Morgenausgabe Nr. 113 A 57 47.Iahrgang kSöchentüch 85�f, monaSch 8,60 VL im voraus zahlbar. Postbezug 4,3? M. «mschttehlich 60 Pfg. Postzeitung», und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Äuskand»« obonnement 6.— Di. pro Monat. Per„Donvärts� erscheint«ochentäg- I-ch zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Keriin und im chande! mit dem Titel �Der Zldend". Illustrierte Deilagen.Volt und Zeit- und„ÄmdcrfreunD". Ferner ; und Wissen-,.Frauen» hmk-.Blick in die d.Luzend-Vorwärts- Berliner Volksblati Gsnnabend S. Mörz 1930 Groß-Äerlin Ii) Pf. Auswärts 15 pf. 91* tlKlpalMst«»»pareilltzeli, 10 Psernig. SteflamfUil* S.— Zleich»- macC.„StUin* Anzeigen' da,!*t»gr> druckt, Wort K Pfennig(juläfflg jm,l Kttgedruck!, Worlej, jede, weitere Wort iZ Psennig. Stellengetuih» da» erste Wort ls Hsennig. jede» weiter» Wort 10 Psennig. Warte Ober 1b Luckstaben «Shlen für zwei Wane. Lebeiismartt Aeiie 00 Psennig. Famiiienanzeige« Zeil» 00 Pfennig. 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Dr. Schacht hatte am Montag an den Reichs- Präsideute» ei« Schreibe« gerichtet, in dem er diese« von seinem bevorstehenden Schritt bcuach- richtigte. Ei» Versuch, ihn davon zurückzuhalten. blieb vergeblich. Mit dem Rücktritt des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, den wir in einem Teil unserer Abendausgabe bereits meldeten, ist zunächst eine Forderung erfüllt, die an dieser Stelle schon seit mehreren Wochen miederholt erhoben wurde. Die Befriedigung jedoch, die wir über diese Tatsache empfinden, würde stärker sein, wenn der Rücktritt schon früher und unter anderen Umständen erfolgt wäre. Der ReichsfinanMinister Dr. M o l d e n h a u e r hat gestern im Reichstag betont, daß die Regierung auf Schacht keinen Druck in der Richtung zum Rücktritt ausgeübt, ja sogar ihn zu halten versucht hätte. Wir bedauern, daß dem so ist. Denn wäre Schacht vor acht Wochen einem Druck der Re- gierung und der öffentlichen Meinung gewichen, so hätte das im Inland und Ausland das Ansehen der Regierung gestärkt. Und Herr Schacht wäre dann nicht mehr in der Lage gewesen, seinen Rücktritt als Trumpf gegen die Re- gierung und ihre Politik auszuspielen. Wenn nun auch die Regierung, wie das aus Molden- Hauers Rede hervorgeht, diesen Rücktritt mit einem weinen- den und einem lachenden Auge betrachtet, so muß doch aus- gesprochen werden, daß weite Kreise das Verschwinden Schachts von der Spitze der Reichsbank als eine Erleichterung empfinden und daß sie ihn längst nicht mehr als eine Per- sönlichkeit betrachten, deren Taten und Worte besonders ernst genommen zu werden verdienen. Herr Schacht läßt verlautbaren, daß der Grund zu seinem Entschluß in seiner Auffassung zum H a a g e r Schlußprotokoll liegt. Damit setzt er sich in Wider- spruch zu seiner noch im Haag selbst abgegebenen Erklärung, «r werde sich als Äaatsbürger dem Gesetz fügen, das ihn als Reichsbankpräsidenten zur Teilnahme an den Arbeiten der Reparationsbank verpflichtet. Man kann als Leonidas den Gesetzen Spartas getreu die Thermopylen verteidigen oder sich als Koriolan grollend zurückziehen— beide Rollen kann man aber nicht miteinander oereinigen. Da schlägt ein Effekt den andern tot. So in selbstgeschaffene Widersprüche verstrickt hat man aber den Reichsbankpräsidenten immer gesehen, wo er sich auf das Gebiet der Politik verirrte. Er hat im Frühjahr des vergangenen Jahres die Pariser.Sachverständigenton- ferenz durch seine politischen Eskapaden beinahe zum Auf- fliegen gebrscht. Nur der plätzliche Tod Revelstokes, der eine unerwartete Pause und damit Dr. Melchior Gelegenheit zu vermittelndem Eingreifen bot, rettete die Situation. Herr Schacht hat dann schtießlich eine Jahresleistung von durch- schnittlich über 2 Milliarden Mark zugestanden, nach- dem er zunächst 800 Millionen Mark geboten, später 1650 Millionen Mark als sein letztes Wort bezeichnet hatte. Was im Haag über das Pariser Ergebnis hinaus zu- gestanden werden mußte, ist im Verhältnis zu den Pariser Riesenzifsern unerheblich. � Zum Teil erklären sich dies« Zu- geständnisse aus den Unterlassungen des Herrn Schacht selber. Trotzdem hat Herr Schacht erklärt, diese Aenderun- gen machten ihm die weitere Teilnahme an der Ausführung der deutschen Reparationen mimöglich. Ende Dezember vorigen Jahres richtete er an den Pariser Vertreter Mor- gans, De Sanchez, ein Schreiben, in dem er die Teil- nähme des Reichsbankdirektoriums an der Baseler Repara- tionsbank in Frage stellte. Die Verlesung dieses Briefes im Haag durch den Vorsitzenden des Organifationskomitees Reynolds führte abermals zu einem jener großen drama- tischen Auftritte, an denen das Leben Schachts seit einiger Zeit so reich ist. Die Entwicklung endete zunächst mit jener schon erwähnten Leontdas-Szene, in der Herr Schacht die Erfüllung seiner Bürgerpflicht versprach. Nicht minder effektvoll gestaltete sich das Eingreifen Schachts in die innere Politik, besonders die Finanzpolitik, das zum Rücktritt Hilferdings führte. In seinem Memorandum von Anfang Dezember vorigen Jahres erhob er die Forderung nach Senkung der Lasten für die Wirt- schaft, um bald darauf durch die Forderung der Tilgung von 450 Millionen Mark Schulden neue Steuern zu erzwingen. Schacht durchkreuzte die Versuche der Regierung, eine selb- ständige Anleihepolitik zu treiben, er zwang ihr eine Morgan- Anleihe und seine Bedingungen für sie auf. Das Schulden- tilgungsgesetz— über dessen Zweckmäßigkeit an sich zu reden gewesen wäre, mußte von der Regierung eingebracht und vom Reichstag beschlossen werden, weil Schacht es so ver- langte... Jetzt stand er da als Diktator! Aus diesen und anderen Gründen— man denke nur an die Kreditsperre für die öffenttiche Hand, von der an anderer Stelle ausführlich die Rede ist— war Herr Schacht an der Spitze der Reichsbank eine Gefahr geworden. Er selbst hat den Beweis dafür geliefert, daß die Unabhängigkeit der Reichsbank von der Reichsgewatt einer gewissen Ein- schränkung bedarf, wenn sie nicht zu einer Willkürherrschast des Reichsbankpräsidenten über den Staat ausarten soll. Darum traten wir dafür ein, daß Herr Schacht mit ollen politischen Mitteln, besonders auch mit denen der Gesetz- gebung, in seine Schranken zurückgewiesen werden solle. Leider ist das nicht rechtzettig genug geschehen, um den neuesten Coup zu verhindern. Das Versöhnende an diesem Coup ist, daß er der letzte ist, den Herr Schacht als Reichsbankpräsident ausführen kann. Hoffentlich wenigstens! Denn Herr Schacht will bleiben, bis die Entscheidung über den Nachfolger voll- zogen ist. Man beeile sich, diese Entscheidung zu vollzielin. Herr Schacht scheidet aus seinem Amt zur Befriedigung jener Kreise, die ihm seinerzeit als dem Gegenkandidaten H e l f f e r i ch s zu ihm verholfen hatten. Wenn er sich jetzt. wie es heißt, anschickt, eine politische Rolle zu spielen. so wird er sich bemühen müsien, Anschluß an jene Rechts- k r e i s e zu finden, die ihn bis jetzt aus naheliegenden Grün- den für nicht genug zuverlässig hallen. Man darf ihnen diesen Zuwachs gönnen. Für die deutsche Wirtschaft aber wird ein neuer Reichsbankpräsident, der sich auf sein eigenes verantwortungsvolles Arbeitsgebiet be- schränkt und der die deutsche Währung schützt, ein G e- w i n n sein. Die deutsche Wirtschaft darf aufatmen, weil die Aera der Plötzlichkeiten an der Spitze der Reichsbank zu Ende ist! Erklärung Moldenhauers. Keinerlei Pression auf Schacht., In der gestrigen Reichstagssitzung sagte Reichsfinanzmlnister Dr. Moldenhauer in Erwiderung auf die Rede de« deutsch. nationalen Abgeordneten Dr. Reichert: Es ist auch nicht richtig, datz die Reichsbank weniger unabhängig sein wird als bisher. Die Reichsregierunq hat sich im Haag für die volle Auf. rechterhaltung dieser Unabhängigkeit«ingesetzt und sie ist aufrecht erhalten geblieben.(Abg. Dr. Reichert(Dnat.): Das sind ja nur formale Bestimmungen!) Es ist doch eine starke Bor- eingenommenheit, das zu behaupten.(Beifall bei der Mehrheit.) Der Reichsbankpräjident ist und bleibt vollkommen unabhängig. (Zuruf rechts: Wer nicht von der Reichsregierung.) Die Reichs- rcgierung hat nach wie vor nicht den geringsten Einfluß auf den Reichsbankpräsidenten.(Widerspruch rechts.) Gerade die Vorgänge der letzten Monate haben doch deutlich genug die Unabhängigkeit des Reichsbankpräsidenten erwiesen. Wenn nun der Reichsbankpräsident heute erklärt hat, daß er dem Gcneralrat sein Rücktrlttsgesuch unter- breiten werde, so ist es das gute Recht des Reichsbankpräsidenten. den Zeitpunkt dafür zu wählen. Ich betone, daß auf den Reichsbankpräsidenten vo,, der Reichsregierung nicht der geringste Druck ausgeübt worden ist. seinen Rücktritt zu erklären.. Gerade ich, der in den letzten Monaten alle die Verhandlungen mst Herrn Dr. Schacht geführt hat und der ich zu ihm in einem freund- schoftlichen Derhällnis stehe, glaube wohl befugt zu fein, dies« Er- klärung abzugeben. Bis.zum letzten Augenblick habe ich den Herrn Reichsbankpräsidenten gebeten, aus seinem Posten zu bleiben, weil ich ihn als eine für diese Aufgabe durchaus geeignete Persönlichkeit angesehen habe. Ueber seine politischen Fübigkeiten habe ich mir vielleicht«in etwas anderes Urteil gebildet.(Heiterkeit.) Aber irgendein Druck ist auf ihn von uns nicht ausgeübt worden. Sie wissen, daß Meinungsverschiedenheiten bestehen und der Reichs- bankpräsident die Verantwortung für den Poung-Plan nicht über« nehmen will. Das hat er ösfentlich erklärt. Und wenn er daraus seine Konsequenz zieht, so ist das sein gutes Recht, das niemand ihm bestreiten wird. Gewiß wird damit der Regierung eine Schwierigkeit bereitet, aber...(Rufe der Komm.: Schacht, kehre zurück!— Da braucht er nicht mehr stempeln zu geh«n)_ diese Schwierigkeiten haben wir voraus gesehen. Obgleich mir Dr. Schacht schon im Haag gesagt hat. er werde ooraussichttich zurücktreten, habe ich mich für die Unabhängigkeit der Reichsbank eingesetzt, weil ich mir sagte, daß das notwendig ist, auch wenn der Reichsbankpräfidenk eine sehr unbequeme Per- sönlichkeit ist und in der Oesfentllchketl eine politische Rolle spielt. dle nach meiner Ueberzeugung zu spielen nicht seine Ausgabe ist. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Aus der Erkenntnis, daß er in einen Konflikt kommt zwischen seiner persönlichen Auffassung und der Stellung seines Amtes, Hot er die Konsequenz gezogen, zurückzutreten. Ich bedaure das, aber er wählt diesen Weg, ohne die Reichsbank zu schädigen.(Ruf rechts: Wer wird sein Nach- folger?— Heiterkeit.) Den Nachfolger wählt der Generalrat, und in ihm ist die Reichsregicrung nicht vertreten Was er beschließen wird, weiß ich nicht. Ich nehme aber an, daß der Generalrot eine Persönlichkeit aussuchen wird, die«ine Gewähr bietet für die gute und sichere Führung der Reichebank, und die die Reichsbank bei der Internationalen Zahlungsbank vertreten kann.(Zurufe rechts.) E» entspricht wohl nicht ganz dem Ernst des Augenblicks, diese sehr wichtige Frage mit faulen Witzen obzutun: ich schütze das Niveau des Hauses doch höher ein.(Lebhafte Zustimmung.) Auf Zurufe der Kommunisten, daß Schacht«ine Abfindung von 2% Millionen Mark bekäme, erklärt der Reichsfinanzminister: Dem Reichsbankpräsidenten ist eine Abfindungssumme in irgend welcher Höhe meines Wissens nicht zugesichert. Der Reichsbank- Präsident hat mir mitgeteilt und mich ermächtigt, zu erklären, daß er im Fall seines Rücktritts lediglich eine Pension von 30 000 Dt. bekommt.(Rufe der Kommunisten: Warum wird das Reichsbank- statut geheim gehalten?) Wahrlich, ein Kommunist kann mehr fragen, als, zehn Minister beantworten können.(Heiterkeit.) Es besteht kein Zweifel, daß auch in Zukunft d'edeutfcheWährung gewährleistet ist, und daß die Gesamtheit der auszugebenden � Noten soweit beschränkt werden wird, daß ihr Wert im Ausland er- halten bleibt. Di« Zahlungen in der Goldmarkwährung sind für uns keine Belastung. Die Furcht vor einer Inflation entbehrt j e d« n G r u n d e s. Abg. Dr. Emminger(Bayer. Vp.) äußert zahlreich« schwer« Bedenken gegen den Poung-Plon. Die bisher geleisteten Zahlungen werden im neuen Plan gar nicht berücksichtigt, auch die deutsche Lcistunggfähigkeit nicht. Wir verkennen gewiß nicht die große Be- deutung der Rheinlandbefreiung, aber die rheinisch« Bevölkerung will nicht, daß di? Befreiung durch neue Dauerlasten erkauft werde. Beim Liquidationsabkommen hat England den Grundsatz von der Heiligkeit des Privateigentums vollständig über Bord geworfen. Geradezu verblüffend genau ist alles das eingetteten, was der a l t e Pebefiunr kinfr�eH als Folgen einer Zknnahn« des' Londoner Ultimatums proph«P!lt bot. Die mit Gcrechllgkeit und Vernunft unvereinbaren Forderungen. beruhen auf der Sriegxfchuldlüge. und d!e Regierung hätte ihr schon mehr Zlnge.uucrk zuwenden sollen. Das' in der Erregung des Krieges gesprochene Helfserich-Wort von dem Bleigewicht der Kriegslasten, das die anderen tragen müßten, sollte man nicht setzt hier gegeneinander ausspielen, und es ist auch durch die Friedensresolution des Reichstags vom 12. öiili 1917 korrigiert worden. Die Außenpolitik der letzlsn zehn Lahre war größiemeils zwangsläujig, dos Ja zum Houng-Plan ist auch erzwungen. Der Reichstag hat meistens die Berant- worwng der Regierung überlassen. Reichskanzler Luther hat in Frankfurt erklärt, daß wir mit den Rückwirkungen von Locarno betrogen wurden. Schacht soll zur Ablehnung in Paris«nt- schlössen gewesen, zur Austimnumg aber von der Regierung genötigt worden sein. Bei der zweiten chaager Konserenz war die Regierung schon Sklavin Ihrer Nachgiebigkeit. Der Redner schließt, indem er sich der ZentrumSforderung anschließt: Erst Finanzsonierung, dont» Aoung-Plan! Aber keine Finanzsonierung zum Nachteil der Länder. ljStr werden uns erst noch der Kanzlerrede in der 3. Lesung«nt- scheiden. sBeisall rechts.) Abg. v. Syllel(Ehr not. Arbgem.): Die Arbeit unserer Sach- verständigen in Paris, die von der Reichsregierung ernannt waren, ist schwer geschädigt worden burdj die Kritik, an der sich hier auch die größte Regierungspartei beteiligt«. Die Finanzpolitik der letzten Monate ist unleugbar ein grober Schwindel. Erst versprach man der Wirtschaft 700 Millionen Steuersenkung, und setzt— gewaltig« Steuererhöhuna. Moldenhauer mag sein Versprechen ernst meinen, aber keine Regierung kann wissen, wie lange sie im Amt bleibt und ob sie den gegebenen Wechsel einlösen kann. Den Polenvertrag will man durchpeitschen, am den Handelsvertrag im einscUigcu Interesse der Erportindustrie zu be- kommen, der sogar die Einfuhr lebender Schweine gestaktet, wa» der Ruin der ostdeutschen Landwirtschaft wäre. (Rufe rechts: Schweinereil) Geheimgehalten hat man diesen Vertrag, um den Reichstag wieder einmal zu übertölpeln: erst durch den„Vor- wärts" hat man den Inhalt erfahren. Wir beantragen Ausschiebung der Erledigung des Polenabkommcns bis«im Handels oenrag. Die Polen werden weiter enteignen, der Verzicht auf den Ersatz deutschen Staatseigentum» besiegelt diesen Rechtsbruch Polens. Der Polen- vertrag ist eine Preisgabe des deutschen Ostens. Wir lassen uns nicht Sand in die Augen streuen.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Feder(Natsoz.) zitiert Aeußerungen von Otto Braun und Otto Wels, die an der Ausbringungsmöglichkeit der Reparation zweiselten, ebenso wie Schacht und Dr. Vogler, dessen Amtsnieder- legung als Sachverständiger bezeichnend war. Stresemann hat von Silberstreifen gesprochen, wie aber steht das Reich da! Genosse Seoering hat in seiner berüchtigten Rede die 2-Mill!arden-Rale als durchaus diskutabel bezeichnet. Genosse Seydewitz hat die Reparation als berechtigt erklärt und hinzugefügt, Landesverrat sei für die SPD. ein Ehrentitel, Genosse Kawera» hat Aufnahme der deutschen Schuld am Kriege in die Lehrbücher gefordert, Genosse Rosenfeld den Versalller Frieden als deutsches Reichsgesetz bezeichnet das man befolgen müsse. Nun, Sie(zu den Soz.) werden bald vom Staatsgerichtshof des Volksstoates zum Tode verurteilt werden. In diesem Hohen Haus mit dem niedrigen Niveau hält kein« Partei den Joung-Plan für erfüllbar: nur ein Lump oerspricht mehr, als er hallen kann.(Sehr wahr! rechts.) Durch das genial Eingreifen de» Dr. Wirth ist den rachsüchtigen Franzosen das Recht zu neuen Sanktionen gegeben worden.. Die Weiterberatung wird auf heute, Sonnabend, 10 Uhr, vertagt. In verfönlichen Bemerkungen �streiten Dr. Reichert(Dnat.) und Dr. Soch-Wesgr(Dem.) über den Sinn einer Bemerkung Dr. Dem- burgs(Dem.) in der oertraulichen Ausschußberatuna. Dernburg hat dort gesagt, daß man die ohnehin schon schwer belastet« jetzige Gene- ration picht allein mit der ganzen Reperationsschuld beigsten dizrse.v was Reichert dahin ausgemünzt hatte, daß Dernburg die nach- folgende Lbigend belostet zu sehen wünsch«. Di« Erklärung Reicherte, dies« Darstellung in der Agitation ausnutzen zu wollen, bezeichnet Koch als außerordentlich bösartig. Reichert beruft sich darauf, daß seine Deutung dem vom Oberregierungsrot Radlauer hergestellten Pressebericht entnommen sei, und zwar der Fassung in der„Berliner Bärsenzellung". Radbruer lege seinen Bericht gewöhnlich dem Au»- schußredner vor der Wellergabe an die Press« vor. Heftige Zuruf« der Linken oerweisen daraus, daß Dernburg doch nicht für das oer- ontwortlich sei, was andere, etwa die Redaktion der..Berliner Börsenzellung", aus seinen Worten machen.(Dernburg ist verreist.) Abg. Stöhr(Natsoz.) ersucht, die schon erwähnten Ulk.Anträge seiner Fraktion mit der Wellerberatung zu verbinden.