Nr. 66. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs: Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, v. 1508 Telegramm- Adresse: Sosialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der 18. März ist gleich dem 1. Mai ein internationaler Festtag der Proletarier aller Länder geworden. Er ist dem Andenken der Volkserhebungen des letzten Halbjahrhunderts gewidmet und dem Andenken der Kämpfer und Blutzeugen der modernen Arbeiterbewegung. Am 18. März des Jahres 1848 war es das Volk von Berlin, das den alten verrotteten Polizeistaat über den Haufen warf und den Grund legte für die politischen Neubildungen in Deutschland. " Es war ein tolles" Jahr, wie die Feinde des Volkes es genannt haben, das Jahr 1848- ,, toll", weil nicht hineinzuzwängen in das Prokrustes bett der Staatsvernunft", die darin besteht, daß die Menschenvernunft in Bann gethan, und das, was für fie fie Unsinn, Unrecht und Tollheit ist, zur Grundlage der Gesellschaft und des Staates gemacht wird. Bei dieser Umdrehung der Begriffe muß der Staatsvernunft" die Menschenvernunft mitsammt der Menschennatur als Tollheit erscheinen. " Mittwoch, den 18. März 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. = Volk damals nicht. Das Bürgerthum war politisch und herangereift. Unter der schwärzesten politischen Reaktion hatte ökonomisch noch unentwickeltes haßte das alte erbärm- sich eine kolossale wirthschaftliche Revolution vollzogen. Der liche Polizeiregiment, trat jedoch nicht mit bestimmten Großkapitalismus hatte sich entwickelter hatte in weitem Forderungen in jene Bewegung, welche man die März Umfange das Eigenthum der Mittelschichten aufgezehrt, das revolution getauft hat. Und die Arbeiter hatten, weil Proletariat großgezogen und damit die Vorbedingungen der der Klassengegensatz bei den kleinbürgerlichen Verhältnissen sozialen Umwälzung geschaffen. noch nicht zugespitzt war, fein Klassenbewußtsein und kein Programm. Inzwischen bereitete sich in Paris, wo der Klaffengegensatz zu scharfem Ausdruck gelangt war, ein blutiger Klassenkampf vor. Jm vorigen Jahre feierten die bürgerlichen Parteien Deutschlands das Jubiläum des deutsch französischen Bruderkrieges, und jedem Schlachttag dieses furchtbaren Krieges ist in der gesammten Bresse der Reaktionsparteien eine besondere Feier geweiht worden. Die Junisch I a cht wurde geschlagen. Das Pro- Das Proletariat blieb diesen Feiern fern. letariat stand zum ersten Mal der Bourgeoisie als feindliche Heute aber ist ein Gedenktag für das klassenbewußte Klasse und Partei in offener Schlacht gegenüber. Proletariat der ganzen Welt. Heute sind es 25 Jahre, Das Proletariat erlag allein die siegreiche Bour- daß das Volt in Paris angesichts der deutschen geoisie hatte begriffen, daß der Sieg nicht endgiltig, daß Belagerungsarmee, welche die Mutterstadt der Revolution ihre Klassenherrschaft bedroht war, und daß sie jetzt eisern umflammert hielt, das Banner der Revolution ententweder auf die Herrschaft verzichten, oder all ihre faltete und der landesverrätherischen Bourgeoisie die Stirne Kräfte zur Niederhaltung des Proletariats anspannen müsse. bot, um die junge Republik zu retten. Die Bourgeoisie dankte nicht ab sie entschloß sich Es war ein tolles" Jahr! In Frankreich wollte das zur Klassendiktatur. In Frankreich warf sie sich Volt sich nicht länger gefallen lassen, daß die paarmal Bonaparte in die Arme, und in Deutschland begann hunderttausend Reichen, denen Louis Philipp, der Bürgerkönig, es ihr vor den eigenen Idealen zu grauen. die Regierung der 35 Millionen Franzosen überliefert hatte, Die Errungenschaften der Märzrevolution gingen das Land ausplünderten und sie stürzten in der eine nach der anderen verloren. Am 9. November Februar Revolution die Juli- Monarchie. 1848 wurde in Wien Robert Blum, der AbDie fühne Befreiungsthat des französischen Boltes be- gesandte des Frankfurter Parlamentes, auf der Brigeisterte die anderen Völker und trieb zur Nachahmung. gittenau standrechtlich erschossen- und zur gleichen er reicht worden. Wir tönnen hier nicht die Geschichte der Namentlich Deutschland wurde ergriffen, wo der Groß- Stunde zog in Berlin Wrangel ein mit dem Belagerungsmeister der internationalen Polizeireaktion, Metternich, zustand. " Es war ein Wert heroischer Selbstaufopferung. An Sieg war nicht zu denken. Wurden die Versailler überwunden, denen Bismarck die kriegsgefangenen Soldaten aus Deutschland zur Unterdrückung lieferte, so hätten wahrscheinlich die deutschen Truppen sich ihnen angeschlossen. Nicht Sieg war möglich die Aufgabe war, dem Feind solchen Widerstand entgegenzusehen, daß seine Absicht, die Republik zu erdroffeln, vereitelt ward. Und dies ist Kommune erzählen. Mary' Bürgerkrieg in Frankreich" ist in den Händen aller Genossen und Lissagaray's treffliches jede Bewegung der Geister zum Hochverrath, jeden Fortschritt Ein kurzes wildes Aufflackern und Aufzucken der Buch ist den meisten bekannt. Die sozialistischen Arbeiter zum Staatsverbrechen stempelte. In Wien, im Bundestag Revolution im Mai 1849 und die Reaktion hatte ge- waren Herren der Stadt Paris- eines Gemeinwesens zu Frankfurt, in Berlin herrschte er unbeschränkt und galt fiegt. Der Boden war geebnet für Bismarck und seine von 22 Millionen Menschen und des Mittelpunktes als der größte Staatsmann aller Zeiten. Blut- und Eisenpolitik. von Frankreich. Sie hatten fortwährend zu kämpfen, Da fiel der Schlag in Paris und überall in Deutsch- Sie brachte uns drei Kriege Sie - den dänischen, und im Kampf die Verwaltung zu ordnen. land bäumte das Bolt sich auf gegen die schmachvolle Wirth- den deutschen Bruderkrieg, den deutsch konnten den Sozialismus nicht verwirklichen, aber sie schaft. Ueberall Bornesausbrüche, Massenkundgebungen. französischen Bruderkrieg jeder folgende regierten sozialistisch. Sie, die Theiler", beschützten das Endlich am 13. März die erste große Märzthat auf deutschem aus dem vorherigen entsprungen und alle drei logische Eigenthum, dessen einziger Feind der Kapitalismus ist. Sie, Boden: das Volk von Wien erhob sich und mit einem Konsequenz des Bismarck'schen Regierungssystems. die Zerstörer der Familie und Untergraber der Sittlichkeit, mächtigen Ruck warf es- Simson gleich den kunst- Das Volk mußte im Innern von seinen wahren regelten die Arbeitszeit so, daß die Arbeiter der Familie vollen Reaktionsbau zusammen, den Metternich mit seinen Interessen abgelenkt und zu diesem Zweck mit Kriegsspektakel leben konnten; und sie rotteten die Prostitution aus, indem Helfershelfern vierunddreißig Jahre lang zurechtgezimmert beschäftigt und mit Kriegslorbeer betäubt werden. Denn die Dirnen den zahlungsfähigen ordnungsparteilichen und gefügt hatte. Metternich floh feige vor dem Sturm, der Lorbeer ist eine der gefährlichsten, den Despoten aber Priestern der heiligen Ehe und freien Liebe nach den er in seinem Uebermuth gefät hatte. sehr nüßliche Giftpflanze. Versailles nachzogen. Da gewisse Bourgeois aus Paris Die Kriege gelangen. Doch fie trugen die Strafe in entflohen waren, so hörte auch der Diebstahl auf, und nie fich: aus dem Bruderkriege mit Frankreich wurde die mals ist Paris so sicher, so ruhig, so frei von Verbrechen Kommune geboren. gewesen, wie unter der Kommune. Das ist auch von den Feinden vor dem Kriegsgericht anerkannt worden. Ein zweiter 18. März, dreiundzwanzig Jahre nach Und trotzdem mußte die Kommune, so gemeinnützig und Jeder dem ersten. edel sie handelte, im Blut erstickt werden. Und nach dritthalb Ju diesen 23 Jahren welche Veränderungen, welcher Tag war ein Tag des Kampfes. Umschwung, welcher Fortschritt- troß aller Unter- Monaten heldenhaften Ringens erlag die Kommune der brückungswuth und Unterdrückungskunst der Machthaber, Uebermacht. trotz der Diktatur des Bonaparte in Frankreich und des Bismarck in Deutschland. Und fünf Tage später am 18. März, heute vor 48 Jahren folgte Berlin dem Beispiele von Wien. Ein Angriff des Militärs auf unbewaffnete Volkshaufen brachte das Maß zum Ueberlaufen das ergrimmte Volk baute Barrikaden und nahm den Kampf auf. Die Truppen wurden besiegt und nachdem der König vor den Leichen der Erschossenen den Hut gezogen, willigte er in alle Forderungen des Voltes. Das Bolt war nicht blos in Berlin, es war in ganz Deutschland Herr der Lage. Es brauchte nur zu wollen, und sein Wille geschah. Um zu wollen, muß man aber vor allem wissen, was man will. Und das wußte das 82 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Willkommen! Willkommen!" rief der Major, dem nichts lieber war, als viele Gäste bei sich zu sehen, ihm entgegen. Das ist gut, Schwager, daß Du da bist, nun sind auch wir zu dreien." " Vor allem meine herzlichste Gratulation Euch beiden," begann Rürdorf. Es freut mich um so mehr, Euch beglückwünschen zu können, weil Ihr Eure Vorliebe für das schöne Geschlecht so einmüthig an den Tag gelegt habt." " Da haben wir's nun fängt auch der zu hänseln an." Freilich, ein verbiffener Weiberfeind haßt die Frauen." Rürdorf frug, um nicht das Gegentheil eingestehen zu müssen, nach der Majorin und seiner Schwester, mehr um seine Verlegenheit zu verbergen. Er liebte ja noch und zwar die, die ihn verschmäht und der er hier begegnen sollte. " Theodor!" schallte es von der Thür her, und gleich darauf lagen sich die Oberförsterin und ihr Lieblingsbruder in den Armen. Wieder ein 18. März! Das Proletariat war in allen Kulturländern zur Klasse Gestalt Clotilden's so emsig und zierlich hantirte und dann hinauseilte. Rürdorf sah ihr nach und seine Augen begegneten dann denen seiner Schwester. Diese schien ihn zu verstehen und flüsterte ihm zu: Laß der Zeit ihr Recht. Ihr Schmerz ist noch zu neu, übe Geduld und sei heiter." Rürdorf drückte verstohlen im Einverständniß seiner Schwester die Hand und die Hoffnung stimmte ihn fröhlich. Außer im Kampf hat sie feinen Tropfen Blutes ver goffen. Die Sieger badeten sich in Blut. Männer, Frauen, splendiden Wirth zu spielen und die Tafelfreuden in die Länge zu ziehen. Er saß zwischen Clotilde und seiner Frau, neben dieser der Oberförster und neben dessen Frau Theodor von Rürdorf. Wie freue ich mich," begann der Major, daß wir heute so traulich in bunter Reihe sizzen." " Da wird wohl Ihre Flasche Markgräfler," er wähnte beiläufig Clotilde, wieder nicht zulangen." " Da haben wir's, mein Durst ist errathen, nun will auch ich verrathen, daß ich ein Fäßchen Heurigen" für meine Gäste kommen ließ." Ist denn der hiesige Neue" gut?" frug Rürdorf. Ausgezeichnet," antwortete der Oberförster. Also Du hast den diesjährigen Most auch schon probirt?" frug die Oberförsterin ihren Mann. Mußte ich's nicht, um Deinem Bruder etwas Außergewöhnliches empfehlen zu können?" " Na! na!" drohte die Oberförsterin, Ihr Männer habt ein wunderbares Erfindungstalent, wenn es gilt, das Trinken zu beschönigen". Da trat auch Clotilde mit heiterer Miene ein. Sie hatte sich vorgenommen, den trauten Kreis nicht zu stören. Ihr Entschluß schien gefaßt, sie wollte keinem Manne mehr angehören, da konnte sie sich auch ungezwungen geben wie sie war, in einem Hause, wo sie sich sonst wohl fühlte. Sie hatte mit sich abgeschlossen. Die düstern Schatten, welche ihren Watersnamen umschwebten, mußten jedem Manne ( für Rüxdorf besonders, der ihre Eltern gekannt) ein Hinderniß bleiben. Sie mußte entsagen. Die Zukunft lag zwar trübe vor ihr, aber sie wollte sich dieselbe selbst erhellen. Die hohe Befriedigung, daß es ihr gelungen, schon manche Thräne zu trocknen, stählten sie in ihrem Drange und guten Vorsägen: Leidenden auch ferner beizustehen, zu helfen. Ein Menschenleben hier und da aufzurichten, zu retten, sollte Dann tam auch die Majorin und Clotilde. ihr Bestreben sein, ihr Troft, und den Eltern Sühne bringen, Beide bewillkommneten Rürdorf. Die Begrüßung dafür erfüllte Muth und Freudigkeit ihre ganze Seele. Dieses zwischen Clotilde und Rüxdorf was etwas förmlich. Clotilde hohe Ziel, was sie sich gesteckt, erhielt sie geistig regsam, Da haben wir's- immer werden wir verkannt," verjah den jetzt stattlichen Mann vor sich, von dem sie wußte, immer thätig, lebhaft, und umgab ihr ganzes Wesen mit einer setzte der Major. Daß dabei unsere Hauptsorge ist, auch daß er sie liebte und sie ihm wehe gethan. Mit einer ver- gewissen Behendigkeit und Feudigkeit. Daher kam es, daß Clotilde den Geschmack der Frauen zu treffen" schämten Beklemmung fühlte sie zugleich ihren Schmerz immer freundlich und heiter erschien, dabei doch vornehm, jedem„ Na, na," erklang es, daß wir danach suchen, um die Eltern neu erwachen. Sie bezwang sich, suchte beides Hochachtung abnöthigte. Sie sprach nie von ihrem stillen was wohlbekannt und der Gesundheit zuträglich ist, zu verbergen, nahm das Tafeltuch zur Hand und begann Wohlthun, niemand merkte, wie sehr sie ihre Zeit und ihre das wird nicht anerkannt, davon wird nicht gesprochen". den Tisch zu decken. Ausgaben berechnete, aber sie war nie wortfarg, fie schürte Die Frauen perbargen mühsam ihr Lachen. ja sogar oft den Humor des Majors durch naive Fragen." Ich behaupte fogar, daß unser Gast Theodor seinen Die heutige Mittagstafel war eine freudig erregte. Besuch hinausschob und verzögerte, um sein Lieblingsgetränk Dem Major gefiel nichts mehr, als zuweilen den neuen Wein" vorzufinden." ( Forts. folgt.) Man ließ fie gewähren. Rürdorf wurde abgelenkt und mit Fragen bestürmt. Er beantwortete sie alle furz und etwas 3 erstreut, seine Augen flogen zuweilen dorthin, wo die schlanke „ Und der Eifer," setzte die Majorin hinzu, und die Wichtigkeit, welche dabei entwickelt wird, leckere Bissen und gute Tropfen ausfindig zu machen, ist oft wahrhaft rührend." Kinder wurden nach dem Kampf zu Tausenden erschossen. War der Chassepot müde, so half Mitrailleuse nach. die Das war der Triumph der Ordnung". Im Blut der Kommune sollte der Sozialismus erfäuft werden. Und: er ist erfäuft,- todt und begraben!" schrie jubelnd das Volk der goldenen Internatio nale, das Ausbeutervolt in Stadt und Land. Und Revanche" Rache! Sühne! erscholl es von der Mauer der Föderirten", wo die legten der fämpfenden Kommunarden angeblich im Namen Zivilisation und der Religion erschossen wurden. Die„ Proletarier aller Länder erinnerten sich ihrer Pflicht- auf den Ruf: " " Kommune! der Fünfundzwanzig Jahre sind verstrichen. Und in diesen fünfundzwanzig Jahren hat der internationale Sozialismus sein Herrschaftsgebiet, die Bahl seiner Anhänger, seine Macht verzehnfacht, verhundertfacht auch in FrankAusnahmegeseze zerbrachen wie Glas, Polizeifesseln zer rissen wie Binsen, Kerker und Verfolgungen wurden lächelnd ertragen, zu schanden gelacht. reich. Ohnmächtig stehen ihre Feinde in Frankreich da; nichts mehr will ihnen gelingen, und die„ göttliche Welt ordnung", vor die sie sich als Hüter aufgepflanzt haben, sie ist ein stinkender Sumpf ein riesiges Panama. Die Revanche die französischen Proletarier haben sie. Das Blatt hat sich gewendet in diesen 25 Jahren ist die Probe auf das Exempel gemacht worden. Vor 25 Jahren wurde von den meisten Organen der befizenden und gebildeten" Klasse das Proletariat geächtet, verfehmt als eine„ Horde von Barbaren, welche die heiligsten Güter der Menschen: Eigenthum, Familie, Ordnung und Moral bedrohten und deren Sieg den Untergang der Zivilisation und der Kultur bedeute." Und heute? " = Die Landwirthschaft hat gleichfalls von der Rapitalfraft wie| Graf von Arnim einen lebhaften und- was bei diesem von der Technik des modernen Verkehrs beträchtliche Vortheile Herrn sehr selten ist auch äußerst scharfen Borstoß gegen gezogen, wenngleich sie bei uns, wie in allen alten Kulturländern, die Regierung und speziell gegen den Kolonialdirektor Dr. mit Hindernissen zu kämpfen hat, welche der Umwandlung der Kayser. Er fonnte aber die Aufmerksamkeit des Hauses überwinden, zu mildern, ist eine Aufgabe, deren Bedeutung von der Regierung, weil sie nicht noch größere Summen als es wirthschaftlichen Verhältnisse entstammen. Diese Hindernisse zu nicht gewinnen. Herr von Arnim ist unzufrieden mit und der Industrie. teiner Seite verkannt wird, am wenigsten von seiten des Handels jetzt bereits geschieht, in das Danaidenfaß unserer Kolonien Aber es gilt eben, Hindernisse zu überwinden, nicht wirft. Herr von Arnim gab damit dem Schmerze aller Hindernisse zu schaffen. derer Ausdruck, die gleich ihm materiell in Kolonial- UnterLetzteres aber will die heutige agrarische Bewegung. Sich nehmungen engagirt sind. Diese Interessenpolitik wurde immer mehr zu leidenschaftlicher Erregung gegen die übrigen denn auch von Genossen Bebel treffend gekennzeichnet, Stände aufstachelnd, behaupten die Heißsporne der agrarischen ber mit aller Entschiedenheit gegen die Vermehrung der Vereinigungen, daß das Aufblühen von Handel und Industrie Ausgaben auf Kosten der Allgemeinheit zu gunsten eine Hauptursache für die gegenwärtig weniger günstige Lage der der Kolonialschwärmer à la Graf von Arnim protestirte. Landwirthschaft sei. Aus diesen Vorstellungen beraus ist man au immer heftigeren Um Herrn von Arnim, der erklärt hatte, gegen die Kommune ist todt! antworteten sie mit dem Ausfällen gegen Handel und Gewerbe und schließlich zu persön- den fraglichen Etat stimmen zu wollen, zu versöhnen, wurde Donnerruf: die Kommune lebt! Es lebe die lichen Angriffen auf die Ehre und Zuverlässigkeit der Angehörigen ihm privatim von der Regierung das Versprechen gegeben, dieser Berufe gelangt. aus den zu erwartenden Zolleinnahmen der Kolonie gewisse Soweit dem großartigen Getriebe von Handel und Verkehr, Beträge in dem von ihm gewünschten Sinne womöglich flüssig wie eben allen menschlichen Verhältnissen, Mißstände und Ungebühren anhaften, sind die unmittelbar Betheiligten selbst zu machen. Dies beruhigte den Herrn Grafen, und er erklärte angewiesen, nach Mitteln der Abhilfe zu suchen; einer Geſetz- wollen, wobei er so unklug war, das ihm vertraulich geeinfichtsvoll und ehrenhaft genug und durch ihr Interesse darauf unter allgemeiner Heiterfeit, nunmehr für den Etat stimmen zu gebung, die solches sachkundig erstrebt, sind sie nicht entgegen. machte Versprechen zu verrathen. Bebel säumte nicht, Gesetzgeberische Eingriffe dagegen, welche von feindseligen festzustellen, daß die Erfüllung eines derartigen Versprechens Vorurtheilen ausgehen und genügender Sachkenntniß entbehren, dem Etatsgesetz zuwider, also ungeseßlich wäre. Der müssen zerstörend wirken. Marine Etat, in dessen Berathung nun eingetreten Troßdem macht sich in immer steigendem Grade das Bestreben ward, gab zu bemerkenswerthen Debatten noch keine Vergeltend, solche verderblichen Einwirkungen auszuüben. Zahlreiche anlassung, da die„ uferlosen Flottenpläne" erst im weiteren Bestimmungen der Gewerbenovelle werden große Kreise schädigen und zahlreiche einzelne Arbeitszweige find immer wieder Verlauf der Debatte zur Sprache kommen werden. bedroht und beunruhigt; bald die Lederindustrie, bald Herr Posadowsky und der Antrag Lieber. Nach den bie Tabatindustrie, heute die Margarine Berl. Bol. Nachr." soll der Reichs Schatsekretär Graf Pofa. fabritation, morgen der Buchhandel; alle Export- bowsky dem zustimmenden Beschluß der gesammten Budgetindustrien durch die ständigen Angriffe auf unsere Handels- fommission des Reichstages zum Antrage Lieber, nur die vertragspolitik und unser gesammtes gewerbliches Hälfte der Etats- Ueberschüsse im Reiche den Einzelstaaten zu übereben durch den Ansturm auf unsere Währung. weisen, die andere Hälfte dagegen zur Schuldentilgung im Reiche deren Mitwirkung die wirthschaftliche Thätigkeit des Volkes wie wir in der Lage, auf das bestimmtefte zu versichern, daß der Unter beständiger Gefährdung leidet auch die Börse, auf zu verwenden, lebhaft widersprochen haben. Demgegenüber sind die Finanzen des Staates angewiefen sind. Die deutschen Antrag Lieber seine Entstehung einer direkten Anregung Börsen sowohl für Waaren als für Werthpapiere haben seit des Reichs- Schatzsekretärs Grafen Posadowsky verdankt. Jahrzehnten durch Intelligenz und Arbeitskraft eine Bedeutung erlangt, die es ebenso ungerecht wie furzsichtig erscheinen läßt, Die Versperrung der Richter- Karriere nach perihre tausendfältigen Bewegungen an polizeiliche Vorschriften zu sönlichem Ermessen des Justizministers, wie sie in der binden. jüngsten Justiznovelle geplant wird, erregt jetzt in Allen diesen agrarischen Bestrebungen haftet der Charakter der liberalen und freisinnigen Presse großen Unwillen, sittenpolizeilicher Aufsicht an, unter welche der einzelne in seinem da man annimmt, auch liberale, besonders jüdische RechtsKunden gestellt werden soll. Damit wird dem Vorgehen der uns aus Braunschweig geschrieben: Hätte man auf Geschäftsbetriebe, im Verkehr mit seinesgleichen wie mit seinen kandidaten sollen dadurch getroffen werden. Dazu wird agrarischen Führer ein Stempel der Gehässigkeit aufgedrückt, liberaler Seite nur etwas merken lassen, als es dazu noch welcher mehr noch als aller befürchtete materielle Schaden zur Zeit war! Was jetzt in Preußen erstrebt wird, ist nichts thatkräftigen Abwehr auffordert. Je tüchtiger und ehrenhafter ein Mitglied der so ver- anderes, als was im Braunschweigischen unter der unglimpften und bedrängten Berufe ist, desto mehr muß ihm seine von den Liberalen so gepriesenen Regierung von jeher geübt redliche Arbeit verleidet werden. Gerade die besten Elemente wird. Braunschweig hat einige sehr angesehene jüdische sind es, die der widerwärtige Kampf, in den ihr intimstes Advokaten, durchweg von gut- nationalliberaler Gesinnung; Erwerbsleben und ihre Ehre verstrickt wird, auf die Dauer ent- feiner von ihnen wurde zur richterlichen Karriere zugelassen, muthigen muß. Durch Verscheuchung der Besten wird der Geist von Handel noch hat einer von ihnen das Notariat erhalten, obwohl Und Ordnung und Moral? Diese Welt der„ Ordnung und Gewerbe, die man zu heben vorgiebt, vielmehr herabgedrückt. dasselbe sonst stets an Rechtsanwälte nach ihrer Anciennität und Moral" was ist sie? In der alten Welt ein großes Aber nicht einmal die Betheiligten Diese Erwägungen sind jedoch für den Bund der andertheilt wurde. Heerlager, bewaffneter Friede, ununterbrochene Kriegs- wirthe nicht vorhanden. Er ist es, der in rücksichtslosester, haben jemals daran Anstoß genommen oder über vorbereitung, Kriegsgefahr in Permanenz. Und hier Panama, teine Mittel scheuender Agitation unter Zuhilfenahme aller kultur- diese Rechtsbeschränkung sich öffentlich ausgelassen, so groß dort Panama, Panama in fast allen Ländern. Ueberall feindlichen Strömungen und aller rückschrittlichen Bestrebungen war die Sorge, durch irgend einen an der Regierung auch in der neuen Welt Spizbüberei, Fäulniß, Elend, in offener Feindseligkeit gegen Handel, Gewerbe und Industrie geübten Tadel der dortigen Sozialdemokratie Aufwasser zu Gewaltthätigkeit, Verhegung, Klassenkampf, Unterdrückung politische Macht erworben hat, um selbst gegen den Widerspruch beseitigten, welche der Bekleidung eines Richteramts durch gemeingefährliche Maßregeln zu erzwingen sucht und sich die geben. Selbst als die Reichs- Justizgesetze die Hindernisse und Ausbeutung. Die Scham ist entflohen und mittelalterliche Gewalt. Der Regierung seinen Zielen durch ſtete Wiederholung seiner Juden entgegenstanden, wurde von diesen auch nicht einmal Forderungen näher zu kommen. So hat sich denn bereits ein schweres Gefühl des Unmuths ein Versuch gemacht, die in Braunschweig übliche Praxis und der Empörung in breiten Schichten zunächst der großen zu durchbrechen." faufmännischen Mittelpunkte geltend gemacht. Von ihnen aus Selbst in nationalliberalen Kreisen erregt der Entwurf Die Sozialdemokratie allein verficht heute die Kultur ergeht das Verlangen nach Abwehr immer dringender. Anstoß. So schreibt der Hann. Cour.": und die Moral. Diesem Verlangen Gehör zu geben, haben sich diejenigen zu- Die Gefahr würde nahe liegen, daß die Auswahl der In Frankreich ist es die sozialistische Partei, welche fammengethan, von welchen gegenwärtig der Nuf ausgeht, dem Affefforen nach ihrem politischen Standpunkte und nach perdas Sturmsignal gegeben hat zum Kampf gegen die Kor- Schuhverbande gegen agrarische Uebergriffe fönlichen Beziehungen erfolgen würde; die Versuchung zur Streberei und Liebedienerei würde den jungen ruption das heißt gegen Diebstahl und Bestechlichkeit, Am letzten Ende muß dessen Biel dahin gehen, jenen Geist, Juristen außerordentlich nahegerückt werden; der Anwaltsberuf die weite Kreise des Staatswesens erfüllen und den Staat der unter den Fahnen dar Agrarier in der deutschen Volts- der jegt aus freier Wahl ergriffen wird, würde eine empfindliche in eine Räuberhöhle zu verwandeln drohen. vertretung mächtig geworden ist, wieder aus derselben zu ver- Schädigung seines Ansehens erleiden, wenn er eine nothgedrungene In Deutschland ist es die sozialistische Partei, die treiben. Zuflucht vom Staate Zurückgewiesener barstellte; die ver in erster Linie die Forderungen und Grundsätze der GeDer Schuhverband gegen agrarische Ueberfassungsmäßige Gleichberechtigung der Staatsrechtigkeit, der Menschlichkeit und des gesunden Menschen- griffe wird die Regierungen da, wo sie selbst diesem Geist bürger würde gefährdet und dem Protettions. verstandes zu vertheidigen hat. als einem gemeinschädlichen Widerstand leisten, unterstüßen; er wesen Thür und Thor geöffnet werden. Das sind Nachtheile, wird den Regierungen dann mit Nachdruck entgegenzutreten die den§ 8 der Vorlage in den Augen jedes, der auf Erhaltung Und wie hier, so ist es in allen übrigen Kulturländern: haben, wenn sie diesem Geist ungerechtfertigte, andere Erwerbs der Unabhängigkeit unseres Richterstandes hält, un annehmbar die Sozialdemokratie trägt die Fahne der Kultur voran und freise oder die Allgemeinheit schädigende Bugeständnisse machen. machen müssen." hat die wüsten Angriffe der Parteien des Umsturzes und Diese Ziele sollen angestrebt werden durch Aufklärung der Unordnung, die sich den Lügentitel: Parteien der der öffentlichen Meinung, durch Beibringung schen Parlamente eine auf die Einberufung einer internationalen Die filberne Internationale hat nun auch im französiOrdnung beigelegt, in unablässigen Kämpfen abzuwehren. des nöthigen Materials bei den Parlamenten Bährungskonferenz bezügliche Interpellation eingebracht. Auch Kämpfe der Abwehr auf dem Vormarsch zu dem Ziel: und Regierungen und durch energische Befreiung der Arbeit von dem Joche des Kapitalismus, tämpfung der agrarischen Gegner, insbesondere in Frankreich ist der Führer der bimetallistischen Bewegung ein Befreiung der arbeitenden Klasse, Befreiung der Menschheit auch bei den Wahlen im Intereffe der Wohlfahrt des ausgesprochener Gegner der Arbeiterintereffen, der bekannte Der Sumpf der Korruption, der ringsum sich ausbreitet, die offenen Aufreizungen zum Staatsstreich und zum Bürgerkrieg, der Umsturz aller Hechtsbegriffe, die Bestialitäten in den Kolonien das sind die Auswüchse des Kapitalismus. Das Eigenthum ist mehr und mehr zum Monopol einer winzigen Minderheit geworden. Die Mehrzahl des Volkes, die größere Hälfte derer, die zu jener Zeit noch Eigenthum hatten, find ihres Eigenthums