BERLINS Mittwoch 5. März 1930 Join Der Abend Erfcheint taglio außer Sonntags. Sugleich Abendantgabe des Vorwärts. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW 68, Lindenstr. 3 66 Spätausgabe des„ Vorwärts" 10 Pf. Nr. 108 B54 42. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Vf.. Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Vosscheckkonto: Worwarts- Verlag G. m. b... Berlin Nr. 87 536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Staudamm gebrochen. Daigline 100 Todesopfer.- Die Heimsuchung Südfrankreichs. Paris, 5. März. In Moissac im südfranzösischen Ueberschwemmungsgebiet find infolge des Bruches eines Staudammes 100 Zobesopfer zu verzeichnen. Wie eine ungeheure, meterhohe Flut sind die Wassermassen nachts gegen 1 Uhr über zwei Teile der Stadt hereingebrochen. Ein Wanderzirkus hatte gerade seine Vorstellung beendet. Die vielen Einwohner befanden sich noch auf den Straßen, als plöklich ein Getöse einsetzte, dem unmittelbar darauf eine meter hohe Flut folgte. Die Lichter erloschen sofort, so daß die entsekten Bewohner in der Dunkelheit nicht wußten, wohin sie gehen sollten. Das Rauschen des Wassers wurde noch erhöht durch das Krachen zusammenstürzender Säuser und die berzweifelten Silferufe der Extrintenden. Da alle Verbindungen mit dem Städtchen unterbrochen find und die Aufräumungsarbeiten nur langsam vorwärts schreiten, fonnte die Zahl der Todesopfer noch nicht nachgeprüft werden. Einwohner flüchten auf die Dächer. Mährend die Nachrichten aus dem lleberschwemmtungsgebiet einen leichten Rüdgang des Wasserstandes des Tarn angeben, steigt die Garonne noch weiter. Nach einer Havasmeldung aus Toulouse gelang es gestern, über die Lage in Billemur Näheres zu erfahren. Die erst vor drei Jahren gebaute 100 meter breite Brüde ist durch die Trümmer der beiden oberhalb dieser Stelle gelegenen und vom Hochwasser weggespülten Brüden zerstört worden. Das Elektrizitätsmert ist vollkommen überschwemmt. Der dort angerichtete Schaden wird auf 4 Millionen Franten geschätzt. Etwa 25 Häuser sind eingestürzt. Die Behörden haben Flugzeuge angefordert, die das Ueberschwemmungsgebiet zur Aufklärung für die Rettungsarbeiten überfliegen sollen. In der Ortschaft Rennes bei Billemur sollen 100 Häufer eingestürzt sein. Man hat beob. achtet, wie Bewohner auf die Dächer und Bäume fletterten und zum Teil in den flelgenden Flulen verschwanden, ehe man ihnen Hilfe bringen fonnte. Die Rettungsarbeiten werden sehr erschwert, da nicht genügend Boote zur Verfügung stehen. Der Tarn selbst ist etwa einen Meter zurückgegangen. In Montauban befinden sich 60 Personen feit 30 Stunden auf den Dächern und warten auf Rettung, aber die Strömung ist so start, daß man ihnen noch nicht Hilfe bringen tonnte. Die Stadt selbst ist immer noch von jedem Berlehr abgeschnitten. Der Strom geht nur sehr langsam zurüd. Nach einer Havasmeldung aus Bordeaug steigt die Garpnne beträcht. lich und die Straßen von Cerins und Cadillać find überschwemmt. Nach einer Havasmeldung aus Agen ist auch diese Stadt infolge des Steigens der Garonne isoliert. Die Telephon- und Telegraphen verbindungen sind unterbrochen. Langfamer Rückgang des Hochwassers. Paris, 5. März. lleber den fünf Departements im Süden Frankreichs, die in den letzten Tagen non einer wahren Sintflut heimgesucht worden find, scheint jetzt wieder die Sonne. Langfam meicht das Wasser und läßt ein schreckliches Bild der Verwüstung zurüd. Man könnte glauben, die Gegend fei der Schauplag eines schweren Kampjes gewesen. Fast tein Haus in den fünf Departements Garonne, Tarn, Aude, Haute Garonne und Herauld ist unbeschädigt ge blieben. Jahlreich find die Ruinen, die jetzt beim Zurüdgehen der Fluten auftauchen. Die Beinberge stehen zerstört da. Unzählige Terleichen werden von den Fluten angefchmemmt. Die Zahl der Todesopfer tonnte noch nicht omnähernd genau festgestellt werden. Etwa 30 Ceichen wurden bereits geborgen. Ebensoviel Menschen oder noch mehr werden noch nermißt. Die meisten Dörfer sind ohne Licht. Die Bersorgung mit Lebensmitteln fonnte glüdlicherweiter aufrechterhalten werden und wird jetzt beim Sinfen des afferspiegels erleichtert. Man fann sich ein Bild von der Größe der Katastrophe machen, menn man erfährt, daß in Lavour zum Beispiel das Waffer 10 Meter hoch stand. 100 Häuser ragten nur noch mit der Dadipiße aus den Fluten hervor. Die Telephon, Telegraphen und Gfenbahnverbindungen in dieser Gegend find unterbrochen. Swischen Toulouse und Bordeaur tann fein 3ug mehr vertehren. Gs mird noch einige Lage bauern, bis die Aufräunungsarbeiten die Wiederaufnahme des Berkehrs ermaglichen. Auch die Herstellung der Basser- und Elektrizitäts. merte mird längere Zeit in Anspruch nehmen. Paris, 5. März. Der durch die Ueberschwemmungskataſtrophe allein im Departe. Preffefreiheit für Monarchisten. ment Tarn angerichtete Schaden wird auf 30 Millionen ranten veranschlagt. Die Reffungsarbeiten fönnen nunmehr schneller durchgeführt werden, weil das Wasser zu fallen beginnt. Bisher werden aus diesem Departement sechs Tote gemeldet. Ministerpräsident Tardieu erklärte dem Senator Sarraut und dem Abgeordneten Leon Blum, die bei ihm wegen der Ueberschwemmungsschäden in ihren Wahlkreisen vorstellig geworden find, daß er morgen der Kammer einen Gefehentwurf zur fchleunigen Bewilligung von 100 millionen für die Geschädigten vorlegen werde. Gebt Arbeit! Die„ Wirtschaft" hält sich zurüd. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 24. Fetruar bis 1. März hat sich die Ruhe des winterlichen Arbeitsmarktes in der Berichtswoche schwach weiter gelodert, Doch war die Früh jahrsbelebung noch immer nicht start genug, um die ungünfligen Einflüffe zu überwinden. Insgesamt haben die Zugänge von Arbeitslosen die Abgänge noch leicht überfliegen. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der versicherungsmäßigen Arbeitslofenunterstützung wuchs um weitere 25000 auf rund 2365000 an. • Die schwachen Antriebe, die der Arbeitsmarkt empfing, find ausgesprochen jahreszeitlicher Natur; über ihre Entwicklungsfähigkeit haben fich die Besorgnisse vermehrt. Andere Fattoren der Entipannung fehlen gänzlich Die 3urudhaltung der Wirtschaft wird anscheinend noch übertroffen durch die Reserve, die sich die öffentlichen Berbände in der Auftragserteilung auferlegen. Unter dem Ernst der Lage erfcheint nichts dringlicher, als daß fich ein einheitlicher Wille zur schnellen Herausgabe der verfügbaren Arbeit fände. ПРАВДА 19/0 не говорю сказать,« революционе рах», которые хело организации артели начинают со снятия колоколов. Снять боловода. подумаешь, какая прренолюционность! Как могли возникнуть в нашей сul - головотяпские упражнения-ществления». Эти снег Auch in Rußland darf man fich jetzt über das Treiben fommunistischer Radifalinskis luftig machen und spöttich über , Rrrevolution" mit drei& schreiben. Nur muß man Stalin heißen, wenn man das tun will, jeder andere würde dafür fofort erfchoffen werden. Telegrammzenfur- feine Meldung über den König. Madrid, 5. März.( TU) O Der Ministerraf am Dienstag wurde gegen Mitternacht beendet, ohne daß die Minifter irgendeine neue Erklärung abgegeben hälfen. Berenguer feilte der Preffe lediglich mit, daß völlige Ruhe im Lande herrsche und daß er hoffe, in ungefähr vier Wochen eine größere Propagandafreiheit, besonders für die monariftisch gesinnten Bestrebungen, zulaffen zu können. Außerdem erklärte der Ministerpräsident, er hoffe, in nicht allzu ferner Zeit trotz aller Schwierigkeiten zu den Wahlen schreiten zu können. 3m Zusammenhang damit find neue Bestrebungen zu nennen, die befonders von fierifalen Kreifen des Landes und der hächsten Ariftotrafie ausgehen und darauf hinzielen, die Person des Königs, die in den lehten Tagen stärksten Urgriffen ausgefeht war, zu verteidigen. Zu diesem Zwed wird versucht, eine monarchitise koalition zu schaffen. Die Cage ift weiterhin gespannt Troßbem aber ist es möglich, daß auf Grund der neuerlichen Wahlversprechungen des Ministerpräsidenten fich die aufgeregten Gemüter zunächst beruhigen. Der Streit in Sagunto dauert weiter an. Die Gerüchte um den General Martinez Anido und um eine zweite Diffatur wollen nicht verummen. Die Cöfung der ganzen Frage liegt nach wie vor in den Händen des Königs. Am Dienstag hat der neue Außenminiffer, Herzog von Alba, die ausländische Presse empfangen, ohne jedoch irgendwelche ErPreſſe flärungen abzugeben. Die 3 ensur ist für den Telegrammdienst, nicht aber für den Telephondienst wieder eingeführt und verbietet jede Meldung im Zusammenhang mit der Person des Königs. Beaverbrook- Partei abgetan. Ein Trid Baldwins. London, 5. März.( Eigenbericht.) Die Lage im fonjernativen Lager, die durch die Gründung der Beaverbrook- Partei in den letzten beiden Wochen in arge Berwirrung gebracht worden war, hat sich mit einem Schlage ver ändert. Der ehemalige Ministerpräsident Baldwin, der sich noch türzlich gegen alle Lebensmittelzölle gewandt und damit Lord Beaverbrook das Schlagwort für seine neue Partei gegeben hatte, hielt vor den Lonservativen Parteifunktionären eine Rede, die der Beltreichspartei" den Wind aus den Segeln nimmt. Baldwin trot zmar nicht für den Reichszollverein ein, erklärte sich aber für eine Bolts abstimmung über die Frage der Lebensmittelzölle, um diese Frage der Parteipolitit zu entziehen". Der Ausgang eines solchen Referendums dürfe jedoch keineswegs über das Sein oder Nichtsein einer zufünftigen fonservativen Regierung entscheiden. Da die verfassungsmäßige Praxis Englands die Einrichtung des Referendums nicht tennt, und die Arbeiterregierung mit diesem Plan nichts zu tun haben will, tönnte ein solches Referendum nur unter einer fonservativen Regierung abgehalten werden. Es ist daher auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Rede Baldwins hat das Lager der Weltreichspartei" in mildeste Erregung verfett. Beaverbroof, der am Mittwoch eine Ertlärung über die Agrarpolitit seiner Partei abgeben wollte, hat seine Rede abgesagt und in einem Brief an die Veranstalter ber Bersammlung erflärt, daß Baldwins Aeußerungen eine völlig neue Lage geschaffen haben, mit anderen Worten, daß Beaverbrook die erste Gelegenheit benutzt, um seine mit so viel Lärm und Reflame gegründete Bartei mieder aufzulösen! Beaverbrook und Rothermeres Zeitungen, die sich in den letzten Tagen, als flavische Bertzeuge ihrer Besizer ermiejen, haben die neue Barole Beaverbroots sofort aufgegriffen und deden den Rückzug der Kreuzfahrer des Empire mit diden Schlagzeilen, in denen sie behaupten, daß Baldwin Beaverbrooks Politit ,, voll und ganz" angenommen habe. Im Gegensatz zum tonservativen Lager wird diese neue Entbidlung in der Arbeiterpartei und der Liberalen als eine reine politische Komödie gewertet. Der amerikanische Affienanteil an der Bank für Internationale Zahlungen wird ausschließlich von zwei amerikanischen Bankhäusern, darunter das Banthaus Morgan, übernommen. Die betreffenden Häufer dürftea privatim Einzelaftien an ihre Geschäftsfreunde veräußern. Eine öffentliche Auflegung ist jedoch nicht geplant Material für Preußen. Oem Kultusministerium zur Beachtung empfohlen. Die OberSllrgermeisteraxch-l m Hindenburg brechen. Lange konnte er sich seiner Freiheit nicht erfreuen. heute vormittag wurde er in der Friedrichslraße von einem Juwelier erkannt, der sofort die Polizei benachrichtigte. Bon Beamten der Einbcecherstreise wurde Sandowski daraufhin festgenommen und ins Polizeipräsidium gebracht. Sandowski hat ein sehr abenteuerliches Leben hinter sich. Er weilte längere Zeit in Amerika und bei Villenembrüchen in New Port und Palm Beach fielen ihm Juwelen von außerordentlichem Wert in di« Hände. In einem Falle hatte er besonderen Erfolg. In einer Villa, die«r zur Nachtzeit heimsuchte, war tags zuvor Hochzeit gewesen und der wertvolle Schmuck der Braut befand sich noch auf dem Keschenktisch. Sandowski ließ nicht ein Stück zurück. In Palm Beach und in Miami sielen ihm einmal Juwelen im werte von über einer halben Million Mark la die Hände. In Amerika war er wiederholt zu schweren Freiheitsstrafer, verurteilt worden, und einmal hatte er sogar in einem New-Porker Gefängnis eine Meuterei angezettelt. Als Sandowski wieder in Deutschland auf- taucht«, führt« er stets eine sogenannt« Seemannskiste bei sich, die er wie fernen Augapfel hütet:. Als er einmal ein Krankenhaus auf- suchen mußt«, wurde di« Kiste geöffnet und zum Erstaunen des Krankenhauspersonoils zeigte es sich, daß sie mit wertvollen Juwelen gefüllt war. Der größte Teil dies« kostbaren Schmuck- stück« stammt aus Einbrüchen in Amerika. Nach seiner Flucht aus der Strafanstalt in Tegel, bei der Sandowski zweifellos Helfershelfer gehabt hat, war von dem Aus- brecher zunächst keine Spur zu entdecken. Er ließ sich auch in den Schlupfwinkeln, in denen er sonst unterzutauchen pflegte, nicht blicken. Durch einen Zufall gelang heut« vormittag seine Festnahme. Sandowski stand gegen 10 Uhr vor einem Juweliergeschäft in der Friedrichstroß«, und obgleich er sich in seinem Aeußern stark ver- ändert hatte, erkannte ihn der Inhaber des Geschäftes wieder. Un- auffällig benachrichtigte er das zuständige Polizeirevier, und mehrere Beamte begaben sich im Verein mit Beamten der Ernbrecherstreife nach der Friedrichstraße. Sandowstis Festnahme erfolgte so über- raschend, daß er keinen Widerstand leisten konm«. Nach seiner Vernehmung wird er wieder seine Zelle in Tegel beziehen müssen. Oer Sexualmord in Hosland. Oer Täter ist nicht>er Düsseldsner Mörder. Amsterdam, 5. März. Anter Beteiligung einer tausendköpfigen Menge wurde Dienstag In Arnheim oas Opfer de» Sexualmorde» im Walde von Bennekom, die Mjährige Tine Soperberg. beerdigt Das furchtbare verbrechen, das die Bevölkerung der ganze» Umgebung in riesige Aufregung oerseht hat und große Aehnlichkelt mit den Düsseldorfer Morden aufweist, ist durch die Augenzeugia. die Freundin des Opfers. Fräulein Anni Boerwinkel, in allen Einzeiheilen bekannt. Me beiden Mädchen waren am Donnerstag spazieren gegange», als ihnen am Waidrande ein Mann mit teilweise ent- blößtem Körper entgegentrat, sie ansprach