BERLIN Donnerstag 6. März 1930 Der Abend Erfdetut taglio auter snutega Sugleich Abendaufgabe des Vorwärts. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW68, Lindenstr.8 Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 110 B 55 47. Jahrgang 66 anzeigenprets: Die einfaltige Nonpareillezeile 80 Vf.. Reklamezeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bofschedkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b.., Berlin Nr. 87 536. Kernforecher: Donhoff 292 bis 297 Die Hakenkreuzler als Mörder. Der Arbeiter Kubow seinen Verletzungen erlegen. Der Ueberfall von Röntgental. Tirpitz gestorben. Das Kaiserreich stirbt aus! Als einer seiner leßten Paladine ist nun, nicht lange nach dem Fürsten Bülow, der 81jährige Alfred v. Tirpig dahingegangen. Der feige Feuerüberfall der National. München, 6. März. fozialisten auf das Reichsbanner in Röntgental, worüber wir heute früh berichte. Großadmiral v. Zirpik ist in der letzten Nacht ten, hat in dem stillen Vorort an der Berlin- hier in einem Sanatorium an den Folgen einer Bernauer Strede helle Empörung ausgelöst. Bronchitis gestorben. Reiber ist auch ein Todesopfer zu beklagen. Der Arbeiter Kubow aus Röntgental, ein jung berheirateter Mann, ist an den Folgen des schweren Bauchschusses im Kreiskrankenhaus Ber. non bald nach seiner Einlieferung gestorben.. Ueber diese neueste Schandtat der nationalsozialistischen Rowdys werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Das Tam. bourforps des Reichsbanners hielt, wie in jeder Woche, om Mittwoch in dem Lokal von Meißel, in der Bahnhofstraße 76, feinen lebungsabend ab. In berselben Gaststätte tagte zu gleicher Seit der Mieterverein der Prifchaft. Eta gegen 10 Uhr erbinden in der Nähe des Lotals mehrere langgezogene Pfiffe. Es mar, wie fich später herausstellte, das Angriffssignal per nationalsozialistischen Strolche. Der Mietervérein hatte als Bersammlungsraum ein hellerleuchtetes Zimmer, das mit den Fenstern nach der Straße zu liegt. Draußen frachten plötzlich mehrere Schüffe, die Scheiben zersplitterten und den Anwesenden des Mietervereins sausten die Kugeln nur jo um die Köpfe. Offen bar hatten die Angreifer geglaubt, Mitglieder des Ortsvereins des Reichsbanners vor sich zu haben, die sich aber in einem anderen, hinten gelegenen Zimmer befanden. Im Augenblid war das ganze Lotal alarmiert. Die Reichsbannerleute und einige Mitglieder der Mieterversammlung eilten auf die Straße, um zu sehen, mas es draußen gäbe. Auf diesen Augenblid hatten die Nationalsozialisten offenbar nur gewartet. Sie eröffneten ein wütendes Schnellfeuer auf die Ahnungslosen; als erfter fiel der Arbeiter Kubom von zwei Kugeln in Bauch und Rücken schmer getroffen. Die beiden nächsten Opfer waren der Reichsbannermann Wertmeister Erich Uhlig und ein der fommunistischen Jugend angehöriger Kurt Seifert. Beide erhielten mehrere Schüsse in die Beine. Seifert hatte sich auf dem Heimweg befunden und wollte in dem Lokal noch einen Schoppen trinken. Ihn hatte dasselbe Schicksal ereilt, als er mit den anderen auf die Detonation der Schüsse auf die Straße hinauseilte. Das rierte Opfer war ein völlig unbeteiligter, der Kaffenbote Gebauer. Dieser fam vom Dienst nach Hause und wollte gerade die Gartentür zu feinem Grundstüd aufschließen, als er schon von zwei Kugeln in den Bauch und den Oberarm getroffen, blutüberströmt zusammenbrach. Gebauer gehört der Sozialdemo fratie an. So schnell wie die nationalistischen Attentäter aufgetaucht waren, verschwanden sie auch wieder im Dunkel der Nacht. In erster Linie bemühte man sich um die Berlegten und forgte für ihre sofortige Ueberführung ins Krankenhaus. Das von Weißensee zu Hilfe gerufene Ueberfallkommando durchstreifte ganz Röntgen tal, ohne von den Rowens noch eine Spur zu entdecken. Die politische Polizei hat meitere Nachforschungen nach den Teilnehmern an dem blutigen Ueberfall aufgenommen. Nach den bisherigen Feststellungen haben sich an der gemeinen Tat offenbar nur ortefremde Elemente beteiligt. So beobachtete ein Einwohner, der mit dem um 10 Uhr in Röntgental aus Berlin eintraf, wie aus demselben Zuge etwa 15 bis 20 uniformierte Haken. freuzler ausstiegen und in die Ortschaft marschierten. Unter ihnen find wahrscheinlich auch die Haupttäter zu suchen. Festgestellt fonnte bisher werden, daß die Täter aus der Gegend des Schönhauser Tors In Berlin stammen. Wie aus vorgefundenen Kugeln und Patronenhilsen festgestellt wurde, waren die Täter sämtlich mit großfalibrigen Waffen ausgerüftet. Alem Anschein nach handelt es sich um einen Racheatt, der jedoch in feinem Berhältnis zu dem Borgefallenen steht. Vor etma vierzehn Tagen nämlich weilte in dem Lokal von Meißel ein Nationalsozialist, der wegen feines Betragens an die frische Luft gefekt wurde. Mit der Drohung, daß man wiederkommen und blutige Rache nehmen werde", entfernte er sich. Diese Drohung, die niemand für ernst nehmen fonnte, ist gestern wahr gemacht. Es hat wohl feiner in der Kaiserzeit eine größere, feiner eine unheilpollere Rolle gespielt als er. Denn er war der Bater jener Flottenpolitit, die Deutschland in ganz finnloser und nutz lofer Beife in Gegenjaß zu England gebracht und die Isolierung Ernennung zum Staatssekretär der Reichsmarine am Jahre 1897 Deutschlands im Weltkrieg verschuldet hat. Schon lange vor seinar hatte der Flaggoffizier in unverantwortlicher Stellung durch seine hemmungelole Flottenpropaganda deu perantwortlichen Stellen ins Handwerk gepfuscht. Da es ihm gelungen war, Wilhelm II. mit seiner leichtentzündlichen Phantasie für sich gefangen zu nehmen der Dreizad gehört in unsere Faust!" Deutschlands Zukunft liegt auf dem Wasser!" gab es bald fein Halten mehr., Tirpig gewann alle möglichen Ehrenstellen und fühlte sich in hemmungslosen Ehrgeiz als der fünftige Seeheld des Deutschen Reiches. -w Eine Verständigung mit England über das Flottenbauprogramm der englischen Liberalen und der im Kaiserreich gänzlich einfluß. war unter folchen Umständen trotz aller Bemühungen Haldanes, lofen deutschen Sozialdemokraten unmöglich. Nach dem Ausbruch des Weltkrieges forderte Tirpitz ein sofortiges Einsetzen der deutschen Flotte und die Uebertragung der strategischen Leitung an ihn selbst. Da ihm dieser Wunsch abgeschlagen wurde, ging er in die Fronde, intrigierte er gegen Bethmann And schrieb ein Tagebuch, in dem er alle Würdenträger des Reiches, die nicht nach seiner Pfeife tangen wollten, schonungslos herunterriß. Aus der U- Bootfrieg im März 1916 gegen feinen Willen vorläufig eingestellt wurde un den Krieg mit Amerifa zu vermeiden nahm er seine Entlassung, um im Dunkeln weiter zu wühlen. Die Wiederaufnahme des U- Bottrieges, der Krieg mit Amerifa und die annegionistische Propaganda der Baterlandspartei waren zum großen Teil sein Bert. Im übrigen war feine Propaganda für den unbeschräntten U- Boottrieg um fo grotester, als er den rechtzeitigen Ausbau dieser Baffe zugunsten der Großtampfschiffe versäumt hatte. Für solche Verdienste wurde er 1924 als Deutschnationaler in den Reichstag gewählt, dem er bis 1928 angehörte. Die Deutschnationale Partei ernannte ihn fogar zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Eine politische Rolle spielte er zuletzt noch nor fünf Jahren, als er feinen persönlichen Einfluß dafür einfegte, den Generalfeldmarschal D. Hindenburg zur Annahme ber Präsidentschaftsfandidatur zu übernehmen. Ob er mit dem Erfolg dieser Action zufrieden war, ist nicht bekanntgeworden. Die Erinnerungen des Großadmirals, die noch zu feinen Lebzetten veröffentlicht wurden, enthalten viel Material zur Beurteilung des Raiserreichs und zur Erklärung seines Zusammenbruchs. Denn so untritisch Tirpiß gegenüber sich selber mar, so sehr war er allen anderen gegenüber ein scharfer, oft ins Schwarze treffender Kritiker. Sein Wort vom Weltkrieg, in den wir hineingeschlittert" sind, hat Flügel bekommen. An anderen Stellen versichert Tirpitz, das Bolf fei herrlich, nur der Kopf fei faul und er wolle nach dem Krieg unter die Cozzen gehn" und sich Laternenpfähle aussuchen". Nach diesen Broben darf man noch allerhand erwarten, falls fidy in seinem Nachlaß noch Unveröffentlichtes befinden sollte.. * München, 6. März. Tirpih hielt fich seit etwa vier Wochen zur Erholung megen feines Herzleidens in dem großen Sanatorium Ebenhausen im fartal auf. Seine Gattin meilte bei ihm. Der Tod ist, wie jetzt genauer befannt wird, heute vormittag, 7 Uhr, eingetreten. Die Nachricht wurde in München erst mittags bekannt. Nachricht wurde in München erst mittags bekannt. Abstimmung über die Houng- Gesetze. Arbeitsplan des Reichstags. Der Weltestenrat bes Reichstags beschloß, daß die 3 meite Cefung des Boung- plans und der dazugehörigen Gesetze moglift in dieser Woche zu Ende geführt werden fall. In der allgemeinen Aussprache soll das gesamte Bertragswert einschließlich der Liquidationsabkommen zufammengefaßt werden, nur das Reichsbant- und das Reichsbahn. gefeh werden in einer Spezialdebatte gesondert behandelt. Die Rede zeit für das gesamte Bertragswert, also auch das Reichsbant- und Reichsbahngefeh, foll 2% Stunden für jede Fraffion betragen. Für die Abstimmungen ist die Montagsihung der nächsten Woche in Aussicht genommen, die um 3 Uhr beginnen foll. Am Dienstag tönnte dann die dritte Lesung des Young- Plans in Angriff genommen werden. Wer hat gefiegt? Und was tut das Zentrum? Ein Teil der Rechtspresse bemüht sich, das Ergebnis der finanze politischen Berhandlungen des Kabinetts als einen großen sozialdemokratischen Erfolg auszuposaunen. So schreibt die„ Deutsche Zeitung": Der eigentliche Sieger ist wieder einmal die Sozialdemokratie.. Sie hat abermals eine Reform der Finanzen, insbesondere der Arbeitslosenversicherung, verhindert, und der Wirtschaft die Kosten für die margistische Ausgabenwirtschaft auf= geladen. Die schwerindustrielle ,, Deutsche Allgemeine Zeitung" überschreibt ihre erste Seite mit den Worten: ,, Der Sieg der Sozialdemokratie" und äußert sich dann folgendermaßen: Man mag den Finanzplan der Reichsregierung drehen und menden wie man will, er ist und bleibt ein Sieg der Sozialdemokratie. Bor wenigen Tagen erst, am letzten Sonntag, hatten die maßgebenden Instanzen der Deutschen Volkspartei, Reichsausschuß und Reichstagsfraktion in Uebereinstimmung mit dem Parteivorsitzenden und den Parteiministern, sich feierlich darauf festgelegt, daß eine neue Erhöhung der direkten Steuern, gleichviel unter welcher Bezeichnung, mit den Notmendigkeiten der Finanzreform unvereinbar sei. Heute stehen die Wähler der Deutschen Boltspartei und mit ihnen das gesamte Bürgertum vor der Tatsache, daß doch eine neue dirette Belastung der Wirtschaft zugestanden worden ist, die fich auf rund 100 Millionen Mart beläuft. Dem gegenüber fönnen mir verfichern, daß in der sozialdemo fratischen Reichstagsfraktion von„ Siegesstimmung" nicht das allergerinste zu bemerken ist. Vielmehr bestehen zum mindesten gegen einzelne Teile des Programms allerschwerste Bedenken. Diese Bedenten müssen sich noch verschärfen, wenn man sieht, wie die Zentrumspresse bestrebt ist, die unbesehene Annahme des Gesamtprogramma non der Sozialdemokratie durch einen unzulässigen Druc zu erzwingen. So schreibt heute morgen die ,, Germania": Bon der Haltung der Regierungsparteien insgesamt wird naturgentäh die Entscheidung des Zentrums gegenüber dem Young Plan abhängig sein. Die Einigung des Kabinetts ist ges mi wichtig und erfreulich. Aber sie wird ihre Ergänzung in einer unzweideutigen Bindung der Regierungsparteien finden müssen, die vor der Young- Entscheidung eine Sicherung für die Durchführung des Finanzprogramms gibt. Es wird Sache der Reichsregierung sein, diese Bindung zu schaffen und zu verhülen, daß die im Kabinett mit Mühe und Not überwundene rife nun von den Barreien her droht. Die Mittel hierzu hat sie in der Hand. Wie es scheint, identifiziert sich das Zentrum in solchem Maße mit dem Steuerprogramm der Regierung, daß es für seine unveränderte Annahme die Allein verantwortung zu übernehmen bereit ist. Denn ließe sich die Sozialdemokratie wirklich durch die Drohung mit einem sonst unvermeidlichen Zusammenbruch der Außenpolitik zur Annahme des Steuerprogramms in Bausch und Bogen zwingen, so würde sie die Schuld an dem unzulänglichen finanzpolitischen Ergebnis mit Recht dem Zentrum aufbürden. Wenn sich die Sozialdemokratie aber nicht zwingen was dann? läßt Will das Zentrum Katastrophenpolitit treiben? Die Sintflut in Frankreich Obstruktion statt Revolution. Die überschremmien Ländereien Berzweiflungemäßchen der Kommuniffen. Im Hauptausschuß des Preußischen Landtages stand am am Donnerstag die Borberatung des Haushalts des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten zur Erledigung. Die