BERLIN Dienstag 11. Mrz 1930 10 Pf. �f.118 B 59 47. Jahrgang «rfdjefnt täglich aofer Seaatag«. Zugleich Ädendau-gabe de«.vorwärt«' Be,uq«»rei« beide Au«gaben»iSPf. pro Woche. SMM. rro Monat. Redaktion und exredttion; BerlinSWKS.Lindenftr.Z '' lBtt »«tgenoret«! Dt« etnsvalttge Nonrareilleieil» Pf.. Reklamezelle d M. Ermäßigungen nach Tarif. Kfcheckkonto Vorwätts�verlag T. m. b. Berlin 91:. S7536, Fernsorecher: Dönhoff 292 dl« ssk Regierung will weiter Mren. Erklärung Moldenhauers vor dem Michsrai. Das Ergebnis der Ainanzberalungen. die bis heute Mitternacht zwjscheo den Regierungsparteien ohne Volks- Partei gepflogen wurden, sollte vereiubaruugsgemäh— falls keine der beteiligten Fraktionen Einspruch erhebt— heute 2 Uhr nachmittags dem Reichskanzler und dem Reichsfinanz- minister unterbreitet werden. Die Biorsteuererhöhung und ihr Ertrag soll den Län- dorn überlassen bleiben. Die dem Reich dadurch eingehenden IM Millionen Mark werden auf folgende Weise wiedereingebracht: Benzinzoll und Mineralwassersteuer sollen dem Reich zugute kommen. Außerdem soll ein« inner« Abgab« für in Deutsch- land erzeugten Benzin oder Benzol erhoben werden, serner wird die Umsatzsteue-r von 0,75 auf OBO Pro;,(von drei Dieriel aus vier Fünftel Prozent) erhöht. Eine zweit« Äenderung der Umsatzsteuer besteht darin, daß der bisher umsatzsteuerfrei« erste Umschlag aus den, Ausland im» sortierter Waren künftig gleichfalls mnsatzsteuerpslichtig sein soll. Der Ertrag dieser zweiten Aeitderung der Umsatzsteuer soll die Se. s e i t igu ng de r Kapita lertragsteuer für sest>oer> z i ns l i ch e Werte ab 1. Oktober 1930 ermöglichen. Der durch sie entstehende Ausfall wird für das zweite Halbsahr des am l-April beginnenden Rschnubgssahres auf ää Millionen geschätzt. Don der Beseitigung der Kapitalertragsteuer erhofft man sich eine Belebung des Baumarktes-... V. V Schließlich wipd eine Senkung der Emkommenstster geplant, die ob 1. April 1931, also erst im nächsten Jahr, in Kraft treten soll. Di« ogs der Regierungsvorlage übernmnmene, also noch aus der Zeit H j l f e r di y g s stammende Novelle erhöht das steuerfrei- Existenzminimum und senkt die Lohn- und Einkommensteuer um durchschnittlich 12% Prozent. Es ist oichl anzunehmen, bah der Reichskanzler und der ReichsfinauMinister zu diesen Vorschlägen soforl abschließend Stellung nehmen werden. Dazu ist einmal die vlalerie zu kompliziert, dann aber wohl auch die Einholung der Meinung des Kabinett» notwendig. Das Kabinett hat nun freilich schon seine Vorlagen dem Reichsrai unlerbrellel. Ob es vor der Stellungnahme des Reichsrats sich darüber äußern kann, wie es sich zu Abänderungsvorschlägen aus dem Reichstag stellen würde, ist zum mindesten zweifelhafl. Immerhin rechlsertlgt der Stand der Ainanzverhand- lungen die Erwariung. daß die Doung-Gesehe heute in zweiter Lesung, morgen in der dritten, mit der starken lieber- zeugungsmehrheit. die im Reichstag vorhanden ist, an- genommen werden. Kein Mcktn'it Moldenhauers. Gegen Mittag verbreitete sich im Reichstag das Gerücht, daß der Reichsfinanzminister Molden- Hauer dem Reichskanzler seinen Rücktritt ange- boten habe. In der Reichskanzlei war von einem derartige« Vorgang jedoch nichts bekannt. Brüninq bei Hindenburq. Der Dorsitzend« der Zentrumsfraktion. Abg. Brüning, wurde Heu« oonrnttag vom Reichspräsidenten Hindenburg empsangen. Tloie der Vol spariei. Hamburg. 11. März.(Eigenbericht.) Im Provinzwlaueschuß der Deutschen Volkspartei für E ch l e Z'w i g- H o l st« I n, der sich in Otze!-»« mit der pc-iitijchen Log« beschästigt«. führte der Reichstagsabg. Dr. Runkel aus-. „Eine andere Regierung als die heutige ist unter den gegebenen Verhältnissen gar nicht möglich. Scheidet di« Volks- Partei heute aus, niuh sie morgen wieder Verhandiungen aufnehmen. Die Berhältnisie haben sich so entwickelt, daß die Deutsch« Volk». Partei am kommenden Mittwoch oder Donnerstag die R e g> e r u n g verlassen wird.(Bravo!) la. Bravo! Es ist sehr eicht Brücken abzubrechen. Es handelt sich ber um die Frage: Wollen wir mit der M i t't e gehen oderradikaleOpposition treiben? Dazu bemerke ich: Unser« Partei wird«ine Mittel parte! sein oder st« wird nicht sein! Darf ich an unsere Jhaltung im Preußenparla- ment erinnern? Damals hatten wir einen volksparteilichen Kultus. minister, heute einen soziallemokratischen. Ich stehe auf dem Stand- pimkt: wir opfern die Partei, wenn wir das Vaterland retten können. Wir müssen bedenken, daß wir al» rein« Oppositionspartei mit den Parteien Hugenbergs und Hitlers doch nicht mitkommen. Ein« spätere Zeit wird unserer Par- tei bestätigen, daß sie unter der Führung Dr. Stvesemanns«ine große innenpolitische Mission erfüllt hat."(Starter Beifall.) Obwohl diese Ausführungen starken Beifall fanden, wurde am Schluß der Diskussion dennoch einstimmig eine E n t s ch l i e- ßung angenommen, in der sich der Proviitzialausschuß z u den Forderungen der Parteileitung, des Reichsaus- schustez und der Reichsiagsfraktion bekennt und der Erwartung Ausdruck gibt, daß di« Reichstagssraköion bis zur letzten Konsequenz bei den aufgestellten Grundsätzen bleib«. Moldenhauer vor dem Gfaichsrai. Der Retchsmiolsler der Finanzen leitete heule die Sitzung der vereinigten Ausschüsse des Rcichsrals. iu der mit der Beratung der neuen Steuergesehe begonneu wurde. Der Reichsfinauzmintfler er- klärte, es sei wichtig, einige Worte den Verhandlungen vorauszu- schicken, um zu verhindern, daß durch die Besprechungen der letzten Tage Verwirrung in die Verhandlungen gebracht würde. Die Reichsregierung habe dem Reichsrol ihre Deckungsvorlage zur veschlußfafsung vorgelegt, und nur diese Gesetzesvor- lag« sei Gegenstand der Verhandlungen. Er gebe diese Erklärung sowohl als Reichsfinanzminister wie auch im Kamen des Reichskanzlers ab, der ihn ausdrücklich zu ihr ermächtigt hübe. Die Regierung werde die Vorlage, wenn sie durch den Reichs- rat verabschiedet sei. au den Reichstag bringen. Die zur Zeit im Gange befindlichen Besprechungen zwischen einzelnen Parteigruppen hätten, wenn überhaupt, dann onr s ü r d i c halt un g der Parteien im Reichstag Bedeutung. Die Regierung denke nicht daran, in dieser Frage die Führung au» der Hand zu geben. Die Banditen von Ziöntgental. 2 Hastbefehle bestäiigi, 4 weitere Festnahmen. Briand verläßt London. Die Ermittlungen der tandeskriminalpollzelslelle Berlin in Zu- sammenarbeil mit der Ortspolizeibehörde zur Ausklärnng des lieber- falle» in Rönlgeatol, wo bekanntlich durch Kationalsozia- listen Rillglieder des Reichsbanners überfallen und durch Schüsse verletzt und ein Unbeteiligter namens S n b o w. der der KPD. nähesteht, erschossen wurde, habe» jetzt zur Festnahme von vier weiteren Rotioualsozlalisten geführL Auch diese stehen im Verdacht, an dem Feuerübersall teilgenommen zu haben, wer den tödlichen Schuß aus Kubow abgegeben bat, konnte bisher noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Der zu- ständig« Richter des Amtsgerichts Verna» hat gegen sieben der bisher Festgenommenen hastbefehle erlassen, und zwar gegen die Rationalsozialisten Mengelsberg, Suckelinski, Schwab, wildie». Unruh, Pankrath und wndkke. Am Mittwoch nachmittag 15.39 Uhr findet In RSntgental die Beisetzung de» erschossenen Arbeiters Kubow statt, und die KPD. ruft ihre Mitglieder auf, sich am Bahn- hos Rönlgentat zur Teilnahme an dem Trauerzug zu versammeln. Die Polizei hat au» diesem Grunde besondere Sicherungsmaßnahmen während der Beerdigung getroffen. Gegen die neuerdings festgenommenen Nationalsozialisten, di« sämtlich der Berliner Gruppe der NSDAP, angehören, wird vor« aussichtlich noch im Laufe des Tages Haftbefehl erlösten werden. Gtresemanns Erben. Seekoaferenz bringt nur Rüstunosstillstand. Pari«, 11. Mörz.(Eigenbericht.) Außenminister Briand beabsichtigt, wie die Pariser Presse be« richtet, Freitag dieser Woche die londoner Konferenz endgültig zu verlassen. Die Verhandlungen über den Abschluß eines Mittelmeerpakte, könnten.als endgültig gescheitert ange- sehen werden, obwohl Briand einen neuen Vorstoß für diese Idee in der vollflhung der Konferenzen am Donnerstag nnternchmen wolle. Nicht viel weniger hoffnungslos scheinen noch den Angaben der Preste die Berhandlungen über die Tonnagezifsern zu stelzen. Man zeigt sich heut« in Paris förmlich irritiert darüber, daß Frank- reich ain Montag vor der englischen Delegation sein« Forderungen „wie ein Angeklagter vor dem Untersuchungsrichter' habe rechtfertigen müsten. Frankreich hätte mehr Rücksicht erwarten können, schreibt„Petit Parisien', denn es habe die Flottenforde- rungen der übrigen Mächte auch nicht bestritten. Außerdem sei Amerika auf der Flottenkonferenz von Washington bereit gewosen, ihm die Flottenmacht von fünf zu drei, also die Parität mit Japan zuzugestehen. Wenn Frankreich heute derartige Schwierigkeiten habe, um seine berechtigten Wünsche zur Anerkennung zu bringen. so liege di« Schuld ausschließlich an Italien. Das Blatt schließt drohend, es fei aber zu erwarten, daß Italien einem genau so pein- lichen Kreuzverhör ausgesetzt werde, wie am Montag Frankreich. I artneu dürfte am Freitag abend nach London abreisen, um mit Macdonald dos Wochenende in Ehequers zu verbringen. Es sei aber kaum zu hoffen, erklären sämtliche Pariser Blätter, daß die Londoner Konferenz mehr erreichen werde als einen kurzen Rü st ungs st instand bis 193 6. Vorsitzender Scholz:.Da ich bnnerkl babe daß das dnis des Verstorbenen die Au rnerhamkeU eines Teiles der Anwesenden von unseren VerHand unoen ablenit, habe ich es verhängen lassen. Wir kommen jetzt zur Frage des B e s i tz o p i e r s..." Mordgeständnis Tetzners. Er hat den unbekannten Autogast lebendig verbrannt. Regensburg. 11. März. Der des Mordes und Mordversuchs beschuldigte Kaufmann Tetzner an» Leipzig hol bei ein/r zweiten Vernehmung in der Untersuchungshaft endlich ein Geständnis abgelegt. Danach hat er den Unbekannten, den er zwischen Leipzig und Hof zur Milfahrt eingeladen hatte, mit Benzin übergössen und da» venzin entzündet, so daß der UnglückNche bei vollem Be- wuhtsein verbrannte. Tetzner hat jetzt auch den zuerst ab- geleugneten Mordversuch an dem Mechaniker Ortner zuge. geben. Seine Fron, so wird von ihm versichert, habe von dem Plan gewußt und ihn gebilligt: dagegen werden die Verdacht». Momente gegen die ebenfalls verhaftete Kassiererin Raget an» Regensburg, die der Mitwisserschaft beschuldigt wird, immer mehr eulkrästel, so daß ihre Hastentlassung in Aussicht genomm« ist. In 9000 Meier Höhe. Weltrekord einer �»jährigen Fliegerin. New Yarr. n. März. Einen neuen Vellrekord für Fliegerinnen siellke gestern die lSjährige Fliegerin Ellinor Smith mit rund ggvo Meter HüHe auf. Die kühne Fliegerin, die bereits einen Dauerrekord für Frauen mit 26 Stunden 24 Minuten In ihren Besih gebracht hat, hglte dieseo neuen Rekord beinahe mit dem Leben bezahlen müssen, denn sie verlor infolge Versagens ihres Sauerstoss- apparates die Besinnung. Das führerlose Flugzeug stürzte a b. Glücklicherweise kam die Fliegerin jedoch nach einem Sturze von echva 1500 Meter Tiefe zur Besinnung und vermochte den Apparat wieder in ihre Gewalt zu bringen. Ellinor Smith.ist seit ihrem 16. Lebensjahr Fliegerin. Zm Zahre 1928 wurde ihr die Lizenz aus 14 Tage entzogen, weil sie einen halsbrecherischen Flug unter vier Rew-Borker Brücken hindurch ausgeführt hatte. Heroische Reitungstat. Oie eingefchtossenen Dergleute von Ohio in Sicherhetf. Bork, 11. März. sE�zenbericht.) Die Kg Bergleute, die in einem brennenden Berg- Werk bei S t e u b e n v i ll e im Ohio-Staat seit Montag mittag eingeschlossen waren, konnten nach heroische« An- strengungen gerett/t werden. Ein alter Berg« mann ist an Rauchvergiftung gestorben. Zahlreiche Bergleute wurden ohnmächtig an die Oberfläche ge- bracht, jedoch besteht nur für zwei Lebensgefahr. Berlins Finanzen gesunden. Auch Haushaltsausschuß für Abstoßung der Südwestaktien. Unter dem Vorsitz des Stadtverordnelenvorfieher» haß befaßte sich heute der Haushaltsausschuß der Sladtverordnetenver- sammlnng mit dem Verkauf der im Besitz der Stadt befindlichen Südweslaktien an die Gesellschaft für elektrische Unlernehmungen sGeesürei). Die Veräußerung des Aktienbesitzes wurde gegen die Stimmen der Deulschnationalen, Kommunisten und Ralionalsogia- listen mit 13 gegen 10 Stimmen angenommen. Be- kanutlich hat die Finanzdeputation und auch der Magistrat dem Angebot der Gessürel unter den hier bereits oft dargelegten Bc» dingungeu zugestimmt, so daß nunmehr nur noch die Stadlverord- netcnversammlung über die Vorlage zu entscheiden hat. Die Ab- slimmung im Plenum dürfte noch in der Heuligen Stadlverordneten- sihung stattfinden. Es ist mit einer sicheren Mehrheit für die An- nähme der Vorloge zu rechnen. Die Abstoßung der Südwestoktien wird im Rath-iuse al» weiterer Schritt aus dem Wege der Gesundung der Berliner Finanzen bezeichnet. Es wird immer wieder betont, daß der Besitz für die Stadt von ganz untergeordneter Bedeutung ist. do Berlin sich in einer hoffnungslosen Minorität befindet.(54 Proz. des gesamten Aktienkapitals der Südwest-A.-G. befinden sich in festen Händen der Gessürel.) Berlin geht jetzt mit größter Energie daran, die kurzfristigen Kredite abzudecken. Durch den Verkauf der Süd- westaktien wird nicht nur der Kredit von 23 Millionen bei der Eesfirrel abgedeckt, es fließen bekanntlich außerdem noch 32 Mil- lionen Mark in die Stadtkasse. Nach den Wünschen des Magistrats sollen davon 6 Millionen Mark in einen besonderen Betriebsmittelsonds fliehen, während die restliche Summe zür Entlastung des Haushaltsplanes Berwendung finden soll. Berlins Ltmgestaltung. Noch keine Entscheidung über Oberpräsidien. Die Sitzung des Preußischen Staatsmini st erlums, bis für Dienstag in Aussicht genommen war, wird nachmittags 4 Uhr beginnen. Sie wird sich in der Hauptsache mit dem Entwurf über die kommunale Umgestaltung Berlins beschästigen. Die Frage der Besetzung der Oberpräsidien Stettin, Kassel und Magdeburg wird in dieser Sitzung noch nicht behandelt werden, sondern erst in einer späteren Kabinettssitzung, die voraussichtlich in der kommenden Woche stattfinden wird. Schurkerei am Blinden. � Oer Führerhnud steltt einen Dieb. Einen gemeinen Streich an einem Kriegsblinden verübte gestern abend ein Händler M., der durch die Wachsamkeit des Führer- Hundes festgenommen werden konnte- Der Blind« hatte ein Lokal am Halleschen Tor aufgesucht, um ein Glas Bier zu trinken. M., der auch dort war, beobachtete den Blinden beim Zahlen und sah, daß er noch Geld bei sich trug. Er folgt« ihm aus die Straß« und bot sich an, ihm zu helfen. Dies« Gelegenheit benutzte«r, um dem Hilflosen die Brieftasche zu stehlen. Das fein ausgebildet« Gesühl des Blinden ließ ihn den Griff merken. Er machte seinen Hund los, der dem Dieb nachsetzte und ihn am Bein packte. Während der Händler Noch mit dem Hund kämpfte, kam auf die Hilferufe des Bestohlenen eine berittene Schuhopatrouille herbei, er- kannte, was vorgefallen war und trennte Dieb Und Hund. M. wuro« festgenommen und nach der Wache gebracht. Er entschuldigte seine gemeine Tat mit Trunkenheit. Bombenleger hastenilaffen. Kammergericht hebt Strafkammerbescheid ans. Zn der vorunlersuchung wegen der B o m be n akke n k ake hak auf die Beschwerde gegen'den ablehnenhen Beschluß der Strafkammer des Landgericht l heute der Strafsenat des Sammergericht» angeordnet. daß der angefchuidlgte weschk« gegen Sicherheilsleistung von 10 000 M. mit der weileren Unter- fuchungchast zu verschonen ist. wefchke ist nach hinierlegung der Sicherhell entlassen worden. Wefchke ist der Syndikus der Landvolkbewegung u>G immer der Hauptakteur bei dem Netz von Bombenattentaten. Drei Msflonsschwestern getölek. Die In der Provinz Kiäiigsi von chinesischen Räubern verschleppten drei finnischen Missions- schwestern sind nicht mehr anl Leben. Mißbrauchte Jugend. Ein Todesopfer der kommunistischen putschiaktik. Am Montag ist der Führer der Lichtenberger Jungkommunisten Georg Karkowsky einer Verwundung erlegen, die er am 6. Marz bei Befolgung der kommunistischen Parolen, gegen den Wider st and der Polizei zu demon- st r i e r e n, im Kampf« mit dieser erlitten hatte. Im allgemeinen sind es nach der kommunistischen Schreibart immer„Unbeteiligte", die von der Polizei attackiert und verletzt werden. In diesem Falle läßt sich die Legende nicht aufrechterhalten, so wird denn im Gegenteil von der„Roten Fahne" der besondere Angriffs- m u t des Verstorbenen gerühmt. Wir geben wörtlich aus der „Roten Fahne" wieder: Georg Karkowsky wäre nicht der gewesen, der er war, wenn er sich durch das Grzesinski- oder Seoering-Verbot der Roten Jungfront hätte einschüchtern lassen. Das wollen wir dem Wien Kameraden nicht vergessen, daß er trotz und gegen das verbot die Rote Zunafronl nicht nur weilersührke, sondern in der Illegalität noch neue Mitglieder für sie warb. Am 6. März spricht er, der junge erwerbslose Maurer, zu den Erwerbslosen aus dem Arbeitsnachweis Ost in der Boxhzgener Straße und findet stürmische Zu st immun g, als er zur Demon st rätion auffordert, Abends marschiert er an der Spiße der nicht zu verbietenden Roten Jung- front ins Regierungeviertel. Der Verstorbene war noch ein ganz junger Mann. Gewiß hat er in seiner jugendlichen Unerfahrenheik geglaubt, durch Befolgung der kommunistischen Putschparolen etwas Gutes zu tun und seinen Klassengenossen Helsen zu können. Er trägt die Schuld an seinem frühzeiiigen(?nde n i ch f. Schuld an seinem Tode sind die Drahtzieher in den kommunistischen Zentralen, die in gewissen- loser Weis« die Unersahrenhcit der Jugend mißbrauchen und sie in aussichtslose putschistische Manöver gegen die Ttaatsgewalt Hetzen. Die Krökodilslränen, di* die„Roie Fahne" an der Bahre des Ge- fallenen vergießt, ändern daran gar nichts. Sie und die kom- munistische Fiihrerkliqus sind in Wahrheit die Schuldigen am Tode dieses beklagenswerten jungen Mannes. Polizei denunzieri Kommunisten. Bei den New-�orker Unternehmern, nm EntlostNngen zu erzielen. New Jork, 11. März.