— Dogegen wird Einspruch erhaben, bei der Abstimmung erhebt sich die ganz« Rechte, sogar Teile des Zentrums und der Demokraten für die Ver- bindung: Präsident Labe hat voriger daraus aufmerksam gemacht, daß über den Inhalt der Anträge natürlich erst am Schluß der Be- ratung entschieden wird. Schluß der Sitzung gegen 20 Uhr. Wer wird Nachfolger? Die Neuwahl des Nrschsbankpräsidenten. Es ist selbstverständlich, daß sofort mst Schachts Rücktritt überall in der Well die Leute den Kopf über den Nachfolger zu- sammensteckten. Ebenso selbstoerftändlich, daß sich dabei eine ver- hältnismäßig lange Liste ergibt, was schließlich beweist, daß man für die Besetzung des Reichsbankpräsidentenpostens bei weitem nichtfo in Verlegenheit ist, wie die oft gehörte Behauptung von der Unentbehrlichkeit Schachts es vermuten ließ. Am nächsten liegt natürlich der Name des Vizepräsidenten der Reichsbant, Dr. D r e y s e, weil es am bequemsten ist. Aber von der Relchsbankbürokrotie dürste nach den bisherigen Erfahrungen kaum jemand genug halten. Ernsthaften Klang haben schon die Namen des Staatssekretärs Dr. T r e n d e l e n b u r g im Reichs- wlltschastsministerium, der vor allem international großes Vertrauen genießt und in seinen Stellungen bisher nur sehr sächlich und dabei erfolgreich gearbeitet hat, dann der Name des ehemaligen Staats- sekretärs Dr. Bergmann, der Deutschland bei Verhandlungen mit den Alliierten mehrfach vertreten hat, ferner der Name des Harbburger Bankiers Melchior, der mit Schacht Sachver- ständiger in Paris war, schließlich der Name des tüchtigen preußischen Finanzministerz H o e p k« r- A s ch o f f. Daß Dr. Luther nicht sohlt in der Reihe, ist sewstverständlich: er soll sogar, wie man hört, der Favorit de» schweren Bank- und Industriekapitals sein, also der stark« Mann, den diese Kreise wollen. Diese Liste wird sich natürlich nach Bedars noch verlängern. Freilich hängt die Wahl de» Reichsbankpräsidenten auch von gesetzlichen Faltoren ab. Fraglich und eine ernste Strell- frage ist es. ob der neu« Neichsbankprästdent nach dem alten oder nach dem jetzt vom Reichstag erst zu beschließenden Bank- aefetz zu wähl-n Jcin wird. Dr. Schacht scheint der letzteren flUinung ZU sein, da er erklärt, so lang« im Amt« verbleiben zu wollen, bis eine Entscheidung getrofsen werden..kann'. Nach dem alten Gesetz müßten auch die sieben ausländischen Mit- glie'der de» vierzehnköpfigen Generalrat» den neuen Präsidenten noch mitwählen. Da» wäre allerdings ein« ziemlich Widerspruchs- volle Sache. Der vom alten Generalrat zu wählend« Präsident braucht mindesten« eine Mehrheit von neun Stimmen, unter denen mindesten» wieder sechs deutsche GeneralratsniitgNede? — außer Schacht also sämtliche deutschen— sein müssen. Der Ncichepräsident hätte-in zweimaliges Widerspruchsrecht. Das neu« Baak g« setz sieht einen zehnköpfizen Genekalrat vor, dessen achtes, neunte« und zehnte« Mitglied nach btm im Parteiführerbesprechung. Die Einigung noch nicht zu sehen. Am Sonnadendoonnittog wird unter dem Vorsitz de» Reichs- , kanzlsrs ein« Besprechung der Parteiführer über die I Finanzoorschlage der Reichsregierung stattfinden. Nachtsem die Deutsche Aolkspartei am Donnerstag nur durch die Rück- truisdrohung des Finanzministers Dr. Moldenhauer daran oer- hindert wurds, einen die Dorschläge der Regierung völlig ablehnen- den Beschluß zu fassen, wird man dieser Sitzung kaum mit großen Hossnungcn entgegenschen können..Die Deutsche Dolkspartei ist durch ihre Propaganda für Steuersenkung zum Gefangenen der eigenen Demagogie geworden. Und obwohl alle Einsichtigen verstehen, daß die Sanierung der Reichsfinan,zen und der Reichskasse die Voraussetzung für künftige Steuersenkimgen ist, lehnt die Mehrhell dex aolkspartei- lichen Reichstagsfrokiion die Mitarbeit an dieser Autgabe ab! Infolgedessen dürste auch der Sonnabend keine Klä- rung der politischen Lage bringen, zumal auch unter den an- deren Regierungsparteien irgendeine Verständigung über die Bor- schlüge der Reichsregierung nicht erfolgt ist. In der Sozialdemokratie bestehen gegen einzelne Beil« der Reglerungsvorschläge noch wie vor die stärksten Bedenken. Mehr noch gill das von der Grundtendenz zur Festlegung auf künftige Beschränkung der Ausgaben und Senkung der Steuer. Ob unter diesen Umständen am Montag Und Dienstag die «tdgülligeN Abstimmungen über den B o u n g- P l a n vor sich gehen können, ist sehr zweifelhaft. * Das Zentrum hat in feiner gestrigen Fraktionssitzung beschlos- sen, sich auch bei der Abstimmung m der Zwesten Lesung der Stimme zu enthalten, wenn nicht vorher die Einigkeit über die Ctatsanierung erfolgt sei. „Wirtschaft" und Kinanzprogramm. Eine Resolution gegen Moldenhauer. Anläßlich der Veröffentlichung des Finanz, und Steuerpro- grarnms der Reichsregierung sind die Spitzenverbände von Industrie, Banken, Handel und Landwirtschast zu einer Be- sprechung zusammengetreten. Als Ergebnis der Aussprache wurde beschlossen, der Reichsregierung und den Koalitionspar- teien zum Aus druck zu bringen, daß dieses Programm nicht den Notwendigkeiten einer auf Belebung der Wirtschaft und Min- dening der Arbeitsiosigkett gerichteten Finanz- und Wirtschafts- Politik entspreche. Die Spitzenoerbände holten nach wie vor an den von ihnen seit langem vertretenen Vorschlägen fest, deren Verwirklichung unverzüglich m Angriff genommen werden müssen. Es ist kaum noch verwunderlich, daß Herr Moldenhauer von„der Wirtschaft' noch besondere desavouiert wird. Aber- wozu die Resolution überhaupt? Sollen di« Spitzen verbände der Arbeiterschaft auch schnell Resolutionen an Regierung und Reichstag senden? Das kann sehr leicht geschehen.... Oer Nachtrag für 4929. Beratung des HauShalioosschvsses. Der Ausschuß für den Reichshausholi begann in seiner Sitzung vom Freitag d!« diesjährig« Ltotsberatung mit der Durchprüfung de, Rachtragshaushalls für 1929. Beim Etat des Reichs- tags wurde lebhafte Klage darüber geführt, daß die Dsuische Reichs- bahngesellschaft einer Herabsetzung der Pauschentschädigung sür die Freifahrt der Mitglieder des Reichstag? bisher nicht zugestimmt habe. Es soll bis zur Beratung des Hauptetats für 1930 erwogen werden, ob man nicht in irgendeiner Form eins Nachweisung der Fahrten der Reichstogsmstglieder einjühren könne, uni aus solche Weise eine Unterlage für die Berechtigung oder Nichtberechtigung der Forderung der Deutschen Reichsbahngesellschast zu erlangen. Auf eine Anfrage des Präsidenten des Reichstags erklärte der Ausschuß sich damit einverstanden, daß dos jetzt in da, Eigentum de« Reiches übergegangene Haus am Platz der Republik, in dem sich bisher die Japanische Botschaft befunden haste, der Jury- freien Künstlervcreinigung für Ausstellungs- zwecke auf ein Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Im Haushalt des Auswärtigen Amtes sind einige Herabsetzungen früherer Ansätze vorgesehen. Genosse H e i n i g erbat Aufklärung, ob es sich hierbei um echte Ersparnisse handle, oder ob man beim Hauptetat für 1930 wieder mit entsprechenden Herauf- setzungen zu rechnen haben werde. Ministerialdirektor Dr. S ch n e i» der vom Auswärtigen Amt führte aus, daß untere den Erspar- Nissen selbstverständlich lebenswichtige dienstl'che Interessen des Amtes nicht leiden dürften. Das Auswärtige Amt sei aber auch bei der Aufstellung des.Hauptetats für 1920 mit größter Sparsam- keit vorgegangen, so daß der Voranschlag sür 1930 sich niedreer stelle als die Ausgaben des laufenden Jahres. Im laufenden Jahre Hab» man jetzt im großen und ganzen die Sollausgaben mit den Istausgaben in Einklang gebracht. Kabinett beftbließi Wemqefeh. Das Reichskabinest verabschiedete in seiner gestrigen Sitzung den Entwurf eines Weingesetzee, der unverzüglich dem Reichsrat und Reichswirtschaftsrat zugeleitet wird. Der Gesetz- «ntwurf enthält eine Vorschrift, wonach das Verschneiden von deutschem Weißwein mst ausländischen Erzeugnissen verboten ist. Das Reichstabinett beschäftigte sich sodann mit«wem Bericht, den der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft über die Möglichkeiten, den Getreidemarkt, insbesondere de» Roggenmartt zu bessern, erstattet haste. Ein« Anzahl Dorschläge würben grundsätzlich gebilligt und der Minister zu weiteren Verhandlungen ermächtigt. Ferner beschloß das Reichskabinest, sich an der vom Volksbund „Deutsche Sriegsgräbersürsorge' am IS. März, 12 Uhr, im Reich«- tag stattfindenden Gedenkfeier für dfe Gefallenen de» Weltkrieges unter der Voraussetzung zu beteiligen, daß die Veranstaltung einen überparteiliche» Choratter trägt. Augenblick noch vorgesehenen Kooptationsrecht noch zu bestimmen waren. Soll nach dein neuen Gesetz geivähll werden, so müßte diese Ergänzung des Gsneralrotp erst erfolgen. Don diesen zehn Mitgliedern braucht der neu« Präsident eine Mehrheit von acht und di« unbedingte Bestätigung durch den Reich». Präsidenten. Dabei muß der Generalrat vor der Wahl de« Präsidenten das Reichsbankdirektvrtmn über den Kandidaten hören. Für di« Ergänzung der drei noch fehlenden Generalratsmit- glieder ist eine Fühlungnahme mit der Reichsregierung notwendig. Ein Gchacht-Inierview. „Die Mark bleibt stabil!"— sagt Schacht. Der Vertreter der New-Horker„Times' hatte gestern«in« Unterredung mst Dr. Schacht, in der er an den scheidenden Reichs- baukpräfidcnten die Frage richtete: „Glauben Sie, daß di« Währung durch den fjoung-Plan gefährdet werden könnte T* Dr. Schacht erwiderte: „Ueber di« Stabilität der Mark kann kein Zweifel bestehen.' Wirifchastspariei natürlich für Schacht. Di« Rsichsiagsfraktion der Wirtschaftspartei hat an den Reichs- bankpräsidenten Dr. Schacht folgendes Schreiben gerichtet: „Die Reichstagssraktion der Wirtschaftspartei hat mst großer Bestürzung Kenntnis davon genommen, daß Sie von Ihrem Posten zurücktreten wollen. Angesichts der äußerst bedrohlichen Lag« unserer Wirtschaft und unseres Baterlandes überhaupt, bittet die Fraktion Sie dringend, auf Ihrem Posten zu vir- bleiben.' Wahrscheinlich werden auch die Natiomtlsozialisten und die ge- raimgl« Hugenberg. Partei«ine ähnliche Erklärung abgeben. Daß die Reichstagsopposition für Schacht sich einsetzt, gill natürlich den Hoffnungen, die sie sich von dem Politiker Schacht macht. Zoll man dem Deutschen Reich zu diesem Vertrauensvotum gratu- lieren? Die Gehälter bei der Neichsbank. Auch jetzt werden noch keine Zahlen genannt. Der zurückgetretene Rcichsbonkprösident hat es doch für nötig gehalten.« der Sitzung des Zentralausschusi«, der Reichsbant zur Beruhigung der Gemüter über die in der Reichsbant gezahllen Gehälter folgende Erklärung abzugeben: „Von Zeit zu Zeit gehen völlig nus der Luft gegriffene Räch- richten über die angebliche Höhe der Dien st bezöge und über Abfindungen der Präsidenten und der Mitglieder de« Reich«. bankdircktoriums durch die Press«, die neuerdings sogar zu A». tragen im Parlament geführt haben. Es war bisher nicht üblich, Einzelheit«» privater Anstellungs vertröge zum Gegenstand öffeist- ücher Erörterungen zu machen: das Reichsbankdirektoeium hat jedoch in vertraulichen Besprechungen in den Ausschüssen des Relchsrats die geNSucn Ziffern aller Dienstbezüg« des Präsidenten nnd der Mitglieder des Reiche bankdirettoriums genannt nnd wünscht hier öffentlich zu erklären, daß die in der Presse genannten Ziffern maßlos übertrieben find. Entsprechend den stimmunaen des Bankgesetzes werden die dienstlichen Bezüge für Präsident und. Mitglieder de» Reichsbankdirettorium? vom ber B« i ch s b a n t festgesetzt, her für sich das Vertrauen beanspruchen kann, daß er dabei nach angemessenen Maßstäben verfährt. Abfindungen beim Ausscheiden au» dem Dienst werden weder an den Präsidenten nach an die Mitglieder gezahlt. Für die Tätigkeit des Präsidgpjen und der Mst- glieder des Reichsbankdirelloriums bei der Golddistvnt- dank werden Vergütungen oder Entschädigungen irgendweich« Art nicht gewährt.' Wir begrüßen es. daß diese Erklärung abgegeben worden ist. Wir sehen aber noch wie vor keinerlei Grund ein, weshalb sür die der Sache nach durchaus öffentlichen Posten des Reichsbank« Präsidenten und der Reichsbankdirektoren die Gehälter und Pensionen zahlenmäßig unbekannt bleiben sollen im Gegensatz zu allen übrigen öffentlichen Gehältern. Solange dies« Geheimtuerei fort- besteht, nimmt die Oeffentlichkeit mit Recht an, daß di« bisherig« Kritik grundsätzlich berechtigt ist. Was ift mii Moskau? Oemokratifthe Anfrage im IReichstiag. Die demokratische Fraktion hat im Reichstag folgende Anfrage eingebracht: „Roch unwidersprochen gebliebenen Meldungen hat das mft der russischen Sowjetrsgierung aufs engste verknüpft« Vollzug»- komitee der Komintern kürzlich noch eingehenden Verlfandlungen unter anderem mit dem deutschen Relchstogsabgeordneten Th äl- ma nn beschlosten, die kommunistische Bewegung in Deutschland mst ollen Mitteln zu unter st ützen und die revolutionäre Bewegung in Deutschland in jeder Weise zu fördern. Welche Maßnahmen gedenkt die Reichsregierung einzuleiten. um gemäß dem Vertrag von Rapallo die Einmischung russischer Stellen ia die deutsche Politik zu velhindern, wobei eine Unter- scheidung zwischen den Komintern und der russischen Regierung Infolg« der engen Verknüpfung zwischen beiden nicht anzuerkennen ist.' Moskauer Rabiogroßschwindel. Um die aufhetzerische und immer unnötige, blutige Opfer for-- derud« Tätigrest der Sowj-tazenten im Au-ia.lde zu rechrsertigen. erzählte ein Herr vom Kreml am Donnerstagabend im Moskauer Rundsunksender von schrecklicher Uisterdrückung des Proletariats in Deutschland. Das Proletariat erhebt sich jetzt zuen letzten Kampf, rief er, iznd erzählte stundenlang von der— herrlichen ökonomischen Lage in der Sowjetimion. Dann begann«r die „riesigen revollmonären Hungermärsche' in der ganzen Welt zu beschreiben. Es war komisch, in Berlin am Radio die Berliner Krawall« aus Moskau geichildert zu hören, natürlich im Stil her Frontberichte von Airno dazumql. Ueber jeden venvuiedeten Poli- ziften wurde mst größter Wonne erzähll, das tommunistffche Fiasko zu einem Riesensieg de» iBerliiwr Proletariats üb«? Zörgiebels Söldlinge gestempelt! Das Berliner Proletariat erstürmte mit seinen Massen di« Straßen, schrie es au» Moskau, die Polizei zitiere vT dem Marschschrist der Kolonne». So wird das hungernde Rußland belogen. Vlutiger Kommuniftenvnfug auch in Stockho'm. Stockholm. 7. März.(Etgenbericht.) In Siockhölm kam es anläßlich einer kommuiiilUjchen Dcmon- stratiou zu heftige» Zusammenstößen mst Polizei, als die Kommunisten versuchten, das hiesig« G« w« r k s ch o f z g hau» zu stürm»». Mehrer« Personen«urdtn zum Teil schwer- nsriefct.''' Börse schon wieder beruhigt. von der �ronkforler llbeudbSrse wird gemeldet, dah die Akkiellkurse schon wieder nicht unerheblich angezogen habe«, da man oilgemeiu die Reichsbankkrise viel ruhiger au ssahle alz am Mittag, als die Ttachricht van Schachts Rücktritt wie eine Bombe aus der Börse platzte. Vi« Berliner Rochbörse war noch etwas nervös, die Kurse bröckelte» teilweise noch etwa» ab. aber das Ausmatz der Kurcscnkung hat sich auch in Berlin gegen Mittag kaum noch mehr vergrößert. Zinssenkung der Banken. Di« Berliner Stempelversnigung, da» sind in« Berkner Groß. bmrken und die großen Privatbanken, haben beschlossen, entsprechend der Diskontosentung die Zinsen für gewährt« und zukünf ig« Kredit« ebenfalls um ein halbes Prozent zu senken. Ein« gewiss« lleberraschung bedeutet die Tatsache, daß die sogenannten Haben» zinsen— vergütet« Zinsen auf Einlagen— bei den kurzfristigen Einlagen nicht herabgesetzt worden sind: fl« betragen bei den Banken allerdings nur im Durchschnitt S Prozent. Theoretisch tritt damit die begrüßenswert« Tatsache«in. daß sich die Zinsspann« verringert. Aber e» ist wohl zu be- fürchten, daß sich die Banken bei den Zinsen für gewährte Kredite eventuell durch Erhöhung der Provisionen schadlos hallen werden. j Oer Vizeköniq weicht aus. Die Laae in Indien lp ht sich zu. Nev Shell, 7. März. lEigenbericht.) Der BlzekSnig von Indien, Lord Irwin, hat de» an ihn gerichteten Brief Gandhis durch seinen Privatsekrrtär kurz bestätigen lassen. Der Bize- könig, so heißt es in dieser Antwort, habe mit B e- dauern gehört, daß Gandhi einen Weg vorzuschlagen gedenke, der unverkennbar eine Verletzung des Gesetzes und eine Gefahr für den öffentlichen Frieden mit sich bringen müsse.. In der gesetzgebenden Versammlung machte sich ein Führer der gemäßigte« Nationalisten Indiens, Pundit Malavitza, am Freitag erbötig, Gandhi von der Ausrufung der passiven Resistenz noch in letzter Minute abhalten zu wolle», wenn Indien sofort der Dominion st atus gewährt werde. Zaschisten-Spionage in der Schweiz. Eine weitverzweigte Organisation aufgedeckt. Lern,?. März. tEigenberlcht.) Die Schweizer Voll, ei hat im Zusammenhang«lt der Täiigkeil de» italienischen Lockspitzel» Menapace die Zäden eines ilalienischen Spionagedienstes in der Schweiz enkdockt. hanssochuugen ergaben in Basel und Zürich das Bestehen dortiger Zweigfiellea der llalieui- «che» Spionage, verhaflnugeu wurden inzwischen ins- besondere im Saulo« Tessin vorgenommen. Sie ergaben, daß im Kanton. Tesfin zwei italienische Spiouageorganisalioaen im Auftrag und für Rechnung der italienischen saschisttschen parlei arbesten. An. dere Vorhosteie arbeiteten im Austrage der Zentralkriminalpolizei in Rom. Vi« hau plagen len haben ihren Sitz in Mailand und besuchten n«, Zell zu Zell die Schweizer Agenten. Sie waren mit falschen BSssen oersehen. So ist ein in diesen Tagen in Tessin scstgenommen« Agent ikallenlscherhonoraekonsnl.Er benutzte aus seinen -leisen in der Schweiz entweder einen paß mit falschem Ramen oder einen Diplomatenpaß mit seinem richtigen Ramea. Ein anderer Agent unterhielt ein gut besuchtes Restaurant und gab sich als wütender Antifaschist ans. Die Untersuchung ist noch nicht ab- geschloffen. Bedrohung der Gewerkschaften. Ein Anschlag in Oeutschösterreich. Wien. 7. Mörz.(Eigenbericht.) Di« ganze potitische veffenwchkeit steht unter dem Eindruck des Kampfe«, der im Iustizausschuß gegen das gewerkschaftsfeindliche Antiterrorgesetz geführt wird. Dr. Bauer(Soz,) setzt« am Freitag vormittag seine am Äortog unterbrochene Red« fori. Cr erklärt«, die freien Gewerk» schasten seien bereit, mit den christlichen und völkischen Gewerk- schaften zusammenzuarbeiten, sie würden sich aber gegen das geplante Attentat mit Entschiedenhett zur Wehr setzen. Di« Vorlage sei«in Ausfluß der Haßpolitik, die von Dr. S e i p« l ausgehe. Vertreter der Gewerkschaften kündigten im Namen ihrer Organisationen Komps an. Die Christlich-Soziolen hatten ursprünglich geplant, das Gesetz noch in der Wintersesston durchzupeitschen. Man glaubt jedoch nicht, daß ihnen das gelingen wird, da auch dl« christlichen und völkischen Gewerkschaften dem Gesetz ablehnend gegenüberstehen. Kriegsbericht« Immer neue Ausschlüsse und Ausiritte. Zm Bezirk Halle schloß die KPD.-Bezirksleitung on einem Tage nicht weuiger ol» sieben führende Funktionär«, öa runter den Bettiebsratsvorsitzenden der Wansfeid.A.G. mü> oer- schieden- Koinmunaloertveter aus. Der bisherig« Pol..Leiter dieses Bezirke der Reichstagsabgeordnet« Wilhelm Soenen. ist bei ThÄma'nn abermals in Ungnade gefallen und hat dem Landtags- abgeordneten Grube Platz 5n Nürnberg sind 8 KPD..Fu,MoNar« zur Sozioldemo- krati« übergetreten.. «Voliretuntcrkunst Slaalsmlnister GnesinoN". D«r preiißtjche Innemifchsier Dr. Waentig hch die..Poll,-imrt«rk,mst Ltt�en' in Berlin nach seinem Dorgänger Grzesinst. u�enanw u� de« Ver- dienst« de- letzteren um die preußische Poilz« lm Gedächtnis der Beamten festzuhallen. Universität, blldung sür c-hrer. Der Bildunssäusichuh des Reichstags überwies am Frri'aq Emgabe� des Mgemewen de»tlch«n Lehrervereins, di« für rarer das voll« Univerlltatsstiidinm fordert, der R-ichsr-aierung zur Lerückstcht.gung. Der Hntrag l*r Ehrisllichnationalen Arb«it?g«meinschost ÄSbald in die Beratung des dem Ausschuß überwiesenen Reicheschulgesetze» einzutreten, wurde von der Mehrheit abgelehnt.,________—-. Moldenhauer und die Volkspariei. f(Sr ist unser Flnanzminister- darum folgen wir ihm nicht!" Londoner Konserenz wieder ausgenommen Aeue Methode: Erst politische Grundlagen- dann Tonnageziffern. London, 7. März.(Eigenbericht.) Di« Verhandlungen der Flottenkonferenz sind mit der Rückkehr der französischen Delegation am Freitag wieder in vollem Ausmaß ausgenommen worden. D!« Arbeitspause ist jedoch nicht völlig unfruchtbar ge° wesen, und die Konserenz beginnt ihre Arbelten keineswegs an dem Punkt«, an dem sie vor 14 Tagen durch die französische Regierung!. krise stillgelegt worden ist. Bor der Vertagung beschäftigte sich die Konserenz mit de» Tonnageforderungen der verschiedenen Länder. Dabei wurde es immer deutlicher, daß diese Methode zu keinem be- snedigendeti Restiltat führen könne. Fn der Zwischenzeit scheint sich eine völlige Einigung darüber ergeben zu haben, daß die Zeit für die Verhandlungen über Ziffern noch nicht reis ist und zuerst auf politischer Grundlage di« psychologischen Voraussetzungen für eine befriedigende Regelung der Tonnagefrogen geschaffen werden müssen. Das gilt insbesondere mit Hinblick auf, Frankreich' inrd Italien, deren gegensekiige» Miß» trauen im Rahmen der Verhandlungen Üb« Tonnag« und Kot«» gorien nicht zerstreut werden kann. Di« Mächte sind deshalb zu dem Entschluß gekommen,«inen neuen politischen Pakt zwischen den fünf Mächten fertigzustellen, der«ine Verstärkung bzw. Ergänzung der bereit» bestehenden Abkommen darst«llen soll. Erst wenn dies geschehen ist, soll in einer, wie man hofft, günstigeren Atmosphäre die Ziffern- frage in Angriff genommen werden. Man glaubt dann wesentlich« Abstriche der«inzelnen Länder durchsetzen zu können. Macdonald war nach der am Freitag morgen statt- gefundenen Sitzung der fünf Delegationsführer sichtlich aptimi- stisch und sprach die Erwartung aus. daß die Konferenz vor Mitte April ihren erfolgreichen Abschluß finden würde. Lenkt Krankreich ein? Pari», 7. März.(Eigenbericht.) Der„Matin" erklärt am Freitag zur Londoner Flotten» konserenz, daß Frankreich getreu seiner Roll« ols Dorkämpfertn des Friedens auch jetzt zur gütlichen Einigung bereit bleibe, fall» natürlich sein« Sicherheit garantiert würde. Frank- reich faffe seine Bedürfnisse hinsichtlich der' Flollenrüsiungen als rein relativ auf. Es sei zum Entgegenkommen be- reit, wenn die übrigen Mächte etwa in der Einladung zu dem in London abzuschließenden Abrüstungsvertrag sich feierlich ver- pflichteten, auf jeden Krieg untereinander zu v«r- zichten und auch sonst bei jeder Kriegsdrxhung zwischen dritten Mächten sich sofort über die Sicherung des Friedens zu verständigen. Dies« deutlich« Kompromißbereitschaft, die mit Formeln arbeitet, die unter dem ersten Kabinett Tardieu noch als Hirngespinst« verpönt waren, läßt nicht gerade auf eine besonders stark« Position der sronzösischen Delegation in London schließen, Sozialisten uttd Seeabrüstung. Nonferen, ver Intcknoi orckse. Pari». 7. März.