BERLIN Zreltag 7. März 1930 10 Pf. Tit.-112 B 56 47.Iahreang ersSitsttSßlich außer S»«at«s<- Kuglelch Adendaiikgabt dtt.Vorivtrtt' Vquz<»ret« b«ld« Ausgaben«SPf. rro Woche. S.««M. reo Monat.- Rebaftion und&p(6it»n; Berlin SW 6S. LindenSr.» SfiaJau&gaße dei v}JoiHOtLf46 � IgenyrefC Die einspaltige Nonpareillezeil» . Keklameietle ü M. Ermäßigungen nach Tarif. üschecktonto: VorwärtS-'Verlag G. m. d.H� Nr. 87636. Fernsprecher: Dönhoff 2S2bi«2S» Dr. Schacht tritt zurück! Aus Protest gegen die Haager Abmachungen. ReichsbankPräsiSest Dr. Schacht gab dem Zeutralausschutz bekannt, daß er die erforder» liche« Schritte getan habe, nm eine vor» zeitige Beendigung seines Dienstvertrages herbeizuführen. Der Grund zu diesen» Entschluß liegt in seiner Auffassung von» Hanger Schluß- Protokoll. Dr. Schacht wird jedenfalls solange iu» Amte verbleiben» biS über die Wahl ehteS Nachfolgers Entscheidung getroffen werden kau». Reichsbaukdiskont herabgesetzt. Der ZentralanSschnß der Deutschen ReichSbank hat «tit Wirkung von, S. März in seiner heutige« Bor- wittagssihung beschlossen, den Wechseldiskont von 6 ans SVJ Prozent und den AtnSfuß für Lombardkrcdite lKredite gegen Hinterlegung von Waren und Wert- paplereni.von 7 auf«zs Prozent herabgesetzt.� Damit ist die von uns feit Wochen dringend geforderte weitere Zinsverbllligung der Reichsbankkredite eingetreten. Es ist dies feit Scchrcsbegiiw die dritte Diskontienkung, die die Reichs. dank oorgenommen hat. Die noch der Rav-Dorker Börfenkatostrophe im Spätherbst 1929 eingetretene Umwälzung auf dem Weltgeld- markte Hot nach vorangegangener Diskontsenkung in New Pork, London und Amsterdam am 1Z. Januar erstmalig zu einer Senkung de» Reichsbankdlskontes von 7 auf Sli Prozent geführt. Die an. haltende Seldverflüfsigung in der Welt führte sodann am 4 Februar zu einer weiteren Zinsoerbilligung von 6� auf 6 Prozent, der sich als längst fällige k'editpolitifche Maßnahme der Reichsbank die hautige Diskontfenkung anschließt. Die sächsische Regierungsfrage. Die Bedingungen der Nazis für den Bürgerblock. Dresden. 6. März.(Eigenbericht.) Die fächstsch« Landtagsfraktion der Nationalsozialisten hat an die Reichsparte! des deutschen Mittelstandes geschrieben: Mit der Person des Präsidenten des Etaatsrechnungshofes cherrn Schieck als Ministerpräsident sind wir im allgemeinen elnver- standen. Wir sind bereit, unter folgenden Bedingungen in Derhand. lung zur Bildung einer Regierung unter Führung des Herrn Präsi- dcnten Schieck einzutreten: 1. Kein Marxist, einschl. Altsozialisten in der sächsischen Regierung. 2. Bei allen einschneidenden politischen Fragen, bei Berufung von Ministerien, höheren Regierungsbeamten usw. ist der interfraktionell« Ausschuß einzuberufen. Di« Re- gierung hat die die Regierung stützenden Parteien über die beab- sichtigten wichtigsten Mohnahmen zu umerrichten. Z. Die sächstsch« Regierung hat sich im Reichsrot gegen alle Berträg«. durch die das deutsch« Volk in weiter« politisch« und wirtschastliche Ab- hängigkeit vom internationalen Dank- und Börsenkapitalismus kommt, einzusetzen. 4. Durchführung von Sparmaß- nahmen, Bereinsachung de» behördlichen Lerwaltungsapparate». Einziehung der Sächsischen Gesandtschaft in Berlin. Herabsetzung der Gehälter und Streichung der Pensionen für nicht aus dem Berufs» beamtentum hervorgegangen« Minister, ö. Es ist ein ausreichendes und umfassende» Arbeit sbeschaffungsprogramm auszuarbeiten, das geeignet ist, die Erwerbslosigkeit zu beheben und die sächsische Industrie in erster Linie zu berücksichtigen. Di« Mietzins- steuer ist restlos dem Wohnungsbau zuzuführen und darüber hinaus noch Mittel bereitzustellen, mit deren Hilf« ein« Beseitigung der Wohetungsnnt erreicht wird. S. Der Landwirtschaft sind billig» Staatskredit« bereitzustellen. 7. Schutz des Wittel stand es in Handwerk. Handel und Gewerb«. Beseitigung der steuerlichen Vergünstigung der Konsumvereine sowie Sonder. desteuerung der Warenhäuser. Wir betonen, daß ein« Besetzung ern«, Ministeriums durch die RSDAP. unter den fetzigen Berhältnisisn nicht in Frag« kommt. Wir erwarlen aber, daß unseren Wünschen bei Besetzung der einzelnen Mi- »isterien Rechnung getrogen wird." Die Kommunistenpleite. , Abends brachen die Arbeiiermaffen in das Regierungsvieriel ein." Wenn es dar Zufall fügen sollte, daß heute ein Exemplar der „Roten Fahne'' sich in einem Berliner Betrieb verirrt, so wird tatsächlich der Streik eiMreten, den die Kommunisten gestern vergeb» lich provozieren wollten. Die Arbeiter werden vor Lachen nicht arbeiten köimen, wenn sie lesen: „Die Kommunisten sind nicht mehr von den Straßen zu ver» treiben. Sie sind zur beherrschenden Partei dar Betriabsarbeiter und Erwerbslosen geworden." „Wer mährend sie»och um sich schlug, waren die Erwerbs- lasen bereit» vor den Großbetrieben. Als dort hie Belegschaften die Arbeitsstätte verließen, kam es zu erhabenden und wuchtigen Berbrüderungskundgebungen mit den Erwerbslosen." Dvchüder einige Zörgiebelisten hinweg geht die Demonstration weiter. Abend« brach-a die Arbeiter Massen in das Regierungsoiertel« i it.' Wer hat so etwas gesehen? Es sehlt nur noch dt« Lüge, die Berliner' Betriebe hätten wie«in Mann die Arbeit niedergelegtl" In beste» wird es nicht beim Lachen bleiben: die kommunistische Provokationstaktik hat blutige Opser gefordert, und die Burscken, die durch ihre großmäuligen Lügen in der„Roten Fahne' nochmals Angriffe auf die Polizei provozieren wollen, möchten neue Opfer sehen!? Für wen die Lügen und die Opfer? Für die Exekutiv« der Moskauer International«, dos heißt für die Russische Kommunistisch« Partei, und damit für die S o w s e t r e g i« ru n g. Die Agenten der Sowjetregierung haben sich auf Befehl als verbrecharisch« Lockspitzel betätigt, und das Reptil der Sowjet- regierung liefert die Lügen dazu. Die Arbeiter aber denken nicht daran, dies Spiel mitzumachen. Sie lasten die Eowjetagenten unter sich. Das Ergebnis: kein früherer Arbeitsschluß. Ablehnung der SPD.. Parolen ia allen Vetrieben. keine Tvastevdemoaslratiouea. üsolleruag der Kommunisten von den Arbeitern. 'Aber zwei Dutzend Verletzte, und— selbstverständlich eine bombastische Aufforderung der.Flöten Fahne' von heute morgen zum politischen Massenstreik für Sowjetdeutschland! Kasper auf dem Keldherrnhügel. Während gestern abend Ecke Leipziger und Friedrichsträße halb» wüchstge Burschen die Polizei provozierten, stand der kommunistische Londtagsabgeordnete Kasper in elegantem Dportpelz. umgeben von seinem„Stabe', In sicherer Deckung in der Friedrichstraße und sah der„Aktton' seines Halbstarken Stoßtrupps zu. ■■ /.<<> WommunifUfche Wordhelme Snfchiift auf einem SSreUersaun in VteuköUn Herr Kasper konnte einen„Erfolg' verzeichnen— dort wurde einer seiner.Demonstranten' schwer verletzt. Als Leute, die ihn kannten, aus ihn ausmerksam wurden, verduftet« Herr Kasper. Oer Kommunistenkrawall. Nächtliche Tumultszenen am Bülowplaß. Während gestern um Mitternacht t« den meisten Stadt. teilen wieder völlige Ruhe herrschte, tauchten am Lütow. platz und seiner nächsten Umgebung plötzlich erneut mehrere demonstrierend« Trupp, auf. die«in erneutes Einschreiten der Polizei notwendig mochten. Die kommunistischen Trupps versuchten abermals Demonstrationszüge zu bilden. Als sich ihnen Polizeibeamte entgegen- stelltan, wurde ein Steinbonibqrdcment«räfsnet. Mehrere Beamte wurden dabei so arg bedrängt, daß sie in der Notwehr von der Wgffe Gebrauch machen mußten. Es wurden einige Schüsse abgegeben. Vier Personen, drei Männer und eine Frau, wurden von den Kugeln getroffen und durch Wagen des Städtischen Rettungsamtes ins Krankenhaus am Friedrichs ho in gebracht. In der Dragoner st raße wurden zwei Burschen gesaßt, die gerode dabei waren, die Straßenlaternen zu zerstören. In derselben Straße war kurz zuvor ein Rollwagen umgestürzt und quer über den Fahrdamm gelegt worden. Die Täter, die außerdem in Begriff waren, Müllkästen und Bretter heranzuschleppen, wurden von der Polizei bei ihrer„Arbeit' überrascht und vertrieben.— In Neukölln, in der Umgebung der Prinz-Handjery-Straße, und am Wedding, In der Kösliner Straße, wo sich die Hochburg der dortigen Kommunisten befindet, kam es mehrfach zu Versuchen, Züge zu bilden. Der Polizei gelang es in allen Fällen, die Ruhe schnell wieder herzustellen. Znsgesamt sind im verlaus der gestrigen Zusammenstöße 154 Personen eingeliefert worden. Sä von ihaen konnten bereits in der Rächt nach kurzer Vernehmung durch Beamte der politischen Polizei wieder entlassen werden. Auch der größte Teil der übrigen Festgenommenen wird heute lm Lause des Tage» zur Entlassung kommen. Oie Welipleite. Die bombastisch angekündigten Hungermärsche der Komm?ms- sten sind überall kläglich verlaufen. Nirgends, außer in Amerika, ist es auch nur zu so blutigen Zusammenstößen wie in Berlin und Halle- Ammendorf mit zwei Toten und sechs Schwerverletzten ge- kommen. In London demonstrierten 2000 Personen, die die Polizei am Marsch vor dos Rathaus verhinderte. In Man- ch e st e r wurden fünf Mann, in Dublin vier festgenommen. In Stockholm fanden drei Nersammlungen statt, die Demonstra- tiimen wurden vereitelt. In Paris wurden lm ganzen 52 Per- sonen verhaftet, darunter sechs Ausländer. In Bilbao in Spa» nien murt* ein Demonstrant und ein Polizist verletzt: der Gau- verneur von Sevilla empfing eine Abordnung. In der ganzen Schweiz gelang es den Kommunisten nur in Zürich und Basel, Demonftrationszüge zu bilden. In Prag wurden Ansammlungen mühelos zerstreut: in G a b l o n z schoß die Polizei, ob es Ver« letzte gab. ist nach nicht bekannt. In Moskau und Leningrad wurden in Bersommlungen Vorträge über die Aktionen gehalten. New-�or?er Polizei im-Vlusrausch'". Rem park. 7. März.' Die Bericht« und Kommentare der Morgenblätter zu den gestrigen Kommunistendemonstrotionen zeigen, daß die Vorgänge im einzelnen doch wesentlich stürmischer waren, als die ersten Bericht« erkennen ließen. Vor allem erregt es unliebsames Auf- sehe», daß die erhebliche Zahl von 200 Verletzte» zu o«r- zeichnen ist. In seitenlangen Schilderungen wird festgestellt, daß der Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten dos schlimmst« gewesen Ist, was man in tneser Beziehung seit vielen Jahren erlebt hat. Dabei findet das Berhalten der Polizei oder besser ihrer unteren Organe in beiden politischen Lagern scharfe Kritiker. Die demokratische„World' wie das rechtsrepubli- kamsch«ingestellt« Blatt.Gerald Tribun«' erklären in ihrem Leü- artike� die Maßregeln der Polizeileitung seien wohl überlegt und durchaus geeignet gewesen, ledes Blutvergießen zu verhindere wenn nur die Mannschasien der Polizei bessere Disziplin gezeigt hätten.„Herald Tribüne" stellt fest, daß man Kriminal- beamte mit Journalistenausweisen oersehen hotte. Gerade diese Kriminalbeamten hätten sich, so erklärt das Blatt,„wie Irrfinnige im B l u t r a u s ch" benommen. Auch aus anderen Städten laufen jetzt Meldungen ein, die er- keimen lassen, daß es ziemlich stürmisch hergegangen ist, sä in Detroit, wo die Polizei mit Straßenbahnwagen und Omnibufien rückfichtslos In die Menschenmassen hineingefahren sein soll. Die Verhaftungen belaufen sich auf über 30. Aus P i tts bur g werden mehr als 25 Verletzte, aus M i l w a u k e e 42 Verhaftungen gemeldet. Das organisierte Rowdytum. Rechtskommunisten organisieren Selbstschutz. Das Organ der Rechtskommunisten„Gegen den Strom" wendet sich unter der Ueberfchrift„Nun i st es genug" gegen das ver- brecherische Rowdytum der Aentralkommunisten. Es zählt zehn Fälle von rowdymäßigen Bandenüberfällen auf Oppositionelle auf und kündigt an, daß die Rechtskommunfften«inen Selbstschutz organisieren würden. Die Reichsleitung der Rechtskommunisten will ferner die„Rote Fahne" wegen gemeiner Beleidigungen verklagen. Gemeingefährliche Mordhetzer oder Rarren? „Gegen den Strom" schreibt unter dieser Ueberfchrift zu der Erklärung der Zentralekommunisten gegen die Gruppe Letz. Raddatz:„So lächerlich auch die prahlerische Ankündi- gung der Pieck und Konsorten über ihre Taten nach Eroberung der Macht sind, weil diese Leute alles tun, um die Voraussetzun- gen für den Kampf der Arbeiterklasse um die Macht zu vernichten, so können doch ihre Redensarten von dem„An-die-Wand-Stellen der Renegaten" nur ein« Wirkung haben: die einer Mord- hetze gegen Kommuni ften, die anderer Meinung find als die Parteibllrokratie.