und mit einem Messer bedrohte. Unter sornvährenden Drohungen zwang er die Mädchen, ihm weiter m Sen Wald zu folgen, ihn zu küssen und nötig« sie schließlich auf den Rasen. Kaum saßen sie, stürzte stch der Mann über Fräulein Koperberg; Fräulein Boerwinkel, die verzweiselte Versuche mach«, ihre Freundin zu befreien, wurde von dem Wüterich an den Händen und Armen durch Schnittwunden verletzt. Als sie sah, daß sie nicht mehr helfen konnte, eilte sie hilferufend davon. Der Mörder hat lein Opfer nach rohesten Miß- Handlungen mit fünf Messerstichen getötet. Nach.em die ganze Bevölkerung tagelang die Wälder vergeblich abgesucht hat, ist«s der Polizei Ende vergangener Woche in Cde gelungen, den vermutlichen Mörder, einen gewissen Jan h o e k. festzunehnien. Er ist schon vor mehreren Jahren wegen eines Ueberfalls auf ein Mädchen verurteilt worden. Der Verhaftete hat bisher noch kein Geständnis abgelegt, obwohl sich die Beweise gegen ihn immer mehr oerdichten. Fräulein Boerwinkel hat ihn bei der Gegenüberstellung sofort erkannt und ist bei seinem Anblick in Ohn- macht gefallen. Auch erwies sich sein Alibi als unrichtig Die von deutschen Zettungen oerbreiteten Gerüchte, wonach die Möglichiett eines Zusammenhanges zwischen dem Mörder von Bennekom und dem Mädchenmörder von Düsseldorf bestehen soll, sind indesien mtt ziemlicher Sicherheit als u n b e- gründet zu bezeichnen, wenn auch sie Verbrechen als Sexu.'l- morde viel Aehnlichkelt aufweisen. Es unterlegt ferner keinem Zweifel, daß der Düsseldorfer Mörder deutscher Rationali- tat sein muß, während Jan hoek«in holländischer Vauerntypus ist, der höchstwahrscheinlich noch nie die Landesgrenze über- schritten hat. 1 Monate Gefängnis für Bankier�aihke In der Berufungsverhandlung gegen den Bankier R a t h k e um den Waldenburger Anleiheskandal wurden heut« vor der Großen Strafkammer des Landgerichts I die Plädoyers ge- holten. Staatsanwalts chaftsrat Zimmermann, der gegen das erst- instanzliche Urteil, das gegen den Angeklagten nur wegen Vergehens gegen das Depotgesetz auf 20 000 Mark Geldstrafe erkannt hatte, Berufung eingelegt hatte, führte aus, daß Rathke sich durch sein zweifelhaftes Lombardgeschäft außerdem auch des Betruges gegenüber der Stadt Waldenburg schuldig gemacht hätte und beantragte eine Gesamtstraf« von 11 Monaten Gesängnis. Die Strafkammer des Landgerichts l oerkündete folgendes Urteil: Die B e r u s u n g des Angeklagtin wird v e r w o r s e n. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wird das angefochtene Urtell auf- gehoben und der Angeklagte wegen Betruges in Tateinheit mtt Der- gehen gegen das Bantdepotgesetz zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. Gefängnisrevolie in Lille. Flüchtender Rädelsführer bleibt in Storksiromleitung hängen. pari», 5. März. ImZuchthausvonLillehabenkSStrafgefangene einen Massenausbruch versucht. Im Arbeitssaal überfielen sie den wachhabenden Beamten und raubten sein Schlüsselbund. Di« Tür war aber von außen verriegelt. Der Posten auf dem Korridor schlug Alarm, wodurch der von langer Hand vorbereitet« Versuch verettell wurde. Nur dem Rädelsführer gelang es, in dem allgemeinen Durcheinander zu fliehen. Er war bereits über zw.n Mauern geklettert, als er in eine unterStart ström stehende Drahtsperre geriet. Schwerverletzt wurde er ins Gefängnis- lazarett eingeliefert.' Gerüchtemacher am Wert. * Wer Hai ein Interesse an dem Gefchwäh? Die kommunistischen Pläne für den S. März und die Deröffent- lichungen über Putschabsichten der Rechtsradikalen scheinen inter- effierten Kreisen Veranlassung zu geben, durch Verbreitung von erlogenen Nachrichten in der Bevölkerung Unruhe hervorzurufen. So wurde heut« morgen in den Redaktionen mehr- fach angefragt, ob der Reichstag ausgelöst und ob hindenburg oder der Reichs tags Präsident Löbe gestorben sei. An allen drsi Gerüchten ist kein wahres Wort.* Die Bevölkerung tut gut, wenn sie stch derartige Gerüchte mtt ablehnender Ruhe anhört und den Gerüchtemachern kritisch aus die Finger steht. Oer Kanzler bei Hindenburg. Reichspräsident von Hindenburg empfing heute den Reichskanzler Müller zum Vortrag. Oemonstraiionsverbot in Sachsen. Folgen der kommunistischen„Revolution6"-Phrasen". Dresden. S. März. In der kommunistischen Presse wird für den 5. und 13. März und die dazwischenliegende Zeit zu Demonstrationen und sogenannten Hungermärschen aufgefordert. Nach zahlreichen Borgängen in der letzten Zeit ist mit Gewalttätigkeiten gegen Personen und mit sonsttgen strafbaren Handlungen hierbei zu rechnen. Das Ministerium des Innern hat daher auf Grund des Artikels 123 der Reichsoerfassung für das Gebiet des Freistaates Sachsen für die Zeit vom 6. bis 14. Mörz alle Versammlungen, Umzüge und sonstigen demonstrativen Veranstaltungen unter freiem Himmel verboten. Was die Arbeiter brauchen. „Redliche Arbeit und ständige Befchäfiigung." Washington,'S. März Aus den von Senator Broothartvor kurzem gemachten Bor- schlag, eine Summe von SO AliMone« Dollar für Erwerbslosen- Unterstützung auszuwerfen, antwortet« heut« der Staatssekretär im Arbeitsamt, Davis, mtt dem Hinweis, di« amerikanischen Ar- beiler brauchten redliche Arbeit und ständige Beschäsliguag. aber keine Geschenke. Davis betonte, wi« Reuter meidet, es sei besser, die von Senator Brookhart vorgeschlagen« Summ« für gemeinnützig« Arbeiten und für die Errichtung öffentlicher Gebäude aufzuwenden, als Spende" zu verteilen. Herr Davis hat Recht. Auch di« Arberter in Europa brauchen redliche und ständige Arbett. Das ist es gerade, was den Arbeits- losen fehlt. Der Fehler ist nur. daß man selbst in Amerika von dieser Erkenntnis«rst hinterher ausgeht, nachdem das Heer der Arbeitslosen so stark angeschwollen ist. daß die Regierung g«. zwungen ist, stch nnt ihm zu beschäftigen. Immerhin, die amerikanische Regierung hat wenigstens die finanzielle Möglichkeit, durch Arbeitsbeschaffung emzugreifev. Ob sie es tut. ist noch sehr die Frag«. Denn Davis verkrttt in«incr Er- klärung die Ansicht, daß die Arbeitslos, gkett zur Zett noch immer geringer sei, als in früheren Perioden wirtschaftlicher Depression. Einen der Hauptgründe de» Anschwellens der Arbeitslosenzah' sieht Davis darin, daß sich die Annahme der Aolltarisvorloge im Kongreß so stark verzögert. Nervosität in Rew York. Polizeivorbereitungen gegen die kommunistischen Drohungen New York. S. März. Die New-Porker Polizei hat mit Rücksicht auf die für Doners- tag geplanten großen kommunistischen Erwerbslosen demonstra lionen Vorsichtsmaßnahmen in dem Umsorg« getroffen, wie st« sonst nur für den 1. Mai üblich sind. Unter anderem werden Kir- che» und öffentjiche Gebäude sowohl wi« die Wohnungen bekann- ter Millionäre unter besondere Bewachung gestellt. Man glaubt bei den Behörden noch den vorlHgenden Anzeichen übrigens nicht, daß die Kundgebung den Umfang erreicht, den die Kommunisten an- kündigen. Dagegen herrscht in der New-Porker Bevöl'enmg, wi« di« Blätter hervorheben, beträchtlich« Nervosität, was sich gestern darin zeigte, daß ziemlich beträchtliche Polizeikräfte durch unbegründet« Alarmgerüchte über geplante Bombenattentate und Denumstvatioiien unnütz in Atem gehalten wurden. Der Präsident der russischen Handelsgesellschaft Amtorg, B o g d a n o f f, hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er sich mtt Nachbruck gegen die neuerdings aufgekommene Behauptung wendet, die Demonstrationen würden von der sowjetrussischen Handelsgesellschaft finanziert. »ommvnistenkundgebungen l» Bayern verboten. Wie bereits gemeldet, hatten die Kommunisten für den fl. März auch in Boyern Umzügs anläßlich des kommunistischen Kampftages geplant. Die Polizeidirektion München hat alle die« geplanten Demonstrationen und Kundgebungen sowohl für den 6. März als auch für den 9. März unter Hinweis auf die entsprechenden Bestimmungen der Reich?. oersasiung v e r b o t« n. Geschäftig« Verleumderzuugen wispern, daß die Frau unseres Ge- nassen Grzesinskt, von der er sich getrennt Hot. in Kastei ihren Lebensunterhalt durch Waschen erwerben müßt«. DeSha'b sei mit- aeteiit, daß dies« Frau von ihrem früheren Ehegatten ein« Monatsrente bezieht, die dem Sehalt«ine» schon recht hohen Staatsbeamten sleichkommi. Tradition... Schändliche Soldatenmishandlung d mildeffe Strafe. Stuttgart, 5. März.( Eigenbericht.) Ein schwerer Mißbrauch der Amtsgewalt eines militärischen Borgesezten, des Oberfeldwebels Striebel vom 13. Infanterieregiment, wurde vom Schöffengericht Stuttgart mit der sehr milden Strafe von acht Tagen Stubenarrest gerügt. Striebel hatte einen ihm untergebenen Grenadier strafmeise Striebel hatte einen ihm untergebenen Grenadier strafweise gezwungen, 200 niebeugen zu machen und die Ausführung dieses Befehls der Ueberwachung durch einen Gefreiten unterstellt. Bon der 80. Kniebeuge an wurde der Grenadier immer schwächer, bei der 150. brach er entträftet zusammen und mußte von Kameraden weggetragen werden. Der Grenadier, der heute an chronischem Mustelschwund leidet, führt dies auf seine totale Erschöpfung bei den Kniebeugen zurüd. Er macht Berforgungsansprüche geltend. Nur dadurch kam der Vorgang zur gerichtlichen Aburteilung. Bombenwürfe in Mazedonien. Täter nach Bulgarien zu geflüchtet. Belgrad, 5. März.( Amflich.) Am 3. März warfen um 18.30 Uhr zwei unbekannte Täter durch die Fenster des Hotels National in Pirot zwei Bomben und fofort darauf zwei Bomben auf die Straße vor dem Hotel, wo sich ein zahlreiches Publikum befand. Jm Jnnern des Hotels wurden Stalins Generallinie. Zur wangs Kollektivisierung Rin in die Kartoffeln - raus aus die Kartoffeln!" neun Personen verleht und auf der Straße 16, alles Einheimische. Acht der Verletzten mußten im Krankenhause behalten werden, während die übrigen nach Anlegung von Verbänden nach Hause entlaffen wurden. Bon den acht im Krankenhause Behaltenen starb einer. Die Täfer entflohen im Gedränge aus der Stadt nach der bulgarischen Grenze zu. Blutrache in der Hauptstadt am hellen Tag. Sofia, 5. März. Heute nachmittag ereignete fich im Zentrum der Stadt ein neues Attentat der Mazedonier. In der Schipkagaffe wurde das bekannte Mitglied des mazedonischen Komitees und einer der Führer der Protogerow- Anhänger, der Journalist und Schriftsteller Basil Bundew, der Direktor des mazedonischen Blattes Barbar" und fein Freund Stojan Dimitrow etfchoffen, Bundem, der in der letzten Zeit eine scharfe Rampagne in feinem Blatte gegen die Anhänger Michailows führte, wußte, daß er und seine Anhänger zum Tode verurteilt waren und ging immer mur in Begleitung seines Freundes aus. Die Beiden waren stets bis an die Zähne bewaffnet. In der Schipfagaffe, einige Schritte von der rumänischen Gesandtschaft entfernt, wurden fie von zwei Unbefannten angehalten, die ihre Revolver zogen und auf die beiden zu schießen begannen; Bundem und Dimitrop stürzten tot zu Boden. Die Attentäter suchten zu flüchten, wurden aber von der Polizei eingeholt und verhaftet. Bei ihrer Bernehmung gaben sie an, Angelom und Nebalem zu heißen. Sie feien nach Sofia gekommen, um das Attentat auszuführen. Borher selen sie niemals in Sofia gewesen. Am Abend wurde dann auch noch der Journalist Bob utom, der Redakteur des Blattes Mazedonien" verhaftet, der den beiden Attentätern Bunbew gezeigt hatte. Die Nachricht über diese neue Bluttat der Mazedonier hat in Bulgarien große Beunruhigung hervorgerufen. Bundem war einer der betanntesten Schriftsteller des Landes. Bergrutsch auf Madeira. 16 Personen verschüttet und ins Meer geschleudert. Ciffabon, 5. März Bei Ciriaco auf Madeira ereignete sich ein Berg rutsch 16 Personen wurden verschüttet und ins Meer geschleudert. Ihre Leichen konnten noch nicht geborgen werben. Mehrere andere Bersonen wurden verlegt. Russischer Eisbrecher im Packeis. Kowno, 5. März Wie aus Mostau gemeldet wird, hat die Sowjetregierung ein Radiotelegramm vom ruffisen Eisbrecher Gebou erhalten, der im Bolarmeer im Badets festgetlemmt ist Me bisherigen Berfuche des Gebom", fich von den Eismaffen zu befreien, find fehlgeschlagen. Der Sedow" hat SOS- Rufe von zwei anderen Eisbrechern aufgefangen, die ebenfalls im Eis feftitegen und sich in großer Not befinden. Rheinische Künstler in der Kunstgemeinschaft Ausstellung im Schle U. Lemann und B. Gaertner ebenso bezeichnende Beispiele wie die hellen Rheinlandschaften von Gobiet und die starken und lebensträftigen Schwäne und Taubenbilder von Carl Beißgerber: das Lebendige der ganzen Entwicklung seit dem Jm pressionismus hat hier sein Bestes tonzentriert, Wahrheit der Natur, gesteigerte Farbenlust, höchst persönliche Raumauffassung vereint sich zu einer Kunst vor rauschender Fülle, die am nächsten der Sinnenekstase des Barod steht. Noch größere Willkür der Formenbildung erlebt man bei den wunderlichen Apotheosen A. de haers ( Meeressynthese, Mädchenaft), bei Ludwig ten Hompels ausgezeichnet farbiger Landschaft mit Rühen, bei Erbles Att und Heidelandschaft. Den Gegenpol, der bis zu Albert v. Kellers Tonmalerel der 80er Jahre zurückreicht, stellt Heimigs Dame im Reifrod dar: ein Rüdschritt zweifellos, aber einer von verblüffendem Können. Mit einer Rede von Dr. Wirth, dem Minister für die noch| Dafür find die spanischen Landschaften von W. Tschech, besetzten Gebiete, wurde dieser Tage die Ausstellung Rheinische Kunst in der Deutschen Kunstgemeinschaft eröffnet. Der unermüdliche Staatssekretär Schulz, dessen Berdlenste um die Kunst von der Deffentlichkeit lange nicht genug gewürdigt werden, hatte schon im vergangenen Herbst die Brücke von Berlin nach dem Rheinland geschlagen und eine Filiale der Kunstgemeinschaft in Köln aufgemacht mit einer ausgezeichneten Uebersicht über die Kölner Malerei. Jegt geschah der zweite Schritt, die rheinischen Künstler famen nach Berlin, um das zehn Jahre sehr lodere Band mit der Zentrale fefter zu knüpfen. Die Zeit ist infolge des nahen Abzugs der fremden Besatzungen dazu reif geworden; die Rede Wirths und die Tatsache einer vortrefflichen Ausstellung betonen es: das Rhein land ist wieder gonz unser geworden. Es tut wohl, daß diese Tat fache nicht von nationalistischer Seite fondern von den Trägern der Kultur unterstrichen wird. Dies anschaulich zu gestalten, vermag bie rheinische Kunst allerdings in einem besonderen Maße; sie ist ebenfo deutsch wie europäisch orientiert. Indem wir uns des engen 3u fammenhanges mit dem Rheinland und feiner Kultur bewußt werden, treten wir dem Ideal der europäischen Einigkeit um einen Schritt näher: das ist der gute politische Sinn dieser Beranstaltung. Den Rationalismus aber mollen wir hübsch draußen lassen. Jener fegensreiche Sinn ließe ich freilich nur schwer begreifen, wenn die Ausstellung nicht einen positiven Gewinn für unser Kunstleben bedeutete. Daß sie das tut, ist in erster Linie das Berdienst der Kölner und Düsseldorfer Maler. 