzi Ende 224 Uhr Ende g. 22½ U. Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik Vorst. 38 191 Uhr Leben des Orest Ende 23 Uhr am Gendarmenmarkt St. R. 1 Di. No. 6 Jahres- Ab.- V. Ho. 54 20 Uhr Prinz Friedrich V. Homburg Ende geg 23 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charlibg. 20 Uhr Boubouroche George Dandin Ende gegen 22½ Uhr 8% Uhr CASINO- THEATER 8% Uhr Lothringer Straße 37 Unwiderruflich aur bis 7. März Seine Hohelt der Bettler Sonnabend, den 8. März, zum 1. Male: Der wahre Jakob Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel: 1.75 M Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. ROSE Theater Große Frankfurter Straße 132 Billettkasse Alex. 3422 und 3494 Täglich& 15 Uhr( Sonntags 9 U.) Nur noch wenige Male die ent ük. Operette v. Millocker ..Gasparone" Für die Kinder: Sonnabend 5 U., Sonnings 2.30 0. " Aschenbröde." Großes Ausstattungs- Märchen Ab 1. März jeden Sonnabend 11.30 Uhr Nachtvorstellung. Der Mustergatte" Sonnt. 2-, 5 Alex. E 4, 8066 INTERNAT. VARIETE Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arthur Roberts 8 Uhr Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr( halbe Pr.) Direktion Dr Martin Zickel Komische Oper Merkur 1401/4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8% Uhr Friedrichstr.104 Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guldo Thielscher, Schulz, Schroth, Burg, Hildebrand, Walter Rabs, Flink, Behmer, Wensk Lustspielhaus 8% U. Friedrichstr. 236 Bergmann 2922/25. Liebe auf den zweiten Blick. Riemann Haack. Vorverkauf in belden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Reichshallen-Theater Abends Sonntag nadim. E Garten* 8.15 Uhr Zentr. 2019 Rauden erlaubt. Das neue Programm mit sensationellen in Berlin noch nicht gezeigten Neuheiten SARRASANI U- Bahn Station Flughafen Tel. Baerwald 4335 36, 0800, 0950 Aenderungen im Programm Vorführung der Sarrasani- Eis- und Braunbären durch loe Winter. Burkardt Footit, der Welt bester Schulreiter in jeder Vorstellung Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa- 393781% Uhr 244 Eins, zwei, drei von Franz Molna mit Max Pallenberg. Forher: Souper Planetarium am Zoo Verling. Joachimsthaler Straß gungen als Locmittel benutzt, warum dann nicht an eine Ermäßigung der auf den Betrieben liegenden Steuern denken, die mit dem wachsenden Durchschnittsalter der Angestellten parallel gehen fönnte? Warum fein Verbot ,, nebenamtlicher Beschäftigung vollbezahlter Arbeitsfräfte( Beamte oder tarifmäßig bezahlte Kaufleute als Kinofaffierer usw.)? Und warum nicht zuerst, um wenigstens den guten Willen zu zeigen, das generelle Verbot an alle Behörden, namentlich bezeichnete Kräfte von den Arbeitsnachweisen anzu. Wetter für Berlin: Teils heiber, teils nebelig- trube, nachts leichter Frost. Tagestemperaturen etwas niedriger als bisher, Für Deutschland: Im Süden und SüdSchwache westliche Binde. often teine Alenderung, in Norddeutschland wieder Ausbreitung der Nebeldecke nach Süden und meist ziemlich fühl. Berantwortl. für hie Rebattion: Bolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glade, Berlin Berlag: Borwärts Berlag 6. m b S.. Berlin. Drud: Borwärts Buche bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin S 68. Sinbenftrage& Sierzu 1 Beilage. Metropol- Th. 81 Uhr 8.5 Barbarossa 5575 Das Land des Zu welcher Partei gehören Sie? 16 Uhr. Der FrühJabrshimmel 18 Uhr Merkwürdige Sterne( Riesen t.Zwerge 2014 Uhr Unser Mond Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pf. Lessing- Theater Berliner Theater Weidendamm 2797. 0845 Dönhoff 170 Täglich 8% Uhr Die Straße mit Albert Bassermann. Regie Heinz Hilper Janiel, Kuckariz& Co.- Meister Operettenhaus des Humors. Mittwoch, 5. März, 3 Uhr: Familien- Vorstellung, Kinder v. 2.20 Mk. aufwärts halbe Preise. Täglich 7 Uhr: Vorstellung Die letzten Vorstellungen naben! Trianon- Theater Deutsches Theater Dir. Hans Arnim Georgenstr. 9 Täglich 8% Uhr Die Freundin von Hermann Sodermans Preise 1, 2, 3, 4 M. D2 Weidendamm 5201 Tägl. 8 Uhr Der Kaiser v.Amerika Alte Jakobstr. 30/32 ( Zentral- Theater) Täglich 9% Uhr Täglich 8 Uhr Affäre Dreyfus von Rehfisch und Herzog Kleines Theat. Merkur 1624 Tägl. 8 Uhr Madame hat Ausgang Erika von Tellmann Die Fledermaus Paul Hörbiger mit Gustav Matzner Hermann Schaufuß Preise 1, 2, 3 M Theater d. Westens Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehár. Philharmonie 8 Uhr Letzter Wagner- Abend des Philharm. Orch Dirig. Prof. L. Prüwer Eintritt 1 Mk. Theat. a. Kottb.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nachm.3U.: EliteSänger. 8 Trümpfe alot z. Überbietend. März- Programm! Täglich 8% Uhr: Adolph Hoffmann Hotel Stadi jetzt Lemberg Berlin C, Prenzlauer Sir. 16, Aufg. A, II Musik von Gilbert Fernsprecher: Kupfergraben C 2, 2670. Lori Leux von Bernard Shaw Leo Schützendort Reg: Max Reinhardt Kammerspiele Komische Oper 2 Weidendamm 5201 Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Steffiner- Sänger Allabendlich 84 U. Varieté Neu: ,, Sanatorium Sonnenstich Machm.: Halbe Preise, volles Program Dönhoff- Bretti: Konzert Tanz 6 GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Hulla di Bulla Schwank von Arnold and Bach 8 Uhr Letzte Aufführungen Der Kandidat von Carl Sternheim Regie: Hans Heinrich. Lustspielhaus Die Komödie Friedrichstr. 236. 11 Bismck.2414/ 7516 Bergmann 2922/23. 81 Uhr Täglich 81 Uhr Letzte Auffibrengen Liebe auf den Victoria zweiten Blick von S. Maugham. Regie. Volksbühne Max Reinhardt Musik: Mischa Spoliansky. 3 Musketiere Theater am Blowplatz Regie: ERIK CHARELL 3 Sonntag nachm. ungek. balbe Pr. LIGHT BURG am Gesundbrunnen Der große Sprech- und Tantum Melodie des Herzens Auf der Bühne: 4 Sazumas, Chas- Bulat und weitere Varlete- Attraktionen 8 Uhr Amnestie Schauspiel v Carl Mar. Finkelnburg Regie: Günth. Stara Staatl. Schiller- Th. * Uhr Boubouroche George Danoin Staatsoper Am Pl. d Republik 7½½ Uhr Leben des Orest Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr Professor Bernhardi von Artbor Schnitzler Regie: Victor Barnewsky Komödienhaus Täglich 81 Uhr Der Lügner und die Honne von Curt Götz NEUE WELT Hasenbeide 108/14 Arnold Scholz U- Bahn Hermannplatz Gr. Bockbierfest und GROSSER FASTNACHTS- BALL Prämiierung der größten eßbaren Pfannkuchenbrezel. 5 Geldpreise: 50, 40, 30, 20, 10 Mark. Voranzeige für Mittwoch, den 5. März 1930 Letztes Gastspiel Johann Strauß Voranzeige für Donnerstag, den 6. März 1930 Gr. Bodiblerfest, Schweineschlachten und Haus Bergmann Gildehof- Abend. Viele Gratisüberraschungen. Zu den„ Verschwommen- Sehern"? oder zur Partei ,, Klare Sicht"? Mit dem Trusch- Glas Klare Sicht!" OlmeCugenglas alles verschwommen Lassen auch Sie sich ein neues TRUSCH- GLAS aufprobieren! Optiker Trusch Ihr Augenwart! 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Br. zu veröffentlichen. 3mar haben sich bei einer fürzlich veranstalteten Umfrage die führenden Blychiater End Gerichtsmediziner mit zwei Ausnahmen( Brof. 2ochte in Göttingen und Prof. Meyer in Königsberg) für die Aufhebung der Strafbestimmungen megen gleichgeschlechtlichen Berkehrs aus gesprochen. Maner ist aber der Anficht, aus biologischen und sozialethischen Erwägungen" müsse der Staat die Homp fegualität bestrafen, selbst wenn die These, daß bei den meisten Homosexuellen der gleichgerichtete Trieb angeboren sei, zutreffe; denn das sexuelle Handeln der Homosexuellen sei auf jeden Fall eine schwere Verletzung der Menschenwürde, ein Eingriff in das natürliche und charakterologische Sein des Mitmenschen, das fast einer Berstümmelung gleichfomune, und ein Einbruch in den fut. lichen Bestand der Gesellschaft. Strafe für ein gewolltes homosexuelles Handeln müsse bleiben, weil die Zukunft des Menschen gefchlechts ohne Eindämmung der homosexuellen Seude start bedroht sei. Daß hierbei auch unschuldige getroffen merden, gibt Mayer ganz offen zu. Er wisse mohl, daß der gleich gerichtete Trieb bei einem Bruchteil von Menschen infolge von Drüfendysfunktion angeboren oder durch Berführung erworben zu fein vermöge. Die rechte Diagnose fönne dem Arzt Wege meisen, ob hier noch Heilung möglich sei. Aber für denjenigen, der die Zukunft des Staates im Auge habe, stehe die individuelle Diagnose nicht im Vordergrunde des Interesses. Bei Abwägung des Für und Wider des§ 175 müsse das Interesse der Allgemeinheit ausschlaggebend sein. Die Gesellschaft habe ein gut begründetes Recht, gegen das Sexualleben schüßende Schranken zu errichten. Im Interesse des Menschengeschlechts und der Nation habe auch der Homosexuelle diese Schranken zu beachten. Iue er dies nicht, so müsse er die Schärfe des Strafrechts fühlen. Mit anderen Worten: Mager verlangt Don den Homofeguellen die 21zeje. Handlungen Homosexueller, welche die Deffentlichkeit in ärger: licher Weise belästigen, müssen geahndet werden; entsprechende Be stimmungen wird auch ein modernes Strafgefeßbuch enthalten Mayer will aber jeden Homoseguellen schon seiner Homofegualität megen bestrafen. Das alles wäre aber noch nicht fo bemerkenswert, wenn nicht Mayer in seinem Auffatze fich zu manchen Ausführungen versteigen würde, die wegen ihrer Abfur. dität das öffentliche Intereffe beanspruchen. Der Abend Shalausgabe des Vorwäre Anspruch auf Erholungsurlaub Wie steht es in Europa damit? Der Gedanke, den Arbeitnehmern Anspruch auf einen Er-| ren günstigere Beftimmungen. In Finnland z. B., wo die holungsurlaub zu gewähren, hat erst nach dem Kriege Burzel, ge faßt. Bordem mar ein bezahlter Urlaub nur ausnahmsweise in Gesamtverträgen vorgesehen. Gegenwärtig ist die Gewährung von Urlaub bereits in einigen Ländern durch Gesez geregelt und das Internationale Arbettsamt strebt dahin, diejem Grundjag möglichit allgemein Anerkennung zu verschaffen. Die Arbeiter haben einen gefeglichen Urlaubsanspruch in Brasilien, Finnland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Bolen, Ru mänien, Rußland