verlustig gegangen und in das Proletariat herabgeschleudert worden. Durch den Sozialismus? Nein! Durch den Kapita lismus, den Nimmersatt, der vom Eigenthum anderer lebt. Die Familie ist für die ungeheuere Mehrheit des Volts ein unerfüllbares Jdeal dank den Folgen des Kapitalismus, der Mann, Frau und Kind seiner Ausbeutungssucht opfert und die Mehrzahl der Mädchen und Frauen zum Elend verdammt, wenn sie Leib und Seele nicht verkaufen wollen. ntenschen, wie Crispi und Bismarck werden von großen Parteien als Stüßen der Weltordnung verehrt und fast angebetet. beizutreten. gesammten Boltes. So ergeht denn an alle deutschen Staatsbürger ohne Unterschied der Parteirichtung und des Berufes, welche die geschilderten Gefahren erkennen, die Aufforderung, fich ungefäumt diesem Verbande anzuschließen und für die Ausbreitung und auch finanzielle Stärkung deffelben nach Kräften einzutreten." Wohlan, das Maß ist voll. Soll die menschliche Ge So der zweifellos geschickt abgefaßte Aufruf. Für die sellschaft nicht in Schmutz und in Blut untergehen, so muß praktische Politit liegt seine Bedeutung darin, daß er„ insder Kapitalismus entthront, muß sein Augiasstall gereinigt besondere auch bei den Wahlen" die agrarischen Gegner bewerden. Und dazu gehört ein Herkules. Der moderne tämpfen will. Der antiagrarische Verband wird, wenn er Herkules ist die Sozialdemokratie, sie wird die Reinigungs- sein Programm durchführt, gegenüber den liberalen Parteien arbeit besorgen. In Frankreich hat sie schon begonnen. die nämliche Stellung einnehmen wie der Bund der LandHoch die internationale Sozialdemo- wirthe gegenüber den Konservativen. Beide Verbände tratie! Der Schuhverband Schutzöllner Méline. Im preußischen Abgeordnetenhause haben die Abgg. Albers, Dr. Arendt und Genossen beantragt: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: au erklären, daß das Schwanken des Werthverhältnisses der beiden Edelmetalle feit der Aufhebung der französischen Doppelwährung im Jahre 1873 fich als eine Schädigung der Interessen Deutschlands erwiesen hat, und die königliche Staatsregierung aufzufordern, im Bundesrath alles zu thun, was in ihren Kräften steht, um durch ein internationales Uebereinkommen ein festes Werthverhältniß zwischen Silber und Gold herzustellen und zu fichern.Uufere chauvinistischen Englandbegeiferer werden in eine sehr unangenehme Lage durch die Thatsache versetzt, daß England die einzige Macht ist, welche dem armen Dreibunds ralischer verhindert man kein abeffynisches Gewehr am LosInvaliden: Italien, materielle Hilfe leistet. Denn mit mo gehen. Die Engländer machen, wie gestern Nacht im Unterhaus angekündigt ward, eine Diversion von Sübegypten aus, um am weiteren Bordringen zu hindern. werden ihre befreundeten Parteigruppen zunächst unterstüßen, später überflüssig machen, sie von innen heraus aufzehren. Die nationalliberale Partei wird wohl zuerst das Zeitliche segnen. Von rechts werden die Agrarier, von links die Anti- Agrarier an der Partei zerren, bis sie aus gegen agrarische Uebergriffe einanderreißt. Bäher wird das Zentrum sich erweisen. hat ein erstes Lebenszeichen nach seiner Begründung ergehen Aber dem Einfluß des neuen wirthschaftlichen Verbandes die Derwische laffen, indem der Vorstand einen Aufruf zum Anschluß an wird es sich auf die Dauer eben so wenig entziehen können, Natürlich thun sie das in erster Linie im Interesse ihrer eigenen den Verband veröffentlicht. Da wir es hier mit einem Ver- wie dem Einfluß des Agrarierbundes. Alles wird natür Herrschaft in Egypten. Aber wo giebt es, wo gab es je eine fuch zu thun haben, das kapitalbesitzende sowie in Industrie lich davon abhängen, ob die Kommerzienräthe noch ebenso- Segierung, die in ihrer Politik nicht vom Intereffe geleitet und Handel als Unternehmer thätige Bürgerthum aus seiner viel Kampffähigkeit befizen wie die Junker. Schließlich worden wäre? politischen Bersplitterung herauszureißen und es zu einer werden sich ja beide Kämpen wieder vertragen, wenn es wirthschaftspolitischen Interessengruppe im Gegensaze gegen gilt, gegen den Ansturm des Proletariats stand zu halten. den agrarischen Interessenverband zusammenzuballen, lassen Bunächst aber wird die Fehde zwischen Kommerzienrath und wir den Aufruf im Wortlaut folgen: Junker erbitterter aufflackern als je. Aufruf. ,, Seit der Begründung des Deutschen Reiches haben Handel und Gewerbe in unserem Vaterlande einen mächtigen Aufschwung genommen. Die Leistungen unserer Industrie haben sich gewaltig vervollkommnet und gefräftigt. Ohne eine gleichzeitige Unters Politische Neberlicht. Inzwischen dauern die Berhandlungen zwischen den Italienern und Abeſſyniern fort wobei die Engländer die Bermittler spielen. Menelit, der blos einen Vertheidigungstrieg führte, stellt heute den Besiegten feine anderen Bedingungen, als vor der Schlacht von Adua. Diese Barbaren" sind so dumm, ehrlich zu sein.Der Dongola Feldzug hat in längeren Auseinander segungen im englischen Unterhause einen offiziellen Kommentar erfahren. Wichtig ist daraus die Angabe der Gründe, die angeblich die englische Regierung zu dem Unternehmen veranlaßt haben. Berlin, 17. März. Der Reichstag erledigte heute die zweite Lesung des stügung durch einen intelligenten, rührigen, tapitalfräftigen Etats des Auswärtigen Amtes. Die Debatte über den Handel wäre ein solcher Aufschwung unmöglich gewesen. Diese Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Curzon erklärte, großartige Entwickelung zu erhalten und zu fördern, die der ge- Spezialetat für Südwestafrika zeigte, daß nach den voran- daß vor einigen Wochen Gerüchte von einem beabsichtigten Bor sammten Nation zum Segen gereicht, ist eine der ersten Auf- gegangenen dreitägigen Kolonialverhandlungen, in deren marsche der Derwische eingelaufen seien.( Rufe bei den Irländern: gaben auch für die äußere Machtstellung und wehrhafte Sicher. Mittelpunkt der Fall Peters" stand, das Juteresse wesent- Oh! Oh!) Dieser Vormarsch bedrohte drei verschiedene Punkte beit des Deutschen Reiches. lich erschöpft war. Wohl unternahm der freikonservative der Muratquellen und den Brunnen Rotreb. Ferner habe die Luxemburg. Ungarn. Frankreich. schließlich von den Sozialisten beherrscht werde. Bald werde er nach Sizilien zurückkehren, um die unterbrochene Propaganda wieder aufzu nehmen. Denn praktische Propaganda treiben, sei wichtiger als Der Platz vor dem Parlament ist mit Truppen besetzt, ins deffen erfolgte feinerlei Ausschreitung, Bon auswärts, so von der sozialdemokratischen Partei Oesterreichs, enthielt De Felice ent husiastische Glückwunschdepeschen." adid Regierung gehört, daß Dsman Digna( Rufe: Oh! bei den y Da zieht sich also über unsere Rolonialschwärmer eine neue Jerschien und eine neue Rebe hielt. Er und seine Freunde, sagte er, Frländern) mit einer bedeutenden Streitmacht gegen Raffala vor- Wolfe zusammen, während sie sich noch kaum über die Ber- werden nicht ruhen, bis in Rom wie Berlin das Parlament ausrücke, und gleichzeitig sei aus Kairo die Nachricht eingetroffen, schmetterung des Kolonial- Peters zu fassen wissen. daß große Verstärkungen nach Dongola gingen. Diese Nachrichten seien der Regierung Ende Februar zugegangen. Die Militärbehörden in Egypten und England Luxemburg, 17. März. Die Deputirtenkammer im Parlament figen. hätten aus diesen Nachrichten auf einen ernsten Vormarsch der nahm mit allen gegen eine Stimme einen dem deutschen Derwische geschlossen, dessen unmittelbares Biel wahr Branntweinsteuergeset analogen Gefeßentwurf an. scheinlich Rassala sei. Die Gefahr müsse aber schließ- Derselbe soll mit dem 1. Oktober d. J. in fraft treten. lich auf Egypten eine Rückwirkung ausüben. Die Besorgniß fei um so größer, da damals schon die Italiener großen Budapest, 17. März. Der Ministerpräsident Baron Banffy Schwierigkeiten an der Westküste des Rothen Meeres begegnet legte dem Abgeordnetenhause einen Gesezentwurf vor, welcher Madrid, 17. März.( E. N. of G.) Der Heraldo" fordert Spanien. seien; dann seien die unglücklichen Ereignisse von Adua ge- bestimmt, daß anläßlich der Jahrtausendfeier in Budapest und die Regierung auf, sich gegen Balfour's Erklärung zu verwahren, tommen. dusin im Lande verschiedene Denkmäler aufzustellen und 400 neue alle Nationen also auch Spanien hätten ein Einverständniß Die Opposition, vertreten durch Harcourt und Volksschulen im Lande zu errichten find. dahin getroffen, daß eine neutrale Flagge im Kriege feindlichen 2abouchere, bekämpfte lebhaft den geplanten Feldzug. Auch die Irländer sind dagegen. Einen eigenthümlichen Waarensendungen, mit Ausnahme von Striegskontrebande, Schuh Kommentar erhält nun die Behauptung von der Noth guier, der berüchtigte Arbeiterschinder und Urheber -Der freche französische Geldprot Rességewähre. og Amerika. wendigkeit eines sofortigen Vormarsches durch folgende Streits von Garmaux, hatte unter dem Regiment der Banamisten New- York, 15. März. Sämmtliche Zeitungen geben ihrer Depesche: die Stirn, Jaurès als angeblichen Urheber des Streits auf Entrüftung über die Annahme der Schant- Bill durch London, 16. März. Wie gemeldet wird, hat der Ober- einen Schadenersatz von hunderttausend Franks zu verklagen; die Staatslegislatur des Staates New- York unverhohlenen Ausbefehlshaber der Armee Wolseley heute die Regierung und der Staatsanwalt Gensoul von Toulouse nahm auch die druck. Die 84 Stimmen, welche für dieselbe und den brückenden benachrichtigt, daß es in anbetracht der heißen Jahreszeit und Partei Rességuier's. Inzwischen erfolgte der Sturz der Regierung Sonntagszwang( Schließen aller Vergnügungs- und Schanklokale des niedrigen Wasserstandes des Nil sowie der sich daraus er- und in dem Prozeß, der der schon bis bis zu der durch innerhalb der Staatsgrenzen) abgegeben wurden, sind fämmtlich gebenden Schwierigkeiten für den Transport der Verstärkungen Erkrankung des Gerichtsvorsitzenden unterbrochenen Urtheils Mitgliedern der republikanischen Partei angehörig, dagegen es für die Expedition nicht angemessen sei, verkündung gelangt war, ist eine Stockung eingetreten. Die stimmten 45 Demokraten und 19 Republikaner. Es ist fast vollbis zum September, der Zeit, wo der Nil steigt, über Panama- Blätter schreien, daß unter der neuen Regierung fein ständig ausgeschlossen, daß Gouverneur Morton die Bill mit 70 englische Meilen(= 15 deutsche Meilen) südlich Gesetz für die Arbeiter bestehe. Allerdings ist das früher seinem Veto belegen wird, da ihm dies wenn es auch seine son Wady Halfa hinaus vorzurücken. der Fall gewesen. Der neue Justisminister hat vermuthlich dem Popularität bei den Deutschen und liberaldenkenden Amerikanern Der Mann versteht jedenfalls etwas von der Sache, Herrn Staatsanwalt bedeutet, daß, wenn Rességuier wegen des erhöhen doch allzu gefährlich für seine Aussichten auf die denn er hat die Expedition zur Rettung Gordon's fom Carmauger Streifes einen Arbeitervertreter auf 100 000 Frants Nominirung zum republikanischen Präsidentschafts- Kandidaten mandirt, die zwar nach Khartum gelangte, aber vergeblich. Schadenersatz verklagen könne, dann die durch den Streit zu erscheinen dürfte. Die obige Mittheilung schlägt der ganzen amtlichen Recht- vielen Monaten des Elends verurtheilten Arbeiter den Washington, 17. März.( C. N. of G.) Im Senat beanfertigung der Expedition den Boden aus. Wady Halfa wahren Urheber des Streits, Rességuier, auf ein paar tragte der Republikaner Eltins von Westvirginien, den Ausschuß Millionen verklagen könnten. liegt an der Grenze Egyptens. Ist es nicht rathsam, vor für auswärtige Angelegenheiten aufzufordern, alle Thatsachen Und eigentlich sollte das wirklich gegen diesen Menschen- bezüglich der Lage auf Kuba vorzulegen. Heute stehen die September weiter südlich vorzurücken, wozu denn jetzt der schinder versucht werden!- 30 opreme Gri Beschlüsse zur Debatte, durch welche Carlisle angewiesen worden ganze Lärm? Paris, 16. März. Deputirtentammer. Die Be Befehle stellung wurde fortgesetzt. Der Berichterstatter Bouge sprach ertheilt hat. Die Debatte über den von beiden Häusern angesein Bedauern darüber aus, daß die Regierung dadurch, nommenen Beschluß betreffs Anerkennung Kuba's würde forta daß sie die auswärtigen Mächte zur Theilnahme gefeßt. In der Debatte erflärte Morgan( New- York), die Ehre an der Ausstellung eingeladen hat, es dem Parla- der Vereinigten Staaten erfordere es, daß diese auf dem eins ment unmöglich gemacht hat, die Vorlage abzulehnen. Der genommenen Standpunkt verharren. Handelsminister Mesureur tritt für den Plan der Washington, 17. März.( C. N. of G.). Das RepräsentantenWeltausstellung ein und legt die Vortheile derfelben dar. haus hat eine Bill betreffs' Revision des internatio ( Beifall.) Méline ist gleichfalls für die Ausstellung, erklärt nalen Nachdrudsgefeßes, deren erster Paragraph die jedoch, der Plaz der Ausstellung von 1889 jei ausreichend. Ernennung eines Spezialkommissars für diesen Zweck vorschreibt, Sierauf wird die allgemeine Berathung geschlossen. Chapuis dem einschlägigen Komitee zur Bearbeitung überwiesen. beantragt, daß die 20 Millionen, welche die Ausstellung taffe für Arbeiter verwendet werden. dem Staat koften würden, zur Errichtung einer Invaliden Der Minister- Die Krankenversicherung der präsident Bourgeois bekämpft den Antrag, indem er ausführt, er Hausindustriellen. Uebrigens hat der Staatssekretär des Unabhängigen rathung über die Gesezesvorlage betreffend die Weltaua, den Senat darüber zu verständigen, was das Schazamt beKongostaates van Eetvelde ausdrücklich bestritten, daß der Kongostaat Frankreich eine Verständigung über ein gemeinsames Vorgehen gegen eine etwaige Grenzüberschreitung der Derwische am oberen Nil vorgeschlagen hätte. native Deutsches Reich. Dr. Peters hat im Kleinen Journal" eine lange Erklärung erlassen, die nur das wiederholt, was in seinem im Reichstag durch Graf Armin verlesenen Briefe bereits behauptet war. Zum Schluß stellt er sich als Opfer unpatriotischer" Machinationen hin. Es lohnt sich nicht ein Wort dagegen zu sagen. Gleichzeitig hat der Bizarro en miniature, wie wir bereits berichtet, aber auch zu seiner Rechtfertigung würde nicht die Verantwortlichkeit auf sich nehmen, die durch beim Reichskanzler die Einleitung eines Disziplinar eine Ablehnung der Ausstellung für Frankreich entstände. Strafverfahrens gegen sich beantragt und bis Eine Konferenz der Arbeitnehmer Beisiger derjenigen. Ge zur Entscheidung desselben den Vorsitz in der Abtheilung der Ausstellung angenommen. Hierauf wird der Antrag Chapuis betheiligten Gewerben Sachverständige zugezogen waren, tagte 20 Nationen hätten die Einladung Frankreichs zur Beschickung werbe, in welchen Hausindustrie üblich ist, zu welcher aus den Berlin der deutschen Kolonialgesellschaft dem ersten stellvertretenden Borfizenden, Herrn Karl v. d. Heydt, übergeben". mit 460 gegen 84 Stimmen abgelehnt. Die von der Regierung am Montag im Restaurant Wernau. Die Beranlassung zu dieser Damit stößt er nur offene Thüren ein. Die Regierung hatte bekämpften Beschlüsse der Kommission werden alsdann mit 377 Berathung bot die folgende Bufchrift der Gewerbe- Deputation schon vorher im Reichstag eine neue Untersuchung gegen Herrn gegen 164 Stimmen abgelehnt.( Lebhafter Beifall.) Sämmt- des Magistrats der Stadt Berlin an das hiesige Gewerbegericht Peters angekündigt. Artikel des Entwurfs der Regierung( Ausschuß für die Begutachtung gewerblicher Fragen): w er den schließlich, nachdem Dringlichkeit erklärt war, an genommen. 2 liche Italien. 1. In welchen Gewerbszweigen wird Haußindustrie ges trieben? ieben? 2. Sind die Fälle zahlreich, in denen ein Hausindustrieller gleichzeitig für mehrere Arbeitgeber thätig ist? Bei der unterzeichneten Deputation schweben zur Zeit Gr Ueber das Hervortehren des militärischen wägungen darüber, ob es sich nicht empfiehlt, durch Nebenberufs der offiziell bei irgend einer Gelegenheit geErlaß eines Ortsstatuts der Versicherungspflicht im Sinne des nannten Staatsbürger schreibt die Straßburger Post" Als Romt, 17. März. Die Tribünen der Deputirten 81 des Krankenversicherungs- Gesezes auch diejenigen selbständigen der Abgeordnete Bebel im Reichstage die Bemerkungen über die kammer sind überfüllt. Die Kammer selbst ist ziemlich Gewerbetreibenden zu unterwerfen, welche in eigenen Betriebsstätten Art der Angabe des Berufes einzelner Neudekorirten in der besucht. Auf der Straße vor der Kammer hatten sich nur wenige im Auftrage und für Rechnung anderer Gewerbetreibender Ordensliste zur Sprache brachte, erklärte der Kriegsminister Personen eingefunden. De Felice und Bosco wurden beim mit der Herstellung und Bearbeitung gewerblicher Erzeugnisfe Bronsart( von Schellendorff, die militärische Charge sei bei Betreten des Palais am Monte Citorio von beschäftigt werden.( Hausindustrie und zwar auch für den Fall, diefer Gelegenheit wohl nur deshalb vorangestellt worden, weil ihren Freunden durch Beifallsrufe begrüßt. daß sie die Roh- und Hilfsstoffe selbst beschaffen und auch für die die in betracht kommenden Personen wegen militärischer Verdienste Bei Eröffnung der Sitzung leisteten De Felice und Bosco den Beit, während welcher fie vorübergehend für eigene Rechnung einen Orden bekommen hätten. Wir bringen deshalb heute ein Eid ohne Zwischenfall. Ministerpräsident Rubini verlas die arbeiten.( Bergl.§ 2 Nr. 4 des Krankenversicherungs- Gesezes.) anderweitiges Beispiel zur Sprache. Im Reichs- Anzeiger" vom gemeldete Erklärung, wobei er wiederholt durch Beifalls Bur Klärung der dabei in betracht kommenden Fragen ersuchen 7. März lesen wir, daß eine Reihe von Personen zu Ehrenrufe unterbrochen wurde; besonders beifällig wurde der Gruß wir daher das Gewerbegericht ergebenst um balbgefällige gutrittern des Johanniter Ordens ernannt worden an die Armee aufgenommen und auch der Schluß wurde achtliche Aeußerung über folgende Punkte: find. Wir finden darunter u. a. folgende Angaben: Lieutenant warm begrüßt. Rudini verlangte die Dringlichkeit für der Reserve des Garde Küraffier- Hegiments und Ritterguts die Kreditvorlage für 140 Millionen Lire für Afrika und ferner, befizer Sigismund von Treskow; Lieutenant der Reserve des daß die Ernennung einer Kommission von neun Mitgliedern zur ersten Garde- Regiments zu Fuß und Regierungsaffeffor Lazarus Prüfung der Vorlage dem Präsidenten übertragen werde. Der von Lippa; Lieutenant der Reserve und Regierungsaffessor Graf Vorschlag Rudini's wurde fast einstimmig angenommen. Der 3. Wird von seiten der Hausindustriellen der Arbeitgeber von Bylandt Baron zu Rheydt; Premierlieutenant der bem Kabinet durch die Rammer bereitete Empfang häufiger gewechselt, als dies durchschnittlich bei gewöhnlichen Reserve und Regierungsassessor Dr. jur. von Doetinchen de Rande.... und so weiter und so weiter; wir könnten die aufgehoben und das Kabinet begab sich nach dem Senat zur ohne weiteres feststellen, ob jemand den Hausindustriellen oder war vortrefflich. Die Sigung der Kammer wurde dann Arbeitern der Fall ist? 4. Läßt sich nach Lage der hiesigen Berhältnisse in der Regel Liste noch ausgiebig vermehren, aber wir denken, die bereits Werlesung der Erklärung. zitirten Beispiele werden genügen, um zu beweisen, daß auch in In der Erklärung, welche Ministerpräsident di Rudini heute den sonstigen selbständigen Gewerbetreibenden zuzurechnen ist, diesem Falle, wo Don einer Geltend machung in der Kammer abgab, wird zunächst der unglücklichen, aber oder steht zu erwarten, daß bei dieser Feststellung sich in erhebetwaiger militärischer Berdienste gar nicht tapferen, ohne jede Borbereitung zur Schlacht geführten Armee in lichem Umfange Schwierigkeiten ergeben werden? die Rede sein kann, der Grundsay, obgewaltet hat, die Afrika ein vertrauens- und hoffnungsvoller Gruß übermittelt. 5. Jst dort bekannt, ob im allgemeinen von seiten der militärische Nebenstellung der in betracht kommenden Personen Dann heißt es in der Erklärung, das vorige Kabinet habe Hausindustriellen eine Ausdehnung der Versicherung auf fie dem bürgerlichen Hauptberufe derselben voranzustellen. Wir nach der Schlacht vom 1. März erstens dem General gewünscht wird oder nicht und welche Stellung etwa die Arbeit. halten dies Verfahren für unrichtig und wollen nicht versäumen, Baldiffera volle Freiheit gelaffen, alle Maßregeln zu treffen, geber zu dieser Frage einnehmen? dies nochmals zu betonen." welche die Lage erheische, einschließlich der Aufgabe 6. Wird etwa schon jetzt von seiten der Haußindustriellen in und Adigrat und Kassala, Leipzig, 16. März.( Eig. Ber.) Gegen die dem Reichstag von Adigrat und zweitens am erheblichem Umfange freiwillig Versicherung gegen Krank vorliegende Gesetzesvorlage betr. Abänderung des Genossenschafts- 8. März den General Baldissera angewiesen, über den heit bei Ortskrankenkassen oder eingeschriebenen Hilfskaffen gefehes und gegen den von konservativer Seite im sächsischen Frieden unter den günstigsten Bedingungen zu unterhandeln. genommen? Das Gewerbegericht ersuchen wir ferner ergebenst, wenn Landtage eingebrachten Antrag, eine dreiprozentige Umsatzsteuer General Baldissera habe telegraphirt, daß er die zweite, noch nicht uns aus den verschiedenen Gewerbszweigen von den Filialen der Konsumvereine zu erheben, wandte sich eine abgegangene Hälfte der Verstärkungen nicht mehr benöthige. angängig, Arbeitgeber zu bezeichnen, von 58 Konsumvereinen mit 85 890 Mitgliedern beschickte Ver- Das jezige Rabinet werde die Friedensverhandlungen solche Hausindustrielle und sammlung in Leipzig und nahm dieselbe Protest- Resolutionen an, mit Besonnenheit und Würde fortsetzen. Das Rabinet glaube, welche bereit und in der Lage sind, uns über die einschlägigen daß es weitaus vorzuziehen sei, anstatt einen Vertrag abzuschließen, Berhältnisse persönlich Austunft zu ertheilen. München, 17. März. Das Militärgericht verurtheilte thatsächlich eine den italienischen Interessen entsprechende SachGewerbe- Deputation des Magistrats. den Setondelieutenant der 4. Komp. des Inf.- Leib- Lage zu schaffen. Inzwischen würden die Feindseligkeiten Regts. Frhrn. von Guttenberg wegen vorschrifts- fortgesetzt werden. Das Kabinet werde niemals Bon 82 geladenen Gewerbegerichts- Beisigern der in Frage widriger Behandlung untergebener zu 3 Monaten Ausdehnungs Politit treiben und wolle tommenden Gewerbe waren 25 erschienen und eine Anzahl Sach Festung und Versehung in eine andere Kompagnie. die Eroberung von Tigre nicht. Wenn verständiger. Nach einem einleitenden Referat der Ausschußmitglieder Herr Franz Giesebrecht, der Urheber der An- die Ereignisse uns dahin führen sollten, einen Friedens- von den Arbeitnehmern wurden zunächst in einer Generalgriffe gegen die südwestafrikanische Siedelungsvertrag festzusehen, so würden wir keineswegs in denselben debatte die in der Zuschrift enthaltenen Fragen besprochen gesellschaft, dem auch die ersten Enthüllungen über das die Bedingung aufnehmen wollen, daß wir das und der der Umfang einzelnen Ge Treiben des Herrn Leist zu danten sind, erläßt folgende Gr. Protettorat über Abessynien beanspruchen." werbe in der Hausindustrie festgestellt. Ein abschließentlärung: In Nr. 113 der„ Kreuz- Zeitung" lese ich, daß in Wir werden, schloß der Ministerpräsident, in der aus- des Urtheil fonnte die Ronferenz noch nicht ab= der bekannten Angelegenheit des Syndikates für südwest- wärtigen Politik wie bisher das weise Verhalten befolgen, welches geben, da bei der kurzen Frist, die zur Vorbereitung blieb, afrikanische Siedelung" endlich die" Staatsanwaltschaft gegen uns diejenigen freundschaftlichen Beziehungen und Bündnisse ver- die Frage nicht genügend geklärt erschien. Prinzipiell einverstanden mich mobil gemacht worden wäre. Ich könnte eine der schafft hat, die wir unerschüttert und treu bewahren werden. erklärten sich jedoch sämmtliche Anwesende mit der Unterstellung der artige Gelegenheit, meine Behauptungen meine Behauptungen vor Gericht zu Wir bitten nicht um Ihr Vertrauen, wir werden uns bestreben, Hausindustrie unter die Versicherungspflicht, und zwar sprach sich beweisen, nur mit Freuden begrüßen. Leider ent uns dasselbe zu verdienen." ein großer Theil der Anwesenden für die Ausdehnung der= spricht die obige Nachricht den Thatsachen nicht. Begeisterter Empfang wurde De Felice bei seiner selben auf die Krankenkassen und Invaliditäts- und Unfallfind bisher nur gerichtliche Ermittelungen angestellt worden, Ankunft in Rom zu theil. Dem ,, Berliner Tageblatt wird darüber versicherung aus. Abweichende Meinungen traten nur bei techob ein staatsanwaltliches Verfahren überhaupt zweckmäßig telegraphirt: nischen Fragen ein, so in bezug auf die Beitragsleistung und sein würde. Der Redakteur der Neuen Deutschen Rundschau", Gine große Menschenmenge erwartete auf dem Perron wie die Verpflichtung der Zwischenmeister in ihrer ganz verschieden Herr Privatdozent Dr. Bie, ist vor einigen Tagen von dem auf dem Bahnhofsplaße die Ankunft des amnestirten Anftifters artigen Stellung. Denn während der eine feiner Stellung nach Untersuchungsrichter vernommen worden. Bei dieser Vernehmung und Führers des fizilianischen Aufstandes De Felice, welcher um nur als Arbeiter gelten fann, entsteht oft ein sehr geringer hat es sich nur um formale Beleidigungen gehandelt. Mitternacht in Rom eintraf. Die Menge trug ihn unter Hoch- Unterschied bis zum mehr selbständigen Zwischenmeister. in und Studini, ſowie unter Bereatrufen Den Herren vom Syndikat scheinen einzelne meiner Ausdrücke rufen auf den Sozialismus Die Gewerkschafts- Kommission hat sich bereit erklärt, den mißfallen zu haben. Wie verhält sich das Syndikat nun aber zu auf Crispi im Triumph nach dem Bahnhofsplage, wo ben.betheiligten Gewerkschaften noch nähere Auskunft zu ertheilen, meinem Thatsachenmaterial? Ich fann nur immer wieder und galische Feuer angebrannt wurden. Zum Reden aufgefordert, ebenso wäre es sehr erwünscht, wenn die betreffenden Organiwieder erklären, daß ich, geftüßt auf die Aussagen von etwa rieth De Felice, man möge tein Pereat auf Crispisationen das vorhandene Material vervollständigten durch Mitzwanzig Gewährsmännern und Zeugen, auf ein umfang ausbringen, denn ihm allein verdante der theilungen aus ihrem Berufe. Dahingehende Angaben, schriftreiches Druckschriftenmaterial, zahlreiche Briefe, Dokumente italienische Sozialismus seine heutige Macht. lich oder mündlich, sind an das Bureau der Gewerkschafts und sonstige Quellen, erbötig bin, Dor Gericht den Wenn übrigens die Diebe am Staatsruder feien, so sei fommission, an den Genossen Millarg, Annenstr. 