3war find auch Frankfurt, Krefeld, Barmen, Aachen, Wiesbaden, Koblenz, Elberfeld vertreten, es gibt ja überall Rünstler mit annehmbarem Talent; über Lokale Bebeutung aber reichen doch nur jene Sentralen des rheinischen Lebens hinaus, soweit die Ausstellung maßgeblich fein mag( für Frankfurt ist sie es bestimmt nicht: da fehlen z. B. Beckmann, Baue meister, Scheibe; da ist überhaupt das wirkliche Können der Künstlerschaft nicht zu erkennen). Und obwohl in einigen Wochen die junge Garde der Rheinischen Gezession gesondert ausstellen wird, geben die drei Säle der Düsseldorfer und Kölner doch schon einen überzeugenden Begriff von dem frischen und träftigen Leben der heutigen Kunst am Rhein. Eines tritt mit besonderem Nachdruck hervor: daß die Düssel dorfer eine geschlossene Gruppe von guter Malerei darstellen; einer Malerei, die auf der Wirklichkeit aufbaut, der umbildenden, romantischen Phantasie aber einen sehr weiten Spielraum läßt. Leben des Orest. Republif- Oper. Ernst Rrenets neue Oper, Leben des Dreft, ist hier gelegentlich der Leipziger Uraufführung, vor sechs Wochen etwa, eingehend besprochen worden. Es fonnte nicht fehlen, daß der Einbrud Don damals sich in allem Wesentlichen bestätigt. In acht Bildern sehen wir eine beträchtliche Menge erregender Borgänge und Be gebenheiten sich abwideln, unb mie, non ferne erfennen mir barin Gestalten und Geschicke der griechischen Sagenwelt wieder; es ist buntes Theater, instinktsicher und strupellos gemacht, effettvoll zum Teil, und nur vieles im Hinblid auf die beabsichtigte Wirkung zu weit ausgesponnen. Und es erflingt dazu Mufit aller heutigen und geftrigen Stilgattungen, es ist, als wüßten die einzelnen Atte und Szenen nichts voneinander; die verschiedensten Stile stoßen zufammen, ohne jeden Versuch der Verschmelzung, die freilich nur vermöge der Ueberlegenheit eines ordnenden Kunstwillens gelingen tönnte. Aber die Musik hat Fluß und Fülle, sie ist sehr wahllos in den Einfällen, immerhin um Einfälle taum je verlegen, und das ist bei der vierstündigen Dauer diefer Oper immerhin feine Kleinigkeit. Nur wenn man diese höchst ungriechische Griechenoper, die fich ein bißchen groß und bedeutend gebärdet, nicht allzu wichtig nimmt, fann man sie, um ihrer positiven Qualitäten willen, gewiß gern hin nehmen. Eine Probe seines weit überdurchschnittlichen Talentes abzulegen, hat Ernst Krenet sicher nicht mehr nötig; und es ist weniger feine Schuld als das Unrecht der heutigen Zeit( oder derjenigen, die in diefer den Ton angeben), menn fie von dem taum Dreißigjährigen gültige, endgültige, für die Gegenwart repräsentative Berte erwartet. Der Erfolg, matt nach dem ersten, zögernd nach dem zweiten Att, fchwillt stürmisch an nach dem dritten, der in einer großartigen Maffenfgene jäh gipfelt; hier erreicht auch Begals Inszenierung ihren bedeutenden Höhepunkt. Aber der Beifall zum Schluß gilt vor allem Klemperer und seinem ausgezeichneten Ensemble; er gilt der prachtvollen Arbeit des Abends und, wie es scheint, nicht mar des Abends, sondern des Jahres: der für Berlin unentbehr lichen Arbeitsleistung der Republil- Oper und ihrem Bestand, gegen den es von gewiffen Seiten in der Deffentlichkeit wieder einmal ein bißchen heftig getrieben wird. ,, Vatichi, der Holzfäller." Ein Japanfilm im Ufa- Pavillon. K. P. Wir haben schon einige japanische Filme bei uns gesehen, nicht nur von Europäern in Japan aufgenommene, fondern auch rein japanische. Aber das ferme Band des Ostens ist trotzdem vom Film fo gut wie nicht erschlossen. Auch dieser neue Film, so intereffant er ist, sagt noch nicht bas legte Bort. Es ist eine faltsame Mischung des ursprünglichen und des modernisierten Japan darin. Der Holz fäller Datichi gibt sein fleines mutterloses Mädchen, obwohl er rührend an ihm hängt, an feinen Grundherrn, einen reichen Baron ab, der selber feine Kinder hat. Aber vor Sehnsucht nach dem Kinde märe er bald dem Schnapsteufel verfallen. Da sieht er die inzwischen Herangewachsene in seinem Bald wieder. Sie findet, ohne zu wissen, wer es ist, Gefallen on ihm und nimmt ihn in die Stabt mit. Er ist ihr unterwürfiger Diener, der alles für sie tut, alles leidet, auch ihren ungerechten Born und fich schließlich für fie opfert, um sie vor einem betrügerischen Bewerber zu retten. Im Rampf mit diesent verunglüdt er. Schmerzbewegt ist der Abschied an feinem Todes. lager. Eine etwas rührielige Begebenheit, die aber durch die japanische Rindestrebe gemilder. wird. Der Regiffeur Safati gibt einbring. fiche Bilder von dem Beben der Holzfäller im Walde. Weniger intereffiert uns das europäisierte Leben der höheren Schicht mit feinem europäischen Liebestonflift. Der Film hat nicht das westleriche Tempo. Er liebt das Breite und Anschauliche Aber in ber Rampiizene zeigt er mit einem Male eine große Lebendigkeit. atigi Iwata gibt uns den allerbesten Begriff von japanischer Darstellung. Der arme, einfältige Holzfäller ist in jedem Zuge echt, mit höchstem Realismus gezeichnet, aber doch welche feine Mensch lichkeit stedt in ihm, und wie versteht er feinen Schmerzen und Konzentrierter und vielseitiger zeigt sich aber die Kölner Malerei, die deshalb mohl den Höhepunkt dieser Schau bedeutet. In ihrem Saaf gibt es taum etwa Gleichgültiges: die prachtvolle, von Cézanne in diretter Binle stammende Malerei zarter Töne bei Ahlers Heftermann, die phantasievolle Feinheit in Greferaths Stilleben und vor allem in seiner traumhaften Rheinlandschaft, der strenge Raumstil Richard Seewalds und Sansens empfundene Tonigkeit( Bröhltal) stehen auf ber helleren stadthof von Josef Bell auf der anderen, die die Gegenwart Seite der Lebensauffaffung; der düstere und eindringliche Großals lebensfeindlich empfindet. Dann aber die ins abftratte Gebiet Abschweifenden, die mehr Zusammenhang mit dem Stonstruktionismus und moderner Architektur suchen, die stärkste Absage an das malerische der Düsseldorfer bedeuten: Seiwert und Heinrich Hoerle rühren an die strenge Figuralfonstruktion von Ostar Schlemmer, ohne freilich seine Unbedingtheit und Klaffizität zu erreichen: bedeutender und selbständiger Anton Räderscheidt, dessen Figuren noch ein Hauch von malerischer Auflösung lebendig macht, ohne ganz vom Kompromiß loszukommen( er hat schon Stärferes gegeben), vor allem, und vielleicht als ein Höhepunkt dieser rheinischen Auslese anzusehen: das ganz be= zaubernde Mädchenpaar von Martha Hagemann, die sich zur tompositionellen Klarheit gefunden hat und diese mit einem 3uschuß starter und süßer Empfindung überströmt: ein Schritt auf bem Wege zu einer endgültigen und töstlichen Lösung des Problems, Menschen und Raum zu identifizieren. Dr. Paul F. Schmidt. Rümmernissen ergreifenden Ausdrud zu geben! Keine laute Pathetit, alles leise, weich, aber um fo padender. Auch gute Einblice in die japanische Landschaft, dieses prachtvolle Ineinander von Berg und Meer, vermittelt der Film, den Richard Hutter, selber Regisseur eines japanischen historischen Films, eine gute deutsche Bearbeitung zuteil werden ließ. D. Das Mädchen mit dem Muttermal." Alhambra In der Alhambra lief für Interessenten und Preffe als Nacht vorstellung das russische Filmluftspiel Das Mädchen mit dem Muttermal". Eine merkwürdige Erbschaftsgeschichte bildet die Handlung, die in Paris und in Mostau spielt. Sie bietet Gelegenheit, den forrumpierten Westeuropäer mit den edlen nur in der Gemeinschaft lebenden Russen zu vergleichen. Und hier liegt fünstlerisch der Bruch. Denn während der Europäer nur als Raritatur aufgefaßt wird, beinahe in der Art amerikanischer Grotestfomiter, erscheint der Ruffe pollfommen naturalistisch. So entstehen Szenen, die sich künstlerisch zu feiner Einheit zusammenschließen. Vor allem aber ist der Film zu lang. Immer wieder gefallen wigig gestaltete Ginzelheiten, doch es fehlen die Steigerung und die lleberraschung des amerikanischen Films. Die einzelnen Szenen gleichen sich zu fehr, variieren ständig dasselbe Thema, und auch die Schauspieler, als Typ gut, wandeln ihn nicht genügend ab. Energische Striche tönnten vielleicht den Film retten. „ Masken." Zitania- Palaft. F. Sch. Früher haben wir serienmeise die Stuart- Webbs- Filme erlebt. Damals war Stuart Webbs Hans Dampf in allen Gaffen, er war als Detektiv der einzige Schlaufopf im Kreise einer hellios vertrottelten Polizei. Das war auf die Dauer sogar dem anspruch losestem Filmpublikum zu dumm und darum ließ man späterhin den Detektiv den Hauptafteur einer intelligenten Polizei fein. Jetzt aber magte man es, Stuart Webbs als den Genasführten zu schildern. Er, der sich darüber beflagt, daß es faum mehr Verbrechen mit start menschlichen Motiven gäbe, mird reingelegt von einem Verbrecher, der unschuldig verurteilt war und sich selbst Genugtuung verfchafft. Rudolf Meinert ist Regiffeur und Manuftriptschreiber zugleich. Ohne diesem Film den geringsten erzieherischen und tulturellen Wert zuzusprechen, muß man eingestehen, daß er geschickt gemacht ist. Meinert feßt nicht nur jede Szene unter Hochspannung, er schafft auf Gestalten, die nie außerhalb des menschlichen Verftebens und Empfindens handeln. Der Photograph Günther Krampf[ pielt sehr schön hell und dunkel gegeneinander aus und manche Szene wird allein durch ihren optischen Reiz einbrudsstart. Karl Ludwig Diehl ist ein sympathischer Stuart Webbs, ein Detektiv, der sich auf seinen Beruf und auf Mastenkunst versteht, der aber nie üblermeise prahlt. Jean Murais Jonny ist der eble Verbrecher, der stets ein ganzer Stert bleibt und seine Rolle nicht einen Augenblid ver titscht, Betty Astor und Marcella Albani find zurüde. b. haltend und erweisen dadurch diesem Film gute Dienste. Die diesjährige Große Berliner Kunstausstellung. Die günsti gen Erfahrungen des Borjahres haben veranlaßt, die diesjährige Große Berliner Kunstausstellung auch in diesem Jahre wieber statt im Moabiter Glaspalaft im Schloß Bellevue ftattfinden zu laffen. Sie wird dieses Mal zwei Abteilungen umfassen: zuerst eiste Ausstellung von Defgemälden, auf die eine Ausstellung von Werten ber Schwarzweißfunft, Aquarellen ufm. folgt. Blaftit soll in beiden Abteilungen gezeigt werden. Die gesamte Dauer der Ausstellung ist Dom 1. Mai bis 15. Oftober. Was wird aus den Sonderabteilungen der Bolfsbühne?" Der Mus fpracheabend der Sonderabteilungen, ber fich mit biefer rage befchäftigen wird, findet beute, am 5, 20 lb. in aberlands Feftfalen, Neue Friedrichstraße( Eingang Mochstraße), statt. Butritt frei gegen Borweis ber Sonderabteilungen Mitgliebsfarte. John Was foftet ein Kind? nigd bet. Wie sich Kinderzahl und Ausgaben im Arbeiterhaushalt verhalten. stehen, wenn man für die große Familie im Jahr noch feine 20 Mart erübrigen fann? Bon Bergnügungen" fann bei 16 Mart Jahresetat in einer sechs bis achttöpfigen Familie taum noch die Rede sein! Es wird soviel über eine Krisis von Familie und Ehe geAber die meisten diefer Aeußerungen entstammen der Anchauung bürgerlicher Verhältnisse. Welche wirtschaftliche Beben tung das Zusammenleben im Familienhaushalt zwangsläufig noch für die proletarische Familie hat, lassen die bisherigen Ergebnisse der Haushaltungsstatistit vermuten. Gerade der Einblic, den die Haushaltungsstaliftit in die materiellen Grundlagen fozialer zu fammenhänge gewährt, macht sie soziologisch wertvoll. Es ist daher zu begrüßen, daß das Statistische Reichsamt eine besondere Unterlegten Sachen der Eltern auftragen mußten, sondern daß auch fuchung über den Einfluß der Kinderzahl auf die Aus gaben im Arbeiterhaushalt unternommne hat. Einer folchen Untersuchung stehen insofern befondere Schwierig. feiten entgegen, als mit wachsender Kinderzahl auch meist ein größeres Einkommen verbunden ist. Das hat verschiedene Ursachen. Die Er. gebnisse der AfA- Statistik wie der amtlichen Erhebung laffen 3. B. Dermuten, daß fich im Ange ftelltenhaushalt das zweite Rind erst dann einstellt, wenn der Ungestellte über ein Einkommen in bestimmter Höhe verfügt. Im Arbeiterhaushalt erhöht fich dagegen das Einfommen finderreicher Familien berhältnismäßig rasch dadurch, daß die älteren Kinder frühzeitig anfangen müssen, milverdienen zu helfen. Eine genaue Untersuchung über den Einfluß der Kinderzahl auf die Haushaltsführung muß fich daher auf Wirtschaftsbücher folcher Familien beschränken, die ein annähernd gleiches Ginfommen haben. Die Darstellung des Statistischen Reichsamts beruht daher zunächst nur auf 218 Arbeiterhaushaltungen mit dem verhältnis. mäßig hohen Jahreseinfommen, von 3000 bis 3600 m., was einem Bacheneinkommen von etwa 58 bis 70 m. entspricht. Dieses Gin tommen besteht nicht nur aus dem Wochenlohn des Familienvaters, fondern enthält gleichzeitig alle Nebeneinnahmen des Mannes und der Frau.