und der Tschechoslowakei. Den Angestellten im allgemeinen oder den Privatangestellten steht Urlanib zu in Chile, Finnland, Italien, Luxemburg, Desterreich, Salvador, Mit elamerita, im Schweizer Kanton Tessin und in der Tschechoslowakei. Auf Handelsangestellte beschränft ist der gefeßliche Urlaub in Griechenland und einigen Kolonialländern. Gewisse andere mart, Island, Desterreich, der Tschechoslowakei und drei Schweizer Kategorien von Arbeitnehmern haben Anrecht auf Urlaub in Däne Kantonen. Arbeiter nach 6 Monaten 4 Tage und nach einem Jahr 7 Lage Urlaub haben, beträgt die Urlaubsbauer der Angestellten nach 6 Monaten eine Woche, nach einem Jahr 2 Wochen, nach 5 Jahren 3 Wochen und nach 10 Jahren einen Monat. In Desterreich verlängert sich die Urlaubsdauer der Angestellten von 2 Wochen nach 6 Monaten nach und nach auf 5 Wochen nach 25 Jahren. In der Tschechoslowakei ist eine Steigerung von 10 Tagen nach 6 Monaten auf 3 Wochen nach 15 Jahren vorgesehen usw. Die Zeit des Urlaubsantritts zu bestimmen, bleibt häufig den Arbeitgeber überlaffen. Manche Geseze sehen diesbezügliche Bereinbarungen zwischen den Parteien und gegebenenfalls Berufung an eine bestimmte Stelle vor. Mit Ausnahme einiger unbedeutender Länder bestimmen alle Gefeße, daß die den Arbeitnehmern gewährlen Urlaube bezahlt Hinsichtlich der Stüdarbeiter ist zum Teil der Zeitraum angegeben, werden müssen, und zwar in der Regal mit dem gewöhnlichen Lohn. melcher, zur Berechnung eines Durchschnittslohnes zu dienen ŋar. Besondere Bestimmungen gelten manchmal für Arbeiter, die Ratu ralbezüge erhalten. Hinsichtlich der Voraussetzungen des Urlaubsanspruches und der Dauer des Urlaubs find die gesetzlichen Bestimmungen in den einzelnen Ländern sehr verschieden. Alle Geseze machen die Ge.. Angaben über die Zahl der Arbeitnehmer, die tatsächlich in den währung non Urlaub abhängig von einer gemissen Dauer der Beschäftigung bei einem und demselben Arbeitgeber. In der Regel Genuß des bezahlten gejeglichen Urlaubs tommen, fiegen nicht vor. In den Ländern, wo der Urlaub gesetzlich geregelt ist, finden schwankt die Wartezeit, nach deren Zurücklegung Anrecht auf Urlaub in einer Mindestbauer entsteht, zwischen sechs Monaten und einem sich darauf bezügliche Vorschriften oft auch in den Gesamtver: Jahr. In den meisten Ländern verlängert sich die Dauer des Ur- trägen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sie ent laubs mit der Dauer der Beschäftigung. Dit sind in demselben sprechen in manchen Fällen den gesetzlichen Bestimmungen, in ande ren gehen sie darüber hinaus. Nach dem finnländischen Gesetz sind Lande die Wartezeiten und die Urlaubsbauer für Arbeiter einerseits alle mit diefem nicht übereinstimmende Abmachungen ungültig. In und Angestellte andererseits ungleich bemessen. Stalien müssen die Kollektivverträge Borschriften über den bezahlten Urlaub enthalten. Das Internationale Arbeitsamt hat für eine Unzahl Länder, wo der Urlaub noch nicht gesetzlich eingeführt ist, ten Bereich der Urlaubsregelung durch Gesamtverträge festzustellen versucht. Dabei ergab sich, daß die Urlaubsfrage auf diese Beise in weiteftem Umfang in Deutschland geregelt ist. In Großbritannien sind an Landes, Bezirks- und Ortsverträgen, welche Urlaub vorsehen, etwa 1% Millionen Arbeiter beteiligt. Außerdem geben mandje Firmenverträge auf Urlaub Anspruch. Nach Gebrauch und Herkommen erhalten hier viele Ang- ft Ute be= zahlten Urlaub. In Schweden hatlen 1927 auf Grund von Rollettivverträgen 41 000 Arbeiter auf Urlaub Anspruch; in Nor. wegen war 1926 die entsprechende Zahl 90 000, in den NiederIanben 115 000. In der Schweiz hatten im gleichen Jahre 42 Broz. der industriellen Arbeiter bezahlten Urlaub. Einheitlich ist die Wartezeit und Urlaubsdauer der Arbeiter in Brasilien( nach einem Jahr 14 Tage), Lettland( nach fechs Monaten zwei Wochen) und Rußland( nad) 5% Monaten zwei Wochen). Sonst ist die Urlaubsdauer entsprechend der Dauer der Beschäftigung abgestuft. In Desterreich z. B. währt sie nach einem Jahr eine Woche, nach fünf Jahren zwei Wochen. In Bolen besteht nach einem Jahr Anspruch auf acht Tage, nadh drei Jahren auf 15 Tage 1rlaub. In Rumänien steigt die Ur laubsdauer von sieben Tagen nach einem Jahr auf 10 Tage nach 3-5 Jahren und auf 14 Tage nach 5-10 Jahren, morauf ein weiterer Urlaubstag( bis zu insgesamt 30) auf jedes weitere Jahr der Beschäftigung trifft. In der Tschechoslowatei ist die Urlaubsbauer nach einem Jahr 6 Tage, nach 10 Jahren 7 Tage und nach 16 Jahren 8 Tage Einige Länder haben eine besondere Maner meint, der Geschlechtsbetrieb sei den Drganismen ein Regelung des Urlaubs jugendlicher Arbeiter, und zwar ist entwe er geboren, damit sie sich fortpflanzten. Das mache das Wesen eine fürzere Wartezeit oder eine längere Urlaubsbauer nach 3uri der Organismen aus, dadurch unterschieden fie fich wesentlich von fegung der Mindestmartezeit norgesehen, oder beides. In Ruß- Der Berwaltungsrat des Internationalen Arbetsamts benbe allen anorganischen Kreaturen. Das individuelle Luftempfinden land wird Arbeitern in gesundheitsschädlichen und gefährlichen Befichtigt, den gefeßlichen Urlaub auf einer der nächsten internatio jei nur Beigabe, um den univerjalen 3wed sicherer zu erreichen. trieben der Doppelte Ilrlaub gewährt, nämlich 4- Wochen im Jahr. nalen Arbeitskonferenzen zu behandeln. Es wird erwartet, daß Der gleichgerichtete Geschlechtstrieb chatte diejen natürlichen 3med. In jenen Ländern, mo außer den Arbeitern auch die Angestell- die Aufitellung einheitlicher Grundsäge für den Fortschritt auf aus, fei also ein Widerspruch gegen die primärsten und lebensten einen gefeßlichen Urlaubsanspruch haben, gelten für die letzte diesem Gebiet fördernd fein wird. michtigsten Naturgesetze. Die Homosexualtiät sei ihrem innersten Besen nach die Regation des Weiterwachsens der Menschheit; fie habe die Tendenz, die organische Urzelle der Menschheit zu zer stören. Maner hat bei seiner Beweisführung das Bech, ganz offen bar vergessen zu haben, daß ja auch die feruelle Afzese, die er den Homosexuellen empfiehlt, ebenfalls eine Negation des Weiterwachsens der Menschheit bedeutet. Soll man Herrn Dr. Mayer in diesem Zusammenhange auch noch daran erinnern, daß eine „ biologischen und sozialethischen Erwägungen" fich in gleicher Weise wie gegen die Aszese so auch gegen das 3ölibat richten? Es ist Dr. Mayers Wunsch, die Geschichte möchte Lehrmeisterin sein, wenn man an einer Strafrechtsreform arbeite, die dem Wohle des deutschen Volkes dienen solle. Und nun weift Mayer auf eine Reihe von geschichtlichen Geschehnissen hin, die er als Beispiele der Befämpfung der Homo. fegualität bezeichnet. Gewalifame Ausrottung der wider natürlichen Lebneverderber galt nach Mayer in der Geschichte als unabwendbare Forderung für die Strafrechtspolitik. Bon Tertullian bis Auguftinus begegne man immer wieder dem Verlangen, dieses Lafter als Beule am Boltsförper auszu schneiden, dieses Laster, das ,, die Furie unter den Arten der Bollust, das fein Delift mehr, sondern ein Monstrum" jei. Der Soldatenfaiser Alexander Severus, der von 222 bis 235 n. Chr. regierte, habe ein strenges Strafgesetz gegen die Homosexualität zu schaffen versucht. Sein Borhaben sei damals gescheitert, aber einer feiner Nachfolger unter den Soldatenfaisern habe es erlassen. Kaiser Konstantin und seine Nachfolger Theodosius und Justinian belegten Die Sodomie mit dem Feuertode. Diese Strafe sei vom weltlichen Recht durch Jahrhunderte beibehalten worden. Maner madyt" bann aufmerksam auf den Artikel 116 der„ Beinlichen Halsgerichtsordnung" Kaiser Karls V. vom Jahre 1530, in der es heißt:„ Wenn ein Mensch mit einem Bich, Mann mit Mann, Weib mit Weib Unzucht treiben, die haben das Leben verwirkt, und man soll sie der gemeinen Gewohnheit nach mit dem Feuer vom Leben zum Tode richten." Die Kirche sei gegen die Homoferuellen, und zwar gegen Frauen fast ebenjo streng wie gegen Männer, eingeschritten, mit den schärfften Strafen, namentlich mit Der Berstoßung aus der tirchlichen Gemeinschaft auf Lebenszeit. Eine angelsächsische Strafgefeßsammlung fchreiben: Strafrecht für ein plyopathisches, anormales und degeneriertes Bolt!" Bie wäre es, wenn man ein Gesetz herausbrächte, daß die Homosexuellen und auch die geschlechtlich normal empfindenden Menschen vor den verheißungsreichen Antegungen Dr. Maners schüßte? Dr. A. K. Nochmals Zeileis Bir tommen heute noch einmal auf unseren Artifel vom 18. Februar(„ Die Lehre von Gallspach") zurück. Das„ Dr. med. Seileis- Gallspachy- Bestrahlungs- Institut G. m. b. H.", das sich als ein aiges autorisiertes Berliner Zeileis- Institut bezeichnet, hatte vor einigen Tagen mehrere Pressevertreter zu einer Besichtigung eingeleden, die es uns gestattet, einige Worte über diese Berliner Filiale des Gallspacher Wunderdoftors" zu äußern. Herrn Dr. Braun, dem Leiter des Berliner Instituts, ist es nicht gelungen, den überzeugenden Nachweis der so oft behaup teten freng wiffenschaftlichen Grundlagen der dort geübten heil methode zu erbringen. Alle die erwähnten Heilerfolge laffen sich mit den bisher bekannten Behandlungsarten ebensogut oder besser erzielen. Besonders ausführlich berichtete man von der teilweisen Heilung eines infolge Knochentuberkuloje taub gewordenen Snoben; dabei ist es längst befannt, daß man gelegentlich durch elektrische Nervemmassage eine Wiederherstellung( Regeneration) der verfümmerten Gehörnerven erzielen fann. Daß die vorher behandelnden Aerzte diesen Versuch unterlassen haben, ist ihnen als Fehler, nicht jedoch Herrn Beileis als besonderes Berdienst anzurechnen. Und wenn man angesichts der Angriffe der Aerzteschaft mit getränktem Stolz immer wieder auf eine gelehrt betitelte Arbeit des Professor Dr. von Wendt, Helsingfors, hinweist, fo entpuppt sich diese wissenschaftliche Quelle als eine ziemlich müßige theoretische Unterfuchung, die