16, zu richten. Wahrheitsbeweis anzutreten. Das Syndikat scheint scheint sich es natürlich, daß ehrliche Leute im Kerker schmachten. der trügerischen Hoffnung hinzugeben, daß ich durch( Stürmischer Beifall.) zügellosen Prestampf, den es gegen mich geführt De Felice bestieg darauf einen Fiaker, um nach dem Hotel hat, mundtodt gemacht worden bin. Ich habe allerdings bisher zu fahren, allein seine Anhänger spannten das Pferd aus und zogen Quittung. Für die Familien unserer im Essener eine abwartende Stellung eingenommen; ich habe aber inzwischen von einer jubelnden Boltsmasse gefolgt, den Wagen durch die Meineidsprozesse verurtheilten Genoffen gingen noch bei die Sache quellenmäßig bearbeitet und werde sie demnächst via nazionale und den Korso nach dem Hotel Colonna. Die mir ein: Hamburg, A. B., auch eine Rotte 7,70. Röln, Rhein. in Broschürenform publiziren." Menge demonstrirte dort so lange, bis De Felice auf dem Balton Beitung", legte Rate 370,18. Glberfeld, Freie Presse", legte den " & 119 " die Art und tibbi 4 gez. Friedel. Partei- Machrichten. Summa 606,33. Am 10. Februar quittirt 56 013,50. Gesammt Summe 56 619,83 M. Den Gebern besten Dank! Bochum, den 12. März 1896. Wolfgang Wunderlich. Bei der Gemeinderathswahl in Giebichenstein bei Halle siegten in der dritten Klasse unsere Genoffen Georg Serig und Wilhelm Osterburg mit 314 Stimmen über Die gegnerischen Kandidaten, die 230 Stimmen erhielten. Damit ziehen die ersten Sozialdemokraten in die Gemeindevertretung jenes hallischen Vororts ein. Ein Bravo den dortigen Genossen! Gewerkschaftliches. Der Vertrauensmann. und Noth und aller troz Rate 178,55. Lüdenscheid, durch Brüninghaus auf Liste 218: 1kommen, daß schon in den nächsten Tagen die Fünfer- Kommission erklärt sich mit dem aufgestellten Lohntarif einverstanden und 8,35, Liste 214: 3,75, Liste 215: 22,-, Lifte 216: 15,85, zu den Schmerz erlebt, daß der Ring der Konfettionäre gesprengt verspricht mit allen Kräften für denselben einzutreten." Ferner fammen 49,95( darunter 1,50 von drei Genossen aus Holthausen wird, und zwar von den eigenen Mitgliedern des Konfektionär wurden wieder die Mißstände bei den Hänge und Leitergerüsten bei Plettenberg. Verbandes und ohne daß die Fünfer- Kommission gefragt wird." und die Schußvorrichtung auf Bauten fritifirt. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wurde die imposante Bersammlung geschlossen. Eine öffentliche Metallarbeiter- Versammlung, die von Achtung, Stuckateure Berlins. Gestern Mittag haben der Agitationskommission des deutschen Metallarbeiter Verbandes 32 Kollegen, welche an dem Ausstellungsgebäude„ Kairo" in einberufen war und sich mit den Lohn- und Arbeitsverhältnissen reptom beschäftigt find die Arbeit niedergelegt. Die Strei- der Reinickendorfer Messingwerke( Inhaber Seidel) beschäftigte, fenden fordern einen Wochenlohn von 42 M. bei einer Arbeits- tagte am Montag im Wedding- Kasino, Schulstr. 29. Die Arbeiter zeit von 9 Stunden täglich. Die Kollegen werden demgegenüber der Firma Fürst und Ko. waren hierzu besonders eingeladen aufgefordert, die alte Solidarität walten zu lassen. Die nächste und zahlreich erschienen; von den ebenfalls ausdrücklich einöffentliche Versammlung wird am 23. März, abends 8 Uhr, in geladenen Vertretern der Messingwerke war niemand anwesend. Cohn's Festsälen, Beuthstraße, abgehalten. Das Referat erstattete in sehr eingehender Weise Karl Gutheit. Er ging Punft für Punkt die bedenklichen Vorschriften In Sachsen erörtern jetzt die Parteigenossen lebhaft die Frage der Niederlegung der Landtagsmandate. Forderungen sind von den Firmen weiter bewilligt: Kirchner, den als nicht inhuman verschrienen Chef der Firma, als die Achtung, Klempner und Metallarbeiter Berlins! Die der Fabrifordnung durch und bewies schlagend, daß diese dringend der Abänderung bedürfen. Dabei beschuldigte er weniger Der Agitation von der Tribüne des Landtags aus legt man Brandenburgstraße; Vogel, Ritterstr. 17; Aritu. Fride; untergeordnete Leitung, die das Heft in Händen habe. Mit überall größere Bedeutung bei, als daß man im Handumdrehen Buchholz. Oranienstraße 21; M. Klee, Staligerstraße 29 a. Mühe auf sie verzichten möchte. Von den Versammlungen, die sich mit Insgesammt sind bisher 262 Kollegen die Forderungen bewilligt der Fabrikleitung sei durchgeführt worden, daß von 150 in der Gegenmaßregeln der Angelegenheit beschäftigten, seien zwei erwähnt. In worden. In den Werkstätten von Sielaff, Zionskirchstr. 39; Schneeberg im Erzgebirge faßte eine gut besuchte Partei Sterften Nacht., Simeonstr. 13; Serm. Schöde, Brinzen: Fabrit Beschäftigten nur 30 nicht organisirt seien, und nun gehe versammlung des 19. fächsischen Reichstagswahlkreises einstimmig straße 34; Otto Bogel, Andreasstr. 32; Boigt u. Uert- man gegen die Organisation mit Entlassung vor. Dabei zeige eine Resolution, worin die Delegirten zur Landeskonferenz bemann, Tempelhofer Ufer 23, befinden sich sämmtliche Kollegen, ftellen, die statt des Grundes der Entlassung das verpönte fich wieder die berüchtigte Methode, Entlassungsscheine auszu auftragt werden, gegen die fofortige Mandatsniederlegung zu insgesammt 70 Mann im Ausstand. Wir ersuchen die Kollegen, Fragezeichen mit dem Punkt links und rechts" zeigen. Gegen stimmen, dagegen der Landtagsfraktion อน überlassen, dies zu beachten. Die Kollegen sämmtlicher Werkstätten werden berartige Denunziationen müsse man entschieden Front machen. dies eventuell im geeigneten Zeitpunkt zu thun. Und ersucht, sofort an das Streitbureau, Annenstraße 16, das Referent verbreitete sich dann des weiteren über die Arbeitszeit, in einer start besuchten Parteiversammlung des sechsten Resultat der Verhandlungen zu berichten. sächsischen Reichstagswahlkreises Dresden Land der Elbe, wozu der Bergarbeiter- Bezirk Plauenscher Grund gehört, Otto Naether, N. Anklamerstr. 44. links Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. die statt zehn Stunden nicht selten bis zu fünfzehn Stunden betrage, über die Sonntagsarbeit, die sich bis um vier Uhr aus: sprachen 7 Redner für sofortige Mandatsniederlegung, aber dehne, über die Strafgelder, deren Verwendung der Aufklärung 13 dagegen. Eine Abstimmung soll erst in nächster Versammlung daß in der nächsten Sigung der Wertstuben- Delewelche die Messingwerfe Achtung, Buchbinder Berlins! Es ist unbedingt nöthig, bedürfe, und über viele andere schreiende Mißstände, stattfinden. als ein für die Arbeit girten jede Werkstube, und sei sie noch so klein, vertreten ist. nehmer ganz. Die Kreiskonferenz für Naumburg 3eiz- Weißen: ch bitte hierdurch die Kollegen und Kolleginnen dringend, dafür laffen. Die Fabrifordnung besage, daß Beschwerden beim besonders ungünstiges Arbeitsfeld erscheinen fe Is bat gestern mit über Zweidrittel- Mehrheit beschlossen, das zu sorgen, daß keine Werkstube unvertreten bleibt. Die Sigung Chef anzubringen feien; von diesem Rechte müsse man jezt gegenwärtige Parteiorgan des Kreises, den„ Boltsboten", mit wird Donnerstag, den 19. März, abends 1/29 Uhr im Saale des Gebrauch machen; man habe nichts zu erbitten, sondern beEnde Juni eingehen zu lassen und vom Juli ab das Halle'sche Herrn Bergner, Annenstraße 16, abgehalten. Der Vertrauensrechtigtes zu fordern! Die Diskussion fällte über die unter Volksblatt" als offizielles Parteiorgau des Kreises anzuerkennen. mann der Buchbinder: Franz Bytomski, Waldemarstr. 64. geordnete Leitung der Fabrit ein wahrhaft vernichtendes Urtheil. Polizeiliches, Gerichtliches ze. Achtung, Sattler Berlins! Die Kollegen der Eisenmöbel- Es wurde eine Siebener- Kommission, in der auch das weibliche Fabrik von Schulz in der Hafenhaide sind in den Streit getreten. Element vertreten ist, gewählt, welche auf grund der be Wir bitten, dieses beachten zu wollen. Die Lohn- und Agitations- sprochenen Mißstände direkt mit dem Chef verhandeln solle. fommission. 16 Gleichzeitig erhielt diese Kommission den Auftrag, über das Er unterrichten. gebniß der Unterhandlungen alle Betheiligten möglichst schnell zu " Die Märznummer des Süddeutschen Postillons" wurde am Sonnabend Abend in der Volksbuchhandlung in Halle a. S. tonfiszirt. Außer den beiden am Schaufenster der Volksbuchhandlung ausgehängten Nummern fiel der Polizei nur ein Exemplar in die Hände, daß aber von einem im Laden anwesenden Herrn schon getauft und bezahlt worden war. Was an der Märznummer staatsgefährliches sein soll, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden." Die Bewegung mittag wurde wieder eine riesenhaft besuchte Versammlung der Aus Kottbus wird uns mitgetheilt: Am Dienstag VorStreifenden abgehalten. Nachdem Frau Ihrer aus Berlin unter großem Beifall über den Werth der Theilnahme der Franen an der Gewerkschaftsbewegung gesprochen hatte, wurde die Antwort verlesen, die seitens des Fabrikanten Vereins dem Fabrikanten Koppe auf dessen angeblichen Vermittelungsversuch ertheilt worden ist. Diese Antwort lautet: " Herrn F. Koppe, Rottbus. Die Arbeiter der Eisenmöbel- Fabrik von G. Schulz, Hafenhaide 9 waren am Sonntag im Lokale Kliem, Hafenhaide, wiederum versammelt, um den Bericht der von den Arbeitern gewählten Kommission entgegen zu nehmen. Diese hatte am vorhergehenden Sonnabend die Forderung der gesammten Arbeiter in der Konfektions- Induffrir. der Fabrik dem Fabrikanten unterbreitet. Verlangt wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit auf täglich 9 Stunden, Sonnabend Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts. Seit Die unterzeichnete Rommission spricht Ihnen zunächst ihren 8 Stunden und 20 pбt. Lohnaufschlag. Außerdem forderten die dem 19. Februar find, wie der Fabritant Weigert in der Dank dafür aus, daß Sie sich ohne irgend eine Anregung unserer Arbeiter in jedem Raume die Aushängung der betreffenden gestrigen Sitzung fonstatirte, 19 Inhaber von Firmen in der seits um die Beilegung des Streits in umeigennüßiger Weise Tarife. Der letztere Punkt darf als einer der wesentlichsten beHerren- und Knabenkonfektion den Vereinbarungen beigetreten. bemühen. In der Sache selbst bedauern wir aber, Ihnen nichts zeichnet werden, da durch die Ungewißheit über die Akkordpreiſe Konstatirt wurde ferner, daß bei Annahme neuer Arbeiter viel- anderes mittheilen zu können, als daß wir nach wie vor auf für die Arbeiter nicht selten schwere Nachtheile entstehen. So fach versucht wird, die alten Preise zu zahlen. Bu der gestrigen dem Standpunkt stehen, welcher durch die Veröffentlichung des geschah es oft, daß, wenn der Arbeiter am Wochenschluß seine Sigung waren fast ausschließlich Hosenarbeiterinnen vorgeladen, Herrn tönigl. Gewerbe- Inspektors Ermlich am 4. März d. J. Arbeit berechnete, ihm ein Abzug gemacht wurde, weil er angeblich die bei dem Zwischenmeister Manthei in Arbeit stehen. Aus gekennzeichnet worden ist. Wir sind nach wie vor bereit, einen über den gewöhnlichen Lohnsab verdient hatte. Es hieß dann den Vernehmungen ging hervor, daß keine derselben den vollen neuen einheitlichen Termin zur Wiedereröffnung sämmtlicher Be- einfach: ja für die Arbeit giebt's jetzt nur noch so viel. Als nun Lohnaufschlag erhält. Die meisten dieser Arbeiterinnen waren triebe zu bestimmen, sobald die Arbeiter oder eine aus deren Herr Schulz die Forderungen abwies, erklärten sämmtliche verheirathete Frauen, welche erklärten, die Hofennäherei nur als Mitte neu gewählte Kommission uns die Gewähr geben, daß, Arbeiter durch Namensunterschrift, die Arbeit nicht eher wieder Nebenerwerb zu betreiben. Sie gaben an, mit dem geringeren vorbehaltlich unseres Rechtes der Auswahl, mindestens Dreiviertel, aufzunehmen, bis ihre Forderungen bewilligt find. Zum Schluß Lohn zufrieden zu sein, weil sie sich nicht zanken möchten. der Arbeiter in sämmtlichen Betrieben die Arbeit wieder auf- bestimmte die Versammlung, daß die Kommission am Montag Alle wurden dahin belehrt, daß sie den vereinbarten Lohn zu nehmen werden. Die Kommission des Vereins zur Wahrnehmung nochmals in Unterhandlung mit der Firma treten soll, und zwar im fordern haben. Wenn der betreffende Zwischenmeister nicht der gemeinsamen Intereffen der Tuchfabrikanten zu Rottbus." Beisein des Vertreters der organisirten Holzarbeiter. Diese Unter zahle, so hätten die Konfektionäre nach den getroffenen Be Man sieht, die Fabrikanten sigen noch immer auf dem hohen handlung am Montag scheiterte ebenfalls und beschlossen hierauf stimmungen ihn nicht mehr zu beschäftigen. Wie sehr die Ar- Pferde. Ihre Haltung erklärt sich daraus, daß fie wie die die Streifenden in einer am Dienstag stattgehabten Versammlung, beiterinnen, welche nur auf die Näherei angewiesen sind, durch Kölnische Zeitung" ausplauderte nicht glauben, daß genügende an ihren Forderungen festzuhalten. Zu dieser Versammlung war folche Lohndrückereien geschädigt werden, bewiesen die Angaben Unterstützung eingehen werde, um die Streifenden noch lange mit auch Herr Schulz geladen, hielt es aber für besser, sich als gemehrerer Arbeiterinnen des Herrn Manthei. Eine 50jährige dem Nothwendigsten zu versehen. Die Fabrikanten unterschätzen schäftlich verhindert zu entschuldigen. Nachdem hierauf die Berallein stehende Wittwe fertigt bei 10stündiger Arbeitszeit fünf dabei die Opferfreudigkeit der Arbeiterschaft. Wie groß die treter der einzelnen Organisationen, der Tischler, Metallarbeiter, Hosen, die nach Abzug der Unkosten 60 Pf. einbringen; sie ver- Charakterfestigkeit der streikenden Arbeiter und Arbeiterinnen ist, Lacirer und Tapezirer den Standpunkt ihrer Organisationen dient also pro Arbeitsstunde 6 Pf. zeigte aufs neue der Verlauf der gestrigen Versammlung. Ohne largelegt hatten, beschloß die Versammlung, daß es der Firma jeden Widerspruch wurde die Frage, ob man nunmehr freisteht, mit den betheiligten Lohnkommissionen in die Bedingungen des Fabrikanten Vereins annehmen wolle, Verhandlung zu treten. Hierauf gelangte ein Antrag zur Anverneint und einstimmig folgende Resolution gefaßt: nahme, für die Märzgefallenen einen Kranz zu widmen. Das Die am 17. März im Konzerthaus zu Kottbus tagende, von Streitbureau der Fabrik befindet sich Schönleinstr. 6, Restaurant 5000 Personen besuchte öffentliche Volksversammlung erklärt das Ewald. Fabrikant Weigert: Davon können Sie sich doch nicht ernähren? Die Arbeiterin: Wenn ich ehrlich bleiben soll, aller dings nicht. Fabritant Weigert: Haben Sie noch eine andere Beschäftigung? Die Arbeiterin: Ja, ich trage meistens von 4 Uh: an Beitungen aus, damit verdiene ich monatlich 20 m. extra. Die Hosennäherei wird so schlecht bezahlt, daß man dabei verhungern fann. Aehnliche Angaben macht eine andere alleinstehende Arbeiterin, die, um sich ehrlich ernähren zu können, nebenbei als Wäscherin thätig ist. Es wird noch festgestellt, daß die Firma Joachim Baron für Knabenanzüge von der Größe von 7-12, die nach der Vereinbarung mit 1,45 M. zu bezahlen find, nur 1,40 m. zahlt. Ein Zwischenmeister, der diese Differenz auf einen Arbeiter abwälzt, gab schließlich die Erklärung zu Pro tokoll, daß er den Betrag nachzahlen werde. = -In Karwin Mährisch Ostrau ist der Stand des Streits der Bergarbeiter unverändert. AT Gerichts- Beitung. von Herrn Fabrikant Koppe der Versammlung übermittelte Die Stellmacher nahmen gestern Nachmittag bei Gründel Schreiben der Fabrikanten- Bereinigung für im höchsten Grade den Bericht der Lohnkommission über den Stand des Streiks anmaßend und die Arbeiterschaft entwürdigend. Die Verfamm- entgegen. Wie mich e Is versicherte, ist die Situation für lung erklärt, auf einer solchen Grundlage nicht in Verhandlungen die Streikenden eine sehr günstige. Fast ausnahmslos haben treten zu können, und beschließt, mit allen ihr zu Gebote stehenden die Gesellen die Arbeit eingestellt. Wo dies noch nicht Mitteln den Streit aufrecht zu halten. Die Bersammlung ver- geschehen ist, kamen die Arbeitenden doch auch zur Einsicht und urtheilt ferner das zurückhaltende bezw. feige Verhalten der schlossen sich nach und nach der Allgemeinheit an. Da die Innung Lokalpresse einem solchen rücksichtslosen Verhalten der Fabrikanten die Parole ausgegeben habe, nichts zu bewilligen, bevor die gegenüber." Generalversammlung der Innung stattgefunden hat, sind ver hältnißmäßig noch wenig Bewilligungen seitens der Meister eingelaufen. Immerhin hätten aber bereits 150 Gesellen die Forderungen voll und ganz bewilligt erhalten, so u. a. von der Fabrit von Kühlstein, woselbst für die ganze leber den Stand der Dinge in Stettin berichtet der Fabrit der neunstündige Arbeitstag eingeführt worden ist. Volksbote":" In dem Bestreben, endlich den Kampf mit den Wie es heißt, will die Innung nicht mit der Lohnkommission AIS Konfektionären aus der Welt zu schaffen und wieder geordnete Eine Haupt- und Staatsaktion. Die Straffache wegen verhandeln, sondern verlangt einen Gesellen- Ausschuß. Zustände in der Konfektions- Industrie herbeizuführen, hat die angeblichen Diebstahls an dem in der Mittler'schen Buchdruckerei Streifende haben sich bis jetzt über 200 gemeldet. An den Bericht Lohnkommission der Schneider am Mittwoch nochmals die Hand im Vorwärts" vorzeitig veröffentlicht werden konnte, ist von Die Versammlung sprach die Erwartung aus, daß diejenigen hergestellten Druckbogen mit dem kaiserlichen Gnadenerlaß, welcher fnüpfte sich eine längere Besprechung über Werkstattverhältnisse. zum Frieden geboten und sich mit folgendem Zirkular an die der III. Strafkammer dem Schöffengericht zur Verhandlung über Gefellen, welche ihre Forderungen bewilligt erhalten haben, Konfettionäre gewandt: Wir ersuchen Sie hiermit, uns umgehend mitzutheilen, ob Sie gewillt sind, auf grund unserer auf- wiesen worden. Das Schöffengericht hat den Termin zur Haupt- fich mit den Streitenden insofern solidarisch erklären, als sie jedgestellten Forderungen annehmbare Vereinbarungen mit uns zu 19. d. M., vormittags 113/4 Uhr anberaumt. Es sind 15 Beugen haben, zurückweisen. Auch verpflichteten sich die Streikenden, die verhandlung gegen die drei Angeklagten auf Donnerstag, den wede Arbeit von Arbeitgebern, die vorher Stellmacher beschäftigt treffen. Wir sind von einem wesentlichen Theil Ihrer Kundschaft dahin unterrichtet worden, daß sie Ihr Verhalten uns geladen. Die Anklage wird Oberstaatsanwalt Drescher selbst Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, bis die Forderungen gegenüber nicht billigen, und sie auch Preise für Ihre Waaren vertreten. bewilligt find. Mehrere der eingeladenen Meister nahmen das zahlen, die sehr gut eine Regelung der Lohnverhältnisse in Ju der Untersuchungsfache gegen Dr. Fritz Friedmann Wort und sprachen sich sympathisch zu dem Vorgehen der Gesellen unferem Sinne zulassen. Falls Sie nicht geneigt sind, unsere werden, wie ein Berichterstatter meldet, jetzt Ermittelungen an- aus. Zur Annahme gelangte noch ein Antrag dahingehend, daß in Forderungen anzuerkennen, werden wir uns veranlaßt fühlen, gestellt, wo Friedmann 3. 3. seines Aufenthaltes in Frankreich jeder Werkstatt und Fabrit alle Streifenden wiedereingestellt Ihren Kunden Mittheilung davon zu machen, und auch das und in Algier die Gelder her hatte und wer die Absender der werden müssen und etwaige Streitbrecher vor Wiederaufnahme Taufende Publikum in den betreffenden Orten darauf aufmerksam Geldbeträge, die von Berlin aus nachgesandt wurden, waren. Hier- der Arbeit zu entlassen sind. Nicht betheiligt haben sich bis jest zu machen, daß, wenn es Stettiner Konfektion fauft, es Waaren mit stehen in Verbindung die zahlreichen Zeugenvernehmungen in den am Streit die Stellmacher der Pferdebahn- und Dm. fauft, die unter menschenunwürdigen Bedingungen angefertigt letzten Tagen vor dem hiesigen Untersuchungsrichter. Viele nibus- Gesellschaften, sowie verschiedener Brauereien. find. Sie haben also zu überlegen, ob Sie unsere Forderungen bekannte Persönlichkeiten waren zu dem Zwecke geladen, unter bewilligen oder sich neue Absatzgebiete suchen wollen; das letztere anderem auch der Bruder des Flüchtlings, Hauptmann der dürfte Ihnen wohl am schwersten fallen. Wir laden Sie behufs Landwehr Friedmann, und fein langjähriger Günftling Fedor weiterer Auseinandersetzung über diese Angelegenheit zu einer Berg, durch dessen bekannte Freisprechung fich Friedmann die Sigung zu morgen Nachmittag 4 Uhr im Restaurant Neubauer ersten Lorbeeren errang. Man zieht allgemein den Schluß, daß ein. Hochachtungsvoll im Auftrage der neuen Lohnkommission: die zahlreichen Zeugenvernehmungen den letzten Anhaltepunkt Fr. Räming." Darauf ist folgende Antwort eingegangen:„ Herrn geben sollen, um zwecks Auslieferung einen betrüglichen Bantr ott Franz Käming, Stettin. Unter Bezugnahme auf Ihr heutiges zu tonſtruiren.n Zirkular theilen wir Ihnen hierdurch mit, daß wir jede weitere but soiled Unterhandlung als aussichtslos ablehnen und überlassen Ihnen, h unserer Kundschaft gegenüber zu thun, was Ihnen beliebt. " Versammlungen. Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Mittwoch. Südost: Geschichte. Nordschule, Müllerschule, Waldemarstraße 14: straße 179 a: Deutsch. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliothet und des reichhaltigen Bettschriften= materials schon von 8 Uhr an geöffnet. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Mittwoch, den 18. März, abends 8 Uhr: Große Versammlung mit Frauen im Kommandanten- Garten", Kommandantenstr. 10-11. Musikverein Andante". Mittwoch, abends 9 Uhr, bei Fr. Krüger, Fennstraße 5: Nebungsstunde. Depeschen und lehte Nachrichten. Achtungsvoll die Fünfer- Kommission."( Folgen die Unterschriften.) Die Dachdecker beschäftigten sich am 9. März mit der London, 17. März.( W. T. B.) Prozeß Jameson. Der Dieser Brief sagt der Volksbote" weiter Stellungnahme zur Lohnbewegung. Das Referat hatte Genosse Soldat Hill sagte aus, Jameson habe in Pitsani in einer Anreimt sich prächtig mit dem Versprechen der Konfektionäre, Sillier übernommen, der, nachdem er eine Schilderung der sprache an die Mannschaften vor dem Aufbruch gesagt, es mit einer neuen Lohnkommission in Unterhandlungen ein- ökonomischen Entwickelung gegeben hatte, in treffender Weise handle sich um eine Ueberraschung. Er hoffe, Johannesburg zutreten. Er zeigt aber auch den ganzen Siegesrausch den Werth der Berkürzung der Arbeitszeit darlegte. Mit dem zu erreichen, bevor die Boers fich sammeln tönnten; wenn wenigstens der Fünfer- Kommission, die im Vollgefühl ihrer Appellan die Anwesenden, die von der Gewerkschaft man aber auf Schwierigkeiten stieße, würden berittene Schüßen Macht nicht mehr glaubt, irgend welche Rücksichten nehmen zu geplante Lohnbewegung thatkräftig zu unterstützen, schloß der Kaptolonie und berittene Polizeimannschaften aus Natal brauchen. Aber wie fo oft Hochmuth vor dem Fall kommt, der Referent unter lebhaftem Beifall der Versammlung. zu ihnen stoßen; die Grenzpolizei von Betschuanaland würde kann auch auf diesen Siegesrausch sehr leicht der Kazenjammer Barthol ersucht von einer Diskussion Abstand zu nehmen, womit sich ihnen vielleicht unterwegs anschließen. Sodann wurde folgen. Die Fünfer- Kommission hat nämlich ihren Brief über die sich die Versammelten einverstanden erklären. Zum 3. Punkt der Brief des Johannesburger Reformkomitee's, in welchem Köpfe ihrer Auftraggeber weg geschrieben. Nun find aber verlas Peste den von der Lohnkommission ausgearbeiten Lohn- Jameson gebeten wird, den Uitländers zu Hilfe zu kommen, ver mehrere von diesen des Kampfes müde und geneigt, die Forde- tarif, worüber sich eine rege Debatte entspann und folgende Re- lesen. Der Soldat Cumming fagte aus, Jameson habe erklärt, rungen der Ausständigen zu bewilligen, und so fann es leicht solution einstimmig zur Annahme gelangte: Die Versammlung die Johannesburger würden sich mit seiner Truppe vereinigen. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin, Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 66. Reichstag. 62. Sigung vom 17. März, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Marschall, Holl mann, Direktor Kayser. vermindert. Mittwoch, den 18. März 1896. 13. Jahrg. größeren Vortheil sichern als das Pachtgeld von 10 000 Mart.| noch zu viel und heute werden von der Regierung 2 387 000 Mt. In Südwestafrika haben wir in weitem Umfange Ländereien, verlangt; allerdings wird diese Summe noch etwas welche für die landwirthschaftliche Thätigkeit sich eignen. Aber ermäßigt. In der Budgetkommission wurde darüber die Farmen müssen einen Umfang von 30-40 000 Morgen haben. Klage geführt, daß die deutsche Kolonialgesellschaft mit der Danach eignet sich das Land also nicht für den größten Theil Wörmann- Linie in ein gewisses Vertragsverhältniß getreten sei. unferer Auswanderer. Der Direktor hat ausgeführt, daß hierdurch die Preise erheblich billiger seien. Man rede nicht immer hierbei von patriotischen Thaten. = = Die Die Berathung des Kolonialetats wird fortgesetzt bei den Es sind schon Stauanlagen in Aussicht genommen für den Ausgaben für das südwestafrikanische Schuhgebiet. südlichen Theil des Schuhgebietes, um eine bessere Bewässerung Die Kommission hat die Einnahmen aus Gebühren u. s. w. um zu erreichen. In Australien waren zum theil früher ähnliche Ist denn Geschäfte machen Patriotismus? Dann wären in 250 000 M. erhöht und den Reichszuschuß um dieselbe Summe Bustände wie jest in Südwestafrika. Ich spreche die feste Ueber- Deutschland diejenigen die größten Patrioten, die das meiste zeugung aus, daß wir an Südwestafrika noch einmal große Geld verdienten. Die Deutsche Kolonialgesellschaft hat bei Ferner beantragt die Kommission folgende Resolutionen: Freude erleben werden und daß, im Gegensatz zu unseren diesem Vertragsverhältniß einen Gewinn von 565 000 m. Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesetz- tropischen Kolonien, wir hier die ersten wirthschaftlichen Erfolge gehabt und dieses Geschäft hätte die Reichsregierung entwurf betr. die Regelung der Militärdienstpflicht in den Schuß- erzielen werden.