�di« sich gegen ihren schädlichen politischen Kurs wenden." Gchwarzweißroie Mörder. Ein schweres Verbrechen soll vertuscht werden, „In der kleine» Ortschaft Röntgenlal im Norden Berlin» kam es in einer SchankwiUfchast in der Bahnhosstraße zu einem schweren Zusammenstoß. In dein Lokal fanden gleich. zeitig zwei Versammlungen statt. Dabei kam es zu Streitig- teilen zwischen Nationalsozialisten und Reichsbannerleuten. Es entspann sich ein Feuerkampf, bei dem vier Personen ver- mundet wurden, von denen einer bald daraus im Krankenhaus starb." Was das bedeutet?, wird der Leser fragen. Das ist der Bericht eines der gelesensten Berliner bürgerlichen Blätter. Und wer dies« Zeitung ist, will man wissen. Es ist der„L o k a l- A n z e i g« r" des Herrn G e h e i m rat Hugenberg. Daß in Röntgental das fluchwürdigste, gemeinste Derbrechen der letzten Zeit vor- gekommen ist. kaltblütig überlegt und vorbereitet, von Mördern, die sich deutsch nennen und die aus Sie schwarz- weißrot« Fahne schwören, das unterschlägt diescs Blatt seinen Lesern. Hat man im nationalen Lager gar kein Ver« ständnis dafür, daß mit derartigen Vertuschungen in der Oeffentlich- keit immer neuer Zündstoff angehäuft wird? Oder ist es etwa gerade das. was man wünscht?__ Die Millionen des Juweliers. Enterbte Verwandte bestreiten das LoeSkesche Testament. vor dem Laodgerichl>1 wurde heute über den Erb- schaslsprozeß verhandelt, den die Verwandten des verstorbenen Sausmanns Albert Loeeke, des früheren Inhabers des Mar- gras-van-Diemen-Sonzerns gegen die Erben des riesigen etwa S0 Millionen betragenden Vermögens angestrengt haben. Albert Loeste, der bekanntlich einen ungeheuer schnellen Aufftieg seiner Firma erreicht hatte, hatte sich schon zu Lebzeiten von seinen Verwandten getrennt und zu seinen Erben seinen langjährigen Mitarbeiter, den Direktor des Margraf- Konzerns, Oppenheim er und dessen Gattin, sowie ein« Frau B l a u st e i n, die ihm besonders nahestand, zu Universalerben eingesetzt, während die Verwandten leer ausgingen. Auch die Angs- stellten und Arbeiter waren durch Legate in einer ungewöhnlich reichen Form bedacht worden. Die leer ausgegangenen Berwandten, von denen eine ganze Anzahl Loesk« im Leben niemals gesehen hotten, schloffen sich nun- mehr zusammen, um das Testament anzufechten. Sie wurden zu diesem Vorgehen veranlaßt durch einen in Beniner Spielertreijen sehr bekannten rumänischen Kaustnann Curie, der allerdings nur im Austrage eines in Paris lebenden Russen Chaslin handelte, und der schon wiederholt derartig« Erbschastsprozesse ge- führt hat, bei denen er sich 50 und mehr Prozent des Gewinnes ge- sichert hatte. Ehaflin ist übrigens auch einer derjenigen, die jetzt die Erbschaststlage der türkischen Prinzen und Prinzessinnen gegen den türkischen Staat mit finanziert haben. In dem bisherigen Erb« streit sind gegen den Verstorbenen von den leer ausgegangenen Der- wandten mancherlei Behauptungen aufgestellt worden, die zum Teil schon von den Gerichten als unrichtig bezeichnet worden sind. So war behauptet worden, daß Loeste bei der Abfassung des Testame tts nicht bei vollem Verstände gewesen sei, daß einer der c Erben ihn durch Narkotika jahrelang zermürbt und so unter seinen Willen gebracht hatte, und schließlich, daß das Testament Loeokes überhaupt gefälscht worden sei. Diese legte Behcupiung wird das Gericht in sehr startem Maße beschüitrgen, da oon beiden Parteien Sachverständige für die Richtigkeit bzw. Unrichiigleit dieser Be- hauptung benannt worden stnd. Daß Loeske an �em Genuß oon Glsten oder Arzneimitteln gestorben sei, ist dagegen oom Gericht als unwahrscheinlich zurückgewiesen und auch oi« Exhumierung der Leiche abgelehnt worden. Das Gericht wird sich aber auch jetzt mit einer sehr interessanten Frag« zu beschäftigen haben, nämuch damit, ob Frau Liaufleiu die Ihr vermachten Millionen behalten darf oder nicht. Frau Blau- stein stand zu Loeste in engen Beziehungen und die klagenden Fa- milienangehörigen des Verstorbenen haben jetzt eine Reichsgerichts- entscheidung entdeckt, die vor einigen Jahren gefällt worden ist und nicht als alltäglich bezeichnet werden kann Ein Fabrikant In Bayern hatte einer Dame, mit der er jahrelang zusamemngclebt hatte, sein Vermögen vermacht. Seine Leibeserben fochten da» Testament an, und das Reichsgericht entschied, daß die Dame das Geld an die leiblichen Erben herauszahlm müffe, well die Hinterlassung de» Vermögens die nachträglich« Bezahlung von Unzucht gewesen sei. Beide Parteien dürften vermutlich das Für und Wider dieser Frag« aus das heftigst« erörtern, doch fragt es sich. ob das Berliner Gericht auf dies« Dinge überhaupt eingehen wird. Wer steht hinter Hugenherg? Eine interessante Gtatistit.— Angestellte und höhere Beamte. Die Parteiorganisation von Nürnberg hat eine intereffante politische Statistik ausgearbeitet. Sie hat auf Grund des Hugenberg-Volksentscheids festgestellt, wer eigentlich von den Bevölkerungsschichten hinter den„Erneuerern Deutschlands" steht. Da die Links- und Mittelparteien beim Volksentscheid die Parole der Wahlenthaltung ausgaben, war es zum ersten Mal« möglich,«in- wandfrei die Anhänger der Diktaturparolen näher kennen zu lernen. Die Nürnberger Parteiorganisation hatte am 22. Dezember sämt- liche Nürnberger Stadtwahllokale mit Zählern besetzen lasten, die an Hand der Wählerliste gewissenhaft all« Abstimmenden registrier- ten. Da der Prozentsatz der Abstimmenden in Nürnberg ungefähr dem Reichsdurch schnitt entspricht, dürfte das gewonnene Er- gebnis auch für alle größeren Städte zutreffen. Gezähtt wurden 25 180 Abstimmende: die ländlichen Außenbezirk« sind bei der Zählung nicht inbegriffen. Von den Abstimmenden waren 12188 Männer und 12SS2 Frauen oder 48,8 Proz. Männerstimmen und 51,2 Proz. Frauenstimmen. Nach den Berufen geordnet stimmten von den Männern beim Volksentscheid: Angestellte in Industrie, Handel und Gewerbe......... 4 128 oder 33,8 Proz. Selbständige in Industrie, Handel, Ge- werbe und Landwirtschaft.... 2749, 22.S, Arbeiter aller Berufe....... 2 365. 19,5, Reichs-, Staats- und Gemeindebeamte. 1 910„ 15,6. Kleinrentner und Berufslose.... 1 036„ 8,5 12188 Die 12 992 abstimmenden Frauen verteilen stch auf: Ehefrauen........... 7 339 oder 56,5 Proz Witwen und Berufslose...... 2 741, 21,1„ Angestellte........... 867, 6,7 Arbeiterinnen In Industrie und Gewerbe 698, 5,4„ Hausangestellte......... 672„ 5,1„ Beamtinnen.......... 456, 3,5„ Selbständige in Gewerbe, Handel und Landwirtschaft......... 219„ 1,7, 12 992 Während also von den männlichen Wählern 91,5 Proz. im Erwerbsleben stehen und nur 8,5 Proz. als Berufslose in Betracht kommen, sind bei den Wählerinnen 77,6 Proz. nicht im Erwerbs- leben stehend und nur 21,4 Proz. berufstätig. Di« männlichen Angestellten stellen mit 33,8 Proz. die stärkste Berufsschicht der Abstimmenden dar. Von den 4128 er- mittelten Angestellten sind 3039 kaufmännische Angestellte, 1089 Werkmeister, Techniker und Ingenieure. Die 1910 Beamten oerteilen sich auf Kommunal-, Zoll-, Justiz- und Finanzbeamte 722: Reichspgstbeamte 320: Reichsbahnbeamt« 287: Volksschullehrer 165: Polizeibeomte 155: Profefforen und Studienräte 98: höhere Der- waltungsbeamte 67: höher« pensionierte Offiziere 40: Geistliche 24; Richter 20 und Diakonen 12. Bei den 2365 abstimmenden Arbeitern ist zu beachten, daß darunter sich auch alle Meistersöhne und landwirtschaft- lichen Arbeiter befinden. linier den gezählten 2749 Selbständigen befinden sich unter anderem: 286 Landwirte; 147 Fabrikbesitzer und Direktoren: 123 Rechtsanwälle, Künstler, Architekten: 89 Aerzte; 46 Zahnärzte und Dentisten: 38 Apotheker und Drogisten. Die übrigen sind Handwerker und Gewerbetreibende. Auf die Wahlberechtigten insgesamt übertragen, ergibt sich fol- gendes intereffante Bild: Für Hugenberg haben gestimmt: 8616, das sind 20.5 Proz. der Beamten und Angestellten; 3 402, das sind 4,6 Proz. der Arbeiter oller Berufe; 3 942, das sind 18,5 Proz. der selbständigen Erwerbstättgen: 1 483, das sind 15,7 Proz. der Berufslosen; 10 339, dos sind 16,3 Proz. der Ehefrauen ohne Beruf; 1 866, das sind 10,5 Proz. der weiblichen Angestellten und Be- amtinnen: 988, das sind 2 3 Proz. der Arbeiterinnen: 934, das ind 9,0 Proz. der weiblichen Hausangestellten; 3861. das sind 26,4 Proz. der weiblichen Berufrlosen; 312, das sind 4�8 Proz. der weiblichen selbständigen Erwerbs- tätigen. Bon den männlichen Wählern waren im Alter von 20 bis 30 Iahren 22,8 Proz.; van 30 bis 50 Iahren 38,3 Proz.: über 50 Jahre 38,9 Proz. Von den weiblichen Wählern waren im Alter oon 20 bis 30 Jahren 22.4 Proz.: von 30 bis 50 Jahren 43,3 Proz.: über 50 Iahren 34,3 Proz. Di« Nürnberger Statistik zeigt also klar und deutlich, daß die Anhänger der Reaktion vor allem Angestellte und höhere Beamte sind. Diese Berufsschichten stellen rund 50 Proz. der männlichen Wähler. Mehr als die Hälfte der W ä h l e r i n n e n find Ehefrauen, in der Hauptsache die Ehesrauen der Angestellten und Beamten. 20,5 Proz. aller wahlberechtigten Beamten und Angestellten haben beim Volksentscheid abgestimmt, dagegen nur 4,6 Proz. der Arbeiter, wobei, wie schon erwähnt, zu beachten ist, daß es sich bei den abstimmenden Arbeitern vielfach um Meister- söhne, landwirtschaftliche Arbeiter, Psörtner, Ausseher usw. handelt. Di« unteren Angestellten und Beamten haben fich zum größten Teil der Abstimmung ferngehalten. Die Statistik zeigt aber auch, daß nicht die jünger« Generation Hugenberg nachläuft, denn von den mann- lichen Wahlberechtigten im Alter von 20 bis 30 Iahren haben nur 9,9 Proz., von den Frauen nur 9.06 Proz. fich an der Abstimmung beteiligt, dagegen von den Männern über 50 Jahr« 19,3 Proz. Bezeichnend ist auch, daß z. B. von den absttmmenden Witwen ohne Beruf 80 Proz. über 50 Jahre all find, während von den Arbeiterinnen nur 2,8 Proz. zur Abstimmung gingen. Die Statistik der Hugenberg-Anhänger beweist, daß die Reaktton, vor allem die Nationalsozialisten, obwohl fich dies«„Arbeiterpartei" nennen, in der Arbeiterschaft so gut wie gar keinen Anhang besitzt. Es war gut, daß Hugenbergs Vclltsentschoid einmal Ge- legenheit gab, das einwandfrei festzustellen. Kokain als Sicherheit. Litauischer Rauschgiftschmuggel vor Gericht. Litauen befindet sich nicht umer den Staaten, die die Genfer Rauschgiftkonvention ratifiziert haben. Di« deutschen und litauischen Rcmschgiftschmuggler machen sich dieses Loch in der internationalen Raufchgistbekämpsung zunutze, verschreiben auf legalem Wege von deutschen Firmen in großen Mengen Kokain und Morphium und bringen dann das Gift auf geheimen Wegen nach Deutschland zurück. Gelingt es der Zentral« zur Bekämpfung oon Rauschgifthandel, einen dieser Schmuggler zu fassen, so steht an seiner Stelle sofort ein neuer. Das litauisch« Loch ist eben nicht zu oerstopfen. Im Herbst vorigen Jahres beobachteten Beamte des Rauschgift- dezernats in der Nähe des Wkttenbergplatzes einen ver- dächttgen Mann. Sie verfolgten ihn, und in seiner Wohnung«nt- puppt« er sich als ein alter Bekannte? Sch. war ein Mann, der bereits im Jahre 1925 in Paris mit mehreren Kilo Kokain gefaßt worden war. Man fand bei ihm 500 Ampullen Morphium. Am selben Abend verhafteten die Beamten zufällig einen Mann aus Insterburg mit 100 Gramm Kokain. Ein auf dem Jnsterburger Postamt beschlagnahmter Brief, der an ihn gerichtet war und die Unterschrift Willy trug, führte zur Berhastung des Vierten im Bund«, gleichfalls