( Haushaltungen, in denen Kinder von mehr als 15 Jahren oder andere erwachsene Personen lebten, sind dabei nicht berücksichtigt.) werden. Für Bekleidung und Wäsche murde in den untersuchten finderfosen Haushaltungen im Jahr 402 m. ausgegeben. Wenn in den Familien mit 4 bis 6 Kindern dafür 423 m. aufgewandt wurden, so bedeutet das offenbar, daß nicht nur die Kinder die abge: die Eltern sich billigere und schlechtere Sachen laufen mußten und wieviel mühselige Näharbeit der Mutter in der engen Wohnung bei schlechter Beleuchtung mag darin steden! Aber all diese Ginschränkungen an Bohmung und Kleidung, an Körper und Gesundheitspflege ermöglichen feineswegs nun einen fopiel größeren Nahrungsmittelaufwand, mie, er für die wachsende Familie notwendig wäre. Dabei wird der Wohnungssprélráum durch die geringere Steuerleiftung der größeren Familie noch nicht unwesentlich gesteigert. Es ist aber erschreckend, zu sehen, wie der Berbrauch bei Butter, Ciern, Fleisch und Fleischwaren, Obst und Gemüsen mit zunehmender Familiengröße zurüdgeht. Während der finder lose Haushalt im Jahr 83 P. für Butter ausgeben, also ein fnoppes Bfund in der Woche verbrauchen kann, muß die Familie mit 4 bis 6 Kindern mit 49 M. im Jahr oder einem halben Pfund Butter für 6 bis 8. Berfonen in einem halben Pfund Butter für 6 bis 8 Berfonen in ber Woche auskommen! Sinkt der Butterverbrauch auf die Hälfte, fo, steigt gleichzeitig der Aufwand an Margarine auf das Vierface, von 20 m. auf 81 M. im Jahr.( hier offenbart sich der tragische Sinn z. B. des Reflameverschens Cßt Abo, sagt Mutter, meg mit de Bufter!") fiegt, die Borauslegungen für eine größere Rinbera zahl nicht gegeben find. Der Kinderfegen wird hier zum Fluch. Es wird in Deutschland häufig in letzter Zeit der Geburten. rüdgang als Rotschrei hinausgefuntt. Solange aber die Not in den meisten Proletarierfamilien noch größer ist als in den Hauss haltungen der Statistik mit ihren hohen Einkommen, so lange fann eine größere Kinderzahl nicht verantwortet werden. Unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen sind zwei Kinder für die Er. haltung des Voltes mehr mert als vier, meil der Real1ohn der 2rbeiterschaft nicht ausreicht, um mehr Kindern gefunde Lebensmöglichkeiten zu bieten. Otto Suhr. Gesindel in einer Gemeindeschule. Unbekannte Täter demolieren die Klasseneinrichtungen. Wie die Hunnen haben unbekannte Täter in der 89. Gemeindeschule in der Bromberger Straße gehaust Nach Schluß des Unterrichts am Bormittag werden einzelne Räume auch während der Nachmittagsstunden für gewerblichen Unterricht und anderes in Anspruch genommen. Erst nach dieser Seit müssen sich die Täter eingeschlichen haben. Sie haben nur wenig gestohlen. dafür aber um so größere Berwüstungen angerichtet. In dem Lehrer und in Klassenzimmern wurden die Wände mit Linte besprigt und mit Inschriften bejubelt. Die Landkarten wurden mutwillig. zerschnitten, die Geigen der Lehrer zerbrochen Im Physifzimmer würden die Apparate zerstört Ein großes Aquarium wurde umgestülpt, das Wasser ausgegossen, so daß Fische und andere Tiere sterben mußten. Der Schulwart, der die zerstörung entdeckte, erstattete Anzeige bei der Kriminalpolizei, doch hat man von den Tätern noch feine Spur. Es scheint sich hier weniger um einen geplanten Diebstahl als um eine a bfichtliche Gabeschädigung zu handeln. Mitteilungen über etwaige Beobachtungen verdächtiger Leute in dem Schulgebäude werden an Kriminalkommissar Moritz bei der Dienststelle B. 8 im Bolizeipräsi dium erbeten. Der verurteilte Prälat. Am 6. März findet vor dem obersten litauischen Ge. richtshof in Komno die Berufungsverhandlung gegen den zu acht Jahren. Kerfer verurteilten Bischof Dichaustas statt. Er mar haben. Die erste Verhandlung ging hinter geschloffenen Türen vor angeflagt, feine frühere langjährige Geliebte ermordet zu fich. Das, was die Deffentlichkeit erfuhr, genügte jedoch, um diesen hohen Geistlichen in sehr schlimmem Licht erscheinen zu lassen. Während des Prozesses entstand sogar der Berdacht, daß er auch am Db nur Mann und Frau im Binderlosen Haushalt am Tische figen oder noch ein halbes Dugend Kinder fattzumachen sind, der Verbrauch an Gemüse, an Obſt, an Eiern, an Fleisch bleibt sich Berufungsverhandlung in Sachen des Bischofs Olschauskas ziemlich gleich. Dafür steigen mit wachsender Familie die Ausgaben für Roggenbrot und Kartoffeln etwa auf das Dreifache. Nach der herrschenden Meinung der Mediziner entDas Ergebnis diefer Untersuchung auf eine tnappe Formel gehalten aber Butter und Eier, Fleisch und Fisch die lebenswichtigen bracht, lautet: Mit der Familiengröße erhöhen fich die Ausgaben für die Ernährung, während diejenigen für die sonstigen Lebensbedürflichen Bitamine, so daß in den untersuchten Haushaltungen mit die Ernährung, während diejenigen für die sonstigen Lebensbedürf. Eiweißstoffe, Gemüse und Obst enthalten vor allem die unentbehr niffe zurüdgehen. Diefes Ergebnis war bei diesen EinkommensDerhältnissen zu erwarten: Je mehr Mäufer zu stopfen sind, wachsender Kinderzahl eine wesentliche Minde desto größer müssen die Ausgaben für die Nahrungsmittel sein und rung in der Qualität der Ernährung eintritt. Die Ausgaben für Nahrungs- und Genußmittel betragen im desto mehr müssen die übrigen Lebensbedürfnisse eingeschränkt kinderlosen Haushalt bei einem Einkommen von 3300 M. im Jahr 1200 M., auf jede. Person entfallen daher rund 600 M. Lebens. mittel jährlich. Nach den Berechnungen, die das Statistische Reichsamt sonst in feiner Statistit ouf Grund von Berhandlungen mit dem Reichsgesundheitsamt anwendet, ist der Ernährungsbedarf eines Kindes unter 9 Jahren etwa auf die Hälfte eines Erwachsenen zu veranschlagen. Geht man davon aus, daß ein Einkommen son 3300 M. einem finderlosen Ehepaar die ausreichende und für das heutige Wirtschaftstempo auch erforderliche Rahrung ermöglicht, dann müßte ein Ehepaar mit einem Kind unter den gleichen Lebensverhältnissen theoretisch 1500 m. für Nahrungs- und Genußmittel ausgeben, statt dessen ermöglichen aber die Einschränkungen an Wohnung, Kleidung und sonstigen Lebensbedürfniffen nur 1400 m. für die Ernährungsausgaben. Eine Familie mit 4 bis 6 Kindern müßte theoretisch 2700 m. für Nahrungsmittel ausgeben( 1200 M. für die Eltern und je 300 m. für jedes Kind), in Wirklichkeit kann sie aber noch eine 1700 m. aufwenden: Es ist aber aufschlußreich zu beobachten, wie sich diese Um stellung in der wachsenden Familie vollzieht. Wir stellen zu diesem Zwed den Haushalt ohne Kinder dem Haushalt mit 4 bis 6 Kindern gegenüber. Bei gleichem Einkommen wird in den finderlosen Haushaltungen für die Wohnungsmiete mehr ausgegeben als in den finderreichen Tode feines seit Jahren verschwundenen Sohnes schuld ſei. Olſchauskas beteuerte jedoch seine Unschuld am Tode feiner Geliebten. Der neue Prozeß dürfte die Deffentlichkeit in noch höherem Maße bewegen als die erste Berhandlung, da sich jetzt ein Mann gefunden hat, der sich des orders bezichtigt, wegen beffen Olschaustas verurteilt wurde. Schon während der erften Verhandlung war die Rede davon, daß in der Nähe des Latortes eine verdächtige Berfon gesehen worden sei. Der angebliche Täter ist ein mehrfach vorbestrafter Landstreicher, der sich jetzt im Kownoer Gefängnis befindet, Berufung im Molinari- Prozeß. Im Molinari roges hat die Staatsanwaltschaft Breslau nunmehr ebenfalls Berufung eingelegt, und zwar nicht nur gegen Molinari und Grzimet, sondern auch gegen Urban und Tantelberg, die mur zu Geldstrafen ver urteilt worden waren. die anwachsende Familie wird also gezwungen, enger zu fammenzurüden, hat weniger Wohn- und Lebensraum zur Berfügung als das finderlose Ehepaar. Da aber die Wohnverhält. niffe die Grundlage für die gesundheitliche Entwicklung der Familie biben, verschlechtern sich sehr wahrscheinlich unter den obwaltenden Eintommensverhältnissen mit zunehmender Kinderzahl auch die Bedingungen für die Gesund heit der Familie. Diese Tatsache wird noch schärfer beleuchtet, Gewiß fann man sagen, daß, wo vier fatt werden, auch der wenn man aus der Statistik erfährt, daß fein Haushalt mit Kindern fünfte nocy miteffen fann, gewiß ergeben sich aus dem Zusammenfür Körper und Gesundheitspflege, für Heizung und Beleuchtung leben mehrerer Ersparnismöglichkeiten im Haushalt. Niemand aber soviel aufwenden tann wie das finderlose Ehepaar. Worin wird behaupten können, daß die Ersparnisse so groß sein tönnen, fann aber die Gesundheitspflege noch bestehen, wenn eine Familie daß fie auch nur im entferntesten die Differenz aufheben können. mit 4 bis 6 Kindern dafür ganze fünfzehn Reichsmart in 12 Monaten Es fonn fein Zweifel fen, daß selbst bei diesen Arbeiterfamilien, aufwenden tann?! Und worin tann die Erholung bederen Einkommen weit über dem Durchschnitt der Arbeiterschaft bruderei und Berlaasanftait Baul Ginger& Co. Berlin SB 68. Lindenstraße& Theater, Lichtspiele usw. Mittwoch, 5 3. Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ab. C Mi. No. 7 Jahres- Ab.- V. Bo. 62 19 Uhr Mittwoch, 5. 3. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus IV 191 Uhr Tannhäuser Mignon Ende geg. 23 Uhr Ende g. 22½ U. Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik Vorst 39 20 Uhr am Gendarmenmarkt St. R. 1 Mi. No. 6 Jahres- Ab.- V. No. 55 20 Uhr Hans Heiling Ein besserer Herr Ende n. 2234 Uhr Ende 22 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 0 thì Hans Im Schnakenloch Ende nach 221 Uhr Direktion Dr Martin Zioke! Komische Oper Merkar 1401 4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8 Uhr Friedrichstr.104 Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guldo Thielscher, Schulz, Schroth, surg, Hildebrand, Walter Raus, Flink Behmer, Wensk Lustspielhaus 8½ U. Friedrichstr. 236. Bergmann 2922-23. Volksbühne Deutsches Theater Theater am Bülowplatz. DN8 Uhr Amnestie Schauspiel v Carl Mar. Finkelnburg Regie: Günth. Stark Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Hans im Schnakenloch Staatsoper D2- Weidendamm 5201 Tägi. 81% Uh Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardi Kammerspiele D2 Weidendamm 5201 8 Uhr SCALA Tägi. 5 u. 8, Uhr. B5 Barb. 9250 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M. Gastspiel Erich Carow und weitere 9 internation. Attrakt onen Tägi. u. Letzte Autiührungen PLAZA Tag. 5 815 Der Kandidat von Carl Sternheim Regie: Hans Heinrich Am Pl. d Republik Die Komödie 8 Uhr Hans Heiling Sonut. 2., 5 u. 8" Alex. E 4, 8066 INTERNAT. VARIETE 11 Bismck.2414/ 7516 3% Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr 8 Uhr Letzte Aniführungen Lothringer Straße 37. Hewiderroille nur bis 7. Mürz Metropol- Th. Victoria Seine Hohelt der Bettler 8 Uhr von S. Maugham. Regie: Musik: Das Land des Max Reinhardt Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Mischa Spoliansky. Franz Lehar Trianon- Theate Direktion Dr. Robert Kleir Deutsches Künstler- Theat Barbarossa 3937 814 Uhr Dir. Bans Arnim Georgenstr. 9 Täglich 84 Uhr Ole Freundin von Hermann Sudermans Preise 1, 2, 3, 4 M. Fins, zwei, drei Komische Oper von Franz Moinar mit Max Pallenberg. Vorher: Souper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8% U. Hulla di Bolla Berliner Theater Schwank von Arnald und Bach Donhoff 170 Täglich Uh Lustspielhaus 14 Friedrichstr. 236. Liebe auf den zweiten Blick. Die Straße Bergmann 2922/23 Riemann Haack. Vorverkauf in belden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. mit Albert Bassermann. Täglich 81 Uhr Liebe auf der Regie Heinz Hilper zweiten Blick Sonnabend, den 8. März, zum 1. Male Der wahre Jakob Jutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M ROSE Theater Große Frankfurter Straße 13? Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 Täglich& 15 Uhr nur noch bis Donnerstag, 6, 3, die Operette ..Gasparone" Ab Freitag, den 7. März, täglic 8.15 und Sonntag 5.15 u. 9 Uh die Operette Die gold'ne Meisteri von Edm. Eysler Für die Kinder: Sonnabend, d. 8 März. 5 U und Sonntag, d. 9 März 2.30 zuim letzten Male Aschenbrödel" Sonnabend, den 8. März, Nachivorstellung 11.30, sowie jeder Sonnabend im März:„ Der Mustergatte", amerik.Lustspiel Wetter für Berlin: llebergang zu veränderlichem Weiter mit Neigung zu Schauern. Am Tage fühl und etwas mindig. Für Deutschland: In Mittel und Ostdeutschland veränderlich, vielfach Schauer. Um Tage ziemlich fühl, in West- und Süddeutschland woltig bis bedeckt und noch vorwiegend troden, am Tage mild. Berantwortl, für bie Redaktion: Bolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin Berlag: Borwärts Berlag 6. m b S., Berlin. Drud: Borwärts Buche Sierzu 1 Beilage. Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 Theat. a. Kolfb.Tor A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arthur Roberts 8 Uhr Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr( halbe Pr.) SARRASANI Tel. Baerwald 4335 36, 0800, 0950 Mittwoch, 3 Uhr: Familien- Vorstellung, Kind. halbe Preise auf all. Plätz. v. 2.20 Mk. aufw. 71 Vorstellung Die letzten Vorstellungen haben! Reichshallen- Theater Abends Sonntag nachm. E Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nachm.3 U. EliteSänger, 8 Trümpfe nicht z. Ebetbietend. Marz- Programm! Winter Brief Garten⭑ 8.15 Uhr entr. 2819 Rauchen erlaubt Das neue Programm mit sensationellen in Berlin noch nicht gezeigten Neuheiten Lessing- Theater GROSSES SCHAUSPIELHAUS Weidendamm 2797.0846 Täglich 8. Uhr Affäre Dreyfus von Rehfisch und Herzog Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 ( Zentral- Theater) 9 Steffiner- Sänger Täglich 4 Uhr Varieté Neu: 8 Uhr 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL Sonntag nachm. ungek. halbe Pr. bei JUERGENS Alexanderplatz Neue Königstr.43 Blumenspenden jeber Art Itetett preiswert Paul Golletz Dorm. Robert Meyer Mariannenstraße 3 Ede Naunynstraße Amt Morigpl 10303. NEUE WELT U- Bahn Hermannplatz Die Fledermaus ,, Sanatorium mit Gustav Matzner Sonnenstich" Nachm.: Halba Preise, volles Programm Dönhoff- Bretti Konzert- Tanz Preise 1, 2, 3 M Planetarium am Zoo Verläng Joachimsthaler trab B.5 Barbarossa 5578 16 Uhr Der FrübBarnowsky- Bahnen Kleines Theat.rsbimmel Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8% Uhr Professor Bernhardi von Arthar Schnitzler Merkur 1624 Tägl. 8% Uhr Madame hat Ausgang Erika von Tellmann Paul Hörbiger Hermann Scha fu 15 Uhr Merkwürdige : Sterna( Riesen u.Zwarge 20% Uhr Unser Mond Eintritt Mark Kinder 50 Pf. Hasenheide 108/14 Arnold Scholz Gr. Bockbierfest und letztes Gastspiel Johann Strauß Voranzeige für Donnerstag, den 6. März 1930 Gr.Bookbierfest, dr. Schweineschladit. and Haus Bergmann Gildehof- Abend. Viele Gratisüberraschungen. KLEINE Bettenege- Vider Barnowsky Theater a. Westens ANZEIGEN Fürst Komödienhaus Täglich 81 Uhr Der Lügner Gegründe 1908 Täglich 81 Uhr Elserne Bettstellen, Kinderwagen, Beftfedern n'et's In der Gesamtauflage Fabrik für sämtliche Polstermöbel Bettenreinigung Hotel Stadt des Vorwerts sind erfolgt auf modernster ciektrischer Maschine Lemberg Berlin- Neukölln, Hermannstr. 