( Beifall bei den Nationalliberalen.) eben so gut machen können, wenn sie, ohne sich des gebieten dem Reichstage noch in dieser Session vorzulegen. Abg. Bebel: Ich denke nicht so optimistisch über Südwest- Zwischengliedes der deutschen Kolonialgesellschaft zu bedienen, Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, bei der Regelung afrika wie der Abg. Hammacher. Interessant war, wie fich direkt mit Wörmann einen Frachtvertrag geschloffen hätte. Was der in den Schutzgebieten seitens der Reichsangehörigen ab- zwei Kolonialfreunde über diese Frage in den Haaren die Kupferminen anbetrifft, so sind diese ungefähr 700 Kilometer zuleisten den Wehrpflicht deutsche Missionäre der in den Schutz- lagen. Graf Arnim will wie wir diese Position ablehnen, aber von der Küste entfernt und es müßte erst eine Eisenbahn gebaut gebieten thätigen Missionsgesellschaften während der Dauer ihrer nur, weil sie ihm nicht hoch genug ist, während wir der Meinung werden, ehe man von ihnen etwas erwarten könnte. Es in einer deutschen Missionsanstalt erfolgenden Vorbereitung für sind, daß wir für Südwestafrika schon viel zu viel ausgegeben find also die Aussichten keineswegs so verführerisch, wie wir es den Missionsberuf, sofern sie demnächst in die deutschen Schutz- haben. Graf Arnim hat drei Wünsche ausgesprochen. Er will aus dem Munde des Abg. Hammacher gehört haben. gebiete gehen, sowie für die Dauer ihrer Thätigkeit in diesen zunächst umfangreiche Wasserwerfe am Swakopmund haben. Der Rein Zweifel, daß bei all diesen Untere Gebieten von der Ableistung der aktiven Dienstpflicht und der Kolonialdirektor hat darauf erwidert, daß bereits Vorbereitungen nehmungen eine Reihe von Personen interrach Maßgabe der Reichsgesetze vorgeschriebenen militärischen getroffen feien seit dem Oftober vorigen Jahres. Wir haben esfirt ist, die auch zugleich Männer in der Nebungen zu befreien. also die angenehme Aussicht, im nächstjährigen Etat noch Regierung und in der Boltsvertretung sind. Avg. Haffe( natl.): Die Zahl der im Auslande lebenden bedeutend mehr bewilligen zu müssen, wie gegenwärtig gefordert Auch hier fommt wieder der mehrfach genannte Fürst Deutschen ist eine sehr große und es wächst auch die Zahl der wird. Mit wenigen Hunderttaufenden werden wir nicht aus Hohenlohe Langenburg, der Staatssekretär Hofmann und militärpflichtigen Deutschen in unseren Schutzgebieten. Es wäre kommen, der Bau tann Millionen und Millionen fosten, und Kollegen hier aus dem Hause in betracht. Schätzen daher sehr wünschenswerth, wenn die Deutschen in den Kolonien schließlich fragt es sich noch, ob er den Zwecken genügt, nament Sie die Menschen so hoch wie Sie wollen, es ents sich dort gleich ausmustern lassen und wenn sie dort ihre lich angesichts der großen Stürme, welche die südwestafrikanischen spricht der menschlichen Natur, daß sie, wenn sie sich einmal Dienstzeit absolviren können. Es wäre auch wünschens- Küsten bedrohen. Die zweite Forderung bezog sich auf einen darauf eingelassen haben, verlangen, daß diese Unternehmungen werth, daß die Mitglieder der Schuhtruppe, welche sich passirbaren Weg von dem Swakopmund über Otjimbingue nach Möglichkeit unterstützt werden. In jedem Stadtverordneten nach Ablauf ihrer Dienstzeit in Südwestafrika ansiedeln, nach Windhoek, damit ansiedeln, nach Windhoek, damit die Kolonisten nicht auf dem Kollegium besteht die Bestimmung, daß wenn ein Stadtverordals Refervemänner eingezogen werden könnten, wenn die Wege verhungern und die Ochsen in Windhoek nicht neter an einem Unternehmen betheiligt ist, er Noth es erfordert. Das Gesetz sollte so allgemein todt zusammenbrechen, ein werthvolles Zugeständniß. Der entweder bei der Berathung überhaupt nicht gemacht werden, daß es für alle Schutzgebiete past; denn auch Küstenstreifen ist 100 Kilometer breit und ein großer Theil davon anwesend sein darf oder wenigstens nicht mitam Kilimandscharo dürfte mit der Zeit die Ansiedelung von ist fast zwei Drittel des Jahres großen Sandstürmen ausgesetzt, stimmen darf. Es wäre nothwendig, daß solches auch im Europäern dauernd möglich sein. wie will man den Weg also vor Versandung schüßen? Wäre Reichstag eingeführt würde. Das wäre für das deutsche Volk Direktor Kayser: Ich kann dem hohen Hause mittheilen, die Anlage des Weges so leicht, so hätte die Regierung ihn außerordentlich nüßlich. daß wahrscheinlich noch im Laufe dieser Session eine entsprechende längst angelegt. Er muß aber zu schwierig und kostspielig sein. Borlage dem Hause zugehen wird. Die Herren wissen, daß der Möglich ist es immerhin, daß es den Kolonialfreunden und war doch nicht ganz zutreffend. Wenn er die Einnahmequellen Abg. v. Cuny( nt.): Die letzte Bemerkung des Vorredners Bundesrath sich mit der Neuorganisation der Schußtruppe be- Rolonial interessenten hier im Reichsinge gelingt, die Re- prüft, welche die Kolonialgesellschaften haben, so wird er finden, schäftigt.. gierung so weit anzustacheln, daß auf Kosten der Steuerzahler daß sie aus dem Etat nicht fließen; sie fommen aus dem Verkauf Abg. Graf Arnim( Rp.): Ein großer Theil von Südwest- noch weitere Millionen hergegeben werden. Wir werden dagegen der Farmen. Auf lange Jahre hinaus sind aber keine erheblichen afrika ist nach den neueren Abmachungen der englischen Herrschaft Front machen. Endlich soll die Regierung angehalten Einnahmen zu erwarten, weil die Bedingungen für die unterworfen. Troß unserer Warnungen im vorigen Jahre sind werden, dort ein Wasserstauwert anzulegen, eine Be- Käufer außerordentlich günstig sind, namentlich bezüglich für den Preis von 100 000 m., 50 000 m. baar und 50 000 m.| rieselungsanlage als Probe für die Ansiedler. Das ist der Ratenzahlungen. Außerden sind bedeutende Vor in Antheilscheinen, drei große Gebiete in Südwestafrika an eine so leicht hingesagt. Die Kolonien gehen zu grunde, weil schüsse und Darlehen an die Ansiedler gewährt worden, englische Gesellschaft, das Carascoma- Syndikat, abgetreten; das sie kein Wasser haben. Wenn englische und amerikanische Kolo- die zusammen ungefähr 80 000 Mt. ausmachen soll. Es ist aller find Gebiete von zusammen etwa 6 Millionen Morgen. Diese nien emporgekommen sind, wie Herr Hammacher betonte, so ist es dings einmal ein Prospekt nach England gekommen, aber wie das Gebiete sind unseren kolonialen Bestrebungen verloren und wir jedenfalls nur mit großen Mitteln möglich gewesen. Ein großes geschehen ist, weiß ich nicht; das Syndikat als solches hat einen haben dort nur noch die Aufgabe, Ordnung zu halten und eine Schutz- Wasserstauwerk würde mindestens 6-800 000 M. fosten. Nun folchen Prospekt niemals ausgehen lassen. Es will nur deutsche truppe zu unterhalten. Auch die Steuerrechte sind dem Carascoma- tann aber in Südwestafrika von einem Getreide Ackerbau gar Ansiedler zulassen. Durch Fangdämme den Wasserbestand zu Syndikat übertragen worden. Für 2000 m. ist die sogenannte keine Rede sein. Wenn etwas dazu reizen könnte, so wäre es vermehren ist in Kapstadt und im Transvaal gelungen, Damaraland- Expedition an eine englische Gesellschaft übertragen, der hohe Weizenpreis von 6-700 M. pro Tonne, also vier- wo die Boeren ähnliche Naturverhältnisse fanden. Der das Guanolager ist an dieselbe verpachtet, die Regierung hat mal soviel wie bei uns. Trotzdem ist es nicht möglich gewesen, Ackerbau soll allerdings mehr Nebenfache sein. diese Abmachungen genehmigt. Da kann die Kolonialabtheilung dort den Getreidebedarf selbst decken zu können. Es müssen Rathschläge, welche den Ansiedlern gegeben sind, sind nicht nicht mehr verlangen, daß die Kolonialfreunde für ihre Arbeiten also riesige Hindernisse bestehen. Wenn unsere Getreidebauern in Berlin verfaßt, sondern beruhen auf den Mittheilungen der noch ein wesentliches Interesse haben.( Sehr richtig! rechts.) Die die Aussicht hätten, in irgend einer Gegend Europa's nur den Reisenden und der ersten Ansiedler. Den Mitgliedern der Sandbüchse von Südwestafrika wird sich aber noch als beffer er- doppelten Weizenpreis zu erlangen, so würden sie in Schaaren Schußtruppe ist der Rath gegeben, nicht nach Deutschland weisen, als die Herren Richter und Bamberger immer behaupteten. dorthin strömen. Aber in Südwestafrika ist eben nichts zu holen. zurückzukehren, sondern sich dort anzusiedeln. 22 haben diesen Wenn solche Fehler wie die Gebietsabtretung an das Caras- Wenn auch das Land geschenkt würde, so gehört doch noch viel Rath befolgt und ihre Lage ist im ganzen eine günstige. coma- Synditat vorkommen, wenn wir in allen Dingen immer nur mehr dazu, um sich dort eine Existenz schaffen zu Gerade diese Mannschaften der Schußtruppen haben doch ftückweise, wie z. B. gegen Wittboi vorgehen, zu dessen Unter- können. Ich stütze mich dabei auf die Autorität dort Erfahrungen gesammelt und wenn ein erheblicher werfung wir 4 Jahre gebrauchten, wenn sich herausstellt, daß des Hermann. Der fagt, mit Ausnahme des Uwamba Theil dort bleibt, so spricht das dafür, daß die wirthMajor François, der immer als Sieger deklarirt wurde, garlandes sei es nicht möglich, dort Ackerbau zu treiben, und das schaftlichen Verhältnisse nicht so ganz unhaltbar sein können. nicht Sieger gewesen ist, und wir die traurige Be- Uwambaland habe wieder den Nachtheil, daß die Malaria Herr Bebel hat davon gesprochen, daß den Ansiedlern obachtung machen, daß wir garnicht die Herren des Landes sind, herrsche. Hermann sagt ferner, daß ohne 20 000 M. Kapital alle möglichen Dinge aufgehängt worden seien, namentlich so müssen wir den Direktor im Kolonialamt dafür verantwort- fein Ansiedler daran denken könne, sich in Südwestafrika nieder- auch fieben Zentner Stiefelwichse. Mit dem Syndikat lich machen und verhalten uns dieser Kolonial zulassen. Sehen Sie sich die Kolonien aller anderen Länder in steht dieser Ausiedler in gar feinem Zusammenhange. politit gegenüber ablehnend. Wir müssen die den letzten beiden Jahrhunderten an, ob wohl in einer einzigen Der Küstenstrich ist allerdings der ungünstigste Theil des Swakopbay ausbauen und einen Weg von Swakop nach Otjim- eine solche Summe nöthig war, um sich halbwegs eine Existenz Landes, aber daraus folgt nicht, daß die Anlage eines Weges bingue anlegen und für alle diese Aufgaben sind ganze 20 000 M. zu schaffen. Wer 20 000 M. in der Tasche hat, kann nach den unmöglich sei; denn Swakopmund ist dafür günstiger gelegen als in Aussicht gestellt! besten Gegenden der Vereinigten Staaten, nach Australien und Wallfischbay. Südwestafrika ist das einzige Schutzgebiet, wo Direktor Kayser: Wenn mir die Leitung der Kolonial- anderen Erdtheilen gehen mit besserer Aussicht als hier. Deutsche sich dauernd ansiedeln können, denn gesund ist das Land, abtheilung anvertraut ist, so muß ich wohl bei meinen Vor- Alle die schönen Schilderungen und Bilder, die uns hier dar das bestätigen alle Briefe. Wir können also einen wenn auch gesezten das Vertrauen genießen, welches der Vorredner zu mir gestellt sind, beruhen auf ungemein optimistischer An- kleinen Theil der Auswanderung dahin leiten. Wenn diese Ausnicht hat. Ich muß es bedauern, daß der Vorredner nach schauung und großartiger Selbsttäuschung, die ich namentlich bei wanderer Deutschland nicht verloren gehen, wie die sonstige falschen Voraussetzungen so schwere Anklagen gegen die Regie- einem Manne wie den Abg. Hammacher nicht erwartet hätte. überfeeische Auswanderung, so ist das schon ein großer Vortheil. rung erhebt. Die Frage des Carascoma- Syndikats ist in der Der Regierung macht man einen Vorwurf aus der Zulassung Budgetkommission verhandelt worden und Abg. Graf Arnim( Rp.): Wenn Kolonialfreunde sich an dort find auch der englischen Gesellschaften. Aber die deutsche füdwestafrikanische den tolonialen Unternehmungen nicht betheiligen, dann sagt Herr die Verträge erwähnt worden. Wir haben durchaus Gesellschaft hat sich vor einigen Jahren, wohl bewußt, daß sich Richter: Geht mit einem guten Beispiel voran; betheiligen wir uns, nichts zu verschweigen. Die Verpachtung des Guano- in Deutschland weder Kapital noch Bauern dafür finden, selbst dann tadelt Herr Bebel, daß wir hier im Reichstage mitstimmen. lagers hatte die Regierung garnicht zu genehmigen; nach England gewandt und in großen Ankündigungen das englische das war lediglich ein Privatgeschäft der Kolonial Gefell Kapital aufgefordert, sich in Südwestafrika zu betheiligen; in wäre gut, wenn die Verträge mit den englischen Gesellschaften schaft. Für den Ausbau des Swakopmundes sei nichts England hat sie Prospekte verbreitet mit ganz bedeutenden in Südwestafrika einmal im Staatsanzeiger" veröffentlicht geschehen, es sei aber ein Baumeister gefunden, der nächstens Versprechungen für die englischen Kapitalisten; es wurde darin würden, damit sich die öffentliche Meinung darüber aussprechen daran gehen werde. Ich habe aber in der Budgetkommission gesagt, daß Land in ganz bedeutendem Umfang seitens der deut- kann, ob ich zu meinem Tadel berechtigt gewesen bin oder nicht. erklärt, daß sich der Baumeister bereits seit Oktober am schen Regierung zur Verfügung stände, und daß die deutsche Stellung einnimmt, als in der Budgetkommission. Da hat er die Ich wundere mich, daß Herr Hammacher heute eine andere Swakopmund befindet. Beim Carascoma Syndikat handelt es Gesellschaft eine Dampfersubvention gewähren würde 2c. Ich Konzession für Damaraland getadelt. Ich halte aber die Kon sich darum, daß wir verpflichtet waren, eine vor Uebernahme mache daraus keinen Vorwurf. Nachdem man sich einmal auf der Schuhherrschaft vorhandene Gesellschaft anzuerkennen. Sie das Unternehmen eingelassen hatte, mußte man alles aufbieten, effion für das Carascomafyndikat für noch gefährlicher, denn gebietes umfaffen. Die Gesellschaft hat schon früher, 1887, gingen. Man kann doch nicht sagen, daß in einer Kolonie nur man allerdings nicht aussprechen, daß keine Engländer hatte Rechte erworben, welche fast den ganzen Süden des Schuß- um Kapital und Leute zu gewinnen, die nach Südwestafrika Landungsvorrichtungen in der Lüderitzbucht sollen nur für die englische Gesellschaft reservirt bleiben. Den Grundsay kann die Zusicherung erhalten, daß wir auch die Interessen Angehörige des betreffenden Landes sein dürften. Co lange es werden gelassen aber sollen; des Südens und ihre wohlerworbenen Rechte schüßen würden. Kolonien giebt, haben die Gesellschaften Kolonisatoren berweise Herren im Lande bleiben, denn die Ueberzahl frember wir müssen vorzugs= Die Eisenbahn kann nur einer Gesellschaft genehmigt werden, genommen, wo sie konnten. Was wir bisher den Nordamerikanern, weiſe Herren im Lande bleiben, denn die Ueberzahl frember deren Statut mindestens vom Reichskanzler genehmigt ist. Graf Engländern, Portugiesen, Spaniern, Holländern gegenüber thun Glemente bringt Schwierigkeiten mit fich.( Sehr richtig! rechts.) Arnim klagt, daß wir im deutschen Schuhgebiet englische Gesell durften, können wir Daß die Kolonialgesellschaft nicht gewußt haben sollte, daß den Ansiedlern dieser Nationen fchaften zugelassen haben. Was würde die Kehrseite sein, wenn in deutschen Kolonien nicht verwehren. Daher ist auch der Vor- Guano vorhanden war, daß sie deshalb ohne weiteres auf den wir das nicht wollten? Würde England nicht sofort alle wurf unberechtigt, daß die Regierung in der nächsten Nähe von Mein deutsches patriotisches Gefühl sträubt sich dagegen, daß die Bachtvertrag eingegangen ist, kann ich mir nicht recht denken. deutschen Unternehmungen in seinem Machtbereiche verbieten? Windhoek ca. 300 000 Morgen Land dem Syndikat geschenkt hat, Abg. Hammacher( natl.): Auch ich beklage es, daß die was um so verwerflicher sein sollte, als 160 000 Morgen davon Engländer jetzt auf Umwegen das erreichen, was sie früher nicht englischen Gesellschaften im Süden des südwestafrikanischen nothwendig feien, um das für den Konsum der Schutztruppe, der erreicht haben. Das hat Herr Currie in England offen ausgesprochen. Schuhgebietes vorherrschen. Die Caprivische Methode hat dazu Beamten, Ansiedler, Kaufleute mit ihren Familien bestimmte Die Stauungen, welche angelegt werden sollen, find nicht bestimmt beigetragen.( Sehr richtig! rechts.) Die mangelnde Entwickelung Bieh zu ernähren. Dem Ansiedelungssyndikat, dessen Vorsitzender für den Getreidebau, sondern nur um Futter zu schaffen; da des Echuhgebietes hat die Ursache darin, daß es an der nöthigen eine Beit lang der Abg. v. Cuny war, wird vorgeworfen, daß wird die Sache nicht so schwierig sein, denn 1 oder 1/2 Meter Sicherheit fehlte. Ich lobe die deutsche Regierung, daß sie mit es den Leuten, die als Kolonisten angeworben waren, allerlei unter der Oberfläche findet sich schon Wasser. Ich werde übrigens mehr Berechtigkeit als die englische auch die ausländischen Unter- Dinge, Ackergeräthschaften 2c., aufgehängt hat, für die sie hohe meine Bedenken gegen den Etat aufgeben und doch für ihn nehmungen in unseren Schußgebieten zuläßt. Das Carascoma- Transporttosten bezahlen mußten, die sie aber in Südwestafrika stimmen.( Heiterkeit links). Syndikat erklärte sich bereit, seine Ländereien zu besiedeln, und garnicht gebrauchen fonnten. Herr Hammacher hat selbst angeführt, Direktor Kayser: Die deutsche Kolonialgesellschaft hat um das zu ermöglichen, wollte es eine Eisenbahn bauen. daß mindestens 3000 Morgen Landes nöthig seien, um mit Aus- die Rechte einer juristischen Person; danach ist sie an die Das Garascoma- Syndikat wird niemals eine Rouzeffion erhalten, ficht auf Rentabilität eine Ansiedelung gründen zu können, und Genehmigung der Aufsichtsbehörde gebunden bezüglich der die dem deutschen Interesse widerspricht. Für den Eisenbahn- trotzdem dachte man dort Heimstätten von 6-12 Morgen Landes Veräußerung von Grundstücken, aber nicht bezüglich der Verbau sollte das Terrain unentgeltlich hergegeben werden und gründen zu können, was so wenig werth ist wie eine Stecknadel. pachtung. Es ist der Vorwurf erhoben, daß die Regierung be neben der Eisenbahnlinie ein Landstreifen von 10 englischen Noch andere ganz unnüße Dinge sollen den Kolonisten aufgehängt züglich der Frachten sich des Mittelgliedes der Eiedlungsgesell hat. Wir sind dankbar dafür gewesen, Meilen Breite, aber nicht fruchtbaren Landes, sondern des worden sein, z. B. einem jogar 7 Zentner Stiefelwichse. Es ist schaft bedient sandigen Hügelrückens, der zwischen dem Meere und dem frucht- eine traurige Thatsache, daß die kolonisten nach kurzer daß dadurch eine ständige Dampferverbindung mit Deutschbaren Lande liegt. Es handelt sich also durchaus nicht um iverth- 3eit wieder zurückkommen. Einige find Kneipiere land geschaffen wurde. Der Umstand, daß die Siedelungsvolle Ländereien. Für die Hafeneinrichtung am Swakop- für die Schuytruppe, Transporteure für den Wagendienst 2c. ge- gesellschaft regelmäßige Dampferverbindungen unterhalten kann, mund hat die füdafrikanische Kolonialgesellschaft sich einen Land- worden. Kolonisten, die eine Kolonisatiosthätigkeit enwickelten, trotzdem sie dafür eine Garantie von 15 000 bis 20 000 m. streifen vorbehalten und die Deutschen haben dort dieselben maren überhaupt nicht nöthig. Vielleicht von keiner Kolonie leisten muß, beweist am besten, daß die Entwickelung der Kolonie Rechte wie die Engländer. Von dem Vorhandensein von Guano gilt so wie von Südwestafrika, daß unsere Leute dort fortschreitet. hatte die Kolonialgesellschaft gar keine Ahnung. Als die Eng- nur von dem Gelde leben, was wir dahin zahlen. Die eigene Abg. Hammacher( natl.): Allerdings habe ich bezüglich länder die Ausbeutung des Guano pachten wollten, konnte die Mehreinnahme der Kolonie ist ja auf 109 000 Mt. an Zöllen der Damaraland Konzession auch Bedenken, aber die Verträge Gesellschaft nichts besseres thun, als darauf eingehen, weil sie ein angesetzt, stammt aber wesentlich aus der Einfuhr der Artikel, mit dem Garascoma- Syndikat find derartig, daß nicht ein Mißbrauch gutes Geschäft machte. Würde der Vertrag heute abgeschlossen, die mit Hilfe des deutschen Geldes für die Deutschen dorthin getrieben werden kann. Daß das Guanolager nicht entdeckt war, so würde die Kolonialgesellschaft sich wahrscheinlich einen geschickt werden. Ende der 80er Jahre waren 6-700 000 wit, ist doch begreiflich; die Küstenstrecke ist über 1000 Kilometer lan lichen Marine. Bei den Ausgaben für das„ Marinekabinet und Ober. tommando" werden entsprechend dem Antrage der Budgettommiffion gestrichen: Die Stellen für 3 See- Offiziere, 1 Regiftrator und 1 Ranzleisekretär beim Oberkommando, wodurch 9000 M. erspart werden. Bein Reichs- Marine- Amt" werden gestrichen: 1 Registratur assistent und zwei Rangleisekretäre, 1 Kanzleidiener, wodurch im ganzen 7300 M. erspart werden. und daher nicht vollständig bekannt. Uebrigens hat die Regie- sinnigen, bie Antisemiten, die Nationalliberalen und Kon- Der sozialdemokratische Verein Vorwärts in Rigdorf rung eine Einnahme von der Ausfuhr des Guano. servativen vor dieser Einengung der Vertragsfreiheit zu hat in diesem Winter den Versuch gemacht, in Theaterabenden Abg. Bebel: Gegen das Ansiedelungs- Syndikat schweben gunsten des wirthschaftlich Schwachen zurückschauern. Die feinen Mitgliedern Anregung zu bieten. Der überaus gute feit einiger Zeit Prozesse seitens der Leute, welche sich kündigungsfristen werden dann entsprechend dem Entwurf wie Besuch, den die zwei bis jetzt veranstalteten Vereinsvorstellungen hatten ansiedeln wollen. Herr Hermann erhebt Vorwürfe folgt gestaltet:§ 612: Ist die Vergütung nach Tagen bemessen, gefunden haben, lehrt, daß dies Bemühen erfreuliches Vergegen das Syndikat, daß es Ländereien bei Windhoek, die sich so ist die Kündigung an jedem Tage für den folgenden Tag zu ständniß findet. Auf die legte Vorstellung dieses Winters, die des steinigen Bodens wegen nicht zur Ackerwirthschaft eignen, lässig. Ist die Vergütung nach Wochen bemessen, so ist die am nächsten Sonntag veranstaltet wird, machen wir ganz be dazu ausgeboten habe. Ich habe es nicht getadelt, daß Graf Kündigung nur für den Schluß einer Kalenderwoche zulässig; sonders aufmerksam. Näheres darüber findet sich im InseratenArmin sich an tolonialen Unternehmungen betheiligt hat, sondern sie hat spätestens am ersten Werktage der Woche zu erfolgen. theil der heutigen Nummer. ich habe mich nur dagegen verwahrt, daß die in ihren Ist die Vergütung nach Monaten bemessen, so ist die Kündi Die Parteigenossen in Reinickendorf werden nochmals Erwartungen getäuschten Interessenten ihren Einfluß geltend gung nur für den Schluß eines Ralendermonats zulässig; sie darauf aufmerksam gemacht, daß am Donnerstag, den 19. d. M., machen, um eine Unterstützung des Reichs zu erlangen. hat spätestens am Fünfzehnten des Monats zu erfolgen. Ist die von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr die Gemeinde Die Stauanlagen sind bedeutend kostspieliger, als Graf Arnim Vergütung nach Vierteljahren oder längeren Zeitabschnitten be- wahlen stattfinden, und zwar für den öftlichen Bezirk in Sandbehauptet, und deshalb verlangt man, daß das Reich die Kosten messen, so ist die Kündigung nur für den Schluß eines Kalender hagen's Restaurant, Hauptstraße, und für den westlichen Bezirk tragen soll. vierteljahres und nur unter Einhaltung einer Kündigungsfrist( Eichbornplan) im Restaurant" Bum Feuerwerker", ScharnweberAbg. v. Cuny verweist darauf, daß Herr Hermann selbst von sechs Wochen zulässig."§ 613:„ Das Dienstverhältniß der straße, bei Marks. Arbeiterkandidat ist für den östlichen Be das Gebiet bei Windhoek als für die Viehzucht geeignet bezeichnet mit festen Bezügen zur Leistung von Diensten Angestellten, deren zirk Genosse Otto Glas, für den westlichen Bezirk Genosse hat; an Ackerbau hat das Ansiedelungs- Syndikat nicht gedacht, Erwerbsthätigkeit durch das Dienstverhältniß vollständig oder Julius Malinowsti. Es ist Pflicht eines jeden wahlberechDamit schließt die Debatte. hauptsächlich in Anspruch genommen wird, insbesondere der tigten Parteigenossen, am Donnerstag zur Wahl zu erscheinen. Abg. Graf Arnim bemerkt, daß er persönlich dem Ansiede- Lehrer, Erzieher, Privatbeamten, Gesellschafterinnen, kann lungs- Syndikat nicht mehr angehöre. nur für den Schluß eines Kalendervierteljahres und nur meindewahl in der dritten Abtheilung die verhaßten SozialIn Rigdorf siegten bei der am Montag erfolgten Ge. Die Ausgaben und Einnahmen für das südwestafrikanische unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Wochen demokraten mit erdrückender Majorität. Es erhielt: Genosse Schutzgebiet werden bewilligt. gekündigt werden, auch wenn die Vergütung nach fürzeren Damit ist der Etat des Auswärtigen Amts und der Schuß- Beitabschnitten als Vierteljahren bemessen ist.§ 614: Ist die Thomas 790 Stimmen gegen 210 gegnerische, Genosse Negeran gebiete erledigt. Vergütung nicht nach Beitabschnitten bemessen, so kann das Stimmen gegen 141 gegnerische. Bersplittert waren im ganzen 783 Stimmen gegen 209 gegnerische und Genosse Freese 762 Es folgt der Etat der Verwaltung der kaiser- Dienstverhältniß jederzeit gekündigt werden; bei einem die Gr: 102 Stimmen. Dies glänzende Resultat wurde erzielt, nachdem Er werbsthätigkeit des Verpflichteten vollständig oder hauptsächlich Berichterstatter Abg. Lieber schlägt vor, daß die weitaus- in Anspruch nehmenden Dienstverhältniß ist jedoch eine Kün- die Gegner sich vereinigt und unter dem Zeichen des Patriotis. fehenden Flottenpläne erst bei den einmaligen Ausgaben berathen digungsfrist von zwei Wochen einzuhalten." zu erwähnen ist, mus mit aller Kraftanfirengung gegen uns agitirt hatten! werden sollen. daß einem Wunsche von Schriftstellern entsprechend der Abg, In Steglitz hat die Polizei dieser Tage mit regem Eifer Ba chem beantragte, die Schriftleiter und Schriftsteller( Re- den Staat gerettet. Der Arbeiterverein von Steglig und dakteure) den Gesellschafterinnen" in§ 613 anzugliedern. Friedenau beabsichtigte, am vorigen Sonnabend sein fünftes Diefer Antrag fiel, nachdem ein Theil Redakteure u. s. w. als Stiftungsfest zu feiern. Die Polizei aber ließ dem Vorsitzenden Betriebsbeamte im Sinne der Gewerbe- Ordnung, der andere Theil des Vereins den Bescheid zukommen, daß das Vergnügen nicht fie als Handlungsgehilfen eines Verlagsgeschäftes schon jetzt der stattfinden dürfe, da voraussichtlich Frauen daran theilnehmen im§ 613 ausgesprochenen Kündigungsfrist unterworfen sehen würden, was nach einer Entscheidung des Ober- Verwaltungswollte, alle Mitglieder aber dahin sich aussprachen, daß- mag gerichts nicht statthaft sei. Denn der Verein sei ein politischer des Redakteurs Thätigkeit juristisch wie immer zu konstruiren und das Vergnügen würde als eine Versammlung betrachtet Die Ausgaben für das Reichs- Marine- Amt, für die See- fein- die im§ 618 bestimmte Frist auf ihn auch ohne besondere werden, wenn es auch als Familienabend angemeldet worden sei. warte, die Stationsintendanturen und die Rechtspflege werden Hervorhebung zutreffe.§ 615 lautet:„ Ist das Dienstverhältniß Als nunmehr ein Fest in veränderter Form angemeldet wurde, ohne Debatte bewilligt. für die Lebenszeit einer Person oder für längere Zeit als fünf versagte die Polizei ebenfalls die Genehmigung und bemerkte Jahre eingegangen, so fann es von dem zur Dienstleistung Ber- auf Befragen, daß auch die Konservativen und Antisemiten so pflichteten nach dem Ablauf von einem Jahre gekündigt werden. etwas nicht erlaubt bekommen würden. Ob dies der Fall wird Die Kündigungsfrist beträgt 6 Monate. Die Kündigung ist sich ja in der Zukunft zeigen, vorab haben die Antisemiten vorige nicht zulässig, wenn der Verpflichtete die Dienste Woche noch flott ihren Familienabend im Stegliger Lokalblatt durch einen anderen leisten lassen darf." Der annoncirt. legte, gesperrt gedruckte Sah würde die Möglichkeit lebens- Der Etatsausschuß der Stadtverordneten- Versammlung länglicher Hörigkeitsverhältnisse schaffen. Er ist von Stadt hat in seiner am Montag Abend unter Vorsiz des Stadthagen bereits im Plenum lebhaft angegriffen. Er wurde in verordneten- Vorstehers Dr. Langerhans und in Anwesenheit der der Kommission einstimmig abgelehnt. Hingegen ver- Magistratskommissare: Rämmerer Maaß, des Stadtraths Boigt, mochten Frohme und Stadthagen ihren ferneren Antrag, des Stadtschulraths Dr. Bertram, der Stadtbauräthe Geh. die Zeitdauer von 5 Jahren in eine solche von einem Jahre zu Regierungsräthe Blankenstein und Dr. Hobrecht, sowie der verwandeln, nicht durchzusehen.