eines alten Bekannten des Rauschgiftdezernats, eines Kokainschnupfers und Händlers. Also schmückten sie all« vier die Anklagebank. Der Mann aus Insterburg, ein litauischer Staats- ongehörigcr deutscher Zunge, schwer lungenkrank, glaubte durch Märchen über die Herkunft der 500 Ampullen Morphium und der 100 Gramm Kokain, die er höchstpersönlich nach Berlin gebracht hatte, seine Lage verbeffern zu'önnen. Die Pakete Morphium und Kokain wollte er als Sicherheit von einem Kaufmann erhalten haben, dem er Seide verkauft hac und das Rauschgift wieder seiner- setts als Sicherheit einem der Angeklagten gegeben haben, der ihm mit Reisegeld ausgeholfen hat. Auch Sch wollte das Morphium nur als Sicherheit genommen haben. So fand ein jeder der Ange- klagten ein neues Märchen, an das. er selbst nicht glaubte und oon dem er auch nicht hassen konnte, daß das Gericht daran glauben würde. Das Urteil lautete für den deutschen Litauer auf 1 Jahr Gefängnis. Von den übrigen drei Deutschen wurden zwei zu je fünf Monaten und einer zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Kriminalpolizei hat ihr« Pflicht getan, das Gericht hat sein Urteil gesprochen, durch das Loch in Litauen wir» aber noch wie vor noch so manches Kilo Rauschgift nach Deutschland geschmuggelt werden._ Opfer der Wildnis. Deutscher Forscher Dr. Faver in Kanada tot au'ge'unden New Uork. 7. mätj. Affoclaled �lreß berichtet au» Edmonton, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta: Eine hier mit Verspätung eingetroffene Nachricht besagt, daß ein.! Streife der Gendarmerie am ver- gangenen Sonngbend lS Meilen oberhalb der Lowe? hay River- Niederlaffung Im Nordweflterrilorlum die z e r s l e i f ch t e Leiche des seit einiger Zell vermlhlen deutschen Relsffchrlststellers und Mffenschaftlers Dr. Kurt Faber gefunden habe.i« Ausgabe hat keine anderen Grenzen als die unserer Kultur." Das sind, des polemischen Beiwerks entkleidet, die Gedanken- gänge, die Romains entwickelt«. Er übersieht, daß die Enzyklopä- distev im 13. Jahrhundert deshalb«in« Führerroll« spielen konnten, weil es neben ihnen nur noch die Kirche als geistige Potenz gab. Gewiß besteht zwischen dem Frontreich de» 18. Jahrhundert» und dem heutigen Europa eine unverkennbare Analogie im Entwick- lungsstadium. Aber die Roll« der Enzyklopädisten haben längst die politischen Parteien und selbst die Regierungen übernommen. Nicht nur den nationalen Fanatismus gilt es zu zerschmettern, sondern den diesen nährenden wirtschaistlichen Fanatismus der Besitzenden. Ohne vorher festgelegte Grundsätze geht es da nicht. Das bewies am deutlichsten der nachfolgende Redner. Romains und Karl Maria Finkelnburg(den man ,n Umstellung der Rednerfolge zuletzt sprechen ließ, um dazwischen einige bolsche- wistisch« Propagandaredner einzuschieben) dienten den Beranstaltern nur als Aushängeschild. Wir gestehen den politischen und den gel- stigen Dolschewisten das Recht der Propaganda zu Aber tm Namen der reinen Geistigkeit für Sowjetrußland Propaganda zu machen und als Beweis für die Geistigkeit Sowjetrußlands den aus seiner Heimat verbannten Trotzki anzuführen, ist ein Unternehmen, dos bei den Zuhörern«ine Ausschaltung der Geistigteil voraussetzt, die wir beim besten Willen nicht auszubringen vermochten. Zu Jules Romains kann man nur sogen: Lue kaieier-vovs dan, cette gaiere? J. Steiner-Jullien, Elendsplakaie. Von Jettes», die an Monern. Zäunen und Zrnstern flebeit. Sie kleben draußen in den Vorstädten, wo die Häuser so ärmlich aussehen wie die Menschen ine in ihnen wohnen: kleben an den rissigen Brettern winischieser,»«rwitterter Zäune, an Mauern, Leitungsmasten, an den Wänden der Wartehäuschen der Straßen- bahn, und mitunter auch sind sie hinter dem Fenster einer Armelcute- wohnung zu sehen. Es sind keine Plakat« großen und größten Formats mii grellen weithin schreienden Bildern und großen Lettern, sondern klein« Zettel, meist ein Viertelbogen gewöhnlichen Schreib- oder Konzeptpapiero, nicht selten tst es ein Blatt, das aus einem Schulheft gerissen wurde Man muß vor ihnen stehenbleiben und genau hinsehen, will man lesen, was die ungelenke Hand mit fehler. hast«, unbeholfener Schrift darauf geschrieben hat: Ein braunes Damencoftym»och wenik getragen und fast neich sür mitlere Statuhr pasend ist billich zu oerkaufen bei... Oder: Ein vor Herrenschuhe und eine silberne Remontieruhr sind Uinständeyalber sehr prclßwerih abzugeben bei.. Auf einem anderen Zettel steht zu lesen: Ein Bett Ist an»inen Herrn oder anständiges Fräuletn zu vermieten. Zu erjahren bei Frau.., Irgendein armer Teufel bietet seinen Radioapparat, wahr- scheinlich das einzige, was bisher ein wenig Zerstreuung und ein bißchen Wwechsiung in fein eintöniges Leben zwischen den kahlen Wänden der alten Mietkaserne ermöglicht hat. zum Kauf an. Irgendwer hat ein Bett zu verkaufen, das er wahrscheinlich sehr ungern entbehren wird. Und so geht es fort: Kleidungsstück«, Schuhe, Tische, Betten, lauter Dinge die auch der ärmste Mensch braucht, aber von denen er sich trennen und auf die er verzichten muß, wenn sich seine Armut in Elend verwandelt. Für die paar Groschen, die er dafür bekommt, kann er sich und den Seinen eine ooer zwei Mahlzeiten beschoffen. Und dann. Diese kleinen, unscheinbaren Zettel, die draußen in den Vor- städten an den Zäunen, Masten und Mauern kleben, sind eindrucks- vollere Plakat« als jene, di« von Künstlerhand entworfene, farbenprächtig. durch ihre Größe und ihr Raffinement unser« Aufmerksam- keft auf sich lenken sollen. Sie sind die Piakate des Elends, und ihre Buchstaben sind grellere Schriftzeichen als sene, di« jeden Abend im Dienst« der Geschäftsoeklame im Dunkel der Nacht funkeln. Heinrich Hoielc. Zunge Dichter lesen. Der Eigenbrödler-Verlag veranstaltete im Festsaal des Herrenhauses unter dem Titel.Lunge deutsch« Dichtung"«inen Autarenabend. Gemeinsam ist diesen Autoren die Auseinandersetzung mit dem Krieg und mit einer Gesellschaft, die alles andere eber als ideal ist. Gemeinsam ist ihnen serner auch der Wille, völlig unpathetisch di« Dinge zu betrachten, gewissermaßen nur als Tatsache zu werben. Eine Anklage liegt in den Tatsachen selb», in ihrer Gruppierung und nicht in der Reflexion darüber. Dies« Ander». Koppen, Wille oder Pohl schreiben in ein» ganz klckken, anschaulichen Sprache ohne witzig« oder geistreich« Arabesken, ohne jegliche Ueberladung. Sie alle stehen auf einem individualistischen Standpunkt und haben höchstens die Sehnsucht nach der Gemeinschaft. Der Abend zeigt, daß die modernen jüngeren Autoren, keines- wegs«in« photographische Reportage der Wirklichkeit wallen eine bloße Aneinanderreihung der Ding«, sondern daß sie sich trotz ihrer kühlen überlegenen Form um di« künstlerische Durchdringung und Gestaltung des Stoffes bemühen.— t. Hundert Zotirc Berline? Museen. Di« staatlichen Museen blicken in diesem Herbst auf ein hundert- jähriges Bestehen zurück. Aus diesem Jrtlaß sollen am 1. Oktober die Museums bauten auf der Museumsinsel eröffnet werden. Ueb» die Geschichte, den Inhalt und die Glielerung der Museumsbauten wird Generaldirektor Geheimrat Professor Dr. Waetzoldt in einem Vortrag über„Die Berliner Stadt der Museen" am 15. März, 12 Uhr, im Vortragssaal der ehemaligen Kunstgewerbeschule, Prinz-Albrecht-Straße 7a, die Vertreter der deutschen und ausländischen Presse unterrichten. D. M. Meyerhold unt»nimmt mit dem von ihm geleiteten Moskauer Russischen Staatstheater ebne Europa- tournee. In Berlin wird das Gastspiel aus Einladung Viktor Barnowskyr am 1. April im Theater in der König- grätzer Strohe begrünen. Di« Truppe, die ihre eigenen Dekorationen mit sich führt, besteht aus 40 M tgliedern. Die künst- terische Gesamtleitung liegt in den Händen Meyerholds. Großer Momlensuitt»- Wie aus Kairo gemeldet wird sind bei Ausgrabungen für das Museum der Universität Pern'ylvania in Meydum in den Kammern«in» größeren Brust 101 M>mien aus der Zeit von 2000 bis 1500 v. Chr. gefunden worden. Der größte Teil d» Mumien fft gut erhalten. .?idel weinen und bitterlich lachen. Der medizinischen Fakuftät Bordeaux wurde eine junge Frau vorgeführt, bei welch« der Mechanismus des Lachens und Weinens oertauscht Ist. Di« Frau reagiert auf schmerzlich« Empfindungen körperlich» und seelisch» Art durch«in frisches, keineswegs nervös wirkendes Lachen, während Lustemrfindungm sie prompt zum Weinen bringen. Da diese widernatürliche Veranlagung der jungen Frau außerorkeut- lich peinlich ist, hat sie schon ein« ganze Reihe bedeutender Nerven- spezialisten und Internisten aufgesucht, ohne daß ihr bisher geholfen werden konnte. vi« voU»dt!hne, Theater am Lüiomploh. bereitet für die nächste Premtere die delilsch« Uiauisütnunfl von Michael Wold« Negerkomödie.Da» Lied von Hoboken cUedeliehung tzermhicka zur Mühle«), tn der ve- «bettung von Günther Weljeubor« vor. Sozialdemokratie und Voimnngsluxusstener Voraussicht Icher Ertrag: 4,7 Millionen Mark. £««118 im Sdljr« 1621 beantragten die Vertreter der beiden uainals noch getrennten sozialdemolrattschen Fraktionen Berlins in der Finanz- und Steuerdeputatton die Erhebung einer Abgabe für die Benutzung solcher Wohnungen, die im Verhältnis zur Zahl der Bewohner oder zur Zweckbestimmung der Räum« als übergroß anzusehen sind. Wenngleich der ß lüa des Kommunalabgabengesetzes eine derartige Steuer nur zur Förderung der Wohnungsbeschaffung und der Siedlung für zulässig erklärt, also dl« Verwendung der Steuer für allgemein« Finanzzwecke ausschließt, so ging die Sozialdemokratie von dein Gedanken aus, daß die Siadt ohnehin für den Wohnungsbau Mittel zur Verfügung stellen müsse, daß also der Gesomthauchalt indirekt entlastet würde, wenn durch eine Sondersteuer der W o h n u n g s l u x u s zur Förderung der Wohnungsbeschaffung herangezogen werden könnte. Der Magistrat stellte damals durch Rückfrage im Ministerium des Innern fest, daß eine Ausführungsanweifung zu erwarten sei, und wartete diese Llusführungsanweisung ab Die Ausführnngs- onweisungen ergaben, daß das Ministerium einen Wohnungeluxu? erst dann als vorhanden sah, wenn die Wohnung mindestens zwei Räume mehr enthielt, als der Hausstand Personen auswies. Bereits durch gesetzlich« Bestimmung war festgelegt, daß Räume, dt« für den Beruf, das Gewerbe oder eine ehrenamlliche Tätigkeit benutzt wurden nicht mitgezä�t würden. Es ergab sich also, daß beispie's- weife für emen Haushalt eines Ehepaares mit zwei Kindern fünf Räume steuerfrei waren, und daß auch für das erste darüber hinaus- gehende Zimmer hie Steuer nicht hoher sein durfte als der darauf entfallende Teil der Wiste Da die Ausführungsanweifung noch zahlreiche Einzelbefreiunosbestimmungen und eine Härteklausel ent- hielt, versprach stch der Magistrat von der Einführung dar Steuer keinen erheblichen Ertrag und sah außerdem davon ab, weil die Erhebung der Steuer die Prüfung der einzelnen Haus- Haltungen und damit einen Eingriff in private Verhältnisse notwendig machen würde, der zu erheblichem Aerger führen würde. Die Angelegenheit blieb während der Inflation dann liegen: später wurden aber die Verhandlungen wieder aufgenommen, und der Haushaltsausschuß verlangte im Jahre 1926 eine nochmalig« Prüfung. Der Magistrat lehnte auch im Februar 1927 die Steuer ob. fragte aber auf Grund erneuten Beschlusses der Finanzdeputatlon zwei Jahre später nach der gegenwärtigen Ansicht der Aufsichts- behörde an. Der Oberpräfident erklärte im Mai 1926 nach Rück- frag« bei den beteiligten Ministerien, daß einer neuen Wohnungs- lurussteuer aus grundsätzlichen Bedenken die Genehmigung nicht orteilt«erden würde. Auf die weitere Anfrage des Magistrats, ab sin« Abänderung der Richtlinien van 1922 zu erreichen sein werde, ging er wegen des grundsätzlichen Bedenkens überhaupt nickst ein. Trotzdem verlangt« die Stadtoerordnetenver'ammlung durch Beschluß vom 36. Januar 1636 eine neu« Prüfung der Wohnungsluxussteuerfrago. Diese