feinerlei zwingende Beweise für die Richtigkeit und Notwendigkeit der Zeileisschen Therapie enthält. Die Berliner Filiale unterscheidet sich allerdings in einigen Dom Bunkten von dem Hauptgeschäft in Gallspach. Hier findet erfreu 8. Jahrhundert habe für gewohnheitsmäßige Homoferuelle lebens- licherweise teine Massenbehandlung, sondern Spezialdiagnose Längliche Kerferhaft vorgesehen. Die Verführung von Jugendlichen und Gingelbehandlung statt. Auf meine Frage, warum das denn burch Homosexuelle fei mit zehn bis zwanzig Jahren Kerfer bei nicht auch in Gallspach geschehe, antwortete mir Herr Dr. Braun Brot und Baffer bestraft worden. Berfehlten sich Kieriter. mas treuherzig, dort seien ja viel zu viel Patienten, und da habe der seit dem 6. Jahrhundert erst vorgekommen zu fein scheint( lagt gute Beileis gar feine Zeit dazu, jeden einzeln vorzunehmen. Aber Mayer), so seien fie abgesetzt und bem weltlichen Arm, wohl auch auch die biefige Spezialuntersuchung scheint fehr mertawürdig zu bem Feuertode ausgeliefert" worden. sein. Durch Handauflegen(!) wird festgestellt, ob der Körper bes Patienten gut oder schlecht aufnahmefähig für die Beftrahlung ift. Die geheimnispolle Zauberröhre des Herrn Beileis wird hier in Berlin allerdings nur zur Kontrolle der Untersuchung ver wendet. Im Anschluß daran jagt Dr. Mayer ,,, biele wenigen Striche" er meint die von ihm angeführten Beispiele aus der Geschichte dürften zeigen, daß die scharfften Abwehrmaßnahmen ber staatlichen und firchlichen Gemeinschaft gegen das schleichenbe Uebel gerade noch als ausreichend" galten und daß fie als ein unumgänglicher Att der Notwehr des Boltes gegenüber den verderblichsten Eristenzen angewandt wurden. Maner nergißt nur die Worte hinzuzufügen, obne jeben Erfolg! Das Fallen lassen des Strafparagraphen würde ( nach Moner) heute nichts anderes bedeuten, als den Homosexuellen bieselbe Menschenwürde und dasselbe Geschlechtsrecht zuzuerkennen. wie den natürlichen Menschen. Und Mayer bekommt es fogließ lich im Zusammenhang damit noch fertig zu fagen: Dann möge man dem neuen Strafrecht gleich auf die Stirn Doch was müßt die schönste Einzeluntersuchung und Einzelbehandlung, wenn man jeden Patienten nach dem. leiben Schema bestrahlt. Leber und Nierenleiden, Gallen und Blasensteine( die nach der Beftrahlung angeblich vom Orga nismus aufgesaugt" merden!), Neuralgien, Lähmungen, Epilepsie, alleriet Drüfenstörungen( Baladom, Kropf, timafterliche Beschmer. den), Bronchialasthma, Tubertulofe, alles foll durch die Hoch frequengbestrahlung( 15 bis 20 Gefunden) mit nachfolgender Röni genbestrahlung( meist eine Sekunde) und durch einige Sefunden Bogenlicht geheilt oder gebessert werden können. Und da tommen HF. die Berliner Patienten zweimal täglich, bis sie durchschnittlich 20 bis 30 Bestrahlungen erhalten haben, und zahlen geduldig jedesmal 3 Mart, und 5 Mart für die erste Untersuchung( die ja doch feinen bemerkenswerten Einfluß auf die Behandlung hat). Angeblich werden zwar im Berliner Institut Falle von Krebs und Hysterie und alle pindisch bedingten Ertrantungen abgelehnt. Es scheint jedoch damit nicht so genau genommen zu werden; denn Dor unseren Augen wurde ein Herr wegen Heraneuroe" behandelt, obwohl doch diese Kranfheit auch pinchisch bedingt ist! Es foll hier nicht unterschlagen werden, daß sich Herr Dr. Braun( vorbehaltlich der Stellungnahme, die die Anwälte im Pro eß gegen Profeffor Lazarus einnehmen werden) bereit erklärt hat, die Arbeitsweise seines Instituts einer Na ch prüfung durch objektive. Sachverständige unterziehen zu lassen. Eine folche Nachprüfung wäre in Interesse der wissenschaftlichen Klärung des Sachperhalts und zum Schuße des Publikums sehr zu wünschen. Solange freilich, als der Prozeß gegen Professor Lazarus nicht entschieden ist, solange das Berliner Institut nicht von Gallspach gänzlich abgerüdt ist, und folange vor allem das Gutachten, das der große Wiener Psychiater und Nobelpreisträger Wagner. Jauregg dem österreichischen obersten Sanitätsrat erstattet hat, und das für Zeileis vernichtende Feststellungen enthält, nicht durch eine objeftive Untersuchung widerlegt worden ist, müssen wir auch por dem Berliner Zeileis- Institut im Interesse der Patienten warnen. Denn eines steht doch jedenfalls jetzt schon fest: hier wird ohne Rücksicht auf die Diagnose schablonenhaft ver allgemeinert, es ist wieder einmal der berühmte under. fchlüffel, der alle Türen öffnen soll. And sicherlich, das kann nicht recht gehen! Ewald Bohm, Zeileis- Dämmerung in Oesterreich Man schreibt uns: Die Wiener Preffe, vor allem die links gerichtete, ist jetzt dazu übergegangen, das Beileis- Institut hefiig anzugreifen. Sie be schäftigt sich in Wort und Bild täglich mit dem Wunderdoktor, seiner Bligbehandlung tausender 3- Schilling- Patienten pro Tag in dem neuen großen Behandlungsinstitut des vorher unbekannten Dorfes Gallspach, sechs Kilometer von der nächsten Bahnstation Grieskirchen, im Bauernland Oberösterreich und dem Emporschießen von Hotels und Pensionen an den grundlosen Wegen des österreichischen Lourdes", als welches früher der Wallfahrtsort Mariazell in den Alpen gegolten hatte. Biener Journalisten haben als Patienten Beileis befucht und berichten über ihre Erfahrungen. Ein Reporter zum Beispiel hatte sich als rebsfranter ausgegeben und murbe auch prompt daraufhin befandelt. Der Wiener Bertrauens arzt des Reporters ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, als der angeblich Krebsfrante ihn von dem Borfall benachrichtigte. Die Berichte der einzelnen Reporter stimmen darin überein, daß fchon vom hygienischen Standpunkt aus der Gallspacher Betrieb aufs schärffte zu mißbilligen ist. Da berühren sich nicht nur in dem Anfleideraum die Kleider der Patienten, auch diese felbft müssen bei dem Massenbetrieb miteinander in förperliche Be rührung tommen. 3m übrigen muß vermerkt werden, daß sich in Bien bereits ein Berein solcher Patienten gebildet hat, die fich durch Beileis gefchäbigt fühlen und die nun Material sammeln, um auf dem Rechtswege gegen Beileis Entschädigungsansprüche zu erheben, Home Hamy Hacks ( 10. Fortsetzung.) Staub und Wasserdämpfe maren bei Herrn Deprieur nicht ganz so schlimm, wie in einer Grobspinnerei; aber ganz ausschalten ließen sie sich nicht. Schloß man die Tür eines solchen Raumes auf, so tonnte man die Gefichter der Spinnerinnen an den letzten Spulen nicht unterscheiden. Der junge René Deprieur hatte dann eine mert würdige Illusion Das tam daher, daß er oft an Jeanne Wavelet dachte, ein schönes afchblondes Mädchen aus der Batistweberei in Cambrai. In dem feuchten Nebel des Raumes glaubte er fie plög lich vor sich zu sehen: fanft, schweigsam und strahlend. Er ging auf das hübsche, von Nebel verhüllte Geficht zu und erkannte, als er näher fain, die Spinnerin Marcelle Bast. Erstaunt darüber, daß er sich so täuschen fonnte, sah er sie an, so wie ein Borgefegter denft, eine Arbeiterin ansehen zu dürfen. Dabei entdeckte er schöne, graue Augen, die denen Fräulein Wavelets ähnelten; mur standen sie in einem sehr blassen Gesicht. ¥ Die Familie Deprieug zeigte gegenüber den Arbeitern feinerlei Heberheblichkeit. Großvater Dmer pflegte zu sagen: Arbeiter muß man gut behandeln." Trogdem: die Wertschägung, die René Deprieur jet plöglich für Marcelle Baft empfand, während er sie im stillen mit Jeanne Wavelet verglich, ging beträchtlich über des Großvaters moralische Anerkennung hinaus. Auf einmal sah René in diesem sanften Gesicht mitten im Rebel der heißen Dämpfe etwas anderes, als was er bisher unter dem Begriff Personal" zu sammenfaßte. Der Sohn des Fabrikbesizers sprach die schöne Spinnerin an. Aber er fand feine anderen Worte als die üblichen im Betriebe: Spinnt es sich gut? Es spannt doch nicht?" Nur der Tonfall, in dem er sprach, war ein anderer. Es war derselbe Tonfall, in dem er Jeanne Wavelet zärtliche Worte zu geflüstert hätte. Das Klappern der Maschinen zwang dazu, aus naher Ent fernung zu sprechen und gewissermaßen unter dem Lärm weg. Der Ton trug nicht besser, wenn man laut sprach. Marcelle Bast erwiderte leise, sie sei zufrieden. Wie einstmals, zur Zeit des Spinnrades, als man die Fafern mit den Fingern zwirbelte, mußte die Spinnerin sorgfältig das Drehen überwachen. Genau aufpassen auf Sprödigkeit oder Ge schmeidigkeit des Materials. Bei der Verarbeitung guten Materials arbeitete die Maschine anders als bei Ausschußmaterial. Bohltätigkeit vollzog sich durchaus unter dem Zeichen des. Kreuzes und des Zweiges. Dazu fügte sie noch das Bild des Herzens Jesu, rot und mit einer Dornenkrone umgeben. muß man sein Kind in die Krippe bringen und immer an den Faden denken, ob er nicht reißt; an den Abhaspler, der nicht schnell genug abfpult, und an die Spuler, die einem schlechte Bunde bringen. Es ist so schwer, bei Nordwind spinnen. Du sollst nicht beim Arbeiten mit den Füßen im Wasser stehen. Du sollst Stiefelchen tragen und frische Luft atmen. Du sollst nicht im Dampf leben. Ale Tage bitte ich darum den kleinen Jesus, der so hübsch ist mie bu." Marcelle flehte zu den heiligen Bildern, die Frau Deprieur in der Krippe aufgehängt hatte, damit sie die Fabrit beschützten. " Gingen die Geschäfte gut, dann sagte Frau Deprieur: Wir stehen unter Gottes Schutz." Sie schrieb alles Gott zu. Auch Marcelle wollte gern von Gott beschüßt sein, damit ihr Kind nicht Spinnerin zu werden brauchte. Noch an der Maschine betete die eines Tages still stehen möchte, weil es an Arbeitskräften fehlte. Arbeiterin und verwünschte in milden Worten die Fabrit, daß sie Julia Bandael machte ihre Arbeit an der Lys mit Bergnügen. in der zarte Flachsbündel liegen. Wenn fie verheiratet ist, werden ihre Kinder in der Stube spielen, fernbleibt, in der die zähe Faser sich nur in feuchter Wärme strecken Marcelle Baft wird dafür sorgen, daß ihre Kleine der Fabrik läßt; in der die Haut der Frauen ausgelaugt