31-33 und die onne Musik von Gilbert von Curt Götz Lori Leux besonders wirksa und trotzdem Leo Schützendori Schr billig! Tel.: F 2 Neukölln 1424 Filialen: Berlin- Tempelhof, Berliner Str. 132 rus Britz, Chaussecsir, 36 a. Beilage Mittwoch, 5. März 1930 ABBA Dorfpläg A 1500 gm B 17.00 C C 1600m ABBA Plan zur Anlage einer Kolonie Angesichts der anhaltenden Arbeitslosigkeit wird für weite Kreise die Frage levendig, ob nicht durch eine Auswanderung neue Lebensmöglichkeiten erschlossen werden fönnen. Insbesondere gilt immer noch Amerika als das Land der unbegrenzten Möglich feiten". So ist es jedesmal von Interesse, wenn durch eingehende Studien von diesen Absichten und Möglichkeiten berichtet wird. Ein solcher eingehender Bericht liegt neuerdings über Bara guan vor. Der Verlag Streder u. Schröder hat ein umfangreiches Bert über Paraguay aus der Feder des um die Beziehungen Deutschlands zu Südamerika verdienten Konsuls Dr. Adolf R. Schuster herausgebracht.") Zwischen Chaco und Urwald Das Buch ist nach bekannter deutscher Gelehrtengründlichkeit angelegt und bringt somit alles, mas über das Land bekannt ist. Ueber die staatlichen Einrichtungen und den Verlauf der Geschichte mie über die Arten und Bösartigkeiten der Insekten und Reptilien ist mit gleicher Gewissenhaftigteit berichtet. Trogdem( oder vielleicht gerade deswegen) verdiente das Buch den Untertitel: 5) and. buch für Auswanderer. Denn von der ersten bis zur letzten Seite ist dem Leitwort gefolgt: Was muß der Kolonist vom Lande wiffen, um sich erfolgreich zu behaupten? Die Republik Paraguan im Innern Südamerikas, eingeteilt von Brasilien, Argentinien und Bolivien, ist etwa ein Fünftel fleiner als Deutschland mit ungefähr 1 Million Einwohner. Aber das Land ist auch nicht im entferntesten gleichmäßig bewohnt oder bemohnbar, vielmehr scheiden zwei von den drei großen Landschaften nahezu ganz aus. Etwa 60 Broz. entfallen auf den Chaco, jene endloje, savannenartige Ebene, die teils Salzsteppe, teils regenarmes Trodengebiet heute noch wirtschaftsfeindlich ist und für eine Kolonisation nicht in Frage fommt, trotz der beachtlichen Vieh meiden. Ebenso ist die hügelige östliche Baldzone für eine Kolonisation nicht sehr zugänglich. Der außergewöhnlich gute Beden dieses Gebietes( zum Teil vulkanisches Gestein!) hat mit sehr günftigem Regen und feuchter Luft bet subtropisch- gemäßigtem Klima einen dichten Urwald hervorgebracht, der zu 97 Broz. dieses Gebiet bedeckt und erst unter schmerster Arbeit den fruchtbaren Boden wertvollen Kulturen freigibt. Go liegt das Schwergewicht des wirtschaftlichen und staatlichen Lebens nicht in dieser zukunftsreichen Zone, sondern in der Kleinsten der drei, der Flußlandschaft, dem eigentlichen Baraguay. Syier an den Ulfern des Riefenstromes Paraguay und seiner östlichen Nebenflüsse, auf dem leichtgewellten, humusreichen, oft falfhaltigen Boden, der die Brüde schlägt von den endlosen Weiten des Chaco zu den unruhigen geschloffenen Basaltrüden des Oftens, ließen sich die ersten Ansiedler nieder, gehalten von der Anmut der Landschaft, den ansprechenden klimatischen Bedingungen und dem Reichtum des Bodens und der Pflanzen und Tierwelt. In meitem, oftmärts gegen die Hügel geschlagenem Bogen um die Hauptstadt Asuncion herum finden wir die Hauptzentren der Kolonisation, die größte, etwa 8000 Mann starte spanische Kolonie, die italienische, nordamerikanische, englische und auch die deutsche Kolonie mit ( 1914) ungefähr 4000 Köpfen. San Bernardino, Nueva Germania, Cloß Hohenau, Rosario Lomas um einige Namen zu nennen find die Stützpunkte der deutschen Kolonisten, die in Asunción jogar ein Klubhaus haben und mit einem strafforganisierten deutschen Boltsbund für Paraguay" nicht nur deutsche Vereins. tüchtigkeit beweisen, sondern durch diese Organisation und die „ Deutsche Zeitung für Paraguan" bie Intereffen der Kolonisten tatkräftig und mit Erfolg vertreten und ebenjo den In'eressenten im Heimatland mit Rat und Tat zur Seite stehen tönnen. Kolonisation auf weite Sicht Die Wirtschaftsmöglichkeiten diefer Republik darf man als durch aus günstig bezeichnen. Seit den fiebziger Jahren ist die Ein- und Ausfuhr ständig gestiegen, die Handelsbilanz zeigt weitgehend einen Ueberschuß. Der intensivste handel erfolgt naturgemäß mit Ar. gentinien( etwa 50 bis 60 Pro3.). Für die Einfuhr steht Deutich. land mit den Bereinigten Staaten und England etwa gleich, für die Ausfuhr dagegen in großem Vorsprung an zweiter Stelle. Eingeführt werden vor allem Chemitalien, Textilien, Eisen, Ma. schinen- und Elektrizitätswaren, ausgeführt Produkte der Band, Forst- und Biehwirtschaft. Diese wenigen Angaben genügen zum Verständnis der Wirt, schaft und der Wirtschaftspolitik. Baraguay ist trop der nach gewiesenen und vermuteten Bodenschäße ein Agrarland das erit zu Reichtum gelangen wird durch intensivste Kolonisation. Sp wird denn auch die Einwanderung von der Regierung planmäßig ge. fördert. Ausgeschloffen sind die afrikanischen und asiatischen Farbigen, von den Europäern sind die Germanen besonders *) Baraguay: Land, Volt, Geschichte, Wirtschaftsleben und Rolo. nisation. Bor Dr. Adolf N. Schuiter, Konjui der Republif Baraguan, Strecker u. Schröder Berlag, Stuttgart 1930. 667 Seiten, reich illuftriert. Der Abend Shalausgabe des Vorwäre Wo Arbeit wartet Die Kolonisationsmöglichkeiten in Paraguay beliebt. Die Einmanderung regelt sich nach neuesten Einwande| Ramp dabei); man braucht sich feinen Pflug taufen, weil er für die rungs- und Besiedlungsgesehen. Die Regierung vermeßt das in Frage tommende Land, fpart einen Blag für die nach dem hier wiedergegebenen Schema zu grünbende Drtschaft aus und gibt an die Kolonisten Aderboulose bzw. Biehzuchtlose aus. Die Größe der Loje richtet sich nach der Güte und der Gestaltung des Bodents, 2 der baulase umfassen 12 bis 20 Settar, Biebzuchtlose vier Quadratkilometer und mehr. Jeder volljährige Kolonijt hat Anrecht auf ein Los und erhält nach Zahlung von 5 Besos den provisorischen Besztitel. Hat er nun innerhalb von 5 Jahren das Land bis zu einer Mindestgrenze tultiviert, jo tonn er es entsprechend der fast gelegten Preise innerhalb weiterer 5 Jahre erwerben oder pachten. Besondere Bestimmungen erleichtern den Erwerb und die Bebauung, denn die Regierung hat ein Interesse an einer möglichst intensiven Rolonisation. Der Waldspaziergang" Allerdings: gebratene Tauben fliegen auch nicht in Baraguan umber, und mer da glaubt, in fürzester Zeit reich zu werden, leider Schiffbruch. Nur mit zähester Arbeit und Ausdauer fann eine solide Grundlage erworben werden. Es heißt in dem Buch: Hier in Baraguan fommt für die Ansiedlung physische Eignung für die hiesige Wirtschaftsweise, also Energic, Ausbauer und Anspruchslosigkeit in Betracht. Wer diese Eigenschaften befigt, fann sich mit einem sehr geringen Kapital als Kolonist in die Höhe arbeiten. Der Wald, der für den förperlich dieser Art Arbeit nicht Gewachsenen oder wenig Energischen ein schweres Hindernis bildet, ist auf der anderen Seite für einen entschloffenen, träftigen, geschichten Mann die größte Hilfe zum ersten Vorwärtskommen: denn er gibt ihm das Material für die Bauten, Anlagen aller Art, 3äune ujm. fomie Brennholz. Was die Anschaffung von Geräten angeht, so ist dieser Punkt für den Anfänger durch Kauf eines Machete( Buschmesser), einer Art. einer hade und eines Spatens erledigt. Man fann sich zunächst keine Ruh anschaffen, weil man nicht weiß, womit man fie füttern foll( ausgenommen, man habe etwas| ersten Jahre noch nicht benutzt werden fann; furz das, mas man zum Anfang braucht, fann man nahezu auf der Schulter mit in den Wald nehmen. Diesen Baldspaziergang würden nun wohl miele mit Ber gnügen unternehmen; aber man sollte sich vergegenwärtigen, welche Arbeit einen erwartet: es heißt Urwald zu schlagen! Ur. wald, der wie eine riesige grüne Mauer vor einem steht, undurch fichtig und undurchdringlich, mit Riesenstämmen von zum Teile so bartem Holz, daß die Art abspringt. Und diese Stämme sind durch woben, verschlungen und ineinander verfettet durch Unterholz Schlinggewächse, Dornen, Rohr usw. Aber der Waldboden darunter, durch Jahrtausende, währende Neuergänzung gedüngt, ist von schmerster Fruchtbarkeit. Ist der Wald gefällt, und zmar so gefällt, daß das Feuer den größten Teil des Holzes bewältigt, und hat man durch notdürftiges Aufräumen so viel wie möglich von diesem tostbaren Boden freigelegt, so ist er zur Aufnahme der Saat fertig. Der Waldboden ist so loder wie Pflugland, und ein Ber scharren der Saat genügt. Wer mit dem Waldschlag allein fertig wird, der ist unser Mann hier. Wer sich um diese erste und wichtigste Arbeit herumdrückt und sich den Bald schlagen läßt, ihm aljp gleich am Anfang aus dem Wege geht, der follidiert unfehlbar später mit ihm; denn der Wald ringt immer wieder nach Herrschaft und bekommt einen schwachen Gegner leicht unter. So stellen sich auch hier große Schwierigkeiten in den Weg: Ohne tüchtige Arbeit ist nirgendwo ein dauernder Erfolg zu erreichen! Aber in Paraguay gibt es doch wenigstens Arbeit und damit Aus ficht quf Erfolg! Leider hat das Buch einen sehr empfindlichen Mangel: Es ist für den einzelnen toum zu erschwingen. Dafür müssen um so bringender die Bibliotheken, auch die Arbeiterbibliotheken und öffent lichen Lesehallen, darauf aufmerksam gemacht werden. Keiner, der irgendwie auszuwandern gedenkt, darf versäumen, dieses gründliche Bert eingehend zu studieren. Aber auch darüber hinaus verdient das Buch als umfassende Landeskunde Paraguays. weitestgehende Beachtung. Wilhelm Tietgens. Araçatuba, die Kaffeestadt Besuch auf brasilianischen Kaffefarmen Bon allen faffeebauenden Ländern steht Brasilien mit einter Jahresprobuftion non 15.500.000 3entnern an der Spize Das bedeutet über drei Biertel der gesamten Belt taffeeproduktion. Der Hauptkaffeestaat der Bereinigten Staaten von Brasilien ist Sao Paulo. Fährt man mit der Sorocabanabahn ins Innere, fo beginnen furz hinter Albuquerque Lins die Staffeepiantagen und der unendlich scheinende Kaffeewald zieht sich bis Ara çatuba, 6 Eisenbahnstunden von erstgenannter Stadt entfernt, hin. Soweit das Auge reicht, von Horizont zu Horizont, Kaffee, mir Koffee. Allerdings manchmal unterbrochen von fumpfigem Tal oder unfruchtbaren Hügel. Das Land, eine leichtgewellte Hoch ebene, liefert in der Höhenlage von 400 bis 800 Meter den besten Kaffee. So merkwürdig es flingen mag in tieferen Lagen ist die a chifrostgefahr während der Trodenzeit zu groß. Höhere 2agen fommen wegen zu rauhen Klimas nicht in Betracht. Araçatuba, vor furzem noch eine Siedlung, jetzt eine rapide wachfende Stadt, liegt auf der Scheide zwischen den legten, jüngsten Und hier fann man so recht den. Blantagen und dem Urwalde. Werdegang des Kaffeebaues verfolgen. Berwaltungsgebäude, die zur weiteren Bearbeitung bes Staffees nötigen Maschinenhäuser und Speicher und vor allem der Trodenplay, die Serreiro ein cima 20 000 Quadratmeter großer, ebener zementierter Blaß unter freiem Himmel. mo Der frischgepflückte Kaffee wird zunächst in Schwemm anlagen gewaschen, pon Sand und Blättern gereinigt. Dann auf die Terreiro geschüttet und unter häufigem Wenden solange der prallen Some ausgesetzt, bis das Fruchtfleisch der Kirsche volltommen trocken und spröde ist. Die Enthülsungsmaschi nen, durch die die trockenen Kaffeefirschen jetzt geschickt werden, entfernen das Fruchtfleisch von den zwei aneinanderliegenden Bohnen. Das westindische Verfahren soll wohlschmedenderen Kaffee ergeben. Es geschieht, indem eine Maschine den größten Teil des Fruchtfleisches von den Bohnen schält und eine 1. bis 2tägige Gärung die Bohnen vollends reinigt. Dann wird der Kaffee gemaschen und getrodnet nach obiger Methode. Daß die Kaffeeernte in die Trockenzeit fällt, Sonne Tag für Tag, ist natürlich sehr günstig. Zum Schluß muß die Bohne noch mals den Weg durch eine Maschine nehmen, die Polier. maschine, die das feine Silberhäufchen mir tönnen das Ab. plazen desselben beim Brennen schlecht polierten Kaffees beob. achten entfernt. Jetzt wird er fortiert und ist versandfertig. . Dicht in den Kronen, durch zahlreiches Schlingpflanzengewirr vernäht, stehen die eisenharten Riesen des Urwaldes feit Jahr. tausenden. Da erscheint der Mensch mit Art und Säge und geht ihm zu Leibe. Dies geschieht im Anfange der Trodenzeit.. und am Ende derselben wird der abgeholzte, mirr durch und über einanderliegende Wald in Brand gestedt. Ein Riesenfeuerpflügen oder mit der Hade. merf. Gleich darauf erscheint ein Trupp farbiger Arbeiter mit Haden bewaffnet, und fodert den Boden. An ein Pflügen ist erst in vielen Jahren zu denken, wenn die Stümpfe vermodert find. Alles nicht verbrannte Holz bleibt einfach liegen. Das so entstandene neue Feld die Roça wird mit fleinen, in Kästen aus Samen ge zogenen, spannhojen Raffeepflänzchen in etwa 4 Meter Abstand bepflanzt. Die kleinen Vertiefungen, in die man die Pflänzchen setzte, bedeckt man mit Reisig oder Brettchen, um sie vor den allzu grellen Sonnenstrahlen zu schützen. In die sehr großen 3wischenräume zwischen den einzelnen Reihen wird aus zweierlei Gründen andere Frucht gepflanzt, am häufigsten Mais. Mais gibt in den ersten Jahren auf jungem Urwaldboden Riesenerträge, und zweitens spendet er bei einer Höhe von oft 4 Meter den jungen Kaffeepflanzen den benötigten Schatten. Man rechnet in der Regenzeit, der Pflanzzeit des Kaffees, mit zwei Maisernten. In der Trockenzeit, wo fast nichts mächst, dem brasilianischen Winter, Derringert sich die Glut der Sonne ohnehin. Nach 3 oder 4 Jahren legt der Staffeebaum zum ersten Male sein leuchtend Duftende Blüten, dem Jasmin weißes Blütentleid an. niat unähnlich. Der Im April beginnen die Beeren zu reifen. Sie sind im Reifezustand dunkelrot, von füßlichem Geschmack und in ihrer ganzen Beschaffenheit unseren Kirschen nicht unähnlich, allerdings weniger faftig, und ihr Fleisch ist zäher. Im Mai beginnt die Ernte, das Pflücken des Kaffees. Unter den Busch wird ein großes Tuch gebreitet und mit der Hand die Beeren, die, turzstielig, direkt an den Zweigen in den Blattwinkeln macysen, abgestreift. Ist der Baum leer, so schüttet man die Beeren aus dem Zuch auf einen Haufen, der wiederum in Säde getan und dann abgefahren wird zu den Wirtschaftsgebäuden der Fazenda ( Gebäude der Plantage). Die Fazenda bietet ein recht nüchternes Bild. 50 bis 200. je nach der Größe der Plantage, gleichmäßig gebaute meiß gefaltie Arbeiterhäuser liegen meist in schmurgerader Reihe, ohne Garten, ohne Romantit, mitten im dunklen Grün des Kaffeemaldes, an dunkelrotem Lehmwege. Grün der Baum, rot das Band, blau der Himmel, bas maten die einzigen, aber fehr intenfio feuchtenden Farben des Kaffeelandes. Daneben, genau fo nüchtern, stehen die Die Kaffeekultur erfordert sehr viel Arbeit. 