Morgenausgabe Nr. 107 A 54 47.Iahrgang Wöchentlich«SPf� monatlich 3,S0M. tn, voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung»» und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» abonnemciu 6.— M. pro Monat. Der �.BonvSrts� erscheint wochentög» tich zweimal, Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend" Illustrierte Beilogen ,Lolk und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauenstimme"..Technik"..Blick in die Vücherwelt" und.Äugend-Dorwart»" Berliner Voltsvlatt Mittwoch 5. März 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 45 pf, 2H«« i n s p a ltt g e NonpareillezeN» 80 Pfennig. Reklame�eile ö.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen� da»'.ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmaikt Aeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zell« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» geschäft Lindeuftrahe 3. wochentäglich vou SV, bis 17 Uhr. Asnttawssan der Gozialdemosratistbe« Vaviei Deutschlands Redaktion und Verlag.- Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbof» 292— W7 Telegramni-Adr.: Sozwldemokral Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 87S36.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Anpestellten und Beamten. Wallstr SS Dt B u DiSr-Ges.. Depositenkafse Lindenstr S. Stalin gegen Stalin-Kurs. Der Rückzug von der Zwangskollettivisiemng. Der Aufsah Skalins. der die neueste weuduug der bolschewistischen Wirts chastspolllik au- kündigt, liegt jeht im worklaul der«prawda" vor. Wir geben ihn unter Aortlastung einiger minder wichtigen Stellen wärt- lich wieder. Von den Erfolgen der Sowjetmcuht auf dem Gebiete der Kol- kektioroirtschast wird jetzt allgemein gesprochen. Diese Erfolg« sind wirklich groß. Es ist Tatsache, daß am 20. Februar d. I. bereits ,30 Prozent sämtlicher Bauernwirtschaften kollektiviert waren. Das bedeutet, daß wir den Fünfjahresplan mehr als dos Doppelt« über- schritten haben. Das besagt, daß ein« entschiedene Wendung des Dorfes zum Sozialismus bereits gesichert ist. Es ist überflüssig, zu beweisen, daß diese Erfolge für das Schick- fal unseres Landes, für die gesamte Arbeiterklasse als der führen- den Knast unseres Landes und schließlich für unsere Partei von der größten Bedeutung sind. So entsteht für unsere Partei die Aufgab«, die erreichten Erfolge zu fe st igen, die planmäßig für die weitere Vorwärtsbewegung zu nutzen. Diese Erfolg« haben auch ihre Schattenseiten, insbesondere, wenn sie verhältnismäßig leicht zu erreichen waren, sozusagen uns unerwartet in den Schoß gefallen sind. Diese Fortschritte führen mitunter zur Selbstgefällig- teit und Selbstüberhebung: „wir können alles, uns kann niemand etwas." Diese Erfolge berauschen, man beginnt, von ihnen schwind- fig zu werden, man verliert das Maß, den Wirklichkeitssinn, es entsteht bei vielen das Streben, die eigenen Kräfte zu überschätzen. die Kräfte des Gegners zu unterschätzen, es lanchen abenteuerliche versuche aus. sämtliche Probleme des sozialistischen Ausbaus mit einem hieb zu lösen. Die Sorge um die Festigung der Erfolg« kommt überhaupt nicht mehr auf. Wozu denn das bereits Erreichte festigen--- wir werden auch schon so mit«inen Anlauf den vollen Sieg des Sozialismus erjagen.„Wir können alles, uns kann niemand was." Die Partei Hot die Ausgabe, gegen diese gefährlichen und schädlichen Stimmungen einen enlschlojsenen Kampf zu führen, sie aus der Partei auszuräuchern. Unsere Presse muß solche und ähnliche antileninsch« Stimmungen systematisch enthüllen. hier einige Beispiele: 1. Die Erfolge unserer Politik aus dem Gebiete der Kollektwwirt- fchajten erklären sich u. a. dadurch, daß sie auf der Freiwillig. k e i t der Kollektivwirtschaftsbewegung fußte und den verschieden georteten Bedingungen in den verschiedenen Bezirken der USSR. Rechnung trug. Ulan darf nicht die kollektivwirlschasten mik Gewalt ins Leben rufen. Das wäre dumm und reaktionär. Die Kollektivierung der Wirtschaften setzte die aktive Unter- stützung der breiten Massen der Bauernschaft vor- aus. Man darf nicht mechanisch Beispiele des kollektiowrrtschast- lichen Aufbaues in fortgeschrittenen Gebieten auf zu- rückgebliebene übertragen. Auch das wäre d u in m und reaktionär. Ein« derartige Politik würde kurzerhand die Idee de? Kollektivisierung diskreditieren. Die Verschiedenheit der Bedingungen in den verschiedensten Gebieten muß bei dem Schnelligkeitsgrad der Durchführung und den Methoden des kollck- tivwirtschaftlichen Aufbaues berücksichtigt werden. Bei der Durch- führung der Kollektivwirtschaftten befinden sich an der Spitze die Korngebiete, hier gab es die größte Zahl der bereits festgefügten Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften, die Bauern hatt-'n Gelegenheit, sich von der Macht und der Bedeutung der neuen Technik und des neuen Wirtschaftssystems zu Überzügen... Kann man ober behaupten, daß die gleichen günstigen Bedingungen auch in anderen Gebieten vorhanden find, z. B. in den k o n f u m i e- renden Gebieten, etwa in den nördlichen oder in den- fmigen.zurückgebliebener nationaler Glvppsr. wie z. B. Türke- st a n. Das kann nicht gesagt werden. Die Forderung, diesen verschiedenartigen Bedingungen Rechnung zu kragen, ist in gleichem Maße eine der wichtigsten voraussehnngeu gefunden kosteklivwirl- fchastlichen Aufbaues, wie der Grundsatz der Freiwilligkeit. Was geht aber bei uns vor? kam, man etwa behaupten, daß der Grundsatz der Freiwillig- keit und der Berückiichtigung der lokaleo Besonderheiten la diesen Gebieten nicht verletzt wird? Leider kann das nicht behauptet werden. Es ist ja bekannt, daß man z. P. in einer Reihe nördlicher kofumierenden Gebieten nicht selten versucht, an Stelle der Borbereitungearbeiteki zur Schaffung von Kollektivwirtschaften rein bürokratischen Detretierens der Kollektivwirtschaft Mit papierncn Resolutionen über das Wachs- tum der Kollektivwirtschaften! mit der Organlsierrmg papierner kovektiowirkschaflen. die in Wirklichkeit noch nicht existieren, über deren Existenz es aber eine ganze Wenge prahlerischer Resolukionen gibt, ist nichts geschafft. Rehmen wir z. B. gewisse Gebiete Turtestans, in denen die Bedingungen für ein« sofortige Begründung von Kollektivwirtschaften in noch geringerem Maße vorhanden sind als in den nördlichen Kon» siimierenden Gebieten. Es ist bekannt, daß in einem Teil von Turkestans bereits Versuche gemacht wurden, die fortgeschrittensten Gebiete der USSR. einzu» holen und zu überholen, und zwar vermittels An« drohungen von Militärgewalt, auf dem Wege der Drohung, die Bauern ohne Wasserzufuhr für ihr« Ländereien zu lassen oder die Zufuhr von Industrieerzeugnissen abzusperren. So behandelte man die Bauern, die nicht in die kollekliv- wlrlschasl gehen wollten. Wem nützt ein derartiges Abbiegen von der grundsätzlichen Linie, ein derartig bürokratisches Dekretieren, derartig unwürdige Drohun- gen gegen die Bauern? Sie können nur unseren Feinden nützen. Zsl es nicht klar, daß alle, die so handeln und sich als Linke bezeich. nen. in Wirklichkeit nur Wasser aus die Mühlen des rechten Oppor. tuni-mus leiten? 2. Einer der größten Vorzüge der politischen Strategie unserer Partei besteht darin, daß wir in jedem einzelnen Augenblick verstehen, das wichtigst« Glied der Bewegung zu wählen... Was cht aber hier das wichtigste Glied? Nicht die Genossenschaft zu gemeinsamen La nüb earb eitungen. auch nicht die Kommune, sondern die landwirtschaftlich« Kooperative. Kollektiviert werden hier die grundlegen- den Produktionsmittel, die Arbeit, die Anbaufläch« die Maschinen und anderes Inventar, das Arbeitsvieh, die Wirtschaftsgebäude. Nicht tollet i viert werden die Gemüsegärten, die Wohnhäuser, ein gewisser Teil des Milchviehs und Federviehs. Die Kooperative ist das Hauptglied des kollektivwirt» schaftlichen Aufbaues, weil sie zweckmäßigste Form für die Lösung des Kornproblems ist. Das Kornproblem ist aber das Grund- glied in dem System der Landwirtschaft überhaupt. Das müssen sich unser« Partei- und Sowsetarbeiter zum Grundsatz machen. In Wirtlichkeit geschieht es aber nicht. So ist e, z. B. Talsache, daß in einer Reihe von Gebieten, wo der Kamps um die Kollektivwirlschasl noch nichk zu Sode ist. versucht wird, direkk zur landwirlschafNichen Kommune überzugehen. Die Wohnhäuser, das Klein- und das Federvieh werden kollektiviert. Man könnte fast glauben, das Kornproblem sei hier bereits gelöst, es handele sich nur noch um die Lösung der Viehwirtschaft. Wem nützt diese dösköpfige Arbeit, dieses Durcheinanderwürfeln der verschiedenen Formen der Kollektivwirsschast? Den Bauern mit der Kollektivierung seiner Wohnhäuser, des Klein- und Federviehs reizen, während die Kooperativform der Kollektivwirtschost noch nicht gefestigt sst, ist da? nicht eine Politik, die nur unseren Feinden erwünscht sein kann? Das ist z. B. ein Kollektivicr-Mann, der befiehlt, im Lauf« von drei Tagen sämtliches Federvieh zu r e g i st r i e r e n, den sozialistischen Kamps zu kommandieren, ohne den Posten zu verlassen usw. Bedeutet das nicht die Politik der Zerschmetterung und der Diskreditierung? Nicht zu reden von den sogenannten Rmvolulionären. die die Organisation der kooperative mit der Abnahme der Kirchen- glocken beginnen! Seht mal an, Kirchenglocken abnehmen, das soll Rrrevolution sein! Wie konnten aber derartige dös- köpfige Exerzitien auf dem Gebiet der Kollektivierung, diese lach- hasten Versuche, über sich selbst hinwegzuspringen, in unserer Mitte esststehen, die den Zweck haben, die Klassen und den Klassenkampf zu umgehen und die bloß dos Wasser auf die Mühle unserer Klassen- feinde leiten? Sie konnten nur entstehen in der Atmosphäre unserer lgichten und unerwarteten Fortschritte auf dem Gebiete des kollektiv- wirtschaftlichen Aufbaues. Sie konnten nur entstehen als Folge antlleninfcher Stimmungen in den Reihen eines Teiles unserer Partei. Wir können alles, uns ist alles erlaubt, uns kann niemand was. Sie konnten nur entstehen, weil einigen unserer Genossen der Kops von den Erfolgen zu schwindeln begann und sie für«inen Augenblick die Klarheit des Verstandes und die Nüchternheit des Blickes ver- loren haben. .Um die Linie unserer Arbeit auf dem Gebiete des kollektiv- wirtschaftlichen Aufbaues geradezubiegen, ist es notwendig, diesen Stimmungen ein Ende zu machen. Das ist ein« der Aufgaben, die auf der Tagesodnung stehen. Die Angestelltenversicherung. Können ihre Rentenleistungen erhöht werden? Der soziale Ausschuß des Reichstags wird sich demnächst mst dem Entwurf eines Gesetzes zum Ausbau der Angestelltenversicherung beschäftigen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen über die Möglich- leiten eines Ausbaues der Leistungen steht die Frage, ob der Steigerungsbetrag von 45 auf 20 Proz. erhöht werden kann. Während der volksparteiliche Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer die Mittel der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung Heranziehen will, sind wir der Meinung, daß die aus den Bei- trägen der Angestellten aufkommenden Mittel den b e r u f s- unfähigen und alten Ange st eilten zugute kommen müssen. Selbstverständlich ist bei allen Ausbaumaßnahmen nicht nur die gegenwärtige, sondern auch die zukünftige Leistungsfähigkeit der Ang-ftelltenversicherung zu berücksichtigen. Nur darf man sich bei der Sicherung der künftigen Rentenleistungen nicht von den Bersicherungs- Mathematikern ins Bockshorn jagen lassen. Ueberblickt man die Vermögensentwicklung der Reichs- Versicherungsanstalt für Angestellte, dann kommt man zu dem höchst erfreulichen Ergebnis, daß ihr Vermögen Ende dieses Jahres bereits VA Milliarden Mark überschreiten wird. Dieses Vermögen konnte in den wenigen Jahren der Nachinflationszeit, also seit 1924, an- gesammelt werden, denn das vor dieser Zeit angeiammelte Vermögen von etwa 900 Millionen Goldmark ist bis auf einen geringen Bruchteil von etwa 45 Millionen Goldmark durch die Inflation verlorengegangen. Der größte Teil dieses verlorengegangenen Vermögens war in Kriegsanleihe angelegt: der Patriotismus ist also der Reichsversicherungs- anstalt teuer zu stehen gekommen. Das vernichtete Ver- mögen sollte nach der Weisheit der Vsrsicherungsmathema- tiker die künftigen Rentenansprüche der Versicherten sicher- stellen. Man muß das in diesem Zusammenhange wieder einmal betonen, weil die Wirklichkeit sich stärker erwies als die Vsrstcherungsmathematiker, denn die anfallenden Leistun- gen konnten erfüllt werden, obwohl sich die versichermigs- mathematischen Grundlagen in blauen Dunst aufgelöst hatten. Bei den gegenwärtigen Auseinandersetzungen über den Ausbau der Rentenleistungen der Angestelltenverlicherung berufen sich die Gegner des Ausbaues auf die Verücherungs- Mathematiker der Reichsversick'erungsanstalt als Kronzeugen für die Unmöalicbkeit einer Rentenerhöbung, wenn es bei den gegenwärtigen Beiträgen bleibt. Da eine Beitrags- erhöhung praktisch nicht in Frage kommt, muß es nach dieier Beweisführung auch bei den gegenwärtigen Renten- lesstungen ble'ben Es ist also zu unWsuchen. ob bie Beweisführung b»? Verficherungsmathematiker richtig ist. Der Reicbsarbeitsministsr hat am 14. Januar vorigen Jahres dem Reichstag eine Denkschrift über Leistungen und Beiträge in der Invaliden- und Anaeftelltenversirberunq vor- gelegt, die auf einen gemeinsamen Antrag der Sozialbemo- kraten des Zentrums der Demokraten und der Bayerischen Volksvartei zurückeufübren ist. In dieser Denkschrift hat auch der Geist der Versicherungsmathematiker seinen zahlen- mäßigen Niederschlag gefunden. Wes Geistes Kind sie sind, werd-n wir gleich sehen. Die Angestelltenversicherung war bei ihrer Schaffung nach dem Anwartschastsdeckungsverftihren ausgebaut. Obwohl Weltkriea und Inflation diese versicherungstechnisch''n Grund- lagen völl'g zerstörten, bäst das Direktorium der Reichsver- licherungsanstalt grundsätzlich und einmütig, wie es in seiner Denkschrift zum Ausbau der Anqest-sstenve'-sicherung ver- kündet das Anwartschaftsdeckunaeversohren für erforderlich und erstrebenswert Diele Vorschrift ist zwar im G'setz ge- strichen worden, das hat jedoch das Direktorium nicht ge- hindert, die v-rsicherunastechnische Bilanz troßdem danach aufzust-llm. Und bacherfreut stelss das Direktarium fest: „Die Bilanz zeigt, daß nach dem Anwartschaftsdeckunasverfahrcn eine Verbesserung der Leistungen ohne entsprechende Deckung aus- geschlossen ist." Zuviel der Bescheidenheit. Nach dieser Bilanz ist es vielmehr notwendig, die Beiträge um 25.54 Proz. zu er- höhen, um nur die gegenwärtigen Leistungen auch für die Zukunft sicherzustellen. Obwohl nun das Di- rektorium das Anwartschaftsdeckungsverfahren für«riorder- lich hält, bekommt es angesichts der sich daraus ergebenden Konsequenzen doch Angst vor der eigenen Courage. So v'el Wirklichkeitssinn hat sich bei dem Direktorium doch noch er- halten, um zu begreifen daß ein Höllengelächter beginnen würde, wenn es eine fünfundzwanzigprozentige Beitrags- erhöbung fordere, weil nach NMnunq der Versicherungs- mathematcker mit den jetzigen Beiträgen nickst einmal die geqeuwärtigsn Leistungen auf die Dauer ged-ckt werden könnten. Um nicht von so viel Lä-fterlickiksit getötet zu werden gibt das Direktorium seine Versicherungsmathematiker hier vreis. Oder lallte es gar einige Zweifel in die Rechen- künste seiner Versicherungsmathematiker setzen? Man muß das annehmen, wenn man in der Denk- schrift liest: „Sie(die oersicherungstechmsche Bilanz) ergibt zwar nach einen Fchlbetrag, der aber wesentlich geringer als derjenige der Bilanz für den 1. Januar 1926 ist. Bei dieser günstigen Entwicklung liegt einstweilen kein Anlaß zu einer Beitrogserhöhung vor." Es ist sicher höchst erfreulich, wenn man auf eine 2Sprozentige Beitragserhöhung verzichten kann, und man fängt an, auf diese erste oerficherungstechnifche Bilanz ein wenig neugierig zu werden. Man nimmt die Reichstags- druckchche Nr 741 zur tfand und stellt fest, dah das Direkto- rium davon Abstand genommen hat, die Fähigkeiten seiner Versicherungsmathemcuiker an den beiden Bilanzen zu demonstrieren. Es hat einigen Grund dazu. Die Bilanz mit dem 1. Januar als Stichtag schließt mit einem Fehl- betrag von 3645 Millionen Mark. Um dieses gewaltige Defizit zu decken, war nach Meinung der Ver- sicherungsmathematiker eine 70prozentige Beitragserhöhung notwendig. Der Gesetzgeber hat das nicht gemacht, sondern die Leistungen ausgebaut. Und siehe da. trotzdem verringerte sich das Defizit bis zur zweiten versicherungs- technischen Bilanz mit dem Stichtag 1. Zanuar 1S28 auf 1672 Millionen Mark. Binnen zwei Iahren war«» also 2 Milliarden Mark Defizit oerschwun» den. Bei solcher„günstigen Entwicklung", wie da« Direk- torium dieses