§ 616 des Entwurfs wird un- Stadträthe Weise, Mugdan, Namslau, Borchardt und Dr. Straß verändert angenommen. Er lautet: Wird das Dienst- mann abgehaltenen Sigung den Spezialetat 45, be verhältniß nach dem Ablauf der Dienstzeit von dem treffend die verschiedenen Einnahmen und zur Dienstleistung Verpflichteten mit Wissen des anderen Ausgaben, durchberathen, wobei die von der Englischen Ge Theils fortgefekt, so gilt es als auf unbestimmte Beit sellschaft zur Stadt- Hauptkaffe abzuführende Rente, welche mit verlängert, sofern nicht der andere Theil unverzüglich wider- 507 000 M. in den Etat eingesetzt ist, nach Maßgabe des spricht." Als Kündigungsgründe führt der Entwurf teine be- von der Gesellschaft im Jahre 1895 nachgewiesenen Konsums an stimmten auf, fetzt vielmehr im§ 617 nur allgemein feft: Das Leuchtgas auf 467 614 M. in den Etat eingesetzt wurde. Die Dienstverhältniß kann von jedem Theile ohne Einhaltung einer im Extra- Ordinarium des Etats neu eingestellten Beihilfen für Kündigungsfrist gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund die Grauen Schwestern von der heiligen Elifabeth", für den vorliegt." Was wichtiger Grund" sei, hat hernach das Ermessen des Preußischen Frauen- und Jungfrauen- Berein zur Unterstügung Richters zu entscheiden. Frohme und Stadthagen schlagen nicht anerkannter Militär- Juvaliden, für das Evangelische statt dessen im Interesse einer größeren Rechtssicherheit vor, die Magdalenen- Stift, für den Deutschen Verein gegen den MißEntlassungs- und Austrittsgründe der§§ 123 und 124 der brauch geistiger Getränke, für die freiwillige Sanitätstolonne Gewerbe- Ordnung auf alle Arbeitsverhältnisse durch neue Berlin, für den Frauenverein zur Unterstüßung verschämter §§ 617a, 617 b, 617c zu übertragen und durch folgenden§ 617d Armen und für die Berliner Unfallstationen hat der festzusetzen, wann Entlassungs- oder Austrittsgründe eingeengt Ausschuß sämmtlich gestrichen. Ebenso wurde ein Antrag, dem oder erweitert werden dürfen: Die im§ 617a(=§ 123 Verein der Voltsheilstätten zum rothen Kreuz für Lungenfranfe durch Ver einen einmaligen Beitrag von 5000 mt. zu bewilligen, für jett " " Bei dem Kapitel Seelsorge und Garnison- Schulwesen" be antragt Abg. Lingens( 3) die verbündeten Regierungen zu ersuchen: im nächstjährigen Etat die Stellen der katholischen Marinepfarrer dem wirklichen Bedürfnisse, insbesondere für die Seelsorge sowohl in Eurhaven, Helgoland, beim Manöver geschwader, als für den Religionsunterricht der jüngeren Mannfchaften entsprechend zu vermehren und die dadurch entstehenden Mehrforderungen in den Etat einzustellen." genommen. Der Antragsteller vermißt auf diesem Gebiete, wo für die Evangelischen ausreichend gesorgt werde, eine genügende Für sorge für die Katholiken. Staatssekretär Hollmann: Die Marineverwaltung wird bemüht sein, dem ausgesprochenen Wunsche Rechnung zu tragen. Die Ausgaben werden genehmigt und die Resolution anGenehmigt werden ferner die Ausgaben für die Geld: verpflegung, für den Betrieb der Flotte, für die Natural verpflegung, Bekleidung, Garnisonverwaltungs- und Serviswesen, Wohnungsgeld Zuschuß, Sanitätsweisen, Reise-, Marsch- und Frachttoften, Bildungswesen, Instandhaltung der Flotte, Waffen. wesen und Befestigung, Rassen- und Rechnungswesen, Küstenund Vermessungswesen und verschiedene Ausgaben. Damit sind die dauernden Ausgaben erledigt. Die weitere Berathung wird um 5 Uhr bis Mittwoch 1 Uhr vertagt. Parlamentarisches. " " " Der Seniorenkonvent hat am Dienstag mit dem Präsidenten über Beginn und Ende der Osterferien berathen. Der Präsident machte den Vorschlag, die dritte Lesung des Etats am 26. d. M. beginnen zu lassen und nach deren Beendigung G.D.) aufgeführten Austrittsgründe dürfen durch Vertrag sammlung folgende Resolution zur Annahme vorzuschlagen: die bis zum 16. April in die Ferien zu gehen. Au den zwischen der nicht aufgehoben werden. Eine Bermehrung der Austrittsgründe Versammlung ersucht den Magistrat, zur Herstellung eines zweiten und dritten Berathung des Etaes liegenden Tagen ist nur zulässig, soweit dadurch das in§ 612b ausgesprochene Denkmals für Hermann v. Helmholz einen Beitrag, sollten nach Ansicht nach Ansicht des Präsidenten fleinere Gesetze bezw. Wahlprüfungen erledigt werden. Von verschiedenen Seiten Verbot( der Gleichheit der Kündigungsfristen) nicht verlegt wird. vielleicht in Höhe von 2000 Mt. zu bewilligen. Der Etat wurde wurde in Rücksicht darauf, daß viele Mitglieder wegen des Die Aufhebung des im§ 617c(=§ 174a G.D.) zum Ausdruck im übrigen unverändert angenommen und mit einer Mehreinnahme fatholischen Feiertages am 25. d. Mts. bereits abgereist sein würden, gebrachten Auflösungsgrundes für nur einen Theil ist unzuläffig, von 6 248 088 M. festgestellt. Der Etat für die Kapital: empfohlen, vor den Ferien nur noch den Etat zu erledigen und für beide Theile soweit unzulässig, als eine dahin gehende und Schuldenverwaltung blieb unbeanstandet und erVereinbarung wider die guten Sitten verstoßen würde." folgte seine Feststellung mit einem Zuschusse von 3 378 594 M. die Ferien bereits am 24. d. Mts. anfangen zu lassen. Man Das Prinzip des Entwurfs gelangt nach längerer Debatte durch Beim Hochbau Etat wurden die zum Umbau des Leichenkönne, so führten die Redner aus, bei der voraussichtlich schwachen Annahme des§ 617 und Ablehnung der Vorschläge unserer Ge- hauses und Neubau eines Stalles für Versuchsthiere auf dem Besehung des Hauses wichtigere Vorlagen doch nicht in den letzten noffen zur Annahme. Die Regierung erklärt jedoch ausdrücklich Terrain des Krankenhauses im Friedrichshain geforderten Tagen der nächsten Woche auf die Tagesordnung setzen. Der Präsident erklärte sich bereit, den ausgesprochenen Wünschen nachzukommen zuvor, daß die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung über Ent: 100 000 m. abgesetzt, da der Versammlung zunächst erst ein genereller und wird vor den Ferien nur noch den Etat eventuell unterlassungs- und Austrittsgründe durch§ 617 des Entwurfs nicht plan für die auf dem Krankenhaus- Grundstück erforderBuhilfenahme von Abendsizungen fertig stellen laffen. Die zweite einzufügen:" Ist für Dienstleistungen im Haushalt oder in der der Etat unverändert nach dem Entwurf zur Annahme. Die für betroffen werden. Ein Antrag des Abg. Gröber, als§ 617 a lichen größeren Umbauten vorgelegt werden soll. Sonft gelangte Lesung des Etats wird vermuthlich noch zwei Tage( Donnerstag und Freitag) in Anspruch nehmen. Sonnabend fällt die Wirthschaft die Vergütung nach Halbjahren oder längeren Zeit- den Neubau der Voltsbadeanstalt an der Dennewißstraße Sigung wegen des Reichstagsfeftes aus. Montag und Dienstag theil der Vergütung bis zum Schlusse der Dienstzeit einbehalten" behaltlich der Genehmigung des Projekts und des Kostenanschlages, abschnitten bemessen, so kann der Dienstberechtigte ein Dritte geforderte erste Rate im Betrage von 200 000 m. wurde, vorfind für die dritte Berathung des Stats in Aussicht genommen. Die Osterferien dauern bis zum 16. April. Als erster fällt gegen die Stimmen der Konservativen und einiger Zentrums burch die Versammlung bewilligt. Der Gtat schließt nunmehr genommen. Die Osterferien dauern bis zum 16. April. Als erfter abgeordneten. Letztere stimmten, wie Abg. Gröber, nicht deshalb mit einem Zuschuß von 3 152 120 M. ab. Berathungsgegenstand nach Ostern ist die zweite Berathung des Der Freiwillige Erziehungsbeirath für schulentlassene worden. Die kommiſsion für das Bürgerliche Gesetzbuch wird für den Fall der Annahme des§ 617a die Bestimmungen des Waisen", der vor kurzem hier begründet worden ist, wird in der Gefeßentwurfes, betreffend den unlauteren Wettbewerb, bestimmt dafür, weil sie seinen Inhalt billigten, sondern weil sie hofften, bereits am 14. April wieder zusammentreten und wenn möglich Gesinderechts über Rückführung und Bestrafung aus dem Dienst Waisen", der vor kurzem hier begründet worden ist, wird in der gegangener Dienstboten eher zu Fall zu bringen. Unsere Genossen fich, wenn sie bei anderen wohlthätigen" und gemeinnüßigen" off. 3tg." als eine ganz aparte Idee gepriesen, von der man erst am 26. d. M. Ferien machen. vermochten sich dieser Hoffnung nicht anzuschließen und haben Vereinen Nachahmung finden sollte, außerordentliche Erfolge zu Aus der Kommiffion für das Bürgerliche Gesetzbuch. deshalb direkt auf Beseitigung aller feudalen partikularrechtlichen versprechen habe. Wir wollen mit dem Verfasser des Artikels, In der Sigung am Dienstag wurde die Berathung über die den Bestimmungen der Gesinde- Ordnungen gerichtete Anträge gestellt. Der in den Reihen der Vorstandsmitglieder besagten Vereins zu Dienstvertrag" betreffenden Bestimmungen fortgesetzt. In der nächsten Sizung( Mittwoch) werden voraussichtlich die § 611 des Entwurfs bestimmt:„ Das Dienstverhältniß endigt mit Bestimmungen über den„ Dienstvertrag" zu Ende geführt werden. suchen sein dürfte, nicht darüber rechten, daß er die neue dem Ablaufe der Zeit, für die es eingegangen ist. Ist das DienstGründung, obwohl sie vorläufig erst wenig über die bloße verhältniß nicht für bestimmte Zeit eingegangen und ergiebt sich nossen haben im Reichstage einen Antrag eingebracht, laut sehr großartig darstellt. Anfhebung der Salzsteuer. Die Abgg. Auer und Ge Existenz auf dem Papier hinausgekommen ist, schon etwas Wir konstatiren aber, daß auch Die Dauer auch nicht aus dem Zwecke der Dienste, so tann jeder welchem durch Gesetz das Salz vom 1. April 1897 ab von jeder in dieser auf Werbung von Mitgliedern und Beschaffung Theil das Dienstverhältniß nach Maßgabe der§§ 612 bis 614 von Geldmitteln abzielenden Anpreisung, ähnlich wie in der tündigen." Durch die Distuffion wurde largestellt, daß Abgabe und Steuer befreit werden soll. auch Attordarbeit zu den im§ 611 gedachten Diensten Gesetz zur Bekämpfung der Trunksucht. Zu der durch konstituirenden Versammlung, als eigentlicher Endzweck des gehören soll. Frohme und Stadthagen beantragten als die Blätter gehenden Notiz, daß Arbeiten zu einem gegen die Unternehmens hingestellt wird der Ausgleich der Klassengegenneue Bestimmung folgende einzuschalten: Ist der Lohn nach Trunfsucht gerichteten Gesetze im Zuge sind, wird in den Berl. fäße, die Ueberbrückung der Kluft zwischen den verschiedenen Be der thatsächlich erfolgten Leistung bemessen, so fann das Arbeits- Pol. Nachr." bemerkt: Einzelne Vorschriften des früheren Ents völkerungsklassen, die Bewahrung des heranwachsenden Geschlechts verhältniß auch dann erst mit Fertigstellung des Stücks oder der wurfs sind inzwischen in andere Vorlagen, so die Frage der vor Unzufriedenheit u. f. w. Erreichen will man das durch das Stücke, deren Herstellung vereinbart ist, aufgehoben werden, wenn Entmündigung wegen Trunksucht in das bürgerliche Gesetzbuch Pflegschafts- System, durch ein persönliches Sichkümmern um die awischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Ausschluß jeglicher übernommen. Auch die Unterstellung der Konsum- und anderer Waisen. Wenn schon dieser Weg, den der neue Verein einRündigungsfrist vereinbart ist." Der Antrag würde viele Diffe- Vereine unter die Bestimmungen des§ 33 der Gewerbe- Ordnung schlagen will, nicht neu ist, so ist es das Biel, daß er anstrebt, renzen bei Attordarbeiten beseitigen. Er fiel jedoch nach einer hinsichtlich des Ausschankes geistiger Getränke und des Klein- noch weniger; denn die Ueberbrückung der Kluft zwischen die Bewahrung Tängeren Debatte, aus der hervorzuheben ist, daß die Frage, was bandels mit solchen, wie sie sich in der in zweiter Lesung im den verschiedenen Bevölkerungsklassen und Affordarbeit ist, noch immer von einigen Fachjuristen der Reichstage erledigten Gewerbe- Ordnungs- Novelle vorfindet, ist der befitlosen Klasse vor Unzufriedenheit gilt ja beinabe Rommission, insbesondere von nationalliberaler Seite, in selten hierher zu rechnen. Es würde also der frühere Entwurf eines allen wohlthätigen" und gemeinnüßigen" Vereinen seit langer mangelhafter Weise verstanden wird. Aus den Darlegungen der Gesetzes zur Bekämpfung der Trunksucht, je nach dem diese Beit als Hauptsache. Daran, daß es möglich sei, die sozialen Regierungsvertreter, der Zentrumsvertreter und der fozialdemo- Ginzelbestimmungen erledigt werden, umgearbeitet werden müssen. Uebel durch diese sogenannten Werke der Nächstenliebe zu be tratischen Redner ergiebt sich indeß, daß Affordarbeitsvertrag Im übrigen aber würde die Angelegenheit stark gefördert seitigen oder auch nur in anerkennenswerther Weise zu mildern, Sie wissen sehr wohl, nicht als Wertvertrag, sondern wie jeder andere Lohnvertrag auf- werden, wenn etwa durch Annahme einer Resolution die Reichs- denken im Ernste die allerwenigsten. zufaffen ist, und daß auch bei der Affordarbeit in Wahrheit die tags- Mehrheit einen Wunsch auf Erlaß eines solchen Gesetzes daß dazu ein ganz anderer Ausgleich der Klaffengegenfäße noth Zeit den Gradmesser für die Lohnhöhe bildet. Der Antrag wird zu erkennen gäbe. Jedenfalls könne man sicher sein, daß die wendig ist, bei dem die besitzende Klasse etwas schlechter fahren abgelehnt, der Redaktionstommiffion jedoch eine klarere Fassung verbündeten Regierungen den Plan des Erlasses eines Gesetzes würde, als bei den harmlosen Mittelchen, die sie heute zur Be anheimgestellt. Frohme und Stadthagen beantragen zur Bekämpfung der Trunksucht nur aufgeschoben, nicht auf- feitigung gesellschaftlicher Mißstände" und zur Hebung der Volts: wohlfahrt" anivendet. ferner im Anschluß am§ 122 Gewerbe- Ordnung für alle Arbeits- gehoben haben. verträge folgende Bestimmung, die die Gleichheit der KündigungsDie Breslauer Aktion gegen unser März- Gedenkblatt fristen für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer einführen soll: meldet die Volkswacht," unser Parteiorgan in Breslau mit Das Arbeitsverhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer folgenden Worten: Ueber die Märznummer, welche von der fann, wenn nicht ein anderes verabredet ist, durch eine jedem Achtung, dritter Wahlkreis! Am Mittwoch, den 18. März, Hamburger Verlagsanstalt Auer u. Comp. herausgegeben, ist am Theil freistehende, 14 Tage vorher erklärte Auffündigung auf- findet zur Feier des Tages in der Ressource, Kommandantenstr. 57, Sonntag die Beschlagnahme verfügt worden. Um 32 Uhr nach gelöst werden. Werden andere Auftündigungs- eine große Volfsversammlung statt. Die Tagesordnung lautet: mittags erschien in der Wohnung des Genoffen Zahn ein Polizei fristen vereinbart, so müssen sie für beide Der 18. März und seine Bedeutung für das arbeitende Volk; beamter mit der Aufforderung, ihm in das Geschäftslotal Theile gleich sein. Vereinbarungen, welche Referent ist Genosse Vogtherr. Die Bedeutung, die das arbeitende der Volkswacht" zu folgen, woselbst die übliche Haussuchung dieser Bestimmung zuwiderlaufen, find nichtig." Volt von Berlin dem großen Gedenktag beilegt, läßt einen zahl stattfand. Die Beschlagnahme fonnte jedoch nicht vorgeDer gesperrt gedruckte Theil wird von mehreren ultramontanen reichen Besuch seitens der Parteigenoffen und Genossinnen ernommen werden, weil das fragliche Blatt nicht vorRednern unterftüßt, fällt aber gegen 7 Stimmen, weil die Frei- warten. handen war; jedoch wurde ein Geschäftsbych, welches über die G.-D.) aufgeführten Entlassungsgründe dürfen trag nicht vermehrt werden. Die im§ 617b(§ 124 abgelehnt. Andererseits beschloß aber der Ausschuß, der VerLokales. " : Ausgänge der Waaren Aufschluß giebt, von der Beschlagnahme, dem ein brennender Roaksofen steht, betäubt auf. Er übergab Der Gerichtshof glaubte Debarry und verurtheilte ihn wegen betroffen. Das Schriftftück, welches die lettere anordnet, giebt den Schwerkranken einem Schußmann des 37. Reviers, der ihn Konkursvergehens und wegen des Betruges gegen seine Lieferanten als Ursache Verlegung des§ 95 N. Str. G. B.( Majestäts in ein Krankenhaus brachte. Schoppka liegt dort schwer dazu zwei Jahren Gefängniß und Ehrverlust. Meyer wurde beleidigung) an, enthält aber nicht die Bezeichnung der diese nieder. als geistiger Urheber und Leiter des ganzen vagen Betruges zu Maßregel verursachenden Stellen der betreffenden Druckschrift, Aus Kottbus berichtet der dortige Anzeiger: Ein Mord 32 Jahren Gefängniß und 5 Jahren Ehrverlust, auch obgleich§ 27 des Preßgefeßes es ausdrücklich und ein Selbstmordversuch haben sich am Montag früh in unserem noch zu 1500 Mt. Geldstrafe verurtheilt. Bei Täterow nahm gebietet. Schließlich bemerken wir noch, daß die Beschlag- Vororte Sandow ereignet. In dem Zimmer der unverehelichten, das Gericht an, daß er an dem Plane nicht betheiligt nahme auf Requisition der hiesigen Staatsanwaltschaft erfolgte." etwa achtzehnjährigen Arbeiterin Rubendunft, die bei dem Stell- gewefen fei; es meinte aber, er hätte doch im Das Zehnmillionen- Märchen. Man sollte taum glauben, machermeister D. zur Miethe wohnte, tödtete der Bräutigam des Verlaufe der Korrespondenz gemerkt, daß da etwas unre elles wie lange jich die Berleumdungen, welche die bürgerlichen Sold. Mädchens, der 21jährige Tuchmacher Theodor Weinert dieses in beabsichtigt würde, und er hätte aus einer unzulässigen dem er auf den Beinen halten. Von den 1893er Wahlen her ist noch dann die Mordwaffe gegen sich selbst, brachte sich aber nur eine gewesen sei, nicht rechtzeitig seine fernere Mitwirkung verweigert. die nationalliberale Geschichte erinnerlich, daß zwei Millionen allerdings schwere Verwundung bei. Dem Vernehmen nach soll Deshalb verurtheilte es ihn wegen Beihilfe zum Betruge deutscher Arbeiter für die Zwecke der Sozialdemokratie jährlich es sich um den tragischen Abschluß eines Liebesverhältnisses zu 6 Monaten Gefängniß, entließ ihn aber sofort aus zehn Millionen Mart aufbringen. Es braucht wohl taum er- handeln, das aussichtslos war, weil die Angehörigen des Mädchens der Untersuchungshaft. wähnt zu werden, daß dieser, der Wirklichkeit bekanntlich ihre Zustimmung versagten. schreiber über die Sozialdemokratie verbreiten müssen, zuweilen der sechsten Morgenstunde durch einen Revolverschuß und kehrte Gefälligteit gegen Meyer, von er unzulässigen richtet. Auf dem Ausstellungsplane im Treptower Park wird vom 1. April bis 20. Oktober eine Postanstalt mit Telegraphen betrieb und öffentlicher Fernsprechstelle mit der Bezeichnung Postamt der Berliner Gewerbe Ausstellung 1896" eingeVon der Bäckerinnung wird die Nachricht, daß die Bäcker Von der Bäckerinnung wird die Nachricht, daß die Bäcker ihre Waaren während der Gewerbe- Ausstellung um 10 pet. vertheuern, wollen, als unrichtig, und die einige Tage früher von der Presse gebrachte Mittheilung, daß sie infolge des durch Bundesraths- Verordnung über sie verhängten Maximalarbeitstages die Sonntagszugabe abschaffen und die Versandtkosten für Frühstückaustragen erheben wollen, als verfrüht bezeichnet. Also abwarten. " Vermischtest nicht ganz nahekommende Betrag nicht genannt wurde, Die Kommission zum Austritt aus der Landeskirche um dem Opfermuth der deutschen Proletarier ein hat, wie die Volts- Zeitung" berichtet, ein Strafmandat wegen ehrendes Zeugniß auszustellen, sondern um bie praffen- unerlaubter Verbreitung von Druckschriften erhalten. Es handelt - Um das Andenken Johann Jacoby's vor den bög den Führer" bei der Wählerschaft zu verdächtigen, ein sich um die Vertheilung von Formularen zur gerichtlichen Un- willigen und bösartigen Verunglimpfungen des Herrn Professor Versuch, der allerdings zu dumm war, als daß ein deutscher meldung des Kirchenaustritts. Die Kommission hat gegen den 8tg". eine Berichtigung". G. Weiß, der lange Jahre hindurch Treitschte zu wahren, veröffentlicht Guido Weiß in der Franki. Arbeiter darauf hineingefallen wäre. Gewöhnlich sterben solche Strafbefehl Widerspruch erhoben. Märchen eines sanften Todes, nachdem das letzte Kreisblatt in zu Joh. Jacoby in den vertrautetsten Beziehungen stand, weist Eine brave That hat am Montag Abend der Kupferschmied an der Hand eines zahlreichen und zuverlässigen Materials die Posemudel sie dem staunenden Gendarmen und dem Ortsschulzen Heinrich Bürh aus der Stralauer Straße vollführt. Während leichtfertigen Vorwürfe Treitschke's zurück. Weiß hat sich nicht vorgesezt hat. Anders scheint es jedoch bei dem Zehumillionen er abends 61/2 Uhr auf dem an die Spree grenzenden Grundstück gescheut, selbst intimere Vorgänge aus Jacoby's Leben mitzutheilen, Märchen zu sein. Wir lachten nicht wenig, als wir es dieser Mr. 47 dieser Straße arbeitete, tam ein fleines Mädchen nebst um die Mißdeutung zurückzuscheuchen, die aus Treitschke's Schil Tage in der neuesten Nummer des Konfektionär", jenes be- andern Kindern hilfeschreiend mit der Nachricht heran, daß sein berung hervorlugt, als habe Jacoby es geliebt, sich in künstliches rüchtigten Berliner Reklame- Organs, plöglich wiederfanden. Der Bruder ins Wasser gefallen sei. Schnell entschlossen sprang Bürt Licht zu stellen und zu pofiren. Einfach war er bis in die durch die Geistesarmuth unferer Gegner bedingte Mangel an in die Spree und rettete mit Lebensgefahr den mit den Wellen innerste Herzensfaser und natürlich, Verleumdungsmaterial läßt es nicht unwahrscheinlich erscheinen, tämpfenden Knaben. Das gerettete Kind ist der siebenjährige selbst ist. Am Schluß seiner Darstellung schreibt Guido Weiß: len innerste Herzensfaser und natürlich, wie es die Wahrheit daß die Geschichte nunmehr von Berlin aus zum zweiten Male Sohn der auf demselben Grundstück wohnenden Wittwe Hoppe. Selbst in scheinbar fleinsten Dingen hielt Jacoby auf sorgdurch die staatserhaltende Presse Deutschlands wandert. Flunkerei. Ein Berliner Lokalblatt erzählte türzlich die fältigste Gestaltung seiner Ausdrücke. Ebenso war er im mündGeschichte emes Ueberfalles, dem der Zopf eines Lichtenberger lichen Verkehr. Ein sehr beredtes Zeugniß dafür liegt uns vor Schulmädchens zum Opfer gefallen sei. 3wei feingekleidete in einem Blatte der Tagebuchnotizen, die er auf Reisen aufHerren, welche graue Hohenzollermäntel und Zylinderhüte trugen, zuzeichnen pflegte. Jacoby hatte, als er zur Zeit des Militärfollten das start entwickelte dreizehnjährige Mädchen am hellen fonfliktes Abgeordneter war, logischerweise die Annahme der lichten Tage seines langen Haarschnuckes erst beraubt und ihm Diäten verweigert, da er mit der Majorität gegen das ganze den Zopf wieder zugeworfen haben, als es um Hilfe rief. Diese Budget gestimmt hatte. Als nach dem Kriege von 1866 der Mittheilung erregte besonders bei den Frauen und Mädchen Regierung die Indemnität bewilligt wurde, war dieser Grund unserer Nachbargemeinde einige Bestürzung. Jetzt ist nun der hinfällig geworden und Jacoby erhielt die ganze rückständige Lehrer der Ueberfallenen" mit einer Erklärung in die Deffent- Summe ausgezahlt. Nun gab er einem Wunsche nach, der sich lichkeit getreten, wonach die ganze Geschichte von dem Mädchen seit Jahren immer dringender fühlbar machte: er unternahm selbst erlogen ist. Es stehe ganz fest, daß das Mädchen sich den eine Badereise. Auf der Fahrt dahin lernte er eine junge Dame 3opf allein abgeschnitten habe, denn es hätte schon zuvor den fennen, die als Begleiterin ihrer tranten Mutter in dasselbe Bad Mitschülerinnen davon erzählt. reiste. Man fand Gefallen aneinander, so daß man die Betanntschaft auch im Badeorte fortsette. Eines Tages waren die beiden auf den Friedhof des Ortes gerathen, und der Zufall führte sie an das Grab einer Künstlerin, die hier gestorben war. Beide hatten sie auf der Bühne gefehen, wo sie, weniger vielleicht durch ihre Kunst, als durch ihre prächtige Erscheinung Aufsehen erregt hatte. Gin hoher Herr hatte ihr seine Gunſt zugewendet und nun ruhte sie hier vergessen, und auf ihrem verwilderten Grabe wuchs Unkraut. Das alles erwogen die beiden und der Gegensatz, den dieses verblühte Dasein und die schöne Jugendlichkeit seiner Begleiterin hervorrief, wirkte auf Jacoby so, daß er den Todtengräber herbeirief und ihm ein Stück Geld mit der Weisung gab, das Grab wieder in würdigen Zustand zu sehen." Dazu bemerkt die Volts- Zeitung": Weiß verschweigt den Namen des Badeortes und der Künstlerin. Er wird es uns hoffentlich nicht verübeln, wenn wir seine( vielleicht absichtliche) Diskretion" durchbrechen. Die Szene spielte in Karlsbad und die Künstlerin, welche während einer Badekur dort den Tod gefunden hatte, war die königlich preußische HofSchauspielerin Edwina Biereck." Fortbildungskurse für Hebammen. Unter Leitung des Bezirksphysitus Sanitätsrath Dr. Richter werden im Polizeipräsidium wöchentlich zweimal in den Abendstunden Fortbildungsfurse für Hebammen mit praktischen Uebungen abgehalten. Da der Preis des Unterrichts sich nicht höher stellt als 1 Mark für den Monat und die Praxis der Hebammen durch Theilnahme an den Kurfen nicht unterbrochen wird, so empfiehlt der Polizeipräsident namentlich älteren und wenig beschäftigten Hebammen dringend, fich zu betheiligen. Meldungen sind zu richten an Bezirksphysitus Sanitätsrath Dr. Richter, Lothringerstr. 