3 weimal im Jahre wird der Boden von Untraut gereinigt mit Schä!. In Brasilien ist der Kaffee neben dem Matte( eine Art Tee) das Hauptgetränk der Einheimischen sowohl wie der Fremden. Aber er wird nicht in so großen Quantitäten, und auch nicht aus so großen Taffen wie bei uns getrunten, sondern man ferviert eine Moffatasse sehr starken Kaffees, nach jeder Mahlzeit. So wird er auch in den zahlreichen Kaffeehäusern der Städte gereicht. Der Brasilianer liebt ihn sehr füß, er füllt ein Täßchen ein Biertel voll feinen Rohrzucker und läßt sich vom Kellner, der beständig mit der Kaffeefanne unterwegs ist, die Tasse vollschenken. Der Preis des Täßchens schwantt, je nach der Stadt, zwischen 5 und 10 Pfennigen. Das Süßen durch Rohrzuder macht ihn arpmatlicher. Zur Geschichte des Kaffeebaues in Brasilien möchte ich noch folgendes fagen. Die allgemein verbreitete Ansicht, der Kaffeebau hätte im Staate S. Paulo begonnen, ist ein Irrtum. Eingeführt wurde er im Jahre 1723 von Französisch- Guayana, und angebaut nur am unteren Amazonas in der Gegend von Pará. Cima 50 Jahre später machte man die ersten Pflanzversuche im Staate Rio de Janeiro. Man ging im Gegensatze zum Anbau am Amazonas, mo eine ausgesprochene Niederungstultur, 100 Meter Höhenlage, betrieben wurde, zur Bergkultur, 600 bis 800 Meter, fiber. Bon dort aus begann die Kultur in Minas Geraes und etwas später in den Küstenstrichen von Santa Catarina, Espirito Santo und S. Paulo. In Rio betrug 1817 die Ernte 64 000 Sad( ein Gad 120 Pfund), im Jahre 1830 aber idjon 448 249 Sad. Der Anbau in dem jest größten Gebiete, im Staate S. Paulo, begann 1830. Die Gesamtanbaufläche in Brasilien beträgt 2 250 600 Heftar( eine Flädje in der Größe des Freistaates Bürttemberg). Dann folgt Minas Geraes mit 680 700 Heftar, Rio mit 205 500 Hettar; der Reft verteilt sich auf die übrigen Staaten. Lächerlich mutet es an, daß Pará, die Biege des brasilianischen Kaffees jetzt nur 1900 Settar mit Kaffee bepflanzt. Die Kaffeeeinfuhr aus Brasilien nach Deutschland betrug 1925 389 976 Doppelzentner, 1927 533 938 Doppelzenter, legtere in Werte von 91 450 000 Mart. Die Gesamteinfuhr Deutschlands aus allen Staffeeländern beträgt 1 240 000 Doppelzentner im Werte von 269 330 000 Mart. Carsten Kühl. (11. Fortsetzung.) In der AUt überwachten Fabrik Deprieux, in der die geachtetstcn Mädchen arbeiteten, kamen solche Geschichten im allgemeinen nicht vor. Nur ab und an fehlte«ine Leichtsinnig« einen Tag in der Woche: oder es gab ein kleines Techtelmechtel in irgendeinem Winkel. Arlequeuw hatte gerade«ine fünfunddreitzigjährige Spinnerin entlassen. Sie war eine geschickt« Arbeiterin gewesen, aber si« hatte in der Mittagspause den kleinen Lehrlingen noch etwas anderes als ihr Handwerk beigebracht. Eines der Mädchen, dos er zur Rede stellte, weil sie Montags gefehlt hatte, verteidigte sich: „Ich habe gut gegessen und gut getrunken. Ich habe auch gut geliebt und zwanzig Franken verdient, und das ist bester, als im Rosten spinnen." In anderen Fabriken der Gegend tonnte sich die Sinnlichkeit der Mittagspause freier austobe». Eine Frau erzählte, was mit einem Direktor aus dem Viertel La Madeleine vorgekommen war, besten Jugend die Arbetterinnen aufregt«. Als«r durch den Saal kam. in dem der naste Flachs gesponnen wurde, zogen sich zwölf Arbeiterinnen nackend au s. Das ging sehr rasch, da si« ja nur Hemd und Rock anhatten. Dann umtanzten si« den Mann, der wie ver- wirrt und verrückt war und nicht wagte, eine der Arbeiterinnen an- zufassen, um den Kreis zu durchbrechen. * Noch der Pause schickte Eroquecelle den Kasten mit den vollen Spulen in die Abhaspelei. Die Spinnerinnen konnten nicht auf die Straße sehen. Undurch- sichtige Doppelfenster schlössen den Saal nach außen ab. So lebten sie, eingeschlossen in künstlich zusammengeballter Luft: lebten wie in einein Dampfkasten, besten Wände sie nicht einmal immer er- kennen konnten. In den Spulraum dagegen drang das Licht frei durch klare Fenster, die rings um den Raum gingen. Hier kam es darauf an. fehlerhafte Stellen im Faden herauszufinden. Gegenüber dem lauten Lärm der Maschinen im Spinnraum machten die Spul- Maschinen mit ihren Holzleisten ein Geräusch wie eine Kinder- klapper. Ein wenig wackelig: nicht so im Takt wie die SpinnstüKle, deren Zähne sich mit umrbittlicher Regelmäßigkeit drehten. Di« flinken Hände der Spulerinnen knoteten den Faden, den feinsten, den die Maschine hergab. Das Bündel von sechzigtausend Dard— dies englische Maß war in der ganzen Flachsbearbeitung maßgebend— wog ein Pfund. Während die Frauen von der Maschine geschüttelt wurden, beobachteten sie fünfundzwanzig bis vierzig Fäden. Alle Spinnerinnen aber wünschten sich diese Arbeit. Hier- bei war man angezogen und tonnte sich sauber hatten. Die Spule- rinnen behielten ihre frische Farbe, konnten ein Band im Haar tragen und eine Blum« im Mieder. Im Spinnsaal wäre die Blume sofort verwelkt: hier wurde die Haut der Arbetterinnen ausgelaugt. * Der säuerliche Geruch der Lys, der unverwüstlich mit dem Flachs verbunden war, ging hier ins Duftige, Zarte über, well keine stark« Hitze ihn austrieb. Aber immer noch behauptete sich der alte Flußgeruch. Das Lächeln einer blonden Nix« lebte in diesen Fäden. Si« waren so fein wie Haare. Stärker noch war der Duft am Ende des Saales, wo die Stränge zum Trocknen aufgehängt wurden. Herr Deprieux bevorzugte da» Trocknen durch Heißluft, die in wenigen Minuten di« bei der Berieselung im Spinnsaal aufgenom- mene Feuchtigkeit entfernte. Arlequeuw zog das Trocknen in freier Luft vor. Er sorgte sich um den Flachs wie um ein geliebtes Kind und hütete sich, ihm irgendeinen Zwang anzutun. Er war der Ansicht, daß schneller Temperaturwechsel und das Auffliegen durch den starken Luftzug von Ventilatoren die Faser zu stark angriffen und daß auf diese Weste der Faden sich spottete. Alequeuw litt geradezu mit dem Flach». Er wollte ihn gesund erhalten, glücklich und mächtig und ihn schützen vor der Brutalität allzu rascher Behandlung. * Die allen Arbeiterinnen, die die feinen Stränge ans Fehler hin prüften, breiteten auf einem Fetzen Papier die winzigen Stückchen aus, die sie fanden. Strohrestchen, die trotz der Feinheit der Kämme hängen geblieben waren: Schleifen, die sich an Knoten gebildet hallen. Arlequeuw revidierte diese Frauen jeden Tag. Ihre Arbeit strengte di« Augen außerordentlich an. Er pflegte die Trophäen der Prüfung zu zählen. Der Blick dieser Frauen hatte gewistenhaft hundertundfünzig Kilometer lang all« Windungen verfolgt, um fünf oder sechs winzige Stroh- oder Wergteilchen zu entfernen. Hundertundfünfzig Kilo- meler enthielt ein Bündel. Der Faden war ebensosehr Augenarbeit wie Handarbeit. Soviel Frauenaugen hatten lhn beim Aufwickeln und Abwickeln beobachtet, daß die Länge des Blick, die mehrfach« Länge des Fadens ausmachte. Kein Garnbündel war schwerer als vier Pfund. Das war das Gewicht von zweihundert Gebinden Nummer fünfzig: die gröbst« Sorte, die in der Fabrik des Herrn Deprieux gesponnen wurde. Hier konnte ein einziger Mann die Tagesproduktion aller Spinnmaschinen auf dem Rücken tragen. In einer Grobspinnerei waren Pferde nöttg. um die Bündel weg- zuschaffen. Bei Nummer drei wogen sie sechsundsechzig Pfund. * Die Fabriksirene ertönt«: der Räderlärm verstummte in den Werkstätten, der Arbettstag war zu Ende: alle verließen die Fabrik. Die Spinnerinnen in Holzschuhen: die Spulerinnen in Schuhen. Alle aber trugen den Geruch der Lys und ihres Flachses in Kleidern uitd Haaren mit sich fort. Eine Fabrik in der Nähe der Deprieurschen. die grobe Nummern trocken spam», stieß die letzten braunen Werg- ftöckchen m di« Luft, und hier vermischten sie sich mtt den weißen Flocken au, einer Baumwollspinnerei. Die Ruhstäubche», die aus den schweren Kohlenrauchwolken herunt-rregneten, hüllten die Luft wieder in Trauer. Während der vier Krisgsjähre— als die Fabriken stillstanden— waren die geschwärzten Aiegelstew» wieder ausgsblaßt. * Herr Deprieux befaß neben dem Herrenhaus viele Arbeiter. Häuser, die der Gründer erbaut hatte. Frau Deprieux tonnte in wenigen Minuten ihr« Wohltätigkeit in der Arbeitersiedlung aus- übe». Im ersten Häuserblock„Omer Deprieux" wohnt« Andrö Dost niit Mutter, Schwester und Frau. Die Frau war gleichfalls Spinnerin. Sie hatten erst ein Kind und fühllen sich wohl, oben in ihren zwei Zimmern. Bei Arbeitern mit vielen Kindern verengten viel« Strohsäcke den Raum. Andrä Vast war in seine Frau verliebt, obwohl sie bleich war von der Arbett in den heißen Dämpfen. Sein ganzes Glück war der Kuß dieser sanften, fleißigen Kreatur. Abends nahm er sie in feine Arme und roch In ihrem feuchten Haar den Duft des Flachses. Durch sie war di« Lein« Wohnung für ihn ein Paradies. Leinen spannten sich über die Straße zwischen den Haus- fastaden: auf den Leinen baumellen Wäschestück«. Die gegenübev wohnenden Familien benutzten die Leinen gemeinsam. Unter der baumelnden Wäsche tobten die Kinder des Viertels in Holzschuhen durch den Bach. Für Andrä war auch dies Elendsviertel noch schön. Hier besaß«r ja Morcelle, deren Körper heiß war von der feuchten Arbeit und durchdrungen vom Duft des herrlichen Flachses. Beim Kuß schmeckte er den salzigen Schweiß auf der Haut des Mädchens. Herr Jean Deprieux schätzte eheliche Liebe sehr hoch. Er dachte darin wie sein Vorfahr: daß der Arbeiter mir dann wirklich der Fabrik gehöre, wenn er chn mit seiner Familie ansässig machte. Frau Deprieux ermunterte stets zur Heirat. Sie gab ein Hochzeits- geschenk und einen Tell der Aussteuer. Herr Jean Deprieux suchte zu beweisen, daß der schlechte Geist Mittwoch. 8. März. Berlin. den Mitteldeutschen Slickstolfwerken Piesteritz. (Am 16.00 Reportage aas Mikrophon: Paul Markwald Caro.) 16.30 Von KSnlgsberj: Orchesterkonrert. 17.30„Dichter-Stimmung"(mit Schaiiplalten).(Sprecher: Herrn. Kasack.) 17.60 Hago und Emmy Ball.(Sprecher: Emmy Ball-Hennings.) 18.20 Heiilron: Rechtsl agen des Tages. IS.dS Zeitberichte. Von der Londoner Seeabrüstuegs-Koaterens(gleichseitig mit der Urauffahrung). 19.26 Staatsaper Unter den Linden:„Tannhioter", von Richard Wagner- Dir.; Oeneralmnsikdirektor Leo Blech- 24-00 ca.; Um Mitternacht beim Sechstagerennen. KSgigswustsrhanses. 16.00 Prof. Dr. Ulrich Peters: Bilder aus der Arbeit einer pfidagcglschcr Akedemie. 16.30 Von Hambarg: Nachmittagskooiert. 17.30 Dr. H- Pachaly. Maria Andrde: Kompositionen für gwel Klaviere. 17.56 Dr. Hans J. Schneider: Kapitalarmut und Wirtschaftslage. 19.20 Walter Steiting; Der Mensch In Australien. 18.40 Spanisch tllr Anfänger. 19.05 Dr. VBIler und Dr. Röhr: Warum Beiufsbeamte? unter den Arbeitern in gemifsen Gegenden Frankreichs und beson» ders in der revolutionären Zone von Paris in der Hauptsache von der freien Liebe herrühre. Er sagte: „Arbeiter kann man nur dann gut hatten, wenn sie verheiratet sind." Abends trank Andrä Vast seinen Kaffee bei Julien Brawaeys. Sein Kamerad Frehaux brachte ein Fläschchen Wachholderschnaps mit. Er hatte seine absonderlichen Ideen über Medizin und wollte all« Leute mit Alkohol hellen. „Aber", pflegte er zu sagen,„es muß ein anständiger Tropfen sein. Man muß ihn im richtigen Augenblick zu sich nehmen. Für die schwächlichen Gören ist das beste ein paar Tropfen aus«in Stück Zucker, dann werden sie artig, well sie davon kräftig werden. Für die Alten ist das beste«in Gläschen abends vor dem Ein- schlafen, well si« schwerer einschlafen als die Kinder. Für Männer morgens«inen auf die Lampe. Für den Arbeitstag braucht man Kraft." * Frau Browaeys trug einen dünnen Haarknoten, der oben auf dem Kopf zusammengedreht war. Sie schenkte die Zichorienbrühe in kleine Steinguttasten ein: dann setzt« sie sich und rührte nichts außer ihrer Zunge. Der keckste Redner des Viertels war Berbecq. Er war der ein- zige, der Frau Deprieux, die Wohltäterin, nicht segnete. Er ließ sich folgendermaßen über sie aus: „Den Kindern gibt sie das, was sie den Eltern gestohlen hat. Wir wohnen hier auf dem Hofe und müssen dafür noch dreißig Franken Miete im Monat zahlen. Zwanzig Saus für den Tag auf vierzig Häuser, das bedeutet für Deprieux vierzig Franken jeden Morgen, wenn«r aufwacht. Ei»« schöne Rente! Eine rentable Ge- schichte, dies« Häufer, für den Herrn. Wir Arbeiter bringen ihm durch unsere Arbett vielleicht jeder zehn Franken täglich«in. Unser ganzes Leben lang spinnen wir. damit der Sohn von Deprieux noch reicher wird, als sein Dater war." Die Flamen, die sich gegen ihren Herrn und den Pfarrer nicht aufzulehnen wagten und sich wohl fühlten tm alten Gehorsam, sogen bei den Reden Derbecqs an Ihren langen Tonpfeifen. Sie fürchteten sich, den Anschein zu erwecken, als stimmten sie mit diesem Revo- lutionär überein. Die Frauen blickten in ihr« Kaffeetassen, aus denen der Dampf ausstieg. Man wußte, daß Herr Deprieux alles erfuhr, was im Viertel erzählt wurde. Nur Marie Browaeys, die ihr« Arbeit haßte, gab Berbecq recht. Sie smmte vor sich hin: „Richtig: ganz richtig!" Lei sehr vielen Arbeitern oxir das stärkste Gefühl nicht der Haß gegen den Fabrtlbesitzer. Stärker war der Neid gegenüber bester bezahlten Kollegen. Di« Kämmer verziehen eher den Fabrikherren seinen Reichtum, als ihren Kameraden die zwanzig Sous, di« sie mehr verdienten. * Boter Julien Browaeys war leidenfchofllicher Taubenzüchter. Cr sprach jetzt davon. Er verslticht« alle, die nach einer Brieftaube mit Steinen warfen, oder sie gar abschössen. „Wenn man sie im Fliegen treffen will", sagt« Berbecq,„muß man sehr geschickt sein. Ich kann ganz gut mit dem Bogen schießen. Ich habe dies Jahr schon sechsmal den Bogel von der Stange geholt: aber ob ich so ein« fliegende Taube treffe, weiß ich nicht." Berbecq gehörte zu einem Bogenschützenoerein. der einen Schießstand von vierzig Meter Länge besaß. Wenn Berbecq von der Fabrik sprach oder brenzliche Behauptungen über die Kirche aufstellte, konnte ihm Julien Browaeys allenfalls noch zustimmen: aber der Gedanke an einen Schuß auf eine Brieftaube empörte ihn. Er war ein guter Katholik, aber mehr noch ein leidenschaftlicher und andächtiger Taubenzüchter. Sogar seine Tochter hörte auf, ihr „richtig, ganz richtig" zu summen, als ihr Vater Berbecq angriff und dieser sich zu verteidigen suchte. (Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". »mmiuuiminnmiinwWiiminniiiiinmiimitia Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Herrschertttel: 2. Farbe; 4 Hausemgang: 8. btblifcher Name; 10. nicht da. Ganze: 12. weiblicher Bornim«: 14. Stoff: 16. Fluß in Afrika: 20. Gartengerät: 22. nordische Gott- heit: 24. Blume; 26. Hochland in Asien: 27. Wort für Kö'.per; 28. deutscher Opernkomponist: 29. deutscher Schriftsteller.