BERLIN Sonnabend s.Alarz 1930 KrsSeiat tSglich aaßer Goaatag«. Zugleich Ädendaukzab« de«.VorwSrttV Be,-uq«vrei< beide Ausgabe» SS Pf. pro Woche. reo Monat. Redaktion und Lroedirion; Berlin SW6S.LindenKr. 3 V\�fuu£t�& 10 Pf. Hr. 114 B 51 47. Jahrgang 8tt|(<8(Rtt(<<: Die«insoaltige Nonoareillezeila «o Pf.� Reklamezeile t M. Ermäßigungen nach Tarif. Dofifcheckkonl». VvnvtrtS-D erlag 0. ra. b.H� Berlin Nr.»7 SSS. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bi< 20? Generalratssitzung am Dienstag.- Börse ruhig. Haag-Oebatte im Reichstag. Oer Quaatzschismus endet mit Ausweisung. ! Nechsbanlpräsident Tr. Schacht hat die Mitglieder des Generalrats zu einer außerordentlichen Sitzung auf Dienstag, den 11. März, nachmittags 4 Uhr, ein- berufen, in der über die Wahl seines Nachfolgers Beschluß gefaßt werden soll. Wie wir hören, wäre es durchaus möglich, dag der General» rat der Reichsbank schon am Dienstag zur Neuwahl des Reichs- baiikprösidenten s i ch ä u ß e r n oder gar dl« Wahl schon herbei- fuhren könnte. Es ist aber kaum anzunehmen, daß der Generalrot, selbst wenn die ausländischen Mitglieder nidjt gegen eine Wohl nach dem alten Gesetz protestieren würden, eine Entscheidung gegen die Reichsregierung fallen könnte. Eine Wiederwahl Schachts sei vollkommen ousge- schlössen. Weder die inländischen noch die ausländischen Mit- glieder dürsten daran denken. Auch in den provinziellen Bank- und Industriekreisen hat man von Schacht genug. Wir hören aus München. Frankfurt. Stuttgart, Hamburg und auch aus Essen über» einstimmend die Hoffnung, daß kein Reich sbankprosident kommen möge, der Politik macht! Damit sind auch die Aussichten sür Dr. Luther, der jetzt wie immer von einer bc, stimmten Seite genannt wird, wenig günstig. Die Berliner Börse hak ihre gestrige Erschükieruug sehr schnell überwuäben. Das' allgemeine Aufatmen, das nach dem Rürktrikt Schacht» durch alle ernsthaften HHrlschaft». und Sonkkreifc ging, hat sich auch bei der Berliner Börse, nachdem Zraakfurt gestern schon vorangegangen war. in einer starken verbessernag de» Knrsniveaus ausgewirkt. Die Reichsbankautelle haben ihren Verlust von gestern voll wieder ausgeholl. Sie sind von 270 auf 2kl JJroz. gestiegen. Ganz allgemein liegt jetzt bereit» schon da» Kursniveau um 3 bis 4 Proz. höher. Siemens sind von 239 auf 243 Proz., AEG. Ist voa lös auf ISO proz. gestiegen, und auch 3.(0. Zarbeo hat sich nm 5 proz. wieder verbessert. Auf dem Geldmark» gingen beute die Zinssätze bereits untcr SZ-< proz. zurück. Eine weitere erhebliche verbilliguug ist noch heute und in den nächsten Tagen zn erwarten, wenn es gestern nach einem schwarzen Areitag auf der Börse ausgesehen hat, so kann man heule schon sogen, daß dieser schwarze Zreitag sich im rvescntlichea aus die INedriger- bc werlung des ehemaligen Reichsbaakpräsidenten beschränkt hat. Schacht als Zuwachs Huq�nbsrgs. Paris, 8. März.(Eigenbericht.) Der Rücktritt des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht hat in Paris ebenso große Sensation wie Befriedigung hervor- gerufen. Allgemein gibt die Presse der Ansicht Ausdruck, daß nach all seinen Quertreibereien gegen die ReparationspolBik der Reichsregierung und gegen den Doung-Plan Schachts Position nicht zu halten gewesen sei. Nicht minder allgemein ist sich die Presse dar- über klar, daß mit der Demission Schachts Kampagne nicht zu Ends sei, soridern in anderer Form fortgesetzt werde. Insbesondere die Rechtspresse sieht ihn schon als neuen Mann der Deutsch- nationalen m den Reichstag einziehen. Der„Avenir* sieht sogar voraus, daß er dann wegen seiner unbestrittenen Fachkennt- nisse bald zum Finanz mini st er aufsteigen und in diescr neuen Eigenschaft den Noung-Plan noch wrtsamer bekämpfen werde. Der „Miltin" befürchtet, daß die Demrsston Schacht» schon jetzt der Opposition gegen die Ratisizierung des Boung-Plans neue Nahrung geben und dadurch die Gefahr einer Regierungskrise erneut akut werden lassen könne. New Öorf: Rücktritt bedeuiunalos. New Jork, 7. März. Der Rücktritt Dr. Schachts kam den hiesigen Bankkreifen nicht besonders überraschend. In diesen Kreisen wurde dem Vertreter des MTB. erklärt, der Umstand, daß Schachts Rücktritt zu einem Zeitpunkt ersolgt«, wo die Regierung über eine sichere Maja- rität verfüge, und zu einem Zeitpunkt, wo die Annahm« des Aoung-Planes als völlig gesichert angesehen werden dürfe. bringe e, mit sich, daß dem Rücktritt Schachts nicht die De- d e u t u n g beigemessen werde, die ihm etwa während der Haager Besprechungen bog« messen worden wäre Der Rücktritt Schachts wird unter persönlichen Gesichispmckten viessach bedauert, da er von seinen Besuchen her viele freunde besitzt: irgendein schädlicher Einfluß auf die finanziellen Beziehungen zwischen den deutschen und den amerikanischen Danken dagegen wird als a u s g» s ch l v s. sen betrachtet. Man erwartet, daß auch der Nachfolger Schacht» bin.Mann sein wird, der das volle Vertrauen der amerikanischen Wirtschaft», und Fmanzkreise gemeßt. Im Reichstag begann heute vormittag 10 Uhr die Fort- 1 fetzung der Zwesten Beratung der Haag« Abkommen mit einer Rede des deutschnationalen Abgeordneten Dr. Bang, der vor zehn Iahren zu den Mitgliedern der K a p p- R« g i e r u n g gehört hat und dem- entsprechend redet: Feindbund. Tributbank, ausgebluteter Sklave Frankreichs usw. Der Rücktritt Schachts sei eine Bestätigung der Befürchtungen, die man gegen den Doung-Plan hegen müßte. Die Reichsbank wird fortan verpilichtet, die Roten in Goldmünzen Noch keine Einigung. Die Desprechuag der Parteiführer. Die Besprechung der Parteiführer, die heute vormittag»m 10 Uhr begonnen hatte, dauerte in den Mittagsstunden noch fort. Sie dürfte� auch nicht so rasch beendet werden, da mau- dazu übergegangen ist. den gesamten Finanzplan der Regierung, sowie die einzelnen vorgeschlagenen Maßnahmen in nusführ- licher Weise zu erörtern. Dabei ergibt sich wiederum. daß eine Uebereiustimmnng in den Finanz» fragen zwischen Sozialdemokratie und Bolkspartei «och nicht erzielt ist und kaum erzielt werden kann. Das Zentrum nimmt in den Finanzfragen eine mitt- lere Stellung ein. vertritt aber, was die Taktik der Par- lamentarischen Verhandlungen betrifft, weiter mit gro- ßer Zähigkeit und Schärfe den Standpunkt, daß eine Verabschiedung des Bonng-Planes nicht in Frage komme, solange nicht auch in den Finanz» fragen eine Einigung erreicht worden ist. Vorläufig kau» mau nur sagen, daß mau in stnndeulauge» Debatten einander u m keinen Schritt näher gekommen ist. einzulösen, das ist doch nicht eine bloß formale Aenbernng. Sie treiben die Politik„noch uns die Sintflut".(Beifall rechts.) Abg. Zadasch(Komm.) wirft den Regierung», und anderen Par- teien vor. ihr« Versprechungen an die Liquidationsopfer vergessen zu hoben: die Entfchädigungsfrage wind nicht neu ausgerollt. Das opferreich« Polenabkommen dient dein Koalstionstnieg gegen Sowjet- rußkand. wqbet der„Kettenhund Polen" zuerst gegen den roten Bären vorgehen soll. Dazu darf Polen keinen Feind im Rücken haben und deshalb besiehst der internationale Kapitalismus deutsch- polnisch« Versöhnung. Abg. Dr. Schetler(Z.) protestiert gegen die völkerrechtswidrigen Liquidationen überhaupt. E r st a u n t i ch ist das plötzlich Ein» treten der Kommunisten sür das liquidiert« Privateigentum. Di« Haager DerhaiidUingen haben uns schwere Enttäuschungen gebrocht. Wieder einmal hat Macht- bewußtsein über Recht und Moral gesiegt, von Völker- Versöhnung war gar keine Rede. Mit größter Rücksichtslosigkeit aber verteidigte Snowden dies« Posttit. Nur ein« Minderheit im Unterhaus ist gegen diese rücksichtlos« Machtausnutzung auf- getreten, die durch ein« Arbeiterregierung betrieben wurde. So unbefriedigend und ungerecht die Liquidationsverträge sind, nehmen wir sie doch im Irsteress« der Bölkerversöhimng an Abg. Dr. Schnee(DVp.) kündigt für einen Test seiner Fraktion die Ablehnung der Liquiidatiorisabkoinmen an, besonders des Polen-Vertroges. Mit der Agrarpolitik, der Bestrafung wegen Der- gehen» und dem Konglmnerat von Vereinbarungen. Briefen und Er- klärungsn, die diesen Vertrag bilden, kann und wird Pqlen die deutschen Siedler weiter enteignen und vertreiben, und unsere Opfer an deutschem Staatsbesitz und deutschen Entschädigungsansprüchen werden umsonst gebracht sein. Zum englischen Abkommen sagt der Redner: Es ist leicht, dem Mann, dem man die Börse aus der Tasche genommen hat. zu sagen, nun sei wieder gut— und d>« Börse zu beHallen.(Sehr gut! rechts.) Derartige Abkommen schaffen dauernde Verstimmung und versperren den Weg zur Verständigung. Zum Schluß spricht Abg. Dr. Schnee von der Liquidation aus dem ehemaligen D«utsch-Guin«o. Dort war vereinbart, daß die deutscheu Beamten nach Hause fahren, die Pflanzer aber im un- gesperrten Besitz des Eigentums bleiben. Der erste Test dieses Der- träges wurde gehalten, der zweite schnöde gebrochen. Jetzt»er. zichten wir sogar aus Ansprüche zugunsten der Schutzgebietsaoleche- [ gläubiger. Zwar bestellen chr« Rechte gegen die Länder weit«, aber da die Mandatsmächte mit Gläubigerregierungen identisch sind. ist die Geltendmachung bedeutend erschwert. In der Mittagsstunde sprach Abg. Lufsl-Wnigsberg(Soz) mit durchschlagenden Argumenten sür die Annahm« des Polen- vertrage», die«ine Vorbedingung für die Besserung des Der- hästnisses zu unserem östlichen Nachbar und zur kräftigen Euiwick» iung der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen fei. Danach setzte sich der Demokrat Dr. Dernburg mit den Deutsch- nationalen auseinander wegen der Aeußerung Dernburgs in der vertraulichen Ausschußsitzung. Es kam dabei zu lebhaften Aus- rinanderfetzungen. Quaai; ranöalieri und wird ausgeschlossen. Noch der vortrefflichen Rede des Sozialdemokraten Luffk über das deutsch-palnische Liquida tionsabkommcn, die mit großem Bai fall ausgenoinnten worden war, kam es bei der Rede des Demo» traten Dernburg zu einein Zwischenfall. Der deutsch- nationale Abgeordnete Quaatz stürmte mit den Händen in den Hosentaschen und in der offenbaren Absicht, Skandal.zu verüben, in den Saal und begann den Redner zu provo- zieren, indem er ihm zurief, er arbeite im Bunde mit Frank» reich» Von der Linken her ertönte die Antwort„Lump" und der Zwischenrufer. ebenso aber auch Herr Quaatz wurden zur Ordnung gerufen. Als Quaatz dessenungeachtet weiter rondatiert« und durch fortgesetzt« Zwsschcnrufe den Redner zu überschreien versuchte, ersolgte ein zweiter Ordnungsruf. Herr Quaatz rcorgiert« auf diesen, indem er überdi« Geschäftsführung des Präsident en zu schimpfen begann. Dafür erteilte ihm Präsident Lobe einen dritten Ordnungsruf und drohte ihm mit der geschästsordmrngsmäßigen Folge einer Verweisung aus dem Saal«. Als Herr Quaatz darauf provozierend antwortete:„'des würde mir nur«ine Ehr« sein", forder te Löhe unter stürmischem Beifall der Linken den Abgeordneten Quaatz zum Verlassen des Saales auf. Quaatz kam nunmehr der Anordnung des Präsidenten nach. Man hatte den Eindruck, daß sein, gelind« ausgedrückt, miffälliges Auftreten auch in den Reihen seiner eigenen Parteigenossen nicht allgemein ge- billigt wurde. Zentrum plus KPD. Neueste Verärgerungspolitik des Zentrums. Hindenburg, S. März.(Elgenberichk.) 3n der gestrigen Skadiverordnelenversammlung. die bis fpäk nach Mitternacht dauerte, kam der durch die Wahl des sozial- demokraklschen Bürgermeisters Franz zum Ober. bürgermeister hervorgerufene Konflikt mit der Zentrumspartei zum vollen Ausbruch Da das Zentrum wieder einer geschlossenen Front aller anderen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten gegenüberstand, gab es gleich zu Beginn eine zen trümlich. kommunistische Einheitsfront, die so weit ging, daß da» Zentrum kommunistischen Entschließungen gegen die„Gummlkaüppelpolitit der Bourgeoisie" und gegen die Ilichlbesläkignng kommunistischer Kommunal» b e a m t e a bedingungslos z n st i m m l e! Selbst ungesetzlich« Aniräge der Kommunisten, dl« etwa S Millionen Mark für Sonder- Unterstützung für Srwerbslose usw. verlangten, erhielten mit Zenkrnmshilfe eine Mehrheit. Da der Antrag der Zenlrumsparkei. aus formellen Gründen die bereiis vorgenommene Oberbürgerinel st erwähl für an» gültig zu erklären und die Wahl noch einmal vorzunehmen, im verlause der vielstündlgen Berowngen keine Aussicht auf Erfolg hakte, gab schNeßlich die Zentrumsfraklion ihre Stimmen einem kommunistischenAntrag.die Stelle des Oberbürgermeisters überhaupt zu streichen. Dieser ebenfalls ungesetzlich« Antrag wurde mit den Stimmen der Kommunisten und des Zen- trnms gegen alle andere« Parteien angenommen. Nächtliche Schlägereien. Kommunisten und Nationalsozialisten. Das schwäbische Gchacheraeschäst. Bolz verteidigt den Ministerschub. Stulkgarl, 8. März.(Eigenbericht.) Im Wurttembergischen Landtag beantwortete Staatspräsident Bolz am Freitag eine sozialdemokratische Anfrage über die Regierungspolitit und über die Frage, welch« Zusicherungen den beiden zur Regierung neu hinzugetretenen libe- raten Parteien gegeben worden seien, wie folgt: Ueber die Regierungserweiterung sei mit diesen Parteien schon seit längerem verhandelt und schon vor �Jahresfrist sei«ine weitest- gehende gemeinsame Arbeitsbasis mit ihnen gefunden worden. Besondere Zusicherungen seien den Partelen beim Eintritt in die Regierung nicht gegeben worden. Die betreffenden Fragen, die Reichs- und Verwaltungsreform. Schulgesetz und Lehrerbildungs- reform seien so schwere Probleme, daß sie nicht aus Anlaß der Re- gierungsumbildung in ein paar Tagen hätten geklärt werden können. Er hoffe auf eine Verständigung darüber, w!