(Eigenbericht.) Di« Borstönd« d«r Arbeiter-Internationole uich der Amsterdamer GewertschastsrInternationale sind unier dem Borsitz«rn B o n d e r o« l d e hier gemeinsam zusammengetreten, um zu den auf der Tagesordnung der Londoner Konferenz siehenden A d« rüstungsfragen Stellung zu nehmen. In dem Referat, das Gillis(England) erstattet«, sowie in der Distussion kam über- einstimmend die Auffoffung zum Ausdruck, daß die Hauptschuld an dem neuen Wettrüsten di« unter dem Deckmantel de» Pazifismus stehende Flottemmsrüstungspolttik der Bereinigten Staaten trage. Im Rawen der französischen Sozialisten verlangte Blum die Rückkehr zu den Prinzipien des Genfer Protokolls. Auf Bpr- schlag von Bliegen(Holland) wurden Vanderveld« und Citrin« beauftragt, eine Entschließung auezuarbeiten. m Masaryks Programm. Zriedensrede des Znbilars. Park. 7. MSrz. Präsident Masaryk nahm heut« in der Ratskammer der Burg di« Glückwünsche der Mitglieder beider Häuser des Partaments sowie der Regierung entgegen. Alls die Ansprachen des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Rialypetr. des Präsidenten des Senats Dr. Soufup und des Ministerpräsidenten Udrzal antwortete er in einer längeren Red«, in der er u. a. sagte: Damit wir uns mit Erfolg den kulturellen Aufgaben der Politik und der Verwaltung widmen können, müsse» Oy« Überflüssigen und schädlichen Zwistigkeiten beseitigt werden. Sch denke dabei hauptsächlich an national«, namentlich sprachlich« Zwistigkeiten. Di« Lösung aller dieser Problem« fällt in erster Reih« Selbstmord eines Industriellen Im Hotel vergiftet aufgefunden. Gester» abend hat ln einem bekannten Luxushotel der City der öl jährige österreichische holzindustriell« Oskar von Körner aus Mover bei Wien Selbstmord verübt. Don Körner war am Donnerstag von seiner Heimatstadt nach Berlin gereist, angeblich um hier Seschästt zu erledigen. Er war in einem großen Hotel in der Mohrsnstraße abaestiegen. Als gestern abend Hot-langestellte das Zimmer des Industriellen betraten. fanden sie ihn leblos im Bett auf. Ein hinzugerufener Arzt stellt« den Tod durch Vergiftung fest. Die Leiche wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und ins Schauhaus gebracht. Di« Gründe, die Körner in den Tod getrieben hoben, sind bis zur Stiinde noch unbekannt. W!« uns kurz vor Schwß de» Blattes ovo Wien gemeldet wird, beberrschte« Körner früher etilen großen Teil de» osttoeichlschen Marktes, In letz'er Zeit waren sein« Geschäfte und Beziehungen jedoch erhebkch zurückgegangen. Biel- leicht ist di« Ursache zv dem Berzweisiungsschritt in fwanziÄlen Schwierigkeiten zu suchen. den Tschechen und Slowaken zu. Ich will damit nicht sagen, daß di« Deutschen und andere Minderheiten kein« Mitverantwortung an der baldigen Ueberwindung dieses allen Erbübels hätten. Dl« Sprachen und RationalllStenfrage ist für den Staat über- Haupt keine Prestigefrage, sondern eine frage der Vedürfalss« der Verwaltung und einer praktischen Zweckmäßigkeil Zur auswärtigen Politik sagt« der Präsident u. a.: Unser« auswärtige Politik hat di« wirtschaftliche und ljullurell« Annäherung an all« Völker zum Ziel«. Gerade wir brauchen dies« Annäherung zur Konsolidierung des neuen Staates. Deshalb(?) widmen wir uns mit besonderer Sorgsalt dem Ausbau unserer Arme« Wir haben teil« aggressiven Absichten, werden aber jederzeit vorbereitet daslehen, um unseren Staat zu verteidigen. In diesem Geist werden auch all« international«!, Verträge abgeschlossen. Es ist bereits allgemein anerkannt, daß die Steine Enlenle ausschließlich in, Verteidigung dient. In der Zeit, wo Frankreich durch sein« Politik gegenübtjr Deutsch- land em so schönes Beispiel von Friedfertigkeit gibt, können wir unseren Nachbarn und allen Völkern und Staat«» gegenüber kein« ander« als«ine friedfertig« Politik treiben. Dies steht keineswegs Im Widerspruch zu der Tatsache, daß wir mft unseren Verbündeten aus dem Wellkrieg sehr sreundicheiftlich« Beziehungen unterhalte". Wir sind ihnen für die uns geleistete Hllf« dankbar. Mles in allem sagen wir«s gerade heraus, wollen wir nn« auf un» selbst verloste». In der Politik wie in der Praxi» überhaupt entscheide» über die Schicksake von Personen, Völkern und Staaten»IchtPhantasi«» und fromme Wünsche, sondern die geistigen und materiellen Kräfte. ver hau«hakt der Staatsbant. Der Hauptausschuß de» Prenßi, schen Landtags genehmigte am Freitag den Haushalt der Staatsbant. Llm die Polizeistunde. Oie Gasiwirisgehilse« fordern eine reichsgesehliche Regelung. äm Freitag tagte im Berliner Gewerkf chaftshous die Funktio- ««trversonmtlung des Aentvaloerboildes der Hotel-, Restaurant- und Cnfe-Attgestcllien. um zum Schenk st ättengcsetz und zur Polizeistunde Stellung zu nehmen. Der Referent, der zweite Borsigende des Verbandes Moritz Richter, wandle sich in scharfer Weise gegen die Art der Behandlung dieser Fragen durch die Referenten im prouß:s6)en Ministerium des Innern und durch die Poli- zsiprästdcnten. Es sei durchaus nröglich, die vom Reichstag beabsichtigte Re- lation, auf 400 Einwohner einen Gastwirtsbetrieb durchZtsühren. Der Rodner wies darauf hin, daß in 18 Großstädten diese Relation praktisch bereits bestehe. Zu den Städten, in denen einschließlich der Säuglinge auf ein« erheblich geringere Zahl von Eiirwohncrn bereits eine Kneipe entfalle, gehöre in erster Linie Berlin: auf 282 Einwohner eine Kneipe, Frankfurt a. M. auf 243. Stettin 331, Aachen 312 usw. Im Gastwirtsgewerbe bestehen in bezug auf den Arbeiters chutz unglonb- liche Zustihibe. In München sind 43 Proz. oller Betriebe in Handel, Gewerbe und Industrie, die zu Beanstandungen Anlaß gaben, Ga st Wirtsbetriebe. In bezug auf die Polizeistund« sei es unglaublich, mit der„Beschränkung der persönlichen Freiheit" zu operieren, während man die Bevölkerung zwinge, Sonntags all- backe ne Schrippen zu essen, ihr verbietet, sich Sonntags rasieren zu lassen und in einer bestimmten Zeit ihre Einkäufe zu erledigen. Rur in bezug auf dos Kneipen dürfe anscheinend die„persönliche Freibeit" nicht eingeschränkt werden. ' Man operiere auch damit, daß die Gastwirtsbetoieb« „zur Erholung uolweudig" feien, als ob der Grunewald und die Müggelbergs ab- gesperrt seien. Diejenigen, die zur Erholung in eine Kneipe gehen können, sind nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. Im preußischen Innenministerium müsse sogar die Wohnungsnot gegen die Polizeistunde herhalten, weil angeblich die Bevölkerung sich l wegen der Wohnungsnot in Gastwirtsbetrieben aufhallen müsse! 1 Den Gastwirtsgshilien kann nicht gleichgültig sein, ab ihre Arbeitskraft 25 oder 40 Jahre ausreicht. Die meisten Großbetriebs werden um 1 Uhr nachts geschlossen. Man sage, daß 29 Pokizeibeamte wegen Verletzung ihrer Dicnstoblicgcicheiten hätten bestraft werden müssen, infolge von Zuwendungen seitens der Gastwirte. Berlin ollein habe aber über 18 000 Kneipen. Nicht ernst zu nehmen ist, wenn der gleichzeitige Betriebsschluß der Gaststätten mit eventuell entstehenden Reibungen unter den die Kneipen verlassenden Be- völkerungsteilen bekämpft wird. Es sei sine Ungeheuerlichkeit, den Arbeitnehmern die Aufhebung jeder Polizeistunde zuzumuten, angesichts der Taksache, daß von den in Deutschland bestehenden 234 000 Gastwirtsbetrieben über 200 000 weniger als S Arbeitnehmer beschäftigen, die auch nach den jetzt vorliegenden Beschlüssen nicht einmal unter das Arbeilsschuhgeseh fallen solle>7. Die Versammlung nahm schließlich einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt: Genau wie für das Handelsgewerbe, die Bäckereibetriebe und ander« Gewerbe bestimmte Letriebszeiten vorgesehen sind, sind solche erst recht für das Gastwirtsgeserbe notwendig. Es bedeutet absolut keine Bevormundung, wenn im Gastwirt-- gewerb« allgemein ein bestimmler Lelriebeschluß reich-gesehlich festgelegt wird. Für diejenigen Staatsbürger, die um 1 Uhr nachts nicht schlafen gehen wollen oder können, kann im Rahmen des Gesetzes unter Mit- Wirkung der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer die Offenhalt- tung bestimmter Kaststätten bis 6 Uhr morgens unter Festlegung einer bestimmten Gesamtbetriebszeit ermöglicht werden. Ebenso ist es ganz selbstverständlich, daß iu sich g e- schlosscne Veranstaltungen durch eine Polizeistimde nichl beschränkt zu werden brauchen. Bei diesen Veranstaltungen ist eine zweckentsprechende Regelung der Arbeitsbedingungen der Arbeit- nehmer auch ermöglicht. Die Arbeitnehmer im Gastwirtsgewerbe haben ein sehr starkes Interesse daran, nicht nur sich selbst zu schützen, sondern ein Ehaos zu vermeid« und den Interessen des Gastwirtsgewerbes zu dienen. Die Arbeitnehmer hoben auch Interesse daran, ein gesundes Gaftwirtsge werbe entwicklungsfähig zu erhallen. Demgegenüber liegt kein Interesse vor, die ungeheure Zahl zweifelhafter Existenzen im Gastwirtsgewerb« künstlich zu erhalten. Wenn den persönliche Inhabern der Schankerlaubnis diese Erlaubnis auf Lebenszell erteilt wird, besteht keine Veranlassung, die Schankerlaubnis für große leistungsfähige Firmen, nämlich für juristisckie Personen, auf 20 Jahre zu befchräickan. Schließlich fordern die Arbeitnehmer des Berliner Gastwirts- gewcrbes, daß nicht allein die Arbeitnehmer in Strafe genommen werden im Falle des Alkoholausschanks an Jugendliche, sondern daß in jedem Fall auch der Arbeitgeber in Strafe genommen wird. Der„hohe" Bauarheiterlohn. Das(Statistische Reichsamt für Legendenbildung. Aus dem Deutschen Baugewerksbund wird uns ge- schrieben: Kennern der Vcrhällnisse war es sell langem kein©c- bümnis, daß die amtliche Tori f i o h n sta t i st i k oerfehlt ist. Einen gründlichen Ueherblick über die Lohnjpannen von Industrie zu Industrie und möglichst auch über die absolute Höhe der in den einzelnen Industrien gezahlten Löhne gibt dies« Statistik nicht, und was sie gibt, ist ein in methodischer Beziehung mehr als an- fechtbarer Uebcrblick über die tariflichen Zeillöhne. Die Lohnspannen von Industrie zu Industrie, wie sie sich nach der Tarislohnstatistik darstellen, sind/ ganz abgesehen von ihren in der Methode begrün- beten Fehlerquellen, in Wirklichkeit glattweg irreführend. Die bisherigen Erhebungen haben ergeben, daß die Zu- schlage, die zu den tariflichen Zeitlöhnen gezahlt werden, eine sehr verschieden« Höhe erreichen. Sie stellen sich folgendermaßen: in der chemischen Industrie bei Lekriebsarbeitern im Zestlohn 19,6 Proz., bei Handwerker 24,9 Proz.; in der metall- verarbeitenden Industrie bei den Facharbeitern im Zeitlohn 24,7 Proz., be! den Angelernten 16 2 Proz., bei den Hilfsarbeitern 10 Vroz.i.in der Bau- und Möbeltischlerei bei den Facharbeitern 8,3 Proz., bei den Angelernten 2,5 Proz., und in der Schuhindustrie be.l den Facharbeitern 16 5 Proz. In der Mehrzahl aller Industrien gibt e» neben den tariflichen Zeitlöhnen nach einen tariflich goran- tierten Akkordlohn. Die Verdienste, die im Akkordlohn erzielt werden, gehen über den garantierten Akkordlohn selbstverständlich hinaus. Wichtia ist, daß der tarifliche Akkordlohn in der Regel über dem tariflichen Zeitlohn liegt, und daß auch die zum Akkordlohn verdienten Zuschläge versckieden ausfallen. Diese doppelte Ueberlagerung der tariflichen Zeitlöhne bringt eine weitere Ver- scbiebung i'wiscken den Lobnspannungen, wie sie sich nach der Sta- tistik der Tariflöhne ergeben. Im Baugewerbe ist Akkordarbeit ein« arrf nur sehr wenig« Orte beschränkte Ausnahmcerscheiuung und auch dort, wo es Akkord- orbell gibt, ist nur der Zeillohn garantiert!«inen über den Zeit- lohn liegenden Akkordrichtfatz gibt es nicht. Sckeidet man die wenigen Vertragsgebiete, in denen im Baugewerbe Akkordarbeit geleistet wird, aus, dann ergeben sich nachstehende U« b e r- Ich reitungen in den tariflichen Zeitlöhnen: be! den Maurern 2,9 Proz., Zimmerern 0,9 Proz., Hilfsarbeitern 3,8 Proz., Tiefbauarbeitern 28 Proz. Das sind die Durchschnittszahlen für d!« acht ostelbifchen Dertragsgebiete mit Ausnahme von Groß- Berlin. Di« ostdeutschen Durchschnittszahlen werden mit jedenfalls nur geringfügigen Aenderungen auch im übrigen Reichsgebiet gellen. Die im Vergleich zu �en Maurern verhältnismäßig hohen lloderschreitungen bei den Hilfsarbeitern erklären sich daraus, daß den Hilfsarbeitern auch Angelernte und angehende Facharbeiter zugerechnet werden, die ihrer hohen physischen Leistungen wegen zum Teil besondere Zuschläge erhalten! dabei Handell es sich zum Teil um Zuschlag«, die zwar mriflich festgelegt sind, in der Statistik aber nicht unbedingt als tariflich erkennbar sind und sseshalb die Spannen zwischen Tariflohn und wirklichem Lohn künstlich ver- größern. Aus all dem ergibt sich zweiselsohn«, daß beim Lauarbeiter in mindestens 90 Proz. aller Fälle— auch dann müßten in Deutschtand innner noch rund 200000 Bauarbeiter im Akkord arbeiten, was ganz ausgeschlossen ist— der tarifliche Zeitlohn mit dein wirklich vereinnahmten Lohn nahezu identisch ist, während bei den übrigen Industrien im Reichs- durchschnitt nachweislich sehr erhebliche Uebcrschreitungen vorliegen. Münzenberg maßregelt. Zeugin ge�en Hölz—Auf Verlangen VerKpO. entlassen Eine bei der„Well am Abend" angestellte Sekretärin wurde— wie der„Vorwärts" am 26. Februar mllteille— entlassen, weil sie aus der Kommunistischen Partei ausgetreten ist. Die Klage, die die Enllassene beim Arbeitsgericht eingereicht hat, wurde am Freitag im Gütetermin verhandelt. Wie E m o n t s, als Vertreter der Klägerin, ausführte, ist sie auf verlangen der Zentrale der SPD. entlassen, weil sie aus der Partei ausgetreten ist und im Prozeß des Redakteurs Ra b old gegen Max Holz«ine für die Partei bzw. für Mar Hölz un- günstige Aussoge gemacht hat. Die Entlassung ist also aus politischen Gründen erfolgt, was nicht zulässig ist, da die Klägerin lediglich technische Arbellen ausgeführt hat. Die Kündi- gung. soll deshalb als unwirksam und das Arbeitsverhältnis als fortbestehend zftpklärt werden. Der Vertteter des Kosmosverlages, der die„Welt«m Abend" herausgibt, bestrill natürlich, daß die Klägerin auf Veranlassung der Parteizentrale gekündigt fei, auch sei ihre Zeugenaussage im Prozeß Rabold nicht der©rund der Kündigung gewesen. Das Ausscheiden der Klägerm aus der Kommunistischen Partei sei allerdings von Einfluß bei der Kündigung gewesen: Am 31. März wird die Klage im Kammertermin verhandelt. Angst vor der Wahrheit. Die Arbeitermassen aegen die KpO. Das Ergebnis der Wahl des Betriebsrats der Bewag ist ein harter Bissen für die KPD. Ihr offizielles Organ— von den offiziösen Organen nicht zu reden— druckst lang und schwer daran herum, ohne es fertig zu bringen, ihren Lesern und Geldgebern in der Sowjetbotschaft die einfache, aber hart« Tatsache mitzuteilen, daß die„revolutionäre Massenpartei ganze 294 Stimmen erhielt, die ..so.sialsaschlstische" Liste aber 3635, d, h. daß den 17„Sozial- fafch'sten" ein Lakai der KPD. gegenübersteht. Die Sowjetbotschost unterhält zwar offiziell freundschaftliche Be- Ziehungen zum Deutschen Reich, das van ihr ausgehaltene Blatt entblödet sich aber nicht, zur Bemäntelung der Niederlag« der beut- schen Sektion der Komintern— den Berliner Polizeipräsidenten verantwortlich zu machen. Wir sind nicht in Rußland, wo die GPU. regiert. Deutsche Arbeiter wählen geheim und frei. Der Niederlage in den Wasserwerken, dem Zusammenbruch in der Bewag werden ebenso scharf« Absage« an die Gewertschastsfeinde und Laksie» Stalins in den Gaswerken und in der B e r k e h r s» A.- G. folgen. Die„revolutionären Äraftzentren" sehen in den freien Gewerkschaften und in der Sozialdemokratie ihre Vertreter! Einigung bei der Mütlahsuhr A.-G. Nur noch wenige punkte strittig. Wie im„Vorwärts" bereits mllgeteill wurde, ist in den direkten Verhandlungen Zwilchen dem Gesamt-Berband und der Direk- tion der Berliner Müllabfuhr A.-G. über den Neuabschluß des Mantel- und Lohntarifes eins Einigung nicht erzielt worden. Es war die Vereinbarung getroffen worden, über die Aenderung der Mantelvertragsbesümmungen nochmals direkte Verhandlungen zu führen, den Lohnstrell jedoch dem Schlichtungsausschuß zur Entscheidung zu unterbreiten. I» den Verhandlungen über den Manieltarif konnte nunmehr über die meisten Abänderungsanträge beider Parteien eine Ver- ständigung herbeigeführt werden. Ueber einzelne noch strittige Punkte werden die Verhandlungen am 17. März sortgesetzt. Bei den Berhandulngen vor dem Schlichtungsausschuh zur Beilegung des Lohnkonflikts hatte der Vorsitzende des Schlichtungserusichusses den Vorschlag gemacht, die den Müllarbeiiern im vorigen Jahre erst- malig nicht gewährte Weihnachisgratifitation in Höhe von 50 Mark nachzuzahlen und es bei der bisherigen Lohnregelung zu be- lassen, wonach sich der Grundlohn der Müllarbeiter automatisch dem Höchst lohn im Berliner Transportgewerbe angleicht. Der Entzug der Weihnachtsgratifikation hatte überhaupt erst den Anlaß zur Kündigung des Lohntarifs und zur Einrcichiing einer Forderung auf Erhöhung der Löhne um 10 Proz. gegeben. Der Vorschlag des Gewerberats Körner ist durch einen Beschluß des Aufsitbtsrats der Müllabfuhr A.-G. am 3. Mörz angenommen worden. Die Vollversammlung der Arbeiter dieses Betriebes am 6. März ist diesen, Vorschlag ebenfalls beigetreten, so daß der Lohnkon- f l i t t bei der Berliner Müllabfuhr A.-G. damit beigelegt ist. Es ist anzunehmen, daß nunmehr auch über die wenigen noch strittigen Punkte des Manteltarifs eine Einigung erzielt werden wird. Rur für die gewerkfchastliche Liste! So stimmen die Gasarbeiter. Folgende Entschließung wird uns zur Beröffenilichung über- miiielt: Die am Mittwoch, dem Z. März 1930, im Städtischen Gaswerk Tegel tagende Betricbsversanrmlung nimmt mit Bedauern Kenntnis von der fkrupellofen Agitation der sogenannten revolutionären Betriebsobleut« zu den Detriebsraiswahlen am 9. und 11. März 1930. Die Versammelten verpflichten sich, um ihre Inier- «sien weiter wie bisher nur durch die Gewerkschaften vertreten zu sahen. Mann für Mann nur für die gewerk- schaftliche Liste einzutreten und zu stimmen. Die Krise in der iforkshlrer Wollindustrie. Oie Herabsehung der Löhne soll helfen. Coadoa. 7. März. Der von Lord WacMillan im Austrage des Arbeitsministeriums erstattete Bericht über die Lage der Wolltextilindustrie von Yorkshire kommt zu»er Schlußfolgerung, daß eine Herabsetzung der Löhne unvermeidlich sei. Sie soll iür die Zeitorbeiter Oi-I Pro», und für Stückarbeiter 8.766 Proz. betragen. Die' Unternehmer hallen Lohnherabsegungen von 15V» bis 18M Proz. verlangt. Nunmehr muß sich der gemeinfchofttiche In- duftrierot. der aus Unternehmern und Arbeitnehmern besteht, mit diesen Empfehlu-ngen befossen. Von der Lohnherabsetzung würden 700 000 Personen betroffen werden. Schiedsspruch in der Maßschneiderei. Die in»raunschweig geführten Verhandlungen zur Schlichtung des Torifkonfliktes der Maßschneider haben zur Fällung eines Schiedsspruchs geführt. Der Spruch ist. wie wir Hören, wenig befriedigend. Ein endgültiges Urteil über ihn läßt sich jedoch erst fällen, wenn er im Wocllaut— er ist'her- aus umfangreich— vorliegt. Die Erklärungsfrist für die Parteien läuft bis zum 23. Mörz._ Herzlichen Dank für olle Glückwünsche. Ehrunoen und Auimerk- samkeiten zu meinem 63. G-burts-age. dem Vorstand des Gesamt- Verbandes, der Reichsleiwng Abteilung Post und Telegraphie des Gesanuverbandes, dem Vorstand des Einheitsverbandes der Elsen- bahn« dem Vorstand des ADGB., dem Vorstand des ADV., dem Sekretariat der ITF. in Amsterdam, dem Reichsbanner. Kameradschaft Eickwalde, und allen den Freunden. Parteigenossen und Kol- legen In Berlin und im Reich«, denen einzeln zu danken rmr mchr möglich ist. Louis Brunner, Eichwalde(Kr. Teltow), 6 März 1930. Der freigewerkschaflllche Malerverband bat im Jahre 1929 trotz ein« jahresdurchschnittlich-n Arbeitslosigkeit von 23.6 Proz. der Mitglieder 3 5 00 neue Mitglieder gewonnen. Dieser Erfolg muß ein Ansporn sein, das noch brachliegende Terrain zu«ober» und zu beackern. Wieviel organisatorisch noch zu tun ist, zeigt die Tatsache, daß von mehr als 40 000 Lehrlingen des Malergewerbes erst 9000 dem Verband angeschlossen sind. �reie Gewer?scka?is-IuaendRerlln Kellte um IS'Z Ubr. Aetter.'n.Arb«its«cm«infS)oft im Iugentchcim d:z Ectomwerbonde». Vcwc.rksckaf'sliau-. Enqcbiser!•»— N, Aufgan« B pt. ITficma:.GewcrksckakMA« G«q«nwartssragin". ZUekrcnt: Georg eiaiSle. — Ilm ist- Ubr S?r.'6>chorProbr im Caal II des Gewerls-dafishauses. Engel- uf.j y—ss"- iZoian,eige! Sonntag. S. Mär,. SV- Uhr. Treffen der Wandle» Uber an der«ircke in Brie. Cbanfscrftrakc. Lrkurfion dürft Britz— Suckow— Siabnsdorr. Zui'endpruvve de6?tllsra'perk'ande6 de? Anoestellien Heute. Sonnabend, ab 20 Ubr Lollztanckursn» im IugenSbeim Erbet« Slraii: 18—10 und ab 20 Ubr bunter Abend b,w. Volls'an»abend>» llugenbbcim Wränge Ttr. 128.