Sigung begann um 10 Uhr vormittag. Als Berichterstatter nahm das Wort Abgeordneter Schulz- Neukölln( Komm.). Er forderte u. a. die Be feitigung des Staatsrates. Nachdem er mit seinem Bericht zu Ende war, ergriff er als Fraktionsredner das Wort. Er erging sich in außerordentlich heftigen Angriffen gegen die preußische Regierung wegen der von ihr befolgten Politit. bei Moiffac( ungefähr 70 Kilometer nordwestlich von Toulouse), wo durch einen Dammbruch über 300 Menschen ums Leben kamen. * Nachdem er drei Ordnungsrufe erhalten hatte, wurde, 350 Tote im Leberschwemmungsgebiet. berzeichnet etwa 100 Tofe. Beibe Stäbte bieten einen Anblid, wie da eine Berhandlung unmöglich war, die Sigung des Hauptausschusses auf zehn Minuten vertagt. Nach Wiederaufnahme der Sizung wurde als erstem Redner dem deutschnationalen Abg. Schwecht das Wort erteilt. Der Kommunist Schulz Neukölln fuhr jedoch, unterstützt von seinen Fraktionsfreunden, mit seiner Obstruktionsrede fort. Die Sigung wurde abermals unterbrochen. Es fand in einem anderen Zimmer des Landtags eine Besprechung ohne Kommunisten statt. Man wurde sich dahin schlüssig, zu versuchen, ohne materielle Aussprache den Etat des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten zur Annahme zu bringen. Wenn das nicht möglich wäre, sollte dieser Etat später beraten werden. Nach 12 Uhr wurde die Sigung des Hauptausschusses wieder aufgenommen. Es gelang nicht, die Kommunisten am Weiterreden zu verhindern. Nach einer kurzen Geschäftsordnungsaussprache, an der sich die Abg. Heilmann( Soz.) und Kloft( 3.) beteiligten und in der der Abg. Heilmann für den Fall einer Wiederholung des Versuchs, eine Weiterberatung einer Ausschußsigung unmöglich zu machen, eine Aenderung der Geschäftsordnung in Aussicht stellte, schloß der Vorsitzende Abg. Hirsch( Soz.), nachdem der Abg. Schulz- Neukölln( Romm.) wiederum die Weiterberatung durch Fortsegung seiner Obstruktionsrede störte, die Sigung. Die Erledigung des Haushalts des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten wird in einer späteren Sigung erfolgen, nachdem zuvor die Geschäftsordnung eine Aenderung dahin erfahren hat, daß eine Wiederholung ähnlicher Vorfälle unmöglich gemacht wird. Diskontermäßigung in London. London, 6. März. Die Bank von England hat den Wechfeldiskontsatz um% Prog. von 4% Pro3. auf 4 Proz. herabgefeht. Rotfront als Geheimbund. Prozeß Olbrich, Peute und Genoffen. Als der Rotfrontbund aufgelöst war, bachte er nicht daran, fich dem Berbot zu fügen, sondern existierte illegal weiter. Am 14. Oftober v. 3. sollte eine Führerversammlung stattfinden. Die Abteilung IA des Polizeipräsidiums erhielt davon Wind und nahm am 14. Oktober in der Münzstraße eine Haussuchung vor. Sie traf dort in der Wohnung des früheren Reichsführers des Jungsturms und späteren Gauleiters des RFB. für Berlin- Branden burg, Olbrich, die Kommunisten Beute und Rohnte an. Außer dem wurde noch verschiedenes belastendes Material gefunden; unter anderem war in Olbrichs Notizbuch für den 14. Oktober die Führersprache vorgemerkt. Den gleichen Vermert fand man auch in Kohntes Notizbuch. Letzterer hatte auch eine Quittung über die Anzahlung Don 10 Mart für ein zum 14. Oftober gemietetes Versammlungslokal, eine Anzahl Abrechnungen, Kontrollfarten und Plaketten des RFB. bei sich. Man fand ferner einen Brief aus Wien, der Informationen über die österreichische kommunistische Arbeiterwehr enthielt, auf Umwegen adressiert an Rohnte, und verschiedene Briefe von Peufe. Sowohl gegen diesen als auch gegen Olbrich und Rohnte wurde Anklage wegen Teilnahme an einer ungefeßlichen Bereinigung erhoben. Sie hatten sich heute vor dem Schöffengericht zu veraniworten. Neben ihnen sigen noch zwölf weitere Angeklagte, die am 21. September in verschiedenen Stadtteilen Berlins als Teilnehmer von Demonstrationen des verbotenen RFB. festgenommen worden waren. Der größte Teil dieser Angeklagten hatte unter ihrer Straßenfleidung die Rotfrontkämpferuniform an, teilweise führten sie Koppel und rote Armbinden bei sich, während sie auf dem Kopf ihre Uniformmüßen hatten allerdings ohne Abzeichen- trugen sie in der Tasche ihre blaue Straßenmüße. Heute geben sie für ihre doppelte Bekleidung und für ihre Anwesenheit bei der Demonstration möglichst harmlose Erklärungen ab, sie hätten geglaubt, es handle sich um eine Demonstration der KPD., oder sie hätten sich einfach auf einem Bummel befunden, und dergleichen mehr. Die Angeklagten haben teilweise früher dem RFB. angehört. 400 Ortschaften mit 1500 Häusern unter Waffer. Paris, 6. März.( Eigenbericht.) Eine erste halbamtliche Statistik über den Umfang der Ueberschwemmungskatastrophe in in Südfrankreich bringt folgende, auf Schäkungen beruhende Bilanz: rund 350 zote, 400 überschwemmte Städte und Dörfer, 1500 zerstörte Häuser. Namentlich das Gebiet in dem Flußdreieck zwischen der Vereinigung von Garonne und Tarn ist besonders schwer heimgesucht worden. Moissac, am Zusammenfluß der beiden Flüsse gelegen, ist am härtesten betroffen worden. Die Zahl der Toten = in den zerstörten Gebieten Nordfrankreichs. Die Städtchen Reynies, Villemur und Lemours, die je etwa 3000 Einwohner zählen, find sozusagen vollkommen vom Erdboden verschwunden. In Rennies ragt nur noch die Spize des Kirchturms aus den Fluten empor; in Lemours haben die Wasser der Tarn den Friedhof völlig umgegraben. Särge und Totengebeine wurden davon gerissen. Die von den Unglüd betroffene Bevölkerung scheint dem Wahnsinn nahe. Man meldet zahlreiche Selbstmorde. In Montauban und Moissac mußte eine Art Belagerungszustand eingerichtet werden, zumal auch einige Plünderun= gen zu verzeichnen waren. Mehrere der Berbrecher wurden gelyncht. In Moissac wurden zwei Spanier sofort zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ueberall werden Hilfsaktionen für die Notleidenden eingeleitet. Der März- Klamauf. Störungsversuche und Behinderung der Tätigkeit in den Arbeitsnachweisen. Die Versuche, die die Kommuniften unternommen haben, um| Wirtschaften, die als kommunistische Verkehrslokale bekannt sind, am heutigen 6. März die Erwerbslosen auf die Straße zu bringen, wurden außerdem Razzien vorgenommen. Auf diese Weise wurde die Demonstration unterbunden und die Ruhe gegen 10 Uhr wieder sind ausnahmslos fehlgeschlagen. hergestellt. an Wie übereinstimmend von den Leitern der einzelnen Nach meise festgestellt werden tonnte, waren tommunistische Agitatoren bemüht, die Arbeit in den Stempelstellen dadurch zu stören, daß überall Ansprachen gehalten wurden, in denen zur Teilnahme an den geplanten Umzügen hingewiesen wurde. Der fo entstehende Lärm machte den Angestellten der Arbeitsnachweise die Tätigtett faft unmöglich und brachte erhebliche Berzögerungen in der Abfertigung mit Dadurch wurbe an einzelnen Stellen eine Erregung der Wartenden hervorgerufen, denn manchen Arbeitsnachweisstellen, so z. B. in der Borhagener Straße, müssen wöchentlich über 100 000 Menschen abgefertigt werden. Dazu tommt noch die Arbeit der Vermittlungsstellen. In der Bor hagener Straße trieben es die Agitatoren ganz besonders arg. Der Hof des Grundstückes und der Saal, in dem sich die Arbeitsvermittlung und die Stempelstelle befindet, waren überfüllt und einzelne kommunistische Gruppen hielten die Türen besetzt, um zu verhindern, daß diejenigen Erwerbslosen, die mit den tommu mistischen Plänen nichts zu tun haben wollten, den Raum oder den Hof verließen. Durch Aushang wurde den Erwerbslosen bekanntgegeben, daß die Stempelstelle am heutigen Tage auf die Bollziehung des Stempels verzichtet, trotzdem aber die notwendigen Bahlungen leisten werde. Polizeibeamte, bie hinzugerufen worden waren, ließen nur diejenigen eintreten, die heute Geld zu erhalten haben, und sorgten durch Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung für eine schnelle Abfertigung. In der Sandfuhle von Jhehoe. Thehoe, 6. März.( Eigenbericht.) Am Mittwoch abend demonstrierte eine größere Anzahl Kommuriften trop des bestehenden Demonstrationsverbotes durch einige Straßen der Stadt. Als in der Sandkuhle fich ein Polizeiaufgebot dem Zuge entgegenstellte und ihn auflösen wollte, murden die Beamten mit faust diden Steinen bemorfen. Erft als die Polizisten von dem Gummifnüppel Gebrauch machten und einige Schredschüsse abgaben, zerstreute sich die Menge. Die Ruhe war bald mieder hergestellt. Einige Beamte wurden durch Steinwürfe leicht verletzt. Bölliger Fehlschlag in Wien. Wien, 6. März. Die Kommunisten versuchten heute in Wien in verschiedenen Betrieben, insbesondere in den Elettrizitätswerten der Gemeinde Wien, im Prater und in verschiedenen Betrieben in anderen Bezirken die Arbeiterschaft zur Einstellung der Arbeit zu veranlassen, ohne jedoch Erfolge verzeichnen zu können. Es wurden zahlreiche Verhaftungen von Kommunisten vorgenommen. Im 21. Bezirk wurden 23 Kommunisten, die aus Mistelbach mit Revolvern ausgerüstet eingetroffen waren, sofort in Haft genommen. Das Opfer des Klamaufs. Hamburg, 6. März. Auch in dem Arbeitsnachweis in der Schreiberhauer Straße tam es heute morgen zu fleineren 3wischenfällen. In diesem Nachweis, in dem nur Frauen abgefertigt Die hamburgische Bürgerschaft nahm in ihrer gestrigen Sigung werden, erschienen plötzlich fommunistische Redner und die Antwort des Senats auf die kommunistische Anfrage zum Fall forderten die Frauen auf, fich an den Umzügen in den Nachmittagsbes Lehrlings Sell, der bei den Hungermarsch"-Unruhen stunden zu beteiligen, und von dem Arbeitsamt sofortige Zahlung den Tod gefunden hat, entgegen. Der Senat stellt in seiner Antwort zu verlangen. Einige entschlossene Beamte brachten die Schreier balb feft, daß fein Oberbeamter einen Schuß abgegeben habe. aus dem Saale heraus, worauf die Abfertigung der Frauen ohne Der Beamte, der den Schuß, an dem Sell gestorben sein soll, abge weitere Zwischenfälle durchgeführt werden konnte. geben hat, sei ermittelt. Die Atten sind dem Staatsanwalt übergeben worden. Dieser hat das Berfahren jedoch einge= stellt, weil festgestellt ist, daß der Beamte in Notwehr gehandelt hat. An einigen Stellen der Stadt versuchten im Laufe des Bore mittags mehrfach fleinere tommunistische Trupps Demon. ftrationszüge zu bilben. Ihre Auflösung durch die Polizei gelang in allen Fällen völlig reibungslos. Es bedurfte mehrmals erst gar feiner polizeilichen Zwangsmaßnahmen, da die Demon. ftranten sich beim Erscheinen der Polizeibeamten schleunigst von felbft zerstreuten. Krafeel auf der Tribüne. Verhaftung des Bornimer Amtsvorstehers. einige Polizeibeamte herbeigerufen, die später durch ein größeres Schon seit längerer Zeit gingen Gerüchte um, daß der Amts. vorsteher von Bornim, Frenzel, sich an seinen drei Töchtern, die im Alter von 16, 18 und 21 Jahren stehen, vers gangen haben soll. Eine der Töchter hatte sich an die Frau eines Geistlichen gewandt, die dann ihrem Mann Mitteilung machte. Gegen den Amtsvorsteher ist nun ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen führt die Potsdamer Staatsanwaltschaft. Der Amtsvorsteher ist bereits von seinem Amt suspendiert worden. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat heute vormittag beim Amtsgericht Potsdam die Verhaftung Frenzels in Bornim perfügt. 3m Erziehungsheim verstorben. Der bebauernswerte Tod eines Fürsorgezöglings im städtischen Erziehungsheim Scheunen bei Celle dient einem heutigen fommunistischen Morgenblatt als Anlaß, über einen Foltertod im Er ziehungsheim" in großer Aufmachung zu berichten. Wie wir er fahren, dauern die Ermittelungen über den Tod des Böglings noch an. Eine amtliche Darstellung ist in Kürze zu erwarten. Mittel für die Arbeiterkurse bewilligt. Haltung der Kommunisten eingefeht, und in der heutigen Aussprache Die Kommunisten zum Umfall gezwungen. Der Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich Honigsberg, 6. März heute noch einmal mit der Vorlage, die die Gewährung von 37 390 In der am Mittwoch abend abgehaltenen Stadtverordneten Mart als Zuschuß für die Personaluntosten der Arbeiterturfe fitung fam es zu wüsten Lärm und Schimpfizenen, die in Neufölin vorfieht. Die Kommunisten hatten bekanntlich von dem mit Erwerbslosen dichtgefüllten Zuschauerraum, in seinerzeit die Bewilligung dieser Mittel abgelehnt Jnzwischen dem sich auch Frauen befanden, ihren Ausgang nahmen. Es wurden hatte ein Proteststurm der in den Kursen tätigen Arbeiter gegen die Polizeiaufgebot verstärkt werden mußten, da es nicht möglich war, ergab sich die interessante Tatsache, daß die Kommunisten alle mitdie Ruhe wieder herzustellen. Nach einer furzen Unterbrechung der einander umfielen. Sie stimmten zusammen mit den Sozialdemo Sigung ging der Lärm von neuem los, als die Dringlich fraten und einer demokratischen Bertreterin für die Bewilligung der teit mehrerer tommunistischer Anträge abgelehnt wurde. Daraufhin Mittel um ihren Umfall zu bemänteln, stellten sie als Bedingung erfolgte die polizeiliche Räumung des Zuschauerraumes, die Forderung, das Kuratorium der Kurse aufzulösen und die Lehrjedoch war es nicht möglich, die Sigung ordnungsmäßig weitergänge der Schulverwaltung einzufügen. Die Sozialdemokraten hatten zuführen, da die tommunistischen Abgeordneten Obstruktion trieben dagegen nichts einzuwenden. Heute verjagten die Kommunisten auch und Ordnungsrufe unbeachtet ließen. Infolgedessen hob der Vor- dem Antrag der Nationalsozialisten, der eine Aufbringung der Kosten steher die Sigung unter wüstem Bärm auf. durch die Begründer der Kurse verlangte, entgegen ihrer Haltung in der legten Sigung ihre Zustimmung. Demonstrationsverfuche in München. München, 6. März.