Zahlcnwunder nennt, begreift man seinen Optimismus. Diese günstige Entwicklung besteht darin, daß sich die Wirklichkeit erlaubt hat, ein wenig anders zu ver- laufen, wie es die Bersicherungsmathematiker vorgesehen hatten. Nach ihrer ersten versicherungstechnischen Bilanz sollte die Reichsversicherungsanstalt im Jahre 1929 eine Bei- tragseinnahme von rund 229 Millionen haben, nach der zweiten Bilanz sollten es 288 Millionen sein, nach der dritten >- es handelt sich um die inzwischen berichtigte zweite Bilanz — rund 349 Millionen, tatsächlich sind es jedoch sogar 367 Millionen geworden. Die Kunst der Versicherungs- Mathematiker reichte also nicht einmal aus. bei der dritten Bilanz die Beitragseinnahmen für das Jahr 1929 richtig aus- zurechnen. Das hindert sie nickit, uns vorzurechnen, wie hoch die B e i t r a g s e i n n a h m e n im Jahre 1 998 nach ihrer Meinung sein werden. Wenn es nach den Bersiche- rungsmathematikern gehen würde, dürfte die Angestellten- Versicherung die bereits im Jahre 1929 erreichte Deitraqsein- nähme erst im Jahre 1933 haben. Genau den gleichen faulen ■Sauber machen sie uns bei den Zinse'nnahmen vor. Wir sollen ihnen glauben, daß In diesem Jahre die Berzinsung von 6 Proz.. im Jahre 1932 nur 5 Proz., im Jahre 1942 4 5 Proz. und von 1952 ab nur noch 4 Proz. betragen wird. Daraus ergibt sich dann eine Vermögensentwicklung, die aller WirkNchkeit spottet. Man könnte über diesen konzentrierten Unsinn, der sich da in drei versicherungstechnischen Bilanzen austobt, wobei die letzte Bilanz die vorhergehende als grandiosen Unfug enthüllt, mit einer 5?andbewegung hinweggehen, wenn n'cht dieser versicherungsmathematischs Zauber dazu herhalten müßte, die Fordernna nach einer Erhöhung der Renten- leistungsn durch Exhöhuna des Steigsrnngsb-trages von 15 auf 20 Proz. und seine Finerung in festen Markbeträgen abzuwehren. Daß diele Forderung, die d'e sazw�demokra- tische Reichstaasfraktion bereits Antang vorigen Iabres in ihrem Antrag Nr. 10-5 erhob, durchführbar ist»eigt die em- gangs geschild'rte Finanzeniw'cklunq der R-!chso»rstche- rung-anstalt. Der Reichstag hch deshalb di» Pst'cht bei der bevorstehmden Beratung der Novells diesen Ausbau der Rentenleistungen vorzunehmen. Kabinett in Permanenz. Die Suche nach dem Ausweg. Das Reichskabinett setzte in der unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung seine Beratungen über die Deckungsvorlag«, die Steuersenkungen für 1331 und die Frage der Arbeitslosenversicherung fort. Die Verhandlungen werden heute um 11 Uhr vormittags wieder fortgesetzt und womöglich zum Abschluß gebracht werden. Sollte dies jedoch nicht gelingen, jo bleibt die Mög- lichkest, sie auch am Donnerstag nach Beginn der zweiten Lösung der Doung-Gesetze fortzuführen. Eine Vertagung des Reichstags wegen einer etwa ausgebrochenen oder drohenden Regierungskrise dürfte auf keinen Fall in Frage kommen. Der Fraktionsvorstand der Deutschen Volks- parte! hielt am Dienstag vormittag im Reichstag mit dem Finanzminister Dr. Moldenhauer eine längere Besprechung ab, in der die Dorschläge erörtert wurden, die in den letzten Tagen zur Bermsttlung zwischen den Meinungsverschiedeu- Herten über die Ausgleichung des Etats 1930 gemacht worden sind. An der Sitzung nahm auch der Direktor der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft v. Stauß teil. Der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion tritt heute 2 Uhr nachmittag zusammen, eine Stunde später die Fraktion selbst. Die Spannung in Spanien. Auf Biegen oder Brechen. Krauen, wehri euch! Kammergericht für doppelte Moral. Die 27. Zivilkammer des Landgerichts 111 hat«ine Ehe für nichtig erklärt, weil die Ehefrau ihrem Manne ver- schwiegen habe, daß sie vor der Ehe vier Liebhaber gehabt habe. Die Frau legte Berufung ein, wobei sie darauf hstz- wies, daß der Mann vor der Ehe ein ausschweifen- des Leben geführt hübe. Das Kammergericht wies die Berufung zurück mit folgender Begründung: „Unerheblich ist, ab der C h e ni a n n selbst vor seiner Ehe zahlreich« Liedesoerhäümsse gehabt hat. Di« g«ltend«n sitt- lichen Anschauungen verwehren dem Mynne den vorehelichen Verkehr nicht, gestatten ihm diesen vielmehr ohne Schniälerung seines sonstigen Ansehens, verübeln diesen aber der Frau und finden nur in einem ernsthaften Licbesver- hältnis allensalls eine Entschuldigung für einem vorehelichen Verkehr der Frau. Aber nicht die Tatsache allein, daß die beklagte Ehefrau vor ihrer Ehe Liebesbezlehunge» unterhalten Hab«, rechtfertige die Anfechtung der Ehe gemäß§ 1333 des BGB., sondern vor allen Dingen die Häufigkeit und der Wechsel dieser Beziehungen sei« t n fchwerersittlicher Fehler der beklagten Ehefrau, denn man erkenne aus ihm ihr« mangelnde Beherrschung in ge- schlechtl icher Beziehung." Was bei der Frau ein„schwerer sittlicher Fehler" ist, ist beim Manne unerheblich! So sagt das Kammergericht— aber nicht die geltende sittliche Auffassung. Es ist die Moral von vorgestern, die das Kammergericht zur Norm gemacht hat, die Moral des Sichauslebens des Mannes, d i e M o r a l desl Korps st udenten tum s. Was das Kammer- aericht moralisch nennt, ist doppelte Moral, ist im tiefsten Grunde unsittlich. Wenn die Korpsstudentenmoral zur Norm wird, ist kein Wunder, daß die Justiz immer weiter an Ansehen verliert! Madrid, 4. März, l Eigenbericht.) Die politische Lage in Spanien wird immer denn- ruhigendcr. Es ist nicht ausgeschlossen, daß schon in den nächsten Tagen im ganze» Lande blntige Ereignisse sich abspielen. Vorläufig herrscht noch Ruhe. Die Ursache der allgemeinen UnzufriÄenheit ist einmal in dem Woribruch der neuen Regierung zu suchen, die trotz ihrer klangvollen Versprechungen bei der Uebernahme der Ueber- nähme der Macht der alten Diktatur eine neue folgen ließ, die Wahl der Nationaloersammlung hinausschob und die Zensur gegen Presse, Post, Telegraph und Telephon noch verschärfte. Die Eni- töuschung und Erbitterung des Landes, das bereits die Diktatur- dämmerung gekommen glaubte, drückt sich in einem ungeahnten Aufschwung der republikanischen Bewegung aus. Die Rode Sanchez Guerras, der den König für die Ausrufung der Diktatur mit veron-wortlich machte, hat im ganzen Lande großen Eindruck gemacht. Kein Politiker in ganz Spanien wogt es heut«. den König öffentlich zu verteidigen. Dagegen find sich die Politiker aus asten Lagern in ihrer überwiegenden Mehrheit darüber einig. daß die Frage der Verantwortlichkeit des Königs neu ausgerollt und dl« Aufhebung der Zensur sowie di« Ausschreibung von Neuwahlen sofool erfolgen ymß- Könlg und Regierung tz denken nicht daran, diesen Forderungen nachzugeben, sie ver- schärfen im Gegenteil Immer mehr ihren Kurs der rektionären Diktatur. Am Montag sind wieder zwei republikanische Uni- versitätsprosessoren der juristischen Fakultät der Univer- sität in Madrid ins Gefängnis geworfen worden. Unter diesen Umständen gibt es nach der Auffassung maßgebender Poliiiker war zwei Lösungsmöglichkeiten, entweder trete die Regierung zurück, oder aber die allgemeine Erbitterung der diktaturmüden Bevölkerung macht sich gewaltsam Luft, wozu schon heute zahlreiche Führer der republikanischen Bewegung aufforderten. Was dann komme, sei vorläufig nicht abzusehen. Lockerung der Auslandszenmr? Paris. 4. März. Nach einer Meldung der Agence Havas aus Madrid erklärte der spanische Minister des Aeußeren den spanischen und ausländischen Journalisten, daß er den Nachrichten� o genturen volle Freiheit lasse, segliche Nachricht unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit(„Was bedeutet das? Rd». d- 25") zu verbreiten Der neue Innenminister. Der KvrS wird gehalten? am Die Gtahlruie. Kommunisten untereinander. Di« rechtskommunistifche„Arbeiterpolltik" teilt mit:„Fstr Mo Ii. tag abend hatte eine Gruppe oppositioneller Parteigenossen im Wedding zu einer internen Versammlung eingeladen, in weicher der Genosse B r a n d l e r über den Oktober 1923 sprechm sollte. Di« Zentrale schickte nach gemachten 25ers.�?rakti»,»ers««ml»»g Wl mit ErmpaMlitrenden Doninrstaa, IS Mir, im Lokal Tempel. Lichten. m bcrft, Eudrunitr. 7. Tagesortmuna: 1. Die wirtschaftlich« Loge uich S die Betriebsrätewahlen. Zicscreirt:(Senolle Stiefemonn. 1 Disiutswu. UZ Der israitia»«>»rsta»I>. �reie Gewerkschafts»Luqend Verlin Heute. Mittwoch. llln, tagen die Gruppen:»anmschulenweq: Iugendh-im Ernltiir. I«. UnterkaliunasabenS.— Slardrinq: Zugend- beim. Lchule Lonncnburqer Str. AI. Scimbesprechuna.— SchSndauicr Tor: IugendiKim Zeiddenlcker Str. 24— 25. Keimbesprechung. Wir lesen ssalirten» berichte.— Weißensec! Kruppcnlieim Deigcnsee, Parkitr. 36, Heimbesprechung. — Neukölln I: ebruvpencheiM?eraftr. A kHofl. Heiinbesprechung und Kampf» liebcrabert». Seimausweiz und Lerbandsbuch mitbringen— Lüden, Süd- lvestcu: Stadt, gugendd-im. Vorckstr. 11 fiZabriigeidgudel. Seimbesprechung. Brettspielabend. Ohne Verbandsbuch und Seimausweis kein Zutritt.— Reu- Inlln III! Zugendlieim Mugbafcnsir. 6«. Seimbesprechung. Bunker Abend.— Osttreis: Schule Scharnweberstr. 2g. Zugendkursu»: �Zieigewerkschaftliche Jugcutarbcit". Referent: L. Pickert. .�voendanwpe dess�eniralverbandes der Anaeffellten ySüfl Leute. Mittwoch, finden»folgende Beranflaltunge» statt: Schönhan'er Borstadt: Zugendkieim Sastanienalle« 81. BorNaa:.Das Welen der Reklame". Referent: gren.— Sesundbruaaen: Zugcndbeim Or'bstr. IN. vt. Borirag:..Unsere Segner". Referent: Orw Lamm. Nordost: Iug-nddeim Dan.riger Str. 62 fBarack« 8). Seimbesprechung. Anschließend lesen wir au»: .Die Räuber".— Osten: Iugenddeim drr Schule Litauer Str. 18. Kurzreferat«. — Stralau: Iugendlieim der Schule Eoßlerltr. 61. Sruppenbesprcchung.— Reukölln: Zugendbcim Bobmische Str. 1— t. Ecke Kanner S'rgfie. Wir besuchen dir Versammlung de» Wcrbebeiürls. Südost: Jugendheim Krongelstr. 128. Liederabend und Stegreifspiele.— Spandau: gugendheim Lindenufer 1. Seim» abend.— Potodam-Siowawe»: Jugendherberge in Rowawes, Prirstcrftrabe. Vortrag:»Ein Tag auf dem Arbeitsgericht". Referent: Werner Decker._ Verantwortlich»Ur Politik: Dr. Eurt Seqee: Wirtschaft'®. tNiagelhöser: Seoartschgst-dewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. Iohu Schikowski: Lokalr» und Sonstiges Fritz Karstadt: Anicigen: Tb Stocke: samtlich in Berlin. Verlag: Vorwiirts-Verlag<6. m b. S. Verlin Druck: Borwürts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Ea.. Verlin SW 68 Lindcnltraße 3. Sierra 1 Beilage und.Uuterdaltuua und Vilsen» t werfet für t Teuer f3 H "Für die Herstellung guter Suppen gibt es viele Rezepte, keines aber ist einfacher und billiger als dieses: nimm MAG GH Suppen- Würfe! Ar. �01» 47. Jahrgang Mittwoch, S. Mörz �930 Sparmaßnahmen im Schulwesen. Siadtverordnetenversammlung sorderi Prüfung in einem Gonderausschuß. sinÄ die vom Rer!in«r Magistrat beichlossrnrn Spar- maßnahmen im Schulwesen in dem Unrfonge notnxnidig, tten der Bes6)luß vorsieht? Stadtschulrat Niidohl glaubt bis nicht— und er hat in der gestrigen Stadtverordneten- s i tz u n g, wo die Angelegenheit zur Sprache kam, keinen Awcisel über sein« abweichende Meinung gelassen. Als Dezernent für das Schulwesen der Stadt Hot er den Beschluß zu vertreten und aus, zu führen, aber als Schulmann hält er ihn für zu weit gcheard. Das ist auch die Meinung der sozialdemokratischen Fraktion, die gestern zusormnen mit der Zentrumsseoktion eine nach maiig« Prüfung der Sparmaßnahme durch einen einzu- setzenden Sonderausschuß forderte. Stadtverordneter Genosse Kreuziger trug in überzeugenden Ausführungen die sehr ernsten Bedenken vor, die man— um der Schule willen und auch wegen der Junglehrer— gegen eine so stark« Hcraufsetzuirg der Klassenfrequenz haben muß. Was da geplant wird, de, zeichnete er als ganz unmöglich. Die Einsetzung eines Sonderausschusses zur Prüfung wurde beschlossen. * Bor Eintritt in die Tagesordnung gab Stadtv.' Pieck(Komm,) eine Erklärung ob, die sich mit dem vom„Vorwärts" am Sanntag oerössentlichtcn Ausruf der konimuniftsschen Opposition um die Stadträte Letz und Raddotz herum beschäftigt. Die Erklärung löste bei der Versammlung L a ch st ü r in e aus, man bezeichnet« llerrn Pieck als F a st n a ch t s r c d n c r, der am falschen Orte rede, Schließlich ging die Rede des Lorsshenden der Koimnumstischen Partei und ihrer Stadtfroktirn in allgemeiner cheitcrteit unter. Das ist eigentlich in langen, langen Jahren parlamentarischer Praxis nur Zerren Pieck in dem Umfange passiert, wie es gestern geschah. Die Erklärung ist ein so hervorstechendes Fabrikat kammunistischcr Geistesverwirrung, daß wir sie im Wortlaut bringen wollen: Die kommunistische Stadtoerordneteusraktian stellt sest, daß im Zrrsanunenhanq mit der Anwendung aller Machtmittel der Staatsgewalt(Polizeiterror, Klassenjustiz, Verleumdungsfeldzug. Ausnahmegesetz) gegen die Kommunistische Partei die SPD. bei der Bestätigung der kommunistischen Stadträte aufs neue beweist, daß sie als Parte! der Bourgeoisie ihre Funktionen im Staatsapparat m erster Linie zum Kampf gegen die revolutionäre Arbeiterschaft und die KPD. bwnstt und als führende Kraft bei der Faschisierung der Staatsgewalt tötig ist, Diese Tatsache wird auch dadurch bestätigt, daß der Oberpräsident im Austroge der vreußischcn Koalitionsreqieruna und auf Jni- tiotive ihrer sozialdemokratischen Minister und der sozialdcmo- krati-schen Mogistratsmehrheit die Stadträte Letz und Raddatz bestätigt, weil sie sich vorher verpflichtet hatten, «ine Erklärung der Sozialfaschisten zum Kampf gegen die KPD, zu unterzeichnen. lStürniische Heiterkeit bei den Sozialdemo- kraten,) Diese Korrinnpierung von Funktionären durch Per- »prechen irgendwelcher mit materiellen Vorteilen verbundenen Posten kennzeichnet da? Wesen der Sozialdemokratischen Partei. Vir stellen sest. daß die Stadträte Lest und Raddotz ohne Zu- stimmuna der Kommunisten die Sladkrotsmondale angenommen stechen. Diese Stadträte haben ihre Posten auf Grund einer«ger. die Kommunistische Partei und die revolutionär« Arbester- schäit verübten Täuschung erlangt.(Erneute Heiterkeit.) Auch die Stadtverordnete Frida Rosenthol Hot ihren llelvergang zu den Sozialfaschisten vollzogen, nachdem ihr von diesen ein« städtische Bcamtenstelle vriichofft wurde. Die revolutionäre Ar- Keiterscheift würde unter der proletorischen Diktatur diese korrupten Elemente an die Wand stellen! Für die zur Beratung kammendcn Anträge wird die Abstim- imivq vertagt, sie findet am Donnerstag in der ordentlichen Sitzung statt. Die Dolkspartei hotte beantragt, die Grschästsordnung kvr Stadloerordnctenversammlunq einer Rachprusung zu unter- ziehen. Verbunden mit diesem Zlntrog ist die Beratung der Anträge der Kommunist«« aus Oessentlichkeit der Sitzungen oller städtischen Körperschaften und der Anträge der Nationalsozialisten, die die Fortführung jeder Plenarsitzung bis.zur Erledigung der Tagesord- nung forderten. Während der Beratung, die besonders bei den Reden der Stadtv. Pieck(Komm.) und Treff(Not.-Soz.) oft stür- misch« Heiterkeit brachte, erweiterten die Nationalsozialisten ihren Antrag noch dahin, daß die Sitzungen im Rundfunk übertragen werden sollte». Der Ilebenveisung an einen Sonderausschuß wurde schließlich mit großer Mehrheit jugestiirnnt.— Mit den Sparmaßnahmen bei der Schulverwaltung hefchäfligten sich Anträge der Sozioldeinotraten, denen sich die Zentnimsleut« anschlössen, und der Nationalsozialisten Die j o z i a l b ejn o k r a t i s ch c Fraktion erhob in ihremjtlntrog Protest gegen die Sponnaßnohinen des Mogistratz hei der«chulncrwaltung und die damit verbundene Heraufsetzung der Klassen- sreguenz und forderte die Durchberctung aller Sparobsichtcn bei der Schule in einem Ausschuß. Die Nationalsozialisten wandten sich ebenfalls gegen die Klassenircqucnz uod forderten weiter Maß- nahmen der Berkehrsgesellschoft für die Beförderung von Schülern. In sehr wirkungsvoller Weife beschäftigt sich«tadtn. K rcuzstgcr (Soz.) mit ollen Fragen, die mit den Schulsparmoßnadinen zusammenhängen. Kreuziger betont«, daß»ran vernünftigerweise die Schulverwoltung allein nicht von der Sparerei ausschließen könne. Zlber besonders die Hcraussetzung der Klassen- sreguenz sei sehr gefährlich, weil bei der heutigen Ilntci- richtsart die Uebcrlastung der Lehrer viel leichter eintritt. Schon eine Klassenbesetzung von 30»chülern sei bedenklich. Der Abbau der •350 Junglehrer sei eine Fehlmaßnahme, weil ständig Lehrerersotz gebraucht wird, so daß es zrossicre» kann, daß jetzt Lehrer entlasse» und morgen neue eingestellt werde». Bei einer Verwirklichung der nationalsozialistischen Forderung, die Gehälter der Schulnufsichts- beomten zu kürzen, uni damit die Schulklossen zu erhalten, würden bei selbst radikalstem Gcholtsabbau nach nicht die Mittel für eine einzige Klaffe herauskommen Die Nationalsozialisten seien wohl Antragsfabrikanten, aber nicht Rechner.