— Von 18 bis 20 Uhr Urbungsabend der Senge- gemeinfikaft und non 20 bis TZ Ubr Arbeitsgemeinschaft:„Ä>»ia!tsmus>m Iugendbrim der Schule Noltanienallee 81. »rnantwort-ich tit Politik: Tt. Cutt Gener: Nirilcholt- G 5N,»geIb?Ier: r-�f.'ialisbeinegung I. Sleinee: Zeuilleton:»t. Job» Eckiilemstt: Cofalei und Sonäicr»!Zrin Karstadt: An, einen: Tb Glocke: sSmtlich in Berlin. Verjag: Vorwäri». Verlag G. m b. H Berlin Truck: Vonwaris-Buchdriickeret und Bcrlaasaoilalt Vanl Singer u. To.. Berlin SW 68 Etudenltratze 8 Hier»» I Beilage und.lloterbaltuno»ad Wille»- Herren Anzüge-Ulsfer- Pchf-ofs Damen Kostüm e- Mäntel-Kleider Gertraudtenstr. Gross f es Spez'fol-Haus moderner ßJchfung Tir. 113* 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, S. Marz-1S3V Turmhausersalz am Bahnhof Füedrichslraffc. Lange genug hat der„Schand- fleck am Bahnhof Friedrichstraße". jenes wüste Dreieck zwischen Bahn- Hof, Friedrichstraße und Spree, eine unrühmlich« Existenz geführt: um so aufdringlicher gestaltete sich der Kontrast, als der neue moderne Bahnhof erstand und die zahl- reichen, hier aussteigenden Reisen- den gleich neben der prunkvolle» Fassode der Friodrichstraße ein so verwahrlostes Loch in dem Bebauungsplan einer Weltstadt fan- den. Die Situation muide nicht viel gebessert, als vor einigen Jahren ein Reklamegerüst den Bau eines Turmhaufes von riefen- haften Ausmaßen auf diesen, Platze versprach. Man hotte den Mund etwas zu voll genommen. denn der unzuverlässige Grund urcki Boden mochte ein solches Pro- jekt unmöglich. So kam es nur zu einem„Turmhaus-Er- s�a tz", Zwei moderne Türme, Stahls kalettb auten mit Ucbersang- glas verkleidet,»aber mir 13 Meter doch, flankieren die chauptfront an der Friedrichstrahe: diese Straßen- front, ein einfach gehaltener Fachwcrksbau, enthält 13 Läden, die recht geräumig sind und außer dem eigentlichen Verkaufsraum noch Büro und Rebcngeloß aufweisen. Die beiden Türme sollen einer großzügigen Lichtreklame dienen: der Raum zu ebener Erde wird als moderne Stehbierhalle mit verdecktem Sicht, Lautsprecher- Übertragung usw. ausgestattet. In zwei Wochen sollen diese Lokale in Betrieb genommen werden. Die weitere Randbeliauung ist ge- plant: der Hos, jetzt noch ein wüstes Durcheinander oön Schutt und Sdeüren, soll in einen Biergarten umgewandelt werden. Wenn auch dieser„Turmhaus-Ersatz" eine Kompromißlösung darstellt, so hat sich doch das ganze Bild aufs vorteilhafteste verändert und mit wenig Mitteln ist die schwierige Frage der Rand- bebauung auf architektonisch eindrucksvolle Meise gelöst: der Entwurf stammt von Architekt Frankel, dem Erbauer de?„Licht- bürg' am Gesundbrunnen. Schüsse auf die Polizei. Zwei Beamte und eine Frau schwer verletzt. während des ganzen gestrigen Tages blieb es bis auf kleinere Zwischenfälle vor dem Arbeitsamt Nord völlig ruhig. Zn der siebenten Abendstunde kam es jedoch im Osten Verlins an der weberwlesc zu einem neuen blutigen Zusammenstoß zwischen kommunistischen Demonllrantev und Pollzeibeamlen. Zwei S ch u po w a ch t m e ist e r wurden durch Schüsse an» der Menge schwer vcrleht. Gegen 19 Uhr hotien sich auf der Weberwiese an der Frank- surter Allee mehrere hundert Kommunisten angesammelt, die sich zu einem Zuge formierte» und die Frankfurter Allee hinunter- marschieren molltep., Mehrere Beamte eines Ueberfollkoomran�o- wagens der 2. Bereüschaft Friedrichshain stellten sich den Dempn- stranten entgegen und versuchten den Zug auszulösen. Die Schupv- beamtcn wurden jedoch mit einem Steinhagel«mpiangen, und plötzlich wurden aus der Menge etwa sechs bis acht Schüsse aus dt« Veamtcn abgefeuert. Der ZLjährige Wachtmeister Willi I. wurde von einer Kugel in den Hals getrossen, sein gleichaltriger Kamerad Rudolf G. erhielt einen Schuß in den Arm. Die Polizei niocht« daraufhin gleichfalls von der Schußwaffe Gebrauch, Dabei wurde eine Frau, deren Personalien noch unbekannt sind, durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Sie wurde in bemußtlosem Zustande ins Krankenhaus am Friedrichshain gebrocht,— Nachdem Berstorkungen herbeigeeilt waren, konnte der Platz von der Polizei wieder freigemacht werden. Eine Person, es soll sich um einen der Revolverschützen handeln, wurde zwangsgestellt. Neues schweres Grubenunglück. Explosion in einer belgischen Kohlengrube. Brüssel. 7. März. In der Zeche ifazier s in Mareinelle ereignete sich eine schwere Vxplvsivn schlagender Wetter. Zwölf Bergarbeiter wurde» getötet und elf verletzt. Bier dar Arbeiter schwebe» noch i» Lebensgefahr. Ei» Ingenieur erklärte, allem Anschein nach handle es sich nicht um schlagende Wetter, vielmehr seien die Opser von heißen Gasen verbrannt worden. Lm Hausflur überfallen. Oer jugendliche Täter festgenommen. Der db jährig,' Schankwirt Wilhelm S. wurde in später Rächt. stunde Im Hausflur feiner Wohnung in der Saiscr-Friedrich. Straße von einem jungen Manne niedergeschlagen. Der Ueberfallene sehte sich, als ihm der Täter die Brieftasche rauben wollte, energisch zur Wehr und rief tank um Hilfe. Der Bursche flüchtete daraufhin, konnte aber nach aufregender Jagd festgenommen werden. S. ist Besitzer eines Lokals in der Kronenstraße, dos er zur gewohnten Stunde geschloffen halte, Cr fuhr direkt noch seiner Wohnung. Als er kaum den dunklen Flur seines Hauses betreten hatte, stürzte sich plötzlich aus einer Nische ein junger Bursche auf ihn und versetzte ihm»nt einem Ziegelstein mehrere wuchtige' Hiebe über den Kopf. S. ist trotz seiner Jahre noch sehr rüstig und hielt sich den Angreifer vom Leibe. Der Täter, der nun einsah, daß er nicht zum Ziel kommen würde, flüchtete und lief nach der Blücher- straße zu. Ein Schupoposten hatte die HUferufe des Gastwirts ge- hört, und es gelang dem Beamten, den Flüchtling einzuholen und festzunehmen. Auf dem Revier war inzwischen auch S. erschienen, um Anzeig« zu erstatten. Sehr groß war sein Erstaunen, als er' in dem Festgenommenen den 22 Jahre alten Arbeitsburfchcn Emil La l o w s k! aus der Linienstr. 2Ö0 erkannte, der bis vor einigen Tagen in feinem Geschäft als Aushilfe und als Kegeljungc gearbeitet hotte. Am letzten Freitag hotte L, ohne jede Beranlaisung die Arbeit aufgegeben. L, gab die Tat ohne weiteres zu. Er hatte sich auf die Lauer gelegt, da er wußte, wann S. heimkehren würde, uni ihn zu berauben, L. wurde dem Polizeipräsidium eingeliefert. Die Flut geht zurück. Frankreich dankt der NeichSregierung für die Beileids- kundgebung. Paris, 7. März.(Eigenbericht.) Di« Kammer hat am Freitag einstimmig einen ersten Rot- l r c d i t für die Ueberschwemmungsgeschädigten in S ü d f r a n k r e i ch in Höhe von IM Millionen Franken bewilligt, Gleichzeitig hat die Regierung für die 14 von der Katastrophe betroffenen Departements«in Teilmoratorium eklosfen. Der deutsche Botschafter in Paris hat am Freitag in einer Unter- reduirg mit dem Generalsekretär des Quai d'Orsay, Philipp Berthelot, der französischen Regierung die Teilnahme der Reichs- regierung zu der Katastrophe ausgesprochen. In einem persönlichen Schreiben hat der Ministerpräsident T a r d i e u sich sofort bedankt und betont, daß das große französisch« Volk, in erster Linie natürlich die Neberfchwemmungsgeschädigten selbst, für diese Beileidstundgebung besonders erkenntlich seien. Der König von England und der von Spanien haben an den Präsidenten der RepiMik Telegramme gesandt. Der päpstliche Nuntius hat im Namen des Heiligen Stuhles ein« Gabe von 50 000 Franken gestiftet. Aus dem Katastrophe»gebiet selbst liegen am Freitag keine neuen Nachrichten vor. Ueberall hat sich die Flut oer- lausen und man ist onis energischste mit den Auiräimmngs- arbeiten beschäftigt. Eine GesamidUang der Schäden läßt sich jedoch immer noch nicht aufstellen. In Bordeaux flaut das«Hochwasser am Freitag«eiter ob. Dank rechtzeitiger Sicherrmgsmaßnahmen hält sich hier der Schaden in mäßigen Grenzen, peiroleumlager in Klammen. Sieben Tanklürme in die Lust geflogen. Rem Jork. 7. März. Die Pelroleumspeichcraulage der Sinclair Refining Eompanq in p ennsykva»! a mit einem Fassungsvermögen von 13 Million»! Gallonen(etwa 67 Millionen Liter) ist durch Groß jeuer v?r. nichlet worden. Aus dem Geiävde der Anlage war ein Brand ent- standen, der bald größeren Umfang annahm. Durch die Hitze wurde» die sieben Tankturme der Anlage in Mitleideuschost gezogen und flogen in kurzen Abständen in die Luft. Sämtliche Gebäude im näheren Umkreis der Anlogen gingen in Flammen auf. Morgeufeicr des Arbeitertulturkartells. Unter dem Motto: Hinan! Vorwärts— hinan! ver. onstoltet das Arlieitertulwrkartell Berlin am«sonviag. dem 9, März, vormittags 11 Uhr, in der Funkstunde eine Morgenscicr, die unseren Vorkämpfern. Marx, Lafsall« und August Bebel qcw'd met ist. Das genaue Programm ist im„A r b e i t e r f u n k" oder auch in der Berliner„Funkstunde' eiiilzalten. � A.$ 6:1 „Nimm das, alte Gans— und das— und das und das— und vielleicht lernst du noch, eine Dame, die ha�nlos spazieren geht und sich um nichts kümmert, nicht zu be- schimpfen." Die Portugiesen stürzten jetzt vor, um Rita von chrcm Opfer fortzureißen, aber die Brasilianer ließen es nicht zu. „Hände weg!" „Wer sie wird sie noch umbringen." „Na wenn schon, es ist doch ihr Kampf." Die Gemüter wurden erhitzt, und nicht gerade sehr schmeichelhafte Worte, wie„Einwanderer",„blöde Kuh" und so weiter erfüllten die Luft. Dann warf jemand einen Eimer mitten hinein, und im Augenblick war die Schlacht allgemein. Statt eines Streites zweier Frauen um einen Mann, handelte es sich jetzt um einen Kampf zwischen der Fremden- legion und der Nationalgarde, in den sich fünfzig Männer und Frauen mit einer besseren Sache würdigem Eifer stürzten. Steine, aus Zäunen ausgerissene Pflöcke und alle Utensilien, die gewöhnlich benutzt werden, um die Wäsche des Menschenvolks zu waschen, nahmen an dem Gefecht teil. Lon Mirandas Fenster her ertönte wiederHoll ein Polizetpfiff, und durch das Tor kamen jetzt Leute von der Straße ange- stürzt. Ioao Romao eille wieder auf den Kriegsschauplatz. konnte sich aber in dem Larm. der den ganzen Hof erfüllte, nicht einmal bemerkbar machen. Er war nicht imstande, das Tor oder auch nur die Türen seines Ladens zu schließen: daher leerte er alle Kasten und pflanzte sich mit einem Stück Eisenrohr vor seinen Waren auf. Bertoleza stellte lauter Töpfe mll Wasser zum Kochen auf den Herd, um ihrem Manne bei der Verteidigung seines Eigentums beizustehen. Inzwischen ging die Schlacht ohne sichtlichen Borteil für irgendeine Partei weiter. Die Steinbruchleute hatten ihre Arbeit im Stich gelassen und stürzten besorgt m den Hof. Unter Flüchen und Murren hörte man Rufe für Portugal und dann wieder welche für Brasilien. Manchmal gelang es einer Gruppe von tapferen Kriegern, den Gegner zurück- zubrängen, aber er rückte regelmäßig wieder vor, und der verlorene Boden wurde wiedererobert. Die Polizisten er- schienen, aber es waren ihrer zu wenig, um einzugreifen, und sie begnügttn sich daher zuzusehen. Aber als der Kampf seinen Lzähepunkt erreicht hatte, erscholl von der Straße her Lärm, und ein Stimmengewirr machte sich über dem Schlachtengetöse bemerkbar. Die Ein- wohner vom Katzenkopf waren gekommen, um den Mord an ihrem Führer blutig zu rächen. Im Nu verwandelte sich der Bürgerkrieg in eine Verteidigung gegen feindlichen Ucberfall, Denn als die Stockfische den Kriegsruf von der Straße her vernahmen, hörten sie auf zu kämpfen und bereiteten sich vor, dem verhaßten Feind Widerstand zu leisten. Die Häuser wurden jetzt hastig nach Waffen durchsucht, und diese wurden unterschiedslos unter die Hausbewohner verteilt. Es gab jetzt keine'Portugiesen und keine Brasilio»er mehr, es gab nur noch Stockfische, die mit Feuereifer entschlossen waren, ihre Familien und ihr Heim bis auf den letzten Mann zu verteidigen. Die Feinde stimmten, als sie näher rückten, einen Kriegs- gssang an, welche der junge Augusto. der hoch oben auf dem Laternenpfahl im Hof hockte, in schrillen Tönen beant- wartete. Er sah sehr malerisch aus, denn er hatte sich Nenems rotjeidene Schärpe um die Taille gebunden und ein Küchenmesser hineingesteckt. Ein dünner Mulatte, dem kein Mensch bisher Beachtung geschenkt halle, pflanzte sich ganz- lich unbewaffnet im Toreingang auf und schien berell, die sich nähernde Armee zu empfangen. Er flöste Dertraucn ein, denn er lachte. An der Spitze der Kotzenköpfe stand Porsiro. Eine Feder und ein gelbes Band schmückten seinen Hut, er tanzte umher und rief den nachfolgend«' Heerschar«' Befehle und ermunternde Worte zu. Die rückten nach, sangen noch immer und waren zum größten Teil mll Rasiermessern be- waffnet, die sie offen m der Hand trugen. Die Stockfische füllten den Hof und erwarteten den Feind verhältnismäßig schweigend. Das vorangegangene Gefecht im eigenen Lager hatte ihre Kampfeslust geweckt und sie m kriegerische Stimmung versetzt: sie waren jedoch, als sie sich rüsten mußten, um dem Ueberfall�von Firwos Freunden zu begegnen, schon zu heiser zum Schreien. Und trotz der Verantwortung, die sie doch für alles Geschehene trug, mochte die Soime einen feigen Rückzug und verschwand, als ginge sie der Ausgang"des drohenden Kampfes überhaupt nichts an. Oben an Mirandas Fenster befand sich der alte Botelho in fieberhafter Erregung. Alles, was nach Krieg schmeckte, war nach seinem Geschmack, und jetzt sollte er eine richtig" Schlacht erleben, die offenbar ihm zuliebe inszeniert zu sein schien- Also feuerte er beide Parteien an und betete in ständig, es möge nur niemand nachgeben. Der Feind erschien jetzt am Portal, und zehn Stockfische rückten vor, um zehn Katzenköpfen zu begegnen. Die Schlacht begann, nicht in blinder Verwirrung, sondern nach einem geordneten Plan. Porfiro dirigierte die Bewegung der An- griffsmächte weiter und sang und tanzte dabei vor und zurück, Rasiermesser wurden gezückt und Keulen hoch in die Lust geschwungen. Jeder Kämpfer hatte einen Gegner von gleicher Größe und Kraft, und beide Parteien sahen dem Angriff und der Verteidigung atemlos zu. Vor und zurück sprangen die Männer. Ein plötzlicher wütender Stoß schien sein Opfer tödlich treffen zu wollen, aber mit der Geschwin- digkeit einer Katze warf sich der Bedrohte zu Boden und entkam unversehrt. Wer würde zuerst ermüden und auf- geben'? Das war der Gedanke, der alle Zuschauer bewegte. Aber dasselbe Element, das bei dem letzten Ueberfall van vao Romao seine Hand im Spiel gehabt hatte, griff auch beute wieder ein. Auf einmal walzte sich eine schwarze Riesemvolke vom unteren Teil der Siedlung heran.?,n Nummer achtund achtzig brannte es: diesmal war es ein Riesenfeuer, und das gütige Schicksal, das damals hatte regnen lasten, um Ioao Romaos Besitz zu retten, blieb heute aus-. Die Hexe verwirklichte endlich den Traum, der oll die Monate hmdurch in ihrem armen verstörten Kopf ge- schlummert Halle. Die Schlacht vor dem Tor gab ihr die gewünschte Gelegenheit: sie war ans äußerste Ende der Siedlung gekrochen und Halle auf dem Boden von Nummer acht undachtzig Kannen mit Petroleum ausgegossen, das sie zu diesem Zweck gesammell hatte. Em starker Wind vom Hügel her blies das Feuer noch an, und es verbreitete sich beunruhigend schnell über die leicht gebauten Häuschen hin. Die Katzenköpfe waren anständige Feinde und er- achteten es unter ihrer Würde, aus diesem Zufall Dorteil zu ziehen. Die Stockfische mußten ihre.Kmicr retten und versuchen. ihre Wertsachen aus den brennenden Gebäuden herauszuholen. Also mußte der Kampf vertagt werden. Sie waren sogar geneigt, ihren Gegnern zu helfen und mit ihnen zusammen gegen das Feuer anzugehen, so daß jetzt Stockfische und Katzentöpfe Schuller an Schulter arbelleteu und retteten, was zu retten war.(Fortsetzung folgt.) Die nationalistischen Mörder. Wird eine Belohnung für ihre Ergreifung ausgesetzt? von der politischen Polizei sind gestern nachmillag ein Kommissar und ein Kriminalassistent nach Rönlgental entsandt worden, die im Verein mit den Ortsbehörden die weiteren Ermittlungen nach den nationalsozialistische« ZNör- deri� die in der Nacht zum Donnerstag den feigen Mordüberfall auf das Reichsbanner ausführten, aufgenommen haben. Eirtgegen der ersten Verlautbarung ist inzwischen festgestellt worden, daß sich m dem Hakonkreuzlerhaufen auch mehrere Mit- glieder der Ortsgruppe der NSDAP Nöntgental befunden haben. Durch rhre Vernehmungen hofft man die Täter bald ausfindig zu machen und hinter Schloß und Riegel zu bringen. Das Befinden der Berletzten, des Reichsbannsrkameradsn Werkmeister U h l i g, des Kassen!beamt«n Gebauer, der Mitglied der Sozialdemokratie ist, und des Jungkommunisten Seifert, hat sich erfreulicherweise so weit gebessert, daß ko'merl.i Gefahr mehr besteht. Der von den Nationalsoziall st en ermordete Arbeiter Kubow war bei der Kleinwohichausbaugenosserschaft in Zepernick beschäftigt. Als die Belegschaft gestern von der Schand- tat der nationalsozialistischen Rowdys, die den Tod eines ihrer Kollegen zur Folge hatte, erfuhr, legton sie als Zeichen ihrer Em- pärung geschlossen die Arbeit nieder. Am kommenden Äontag findet die Beerdigung des Erschossenen statt.' Von der Sozialdemokratischen Partei ist für Sonnlag om« große Prote st kund gebung, die sich gegen den rechtsradikalen Terror richtet, einberufen worden. vi« Ermitteungen der Polizei über das blutige Derbrechen � der' Na lionaÄoz ial i st en haben bisher noch zu keinem greifbaren Resultat geführt. Jedenfalls sind noch keinerlei � Verhaftungen ge- meldet. Dies ist um so austollender, als noch Lage der Dinge die Ergreifung der Täter nicht übermäßig' schwierig sein dünste.'Denn es scheint ja, daß dieser planmäßig vorbereitelc Feuerüberfall aus Rcichrdannerkameraden von«mer größeren Gruppe ausging, die bereits einmal im gleichen Lokal einen Auftritt provoziert hatte. Ein Toter, drei Schwerverletzt« sind diesem ge- meinen Verbrechen zum Opfer, gefallen. Uns scheint, daß dieses traurige Ergebnis mehr als genügend fein sollte, um die Polizei zu veranlassen, die Täter mit allen bei der Verfolgung von Mör- dcrn üblichen Mitteln und Opfern zu verfolgen. Es ist ein uner- träglicher Gedanke, daß zwar bei einem Rauh, und Lustmord, oder manchmal sogar bei einem schweren Einbruch die Polizei hohe Belohnungen aussetzt, die bei der Ergreifung der Täter oft eine«ntlcheidend« Roll« spielen, in diesem Falle bisher nichts derartiges geschehen ist. Die Gemeingefährlich- k e i t auch solcher„politischen" Mordtaten schießlüsterner Extrem- Radikaler ist nicht, geringer als die eines gewöhnlichen Raub- oder Luitmörders: doliir zeugen der Tote und die übrigen Op'er des nationalistischen Banditenüberfalls vom Dienstagabend.— Die«> publikamlche Bevölkerung erwartet daher vom Berliner Pcli- zeipräfidenten, daß er unverzüglich einen Aufruf plakatieren läßt, der eine erhebliche Belohnung für die Ergreifung der Täter von Röntge mal aussetzt. Es sind uns schon Zuschriften in diesem Sinn« zugegangen, die sich mit unserer eigenen Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer solchen berechtigten Maßnahme völlig decken. Putfchstrategte des RKB. Das Urteil im Prozeß der I�otfroMlämpfer. 