( Eigenbericht.) Trog des politischen Verbots versuchten die Kommunisten am Mittwoch abend zwischen 8 und 10 Uhr zu demonstrieren. Sie wollten zwei Züge bilden, die sich im Stadtzentrum vereinigen sollten. Die Polizei riegelte aber die farbrücke, über die die Demonstranten aus den östlichen Borstadtbezirken marschierten, mit starten Rräften ab, verhaftete eine größere Anzahl der Demonstranten und brachte sie auf Bafttraftwagen ins Polizeipräsidium. In sämtlichen Preußen und Berlins Neugestaltung. Heute wird in einem bemokratischen Morgenblatt die Vermutung ausgesprochen, daß der Breußische Staatsrat bereits am 25. März über die neue Berfassung Berlins beraten wird. Weiter wird prophezeit, daß die Berabschiedung des Gefeßes durch den Band ag noch vor den Osterferien erfolgen soll. Dazu ist zu bemerken, daß das Rabinett sich mit dem umstrittenen Referentenentwurf noch nicht beschäftigt hat. M. d. R. vor Entlassung geschüßt. Auch Frattionstätigkeit ist Ausübung des Mandats. In der Eisengießerei von Reŋling und Thomas ist der tom munistische Reichstagsabgeordnete ein als Maschinenformer beschäftigt. Er war Borsitzender des Betriebsrats. Durch arbeitsgerichtliche Entscheidung ist ihm die Zugehörigkeit zum Betriebsrat abertannt worden, well in einer von ihm geleiteten Betriebsversammlung Delegierte zum Rotfronttämpfertag gewählt wurden. Hiernach steht Hein nicht mehr unter dem Entlaffungsschuß, den das BRG. den Betriebsratsmitgliedern zuerkennt. Aber als Reichstagsabgeordneter beansprucht er einen noch weiter gehenden Entlassungsschutz. Hein beantragte bei der Firma unbeschränkten Urlaub zur Ausübung feines Reichstagsmandats. Darauf antwortete die Firma, unbeschränkten Urlaub tönne sie nicht gewähren, denn es tönne ihr nicht zugemutet werden, einen Arbeitsplatz dauernd freizu halten, wenn sie nicht wisse, wann Hein gelegentlich einmal seinen Platz besetzen würde. Für die Reichstagssigungen habe er selbstverständlich ohne weiteres Urlaub. Für feine Teilnahme an Ausschußßigungen und für seine sonstige Tätig teit als Abgeordneter solle er sich jedesmal bei der Betriebsleitung abmelden. In der Zeit vom 21. bis 30. September v. 3., wo teine Plenarsizungen des Reichstages abgehalten wurden, blieb Hein Rüsselsheim. Nach Moskau Auch ein Führer". 曲 一 ohne Abmeldung und ohne Entschuldigung der Arbeit fern. Des halb murde er entlassen. Nun flagte Hein beim Arbeitsgericht. Er bezeichnet das Verlangen der Firma, er solle sich für seine Abgeordnetentätigkeit außerhalb der Plenarsizungen abmelden, als Behinderung der Ausübung seines Mandats, also als Verstoß gegen die Reichsverfaffung. Deshalb sei die Entlaffung rechts unwirksam. Hein beantragte, das Gericht möge feststellen, daß sein Arbeitsverhältnis bei Reyling und Thomas fortbesteht. Gleichzeitig forderte er 1580 m. 2ohnnachzahlung für die Beit, wo feine Plenarsizungen des Reichstages stattfanden und er feine Arbeit im Betriebe ausgeübt haben würde. Als sich die Firma darauf berief, daß Hein in der Zeit vom 21. bis 30. September feine Abgeordnetentätigkeit ausgeübt habe, behauptete er, er habe in dieser Zeit an Ausschußfizungen teilgenommen. Das Gericht fragte beim Reichstagsbüro an, ob das zutreffe und erhielt die Antwort, daß Hein in der fraglichen Zeit meder an einer Ausschuß noch an einer Plenarsizung des Reichstags teilgenommen habe. Also fagte der Vertreter der Firma hat Hein die Unwahrheit. gesagt. Er ist ohne Grund der Arbeit ferngeblieben und deshalb mit Recht entlassen. Nun behauptete Hein, er habe im Auftrage feiner Fraktion in der fraglichen Zeit vorbereitende Ar beiten für eine Informationsreise nach dem Mittellandfanal ausführen müssen und stellte den Sekretär der tom munistischen Reichstagsfraktion als Zeugen, der diese Angabe bestätigte. Auf Grund dieses Zeugnisses verurteilte das Gericht die Firma, an Hein den Lohnausfall von 1580 m. zu zahlen, weil sein Arbeitsverhältnis fortbestehe. Es sei zu Unrecht gelöst worden, denn Arbeiten, die der Abgeordnete im Auftrage seiner Frattion ausführe, gehören zur Abgeordnetentätigkeit und berechtigen den Kläger, feiner Arbeit im Betriebe fernzubleiben. * Es ist richtig, daß auch Arbeiten, die zur Vorbereitung der Sigungen ufm. notwendig sind, zur Ausübung des Mandats gehören. Wenn Hein aber wirklich solche Arbeiten ausgeführt hat, warum der würdelose Schwindel, er habe an Ausschußfizungen, die gar nicht stattfanden, teilgenommen? Eine der artige Haltung ist beschämend, entspricht aber durchaus der Dummejungenpolitik der kommunistischen Abgeordneten. Die englische Arbeitslosigkeit. Vom Kulttheater des Oftens. Eine japanische Bühnenausstellung. In den Ausstellungsräumen des Kunstgewerbemuseums, sind gegenwärtig japanische Theaterbilter, Kostüme und Masten zu sehen. Das ist ein buntgemischter Markt egotischer Stücke. Der Kunsthistoriker hat sich auch schon im Borwärts" mit diesen Kuriositäten beschäftigt. Aber all diese Masken, Kleider, Waffen und andere Modelle dienten einmal dem lebendigen Theater, den Stars jener großen Komödiantendynastien, die seit Jahrhunderten das japanische Volk in die Schauhäuser locken. Auch heute noch ist die Leidenschaft der Boltsmassen für das Theater nicht verschwunden. Die Theater sind richtige Boltshäuser. Der fleine Mann schleppt Weib und Kind und Kegel in das Schauhaus mit, und vom Morgen bis in die tiefe Nacht sieht er zu, hört er sich an, wie feine Vorfahren von Teufeln und adligen Herren regiert, beglückt und auch gequält wurden. Das historische Drama, das mit Wunder und Weltgeschichte aufwartet, ist noch heute das Paradeftück der Vorstellung. Es ist schwer, fich als Mensch des Westens in die geistigen Vorauslegungen dieser Runst einzuleben. Man braucht da einen Führer, der zugleich gelehrt und ein japanischer Theaterfachmann ist. Herr Tofu Balz, Sohn einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters, vereinigt diese beiden Eigenschaften. Sein Vater war deutscher Arzt im Dienste des Mikados. Mancher mag sich noch an das Erinnerungsbuch erinnern, das Dr. Bälz über feine japanischen Erlebnisse veröffentlichte. Sein Sohn wurde zunächst ganz japanisch erzogen. Dann studierte er in Deutschland Kunstgeschichte, in Stuttgart nahm er dramatischen Unterricht, um auch praktisch unsere Schauspielertechnik zu erlernen. Er tehrte dann in sein Geburtsland mit dem Wunsche zurüd, das gleiche Studium bei japanischen Meistern zu betreiben Das ist zunächst nicht sehr leicht. Denn Japans angesehenſten Schauspieler fühlen sich durchaus als Inhaber eines besonderen Bunftgeheimnisses. Wer bei ihnen lernen will, der wird schon als Kind von sechs Jahren in eine strenge Schule genommen. Der Schauspielerzögling bleibt hierauf mit der Truppe seines Meisters Beit seines Lebens verbunden. Atrobatit, Mimit, alle Geschicklich teiten des Waffengebrauches, der Schminktunde, des Sprechens und des Singens muß er erlernen. Der Schüler wird so gedrillt, daß er fflavisch genau in den rituell festgelegten Stil des Meisters hinein wächst. Geschätzt wird nicht die Originalität des Zöglings, sondern seine Fähigkeit, noch einmal alles das zu zeigen, was feit Jahrhunderten überliefert wurde. Dabei wacht der Meister mit einer gewissen Hengstlichkeit darüber, sein Geheimnis nicht ohne weiteres preiszugeben. Der Schüler darf zwar ständig um den Meister sein, er muß sich aber seine eigene Methode der Nachahmung schaffen. Er muß mächtig aufpassen, wie der Meister auf der Bühne arbeitet. Niemals geschieht es, daß diefe Jünger schon als junge Männer Ruhm erlangen. Der japanische Schauspieler steigt erst zur Höhe der Beliebtheit empor, wenn er die Fünfziger überschritten hat oder gar schon ein Patriarch geworden ist Das muß man fich dauernd gegenwärtig halten: Diese japa. nische Theaterkunft ist eigentlich eine sehr unpersönliche Runft. 3rgendeine fagenhafte Idealfigur, mag fle Held, Teufel, Jungfrau oder Räuber sein, tritt in dem flaffischen Stüd auf. Nun zeigt die Figur niemals ihr naturalistisches Eigengesicht, sondern ein mythisches Antlitz, eben jenes, das wir so oft auf japanischen Holz schnitten fahen. Dies Geficht ist nach klassischen Prinzipien ge dymintt. Es wird zunächst mit weißer Farbe grundiert, wie etwa das Gesicht unserer europäischen Clowns und Pierrots. Bei Severin, dem französischen Meister dieser Pierrotkunst, las ich einmal die Bemerkung, daß diese Gesichtsfarbe mehlweiß sein muß, wie die Farbe des Papiers, damit alles, was Seele heißt, volltommen darin eingezeichnet werden fann. Nun, diese Grimaffen freiheit wird dem japanischen Schauspieler nicht gewährt. Auch die Maste, die er sich anschminkt oder anlegt, hat nichts als die Tradition zu zeigen. Es sind diese Schauspielergejeze außerordentlich Mann und Frau von heute. Borträge von Lola Landau und Frant Thieß. merkwürdig und aufschlußreich. Diese Komödiantenmaste bestimmt nämlich ausschließlich den Tonfall der Stimme, mit der der Künstler agiert. Es ist nicht umgekehrt, wie in unserem europäischen Theater, wo das vom Gefühl inspirierte Wort erst den Gesichtsausdrud und die ganze Körpermimit des Darstellers beeinflußt. Die japanische Schauspielertechnit verlangt folche Erstarrung der äußeren Formen. Alles das ist nur rein ästhetisch einzuschäzen, nur so wie eine Art Ritualkunst, deren Gebräuche nicht reformiert werden dürfen durch eine fünstlerische Persönlichkeit von ideeller Prägung und Schöpferfraft. Natürlich siegt auch hier irgendwie einmal das ganz überragende und produttive Genie, aber es ist ganz besonders schwierig, in die kleine Meisterfamilie aufgenommen zu werden. Ist diese Barrikade aber erst einmal gesprengt, dann wird solch Stil des feltenen Genies immer wieder als eine heilige Ueberlieferung nachgeahmt, genau wie Bräuche irgendeines religiösen Weihedienstes. Der Stil erhält den Namen seines Erfinders, nach ihm nennen sich ganze Geschlechter der Nachahmer. Sie können seine leiblichen, aber auch nur seine geistigen Kinder sein. Bei einem Träger solchen großen Namens, dem Meister Roschiro, ging Tafu Bälz, der Deutschjapaner, in die Schule. Es heißt bei solchem Studium stets, die eingeborene Natur unterbrüden und überwinden. Es heißt, die tausendfachen Möglichkeiten der Bewegungsfreiheit derart einschränken, daß für jede Theaterhandlung nur eine bestimmte Anzahl von zeremoniösen Be wegungen, Mimifen, tänzerischen und profanen Schritten übrig bleibt. Es gilt schließlich auch, die natürliche Stimme derartig umzubilden oder, wenn man will, rituell auszubilden, daß die ganz besondere Sing- und Sprechtechnik zur Entfaltung gelangt. Denn für jede seelische Regung ist in der Kunsttechnit des Meisters auch ein ganz festgebundener Ton vorhanden, der nicht anders intoniert werden, der auch nicht anders moduliert werden darf. Schauspielerinnen, die ihre erotische Kunst schon unbewußt dem Ich habe einmal Sada Vatto und die Hanako gesehen, japanische europäischen Geschmack näherten. Trotzdem überraschte immer noch das ganz fremdartige Ritualpathos, die eben charakterisierte religiöse Automatik der ganzen Persönlichkeit. Der Künstler wurde zur materie besteht, die erst zum Scheinleben erwedt werden muß, ist funstvollsten Marionette. Während aber die Marionette aus toter der japanische Künstler lebendiges Menschentum, das zur heiligen Marionette umgeformt werden muß. schöpferische Realistit des Künstlers, sondern fein Gehorsam vor Erwünscht ist nicht die uralten Kunstritualen: " Nichtsdestoweniger wirkt diese japanische Theaterkunst weder starr noch tot. Die Zuschauer empfangen eben, was sie innerlich verlangen. Sie werden mit der Legende vertraut gemacht. Auf einem Steg, der mitten durch den Zuschauerraum läuft, auf dem sogenannten Blumenst eg", erscheinen die Schauspieler. Der Zuschauer braucht nur die Hände aufzuheben, und er würde diese Spufgestalten als lebendige Wesen betasien. Sput und Geisterwesen werden also