(Bravo bei den Sozial- demokrate»,) Die Restner der Volkspartci, der Demakratcn und der Wirtschaftler schlössen sich im wesentlichen diesen Ausführungen an, Skadtschulrol Nydahl betont« gegenüber einem Vorredner, daß er im Plenum die Meinung des Magistrats zu vertreten habe unbc- schadet seiner Meinung als Schulmann, Alle Anträge wurden dann einem Ausschuß überwiese»,— Gegen die Nachtloxc bei den slädli- schcn Verkehrsmitteln wandte» sich die Komumste». Der Behauptung des Stadtv, Behrendt(Kamm.), die erhöhte Nachttaxc müßten nur spät heimkehrende Arbeiter bezahlen, weil Nachtschivärm!» Auto und Droschke fahren, trat Stadtv, Flatau(Soz.) entgegen, der an Hand von Sialistikcn feststellte, daß die Nachtwoge» der BVG, in der Hauptsache gerade van Nochtbunimlcrn benutzt werden, die .Zu ihren Zlusgaben für Aergnügimqen ruhig noch die erhöhte Nochi- laxe tragen könnten. Für die Nachtarbeiter seien aber Ausnahmen dringend notwendig. Flotau brachte folgenden Fusatzantroiz ein; Für Arbcstuvhmer und fUcingemerbetreibende. die beruslich Nachtarbeit zu leisten haben und Fostrgclegenheii benutzen müssen. sollen Ausweiskortcn eingeführt werden, die aus Grund einwandfrei erbrachten Nachweises den»achlarbeiienden Arbeit- nehmern ausgehändigt werden und zur Benutzung der Verkshts- mittel der Stadt Berlin zum normalen Tagcssohrpreis berechtigt, auch während der Zeit, für die die erhöhte Nochtlarc sonst gilt. Di« Abstimmung wurde ausgesetzt. Prot« st antrage der Kommunisten gegen das D e in 0 n st r a t i 0 n s v c r b 0 t, gegen die Durchsuchung des Liebt necht-Houfes und ähnlichcr An- gelegenheiten begründete Stadtv. Pieck(Komm) vor völlig geleertem Hause in langer Rede. Es mar bis alte Platte aus dem„Laut- archiv" der Kommunisten zentrele, unseren Lesern von vielen Ge- lcgenheiten her bekannt. Herr Pieck schloß schließlich mit einem drei- fachen„Rat-Front", in das die ganze konimunistifche Geselljchait nüt um 00 Krad gewinkeltem rechten Arm einstimmt«. Die Na tionalsoziolisten hatten ebensolche Anträge für ihr Ressort eingebracht. Um UIO Uhr langweilte dann noch Stadtv. Engel(Not.- Soz.) die Versammlung mit„lichtvollen" Ausführungen. S00 Arbeiter in Lebensgefahr! Ganze Landstrecken in Sudffrankreich fortgeschwemmt.- Bisher 37 Tote. Paris, 4. März. Die Uebcrschmcmmu ngrn in Tndfrankreiel, haben eine» katastrophalen(sharakter angenommen. Das Uebersrhtnemmungsgebiet stellt ein Bild wüstester Zerstörung dar. Große La»d st recken sind einfach verschwanden, die Hänge der Weinberge fortgeschwemmt, Gisenbahndämme vollkommen zerstört und-Häuser durch Unterspülung vollkommen eingestürzt und dem Erdboden gleichgemacht. Der Tunnel von Mal- pes ist auf über die Hälfte zusammengebrochen. In E a st r c s sind zwanzig Tote, in Moütauban vier, in Mazamct zwei und in Eahuzoe ein Toter zu beklagen. Feuerwehren. Infanterie und Pioniere leisten auf- opfernd Hilfe, doch ist es oft nicht möglich, an die gc- fährdcten Stellen heranzukommen. Zahlreiche Personen befinden sich in äußerster Lebensgefahr. Beson- dcrs in der Gegend von Eastre� ist es nicht möglich, allen Hilfe zu bringen. Verzweifelte Rufe dringen aus den unterspülten Häusern. Doch hieße«S Selbstmord begehen, wenn mau es wagen würde, sich mit einem Boot auf den reißenden Fluß zu begeben. Am Ufer desAgout stürzte ein Haus ein, ohne daß auch nur eine Spur der ehemaligen Baustelle zu erbicken ist. An den Ufern des Tarn ist die Gefahr besonders groß. Ein Elektrizitäts- werk wurde von den Wassern fortgeschwemmt. Zehn Soldaten ertranken, livst Arbeiter in einer Rah- rungsmittelfabrik sind noch immer von den Fluten eingeschlossen, ohne daß ihnen Hilfe ge- bracht werden könnte.— Von sozialistisckicr Seite ist in der Kammer ein Antrag eingebracht worden. einen Nredit von zehn Millionen Franken für die Geschädigten zur Verfügung zu stellen. Die aus den Ueberschwemmungsgcbieten eingetrosfenen Noch- richten lassen nur annähernd crke>»nrn, wieviel Personen bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind, und mit welchen Sachschäden Zu rechnen ist. Nur die Iolss der Opfer einzelner Ortschaften ist Pe-' kaimk. Die Stadl Eastrcs(Departement Tor») selbst steht vollkom-, wen unter Wasser:? Häuser sind eingestürzt. Aus Mazomet im gleichen Departement wird ein Toter gemeldet. Die hier gelegenen zahlreichen Fabriken können nicht arbeiten. Der durch das Wasser angerichtete Schaden wird auf 2 0 Millionen veranschlagt. Auch die Ortschaft Cahuzac hat einen Toten zu beklagen. Am schwersten dürfte wohl die Stadt St. Sulpicc mitgenommen sein, in der nicht weniger als 2k Häuser eingestürzt sind. Die Eiscnbahnstrecken Alibi —Toulouse und Aklii— Eastrcs sind unterbrochen. Heute früh wurde gemeldet, daß die Garaime zwei Nieter gefallen ist. Der Canal du Midi ist über seine Ufer getreten. Zwischen Narbonnc und Earcas sonne liegt jeder Verkehr still. In Bessieres stürzten 15 Häuser ein. Auch die Eisenbahnverbindungen Toulouse— Lam guedoc und Toulouse— Norbomre siind unterbrochen. t/Httituc- & 16. Während all dieser Stunden erwartete Picdade de Jesus ihren Gatten. Sie hatte unruhig vor der Tür gesessen und hatte die Uhr schlagen hören— acht, halb neun, neun, halb zehn. Heilige Mutter Gottes, was tonnte ihrem Mann wohl geschehen sein? Er war doch noch immer schwach und trank, und seit er nach Tisch verschwunden war hatte sie nichts mehr von ihm gehört. Noch nie hatte er etwas Derartiges getan. Zehn Uhr. Sie rief Maria, die Heilige Menschenmutter um Hilfe an. Dann rannte sie ans Portal, aber niemand hotte Jeronymo gesehen, niemand konnte ihr irgend etwas sagen. Also lief sie die Straße hinauf bis zur Ecke, ober auch hier war von ihrem Mann keine Spur, und sie kehrt« verzweifelt zurück. Um halb elf schloß sie die Tür zu, setzte sich hin und wartete: ihr Herz schlug ihr bis zum 5?alse hinnuf, und ihre Ohren lauschten gespannt auf seinen Fußtritt. Endlich legte sie sich tvdesmatt wieder aufs Bett, ohne sich jedoch auszuziehen oder die Lampe auszulöschen. Im Nebenzimmer wartete auf dem Tisch noch dos fertige Abendbrot, das sie ihm rechtzeitig bereitet hatte. Sie fand keinen Schlaf: tausend Aengste und Vcrmutun- gen jagten ihr durch den Kopf. Sie sah im Geiste ihren Mann in unzählige Kämpfe verwickelt und von unzähligen Messern durchbohrt. Und in all den blutigen Szenen spielte Firnw die Hauptrolle. Zuletzt gab ihr milder Körper nach, und sie ver- siel w einen Halbschlaf, aus dem sie der leiseste Laut weckte. Dann stürzte sie ans Fenster. Aber weher das erste, noch das zweite, noch das dritte, noch irgendein? von den anderen Malen, wenn sie so begierig ins Dunkel hinausstarrte, war es Jeronymo. Als es anfing zu regnen, wuchs Piedades Qual noch mehr, denn jetzt stellte sie sich ihren Mann ,m offenen Boot auf hoher See draußen vor und sah ihn nor Kalte erstarrt. Sie kroch zu ihrem Betschemel und betete mit vor Angst heiserer Stimme. Bei jedem Blitz und dem leisesten Donner- schlag duckte sie sich entsetzt zusammen. Ihre Phantasie schuf ihr immer größere Leiden. Der Regen vom Doch flüsterte ihr schreckliche Dinge zu: der Rauch von der Lampe schlängelte sich zur Decke hinauf, als wolle er versuchen, llnglücksbot- schaften in die Luft zu schreiben. Als ihr Blick auf einen alten Rock und Hut an einem Nagel an der Wand fiel, schrie sie vor Angst auf, so lebhaft erinnerte sie das an einen Körper, der am Galgen hängt. Zitternd und schwach be- kreuzigte sie sich und kroch wieder ins Bett. Sie hätte gern gewußt, wie spät es war, scheute sich aber, auf die Uhr zu sehen. Ihr schien, als seien Tage vergangen, seit sie ihre ein- same Wache begonnen hatte. Wieder verfiel sie in einen Dämmerschlaf, aus dem sie plötzlich aufschreckte. Gewiß, sie hatte draußen im Hof Stimmen gehört, Unglücksboten, dachte sie. Sie hielt den Atem an und lauschte gespannt, aber es herrschte bald wieder Stille. Es war wohl Alexandre, der von seinem Nachtdienst zurückkam. Vielleicht konnte der ihr helfen. Und sie versuchte aufzustehen und zu ihm zu gehen, aber sie zitterte von Kopf bis Fuß und war zu schwach zum Laufen. Allmählich bekam sie das Gefühl, es würde nie mehr Tag werden. Es war August, und die Sonne schien sich nor dem kalten Morgennebel zu fürchten. Um fünf Uhr— sie hörte die Kirchenglockc fünfmal schlagen— vernahm sie Stimmen auf dem Hof: gedämpfte Laute und— Santa Maria— konnte das die Stimme ihres Mannes fein? Wie ähnlich sie klang! Und die andere war eine Frauenstimme. Aber nein, wenn Jeronymo gekommen wäre, wäre er doch bestimmt gleich nach Hause gegangen, um sie von der Angst zu befreien, in der er sie sicher wußte. Wahrlich, diese Schreckensnacht hatte ihre Nerven aufgerührt, und sie hört« Dinge, die gar nicht geschahen. Aber es wurde doch heller: allmählich fing das Haus an lebendig zu werden, und feine Einwohner gingen mit dem Wiberwillen, mit dem man immer die Woche beginnt, an die Arbeit. Die Köpfe toten ihnen von den Ausschweifungen der lustigen Sonntagsfeier noch weh, und kein stürmischer Empfang begrüßte den Anbruch des neuen Arbeitstages. Aber die Häuser wurden aufgeschlossen, und der morgend- liche Lärm vor den Wasserleitungen begann von neuem. Piedade warf sich einen Sclial um die Schultern und lief in den Hof. Machon a stand schon auf ihrer Schwelle und hotte gerade mit großem Hollo ihre ganze Familie geweckt. „Guten Morgen, Nachbarin, und wie geht es Ihrem Mann? Besser, hoffentlich." Piedade antwortete unter Stöhnen:„Ach, fragen Sie mich nicht." „Was ist denn los— geht's ihm schlechter?" „Er war die ganze Nacht nicht zu Hause." „Nicht zu Hause— Herr des Himmels, wo war er denn?" „Ich Hab', weiß Gott, keine Ahnung." „Na, ist er denn noch immer nicht zurück?" „Nein, und ich bin total kaputt. Ich Hab' die ganze Nacht kein Auge zugetan.�Jch bin die unglücklichste Frau der Welt." „Ja, glauben Sie denn, es ist ihm etwas passiert?" Statt aller Antwort fing Piedade an zu schluchzen und wischte sich die Tränen mit dem Zipfel ihres Schals ab, während die andere ihre Stimmtrompete ansetzte und dem ganzen Hause die sensationelle Neuigkeit mitteilte, Jeronymo hätte die ganze Nacht keinen Fuß in sein Haus gesetzt. „Vielleicht ist er ins Krankenhaus zurückgegangen", meinte Augusta, die ihrem Papageienkäfig die Reinigung zu- teil werden ließ, die er dringend nötig hatte. „Rein, er ist doch gestern endgültig aus dem Kronken- haus entlassen worden", wandte die andere ein. „Und außerdem wird man da nach acht Uhr abends gar nicht mehr eingelassen", fügte eine andere Waschfrau hinzu. Es wurden noch allerhand Hypothesen aufgestellt, und man schien allgemein geneigt, Jeronymos seltsames Be- nehme» zum Tagesgespräch zu machen. Piedade beantwortete olle an sie gericksieten Fragen kühl. Sie war blaß und fassungslos und machte keine Anstalten, an ihre Wäsche zu gehen. Sie hotte noch immer die gestrigen Kleider an, und dos Essen widerstand ihr. Sie konnte nichts weiter tun, als weinen und wehklagen. „Ich unglückseliges Geschöpf". wiederHolle die Arme on dauernd. „Wenn Sie so weiter machen, werden Sie sich ja schön runterhrmgen", warnte Machono, die ihre Arbeit unter- brachen hatte, um in ein Butterbrot zu beißen.„Warum stellen Sie sich denn bloß so furchtbor an? Ihr Mann ist doch nicht tot, und Sic sollten sich nicht soviel grämen" „Woher weiß ich denn, daß er nicht tot ist", jammerte die Frau,„wenn Sie wüßten, was ich heut nacht für entsetz- liche Dinge gesehen habe" „Haben Sie ihn im Traum gesehen?" fragte Machona sichtlich erschüttert. (Fortsetzung folgt.) wann begann Berlins Defizit? schnellere Proiung der Hechnungsiegung notwendig. Der Haushaltsausschuß der Stadtoerordnetenoersamm- lung erledigte gestern unter anderem die Rechnungslegung über den Haushalt tSZfr Es ergab sich dabei, daß der Haushaltsvoranschlag mit lüg Millionen überschritten war, wovon aller- dings ein erheblicher Teil auf die nachträglich durch die Stadtoer- ordnetenoersammlung bewilligten Vorlagen entfiel. Immerhin wurde festgestellt, daß die nichtbewilligten Ueberschreitungen im Ordinarium und Extraordiiwrium zusammen über 6g Millionen betrugen. Hier- von wußten bisher die städtischen Körperschaften nichts und kamen so zu der falschen Ansicht, daß die damals festgestellten Mehrbeträge an Einnahmen(insbesondere etwa 33 Millionen Steuern) in den Haushalt 1923 eingestellt werden konnten. Dieses Mehr war aber tatsächlich nicht vorhanden, sondern im Gegenteil— rechnungsmäßig lag schon danmls ein Defizit vor. Es zeigt sich also fehl, daß die gegenwärtige Ainanzkalamilät bereits durch Mehrausgaben in lange zurückliegender Zeit verursacht ist. Derartiges tonnte nicht passieren, wenn nicht die Ausstellung und Prüfung der Rechnui»g jahrelang gedauert hätte. Es wurde verlangt und auch zugesagt, daß in Zu- kunft schon während des Rechnungsjahres selbst die Prüfung beginnt, so daß voraussichtlich spätestens ein Jahr nach Ablauf des Haus- Haltsjahres die Rechnung geprüft und von den städtischen Körper- schasten genehmigt' ist. * Zwischen der Stadt Berlin und den städtischen Gas- werten einerseits, der Deutschen Ga s g e se lls cha f t A.'G. und ihrer Tochtergesellschaft, der Gasbetriebsgesellschaft andererseits ist ein A u s ta u s ch v e r t r ag abgeschlossen worden, durch den eine vernunstgemäßere Verteilung der beiderseitigen Ab- satzgebiete erreicht wird. Danach übernehmen die städtischen Gas- werte die Versorgung von Grünau und C l a d o w. die bisher zum Versorgungsgebiet der privaten Deutschen Gasgesellschaft ge- hörten. Eladow wird zwar tatsächlich bereits von den städtischen Gaswerken versorgt, es hatte aber mit der Deutschen Gasgesellschatt einen Versorgungsvertrag geschlossen, auf den jetzt formell verzichtet wird. Die städtischen Werke überlassen dafür die bisher von ihnen belieferten, aber außerhalb des Gebietes von Groß-Berlin liegenden Bezirke Eichwaldo, Zeuthen und M i e r s d o r f der Deut- schen Gasgesellschaft. Der Gasabsatz in Grünau ist etwas größer als der in den abgegebenen Gebieten, die Stadt erwirbt auch aus Grund des Austauschvertrages das Gaswerk Grünau und die dazu gehörigen Grundstücke in Größe von 3833 Quadratmeter. Schutz der Wohlfahrtspflege! Spart nicht bei den Armen und Wöchnerinnen. Di« sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion bringt im Rathause folgenden Antrag ein: Der Magistrat hat aus dem Gebiete der Wohlfahrls- pflege Sparmaßnahmen angeordnet, die in vielen Fällen zu außerordentlichen Härten führen. ll n l e r st ü h u n g s- empfänger, die bisher unentgeltlich oder für 10 Pf. Speise- marken für die städtische Voltsspeisung erhielten, müssen die Marken jetzt mit 25 Ps. bezahlen, so daß eine Verkürzung ihrer Bezüge bis zu 7.50 M. im Monat eintritt. Für Wöchnerinnen der niedrigsten Lohnklassen. die eine geringere Unterstützung erhalten als die von der Wohlfahrt betreuten Wöchnerinnen, sind die städtischen Zuschüsse gestrichen. Zn der Milchverbilllgungsaktion tst die für Säuglinge zu gewährende Milchmenge einheitlich auf einen halben Liter festgesetzt. Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen: Zu alle» Fällen, in denen eine ausreichend« Ernährung nicht gewährleistet ist. soll nach wie vor die Abgabe von Speisemarkcn unentgeltlich bzw. für den Betrag von 10 Ps. erfolgen, wöch. nerinnen, deren Unterbringung aus eigener und Famillenversiche- rnag unter dem städtischen Satze bleibt, erhalten einen Zuschuß in höhe der Vifserenz. In der Säuglingsfürsorge kann der Sah von einem halben Liter Milch überschritten werden, wenn der leitende Arzt aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen die Tkotwendigkcit anerkennt. Das Jugendamt ist von solchen Fällen in kcnutnis zu sehen. Der Magistrat wird ersucht, eine entsprechende Abände- r u n g der erlassenen Bestimmungen vorzunehmen. Oüßeidorfer Mörderbrief? Ein Gutachten Magnus Hirschfelds. Der Düsseldorfer Mörder macht wieder von sich reden. Wie er- .nnerlich, hat in den polizeilichen Ermittlungen ein von ihm ge- schricbener Brief eine große Rolle gespielt. Er hatte darin so genau die Stelle bezeichnet, wo er die Leiche der kleinen Halber- mann vergraben, daß diese tatsächlich gesunden wurde. Der Brief war bei der Redaktion des kommunistischen Blattes„Freiheit" eingegangen und von der Polizei beschlagnahmt worden. Vor einigen Tagen hat das kommunistische Blatt einen sechzehn Seiten langen Brief erhalten, dessen Schreiber sich als der Düsseldorfer Mörder bezeichnete. Das Blatt hat'den Brief an den Berliner Sexualforscher Magnus Hirschfeld zur Vegutachwng geschickt und gleichzeitig seinen Inhalt veröffentlicht. Die Düsseldorfer Polizei versucht« auch diesmal den Brief zu beschlagnahmen, mußt« aber erfahren, daß er sich in Verlin befindet. Aus Veranlassung der Düsseldorfer Staats- anwallschaft wurde er nun von der Berliner Kriminalpolizei be- schlagnahmt. Das Gutachten des Sanitätsrats Dr. Hirschfeld geht dahin, daß der Schreiber des richtigen Mörderbrieses nicht mit dem dieses letzten Briefes identisch sei. Die Ashnlichkeiten in der Schrift sind künstlich nachgeahmt, die Abweichungen so zahlreich, daß es sich um die M y st i f i k a t i o n seitens eines Menschen Handelt, der dem Lustmörder seelenverwandt, es gewissermaßen versucht hat, sich in dessen Verbrechen hineinzuversetzen. Die„Rote Fahne" ist aber aus das Geschreibsel, das ihr Blatt in Düsseldorf erhalten hat, hinein- gefallen und macht es zum Ausgangspunkt blöder.Anwürfe gegen die Kriminalpolizei. Zur selben Zeit kommt aus Holland die Nachricht, daß in der Nähe von Bennekom zwei Krankenpflegerin«» von einem Mann« zuerst angesprochen und dann gestochen wurden. Einem von den Mädchen gelang es zu fliehen: als sie mit der Polizei zurück- kam. war ihr« Freundin tot. Die Polizei verhaftete«inen gewissen Jan Hoek. der bereits vor fünf Jechren wegen eines Sittlichkeitsverbrechens verurteill wurde. Obgleich das junge Mädchen ihn wiedererkennt, leugnet er, der Täter zu fein. Zu erwähnen ist noch, daß auch während der EmniMmgen gegen den Düsseldorfer Mörder Spuren nach Rotterdam führten. Schon damals ist ein holländischer Kriminalkommissar nach Düsseldorf gekommen, in der Hoffnung, daß es vielleicht gelingen würde, gewisse Zusammenhänge zwischen holländischen Lustmorden den Düsseldorfern festzustellen. Kammergerichi gegen Stadi Berlin. Oer Propst hat gesiegt, aber den Schaden bat die Kirche. In dem Flaggenprozeß der Stadl Berlin gegen den evon- gelischcn Propst Dr. Häusler hal sich der 14. Zivilsenat dcg Preußischen kammergerichl» unter Vorsitz des Senats- Präsidenten Krüger in der gestrigen Bernfungsverhandlung gegen die Stadt Berlin entschieden. Es wurde anerkannt, daß auf Grund des Benefitialrechts dem Propst da? Dienstgebäude zustehe, und daß die Stadt Berlin dem Propst keinerlei Borschriften über die Art des F l a g g e n s machen könne. Auch ein Hauswirt könne nach dem geltenden Recht einem Mieter Nicht vorschreiben, welch« Fahne er etwa aus seiner Wohnung heraushängen solle. Infolgedessen müsse es dem Propst überlassen bleiben, die Fahne zu hissen, die er bei einzelnen Anlässen für gegeben erachte. Dieses Urteil ist von grundsätzlicher Bedeutung, da nicht nur in Berlin, sondern auch in vielen onderen Städten die Stadtverwaltungen kirchlichen Behörden Ge- bäude überlassen haben, ohne daß es allerdings an anderen Stellen bisher zu gerichtlichen Auseinandersetzungen über die Flaggensrage gekommen wäre. Sobald das Kammergericht den beiden Parteien die Urteilsgründe zugestellt haben wird, will die Stadt Berlin sich entscheiden, ob sie gegen das Urteil des Kammergerichts Revision einlegt oder nicht. Di« republikanische Bevölkerung, gleichviel ob sie einem kirch- lichen Bekenntnis angehört oder nicht, hat aus dem ganzen Streit doch nur das eine herausgehört, daß die evangelische Kirche in Berlin das Hoheitszeichen des deutschen Reichs nicht zeigen will, trotzdem es in der christlichen Lehre heißt: Seid Untertan der Obrigkeit! Den Schaden von dieser Einstellung hat weder die Stadt Berlin noch dos Deutsche Reich sondern einzig und allein die evangelische Kirche selber, und die evangelischen Republikaner und Sozialisten wenden es hoffentlich ihren orthodox-konfervativen Kirchenherren gegenüber an Deutlich- keit nicht fehlen lassen. Selbstmörder in der Oampferschraube. Ein qrausiges FalirihinderntS. Am Dienstag abend machte die Besatzung eines kleinen Schlepp- dampfers, der sich auf der Fahrt zum Humbokdthafen befand, beim Passieren der Spree am Friedrich-Karl-Ufer ein« schaurige Eni- deckung. Der Dampfer mußte nämlich infolge eines zunächst un- dekannten HiAderniisses seine Fahrt verlangsamen und ein Maschinist stellte fest, daß an der Schraube etwas nicht in Ordnung war. Als ein Mann der Mannschaft nach der Ursache schen wollte, entdeckt« er zu seinem Entsetzen in der Schraube menschlich« Körper- teile, die zrnn Teil aus dem Wasser herausragten. Das Schiff legte daraufhin an urtd die Feuerwehr wurde alarmtert. Unter großen Schwierigkeiten wurde dann die Leiche eines Mannes, die zwischen Schraub« und Bordwand eingequetscht und fast bis zur Unkenittlichkeit zerftüinmelt war. geborgen Nach dem Befund scheint es sich zweifellos um einen Menschen zu handeln. der don Tod freiwillig im Wasser gesucht hat. Der Tot« kann noch nicht lange im Wasser gelegen lmb-u. Es tonnten aber keinerlei Anhaltspunkte für die Persönlichkeit des Selbktmö'der? erlangt werden. De Lerch« wurde ins Schauhaus gebracht. Ztugusi, das boxende Elefantenbaby. Daß heute, im Zeitalter des Sports, sich viel« Menschen für da« Boxen interessieren, ist gerade keine Seltenheit, daß aber be- reüs em Baby sich als Borer und Ringkämpfer Zugleich produziert. ist immerhin ein Wunder. Dieses Wunderkind ist las 515 Pfund schwere Elefantenbaby August, das mit seiner 7659 Pmnd schweren Mutter Roma von dem T'erpark in Stellingen nach Berlin in den iirkue Haaenbeck beordert wurde. Ale August vor dem Z i r k u s- B u f ch- Gebäude ausgeladen ward, begrüßte er die staunenden sich einander drängenden Berliner dadurch, daß er leinen Rllile'. nahm und sich freie Bahn borte. Seinen Pfleger aber der ihm d-iese eigenartige.Staßsnsäuberungearbeit, die nach Ge setzes wegen der Verkehrrpolizei zukommt, untersagen wollte zwang er im regelrechten Ringkampf auf das Pflaster. Dies« eigen- ariige Premiere vor uneingeladenem Publikum aber löste einen Riesenbcisall aus, weshalb man jetzt August Abend für Abend in der Manege den Ringkampf machen läßt. Er benimmt sich dabei sehr geschickt, und wenn er nach 25 Jahren die Größe seiner Mutter hat, wird er wohl als allgemein respektierter Richte? im Ring stehen können. Aus dem reichhaltigen Märzprogromm seien sonst noch er- wähnt die 5 Swan-Ringens, echte amerikanische Sport girls, die er- staunlich tauchen und springen, und von denen«ins aus der Zirkus- kuppel den Sprung in ei» Wasserbassin von nur«in Meter Tiefe wagt. Als Schulreiter aber sieht man den Altmeister Karl Reinsch im Sattel._ Oeutschnationale Schimpfbolöe verurteili. Eine pnvatklage gegen die„Mecklenburgische Rundschau". Die deutschnationale„Mecklenburgische Rundschau", im höchsten Maße ungehalten dartiber, daß in die dunkle- Angekegenhest des hin- gerichteten Jakubowski Licht gebracht werden soll, gestattete sich die Geschmacklosigkeit, die Liga für Menschenrechte, die sich um den Fall Jakubowski bemüht hatte,.Liga für Minderwertigkeiten" zu nennen und sie der Unwahrheit u zeihen. Ganz besonders hatte diesem deutschnationalen Blatt der Um- stand angetan, daß von der Liga gegen den Oberstaats- anwalt Dr. Müller, der in dem Mordprozetz Jakubowski die Todesstrafe bemitragt hatte, eine Strafanzeige wegen Amtsverbrechen erstattet worden war. Die Liga wollte sich natürlich nicht als Liga für Minderwertigketten bezeichnen lassen, und ihr Borsitzcnder, Otto Lehmann-Rußbüldt, und der Sekretär der Liga, Kurt Großmann, erhoben tzegen die verantwortlichen Schrift- leite? des Mecklenburger Blattes. B u ch e r und v. K o r f Privat- klage. In der Perhandlung am Dienstag erklärte Herr Bucher, der von dem FürstenanwaU und Reichstagsabgeordneten Dr. Everlittg verteidigt wukde, daß er als Philologe mit dem Ausdruck Liga für Minderwertigkeiten nicht irgendwelche Persönlichkeiten gemeint habe, sondern die Tätigkeit der Liga, sonst hätte er ja Liga von Minderwertigkeiten gesagt. Die vom Richter versuchten Vergleichs- Verhandlungen blieben ohne Erfolgt. Rechtsanwalt Dr. Arthur Brandt beantragt« Verurteilung wegen formaler Beleidiguug. Dr. Everling wollte für seine Klienten Wahrung berechtigter Jnter- essen gellend machen, drang aber damtt nicht durch. Das Gericht verurteitte die beiden Angeklagten Bucher und v. Korf wegen for- maler öffentlicher Beleidigung durch die Presse zu je 159 Mark Geldstrafe, an deren Stell« im Richteintreibungsfalle zehn Tage Gefängnis tteten. Sieg der Liste„Genossenschastsaufbau" Envresulta» der Konwmwahlen. Das endgültige Ergebnis der Wahl von Wgabestellen- Delegierten in der Konsum-Genossenschast zeigt ein weiteres An- steigen der Stimmen für die Liste„Genossenschastsausban". In den 196 Bezirken, in denen gewählt wurde, erhielt die Liste„Genossen- schaftsaufbau" 13 427 und die de?..Opposition"(Kommunisten) 6132 Stimmen. In 149 Bezirken hatte nur die Liste„Genossen- schaftsaufbau" Delegiert« benannt, die ohne Wahl bestätigt wurden. Das Gesamtergebnis zeigt folgende Mandatsoerteilung: für„Ge- nossenschaftsaufbau" 6S5 Delegierte, für„Opposition"(Kommunisten) mir 92 Delegierte. Durch das erfreuliche Wohlrefulwt wich es den Kommunisten nun unmöglich gemacht, durch tkre Wühlarbeit die Aufbauarbeit der Konsum-Genossenschast zu hemmen. Neuer Haftbefehl gegen Mesngäriner. Zu der Angelegenheit der Explosion in der w e l n- qSrluerschen Villa in der Parkstraß« in Dahlem, dl« srlnerzell zu der Festnahme des veiihers führte, erfahren wir, daß die Slaalsanwalll-bast jetzt er- neul Haftbefehl gegen welngä'lner erlafi'n hol. Veingärtner war fm Jahre 1928 gegen Stellung einer Kaittim ln Höhe von 29 999 M. aus der Hrft entlassen worden. Die Bürg- ichaft hatte er dadurch beigebracht, daß er auf das Grundstück, das ihm von dem Dorbelitzer Blancke übereignet worden war. ein« Hypoihek in diesem Betrage aufgenommen hatte. Blancke hat hie Ueberaignung jetzt angefochten/ und sst iy Dertaufsverhandlunren mit anderen Personen eingetreten. Ein« persönliche Haftung für die 29 999 M. war Werngärtner nicht möglich. Auf Grund des Haftbefehls wurde er am Dienstag von Kriminalbeamten in einem Naturheilinstiliut, wo er sich mit seiner Frau aushielt, festgenommen Schiffskaiastrophe an Japans Küste. 32 Mann einer(Schiffsbefahung ertrunken. London, 4. März. Ein japanischer Dampfer ist anf der Hohe von A o m o r i gesunken. Die 32 Offiziere und Mann- f ch a f t e n des Schiffes ertranken. Tragischer Tod eines fünfzehnjährigen. Unvorsichtiges Hantieren mit einer geladenen Masse hat am Dienstag nachmittag wieder einmal ein Todesopfer gefordert. Deb- .15jährige Maurerlichrling Wolfgang Mattke weilte allein IN der Wohnung seiner Großeltern in der Gottschedstr. 37. In., einer Schublade fand der Junge einen alten Trommelreooloer./ Die W a f s e war geladen und nicht gesichert. Plötzlich kam er dem Abzug zu nahe und ein Schuß ging los. Die Kugel traf Wolfgang M. so unglücklich in den Kopf, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leiche wurde bon der Kriminalpolizei be- schlagnahmt. � Gewerkschaftlicher Rundsunkvorlrag! Morgen, Donnerstag. spricht von 15.29 bis 15.49 Uhr Genosse Karl L e u b e. Sektions- leiter im Gesamtverband der Gruppe„Haus- und Wachangestellte", über das Thema:„Brauchen wir Hausangestelltenheime?" Der Vortrag läuft über die Sender: Berlin, Berlin O. Stettin, Magdeburg. 700 000 Fastnachtspfannkuchen. Die Berliner Bäckermeister haben für die diesjährig« Fastnacht ungefähr 799 999 Pfannkuchen gebacken. Das sind über 10 Prozent weniger al« im verga.ngenen Jahr.__ Jetzt drei Spitzenpaare. Van Kempcn-Busdienhagen und Goosscnt-Deneef rücken aut. Am Dienstagnachmittag, der übrigens guten Besuch aufwies, wurde die belgische Mannschaft Charlier-Duray wegen völliger Aussichtslosigkett aus dem Rennen genom- m e n, so daß jetzt nur noch 11 Paare das 169-Meter-Oval der Sportpalastbahn umkreisen. Die beiden Rachmittagswertungcn wurden ziemlich kampflos auegefahren. Die Spitzenreiter Kroschel-Rieger waren viel zu sehr auf dem Posten und > hüteten sorgsam ihre gut« Position gegen einig« Angriffe van Kem- pens. Der Stand des Rennens veränderte sich nur insofern, als daß die Mannschaft Pijnenburg-Goebel ein« Runde ge- wann, die Mannschaft Manthey-Schön eine Runde verlor. Das war dann aber auch die einzige Aus» beute! Das müde Tempo des Nachmittags behielt das Feld bis zur tO-Utu-Abendvertung bei. Umsonst die Mühe der Kurven- und ,�?euboden"besucher, die Fahrer durch Zurufe anzufeuern. 2323,689 Kilometer sind bei Beginn der fünften Rocht— nach 96 Stunden— zurückgelegt. Das Haus ist wiederum gut besucht, bekommt aber im ganzen Wertungsverlauf nichts zu sehen. Gegen 9111 Uhr holt dann endlich die Maimschaft van Kempen-Buschenhagen zum Schlag« aus. Büschen- Hagen unterstützt in onertennenswerter Werst seinen Partner van Kempen, so daß diese Mannschaft trotz kräftiger Gegenwehr des Feldes nach etwa 5 Minuten Hotz zur Spitze ausschließen kann. Nach- dem Manthey-Schön ebenfalls eine Runde gewinnen können, rücken auch G o o s s e n s- D« n e e f zur Spitze auf. Einige fchlr-ächere Paar« verringern ebenfalls ihr Verlustkonto. Stand des kennens um 11.15 Uhr: Spitze: van Kempen-Buschenhagen 94, Goossens-Deneef 92. Rieger-Krofchel 64 Punkte. Eine Rund« zurück: Preuß-Resiger 13T. Drei Runden zurück: Krüger-Funda 163, Ehmer-Tictz 123 Punkt«. Vier Runden zurück: Pijnenburg-Gosbel 233, Petri-Hürtgen 92, Ehoury-* Fabre 38 Punkte. Sechs Runden zurück: MontHey-Schän 122 Punkte. Sieben Runden zurück: Meyer-Stübecke 139 Punkte. „Berliner Festspiele 1930." Vom 23. Mai bis 16. Juni.— Durchführung sichergestellt. Die im vergangenen Jahre erstmalig veranstalteten«Der- liner Festspiele" finden in diesem Jahre in der Zeit vom 23. Mai bis 16. Juni statt. Entsprechend den wirtschaftlichen Verhältnissen ist die Dauer der Veranstaltung, die auch m diesem Jahr« der Festspiclleitung bei der Generalintendantur der Staats« theater untersteht, verkürzt imd ihre Durchführung und Pro- pagierung. deren technische Bearbeitung wiederum dem Aus- ftellungs-, Messe- und F re m d e n v e r k« h r s a mt der Stadt Berlin übertragen wurde, durch private Mittel sichergestellt. Die diesjährigen Festspiele sollen vor allem ein Bild von Berlins künstlerischer Gesamtleistung geben. Don ausländischen Ensembles wird das New-Porker Philharmo- mische Orchester unter Leitung von Toscanini an zwei Abenden gastieren, ferner Lauri Dolpi, der Tenor der Mailändsr Scala. Ein 5>auptprogrammpunkt der Festspiele ist ein Beethoven- Zyklus von 7 Abenden mit Heroorragenden Solisten. Dirigent ist Wilhelm Furtwängler. Ferner steht in erster Linie dts Programms eine Anzahl von künstlerischen Veranstaltungen in den Theatern Max Reinhardts anläßlich seines 25jährig«n Direktorenjubiläums im Deutschen Theater. Di« Opernbühnen und die führenden Schauspielhäuser werden eine Anzahl von Novitäten und Neueinstudierungen sowie Zyklen von Mozart, Wagner und Richard Strauß bringen, über die demnächst näheres mitgeteilt werden kann. Um möglichst vielen Kressen der Bevölkerung Gelegenheit zur Anteilnahme an den Festspielen zu geben, sind in der Zeit vom 23. Mai bis 16. Jum mehrere volkstümliche Veranstaltungen vorgesehen, darunter mehrere Nachtserenaden der Opernorchester in dem über 5000 Personen fassenden Schlüterhof des Berliner Stadtschlosses und das große Sängerfest in der neuen AutoHalle am Koiserdamm. Met der am 23. Mai in den Funkturmhallen zur Eröffnung gelangenden Schau„Altes Berlin" soll das Programm der Festspiele bereichert werden. Di« Schaffung emer„Berliner Saison" sst sicher von großer Bedeutung für die Anziehungskraft der Reichs- Hauptstadt auf zahlungskräftige ausländssche Besucher. Wenn die Berliner dem Plan noch sehr skeptisch gegenüberstehen« so aus der Erfahrung Henaus, daß sie selbst am wenigsten von dieser „Saison" merken. Im Vorjahre waren die Preise fast oller Der- anftaltungen derart hoch, daß«in„gewöhnlicher Mitteleuropäer" sie nicht erschwingen konnte. Nun will man in diesem Jahne auch große volkstümliche Darbietungen schaffen: ob sie die choffnung auf eine Popularisierung der Festspiele erfüllen werden, bleibt sehr fraglich.__ Allgemeine Wetterlage. Das meist heiter« Wetter hielt auch heute in Deutschland an. Die Temperaturen stiegen im Binnenlande wieder auf durchschnitt- lich 10 Grad Celsnis an. Drucksall über Skandinavien und dem nordöstlichen Teile Mitteleuropas deutet auf eine Ausdehnung des nördlichen Tiefdnicksystems nach Süden. Damil dürste sich bei uns der Wind zeilweise auf Nordwest drehen. Die Bewölkung wird daher allgemein zunehmen, zumal die Winde in den höheren Lust- schichten schon am Dienstag aus nordwestlichen Richtungen wehten. Die Temperaturen werden bei uns am Tage wegen der gehinderten Sonneneinstrahlung nicht mehr so hoch steigen wie bisher. ★ Vetleroussichlen für Berlin. Wolkig ohne wesentliche Nieder- schlüge, westliche Wind«.