3n dem Prozeß gegen die lö früheren Mitglieder des verbotenen Rot-Fronl-Kämpfer-Vundes wurden die Angeklagten V l l b r i ch und p o h n t e wegen Geheimbündelei und Vergehens gegen das Gesetz Aber den versailler Friedensvertrag zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der dritte hauptangeklogte peuke wurde freigesprochen, von den übrigen lt Angenagten wurden fünf freigesprochen und sechs zu je 60 Mark Geldstrafe an Stelle von 6 Tagen Gefängnis wegen ihrer Mitgliedschaft an der illegalen Fortsetzung des verbotene« Bundes verurteilt. •k Die Ausschreitungen, die am Abend d«s IS. Januar am ch« r- m a n n p l a tz in Neukölln von Kontmunistsn begangen wurden, fanden gestern vor dem Erweiterten Schöffengericht Neukölln ein Nachspiel. Angeklagt war der Arbeiter Schulz, der sich an einem Demonstrationszug beteiligt halt«, den die Polizei später auflöst«.! Die Polizei mußte die Demonstranten, die gegen die Beamten eine � bedrohliche Haltung einnahmen, mehrfach mit dem Gummi-, knüppel auseinandertreiben. Während des Krawalls warf der An- � geklagte mit einem Stain auf den Polizeibeamten, der allerdings fehlging. Schulz gab an, daß er nur durch Zufall auf den Hermann- plag gekommen fei, bedauerte aber, daß der Stein den Beamten nicht getroffen habe. Er wurde auf Grund dieses Eingeständnisses gemäß dem Antrage des Staatsanwalts wegen schweren Aufruhrs zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Kabeldiebe an der Arbe... Gestern nacht waren an der Peripherie Berlins wieder einmal K a b e l d i e b e an der Arbeit. Diesmal ist der Leidtragende die Reichsbahn/ der etwa 2400 Meter kupferner Telegraphenkabel. der an Hochmasten zwischen den Stationen Rahnsdorf und Fried richshagen gespannt war, von noch undekannten Dieben gestohlen wurde. Es handsltPch um einen Telephon-Strecken- t a b e l, der zur Ueberniittelung der. Nachrichten von einer zur anderen Station dient. An dem Diebstahl müssen mindestens drei oder vier Personen beteiligt gewesen sein, da, ganz abgesehen von dem sehr erheblichen Gewicht, dos Entfernen des kupfernen Drahtes von den Masten eine sehr schwere Arbeit bedeutet. Bisher fchkt von den Tätern noch jede Spur. Die Urausfühnmg des Films..Ohne Auto durch Afrika" findet in einem F i l m m o t i n e« der Sozial ist ischen Arbeiter. j u ge"dam Sonntag, dem 16. März. IlM- Uhr. im Phöbus- Palast. am Anhalter Bahnhof, statt. Gleichzeitig läuft als Gegenüberstellung zu die fem Fum, der die prim tiven Lebens, und Arbeitsverhältnisse Afrikas zeigt, der Film„Im Schatten der Maschine"(ein L �'"ttiltstütten zum Preise von iO Pf. im Jugendsetrewriat. SW68, Lmdenstr. Z. 2. Hof. bei den Funktio- naren der SAJ. und an der Kasse.'% Kundgebung der Arbeit gem-ünschast sozialistischer Alkohol- gegner am Freitag, dem 14. März, abends 7hl Uhr(pün'llichl im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Str. 8. Es sprechen die Cfton finrl Sempnrw TUnrip huhart-r V,____.. 3« Zeilen der Not„Festspiele"? Denkt an die Wohlfahrtspflege und Crwerbslofenhilfe! Wie wir bereits In unserem Bericht über die letzte Stadl- erordnetensihung mitteilten, hat die sozialdemokratische Ralhaussraklion einen Antrag eingebracht, der sich gegen die Abhaltung von ,.F e st s p i e l w o ch e n" in der jetzigen Zeit schwerster Not wendet. Der Antrag hat folgenden Wortlaut: „In Berliner Zeitungen der verschiedensten Richtungen ist in reu allerletzten Tagen— wahrscheinlich auf Grund von gleich- lautenden Mitteilungen eines anscheinend bestehenden sogenannten „Festausschusses"— berichtet worden über besondere Opern-, Schauspiel-, Konzert- und ähnliehe Zlufsührungen im Frühjahr dieses Jahres. Trotz der täglich steigenden Er- werbslosenzisfer hat man die Geschmacklosigkeit, diese Der- anstaltungen wie mi Vorjahr« zusammenfassen zu wollen unter dem Begriff einer„F e st s p i e l w o ch e", die vorzugsweise bei den außerordentlich erhöhten Eintrittspreisen nur für einen tleinen Teil der Berliner Bevölkerung bestimmt ist, unter Ausschluß proletarischer Besucher. Die finanzielle Grundlage für diese Veranstaltungen soll geschaffen worden sein in derselben Weiss, die wiederholt von der Berliner Stadtverorl netenverfammlimg fast einmütig verurteilt worden ist. Es geht nicht an, private Kunst- absschten in Verbindung bringen zu wollen mit künstlerischen In- stitutionen der Stadt, ohne daß deren Körperschaften und die von diesen Körperschaften geschaffenen Einrichtungen(Aufsichtsräte und dergleichen) rechtzeitig und eingehend von all diesen Dingen unter- richtet wurden und endgültig den Plänen ihre Zustimmung ge- geben haben. Zu einem Teil wird überdies in den Mittelpunkt der geplanten Festspielveronstaltunpen die Feier des Berussjub'läums eines Berliner Thsaterleiters gestellt, mit dem die Stadt Berlin schwere Differenzen auf steuerlichem Gebiete hat, die bis zum heutigen Tage noch nicht ausgeglichen werken konnten und dazu geführt haben, daß die Stadt Berlin Steuermittel, die sie beanspruchen könnte, von diesem Theaterleiter nicht erhielt. Als Begründuna für die Durchführung dieser Veranstaltungen wird mit angeführt, daß sie eine Steigerung des Berliner Fremden- verkehrs und dadurch eine Belebung des Wirtschaftslebens Berlins bringen werden. Ein Vergleich der Zffern der Belebung der Berliner Uebernachtungsstätten in der Zeit der vorjährigen Fest- spiele mit der gleichen Zeit des vorangegangenen Jahres läßt nur eine ganz unwesentlich« Steigerung erkennen. Ein weiterer Hinweis, daß die Stadt Berlin mit diesen Dingen, die auf privater Grundlage durchgeführt würden, nichts zu tun habe, ist nicht stich- höltig, weil die Erfahrungen gelehrt haben, daß letzten Endes mo- ralisch und schließlich auch in praktischer Wirkung dt« Stadt Berlin für das Ergebnis solcher Veranstaltungen verantwortlich bleibt und daß sie es überdies nicht hin- dern kann, wenn die finanziellen Grundlagen hiersür mit von Persönlichkeiten geschaffen werden, die später, wie die Vergongen- heit gelehrt hat, schärfster öffentlicher Kritik ausgesetzt waren._ Diejenigen Bersönlichkeilen, die für solche Zwecke Geld zur Verfügung stellen wollen, können dies ziveckenlsprechender anwenden, wenn sie es für stödiische wohlsahrlsrwccke und insbesondere für die städtische Erwerbslosenhilfe hergeben. Unter Berücksichtigung dieser Gesicitkvunkte beantragen wir: l. Städtische Räume und Institutionen, auch solche, auf deren Tätigkeit die Stadl einen überwiegenden Einfluß hat. werden für Zwecke der diesjährigen sogenannten„Festspielwoche" nicht zur Verfügung gestellt. ?. Der Magistrat wird ersucht, umgehendst iu Verbindung mit dem Aufsichtsral der Städtischen Oper und mit dem Lvfsichtsrat des Philharmonischeu Orchesters sich weitestgehend Einblick über die bisher vorbereilelen Pläne zu verschaffen und festzostellen, wieweil leilende Persöulichkeileu städtischer Einrichtungen und Gesellschaften ohne Befragen der zuständigen Körperschaften hierbei tätig geworden sind. Z. Der Magistrat und der Aufflchtsrat der Städtischen Oper A. G. werden ersucht, im Rahmen der zwischen Städtischer und staatlicher Oper bestehenden Arbeilsgemeinschast aus die Verwaltung der staatlichen Thealer dahingehend einzuwirken, daß auch diese ihre Mitwirkung bei dseser eigenartigen Festspielwoche versagt. 4. Der Magistrat wird ersucht, nnverzüglich der Stadlverord- nelenverfammlung von den Ergebnissen der geforderten Feststellungen der Stadtverordnetenversammlung Mitteilung zu machen in einer Form, die der Stadloerordactenversammluug vor Beginn der sogenannten„Festspiele" eine Beschlußfassung ermöglicht." Urwahien bei den Freidenkern Fort mit den Verderbern des Verbandes! Am Sonnlag. dem S. März, von 9 bis 16 Uhr, finden die Ar- wählen im Bezirk Groh-Bcrlin des Freidenker- Verbandes statt. Da die Anzahl der Mitglieder in Berlin fast 36 Proz. der Gesaniimltgliedschosl des Verbandes beirägi, hat diese Abstimmung eine große Bedeutung für die Zukunft und Existenz unserer Bewegung. Eine U r w a h l stellt in einer proletarischen Organisation Ire höchste Form der Demokrat«, des Selln'tbest.mm'.mgsrechts der Mitglieds che st dar. Sie gibt jedem die Möglichkeit, uribcemfluß: und unbehindert durch irgendwelche Störungen mit zu entscheiden. Es liegt bei der Mitgliedfrchift selbst, sich durch Passivität. Durch Fern bleiben von der Wahl um'dieses Mechk zu bringen. Der Verband hatte im Jahre 1922 einen Miiglieiderbcstand von 261 Z65. 1926 einen solchen von 417 469 und 1939 einen solchen von 599 933. Das bedeutet eine Zunahme von 328 468 Mitgliedern oder über 190 Proz. im Zeitraum von acht Jahren. Nach Abschluß der Jnflationsperiod« betrug das Ver> bands vermögen rund 315 199,57 M., im Jahre 1929 ober fast das Zehnfache, nämlich 3 795 979,86 M. Diese Zahlen, die seit 1927 Jahr für Jahr von einer Treuhandgesellschaft überprüft und bestätigt worden sind, beweisen die großartige finanzielle Aufwärts- vnt Wicklung. Was Hot die Opposition diesen großen, posttjven, überzeugen- den Tatsachen gegenüberzustellen? Haltlose Behauptungen und Verleumdungen und Herabsetzungen bewährter Mitglieder der gegen- wärt'gen Leitung, die den Verband aufwärts gebracht haben. Di« kulturpolitischen Aufgaben und Ziele wer- den aber nur dann gefördert werden können, wenn die Verbands- gencral Versammlung aus Delegierten zusammengesetzt wird, die in einheitlicher ideologischer Geschlossenheit gemeinsam« Arbeit leisten können. Die Tagung der DerbandsgenerÄversammlung wird um- sonst sein, wenn nicht an ihrem Beginn das Ende der inneren Zer- risseicheit steht. Diese Voraussetzung zu schaffen, ist Inhalt und Ziel der Wahle» am 9. März. Wer die Freidenkerbewegung in diesem Sinn« zukünftig gefördert wissen will, wählt am 9. März Liste 1 Verbandsaufbau. Hausgehilfin. Im (Nordbahn) können Ausbildung zur Kinderpflegerin und Kindererholungsheim Borgsdor zum t. April 1939 jung« Mädchen mit abgeschlossener Volksschul- bildung bei Ausbildung in Kinderpflege und Hauswirtschaft zur Er- langung der Mittelschulreise aufgenommen werden. Meldungen an die'Geschäftsstelle Berlin O27, Vlumenstr. 97. Kohlenstaubexplosion in Waggonfabrik. Sin Feuerwehrmann schwer verlehl. Aachen, 7. März. In der Wttggonfabrlk von G o o s s e n e, L o ch n e r u. E o. In Würselen geriet der Inhalt eines Kohlenbunkers in Brand. Die Fenerwehr bekämpfte das Feuer, während die Arbeiter damit beschäftigt waren, den Bunker umzuwerfen. Bei dem Sturz der Kohlenmassen entwickelten sich mächtige Kohlen st aub- wölken, die unmittelbar daraus eine groß« Kohlen st aub- e x p l o s i o n verursachten. Mehrer« Sekunden lang waren die weiten Hallen in der ganzen Ausdehnung ein einziges Flammen- m>eer. Ein Feuerwehrmann erlitt schwer« Brandver» l e tz u n g e n, einige ander« wurden leichler verletzt. Auch der an der Brandstelle anwesende Bürgermeister wurde bei der Explosion verletzt. Oer llniergang der„Monie Cervanies" Die Schiffsleitung ohne Schuld. I» Hamburger SkrafjustlzgcbSud« begann am henklgen Freikag vormillag vor dem Seeomt Hamburg die Verhaad- long wegen des Untergangs der„Monte E e r- oantcs" im Vcagle-Kanal sowie über de« Tod de» kapiiä»s Dreyer. Sin Offizier erklärte über den Moment des Schi ffsunter- gangs: Kapitän Dreyer stand mit seinem Jackett und einer Schwimmweste im Arm an der Backbordseite und versuchte, an einem Tauende an der Bordwand herunter, zicklettern. Er siel hierbei in das Promenadendeck. Als der Kapitän sich dann an die Reeling klammerte, legt« sich das Schiff schnell zuf di� Seite. Dreyer ver- schwand dann in das Innere des Schiffes, ih das die Meere-fluten mit ungeheurer Gewalt einstürmten. Dos Schicksal der„Monte Cervantes" war besiegell, mit ihm das Schicksal seines Führers. Der Sachverständige Kapitän Pohlmann, der vor und nach dem Kriege für die Hamburg-Süd in der argentinischen Küstenfahrt tätig gewesen ist, die Feuerlandkanäle gut kennt und noch im vorigen Jahre dort gefahren hat, erklärt« u. a., daß gegen die von der„Monte Ter- vantes" gefahrenen Kurse keine Einwendungen erhoben werden könnten. In dem gefällten Spruch heißt«s:„An dem Auflaufen des Schiffes, dessen Kurs und Novigierung nicht zu beanstanden sind, trifft den Kapitän Dreyer und den ihm assistierenden Kapitän Heye sowie die Schiffsoffiziere keine Schuld. Die schnelle und sichere Ausbootung der 1517 Passagiere und des größten Teils der 339 Mann starken Bes«tzung ist hoch anzu«rkenner>. Eine Nach- Prüfung der Wassertiefe w dieser Durchfahrt ist dringend zu wünschen," Weißenberg und der, /Geist" Bismarcks. Kursowsky wegen Goitesläflerung verurteilt. Weißenberg und sein« Jünger sind ttr Moabit stärtdige Gäste geworden—, bald als Kläger, bald als Angeklagt«. Gestern schmückt« die Anklagebank der Heilmagnetiseur, Geschäftsführer der Evangelisch-Iohannitischen Kirch«, verantwortlicher Redakteur des „Weißen Berges", K u r s o w s k y. Die Anklage lautete: Gottes- lästerung, begangen durch einen Artikel vom 19. Mai 1929 unter dem Titel„Fürst Otto Bismarck über Italiens Zukunft". Das Geschreibsel hatte zum Inhalt die Zusammenhänge zwischen Frei- maurevsi und Katholizismus und enthielt wüste Schimpsere-'en gegen den Papst. Das P a p st t u m, hieß es da, sei die in Fleich und Blut verkörperte Idee des Satans: es gebe keinen größeren Diener der Hölle als den Papst. Der Papst sei der Diener und oberste Fürst des Abgrunds. Wie der Artikel, so die Verteidigung des Angeklagten. Er hätte ihn nie gebracht, sagte er, wenn das Manuskript von Menschenhand hergerührt hätte. Es sei aher im Trance- zustand des Mediums Frau Arrtdt zustandegekommen und ihr von Bismarck selbst aus dem Jenseits diktiert. Davon zeuge auch die Unterschrift„Ich. Otto von Bismarck, mein, durch Gnade Gottes freier und gelöster Geist hat hiermit das Geheimnis des Freimaurertums und der katholischen Kirche dargetan". Er, Kur- sowsky, glaube an die Wirtlichkeit.dieser Offenbarung durch das Medium.„Hier stehe ich", rief er nach berühmten Mustern aus, „ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen." Geholfen muri« ihm vom Gericht durch eine Gefänznisstrafe von zwei Monat n zwei Wochen, an deren Stell« 1999 M. Geldstrafe treten solle. Die Urteilsbegründung sagte spöttisch, daß es dahingestellt bleiben mag. ob der Artikel von einem Medium stamme oder rachi. das änd re an der Tatsach« der Beleidigung der katholischen Kirche nichts. Der Staatsanwalt hatte vier Monat« Gefängnis beantragt.— Das Medium dürfie nächstens vorsichtiger sein und nicht alles hin- schreiben, was ihm Geister vom Jenseits offenbaren und der ver- aittworttiche Redakteur dürfte die Offenbarungen seines Mediums einer Zensur unterziehen. Dr. Albert Kiekebusch 60 Zahre all. Der Direktor der vor- geschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums, Dr. Albert Kiekebusch, feiert heu'e seinen 69. Geburtstag. Kiekebusch, der aus Waßmannsdorf, Kreis Teltow, stammt, ist aus dem Volks- Ichullehrerstand hervorgegangen. Er besuchte das Volks- schu.llehrerseminar in Köpenick und studierte nach mehrjähriger Lchrertätigkeit und Erlangung des Reifezeugnisses in Berlin. Seine Forschungen über vorgeschichtliche Siedlungen sind bekanm, eveiyo d« Ausgrabungen in Buch 1919 bis 1914, in Hasenfelde. Trebuz, Neukölln(Reitergrab): er entdeckte die germanischen Gräberfelder zu Dreddin. Groß-Machnow und Wollschow(Hünengräber). Auch de Entdeckung der wendischen Siedlung auf dem Pennigberge bei Mittenwalde verdanken wir ihm. Seit 1915 leitet er am Märtischen Museum ein vorgeschichtliche, Seminar, da, von Lehrern aller Schulgattungen besucht wird. Da» rumänische krlegsminlsieriuw hat große, seit langer Zst andauernde Schiebungen drei höherer Offiziere und mehrerer ll t r- offiziere aufgedeckt. Es handelt sich hauptsächlich um Uebervottei- lungen des Militärsiskus bei dem Warenbezug durch ein« Privat» firma. Die Beschuldigten wurden verhaftet. El«« eCTtitff««! 3nffl i» der Cfttce.„Runii. die vcraessene Intel mit iirallet Kultur" wird Herr Dr. Mar Grote wo b I unter Borfithruna eiflenet OTmaufnafirttcn Mittt-vch, 12. Mör», 20 Uhr, ttn gtogcit Saal bt* Treptower Sternwarte schildern. stet» an Da» Sa jlrtaftftetoriai 2, Hot, 2 Treppen recht», j» richten Ausbau des Oskar-Helene-Heims. Die Zentral-Forschuirgs- und Fortbildungsanstalt für die Krüppelfürsorge in Preuhen und im Reich, das Oskar- Helene- Heim i>n Berlm-Dahlem, plant gegenwärtig einen wesentlichen Ausbau. Soeben hat die Verwaltung des Heimes, das in Dahlem am Rande des Grunewalds liegt, ungefähr 11 Hektar Waldgeländ«, das bisher an das Heim oerpachtet war, käuflich an sich gebracht. In diesen Tagen wird eine Haushaltungsschul« mit moderner Lehr- küche für die weiblichen Körperbehinderten den anderen Lehr- lx-trieben angeschlossen. Dann folgt der Bau von sieben W a l d p a o i l l o n s mit 180 Betten, die Einrichtung eines Werk- stättengebäudes und eines Lehrlingsheimes zur Eni- lastung des Hauptgebäudes und zu dem gleichen Zweck die Er- richtung eines eigenen Schwesternhauses für die 60 Schwestern starke Schwestenischast des Heimes. Den Abschluß des Bauprogrvmms soll die Herstellung eines zweiten großen Wirt- schaftshofes mit weiten Wirtschoftsanlagen bilden. Nach dem kürzlich erfolgten Tod des Begründers und lang- jährigen Leiters des Oskar-Helene-Heims, Professor Biesalfki, ist nunmehr der bisherige Oberarzt Dr. M o m m s e n zum leitenden Arzt ernannt worden. Erziehung?- und Verwaltungsdirektor ist der bekannte Pädagoge Hans Würtz. Sladlral Genosse Hermann bittet uns. all denen, die seiner aus Anlaß seines 60. Geburtstages freundlich gedacht haben, auf diesem Weg herzlichen Dank abzustatten. SctnalnrilTciiftfaftrtdi« Efitfurlt. Im Inifthil füt S-rual'wisscnfSaN mrj>tn in den Monaten Mär, und April«pei allaemein«uaänstlichc ierual- w ls-nsidakllitb« Cdirfutfe im Ernst-Saeckrl-eaal, In den Zelte» Za. abnedaltea. Jeder Nursu» umfatt sechs Abende. Untostenbeitra« 2,V) M. Näbcre Aus» rnnft und V ronramme sind im Büro des Instituts für E-rualmissenschait, Arrlin 95SS. 40, In den Zelten 10, Eingan« Becthovcnstr. 3(Telephon: Moabit 8358), erbältlich. parieinachrichten für Groß-Bertin Linlendungen füt dies« Rubrik sind D« r l i» SZS«. Lindenstratze 3. » GPO.-Freidenkerfrakt'on Verlin? Morgen, Sonntag, von g bis 16 Uhr finden die Urwahlea in den bekannten Lokalen stall, wir ersuchen alle Parteigenossinnen und genosfen, sich zur wahlhilse in den Gruppen-Zenlralwahllokalen einzufinden.— Wahlrecht ist Wahlpflicht für Liste 1 Verbandsaufbau. Treue um Treue.— helft zum Liege. Der Fraktionsvorstand. * 4. fttei* Prenzlauer Berg. Sur Wablarbeit für Me Kreidenker am Eonnta«, dam!>. Mär,.!> Uhr. treffen sich die lbenossen in salftenden Lakaien: S. Gruppe: 27 Abt. bei Rceh, Eonnenburger E'r. 1. 30. Abt. bei Nieder- »all. Carmen-Cvlva-str. 22. 31. Abt. bei M-ißner, Schioelbeinerstr. 34. 10. Kruppe: 20. Abt. bei Srnlt Seiles, Prenzlauer Allee 230. 28. und 20. Abt. bei«liw. Danziaer Str. 71. II. Krimpe: 24. und 23. Abt. bei Mai RoHncr, Immanuelkirchstr. 25. Um recht reo« BcteMaung er- suck>t der Lrcisnarllaud. i. Ätci» IZriedrichsbain. Di« Parteiaenoisen somie die ssreidcukeraenossen der 13. Gruppe(35. nud 36. Abt.) werden aebeten. am Ccnintaa, dem 0. März, zweck, Wahlhilse. nach dem Lokal.Schulz. Weidemvea Ecke Baltenplat, ab 9 Uhr im erschclnen. 7. ltrei, ebarlottinbura nud Spandau. Juristische Sprechswnte findet am Sonnabend, dem 3. März, von 17 bis 18 Uhr. im Juaendheim Rosinen. sirosie 4. statt. Telcaenheit zum ltirrdeuanotrittl 7. Äwi, Sbarlatteubura. Iraibenier-Urwahl. Die Genosicn stellen sich zur Wahlarbeit in ihren Ab-etlunaen zur Berfstaun« oder melden sich im Lakai von Reimer, Wilmersdorser Str. 21. oder im Lokal von Liersch, Lantstr. 62. ». Kreis Wilmersdorf. All«. Genossinnen und Genassen treffen sich zur Wahl- orbett am San ntaa früh iu den ZaHlabcnblotalen,-.' 13. Kreis Tcmpeldos. Sonntaa. 0. März, trefstn'sich alle Genossen zur Mahl- hilf« im Lokal Mali. Martendorf, Chousseeste. 306, ab 0 Uhr/ 16. Kreis Köpenick, Sonntaa. 9. Mär,. ZentralwahNoial der SVD.-Ircidenker in. Lokal van Wilhelm SHIert, Kävenick. Kaifer-Mlhelm�Str. 5. Wahl- lokal in Köpenick bei Schul,. Bahnhafftr. 34, und Dewaodt. Rudaajer Etrahe 28, griedrichshaaen bei gahrenthol,. Kirchstr. 2», Grünau bei Werner, Köpenicker Str. 126, Bohnsdorf bei Scomann, Waltersdorfer Eirasie>00. Rahnsdorf bei Ecketfler. lftirstenwalder Str. 14. Die Köpe- nicker Genossen haben sich ab 9 Uhr im ZeniralwaHIIakal. die Genasien der übriaen Ahteilunacn In den obcnaenannten Lokalen ,ur Wahlarbeit eimmfinden. 40. Krei» Pankow. Di« Sihuna der Dcleaierten für die Generalverfammlunq der Arbeitcrwahlfahrt findet heut«. Sonnabend, 3. Märjz. 18 Uhr, im Türkischen.sielt, Pankow. Breit« Strafte, statt. heule, Sonnabend, ö. März: *. Abt. Marie» selde und 8«. Ab«. Lichtenrade. Di- Genossen werden aebeten, stch an der g-ier der SAI., in Liese- sseltsälen. 20 Uhr. au beteiliaen. Iestredc: Eduard Bernstein und Otto Meier. M. d. L. Morgen, Sonntag. 9. März: Alle Genassinnen und Genossen Keifen sich zur wahlhilse für die Ireidenkerwahlen in den nachstehend angegebenen Lokalen: 6- Abt. 10 Uhr bei Seiler, Steimneftstr. 20. 9. Abt. 19 Uhr bei Iaber, Eiephanstr. 11. 11. Abt. 9 Uhr bei Beraer. Lerxtwwstr. 20. 12. Abt. 9 Uhr bei Echnild', Wtclefstr. 17. 13. Abt. 12 Uhr bei Liebsch, Wilhelmshaoener Ecke Birkenstrafte. 14. Abt. 8'., Uhr bei Kinzel, Usedom str. 22, Ecke Ja-munter Straft«. 15. Abt. 10 Uhr bei Kin,el, Usedomstr 2L. Ecke Iasmunder Strafte. 16. Abt. 10 Uhr bei Kinzel. Usedomstr. 22. Ecke Iasmunder Strafte. Die De- »irksführcr werden aebeten. ihre Mtaliederoemetchnisse dort abzugeben. 20. Abt. Ab 11 Uhr bei Wende. Kolaniestr. 147. 21.. 22.»ob 23.«dt. Ab II Uhr im Lokal Reuftner. Seestr. 62. Dort sientral- Wahllokal. 27. Abt. 9 Uhr bei Reeft. Sonnenburaer Str. 1. Die Bezirkskllhrcr aeben am Sonnabend dl« Listen der sireidcnkcr beim Gen. Rah«. Gletmstr. 60, ad. 38. Abt. Alle Ireibenkeraenossen der lt. siahlarnpvc beteiligen sich an der Wahl am Sonntaa und treffen sich ,ur Wahlhilfe um 9 oder 11 Uhr dei Batusch, ifricdenstr. 88. 43. Abt. Ab 9 Uhr bei Krepp. Planufer 70— 76. 45 Abt. 8)4 Uhr bei Ionekeit, Rcich.nberaer Etr. 73. 48. Abt. 9 Uhr bei Präkke, Prinzenstr. 28, und Schwarz, Brandenburasir. 5. Eharlotteobura. 51. Abt. Ab 9 Uhr bei Schelltaed. Köniain-EIiiabetd�Str. 6, und Dörre. Danckeimannstr. 18.— 53.«w. II bis 16 Uhr bei Lur. Suttrnstr. 26.— 54. Abt. 9 Uhr bei Piöh, Eaurrstr. 20. 74. Abt. siehlendarf. 9 Uhr dei Reichelt, Eivooaelwcg 23, und Osk«, Haupt- strafte t, 77. Abt. Säninebera. Bon 9 Uhr ab bei Illracno, Barbarassastr. 6». Zleu'i-ll». 92. und 96. Abt. Ab 10 Uhr bei ssianke, Eanghoferstr. 1.— 97., 98., 99. Abt. Bri». Buckow. Ab 9 Uhr im sientralwahllakal Rudolph, Reukölln, Hermann- Ecke knesebeckstrafte. IZ9. Abt. Tea-l. 13 Uhr dei Christensen. Schiieperstr. 69. Jungsozialisten. Wacheoendlurlu» her Berliuer Zungiozialisten heut«, Sonuab«»», 8.«ärz, und morn«», Sonu'.oa, 9. Mar», im Dortraa-iaal de» Brandenburaer Büro». Li deustr. 3. n Hos, 2 T-«l»en link«,«eaoffe Ale, ander 2t«»» spricht über: A'ater'aliftisch« Geschicht-ansiassupa�.»aste au» der«AI. und au» de, Ber- lirer Ba-teimttal'edsckaft sind herzlichst Willkomm«». Am So»»ab«nd. dem 8 Mär, deaiant der Kurl«»»m t»>4 Uhr bi» 22 Uhr, So»ntaa»»» 16 di» 13 Uhr. Ilnkostenbeiteaa 29 Pf. � «mors«rsedrickohain. Trefspunkt.zur Jährt um 7 Uhr Daltenvlaft. Werbe bezirk Weste». Ad-echnuna der Karneoaiskarten bi» Sonntag. 9. März, b.lutG-nassen lsrcn Später erfvlat B, lastun.« ber B-rtreibenden. 3®®."scheint am Sonntaa. dem 9 Mär,, schon um 16 Uhr ,um Karnevals Aus ,»« Sonntaa. d Lokal Scheu. .?n«�d.°n� K-s,üm°w,� �in"eob�em" Kart» B 75 A«n de? Abendkasse,«nfang li Mr. ifahrverbinduna: M. 54, "■ im, 75. U-Bach» Kailerdamm. W:»:«ben. i Opposiiionsreden gegen den Aoung-Plan. Bayerische Voltspartei kann milder als Oeutschnationale. Der Reichstag fetzte am Freitag die Beratung der Haager Der- träge bei dem Liquidationsabkommen fort. Abg. v. Rheinbaben(D. Dp.) berichtet über die Ausschußberatung. in der auch aus den Regierungsparteien Bedenken besonders gegen das deutsch-polniiche Liquidationsabkommcn vorgebracht sind.— Mit Erlaubnis des Präfideiüen spricht v. Rheinbaben als Fraktion?- redner weiter und kündigt die Zustimmung eine» Teils der Volkspartei zum Polenverlrag an. die auch er mitmacht, sowohl als schlesischer Abgeordneter als auch in Erkenntnis der überwiegenden Vorteile. Abg. Dauch(D. Vp.) hebt nachdrücklich und teilweise dem deutsch- nationalen Redner zustimmend, di« Bedenken gegen verschiedene Be- stimmungen des Poung-Plons hervor, betont aber, daß man aus politischen Gründen zustimmen müsse. Seit 102ö haben wir die Löhne um 9 Milliarden, die Gehälter um 3 Milliarden, die Steuern um 1ZL Milliarden erhöht. Die Gestehungskosten sind so gestiegen, daß wir auf dem Westmarkt vielfach nicht mehr konkurrenzfähig sind, und daran sterben unendlich viele Mittel- und Kleinbetrieb«. Drei Millionen Arbeitslos« sind die furchtbare Folge. Der in- geniöse Wirtschastssührer fehlt uns. der den Ausweg findet. Vor neun Iahren hat im Auswärtigen Ausschuß Georg Ledebour, der heute seinen 80. Geburtstag feiert(sympathische und ironssche Zuruse) und der als ehrlicher Kämpser viele Sympathien hak«, uns gesagt:„Wenn ich schon Zinsen zahlen muß. zahle ich sse lieber an den deutschen Kapitalisten an den ausländischen."(Hört, hört.) Die Sozialdemokraten sollten sich dieses Wort zu Herzen nehmen.(Beifall der Bolkspartei.) Abg. Sloecker(Komm.) führt aus, daß der Pounq-Plan nur der Bourgeoisie Erleichterungen bringe, aber nicht der Arbeiterschaft. Das Dolk müsse vom sechsten Jahr an jährlich 2 bis 2\i Milliarden aufbringen, und da sei ihm der aus heute„kapstalisierte" Wert ganz gleick>aültig. Nach neukoler Berechnung hat Deutschland zunächst 26 Milliarden, nach Professor Brentano 43 Milliarden gezahlt, dazu 9 Milliarden unter dem Dawes-Plan und di« inneren Nachkriegs. kosten— in-aesamt 167 Milliarden und mit den wirtlichen Kriegs- kosten 300 Milliarden. Sie(nach rechts) haben kein Reckt, über Gewallfriedeo zv klagen. denn im Krieg haben Sie die gesamten Krleqskosten den anderen auferlegen. Ihnen Länder entreißen und Liquldastonen zufügen wollen, wie es nachher uns geschehen ist. Der Redner zitiert die bekannten Beweis« für diese Tatsache und fährt fort: Sie streben einen neuen Krieg an, dazu wird Heer irnd Flott« unausgesetzt gestärkt. Auch Scheidemann, Londsberg, Heil- mann usw. haben im Krieg Annexionen gefordert.(Zurufe der Soz.:„Und Sie alz Knegsberichterstotterl") Abg. Dr. vredl(Wirssckp.): Wir gratuliere» den übrigen Re> gierungsparteien zu der Roll«, die ihnen das Zentrum zuweist. So leicht wird die Einigung über die Sanierung nicht sein. Da ist zu- nächst der Widerstand der Bayerischen Bolkspartei gegen di« Bier- steuererhöhung. Die venzolsieuer wird der Z.G. Zarbenindustrie enorme Gewinne bringen." (Rufe bei der Wirtschafispartei:„Wo ist Moldenbouer? Wohl in einer Aussichtsratssitzung der I. G. Farbenl") Die Regierung täuscht noch immer dos Volk mit der Verheißung von Steuersenkungen, an die sie selber nicht glaubt!(Lebhafter Beifall der Wirtschafts- Partei und rechts.) Die Erhöhung des steuersxeien Existenzmini- mums würde nur große Steuererhebungen auf anderen Gebieten notwendig machen. Der Rücktritt des Reichsbankpräfidenten Schacht wäre ein lehr bedauerliches, aber auch sehr bedeutsames Symptom für den Ernst unserer Finanzlage. In aller Oeffentlichkeit muß dem Ausland erklärt werden, daß das deutsche Volk die Poung- Lasten nicht tragen kann. Abg. Soch-Weser(Dem.): Unwürdig in höchstem Maß ist die Politik der Deuts chnationolen, die Ersüllungspolitik abzulehnen, ohne aber zu sagen, was dann geschehen soll. Da ist mir Herr vtöhr noch lieber(Heiterkeit.— Stöhr: Womit Hab« ich das verdient?), er bringt Anträge ein, daß die Beschränkung der Reichswehr auf 100000 Mann aufgehoben ist u. a. m. Zehlt nur noch der Antrag, zu beschließen:„Deutschland Hot den Krieg gewonnen." (Heiterkeit.— Andauernde Hohnrufs der Nationalsozialisten hören erst nach einem Ordnungsruf, für Abg. Graf Renentlow auf.) Der Radner faßt di« Venbesserungen, die der Poung-Plon bringt, noch- mals zusammen und sagt u. a.: Ich begreif« nicht, wie man in Ost- preußen gegen den Polenvertrog sein kann, dessen Abiebimng die einzige Brücke abbrechen würde, die es noch mit dem Reicy ver- bindet. Wenn man Polens Loyalität nicht traut, ist es doch gerade nötig, sich seiner durch einen Vertrag zu versichern. Der Redner schließt mit der Betonung des Willens zur Heimkehr Deutsch» osterreichs ins Reich sowie m't außenpolitischen Be- Kachtungen. Hierauf polemisiert der Reichsfinanzminister gegen die Abg. Dr. Reichert und Dr. Ars dt. Den wesentlichen In. hast seiner Rede bringen wir an anderer Stell«. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfrennde. Keeuzbeeg, Geuppe SSInoest. Die Küken treffen sich am Sonntag, dem 9. März, bei schönem Wetter um 9 Ubr oor dem Juaendheim Pvrckstrafte. Trinkbecher und 50 Pf. Iahrgeld mitbringen Am Montag alle Trintgefäftc zur Gruppe mitbringen. Krei, Reuiölln. Am Sonntaa Ist Ialkenrmnmel! Mir alle Gruppen am Sonntaa, dem 9. März. l5V, Uhr. Peransialtuna im Heim Kanner Strafte.— Gruppe ifalf«. Heute. 20 Uhr. Böhmisch« S'rafte. Jugendheim, Elternabend. Hodenschönhansen. Heute für Rote galien Jährt mit der SAI. nach Rüder-dorf. Treffpunkt 18 Uhr lsreien»>aldcr Ecke Berliner Strafte. Schlaf- sack nicht oeracsicn Unkosten 1,10 Mark. Koei» Prenzlauer Bora. Heute, ad 17 Uhr. Danziger Str. 23, Gnmnastik- und Beweanngschor. Es können mehr Helfer und Kinder mit Turnzeug mit- machen.— Morgen. Sonntaa. Helierfahrt nach Schuliendarf-Aermsdorf zur Er- lerrning von Geländespielen. Rückkehr noch vor 16 Uhr tvegen der ssreidenker- wählen. Treffpunkt 761 Uhr auf dem Porortdahuhof Gelundbrunncn, Trepp«. 7'4 Uhr Bahnhos Schönhanstr Asicr für die juaendlichen Teilnehmer. 15 und 17 Uhr heitere I'Tnx NN Be-irke-iini. Montag. 18— 20 Uhr. Nftnng der sielt. lagcrkommission Danzigcr Str. 62.. Um 20 Uhr beteiligen sich alle Helfer an der Brransial'nna des Bezirksamts Wer Gvmnasiik ul«.(Martin Gleisner.) Donnerstag. Die Lclfevadeitsaemeinflhaft beginnt pünktlich 20',: Uhr. Borher Krcisanaelegenheiten. Thema des Abends: �tinderfreunde und Politik". Geburtstage. Jubiläen usw. n?. Abt. Waidmoanolul». Unterem lieben Genossen isrift Dlümel»um Geburiotage die borzlichste» Glückwünsche. 1 SozialistischeArbeiterjugendGr.-Verlin OHnlenbunaeji für diese Kubri» nur a»»04 Zu«mblekre>arial Berlin®®6S, Ondensirate J voran, eigel Sonntaa, 16. März, 11'4 Uhr. isilm-Matinee im PHäbus- Palast. Strescinannstrafte(am Anhalter Bahnhof!. Uraufführung de» ssilms: „Ohne Au'o durch Afrika", aufterdem:„Im Schatten der Maschine". Eintritt 40 Pf. Die Eruvven müssen die Karten sosort vom Sekretariat abholew. Zungbochbrnckc« der SAI. Montag, 10. März, wichtige siusammcnkunst im Leim Lindcnllr. 4. pünktlich 17 Uhr. heule. Sonnabend. S. März: G«Iu»dbru»ne» I: Jährt neck, Dubrow-Berg. Trrflpunkt 17'i und 20 Uhr cm Bahnhof Gesundbrunnen. Schlaisäck« nicht vergessen.— Hasenheid«! Treff- Punkt 17 Uhr dei Krepp. Planufer 76—76. zur Tluablattoerbreituna.— Süd- »esten: Beteiliauna an der sseier der Gruppe Marienfelde-Lichtenvade. Treff- Punkt 19 Uhr vor dem..Vorwärts".-- Bilmersdorf: Heim Wilhelmsaue 123. Lichtbilder:.Aus der Wilmersdorser Bewegung".- Steglift! Beleiliguna an der Veranstaltung Marienseldc-Lichtcnrade. Treffpunkt 18',, Udr Iugendhc:m AdoMtrafte.— Sbarlotteuburg.Weftend: Treffpunkt zum.Roten-Ialken-Kursus" in Dricsciana>ml 19 Uhr am Bahnhof«estcnd.— Arnimplaft: Jährt nach Vehlefanz. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Desunddrunuen. Mit Bedauern stellt Trude Hcrrmaim in ihrem Vortrag„Steno- typistin oder Hausangestellte" sest. daß ein Schreibmaschinenfräulein ihrem Berus nicht dasselbe tiefe Interesse entgegenbringt wie etwa eine Medizinerin oder Juristin, schon weil sie nicht derselben langen Vorbildung bedarf. Dies« Argumentation wirkt mindestens komisch imd beruht aus einer Verwechslung von Berus und Brot- erwerb. Dann wird der Denis der Hausangestellten in goldenen Farben ausgemall. Auch die Reihe„Das Gesichi der Zeitschrist, in der diesmal das„Tagebuch" beHandel! wird, ist in ihrer Existenz. bercchtigung fraglich. Was Schwarzschild. Bornstam oder Reinhold über Rechtsprechung. Politik. Wirtschast und Kunst sagen, bleib- beachtenswert, nur daß diese schönen Dinge als Reservate einer de- stimmten Zeitschrist angesprochen werden, wie ein« Reklume. di« nicht gerade ausdringlich sein will, aber sich immerhin über chr Dasein freut. Vielleicht ist di« ganze Struktur dieser Serie ver- unglückt, da nur di« Herausgeber und Rsdak eure zu Wort kommen und deshalb eine objektiv« Kritik von vornherein ausgeschallet ist. Am Abend wird aus der Philharmonie ein wirklich gutes volkstüm- liches Konzert des Funkorchesters unter Leitung Seidler- Winkler, übertragen. Wieder erblüht der Tenor Joseph Schmidt» in allem Glanz, wieder bewundert man seine Kunst der Kantilen« und den heldenhaften Charakter der Stimm». F. Sch. f-i Abt. Marirnfklix-Lichtenrgd«. Liers«» fscstfäl». Marieofeld«, 20 Uhr. f-7 lll Proletarisch« IZelcrftunt*. stcftrcde Genosse Eduard Bernstein. Eintritt lsi W SV Wenuig. Werbebezlrk Wctdina: Zu unserem Badeabcnd im Ekodtbad Wedding werden nur SAI.�dcnossen nett Miigliedsbüchern zugelassen. Pünktliches Er- scheinen ist dringend notwendia. Werbebczirk Lickttenbera: Ilmktionäroerfanrmluna in der Iuaendherderft« in Ticfenfec. Treffpunkt 18 und 21 Uhr Bahnhof Lichtenbera.Ir'«dr'chs.keldc. Werbebezirk Pankow: Kurkus in Rüdersdorf. Trefsmn'kt l7ZH Udr Mlllsien- Eck» Berliner Strafte. Autofahrer: Sonntaa. 7'� Uhr, Marttplaft Pankow. Werbebezirl Renköll»: Tamhourkavelle. Alle Spieler und interessierten Ge- nassen kommen heute um 19 Uhr nach dem Keim Lahnsirafte. ..„ L Morgen, Sonntag, S. März: Kvlloifcher Park: Jährt' nach Tinken? rua. Treffpunkt T% Uhr Schlesischer Bahnhof.— Dahlem: Tahrt. Treffpunkt 7(6 Uhr..Rote Ecke".— Brift I an» II: siahrt nach Stravsdera. Treffpunkt 7 Uhr Jahn. Eck« Rubower Strafte. «erbe bezirk Westen:»Rvtk.Iallcn.Kurfus" in Bricfelan». Them«:»Ev- ziakistifche Erziehung". Refcrcn!: Genosse Zachow. Allgemeine Wetterlage. DwoIIeonlos.!? heifBr.O hold bedeckt ® wolkig,•bedeokr.aRegen�Graupslo itebe),ltGewitt5c(S)Win(istrHe Das Hochdruckgebiet, das noch vor einigen Tagen den größten Teil von Europa uberdeckte, ist fast verschwunden. Die nördlichen Depressionen haben ihren Bereich stark nach Süden ausgedehnt. Am Freitag ist ferner ein flaches Ties von England nach der west- lichen Ostsee gezogen. Auf seiner Südseite ist wieder milde Lust nach Osten vorgestoßen. Die Temperaturen sind in West-, Süd- und Mitteldeutschland meist über 10 Grad gestiegen. Am Oberrhein fiel etwa» Regen. Das flach« Tief zieht nach Osten weiter. Aul seiner Rückseit« wird es wieder kühler werden. * wekeraussichlen für Bettln: Wolkig,«nna» liefere Tage»- temperaturen, westlich« Wind«.— Für Deutschland: Im äußersten Nordosten etwas veränderlich, im Südosten und Süden sehr mild, einzelne R«genfälle. im übrigen Deutschland wollig, stellenweise heiter, aussrischende westlich« bis nordwestliche Winde. d"T"! /">| a Kl lO Unter der am Sonnabend, den 1. März erschienenen ff ERKL.XXRUIMC3"& Hf I d Ii i fi W INI w der führenden Firmen der chemischen Waschanstalten und Färbereien fehlte die Firma W b»' t— i* i w> ALBERT HERZ Q. M. B. H.f welche gleichfalls der Erklärung beigetreten war Schacht als Reichsbankpräsident. Tatsachen rechtfertigen den Rücktritt. Dr. HjoLmor Schacht hat s«m Amt als RcichsliankpräfideiU 6't Jahr« lang wn«g«hal't. S«in Rücktritt ist bezeichnenderweise«in p o l i t i s che e Ereignis ersten Ranges, das wi« selten euch die politischen Leidenschaften bewegt. Das ist weniger der Fall im Ausland, wo man Dr. Schacht in erster Linie als einen Geschäftsmann Deutschlands ansteht, als im Jnlande, wo sich in den legten Jahren immer stärker und ausgeprägter Interessen der hoch- kapitalistischen und politischen Reaktion an seinen Namen und seine Person knüpften. Uni so mehr ist es notwendig, daß in diesem politisch sehr bewegten Augenblick die Beurteilung Dr. Schachts sich an Tatsachen hält. Die Berufung. Dr. Schacht war im cherbst 1923 zunächst W ä h r u n g s- k o m m i s s a r. Als der Reichsbonkpräsident Dr. Haoenstein plötzlich starb, Hot die Reichsregiermtg und insbesondere der Reichspräsident Ebert die Ernennung des Währungskommissars Dr. Schacht zum Reichsbankpräsidcntcn durchgesetzt. Di« Ernennung erfolgt« gegen die Kandidatur Dr. chelfferichs, der von der Schwer- industri« unter Führung van Hugo Stinn«s. den Banken mit der einzigen Ausnahme des Hauses Mendelssohn und voni Reichsbank- dirsktoriurn selbst als Nachfolger Havensteins verlangt worden war. Arn l7. November 1923 sprachen sich im Z e nt r al a u s sch u ß der Reichsbank von zwölf Sttmineu nur eine bzw. drei für Schacht und gegen Helfferich aus. Das Reichsbonkdirektorium selbst erklärte in einer Eingab« an die Reichsregierung und die Regierungen der Länder, daß„ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten mit Dr. Schacht nicht möglich" sei. Dr. Schacht war damals De- motrat und gegenüber Helsserich und dem durch die.Inflation kompromittierten Reichsbankdinektarium politisch und sachlich, be- smiders nach seiner Tätigkeit als Wohrungskammissar, der gegebene Mann für ein neues System, das noch der Inflation begann. Da Schacht nicht in erster Linie Reichsbankpräsident, fondern Politiker war. konnten sich die polinschen Sympathien und Antipathien derart verschiebe», wie es innerhalb dieser sechs Jahr« geschehen ist. „Verdienste" um die Stabilisierung. Dr. Schacht schreibt sich in allererster Linie dos Verdienst zu, die Währung stabilisiert zu haben, und dieses Verdienst war auch der besonder« Grund der jahrelangen Wertschätzung Dr. Schachts im Ausland«. Dieses Verdienst darf innerhalb Deutschlands, wo man etwas genauer zusieht, eingeschränkt werden, ahne daß man Dr. Schacht damit Unrecht tut. Nachdem die Mark nur noch als zwölfstelliger Bruchteil des Pariwertcs existierte und nachdem das ganze Boll bereits in Gold rechnete lFakturen in Gold, GÄdzöll«. Goldsteuern. Goldlohne usw.), nachdem kein Mensch in Deutschland das Papiermortgeld noch beachtete, brauchte vi« Sto- bilitöt irgend eines neue» Geldes, das Vertrauen finden sollte, nicht erst geschaffen zu werden. Das Berdiwsst an der Stabilisierung irgend jemanden zuschreiben.zu wollen, ist infolgedessen zum mindesten eine sehr stark« Uebertreibung. Der Reichsboukpräsideut. Während der Tätigkeit Dr. Schachts als Reichsbanlprasident gab es zwei Augenblicke, in denen die deutsche Währung gefährdet wurde, im April 1924 nach der Ausschüttung der Rentenbankkredite und. im Mai 1929 während der- Pariser Kon- serenz. In beiden Fällen Hot Dr. Schacht die Gefahr zu spät erkannt und mußte von Außenstehenden an die Notwendigkeit von Kredituestriktionen erinnert werden. Im Jahr« 1927 war der berüchtigte schwarz«"Freitag der deutschen Börse, und zwar am 13. Mai. Dieser schwarze Freitag mit seinen Kursverlusten von mehreren Milliarden, von dem sich der deutsche Kapitalmarkt bis zum heutigen Tag« noch nicht hat erholen können, war im wesentlichen die Folge einer notwendig gewordenen, aber ZÜ lange verschleppten Diskonterhöhung. Die schärfste» Kritiker des Reichsbanlprosidenten waren damals der Reparotionsogent Parker Gilbert und die Gesainiheil der deutschen Bankleiter. Dr. Schacht Hot selbst zugegeben, und Zwar im Houshultsousschuß des Reichstages, daß seine damalige Diskontpolitik fehlerhaft war. Man kann reporationspolitisch.zu der Auslandsanleihen- Politik des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht stehen wie man will. Sicher ist, daß die von Schacht feit 1927 durchgeführte, vom Enqueteausschuß als unrichtig, unwirtschaftlich und unzweckmäßig gekennzeichnet« einseitige Politik gegen die ösfemliche Wirtschaft letz«n Endes auch sehr stark zur Herbeiführung der jetzigen schweren W i rt> cho f t sd« p r e s s i o n beigetragen hat. Zieht man aus diesen wenigen Tatsachen das Fazit für die Beurteilung Schachts als Reichsbonkpräsidenten, so sind auf sein« Berontwartung zurückzuführen: zwei Gefährdungen der deutschen Währung, ein« bis heute noch nicht überwundene E r s ch ü t t«- ru n g des deutschen Kapitalmarktes und zum erheb- lick?» Teil die besonder« Schwere der gegenwärtigen wirt- schaftlichen Depression. Dr. Schacht war auch RcparationspoUtik« als Reichs- banlprösidenl. Selbstoerständlich trifft die Reichsregicrung eine Verantwortung dafür, daß man Sclzacht auch offiziell mit reparationspolitischen Ausgaben betraut hat. Aber auch aus eigenem Entschluß bat Dr. Schacht spätestens fest 192S Rcparationspolitik gemocht. Weil er das als Reichsbonkpräsident tat, gehört die hierbei von Schacht ge- spielte Roll« auch in die heute geboten« Würdigung Schachts. Schacht machte Reparotionspolitik insbesondere bei den Pariser Derhandlungen im Frühjahr 1929, bei den Verhandlungen in Baden- Baden, bei den Haager Verhandlungen und neuestens auch in Rom. In Paris bezeichnet« Schacht zunächst nur NX) Millionen Mark als Grenze der deutschen Leistungsfähigkeit. Als er 1630 Millionen Mark zuzugestehen bereit war, mußte der Tod von Lord Revelstole die Sprengufiff�der Konferenz verhindern. Bei 29o0 Millionen Jahresleistung hat Dr. Schackit das Gutachten unterzeichnet. Die damalige Erschütterung der Währung steht nicht außer Zusammenhang mit der besonderen politischen Rolle, die Schacht aus.«ignem Airtrieb(Kolonialforderungen und Ost- frag«) auf sich nahm, m de? Schacht bataimtlich von der Reichsregierung desavouiert werden mußte. Auch in Baden-Baden hat Schacht das monrkisch-politische Konto Deutschlands insofern belast«. als es unter den Berhand- längste ilnehmern zum geflügelten Dort geworden war. daß der deutsche Noterb ant'eiter Dr. Schacht mindenstens jeden Tag ein Ultimatum vorbringen mußte. Di« Ereignisse vor und während der Haager Berhand- kungen.