Morgenausgabe Nr. 117 A 59 47.Jahrgang Böchentlich 85 Bt. monatlich 8,60 2. im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Pfg. Boftbeftellgebühren. Auslands abonnement 6.-M. pro Monat. * Der Borwärts" ericheint modhentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bol und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"." Frauen ftimme". Technit". Bücherwelt" und Jugend- Bormärts Blid in bie Vorwärts Berliner Bolksblatt Dienstag 11. März 1930 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etapeitige Nonpareillegelle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart Kleine Anzeigen das fettge brudte Bort 25 Pfennig zulässig zmet fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jebes meitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imhaupte geschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 81%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Dönboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Heute Young- Abstimmung. Bostichedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wallstr 65. Dt. Bu Disc.- Gef.. Depofitentafle Lindenstr. 3. Volfsbildungsminister Frid. Die ersten Taten des Putschisten im Ministeramt. Von August Siemsen- Weimar. Nationalsozialist als BolfsbildungsBier Parteien- Einigung über das Finanzprogramm in Gicht! minister in Thüringen das ist eine Tatsache, die mit Recht das Intereffe der breiteren deutschen Deffentlichkeit in Anim Zusammenhang furz fritisch zu beleuchten. Der Reichstag wird heute nachmittag 4 Uhr die Abstim.| bung wird in den Fraktionssihungen fallen, die für heute spruch nimmt. Es ist angebracht, den Beginn der Aera Frick mungen über die mit dem Young- Plan zusammenhängen vormittag und mittag angesetzt sind. den Gesetze in zweiter Lesung vornehmen. Eine end. gültige Entscheidung über die Haltung des Zentrums bei der Abstimmung ist noch nicht gefallen. Die eigentliche Entscheidung über den Young- Plan wird in der dritten Lesung fallen, die am Mittwoch borgenommen werden soll. Die Besprechungen wurden auf folgender Grundlage geführt: Die Erhöhung der Biersteuer soll von den Ländern durch geführt werden. Der Gesamtbetrag der Erhöhung würde dann den Ländern zufallen. Zum Ausgleich für den Ausfall von 150 Millionen Mart, der dadurch im Reichsetat entstehen würde, sollen die Erträge der Mineralwassersteuer und des Benzin- und Benzolzolls in voller Höhe dem Reich zufallen, ferner soll neben dem Mineralölzoll eine innere Benzin- und Benzolsteuer geschaffen werden. Die Verhandlungen zwischen der Sozialdemokratie, dem Zentrum, der Baherischen Volkspartei und den Demokraten wurden am Montag abend 8 Uhr wieder aufgenommen. Gegen Mitternacht waren die Be sprechungen abgeschlossen. Es bliebe dann immer noch ein ungedeckter Bedarf. Es wurde Ueber ihr Ergebnis kann gesagt werden, daß man sich ermogen, den ersten Umfaß von 3mportwaren zu beauf dem steuern und die allgemeine umfaßsteuer von 0,75 Proz. auf 80 Broz. zu erhöhen. Wege zur Einigung befindet. Dementsprechend dürfte es auch gelingen, die der Erledigung der Young- Geseke entgegenstehenden Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Die Entschei Die Hochwasserfatastrophe in Frankreich Beileidstelegramm der deutschen an die französische Sozialdemokratie. * Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm am Montag Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm am Montag abend einen Bericht über den Stand der Interfraktionellen Berhandlungen entgegen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Herr Frid hat sich eingeführt mit dem Befenntnis 3u dem alten wahren klassischen Geist von Weimar, den es wieder im thüringischen und deutschen Bolle zu verbreiten gelte anstatt des landesverräterischen nach anderer Lesart hieß es ,, verbrecherischen"- Geistes vom November 1918 und von 1919. Wenn Herr Frick hier den klassischen Geist von Weimar, den Geist Herders, Goethes und Schillers in Gegensatz setzt zu dem freiheitlichen und friedlichen Geist der Weimarer Verfassung und der deutschen Republit, wenn er ihn gleichzusehen wagt dem nationalsozialistischen, Geist" bornierten nationalen Hasses und strupelloser Heze, so richtet sich diese Schändung unserer großen weltoffenen und zukunftweisenden Dichter von selbst. Sehen wir nun, wodurch Herr Frid im Sinne des ,, echten" Geistes von Weimar zu wirken sucht! Er ist gewillt, die Bolksbildung zu heben durch Her lassen und durch Abbau von Lehrern. Bor aufjegung der Klassenfrequenzen der Schulallem soll die Berufsschule, die spezielle Schule der Arbeitertlasse, in geradezu tatastrophaler Welse abgebaut werden durch Verminderung der Lehrkräfte etwa um die Hälfte. Auch bei der Volksschule sollen erhebliche Ersparnisse gemacht Schulen in bescheidenen Grenzen halten. Die angeblich soziale Gesinnung des Nationalsozialisten Frick zeigt sich hier in der Weise, daß er sich die Klassenpolitik der bürgerlichen Rechtsparteien auf dem Gebiet der Schule ohne weiteres zu eigen macht. Das tut sich auch fund in der Heraufsehung der Eintommensgrenze, bis zu der Lernmittelfreiheit gewährt wird. geftreform der Arbeitslosenversicherung bis auf weiteres merden, während sich die Sparabsichten bei den höheren verzichten muß. Religionsverfolgungen dauern an. Der Parteivorstand und der Borstand der sozial- Aber Henderson glaubt nicht, daß England daran etwas demokratischen Reichstagsfrattion haben an die Sozialistische Partei Frankreichs anläßlich der Hochwafferkatastrophe in Südfrankreich folgendes Telegramm gerichtet: Die Hochwasserkatastrophe in Südfrankreich hat bei der deutschen Arbeiterklaffe tiefstes Mitgefühl ausgelöff. Wie versichern Euch unserer innigften Teilnahme an dem schweren Schidial, das über so viele Eurer Bolksgenoffen hereingebrochen ift." Bisher 211 Tote identifiziert.- Geuchengefahr. Paris, 10. März.( Eigenbericht.) Präsident Doumergue und Ministerpräsident Tardieu find am Montag von ihrer Reise ins überschwemmte Gebiet zurüc gefehrt In einer sofort nach der Rückkehr im Innenministerium abgehaltenen Konferenz wurde ein Rundschreiben an die Behörden in dem Ueberschwemmungsgebiet beschlossen, in dem sanitäre Berhaltungsmaßregeln zur Vorbeugung Don Seuchen gegeben werden. Amtlich wird darüber hinaus mitgeteilt, daß bisher 211 Celchen identifiziert werden konnten. Da aber die Aufräumungsarbeiten erst in den Anfängen steden und mur außerordentlich langfam vorwärtsschreiten, ift es zur Zeit noch nicht möglich, die Gesamtzahl der Toten auch nur schäzungsweise anzugeben. ( Siehe auch den lokalen Teil des Blattes.) Kronjuristen gegen Sozialgesetzgebung Reform der Arbeitslosenversicherung unmöglich. London, 10. März.( Eigenbericht.) Der Fortschritt der sozialpolitischen Gefeß gebung in England ist neuerdings durch eine Entscheidung der juristischen Ratgeber der Regierung ernstlich behindert. Die Arbeiterregierung hat im vergangenen Jahre nach schweren Kämpfen ein Ergänzungsgesetz zur gegenwärtigen Regelung der ändern fann. London, 10. März.( Eigenbericht.) Der englische Außenminister Henderson erklärte am Montag im Unterhaus, ein Studium der russischen Religionsgefege habe in ihm teinen 3 weifel darüber gelassen, daß der anti Jahren tennzeichne, weiter anbauere. Er glaube jeboch nicht, religiöse Drud von oben, der die Sowjetbotschaft seit vielen daß irgendwelche Maßnahmen der britischen Regierung die Sowjet: regierung von diesem Druck abhalten würden. Kollettive Bauernflucht. Rotgardisten sperren die Grenze. Warschau, 10. März.( Eigenbericht.) Die hiesige Breffe meldet aus Romno, daß es im Grenzabschnitt Ostrog in letzter Zeit wiederholt kämpfe zwischen Sowjet foldaten und russischen Bauern gegeben hat, die im Begriff standen, die Grenze nach Bolen in Scharen zu überschreiten. Die russischen Soldaten sollen die Bauernmaffen mit Karabiner und Maschinengewehrfalven empfangen und zahlreiche Personen ge tötet oder verletzt haben. Die Schweiz wehrt sich gegen Faschistenspitzel. Bafel, 10. März. Der Bundesrat hat sich mit der neuesten Spionageaffäre im Kanton Leffin ausführlich beschäftigt. Er beschloß die Ausweisung Baß nach der Schweiz gekommen war. Von Chiasso aus hatte er fich als angeblicher Antifaschist an den Herausgeber des Becco Giallo"( Gelben Schnabel"), eines antifaschistischen Witblattes in Paris, gewandt, um große Lieferungen des Blattes auf ganz besonders dünnem Papier in Italien zu vertreiben. Die Zeitungen des Stalieners Emilio Bottiglia aus Mailand, der mit falschem schaffte er dann nach Italien und ließ sie dort beschlagnahmen.' Man geht taum fehl, wenn man annimmt, daß alle diese Fragen den Juristen Frick überhaupt wenig interessieren, daß er sich hier einfach seinem Hauptberater, dem politischen Berwandlungskünstler, Ministerialrat Schnobel, anschließt, wickelt hat. Frids Hauptabsicht ist vielmehr, die thüringische der sich vom Sozialistenfreund zum Deutschnationalen entSchule nach Möglichkeit zu einer Propagandaftätte der Nationalsozialisten zu machen, zum mindesten eine republikanisch- pazifistische Erziehung zu verhindern oder doch zu erschweren. " Bon hier aus erklärt sich der Fall Siefert. Am Gymnasium in Weimar bestand auf Grund der Schulordnung für die höheren Schulen Thüringens ein Verbot der rechtsradikalen Bereinigung Adler und Fallen". Herr Frick ordnete die Aufhebung dieses Verbots unter für den Direktor der Schule, den Volksparteiler Dr. Siefert kränkenden Formen an. Herr Siefert, von dem durch frühere Vorfälle bekannt ist, daß er weit rechts steht, fühlte sich verlegt und meigerte sich, das Berbot aufzuheben, bevor nicht die dem Verbot zugrunde liegende Bestimmung der Schulordnung beseitigt sei. Mit der diftatorischen Geste des starken Mannes, der von vornherein einschüchtern will, enthob ihn darauf Frick seines Amtes. Das fonnte selbst die Bolkspartei nicht ruhig hinnehmen, wenn sie nicht für ihr Ansehen fürchten wollte. Die so entstandene tritische Situation in der Regierung wurde durch eine salomonische Entscheidung beigelegt: Herr Siefert bleibt im Amt, aber das Berbot der ,, Adler und Fallen" wird aufgehoben. Wenn hier Herr Frid auch einen Rückzug antreten mußte, so hat er doch die Bahn freigemacht für die Betätigung nationalsozialistischer Schülervereinigungen. Er will wetter die republikanischen und pazifistischen Lehrer einschüchtern, den nationalistischen und militaristischen dagegen das Rückgrat steifen. Dem diente die Rundfrage an alle Schulen, ob das Buch von Remarque 3m Westen nichts Neues" in der Schulbibliothek stehe, auf messen und von wem es in Klasse bracht, tos ais Rotmaßnahme bis zur Einbringung einer Reform 100 Bergleute eingefchloffen. Raffe benut worden sei. Dieſe Umfrage soll zeigen, was ber das gls der Arbeitslosenversicherung an Haupt und Gliedern gelten sollte. Unter dem Drud des Oberhauses wurde die Geltungsdauer des Gelezes schließlich auf drei Jahre beschränkt. Nach dem Gutachten der Regierungs- Juristen hat diese Zeitklausel jedoch nicht nur eine Beschränkung der Lauffrist des Gesetzes zur Folge, sondern macht nach englischem verfassungsmäßigem Brauch jede Aenderung an dem Gesetz auf die Dauer der nächsten drei Jahre unmöglich. Die unmittelbare Folge ist, daß der Arbeitsminister Margaret Bondfield auf die geplante und in Borbereitung befindliche 3m brennenden Bergwert. Steubenville( Ohlo), 10. März. der Nähe von Amsterdam brach heute nachmittag ein Feuer aus. In dem Kohlenbergwert der Warner Colleries- Gesellschaft in Wie gemeldet wird, find 100 Bergarbeiter in dem brennenden Bergwert eingefloijen, doch besteht einstweilen für diese teine unmittelbare Gefahr. Minister, der sich gleichzeitig in der Pose des starken Mannes gefällt, der nicht mit sich spaßen läßt, unter dem Geist von Weimar versteht, den er in der Schule zur Herrschaft bringen begeisterung statt Friedenswille. will: Nationalismus statt Bölterverständigung, KriegsErgänzt werden diese Maßnahmen durch das Auftreten des Herrn Frid in öffentlichen Ber fammlungen. Hier erflärt er, daß es mit dem Marris mus was Herr Frid wohl vom Margismus versteht? und seinen Anhängern feine Verhandlung geben dürfe; gegen ,, Berbrecher" müsse vielmehr der Kampf geführt wer den bis zum Anodaut". Dieser Bogerjargon und die Gefinnung, die aus ihm spricht,-passen sie nicht vorzüglich zu einem Boltsbildungsminister, der im Sinne Goetheschen Geistes wirken will? Auch hier ist die Absicht klar: Alle Feinde der Arbeiterklasse und des Sozialismus, alle AntiKapp- Putsch- Neue Putschgefahr! republikaner und Reaktionäre sollen das Gefühl bekommen, Die Berliner Sozialdemokratie ruft zu einer daß sie im Ministerium Deckung finden. Eine Tagung von Stahlhelmlehrern hat denn auch prompt Herrn Frid applaudiert, indem sie ihm ,, pollftes Vertrauen" aussprach und ihrer Hoffnung Ausdruck gab, daß Thüringen unter Frid ,, zu einem Hauptbollwerf gegen internationale, margistische und pazifistische Berseuchung und gegen den Kulturbolschewismus jeder Art und damit zu einem Hauptstüßpunkt der Erringung der völkischen und nationalen Freiheit unseres deutschen Vaterlandes" werden möge. Gleichzeitig fordert der Stahlhelm die ,, Reinigung sämtlicher Behörden, insbesondere der Schulen von Beamten mit internationaler Einstellung", fomie„ planmäßige Aufklärung und Belehrung in allen Schulen in besonderen Unterrichtsstunden über die Kriegsschuldlüge und die auf sie aufgebauten Verträge von Berfailles, über Dames- und Young- Plan ufm." In der Rich tung solcher Forderungen will Herr Frid, wie die Breffe be richtet hat, zunächst als guter Christ" ein nationales Kriegsgebet zu dem alten Herrn der Heerscharen in den Schulen einführen mit dem Schlußappell:„ Herr, mach uns frei!" " großen Kundgebung am Sonntag, dem 16. März 1930, vormittags 11 Uhr, nach der ,, Neuen Welt", Hasenheide. Redner: Carl Severing, Otto Wels Vor zehn Jahren hat die deutsche Arbeiterschaft durch einen in der Welt beispiellos dastehenden Generalstreik die Kapp- Putschisten niedergerungen. Von neuem erhebt aber jetzt der nationalsozialistische Putschismus, der in Thüringen mit dem bayerischen Putschisten Frick als Minister regierungsfähig wurde, sein Haupt. Hugenberg und Stahlhelm hoffen auf den Staatsstreich und lauern auf eine günstige Gelegenheit zum Losschlagen. Zum Protest gegen diese Feinde der Republik und der Arbeiter gilt es, die werktätige Bevölkerung zu mobilisieren. Das neueſte auf dem Gebiet national foglaliftifidher Stuf Parteigen offen, Arbeiter Berlins, erfcheint in Maffen Kulturpolitik sind die Reformen auf dem Gebiet der Erwach senenbildung. Sie haben den Vorzug der Einfachheit und Konsequenz: Streichung der Staatsmittel für die neutrale Bolkshochschule Thüringen, wovon auch das bekannte Bolkshochschulheim Dreißigader betroffen wird, Beibehaltung der Staatsunterstüßung für die unter dem Einfluß des Landbundes und der Nazis stehenden Heim volkshochschulen Neudietendorf und Bad Berta. Da die auf Grund eines Staatsvertrages übernommene Verpflichtung zur Unterhaltung der sozialistischen Volkshochschule Tinz nur durch Zweidrittelmehrheit beseitigt werden, Tinz also nach Lage der Dinge nicht ohne weiteres abgewürgt werden kann, so will Herr Frick den Staatszuschuß um zwei Drittel fürzen, um auf diese Weise Tinz zur Strecke zu bringen. Herr Frid hat den Eid auf die demokratische Verfassung geleistet. Er ist als Nationalsozialist ein erbitterter Gegner nicht nur des ,, Marrismus", sondern auch der Demofratie und der demokratischen Verfassung. Er ist Minister geworden, um im Sinne des Nationalsozialismus gegen die Demokratie und ihre Hauptstüße, die Sozialdemokratie, zu arbeiten. Schon seine bisherigen Taten zeigen das. Zur Erkenntnis, daß er sich etwas zu viel zutraut, wird ihm die Arbeiterschaft verhelfen müffen. Daß fie fich nicht einschüchtern läßt, haben Rundgebungen der Sozialdemokratischen Partei, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer, der Frei denter, haben überfüllte Massenversammlungen bereits er: wiesen. Die Arbeiterschaft wird meiterhin Herrn Frid so zu antworten wiffen, wie feine Taten es verlangen. Die Bäume des nationalsozialistischen Ministers werden um so weniger in den Himmel wachsen, je mehr die Arbeiterschaft und die Sozialdemokratie im Reich uns in Thüringen unterstützen! Die fächsische Regierungsfrage. Heute Entscheidung der Demokraten. Dresden, 10. März.( Eigenbericht.) Die demokratische Frattion des Sächsischen Landtags wird sich am Dienstag nachmittag mit der durch den Beschluß der Deutschen Boltspartei gegen die Bildung der Großen Koalition geschaffenen Lage befassen und wahrscheinlich die 2b. Tehnung der Unterstüßung eines bürgerlichen Minderheitstabinetts beschließen. Die demokratische Frattion ist nach wie vor für die Bildung der Großen Koalition. Gespensterparade. Die Beisetzung von Tirpitz. München, 10. März.( Eigenbericht.) Bei der Beerdigung des Admirals Tirpit auf dem Münchener Waldfriedhof, wohin der Sarg auf einer Lafette, geschmüdt mit der Kriegsflagge transportiert wurde, gaben sich im mesentlichen die Hinterbliebenen des alten Obrig. teitsstaates ein Stelldichein. Der Ertaiser ließ sich und seine Frau durch seinen Sohn Ostar vertreten. Er hatte zwei Lor. beerkränze gesandt, deren Schleifen den Namenszug Wilhelms und das ehemalige faiserliche Wappen trugen. Die Trauerreben wurden Don amei Rapp- Putichisten gehalten, dem Hugenbergpfarrer Traub und dem ehemaligen Admiral Trotha, ber seit einigen Jahren ebenfalls in der Nähe Münchens feinen Wohnfis aufgefchlagen hat. Zum Schluß gab es noch eine leine Ueberraschung, als ein Trupp Hiflerianer in phantastischen blau- roten Uniformen ebenfalls Kränze am Grabe niederlegte, obgleich diese Ehrung in dem vorher genau festgelegten Programm nicht vor gefehen war. Der Bezirksvorstand. 2. Young- Plan- Beratung beendet. Auslieferung von Hafenkreuzlern und Kommunisten. der Haager Abkommen fort. Der Reichstag fette am Montag, 13 Uhr, die zweite Beratung| Minderheit in Polen( Rufe rechts: Wer ist das?) ich werde in feinem Intereffe den Namen nicht nennen( Beifall) daß die Grenzzonenverordnung nur in einem Streifen von 2 bis 6 Kilometer von der Grenze gilt, alfo Deutsche sehr wenig davon betroffen werden fönnen. Der polnische Außenminister hat unserem Gefandten zugefagt( Lärm rechts. Graf Westarp( Dnat.): lleber polnische Zusagen lacht man!), daß Abg. Schneller( Romm.) tritifiert Aufgabe, Wesen und 3wed der Reichsbant, deren Unabhängigkeit eine Bestätigung der Dittatur des Finanzkapitals fei. Abg. Berh( Komm.) hält eine Rebe zum Reichsbahngefeß und natürlich gegen die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften, die bei den Betriebsratswahlen geschwindelt hätten. Abg. Schiele( Dnat.): Die Erfüllung war nur möglich durch Aufnahme von Auslandsanleihen, daneben haben wir für 10 bis 11 miliarden Mart Lebensmittel aus dem Ausland überflüffiger. wetfe eingeführt, von insgesamt 17 Milliarden solcher Einfuhr. nichtung der inneren Schulden durch die Inflation auf. Die inder mäßig erhöhten Löhne und das Anwachsen des Spartapitals geben ein trügerisches Bild der Lage, die gekennzeichnet wird durch die gewaltige Arbeitslosigkeit und dadurch, daß die Landwirtschaft am Ende ihrer Kraft ift. Ihren 30 Broz. der Bevölkerung stehen mur 5 Prog. Anteil am Boltsvermögen gegenüber. Das Durchschnittseinfommen beutscher Landwirtsfamilien ist 500 M., halb soviel als bei den Industrie. arbeitern. Damit tann man nicht leben. Steigende Berschuldung ist die Folge. Um 3 Milliarden jährlich nimmt die Sandwirtschaft, das Herz der Nation, zu wenig ein. Was soll werden, menn die Auslandstrebite versiegen, die Landwirtschaft aber leistungsunfähiger geworden ist durch Entfapitalisierung, Berfchuldung und Verfall. Wir leben seit 10 Jahren von der Substanz. 1½ bis 2 Milliarden Kosten der Arbeitslosigkeit, 3 Milliarden Lebensmitteleinfuhr das sind die ersten zwei Hypothefen, dazu soll nun die dritte ein getragen werden, die Young Zahlungen. Der Handelsvertrag mit Bolen bedroht die Landwirtschaft im Often und auch national. Wir Derfagen diefer Politit unsere Zustimmung.( Beifall rechts.) Abg. Graf zu Eulenburg( Dnat.): Borbereitung und Abschluß des Bolenvertrags waren typische Geheimdiplomatie. Die strenge Geheimhaltung des Inhalts bei uns hat schon gezeigt, wer davon den größeren Vorteil hat den größeren Bortelt hat. Der Redner wiederholt dann die schon oft in diefer Debatte vorgebrachten Argumente gegen das deutsch polnische Liquidationsabkommen, beruft sich dabei auf Dr. Schacht und weist auf polnische Zeitungsartikel und Reden hin, die Absichten auf deutsches Land verraten. Reichsaußenminister Dr. Curtius erwidert den beiden Borrebnern: Die deutschnationale Fraktion hat für die ganze Dames- Politit die halbe Verantwortung zu tragen( Lachen und Widerspruch der Dnat.), fie hat während der halben Zeit der Geltung des Dames- Planes an diefer Bolitit teil genommen, sie hat den 30lltarif von 1925 mit beschlossen. Die jetzige Regierung hat wirklich Fortschritte für die Landwirtschaft erreicht. ( Lärm rechts.) Die Krise der Landwirtschaft ist eine Belterscheinung, und noch vor wenigen Tagen hat die Reichsregierung weitere Maß nahmen für die Landwirtschaft beschlossen. die polnische Agrarreform nicht als Waffe gebraucht werden wird, um die Liquidationen fortzusehen. Gegen Mißbrauch bliebe das Mittel der Anrufung des Bölferbundes. ( Bärm rechts.) Der Minister hält der Rechten vor, daß fie selbst Berträge mit Boten wolle, nur nicht schon jegt, und daß das Liquidations. abtommen Bolens Prestige und Krebit wesentlich nüße.( Ein Hafentreugler fragt: Sind Sie denn polnischer Minister? Ord nungsruf.) Mit diesem Abkommen geben wir teinen einzigen nationalen Anspruch gegen Polen auf. Wir verstehen die von Graf Eulenburg vorgetragene Stimmung in Ostpreußen, aber sie darf uns nicht veranlaffen, etwas zu tun, was den Interessen Ostpreußens entgegengesetzt wäre.( Geschrei rechts.) Die fulturelle Verbindung Ditpreußens mit dem Reich beruht auf der Menschenbrüde im Korridor und in Bosen. Das Fundament dieser Brüde ist das Siedlungsrecht der Deutschen dort. Lehnen Sie das Liquidationsablommen ab, fo vernichten Sie dieses Fundament. Schwere Enttäuschung und neue Entdeutschung würde einfeßen, und wie würde es einige Monate darauf in Ostpreußen aussehen?( Sehr wahr! links.) Wir aber sind auf dem rechten Wege, wenn wir Sie bitten, dem Abkommen zu Lärm und zustimmen.( Lebh. Beifall fints und in der Mitte 3ischen rechts.) Staatsfetretär Zweigert vom Reichsinnenministerium wiederholt die in den vereinigten Ausschüffen abgegebene Erflärung der Reichsregierung, daß der Polenvertrag eine Berfaffungsänderung nicht bedeutet, samt sehr eingehender staatsrechtlich- fachmännischer Begründung. Damit ist die zweite Lesung beendet. Die Abstimmung wird auf Dienstag 14 1hr verschoben, nachdem Abg. Graf Bestarp ( Dnat.) vorher verlangt hatte, daß man die Entscheidung des Wahlprüfungsgerichts über das Freiheitsgesetz abwarte. Ein Antrag Torgler( Komm.) verlangt, daß die Sizung überhaupt geschlossen werde. Wenn die Young- Plan- Abstimmungen verschoben werden, sollen auch die Immunitätsangelegenheiten nicht erledigt werden. Der Antrag wird gegen die Oppositionsparteien abgelehnt. Es folgt eine Novelle zum Reichsentschädigungsgesetz. Es Abg. Jadajch( Komm.) wiederholt seine Antlagen gegen die Entschädigung der Liquidationsopfer. Beitpunkt der Auflösung des Reichsentschädigungsamtes, zumal das Abg. Caverrenz( Dnat.) äußert Bedenten gegen den beantragten Der Handelsvertrag mit Bolen wird hier noch geprüft, er wird deutsch- polnische Liquidationsabfommen viele neue Entschädigungs. aber wohl in den nächsten Tagen paraphiert werden. Er entspricht fälle schaffen werde. Abg. Dr. Fischbed( Dem.) behält sich für die Ausschußberatung aber durchaus dem Bertrag, den Sie( nach rechts) 1927 zu schließen bereit waren.( Hört, hört! links, Lärm rechts.) Das deutsch- polnische Ergänzungsanträge vor. Die Borlage wird dem Haushaltsausschuß überwiesen. Liquibationsabtommen enthält eine Berfaffungsänderung nicht, eingehende fachverständige Brüfung hat dies ergeben und die verfolgen die Berichte des Geschäftsordnungsausschusses über einigten Reichstagsausschüsse haben dem zugestimmt. Der Zufam menhang mit dem Young- Blan ist nicht erkünftelt, sondern logisd) Auslieferungsanträge der Gerichte gegen Abgeordnete. und natürlich: er ergibt sich aus den Bestimmungen des Young Abg. Geschte( Komm.) befpricht die beantragte Auslieferung Blans über Einstellung der Liquidationen und Berzicht des Schulb fommunistischer Abgeordneter unter Hinweis auf polizeilichen nerftaates auf Entschädigung für die Liquidationen. Wir haben einen Knüppelterror. Dafür setzt sich ein Sozialdemokrat, der Abg. Heilsolchen allgemeinen Berzicht nicht ausgesprochen, mußten aber mit mamm, besonders ein. Wenn nach Ihren Behauptungen( zu den den einzelnen Regierungen darüber verhandeln, so sind die Einzel- Soz.) die RPD. Breffe im Remsch ausverkauft wird, die KPD. tot ablommen zustande gekommen und ihr Zusammenhang mit dem ist und teine Gefolgschaft hat, warum dann die Verfolgung der paar Abgeordneten, die doch allein gar nichts machen könnten? Die Young- Blan ist gegeben, sie sagen alle, daß sie gemeinsam mit dem Young- Plan ratifiziert werden follen. Das abgetretene Staats- BD. Abgeordneten werden bespielt, damit glauben Sie uns von eigentum hat mit den Liquidationen nichts zu tun. Der Betrag für unserer Pflicht abzuhalten. Durch die Auslieferung wollen Sie uns diese Abtretungen an Bolen follte uns gutgeschrieben werden, dar- Buchthausstrafen und lebenslänglichen Mandatsverlust perschaffen über macht aber der Doung- Blan einen Schlußstrich.