Prüfung ist seitens der 5)aupt- steusrverwaltung jetzt vorgenommen worden und liegt der F i n a n z. d e p u t a t i o n in»inem umfangreichen Expose vor. Da das letzte städtische Material in der Wohnungszählung vom Mai 192S vorliegt. sind die damaligen Feststellungen der jetzigen Berechnung zugrunde gelegt. Es ergibt sich daraus ein voraussichtlicher Ertrag der Steuer von Z,36 Millionen, von denen 6,63 Millionen für Er- Hebungskosten abgehen werden, so daß der Reinertrag der Steuer auf 4.7 DliMonen geschätzt wird. Es kann zweifelhaft sein, ob diese Schätzung zutrisst. da in der gleichen Denkschrift die Ergebnisse aus denjenigen Orten mitgeteilt werden, in denen eine Wlchrtungsluxussteuer bestanden hat oder noch besteht. Diese Ergebnisse zeigen, daß beispielsweise Mann- heim mit rund einer Biertelmillion Einwohner im Jahre noch Vicht JDOOöO M an Wohnungsluxussteuer einnimmt, und daß Städte mit etwa 30 600 Einwohnern, wie Gotha und Schwerin, nur 12 666 bzw. 26666 M. im Jahre von dem Wfthnungsluxus erheben. Wenn man auch demgegenüber berücksichtigt, daß Berlin eine unverhältnismäßig größere Zahl von steuerpslichtigen Wohnungen, nämlich etwa 63 666 Wohnungen aufweist, so erscheint es Zweifel- Haft, ob der volle veranschlagte Betrag zu erreichen sein wird, wenn es nicht möglich ist, die Ausführungsbestimmur�gen zu Mildern. Aber auch wenn die volle Kumme vou 4.7 Millionen nicht erreicht werden sollte, so bleibt in jedem Falle ein Betrag übrig, der einen erneuten Versuch lohnt. Nicht verschw-egen fall werden, daß von den preußischen Städten heute nur noch Stralsund mit etwa 46666 Einwohnern eine Wohnungeluxussteuer erhebt, deren Ertrag unter 9666 M bleibt, und daß die preußischen Städte, die früher eine Wohnungeluxussteuer hatten(Halberstadt, Stendal, Ratibor) wegen geringen Ertrages der Steuer sie außer Erhebung gesetzt haben. Dagegen haben zwei der größten Städte Preußens, nämlich Breslau und Frankfurt a m M a i n im Jahre 1929 die Einführung einer Wohnungsluxus- steusr beschlossen, sind aber vom Minister abschlägig beschieden worden, so daß die Steuer inangels Genehmigung nicht in Wirk- famkeit treten konnte. Es muß versucht werden, den ablehnenden Standpunkt de» Minister« znr Aendernng zn bringen und ihn dazu zu veranlassen, daß nicht nur eine von Berti» zu be- schließende Wohnungsluxussteuer genehmigt wird, sondern daß darüber hinaus die Ausführungsanpeifung geändert und somit eine Erweüerung der Steuer ermöglicht wird. Die SozialdemokratischePartei hat stets den Stand- punkt eingenommen, daß die früher in Berlin übliche Bedürfnislosigkeit in der Wohnungsfrage nicht aufrechterhalten werden darf, daß vielmehr«ine wahrhafte Wohnungskultur erstrebt werden muß. Der Wirksamkeit der Sozialdemokratie ist es zu danken, daß Seitenflügel und Hinterhäuser nicht mehr gc- baut werden, und daß nach Möglichkeit jede Neubauwohnung ein Badezimmer erhält. Wohnungskultur muß ober vom Wohnungs- luxus unterschieden werden. Wenn man obiges Beispiel einer Familie aus einem Ehepaar mit zwei Kindern zugrunde logt, so ist als Regelfall anzusehen, daß Eheleute nur ein gemeinsames Schlaf- zlmmer haben, und daß dasselbe bei zwei Kindern pleichen Geschlechts der Fall ist. Wenn man außerdem noch einen Wohnraum alp im Interesse der Wohnungslultur zulässig ansieht, so würde nach unserer Ansicht der Normalbedarf dieser Familie dr«i Räume betragen und nicht fünf, wie die Ministerialonweisnng annimmt. Zeder weitere Raum mük-le als Luxus angesehen und entsprechend besteuert werden. Man kann trotzdem bezüglich der Höhe des Steuersatzes dem Standpunkt des Gesetzes Rechnung tragen und bei dem ersten Luxusraum nur den Anteil der auf ihn entfallenden Gesamtmiete als Steuersatz festlegen, während für die weiteren Räum««in pro- oressioer Steuersatz im Ortsgesetz bestimmt wird, so daß bei einer Uenderung der Ausführungsanweisung das Steueraufkommen üher den seitens der Steueroerwaliung herausgerechneten Voransthlog nicht unerheblich gesteigert werden kann. Zn angenbllcklicher Zeit einer schweren F l n a n z n o t. unter der auch der Wohnungsbau leidet, muß jedenfalls die Ein- fübrung der Wahnnngslnxnsfiener als neues Moment zur Förderung de» Wohnungsbaues dringlich in Belrächl ge- zogen werden. Liesdert Ixtev?. Lohndruckkampagne im Naugewerbe. „Künstliche Aufrechterhaltung des Wohnungsbaues. � Aus dem gestern im„Vorwärts� veröffentlichten Rundschreiben ging hernor, daß die Scharsmacher im Lager der Herren von Eisen und Stahl zur Rückendeckung für die von ihnen geplante Lohn- drosselung in der Metallindustrie, die Unternehmer im Baugewerbe angefeuert haben, die Bauarbetterlöhn« zu orücken. Der Feldzug der Lohndrücker wird zunächst in der Presse ge- führt, um die ösfentlichc Meinung vorzubereiten. Die„Deutsche Vergwerks-Zeitung' darf dabei nicht fehlen. Mit der Ausschriit „Lohnsenkung im Baugewerbe unvermeidlich" brachte dieses Scharfmochetblatt gestern einen Artikel von Dr. Hans Claus, Berlin, worin bewiesen werden soll, was das Unter- nehmertum zu beweisen versucht: daß die Banarbciteriöhne zu hoch seien und deshalb„gesenkt" werden mühte». Der Verfasser sucht die Argumeme der Bauarbeiter für ihr« den Lohndurchschmtt übersteigenden Löhne vorweg zu entkrästen. Die periodische Arbeitslosigkeit im Baugewerbe schätzt er auf jähr. lich 366 Stunden und rechnet dennoch ein höheres Jahreseinkommen der Bauarbeiter heraus. „Die Bauarbeiteroerbänd« scheinen zu glauben, daß auch im Jahre 1936 der Wohnungsbau unter starkem politischen Druck aus der bisherigen Hohe geholten werken köniue. Davon kann aber unter den gegebenen Dsrhältnisseu gar keine Red« fein. Das Kapital wird.. nichl mehr im gleichen Umfange für den Wohnungsbau füeßsn als bisher. Bleibt es also bei den letzigen Vaupreijen, so wird nicht nur kein« Verringerung sondern im Gegenteil eine weiter« Zunahme der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe zu verzeichnen fein." In unterrichteten Kreisen rechne man mit einem Rückgang der Wohnungs bautätigkeit um mindestens ein Drittel— HO 666 Wohnungen. Es müsse jede Gelegenheit ergriffen werden, das Bauen zu oer- billigen. Di« Berbilligung müsse sich auch auf die Lauarbesterlöhn« erstrecken, die schon bei verhältnismäßig guter Bavkonjunkwr das allgemeine Lohnniveau überschritten, und die ihr« jetzige Höhe zum Teil nur der künstlichen Aufrechterhaltung de» Wohnungsbaues verdankten. Eine gehörige Berbilligung de» Wohnungsbaues hallen auch mir für notwendig und möglich, durch gründliche Herabsetzung der Monopolpreise der Baustoffe. Wird hier gehörig„gesenkt", dann geht es ohne Lohndruck. Di« Bauarbeiteroerbänd« haben übrigens noch ein Wort mit- zureden, bei dem Versuch sie in ihrer Lebenshaltung noch weiter zurückzuwerfen._ Schiedsspruch in der badischen Textilindustrie. Lohnabbau verhindert. Freibnrg l. vr.. 7. März. Die gestrigen Verhandlungen über den Lohntarif der bodsschen Textilindustrie oor dem stellvertretenden Schlichter für Südwest. deittfchland endeten in später Abendstunde mit einem Schiedsspruch, durch den der bisherige Lohntarif wieder in Kraft gesetzt wurde. Der- von den Unternehmern gestellte Antrag auf Abbau de» Lckhutarifs ist abgelehnt worden. 2S4»43 unierstühle Arbeitslose In Oesterreich wurden Ende Fe- bxuar 1936 gezählt, rund 1600 mehr als seit der letzten Zählung Mite Februar._ weller für verlin: Wolkiges und ziemlich milde» Wetter mit zeitweise auffrischenden Winden au» südlichen Richtungen und Nei- aung zu l-nchi.-» Niederschlägen.— Für Deutschland: In W.st- und Mitteldeutichland wolkiges Wetter mit einzelnen Regendällen. ziemlich mÄd. im Osten noch wolkig, ohne wesentlich« Niederschäge. Temperatureil wenig verändert. „Volk und Zelt", unsere illustrierte Wochenschrift, stegt der heutigen Postauflage bei. L-rarUworti.'2r dl« Redaktum: CbKgang Sa, war», Berti»: ittfdan: n. Wode, Berlin Berlafl: Burwäri, Bellas s.. Berlin. Srnck: Buch. druckerei nad Verlan sanstaU Paul Singer& Ca. Berlin SS 88. gindentoaM 8. Vier»» 1 Beilage. Ziirl06endweilieD.Ginsei!niing ist das beste Geschenk eine Armband- oder Taschenuhr OoMene Damen- Anubandohr, Ukarätlg, von 19.50 M. an Silberne Herren- Armoandohr..... von IS.— M. an Heireo-Taadbeoabr......... von».SO M. an Schriftliche Garantie iermann Wiese ÄS»!? Raichhaitig. Sola- o. Sllbeiweniager nur; S.,KQttitUSSer0anini2 Passende Einsern cnLs-Gesdienhe JCaukasus- und. Jiümslüeim Direkter Export der UdSSR. überall erhältlich Generat- Depoit Ph. Brand€» Co. Berlin SW., Lindenstraße X Lichterfelder Festsäle SnsheacsBitcficnrter Satn-cadBe SS Oääo Scbfillfimä Teephon Lichter/elde 0 i 1445 Estiäls 10; 15G0 Persocen mit inoderD Stallungen jeder irt/ Hototssäle/ Vere eleu SBhnan for Teran- r für 20 bis 300 PcrMO « l r k s a■ sind die KLEINEN\NZEI0EN i derücsamianfiage »Von» ins- ud Passendste fiesdienite für jung and alt! Gebnodene Bfidier Ganaieinen mit Detkelpressimg Adolph „Nofffmanns Erzählungen" Prel»» M. 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Hervorre?rndej Gescbeak tfir die legendi Alle» Dfiober gegen Etaseodomg von 7 M- poilofrel—* Let ter« beiden euch kartonlerl»IM. 7u beziehen durch die Botenfrauen und Ausgabestel en des.Vörwirts" sowie direkt vom Verlag Adolph Hoffmann Berlm O 17, Keppesistrake A U Fernsprecher: Alexander 757(i Postseheckkonto: Berlin 1304dl original- Beiema Patanunatratzon/ Runeoettan mit eale ma- Federung Feleiad-Drebbetl iCX R- P) ein Griff— ein nett, sowie das neue Holztet: mit Befema-Fcdeiong sind volUrommeti gerknsdilos)— Kein Et» legen. Für «bwcrsle Bcisstoeg. Utbergli erhalt! 29 Jahre Garantie. aeri. Federmairatz�FaiirlE. Koopantr. ts Vater machte die Cfcaretten mit so einer Doppeleule drauf! Das Ist richtig nnd ist wichtig, denn die Doppelenle ist Ja das Zeichen gemein- samer Arbeit von Eckstein-Hnlpans. Durch deren Zusammenschluß wurde die Leistung: verdoppelt nnd die Qua» lltttt verbessert. Die„neue" Llmenried In der xeih roten Packung; hat eine neue ülischnng;— noch besser als DAher. An den Federn erkennt man den Vogel— an der Doppeleule die V Ig 91 E IV R I E D& Pf. HeiVage Freitage 7. März 1930 Sz-rMpnd SttnJnKkQn&ß dM* XG.MasarykjlerAchtxiglährige Lls am 7. März 18ö0 dem slowakischen Herrschoftskuischcr Masaryk in der südmährischen Stadt Göding ein Sohn, den er Thomas nannte, geboren wurde, dachte er wohl nicht daran. daß aus ihm etwas anderes werden könnte, als er selbst war: ein Proletarier, der sein Leben kümmerlich fristet. Trotzdein lieh er den begabten Jungen über Anraten zwei Massen Realschule besuchen, um aus ihm einen Dorfschullehrer zu machen, nachdem es ihm die Obrigkeit gnädigst gestattet hatte. Doch Thomas hatte dann nach lange nicht das vorgeschriebene Alter von sechzehn Jahren er. reicht, um in die Lehrerbildungsanstalt ausgenommen zu werden. Die armen Eltern konnten ihn nicht so lange unterstützen und be- schlössen nach einiger Zeit, er solle statt Lehrer Schlosser werden. Thomas kam nach Wien und wurde Lehrling In einer Ännst. schlosseret. Als aber die anderen LehrbUrschen ihm seine lieben Bücher stahlen, lief er von Wien fort. Der Vater lieh ihn im Dorfe das Schmiedehandwerk lernen. Vielleicht wäre er auch Schmied ge- worden, wenn ihn nicht eines Tages fein früherer Realfchulprofessor getroffen hätte, als er, ganz rußig ün Seficht, Wasser trug. Er hatte schon«in Lehrlingsjahr hinter sich, und trotzdem er sich mehr um Bücher als um den Blasebalg' kümmerte, hatte er schon Pferde gut zu beschlagen gelernt. Der Profesior ging zu den Eltern, und so kam es. daß Thomas die Schmiede verließ, in Brünn und später in Wien Gymnasium studiert« und statt Dorsschullehrer Uni- versitätsprosessor wurde. Der arme Proletariers ohn wurde schließlich Präsident der tschechoslowakischen Rc- publik. Wahrheit über alles'ist Majaryks strenger Grundsatz. Als er im Hahr« 1882 in Wien, wo er bereits Univerfitätsdazent war, an die neugegründete tschechische