«insehließlich der DeröffentLchung des Schachtfchen Me- morandums sind noch in frischer Erinnerung. Die Ereignisse i u R o m sind noch weitgehend ungeklärt. Man darf aber als feststehend ansehen, daß Dr. Schacht in Rom ein instimmig«» Mißtrauensvotum feiner sämtlichen Kollegen im Verwaltungsrot der Internationalen Zohlungsbank erhielt, als er feine ganze Kraft einsetzte, um die Wahl des franzö- siichen Notenbankdirektors O u e s n a y zum Generaldirektor der Bank für internationale Zahlungen zu verhindern. Wir glauben nicht zu übertreiben, wenn wir sagen, daß Dr. Schacht heut« im Ausland« nicht entfernt mehr dasselbe Bertrauen genießt wie früher, vor allen Dingen nicht in den Kreisen, mit denen Schacht in der Zukunft zusommeazu- arbeiten gehabt hätte. Man dürfte ihm jetzt persönlich kühl, politisch mit einigem Mißtrauen und als Reichsbonkpräsident mit geringerer Schätzung gegenüberstehen, als früher. Für den Kredit Deutsch- lands im Auslände ist er, insbesondere nach der jetzt zu erwarten- de» endgültigen Reparationsregelu ng. die ja auch der Reichsbank ihr« bisherigen reporatümspokitischen Ausgaben iiünmi, wahrscheinlich überflüssig. Wifscnschafkllche Qualitäten sind für einen Rcichsbankpräsidenten nicht ganz unnötig. Die Be- urteilung in dieser Richtung ist nicht günstig. Wir zitieren dafür die sehr kritisch« und sehr absprechende Kritik von P r o f. Dr. A d a l f Weber im Dezember 1927, die vernichtenden Urteile des En- queteansschusses über die Politik der Ausländsanleihen vom Herbst 1929 und die Diskussionen Zwilchen Dr. Hilferding und Dr. Schacht im Haushaltungsausschuß des Reichstages 1927, die den Rcichsbankpräsidenten ziemlich bloßstellte. Wir wissen, daß der aus- ländische Notenbankkommissar Pros. Brnins Dr. Schockst ein- mal darauf hinweisen mußte, daß die Richtigkeit einer Theorie nicht von dem Wechsel der Umstände abhängig gemacht werden dürfe. Wir haben gelegentlich der Veröffentlichung des Memorandums hinsichtlich des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht die Frage gestellt, wie lange dos Regime Schacht noch dauern sollt«. Wir glauben. in den obigen Festellungen ausreichend dargetan zu l>ab«n, daß der eigene Rücktritt Schacht mit den von ihm selbst geschaffenen Tot- fachen nickst im Widerspruch steht. Die Wirkungen des Rücktritts. Sihung des'Zentralausschusses.— Schacht selbst sagt: die Währung ist unerschütterlich. Auch für die gesamt« deutseh« Wir tschast war der Rücktritt Schachts eine Ueberraschung. Kein W'rnder, daß er auf den verschiedensten Gebieten nickst ohne Wirkung blieb. Am unruhigsten loagierte natürlich das Volk aus der Börse, das ja weniger durch seine besondere Urteilsfähigkeit als durch den Willen ousge- zeichnet ist, an Hausse und Baisse von Aktien zu profitieren. Für die Börse war der plötzliche Rücktritt, besonders solange man nur von„einem großen Eroignis" inunkelte, ober weder den Rücktritt selbst noch die Gründe kannte, ein Augenblick, in dem man sich aus immerhin möglichen Verlustgefohren— kein Mensch konnte die politische Tragweite des Ereignisses beurteilen— herausziehen wolle. So verkaufte zunächst alles und so stürzten gestern zunächst die Kurse um 8 bis 19 Punkte. Dabo! muß man sogen, daß das wahrlich nicht sehr viel und sicher ungeheuer viel weniger fft, als am schwarzen Freitag 1927 an Kursstürzen zu verzeichnen war. An der bisherigen Rekordbcwertung der Reich sin ark hat sich dabei kaum etwas verändert. Inzwischen tagte im Gebäude der Reichsbank der Zentral- a u s s ch u ß. in dem Dr. Schacht zunächst die gestern bokanntge- geben« Diskontsenkimg begründete und dann auch die sensationelle Mitteilung von seinem beabsichtigten Rücktirtt machte. In der Be- gründung der Diskontsenkung sagt Dr. Schacht, daß die Diskont- senkung der Entwicklung des deutschen und der internationalen Geldmärkte ebenso entspreche wie der günstigen Lage der Reichs- boick selbst. Starker Rückgang des Notenunstaufs, starke Zu- s l ü s s e von Gold unf» Devisen in den letzten Wochen. V e r b e s s e- r u n g der Gold- und Deoisendeckung der umlaufenden 2 toten, endlich die Zweckmäßigkeit der Kreditoerbilligung für die Wirt- schast seien die Gründe, weshalb das Reichsbankdirektoriimi eine Herabsetzung des Diskonts auf Proz. für, g e r e ch t s e r t i g t erachtet. Hier hat Dr. Schacht selbst die Gründe angegeben, weshalb die deutsche Währung gegenwärtig soffest steht wie nie und zugleich auch gesagt,»vie außer-sedain Zweifel günstig die Lag«, der Reichs- dank anzusehen ist,.. Sallte»- deÄialb in den nächsten Tagen es gibt ja leider nach eine.H n g en l> e rg- P ress e, die schon einmal die tollsten Gerüchte oerbreitet hat— irgendwo die Währung schleckst zu machen versucht werden, so soll der deutsche Staatsbürger sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Dr. Schachr selbst, der jetzt zurücktritt, fft dafür noch einmal der ge- wichtigste Zeuge gewesen, er hat nämlich um gestrigen Tage einem amerikanischen Journalisten gegenüber auf die Frag« hin, ob es berechtigt sei, an irgendeine Gefahrdung der Währung zu denken. klipp und klar geantwortet, daß die Sicherheit der deutschen Währung unerschütterlich fest steht. Wir sagen das nicht zur Beruhigung, weil mir eine Beruhigung für notwendig hallen, das wäre lächerlich, sondern desHall', weil es Kommunisten, weil es btotionalsoziolisten, weil es Hugenberg-Leute.gll't, die aus der gegenwärtigen Situation Kapstal schlagen, um urtestsunföhige Staatsbürger, die trat Recht voller Sorgen an die Inflation zurückdenken, für ihr« dunklen poli- tischen Zwecke einzusaugen. Auch für die gesamt« Wirtschaft wird die gegen- wärtige Beunruhigung, selbst wenn sie sich auch im Aus- lande zeigen würde, ein« schnell vorübergehende fein. Der Kredit Deutschlands im Auslande beruht nicht auf bestimmt« Per- sanen. wie etwa Dr. Schacht, sondern auf dem'Vertrauen in den deutschen Kaiffmann und den deutschen Arbeiter, die seit 1924 Deutschland wieder hochgebracht haben. Man kann die Well auch als eine Börse ansehen, die zunächst unruhig wird, bis wieder absolut klare Verhällnijse gegeben sind oder wenigstens der Wille, klare Verhältnisse so schnell als möglich zu schaffen, deutlich er- kennbar vorhanden ist. Dos ober fft eine Frag« der Reichs- potitik, zu der wir das Bertrauen haben, daß sie weiß, was si: der deutschen'Wirtschaft im gegenwärtigen Augenblick schuldig ist. Glanzgewinne trotz Werstkrise. Deutsche Werst steigert Dividende von 6 auf S Prozent. Bon der schweren Arbeitskrise, unter der die Hamburger Werftarbeiter fest Jahr und Tag zu leiden haben, ist bei dem jetzt veröffentlichten?lbschluß des zweitgrößten.Hamburger Schiffs- bau-Unteniehmens, der Deutschen Werft, nichts zu spuren. Das Unternehmen konnte seinen Betriebsgewinn für 1929 von 1.32 auf 1.67 Millionen steigern und weist trotz erhöhter Abschreibungen auf die Anlagen einen Reingewinn aus, der mst mehr als einer Million um fast 49 Prozent Über dein Gemiimergebnis des Vorjahres liegt. Dementsprechend wurden auch die Aktiv- närsgewinne von 6 auf 8 Proz. heraufgesetzt. Auch die Bilanz beweist, daß es der Deutschen Werft glänzend geht. So ist der Posten„im Bau befindliche Schiffe"� von IVB auf 13,7 Millionen und die Anzahlungen der Besteller von 11,3 aus 21.8 Millionen gestiegen, ein Zeichen, daß der augenbl'ck- liche Beschäftigungsgrad denkbar günstig ist. Ganz auffallend hat sich der Stand der flüssigen Geldmittel verbessert. So fft das Bankguthaben, das vor zwei Jahren nur eine halbe Million ausmachte, im letzten Jahr von 3,6 auf rund 8,9 Millionen angeschwollen. Auch die übrigen Forderungen haben sich mst rund 6.2 Millionen verdoppelt. Demgegenüber werden an laufenden Schulden nur 3,8 Millionen ausgewiesen. Nach dem Geschäftsbericht hat die Werft von der großen Zahl der Tankschiffneubauten. die von ausländischen Reedern im Laufe der letzten Monate vergeben wurden, fünf Schiffe mit einer Trag» fähigkeit von 19999 bis 14999 Tonnen in Auftrag erhalten. Zu- sammen mst den übrigen noch in Arbeit befindlichen Auftragen decken diese Bestellungen den Arbeitsbedarf an Schijfsneubaut-m für wehr als ein Dohr. Unter diesen Umständen werden auch die Großaktionäre der Gutehoffnungshütte und des Berliner AGG-Konzerns sowie der rechtsradikale Scharfmacher, Direktor Gok ihrer Beleg- fchaft nicht mehr mit dem alten Märchen der Berdienfstosigkclt kommen können. Gegen die Agrardemagogie. Eine wertvolle Veröffentlichung des DlndarbeiterverbandeS Es ist eine olle Sache, daß in der Landwirtschaft viel geklagt und Zollforderuugen oder Antrag« auf steuerliche Entlastung oft mit demagogischen Behauptungen begründet werden. Es ist daher ein Verdienst des Vorsitzenden des Deutschen Landarbesterverbonde?, des Genossen Georg Schmidt, daß er in Heft 28 der Schriften des Deutschen Landarbeitcrverbandes„Zahlen und Schlagwörter der Agrarinteressenten" diesen Entstellungen in gründlichen Aussührun- gen entgegentritt. In erster Linie zeigt er die vielen Wider- sprüche, die sich in den verschiedenen Vers chuldu ngserlzelnmgc» der Landwirtschaft immer wieder offenbaren, auf und weist Ueber- treibungen der Landwirtschast über ihre Steuerleistung und die durch Steuern verursachte Verschuldung scharf zurück. Besonders interessant sind die dokumentarischen Veröffentlichungen des Genossen Schmidt über die völlig oerfehlt« Kre- ditpolitik des Reichslandbundes noch der Inflation. Gerode diese leichtsinnige Kreditpolitik hat viel zu der Rotlage mancher ostell'ischer Betriebe beigetragen, zu einer Verschuldung, mit der einige Jahre spater wieder vom Landbund als Zeichen der Not Propaganda für Agrarforderungen gemacht wurde. Sehr wertvoll sind auch die statistischen Angaben über die Entwicklung der Spareinlagen in O st p r e u ß e n. Obwohl nämlich in Ostpreußen die wirtschaftliche Lage immer besonders schwarz gemalt wird, zeigt diese Statistik, daß die Spareinlagen in Osl- preußen in den letzten Jahren bereits einen höheren Prozentsatz öoe Borkricgsspareinlageu erreicht hoben als im übrigen Reich. Mit 12.» Millionen Mark haben die beldsn Verbandsiparlasse» in dieser Provinz gegenüber de» Gesumtsparemlageu des Reichs«isnen günstigeren Prozentsatz.erreicht.als vor dem Kriege. Wichtig,. sind auch die ausführlichen Zusammenstellungen über die vom Reich und Staat für die Landwirtschaft gewährten Kredite und Unterstützungen. Dabei zeigt es sich, daß diese trotz Finanz- schwierigkeiten bereitgestellten Mittel seit der Inflation m die Milliardensummen gehen. Davon sagt allerdings der Landbund draußen im Lande seinen Mitgliedern nichts. Ein nerftändiiislaser Kampf gegen den neuen Staat mit Demagogie ist freilich leichter als ein« sachliche Würdigung alles dessen, was der neue Staat im Gegensatz zur Monarch« vor dem Kriege, die für die Landwirtschaft im ganzen herzlich wenig tat, geleistet hat. Der Genosse Schmidt bietet uns für den Kampf gegen diese polstische Verhetzung und ftir sachliche Aus- kläning in Stadt und Land in seiner Schrift werwolles Material. Entlarvte Hetze. Di« Feinde der Konsumvereine müssen berichtigen. Wochenlang hat die den Konsumvereinen feindlich gesinnte Unternehmer- und Höndlerpresse, um Mißtrauen in die Arbeiter- Ilasse zu säen, sich' pon der Behauptung genährt, die Fabrstcn der Großeinkaufsgesellschast Deutscher Konsumvereine nähmen den deut- sehen Arbeitern dadurch das Brot wog. daß sie für Millionen Summen Maschinen und'Apparate im Ausland be- stellen. Noch einer Mitteilung des Zeistralverbandes Deutscher Konsumvereine war jetzt„Mosers juristische Korrespondenz" ge- zwungen, folgende Berichtigung bringen zu müssen: Durch die Zeitungen ging vor einiger Zeit ein« MiUestimg, wonach die Groheinkaufs-Gcsellschaft Deutscher Kansuinvereinc rn. b. H. in Hamburg viele Arbeiter brotlos gemacht habe, indem sie M i l li a n e n a u s t r a g e für den Bau einer Mühl« und für . Anschaffung von Flcischereiwaogen noch dem Auslande vergällen habe, anstatt deutsche Firmen mit den Lieferungen zu bcous- trogen. Nacy unserer Kenntnis der Taffachen lieal der Fall gerade umgekehrt. Dir Maschinen für den Mühlenbau— ein mehr als Z-Millioncn-Slüftrog— liefert eine Dresdner Firma, inkbisiv vaientarntlich geschützter Molzenstühl«. die aller- dings in der Schweiz hergestellt«erden, woselbst, sich das Stamm- Haus der Firma befindet. Di« Wolzenftühle machen aber nur etwa de» zehnten Teil des Auftragswertes aus, wosiir sich die Firma in Dresden verpflichten mußte, andere deutsche Spezialma schinen nach der Schweiz zu erpartieren. Eine Fleischer«! baut die Großeinkausrgesellfchost Überhaupt nicht, fem- dem der D re s dne r Konsumverein. Hierfür will sie die ameritonischen sogenannten Toledo-Waagen anschaffen, die aber nicht in Amerika, sondern von der Niederlassung der amen kamschen Firma in Köln hergestellt werden und übrigens als .zur Zeit anerkannt beste Neigungswaagen in großem Um- fange, u. a. auch von der Reichsbahn, benutzt werden. Also nicht brotlos hat die Großeinkaufsgesellschast die Arbester ge macht, sondern Lunderten von Arbestern für ewige Monate Lohn und Brot zugeführt! Wir sind selbst den übertreibenden und lügnerischen Lehaup- ffmgen schon früher»chars entgegengetreten. Di« Hoffnung haben wir natürlich nicht, daß die Unternehmer- und Händlerpresse diese sie ins Unrecht setzende Berichtigung auch abdrucken wird, denn wer von dar Hetze leben muß. der tonn ja auf die Hetze und die Lüge auch dann nicht verzichten, wenn er Überfuhrt wird Der Ar- beiterschaft wird freilich mst lügnerischen Behauptungen in der Zukunft nicht mehr imponiert werden können. Sonnabend S. März 1930 Unterhaltung und �Vissen Beilage des Vorwärts Wäret Capek: M« VergeM Di« Zeit vergeht so schnell. Kaum hat man sich des Morgens zur ''rbeit gesetzt, schon ist die Stunde da, die uns zum Abendbrot ruft. Ts kommt die Nacht, und es ist dir nicht gegönnt, deine wirren Tramne aufzusangen, denn schon ist es wieder Zeit, den neuen Tag "i beginnen. Und eh du dich versiehst, mußt du dich gewöhnen, eine > eue Jahreszahl auf deine Briefe zu setzen und dabei ist es dir, als ! ittest du dich erst gestern an den Neuner am Ende des Dalums wohnt. Ich weiß nicht, wie es kommt, aber in meinen jungen Jahren war der Tag viel, viel länger. In meinen Bubenjahron war er c radczu endlos. Er ivar wie ein weiter See mit noch nicht durch- ' wf ästen Usern. Am Morgen schiistc man mit vollen Segeln hinaus "ad konnte das Ende einer Stunde nicht abschen, so groß und feier- ch mar ihrer jede. So ein Kindertag gleicht einer Fahrt über den Dzean, einem Siegeszug, einem langen Leben voller Abenteuer und !- rlebnfsie; er ist inhaltsreich wie die Jliadc, reich und uneinnehmbar wie die Höhle von„Ali Baba und den vierzig Räubern". Me kamaligcn Freuden und Leiden vermag ich zu begreifen, abewich begreise absolut nicht, wo iä) die Zeit zu ihnen hernahm. Wenn ich beute versuchen wollte, mit dem Bogen zu schießen— ich glaube, der Mittag würde mich früher überraschen, ehe ich ordentlich damit angc- ü ngen hätte. Damals aber hatte ich' zwischen Frühstück und Mittag- e ien genügend Zeit, eine Fensterscheibe mit dem Pfeil zu zersästagen, auch an Pflaumen zu überessen, einige Kämpfe mit feindlichen Stchmnen zu bestehen, in der Krone eines Baumes die„Geheimnis- nolle Insel" zu lesen, in der Säwune die Friedenspfeife zu rauchen, in verdientes Kopfstück zu empfangend Grillen in eine Zündholz- -achtel cinzufangen. cm verbotenen Stellen zu baden, über Zäune nc klettern, alle benachbarten Handwerker aufzusuchen und zuzu- schauen, wie sie es machen, und noch eine ganze Reihe von Raub- zügen, Gefahren und Heldentaten zu unternehmen. Nein, da gibt's keinen Zweifel: die damalige Zeit war wenigstens zehnmtt so lang als die heutige. Und als dann nach Jahren meine Torheiten und mein Lebens- Horizont wuchsen, waren die Möglichkeiten eines einzigen Tages einfach unendlich und unerschöpflich: Weisheit an der Brust der Pro- fessoren saugen- zum Fenster der ersten Liebe laufen und lange davcr stehen blechen: Verse schreiben: träumen, schlendern, tanzen: täglich die Auslagenkasten von zehn Antiquaren mustern: lesen, lesen, lesen und die Zeit auf zehnerlei Art vergeuden Wie ist es möglich, daß für so viele aufregende Dinge ein einziger Tag genügte? Ich ver- suche es, über dieses Rätsel nachzudenken. Ich glaube nicht, daß ich anders geworden bin, eher, daß die Zeil eingeschrumpft ist. Wahrhaftig, nun wird es schon wieder dunkel. Der Tag ist oerflogen, der Teufel weiß wohin. Er hat mir nichts Neues gebrocht, nichts geschenkt, überhaupt nicht gedauert. Vielleicht hätte ich dieses oder jenes tun, irgendwohin gehen, etwas genießen, etwas anschauen können— aber es blieb mir keine Zeit dazu. So ist wieder«in Tag dahin und Hot nichts zurückgelassen als dielen Aufsatz auf meinem Tisch. Bald ist wieder ein Ja'.r dahin und hat nichts zurückgslasien---- aber halt: Die Tag« sind kurz, die Jahre sind kurz, immerhin jedoch geschieht ein Stück Arbeit in ihnen. Man lebt weniger, aber man arbeitet mehr, lind wenn sie auch nickst viel wert war. die Arbeit— es war doch wenigstens Arbeit. Und wenn du denkst, daß du deine Tage verlierst, hadere nickst. vielleicht hast sie nicht verloren, sondern verschenkt! (Deutsch voll Aull« VuttbniuT.i Von der Sclmlstkanimer mim �Wu/eum Wandlungen des Sammetbiebes Die Hundertjachrfeier der Gründung des Berliner„Alten Mu- -mns", die in diesem Jahr« begangen wird und durch die vor lmtzem evössncte Rembrandt-Ausstellung eingeleitet wurde, ruft uns einen Markstein in der Entwicklung der Museen in die Er- iunerung. Mit der Schöpfung des Berliner Museums und der Münchener„Glyp lochet" siegte der.historische Gesichtspunkt beim Sammeln von Kunstwerken, und die deutschen Museen wurden in dieser wissenschaftlich historischen Methode und der strengen Spezialisierung für die anderen Museen Europas vorbildlich. Der Sammeltriob wohnt ja den? Menschen von Anbeginn inn« und hat msichigsache Wandlmrgen erfahren, bevor er sich in. den Forme-, • es modernen Museums ausprägte. Mit diesen Wandlungen bc- t ästigt sich der Generaldirektor der Preußischen Museen Wilhelm W a e tz 0 i d t in einem inhaltsreichen Aufsatz der„Preußischen Jahrbücher". „Was wird heute nicht alles gesammelt!" ruft er aus.„Van den Skalpen des Karl-May-Dtuseums in Radebeul bis zu den Maschinen des Deutschen Museums in München, von dem Museum I tstorischer Kragen im Staate New Pork bis zum Ärdninalmuseum n Berlin. Vom Knopsmuseum bis zum Museum für Leibes- Übungen gibt es kaum ein Bereich schaubarer Ding«, dos nicht in ein Museum einbezogen wäre, toollte der Plan eines„Museums der menschlichen Zivilisation" am Sitz des Völkerbundes in Genf Gestalt gewinnen, so dürste die Zeit nicht mehr fern sein, da man ein Glasdach Wer die Erde spannt und so endgültig das Universal- »'useum scharst." Am Ansang des menschlichen Sammelwesens steht l ic Schatzgier. Der Trieb, Schätze zu sammeln, ist die älteste Samnielsorm. mag sie nun in den Perlensommlungen der asrikan-i- ifljen Herrscher von Benin, in de» Schatzkammern des Schahs von Perfien und der indischen Fürsten oder in dem märchenhaften Ju- n elenmuseum des Amerikaners Thompson bestehen. Lebendige Museen seltener Mensiheneicsmplare stellen die Weibersammlungen der Negcvstirsten von Warri ebenso gut dar wie die Sammlungen von Zwergen, die sich italienische mrd spanische große Herren der Renaissance anlegten. In den Zeiten der ältesten Kultur waren ;e Gräber solche Museen von Beigaben: man braucht nur an das nordische Oseberg-Schrff zu denken, dessen Inhalt ein ganzes Stock- wert des Museums von Oslo füllt, oder an die Wunder der alt- gyptiichen Grabstätten wie des Tutanchamon-Grabes Schatz- nhäufuirgen linden, sich auch an allen Kultstätten und die antiken .