wird. Ihr Töchterchen Das heilige Herz war an verschiedenen Stellen des Saales und auch auf den Türflügeln zu sehen. So konnte niemand aus oder eingehen, ohne durch die lebhaften Farben dieser Anatomie an die Kirche erinnert zu werden. Katholischer Ritus beherrschte Bemegungen, Gedanken und Blicke von Frau Deprieur. Bei ihr zu Hause hing ein Arurifig im Schlafzimmer und auch in der Küche.solrosige Backen haben; nichts zu tun haben mit dem häßlichen 3hr ganzes Leben, Schlafen und Essen, spielte sich vor dem Antlitz Jesu ab. Sie sagte: Ich mache religiöse Uebungen. Wegen ihrer Religiosität war sie in der Liller Gesellschaft sehr bekannt. Oft schmeichelte man ihr unter Hinweis auf ihre Relts giosität. Sie fehlte bei feiner Messe in der Kirche Sacré- Coeur. Sie betete ausgiebig und machte bei den Arbeitern ihre Besuche. So durchwanderte sie das Reich Gottes bis an seine Grenzen. Sie war ohne sonderliche Bosheit und vorsichtig in ihrer Ausdrucs meise. Ste sprach nie schlecht über ihre Rächsten und half, menn fie vorher Erfundigungen eingezogen hatte. Sie war überaus ordnungsliebend, und sie fannte in ihren Schränken den letzten Wäsche, fetzen, wenn fie Säuglingswäsche oder Bettwäsche für die Krippe aussuchte. Amélie Debod wußte, daß sie der hohen Frau gefiel, wenn sie vor dem heiligen Herzen die Knie beugte und die Fliegen von den Wiegen scheuchte. Sauberkeit und religiöse Pflichterfüllung waren Prinzipien der Frau Fabrikbesizer. * Marcelle Bast nahm ihr Kleines aus der Wiege. Es fonnte schon lachen. Sie schob das grobe, gelbliche Hemd zurüd und entblößte die Brust, die feucht war von dem Dampf. So trant das Kind mit der Milch von der schwitzenden Haut den Geruch der Arbeit der Mutter. Der Fabriflärm übertönte das Kindergeschret. 15 000 Spindeln der Spinnmaschinen erschütterten den Raum, aus dem sich Marcelle einen Augenblid entfernt hatte, um ihrem kleinen Mädchen Milch und Lebenstraft zu geben. Sie scherzte mit dem Kindchen und versprach ihm flüsternd ein schöneres Leben: ,, Du wirst feine Flachsspinnerin," sagte fie vor sich hin. Dann WAS DER All dies war wichtig, nicht minder für Marcelle Bast, deren Beruf damit zusammenhing, als auch für den Besitz René Deprieur, der la von dem Erfolg dieser Arbeit abhing. War das Material zu probe, so mußte man eine gröbere Nummer spinnen, einhundert. ,, Götz" darf nicht zitiert werden. undzehn statt einhundertamanzig, und das bedeutete Berringerung des Gewinns. Manchmal lief der Faden wie von selbst, drehte sich so leicht, daß man eine félnere Nummer spinnen fonnte. Dann erhielt man aus einem Bund, das für einhundertzwanzig vorgesehen mar, einhundertfünfundzwanzig; und der Profit wuchs und wuchs mit der Länge des Fadens. Solche Berechnungen pflegten René zu beschäftigen, wenn er an den Spinnstühlen vorüberging. Heute aber drängte sich in diese Berechnungen ein besonderes Wohlgefallen für die Arbeiterin an der Maschine. Er unterhielt sich freundschaftlich mit ihr, und sie antwortete schüchtern; verlegen gemacht von so viel Wohlwollen. Ihm fiel ein, daß sie ein Kind hatte und- getreu der Tradition der Familie Deprieur beglückwünschte er sie dazu: Ihr seid eine tüchtige Frau, sagte er. hat man Euch gute Säuglingswäsche geschentt?" Die Fabrit urd die ganze Welt leuchteten bei dieser Frage für Marcelle in schönerem Licht. Sie lächelte; man sprach von ihrem Kind. René fah, wie das bleiche Gesicht dieser Arbeiterin auf flammte. wie ein sonniger Morgen in der Ebene. 21s er sich ent. fernte, fonnte er sich eine Zeitlang faum von dem Erstaunen er holen über soviel Leuchten an einem Wesen, denn er täglich acht Franken bezahlte. Bieber ging die Arbeiterin hin und her vor den Spindeln, die ihre nackten Füße mit heißen Tropfen besprengten. Einer Berufs legende nach bekommen diese Arbeiterinnen Klumpfüße. Die Zwischenräume zwischen den Zehen waren voller Auswüchse: das fam burch das Schwellen der ewig feuchten Haut, die von faulenden Resten bedeckt war. Der ursprüngliche Geruch, der den Flachsfasern anhaftete, war cuch hier noch zu merten; allerdings nicht so start wie in den Grobspinnereten. Dort war mehr Abfall, der in der heißen Atmosphäre Schnell in Fäulnis überging. Hier liefen in der Ablaufrinne mur Tropfen; dort aber fleine Bäche mit den schlammigen Resten der groben Nummern. Marcelle Baft hatte in Sälen gearbeitet, in denen bei Nordwind die Flachsfafern brachen, weil Kälte und trodene Luft fie spröde machten. Die Arbeit an ihrem jetzigen Plaz war etwas besser. Die Abhafpler bedienten sie pünktlich. Das Pfeifen Croquecelles, des Wertmeisters, fommandierte sie. Er stieß Laute in den lauen Nebel wie ein wildes Tier. Damn fam ein Trupp von zehn Jungen und Mädchen mit gefüllten Spulen an die Mafchine gelaufen. Beruf der Mutter. Sie legte ihr Kleines zurüd in die Biege Milchtröpfchen dem flämischen Wiegenlied, das die Spinnerinnen fingen an Rad lagen noch auf dem kleinen Munde und schläferten es ein mit rinnen am Faden, deren Arbeit heute die Maschine ersetzt. und Maschine; die Spizenflöpplerinnen und alle jene Arbeite Worte des alten flämischen Liedes; sang sie das Lied der Mutter, Im dröhnenden Lärm der Maschine sang fie die zärtlichen die auf Arbeit geht und die wünscht, daß ihr Kind artig schläft, folange sie nicht zu Hause ist: ,, Schlaf, mein fleiner Quin- Quin, Mein fleiner Schelm, mein füßer Wicht." Die Maschine mit ihren dreihundert PS übertönte metallisch das Singen der Spinnerinnen. Marcelle, an ihre Arbeit gebunden, ging rüdwärts zur Tür hinaus, noch immer sehnsüchtig singend: ,, Du machst mir viele Müh, Schläfft du nicht bis morgen früh." Sie fehrte in den dunstigen Saal zurüd. Bald unterbrach das Pfeifen der Mittagspause das Gurren der Räder. Die Frauen aßen, fißend an die Mauer gelehnt. Die Lehrlinge fuchten sich nach dem Essen Eden, in denen sie schlafen fonnten. Burschen und Mädchen halbnackt. Diese Armeleutearbeit zwang dazu, viel Nacktheit zu zeigen. So gebar sie das Laster. vorher regelmäßig zur Arbeit gefommen war, fehlte jetzt oft einen So gebar sie das Laster. Eine Jugendliche, die Tag in der Woche und antwortete Arlequeuw auf seine Frage nach dem Barum: Borher ging es noch nicht." Das sollte heißen, sie fönnte erst seit furzem ihr Geschlecht ausnutzen. ( Fortsetzung folgt.) TAG BRINGT. einer Zahlung moniert hatte, erhielt von diesem auf offener Karte Ein tschechischer Anwalt, der einen bäuerlichen Klienten wegen bie folgende Antwort: Sehr geehrter Herr Doktor! Gög von Berfichingen, dritter Att, Szene auf Jagthausen. Göz... Ihr ergebener N. N." Borm Gericht in Eger fah man sich wieder. Der Bauer hatte seinen Goethe dabei, schlug die fragliche Stelle auf und las vor:„ Wir werden uns verteidigen, so gut wir fönnen." Das Gericht lächelte, der Amtsanwalt lachte, das Publikum brüllte. Aber der Klägerische Advokat führte aus, daß allein die Zitierung des " Göß von Berlichingen", insbesondere auf offener Boſtkarte, berart eindeutig beleidigende Wirkung habe, daß eine Berurteilung auf jeden Fall am Blaze sei. Und das Gericht schloß sich, wenngleich schlaue Bäuerlein zu einer Strafe von 500 Kronen. lächelnd, den Ausführungen des Klägers an und verurteilte das Modenschau in Ostafrika. das heißt eine große Modenschau. Zur Zeit des größten Berkehrs erschienen Ein englisches Modenhaus veranstaltete fürzlich in Uganda plöglich auf dem Basar eine ganze Anzahl fabelhaft für Negerbegriffe fabelhaft befleideter Eingeborenenschönheiten und flanierten mit eingelernten Mannequinbewegungen hin und her. Der Erfolg war beispiellos. Die Toiletten" waren nach wenigen Stunden vergriffen. Die Großmama als Schlangentöterin. Eine 73jährige Großmutter, Frau A. Snowden, hat in einem Borort von Sydney in Neu- Sübwales ihre fleinen Entelsöhne gegen eine vier Fuß lange Giftschlange glücklich verteidigt Während die beiden Kinder, der bjährige Phil und der 5jährige Terry, in ihrem Kinderzimmer spielten, schlich sich eine Schlange in bas Haus der Tochter von Frau Snowben zu Earlwood, und die Großmama betrat gerade das Simmer, als sich die Schlange aufrichtete, um FUNK UNDPrimaner Donig.) AM ABEND Dienstag. 4. März. Berlin. Is René bei Marcelle stand, war es gerade so weit. Sie hob die Hand und Croquecelle reihte zehn fleine Barfüßer bei ihr auf 16.05 Penne und Panker.( Zwiegespräch zwischen Studienrat Dr. Nitsche und Während die Spulen geleert wurden, konnten die Mütter zu ihren Säuglingen in ble Krippe gehen und sie nähren. Wände und Fußboden der Krippe hatten Fliesenbelag; und die alte Amélie Debod verfah die Wiegen. Mehrmals in der Woche empfing diefe ehemalige Spinnerin den Besuch von Frau Deprieur. Frau Deprieur war fehr mildtätig; aber nur in ihrem Wohnviertel. Die Dame erklärte dem Pfarrer die Brinzipien, nach denen in ihrer Familie seit vier Generationen gebantelt wurde: Auch bei der Wohltätigkeit," fagte fie, muß Gerechtigkeit herrschen. Das Gelb, das ich gebe, darf nicht wahllos verteilt werden. Ich würde es für falsch halten, wenn die Arbeiterfamilien des Herm Synquintin Sig gleichfalls davon bedacht würden. Frau Synquintin Sir soll sich um ihre Arbeiter bekümmern; ich um die meinen Jebem seine Arbeiter." Frau Deprieur hatte die Krippe mit einem hölzernen, schwarzen Aruzifig geschmückt, über dem ein Buchsbaumzweig hing. Ihre 16.30 Von Leipzig: Heiteres Konzert 17.30 Der Hasenroman" von Francis Jammes.( Gelesen von Dora Saloschin.) 18.00 Stunde mit Büchern( ,, Oarten- Bücher").( Am Mikrophon: Gartendirektor Ludwig Lesser.) 18.30 Fastnacht( Schallplattenkonzert). 19.00 Dr. JE. Poritzky: Der Reiz der Anekdote. 19.30 Programm der Aktuellen Abteilung. Nach den Abendmeldungen: Fastnachtsball. 20.00 Bunter Faschings- Abend. 24.00 Um Mitternacht beim Sechstagerennen. Konigswusterhausen. 16.30 Von Leipzig: Nachmittagskonzert. 16.00 Ursula Scherz, William Wauer: Künstlerische Handarbeiten. 17,30 Dr. Johannes Günther: Das Lustspiel von Molière bis zur Gegenwart. 17.55 Dr. Hans van Kleist: Politische Bücher der letzten Monate. 18 20 Prof. Dr. Scheunert: Unser täglich Brot. 18.40 Französisch für Fortgeschrittene. 19.05 Mersmann: Schöpferisches Musikerkennen. 20.20 Von Breslau: Faschingsartikel". 19.30 Reg.- und Baurat Hermann: Feuerschutz für Wohn- und Geschäftshäuser 21.30 Von Breslau: Heitere Stunde. Ltg.: Franz Marszalek. fich auf den fleinen Terry zu stürzen, der faum 30 Zentimeter von wärtig, ergriff einen Besen, der gerade zur Hand war, und ihr entfernt spielte. Die tapfere Großmama blieb geiftesgegen. Schleuderte den Stiel gegen die Schlange. Das Tier wurde ge troffen, aber nicht tödlich, und wandte sich nun mit giftigem Bischen gegen den Angreifer. Die Großmama blieb auch jetzt noch ruhig, und um das Reptil von den Kindern abzulenfen, griff sie von neuem nach dem Besen und schlug auf die Schlange ein. Doch diese ringelte sich fester zusammen und richtete ihre Giftzähne gegen die alte Dame Diese erkannte, daß sie selbst sterben müßte, wenn die Schlange nicht vorher starb; so erhob sie mit dem Mut der Verzweiflung noch einmal den Besen und ließ ihn mit voller Bucht auf den Kopf der Schlange niederfausen, die diesmal schwer getroffen zusammenbrach. 15 Jahre lang gratis Theater. Im Kopenhagener Hoftheater wurde bei einer zufälligen Bersonaltontrolle ein Mann festgestellt, der keinerlei Funktion austagtäglich, als Maschinist verkleidet, der Borstellung des Theaters übte. Es stellte sich heraus, daß der Mann seit dein Jahre 1915 hinter den Kulissen beigewohnt hatte. Die Direktion beabsichtigt nicht mur den binden Passagier" straflos ausgehen zu lassen, sondern sogar ihm für die Zukunft den Theaterbefuch durch Ausstellung einer Dauerfarte zu erleichtern. Flieger als Regenmacher. Unter Leitung des Professors Beraart von der Universität Leyden wird in den nächsten Tagen über der Zuider- See ein merfwürdiges Experiment ausgeführt werden. Eine Fliegerstaffel wird mit einer Ladung von 2000 Kilogramm pulversiertem Eis aufa steigen und dieses von oben auf die Wolken streuen. Der Gelehrte behauptet, daß er durch diele plöglich Abkühlung der Wolkenmassen dle zehnfache Menge, also 20 Tonnen, Regen zu produzieren Imftande wäre. Ein Film- Wörterbuch. Das Uleberhandnehmen aller möglichen, für den Laien oft völlig unverständlicher Fachausbrüde, hat jetzt die amerikanische Akademie für Filmwissenschaft veranlaßt, ein offizielles Filmwörterbuch herauszugeben. Namentlich die Erfindung des Tonfilms hat eine ganz neue Terminologie hervorgerufen. die die Schaffung eines folchen Wörterbuches notwendig macht. Es enthält Ausbrüde aus fämtlichen Gebieten des Films von der Herstellung bis zum Berleih. Die Räuberhöhle. Die Kriminalpolizei von Schönebed wurde benachrichtigt, daß seit einigen Wochen im sogenannten Zordelwäldchen zu bestimmten Tageszeiten eine verdächtige Rauchfäule aufsteige. Der Wald wurde von einem größeren Gendarmerieaufgebot umzingelt und richtig ent deckte man auch eine Höhle, aus der menschliche Stimmen ertönten. Man hörte den Ausruf„ Gestochen!" und darauf mehrstimmiges Weh geheul. Da zögerte die Polizei nicht mehr in die Höhle einzubringen und entdeckte dort vier junge Burschen die mangels anderer Unterkunft, fich dort ein gemütliches Quartier zum Statspielen eingerichtet hatten. Schinkenbeutel. - Die Frau des Marschbauers Jan Ohifen fo wird in Reclams Univerfum erzählt will die großen Schweineschinken zum Sch gegen Fliegen in Schinkenbeutel einnähen; aber die alten sind nicht mehr gut und so soll ihr Mann neue im Warenhaus in der Stadt taufen. Frollein" fagt er, id wull geern schöne Schinfenbü els hebb'n." Bitte", flötet diese, sehr gern. Sie meinen doch gewiß Schlüpfer?" ~ Sportund Spiel~ Winter die Das Turnparlament Der Kreistag der Turnfparte des 1. Kreises im Arbeiter- Turn- und Sportbund zeugte von gefunder Aufbauarbeit im gesamten Kreisgebiet. Die Berichte aller Funffionäre zeigten das. Im Mittelpunkt der Tagung fland das ausgezeichnete Referat Bühren- Ceipzig über Erziehungsarbeit, das allgemeinen Beifall fand. Interessant sind die Mitteilungen der Leiter des Frauen-, Favoritenpaar hält sich! Bereinigung über ſezig Boote im Gelb ft bau zu geringen Männer- und Kinderturnens. Hier wurde an vielen Orten ber 39 G Die vierie Nacht der Sechs Tage" Auch nach der vierten Nacht bleibt es dabei, daß RiegerKroschel nach wie vor die Spize halten und diese zah zu verteldigen wissen. Beide Fahrer, gut aufeinander eingespielt, sind auch in der größten Jagd immer am besten im Bilde, sie wissen ihr Kräfteverhältnis in der geschicktesten Weise anzuwenden. Sie halten die Spige gegen jeden Angriff, bekommen zwar um mitternachtlicher Stunde Besuch vom Baar Gooßens Deneef, boch perabschie den sich die Belgier bald wieder... Gefahr winkt der Spize nur Don Dan Kempen, der auch immer wieder bemüht ist, nach vorn zu kommen. Stößt der Holländer vor, sind die Spitzenreiter haarscharf hinterher und lassen sich nicht abschütteln. So auch gestern nach ber 10- Uhr- Abendwertung, als„ Biet" glaubte losgehen zu tönnen. Nur einmal, in der zweiten Morgenstunde, glüdte van Kempens Vorstoß: Kroschel- Rieger wurden einmal, doch affe anderen Fahrer zweimal überrundet. Bel Beginn der Neutralisation um 6 Uhr früh sind 80 Stunden 2044,600 Rilometer zurüdgelegt. Der Stand des Rennens: 1. Kroschel- Rieger. eine Runde zur.: 2. van Kempen- Buschenhagen 3. Goossens- Deneef. zwei Rnnden zur.: 4. Preuß- Resiger. drei Runden zur.: 5. Ehmer- Tiet vier Runden zur.: 6. Krüger Funda. 7. Betri- Hürtgen. 8 Choury- Fabre. fünf Runden zur.: . 9. Pijnenburg- Goebel sechs Runden zur.: 10. Manthey- Schön • fieben Runden zur.: 11. Meyer Stübede 12 Charlier Duran • .. 59 Punkte . • . 9789 77 68 " 108 109 " 132 83 35 180 .- 101 " • 121 112 " NP nach Die vierte, die sogenannte tritische Nacht, ist überwunden. Nun geht es bergab, dem Siege zu! Ob Rieger Krofchel die Lorbeeren ernten werden? Groß fahren sie beide und sind dazu Don Tag zu Tag besser geworden. Bedroht find sie schließlich nur von der Mannschaft van Kempen Buschenhagen. Diese wohl einzige Gefahr wird jedoch noch dadurch gemindert, das der Holländer viel, fehr viel Arbeit allein leisten muß. Bielleicht besinnt sich Buschen hagen in der fünften Nacht, daß auch er für das Sechstagerennen verpflichtet ist, also radfahren muß. Ghmer Liez haben gute und schlechte Momente. Edhieben fich nach vorn, fallen zurüd, um dann wieder verbissen um einen besseren Play an der Sechstage fonne zu fämpfen. Vielleicht reden auch Petri- Hürtgen noch ein ernsteres Bort in der fünften Nacht, doch haben beide Fahrer nachgelassen. Von den Nachwüchslern" feien Preuß- Resiger ge nannt, die immer noch recht angriffsluftig sind, während von den Ausländern neben Gooßens Deneef nur der Holländer Pijnenburg zu interessieren weiß. -tz. Schwimmvierkämpfe in Halle Arbeiterschwimmverein Hellas- Berlin erfolgreich Gern war der Berliner Arbeiterschwimmberein Hellas" der Aufforderung des Regattavereins Halle a. d. S. nachgefommen, in einem Schwimmametttampf mit anderen Rudervereinen die Kräfte zu meffen. Zugesagt hatte außer Halle Hellas"-Berlin, Magdeburg- Budau, Fermersleben und Arbeiterwassersport Dresden. Hellas" sandte 12 Schwimmer nach Halle, die den Bereinsmehrfampf erfolgreich beenden konnten. Gleich die 6X50- Meter- Freistilstaffel brachte einen spannenden Kampf; bis zum dritten Mann lagen Magdeburg, Hellas"-Berlin und Halle gleich. Magdeburg vergrößerte dann den Vorsprung Dom vierten Mann an und fonnte als Sieger in 3:08 Minuten das Wasser verlassen. Den Bierkampf fonnte„ Hellas"-Berlin mit 111% Buntten als Sieger beenden. Den mit Spannung erwarteten Kampf in der 4 × 100- meter- Lagerstaffel holte sich„ Hellas" in 5 Minuten 17% 10 Sefunden; 3weiter Magdeburg in 5: 24,6. Die Männerbruststaffel 6 × 100 Meter Brust bewies ebenfalls die Ueber. legenheit der Berliner. Von Anfang an legte sich Berlin an die Spize; die übrigen fünf Schwimmer vergrößerten den Borfprung. Zeit: Berlin 9 Minuten 8 Gefunden, Magdeburg weit zurüd 9 Minuten 25/10 Sekunden, Halle 9 Minuten 36 Sefunden, Dresden 9 Minuten 37 Sefunden. Die Gdywellstaffel 50, 100, 700, 10, 50 Meter Freistil brachte zum Abschluß noch einmal sämtliche Zuschauer und Mitkämpfer in Erregung. Magdeburg, Hellas" und Halle lagen lange gleich, Magdeburg führt bei 150 meter, dann drehte Berlin mächtig auf und konnte in Führung gehen. Doch der Schlußmann von Berlin blieb an der Wende hängen, außer dem verschenkte er tostbare Sefunden durch Schiefschwimmen. Ergebnis: Magdeburg 6:18 Minuten, Berlin 6:20, Halle 6:40. Jm afferballspiel schlug Halle die Dresdener mit 9: 6, Hellas" die Magdeburger mit 8: 2 Toren. Gesamtergebnis des Vierkampfes: ASV.„ Hellas-Ber. lin 129%, Magdeburg 124%, Halle 114%, Dresden 108% Bunkte. Wandern im Faltboot Beftern nachmittag wurde die Ausstellung& altbootsport und Bild im Buchgewerbesaal, Dreibundstr. 5, vor einer fleinen Schar geladener Gäste eröffnet. Aussteller sind die Freien Faltbootfahrer Berlin". Der Vorfigende leitete die Ausstellung mit einer Ansprache ein: Wo und wie wandern wir. Im Winter auf Schufters Rappen, im Sommer im Faltboot. Seine Borte find bewiesen burch die zahlreichen Photos, die die unermütlichen Amateurfameraleute auf ihren Ferien- und Wochenendfoltboot. fahrten aufgenommen haben. Man muß es ihnen laffen, es ist eine photographische Musterausstellung. Bunt durcheinander und zmar mit Absicht führen uns die Aufnahmen durch die romanti. schen Wildwassergebiete ber bayerischen Berge; daneben die herrlichruhigen Landschaftsschönheiten der Mart. Schwarz- weiß Photos wechseln mit farbigen; bazwischen wieder einige Aquarelle märkischer Motine. Mobelle felbfigebouter Goltboote legen auch Zeugnis von Kosten hergestellt. Auch das schlichte Werkzeug fann der Besucher bewundern. Es lohnt sich, auch für den Nichtsportler, diese eine Ausstellung zu besuchen, zumal sie ja mit Unkosten nicht verknüpft ist. Geöffnet ist sie den ganzen Monat März hindurch, auch in den Abendstunden. Organisatorisch gehört der Verein Freie Faltbootfahrer Berlin" dem Arbeiter Turn- und Sportbund an. ARBEITER FUSSBALL Resultate der letzten Spiele Die Spiele am letzten Sonntag nahmen fast alle den erwarteten Berlauf. Nur das Treffen zwischen Neukölln und Eiche- Köpenick fiel aus dem Rahmen. Bon den Köpenickern hatte man mehr Schwung und Stehvermögen im Sturm erhofft. Schon zwei Mi nuten nach dem Anpfiff mußte Eiches Torwart den Ball zum Köpenider ein großes Spiel vor. Nur felten konnten die Neuköllner erstenmal zur Mitte geben. Dann führte die Hintermannschaft der Stürmer bis ans Tor gelangen. Die Hauptarbeit leistete allerdings Eiches Mittelläufer. Kurz nach der Pause mußte er wegen einer Ungehörigkeit die Zuschauerreihen aufsuchen, wenige Minuten später ereilte noch zwei Spielern die gleiche Strafe. Eiche, nur mit neun Mann spielend, lag nun stets vor dem Tor Neuköllns, ohne jedoch erfolgreich zu sein. In den letzten zehn Minuten machte sich Neue föln frei. Durch zwei billige Erfolge fonnten sie dann mit 3: 0 den Sieg sicherstellen. Weitere Resultate: Lichtenberg II scheint sich von der hohen Niederlage gegen Neukölln erholt zu haben. Gegen Hoppe garten ein Unentschieden, 0: 0, herauszuholen, ist immerhin ein Erfolg. Ebenfalls unentschieden spielten Herzfelde gegen Oberspree 2: 2 und Borussia gegen Oststern 1: 1. Weißenfee spielte gegen Woltersdorf 4: 0. Luckenwalde I gegen Hertha 5: 1. SchweifSterne gegen Storfom 4: 1( 2: 1). Tempelhof gegen Pankow 10: 1. Sagonia gegen Wansdorf 10: 1. Karow gegen Eintracht 6: 0. Schöneberg gegen Charlottenburg 11: 1. Luckenwalde V gegen Jüterbog 3: 0. Spandau 25 gegen Nowawes 5: 0. 3 meite Mannschaften: Neukölln gegen Eiche 0: 5. Schöneberg gegen Oberspree 3: 3. Spandau 25 gegen Nomawes 0: 0. Jugend: Eiche gegen Neukölln 6: 0. Saronia gegen Lichtenberg I 2: 5. Schöneberg gegen Sagonia II 1: 0. Weißensee gegen Wansdorf 1: 1. Reichsbanner- Arbeitersport Wer wünscht das Wort zur Diskussion? Wir erhalten von einem Leser unferes Blattes den folgenden Brief, den wir im Intereffe einer Klärung der Frage Arbeiter sport Reichsbannersport" gern abbruden. Es wäre zu wünschen, daß fich die beteiligten Organisationen äußern; wir wollen einer furzen Distuffion gern. Raum gewähren. Sportredaktion ,, Der Abend". In der Sportbeilage des Abend" vom Freitag, dem 28. Fe bruar, befindet sich eine Notiz mit Bild des Reichsbanner- Rudervereins. Ich selbst bin kein Sportler, besuche aber, wo nur möglich, Veranstaltungen der Arbeitersportler( zu denen ich eigentlich auch das Reichsbanner zähle). Das gibt mir Anlaß, die mich schon lange intereffierende Frage öffentlich aufzuwerfen, warum gehören die Reichsbannersportvereine nicht dem Arbeiter- Turn- und Sportbund an? Die Reichsbannerfameraden sind doch fast alle organifierte Arbeiter und Angestellte. Sie müßten doch ohne Bedenken der großen Arbeitersportgemeinschaft angehören. Ich habe schon mit verschiedenen Arbeitersportlern und Reichsbannerkameraben darüber gesprochen, aber feiner fann mir eine rechte Auskunft darüber geben. Mit Parteigruß Unterschrift. Kunstturnen Schöneberg- Helbra In Schöneberg hat sich der bundestreue Sport wieder glänzend in die Höhe entwickelt. Dies gilt auch für das Geräteturnen. Am Sonntag steigt ein Städte fampf Schöneberg- Helbra an den Hauptgeräten, Red, Pferd, Barren, sowie eine Freiübung. Die Turner aus Helbra( ein Städtchen im Mansfeltischen Bergbau) sind zwar durch gute Leistungen bekannt, haben aber in den Schöne bergern ernste Konkurrenten, so daß der Ausgang des Städtekampfs ungewiß ist. Das Programm wird durch Gymnastik der Frauen und Männer ergänzt Den Abschluß bildet der Film vom Nürnberger Bundesfest. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag, 11 Uhr vormittags, im Flora- Rino, Schöneberg, Hauptstr. 144. Eintritts farten zum Vorverkaufspreis find zu haben Montag und Donners. tag in der Turnhalle Belziger Straße, Freitag Turnhalle Mühlen. ftraße( 20 bis 22 Uhr). Mark Brandenburg unermüdliche Kleinarbeit geleistet. StoppeBrandenburg verwaltete verantwortungsbewußt die Kasse der Turnsparte und konnte als gewissenhafter Kassierer noch von einem guten Bestand für das neue Geschäftsjahr berichten. Dann das Referat über Erziehungsfragen". Hier verstand es der Bundesturn. und sportwart, alle Zuhörer zu feffeln. Mit Recht sagte Bühren: Der Arbeiter- Turn- und Sportbund ist die bentbar interessanteste und lebhafteste Organisation! Er zog Vergleiche mit der Berufsarbeit und dem llebungsbetrieb in früherer und jeßiger Zeit, um die Ursachen des anscheinend nachgelassenen Hallenbetriebes dem zugenommenen Betrieb der Leichtathleten und Spieler gegenüberzustellen. Das komplizierte Thema„ Er ziehung" verlangt bei dem heutigen modernen Uebungsbetrieb nor allen Dingen einen llebungsleiter, der sattelfest fein muß, der sich blitzschnell anpassen soll, um dem gesteigerten lebungsbedürfnis Rechnung tragen zu können. Die Erziehungsarbeit des Leiters soll und muß bei der Jugend beginnen! Es genügt nicht, die stehen, bei Spiel und Sport erzieherisch zu wirken. Gemeinschaftslebenden zwei Stunden eben zu beschäftigen, der Leiter muß vergeist und Gemeinschaftssinn müssen besonders bei Jugendlichen entwidelt werden. Die Erziehungsarbeit muß fich aber auch auf die einzelnen Sparten der Bewegung erstreden. Hier ist ein großes noch zu beaderndes Gebiet, die riefige Anhängerzahl der Spieler! Es tommt nicht darauf an, an jedem freien Tag als Spielmannschaft unterwegs zu sein. Nicht nur die förperliche Arbeit des Spieles ist maßgebend, auch die geistige Anregung barf nicht vernachlässigt werden und ist mehr als bisher zu pflegen. Partei und Gewerkschaft müssen in der Tätigkeit: den Menschen für die Zukunftsaufgaben zu erziehen, auch von den Funktionären der Arbeitersportbewegung lebhafter unterstützt werden. Wir wollen und müssen Menschen erziehen, die ihre Lage erkennen lernen und uns im Kampfe gegen die herrschende Klasse ernsthaft unterstützen! Die Tagung erledigte dann noch die Delegierten wahlen zum Kölner Bundestag durch Aufstellung von: LevinCharlottenburg; Konrad- Buckenwalde; Konrad Luckenwalde; Scholz- Berlin; Mattha Mahlsdorf; Martha Tiez- Romanes und Elife Sinnecker Neuföln. Für das neue Geschäftsjahr amtieten als Borsigende: Levin- Charlottenburg und Krumm- Lichtenberg; Kassierer: Koppe- Brandenburg; Obmann der Technifer: Grabtfe- Weißenfee; Frauenturnmartin: Martha Tiez- Nowawes; Rinderleiter: Scholz- Berlin; Spielleiter: Richter- Reinidendorf; Wintersportwart: Biefe- Karlshorst: Schriftführer und und Agitaionsleiter: Kuffin- Brandenburg; Revisions tommission: Rarthäuser- Brandenburg, Kann, Meyer- Berlin. Freikörperkultur im Film --. Der Geschäftsführer der Zentraltommission für Arbeitersport und Körperpflege, Bildung, spricht am 9. März in der Lichtburg am Bahnhof Gesundbrunnen im Rahmen einer Werbeveranstaltung der Freiförpertutturiparte ber Freien Turnerschaft Groß- Berlin über Freiförperkultur und sozialistische Lebensauffassung". Dem Vortrag angereiht werden die Filme: Sonnenmenschen" und„ Der Körper in Luft und Sonne". Beginn der Matinee 11% Uhr, Einlaß 10% Uhr. Karten zum Preise von 90 Pf. besorge man sich im Borverkauf von der Geschäftsstelle der Freien Turnerscha ,. Groß- Berlin, Berlin NO. 18, Lichtenberger Straße 3, bei den Funktionären oder von den Ausgabestellen des ,, Borwärts". Radsportliches Allerlei Bieber trafen fich Graffin und Möller. Diesmal in der Internationalen Wintermeisterschaft der Steher, die auf der Pariser Winterbahn zum Austrag kam. Mit 1375 Meter Vorsprung vor Möller gewann Graffin das 100- Kilometer- Rennen. Fünfzehn Runden hinter dem Sieger fam 2. Wambst und weitere fünf Runden zurück H. Wynsdau ein. Jan van Kempen gewann in Brüssel den Fliegerkampf vor Wauters und Degraeve. Den vierten Platz belegte de Martini. Das Sweistund enmannschaftsrennen fiel an Degraeve- Haefendond. Die beste europäische Fliegertlaffe gab sich beim Großen Preis" von Marseille ein Stelldichein. Der Kölner Peter Steffes und starte Fahrer wie Faucheur und Kaufmann vermochten sich nicht für die nähere Entfcheibung zu qualifizieren. Gesamtsieger blieb schließlich der Holländer Moestops mit 6 Punkten vor Weltmeister Michard mit ebenfalls 6, Martinetti mit 8 und Matheron mit 10 Punkten. Richli sicherte sich auf der Bahn in Basel die Wintermeisterschaft der Flieger vor Kaufmann, Michard und Moestops. In der Ge samtwertung der drei 100- Runden- Rennen" der Steher besetzte Blattmann mit 53,705 und Benoit mit 53,665 Silometer. Gerätewetturnen der Berliner Schulen Das Wetturnen ber höheren Schulen Berlins fand wie üblich in der Zentralturnhalle Prinzenstraße unter reger Beteiligung statt. Den Schulmannschaftskampf um die Wanderpreise des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung gewann in der Klasse für Bollanstalten zum dritten Male die HohenzollernOberrealschule mit 741 Bunkten vor der Humboldt- Schule Tegel mit 728 Buntten. In der Klaffe für Realschulen blieb die Menzel- Oberrealschule mit 708 Bunften siegreich. In den drei Abteilungen des Fünftampfes zeichneten sich aus: Gerhard Müller( Friedrich- Werder fche Oberrealschule). Gerhard Stulo( Schinkel- Realschule) und R. Kranz( Menzel Dberrealschule). Im Hochsprung fiegten RolfNordhausen( Hohenzollern- Gymnasium) mit 1.75 Meter, Diderichs ( Dorotheenstädtisches Gymnasium) mit 1,60 Meter und G. Hoppe ( Jahn- Realschule) mit 1,45 Meter. Bezirkskämpfe des Freien Keglerbundes Die Rämpfe der Bezirke 2 und 4 um die Klubmeister haften find abgeschlossen. Folgende Ergebnisse sind zu melden: Bezirk 2( Sporthalle Alexandrinenstraße), Gruppe A: fd ( Bezirksmeister) 3551, Gemütl. Stamm 3534, Harmonie 21 3523, Bordered 20 3516, Glatte Bahn 3506, Rot- Weiß 29 3505. Gruppe B: Luftige Brüder 19 3497, Fidele Brüder Weißenfee 5446 Raffe Neune 22 3430, Schieb lese 3419, Berl. Brennstoff- Gef. 3417, Lust Brüber Westen 3415. Gruppe C: Turtel 3409, Naffe Neune 24 3409. Saarmund 26 3376, Mederbrüder 3370, Außenseiter 26 3358, Herz- Trebbin 3315, Berliner Berkehrs- Gef. 3303 Holz. Beste Einzelleistungen: Friese( Rot- Weiß 29) 721, Fischer( Ifd.) 716, Große( Gemüft. Stamm) 716 Holz. Figuren: Manns( Gemütl. Stamm), Bezirksmeister, 242, Scharf ( Ifd.) 240, Kutil( Glatte Bahn) 239 Puntte. Bezirt 4( Sporthalle Sütende), Gruppe A: Gaswerte I( Bezirksmeister) 3666, Uutt. 3644, Hohe Kante 3633, Often 22 3611, Schöneberg- Südwest 3609, Frohsinn- Moabit 3603. Gruppe B: Luftige Sieben 3599, Neukölln 23 3598, Böse Buben 3387, Um Berlin 3573, Hera 20 3573, Um 3hn 18/19 3559. Gruppe C: Schemel- Schieb du se 3542, Bunbestreue 3538 Gasmerte II 3537, Seitvertreib 3529 Gemütlich feit 3446, B. Linfe u. Co. 3398, Sportluft 23 3299 Hola. Beste Einzelleistungen: Bahlmann( Neuföln 23) 753, Dziembowlti ( Gaswerte 1) 744, Otto Boigt( Hohe Kante) 740 Holz. Figuren: zerbrechtsbol, Steal's, Zibredtit. 1a. Vortrag Dr. Meffing: M. Meier( Hohe Kante), Bezirksmeister, 263, Kleemeier( Einzel. Tegler) 251, H. Schmidt( Osten 22) 251 Punkte. Alte Herrenabteilung in Rosenthal. Der Bezirk Rosenthal der FTGB. eröffnet eine Alteherrenabteilung in der Turnhalle Raftanienallee. Turnzeiten Dienstag und Freitag von 20 bis 22 Uhr. Bundesreuereine teilen mit: 208., Chwimmbesi Arerabera. Donnerstag, 6. März, bei Krüger, Cemmitr. 1, 20 Uhr, qußerordentliche Funktionernerfammlung. Freie Schwimmer Berlin XII. Mitgliederversammlung Mittwoch, 5. März. Gerralität und Arbeiterfport. Mitglieder unter 16 Jahren tein gutri't. CBD..Sportler ber 68. in Neukölln- Brik. Donnerstag, 6. März. 20 Uhr, bei Schauer. Reukölln, Treptower Ede Weferstraße, widytige Be fprechung, die das Crfcheinen aller Mitglieder erfordert! Bundes und Barteimitaliebsbuch legitimiert. „ Golibarität", Motorradfahrer, Abt. Norben: Four für Eonntag, 9. März. FTGB., Kannbezirt. Turnabend 6. März, 20 Uhr, Dieffenbachfte. 01. m 7. ära. 20 Uhr, Samimmabenb beim Schwimmbeaith, Baerwaldstraße. Freie Kanu- Union Groß- Berlin E. B., Abteilung Spandau. Sigung Dienstag, 4. März. 20 Uhr, bei Reimer, Charlottenburg, Start: 3 Uhr Sparrftr. 8 bei Winkelfeffer, Riel: Dammsmühle Bernau. Wilmersdorfer Ede Kanalstraße. Der schlimmste Winter... Das Elend im Dollarland. In den Städten der Union demonstrieren die| so gut oder schlecht es gehen will. Unser Haus hat 600 Betten und Erwerbslosen. Die Polizei treibt sie auseinander, daneben geben wir weiteren 500 Erwerbslosen Essen. In anderen geht auch zur Offensive über. In Hansford, Texas, Stadtteilen ist es ähnlich. Wo wir können, verschaffen wir Arbeit wurden fünf Veranstalter einer erit angekündigten oder befördern die Leute wieder in ihre Heimat. Für weniger als 1 Dollar fönnen wir täglich Bett und Mahlzeiten geben, aber woher Versammlung arbeitsloser Neger verhaftet. Riesige nehmen und nicht stehlen? Soeben hat man mich von der Zentrale Arbeitslosigkeit bedrückt das reiche Land, angerufen, daß von morgen ab für die Freimahlzeiten fein Geld mehr da ist. Was soll das nur werden?" New York, Ende Februar.( Eigenbericht.) Ein grayer Februartag. Eisiger Wind winselt um die Steinmaffen Manhattans. In der Bowery, im Distrikt der Miffionen und Obdachlosenasyle, ist ein ewiges Kommen und Gehen. Hier im Schaften einer alten Barade eine Gruppe, die nach wochenlangen vergeblichen Bemühungen refigniert die tägliche Arbeitssuche auf gegeben hat und nur noch von einem Tage zum anderen vegetiert. Im großen Gebäude der Heilsarmee, das zahlreichen New Dorfer Proletariern in Nottagen als Unterschlupf dient. Der Haus verwalter, ein ehemaliger Oberst, führt mich durch das Haus, gibt mir in knappen Worten, in denen irgendwie ein gütiger Menschenton mitschwangt, Informationen. Aber unbestechlicher als das Wort ist das Bild. Im Keller stehen vier bis zu den Gürtein entblößte junge Leute vor den Waschbecken und waschen hr einziges Hemd aus. Borausfehung einer Arbeit, und sei sie noch so schlecht bezahlt, iff ein fauberes Hemd; fo gebietet es der Koder der Bürgerlichkeit. Bei manchem ist das saubere Hemd übrigens das einzige, das ihn fraft magischer Bin bungen vor einem völligen Abrutschen bewahrt. Mit verbissenen Rinnbacken sind die vier kräftigen Gestalten in ihre Arbeit vertieft. Mit einer wortlofen Geste wende ich mich zu meinem Begleiter, der hilflos und verlegen die Achseln zuckt. Eine Bewegung, in der unbewußt der ganze Jammer des Menschengeschlechts liegt. Meiner ungesprochenen Frage antwortet er mit einer gereizten Gegenfrage: Was wollen Sie, Nacht für Nacht steht der Keller noll junger Leute, die diese Gelegenheit zum Waschen ihrer Klet bungsstücke mit Freuden benutzen. Nie weniger als 200, immer wieder neue Gesichter, teine Landstreicher, sondern arbeitsbegierige junge Menschen, denen die Hoffnung noch nicht gestorben ist. Alles ift da, Arbeiter, Buchhalter, Bühnenfünstler, Musikanten, die der Sprechfilm ihrer Existenz beraubt hat. Mit jeber Woche tommen mehr und mehr junge Textilarbeiter aus New England, Gruben arbeiter aus Pennsylvania, Stahlarbeiter aus den Industriegebieten. Alles Leute, die vorziehen, den Strohhalm in der großen Stadt zu ergreifen als faten, und arbeitslos in den kleinen Ortschaften zu ver hungern. Ja, lieber Freund, das ist der schlimmste Winter fett 1921 Mein Schweigen läßt ihn plößlich aus der sorgfältig gewahrten Referne herausgehen. So ist es überall Im städtischen Dbdachlosenasyl ist alles überfüllt. Jede Nacht werden über 300 Menschen nach einer alten städtischen Flußbarade geschickt, um dort zu übernachten, PROGRAMM für die Zeit vom 4. bis 6. März BTL Potsdamer Straße 38 Pat und Patachon als Modekönige ( An der Oben zwei nadte Räume, die mit Männern und Burschen an gefüllt sind. Die Insassen des kleineren Raumes haben Stühle und andere primitive Sitzgelegenheiten. Das sind die, die noch bezahlen tönnen. Im Nebenraum stehen verelendete Menschen in Gruppen herum. Hier einer im Halbschlaf an die Band gelehnt, dort ein anderer, gereizt auf seinen Gefährten einredend. Ein Kommunist geht herum und versucht mit weinerlicher Stimme Broschüren 3u verkaufen. In meinem Gesicht muß sich mohl das Erstaunen über diese Propaganda im Haus der Heilsarmee gemalt haben. Schon wendet sich der Berwalter mir zu und flüstert mit beruhigendem Lächeln:„ Das macht nichts. Ich spreche heute abend vor unseren Gästen über Abraham Lincoln." Richtig, es ist Lincoins Geburtstag. Erstaunlich, daß nicht einmal im Obdachlosenheim feiner vergessen wird, sein Geist zur Beschwörung fommunistischer Propaganda herangezogen wird. Mit perächtlicher Handbewegung weift die Mehrzahl der Anwesenden die angebotenen Broschüren ab. mit schlürfenden Schritten zieht der junge Propagandist ab. * Taufende Arbeitslose schlafen auf den Böden der Missionen, in den dunstigen Hinterräumen der Geheimmirte, dieser Hyänen auf den dunstigen Hinterräumen der Geheimmirte, dieser Hyänen auf dem industriellen Schlachtfeld Amerifas. Hier wird an diese Aermiten, die vergessen wollen, ein Giftfufel verkauft, der einen langsamen Tod mit sich bringt. Macht nichts, für 25 Cents fönnen sich drei Männer besinnungslos betrinken und für wenige Stunden ihr Leid vergessen. Männer, die sonst gut. mütig und hilfsbereit sind, werden blutdürftige Tiger, wenn man ihnen das fürchterliche Getränk entziehen will. Es gibt viele unter den Arbeitslosen, die das Zeug nicht anrühren, auf beffere Tage warten. Biele, die sich einen Nickel leihen und damit die ganze Nacht in den Untergrundbahn ügen verbringen, mur um nicht in den schmutzigen Kneipen schlafen zu müssen. Sie warten auf die Zukunft, den Frühling, der ihnen die heiß begehrte Arbeit bringt. Aber in aller Geficht steht die bange Frage, was geschehen soll, um sich so lange über Wasser zu balten. * Die Bowery entlang steht eine lange, fehr lange Brotlinie, die auf Einlaß in eine Mission wartet. Bie wilde Tiere warten fie auf den Teller dünner Suppe und das Stüd Brot, das ihnen wieder einen Tag weiterhelfen wird. Plöglich fliegt aus der Reihe ein junger Mann mit weißem Kragen und dünnem lleberzieher herous, mirh, als er seinen Play wiederhaben will, barsch abgewiesen. Aragen und Mantel ist ein Curus, der in den Augen meniger glücklicher Gefährten verdächtig macht. Bon allen Seiten wird ihm zugerufen, doch zur MCA( Young Men Christian Association Christlicher Verein junger Männer) zu gehen, wohin er nach seiner ganzen Aufmachung gehöre. Ein Schauspiel, das die Seele gefrieren macht. Mutlos geht der junge Mann davon. Ich folge ihm in geringer Diſtanz. * Hier ist die YMCA. Ein Manager faut auf und spricht: S, es ist für mich der schlimmste winter seit 1914. Jm Januar konnten, mir von 329 Leuten, die unsere Arbeitsvermittlung in Anspruch nahmen, 122 Arbeit verschaffen. Aber nur 37 befomen dauernde Arbeit, der Rest arbeitete einige Tage und war dann wiederum brotlos." 37 gegen 3291 Die Bereinigung hat sich alle Mühe gegeben, 44 000 Dollar von der New Yorker Deffentlichkeit für Wohltätigkeitszwede zu erhalten. Alles, was sie nach monatelanger Arbeit zusammenfragte, waren 21 000 Dollar. Das Ergebnis ist, daß Hunderte, die nicht wisser, mohin sie gehen sollen, fortgewiesen werden müssen. Die große Mehrzahl ist anständig, zu jeder Arbeit bereit, verzweifelt bemüht, ihre Arbeitskraft an jeden Bieter zu verkaufen. Er setzt fopfschüttelnd hinzu:„ So viele kommen zu uns. brauchen pro Mann für Essen und Schlafen 91 Cents täglich. Aber woher nehmen? Wir haben kein Geld." Wir haben hier 396 Betten und Bor einem Radiogeschäft steht ein zitternder Bursche im dünnen Mantel ist es nicht der pon vorhin? und lauscht weltvergessen den herausgeschmetterten Worten eines blöden Gaffenhauers. Weiter unten, ein von Abfällen genährtes Feuer, an dem sich eine Anzahl Menschen zu wärmen frachten. Ein riesiger Neger schlägt schwerbetrunken auf ein altes Zinngefäßz ein und lacht mit rollenden Kehltönen zur Hochbahn hinauf. Ab und zu summt er einen Refrain; dann, unendlich zufrieden mit sich selbst, lacht er, lacht, ein wahrhaftes Othello- Lachen. Neben mir steht ein schmuziger alter Mann. Plöglich wendet er sich zu seinem Begleiter um und fragt mit halblauter Stimme: ,, Was war es eigentlich, was der Redner von Jesus sagte?" Der andere antwortet mit schroffem Achselzucken: ,, Dh, welche Hölle!" Diese Straße gleicht einem Passionsweg der modernen Menschheit. Vor der Mission zum Heiligen Namen steht eine nach Hunheit. Vor der Mission zum Heiligen Namen steht eine nach Hunderten zählende Reihe, bis weit über die Ede in die eiskalte Dunkelheit hinaus. Gespenstische Schatten, gebucht unter der Geißel des Hungers und der Verzweiflung. So feiert das arbeitslose Proletariat von New Yort Lincolns Geburtstag. Desselben Lincoln, der es gleicht bitterster Ironie die Fesseln der schwarzen Rasse gebrochen hat und heute von denselben Menschen, die ihren weißen proletarischen Brüdern ein ähnliches Schicksal auferlegen, mit hohen und begeisterten Worten gefeiert wird. So sieht der Schluß des Jahres 1 der ,, Hoover Prosperität aus. KINO- TAFEL Welt- Kino Beg. 5.45, 7.05, 9.05] Alt- Moabit 99 S. 3, 5, 7, 9 Uhr Pat und Patachon als Modekönige Filmeck Die Liebe der Betty Patterson Jugendliche haben Zutritt Charlottenburg Schlüter- Theater Rheinstraße 14 Kais- Eiche) Schlüterstr. 17 W 6.30.9 Uhr. Stg. 3 Uhr Das Haus am Meer mit Asta Nielsen Das erwachende Aegypten Südosten S. ab 3 U Osten Beginn W. 5.30 U. Germania- Palast Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: Alexander Moissi in dem Tonfilm: Wochent. 6, Sonnab. 5.30, Sonnt. ab 3 U Die Königsloge Bühne: Lajos Szendy, Humorist am Flügel Jugendliche haben Zutritt Die stärkere Macht m. F. Koriner Luisen- Theater Sou 3 U. Komödie einer Liebe( 8 lust. Akte)| Wilmersdorf Odeon, Potsdamer Str.75 Atrium Beba- Palast Die Flucht vor der Liebe mit Jenny Jugo Hütet euch vor leichten Frauen Turmstraße 12 Selne Gefangene( 8 Akte) mit Milton Sills Schicksalswürfel m. Himansu Rai Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet Sprengbagger 1010 mit Heinrich George Der Sheriff von Arizona mit Hoo! Hibson Jugendliche haben Zutritt Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3, 5, 7. 9 Uhr Ein großer Film und seine Parodien: Carmen mit Dolores del Rio Carmen mit Charlie Chaplin Passage- Lichtspiele Unter den Linden 22( Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Stud. chem. Helene Willfüer mit Olga Tschechowa Auf der Bühne: Das Kleinkunst- Theater Karussell Schöneberg Alhambra Beg. W. 6.30 u. 9.15 U. Schöneberg, Hauptstr. 30 S. ab 3 Uhr Der 100 proz. Ton- und Sprechfilm: Melodie des Herzens mit Dita Parlo, Willy Fritsch früher Titania( Uta Schöneberg Hauptstraße 49 Beginn 6.30, 9 Uhr Tonfilm: Der singende Narr ( The singing Fool) mit Al Jolson Friedenau Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 Woch. 7, 9, Stg. ab 5 U Eva in Seide( nach d Roman von E. Klein) mit Lissi Arna, W. Rilla Razz a, aus der Unterwelt mit Conrad Nagel Steglitz Zentrum 6082 Titania- Palast Witwenball für die reifere Jugend Das große Lustspie programm Der Filmreporter m. B. Keaton Es tui sich was in Hollywood Norden Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße Drei Freunde, ein Film v. Männertreue und Opfermut mit William Boyd Auf d. Bühne: Revue der Artisten mit Marion Davies, William Haines Colosseum Ausgezeichnete Bühnenschau Sonnt. 3. Luna- Filmpalast Reichenberger Str. 34 Bühnenschan Ruhig. Heim m. Küchenbenutzung Rajah( Das Herz d. Maharadscha) Tonfilm und Stella- Palast Bahnenschau Köpenicker Straße 11-14 Beginn wochentags 5, 7.15, 9.15 Uhr Sonntags 3, 5 15, 7.15, 9.15 Uhr Kasseneröffnung 1 Stunde vorher Sie sehen und hören den Großfilm: Der weiße Teufel mit Iw. Mosjukin, L. Dagover Auf der Bühne: Perken( Große Varieté- Attraktion) Jugendliche haben Zutritt Sternwarte- Treptow Mittwoch 8 Uhr, Donnerstag 8 Uhr: Silberkondor über Feuerland ( Film von Gunther Plüschow) Neukölln Primus- Palast w. 7, 9.15 U Am Hermannplatz Stg 4.45, 7, 9.15 U. Der Sieger aller Tonfilme: Gr. Frankfurter Str. 121 Geheimnis im Schlafwagen mit O. Oswalda Ein Marquis zu verkaufen mil Adolphe Menjou Bühne: Luna- Attraktionen Comenius- Lichtspiele Memeler Straße 67 Anf. 6, 8% U Sonntags ab 5 Uhr Mädel aus der Tanzbar mit Clara Bow Zwischen Frisco v. d. Mandschurei Concordia- Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5, 7, 9 U., Sonnt ab 3 U. Der Sieger aller Tonfilme: Die Nacht gehört uns! mit Hans Albers, Charlotte Ander Tonfilmbelprogramm Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Jenseits der Straße m Lissi Arna Die Gardediva m. A. Esterhazy Gate Bühnenschau Friedrichsfelde Schönhauser Allee 123 Tonfilm: Wtgs. ab 5 Uhr Stgs. ab 3 Uhr PROGRAMM für die Zeit vom 4. bis 6. März Humboldt- Theater Badstraße 16 Bühnenschau Pat und Patachon als Modekönige Der ann im Dunkel mit Carl Auen Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Tonfilm: Bühnenschau Ich glaub nie mehr an eine Frau! mit Richard Tauber Pankow Ich glaub nie mehr an eine Frau Palast- Theater mit R. Tauber Gala- Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6, 8.30. S. 5, 7, 9 U. Vater und Sohn m. Harry Liedtke Breite Straße 21 a W. 27, 9 Sbd. 5, 7, 9 Stgs. 412, 7, 9 Uhr Dich hab' ich geliebt mit Mady Christians Micky, das Tonfilmwunder Pat und Patachon als Kannibalen Tivoli, Pankow Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg. 4 U. Sonntags 2,30 U.: Jugendvorstellung Wenn du noch eine Heimat hast Madame im Schlafwagen Pharus- Lichtspiele Müllerstraße 142 W.5% U. Stg. 4 U Der Sheriff von Arizona mit Hoot Gibson Die nicht heiraten dürfen Prater- Lichtspiel- Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Rummelplatz der Liebe mit Mill, Sills, Anny Ondra Die Kaviarprinzessin Bühne. Willy Rosen Die Nacht gehört uns m. H. Albers Kino Busch Beginn täglich Rialto" Film u. Bühne Sonntag, 9. März, 2.30 Uhr: Fünftes Sonderkonzert Dafos Bela mit verstärk em Orchester Einlage Jazzband auf vier Flügeln mit Fritz Kampers, Siegfried Arno Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsst Kukuk Das Recht auf Liebe mit Eveline Holt Nur noch bis Donnerstag! Weidenhof- Lichtsp. An der Weidendammbrücke Friedrichstr. 136 Tonfirm: Woch. 12, Sonnt. 3 U. Atlantic mit Fritz Kortner Regie: Dupont Moabit Artushof- Lichtspiele Film- und Bühnenschan Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Verdun, Heldentum zweier Völker Die Konkurrenz platzt mit Harry Liedtke Beg.: 6.30, QU. Sonntags: 4,6.30, 9 U. Uraufführung: Masken mit Stuart Webbs Bühnenschau Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W.6, Sbd.5, Stg. 4 Uhr Der Witwenball mit Fritz Kampers Rajab, das Herz des Maharadscha Nur noch bis Donnerstag! Ma- Li Mariendorf W. 6.15, Sonntag 4 U Alt- Friedrichsfelde 7 und 8.45 Uh Ehre deine Mutter! m. Walt. Rilla Rasch ein Baby( Sensation) Beiprogramm Niederschönewelde Bühnenschen Elysium( Film- Palast) Kottbusser Damm 92: Frau ohne Nerveu m. E. Richier Ruhiges Heim m. Küchenbenutz Excelsior Wochent. 8, 7, 9 U 5, Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. Kaiser- Friedrich- Straße 191 Tonfilm: Der weiße Teufel Hasselwerder Straße 17 19 Pat und Patachon als Modeköpige Rivalen der Liebe Gute Bühnenschan Nordosten Elysium" mit Iwan Mosjukin, L. Dagover. Prenzlauer Allee 56 Betty Amann Tonflimbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Mariendorter Sonnt 3 U. Stern, Hermannstraße 49 Lichtspiele Chausseestraße 305 Fruchtbarkeit, Jug.- Vorst. W. 7, Stg. ab 5. Wochent. 5, 7, 9 U. Sonnt 3, 5, 7, 9 U der neue Van- de- Velde- Film Der Schrel aus dem Tunnel Tonfilm: Der weiße Teufel mit Iwan Mosjoukin, L. Dagover Tonfilmbciprogramm Film und Bühne W. 15, S. 3.15 U. Nur drei Tage! Tonfilm! Melodie des Herzens Weißensee 3.3 Berliner Straße 27 W. 6.30 U., Sbd. 5.30 U, Stgs. 4 U. Tonfilm: Der weiße Teufel mit Iwan Mos usin, Lil Dagover Jugendliche haben Zutritt Niederschönhausen Film- Palast NiederBlankenburger Straße schönhausen W. 6.30, 9 U. Stg, 4.30, 6.45. 9 U. Sündig und süß wit Anny Ondra Bühne: Hellseherin Md. Karoly Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstraße 51 Film- u. Bühnenschau Sonntag Jugendvorstellung Menschenarsenal Silberkönigs letzter Sieg Tegel Reinickendorfer Str. 14( am Wedding Filmpalast Tegel W ab 6, 8,45 U Sonnt ab 3 U. Bahnhofstr. 2 Ohne Geld durch die Welt Starm über Asien Bühnenschau Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W.6, 82, Stg. 41/ 4,612.834 Sonnt. 2 Uhr Jugendvorstellung Fräulein Lausbub m. Dina Gra a Atianiik- Ciy mit Laura la Pianie Hervorragende Bühnenschau Kosmos" Filmbühne W. 6, Stg. 4.30 U. auptstr. 6 Die von der Straße leben Der Orientexpreß m. Lil Dagover Gesundbrunnen Alhambra" Badstraße 58 Der Kampf um die Erde Wenn die Großstadt schläft mit Lon Chaney Große Bühnenschau Ballschmieder- Lichtsp Schloßpark Film- Bühne Badstraße 16 Berliner Allee 205-210 Madame Lu( Diskr. Frauenberat.) Etappe 1918 Varietéscheu Große Bühnenschav Wer wird denn weinen, wenn man auseinander geht Der König der Sensationen Belprogramm W. ab 6 U., Stgs. ab 4.15 U. Sonntag 2 Uhr: Jugendvorstellung Der anerkannt beste Tonfilm: Die Nacht gehört uns Union- Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 812 U. Sig. 2 U. Jugendvorst. Stp. 44. 612-83 U. Wiwenball m. Kampers, S. Arno Tarzans neue Dschungelgeschicht Hennigsdorf Beg. W. 6, 8.30 Filmpalast Stg 4, 6, 84 U Berliner Straße 59 Stg. 2 U. jug.- Vorst. Mittwoch, Donnerstag: Pat und Pataon: Wege zur Kraft und Schönheit Der rasende Ritt Preisverteilung von schönster Frau von Hennigsdorf