plastisch greifbar. Die Stimme, mit denen sie sich bemerkbar machen, tommen nicht aus einem unbekannten Jenseits, sondern aus dem deutlich spürbaren Diesseits. Das Theater dient nicht der Errettung vor dem, mas mir Europäer Aberglauben nennen. Das japanische Theater ist also teine moralische Anstalt, sondern eine Zweiganstalt für allerhand Erbauung und Grufeln, die neben den Tempeln, den Wohnstätten der Götter, aufgetan wird. Natürlich hält sich dieses große Kulttheater heute nicht mehr ganz fern vom europäischen Einfluß. In der Hauptstadt eriſtieren erflusive Sondergruppen, die modernstes Europäertheater pflegen. Es gibt auch schon die richtige europäische Vorstadtschmiere. Dort werden die Filmlieblinge der Welt nachgeäfft, und öffnen sie den Mund, dann ist ihr einziger Ehrgeiz jener Naturalismus, der sich heute auf den europäischen Schmieren aller Weltstädte noch neben dem verfeinerten Kunsttheater behauptet, Max Hochdorf, Schwester der Isadora, ausgebildet worden, um in Amerita als lebendige Werberinnen für den Sowjetgedanken aufzutreten. Sie sollten Sowjettänze ausführen, die eine Berherrlichung tommunistischer Ideen darstellten und die Herzen der Amerikaner für das fünftige kommunistische Paradies gewinnen. Der Abend fand nicht im Pestalozzi- Fröbelhaus statt, sondern wurde wegen des starten Andranges im letzten Augenblick in die Chamissoschule verlegt. Lola Landau sprach über das Thema: Was erwartet die Frau von heute von dem modernen Manne?" und Frant Thieß über das Thema: as erwartet der Mann von heute von der moderglichen. Eine von diesen Propagandatänzerinnen soll sogar gefagt nen Frau?" " Lola Landau sprach über den Kampf der Frau um Gleichberech tigung, der wohl nach außen hin beendet sei, aber um geheimen Organismus des modernen Ehe- und Liebeslebens habe sich noch nicht viel geändert. Der Mann hat sich noch nicht daran gewöhnen fönnen, die neue Frau" zu wollen und überhaupt zu sehen. Mit einer Rampfanfage an die auf Gebiete und Beziehungen zwischen Mann und Frau falsch angewandte ,, neue Sachlichkeit" beginnend, zeichnete Frau Landau die Idealgestalt des Mannes, wie sie die moderne Frau wünscht: er suche nicht mur das Weibchen, sondern den Kameraden in der Frau. Und noch etwas: er habe Idealismus, und sei kein Phrasendrescher. Aber auch sie, die Frau, ändere sich und fehre in ihrer erneuerten Gestalt zum Urquell ihres Wesens zurüd: zum Gefühl Lola Landau sprach nicht nur über. zeugend über das Thema felbst, sie zog alle möglichen Gebiete des Heute in das Blidfeld ihres Vortrages. Was diejen Vortrag zum Erlebnis machte, war die Kraft innerer Ueberzeugung und die Herzenswärme, die jedes ihrer Worte erfüllten. Die jungen Damen traten mit den größten Hoffnungen ihre Reise an, und als sie in New York waren, schien es ihnen fast, als ob dort schon das Paradies auf Erden herrschte, wenn sie die glänzenden Berhältnisse mit den traurigen in ihrer Heimat verhaben: Ich würde lieber einen Estimo heiraten als nach Rußland zurückkehren." Aber die Vorstellungen fanden nicht den Anklang, den man gehofft hatte. Die Sowjettänze zogen nicht, und die Gesuche der Führerin, auch andere Tanzvorführungen geben zu dürfen, wurden abgelehnt. Die Sowjetbehörden zogen von den Tänzerinnen ihre Hand zurüd, als sie von dem Mißerfolg hörten, und so mußte die Truppe enttäuscht im Zwischended zurückreisen. Dr. Ofto Cipmann, der Direktor des Instituts für angewandte Psychologie und Mitherausgeber der im 34. Jahrgange erscheinenden Bipmann ist eine große Reihe bedeutender Bücher und Arbeiten erBeitschrift für angewandte Psychologie, wird heute 50 Jahre. Bon fchienen, fo feine Psychischen Geschlechtsunterschiede", seine " " Binchologie für Lehrer", Psychologie für Juristen", seine Naive Bhyfit"; in den letzten Jahren hat sich Lipmann, der Sekretär des Enqueteausschusses ist, besonders mit arbeitswissenschaftlichen Fragen befaßt. Bedeutsame Arbeiten aus diesem Gebiete sind seine Bücher: ,, Das Arbeitszeitproblem" ,,, Unfallursachen und Unfallbekämpfung", Grundriß der Arbeitswissenschaft und der arbeitswissenschaftlichen Statistik". Dann sprach Frant Thieß, fachlicher, aber viel weniger innig und brachte eine ganze Reihe neuer Gesichtspunkte. Des Mannes Sdwerpunkt liege im Geistigen, der Bereich der Frau sei die hohe und höchste Liebe selbst. Hier, im legteren, treffen sich die beiden Geschlechter. Eine Basis der Gemeinsamfeit mit dem Mann zu schaffen, die Freundschaft, fei die Aufgabe der modernen Frau. Sie habe ihr neuerlangtes Recht auf Freiheit naturgemäß oft mißbraucht einen Abend alter Musik. Dirigent: Wolfgang Herbert. Wohl ist uns Männern die freie Beute bequem, aber wir ersehnen die freie Frau. London, 6. März. Angesichts der stetig steigenden Arbeitslosigkeit in Groß. britannien ist für Mittwoch nächster Woche eine Sondersigung der Arbeiterpartei einberufen worden, um das Arbeitslosenproblem ausführlich zu beraten. Die anhaltende Zunahme der englischen Er. werbelojen hat in verschiedenen Kreisen der Arbeiterpartei eine beträchtliche Beunruhigung hervorgerufen und die Pläne des Arbeits. losenministers Thomas werden lebhaft fritisiert. Thomas wird sich in der Sigung gegen die Kritiken zu verteidigen haben, was ihm im Hinblick auf die gegenwärtige Lage nicht leicht gemacht werden dürfte. Wie hierzu verlautet, soll das vor einiger Zeit dem Kabinett unterbreitete Memorandum der drei Mitarbeiter Thomas', Landsbury, Johnston und Sir Oswald Mosley, in dem eine weit. Ich würde lieber einen Esfimo heiraten fichtigere Arbeitslosenpolitik gefordert wird, zur Debatte stehen. Theater am Schiffbauerdamm. Die Erstaufführung von„ Der doppelte räutigam" ist auf morgen( Freitag) verim oben. Wetter für Berlin: Meist start bewölft, ohne wesentliche Nieder. fchläge. Im gangen wieder etwas milder, weitere Winbabnahme. Für Deutschland: Im Often noch unbeständig und ziemlich fühl. In Stordwest- und Mitteldeutschland wolkig, ohne wesentliche Nieder fchläge. Im Südwesten feine nennenswerte Aenderung. Es wäre zu wünschen, daß solche bende oft wiederholt und breiten Schichten der Arbeiterschaft zugänglich gemacht würden. v. S- M. Gowlet Propaganda durch Zanzbeine. Das Bach- Drchelter, eine Stammermusitvereinigung des Deutschen Mufiler Verbandes, veranstaltet in der Singakademie am 7., 20 1lbr, Eine Ausstellung apani dher Blumenordnungen unter dem Ebrenvorsitz von Frau Nagaota und Frau Solf veranstalten Herr Dr. Brenzel und fein Schülerfreis in der Beit vom 7. bis 16. in den Räumen von Zitotin, Kurfürstendamm 14. Eröffnung: Freitan, 7., 12 llbr. Besichtigung: ochentags 10-14 unb 16-19, Contags 12-14 11br. Eintritt fret. Es ist das erste Mal, daß in Dentichland eine derartige, von sachverständiger Seite geleitete Ausstellung zu sehen ist. Dr. R. France spricht am 10. 20 Uhr, im Werner- Siemens- Realagm nasium, Schöneberg. Bohenstaufenstr. 47/48, im 9lahmen eines Lichtbilderbortrags über das Thema:„ Die Geseze der Welt." Irene Triesch lieft auf Ginlabung der Pollsbübne am 10., 20 Ubr, in der Aula des Gymnasiums zum Grauen Slofter. Stiofter ftraße 74,( Boethe, Bittor Hugo und Tolstoi. Einlaßtarten, 0,60 t, am Saaleingang. Det polnische Klaviervirtuofe Josef Sliwinfti ist an den Folgen einer 13 junge Mädchen sind fürzlich von einem Bariser Bahnhof nach Rußland abgefahren; es sind Tänzerinnen, die nach einer ver unglückten Propagandatournee für die Sowjets wieder nach Hause zurückkehren müssen. Die jungen Damen, die zwischen 17 und Zungenentzündung gestorben. Er galt neben Baderewsti als der benc 20 Jahren zählen, waren don Erna Duncan, einer polnische Pianist. Noch immer Entlassungen! Die Arbeiter Opfer der Wirtschaftsführung". Bochum, 6. März.( Eigenbericht.) Die Bereinigten Stahlwerte entlassen infolge ungenügenden Eingangs von Aufträgen beim Blodwalzwerk und dem Thomaswerk des Hörder Vereins 200 Arbeiter zum 10. März. Mit weiteren Entlassungen ist zu rechnen. Bei der Dortmunder Union hat man Feierschichten einlegen müssen. Auch die Zechen des Verbandes entlassen Bergarbeiter, jedoch nur in fleinerem Maße, dagegen find Feierschichten fehr häufig. Kein kommunistischer Filmbetrieb? Politische Neutralität mit Kommunisten. Wir erhielten folgende Berichtigung von der Firma, Rosmos", Berliner Film- Kopieranſtalt, Emil Schönberg, Berlin, Lindenstr. 74: In Nr. 102 Ihres Blattes vom 1. März haben Sie in der Beilage auf der 4. Geite über die Betriebsverhältnisse bei meiner ergeht, wenn ein gewerkschaftlich unorganisierter Parolentommunist seine Entlassung aus einem Betriebe provoziert hat, in dem durchweg gewerkschaftlich organisierte Arbeiter beschäftigt sind. Firma einen Artifel mit der Ueberschrift ,, Im tommunistischen Film| die KPD.- Bresse in gutgespielter füttlicher Entrüstung fish barliber betrieb gebracht, worin Sie die Behauptung aufstellen, daß meine Firma fast ausschließlich für die Russische Handelsvertretung arbeite Gemäß§ 11 des Gejeges über die Presse ersuche ich Sie um Berichtigung dieses Artikels dahin: Es ist unrichtig, daß die Firma Kosmos" Berliner Filmfopier Anstalt, Emil Schönberg, ein foinmunistischer Gümbetrieb ist, und daß sie fast ausschließlich für die Russische Handelsvertretung ar beite. Richtig ist vielmehr, daß die vorgenannte Firma politisch völlig neutral ist, und daß die Russische Handelsvertretung nur einer der zahlreichen Kunden dieser Firma ist." Der entlassene Trommelspanner, der über drei Jahre lang bei der Firma beschäftigt war, hatte den Eindruck gewonnen, daß die Firma fast ausschließlich für die Russische Handelsvertretung ar beitet. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist die auch in der Berichtigung unwidersprochene Behauptung, daß fast die gesamte Belegschaft dieses Betriebes kommunistisch gesinnt ist, um so auffälliger. In unserem Bericht tam es darauf an, an einem Beispiel zu zeigen, daß in Betrieben, in denen die Kommunisten in der Mehrzahl find, fie organisierte Arbeiter hinausdrängen, während Ein tariffeindlicher Gastwirt. Die Reftauration des Zirkus ,, Sarrafani" ist an den Gastwirt Seel verpachtet, der sich weigert, einen Tarifvertrag mit der Organisation abzuschließen. Statt dessan maßregelte er ten Bertrauensmann des Verbandes und mehrere langjährig bei ihm beschäftigte Verbandsmitglieder. Die organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten werden Herrn Seel mit ihren Groschen solange nicht beläftigen, bis er einen Bertrag abgeschlossen hat. Zentralverband der Hotels, Restaurant und Café- Angestellten, Zweigverein Groß- Berlin. Berantwortl. Für die Rebaftion: Bolfgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin Berlag: Borwärts Berlag G. m b S.. Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co. Berlin SW 68. 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Schiller- Theater, Charlibg. 20 Uhr Florian Geyer Ende 221 Uhr D2 Weldendamm 5201 8. Uhr Letzte Aufführungen Der Kandidat von Carl Sternheim Regie: Hans Heinrich. 3.90 575 b. Joseph Co Neukölln Berlinerstr. 51-55 Winter GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Garten 3 Musketiere 8.15 Uhr zentr. 2818 Rauchen erlaubi Goldin mit neuen Illusionen, Togo das Hundewunder und weitere Neuheiten Direktion Dr Martin Zickel Friedrichstr.104 Komische Oper Merkur 1401/4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8 Uhr. Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guldo Thielscher, Schulz, Schroth, turg, Hildebrand, Waiter Rabs, Flink. Behmer, Wensk Lustspielhaus 8½ U. Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Liebe auf den zweiten Blick. Haack. Riemann Vorverkauf in belden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Die Komödie Uhr CASINO- THEATER 8% Uhr Theater 1. a. Benrenstr. 53-54 11 Bismck.2414/ 7516 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralpa Arthur Roberts 84 Uhi Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr halbe Pr.) SE Theater Große Frankfurter Straße 132 Bil ettkasse. Alex. 3422 und 3494 Täglich&.15 Uhr nur noch bis Donnerstag, 6, 3, die Operette Gasparone" Ab Freitag, den 7. März, täglich 8.15 und Sonntag 5.15 u. 9 Uhr die Operetie Die goiune Meisterin von Edm Eysler Für die Kinder: Sonnabend, d. 8 März. 5 Uhr und Sonn ag, d. 9 März, 2.30 U. zum letzten Male ,, schenbröce." Sonnabend, den 8. März, Nachtvorstellung 11.30, sowie jeden Sonnabend m März:„ Der Mus ersatte" amerik.Lustspiel 814 Uhr Letzte Aufführungen 3 Lothringer Straße 37. Unwiderruflich nur bis 7. März Victor.a Seine Hohelt der Bettler von S. Maugham Sonnabend, den 8. März, zum 1. Maie: Der wahre Jakob Regie Max Reinhardt. Musik: jutschein ür 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Mischa Spoliansky. Sonstige Preise: Parkett u. 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Wenn alle, die sich schon über mich luftig gemacht haben, nur halb so viel aus den ganzen Meier- und Miesemann- Affären gelernt haben wie ich, dann bin ich in der Beitung richtig, und die ganze Druckerschwärze um mich ist nicht vergebens gefloffen. Gine Meier- und Miesemannfache ist dies auch Drängt sich da gestern nachmittag so um sechse, wo mein ganzer Laden proppenvoll steht und mein Mann und ich alle Hände poll zu tun haben, ein Bengel durch die Kundschaft an den Tresen, bei zehn herum mocht er sein, und verlangt fürn Sechser Käse und ein Stüd Brot dabei, ein richtiges S- tüd, wie fte bei Hamburg und Bremen herum jagen. Und als mein Mann ihm sagte, daß mir teine Frühstücks -tube sind, will er ganz großartig von der Frau Meier bedient werden. Mir roch die Geschichte gleich fengerig. ,, Romm man rin int Privattontor", sage ich und hole mir den Jungen nach hinten. Mit ein paar Fragen halte ich alles heraus. Was glauben Sie wohl, men ich da vor mir hatte? Hänschen Miesemann, hoffnungsvoller Sprößling meines Dielenrauch schintenlieferanten Miesemann sen. aus Bremen. War durchgebrannt von zu Hause, hatte sich von irgend einem Auto befördern laffen, mar, meiß der Kudud wie, an unsere Adresse geraten und iqß nun mit einem Gesicht vor mir, das ein Mittelding zwischen Bfiffigkeit und Verzweiflung mar. Sie hatten mich doch eingeladen", Frau Meier, sagte er, als ich gar nicht in die von ihm erwartete herzliche Begrüßung ausbrechen wollte. Ich gab ihm eine gehörige Stulle und ließ ihn damit im Zimmer fizzen; denn im Laden wartete alles auf mich ,, Besuch aus Bremen", sagte ich zu Frau Knuffte, die ihre Rafe immer in alles steden muß und vor Neugierde bald geplakt mare; leiner, patenter Kerl, der in die Belt paßt". Im Innern war ich aber nicht dapon überzeugt, daß die Sache mit dem Besuch ihre Richtigkeit hatte, und als mir nach Ladenschluß nach hinten gingen, verlegte ich mich wieder aufs Fragen. Da fam nun unter Stottern und Tränen ein ganzer Leidens romanians Tageslicht. Reiner von den sammalzigen Liebesromanen für die Großen, nur einer von einem zehnjährigen Jungen, der ein Herzeleld von besonderer Art hat, und so was geht mir an die Gräfen. Da hat also dieser fleine Ker! mit Gewalt die Prüfung für das Gymnasium machen sollen. Zwei Baufer, einer fürs Deutsch und der andere fürs Rechnen, haben ihm die nötigen Kennt nisse eintrimmen müssen. Schließlich steigt er mit tausend Aengsten in die Prüfung rein, und als es so weit ist, fann er feinen Ton sagen und fein Wort zu Papier bringen. ,, Biste denn schon durchgefallen, Junge?" fragte ihn mein Mann. Lotsicher, antwortet Hans, aber zu Hause missen sie es noch nicht; ich habe noch kein Wort davon gesagt". Nanu und warum nicht?" " Wie fonnt ich denn? Meine Eltern haben es schon mochen fang vorher allen Tanten und Verwandten erzählt: nerans tommt zu Ostern auf die höhere Schule, und haben fich mächtig damit aufgepumpt. Wenn sie mun hören, daß ich reingeraffelt bin, fchlagen fie mich halbtot" 3, mo werden fie", versuche ich ihn zu trösten; ,, nächstes Jahr versuchst du's noch einmal. Sättest also gar nicht wegzulaufen brauchen!" „ Gerade deswegen hab' ich's getan", gestand Hans. Mutter läst nicht loder, hat sie mir schon vorher gesogt; wenn es schief geht, soll ich nächstes Jahr wieder var's Brett; einmal schlumpt es sicher. Als ich dann eines Morgens einen sonderbaren Brief mit dem Schulstempel aus dem Brieffasten angelte, hab' ich ihn gleich in den nächsten Postkasten geworfen, hab' meine Bücher beim Schuldiener abgegeben und hab' auf ein Auto gewartet, das nach Berlin fuhr. Bei Neukirchs Ferntransport bin ich hinten auf den Anhänger gefrochen." Als mein Mann die Ausreißergeschichte hörte, lief ihm die Galle über. ,, Du solltest mein Junge sein!" Inurrie er. Da habe ich Hänschen eben um eine Besorgung in den Baden geschickt, um ihn loszusein. Habe zu meinem Mann gefagt: Julius", hab' ich gesagt, Erziehungsmaßnahmen soll man nicht vor Kindern erörtern. Denn", sage ich, wenn Miesemanns das auch unterlassen hätten, dann wäre der Bengel nicht aus= gefni ffen. Siehst du das ein, Julius?" Habe ich damit recht, Herr Schriftleiter, oder nicht? Julius fah es nidt ein; aber wenigstens tnurrte er nicht mehr. „ Schön", sage ich zu Hänschen, wenn du in deiner Not zu der Frau Meier gekommen bift, dann jagt fie dich ganz gewiß nicht zum Teufel. Und alles andere findet sich dann von selbst." Sh erzähle das so ausführlich, verehrte Schriftleitung, damit Thre Leser sehen, daß Frau Meier boch mit Kindern umgehen fann, wenn sie auch selber feine hat. Benn ich es aber verfehrt gemacht habe und man fällt über mich her, dann werde ich die Antwort nidy fdjuldig bleiben, wie das erftemal, als ich in Ihrer Zeitung schrieb. Am nächsten Tage hat mein Mann schon ein viel freundlicheres Geficht gemacht. Denn der Hans hat ihm die Labenglode wieber zurechtgebafi elt, die manchmal ging, aber meistens nicht, und mein Mann tennt sich mit solchen Sachen nicht aus. Der Hans hat bloß einen Blid darauf geworfen und etwas von Drähten und Rontaft geredet, und in fünf Minuten war das Ding zurecht gefummelf. In dem Jungen stedt was drin. Und das ist es gerade, Herr Schriftleiter, was mich bei der ganzen Sache stubig macht, und morüber i mir den Ropf zerbreche. Die Sache mit den Der Abend Shalausgabe des Vorwane Eltern, wie ich sie beruhige, und mie ich den Jungen wieder nach| die Zeitungen stehen jede Oftern voll non unglücklichen SelbstmordHause friege, bas find Kleinigkeiten, die ordnen sich ganz von selber. Aber etwas anderes macht mir wirfliche Sorge. Wieso muß ein Kind sich vor dem Lernen efeln, wenn es doch eine Begabung in fich bat? Wieso muß ein Kind in der Prüfung reinrasseln, wenn man auf den ersten Blid sieht, daß es etwas fann? baponlaufen, menn feine Eltern es erfahren? Und warum muß ein kind in seiner Angst auf und Da ist irgend etwas nicht in Ordnung, Herr Schriftleiter. Mus man den Eltern einen Vorwurf machen, ist die Schule schuld oder ist es so wie mein Mann sagt: Eine Tracht Prügel für den Bengel, und alles ist in schönster Ordnung. Wenn das letzte Rezept stimmute. dann tönnte man einfach alle Prügelpädagogen vor die Front rufen, die müßten alle durchgefallenen Brüfungskandidaten nach Strich und Faden verwalten. Das heißt einmal Tränen für alle Tränen, die hundert Mütter um den ihnen wiedergeschenkten Sohn nicht zu weinen brauchen. Aber tandidaten, die Prüfungspech gehabt haben. Ind es find nicht mir die 14, 16. und 18jährigen; mein Hanschen Miesemann mit seinen 10 jungen Lenzen stellt sich auch in ihre Reihe. Bas treibt diese jungen Menschenfinder zu solchen Untaten und Streichen? Angedrohte Brügel, getnicter Stolz, falsches Chrgefühl? Immer neue Fragen erheben sich. Soll man solche Kinder, die mohl praktisch find, aber keinen Stopf für's Lernen haben, in der Boifssantle lassen, von der die Leute sagen, daß sie nur noch für die Dummen da ist? Soll man die Kinder, die meiter wollen, durch die höhere Schule hindurchtriezen? Und was haben sie davon, und was wird aus ihnen? Eines Tages werden auch Miesemanns folche Fragen an mich stellen; welchen Rat soll ich ihnen dann geben? Bielleicht können die Leser Ihrer Zeitung mir aus der Verlegenheit helfen. Mit bestem Gruß! Ihre Frau Meler. Sozialistische Hochschularbeit Die Wirtschaftshilfe des Sozialistischen Hochschulausfchuffes In den letzten Jahren ist die Anzahl der Studierenden so angewachsen, daß die noch so rege Hilfstätigkeit des Studenten wertes nicht genügt. Daher fah sich die Bereinigung Sozialdemofratischer Studierender" gezwungen, eine eigene Organisation für Wirtschaftsarbeit zu schaffen. Sie wird gegenwärtig repräsentiert dirrdh den Sozialistischen Hochschulausschuß( SHA). Durch die selbstverständliche Mitarbeit der Mitglieder und durch geldliche Unterstützung durch Arbeiterorganisationen ist es ihm möglich, den sozialistischen Studenten wirtschaftlich zu helfen. Er besitzt: " 1. ein Wohnungsvermittlungsamt, 2. ein Erwerbsvermittlungsamt, 3. eine Freitischorganisation, 4. eine Darlehenstoffe, 5. ein Amt für Führungen, 6. ein Bücher und Zeitschriftenant, 7. ein Amt für Theater und Kunst. Das Wohnungsvermittlungsamt stellt den Genpisen nach Möglichkeit billige Zimmer zur Verfügung. Der ideelle und primäre Zweck ist aber, die heranwachsenden Intellektuellen mit dem Bolte in Berührung zu bringen. Daher werden auch nur Wohnungen bei Partei genossen geboten. Der sozialistische Student soll mit dem Arbeiter Fühlung befommen bzw. in Fühlung bleiben. Denn gerade bei den Arbeitern finden wir Gemeinschaftssinn und Gerechtigkeitsgefühl in reinster Form. Es ist nicht gesagt, daß Wohnungen bei ihnen ungewöhnlich billig find; dies ift nicht mög lich, da die Arbeiter doch nur vermieten, um ihren Haushaltsetat zu vergrößern. Untermieter sind für sie eine wirtschaftliche Not wendigkeit Jedoch die Praxis hat recht günstige Resultate gezeitigt. Der SHA. forgt vornehmlich für die jungen Semester, da sie weit weniger von den staatlichen Wirtschaftshilfen zu er warten haben als Studenten im 7. oder 8. Semester. Natürlich ist es Pflicht eines jeden, nach Möglichkeit durch erfarbeit für sich selbst zu sorgen. Das Erwerbsvermittlungsamt vergibt Arbeit; in Frage tommen Privatunterricht, Schreibmaschinenarbeit und Arbeit in den Betrieben und Organisationen der Arbeiter bewegung. Um bessere Ernährungsmöglichkeiten für die Genossen zu schaffen, hat der SH2 eine Freitis organisation durch geführt. In jedem Semester werden 20 bis 30 Minderbemittelten Greitische gewährt, ganz unabhängig von der mensa academica. Das Mittagbrot ist nahrhafter und bildet eher eine gesundheitliche Grundlage für die geistigen Arbeiter als das in der Menja, das an Qualität wirklich zu wünschen übrig läßt. Reichen eine billig gestellte Wohnung und der Freitisch nicht aus, und ist der Studierende nicht fähig, durch Nebenerwerb sein Studium aufrechtzuerhalten, dann greift der SAH. hilfreich mit geldlichen Mitteln ein, denn er verfügt über eine eigene Dar: lebenskasse. Sie verleiht zinslos turz- und langfristige Dar lehen. Da der Kassenbestand aber immer beschränft ist, merden Darlehen mur in zugespigten Fällen gegeben. Man sorgt in diesem Falle wieder hauptsächlich für die ersten und zweiten Semester, weil fie direkt auf diese einzige Hilfe angewiesen sind, denn sie haben weder Anspruch auf Stipendien noch auf irgendwelche andere staatliche Subvention. Dieses waren die Faktoren, die für das körperliche Wohl der Genossen sorgen. In letzter Zeit wurden auch besonders aus gebaut: das Amt für Führungen und das Bücher- und Zeitschriftenamt. Das Amt für Theater und Kunst" ist noch sehr im Werden begriffen. Führungen wurden in letzter Zeit bewerkstelligt durch öffentliche Fürsorge und Strafanstalten, Obdachlosenafnle, Industriewerke und Betriebe der Arbeiterschaft. Das Führungsamt betont besonders flar die Tendenz( die mehr oder weniger der ge famten Birtschaftsarbeit des SAH." zugrunde liegt), die studieren den Genossen ins praktische Leben einzuführen. Der Genoffe muß die sozialen Brobleme und das soziale Elend feiner Zeit er tennen, um später beffer mit eingreifen zu können. Bücherstudium und Lernen im praftischen Leben sollen immer Hand in Hand gehen. Das Bücheramt vermittelt wirtschaftlich hilfsbedürftigen nerbilligte Fachliteratur, speziell sozialistische Literatur, aber auch alle sonstigen Bücher und Zeitschriften. Die Ermäßigung beträgt 15 bis 40 Broz. Wie schon erwähnt, leisten wir uns den Lurus eines Theateramtes. Qugus? Nein, fein Lugus! Es ist eine ebenfolche Notwendigkeit wie der Freitisch. Wir intereffieren uns lebhaft für Theaterstücke, die uns wegen ihrer sozialen Broblematit angehen. Darum bemühen mir uns, bei Gruppenbefuch verbilligte Karten zu bekommen. Gbenso besorgen mir den Genoffen ermäßighe und Freifarten für alle Veranstaltungen der Liga für Menschen rechte", ferner Konzert- und Reichstagsfarten. Selbst Ballinteressenten tönnen nicht selten mit Ehrenfarten versehen werden. Das wäre ein Grundriß des Aufbaues unserer Birtschafts arbeit. Che ich von den einzelnen Resultaten spreche, möchte ich nochmals zusammenfassend die Absicht der Organisation betonen: Der sozialistische Student soll vor allen Dingen Gelegenheit haben, sich mit den sozialen Broblemen seiner Zeit zu beschäftigen. Unsere Ergebnisse: Das Wohnungsvermittlungsamt hat an 107 Mitglieder Bah mungen vergeben. Drei Genossen, die fast hundertprozentig un bemittelt waren, befamen Freiwohnungen. Mehrere Genossen mohnten in einem Ledigenheime mit jungen Arbeitern in engster Berührung, mas, vom Standpunkt des Sozialisten gesehen, Haupt zmed ist. Das Erwerbsvermittlungsamt fonnte leider mir 33 Minderbemittelten helfen, meistens durch Nachhilfestunden. Hier überschreitet die Nachfrage wesentlich das Angebot, trog reger Propaganda bei Parteis und Gewerkschaftsbetrieben. Ich weise bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß der„ S." befreundeten Organisationen und Abgeordneten für Arbeitsangebote jeder Art dankbar ist. Ein größeres Plus hat die Freiischorganisation zu verzeichnen. Infolge einer beachtenswerten Spende tonnte zwanzig Mitgliedern im Wintersemester Freitisch gewährt werden. Für das komunende Semester bestehen ebenfalls die besten Aussichten. Die Darlehenstaffe gab in 133 Fällen Beihilfen im Gesamt betrage von 2300 M. Ferner wurden furzfristige Darlehen vergeben. Bellengefängnis Moabit( dreimal); Frauengefängnis Barnimstraße; Das Amt für Führungen besichtigte folgende Anstalten: Boltsbühne( Theater am Bülowplay); Ullsteinhaus Tempelhof; Asyl für Obdachloje, Fröbelstraße; Filmwerte Staaten; Strafanstalt, Tegel; Zuchthaus Brandenburg a. H. und anderes mehr. nahmen oft nichtmitglieder an den Führungen teil, die sich Bemerkenswert ist die erfolgreiche Werbeaktion, denn später der„ BSS." anschlossen. es Das Bücheramt des SHA. lieferte seit seinem Bestehen( Wintersemester 1928/29) 525 sozialistische, fachwissenschaftliche und schöngeistige Bücher im Berte von 1740 M. Der durchschnitt. liche Rabatt belief sich auf 23 Proz. Mit Erfolg warb man für die proletarische Buchgemeinschaften, für die Büchergilde Gutenberg und den Bücherfreis. Das Amt für Theater und Kunst ermöglichte im Winterfemefter 1929/30 einen Gruppenbesuch zu Affäre Dreyfus" in vorstellungen beträchtliche Ermäßigung.„ Die Liga für MenschenLessing- Theater. Die„ amera" gibt für die Nachmittags rechte" gewährte für alle Veranstaltungen zehn Freifarten und im übrigen 40 Broz. Ermäßigung. Für jede Reichstagssigung erhalten wir je vier Freifarten. Marga Quadé. Deutsch- franzöfifcher Schüleraustausch Der Tätigkeitsbericht des deutsch französischen Schüleraustauschdienst es für 1929 liegt jegt vor. Es ist erfreulich, aus ihm zu erfahren, daß die Austauschidee in immer größeren Streifen Anhänger gewinnt: Während 1926 ito mur aus gesprochen linfegerichtete Kreise völferversöhnende Bolitik auf einem folch heiflen Gebiet wie der Jugenderziehung treiben foniten, ift man heute bereits fast in allen Schichten der Bevölkerung zu der Ansicht gelangt, daß der günstige Einfluß, der von den Be fuchen zweifellos zu erwarten ist, feineswegs auf einen bestimanten politischen Kreis beschränkt bleiben dürfe." Briefe deutsch- franzöfifcher Austauschfinder zeigen, wie sehr der Austausch bie internationale friedliche Berständigung fördert. Nur eines macht im Bericht ftuzig: Es wird da gesagt, der Austaufay dienst müsse bei dem Austausch von Fall zu Fall sehr vorsich tig vorgehen, da alle Schichten, Dom Fabritarbeiter bis zu hohen Beamten und reichen Industriellen, beteiligt seien und man dem auszutauschenden Kinde bei den Pflegeeltern die gewohnten Lebensbedingungen garantieren müffe. Aus der Braris heraus ist dieses Verfahren verständlich. Es beweist aber äußerst drastisch, um wie viel schlimmer heute die Klassen. gegensäge sind als die nationalen. Come Hange Jacks ( 12. Fortseßung.) ,, Ich habe ja nicht gefagt, daß ich wirklich die Tauben schießen mill. Ich habe nur gesagt, daß es nicht leicht ist für die, die so was versuchen wollen. Ihr habt sechs Tauben, die nicht immer in den Taubenschlag zurüdtommen. Der Herr hat zweihundert Arbeiter, die immer wieder in die Fabrik tommen." * Es flopste dreimal an die Tür. Jeder legte seine Pfeife hin und zog die Tasse beiseite. Das ganze Biertel tannte dies Klopfen von Frau Deprieur. Sie war zu höflich, um ohne Anflopfen einzutreten, und zu sehr Borgefehte, um nach dem Klopfen noch warten. Beim Eintreten fagte sie die landesübliche Höflichkeitsphrase: ,, Sch störe doch nicht?" ,, Wir tun nichts Unrechtes", sagte Frau Browaens.„ Wir trinken Kaffee." Sie hatte in ihrem Leben von Frau Deprieur viel Wäsche, Lebensmittel und Ratschläge bekommen, und immer, wenn sie sie sah, verschwand das Lachen von ihrem Gesicht. Ihr Gesichtsausbrud veränderte sich vor der Herrin. Wenn Julien Bromacys an seinem Arbeitsplatz ftand und Herr Deprieur ging vorüber, dann blieb er selbstsicher und machte die gewohnten Handgriffe weiter. Bor Frau Deprieur mußte er aber nicht, was er mit seinen Händen anfangen sollte. Frau Deprieur streichelte Marie die Wange: Familie Deprieur datierte seit dem amerikanischen Sezessionsfriege. Damals fam feine amerikanische Baumwolle mehr nach Irland. Die von den Sklaven verlassenen Pflanzungen brachten mur schlechte Ernten. Der Preis für Tertilien in Frankreich stieg. Der Großvater Omer Deprieug haßte die Baumwolle, die Ri palin des alten Flachses. Bolle", sagte er, wärmt den Körper; Leinwand fühlt ihn; aber Baumwolle ist ohne Seele und ohne Kraft; fie wärmt nicht und sie fühlt nicht." Während die Ameritaner um die Aufhebung der Slaperet tämpften, vertaufte Großvater Deprieur fein Garn, gerade mie er Luft hatte, und war sehr glücklich dabei; nicht nur des Verdienstes wegen, sondern weil seine ganze Liebe diesem Geschäft gehörte. Er freute sich, daß seine Ware geschäßt wurde. Er gab Belohnungen an die erfolgreichsten Flachsbauern, die auf seinem Grund und Boden als Bächter lebten. Man entsann sich noch an seine ärgerliche Bemerkung über die Biller Damen, die Baumwollzeug trugen: ,, Das haben gepeitschte Neger angebaut", sagte er. Flachs wird von freien französischen Bauern gesät. Seit Jahrhunderten gibt es bei der Flachsbereitung teine Stlaven mehr. Nächst den Lierfellen find Wolle und Leinen die schönsten Bekleidungsstoffe. Eine Frau muß Wäsche aus Leinen, ein Kleid aus Bolle, einen Mantel aus Beiz und ein Band aus Seide tragen." Baumwolle überflutete die Welt. Der Baumwolle wegen fing man unzählige Neger, um sie an die Pflanzungen zu verfaufen. ,, Bann wird man dieses große Mädchen mit dem schönen christ Manche Schiffe füllte man mit Staven durch Sklavenhändler, die lichen Namen verheiraten?" bis ins innerste Afrika drangen; und durch die Börse eroberte die Baumwolle die ganze zivilisierte Welt. In hundert Jahren schuf und zerstörte die Baumwolle mehr Vermögen, bewegte gründlicher Geld und Menschen, als es der Flachs in tausend Jahren vermocht hatte. In der Familie Bast sagte sie: ,, Wann werdet ihr uns noch ein kleines Christkindchen schenken? Man verheiratet sich doch, um Kinder zu haben." Frau Deprieur, die robuste Lillerin, hätte ausgesehen wie eine ihrer Arbeiterinnen, menn sie nicht Diamantohrringe getragen hätte und so selbstsicher gewesen wäre. Jegt war fie vierzig Jahre alt und Mutter von zwei Knaben und drei Mädchen. Sie betete aber oft um Bergebung dafür, daß ihre Familie nicht zahlreicher wäre, weil Frau Synquintin Sig acht lebende Kinder hatte. Man er zählte sich in Lille den Ausspruch von Frau Deprieur: ,, Das Unglüd einer Familie fommt nicht von der Zahl der Kinder, aber von der Untreue des Mannes. Mein Mann tann tun, was er mill, wenn er mich nur nicht betrügt.“ Ihre Mutterschaft und ihre Frömmigkeit befriedigten sie noch nicht ganz. Am liebsten hätte sie immer ein fleines Kind auf dem Arm gehabt wie die Jungfrau Maria und hätte wohltätige Werfe vollbracht. In dem großen Bermögensunterschied zmischen sich und den Arbeitern sah sie tein Berbrechen. Daß thre Familie im Herren. haus wohnte als Fabritbesiger und die Arbeiter in Glends quartieren, das erschien ihr unvermeidlich. Die Welt mußte nun einmal aus Armen und Reichen bestehen; aber es sollte gute Reiche geben, die ihren Nächsten liebten, und gute Frauen der Fabrikherren, die gegen die Arbeiter barmherzig waren. So besuchte sie die Arbeiterviertel, die aufdringlich nach Flachs rochen. Das Kindergeschrei und das Singen der Mütter erschien ihr schön, und liebevoll nahm sie die Kleinen auf den Arn, die eines Tages Spinnlehrlinge werden würden; im feuchten Dampf, barfuß. im heißen Saal, angetrieben von der Pfeife des Meisters. * In seinem Büro allein, begann Herr Jean Deprieur zu grübeln. Der Lärm des Tages ruhte, breit gelagert wie ein Riefentier. Man hörte den Wind der großen flämischen Ebene über die Dächer streichen. Wenn die Maschinen, die sich für Garn und Leinwand drehten, am Abend schwiegen, stieg geheimnisvolles Schweigen von Der Erde bis an die Sterne. Nach vollbrachter Arbeit fehrten die Arbeiter müde in ihre armseligen Behausungen zurüd; begleitet vom Segen ihrer Wohltäterin. Herr Deprieur aber verfiel in die Raftlosigkeit seiner erfolg reichen Kalkulationen. Tagsüber Diener der Fabrik machte er über das Garn, solange die Spindeln sich drehten. Bei Nacht aber rechnete er. Zunächst aber sprach er ein Baternoster. Eifriger Katholit, vereinigte er Gott und Geschäft. Seiner Nichte Thérèse Deprieur, die in der Charité in Paris mar, schrieb er, sie möchte für ihn beten. Er mußte ihr eine Jahresrente von 50 000 Franken zahlen; er erhöhte sie, wenn er gute Geschäfte machte. Die Gespenster des Abends umgeisterten ihn. Wechsel lagen da zur Unterzeichnung; fällig in drei Monaten; Zahlung für vier neue von den Englfändern bezogene Spinnstühle. Er unterschrieb sie mit fester Hand. Zum erstenmal in seinem Leben nahm er Ware an, deren Wert bei der Bant nicht gedeckt war. Was machte ihn heute abend so melancholisch und schwächte seine Nerven? Er sah flar, was er zu fürchten hatte, und fannte bis auf den Centime genau feine finanzielle Lage. Dennoch war er unruhig, und zur begründeten Ursache gesellte sich eine undefinierbare Melancholie, die schlimmer war als ein bestimmtes Leiden. War es Müdigkeit, die er bisher nie gefannt hatte? Er sagte zu sich selbst: Ich brauche eine neue Idee; muß eine neue Chance ausnutzen. Ich muß versuchen, was möglich ist; man muß sich nicht darauf verlassen, daß die Dinge sich von selbst wieder einrenten! Er berechnete das Steigen der Flachspreise. Eine Stunde grübelte er darüber nach, und die Zahlen bewiesen ihm, daß er nicht mehr warten durfte, sich mit Material einzudecken. Sicherer aber als die Zahlen, die er nur zur Kontrolle brauchte, arbeitete fein Instinkt. Dieser Kaufinstinkt war unbezahlbar. Im Jahre 1911 verfügte die Flachsspinnerei über reichlich Material, das feinerzeit teuer eingetauft war. Herr Deprieur ver faufte mit gutem Profit und setzte alles ab, was er nicht unbedingt brauchte. Das war sehr flug gehandelt; denn die Nachricht von einer Refordernte in Rußland ließ die Preise fallen, ehe auch nur ein Ballen Flachs neuer Ernte auf den französischen Martt gelangt mar. Herr Deprimur taufte dann zu niedrigem Preis wieder auf und verdiente im Laufe dieses Jahres am Pafet bei den mittleren Rummern breißig Franken; bei den feineren noch wesentlich mehr. Jetzt fam ihm der Gedante, Lys Flachs, soviel er nur friegen fonnte, aufzufaufen und in sechs Monaten, wenn die Preise, mie er vorausiah. gestiegen waren, wieder zu verkaufen. Um bles Manöver durchzuführen, brauchte er die Hilfe einer Bant. Es mußte ein glänzendes Geschäft werden und für zwei Jahre die Finanzierung der Spinnereien sicherstellen; aber noch nie hatte ein Deprieug mit dem Gelde anderer Geschäfte gemacht. Sorgenvoll dachte er an die Bermögen, die durch Spekulationen mit Flachs erworben oder verloren maren. Der große Reichtum der Kein Deprieur hatte jemals auch nur mit einem Ballen Baummolle spekuliert. Aber an diesem melancholischen Abend begann Herr Jean Deprieur, anders zu denken als seine Vorfahren. Er wollte sich den Preisunterschied der beiden Tertilien zunuze madjen. Flachs war fiegreich gewesen zur Beit der Handarbeit, der Spindel und des Rockens; im Zeitalter der Maschine wich er der Baumwolle. Der Reichtum ber Bälter entsprang dem Zegtif ber neuen Welt. Baummolle schuf die Macht der Industrie und die riesigen Spefu lationen. Herrn Deprieur begann es tlar zu merden, daß er durch Leinen nicht mit einem Schlag seine Finanzen sanieren tönnte. Nicht mehr Flachs bestimmte die Wohlhabenheit einer Nation. Die Millionen Spindeln, die in Belfort liefen, und die fünfhunderttausend in Frankreich im Jahre 1914, maren nicht viel, verglichen mit den sechsundfünfzig Millionen Baumwollspindeln in England. Herr Deprieur brach mit der Tradition seiner Familie, als er überlegte, daß er durch Baumwolle groß werden könne. Ihm fiel das Wort von Mister Stevens ein: ,, I love but Flax: Ich liebe nur den Flachs." Die Ueberflutung der Welt mit englischer Baumwolle war für den Reichtum der Völker gleichbedeutend mit den einstigen Inpasionen. Ein furchtbarer Kampf entbrannte zwischen den Nationen wegen der Textilindustrie. Die Japaner fochten mit Millionen Spindeln. Nordamerikanische Fabriten griffen britische an. Wer würde das große Geschäft in Asien machen; die Riesenmassen