(Eigenbericht.) Der Kämpf gegen die Kommunisten nimmt immer größere Formen an. Der Polizeichef Whalen leitete im Einvernehmen mit den Unternehmerverbänden und patriotischen Organisationen eine Offensive gegen die kommunistischen Gruppen«m und übergab zwölf führenden New-Iorker Industriebetrieben ein« geheim« Liste mit 300 Namen von Kommunisten, die angeblich als Agitatoren und Organisatoren in den Betrieben tätig sind. Die Unternehmer sagten die sofortige Entlassung der 300 Arbeiter zu, deren Namen geheimgehalten werden. Weiter« Listen mit Mehreren tausend Namen werden angekündigt. Der Polizeichef erklärt«»n einem Pressemteroiew, daß nichts unversucht gelassen wird, die New-Porker City von der kommunistischen Pest zu befreien. Aehnliche Reinigungsmethoden find auch in den öffentlichen Schulen beabsichtigt, die angeblich den Einflüssen der kommu- nistischen Jügendllga ausgesetzt sind. Das merkwürdige Vorgehen der Polizei begegnet lebhaften Protesten, da damit jeder Art von Mißbräuchen die Türen weit geöffnet sind, 3£ans£uther früher Geschäftsführer des Städtetags, dann Oberbürgermeister von Essen, Reichsfinanzminister und Reichskanzler— bis er wegen seines Doppelslaggenerlasses gestürzt wurde—, fast heute nachmittag als Nachfolger Schachts zum Reichsbankpräsidenten gewählt werden. Oie Polizei beklagt fich. lleber unbegründete Kritik in der Oeffentlichkeik. „Man behandelte uns ja, als wenn wir Kosaken sind," Diese Worte konnte man in einer stark besuchten Vertrauensmänneroer- sammlung des Verbandes Preußischer Potizeibe- a m t e N hören, die am Montag abend stattfand. Der Abend sollte ganz der Erörterung der Beziehungen zwischen Polizei, P u b l i- kum und Presse dienen. In seine» einleitenden Ausführungen legte der Berbandsvor« sitzende Schräder die Berschiedenartigkelt der Funktion der Londoner und Pariser und der Berlin« r Polizei dar Dort sei der Polizist aus Grund der politischen Struktur alles Militärischen bar, sei er Helfer und Diener des Publikums, hier muß er neben dieser Tätigkeit auch noch Hütet der jungen deu schen Republik sein. Ein Amt, das der Polizei bisher nur Mißbilligung, nie aber Anerkennung eingebracht hat, so daß man in ihr immer noch ein Stück Militär steht,»s sie längst abgestreift ZU haben glaubt. Sie will nicht die Vernichtung und d« Unruhe, sondern deren Vethinderüng. Sie will das Publikum schützen und das er- reichen, indem sie m i t dem Publikum, mit der breiten Oeffentlicht«t Hand in Hand arbeitet. Im Anschluß an den Vortrag entspann sich eine lebhafte Aus- .sprach«, in der besonders von SchützpolizeibeaMten lebhaft Klage über ungerechte Kritik ihrer«�regenden Tätigkeit durch die Presse geführt wurde. An der Aussprache beteiligten sich auch die preu- ßischen Landtagsabgeordneten M a r ck w a l d(So, 3.) und Harsch (Z.) sowie der Vorsitzend« des Bezirksverbandes Berlin im Reichs- verband der Deutschen Presse, Redakteur K l ü h s. Die Versammlung faßte schließlich einstimmig eine Entschließung, in der es u. a. helßti „Die versammelten Vertrauensleute des Gaues Groß-Verlin des Verbandes Preußischer Polizcibeamten und Beamtenausschuß- Mitglieder sämtlicher Polizeidienftzweig« haben aus einem ausführ- lichen Referat mit Genugtung von der guten ZusarNMenarbeit zwischen Press« und Polizei und dem verständnisvollen Eni- gegenkommen des Publikums den Polizeibeamten gegenüber in außetdeut schen Ländern Kenntnis genommen. Im Interesse der jungen deutschen Republik bedauern die Versammelten es auf» richtig, daß ein derart gutes Zusammenarbeiten in Berlin bisher Nicht ermöglicht werden konnte. Die Versammelten als die berufensten Vertreter der Polizei- beamten aller Dienstzweige, erklären erneut ihre Bereitwillig- keit zu einer guten Zusammenarbeit zwischen Publikum und Presse zum Wohle der Volksgesamtheit und damit zum Wohle der beut- schen Republik. Sie erwarten aber verständnisvolles Entgegen- kommen und Würdigung ihres schweren und gefahrvollen Dienstes in«strer Linie in den Kreisen der mit der Skaatssorm sympathi- sterenden Und ihr nähestehenden Press« und dem Publikum. Soll dem Artikel 130 der Reichsverfassung:„Die Beamten sind Diener der Gesamtheit, nicht einer Partei" Geltung verschäfft werden, dann ist dringend Abkehr der Oeffenilichkeit von der bisher vielfach u n- sachgemäßen Kritik an Polizeibeamten notwendig." Gesundheiislehre im Schulunterricht. Sie Schn'jugend selber hat das Wort! Vor 40 Jahren begannen in Berlin die Bemühungen, eine planvolle Schulgesundheitspflege herbeizu- führen. Die sozialdemokratischen Sladlverordnelen jener Zeit wirkten als Bahnbrecher für diesen Gedanken— und wurden dafür als Tollhäusler beschimpft, heute ist die Schulgesundsheitspslege etwas so Selbstverständliches, daß man Tollhäusler den nennen müßte, der die Abschosfung vorschlagen wollte. Wie heute der Schulunterricht mit Gesundheits- lehke durchtränkt wird, zeigt die Ausstellung der Er- gebnisse eines vom Reichsausschuh für hygienische Volksbeiehrung veranstalteten Gejundheitswettbewerbs der Groß- Berliner Schulen. Im Schulhause Ouitzowstraße 115 ist ein« Fülle von Schüler zeich nungen ausgestellt, in denen die Schuljugend selber zu Worte komm« und ihre Meinung über Ge- sündheit und gcsundheitsgemätz« Lebensführung sagt, In Plakat- form werden uns da durch Wort und Bild allerlei nützliche und nötige Sesundheitsregeln vor Augen gerückt. Manche Zeichnungen überraschen durch die Eindringlichkeit, mit der die Phantaste von Kindern und Jugendlichen einem guten Gedaklken wirksamen Aus- druck zü geben vermocht har. Nicht wenige dieser Zeichnungen werben für den Sport, der ja heut« das ganze Denken unserer Jugend beherrscht. Andere mahnen zur Reinlichkeit, zur gssundheiis- gemäßen Ernährung, zur Bevorzugung von Milch, Obst usw., zur Meldung des Alkohols. Ost spricht aus ihnen eine frische Ur- spkünglichkeit und ein d e f d e r H u m 0 r. Ein Jungs wendet sich gegen die Unsitte, beim Husten die AnstsckuNgskeime umherzu- sprühelii.�ust' Nicht in die Lust, bringst ander« in die Gruft!" Die ÄusstsilUng wurde am Montag erössnst durch Pros. Dr. Adam, den Generalsekretär des Rcichsäusschustes sür hygienische Boltsbelehrung. Er wies darauf hin. daß dis Gesund- heitslehre im Schulunterricht nicht nur dl« Kinder unmittelbar be- lehren will, sondern auch das Ziel verfolgt durch die Kinder auf das Elternhaus zu wirken. Auf die Eitern will auch diese Ausstellung wirken, die gewiß viele», nichts Neues sagt, aber mindestens als Probe der von dek Schule in der Gesundheitslehre geleisteten Arbeit Beachtung verdient. Sie kann besucht werden bis ein- schließlich 18. März täglich von 3 bi« S Uhr. Der Zutritt ist utlentgeltiich._ Ein-Lthf-Schankstäitenschluß. Neuer Beschluß des Neichstogsansschnsses. Im Bolkswlrsschaftlichen Ausschuß des Reichstags wurde am Dienstag stundenlang um die Polizeistunde im Schank- stättengesetz gestritten. Die sozialdemokratischen Abgeordneten S 0 l l m a n n und L i m b e r tz verlangten als äußerste Grenze 1 Uhr. im Interesse der Gastwirtsangeslellten. Beide Redner wandten sich gegen die preußisch« BerwsttUng, die bei der Festsetzung der Polizeistunde die sozialpolitische Seite außer acht lasse. Die Regierungsvertreter vdn Preußen, Bayern und Würtetmberg machten starke Bedenken gegen ein« reichsgesetz- liche Regelung geltend. Schließlich wurde ein Antrag Sollmann (Soz.) Und Dietz(Z.) angenommen, der dem§ 14 des Schankstäkten- gesetzes folgende Fassung gibt: „Die oberste Landesbehörde oder die von ihr bc- stimmte Behörde hat Bestimmungen übsr die Festsetzung und Hand- habung der Polizeistund« in Gast- und Schankwirtschasten nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Gast- und Schankwirtsgewerbes zu erlassen, so- well dies nicht schon geschehen ist. Dabei ist anzuordnen, wann die Polizeistund« beginnt und wann sie endet, unier welchen Vora-us- jetzungen sie verlängert oder verkürzl werden darf und wie chr« Einhaltung zu überwachen ist, Dft äußerste Grenze für die Festsetzung der Polizeistunde ist 1 Uhr Nachts, sofern nicht be- sondere örtliche Verhältnisse ein« Ausnahme rechtfertigen, worüber die Oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte Behörde entscheidet. Der Ausschank von Branniweiv in Gast- und Schankwirtschasten. sowie der Kleinhandel Mit Branntwein darf nicht vor 7 Uhr früh beginnen" Für dies« Fassung stimmten die SoziaWeMökrateN, Kömmu nisten. Z-Ntkum. BolksköNserdattve Vereinigung Und der deutsch- nationale Abgeordnete Dk. StrathMann. Zn Slrumiha, einer Stadt im siidlickeN Serbien, unweit der bulgarischen Grenz«, wurde ein städiischer Polizeibeamter von einer ortssreMden Person Hi-Nbetrücks erschossen, während jemand>lne Bombe Ins Kaffeehaus warf, vor teM der Beamte gestanden hatte. Fünfzehn Gäste wurden verletzt, darunter gier schwer. Di« flüchtigen Verbrecher liehen vier Bomben,«ine Pistsle und einen Hut zurück, Rätses um Kutjepow. 3f! er von der Gllp. verschleppt?— Beglaubigte Fälle solcher Verschleppungen. Seit dem Verschwinden des weißg-ardistischen Generals Äijtjepow find oter Wochen oerstrichen. Der Optimismus der französischen Polizei und der russischen Emigration hat einem ebenso großen Pessimismus Platz gemacht. Die Hoffnungen, hinter das Rätsel der geheimnistmilen Affäre zu kommen, schminken oon Tag zu Tag rarhr. Doch sowohl die französische Polizei als auch die russischen Emigranren sämtlicher Schattierungen zweifeln keinen Augenblick, daß Kutjepow von der Auslandsabteilung der GPU. oerschleppt ist. Solange man nicht seste Beweise für die Täterschaft der GPil. itt Händen hat. kann man nur Vermutungen anstellen. Natür- lich wäre der GPU. die Entführung eines weißgardistischen Generals zuzutrauen. Ausführbar wäre solch ein Plan ohne weiteres. Von PaNis bis zum Ufer der Norman die sind nur einige Stunden Fährt; ein Sowjetdämpsek, bereit, den Entführten aufzunehmen, konnte, ohne Verdacht �u erregen, noch erfüllter Aufgabe den weihen General �hne Gefahr für sich nach Rußländ schaffen Daß das geschehen— dafür besitzt man keine Beweise. Für diese Mögiichkeit sprechen aber einige beglaubigte Fälle von Verschleppungen durch die GPU. Erster Fall. Cr spielt in Hamburg. Bei der Deutsch- russischen Transpött-Ä.iG., genannt D e r U t ä, war ein deutscher Kommun.st naMenS Ä ll l l e r beschäftigt. Eines Tages begab er sich wie gewöhnlich zum Dienst und kehrte nicht nach Hause zurück. Seine Frau, außer sich, setzte die Polizei in Bewegung. Diese konnte aber nichts seskstelien. Auch die Sowjetinstitutionen gaben der Frau keine Auskunft. Nach langem Drängen sagten sie ihr: „Ja, Ihr Mann ist nach Rußland delegiert. Sie sollten es nicht wissen. Er wollte nicht mehr mit Ihnen zusammenleben/ Die Wahrheit lautete aber anders. Müller war in Verdacht geraten, Spionagedienste gegen Söwjetrußland geleistet zu haben; män hatte ihn auf einen Sowjetdampfer gelockt und nach Moskau gebracht. Laut spS'ereN Nachrichten war er hier erschossen Wörden. Zweiter Fall. Ort der Handlung Verlin. Zum VörsitzeN- den der Sowjet-Polnischen Handelsgesellschaft trat von Moskau aus dkr Kommunist K I s s e l e w bestimmt. Er liebte es, sich seiner früheren Tätigkeit In der besonderen Abteilung der GPU. zu rühmen. Die westeuropäische Kultur tat ihm ober nicht gut. Er begann zu trinken, gab sich auch sonst im Uebermaß leiblichen Genüssen hin, geriet in Konflikt mit dem Leiter der HanbeisvettretUNg, Begge, und ließ sich selbst von Krestinsk!, dem Sowjetbotschafter, nicht hin- einreden. Nun legte sich Moskau selbst ins ZsUg. Man sch ckte den Vorsitzenden der Gesellschaft. Tschernöw. nach Berlin zur Revision. Kisselew erhielt den Befehl, nach Rußland zurückzukehren. Er dachte gar nicht daran. Er erklärte, man könne ihm etwas, drohte, Ktcstinsti zu töten, eignete sich einig« tausend Dollar an und lebte einen guten Tag. Die Berliner Ableitung der GPU. erhielt den Auflfdg, den renitenten Äeamten noch Rußland zu schaffen. Ein Mitglied der GPU. freundet« sich mit Kisselew an, wurde 3 sein Sauskumpan uNd legte ihm nahe, eine Spritztour nach Paris zu Machen, wo Man sich noch viel bester amüstsren könite als in Berlin. Kisselew war ciNoerstanden. Der GPU.-Mann besorgte für ihn das Paßvisum, brächte den stärk Angetrunkenen zum Bahnhof, setzte ihn iil den Äogen, bat den Schaftner, niemand ins Kupee zU lasten, da es sich um einen Geisteekranken handele, der glaube, nach Paris zu fahren, nährend er in Wirklichkeit nach War schau solle, und erreichte Mit sriiiein Schützling bei unaufhörlichem TrinISN oon Kognak und Schnaps di« Sowjetgrenze. Kisselew kam auf zehn Jahre nach Solowki... Dritter Fall. Er wird SUefülhrlich vom Pätiser nissischen Blatt des Demokraten Miljukvw geschildert. Diese Verschleppung spielte in Oliva in der Nähe oon Danzig. Der ehemalige Volks- kommisfar der Arbeit in der Krimer Republik, Lew weigerte sich, nach Rußland zurückzukehren. In einem von der GPU abgefangenen Brief hatte er erklärt, Mit den Sowjets endgültig gebrochen zu haben. Es waren erst wenig« Tag« vergangen, als vor seinem � Hause ein Auto hielt, dem drei Leute, einer in Polizelunftorm und zwei in Zivil, entstieg«« und Lew auftorderleN. Ihnen zur Polizei- verwoliung zu folgen. Im Auto wurde er mit«ineM Schlag aus den Kopf betäubt. Er wurde auf einen Sowjetdampfer gebracht und nach Leningrad entführt. Auf dem Wege nach Mostan ver- luchte er zu fliehen, wurde gefaßt und im Gefängnis der GPU-!N Moskau erschossen. Vierter Fall— erzählt vom ersten Legationsrat der Pa- user Sowjet-Gesandtschaft, Befsedowsti, det erst vor tutz«m in so eigentümlicher Weise seinen Dienst quittiert hat. Beauftragter der GPU. in Paris war Ende 1827 Anfang jS?8 der bekannt« Tschekist Prasiolow. Nach Frankreich kam er mit einem falschen Pah auf den Namen Viktör Kepp, versehen mit sü 00V Dollar. Aus Gründe« der Konspiration rief er die französische Handelsgesellschaft „Socictä Exterieiite* ins Leben. Kepp war zwar ein guter Tschekist, aber ein schlechter Geschäftsmann. Hinzu kam seine Leidenschaft für Hazardspiel«. Seine Kasie zeigt« recht bald«in Defizit vän 10 Millionen Franken. MenschinskI, der Leiter der GPU. und K«pps Vorgesetzter, wurde unruhig Es verlautete, sein Untergebener drohe nitt skandalösen EnkhüllungeN, falls er nicht die zehn Mil- lionen zur Deckung des Defizits erhalten würde. Er denk« gar nicht daran, noch Rußland zurückzukehren. Eines Tages— es war im September 1928— befand sich Kepp tzerade im Kasino von Do- ville, als er aufgefordert wurde, in einer lmauffchlebbareN Singe* legenheit nach Paris zurückzukehre». Ein Auto nahm Ibn in Emp- fang, Kepp kehrte aber nicht noch Paris zurück, sondern wurde in Hamburg in einen Sowjetdampfer verstaut und nach Moskau ge- bracht. SllleiN seine Verwandtschaft mit dem Vorsitzenden des Rates der Volkskommistare. Syrzöw, rettete ihn vor Erschießung. Er er- hielt zehn Jahre Solowki. Der fünfte Fall ist von den georgischen Sozialdemokraten anssührlich dargelegt worden. Opfer des Entführung wurde hier der georgische Patriot K a r s I w a d s e. Diesmal hatten die Sowjet- leute leichtes Spiel. In der Wohnung oon Karsiwadf« in Trapesund ers'.Ionen vier Personen in Uniform türkischer Genda rmcn. nahmen«ine Haussuchung vor. setzten ihr Opfer ins Autö und erreichten in wenigen S unden die Sowjetgrenze. Kemal Pascha lieh alle Leute verhaften, die mit der Entführung des Georgiers in Verbindung standen, die Tat war aber geschehen und nicht wieder gutzumachen.. � �.. Es gibt Leute die noch wehr Falle zu erzählen wisten. Die geheimnisvoll« Tätgkeit der GPU. begünstigt Legendenbildung. Aber auch die Mitgeteilten süNf Fälle genügen. uM die Vermutung, die GPU. habe auch im Falle Kutjepow ihre Hände im Spiel, nicht ohne weiteres unmöglich erscheinen zu lasten. Einmal wird man die Wahrheit erfahren. Irgendein Ueberläufer aus dem Sowjet. lagtt wird dänn der Mitwelt über die Einzelheiten der Entführung des weißgvrdistischeN Generals berichten— vorausgesetzt, daß sie auch tatsächlich da» Wert der GPU- gewesen ist. Ferdinand Bruckner:„Die Kreatur". Erstaufführung in der �Komödie". Noch immer weiß man nicht, wer Ferdinand Bruckner ist. ob Mann oder Frau, ob Buddhist oder griechisch-katholisch, ob Irren- arzt oder nur Dramatiker. Zweissihaft ist die Persönlichkeit. Zweifelhaft ist aber nicht, daß sich in diesem Köpfchen oder in diesem aus mehreren Köpfen zusammengesetzten Haupt ausgesuchteste Kenntnis aller auf dem Theater möglichen Exzentrizitäten verbirgt. Als der Mysteriöse Bruckner„Die Krankheit der Jugend" aus die Buhn» brachte, überrascht« die vorzüglich beobachtet« Erotik der intellektuellen Boheme. Da hotte jemand wiederum die Schläft zimmertüren ausgerissen, döch«r hatte sein Recht äuf Indiskretion erwiesen. Entdeckt war«in großes und sonderbares Talent, auch deshalb besonders intekesiant. weil es ofsenbat die Pubertät schön überwunden, aber noch di« eMpsindsamslen Erinnerungen an di« kritische Frühlingszeit d«r Geschlechter bewahrt hatte. Di«„Bet- br«ch«r" bedeuteten schon einen Abstieg, eine literarische Spekulation, einen Unlerhaltungsstoff für kultiviert« Schmierentheater, die Imstande waren, mit ihrer KomödiaNtenaristokratie such den überlsten .Schund zu adeln. Die„Kreatur" ist gemixt aus dem ersten und zwetten Stück. Geborgt wird oon den„Verbrechern" die Kriminalromantik, von der„Krankheit der Jugend' die Dexualtüsieiel, und älles steigert sich ins Enorme. Der aus diesem Gebiet sehr erfahren« Bruckner rechnet: Ver- suchen wir es einmal mtt der Blutschande. Cr experimentiert dabei Nicht böswillig, sondern aus Fräude an der Sächs. ES ist ein aus- erlesenes Paar, das er in dramatische Verwirrungen hineinzieht. Sie, aus d«n Namen Floren« getaust, ist der erobernde Teil. Sie will alles nehmen, öber auch astes geben. Sie gibt Käufern, die einen ordentlichen Preis anlegen, Ihren für sälchen Zweck sehr brauchbaren Körper Und führt den Ertrag dieses Tausches dem Bruder zu. Der Bruder, ein Ingenieur und auch ein Hochst.iplek, weiß zwischen Einkommen und Ausgaben, zwischen echten, und ge- fälschten Wechseln Und ähnlichen EhrlichkeiiSrätseln nicht immer den sträslosen SlUsweg, Florence brouchi ihren Bnider ganz unmitteft bar. ganz weiblich, ganz unschrvesterlich. Sie verschaftt Geld. Prostitution nennt das der Dichter. Sie oerschreibt sich dem Kokain, da der Bruder nicht mehr bei ihr, sondern bei der legitimen Gattin das Unterkommen seines Gerzens sucht. Diese Ehe der Phantast und die Keusche, der Lügner und die Nontte—, sie ist d!« Normalche und deshalb ein Dorn!M Äuge von Florence. Damit der Bruder Und Gatte nicht als We-bfelfälscher und sonstiger Be- - trllger ins Gefängnis kommt, ahmt die Gattin dos Beispie! der Schwester nach. Sie prostituiert sich für den Mann. Nach einigen dieser Besuche entdeckt sie, daß wohl der Schmutz, doch nicht der Ekel abzuwaschen ist. Diese Slngst kompliziert sich sehr Verhängnis- voll in der unglücklichen Frau. Wer hat' sie zur Prostitution g«- zwungen? Der Mann? Die Schwägerin? Ja. die war der scheuß- liche Dämon, der diese Ehe zerstöne. Was nun? Den Mann töten? Selbst aus dem Fenster springe»� Die psychologischen und krimi- nalisiischeN Kombinationen werden wild durcheinandergewürfelt. Hineingezogen in däs böie Spiel werden noch das unschuldige TöchleileiN Clisabeih und Franstska, die Stenotypistin Und Seiden- fetischistin, ein siebzehnjähriger Backfisch, der dauernd unter dem Drucke einer widerwärtigen Jugend«riniietuftg steht- Das Mädchen wurde von ihrem ewig betrunkenen Vater halb zu Tode geprügelt. Schließlich wird dies« ganze AnormolitÜl so geschichtet, daß die Hauptpersonen, der Ehemann und die Gattin entscheiden, wie etwä ein aus der Zwangsjacke geretteter Strlndberg entschieden hätte: ausstreichen und weitergehen! Aus vielen klinischen, szenisch sehr spannend gruppierten Bildern setzt sich das Schauspiel zusammen. Es Ist ein Monstrum der Gattung. Es ist Merkwürdig, daß sich die nobelste Premier«ngesell- schaft Berlins sehr sachverständig Und seht duldsam und endlich auch sehr dankbar zeigte. Sicher hat diese Raserei des Beifalls vor akiem den Darstellern gegolten, die herrlich, herrlich, herrlicher als jemals gewesen sind. Vier weibliche Wesen, Gattin, Schwester, KiNb, erblich belastetes Proleiarlermädchsn ringen UM die arme Genie- und Defraudantcu- seele eines Mannes Er Ist stets der Einsatz, er ist Rudolf Förster, der Schauspieler, der gleich einem zauberischen Prisma schillert und blendet. Frau T h i m I g ist jeder Natur und Unnatur gewachsen. Wort und Bewegung, Blicken und Atmen, Todesmut und Lebenslust, Aufopsetung und Haß, all diele von dem Psych- iatrischen Jongleur Bruckner oorgejchriebene Unfaßlichkeit wird von solcher Melsterschast eingesangeN Nur dl« kölösiale GesUndhelt dck Frau Höflich vermochte die angekränkelte Kokoinistin und Inzest- lieb haderin glaubhaft zu machen. Tästeien zwischen diesem Meisten- terzett auch Tön! van E t ck Und dl« Assährige Christiane Grau- töff auch Nur als geschickt« UNd gehorsam« Zöglinge der Rem- hardtschen Dressur herum, so blieb doch der Eindruck, daß die Schauspieler Großartiges, fogät Unnachahmliches geieistei haben. Man Socdänrf. „Das Halsband der Königin." Llfa � Kurfiirstendamm Dör Film ist in erster Lini« eine große dekorative Leistung. Rokoko und Uedergang zum Empire scheinen durch allzu häufigen. Gebrauch zu abgenutzten Requisiten degradiert Zu sein; der Regiss.ur Gäston Ravel gibt jedoch di« Atmosphäre dicser Zeit, den Duft, et stellt Interieurs, so unaufdringlich und so zwingend wahr, daß si« an die Genrebilder des Rokoko«rinnern. Selbst die großen PrUnkszenen gewinnen tntrch natürlich« Beleuchtung an Leben. So wird die Versailler SpiegAgalsrtt in Hälbdukrket gelassen; dadurch wirkt der Hofstaat wie ein« malerisch empsUridene Masse in weichen Umrisien. Nicht das gleiche Glück vifenbort Ravel in der Behandlung der schauspielerischen Leistung. Di« Liebe des Franzosen zur weit- schwingenden Geste im Etil der klassischen Tragödi« wird Nicht ge- nllgend eingedämmt. Di« Geste schwingt leer, da das Wort fehlt. Sonst ist dem Zuscholi«r ober(«Ifen die Halrdandge'chichte der Maria Anloinette und des Kardinals Rohan so künstlerisch vollendet ser- viert worden. Am Schluß bei der Auspeitschung der Abenteuettn Lamotte fühlt man die Grausamkeit dieser sonst zuckrig lächelnden Zeit, der vollendet« Form und spielerische Grazie den Lebensinhalt bedeutete. Kurz wird gestreift, wie dos Volk lebte mrd litt, und Robespierre und Marai, die in Großaufnahme am Cnide bedeutend« Worte wechseln, weisen in dl« Zukunft. Der Film ist synchronisiert. Diajogfetzen schwirren herum, und Schmerzgeschrei steigert die Wirkung des Bildes. Von großem Fär- mat ist die Darstellerin der Lamotte. Marcelle I« f s« r s o n n- C0HN, und die schöne Diana Ka renne zeigt diesmal ein« erstaunlich« Wand-lungsfähgkeit. Georges Lonnes als Rohan gibt eine virtuose MilMuna oon Liebhaber, Weltmann und demütigem Kirchensürsten. Die Massen sind manchmal ni-hl genügend auf- gelockert und bewegt._* „Coilo" Mormorhaus In dem kleinen Städtchen Karasjok, In Finnmarken, lebt als einziger Norweger ein Händler mit seiner Frau. Als sie ihr Kind taufen läsien wollen, wird die kleine Karawane, die in Renntter- schlftten über das Eis sagt, von Wölfen oersölgt. Der Schlitten, m dem sich die Magd mit dem Kinde befindet, schlägt um, die Wieg« saust einen Abhang hinunter. Der Diener des reichsten, kindeilojen Lappländer» findet das kleine Wesen und beglückt Nimmt sein Herr dos Kind än. Als er aber erfährt, wer die Eltern sind, gibt er schweren Herzens das Kind zurück. Doch in Kätasjok bricht die Pest aus. Lailas Eltern sterben und der reiche Lappe nimmt das Kind wieder zu sich und erzieht es als seine Tochter. Er Hütt sogar zu ihr, als sie gegen seinen Willen einen Norweger heiratet. Elementar sind diese Menschen in ihrer Liebe. Sie stehen Im steten Kampf mtt den Naturgewalten, st« leben in einer grandiosen Landschaft, sie känren sich nicht an Halbheiten verlieren, sie können gar nicht lau empilnden. In den Darftellern Mona M a r t e n s o n. Peter M a l b e r g und Tryrgg« Barsen steckt«n Stück Natur- verbundensettl. darum passen ihre Menschen in diese Landschaft. Der Film wurde in Oslo hergestellt. Er bedeutet«ine Kunst für sich. Der Regisseur George Schneevoigt ging mtt gleich größer Begeisterung für Landschaft und Handlung an seine vorzüglich ze- lungene Arbeit. Die Photographien Daldemar Ehristensen»nd Allan L Y n g e sind ernst und groß, fernab jeder g-sch ckten Mache. Man wird diesen Film, der so viel Jnteressäntes übermittelt, fei«s nun der Geweihwaöi einer Renntierherde oder das primitive Leben unter einem Zsll det Lappländer, nicht so leicht vergesien. e. b. Vorträge, tlm iS. März, abends 7tz, Ubr. siribet her techtle äfientliive Porlrag in der Pteuhischen«koremie der Wlssen'cholien hott. Bros Ulrich ZSIlcken ipiichl ilbtr:.ein Sloli au« der o n I i l k n Wirt- ichast�geschichte''. Swtriitikalten btiw �ttrlner der Ulatemle. vl« tope veranslaltet Donnerstag. S'i, Uhr, im Berein der Künstle- rinne», Zchöneberger User SS, einen DiStuisionSvottrag de» Herr» vela Balas« über de» Zhem«:.Dtr giltt am Scheidewege". „Ludwig-der Zweite." Titania-palast. Lange bevor es eine» Film gab, erfreuten sich gewisse Schichten des bayerischen Volke» an einem Kitschfilm der Wirklich- keik, der all dem entsprach, was nur ein Film an Senttmenialität und Gefühlsduselei leisten kann. Es war die Geschichte vom König Ludwig, der mit seinen hochiliegenden Planen, seiner phantastischen BäUtust und seinem tragischen Ende im Statnberger Se« die Volks- jeel« der HlsttSrwälUer beschäftigte. Für den Liebhaber der Volts- kund« hat sich diese SchwärMerSi in einer ttnmenge oon kolorierten Postkarten, von herzerweichenden Gesängen lind Vvlk-stückcn kon? oensiert/ Die Bolksphantasie dichiete den Stoff nach ihreN Bedürfnissen um, der PriNzregetzt Luitpold wäk dar!« der schwarze Mann, der seinem Neffen die Krone stahl, indem er ihn für irrsinnig er- klären und Umbringe« ließ. Wenn heute au» diesem Stoftgebiet ein Film gemacht werden soll, so kann er wie die Vottsphantaste ihn frei umdichten; aber ,chie Tragödie eines unglücklichen Menschen" beschränkte sich daraus, eine Chronik der letzten Lebensjahre Ludwigs des Zweite« AU bieten. Er gab zwar die Hintergründe mit Luitpold und dem Irrenarzt GuddeN, der den König mit feinen Jrrenwärtern zur Strecke bringt, und dem Ministerium, das e!Ne sehr merkwürdige Rolle spielt, aber es blieb uns den Schwärmer UNd Phantasten, den Wagner-Freund schuldig Und begnügte sich, im Anschluß an die Wirklichkeit die Geschichte zU referieren. Wilhelm D i e t e r t c, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person, hat nicht den Mut zu einer Shakespeareschen Freiheit gegenüber dem Stoff gesunde«, er geißelt auch Nicht den Wahnsinn de» monarchischen Systems, das jahrelang eine« irren König an der Spitze des Staates täßt, sondern sucht eher Mitteid mit einem armen Opfer«iner vererbten Krankheit zu erwecken. Das gelingt in der Tat, UM sä eher, da Dieterle de« König als einen schönen, imponierenden Mann dar- stellt lwähränd er in Wirklichkeit in seinen letzten Jahren In einem aufgeschwemmten Körper seine ursprüngliche Schönheit verlöten»nd seine Schwärmerei von einst längst ln handgreiflicheren Genüssen Haft« endeN lasten). D«r Film enttäuscht also in seiner Nüchternheit, aber immerhin gibt tk auch so ein Bild aus der politischen und kulturellen Geschichte Bayern», das uns erschüttert � wegen' der pollttschen Unreif«, di« er dezeugt. Es gibt mancherlei interessante Bilder, wenn auch di«. Bauten Ludwigs des Zweiten, die offenbar nicht zur Berfügung gestellt wurden, nicht ausgenützt sind. In der Darstellung mache« sich gute Kräfte bemertlich: Theodor Laos(der wenig sympathische Arzt der eisernen Pflicht), v. Alien und andere Der Film ist in Bayern natürlich von der Münchener Pölizei oerboten worden' gegen alles Gesetz, da dl« befürchtete Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung IN keiner Weise erwiesen ist. Man will die Erinnerung an dies« Lltdwig-Tragödie, die sür dos Haus Wittelsbach und die zuletzt regierende Linie durchaus nicht erfreulich ist, nach Möglichkeit Unterdrücken. Die Republik hat älles Jnieresse daran, daß auch IN Bayern die Reichsgesetze zur Durchfuhrung gelange«. D. Die Krise de» Thallalheatere. Dek Direktor de» Thaliatheaters, Dr. Kurt Berendt, ist zurückgetreten. Dieser Schritt war durch finanzielle Mißerfolge bedingt. Dr. Berendt hat sich auf die G r oh- deutsche Theatergemein de gestützt, die aber nicht sene Abonnentenzahl erreicht hat, welche zur Erhaltung d«, Theaters not- wendig gewesen wäre. Auch die Ausnahme von Operetten brachte nicht die Sanierung. Unter Zustimmung de» Polizeiprästtrium» hat sich«ine Arbeitsgemeinschaft der Schemspieler gegründet, die dos Unternehmen unverändert weiterführt. Der kamvsaveschuß gegen Zensur, der aus neunzehn VerbSnden besteht, tritt für George G r a j z' Zeichnung.Der Christus mit der Dasmaeke" ein.„Die Reinheit und der künstlerisch« Charakter dieser Darstellung ist uNbezweiselbar; sie sollte darum nach dem Geiste der Derfasfyna tturfr den k'es Stootf� tii# Sc» höichen genießen Stakt dessen ist diese, Kunstwerk schon früher und neuer�mgs wieder Aegenst-änd der V�rfolgunq durch staatliche Organa gewesen." Der' Kampfausschuß pegcn Zensur erhkbt öu grundsätzlichen Erwägungen Einspruch gegen dies« Verfolgungen. Dienstag, 11. März, Berlin. 15.10 Dr. Trite Noick; Die Stromversorenng unserer Empfänger. 15.00 Von Leipzig: Unterhaltungskonzert. 18.00 Sagep uock Abenteuer(Dr. Wolf Zucker). 18J0 Stande oft Büchern(Berüper HoBedna).(Am Mlkrophaa: Direkter Dr. Mai Arendt.) tSUOD Wilhelm Landa:..Zwei Erfindungen, zvfiU Bernte and ihre Arbeiter- schalt". 19.30 Von Königsberg: Popniires Orchesterkonzert. 20.30 Von Breslau: Neue Rundfunkmnsik. 20.50..König David", Sinfonischer Psalm. AnschlicBend Dr. Josel Ränscher: Politische Zeitnngssdiin. Königs wusterbanse«. 15.30 Vachmittagskonzert von Leipzig. 17130 Dr. Johannes Günther: Das Lustspiel. 1735 Prof. Dr. Palyl: Imperialistische Methoden. 18.20 Zwiegespräch eines Arztes mit einer Mutter bez. der Impfung. 18.40 Französisch für Fortgeschrittene. 19.05 Mersmann: Schöpferisches Musikerkennen. 1930 WHhehn Llbbert: Critlxeba Betrachtung bete 20.10 Von Breslaa: Schlager von Kurt Schwabach. 20.50 Von Frankfurt:„Die kleine Tagesserenade". 21.10 Von Frankfurt: Sinfonisches Jazz-Konzert 1D efter ffir Berlin: Unbeständig uiib kühl, einzelne Schauer, nordwestliche Winde. Für veulschland: Ueberall unbeständiges Wetter mit verbreiteten leichten Niederschlägen, meist in Schauern. Beeantmorti.»üc die Redaffinn: Wulfgeng Schrnurz, Ftrlin: Snzeißn b.. Berlin Druck: Lnrwdrts duckt» Snzeigen: Th. Siecke, Berlin Btrlog: Borwärtn Berinp G. m... Muckctei und Beriaasunlialt Poul Singer& Co Berlin Sffl 68. Eitibcu(teufte 3. Sienu I Beilade. Ihealet LidtUpteU usw Dienstag. II. 3 Staats-Oper Unter d. Linden Tul-Il D. Di Hl. 7 Jabres-tb.-«. Ho. ES 19>i, Uhr Mona Lisa Ende 22 Uhr In Platz dir Ripublik Vorst. 42 20 Uhr jphigenle aullaurls Enden. 220, Uhr Dienstag. II. 3. staut, oper Bismarck str. Turnus I I90i Uhr Diu Hodizeit des Figaro Ende n. ZZ' t U. Staat). Sdiaosph. »a GendsrrasDmarkt St. R. 2 DL Ho. E Jahres-Ab.-V. Ho. ED 20 Uhr Prinz Friedridi *. Ende�22�Uhr MaUiller-Uer.Cliaritltg. 20 Uhr Das Friedensffest Ende 22'/j Uhr Winter ck uarren* 8.15 um /gntr. 181 b Raodien erlaobt PaoJ Nikolaus, Goldin mit neuen Ulosionea und weitere Ncuheilen scai-a TSgi. 5 u. 8'/, Uhr. B 5 Bard. 9258 Pr 1-6 M Wochantg. 5 U, 50 PL-8 M. Gastspiel Erich Carow am veltere 0 inlernailon. Allrakl onen Tägi. 5 u. 815 Sonni. 2..5i S" Alex. E 4. 806« i INTERNAT. VARIETE VoihsDOtine Thealer am BDIowplati. 8 Uhr Amnestie Schauspiel v. Carl Mar. Finkelnburg Bede: GQnui. Star: )taatl.Sdiiller-Ih. « Uhr Jas friBMEst Staatsoper Am PL d. Republik 8 Uhr Iphigenie auf Tauris Itieater d. Weitem Täglich 8'/. Uhr: Holel Stadl Lemberg. Musik von Gilbert Lori Leux Leo SchOizendort rrianoD-TIteate Leiiung: Dir. irnlm Georgenstr. 9 Täglich 8-/. Uhr «Wie z. 100. Hsle Die Freundin von SDüennann Preise 1, 2,3, 4 M. Deotsdtei Tlteatei D 2 Weideodamm 5201 Tägl. 8>/. Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Mas Reinhardt Kammerspiele D 2 WeideDdamm 5201 7'r» Uhr zum ersten Hei Die tiebe Feindin RomSdif ran k. P. Antoioi Deutsch von Berta Zucierkandl Regie; Gostaf Gründgens Bühnenbilder; Brest Schfitti Uli Danras. Hans Alben, Richard Romanowskjr.OftoWan- burg, Mathias Wieman, Erika Mann. Eberh. Keindorff Die Romödie J1 Bismck. 2414/751« &'li Uhr Die Kreafnr Schmspiil no Ftri. Bnidrur Begie; Mag Belnliaroi Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral• Theater) Täglich 8»/# Uht nie Fledermaus mit Gustav Matznet Preise 1, 2, 8 M. BaiDowskY-SDIiDen Theater in der KBniggrätzer Straße Täglich 8V* Uhr Professor Bernhardi von Ärthnr Schnitzlir Regie: Victor Bareowskr Komödienhaus Täglich 81* Uhr Oer LOoner und die nenne von Clin BOtZ Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8>A U. 1 BDI Sjdnrank von Areoid and Bad* Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922/23. Täglich 8-r- Uhr Liebe auf den zweiten Blieb Lessing-Theater Wtiikiidiinn Z791 1. 0146 Täglich 8 Uht Affäre oreylus. von Rehfisch und Herzoi Pnilharmonle 8 Uhr liofonie-üonzert des Philharm. Orch OlrlB. Prol. I. Prflver Rükob-Variif.(Ttduibnnki), (Graucia) 3.Sioiu.(Bn[ta(r) Eintritt I Mk Direktion Dr. Robert Klein Oeotsehes KQnstler-Thesi Barbarossa 3937 7 45 Uhr Zum erstell Male Sex Appeal Inhz. t. Fmltrik Unsdjit Rtjic: Forttir Lartiun Mhcrt BassermanD. Hadv CbrlsUans Berliner Theater Dönhoff 170 TW Uhr Ende gegen lOUhr „Eini, zwei, diei" von Franz Molnat mit Mai Palltübtni. Beule; SisLHartang Vortr: Souper Regie Heinz Hilpert. MetropoMh. 81;, Uht Beate Pestvors'cllanc zum 150. Male Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehär. Pianetanam am Zoo— fntlir iMÜmilhilo triti B. 5 Barbarossa 5578 i6 u. Friedrichstr. 236. Bergmann 2922 23. Liele aui öe» zwtilea Bl. Riemann— Haack. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterb'ochen ".iMASlNO-THEATER Lothringer Strafte 37 Wieder ein neuer Schlager Der wahre Jakob Stürmischer Heiter keiis-Erfolg Dazu ein erstkl. buntes Programm Qu isen ein för 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M� Sonstige Preise- Parkett u. Rang(UiO M. Reichshallen-Theater Abends dl soimiag nadim. dl Sfelflner-Sänaer Das herrliche März-Prooramm kamniittaDS Halbe Preise! Oön hoff-Brettl; Das Familien-Variete« Mittwoch, den 12. März nachmittags l1/, Uhr ROGRAMM Ihr die Zelt vom II. bb i3. März KINO-TAFEL PROGRAMM fbr die Zeit vom 11. bU 13. Mfirs ©o to Potsdamer Strafe 35 BSrsenfieber m. George Danerott (Millionen um ein Weib) Sturm ant drei Herzen (7 lustige Akte) Rhcinstrafje 14 2 Harry-Plel-Gro�filme t Rivalen Der letzte Kampl Odcon, PoU dam er Str. 75 Jagendtragödle mit Emmv ▼. Nagy. WoMd. Ztlzer Die Fiea Im Talar m. Frliz Korloer Turmstra$c 12 Ea tat sich wo« hl Hollywood Lo», Harold, lo» I m. Harold Lloyd (6 lustige Akte) Alexandcrstr. 39-40 (Pagsage) Den ganzen Tag geöffnet Die Kaylarprlnzeula mit Anny tiodra Schwester Maria(6 Akte) W frladrlchsf dt M Die Kamera i Unter den Linden 14 Neuautführung Göis v. Ue l.ditngeB Urauffühiung: DoueBa-FUm assage-Lichtspiclc Untei den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City degmn ab, Uhr Zentrum 608, « Tage ant Leben und Tod Kennst du das kleine Heus am MldtigaasceT mit Teddy Dil, W eidenhol-Lichtsp. .m der tVeidendammbrücke 'iediichstr. 136 Woch. 12. Sonnt U 1 Tajre anf Leben und Tod Zwiidicn Spree und Fenke(Zilie ■ MO»«»'»» Artushof-Liditspielc Film- und Bfihnrmchan Ticberger Str 29 und Stcndatcr Sl Die Nadit nach dem Verrat mit l.va de Pu tt Der Raab der Sabinerinnen Welt-Kino Alt-Moabit 99 Scapa Flow mit Otto Gebahr Die Obldmlnen tob Santa Faxte mit Tom Mix Jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater Schlüte rstr. 17 W 6-30. 9 Uhr. Sfg. 3 Uhr Tonfilm: Donanwalaer mit Harry Liedtke Frau ohne Nerven m. Ellen Rlditer (Orchester) Jugendliche haben Zutritt Atrium Oeba-ralast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Stack, ehern. Helene WtlUflcr mit Olga Tschediova Auf der Bühne: Das Kleinkunst-Theater KaruiacU j SchanebBffl E Alhambra Schöneberg. Hauptstr. 30 Wegen Riesenerfolges zweite Woche Tonfilm Melodie de« Herzens mit üiia Pario, Willy Fr lisch Titania(vu Ä�.rg) ■taupistraße 49 Beginn 6J0, 9 Uhr Wesen Riesenerfolges verlängert Tonfilm Der singende Narr (The einging Pool) mit AI JoIoob jugendliche haben Zutritt Kronen-Lichispicle Rheinstr. 65 Woch. 630. 9. Stg. ab 5 U. Des gr. Erfo'ges wegen verlängert; Mein Herz gehöit dir mit Camilla Horn Ihr wlfti Ja, wie Malroaea»lad j SfBUt«■ Titania-Paiast Stegliiz. Schloßsti S. Eckä Qu'smuthsstr. Beg nn d. Vorstellg. 6J0. 9 Uhr Vorverkauf 11—2 un. ao 3, Sonnt ab II Uhi Lodwtg der Zweite, König von Bayern fiim-Paiasi Kammersäle Teftpwer Str i W. 6. Sbd. 5. Stg. 4 Uhr Die Herr n und Ihr mit Herny Por.en - CesangseinJagen Ate*. Wyrobo.t Ai.mente mit Anita orris E M«rl«naort""ft Mä Ii i-iarieBdorier Sonnt 3 l lO-IjI Lichtspiele lu'vVorst. ChausseeStraße 30- W. 7, Stg. ab Die nfdi'i heiraten ck Orlen mit Co'elte Brcti'i Broadway mit Glenn Tryon Südosten Filmcck Beeinn Skalitzer Straße, am Gürlltzer Bahnhof Die Sünden einer schünen Frau mit W. Rilla» M. Albani Achtung, FaUchmfinzerl mit Harry Carrey Bühneaschau Luisen-Theater u1. Reichcnberger Str. 34 Bflhnenidian Jenseits der Strafte m Llstl Ama Tragödie der Liebe m E. Jannlngs Bflhnen, chaa Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn wochentags 5.15, 9. Uhr Sonntags 3, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Kasseneröffnung te Stunde vorher Ich glanb* nie mehr an eine Fran mit RI cfaard Vanbcr in seinem ersten Tonfilm Ansgeaeidmete, Beiprogramm Elnla> ununterbrochen Sternwarte— Treptow Mittwoch 8 Uhr, Donnerstag 8 Uhr: Rnnö, die vergessene Insel all nr aller Knitnr (Film mit Vortrag) > Wukttlln B Primus-Palast w. 7i � Am Hermannplau Stg. 4.45. 1, 9.15 U. WUwcnball mit Fritz Kampen, Lncte Englisdi, Siegfried Arno Henry Bender Auf. der Bühne: Zacdtinl and G mbna Spring Parodisten ICiilenie• Wochent S. 7 9 U. xvusua Sonntag 5, 5, 7. 9 u. Koithusset Damm 92< Tonfilm Der weifte Tenfel mit Iwan Mosjukin, L. Oagov.r. , lugend-iche haben Zutritt (7 w v» a) a r gti* Wochen t. 5, 7, 9 U. CXCCsSlOr Sonnt. y, j, 9(j Kaispr-Friedtich-StiaSe>91 Tonfilm Idi glaub' nie mehr an eine Frau mit Richard Tauber Stern, Hermannstrafje 49 Wochent. 5. 7. 9 U. Sonnt 3. 5, 7, 9 U. Tonfilm: ld> glaub nie mehr an eine Fran mit R. Tauber Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: Wochent. 6, Sonnab 5.30, Sonnt ab 3 U Oer Cowboykönig von Chicago mit Hoot Gibson Ein Marqnls Scapa F ow Der deutschen Flott. letz e Tai) mit O.lo Gebühr Der neue Wc imeisfer Revue: üi� bunle Tüte Grotje Bühnerschai Ball schmieder- Lichtsp ""irlstraße 1 Grofte Bühncnscha« Scfawarzwa'dmfidrl m. Liane Haid Freibcnfer der Südsee Beiprogramm Humboldt-Theater Bad Straße 16 BOhncasd&an Mein Her* gebBrt dir m. C. Horn Sdiwarrwaldmidel m Liane Haid Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 TonHIm: Dich bab* leb geliebt mit Mady ChrUtian» Bünne: 4 Harlngz W Pankow> Palast-Theater, Breite Straße 21 a W.!a7, 9 Sbd. 5,7,9 Stgs. 4'ft. 7. 4 Uhr Sdiwarzwaldmädel m Liane Haid Erfahrene Fran gesndif mit C. Moore TivoH, Pankow Berliner Straße 27 W. 7, 9. Sbd. n. Stg. S, 7. 9 U Tonfilm: Ich glanb nie mehr na eine Fron I mit Richard Tauber g Nlndancfiönhauinn b Film-Palast Blankenburger Straße• W. 6J0, 9 U. Stg, 4.30, 6�5, 9 U. Meatchenanenal O welche Last Soldat za«ein g Belnldcendorf-Oat W Bürgergartcn-Lichtsp, Hauptstraße Film- u. Bühnenschau Sonntag jugendvorsteliung Die Kaviarprinzessin mit Anny Oodra Das letzte Fort mit M. Paudler Bühncnschau • Tea«1 d Filmpalast Tegel Bahnhofstr z W.6.81* Stg.!1/,.«1�«*» Sonnt. 2 Uhr lucendvors'ellung Mainen mit Str an Wcbb, Gräfte, Beipro.' ramm BDr.ne: Die schön,-c Fron»tn leget wird getl.ro. i______ „Kosmos" Filmbühne ■auptitr. 6 W. ab 6 Üh Stgs. ai' 4.i U. Sonntag 2 Uhr: Jugendvotsie lung Toniilm Melodie de« Kerzen, mit trtla Par o, Wuly rriUch Bünne Dl« grotze lUaslonzscl eu Panier Union-Theater Haupisiraße■ Beg. Wtp. 6, C1'2 U Sig. 2 U. Jugend vorst. St)., h1m. 61 2 83'« U- Ich hatte einst ein. schönes Vaterland Die 10 1c Nacht mit Liedtke Henniesdor# Fi mpalast Stg«Va Ber iner Straße 59 Stg. 2 U lug.-Vorst Miitw� Donn. Peter, der Mairosa mit Schflozel Champagner mit IL Baitour $lelYoge Dienstag, 11. März 1930 SprAbpnd jjti IbuttLfi* Erste Hilfe bei Verbrennungen Eine Anleitung Eine Verbrennung erzeugt einen sofortigen Wasserentzug aus dem Gewebe und somit eine momentane Gewebeschrumpfung. Dabei werden sowohl Nerven, wie Blutgesäße gequetscht und bei den Mutgefäßen der Oberfläch«, die das Blut zum Herzen zurück- führen, eine Stauung erzeugt, welche den Blutwasseraustritt ins Gewebe herbeiführt. Der Effekt ist die Brandblase. Die Quetschung der Nerven jedoch führt zu dem ganz ungeheuren Schmerz der Verbrenwingen. Wollen wir also ein sofort jede Funktionshemmung aufhebendes Mittel anwenden, so müssen wir fast ebenso schnell, wie der Wasser- entzug erfolgt ist, wieder«ine Quellung und Wasierzufuhr zum Gewebe erfolgen lassen und wir werden den Effekt haben, daß sowohl der Schmerz sofort aufhört, wie auch die Blasenbildung verhindert wird In jedem Haushalt ist ein Mittel vorhanden, das frappanter und zuverlässiger wirkt, als olles, was bisher angewendet worden ist, die S o d a. Jeder weiß, daß durch Waschen in Laugen die Hände quellen und aufgelockert werden in einer Weise, daß sie wie gelocht aussehen. Das beruht auf der quellenden Wirkung jeder Laugenart auf die Haut. Es ist somit jede Laugenart medizinisch als sofortiges Mittel bei Verbrennungen anwendbar, nur kann natürlich bei konzentrierten Laugen unter Ilmständen Schaden onge- richtet werden. Somit können mit einiger Vorsicht auch angewendet werden: Kalv-Natronlauge(nur stark verdünnt), Pottasche, Am» moniak(Salmiakgeist) und dooppeltkohlensaures. Natron(möglichst konzentriert). Am besten eignet sich jedoch die Soda, sowohl in Krystallen als auch die kalziniert«(wasserfreie, zerfallene pulversörmige) Soda. Bei einer kleinen Verbrennung nimmt man zweckmäßig einen Sodakristoll oder etwas Sodapulver und bindet ihn mit einem sehr nassen Lappen, der imnrer wieder von neuem genäßt wird, aus die verbrannte Stell«. Der Effekt tritt fast äugen« blicklich ein Der Schmerz ist wie weggeblasen. Eine Blasenbildung findet bei sofortiger Anwendung so gut wie nie statt. Hat man eine S o d a l a u g e da, so kann man das betreffende Glied eintauchen oder damit getränkte Kompressen auslegen. Die Anwendung hat sich auf etwa eine Stunde z» erstrecken. Unter Umständen kann die betreffend? Partie während längerer Zeit in einer derartigen Lösung gebadet werden. Bei großen flächenhoften Verbrennungen dürfte sich dies besonders empfehlen. Die Schädigungen, die dadurch gesetzt werden, fallen keineswegs in Betracht, da die Auflockerung der gesunden Haut mit Leichtigkeit nachher durch eine Satbeneinreibung behoben werden kann. Wir benötigen somit zu einer sofortigen Schinerzlinderung und Verhinderung der Blasenbildung einmal eine ausreichende Menge Alkali und einen großen Ueberschuß von Wasser. Die äußerste (periphersten) Nervenendigungen werden zuerst aus der würgenden Umklammerung gelöst' uud somit zuerst schmerzfrei. Lasten wir jedoch dann sofort nach, ohne abzuwarten, bis unter Mithilfe der Lauge das Gewebe wieder genügend Master aufgenommen hat, so tritt der Schmerz sofort wieder ein. Dies ist der beste Beweis, daß man zu früh wieder aufhören wollte. In klinischen Betrieben dürften sich Dauerbäder mit schwacher Soda- oder starker Bikarbonatlösung bei großen Verbrennungen besonders geeignet erweisen. Bei diesem Anlasse müssen auch die übrigen Brandwunden» mittel kritisch gewürdigt werden. Das uralte Kalkliniment, hergestellt aus gelöschtem Kalk und Leinöl, benutzt unbewußt das angegebene Prinzip der Alkalisierung, denn im frischen Zustande ist auch das Kalkliniment alkalisch. Beim Stehen verliert es aller» dings durch den Luftgehalt an Kohlensäure allmählich seine gesamte Wirkung. So gesund ursprünglich die zugrunde liegend« Empirie war, so wenig darf sie systematisch verallgemeinert werden. Kolk- liniment ist somit ein Brandwundenmittel, da» ausnahmsweise wohl einmal rasch helfen kann, sonst aber jueist nur ein leichtes Linderungsmittel darstellt. Salben und'F« t t e sind im Stadium der ersten Hilfe voll- kommen unzweckmäßig, da sie die Wasseraufnahme durch das Gewebe oerhindern. Jedoch sind sie sehr wohl am Platze, wenn die Soda» behandlung zu Jfndc geführt ist, um die Haut wieder ge» schmeidig zu machen. Pikrinsäurelösung galt lange Zeit als ein besonders wirksames Brandwundenmittel. Ganz abgesehen davon, daß sie in den Körper aufgenommen, einen schädigenden Einfluß auf die Nieren ausübt, so ist sie effektiv ein relatives Schmerzbetänbungsmittel Vielsach ist Alkohol empfohlen worden. Alkohol wirkt j« noch seiner Konzentration verschieden und es ist gefährlich, einfach von Alkohol zu sprechen. Alkohol in einer Konzentration von über 70 Proz. wirkt fast ebenso, wie die Verbrennung selber: er entzieht dem Gewebe Wasser und gerbt. Er verstärkt somit die Ver» brennungsschädigung bis zum vollkommensten Abtöten der Nerven- endigungcn. Von Alkoholverwendung Ist darum dringend abzu- raten. Wismut ist nicht nur in der Form der Bardslebenschen Wismutbrandbinde, sondern auch als basisches Wismutnitrat und basisch gallussaueres Wismut(Dermatol) ein sehr beliebtes Mittel. Im Anfangsstadium der Verbrennung, d. h- in der Phase, wo man die Soda anwenden muh, hllf Wismut in keiner Fonn. Da- gegen sind die Wismutpräporat«, von denen ich am meisten aus eigener Erfahrung das Dermatol schätze, unübertrefflich in den Fällen, wo es sich um bereits offene Blasen handelt. Die Auf» puderung von Wismut auf offene Brandwunden, d. h. von der Ober» haut entblößtes sogenanntes rohes Fleisch, ist jeder anderen BeHand- lung weit überlegen und die Heilung ist bedeutend rascher wie unter Anwendung von Salben oder Linimentverbänden. Ich möchte dabei darauf hinweisen, daß Soda bzw. die Alkalien nicht etwa bloße Hausmittel zur�SchmerzNuderung lein sollen. sondern sie find wirtliche He Ilm Ittel. Dr. J. R. Zpinner-Berlm. Rachitische Kinder Anzeichen der Krankheit und ihre Bekämpfung . Die Rachitis wird nicht hervorgerufen durch das Vorhanden- sein, sondern vielmehr durch das Fehlen bestimmter Substrat«. Man nennt sie darum ein« Mangelkrankheit. Di« Anlage zur Rachitis ist vererbbar, und der bekannte Kinderarzt Czerny steht sogar auf dem Standpunkt, daß«s ohne ererbte Anlage eine Rachitis nickst gibt. Der Ausbruch der Krankheit steht jedenfalls in engem Zusammenhang mit dem Mangel an Licht, und zwar an den ultravioletten Strahlen des Lichtes, ferner mit dem Mangel eines Nahrungsbestandes, des sogenannten V i t a m i n s v. Dieses kommt vor in Hefe, Pilzen, ferner auch reichlich In Grün- pflanzen und im lebenden Organismus. Chemisch gehört dies Vitanün D in die Gruppe der Alkohole. Es wird erst wirksam, wenn es bestrahlt ist. Daher ist auch in Gemüsen und Früchten um so mehr dieses Stoffes vorhanden, je stärker dieselben dem Licht und der Sonne ausgesetzt waren. Der Gehalt der Sommer- g e m ü s e an wirksamen Vitaminen ist weit höher als der des Wintergemüses. Im Organismus ist es vor allem die Dorschleber, die sehr reich an diesen Vitaminen ist, und der Dorsch- lcbertran ist ja auch das älteste wohlbekannte Heil- und Vorbeu- gungsmittel gegen Rachitis. Bei Vorhandenfein einer rachitischen Anlage kann durch reichliche Zufuhr des Vitamins in Form von illtraololettlicht und vitaminreichen Präparaten der Ausbruch der Krankheit verhindert werden. Die sinnfälligsten Symptome der Krankheit findet man am K n o ch e n s y st e m Der rachitische Knochen ist weich und infolge der Weichheit gibt er der Belastung und dem Zuge b?r Muskeln nach: die Knochen oerbiegen sich. Typstch für eine vernachlässigte Rachitis sind die O- Bein«, die durch«ine zu starke Belastung der weichen Knochen entstehen. An den Rippen findet man häufig beim ausgewachsenen Menschen Verdickungen als Zeichen einer Rachitis, die der Mensch im frühen Kindesalter durchgemacht hat. Diese knotenförmigen Auftreibungen trennt man den rachitischen Rosenkranz. Bei schwerer Rachitis kann es zu Verbiegungen der Rippen und der Wirbelsäule kommen. Für das spätere Leben sind besonders bei Frauen die rachitischen Veränderungen des Beckens von Bedeutung. Die Beckenknochen können so verändert werden, daß der Beckeneingang platt und verengt ist, so daß ein ausgetragenes Kind nicht auf natürlichem Wege geboren werden kann. Die Knochenveränderungen sind aber nur ein Symptom der Krankheit. Die Rachitis ist keineswegs nur eine Knochenerkrankung, fondern eine allgemeine sogenannte Konstitutionskrant- h e j t. Häufig fällt den Müttern zuerst auf, daß das Köpfchen des Säuglings außerordentlich stark schwitzt, so daß manchmal auf dem Köpskisien«In großer nasser Fleck beobachtet wird. Nähere Unter- suchung ergibt meist, daß die Schweißausbrüche nicht auf den Kopf beschränkt sind, sondern dos ganze Kind schwitzt sehr stark. Das rachitische Kind verändert sich auch psychisch. Im Gegensatz zu gesunden Säuglingen hat es nicht den Drang, sich stark zu bewegen. Dds Kind ist auffallend ruhig, meist etwas weinerlich, und läßt sich ungern anfassen.. Durch die mangelhaften Bewegungen eMnnckelt sich auch die Muskulatur schwach. Die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten ist beim rachitischen Kinde gering. Besonders gefürchtet sind.die Lungenentzündungen, die niit der oberflächlichen Atmung des rachitischen Kindes zusammenhängen. Lungen- entzündung nach Masern ist bei rachitischen Kindern dreimal so häufig als bei nonnalen, und sie sterben nach der Statistik zweimal so häufig daran wie normale Kinder. Da die Mangelkrankheit in proletarischen Kreisen, wo die Lebensbedingungen schlecht« sind, besonders häufig auftritt, ist wohl auch hier der Gnmd dafür zu suchen, daß die Sterblichkeit an Masern bei Kindern unbemittelter Kresse etwa dreizehnmal so häufig ist wie bei Kindern, die in guten wirtschaftlichen Verhältnissen leben. Di« Rachitis ist eine Kinderkrankheit in dem Sinne, daß sie Im frühen Kindesalter, meist in den zwei ersten Lebensjahren, ent- steht. Wenn man aber unter Kinderkrankheit etwas Harmloses versteht, was die meisten Menschen einmal durchmachen, ohne daß Folgen zurückbleiben, so ist diese Bezeichnung für Rachitis nicht an- gebracht. Die Krankheit heilt zwar im Kindesalter aus, erwachsene Menschen haben kein« Rachitis mehr: aber die Verände- r u n g e n, die an den Knochen entstanden sind, bleiben als Merk- male dieser Krankheit für das ganze Leben erhalten. Es handelt sich nicht nur um Schönheitsfebler oder Entstellungen, sondern das rachitische Becken ist für die Geburt bedeutungsvoll, der rachitisch veränderte Brustkorb beengt die Lungen und schafft einen günstigen Boden für die Entstehung der Tuberkulose. Da die Disposition zur Rachitis ungemein verbreitet Ist, ist die Bekämpfung dieser Krankheit eine wichtige Aufgabe der sozial- hygienischen Fürsorge. Jin zweiten Lebensjahre sterben prozentual ebenso viel Menschen wie zwisckxn dem 60. und 70. Lebensjahr, also im Greisenalter. Dic Sterblichkeit im dritten Lebensjahr entspricht der im sechsten Lebensjahrzehnt. Die Berhütung und Heilung dieser Krankheit obliegt in erster Linie der Säuglingsfürsorg«. Der Meitsch deckt seinen Vitaminbedarf einesteils durch Aufnahme vitaminhaltiger Nahrungsmittel, andererseits bildet er selber die Vitamine, wenn sein Körper reichlich der Sonne ausgesetzt ist. Bei den elenden Wohnungsverhältnissen der Großstadt und bei den schlechten wirtschaftlichen Verbältnissen, in denen weite Beoölke- rungskreife leben, werden die Kinder nicht genügend mit Vitaminen versorgt Die Berliner Säuqlingsfürsorge ist so auf- gebaut, daß diesem Mangel in groh-Cgizer Weil? abgeholfen wird, Fast alle Säuglingsfürsorgeltellen sind mit Höhensonnenanlage versehen, und die bedürftigen K-n-er werden unentgeltlich mit Höhesonne und vttaminhalttgcn Medikamenten verfchen. Der Lebertran steht noch durchaus in Ehren. Es gibt ober auch ander« Mstt-l. die einen noch höheren Gehalt an Vitaminen haben, und die sich zur Bcbandlung besser eignen, weil sie nicht den schlechten Geschmack d:s Lebertrans haben. Ein gutes deutsches Präparat, das in vielen Fürforgestellen ausgegeben wirb, ist das Vigantol. Es wird aus Hefe gewonnen, in alkoholsscker Lösung bestrahlt und dann zu 7 Proz. in Olivenöl gelöst. Von diesem Medikament brauchen nur wenige Tropfen gegeben zu werden, und die Kinder fühlen sich dadurch kaum belästigt. Bei den jetzt angeordneten Sparmaßnahmen, die durch die schlechte finanzielle Lage Berlins nötig geworden sind, bestand die i lebhafte Befürchtung, daß auch die gut bewährte Säuglingssursorge eingeschränkt werden soll. Das ist aber in keiner Weife geschehen: die Maßnahmen der Säuglingsfürsorge werden unver- ändert fortgeführt. Aenderungen sind nur eingetreten in der F r e i- Milch» Altiori. Es bekam früher jedes betreute Sind eines Erwerbslosen 1 Liter Milch täglich, andere bedürftige Kinder iä Liter. Die Aktion ist jetzt vereinheitlicht: es bekommt jedes Kind Vi Liter. Eine eigentliche Sparmaßnahme ist dies nicht. Noch der Berechnung werden sogar der Stadt 200 000 Mark Mehrkosten im Jahre entstehen. Die Vereinheitlichung ist berechtigt, da die wirt- schafllichen Verhältnisse bei Kurzarbeitern und kinderreichen Fa- Milien, wo der Verdienst sehr gering ist, häufig ebenso schlecht sind. wie bei Erwerbslosen, die vielleicht nur ein Kind haben. Es wäre unbillig, bei Kindern, die in gleicher Weise bedürstg sind, schematisch einen Unterschied zu machen. Bedauerlich ist es nur, daß als Regel- leistung nur Vi Liter Milch gegeben wird. Mi« dieser Meng« wird man in vielen Fällen nicht auskommet� können.') Es ist unbedingt zu erstreben, daß dic Abgabe von Milch allge- mein wieder reichlicher erfolgen kann. Entgegen alarmierenden Zeitungsnachrichten ist aber festzustellen, daß im übrigen keiner- lei Beschränkungen in der Säuglingsfürsorge«in- getreten sind. Dr. Xätbe kVaniientdol. Künstliches Sonnenlicht Immer war es ein Traum der Erfinder, die Sonn« nachzu- ahmen und seitdem durch die Untersuchungen der deutschen Physiker K. W. H a u ß e r und W. Vahle bewiesen worden ist, daß es besonders die kurzwelligen, unsichtbaren Strahlen der Sonne sind, denen unser Körper einen Teil seiner Lebenskrast verdankt, hat man nicht nur versucht, die Sonnensarb«, sondern auch dic Strahlen Zusammensetzung des Sonnenlichts künstlich zu erzeugen. Was die Menschen immer instinktiv gefühlt hatten, daß die Sonne ein wirksames Heilmittel fei, das wurde nun wissen- schastlich bewiesen, man fand Methoden, die„biologisch wirksame* Strahlung zu messen und die physikolifchen Meßwerte'mit den Re- sultaten der Biologie in Vergleich zu bringen. Diese Möglichkeit gab der Technik neuen Ansporn, sich noch intensiver mit dem Problem des„künstlichen Sonnenlichtes* zu befassen. Während man nun nach den ersten Erkenntnissen über die Be- teutung des Ultraviolett den kurzwelligen Strahlen allzusehr den Vorzug gab, wie sie zum Beispiel von der Quarz- lampe geliefert werden, sieht nun heut« wieder oui Grund der praktsschen Ersahrungen das Geheimnis der Sonnenheilkroft in der Gesamtheit aller Strahlen. Soviel hat sich aus den Untersuchungen und Erfahrungen der legten Jahre jedenfalls ergeben, daß«in künstlicher Sonnenstrahler, der in seiner Strahlenzusammcnsetzung nicht über die Grenzen der Sonnenstrahlung, insbesondere der kurzwelligen Seile des Sock- trums, hinausgeht, für das große Gebiet der Hygiene und Vor- beugung den Vorzug verdient für die Anwendung als Heilmittel zumeist ausreichend ist. Beschränkt man sich auf den allgemeinen Fall, den künstlichen Sonnenstrahler der Sonnenstrahlung möglichst anzunähern, so gibt es hier bereits verschiedene Wege: Man kann dic Temperoturstrahlung. die Selektivstrahlung(Auswahlstrahlung) oder eine kombiniert« Arahlung, die in ein und derselben Lampe *) Ein«, u«tBii« Mens« Mn Still# ist aBtriinfl««erat« im Zirter- eile der itach'tikki-kämvcnng nicht»utriiallch: man mich«ielmichr iriU>- ,«itia ein« acmischtk Koii«eben Ei w cd auch in dcr Mrinrg« nicht unter allen Umständen Milch in Eichstain,, sondern e» werden eventuell im»seiche» Wert« and«« Lebensmittel»eaaden. kombiniert oder aus Einzellampen zusammengestellt ist, zur Er. zeugung von künstlichem Sonnenlicht benutzen. So ist zum Beispiel die O s r a m- B i t a l u x l a m p e eine Wolfram-Mühlampe, die jedoch im Gegensatz� zu den normalen Glühlampen ln einen für die ultravioletten Strahlen in hohem Maß« durchlässigen Glaskolben eingeschlossen ist. Da die Ditalux» lampe wie jede Glühlampe nach allen Seiten ihre Strahlen in den Raum aussendet, muß zur Bestrahlung von Körperslächen die Gesamtstrahlung mittels eines Reflektors konzentriert werde». In einer Entfernung von 1 Meter erhält man so auf einer Kreis- fläche von 30 bis 40 Zentimeter Durchmesser«in« S t r ah l u n g s-. i n t e n f i t ä t. deren biologische Wirksamkeit, betrachtet in ihrer Gesamtheit, mit der der Hochsommers onnc des Tief- l o n d e s vergleichbar ist. Sie erzeugt zum Beispiel eine Haut- rötung wie etwa die Hochsommersonne bei höchstem Sonnenstand, übertrifft dagegen in ihrer aniirachitischen Kraft die Sonne erheblich. Um die sichtbare Strahlenoerieilung der Sonne anzunähern, ist der Glaskolben der Lampe blau gefärbt. Außer dieser bereits in der Praxis eingeführten Vitaluxlampe ist in dem Laboratorium der Osram-Gefellschaft eine Wolfram- Quecksilberlampe in Vorbereitung, bei der zwischen zwei weißglühenden Wolfram-Elektroden ein Quecksilberlichtbogen brennt. Der Zusatz des blauen Quecksilberlichtes zum Lichte der Wolfram- Elektroden verleiht der Strahlung in ähnlicher Weif« wie die Blau- färbung der Glashülle eine dem Sonnenlicht ähnliche Farbe. Die im wirksamen Ultraviolettgebict liegenden Quecksilberlinien(Ux-Linien) geben der Lampe eine stärkere ultraviolett« Strahlung und ermöglichen daher in den Fällen, in denen es auf eine schnelle Wirkung ankommt, eine Hautrötung in sehr kurzer Zeit. Die Konstruktion einer solchen Wolfram-Quccksilberlompe, kurz „Vitalux-Hg* genannt, in Anlehnung an die bekannten Punktlicht- lampen wurde bereits im Jahre 1022 von der Patcnttreuhand- gesellschaft(Osram-Konzern) patentiert. Ihre Durchbildung ist inzwischen soweit sortgeschritten, daß man damil rechnen kann, daß die Lampe in den nächsten Monaten der Oefsentlichkeit zur niedizi- Nischen Erprobung in die Hand gegeben werten kann Da sie für eine Spannung von etwa 30 Volt, 10 Amperes bestimmt ist ist zu ihrer Inbetriebnahme eine Zündungsapparatur und ein Trans» iormator bei Wechselstrom erforderlich. Gleichzeitig hat auch die General Electric Comp, in Amerika Im letzten Jahr derartige Lampen ausgebildet und ist im Begriff, sie unter dem Namen„Sonnenlampe* in den Handel zu bringen. Dies« Lampen unterscheiden sich von den in Vorbereitung befindlichen Ditalux-klx�mpen lediglich durch ander, Zündungs- oerhällnisse, da man in Deutschland Wert darauf gelegt hat, die Lampen oon vornherein den deutschen Verhältnissen anzupallen. Die bisher beschriebenen vrtaluxiampen sind infolge ihrer aus kleine Flächen konzentrierten Licht- und Ultraviolettwlrkung Vorzugs- weife für Teil» und Einzeldeftrahlungen geeignet. Es ist notwendig, dgß die zu bestrahlende Person sich stets in einem gewissen Abstand innerhalb des Lichtkegels befindet. Für die Bestrahlung größerer Flächen mit fonnenähnlichem Licht bzw. die Durchflutung ganzer Räume wie Schulklossen Krankensäle. Turnhollen, Püroraum«. sind mehr flächenhaft ausgebildeie Leuchten er- forderlich, die ein diffuses(zerstreutes) blendunqs freies Licht ergebe»" Dr. A. Ruttenatu-' (16. Fortsetzung.) Er berauschte sich geradezu an seiner Ware wie ein anderer an der Liebe. Mit mehr Geduld wartete Herr Ren� jetzt auf die Rückkehr der strahlenden Ieanne. In diesem Augenblick kam Herr Etsans, der Verkäufer der Firma Wovelet, mit Wohnsitz in der Ruc du Sentier in Paris. Er verstand es ausgezeichnet, sich zur Geltung zu bringen Einmal im Monat kam er nach Cambrcn, um nach Möglichkeit die Waren- Produktion zu beschleunigen. Er war nämlich mit drei Prozent am Gewinn beteiligt. Lächelnd und diskret hielt er sich zunächst von den beiden Herren fern, aber als Omer ihn in das Gespräch zog, ging er aus sich heraus. „Ich muß Herrn Dcprieux sagen, es wäre falsch, wenn wir uns einzig und allein an seine Ware hielten zur Befriedigung unserer Kundschaft. Wir müssen auch irische Leinwand kaufen und ver- kaufen. Anstatt zuzulassen, daß die Engländer die französische Kund- schast einwickeln, biete ich doch lieber selbst Ware an." „So spricht ein ZZerkäufer", sagt« Herr Wavelet. „Aber ein erfolgreicher Verkäufer. Die Bedeutung einer Firma hängt vom Umsatz ab. Man schneidet sich in das eigene Fleisch, wenn man nur das verkauft, was man selbst fabriziert. Die französischen Spinnereien liefern nicht genügend. Werden wir doch Handels- Häuser! Die Seide macht mir keine Sorge. Geben Sie mir nur genügend Weißwaren zu verkaufen, und ich erober« Paris.". Die Männer erblickten auf dem Hof Ieanne Wavelet. Das blonde Mädchen übte ein« geradezu geheimnisvolle Anziehungskraft aus; aber ohne jede Aufdringlichkeit. Herr Etsans sprach sie an und legte die Entscheidung der Debatte der Männer in ihre Hände: „Fräulein Wavelet, möchten Sie eine Aussteuer aus Seide haben?" Herr Etsans kannte die Tochter des Hauses feit ihrer Geburt und sprach vertraulich zu ihr. Aber zum erstenmal oerhielt sie sich abweisend, und das überraschte Etsans, der ein Kavalier und an weibliche Kundschaft gewöhnt war. Wavelet, der weniger scharf- sichtig war in solchen Dingen als sein Verkäufer— er war mehr Fabrikant als Verkäufer-> sah in der Abwehr seiner Tochter nur das Resultat ihrer vorzüglichen Institutserziehung. Wavelet hatte mehr Verständnis für seine Weber als für Kundinnen. Er sagte zu Etsans: „Verdienen muß man am Kunden und nicbt am Verkaufspreis um zehn Centimes das Meter heraufzusetzen, ist be» guemer, als die Produktionskosten um ebensoviel zu seinen." Etsans antwortete in dem Sinne, daß man durch Hsraufsetzung der Preise den Handel unterbind«, wenn man die Arbeiter nicht regieren könnt». Diese Verschiedenheit in ihrer Haltung brachte Herrn Wavelet zu der Ueberzeugung, es läge Renö Deprieux nur an der Ehre, mit seiner Firma zu handeln, und er sagte zu ihm: „Sie werden nicht ohne Auftrag unser Haus verlassen, wenn Sie auf vernünftige Bedingungen eingehen." Herr Etsans wunderte sich jetzt nicht mehr, daß sich die beiden jungen Leute jeder an einer Seite von Herrn Wavelet hielten. als ob sie Angst voreinander hätten. In der Verbindung von Spin- nerei und Weberei erkannte er ein gutes Mittel, die Produktton zu erhöhen, und er sagte sich: Manche Industrielle behaupten, kein Interesse an der Selbstbelieferung mit Material zu haben: wer eine Spinnerei und eine Web/rei besäße, würde sein eigener Kunde und berechnete sich alles zu billig. Ich glaube das nicht. Je mehr man von der Zirkulation der Ware erfaßt, desto mehr hott man her- aus. Rene Deprieux hätte im einzelnen nicht sagen können, worin die Schönheit Ieanne Wavelets bestand: sie blendete ihn. Er sah nur «in großes Leuchten, das von der Frische des Teints, von dem flammenden Blondhaar und den strahlenden Augen ausging. Nie hätte er gewagt, von diesem stolzen.schönen Mädchen etwas zu erhoffen/ wenn sie nicht so stark errötet wäre. Das Erröten machte sie aber noch strahlender. Herr Etsans schlug Herrn Wavelet vor. doch Renö die Fabrik in Avesnes-les-Aubert zu zeigen. Ein solcher Ausflug würde auch Fräulein Ieanne, die niedergeschlagen zu sein schiene, sehr gut tun. Nach diesem geschickten Schachzug rieb sich der Verkäufer zu» frieden die Hände. ★ Herr Wavelet fuhr mit den beiden jungen Menschen im Wagen durch die zerstörte Stadt. Und weiter hinaus in die herrlich« Ebene. Arbeiter füllten hier die Eranattrichter auf. Lerchen schmetterten ihr Lied in den Aprilhimmel. Bis an den Horizont sah man die schwarzen Farben des feuchten Landes und die junge Saat neuen Getreides. Zwischen Wolkenlück-m drangen die Streifen der Sonn« hervor und ließen die roten Ziegel und die blauen Schiefer der Bauernhäuser aufleuchten. Im Erdgeschoß der kleinen Häuser krachten die Webstühle: ein großes vergittertes Kellerfenster ließ das zur Arbeit notwendige Licht herein. „Sie werden bald aus den Kellern herauskommen", sagte Herr Wavelet.„Wenn der Frühling kommt, bleiben die Stücke lange auf den Webstühlen. Die Arbeiter weben nur. wenn es regnet. Bei gutem Wetter arbeiten sie in ihrem Garten. Wenn ich den Himmel ansehe, kann ich mir ausrechnen, wieviel die Weber.am Ende der Woche liesern werden. Vor dem Kriege gingen ganze Familien aus Landarbeit. Bis jenseits der Loire. Nur die ganz Alten, die für Landarbeit nicht mehr in Frage kamen, blieben für die Weberei übrig. Di« Leute von Camberlot gehen jetzt nicht mehr in die französrs'lvn Rübenselder: aber sie gehen in die Ziegeleien. Früher, als die Ziegel noch mit der Hand geformt wurden, fand man nur Belgier für diese schwere Arbeit. Heutzutage, wo alles maschinell geinocht wird, sind auch die Männer von Camberlot dabei. Wir braucken natürlich Millionen Ziegelsteine, um wieder aufzubauen, was im Kriege zerstört wurde. Gebaut wird sehr viel. Unsere Arbeiter lassen die Baumwolle stehen und gehen auf den Bau. Wir können ihnen nicht vierzig Franken pro Tag bezahlen. Herr Etsans hat keine rechte Ahnung von unseren Schwierigkeiten in bezug auf Gehälter und Personal. Wir Fabrikanten von Eambroi haben damit immer viel Schmierigkeiten gehabt. Die Männer von Camberlot haben ein Webschiffchen im Bauch und eine Lerche im Kopf. Bei schönem Wetter fliegen sie aus ihren Kellern. Unsere Industrie muß mit Wanderarbeitern vorlieb nehmen." Sie kamen an einer Stelle vorüber, wo Tonerde umgepflügt war und Arbeiter Ziegelsteine formten. Die Frauen, die den Männern Handreichung leisteten, richteten sich auf und betrachteten das hübsche blonde Mädchen, deren ruhiges Gesicht aus dem schön lackierten Wagen ihnen entgegenleuchtete. Aus zahlreichen Häusern in Avesnes-lee-Aubert drang aus dem Souterrain das Krachen der Webstühle. Herr Wavelet kannte hier jeden Webstuhl und wußte, wer daran arbeitete. Er kannte die Männer, die Frauen und ihre Kinder. Und er wußte auch, wer Tafchentuchstoffe, Batist oder Leinen weben konnte. Bor der Fabrik sprach der Arbeiter Dutriaux Herrn Wavelet, der gerade aus dem Wagen stieg, an. Er war ein Mann von fünfzig Iahren: eben wollte er ein fertiges Stück abliefern. „Man kriegt Sie nie mehr zu sehen. Man weiß heute nicht mehr, bei wem man sich über schlechtes Garn beklagen soll. Man verdient nicht mehr genug zum Leben." „Seit dreißig Jahren höre ich euch immer nur klagen, daß der Faden reiht." Im Verkehr mit seinen Konkurrenten spielt? Herr Wavelet den Unnahbaren. Anders verhielt er sich aber zu seinen Arbeitern. Cr kannte jeden mtt Namen und wußte, wofür er besonders geeignet war. Der stets unzufriedene Dutriaux, der aber ein sehr geschickter Arbeiter war, haßte die mechanische Weberei, die Wavelet im Jahre ISOö erbaut hatte: damals, als die Heimarbeiter höhere Löha« ver» langten. Der rote Fabrikschornstein, höher noch als der Kirchturm, unter- drückte die Heimarbeit. Seit Urväterzeiten warf man in dieser Ebene das Webschiffchen. Die Dampfmaschine kam erst später hierher. Die Herren fanden, daß es billiger war, den Arbeiter auszubeuten, als Fabriken zu bauen. Aber als die Heimwcber höhere Löhne ver« langten, weil sie nicht aus noch ein wußten, ersetzte man ihre Kraft durch Maschinen So dacht« man alle Gewohnheiten zu zerstören und hoffte, daß das letzte hundertjährige Webschiffchen in den Kellern oerschimmeln würde. Aber der Krieg kam, zerstörte die neuen Fabriken und ver- brannte auch die alten hölzernen Webstühle. Zwei Arbettsepvchen wurden zugleich vernichtet. Dann mußte man alles wieder auf- bauen. Die hölzernen Webstühle konnte man in vierzehn Tagen wiederherstellen: die Fabrik erst in zwei Iahren. Da lief Herr Wavelet auf die Dörfer, um den allen Webern Mut zu machen. Cr wollte schnell wieder Leinwand verkaufen und sein Vermögen wiedergewinnen. Mit rnechcnrschen Webstühlen war das aber so schnell nicht möglich. So lebt« das alte Handwerk wieder auf. Die Arbeiter— jetzt auch besser bezahll— hatten wieder Freude an ihrer Hände Arbeit. Und«he ein einziger Schornstein m Cambrai wieder rauchte, sauften in allen Kellern und Dörfern die Web- schiffchen. Heute hatte Herr Wavelet erst wieder die Hälfte seiner mechanischen Webstühle in Betrieb: aber er vergab Arbeit an vier- hundert Webstühle in den Kellern. Im Wertraum wandte sich der Arbeiter Dutriaux an die Tochter des Besitzers:, /Ich kenne Sie, feit Sie ganz klein waren. Sprechen Sie bei Ihrem Voter für mich. Wenn wir nicht genug zum Leben ver- dienen, müssen wir wieder aufhören, mit der Hand zu weben." Die Fäden wickelten ssch aus die Scherrahmen, die die Frauen mtt der Hand in Bewegung setzten. In dieser Fabrik fanden sich neben den ältesten Arbeitsmethoden die allerneuesten: neben den alten senkrechten Scherrahmen standen ganz moderne, die die Kette für die mechanischen Webstühle fertig machten. Wavelet hielt Dutriaux eine kleine Strafpredigt: „Du wirft dein ganzes Lxben lang weben, genau wie ich. Würde ich dir keine Kette und kein Schußgarn mehr liefern, warft du ein unglücklicher Mensch. Die Jungen gehen in die Ziegeleien oder in di? Rübenselder, aber dazu bist du zu alt..Du bleibst im Keller vor deinem Webstuhl, und da wirst du sterben, fio wie ich bei meinem Musterbuch. Stimmt's oder stimmt's nicht?" „Ihr habt nicht so ganz unrecht." „Also— ich werde euch die befte Kette geben und den besten Einschußfaden. Leinen, so wie ich es zur Zlussteuer meiner Tochter haben möchte." Dann sagte Fräulein Wavelet: „Ich werde mtt Rosalie Wexsten sprechen. Sie spinnt mit der Hand." Ihr Vater bat Herrn Deprieux, fein« Tochter dorthin zu be- gleiten: „Gehen Sie, sehen Sie sich einmal an, was keine Maschine fertig bringt. Sie haben die beste französische Spinnerei: außer Nicolle und L« Blan. Aber mit unseren Spinnereien ist nichts zu oergleichen." Di« großen Spinnereien, die schon lange maschinell betrieben wurden, ließen die letzten Spinnerinnen, die am Spinnrad arbeiteten, fallen. Die Besitzer der Webereien aber gaben ihnen noch Heim- arbeit._(Fortsetzung solgt.) zBuch 'Heues ton 9£effe. Im Fischer-Verlag ist«in Sammelband von HermonnHesse erschienen:„Diesseits", Erzählungen. In diesem Buche finden sich fünf— dem Inhalt nach bereits bekannte, jedoch in oer Form bearbeitete— Erzählungen Hesses. Drei find neu hinzu- gekommen Jede einzelne dieser Dichtungen überzeugt durch sich selber von der Berechtigung zu der Liebevollen Mühe, mit der Hesse um sie besorgt ist. Hesse wird oft ein Wettflüchtiger genannt. Frettich— wenn die Welt da zu Ende wäre, wo jene Beurteiler meinen. Ein mit solcher Inbrunst in die Landschaft und ihre Menschen verliebter Dichter findet eben noch da eine Wett. wo Großstadtbetriebsamkeit längst aufgehört hat zu suchen. Sprachlich in strahlendem Glanz läßt er die Natur erstehen. Die Weichheit seiner Empfindung, gepaart mit einer gelegentlichen Anlehnung ans Mundartliche, führt oft bis hart an die Grenz« des Sentimentalen: aber mit dem Takte des geborenen Künstlers weiß er fast immer im gefährlichen Augenblick durch herbes Verstummen die Strenge der Handlung zu wahren. Leise Ironie färbt den lyrischen Grundton: die Phantastit des realen Lebens und die Sellsamkciten der Menschenwege sind der eigenttiche Boden, auf dem die Tatsachen ge- zeichnet stehen. Das Ungesagte, das hintergründig Verschwiegene wird dem Leser der„Marmorsäge" und der„Fußreise im Herbst"— um nur zwei der Geschichten bei Namen zu nennen— das Unvergeßliche sein. J. H. Erich Knauf:„Ca ira!" Reportageroman aus dem Kapp- Putsch.(Büchergilde Gutenberg-Berlin.) Es ist ein« eisig« Winter- nacht. Ein Mensch fährt mit der Eisenbahn aus der Provinz nach Berlin, und der Zufall führt ihn mit einem KameroLen aus dem Schützengraben zusammen. Sie kommen ins Erzäh'en, und der atte Freund berichtet über das, was in einem kleinen deutschen Lande in den Kapptagen des Jahres 1920 geschah. Offiziere, Fabrikbesitzersföhn« haben auf den Tag gewartet, die Reichswehr macht mit, Kammandarufe ertönen, Maichinengemchre fahren auf, fchwarz- weißrot ist Trumpf Nur,— wie bezeichnend!— der vor ankert- halb Jahren enttassene Landesfürst, ein aller gemütlicher Pf.ffitus, will die Sache nicht mitmachen, sie steht ihm zu unistcker aus Di« Arbeiterschaft steht auf, es kommt zum erfolgreichen Gegenstoß das Ergebnis ist die Niederlage der hilflosen Eindringling«. Knauf sagi, und dieses Wort fei dem liberal-demokratischen Bürgertum freundschaftlich vorgehalten:„Der Putsch der Generale war ge- scheitert. Nicht an der Liebe der„breiten Bevölkerung" zur Republik, sondern am Widerstand der organisierten Arbeiter- schast und an der Offensivkrast. die in den Proletariern wie G'ut unter der Asche lebt und aufflackert, sobald Kataftrophenlust sie anb'äst." Rachputsckzeit: Wirres Durcheinander in Dörfern, E lecken und Kleinstädten, ultraradikale Schreier, die sich nackher als umpen entpuppen, ehrliche Kämpfer, die durch Uebereistr und Phrasen zu Torheiten verleitet wenden, und zum Schluß die Er- kenntnis:„Die Lumpen muß man sich vom Leib« halten, wir hätten eben dort bleiben sollen, wo wir hingebören." Wo wir hingehören? Knauf sagt es:„Ich sah die quadratischen Bastionen der Herverk- schaften und der Partei, und ich spürte hinter den Bürofenstern die Bereitschaft und die Ruhe, die das Gefühl der Macht und das Wissen von der geschichtlichen Notwendigkeit des endlichen Sieges gibt." Ein lebendiges und. überzeugungsstarkes Buch! Leider sst der Titel schlecht gewähll: Vielen Arbeitern ist er unverständlich! Henning Ouäerstaät. WAS DER TAG BRINGT. Wie wurde das Pterd Arbeitstier? Das Pferd lebte ursprünglich als freies Tier in der Wildnis. In Europa war es zuerst Opfertier, bevor es als Zugtier verwendet wurde. Als Reitpserd« waren die ponyartigen Wildpferds nich! geeignet. Die erste Anspannung war das Rückenjoch: ein Beipferd zog mtt Strängen(Siele). In Asten entstand aus dem vom Rinde übernommenen Einzeljoch das Kummet. D'e Anspannung in der Scherendeichsel mtt dem Krummholz ist nach Stegmann von Pritz- wald sinnischen Ursprungs. Als Tragtier soll das Pferd zuerst im vorderasiatischen Hochland gedient haben und dies« Nutzung sich von dort nach Osten und Westen oerbreitet haben. Die Nutzung als Reittier konnte erst aufkommen, als das edtt und schnelle iranische Wildpferd gezähmt war. Sattel und Reitkunst fallen von den Dromedarreitern stammen. Die weitere Entwicklung der Reitkunst war durch die im Laufe der Zeiten wechselnde Rolle der Reiterei im Kriege bedingt, ebenso die als Reittier benutzte Pserderasse. Die Iagken und die Rennen übten natürlich»inen großen Einfluß auf die Pferdezucht aus. Jetzt sehen wir, daß der Motor aus gebahnten Straßen das Pferd immer mehr oerdrängt. Dies wird wieder seinem Urzustand als Steppentier genähert und feine Hauptrolle als Reittier auf ungebahnten Wegen oder als Zugtier in weichem Boden und im Schnee spielen. Ein ganzes Dort hinter Schloß und Riegel. Di« Einwohner des serbischen Dorfes Zude bei Belgrad dürfen sich rühmen, in den�Annalen der jugoslawischen Strafrechlspflege einen Rekord aufgestellt zu haben. Die sämtlichen männlichen Ein- wohner des Dorfes standen kürzlich unter Anklage, einen Wald ge- stöhlen zu haben, und marschierten, von Gendarmen eskortiert, mit ihren Familien in den Gerichtssaal. Die Verhandlung erwies klipp und klar, daß die Angeklagten den Siadtforst gefällt und das Holz als Feuermalerial oerwendet hatten. Zu ihrer Verteidigung hatten sie nichts weller anzuführen, als daß sie durch die wirtschaftliche Rot zu ihrer Tat getrieben worden waren. Das Darf wurde als überführt angeschen, und die Mitglieder zu Gefängnis- und Geld- strafen verurtelll. Bei der Urteilsverkündung nahm der Richter Anlaß, die Leute' zu ermahnen, sich nie wieder des Holzdiebstohls schuldig zu machen, worauf einer der Berurteillen an den Richter die Wort« richtete:„Ich freu« mich, dem gnädigen Herrn versichern zu können, daß das in Zukunft unmöglich sein wird. Ich selbst habe mit eigenen Händen die letzten drei Bäum« des Waldes meilenweit nach Haufe geschleppt, um sie im Ofen zu verbrennen." Tränengas gegen Neger. Bvmbenflugzeuge eröffneten kürzlich auf ein Negerdorf in Südafrika einen Angriff, der viele Tränen fließen ließ, immerhin wenigstens das Blut der Feinde schont«. Der Angriff galt dem Dorfe Sekonela, das dem Stamm der Mofuri in Südafrika gehört. Der Häuplling des Dorfes hatte sich geweigert, die Autorität seines Bruders anzuerkennen, der von der südafrikanischen Regierung zum Häuptling des Stammes bestellt worden war. Da das Dorf bei entschiedenem Widerstand beharrte, so entsandte der Gouverneur ein militärisches Flugzeug, das von der Höhe aus die Hütten der Eingeborenen mit Träncngaebombcn belegte. Die Rebellen wurden rasch zur Uebergabe gezwungen und erklärten sich tränenden Auges zur Annahme der ihnen gcsteHlen Bedingungen. Ein Weltrekord! Bor dem Gericht in Stockholm erschien dieser Tage«in fünfzig- jähriger Taugenichts. Es war seine 1542.(tausendsünshunderlund- zweiundvierzigste) Straf«, die er bei dieser Gelegenhüt eins' ckt«. Lächelnd verlangte er Strafaufschub, er der. Weltm ister. Die Richter aber hatten kein Verständnis für derlei.Bestteistungen". Woher hat die Spree ihren Namen? Der Name Spree ist abgeleitet von dem Tätigkeitewort „spreuen", plattdeutsch„spräen", d. h. etwas auseinanderbreiten. Der Fluß wurde so genannt, weil er beinahe von der Quelle an ruhig dahinfließt und sich schon nach einem oerhällnismößig kurzen Wege(im Spreewald) breit in das Land osrteill. Sie sollen nicht Englisch lernen. Di« Stadt Verwaltung der Stadt Mexiko hat die Vorführung von Filmen mit englischen Filmtiteln verboten, und zwar mit der merkwürdigen Begründung, daß sie die Bevölkerung oeranlaßten. eifrig Englisch zu lernen, um dies« Texte zu v erflehen und daß darin eine national« Gefahr liege. „Reichsbannersport— Arbeitersport" Das Ergebnis der Diskussion. 3m Sportteil des„Abend" vom 4. Alärz stellte einer unserer Leser die Frage, warum die Reichebannersportvereine nicht dem Arbeiter- Turn- und Sporlbund angehören. Wir eröfsneten darüber eine Diskussion und haben nun eine Fülle von Zuschlisten erhalten, die wir zunächst reserierend mitteilen wollen, um dann unsere Meinung zu sagen. Di« Zuschriften haben oll« den einen Gedanken gemeinsam, daß zwischen beiden Organisationen der Unterschied in der Grundidee klafft Das Reichsbanner habe in allererster Line den Schutz der Republik und die Pfleg« und Verbreitung republi- kanisch-staatsbürgerlicher Gesinnung auf seine Fahne geschrieben. wähnend der Arbo:ter-Turn- und Sportbund die Organisation der sozialistisch denkenden Turner und Sportler ist. Die fest repu- blikaniischen Parteien, die Sozialdemokraten, dos Zentrum und die Demokraten, seien auch im Reichsbanner gemeinsam vertre.en, so betonen die Briefe weiter, und daraus ergebe sich auch die Zu» sammensetzung der Reichsbannersportoereine, die einen restlosen An- schluß an den ATSB. ausschließe. Ein Leser aus Lichtenberg weist auf die stark gegen Republik, Reichsbanner und Schwarzrot- gold eingestellten Arbeitersportler zur Zeit der Gründung der Reichsbannersportversine hin. die es ganz besonders in Berlin un» möglich machte, zu einer we-nn auch nur sehr entfernten Zusammen- arbeit zu kommen. Mit Recht wird aber gesagt, daß nach dem Ausschluß der organisationsfeindlichen Elemente aus den Arbeiter- sportorganisationen ein« Wendung zum Besseren einge.reten sei und jetzt von den Verbänden Erklärungen für eine freundnachbarlich« und verständnisvolle Zusammenarbeit vorlägen. Die um 1925 herum vorhandene Einstellung vieler Arbeitersportler machte eine Propagierung der Reichsfarben auf den Sportplätzen, bei Sportfesten, Aufmärschen, besonders auch auf dem Wasser unmög- lich, so daß„neutrale" oder gar schwarzweißrote Flaggen das Feld beherrschten. Hier setzte, schreibt ein Einsender weiter, fZdi« Arbeit des Reichsbanners ein und so entstanden die Reichsbannersportoereine. Nachschrift der Redaktion: Soviel über das Grundsätzliche aus den Auschristen. So einfach, wie sich der Anfrager aus der Diens- tagnummer des„Aden b" die Frage vorgestellt hat, warum die zum überwiegenden Teil proletarischen Reichsbannerspor ler nicht mit ihren Vereinen zum Arbeiter-Turn- und Sportbund kommen, ist sie also doch nicht. Vielleicht ist es nicht zuletzt eine örtliche Frage, die je nach der Zusammensetzung der Reichsbannersportver- ein« in den verschiedenen Gegenden und Orten verschieden angesaß werden muß. Wo beispielsweise das Reichsbanner und seine Sport- vereine in kleineren Orten und in Gegenden mit fast nur srege- werkschaftlicher und sozialdemokratischer Industriebevölkerung sich nur aus diesen Republikanern zusammensetzen, da wird ein Anschluß an den ATSB. nicht schwer sein. Nach unserer Kenntnis hat der Bund bereits solche Reichsbannersportoereine aufgenommen und sie fühlen sich dort recht wohl. Ein analoger Fall liegt bei den Werksportvereinen im Bund auch schon vor: der„Sport- verein Nürnberger Rangierbahnhof" ist seit Iahren Bundesverein und gleichzeitig im Eisenbahn-Turn- und Sp-ortverband zentral organisiert. In Berlin mit seiner sehr unterschiedlichen errvelbs- täcigen Bevölkerung dürfte die Lösung solcher organisatorischen Fragen schwieriger sein. Hier käme ee darauf an, eine Zusammenarbeit der Gruppen bei bestimmten Gelegenheiten und bei st a a t s politischen Anlässen herbeizuführen. Dazu gehört nach unserer Mei- nung die gemeinsame Demonstration bei der B e r f a s.s u n g s- f e i« r und die Beteiligung bei Sportplatzeinweihungen, Empfängen durch staatliche und kommunale Behörden. Die Arbetcrs portler dürften sich hierfür bald im positiven Sinne entscheiden, da Be- fprechungen in den Spitzenorgamsationen bereits stattfanden. Wenn darüber hinaus ein kameradschaftlich-sportliches Zusammenarbeiten auf der einen Seite eine Vertiefung des republikanisch-staatsroliti- schen Gedankens bringen, auf der anderen Seit« ein« Fcst gung sozialistisch«? Einstellung herbeiführen würde, so wäre mit der Dis- kussion„Reichsbanner— Arbeitersport" Ersprießliches erreicht. iARBEITEK TUSSSALL Lichtenberg I gegen Landsberg 2: 1 Die Lichtenberger Fußballer weilten am Sonntag mit 2 Mannschaften in Landsberg a. d. Warthe, um dort mit dem Fußballverein Eintracht ein Propagandaspiel zum Austrag zu bringen. Der Zweck dürfte vollkommen erreicht sein. Schon das Spiel der Jugendmannfchafteri, das 1: 1 endete, erregte lebhaftes Interesse bei den zahlreichen Zuschauern. Beim Spiel der Männer- Mannschaften ereignete sich leider«in schwerer Unfall: der Mittel- stürmer Lichtenbergs mußte schwerverletzt vom Platz getragen wer- den. Lichtenberg I, dadurch nur mit ltz Mann spielend, konnte trotzdem mit 2: 1 als Sieger den Platz verlasien. Weitere Resultat«: Spandau 25 gegen Butab 2; 1. (Eher'Ottenburg gegen Spandau 2 2:3. Luckenwald« I gegen Luckenwalde III 4; 0. Hertha gegen Brandenburg 2: 1. Jäter- bog gegen Ruhlsdorf 3: 3. Schönow gegen Warnsdorf S: 2. Weißensee 2 gegen Warnsdorf 2 0: 3. Pankow gegen Reinickendorf 2: 1. Karow 2 gegen Pankow 2 ö: 1. Neukölln gegen Ober- spree 2:2. Eladow gegen Sparta-Nauen 1:3. Luckenwalde II gegen Luckenwalde V 4:3. Lychen gegen Karow 1: 7. Nowawes gegen Potsdam 2. Nauen Jugend gegen Spandau 1: 0. Potsdam gegen Vorwärts 3: 3. Erauen-Hlockey Von herrlichem Sportwetter begünstigt, trafen sich die Arbeiter- Hockeyspielerinnen von Leipzig. Paunsdorf und von Tennis- Rot- Verlin zu einem Freundschafisspiel. Nachdem der Ball aus dem Abschlag kam, nahm ihn der linke Leipziger Flügel auf und brachte ihn bis dicht vors Teeniswr, von wo die Verteidigung klärte. Tenn'is-Frauen finden sich in den ersten 13 Minuten nicht, und spielen ganz planlos. Leipzig greift ständig an und bewegt die Hintermannschaft der Gäste ordentlich. Es sieht sehr kritisch aus für Tennis-Rot. Nicht lange und der Linksaußen von L e i p- z i g kann zum einzig st en Tor des Spieles einsenden. Langsam finden sich die Tennis-Frauen zusammen, doch scheitern alle Angriffe an der aufgerückten Verteidigung. Durch gute Kam- binationen der Stürmerreihe von Tennis wird die Verteidigung überspielt, aber der entscheidende Schlag aufs Tor wird verpaßt oder wird ins Aus geschlagen. Mit dem Stand von 1:0 für Leipzig geht es in die Pause. Nach der Paus« entwickelt sich ein gutes Mittelfeldspiel, wovon Tennis-Rot einen kleinen Vorteil hat. Beide Läuferreihen zeigen gute Leistungen und unterstützen vortreff- lich ihr« Stürmerreihe, so daß beide Torwächterinnen reitend ein- greifen und dadurch zählbare Erfolg« verhindern. Mit dem Resustat von 1:0 Toren für Leipzig-Paunsdorf wurde das Spiel beendet. Osten gegen Ifopenick 6: 8 Die Arbeiterhandballer von FTGB.-Osten mußten am Sonntag aus Köpenick ohne Punkt« nach Haus« gehen Osten hat sich redlich geschlagen, bekam es aber doch nicht fertig, den Sieg zu erringen. Schuld daran trägt die zerfahrene Spielweise des Sturmes, der nicht die Gelegenheit ausnutzte.— Weitere Resultate: Köpenick 2. Männer verlor gegen FTGB.-Nordost 1. mit 13: 1(8: ll), während die 3. Männer sich von FTGB.- Wedding 4. mit 3: 3 trennten. Wedding führte bis zur Pause mit 4: 0. Die Frauen gewannen gegen ASG. mit 3: 2 1: 1). Erkner mußte von Kaulsdorf eine Niederlage von 6:3(4:0) hinnehmen. Radsportlicbes Allerlei Die Begegnungen zwischen Möller und Grassin finden weiter ihre Fortsetzung. So lrafen sich die beiden Fahrer auf der Bahn in der Dortmunder Westfalenhalle mit Iucchetti und Benoü. Der Hannoveraner war hier nicht zu schlagen; er gewann beide Läuse über je 37h Kilometer, einmal vor Grassin, Zucchetti und Benoil und beim zweitenmal vor Denoit, Zucchetti und Grassin. Im Ge> samtresultat wurde Grassin Zweiter hinter Möller vor Benost und Zucchetti. Das Miegechauptfahren fiel an Steffers vor Svksch, Kilian und Bernhardt, das Punktefahren an Pützfeld vor Stübecke Kretzfchmar und Corpus. Marcillac-Blanchonnet wurden mit 92,350 zurückgelegten Kilometern Sieger des Zrrelslur�en-Mann- schaftssahrens aus der Pariser Winterbahn. Sie stelüen mit dieser Leistung einen neuen Bahnrekord auf.— Bei den Radrennen in B r ü s s e l siel der Fliegerkampf an den Belgier Degraeve, wäh- rend das M a t ch- O m n i u m Haemerllnck in Front sah. In Bräau wurde der Sieger des 50-Kilometer-Dauerrennens'ermittelt, während Graf sin sich den IS-Kilometer-Lauf nicht nehmen ließ.— Der Rad- länderkampf Deutschland-Schweiz, der auf der Winterbahn in Basel zum Austrag kam, endete mit 6:6 unentschieden.— Im soeben zu Ende geganHenen New-Uorter Sechstage- rennen, das die Mannschaft Belloni-G. Debets gewann, schnitten nach vielen Enttäuschungen die Berliner Dorn-Macztnski recht gut ab. Sie kamen neben Beckmann-Htll, Dülberg-Spencer, Grimm- Lands und Hvrder-Hvran eine Runde hinter den Siegern ein und besetzten den sechsten Platz. Die restlichen vier Paare lagen zwei und drei Runden zurück. Aufwärts Im Wassersport Endlich ernste Arbeit ohne Krakeel Am Sonntag hielten die Arbesterwassersportler im Sitzungssaal des Deutschen Metallarbettcrverbandes ihren S p a r- t e n t a g ab, her Berichte entgegennehmen, für die nächst« Arbeits- Periode die Wahlen vornehmen und zum Kreistag Stellung nehmen sollte. Max Schulz begrüßte die Vertreter der erschienenen Dereine, den Kreis- und Bundesvorstand und die zum ersten Mal« als Wasser. fporller erschienenen Wasserfahrer. Dann traten die Schwimmer getrennt von den Wasserfahrern in die Beratungen ein. Aus den vorliegenden Berichten der Spartenleitung war zu entnehmen, daß die Wassersportbewegung im 1. Kreis feit der erfolgten Auseinander� setzung mit der Opposition auswärts gegangen und daß die Zu- sammenarbeit innerhalb der Vereine gut ist. Buck siberbvchte die Grüße des Bundesvorstandes und gab einen kurzen Üsberblick über den kommenden Bundestag in Köln, der mit Befriedigung von der Versammlung ausgenommen wurde. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Spartenleiter: Max Schulz, Berlin NW, Bremer Straße 64, Walter Szmnann, Kassierer(für beide Sparten), Erich Colm, Berlin N 113, Kuglerstr. 124; Presseobmann: Tausendfreund, Eharlottenburg, Wilmersdorser Str. 44: Technischer Leiter: Alfred Hoffmann: Springwart: Ernst Knop; Rettungsschimmer-Obmnnn: Erich Marx: Wasserball-Obmann: Georg'Neidat, Spandau. Als Delegierte zum Bundestag wurden Schulz und Szumann gewählt. Die wenigen vorliegenden Anträge fanden nach kurzer Diskussion Annohme. Ebenso wurden die neuen Satzungen der Spart« ein- stimmig angenommen. Von den 53 Teilnehmern der Tagung waren 43 politisch, 47 gewerkschaftlich organisiert: aus der Landeskirche sind 48 ausgeschieden und 43 lesen die Parteipress«. Im Schlußwort wies Schulz aus den Städtewettkampf Wien— Berlin am 30. März im Lunabad hin, zu dem die Einlaßkarten zum größten Teil schon jetzt vergriffen find. Hertha BSC gegen Prag 0: 4 Es war wohl vorauszusehen, daß„Hertha"— der Berliner bürgerliche Fußballverein— gegen die Prager Berusssußballmann- schaft„Sparta" nicht gewinnen würde. Auch die erlittene 4:0- Niederlage ist, gemessen an den Leistungen beider Mannschaften nicht zu hoch. Im Vergleich zu dem Spiel Minerva 33 gegen Prag im Januar, in dem Minerva überhaupt nicht zur Geltung kam, sind die Leistungen des Berliner Meisters sogar sehr beachtenswert. Schon nach 23 Minuten mußt« Herthas Mittelstürmer verletzt dezr Platz verlassen. Bis dahin war das Spiel vollkommen offen. Herthas Angriffe waren verschiedentlich sogar sehr gefährlich. Nach dem Ausscheiden des Mittelstürmers kam der Sturm fast gar nicht mehr zur Entwicklung. Vor der Pause kamen die Prager zu zwei Treffern, beide durch Strafstöße. Auch in der zweiten Halbzeit ge- lang es ihnen noch zweimal, den Ball in Herthas Netz zu legen, dem Hertha wiederum nichts entgegensetzen konnte. Die Prager waren den Berlinern� m der Ball- und Körperbehandlung vollkom- wen überlegen. Allerdings konnte es sich der Mitlellauser nicht j verkneifen, des öfteren gegen Entscheidungen des Schiedsrichters ' zu opponieren. FTGB. Bez. Westen. Am 13. März öffentlicher Werbeln rn- abend in der Turnhalle Klilmstr. 13. Parteigenossen, Gewerkschaftler und Gesinnungsfreunde als Gäste willkommen. Für alle Mitglieder Pflichtturnabend.____ SS®«., Rudubeziri. IS. Mörz. 20 tltr. Eitunq Bei SdmtlM, Nieter. schiincweide, Berlincr Elr. 97. Mi'alieder, auch Stauen, können noch auf- Benommen werden.— aonnticz'rk. MitaUederuersarnmlima 13. Mörz um 20.Ufis im ffalkenfteincr, ffolleitflcinftt. 49. 14. Mörz Bcteiliouna Beim eZchwirnm» Bezirk. Börrvaldslrane. 20 Ul>r. 10» Mörz Ardeitodienst der Mannschaüskalirer im«aotafious G olmsdorf.— aufommer. turnen im 2. Kre-ibezirk am 14. Mörz. Das für U. Mörz anqefetitc Sufammeittutncn aller Männer, und Iuqend- abtcilunnen der 1. Gruvve muS auf ffteilon, 14. Mörz, verlegt werden. Turn. balle Nankdw.(SBrschftrage. ffiinaan« Reue Lchöndolzer 6lraftc, 19�4 Uhr. Ruderverein dollcdia sbarlofteubura c, 93. Montaqs Männerturnen in der Kamminer Straße um 20 Uhr. Dlenstaq grauentun-rn in der Qustww- strafte um 20 Uhr. Danneretaqs Waldlauf im?o!ksvark Nehberqe um 20 Uhr. Donnerstaq« Iuqendvorfammlunq in der Svaestrafte um 20 Uhr. Sonnabend» Kastenrudern bei.Vorwärts" um 10 Uhr. Sonntaqs Waldlauf vam Tootshaus um rZ Uhr. Conntaq ArBeitsfonnfaq, 9 Uhr. Rreie Sport- Lcrelnlquuq„S-Bweilsterne" e B. Mitqllederverfammlunz Sieua'aq. U. Mörz. 2nu Uhr, Ideal-Klaufe. Neukölln. Marefchstr. 14. greie Schwimmer S Harle ttenburq 04, e. 93. Diensto». 11. März, 20 Uhr. Monatsverfarnrnlunq der Schw'mmer Bei Arische. Kaiser-griedrich-Stt. 13. Bericht vom Svartentaq. Portraq:„Was irdcr über Ncchtspfleqe wissen soll". Uebunqsstunde» im Stödt. Volisbad. Krumme Str. 10. Mon'aqs von 19. bis 2011 Uhr und Donnerstaqs von SOZH bis 22 Uhr., Gäste herzlich willkommen. Ist das noch Jugendpflege? Der halbamtliche Bezirksausschuß sabotiert! Der Bersiner Hauptausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege ist die Zusammenfassung sämtlicher maß- gebender �Berliner Verbände und Ortsausschüsse für Jugendpflege und Leibesübungen. In seiner Satzung legten die zusammen- getretenen Organisationen fest, daß sie im Sinne des grundlegenden Ministerialerlasses über Jugendpflege vom 18. Januar 1911 und der folgenden Erlasse zum Wohle' der Jugend arbeiten wollten. Damit wurde der Hauptausschuß von den Behörden im Rahmen der staatlichen Iuyendpflegeorganisationcn anerkannt und galt als der für Berlin zuständige Bezirksausschuß für Jugendpflege und Leibesübungen. Als solcher wurde er an der Organisation und Durchführung der staatlichen Iugendpflegematznahmen beteiligt. Im besonderen konnten die angeschlossenen Vereinigungen aus staat- lichen Mitteln unterstützt werden, sie konnten für sich die Borteile der staatlichen Unfall- und Haftpflichtversicherungs-Derträge für Jugendpflege und Leibesübungen in Anspruch nehmen und die Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn erhalten. Die Stadt Berlin gab zu diesen Vergünstigungen noch die weiteren, daß die im Hauptausschuß zusammengeschlossenen Verbände die städtischen Turnhallen, Sportplätze und Jugendheim« zum Teil kostenlos, sonst zu etilem stark herabgesetzten Tarif benutzen und durch Beihilfen unterstützt werden konnten. In einer Reihe von Erlassen hat in den letzten Jahren der preußische Minister für Volkswohlfahrt ausgeführt, daß Verein!- gungen, die„ihre Mitglieder in einem dem heutigen Staate ab- geneigten, wenn nicht gor feindlichen Geiste erziehen", den Ausschüssen für Jugendpflege nicht angehören können. Aus An- frage vom Hauptausschuß ging vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg und von Berlin die Antwort ein. daß z. B. der „Stahlhelm" und die dem kommunistischen Arbeiter-Sport- und Kultur kartell in der Landsberger Straße angehörenden Vereine als staatsfeindliche Vereinigungen bzw. als Kampsorganisationen ange- sehen werden müßten. Der Hauptausschuß will im Sinne der Ministerialerlasse Jugendpflege treiben. Cr muß es, denn sonst kann er nicht Bezirks- ausschuß sein und die damit verbundenen Vergünstigungen ge- meßen. Ganz selbstverständlich tonnte also der Hauptausschuß bei feiner eigenen Satzung nur zu der Feststellung kommen, daß die fraglichen Bereine nicht mehr Jugendpflege im Sinn« der ministe- riellen Erlasse treiben, und stch damit außerhalb des Haupt- ausschusses gestellt haben. So denkt jeder unbefangen« und mit natürlichem Rechtsempfinden begabte Mensch, nicht aber der Hauptausschuß für Leibesübungen und Jugend» pfleg« in Verlin. Es bildet« stch in seinem Arbeitsausschuß, der „Engere Ausschuh" genannt, ein« schwache Mehrheit, die seit nun- mehr fast einem Jahr legliche Vernunft mit der Auffassung terro- risierte:„Wir sind selbständig und lassen uns weder vom Minister noch vom Oberpräsidenten etwas befehlen!" Der Vertreter des Oberpräsidenten saß in zahlreichen Verhandlungen dabei und wußte offenbar den Ministerialerlassen keine Geltung zu verschasscn. Weil durch die endtosen in dieser Angelegenheit gehallenen Reden jede andere Arbeit unmöglich gemacht wurde, erklärten schließlich die Vertreter der auf dem Boden der Ministerialerlasse stehenden Orga- nisationen und Ortsausschüsse, daß sie jeder weiteren Sitzung des „Engeren Ausschusses" fernbleiben, bis die durch die Organe der Republik geschaffene Situation auch im Hauptausschuß aner- kannt wird. In der folgenden Sitzung bequemte sich der Rumpfausschuß endlich zu einer„Tat". Er stimmte darüber ab, ob die vom Minister beanstandeten Bereine ausgeschlossen werden sollten oder nicht. Er übersah dabei, daß er als Bezirkeausschuß und als halbamtliche Instanz gar nicht darüber zu befinden habe, ob ein Ministerlal- erlaß Geltung haben soll. Das Ergebnis der Abstimmung war die Ablehnung der Durchführung des Ministerialerlasses. Damit hatte der Hauptausschuß das Recht verwirkt, noch als Bezirksausschuh für Jugendpflege angesehen zu werden. Das mar am 28. Januar dieses Jahres. Der Oberpräfident schwieg bisher zu dieser Situation. Das gab den dem Minister widerstrebenden Taktikern im Hauptausschuß einen neuen Impuls. In der Sitzung des„Engeren Aus- fchusses" am 25. Februar 1330 wurde beschlossen,«ine außerordenl-* liche Hauptversammlung einzuberufen, um den Ministerialerlaß dort noch einmal zu verhandeln. Schon rein rechnerisch kann fest gestellt werden, daß, wenn sich im„Engeren Ausschuß" keine«in- fache Mehrheit für die Durchführung d�s Ministerialerlasses findet, die für die Hauptversammlung notwendige Zweidrittelmehrheit nicht zustande kommt. Die Drahtzieher des Hauptausschusses wissen das sehr wohl, sie bedenken aber, daß hierbei für sie die gesamten staatlichen Vergünstigungen auf dem Spiele stehen. Für'sie gilt es, zunächst Zeit zu gewinnen. Eine derartige Taktik sollten sich.die Behörden keinen Augen- blick länger gefallen lassen. Dieser Hauptausschuß hat durch die Behandlung der Materie bewiesen, daß er weder geeignet noch befähigt ist. auch nur noch einen Tag länger als Bezirksausschuß zu gelten. Der Staat hat die Pflicht, seinen Anordnungen Geltung Zu verschaffen. Gegenüber denjenigen, die da versuchen, diese An- ordnungsn lächerlich zu machen, ist mit doppelter Strenge vor- zugehen. Dem Hauptausschuß muß darum von der zuständigen Stelle mügeieilt werden, daß er durch sein Verhalten gegenüber den Ministerialerlassen über staatsfeindliche Vereinigunzen sein Recht verwirkt hat, als Bezirksausschuß betrachtet zu werben. Jedes weitere Zögern der Behörde wäre unverständlich. Indem, wir heute � diesen Sachverhalt hier feststellen, wollen wir die zuständigen 5k Hörden aus ihre Verantwortlichktit hinweisen, wenn ihre Auton un Berliner Hauptausschuß weiterhin lächerlich gemacht wirb. Das Reklame-Inserat gehört in die sozialdemokratische Presse! Massenumsatz durch Massen! Eine notwendige Aufklärung<-- An alle, die es angeht Durch einen Teil der antisozialistisdien Presse gehen in diesen Tagen die erschütternden Feststellungen, daJl sich die sozialdemokratischen Zeitungen Deutschlands um die Erweiterung ihrer Inseratenteile bemühen, daß sie mit Erfolg dabei sind, die deutsche Geschäftswelt über die Bedeutung des Reklame-Inserats in der Presse der mächtigsten Partei aufzuklären. Daß man diese selbstverständliche Werbearbeit zum Anlaß nimmt, gegen die sozialdemokratische Presse zu polemisieren, ist unbegreiflich. J ede Zeitung ist nicht nur berechtigt, sie ist auch ihren Leserinnen, Lesern und Inserenten gegenüber verpflichtet, unaufhörlich nach Vergrößerung ihres W irk u n gs f e 1 d es zu streben. Die Artikel, die von der„Berliner Börsen-Zeitung" und von ihren Ablegern in der Provinz veröffentlicht wurden und die sozialdemokratische Presse schädigen sollen, sind eher eine Anerkennung für die Rührigkeit der sozialdemokratischen Werbung und ihrer Presse. Die Geschäftsleute und Unternehmungen, die in sozialdemokratischen Zeitungen inserieren, halben durch diese sinnlosen Angriffe den Beweis, daß ihren Absichten und Zielen gerade durch die sozia IdemokratischenZeitungs- fachleute das größte Interesse entgegengebracht wird: Sie verlassen sich nicht nur darauf— wie gewisse andere Zeitungen—, daß die Inserenten kommen und ihre Reklame bringen: die sozialdemokratische Presse beweist durch ihre eigenen Bemühungen, daß sie der Reklame in ihren Spalten auch den gewünschten Erfolg sichern helfen will. Reklame, Leserinnen und Leser Die„Berliner Börsen-Zeitung" stellt es so hin, als ob die sozialdemokratische Presse erst in letzter Zeit die Inseraten- wertbung entfaltet hätte. Das ist natürlich falsch. Seit Jähren haben die Zeitungen der Partei amf die Bedeutung ihres Reklameteiles hingewiesen. Die Massen der Leserinnen und Leser sind seit Jahrzehnten davon überzeugt, daß sie vor allem die Inserenten des Raklameteils ihrer Zeitung bei ihren Einkäufen berücksichtigen. Das hat mit Politik absolut nichts zu tun, wie es die, Börsen-Zeitung" und ihre Ableger in der Provinz behaupten. Es ist das einfache Gebot der Solidarität, wenn die sozialdemokratischen lesennassen die Inserenten ihrer Zeitung bei Einkäuifen bevorzugen. So haben sie von jeher gehandelt, so handeln sie, und so werden sie immer handeln. Dabei ist es gerade die sozialdemokratische Presse, die in Deutschland den Grundsatz hochgehalten hat und immer hochhalten wird, daß der Textteil einer Zeitung von dem Reklameteil auf das strengste getrennt sein muß. Dadurch, daß Textteil und Reklameteil streng getrennt sind, hat die sozialdemokratische Presse den Einfluß, über den sie verfügt. Die„Börsen- Zeitung" ist im Unrecht, wenn sie meint, daß die politische Haltung der Partei dazu dienen soll, irgendwelche Zeitungsgeschäfte zu machen. Es muß betont werden, daß diese Unterstellung eher auf antisozialistische Zeitungsunternehmungen zutreffen dürfte. Die sozialdemokratische Presse ist nicht käuflich. Gerade die Unabhängigkeit eines jeden Journalisten gibt der gesamten Leserschaft die Sidicnlieit, daß sie im Text teil sowohl als auch im Reklame t e i 1 einwandfrei bedient wird. Daß die Presse der mächtigsten Partei Deutschlands, die über mehr als zweiluundert Zeitungen verfügt, die heute mehr als eine Million Mitglieder zählt, die im Mai 1938 fast zehn Millionen Wähler musterte, daß die Presse einer solchen Partei auch für sich wirbt, ist ganz selbstverständlich, es ist Iber auch kein Geheimnis. Die Presse der Partei war auf der Kölner Presse- ans Stellung im Jahre 1928 in einem eigenen Hanse vertreten, das von mehr als einer halben Million Menschen besucht wurde. Abgesehen davon, daß die Presse täglich schon durch ihr'Erscheinen für sich wirbt, wurde gerade in diesem Hause gezeigt, von welcher Kraft und Macht die Presse der Partei erfüllt ist. Auf dieser Ausstellung wurde auch auf die Bedeutung der Reklame in der Parteipresse hingewiesen. Noch viel deutlicher geschah das in der Weltreklameausstellnng in Berlin im Herbst 1929. Hier hatte die Presse der Partei ebenfalls einen eigenen Raum, der von allen Zeitungsfachleuten besucht wurde. Alle Sachverständigen erklärten, daß es vollständig ausgeschlossen ist, daß heute noch die sozialdemokratische Presse bei irgendeiner Werbung übergegangen werden könnte, wenn die Werbung vollen Erfolg haben soll. Wie sollten auch die Geschäftsleute und Unternehnvungen an die Massen herankommen, wenn sie nicht die Presse der Millionen dazu benutzten? Die Inserenten sind heute schon davon überzeugt, daß sie nur durch die sozialdem akratische Presse an jene Massen herankommen können, die ihnen den erwünschten M a s s e n u m s a t z sichern helfen. Der nach Annahme des Young-Planes sicher zu erwartende WIrtschaftsanfschwnng muß die Massen durch Werbung erfassen. W er M attenumt aiz sucht, findet ihn bei den Lesern der sozialdemokratisdien Parteipresse. Die täglichen Leser der sozialdemokratischen Zeitungen müssen nach den Auflageziffern und nach der Art der Verbreitung der Zeitungen im Arbeiterhaushalt auf mindestens 10 Millionen FAmoohner geschätzt werden. Wer diesen starken Bruchteil des deutschen Volkes in seiner Eigenschaft als Käufer er- reichen und beeinflussen will, muß darum Inserate in den sozialdemokratischen Zeitungen aufgeben. Die Verbreitung der'Zeitungen, die oon Jahr zu Jahr in steigenden Ziffern zum Ausdrude kommt, ist im Einzelfall so stark, daß in ocrschiedenen Verlagen annähernd 50 Proz. aller Einwohner täglich oon der sozialdemokratischen Presse erreicht werden. Wer in der sozialdemokratischen Presse nicht inseriert, bringt zum Ausdruck, daß er auf ihre Leser als Käufer oon Iraren oerzichtet. Adolf Rupprecht, Direktor der Konzentration A.-G. Sozialdemokratische Druckerei- und Verlagsbetriebe. Wirtschaft, Aufbau undVerbraucher Der Inseratenteil der sozialdemokratisdien Zeitungen erreicht den Leser in der Zeit der Erholung und Ruhe, wo er absolut aufnahmefähig ist. Aus diesem einfachen Grunde werden alle Anzeigen fast restlos gelesen und können niemals ihre Wirkung oerfehlen. Als Werbemittel ist die Zeitungsanzeige unerreicht und jeder anderen Propaganda weit überlegen. Vom Parteioorsiand der SPD. als Werbe- zentrale für die sozialdemokratische Presse eingerichtet, Vermittelt die Inserate n-Uni an G. m. b. H., B e r li'n SW 6 8, Linden straße?, An zeigen auftrage aller Art für alle 203 sozialdemokratisdien Zeitungen, Otto M aecker, Geschäftsführer der Inseraten-Vnion G.m.b.H. Wir schreiben all das nicht zuletzt im Interesse der deutschen Wirtschaft selbst. In der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges ist es unbedingt notwendig, daß sich jeder, der an verantwortlicher Stelle steht, selbst rührt, um der Wirt- schalt wieder zum A u f s t i e g zu verhelfen. Wir als Sozialisten haben zwar von jeher betont, daß in einer sinnvolleren Wirtschaftsordnung ein Teil der heutljen Reiklameanstrengungen ausgeschaltet werden könnte; aber so lange wir in diesem Wirtschaftssystem leben, wird nichts anderes übrig bleiben, als durch Reklame zu versuchen, das freie Spiel der Kräfte für sich zu entscheiden. Dazu kommt, daß bei einem erhöhten Umsatz, erzielt durch die Reklame, sich die Gewinne vergrößern. Auch das muß jeder Geschäftsmann berücksichtigen. Wir versuchen nicht, aus Eigennutz an die Presse heranzukommen— wie es gewisse andere Zeitungen tun—. sondern gerade durch unsere Auffassungen iu den Fragen der Wirtschaft wollen wir erreichen, daß die Reklame zweckmäßig und rationell angewandt wird. Diese aweck- mäßige Anwendung erfolgt eben durch die sozialdemokratische Presse. • Die zehn Millionen Menschen mit ihren Angehörigen, die hinter der Sozialdemokratischen Partei und ihrer Presse stehen, stellen ein gewaltiges Käuferheer dar. Auch wenn man die Erwerbslosen berücksichtigt, die die Käufer von heute und morgen sind, so sind es Massen genug, die durch ihre gigantische Zahl in der Wirtschaft wirken und bei der Reklame b e a c h t e t. werden müssen. Dazu kommt, daß die Sozialdemokratische Partei durch ihre Politik alles daran setzt, die Kaufkraft des ganzen Volke« au heben und damit der Wirtschaft zu dienen. In der sozialdemokratischen Zeitung werden alle Reklame- interessenten durch Fachleute beraten und bedient. Sie können ihre Werbefeldzüge planmäßig organisieren und durcli führen. Die Konzentration A.-G. und die Inseraten-Union G.m.b.H., Berlin SW 68. Lindenstraße 5, stehen der sozialdemokratischen Presse in allen Fragen der Werbung zur Seite. Die Inseraten-Union G.m.b.H. ist dasjenige Unternehmen, das für Großinserenten die Reklameabschlüsse für die sozialdemokratische Parteipresse tätigt. Das alles sind ganz selbstverständliche Organisationen. die bekannt sind und in aller Ocffentlichieit wirken. Man versteht es nicht, wenn gegnerische Zeitungen versuchen, aus dieser Tatsache der Sozialderackratjc und ihrer Presse irgendeinen Vorwurf zu machen. Diese Angriffe können nur dem Neid entspringen. Die Zeitschrift..Rhein und Ruhr" hat im September vorigen Jahres von sich aus darauf hingewiesen, welche Macht die sozialdemokratische Presse hat. Die Zeitschrift, die kapitalistisch denkt, hat anerkennen müssen, daß hier ein Werk aufgebaut wurde, das in der Wirtschaft nicht mehr übersehen werden kann. Nicht nur die Zeitungen und Zeitungsdruckereien sind zu einem bedeutungsvollen Wirtschaf tsfakior geworden, auch die Bauhütten, die Konsumvereine, Gewerkschaftshäuser und Arbeiterbank greifen in da? Rad der deutschen Wirtschaft. In vielfältiger Weise ist die Privatwirtschaft auch auf diese Unternehmungen angewiesen. Ob man will oder nicht, die Mas seder Verbraucher, das ganze Volk, müssen eben erfaßt werden, wenn man Geschäfte machen will Und diese Geschäfte will die Privatwirtschaft machen. Wer Geschäfte machen will. O O Wer Gcsciäfte machen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, den Wegzudem Verbraucher zu gehen. Dieser Weg führt über den Reklame- te i 1 der sozialdemokratischen Presse. Jeder Geschäftsmann schädigt sich selbst, wenn er diesen Weg scheut. Die Leserinnen und Leser wissen, daß ein Geschäftsmann, der nicht in der sozialdemokratischen Presse inseriert, nichts mit den sozialdemokratischen (Massen zu tun haben wilL 4 Dabei ist das Wort noch immer wahr, das in großen Lettern auf der Welt- reklameschau zu lesen war. Einer der größten Waren ha usbesitzer Deutschlands erklärte dort:„Alles, was ich habe, verdanke ich zu 99 Prozent der Zeitungs- B n z e i g e". Wir müssen darauf hinweisen, daß der Geschäftsmann bei seiner Werbung den richtigen Augenblick erfassen muß. Auch hier bekommt er den fachmännischen Rat in der Werbeabteilung einer jeden sozialdemokratischen Zeitung. Es sei heute darauf hingewiesen, daß gerade in den kommenden Wochen die Bedeutung der Reklame in der sozialdemokratischen Presse nicht außer acht gelassen werden darf In der Zeil vor Ostern hat die Masse der Verbraucher gesteigerten Bedarf Diesen Bedarf wird natürlich der kundige Geschäftsmann durch sein Angebot an sich zu ziehen versuchen. Dazu kommt, daß die sozialdemokratische Presse in der Zeit vor Ostern mit noch erhöhtem Interesse bei ihren Leserinnen und Lesern (beachtet wird und daß da auch der Reklameteil eine noch bessere Wirkung als sonst erzielt. In den Festtagen läßt es sich die sozialdemokratische Presse immer angelegen sein, durch verstärkten Umfang ihrer Leserschaft Besonderes zu bieten; auch dann haben die Inserate die höchste Beachtung. Weiteres für die nächste Zeit: Am 1. Mai zum Beispiel erscheint die sozialdemokratische Presse in der fyjgel als Festzeitung, und es ist auch hier das Gegebene, zu versuchen, an die Massenverbraucher heranzukommen. Pfingsten, Verfassungstag, örtlich bedeutungsvolle J ubiläen und anderes werden von der sozialdemokratischen Presse immer in geeigneter Weise behandelt. Es ist nur von Nutzen für alle Unternehmungen, wenn sie auch in diesen Zeitungen durch ihr- eigene Reklame vertreten sind. Natürlich verbürgen sicheren Erfolg auch di alltäglichen Inserate in der sozialdemokratischen Presse. Alles das mußte zur Abwehr gegen die„Börsen-Zeitung" und ihre Provinz ibleger gesagt werden. Die Macht der Sozialdemokratie und ihrer Presse kann nicht mehr geleugnet werden. Mehr als 30000 Funktionäre stehen auch in den Diensten der öffentlichen Betriebe und Wirtschaft; es ist selbstverständlich, daß auch diese Funktionäre vor allem durch ihr P a r 1 e i b I a 1 1 von günstigen Angeboten jedweder Art unterrichtet werden. Der Arbeitsmarkt bringt auch die Angebote. die jeder Unternehmer braucht: denn es ist bekannt, daß die gewerkschaftlich un'd politisch organisierten Arbeitnehmer, die ihre Presse lesen, auch qualifizierte Arbeiter sind- Die Presse der Millionen wird vorwärts marschieren, sie rührt sich, die Erfolge eines jeden Inserenten sind verbürgt!