Universität in Prag berusen wurde und dort Soziologie und Ethik vortrug, zog er im Interesse der geschicht- lichev und literarischen Wahrheit gegen die Versechter der ge- fälschten Königinhofer Handschrift zu Felde. Brunnenvergifter und nationaler Herostrat schimpften ihn damals die romantischen Patrioten. Im Interesse der Wahrheit nahm er sich im Jahre 18V9 des wegen Ritualmord angeklagten Juden HIlsner an und ließ über sich die ganze Wut der antisemitischen Gasse ergehen. Damals mußten sozialdemokratische Arbeiter Profesior Masaryk gegen ver- hetzte Studenten schützen. Um der Wahrheit zu dienen, trat er im Jahre 1909 für die auf Grund gefälschten Beweismaterials von der Wiener Regierung verklagten Serben im sogenannten A g r a m« r Hochoerrat s.prozeß ein. Er war immer dort zu finden, wo es gaU. für Recht und Freiheit zu kämpfen. Deshalb stellte er sich immer auf die Seite der Arbeiterschaft, wenn sie eine Besierung ihrer Verhältnisse zu erringen trachtete oder der Vaterlandslosigkeit und nationalen Verrats bezichtigt wurde. Er erzog ganze Gene. rationen der studierenden Jugend, und sein« Ideen blieben in der tschechischen Intelligenz haften. Aber auch Arbeiter hörten sein« Vorträge in Bolkshochschulkursen und waren begeisterte Anhänger seiner Lehre. Als Masaryk zu Beginn des Weltkrieges im Alter von 54 Iahren Prag verließ, um mi Auslande den neuen Staat vorzubereiten, tat er auch dies aus hoher sitllicher Ueber« zeugung. Masaryk ist Sozialist. Cr ist durchdrungen vom Glauben an die llnhaltbarkeit der jetzigen gesellschaftlichen Ordnung und er- wartet eine Sozialisierung der Wirtschaft auf dem Wege der all- mählichen Entwicklung. Sein sogenannter humanitärer Sozialis- mus verlangt mit der Neuordnung der wirtschaftlichen Derhältnisie auch eine ethische Vervollkommnung des neuen Menschen. Cr ist kein Marxist und wendet sich in seinem großen Werke ,.D i e soziale Frage" gegen die materialistische Geschichtsauffasiung. Seine Theorie nähert sich einigermaßen der der deutschen Revisio- nisten.„Die tschechische Frage ist eine soziale Frage", erklärt« er schon im Jahre 1893, und dieser Satz wurde ihm zum Leitmotiv für seine politische Tätigkeit. Er ist der Begründer des tschechischen Realismus, welcher zuerst als wisienschaftlich« und politische Richtung austrat und im Jahre 1919 sich zur politischen Partei(Fortschritt- liche Bart«! oder kurzweg Reasistenvartei genannt) formierte. D-e Realst'«« standen immer der Arbeiterschaft nahe. Dreißig Jnbre sind es eb«n her, als der Prager Universität»- profesior Dr. Masaryk zu streikenden Bergarbeitern in K l a d n o sprach und sie zum Ausharren im Streik ermutigte. Im Herbst dieses Iadre« wird in Prag da« ZZighriee J"biläum der Mmifestationen für das allgemeine gleich« Wahlrecht gefeiert werden, an denen sich Masaryk in hervorragender Meise beteiligt«. Er sprach damals auf einem öffentlichen Platze in Vrag zu taufenden sozialdemokratischen Arbeitern und agitierte vom Jahr« 1W>H bis 1908 in zahlreichen Versammlungen und Meetings In Böhmen und Mähren für diese Forderung. Sein Berhästn-, zu den leitenden Männern der So-ialdemokrasie iowoM vor dem Kriege als auch jetzt war Immer febr freiindschaktlich. P-i den für die SoMaldemoerotie siegreichen Wahlen im Iabre 1911 wurden m sämtlichen Wahlbezirken sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt mit Ausnahme des Bezirks, wo Masaryk kandidierte. Er stand an der Wiege des sozialdemokratischen Tageblaits..P r a v o Li d u" im Jahr« 1898 und wurde Mitbegrün''cr der„Arbesterokademie" (fo-ialdsmokratifche Bstdungszentrale). Die Gattin Masaryk? Cha?. lvtte war ein« voltt'sch organisierte Sa-ialdemokratin. Luch als Präsident erklärte sich Masaryk mehrmal« für einen Von Rudolf Illovy-Prag Anhänger sozialistischer Ideen. So insbesondere in seiner zweiten Botschaft im Jahre 1919, in welcher er sich für«ine planmäßige Sozialisier ung der Wirtschaft und des Bildungswesens aus- sprach. Als im Jahre 192S die Parlamentswahlen zu Ungunsten der Sozialdemokratie ausfielen und die bürgerliche Reaktion zur Offen- sive gegen die Arbeiterschaft überging, rief er der darüber sodann fehr erzürnten Dourgeoifie den berühmten Satz:„Die Entwick- lung geht nach links!" zu. Masaryk war es. der so manche Gelüste der tschechisch-deutschen bürgerlichen Koalition vereitelte, als sich diese anfchickte, die sozialen Errungenschafien der Nachkriegszeit zu beseitigen. Wenn die tschechoslowakische Republik am 7. März offiziell den 80. Geburtstag ihres Präsidenten feiert, jubelt ihm am herzlichsten die tschechische Sozialdemokratie zu. denn sie steht Mosa- ryk und seinen Ideen am nächsten. Masaryk war immer der Hüter der Demokratie und verteidigt« als Präsident oft das demokratische Staatswesen gegen reaktionäre Versuche der Bourgeoisie. Sein Bestreben ging immer dahin, daß es zu einer Derständigung zwischen Tschechen und Deut- s ch« n komme. Gegenüber nationalen Chauvinisten betont« er die Notwendigkeit des nationalen Friedens In der Tschechoslowakei, aus welcher er eine„höhere Schweiz" haben wollte. Wenn jetzt Lsr nationale Zwist in der Tschechoslowakei schon merklich abgeflaut ist und Tschechen mit Deutschen zusammenarbeiten, ist es auch sein Berdienst. Die Tschechoslowakei hat das große Glück gehabt, daß ihr An- walt bei den Wcftmächten und in Amerika während des Krieges ein Mann war, der überall ein hohes Ansehen genoß. Die tschecho- slowakische Republik als Staat ist seine Schöpfung, und deshalb hat auch das Parlament mit den Stimmen der deutschen Regierungs- Parteien den Satz„T. G. Masaryk hat sich um den Staat verdient gemacht" zum Gesetz erhoben und beschlosien, ihn in beiden Häusern der Nationaloersammlung in Stein hauen zu lassen. Masaryks Per- sönlichkeit wird mit Recht in eine Reihe mit Johannes Hus und I. A. C o m e n i u s gestellt. Wenn der berühmt« englische Dra. matiker G. V. Shaw auf die Frage, wen er zum Präsidenten der künstigen Bereinigten Staaten von Europa beantragen würde, ohne Zaudern antwortete:„Niemand anderen als Masaryk!" hat er schon i dadurch ausgedrückt, welcher Rang ihm unter den Staatsober. Häuptern Europas gebührt. Der moralisch hochstehend« Mensch, der demokratische Staatspräsident und der sozialistische» Denker Masaryf verdient es, daß seines 80. Geburtstags auch das mternationals sozialistisch« Proletariat des Auslands in Ehren gedejitfc Weh dir Deutsch-österreichische Autobiographie— Von Heinrich Hemmer Wollen— können Deutschland und Oesterreich ein Staat werden: was hat man nicht alles darüber gesagt, geschrieben, ge- predigt. Wolle»— können mir miteinander auskommen, sind wir zwei Böller, sind wir ein Volk, sind wie zwei k o n oergierende, sind wir zwei d I oergierende Gruppen eines Dolles, was wurde nicht auch diesbezüglich alles vorgebracht. Ich will rein aus Erfahrung sprechen, der Erfahrung, die ein Leben lang währte und nicht ein- dringlicher sein kaim, als sie war und noch ist. Ich will erzählen. wie ein Mann, der halb Deutscher, halb Oesterreicher ist, hüben und drüben behandelt wurde. Fialzer Anfänge Mein Dater war Rheinpsälzer und stammt aus einem gottverlassenen lieben Nest nicht weil von der Hardt, wo auch Ich das Licht dieser sonderbaren Well erblickte. Mein« Mutter war Wienerin und fühlte sich' steinunglücklich auf der einsamen „Eselsmühle" am Walde, wo man aus einem Glase trank, mein Vater und drei Brüder, nach echt Psälzer Art, sich immer untero'n- andep zankten und ein Tag so ereignislos wie der andere verstrich. Da sich(Irwaidpsälzer nicht so leicht in umgängliche Kulturmenschen verwandeln können, versucht« meine enttäuschte Mutter vor allem. mich über dos örtliche Niveau zu erheben, hegte, pflegte und ver- zärtelte mich, so daß ich gar nicht mehr den richtigen Sinn für das edtc Indianerspiel ausbrachte und meine Vettern mich sür gänzlich aus der Art geschlagen, wienerisch angekränkelt und un- zugehörig beiraclsteten. Ich war ziemlich scheu, als ich zur Darf- schule geschickt wurde, sine halbe Stunde durch den finsteren Wald, wo es Raben gab und anderes Ungetier, vor dem sich ein Mutter- sühnchen fürchtet, und in der Schule gall ich vollends als ein aus- ländischen Kuriofum. Forfsctzung in Ocsfcrrcich Indessen verkrachten sich die vier Brüder auf der„Eselsmühle" endgültig miteinander, mein Vater, da er der verlierenden Partei angehörte, erhielt von seinen Schwiegerellern ein kleines Anwesen m Oberö st erreich geschenkt und ich wurde zur weiteren UMer- Weisung im Siiist Kremsmünster interniert, wo sich jetzt die Tva- gödi« in der umgekehrten Weise weiterentwickelte: statt meines Wienertums bekam ich nmn Pfälzsrtum vorgeworfen. Das mir teilweise mit Gewall aufoktroyiert« Pfälzerisch war Gegen- stand endlosen Gelächters. Für ein paar Aristokratensöhne uamettt- tich war ich die Zielscheibe des Spottes mit meinen hinterwäldlerischen harten und zugleich schwärmerischen Ansichten, meinem arg- losen Wesen und dem verwunderten und verwundeten Blick. Und dazu diese Sprache: wo, wo in aller Well gibt es solche Menschen, nein, es ist zum Schießenl Welch junger Bursche erträgt auf die Dauer den Spott seiner Schul- und Altersgenossen— ich krempelte mich um, paßte mich an, akklimatisierte mich, in Linz, Salzburg, Wien erwarb ich sukzessive, aber schwer und unter Schmerzen, die leichtflüssige, geschmeidig«, ab- geklärte österreichische Art, der Pfälzer Dialekt wurde mir aus- und der Wiener eingetrieben. Als ich zwanzig wurde, war ich, nachdem me-n Vater zehn Jahr« in Oesterreich ansässig gewesen, trotzdem er sich nicht naturalisieren ließ, automatisch Oesterreicher geworden. Wein Oiikel, der Bezirkshaup'mann des Ortes, stellte mir österreichisch« Papiere aus, und ich legte, nachdem ich alle die vielen schweren österreichischen Gebirgseinfallspäss» meinem Gehirn eingekerkert hatte, die Schluß- Prüfung in Linz an der Donau ab. Kaum hatte ich mich aber in einer Hochschul« in Zürich eingetragen, da erreichte mich ein Expreß- brief meiner Mutter, die chiwschen beim Kommandanten in München gewrten war, mit der Nachricht. daßichinSpeieram Rhein eine zweite Prüfung abzulegen hätte. Ich war doch Deutscher. Nein, ich war auch Deutscher. War das ein Wiedersehen In Speier, wo es Onkel und Tartten gab, und Cousinchen erst, reizende Vasen und Klatschbasen! Wie ich aussähe, mich kleide, spreche, ginge, gucke— ja di e W e a n a! Ich bin doch Deutscher, sagte ich. muß hier eine Prüfung über die Einfallsstraßen und Ausfubrflüsse, Staatchen und Städtchen Deutsch- lands ablegen— was half es! �vrisclien den Raseen Wie's so geht einem der zwischen den Rassen steht(oder nicht?), kam ich bald in der Welt herum. In Paris erklärte man mich auf der österreichischen und in London auf der deutschen Ge- sandschast für untauglich zum Militärdienst und ich sagte„träa dies" und„allright" dazu. Aber so oft ich durch Deutschland fuhr, pflegte ein strammer Mann die Tür« aufzureißen, mich von oben bis unten zu mustern und mit barscher Uiitcroffizlereskimme zu fragen:„Sind Sie Deutscher, haben Sie gedient?" Di« Sache schien ihm durchaus nicht allright mit mir und ich mußt« Papiexe vorlegen und Rede stehen: man hiell mich wenn nicht hoch- verrat»- und spionogeverdüchtig, so doch mindestens für sahnen« flüchtig. Als ich mich, gepackt von Sehnsucht nach meinem deutschen Vaterlande, wieder einmal in der Pfalz niedergelassen hatte, erreichte mich ein Telegramm mit der Nachricht, daß meine Mutter im Sterben läge— bald daraus starb auch mein Dater, gleichzeitig ging das Anwesen futsch, ich zog n a ch W i e n und gründete mit Mühe und Not eine Familienpensson, um meine jüngeren Geschwister uMerzu» bringen. Ich war jedoch ksin guter Pensionsoater, saß viel zu viel am Peter-Altenberg-Tijch und tauchte unter in der literarischen Wiener Aesthetenwelt. Eines Nachts, oder vielmehr eines Morgens, als ich mit Peter A. fan P rater heruiinfpazierte und-debattierte, sägte ier: l,H e m mer, Sie s i n d u n d b l« i b en c i n Ret chsdeu ts ch e r, ein Germanist, ein unruhiger Schwärmer, Wien ist nicht die Heimat Ihrer Seele." So sehr ich dort zu Hause war, begriff man mich bisweilen nicht in Wien, wenn ich allzil eifrig—- übereifrig debattierte und mich, statt di« Süße des Daseins auszukosten, mit Problemen herumschlug, die einem Oesterreicher nicht nahegehen. Irgend etwas siegt in mir, das einen Oesterreicher treibt. Mich nach Deutschland, und eine» Deutschen, mich nach Oesterreich zu verweisen.