( Rufe rechts: wegen Schacht- Memorandum!) Dr. Schacht hat in seinem Memorandum gerade die entscheidenden Worte dieser Bestimmung weggelaffen.( Lebhaftes Hört, Hört! lints.) Razischülerorganisationen verboten. Den Schülern der dem Provinzialschultollegium Hannover unterstellten Schulen ift durch Provinzialschulkollegium Hannover unterstellten Schulen ist durch einen Erlaß verboten worden, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Hitler Augenb anzugehören. Dieses Berbot war zum Gegenstand einer Kleinen Anfrage im Landtage gemacht worden, die der Breußische Kultus. minister im Einverständnis mit dem preußischen Minister des Innern dahin beantwortet hat, daß das Provinzialfdyulfollegium der 100 Prozent der Forderungen find in Berhandlungen nie durchBroving Hannover zu dem angefochtenen Berbot nach den allzusehen. Wir haben aber mehr erreicht, als wir hofften, und bas gemeinen Bestimmungen des Runderlaffes vom 4. August 1022 nicht nur durch rasches Handeln. Wir glauben, daß durch das 2btommen mur berechtigt, sondern verpflichtet mar. die deutsche Siedlung in Bolen gesichert wird. Das bedarf der Ergänzung durch wirtschaftliche Verträge und durch vorsichtiges Verhalten der deutschen Siedler, daß man ihnen nicht feindselige Handlungen gegen den polnischen Staat vorwerfen könne. ( Lärmende Rufe rechts.) Mir schreibt ein Bortführer der deutschen Kollwih ohne Paß und abgeschoben. Die Bariser Polizei verhaftete am Sonntag den fonimunistischen Reichstagsabgeordneten Hans Kollwig, der sich ohne Baß nad) Frankreich eingeschmuggelt hatte. Kollmik murde fofort über die Grenze nach Deutschland abgeschoben, Er hatte sich anläßlich des 6. März nach Paris begeben. Borbereifung zum Hochverrat, begangen durch Zeitungsartifel, die zwar eine Aufforderung dazu nicht enthalten, aber nach der Reichsanwaltschaft den entsprechenden Geisteszustand der Leser herbeiführen wollen, www wie überhaupt die ganze Tätigkeit der KPD. den Hochverrat vorbereite, da sie den Sturz der Berfaffung wolle. So soll Abg. Koll wiß ausgeliefert werden wegen vier Reichswehrbroschüren, die im Bezirtssekretariat Köln vorgefunden wurden, wobei Köln nicht einmal Garnison ist. Alle haben im Ausschuß dafür gestimmt.( Abg. Hildenbrand( Soz.]: Die Auslieferung Rollwig haben wir abgelehnt!) Sie wollen aben die KPD.- Fraktion dezimieren. Wir aber weichen ebenso wenig wie unfere Breffe, die weiter erscheint, menn auch 24 ihrer Redakteure im Gefängnis sizen. Abg. Stöhr( Natsoz.): In 25 Fällen soll die Immunität aufgehoben werden. Von den 15 Berichterstattern des Ausschusses hat nicht einer hier gesprochen. Abg Feder soll wegen tommentarloser Wiedergabe einiger Talmudstellen ausgeliefert werden. Der Redner versi.hert, daß seine Partei als herrschende wegen solcher Richtig feiten, mit denen die Auslieferungsanträge begründet seien, die Immunität der Opposition beileibe nicht aufheben würde. Abg. Frölich- Thüringen( Goz.) hält dem entgegen, daß die Nationalfozialisten im Thüringer Band tag schon 1926 sich für solche Auslieferungen erflärt haben, wie sie hier beantragt sind.( Abg. Stöhr[ Matfoz]: Reden Sie doch vom Reichstag!) Es ist boch eine elende Heuchelei, hier Grund säge zu vertreten, die man in einem Landtag ablehnt. Die Thü ringer Nationalsozialisten haben einen fommunistischen Abgeordneten wegen Vorbereitung zum Hochperrat ausgeliefert, fich aber gegen Auslieferung wegen Körperverlegung erflärt!( hört, hört! und große Heiterfeit.) T Don Abg. Stöhr( Natjoz.): Diese Ausführungen haben mit meiner Rede gar nichts zu tun.( Große Heiterfeit.) Aus unserem Verhalten im Reichstag fann man uns teinen Widerspruch nachweisen. Unter denjenigen Abgeordneten, gegen die die Genehmigung zur Einleitung von Strafverfahren erteilt werden soll, ist auch der deutschnationale Abg. Berndt. Bei ihm handelt es sich um ein Disziplinarverfahren, weil er als Bürgermeister Berlin Schöneberg die Berbreitung des preußischen Regie rungserlaffes gegen die Beteiligung am Hugenberg- Hilller- Boltsbegehren abgelehnt hat. Berndt hat selbst verlangt, daß dem Disziplinarverfahren freier Lauf gelassen werde. In zwei namentlichen Abstimmungen werden die Ausschußanträge angenommen, und zwar gegen die Stimmen der Kommunisten und der Nationalsozialisten. Dadurch wird das Disziplinarverfahren gegen Berndt zugelassen, ebenso die Strafverfolgung der Kommunisten Schneller, Rem mele, Maddalena, Ulbrich, Rippenberger, Bentle und Strögel sowie der Nationalsozialisten Dr. Goebbels, Buch und Feder. Um 18 Uhr vertagt sich das Haus auf heute, Dienstag, 15 Uhr: Brotgefeß, Kleine Vorlagen, Abstimmungen zur zweiten Beratung der Haager Abkommen, Reichshaushalt. In Hamburg wird gesäubert". Der Vorsitzende der kommunistischen Bürgerschaftsfraktion geflogen. Hamburg, 10. März.( Eigenbericht.) Der Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion der Hamburger KPD., Stahmer, ist aus der Kommunistischen Partei aus seschlossen und aufgefordert worden, sein Bürgerschaftsmandat sofort niederzulegen. Diesem Beschluß der Bezirksleitung Wassertante, der einstimmig gefaßt sein soll, tommt eine größere Bedeutung zu, als den üblichen täglichen Ausschlüssen aus der KPD Stahmer ist seit längeren Jahren führendes Mitglied der tommunistischen Bürgerschaftsfration und bis in die allerletzte Beit ihr erfter Sprecher gewesen. Fast in jeder Sigung hat er das Wort ergriffen. Schon zu der Zeit als noch Wittorf, der Schwager Thälmanns, nominell Frattionsvorsitzender mar, lag Stahmer die eigentliche Führung der 27 Mann starten Hamburger Frattion eb. Mis Mittorf vor etwa 1½ Jahren wegen seiner Geldgeschichten gehen mußte, murde Stahmer Führer der Frattion. Der Ausschiuß tommt an fich nicht überraschend. In lezter Zeit war bereits durch gesichert, daß man Stahmer, verföhnlerifqer Neigungen verbächtigte. In einer Erflärung der Bezirksleitung Wassertante wird als Grund für den Ausschluß dymeres Bergehen gegen die Barteibisziplin" und Unterstügung der Sozialfashist en im Betrieb" angegeben. Die Hamburger KPD. begründet den Ausschluß Stahmers in einer längeren Erklärung, in der es u. a. heißt: Stahmer habe fich beharrlich geweigert, die Beschlüsse der Partei über die Durch führung der Betriebsräte wahlen in seinem Betrieb zu Dertreten und durchzusetzen. Mit Hilfe einer verlogenen brandleristischen Argumentation habe er versucht, die Unburch. führbarkeit der Beschlüsse, für die er selbst gestimmt habe, zu beweisen. Es sei für die Bartei unerträglich zuzusehen, daß ein Mann wie Stahmer, der im Auftrage der Partei wichtige öffentliche Funktionen lange Zeit zu befleiden hatte, die Politit der Partei offen ablehne und zum Material der offenen Barteijeinde greife, um seine Rapitulation zu rechtfertigen. Es sei nichts als parlamentarischer Kretinismus, wenn Stahmer glaube, die Intereffen der Hafen und Staatsarbeiter( Stahmer ist am Staatsfai beschäftigt) von der Parlamentstribüne aus vertreten zu tönnen. Die Desertion Stahmers und der offene Ausbruch der opportunistischen Entartung in der Einstellung Stahmers verdienten fchärfste Berurteilung. Er müsse offen als Kapitulant und leberläufer gebrandmarkt werden. Der Ausschluß Stahmers ist ein weiteres Zeichen dafür, wie fehr es innerhalb der Hamburger tommunistischen Organisation, die als eine der stärksten Hochburgen der kommunistischen Bewegung überhaupt gilt, triselt. Mit einem Ausschluß wird die große Reinigungsattion gegen alle Schwankenden und vertattten Clemente" fortgesetzt, die schon vor einigen Wochen mit der Entfernung des Bezirksletters Grube und des zweiten Bezirksleiters Schehr( der seinerzeit in der Wittorf. Affäre nach anfänglicher Abjegung unter dem Drud Thälmanns wieder in sein Amt eingefeßt war) sichtbaren Ausdrud gefunden hat. Schehr war Vorsitzender der tommunistischen Stadtverordnetenfraftion in Altona. Ein immuner Mordheter. Hafenfreu Reichstagsabgeordneter verleumdet und hetzt. In einer Dortmunder Bersammlung der National. sozialisten schimpfte der Reichstagsabgeordnete Wagner aus Bochum in dieser Weise: Friz Ebert habe bewußt Bandesverrat getrieben. Reichs. minister Wirth habe während der Weimarer Nationalversamm lung alle Berhandlungsgeheimnisse an einen franzöfifchen Spigel Clemenceaus ausgeliefert. Bei den Matrosen aufständen 1917 habe man nicht die Aufständischen, sondern den Sozialdemokraten Dittmann erschießen müssen. Der durch Immunität gefügte Bursche verftieg sich schließlich zu einer direkten Mordheze gegen Severing. Wagner fagte wörtlich im Zusammenhang mit Severings Warnung an die Abreffe der Nationalisten: Die Nationalisten sind nicht so dumm wie die Kommunisten, die stets mit der Uhr in der Hand ihren Aufstand proflamieren, damit das Reich rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen tann. Severing( hier ertönte der Zwischenrus: hangt doch den Kerl an den Galgen!") wird auch über furz oder lang auf legalem Wege dahin tommen, wohin er gehört." Es war einmal ein Reichsbankpräsident. REICHSBANK PRASIDIUM LUTHER 3hm war zu wohl,- da ging er aufs Gis... Internationale und Flottenfrage. Warnung vor dem Fehlschlag.- Erinnerung an die Versprechungen. Die vereinigten Borstände der Arbeiterinternationale und der| militärischen Maßnahme zur Wahrung der sogenannten Sicherheit Gewerkschaftsinternationale haben auf ihrer Pariser Tagung am Freitag folgende Entschließung angenommen: Durch die Deutschland im Versailler Vertrag auferlegten Entwaffnungsbestimmungen haben sich die Signatarmächte dieses Bere trages feierlichst verpflichtet, die allgemeine Abrüftung vorzunehmen. Diese Berpflichtung ist bisher nicht eingehalten worden. Die Arbeiten der vorbereitenden Abrüftungskommission des Bölker. Arbeiten der vorbereitenden Abrüstungskommission des Bölker. bundes find ohne praktisches Ergebnis geblieben. Die Bölfer, die unter der Last der Rüstungsausgaben feufzen, warten seit zehn Jahren vergeblich auf die Durchführung der ihnen im Versailler Bertrag wie im Bölferbundspatt gegebenen Bersprechungen. Nach dem Wahlfieg der englischen Arbeiterpartei haben wir mit Freuben die Initiative der Regierung Macbonald begrüßt, die zur Einberufung der fünf Mächte zur Seeabrüftungs fonferens geführt hat. Ohne sich Illusionen über die Erfolgsmöglich teiten dieser Konferenz zu machen, glauben die Bölfer doch damit rechnen zu können, daß eine tatsächliche und spürbare Berminderung der augenblicklichen Flottenrüstungen erfolgen tönnte. Aber wieder einmal hat es genügt, daß die Konferenz überhaupt zusammentrat, um selbst diese bescheidene Hoffnung zu enttäuschen. Die englische Arbeiterregierung hat bisher Garantien ihres auf. richtigen Willens gegeben, daß sie nicht nur zu einem Stillstand in dem verhängnisvollen Rüftungswettlauf, sondern zu einer tatsäch lichen allgemeinen herabjegung aller Flottentategorien tommen will, die allein der Konferenz einen vollkommenen Mißerfolg ersparen fönnte. Aber nach dem gegenwärtigen Stand der Londoner Verhandlungen erscheint es nur allzu flar, daß die übrigen Regierungen nicht entschlossen sind, diese Vorschläge in dem Geifte aufzunehmen, in dem sie gemacht wurden. Dadurch, daß sie Zweifel über den wirklichen Wert der von ihnen selbst unterzeichneten internationalen Verträge ausstreuen, indem sie durch ihre Haltung glauben machen, daß alle diese Berträge nur Bapierfeßen feien, und die Aufgabe nicht einer einzigen Preußen und Bayern. Streit um den Finanzausgleich. München, 10. März.( Eigenbericht.) Streichung jenes§ 35 des Finanzausgleichs einge Preußen hat im Reichsrat den Antrag auf vollständige bracht, der in seiner Auswirkung eine Korrektur des Verteilungsschlüssels bei Einkommen und Körperschaftssteuer und damit einen Lastenausgleich für einfommensteuerschwache Länder darstellt. Das Land Bayern profitierte von diesem§ 35 im Vorjahre rund 24 Millionen Mart, womit es etwa zwei Drittel seines Defizits zu decken imitande war. Das Borgehen Breußens hat in bayerischen Regierungstreifen außerordentliche Empörung hervorgerufen. Nach Mitteilungen der Bayerischen Bolfspartei- Korrespondenz erblidt die bayerische Re gierung darin nicht nur eine unerhörte Rücksichtslosigkeit gegen die bayerischen Lebensintereffen, sondern fie empfindet es mit Bitterfeit, daß Preußen in einer Stunde wirklicher deutscher Not eine Bolitik treibe, die tatsächlich eine deutsche Schande" sei. Der neue Antrag im Reichsrat sei nur ein Ausfluß der brutalen großpreußischen Mach politik mit dem Ziel, die kleineren Länder lebensunfähig zu machen und auf diese Weise ihren Anschluß an Preußen zu er Der bayerischen Regierung steht es wirklich nicht an, von ,, Rüdzwingen. Die Komödie. Ferdinand Brudner:„ Die Kreafur." Wagner wies den Zwischenruf nicht zurüd, sondern ließ in Bundervolle Schauspieler führten das elegantefte Bublifum jeinen weiteren Ausführungen deutlich erkennen, daß er sich die durch die dunklen Labyrinthe der kompliziertesten Sexualpathologie. Meinung des 3mischenrufers zu eigen machte. M. H. ermöglichen, indem sie aus Prestigegründen die Flottengleichheit ohne Rücksicht auf ihre augenblickliche Fiottenstärke for dern, indem sie unter dem Druck der an den Rüftungen intereffierten tapitalistischen Wirtschaftstreife angebliche Bedürfnisse anmelden, die nichts mit den Notwendigkeiten einer berechtigten Landesverteidigung zu tun haben, laufen die Teilnehmer an der Londoner Flottenkonferenz Gefahr. dieser Konferenz einen Mißerfolg zu bereiten, der eine Katastrophe fein müsse, denn er würde zu neuen Rüstungen und dadurch zu neuen Kriegen führen. Die Fragen, die auf der Londoner Konferenz diskutiert werden. intereffieren nicht nur die fünf dort persammelten Flottenmächte den in London zu treffenden Entscheidungen hängt in mentem Maße der Erfolg oder Mißerfolg her allgemeinen im Völkerbundspaft enthaltenen Abrüftungsversprechen ab. Was auf dem Spiel steht. ift die Entscheidung, ob die Völker fid) zu einer Friebensoder einer Kriegspoliti? orientieren werden. Bon zur Abrüstung oder zu neuer Verstärkung des Militarismus, die die Welt zum Ruin und zur Katastrophe führen müßte. Der Böllerbundspaft, Kellogg Batt und die übrigen Verträge der letzten Bon Jahre waren eine Ehrung des Friedenswillens der Maffen den Massen hängt es ab, diejenigen zu unterstüßen die aus diesen Berträgen die logischen Konsequenzen ziehen und diejemgen Kräfte niedriger halten wollen, die um feinen Vorwand verlegen sind, um den Militarismus zu stärfen, und die in den Friedensverträgen nichts mehr sehen als lügnerische Bertprechen und hinfällige Berpflichtungen. Unterstüßt daher die Regierung der englischen Arbeiterpartei in ihrer ehrlichen Bemühung zur Befriedung und Aechtung des Krieges! Klagt nor der Welt diejenigen an, die aus Gründen des Imperialismus oder des Preftiges auf eure Schultern neue maßlofe militärische Lasten legen wollen. Nicht nur in England und Frankreich und in den übrigen in London vertretenen Ländern müssen die beiden Internationalen ihre Politik zur Geltung bringen. Ueberall, wo es Arbeiter gibt, müffen diese gegen den Krieg und die Kriegsbeger fämpfen." fichtslosigkeit" zu reden und plöglich den Empfindlichen zu spielen. Wenn sie jenes Maß von Empfindlichkeit, das bei ihr gar nicht zum Ausbrud tammt, wenn es fich um bayerische Interessen handelt, auch anderen Ländern zugute halten und vor allem danach handeln mürde, wäre in dem Verhältnis zwischen Bayern und anderen deutschen Ländern sicherlich vieles besser bestellt. Frau Hanaus Hungerstreif. Betentlicher Zustand nach 12 Tagen. Paris, 10. März.( Eigenbericht.) Die wegen Finanzbetrugs seit 18 Monaten in Haft sigende Frau Hana u befindet sich seit 12 Tagen im hunger. streit. Als Folge ist eine allgemeine Schwäche eingetreten, die von bedenklichem Fieber begleitet ist. Die Aerzte bezeichnen den Zuftand als bedentlich. Der Berband der Gläubiger der„ Gazette bu Franc" hat eine Eingabe an den Justizminifter gerichtet, die 600 Unterschriften trägt und in der gegen die ungerechte Behandlung der Frau Hanau protestiert wird. Die Oberpräsidenten. In der Dienstagsigung des preußi. fchen Kabinetts sollen nach der Tagesordnung endlich die seit Wochen zu ärenden Personalfragen erledigt werden. Inzwiften ist dieser Punkt wiederum von der Tagesordnung abgefeßt worden. Der Borstand des Aufsichtsrates der Internationaten Zahlungsbant, Mac Garrah und Fraser, sind von New Yort tommend in Baris eingetroffen. Sie beabsichtigen hier mit den Vertretern der Notenbanken die in Rom unterbrochenen Verhandlungen über die Busammenfeßung des Direktoriums der Reparationsbank fortzufezen. Die spanische Regierung ordnet Neuaufstellung der Wählerlister an, Frauen sind vom Wahlrecht ausgenommen. Wahrt die Einheit! Wählt überall die freigewerkschaftliche Einheitslifte! Derraten. fehlte Experiment teuer bezahlen müffen. Your einige Helben felez herausgegriffen: Es sei erinnert an einen Bölter, einen Liede. ner( der die Arbeiterschaft bestohlen hat) und einen Ejler. Diese Leute sind der Belegschaft des Dynamomertes noch sehr gut in Erinnerung. Darum wird die Belegschaft des Dynamowerles fich auch nie wieder verleiten lassen, derartige Maulhelden mit ihrer Interessenvertretung zu betrauen. Das wird die Betriebsrats. wahl am 14. März beweisen. Wir haben wieder Betriebsrätewahlen. Wo es nur irgend geht, Tariffündigungen im Handelsgewerbe. Seit mehr als 80 Jahren, seit der Beröffentlichung des Kom-| und nicht nur ihre Partei, sondern auch ihre Wähler schmählich munistischen Manifestes, gilt es als unbestreitbar und heute auch von der bürgerlichen Gelehrtenwelt unbestritten, daß die Hand und Kopfarbeiter eine wirtschaftliche Einheit als Klasse bilden, die Arbeiterklasse. Deshalb haben alle sozialistischen Parteien der Welt fich stets bemüht, entsprechend dem Aufruf des Kommunistischen Manifestes die Proletarier aller Länder zu vera einigen. Die Kommunistische Partei, die von sich behauptet, eine margistische Partei zu sein, hat als Grundsatz auf ihre Fahne geschrieben, die Proletarier aller Bänder zu beruneinigen. Leute, die ihre gelben Eierschalen noch nicht gänzlich abgeftrefit haben und heute in der Kommunistischen Partei Deutschlands an der Spitze stehen, wie jener Merfer, vor nicht sehr langer Zeit Mitglied des früher ausgesprochen gelben, jeẞt Hirsch- Dunderschen Genfer Verbandes der Hotelangestellten, hecken die ihnen aus ihrer wirtschaftlichen" Bergangenheit geläufige Thearie aus, daß es innerhalb der Arbeiterklasse zwei Klassen gibt. Seit Marr gilt es auch als Pflicht jedes tlaffenbewußten Arbeiters, seiner gewerkschaftlichen Organisation anzugehören, in thr und mit ihr zu kämpfen und die Einheit der Organisation ebenso hoch zu halten wie die Einheit der Arbeiterklasse selbst. Bei den Kommunisten gilt die Einheit der Organisation nichts. Nicht mit den gemertschaftlich Organisierten verbündet sich die KPD., fondern mit den Unorganisierten gegen die Gewert fchaften. Dabei ist es schließlich auch den Unorganisierten durch aus tlar, daß fie nur der gewerffchaftlichen Organisation es zu banken haben wenn sie durch Tarifverträge geschützt sind gegen willkürliche Arbeitszeitverlängerung, Lohnverminderung, wenn sie bezahlten Urlaub haben und wenn sie nicht mehr hilflos der Unter nehmerwillfür ausgeliefert sind. Der Vertreter der Gewerkschaft innerhalb des Betriebes ist naturnotwendig der Betriebsrat. Weil die KPD. gegen die Gemertfchaften ist, ftellt sie auch der freigemertschaftlichen Betriebsratsliste überall, wo sie genügend Dumme findet, eine Sonderliste gegenüber. Diese Tattit, die Arbeiterschaft zu spalten, ist zum erstenmal auf der ganzen Linie im Vorjahr angewandt morden. Die KPD. versprach sich und versprach den Arbeitern Wunderdinge von der Wahl sogenannter roter" Betriebsräte. Diese tommunistischen antigewertschaftlichen Betriebsräte follten nunmehr den Beweis liefern, daß die KPD. es besser zu machen versteht als die Gewerkschaften. Unbeschwert von Tarifperträgen und ohne Rüdficht auf diese wollte die KPD. mit Hilfe dieser roten Betriebsräte Kämpfe führen, die für das Schicksal der Arbeiterklasse epochemachend sein sollten. Noch zu Beginn dieses Jahres, sozusagen auf dem Grabe ihter Hoffnungen, pflanzte die KPD. die kommunistifchen Betriebsräte von fünf Berliner Großbetrieben auf, die als Stoßtrupp einer großen„ revolutionären Kampfwelle" bas Signal zum Losschlagen geben sollten. Diese kommunistischen Betriebsräte, die von einer Mehrheit in den Betrieben gewählt worden waren, sollten den Kampf beginnen. Gewiß, das Signal gaben sie, indem sie die ihnen von der Zentrale der KBD. übermittelten Entschließungen annehmen ließen. Das war aber auch alles. Nicht in einem einzigen dieser Betriebe haben die fommunistischen Betriebsräte auch nur einen Bersuch gemacht, eine Streitbewegung zu entfachen. Wir haben hier über die Tragikomödie der kommunistischen Betriebsräte bei Osram berichtet. Dort gab den kommunistischen Arbeiterräten der sozialdemokratische Vorsigende des Betriebsrats die Gelegenheit, wenigstens der Direktion die Wünsche und Forde rungen zu unterbreiten, mit denen die KẞD. fie beauftragt hatte. Aber wie diese fommunistischen Betriebsräte jämmerlich zusammen tlappten, so haben die fommunistischen Arbeiterräle auf der ganzen Linie versagt versucht die KPD., die Arbeiterschaft von innen heraus zu spalten. Persönliche Verleumdungen Andersdenkender ersetzen die sachlichen Argumente. Die Zersegung der Arbeiterschaft ist das Ziel Wenn die Arbeiterschaft sich nicht selbst aufgeben will, dann muß sie den Bersuch der KPD., die Arbeiterschaft zur Begehung des Selbst mordes zu überreden, mit Entschiedenheit abweisen. Die Arbeiter müssen bei den Betriebsrätewahlen flar und unmißverständlich zum Ausdrud bringen, daß sie nicht rütteln lassen wollen an der Einheit der Arbeitertiasse; daß diese im Kampfe um die Besserstellung der Lebenshaltung geführt und vertreten wird durch die freien Gewertschaften und daß die Betriebs räte mir dann erfolgreich wirken fönnen, wenn sie Vertreter und Vertrauensleute der freien Gewerkschaften sind. Hände weg vom Dynamowerk! Zur Betriebsratswahl im Siemensfonzern. Ein freigewerkschaftlich organisierter Arbeiter aus diesem Wert schreibt uns: Um bei der Wahl am 14. März Erfoig zu haben, hat fich die Kommunistische Partei die erdentlichste Mühe gegeben. Zuerst wurde eine sogenannte revolutionäre Betriebszeitung für das Dynamowerf herausgegeben, worin an Lüge und Berleumdung gegen die einzelnen SPD.- Betriebsratsmitglieder alles zusammen getragen wurde, was nur ein sogenanntes revolutionäres Hirn erfinnen tann. Umfangreiche Lohnbewegungen. zahl von Lohntarifen der gewerblichen Arbeiter gekündigt worIm Berliner Handelsgewerbe ist zum 31. März eine ganze Anden. Es sind zum größten Teil Tarife, die vom Gesamt- Berband allein, oder von ihm als federführende Organisation abgeschlossen worden sind. lichen Arbeiter in den Margarineniederlagen, dem So sind von den Gewerkschaften die Lohntarife der gewerbElettrogroßhandel, Dunghandel, Wein und Likörhandel, Buchhandel, der Engrostonfettion, sowie die Lohntarife des Zeitungsaustragepersonals der Verlage UII stein, Scherl und Mosse gekündigt worden, um eine Aufbefferung der Löhne durchzusetzen. Mit den Unternehmern der Engros konfektion, der Margarineniederlagen, dem Elektrogroßhandel, dem Dunghandel und den drei Zeitungsverlagen find über den Neuabschluß der Tarife Verhand lungen noch nicht geführt worden. Im Bein- und Liförgroßhandel und auch in der Zigarettenindustrie haben die Parteiverhandlungen zu einer Berständigung nicht geführt, so daß der Schlichtungsausschuß angerufen worden ist. Der Lohnkonflikt im Buchhandel ist gleichfalls dem Schlichtungsausschuß zur Entscheidung unterbreitet worden. Für die im Samenhandel beschäftigten Arbeiter, die zurzeit tariffos find, hat der Gesamt- Berband beim ArbeitgeberDerband den Abschluß eines neuen Lohntarifes beantragi. In der Verbandstoffbranche sind die im Frühjahr vorigen Jahres aufgenommen worden. Es liegt jetzt ein Schiedsspruch vor, monach die Löhne der Männer in den Verbandstoffbetrieben um drei Mark und die der Frauen um eine Mart pro Woche erhöht werden sollen. Das neue Lohnabkommen soll bis zum 31. Dezember 1930 gelten. Während die Arbeiter und Arbeiterinnen der Verbandstoffbranche dem Schiedsspruch bereits zugestimmt haben, steht die Stellungnahme der Unternehmer noch aus. vorstand beschuldigt, daß er Betriebsratskandidaten auf der roten In der Roten Fahne" vom 1. und 6. März wird der Wahlergebnislos abgebrochenen Lohnverhandlungen Dor furzem wieder Liste denunziert habe. In einem tommunistischen Flugblatt wurde dieselbe Behauptung aufgestellt und der sozialfaschistische" Wahlausschuß Gruse, Müller und Co. als Denunzianten beschimpft. Im Dynamowerf waren am 5. Mai 1928 nach 3813 Arbeiter beschäftigt, am 1. März 1930 aber nur noch 2600, fo daß inzwischen 1213 Arbeifer entlassen worden sind. An dem Tage, an dem der Schloffer Erich Jantzky entlassen wurde, sind außerdem noch neun Arbeiter entlassen worden. Janizfy war seit 1924 im Betriebe beschäftigt. Der gleichzeitig entlassene Arbeiter Mahnte ebenfalls. Außerdem sind im Dynamowert Schlosser, also Berufskollegen Don Janizfy, entlassen worden, die 7, 8, 9, bis zu 10 Jahren bei der Firma beschäftigt waren. Am Tage der Entlassung des Janizty wurde in derselben Abteilung ein Schlosser entlassen, der auf der gelben Liste als Kandidat stand. Janity war schon sechs Bochen vor seiner Entlassung nach einem anderen Betrieb verborgt wegen Arbeitsmangel. Noch viel ungünstiger liegen die Verhältnisse für die beiden entlassenen PD.