■empelbezirke waren«ben�> Museen des Schönsten und Kostbarsten wie etwa heute der Tempel von Naro m Japan. Dies« Schatz- Ansammlung an heiligen Stätten findet ihr« Fortsetzung in den Kirchen des Mittelalters. In diesen Schatzkammern herrscht« überall der Begriff des Kost- baren und Seltenen. Weil es Seltenheiten waren, stiftete Hanno dem Tempel von Karthago Gorillabälg«, Augustus sammelte fos- iile Knochen, und noch heute hängen in so manchen Domen Fossilien, Herten sich andere Kuriositäten zugesellen, wie sie in den Mittelalter- lchen„Kunst- und Naturalienkabinetten" ausge- l aust wurden. In diesen Sammlungen tritt an die Stelle der Schatz- l-'cr die Erkenntnisgier. Als„kurios" galt ja im Barock nicht etwa das Lächerliche, sondern alle Merkwürdigkeiten, die der Wissenschast Rätsel ausgaben. So sammelt« man denn allen mög- tichen„Urväterhausrat" in diesen Museen oder Wunderkammern, Steine aus dem Magen der Kamele, sogenannte Bezoare, Kokos- nüsie. Straußeneier,.msgestopfte Reptilien usw.. und die Kunst- merke waren nur so Beigaben, wie es.z.B. in dem„.Kurfürstlich Sächsischen stets grünenden hohen Zedermvald auf i>em grünen Nautengrund« Dresdens" von s.obias Beutel, eurer Schilderung > er Dresdener Kunftkammer, heißt:„Letztlich sind auch in dieser Kammer alle uist» neue künstliche Gemälde mit untergesprengt, als von Albrccht Dürer, Lucas Cranach, Tintoretto, Tizian, Rubens uist> anderen künstlichen Malern gemalt." Erst als die Schau gier über die Erkenntnisgier triam. rhierte, lösten sich die Kunstmuseen von den Naturalien- und Rori- ntenkabinetten. Da? geschah zuerst in Italien, wo der ästhetische -nn in der Renaissance reich erblühte. Man bestellte Andacht?. Hlder für den Hausgebrauch, Gemälde als Brautgeschenke und die -urstlichen Familien schufen di« ertten Gemöldegalerien, denen sich mnn die. Sammlungen Mbrechts V. von Bayern, und August des Starken in Dresden anschlössen. Roch aber war die Schmuckbe- deutung ausschloggebeiü», und um«inen Saal mit Bildern von den Wä!st>cn bis zur Decke auszuzieven, wurden kostbare Gemälde be- schnitten, angestückelt usw. Für den historischen Sammlungsirieb war dann«ine andere Eigenschaft wichtig, die R u h m g i« r. Man wollt« alle möglichen Dokumente und Bildniss« zusammenbringen, um dos Atter und die Größe der eigenen Herkunft zu erweisen. So entstanden Bildn isgolenen, und in den fürstlichen Galerien ver- baich sich mit der Schaulust das Ruhmbodürfms. bis dann«Mich die historische Bedeutung der Kunstwerke sich immer mehr hcrpor- drängt«: die Bilder nicht mehr als„prachtvolle Tapeten", sondern als Dokumente der Kunstgeschichte galten und, nach„Schicken" an- geordnet, aufgehängt wurden. Dieser geschichtlich« Gesichtspunkt er- hielt ein« gewaltige Belebung durch die großartigen Raubzüge Ra- polcons, der in dem„Museum Napoleons"«in« Ruhmeshall« seines Geschlechts und zugleich ein europäisches Zentralmuseum schaffen wollt«. Im Lause dieser Entwicklung wurde dann das„Alte Mu- seum" in Berlin vor IM Iahren geschaffen: oder seitdem sind noch ander« Samm'ungsidcen neben die geschichtlich« getreten, die pädagogische, di« den Lerntrieb in den Mittelpunkt stellt, und die sich in der Verbindung der Kunstsammlungen mtt Kunstschulen mrd Akademien äußerte. Heutzutage lenkt man, des Spezialistentums überdrüssig, aus einer höheren Ebene wieder zu dem Universal- gedanken des Barocks zurück mrd sucht d«r Philosophischen Idee im Museumsbetrieb Geltung zu oerschassen. „Der philosophische Gedanke", schließt Waetzoldt,„sollte ine Museen aus der Enge einer rein ästhetischen.Ha'tung befreien, er sollte der historischen Ordnung eine Ordnung nach Werten entgegenzustellen wogen und die„verstreuten Glieder" der künstlerischen Erscheinungswett in einer Zusammenschau alles wahrhaft Geftal- teten zusammenfassen." Heue erbliche Sigenfchstflen Tilchlnnqrrrfurhe Im Institut für Zuchttingsforfchung in Müncheberg wcrd- � jetzt Versuche durchgeführt, die für die Tier- rmd Pflanzenzüchtuisg, aber auch für die Heilkunde bedeutungsvoll zu werden versprechen. durch die experimentelle Erzeugung neuer erblicher Elgenschafle.n Diese Versuche knüpfen an die bekannten Arbeiten Pros. Erwin Baurs, des Leiters des Instituts für Bcrcrbungsforschung in Berlin- Dahlem und an die amevikanischen Experimente mit der Tau-Fliege an. Wie Dr. Hans S tu b b e vom Müncheberger Institut in bei: „Forschungen und Fortschritten" ausführt, können ja bei vielen Tieren mrd Pflanzen Formen auftreten, die von ihren Eltern und Geschwistern verschieden sind, und da ergibt sich häufig, daß diese Eigenschaft nicht auf einer Neukombination auf Grund von Kreuzungen beruht, sondern etwas wirklich Neues ist. Man nennt stein« spontane Mutation, wenn sie erblich ist, sie kann dann mit jedem beliebigen anderen Merkmal durch Kreuzung kombiniert wer- den. Die meisten dieser Fälle beruhen auf Aendcrung in der Kon stitutton des Zellkernes: an einer bestimmten. Stelle findet"in«stftr bestimmten Schleife der Kernsubstanz eine chemische Umsetzung verwickelter organischer Verbindungen statt, oder einzelne Kernschleifen gehen ganz verloren oder sie verdoppeln sich. Die Ursachen waren lange Zeit unbekannt. Kennte man sie,, so köimte mpn dprch tijpsi tich« Einflüsse den Prozentsatz der Mutationen willkürlich erhöhen mtt» die theoretischen Vorstellungen von der Natur und der Em stehiuig neuer Eigenschaften erweitern, aber auch der Tier- und Pflanzenzüchttmg einen praktischen Weg zeigen. Nach Baurs ersten Versuchen über die Erzeugung van Mutationen cm niederen Organismen konnte besonders. H. I. Muller an der Tau-Fliege und einigen Pflonzenobjekten den Prozentsatz der Mutationen durch Radium, und Röntgenstrahlen sehr.steigern Auch Baurs gleichzeitige Versuche am Gartenlöwemnoul' im Dahlemer Institut mit chemischen und physikalischen ReizwetlfyVer. verliefen positiv. Der Prozentsatz der spontanen Mutationen in den vielen Sippen, di« beim Gartenlöwenmaul bearbeitet werden. ist ganz verschieden hoch. An einer Sippe wurde infolge der> Be- Handlung eine außerordentliche Zunahme der Bariationen in der Nachkommenschaft beobachtet. Doch wirken die Reizmethoden wesentlich verschieden auf Tier und Pflanze. Bei der Tau-Fsiege wird eine Aendernng im Bau der einzelnen Kernlchleise hervorge- rufen, an Pflanzen aber Variationen, die wesentlich in einer Veränderung des Protoplasmas begründet zu sein scheinen. Nur m seltenen Fällen zeigen be experimentell behandelten Pflanzen selbst schon Dcränderungen, im allgemeinen weist erst ine Nachkommenschaft, die erst« oder zweite, die aus Sckbstt'cfruchtung entstanden ist, einen sehr hohen Prozentsatz von Abweichungen au-. Besonders wirksam erweisen sich Radium- und Röntgeystmhlcn, be- stimmte Chemikalien, z. B. Arsenverbindungen, und abnorm« Temperaturen. Die Pflanzen werden im Knospenstadium behandelt, ober auch als Samen und Keimlinge. Die Bestrahlung juirger"Knospen, durch die Pollen und Eizelle beeinflußt werden, erscheint-besonders wirksami. Die Abweichungen, di« zweifellos durch die Reizungen entstehen, betreffen hauptsächlich die Form der Laubblättcr, doch treten auch viele Awergformen, Veränderungen an BlüteNorgancn mtt» buntblätterige Pflanzen auf. Sehr viele Pflanzen arschecnen zunächst völlig normal, zeigen aber bei der Blütenbildung stärk ge- störte Fruchibarkettsverhältinsie, ja, so weit, daß die Pflanzen für beide Geschlechter steril sind. Diese ilnteisuchungen haben außer ihrem züchterischen Wert offenbar hohe Bedeutung auch für die Heilkunde des Menschen. Manche der heute üblichen Methoden von Untersuchung und Be- Handlung, Röntgenbestrahlungen etwa zum Zwecke der Sterilisätion ans Zeit, oder die Anwendung von Giften wie Arsenpräporatcn, schaden gewiß dein Behandelten nicht oder nur wenig, bergen aber vielleicht eine große Gefahr. Denn jene Untersuchungen ergeben. daß bei völlig gesunden Ellern erst m der Nachkommenschaft nach Iahren erhebliche Störungen in der Konstitution von Ehrornatin und Plasma im Zellkern auftreten können. Jedenfalls ist nötig. diese Experimente weiter auszubauen und allmählich die Wirkunz jener Behandlung genauer kennen und beherrschen zu lernen. Steinrich Stemmer: SjJICf IltlUt Ölßlflfl Ich bewohnte ein« geräumig« Kabine neben dem Speisezinaner, lag den größten Teil des Tages in der Koje und blickt« abwechselnd in das Stille Weltmeer und einen schwarzgehefteten Bond, den ich mitfichrte: Schopenhauers Gedanken über den Tod.„Der Tod," sagt Schopenhauer,„geht uns nichts an. Solange wir sind, ist der Tod nickst, und wenn der Tod ist, sind wir nicht." Ich fühlte mich geborgen in dem allen Kasten, ein„Trampst-amer", auf dem ich fuhr, das heißt«in„See vagabund", der mich Landvagabunden für 3 Mark den Tag von Seattle nach Kok»« führte, wohin wir eine Schiffsladung amerikanischer Riesenfichten transportierten, aus denen kleine Japanerhäuschen entstehen sollten. Wenn ich mit Besteck rasseln hörte, klappte ich die„Gedanken über den Tod" zu, sprang aus der Koje und setzte mich an meinen Platz neben den kleinen irischen Kapitän mit dem roten Haar und blauen Gesicht, der wie ein bissiger Hund knurrte, wem, man zu ihm sprach. Gegenüber saßen die zwei Steuerleute, jeder mtt einem Walroßbart. Es wurde gegessen: Gepökeltes, Gesalzenes. Geräuchertes— gesprochen wurde kein Wort dabei. Vierzehn Tage lang saßen wir lautlos bcisaimnen, dann beschloß ich, dieses brummige Schweigen zu brechen.?lm Sonntag beim Abendessen richtet« ich unvermutet höfliche Fragen an den Kapitän und die Wolrösser und zwang sie, mir zu antworten. Schon dachte ich, ich hätte aus drei alten Seebären umgängliche Menschen gemacht, da--- Um Mitternacht wurde ich durch einen furchtbaren Krach aus dem Schlaf geschreckt.„Der Tod geht uns nichts anl' rief ich. um mir Mut einzuflößen. Der alte Kasten krachte in allen Fugen. Ich sprang aus der Koje und lief mittschiffwärts. Alles still, bis auf das Gerumpel der Maschine. Kein Mensch an Deck. Kurze, schors- gezackte Wellen zogen vorüber, wie man ft« auf allen holländischen i Marinebikdern sieht. Das Schiff mußt« auf zwei Wellkämmen ge. ! standen hoben und in das Wellental hinuntergeplumpst sein. Er war ! noch ganz, der alle Kasten. Ich legte mich wieder in die Klye. Seelenvergnugt erschien ich am nächsten Morgen zum Frühstück. da gibt's Speck und Eier, aber die Seebären saßen mit ominösen Mienen da. Nach langem Fragen zog ich die bitter« Wahrheit aus ihnen heraus... Wir sind nicht hinuntergeplunipst. wir sind aufgefahren. Bon fern her schimmern ruMiche und längliche Kieselstein«, wie man sie auf der Kart« gezeichnet sieht: die Aleuten. Wir sind mitten im Pazifischen Ozean. Ich sehe nicht mehr m das schwarze Buch. Ick» spiele Schach mit dem zweiten Ingenieur-n seiner Kabine, wo er drei Bräute hängen hat, alles Schottinnen. Mein Herz krampst sich zusammen, als-draußen das eine Walroß fragt:„Geht sie noch, geht die alte Pumpe noch?" Wir haben ein-großes Leck. Seit Mitternacht wird Wasser gelenzt...' Dann kam der Moment, mo die alte Lenze versagte. Wo ich meine Habseligkeiten zusammenraffen und ins Rettungsboot trage» mußte. Bald baumelte ich, ich allein im kleinen Boot ins Meer hinab. Die Mannschaft mußte ausharren bis zum letzten. Ich, der Passagier, sollte nach der nächsten Insel zu rudern versuchen mit Prooiat für 2t» Personen auf 3 Tage, der vorschristsmäßig im Kiel verstaut lag. Den Schopenhauer warf ich ins Meer. Ich hotte jetzt meine eigenen Gedanken über den Tod. Noch einmal blickte ich zu den am Schtfssrand versammelten Gesichtern auf, den letzt«», die ich sehen sollte für lange, lange Tage— wohl für immer. Ach, es ist besser, gemeinsam ins Heldengrab zu sinken, als elend zu« gründe zu gehen auf einem einsamen Kieselstein, mitten im Meer. Mein« Augen wurden feucht. Bon oben herab erschallte ein letztes Lebewohl... Nein, Das ist kein Lebewohl. Es ist ein Höllengelachter. Ein Indianergeheul. Ich solle versprechen, keine weiteren Tischgespräche zu führen, rief man mir ins Boot hinab. Dann wurde ich wieder an Bord gezogen. Also waren wir doch bloß hinuntergeplumpit Mem Herz hüpfte. Der Schopenhauer schwamm schon fernab. Äorirage, Vereine undVerfammsungen. # Reichsbonner �Schwarz- Rot-Gold". EssSäktsstell»: Berlin£ 14. Sebaiilanik 37—38 ßol 3. itt Sonuiciik, 8. ffiätn. Ariedrichsbaw Kameradschaft varschan, iß USc Kam«radschaf!si>ersamm:u:'.!> bei Hahn. Anschliez-nd Tisch. Sanncrweiki. 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Eberl. Mvntaz, in. Mär». 2i> Uhr. b«i Stnakin. Tbamasstv. Tl. Auaverfanrmluna. ' ZsrelreNaiös» Semeind«. Sonntaa. U chchern B. Äomden Oder:..Das Problem de» Ubr, Ba rwelalle« > Leid«« und Letden v, Dortraa de» is". Harmonw«: Quintett au,.Riaaletto""LeMI. SSstr willkommen. Rcichobund Dcutfchee Mieter e. D. Derbard Berlin». D. Montaa, IN Atar,. 20 Ubr, im Berliner Ratbaus. Eaal ION. Sinaana Ridenstraßl. allmonatlich«: suristifcher Dortraa. Der Referent ist der Denoss» Dr. ffriß ib. Staust. Thema:.Was jeder Miete, von der ch-u,,insstluer wisse» muß". s ilrbÄker.SommrUer-SwG£. TL, Äolonas Kerlm. Slbteilu-a Cbarlottendura. D-Üfun« der Surfusteiluehnrer am 11. Mar», um 1214 Uhr, in der Ueibniz-Sberrealschüle. Schiller- itrast« 12b— 137. Erschein cn der Mitglieder ist Pflicht. »illkommen. »on Religio» und Dölkerfrlede». Senoss, Pfarrer >em». Wär». lä Uhr. im Rahme.» einer reliaiosen Bcrein der Landelecte der Srasschait Elast eu Berlin. Bersasemluna am Sonutvg. dem 2. Mär», 18 Uhr. im«lerandriner. Merandrinenstu. S7». Sloster Laich»Ieut« berrlich willkvmme! Lereinioung de« ißreund« Blei er spricht am Sonntag, dem sscierstunde rn� der Triniti da« Thiuia._. WWWWW .Ell dich»ukrirden und sei Alle" ist noch in einigen Eremploren twrha Diese wiiA auf Wunsch gegen Zahlung po» lö Bf.»uqesaicht. Die Besschti gung de« Wassevwerkee Wuhlheide findet am Sonntag, dem 18. Mär». IS Uhr, stört. Bahnstation Wuhlheide lBorortstreeke nach Erkner). Will» SchSnhorr, 1. Borssst»nd«r. Berlin-Stegsist, Echistrhauscr Str. 14, O. k. Telephon: Steg. N» R73, Denticher Arbeit erchlbstinerten-Sbuiid, Ortsgruppe Verltn. Allgemein« M>t- am Sonnabend, dem 8. Mär», um 1!> Uhr. im Leim der Sruppc Norden, Eertchtstr. 13—13 sZndustriehaus). IL Kok. Cuergeb. linder Eingang HI sJuaendheim). Wichtig, Tageeordnung. Reichebnnd der»rieaed-ichädlgteu. Kri«a»telln«b»>er und«rieqerhiat«» bltebeue». Ortegruvo« Osten Z. Sonntaa. 2. Mär». 17 Uhr, öchmidr» Gefell. schaftibau«. ssruchtsrr. 88», gemütliches Beisammensein, isreund« und Gönner werden um B-iuch srcundlichst gebeten. Eiperanto-Eesellschait Sharlottenburg. SRontag, 10. Riärb, 2U Uhr. Kou- dltorei Wolter, Eharlottcnburg. Bi»marckstr. 114 sKniel, Klub, immer. Kon, »ersation», und Uebungeabend. Säfte willkommen! «». diesem b«std«r fafm ist«Hst , Europa» größtem Stifes mir seinem berühmt aemvrdenen Bieritundenprogramm toi sehen. Sonnabend und Sonntag nachmittag finden um 8 Uhr große ssamilienporstellunge» mit tob- «oenwj*«»«nd i weniger äl» fünfmal Gelegeniheit. gsgeden, feinem berühmt gcmprdenen Bierftundenp Europa» grüßten Hirku» Sonnabend und M»WWWW>> �>W»W»W wertigem Ablmöprogramm statt. Zu diesen Vorstellungen»ahlen Kinder au' allen Vlästcn von 2.20 M. aufwärts nur halbe Preise. Än beiden Abenden um 71h Ubr Vorstellungen. Am Sonntag normittag pvn SVH bis 1 Uhr find'! große Tier- und Zndignerschau verbunden mit Zllassenkondert statt. 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Rooemder lgZ» vom Ausschuß deschlossm worden ist: Vre g 2 UM. 2 erhält folqeobe Zassnag: Ardeiisunfähige bleiben 3"""'-----' Leistungen»u gewähren bat bleiben IE tglieder. i»lange di, Kasse ihnen ..ren dast Da» gleich« gilt istr Schwangere und Wöchnerinnen, solange fte Rnsoruch auf Wochen- oder Schwangerengeld haben und nicht gegen Entgelt arbeiten. Oam g 4 Ub|. 3 ist folgender geh htninenfägen! Da« gleich» gilt für Schwanger» und WSchnertnnen. lolang» li» Unfbrudi auf Wochen- und Schwangerengeld haben und nicht gegen Entgelt arbetien. Ver S 22 Ub, 2»e. 2 erhält folgiode Fassung: l Ktav'envssege»am Beginn der Kran'heit an: st, umiaßt ärNIich» Behandlung und Versorgung mit Pr,n»' sowie Brillen Bruchbändern und anderen«leinen beilmiiteln Die Kasse gewährt ist, größere kieilmiiiel«inen Auichuß bi« tu RR 140,. (RR. hundertistuf-ig) 2ter S 22«ds. 2 Ztr. 3 erhall folgende Zsassnng: 3. Ein Wochengeld w Hähe de, Kranlengelde«. jedoch mindesten» 40 Retchev'ennig täglich, Ist« vier Wochen vor und («ch» zusammenhängend« Wochen unmittelbar nach der Nieder. kunt«.«» beträgt jedoch Istr d'e Ken nor der Entbindung drei Viertel de« Grundlohn»«, lolang, die Schwangere kein,?». schllitigung gegen Entgel, ansllbi Zu, ß 22 UM.« Sa» 2 werden die IBacic: .istr öle Heil wach der Entbindung- g. strichest. ver letzte»atz de»« 25 UM.» Ztr 2 ist zu streichen und dafür folgende neu« Fassung»u fegen: Für größere Sellmittel wird ein-wschuh bis zum' Betrage von RM. 40.— gewöhn. Dem§ 26 UM. 3 Jtc. 3 mich folgender Satz hluewgefSgt: Ist TransvoN durch»rankniwagen erforderlich, so llber. nimmt die Kasse die bäifte der Kosten. ver S 42 erhält folgend« Fassung: Di» Betlräge istr«»rsscherung»pstichtig, sind mit«blaui ieder Lodnwoche idvig und müssen von den Ardeilgebern fite di« von ihnen deschälltgien Kassenmitoliedee in monatlichen �ahung- Venoben an der Kass» ge-ahlt ober kostenlo»«Ingesandt werden Di» Beiträ»» der Berllcherunosberechrigren sind am l.«Ine» leben Munal» fällig. vor« 42 erhält folg»» r 8 42 erhält folgende Aassong! Rückstände werden wie Gemeindeobgaden deigetrteden Dem itreidungeverladren geh««in« ichriiliich» Mahnung voran die»in, Mahngebühr erhoben wird Diei» wird wie die B«itr«ibung»v»rsakr»n geh««in« ichriiliich» Mahnung Ute di»»in« Mahngebühr erhoben wird Dielo wird wie RückNänd« I>»Ig«trt»d«n unb betrLgt bei Rückständen: M«...... RR 3/—«r 10 R«ich»ps«nniae iwer RM Z�. hi». ,4c- w ZO. „. 1.V—„„ 7ÄL—»40 , ,60.—.....•» W, Verleib bvchclcganter Sesellschafts- Anzllge. Leibhau» Lowicki. Printeo. straßc 104. Diel» Saßnngeänbernng tritt mit de« ersten D inntag vack der Genebmigvng duzeb daß Obeeverfich«ung«amt w Kraft, so. weit Bestimmungen nicht bereit, am st»juvr lSZS w. Kral» a». treten find Jnnungikrautenkasle der Znnuiig verekulgier vroschkenbefltzer Groh-verNn». Q&t Engen Zaekel. Borfitzenbev. Genehmigt. Shazl0tt«»bnzg. den S6 Februar ISSN 7** Borfitz»» de de» Obetsterfidjmtn-Kuut«««Ii«. Z« Auftrage: gez.«eooß. Beglaubigt:' gez. Unterschrist (Stamp-li Oberversicherung-amt Eharlottenbura Äuesertigung Nr. II tz. k. gz.zo. ivewiananozng S.Rlassg M. Treodilch.SSdtktllllld««lgssen-Lbtterie Obiu Sewöhr Nachdruck Betbefg« Sttf ftd« gezogene Nmnmer gefallen, und zwar jt einer in den Slbteilungen hohe sind»wel auf die Löf» gleicher l und Q Gewinn« Jlnmmer RelchsHallen-Theater Atiends IS saimioa oadun. CS sidtiner-sanger Das berrlicbe M Mr? Programm i W iloamittoas Kalbt Preise) Oö n H»»ß.S«4 vo» Pamllten-Varlel«. ttli 84. Siebongsfag 7. Slärz 1930 Sn der heutigen Bvnnittagsziedvna«Urb« Gewinn« Sher 150 M. gezogen 76009« 108711 373616 983766 06673 118633 144010 160648 i•* 10000«R. 386)16 9 Sevi»-, IS 5000 an. 262383 12 Sewstm, i« 3000 98. 141918 16»mst-v. ra 2000«B. 8884 13070 972364 89837« to lt._ an Gerichiiftelle Rai 2040. 12 Ah«, wirb Setlia- Clchterfcldc. Uickgstr. 0. Klwmec HO, da» Im Grund- buche von Teltow. Band 33. Blatt 1083. eingetragene Grundstück wostohau» Walter. Saltzeaau. Str.a mU cholranm und 9 nu» garten apangoweii» btrsirignt werden Bieter haben gni Per sangen dm Glän dtg-z» in der Regel«m« Sicherheit von 10 vom Kundert de» Bargedoi« w bar oder Wertvap.eren zu leisten. St« Rachwessungan Uder B» eichnung. Sag» und»:dß- ulw können hier, Zimmer i«.»ingesedenw»zd«n.7. ii.40 iL». Sin.-Lichte rsetdo. d«u SS gedruar lS30 vo» Urntegericht ___________________ 22 269426 322046 3411>3 362509 368140 382622 92•ettten» n 600 9R. 13618 1 3684 28943 58110 86170 68104 68424 71321 79454 109770 1 134491 138696 142769 144306 1...... 190707 194613 19S9C8(68382 31 840 349678 "577 181964 156466 160301 181629 169784 330058 331477 331840 340676 360410 96344? 366677 365604 371783 380866 392338 396677 Dn der heungen Nachmittag»ziehmig wurden Gevinn« ffder ISO M. gezogen i Sewtmc» n •etnlaae es 601 *~»M«r t S«wtr»e«» 3000«L 850966 Setvtnn«»» 2000 M. 84001 160000 181691 949908 940189 253708 287708 293600 818930*'W8a üf iS»®«»'SMS'WSS) SÄ» Jssifl 3716)8 880679 06 Oettino« 109305 12684, 229502 236867 San flasaltetcn wenig getragene. teil» aui Seide, und neue Iackettanzllgk. Smokinganzllge. Abcnbanzüa«. ssross anzüge. Ulster. Paletot». Bauchanzüge. jede ssiaur nässend. Serren- und Damenvelz«, enorm billig, stein» Som dardware. Leihhaus ssriedrtchstraß- 2 Sallesche« Tor" Bstot»«:! 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