Hindus und Chinesen mit Kleidung versorgen? Solchen Anforderungen tonnte das Leinen nicht mehr genügen. Herrn Deprieur Unternehmungsmöglichkeiten wurden dadurch begrenzt. Dennoch war es möglich, ein Bermögen und Ansehen zu erwerben, wenn man aus Frankreich während der russischen Krise wieder ein Beinenland machte. Aber bazu war eine andere Bolitik nötig, als diefes französische Leinentomitee trieb. Dieses Leinentomitee verteilte Preise von fünfundsiebzig bis fünfhundert Franken an die Bauern, die den besten Flachs anbauten. Bei der Preisverteilu wurden dann sehr schöne Ansprachen gehalten; zuweilen auch von Herrn Deprieur. Er lobte dabei vor versammelten Fa brikanten und Preisträgern den Ackerbau und zitierte das alte Wort: ,, Wer Flachs fät, erntet Gold." " Der bumpfe Geruch aus den Spinnereien lagerte in der Nacht und drang auch in das feudale Büro, dessen Wände mit Ahnenbübern geschmüdt maren. Der Arbeitslärm tonnte verftummen. Der Geruch blieb; er drang aus Fabrifräumen und aus Kellern, in denen die gepackten Borräte lagerten, und er drang aus den Wasserbehältern der Spinnfäle. Im Atem der schlafenden Fabrik lebte der Geruch der Lys. Der Geist der Flußnymphen schwebte durch das Dunkel. Der alte Gott des Leinen beherrschte das Arbeiterviertel und auch die reiche Wohnstätte des sorgenvollen Herrn Deprieur. Um zwei Uhr morgens dachte Herr Deprieug ans Schlafengehen; aber er mußte, daß er doch nicht einschlafen würde. Die Schuld an seiner Schlaflosigkeit trugen die fälligen Bedysel Sie rumorten unaufhörlich in seinem Gehirn. Er madhte sich wieder an die Arbeit, um Ruhe zu finden. Er stellte die Flachspreise der letzten sechs Monate zusammen und beredete dann die Summe, die nötig wäre für eine Spekulation mit 500 Ballen. ( Fortsetzung folgt.) FÜR DEN KLEINGARTNER. Die Pflanzgrube. Beim Pflanzen von Obstbäumen und Sträuchern spielt die Beschaffenheit der Pflanzgrube: der Erdinhalt, den wir ihr geben, eine wichtige Rolle. Man wird bei einer Tiefe von 70 Zentimeter ihr cine Ausdehnung von 120X120 3entimeter geben, aber wenn man dann die alte Erde wieder hineintut, so darf man sich nicht wundern, wenn der Baum tein frohes Wachstum zeigt. Wer guten Kompost zu liegen hat, mischt diesen mit einem Teil der herausgeworfenen Erde und gibt gut angefeuchteten Torfmull hinzu dann wird der Baum die ihm notwendigen Nährstoffe vorfinden. Wer feinen Kom. poft hat, nehme Rasensoden und bringe ihn zu unterst auf; dann mische man Gartenerde und Torfmull mit einem Teil der Gruben, erbe. Ist der Boden sehr feucht, so dürfte es sich empfehlen, zerfleinertes Reifig und etwas Stroh auf die Sohle der Pflanzgrube zu legen. Stallmist bringt man nicht in die Grube unter, sondern legt ihn obenauf, damit der Regen ihn auslaugt. P. D. Der Kleintierhot im März. Frühling!- Erwartungsvoll sieht der Kleintierhalter seinem ersten Monat entgegen; denn der März bringt nicht nur Arbeit, sondern auch Freude. Die ersten Küten schlüpfen aus den Eiern und bedürfen selbstverständlich der sorgfältigsten Pflege, da auf die Witterung im allgemeinen noch fein rechter Berlaß ist. Näffe, Kälte und Zugluft dürfen die kleinen Tierchen nicht erreichen. Nur bei schönem Wetter tönnen diese ins Freie gelassen werden. Für Grün futter ist auf jeden Fall zu sorgen, und zmar sollte man es( Brennneffel- und Grasspigen, junge Löwenzahnblätter, Kreffe und Salat) feingemiegt mit dem Weichfutter vermischt geben. Die Glude ist, sofern man das beim Sezen versäumte, gründlich auf Ungeziefer zu untersuchen; denn dieses beeinträchtigt die Entwicklung der Küfen nicht unwesentlich. Auch wer jetzt Glucken fezen will, sollte sich diese und den Brutraum gründlich auf etma vorhandenes Ungeziefer hin ansehen. Gesetzt werden jezt mit Vorliebe mittelstarte Raffen, da sie die besten Märzbruten geben. Die Bruteier müssen so frisch wie irgend möglich und in Form und Größe möglichst gleichmäßig sein. Die übrigen Hühner legen jegt vorausgesetzt, daß sie richtig gepflegt wurden ausgezeichnet. Auch sie sind vor dem iegt wieder lebendig werdenden Ungeziefer zu schüßen. Die alten Legenester sind infolgedessen zu verbrennen und die neuen hin und wieder mit frischer Kallmilch zu bestreichen. Die Fallennefter sehe Die Fallennefter sehe man jezt öfter nach; denn wenn ein Tier zu lange gefangen bleibt und den anderen legeluftigen den Zutritt zum Neft verwehrt, fo fann es leicht vorkommen, daß Eier verlegt werden. Zeigt sich nun bei vereinzelten Tieren Brutlust, so trenne man diese sofort von ben übrigen und behandle sie entsprechend. Die Tauben brüten jetzt ebenfalls und müssen unbedingt vor Störungen jeder Art bewahrt werden. Den jungen Tauben sollte man nach ungefähr acht bis zehn Tagen Fußringe anschließen, damit man sie später nach ihrer Abstammung unterscheiden tann. März tauben sollen übrigens am besten zur Nachaucht geeignet sein. 3m 3iegenstall muß man den Muttertieren jest größte Sorgfalt angedeihen laffen. Gemolten soll vor der Geburt so wenig wie möglich werden. Am besten ist es, wenn das Tier einige Wochen völlig troden steht: desto größer ist nämlich die Milchergiebigkeit nach dem Burf. Bei schönem Better können die hochträchtigen 3legen mit ben anderen hinaus ins Freie geführt werden. Ift der Wurf glatt vonstatten gegangen, so achte man darauf, daß die Nachgeburt sofort säuberlich entfernt wird; denn sonst kann es passieren, daß die Biege sie auffrißt und daran zugrunde geht. Die jungen, neugeborenen Lämmer reibe man gleich mit einem Strohwisch trocken und gewöhne sie falls man sie nicht von der Mutter fäugen lassen will gleich am ersten Tag daran, aus einem Rapf zu faufen. Allerdings follte man unbedingt darauf halten, I daß die erste Milch, die die Mutterziege nach der Geburt wieder von fich gibt, den Lämmchen zugute tommt. Im Kaninchenstall ist in diesem Monat ebenfalls Zuwachs zu erwarten Sollte diese oder jene Häfin zuviel Junge zur Welt gebracht haben, so lasse man auf keinen Fall alle bei ihr; denn fünf bis sechs Junge ist das meiſte, was eine Häsin ohne Schaden Beit erfolgt, so fann man ja den Häsinnen, die weniger geworfen großzuziehen vermag. Sind die Würfe verschiedener Tiere zur selben haben, noch einige von den anderen hinzu geben. Hat man feine gleichzeitigen Würfe, so achte man fünftig darauf, daß verschiedene häsinnen immer zur gleichen Zeit belegt werden; dies ist auf jeden Fall vorteilhaft. Die jungen Kaninchen dürfen in den ersten Wochen teinen Nahrungsmangel leiden, weil sie sonst für immer verfümmern, und müssen vor Zugluft, Nässe und Kälte geschützt werden. Trockenes G. B. Grünfutter ist für alle Kaninchen Bedingung. Deutsche Blumenzwiebeln. Man ist auch seit einiger Zeit in Schleswig- Holstein und im Nordseegebiet dazu übergegangen, Blumenzwiebeln zu fultivieren, und die Angebote in Gladiolenzwiebeln aus ersterem Gebiet sind in den letzten Jahren schon ganz ansehnlich gewesen. Für Ostfriesland und die Gegend um Wesermünde eignen sich besonders Tulpen und Narzissen, und es ist zu hoffen, daß im Herbst dieses Jahres auf deutschem Boden gezogene Treibtulpen- und Narzissenzwiebeln in größerem Maße zur Berwendung kommen werden. Wie bekanntgegeben wird, ist von der Anwendung von Kunstdünger bei der drei Jahre dauernden Kultur abgesehen worden. Der Boden ist mit Stallmist gedüngt worden. Im Winter hat man zuerst von einer Schutzbede feinen Gebrauch gemacht, doch sich bald davon überführt, daß eine solche notwendig ist, wenn auch die Tulpe als winterhart gilt und die Durchschnittstältegrade aushält. Wenn als Dec. material Torfmull und Schulf genannt wird, so trägt letzteres nicht zur Berbesserung des Bodens bei; u. E. wäre das Ideal einer Blumenzwiebelschutzdecke ein leichter Belag mit verrottetem Pferdedung und darüber Schilf oder Nadelreifig, das bequem gelockert und nachher ganz fortgenommen werden kann, während der Dung untergehadt wird. Erfreulicherweise wird von den Behörden der Blumenzwiebelfultur Interesse entgegengebracht: der Magistrat von Wesermünde hat für die dortigen Kulturen 25 Morgen Land auf drei Jahre unverzinslich zur Verfügung gestellt. Eine weitere Unterstützung fand das genannte Gebiet durch die Provinz Hannover, die auch der Oſtfriesischen Blumenzwiebelfulturen e. G. m. b. 5. ein Darlehen von 10 000 Mart bewilligt hat. P. D. Erfolge hei Tomaten. Kenntnis der Erfolge anderer fann Ansporn sein, aber es genügt nicht das bloße Resultat zu wissen, sondern die Kenntnis der näheren Umstände ist wichtig. Wenn einer meldet, daß er in einem DON Ralthausblod 700 Quadratmeter 118 3entner Tomaten geerntet habe und zwar aus Samen Tudswood original, fo fehlt dieser Angabe doch mancherlei, um belehrend wirten zu können. Man erfährt mur, daß der Boden erfttlasfig gewesen sei und noch nie Tomaten getragen habe. Bon Intereffe würde aber sein, zu erfahren, mit wie vielen Pflanzen jenes Resultat erreicht wurde, ferner all das zu hören, was hinsicht fich Anzucht, Pflanzzeit, Reife wichtig wäre. Einem jüngst ausgesandten Lobe der Tomate Bonner Beste" ist zu entnehmen, daß ein Ertrag von 8 bis 10 Pfund nicht ungewöhnlich sei, und einem schon vor längerer Zeit gegebenen Kulturberichte über Schöne von Lothringen" zu Folge wurden bei Freilandkultur auf 100 Quadratmeter mit 240 Pflanzen 14 3ent: ner gewonnen. Gerade bei der Tomatenanzucht spielt Boden, Pflege, Better eine große Rolle und allgemein gehaltene Resultate fennen zu lernen, hat wenig Wert. P. D. ~ Sportund SpielHeute 6- Tage- Schluß Nichis los in der letzten Nacht! eines der Bereine zu werden. Das Programm zeichnet sich durch; große Vielseitigkeit aus, Geboten werden: Konzert, Vorspruch, Stab übungen der Frauen, lebungen mit dem Medizinball, Siu- Jitsu tämpfe, Ansprache des Mitgliedes des Bundesvorstandes Adolf Buck Heute abend um 11 Uhr geht die Berliner Sechstagefahrt zu Barrenturnen, Seifspringen nach Musit, Drahtseilaft, lirftige 5 Minu Ende. Rempen Buschenhagen und Riegerten, Gruppenstellungen. Nach Abschluß des Programms Tang. Ein Kroschel find die Paare, die für den endgültigen Sieg dieser trittspreis mit Tanz 50 Pf. Die benachbarten Bereine sind herzlichst 145 Stunden in Frage kommen dürften. Die stärkere von den eingeladen. beiden Mannschaften ist sicherlich die deutsch- holländische Kombina tion; Rieger- Kroschel merden sich also sehr, sehr anstrengen müssen, wollen sie die Siegestorbeeren erringen. Die letzte Nacht verlief eintönig. Der im Morgenblatt mitgeteilte Borstoß Dan Kempens, der leider durch eine Neutralisation abgestoppt murde, bildete so ziemlich die einzige, ernste Angelegenheit. Bon den Borstößen Betri- Hürtgens nach Mitternacht profitierten einzig und allein Pijnenburg- Boebel, die eine threr Berlustrunden welt. machten und damit den dritten Plaz im bisherigen Stand des Rennens einnahmen. Am Transparent erschien dann eine Mitteilung, die Kunde gab vom 24. Geburtstag Willi Fundas. Mü Blumen geschmückt, fuhr der fleine Rerl eine vielbejubelte Ehrenrunde. In den Spurts der Zwei- Uhr Nachtwertung ging es etwas lebhafter zu. Wegen Sitzbeschwerden gab Ostar Zieß das Rennen auf. Da Manthen wegen Sturzverletzungen fam mit Ehmer bei den Borstößen Petri- Hürtgens zu Fall schon vorher bie Bahn verlassen hatte, bildeten nun Ehmer- Schön eine neue Mannschaft. Nach monotonen Stunden rissen sie aus und der Rundengewinn glückte. Kurz vor der um 6 Uhr früh beginnenden Neutralisation die Halle war schon geräumt zog Ehmer noch einmal los, doch nur Petri- Hürtgen büßten eine weitere Runde ein Die Spitze hatte bis zu dieser Zeit 3073,400 Kilometer zurückgelegt. Stand des Rennens: 1. Buschenhagen- van Kempen 2. Rieger Kroichel 4 zwei Runden zut.: 3. Goebel- Pijnenburg 4. Preuß- Refiger. 5. Gooffens- Deneef 6. Ehmer- Schön. 9 drei Runden zut.: 7. Krüger Funda. fünf Runden zur.: 8. Petri- Hürtgen. • • 4 · ARBEITER FUSSBALL Stand der Spiele im 1. Bezirk, Abteilung A. Spiele gewonnen unentsch. verloren Bunfte Bereine Lichtenberg I.. Neukölln Ciche. Oberipree Hoppegarten Lichtenberg Borussia Schweifiterne. Storfow er Herzfelde Oftstern. 313322 3 1 1 1 100 Abteilung B. 211 32213 12222 11713 6: 0 2: 0 2: 4 2: 4 0: 4 0: 4 5: 1 3: 1 2: 2 0: 2 0: 6 Stand der Spiele im 2. Bezirk, Abteilung A. Spiele gewonnen unentsch. verloren Puntte Bereine Karom. Schönow Borwärts Freie Scholle. Neuenhagen. Alt- Ranft Lychen Sagonia Bansdorf. • 4 Bantom Bormärts II Eintracht Karow II Oderberg 333211111 22111111 334321233 A221223TTA 1111123 116: 0 6: 0 6: 2 4: 2 2: 2 0: 2 1: 3 1: 5 0: 6 163 Punkte 82 303 Abteilung B. 223 4: 0 B 163 4: 0 " 154 2: 0 4 " 2: 2 . 196 2: 2 " Weißensee II Neuenhagen II 2 2: 4 1 0: 2 120 -tz. " Sagonia II. 1 0: 2 Altgliezen. 