- Größen Krause und Hinz. Krause und Hinz waren erst seit 1½ Jahren im Betriebe beschäftigt und zwar zufällig in 2bteilungen, die bis in die letzte Zeit noch einigermaßen Abteilung 15, waren beide die jüngsten an Dienst wie an zu tun hatten. In beiden Abteilungen, in der Abteilung 22 und Lebensjahren. Bon einer„ politischen Maßregelung" ist gar keine Rede. Deshalb fonnte auch der Arbeiterrat in seiner Sizung am 3. März den Einsprüchen nicht stattgeben In Wirklichkeit glaubt die KPD. felber nicht, daß fie mehr tun fann als stänfern. Sonst hätte sie wenigstens mit einer Kandi datenliste aufwarten müssen, die mindestens so viel Kandidaten enthält, wie im Betriebsrat gebraucht werden 16 Kandidaten werden gebraucht laut Belegschaftszahl und sechs hat die KPD. nur aufgestel[ t! unwahr ist auch, daß der Wahlvorstand den Kandidaten Hinz zu bewegen versucht habe, von der Liste zurückzutreten. Der Wahlvorstand hat von Hinz nur den Nachweis feirer dreijäh rigen Berufszugehörigteit nach§ 20 BRG. verlangt. Diefen Nachweis fonnte Hinz nicht beibringen. Er hat es versucht durch ein Verbandsbuch des DMV., das seit November nicht mehr in Ordnung war und nur eine Mitgliederzeit unter einem Jahr aufwies. So sehen die„ revolutionären" Kandidaten aus, die von der APD. der Belegschaft so warm empfohlen werden Die KPD. hat in ihrer revolutionären Betriebszeitung an die Belegschaft die Frage gerichtet, wo die revolutionären Arbeiter von 1923 seien. Die Belegschaft des Dynamomertes fennt gerade aus dieser Zeit die repolutionären Mau helden. Sie hat damals versuchsweise auch so genannte revolutionäre Betriebsräte gewählt, hat aber dieses verHolzarbeiter, heute ist Urwahl! Heute, von 16½ bis 19 Uhr, so daß jeder daran teil. nehmen tann, Urwahl der Delegierten zur Generalversamm lung der Ortsverwaltung des Holzarbeiterverbandes. Die Mitgliedsbücher müssen in Ordnung sein! Die ersten sieben Beitragswochen dieses Jahres müssen gezahlt, die Bücher der arbeitslosen und franken Mitglieder müssen bis zur dritten Woche abgestempelt fein. Als Ausweis gelten auch Kranken- und Invalidenausweise. Jeder muß den Weg zu seinem Wahllokal finden und seine Stimme abgeben für die Kandidaten der Amsterdamer Richtung. Die vor dem Eingang zu den Wahllofalen verteilten Handzettel beachten. Gegen die Spalter der Arbeiter, für Amsterdam! Internationale der Versicherungsangestellten. Der Zentralverband der Angestellten teift mit, daß der Internationale Bund der Privatangestellten die 2. Internationale Konferenz der freigewerkschaftlich organisierten Bersicherungsangestellten zum 20. März nach Wien einberufen hat. Als Tagesordnung ist vorgesehen:„ Das internationale Arbeitsprogramm", Referent G. Brillte. Berlin. Die Pensionsversicherung", Referent J. Dooraf Brag. Die Konzentrierung der Unternehmungen", Referent A. Broczyner- Wien. ( Gewerkschaftliches siehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Dr. Curt Geyer: Birtschaft: 6. Rlingelhöfer: Gevertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Polales und Sonstiges Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m b. S., Berlin Druck: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin G 68 Linbenstraße&. Sierau 2 Beilagen und unterbaltung und Biffen. Heute Dienstag WERTHEIM billige Lebensmittel Leipziger Str.( Versand- Abt.) Obst Es- u Kochäpfel Plund 0.20 Glockenäptel. Pfund 0.25 Krimäpfel... Pfund 0.38 Ka iforn.Aeptel Pfund 0.45 Apfelsinen hell und Halbblut, Dutzerd von Gemüse 0.65 an Weißkohl dänisch, Piund 0.05 Möhren gewasch.n, Pfund 0.05 Zwiebein..... Pfund 0.05 Rot- Wirsingkohl 0.12 Schwarzwurzeln Pid. 0.24 12. Königstraße Rosenthaler Str. Geflügel Junge Tauben frisch geschlachtet, Stück v. 0.85 an Enten.... Ffund von 1.25 an Sick. Schneehühner von 1.65 an Hasen gestreift u. 0.88 an au geworfen, Pid. Fische Dorsch. Fische.. • • Pfund 0.12 fund Kabeljau ohne Kopf, ganze 0 24 Fischfilet fund. von 0.42 an Zander gefroren, Pid. von 0.60 an Spiegelkarpfen pv. 1.15 Bananen.... 3 Gänse gefroren lebend P.d. 3 Pfund 95 Pf. 70Pf .... Pfund von Pfund von an Wolgahühner 105 AD Grüne Heringe 3 Pd 38 Pf. Pid. Moritzplatz Soweit Derrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst u. Gemüse werd. nicht zugesandt, Frisches Fleisch Hammelvorderfl. Plund 1.04 Rinderkamm u. Brust 0.86 Gulasch 0.95 Liesen 0.85 Gehacktes. ..... Pfund 0.85 Schmorfleisch... Pfund 1.10 Frische Bratwurst Ptd. 1.20 Kalbskotelett.... Plund 1.50 Schweinerücken. Beilage 1.16 Schweineschinken Pfd. 1.24 Kalbskamm u. Brust Pid 0.84 Rinderleber....... Pfund 1.20 Plund Konserven 4/1 DOS: 11 Dose Karotten 0.38 Rosenkohl 0.95 schnitt. . Jung Erbsen 0.65 Apfelmus. 0.58 Jg. Erbsen fein 1.20 Pflaumen 0.60 Gemüse Haushalt 0.78 Kürbis 0.30 Gem Gemüse mittellem 1.10 Heidelbeeren 0.95 Kohlrabi mit 0.58 Aprikosen. 1.05 Brech- Bohnen 0.60 Birnen halbe 1.25 Schn.Grün Frucat Konfitüre Eimer Pflaumen 0.92 Orangen 1.10 Aprikosen 1.15 Wurst Brühpolnische. Pfund 120 Leberwurst( hausmacher] 125 Metiwurst( Braunschmelger) 1.45 Bierwuist..... Phund 1 50 Leber wurst Teewurst 1.80 feine und Käse u. Fette Brickäse volltett, Pfund 0.90 u. Ho länder Edamer 105 vollit, Pund Schweizer vol f. Pid. v. 1.28 an u. Kokos ett Margarine Pind 0.50 Tafelbut'er 1.64 1.70 1.94 Räucherwaren Flundern Pfund von 0.30 an Sprotten Pfund 0.35 Bücklinge Kleler Pfund 0.42 Fleckneringe Rogen ..Pfund 0.45 Pfund 0.45 Kolonialwaren Bruchreis..... Pfund 0.18 Tafelreis poliert.. Plund 0.22 Har grief.... Pfund 0.27 Pflaumen bosnische, Pid. 0.48 Backobst gemischt, Plund 0.48 Breslauer Wurst Pid. 110 Camembert volle 10 Eier... Bücklinge vollfett, Schachtel 24. PT. Pt. von Pfund von 58 Pl an Pf. 24° an Nr. 11747. 3ahrgang 1. Beilage des Vorwärts Kein Lehrer- Abbau in Berlin. Sozialdemokratie für Einschränkung der Sparmaßnahmen im Schulwesen. In dem Stadtverordnetenausschuß zur Borberatung der verschiedenen Anträge bezüglich der Sparmaßnahmen bei der Schulverwaltung gab der sozialdemokratische Stadtfoulrat Nydahl einen lieberblick über die Auswirkungen der Sparmaßnahmen. Bei den zentralen Anforderungen für Bolts, Mittel- und höhere Schulen ergibt sich eine Ersparnis von 3,2 Millionen, wobei Schulbouten nicht berüdsichtigt worden sind. Bei den Berufs- und Fachschulen werden voraussichtlich rund 2 Millionen eingespart merden können. Die Ersparnis bei den höheren Lehranstalten für die männliche Jugend in fämtlichen zwanzig Berliner Bezirken beträgt 1170 000 m.( unter Berücksichtigung der Schulgelderhöhung bai den Lehranstalten für die männliche und weibliche Jugend in Höhe von 1600 000 M.). Für die Mittelschulen ergibt sich eine Ersparnis von rund einer Biertelmillion und bei der Volksschule eine solche von 650 000 M. Nur bei den Lehranstalten für die weibliche Jugend muß mit einem Mehrbedarf von 90 000 m. In der anschließenden Aussprache über die Frequenz wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, wonach nach dem 1. April 1930 außer den bereits vorgenommenen 40 bis 50 Kündigungen teine weiteren Entlassungen von Schulamtsbewerbern mehr ausgesprochen werden sollen. Dagegen sollen zur Erzielung einer wesentlichen Ersparnis für die während des Jahres 1930 ausscheidenden Lehrkräfte teine Einberufungen erfolgen. Für die höheren Schulen wurden die Frequenzen von Gerta bis Quarta auf 50, von Tertia bis gerechnet werden. Sensation im Scherl- Prozeß. Der Hauptangeklagte nicht zurechnungsfähig? Interfefuntda auf 44 und von Obersetunda bis Oberprima auf 33 feftgefeßt, wobei besonders zum Ausdrud tam, daß es sich hier nicht um Durchschnitts-, sondern um Höchstfrequenzen handelt. Es wurde dann noch ein Antrag angenommen, wonach in den unteren Klassen bei fremdsprachlichem Unterricht die Klaffen geteilt merben sollen, menn sie eine Frequenz von 44 erreichen. Es wurde weiter ein Antrag angenommen, wonach alle Schulen für bedürftige Schüler dieselbe Anzahl Freifahrscheine wie vor dem Sparerlaß er halten sollen. Der Vorlage des Magistrats über die Erhöhung der Schulgelder an den Fach- und Berufsschulen wurde mit der Maßgabe zugestimmt, daß das Schulgeld bei den Handels, Haushaltungs-, Kinderpflegerinnen, Hausangestellten, Kunst gewerbe- und Handwerkerschulen, sowie bei den Berufskursen für Damenschneiderei und der Tischlerschule nicht von 40 auf 80 m. erhöht werden sollen, sondern nur um 20 Proz. Ebenso soll auch bei dem Seminar für Gewerbelehrerinnen, bei den geschlossenen Lehrgängen an den höheren gewerblichen Fachschulen und bei den Aufbaukurfen an den Berufsschulen nur eine Schulgelderhöhung um 20 Broz. eintreben, wobei insbesondere noch für geschlossene Sturse an den Berufsschulen wie auch bisher eine Ermäßigung um 10 Pro3. Platz greifen soll. Die Zahl der Freistellen für fämtliche Schulen wurde im Gegensatz zur Magistratsvorlage auf 33% Proz der Solleinnahme festgefeßt. Die Magistratsporfage betr. das Schulgeld an den städtischen höheren Lehranstalten, den Mittel- und Volksschulen wurde angenommen. Dagegen wurde der Zuschlag für die Kinder auswärts wohnender Erziehungs berechtigter abgelehnt. ftattgefunden hatte, zur Berlefung gebracht. Damals war der Bert des Pflichtteils für jedes Kind aus erster Che auf 300 000 bis 400 000 Mart geschätzt worden, während den Kindern aus zweiter Ehe nach Auszahlung des Pflichtteils etwa 6% Millionen zufallen würden. Nach dem Testament von August Scherl war die Ehefrau Kinder beider Ghen zu gleichen Teilen ausgezahlt werden. Frau Alleinerbin und nach ihrem Tode sollte das Vermögen unter die Dienstag, 11. März 1930 zu dem Schluß, baß fo viele 3meifel an der gefunden Logit des Angeklagten vorhanden seien, daß man von tranthaften Ideen gängen und einer franthaften Störung der Geistestätigkeit im Sinne des§ 51 sprechen könne. Die Plädoyers werden voraussichtlich am Donnerstag beginnen. Geld für die U- Bahn. Berliner Bonfenfonsortium will 65 Millionen geben. Der Magistrat beschäftigte sich an Montag in einer außer ordentlichen Sigung mit einer Vorlage über die endgültige Finanzierung der zur Zeit noch im Bau be. findlichen Untergrundbahnstrecken. Bou diesen Streden soll bekanntlich die Bahn Gesundbrunnen- Neukölln am 13. April dem Betrieb übergeben werden, während die Betriebseröffnung der Lichtenberger Bahn durch die Frankfurter Allee zum Alexanderplatz im Herbst des Jahres zu erwarten ist. Zur betriebsfertigen Herstellung dieser Bahnen waren am 1. Januar d. J. insgefamt noch 65 millionen Mark erforderlich. Der Gesamtherstellungswert der neuen Anlagen einschließlich der zu ihnen gehörigen Betriebsmittel, Betriebsanlagen usw. wird ungefähr 350 millionen Mark einschließlich Bauzinjen betragen. Berhandlungen mit dem Bantentonsortium der Berliner Verkehrs. Affien- Gesellschaft haben infofern zu einer Uebereinstimmung geführt, als dieses Konfortium fich bereit erklärt, die 65 Mi14 lionen Mart auf ein Jahr à conto einer von der BVG. auf zunehmenden Anleihe zur Verfügung zu stellen. Bei dieser Gelegenheit soll auch endgültig der Betriebs- und Ronzeffionsvertrag zwischen der BVG. und der Stadt Berlin verabschiedet werden. Die bisher für Rechnung der Stadt gebauten Untergrundbahnstrecken sollen dann in das Eigentum der BVG. übergehen, deren Aktienkapital babei um 100 Millionen Marf erhöht werden soll. Der Aufsichtsrat der BBG. hat sich bereits vor einigen Tagen in mehreren Sigungen mit dem gesamten Fragen tomplex beschäftigt, wird aber jetzt nach der Erledigung der Materie durch den Magiftrat noch einmal abschließend zu allen Frages Stellung nehmen, ehe der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage gemadyt wird. Die Vorlage an die Stadtverordnetenverfamm hung ist Ende der Woche zu erwarten. Schluß der Beweisaufnahme eine aufsehen erregende Scherf weigerte sich, den Pflichtteil auszuzahlen, da fie diefe Summe 104 Kinder hilflos verbrannt. Der Prozeß gegen Bruno Schert und Genossen, der jeit dem 13. Februar die Sonderabteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte beschäftigt, bekam in der gestrigen Sitzung an wendung und zwar dadurch, daß sich der dringende Verdacht herausstellte, daß Bruno Scherl in geiffiger Beziehung night voll zurechnungsfähig ist Bereits gn Anfang des Brozesses hatte der Berteidiger die Hinzuziehung eines psychiatrischen Sachverständigen beantragt, was aber vom Gericht abgelehnt worden war. Vor einer Woche famen dann aber bem Borfizenden schwere Bedenfen, und er be auftragte den Gerichtsmedizinalrat Dr. Dyrenfurth, eine Unterfuchung des Angeffagten auf feinen Geisteszustand vorzu nehmen Dr. Dyrenfurth hat den Angeklagten mehrfach unterfucht und hat auch zu beffen Benbachtung wiederholt den Berhandlungen belgemont Gestern griff er mun zur Erstattung feines Gutachtens hirelt in die Berhandlung ein und richtete on den Angeflagten Scheri bie Aufforderung, fich über die geheimnispollen nicht flüssig machen könnte. Wie Justizrat Goldmann bekundete, lebte sie in dem Bahn, daß sie verhungern würde. Außerdem giaubte sie auch, daß die Kinder erster Ehe bald die Erbschaft ver braucht haben würden und ihr dann doch wieder auf der Tasche liegen würden. Fizenreuter, der Bertraute von August Scherl, hatte ihr auch geraten, den Kampf mit den Kindern aufzunehmen. Die Verteidigung folgerte aus diesem Sigungsprotokoll, daß die Erbschaftsmasse damals nicht aktiv gewefen fei. Dr. Georg Scherf meinte aber, daß sich die Bassivität wahrscheinlich erst nachher her ausgestellt habe, meil sich nachträglich große Berbindlichkeiten feines Baters erwiesen hätten. Der Mitangeflagte Kaufman Brud erlitt wie schon mehrfach während der Dauer des Prozesses einen epileptischen Strampfanfall und fiel zu Boden, fo daß eine Unterbrechung eintreten mußte. Sobann erstattete Medizinalrat Dr. Dyrenfurth fein Gutachten über Bruno Scherl. Die Art und tranthaft bezeichnet werden. Brimo Scherl fei felfenfest davon überzeugt, daß ihm große Reichtümer zuständen, menn es mit rechten Dingen zugegangen wäre. Er glaube daher auch fest daran, daß niemand von ihm geschädigt worden sei. Klinisch könnte man den Zustand des Angeklagten von drei Gesichtspunften aus beurteilen: Eine 11 ebermertigteit, oder der vollendete Zu stand des§ 51 auf einer paranoiden Grundlage und drittens einen Zustand, der dem letzteren nahefommt. Der Sachverständige tam Rinotheaterbrand bei Göul. Tokio, 10. März. Rach aus Soul hierhergelangten Meldungen ereignete sich der Sinobrand in dem foreanischen Hafenorte Jufan. Anläßlich des 25. Jahrestages der Eroberung Muldens durch Japan wurde eine Filmaufführung für Kinder veranstaltet, als in einem Borführungsapparat mif Benzinlichtquelle eine Explo fion erfolgte, die einen Brand verurfachte. Das Feuer breitete fich mit großer Schnelligkeit aus. In der allgemeinen Panif founter nut menige kinder gereffef merden. Die Zahl der Toten wird mit 104, der Verletzten mit 100 angegeben. machte zu äußern, die ihn angeblich feit vielen Jahren bedroht Beise, wie Bruno Scherf fich die Dinge zusammenreinte, nugte als 3ugabfturz in 175 m tiefen Abgrund. und verfolgt hätten. Nun legte der Angeflagte los und brachte in mehrstündigen Ausführungen seine Wahnideen zum Bortrage. Diefe gipfelten darin, daß eine Gruppe Schwerindustrieller von Rhein und Ruhr gegen ihn ein Komplott führe, um ihn zu vernichten. Weiterhin wurde bei der nochmaligen Bernehmung von Dr. Georg Scherf, dem Stiefbruder des Angeflagten, eine Aufzeichnung des verstorbenen Privatfefretärs Knappe über eine Sigung, die am 22. Juni 1921, amei Monate nach dem Tode von August Schert Aluisio Azevedo 59] Eine Cra& Manischer ५ Mietshaus 2 Der Baron gab dem Budiker einen freundlichen Klaps auf den Rüden. Sie sind ein Teufelsterl!" rief er begeistert aus. Und auf dem Heimwege führte er sich noch einmal Joao Romaos Aufstieg vor Augen; von dem alten Reid war jetzt nur noch blinde und grenzenlose Bewunderung übrig. 18 Ein firer Bursche!" murmelte er vor sich hin. Biel Kraft und absolut sicherer Geschäftsfinn. Schade nur, daß er sich mit dieser Negerin eingelassen hat. Komisch, daß ein so schlauer Kerl sich so in die Tinte hat sehen können." Erst um zehn Uhr abends, nachdem sich Joao Romao nergemisfert hatte, daß Bertoleza feft schlief, fonnte er sich an Liborios Ronto" machen, wie er es mizigerweise nannte. Er war so müde, daß er sich faum auf den Beinen halten fonnte, und es loftete ihn Anstrengung, die Augen offen zu halten. Aber er hielt die Ungemißheit, mas die Flaschen eigentlich enthielten, nicht mehr länger aus. Also zündete er eine Kerze an und begann bei geschloffenen Türen und Fenstern den Reichtum des Geizhalfes herauszuholen und zu zählen. Er merkte, daß die zerknitterten Scheine sich nicht aus den Flaschen schütteln ließen, sondern mit einem gebogenen Draht einzeln herausgezogen werden mußten. Aber wie ein Rind langjam an einem Bonbon lutscht, damit das Bergnügen länger dauere, so machte sich Joao Romas ein Fest aus dem, mas den meisten Menschen unerträglich langweilig vor gekommen wäre. In der ersten Flasche befand sich ein so faftiger Inhalt, daß sich des Budifers Lebensgeister wieder regten, und Müdigkeit und Schlafsucht verschwanden. Aber die zweite Flasche erwies sich als graujame Enttäuschung. Die Banknoten darin waren alt unb fast alle außer Rurs, da die Umtauschfrist abgelaufen mar. Er be fam es mit der Angst, die übrigen Flaschen fönnten momöglich auch mur mertlojes Papier enthalten, hing fich aber pergmeifelt an die Hoffnung, die zweite Flasche sei vielleicht die ältefte gemefen fo fuhr er mit seiner ergöglichen Arbeit fort. Als nur noch eine Flasche übrig war, jah er, daß bie Kerze niebergebrannt war und in Indeszufungen lag. Also beeilte er sich, eine andere zu holen, wobei er bemerkte, daß es fast drei Uhr morgens war. Wie doch die Zeit verging! Wo mar die Nacht geblieben? Als er endlich mit Sortieren und Zählen fertig war, fuhren schon die ersten Wagen draußen vorüber. Im ganzen fünfzehntausendnierhundert und soundso viel Milreis", murmelte Joao Romas zwischen den Zähnen, ohne die Augen von den zwei Stößen Banknoten abzuwenden. Etwas über achttausend Milreis, das heißt, mehr als die Hälfte, maren wertlose ungültige Scheine. Als er die anjah, tochte Joao Romao vor But. Er verfluchte den alten Liborio, daß er ihn so betrogen hatte, mo es doch so leicht gemesen wäre, diese alten Scheine gegen neu herausgegebene umzutauschen. Und er fluchte der Regierung, die so unehrlich war, ihr eigenes Geld abzulehnen, bloß weil es dem Finanzamt ein Jahr zu spät vorgelegt wurde. Er bereute tief, bei Liborio feine gründliche Untersuchung gemacht zu haben, als die ersten Gerüchte von dem verborgenen Reich tum des Alten zu ihm gedrungen waren. So wird Lieber lichkeit bestraft, überlegte er tugendjam. Aber auch so hatte ihm ja der alte Liborio faft sieben. tausend Milreis in gutem Gelde ,, hinterlassen", und der Reft war gar nicht so wertlos, wie es den Anschein haben mochte. Einen großen Teil davon, vielleicht das Ganze, fonnte er un geduldigen Runden der Benda beim Wechseln zuschanzen. Mit gültigem Gelde gemischt, würde es angenommen und mit nach Hause genommen werden. Ein paar Scheine heute und ein paar morgen, und wenn auch nachträglich Klagen eintreffen sollten, Joao Romao wußte fich ja in solchen Situationen zu benehmen. Der Instinkt sagte ihm, wann er unter vielen Entschuldigungen für so einen bedauerlichen Irrtum Geld zurückzuerstatten, und wann er hartnäckig auf feinem Standpunkt zu beharren hatte. Es tamen ja immer Leute von auswärts und vom Lande zu ihm, die nicht noch einmal umfehren fonnten oder wollten, um sich wegen eines Scheines zu beschweren. Und außerdem mar es ja gar fein Verbrechen. Das Geld war einmal gut gemejen, und er fonnte doch nichts dafür, daß man es jegt für wertlos ertlärt hatte. War es seine Schuld, daß der alte Liborio es auf gehoben hatte, ohne es umzutauschen? Gewiß nicht. Warum follte also er darunter leiden? Wenn jemand schuld hatte in diesem Fall, so mar es doch die Regierung, alfo follte man lich bei her Behörde beschweren Daher legte der Hauswirt feine unerwartete Erbschaft forgfältig fort und beschloß, fie in einem größeren und schöneren Sao Romas anzulegen. Bisher 30 Zote und 15 Berletzte. New Bort, 10. März. In der Nähe des Aurorfes Therezopolis im Stoate Rio de Janeiro entgleifte ein Eisenbahnzug und stürzte infolge Berjagens der Bremse in eine 175 Meter tiefe Schlucht. Bis jetzt sind 30 Tote und 15 Berlebte gezählt, bei deren Bergung fidh erschütternde Szenen abspielten. 17. Ein paar Tage später wurde die Arbeit bei dem Neubau begonnen, und statt des Haufens Asche und Schutt lagen nun Ziegelsteine und Mörtel herum. Bon früh bis spät abends ertönten Hammerschläge und fügten sich der Symphonie aus lauten Unterhaltungen, dem monotonen hohen Falsettgefang der Waschfrauen, dem Geflapper der Bügeleifen und dem Klopfen von Kleidern ein. Die Mieter, die durch den Brand Schaden erlitten hatten, richteten sich ein, so gut es ging. In manchen Fällen bildeten sie mit anderen einen gemeinsamen Haushalt, und wenn das nicht ging, suchten fie fich für turze Zeit ein Obdach außerhalb. Über feiner zog zu der Katzentopfgemeinde. Zuerst wurden die neuen Häuser an Mirandas Mauer gebaut, und sobald die fleinen Wohnungen fertig maren, wurden sie auch schon bezogen, wobei früheren Mietern der Borrang gegeben wurde. Einer von den Italienern war im Santa Caja- Krankenhaus gestorben, und ein zweiter war schwer trant. Bruno lag im Hospital der portugiesischer Brüderschaft, deren Mitglied er war, und dort besuchte ihn Leocadia, die den damals von Bombinha geschriebenen Brief ignoriert hatte. Dieser Besuch führte zu einer Versöhnung. bei dem beide reichlich Tränen nergoffen, und Leocadia nahm sich vor, nach Sao Romao und zu ihrem Mann zurüdzutehren. Sie wurde sehr fittenstreng und duldete in ihrer Umgebung nichts, was nicht einwandfrei moralisch war. Piedade erholte sich von ihrem Fieberanfall, mar aber vollständig verändert. Nur schwerlich fonnte man sie als die ruhige zufriedene Frau Jeronymos erkennen, die im vergangenen Jahr eingezogen war. Sie war sehr dünn geworden, ihre lebhaften Farben waren ganz verschwunden, und sie war jetzt eine häßliche Kreatur, die ewig mürrisch herumlief und vor sich hinmurmelte. Wirtlich, es ging unter den Nachbarn das Gerücht, die Seele der Here sei in jener Brandnacht in Piedades Körper eingegangen. Es tam feine Klage über ihre Lippen und niemand hörte sie den Namen ihres Gatten aussprechen. Während der Monate, in denen Joao Romaos neues Unternehmen im Bau begriffen war, veränderte sich der Charakter der Siedlung vollkommen. Statt eines Familienmohnhauses wurde es ein Bienenstad fleißiger Arbeiter, ein Riefenladen, mo Maurer, Tapezierer und Maler überall unordnung anrichteten. Die Wafchfrauen flohen auf das Feld hinter dem Hause und wuschen und hängten ihre Wäsche dort, um dem Staub zu entrinnen, den die Handwerker innen aufmirbelten. ( Fortegung folgt.) Die verschwundene Frauenteiche". Sollte Herr Lampe zu viel auf die Lampe gegossen haben? In dem fleinen märkischen Städtchen Beestow herrichte am Montag beträchtliche Aufregung wegen einer angeblich ermordeten Frau, die ein Landwirt auf der nächtlichen Chauffee gesehen haben wollte. Es handelte fich aber wahrscheinlich um eine nächtliche Erscheinung", die einem gewiffen Herra Campe zuffieß, der vermutlich zuviel auf die Campe gegoffen hatte. 93 In der Nacht zum Montag erschien bei der Polizei gegen 3 Uhr morgens ein Landwirt, namens Lampe und teilte mit, daß er joeben, als er mit seinem Fahrrad von Friedland nach Beeskow gefommen sei, etiva 200 meter vor der Stadt mitten auf der Chauffee einen regungslosen Rörper einer Frau, offenbar eine Leiche, gesehen habe. Auf diese Nachricht hin begaben sich zuzei Polizeibeamte aus Beestow schleunigft an die angegebene Stelle, fanden aber teine Leiche vor. Dagegen hatte es den Anschein, als ob in der Nähe der von dem Landwirt Lampe bezeichneten Stelle ein Auto gewendet habe. Der Landwirt wollte trotz der Dunkelheit auf der Chaussee eine Blutlache gesehen haben, die die Beesfomer Polizeibeamten in der Dunkelheit jedoch nicht feststellen konnten. Der Verdacht, daß ein Kriminalverbrechen vorTiege, hatte sich bei den beiden Beeskower Polizeibeamten noch da burch verstärkt, daß während der nächtlichen Untersuchungen auf her Chauffee dem einen Beamten das Rab, gestohlen und die Maschine. des zweiten unbrauchbar gemacht worden war. Die Ermittlungen an dem von dem Landwirt angegebenen Lat: ort, die von einem aus Berlin herbeigeholten Kriminalisten aufgenommen wurden, dauerten während des ganzen Lages an. Man fonnte jedoch nicht den geringsten Anhalt dafür entdecken, daß ein Berbrechen vorgekommen sei, denn es war nicht.bie. mindeste 23 futfpur zu sehen. Da die Chauffee für den Berfehr gesperrt morden war, fonnten Blutrefte durch Wagen oder Autos nicht ver. misdyt worden sein. Es besteht also nur die Möglichkeit, daß ein Automobilist nachts iemanden angefahren und den Berlehten dann mit seinem Wagen ins nächste Krankenhaus gebracht hat. Anfragen der Polizei nach dieser Richtung wurden jedoch von den in Frage tommenden Krankenhäusern verneinend beantwortet. Die mit den Ermittlungen betrauten Kriminal und Polizeibeamten neigen deshalb der Ansicht zit, daß sich entweder die ganze Mordgeschichte nur in der vom Alkohol überhigten Phantasie des Anzeigenden abgespielt hat, oder daß die angeblich tote Frau eine Bier Teiche gewesen ist, die auf dem Heimweg auf der Chaussee hingefallen war, sich später aber, ein wenig ernüchtert, wieder auf den Heimweg begeben hat. Rechtsnot der Zahnärzte? Eine Kundgebung des Reichsverbandes der Zahnärzte. Jm großen Saal des ehemaligen preußischen Herrenhauses vecanstaltete der Reichsverband der Zahnärzte Deutschlands eine öffentliche Kundgebung gegen Geschenke für Rundfunksförer. lichkeiten. Die Rundfunkhörer könnten beispielsweise der Straßenbahn Führungsbügel schenken, an anderen Unternehmungen Umbauten vornehmen lassen und so weiter und so weiter. Die Poft zieht prompt Rundfuntgebühren ein. Und zwei Marf im Monat sind sicher allerhand Geld in diesen knappen Zeiten. Im übrigen lann jeder Rundfunkhörer sehen, wie er sich den von ihm bezahlten Genuß verschafft. Dienst an den Kunden. Man schreibt uns: Die Störungen des Rundfunkempfangs burch, quellen in Betracht kommen. Es zeigen sich da ungeahnte Mög Besitzer von sogenannten Hochfrequenzheilgeräten sind seit Jahr und Tag eine Blage. Selbst der Reichspoftminister erflärte in seiner Rede bei der Eröffnung der Funfausstellung im September 1929, daß Abhilfe dringend geboten sei. Noch innerhalb des laufenden Jahres würde ein Gesetz als Grundlage für die wir? fame Bekämpfung der Störungen herauskommen. Eine angenehme Botschaft! Bo aber bleibt die Tat? Inzwischen werden die Rund funkhörer mit dem Hinweis darauf getröstet, daß es Stellen bei der Reichspost gibt, die sich um die Abstellung der Störungen fachgemäß und entgegenfommend befümmern. Ein Rundfunkhörer, der faſt täglich, mit Einschluß des Sonntags, und meist ein bis zwei Stunden lang in der Zeit von 20 bis 22 Uhr durch Störungen daran gehindert wird, die Darbietungen des Rundfunks zu empfangen, schrieb vertrauensvoll an die Post. Es ging folgende Antwort ein: Oberpostdirektion Berlin II D 3/ II Berlin- Chlb. 5, den 23. Januar 1930. Zu Ihrem Schreiben vom 8. Januar 1930 an das Bostamt teilen mir Ihnen mit, daß die Deutsche Reichspost leider feine gefehliche Handbabe befibt, gegen die Besitzer von Hochfrequenz heilgeräten vorzugehen. Eine Verminderung der Störungen ist durch Aenderung der Empfangsanlage faum zu erreichen, sondern nur durch eine Zufazeinrichtung, die an dem störenden Apparat anzubringen ist. Brauchbare Zusageinrichtungen sind neuerdings im Handel zum Preise von 10 bis 15 m. zu haben. Es wird empfohlen, eine gütliche Einigung mit dem Bejizer der Störanlage daraufhin anzustreben, fich ein entsprechendes Zusatzgerät( g.. auf Kosten der gestörten Rundfunkteilnehmer) an feinem Gerät anbringen zu lassen oder den Betrieb des Apparates während der Hauptfendezeit möglichst einzustellen." Da sind wir mun so flug wie zuvor. Der geplagte Rundfunt. hörer hatte mit seinem geplagten Gemüt geglaubt, die Bost werde den Urheber und die Ursache der Störungen ermitteln. Das ist für einen Laien nicht so einfach. Die ganze Nachbarschaft ist schon abgefragt worden, ohne den rücksichtslosen Störer finden zu können. Die Poſt geht an dieser Kleinigkeit vorbei. Vielleicht sollte der Rundfunkhörer zunächst einen Privatdetektiv engagieren? Natürlió brennf der Beschwerdeführer nun darauf, den Störer zu ermitteln, damit er ihn bitten kann, doch freundlichst das Geschent einer Zufazeinrich tung, die nur lumpige 10 bis 15 M. foftet, entgegenzunehmen. Noch besser, menn mehrere Störer in Betracht kommen. Dann fönnen die um ihren Empfang gebrachten Rundfunkabonnenten die Zusatzdie um ihren Empfang gebrachten Rundfunkabonnenten die Zusatz einrichtungen gleich engros einkaufen und sich in weiteren Kreisen durch Geschenke beliebt machen. Am schönsten aber wäre es, wenn sich danu herausstellt, daß noch ganz andere Störungs. Arbeiterfunttag 1930. Der diesjährige 16. März ist für die Arbeiterschaft der Er innerung mert. Behn Jahre sind seit dem Kapp- Butsch verflossen. Die Sozialdemokratische Partei hat ihre millionen. starte Mitgliedschaft aufgerufen, diesen Tag nicht zu vergessen, sich aber mit ihm gleichzeitig an den zwei Tage fpäter liegenden Märzgefallenentag zu erinnern Beiterhin wird der Arbeiter Radiobund einen Ar⚫ better funttag veranstalten, der für seine Soziale Radiohilfe gedacht ist, die für Minderbemittelte, Erwerbstoje, Körperbehinderte und Insassen von Besserungsanstalten, Krankenhäusern und Altersheinten Empfangseinrichtungen zur Berfügung stellt. Den Ehrenvorsitz haben der Reichstanzler hermann Müller und Frau Louise Ebert übernommen. Im Ehren- und Arbeitsausschuß find unter anderem vertreten: Reichsminister des Innern Karl Severing, Reichstagspräsident Paul Löbe, Landtagspräsident Friedrich Bartels, Friedrich Stampfer, M. d. R., Reichspressechef 3e chlin, Min.- Dir. Menzel, Staatssekretär a. D. Kurt Baate, Borsitzender des Arbeiter Radiobundes und des Berbandes deutscher. Boltsbühnen, Beter Graßmann, Borsigender des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Siegfried Aufhäuser, Borsitzender des Allgemeinen freien Angestelltenbundes, Albert Faltenberg, Borsitzender des Allgemeinen Deutschen Beamtenbindes, Dr. Rudolf Brettscheid, Borsitzender der fozialdemokratischen Frattion des Reichstages, Ernst Heilmann, Vorsitzender der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, Marie Juchacz, Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Artur Crispien, M. d. R., Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Franz Künstler, Bezirksvorsitzender der Sozialdemo fratischen Partei, Neidhard, Gauvorfizender des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold. • Die Festansprache hält der Reichsinnenminister Korl Severing. Die prominentesten Künstler Berlins wirfen an der Veranstaltung mit: Alfred Beierle, Heinrich George, Gertrud Eyfoldt, Franziska Kinz, Theodor 2005, Agnes Straub und das Symphonieorchester des Deutschen Mufiterverbandes Die Katastrophe in Frankreich. die Rechtsnot der deutschen Zahnärzteschaft. Es referierten Die fehlenden Wälder als eigentliche Ursache. I los ist vieles verfäumt worden, um die bereits oft vor Uebers T der Vorfihende des Berbandes Dr. h. c. Cinnerf, der Berbandsdirektor Dr. Hoffmann, Ministerialdirektor Dr. Badt, Reichstagsabgeordneter Profeffor Dr. Kahl und Profeffor Dr. Stier Somlo, Köln, Die Redner führten aus, daß der Berufsstand der Zahnärzte cuf die Dauer den Einbrüchen in sein Gebiet nicht gewadyfen fei. Das Berlangen, als gleichberechtigter Faftor in der Gemeinschaft mit den in der deutschen Sozialversicherung zusammengefaßten Kreisen an der Gesundheitsfrage mitzuwirken, jei das Ziel der Bestrebungen. Die Vertreter des Verbandes wandten sich hauptsäch lich gegen die Dentisten und gegen angebliche Mißstände auf dem Gebiete des Krankenkassenwesens. Dort herrsche zum Schaden der hilfsbedürftigen Bevölkerung ein besserungsbedürftiger Zustand. Durch die Fortdauer der Errichtung von Kaffeneigenbetrieben mit Behandlungszwang werde dem Versicherten die Möglichkeit genommen, auf Kosten der Kasse die ihm zusagende indi nituelle zahnärztliche Hilfe in Anspruch zu nchinen. In fleinen Orten untergrüben, nach Meinung einiger Redner, die Kaffenzwangs. Miniten die Cristenz der ansässigen Zahnärzte, 3mängen fie zur Brarisaufgabe und gefährdeten hierdurch auch die zahnärztliche Bersorgung der nichtversicherten Bevölkerung. In Großstädten werde durch einseitige Bevorzugamg fleiner Zahnärztegruppen die organifierte Zahnärzteschaft durch Ausschluß von der Kaffenbehandlung bestraft. 2íuf dem Lande würden die Zahntechnifer bevorzugt zu gelassen. Deshalb forderten die Zahnärzte eine gefeßliche Ord nung ihres Rechtsverhältnisses, die in der bevor stehenden Novelle zur Reichsversicherungsordning festgelegt werden trüffe. Die 3ahnärzte verlangten, mie dies bei den Aerztent der Fall märe, eine gefehliche Regelung der Zulaffung zur KrantenPaffenbehandlung durch die Einführung von Vertragsausschüssen so wie von Zulassungs und Schiedsinstanzen. Im übrigen ertenne her Reichsnerband der Zahnärzte die segensreiche Bedeutung der Sozialversicherung an und arbeite gern an ihrer Durchführung mit. Es wird Aufgabe der zuständigen Behörden sein, die Berechtigung dieser. Klagen nachzuprüfen. Staatsbäder und Ostseebäder. Eine gemeinsame Auskunftsstelle für die preußischen Staatsbäder und für die Ostseebäder ist fürzlich gegründet worden, die am 15. März im Dienstgebäude des Landwirtschaftsministeriums, Stresemannstraße 123, eröffnet werden wird. Mit diesem Tag wird die Auskunftsstelle des Verbandes der Ostseebäder in der Straße Unter den Linden geschlossen. Die geschäftliche und propagandistische Bereinigung, die durchaus zu begrüßen ist, wird hoffentlich beiden Teilen, den staatlich preußischen Bädern( Bäder Bertrich, Ems, Nenndorf, Nordernen, Rehberg, Schwalbach, Schlangenbad und Wildungen) und 87 im Ostseebäderverband zusammengeschlossenen Oftjeebäder von Rußen sein. In einer Pressebesprechung in den Geschäftsräumen des Ostseebäderverbandes, Benthiner Str. 35, murde diese Tatsache von dem langjährigen Geschäftsführer des Berbandes der Ostseebäder, Direktor Anners, bekanntgegeben, während Oberregierungsrat Dr. Kasper vom Breußischen Landwirtschaftsministerium die Bedeutung der preußischen Staatsbäder erläuterte, die in unserer Zeit auch eine soziale Aufgabe zu erfüllen haben, indem sie sich der minderbemittelten Bevölkerung, den Kriegsbeschädigten, den Kleinrentnern zur Verfügung stellen. Ein Ein gleichzeitig vorgeführter Ostseebäderfilm verdient besondere, Beachtung. Sertermeister" und Häftling". Auf Einladung der Deutschen Liga für Menschenrechte sprechen am heutigen Dienstagabend im Langenbed- Birchow- Hause, Luisenstr. 58, über das Wesen des Strafvollzugattes Karl Maria inteinburg, Autor des Dramas Amnestie", und der Dichter Ernst Lofler über den modernen Strafvollzug. Starten für Mitglieder der Partei und der freien Gewerkschaften zum ermäßigten Eintrittspreis an der Abend Falle ( Bon unserem in das. Unglüdsgebiet entsandten Sonderforre spondenten.) Bordeaug, 10. März.( Eigenbericht.) Bom Zentrum der verwüfteten Gebiete haben sich die Wäffer nach den Küffen verzogen, überall find jedoch Seen zurüdgeblieben, aus denen die Farmen und Dörfer aufragen. Wie fich die Dörfer, Ortschaften und Städte auch nennen, von Beziers am Mittelmeer bis Bordeaug am Atlantischen Ozean, es ist überall das gleiche Bild: Eingestürzte Häuser, zusammengebrochene Straßen. Feldmarschmäßig mit Spaten und Beilen rüden Regimenter aus den Kafernen, um Tote auszugraben, Schuff wegzuräumen, mit Einsturz bedrohte Häufer niederzulegen und Stadtviertel abzusperren. Aus Nord- und Mittelfrankreich find Hilfstruppen herangezogen und im Ueberschwemmungsgebiet beheimatete Soldaten sind beurlaubt worden. Allmählich fammelt sich die zersprengte Bevölkerung wieder: Die Zahl der Obdachlpfen geht in die 3ehntausende. Eine 3iffer über die Höhe der Menschenverlufte zu nennen, ist immer noch umumöglich. Amtlicherseits bemüht man sich, das Ausmaß der Katastrophe nicht in seiner vollen Größe bekannt zugeben. Zweifel Funkwinkel. Unter der Devise ,, inan- Borwärts- Hinant" steht die Morgenfeier, die das Arbeiter Ruiturtartell Berlin veranstaltet. Die Feier wirft wie aus einem Gus. Tat fädlich stören hier femme Risse und Nähte. Es ist das Bekenntnis, Bekenntnis von einer großen, proletarischen Gemeinschaft, die den das im Schlußchor gipfelt ,, Brüder zur Somme, zur Freiheit!", das tämpferischen Willen besigt, sich ihren Platz an der Somme zu er. obern. Brachioll wirten die Chöre. Der Schauspieler Albert Florath stellt die Sprechhöre völlig auf das rhythmische Elenient ein, auf einen faszinierenden, geballten Rhythmus, der den Hörer in den Bann zwingt. Geschickt die llebergänge in den Gesang, den der Gemischte Chor mit feinem bewährten Können meistert. Die Aufführung von Offenbachs Operette Madame L'Archiduc" am Somitag abend gehört zu den besten, die der Berliner Rundfunk herausgebracht hat. Schließlich sei noch die Spanische Stunde" erwähnt. Die Kapelle Gebrüder Steiner spielt spanische Rompofitionen, teine überragenden Leistungen moderner Sinjoniter, sondern Unterhaltungsmufit und Salonkompofitionen, aber das Niveau liegt hier hoch. schwemmungen heimgesuchten Gegenden vor einem solchen Unglüd 34 bewahren, Baldmangel ist seine Hauptursache. Der geringe Forstbestand der vermüsteten Bromingen it von 1914 bis 1918 au militärischen 3weden bis auf ein Miri mum abgeholzt worden und der Wiederaufbau Nordfrankreichs ließ die Aufforstung im Süden vergessen. Ein schwerer Fehler, der sich nach einem schnee- und außerordentlich regenreichen Winter Süd frankreichs bitter gerächt hat. Die Ratastrophe wird täglich größer. Täglich fürzew neue Häuser trachend zusammen, neue Straßenzüge müffen geräumt werden, meil sie vom Einsturz bedroht find. 3 ehit tausende von Menschen sind arbeitslos geworden. Die meist an den Flüssen gelegene zwar fleine aber zahlreiche Industrie ist erlahmt. Die Fabriten und insbesondere die Bebereien find teils eingestürzt, teils ihrer Einrichtungen beraubt. In allen Städten und Dörfern wird Tag und Nacht Waffer aus den Kellern gepumpt, denn, menur auch die Waffer abziehen, in den Rellern stehen sie noch immer. Kellern stehen sie noch immer. Unermeßliche Borräte an Bein, Gemüse und Früchten find vernichtet und die Abfaktrise der Agrarprodufte in diesem außerordentlich reichen Südfrantreich hat eine eigenartige Lösung gefunden. Auf weite Streden find Beinberge, Gärten und Tabatfelder vernichtet, Bo das Waffer hingefonamen ift, find nur platt gemalate Schlammmüften übrig geblieben. Zu Tausenden sind Rühe und Pferde ertrunken. Was noch vorhanden ist, findet taum Nahrung, denn Futter, Heu und Stroh, Mehl und Kleie find vernichtet, * Ministerpräsident Tardieu, Finanzminister Reynard, der Minister für öffentliche Arbeiten Bernot imò der Unterſtaatsjetretär bei der Ministerpräsidentschaft, eraud, hatten Montag vormittag eine Besprechung, in der sie in großen Zügen die Gesetzentmürfe zur Organisierung und Bereitstellung werden sollen, um den Opfern der Ueberschwemmungfatastrophe DD1 Krediten entworfen, die in der Stammer eingebracht zu Hilfe zu fomumen. Eine Reihe von Senatoren haben die Regierung aufgefordert, der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsfaffe einen Borschuß von 500 millionen für langfristige Anleihen zu herabgesetzten Zinssäten für die Unwettergeschädigten, zur Verfügung zu stellen. Förderforb 500 Meter in die Tiefe. 31 Zote beim Absturz. London, 10. März. Wie bus Johannesburg gemeldet wird, riß am Montag in der in der Nähe der Stadt gelegenen Crown- 3eche das Geil eines Förderkorbes, wodurch dieser 500 Meter in die Tiefe stürzte. Die in dem Korb gerade beförderten 28 eingeborenen Bergarbeiter wurden fämtlich getötet. Durch das Seil des bindung stehenden Förderforbes aufgerissen, wodurch drei europäische Ingenieure herausfielen und aus 300 Metern tödlich auf den Zechengrund abstürzten. Zwei weitere Europäer und sedys Eingeborene in dem zweiten Korb wurden verlegt. Am Montag spricht der Dichter Walter Mehring über Das Theater der Gegenwart. Es gibt teine langbärtigen erschöpfenden Analysen, sondern ein Feuerwert von Einfällen, mißigen Bemerkungen und Paradoren, die aber die Situation besser flären als profefforale Erkenntnisse. Es entsteht ein bebenssprühendes Bild dieses Kompleres und darüber hinaus von der Kunft über- fallenden Korbes wurde die Tür eines zweiten mit ihm in Verhaupt. Ein Satz wie dieser trifft das Richtige:„ Mag ein Künstler in seinem Brivatleben auch reaktionär fein, hat er den Mut zur fonfequenten Durchdentung eines Problems, dann wird er repolutionär." Den größten Erfolg gibt Mehring in Dokumentendrama. Vorträge dieser Art, die schon rein sprachlich den Durchschnitt überragen und die Zeugnis von einer zielsicheren und febernd geschmeidi, gen Geistigkeit ablegen, sollten öfter im Radio gehalten werden. Ein gutes Solistentonzert am Nachmittag. Hans Borf erweist sich als technisch überlegener Spieler, der die Eigenarten eines Komponisten herausarbeiten will, und Rose Steiners Gopron, wicht ganz durdyfidig in ber Höhe, findet für die Agathen- Arie und auá für Zoscas Gebet einen starten Ausdruck. Abends feirbet Bar.. schau ein Orchefter und Solistentonzert mit polmi ichen Rompofitionen n erster Stelle die Chopin- Borträge ber Frau Radtin. Jobe Rote ift belebt. Wie ein Rausch flingen die Stücke in dieser durchgürtelen Interpretation. F. Sch. Schutz vorAnsteckung und bei Erkältungsgefahr Formamint Glas mit 50 Tabletten M. 1,75 Erfreuliche Jahresberichte. Parteierfolge in Güd und Dft. Bor den Delegierten des reises reuzberg erstattete der Vorsitzende der Parteiorganisation Stadtrat Schweifarbt am Dienstagabend in Robes Festfälen den Jahresbericht. Die Wirtschaftslage und die immer noch steigende Arbeitslosig teit haben die Arbeit des Kreises beeinflußt. Nach dem Wahlfieg 1928 ist die Sozialdemokratie in die Regierung gegangen, weil sie glaubte, dann die Interessen der arbeitenden Bevölkerung besser Bertreten zu fönnen. Reichsfinanzminister Moldenhauer macht es Der Sozialdemokratie fast unmöglich, weiter in der Regierung zu bleiben. Die Partei wird nie einwilligen, daß die Arbeitslofenversicherung abgebaut wird. Troh der großen Arbeitslosigkeit hat die Arbeiterschaft der Partei die Treue gehalten. Im Jahre 1929 stieg die Mitgliederzahl des Kreises von 5208 auf 6268. Besonders die Frauen haben eine erfolgreiche Werbearbeit entfaltet. Der Kassierer Boigt gab den Kassenbericht und erhielt cinstimmige Entlastung. In einer sehr aus. führlichen Disfuffion wurde von den Mitgliedern verlangt, daß die Partei am Rotopfer festhalten sollte. In einer Entschließung wurde verlangt, daß auch die Beamtenschaft freigemertschaftlich organisiert sein müffe. In einer anderen wurde zum Ausdrud gebracht, daß die außerordentliche Rotlage eines Teiles der Arbeiterschaft außerordentliche Maßnahmen erfordere. Es wurde verlangt: Gidherung der Arbeitslosenversicherung, Aus: bau der Krisenfürsorge, Ausbau der produttiven Erwerbslosenhilfe, Berfürzung der täglichen Arbeitszeit auf 7 Stunden, Zwangsmaß nahmen gegen Kartellditatur und Preiswucher, Erhebung eines einmaligen Rotopfers non Hochbezahlten und Kapitalisten und Offenlegung der Steuersten. Beide Entschließungen wurden ein stimmig angenommen. In den Kreisvorstand wurden gewählt: 1. Borsitzender Schweitardt, 2 Borsigender Bitfe, zu Schriftführern Rosenberg und Red und zu Raffierern Boigt und Weber. Auf der Kreisvertreterversammlung des Kreises Prenz lauer Berg gab der 1. Vorsitzende Genosse Döhnert den Gedäftsbericht für 1929. Aus ihn ist hervorzuheben, daß trag der fooierigen Rampfverhältniffe, die der sozialdemokratijden Agitation im Jahre 1929 aus politischen und wirtschaftlichen Gründen entgegenstanden, der seit 1927 beste Erfolg der Werbe100 che zu verzeichnen mar. Die Werbewoche brachte 1929 552 Neuaufnahmen gegen 390 im Jahre 1928 und 440 im Jahre 1927. Die Mitgliederzahl wuchs um 1111 von 5231 auf 6342. Die Sozialistische Arbeiterjugend formbe 3 neue Gruppen eröffnen und ihren Mitgliederbestand von 476 mm 117 auf 593 erhöhen. Bon der sozialdemokratischen Wählerjajast waren 1928 8 Prozent und 1929 10 Brozent in der Partei organisiert. Die im Rovember 1929 vollzogene Stadtverordnetenmahl brachte da gegen einen bedauerlichen Rückschlag, der auf die unverantwortliche Glaret- Hege zurückzuführen war. Gegenüber der Stadtverordnetenmahl von 1925 gewann zwar die Sozialdemokratie noch 2100 Stimmen, aber die Wahlbeteiligung mar so start gestiegen, daß der fo zialdemokratische Stimmenanteil von 38% Prozent auf 33% Prozent, die Zahl der Stadtverordnetenmandate von 7 auf 5, die der Begirisverordnetenmandate von 19 auf 16 zurüdging. Trotz des Gepinnes der Kommunisten, die auch im Bezirksamt zu fachlicher Mitarbeit nicht fähig waren, blieb die SPD. die stärkste Frattion. Rach einer langen Distufion nude dem Kreisvorstand Ent lashing erteilt und die beiden Borsitzenden Döhnert und moder holz wiedergewählt. Ein humoristischer Abend im Orpheum. dru Einen humoristischen Abend veranstaltete der Bezirksausigns für sozialistische Bildungsarbeit, Abteilung Kreuzberg, im großen Saal des Orpheums, Hasenheide. Das vorbithlich, auf lebendige Mannigfaltigkeit eingestellte Brogramm feffelte burch seine betont politifche Rote, die namentlich in den wirtungsvollen Rezitationen Rolf Gärtners zum Anstam Badende Zeitgedichte wurden vorgetragen. Grete Friedrichs Gärtner fang mit Mangvoller Stimme humorvolle Zeitlieder von Béla Reinig und Claus Clauberg. Namentlich die Stahlhelmparodie Pampelschlund vom Stahlhelmbund" fand ftürmischen Beifall. Nicht menig erheiternd wirkte der vertonte Reflamesah lnb find's die Augen, geh' zu Ruhnke". Die Slavierbegleitung besorgte Kapellmeister Georg Mulad. Tanzharbietungen der Hertha Feist Gruppe, in farbenprächtigen Kostümen, aber leider auf unzulänglichem dekorativen Hintergrund befchloffen das Programm, das die Aufgabe, die künstlerische Form für die sozialistischen Ideen zu werben, gerade durch die heitere Ironie in unterhaltendster Beise gelöst hatte. Die Eröffnungstede des Reichsminifters Severing ouf der Tagung der sozialistischen Alkoholgegner in Blenarjaal des Herrenhauses wird am Freitag, dem 14. März, abends um 8 bis 8.20 Uhr, auf den Deutschlandsender übertragen. Parteinachrichten Cinfendungen für diese Nabrit find Berlin GB 68, Linbenftraße 3, für Groß- Berlin ftets am bas Bezirksselsetariat 2. Sof, 2 Treppen rechts, zu richten 13. Areis Tempelhof. Die Rotten für die Borführung am Sonntag, 6. April, 10% Uhr, im Planetarium an 800 find bei ben Mitgliedern des Bil bungsausschusses und bei allen Bezirksführern zu haben. Breis 50 Bf. 14. Kreis Rentäün, Kreisbildungsausschuß. Donnerstag, 13. Mära, 19% Uhr, Gigung im Barteibureau. Fuldoftraße, 3dcalpaffage. Tagesordnung: Doifeier." Tie Abteilungen müssen vertreten fein.. 16. Kreis Köpenit, Bildungsausiauf. Seute. Dienstag, 11. März, 20 Uhr, michtige Sigung im Bibliothekszimmer, Schloßftraße, betr. Maifeier. Heute, Dienstag, 11. März. 8. 6. 20 Uhr bei Ridert, Steirmekftr. 36a, wichtige Funktionärfizung. 83. Abt. Tempelhof, 1. Bezitt. 20 Uhr bei Uhlemann, Ringbahnftraße Ede Germaniaftraße, Boutrag: Die innen. und finanapolitische Lage." Refe rent Genoffe Arolzig. 136. Abt. Reinidendorf.Dkt. Dienstag, 11. März, 20 Uhr, findet bei Sichne die Funktionärfigung statt. Binktliches Erscheinen ist notwendig. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Mittwoch, 12. März, in den nachstehend angegebenen Cofalen. 1. bt. 19% Uhr im hadefchen Sof, Rofenthaler Str. 40/41, Borknag: Stilb. fapitalisuus in China und Indien." Referent Genoffe Furtwängler. 2. t. 1914 Uhr bei Ohngemad, Rommandantenftr. 89, Bablabend. Bottrag: Finanlage Berlins." Referent Genoffe Biggenhauser. 3. 6. 19 Uhr im Gaal I des Gemerffchaftsbauſes, Engelufer 24/25, Bot. trag: Die großen politischen Sdeen der Gegenwart." Referent Ludwig Simmermann. 4. Mht. Achtung, neues Botal! total Jana, Baffnertheaterstr. 84, Boziren: Die neuen Steuern und Sozialdemokratie." Referent Billy Rogge 5. Abt. 191 Uhr Rofenthaler Sof. Rofenthaler Str. 11/12, Bortrag: Soll. und Steuervorlagen." Referent Ruri Riegmann. 6. Abt. 19 Uhr bei Soffmann, Gdnwebter Str. 23, Borizog: Reichsver. faffung, Gelesgebung." Referent Gattlieb Reefe. 7. Abt. 19% Uhr bei Döll, Bergftr. 70. Beihsan, Bflugftz, L. Staufer, Bosen= fraße 19. Arendt, Schröderffe. 3. Bortrag: Sehn Jahre nach dem Sapp Butch." Referent Johannes Gott. Bärmalbe, Schlegelftr. 8, Bertrag: Die Frau im Gewerbsleben." Referentin Selene Michorlts. 8. st. 19% Uhr Sahlabende. Bei Matschte, Aurfürftenfte. 111, Boring: Die politische Lage." Referent Sermann Bäger. Blath, früher ener, gowite. 7, Bortrag: Die politische Lage." Referent Genoffe Strathmann. Gefler, Steinmegitr. 29, Sorinag: Berliner Rommunalpoliti Referent Magistratspot bler. Ridert, Steinmeftr. 36a, Sorteng: Die politische Lage. Referent Michael Sirfberg. Slemfe, Elsholaftr. 19, Soztrog: Die politische Lage." Referent Genoise Garbiemrat Bipstedt. 9. Abt. 19% hr im Arinshof. Berleberger Str. 29, Bartrag:„ Das Repatationsproblem." Referentin Dr. Dora Fabian. 10. t. 20 Uhr Doabiter Bierhallen, Richftr. 18, Bortrag: Breußenpolitik." Referent Otto Meier, M. d. L. 11. 6. 19% 1hr bei Berger, Renegomir. 21 Ede Sagowftraße, Bartrag: Steve politische Brobleme." Referent Dr. Julius Mofes, M. 5. 9. 12. bt. 19 Uhr im Zolal, früher Nachtigal, Benkelitz. 32, Bertrag:„ Balt. the Tagesfragen." Referent Dr. Siegmund Rallmann, 15. 6. 1915 Uhr. Bezirke 251, 253, 254b hei Dahm, Vinetaplay. Bezirke 252, 260 bei Obiglo, Stroffunder Str. 11. Bezirke 259, 265, 266 Kurkowsti, Felbftr. 3. bei 14. Abt. 20 br bei Gothaft. Butbuffer Str. 24. Start, Butbuffer Str. 14. Bezitte Trapp, Runge, Zimmermann und geh( Bagel) im Swinemünder Gesellschaftshaus, Emineminder Str. 42. Bezirksführer ftellen in ihren Bezirken die arbeitslosen Genossen feft. 13. Abt. Abteilungsmitgliederversammlung in den Azminius- Ballen, Bremet Str. 72/73, am Mittwoch, 12. Mära. 20 Uhr. Tagesordnung: Ermerbs. Tofigkeit unb privatvirilhaftliche Broduktionsweise." Referent Reichstags. abgeordneter Dietrich aus Erfurt. 16. t. 1916 Uhr bei Döhling, Brunnenstr. 70. Leusdner, Aderstr. 110. Fahrensteiner, Neue Sochstr. 8. 17. Abt. 19% Uhr bei Alinge, Gellerstr. 14. Edardt. Millerftr. 163. Ghwibe. comffi, Sriftftr. 48. Schreiber, Triftftr. 63. Siegert, Tegeler Str. 23, und Bimofiti, Tegeler Str. 24. 18. Abt. 19% Uhr ablabende in den bekannten Lokalen. Sablabend Gadfe, Lindower Str. 26, Bortrag: Arzt und Kurpfuscherium. Referent Dr. Mayer- 8achert. 19. t. 19% Uhr Bahlabende in den Lotalen: Bea 805/806, Sennis, Pant ftraße 59; Bei. 809/810, Schrepel, Grinthaler Str. 13; Bea. 811. Brobainfti; Bez 812, Schuls. Stettiner Str. 52; Bez. 813 und 819, Gottschalt, Griin. thaler Str. 14; Bea. 814, 817, 818, Gudjardt, Chriftianiafir. 116; Bea. 815/816, Martin; Bea. 820, Steffen, Brinzenallee 57. Bortrag des Genoffen Arture Remom. 21. bt. 19% Uhr Zahlebende: Böhm, Marstr. 18. Thema: Mieterrecht. Referent Genoffe Ruelins. Domine, Soulstr. 24, Der Young.lan". Referent Genosse Günther. Silmann, Nazarethfindstr. 41, Wirtschafts demokratie". Referent Genoffe South. Rroll, Utrechter Str. 21, Bedeu fung des Völkerbundes". Referent Genoffe Große. Aneppenberg, Hennigs. dorfer Str. 10. Referent Genoffe Slinge. Meier, Bring Eugen- Str. 7, Arbeitslosenverfidherung". Referent Genoffe Ambrofius. Schola. Adolf. ftraße 12, Der Bölferbund". Referent Genoffe Schwarz. Schrepel, Anton Straße 8. Referent Genoffe Rogozinfti. Seefeld, Edulftr. 114, Die weitere Entwidlung ber tapitalistischen Gesellschaftsformen". Referent Genosse Büft. 22. Abt. Mittwoch, 12. März, 19% Uhr, Sahlabend hei Bartsch, Fehmarnstraße, Bortrag des Genossen Baltin Sartig über den Young- Blan. Lojale, Antwerpener Str. 9, Bortrag bes Genoffen Adolf Buschid, M. b. 2., fiber Soalitionspolitik. Borkowski, Brüffeler Str. 43, Bortrag der Genoffin Rrilger her Grundfäße und Forderungen der Sozialdemotatie. Bok, Antwerpener Str. 6, Vortrag über Ronunimalsteuern. Serms, Millerstr. 26, Lichtbildervortrag. Gentel, Utrechter Str. 10, Bortrag des Genossen Sante ither Arbeitsredit. 23. Abt. 19% Uhr Rohlabende bei Lemandomffi, Geeftr. 104. Gefichte der politischen Arbeiterbewegung": Benz, Geeftr. 108. Bartei und Gewerkfchaft"; Grunewald, Kameminer Str. 19; Gutfchom, Transnaolftr. 25, Arat und Rurpfuscher"; Bos. Barfusftr. 9. Rampf um hie Sozialpolitif": Ladner, Barfusftr. 11, Finanznot der Gemeinden": Monau, Miller. ftraße 62a, Rampf um bie Sozialpoliti"; Förster, Ofener Str. 14, Rampf um die Sozialpolitit"; Rönig, Otawiftr. 37. Referenten find die Genoffen Senfel, Sabath, Dr. Zemin, Malzahn, Bfeiffer, Sols. Baslot, Bolf. 24. bt. 19% Uhr, 1. Gruppe: Röfner, Immanuelfinoftr. 25. 1a Gruppe: Ahlschläger, Binsftraße Ede Chriftburger Straße. 2. Gruppe: Bogel, Jablonstifte. 9. 3. Gruppe: Soils, Carmen- Sulva- Straße Ede SolemannStraße, Bortrog: Religion und Sozialismus". Referent Georg Milfer. 26. ht. 19 Uhr bei Hoffmann, Schwedter Str. 23, Bortrag: Bolitische Sagesfragen". Referent Sermann Spiedermann. 27. t. 10% Uhr bei Senge, Milasftr. 5; Mehlberg, Gauboftr. 6. Bortrag des Genoffen Bitter Malina; Sausatter, Rorförer Str. 1: Glans, Kopenbogener Str. 35: Rees, Sonnenburger Str. L 28. bt. 19% Uhr bei Jänede, Sagenauer Str. 5, Bortrag:„ Das Seidet. berger Programm". Referent Dr. Theodor Sichquer. Bartelt, örther Straße 19, Bortrag: Behn Jahre noch bem Ropp- Butsch". Referent Dr. Mischler Rundel, Raftanien- Allee 29/30, Bortrag: Broletariat und Strafrecht". Referent Sans Bauer. 29. t. 19% Uhr im Altersheim, Dansiger Str. 62, Borttag:„ Die politische Lage. Referent Bittor Schiff. Die Funktionäre treffen fich um 19 Uhr ebenbort. 31. bt. 191 Uhr Soblebenbe bei Galbfchmidt, Stolpische Etr. 36; Meißner, Schivefbeiner Str. 84; Schwarz, Bornholmer Str. 9. 32. bt. Rahlabend 20 Uhr in folgenden Lotalen: Gruppe Fiedttau bet Arom hardt, Baul- Ginger- Str. 49. Referent Genoffe Oberstudienbirektor Dr Schönebeck. Thema: Interessenaustausch aus aller Welt". Gruppe Mart mann bei Emidt, Fruchtstr. 36a. Referent Genoffe Stadtrat Günther. Thema:„ Sparmaßnahmen in Wohlfahrt und Gefundheit". Gruppe Mener bei Wilton, Rrautftr. 54a. Referent Genoffe Mar Sendemann. Thema: Bolitische Tagesfragen". Gruppe Budmann Fei Drescher, Stralaver Blak 5. Referent Genosse Gensch. Gruppe Träder im Kotal Lachs, Andreas freaße 79. Referent Genosse Schlesinger. Gruppe Aluge bei Balentin, Arautstr.. 36a. Pea. 304/5 bei Schröder, Friedrichsfelder Str. 21. Referent Genoffe Schiemann. Thema:„ Sngiene in Haushalt". 33. Abt. 19 Uhr Sablabende bei Sahn, Simon- Dach- Str. 9. Thema: Arbeiterschaft und Betriebsrätemahl". Referent Genoffe Salinsin: bei Bertalla, Sohenloheftr. 8. Thema: Nationalökonomie Wirtschaftssozia fismus bei Soffmann, Stralauer Str. 17. Thema: Märsgedenken". Bortragende: Genoffe Dr. Rakenstein, Genoffe Rurring. 34. bt. 19% Uhr bei Neumann, Gubener Str. 46. Referent Safob Maier Botal Geiblia, Romintener Str. 7. Berichte und Berschiedenes. Lotal, Cabiner Str. 10. Thema wird in der Bersammlung befanntgegeben. Referent Genoffe Lau. 35. bt. Mittmod. 12. März, 1915 1hr Sahlabende bei Schulze, Gamariter Straße 38. Referent Genoffe Serwig: Gegenwartskämpfe der Bartei". Gchnoerer, Boigtstr. 38. Referent Genoffe Ulrich. Schule, Gamariterftr. 20. Referent Genoffe Richard Schöte:„ Gemerffchaftliche Ronzentration und Arbeiterfchaft". Der Rablahend der Gruppe Memes findet erst am Donners tag, 13. März, Bei Graubner, Boigtitr. 23, statt. Referent Genoffe fren John. Die Bezirksführer rechnen am Dienstag, 11. März, auf der Srets. nertreterlonferena bie Ratten für hie Märafeler ber 84. bt..ob. Einige Besirfsführer haben die ermerbslofen Genoffen noch nicht gemeldet. Die Meldungen find umgehend beim Genoffen Sohn abzugeben. 36. bt. Mittmod. 12. Mära, Rablabende abends 191 Ubr. Gruppe I bet Busch, Allfiter Str. 27. Gruppe II bei Sorn, Sorndorfer Straße Ede Löwea Straße. Referat des Genoffen Stadtverordneten Gutekunst über: Romine noles Allerlei". Gruppe III Bei Rief. Betersburger Str. 81. Referat hes Genoffen Blen jun. über: Bohnungspolitif ber Stadt Wien". Grupre IV bei Bittschuß, Petersburger Str. 5. Referat des Genoffen Eitimann über: Auguft Bebel und fein Wirken in der Arbeiterschaft". 37. Abt. 19% Uhr. 1. Bezirk: Septe, Ebertoftr. 7, Bortrog: 98as milffen mir von der Rommunalpolitit miffen?" Referent R. Rraufe. 2., 3. Bezirk: Jenafch. Ebertaftr. 10, Bortrag: Die Frau in der Rommunalpolitik. Referentin Gertrud Grözinger. 4., 5., 6. Bezirk: Raste. Matternftr. 14, Bortrag: Die Tätigkeit der Stadt und Bezirksverordneten im Blenum. Ausschuß ufm. Referent Alfred John. 38. Abt 19 Uhr Sahlabenbe in allen 19 Besitten in den befannten golgir Bezirk 134 am Donnerstag, 18. März, bef Blamert, Beerftr. 24a. Beair 189b tiesmal hei Beber. Wilhelm.iole- Str. 16. 30. 20. 19% Uhr im Baugemerishaus. Großbeerenftr. 96, Bortvog: Reichss banner und Bartei". Referent Guftan Rrentlein. 39. ht. Rabimorgen früh 5 1hr im 2ntalum Mohren", Jerufalemer Str. 9. Ruzt Bortrag: Arbeitslosenproblem nnd der Reichsten". Referent Rickmann. 41. Abt. Um 20 Uhr Sablabende in folgenden Sofolen: 1. Gruppe 2afol Regul. Tempelhofer Ufer ia. Bortrag: Rommunale Brableme". Referent Genolie Beinauge. 2. Gruppe: Lokal Erdmann, Belle Alliance- Str. 74a. 3. Gruppe: Lokal Fechner, Fidicinstr. 4. 4. Gruppe: Lotal Schuster, Chamiffo- Blak 4. Bortrag des Genoffen Red:„ Entstehung und Auswirkung des Dounge Blans". 5./6. Gruppe: Zotal Luke, Bergmannstr. 93. 7./8. Gruppe: Lokal Schult, Mariendorfer Str. 5. 42. Abt. 19 Uhr bei Gechaat, minibald- Weris- Str. 5; Boaler. Mittenwalder Stroke 16: Thiel, Soffener Str. 1; Sinz. Tempelherrnftr. 1: Braun, Baerwalbite. 1; Biersdorff, Urbanstr. 6: Buhr, Blicherstr. 38 und Hoehlte, Bergmannstr. 69. 43. Abd. Rahlabende finden ftatt: Bezirke 123, 124 und 130: Albrecht, Urban ftraße 29: Bezirk 125: Chriften, Fichteftr. 23: Bezirle 126 und 127: Bruhn, Graefeftr. 41: Bezirke 128 und 129: Frankenhauser, Jahnstr. 15; Bezirk 181: Bolter, Boedhftr. 40; Beaict 132: Rrepp, Blanufer 75-76: Bezirf 133: Mendler, Dieffenbachyfte. 54; Bezirk 134: Wolf, Graefestt. 26; Bezirke 189 und 136: Bogt, Boppstr. 8. Bortrag: Wirtschaftsdemokratie". Referru Genoffe Ismer. Beairle 137 und 138: Alofe, Bordhitr. 34. 44. bt. 19% ihr in ber Schulaula Mariannenstr. 47, Vortrag:„ Das Gefess Groß- Berlin und die Berwaltungsreform". Referent Robert Gerber. 43. Abt. 19% Uhr. Gruppe Solstein: Friedenshitte, Wiener Str. 57a, Bore trag: Algemeine Steuerfragen". Referent Genosse Seß. Gruppe Ruhen: Forster Bereinshaus, forfier Str. 9. Bortrag: Das Arbeitslosenversiche rungsgefek". Referent Bilhelm Friedel. Gruppe Schwarz: Minnig, Laufiger Str. 44, Borttaa: Finanspolitik in Reich und Gemeinde". Refe rent Gustav Sädide. Gruppe Boch: Wienaiers, Reichenberger Str. 104. 47. BL 19% Uhr Sahlabende. 82., 86. Bezirk bei Baader, Naumnus Ede Adalbertstraße. 97. Bezirk: Lier, Naunynstr. 9, Portran: rbeiterimatt und Reantentaffe". Referent Baul Blenfti. 98, 99., 100. Besirf: Siedene topf, Mustauer Str. 35. 101. bis 105. Bezirk: Lehmann, Musdauer Str. 1. 48. t. 1914 Uhr in Gliefinas Feftfälen. Bafferforstr. 68, Bartran: Finanz Toge Sparmaßnahmen". Referent Dr. Craft Fold. Charlottenburg 51. Abt. 19% Uhr ablabende mit Vortrag: 1. Gruppe: Selfbad. Rönigin- Elifabeth- Str. 6. 2. Gemppe: Somin, Sophie Charlotte Straße 88; 3. Gruppe: Halfmann, Sophie- CharlotteStr. 78. 52. Abt. 19% Uhr im Lotal Soiferin Augusta Allee 81, Ede, Gäummeringspoke, Bore trag: Bolitische Tagesfrogen". Referent Arno Schola. 53. t. Foll abende um 17% Uhr: 1. und 2. Bezirk bei Scheitert, Erasmusste. 2, Bar trag: Birtichaftstrife und Bolitik". Referent Ganoise Dreifel. 3. und 4. Beairt bei Lur. Suttenftr. 26, Bortrag: Unfere wirtschaftliche. Stotlage". Referent mird noch bekanntgegeben. 5. b 6. Bezirk bei Samer, Sidin genstr. 55, Bortrag: Finanslage der Stadt Berlin". Referent Genoffe König. 54. bt. Rohlabenbe. 5. Gruppe bei er. Franffinftr. 10. 6. Gruppe: Jugendheim Rofinenstr. 4, Vortrag: Das heutige Rußland". Referent Genoffe Sergel. 7. Grupve: Rallies, Lohmenerstr. 9, Borites: Die Erwerbslofenfrage" Referent Mitteldurilehrer Lange, Besirfsführer milffen einladen. 55. Abt. Mitgliederversammlung um 20 Uhr im Sofal Don Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 1. Bortrag: Muß die Berwaltung Berlins reformiert merben?" Referent Genoffe Stadtrat Alh. Sorlik 2. Barteiangelegenheiten. Mitgliedsbuch Tegitimiert. Beiträge werden in der Bersammlung angenounnen, 56. Abt. 19% Uhr im Sofal engel harbt, Raiferban 100, Cingang iklebenplak 7. Bortron: Die Rrid sa fingngen". Referent Reftor Walter Fischer. Bericht, vont Streisosrfland. Rohl der Delegierten zum Bezirksparteitag. Anträge. 57. ht 19% Uhr. 1. Gruppe: Arndt, Rantstr. 51. Bortrag: Die wirtschafts. politische Lage". Referent Genoffe Sentel. 2. Gruppe: Thunad, WielandStraße 4. Bortrag: Unsere Bartcipreffe". Referent Dr. Frans Beidler. 58. bt. 20 Uhr im Ranfehous, Ranfeftr. 4. 4 r., Bozirag: Bru und Forderungen der Sozialdemokratie". Referentin Marie Sunart. M... 50. Abt. Evanban. 20 Uhr im Turnizimmer hes Rathauries( Rotsteller). Bor trag: Die politische Lage". Referent Stadtrat Bilhelm Reimann. web effe Ext 7 Cole**** el D. FREUDE 2, KURMARK- RAUCHERS Moderne Rationalisierung beste Werktradition GARBATY KUR MARK CIGARETTEN in unserem Betriebsletter finden sie die zweckmässige SPEZIAL MAZEDONEN- MISCHUNG Verschmelzung Inseto ver bildlich eingerichteten Fabrikationsstallen in. Bit und Dresden gewährleisten ben slelig gleichmässigen Hochstand der Ware. Ein Verkertsnetz von Leverlandgutos einem Fa sungsvermögene 6 Millionen Stick sorgt der, dass die Cigarette gang frisch 51 na Ou hart pes Waumas gelangt KURMARK mens ballet dat de multe Cigarette der neuen Epoche 62. b. Siemensflabi. 20 the Set Staaferbi, Sonnenbereales 89, Rome Seibetrug, Mitgliederversammlung. Referent und them merben in ber Rittmod- Morgenausgabe befannigegeben. 63. 95t. Staaten, 20 Uhr bei Soffmann, Bahnhofftraße, Mitgliederverfamhra. 67. 6. Grunemelb. 19% Uhr Distuffionsabend über te benfen wir uns Die Entwidlung in ber. Landwirtschaft zum Sozialismus?", gofal Burs bacher, Pahnhof Grunewald. 8. 9. Salenfee. 20 Uhr bet Sandmann, Bestfälische Str. 42. Borttag: Tolitische Tagesfragen" Referent Grich Rutiner, M. 8. 2. Bilmershnef. 70. ht. Sotal Stirnberger Ctr. 39-40, Sahlabend, 20 Uhr. eferat bes Reichstagsabgeordneten Alfred Sente: Der bialettifche Mate tialisuus als proletarische Beltanschauung". 71. 6. 20 Uhr im Weftaupant Pau, Sildegarbite. 14. 9eferent Genoffe Dr. Rorach: Bartet. voliti und Breffe". 72 6 20 Uhr bei Rosenqu, Barsiner Ede Laubacher Stroke. Borttag: Jugend und Bartei". Referent Fans Silber. 73. st. Ghazatgenborf. 20 Uhr Deutfches Saus, Breite Straße, Borttag: Erbe der Eommunalen Berte?" Feferent Dr. A. Bergmann. 74b. B. Rehlenbnzf- Ch. 20 Uhr in Zotal Gtühmer, Teltomer Chauffee Ede Lichterfelder Weg, Autobuslinie P. Borttag: Bolitische Tagesfragen". Refereni Robert Breuer. 74c. 164. Rehlenbort- id tal 19% Er fut Waldhaus, Spanbauer Straße, Bartrag: Das Problem ber Arbeitslofenperficherung". Referent Dr. Runge. 76. t. Soblenr. 20 2hr bei Schilling. Dahlem- Torf, Borttag:„ Bolitische Sagesfragen". Weferent Eduard Rachert, M. d. 2. Schreberg. 77. Wt. RabTabenbe: 1. Besirf bei Milbe, Nollendorfitz. 16, Portrag: Fragen der offentlichen Gefundheitspflege". Referent Genoffe Dr. Balter 2uftig. 2. Bezirk bei Jürgens, Barbaroffaftr. 5a, Borttag: Was geht im Reichstag Dor?" Referentin Geroffin Mathilde Burm, 902. b. St. 3. Besirf bei Stofchens. Apoftel- Paulus- Str. 27, Vortrag:„ Die poliiffche und soziale Bedeutung ber Rechtsprechung". Referent Genoffe It. 9. Fräntel. 4. Besirt bei W, Martin- Bu'her- Str. 69, Vortrag: Boswirtschaftliche und politische Streifallae burd Amerika. Referent Genoffe Dr. F. Sellwig. 78. bt. 1976 Uhr. 1., 2. Bezirk gemeinsam Lei Bardffe, Bahnstr. 26, Vortrag: Wirtschaftsdemokratie". Feferent Ge noffe Witel. 3., 4. Besirf bei Pofen hal, Ebersftr. 66, Bortrag: Die Vrbeitslosenversicherung als Rampfobfett Referent August Rarsten, M. D. R. 79. Prot. 1914 Uhr Rabrabende bet Peimann, Sedanfte. 17. Borteng: Politiche Tagesfragen. Referent Günther Joachim. Sotal Grunow, Foßlerstraße, Portrag: Politiche Satire ufm." Referent Senry Reiff. 80. 96. 20 Uhr im Selmbols- Gmmnafium, Rubensstraße, Bor trag: Finanaleise und Neuordnung Berlins". Seferent Gustav uths. 81. 5. Frieberau. 19 Uhr bei Alabe, Saubiernite, 60-61. Baginsti, Stubencauch Ede Saunusstraße, Vortrag: Steuerfämpfe und Finanz mizemort. Referant Felir Flag. 82. 96. Stealth. 19% Uhr. 1., 2. Bezirk: Schelhafe. Thornftr. 15a. 3., 4. Be airt: Richter, Ferbitt, 8. 5. Besirt: Selir. Bismarcftr. 63. Vortrag: Bon Sapn bis heute". Referent Norbert Bachrach. 6. Besief: Rauberfrans Bera Ede Lauenburger Straße. Portrag: Staat und Staatsform". Neferent Erich Steuer. 7. Bezirk: Güdender Sof. Sichterfelder Str. 1. Vors trag des Genoffen Wolfoana Compara. 8. Bezirk: Sumboldt. Ede Eliſenftraße 9. Peritt: Pernide, Berlinideftr. 1.. 83. set. Sichterfelbe. 191 Uhr bei Schmidt, Roonstr. 39, Borttaa:„ Arbeiter fchaft und Sundhim. eferent Genoffe Raufads. Sinterfelbe Gib: 20 1hr Rahlahenb bei gilt Frikich, Berliner Str. 123b. Referent Comund Balfom. Bichterfelbe- Off: 20 Uhr im Lotal Wilhelmshrhe. Um Rzanolb plak. Portrag: Finanz- und Steuerreform". Peferent Rarl Rnöner. 84. Bantmis. 20 Uhr bei Lehmann, Railer- whelm- Str. 29-30, Bortrag: Sittichaftsrolitifche Tagesfragen". Seferent Otto Rista. 85, 964. Temmelhof. 20 Uhr. 3. Bezirk: 2otal 20goom, Railer- BiTherm. Ge Friedrich- Frana- Strake. Referent Genoffe Madate: Das Angestellten und Invaliberversicherungsgefeb. 5. Bezirk: Sennfa, Raffer.WiTherm Straße 1. Referent Genoffe Roch: Bauwirtschaft und Wohnungselenb". 7. Besic: Potal Sannel, Gottlieb Duntel Ede Germaniastraße. Steferent Menoffe Rifch: Die Böller am Baffan". 86. 96t. Marienbort. 20 Uhr. 1., 2., 7. Besit: Neumener, Schöneberger Etrake, Portono: Eosialpolitit mnd Arbeiteraffe". Referent Erich Suhn. 3. bis 6. Beairf: Görlik, Chauffeeftt. 19. Vortrag: Der Kampf um bie Schule". Seferent Geroffe Birrents. 8. bis 10. Bezirk: Dhonau, FriebenStraße 6 Portrag: Monopol Papitalismus". Referent Dr. Rreißig. 88. t. Biotenrabe. 19% Uhr Rahlabend Schule, Roonftraße. Reufon. 89. bt. 19% Uhr. 1. bis 5. Bezirk: Grommed, Sanderstr. 10. Referent Rektor Casparius. 6., 8., 9., 10. Bezirk: Tiefler, Reuterstr. 47. Referent Genoffe Schmidtbauer. 11., 12., 17., 18. Bezirk: Kulisch, Sobrechtſtraße 62. 7., 18., 14., 15. Bezirk: Brandt, Pflügerstraße Ede Nanfenftroße. 90. Abt. 20 Uhr Mitaliederversammlungen in folgenden Lokalen: 16., 26. unb 27. Bezirk bei Lehmann. Tellfir. 8. 24. Bezirk bei klemt, Berliner Str. 100: 25., 84, und 35. Beairt bei Echabeito, Beichfelftr. 8; 28. und 32. Beairt bei Braun, Beichfelfte. 15: 29. Bezirk Bei Rüdiger, Lohmithlenftt. 86; 30. und 31. Beairt bei Sahn, Fulbaftr. 45: 33. und 50. Bezirk im 3deal- Rafino, Weichfelfte. 8: 48. Beatz bei Bothne, Fulba freaße 8: 49 unb 61. Beairt bei Ramm. Erffte. 10. In allen Verfamm Tungen Borträge mit bem Thema: Jugend und Bartei". 91. 6. 19 Uhr 2otal Berafchlößden, Rotisaartenfte. 6-11, Bortrag: Rultur und Alaffe. Referent Genoffe Prof. Abramowitsch. 92. 6t. Die nachnachstehend genannten Beairte balten pünktlich 20 Uhr Rahlabenbe ab: Bes. 51, 58 und 60 im Zotal Rönig, Bilbenbruch. Ede Beferftraße. Bortrag des Genoffen Stadtrat 5. Röhn: Die Selbstverwaltung in der Gemeinde". Bez. 52, 53 und 57 im Lokal Schiforra, Elbe. Ede Schandauer Straße. Bortrag ber Genoffin A. Sartoch: Die neue Schule". Res. 54, 55 und 56 in Lokal Gauter, Sarzer Str. 88. Bortrag bes Genoffen S. Turk: Die politische Situation in Breuken". Bez. 59, 80, 81, 82 unb 85 im Botal off. Reiser- friebrich- Str. 178. Bortrag bes Genoffen Dr. 20penftein Die Selftverwaltung in ber Gemeinbe". Bea 62, 63 unb 79 im gofal Simon, Bertelsborfer Str. 9. Bortrag bes Genoffen Rob. Gams: Die Arbeiterid aft in bez Thwehr ihrer Berufsgefahren Bea 87 und 88 im Sotal Schneider, Rofenfit. 7. 93. Ft. 19% Uhr in folgenden Sotalen: 83. unb 105. Bes. bei Schauer, Steptomee Str. 90, Feferent Geneſsin Buife Rahler, 902. b. 2. 104., 111. un 114. Bes. bei Rönig. Böhmische Str. 43/44. Cherecht in Gomietrußland". Feferent Genoffe Stechtsanwalt Allgemeine Wetterlage. 10.März 4930abds 路 一路 183 765 -11: 760 750 750 760 760 10 OMadrid 64 . 207-21 155 735 Laninge 740 745 750 Owolkenlos, heiter, halb bedeckt wolkig, bedeckt Regen.aGraupeln Schnee Nabel GewittecWindstille Auf der Borderseite einer über ber deutschen Nordsee befindlichen Ranbdepreffion ist es am Montag in einem großen Teil Deutschlands zu träftiger Erwärmung gekommen. In der füdöst lichen Hälfte des Reiches stieg das Thermometer vielfach bis 16 Grad und darüber. Gleichzeitig herrschte in Nordwestdeutschland tühles Better mit Regenfällen. Dieses Schlechtwettergebiet tnüpft fidh an die Front fühler nordmeftlicher Luftmassen, die sich mit steigendem Luftorud oftwärts ausbreiten. Für die nächsten beiden Tage müssen wir daher auch in unserem Bezirk mit mesentlich fühlerem Wetter und auch mit Regenfällen rechnen. Wellerausfichten für Berlin. Abkühlung, meist start bewölkt mit einzelnen Regenfällen. Für Deutschland. Nur im Südosten noch beiter unb ziemlich warm, im übrigen Reiche allgemein tühles und unbeständiges Better mit Nieberschlägen. Stichter 106., 10%. 5 110. Bes. Bet Cintopf, Ralfer- Friedrich- Stroke Cds Marichstraße. Der Young- Blan". Referent Genoffe Dr. Selmut Rlas. 108. Beg. im Bärminiel, Bericht vom Kreisnertretertag. Genoffe Balter Cichen. 112. unb 118. Bea. bei Ginther, Sttemek Ede Ranner Straße.„ Die Rrantennerficherung". Emil Barth fun. 116. und 117. Bes. bei Bornstedt, Shüringer Straße Ede Ranner Straße. Referent wird im Rablabenb bekanntgegeben. Bei den anderen Pezirken fallen bie Rahlabenbe megen bet am Montaa, bem 17. ära, ftattfindenden Abteilungsverfammlung aus. 84. t. 19% Uhr Rahlabenbe. 40., 69. Beaizt: Lotal Rubfelb, Sichtenraber Straße 58. 42 ,, 66. Beatri: 2ofal Bent, Celchower Str. 6. 70., 98., 96. Besirt: Lotal Cell, Schillerpromenade 11, 67, 68. Bezirf: Botal Münter, Schillerpromenade 89. 71., 94., 95. Bestrf: Sola! Schröber. Steinmenftr. 52. 97., 98. Beairt: Botnl Amella, Olerstr. 15. 25. 6. Pünktlich 191 Uhe Bezirksaufammentünfte. 74-76. und 89. Bezirk Bei Grieger, Leffingitt. 9. Referent Genoffe Soltau: Rehn Jahre neues Deutschland". 64., 77., 78. Beair bei Reufch, Sägerftr. 10. Referent Genoffe Großmann:„ Wirt fchaftstrife und Arbeiterschaft". 72, 91, 92. Begirt bei Saafe, Steinmek Straße 78. Referent Genoffe Doms: Birtschaftstrife und Arbeiterschaft". 65., 78. und 80. Besirt bei Klein, Brina- Sanbiern- Str. 34. Referent Genoffe Strobel: Moderner Strafvollzug". Ohne mitaliebsbuch feinen Autritt 96. 95. 19% Uhr: Bezirke 118, 119: Brandt, Thüringer Straße Ede Wipperftrake, Borttag: Cozialpolitik. Referent Stabitat Albrecht. Beairle 101, 102, 120: 2bben, Thomasftr. 3: Rilmer, Sogatftr. 56, Bortrag: Der Faschismus". Referent dans Marr. Bezirke 122, 123, 126: Fräntel, Schierkestraße Cde Bodeftraße, Bortrag: Bolichemismus oder Fefchismus". Referent Sanns Midel. 97. t. 99. Bezirk: Rahlabenb bei Aukti, Sermannstraße Ede Beineftraße. Steferent August Seitmann, M. b. 2., über: Wirtschaftstrife unb Gosialdemokratie". 100. und 125. Beairt: Rahlabend bet vinsten, Thomasfte. 31 Ede Bobefraße. Referent Mar Fechner, Mt. b. 2., iber: Wirtschaftstrife, Sozialdemokratie und Gelbitverwaltung". 128. und 134. Bezirk: Rahlabend bei Aleiftner, Hermann- Cde Schierkeftraße. Referent Friedrich Schlegel über: Wirtschaftstrife und Sozialdemotratie". 120. unb 130. Bezirk: Rohlabend im Botal Sur Sturmede, Wartheplak. Referent Georg Stieglik über: Wirtschaftstrise and Sozialdemokratie". Beginn aller Beranstaltungen um 19 Uhr. 98. 6t. 19% Uhr. Bezirke 1835, 136, 137: Lofal Rriger, Anefebedfir. 48, Vortrag: Rrantenverficherung". Referent Emil Bübtle. Peairte 138, 148, 144, 145: Road, Julius. ftraße 45, Bortrag: Unsere Aufgaben int öffentlichen Gesundheitswesen". Referent Wilhelm Betersen. 139. Besiri: Botal Teich, Anesebecitt. 135, Bortrag: Aufbau der Reichsanstalt für Arbeitslofenversicherung". Referent Baul Jubrian. Bezitte 140, 141, 142: Bobal Rundler, Delbrüdite. 55, Bortrag: Europa und der Fafdhismus". Referent Baul Bernstein. 99. Abt. Brig- Budom. 19% Uhr Rahlabend in allen Beatrfen. 147. und 148. Bezirt bei Thomas, Bris, Chauffeeftr. 10. Bortrag. 152, 158. Beairt: Benifch, Brik. Chauffeeftr. 85, Bortrag des Genoffen Alfred Bogenstein. 154. und 155. Beşirf bei Leder, Brik, Chauffeeftr. 97, Bortrag des Genoffen Suftus Ehrhardt über: Jugendfürforce und Fürsorgeerziehung". 156., 157., 158. unb 159. Bezirk bei Triftram, Bürgerstr. 48/49, Seiterer Abend. Bortragende Friebel Sall. 160. Bezirk Budom- Beit bei Difcher, Budom, Chauffeefte. 12. 161., 162, Besirt Budom- Oft bei Mestat, Budow- Oft, Rubower Str. 11, gegenüber dem Krankenhaus. 149., 150., 151. Bezirk ( Großfieblung): Bezirksmitgliederversammlung im Buschfrug, Shower Straße, Bortrag, Stadtrat Reuter über: Perliner Rommunalpoliti?". 100. bt. Rubam. 20 Uhr bei Schwenger, Röpenider Str. 81, Borttag:„ Die politische Sage. Steferent Genoffe Günther. 101. St. Treptow. 1915 Uhr. 1, Beairt: Stephan, Grachftr. 1, Bortrag des Genoffen Mag Kreuziger. 2. Beşirt: Soffmann, Riefholaftr. 21, Distuffions. abenb. 3. Bezitt: Döhling, Riefholaftraße Ede Elfenstraße, Vortrag ber Genoffin Dr. Räthe Frankenthal. 4. Bezirk: Lotal Beermannftr. 10, Bor trag des Genoffen Bruno Theet. 5. Beairt: Faltenbagen, Neue Rugallee, Bortrag: Der Haushaltsplan 1930 der Stadt Berlin. Referent Bilhelm Strieber. 102. bt Baumschuleumes. 19% Uhr Bezirke 1-5: 2otal Streubel, Baunt Schulenstr. 7, Bortrag: Die politische Lage". Referent Sohannes Stelling, M. d. R. Besirte 6-18: Lotal Borgmann, Baumschulenstraße, Bortrag: Die politische Lage". Referent Gtegfried Aufhäuser, M. b. M. fönnen eingeführt werden. Gäfte 108. bt. Oberschönemeibe. 19 ust. 1., 2., 3. Bezirk: Botal Anappe, Beftend. ftraße 18, Bortrag der Genoffin Stadtverordnete Minna Tobenhagen. 4., 5., 6. Beairt: Lotal Winkler, Bilhelminenhofftr. 82b. Referent Stabtperordneter Reinhold. 7., 8. Bezirk: Lokal Emmerich, Wilhelminenhof. ftraße 64. Referent Stadtrat Fris Beffen. 104. Abt. Rieberschönemeibe. 19% Uhr in der Brüdentlaufe, Brildenfte. 15, Bortrag: Die Neugestaltung ber Berliner Verwaltung". Referent Stadtverordneter Siegfried Carlinfti. 106. Abt. Johannisthal. 19% Uhr im Logenhaus, Friedrichstraße, Vortrag: SPO. und Finanareform." Referent Otto Bach. 107. bt. Alt- Glienicke- Faltenberg. 19% Uhr bei Robian, Alt- Glienice, Köve nider Straße Ede Orinauer Straße, Bortrag: Die Tekten Lommunal politischen Borgänge." Referent Besirisnerordneter Dürre. Barteis angelegenheiten. Verschiebenes. Wichtige Vorstandsfikung 18 Uhr, ebenbort. 110. bt. 20 Uhr bei Werner, Röpenider Str. 125, Vortrag: Das neue RußLanb. Referent Eugen Haafe. Sympathiserende find eingeladen, Sichtenberg. 114. t. 19% Uhr im Logentafino. Anorrpromenade 2, Mitglieder. verfammlung. 115. 6. Mittwoch, 19 Uhr, Rahlabenb in folgenden Sotalen: 1. Gruppe bei Stöber Sungstr. 28. 2. Gruppe: Restaurant Lipoli, Beichfelftr. 6, Borttag. 8. Gruppe: bei Radite, Müggelstraße Ede Scharnweberstraße. 4. Gruppe bet Geipfe, Kronprinzenstr. 47. 116. bt. 19 Uhr bei Senseler, früher Albrecht, Borhagener Str. 62. Bortrag: Birtschaftspolitische Tagesfragen". Referent Dr. Frik Schönhert. 117. 6. 19% Uhr Gruppe Körner; Döring, Unsner im Botal Brunn, Errschmidtstraße Ede Leffingftraße Gruppe Sartmann und Wenborn: bei Bflug. Gruppe Bottle: im Botal Riofe. 118. t. 19% Uhr in ber Edulaula. Siegfriedstraße. Bortrag: Sosialismus und Freibeuterium. Referent Genoffe Grant. He arbeitslofen Genoffen wiffen umgeberb thre breffen bem Genofen Walter Rabe, Gatlinbells& mitteilen. 118. t. Thtung, neues Rablabenblotal! 19% Uhr Vereinshaus Often, Starmannen froke Cde Rufchestraße, Bottcag: Sugens unb Iter, ein Gegenfas". Steferent Dr. Sebert 120. Mit Friebridsfelbe. 20 Uhr Biebes Gefelichaftshaus, Wilhelmftr. 88, Borttag: Gadis Sahre als Arbeiter in Gopietrußland". Referant Johann Badert 121. 6. Rarishart. 19% the Deutfches Saus, Stolzenfelsftraße, Bortrag: Grundfake und Forderungen ber Costaldemokratie, unter befonderer Belefichtigung ber Frauenfrage. Referentin Räthe Rern. 122. t. Biesbort. 20 Uhr bei Borath, Marzahner Str. 31, Borttag: Revs. Intionärer unb evolutionärer Goaialismus". Referent Leo Sternberg. 123. bt. Raulstorf. 20 Uhr in der Schülkentlause, Sönower Str. 5, Bortrag: Bretsgeftaltung landwirtschaftlicher Produkte Referent Friedrich Off. 124. Wht. Mahlsdorf. 20 Uhr Rahlabenbe in folgenben Botalen: Ort und Rat Hausniertel: Lokal E. Anders, Bahnhofftr. 37. Nord: Cobal Nordstern, Sonomer Str. 49. Gieblung, Teil II: Lotal Boul Schmidt, Marienburger Straße, Mablihöhe: Lotal Jakob, Lemfeftraße. 127. Abt. Bobenfchönhausen. 19% Uhr im Botal Storchneft, Sauptstraße, Bot. trag: Die Finanzkrise Berlins. Referent Stadtverordneter Sans Wonwod. 128-130. Bt. 19% Uhr. 1. Gruppe: Bofal Road, Kaiser- Friedrich- Straße, Borttag: Mieterfragen". Referent Genoffe Krüger. 2. Gruppe: Jugend not und nanafrife der Stadt Berlin". Referent Rurt Bude. Lotal Behmann, Duthienfte. 38. 2a. Gruppe: Lotal Rober, Berliner Ecke Bring Heinrich- Straße. Bortrag: Die politische Lage". Peferent Bernhard Rrüger, 3., 4, 5. Gruppe: Boreil, Berliner Str. 97-98, Vortrag:„ Das Menschenrecht im Wandel der Reiten". Referent Rutt Großmann. 6. Gruppe: Neumann, Mendelftr. 17, Borttaa: Moderner Strafvollzug". Referent Wilhelm Lewiniti. 7., 8. Gruppe: Achtung! Die 7., 8. Gruppe , fagt erst am Mittwoch, 19. März, in Gängenheim, Floraftt. 93. 9. Gruppe: Suth. Wollanfitr. 81. 130a. bt. Seinersdorf. 20 Uhr bei Schulz, Tiniusfte. 60, Bortrag: Bartel unb Gewertschaft". Referent Genoffe Golbes. 181. bt. Rieberfäuhausen. 20 Uhr im total Ganssouci, Nordenb, Portrag: Reorganisation Groß- Berlins und Beamtengehälter". Referent Bürger meister Dr. Oftromifi. 133. Abt. Buchbola. 20 Uhr bet Roffad, Saupiftr. 71, Bortrag: Reidsreform". Referent Alfred Domden. 134. t. Buth. 20 Uhr bei Göpfert, am Bahnhof, Vortrag: Dittat dez Birtschaftsführer und Finananot Berlins". Referent Stadtverordneter Pobert Fobbe. 1 Stunde norber im gleichen Lotal Vorstandsfikuna mit allen Funktionären. 135. 96. Rarom. 20 Uhr im Sokol Rum Vanlarafen", Banlarafeniir. S. Angust- Bebel- Gedenkfeier. Referent Auguft Riemann. 136. Abt. Meinidendorf- Dkt. 1. Bezirk: Remnik, Beinidenborf, Graf- Röbern Mee: 2. bis 6. und 10. und 11. Bezirk bei Pochhaus. Refidenaftr. 156: 7. und 8. Begirt bei Soffmann, Holländer Ede Markstraße: 9. Bezirk bei Steinbach, Greuliapromenade 48: 12. bis 14. Besirf: Sanfaftr. 8: 15. bis 16. Beairt bei Neumann, Brovinaftraße Efe Bantower ee; 17. Bis 21. Besirf bei Brückner, Brovinastraße, Die Bezirksführer laden bazu ein. 187. Abt. Reinidendorf- Weft. 20 Uhr Rohrabende für die Bezirke 1. 2. 3. 8 und 9 bei Matter, Eichbornftr. 94: Besirle 4, 5, 6 bis 7, 10 und 12: Boltshaus, Scharnweberftr. 114: Bezirke 11, 13, 14 hei Seefe, Berliner Straße 73, Portrag:„ Die Arbeiterregierung" Referent Genoffe Raufmann. 188. 6. Germsbort. 20 Uhr bei Ofrent, Berliner Ede Gartenstraße. Bor trag: Die innerpolitische Sage". Referent Ernst Ruben, 189. bt. Tegel 20 Uhr im Alten Rrug, Sauptste. 14. Bortrag: Die Bau geftaltung von Groß- Berlin". Um 19 Uhr im aleichen Lokal Sibung aller Funktionärinnen vor der Mitgliederverfammlung. 140. Abt. Borfamalbe. 20 Uhr bei Baitfchach. Ernftstr. 1, Bortrag: Doung Blan und Bastenverteilung". Referent Wilhelm Frid. Parteiangelegen. heiten. Berichiebentes, Der Borftand und alle Funktionäre arfcheinen minte Ich 19 Uhr im aleichen Lokal au einer Gigung. 140a. bt. tenan. 20 Uhr im Mittenauer Vereinshaus( Behnke), Oraniene burger Str. 88-89. bteilungenerfammlung. Referat der Genoffin Dr. Jubits Grünfelb über Die Frau im Erwerbsleben". Stellungnahme Aum Beaittsparteitaa. Torher, 19% Uhr, ebenda Sigung des Abteilungs norftantes mit Beairtsführern und Bildungsausschu 141. Abt. Rofenthal unb Rieberschönhausen- Meft. Rahlabene fm 2otal Boff mann. Bortrag: Pauna- Blan und Sozialdemokratie". Referent Gerhard Kramer. Die Bezirksfübter Taben ein. Lotalfrage. 143. t. Waidmannsluft. 20 Uhr bei Schwiſchte, Waidmaunstr. 4. Sahlabard. eidimalbe 20 Uhr Sahlabend bei ginduer, Bahnhofftr. 12. Bortrag des Ge naffen Rose: Unlere Tätigkeit im Kreistag". Diskussion, Der Vorstand. 140. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 12. März. t. Bittenau. Unfere Genoffinnen werden aufgefordert, fich recht sahl. teidh an ber um 20 Uhr im Bittenauer Bereinshaus, Oranienburger Straße 88-89, ftattfindenden Parteiabteilungsperfammlung su belelligen. Referat der Genoffiu Jubith Grünfeld ither Die Fraut in Ermechsleben" am Einsegnungsgeschenke, Uhren Schmuck haft man an billigsten bei Bezirksausschuß für Arbeffermohlfahrt. Furiarger( innen)! Donnerstag, 13. Mara, 20 Uhr. beginnt ber Auzins über Arbeitslosenberficherung und Reignersicherungsordnung für bis fozialistisches Fürsorger( innen) in ber Wohlfahrtsschule bes Sauptaustauffes für Arbeitere wohlfahrt, Berlin 28. 68, Sindenstr. 3, 2. Sof, a Sr. Genoffe Dr. Crouce leftet ben Rurfus. Numelhungen aur Zeiluahme bes Refus tännen an diesem Whenh noch entgegengenommen werben. Jungsozialisten. Die Flugblätter find fertig und wiffen van den Boethenben her Gizappe om Dienstag und Mittwach tu ber Zeit von 17-20 hz nem fiziner in her Sinbenfte, 3 abgeholt merben. * Gruppe Tempelhof- Marlendorf: Seute. Dienstag, 20 1hr, im Jugendheim Germania Ede Gökstraße. Disfuffion über Doppelperbiener. Gruppe Wilmersbarf: Seute, Dienstag, vinftlich 20 Uhr. im Jugendheim Wilmersdorf. Wilhelmsaue, Bortrag: Birgerliche Bartejen im Reichstag. Referent Baul Begmann. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Sreis Brenzlauer Berg. Mittmom. 16 Uhr, Areisfallencatsfikung in der Danziger Str. 62. Freitag, 17 Uhr, Weinmeifterstraße, für alle Falder Rreisfingeftunde. Gruppenabenbe fallen aus. Geburtstage, Jubiläen usw. 115. ht gichtenberg. m 10. März feierte unfer Gennffe Johann 25blein, Gürtelftr. 13, feinen Geburtstag uub 58jähriges Barteijubiläum. Gr und feine Frau fehlen bei feiner Bartelveranstaltung fomie bel Beran ftaltungen des Steichshanvers. Wir wünschen bem hochverbienten Chepant einen glüdlichen Lebensabend. Sterbetafel der Groß Berliner Partel Organisation $ 3 1. bt. Unfer Genoffe Sermann GhIubtomffi in am 6. März nach langem Leiden unerwartet verstorben, Chre feinem Andenden! Ein äfcherung am Dienstag, 11. März, 15% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Bir bitten um rege Beteiligung. 42. Abt. Unfer alter Genone Seinrich Begehr ist am 8. März bei der Trauung feines Eohnes auf dem Standesamt an einem Serafchlag ver storben. Ehre seinem Andenden! Tag und Ort der Einäscherung merden noch belanntgegeben. 47. Abt. Unfer Genoffe Mar Sirfo, Cisenbahnftr. 18, ift am 7. Mära perftorben. Ehre feinen Audenken! Einäscherung am Mittwoch, 12. März um 14 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. 83. Abt. Sichterfelbe. Schon mieber hat der Tod einen unserer besten und trenesten Genoffen dahingerafft. Genoffe Baul kabling, Mullerstr. 32. perftarb am 7. Mära im vollendeten 63. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Einäſcherung am Mittwoch, 12. März, 19 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße. Bir bitten um rege Beteiligung. SEST Sozialistische Arbellerjugend Gr.- Berlin Finfendungen für diefe Rubrit nur au bas Jugendfeiretariat Berlin GB 68, Lindenstraße 3 Film- Matinee. Sonntag, 16. Mars, 11% Uhr, im Babus- Balast. Stresemannftrage ( Europa- Sans am Anhalter Bahnhof). Uraufführung bes Films Done uts burch Afrila": beneben läuft bez film 3m Saiten der Waschine". Eistritt 40 Bf. Heute, Dienstag, 19% Uhr. Gewerkschaftshaus: Schule Röpenider Str. 125( Berfcaum): Bub und Mäber". Köllnischer Bark: Seim Waisenftr. 18: Märafeier. Oranienburger Tor: Seim Tiedftr. 18: Tagespolitische Umschau". Rosenthaler Barstadt: Schule Elifabe'htirchstr. 19: Arbeiterführer... Renteum: Sem Landsberger Straße 50:„ GAS. und Reichsbanner". Westen II: Heim Bülowftr. 88:„ Landftreichergefchichten". Brunnenplag: Edule Bant- Ede Biefenstraße:„ Alaisenund Klassentämpfe der Neuzeit". Schillerpark: Schule Schöningstr. 17: RehnMinuten- Referate. Webbing- Norb: Heim Turiner Ede Eceftraße:„ Das heutige Rußland". Bedding, N. R.: Schule Lütticher Str. 4: 63. und Ricche". Aznimplah: Edule Eannenburger Str. 20, Rimmer 17: Der Lehrling im Berufsleben". Arnswalker Blas I: Seim Raftenburger Straße: Die material frische Geschichtsauffaffuno". Helmholkplak: Seim Danziger Str. 62. Barade 2: Biztschaftsdemotratie". Razbesten I: Seim Danziger Str. 62. Barade 3: Neues Bauen". Safenheide: Seim Waffer'orftr. 9: Lichtbilder: Das Sturmiahr 1848". Cüben: Beim Nordite. 11, Rimmer 5: Ursachen und Eniftehung des Weltalls". Gübmeft: Seim Lindenstr. 4: Der Heimahend findet nibt ftatt. Shineberg 1: Seim Sauntfir. 15: Sans- Reimann- Abend Schöneberg II: Seim Sauptstr. 15: Tagespolitische Fragen". Schöner berg II: Seim Bauptstr. 15: Fahrtenerlebnisle". Schöneberg IV: Seim Sauptfte. 15: Partei, Jugend, Rinderfreunde". Creberg V: Seim Sauptftraße 15: Einfilhrung in den Sosialismus". Charlottenburg: Seim Pofinan ftraße 4: Dar Berdegang einer Feltung Clemenstadt: 11. Bollsichaile. Schulftraße: Seimabend.- Sterfelbes beim brehttr. 14a: Fragen ber Agitat'on Marienborf,.. alte Edule, TorHtr 7: Die free better beweguma Stealls( altere): Seim breditite, 47 Sanespottiche Fragen Brig unb II: Seim Chauffeeft 48: oberne auf, Revilly II: Seim, Bernitz. 29: Arbeit der SPD. in Sicat unb Romanine". Rautaia II: Seim Rethenftr. 38: Sunge und Mabel in der 63." Reutilla IV: Seim Scierteste. 44: Seruelle Franen". Bautolls V: Seim Böhmische Str. 1-3: Arbeitsgemeinfcraft. Beutelin VI: Seimt Treptamer Ctr. 95-96: rbeits gemeinschaft: Was it Marrismus". Menfalla VII: Schule Raffer- friedrich Straße: Einführung in ben Cozialismus". Rentan VIII: Schule Miti ftraße, Rimmer 29: Entstehung der Erbe und des Menschen. Mentaln X: Seim Beraftr. 29: Reformtleibung". Köpenid, Gruppe I: Sefu Grilnaner Straße 5: Lichtbilber: Bon der Poble Aur Elektrizität Rieberfo veelbe: Scule Berliner Str. 81: Gemertidaftsbewegung Steiniden bost Dit: Szim Lindauer Straße: Jugendschukaefch". Tegel: Heim Bahnhofftr. 15:„ Mär gefallene". Wittenan: Sein Pofenthaler Str. 15: Tagespolitische Fragen". Buchhola: Schule Berliner Str. 18: Arbeiterjugend, Politik und Gefell. fchaft". Niederschauhaufen, R. F.: Schule Blandenburger Str. 70: Geschichte der Gemertschaft". Bantom I: Seim Riffingenstr. 48: Sugenbergs Bolfs begehren". Bantom II: Beim Görschftr. 14: Geruelle Fragen. Werbebeairt Bichtenberg: W.- B.- Borstandsligung im Seim Sauffftraße. Be ginn 1914 Uhr. Werbebegirl Neukölln: Die Abrechnungen müssen noch heute beim Genoffen Bieffe, Innstr. 27, bei Randelhardt, vorgenommen werden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Streus Schöne Gefdäfts ftelle: Berlin G. 14. Sebastianite 37-38. Sof 2. S. Brenzlauer Berg: Die Rotien aur Macafeier Lönnen ab Dienstag bei Ramerab Rosemann in Empfang genommen werden. berg: Sportler jeden Dienstag 20 Uhr Turnhalle Oneifenauftr. 7. berg- Friebenau, Ramerabschaft Rubens: Dienstag, 11. März, 20 Uhr. Ramerad ( daftsverfammlung in der Mengel- Klaufe, Menzel Ede Thorwaldsenstraße Tiergarten: Achtung! Donnerstag, 13. Mara, 20 Uhr, Ortsvereinsvollverfamm hung im Nationalhof, Blomstr. 37. Referat: Der Rüdtritt des Herrn Schacht. Rampf bem faschismus" Peferenten die Rameraden Dr. Riok und Polizeinberfekretär Rothe. Bannerffeihung. Bflichtveranstaltung. Lanez Beza: Rameradschaftsperfammlungen Donnerstag, 13. mars, 20 Uhr. Rameradschaft Rönigstor bei Rösnet. Immanuelfirchstr. 25. Vortrag des Rame taben Raruffett: Meine Reise durch drei Länder". Ramerabfdaft falfe bei Reuge, Milaftraße. Winterspartabteilung: Mittwoch, 12. Mär 20 Uhr. Monatsverfammlung in Schneiders Sotel, Ronia. Ede Rlofterstraße. Filmvar führungen nom Republikanischen Wintersportfeft. Brenz Reichsbanh ber Kriegsbeschädigten, Azicasteilnehmer und Striegerhinter. bliebenen, Ortsgruppe Beften, Mitgliederversammlung Dienstag, 11. Märs. 20 Uhr. Zahnäratehaus. Bitlofte. 104. Ram, W. Bader, Stadtamtsrat und Zetter der Schaerbefchäbigtenvermittlungsstelle fpricht über Ariegsopferfragen im Rommunal und Reichshaushalt". Deutsche Vereinigung für Staatswiffenfchaftliche Fortbildung. Der in Nahmen des Frühjahrslehrgangs der Deutschen Bereinigung fitr S'aatsmiffen fchaftliche Fortbildung für Dienstag, 11. März, 20% Uhr, angekündigte Bor traa bes öfterreichischen Bundesministers für Juftis Dr. Elama fther Sinn und Bedeutung der öfterreichischen Berfassungsreform" findet megen dienstlicher Berhinderung des Herrn Minifters nicht statt. Chuhnerbanb ber Schmerhörigen, e. B. Donnerstag. 13. März, 20 Uhr. im Dresdener Garten, Dresdenar Str. 45. Songaert mit reichhaltigem Programm ausgeführt von ber Musikalischen Arbeitsgemeinschaft Berlin. Elektrischer Bielbarer mich aufgeftellt. Schunerhörige als Gäfte willfommen. Eintritt frei. Ionofellow English Deba ing Club: Mittwoch 20 Uhr, Zahnärztebaus Bülowstraße 104. Guttmannsaal. Mr. J. Bulman Smith, M. A The greatest Thing in the World." German- English Society. Café Jagenburg, Berlin W. Bülowstr. 1. 9. p m. Lecture: Berlin Women and London Women. Mrs. Ph Lamp. Das Sarrafoni- Castspiel geht nun in wenigen Tagen zu Ende. Der fenfa tionelle Erfolg diefes Berliner Gastspiels hat sich nicht nur in der Mart Brandenburg, fonbern über das ganze Deufche Peich ausgewirkt. Berlin erlebt fekt bie Tekten Earrafani- Tage. Täglich 1914 Uhr beginnen die Corftellungen im Binterbau auf dem Tempelhofer Felb. mitismod. 12. Märs, findet um 15 Uhr eine Familienvorstellung mit nollmertigem Abendprogramm ftatt. Rinder zahlen auf allen Bläken von 2.20 aufwärts nur halbe Breise. Rarten in allen Breislagen erhältlich. Soffmann- Pianos. Gin Rionierkauf ist mehr als alles andere eine absolute Bertrauensfache. Die Firma Boffmann- Bianos, Pianofortefabrik Georg Soff mann, G. m. b. S., Berlin 28. 19. nur Leipziger Str. 57( am Spittelmarkt), ift burch ihre zuverlässige Bedienung bekannt. Tousenhe unaufgefordert gegebene Anerkennungsschreiben geben Reugnis van der Leiftungsfähigkeit. Rene Bianos fchon von 900 M. an. Günftigste Rahlungsbedingungen find felbftner. ftändlich. Alte Inftrumente werden in Gegenrechnung genommen, LEIPZIGERSTR.97 Belmonte KONIGSTR. 30 Auf Wunsch Erleichterte Zahlungsbedingungen MONATSRATEN 2 Rr. 117 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts 16 Proz. Maschinendividende. Gutes Aber Abbau der Belegschaften. Das größte deutsche Unternehmen im Textilmaschinenbau, die Schubert u. Salzer A.-G., Chemniß, gehört schon seit Jahren zu den feitesten Aktionärspfründen in Deutschland. Auch für das jetzt abgeschlossene Geschäftsjahr 1929 tann die Gesellschaft trotz der großen Arbeitslosigfelt, unter der in verschärftem Maße die sächsischen Metallarbeiter zu leiden haben, wieder die Rekorddividende von 16 Pro 3. an ihre Aktionäre auszahlen. Dividende nur ein Teil des mirklich erzielten Gewinnes zum Aus Trotz dieser enormen Gewinnausbeute kommt jedoch in dieser druck. Das Verstedspiel, das die Verwaltung von Schubert u. Salzer bei der Aufstellung ihrer Bilanzen treibt, fennzeichnete auf der letzten Generalversammlung im Frühjahr 1929 ein Aftionär sehr treffend mit dem Hinweis, daß es in Deutschland kaum ein zweites Unternehmen gäbe, das in einem derartigen Maße wie Schubert u. Salzer Gewinne anhäufe und verstecke. Dem- entsprechend forderte seinerzeit die Opposition unter den Aktionären Aufstockung der Dividende auf 20 Proz Die sächsische Maschinenindustrie hat immer wieder erklärt, daß es ihr im letzten Jahre ganz besonders schlecht er gangen fei. Auch die Schubert u. Salzer A.-G. hat sich diesem Lamento angeschlossen. Gewiß, die Belegschaften in der fächsischen Maschinenindustrie haben die Arbeitstrije mit aller Bucht zu spüren bekommen, die Gesellschaft felbst. hat aber davon nichts gemerft. Die Belegschaft bei Schubert u. Salzer ist nach den durchgeführten Abbaumaßnahmen von über 6000 auf etma 3700 Mann zusammengeschrumpft. Dagegen hat sich der Reingewinn der Gesellschaft mit rund 4,6 Millionen sogar noch etwas erhöht. Neben der 16prozentigen Dividende tönnen aus diesem Gewinn noch 200 000 m. in die Reserve gesteckt werden, während 880 000 m., die weiteren 4 Proz. Dividende entsprechen, während 880 000 m., die weiteren 4 Broz. Dividende entsprechen, auf neue Geminnrechnung fommen. Welche enormen Reserven in den Betriebsanlagen fteden, geht daraus hervor, daß der riesige Maschinenpart, sämt liche Anlagen, Werkzeuge, Patente und Modelle zufammen mit fage und schreibe- 27 Mart(!!) in die Bilanz eingesetzt find. Außerdem befinden sich in den sehr niedrig angesetzten Borräten noch millionenschwere Reserven. Die Umsätze des Unternehmens sind von 1926 bis 1928 von 27,4 auf etwa 55 Millionen gestiegen, haben sich also glatt ver doppelt. Nach den Gewinnziffern zu urteilen, hat sich der Umfog bei verringerter Belegschaft im letzten Jahre zweifellos verstärkt, ein Beweis, in welchem Maß die Ausbeu tung der Arbeitstraft im Betriebe sich verschärft hat. Auch die Chemnißer Werkzeugmaschinenfabri ,, ll nion" fonnte im letzten Jahre ihre Betriebsgewinne auf rund 575 000 m. erhöhen, während Infoften und Steuern sich gefentt haben. Die im vergangenen Jahr heraufgefehte Dividende von 8 Broz. auf die Stamm, und 12 Proz. auf die Vorzugs aftien wird auch diesmal wieder verteilt. Der vorhandene Auf tragsbestand sichert voile Befchäftigung für mehrere Monate. Die Abschlüffe dieser beiden fächsischen Maschinenunternehmen ist tennzeichnend für die Entwicklung der Wirtschaft im letzten Jahr überhaupt. Auf der einen Seite gleich hohe oder sogar noch höhere Divitenten wie im Konjunkturjahr 1928, auf der anderen Seite Belegschaftsabbau, machsende Arbeitslosigkeit und verschärfe Ausbeutung der Arbeitskraft. Diese Entwicklung zwingt ohne weiteres bestimmte Schlußfolgerungen für die Lohnpolitik der kommenden Monate auf. Dienstag, 11. März 1930 Gutes oder schlechtes Geschäft? Der Berliner Verkauf der Südwestaktien. Die Meinungen über die Angemessenheit der der Stadt Berlin von der Gesellschaft für elektrische Unternehmungen angebotenen Bedingungen zur Uebernahme des Berliner Südwest 2.- G.