« über die Frage der Landessteuerordnung und des Lastenausgleichs unter den Gsmein- den. Das der Deutschen Volkspartei eingeräumte Amt eines Staats- rats sei rein ehrenamtlich. Sein Inhaber habe im Staatsministe- rium nur beratende Stimme und besitze auch kein Kontroll- recht gegenüber der Verwaltung. Das Amt stehe daher auch nicht im Widerspruch zur württembergischen Derfasiung. Bei der Ab- stimmung im Reichsrat über den Aoung-Plan habe Württem- berg mit Ja gestimmt? beim Polenabkvmmen habe es sich der Stimme enthalten, weil seine Tragweite nicht zu überblicken war. Die wirtschaftliche Tragbarkeit des Doung-Planes sei zweifel- Haft. Der neue Vertrag bedeute immerhin einen weiteren Schritt zur Entspannung der Lage und es wäre katstrophal, wenn Deutsch- land der ganzen Welt ein Rein entgegensetzen würde. In der Frage der Vereinigung von Württemberg und Baden müßte das Gesamt- interesfe des Reiches maßgebend sein. Jeder müsse heute anerkennen, daß eine Umgestaltung der Reich-organisatwn erfolgen müsse. Auf freiwilligem Wege könne man ihr eher näherkommen als durch gesetzlichen Zwang. Er(Bolz) würde die Bereinigung der beiden Länder für einen Fortschritt hallen, ohne sich in bezug auf die da- durch erzielte Staatsoereinfachung allzu großen Hoffnungen hinzu- geben.— Als Staatspräsident Bolz dann das Ersuchen des national- sozialistischen Abgeordneten auf Vorlegung des Protokolls über die Sitzung des Staatsministeriums, in der über die Stellung zum Ioung-Plan Beschluß gefaßt wurde, als rechtlich unzulässig bezeich- nete und ablehnte, gab es stürmische Auseinandersetzun- gen. Von sozialdemokratischen Abgeordneten wurde ihm sofort ent- gegengehalten, daß sein Kollege Vazille seinerzeit als Staatspräsident öffentlich Mitteilungen aus dem Protokoll des Staatsministeriums gemacht habe, als er glaubte, dadurch einen politischen Gegner, den früheren württembergischen Gesandten Hildenbrand, bloßstellen zu können. Balz erklärte jedoch, hierüber nicht unterrichtet zu sein, während Bazille sich in Schweigen hüllte. Das Notopfer der Arbeitslosen. Unmögliche plane mit der Lohnsteuer. In den Beschlüssen der Reichsregierung über die Finanzreform im Jahre 1S31 ist auch di« Forderung enthallen, die E r st a t t u n- gen bei der Lohnsteuer von 1931 ab aufzuheben und dafür aus den Erträgen der Lohnsteuer jährlich eine Summ« von 60 Millionen an die Arbeitslosenversicherung zu überweisen. Diese Maßnahme ist vom Reichsfinanzministerium vor- geschlagen und besonders damit begründet worden, daß die Ab- schaffungen der Erstattungen eine wesentliche Entlastung der Finanz- ämter zur Folge haben würde. Tatsächlich würde die Beseitigung der Erstattungen eine der wichtigsten sozialen Erleichterungen bei der Lohnsteuer treffen. Der Lohnsteuerzahler ist dem Einkommensteuerzahler gegenüber von Anfang an im Nachteil. Di« Lohnsteuer muß sofort nach Empfang des Lohn» oder des Gehalts, also wöchentlich oder monatlich bezahlt werden. Die Einkommensteuer braucht aber, von gewissen Vorauszahlungen abgesehen, nur nach Schluß des Kalenderjahres auf Grund einer besonderen Veranlagung ent- richtet zu werden. Hat ein Einkommensteuerpflichttger in einem Jahre weniger verdient, als die ihm zustehenden Freibeträg« aus- machen, so braucht er überhaupt keine Steuer zu zahlen. Der Lohn- steuerpflichtige muß dagegen in jeder Woche und in jedem Monat sofort zahlen, wenn sein Lohn oder Gehalt die wöchentlichen oder monatlichen Freibeträge übersteigt. Auf die Tatsache, daß er vielleicht im Lauf« de» Jahres feine Arbeit verliert oder krank wird oder sonstigen Lohnausfall hat, kann keme Rücksicht ge- nommen werden. So kann es kommen, daß ein Lohnfteuerpflich- tiger in einem Jahr« Steuern zahlen muß. obgleich er weniger ver- dient hat als sein« jährlichen Ermäßigungen ausmachen. Das tritt in allen Fällen ein. in denen ein Arbeiter oder Angestellter im Lauf« des Jahre» arbeitslos wird. Um diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen, find auf Vorschlag der Sozialdemokratie im Jahre ISLS die Cr- st a t t u n g e n«ingeführt worden. Ei« geben jedem Lohnsteuer- Pflichtigen, der im Laufe des Jahres erwerbslos, krank usw. ge- wesen ist, das Recht, die Rückzahlung der von ihm überzahlten Lohnsteuer zu verlangen. Von diesem Recht haben die Steuer. zahler In wachsendem Maße Gebrauch gemacht. 1S?6 wurden 46 Millionen Lohnsteuer erstattet. 1927 schon 61 Millionen. 1928 63 Millionen und 1929 über 68 Millionen. Di« Lohnsteuererstattungen sind also kein« Sonderver- g ü n st i g u n g für die Lohnfteuerzahler. keine nachträglichen Steuerermäßigungen, sondern sie sistd nur die Rückzahlung zuviel entrichteter Stenern, auf die der Lohnsteuerpflichtige ebenso Anspruch hat wie jeder ander« Steuerzahler. Aber dies« Rückzahlungen haben für die Lohnsteuerpflichtigen besondere Bedeutung. Sie sind zu einer Zwangsspartasse geworden, aus der die Aermsten der Armen oft gerade im Augenblick der größten Not die 13 oder 20 M. herausbekommen, die sie in der Zeit der Beschäftigung zuviel gezahlt haben. Die Erstattungen zu beseitigen heißt 15 Millionen Arbeitern und Angestellten dieses selbstverständliche Recht rauben, heißt 13 Millionen der bedürftigsten Volksgenossen die paar Mark nehmen, die schon manchem Arbeitslosen aus bitterer Not geholfen haben. Nun sagt das Reichsfinanzministerium: die Erstattungen sollen ja den Lohnsteuerpflichtigen mittelbar wieder zugute kommen, denn es sollen ja jährlich 60 Millionen an die A r b e i t s l o s e n v e r- sichern ng zur Verstärkung ihrer Mittel gezahlt werden. Man will also die Lohnsteuerpflichtigen bei den Erstattungen ebenso ab- speisen wie bei der Lex Brüning wo man statt der versprochenen Steuersenkungen die Mehrerträg« der Lohnsteuer an Invaliden, und Knappschastsversicherung überwies. Mochte die Aenderung der Lex Brüning noch hingehen: hier Handel! es sich tatsächlich darum, daß ausgerechnet die Arbeitslosen eine« Sonderbeilrag zur Arbeitslosenversicherung entrichten sollen. Also kein Rotopser von den Besitzenden od«r den Festbesoldeten, sondern ein Rotopser gerade von den Opfern der Wirtschaftskrise. Das Reichsfinanzministerium weist weiter darauf hin, daß die Lohnsteuererstattungen den Finanzämiern sehr viel Arbeit verursachen. Das soll nicht bestritten werden, wenngleich viele Behauptungen in dieser Richtung weit übertrieben sind. Aber di« Lohnsteuer ist eine der Steuern, die am wenigsten Ber- waltungskost«n verursacht und am meisten«! n b r i ng t. weil sie vom Arbeitgeber erhoben wird. Wenn das Rerchsfinanz- Ministerium die geringe Belastung des Berwaltungsapparates durch die Erstattungen nicht in Kauf nehmen will dann soll es die L o hn° st euer aufheben und sehen, ob d« Heranziehung der Lohnsteuerzahler zur veranlagten Einkommensteuer etwa billiger und einfacher ist. Wenn eine Steuer nicht die einfachsten sozialen An- sprüche erfüllen kann, dann muß sie eb«n verschwinden und durch eine andere ersetzt werden. Wir glauben nicht, daß die Lohnsteuer beseitigt zu werden braucht, weil wir die Erstattungen nach wie vor für ebenso durch- führbar wie sozial unbedingt erforderlich halten. Die Sozialdemo- krati« wird daher der Beseitigung der Cr stattungen den schärf st en Wider st and entgegensetzen. Sollte aber das Reichsfinanzministerium im Bunde mit den bürgerlichen Parteien trotzdem seine Absicht durchsetzen, dann kann die Sozialdemokratie keine Garantie für den weiteren Bestand der Lohnst«uer übernehmen Die Lohnsteuererftattungen aufheben, heißt tatsächlich die Axt an di« Wurzel der Lohnsteuer legen. Im Zentrum der Stadt an der Ecke Friedrichsgracht u»d F i s ch e r st r a ß e entspann sich gestern kurz nach Mitternacht wieder eine schwere Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Das Uoberfalltommando griff ein und bracht« die Gegner, von denen einige bereits Kopfverletzungen durch Schläge erlitten hatten, auseinander. Drei Beteiligte wurden fest- .genommen und der politischen Polizei übergeben. Daß diese Schlägerei nicht abermals in eine Schießerei ausortete, ist wohl zum großen Teil dem schnellen Eingreifen der Polizei zu verdanken, denn an der Kampfstätte wurden 27 Revoloerpatronen, die verstreut Mif Bürgersteig und Fahrdamm umherlagen, sowie ein« geladene Pistole gefunden. Offenbar hatten die Rowdys da- mit gerechnet, nach Waffen durchsucht zu werden, und hatten sich in der Dunkelheit schnell des Revolvers und der Patronen entledigt. Zu einer weiteren Schlägerei, von der noch nicht genau feststeht, ob dabei politische Motive eine Rolle spielen, kam es nachts in der Barnimer Straße. Zwei junge Arbeiter wurden durch Messerstiche so schwer verletzt, daß sse ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußten. Neun an der Schlägerei beteiligte Personen wurden festgenommen, nach Feststellung ihrer Personalien jedoch wieder entlassen. Gegen M Uhr nochs bewegte sich durch die Petersburger Straße ein etwa 50 Mann starker kommunistischer Demonstrationszug, der von der Polizei mühelos auf- gelöst werden konnte. Was wird Herr Krestinski...? Antwort auf eine Frage veS„Vorwärts". Man schreibt uns: „Was wird Herr K r e st i n s k i, der Sowjetbotfchaster, nach Moskau über die unmittelbare revolutionäre Situation in Deutsch- land am Abend des 6. März berichten?* So fragt« der„Vorwärts*. Viel nicht, denn der Sowjetbotschafter K r e st i n f t l faß an jenem Abend gemütlich mit den Vertretern der erbärmlichen Klassenjustiz, dem Reichsgerichtspräsidenten B u m k e und dem Reichsjustizminister von Guörard bei Gänsebrust, Champignons und Sekt in der Wilhelmstraß« 79 und kümmerte sich um die De- monstration der Erwerbslosen in Deutschland wi« in Rußland sehr wenig. Er unterscheidet sich also nicht im geringsten von den Bonzen der kapitalistischen Staaten, obgleich er Mitglied des Polit- büros der russischen bolschewistischen Partei ist. Der Mord von Rönigental. Eoziaidemokratifche Anfrage im ianOtag. Jin Preußischen Landtag hat die sozialdemokratische Fraktion folgende Große Anfrag« zu dem Movdübersall in Röntgental eingebracht: „Am 3. März d. I., abends 10 Uhr, veranstaltet« eine etwa 50 Mann starke uniformierte nationalsoziali st ische Bande eimn wohlvorbereiteten Uebersoll auf das Tagungs- lokal des Reichsbanners in Röntgental, Bahnhosstr. 76. Unter dem Schutz der Dunkelheit wurde das Lokal unter Schnellfeuer genommen. Besonders hatte man es auf einen hellerkeuchteten Ver- fanunlungsraum abgesehen. Durch die Fensterscheiben drangen die Kugeln in den dicht besetzten Versammlungsraum. Zugleich wurde der Hausrtngang und die Straße unter Feuer genommen. Dabei wurde der Arbeiter K u b o w durch Bauch- und Rückenschüfle schwer getroffen. Der Werkmeister Erich U h l i g erhielt mehrere Beinschüsse, der junge Arbeiter Kurt Seifert wurde«benfall» durch Beinschüsse schwer verletzt. Der Kassenbote Gebauer, vom Dienst heimkehrend, sank blutüberströmt zu Boden. Er wurde bei der Oeffnung seiner Gartentür durch zwei Kugeln in den Bauch und Oberarm getroffen. Der Arbeiter Kubow ist noch in der Nacht an den Folgen des Bauchschusses gestorben. Die übrigen Verletzten liegen schwer danieder. Die Angehörigen der Betroffenen sind i n tiefe Trauer und große Sorge versetzt. Schwere Beun- r u h i g u n g hat die Bevölkerung des kleinen friedlichen Vorortes Röntgental ergriffen. Dieser planmäßig vorberetlele llebersall mit groß- talibrigea Schußwaffen aus die friedliche, wehr- und waffenlose VevSlkerung eines kleinen Vorortes muh bekrachtel werden als Kennzeichen der Verwilderung der von den Aallonalsozlalisten beliebten Kampsmethoden gegen politisch Andersdenkend«. Gegen diese vlelhoden sind die allerschärssten Maßnahmen der Skaatsregie- rung zum Schuhe des Lebens und der Gesundheit der übrigen Staatsbürger dringend erforderlich, wir fragen daher: Ist die Staatsregierung bereit, 1. den an dem blutigen llebersall Schuldigen so schnell wie mög- lich die ganze Strenge des Slrafgesehes fühlen zu lassen? Z. Den Geschädigten bei der Durchführung von Schadensersahansprüchen gegen Mitglieder der lieber- fallbande behilflich zu sein? Durch Anwendung geeigneter Mahnahme« das Menschenmögliche zu kun, um eine Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse zu unterbinden?* Oer Freiiod des Holzkönigs. Der Selbstmord des österreichischen holzlndustriellea Oskar von Körner hak nicht nur in der wiener, sondern auch in der Berliner Finanz- und Handelswelt größtes Aufsehen hervorgerufen. Von Körner, der im 51. Lebensjahr stand, begründet« zu Be- ginn seiner Lausbahn in Breslau die Vereinigte Holzindustrie-A.-G. Er bracht« den Betrieb auf eine beachtliche Höhe, kehrt« dann aber nach Oesterreich zurück, wo er in geschickter Weise den Holzhandel und die H o l z i n d u st r i e in den holzreichen Gebieten des früheren k. u. k. österreichijch-ungarifchen Reiches organisierte. Besonders während des Krieges oerdient« vsn Körner Riesensummen. Cr wandte sich dann der Spekulation zu und erwarb u. a. die Majorität der Allgemeinen S n d u st r i e b a n k und der Depositen- b a n k in Wien. Im Kampf, den er gemeinsam mit der großen Gruppe der österreichischen Spekulanten Bösel, Castlglione gegen den französischen Franken führte, büßte er den größten Teil seines Geldes ein. Mit dem Rest seines Vermögens wandt« sich von Körner wieder dem Holzgeschäft zu und er hatte auch wieder recht ansehnliche Erfolgs erzielt. Cr arbeitete Hand in Hand mit der Schweizer Bolksbank. In letzter Zeit stellten sich zwischen Körner und dem Schweizer Bankinstitut Differenzen ein und man entzog ihm glattweg den Kredit. Durch seinen Besuch in Berlin hoffte er durch Verhandlungen mtt einflußreichen Kreisen sein Unternehmen zu stützen. Seine Bemühungen sind nun offenbar vergeblich gewesen nnd in seiner Verzweiflung ist er aus dem Leben geschieden.. Explosion einer petroleumquelle. Sechs Arbeiter aetötet. Bukarest. 8. März. I« Distrikt von Baea« ereignete sich heute beim Vohren einer neue» Sonde ein schweres Gxplosions- nnglück. Ein Lufttorpedo, mit dem die Bohrung durch- geführt werden sollte, explodiert« vorzeitig ans bis- her noch«»bekannter Ursache. TechS Arbeiter wurden auf der Stelle getötet und viele andere schwer verletzt. Zeitungskönig gründet Zaschistenpartei. Rothermere führt Weltreichspartel weiter. London, 8. März.