56, der auch über den Beginn, die Dauer und die Termine der Kurse Auskunft ertheilt. Nachweisbar Unbemittelte erhalten fostenlosen Unterricht. Der Betheiligung auswärtiger Hebammen steht nichts im Wege. Ahlwardt hat in New- York kürzlich eine Rede gehalten, in welcher er sagte:„ Ich werde die Hydra der Verleumdung mit fräftigem Fußtritt zermalmen und die jüdischen Fallstricke zerreißen. Ich werde im Essex- Market- Polizeigericht Haftsbefehle gegen zwei Nichtgentlemen erwirken, die mir den Judaskuß upplizirt und sich schließlich als jüdische Lockspigel entpuppt haben. Sie führten fich als antisemitische Gönner bei mir ein, versprachen, mir größere Geldbeiträge zum Druck und zur Publizi rung meiner Streitschriften vorzustrecken und schlichen sich so in mein argloses Herz ein, daß ich sie in mein Vertrauen zog, ihnen die Namen anderer Personen, die mir Geld zu dem Zweck versprochen hatten, nannte, und meinen ganzen Schlachtplan ent= hüllte. Bald merkte ich, daß ich der Betrogene war. Die Geldleute zogen sich fast alle von mir zurück und die beiden JudenEmissäre verbreiteten allerlei Ehrenrühriges über mich. Ich werde ein Exempel statuiren! In den Beitungen wird es in den nächsten Wochen von meinen Kämpfen widerhallen." " Der Direktion des Passage- Panoptikums sind Depeschen zugegangen, nach denen gegen die Abreise des Harems aus Kairowan wahrscheinlich auf Betreiben fanatischer Geistlicher plöglich Einspruch erhoben worden ist. Dieses Veto kam um so überraschender, als die Mitglieder des Harems bereits zur Küste aufgebrochen waren und sich eingeschifft hatten, so daß sie sich bereits auf dem Wege nach Berlin befanden. Man hofft, die Fortsegung der Reise binnen furzem bewirken zu können. Selbstmordversuch eines Obdachlosen. Montag Abend machte im Thiergarten in der Nähe von Charlottenhof der obdachlose 49jährige Schmied Wilhelm Backow den Versuch, sich zu erhängen. Der Strick zerriß jedoch, worauf sich B. nach dem Großen Stern begab und dort einen Schuhmann bat, die am Salse noch festsigende Schlinge zu durchschneiden. Backow wurde nach dem Krankenhause in Moabit gebracht. Wetter Prognose für Mittwoch, den 18. März 1896. Warmes, theils heiteres, theils woltiges Wetter mit etwas Regen und ziemlich frischen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. ( Siehe auch 2. Beilage.) .0111 Gerichts- Beifung. .notting Der Rechtsanwalt und frühere Premierlieutenant Friedrich ist von der Straftammer in Leipzig wegen Erpressung in zwei Fällen nach mehrtägiger Verhandlung zu einem Jahr 8 Monaten Gefängniß und drei Jahren Ehrverlust verurtheilt worden. Zwei Monate wurden auf die Untersuchungshaft angerechnet. Sein Mitangeklagter Dennhardt wurde freigesprochen. A Guido Ein Edelster und Befter. Flüchtig geworden ist der Premierlieutenant v. Horn aus Graudenz. Der Flüchtige, welcher Zivilkleidung trägt, fürchtete, wie amtlich festgestellt worden ist, wegen einer an einem Untergebenen begangenen strafbaren Handlung, die zweifellos ſeine Entfernung aus dem Offiziersstande zur Folge gehabt hätte, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Sein Aufenthalt ist unbekannt. Der in Düsseldorf verhaftete Homöopath Dr. Vollbeding, der vergebens für seine vorläufige Freilassung 100 000 m. Kau tion angeboten hatte, hat dies Angebot jetzt auf 200 000 m. erhöht; die Straftammer hat aber auch dies Angebot abgelehnt. Aus Cofel wird der Volks- 3tg." gemeldet: Unweit des Bahnhofes Leschnitz wurden drei Streckenarbeiter, die von der Arbeit nach Hause gingen, von einem Schnellzuge überfahren und getödtet. Ein ähnlicher Unfall ereignete fich in Lubliniz. wo der Vorarbeiter Spring und der Streckenarbeiter Dubiel durch Ueberfahren ihr Leben verloren. Die Rückzahlung der Fahrgelder für nicht ausgenutte Die Angelegenheit Täterow vor Gericht. Die StrafFahrkarten erfolgte feit Einführung der Bahnsteig- Sperre der- kammer des Amtsgerichts in Sora u verhandelte am 16. März gestalt, daß von dem Gelde fiets zehn Pfennige für eine Bahn- gegen den Kaufmann Debarry aus Sorau, den Kaufmann steig- Karte in Abrechnung gebracht wurden, auch wenn der Meyer aus Berlin und den Schneidermeister Täterom aus Reisende den Bahnsteig gar nicht betreten hatte. Hierin ist jetzt Berlin. insofern eine Aenderung eingetreten, als in einzelnen Fällen diese Meyer betrieb in Berlin unter der Firma P. Meyer it. Co. Ermordeter Radfahrer? Der Bureaugehilfe Neumann zehn Pfennige nicht mehr abgezogen werden dürfen. Wenn ein Herren- Konfektionsgeschäft und erwarb ein zweites älteres aus Berlin gebürtig, wurde, wie dem Berl. Tagebl." ein Telenämlich die Abtheile der betreffenden Klasse im Buge, für welche Geschäft unter der Firma Hugo Wernaer u. Co. Beide betrieb er gramm aus Marburg berichtet, gestern als Leiche in der Lahn die Fahrkarte gelöst wurde, fiberfällt waren oder ein Zug wegen nebeneinander in denfelben Räumen. Er verſchaffte auch gefunden. Er hatte am Sonntag eine Radfahrtour unternommen, erheblich verspäteten Abganges nicht benutzt werden konnte, oder Täterom die erste Möglichkeit, ein Geschäft unter der Firma von der er nicht zurückgekehrt ist. Die Umstände, unter denen endlich der Zug, für welchen die Karte gelöst war, überhaupt Konfektionshaus Solidarität" zu eröffnen, in die Leiche gefunden wurde, laffen als sicher erscheinen, daß ein nicht abgelassen werden konnte, so erhält der Reisende am Schalter dem er ihm einen größeren Waarenkredit einräumte. Verbrechen vorliegt. Die Untersuchung ist eingeleitet.no auf Verlangen das volle Fahrgeld zurück. Am Montag mit Fabr haben soll. " Am " Debarry, der in Sorau ein Hutgeschäft betrieb, und schon Während einer furchtbaren Sturmnacht sind in der Am Montag Mittag wurde, wie die„ Voff. 8tg." mittheilt, einmal Bankrott gemacht hatte, ging im Herbste 1894 dazu über, Proving Orel 130 Personen erfroren; auch eine Menge Pferde der 20jährige Arbeiter Theodor Marzahn wegen Bergehens gegen auch ein Herren- Konfektionsgeschäft zu betreiben, und ließ sich und Bieb find zu grunde gegangen. In der Nacht zum Dienstag § 153 der Gewerbe- Ordnung( Nöthigung) verhaftet, weil er einen von Meyer für etwa 8000 M. Waare auf Kredit geben. Die wurde die große Robinson'sche Stärtefabrit in Petersburg von Arbeiter der Schulz'schen Fabrit in der Hafenhaide, der sich an Forderung gegen Debarry trat Meyer später an Läterow ab, einer Feuersbrunst heimgesucht. Der entstandene Schaden ist sehr der Arbeitseinstellung der übrigen Arbeiter nicht betheiligt hatte, der fie zuerst nicht übernehmen wollte, dann aber beträchtlich. beim Berlassen der Arbeit auf der Straße mishandelt darauf einging, weil Meyer ihm diefe Bedingung eines amerikanischen Sensationsblattes: Wir wußten gleich, daß stellte. Ueber den Nordpolforscher Nansen schreibt der Redakteur 81. Januar 1895 stellte Debarry für Täterow Mit abgerissenem Arme wurde gestern, Dienstag, Nachmit Debarry's Geschäft Ende Februar sehr schlecht ging, ließ feiner Entdeckung zu uns drangen, schickten wir unseren ein notarielles vollstreckbares Schuldanerkenntniß aus, und als es dieser Nansen schwindelt. Bei den ersten Gerüchten, die von mittag der 19jährige Arbeiter Emil Straßburger aus der Prinzen Täterow die Waarenbestände pfänden. Uebrigens mußte er die-Berichterstatter an den Nordpol, um der Sache auf den Grund Allee 25 in ein Krankenhaus eingeliefert. Der junge Mann war in der Lederfabrik von Eyck und Straffer in der Sandstraße 10 Pfändung wegen der gleich darauf folgenden Konkurseröffnung zu gehen. Von Nansen teine Spur! Ist nie dagewesen! Nach wieder aufgeben. langem Suchen fand unser Abgesandter den Schlingel in einer beschäftigt. Als er sich hier gestern Nachmittag sein Jacket an ziehen wollte, gerieth er mit dem rechten Arm in das Triebwerk, das ihm den Arm in der Mitte des Oberarmes vollständig durch imb abriß. Der Schwerverletzte bewies eine außerordentliche Raltblütigkeit; er war durchaus bei Bewußtsein und klagte nicht einmal besonders über Schmerzen. ellen Briefkasten der Redaktion. Sein zurück und denunzirte nun Meyer, daß er ihn zu folgendem Fischthran und schwärmte die triefäugige Wirthin an. Debarry ging ins Ausland, lehrte aber nach einiger Zeit Bar auf Kamtschatta, er trant Fliegenschwamm- Branntwein mit Schwindel angestiftet habe. Nach Ausstellung des notariellen Schiff hatte er versetzt. Unser Berichterstatter ließ sich's schriftSchulbtitels habe et auf Rath Meyer's, jo viel Waaren, als ich geben, daß Nanjen gemogelt hatte, und kehrte darauf sporner fonnte, auf Kredit entnommen. Dabei habe er sich auf die streichs über den Pol an sein Schreibpult zurück. Wir haben Auskunft von Meyer, von Wernaer u. Co., welches Geschäft mit ihm, dem wahren Nordpol- Entdecker, eine Honorarzulage von 12 Am Ostersonntag des Jahres 1898 verstarb zu Letschin Meyer identisch war, und von Täterow bezogen. Meyer habe 2 Cent auf den laufenden Yard bewilligt. A propos der Nordim Oderbruch eine dort bei einem gewissen 8immermann die zu bestellenden Waaren selbst ausgesucht, die Bestellbriefe pol gehört zu Amerika. Wir haben bereits die nöthigen Schritte zu Besuch gekommene Frau Katharina Pfeiffer aus Berlin. auch in Berlin schreiben lassen, er habe sie in Soran nur unter- gethan, um die Ausdehnung der Monroedoktrin auf dieses Gebiet Jetzt hat auf Anordnung der Staatsanwaltschaft die Aus- zeichnet und abgesendet. Meyer's Plan wäre dahin gegangen, zu bewirken. grabung der Leiche stattgefunden, da Verdacht vorliegt, daß die diese ganzen Waaren dann mit Beschlag zu belegen und an sich Pfeiffer feines natürlichen Todes gestorben ist. Grund für zu bringen; Debarry's Gläubiger sollten das Nachsehen haben. diefen Verdacht haben die in letzter Zeit in dortiger Gegend auf: Bu diesem Zwecke sei auch die Forderung um 5000 m. höher Die juristische Sprechstunde findet am Montag getauchten Gerüchte gegeben. Die von dem Kreisphysikus geschrieben worden, als sie wirklich betragen hätte. Täterow Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von Dr. Gerlach und Kreiswundarzt Dr. Jonscher vor- hätte an dieser Verabredung allerdings nicht theilgenommen, 6-7 Uhr statt. genommene Settion der Leiche hat starke Mumifikation der aber über ihn wäre die Korrespondenz mit Meyer gegangen, der letzteren ergeben. Ob der hierdurch angedeutete Verdacht einer zu vorsichtig gewesen wäre, selber an Debarry zu schreiben. Verband deutscher Zimmerer, Berlin. Der Aufruf wird in nächfter Nummer veröffentlicht. Arsenvergiftung, welche die Mumifikation bewirkt haben kann, Darauf wurde die Anklage gegen Debarry, Meyer und wirtlich begründet ist, wird die chemische Untersuchung der Täterow erhoben. Ein Leser, Leipzig. Nicht verwendbar. In der Hauptverhandlung wiederholte Leichentheile durch den Gerichtschemiker Dr. Je ferich, an Debarry seine Anschuldigung. Meyer suchte zu beweisen, daß Vortheil gewesen, wenn wir deren Sache geführt hätten. Norrköping. Für Ihre Landsleute wäre es nicht von welchen sie eingesandt find, ergeben. er an der ganzen Sache kein Interesse gehabt hätte, weil er die O. A. 644. Wir konnten diese Angaben nicht kontrolliren. Für den Mörder des Knaben Burr gab sich fürzlich ein Forderung an Täterow gedirt hätte, auch schon aus seinen beiden Jedenfalls sind dort die Aussichten im Augenblick sehr schlechte. Mann aus, den die Polizei zum zweiten Male binnen turzer Geschäften ausgeschieden gewesen wäre. In dieser Beziehung Nicht empfangene Nummern müssen Sie auf dem Postamte Zeit wegen Bettelns aufgegriffen hatte. Aus den Aften ergab wurde aber nachgewiesen, daß die Forderung an Debarry auch reflamiren. Ohne Angabe Ihrer Adresse wäre eine Nachlieferung sich aber, daß der Vorgeführte zu der Zeit, als Willy Burr er nach Bession an Täterow als eine Forderung Meyer behandelt übrigens unmöglich gewesen. mordet wurde, im Gefängniß gesessen hatte. Die Selbstbezichti- worden ist. Täterow betheuerte seine Unkenntniß von dem 5. B. 130. Es war die Hygiene- Ausstellung von 1882 gung war also hinfällig. Es scheint mithin, daß der Arme sich Plane und seinen fortgefeßten guten Glauben. Ihm sei es nicht und nicht die Gewerbe- Ausstellung von 1879, welche abbrannte. ber furchtbaren That bezichtigt hat, um zeitlebens im Zuchthause reponbirte, die Austünfte, die er über Debarry gegeben hätte, befindet sich Friedrich Wilhelmstr. 21, parterre. Ueber den Ab. auffällig gewesen, daß Debarry mit Meyer über ihn for- A. B. 100. Die deutsch- ostafrikanische Plantagengesellschaft Der Koakskorb, der auf Berliner Neubauten zum Aus hätte er nach Meyer's Entwurf geschrieben, und nicht für falsch gang der Schiffe ist uns nichts bekannt. trocknen der Räume allen gefeßlichen Bestimmungen zum Troß gehalten. Er hätte erst nach der Pfändung gemerkt, daß Meyer 3. 22. Wir glauben, daß die Schrift bei R. Oppenheim viel benutzt wird, hat wieder einmal unheil angerichtet. Der unzulässige Sachen vorhabe und sich dann sofort ganz zurück- in Berlin erschienen ist. Bauwächter Alfred Schoppka aus der Wusterhausenerstraße hatte gezogen. A. B. C. Die Adresse von Georg Kennan haben wir nicht in Erfahrung bringen tönnen.n Müller, Benthen. Die Sache hat für unsere Leser kein erhebliches Interesse. ,, versorgt" zu sein. auf dem Neubau in der Kronenstr. 66, 67 seit einem Jahre schon Die Verhandlung dauerte von 9 Uhr früh bis 3/412 Uhr den Nachtdienst. Am Dienstag morgen gegen 6 Uhr fand der nachts; es wurden viele Zeugen vernommen und eine Unzahl Arbeiter Nasedofsky den 50jährigen Mann in einem Raume, in Schriftstücke verlesen. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 18. März. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Judith. Deutsches Theater. Liebelei. Vorher: Der zerbrochene Krug. Lessing- Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Neues Theater. Winterschlaf. Vor her: Ihre erste Liebe. Residenz- Theater. Hotel zum Frei hafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Exzellenz. Die Kinder der Theater Unter den Linden. Die Fledermaus. Hierauf: Divertisse ment. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). 7-10 Uhr. I. Rennen in Carlshorst Jeden Abend das urkomische Täglich Vorstellung im wissenschaft- Purzelbaum- Jodey- Rennen lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. In den nächsten Tagen: Echter Harem. Aus der heiligen Stadt Kairowan. Haremsfrauen und Kinder, Tänzerinnen, Sängerinnen, Eunuchen und Stlaven. Adolph Ernst- Theater. Charley's Castan's Panopticum. Tante Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle- Alliance- Theater. Die Reife um die Erde in 80 Tagen. Alexanderplatz- Theater. Die kleinen Lämmer. Vorher: Pitts. National Theater. Der Glöckner von Notre- Dame. American Theater. Spezialitäten9 Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Die Neu!! Neu!! Neu!! getigerten 3 Grazien!! aus Central- Afrika, die neuesten Weltwunder! Kaufmann's Variété. Spezialitäten Alexanderplatz- Theater. Vorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Heute 8 Uhr: 3um 148. Male. Die kleinen Lämmer. Baudeville in 2 Atten v. 2. Varney. Borher: Pitts. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Operette von Hans Löwenfeld. Male: Die Hinder der Exzellenz. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. In Vorbereitung: Die Musketiere im Damenstift. Central- Theater. Moabiter Stadttheater Alte Jakobftr. 30. Mittwoch, den 18. März 1696: Emil Thomas als Gast. Zum 195. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Jul. Freund und Wilh. Mannstädt. Musit von Jnl. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Der Glöckner v. Notre- Dame. Schauspiel in 5 Akten von Charlotte Birch- Pfeiffer. Regie: Max Samst. Morgen: Die Geyer- Wally. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Atten von Brandon Thom a 3. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. Ju Szene gesetzt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Zanz in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Gegründet 1845. Gegründet 1845. Circus Renz Karlstrasse. Mittwoch, den 18. März 1896, Anfang präzise abends 7/2 Uhr: Novität! Novität! Kolossaler Erfolg! Lustige Blätter! Eigens vom Direttor Franz Renz und dem Großherzoglich Darmstädtischen Hofballetmeister August Siems für Berlin fomponirt, mit gänzlich neuen technischen Apparaten und Be leuchtungs- Einrichtung. inszenirte Original- Vorstellung in 2 Abtheilungen mit den AusstattungsDivertissements Alt- Moabit 48. Heute, Mittwody, den 18. März: Vorletzte Soirée der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Durchweg neues grossartiges Programm. Anfang präz. 8 Uhr. Entree 50 Bf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Platate). Donnerstag, den 19. März: Gr. Doppel- Konzert in Sanssouci Der Stettiner Sänger und der 36 Mann starken Kapelle. Anfang 71/2 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Großes Fez- Programm. Eden- Theater. Welt- Restaurant 97. Dresdenerstr. 97. Im vorderen Saal täglich: Weltberühmte E Tyroler Sänger Gesellschaft Almenrausch u. Edelweiss. Direktion: Alois Ebner. n Entree vollständig frei! Im Theater- Saal: Sensationelles März- Programm! Bestes Ensemble Berlins! Auftreten sämmtlicher nen engagirter Spezialitäten. Nur hochkomische Nummern! Anfang 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Neuer Circus. Börse). Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonnaden. Das neue Programm hat gelacht. Der singende Hahn C. C. XX- Strahlen Don Stephanie& Behrens. Hokus, Pokus von Joc Marro. Charley's Tante v. Max Menzel. Das Unikum Schindler. 1000 Köpfe hat Räuschle. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Neu! Sensationell! Neu! Servais Le Roy die räthselhafte Jllusion. Eugenie Fougère die unerreichte franz. Excentrique. Fritzi Ferry die pikante Wiener Soubrette. affeeröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Neu! ( 5 Personen). ( 6 Personen), Neu! 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Möwes); zum Schluß der phänomen. Sprung über 3 große gestempelt EinsegnungsGeschenke Klagen, Eingaben Angel- Schulze 8376 Unfallsachen, Bugger, Steglißerfir.65. Die herzlichsten Glückwünsche zum heut. Tage. G. F. macht feinen Schaden. Unserem Kollegen und Genossen Frik Bernd bonnerndes Hoch, daß seine gangen gezu heutigen Geburtstage ein wundenen Leitern wackeln. 321b Die Kollegen des heiligen Bonifacius. Sozialdem. Arb.- Bild.- Verein für Adlershof. Am 15. März verstarb unser treues Vereinsmitglied und braver Parteigenosse, der Klempner Emil Gentsch nach schwerem Leiden im 27. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am 19., nachmittags 5 Uhr, von der Leichen halle in Adlershof aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 204/17 Der Vorstand. Ackerland, morgen- u. ruthenweise, a. d. Thornerstr. gelegen, zu verpachten. Näh. 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Allen Genossen, Verwandten und Bekannten für die Theilnahme am Begräbniß meines lieben Sohnes, unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels Max Herfort, insbesondere dem Gesangverein Liberté I, dem Lese- und Diskutirklub Friedrich Engels II, sowie den Köpenicker Kollegen und Freunden sagen wir hiermit unseren 8386 innigften Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung und die schönen Kranzspenden bei der Beerdi gung des Schraubendrehers Georg Pietack sagen herzlichen Dank. 336b Frau Pietack nebst Sohn. Danksagung. in m Allen Freunden und Bekannten sage hiermit meinen herzlichsten Dank für die Theilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines guten Mannes; auch dem Raucherv.rein„ Brafil 8", fowie den Vereinen des Bundes meinen herz lichsten Dank. Die trauernde Wittwe nebst Kindern Martha Sukala. 3306 Danksagung. Dem Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend, den Meistern Klopsch und Pelz, Verwandten und Bekannten den innigsten Dank für die durchaus große Theilnahme und Kranzspende bei der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes. Schönhauser Allee 150 33. m. Bit, 2 3., Stb. u. Kch., Garten, 1 St., 1 Gib. 2744b möbl. z. b. Hirtel, 3 Tr. Schlafsopha, roth dunkle Bettstelle, Koffer verk. Krautwurst, Luisen- Ufer 56. Schlafstelle an Herrn oder Dame zu 324b verm. bei Pohl, Fürstenstr. 4. Mbl.Schlafft. f.H. Manteuffelstr.50, v.1.r. Nieft's Festsäle 17, Weberstrasse 17. Der 21., 28. und 29. März ( Balmsonntag) ist zu vergeben. Bedingungen billig. 44612* B. Nieft. MS Achtung! BE Stadthagen's Stadthagen's Arbeiterrecht in Brachtband gebunden 3,50 M. liefert gegen Baar- oder Theilzahlung Ludwig's Buchhandlung, 4538b Grimmtr. 37. Arbeitsmarkt. Achtung! 176/3 8266 Tischler Rigdorfs u. Umgegend! Wwe. A. Clement, geb. Heuer. In der Bautifchlerei von Mark, Danksagung. Firma Müller, Hermannstraße 199, Allen Freunden und Bekannten haben sämmtliche Kollegen wegen Zurüdunseren innigsten Dank für die Beweise ziehung des bewilligten Tarifs die Arbeit herzlicher Theilnahme und zahlreichen niedergelegt. Vor Zuzug wird gewarnt. Blumenspenden bei der Beerdigung unseres guten Bruders Georg. Korbmacher auf Bambus, hoher Lohn, verl. sof. R. Lantau, Kleinbeerenstr. 24. Geschwister Pitack. 316b E. erfahr. Spiegelbeleger w. u. Ang. bisher. Thätigt. gesucht. Offerten unter Sp. an die Exped. d. Bl. 819b Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Theil. nahme, die uns bei der Beerdigung meines Gatten, des Schlossers Karl Dirigent sucht gemischter Chor 328b Diezmann, zu theil geworden sind, Mittwoch 9-11 Uhr, Reinickendorfer= spreche ich hiermit namentlich den Freun- straße 2a, Restaurant Schulz. den und Kollegen der Firm Rudolf u. Kühne und dem Gesang- Verein meinen * aufrichtigen Dank aus. Aug. Krause, so. 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Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 303b 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 66. Lokales. ( Siehe auch 1. Beilage.) Mittwody, den 18. März 1896. = 13. Jahrg. hat. Jetzt ist das Selbstverständliche eingetreten: Verschiedene Andree's Nordpolexpedition. Wie das„ Aftenbladed" in Großstadt- Apotheker, darunter zwei Berliner, mit Millionen- und Stockholm erfährt, geht die Nordpolexpedition Andree's am Halbmillionen- Apotheken haben der„ Pharm. Wochenschr." zufolge 7. Juni von Göteborg zunächst nach Tromsö in Norwegen ab. ihren Konkurs angemeldet. Nachdem erst vor nicht langer Zeit wo die Ausrüstung vervollständigt, Eisboote und Brieftauben an Der am 1. April beginnende Umzug muß bei fleinen, aus ein Apotheker in einer Vorstadt Berlins mit über einer Million Bord genommen werden. Es wird erwartet, daß die Expedition höchstens zwei Zimmern mit Zubehör bestehenden Wohnungen Passiva banterott gemacht hat, ist ihm vor kurzem ein Apotheker Mitte Juni Spitzbergen erreichen wird. an demselben Tage, bei mittleren, aus drei oder vier Zimmern in Berlin selbst mit gegen 500 000 Mt. nachgefolgt. Weiter ist Die Wiener Polizeizenfur gegen Wildenbruch. Die mit Zubehör bestehenden Wohnungen am 2. April, mittags ein Apotheker in Köln- Ehrenfeld mit etwa der gleichen Summe Wiener Statthalterei hat die vom Wiener Deutschen Volks 12 Uhr, und, da der 3. April ein Feiertag ist, wo die Umzugs- zum Konkurs gekommen. Bielleicht haben diese Vorfälle das Theater geplante Aufführung der Tragödie König Heinrich IV. pflicht ruht, bei großen, das heißt mehr als vier Wohnzimmer gute, daß sie die Frage der Verstaatlichung der Apotheken spruch von Wildenbruch nicht bewilligt. Dem Vernehmen nach ist es umfassenden Wohnungen am 4. April, mittags 12 Uhr, be- reif machen. besonders die Scene zwischen Kaiser und Papst, der Auseinanderendet sein. Ueber die Verhältnisse der Berliner Droguen- feßung über die Grenzen der weltlichen und geistlichen Macht, Gedenket beim Umzuge der Briefträger! Unsere handlungen im Jahre 1895 fällt Medizinalaffessor Dr. Spring- welche die Zensurbehörde veranlaßte, die Genehmigung zur AufStephansboten fürchten selbst die Neujahrstage nicht so sehr wie feld vom Berliner Polizeipräsidium in der Zeitschrift für führung des Werkes zu versagen. Die katholische Gegnerschaft die Zeit nach den großen Umzügen am 1. April und 1. Oftober. Medizinalbeamte ein hartes Urtheil. Es heißt in seiner Mit- fommt darin zum Ausdruck. Ungezählte Treppen steigen sie dann umsonst, um oben zu ertheilung:" Am Schlusse des Jahres gab es in Berlin 625 Theater Chronik. Das Schauspielhaus hat den fahren, daß Miether so und so da oder dorthin verzogen ist, Droguenhandlungen. Davon waren 107= 22 pCt. im Befiße Einakter Kehraus", aus dem Dänischen des J. Lehmann, zur wenn nicht zur Ermittelung der neuen Adresse erst noch der von approbirten Apothekern; 30= 4,7 pCt. waren in Händen Aufführung angenommen. Das Deutsche Theater bringt Wirth in Anspruch genommen werden muß, der obendrein meist von Frauen; viele Inhaber hatten früher in anderen Berufs gegen Ende nächster Woche Halbe's" Jugend" zur Aufführung. ziemlich kurz angebunden ist. Die Bestellung nach der neuen stellungen Schiffbruch gelitten. Beschäftigt wurden 1007 Personen, Rittner, Jarno und Biensfeld werden an der neuen Wohnung macht bei den Berliner Wohnungsverhältnissen in den denen in der Regel jede ordnungsmäßige Vorbildung fehlte. Wirkungsstätte in den alten Rollen als Hans, meisten Fällen gleichfalls Schwierigkeiten. Erst wenn das letzte Stück In den meisten Droguerien find Frauen und Kinder als Kaplan und Amandus erscheinen. Das Aennchen giebt den ihm zukommenden Platz gefunden hat, denkt man daran, das Verkäufer thätig. Die Gesammtzahl der Händler, gegen Fräulein Staglé, den Pfarrer Herr Hermann Müller. Namensschild an der Korridorthüre zu befestigen, und so muß welche auf grund der Revisionen Strafantrag gestellt In der Neuaufführung von Shakespeare's Richard III.", die denn der Briefträger gewöhnlich auch hier beim Wirth nach wurde, betrug 437= 72 pet. Die Räumlichkeiten, welche das Deutsche Theater am Donnerstag veranstaltet, wirken fragen, da der vorherige eben nur Straße und Hausnummer an- zur Aufbewahrung der Medikamente dienen, genügen, von neben Herrn Kainz die Damen Sandow, Sauer, Schmittlein. geben konnte. Wenn die ihre Wohnung wechselnden Miether, den reichen Droguerien abgesehen, nicht den geringsten Ansprüchen. Wilbrandt- Baudius, Pahlen und Staglé, die Herren Biensfeldt, wenigstens die viel forrespondiren, die kleine Mühe nicht scheuen, Küche, Kohlenkeller, ja selbst Klosets werden als Aufbewahrungs- Fischer, Gregor, Gregori, Mary, Hermann Müller, Nissen, Pauli, einige Tage vor dem Auszuge ihrem Briefträger die neue räume selbst der schärfsten Gifte benut. Ebenso viel ließ die Pittschau, Reinhardt und Röhl mit. Die erste Vorstellung beWohnung genau anzugeben oder dem Postamt, in deffen Bezirk Aufbewahrung der Waaren zu wünschen übrig. Es ist sogar ginnt ausnahmsweise um 7 Uhr. Für das Lessingihre alte Wohnung liegt, Mittheilung zu machen, so würden sie festgestellt, daß in Standgefäßen mit der Signatur für indifferente heater ist Fräulein Paula Wirth auf zwei Jahre fich die Stephansjunger, die bekanntlich durchaus nicht auf Rosen im Jahre vorher bewies schon die Art der vorgefundenen Mittel, Freitag im Lessing Theater zur ersten Aufführung ge Mittel verbotene differente aufbewahrt wurden. Deutlicher als engagirt. Paul Lindau's Schauspiel Die Erste", das am tanzen, gewiß zu Dant verpflichten. daß die Droguisten sehr häufig rezeptiren. Ihre Verbindung mit langt, wird Dom Direktor Dr. Oskar Blumenthal in In der XI. städtischen Fortbildungsschule, welche mit Naturheilkundigen, mit Medizinalpersonen, welche ihre Befugnisse Szene gesetzt. Es ist in den Hauptrollen folgendermaßen bes der 7. Abtheilung des Gewerbefaales verbunden ist, besteht seit überschreiten, neuerdings auch mit Aerzten, macht den Abfaz setzt: Elise Maineck: Fräulein Pospischil als Gast; Regierungsdem Wintersemester ein besonderer Kursus im Modelliren für möglich. In 50 pCt. wurde die Rezeptur nachgewiesen. In rath Mainect: Herr Sauer; Franziska: Fräulein Wirth; Robert Schmiede, Schloffer und verwandte Gewerbe, auf den die gleichem Maße blüht die Kurpfuscherei. Mit der Zeit bildet Wendlin: Herr Schönfeld; Sanitätsrath Dr. Johanny: Herr Interessenten hiermit besonders hingewiesen werden. bereits bestehenden Kursen für: Deutsch, Rechnen, Phyfit, Geometrie Kurpfuscherei sind." In den fich ein Stamm von Droguerien, welche wahre Lehrschulen der Suske; Ministerialdirektor Wendlin: Herr Merten; Geheimräthin Henriette Kampe: Frau v. Pöllnitz. Im Schiller= und einfache Buchführung wird der Unterricht unentgeltlich ertheilt. Für den Unterricht in: Birkelzeichnen, doppelter Buchführung 10. März cr. ftattgehabten Generalversammlung des Zentral- mann Vom Zentralverein für Arbeitsnachweis. In der am Theater wird heute das Lustspiel von Wolzogen und SchuKinder Die der Exzellenz" zum ersten Male Mechanik und Stenographie ist ein Schulgeld von 2 M. zu ent vereins für Arbeitsnachweis erstattete der richten. Für den Unterricht in Französisch, Englisch, Fachzeichnen Dr. Freund den Jahresbericht für 1895. Aus demselben ist Theater", bei der Elsa von Schabelsky's" Frauenfrage" zum Vorsitzende gegeben. Eine Wohlthätigkeits- Matinee im„ Adolph Ernstund Modelliren( 2 Stunden) hingegen werden für wöchentlich folgendes zu entnehmen: Die Lokalitäten des Arbeitsnachweises ersten Male gespielt werden soll, ist nunmehr auf Sonntag, den vier Unterrichtsstunden halbjährlich 4 M. erhoben. Der Unterricht beginnt am Sonntag, den 12. April. Anmeldungen für sind mit Hilfe einer Subvention der Stadtgemeinde ganz wesent 19. April festgesetzt. ſämmtliche Kurſe nimmt der Leiter der Anstalten, Herr Brügge- arbeitsnachweis für Maler und Anstreicher find Facharbeits- Dreher wird vom 11. bis 30. April im 3entraltheater Ein Münchener Ensemble unter Leitung des Hofschauspielers lich vergrößert worden. Außer dem bereits vorhandenen Fachmann, in seinem Amtszimmer, Wiesenstr. 