4 0: 8 Schlußtabelle der Aussche'dungsrunde. Bereine Spiele gewonnen unentsch. verloren Budenmalbe III 1 Hertha 11. Bunkte 9: 1 8: 2 Trebbin 5: 5 4: 6 Revolutionäre oder... Sie reden und sterben! Bor einiger Zeit ging das Gerücht um, der FriedmannHajdu habe von der RBD. das übliche Geschenk für Bar.eiarbeit, nämlich einen Fußtritt bekommen. Das Gerücht scheint den Tatfachen vorausgeeilt zu sein, denn eben meldet die„ Oppo- presse, daß er in Erfurt auf dem Kongreß der kommunistischen Interessenge. meinschaft zur Wiederherstellung der Einheit im Arbeitersport" gerebet hat. Oder sollte es nur sein Geist gewesen sein, der sich dort zu einem Strohmann materialistert hat, um die Mitwelt zu täuschen? Das ist wohl nicht anzunehmen, schon aus dem Grunde nicht, meil von Geist in den Verhandlungen dieses„ Kongresses", nach den Berichten zu urteilen, teine Spur zu entdeden war. Boll soll es freilich gewesen sein, in der Delegiertenstärke ist der Arbeiter- Turn- und Sportbund schon ziemlich erreicht; 172 Mannen maren anwesend, beinahe 100 000 Mitglieder sollen fie vertreien haben. O, wie ist das Papier geduldig! " Natürlich war auch der Bergmann da und redete. Das ist übrigens der Mann, der für die JG. beim bürgerlichen Klassense'nd den Sportlehrer sucht, Parteibekenntnis nicht erforderlich". Sind den Leuten schon alle technisch befähigten Kräfte davong laufen, daß man bei der Bürgerlichen eine Anleihe machen muß? Und das bai 100 000 Mitgliedern? Und auch der Nitschte redete. Das ist der Mann, der einst entdeckte, daß die Annahme von Regierungsbeihilfen den Charakter verderbe und der nun alle Regierungshintertreppen hinauf und hinabsteigt, um solche Beihilfen zu erschnorren. Dann stieg auf der Tagung die Abstimmung über eine Resolution, in der von der Zusammenarbeit mit einer revolutionären Arbeiterpartei" die Rede ist. Wie vorsichtig! Man tann ja nie wissen, wie der Hase läuft, und es ist besser, man spricht im Hause der Gehängten nicht Dom Strid! Ueber den Sportgruß fonnte man noch nicht einig werden, mon will erst hören, welche Form beim Reichstreffen" am beliebteſten ist und am meisten angewendet wird. Gegen„ Ro front" man sichtlich ganz ordinäre opportunistische Bedenken, das tönnie doch eine zu enge Berbindung mit den Allt und Pipel herstellen und unter Umständen den Hals fosten. Im Berliner Sportpalast ist dieser Schlachtruf aber schon ausgiebig geübt worden und auch die schon genannte Mitgliederzahl läßt auf allerlei nette Berwandt schaft schließen. Aber die braven Leute von der IG. sind mehr Funktionär als Revolutionär, die Vereinsfohne ist ihnen lieber als Die Sturmfahne auf der Barritade. Und vor der Illegalität haben sie Dampf. Wie gut, daß diese Beutchen jetzt unter sich sind! Spartentag der Wassersport'er! Jüterbog Butab Havelberg.. 555555 5 442211 2 12344 12111 2:80 2: 8 Internationaler Arbeitersport Schweizer in Thüringen- Fußballer in Prag Große Erfolge brachte das Auftreten einer Auswahlmannschaft Schweizer Arbeiterturner in Thüringen. In Greiz wurden die Gäste von Tausenden von Arbeitern am Bahnhof emp. fangen. 1200 Zuschauer füllten den Veranstaltungsraum. Die Schweizer maßen ihr Können mit einer Auswahlmannschaft der Gruppe Greiz und erreichten 599 Punkte. Greiz siegte mit 618 P. Die Mannschaftsergebnisse an den Geräten sind: Barren: Greiz 205, Schweiz: 193 P.; Red: Greiz 214%, Schweiz 215% P.; Pferd: Greiz 198%, Schweiz 190 B. Dem Wettkampf mit der Bezirks mannschaft in Gera wohnten 1500 Zuschauer bei. Hier zeigten die Schweizer ihr ganzes Können und gewannen mit 630½ B. Gera brachte es auf 628% P. Bei beilen Veranstaltungen war von der thüringischen Mannschaft Röbel- Greiz der Beste, und von der Schweiz, Schäfer. Das Punktverhältnis beider mar in Greiz: Rödel 115%, Schäfer 107%; in Bera: Rödel 118%, Schäfer 113 P. Unter dem Borsiz des Mitglieds im internationalen Büro der Sozialistischen Arbeiter- Sportinternationale( SASI.), RiedelLeipzig, fand dieser Tage in Brag eine äußerst wichtige Sigung des Arbeitersports statt. Aus dem Bericht ist zu entnehmen, daß in allen Ländern Fortschritte in der Fußballbewegung zu verzeichnen sind. Auch in den nordischen Ländern geht es vor. wärts. Besonders wichtig ist die Mitteilung, daß noch in diesem Jahre Fußballspiele mit tem norwegischen Sportverband in Norwegen und Deutschland stattfinden. Die schon oftmals besprochene Fußballfrage in der Tschechoslowatei fand insofern eine den Berhältnissen entsprechend zufriedenstellende Lösung, als die Organi fierung des Fußballsports der tschechischen Arbeiterschaft vorläufig durch den Aussiger Verband( deutsch- tschechischer Arbeiter- Turn- und Sportverband) erfolgen wird. Aus dem südlichen Teil der TschechoDie Tagung findet am 9. März im Sigungssaal des Deutfchen und neues Metallarbeiterverbandes, Berlin N., Linienſtr. 83/85, statt. Beginn 10 Uhr vormittags. Die Berliner Delegierten üben vorher Leben blüht.. ihr Wahlrecht bei den Freidenkern aus. Die Spartenleitung. Die vor zwei Jahren niederWerbeveranstaltung in Friedrichshagen gebrannten Anlagen des Die bundestreuen Arbeitersportvereine von Friedrichs. Freibades Müggelsee sind Bald hagen( Schwimmverein Müggelfee 1921 E. B., Freie Turner wieder aufgebaut. schaft Groß- Berlin, Bezirt Friedrichshagen und Sportverein Frisch wird's draußen am Lido Auf E. 2.) veranstalten am tommenden Sonntag eine große des Osiens" wieder losBerbeveranstaltung. Sie findet im großen Saal des Ges des Osiens" wieder losfellschaftshauses, Friedrichshagen, Friedrichstraße 137, ftatt. Der gehen! Beginn ist auf 17 Uhr, das Ende auf 24 Uhr festgesetzt. Die Ver. anstaltung soll der merftätigen Bevölkerung von Friedrichshagen einen neuen Einblick in das Wirten der bundestreuen ArbeiterSportvereine gewähren und alle Abseitsstehenden mahnen, Mitglied Slowakei fonnte schon von den ersten Gründungen von Vereinen berichtet werden Der internationale Spielverfehr sieht für 1930 große Beranstaltungen vor. Anläßlich der Weltausstellung in Antwerpen treffen die Länder Desterreich, Deutschland, Belgien und Tschechoslowakei in einem Bierländerkampf zusammen. Die Bundesfeste in Lettland, Aussig und Belgien werden durch Auswahlmannschaften beschickt. Zum Aufsiger Fest sind die Mannschaften. der Länder Polen, Desterreich und Deutschland verpflichtet. Die eng lischen Gewerkschaften organisieren mit Unterstützung der Arbeiterpartei eine große Fußballbewegung. In diesem Jahre sind Spiele mit einer englischen Auswahlmannschaft in Süddeutschland abgeschlossen. Für das Olympia 1931 in Wien haben vierzehn Länder ihre Mannschaften vorgemeldet. Außer diesen Olympiaspielen erwartet man viele Mannschaften, die sich in Freundschaftsspielen in Wien treffen werden. Der internationale Fußballverkehr Deutschland- Holland verspricht in diesem Jahre recht rege zu werden. Den Auftakt machte Almelo( Holland) mit einem Besuch in Gildehaus, Provinz Hannover. Die Holländer gewannen in cinem guten Spiel 3: 1, Halbzeit 0: 0. Beim holländischen Bundesfest, Pfingsten in Amsterdam, ist mit der Beteiligung deutscher Arbeiterfußballspieler zu rechnen. Kleiner Sport Serienmannschaftskampf im Ringen. Freitag, 7. März, kommt es zu einem interessanten Treffen in der Serie um die Kreismeisterschaft im Arbeiter- Athleten- Bund. Die Freie Sportvereinigung Tegel 1899 E. 2.", die ihren letzten Kampf gegen Luckenwalde für sich buchen fonnte, fommt mit Alt- Wedding 83" zufammen. Die Legler, die vor einem Jahr den Alt- Wedoingern unterlagen, haben sich derartig verbessert, daß es den Alt- Weddingern schwer fallen wird, zu einem Siege zu gelangen. Der Kampf findet 220 Uhr in Tegel, Graf- Nötern- Korjo, in der Turnhalle der Oberrealschule statt. Für die Matinee der Freiförperkulturiparte der FIGB. am 9. März, 11% Uhr, in der Lichtburg, erhalten Jugendmitglieder der dem Kartell für Arbeitersport und Körperpflege angeschlossenen Bereine Karten zum ermäßigten Preise von 70 Pf. in der Vereinsgeschäftsstelle, Lichtenberger Straße 3. Verkehrsdisziplin auf dem Wasser! Um verschärfte Polizeibestimmungen im Wasserverkehr abzuwenden( Nummernzwang und Führerschein), muß sich jeder Wassersportler mit den bestehenden Berkehrsregeln der Wasserpolizeiverordnung vertraut machen. Aus diesem Anlaß veranstaltet der Kanu Bezirk der Freien Turnerschaft Groß- Berlin zwei Vortragsabende über Ausweichregeln, Lichterführung und Signalordnung. Die Vorträge finden mit Unterstügung des Jugendamies Kreuzberg im Jugendheim Waffertorstr. 9( Hochbahnhof Brinzenstraße), am 10. und 24. März( 20 Uhr) statt. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Die Reichsbanner- Wassersportabteilung veranstaltet Freitag, 7. März, 20 Uhr, im Bürgerfaal des Rathauses, Eingang Königstraße, einen Webeabend. Regierungsbaurat Miehite, Chef des Wasserbauamts Köpenick, spricht über„ Berkehrsregeln der WasserSportler". Wasserballübungsspiel zum Städtekampf Wien- Berlin. Am Donnerstag, 6. März, werten sich erstmalig zwei Mannschaften zu einem Uebungsspiel für den Arbeiterwasserballkampf Wien- Berlin im Lunabad gegenüberstehen. Die Wiener haben eine ganz ausgezeichnete Mannschaft zur Verfügung, wie die deutschen Bereine in Mürnberg erfahren mußten. Es bebarf Berlins größter Anstrengung, um gegen foichen Gegner ehrenpoll abzuschneiden. Geplant find pier bis fünf lebungsspiele, im Berlauf berer sich der SpielausSchuß über die endgültige. Busammenlegung der Mannschaft flar merden muß. Der Fußballverein Eintracht", Reinidenders- West, Mitglied bes, Arbeiter- Turn- und Sportbundes", sucht zur Vervollständigung feiner zweiten Mannschaft noch einige tüchtige Spieler. Näheres in der Sizung, jeden Donnerstag, 20 Uhr, bei Seidlig, Reinickendorf- Meft, Eichhorn. Cde Scharnweberstraße. Arbeiterradfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 9. März, 13 Uhr, nach Mahlsdorf- Süd bei Dräger. Start Waldemarstraße Ede Mariannenplag. Gäste millkommen. Bundesreue Vereine teilen mit: Frete Kanu- Union Groß- Berlin. bt. Tegel: Sikung Donnerstag, 6. März, Sibt. Dacrfpree: Gigung Freitag, 7. März, 20 Uhr, bei Billmer, Ceeftr. 17. 20 Uhr, ur Ciche", Neuteln, Kaiser- ricbrid Ede Eaaleficaße( ingbahnhof sailer friedrich- Straße). Gäste wommen. Mitglieber werden aufgenommen, Seene, Köpenid, Gartenstraße. Freie Wafferfahrer Köpenid. Mitgliederversammlung 29. März, 20 Uhr, bei Gäfte herzlich willkommen. Anfragen ant Rudolf Reiger, Körenid, Fahnhofft, 16. verfammlung bei Grunewald, Berliner Frßballflub Rozwärts". Freitag, 7. Mära, 19% Uhr, MonatsTouristenverein Die Naturfreunde", Rentrale Wien. Freitag, 20 Uhr. Sumboldt: Bank Ede Wiefenstraße: Staturfreunde und Arbeitersport". alt. bootabteilung: Briker Etr. 27: Oefchäftliches. Sibt, Sveptow: Elfenfte. 3: 21'eraturgeschichte". bt. Brin: Chauffecftr. 48: Geschäftliches. Wht. Südost: art. Charlottenburg: Spreeftt. 80: Gefchaftliches, Singfang. Jugendgruppe Briner Str. 27: Neue Feftultur". Montag, 20 Uhr. Photogemeinschaft: Frankfurter Allee 304: Wettbewerb Schnee". Malkunstgemeinschaft: Wrangelftraße 128: Aquarellieren". Ruberverein Colleaia, Charlottenburg. Montags tännerturnen, Ramminer Straße, 20 Uhr: Dienstags Frauenturnen, Quikowfiraße, 20 hs: Donnerstags Waldlauf, Volkspart Rehberge, Treffpunkt Saupteingang, 20 Uhr; rubern bei Corwärts", 18 Uhr; Eonntag Baldlauf, Bootshaus, 15 Uhr. Freitaa, 7. März, Bortrag über Was ist Training". Conntag, 9. März, Arbeitsfonntag. Arbeiter Rad- und Kraftfahrer- Bund Solidarität", Drisgruppe GroßBerlin. Touren für Eonntag, 9. März. Stadfahrer, 2. bt.: Faltenhorst, 5. Abt.: Selmann, Waltersdorfer Straße, Start 18 Uhr Dieffenbachstr. 86. Römerfdanze. Etart 9% Uhr Landsberger Blah. bt. Charlottenburg: Riel am Statt. Start 18 Uhr Wilmersdorfer Ede Ranalficaße. Abt. Menkölu: fec- Heinersdorf: Sundfahrt über Stolzer hagen- Gumt. Start 10 Uhr Seiners. borfer Rirche. Abt. Lidtenberg: 9 adpolo- lebungsstunbe 9 Uhr Stufche Cdfe Tonnerstags Juacnboetiammlung. Coreestraße. 20 Uhr: Connabends Raften. Grünau- Edmödmik- Bildau. Start 13 Uhr Sohenzollernplak. b. Belgen. Bornigftraße. Motorfahrer. b Friedrid shain: Brandenburg. Start 8 Uhr anbsberger Blak. Abt. Neukölln: Rundfahrt Mittenwalde- Moken- Wildau. Start 18 Uhr Soberzollernplan. Berfammlungen, 2. Abt.: 11. März Heimabend, Jugendhelm Wassertorfir. 9, Rimmer 8. 5. bt.t 15. März Seimabenb, bansfte, 102. Jugendheim Frankfurter Allee 130. Abt. Weißensee- Heinersdorf: 7. März LangMA Unsere Geschäfts- Anzeiger Bezirk Norden- Osten. Reformschuhe befreien den Fuß! Landsgemeindehaus Berlin- Mitte, Neue Schönhauser Str. 8 ,, Hawag" Berlin- Spandau, Potsdamer Str. 38-39 [ R. 7 Heizung, Lüftung, Be- und Entwässerung NO18, Landsberger Str. 92, Tel.: Alex. 9130/1 Friedrichshagener E.G. 4 M.B.H. „ Nordsee" Deutsche Hochseefischerei Bremen- Cuxhaven A.-G. 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