(Eigenbericht.) Die von den Zcktungsmagnaten Lord Rothermer« und Beaver- brook gegründete Weltreichspartei, deren Schicksal nach den jüngsten Erklärungen des konservativen Führers Baldwin besiegest zu sein schien, soll von Lord Rothermere allein künstlich am Leben gehatten werden. Aus einem in der Nacht zum Sonnabend der englischen Presse übergebenen Briefwechsel zwischen Rathermere und Beaoerbrook geht hervor, daß Rothermere die neue Partei ohne Beaverbrook mit folgendem Programm durchzusetzen gedenkt: Hochschutzzoll, Sparpolitik und Abbruch der Be- Ziehungen zu Rußland. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß Rothermere bestrebt fft. den Kern einer f a s ch i st i f ch e n Partei zu legen, der der gesamte Apparat des riesigen Zeitungskonzerns von Rothermere zur Verfügung stehen wird. Kür Revolutionsphrafen- Festung! Ein neves Hochverratsurteil. Leipzig, 8. März.(Eigenbericht.) Der vierte Sttaffenat des Reichsgerichts verurteilte am Freitag den 45 Jahre alten Schrifffteller Max Krause aus Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat und- Vergehen gegen das Republikschutzgefetz zu einem Jahr Festung und 100 Mark Geldstrafe Der Vertreter der Reichsanwaltschaft hatte 1 Jahr 6 Monate Festung und 150 Mark Geldstrafe beantragt. In der von dem Angeklagten verantwortlich geleiteten„I n t e r- nationalen Presse- Korrespondenz*(„Inprekor") waren 1929 mehrere Artikel erschienen, in denen das Reichsgericht hochverräterische Propaganda erblickte. Miiarbeiier Gandhks verhastet. Arbeitsruhe als Protestkundgebung durchgeführt. Bombay. 8. März. P a t e l. einer der bedeutendsten Unterführer von Gandhi und ein Bruder des Präsidenten der Gesetzgebenden Versammlung, wurde unier der Anklage oerhaftet, daß er gegen das Verbat der öffentlichen Reden gehandelt habe. Patel wurde zu drei Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe m Höhe von 500 Rupien oder wetteren drei Wochen Gefängnis verurteilt. Patel wurde alsbald ins Gefängnis eingeliefert. In Ahmedabad, dem Wohnsitz Gandhis, ist die von Gandhi aus- gegebene Parole, als Protest gegen die Verhaftung von Gandhis Mitarbetter Patel jede Arbett ruhen zu lassen, fast ohne Ausnahme befolgt worden. Mit Ausnahni« einiger Läden deren Besitzer Mohamedaner sind, waren sämtliche Geschäfte geschlossen. Buchdrucker zum Manteltarif. Arbeitsruhe am i. Mai- Kommunisten gegen Arbeitslose Gestern nahm die stark besuchte Generalversammlung der Berliner Buchdrucker im Gerverkschaftshaus zu dem Ergebnis der Manteltarlsoerhandlungen Stellung. Der Gauvorfitzende Braun berichtete eingehend über die VerhanMungen. Er wies zunächst darauf hin, daß der.Lorrespondent sür Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer" Recht behalten habe, wenn er vor drei Jahren aus Anlaß der Tarifoerhandlungen schrieb, der Buchdruckertarif sei so feingliedrig, daß es immer schwerer werde, noch neue Bestimmungen in den Tarif hineinzubringen. Es sei möglich gewesen, fast alle Verschlechlerungsanlräge der Prinzipale abzuwehren, in einigen Punkten sogar die bereits bekannten Ber- besserungen zu erreichen. Di« Hauptforderung war die Verkürzung der Arbeitszeit auf 42 Stunden pro Woche, um der katastrophalen Arbeitslosigkeit Einhalt zu tun. Obwohl dieses Ziel wegen der Widerstände aller Kapitalisten nicht erreicht werden konnte, bleibt die Verkürzung der Arbeitszeit das wichtigste Problem in der Gegenwart und in der Zukunft. Nach lebhafter Aussprache, in der die Kommunisten� die Ablehnung des Manteltarifs und den Streik um die 40.Stunden>Woche forderten, wurde folgende Eni- j ch l i« ß u n g gegen wenig« Stimmen angenommen: „Die Generalversammlung des Vereins der Berliner Buch- drucker und Schriftgieher steht in dem abgeschlossenen neuen Manteltarif kein« der heutigen Wirts chasts- und Arbeitsmarktlage angepaßte Aenderung unserer Arbeitsbedingungen. Die Funktionäre halten vor allem an ihrer Forderung nach einer wesentlichen Verkürzung der Arbeitszeit als eines der Mittel zur Verminderung der katastrophalen Arbeits- losigkeit unbedingt fest. Wenn die Funktionäre trotzdem den Kollegen den Eintritt in den Kampf nicht empfehlen können, so aus dem Grunde, weil bei Würdigung aller politischen und wirt- schaftlichen Widerstände«in Kampf um den Sieben- stundentag in unserem Gewerbe gegenwärlig keine Aus- ficht auf Erfolg hat. Sie fordern deshalb die Kollegen auf, sich hinter den Aufruf der Verhandlungskommission zu stellen." Bezeichnend war die Haltung der Kommunisten in der Frage der Erhöhung des Beitrages für die Arbeitslosenunterstützung. Der Kassierer Schleffler befürwortete eine Beitrags- «rhöhung um 2 0 Pf. pro Woche, und zwar soll dieser Beitrag solange beibehalten werden, bis das Defizit im Arbeitslosen- unter st ützungsfonds gedeckt ist. Während die Kommunisten auf den Arbeitsnachweisen immer große Propaganda für die Hilfe der Erwerbslosen machen, ließen sie die arbeitslosen Buchdrucker schmählich im Stich. Die Kommunisten erklärten, daß sie einer Beitragserhöhung für die Arbeitslosen nur zustimmen würden, wenn dazu das Verbands- vermögen benutzt wird. Wenn es also an das eigene Porte- monnaie geht, suchen sich die Kommunisten von einer Unterstützung der Arbeitslosen zu drücken Die Arbeitslosen werden sich dirsea kommunistischen verrat merken. Beschlossen wurde gegen einen Teil der kommunistischen Stimmen, den Beitrag ab 16. März um 2v Pf. zu erhöhen. Zur Maifeier führte Alb recht aus, daß der Gau« vorstand nach einem Entscheid des Reichsschiedsamts verpflichtet fei, darauf hinzuweisen, daß am 1. Mai die Arbeit nicht ruhen dürfe. Einstimmig wurde trotzdem- von der Versammlung nachstehende Entschließung angenommen: ..Die Funktionäre des Vereins der Berlmer Buchdrucker und Schriftgießer beschließen, wie in den Vorjahren den 1. Mai auch m diesem Jahre durch Arbeitsruhe zu feiern, weil dies der Bedeutung des Tages am besten entspricht. Die Funktionäre er- warten von allen Kollegen, daß sie diesem Beschluß nachkommen" Der Gauvorstand sah sich ferner veranlaßt, über das u n- °ollegial« Verhalten des Vorsitzenden des Branden- ourgischen Maschinensetzervereins. M a h l o, allen übrigen Gau- Vorstandsmitgliedern gegenüber in der Generaloersammlung B e- ' ch w e r d e zu führen. Die Versammlung billigte dieses Vorgehen > ihrer großen Mehrheit. Als Revisor für den Verbandsvorstand louode Trenste gewählt._ Nieder mit der Oppofition. Freideitfer. rechnet gründl ch mit ibr ab. Die Kommunisten wissen, wieviel bei der Wahl am morgigen Sonntag für sie auf dem Spiele steht. Di« große Freidenker- organrfation mit ihren mehr denn 606006 Mitgliedern ist ihr« letzte Hoffnung. Verlieren sie auch hier den Kampf, ist ihre Isolierung in der Arbeiterbewegung restlos vollzogen. Im Verlauf« dieses zweijährigen erbitterten Ringens zwischen Verbandslettung und kommunistischer Opposition konnte den Kam- munisten im Reiche eine Position nach der anderen entristen werden. Auf den Bezirtskonferenzen. die jetzt in Vorbereitung der Verbands- gsneralversammlung bereits stattgefunden haben, wie in Braun- schweig. Westthüringen, Brandenburg usw. stellt« die O p p o s i t i o n nur noch eine verschwindend kleine Minderheit dar. Zu einer Anzahl von Bezirkskonferenzen, die noch bevorstehen, für die aber die Delegiertenwahlen bereits stattgefunden haben, kann- t e n die Kommunisten nicht einmal einen einzigen Delegierten durchbringen. Bei der Urwahl in Königs- berg erhielt die Opposition ein« entscheidende Niederlage, bei der Urwayl in Wuppertal(Elberfeld, Barmen usw.) wagt« sie es nicht einmal eigene Listen aufzustellen. Nun ist es an der Zsit, daß auch die Berlmer Mitgsiedschaft diese arbeiterschädtichen Elememe endlich abschüttelt, und zwar so gründlich, daß ihnen die Lust zu weiteren Experimenten vergeht. Es muß diesem kommunistischen Treiben auch im Berliner Verbände ein Ziel gesetzt werden. Sein Milglied des Freidenkerverbandes darf der Urwahl am Sonntag fernbleiben. Ss kommt auf jede Stimme an. Wahlzeit ist von 9 bis 4 Uhr. Di« Wahllokale sind den Mitgliedern bekanntgemacht worden. Versäume niemand seine Pflicht. Jeder gibt seine Stimme ab für Liste I,..Verbandsaufbau". Bantpott der christlichen Etfenvahnerbank. München, 3. März.(Eigenberichl.) Als die Christliche Eisenbahnerbank schon längst zusammen- gebrochen war. hol die Derwaitung durch rosig geiärble Berichte bei den Geschädigten immer noch die Hoffnung genährr daß es auf Grund der vorhandenen Aktiva möglich fein werde, die geschädigten Einleger wenigstens mit einer ZOprozentigen Vergleichsquote abzufinden. Auf dieser Basis wurden unter Vermittlung des baye- rifchen Mimsterpräsidenten Held Verhandlungen mit der Deutschen und Diskontobank zwecks Sarantieübernahme für«ine solche Ver- Sleichsquot« aufgenommen. Dies« Verhandlungen haben sich nun zerschlagen. Di- Dank hat nach«ingehender Prüfung der Mass« die Sicherheitsleistung für «in« Dergleichsquote von 30 Proz. abgelehnt, mit der Begründung. daß alle voraussehungen für die Eröffnung de, Vergleichsverfahrens fehle». Damit lst der Konkurs unvermeidlich. Technische Geheimnisse des Krieges Llraniavorirag des Dipl ing. Gergacsevicz. Drs angekündigte Thema hatte ein« überaus zahlreiche Zu- Hörerschaft angelockt, zumal bicher öffentlich nicht gezeigte Filme und Lichtbilder mit Erlaubnis des deutschen und österreichisch:n Wehnninistmums vorgeführt werden sollten Der Vortragend« hat den Krieg während der ganzen vier Jahre als Fliegeroffizier in der Luft wie auch als Ingenieur unter Waffer mitgemacht, und selbst an der Verbesserung von Kampfmitteln wesentlichen Anteil gehabt. Die Geheimhaltung solcher Verdesserungen ist während des\ Krieges nur bis zu einem geuüffen Grade gelungen. Ein Beispiel bilden die Zeppeline. Für diese war es anfangs ein großer Mangel, daß sie von der hängenden Gondel aus bei unsichtigem Weiter dirigiert werden mußten und das Abwerfen von Bomben daher ohne sicheres Ziel geschah. Aus Vorschlag des Vortragenden wurde der Mann in der Gondel selbst mit dem Abwerfen der Bomben beauftragt. Die Gondel hing zu diesein Zweck an einem 2600 Meter langen, nur 8 Zentimeter dickem Seil unter dem Luftschiff, das unsichtbar über den Wolken schwebte. Sie wurde ge- panzert und durch Spiegelung onsichtbar gemacht, so daß die so ausgerüsteten Zeppciin«, namentlich in den ersten Kriegsjahren, eine groß« Rolle spielten. Nachdem die Engländer durch ein neu- erfundenes Brandgeschoß einen Zeppelin nebst gepanzerter Gondel abgeschossen und die Konstruktion im wesentlichen erkannt hatten, verloren sie erheblich an Bedeutung Ebenfalls auf Vorschlag des Dortragenden und nach monate- langen Versuchen unter seiner Leitung gelang es. die Periskope von Unterseebooten durch Spiegelung unsichtbar zu machen und ihr Herannahen, das durch die bei voller Fahrt über anderthalb Meter hohe Bugwelle sich den Kriegsschiffen verriet, durch Herab- drücken dieser Welle vermittels eines eigenartig konstruierten Schwimmers auf weniger als 10 Zentimeter vollständig zu ver- bergen, so daß sie bis auf 120 Meter völlig unbemerkt dem anzu- greifenden Schiffe nahekamen. Das Geheimnis dieser Konstruktion blieb bis zu Ende des Krieges vollständig gewahrt. Im Jahre 1916 ging sogar die Nachricht durch die Presse des In- und Aus- landes, daß es den Deutschen gelungen sei, Unterfeeboote ohne Verisskop zu bauen. So vollständig hatte diese Konstruktion ihre Ausgabe erfüllt. Alle in voller Tätigkeit im Film vorgeführten Lustschiff« und Unterseeboot« gaben anschauliche Bilder. Daneben sah man die schrecklichen Verwüstungen, welche von den schweren Geschützen an- gerichtet wurden. Zum Beispiel einen durch eine einzige Flieger, bombe von 120 Kilogramm niedergelegten Häulerbwck in Ant- werpen, in Lüttich 10 Meter dicke Betonblöck«, die durch Geschosse aus der 42-Zentimetr-Kanone, der„dicken Berta", vollständig zer- splittert waren. Und diese im Weltkrieg benutzten Kriegsmittel bezeichnete der Vortragende den heutigen gegenüber als„primitiv" Obwohl er anfangs betont hatte, daß er ohne Tendenz für oder wider den Krieg die Ding« nur von der technischen Seite betrachten wollte, wirkten die Vorführungen von selbst als eindrucksvolle Propaganda gegen den Krieg, und auch der Vortragende konnte sich dieier Wir- kung nicht verschließen. Er warf einen Blick auf die Möglichkeit eines zukünftigen Krieges, der als Giftgaskrieg aus der Luft ge- führt, außerordentlich schnell die Einwohnerschaft volkreicher Städte zu einem schrecklichen Tode verurteilt. Es wird in einem solchen künftigen Weltkriege daher auch keinen Sieger geben. So kommt der Dortragende zu dem Schluß, daß das, was weder der Religion, noch der Staatskunst gelingen konnte, der nüchternen Technik zu leisten vorbehalten sein wird:«inen zukünftigen Krieg zu oermeiden. Es wäre zu wünschen, daß der Dortrag und die vorgeführten Filme die weiteste Verbreitung fänden. Dr. Bruno Borchaidt. Zkvue endaü'tig iot? »Oer doppe te Dkäutigam" Hermann Haller scheint der Revue endgAng untreu ge- worden zu sein.