66, abends vor Beginn nachweise eingerichtet worden für Schloffer, Klempner, Maurer Gastvorstellungen geben. des Unterrichts entgegen. " " " neu" " Gerichts- Beitung. Das Strafverfahren gegen Elise Sanke, welche den Dr. Steinthal tödtete, ist wegen der übrigen ihr zur Laft ge= legten Verbrechen durch Urtheil des Reichsgerichts zur nochmaligen Verhandlung nicht an das Schwurgericht, sondern an die Strafkammer verwiesen worden. Termin zur Hauptverhandlung ist auf Montag, 30. März vor der 7. Straffammier Landgerichts I anberaumt. und Zimmerer, Lackirer. Es schweben Verhandlungen mit Der Verein für die Berliner Arbeiterkolonie hat vor den Vergoldern und Fuhrherren. Die Gesammtfrequenz einigen Tagen seine diesjährige Generalversammlung abgehalten. betrug: Eingeschriebene arbeitslose Personen: 23 500, besetzte Der Jahresbericht enthält abermals eine Fülle von Elend auf- Stellen: 17 000. Von der Einschreibung zurückgewiesen gezählt, das sich in der schönfärberischen Art, in der er dargestellt 1100 von auswärts zugereiste Arbeitslose; außerdem nahmen Die Revision, welche der Redakteur des„ Volkswillen" in wird, um so grauenhafter ausnimmt. Wenn man bedenkt, daß die Ar- 2000 einheimische Arbeitslose von der Einschreibung freiwillig Hannover, unser Parteigenosse Rauch gegen das Erkenntniß im beiterkolonie von den Opfern der heutigen Gesellschaft aus bekannten Abstand. In der Bibliothek wurden 6000 Bücher verausgabt. Hammersteinprozeß vom 6. Januar d. J. eingelegt hatte, durch Gründen bestens gemieden wird und dann hört, daß seit ihrem Be- Der Vorsitzende konstatirte, daß der Geschäftsbetrieb des Arbeits- welches er wegen Beleidigung der Staatsanwaltschaft zu drei stehen 6291 und allein im vorigen Jahre 865 Personen ihre Zu- nachweises einen ganz wesentlichen Aufschwung genommen habe, Monaten Gefängniß verurtheilt worden war, ist am Montag flucht in dieser Anstalt haben suchen müssen, so kann man sich daß sich insbesondere die neu eingerichteten Facharbeitsnachweise vom Reichsgericht verworfen worden. einen Begriff von dem Elende machen, welches die Unglücklichen durchaus bewährt hätten. Der Voranschlag für das Jahr 1896 gezwungen hat, in die Arbeiterkolonie zu flüchten. Daß nur die schließt in Einnahme und Ausgabe mit 21 000 M. Bei der Wahl des denkbar größte Noth die Parias der Gesellschaft in die Vorstandes wurde der größte Theil der bisherigen VorstandsArbeiterkolonie treibt, wird bestätigt durch den Jahres- mitglieder wiedergewählt und die Herren Professor Dr. Hans bericht, welcher besagt, daß der Bestand an Kolonisten in Delbrück und Magistrats assessor Cuno den letzten Monaten des Jahres erheblich höher als in gewählt. In der anschließenden Sigung des Gesammt den Vorjahren gewesen und um die Mitte des Monat Dezember vorstandes wurden gewählt als Vorsißender Herr Dr. Freund, auf 245 gestiegen, so daß die Anstalt fast gefüllt gewesen sei. als stellvertretende Vorsitzende die Herren Wertmeister und Vom Berliner Eierhandel. Am 6. November 1895 verDie Lage der Kolonisten, so erzählt der Vorstand im Jahres- Geh. Regierungsrath 3acher, als Schatzmeister die Herren urtheilte das Landgericht Berlin I acht Berliner Eierhändler, berichte, ist im verflossenen Jahre nach verschiedenen Richtungen Minlos und Weisbach, als Schriftführer die Herren Benjamin Strom, Steinreich, Braun, Elion, hin verbessert worden. Er führt zur Begründung seiner Be- Dr. Hirschberg und Dr. Deite. Horrwig, Reich, Frau Bock, Frau Reichmann hauptung verschiedene recht anfechtbare Thatsachen an. So wird Die Zahl von 17 000 besetzten Stellen ist in der wegen einfachen Bankerotts. Es wurde zunächst festgestellt, daß gesagt, daß von den 817 Leuten", welche die Anstalt größten- Millionenstadt Berlin durchaus nicht groß und zeigt, daß die Angeklagten von Großhändlern die Eier fiftenweis faufen; theils nach mehrmonatlichem Aufenthalte verließen, 184 in dem Verein: so lange das Vertrauen des überwiegenden die Kiste enthält ca. 20 Schock Gier. Die Angeklagten erzielten Stellung" gegangen seien. In Stellung gegangen, das hört sich Theiles der Arbeiterschaft fehlen wird, bis ihm eine Organisation einen Jahresumsat bis zu 140 000 m., während das Anfangsja gewiß ganz schön an. Forscht man aber nach, welcher gegeben ist, die ihren billigen Wünschen entspricht. Die eigent- betriebskapital derselben zwischen 300 M. und 3000 M. schwankte. Art diese Stellungen" sind, in welche die Arbeiterkolonisten ge- liche Probe auf die Existenzberechtigung dieses Vereins wäre Die Angeklagten betrieben ihr Geschäft in Kellerlokalen, fuhren gangen sind, so wird von einer Verbesserung" der Lage dieser übrigens erst in einer besseren Geschäftszeit zu machen, in der jedoch außerdem auch noch ihre Waaren zu ihren Kunden, und Unglücklichen wohl kaum gesprochen werden können. Denn die der stellungslose Arbeiter fich nicht nothgedrungen an ihn als zwar theils mit Pferd und Wagen, theils auch mit dem HandStellungen", welche den Arbeiterkolonisten winken, dürften letzten Rettungsanker klammern muß. wagen. Aus dem beträchtlichen Umfaze schloß das Gericht, daß ziemlich gleichwerthig sein mit denen, welche der Verein zur Wieviel kostet den Gasglühlicht- Gesellschaften die Her- es sich hier um keinen Haufirbetrieb mehr, sondern um den Ge Befferung entlaffener Strafgefangener seinen Schußbefohlenen stellung der Glühförper und Brenner? Ein Glühtörper( Strumpf) werbebetrieb eines Vollkaufmannes handele. Wenn die Angeklagten verschafft. Weiter wird angeführt, daß 8 in die Familie zurück- bester Qualität stellt sich auf etwa 40 Pfennige, der Selbstkosten- selbst sich nicht für Vollkaufleute gehalten hätten, so sei dies ein gekehrt seien. Ob sie dadurch nun gerade gebeffert find, preis eines Brenners ist etwa 60 Pfennige, die Kosten für die zivilrechtlicher Irrthum. Die Frage war wesentlich, weil fann füglich auch bezweifelt werden, denn ohne Noth Anbringung mögen sich auf 15 bis 20 Pfennige belaufen. In die Buchführung, zu der ein Vollkaufmann verpflichtet ist, bei hätten sie die Familie wohl kaum mit der Arbeiter- Summa wird der komplete Apparat also für 1 Mart 20 Pfennige den Angeklagten sehr mangelhaft war; so hatte sich z. B. der Kolonie vertauscht. Der wurmstichigste Beweis für die Ver- fabrizirt. Verkauft wurde dieser Apparat von der Deutschen eine darauf beschränkt, ein Notizbuch in jüdischen Lettern zu befferung der Lage der Kolonisten ist aber die Anführung der Gasglüblicht- Gesellschaft anfänglich für 15 Mark und dann für führen, während für Handelsbücher eine lebende Sprache vorThatsache, daß 395 ausschieden, in der Mehrzahl mit genügender 10 Mark; seit einem halben Jahre stellt sich der Preis auf geschrieben ist. In ihrer Revision gegen das Urtheil rügten Kleidung und einigen Geldmitteln versehen, um hier oder außer 5 Mart, also immer noch um das vierfache theurer, als die Her- die Angeklagten, man habe wohl den verhältnißmäßig hohen, in halb Berlins Arbeit zu suchen. Also nur die Mehrzahl, keines- stellungskosten. Das ist der Segen, den die kapitalistische Pro- anbetracht der leichten Verderblichkeit der Waare aber entwegs alle der Ausgeschiedenen waren mit genügender duktionsweise in diesem Falle den Konsumenten bietet. Den sprechenden Umfah berücksichtigt, nicht aber den darauf entKleidung und einigen Geldmitteln" versehen. Was das letztere fehr schlecht entlohnten Arbeitern fündigt die Auer- fallenden sehr bescheidenen Gewinn. Der Reichsanwalt erklärte nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Arbeiterkolonie Gesellschaft aber bei ihren 130 pet. Dividende eine Lohn- die Beschwerde für begründet, da gewiffe allgemeine Vorausbesagen will, ist leicht vorstellbar. Diese 395 Leute" gingen reduktion an! segungen fehlten für eine Anwendung des Art. 10 H.-G.-B. nicht etwa in Stellung", sondern Arbeit suchen"! In die Arbeiterkolonie hinein wegen Arbeitslosigkeit und aus der Der öffentliche Arbeitsnachweis der Gemeinde Rigdorf, Auch die Feststellungen bezüglich der Zahlungseinstellung reichten nicht welcher am 1. Oftober v. J. ins Leben trat, veröffentlicht soeben hinsichtlich zweier Angeklagter, Strom und Horrwiß, für uns aus. Das Reichsgericht erachtete die Feststellungen des Urtheils Arbeiterfolonie heraus, um" Arbeit zu suchen"! Weß Geistes Kinder übrigens die Mitglieder des Vereins für seinen ersten Verwaltungsbericht, welcher den Zeitraum vom bedenklich und ausreichend und verwarf die Revision der1. Ottober 1895 bis 1. März 1896 umfaßt. In dieser Zeit die Berliner Arbeiterkolonien sind, das erhellt aus der Dar- wurde 534 Personen und zwar 383 männlichen, 111 weiblichen selben, hob jedoch das Urtheil hinsichtlich der anderen sechs stellung, die wir hier in der Versammlung vom Bagabunden- und 34 Personen unter 16 Jahren Arbeit nachgewiesen. Be- Angeklagten auf und verwies insoweit die Sache in die Vorfelten unter drei Mark den Tag zusammen, oft aber schäftigung nachgesucht haben 1317 Personen. Von Arbeitgebern erreichte der Tagesertrag überraschend hohe Summen, und wurden verlangt 781 Personen. Außer den nachgewiesenen Pernur der Leichtsinn der Bettler und der Umstand, daß die fonen haben ungefähr 10 pCt. unmittelbar im Bureau des Bennenwirthe ihre Gäfte gründlich hochzunehmen pflegen, hindern Arbeitsnachweiſes Beschäftigung erhalten, indem anwesende es, daß man bei der Bettelei auf einen grünen Zweig tomme. Arbeitgeber die betreffenden Personen sofort in Arbeit nahmen. Unter Pennen" habe man keineswegs immer dumpfe Kellerlokale " " " Danach ficht sich ein Bettler und dergleichen sich vorzustellen, wie sie in manchen Schilderungen des Großstadtelends so schauerlich geschildert werden; manche Runft und Wissenschaft. instanz zurück. Soziale Uebersicht. Reservefonds der Berufsgenossenschaften. Man schreibt uns:" Nach den Vorschriften des Unfallversicherungs- Gesezes ist für das laufende Jahr zum letzten Male eine prozentuale Einlage in die Reservefonds der Berufsgenossenschaften, welche bis jetzt insgesammt rund 130 Millionen Mark betragen, zu Hauswirthe, namentlich im Norden der Stadt, haben viel- Bei dem Orgelvortrage, welchen Herr Dtto Dienel heute machen. Dann sind die Zinsen des Reservefonds diesem zumehr schon längst erkannt, wie lukrativ das Halten einer Mittwoch, den 18. März, mittags 12-1 Uhr in der Marien- zuschlagen, bis er den doppelten Jahresbedarf erreicht hat, oder Penne sei; es beſtünden zur Zeit Bennen in den mit tirche hält, betheiligen sich als Mitwirkende: Frl. Marie Löwe, fie können, sobald der doppelte Jahresbedarf schon erreicht ist, Balkons und dergleichen geschmückten Bel- Etagen stolzer Mieths Frl. Lotte Dienel, Herr Heinrich Städing und Herr Wilhelm mit zur Deckung der Genossenschaftslasten verwendet werden. Auf paläste, deren Eigenthümer von den Pennbrüdern mindestens Kaltwasser. Der Eintritt ist für jedermann frei. diese Weise haben die Mitglieder einiger größerer Berufs ebenso viel an Miethe einnehmen, wie ihnen ein Geheimer Rath die einen besonders reichen Reservefonds zahlen könnte, wobei die große Einnahme für Schnaps u. dgl. Schillertheater. Der Pachtvertrag mit den Wallner'schen Jahresbeitrages zu erwarten. Es fönnen gesetzlich zwar jederzeit Vor recht unangenehmen Verlegenheiten steht das genossenschaften, angesammelt haben, eine sehr wesentliche Ermäßigung ihres gar noch nicht mitgerechnet fei. Erben läuft nur bis zum Herbst 1897. Als vor kurzem der weitere Zuschläge zum Reservefonds über den doppelten Jahres Diese Wundermär geht selbst dem bürgerlichen Blatte, welchem wir die Meldung entnehmen, über das Bohnenlied! Bertrag wegen weiterer Ueberlaffung des Wallnertheaters, ver- bedarf hinaus erhoben werden; indeß ist es so gut wie auslängert werden sollte, machten die Besizer des Instituts SchwierigBei solcher Verschleierung des Elends und bei solcher Selbst- feiten und stellten Bedingungen, auf welche die Schiffertheater- geschlossen, daß irgend eine Genossenschafts- Versammlung sich die beweihräucherung sucht man in dem Bericht denn auch ver: Gesellschaft nicht eingehen zu können erklärte. Die Wallner'schen Gelegenheit entgehen lassen wird, die Genossenschaftslasten zu brachten Schilderungen der vielen Mißstände, die in der Ar- Hoffnung wiegt, daß er nunmehr in den seinerzeit sehr dis- theilnehmen zu lassen, als man endlich den Anfang macht, ihnen gebens nach einem Eingehen auf die von uns mehrfach ge- Erben sollen bereits mit einem anderen Pächter, der sich in der verringern. Wir möchten hieran die bescheidene Bitte knüpfen, auch die Verletzten an den Zinsen des Reſervefonds insofern frebitirten Räumen gute Geschäfte machen werde, einen Eventual: Ein partieller Apothekenkrach scheint zum Ausbruch ge- vertrag abgeschlossen haben; es steht also die Möglichkeit bevor, angemessene Unfallentschädigungen zu zahlen." tommen zu sein. Es ist bekannt, mit welcher Gier sich die daß das Schillertheater sich eine andere Wirkungsstätte suchen Profitivuth seit Jahrzehnten auf dies Ausbeutungsfeld geworfen muß. beiterkolonie herrschen. Erhöhung der überseeischen Passagierpreise. Wie aus Amsterdam gemeldet wird, hat die„ Nederlandfch. Amerikaansche Etoomvaart-Maatschappij« für ihre Dampfer, die zwischen New- Jork und Amsterdam fahren, den Preis für die Z w i f ch e n- deckpassage wieder um 6 Gulden erhöht, so daß derselbe jetzt 73 Gulden(1 Holland. Gulden— rund 1,70 M.) beträgt. Dazu schreibt die„Hamburgische Börsenhalle": Angesichts des steigenden Verkehrs werden die deutschen Gesellschaften, die „Hamburger Packelfahrt-Aktiengesellschaft" und der„Norddeutsche Lloyd", wohl ziemlich nach der gleichen Richtung vorgehen. Wenn es sich darum handelt, das Publikum mehr zu schröpfen, sind die Rhedergesellschaften selbstverständlich sofort einig und bereit. Sollen sie aber die Arbeitsbedingungen ihrer Schiffsbemannungen verbessern, da schützt die eine die Konkurrenz der anderen vor. Landstraßen-Elend. Der Nord-ElbischeVerpfleanngsverband hat in dem Zeilraum vom 1. Oktober 18S5 bis 1. Februar 1896 in 15 von ihm verwalteten Verpflegungsstationen 13 238 Personen eine Verpflegung gewährt, 1326 Personen abgewiesen. Mit sämmtlichen Verpflegungsstationen ist ein Arbeitsnachweis verbunden, wodurch insgesammt nur 240 Personen Beschäftigung nachgewiesen wurde. In dem angeführten Zeitraum wurden m Bereich des Verbandes 1746 Personen wegen Bettelns ver- haftet, von denen 227 der Landespolizeibehörde, d. h. dem Arbeits- Hause überwiesen wurden. In den Monaten Juni bis August betrug die Zahl der wegen Bettelns Verhafteten 1263> von denen 174 ins Arbeitshaus kamen, und dies in einem Zeitraum, der für die meisten Wanderer die b e st e Arbeitsgelegenheit bieten soll! Das Kreisamt in Offenbach a. M. hat eine Verordnung erlassen, betreffend die Aufsicht übertdie Miethswohnungen und Schlafstellen, wonach in Miethswohnungen, die aus drei und weniger Räumen oder in Kellergeschossen und nicht unterkellerten Räumen, deren Fußböden nicht mindestens 25 Zenti- Meter über der Erde gelegen sind, sowie in unmittelbarer unter dem Dach(ohne Zwischendeck) befindlichen Räumen für jeden Bewohner ein Luftraum von mindestens 10 Kubikmetern vor- Händen sein muß. Der gleiche Luftraum muß in den von Unter- nehmern ihren Arbeitern oder Lehrlingen zugewiesenen Schlaf- räumen vorhanden sein. GotVerKMAfklichrs. Tie Lackirer Berlins sind dem gefaßten Beschlüsse ent- sprechend am Montag in den Streik eingetreten. Die Situation des Streiks war am Montag Abend folgende: Bewilligt hatten 30 Werkstätten mit 154 Arbeitern, nicht bewilligt 13 Werkstätten mit 145 Arbeitern, keine Nachricht war eingelaufen von 13 Werk- stätten mit 43 Arbeitern. Achtung, Zimmerer Berlins! Folgende Baugeschäfte haben die Forderungen: Neunstundentag und 55 Pf. Stunden- lohn, nachträglich anerkannt, und sind somit auf die Liste der Arbeitgeber zu setzen, die bewilligt haben: Prange, Stettinerstr. 19. S o b i ch o w s k i. Posenerstr. 1. Greiling, Jonasstr. 6. B e r g e m a n n, Thaerstr. 7/8. P r i t s ch. Mcrseburgerstr. 5. Hahn, Charlottenburg. Simon, Schöneberg. Koschitzki, Pallisadenstr. 74. Finn, Schiller- straße 45, Charlottenburg. Schubert, Friedrichshagen. Hardt, Rixdorf. Hadrys, Koppenstr. 13. Klenke. Görlitzerstr. 34. Peukert, Plötzensee. Falkenhayn, Schlesischestr. 5. Poppendick. Lortzingstr. 10. Lücke, Schönhauser Allee 62. Popendorf, Baumschulenweg. N e t t l a u, Antonstr. 26. G e e r d t s. Fichtestr. 19. Metze, Verlängerte Winterfeldstr. 48. Söhre, Paulstr. 14. Achtung, Mechaniker Berlins! Die Kollegen von der Firma Sch üll in Bockenheim sind in den Streik eingetreten und bitten die Berliner Mechaniker, Solidarität zu üben. Unter- stützungen sind zu senden an: Grimborm in Bockenheim, Kurfürstenplatz 4. Der Vertrauensmann der Mechaniker Berlins. Zur Buchdrnckerbcwcgung. Das Einigungsamt des Leipziger Gewerbegerichts erließ unterm 14. März folgende Bekanntmachung: >. Die organisirte Prinzipalschaft und die organisirte Ge- Hilfenschaft der Buchdrucker Deutschlands hat den Beschluß gefaßt, eine Revision des Deutschen Buchdrucker- tarifs durch einen aus Vertretern der Buchdruckereibesitzer und der Buchdruckergehilfen Deutschlands in gleicher Anzahl bestehen- den Tarifausschuß vorzunehmen, und hat das unter- zeichnete Einigungsamt ersucht, an die Buchdruckergehilfen Deutschlands die Aufforderung zur Wahl ergeben zu lassen. Indem das unterzeichnete Einigungsamt diesem Ersuchen nach- kommt, richtet es an sämmlliche Buchdruckergehilfen Deutschlands das Ersuchen, späte st ens bis zum 25. März 1896 die Wahl von 9 Bevollmächtigten zu den Verhandlungen des Tarisausschusses und von 9 Stell- Vertretern vorzunehmen. Bezüglich der Wahl der Gehilfenvertreter gelten folgende Grundsätze: 1. Die Wählerschaft wird in neun Wahlkreise eingetheilt, die mit den neun Kreisen der Deutschen Buchdrucker- Berufsgenossenschaft zusammenfallen. Für jeden Wahlkreis ist ein Bevollmächtigter der Gehilsen und ein Stellvertreter in den Tarifausschuß zu wählen. 2. Die Wahl ist unmittelbar und geheim. Wählbar und wahlberechtigt sind alle in Deutschland aushältlichen Setzer und Drucker. 3. Die Stimmzettel müssen außer der Angabe des Namens und des Wohnortes des zu wählenden Bevollmächtigten sowie dessen Stellvertreters, die Be- zeichnung des Ortes und der Druckerei enthalten, bei welchen der betreffende Wähler beschäftigt ist. 4. Diejenigen Buchdrucker, welche zur Zeit der Wahl außer Stellung sind, werden dadurch ihres Wahlrechts nicht verlustig, doch haben sie aus dem Stimm- zettel an stelle der Firma de» Vermerk„beschäftigungslos" an- zubringen. 5. Wahlzettel, bei denen die Firma nicht ausgefüllt ist, oder die den Vermerk„beschäftigungslos" nicht tragen. sind ungiltig. 6. Mit Vordruck versehene Formulare zu den Wahlzetteln wird das Einigungsamt in der erforderlichen Anzahl an sämmtliche Buchdruckereien Deutschlands bis zum 20. März 1896 zur Abfindung bringen. Die Gehilfen werden ersucht, sich die Stimmzettel von ihren Prinzipalen aushändigen zu lassen und für jede Druckerei einen Vertrauensmann mit der Kontrolle darüber zu beauftragen, daß nur wirklich Wahlberechtigte die Wahl ausüben. 7. Beschäftigungslosen oder solchen Gehilfen, die einen Stimmzettel nicht haben erlangen können, werden solche auf Verlangen von dem Gewerbegericht Leipzig zugesendet. 8. Die ausgefüllten Stimmzettel sind bei dem unterzeichneten Einigungs- amte bis zum 25. März 1896 einzureichen. Nur diejenigen Stimmzettel werden berücksichtigt, die an diesem Tage Vorabends 8 Uhr bei dem Einigungsamt eingegangen sind. 9. Für die Wahl entscheidet absolute Stimmenmehrheit aller in einem Wahl- kreiS abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit entscheidet das von dem Vorsitzenden des Gewerbegerichtcs Leipzig zu ziehende Loos. 10. Im Bedürfnißfalle werden die Bestimmungen des Reichstags-Wahlrechtes entsprechend angewendet. II. Die zwecks der Tarifrevision zu stellenden Anträge sind spätestens am 3. April 1336, abends 3 Uhr, bei dem unter- zeichneten Einigungsamt einzureichen. III. Der Tarisausschuß tritt am 15. April 1896 zur Berathung über den Tarif in L e i p z i g zusammen. Die Buchdrucker Stuttgarts nahmen in einer zahlreich besuchten Versammlung mit großer Mehrheit eine Resolution a», worin— nach dem Bericht der„Schwäb. Tagwacht"— aus- gedrückt ist. daß die bekannte Leipziger Resolution nur eine Ver- schleppung der von den Gehilsen beantragten Tarisverbesserungen darstelle, die darauf abziele, die ganze Bewegung um Verkürzung der Arbeitszeit scheitern zu lassen. Die Versammlung lege den Versicherungen der Prinzipalsvertretcr nach den bisherigen Er- fahrungen keinen großen Werth bei und erwarte von den zu wählenden Gehilfenvertretern, daß sie überhaupt nur in Ver- Handlungen eintreten, wenn die Verkürzung der Arbeitszeit deren Basis bildet. In Straßburg i. E. beschloß am Sonntag eine von 400 Gehilfen besuchte Versammlung die sofortige Bewilligung des Neunstundentages k. zu verlangen und im Falle der Ablehnung zu kündigen. Die Buchdrucker in K o t t b u s erklärten sich mit der Leipziger Resolution einstimmig einverstanden, wobei sie der Hoffnung Ausdruck gaben, daß es gelingen möge, auf tariflichem Gebiete bald geordnete Verhältniffe zu schaffen. In Mainz wurde folgende Resolution gefaßt:„Die allgemeine Buchdruckerversammlung nimmt die aus den VerHand- lungen zwischen Prinzipal- und Gehilsenvertretern hervor- gegangene Resolution zur Kenntniß und bedauert lebhast, daß aus den Verhandlungen so wenig Ersprießliches herausgekommen, ist aber der Zuversicht, daß die Gehilfenvertreter in den Leipziger Verhandlungen alles eingesetzt haben, der Leipziger Resolution volle Geltung zu verschaffen. Wir erwarten, daß die Gehilfen oder vielmehr die Tarifvertreter für die Einführung des Neun- stundentages und eine 15prozentige Lohnerhöhung voll und ganz eintreten. Unter den s ch w e i zfe r i s ch e n B u ch d r u ck e r n ist eben- falls eine Bewegung für Einführung der neunstündigen Arbeits« zeit und Erhöhung der Tarifsätze im Gange. In Oldenburg hat der M a u r e r st r e i k begonnen. Nur wenige Maurer haben sich dem Ausstand nicht angeschlossen. Unter den Bergleuten im Ruhrrevier gährt es. Die „Bergarbeiter-Zeitung" empfing in letzter Zeit eine Menge von Zuschriften, die die Magen der Bergleute so gepfeffert zum Ausdruck bringen, daß sie aus Rücksicht auf den Staatsanwalt nicht veröffentlicht werden könne». Besonders seien die vielen Feierschichten, die infolge der durch das Kohlen- syndikat festgesetzte Produktions- Einschränkung eingelegt werden, und die dadurch bedingte Lohnkürzung an der Erregung schuld. Um einer ernstlichen Gefahr vorzubeugen, sei es nothwendig, den Lohn derart zu erhöhen, daß trotz der Feier- schichten keine Lohnverkürznng eintrete. Die Schwäche der Berg- arbeiter-Organisation sei durchaus kein Schutzmittel gegen die wirthschaftlichen Kämpfe. Gerade hierin liege die größte Gefahr für die Allgemeinheit. Im Jahre 1889 seien es unorganistrte Arbeiter gewesen, die durch ihren Riesenausstand die Welt in Erstaunen und Schrecken versetzt hätte». Eine starke Organisation könne allein Bürgschast leisten für die Verhinderung von Aus- schreitungen. In der Strohhntfabrik von Leopold Lewy in Dresden haben sämmtliche Zieher gekündigt, weil ihnen die verlangte kleine Lohnerhöhung verweigert worden ist. In Nürnberg haben die T i s ch l e r die 56stündige Arbeits- zeit bis jetzt in 25 Werkstätten und Fabriken bewilligt bekommen. In 10 Werkstätten wird wahrscheinlich niedergelegt werden müssen. Die Holzarbeiter Fürths haben die von den Unter- nehmern angebotene Vi stündige Mittagspause bei einer Arbeits- zeit von 53�/z Stunden angenommen, unter der Bedingung, daß die restirende Biertelstunde Mittagspause ohne weitere Bewegung ab 16. März nächsten Jahres zugestanden wird. Nebenbei wird verlangt 25 pCt. Lohnerhöhung für Ueberstunden, Anerkennung der Arbeiterorganisationen und Bildung eines Schiedsgerichts für fernere Differenzen, das zu gleichen Theilen aus Vertretern der Unternehmer- und Arbeiter-Organisationen bestehen soll. Wegen Nichtbewilligung des Ueberstunden-Zuschlags und wegen Nicht- anerkennung der Arbeiterorganisation ist es zwischen den Ge- Hilfen und den Unternehmern zum Bruch gekommen. 1700 Ar- beiter sind in den Ausstand getreten. In Wie» stehen die Schneider der Geschäfte fürs eng- lischeKostüme im Streik. Sie fordern: Einführung der Tagarbeit mit einem für alle Arbeiter gleichen Lohne von 3 fl. täglich; Arbeitszeit von 3—12 und von 2—7 Uhr mit Frühstücks. und Vesperpausen; bei halbtägiger Arbeit darf die Hälfie der neun Stunden nicht überschritten werden; 15 pCt. Lohnerhöhung bei jedem Stück, das von Stückmeistern erzeugt wird; Bezahlung der Ueberstunden bei Tag mit 10, bei Nacht mit 20 Kr. Aufschlag; Beschaffung des Zubehörs durch die Meister; vierzehntägige Kündignng und Freigabe des 1. Mai; Abschaffung der Stunden- kontrolle. Die Arbeiter dieser Branche haben im Jahre nur 6 Monate Beschäftigung. Sämmtliche Böttcher des Bürgerlichen Brauhauses in Pilsen sind in den Streik eingetreten. Sie fordern: 1. Wieder- ausnähme von zwölf entlassenen Kameraden, 2. bei Arbeitsmangel zehnstündige Arbeitszeit, 3. wöchentliche Auszahlungen, 4. Arbeits- ruhe am l. Mai, 5. Vertrauensmänner der Arbeiter dürfen nicht entlassen werden. Aus Seraing bei Lüttich in Belgien wird telegraphirt, daß am Dienstag die Mehrzahl der Grubenarbeiter— 1200 Mann— in den Ausstand getreten ist. VerfNttmthittgvn. Tie Konfektions- Arbeiter und-Arbeiterinne» waren am Montag zu zwei großen Versammlungen eingeladen, für welche von der sogenannten lokalen Richtung folgende Tages- ordnung aufgestellt wurde: 1. Welche Vortheile haben wir durch den Streik errungen und wie stellen wir uns in Zukunft dazu? Die Versammlung bei Keller, Koppenstraße, war von kaum 100 Personen besucht. Das Referat hatte hier Wiesemann übernommen, der etwa folgendes ausführte: Zunächst bedauere er den schwachen Besuch der Versammlung, der jedenfalls darauf zurückzuführen sei, daß die Kollegen das Vertrauen zu der Sache verloren haben, nachdem bei der so großen Bewegung nichts wesentliches herausgekommen ist. Dies müßte eine Lehre für die Arbeiter sein, in Zukunft die Augen offen zu halten. In der That sei gar nichts erreicht. Ein Theil der Konfektionäre habe überhaupt nichts bewilligt. Der Streik durfte mindestens nicht früher aufgehoben werden, bevor nicht die Lohntarise fest- gestellt waren. Häufig werden jetzt noch nicht einmal die vorher gezahlten Preise bezahlt. In der bekannten Art schimpft Redner aus den Zentralverband und die Leitung des Streiks durch den Genossen Timm, um am Schluß seine Lokalorganisation zu empfehlen. Die Diskussion bewegte sich natürlich in derselben Tonart. Schmidt bezeichnete die Handlungsweise der Kom- Mission als einen Schurkenstreich, bei den Verhandlungen habe man sich tölpelhast benommen, die ganze Sache war eine Lumperei und kein ehrliches Geschäft, bei der die voll- gefressenen Agitatoren den Arbeiterinnen die Groschen aus der Tasche lockten. Diese dem Geschwätz einiger ehrloser bürgerlicher cilungen im Kampf gegen die Sozialdemokraten eutnommenen trade» fanden natürlich in derFrau Gubela und Frau Dm och eine weitere Ergänzung und Wiederholung. Zwei Anhänger der Zentralisation versuchten vergebens, die Fünfer- Kommission in Schutz zu nehmen und das Vorgehen Herselben klar zu machen. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: „In Erwägung der nach dem Streik entstandenen Miß- stände beschließt die Versammlung, folgende Forderungen zu stellen: 1. Alle 8 Tage, des Sonnabends von 4— 5Vs Uhr, Lohn» auszahlung. 2. Einen Prozentaufschlag von 30—10 Pfennige zu fordern und auf keine Theilung von feiten der Meister ein- zugehen. 3. Aushängung des Lohnlarifs in sämmtlichen Arbeits- stuben und keine Vereinbarung besonderer Preise mit den Meistern. 4. Anerkennung des Arbeitsnachweises der Arbeit- nehmer. 5. Anständige Behandlung." Ein Antrag, die Agitationskommission der Damenmäntel- brauche aufzulösen, zeitigte eine lebhafte Auseinandersetzung der beiden vertretenen Lokalorganisatione». Der Antrag wurde vor- läufig abgelehnt, aber die Konimission beauftragt in 14 Tagen Bericht zu erstatten. Als Revisoren wurden gewählt: Schmidt. Muschick und Hermann. Hierauf berichtete Frau Gubela über das Einigungsamt. Herr Timm, der nach Beendigung des Abschlusses beauftragt war, zu den Tarisverhandlungen zwei Kommissionsmitglieder hinzuzuziehen, habe bisher von ihrer Seite kein Mitglied hinzugezogen. Sie erwartet, daß die dem- nächst stattfindende Versammlung zu diesem Ausschluß Stellung nimmt. Sie selbst könnte aber mit dieser Richtung nicht zu- sammenarbeiten. Weiter theilt Frau Gubela mit, daß sie von der Firma Flatow wegen ihrer agitatorischen Thätigkeit gemaßregelt sei. Zum Schluß wurden die beiden bisherigen Delegirten(lokaler Richtung) zur Gewerkschafts- Kommission zurückgezogen. Die Versammlung, die bei Ahrens in Moabit tagte, war von 16 Personen besucht und hat somit jede Bedeutung ver- loren. Etwa 2300 Buchdrucker füllten am 16. März den großen Saal der Brauerei„Friedrichshain", um den Bericht über die Leipziger Konferenz mit den Prinzipalen entgegenzunehmen. Das Referat hatte M a s s i n i übernommen. Nachdem Redner noch- mals die bekannten Gründe dargelegt hatte, welche den Antrag der Gehilfenschaft auf Tarifrevision zeitigten, wandte er sich den Leipziger Verhandlungen und derem Resultat zu. Die Prinzipale hätten erklärt, einer Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes nichts in den Weg legen zu wollen; jedoch seien sie dem Verlangen der Gehilfenvertreter nach einem Provisorium mit der Begründung nicht nachgekommen, daß sie mangels eines diesbezüglichen Auftrages außer stände seien, zu vereinbaren, daß vielleicht von dieser Woche ab bis zum defini- tiven Abschluß der Verhandlungen eine vorläufige Lohn- erhöhung und Herabsetzung der Arbeitszeit eintrete. Ihre Man- dale hätten den Herren nur erlaubt, mit den Gehilfenvertretern über die Formalitäten zu verhandeln, unter denen die Aende- rungen zu schaffen seien. Seien den Gehilfen nach langer Debatte auch verschiedene Zugeständnisse gemacht worden, so habe man nicht durchdringen können mit dem Wunsche, die Tarif- Verhandlungen schleunigst zu beginnen und zu erledige». Redner verweist auf die in Nummer 63 des„Vorwärts" abgedruckte Resolution. Wenn darin unter Nummer 1 bestimmt werde, daß die erforderlichen Gehilfenvertreter-Wahlen durch das Einigungsamt des Gewerbegerichts der Stadt Leipzig ausgeschrieben würden und durch Urwahlen bis zum 25. März zu erledigen seien, so hätten die Vertreter der Gehilfenorganisalion um deswillen darauf eingehen können, weil dadurch eine wirk- liche Wahl gesichert und eine gemachte Wahl verhindert werde. Auch habe man sich gesagt, daß die Mitwirkung der gesammten deutschen Gehilfenschast an dem Werk der Tarifrevision erforderlich sei. Und wenn unter 2. eine weitere Frist (bis 3. April) zum Einbringen von Anträgen an den Taris- ansschuß gesetzt sei, dann werde die Gehilfenschaft genügend Zeit haben, Anträge zu formuliren, die eine vollständige Umarbeiiung des Buchdruckertarifs anstreben. Es müßten endlich einmal die ungeheuren Widersprüche aus dem Tarif hinausgebracht werde», die zu einer wahren Anarchie der Bezahlungs- und sonstigen Arbeitsverhältnisse im Buchdruckgewerbe geführt hätten. Auch müsse man an der Lehrlingsskala vom Jahre 1830 festhalten und das später betreffs der Lehrlinge in den Tarif hineingebrachte daraus entfernen. Nicht nur nach Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit zu streben sei dringend nothwendig, sondern auch danach, den Tarif ganz eindeutig und klar zu gestalten. Gerade die Berliner hätten unter den jetzigen Unklarheiten zu leiden. Eine Neuregelung müsse ganz besonders auch die Bezahlung der Feiertage, der Ueberstunden und des Speckes erfahren.— Gegen den Punkt 3, nach dem die Tarifverhandlunge» unter Zulassung von je zwei Vorstandsmitgliedern des Deutschen Buchdruckervereins und des Verbandes der deutschen Buchdrucker, sowie zweier Nicht- Verbandsmitglieder stattfinden sollen, welchen sechs Theilnehmern jedoch nur berathende Stimme zusteht, hat Redner nichts einzu- wenden. Als er Punkt 4 der Resolution zur Verlesung brachte, worin der Vorstand des Deutschen Buchdruckervereins erklärt, den vereinbarten Tarif der Hauptversammlung des Deutsche» Buchdruckervereins zur Annahme zu unterbreiten und wonach der Tarif dann spätestens bis zum 15. Mai in krast treten soll, stimmte ein kleiner Theil der Versammelten, der den weiteren ruhigen Verlauf der Versammlung dann fort- während durch Zwischenrufe und Lachen unterbrach, ein störendes Gelächter an. M a s s i n i fährt daraus fort: Es wäre ein großer Vortheil für die Gehilsen, wenn der Deutsche Buchdrucker- verein in seiner Generalversammlung den Tarif akzeptiren und dadurch eine obligatorische Verpflichtung aller Prinzipale herbei- führen würde. Man möge das nicht unterschätzen. Allerdings sei es schmerzlich, daß die endgiltige Erledigung der Tariffrage bis zum 15. Mai hinausgeschoben werden solle, jedoch vergesse man nicht, daß die Bucjdrucker in letzter Zeit überhaupt keinen vernünftigen Tarif hatten. Die Prinzipale selbst hätten bedauert, betreffs der Beschlußfassung durch die Generalversamm- lung ihres Vereins nicht über dcffen Statut hinwegzukommen. Gewiß, auch die Gehilfenvertreter auf der Konferenz seien mit dem Resultat sehr unzufrieden; es frage sich aber nur. was von längerer Dauer sei: das durch Streik oder das durch friedliche Vereinbarungen Errungene. Redner wünscht, daß der verbesserte Tarif in ruhiger friedlicher Weise eingeführt und erzielt werden möge, daß auch in der kleinsten Tretmühle tarifmäßig ge- arbeitet werde. Darauf charakterisirte er das Verhalten des Vor- standes des Gutenberg-Bundes an Artikeln aus dem„Typograph", nach denen die Prinzipale durch die Vereinbarungen in Leipzig den„Verbändlern" gegenüber zu Kreuze gekrochen sein und ihnen, den Harmoniemenschen, einen Fußtritt versetzt haben sollen. Redner schließt mit dem Ersuchen, daß sich die Versammlung wohl nicht auf den Boden der Leipziger Resolution stellen, aber dock den Versuch machen möge, durch Delegirung von Tarif- kommissionsmitaliedern eine friedliche Lösung anzustreben: nicht eine solche für den Augenblick, sondern eine dauernde!(Lebhafter Beifall.)— Winkelmann bringt eine dementsprechende Resolution ein und begründet dieselbe. An der neunstündigen Arbeitszeit, der 15 prozenligeu Erhöhung der Lohn-Grundpositionen sei aus jedem Fall aber festzuhalten. Werde dies dann nicht gewährt, so seien die Ver- Handlungen abzubrechen. An ein großes Resultat glaube er nicht. Wenn man jedoch jetzt in einen allgemeinen Streik ein- treten würde, wäre eine furchtbare Ohrfeige die Antwort, die man obendrein verdient hätte. Solcher Kampf erfordere eine günstigere Zeit.(Allgemeiner Beifall.)— G e n t h e i t wendet sich dagegen, jetzt wieder in die alte Tarifgemeinschaft zu treten. Er ist dafür, daß der Tarif immer nur auf ein Jahr festgesetzt werde.— Rofemann: Die Gehilfenvertreter hätten nur die Weisung gehabt, am 10. März über die Forderungen zu verhandeln, und am 11. das Resultat mitzutheilen, damit am nächsten Tage vorgegangen werden könnte, nicht aber die Erledigung bis zum 15. Mai hinausschieben zu lassen.(Lachen, Zustimmung und lebhafter Widerspruch.) Redner tritt für eine Resolution Michaelis ein, die für Prokla- mirung des Streiks ist. Nicht warten, sondern: Vorwärts!(Beifall bei der Minderheit der Versammelten.) Michaelis befürwortet des längeren seine Resolution. Bartels erklärt, die Karre sei in den Dreck gefahren, es sei nichts mehr zu machen, auch augenblicklich nicht im Wege des offenen Kampfes, die Prinzipale hätten sich schon mit ihren Arbeiten vorgesehen. Redner spricht gegen die Delegirung in die Tarifkommission.— R a a b e: Wir sind jetzt erschossen; warten wir bis zum 15. Mai, dann fallen wir gewaltig ins Effen. Die Zeit vorzugehen, ist jetzt da.(Beifall bei der Minderheit.) Solomon: Jetzt in den Streik zu treten, würde einen glänzenden Neinfall bedeuten. Nehmen Sie meinen Antrag a», die Leipziger Resolution zurückzuweisen und in keine Wahl von Vertretern zur Tarifkommission einzutreten. Wenn der Ver- band sich nicht hinter Sie stellt, dann gründen Sie Lokalorgaui- sationen.(Beifall bei einem Theil der Anwesenden.)— Der Verbandsvorsitzende D ö b l i n mahnt dazu, den ruhigen Verstand . Um fprechen zu laffen, und legt die Situation eingehend flar. Eine Sonnabend erfolgen; die Lieferung von Rüstzeug ist nicht| Im Schlußwort betonte der Referent, daß sich ein jeder der Dummheit wäre es, jetzt in der Zeit ungünstiger Geschäftskonjunktur gewerbetreibenden Puzern untersagt. 4. Auf allen Baubetrieben, Organisation anschließen möge, denn ohne diese sei eine Lohnan einen Kampf zu denken. Auch die Gehilfenvertreter seien die diese Bestimmungen nicht innehalten, find von einem noch forderung nie dauernd zu erhalten. Ferner brachte Redner noch nicht zufrieden mit der Leipziger Resolution und hätten das offen uäher zu bestimmenden Tage an sämmtliche Buzzer Berlins und einige Mißstände, die ihm im Laufe der Versammlung mitgetheilt erflärt. Gr. Rebner, bätte einen Streit persönlich nicht zu der Umgegen verpflichtet, Die Arbeit ruben an agent. Lims efe die imito in dem Baugeſchäft von Schuls fürchten, aber das Gefühl der Verantwortlichkeit und das Pflicht- Beschlüsse wirksam durchführen zu können, verpflichten sich die u. Komp. in der Burgstraße 13 Stunden gearbeitet. In Moabit, in bewußtsein habe ihn bei seinen Entschlüssen in Leipzig geleitet. Anwesenden, der Organisation beizutreten und die Streikenden zu der Cuxhavenerstraße, fangen diejenigen Maurer, die Schnurmauern Wollte man nicht ganz resultatlos die Stadt wieder verlaffen, unterstützen." In der hierauf folgenden Diskussion wurde von machen, um 6 Uhr früh an, während die andern um 7 Uhr kommen. so habe man wohl oder übel die letzten Vorschläge der Prinzipale Meyer und Jackebusch betont, daß nach dem einmal auf- Im Verschiedenen macht der Bevollmächtigte die Mitglieder betreffs weiterer Verhandlungen afzeptiren müssen. Uebrigens gestellten Tarif die Resolution überflüssig geworden sei; wenn man darauf aufmerksam, bei einem Umzug ihre Adresse beim Kassirer feien verschiedene Erfolge zu begrüßen gerade betreffs der Art das Solidaritätsgefühl mehr pflegen würde, könne man auch bald oder Hilfskassirer anzugeben, damit ihnen der„ Grundstein" der in Aussicht stehenden Verhandlungen. Wer etwas anderes das scheußliche Kolonnenwesen beseitigen. In ähnlichem regelmäßig zugeschickt werden kann. wolle, der möge die Verantwortung dafür auch tragen.( 2eb- Sinne äußern sich König und Zillmer, während In der öffentlichen Versammlung der Droschkenhafter Beifall.) Es sprachen dann noch Rosenberg, Schulz wünscht, Reibereien zwischen den kutscher, welche in der Nacht zum 17. d. im Schweizer Garten P. Neumann und Balzer gegen und Giesecke inneren" und äußeren" Puzern endlich aufhören möchten. tagte, fand nach einem Vortrage des Genossen Friedrich für das Gintreten in die Tarifverhandlungen, lekterer unter Nachdem noch Ermler, Meyer und Grothmann ge- Hoffmann über das Thema:" Das Recht auf Faulheit", großem Beifall. Nach einem durchschlagenden Schlußwort sprochen und zur Einigkeit aufgefordert, ersuchte Schulz, dem welcher die lebhafteste Anerkennung der Versammelten fand, eine Maffini's wurde unter tumultuarischen Szenen die Resolution Vertrauensmann über alle Mißstände auf den Bauten Mit Besprechung über den Streiffonds statt. H. Schulz, Banse Winkelmann's gegen ca. 100 Stimmen angenommen. Da in theilung zu machen, um eine strenge und genaue Kontrolle durch- und andere legten in eingehender Weise die Bedeutung des der gestrigen Wiedergabe derselben versehentlich ein Sah fort zuführen. Sodann gelangte die oben erwähnte Resolution ein- Streitfonds flar, stellten mannigfache über denselben verbreitete geblieben ist, drucken wir sie nochmals ab:" Die Versammlung timmig zur Annahme. Auf Antrag Semansky's werden Irrthümer richtig und forderten zur eifrigen Betheiligung an erklärt sich mit der in Leipzig gefaßten Refolution nicht ein- dem Vertrauensmann zwei Hiifskräfte, die Puzer Schulz und den Sammlungen auf, die bis jetzt noch zu wünschen übrig laffe. verstanden. Sie hält nach wie vor an der neunstündigen Arbeits16. Lange, zur Seite gestellt. Hierauf wurde Groth: A. Schulz regte nochmals die Wahl von Vertrauensmännern zeit und der 15 prozentigen Erhöhung der Grundposition fest. mann zur Gewerkschaftskommission als Delegirter, Vogel auf den einzelnen Fuhrhöfen an, und auch Hoffmann befürUm jedoch zu einem Resultat zu gelangen, beschließen die Ver- als Vertreter gewählt. Die nächste öffentliche wortete das Vertrauensmänner- System. Dasselbe wird zwar im sammelten, in die Wahl von Vertretern zur Tariffommission Versammlung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr statt. Auge behalten werden, doch soll es vorerst bei der Agitationseinzutreten und von dem Ergebniß der Tarifberathung ihre Der Vertrauensmann Vogel, an welchen alle Beschwerden zu kommission sein Bewenden haben. Dieselbe wurde durch eine weiteren Schritte abhängig zu machen." Als Kandidaten für richten sind, wohnt Weidenweg 35. Reihe von Mitgliedern für den Osten und Süd- Osten verstärkt. die Urwahl stellte man für den Kreis Brandenburg Giesede und als dessen Stellvertreter Wachs auf. Eine Mitgliederversammlung des Zentral- Verbandes Beschlossen wurde noch, auf den Gräbern der Märzgefallenen einen Kranz niederzulegen. der Maurer( Bahlstelle II) tagte am Sonntag, den 15. d. M., Eine öffentliche Versammlung der Puzer, die von ca. bei Cohn, Beuthftr. 22. Zum 1. Punkt der Tagesordnung Reinickendorf. Am Sonntag, den 8. d. M., hielt der Ar800 Personen besucht war, fand am Montag Nachmittag ftatt, referirte das Mitglied Gröppler. Redner schilderte besonders beiter- Bildungsverein Zukunft" feine regelmäßige Versammlung um über„ Stellungnahme zu den im Herbst 1895 gestellten eingehend die unerträglichen Zustände im Baugewerbe. So habe ab, in der Dr. Joël über: Die neuesten Errungenschaften der Forderungen zu berathen und zu beschließen. Grothmann, ein Unternehmer in der Vorfstraße, der bisher 50 Pfg. Astronomie sprach. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufals Berichterstatter, erläutert in seinem einleitenden Referat die pro Stunde zahlte, seinen Arbeitern, als sie am letzten genommen und beantwortete sodann der Vortragende in bereitgestellten Bedingungen und die Möglichkeit der Durchführung Montag eine Erhöhung des Lohnes verlangten, versprochen, willigster Weise einige Fragen, die inzwischen eingelaufen waren. derselben, indem er unter anderem auch auf die schon in einem das Geforderte zu bewilligen. Am Sonnabend haben jedoch Da sonst weiter nichts vorlag, erfolgte der Schluß der Verfrüheren Bericht erwähnten, 3 wischenmeister einging, die nur einige das Geforderte erhalten, während die anderen fammlung. noch schlimmer feien als viele Bauunternehmer, da sie gewöhn mit dem alten Lohnsatz abgespeist wurden. In Friedrichsberg Eine Gemeindewähler- Versammlung für Rigdorf tagte lich manifestiren unter der Angabe, daß alles der Frau werde ein Bau aufgeführt, der wegen seiner eigenartigen Arbeil am Sonntag Nachmittag in den Vittoriasälen. Genosse I a hn gehört; ja es sei, wie Dietrich bemerkt, schon das Staunen eines jeden Fachmannes erregen muß. Schon von sprach über die bevorstehende Wahl und die Landgemeindevorgekommen, daß bei einer Klage am Gewerbegericht ein sieben- der Straße aus fehe man, wie frumm und schief die Pfeiler ge- Ordnung. In der Diskussion, an der fich die Genossen Oster. jähriger Knabe und ein elfjähriges Mädchen als Unternehmer" mauert seien, so daß man jeden Augenblick glaube, der Baumann, Schall, Köppen, Busch, Nimmrick, auftraten. Ueber den Umfang des Bauschwindels giebt Dietrich stürzt zusammen. Zum Schluß ermahnt Redner die Versammel Freudenreich und die Kandidaten Rezerau und eine Statistit bekannt, die er während seiner Thätigkeit als ten, rege für den Zentralverband der Maurer Deutschlands zu Thomas betheiligten, wurden die bisherigen Vertreter im Gewerbegerichts- Beisitzer zusammenstellte. Danach wurden in agitiren. In der Diskussion sprachen sich alle Redner Gemeinderath wegen ihrer großen Lässigkeit getabelt den letzten 4 Jahren allein gegen 300 Firmen 1155 Lohn- im Sinne des Referenten aus. Silberschmidt behandelte und an die Kandidaten die Forderung gestellt: den forderungen in Hohe von 72,053 M. durch Klagen beim Gewerbe- in ausführlicher Weise die Baueinstürze, die in den letzten Wählern von Zeit zu Zeit Bericht über ihre Thätigkeit au gericht anhängig gemacht; Forderungen, um welche die Puzzer Wochen in Hamburg, Köln und Berlin e erfolgten. erstatten und sofort ihr Mandat niederzulegen, wenn die einfach geprellt wurden. Die Ansprüche der Puzer bei einer Wenn man bei diesen Ereignissen größtentheils dem Sturm, der Wähler mit ihrem Verhalten im Gemeinderath nicht einverstanden Lohnbewegung in diesem Jahre faßt Redner zusammen in fol- in den letzten Tagen gewüthet hat, die Schuld beimesse, so sei sind. Ne gerau und Thomas als Kandidaten gaben hiergender Resolution: Die Versammlung der Buzer beschließt: dem entgegenzuhalten, was soll aus solchen Häusern werden, auf die Erklärung ab, daß sie nicht nur jederzeit das Interesse Ju Erwägung, 1. daß die immer mehr um sich greifende Ver- wenn sie erst bewohnt sind? Am Schluß seiner Ausführungen der Arbeiter vertreten, sondern auch bereit sein würden, auf längerung der Arbeitszeit unter den Puzern das Angebot in weist Redner auf die Versammlung hin, die am Donnerstag, den Wunsch der Wähler ihr Mandat niederzulegen. Vor allem gelte erschrecken der Weise vermehrt, soll auf allen Bauten nur neun 19. d. M. in Cohn's Festsälen stattfindet. In dieser Versammlung es jetzt, die Scharte des vorigen Jahres auszuwegen und das Stunden gearbeitet werden; 2. an Lohnvorschuß müssen auf jede werden die Vertrauensmänner beider Richtungen, weiche in der Vertrauen der Wähler von neuem zu erwerben und zu erhalten. Puzz und Rüftarbeit 7 Mart pro Tag gewährt legten Versammlung den Auftrag erhielten, für ein einheitliches Das Wahlresultat foll[ am Mittwoch in der Versammlung verwerden; 3. die Auszahlung des Vorschußlohnes muß jeden Vorgehen bei einer Lohnbewegung zu wirken, Bericht erstatten. kündet werden. " 45428 Möbel- Tischlerei von G. A. Noack, Siglermeier. Spezialität: Wohnungs- Einrichtungen direkt vom Tischlermeister zum Preise von Sie kaufen Wohnungs- Einrichtungen M. 240,-; 340,-; 450,-; 500,-; 600,-; 750,- bis 2000,-. Keine Scheinwerkstätten! Berlin, Verkaufsmagazin: Luisen- Ufer 22, 22, Ecke Drama Fabrik: Fruchtstr. 31. Garantie für gediegene und dauerhafte Ausführung. Gegründet 1880. Belle- Alliance- Theater. Sonntag, den 22. März 1896, nachmittags 2, Uhr. 3um ersten Male: Rothe Bettel. Schwank in 4 Aften nach einem norwegischen Stoffe von Richard Mark. Peterson, Bürgermeister Wilhelm Ruff. Stanislaus Wenzel. Ernst Peterson. Milly, seine Tochter Lotte Proepenow. 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Jm Saal des Herrn Schnegelsberg, Hasenhaide 20. Referent: Reichstags- Abgeordneter R. Fischer. 2. Jn Gossmann's Salon, Kreutzbergstraße 48. 1. Berichterstattung beiderseitiger Vertrauensmänner Referent: Curt Baake. über die Einigung. 2. Diskussion. Der hochwichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht aller Maurer, zu erscheinen. Fritz Kater, Die Einberufer. Vertrauensmann der Maurer Berlins u. Umgegend. Carl Panser, 132/13 12| 211 Tages Ordnung: = 1. Der 18. März. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet Vertrauensmann der Maurer Deutschlands. Achtung! Achtung, Holzarbeiter! In folgenden Werkstellen sind unsere Forderungen bis jetzt nicht bewilligt: Raftenmöbel und Büffets: Sagenow, Waldemarstraße 23. Ladeneinrichtung und ähnliche Arbeit: Reutel, Stralauerstr. 35. Mühlbauer, Andreasplay 3. Dohse, Grüner Weg 2. Reimann, Feilnerstr. 5. Nähmaschinen: Frister u. Roßmann, Stalizerstr. 134/135. Wahl Fonds. MaiMarken liefert schnell und billig Jean Holze, Goldleiften: Methlow u. Co., Köpnickerstr. 109. Stieghahn, Waldemar Hamburg, gr. Drehbahn 45. ftraße 14. Lugusmöbel: Bab, Gitschinerstr. 75. Fritsche, Dranienftr. 36( streifen Verlangen Sie Muster. die Drechsler). Eisenmöbelfabrik von Schulz, Hafenhaide 9( 11 Tischler). Mühlenbaumaschinen- Fabrik: Päzold u. Komp.( 31 Tischler), WaldTelephon: Trumpfe, Holzmarktstr. 48. traße 38-35. 190 Buzug fernhalten. E Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Der Vertrauensmann. Achtung! IV. Wahlkreis. Mittwoch, den 18. März, abends 8½ Uhr: Groke Volksversammlung in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann über: Der 18. März und seine Bedeutung für das Proletariat. 215/14 Um zahlreiches Erscheinen insbesondere der Frauen ersucht Der Vertrauensmann, Verein zur Wahrung der Interessen der Möbel- Gelegenheitskauf Gaft- und Schankwirthe Berlins und Umg. Zum Umzug Oranien-Straße 73, Hof I., günstigste Gelegenheit für Brautleute, Hotels, Wiederverkäufer. In meinem 6 Etagen großen Möbelspeicher, alles hell und übersichtlich, tein Laden, sollen sofort ca.200 neue ganze WohnungsMitglieder- Versammlung Einrichtungen von 100-1000 Mart und darüber am Freitag, den 20. März 1896, nachmittags 5 Uhr, Borräthe verliehen geweſener zum Theil sehr im Lokale des Kollegen Mörschel, Schönhauser Allee 28. verkauft werden. Speziell empfehle ich die großen wenig benugter Möbel für jeben annehmbaren Donnerstag, den 19. März, abends 8 Uhr, im Lokale von J. Henke, Breis. Theilzahlung gestattet. Kleiderſpind, Naunynstraße 27: 144/2 Werkstattdelegirten- Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Es ist unbedingte Pflicht der Kollegen, daß jede Werkstatt vertreten ist. Der Vorstand. Oeffentl. Versammlung 104/13 Der Lackirer! Mittwoch, den 18. März, abends 82 Uhr, bet Boltz, Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: Bericht der Lohntommission über den Stand des Streiks. H. Raudenhaus, Morisstr. 23. B. Schmisch. Achtung, Klempner! Weiter bewilligt haben folgende Firmen: Kirchner, Brandenburgstraße; Vogel, Ritterstr. 17; Arlt& Fricke; Buchholz, Oranienstr. 21; M. Klee, Staligerstr. 29 a. Insgesammt haben 13 Firmen mit 262 Arbeitern die Forderungen bewilligt. In den Werkstätten von Sielaff, Zionstirchstr. 39; Kersten Nachfl., Simeonstr. 13; Herm. Schöcke, Prinzenstr. 34; Otto Vogel, Andreasstr. 32; Voigt& Hertmann befinden sich sämmtliche daselbst beschäftigten 70 Arbeiter im Ausstande. Sopha 18 Mart, Kommode, Küchenspind, WaschAchtung! = Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Zubeil über: Die neue Novelle zur Gewerbetoilette 12 Mart, Stühle 3 Mart, Bettstellen Ordnung nach den Beschlüffen zweiter Lesung des Reichstages. 2. Diskussion. mit Federmatraße und keittiffen 18 Mart, 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. elegante Nußbaum-Kleiderspinde und Wäsche- 69| 11 Der Vorstand. J. A.: C. Behrend, Blumenthalstr. 5. spinde 30 Mart, Muschelspinde 40 Mart, Säulen- Kleiderspinde und Vertikows, hochelegant 46 Mart, Trumeaug mit Stufe 55 Mart, Plüschgarnituren 60 und 100 Mart, Paneelgarnituren, Paneelfopha 80 Mart, Muschelgarnituren, Chaiselongue, Schlaffophas, Schreibtische, Koulissentische, Buffets, Schreibsekretäre, Tische, Spiegel zc., alles staunend billig, sowie fertig dekorirte Salons, Speise- und Schlafzimmer. Besichtigung erbeten ohne Kaufzwang. Gekaufte Möbel können dret Monat tostenfrei lagern und eigene Gespanne werden durch transportirt und aufgestellt. Rixdorf. Achtung! Mittwoch, den 18. März 1896, abends 8 Uhr: Ausschneiden Münsel's Loh4233 L* Tanninbäder Wallstraße 70-71, Alle Angelegenheiten sind dem Streitbureau, Annenstr. 16, mit Neu- Cölln a. W.6-8, zutheilen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Mäther, N., Anklamerstr. 44. Achtung! Achtung! Feilenhauer und Berufsgenossen. Donnerstag, den 19. März 1896, bei Scheps, Gerichtstr. 10( Hochplatz): Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der gewählten Kommission über die Verhandlung mit der Firma Mägdefrau. 2. Diskussion. 1211 Der Einberufer. Genoffenschafts- Bäckerei„ Vorwärts“ Am Ostbahnhof Nr. 3. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß die diesjährige Ordentliche General- Versammlung am Sonntag, den 29. März, nachmittags 1 Uhr, im Lokal des Herrn Steppin, Am Ostbahnhof Nr. 4, stattfindet. Zages Ordnung: 322b 1. Borlage des Jahresabschlusses. 2. Verwendung des Reingewinnes. 8. Neuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrathes. 4. Geschäftliches. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. D. D. Hermann Teupel. Geschäftsführer. Fr. Junker, Rassirer. NB. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Bilanz den Genossen in unferem Romptoir, Am Ostbahnhof Nr. 3, zur Einsicht ausliegt. Achtung! Achtung! Oeffentliche Versammlungen fönnen im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c, nachdem die Besichtigung durch die Polizei- Bauinspektion stattgefunden hat, abgehalten werden. Hoffmann. Bekanntmachung. An einigen Sonnabenden im April und Mai ist der Saal im Schweizer- Garten frei geworden. Gleichzeitig erlauben wir uns, unser Garten. Etablissement mit Saal zur Abhaltung von Sommerfesten in Erinnerung zu bringen. Bis zum Beginn der Sommer- Saison( 24. Mai) ist der Saal zur Abhaltung von Versammlungen unentgeltlich zu vergeben. 318b Künstl. Zähne 2 M. Schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Plomb.1,50. Rep. sof. Theilzahlg. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-7 Uhr. Ansbacherstraße 19, Gr. Volksversammlung in den ,, Viktoria- Sälen", Hermannstr. 48/50. Tages- Ordnung: Der 18. März und seine Bedeutung. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil.- Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 204/6 Die Vertrauensperson. 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Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.