— Für Deutschland. Im Süden noch meist heiler und am Tag« noch ziemlich warm. In Nord- und Mittel- deutschland von Norden nach Süden vordringende Bewölkung, Tagestemperaturen etwas niedriger, nur im Küstengebiet Neigung zu unbedeutenden Niederschlägen. Vorträgt/ Vereine undVersammlungen. �« Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold" /Mb*®€ f* a M»« C H»: ÜetUn® 14. EcbalUanllr 37-3« Sst 2. Tr vÄM Miltwoch, 3. Mir». g>ricdri6«hal«.»amcradschait Andreas. 1. öua. ♦••• 20 ubr öriaverlammlunii bei flrumpbardl, Panl-Sinacr-Elr tl>. Slcumafil des Kuafllbrcrs. Lichtcnb»«(OrlOTfrcin). NN-, Ubr nroftc Sunf. tionätüjmn« bei ülflufl. o#tm. Neumann. Lmanuil. Site Siscl-ftn-ße. Kanu- Mieterschuh/ Wohnungsneubau. Mieter anerkennen die Haltung der Sozialdemokratie. Der Gesamkvorstaud des Reichsbundes Deutscher Mieter hat in seiner Sitzung vvm l. und 2. März zwei wichtige Entschließungen gefaßt. Die erste Entschließung betrisst Mieterschutz und Mietzinshöhe. Der am 1. und 2. März 1930 in Berlin versammelte Gesamt- vorstand des Reichsbundes Deutscher Mieter begrüßt di« Der- längerung der Mieterschutzgesetzgebung, ohne bannt jedoch die in den Jahren 1926 und 1928 beschlossenen Verschlechte« rungen dieser Gesetzgebung irgendwie als berechtigt anzuerkennen. Gleichzeitig gibt der Gesamtvorstand seinem lebhaften Befremden darüber Ausdruck, daß die Reichstagsmehrheit dem einmütigen Be- schluß sämtlicher Länderregierungen, die Verlängerimg bis zum 30. Juni 1932 auszusprechen, nicht zugestimmt, sondern di« Vor- längerung nur bis zum 30. Juni 1931 beschlossen hat. Um so mehr begrüßt der Gesamtvorstand die fest« mietcrfreundliche Haltung der Sozialdemokratischen Und der K o m m u> n i st i s ch e n P a r t e i. Er bedauert es, daß durch den U m f a l l der Zentrumspartei und der Deutschen Demokra- tischen Partei ein« Verlängerung des Mieterschutzes bis zum 30. Juni 1932 unmöglich gemacht wurde. Die organisierte Mieter. schaft wird in ihrem Kampfe um di« weitere Verlängerung der Mieterschutzgesetzgebung nicht nachlassen. Aufs Schärfste verurteilt der Gesamworstand den Gesetz- entwurf der Deutschen Voktspartei„zur Regelung des Mietwesens". Dieser Gefetzentwurf bezweckt trotz des Dar- nisderstegens der Neubautätigkeit und der damit verbundenen Stei- genrng der Wohnungsnot eine baldige Beseitigung der letzten Reste eines zeitgemäßen Mieterschutzes und damit die Auslieferung der Mieterschaft an die Willkür des radikalen und spekulativen Hausdesitzes. In dieser Beziehung ist der Gesetzentwurf der Deutschen Dolkspartei dem Gesetzentwurf der Hausbesitzsrpartei(Wirtschaftspartei) würdig an di« Seit« zu stellen. Beiden Gesetzentwürfen sagt die organisierte Mieterschast «Mschisdensten Kampf an. Im Hinblick auf die ungeheure Wirtschafts- und Wohnungsnot des deusschen Volkes fordert der Gesamtvor- stand des Reichsbundes Deusscher Mieter erneut eindringlich die un- bedingte Hintanhaltung jeder Weterhöhung seitens des Reiches, der Länder und der Gemeinden und die Unterlassung aller Abboumaß- nahmen. Die bereits getnoffenen Abbaumaßnahmen sind wegen ihrer volksschädlichen Auswirkungen wieder rückgängig zu machen. Schließlich fordert der Gesamtvorstand erneut di« Schaffung eines zeitgemäßen sozialen Miet- und Wohnrechts, das nach Beseitigung der Wohnungsnot an die Stelle der mietrecht- lichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches zu treten hat und das insbesondere auch die Mieter gewerblicher Räume schützen soll. Di« zweite Entschließung betrifsi Wohnungsneubau und Hauszinssteuer. Der am 1. und 2. März 1930 in Berfin versammelte Gesamtvorstand des Reichsbundes Deutscher Mieter fordert von allen maß- gebenden Stellen in Reich, Staat und Gemeinde die be s ch l e u» »igte Anwendung aller Maßnahmen, die geeignet stick», den darniederliegenden Wohnungsbau wieder zu beleben. Im Sinne der vom Reichstag angenommenen Reichsrichtlinien für das Wohnungswesen muß insbesondere die Bereitstellung hinreichender Mittel durch die öffentlichen Kredit, Institut«, Sparkassen mck Versicherungsträger erfolgen: dies« Mittel dürfen nicht zum Schaden des Wohmmgs- baues anderen Zwecken dienstbar gemacht werden. Die Mittel zum Wohnungsbau müssen—- statt durch die Hauszinssteuer durch eine sozial gestaffelte Woh- nungsbausteuer aufgebracht und auf eine lange Reihe von Jahren reichsgesetzlich sichergestellt werden. Der Geldentwertungs- gewinn des Hausbesitzes ist restlos zur Förderung des Wohnungs- bauers zu erfassen. Die Neubaumiete darf nicht, wie dies erst jüngst in Preußen geschehen ist, durch staatliche Maß» nahmen hinausgesetzt, sondern sie muß durch billige Her- gäbe ausreichender Mittel bis auf die Höhe der gesetzlichen Llttbau- miete gesenkt werben. Der Gesamtvorstand begrüßt die VeröffeiMchung des Referen- tenentwmfes eines Bauland gesetzes und di« Embringung eines Gefetzentwurfes über die Gemeinnützigkeit von Wohnbauunternehmen, weil dies« Gesetze bei geeigneter Fassung ihrer einzelnen Bestimmungen dazu dienen werden, die öffentliche und die gemeinnützige Wohnbautätigkeit im Interesse der minderbemittelten Volksschichten zu fördern. roWchaktsvotflände. Sufl- und Eruvpentichrer, Obleute. Ortsuereinsoorfland müffcn erfd, einen.— Donneestaa.«. März, griedrlchabain. ftomeroMiftoft siyanffurt. 20 Ubr»amcmdlchattsvrrsammluna bei Schulze. Samariterstr. 88. »ilnietzbotf. 20 Ubr bei Lau. SUdcaard- Eck- Schronunstrabe, Zusammen. lunkt sämtlicher Funktionäre des Ort-vercins. Ersck>elnen Pflicht.— ffreitaa, 7. Mär». Sauoorftand. 20 Uhr im POraersaal de, Berliner Ratdause-, ilänia- strafte. Werbeabend tit Walsirfrartabieilun«. Zieferent: Regierungsrat Mirdil«:.Vcrlebrsrcaeln auf dem Wasser�. Eintritt frei. Oreuzbera. Zu« 1. Di« Verfammluna am 7, Mär» fällt aus. Dafür am 14. März um 20 Ubr Zuq. stftuna bei Serbai, Willidald-Aicris�tr. 5. Referat Kamerad Beinare!,.Da, neue Siaätvarlament". Panl-w. Kameradschaft Süd. 20 Uhr Kameradschasts. verl'anrmluna bei«aber. Berliner Strafte. grrte Dereiniauna vo» Sternsrennden. Belli». Situna am 5. März um 20 Ubr beim Vorst ftenden, Schuldirekior®. freund, Halenfo«, JBeftfälifche Strafte 20-, I vorn. Reichsbund der Kricosbelchäbiqten, Kriezsieilncbmci und Kricqerbiutcr. bliebencn,©au Berlin, Bt.iirf Osten V. Alv natsversammluna am 5. März um 20 Ubr im Bereinslokal. Cchmid»« chosellschaitsbans, gruchtfir. SSa. Deutscher Ostbund, vrtsarni>»e Berlin-MItte, S. v. Dersamrnluna am Mitirvoch, dem S. März. 20 Ubr. im Caf« Gäriner, Berlin, Solsteiner User 21—28. Voriraa:»Die endaültiac Reaelima des Enifchädiaunasverfabrens und der Beriricbenentonareft*. Gaste roilllommen. Arbeiter-Radio'Bund Deutschlands e. Sru»»e Friedrichs bain. Don» ner,:aa. 8. März. 20 Ubr, Vortraasreibe für Anfänaer. IV. Abend:„Schal- tnna— Basteln". Lokal Eadincr Str. 10. Landsmannschaft der Dchlesn>Iq.Kols!ein-r zu»erlin ll8»2). Tonnerotaa, 8. Mär?.. 20 Ubr. im..Dresdener Garten", Dreschener Str. 4S, Fastnacht e. llnterbaitunasabend. Sonnabend. 22. März. Feier des 38. Stiftungssestes. Ausnabme neuer Mtalioder. Jüdische Brüderaemeinde E. V. Neukölln. Israelitischer Franennerein S. B. ReukSll». Sonniaa, 0. März. 18 Ubr. Kostümball im Kaifcrsaal des..Rhein. aold". Die Beranstaltuna findet zuaunsten des Jüdischen Bezirkswoblfabrts» amtcs Neukölln statt. Eintrittskarten zu 2 M. inkl. Steuer im Gemeinde- bürv. Jfarstr. 8, erbältlich. Televbon: Neukölln l? 2) 8308. Freie Arberter-Esperanto-Dereiniauna, Gruvpe Osten. Jeden Donnerstag im Juaendbeim. Am Oltbahnbof 17 lPlaza). 20 Ubr. Gruppe Zentrum jeden Freiiaa von Wiö bis 21 Ubr im Metavarbeiternerbandshaus. Portal I, Gruppe und Kurlns. Unser FrübNnaskest ist am 22. März in den Eopbien-Sälen. Eintritt 1 M. Arbettee>Absti»enten.Bu»b. Gruppe Neukölln. Mittwach, S. Mär», lUi Übe, im Juaendbeim Schierlestr. 44. Ecke Jlsestrafte. öffentlicher Bortra« des Ge. nosscn Dr. chenrn Rosendaum über:»Aikohol und Gesundheit". Gäste willkommen. Das Thema„Pemie und Pauker" wird von Studienrat Dr. N i tsche und dem Primaner D o n i n g in einem Dcklog behandelt. Selten ist in der Reihe der improvisierten Unterhaitungen so gut gesprochen worden. Allerdings kokettiert Herr Doning bereits ein wenig mit seiner Schlagscrtigkeit. Zur Diskussion steht die alt« Frage, cd die höhere Lehranstalt heute noch zeitgemäß sst. Di« Argumente, die der Jüngere ins Tressen fuhrt, erscheinen über- zeugender, denn sie sind ganz aus das lßraktiifche gerichtet, während Dr. Nitfche noch einigermaßen befriedigende Kompromisse mit dem humanistischen Ideal sucht. Eine anregende Veranstaltung in erster Beziehung, well hier ein junger Mensch einmal klar seine Ideen ausspricht. In der Jugendstund« liest Dora S a l o s ch i n den Hajen- roman des Franzosen Francis Jammes, diese zarte lyrssche und naturverbunden« Dichtung, dieses fast mystische Bekenntnis zur Einheit mit allem Leben. Dora©aluischin verfügt über eine dunlei gefärbte, wohllautende Stimm«, die sie jedoch niemals zum bloßen Schönsprechen verführt. Ihr Vortrag bleibt trotz des Ausdrucks immer aus der erzäylenden Linie. Ten„Reiz der Anekdote" nennt Dr. P o r i tz t y sein Referat, in dem er sich bemüht, auseinander- zusetzen, daß die Anekdote das Wesen eines Menschen«her und treffender charakterisiert als eine tiessrhürsend« psychologllchc Ana- lys«. Im Programm der aktuellen Abteilung wird der Kammer- sänger Robert Philipp anläßlich seines 60jährigen Bühnen- sickiläum» interviewt. Und dann singt Philipp. Man steht vor einem Wunder, da man dieser Stimme kein« Anstrengung anmerkt, da sich hier dank einer vorzüglichen Technil ein« kostbares Stimm- Material über die Zeit hinaus bewährt hat. Seh. SozialistifcheArbeiterjugendGr.-Verlin ffinfenbrniaen slli blefe Pubrtf nur an da« Jusenbfefreforsal Derlin SW«8, ttnOenstrosie 3 Ableilungsmikgliederversammlungen. heute 19� Uhr: Arlonaplaft: Eckmle Elisabetbkiribstr. IS.— Moabit M: Seim Lebete» Strafte 18—19.— Gernnbbennnen II: Seim'Ebristiania- Ecke Schweden steag-e — Rorden: Seim Loeftin«. Ecke Seaunstrafte.— Scddinn: Seim Turiner Eck« Seestenfte.—«nbeeooplnft: Seim Brommpstr. 1.— Frantfneter Biertel: Seim Fennkfurter Alles 307.— Peteeebueaer Viertel: Seim Til stier Sie. 4.—- Reichende raer Viertel: Selm Brifter S!r. 27— 30.— Lüben: Seim»orck- strofte U.— Ebarlottenbnra-Nord: Seim Olbersstrafte.— Marienselde.Lichten- rode: U. Gemeindeschule, Lickrtenrabe. Rvonstraftc.— Tempelhos: Seim Ger- maniastr. 4— 6.— Wannsee: Schule Gbarlottenstrafte.— Fallenbera: Seim auf dem Gutobos.— Friedrichobanen: Selm Friedrichftr. 87.— Friedrich» selb«: Seim Gunierstr. 44.— Karl»boeft: Seim Treokowallee 44.— Lichten- ber«. Mitte: Seim Scharreweberür. 29.— Reu-Lichteüber«: Heim Sauffstraft« lmtt den Roten Falken). * Warsibnnct viertel: Seim Litauer Str. 18. Voriraa:„Was sollten rnfis aus dem Kommunistischen Manifest lernen?"— Lanlwift: Gemeindeschule Schnlstrafte. Vortraa:„Rechte und Pflichten bes Lebrlinas".— Brist T und Iis Funitivnärststuna in der Barackenschule Parchimer All«.— Reulolln XI: Heim Fluabafenstr. 88, Jüuaeren-Zusammcukunft. LSG. Renlölln: Seim Beraltr. 29. Mtaltrderversemmluna. Die»Schüler- fpreckswnde ist von 10 bis 18 Ubr ebendort aeöffnct. LSG. Renlölln sFalkenaruppe): Karl-Marx-Schule:„Wir und die Ar« belteriuaenb". Werbe bezirk Renlöll»: Sprechä»rübuna im Keim Zietbenstr. 58, Quer» qebäude IV. Alle in die Listen einaetraaenen Genossen müssen erscheinen. Werbebezirk TIeraarte» und Westen: Sprech- und Deweaunaschor! Heute Ueben pünktlich 1SV, Ubr in der Schule Walbenferstr. 20. Gardinenrevue bei Israel. Die diesjährig« Ga rdi neu-F rühjahr sscha u im Kaufhaus Israel, König st raß«, trägt den interessanten Eharakte? einer Zeitrevue. Vom Buntglasfenster der Gotik angefangen, über di« schweren grünen Peluchevorhänge der Renaissance, die rate Peluchegardin« des Barock mit dem schon leicht«r«n Einschlag des Filetn«tzstores, geht es.zur üppigen Schtaszimmerpracht der Ludwigs von Frankreich mit reichverziertem Betth!m»m«l. blauen Seiden- vorhängen und Gardinen aus Spitzenstoss, reich mit Volants ver- ziert. Das Empire z«!gt rosseidene Fenstergarnierung aus kostbarem Brokasstoss mit Tüllgardinen, das Biedermeier graziöses Gefakbet und G« krauset aus duftigem Tüll, und als Gcg>enstück sieht man dann ein streng englisches Zimmer mit schlichtgeblümten Creton-- vorhängen. Die Mode von heut« bringt in der Hauptsache Kunst- sccke in den verschiedensten Stoffarten, wobei der Rips dominiert, Flammenseide, leicht« buntfarbige Voile sür Sommerhäuschen, Sä)eib«ngardinen, Langstores, Halbgardinen, kurzuin eine bunte Fülle verschiedenartigster, goschmackvoller Garnierungen. Auch die Querbehäng« zeigen ein« reich« Auswahl der Verarbeitung: da sieht man gerade, schräg«,«inseitige Formen, in Quetschfalten ge- legt, gezogen od«r gerafft. Di« in der Farbe des Fensterbehanges eingefärbten Holzleisten geben dem Ganzen eine einheitliche, ge- schlössen« Note. Ein Publikumspreisausschreiben unter der Devise „Welches Fenster gefällt mir am besten?" gewährt denen, die auf .Sieg«?" getippt ljaben, die Anwartschaft auf«ine» Gutschein zwischen 100 Mark bis 10 Mark. „Der Kauobalt ist der beste", tu dem man nichts Ueberflüfstnes will nn!» nichts Notwenbiae» entbebrt", hieft es im AWrituni. In der bcullflen Zeit bält man sowieso nur Ausschau nach dem Roiwendipen,. dabei Guten und Bllliaen. Hierbei sind In erster Linie Maaai« aebeauchsfeetiae Suppenwürfel zu nennen, weil ste um wenia Gelb nabrbafte. wobifäl»neckend« Suppen in teicher Auswabl liefern. In Millionen von Saushallunaen find diese peak- tischen Seifet der Küche ständia im Gebrauch. Die lestten Sanasani-Botslclnnaen na den! Mit Riesenschritten qefits dem Ende de» Sarrasani.Gaftspiel» entpepen. Jeder, der bisder de» Besuch dieses � Weltuntern ebmeus versäumt bat. möae sich nun beeilen, denn Sarrasani wird l in den nächste» Jabren nicht wieder in Berlin erscheine». Mittivach,»ach» I mittaas 3 Uhr, findet wieder eine Familienvorstelluna mit vollwertigem i Abcndproaramm statt. Kinder zahlen auf allen Plästen von ZM M. auswärt» halbe»reift. Abend» 7Vj Uhr Borstelluna. Der Zirkus ist stet» out »eheizt. Karten zu allen Bvrstellunaen wieder erhältlich. In den Zahn-Zwls dienräumen sind die Herde aller Fäulniserreger. Man hat durdi mikroskopischen Befund festgestellt, daß mehr als 10 versdiiedene Bazillen, Kokken, Spirochäten, Sdiinunel- und Hefepllze In dem Belag der Zahn-Zwisdienräume enthalten sind, wenn die Zahnpflege vernachlässigt wird oder unvollkommen ist. Als Folgen sind zu erwähnen: Ohler Mundgeruch, häßlicher Zahnbelag und Zahnkrankheiten, insbesondere Zahnfäule(Karies) und Paradentose. Eine glatte Borstenflädie der Zahnbürste dringt erklärlicherweise schwer in die Tiefe der Zahn-Zwischenräume ein. Aus dieser Erwägung heraus ist die Chiorodont-Zahnbilrste mit gezahntem BorstenschnHt konstruiert. In Verbindung mit der berühmten Chiorodont- Zahnpaste ist eine gründliche Reinigung auch in den Zahn- Zwischenräumen möglich und der bltekt ist schon äußerlich vemerkbar: Elfenbeinarliqer Glanz auch an den Seilenflächen und angenehmer erfrischender Atem. Kaufen Sie bei Bedarf nur eine Chlorodont-Qualitäts-Zahnbürste, sie befindet sich in geschlossener hygienischer"Verpackung, ist üüo von Menschentiand noch nicht betühlt, wie dies beim Kauf leider off geschieht, und kostet nicht mehr als eine andere gute Zahnbürste.— Einheitspreis 1 Uk., in zwei Härlegraden. Kinderzahnbürste 60 Pf.— Verlangen Sie nur echt Chiorodont in blau-grün- weißer Originalpackung und weisen Sie jeden Ersatz dalur zurück. Das Oeckungsprogramm des Reiches. Llm die neuen Getränke» und Betriebsstofffieuern. Die Finanz- und Aeuerfrogen sind infolge der merkwürdigen Haltung der Deutschen Votkspartei noch immer ungeklärt. Für die Enzialdenmkrotie steht zunächst im Vordergrund jeder Finanz- regelung die oolle Zlufrecliterhaltung der Leistungen des Reichs auf sozialpolitischem Gebiet und die Sicherung der Leiswngsfähigkeit der sozialen Institutionen, insbesondere der Arbeitslosenversicherung. Sie hall es fernerhin für unerläßlich, daß zur Sanierung der Reichs- finanzen und zur Deckung der Fehlbeträge die besitzenden Schiästen durch ein einmaliges Opfer mitherangezogen werden. Von der Cr- füllung dieser Forderungen hängt selbstverständlich die Leurtcilung und Stellungnähme zu den sonstigen geplanten steuerlichen Maßnahmen ab. Wie sieht im gegenwärtigen Stadium das Programm des 5'"Gnzministers aus? Reben den erforderlichen Aöll Millionen'für Arbeits- losen Versicherung sind für den Reichsetat für 1931 weiter« 250 Millionen aufzubringen, die infolge der von Schacht aufgeno- tigten rasche» Schuldentligung und durch den Rückgang der Steuererträge als Folge der mirtfchaftlichen Depression er- («iwrlich werden, sowie zur Deckung der Fehlbeträge der Länder« etat» weitere 170 Millionen. Dieses Defizit soll nach dem Finanz- plan von Moldenhouer gedeckt werden: durch die Erhöhung der Bier st euer. durch die bereits in Kraft getreten« Erhöhung der Kaffee- und T e e z ö l l e, durch Erhöhung des Benzinzolles. durch Wiedereinführung einer Mineralwasser st euer und durch Kürzung der Stundungstermine bei verschiedenen Verbrauchssteuern. Unter den zusätzlichen Geirönkebeftcuerung, die insgesamt 330 Millionen Mehrertrog erbringen soll, erscheint uns die kaffec- und Teezollerhähung. vom Standpunkt der Massen aus gesehen, noch am wenigsten drückend. Selbstverständlich wird auch hier der Arbeiterhaushalt mitbetroffen.