„Woher stammen Sie denn eigentlich?" ist unweigerlich die erste oder letzte Frage, di« man hüben und drüben an mich richtet, und dabei lächelt man arglistig, während doch Blut von beiden Brudervölkern durch meine Ader» sließk. Die Behörden aber betrachten mich auch mit of f e n« m Mißtrauen.„Militärangelegenhe'ten unsicher", kabelte man ein« mal nach Indien oder Gott weiß wohin, als ich einen Paß brauchte einen deutschen, denn ich war irgendwie automatisch wieder Deutscher geworden,»der vielmehr nie rechtsgüllig Ossterreicher ge» wesen, und hatte eine deutsch« Frau geheiratet. Wenn das Schwergewicht bisweilen auf Oesterreich gelegen, so riß es mein« Frau, auf die deutsche Seite. Sie ist Rheinländerin. preußische Rheinländerin— ich ein bayerischer Rheinländer mit Men« Einschlag. Dos ist etwas anderes. Die sauer erworbene Wiener Sprache wurde mir jetzt wieder ausgetrieben— ganz freundschaftlich, aber nichtsdestoweniger gründlich Jsdesmat, w?nn ich„fangt" oder„hangt" sagte in der dritten Person, wieterhrlt« meine Frau„fangt"? mit merkwürdiger Intona'ion, so daß ich mich korrigierte und„fängt" sagte, fängt, sängt, fängt! Wa»kra? Aber wenn mich meine Frau herüberriß, so riß ich sie hinüber. Vor einiger Zeit saß sie auf den Kanarischen Inseln fest, weil man ihr den zu oineni neuen Paß benötig'en Heimatschetn aus der Pfalz vorenthielt, da sie durch mich dentbarerweile Oesterreicherin geworden fein könnte. Sie war im Krieg, als ich (als Deutscher) in Australien mterniert wurde, über New?)otf nach Berlin gereist und hatte in New Dort irgendwie die Dienste des österreichischen Konsuls in Anspruch nehmen müssen. Als sie. jetzt vor wieder nicht sehr langer Zeit wieder nach New Dort fuhr, interniert« man sie in Ellis Island, weil die Frage nicht ge- klärt war, ob sse als meine Frau Deutsche oder Oester» reicher in sei. Die Untersuchungen der Pfälzer Behörden über meine Staatsangehörigkeit sind zwei Jahr« sind inzwischen ver- flössen— noch immer nicht abgeschlossen. Man hat mir in Australien während des Krieges als Deutscher, wofür ich mich bekannt«, mein mühsam erworbenes Bermögen beschlagnahmt. Aber was geht das meiner Heimatsbehörde in der Pfalz anl Das Gesetz über den Verlust der Staatsbürgerschaft ist geändert, aber auch das stört mö.ne Heimtsbehörde in ihren Erwägungen und Untersuchungen nicht— ich könnt« gegen den„S i n n" des Gesetzes verstoßen haben. erklärt sie. Man hat Chinesen und Indianer in Deutschland aufgenommen, sie unbehelligt gelassen und ihnen sogar weitergeholfen, wenn sse ssch hier nicht zurechtfanden. Einen Halbäst erreicher hingegen beargwöhnt und beanstandet man in Deutschland genau so wie man in Oesterreich einen halben Reichsdeutschen beargwöhnt und beanstandet. Auschluß, Zusammenschluß— man spricht soviel da- von, aber wehe dem, bei dem Geburt, Schicksal und Neigung diesen Anschluß bereit« vollzogen hat! (13. Fortsetzung) Der Morgen dämmerte, er saß noch immer an der Arbeit, lieber das Pslaster, das der Nachtmind getrocknet hatte, hallten schon die Schritt« der ersten Arbeiter. Di« Spinnerei regt« sich. Man hörte das Kratzen des Feuerhalens auf dem Heizimgrrost: das Klappern der Holzschuhe des Schlackensammlers hinter seinem rumpelnden Schubkarren. Das Feuer begann aufzuflackern, der weiße Dampf der Sirene stieg über di« Fabrik. Marcelle Dast ging barfüßig auf und ab vor ihren sechshundert- zweiunddreißig Spindeln mit Faden Nummer einhundertzwanzig. Herr Deprieux schämte sich plötzlich, der Baumwolle eine Der. brugung gemacht zu haben. Er tonnte sein Vermögen wieder her- stellen, auch ohne dem edlen Flachs untreu zu werden. Er wird Leinensabrikant bleiben wie sein Großvater Omer; Textilaristokrat, der den herrlichsten Faden herstellte, der für menschliche Bekleidung in Frage kam. Er zog seinen Rock wieder an und ging in die Spinnerei., *+* Am 25. Mai, am Broquelettage. dem Tage des Flachsfestes in Lille, ließ Julien Browaeys seine Tauben fliegen. Sic hatten ihn viel Geld gekostet; teilweise 2lIC Franken das Stück. Er beneidete die reichen Taubenzüchter, di« sich Tauben für 20lil1 Franken kaufen konnten. Herr Deprieux hatte nach der Ausfassnng Julien Browaeys sein Vermögen schlecht angelegt; denn er hielt keine Tauben und hätte sich doch echte Lütticher, Antwerpener oder Jrländer kaufen können, die von Sankt Sebastian bis Lille fliegen. Julien Brovwaeys gehörte zu jenen Flamen, die jeden Sonntag in die Luft spähen und auf die Rückkehr der Brieftauben warten. Er hielt seine Tauben in einem Garten, den er im Viertel Sankt Agnes gemietet hatte. Von den Häusern von Fives und dem Eisen. bahndamm an bis zu den Befestigungswerken war nichts zu sehen als Grün und Hütten. Fest« Häuser dursten dort nicht gebaut werden. Schwarze, schnrale, schlackenbestreute Wege führten zwischen Zäunen hindurch zu den kleinen Parzellen, auf denen Menschen in Hütten aus Brettern und Lmnpen hausten. Browaeys setzte sich neben den Schatten eines Birnbaums. damit er den Himmel gut überblicken tonnte. Sein Nachbar Frehaux trat hinzu; ein von Bier stark aufgeschwemmter Mann. Browaeys klagte ihm, daß leider die Zeit vorbei sei, wo man noch die schönen Tauben auf dem Platz der Quartre Chemins kaufen konnte. Heut« morgen war nichts da, außer Tauben für den Kochtopf. „Manche Menschen'', sagte er.„sehen so gebildet aus, aber sie können nicht einmal eine Taube von der anderen unterscheiden. Ein» mal wollten wir junge Tiere trainieren. Der Herr Bahnhof«. Vorsteher nimmt die Körbe. Nun war aber bei unseren auch einer mit gewöhnlichen Tauben für den Krämer. Der Kerl läßt alle fliegen. Unser« Tauben wenden und fliegen nach Lille. Die für den Krämer setzen sich, und als man sie abholen will, zeigt der Bahnhofsvorsteher auf das Doch des Bahnhofs und sagt:„Da sind sie noch." „Ist das richtig, daß«in Bahnhofsvorsteher fo wenig Kenntnisi« hat? Männer, die einen so ehrenvollen Beruf haben, kennen nichr eimnal den Wert einer Taube?" „Ich habe einen Wertarbeiter gesehen", sagte Frehaux,„der war so gut wie em Rattenfänger. Man sperrte ihn mit seinem Hund zusammen in einen Käfig mit Ratten. Der Hund erledigte in einer Minute zwölf; der Mann aber noch mehr als der Hund. Er biß rein, um ihnen die Rippen zu brechen, das machte Spaß. Der Präfekt hat es dann verboten. Die Reichen gönnen den Arbeitern auch kein Vergnügen!" FrÄ>aux' Hund bellte unter den Sträuchern, unter denen sich fröhliche Kinder hingekauert hatten. In diesem verlorenen Garten konnten sie tun, was sie wollten, und das machte sie glücklich. Das rostige Blech weggeworfener Konservenbüchsen lieferte ihnen reich. lich Spielzeug.. Es waren beschcideye Freuden für die Arbeiter auf diesem kleinen Raum von den schönen Bäumen der Festungs- werke an bis zu den Wegen, die zu den Fabrik«, von Fives führten. Die Leute, die auf den Schlackenwegen zwischen den grünen Hecken vorbeikamen, begrüßten di« Taubenzüchter, während diese den Himmel beobachteten. Und im Vorübergehen fragten sie: „Kommen sie noch nicht?" „Bis jetzt noch nicht. Don hier kann man sie am besten sehen." Die Männer im Garten luden ihre Freund« zum Sitzen ein: „Macht's euch bequem." Und zu denen, die weitergehen wollten, sagten sie:„Wie es beliebt. Grüßt schön!" Eine graue Taube mit blauer Brust flatterte über dem Tauben- schlag. Drowaeys lockte das ausgehungert« Tier, indem er ihm Körner hinhielt. Zehn Minuten später kam eine kräftige Ant- werpener Taube geflogen. Die Züchter waren entzückt: „Wir werden den Preis kriegen; dann können wir aber an- ständig einen heben." Ein Hahnenzüchter kam vorüber Er trug fei» Kampftier in einem Sack. Es war für ihn das Objekt, dos ihm zum Bier verhalf. „Ihr feiert also Broquelet," sagte er... Von diesem einstmals allgemeinen Volksfest war nichts geblieben als ein freier Tag. den jeder auf feine Art verlebte. DU! Textil- Herren Härten di« Mcsie in der Basilika von Notre Dam« de la Treille. die neben der Kloake von Bast« Dcule lag. Auf der Schwelle des Komtesten-Hospizes sahen Greise, frühere Textilarbeiter, und sahen zu, wie die Notabeln sich unterhielten, ehe sie zum Gebet in die Kirche traten. Sie erkannten ihre früheren Herren. Sie lebten in diesem hundert Jahre alten Gebäude als Arbeits invaliden von den Zinsen alter feudaler Stiftungen, zu denen dann später die Almosen der Jndustriephilanthropie kamen. Einstige Qualitötsarbeiter hinkten hier an Krücken. E» war die Straße des alten flämischen Elends: dos Viertel des Schmutzwassers und ge- brochener Greife. * Di« Herren vom Flachs und Geweb« gingen in di« Kirch« und nahmen Platz in Kirchenstühlen, die auf Kupferplatten ihr«n Namen trugen. Hinter diesen Ehrenplätzen, Jesus Christus gegenüber. setzten sich, bis weit i" den Hintergrund der Kirch« und in die Seitenflügel hinein, die Direktoren und Oberbuchhalter: auch viel« Frauen, alle in Hüten, und einig« wenige Arbeiter, die sich mit dem Rücken an die Wand lehnten oder sich ängstlich hinter den Säuleu versteckten. Di« Kirch« schüchterte st« ei». Der Bischof kam im Zuge der Priester, reich bekleidet mit Stoffen, die von den Spitzenarbeiterinnen in Lyon mit Goldfäden gestickt waren. Ein. Chorknabe im roten Gewand hielt den Saum des bischöflichen Mantels. Der Segnende hielt den Damen die Hand hin, die mit ihren Lippen den Amethyst suchten. Sie pickten die Süß« von dem heiligen Stein. Herr Arlequeuw saß neben der Statue des helligen Petrus. Die großen Zehcn des Helligen waren glänzend geworden von den Küssen der Gläubigen. Frau Deprieux nebst Mann und Kindern knieten auf rotem Samt in der ersten Reihe vor dem Altar. Wäh- rend das Evangelium verlesen wurde, bekreuzigten die gewissenhasten Katholiken mit dem Daumen die Stint, die Lippen und das Herz. Hinter dem schwarzgekleideten und weiß befederten Schweizer kam der Prediger in einem llla-roten mit Spitzen reich besetzten Gewand. Nachdem er die Kanzel bestiegen hatte, bat er um den Segen des Bischofs. Di« beiden Männer tauschten heilige Gebärden aus. Der Bischof zeichnete das Zeichen des Kreuzes in die Luft. Der Prediger oerbeugte sich und wiederholte das Zeichen auf seinem Körper. Dann begann er die Predigt: „Laßt uns, liebe Brüder, dies Fest der fröhlichen Arbeit dem Segen unseres Herrn Jesus Christus empfehlen..." Die Priester verneigten sich. .Laßt uns den Gegensatz fühlen zu dem Fest der gehässigen Arbeit, zu dem gewisse Männer am 1. Mai unsere braven Arbeiter, unsere Brüder in Jofu Christo aufreizen. Wir müßten sie von Gott verlassen glauben, wenn wir nicht wüßten, daß die Barm- Herzigkeit des Herrn unendlich ist." Wieder nahmen die Priester die Barette ab. Herr Deprieux und sein Sohn machten das Zeichen des Kreuzes, um den heiligen Namen zu grüßen.'Der Priester fuhr fort: „Liebe Brüder, in der langen Geschichte der flämischen Spinne- reien finden wir immer wied-r den Eifer in der Ausübung des Gebets und die tätige Liebe zu Gott. Heute will ich zu euch sprechen von dem Unglück jener Spinnereien, in denen man nicht mehr betet. Nicht nur in glücklichen Spekulationen sollen wir den Erfolg unserer Arbeit suchen, sondern in der Liebe Gottes, und davon, liebe Brüder, will ich heute mit euch, die ihr hier oersammelt seid, zu Ehren eines unserer ältesten Feste sprechen. Seit alten Zeiten hat Gott die Textllarbeit in Flandern gesegnet. Schon früher, als unser Herr Jesus Christus zu uns auf die Erde gesandt wurde, um di« Passion