— Senk- recht: 1. Körperteil; 2 episch abgefaßte Dichtung: 3. Teil de» Buches: S. Niederschlag: 6. Reinigungsmittel: 7. englische» Bier; 9. Wasserfahrzeug: 11. Gestalt aus„Wallenstein": 13. deutscher Kam- ponlst: IS. geographsscher Begriff: 17. ägyp.tsche Gottheit; 18. Baum; 19. Menschenraste: 21. Unterhaltungsstätte: 22. weiblich« Vorname; 23. nordisches Witt»; 25. Naturerscheinung.— kr.— Befreites Volk. Es war einmal ein 1, 2. 3, Dxr übte schlimme Tyrannei. Zur 3 schritt drum dos Volk darod Und klopft ihn auf die 1, 2 grob. Der grimme 1. 2, 3 verschwand Und Freihett herrscht seitdem im Land. n. V'Kten'artenrStsel P U. 1SMAEL FILSCHER Durch eine Umstellung der Buchstaben sinket man den Beruf de» Herrn.»d. Silbemätsel. Aus den Silben a ab al al berg block bu dar dau de der de» des di diu don e ei ei el en en en en er fe flö ga gen gen go gu hei i i in in in ka tas ken la lan l« le le ma na n« ne ne ncl na no o ra re re re r« rei ren ri rin fchu sei set sert so sol flu V' surd tam tat tt te ie ien ter tun ven venz sind 27 Wörter zu bilden, deren Ansangebuchstaben und dritte Buchstaben, beide von oben nach unien gelesen, einen Kampfruf der Sozialdemokratie er- geben.— Di« Wörter bedeuten: 1. Waffe: 2. weibl. Vorname: 3. Fluß in Frankreich: 4. Stadt in der Schweiz: S. angehender höherer Lehrer; 6. stollenortiger Bau: 7. Südwem: 8. nordischer Bogel: 9. Unterrichtsanstalt: 10. Widersinnig: 11. Stadt in Italien; 12. Musikinstrument: 13. altes Längenmaß: 14. Einziehung von Bargeld: IS. Sportgerät: 16. deutscher Dichter: 17. Tierpradukt: 18. Dinosauriergattung: 19. Wagcnart: 20. Zahlungsunfähigkeit: 21. Kurort am Rhein: 22. weibl. Vorname: 23. Seltenheit: 24. Be- hältnis; 2S. Tanzart; 26. oteiM. Vorname; 27. Hochtal in der Schweiz. ek. Geographisches Zahlenrätsel. Stadt in Sachsen; . Bayern; „ am Rhein: „ in Belgien: ,„ Hannover; .. Holland: „ an der Oder: „ in der Schweiz: „» Frankreich: ». Sachsen; .. d. Rheinprovinz: » an der Pegnitz.. Es sind 12 Städtenamen zu erraten deren Anfangsbuchstaben. von oben nach unten gelesen, die vorläufige Lösung eines schweren politischen Problems nennen. ad. klmstellrätsel. In jedem der nachfolgenden Wörter soll ein Buchstabe geändert werdtn. Dt« neugeänderten Buchstaben, richtig aneinandergereiht. ergeben den Ansang eines Kampiliedes des Droletartats. Die Wörter lauten: Ell«, Neger, Rebe, Haittel, Iris. Nest, Lunge E le, Hasen. Baum. Nabel. Base Dame, Elsa, Wahl. Erl«. Not, Seite, Hund«, O-sel, Elm, Maus, Onkel. Esten, Muster. irr. Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer. Spirolenrätfel. Waagerecht: 2. Leo; 3. Teer: 5. Stroh; 6. Eunuch: 8. Wallach; 9. Elsriede; 11. Andernach: 12. Necesscri«: 14. Nekromant!«: 15 Kaiserkrone.— Senkrecht: 1. Ob: 2. Lot; 4. Haar; 5. Saal«: 7. Hirsch; 8. Wannsee 10. Himbeere: 11. Am- «erpen: 13, Eberswalde: 14. Neuromantik Balkenrätsel: Si« wollten uns vsrnichken, das ist ihnen nicht gelungen und es wirb ihnen in aller Ewigkeit nicht g'I ngen. Magisches Quadrat: 1. Nie«: 2. Inder: 3. Edwin; 4. Reims; 2. Ernst.« Silbenrätsel: 1. Elbe: 2. Scharlach: 3. TRoiileser 4. llri; 5. Seesen; 6. Sonntag: 7. Vievenow; 8. Oase: 9. Charakter: 10. /suad; 11. Rakete: 12. Alan.— Es muh doch Frühling werden. I ~ Sport und Spiel~ Die fünfte Nacht Kempen- Buschenhagen, Rieger- Kroschel führen In der fünften Nacht, die recht ereignisreich verlief, rückten van Kempen Buschenhagen zum Spizenpaar Rieger Kroschel und behauptete dort ihre führende Stellung. Preuß- Refiger und Gooffens- Deneef schloffen ebenfalls zur Spitze auf, ohne aller dings diese Pofition lange halten zu tönnen. " Mit einem Borstoß Buschenhagens feßte eine Reihe von Jagden ein, die den Stand des Rennens laufend veränderte. Gegen % 11 Uhr griff Buschi" die Spißenfahrer Rieger- Kroschel an und rückte dant der unermüdlichen Arbeit van Kempens zu ihnen auf. Nachdem noch, wie ein Morgenblatt mitgeteilt auch Goossens Deneef zu Buschenhagen- van Kempen und Rieger Kroschel gestoßen waren, wechselten Rundengewinne und Rundenverluste in wir belnder Folge. Krüger- Funda, Ehmer- Tieß und Preuß- Resiger holten zunädyt eine und später gemeinsam mit Bijnenburg- Goebel eine weitere Runde auf. Preuß Refiger gelangten so in die Spizengruppe, doch mußten sie bei einer neuen Jagd infolge Rundenverlustes diese Position wieder räumen. Manthen und Meyer stürzten, Letterer so, daß er das Rennen aufgeben mußte. Stübede fuhr als Ersatzmann weiter. Zweimal holten ManthenStön eine Runde auf, was auch Betri- Hürtgen gelang. Als um 1 Uhr Rieger muchtig vorstie B, jagte van Kempen sofort hinterher: beide Mannschaften überrundeten das übrige Feld in Johneller Fahrt und bildeten mun, da auch Goffens Deneef eine Runde eingebüßt hatten, allein die Spize Doch damit waren die Jagden noch nicht zu Ende. Immer wieder feßten Angriffe, mehr oder minder mit Erfolg gefrönt, ein. Bei einer Jagd behinderte Buschenhagen die Fahrer Kroschel und Rieger so, daß beide zu Fall famen; Buschenhagen erhielt dafür eine Strafe von 100 m Von den zehn Spurts der 2- Uhr- Nachtwertung gewannen die MannIchaft Buschenhagen- van Kempen allein vier. In den Morgenstunden holten schließlich noch Ehmer- Tieg. Breuß- Refiger und Krüger- Funda je eine Runde auf Bei Beginn der Neutralisation um 6 Uhr früh sind nach 104 Stunden 2580,430 Kilometer zurüdgelegt. Stand des Rennens: 1. Dan Rempen- Buschenhagen 2. Rieger- Krofchel eine Runde zur.: 3. Preuß- Resiger. 4. Ehmer Tie 5. Gooffens- Deneef · • zwei Runden zur.: 6. Krüger- Funda. brei Runden zur.: 7. Pijnenburg- Goebel 8. Petri- Hürtgen vier Runden jur.: 9. Manthen- Schön fünf Runden zur.: 10. Choury- Fabre. 9 • ˚ . • 122 Bunfte 73 R 159 128 100 170 257 95 126 38 " Carneras&. Sieg in USA. tz. Der italienische Schwergewichtsborer Primo Carnera erlebte bei seinem Auftreten in Philadelphia gegen Rag Clart eine ziem liche Ueberraschung, denn der Neger fürchtete sich nicht vor bem Riesen und brachte ihm bald nach Beginn eine start blutende Augenverlegung bei. Carnera war dadurch sichtlich behindert, fo daß es sechs Runden dauerte, bis der Schwarze genug hatte und fich auszählen ließ. In seinen voraufgegangenen amerikanischen Rämpfen hatte Carnera feine fieben Gegner Big Boy Beterjen, Riour, Owen, Martin, Sigman, Ericsson und Farmer Lodge in Insgesamt 4:22 Min. f. o. geschlagen. Er erhielt dafür rund 90 000 Dollar. Ein schnelles Ende nahm der in London stattgefundene Kampf um die englische Fliegengewichtsmeisterschaft, denn der Her ausforderer Bert Kirby schlug den Titelhalter Jadie Brown bereits in der britten Runde entscheidend. Der Kampf um die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht zwischen dem Belgier René Devos und dem Amerifaner Miden Walfer ist jetzt endgültig für den 24. März nach Chilago angefeßt worden. * Der Kampf Sharfen gegen Scott in Miami war trop ber 50 000 Zuschauer ein finanzieller Mißerfolg, denn die veranstaltende New- Yorker Garden- Gesellschaft mußte etwa 250 000 M. zulegen. Die Gesamteinnahmen betrugen 640 000. Sharlen erhielt 160 000 M., Scott 128 000 m. Eine schwere Niederlage erlitt Leichtgewichtsweltmeister Sammy Mandell in Chitago, wo er im Rampf mit Jimmy Mo Larnin nur durch seine große Ringerfahrung über die Runden fam und hoch nach Bunften verlor. Gemeinschaft der Arbeiterphotographen Um eine engere Zusammenarbeit der in den verschiedensten Berbänden und Bereinigungen zusammengeschloffenen Arbeiter. photographen zu erreichen, wird für Berlin eine Arbeitsgemeinschaft geplant, die diese einzelnen Gruppen zusammenfaßt. Durch diese Zusammenfassung foll eine planmäßige Schulung und Arbeit der bisher verstreuten Lichtbildner erreicht werden, und zwar über das rein technische Können hinaus auch die Fähigkeit zur Schöpfung und Pflege des bisher so vernachläffigten fozialen Photos. Alle uns nahestehenden Organisationen, die an einer folchen gemeinsamen Arbeit Interesse haben, werden gebeten, zu der Zusammenkunft am Freitag, dem 7. März, abends 8 Uhr, Jo hannisstraße 14/15, einen Bertreter zu entsenden. Bühnenwettstreit im Mercedes- Palast Die Mitteilungen über ben am 13. April im Mercebes Balaft, Neukölln, unter dem Motto: Rörperschulung Lebensfreude! stattfindenden Bühnenwettstreit wenden von allen Brudervereinen beifällig aufgenommen. Nach den einge gangenen Boranmeldungen beteiligen sich zahlreiche Bundesmits glieber Berlins und aus bem Kreisgebiet. Alle Meldungen und Anfragen, alle Bestellungen über Buteilung oder Reservierung von Karten gehen nur an Paul Schulze, Neukölln, Stuttgarter Straße 18 D. III. Meldeschluß für alle Borführungen ist der 10. März! Wer bis jetzt noch nicht gemeldet hat, hole dies um gehend nach! In Berlin find Karten, im Borverkauf 60 Bf., für Jugendliche 50 Bf, an folgenden Stellen erhältlich: FIGB. Geschäftsstelle, Lichtenberger Straße 3; Bundesgeschäft, D., Königs berger Straße 6; Borwärts"-Expedition, Lindenstraße 3; Bor wärts"-Spedition, Brinzenstraße 63; Gewerkschaftshaus, Bigarren geschäft Horsch; Sekretariat, Neukölln, Fuldastraße 55/56, Aufgang V; Theaterfasse Mercedes- Balast, Neuföln, Hermann ftraße 212-216; in der Turnhalle Leffingstraße, Freitag 20 bis 22 Uhr; in Brig. Borwärts"-Spedition, Zigarrengeschäft Mittag, Chauffeestraße 82; Idealsiedlung Briz, Otto Schiftan, Franz- Körner Straße 23; Großsiedlung Briz, Friz Berger, Linningstraße 29; außerdem Turnhalle Chauffeestraße 137( am Teich), Montag und Donnerstag ab 18 Uhr. Peltzer auf Reisen Auch ein, Amateur"! 10 $ 109 und von Dr. Pelzer, der bekannte Leichtathlet und Streckenläufer, befindet sich auf einer Studienreise" rund um die Welt Für ihn gelten nicht die Bestimmungen der Deutschen Sportbehörde über gelten nicht die Bestimmungen der Deutschen Sportbehörde über Starts im Ausland, er nimmt eine Sonderstellung ein der DSB. wird nichts unternommen, um etwas Auftlärung über ben Amateur" Dr. Belzer zu schaffen. Es nimmt deshalb nicht wunder, wenn die internationale Bresse die Amateureigen. fchaft dieses Weltreisenden anzweifelt. Langfam fidert näheres über die berufliche Betätigung des Läufers auch nach Deutschland durch. Der Leichtathlet", das bürgerliche Sportblatt, schreibt unter anderem: ,, Wie ich soeben erfahre, hat er sich nach Abfahrt der Mann. schaft in Tokio an den Universitäten als Trainer betätigt, Trainingskurse veranstaltet. Vorträge hält er auch, seine Telegramme und Briefe werden in vielen Durchschlägen der Presse von einer hiesigen Bervielfältigungsstelle überfandt und auch veröffent. licht, und wenn er zurückommt wird er ein Buch vorlegen und von feinen Erlebniffen in Borträgen berichten." Beiter vergleicht der Weiter vergleicht der Leichtathlet" Belger mit einem zweiten Babbod, nicht allein, daß er zu Studienzweden eine Reise um die Belt macht, sondern auch weil er es versteht, seinen Namen immer wieder in ben Vordergrund zu rüden und dabei ebenso wie Charles die Breffe durch telegraphische Sensationsnachrichten höchstpersönlich bedient." Kanufahrer werben! Jezt ist die beste Zeit, um die Borbereitungen, die zum Kanusport gehören, vorzunehmen. Wer da mitmachen will, hat Gelegen heit, sich vorher im Schwimmen, Rettungswesen, wasserpolizellichen Vorschriften, die überall beachtet werden müssen, vertraut zu machen. Bootsfäufe, Anleitung zum Selbstbau und leberholen der Kanus müssen sachgemäß von Fachleuten beaufsichtigt und unterstützt werden. Denn wer im Sommer frohe Stunden auf dem Wasser verleben will, muß einwandfreies Bootsmaterial haben. In allen Fragen des Wassersports helfen Anfängern und Fortgefchrittenen im Berliner Besten die Kanufahrer der Freien Schwimmer Charlottenburg, die heute abend, 20 Uhr, bei Jänide, Charlottenburg, Kaiserin- Augusta- Allee 73, thre Monatsfizung abhalten. Genannte Kanuabteilung, eine der ältesten in Berlin, hat in allen Fächern fähige Genossen, die die Ausbil bung der Kamujünger" leiten. Gewerkschaftler, Parteigenossen und Freunde des Arbeitersports sind zu dieser Sigung willkommen. Auskünfte: Walter Neumann, Berlin- Charlottenburg, Meerscheidtstraße 43; Badeabende im Stadtbad Krumme Str. 10, Montag von 19 bis 20% Uhr, Donnerstag von 20% bis 22 Uhr; Bootshaus in Tiefwerder bei Spandau. Gerätewettkampf Helbra- Eberswalde- Schöneberg Der bundestreue Arbeiter Sport- Berein Schöne berg Friedenau 07 tritt in diesem Jahre erstmalig mit einer größeren Veranstaltung hervor. Die Bielseitigkeit der Mitglieder macht es möglich, einen Gerätewetttampf zu veranstalten, der überaus interessant zu merden verspricht. Den Gästen muß man mohl die größere Erfahrung zusprechen, jedoch wird die Schöneberger Mannschaft bemüht fein, diefen Mangel durch Eifer auszugleichen. Das reichhaltige. Beiprogramm sieht