(Auf Grund der vorliegenden Haus- Hallsstatistiken kann man die Belastung durch die Zollerhöhung auf elwa 3 Mark jährlich pro Arbeiterhaushalt veranschlagen.) Diese Belastung brauchte als solche zimächst infolge der stark rückgängigen Preisentwicklung für Kaffee überhaupt nicht m Erscheinung zu treten. Der Großhandelspreis für Kaffee ist, nachdem wieder ein- mal die stoalliche brasilianische Hochhattung des Preisniveaus zusammengebrochen ist, unaufhörlich gesunken und liegt heute unter dem Dorkriegspreis. Die Kleinhandelspreise sind lange nicht entsprechend dem Rückgang der Großhandelspreise herabgesetzt worden, so daß also für den Ääffeehondel kein Anlaß bestehen sollte, die Zollerhöhung auf den Konsumenten ab zu walzen. Als Masienbelasiung viel schwerer wiegt die Biccsietjcr- crhöhung. In dem Finonzplon Moldenhauers ist eine Erhöhung der jetzigen Steuersätze um 7 5 P r n z. vorgesehen mit einem geschätzten Mehramkotrnrten von 240 Millionen Mark. Dir lehnen heute die Besteuerung entbehrlicher Genußmittel angesichts der Wandlungen, die sich innerhalb der Stootsausgaben durch den verstärkten Sozia lau fwond vollzogen haben, nicht mehr grundsätzlich ab und werden uns im Rahmen einer sozial tragbaren Gesamtlösüng einer stärkeren Alktiholbesteuenmg nicht widersetzen. Wir holten es aber für durchaus gerechtfertigt, daß ein Teil der Steuer- er höhung vom Braugewerbe selber getrogen wird, und wir halten es ferner für unerläßlich, daß bei der Neuregelung der Biersteuer Vorkehrungen mn Schutze der Verbraucher« {che st gegen Preiserhöhungen über die totsächliche Mehrsteuer hinaus getrofsen werden. Datz die nun schon jahrelange Prosperität der Brauereien auch während des wirtschaftlichen Niederganges angehalten Hot, zeigen aufs deutlichst« die Dividenden und Bilanzen der Aktien- brouereien. Trotz aller düsteren Prophezeiungen des Braugewerbes ist der Bierkonsum von Jahr zu Jahr gestiegen, seit 1925 um mehr als 20 Proz. Der R o h st o f f a u f wo n d der Brauereien dürfte sich seit Ende 1920, der letzten Bierpreiserhöhung, um etwa 4 Mark pro Hektoliter verringert haben. Die Brauereien könnten demnach wenigstens einen Teil der Steuer- erhohung selbst trogen, und es wäre unseres Erochtens Aufgab« des Finanzministeriums, hieraus van vornherein hinzuwirken und notwendigenfalls entsprechende Vorschriften in der Ge- setzesvorlage auszirnehmen. Nicht minder wichtig sind die notwendigen Vorkehrungen zum Schutze der Verbrauchers chost gegen die üblichen Preiserhöhungen und Aufrundun- gen der Ausschankpreise. Am 1. Januar 1927 trat ein« B'ersteiiererhöhmig von 2 Mark pro Hektoliter in Kraft. Die Brauereien erhöhten schlankweg ihre Großhandelspreise um i Mark pro Hektoliter! der Ausschankpreis der Gastwirte aber wurde bei Literabgabe um 6 M a r k pro Hektoliter erhöht! Beim kleineren Ausschank erfolgten noch Aufrundungen bei den Gast- wirten, so daß sich insgesanrt beim Konsumenten die Viersteuer- erhöhung damals mit einem Vielfachen der tatsächlichen Mehrsteuer auswirkte. Auch Ueberhöhungen seitens der Gastwirt« sind also zu verhindern. Dem von anderer Seite erörterten Gedanken eines staatlichen Biergraßhandelsmonopols— eine Art Verrechnungsstelle zwischen Vrauereien und Gastwirten, die die Jnneholtung vor- geschriebener Brauerei- und Ausschonkpreise kontrolliert und anläß- lich der Steuererhöhung Sondergewinne oerhindern will— können wir uns in der Grundidee vollkommen anschließen. Es wird von den bürgerlichen Parteien abhängen, ob er verwirklicht werden kann. Es bleiben aber noch ander« Weg« für den Schutz der Verbraucher. Man könnte an ein« behördliche Festsetzung der Ausschankpreis« wie in Bayern denken.(Die Aus- schankpreise in Bayern lisgen um etwa ein Drittel unter den Ausschankpreisen Norddeutichlands!) Mau könnt« aber auch— und dieses Mittel halten wir für noch einfacher— die Brauereien zur Festsetzung von Ausschankpreisen für die gewöhnlichen Gaststätten verpflichten, kür deren Jnnehaltung und Bekanntgab« in den Gaststätten durch?ln schlage die Brauereien zu sorgen haben. Bei ollen diesen Maßnahmen wäre noch immer die Durchsetzung der Psennigrechnung wichtig. Der Preis für di« Berliner Molle mit ihren'/«>. Litern dürft« sich durch die Biersteuererhöhung höchstens um 2 auf 22 Pf. erhöhen. Di« Gastwirt« verschanzen sich immer dahinter, daß die Psennigrechnung in Norddeutschlond nicht wieder clnzubürAern ist. Dos wäre zu beweisen. Unter den genannten Boraussetzungen und den notwendigen Sicherungsmoßnahmen für die Verbrauchers chast wird die Bier- steuererhöhuing in Kauf zu nehmen sein. Dabei sollte man an der Weinst«» er für die Kommunen nicht vorübergehen. vorsichtiger mutz man die Wiedereinführung der Mineralwassersteucr betrachten. Nach der hohen Ertrogsschätzung von 40 Millionen Mark im Jahr plant Moldenhouer recht beträchtliche Steuersätze für Selter, Limonaden und Mincralwasscr, so daß man mit einer Verteuerung einer Flasche Selter und einer Flasche Linronade um etwa 5 Pf. rechnen müßte. Bei dieser Steuer handelt es sich unseres Erochtens, genau wie bei der Biersteuer, um eine ausgesprochene Ma s sc nst e u e r. Die teueren Mineratoasier fallen im Gesamt- oerbrouch nicht sehr ins Gewicht. Die Notwendigkeit einer Be- stcuerung der alkoholfreien Getränke als Ausgleich für die Erhöhung der Biersteuer ist nicht ohne weiteres einzusehen. Ein Biertrinker wird bei einem um 1 oder 2 Pf. höheren Bierpreis nicht gleich Selterwasser oder Limonade vorziehen. Zu all dem kommen noch die großen Erhebungsschwierigkeiten und- kosten bei den mehr als 300 0 Betrieben, die Mineralwoffer usw. herstellen. Dieser Steuervorschlag würde daher bester bald wieder in dcit Gehcimrat satten des Finanzministeriums verschwinden. Ein Verzicht auf die Mineralwostersteuer würde sich finanziell durch schärferes Zupacken bei der Verkürzung der Skundungsfristen bei den Verbrauchssteuern teilweise reparieren lassen. Die Stein- dungsfristen gehen allgemein weit über die Dauer des Umschlags- pro.zestes hinaus; den Unternehmungen stehen also in Wirklichkeit große zinsfrei« Kredite zur Verfügung. Die bürgerlichen Parteien haben unsere alte Forderung, die Stundungsfristen zu ner- kürzen und diese Zinsgeschenke abzubauen, auch endlich begrissen. Allerdings scheint der Finanzminister an diesen Abbau noch mit allzugroßer Zurückhaltung heranzutreten. Er veran- schlagt die Mehreiimohme aus der Kürzung der Zahlungstermine nur mit 30 Millionen Mark, während unseres Erachtens allein ein Abbau der Zahlungsfristen für die Z i g a r e t t e n i n d u st r i e und die anderen Zweige der Tabatindustrie 40 Millionen Mark erbringen könnte. Dazu kommen noch die u. E. notwendigen Kürzungen für die Fälligkeit der Zucker- und der Bier- st e u e r. Aus der vefieucrung der Betriebsstoffe könnte wehr herovskomwe« als vorgesehen ist. Wir verkennen nicht, daß jede Verteuerung der Betriebsstoffe auf dos Tempo der Motorisierung hemmend wirken kann. Andererseits Hot sich der Kraftfahr, zeugbestond seit 1925 im Jahresdurchschnitt doch um etwa 25 Proz. erhöht. Die Motorisierung wird auch noch der Bctriebsstoffoerteuerung ihren Fortgang nehmen, die Steigerungstendenz wird möglicherweise nur wenig abgeschwächt werden. Diese Steuer trifft in erheblichem Maße auch die besitzenden Schichten, und olle Zlorschläge, st« durch andere Steuern, etwa durch eine Erhöhung der Radio- gebühren— natürlich eine ausgesprochene Massenstcuer— zu Ausreden der Ruhrgas AG. Oas privatkapital und die Berliner Gaswietschasi. Die R« h r g a s AG. in Esten null es jetzt nicht wahr haben, daß sie gegen den— eventuell vorübergehenden— Erwerb der Aktien der deutschen Gasgesellschaft unter Mißbrauch der Finanznot Berlins sich in die Berliner Gasversorgung entscheidend einschalten wollte. Sie redet sich(nach dem.Lokol-Anzeiger") jetzt auf eine nichtamtliche Berliner Stelle beziehungsweise auf«inen Mittter heraus, der ihr, nickst die Ruhrgos AG. der Stadt Berlin, dos Eingreisen nahegelegt habe. 20 i r stellen fest: Das Borstandsmitglied der Ruhrgas AG. Dr. S e i p e l hat persönlich dem zuständigen Dezernent«n vor etwa drei Wochen bereits die Uebernahme der Aktien— eventuell zu Pari bei einer Dividende von 5 Proz.(!)— und die Lieferung von Zusatzferngas angeboten, wenn Berlin sein« Gaswirtschast nicht weiter ausbaue. Acht Tage später Hot derselbe Direktor Dr. Seipcl mit anderen Berliner Amtsstellcn über dasselbe Angebot verhandelt. Es ist in diesem Zusammenhang absolut nebensächlich, ob irgend em Privatmann der Ruhrgas AG. dieses Geschäft nahe- gelegt hat. Uebrigcns hären wir, daß jetzt auch die Dessauer Gas- g« se ll f ch a ft, die Hauptoktionärin der Deutschen Gasgesellschaft, sich um die Berliner Gasoktien bemühen soll. Auch hier wird die Oeffentlichkeit wachsam sein müssen. Neugründung des Giahlirusts. Gin Einheitsunternehmen für aufgesaugte Betriebe. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Stahl- und Eisen- syndikate ist in den letzten Monaten unier Führung des rheinisch. westfälischen Stahltrusts eine weitere scharfe Kon- zenlrotion in der westdeutschen Schwerindustrie durchgeführt worden. Wie jetzt aus Düsseldorf gemeldet wird, hat der Stahltrust eine neue Gesellschaft, die Ruhrstahl A-G., mit dem Sitz in Düffel- dorf gegründet, in der die aufgesaugten Detrisbezusammen- geschlossen werden sollen. Es handelt sich hierbei um die H« n- r! ch s h ü t t e in Hattingen, die bisher im Alleinbesitz des Kasteler Lokomotwkonzerns Henfchel und Sohn war, sowie um die R h c i n i s ch- W e st s ä l i s ch e Stahl- und Walzwerke und das Gußstahlwerk Witten an der Ruhr. Die neue Gesellschaft ist zur Vorbereitung des Ausammenschlustes mit einem vorläufigen Kapital von 50 000 Mark gegründet worden, jedoch wird die Ge- sellschast voraussichtlich ein Gesomtkopitol von 40 Millionen Mark erhalten. Das Bemerkenswerte an dieser Neugründurig des Stahltrusts ist, daß die im Dezember und Januar airsgekouften Betriebe nicht in dos Gesomtunternehmen eingegliedert werden, sondern eine selbständige Gesellschaft bilden. Dies ist ein« offene Abkehr von dem bisher beim Stahltrust durchgeführten Grundsatz der Zentralisierung. Die Mehrheit des Aktienbesitzes der neuen Ge- sellschast liegt beim Stahltrust, doch wird sich auch die Henfchel und oohn A>G. in Kassel zur Sicherung ihres Rahstoffbezugcs mit einer Minderheit beteiligen. ersetzen, sind für uns in Anbetracht der schon aufs stärkste angs> spannten Mastensteuern ganz indiskutabel. Die Betriebsstoffe sollen zu fiskalischen Zwecken steuerlich heran- gezogen werden, und wir halten es daher für unumgänglich, daß die Steuererhöhung für ausländische und für inländische Betriebsstoffe wirksam wird. Würde man lediglich die ausländischen Betriebs- stoffimporte mit einem Mehrzoll van etwa 5 M. pro Doppelzentner, mie offenbar geplant ist, belegen, so würde man die inländische Betriebsstoffindustrie— in erster Reihe Bergbau und chemische Industrie— an f Kosten der Reichskasse mühelose Sonderpro fite einstreichen lasten. Der gesonne deutsche Krosl- stofsverbrauch wird für 1929 auf etwa 1350 000 Tannen veron- schlagl. Auf die Benzineinsuhr entsollen hiervon etwa 720000 Tonnen, aus die Benzoleinfichr 165 000 Tonnen. Es verbleiben somit mnd 450 000 Tonnen inländische Kraftstoffe. Eine Zollerhähung um 5 M. per 100 Kilo wird ein« Benzinpreis- erhöbirng von mindestens 4 Pf. pro Liter(1 Liter--- 730 Gramm) zur Folg« haben. Die deutsche Äraststoffindustri« würde durch eine deroriige Preiserhöhung einen Sonderprofit von etwa 25 Millionen erzielen. Wenn man aber den gesamten deutschen Krastfahrstoffiterbrouch — unseres Erochtens die einzig mögliche und zu verantwortende Regelung— gleichmäßig zu der Steuererhöhung heranzieht, ergeben sich höher« Erträge als in dem bekanntgewordenen Voranschlag Moldcirhauers. Den gesamten Kraftstosfoerbrauch für das kommende Fiskaljahr kann man mit mindestens 1,5 bis 1,6 Millionen Tonnen veranschlagen. Eine Erhöhung des Benzinzolles um 5 M. per Doppelzentner und die Einführung einer Abgabe für inländisches und ausländisches Benzol sowie für andere Kraftstoff« in gleicher Höhe würde also 75— 80 Millionen Einnahmen gegen die von Moldenhouer vorgesehenen 60 Millionen erbringen müssen. Oemonstration gegen Kraststoffverteuerung. Wie nicht anders zu erwarten mar, laufen jetzt die Der- bände der A u t o m o b i l r n d u ft r i e und aller mir dem Kraftverkehrswefen in Zterbindiivg stehender Interessenten gegen die beabsichtigte Zollerhöhung für Benzin und Ben- zol Sturm. Etwa 30 beteiligte üterbände erhoben in einer Kundgebung schövfften Protest gegen die vom Reichssinanzimirifter vorgesehene Neubelastung des Kraftoerkehrsweiens in Höhe von 70 Millionen. Bei einer bereits bestehenden Belastung der Kraftver- kehrswirtschaft von 350 Millionen Mark jährlich bedeute dies eine zwanzigprozentige Mehrbelastung. Di« Kundgebung maniite sich zugleich gegen den Vorstoß der Deutschen Reichsbahn und die vom 2ZerkeI>rsnuniste rium geplante Erhebung einer Ausgleichsabgab« für beförderte Güter. Zu der Denkschrift der Reichsbahn werden die Orgom saiionen der Krastvcrkehrswirtschaft in einer Gegenschrift Stellung nehmen. Triumphwerke 15 prozeni Dividende. Trotz der schweren Fahrrodkrise im vergangenen Jahr« können die Triumphwerke in Nürnberg auch für das am 30. Sep- temfrer 1929 abgeschlossene Geschäftsjahr ihre vorjährige Rekord- dividende van 15 Prozent aufrechterhalten. Durch eine wesentliche Erhöhung der Umsätze war es dem Unternehmen möglich, trotz durchgeführter Preisermäßigungen dieses hohe Ge- minnergebnis zu erzielen. Für- Rationalisicrungszweckc wurden im letzten Jahr rund 500 000 Mark aufgewendet, die, wie in den früheren Jahren, wiederum„über Betrieb" aus laufenden Gewinnen bezahlt wurden. Nach dem Geschäftsbericht war die Motorrad abtcilung mährend des ganzen Jahres voll beschäftigt unid erzielte einen wesentlichen M e h r u m s a tz. Bemerkenswert ist, daß auch die F a I);r= r a d a b t e i l u ng trotz weiter rückgängigen Umsatzes infolg« der durchgejührten betriebstechnischen und kmismännischcn Zusammenlegung der Abteilungen Fatyrro-d und Motorrad gleichfalls ren- tabel gearbeitet hat. Auch im Schreibmaschinenbou wurde bei steigenden Umsätzen ein gutes Ergebnis erzielt. Im lau- senden Geschäftsjahr 1929/30 ist der Auftragseingang durchweg zufriedenstellend gewesen und liegt speziell in der Motorradobteilung sogar noch Über dem Stande des Voifahres. Für die Auszahlung der 15prozentigen Dwidende wird der Reingewinn von rund 851 000 Mark bei weitem nicht voll in An- spruch genommen, lieber 320000 Mark, also weitere 11 Prozent Dividende, werden vom Gewinn in die Reservefonds abgezweigt oder zu Sonderabfchrcibungen verwendet. Einschließlich der Abschreibungen von rund 243 000 Mark, mit denen die Gesellschaft ihr« Betriebs- Umstellung finanziert, Hot das Unternehmen im letzten Jahr rund 33 Proz. seines Kopitals verdient. Es zeigt sich also, daß trotz der schweren Fohrrodkrise und der zunehmonden Konkurrenz im Molorradgcschäft auch Unternehmungen dieser Art bei guter Organisation hochrentabel arbeiten können. horpener Bergbau zahlt 6 Prozent Dividende. Aus der Bilanz- sitzung der Horpener Bergbau ZlG., des stärksten reinen Zechenunternehmens an der Ruhr, wurde beschlosten,«ine D i v i- d e n d« von 6 Prozent auszuzahlen. Im vergangenen Jahre wurde die Dividendenzahlung demonstrativ einge- stellt. Wenn die Zterwollung van.Harpen, die ihre Bilanzen gern nach politischen Gesichtspunkten orientiert, dies- mal 6 Prozent an ihre Aktionäre zahlt, so ist dies der beste Be- weis, daß die in der Kohlenkonfunktur des letzten Jahren geschesfslten Gewinne auch für den ausgesprochemrn„Z w e ck p e s s i in i s m u s" der Schwerindustrie keinen"Raum mehr lasten. Millionenpleite einer mecklenburgischen Getreidesirma. Die Ge- treidesirwa Christian Collies in Grcvesmühlen Hai ihren Gläubigern die Zahlungseinstellung zum l. März mitgeteilt. Di« Ber- Vilich wogen sollen l,75 Millionen Mark betrogen. Zur Gesundhaltungl Fachinger Versandsleiie, Berlin SV II ScheQcbergerStr.lfia. Tel. LCiiov»360-61 Mitiwoch 5. März 1930 Unterhaltung und ÄNissen Beilage des Vorwärts Erich grifar: Sie Sladl der Srhmerumjen Wir kamen von Luzern, wo wir uns gar nicht wichlgefühlt Iiotten. Mit ihren breiten Promenaden, die an den Ufern des Vierwaldftätterfecs entlangführen, über den die Spitzen schnec- i-efcedter Berge kühn aufragen, erschien Ludern uns schöner als '■ gendcine Stadt, die wir gesehen, ober sie war uns zu sehr aller- ersten Ranges. Mit dem Gefühl, daß gutgsbügelt« Hofen und ge- pilegtcs Schuhwerk zu dieser Stadt gehören, in der nur gewohn- heitsmützige Müßiggänger sich wohlfühlen können, fuhren wir weiter »ach Zürich. Hier gefiel es uns viel besser. In dem niedrigen Gast räum des Bolkshouses säße», als wir kamen, einige Dutzend junger Men- ichen beieinander und machten fröhlichen Lärm, in dem wir uns schnell zurechtfanden. Leider waren die Ziminer des Haufes besetzt, . her nicht weit entfernt, rößten Dichter der Schweiz. Roch steht die Oepflichommer, in der liindermarkstrahe, in der Gottfried Keller allabendlich im Kreise guter Freunde seinen Schoppen trank, und mancher gute Scherz. den er hier ersonncn, geht unter den Bürgern Zürichs um. In einem Hause, das gar nicht aussieht wie«in Wirtshaus, klettert man «ine alte Treppe hcraui, dann komuü man in die kleine Weinstube, deren Holztischc von unzähligen Namen zerkerbt sind. Studenten balten heute ihre Kneipabende in diesem Raum. Im alten Zürich ist kaum ein Haus, an dem m.chl eine Erinnerungstafel hängt. Bürgerlich« und sozialistische Politiker haben im letzten Jahrhundert die Stadt bevölkert, die in einem von Monarchien beherrschten Erdteil Hort republikanischer Gesinnung war. Hier hoben die aus ihrem Voterlaiche vertriebenen Teilnehmer der 4Ler Revo- Intion Aufnahme gefunden, später wohnten die Kommunarden Frankreichs hier. In der Zeit des Sozialistengesetzes haben die Opfer des deutschen Polizeistaates hier Schutz gesucht, und der„S o- z, a ld em o kr a t", jenes Organ, das in den Zeiten schwerster itedrängnis die deutsche Sozialdemokratie zusammenhielt, ist in inner ersten Zeit in Zürich geschrieben und gedruckt worden. Von liier brachte der rote Feldpostmcister Belli die Fackeln jenes "Geistes, der berufen nwr, den Absolutisinus überspannter 5)«rrschast zu liberwinden, über die nahe Grenze in das hart umkämpfte Deutschland der Arbeiter. K a u t s k y und Bernstein, die beiden Theoretiker der Partei, haben zu jener Zeit hier gewohnt und hier gemeinsam den »irund gelegt zu den Büchern, aus denen die junge Generation ihr Wissen über den Sozialismus schöpft. Der nahe Zürichfee hat die beiden, die trotz aller Theorien doch leine Berächter gesunden Sports waren, oft als eifrige Segler gesehen, wobei sie einmal beinahe »on einem Donipfboot gerammt worden wären. Später, als die deutsche Partel sich schon durchgesetzt lzatie und zu einer Macht geworden war, die kaum noch zu mngchen war, hat August Bebel, der unvergessene Führer der Portei. hier seinen ücbsnsabend verbracht. Keine hundert Meter von dem Grobe Hellers, der im Schatten eines mächtigen Baumes bestattet liegt, ruht r mit der Gefährtin seines Lebens. Di« benachbarte Grabstelle ist durch den Schwieosrsoßn und Enkel Bebels belegt, die beide wewge Wochen vor Bebel starben. Aber nicht nur ernste Erinnerungen find es, die in dieser Stadt ('ben. In seinem Werfe:„A u s meinein Leben" hat Bebel uns erzählt, wie lustig es manchmal im„Mohrenklub" zugegangen ist, den die in Zürich lebenden deutschen Genosten in E-rinnerung an«inen Berliner Klub gleichen Namens gründeten. Kamen Partei- genossen aus dem Reich, domi ging es hier besonders lustig zu. Das „Lied vom Bürgermeister Tschech" und dos„Petroleumlied", beide voll Anspielungen auf die politischen Verhältnisse in der Heimat, wurden oft und laut gesungen. Oder es wurde ein Spitzel, den inan entlarvt hatte, gründlich verhauen. Zum Kreis« des Mohrenklubs gehörte damals auch der Schneider Beck, der der Hofschneider des Studenten Peter Karageorgcwitsch, des späteren Königs von Ser- 'üen, war. Dieser, der«i'ensalts öfter in den Mohrenklub kam, litt wie viele Studenten, an chronischem Geldmangel. Um sich ein wenig herauszuhelfen, ließ er sich von seinem Schneider höhere Rechnungen ausstellen, als er in Wirklichkeit zu bezahlen hatte. Die über- schießenden Beträge verwandte er dann zur Aufbesterung seines Budgets. Während des Balkankricges hat König Peter einem Re- parter erzählt, daß er gern�an die Zeit zurückdenke, die er m Zürich ;n der Gesellschaft von Sozialdemokraten verbrachte, und welche kühnen Pläne er in ihrem Kreise geschmiedet habe. Während des Weltkrieges war Zürich wie die ganze Schweiz vor allem der Sammelpunkt jener, die gegen den Krieg arbeiteten und darmn in ihrem Baterlande nicht leben konnten. Redakteur« sozialistischer Zeitungen und Vorläufer der kommenden kommunistischen Bewegung gaben sich hier ein Stelldichein. Hier weilte Münzenberg, damals noch ein kaum gekannter Jugendfunk. 'ionär, der zum Tode verurteilte Franzose Guilbeaux, der heut« in Berlin lebt, suchte hier Fühlung mit deutsche» und russischen Reo» iutionären. Noch>st in der Spiegelgafse, einer kleinen, von Prol«. toriern bewohnten Gass«, das Hau« zu sehen, in dem Lenk» W» zum Ausbruch der russischen Revolution gelebt hat. Eine kleine Stube war es, in der er mit seiner Gefährtin Kmpskasa damals zusammen hauste und von hier die Ansänge der Zweiten rustischcn Revolution oerfolgte. In diesem kleinen, dürftig möblierten Raum«, unter dem sich«ine kleine Speisewirtschaft befindet, erreichte Lemn die Nachricht vop der Revolution, und von hier reiste er ab in das Land, dessen Schicksal auf ewig mit seinem Namen verbunden sein wird. Die Schweizer, selbst weit entfernt, Bolschewisten zu sein, ab:r mit gesundem Sinn für Geschicke und ihre Erponenten begabt. l>abtn dem Andenken Lenins eine Tafel geweiht, die on dem Hnije, in dem Lenin seine Züricher Zeit verbrachte, angebrocht ist. „Hier wohnte vom 21. Februar 1916 bis 2. April 1917 Lenin, der Führer der russischen Revolution" steht auf dieser Tafel, die nur«ine unter unzähligen Gedenktafeln on den Häufern in dieser Stadt ist. Aber obwohl der Beschluß, eine Gedenktafel anzubringen, von den bürgerlichen Stadtverordneten imtgefaßt war, steckten sich einige bürgerliche Organisationen hinter den Hauswirt, um ihn zu bewegen, die Tafel wieder entfernen zu lasten. Aian drohte dem Manne mit dem Boykott seiner Wirtschaft, aber die Stadt gab ihm eine kleine Absiiüiung als Ausgleich und die Tafel blieb. So ncr- dient der Wirt doppelt an diesem Gast, den er zu Lebzeiten k.'u.n beachtet, denn fast alle Fremden, die zwar nicht Geld genug haben, um eine Reise nach Rußland zu machen, kommen hierher, um das Haus zu sehen, in dem er gelebt hat. Und mancher verzehrt wohl auch sein Schöpplein und läßt sich von dem Wirt ein Anekdötchen erzählen. Auch dos gehört mit zu der Atmosphäre dieser Stadt, die uns weniger durch ihre Geschichte als durch die Geschichten erfreut, mit denen st« ihr« Gäste beschenkt. 3)ie QöUin des Grauens Der Disbstaihl einer Statu« der indischen Göttin Parvati aus dem Berliner Bölkerkundemuseum hat viel Aufsehen erregt, weil der Dieb, wie aus einem Brief von ihm hervorging, augenscheinlich aus religiösen Gründen handelte:«r fühlte steh dadurch vcr- letzt, daß das Bild dieser von den Hindus besonders eifrig ver- ehrten Göttin an einem uicheiligen Ort den Blicken neugieriger Besticher preisgegeben wurde. Nur«er den Fanatismus des in- difchen Volkes an Ort und Stelle miterlebt hat, und wer die besondere Bedeutung dieser Göttin keimt, wird die Haltung des Diebes begreifen können. Parvati, die Gattin des allmächtigen Chfoa, wird als Todesgöttin aufgefaßt, und dieser„Göttin des Grauens" wurden wohl lange Zeit Menfchenopfer dargebracht. Die Forin der Göttin, die von dieser unheimlichen Stimmung um- wittert ist, heißt Kali, und ihr ist ein eigener Tempel in der be- rühmten Kolii ghat zu Kalkutta gewidmet. Einen Besuch in diesem Tempel schildert Else Lüders in ihren soeben bei Ouelle und Meyer in Leipzig erscheinenden Reisebriefcn„Unter indischer Sonne". Die Veriosserin. die Gattin des Sanskritisten der Berliner Uni- versttät Profcstor Heinrich Lüders, ist falbst eine ausgezeichnete Jndtenkenncrin und war daher befähigt, die bunte Phantastik der indischen Welt mit tiefstem Verstehen nachzuerleben. „Es ist so viel über das Grausige des Koli-Kults— auch in seiner heutigen Gestalt— geschrieben worden", so erzählt sie.„Doch ich muß sogen, daß wir nicht den abstoßenden Eindruck hatten, den ich fürchtete. Winklig und schmutzig ist der ganze Umkreis des Tempels: der Basar, der ihn umgibt, enthält zahllose Dinge, die für den Kali-Kult gebraucht werden, vor allem aber Statuen der Göttin in jeder Größe. Sie wird.in rasendem Siegesrausch dm- gestellt, eine lange Zunge hängt ihr zum Halse heraus, in den er- hobenen vier Händen schwingt sie Kriegsgeräte, und ihre Füße zertreten den besiegten feindlichen Dämon. Bettler und Aszeten fitzen in longer Reihe in den Gassen, und überall sind die Ziegenlämmcheu angebunden, die für das Opfer gekauft werden. Am Ufer des Fluß- annes, der hier als Ganges gilt, sind buntbemalte Pilger-Rost- häuf er neben den Ghats, den Treppen, auf denen die Frommen stehen, die, bevor sie ihr Opfer darbringen, sich im heiligen Must« reiuigeu: oiuh die Opfertiere werden hier zuvor gebadet. Ein Opfer selber sal>«n wir im Tcmpelhof. Zwei weiße kleine Ziegen wurden mit den Köpfen an einen gegabelten Holzstock gesteckt, und mit einem Hieb des schwertartigen Messers trennte der Äarmakara die beiden Köpfe vom Rumpf. Das Fleisch wird dann gekocht und an die Armen verteilt. Eine aufgeregte Menge, die, im Birne stelzend, das Opfer bejnllelt, haben wir nicht gesehen. Das Ganze ging sehr schnell vor sich und wiederholte sich natürlich so oft, wie ein Frommer ein Lännnchen zum Opfer bringt. Dieser Kult ist ein letzter Rest uralter Götterverehrung: dem Empfinden des Hindu, dem es sonst Pflicht ist. das Leben zu schonen, müßten diese blutigen Opfer eigentlich als etwas Unerhörtes er- scheinen. Hier trist t man wieder auf einen der Widersprüche in der Seele des Inders, die einem auch sonst noch des öfteren begegnen. Kali ist außer der Todesgöttin auch Göllin der Fruchtbarkeit. Ueber- all sind Opfergegenstände zu kaufen, die kinderlos« Frauen dar- bringen sollen. An einem kahlen Baunu hängen zahllose klein« Steine an Stricken. Die Frauen sammeln sie am Gangesuser auf und hängen sie on die Zweig«. Hat der Zauber gewirkt, und dos Kind ist da, so bringen sie«in Haarbüschel des Neugeborenen und binden es dort an. Unzählig« kleine Schreine stehen überall herum, aus denen das feurig rot bemalt« Götterbild leuchtet." Iuiuen ist überhaupt das Land der seltsamsten Ueberraschungen. So los Frau Lüders auf einem Bahnhof ein großes Plakat in drei Sprachen, Englisch, Hindi und Hindustant, aus dem stand:„Gift. Gift, Gift!.hüte dich vor Berg ist« nr. Nimm nicht Nahrung oder Getränk aus der Hand von Fremden auf Bahnsteigen oder in Wartezimmern. Es gibt nicht weniger als 136 gewerbsmäßige Berg ist er, die der Polizei dieser Provinz belaoint sind. Wenn«in Fremder dir Nahrung oder Getränk anbietet, so zeige ihn dem nächsten Bahnbeamten oder Polizeibeamten an." Unterschrieben war diese Warnung von dem Gehilfen des Generalinfpellors der .Polizei. Es scheint danach eine Kaste der Dergister zu geben, gegen die sich augenscheinlich nichts machen läßt. tti. sonmenko: Ser&euerfchaden Ein interessanter Fall ereignete sich in diesen unseren Tagen. Die Zeitung„Gudok" hat das außerordentliche Geschehnis in ihrem herrlichen Blatt« festgelegt. Wir wollen unsererseits noch ein wenig einheizen. Denn es hat sich etwas ganz Ungeheuerliches herausgestellt. Um die grauköpfigen Helden dieses Borkommnistes nicht zu sehr vor dem Gericht zu beschämen, wollen wir in unserem literarischen Erzeugnis ihren Ausenllzoltsort nicht mit aller Genauigkeit angeben. Wir wollen uns begnügen zu verraten, daß es sich auf der Eisen. bahnlinie Sysranj— Wjajjma zugetragen hat. Es scheint nicht angebracht, die Station anzugeben. Am Ende kömUen sich die Eisenbahnzüge an dieser Stelle lange verzögern. Jeder könnte Lust bekommen, zuzuschauen, welcher Art Leute hier wohnen. So aber ging's zu. Ihr sollt es gleich erfahren. Nicht weit von der Station befand sich der Laden des Bürgers Fedor Wolujcff. Ein Kleinhandel. Mit einem Worte— ein Privat- unternehmen. Ein Prioallmternohmer hatte also in dieser dicht bevölkerten Gegend seine Netze ausgeworfen und lockte Käufer an. Er sog ihnen das Blut aus. Und einstmals, an einem Sonnabend abend gerät dieses Privat- unternehmen in Brand. Man meint, ein« weggeworfen« Zigarette habe die Waren in Brand gesetzt. Welch« Fahrlässigkeit! Da haben wir's— ein ungebildeter Mensch! Das Feuer also flammt« empor. Panik entstand. Der Rauch stieg gen Himmel. Es gab ein großes Geschrei. Die Glocken wurden nicht geläutet— die Kirchen waren obge- tragen. Elektrische Signalisieropparate gab'» hier auch nicht. Es war ja nicht Leningrad. Ein Bürger,«in Dilletant lief einfach auf eigenen Füßen zur Feuerwach«. Kam angelaufen und schrie: „He, ihr Teufel! Ein Feuerschaden! Rückt aus!" Auf seinen Ruf tritt der Brandmeister aus die Schwell«. Cr kaut einen Apfel. Beißt hinterher in sein Beefsteak. „Weshalb brüllst du, Dummkopf?" „Weil ein Brand ausgebrochen ist. Ihr sollt ausrücken!" Der Brandmeister sagt: „Wir sehen es schon. Wir sind nicht blind!" Und wirklich, es war zu sehen. Recht hoch stieg die Flamin« gen Himmel. Die Funken stoben nur so. Und der Rauch biß in die Augen. Der Brandmeister sagt: „Es ist recht ungehörig, daß Sie so schreien, Bürger" „Deshalb?" „Deshalb. Bei wem brennt es denn?" Bei Walujeff? Wer ist denn Walujeff? Ist es etwa ein« Konsumgenossenschaft? Er ist ein Privatunternehmer. So mag es ruhig bei ihm brennen. Davon wird die Luft reiner. Sie. Bürger, sollten«s unterlassen, die Linie des Klassenkampfes mtt ihrem Geschrei zu durchbrechen." Der Bürger schämte sich seiner zurückgebliebenen Ideologie und machte, daß er fortkam. Di« Verwirrung unter der Bevölkerung war nicht sonderlich groß Die Massen hatte» sich dieses Mal dem Fall« gegenüber recht verständnisvoll verhalten. Um so mehr als der Laden ziemlich ah. seits stand. Auch war«s gerade völlig windstill. Das Wetter war klar. So daß keine besondere Unruhe entstand. Wenn sülz auch recht viel Volk versammelt hatte, um dem Schauspiel beizuwohnen. Der Privateigentümer selbst saß auf einem Steinhaufen der Brand- statte gegenüber und machte weiter keine Anstatten, Hab und Gut dem Fever zu entreißen. ,-Loßt nur." sagt« er,„für den schlimmsten Fall ist mein Eigen- wm vei sichert. Ihr könnt euch das Löschen sparen." Das Feuer war bald niedergebrannt. Und die Leute zerstreuten sich in ihre Hütten. Der Privatbesitzer ging für die Nacht zu seinen ZZcrwondtcn. Nun heißt es, die Feuerwehr werde in nächster Zeit vor Gericht gestellt werden für ihre radikale Abweichung und Drückebcrgerpolitik. Augenscheinlich ist's nicht so einfach, aus den ersten Blick zu erraten, was man zu tun hat. aWurtrastn von 6. RokaHald Jiampj gegen HTiafchine in Amerikn Die schweren Gefahren, die durch die maschinelle Entwicklung unseres Zeitalters in den Bereinigten Staaten von Nordamerika hervorgerufen werden, haben ein führendes Mitglied der New- ?) orker.Handelskammer veranlaßt, vor einigen Tagen in einem Vortrage eine ernste Warnung vor der völligen„Technisierung" der Industrie auszusprechen. Er bestreitet dabei freilich nicht, daß sich durch die Maschinen die Erzeugung der verschiedenartigsten Güter von 1919 bis zum Jahre 1927 um mehr als die Hälfte gesteigert und den Wohlstand mancher Kreise vermehrt habe, zugleich aber be- merkt er, daß durch diese künstliche Warenerzeugung rncht nur eine Ileberproduktion auf allen Gebieten hervorgerufen worden sei, in der der erreichte Wohlstand wieder unterzugehen drohe, sondern daß auch die Einführung der Maschine in einem früher nicht gc- ahnten Umfange die Entlassung von vielen Tausenden von ge- schickten und fleißigen Arbeitern nach sich gezogen habe. Dem Elend, das dadurch in den unbemittelten Kreisen in steigendem Maße hervorgerufen werde, könne ans die Dauer auch die beste soziale Hilfe nicht mchr begegnen. Die Zeiten, in denen die Industrie die Erfindung einer jeden neuen Maschine fteudig begrüßte und in ihr einen weiteren Schritt auf dem Wege zu Glück und Reichtum sah, seien jetzt dahin, die Begeisterung sei verflogen und die Schatten- feiten der maschinellen Ueberproduktion und der Ausschaltung der ruhig arbeitenden Menschenhand träten im Loben des einzelnen, wie in dem der Gesamtheit stets greifbarer hervor. Es gelte jetzt, auf industriellem Gebiet der„Mechanisierung" und„Technisierung" Einhalt zu tun, und zwar dürfe nicht lange mehr damit gezögert werden. Der Kampf gegen die jede Menschenkraft ertötende und Waren im Uebermaß erzeugende Maschine müsse sofort begonnen werden, da sonst ein« Katastrophe auf industriellem und damit auch auf politischem Gebiet zu befürchten sei. deren End« nicht abgesehen werden könne. h. Einsendungen ffit 6 Berlin SB AS, ise Zinbrtt sind indenftrabe 3. parieinachn'chien fürGroß-Nerlin stet« n» da» eegiriefefntatiai z. Hos. 2 Treppen recht», zn richten 4. ttrel« Prenzlauer Per«, ssreitna, 7. MS«, td lllr. tri Jöa«, Danplaer StrnSe 71. Eituina des erweiterten kreisvorltande«. Ä 11. Srei» Schiw-berp. Hente. Mllwoch. d. März, 20 llhr, ist M gl SefenfchafUdai» de« W-ftras. Sanptstr. 