auf sich zu nehmen, haben die Morins und di« Menapins Flachs und Wolle bearbeitet an den Ufern der Lys, der Escaut und der Deule. Wer waren die ersten Menschen, die die Zartheit des gewebten Gewandes an die Stelle der Tierfelle fetzten? Welche Rassen haben sich mit Stoffen statt mit Pelzen bekleidet? Wo hat zuerst das Web- jchijfchen dos Messer des Jägers ersetzt, um menschlich« Kleidung zu schaffen? Dos find Geheimnisse der Geschichte und der Arbeit, die Gott für sich behält. Ist der schön« Flachs, auf den Flandern so stolz ist, nicht ms dem Lande zu uns gekommen, in dem Jesus geboren wurde? Oft genug wird m der Bibel das weiße Gewebe erwähnt, das damals schon so fein und rem war, daß es als Altar- schmuck diente. Als in den germanischen Wäldern di« Menschen sich noch in Tierfelle hüllten, wurde schon von geschickten Handwerkern das weiße Kleid unseres Messias hergestellt. Die Erde und die Gaben, die Gott in die Menschen gelegt hat, diese beiden sind die Grundlagen der Textllarbeit in Flandern. Das Tuchgewerbe mußte aufkommen in einem Lande, m dem üppiges Gras für die Herde wuchs. Das Bließ der Schafe wurde für Flandern wirtlich ein goldenes Vließ. Heute, liebe Brüder, in einer Zeit, in der eure Fabriken Produkte verarbeiten, die von fernher kommen: Flachs aus Rußland und Wolle aus Australien, heute vergeht nicht, daß die Garn- und Stoffindustrie für Flandern eine Gabe Gottes war. Dankt der Vorsehung dafür an diesem Tage des Broquelet, am Fest des flämischen Textils. Wann war Flandern am reichsten? Damals als es am stärksten im Glauben war. Niemals hat Gott auf- gehört, feine Industrie zu schützen, solange mit dem Sausen der Webstühle Lobgefänge zum Himmel drangen: solange das Bild des Christus, der für uns gestorben ist, an den Stätten ehrlicher Arbeit, am Bug der Schiffe regierte. Gent und Brügge maßen sich mit Venedig und Genua. Der nordische Geist Europas und der Geist des europäischen Südens waren Rivalen in der Welt des Kaufmanns. Christliche Schiffe— ob sie aus dem Meere des Abendlandes oder aus germanischen Gewässern kamen— rivalisierten an Mut und Unternehimmgsgeist. Aber niemals hörte in diesem gewaltigen Konkurrenzkampf des Mittelalters Gott auf, jenen Völkern seinen Segen zu geben, die ihrem Glauben an Jesus Christus, die der heiligen katholischen Kirche treu blieben. Di« mächtige deutsche Hansa— ebenso erfolgreich wie gläubig— beherrschte mit ihren Schiffen und Handels- kontoren die Meere und Länder des Nordens: vom dunklen da?» barischen Rußland bis nach Skandinavien. Aber als die der Hanja verbundenen Städte gottlos werden, sieht die Hansa— sie, die die Größe eines Kaiserreichs hatte— ihre Kraft schwinden. Der Geist des Widerspruchs befällt st«. Wirren brechen aus unter den Der- kündeten, ihr Reichtum sinkt hin, well ihr Glaub« nachläßt. Ohne Glauben aber ist dem Menschen nichts Großes und Bleibendes zu schaffen möglich: nicht möglich ohne diesen Geist der Einigkeit, von dem uns di« heilige katholisch« Kirche Jahrhundert« hindurch in der Geschichte der Menschheit ein einzigartiges Beispiel gegeben hat. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAQ BRINGT. ainnmiiiiiimnninniimtniiiniiiimtiin:iiiiiinmninimimniimnuniiiiimnnmpmmniniuuiiiimiiniimmjiiiiiiimimnuniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimiinimiimiiiiiiiiiiiuuuiiimimiiiiuo Wasseromnibusse auf der Themse. Die Londoner sind zur Lösung ihres recht akuten Verkehrs- Problems auf«ine originelle Idee vetsallen. Um Autoomnibuffe, Straßen- und Untergrundbahnen während der„rusb-bours", der Hauptoerkehrsstunden, zu entlasten, wird von Londoner Verkehrs- gesellschaften die Einrichtung eines Omnibusdienste» auf der Themse geplant. Die Themse eignet sich in besonderer Weise für tn« Durch- führung dieser Idee, da sie auf lange Strecken in unmittelbarer Nähe der Geschäftszentren die englische Hauptstadt durchzieht. Für den Anfang wird geplant, einhundert große, unsinkbar« Omnibusboote von hoher Geschwindigkeit in den Dienst auf der Themse zu stellen. Jeder dieser„Flußomnibusse" wird 64 Personen befördern können und eine Kabine und ein Oberdeck besitzen. Um die Feuersgefahr bei den Flußomnibussen auf ein Minimum zu reduzieren, sollen ausschließlich Rohölmotoren von besonderer Bauart zur Verwendung gelangen. Dieser Flußomnibusdienst fall in etwa 10 Minuten Abstand durchgeführt werden, und die Fahrpreis« sollen ungefähr den Tarifen der Autoomnibusse entsprechen. Kampf gegen die Heuschreckenplage. Die ägyptische Regierung führt zur Zeit«inen erbitterten Krieg gegen die Heuschrecken, di« in ungeheuren Schwärmen über das Land hereinbrechen und die gesamt« Vegetation zu vernichten drohen. Dieser Krieg gegen die Heuschrecken wird nach einem regelrechten Schlachtplan und mit modernsten KrtegsmiUeln geführt. Unter dem „Oberbefehl" der Pflanzenschutzabteilung de» ägyptischen Landwirt- schaftsministeriums sind achtzehn oerschieden«„Batterien" gegen den Feind vorgeschickt worden. Jede dieser Batterien besteht aus vier Flammenwerfern, die auf zwei sechsrSd«rIge Lastkraftwagen auf- Freitag, 7. März. Berti». 16.0S Dr. Ernst Metmier: Das aktuelle renilleton. 16 JO Von Königsberg: Orcbesterkongert. I 17.30 Jugendstunde, Berlin.(Sor edier; Dr. Walter Benjamin.) i 18.00 Das neue Bncb. | 18.10 Ingenieur Otto Karpdmeyei: Die Rundfunkröhren und Ihre wichtigsten Schaltungen. 18.40 Lieder zur Laote,(Tony Jaccksl.) , 19 00..Das Tagebuch."(Snrechei: Leopold Sehwarisehlld, Josef Bornstein, Cnrt Reinhold.) 19J0 Programm der Aktnetlen Abteilung. 70.00 Aus der Philharmonie; Volkstümlichee Orchesierkonsert. Dirigent; Bruno Seldter-Wlnkler. 33J0 Dr. f. Anders: Skat. AnschlleBesd: Abendunterhaltang. Köntgswasterhansen 10,00 Prof. Dr. Joseph MInkl; Die Hauptfragen des Schul- und Erziehen ja- wesens in Polen. 16.30 Nachmlltagskongert von Leipzig. 17.30 Mersmann: Gespräche über Musik. 17.53 Hans Hirsehstein: Preisbildung nnd Ooldgewlnnnng. 18.20 Erich Landsberg: Die Frau heute nnd gestern. 18,40 Englisch für fortgeschrittene. 19.05 Louis von Kohl: Die nordischen Völker. 19.30 Wlsssnschattlloher Vortrag für Aerzte. 20.00 Unterhaltungsmusik. 20.30 Chorgesänge- 21.00 Budapetter Trie. 1. Dvoriki Tri«. f-MoH, op. S." 2. Bzetboves: Trio. C-Molt. oo. t. Nr- 3. montiert sind. Um die Beweglichkeit der Batterien zu erhöhen, werden in verschiedenen Teilen des Landes auch Kamele zum Trans- port der Flammenwerfer herangezogen. Mit Hilfe dieser Flammen- werfer sind insgesamt bereits 300 Tonnen Heuschrecken in Aegypten getötet worden. Der Houptfeldzug der ägyptischen Regierung be- schränkt sich zur Zeit auf die Einai-Halbinsel, di« in besonderem Maße von der Heuschreckenplage heimgesucht wird. Die ägyptischen Bekämpsungsmahnahmen stehen in engstem Zusammenhang mit den Maßnahmen der Regierung Palästinas, wo riesige Schwärme aus dem Redschd bereits beträchtlichen Schaden angerichtet haben. Den angestrengten Bemühungen der ägyptischen Regierung ist es bisher gelungen, ein Vordringen der Heufchreckenfchwärme bis in die frucht- bar« Nllniederung zu verhindern. Ein Wal in der Schiffsschraube. Bei seiner letzten Fahrt nach Amerika begann der französische Passagierdampfer„Fayette" in der Näh« der Bermuda-Insel trotz ruhiger See plötzlich zu schlingern. Man hatte das Gefühl, als ob das Schiff auf Grund gelaufen fei. Nach längerer Z.it wurd« fest- gestellt, daß sich der Schwanz eines riesigen Walfisches in der Schiffsschraube eingeklemmt hatte. Es gelang durch vorsichtiges Hin- und Zurückschrauben das Tier zu befreien und das Schiff konnte feine Reife ungehindert fortsetzen. Räuber im indischen Gibraltar. Das juwelengeschmückt« Idol im Tempel auf der von dem Krieger Shioasi erbauten Bergfestung Pratapgarh war kürzlich das Ziel eines verwegenen nächtlichen Raubüberfalls. Nach Einiritt der Dunkelheit erstiegen maskierte Moslems und Pathons, Angehörige eines Stammes Hinduisterter Mohammedaner, die steilen Abhänge des Hügels. Die Angreifer teilten sich in zwei Gruppen. Während die«in« sich auf die Wächter warf, schlugen andere das Tempeltor ein und schleppten den kostbaren Goldschmuck, die Perlen, Diamanten und anderen Edelsteine des Standbildes fort. Der Wert der ge- raubten Kleinodien wird auf eine Million Mark gefchätzt. Die Tempelwärter wurden überrannt und erlitten im �indgemenge schwere Verwundungen. Die Räuber konnten im Schutze der Nacht entkommen. Di« eingeborene Polizei befindet sich gegenwärtig auf der Suche nach den Dieben in dem unwegsamen Gelände der west- lichen Ghats, der steil zum Meer abfallenden Felsvippen, die Shivaji zum Sitz der Festung wählte und zu einem indischen Gibraltar machte. Schwimmende Garagen. Die amerikanischen Automobilfabriten haben beschlossen, künftighin eine eigen« Flotte für die Transporte ihrer Wagen nach Deutschland in Dienst zu stellen. Die Dampfer, di« bereits dafür angekauft worden find, werden besonders für diesen Transport ein- gerichtet. Der Laderaum wird zu einer eiyzigen großen Garage umgebaut werden. Dadurch wird der Transport bedeutend ver- billigt, da einmal sich der Transport in Teilen erübrigt, anderer- feits di« Verpackung wegfällt. Die amtrikanifch« Automobilindustri« scheint sich demnach darauf einzurichten, den europäischen Markt noch umfangreicher, als dies bisher schon geschieht, zu beliefern. Woldemaras nächste Aufgaben. Al» einige Pressevertreter den litauischen Diktator Woldemaras kurz nach feinem Sturz nach feinen künftigen Zielen und Absichten fragten, erklärte Woldemaras. feine ganze Sorge fei jetzt darauf g«. richtet, ein« neue Wohnung zu finden, da er feine Dtenstwohnung aufgeben müsse Sollte dos ein Grund fein, daß Diktatoren stj fest an ihrer Machtposition hängen? (Jhoriurio/ Q//ZLkl -ARBEITER. TUSSBÄLL Spiele am 9. März Folgende Spiele finden am kommenden Sonntag statt: Kreis- klaffe: Luckenwalde I gegen Luckenwalde III und Hertha gegen Brandenburg in Luckenwald«.— 1. Bezirk: Herzfeld« gegen Schweifsterne in Herzfeit«. Hoppegarten gegen Borussia. Storkow gegen Lichtenberg II. Oberfpree gegen Neukölln in der Wuhlheid«. 2. Bezirk: Lychen gegen Karow. Alt-Ranft gegen Saxoma. Pankow gegen Eintracht-Reimckendvrf. Vorwörts-Wedding 2 gegen Weißenfee 2. Oderberg gegen Altglietzen.— 3. Bezirk: Nowawes gegen Potsdam. Rathenow gegen Werder 77. Butab gegen Spandau 2S in Spandau, Seeburger Straße. Perleberg 1 gegen Kyritz 1. Pritzwalt 1 gegen Havelberg 1. Pritzwalk 2 gegen Havel- berg 2.— 4. Bezirk: Jüterbog gegen Ruhlsdorf. Zweite Mannschaften: Herzfelde gegen Schöneberg. Oberfpree gegen Neukölln. Lichtenberg l gegen Wilmersdorf. Nowawes gegen Potsdam. Rathenow gegen Brandenburg. Charlottenburg gegen Spandau 2ö. Cladow gegen Ketzin. Jüter- bog gegen Ruhlsdorf. Treuenbrietzen gegen Lowenhorf. Luckenwald« II gegen Luckenwald« V. Luckenwalde I gegen Lucken. wald« III. Hertha gegen Kloster Zinna. Jugendmannfchaften: Lichtenberg I gegen Saxonia. Ketzin gegen Neukölln. Potsdam gegen Vorwärts-Wedding. Nowawes gegen Schöneberg. Saxonia 2 gegen Lichtenberg II. Herzfelde gegen Weißenfee. Wanstorf gegen Neukölln. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften IS�j Uhr; 2. Männermannschaften 13.45 Uhr; Jugendmannfchaften 11 Uhr. Der Kampf um die Bundesmeisterschaft Di« List« der diesjährigen Kreismeister im ganzen Bundes- gebiet weist gegen die vorjährige bedeutende Veränderungen auf; konnten sich doch nur fünf von den siebzehn behaupten. Daß es dabei auch große Ueberrafchungen gibt, ist verständlich: die größte bildet wohl der Ausgang der Spiel« im 4. Kreis. Dresden, Chemnitz und Leipzig, die spielstärtsten Bezirk«, schieden aus, dafür fetzte sich Niederhaßlau im Erzgebirge an die Spitze. Auch der 14. Kreis hatte fsine besonder« Ueberraschung. Sturm-Breslau, der vorjährige Verbandsmeister, wurde von Wacker-Zaborce im End- spiel mit nicht weniger als 0: 11 Toren aus dem Rennen geworfen. Die weiteren Kreismeifter sind: 1. Kreis: Luckenwalde II. 2. Kreis: Freie Turner Afchersleben. 