„Der doppelte Bräutigam"(nach G a n- ü i l l o t, von H a l l e r selbst und Willi Wolfs), mit dem er sich nach über einjähriger Abwesenheit im Theater am Schiff- bauerdamm den Berliner wieder vorstellt, ist kein« Revue, hat auch nichts revueähnlickzes. Es ist ein Daudeville, ein lustiges Spiel mit Gesang und Tanz, ein Operettchen mst vielen netten Schlagern und manchem gutem Couplet mit einer flotten, etwas lauten und aufdringlichen Musik von Walter Kollo, bei der die ulkig« Instrumentation vieisach Ueberraschungen bietet und herzliche Heiter» keit erweckt. Uebrigens bewundert man die Dauerhaftigkeit der ,.Dreigroschenoper"-Melodien, die auch hier bedenklich nachhallern. Was an den alten Haller und an feine Revuen erinnert, sind die Tänze, die großartig klappen, Schmiß und Tempo zeigen und bei der Premier« oft wiederholt wenden mußten. Auch K a i n« r s hübsche Bühnenbilder, die auf der Drehbühne schnell und gefällig zur Kind sind, zeugen von ehemaliger Revuepracht. Die Handlung selbst ist ein bißchen dünn: zwei Paare sieben sich über Kreuz. Es kommt zur Scheidung. Der ein« Partner heiratet von neuem, ohne dazu berechtigt zu sein, denn das Scheidungsurteil ist noch nicht rechtskräftig gewesen. Daher der Titel„Der doppelte Bräutigam". Zum Schluß finden sich, etwas überraschend für die Zuschauer, die richtigen Paare zueinander. Aus diese Handlung scheinen Haller und Wolfs nicht viel Gewicht zu legen. Sie fall ihnen nur den Rahmen für die Conpiets und die Tänze, kurz für einen amüsanten Unterhaltungsabend bieten Wenn sie«in paar von den Bildern kürzen, so wind ihnen das schon ge- singen, vor allem, weil die Darsteller mit bester Laune bei der Sache sind. Am flottesten und ulkigsten spielen Kurt Besper» mann, TibvrvonHalmay, Dolly Haß und I d a W ü st, die sich«inen Sonderapplaus auf offener Szene mit einem meister- hast vorgetragenen Couplet„Ich weiß Descheid" erstngt. Dolly Haas und von Halmay bringen in ihr« Tänze«in« neue groteske Not«, die lauten Beifall findet. Nur Cmmy Sturm wirkt zu kompakt für den leichten Stil, den sie zu vertreten hat. Ihr feh't das Tempo und die leicht« Eleganz, die das Genre verlangt. In der Pause war der Beifall stärker als am Schluß, der die Komplikationen des Stückes allzu banal und plötzlich auflöst. Ernst Degner. Lieder aus Oesterreich. Ernst Kreneks Wandlung. ..Reisebuch au» den österreichischen Alpen" nennt Ernst K r e n e k sein neues Werk, einen Zyklus von zwanzig Liedern für Gelang und Klavier. In der Tat, ein gesungenes Reisebuch, Tagebuchblätter, in Musik gesetzt. Wechselnd« Bilder von der Landschaft und von den Menschen, die sie bevölkern: Naturstimmung und Gedanken, aus solcher Stimmung geboren: Reflexionen über Welt, Zeit und Land. Die österreichische Alpenlandschaft immer wieder, die der dichtend« Musiker wandernd als Heimat neu entdeckt, hält die flüchtigen Bilder motivisch zusammen. Es ist eine aufschlußreiche Ergänzung des Bildes, das wir jüngst, im„Leben des Orest". vom Opern- dichterkomponisten Krenek empfangen haben:«ne aufschlußreiche und, fügen wir hinzu, überraschend lympathische Elgänzung. Hier wie dort freilich dieselbe naive Unbefangenheit, und«ine gewisse Wahllosigkeit im Drabslosmusizieren, Hemmungslosigkeit im Aus- sprechen auch des Unfertigen, nur halb Gereiften. Aber was im anspruchsvollen Rahmen der Opernbühne zur fragwürdigsten Le- lastung wird, erscheint als Vorzug In der privatesten, intimsten Kunstform des Klavierliedes. Es geht sehr ungezwungen her In diesem Zyklus, ein bißchen durcheinander zwischen zarter Lyrik und derber Satire, Krenek gibt seine Einfälle und Eingebungen. wie sie Ihm kommen, er will sich selbst geben, wie er ist. Er ver- sucht, sich in der Einsamkeit der Natur zu finden,- und in dem Widerhall, den diese in ihm weckt, dem Einfluß der Großstadt und der Atmosphäre ihres Mufikliteratentums sich zu»ntziehen. Doppell sympathische Abkehr zugleich von jener Dogmatil, die da- Svb- jektive. Persönliche in der Musik als Rückstand der„Romantik" ver- achtungsvoll abtat. Ernst Krenek hat den Mut zu seiner Persönlich- keit entdeckt, er soll und darf ihn Huben, auch wenn sein Srfl«mst» weilen noch zwischen Jazz und Schubert pendelt: doch die» freilich entspricht dem Gegensatz, den zu versöhnen gew-sstrmaßen da» innere Motiv dieses Liedwerkes bildet, den Gegensatz von Aktualität und Namr. Ein heutiger Musiker führt die Gattung des Liedes, indem er sie erneuert, wieder in die Sphäre ihres Ursprungs zurück, in die intim-privat«. Man wird diesem Reisebuch, oder wenigstens«in- zelnen Stücken daraus, nun gewiß oft im Konzertsaal begegnen. Der Internationalen Gesellschaft für Reue Musik sind wir dankbar. daß sie uns auf die best« Art damit bekannt gemacht hat: in nicht öffentlichem Rahmen, als„Kammerkonzert" im Haufe von Arthur Schnabel, der selbst am Flügel saß. Die Musik- freunde der Volksbühne werden morgen die große Freude haben, ihn Schubert. Beethoven, Mozart spielen zu hören. Wie er als Begleiter und Gestalter zugleich den pionistischen Teil dieser zwanzig Lieder wiedergegeben hat, das kam» nicht genug gerühmt werden. Als Sänger fand der junge Baritonist Burchard Kaiser gün- i stigste Gelegenheit, sich glücklich einzuführen. Es war, obweiöend vom herkömmlichen Konzertschema, eine durchaus erfreuliche Ver- anstaltung. Aus Wien ist auch der Komponist Otto K l o b zu uns ge- kommen: mit der kultivierten Sängerin Zoe Prasch-For- macher und der ausgezeichneten, in Berlin nicht mehr unbekannten Geigerin Christa Richter. Der österr«ichische Gesandte Dr. Frank hat den neuen Mann im Rahmen eines musikalischen Tees einem gewählten Kreis vorgestellt, und gestern war seinen Komposittonen im 2. Kammennusikabcnd der Bruck- ner-Dereinigung di« Hälfte des Programm» eingeräumt. Lieder und Kammermusik, man hört gewiß nichts überraschend Neues, aber es ist aufrichtig empfundene Musik, van Können und künstlerischem Gewissen zeugend, man hört sie gern. K. P. Japanische Blumenkultur. Schönheit, Sparsamkeit und tiefer Sinn. Für zehn Tag« sind bei T i t o t I n(Kurfürstendamm 14) Blumenanordnungen nach uralter japanischer Sitte zu sehen: Dr. W i l l i P r e n z e l, der sie in Japan von Grund auf lernte, hat sie mit seinen Schülerinnen arrangiert. Das ist nun keineswegs eine so snobistische und fernliegende Angelegenheit, wie es zunächst scheint. Wer Blumen um sich zu haben liebt, wird eine Offenbarung erleben. Die vollkommene Schönheit, die Sparsamkeit, der tiefe Sinn dieser Anordnungen läßt uns beschämt auf unsere simpelen Vasenbüschel schauen. Dr. Prenzel hat nur die Gewächse genommen, die die Zeit bietet: italienisch« Anemonen. Narzissen. Margeriten, Rosen, afrikanische Erika: dazu Juniperus-, Stechpalm- und Kiefernzweige. Aber die Kunst, diese Dinge zu einer geheimnisvollen und von Schönheit leuchtenden Ein- heit zu bringen, findet sich nur in der japanischen Tradition. Sie dürfen nur von vorn betrachtet werden, in japanischen Häusern stehen sie vor dem Totonoma, der Wandnische, die bei Tikotin durch vergoldete Schirme angedeutet wird. Jede einfarbig« Wandfläche würde aber, auch in unseren Wohnungen genügen. Dieser Blumenkult ist in Japan elf. ja wohrscheinlich vierzehn Jahrhunderte alt. Es gibt zahlreiche Lehrbücher(eine Anzahl davon, durch Holzschnitte illustriert, sind mit ausgestellt) und mehrer« Schulen der Blumenlehre in Japan. Das Arrangement Dr. Prenzels geht auf die älteste Schule zurück, die mehr als tausendjährige Erfahrung der Jkenobo, dl« ihren Sitz im Rokkakudo-Tempel in Kioto hatte. Selbstverständlich bedeuten diese strengen Regeln der ' Blumenanordnung nur ein« Art von Grammatik, die dem peosön- lichen Geschnwck jeden Spielraum läßt, wie die Sprachregeln für den Dichter. Man wird an den sehr unterschiedlichen Anordnungen von Dr. Prenzel z. B. drei„Linien" oder Hauptkörper unterscheiden, die nach altchinesischer Naturphilosophie Erde. Himmel und Mensch (diesen stets in der Mitte und überragend) bedeuten. Die Art der Gefäße und Befestigung der Pflanzen, die Kombination sehr bisse- renter oder auch ganz gleichartiger Gewächse steht im Belieben des Künstlers: Bedingung ist nur. daß die Stengel di« nötige Starr- heit besitzen, sich aufrecht zu halten. Eine besondere Liebhaberei sind die oft und geistreich verwendeten starren Jmmergrünpflanzen: Kiefern, Stechpalme. Thuja, Juniperus usw. Bei ollem philo- iophischen Tiefsinn wird di« Schönheit und Originalität der Anord- nungen jeden Naturfreund sofort und für immer überzeugen: das ist ein« ganz besondere und wahrhaftige Art von Blumenpsiege. Ein« deutsch. japanische Gesellschaft zurPslege i dieser Blumenkultur soll Im Anschluß an die Ausstellung unter dem Protektorat des japanischen Gesandten und von Frau i Sols gegründet werden. Paul F. Schmidt. Alu'eum, vortrüge?tm 9, 10 Mr.'brechen im Neuen Mi'l e um Vroi Neuflekauer über.D i e Miebelgruvven de« Zeu«. tempel« von Olvmpia", im Kaiser- Fi iedrich-Muieum Dr. Kunze über.st ran, Hai« und die bolländiscbe Genremalerei' und in der Sammluna für Deutsche V o I k« t u n d e. Kloiie, str. 3«. Dr. Habm über„Der Schmuck in der deutschen Volkstracht- TeUnebmei karten 50 Vi. vor fc- oimt am Einaang.— Am 14, 11 Mr. tpricht im Neuen M u i e u in Dr. Ambe« über.stamilit und Vergnügungen der alten A e g y p t e r-, Teilnehmerkarten 1 SB. vor Beginn am Eingang. DJs drille Konsum-GroBstitle. 22e maier lange Bäckerei mit 7 morgen Kutzliache. Anläßlich der Erörterungen über die Verwendung der deutschen Roggenerirte kann mcn in der bürgerlichen Presse das dümmste Zeug lesen. Danach soll es dem deutschen Volke so gut gehav daß es gar kein Brot mehr essen und sich viel lieber von Weihgebäck und von solchen Früchten ernähren nwchte, die vom Ausland ein- geführt werden müssen und damit unsere Zahlungsbilanz oer- schlechtem. Die Hinneigung zum Obst ist durch die moderne, sehr vernünftige Ernährungslehre zu erklären. Was das Brot anbetrifft, so soll man doch einmal bei den Stellen anfragen, die sich mit der Herstellung von Brot für den Massenkonsum beschäftigen, etwa der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung. 20 Backöfen sind zu wenig. Diese Genossenschaft hat, wie durch viele Besichtigungen bekannt geworden ist, in Lichtenberg eine gewaltige Bäckereianlage, die aus Cifengerüfl der 170 m langen CxpediHonahalle 42 Doppel-Auszugöfen und 2 Autoöfen für Brötchen be- steht. Weniger bekannt ist aber, daß sie außerdem noch in Tempel- hos einen ganz modernen Mammutbackosen hat, der pro Tag lOVllV Brote backen kann. Tempelhos hat ober ferner auch noch 29 Doppel-Auszugöfen und 2 Autoöfen, so daß der Ber- ltner Konsum insgesamt über 71 Doppel-Auszugöfen, 4 Autoöfen und einen Mmnmutofen oerfügt, die in. einer Woche �00 000 Brote herstellen müssen. Man wird nun nicht wenig erstaunt sein zu hören, daß diese beiden riesenhaften Backstätten, in denen Vorzugs- weise ein außerordentlich nahrhaftes, schmackhaftes und bekömmliches Brot hergestellt wind, den Anforderungen, die die Massen der Mitglieder an die Genossenschaft stellen, in kurzer Zeit nicht mehr entsprechen werden, so daß die Genossenschaft sich genötigt gesehen hat. diesen großen Brotproduktionsstätten noch eine dritte anzugliedern. Als wir kürzlich Gelegenheit hatten, den neuen, im Werden befindlichen Bau zu besuchen, tonnte man im Innenraum am Ansang stehend kaum das Ende absehen. Dieser ganze Bau, der so gewaltig ist wie ein moderner Oz ea n- R i e s e nd am pj« r, ibibd einzig und allein der Herstellung von' Backwaren, Vorzugs- weise von gutem, nahrhaften Berliner Kor.sumbrot dienen. Der Bau des neuen Werkes, selbstverständlich allen Konsum- Funktionären bekannt, erfolgt für die Oeffentlichkeit trotzdem in aller Stille; er liegt weitab von den bekannten Berliner industriellen Produktionsstätten an einer Stelle, an der ihn niemand vermutet. Die Hin- und Rückfahrt ist zunächst, besonders auch für die auf dem Neubau Beschäftigten, noch recht unbequem und zeitraubend. Cr liegt nämlich auf einem früher den reichseigenen Deutschen Werken gehörenden Gelände in Spandau, dort, wo der Nonnendamm auf die von Spandau kommende Berliner Chaussee stößt. Eine neue Straße zweigt hier nach Norden ab und führt durch ein prächtiges, parkähn-liches Geände, das ehemalige Festungsglacis, direkt auf die Havel zu. Alte Festungswälle sind noch zu sel)en. Früher war dieses Gelände auf das schärfste abgesperrt, denn hier lagen die alten preußischen st a a t l i ch e n Pulver- mühten, deren versollende Gebäude heute auf konsumgenossen- schastlichem Gelände stehen. Auch die Mühle, die das Pulver für die Befreiungskrieg« von 1815 mahlte, steht noch, ah er sämtliche Maschinen sind längst entfernt. Man sieht noch die mächtigen Lager für die Wellen der Mühle, die durch Fließe, die von der Havel abgeleitet wurden, langsam getrieben wurde Hier also, auf sehr historischem Baden, komrte sich die KGB. ansiedeln. Die größte Bäckerei Oeurschlonds. Das gesamte von der Genosienschaft erworbene Gelände ist 504 Meter lang und 12t> Meter breit— dies zugleich die Breite am Havelufer— und umfaßt also rund 60 000 Quadrat» meter oder 24 Morgen. Auf dem Gelände ist nach den Plänen der bauousführenden Firma Max Taut und H o f f m a n n(Bau- sichrer Horn) das große 228 Meter lange neue Bäckerelgebäude im Entslehen, das nach seiner Fertigstellung wahrscheinlich die größte Bäckerei Deutschlands sein wird. Während die Haupchall« nicht weniger als drei Mammulöfen mit entsprechenden Kchlschränken, den volkstümlich so genannten Brotschaukeln, enthalten wird und femer zehn Doppel-Auszugöfen, fünf Konditoröfen, sechs Einwickel- Maschinen und zwei Spezialbackösen für hygieulsch-diäteklsches Gs- SprÄbniS Ist die Spätausgabe des„vorwärts". Das Blatt ist bei den Straßenhäadleru. an den Zeitungskiosken und in den Bahn- hofsbuchhaudlungen zum preise von 10 Pf. zu haben. Außerordentlich vorkeilhaft ist ein Abouuemeut des „Vorwärts", desseo Lesern der„Abend" ohne besondere Ver- gütnag ins Hans geliefert wird,„vorwärts" und„Abend", von denen IZ Zkummern wöchentlich erscheinen, kosten zu- sammeu nur 85 Pf. die Woche oder 3,60 2K. den Monat. Ich abonniere den.Vorwärts" lund die Abend- ausgäbe iür Berlin.Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kindersreund". iowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen"..Frauenstimme",„Technik" „Blick in die Bücherwell" und.Iugend-Vorwärts" in Groß- Berlin täglich irei ins Haus. (Monatlich 3,60 MI. wöchentlich 83 Pf.) Name: Wohnung. -Straße Nr.. vorn- Hof— Quergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts de«--— Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwärts" Berlin Sw 68. Lindenstraße 3. tätf. wird die darüber gelagerte erste Etage außer den T«g» bereüunHS- und Gärräumen eine geradezu sehenswerte 55 Meter lange Pfannkuchenbäckerei beherbergen. Für diese Kuchenbäckerei werden allein 1000 Quadratmeter Raum zur Bersügung stehen. Zwei Fahrstühle und drei Sackaufzüge gehören dazu. Die zweite Etage enthält dann das Mehllager mit Siloanlage. Der Hauptbäckerei im Erdgeschoß ist eine 170 Meter lange Expeditions. halle vorgelagert. Rechts und links von dieser Halle liegen die Vohlfah'lseinnchlimgen: Brause- und Wannenbäder, Umkleide- räume, Kantinen, Ruheräume usw. Im Untergeschoß werden 9ö00 Quadratmeter, im ersten und zweiten Geschoß je 3600 Quadratmeter und für die Wohlsahrtsräum« 2000 Quadratmeter zur Verfügung stehen, insgesamt also 1L7L0 Quadratmeter. Das sind über IX Hektar Raum. In einem einzigen Gebäude ist so viel Raum ver- einigt wie eine kleine landw-irtschaflliche Stelle mit sieben preußi- sehen Morgen ausmacht. Der Bau dieses gewaltigen Hauses aber machte noch insofern Schwierigkeiten, als einer der ziemlich breiten Gräben, den man nicht zuschütten konnte, derart in einen Tunnel gefaßt werden mußte, daß er jetzt unter dem Gebäude durchführt. Unmittelbar an der Straße ersteht ein neues fünfstöckiges Lager- haus, das im ganzen 6000 Quadratmeter Lagerfläche hergeben wird. Der Keller wird ausschließlich zu Kühlzwecken gebraucht wevden. SifenfkeleU der SBttckerel von Oflen gefeheu Die Garage wird zwanzig der bekannten riesigen Lieferwagen aus» nehmen können. Zukunftsland ist es» auf dem die neue, die dritte große Pro- duktionsstätte des Berliner Konsums entsteht. Wenn man mit der einzigen, zur Zeit der Verkehrsspitzen bereits� recht ungenügenden Straßenbahnlinie 55 Treptow— Spandau hinfährt, sieht man rechts und links unabsehbare Freiflächen, die der Be» bauung harren. Hier, in Haselhorst, soll die mit Spannung erwartete Muster- und Aorschuagsstedlung der Reichsforschungs- gefellschafl erstehen. Jenseits der Spree grüßen die gewaltigen Schornsteine des neuen Groß-Kraftwerkes Uulerspree. Vor kurzem ist auch die sogenannte Siemensbahn eröffnet worden, die den vielen tausend in den Siemenswerken beschäftigten Arbeitern endlich eine bessere Verkchrsverbindung zu und von der Arbeil gebracht hat. Wer von Charlottenburg in dieses Gebiet will, erlebt noch die im» glaublich« VerkehrsprinnKvität: Der Neue Fürstenbrunner Weg, der die Spandauer bzw. Hamburger Bahn kreuzt, wird durch ein«— Schrate gesichert. Im Herbst dieses Jahres wird der Konfmn-Neubau vollendet sein) aber es lohnt sich durchaus, jetzt schon einmal an einem Somr- tag hmanszusahren. Der Bau, der Spandau, den Berliner Westen und Nordwesten versorgen wird, vermittelt auch dem Fernstehenden einen starken Eindruck von der gewaltigen Masten-, Wirtschafts- und Kulturkraft, die heute eingeschlossen ist m dem einen Wort: Kansumgeiwssenschast. Lerannvortl.»Ot Me ZNd-Nl-n: Wolf»«»« Schuxtt». B-llw: Siu-i«»: SV«Me. Berlin ZZerlaz: Borwärls Bcrlaa S. m b S.. Berlin. Druck: B-rwärl» Bult» druckcrei und SerlaasanstaU Paul Singer& Ca Berlin SS 68. Lindenkrabe S. iöi«r»u l Beilage. Sonnzdenck 8 3. Staats-Oper Unter d. Linden ldl-td. C Sa. Kg. 7 Jata-Ib Do. 65 20 Uhr la Mala Enden, 22� Uhr Sonnabend, 8. 3. Stadl Oper Bismarck str. Turnus IV 20 Uhr WM Ende g. S-'- U. Staals-Oper (■ PU't der Rejoblik R-S. 19 19"! Uhr Lebendes Oresl Ende g. 23 Uhr Staatl. Sdiaospti im Geadarmenmarkf St. Hl So. Uli. 6 Jahrts-Ab.-f. Ha. 58 20 Uhr PriDz frieflriüi v.Murg Ende n. 23 L'hr MIMW'MMWM. 20 Uhr Das FrSedensVest Ende 22'/a Uhr """» CASINO-THEATEH _ othrin-c* Strafte 57 Wieder ein neoer Schlager Der wahre Jakob «tarmUcfcer Heiter keUi-Eriolg Duo ein entkt buntes Programm Ou scnem ür i—« Personen Fauteuil nur 1.25 SU, Sessel 1.75 M- Sonstige Preis?- Parker- u. Rang n.sn M 8.15 ni cnn.'.H1 knuiren eriaufii üo'.din mit neuen Hlnsionen, Togo t'-ei Hui-dewunder und weitere Neuheiten 1 Sonnabenn u. Sonntag)• 2 Vorstellungen 1 4 na S1» i r 4 Uhr> leine Prt-se Volks otthne Theater an BOlowplati. S Uhr ffmneslie Schauspiel v. Carl Mar. Finkelnburg Bsgi«; GOnth. Star StaatlJdiiller-Ib- 4 Uhr 9bi Dsotjdies Tüeatfi 0 2 V/eiäendamm 5201 Tägl.g'/iUhi Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinbardi Kammerspiele D 2 Weideutonoi 5201 8 Uhr letxu iaiuiniuncen Der Kandidat von Carl Sternheini liezle: Hans Heinrit. Diens-ag, 11. März, 7'» Uhr, zum ersten Mal Die liebe Feindin Konzil*03 A. P. totgtne Rips: OssUf Qtltadjmi Die Komödie ZI Bismck.241 4/751* 8>. Uhr Lnixle AoliütirnnjBn Victorua «m S. Maugham Regie Max Rei nh ard■ Musik: Mischa Spoliansky Montag, 10. März, 7>r> Uhr Zam ersten ni O.e Krealai Sduospiel van Ftrd. Bnctnir Regte: was Belaharat Tägl. 6 u.G'lr Uhr. v 5 Unit. 9230 Pr t-6 M Wochentg 3 U. SO Pf.-3 M. Gastspiel erich Csrow und vettere g internatlon. Utrakt onsn Tägi. S u. 813 lonau 2.5 b nK A'ex. E 4. 8066 INTERNAT. VARIETE MW, Direktisn Dr Uertia Zickel Mrne Komische Oper Fneilrtclistr.104 Merkur 1401 4339. Nach vollständigem Umbau . Täglich«>/. Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thlolschor» Schulz. Schroih, ourg, Htldebrand, Walter Raus. Flink. Behmer. Wensk Sonntag sodi nach mittags 4(halbe Prtise) Holla die Hollo mit Golde Thieisdwr Lustspielhaus•'* u. Fnedrich6tr. 23�. Ücrgmann 2922/23. UM M(in zweittii U. Riemann— Haack. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterb'Ophen Clrcus Carl iHagenöech Busch-Ge.äuce nur noch wenige Tegel öle 5 suian-Rlngeiis. Der sensationellste Wasserakt, der Je gezeigt wurde. Täglich«bends 8 Uhr 'omiaicmi wm'oiintai andi raen. 3 Dttr. mii bssondiiBO Gnuß-t angsa. Sonnabend nadupxLila�a 3 Uhr t Freies Ponyreisen t. Kinder Vorrsriraiil;'». Werllielm ml Clrcas- kass«: WEldendamm 3B40. Direktion >r. Robert Kleir Deutsches ROnstler-Theai Barbarossa 3937 8'/. Uhr Jnuwei.dtei" von FranzMolnai mit Hu Paüenhers. Vorher: Souper Berliner IHM Dönhoff 170 Täglich S»/» Uhr Die Straße mit Siliert Bässeraunn. Regie rteinz Hilpcr' Metropoi-Tk. 8'/« Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von F r a h z L e h ä r Sanowsky-e&hnen rhaatar m dar Haiggrätzar SiraBa Täglich 8-.'« Uhr Proiessos* Berntiardl von Irttwr Schnitzler ßipi- Virtor Eamowilcy Kornddienhoo« Täglich 8� Uhr oer icnner und die nenne von Citri CBtZ Kleines Thear. Merkur 1524 Täglich 8 10 Uw maflame hat Ausgang Erlsa von Tellmani Paul hdrblcer ■lermann Scha tu LTOTski, Braut Craate Stoae 1 täglich 8.15(Sonntag 5.15 undl 1 abends 9 Uhr, als Die goldne Meisterin 1 Große Aussta tungs- Operette | mit der Musik von Edmund Eysler im j Rose-Thea 8er 1 Große Frankfurter Straße 13: 1 Bllleitkasse. Alex. 3422 und 3494 1 Heute, Sonnabend. 5 Uhr und I morgen, Sonntag, 2.10 Uhr zum letzten Male „Aschenbröde'-" [Jeden Sonnabend II 30 Macht [ Vorstellung: Der u»!er- alte. [Nächsten Sonnabend 5 Uhr u. Sonntag 2 30 Uhr smaeevelSdiB t und fiasenrot Vomrknf ib Monis j tigliih von II I lliit und tnn 4-9 Ikr shtnih. iheaterl.d.Belirenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Oireklloa Ralph Ar. bar Roberts 8'/« Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) Operettenhans Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Täglich VH Uhr nie Fledermaus mit Gustav Matznei Preise 1, 2, 8 M Sonntag �»3 Uhr Schnee wlR dien 5 Uhr Friederike ineai. a. Koim.Toi Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr , auchSonnt. , nachm. 3 U. Elite- [ SAnger. 8 Tiinnpte nltaij. Obet bietend. K8te-Prograainii Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich S'-'i U. Bulla Bl Bulla Schwank von Ancid and Eick Lustspielhaus Fnednchsir. 236. Bergmann 2922/23 Täglich inj Uhr Liebe auf den zweiten Blick ionnajend zahlen auf allen Plä zen v Z20 MK. aufwärts l eibe Prc.se. T'o Uhr VornleUung. Qnnntnn«-"er- o. In- OUflllldy Claoeisdiao.(Kanen- verkSvf nu b.s t-nl U) Erwachs. I Mk. Kinder 50 Ptg.— 3 übr FbiDieiien-voi Me iling. Kind, za u auf allen PI itzen>on 2.20 Mk. aufw. baloe, re.se. T'nu. Vorsteiig. SARRAS ANB Tel. Baerwald 43 0 00, 1950 MSI!-UM Leitnng: Dir. äralm Georgensti. 9 Täglich 8Vi Uhr Am Ende der Welt Preise 1, 2, 3, 4 M. Son.ntag 3 U Domröschen 5 Uhr Gespenster Planetarium i am Zoo fväst. kadiimittiila itrati 3.5 Barbarossa 5578 ib' t Uhr Der Früb- lahrsblinmel IM.» Uhr Merkwürdige S lerne ISineg ginrti 20» Uhr Unser Mond Eintritt I Mark. Kinder 50 Pf. Lessing-Theater Weidendairra 2791 0.1)346 fägfich 8 Uhr ftiiäpe oreyius von Rehilscb und Herzo» läter«. Kfesieoi Täglich S'/» Uhr: Höfel Sfadf Lembera Musik von Gilbert Lori Lcux Leo Schüizendort wirksam sinauit UCSUIlUCi S Kleinen Anz-ißd cer Oesamt« Auflage Vorwärts und troi/dem Reichshalien-Theater Abends[D sonn oz naöim.[3 Sleiflner-Sfinger Das herrliche März-Fiogramm Kadunitiags taioe Preise I O ö n h e tt-B rett I: Das Fem'Ilcn-Varic.'r. f 4.0,5*3 �oüxTOüa- ßQÖM/T&JSSL* Oleutac, des 11. Kän,• Uhr Fesl- Vorstellung REGIE: CHAREU GroSes Schauspielhaus Vellage Sonnabend, 8. März 1930 SivMMÄ Sfia/oitlfalXs-J** Heger m Heger in Seil ein A f r i k a s i l vi e Ijcficn mir in den letzten Jahren genug ge- sehen. Das Gute an ihnen waren die Tiere. Kein anderes Land der Erde weist diesen Reichtum an Großwild aus. Mit einer ge- wissen Erschütterung betrachteten wir die ungezählten Herden, die da im Film an uns vorüberzogen. Hier blieb ein« Art Paradies, inmitten dessen der Mensch fast als Störung wirkt. Der Gewinn dieser Filme: uns die asnkanische Tierwelt, ganz anders als Buch und Zoo es vermögen, nahegebracht zu hoben. Hier zeigt sich: der Film ist«in Kulturträger ersten Ranges, ein Lehrmeister, der es einem zur Freude niacht, zu lernen. Könnte es immer sein, wenn er nicht im Durchschnitt dank der Filmindustrie und des Filmkapitals im weitaus größten Teil ein Bolksverbildungsmittel wäre... Die Afrikasilmc sind also zu loben und doch: eines fehlt ihnen allen. So sehr sie uns«inen Begriff von der Tierwelt Afrikas geben, sie geben uns keinen oder einen falschen Begriff vom afrikanischen Menschen: dem Reger. Gewiß, da sah man in- tsresiante und sehr schöne Regerköpse, man sah Tanzszenen von hjnrsißendem Schwung, man sah anstürmende Krieger— aber nein, da fängt die Sache schon an. unecht zu werden. Das war nicht mehr Afrika, das war eine sehr gestellt« und sehr bestellte Angc- legenhest, es war eine Borspiegelung falscher Tatfachen: Afrika, wie es nicht ist. Wie ist nun das Afrika des arbeitenden Negers? Da ist— ausgerüstet von der Tierhandlung L. Ruh« in Alfeld— in den Jahren l 927/28 eine Expedition durch Süd- abessinien und die angrenzenden Galla- und Sudan-Regergebiete gestreift, ist in Gebiet« vorgestoßen, die vorher kaum eines Weißen Fuß betrat, lind dies« Leute haben gefilmt, sehr fleißig gefilmt. Ein Verdienst der vom sozialdemokratischen Partei- vorstand eingerichteten Film- und L i ch tb i l d st e l l e ist es, jene Teile der Aufnahmen angekauft zu haben, die den Reger SlsgorskI v»n beim— Pflügen! Die Grabetöcko müssen als Pflugschar dienen. Mit Ihnen wird der Boden aufgebrochen. Ole Neqer sind vollkommen nackt Aber das ist sn sich kein Zeichen von Armut Den meisten Sudannegern Ist der unbekleidete Zustand der natürliche. an der Arbeit und in seiner Häuslichkeit zeigen. Hier sehen wir zum erstenmal das Afrika des arbeitenden Negers. Der Film wie ihn Genosse Heinrich Cunow. der Ethnologe der Berliner Universität, und Jäm Borgstädt, der Photograph der Expe- dition, zusammengestellt haben, ist«in Kulturdoktunent: hier haben wir zum erstenmal, frei von allem filmischen Hokuspokus, ohne den bisher auch die ernsten Kameraleute nicht ganz auskommen zu können glaubten, das Leben primitiver Völker im Film und— wer von uns konnte sich bisher«in rechtes Bild von dem Leben unserer Urväter in der Steinzeit und in der Bronzezeit machen? Wenn wir diesen Zlbessiniensilm gesehen hoben, wisien wir es. als ob wir selbst dabei gewesen wären. Denn die Negerstämme, die wir hier bei der Arbeit sehen— es handelt sich vor allem um die Gruppe der Sudannoger— leben so wie in diesen Urmenschzeiten. Da gibt es einen Stamm, der zur Verfertigung von Hausgerät und Waffen kein anderes Material als Bambusrohr kennt. Beim Ackerbau, das gilt ganz allgemein für dieses Gebiet, benutzt man (von einzelnen Gallastammen abgesehen) noch nicht einmal den Holz- pflüg. M't zwei angespitzten Pfählen bewaffnet, zieht man aufs Land, stößt die Pfähle ins Erdreich und bricht es auf diese Weis« um. Di« Zerkleinerung der ungefügen Erdklumpen �ge- schieht dann mit sehr primitiven�H o l z h a ck e n oder mit Hacken aus dem Geweih der Antilopen. Sensen werden bei der Ernte nicht verwendet E i s e n s i ch e l n und E i s« n m e s s« r sind die Helfer. Der Ernteertrag entspricht der primitiven Methode. Dabei entbehren diese Neger durchaus nich: der Handfertigkeit. öhn« Drehscheid« und Spachtel formen sie ihre Tongefäße, und die Baumwolle verarbeiten sie auf rohen hölzernen Webstühlen zu Leinwand. Am interessantesten ist die Art der Erzgewinnung und Crzverorbeitung bei den Sudannegern. Mit unbearbeiteten Steinen klopfen sie das Eisenerz aus dem Gestein und zerlleinern es auf dieselbe Weis«. Der Schmelzprozeß geht in manns- hohen Toniöpfen vor sich. Als Feuerung wird Holzkohle benutzt. Ebenso originell wie einfach ist die Lustzufuhr. Di« Wandung der Schmelzwpfe hat in Höhe der Feuerung Löcher, die mit kleineren flachen Tongefäßen verbunden werden, lieber diese Tongefäß« spannt man Tierhäute und— der Blasebalg ist fertig. Es ist «in poetisches Bild, wenn die Neger inmitten der osrikanischen Buschlandschaft rund um den rauchenden Schmelztopf sitzen und die Häute — fast macht es den Eindruck, als ob sie Kuchenteig kneten— auf- und niederdrücken. Den schwitzenden Negern allerdings ist olles Ein achwaTer Kumpel. Allerding«, von Bergwerken hat er keine Ahnung. Er„schürft" da» Eisenerz im Tagbau. Als Schlägel und Spitzeisen dient ihm ein gewöhnlicher