Aufführungen Zeugnis von der Körperschulungsarbeit des Vereins geben werben, von Männern und Frauen vor, die dem Zuschauer ein lebenbiges Der Film vom Nürnberger Bundesfest wird am Schluß vorgeführt. Als Gast ist jedermann herzlich willkommen. Der Wettkampf findet am Sonntag, 9. März, 11 Uhr, im Florapalaft in Schöneberg statt. Bei dem Gerätewettkampf der Arbeitersportler ergaben sich folgende Resultate: Altersturner: 1. D. Mattha, Mahlsdorf, 217; E. Witt, Mahlsdorf, 215; W. Fahle, FTGB. Neukölln, 214 Bunfte. Männer über 18 Jahre: 1. H. Mielke, FIGB. Often, 250; E. Leuthold, Moabit, 245; Fr. Kähne, Eberswalde, 243 Bunfte. Frauen über 25 Jahre: 1. C. Gabrecht, 237; 2. Widowiat, 228; M. Heuftreu, 222 Buntte; alle FTGB. Often. Frauen über 18 Jahre: 1. C. Fabian, FTGB. Often, 251; . Kauschte, Diten, 246; GE. Knappe, FTGB. Neutölln, 242 Bunfte. Frauen unter 18 Jahre: 1. E. Bauß, 228; 2. Neels, 225; G. Frentel, 224 Buntte; alle FTGB. Neukölln. Jugend: 1. E. Eising, Lichtenberg, 234; W. Giese, FTGB. Neukölln, 209; Am Karfreitag D. Marschner, FIGB. Neukölln, 162 Punkte. findet in Hamburg und Curhaven ein Städtetampf Es wird ja noch einige Zeit dauern, ehe Dr Pelzer wieder im Kunstturnen zwischen Hamburg- Leipzig- Berlin statt. Es bedeutschen Boden betritt und, wenn er uns wirklich wieder beglückenteiligen fich daran aus Berlin: Helmut Mielke, Emil Leuthold, Frih Kähne, Bittor Schunad Willy Schwenfe. follte, dann wird er für die DSB. das fein, was er immer war, nämlich Amateur". Aus dem Kommunistenladen Die fommunistische Intereffengemeinschaft zür Wiederherstellung der Einheit im Arbeiteriport ( der Name ist so groß wie die Mitgliedschaft klein ist!) sucht einen Sportlehrer. Offenbar will man sich den Anschein geben, als treibe man auch Sport. Nun hat sich da ein im bürgerlichen Lager stehender Sportlehrer gemeldet und sich auf die Frage nach seiner politischen Orientierung als neutral" bekannt. Die tlaffisch lassen bente, dreimal rrrevolutionäre 3G. hat dem Mann darauf geant wortet, daß fie feinen Wert auf eine besondere politische Einstellung lege. Etwas anderes war von dieser Unterorganisation der Partei ter Unorganisierten faum zu erwarten! * Nach den Siegesberichten der Interessengemeinschaft müßte die 3entraltommission für Arbeitersport und Körperpflege nur noch ein fleines trauriges Häuslein von bundestreuen Arbeitersportlern um fassen. Jedenfalls reklamiert die JG. hunderttausend Mitglieder für sich. Wenn die Zentralfommiffion nach demselben Rezept rechnen wallte, fönnte sie ihre Mitgliederzahl auf mindestens 200 000 an geben. Für Berlin gerechnet, selbstverständlichy, im ganzen Reich hat die Zentraltommission 1 300 000 Mitglieder. * Wenn die JG. jetzt nicht vorwärts tommt, wird's nie etwas werden. Der große Almin Nischte, der führende Mann aus dem Fichte" Haus, ist zur JG. übergesiedelt. Man fommt der Wirklichkeit wohl näher, wenn man den Umzug des Herrn Nigschte auf die große Pleite im Sportverein„ Fichte" zurüdführt. hain! Montag, 10. März, pünktlich 19% Uhr, bei Behnigt, MühlenKartell für Arbeiterfport und Körperpflege, Bezirk Friedrichs. Ede Brommyftraße, Kartellfigung. Alle beim Bezirksjugendamt Friedrichshain eingetragenen Bereme entfenden einen Vertreter. Tagesordnung: Lichtbildervortrag; wichtige Informationen. Gäſte willtommen! Kämpfe im Spichernring Am Freitag wird es in den Spichernfälen einen voraus fichtlich Jehr anregenden Sporttag geben, da fünf Kämpfe lebhafte Auseinandersetzungen im Ring erwarten lassen. Im Hauptkampf, der über acht Runden angefeßt ist, treffen fich der französische Kolonialneger Eugene Alonzo, der schon lange nicht in Berlin angetreten ist, und in der Zwischenzeit große und hervorragende Stämpfe im Auslande bestritt, mit dem Duisburger Hermann Jaspers, der sich in Höchstform befindet. Ueber sechs Runden mit fechs Unzen führt die Begegnung des Sachsen Paul Richter mit dem Hanfeaten Mar Mattheus, der ebenfalls nach einer längeren Baufe wieder in Berlin fämpft. Unter den gleichen Rampfbedingungen treten Willi Eger und Hans Kruse. Kämpfer, die ein hartes Training hinter sich haben und eine gute Form belunden werden, gegen einander anadanl Bundesreue Vereine teilen mit: Broles, Berein für Rörperkultur( Mitgl. b. A.-A. 1, Ep.-B.). Geschäftsftelle: Racl Rienbaum, EO. 36, Nqunnuftr. 6( Alexander 2533). Conntag, 9. März, Epieltag in Mahlsdorf. Treffpunkt 14 Uhr Bbf. Wahlsdorf. Ab fahrt 13.26 Uhr vom Schlesischen Bahnhof mit Strausberger Rug. Bereins partie am Sonntag, 23. März. Näheres bei den Abteilungsleitern in ben Turnhallen zu erfragen. Die lebungsabende von Broles find jeden Donners tag von 19% bis 21½ Uhr Gubener Str. 53( Frankfurter Allee) für männliche Sitglieder: jeben Montag, 20 bis 22 Uhr, in der Balle Balbemarstr. 77 ( Baufiger Blak) für die weiblichen Mitglieder. Gäfte, auch Richtsportler, au allen Beranstaltungen und Uebungsabenden gern gefehen, Freier Rörperkulturtecis Kreuzberg. Donnerstag, 6. März, 20 Uhr, im Jugendheim Baffertorftr. 9, Ausspracheabend: Masse und führer" Leitung: Sartemis.( Fortfehung: Bersönlichkeit und Masse".) Sonntag, 9. März, Banderung Roffen- Rönigswusterhausen. Abfahrt 8.21 Uhr Botsdamer Ringbahnhof. Freie Ruberez- Bereinigung 1913. Freitag, 7. März, 20 Uhr, Sigung der Bau und Erwerbsgenoffenfchaft in Reutöln bei Buratowiti, Schwarzaftr. L Ede Caalestraße. Freie Faltbootfahrer Berlin, Donnerstag, 6. März, 20 Uhr, Aufammen funft im Sadefchen Sof in der Rofenthaler Str. 41. Faltbootlatein", Allerlei von aroker Fahrt. Gäste willkommen. 3m März ist unsere Ausstellung falt bootfport und Bild" an den Wochentagen von 9 bis 20 Uhr( Dienstags und raum ist der Buchgewerbefaal, Dreibundstr. 5( U- Bhf. Kreuzberg). Eintritt frei. Freitags bis 21 Uhr) und Conn'ags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Ausstellungs Die internationalen Naturfreunde. Mit berechtigten Hoffnungen dürfen die Naturfreunde in er Reichswerbewode vom 25. bis 31. März d. 3. für hre Sache wirfen, um Neuland für weiteren Fortschritt zu erringen. Ueberall, auch im Auslande und sogar in Ueberfee, ging es ruftig vorwäris. 9 Neben anderen Arbeiter, Kultur- und Sportorganisationen hat in den legten Monaten vor allem auch die sozialistische Naturfreunde bewegung einen prächtigen Aufschmung zu verzeichnen. Nach dem Abstieg ber Organisation in Deutschland von 1923 mit 120 000 auf 55 000 Mitgliedern im Jahre 1927 ist heute bereits wieder die 3iffer 80 000 überschritten. Die innere Arbeit hat sich sehr gefestigt. Politische Spannungen von den Kommu riften immer wieder zu parteiegoistischen 3weden ausgenuitfpielen nur noch im Rheinland und in Württemberg eine Rolle. Die 3ahl der Naturfreundeheime hat sich im letzten Jahr miederum in Deutschland allein um etwa 50 auf faft 300 vermehrt. Im Gau Brandenburg Pommern wird in diefem Sommer das große Gauheim am lederfee bei Schöpfurth- SteinfurthEberswalde sich den anderen würdig einreihen. Einen hygienischen Fortschritt bedeutet die Einführung des Wäschezmariges in allen Naturfreunbeheimen feit dem 1. Januar 1930. Besonders erfreulich aber sind die Fortschritte in der Naturfreundeinternationale. Auf dem europäischen Festland find neben Mitgliederzunahmen und Heimeröffnungen in Defterreich und der Schweiz die Ortsgruppengründungen in Uzhorob( Dfttschechoslowatef) und Nancy( Frankreich) bemerkenswert. französische Naturfreundebewegung hat sich in furzer Zeit verdoppelt. Dazu tritt völlig neu die dänische Naturfreundebewegung mit über 100 Mitgliedern in vier Städten und drei Dörfern. Siz der Landesgruppe ist Kopenhagen. In Uebersee erfreute fchon vor zwei Jahren die Ortsgruppen gründung in Sydney Australien. Jegt ist eine solche auch in Sao Paulo Brasilien erfolgt. Damit sind heute in drei Grdteilen 18 ander non der sozialistischen Naturfreundebemegung erfaßt. Auch in Nordamerita ist ein gewaltiger FortSchritt zu verzeichnen. Innerhalb von drei Jahren traben zu den fechs alten Gruppen in San Francisto, Dafland, Los Angeles, Philadelphia, New York und Nemart, zehn neue Gruppen in Allertown, Chilago, Detroit, Michigan, Milwaukee, Wisconsin, Baterson, Rochester, Shenbogan und Syrafuse. Die Mitgliederzahl mit heute rund 3000 hat sich in dieser Zeit dort verdreifacht. Zu pier bereits bestehenden schönen Naturfreundeheimen tritt in diesem Sommer ein neues in der Sierra Renada in Ralifornien. I Inodra + ER 賞 VOLKS Geschäfts- Anzeiger o FEUERBESTATTUNGS- VEREIN VVaG 1913 UNTER REICHSAUFSICHT Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich IR. 141 Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt. Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Norden 38 8588, 50 44 Bezirk Süden- Weften. Staubsauger 68- Mk J. L. Lindenberg& Co. G. m. b. H NO 18, Große Frankfurter Straße 60-61 Glas- Porzellan- Steingut Großhandlung Lieferant nur an Wiederverkäuferl in allen Fachgeschäften und in den Fachabteilungen der Konsumvereine und Warenhäuser. Staubsaugerbau Elektro- Jika.. STOLPER VOLLFETTER m. JUNGCHEN Gebrüder Groh Gegründet 1882 55 eigene Verkaufsstellen in allen Stadtteilen Groß- Berlins R144 10 eigene Dampfmolkereien DREIFUSS& Co. AM DONHOFFPLATZ Packmaterialen Kartothek- und Registraturbedarf Bürobedarf jeder Art Kommandantenstr.1-2 Tel.: A4 Zentr. 7520 A. Schäfer, Mineralwasser- Fabrik und 171] Bier- Großhandlung Niederlage flüssiger Kohlensäure Deutsches Grätzer, Weißbier usw. Lieferant für Kantinen u. Großbetriebe SW 68, Hollmannstraße 32 Tel.: Dönhoff 9591 Die führenden Mehlmarken in Fachkreisen: Standard- AL " -Ausrug Spezial Uebersee- Auszug Ungaria- Auszug Wiener Auszug Columbia Roggenmehl Krone CAMEMBERT zu haben. Merken Sie sicht bitte: in allen Butter- und Käsegeschäften eine Adresse für Ihre Wäsche, es ist die besonders bevorzugte Dampt- Wäsdierei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig Mundi Bonbon Schokolade Konfitüren G.F.31 Humboldtmühle Berlin, Berlin C, Burgstraße 26. Bis spät Ins Alter bleibst du frisch Hast du Feronia auf dem Tisch Feronia- Brot D.R.P. 157 307 Konkurrenzlos Aerztlich dringend empfohlen Ueber 1000 Niederlagen Greif Camembert Gebr. Hagen, Berlin- Schmargendorf Fraldine GES. GESCH. die führende Marke Erhältlich in allen Lebensmittel- und Feinkostgeschäften Salzbrunner Straße 13-20 EBt Brabant 1418 Ceberwurst preisweet nahrhaft Joseph Schulz C.Hartseil, Wäsche- Verleih and Berlin Straße 80. senteiferel für Maschinen Telephon: Norden 2082-84.[ 149 und Pappscherenmesser Roggenmehle: ,, Schloßmarke" ,,, Humboldtmarke" Neander- Bad Weizenmehle:„ Merkur 000, Merkur Spez. Neanderstraße 12 Gaststätte vormals Zum Hackespecht Inhaber: Mathias Schröder Mauerstr. 87 89 Zentrum 8964 Das Haus der guten Küche Eigene Hausschlachterei VOLCK& GNADIG Reparatur- Werkstatt [ 105 0 Auszugmehle:„ Wiener",„, Oceana" ,,, California“ Paul Zillen GmbH. Elektrischer Bedarf Schiffbauerdamm 15 Sämtl. Elektromaterial Spezialität: Heizöfen und Bügeleisen Verkauf nur an zugelassene Installateure Bauklempnerel Telephon: Moritzpl. 9.8. S 42, Fürstenstr 20 Wäsche aller Art( 131 Gute Beschaffenheit, kulante Bedingungen! Gebrüder Huth Wäsche nach Gewicht Sahne- Großhandlung Gegründet 1861 [ 145 Berlin$ 0, Oranienstr. 195 Lieferant erster Konditoreien Eigene Dampfmolkereien Fernspr.: Moritzplatz 9889 u. 16792 bodenfertig getrocknet von 20 Pfund an. gemangelt Feine Herrenwäsche/ Gardinenreinigung Dampfwäscherei ,, Sophie Charlotte“ Gear 1897. Charlottenburg, Spree. straße 35. Fernruf: C 4, Wilhelm Nr. 313 Kliems Festsäle Autobereitung Wilhelm Grabs Hasenheide 13-15 Tel. Baerwald 6565 1148 * Vertrieb in- und ausländischer Reifen Autoreifen- und Schlauch- ReparaturWerkstätte/ Autozubehör [ 132 riedrich Hädicke 3 Säle. Vereinszimmer Berlin SW 48, Friedrichstr. 249 4 Be- und Entwässerung Sanitäre Anlagen zu kulanten Bedingungen. SW 68, Lindenstraße 2 Denhoff 9527 TELEPHON e. m. mit eigener Schweißanlage für graph. Maschinen August Wollschläger& Co. t Rotations-, Tiefdruck- und Offsetmaschinen Umzüge kompletter Druckereien Berlin SW 61, Gitschiner Str. 15 Tel: F 1, Mpl. 1538%-Nachtanruf: G 3, Südring 323 und F 2, Neukölln 46 59. Stimmung! Dampfwäscherei Urania Carl Gottschalk Fernsprecher: Moritzplatz Nr. 11550 Bethanienufer o-Waldemarstr. 27 wäscht billig und gut, Julius Ehl Tempelhof, Ordensmeisterstraße 52:::: Fernrat: Sodring 1955, 1956, 1957 Großhandlung in Eisenwaren, Werkzeugen, Röhren, Flanschen, Kanalisationsartikeln und Armaturen. Wäsche Aufzüge Reparaturen 1510 Neul eferungen Bin.- Wilmersdorf, Tübinger Str.2/ Tel.: Plalzburg 1433 Eden- Pflanzenbutter Wrestabile margarines Das Edelerzeugnis RESTAURANT ,, MUNZHOF" Münzstr. Ecke Dragonerstr. Warme Küche Gat gepflegte Biere Ab 12 Uhr mittags Konzert Humor! waschen blütenweiß Dampfwaschwerke Reibedanz& Co., G.m. b. H., Tempelhof Südring: 693-1058--2823 Nahe Belle- Alliance- Platz Tel. F 5 Bergmann 4736 Paul Horsch Dampfwäscherei Alexander Michel Berlin- Gewerkschaftshaus Tabakwaren erst. Firmen 172 BUCHDRUCKARBEITEN IN NEUZEITLICHER AUFMACHUNG 187] L BERLIN SO 16 Adalbertstraße 62 Fernsprech Anschluß F 7, Jannowitz 3011 A- DRUCK Inh. Carl Kopp Gegründet 1901 Obernimmt Haus-, Leib- und Hotelwäsche bei guter Ausführung und soliden Preisen Berlin So., Mariannenstr. 31/32- Moritzpl. 551 B.155] GA Klischees Galvanoplastische Werkstätten K.-G. Baum& Co. SW.68, Alte Jakobstraße 144 Telephon: Dönhoff 890-891 Fr. Fischer& Co. HEINRICH SCHMITZ gegründet 1899 Büro- u. Kartothek- Möbelfabrik palli Kompletter Innen- Ausbau Johannisthal, Waldstraße 14-15 Telephon: Oberspree 732-733 Restaurant zum Dortmunder 1381 Schmitz Industrie- Kasino Kommandantenstraße 72- Kronenstraße 12 Mercedes- Palast Wedding Utrechter Straße Kino Varieté Neukölln Hermannstraße Malerhütte Berlin G.m.b.N. VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 1912 NO18, LANDSBERGER ALLEE 38-39 Bien's Festsäle FERNSPR.: E. 4 ALEXANDER 3628-30 Kreuzbergstraße 48 ALLE MALERARBEITEN R136 an der Katzbachstraße Täglich außer Dienstag und Freitag MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Großer altdeutscher Ball Rundlänze Zwel Kapellen Ende 3 Uhr R140