3», in Schönebera. Sr«l-mit. Z äli«der»:> lo�mlnag. Vortrag: �Boliit�ioismn»»ad DemolKatic". Res«-" reut: Eevossc Abrain» witsch. Mitgliedsbuch dient al« Uuswei». 11.«rei»«chSaeberg. Heute. Mittwoch, b. März. 1714 IIb-, ssrnltwnosidung mit den Biiraerdcputierten Im neuen Ratberus. Limmer 14t. 13.«rei» Tempelhos. Heute. Mittwoch. 5. März. IS 14 Uhr. Bezirksversamm. Inn? im Lozeum?!MvcIhos. Kermaniastrohe. 17. 51 rei« Lichtenbera. Die Dorslandosituna heute. Mittwoch, 3. März, fällt aus. 20.«rei» Reinickcr darf. Bildnnnoauoschnh. Donner«taa. 3. März. 1014 Uhr, Deginn des Tursus:»Wirtschaft und Staat". Lehrer: Dr. Schleflnger. Deilneftmer kdnnen lich melden in der 5. Semeindefchule im Lehrerzimmer, .«ieinickendorf-West, Äugustr-B iktoria-Alle« 37— SS.«reiobildungsauieschuk. Mitglieder! Sihung am isreitag. dem 7. Mär». 20 Uhr. im Boltohauk. Rcinickendorf-West, Schorn wederitr. 114. Heule. Mittwoch, 5. März: 13. Abt. Unser Weg ilt von der.Z>orwärt«"UZp«dition«trhelm-badwipr Stroh« 48 sofort»bzuhvlen. 17.«bt. Di« Bezirksfitdrer werden aedrtea. die SammeMItr» und Unser Weg von Genoilen gähn« abzuholen. 24. 0!!>!. Di« Bezirksfllhrer werden»»beten, haute die SallMleMIlen und Unser Weg von ihren Sruovenfllhrtrn adzuholen. 31. Abt. Sharlotteaburg. 2U Uhr bei Lehmann.«Snigaw-a 3. Funktionär. sidung. Auch die neugewädltcn Funktionäre und Mitglieder der Kom- Missionen haben zu erscheinen. iunst Donnerotag. 3. Mär». Natt. Thema:»Orpanisation�ormen der isg-irtfä�afb". Referent: Genosse Dr. Puttkamer. Si. Abt. Lonlwih. 23 Uhr bei Lehmann. Ziaiser-Wllhelw�Str. 23—31» Funk- tionärsidung. 114. Abt. Alle lungen Barteigenossen treffen sich 20 Uhr im Zugendheim Scharn- meberfir. 20 zur Gründung der IunafozialiNengrupp« unserer Abteilung. 132.«bt. Dlonker.bura. 20 Uhr Zahiabend bei Klug. Dorsstr. 2. Bortoag: »Feeidenterlum und religiöser Sozialismus" Referent: War Stumpf. Morgen, vonnerskag, 6. März: 4.«bt. 1S1H Uhr bei Brandis. Stralauer Str. 10, ffunktionärsiitung. Sa«. drelliNen sind abzurechnen. Di« arbeitslosen Genossen mAsen ans«»»ben werden. 0.«dt. 1314 Uhr bei Sllbne«. BilsnaSer Str. 34, Funktionärfchnng.. 12. Abt. Sämtliche Eenossei! treffen sich um 1414 llhr zu einer birjcn wuhtiom« «esprechung bei Schmidt, Wiclefsir. 17. � �_..»,. 33. Abt 1914 Uhr Funktionärsinun« mit de»«relsdel-al-rte» boi So sack. Benmestr. 8. ZA. Abt. 1914 Uhr bei Busch. Tilfit-r Str. 27. Funltionärsisiung. Renköl». 89.«bt. 1914 Uhr im Lokal«rommelk. Sanderstr. 10, ffiugotait- ausgäbe zur Freidenkerwahl,"ahlreiche 5 Erscheinen wild erwartet. Dre Gruvrenleitung.— 91. Abt. 2014 Uhr SituiuA des FeNausichusies bei S'alnnann. Flughafenstr. 22....... 100.«bt. Johannistbal. U>>4 Uhr bei Bolha. Swbenrauchstr. 12. widung aller LPD.-Freidenkeraenossen.— Freitag, 7. März. 14 Uhr. ber Botho. Stubenrauchstrasie, Funktionärsihnng.. � 108. Ahl.«Svenick. 1914 Uhr Sidung oller Funktionäre und 0rei«ertret-r bei SÜvvckohl. Echöncrlinder Sir. S. Freitag. 7. März: z. Abt. 1014 Uhr bei Berlchke. Georoenkirchitr. 14. Funktionärs Huna mit den Delegierten zum greisvertretertaq. Answeiskarten»um Sreisvertretertag werdn, in der Siguna ansaeaeben. 3«.«bt. 20 Uhr bei Schmidt. Fruätiflr. 30», Sihunq der»reisdel-giert«» der 38. Abteilung mit dem Abieilmtasoorliand. 9«. Abt. Reutöll». 1914 Uhr bei Lohann. Wipperstr. 18—19. wichtig« Funk- tionäi�!tzun«. 120. Abt. Friebrlchsleld«. 20 Uhr bei Schwarz. Taprioialle« 10«. Funktionär- sipung. Die Unterkassierer sollen bis dabin die aubcitslofen Genossen namentlich sesifiellen. Frauenveranstaltung am Donnerstag. 6. März. 43. Abt. Besichtigung der ilonsumaenossenschaft Berlin und Umgegend. Treff. punkt 911 Uhr in der Vorhalle Lichtenbera. Rittergutstr. 13. Bezirksausschuß für Arveiterwohlfahrt. 4.»rei« Vrenzlaner Berg. Donnerstag. A. Rät». 1014 Uhr, im Bezirks- amt Danziger Str. 04. Fimnier 20. Aktenausgabe und Selserbefprechung. Bor- schläge zur Skneralversammlung. Alle«dteilungen mllisen oertreten sein. 2». Frei» Rrinichendors. Ach'una! Der ilursu« am Freitag fällt an« wegen Berhinderuna der Referentin. Näher«, wird noch durch die Feitung bsöanirt- gegeben Uder die wcitcrrn Kursusabende. Junqsozialisten. Abrechnuno der Beiträge und Ausgabe der Blätter fiir Marz am Mittwoch. dem ö.. und Donnerstog. dem 6. Mär,, von 17 bis 10 Ubr. beim De. nofsen Kurt«arg. N. 43.«ntwerpener Str. 40. Daselbfl-uch Ausgabe de» »Jungen gämpsers" und sonstigeu Werbematerial». Emtleituugmaitglieder tressen sich ebenfall» dort. Freitag. 7. Mir»,»»somm-ak-ust ta filnger«, B-Uelg«uoffen»»d d« e«A_____ W__ AfAVA W__ A/v � � 1 f.-»09» Cr. r � V. Jl r. t Sgl t* Seitereu der SAZ de» 20.«reise» Reiuickenbors im Zngendheim Schönebeige». »zeuVpe fftt Geaoss«»r betau. «hu der Sränduug etuer Zunglozialiften. liauag der iu Frag« kommen den sauge» Brenzlauer«erg. Heute. 20 Uhr. weltlich- Schule. Danziger Str. ifttüt oes G«Nossen Goldstein:„Ddarxismns in Sswietrußland. Ne §A»f zum Rat«, ltarneoal der ZS«. am Sauneag. k«»». Mn«, iu Sharlottenbnrg, jlSllsgiu.Elisobetd.Str. S. Lokal Schellbach. Berliner W Bau- und Sparoereiu. Muiii, Rezitationen, Tan.». Austreten der -Z Spielgemeinschaft. Einiah 17 Uhr. Eintritt 73 Bs. Karte» aoch au der Kasse erhältlich. Fahroerbi-d-ug: 5b. 73, 54 und 154. U-Bahn. S-is-r. � dämm, Eisenbahn Bahnhos verleben. Bartei�arsi-U web oil3. smd berzlich eingeladen, jtoftumieruug i» poLlische» Fetttqpc» erwünscht. m m m p Lichtenderg.West 014. Abt.l. Heute. 20 Uhr. UN Jugendheim Scharnweber ffrasie 29. erste-iusammenkunst nirseeer(Zruvre. Genosse Audols Horink svrrchr Uber:»Der iung« Senoste in der Partei". Aeltere Parteigenossen willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß-Bertin. Helferuersamml»»» Mittwoch. 5. Mär», 20 Uhr. Porckstr. 11. Vortrag de? Genosskn Dr. Löwenliein Uber:»Besvrechun« politischer Fragen mit Kindern Donnerstag. 0. Mär». 20 Uhr. Scllersemin-?. Ra'haus Neukölln. Krei« Friedrichshotn. Donnerstag. 6. März. 30 Uhr, findet te Zugeno Helm Litauer Strahl«in Bortraa Unit..Unler Bevbanblast««." Genosse» und Ellert» könnrn teilnehmen. Geburlstage, Jubiläen usw. 17. ttuei» Lichtenberg. Luserc« liebeu Geuosse» Feig uud Leui Thurm die herzlichsten GlüSwünsche zu« Silberhochzeit. 38. Abt. Unsere» Genossen Gnslao Francke, Grosie Franlsurter Str. 34. uud villi Trieb«. Gros,« Frankfurter Str. M, zum S5j ädrige» Parteesubiläuni dir hrrzli» steu Glilchnunichr. 124». Abt. Mahlrdors.SUd. Unserem largjährtgen uud treue» Genossen Mar Köhler zu seinem 7N. Geburtslage dir bcrztichstem Glich man ich- der Abteilung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation} 95. Abt. Renlölla. Unser lieber Genosse Friedrich Teufer, Falkstr. 17. ist am 25. Februar im Al'er von 57 Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken. Giuäscheru»« am Donnerstag, dem 0. März. 1814 Uhr. im Krematorium Bauw schulenwea. Wir bitten um rege Beteiligung. Mittwoch, 5 3. Siaais-Oüsr Unter ch. Linden Ut-a C B. In 1 Jaäns-äl-*. Bo. 62 19 Uhr liiuaiui!! Ende geg. 33 Uhr Ende g. 22>4 v. Staat!. Sdiaosph. am Gsfidarmenmarkt SLR.! MLNo.6 Jahru-ttL-y. Itn. 55 20 Uhr Ein besserer Herr Ende n-ZWeUhr Ende 22 Uhr stsats-oper ta Plih du RnnllO Vorst. 30 20 Uhr MI.Ww-IdMMIU e0 Lht Hans im schnastsniocft »v« uhr CASINfl-THEÄTER Loihrintfer Strafte 37 Unwlöenallldi nur bis 7. Man Seine Kenelt der Bettler Ulf Hill IIMIIflllll Hfl lllltlt IIIIIIIIIMIIHIHIMIIIIHIIinMIIin« StnoolieDil. den t. Min, ton Male: Der wahre Jakob Jutschein für 1— 4 Personen Fauteull nur 1.25 Sessel 1.75 M., ■�onstice Preise- Parkett u. Ran? n.80 M 8.15 um*8im. JiBls RaoOtcn erlaoDt Oat nene Programm mit senaatfoBcIlei) In Berlin nodi nichi gezeigten Neahciicn I Volksbühne Tlutttf am Bölo«plati. 8 Uhr Amnestie Schauspiel v Carl '. Finkelnburg Mar. Reil« fiBnui. Stark itaalLidiiller-Di. 8 Uhr Haas!in scttnansRiocn Staatsoper AmPl.d Republik 8 Uhr Tdgl. 5 u.S'j, Uhr. U i Said. 8236 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U SO PI.-3 M. Sastsplel irlch Carow md vollere 0 miernAtlon. Attrsül onea U91. S u. annnl.!..5 B 8" A!ex. E 4. 8066 IINTERNAT. VARIETE GROSSES SCHAlbPlELHAUä S Uhr i 3 Musketier« Regie: ERIK CHARELL J 8000103 MilSw. 00308. dltldo dl. MM® Uioaift D 2 Wiidtsänn 521)1 rigl.8V4Uhr Der Kaiser v.Amerlka von Bemard Shaw Rege Max Reiabardi gWM Uirertmn Ur Martin Ziokoi M» Komische Oper Fnednobstr.104 Merkur 1401 4330. Nach vollständigem Umbau Täglich»U Uhr HulEa di Bulla Schwenk von Arnold und Baob mit Guido Thialsehwr, Schul», Sehraib, bürg, Hildshrend, Waltsr Raus. Flink, Bahmtr. Wanik Kammersplete S 2 WaideaflkBia 5281 8 Uhr igaa Aaüfl&iuuttOB Der Kaudidat von Carl Sternhaim hgli: Bm Beiench. Lustspielhaus u. fnednehstr. 236. kergmenu 2922/23. Utile ad Sei zweliet WA. Riemann— Haack. Vorverkauf in beiden Hfiusom ab 10 Uhr ununterbroehen. Diö Komödie II Blsmck. 241 4/731« S'u Uhr / Utxto ioinumuga Victoria von 2. Maugnan«. Regie Max Reinhardt Musik: MUcha Spoliansky m& s m TT■* e«■ Ä e w Große Frankfurter StraOe 132 Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 Täglich 8.15 Uhr nur noch bis Donnerstag, 6 3, die Operette ,,easi>aronek* Ab Freitag, den 7. März, täglich 8.15 und Sonntag 5.15 o. 9 Uhr die Operette Die gold'ne Meisterin von Edm Eysler Für dl« Kinder: Sonnabend, d. 8 Marx, 5 Uhr und Sonntag, d. 9. Märt, 2J0 U. zum Tetrtan Male „ Aschenbrödel" Sonnabend, den 8. März, Nachtvorstellung 11.30, sowie jeden Sonnabend im März;»Der Mustergatte", amerik-Lustspicl Direktion Jr. Robert Klelr Otnisehes Künstler-Theal Barbarossa 3937 »Ii Uhr Jai. mi. SiaT von Franz Molnat ait ttu PalleDitws. »Ossw: Souper Wim WM Dönhoff 170 Tlglich»U Uhr Die Straße altUbsrtBastanBanii. Regte rleinz Hilper', Tel. Baenvald 4335 36, 0800, 0950 Mittwoch. 5 Uhr: FamNIcn-Vortfellintg, Kind halbe Preise auf all. PISu. v. Z2j Mk. aufw. ?»» Vorstellung mt Isizt tu»ais ellanßsa naüen! stiSW'M!«' Dir. eaos Arnim Georgenstr. 9 Täglich»Ii Uhr Die Freundin tm Bsrwaan Snderaisnn Preise 1, 2. Z. 4 M. Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8« MeiropoMh. 8>A Uhr Das Land des laehelns Vera Scbvnuz, Richard Tauirer Musik von Pranz Lehär Püllharmonie 8 Uhr IM« VagDar-llienä des Philharin. Dreh Ding. Prot I. Prtw Eintritt 1 Mk Saniswsity-SilliDen Thutar m aar XdniggrStzor StrlB. Taglich»u Uhr Professor Bernhardi von Ichtiir Sdutihier iqie- Ader Bmentr Komödlanhau« Täglich 8>6 Uhr Oer LOnner und die nomäs von CorlEStZ P'uneionuiii am Zoo 1 hrllag..'uchwIliMt.,nh 3.5 Barbarossa 5578 16V. Uhr Dar hSD- istnDlaiiMl IktAUb' MsrttwOrcnge Slarna(Riss« i Jrirqtl 30V. Uhr Dnsor MSflll Eintritt l Mark. Kinder SO Pf. KwAlM- •Vir fertlpea eleoa AniOgeimiiMäntc •h« BitgsbrachtdB Stoffe: Buh tetvitm Maß für 11.39. ____ � einRctlisßlicj liEse" sAmtllcben ZuUten— Tadellose Sit*.— RoBbaarvar arbeit anr Ana anaerem Stollen.. von ?S Mark an Herrenkleider"AolertidiiiK! Qagrr. 1010 Zantrum i KleslarttraiBa 65 Osraat Fronkfurtar Allea 363 Wastaai Augiburoar Straß« 63 Emgong Papiaraeschäft Morden t Chounaattr. 67(Lodan) Obarschönawaidat Siamanutraßa f 6 Neukölln: Fflüjorstraß« 26 '//-.hAnot-erq-Fnedanou; HcupMr.99 Tagal: Srunowstroße 69 Tampelhof: Kaisarin. Augutto-Sfr. 71 Relchshaiien-Theater AMR ös CD Soonina nadnn m Slelflner-sanger Neu- v, Sanatorium Sonnenstich" Huibl: HiB« Praha. nQe Progama Oönhoff-Brettl VarlctA— Konzerl— Tanr Schwank tbd Arnold and Bacf Lustspieihaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23 Täglich 8»% Uhr Liebe auf den zweiten Aliek ftieater 1 Westens Täglich 8».« Uhr: Bold Slam Lemberg Musik von Gilben. tori Letu Leo ScbOizendort Operettentians Alte lakobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Täglich»Ii Uhr nie Fledermaus mit Gustav Matwier Preise 1, 2, 3 M Lessing-Tlieater sseiiTOiänm 2797 1 0816 Täglich 8 Uhr Affäre ureyfus von Rchlisch und Herzog tobol a. Koita.Ta> Kottb Str. 6 TägL S Uhr aucbSonnt. nschtr IU.: Ellte- SOnger. 8 TiliUiplo uMils. OOsiblelBoiL uari-Progremin' Ü-Eakn femoplitz inuU Sdml: teahzüi 109/14 1 Or. Boclcblerf«! und letztes Gastspiel Johann Strauß| I II II IIISIIIIII II Hill I Ml II III III II HtlflllllllliMII III llätlllellUJIIIIIItSllllllltällllllllMoNHIfl Voranzeige für Donnerstag, den O. März 19JO Gr.Bodibierfest, Pr.Sdiwelnestfiladit. I | und Ha?if Bergmann Güdebof'Abena. Viele Gratisübt rrasdiunge». Kleines Thea?. Merkur 162« Tägl. SV. Uhr Msdame hat Ausgang Erika von Tollmann Paul Hdrblcer Hennann Schautufi fiut 000«11187 Nur arosa- sernn Alexe od« rptota Allen Derwandlen. Freunden und Betannieu bt« traurig» Nachncht, daß gm Sonntag, dem 2 März mein lieber. hertensguter Mann. Baler, Schwiegervater und Scoßoaler, der Tischler K6uartl Wilhelm Im Alter von 72 Jahren nach langem. mtt unenbt cher Geduld ertragenem Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigen licibetrlibt an Frn IL Virseis. geb. Ute Irlhtr Villuln uhsl fim Väter Inün seht kno. gek. Vittdn Bau Wilhelm Site) Fiw Icjiborg, Gtrii nd Wiitnad ah tntal Die Einäscherung findet Donner«. tag. den 0. März, norm. 10 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg Rott. Am 1. März»ntschltef lanit nach kurzem, tchwerem Leiden meine herzensgute, beb« Frau und Mutter LmNZe Wollmei' geb. Itelz Ehre ihre« Andenren! Der tlesbetrllste trauernde Gatte Aagazt WfiUmer nabll Kindern Die Elnäfrf) ertrag ssudet am Mittwoch. 5. März, adends 8 Uhr, im Krematorium Gerichlstr 87-38 ssatt Ehailrlougiie«, w!e neu. 20 M.. Pavoriallee IL. �___ Diwaudeckeu 6,—. Wandbddängo 4.—. Vavvelalle» 12.____ Möbel ohne Anzahlung bei satt/: frifligstcr Ratenzahlung und«iSäft: "llttildftnahme. Komplette Sohnunge. cinrichtunaen wie auch einzelne Model. ssllcke. Freie Lieferung. Mbhel-Eod». Große Fronfsurter Straße 78. Bad- llroße 47—48. Kottbusser Damm 77 Tnrmstraße 73, Etegllß. Albrechtstp. 8. Rossscu. Feßt besonder»«ilnstige An. geboie. Schlafzinnncr 855.—. Speise »immer. L-Meter-Bsifett, Kredenz. 400,—. Klubsessel 65,—. Cosa 75,—. Riofenan-: wähl. Kaliauienallc« 57. . Musikinstrumente ginlpionot. überaus ortisiDect Dian»' »öbnf Link Brunnknstraft? 85• der Wein zur Stärkung I Engros J, F. Rauch A.-G., Berlin W s Piano», neu und gebraucht, mit Herr sicher Tonfülle, klein« Raten, seht preiswert Langiährig« Garantie. 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Filiale Dresdenerüraße IIb. leder An lierertpretowert Paal Gollets oorm. Robert Meyi larlanncnstr ehe» Eck» Raunhnsteaß« äJtrt SRor�pI, 10808 Gewlvsszusziig 9.«lasse 34. Pleubtlch-SüddeiUlche«lassen.Lvtierie. Ohne Leivähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer find zwei gleich hob« iSewiuue gesalleu. und zwar je«ine, aus die Los» gleichet Nuuuuc« tu den beiden Abteilungen l nnd II 21. sjiehungzlag 4 März /Ö30 .Zu bei heultet» Lonmllagsziebtmo©arixa Eewüme übet ISO St. gezoZe» 2 G-Wino» ja 5000 Ab 23578 12 eetmmw n 3000 HL 8028 i 16768 125504 160604 344823 3801« 20 Gewinn« 2000 W. 287S9 204692 225406 276481 28691 1 298673 312975 333501 354484 386828 42 Gewinn«.o 1000 771. 8246 21061 27501 30S4I 4B3S2 5639« 110259 141260 175456 186469 201154 214092 231079 280079 29343t- 323508 331407 337735 361628 366654 375373 106 Gewtnn. et. 500 M. 229 695 30818 32101 35203 30325 4705» 47864 54845 55440 64301 76766 82671 90086 97874 123259 126885 130091 131961 142062 150263 157798 158918 16894« 159691 16265i 162828 168253 173139 175962 179111 196479 198687 200968212606 210848 231672 240731 247512 250691 256654 292258 321027 327363 327876 333622 339248 353386 366202 380042 382104 394047 398649 3a der heutigen NachimLagsziehmig wurde» Sewmne Sder ISO 3k. gezogen 2 vewimui zu 5000 M. 39236 8 Sewtn». i» 3000 W. 232526 253821 302182 329110 8 Gewinn« ,o 2000 DL 13156 53010 213744 342112 36 Gewinn, SU 1000 M. 37612 54318 57571 69283 73953 94999 105182 161 190 190333 196475 225545 275052 280803 268747 354069 384739 389219 396865 72»«Winne ,» 500 nerinnen. 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