Feldstein. ander« als poetisch zumute und gierig greisen sie zum Labetrunk, der ihnen von Frauen und Kindern von Zeit zu Zeit kredenzt wird. Sicherlich atmen sie erleichtert auf, wenn n ä ch~J 0—3 5 Stunden der Schmelzprozeß beendet ist. Ist der tönerne Schmelzofen erkaltet, s» klettert'em Reger�htzi?ii�il!tö reichk''daS' gSschnMz«n« Erz her- aus. Aber von diesem Roherz bis zum fertigen M« I s« r und bis zur fertigen L a nz e n f p i tz«ist noch�ein weüer, mühseliger Weg. Hämmer und Zangen kennt man nicht. Die Zange vertritt dos elastische Bainbusrohr, das am Ende gespalten das heiße Eisenerz umklammert. Mit einem unbearbeiteten Stein wird das Erz so lang« geschmiedet, bis es die gewünscht« Form hat. Erstaunlich, was für Kunstwerke mit diesen Werkzeugen, die eigentlich gor nicht als solche bezeichnet werden können, zustande kommen und der kindliche Stolz des Negers ist verständlich, wenn er das fertige Produkt feines Fleißes den Slanmieszugehörigen zeigt. Die Legende von der Faulheit des Negers wird in diesem Filmstreifen gründlich zerstört. Der Neger macht seine Arbeit wie irgendeiner und hat es mit seinem primitiven Handwerks- zeug bedeutend schwerer als der Weiße. Es ist seltsam, daß auch klug« und ethisch hochstehend« Kolomalmenschen zu der Ansicht neigen, die schwarze Rasse sei nur mit der Rilpferdpeilsche zur Arbeit zu bewegen. Hier scheinen tragisch« Mißoersiändnisse vorzuliegen. Darin, daß der Weiße in den Tropen zu grober körperlicher Arbeit unfähig ist, stimmen all« überein. Aber man macht sich kein« Ge- danken darüber und will es wahrscheinlich auch gar mcht. daß das fubiropisch« Klima auch Arbeitstempo und Arbeitsmechod« der Schwarzen diktiert. In Südafrika zum Beispiel, das dem Aequator ja ein wenig entrückt ist, ist der Reger heut« schon«in« Arbeitskraft, die dem Weißen kaum Nachsicht, ja selbst in jenen Aequatorialdistrikten, in denen der Neger die Möglichkeit hat, selbständiger P l a n ta g e n b a u« r zu werden, zeigt sich der Schwarz« durchaus als ein williger und fleißiger Arbeiter. Das Märchen von der Arbeitsunlust des Negers konnte wohl nur durch den Gegensatz entstehen, in den die koloniale Ausbeutungs- Methode den Schwarzen zum Weißen bringt. Man begegnet dem Ldhmeiscfe> aus Ton, In dem das Eisenerz geschmo'zan wird Die flachen TongefäBe, die mit einer Tierhaut überspannt— später- alt Blasebalg dienen sollen, stehen schon bereib Schwarzen mit einer Verachtung, die. es müßte denn mit dem Teufel zugehen, im Neger Widersatzlichkeiten hervorrufen muß. Man oerlangt von ihm die schwerst« und mörderischste Arbeit und be- trügt ihn obendrein noch um den Lohn seiner Arbeitskrast. Das Ai'werbesystem allein schon zeigt, daß der Weiße und nicht der Schwarze der schuldige Teil ist. Die V ö l k c r b u n d a k t e n wissen von diesen schmachvolle« Kolsnialmethoden zu erzählen und wir veröffentlichten erst kürzlich die furchtbaren Berichte L o n d r e S über sein« Erlebnisse in Französisch-Äongo. Sind schon Sklaverei und Zwangsarbeit an sich ein System, das ungeeignet ist, Arbeits- l-ust zu erwecken, so muß der Widerstand gegen die erzwungene Arbeit doppelt stark sein, wo Grausamkeit und menschenunwürdig« Behandlung sich dazu gesellen, Die Weißen vermeiden zwar das Wort Sklaverei und der Sklavenhandel ist sogar offiziell verboten, in der Praxis aber ist diese Methode der Arbeitserpressung nichts anderes als das. Da ist man in Abessinien ehrlicher. Hier herrsch! die offene S k la v e n w i r ts cha f t. Die Südabessinier, Bewohner � der Provinz Schon, stammen von den alten Aethiopiern ab, haben sich aber im Lause der Jahrhunderte mit den Somali und Galla und auch mit Arabern vermischt. Sie sind Christen und weisen mit beson- derem Stolz auf ihr Urchristentum hin. Das verhindert sie aber nicht— sie selbst lieben die Arbeit nicht und ziehen Handel und leichtes Gewerbe vor—, eine ausgedehnte Sklavenwirtschaft zu be- treiben, wobei die westlichen und südwestlichen Ziegergebiet« das Menschenarsenol bilden. Es gehört mit zu den«rgreisendsten Teilen des Films, wenn Scharen dieser Reger mit ihren primitiven Grabstöcken und Holzhacken von Aufsehern ange- trieben den Boden„umpflügen", während der ,�Herr" geruhsam auf dem Baden hockt und sich seine Pfeife und die Arbeit der Sklaven gut schmecken läßt. Es ist bezeichnend, daß die heidnischen, zum Teil von ihnen unterworfenen Negerstümme der Galla, aus die der Abessinier als Leute einer tieferen Kulturstuf« verächtlich herab- sieht, in ihrem Ackerbau bedeutend weiter sortgeichritlen sind als die Abessinier. Hier benutzt man zum Teil sogar schon«isenbeschlagen« Holzpslüge, im Vergleich zu den sonst dort herrschenden landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden ein großer Fortschritt Neben Weizen, Gerste, Hafer, Mais, Sorghum(Mohrenhirise) und Flachs, die mehr dem eigenen Bedarf dienen, werden Zuckerrohr, Bäum- wolle, Kaffee, Tabak, und Bananen«gepflanzt. In der' BichtyitV Töpfer bei cer Arbeit Die Tongefäße werden ohne Werkzeuge nur mit der Hand hergestellt An den großen Tongefäßen arbeiten zwei Menschen und mehr, schaff sind vor allem Rinder-, Maultier- und Schafzucht vertreten. In der Provinz Scbaa beschäftigt man sich zum Teil auch mit Kamelzucht. Die Galla ziehen auch kleine Schweine auf. Eigent- liche Nontoden sind sie jedoch nicht mehr. Wie die Somali, sind sie in Stämme, Geschlechtsverbände(Clanschaften) und Sippen(Manäs) getellt. Nur die letzteren ziehen innerhalb des ihnen gehören:«n Weidegebiches mit ihren Herden umher, und zwar nur zu bestimm- ten Zeiten. Zu anderer Zeit leben sie in ihren Hüttendörfern. Das Familienleben der Galla ist ziemlich locker. Zwar legen sie einen gewissen Wert darauf, daß die Frau sich bis zur Verheiratung ihre Jungfernschaft bewahrt, und bei den mohameda- nischen Galla werben daher die Töchter möglichst dem Verkehr mit Männern ferngehalten, aber dennoch haben die ineistcn Mädchen längst vor der Ehe ihre Jungfernschaft verloren. Gewöhnlich wer. den sie schon im elsten, zwölfien Jahr« geschlechtsreif und heiraten bald darauf, oder richtiger: sie werden von ihren Vätern in die Ehe verkauft. Das Mädchen wählt sich nämlich nicht nach eigenem Belieben selbst den Gauen: sondern ihr Vater bestimmt, wen sie zu heiraten bat. und er gibt sie nicht umsonst weg. sonidern verlangt von dem Manne, der sie bcoehrt, einen Brautpreis, oft inehr als ein Dutzend Kühe und Maulkere. Dafür muß— wenigstens ist das in reichen Gallafamilien Brauch— der Vater seiner Tochter eine Ausstattung mit in die Ehe geben, doch erreicht diese Mitgift nie den Wert des Brautpreises. Einen Ehebruch des Mannes kennt das Recht der Galla ebensowenig wie das der Abessinier. Er kann sich mehrere Frauen nehmen, auch Konkubinen(Sklavinnen) halten oder außerhalb der The Verkehr suchen. Hingegen ist die verheiratete Frau zu ehe- licher Treu« verpflichtet: aber auch von ihrer Seit« wird es iamtt oft nicht allzu strenge genommen. Ertappt ein-Mann seine Frau beim Ehebruch, kann er sie körperlich strafen und oerstoßen. Ihre Mitgift braucht er in'ölchem Fall nicht zurückzugeben. So zieht in diesem Film das orbcilcnde Afrika an uns� vor- über. Der Film, der den Titel„Ohne Auto durch Afrika" führt, wird zum erstenmal am Sonntag, 16. März, vni 11MI Uhr, im Phöbus palast(Europahous am Anhalter Bahnhof) vorge» führt werden. Der Eintrittspreis beträgt 40 Pfennig. (14. Fortsetzung.) Die angebliche Reformation vollendete den Untergang der 5)ansa. Es liegt in der vergiftenden Art des Zweifels, daß er alles zerstört, womit er in Berührung kommt. Und einen neuen Beweis dafür, daß nichts in den Reichen der Welt und in der Politik der Menschen von Bestand ist als das, was auf den Glauben gegründei ist, haben wir in der nächsten Vergangenheit, haben wir in den Kriegeeveignissen, deren furchtbare Spuren unser Land noch jetzt trägt, haben wir darin, daß Frankreich unbesiegt blieb, dank dem, daß es die älteste Tochter der Kirche ist. Danken wir Gott, liebe Brüder, der in seiner unendlichen Barmherzigkeit den Zusallssünder unterscheidet von dem, der durch Satan und Finsternis endgültig verloren ist. Frankreich ist katholisch. Es hat nicht eine Irrlehre, die sich zu Unrecht Kirch« nennt, gegründet gegen die einzig wahre. Das Gegenteil ist richtig. Seine Geschichte ist ein einziger Kampf' gegen den Unglauben. Und uns, den Flamen, gebührt in diesem schrecklichen und doch heiligen Kampf der erste Platz in der Geschichte Frankreichs Bei uns ist die Ketzerei nie>o mächtig gewesen, daß ihre Ausrottung das Land erschöpft hätte, wie wir es in den Städten des Südens gesehen haben. Sie haben nie wieder ihre frühere Blüte erreicht. Aus dem Kampf gegen den zersetzenden Geist des Zweifels sind Toulouse und Aldi mit unverwischbaren Spuren der Erschöpfung herausgekommen. Die Städte Flanderns aber, ine schneller aufräumten mit diesen lächerlichen Irrlehren, sogen Kraft aus der Ausrottung dieses Uebels, gewannen Siege und große Ver- mögen. Hieran, meine lieben Brüder, erkenne ich das Werk und die schützend« Hand Gottes; ich erkenn« sie in der Arbeit eurer Vorfahren und in eurer eigenen Arbeit. Wieviel« von euch— heute Besitzer der größten Firmen Frankieichs— haben Vorfahren unter den flämischen Geschäftsführern der Hansa, unter diesen Verkäufern von Tuch, Wolle und Leinwand, die weltberühmt waren! Die Fahnen der Hansa flatterten über den flandrischen Gemeinden in ihrem rechtmäßigen Kampf gegen die Unterdrückung durch Landesherren, die nur Krieger waren, aber keine Industrie pflegten. Hier im Lande der Webstühle haben Hanseaten und Gemeinden Verbände gegründet und Kontrakte abgeschlossen, deren erste Satzung war: Gebet zu Gott. Niemals hat das edle arbeitsame Flandern in der Geschichte seines Gewerbes solch« grausamen Gebräuche eingeführt wie seine Rivalin, die Republik Venedig. Dort gab es ein Gesetz— es wurde in eiserner Kassette verwahrt—, das jeden Arbeiter zum Tode ver- urteilte, der auswanderte und sein Handwerk außerhalb der Republik ausübte oder auch nur anderswo lehrte. Auch die Grausamkeit englischer Gesetzgebung findet man nicht in Flandern. In England wurde jeder zum Tode durch den Strang verurteilt, der auch nur ein Stück seines Webstuhls aus dem Königreich ausführte. Das fleißige Flandern war niemals hartherzig in dem, was die Arbeit betraf, aber es war ausdauernd in der Ausrottung der Ketzerei. Und hierbei, mein« lieben Brüder, bitte ich, eure Gedanken bei dem Segen des Herrn verweilen zu lassen und zu erkennen, daß die Duldsamkeit, die Gott verwirft, wenn sie auf einen Ketzer ange- wandt wird, andererseits ein Wert ist, das das Paradies oerdient. wenn sie einem christlichen Arbeiter zugute kommt. In diesem Viertel des alten Lille, in dem wir leben meine sehr lieben Brüder, finden wir unauslöschliche Spuren christlicher Barmherzigkeit. Die Komtesse Ieanne. die Tochter Baudouin IX., des Kaisers von Kon- stantincpet, des großen Kreuzfahrers, dessen Tod geheimnisvoll war. begründete nahe dieser Stelle, die die heilige Basilika von Rotre Dame de la Treille zu tragen bestimmt war, ein Hospiz für die alten Weber und für die SoDaten, die in jenen rohen Kriegszeiten, in denen ständig die Lanzen der Ritter auf der Ebene sichtbar blieben, verwundet worden waren. Diese MUdtätigkeit, die nie aus- hören darf, ist das Erbe der großen christlichen Edelleut« aus Flau- dern. Dies, liebe Brüder, ist ein Erbe, das von allen politischen Umwälzungen unberührt blieb. Aber wenn ich von der Mildtätig- keit spreche, so meine ich nicht nur Mildtätigkeit der Hand, sondern auch Mildtätigkeit des Herzens. Ich spreche nicht nur vom Geben, sorSern vor allem auch von der Liebe. Arbeit muß Liebe sein. Laßt uns der barbarischen und zuletzt ohnmächtigen Lehre des Klassenkamvies das Gcsetz der Brüderlichkeit gegenüberstellen. So wie unser Herr Jesus Christus sagt: Liebet euch untereinander ihr Herren! liebet euch untereinander ihr Arbeiter! und liebet euch untereinander Arbeitgeber und Arbeitnehmer! Liebet euch imd betet zu demselben Gott, dann werdet ihr erfolgreich sein vor Gott, und erfolgreich in eurem alten Gewerb«. Die Zeiten des großen physischen Elends für die Arbeiter sind vorüber. Die Jahrhunderte des Hungers sind endlich vergangen. Heutzutage gibt es keine Hungernden mehr auf den Straßen. Unsere christlick�en Familien legen die jahrhundertealte Gewoha- heit ab, am Begräbnistag ihrer Angehörigen Brot an die Armen auszuteilen. Aber anders Formen des Elends müssen wir sehen. Jnfoge der Ucberoölkerung und Infolge der Lasterhaftigkeit der Großstädte regiert der Schmutz, regleren der Alkohol und die an- steckenden Krankheiten. Dagegen, liebe Brüder, müßt ihr ankämpfen, wenn ihr Gott Wohlgefallen wollt. Heute, am Festtag der Spinner, Spuler und Weber, wollen wir uns au jene Handwerker erinnern, die nicht mehr teilhaben an der gemeinsamen Freude. Die Zeiten sind vorüber, in denen die zarten Spitzenarbciterinnen durch die geschmückte Stadt das Bukett des Vroquelet trugen: dies schön« Bukett aus Spitzen. Blumen und Klöppeln. Es war«in schönes Fest, dies Fest des alten flämischen Handwerks: ein Fest voll Pietät. Jetzt, liebe Brüder, stehen Ma- fchinen in euren Fabriken, technisch vollkommene Maschinen: aber ivas ist aus dem Geist des alten Handwerks aeworden? In wieviel Arbeitsräumen hängen noch die heiligen Bilder? Unterstellt ihr noch eure Arbeit dem Auge Gottes und dem Zeichen des Kreuzes? Ihr seid zugänglich der Furcht: der Furcht vor der Nachred« des Nächsten, der Furcht vor dem Urteil, vor dem Spott der öffentlichen Meinung Dechalb entfernt ihr aus eurer Arbeit das Gebet und aus der Fabrik das heilige Antlitz des Erlösers. Anstatt stolz zu sein, die einzig wahre Religion d-r heiligen opostoliscbzn römisch- katholischen Kirche«i verkünden, seid ihr veischämte Christen. Der Tag des heiligen Dnlevig ist kein Feiertag mehr. Die Zeit ist vor- über, wo am Tage des Broquelet die Fahnen der Brüderschaften und der Genossenschaften flatterten. Die Bilder der Jungfrau und die Iesu-bilder sieht man nicht mehr aus den Fahnen. Aber die rote Fahne, die Farbe des Haffes, ist an die Stelle der weißen Fahnen getreten, die die Farbe der Unschuld und der Liebe ist und in die geduldige Stickennnen heilige Sprüche aus Goldfäden steckten. Meine lieben Brüder, wenn wir heut« nicht mit durch die Straßen ziehen, die reich geschmückt sind mit den alten Symbolen des Handwerks, wenn wir heute nicht unter den Bannern Flanderns mit dem Volk einstimmen in den Lobgesang Gottes, um Segen auf unsere Arbeir herabzuflehen, so laßt uns wenigstens mit dem Herzen an der Prozession teilnehmen. Schmücken wir uns mit Gottesfurcht: schmücken wir uns mit dem demütigen Stolz, gute Christen zu sein und tätige, nimmermüde Katholiken. Laßt uns im genteinsamen Gebet die Arbeit Flanderns Gott den: Herrn wie eine Opfergabe darbieten. Diese schrecklichen neuen Zeiten haben die Trennung von Kirche und Staat gesehen, die Trennung von Re- ligion und Gericht, die Trennung von Kirche und Schill«, Christus ist nicht mehr im Gerichtssaal: die Moral verkommt: die Regierung ist atheistisch. An euch liegt es, lieb« Brüder, daß sich nicht auch die Trennung der Kirche von der Arbeil vollzieht. Das ist das Werk, zu dem ich euch heule auffordern möchte, heute am Tage des Broquelet: das Werk, auf dos ich demütig als Sünder und Un- würdiger den Segen des Herrn herabflehe. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Es geschehe also!" * Die Textilherren, die Herren von Flachs, Wolle und Baum- wolle, verneigten sich vor der weißen Hand des Bsschofs. Da waren die Agaches von Penenchies: die Crespels und die Crepys: alle Mitglieder der großen Fcmrilie Delesakle: dann die Thiriez von dem großen Majorat Laos: dreihunderttausend Baumwollspindeln, fünf- undzwanzigtcmsend Leinenspindeln, achthundert Die Solomon d'Armentieres und de Bac Saint-Maur: die Gratrys, die Lorthiois: Louis Nicolle, der Feinspinnereibesitzer, und Charles Ieansons, der grobe Sorten spann und Spinnereien und Wel'erelen für Leinen und Baumwolle in Laos, in Armentieres und in der Nonnandie besaß: August Lepoutre, siebenundzwanzigtausend Spindeln: Andre Lepoutre, fünfzehnhundert Arbeiter. Die Söhne Alfred Mottes: ncumlndzwanzigtausend Spindeln, fünfhundert Webstühle: die groß« Leinenfabrikantenfamilie der Tiberghien von Tourvoing: zwanzig Fabriken, einhundertfünfzigtausend Spindeln, dreitausend Web- stühle: Frangois Mafurel Gebrüder, die größte Wollspinnerei der Welt: einhunderwndoiertausendeinhundertachtzehn Spindeln. Die Kirche war voll von Millionären. ★ Verbecq, der Kämmer, feierte nicht das Broquetet-Fest: weder mit Tauben und Hähnen, noch mit Hunden oder Ratten, und er ging mich nicht in die Kirche. Was er braucht«, fand er am Vanhven- acker-Platz in Moulins-Lills, im Rahmen der sozialistischen Gewerk- schaft. Heute versammelten sich hier die streikenden Metallarbeiter. In den Schenken saßen vor ihren großen Krügen Spinner und Weber und summten Lieder mit rauher Stimme. Sie waren matt von der Arbett und vom Bier. Die französischen und belgischen Flamen dieses Viertels von Wazemmes sahen sich durchaus unähnlich. Di« Liller, die fett Ge-- neratwnen in diesen Elendshöhlen zusammengepfercht gewohnt hatten, waren blaß und schmalbrüstig und hatten runde Rücken. Di« belgischen Emigranten aber zeigten im Gesicht noch die frische ländliche Farbe und hatten einen muskulösen Lauernkörper. Die müden Arbeiter saßen an Tischen, die feucht waren von Bierresten, und sangen. Zwei stark Angetrunkene lachten brüllend vor den Kneipen. Eine slamische Inschrift:„De groote Pinte' zog die Betrunkenen an. Der«ine von ihnen schwankte, und es gelang ihm nicht, durch den Türrahmen zu kommen. Der ankere wollte ihm helfen und seinerseits eintreten, aber auch beide schafften es nicht. Sie hielten sich am Arm fest und versuchten, sich gegensettig aujrechtzuerhallen.(Fortsetzung folgt.) Loonubenck. 8. März. Berlin. 1605 San.-Rat Dr Paal Frank: Medirinisch-hygienischc Plauderei. 16.30 Von Königsberg: Orchesterkon�erL 18.00 Dokumente(Schallplattcnveranstaltung). 18-20 Eine Erzählung von Ernst Weiß.(Gelesen vom Antor.) 18.�0 Deutsche Welle: Französisch für Anfänger. 19.10 Arien und Lieder.(Jan Witin, Tenor. Am Flügel: Jul. Bürger.) 19.30„Was ist Werkpolitik?44 Aussprache zwischen Prof- Dr.-Ing. Rieden- sahm und Ministerialrat Prof. WoIdL 20.00. Der Aktienbudiker.44 Nach den Abendmeldungen bis 0.30: Tanzmusik. Königswnsterhausen. 17.30 Dr- Valeria» Tornios: Qescllschafiliohe Lebensformen. 17,55 Valtin Hariig. Fay Jackson: Englische und deutsche Arbciterbildurg. 18.20 Dr. Langheinrich- Anthos: Englische und ungarische Literatur- 19.05 Französisch für Anfänger. 19.05 Rudolf Q. Dinding liest aus eigenen Werken. 20.00 Programm der Aktuellen Abteilung. Sonntag, 9. März. Berlin. 8.00 Für de* Landwirt. 8-55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Morgenfeier, veranstaltet vom Arbeiter-Kultur-Kartell. Berlin. I2.C0 Von Königsberg: Orchester Matinee. M.OO.Schelmen und Narren."(Sprecher: Lisa Tetzner.) 15.00 Von Leipzig: Eine Hochzeit in der Wendet. 16-00 Programm der Aktuellen Abteilung. 17X0 Spanische Musik. 18.30 Bericht oder Roman. Oespräch zwischen Erich Fransen und Etralm Frisch. 19 00 Volkstümliche Chöre- 19.30 Tageglossen(gesprochen von Alfred Kerr). 20X0 Sendespiele...Madame L'Archiduc". Operette von Jacques Offenbach. AnschlieOend: Zeit, Wetter. Tagesnachrichten, Sport. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik.— Königswusierhansen. M.30 Cr. Isemann: Charakter und Familie. ISJ» Dr. Paul Rohrbach; Nationale Knltnrparolen. 18.30 Prof. Dr. OrCtzmacher: Leopold Ziegler. 19X0 Stefan Zweig: Die Geschichte als Dichterin. 19.15 Alfred Beierle: Vorlesung aus..Sternstunden der Menschheit" von Stefan Zweig. Rätsel'Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. Waagereckt: 1. Brennstoff: 4. große Kirche: 7. Liebes- gott; 9. indianisches Fahrzeug: 19. Präposition. 11. Papageien- art: 12. Flächenmaß: 13. Gelöbnis: 1ö. griechischer Gott: 1/. Zah- lungsweije: 19. Beklemmung: 21. italienischer Fluß: 22. flüssiges Fett: 23. Tierprodukt; 2S dichteriscker Ausdruck für Atem: 27. lateinische Bezeichnung für Tod: 29. segeltechnischer Ausdruck: 30. modernes Verkehrsmittel(abgekürzt).— Senkrecht: 1. Wort für Bezirk: 2. Kinderpflegerin: 3. Bindewort: 4 hinweisendes Wort: S. griechische Sagengestalt: 6. Nebenfluß der Drau: 8. Fahr- zeugj 9. geographische Bezeichnung: 14. Mädchenname: 16. Fisch: 17. Harzfluß: 18. europäische Hauptstadt: 19. Gebirgsteil: 29. süd- nmerikan.fcher Staat: 21. geographischer Benrijs: 24. Befehlsform von essen: 26. Doppelvokal: 28 russischer Fluß.* Kombiniertes Fülirätlel. Sepe eine Zahl— immer dieselbe — in die dunklen Felder und orvne an Stelle der Punkte die Buchstaben �CCDD EEtEttSE EEEFmHHHH< L L L LMNNNOORRRKRS SSSSTTTTTTTUU V W W Z fo ein. daß Worte fol- gender Bedeutung entstehen: l. An- passung: 2. Wirtshaus in Wein- gegend: 3. Handwerker: 4 Geselli- ges Beisammensein; S. TeU eines Schlachttieres: 6. Von Wasser um- Ipültes Land: 7. Vertröstung auf später: 8. Dreistellige Zahl. ab. Si benrätsel. Aus den Silben a a al be der du e frak hel i in ir ko l« mit mo mo non nel on r« r« rei rei sa sel son te tet tt tun ve we wie sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuch- stoben, beide von oben nach unten gelesen, ein Zitat von Lortzing ergeben.— Die Wärter bedeuten: 1. Nebenftuß de» Ob; 2. mehr- stimmiger kirchlicher Gesang: 3. Industriezweig: 4. Einsiedler: 5. thessalischer Königssohn: 6. Straußenart: 7. Bewohner Asiens: 8. Südfeeinfel: 9. slollenartiger Bau: 10. Raubtier: 11. fensterloses Nebengemach: 12. Begünstigung: 13. Brechung der Lichtstrahlen. eic. Grgänzun-'Sfätsel. Welches Wort steht vor-bau.-Hund,-tür-kauf,-wart.-wirt. -Verwaltung,-Herr,»Hof,-boot,-besitzer-halt-trtr.-wrt'ch it. -knocht,-frau.-mittel,-suchung.-schuh: und nack Wohn-,&ahl-. Miets-, Unter-, Ober-, Schlacht-, Treib-, Forst-, Gast- und Wirt:-? dl. DerSrä'sel. Die Eins ist eine Farbe, die Mode der älteren Damen. Auch kennt man aus der Poli.ik diesen Namen. Di« Zwei fordert dich auf: Rede nicht mehr. Mag es dir werden auch noch so schwer Eine deutsche Stadt nennt uns das ganze Wort. So manchen Leckerbissen bezieht man von dort Ihre Würste und Honigkuchen sind beliebt und bekannt, Als Spezialitäten nach ihr benannt. ab. Duchstabenräifel. Aus den Buchstaben aaddeeeckikmmmmnooo rrrrsttuuuuv sind 19 Wörter von je drei Buchstaben zu bilden, deren Anfangsbuchstaben aneinandergere ht den Namen eines bekannten ermordeten Sozialdemokra.e t ergeben.— Drt Wörter bedeuten: 1. Erholung: 2. Schw-tzer Karton: 3 Gertänk: 4. Lebensend«: ö. biblisch« Frauengestalt: 6. weiblicher Borrame: 7. Sohn Noabs: 8. schlechte Lebenslage; 9. Straußenart: 10 eu. o- päifche Hauptstadt.__— kr.— Auflösung der Löffel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Zar: 2. Rot: 4 Tor: 8. Adam: 19. Teil: 12. Gerda: 14. Seide: 16. Nil: 29. Harke: 22. Aie: 24. Nelke: 26. Iran: 27. Leib: 28 N colai: 29 Hegtter— Senk- recht: 1. Zunge: 2. Roman: 3.Titel: 5. Regen: 6. Band: 7. Ale: 9. Dampfer: 11. Ifolani; 18 Re�er: 15. In'el: 17. Isis: 18. Ahorn: 19. Reger: 21 Kino: 22 Anni: 23. Elch; 26. Ebbe. Befreites Boll:.Potentat'. �Blsitenkartenrälfel: Filmschauspieler. Silbenrätsel: 1. Deaen: 2. Alma; 3. Seine; 4. Znter- loken: 5. Studienreferendar: 6. Tunnel: 7. Dessert: 8. Eiderente; 9. Realschule: 19. Absurd: 11. Ravenna: 12. Blockflöte: 13. Elb«: 14. Inkasso: 16. T�burin: 16. Hein«: 17. Entenei. 18. Ignano�on: 19. Dandauer: 20 Insolo-nz: 21. Godesberg: 22. Eleonore; 23. Rarität: 24. Kassette; 26 Reigen: 26. Ire e: 27. E gad n— Das ist der Arbett heiliger Krieg! Mit uns dos Volk, mit uns der Sieg! Geographische» Zahlenrätsel: 1. Dresdn: 2. Er- langen:?. Rüdesheim: 4. Dpern; 6. Osnabrück: 6 Utrecht: 7 Teu- salz; 8 Gens: 9. Pari»: 19 Leipzig: 11. Aachen: 12. Rürnberg.—. Der Ioungplan. UmltcllrStsel: Elbe. Reger. Rübe, Handel, Ens. Rest. Zunge, Eule, Rosen, Saum Rcbel, Rase, Raine, Else, Zahl. Eule, Rot, Seife, Runde, Esel, Ilm, Haus, Enkel, Eisen, Mutter.— Brüder zur Sonne, zur Freiheit. Nr. 114 47. lahrgang Sonnabend 8. März 1930 Leipziger Allerlei lnteit$$aitle Mleiitigkeilen von der Leipziger FiüijMirsntesie Die riesigen weiten Hallen des Leipziger Messegeländes sind dicht gefällt mit den Erzeugnissen der Technik aller Art m höchster Voll- endung. Wer Neues zu bringen hat, führt es hier den in Masse aus allen Ländern der Welt zusammenströmenden Messebesuchern vor. In großer Anzahl zeigt die Messe solche technische Neuheiten. Unter den vielen ausgestellten Schraub st öcken, die zum Tri! auch Neukonstruktionen sind, ist einer, der B e r j o- Schraubstock, be- sonders interessant, weil er das Problem des Ems pannens von Arbeitsstücken mit unregelmäßigen oder runden Flächen vortrefflich löst. Das macht bekanntlich große Schwierigkeiten, well die ebenen Backen nicht genügend fest sassen. Der von Verl u. Joksch in Wien I hergestellte Schraubstock unterscheidet sich nun augenfällig von den normalen Schraudstöcken dadurch, daß die beiden Backen in einzelne bewegliche Lamellen zerlegt sind, deren Kopfstücke sich beim An- eteMri»dhe Stednromdiiung mit Sdtufzkonlakl spannen dem schwierig geformten Wertstück automatisch anpassen und es an allen Stellen festklemmen. Das ist nun keineswegs das Neue, denn die Lamellenunterteilung ist schon lange bekannt. Um den Gegendruck aufzunehmen, ließ man sie sich in einem Schuh be- wegen, der mit Flüssigkeiten oder auch mit Fett gefüllt war. Wie vorauszusehen war, tonnte nie eine so vollkommen« Dichtung er- zielt werden, daß Flüssigkeiten oder Oele nicht unter dem starken Druck herausgepreßt wurden. Hinter jede Lamelle wurde auch von einem anderen Konstrukteur eine Feder zur Druckaufnahme einge- schallet. In der rauhen Praxis zeigten die Federn aber bald ihre bekannten Mängel: insolge des stark wechselnden Druckes verloren sie sehr bald, ihre Federkraft. In technisch vollkommener Weise wurde das Problem erst durch den Wiener Ingenieur I o t s ch gelöst, der den Gegendruck durch kleine S� ahlkugeln ausnahm, die wie Sand fließen und daher jeder Lamelle gestatten, die durch das Werkstück gegebene passende Stellung einzunehmen. Dadurch kann das Ein- spannen absolut sicher und schnell erfolgen, es können wellerhin stärkere Späne abgehoben und auch eine größere Arbeitsgeschwindig- keit erziell werden. Wie die Erfahrung gezeigt hat, genügt es für Werkbankschraubstöcke, bei denen ja die Beanspruchung nicht so stark ist, nur die eine Backe in der beschriebenen Weise mit Lamellen aus- zustatten. Die Abbi.dung zeigt einen solchen mit abgenommenem Deckel. In jedem Houshal' kommt es vor. daß gelegentlich eilig kleine Wäsche zu waschen ist, besonders dort, wo sich auch kloine Kinder be- finden: will man diese nun trocknen, so hat die Holzindustrie zum Aufhängen recht praktische Einrichtungen geschaffen, bestehend aus schirmartig angeordneten Holzstäben, die an der Wand befestigt oder an der Decke hochgezogen werden können: die Stäbe sind zusammen- klappbar, so daß sie wenig Raum einnehmen. Man kann aber die gewaschenen Stücke schnell elektrisch trocknen. Dazu hat man elek- irische Heizspiralen, die in perforierten Gehäusen einen wenig schönen Anblick bieten und auch verhöl nismäßig viel Raum ein- nehmen. Ein von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft her- gestellter Trockner Hingegen sieht wie die bekannten Handtuchhalter m-., nur daß an die Stelle der Stäbe drehbare dünne Holzplatten treten, die an einer senkrechten Leiste, welche an der Wand befestigt wird, angeordnet sind. In diesen Holzplatten sind nach einem neuen Verfahren die Heizwiderstände eingepreßt. Zu den traurigen Kapiteln