3. Kreis: Bahrenfekder Sportverein. 4. Kreis: Niederhaßlau. 5. Kreis: Stsinach lThür.). 6. Kreis: Oberfprockhövsl. 7. Kreis: Nürnberg-Oft. 8. Kreis: Bödingen. 9. Kreis: Neu-Isenburg. 10. Kreis: Hagsfeld. 11. S r« i s: Hannover-Ricklingen. 12. Kreis: Sport. verein Königsberg. 13. Kreis: Kastel 26. 14. K r e i s: Wacker. Zaborce. 15. Kreis: Stettin-Podejuch. 16. Kreis: Koftabrau. 19. Kreis: München-Oft. In einzelnen Spielverbänden haben die Spiele um die Der- b and smei st erfch asten schon begonnen. Im süddeutschen Verband gewann Nürnberg-Ost gegen München-Oft nur knapp mit 4: 3; Böckingen gegen Hagsfeld 4: 2. Am kommenden Sonntag stehen sich die beiden Sieger im Nürnberger Stadion gegenüber. In Hagsseld spielen die Hagsfelder gegen Neu-Isenburg. Der mitteldeutsche Verband schickt in Aschersleben den Turn- verein Steinach und die Freien Turner Aschersleben ins Tveffen. «dl. v. A." Aufoklub enlschadigler Fürsien Um einem längst gefühlten Bedürfnis abzuhelfen, ist ein „Nationaler Dsutscher Automobilklub' unter der Präsidentschaft des(ehemaligen) Herzogs von Koburg ge- gründet worden. Gewöhnliche Dereinsfunktionäre kennt dieser Klub nicht; er hat vielmehr ein echt deutsches„Präsidium", einen„Senat" und müßte sich wohl auch statt Automobilklub..Selbstfahrerverein" nennen. Aber über solche Kleinigkeiten stolpert«in echter teutscher Mann nicht. 26 000 Anhänger hat der Klub schon laut Hugenbergs Telegraphen-Union. Darin scheinen aber alle Lastwagen des Stahl- Helms«ingerechnet zu sein, denn man hat sich die nationalen Orgam- fationen körperschaftlich angegliedert. Di« Satzungen fordern: Alleinig« Anerkennung der Farben schwarzweißrot und An- erkennung de« schwarzweißroten Siaatsgedankens von Hitlers Drittem Reich, Erziehung des deutschen Kraftfahrers zur Bevorzugung deutscher Spitzenerzeugnisse und Ablehnung des Kaufes ausländischer Erzeugniste. Das wird ja eine schöne Ueberschwemmung aus dem Autoaltmarkt geben, wenn die nationalen Herrschasten alle ihre aus- ländischen„Tribut"w/. utn »er Kaisei .Amerika von Bernard Shaw CASWO-THEATER uolhrlnacr 5 trabe 17 mwisinviuai nur us r. um Seine Honen der Bettler (iniiiiuMiusJiHiiiuniisuiiiniiniiiiiiuHytiiiiiuiiuiiiiiM lOBaiasae, den t. Hün. xan t. Mali Der wahre Jakob Ontscnein fOr 1—4 Personen Fauteull nur 1.25 M., Sessel 1.75 AU, Sonstiae Preise: Parkett u. Rane(X80 M TBaecaSer Ciroßc Frankfurter Straße 132 Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 I Täglich 8.15 und Sonntag 5.15 und 9 Uhr die Operette Die goldne Meisterin von Edm. Hysler Für die Kinder) Sonnabend, d. 8 März. 5 Uhr und Sonntag, d. 9. März, 230 U. zum letzten Male „Aschefibrttd«!" j SonnaBend.den 8. März, Nachtvorstellung n.30, sowie jeden Sonnabend Im März:.Der Moalergafle". amerlk-Lustspiel 8 Uhr i AotlOßiiuieeii Der Kandidat von Carl Sternheini legil: diu UnoildL Die Komödie J1 BIsmck.2414/75IS 8'/. Uhr La Uli iniiührBBoeß Victoria von S. Maugham. Regie: Max Reinhardt. Musik: Mischa Spoliansky. Montag, 10. März, 7-o Uhr Zun crsisn Mal Die Kreafnr Idumpd no Fcrf. Bftdcu Bioii: Mu Igloluret Lessing-Theater Idtedino 2791 1. 0846 Täglich 8 Uhr Aftsre Dreylus von Rehflseb und Herzog 8" unr- Ztr. 2819— Rauchen erlaubt „Togo'S das wahr* Tiarwunder, Goldin mit neuen Illusionen, Morgan& Stone, Banjo-Virtuosen, Paul Nikolaus mit neuem Repertoire, 8 Geltners In Wintersportspielen, weitere 6 Neuhelten und Robotf *6 99 KapL V. H. Bidiards Original-UasdUDenmensdi Sonnabend und SonntaQ|e 2 Vorstellungen 4 Uhr and S".— 4 Uhr kleine Preise Theater l.d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arthur Roberts 8>.« Uhr ... Vater sein, dageBen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) GROSSES SCHAUöPIELHAUä 8 Uhr: 3 Musketiere ERIK CHARELL A SonniaD nBffln. ongek. ftanw Ft. Trianiin-Itieate LEimm: Dir. inilli Oeorgenstr. 9 Täglich 8-/» Uhr Am Ende der Welt Preise 1, 2. 3, 4 M. Sonntag 3 U. Domröschen 5 Uhr Oespensler Risatsr d. Mm Täglich 8'.4 Uhr: Hotel Stadl Lemberg Musik von Gilbert Lori Leu* Leo Schützen dort Metropoi-Th. 8-/4 Uhr Das Land des Lächelns Vera Schvars, Richard Tauber Musik von Franz Uebär Planetariaio am Zoo■ l/rdB), ladurniame Sinti 8,5 Barbarossa 5578 16-/4 Uhr Der riM- LonUmiiiei 18-/4 Uh: Maizwßrdlgc Slams(Rinia n Jwznit 20-/4 Uhr Daser Mond Eintritt I Mark. Kinder 50 PI. lanio«sk)-301iD8D Theater m der CSniggrätzer Straße Täglich SVi Uhr Proiessor Bernhardl von Arthir Stlmltzlir Rajli; Vitt» Binomity Komödlenhaua Täglich 8-/1 Uhr Oer Lügner und die nenne von CDTt DHU Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8.10 Uh: Madame hat Ausgang Erika von Tellmann Paul HOrbiaer Hermann Scbatloß Ltovskl. Braut Togal. I. KoitO-Toi Kottb. Str. 6 Tägl. S Uhr aucbSonnt. nachm.SU.; Eilte- SSnger. • TlQEOlB ntmirODciaietonfl. Mari-Procronnsi Tägl. 5 u.D'l, Uhr. 6 S Bub. 025« Pr 1-6 M Wochantg. 5 U. SO Pf.-3 M. Gastspiel brich Carew ood veftere 0 Internallon. ätlrokl onen Tägl. B u.®15 Sonnt. 2-. 3 1. D" , A ex. E 4. 8066 | iNTERNAT. VARI ET£ mmm oiraktlan Or Martia Zlekai WWM Komische Oper fnearichstrlO» Markur 1401 4330 Nach vollständigem Umbau Täglich 8-/4 Uhr Hulla di Bulla ScbwaDk von Arnold und Bacb mit Guido Thielschar, Schulz. Schrsth,-urg. H IdabraBd.Waltw Raj«. Flink Bebmer Wem* Snsiil ndi nidinittap 4 Oulbi Pniiz) Bulla die Bulla nlt Goido TniiUdr Lustspielhaus*''> u. Fnedrichatr. 236. Bergmann 2922 23. IM M to zweiten Blidi. RiemanB- Headc Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. GESUNDBRUNNEN T.- 13. n A R z ERSTE THEATER WOCHE Gastspiel: NANFRED LOMMEL mit seinem Ensambie In RUNXENOORF auf welle m Schwank In 5 Akten IM FILM) TONFILM-RUNDSCHAU NELSON. REVUE KAPEULE ETTt/ MAX HANSEN sz-0 600 S30 UHR P. elae sind nich erhöht) SerllnerliUi'TrlO Naukölln. WP LttiBftr.T4/7t' Uirekuon Fr. Robert Klelr Ceoisehes Iflnsiler-Theai Barbarossa 3937 8-/4 Uhr Jnt. zwb', drei" von Franz Molnai mit Un Pallenbärg. Vortat- Souper Berliner Tüeaier Dönhoff 17ü Täglich-Vi Uhi Die Straße mit ilbirtBassemaos. K'T. Regie Heinz fiil per übel-Nolle bcblalzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzel-Möbel. Köchen, Solas, Rabebetten ncti gegao 24 Monatsraten Schönhauser Allee 141 s (HoctUuUm uaniißer Str&be) Verlangen Sie Venreterbesuch zur Miete A'SO.Aasbacherstr.i lierreiihlelderiaBriH Gegründet 1 895 gibt Anzllse. Cleter, Paletot» usw ab. soweit nicht am Lager Extra- anfenigun ohne Prolsaufacblaj. Bitte ttherzeaiEeii Sie sich! j.CQiier.iials8r-uiiitie;in-S{r.24 Ellen Sie TägUcb TL, Vorstellung Sonnobend 3 Uot Famiilen-Vorstellniig Kinde haloe Preise von Komische eper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8>/iU. Idinsi m Ancid«cd Bjd Lustspieinaas Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23 Täglich 8«/, Uhr Liebe auf den zweiten Bliek Operettentiaus Alte lakobstr. 70/32 (Zentral• Theater) Täglich Vu Uhr oie Fledermaus mit Gustav Matznet Preise I. 2, 5 M. Sonntag<13 Uhr Sduseewltldiea 5 Uhr Fried arika eisu �Betten KlnderlL, Polster» Chaisel., an Jaden. Toilz. KataJoc froL EUenmßbalfabrik f Reichshallen-Theater Abends lIZ sonn an aaflira. Q] Slclfiner- sanger Das herrliche März-Programm LafimltlflQS üfllöe Preise! Oönhoff-Brett< Das Famllicn-Varftia. Raddafäß Bcrlin.XzipcügKrstii 122-123 PROGRAMM für die Zeit vom 7. bis 10. Mär* I ü O-T A P i L PROGRAMM für die Zeit vom 7. bis 10. MSrz moQ Potsdamer S trage 38 Der erfolgreiche TooMmt Die Nadit gehört aal Rheim trage 14 KÄT-ElSe) Nur eine rgazerla mit LH Dagovcr Der Maas aus dem JcaaeUa OdeOQ« Potsdamer Str. 75 Die Kavtarprlu i mit» mit Anny Oadra Achtung, Doppelglagerl Turmstragc 12 BOnenReber m. George BaMroB Sturm ani drei Herzen Alexondcrstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffncD Sturm auf drei Herzen Banknoten tdlzch er(6 Akte) R Frledriehstadt■ Täglich 3. 5, 7. 4 Die Kamera i5. f. 9 Uhr Unter den Linden 14 Bis Sonntag Eine moderne Robinsonade: Seine Gelangen c mit Millon Siiis* Oorothy Macalll Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Per große Ton Mm I Helden dar Nacht Assgezeiduietes lonfilmbelpregr. W cidenhot-Lichlsp. An der iVeldendammbrQcka Friedrichstr. 136 vVoch. 12. Sonnt 3 U. Donanwalzer mit Harry Llcdlke Enen zu drtit Bit Liga Brink, W. RUU ■ MO.U.« W Arhjshof-Lichtspiclc FUm* und Bübnensdaau Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Broadway mit Ole» Tryon "sdunetlerlinf May-Wong Gr mit roadvay r Obstädts It Asma I WcÜ-Kino Alt-Moabit 99 Pal und Patacbon als Modekönige Die Liebe der Betty Paüerson jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W 630. 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Tonfilm: Donanwalzer mit Harry Licdtke Frau ohne Nerven m. Elten Richter (Orchester) Atrilim Beba-Palest Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr UrauftChrung: ttnd. ehem. Helene WUlftter mit Olga Tuhechowa Auf der Bühne: Das Kleinkunst-Theater KamsscU g SebSneberg fc Alhambra � Schöneberg. Hauptstr. 30 Wegen Riesenerfolges verlängert! Der lOOproz. Ton- und Sprechfilm: Melodie des Herzen, mit Olla Parlo, Willy Fr Usch Luisen-Theater sSn�iul Äeichenbergcr Str. 34 Düh»cn»diaa Menschen im Feuer m, Harry Fiel Bühne: Grones SchAnheUsbailett mit Leucht- und Wassereffekten Titania(uu sÄeberg) Hauptstraße 49 Beginn 6J0, 9 Uhr Tonfilm: Der singende Narr (The einging FooT) mit Ai Jotson Kronen-Lichtspiele Rheinstr.«5 Woch. T. 9, Stg. ab 5 U. Mein Herz gehört dir mit Camilla Horn Ihr wl/ji ja, wie Matrosen swd C 8»« S 1 9 IX � Titauia-Falast Ztegiliz. Schloßsn 4. Ecke Gutsmuthssn Beg. 630, 9U. Sonntags: 4,6-0,9 U- Uraufltjhrung: Masken mit Stuart Webbi RnKapTlRW-isari fl steWen- fc FUm-Paiaat Kammersäle Teltower Str.> W.6 Sbd.5. Stg. 4 Uhr Die Herr n und Ihr Knecht mit Henny Per.en Alimente mit Anita Jorrta Merl cm-, r, 3 VT q_ 1 i Mar.endorter Sonnt 3 1 Udiisnleie in:.-VOrst. ChaussepstraHe 305 W. 7, Stg. ab Sünden der Vater m. E.'annin gs pnfcif--,!a|rr*l�l,rTr T* Öklabotna Südosten Filmeck Beg,nn Skalitzer Straße, am Görlltzer Bahnhof Wenn die Grohtladl sdriOB mit Lon Chaney Roah— Raab, der Schrei der Sehnsucht Bübnenschan Stella-Palast SÄch« Köpenicker Straße 11—14 Beginn wochentags 5, 7.15, 9.15 Uhr Sonntags 3, 5.15, 735, 9.15 Uhr Kasseneröffnung Oi Stunde vorher Sfe sehen und hören den Großhirn: Der«elöe Teufel mit I«. Mosfnkln, L. Dagovcr Auf der Bühne Pcrkeo(Große Varietd-Atlraktion) jugendliche haben Zutritt Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6. 8 Uhr: Die Oonau vom Scfawarzwald bis zum Schwarzen Meer(Film) Primus-Palast w?. 9.1S u Am Hermannplau Stg. 4.45, 7, 9.15 U. Witwenball mit FrUz Kampers, Lode Englisch, Siegfried Arno Auf der Bühne: Oer Miiternscfalsgasl mit Bruno Kastner, CbarL Urach Sonmag, 9. MäiZ, 2.30 Uhr: Fönfies Sondeskonzerf Dafes Bela Kukuk Wochen« 5. 7 9 U. Sonntag 3, 5, 7, 9 U Kottb ussei Damm 92 Tonfilm- Oer weiße Teufet mit Iwan Mosjofc.'n, L. Degovcr. Jugend. iche haben Zutritt I* vasleirtw WochenL 5. 7, 9 u. cxceisior Sonnt 3. 5, 7, 9 U Kaiser-Friedrich-SttaSe>91 Tonfilm Ith glaub' nie mehr an eine Frau mit Richard Tauber Stern, Hermannsh-aije 49 WochenL 6 7. 9 U. Sonnt 3, 5, 7, 9 U. Jonfilm- -». Stg.4-'4.6-«.8»4 SonnL 2 Uhr Jugendvorsteiiung Der Erzieher meiner Tochter mt Harry Lfeafke Spieleie.en einer Kaiserin mit t- Oagover Lästiges Beiprogramm „Kosmos" FUmbühne >aupL.tr. 6 W. ab 6 U- Stg». an 4.15 U. Sonntag 2 Uhr: jugar.avorste.lur.g Der anerkannt betm Tonfilm: Die Maent geb&z uns mit haas Aüxri Balischmied er- Llchlsp Badstraße 16 Große Bübnenscbar Mein Herz gehört dir m C. Horn Der Murcckes vom FtccadlUy Union«Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 8-6 U. Stg. 2 U. JugendvorsL 5t». cLc. 6-7 8», U. D. Karawanen führ er v. Oklahoma Das brennende Schiff mi. K. v. Nagv M H/zrniasefcsr � Fiimpaiast Stg Beillner Straße 59 Stg. 2U. lug- Vorst. Oonanwalacr mit H. Liedlkc MldAeniebldtialt(UScerhöMeH der WeiiJ