- Attienpafets find sehr geteilt. Da die grundsäßliche Entfung des Geschäfts selbst um so dringender. Das„ Magazin der scheidung ohnehin schon bedeutungsvoll ist, ist die genaueste BrüBirthdaft" begründet ausführlich die Auffassung, daß die Uebernahmebedingungen zugunsten Berlins eventuell verbessert werden fönnten und empfiehlt, im Einverständnis mit der Gesfürel ein sachverständiges und unabhängiges Schiedsgericht zur Ermittlung des Bertes des Aktienpakets anzurufen. Der systematische Drud, unter den die öffentliche Hand heute ganz allgemein gestellt wird, dürfte den Borschlag eines Schiedsgerichts auch dann rechtfertigen, wenn die jeßigen Uebernahmebedingungen als angemessen anerkannt werden würden. Das Magazin der Wirtschaft" schreibt: ,, Als Kaufpreis foll ein Kurswert von 135 Broz. zugrunde gelegt werden. Bei einer 7,5 prozentigen Dividende, mie fie für 1928 gezahlt wurde, ift diefer Erwerbspreis für ein internationales Unternehmen wie die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, die Käuferin des Pakets, recht günstig. Von diesem Dividendenfaz fann man indes nicht ausgehen. Im Geschäftsjahr 1928 war Süd- West besonders belastet, denn in diesem Jahre mußte der Uebergang zu den billigen Berliner Normaltarifen vollzogen werden. Es ist anzunehmen, daß die Abfabsteige rung bei Sud- West, die zweifellos im Laufe des Jahres 1929 fort. geschritten ist, bereits für das letzte Geschäftsjahr eine günstigere der Rentabilität ist zu erwarten. Rente als für 1928 ergeben hat. Eine weitere Steigerung Die aus finanzwirtschaftlichen Gründen erfolgte Tarif. erhöhung vom Dezember hat für die in Berlin arbeitenden gemischtwirtschaftlichen Versorgungsunternehmungen außer dem Elektrizitätswert Süd- Best noch die Deutsche Gasgesellschaft die angenehme Nebenwirtung steigender Einnahmen. Geht man davon aus, daß Süd- West mit etwa 100 Millionen Kilowat stunden Stromabgabe durch diese Tariferhöhungen im Jahre 1930 eine Nettomehreinnahme von schäzungsweise rund 1,8 Mil lionen Mark erhält, so ergibt sich eine Steigerung der Rentabilität um rund 4,5 Proz. auf das Kapital von 40 Millionen Mart. Aus: gangspunkt für die Berechnung des Kurswerts der Aktien müßte also eine Dividende von 12 Pro3. fein, felbst wenn man unterstellt, daß im Jahre 1929 fein günstigeres Ergebnis erzielt wurde als 1928. Bedenft man, daß Süd- West mit stetig anerscheint der gebotene Kurs von 135 Broz. durchaus nicht angemessen. steigender Entwicklung rechnen darf, und legt man die üblichen Maßstäbe der Kursbildung bei Elektrizitätswerken zugrunde, so Das wird noch deutlicher durch den Preis, den die Gesfürel für die Verlängerung der Konzession von Süd- West von 1950 bis 1960 zu zahlen bereit ist. Bon den insgesamt 32 Millionen Mart, zahlung auf die Rämmereiabgabe der Jahre 1930 bis 1944 angeboten die als Entgelt für die Konzessionsverlängerung und als Vorauswerden, sollen etwa 19 Millionen Mart auf die Vorauszahlungen und etwa 13 Millionen Mark auf den Entgelt für die Konzessions verlängerung entfallen. Die Bewertung der leßten zehn Jahre einer dreißigjährigen Konzeffion mit rund 13 Millionen Mark Gegenwartswert ergibt, einen Gegenwartswert von etwa 24 1 lionen Marf für die mittleren und von etwa 44 Millionen Mark für die nächsten zehn Jahre, insgesamt also einen Wert der Kon geffion von rund 80 Millionen Mark( bei 40 Millionen Aktienfapital). Dabei handelt es sich hier nur um den Goodwill(= Ges schäftswert) der Konzession, dem der Wert der Anlagen und des sonstigen Vermögens hinzuzufügen wäre. Insgesamt ergibt sich demnach ein kurswert von weit über 200 Proz Schließlich ist für die Gesfürel die Transaktion insofern noch von ganz besonderem Intereffe, als sie nunmehr die Minorität des Aftienfapitals auf dem Bege über die Börse flüssig machen kann. enn der Berliner Magistrat trotzdem geneigt ist, auf das un. günstige Angebot der Gesfürel einzugehen, so handelt er offenbar unter dem Drud, den der von der Gesfürel gewährte furzfristige Kredit auf seine Gelddispositionen ausübt. Wie sich nämlich jetzt herausstellt, ist der Stredit seinerzeit nicht, wie im allgemeinen angenommen wurde, auf die Dauer eines Jahres, sondern mit fürzerer Fälligkeit gegeben worden. Er scheint bereits Ende vorigen Monats fällig gewefen und nur um einen weiteren Monat prolon giert worden zu feint. Es fragt sich unter diesen Umständen, ob die Stadt Berlin nicht im Einverständnis mit der Gesfürel ein sachverständiges und unabhängiges Schiedsgericht zur Ermittlung des Wertes des Attienpatets anrufen sollte." Borjahr hat sie, wenn auch die Preise etwas fanfen, verhindert. Daß Raufunfähigkeit der Grund ist, zeigt das Zurückbleiben bes Verkaufs von Lederwaren, Drogen, Galanteriewaren um rund 13 Proz., von Bekleidung um rund 7 Proz. tredite wurden wie bisher nur für solche Bauvorhaben gewährt, bei| Steigerung hätte eintreten müssen. Größere Arbeitslosigkeit als im denen die Dauerfinanzierung gesichert erschien. Im allgemeinen wurden die Zwischenkredite in befriedigender Weise abgelöst. Die Steigerung des Geschäftsbetriebes machte im Berichtsjahr eine entsprechende Erhöhung des Personalbestandes notwendig. Einschließlich der Zweigniederlassungen waren am Jahresende 228 Angestellte beschäftigt. Kupferwucher und Handelsbilanz. Preissturz am Beis, Zints und Zinnmarkt.. Deutschland ist infolge feines geringen eigenen Kupfererz vorkommens und seines großen Bedarfs gezwungen, den weitaus größten Teil des Verbrauchs durch Einfuhr aus dem Auslande zu deden. Rund 54 000 Tonnen beträgt die Erzeugung und 250 000 Tonnen der Verbrauch. Im Jahre 1927 wurden rund 230 000 Tonnen im Werte von 284 Millionen, im Jahre 1928 227 000 Tonnen im Werte von 308 Millionen und im Jahre 1929 194 000 Tonnen zu 232 Millionen Mark eingeführt. Leiber erfolgte trog eine fast 14prozentige Steigerung des Einfuhr werts, also eine des 15prozentigen Rüdgangs der Einfuhr menge gegenüber 1927 zufäßliche Belastung der Handelsbilanz. aufäßliche Belastung der Handelsbilanz. Erfolgreiche Baufinanzierung. Fast verdoppelte Umsätze der Deutschen Bau- und Bodenbanf. Die zum größten Teil im Reichsbejiz befindliche Deutsche Bau- und Bodenbant, eines der wichtigsten Organe der öffentlichen Wohnungswirtschaft, fonnte auch im verflossenen GeDiese Entwicklung ist einzig und allein die Folge des Preis: schäftsjahr ihre fräftige Entwicklung fortsetzen. Die Erweiterung wuchers der des Geschäftsumfanges wird daraus ersichtlich, daß die Gewähgeschlossenen Erzeuger, und wie die Dinge jetzt liegen, ist kaum damit im internationalen Kupferfartell zusammen: rung von 3wischenkrediten vom 1. Januar bis 1. Dezember 1929 von 119,5 Millionen bis auf 179,3 Millionen stieg, sich zum Jahresende allerdings auf 163,5 Millionen ermäßtigte. Die Berwaltung vertritt den Standpunkt, daß bei einer Höhe der zu rechnen, daß sich in absehbarer Zeit der Zustand ändern wird. Letzter Reichsbantbericht... ... unter Schachts Führung. Am heutigen Tage wird der Generalrat nach dem alten Reichsbankgesetz, d. h. unter Beteiligung der ausländischen Mitglieder, den neuen Reichsbantpräsidenten währen. Mit 99prezen iger Sicherheit wird es nicht zu unserer Freude Herr Dr. Hans Luther sein, der nach der Erkundigung der deutschen Generalratsmitglieder auch die Zustimmung der Reichsregierung gefunden hat. Mit 100prozentiger Sicherheit ist aber der Wochenbericht der Reichsbant vom 7. März derlegte, der unter Dr. Schacts offizieller Verantwortung bekanntgegeben werden kann, was unsere volle Zustimmung findet. Dieser Bericht zeigt, daß die Reichsbank die Dis fonts ermäßigung auf 5% Broz., was wir längst vorausgesagt haben, aus bankmäßigen Gründen vornehmen mußte. Allein in der bank wieder um 17,8 auf 2462,1, die Bestände der( ausgewiesenen) ersten Februarwoche haben sich die Goldbestände der ReichsPreis von anderer Valuta so teuer geworden, daß Gold in immer deckungsfähigen Devisen um 18,0 auf 401,8 millionen Mart ver. mehrt. Der Ankauf von deutscher Reichsmart war gegenüber dem größeren Mengen von der Reichsbant aufgenommen werden mußte. Zwischenkredite von 180 Millionen eine Grenze erreicht sei Krise nicht verschont, und gerade auch das Kupfergeschäft hat seit Dem war nur durch eine Diskontermäßigung zu begegnen. über die hinaus eine weitere Steigerung nicht verantwortet werden fönnte. Die Aufbringung der für diese Zwischenkredite erforderlichen Mittel ist durch das Bautreditgesez, das bis zum März 1932 läuft, mesentlich erleichtert worden. Durch dieses Gesetz wird der Reichsarbeitsminister ermächtigt, für Berpflichtungen der Deutschen Bau- und Bodenbank Bürgschaften bis zu 250 Millionen zu übernehmen. Durch die Möglichkeit, Reichsbürgfchaften zur Verfügung zu stellen, sind der Bank neue Kreditquellen auf dem inländischen Geldmarkt erschlossen worden. Im vergangenen Jahr ist diese Reichsgarantie bis zu 80 Millionen beansprucht worden. Der Kreis der Kreditnehmer, in erster Linie Wohnungsfürsorge und Baugesellschaften, sowie Baugenossenschaften gemeinhin und private Bauherren, hat sich im Laufe des Berichtsjahres ständig erweitert. Dementsprechend erhöhte sich auch die Zahl der mit Hilfe der Zwischentrebite der Bau- und Bodenbank erbauten Wohnungen von 40.000 auf 56 000. Der Umjag in Berichtsjahr fonnte mit rund 5,2 Milliarden gegen 2,75 Milliarden im Borjahr nahezu verdoppelt werden. Das Berhält nis der Unkosten zum Gesamtumjazz stellt sich wie im Vorjahre auf 0,03 Proz. Der Reinge minn hat sich von 2 Millionen auf 3,2 Millionen erhöht, woraus wieder die bei gemeinnügigen Unternehmungen begrenzte Dividende von 5 Broz. ausge zahlt wird, während 1,5 Millionen dem Reservefonds und 200 000 Mart einer Sonderrüdstellung überwiesen werden. Der Reserve fonds stieg damit auf 2,8 Millionen bei einem Kapital von 24,3 Mil lionen Mart. Der Geschäftsbericht weist darauf hin, daß es besonders die Schwierigkeiten der Baufinanzierung waren, die im letzten Jahre zu einer verstärkten Nachfrage nach 3wischentrebiten führten. Für die Bant blieb das Mechfelgeschäft eine wesent liche Grundlage für die Beschaffung der Mittel. Die Summe der Wedje erbindlichkeiten om Jahresende ftellte sich auf 538 mi. lionen Marf. Es gelang jedoch der Bant, besonders mit Hilfe ter Reichsbürgschaft, auch in größerem Umfange Kredile auf laufendes Ronto zu, übernehmen und auszugeben. Zwischen Die Konjunktur hat sich ganz entschieden seit Monaten verschlechtert, und selbst das gelobte Land, die Bereinigten Staaten, ist von der Mitte November vergangenen Jahres einen Knacks bekommen. Die Die Kreditgewährung der Reichsbank zeigt im übrigen Bereinigten Staaten verbrauchen zur Zeit weniger Kupfer als vor einem Jahre, und die Bestände sind in Amerika selbst auch bis Ende gewährungen insgesamt nach der Anspannung des Februarendes Januar 1930 weiter gestiegen. Normalerweise müßte eine zurüd. Die Bestände an Reichsschabwechseln sind um 33,2 auf eine recht interessante Entwicklung. Natürlich gingen die KreditBreisermäßigung die Folge des schlechten Geschäfts fein, Breisermäßigung die Folge des schlechten Geschäfts fein, 15,0 millionen gesunken. Die Lombardbestände haben außerordent licher Senfung der Gestehungskosten, obwohl zur selben Zeit, wie aber das Kupferfartell denkt nicht, an Preisfenfung, trop erheblich start, nämlich um 227,7 auf 95,6 Millionen sich verringert. Wenn dabei die Wechselbestände sich um 1,4 auf 1918,2 MilMetalle entsprechend der Verschlechterung des Abfazes zurüd- fo mur deshalb, weil zum Monatsschluß, um zwei Tage Zinsen zu wir aus nachstehender Tabelle ersehen, die Preise der anderen lionen entgegen der sonstigen Regel noch vermehrt haben, gegangen sind. sparen und in Erwartung einer eventuellen Diskontsentung der 28. Februar Pfandtredit der Reichsbant besonders start in Anspruch genommen 170,50 wurde. Die fortdauernde Flüssigkeit des Geld39,50 marftes zeigt sich auch in der Bermehrung der unverzinsten Gelder 36, auf Girokonto um 61,8 auf 530,3 Millionen Mart. 339, 100 Kilo fofteten am: 2 Jan. Elektrolytfupfer.. 170,25 Blei Zint Zinn. 9 42,50 40, 364, 8. März 1930 170,50 RM. 37,50 35,50 324, " P " " P Statt die Preise zu ermäßigen, hat man jetzt beschloffen, die Produktion zu drosseln. Im Januar war bereits die omerikanische Produktion um 5 Broz. niedriger als im Dezember. Damit aber tommt die Kupferindustrie bei der augenblicklichen Martilage noch nicht aus, und zwei ganz große Gesellschaften, die Anaconda- Kupfer und Phelps Dodge, die zusammen ungefähr 250 000 Tonnen im Jahr herstellen, wollen ihre Erzeugung um 50 Broz. fürzen. Am 3innmarkt besteht zur Zeit noch immer ein Ueberflug an Bare, und das Londoner Kartell hat bisher mit seiner Preis. und Produktionspolitit, Schiffbruch erlitten. Die beiden großen bolivianischen Gruben Aramajo und Batino, die ungefähr 20 Proz. der Welterzeugung liefern, haben sich dem Kartell nicht angeschlossen. Die holländischen Gesellschaften wollen auch nicht mitmachen, da sie nach ihrer eigenen Erklärung mit dem Preis von 340 bis 350 Mark gut auskommen. Das Bolf fann nicht faufen. Für die Warenhäuser war ber Sammar wieder ein schlechter Monat. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Umjatzwert um 3,5 Broz zurüd, während nach der Boltsvermehrung eine Der Umlauf an Reichsbanknoten hat um 242.2 auf 4480,2 Millionen abgenommen; die Dedung der Noten durch Gold und Devisen hat sich gegenüber dem Februarende wieder von 59,9 auf 63,9 Proz. verbessert. hauptet worden, daß die Stabili.ät der deutschen Währung mit der Schachts Rüdiritt und die deutsche Währung. Es ist immer beBerson Schachts eng zusammenhänge. Es gibt auch ficher man.hes Hugenberg- Blatt, das mit der Behauptung, Scha hts Rücktritt könne tie Währung gefährden, wieder Dumme fangen möchte. Die Bö.se, Bunkie überhaupt nicht auf Schachts Rücktritt. Begreiflicherweise wo sich das im Preis des Dollars zeigen muß, reag erbe in diesem mußte der Dollar deshalb in den letzten Tagen etwas steigen, weil die Reichsbank den Diskont ermäßigt hat, Amerika den Diskont nicht ermäßigt hat und meil der Dollar vor der Diskont rmäßigung gegenüber der Reichsmart Jehr schlecht stand Diese fleine Beffe rung des Dollars ist auch eingetreten, nämlich von 4,189 auf 4 201 Mart. Aber mit, dem jeg gen Stand von genau 4,2015 ist aber erst die eratte Parität erreicht. Der Dollar fann ohne weiteres noch bis 4.225 steigen, bevor die Reichsbank zur Verhinderung einer wetieren Steigerung Gold verfaufen oder eine Disfonterhöhung politischen Unruhe und der demagogiidhen Auskhyachtung des Falles vornehmen müßte. Das wird man alfen jeuen in diesen Tagen ter Schacht sagen müssen, die mit der Barole Unruhe stiften, daß der Dollar wieder steigt". Die Welle verebbt. Bedeutungslosigkeit der Opposition" bei den Buchbindern. Daß die„ Opposition" in der Berliner Ortsverwaltung des Ber-| bandes der Buchbinder und Papierverarbeiter vollständig ab. gewirtschaftet hat, zeigte die Jahresgeneralper sammlung dieser Organisation am Donerstag mit einer Deut. lichkeit, die selbst auf die wenigen noch zur Generalversammlung| Delegierten Kommunisten ernüchternd gewirft hat. In der vor turzem neu gewählten Generalversammlung, die von etwa 800 Delegierten besucht war, zählte die KPD. Fraftion taum noch 20 Bersonen. Die Führer" der Opposition", einst fast ebenso start wie die Amsterdamer Richtung, waren sich anfangs über ihre Stärke anscheinend selbst noch nicht flar. Sie stellten zu Beginn der BerJammlung den Antrag, die Versammlung zu vertagen und an der Erwerbs ofendemonstration teilzunehmen! Erst der faft ein mütige Beschluß, über diesen Antrag zur Tagesordnung überzugeben, öffnete ihnen die Augen über ihre Bedeutungslosigkeit. Der Bevollmächtigte Ganosse Imhof zeigte in seinem Geschäftsbericht, daß es der Organisation trotz der schlechten Geschäftslage im vorigen Jahre gelungen ist, in allen Tarifgruppen& ohn aufbesserungen durchzuseßen. Insgesamt wurden in Berlin für etwa 18 000 Berufsangehörige rund 30 000 m. Lohnzulage pro Woche erwirkt. Bebauerlich ist es, daß noch mehr als 5000 Berussangehörige der Organisation fern stehen und Parasiten ihrer Erfolge sind. Trotzdem legt die Mitglieberbewegung ein gutes Zeug nis von der Werbefraft des Verbandes ab. Es wurden im Werkmeister in der Wirtschaftskrise. Widerstandsfähigteit einer feffen Organisation. Der Bezirk Berlin- Brandenburg des Deutschen WertmeisterVerbandes hielt am Sonntag im Berliner Gewertschaftshaus seinen diesjährigen Bezirtstag ab. 3hm lag eine sehr umfangreiche Tages. ordmmg zur Erledigung vor. Nach dem Bericht des Berliner Be sirkspertreters Genossen Rühl über seine Tätigkeit im Haupt vorstand und über mehr interne organisatorische Fragen sowie den anschließenden Ausführungen des Bezirksvorsitzenden Genossen Grommel, die sich gleichfalls in der Hauptsache auf organisatorische und taktische Fragen bezogen, erläuterte der Geschäftsführer Genosse Jaeger den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht für das Jahr 1929. Danach hat sich die allgemeine Arbeitsmartttrife auch auf die Organisation der Wertmeister ausgewirft. Wenn auch die Bertmeister bei abflauender Konjunktur nicht sofort aus den Be trieben entlassen wurden, so war doch die Zahl der erwerbs. lofen Wertmeister im Vorjahr ständig um etwa 75 Broz höher als im Jahre 1928. Sehr erschwerend für die Vermittlung non Berfmeistern wirft der Umstand, daß die Unternehmer möglichst junge Wertmeister bei Neueinstellungen bevorzugen und die älteren, besonders die über 50 Jahre, sehr lange stellungslos Vorjahre 446 neue Mitglieder gewonnen, so daß der Buchbinder verband am Jahresschluß in Berlin 11 788 Mitglieder musterte. S.hr beachtlich sind auch die vor den Arbeitsgerichten erftrittenen Erfolge. Durch Bergleiche und Urteile sind nicht weniger als 33 000 Marf den Unternehmern abgerungen worden. Der Bericht des Kassierers Genossen Bytomski tlang weniger erfreulich. Der Lotalfaffenbestand ist um 8058 m. auf 82 352 M. gejunten. Das ist einmal darauf zurückzuführen, daß für den Streit in der Luruspapierbranche rund 6000 m. Zuschuß aus der Lokal tasse gegeben wurden, vor allem aber auf den Beschluß der legten Generalversammlung, den erwerbslosen Berbandsmitgl etern 311 Weihnachten eine Sonderunterstützung zu gewähren, ohne zu diesem Zwed Sonderbeiträge zu erheben. Auf Grund dieses gegen den Willen der Ortsverwaltung gefaßten Beschlusses wurden allein 14 215 m. verausgabt, für die feine Deckung vorhanden war. Den wenigen fommunistischen Rednern, die in der Diskussion für ,, robe" Betriebsräte Propaganda zu machen versuchten und eine Kritif des Geschäftsberichts an den Haaren herbeizogen, wurde von den nachfolgenden Rednern gebührend heimgeleuchtet. Die Ein= flußlosigkeit der Opposition" zeigte sich nochmals bei den der. Gegen ganz wenige Stimmen wurden der bisherige zweite Abstimmungen über die neu zu wählenden OrtsverwaltungsmitglieBevollmächtigte Genoffe Priemer und die Revisoren wiedergewählt. Die Wiederwahl des zweiten Kassierers Genossen Beder erfolgte einstimmig. Feinmechanit und Optit, den Kunst- und Bau schlossereien usw. Daneben gelang es auch, einzelne Verbesse rungen der Manteltarife zu erwirken. Nicht befriedigend ist die Mitgliederentwidlung des Bezirks. Es wurden im Vorjahre insgesamt 60 neue Mitglieder gewonnen, so daß die Organisalien am Schluß des Berichtsjahres 11 136 Mitglieder zählte. Abgesehen von einigen wenigen tritischen Bemerkungen wurde in der Diskussion zu dem Geschäftsbericht die Tätigkeit der Geschäftsstelle und des Bezirksvorstandes vollauf anerkannt. Diese Anerfennung kam dann auch bei den Neuwahlen zum Ausdruck, die nach der mehrere Stunden in Anspruch nehmenden Debatte über die Anträge zum Bezirtstag und zu dem in diesem Jahre stattfindenden Verbandstag vorgenommen wurde. Mit einigen Ers gänzungen wurden die bisherigen Beiratsmitglieder sowie die Bertreter für das AfA- Ortsfartell wiedergewählt. In den Bezirksvorstand wurde einstimmig der Genosse Stommel als erster Borsitzender und der Genosse Ehret als Schriftführer wiedergewählt. Zum zweiten Borsitzenden des Bezirkes wählte der Be3irfstag mit großer Mehrheit den Genossen Beyer. | andere Alterszahlen an. Ihre Bedeutung erhalten die Feststellungen des DHB. dadurch, daß angeblich für die Gruppe der 31, bis 40jährigen ein Monatseinkommen von durchschnittlich 352 M. und für die Gruppe der über 41jährigen ein Monatseinkommen von durchschnittlich 392 M. ermittelt worden ist. Wenn schon diese Ergebnisse reichlich anfechtbar erscheinen, so ist es die Schlußfolgerung noch viel mehr. Sie lautet nämlich:„ Da die Gehaltsstaffel der Tarifverträge für den Kaufmannsgehilfen mit dem 30. Lebensjahre endet, ist die Tatsache, daß das Gehalt auch meiterhin steigt, ein Zeichen für die Bewertung der besonderen Leistungsfähigkeit der älteren Angestellten." Diese Berallgemeinerung mirti geradezu ungeheuerlich, wenn man sich erinnert, daß nicht nur der AfA- Bunb und der Zentralverband der Angestellten darum bemüht find, das Los der älteren Angestellten erträglicher zu gestalten, sondern daß die Not der älteren Angestellten so allgemein anerkannt ist, daß selbst Barlament und Regierung Maßnahmen zu deren Schuh treffen mußten. Selbst in den Versammlungen des DHB. werden Resolutionen angenommen, die ganz energisch Maßnahmen fordern, um endlich der grausamen Not der älteren Angestellten zu steuern. Glaubt man aber der Leitung des DHB., dann geht es den älteren Angestellten alle Tage beffer und besser. Sie brauchen keinen Tarifvertrag! Je älter sie werden, desto höher werden sie ,, be. wertet". Die Unternehmer werden die wissenschaftliche Erkenntnis des DHV. mit Kußhand in Empfang nehmen. Die älteren Angestellten aber werden sie als Berhöhnung empfinden. Mit Meffern, Dolchen und Schlagringen. Athen, 10. März.( Eigenbericht.) Eine Versammlung der gemäßigten Gewerkschaften, die sich mit der neuen Arbeiterversicherung befaßte, murde Don etwa 100 Rommunisten gesprengt. Die Kommunisten brangen gewaltsam in den Saal ein, veranstalteten einen ungeheuren Lärm und begannen schließlich eine Prügelei, in deren Verlauf 30 Personen zum Teil schwer verlegt wurden. Mit Messern, Dolchen und Schlagringen schlugen die kommunistischen Rowdys auf ihre andersgesinnten Arbeitskollegen ein. Erft als die Polizei eingriff, fonnte dem Tumult ein Ende bereitet werden. Mehrere Kommunisten wurden verhaftet. Osram, Sidingenstraße! Mittwoch, 14% Uhr, Bersammlung aller Varteigenossen und Sympathifierenden im Reftaurant Osram- Ede. Der Fraktionsvorstand. Bezirksamt Kreuzberg. Nächte Gigung der Betriebsfraktion Donnerstag, 20 Uhr, im Restaurant Ewald, Staliger Str. 126. Tagesordnung: 1. Die Neuorganisation der Stadtgemeinde Berlin", an schließend Aussprache. Referent Stadtverordneter Baul Robinson. 2. Mitteilungen. 3. Berschiebenes. Bollzähliges Erscheinen aller Ge noffen erwartet Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Wanderleiter! Die nächste Sufammenkunft findet ftatt om Moning. 17. März, um 20 Uhr, im Gaal III des Gewerkschaftshauses. Zichi bilbervortrag: Sternberger Land Sanfetal". Seute, Dienstag. 19% Uhr, tagen die Gruppen: Ereptow: Gruppenheim Schule Bildenbruch ftraße 53-54( Sortzimmer). Bunter Abend. Sumbolbt: Jugendheim Graun Ede Lorkingftraße. Bortrag: Der organisatorische Aufbau der FG3." Mariendorf: Jugendheim Dorfftr.. 7( Alte Schule). Borirag:" Wandern und trag: Frankfurter Allee: Städt. Jugendheim Bitauer Straße 18. Rethenvortrag: Unsere Arbeiterführer". Landsberger Blag: Gruppenheim Dieftelmenerftt. 5. Lichtbildervortrag: Bir manbern durch Deutschland". 4. Abend: Das Fichtelgebirge". Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Märaftürme." Ren- Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Märzgedenken." bleiben. Biele von ihnen haben versucht, wieder ihre frühere Hand- DHB. liefert Unternehmern Argumente" Spandau: Gruppenheim Grabt, Jugendheim Bindenufez 1. Borarbeiterbeschäftigung aufzunehmen, was ihnen aber infolge der großen Arbeitslosigkeit auch in den Facharbeiterberufen gleichfalls nur selten gelang. Troß diefer ungünstigen Arbeitsmarttlage ist es der Organi fation meist im Zufammenwirten mit den übrigen freigemertschaftlichen Angestelltenverbänden gelungen, in vielen Industrien und Branchen die Gehälter der Wertmeister aufzubeffern. Go wurden zum Beispiel die Gehälter der Wertmeister in der Berliner Metallindustrie um 7 Broz erhöht, desgleichen die in der Er leugnet die Not der älteren Angestellten. Der Deutschnationale Handlungsgehilfen- Berband veröffentlichte vor furzem das Ergebnis einer Erhebung über Alter und Ein= tom men der Kaufmannsgehilfen, die auf Grund von 166 000 Fragebogen zustande gekommen sein soll. Es ergibt sich daraus, daß 23,65 Broz. der Mitgliedschaft des DHB. ein Alter von 31 bis 40 Jahren haben und 14,98 Proz im Alter von über 41 Jahren stehen. Im übrigen geben die Erhebungen der Unternehmer ganz 3naendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Dienstag. Finden folgende Beranstaltungen ftatt: Richtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Bortrag: Gie fuchen die Geele( Beris gemeinschaft, Bertschule, Berksport). Referent Rurt Mener. Rotbweft: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Torirag: Der Jugendliche im Arbeits techt". Referent Erwin Bunzel. 26 20 Uhr probt unser Sprech und Bc megungscher in der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 11. 3. Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ab. D. Di No. 7 Jabres- Ah.- Y. No. 68 191 Uhr Dienstag, 11. 3. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus I 191 Uhr Die Hochzeit Mona Lisa des Figaro Ende 22 Uhr Ende n. 22 U. Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik Vorst. 42 20 Uhr am Gandarmenmarkt St. R. 2 Di. No. 6 Jahres- Ab.- V. No. 60 20 Uhr Jphigenie Prinz Friedrich V. Homburg auf Tauris Ende n. 222 Uhr Ende g. 221 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Das Friedensfest Ende 22 Uhr SCALA Tägi. 5 u. 8, Uhr. 65 Barb. 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 8 M. Gastspiel Erich Carow and weitere 9 Internation. Attrakt onen Tägi. 5 PLAZA Tag. u. 815 Sennt. 2., 5 u. 8% A ex. E 4, 8066 INTERNAT. VARIETE Winter Garten* 8.15 Uhr zentr. 2819 Raumen erlaubt Paul Nikolaus, Goldin mit neuen Illusionen und weitere Neuheiten Volksbühne Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Amnestie Künstler- Theat Schauspiel v. Carl Mar. Finkelnburg Regie: Günth. Stark 8 Uhr Staatl. Schiller- Th. Das Friedensfest Staatsoper Am Pl. d. Republik 8 Uhr Iphigenie auf Tauris Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8 U. Hulla di Bulla Schwank von Arnold and Bach Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8 Uhr Liebe auf den Barbarossa 3937 745 Uhr Zum ersten Male Sex Appeal Lastsp. v. Frederik Lonsdale Albert Bassermann. Regie: Forster Larrinaga Mady Christians Berliner Theater Dönhoff 170 71 Uhr Ende gegen 10 Uhr „ Eins, zwei, drei" von Franz Molnar mit Max Pallenberg. Regie: Gust. Hartung Verner: Souper Regie Heinz Hilpert. Theater d. Westens Täglich 84 Uhr: Hotel Stadt Lemberg Musik von Gilbert Lori Leux Operettenhaus Philharmonie zweiten Blick Leo Schützendori Alte Jakobstr. 30/32 8 Uhr ( Zentral- Theater) Sinfonie- Konzert Täglich 4 Uhr Die Fledermaus des Philharm. Orch Dirig. Prof. J. Prower Rokcko- Variat.( Tschaikowski), mit Gustav Matzner( Graudan) 3. Sinfon.( Bruckner) Preise 1, 2, 3 M. Eintritt 1 Mk. Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arthur Roberts 8 Uhr Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr( halbe Pr.) HAMBURG- AMERIKA LINIE VON HAMBURG DIREKT NACH KANADA NÄCHSTE PASSAGIERABFAHRTEN: M.S. ,, St. Louis" 28.März M.S. ,, Milwaukee" 4.April D. ,, Cleveland" 16.April M.S. ,, St. Louis" 29.April D. ,, Cleveland" 21.Mai M.S.St. Louis" 4.Juni AUSWANDERER BELIEBEN SICH WEGEN ALLER EINZELHEITEN ZU WENDEN AN. HAMBURG- AMERIKA LINIE, HAMBURG 1, ALSTERDAMM 25 Berlin, W. 8, Unter den Linden 8, Fernsprecher: Zantrum 9155/6, 9197/9. W. 50, am Zoo, Hardenbergstraße 29a- e Fernsprecher: Barbarossa Nr. 0814 und 3014. Nur noch Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8.05 Uhr wenige Tage Madame hat Dienstag Ausgang Erika von Tellmann 7% Vorstellung Paul Hörbiger Mittwoch 3 Femillen- Vorstellung( Vollwert Abendprogramm Finder zahlen. auf allen Plätzen von 2.20 Mk. aufwärts balbe Preise. 7th Vorstellung. SARRASANI Tel. Baerwald 4335-36, 0800, 0950 Hermann Schaufuß Lvovski, Braut Lessing- Theater Weldendamm 2797.0846 Täglich 8 Uhr Affäre Dreyfus von Rehfisch und Herzog Direktion: Dr. Martin Zickel Komische Oper Friedrichstr.104 Merkur 1401 4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8% Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guldo Thielscher, Schulz, Schroth, Burg, Hildebrand, Walter Rabs, Flink, Behmer, Wensk Lustspielhaus 8% U. Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Liebe auf den zweiten Blick. Riemann Haack. Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Craule Rose täglich 8.15( Sonntag 5.15 und abends 9 Uhr, als Die goldne Meisterin Große Aussta tungs- Operette mit der Musik von Edmund Eysler im Rose Theater Große Frankfurter Straße 13: Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 Jeden Sonnabend 11.30 Nachtvorstellung: Der usters atte. Nächsten Sonnabend 5 Uhr u. Sonntag 2.30 Uhr Schneeweiße und Rosenrot Vorverkauf ab Montag täglich von 11-1 Uhr und von 4-9 Uhr abends. Reichshallen-Theater Abends Sonntag nachm. Stettiner- Sänger Das herrliche März- Programm Trianon- Theate Leitung: Dir. Arnim Georgenstr. 9 Täglich 8% Uhr Heute z. 100. Male Die Freundin von Sudermann Preise 1, 2, 3, 4 M. Metropol- Th. 81% Uhr Heute Festvorstellung zum 150. Male Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehár. Treat. a. Kolth.Tor Kottb. Str. 6 Tägl.& Uhr auchSonnt. nachm.3 U. EliteSänger. 8 TiUmple aldiz. Oberbietend. März- Programm! Planetarium am Zoo Varlang. Joachimsthaler Strate B.5 Barbarossa 5578 164 Uhr Der Frühjahrshimmel 14 Uhr Merkwürdige Sterne( Riesen u.Zwerge 2014 Uhr Unser Mond Eintritt Mark Kinder 50 Pf. Wo spelst man gut und billig? Nur Gross- Berlin Alexanderplatz 225x3 Musketiere 1000000 Besucher Dienstag, den 11. Märs, 8 Uhr FestVorstellung REGIE: CHARELL Großes Schauspielhaus Barnowsky- Bahnen Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr Professor Bernhardl yon Arthur Schnitzler Regie: Victor Barnowsky Komödienhaus Täglich 8 Uhr Ber Lügner und die Monne von Curt Götz Deutsches Theater D2 Weldendamm 5201 Tägl. 84 Uh Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Kammerspiele D2 Weidendamm 5201 72 Uhr zum ersten Mal Die liebe Feindin Komödie von A. P. Antoine Deutsch von Barta Zuckerkand Regie: Gustaf Gründgens Bühnenbilder: Ernst Schütte Lill Darvas, Hans Albers, %% Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr Richard Romanowsky, Otic WallLothringer Straße 37 Wieder ein neuer Schlager Der wahre Jakob Stürmischer Helterkells- Erfolg bars, Mathias Wieman, Erika Mann, Eberh. Keindorff Die Komödie J1 Bismck.2414/ 7516 8 Uhr Nachmittags balbe Preise! Dazu ein erstkl. buntes Programm Die Kreatur Dönhoff- Brett!: Gutschein für 1-4 Personen Das Familien- Varieté. Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Schauspiel von Ferd. Bruckner Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Regie: Max Reinhardt Oiensiag ■ti.'Sl&n 1930 Unterhaltung und �Vissen Beilage des Vorwärts Stichard JCUlfenbeck: Slegnerilcher Der Tag ist regnerisch, windig und grau. Schon frühmorgens lagerte der Nebel über den Dächern, mittags mußt« man das Licht anstecken, das GeHupe der Autos und das gleichmäßige Gerassel der Straße bekommt einen melancholischen Ton. Zwischen chäuser- schatten und Bogenlompenstrahlen huschen dl« Menschen wie Ge- spenster. Don den chelmen der Verkehrsschutzleute tropft das schmutzige Wasser wie von den kahlen Aesten der Bäume. Einsam schwimmt ein Zeitungsblatt den dunklen Kanal hinab. An solchem Tage, in diesen Zeiten ein Rentier zu sein, ist kein Vergnügen, besonders, wenn man ein cholerisches Temperament besitzt und den Gedanken nicht verwinden kann, früher in einer gewisien Behaglichkeit gelebt zu haben, chugo Kießling hatte drei Angriffspunkte für feinen, jährlich wachsenden Zorn, erstens die schon längst vergangene, ihm darum aber nicht weniger gegen» wärtige und in ihren Wirkungen brennend vorstellbar« Inflation. Zweitens die Regierung, unter deren Aufsicht und Verantwortlich- keit auch das Wohlfahrtsamt arbeitete, von dem Kießling seine spärliche Unterstützung bezog. Drittens die Menschen überhaupt und chr Charakter, der, wie Kießling behauptete, früher bester g«° wesen sei, jetzt aber die Grenze des Verbrechens erreicht Hab« und von dem man nicht wisse, wohin«r noch führen werde. Gutes könne jedenfalls dabei nicht herauskommen. An schönen Tagen konnte Kießling spazieren gehen, im Park, auf einer Bank fand sich sicher dieser oder jener, der seine Welt- anschauung bestätigt«. Man beobachtete die Menschen, fand vieler- lei Gelegenheit zu abfälligen Bemerkungen, wunderte sich das tausendstemal über d!« Kurzröckigkeit und das anmaßende Gebaren der Frauen, konstatiert« mit der Zufallsbekanntschaft, daß früher alles besser gewesen sei und trank dann hin und wieder gemeinsam ein« kleine Molle für zehn Pfennig. Einen Luxus, den man sich gerade noch leisten konnte.„Gannoven sind sie", sagte Kießling. Er meinte damit die Herren von der Regierung und vom Wohl- fahrtsamt. Er hatte dieses Wort aus der Zeitung, er liebte«s, weil es eine Kenntnis der dunklen Seite der Welt einschloß. Er fühlte sich wie ein Theatermeister und glaubte, di« Dinge des Alltags gewistermaßen aus den Kulissen zu beurteilen. O ja, er wußte Bescheid. Ihm machte man nichts mehr vor. Wenn Kießling so mit seinem alten schiefen Hut, dem ab- geschabten Mäntelchen und den ausgefransten Hosen daherging, mit einem zweiten, ebenso ännlich aussehenden Individuum, in heftigem Gespräch begriffen, machte«r einen traurigen Eindruck. Er war dazu geboren, unter normalen Umständen ein guter Staats» bürger zu sein, jetzt aber in einer Lage, in der das Schimpfen und Kritisieren ihn einzig aufrechterhielt, fühlt« er sich wenig wohl. Er stürzte seine kleine Moll« hinunter, auf seinen Bäckchen er- schienen kleine rote Flecken. Da stand der Wirt und sah ihn an. Das war auch sicher ein Gannove. Alle Menschen sind Gannoven. Heute herrscht ein Kampf aller gegen alle. Das war so Kießlings Philosophie, sie besaß nicht den Reiz der Neuheit, aber das stört« ihn. nicht. Wenn er nur Gelegenheit fand, sie an den Mann zu bringen. Ganz schlimm aber stand es um Kießling, wenn es regnete, wenn so ein Tag war, wie er oben beschrieben worden ist. Dann waren die Bänke im Park leer, niemand ging spazieren, niemand zeigt« sich geneigt, die Lebens» anschauung eines schlecht gekleideten alten Griesgrams anzuhören. Himmel, verflucht und zugenäht! Das kam dann noch zu der üb- lichen Bosheit der Menschen hinzu. Was hatten sie eigentlich alle so zu rennen? Di« Menschen dort mit einer Mopp« haben eine Anslellung und verdienen gut. Die Frauen— das ist ja bekannt— tragen das Geld der Männer in di« Warenhäuser, um sich unnütze Ding« anzuschaffen. In den Autos hocken die feisten Schieber. davon wollen wir gar nicht sprechen. Da kriegt man einen Schlag- Unfall, wenn man daran denkt. Hugo Kießling dachte aber immer wieder daran, die Gedanken drehten ihm das wunde Herz um, und der Regen floß ihm in den zerknautschten Kragen. Aus der guten Zeit befaß Kießling noch einen Spazierstock mit einem Elfenbeingriss. Der Spazierstock ging mit Kießling, als wäre der noch der alte, der wußte nicht, daß er cs eigentlich mit einem Gespenst zu tun hatte. So schritten sie beide dahin und wußten mcht. wie nahe ihnen das Ende war. Die Winterzeit ist auch di« Zeit der Apfelsinen. Irgendwo, an einer Straßenecke, hatte«in Kind nichtsahnend eine Apfelsinenschale fallen lasten. Dieses Stückchen Welt, das vielleicht in Spanien oder Afrika oder sonst einem sonnigen Lande eine Herr- lich« Zeit hinter sich hatte, wurde den beiden zum Verhängnis. Kießling fetzte feinen Stock auf die Schale. Der Stock mit dem Etsenbeingriss glitt aus, Kießling fiel hin und brach sich den Ober- schenket. Die Aerzt« nannten e« eine Schenkelhaisfraktur. Da» ist ein wissenschaftlicher Ausdruck, der sicher genau weih, was er besagt, im Dolt beurteilt man aber die Sache so: Das ist so gut, als wenn sich einer den Hals gebrochen hat. Kießling führte einen Prozeß gegen den Staat: denn dem Staat gehörte das Gebäude neben der Unfallstelle. Im Armenwege zu prozessieren, ist kein Vergnügen. Man muß sich mit Geduld tvcppnen, die Termine folgen sich mit schrecklicher Langsamkeit, und niemand w«ib, was dabei herauskommt. Kießling lag fest im Bett: es dauer!« nun schon fast acht Monat«, ober sein Verstand war von der Krankheit nicht ergrissen. I« länger der Prozeß dauerte, desto unentwegter und heftiger mußte Kießling an di« Apfelsinen- schal« denken. Er umkreiste st« bei Tag und bei Nacht, unerhörte Entschädigungssummen wuchsen wie tropisch« Gewächse in seinem armen Schädel, er sah sich aus Gummi fahren und von einer Kommission begrüßt werden, die sich bei ihm wegen besagter Schale entschuldigt«. Er träumte sogar einmal davon, daß ihn der Staat auf Lebenszeit mit frischen Apfelsinen versorgen müsse. Er fieberte und nahm stark an Gewicht ob. Die Aerzt« suchten ihm di« Sache auszureden, erreichten aber nur. daß Kießling si« mit einer Flut zurückgestauter Ansichten über Gott, Well. Insiation und menschlichen Charakter übergoß. Si« verließen ihn mit großer Besorgnis. In der Wirklichkeit entwickellen sich die Ding« ganz anders. als Kießling sich dos vorstellte. Er hatte schon immer ein merk- würdiges Berhältnis zur Wirklichkeit gehabt, auch früher, als es ihm gm ging. Dos Glück behandelte«r wie etwas, das eben gut genug war, ihm di« Stiefelsohlen zu lecken, liefen die Ding« aber «inen anderen Weg als Kießling sich das dacht«, so begann er den Gekränkten zu spielen. Er hatte die Gewohnheit, die Well für sein Pech verantwortlich zu machen,«r tobte, schrie und gebürdete sich als großer FamUIentyrann. Kießlings Frau hotte daraus schon vor der Inflation die Konsequenzen gezogen und war gestorben. Dos Geraunze und Geschimpfe hinderten nicht, daß die Klage in der ersten Instanz abgewiesen wurde. Der Portter, der gerade vor dem Gebäude stand, als Kießling stürzte, erklärte, der Rentner habe die Apfelsinenschal« vorher mft seinem Stock berührt. Er habe sie also gesehen, sie beiseite schieben wollen und sei dann erst gefallen. Er Hab« gar nicht nötig gehabt, zu fallen. Kießling habe ihm den Eindruck eines Betrunkenen gemacht. Das Gericht stellte fest, daß der Kläger täglich eine Destille besuchte, und obwohl Kießling beteuerte, sein« Geldmittel hätten ihm ni« erlaubt, mehr als ein« kleine Moll« zu trinken, glaubten die Richter dem Portter. Es gab einen Tobsuchtsanfall: Kießling versuchte auszustehen, brach aber zusammen und mußte mll Gewall ins Bett zurückgebrocht werden. Man suchte ihm klar zu machen, daß das, was das Gericht entschieden habe, durch eine Revision und«ine neue Verhandlung geändert werden könne. Die Aerzt« packten ihn bei seiner Vernunft, nannten ihn einen Dulder, der sein Recht haben müsse, erinnerten ihn an die Zeit seines guten Staatsbürgertums und meinten kategorisch, er müste lachen. Nur durch Lachen könne er das Schicksal besiegen. Kießling lachte nicht, sondern schwieg. Das Schweigen war aber viel schrecklicher als das laute Schimpfen, niemand ttaute sich mehr in sein Zimmer. Wer bei ihm gewesen war, erzählte fürchter- liche Dinge von eingefallenem Gesicht, gelber Hautfarbe, erschrecken» der Abmagerung und Verlust der Sprache. Trotz alledem wurde Kießling eines Tages wieder hergestellt, und zwar so, daß er fast genau ein Jahr nach seinem Unglücksfall die Straße zu einem Spaziergang betreten konnte. Cs würde sich gar nicht lohnen, über das Schicksal Kießlings ein Wort zu verlieren, wenn sein Ende nicht eine besondere Note gehobt hätte. Sicherlich gibt«s in heutiger Zell viel« Rentner. die sich ein Bein brechen, nicht wissen, wie sie leben sollen, Prozesse verlieren, und sich dann umbringen. Man liest es jeden Tag in der Zeitung, Mit Kießling verlies es anders. Er dacht« sich einen Plan aus und brachte ihn zur Ausführung, sein Menschenhaß, seine ungeheure Wut gegen alles, was in der Well augenblicklich lebte, ballte die verlorenen Wölkchen seiner Tattraft zu einer Gewitter- wölke zusammen. Er kroch nun an zwei Stöcken, aber er vergaß nicht, sich mehrere Apfelsinenschalen einzustecken. Vor einem Gebäude, das durch keinen Portier bewacht wurde, ließ Kießling eine Schale fallen. Er ging hundert Schritt« weiter, kehrte zurück und fiel, mdem er mit letzter Kraft seine Krücken auf We Straße schleuderte. Wie er zu dieser Tat kam, konnten die Psychiater trotz vielen gelehrten Redens nicht sagen. Das Gericht nahm Rücksicht und v«r» urteilte ihn wegen Betrugsversuches zu einem Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist. Die Sache endete damit, daß man Kießling auf Staatskosten in eine Jrrenhcilanstalt sperrte. So erreichte er am Ende doch noch, was ihm unklar vorgeschwebt hatte:«ine an- ständige Versorgung. Er lobt« dort noch ein halbes Jahr und starii dann an einer Lungenentzündung. 9min meiibm: Uäier titifl Sißhückeii Fratzenschneider. Er hatte auf Rollen und konnte auf Der kleine Jung« war«in prima ein« Kuh und«inen hellgrauen Hasen allen Vieren laufen wie ein Affe. Das waren die Vorzüge, um derentwillen er berühmt geworden war.„Franz Reiter hat einen grauen Hasen und eine Kuh", sagten die anderen Kinder von ihm,„und Fratzenschneiden kann er fein." Zlber ihre Estern hatten etwas dagegen einzuwenden. Denn Kinder sind— wohl durch di« Vererbung— schon che si« in die Schule gehen müssen, genau so töricht w>« die Erwachsenen: sie machen alles nach, was sie sehen. Die kleinen Kinder, natürlich vor allem die Iungens, alle machten si« Fratzen. „Paßt einmal aus", sagten die Eltern zu den Kindern,„euch bleiben die Gesichter beim Fratzenschneiden noch einmal so stehen— und ihr bleibt euer Leben lang mit einer Grimasse behastet." Da liefen die Kinder, jedesmal, wenn sie eine Fratze geschnitten hatten, vor den Spiegel, um nachzusehen, ob die Fratze stehen gebliebn wäre. Es war eine Erwartung ohnegleichen, dos Herz llopst« tüchtig. Aber leider war die Fratze nie stchen geblieben, nicht einmal «in kleines Stück davon. Sobald man es wollt«, ging die Fratz« weg: es war gar nichts Gefährliches dabei. Man probierte es von morgens bis zum Insbettgestecktwevden, man ging mit einer Fratze in den Schlaf hinüber— ober dos Fratzenschneiden blieb harmlos, zu einer Sensation kam es nicht. Die jungen Mädchen, die die Kinder ins Bett stecken muhten, sagten schon lange:„Do graut man sich ja reineweg vor", und sahen gar nicht mehr hin. Als nichts anderes helfen wollte, erzählten sie den Kindern von der Hölle, wo alle Untaten, die hier ungerächt bleiben, bestraft werden „Mit dem Fratzenschneiden verhält«s sich so wie mit dem Uuchen", sagten sie, ,chos wird auch in- der Hölle bestrast, ihr elenden Plagen." Ach was, unsere Gesichter sind uns nicht stehen geblieben, dos war nur Schwindel— mit der Hölle wird es dasselbe sein... dachten die Kinder und machten tüchtig weiter. Es war wie eine Seuche, die ganze Umgegend war angesteckt. Jene andere Plage, die Nachahmung der heranziehenden Feuer- wehr(„La— li— la") war eben überwunden— und nun kam diese. Eines Tages sagten die Eltern:„So geht das nicht weiter. Wir müssen das Uebel bei der Wurzel fassen", und die Tatenlustigsten unter ihnen setzten sich zu einer Abordnung zusammen, um an einem sonnigen Nachmittag chren Besuch beim Vater des kleinen Franz Reiter zu machen. Nun waren die Eltern des kleinen Franz aber von ollen Eilternpaaren das einzige, das von den Fratzen des Sohnes über- Haupt noch nichts bemerkt hatte. Nicht etwa, daß der Klsine sein« Kunst sorgsästjg vor ihnen versteckte— nein, so war«r nicht. Im Gegenteil, von seinen Ungebärdigkeiten waren st« geradezu um- mauert— so daß sie einfach gar nichts davon sahen. Diese Gleichgültigkeit mußte mtt der ganzen Lebenshaltung der Familie zu er- klären sein: jeder tat gerade dos, was er wollt«: man Ichlief so lang«, als man sichs'-isten konnte: man sang manchmal, mitunter weint« man auch... Wie sollten da des kleinen Franz mimische Liebhabereien zum TroMcm werden? Wenn Franz der Vater des Uebels war, so war Herr Reiter in den Augen der Abordnung, die bei ihm angerückt kam, der Großvater desselben. Di« Neuigkeiten, die er nun erfuhr, konnten ihn nicht unberührt lassen. Er war ehrlich erschrocken, als er von dem Aergernis hörte, zu dem sein Sohn der eigentliche Anlaß war: und ebenso ehrlich konnte«r behaupten, seinerseits niemals etwas davon bemerkt zu haben. Er versprach Abhilfe um jeden Preis— und wäre sein Junge im Haus« gewesen, so hätte er den Beschwerde- führerinnen sogleich die Lieb« angetan, ihn vor ihr Forum zu führen. Längst nach Dunkelwerden kam der klein« Franz vom Spielen zurück. Don dem Augenblick an, als er die Stubenttir öffnete, beobachiete der Bater ihn scharf. Es war nicht abzustreiten, er kam auf allen Vieren herein. Herr Reiter, irgendwie irritiert, stellte fest, daß er seinen Sohn schon öfters in diesem vierbeinigen Zustand hatte eintreten sehen. Merkwürdig, daß es ihm bis heut« unbewußt geblieben war. .„Du", sagte der Vater,.che. was heißt denn das, wie?" Franz gab«inen grunzenden Ton von sich. „Stelle dich ausrecht, aus die Beine!" kommandierte der Vater. „Ich bin doch ein Affe", sagte Franz belehrend. Er blieb vier- beinig. Und nun begann er sogar, unanzweifelbare Asfensprünge zu machen. Da stand der Vater auf. Er versuchte den Kleinen zu fassen, aber der— ob er vielleicht den Ernst seiner Lage gar nicht ver- stand?— umhüpft« ihn mit kräftig schnellenden Sprungbeinen. Auf jede Drohung seines Vaters fand er einen Trumps, er zog Fratzen, eine origineller als die ander«, er mochte einen großarttgen Buckel, schoß Kobolz— und als sein Dater ihn dabei zu fasseir bekam und ihn gerade vor sich hinstellte, stopfte«r die Zunge unter die Unterlippe, so daß er wie«in Gorilla aussah, und mochte dazu Affenknurren. Aber gleich darauf brach er ab. In Mienen und Haltung seines Daters war etwas, das ihn ängstlich machte. Er sah den halb- offenen Mund und wie der Schnurrbart unter dem hastigen Atem leis« zittert«, die schweren A?me... Es war dos Unglück des .Kleinen, daß sein Bater seit langer Zeit nichts Erregendes erlebt hatte, sein äußeres Dasein, seine gesellschaftlichen. Verwandtschaft- lichen Beziehungen, und ach, auch fein« Ehe mit einer gar nickst reizenden Frau— das alles war so ganz ohne Sensation, ohna aufpulvernd« Bedeutung.... Aber nun, dieser Junge— der hatte sein Blut aufsteigen lassen— wie er sich immer wieder seinen Händen entzogen hatte— das wirkte wie ein seltsamer Kitzel. Der Kleine stand gerade und stumm vor dem Doter und starrt« ihn an. Und plötzlich sauste ihm«in« Ohrfeige in die Seele hinein. Au, das hat in die Seele getroffen, fühlte der Voter sofort. Der Kleine zitterte. Sein Gesicht war bloß, und während Batek und Sohn sich ansahen, bemerkte der Mann, wie das Blut des Kindes die Finger auf der Wange nachzubilden begann, rot wie Schrift auf einer weißen Seite broiintcn sie hervor. Der Vater suchte einen Uebergang, mft dem Jungen zärtllch zu tun. Er forderte ihn auf, doch wieder wie ein Asse zu sein. Das Kind sah ihm nur auf den Mund. Es mar«in merkwürdiger schräger Blick, der den Vater ttaf.— Der Mann stellte sich selber aus alle Viere und hüpfte heran. Der Junge sah ihm zu und näherte sich der Klinke.— Ich habe etwas gebrochen, wußte der Voter und ging langsam hinaus. Es war nicht mehr zu reparieren. Alles was der Mann in der folgenden Zeit auch leise versuchte— das Zarteste auf der Welt, die Unbefangenheit einer Seele ließ sich so wenig wieder» herstellen wie ein aus den Fugen gegangenes Schmetterltngsstügel» paar. Der Zugriff der Finger hatte etwas zerstört. Denn es war dem Jungen zum ersten Male geschehen, daß ein« Macht von außen in den unbekümmerten Gang seiner eigenen Welt gegriffen und zu verstehen gegeben hatte, daß noch bedeutend mehr als die eigene Person auf der Rechnung stünde. Dos war «in Ereignis in seinem Leben, es entsprach vielleicht jener ersten Gemeinheit größeren Stils, die ihn, rn längst vergangenen Tagen. von der Mutterbrust entfernt hatte, um ihn den lächerlrchen Ersatz einer Flasche zu bieten. Und nun war er endgültig mißtrauisch geworden. Es war wohl besser, man verhielt sich im Kreise der Großen still und wartete ob, bis man insgeheim, hinter ihnen her, seine Fratzen schneiden könnt«. Die Abordnung, die den Erfolg- aus ihre Rechnung fetzte, lieh sich beglückwünschen, und einige Damen, als sie einmal den Dater Franz Refters trafen, sprachen ihm ihren Dank aus. Aber der Vater sah mit einem merkwürdigen Lächeln aufs Pflaster und schwieg. Das Londoner Drury-Lone-Iheoier wurde 180 Jahre lang, bis zum Jahre 1894, jeden Abend, wenn eine Vorstellung stattfand, von einem Soldateiftrupp bewacht. Das hatte sein« Ursache darin, daß vor 180 Iahren, als der damalige englische König das Theater de- sucht hatte, ein Tumutt ausgebrochen war. Das veranlaßte den König, dos Theater unter militärische Bewachung stellen zu lassen.» Konservativ, wie die Engländer stich, erhielten sie die Bewachung durch anderthalb Jahrhunderte aufrecht, obwohl kein Anlaß mehr dafür vorlog. Die meisten blondhaarigen Kinder gibt es in Schleswig-Holstein. nämlich 43 Proz. aller Kinder, in Hannover und Brounschweig 41 Proz., in Mitteldeutschland 30 Pro.z.. in Süddeutschkand l8 bis 20 Proz. und in der Schweiz nur noch 11 Proz. Die gegenwärtige Tageslänge von 24 Stunden ist nur ein« vorübergehende. Man nimmt an, daß der Tag zur Urzeit 4 Stunden währte und daß er im Laufe der Iahrmillwnen sich noch weiter verlängern wird, bis er«ine Dauer von SS Gegenwartstagcn erreicht haben wird. Wie alt ist da» Fragezeichen? Vor dem sechzehnten Iohr- hundert war das Fragezeichen in der Schrift noch unbekannt. Eist der venezianische Buchdrucker Aldus Manutius Hot das Fragezeichen in den von ihm gedruckten Büchern— als Abkürzung des lateinischen Fragewortes Lusestio— eingeführt. EIER 58 Heute zu Ticks: 10 * Zander gefroren. ....... PM. PL. Kakao Kaffee Pfd. 58 PL Pid. von 190 billige und gute Lebensmittel einkaufen WURSTWAREN Dampfwurst.. Ptd. 98Pt. Speckwurst................ Ptd. 1,10 Hausmacherleberwurst...... Ptd. 1,10 Jagdwurst....................... Pd. 1,20 Mellwurst Braunschweiger Art..Ptd. 1,35 Fetter Speck............. Ptd. 1,15 FISCHE, RAUCHERWAREN * Grüne Heringe........... 3 PIL. 42PL Makrelen- Bücklinge.... Pta 25, 32Pt. Sprotten..... Seelachs..... .Ptd. 36Pt. ........ Pta. 50Pt. 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März 1930 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Geroinne über 150. gezogen 2 Getinue g 10000 9. 158738 2 Gewinne ja 5000. 397153 12 Gewinne ju 3000 t. 72978 93711 209692 327137 354579 369548 16 Gewinne a 2000. 29698 59307 67106 111417 114249 302916 319561 325235 34 Gewinne 1000 R. 43555 62841 87358 105324 125750 171999 212016 217352 222627 237051 242634 283242 295113.337989 366818 370148 373966 96 Gewinne a 800 9. 11378 23702 97939 39389 60646 64489 64515 74880 79545 88785 90239 96899 100209 101778 102291 107964 112375 121516 132793 138195 148908 153202 186609 188767 190401 201042 206869.207266 214713 221433 227051 228724 264107 276476 278028 286934 300569 317656 320945 329991 350010 351667 352274 355506 356427 368163 376977 382100 On ber heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150. gezogen 4 Getlane u 5000.74533 389420 12 Getpinne ja 3000 365418 134825 148737 212268 297028 837842 8 Gewinne a 2000 m. 24294 239563 256148 322858 30 Getinne a 1000 9. 207 29300 42709 57822 114100 187982 198579 219885 238102 249441 264283 278684 285480 293128 387046 52 Gewinne su 600 m. 18183 27091 48985 50344 61435 68920 76545 138709 198257 219798 224125 230582 265424 275527 278119 303076 306976 309032 312693 312712 320747 328196 332998 349330 38046 388225 Jim Gewinnrabe verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne au je 25000, 10 gu ie 10000, 10 zu je 5000, 50 zu je 3000, 88 ju je 2000, 212 zu je 1000, 400 au je 500, 1246 au je 800 Mart 50 Inserieren bringt Erfolg! 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