unserer Zeit gehören die vielen Gasvergiftungen: nicht von den gewollten soll hier die Rede sein, sondern von denen, die durch Mängel der Einrichtungen ent- stchen. Einer der schlimmsten Atten äter ist der Gasschlauch in der Küche. Zunächst sollte man da nie die einfachen Gartenschläuche verwenden, die leicht brüchig werden und stets Gas durchlassen. Zur Verwendung kommen sollten einzig und allein Metallschläuche. Es gibt nun solche für festen Anschluß, die an den beiden Enden Gewindestücke haben, die direkt auf die Rohrleitungen geschraubt werden, wodurch eine feste, aber biegsame Verbindung hergestellt wird. Soll nun die Verbindung mit der Rohrleitung keine feste. sondern leicht lösbare fein, so kann man einen Gas-Steckkon akt Behr-Pintfch verwenden, welcher in seiner Konstruktion den elektri- schen Steckkontakten nachgebildet ist. Die Gasleitung wird beim Läsen h« Verbindung automatisch abgesperrt. Unglücksfälle, welch« durch das Abgleiten der Schläuche oder versehentliches Oeffncn von Hähnen entstehen, werden unmöglich. In der Steckdose sitzt nämlich eine federnde Gasabsperrvorrichtung, die erst dadurch geöffnet wird, daß der Stecker eingeführt und um einen rechten Winkel gedreht HteiftVilitlutitraiilMrtoik für unrcgelmaBig geformte Arbeifsslütke wird. Eine andere Sicherheitsvorrichwng, die direkt an den Gas- apparaten angebracht ist und von der Firma Gebr. Jacob in Zwickau hergestellt wird, wll die Gefahr verhüten, wenn die Gas- Hähne versehentlich geöffnet werden oder die Flamme durch Ueber- kochen verlischt. Gas, das unverbrannt dem Brenner entströmt. wird einer Zllndpille zugeführt, die durch die Berührung mit dem Gas zum Glühen kommt. Die dadurch entstehende Wärme löst einen sogenannten Thermostaten aus, der nunmehr ein in die Gaszufluß- GauieikkoittaKt: der Sdtlaudt kann nicht abfallen leitung eingebautes Ventil selbsttätig schließt und somit fegliche Gas- zufuhr absperrt. Durch einen einfachen Handgriff kann der Apparat wieder für den regelrechten Gebrauch freigegeben werden. Gleichfalls dem Schutze, aber vor der gefährlichen Berührung mit elektrischen spannungsführenden Teilen, dienen Steckvorrich- tungen mit Schutzkontakt. Bekanntlich ist besondere Vorsicht ge- boten in Räumen, in denen reichliche Feuchtigkeit oder chemische Einflüsse vorhanden sind. Erdung und' Nullung sind die Hauptschutz- mittel, um auch Gefahrlosigkeit bei der Berührung mit Metallteilen zu erreichen. Besonders beim Anschluß ortsveränderlicher stark- stromverbrauchender Apparate soll das der Fall sein. Der Schutz soll durch einen besonderen an der Stromführung nicht beteiligten Leiter erfolgen. Ein neues System von Steckvorrichtungen, welches von der AEG. entwickelt wurde, trägt dem Rechnung. Die Schutz- kontakte sind auf der Abbildung vorn als straff federnde Gleit- kontakte sichtbar. Vorschrrftsgemäß erfolgt die Verbindung mit dem Schutzkontakt beim Einführen des Stecker�, bevor die Steckerstifte in der Dose Kontakt geben, so daß der Schutz bereits wirksam wird, che das angeschlossen« Gerät Spannung erhält. Di« Abbildung Ä rapl SütejBS Elektrischer Mäsdtesdtnelltrockncr zeigt bei abgenommener Kappe die Kontaktgabe bei einer drei- poligen Steckvorrichtung mit Schutzkontakt. Auf der Baumesse sind unter vielen anderen sehr bemerkens- werten Ausstellungsobjekten vielerlei praktische Gerüstträger zu schen. von denen wir einen für Leitergerüste, der ausziehbar und verstellbar mit Schutzwandvorrichtung verschen ist(Patent Weiß), im Bilde wiedergeben, das sich selbst erklärt. Dr. H. Gassteckkontakt nach der Verbindung Eine Nufieischlonerei Nachdem auf der letzten Herbstmesse in Leipzig das Tischlerei- Handwerk eine Werkstatt in Betrieb vorgeführt hat, die in weiten Kreisen des Handwerks großes Interesse gefunden hat, war auf der Frühjahrsmesse eine Musterschlosserei zu schen. Die Musterfchlosserei ist mit 12 Gesellen besetzt. Dem entspricht auch die Ausrüstung mit zwei Schinichefeuern, einer motorisch an- getriebenen Universalstanze, mit 4 Bohrmaschinen, Schleif- und Poliermaschinen. Elsensägen, 2 Hobelmaschinen, einer Drehbank, Lochstanze, Hebelstanze und Blechschere, Richtplatten, Lochplatten usw. Die oft wechselnde Arbeit macht es unmöglich, die Maschinen und Werkzeuge in der stets gleichbleibenden Folge eines Arbeits- ganges aufzustellen, wie das heut« in jeder Fabrik angestrebt wird. Wiederum ist gerade in der Schlosserei jede Wegverkürzung eine erstrebenswerte Arbsitserleichterung. Um die Anpassungsfähigkeit der Maschinenanordnung an die Arbeit zu erhöhen, sind durchweg die Maschinen mit Einzelantrieb versehen, dann auch werden sie unab- hängig von der Transmission. Darüber hinaus ist angestrebt, die Maschinen möglich st alle fahrbar zu mache». Dadurch ist eine weitere AnpassungsmöglichkeitandieArbeits- g ä n g e gegeben. Die Beweglichkeit der Maschinen hat auch den Vorteil, daß der Wertstattraum schnell für sperrige Arbeiten frei- gemacht werden kann. Befürchtungen wegen mangelnder Genauig- keit der Arbeit, hervorgerufen durch die Standunsicherheit, sind nicht am Platze, denn Austauschbau wie in der Fabrikation wird in der Schlosserei im allgemeinen nicht in Frage kommen. Friedensstörer im Aekher. Die Klagen der schwedischen Radio- Hörer über die von irgendwoher kommende fortdauernde störend« Einmischung in die Sendung, veranlaßt«' die schwedische Regierung, durch eine spezielle Kontrollstation in E s k i l st u n a in Mittel- schweben«inen neuen, einzigartigen Radiodienst der Polizei einzu- richten. Der Radiopolizei gelang es auch bald, die Ursache der Stö- rungen festzustellen. Ein« drahtlose Sendesta.ion einer Hauptstadt in Mitteleuropa hat in Verletzung der Radiokonvention willkürlich ihr« Wellenlänge derart geändert, daß sie mit der schwedischen kolli- diert. Das betreffende Land ist aufgefordert worden, seine Wellenlänge in Ueberemstimmung mit der Konvention zu bringen, bisher aber ohne Erfolg. Den schwedischen Radiohörern wird nun dadurch geholfen werden, daß die im Bau befindliche neue schwedische Sende- station ein« Stärke erhält, die es ihr ermöglichen wird, den Friedens- störer zu überwinden. Letzterem wird dann nichts übrig bleiben, als die ihm zugewiesen« Wellenlänge zu akzeptieren und«inzuhal.en. S. M. j einer Bersammluna, über die der..Vorwärts" ausführ- lich berichtete, das Erawlschwimmen zugunsten des Brust- fchwimmens ab._ gTSB., Sonu.Stz'tL 9. März. Bootslxius Zialinsdori, Ärbeitsdiciist drr Mornisch-ft�obrcr.- Mant«,. 10. Mär,. 30 Ulir. Iug'rdde'M Waffertorstr. l>. Ziortra«:..Psddeürchnik»nd Vrrlcbrxiraacn auf!>rm Wasser"<1. Abcnlü. Patten für Sltl-c'terfPort und hervetyfleqe, Bevit Real in». Mau/aa, 10. Mär,. 20 Ussr. bei grank. �ani-lekerftr. I. Korlende'e>,,erten?ersamm'unä. .Bvldar'tät". Motottalralrer, Bit. Notden. Sopr für ievnmaa. S. Märj, Start 12 Uhr Sparrftr. 3 bei Winkelsefscr. 3:el: Saminzmiihle. Bernau. Theater der Woche. Vom S. bis 12. VJärz. Volksbühne. Tbentct am Bülomplatn 9., 12., 19. Das SecilÄt. 19.. 11.. 19., 14., I.V. 17.'Amnestie, v.. ll'Z Uhr: VIN. e.-n,e>t ZIrtur Schrab-k. 1«.. 11'4 Uhr: MI. Zaiuanatiner: Raden Maz Tabkona. Skaakskheaker. StaZtsoper Unter den Lirdcn: 9. Sieafrirb. 10. Tasea. 11. Mona Lisa. 12. La Trao'ata. 13. Paiessrna. 14. Madame Buiterfl,,. IS. Othello. 16. tilölierdämmeruna 17. Tsv Boss'slon van Lonftiumrau. Staalsoper am Bla», bei Republik! 9., 16. Die oerkaulie Braut. 19. Der Niep-ndc Holländer. II Irhiaenie von Dauris. 12. Pvffmanns Sr,äblu»«cn. 13. Di- glrbcrivauo. 14. Sa vmc. 1.1. Carmen. 17. Das Leben des Orrss. Stibtiftfe Oper: 9. Mianon. 19 P aue-Dame. 11. Die Jcaducit brs glaaro. 12. Ir.fia unb Ifo de. 13. Die luftlficn Weiber van Winbsor. 13. Euacn Oncain. 16. RivolcNa.>7. Tannhäiifer. �.. SiaaNick:» Sdanfpielhaus: 9., 17. Peer Öoiti. 10.. 14. SiibnpT.StPfbitibit- bes«amtäns Scott. II.. 16. Pri», gr rdr'ch van Sombura. 12. Ein besserer dcrr. 13. Rathan bei Weife 15. Web' dem. der liiot. Schiller.Tbe-ier! 9., 11., ,15.. 17. Das griebensfrft. 19.. 14., 1«. DvubouroKe. George Danbin. 12. Des Kaisers Solbaien. 13. glorian Gener. Theater mit festem Spielplan. Theaser am Sünssbauerdamm: Der boppelic Bräuiiaam.— Theater aar Ranevdortvlali! Menschen im Hotel.- Theater in der Koniaaräher Strasse: Professor Bcrvbardi.— ttamrd'erba»»: Der Lllaner Und bie Rönne,— Srassc» Echauspielbans: Die 3 Musketiere.— Theater des Westens: Lolel Stadt Lem- bera.— Luftwicllaus: L ebe aus den �vcile» Blick. hämisch« Oner: buila bi Bulla.— Deut!, He» Boltsiheater: Der Gedanle. 9.. 1 i'/ Uhr: Berbann'e.— Lelssna-Tbeater: Dir Affäre Drcnfi!».— Trianon.Zheater: Am Ende her Welt.— Ientral-Theater tOperettcuhau,»: Die Zlebermanz.— Theater in der Bchreastr. 53- 54:.. Bater sein, baaeaen sehr.- Metrapol-Iheater: Das Land be- Lächelns.— hteiaes Theater: Mabam? hat An-aang.— Raie.Thcatrr: Die aalb'ne Meisterin. 15.. 2Z>e Uhr: Der MnsscrnaUe.- Hassna.Theater: Der wahre?alod.- Theater in der hlostcrstrasse: De: öerer.— Schlassparf. Theater Stealih: gliea. roier Adler von Dirol.—»interqarten. Blasa. Scala: gntcrnat ovales Barict:.— Reick'shanca.Thcater: Stcttiner Sänsrr.— Theater am ftattbuller Tor: Elite-Eänicr. Theater mit wechselndem Spielplan. Deutsch«, hüustler-Theatcr: Bi, 19. Eins.«OTi, drei und Couver. Ad 11. Ser Appeal.— Die Tribüne: Bis 11. Fraucnopfcr.-Ab 12. Rachmittagsvorstellungea: Volksbühuc, Tbeater am Bülowplob: 9.. IL. Tos lSerihbt.- Theater a« Sch�ifbauerbam�: 9.. 1«. �er doppelte Bräutiqap,.— Grefte« S�nusp.cldau,: 9.. 16. Dir S Musteticre.- Uomücke Oper: 9.. 16. L'ulla di Bulla. � Den». .J__~. v- Tue andere«eile.— — aeatral» __ Theater i» der«ehrenftr. 53- 54: 9.. IS.... iiaier kein, baaeeren sehr.— Rale�Theatcr: 15.. 17 Uhr und 1«.. 14'. ä Uhr: Schneeme'sschen iinb foicnrot. 1«., m. Uhr: Die oord'uc Me»crin.- Theater in»er hlasterstrasse: 9.. 16. grvhlinas. erwachen. 13.. 14. Weh' dem. der III»!. 15. Roiläpocheo— Sckilassparl- Tdcatcr S'enllh: 9.. 16. Dce acsli-fe'ie holer.— Wialernarten: 9., 15.. 16. Inlctnofooalcs Var cir.— PU>,a, Cf ola: gnirrnal onale, Barieib.- Reich». hanca. Theater: 9.. 16. Stctüner Säichcr. Theater am haltbnsscr Tor: S.. 16. Elitc-Sänacr. Erstaufführungen der Woüie: Sonnta«. Deutsche, Valkstheater: Verbann'« slllz Uhr oorm 1. - Mantaa. n o IN ä b! e: Die Kreatur.— Dienstag. Kamm erspiele: Di« liebe gcinbiu.— Deutsche» Künstler-Theater: See Appeal.— Mtttmoch. Die Tribüne: Er.— Sannabend. Ncstben,-Theater: ttistickc. — Montau. Staat-aper Unter den Linden: Der Postillan van Lonalumeau._ Das neue Vlaza-Programm bringt eine Menge sehr gut gruppierter orliftischer«ehenswürdigkeiten. Die Gymnastik der 3 A d l c r a s erntet gleich zu Anfang ungeheuren Beisall. P i- letto, der vom Wintergarten ausging, wird auch hier im Osten voll gewürdigt. Die zwei Piervttys sind vorzügliche Clowns und teijteli auch in der Akrobatik Gutes. Iris Delysia und ihr Partner R a b a n o f f tanzen in wunderbaren Kostümen klassisch. Die Savoy Gilsons hingehen betonen das Lustig«, Humorvolle im Tanz. Bon den großen Parietehumoristen sind nur noch Otto Reuter und Rudolf Mälzer übrig geblieben. Otto wahrt dem Wintergarten die Treue. Mälzer belustiat den Osten, wenn man die hemmungslosen Lachstürme, die dos fyius durchbrausen, als belustigen bezeichnen darf._ Welker für Verlin: Meist heit«r, am Tage ziemlich mild, schwack'e Lusiibewegung.— Für Deutschland: Im Nordosten»och stark wolkig und kühl, im übrigen Reiche vieisach hei, er, bei rasch ansteigenden Ta gestemperoturen. 9.. ,6. Die 3 Musleticre.-»omnS« vpee: u.. u>. vuuo m voua.- Icku:»»ünstler.Zheater: 12.. 15.«aiadu— Äakada. 16. Die anbere Trionou.Thcater: 9.. 16 15 Uhr: Doruräschen: 17 Uhr: Gespenster.— Theater: 9., 16., 14'6 Uhr: Schocewitlchrn: 17 Uhr: �rirbrrikc._ Th Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen di«s« Plag«. geisler? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einig« Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen«in wirklich erprobtes Mittel, und Sic soll« i«s selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas koktet: aber ehe ich Ihnen mehr sag«, lesen Sie die splgenden Brief«: Seit mehreren Jahren habe ich mit Rheumatis- mus zu tun gehabt, so baß mir das Lausen vor Schmerzen sehr erschwert wurde. Daher kann ich i-tzt mit Freuden bekunden, daß mir die von mir eingeschlagene Kur mit Gichtosint- Tabletten äußerst gut getan hat und ich von meinen heitig«n Schmerzen gänzlich befrei) bin. Jedem Rheumatismuskronken kann ich dies« Kur nur empfehlen. Hochachtungsvoll A. R. tn M. Ich spreche Ihne» heute mcmen besten Dank für Ihre vorzüglich wirkenden Gichtosint-Tabletten aus. Nach 14lägigem Gebrauch spürte ich schon eine Besse- ru»g und kannte nachts schlafen. Nach Gebrauch der ersten«endung war ich wi« von neuem aeboren. Noch- mals besten Dank. Hochachtungsvoll P. Sch. in N. Ich will Ihnen hiermit non dem überraschenden Erfolg Ihrer Gichtosint-Tabletten berichten und dankbar sein Ich habe 10 Jahre mit Rheumatismus zu tgn gehabt, so daß ich vor Schmerzen bald nicht m«hr gehen konnte, hauptsächlich im Winter. Jetzt kann ich mit Freuden berichten, daß Ich keine Schmerzen mehr habe. Rochmals meinen besten Dank. Hochachtungsvoll Frau M. H. in O. Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von imi«n heraus wirklich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurück- gebliebene harnsaure Satz«, und dies« müssen her» aus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäur« dient dos Gichtosint. «sie können dns glauben oder mcht, ober isie ollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeug, haben Teil«n Sie uns Iba». Adresse auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Si« diese an: General» depot der Viktoria-Apolheke, Berlin A 273, Friedrichstraße 10; es geht Ihnen dann vollständig kostenfrei eine Probe Gichiostni mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu.