Nr. 67. Erscheint täglich außer Montag». Prel» pränumerando: viertel- jährlich«,zo Mark, monatlich t.io Mk., wöchentlich 28 Psg. frei in'k Hau». Einzelne Nummer 8 Psg. SonntagS-Nummer mit tllustr. Sonntag»-Beilage„Neue Well" w Psg. Post-Abonnement: s.so Mk. pro Quartal. Unter Kreuz- band: Deutschland u. Oesterreich- Ungarn 2 M., für da» übrige Au»land 8 Mk. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Zeitung»- Preisliste für is«s unter Nr. 7277. 13. MW. «nsertionS-Eebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Beretns- und Versammlung»- Anzeige» 20 Psg. Inserate für die nächste Nummer müssen di« 4 Uhr nachmittag» in der Expedilton abgegeben werden. Dt- Erpeditton ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr äbeud», an Tonn- und Festläge» bi« s Uhr vornititag« geöfsnet. Lernsprech er: Zimt 7, Mr. 1508 Telegramm-Kdresse: «Koiialdemostrat Oerlin". Verliner NMsdlalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Wedaktion: S¥. 19, Weuty-Straße 2. Donnerstag» den 19. Marz 1896.| Spedition: SW. 19, Wenth-Straße 3. Die Dinkifemiken. Paris, den 14. März. Dieser Tage besuchte mich ein befreundeter Genosse; voller Ingrimm zerknitterte er drei Nummern der„Libre Parole' in seinen Händen, und zwar die vom IS.. IS. und 25. Februar: „Hier, sehen Sie nur, wie dieser Drumont, der doch manch mal mit dem Sozialismus kokettirt, uns behandelt: Wir sind die Hörigen des jüdischen Sozialismus'.... Wenn sich die Mißstimmung gegen den schädlichen Einfluß des jüdischen Kapitalismus wendet, so kommt der Sozialismus mit seiner bekannten Redensart:„„Es giebt keinen jüdischen Kapitalismiis, es giebt nur das Kapital. Nicht der Jude ist der Feind, sondernDder Ansbeuter, weß Glaubens er mich sei." „Der Sozialismus spielt die Rolle des Blitzableiters'..... „Ter marxistische Sozialismus erhält seine Befehle von Singer aus Berlin, er entwickelt unbestimmte Theorien, um die Jnler- essen der Großbankiers zu beschützen, ohne daß es so aussieht.' Ist das nicht ein Skandal?" Nicht so hitzig! Bedanken Sie sich vielmehr bei Herrn Drumont und seinen Freunden für ihre Verleumdungen, denn jetzt wird niemand mehr so dumm sein, uns mit den Anti- femiten in einen Topf zu werfen. Im Uebrigen muß man Nachsicht mit Herrn Drumont haben, der sich einer Aufgabe weiht, deren Erfüllung weder unseren Wünschen noch unseren Fähig leiten entsprechen würde. Ja, wir schulden ihm Dank; aber nicht, weil erden jüdischen Despotismus mit einem so hervorragenden Mangel an Logik angreist. Denn wir haben nicht auf ihn zu warten gebraucht, um diesen Kampf aufzunehmen. Ehe er überhaupt nur daran dachte. seine antisemitische„Stinkbombe" zu schleudern, hatten wir schon die Forderung gestellt, man solle aus Mazas die kleinen Spitzbuben herauslasse» und dafür Rothschild und die anderen großen Geldspitzbuben einsperren. Beiläufig bemerkt, wegen eines ähn- lichen Attentats aus Seine Majestät den König Kapital bin ich schon vor die Richter gestellt worden. Die Sozialisten konnten den liberalen Aufklärern nicht den Rang ablausen und sie wollten die skeptische Kritik eines Bayle und Voltaire nicht wieder aufnehmen. Allein wir erkannten doch die Nothwendigkeit, den Geist des Bürgerthums von gewissen alten Anschauungen und Thorheitcn zn reinigen. Und Herr Drumont und seine Freunde haben sich das Ziel gesetzt, selbst die eingefleischtesten, eingekapseltsten Katholiken zum Freidenkerthum zu bekehren.-- — Sie scherzen! — Ich bin so ernst wie der Papst, wenn er von der Höhe seiner Unfehlbarkeit aus seines heilige» Amtes waltet. Hören Sie: Die christliche Lehre, die der Welt keine einzige neue Wahrheit gebracht hat, hat aus der heidnische» Philosophie die Einheit des Menschengeschlechts, die von den griechischen Cyuikern gelehrt wurde, herübergenommen und sie in ein Dogma ver- wandelt, an das man glauben muß bei Strafe ewiger Ver« dammniß. Diese altphilosophische Idee gab dem Christenlhum das Uebergewicht über alle die lokalen und nationalen Kulten des Heidenthums und niachte es zu einer Universal-Religion. Schon gewisse heidnische Kulten, deren Erbschaft das Christenlhum an- trat, zeigten ein Bestreben international zu werden. Die Kirche sagt zu den Menschen: Ihr alle seid Brüder, ihr alle seid Abkömmlinge des Vaters Adam und nach dem Eben- bilde Gottes geschaffen, ihr alle habt die gleichen Tugenden und Laster. „Das ist nicht wahr!" rufen die Antisemiten;„die Arier und die Semiten sind zwei verschiedene Raffen!„Und sie setzen dem Dogma der Kirche die Theorie jener freidenkerischen Anthropolo- giften entgegen, die ihre Wissenschast an dem Tage lustig in � CCT(Nachdruck verboten.) „Ich freue mich allerdings", begann Riixdorf,„daß es hier sowohl guten alten, als guten neuen Wein giebt, daß ich mich an beiden laben kann." „Auch Du? Recht so, Schwager." „Eigentlich hätte ich nicht hierher reisen, sondern auf dem Gute bleiben sollen. „Gewiß wegen Deines Pächters," frug die Oberförsterin, „erzähle." � „Zuvor wollen wir," sprach, indem er sich erhob, der Major,„es rühmend anerkennen, daß trotzdem unser Gast gekommen ist, und auf sein Wohl wollen wir anstoßen." Die Gläser erklangen hell zum Willkommgruße, dem Gaste zu Ehren. Nüxdorf war sehr erfreut, man sah ihm an, daß er sich wohl fühlte, wieder einmal in diesem trauten Kreise zu sein, um so mehr, als er beim Anklingen in Clotilden's Augen sah und dort freundlichen Blicken begegnete. Er empfand wie alle Anwesenden, daß es da am schönsten ist, wo trotz aller Zurückgezogenheit gute Menschen traulich bei einander wohnen. Rüxdorf gab auch sofort diesen Ge- suhlen Ausdruck, indem er in schwungvoller Rede den ihm dargebrachten Toast erwiderte. Er schloß: Dem Wohle der Hoffnungsvolleu Kinder, den trcff- lichen Müttern, den wackeren Vätern, den traulichen Räumen, wo die Gastfreundschaft so gepflegt wird, daß die Gäste sich geftsselt und wohl fühlen— sei ein volles Glas dargebracht.—„Ja, der Gastfreundschasl alle Ehre!" setzte Clotilde hinzu, iudem sie zuerst mit Rüxdorf anstieß, der ihr aus ihrer Seele gesprochen. Trümmer schlugen, da sie erklärten, die wilden, barbarischen Völker seien eine tiefer stehende Menschenrasse; was sie deshalb thaten, um deren Ausbeutung und Ausrottung durch die kapitalistische Räuber- und Sklavenhändlcrbande den Stempel des Rechts auf- zudrücken. Die Arier sind die Tugend und Herzensgüte selbst. Wären sie die einzigen Bewohner unserer Erde, so würde die mensch- liche Gesellschaft ein wahres Hirtenidyll sein. Es würde jetzt keine Bontoux, Lesseps, Ronvier und Canivet geben, und es würde keine Torquemada und Borgia gegeben haben, wenn die Herz und Reinach nicht das lilienreine Gemüth dieser unschuldigen, harmlosen Engelein verführt hätten. Ich frage Sie: ist das die Sprache eines frommen Christen oder ist es die eines Freimaurers? Wenn der Jude der Verführer der unschuldigen Arier ist. so wird Jehova— ich will mich zart aus- drücken— doch ein schwerer Vorwurf gemacht, sintemal er die unreine Nachkommenschaft Abraham's zum anserwählten Volke gemacht und ihr das Königreich auf Erde» versprochen hat, während er doch ebenso gut die Kelten, Germanen, Lateiner oder Hellenen hätte auserwählen können. Der ehrliche Katholik muß den jüdischen Geldmann segnen, der die Christen und seine beschnittenen Brüder ausplündert und die Erde in ein Jamiuerthal verwandelt. Herr Drumont aber ist ergrimmt über den jüdischen Millionär, der den Christen mit- leidig das Paradies überläßt, in das sie nicht komlnen könnten, wenn sie mit irdischen Schätzen beladen wären. Lieber Freund, Sie werden mit mir übereinstimmen, daß Herr Drumont und die Antisemiten nicht so arm sind am Geiste, und nicht so bösartig, um aus solche Weise ihre Religion zu ver- rathen. Herr Drumont hat seine Vorsichtsmaßregeln getroffen, damit man sich nicht täusche. Als er sein illustrirtes„Jüdisches Frankreich" in Lieferungen herausgab, ließ er in Paris allenthalben Plakate anschlagen, aus denen er als Paladin gerüstet dastand und die Gesetzestafeln, die Moses, einem Befehl Gottes folgend, auf dem Berge Sinai ge- schrieben hat, mit Füße» trat. Das war doch deutlich genug — wer kann da noch seinen übertriebenen Katholizismus ernst nehmen? Ich wiederhole Ihnen noch einmal: die Anti- semiten sindReligionshasser, Freimaurer und Freidenker,, die sich echt jesuitisch verkleidet haben, uni so die christliche Religion leichter lächerlich machen und zerstören zu könne». Llallus. Dolittfche MvbevMzk. Berlin, 13. März. Der Reichstag beschäftigte sich heute mit den„ufer- losen Flottenplänen' und blieb dabei kühl bis ans Herz hinan— soweit der Reichstag versammelt war, das heißt drei bis vier Dutzend langweilende oder gclangwcilte Herren. Vor 4 Wochen hätten die„uferlosen" Pläne eine hitzige Debatte hervorgerufen, allein inzwischen sind sie so eingedämmt worden, und durch die Ent- larvung ihres Hauptapostels Peters so in Mißkredit ge- kommen, daß sich niemand mehr über sie erhitzen kann. Herr v. Marschall, der auf dem Lande ziemlich zu Hanse ist, schwankte auf der See stcuerlos hin und her und trieb dabei etwas freiwilligen oder unfreiwilligen Zickzackknrs. Hierauf kritisirte Bebel die abenteuerlich- phantastischen Wasserschlösser von unserem Standpunkt aus, wobei er auch Die Gläser waren noch nicht geleert, da meldeten sich auch die beiden hoffnungsvollen Mädchen, die Frauen brachen auf und der Major sagte: „Da haben wir'S— es sind unsere Kinder, auch sie wollen mittrinken." Der Oberförster benutzte die Abwesenheit der Frauen dazu, seinem Schwager Rüxdorf als Doppelgevatler zu ratuliren.„Der Major," sagte er,„steht bei meinem städel, ich bei dein seinen und Du und Clotilde steht bei beiden Gevatter." Rüxdorf sagte sofort freudig zu, Pathenstelle zu über- nehmen, frug aber plötzlich ernster werdend:„Und Clotilde, weiß sie davon?" „O ihrer sind wir gewiß", fiel der Major ein,„sie ist ein hochherziges Weib, eine tiefangelegte Natur, ein treff- licher Charakter." „Ja das ist wahr," setzte der Oberförster hinzu. Und beide Männer priesen abwechselnd die Vorzüge Clotildens, die dieselbe in und außer dem Hause entfaltete, und Rüxdorf hörte ihnen gern zu, jedes Wort klang ihm wie Musik, er hätte gern auch noch von den Vorzügen gesprochen, die ihm sein Herz eingab, aber der verletzte Mäimerstolz hieß ihn schweigen. Ueberwältigt jedoch von seinen Empfindungen faßte er sein Glaß, stieß mit seinen Freunden an, beide erhoben ihre Gläser, sie er- klangen hell. Keiner sagte ein Wort— jeder wußte, wem es galt— da traten die drei Frauen wieder ein und beeilten sich, ihre Plätze wieder einzunehmen. Die Obcrförsterin schmiegte sich nah an ihren Bruder legte liebkosend den Arm auf seine sSchulter und rief: Nun lieber Theodor, erzähle." die auswärtige Politik streifte, und der Staatsmann iu par- tibus von Bennigsen tanzte einen staatsmännischen Eiertanz von Wenn und Aber. Das übrige ist im Neichstagsbericht nachzulesen. Morgen Fortsetzung und hoffentlich auch Ende. Denn sonst kann die dritte Lesung des Etats nicht Montag be- gönnen werden.— Das preußische Abgeordnetenhaus sehte am Mittwoch die Besprechung der Jnlerpellalion Ring betr. Maß- regeln gegen die E i n s ch l e p p u n g von Viehseuchen fort. Wer noch daran zweifelte, daß es den Agrariern mtt dieser Interpellation nur um die Verfolgung ihrer Sonder- inleresseu zu thnn sei, der wurde durch die Reden der Abgg. v. Mendel- Sleinfels, Ring und G e r l i ch eines besseren belehrt. Erstcrer betonte sogar, daß die Handelsverträge uns nicht hindern dürften, nothwendige Absperrungs- und Kontroll- maßregeln zu ergreifen. Im allgemeinen bewies die Debatte, die die bekannten agrarischen Tiraden zu tage förderte, von neuem. daß es den Junkern in erster Linie darauf ankommt, ihre Taschen zu füllen, gleichviel ob sie dem armen Manne das Fleisch vertheuer», wenn sie selbst nur Vorthetl haben. Der freisinnige Abg. G othein lieferte heute den Bewels. daß er von seinen agrarischen Gegnern gelernt hat; wie diese bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit für den Bund der Landwirthe Propaganda machen, so versuchte Herr Gothein den neuen Schutzverband gegen agrarische Uebergriffe zu empfehlen, um wo möglich für ihn Mit- glieder zu werben. Wenn es so weiter geht, werden wir es schließlich noch erleben, daß die Parlamente zu einem Tummel- platz dieser beiden Jnteressenvereine werden.— Nach Erledigung der Jntervellation nahm das Haus noch einige Wahlprüfungen und Petitionen in Angriff.— Am Donnerstag steht die erste Lesung des Gesetzentwurfs betr. Regelung der Richter- gehälter»ndEr nennung derGerichtsassessoren aus der Tagesordnung. Die silberne Internationale arbeitet nach ihrem-s-H- ge- Heimen Programme eifrig weiter. Heute wurde im Deutschen Reichstage der folgende mit 145 Unterschriften versehene Antrag vertheilt: Der Reichstag wolle beschließen: zu erklären, daß das Schwanken des Werthverhältnisses der beiden Edelmetalle seit der Aufhebung der französischen Doppel- Währung im Jahre 1873 sich als eine Schädigung der Intel- essen Deutschlands erwiesen hat. Der Reichstag fordert die verbündeten Regierungen ans. alles, was in ihren Kräften steht, zu thun, um durch ein inier- nationales Uebereinkonnnen ein festes Werthverhältniß zwischen Silber und Gold herzustellen und zu sichern. In früheren Jahren trugen ähnliche Anträge mehr Unter- schriften. Zahlreiche Unterzeichner sind nicht— Bimetallisten, sondern gaben ihre Unterschrist blas aus Kameraderie. Der Antrag beweist nicht die Stärke, sondern die Schwäche der deutschen Doppclwährungs-Fanatiker, denn die Majorität des Reichstages dürfte diesen Antrag verwerfen. AuS Brüssel liegt die folgende Depesche vor: Im Senat wies der Senator Montesiori auf die von dem Premierminister am Freitag in der Kammer abgegebene Er- klärung hin, welche mehrere Zeitungen als eine für de» B i m e t a l l i s m u s g ü n st i g e ansähen, und forderte den Minister auf, eine gegentheilig« Erklärung abzugeben. Der Mini st erpräsident erwiderte, die Ansichten, die er in der Kammer auseinandergesetzt habe, würden, obgleich sie nur seine persönlichen seien, von mehreren Mitgliedern des Rüxdorf begann:„Es ist dies mit dem Pächter eine unerquickliche Geschichte." „Wie kamst Du zu ihm? Woher kennst Du ihn?" frug der Oberförster. „Ich suchte durch die Zeitung einen Pächter. Es meldete sich bald darauf eine Dame, welche in dieser Angelegenheit mit mir zu sprechen wünschte. Ich ließ sie eintreten und war erstaunt, eine so modisch aufgeputzte Kokette, wie mir da gegenüber stand, in klagendem Tone wehmüthig erzählen zu hören, daß sie nebst Familie und ihr Mann, ein ehemaliger Guts- besitzcr, sich in höchster Roth befänden. Ihr Mann sei einem Spekulanten in die Hände gefallen, habe an der Börse sein und ihr Geld verloren, sein Gut verkaufen müssen, weil er nur die Landwirthschaft und nichts von Börsengeschäften verstehe. Jetzt arbeitete er ans dem Felde bei einem Verwandten nur um für sich und seinen Knaben Lebensunterhalt zu haben, währenddem seine unglückliche Frau mit zwei Töchtern bei einer Freundin ihr Dasein friste. Sie habe ihren Mann geschrieben, sich um die Pächterstelle zu be- werben und bitte bis er eintreffe dieselbe offen zu halten und ihn doch als Pächter einzusetzen. Ich möchte mich bei dem Käufer ihres Gutes erkundigen, wie dasselbe von den frühcrem Besitzer bewirthschaftet worden sei. Ich versprach dies und erfuhr noch, daß das im Schwarzwald gelegene ehemalige Delroa'sche Gut jetzt dem Herrn von Bergkuhn gehöre. Ich verabschiedete die Dame mit dem Versprechen, ich würde an Bergkuhn schreiben, ihm die Lage Delroas' vor- stellen, ihn ersuchen, da er das Gut unter dem wahren Werthe angekauft, doch als reicher Mann nachträglich eine Summe dem Delroa aufzuhelfen.(Forts, folgt.) = Rabinets getheilt. Belgien tönne nicht die Initiativer Selbstredend könnten sich die Republiken zu einem mächtigen barmen und zwei Polizeibeamte aufgeboten. zur Rehabilitirung des Silbers ergreifen. Städtebund wieder zusammenthun, so daß die mühsam er- Auch soll ein Berichterstatter durch einen der Bächter des Andere Erklärungen tönne er nicht abgeben. rungene Einheit, die heute weniger als ein tönendes Erz und Grafen Loe unter Androhung der Exmission an der stenos Jm englischen Parlamente gab es gestern die Währungs. eine flingende Schelle bedeutet, endlich die richtige äußere Form graphischen Aufnahme der Verhandlungen und debatte. Herbert Whiteley beantragte eine Resolution, welche fände.... Beschlüsse verhindert worden sein. die Regierung dringend auffordert, alles aufzubieten, um durch Das sind vorläufig natürlich bloße Phantasiegebilde; aber Nach lebhaften Debatten für und gegen wurde schließlich eine ein internationales Abkommen eine stabile die Noth der Zeit dürfte ein oder anderes der Wirklichkeit näher Resolution mit zweidrittel Mehrheit dahin an= Parität zwischen Gold und Silber berzu und immer näher rücken.... Für uns moderne Eidgenossen genommen, daß Margarine intensiv gefärbt und ftellen. Der Schatzkanzler Gir Michael Hicks Beach wäre z. B. eine starke lombardische Republit ein ganz anderer daß die Margarine Käsefabrikation überhaupt verboten erinnerte daran, daß das Haus im vorigen Jahre ein Nachbar, als es das in seinen Besten erschütterte Königreich werden müsse. ftimmig einen Beschluß gefaßt habe, der ähnlichen Inhalts gewesen Italien sein kann. In dieser Frage find die Millionen Konsumenten weit sei. Bon jenem Beschlusse trete die Regierung nicht zurück; je- Wir glauben nicht, daß sich in Italien verschiedene kompetenter zur Beschlußfassung als die Herren v. Loë und doch sei es unmöglich, eine fefte Parität zwischen selbständige Republiken herausbilden werden. Eine Genossen. den beiden Metallen gänzlich unabhängig von Bundes( Föderativ-) Republik nach dem Muster-Ueber die Gefängnißarbeit schreiben die ,, Berden Schwankungen des Marktes herzustellen. Der Schweiz oder der Vereinigten Staaten ist aber bei der liner Politischen Nachrichten": Während die Regierung bereit fei, mit fremden Ländern zu unterhandeln, um die aus dem niedrigen Silberpreise großen Abneigung der meisten Italiener gegen den zentralientstehenden Uebel zu vermindern, sei sie anderseits firten Einheitsstaat, der den Italienern freilich nichts Gutes nicht bereit, die Goldwährung aufzugeben. gebracht hat, keineswegs unwahrscheinlich. In Belgien ist man auch über die Entwickelung der Dinge in Afrika erregt, vor allem über die Leitung des Kongostaats. die sich in militärische Abenteuer einläßt, ohne die belgische Jegierung hiervon zu verständigen. de sind Der Erste Lord des Schayes Balfour erklärt, Beach habe die Politik der Regierung mit voller Genauigkeit auseinander gefeht; er selbst sei stets der Ansicht gewesen. δαβ e3 unmöglich fei, den Handels- und In Egypten werden große militärische und finanzielle Auf Finanztreifen eine währung aufzugwingen, wendungen für den Feldzug gegen die Derwische geplant. welche anzunehmen dieselben nicht gewillt Im Interesse Italiens, das durch das Vordringen der feien. Er fei Bimetallift und hoffe, das Land werde Engländer in Afrika ein Flanke frei bekommt, haben Deutsch sich vielleicht zum Bimetallismus bekehren. Der Antrag land in Desterreich- Ungarn der Verwendung der unter interWhiteley's, welcher einstimmig werde angenommen werden, nationaler Kontrolle stehenden Gelder Egyptens für den suda verpflichte die Regierung, mit aller Kraft dahin zu nesischen Feldzug beigestimmt. wirken, daß die anderen Staaten für Rehabilitirung des Silbers thäten, was sie nur irgend thun könnten. Er hoffe, man werde im Auslande verstehen, daß England erklärt habe, es halte es für wünschenswerth, die Geldwährung auf eine Grundlage zu stellen, welche gerecht gegen Gläubiger und Schuldner und weniger der Gefahr unter worfen fei, durch verschiedene Ursachen verändert au werden, als eine währung, die aus schließlich auf Gold oder Silber basirt sei. Der Antrag Whiteley's wird ohne besondere Abstimmung anDie Agrarier müßten schon mehr als bescheiden sein, wenn fie mit diesen Erfolgen zufrieden wären. genommen. es ab. = Deutsches Reich. = ,, Ueber die Konkurrenz, welche die freie Arbeit durch die Gefängnißarbeit erleidet, wird vielfach geklagt. Die Arbeit der Gefangenen an sich bedingt keine Schädigung der freien Arbeit, aber durch unzutreffende Organisation der Gefängnißarbeit kann der Etwas fönne geschehen, um den Silberwerth zu heben, indem Die Dongolafrage erregt in der ganzen Welt große Auf- freien Arbeit eine ungerechtfertigte Konkurrenz erwachsen. Nach man die Verwendung des Silbers in Indien regung. In Frankreich ist man eifersüchtig auf die Ver- Auffassung der preußischen Gefängnißverwaltung liegt eine solche fördere; aber weiter tonne die Regierung nicht stärkung des englischen Einflusses in Egypten. In recht Gefahr vor, wenn großes Privatkapital unter Anwendung gehen. England sei allgemein in blühendem Zustande und sein ungeschminkter Weise wurde dem englischen Botschafter von Kraftmaschinen mit der Arbeitskraft der Gefangenen sich verWohlstand sollte nicht gefährdet werden. Maclean führte in Baris von dem französischen Minister des Aus- bindet, wenn die Arbeitskräfte der Gefangenen auf einzelne hierauf aus, angesichts der Erklärungen des Schazkanzlers, wärtigen das Mißtrauen seiner Regierung ausgedrückt. Ent- Industriezweige konzentrirt werden oder einzelnen Unternehmern welche befriedigend feien, fei sein Unterantrag zu sprechende Erklärungen in der französischen Kammer und eine eine übermäßige Anzahl von Gefangenen zur Beschäftigung übergunsten der Beibehaltung der Goldwährung franzöfifche Flottendemonstration vor Alexandrien werden folgen. lassen wird. Die Strafanstalts Verwaltung ist redlich bemüht, unnöthig. diese Uebelstände zu vermeiden. Zunächst geht ihr Bestreben dahin, durch möglichst ausgedehnte Ausnutzung der Gefängnißarbeit für Staats- und Reichsbehörden und durch Verwendung von Gefangenen zu landwirthschaftlichen Meliorationen eine immer größere Zahl von Gefangenen dem Unternehmerbetriebe zu entziehen. Dieses Bestreben ist von Jahr zu Jahr erfolgreicher. Die Anwendung von Kraftmaschinen im Unternehmerbetriebe ist sodann versagt. Weiter wird darauf ge= halten, eine möglichst große Anzahl von Arbeitszweigen in den Anstalten zu betreiben, um die Konkurrenz der Gefängnißarbeit auf möglichst viele Kreise zu vertheilen und dadurch unschädlich zu machen. Schwillt die Zahl der in einer Industrie beschäftigten Gefangenen bedenklich an, so 3ur angeblichen Schasekretär Rrises schreitet die Bentralstelle dagegen ein. Den Vorschlag dagegen, melbet Herold's Bureau: Wie wir aus guter Quelle er die Gefangenen mit Anfertigung von Gegenständen, die fahren, entbehren alle Gerüchte über Differenzen zwischen dem für den Export bestimmt sind, zu beschäftigen, kann Reichsschatzsekretär Graf Posadowsky und dem preußischen Finanz- die Verwaltung wegen seiner bedenklichen Folgen nicht minister Dr. Miquel jeder Begründung. Thatsächlich herrscht zwischen akzeptiren. Es ist bekannt, welches Rapital in England die beiden Staatsmännern, wie uns versichert wird, teine Meinungs- industriellen Kreise, die sich durch die Konkurrenz der deutschen angebahnt werden müffe, daß aber durch Einfügung des Lieber- daraus geschlagen haben, daß Bürstenwaaren, die in einem verschiedenheit darüber, daß eine planmäßige Schuldentilgung Arbeit auf dem heimischen und dem Weltmarkte bedroht fühlen. schen Antrages Etatgefeß aus Verfassungsgründen unannehmbar preußischen Korrektionshause angefertigt waren, nach England ist. Damit entfällt also auch die Grundlage dafür, daß Staats- eingeführt werden sollten. In der Presse und im Parlament iſt sekretär Graf Posadowsky seine Entlassung eingereicht habe. infolgedessen die Forderung gestellt, man solle deutsche IndustrieDie Reife des Präsidenten Faure läßt die französischen Durch den Reichs- Anzeiger" wird folgendes veröffentlicht: erzeugnisse, die in Gefängnissen hergestellt sind, vom Import ausReaktionäre noch immer nicht zur Ruhe kommen. Da sie nicht Der dem Reichs- Schazsekretär in der Preffe gemachte Bor- fchließen und von allen zur Einführung gelangenden Fabrikaten leugnen tönnen, daß der Empfang überall ein begeisterter und wurf, er habe in der Budgetkommission die die eventuelle den Nachweis verlangen, daß sie nicht durch Gefängnißarbeit zwar ein spontan und demonstrativ begeisterter war, so erfinden Stellungnahme der verbündeten Regierungen zu dem Antrage erzeugt find. Durch die vorgeschlagene Maßregel würde also fie jetzt alle möglichen Dinge, um Faure als einen ausgebildeten Lieber nicht gewahrt, ist unbegründet. Graf Posadowsky hat unsere Exportindustrie trotz der bestehenden Handelsverträge auf Tölpel, eine Art von Naturburschen hinzustellen, der eigentlich blos den Antrag Lieber, insoweit mit demselben der Beginn einer das Schwerste geschädigt werden." gehänfelt worden sei, in seiner Naivetät aber alle Huldigungen für Schuldentilgung im Reich beabsichtigt ist, vom Standpunkt der Hierzu bemerkt die agrarische Deutsche Tages- Zeitung": Wir vertreten seit langem die Anschauung, daß die GeErnst genommen habe. Und die größten Dummheiten werden Reichs- Finanzverwaltung aus grundfäßlich willkommen geheißen," ihm in den Mund gelegt. So soll er z. B. Gladstone, den er ohne jedoch der Entschließung der Bundesstaaten irgendwie fängnißverwaltungen die Arbeitskraft der Gefangeuen vorwiegend zufällig traf, die Schmeichelei gefagt haben: Ich habe schon viel vorzugreifen. Auch die preußische Regierung hat demnächst für staatliche Regiearbeiten verwenden sollten. Werden aber von Ihnen gehört!" und was solcher Albernheiten mehr sind. einer alsbald zu beginnenden Abminderung der Reichsschuld ihre schon diese Arbeitskräfte an private Unternehmer vermiethet, so darf Natürlich ist das alles nicht wahr, es läuft aber durch die Zustimmung ertheilt und sich über die Form, in welcher der das niemals unter den ortsüblichen Arbeits. Blätter, und auch die deutschen Panamazeitungen drucken dem Antrage Lieber zu grunde liegende Gedanke zunächst bezw. Gefellenlöhnen geschehen. Das ist das ausversuchsweise zu realisiren und im Bundesrath zu vertreten sei, schlaggebende Moment." Thatsächlich hat Herr Faure auf seiner Reise, wie bei allen schlüssig gemacht. Die gegen den Reichs- Schahsekretär aus Merkwürdige Entdeckung! Die Sozialdemokraten haben seit früheren Gelegenheiten sich sehr taftvoll benommen. Allerdings Anlaß des Antrages Lieber von einzelnen Stellen gerichteten Jahrzehnten diesen Standpunkt im wesentlichen vertreten und nun etwas ungewöhnlich. Da die schablonenmäßigen Reisen der Angriffe sind hiernach grundlos. Die Nachricht, daß Graf fommen die Agrarier und meinen das Ei des Kolumbus gefunden Staatsoberhäupter( mit obligaten Empfängen von Deputationen, Posadowsty sein Entlassungsgesuch eingereicht habe, beruht auf zu haben. Beamten, weißgekleideten Jungfrauen, mit offiziellen Gaftmählern Erfindung." -Au3 Medlenburg. Einen taum glaublichen und obligaten Toasts und Tischreden und sonstigem Brimborium) - Einigung zwischen dem deutschen Hand- Gerichtsfall finden wir in der Mecklenburger Boltszeitung". verdientermaßen in Mißkredit gekommen sind, hatte er sich nicht nur werterbund und den Innungsverbänden. Die Dieselbe schreibt: Vor dem Schwurgericht in Güstrow standen alle offiziellen Feierlichkeiten verbeten, sondern auch Allg. D. Handwerker- 3tg." bringt in ihrer letzten Nummer zur der 63jährige Büdner Frig Holter zu Leupin und dessen an die Beamten ftrenge Weisung ergeben laffen, auch nicht indirekt Kenntniß der Bundesmitglieder, daß zwischen dem Zentral- Tochter Joa, 14 Jahre alt, wegen Beamtenwiberstandes. für solche Rundgebungen zu wirken, die wie er sich ausdrückte- ausschusse der vereinigten Innungsverbände Deutschlands zu Berlin Der Forstgehilfe Wirt traf am 21. Oktober v. J. die Angeklagten auf jeden denkenden Menschen nur einen unangenehmen Ein- und dem Allgemeinen Deutschen Handwerkerbunde zu München in der Leuffower Forst beim Streubarten und forderte, da bruck machen können". Und er erklärte weiter, alle derartigen ein Ausgleich der bisher bestandenen persönlichen Differenzen dieses nicht erlaubt war, diefelben auf, ihre Harken abzugeben. bestellten oder von Behörden irgend veranlaßten Rundgebungen auf grund gegenseitig bindender Abmachungen erzielt und der Die Angeklagten weigerten sich, dieser Aufforderung nachzukommen, feien eines freien Volkes unwürdig und gereichten dem angeblich Erlaß einer Bekanntmachung vereinbart worden ist. Die Be- worauf der Forstgehilfe versuchte, dem H. die Harke zu entreißen. Gefeierten eher zur Unehre als zur Ehre. fanntmachung lautet: Auf Zuruf des H. zog dessen Tochter Jda die Pantoffel aus und ver Infolge einer zwischen dem Allgemeinen deutschen Hand- fetzte mit einem derselben dem Gehilfen einen Schlag ins Gesicht, welches werkerbunde in München und dem Zentralausschusse der ver- ette Hautabschürfung zur Folge hatte. Jetzt ließ W. die Harke Eine Flegelei ist allerdings gegen den Präsidenten verübt einigten Innungsverbände Deutschlands in Berlin getroffenen los, und der Angeklagte verfette demselben einige Schläge mit worden allein das geschah seitens der Lyonefer Geld Vereinbarung wird der seitens der Regierung demnächst zu er- der Harke, von welchen einer ene Verwundung des Nafenfleisches prozen und Panamiften, die bei einem Bankett der Handels- wartende Gefeßentwurf, betreffend die Zwangsorganisation des herbeiführte. Beide Angeklagte wurden von den Geschworenen tammer Faure zu einer Verleugnung der Einkommensteuer Handwerks, nach dessen Veröffentlichung vorerst einer aus Ver- wegen Widerstandes gegen einen Forstbeamten nöthigen wollten: die Urheber dieser Flegelei wurden jedoch tretern beider genannten Körperschaften zusammengesetzten Hand- schuldig gesprochen und Holter zu einer Zuchtvon Faure ebenso fein wie scharf abgestraft. wertertonferenz unterbreitet werden, um eine gründliche haus strafe von 1 Jahr 3 Monaten verurtheilt, Die Behauptung, von Sozialisten in Marseille sei dem Prä Durchberathung der Regierungsvorlage zu ermöglichen. auch wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt, während fidenten ein Immortellenkranz mit Immortellen schmückt man Das Ergebniß dieser Verhandlungen soll sodann einem feine Tochter, da sie die Strafbarkeit ihrer Handlung nicht gedie Gräber überreicht worden, ist eine einfältige Lüge. Aber, von beiden Körperschaften gemeinsam, voraussichtlich nach fannt, freigesprochen wurde." Faure ist das erste Staatsoberhaupt, das von den sozialistischen Breslau einzuberufenden Allgemeinen deutschen Hand-- Süddeutsche Nationalliberale über ihre Arbeitern begrüßt worden ist und das können seine Feinde werker- und Innungstage zur endgiltigen Beschlußfaffung norddeutschen Fraktionsgenossen. ihm nicht verzeihen. unterbreitet werden. Die bis jetzt erfolgten Ausschreibungen für der letzten Sigungen des badischen Landtages fagte der Führer Die Erklärungen Rudini's in der gestrigen Gigung einen deutschen Innungs- und Handwerfertag sind damit gegen der Nationalliberalen, Herr Fieser: der italienischen Rammer find, soweit Afrika im Spiel ist, schaften vor, zu dem geeignet erscheinenden Beitpunkte eine wie sie heute in wirthschaftlichen Dingen im Reichsstandslos geworden, und behalten sich die unterzeichneten Körper- Zu der Sorte von nationalliberaler Partei, durchaus billigenswerth. Es ist der entschiedenste Bruch erneute Ausschreibung für einen Allgemeinen deutschen Hand- tage in die Erscheinung trete, möchte er allerdings mit der Crispi'schen Raub- und Größenwahns- Politik. werker- und Innungstag zu erlassen. nicht gehören. Wenn heute ein Abgeordneter zu reden bes Was in bezug auf den Dreibund gesagt ward, sind diplo Wiesbaden, 16. März 1896.( Köln. Bolts- 3tg.) Am Sonn- ginne, wisse man schon, welchen Standpunkt er einnehme. Da 3 matische Redensarten, wie sie, unter den herrschenden Um- abend tagte hier auf Veranlassung des Staatsministers Intereffe fei heute ausschlaggebend." ständen, nicht anders zu erwarten waren. Daß die Dr. Miquel eine Kommission des Bundes der Landwirthe, um Für den Nationalliberalismus wird also bald die Todesglocke italienische Regierung aus dem„ Dreibund", der bis zum einen Gefeßentwurf, betr. den Verkehr mit rationell verbessertem ertönen. nächsten Jahr gefchloffen ist, nicht austreten würde, verstand Wein und mit Kunstwein vorzubereiten. Hauptreferent war München, 17. März. Nach der Münchener Freien Preffe" sich von selbst. Kann das Königreich Italien aber- und Administrator Dern- Erbach. Es wurde beschlossen: 1. Die Kom: hat das Oberlandesgericht gegen Professor Dr. Quidde wegen darauf allein kommt es an noch als eine Macht miffion erachtet als einzig gangbaren Weg zu obigem Ziele die Majestätsbeleidigung das Hauptverfahren eröffnet. Die Bergelten, auf welche das Deutsche Reich und Desterreich reichsgefeßliche Regelung der Kunstwein Fabrikationsfrage; handlung findet am 18. April vor dem Schwurgericht statt. Das im Fall eines Krieges gegen Frankreich Schutzes des deutschen Weinbaues für eine mäßige Besteuerung Nummer der Münchener Freien Presse" wurde am 16. d. Mts. 2. Die Kommission spricht sich zum Zwecke eines wirksamen Landgericht hatte die Gröffnung abgelehnt. Die Sonnabendzählen tönnen? Kein Mensch in seinen fünf Sinnen der bei der gefeßlich zulässigen Weinvermehrung bezw. Ver- wegen Gloffen über die Ordensverleihung an Professor Mommsen wird die Frage bejahen. befferung zur Verwendung kommenden Materialien( Buder), tonfiszirt.Ueber Italiens Zukunft schreibt der Grütlianer" sowie eine starte Besteuerung der Kunstweinfabrikation in Ver das Organ der schweizerischen, dem" Grütliverein bindung mit verschärftem Deklarationszwang für Kunstwein aus. Eine Unter Kommission wurde mit der Ausarbeitung eines angehörigen Sozialisten: bezüglichen Gefeßentwurfes beauftragt. Diese Sub- Kommission wird nach Ablauf eines Vierteljahres in Stuttgart zusammenDas war befannt geworden und gerade diesem demokraitschen Charakter der Reise hat sie ihren Erfolg zu verdanken. " " Allgemein nimmt man an, daß es sich für die„ Krone" in nicht ferner Zeit um Sein oder Nichtsein handeln werde. Man treten. spricht von starter republikanischer Propaganda? Aber ist denn Italien für eine Republik reif? Territorien! mit Verlaub. A V Die In einer München, 18. März. Rammer der Ab geordneten nahm nach mehrtägiger Berathung den ganzen Gefebentwurf betreffend die 2otalbahnen an. Der Gesetzentourf beantragt den Bau von 26 neuen Lokalbahnen mit einem Kostenaufwande von 24 305 300 M. Desterreich. # Wien, 18. März. Der Wahlreform Ausschuß erledigte die ganze Wahlreform Vorlage bis auf den Anhang, welcher das Regulativ für die Wahlen Wie allgemeine patriotische Feiern er zwungen werden. Wegen grober Disziplinarwidrigkeit" waren Wien, 17. März. Abgeordnetenhaus. In der Leider müffen wir diese Frage verneinen. Es ist ungemein leicht, 20 Lehrer der Bürgerschule in Hufum von der Regierung in heutigen Debatte über das Eisenbahnministerium führte der zu demonstriren, Crispi oder irgend einem anderen Miffethäter Strafe genommen worden, weil sie einem Wunsche des Orts- Eisenbahnminister Freiherr v. Guttenberg aus, er erkenne die Razenmufiten zu bringen, die Fenster einzuwerfen u. dgl. Aber Schulinspettors, sich an der Spike ihrer Schulabtheilungen anothwendigkeit der Berstaatlichung der bes es ist schwer, den wirklichen Willen eines ganzen Boltes auch einem Festzug zur Sedanfeier zu betheiligen, nicht entsprochen stehenden Privatbahnen an, doch müsse sehr vorsichtig nur zu erkennen, und wenn derfelbe erkannt sein sollte sich hatten. Auf die eingelegte Beschwerde der Lehrer an den vorgegangen werden. ihm unterzuordnen.. Hierzu bedarf es einer Schule von Minister der Unterrichtsangelegenheiten ist in sechs Fällen die Generationen. Aber, wird man uns einwenden, einmal muß Geldbuße und in einem Falle den Verweis und die Ordnungsder Anfang gemacht werden? Ja wohl! Aber auf kleineren ftrafe aufgehoben worden, während es in den übrigen Fällen So dürfte denn auch die gesunde kulturelle Entwicklung fein Bewenden behalten hat. Italiens nur durch eine Trennung des Nordens Weeze, Kreis Geldern, 13. März 1896. Heute Abend fand- Merkwürdige Begnadigung. Aus Budapest V DM Süden bedingt sein. Eine Anzahl Städte im Broefmann'schen Saale unter dem Vorsitze des Grafen Loë- wird der Frankfurter Beitung" geschrieben: Das Urtheil gegen Republifen, die das Land nach und nach einbeziehen, Wissen eine landwirthschaftliche Versammlung, in welchem unter die Bratkowizer Husaren, die ihren Peiniger, den Wachtift, erschlagen haben, dürften zukünftige Staaten des schönen Italiens heißen. Daß anderem auch die schwebende Margarinefrage ver- meister Deoßeghi, gefällt und ift am diese Republiken dann eine starke soziale Färbung tragen handelt wurde, statt. Die Versammlung war von etwa 1000 Per gemeldet) 12. vollzogen worden. würden, dafür sorgen die wirthschaftliche Entwickelung und fonen besucht. Nicht landwirthe oder Personen, die Schwerer, faft lebenslänglicher Kerfer und ein Todesurtheil! die gebildeten Eozialisten, deren es auch in Italien immer fich nicht als 2andwirthe ausweisen tonnten, Der zum Tode verurtheilte Korporal ist allerdings begnadigt wurden zurückgewiesen. Es waren drei Gen worden, aber die Form der Begnadigung verdient aufbewahrt mehr giebt. enthält. wie schon die " " zu werden als ein Denkmal ber Kultur unferes Zeitalters. Dery Amerika. Die Höhe der Auflage bebingt frühzeitige BeMermste wird auf den Richtplaz geführt, wo eine Grube geWashington, 18. März. Der Ausschuß für die Marine ftellung, weil sonst feine Garantie für rechtzeitige 3u= schaufelt ist und ein Sarg bereit steht. Dann wird das Todes- des Repräsentantenhauses hat beschlossen, den Bau von vier ftellung übernommen werden kann. Die Buchhandlung Borurtheil verlesen und dem Delinquenten: werden die Augen ver- Kriegsschiffen und 15 Torpedobooten anzuempfehlen. wärts bittet deshalb bunden. Statt der tödtlichen Salve aber erfolgt Wie die Spanier auf Ruba fiegen. Das Bestellungen bis spätestens 31. März Mittheilung von der Begnadigung zu 20 Jahren Kerter. Und letzte Weyler'sche Telegramm meldet einen Sieg über die Truppen aufgeben zu wollen. Nach lieferungen sind ausgeschlossen. das nennt man Begnadigung. Was schenkte man dem Wermsten, Maceo's und Bandera's. Die Insurgenten wurden zersprengt." nachdem man ihn die Momente der schwersten Qual hat überDie bis zum 31. März aufgegebenen Bestellungen stehen lassen? Ein Leben im Kerfer! Eine Kugel, finde ich, wäre 6000 Rebellen den Versuch machten, in Sagua einzubringen." das Gefecht war von Bedeutung." Warum? Beil tommen barmherziger gewesen. Bedarf es solcher Mittel, das" System" Die Garnison schlug die Angreifer, welche einen Verlust vou vom 24. April ab zur Versendung, aufrecht zu erhalten? 22 Todten und 80 Verwundeten hatten, zurück." Die Info daß bis 1. Mai noch reichlich Gelegenheit zum Absatz gegeben furgenten stedten die Vorstadt von Gagua in ist. Der Preis des Exemplars beträgt 10 Pf., bei Partien 5 Pf. Brand." Porto zu Laften des Bestellers. Aus Weyler'scher Militärsprache in gewöhnliche Zivilsprache Die Sozialdemokratie des Großherzogthums Heffen überfest heißt das: Die Kubaner machten einen Handstreich hält am 19. April von vormittags 10 Uhr an im Pfau" in gegen die befestigte Hafenstadt Sagua und steckten die Vorstadt Bilbel in Oberhessen ihre Landeskonferenz ab. Die Tagesin Brand. Nun ist aber Sagua, nächst Havannah, der bedeutendste ordnung lautet: 1. Die Gewerkschaftsfrage. Referent Simon Hafen von Kuba; jetzt doppelt bedeutend dadurch, daß er Florida aus Offenbach. 2. Die bevorstehende Landtagswahl und Bericht gegenüber liegt. 3ft dieser Hafen, wie es nach obigem Telegramm über die Thätigkeit unserer Abgeordneten im hessischen Landtag. ganz den Anschein hat, den Kubanern in die Hände gefallen, so Referent Ulrich aus Offenbach. 3. Der internationale Arbeiterhaben die Rebellen die lange von ihnen erstrebte Verbindung tongreß in London und ev. Wahl von Delegirten. mit dem amerikanischen Festland. Frankreich. Paris, 17. März. In der fortgesetten Berathung des Gefeßentwurfs über die Weltausstellung beantragte der Sozialist Baillant einen Bufazartikel, wonach für die Arbeiten auf der Ausstellung der Achtstunden tag fowie Mindestlohn eingeführt werden sollen. Der Ministerpräsident Bourgeois bemerkte, man fönne nicht aus Anlaß der Ausstellung ein Gesetzbuch der Arbeit ausarbeiten. Der Antrag Baillant wurde hierauf mit 308 gegen 150 Stimmen abgelehnt. Der Gefeßentwurf über die Ausstellung wurde mit 425 gegen 69 Stimmen ange nommen. Belgien. Brüffel, 17. März. Das im Bezirk Brüffel von der Ar beiterpartei veranstaltete Referendum hat sich mit großer Mehr heit für ein Bündniß mit den Progressiften bei den nächsten Wahlen zu den Gesetzgebungskörpern ausgesprochen. Italien. - Die tubanische Buderernte hat unter dem Aufftande schwer gelitten. Nach einer Depesche aus Havannah wird die Zuckerernte für 1896 auf 126 596 Tonnen geschäßt; im letzten Jahre hatte die Schäßung 1 000 000 Tonnen betragen. mit dem Gefretär des großen nordamerikanischen Zucker- Trufts In einem Interview des Vertreters der„ Central News" erklärte derfelbe, daß, wenn der tubanische Krieg nicht zu einem sofortigen Ende gebracht werde, die Zuckerernte auf Kuba so gut Rom, 14. März.( Eig. Bericht.) Der Sturz des wie gar teine sein werde. Der Zuder- Truft werde deshalb geMinisteriums Crispi hat bereits die Folge, daß von nöthigt werden, feinen Bedarf aus anderen Ländern zu beziehen dem abessynischen Kriegsschauplage wahrheits- und rechne dabei in erster Reihe auf Deutschland. getreuere Berichte eingehen. Es wird jetzt zugegeben, Nach einem Telegramm aus Havannah wird der Schaden, daß es ganz verfehlt war, die neu aus Europa angekommenen der durch den Aufstand in Kuba entstanden ist, im ersten Jahre Truppen sofort in das Feuer zu schicken. Sie hätten zuvor durch auf 134 Millionen Dollars geschätzt. längeren Aufenthalt an das Land gewöhnt werden müssen. Auch der Fehler, daß man anstatt ganzer Bataillone lauter einzelne ausgeloofte Leute nach Afrika geschickt hatte, ließ sich Eine Kundgebung Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Koburg wurden in der Klasse der Arbeitervertreter die Kandidaten der Sozialdemofratie mit 335 Stimmen gewählt. Eine Gegenliste war nicht aufgestellt; ein gutes Zeichen für die Intelligenz der Koburger Arbeiterschaft. dss Bürgerzeitung", geht demnächst in den Werlag der Firma Parteipreffe. Unser bremisches Parteiorgan, die Auer u. Co. in Hamburg über. s tim an den dortigen Stadtrath das Ersuchen gerichtet, die Wahlzeit Die sozialdemokratische Partei in Karlsruhe hatte für die im April vorzunehmenden Stadtverordnetenwahlen bis 8 Uhr abends auszudehnen, um den Arbeitern Gelegenheit zu geben, ihr Wahlrecht ausüben zu können, ohne die Arbeit verfäumen zu müssen. Der Stadtrath hat dies abgelehnt, da die Arbeiter in der Zeit zwischen 12-2 Uhr mittags wählen könnten. Der Stadtrath fürchtet vermuthlich, daß bei einer Verlängerung der Wahlzeit bis 8 Uhr abends noch mehr sozialdemokratische Stimmen abgegeben würden, als so schon. Die Lokalkommission der Münchener Sozialdemokraten fonnte in einer fürzlich stattgehabten Versammlung berichten, daß der Partei in München im vorigen Jahre 72 Lokale zu waren es 68. Versammlungszwecken zur Verfügung standen; im Jahre 1894 Auf dem 2 würde, wenn Crispi ihn nicht dazu am 25. Februar durch ein welches erst soeben den Weg der kapitalistischen Produktion be- e o Frankege zu völliger Genesung befindet sich Genosse leber -O " nicht so rasch wieder gut machen. Es ist vorgekommen, daß zur rullcher Arbeiter zum 18. März. Bedienung der Geschüße verwendete Soldaten erst auf dem Wege nach der Schlacht von den Offizieren nothdürftig instruirt Paris gesandt worden: Folgende Adresse russischer Arbeiter ist zum 18. März nach ift zum werden mußten; auch die Bespannung der Artillerie war zum theil im legten Augenblick improvifirt worden, sodaß es nicht zu verwürdigen Tage der Proklamirung der Pariser Kommune ſenden An dem für das denkende Proletariat aller Länder denk wundern ist, wenn ein Theil der Geschüße bei der rafchen Entwickelung die Arbeiter der Schlacht gar nicht zur Verwendung gekommen ist. Auch über Arbeitern von Frankreich, ihren Gruß. von Moskau ihren älteren Brüdern, den Der Parteitag der öfterreichischen Sozialdemokratie einen Theil der Offiziere gelangen jest recht wenig günftige Frankreichs find alle mächtigsten sozialen Umwälzungen der ländlichen Arbeiterschaft" zu verhandeln. Zu diesem Punkt liegt Mit dem Namen hat u. a. auch über den Punkt: Lage und Forderungen der Nachrichten nach Italien. Es hat allgemeines Erstaunen erregt, daß Baratieri schon 12 Stunden vor den ersten Flüchtigen seines neuesten Weltgeschichte aufs engste verknüpft. Das ist auch be- folgender Antrag der Bezirksorganisation Wien IX vor:„ Der geschlagenen Heeres unverwundet in Adi- Gajeh eingetroffen ist greiflich. Es giebt kein anderes Land in der Geschichte, in Parteitag beschließe: Eine Verhüllung der letzten Ziele der und daß mit ihm sich der ganze Generalstab rettete, so daß, als welchem der Klaffenkampf einen so scharf ausgeprägten Charakter Sozialdemokratie ist nicht geeignet, die Agitation auf dem flachen die Niederlage erst begonnen hatte, die noch nicht ins Feuer ge- revolutionären Städte" genannt werden. Aber weder die große Klarlegung unserer Prinzipien als auch insbesondere durch eine getragen hätte, wie hier. Paris tann mit recht die Mutter der Lande zu fördern; vielmehr gilt es ebenso durch zweckmäßige langten Truppentheile ohne Oberleitung blieben. Daß überhaupt der Prozentjat der geretteten Offiziere in den ersten Tagen fast der Prozentsatz der geretteten Offiziere in den ersten Tagen fast Revolution, welche die feudale Welt zerstört und an ihrer Stelle lebhafte Agitation gegen die bäuerliche Gesinde- Ordnung jene dreimal so stark war als der der geretteten Gemeinen, ist bereits eine bürgerliche geschaffen hatte, noch die Februarrevolution des Schichten der Landbevölkerung für uns zu gewinnen, welche in erwähnt worden. Bevor eine friegsgerichtliche Untersuchung Jahres 1848, so reich fie an Folgen für das ganze westliche ihrer Masse allein für uns zu gewinnen find: die and= diefe Vorgänge aufgeklärt hat, wird man gut thun, die An Europa war, haben eine Wirkung auf das leibeigene Rußland arbeiterschaft und jenen Theil der kleinbauern, mit seinem erkennung des Heldenmuthes der Italiener einzuschränken. Enddespotischen Regime ausgeübt. Im Gegen welche sich nur mehr durch einen Scheinbesig von dem lich stellen die neuesten Berichte fest, daß Baratieri, obwohl ihm tbeil, Rußland, richtiger zu sagen, seiner Regierung fiel ländlichen Proletariat unterscheiden." die nicht beneidenswerthe Rolle eines die Gefährdung feiner Stellung vom Rücken her und die im Jahre 1848 Bei der diesjährigen Maifeier der Schweiz wird die Störung des Proviantverkehrs einen entscheidenden Schlag nahe- Henkers in der westeuropäischen Revolution zu. Und die Kommune Revision des schweizerischen Fabritgefeßes mit des Jahres 1871, welche die ganze Welt durch ihren Heldenmuth als Forderung aufgestellt werden. Angriff auf die abeffynischen Stellungen entfchloffen haben tariats aller Länder erweckt hat, fonnte umsoweniger auf Rußland, Legen fonnten, sich vielleicht doch nicht zu dem aussichtslosen in Verwunderung versetzt, welche die Sympathie des Prole als Forderung aufgestellt werden. in Paris, der an einer Lungenentzündung Telegramm gereizt hätte, in welchem er ihm vorwarf:" Das ist treten hatte, eine Einwirkung ausüben, als das Proletariat der lebensgefährlich erfrankt war. Wie die Wiener Arbeiter- 3tg. fein Krieg, das ist militärische Schwindsucht". Crispi hat auf das verlegte Ehrgefühl Baratieri's und der übrigen Generale anderen europäischen Länder mit entwickeltem Kapitalismus noch meldet, wird er seine schriftstellerische Thätigkeit in furzer Zeit spekulirt, um eine Entscheidung herbeizuführen, deren Be- schwach war und auch in Frankreich Paris einsam dastand. wieder aufnehmen fönnen. Jetzt ist es anders geworden. Es giebt kein Land, sagte im Todtenliste der Partei. In Auerbach i. V. ist der dingungen er gar nicht beurtheilen konnte, die er aber aus Jahre 1898 Engels, es giebt keinen großen Staat, in welchem Parteigenosse Gottlob Schott im 74. Lebensjahr gestorben. parlamentarischen Gründen brauchte. Einer der ersten Schritte die Sozialdemokratie nicht eine Macht wäre, mit welcher alle Er war in den 60 er Jahren Vorsitzender der dortigen Mitglieddes neuen Ministerpräsidenten di Rubini ist es gewesen, daß er den General Baldiffera angewiesen hat, seine Berichte fünftig rechnen müssen. Alles, was in der ganzen Welt geschieht, geschieht mit schaft des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins und ist den an das Kriegsministerium zu richten und nicht, wie dies unter mehr fürchten muß, als alle anderen Großmächte." Auch Ruß- zum letzten Athemzug. Verfolgungen, namentlich unterm Sounferer Betheiligung. Wir sind eine Großmacht, welche man Emanzipations bestrebungen der Arbeiterschaft tren geblieben bis Crispi geschehen mußte, an das Ministerium des Innern. land tritt vom Jahre 1861 immer mehr in den Kreis der euro- zialistengeset, hat er viel erdulden müssen. Die Parteigenossen -Crispi hat es doch vorgezogen, der Kammerfißung päischen Länder. Unter dem mächtigen Ansturm des Kapi werden des wackern Kämpfers nicht vergeffen. fern zu bleiben. talismus frachen und stürzen in ihr alle„ Jahr. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. die Sigung der Rammer hunderte alte" Säulen. Die Bourgeoisie wird mit jedem Tage am - Nach der Märznummer des Süddeutschen Postillons" 17. d. Mis. melden wir nach verschiedenen Blättern: Die stärker und stärker, der Absolutismus rechnet jetzt schon mit ist in alle a. G. am Montag in der Volksbuchhandlung Rammerfizung verlief ziemlich ruhig. Imbriani begrüßte ihr, indem er sie jeden Tag mit neuen Privilegien überhäuft. abermals und ferner bei verschiedenen Parteigenoffen gehausfehr wohlwollend das neue Kabinet, welches volle Amnestie Diese Privilegien, verbunden mit der Anwendung der neuesten sucht worden, ohne daß die Kriminalpolizei fagen könnte, Fortuna für die Sozialisten erließ und das afrikanische Verbrechen unter Bervollkommnungen in der Technit, machen den unmittelbaren sei ihr hold gewesen. brechen wird. Der Kammerpräsident ruft den Redner zur Ordnung. Uebergang von der Naturalwirthschaft zu dem Kapitalismus beAus Weimar wird gemeldet: Die Staatsregierung Imbriani erweckt allgemeinen Lärm, indem er Menelit lobt, und sonders schmerzlich. Der Antagonismus der Klassen wird hat bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag auf strafrechtliche erklärt weiter, die Dreibundsfrage trenne ihn vom Kabinet. Cavallotti daher immer flarer, das Proletariat wird immer begrüßte im Namen der ganzen äußersten Linken das Kabinet, dessen mehr vom Klassenbewußtsein Verfolgung des sozialdemokratischen Landtags- Abgeordneten durchdrungen. Die zahl Bau dert gestellt wegen der einem Apoldaer Blatte zufolge von Brogramm seine Partet warm unterstüßen wird. Sonnino erreichen Streits in den verschiedenen Gegenden Rußlands, ihm im Gemeinderathe zu Apolda gemachten Behauptung, die schien nicht flug, indem er unzeitgemäß die finanzielle Frage welche fast ununterbrochen stattfinden, welche die russische erörtern wollte, feine Rede wurde wurde mit Lärm auf der Regierung weder vor der Gesellschaft geheim halten, noch mit Regierung habe den Bezirksärzten einen Wint gegeben, die Uräußersten Linken und mit Beifall im Zentrum aufgenommen. Er Waffengewalt unterdrücken kann, sind der beste Beweis für ache der infolge der Impfung etwa entstan benen Krantheiten nicht bekannt zu geben. vertheidigte darauf unter dem Beifall des Zentrums und eines die Erwartungen des jungen russischen Proletariats. Aus seinen theils der Linken die Kolonialpolitik Crispi's und der frühere Kriegs- Reihen reißt der Despotismus jeden Tag erbarmungslos die besten minifter ersucht dringend, die neue Regierung möge die Korrespondenz Ränipfer heraus und in den letzten 5 Jahren zählt die des Rabinets Crispi mit Baratieri und Baldissera der Kammer russische Arbeiterklasse viele hundert Opfer. Aber nichts ist im in der Konfektions- Induffvie. vorlegen, was Rudini zugestand. stande, die einmal begonnene Bewegung aufzuhalten. Die russiEinigungsamt des Berliner Gewerbegerichts. Zu der Nach Schluß der Kammer wurden den das Parlaments. fchen Arbeiter haben sich, indem sie die alte revolutionäre Fahne, valais verlassenden Sozialisten Bosco und de Felice welche von dem Blute so vieler Märtyrer aus ihrer Reihe und der gestrigen Sigung erschienen mehrere Arbeiterinnen des Hosenfeitens der foloffalen Menschenmenge stürmische Ovationen Reihe der Intelligenz durchtränkt ist, erheben, unter die gemeinsame vischenmeisters Tie B, Höchstestr. 29, und wiesen nach, daß dargebracht. Die Menge durchbrach die mittlerweile gebildeten rothe Fahne des Proletariats der ganzen Welt gestellt. Sie sind stolz dieser, trotzdem er vom Ginigungsamt wiederholt belehrt worden Militärfordons und trug beide Abgeordneten auf den Schultern Reaktion, welche das Proletariat aller Länder einzunehmen hat, kommen zu lassen, dieser Verpflichtung dennoch nicht nachkommt. in dem Bewußtsein, daß die Borderveste der europäischen ist, den vereinbarten Lohnzuschlag seinen Arbeiterinnen voll zuim Triumph nach ihrem Hotel, wo sie vom Balkon aus Ansprachen der Zarismus, von ihnen zerstört werden soll, daß die letzte Die Vereinbarungen vom 19. Februar werden von Herrn Liez im Triumph nach ihrem Hotel, wo sie vom Balkon aus Ansprachen hielten. In der heutigen Sigung der Deputirtenkammer gelangt ein Stüße der Herrschaft der Bourgeoisie, ohne deren Zerstörung der außerdem insoweit umgangen, als er teine Tarife aushängt. Schreiben des Präsidenten Billa zur Verlesung, in welchem Sieg des gesammten Proletariats unmöglich ist, von ihnen ge- Herr Tieh war persönlich vorgeladen, aber nicht erschienen. Da er für Firmen arbeitet, die sich durch Vereinbarung unter der seine Demiffion giebt. Auf Antrag des Ministerpräsidenten fürzt werden muß. Rudini wird die Demission nicht angenommen. Die Arbeiter Frankreichs mögen sicher sein, daß in dem anderem dazu verpflichtet haben, feinen Zwischenmeister zu be Präsident Billa übernimmt sodann unter lebhaftem Beifall den Augenblick, wo der Ruf der Revolution von ihrer Seite ertönt, schäftigen, der gegen die Bestimmungen handelt, so soll er bei den russischen Arbeitern einen Wiederhall finden wird und diefen Firmen, falls Herr Tietz für die Folge nicht zahlt, Vorsiz. der Fall seitens des Einigungsamtes zur weiteren Stellungnahme Es beginnt die Debatte über den Antrag, betreffend den sie nach Kräften bemüht sein werden, stand zu leisten. Wir hegen die Hoffnung, daß der Moment nicht mehr fern unterbreitet werden. Wie unangenehm übrigens auch einzelnen Kredit für Afrika. Zum Wort find gemeldet 10 Deputirte pro ist, wann die Ketten des Absolutismus gesprengt werden Konfektionären die von ihnen gewünschten und mit ihrer Zuund das russische Proletariat offen auf der Arena der Welt- stimmung beschlossenen Vereinbarungen augenblicklich sind, geht Die lombardische Gruppe der intergeschichte auftreten fann. aus ihren Aeußerungen vor dem Einigungsamt hervor. Herr nationalen Friedensgesellschaft hat in ihrer leyten Die Arbeiterrevolution, deren ruhmreiche Vorgängerin die Löwenstein, von der Firma Brock und Löwenstein, giebt an, Sigung beschlossen, gleich den Gozialisten den 1. Mai als Kommune des Jahres 1871 war, sie lebe hoch! daß er einen Artikel mit der Bezeichnung Paris" führt, für den Feiertag zu betrachten, selbst wenn dieser Beschluß von den Die Arbeiter Frankreichs, welche im Jahre 1831 zum ersten er den vollen Lohnaufschlag nicht zahlen tönne; er habe darauf anderen Friedensvereinigungen Europas und Amerikas nicht ge- Male in der Geschichte als selbständige Klaffe für ihre eigenen nach neuen Arbeitern annoncirt, die sich angeblich auch angeboten billigt werden sollte. In dem Antrage, der diesem Beschlusse Interessen aufgetreten sind und sie im Juni 1848 heldenmüthig hätten, diesen Artikel unter dem Minimaltarif auzufertigen. voranging, heißt es u. a.: Der 1. Mai, der bereits in bem auf den Barrikaden vertheidigt haben, welche am 18. März 1871 Schließlich sollen die alten, jahrelang von ihm beschäftigten Verbrüderungssehnen der Völker der Erde geweihter Tag ge- als mächtige Pioniere der neuen Gesellschaft aufgetreten sind, sie Arbeiter unter dem Zwange der Verhältnisse mit den worden ist, werde auch für Euch ein Tag der Weihe: er werde leben hoch. diftirten Preisen einverstanden gewesen seien. der Feiertag für alle internationalen Friedensgesellschaften. Die Von 605 Arbeitern von 28 Fabriken. Daß durch solche Umgehungen der Vereinbarungen die VerhältSozialisten, die an diesem heiligen Tage der Menschenliebe noch Mostau, den 29. Februar( 12. März) 1896. nisse mit den Arbeitern ungemüthliche werden", wie Herr Löwen= immer beläftigt und durch schimpfliche Verdächtigungen beleidigt. stein erklärte, ist nicht verwunderlich. Herr Löwenstein äußerte sich werden, werden an diesem Feiertage durch unser gleichweiter dahin, daß seiner Auffassung nach die Vereinbarungen nur zeitiges Eintreten für die brüderliche brüderliche Vereinigung der für diese Saison bestehen würden; auch meinte er, die Berliner Menschen gestärit werden. Ihr Apostel des Völkerfriedens, die Ihr wegen der Verschiedenheit der grundlegenden Jdeen die der Stettiner vornehmen. dem Sozialismus ergebenen zahllosen Boltsschaaren nicht hinter erscheint auch in diesem eine Wir wollen zur Ehre der Berliner Konfektionäre annehmen, Euch habt, werdet an diesem Feiertage gekräftigt werden durch daß Herr Löwenstein mit seinen Ansichten allein dasteht. ibr imposantes gleichzeitiges Gintreten für das Ende des Krieges und zwar in gleicher Größe wie die früheren. Auf die bildliche Sollte dies aber nicht der Fall sein, dann unter den Menschen. Die Sozialisten auf der einen Seite, Ihr wie inhaltliche Ausstattung wurde die größte Sorgfalt verwendet fönnen sich die Konfettionäre versichert Apostel des Friedens auf der anderen, werdet in Euren Lagern und wir glauben versichern zu dürfen, daß auch in Beziehung halten, daß die Berliner Schneider 11 11 D getrennt bleiben, bis der Fortschritt der Ideen zur Einigung auf die Bilder, sowohl was die Zeichnung wie den Holzschnitt Schneiderinnen durch ihre Organisation in der zwingen wird. Inzwischen aber werdet Ihr alle einen gemein- anbelangt, gegen früher wieder ein fünstlerischer Fortage find, ihre berechtigten Forderungen famen Tag des Festes und der Wünsche für das Wohl der schritt zu verzeichnen ist. Die Genoffen und Freunde unserer durchzusehen. und 12 tontra. Partei- Machrichten. von Die Bewegung Parteiliteratur. Wie in den vergangenen Jahren, so Konfektionäre müßten eine endgültige Regelung nach dem Beispiel Maifest 3eitung, Menschheit haben, und dieser gemeinsame Tag des Festes und Sache werden daher ersucht, für die weiteste Berbreitung dieses Die Unternehmer sind doch wohl kaum so kurzsichtig, daß der Wünsche muß Eurer Friedenspropaganda Nußen bringen." Partei Unternehmen3 thätig sein zu wollen. sie jest, wo die Regierung ein Spezial- Arbeiterschutzgesez für die Als Forderungen ftellte man auf: Ronfektion vorbereitet, einen offenen Vertragsbruch wagen würden. 1 Bädereien fommen, als bei einem Streit" der Bäcker die Grundlage bilbet." Die Arbeiter wären die legten, die dies zu bedauern hätten. meister. 1. Herabsehung der täglichen Arbeitszeit auf 9 Stunden Je weniger Zutrauen die Unternehmer sich erwerben fönnen, Maximal- Arbeitszeit im Müllergewerbe. Bekanntlich und in Konsequenz hiermit eine Erhöhung der Grunddesto schärfer muß das Eingreifen der Staatsgewalt werden, die tritt am 1. Juli 1896 die 12stündige Waximal- Arbeitszeit im pofitionen um 10 pet.; 2. in anbetracht der erhöhten Lebensweiß, daß sie dann die ganze öffentliche Meinung hinter sich Bädergewerbe in traft. Es werden nun auch, um die Arbeits- bedürfnisse eine Sohnaufbefferung von 5 pGt. und, im Falle der zeit im Müllergewerbe zur Regelung zu bringen, von der Süd- Ablehnung dieser Forderung, für Frankfurt 25 pCt. Lohnzuschlag; Die Kommiffionen der Konfektionäre der Damen- und deutschen Müllerorganisation Erhebungen über die 3. um die Ueberarbeit auf ein äußerstes Maß zu beschränken, Kindermäntel- Branche, der Zwischenmeister und der Fünfer- tägliche Arbeitszeit angestellt. In Südbayern( Schwaben, Ober- eine höhere Bezahlung derfelben; 4. Verminderung der LehrKommission der Arbeiter hatten am Montag Abend eine ge- und Niederbayern) find die Erhebungen bereits ab- linge. hätte. Zum Streit beim Konfektionär Sernan in Halle a. S. ist mitzutheilen, daß der genannte Unternehmer sich bereit erklärt bat, 1. sämmtliche Streifenden wieder einzustellen, 2. eine 15 prozentige Lohnerhöhung eintreten zu lassen, 3. diesen Preis festzuhalten, bis eine Aenderung des Tarifs mit einer zu ernennenden Kommission vereinbart sein wird, 4. bei Lohnzahlungen und Waarenabholung jedes länger als eine Stunde dauernde Warten pro Stunde mit 30 Pf. zu vergüten. Die Arbeiterinnen gingen auf diese Bedingungen ein; da gegen lehnten sie einmüthig das Anfinnen ab, fie follten ihr Bebauern" aussprechen über die im„ Volksblatt" gegen Herrn Sernau erschienenen Artikel. Herrn Sernau wird der Beschluß mitgetheilt werden. ArDie Tischler Nürnbergs haben bis jetzt in 40 Werkstätten ihre Forderung, 56 Arbeitsstunden pro Woche, durchgesetzt. Der Streit steht sehr günstig. Ju Durlach legten am 16. März sämmtliche Lederarbeiter die Arbeit nieder, um den Stundenlohn von 37 auf Unterstüßt uns in unserem schweren Kampfe, da alles aufgeboten 40 Pfennige zu erhöhen. Arbeiter! Wir appelliren an Euch! Unterſtüßt uns in unserem schweren Kampfe, da alles aufgeboten 100 Mann, darunter 57 Verheirathete mit 128 Kindern. Sämmt. wird, unsere Bewegung illusorisch zu machen. wird, unsere Bewegung illusorisch zu machen. Es sind rund liche Ausständige gehören dem Verbande der Lederarbeiter Deutschlands an. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck ge beten. Sämmtliche Sendungen sind au richten an August Schächtele in Durlach i. B., Karlsruher Hof. meinsame Sigung. Die Berathungen drehten sich hauptsächlich geschlossen. Sie ergaben, ergaben, daß die Arbeitszeit in den Die streikenden Maurer Oldenburgs erleichtern sich den um eine zu schaffende Geschäftsordnung, nach der die Kommissionen brei Hauptstädten München, Landshut und Augsburg vor- Rampf mit den Meistern dadurch, daß sie mit dem bauluftigen zu arbeiten haben. Nach den Bestimmungen dieser Geschäfts- wiegend an Wochentagen eine 12stündige, dagegen jeden zweiten Publikum in Verbindung treten, um Arbeitsaufträge auf eigene ordnung, die in dieser Sigung beschlossen wurde, muß die Sonntag eine ununterbrochene 24 stündige ist. Auf dem Lande Rechnung zu bekommen. Gesammtkommission innerhalb einer Woche vom Vor beträgt die Arbeitszeit an Wochentagen meift 18 Stunden; an Die Maler in Dresden sind am Dienstag in den Streik fizenden einberufen werden, wenn eine der drei Berufs- jedem zweiten Sonntag ununterbrochen 36 Stunden. Aus den getreten. In Effen haben 200 Maler und Anstreicher die fommissionen die Besprechung von Zuwiderhandlungen fordert. Erhebungen in Südbayern ergab sich ferner, daß die gefeß- Arbeit niedergelegt; 7 Werkstellen haben bewilligt; wenn kein Die Gesammttommiffion hat sich über die zur Anzeige gebrachten Iiche Sonntagsruhe nur in unbedeutendem Zuzug eintrifft, hoffen die Ausständigen auf sicheren Sieg. Buwiderhandlungen gutachtlich zu äußern. Das Gutachten wird Maße eingeführt ist. Zugleich wiesen jene Mühlen mit Auch in Bielefeld ist es zur Arbeitsniederlegung gekommen. dem Zuwiderhandelnden zugestellt. Außerdem entscheidet die langer Arbeitzeit hauptsächlich über die Sonntage den größten -In Hagen haben die Maler gleichfalls den Ausstand beschlossen; Kommission als Schiedsgericht über Streitigkeiten aus Prozentsatz der Unfälle auf. Die Unfälle sind besonders auf Forderung: Zehnstündige Arbeitszeit mit einer halben Stunde Zuwiderhandlungen gegen die Beschlüsse vom 20. Februar 1896, Uebermüdung und die daraus entstehende Schlafsucht der Arbeiter Frühstück- und Besperpause, Mindestlohn von 38 Pf. pro Stunde, sowohl zwischen Kaufleuten und Meistern, als auch zwischen zurückzuführen. Ueberstunden 25 pet. Zuschlag, Nachts- und Sonntagsarbeit Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sowie über solche unter Wegfall der Mit der Durchführung der Sonntagsruhe scheint es in 50 pCt. Zuschlag, wöchentliche Lohnzahlung. Berufsgenossen, wenn sich die ftreitenden Parteien aus dem altenburgischen Städtchen Eisenberg besonders zu hapern. So Kündigung. Die Meister halten sich gegenüber diesen Forde= drücklich der Entscheidung der Kommission unterwerfen wollen. theilt der„ Wähler" mit, daß die Wurstfabrikanten den ganzen Sonntag rungen, mit Ausnahme des letzten Punktes, vollständig ablehnend. Wer die Entscheidung des Schiedsgerichts herbeiführen will, hat von früh morgens bis abends ohne jede Unterbrechung hätten Bei dem Konflikt in der Holzindustrie Fürths, worüber dies dem Vorsitzenden der Fünfer- Kommission seines Berufes an arbeiten laffen, weil angeblich die Leute sonst in die Kneipe gestern berichtet wurde, handelt es sich nicht um einen Streit der zuzeigen. Die Fünfer- Kommission versucht zunächst einen Ausliefen und bei Wiederaufnahme der Arbeit betrunken sein Arbeiter, wie Herold's Bureau meldete, sondern, nach der gleich mit der Gegenpartei; scheitert er, so übergiebt sie den Fall würden". Als vor 14 Tagen die Schuhleute die Wurstfabriken Arbeiter, wie Herold's Bureau meldete, sondern, nach der dem Vorsitzenden des Schiedsgerichts. Wir fordern die Arbeiter- und Arbeiterinnen der Damen- und Fabrikanten, welche arbeiten ließen, angezeigt hatten, habe der sperrung ist, daß die Arbeiter eine Verlängerung der Mittagsin auf die Sonntagegeigt hatten, habe bet better burd bie Unternehmer. Ursache der Augin Beziehung auf die Sonntagsruhe kontrollirt und die Fränk. Tagespoft", um eine Aussperrung der Kindermäntel Konfektion dringend auf, ihrer Fünfer- Kommission Polizeivorstand auf seine alleinige Berantwortung hin von der ( Bureau: Alte Jakobstraße 83, Restaurant Pasch) alle Fälle, wo Bestrafung abgesehen, weil das Wetter diesen Winter für die pause um eine Viertelstunde von jetzt ab und eine halbe Stunde vom nächsten Jahre ab forderten. Jene Unternehmer, deren Buwiderhandlungen gegen die Beschlüsse vom 20. Februar vor. Wurftfabrikation zu ungünstig gewesen sei. Gine Etuisfabrit Arbeiter zur Erreichung dieser Forderung vorige Woche die tommen, mitzutheilen. Es ist nothwendig, daß die Angaben ge- arbeite seit Neujahr jeden Sonntag mit vollem Betrieb, angeb- Arbeit einstellten, haben die gewünschte Verlängerung der wissenhaft, unter Anführung des Namens des Mittheilenden er lich wegen Erledigung eiliger Aufträge, ohne daß die polizeiliche Mittagspause sowie auch die übrigen Forderungen der folgen, damit gegen die Zuwiderhandlungen auf grund der ver- Erlaubniß ertheilt wäre. Arbeiter bewilligt und sind aus dem Verbande der Holz. einbarten Bestimmungen vorgegangen werden kann. Die Menschenmärkte in Friedrichshafen und Industriellen ausgetreten. Durch die Aussperrung sind in MitRavensburg( Württemberg), schreibt man uns, haben wieder leidenschaft gezogen der Holzarbeiter- Verband, der Glasarbeiterihren Anfang genommen. Letzten Freitag trafen in Friedrichs- Verband, der Verband der Buchbinder und der Gewerkverein der hafen 260 Tiroler Hüttinder ein, die in ganz kurzer Schreiner und verwandter Berufsgenossen. Beit an Dienstherren vermiethet refp. verkauft waren. Bekannt lich fommen jedes Frühjahr in großen Massen 10-14jährige Tiroler Knaben und auch Mädchen, von ihren Seel sorgern geführt, in jenen Städten an, wo sich dann ein jahrmarktähnliches Treiben und Feilschen entwickelt, bis der billige Knecht" 2c. an den Meistbietenden verschachert ist, um demselben während des Sommers feine jugendliche Kraft zur Verfügung zu stellen und im Herbstreich beladen" zu seinen Eltern zurückzukehren. Arme Kinder! Göttliche Weltordnung! Der Schnapskonsum in der Schweiz hat seit Bestehen des eidgenössischen Alkoholmonopols eine Abnahme von 40 pt. erfahren. Im Jahre 1882 betrug der durchschnittliche Konsum per Einwohner 9,40 Liter, 1885 fogar 10,26, dagegen 1888 nur 5,50; feither bewegt sich das Mittel um 6,5 Liter Schnaps herum. Als Ursachen dieser erfreulichen Befferung, welche das Monopol Aus Mülhausen i. Elf. wird uns geschrieben: Der hiesige brachte, werden bezeichnet die Aufklärung über die verderblichen Vertrauensmann der Einzelmitglieder des deutschen TextilarbeiterWirkungen des Alkohols, die Einschränkung der Wirthschafts- Verbandes, Gewerbegerichts- Mitglied Bling, hat an den VorIn Würzburg ist die Bewegung der Konfektionsarbeiter patente, die Bertheuerung des Schnapses und die Aufhebung der sigenden der Mülhauser Industriellen- Gesellschaft ein Schreiben leider so ziemlich im Sande verlaufen. Nur wenige Unternehmer leinen bäuerlichen Brennereien, welche zu geringen Preisen gerichtet, worin er im Auftrage einer aus Delegirten sämmtlicher äußerten sich zu dem ihnen vorgelegten Lohntarif; eine Firma schlechten Fuselschnaps an Nachbarn und Bekannte lieferten und Textilfabriken von Mülhausen und Umgegend bestehenden Lohnbewilligte alle Forderungen, zwei andere einen Theil derselben, natürlich auch selbst konsumirten. Auch die direkte Bekämpfung Kommission die Forderungen der Arbeiter präzisirt. Es ist zueine vierte verhielt sich völlig ablehnend. Dieses traurige Resultat des Schnapsgenusses durch Verwendung des Alkoholgehaltes zunächst der zehnstündige Arbeitstag unter Ginrechnung einer viertelhaben sich, wie die Unterfränkische Voltstribüne" ausführt, die verschiedenen Zweden wird angeführt. Bon einer Monopolisirung ftündigen Frühstückspause( von 8 bis 81/4 Uhr); die MittagsKonfektionsarbeiter in erster Linie felbst zuzuschreiben; ihre Un- des Detailhandels würde man sich noch bessere Erfolge ver- pause foll, statt wie bisher nur eine Stunde, 11/2 Stunden und zwar von 12 bis 1/22 Uhr dauern. Beginn der Arbeit morgens einigkeit und Gleichgiltigkeit ermöglichen es den Unternehmern, sprechen. 1/27, Schluß abends 6 Uhr. Das Fabrikthor soll erst fünf auch den bescheidensten Forderungen der Arbeiter gegenüber sich Minuten vor Beginn der Arbeit geöffnet werden, um den ablehnend zu verhalten. Die Maaßschneider haben nun einzelnen Arbeiter daran zu verhindern, unter dem Drucke ebenfalls einen Lohntarif aufgestellt, der den Unternehmern unterbreitet wird. Hier besteht etwas bessere Aussicht auf Erfolg. Deutscher Kunstgewerbezeichnertag. Am 5. und 6. April der Fabrikleitung die festgesetzte Arbeitszeit durch früheres AnLiteratur über die Konfektion. Die Parafiten in der( Dfterfeiertage) wird in Leipzig ein allgemeiner deutscher Runft- fangen zu überschreiten, was heute vielfach geschieht. Zu Damenkonfektion. Beleuchtet von einem Gingeweihten." Berlin gewerbezeichnertag abgehalten, wobei es sich um Gründung Reinigungs- und Ankleidezwecken verlangen die Arbeiter sowohl 1896. Jm Selbstverlage von C. Ulrich, Zimmerstr. 29. 19 Seiten. eines Verbandes handelt. Ein Komitee, das sich dort ge- Mittags von 12 Uhr wie Abends von 6 Uhr 5 Minuten freie Zeit. Preis 20 Pf. Der Verfasser hat sich die schwierige Aufgabe ge- bildet hat, wird dafür sorgen, daß die Zeichner während der stellt, die Intereffen aller Schichten der in der Konfektions- Festtage in Leipzig gute Aufnahme finden. Anmeldungen und Das die Forderungen betreffs der Arbeitsdauer. Im Punkte des Lohnes ist erste Bedingung: keine Lohnherabsehung industrie thätigen Personen zu vertreten. Hauptsächlich schreibt Anfragen find an Franz Heller, Leipzig- Reubniz, Leipziger infolge der Arbeitszeitverkürzung. Zu diesem Zwecke wird für er aber im Interesse der Zwischenmeister. In wirrem straße 28 part., zu richten. Alle Tagesblätter werden um Aufsämmtliche im Afford beschäftigten Personen beider Geschlechter Durcheinander befommt jede Gruppe außer den Zwischenmeistern nahme dieser Notiz höflichst gebeten. eine fünfzehnprozentige Tariferhöhung gefordert, während dem ihr Lob und ihren Tadel. Die Arbeiterforderung nach Betriebs- An alle Maler Berlins und der Vororte! Seit dem im Tagelohn beschäftigten Personal der bisherige Lohn gesichert werkstätten behagt ihm am allerwenigsten. In höchft unklaren Aus- 9. März befinden wir uns im Ausstand. Ueberall, wo die bleiben soll. Das demoralisirende System der Auszahlung führungen werden längst abgebrochene Einwendungen gegen Forderungen nicht bewilligt sind, sollte die Arbeit niedergelegt von Prämien bei Lieferung eines bestimmten Arbeitsdiese Forderung wiederholt." Hervorragende Männer und werden. Dieser Beschluß wurde in einer von zirka 2700 Kollegen quantums soll überall abgeschafft werden. Die BaumwollFrauen von Herz und Geist", die gleichfalls für Betriebs besuchten Versammlung einstimmig gefaßt. spinner verlangen einen Minimallohn von 52 M. in zwei Wochen, werkstätten, also die Arbeiterinnen zusammenzupferchen", wie erreicht werden, so ist es nöthig, daß der Beschluß in die Wollspinner einen Minima lohn von 60 M. Die Anfeßer der Verfasser" meint, eingetreten sind, bekommen ihr Theil ab. allen in Frage kommenden Werkstätten zur Geltung ge- follen wie bisher 65 bis 68 pet. des festgesetzten Spinnerlohnes Auch die Regierung, die sich im Reichstage gegen das Zwischen- bracht wird. Das ist z. B. nicht geschehen in den großen beziehen, die Aufstecker 32 bis 40. Die Nachtarbeit soll auf acht meister- System gewendet hat, erhält darob ihren Tadel. Der Werkstätten der Firmen Sobotta, Lange( Elsaffer- Stunden beschränkt sein bei einem Lohnzuschlag von Verfasser hofft, daß jene, die diese Aussprüche thaten, eines straße) und Eilers( Hofmaler). Nur bei Bodenstein 25 pet. auf den Tagestarif. Für alle Arbeiter, welche anderen und zwar besseren belehrt sein werden, nachdem sie seine find 100 Kollegen dem Beschluß nachgekommen. Wir er Nachts beschäftigt werden, soa alle zwei Wochen Broschüre gelesen haben. Wir glauben kaum, denn zur Be- innern hiermit alle Kollegen, die es angeht, an ihre Pflicht, nun abwechselnd eine ebenfalls zweiwöchige Tagesschicht eintreten. lehrung steht so gut wie nichts darin. mit einzutreten dafür, was die Versammlung nach reiflicher Er- Es wird ferner in allen Fabriken die Freigabe des 1. Mai wägung für nothwendig erkannt hat. Ferner ersuchen wir alle als Arbeiter- Feiertag verlangt. Kollegen, heute Abend in der Versammlung bei Keller zu er scheinen. Die Lohntommission der Maler Berlins und der Vororte. In Görlitz blieben die Verhandlungen erfolglos, die mit dem Konfektionshaus Philipp Beder betreffs des von der Lohnkommission aufgestellten Minimaltarifs gepflogen worden sind. In Hamburg ist die Situation unverändert. E3 befinden fich noch immer 110 Personen, die 60 Rinder zu versorgen haben, im Ausstand. Soziale Meberlicht. $ Gewerkschaftliches. Soll nun etwas der Daß die Fabrikanten diesen Forderungen gutwillig beistimmen, ist kaum anzunehmen. Zwar hat das bedeutendste dieser Durch Erlaß des preußischen Ministers für Handel Unternehmen, die Aktiengesellschaft für Textilindustrie vormals und Gewerbe vom 6. d. M. ist den Genehmigungsbehörden Achtung, Zimmerer Berlins! Folgende Baufirmen haben Dollfus, Mieg ut. Cie., sich aus freien Stücken zur Einführung sowie den Gewerbe Aufsichts- und Baubeamten gestern unsere Forderungen: Neunstundentag und 55 Pf. pro des Zehnstundentages bei gleichem Lohn bereit erklärt, nachdem des Belforter Filiale Hauses empfohlen worden, die schleunige Erledigung der Anträge auf Stunde, anerkannt: Hennig und Heuer, Tauenzienstr. 4. in diese Reform bewährt hat; Ertheilung der Genehmigung zur Errichtung oder. Veränderung Krömer und Ko., Landwehrstr. 3. Bratsch, Charlottenburg, sich seit drei Jahren praktisch vorzüglich gewerblicher Anlagen dadurch zu fördern, daß sie Mängel, die Kirchstr. 7. Bruns, Stargardterstr. 16. allein bei den übrigen hiesigen Firmen ist die Stim fich bei der Prüfung der Vorlagen finden, auf türzestem Bei dem Zimmermeister A. Kop3, Dunderstr. 2a, haben mung die entgegengesetzte. In der Eingabe der LohnWege, d. h. durch unmittelbaren Verkehr der mit der Prüfung am Dienstag fämmtliche Zimmerer die Arbeit niedergelegt. Er fommission an die Fabrikantenvereinigung( Société Industrielle) betrauten Beamten mit dem Unternehmer, zu beseitigen suchen. hat wohl die Forderungen anerkannt, zahlte jedoch nach wie vor wird die Beantwortung bis spätestens den 25. d. Mts. erbeten. Ueber die Mängel in der Gewerbe- und Fabrik den Lohn in einer Kneipe aus. Als von den Gesellen hiergegen Erfolgt bis zu diesem Tage teine oder eine abschlägige Antwort, inspektion hielt in einer Vorstandssitzung des Bundes der protestirt wurde, maßregelte er einen derselben, worauf sich die so tritt wahrscheinlich eine Arbeitseinstellung ein, die nach Lage Industriellen" in Berlin Dr. Poppe einen Vortrag, worin er übrigen mit diesem solidarisch erklärten. Es ist charakteristisch, der Umstände binnen wenigen Tagen 10-20 000 Personen auch Berbesserungsvorschläge machte. Es wurde beschloffen, diese daß von Seite der Unternehmer die Reich 3- Gewerbe- umfassen dürfte. Ordnung in dieser Weise verlegt wird und Frage wegen ihrer einschneidenden Wichtigkeit der im Juni d. J. eg deshalb noch zu Arbeitseinstellungen Depelchen und lekte Nachrichten. stattfindenden Generalversammlung zu unterbreiten und den Vortrag den Mitgliedern durch den Druck zugänglich zu machen. tommen muß. Unsere Berufsgenossen ersuchen wir, dieses zu beachten. Die Lohntommission der Berliner Berliner Berlin, 18. März.( W. T. B.) Die Kommission des Daß fie ihre Gesellen nicht länger als 12 Stunden täglich 3 immerleute. Reichstages zur Vorberathung der Anträge der Freisinnigen und ausnuten können, scheint bei gewissen Bäckermeistern In Brandenburg ist der Streit der Schuhmacher in Sozialdemokraten betr. die Ergänzung des Vereins- und VerBerlins die Milch der fromm- patriotischen Denkungsart in der Fabrit von A. Fuchs infolge gegenseitiger Einigung beendet. sammlungsrechtes beschloß den Ausschluß von Minderjährigen gährend Drachengist verwandelt zu haben. Ein Lokalblatt be= Achtung, Hutmacher! Allen Kollegen und Kolleginnen von den Besuch der Vereine um Versammlungen, ferner den politischen Vereinen zu geftatten untereinander in richtet: Die vom Bundesrath erlassenen Vorschriften über den Verbindung zu treten. Versammlungen unter freiem Betrieb von Bäckereien und Konditoreien beunruhigen das Bäcker- zur Nachricht, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen der T. C. Himmel sollen nicht von der Genehmigung der Polizeigewerbe außerordentlich. Die Berliner Innung bezeichnet die er: 31 cho cfe'schen Hutfabrik in Luckenwalde wegen ungerechtlaffenen Bestimmungen über die Beschäftigungszeit der Gehilfen schriften find zu senden an die Kommission in Luckenwalde, vor Abhaltung nöthig, damit Anordnungen im Interesse des lassenen Bestimmungen über die Beschäftigungszeit der Gehilfen fertigter Abzüge die Arbeit eingestellt haben. Sämmtliche Zubehörde abhängen. Es ist nur eine Anzeige 48 Stunden und Lehrlinge als einen unzulässigen Eingriff in die GewerbeVerkehrs getroffen werden können. Ordnung und hält die Durchführung dieser Bestimmungen, die Beelitzerstraße 34 bei Schulze. J. A.: Friz Freyer. bekanntlich am 1. Juli cr. in traft treten sollen, nicht für möglich Zur Buchdruckerbewegung. In Halle a. S. erklärten und für geeignet, das ganze Gewerbe schwer zu schädigen. Die sich die Buchdrucker mit den Ergebnissen der Leipziger VerhandBeschränkungen werden gerade während der Dauer der Gewerbe- lungen nicht ganz einverstanden", befundeten jedoch in der beAusstellung, wo voraussichtlich manchmal größere Anforderungen treffenden Resolution, die einstimmig angenommen wurde, ihre an die Arbeitskräfte gestellt werden müssen, um so fühlbarer Bereitwilligkeit, im Interesse eines gewerblichen Friedens einen Petersburg, 18. März.( W. Z. B.) Der Gouverneur der auftreten. Die Bäckermeister Berlins sind indeß nicht gewillt, neuen verbesserten Tarif mit den Prinzipalen zu vereinbaren, faukasischen Provinz Kutais hat der Regierung den Antrag sich diesen Beschränkungen ohne weiteres zu unterwerfen, wenn die Hauptforderung: Verkürzung der Arbeitszeit und dem unterbreitet, ein Hilfskomitee ins Leben zu rufen für die durch und planen allen Ernst es einen regelrechten Streit, entsprechende Lohnerhöhung, in erster Linie berücksichtigt wird. die schweren Wetterkatastrophen im Kaukasus im Laufe des und zwar derart, daß sie an einem bestimmten Man erwartet, daß die Prinzipale bei der Durchführung des Monats Februar Betroffenen. Ganze Dörfer feien unter Schuce Tage sämmtlich den Betrieb einstellen wollen, vereinbarten Tarifs behilflich sind. begraben, es drohten Hungersnoth und wirthschaftlicher Unters wenn nicht eine Milderung der Bundesraths: In Frankfurt a. M. wurde beschlossen;„ Die allgemeine gang. vorschriften eintreten sollte." Petersburg, 18. März.( W. Z. B.) In der vergangenen Versammlung nimmt die aus den Verhandlungen zwischen den Diese fürchterliche Drohung zur That werden zu lassen, Prinzipal- und Gehilfenvertretern hervorgegangene Reso: Nacht fanden in Petersburg drei große Brände statt, darunter Die Versammlung erwartet jedoch, ein sehr bedeutender, der die Baumwollwaaren- Fabrit von mögen die fromm- patriotischen Bäckermeister nur ruhig versuchen. lution zur Kenntniß. Bei teiner befferen Gelegenheit könnte Berlin zu kommuna I- daß den Tarif Berathungen der der Neunstundentag Quetsch einäscherte. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen, " bei # Bozen, 18. März.( B. H.) Das hiesige Schwurgericht ver urtheilte den 43jährigen Pfarrer Johann Groß wegen Sittlich feitsverbrechens, begangen an fleinen Mädchen; zu 3/2 Jahren schwerem Kerter. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berlmtr Volksblatt. Donnerstag, den 19. Marz 1896. 13. Jahrg. Ur. 67. Keichskag» tiL. Sitzung vom 18. März 1396, 1 U h r. Am Tische des Bundesraths: v. Marschall, Holl- mann. Das Haus ehrt das Andenken des gestern Nachmittag plötz- lich verstorbenen Abg. Böhm(frs. Vp.) in der üblichen Weise. Die zweite Berathung des Reichshan shalts-Etats wird fortgesetzt bei den einmaligen Ausgaben der Marine. Berichterstatter Abg. Lieber(Z.) giebt dem Hause zunächst einen Bericht über die aus den Zeitungen bereits bekannt ge- wordenen Debatten der Kommission über die„uferlosen" Flotten- Pläne. Schon beim Etat des auswärtigen Amts habe der Staatssekretär des Auswärtigen erklärt, daß in diesem Jahre keine neuen Forderungen für die Marine an den Reichstag herantreten sollten, daß aber im nächsten Jahre die klaren Pläne, welche in bezug auf die Verstärkung der Flotte vorhanden sind, dem Hause vorgelegt werden sollen. Der Staatssekretär erklärte damals ausdrücklich, daß diese Pläne nicht zu identifiziren seien mit den von einigen Preßorganen vertretenen Plänen. Redner giebt eine Darstellung der ganzen Preßkampagne über die ufer- losen Pläne in de» hierauf bezüglichen Debatten in der Kommission. Er schließt seine Ausführungen mit folgendem Satze: Die in diesem Etat geforderten 7�/« Millionen haben noch eine Restsorderung von 42 Millionen für die späteren Jahre zur Folge. Tie Budgetkommission hat mit Mehrheit beschlossen, Ihnen die Bewilligung der einmaligen Ausgaben zu empfehlen. Abg. Fritzen(Z.): Tie Marine- Etats der letzten Jahre ergeben, daß, je mehr die Marinverwaltung gefordert hat, desto mehr hat der Reichstag abgestrichen. Vielleicht zieht die Marineverwaltung daraus die Konsequenzen. Ich bin nicht in der Lage, irgend eine Streichung vorschlagen zu können. Ich stimme auch dem Ersatzbau für den Panzer„Friedrich der Große" zu. Die Kreuzer sind allerdings in der letzten Zeit gegenüber dem Bau von Panzern vernachlässigt worden. Es muß deshalb etwas nachgeholt werden, deshalb kann ich auch nur die Bewilligung der Forderung für die Kreuzer empfehlen. Die Verzögerung hat insofern etwas Gutes gehabt, als eine Schwankung der An- schauungen bestanden hat über den Typ der Schiffe. Inzwischen hat sich diese Frage etwas mehr geklärt. Durch die Bewilligung wird allerdings eine Last von 40 Millionen übernommen, aber diese Last konnten wir übernehmen. weil die finanziellen Verhältnisse des Reiches sich gebessert haben. Die Bewilligung erfolgt im Vertrauen aus die Marineverwaltung, daß nur das nothwendige gefordert wird. Wenn das nothwen- dige bewilligt wird, so arbeitet man am besten uferlosen Plänen entgegen, die am leichtesten entstehen, wenn die Marine nicht das erhält, was sie braucht. Der Weg der Anleihe für solche großen Bauten, welche die uferlosen Pläne in Aussicht nehmen, ist nicht der richtige. Für solche Dinge, die nach 20 Jahren veralten, kann man keine Anleihen aufnehmen. Diese Ausgaben müssen aus den ordentlichen Einnahmen bestritten werden. Man spricht davon, daß«ine große Weltpolitik geführt werden soll. Eine Weltpolitik kann nur zur Wahrung aktueller Interessen geführt werden, alles andere ist ein Größenwahn einer Person oder des Staates. Es giebt allerdings noch gute Handelsverbindungen anzuknüpfen und die Deutschen im Auslande zu schützen. Aber unter den deutschen Auswanderern befinden sich Verbrecher aller Art, auch solche Leute, die wegen des hohen Steuerdruckes Deutschland verlassen haben. Wollen wir uns noch mehr belasten, um diese Leute in Schutz zu nehmen? um diejenigen zu schützen, welche sich der Militärpflicht entzogen haben? Die Phrase vom Schutze aller Deutschen im A u s l a n d e i st nur eine Phrase. Wenn wir mit einer Seemacht im Kriege sind, wird es uns niemals gelingen, unseren Handel vollständig zu schützen. Das kann nicht einmal England mit seiner Flotte. Wie will man die zahlreichen Schiffe schützen, die sich in jeder Sluude in allen Meeren zerstreut befinden. Unsere Kreuzerflotte muß so groß sein, daß sie in halb zivilisirten Ländern, wie z. B. Marokko den Schutz der deutschen Allsiedlungen übernehmen kann. Dazu müssen wir Geld bewilligen und nach dieser Rücksicht werden wir die Forderungen prüfen, wenn uns im nächste» Jahr ein Plan vorgelegt wird, und wir werden auch nach der finanziellen Möglichkeit der Bewilligung fragen. Die beste Vorbereitung zum Krieg ist eine Besserung der finanziellen Lage. Staatssekretär v. Marschall: Ich habe meinen Er- kläruugen in der Budgetkommission nichts hinzuzufügen und nichts von ihnen hinwegzunehmen. Freilich kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, daß bei manchen die Be- sorgniß von künftigen Flottenplänen als eine recht wirk- same Waffe gilt zur Bekämpfung der gegenwärtigen Flottenpläne. Ich begreife das bis zu einem gewissen Grade. Man weiß eben nicht, welchen Umfang diese Flottenprojekte haben und welche finanziellen Opfer sie fordern könnten. Ohne Gefahr der Wider- leguug kann man alle möglichen Erwägungen anstellen, seiner Phantasie den weitesten Spielraum lassen und diese Flottenpläne sich so ausmalen, wie sie ungefähr gestattet sein müßten, wenn sie dazu bestimmt wären, nicht nur bei der ganz überwiegenden Mehrheit des Reichstages, sondern auch der Nation auf einen überwiegenden Widerstand zu stoßen, was bei uferlosen Plänen sicherlich der Fall sein würde. Ich will diesen Befürchtungen mit einer ganz nüchternen Argumentation entgegen- treten. Werfen wir einmal einen Blick auf die großen Ver- änderungen auf überseeischem Gebiet in den letzten Jahren, wie vieles da im Werden, im Entwickeln ist, wie starke Strömungen dort zur Geltung kommen, wie stark heute der Konkurrenzkampf draußen ist und welche hervorragende Rolle wir dabei spiele». Ist es da etwas Absonderliches und Beunruhigendes, wenn auch wir thun, was andere Staaten vor uns gethan haben, wenn wir ernsthaft erwägen, ob unser Rüstzeug zum Schutz der überseeischen Interessen wohl im stände ist, ob es nicht einer Erneuerung, einer Ergänzung bedarf. Wir versäumen nichts, wenn wir ruhig den Tag abwarten, wo jene Erwägungen zu Ende gekommen sind und uns das erforderliche Material liefer». Die übertriebenen Forderungen in öffentlichen Versammlungen und der Presse brauche ich nicht zu beschönigen. Wir haben gewiß Schwärmer, denen für überseeische Zwecke nichts genug ist, denen man zurufen möchte. daß wir auch im Jnlande deutsche Interessen zu vertreten haben; wir haben aber auch negative Schwärmer, denen alles zu viel ist und die in jedem Kriegsschiff, welches vom Stapel läuft, den Keim zu einem Weltkriege erblicken. So sind wir vor die Wahl gestellt, zwischen beiden Ex- tremen zu entscheiden. Zwischen diesen Extremen führt eine breite Heerstraße und alle zukünftigen Flottenprojekte werden sich auf dieser Straße bewegen.(Zustimmung rechts.) Es denkt niemand daran, sich mit anderen Nationen in den Wetlkamps einzulassen. Die überseeischen Interessen verschiedener Länder und die Schutzbedürfniffe, die sich daraus ergeben, sind gleichsam inkommensurable Größen; selbst da, wo die Verhältnisse an- scheinend gleich sind, wird die überseeische Politik eines Staates sich anpassen niüssen der Politik der einheimischen Interessen. Unsere erste und vornehmste Aufgabe ist, in Europa zu sein und zu bleiben im Verein mit unseren Verbündeten und gleichgesinnten Freunden ein Hüter des Frieden? und des Rechts, stark genug, nm jeden Friedenstörer in die Schranken zu weisen.' (Beifall.) Diese Aufgabe und die Forderungen, die sie an uns stellt, enthält die allerbeste Gewähr dafür, daß wir unsere Kräfte nicht zersplittern und uns des Vertrauens bei anderen Nationen nicht berauben.(Sehr richtig! rechts.) Chauvinismus und Jingoismus sind unserer deutschen Erde fremd. (Beifall rechts.) Wenn uns Unrecht entgegentritt, dann muß das deutsche Schwert auch schlagfertig sein.(Beifall rechts.) Dazu ist eine starke Kreuzerflotte ein starkes Werkzeug; lassen wir es verrosten, so werden wir politisch zurückgehen. In den letzten fünfundzwanzig Jahren haben sich unsere überseeischen Interessen in gewaltiger Weise vermehrt. Wir haben alles geleistet, was eine aufstrebende Nation leisten kann. Wir müssen die Deutschen im Auslande mit der Beschränkung, die der Vorredner gemacht hat, beschützen. Auch ich schwärme nicht für die Leute, welche sich vielleicht Jahrzehnte nicht um die Heimath gekümmert haben und nachher ihre Hilfe anrufen.(Sehr richtig! rechts.) Wir müssen"die legitimen Interessen schützen. wir müssen eingedenk sein, wie große Kapitalien in überseeischen Gebieten angelegt sind und wir müssen der frommen Männer gedenken, welche als Missionare hinausgegangen sind.(Beifall im Zentrum.) Wir müssen bereit sein, mit Gewalt einzugreisen im Falle von Bürgerkriegen. Wollten wir Konflikte suchen, so würden wir denjenigen einen schlechten Dienst erweisen, die wir schützen wollen, unsere Rheder und Kaufleute und alle diejenigen, welche in friedlichen und normalen Zuständen leben wollen. Wollen wir Konflikte um jeden Preis vermeiden, weil wir zu schwach sind, dann würde unser Interesse bald zu einem solchen zweiter und dritter Klasse in den Augen der Machthaber herabsinken. Unsere Kreuzerflotte ist zurückgegangen, die Schutzbedürsnisse sind gestiegen, aber die Schutzmittel sind vermindert. Wir hatten vor 11 Jahren 27 Kreuzer, heute nur noch 20. So gern ich an- erkenne, daß die Marine alles thut, um unseren Forderungen nachzukommen; es kommt doch manchmal die Antwort: es ist kein Schiff vorhanden. Als vor Konstantinopel ein zweites Schiff stationirt werden sollte, da fiel uns die Entscheidung leicht; es war kein Schiff dafür vorhanden, ebenso wenig, wie wir nach der syrischen Küste sofort ein Schiff schicken konnten. Als in der südafrikanischen Republik die Unruhen ausbrachen, mußten wir das einzige Schiff von Deutsch-Ostafrika nach der Delagoabai senden, um die Interessen dort wahrzunehmen. Ich könnte die Beispiele vermehren. Weit schlimmer ist es, daß wir Stationen, die wir früher hatte», haben eingehen lassen müssen, so in Zentralamerika und Südamerika. An der West- küste von Amerika ist kein deutsches Schiff mehr vorhanden seit Jahren, und das sind alles Länder, wo häufig innere Unruhen, Bürgerkriege und Revolutionen ausbrechen. In dem Kriege zwischen Chile und Peru vertrat unser Panzerkreuzer- fremde Interessen, wir würden beute unsere Interessen durch fremde Schiffe vertreten lassen müssen; das ist doch nicht verein- bar mit unserer Würde. Ebenso liegt es in der Südsee. In den ostasiatischen Gewässern fehlt es uns auch an Schiffen. Ich komme hierbei dem Wunsche nach, einen Ausschluß über unsere politische Aktion inOstasien zu geben. Man wirst uns vor. wir hätten einen unvermutheten Frontwechsel vorgenommen. Ich habe hier im Hause im vorigen Jahre er- klärt, daß wir in dem Kriege zwischen China und Japan neutral bleiben wollen. Wir wiesen jeden Gedanken der Intervention zurück. Als die Waagschale sich zu gunsten Japans gesenkt hatte und die erste Nachricht der voraussichtlichen Friedinsbedingungen nach Europa kam, baben wir die japanische Regierung in freundschaftlicher Weise darauf aufmerksam gemacht, daß Annexionen auf dem asiatischen Festlande Interventionen seitens europäischer Staaten zur Folge haben würden. Die Besetzung des Festlandes würde China in Abhängigkeit von Japan setzen und dadurch für die europäischen Stationen nachtheilig werden. Japan hat diesen Rathschlägen aus zwingenden Gründen Folge geleistet. Als Rußland unsere Anschauung theilte und den Friedensschluß nicht billigte, unter den damaligen Bedingungen kam es zur friedlichen Intervention. Unsere Thätigkeit Japan gegenüber haben wir vor niemand zu verheimlichen, am aller- wenigsten vor der japanischen Regierung. Ich nehme an, daß man heute in Japan unsere Haltung begreift. Die Neutralität bedeutet nicht, daß man nachher die Bedingungen akzeptirt, welche der Sieger dem Besiegten auferlegt. Ich erinnere an den letzten russisch- türkischen Krieg. Nur dadurch, daß wir an der Jnter- vention theilnahnien, konnten wir die deutschen Interessen wahren. Wir haben gehandelt, nicht China zu Liebe und Japan zu Leide. Eine kräftig aufstrebende Nation wie Japan ist, welche durch unermüdliche Arbeit auf allen Gebieten erstaunenwcrthe ortschritte gemacht hat, die gezeigt hat, daß sie ein starkes chwert zu Wasser und zu Lande besitzt, darf immer auf die Sympathie Deutschlands rechnen.(Beifall.) Es wird auch gelingen, unscre kommerziellen Verhältnisse auf eine sichere feste Basis zu stellen. Wer wollte heute vorhersagen die Entwickelung, welche die oft- asiatischen Verhältnisse in der Zukunft nehmen werden. Wir müssen auf der Wacht sein, die vorhandenen Interessen zu schützen im Handel, Schifffahrt und in den Missionen, und wir müssen entschlossen fein, an der zukünftigen Entwickelung pari passu mit den anderen Mächten theilzunehmen, und zu dieser Aufgabe bedürfen wir einer starken Kreuzerflotte. Ich bin ehrlich genug zuzugeben, daß das Wort„uferlos", ausgesprochen in bezug auf unsere Kreuzerflotte. ein Körnchen Wahrheit enthält, wenn auch in einem anderen als dem gewöhnlichen Sinne. Man kann sagen, jede Aufgabe ist uferlos, insofern wir nie einen Punkt erreichen können, wo wir sagen können: hier ist Land; wir steigen aus und ruhen. Ein solcher Punkt besteht nirgend in der Politik, nicht in der Sozial- und nicht in der Wirthschaftspolitik. Da ist Stillstand Rückgang. So lange wir eine» Ueberschuß a» Menschen und an Produkten haben, so lange darf von unseren Wersten der Kreuzer nicht verschwinden, dessen Flagge bestimmt ist, jene Interessen zu schützen nach Maßgabe des Rechtes. Und wenn jemand die Frage an uns richtet: wie lange wollt ihr die Steuerzahler noch belasten, so werde ich die Gegenfrage stellen: Wo ist denn die Grenze für die Ausdehnung unserer Produktion und unseres Exports? Dessen dürfen Sie sicher sein, wir werden nicht an Ihre Schwärmerei und Phantasie, an Chauvinismus appelliren, sondern immer nur an nach- weisbare Bedürfnisse und an den gesunden Sinn, der die Opfer bringt, welche er für nützlich und noth- wendig hält im Gesammtinteresse. Es giebt unter den Deutschen draußen manche Elemente, welche weder Theilnahme noch Schutz verdienen, aber es giebt viele draußen, die wir dein Deutsch- thum erhalten können, wenn wir durch den Schutz, den wir ihnen geivähren, zu ihrem Herzen sprechen, wenn ,vir sie ermahnen. daß sie alle Zeit ihrer alten Heimath eingedenk sein sollen. Das ist eine gute deutsche Politik und für eine solche Politik wird der Iieichstag jeder Zeit die Mittel geivähren.(Beifall rechts und im Zentrum.) Abg. Bebel: Wenn wirklich Chauvinismus und Jin- goismus bei uns eine so fremde Pflanze wären, wie der Staats- sekretär meinte. wie könnte man denn hier und i» der Press« so ausgiebig über uferlose Floltenpläne sich unterhalten. Das Wort ist doch nicht vom Himmel gefallen; diese Bestrebungen aben auch bei denjenigen Parteien Unruhe und Gährung ervorgerusen. bis bisher geneigt waren, innerhalb gewisser Grenzen in Deutschland die Flottenentwickelung zu unterstützen, z. B. das Zentrum. Wären diese uferlosen Pläne im Gehirn bedeutungsloser und einflußloser Leute entstanden, dann wäre es lächerlich, wenn der Reichstag seine kostbare Zeit damit verbrauchte. Man liebt es, in den wichtigsten Fragen eine Art Versteckenspiel zu spielen und die Dinge nicht beim rechten Namen zu nennen. Was hat denn diese ganze Bewegung eigentlich hervorgerufen. Am 18. Januar feierte Deutschland die 2Sjährige Gründung des Deutschen Reichs. Bei der großen Festivität wurde eine Rede gehalten, in welcher es heißt, daß Deutschland ein Weltreich geworden sei und Weltpolitik treiben müsse. Sie wissen wer die Rede gehalten hat. Erst von diesem Augenblick an tauchten mit einem Schlage die userlosen Pläne aus zunächst in der Presse, die stets bereit ist, für Kolonial- und Flottenerweiterungs-Pläue einzutreten. Gestützt auf dieselbe Rede und unter Hinweis auf dieselbe werfen sich dann eine Anzahl von Männern für diese Pläne eifrigst ins Zeug. Wenn das. was in jener Rede angeführt worden ist, unser Bc- streben sein sollte, dann reicht das bei weitem nicht aus, was wir heute vom Bundesrathstische und in der 5kommission gehört habe». Mit jener Rede war mehr gemeint, es war darauf ab- gesehen, die deutsche Nation durch ihren Reichstag zu der Be- willigung zu veranlassen, die weit über das hinausgeht, was bisher die Majorität des Reichstages zu bewilligen nicht die Neigung hatte. In diesem Sinne haben jene Männer gearbeitet, dazu kam, daß einer der Männer, der in den letzten Tagen hoffentlich ein für alle Male abgethan ist, in ganz besonderem Maße sich in der Kolonialgesellschaft für diese Pläne ins Zeug warf. In der Presse thaten es die Herren Graf Dürckheim und Eissel aus Hamburg. Dann ist es aber auch in weiten Kreisen bekannt geworden, daß selbst Männer, die in der Marine eine gewisse Bedeutung haben, hinter diesen Plänen steckten und sie begünstigten. Der Staatssekretär des Marine- amts hat gesagt, es sei eine Unverschämtheit, einen Offizier der Marine in Gegensatz zum Reichskanzler zu bringen. Ich glaube, der Staatssekretär hat darunter zunächst sein eigenes Reffort verstanden und die Offiziere, die von ihm direkt ressortiren. Wir haben aber auch ein Marinekabinet, von dem ich nicht weiß, in welchem Subordinationsverhältniß das ftabinet zur Marineverwaltung steht. Auffallend ist, daß lange ehe der Name öffentlich durch die Zeitungen bekannt wurde, mir bereits bekannt war, daß der Chef des Marine- kabinets, Herr v. Senden- Bibram es war, der jene Personen intellektuell und moralisch unterstützte, die für seine sogenannten uferlosen Pläne eingetreten waren. Ich habe bis heute nicht gehört, daß dieser Herr jene Nachricht dementirt hat. Ist dem aber so, dann frage ich: was ist das für ein eigenthümliches Verhältniß in einer Regierung, wenn die offiziellen und verantwortlichen Personen in der Kommission nachdrücklichst erklären, daß sie von solchen uferlosen Plänen nichts wußten, sie bekämpften und auf der andern Seite eine Person in so hoher Stellung wie der Chef des Marinekabineis für solche Pläne eingetreten sein soll. Es hat überhaupt in der letzten Zeit den Eindruck gemacht, als sei nian manchmal da oben ganz im Unklaren, wer das entscheidende Wort zu sprechen habe und daß mitunter hinter den Kulissen sich Kämpfe abspielen zwischen den einzelnen mächtigen Personen, die ich wohl verstände, wenn wir uns am goldenen Horn befunden bei Sr. Majestät dem Sultan, die aber für zivilisirte und deutsche Verhältnisse höchst eigenthümlich sind. Der Reichstag muß wissen, ob es in der That möglich ist, daß gegen den ausgesprochenen Willen der Männer der Regierung noch Kräfte und Mächte vorhanden sind, die ihnen direkt entgegenhandeln und dadurch Verwirrung in der Oeffentlichkeit anrichten, daß die Regierung das Odium dieser userlosen Plän'. von sich abwälzen wollte», ist begreiflich. Der Staatssekretär irrt als Diplomat, wenn er glaubt, die Bekämpfung der künftigen sogenannten uferlosen Flottenpläne solle nur dazu dienen, die Nichtbewilligung der jetzigen Pläne zu rechtfertigen. Herr Fritzen wollte gerade jetzt das Extra- ordinarium unverkürzt bewillige», weil er jene uferlosen Pläne zurückweist. Die große Majorität des Reichstages wird Herrn Fritzen folgen. Nach den Ausführungen des Staatssekretärs stände Deutschland in bezug aus seine maritimen Interessen viel schlechter da als früher. Was haben wir denn in letzten zehn Jahren für die Marine aufgewendet?? Innerhalb der letzten 10 Jahre sind die dauernde Ausgaben des Marine-Etats von 36 2S6 000 M. auf 55 261 000 M., also um mehr als 50 pCt. gewachsen und trotzdem soll heule unsere Flotte weniger leistungsfähig sein! Ebenso verhält es sich mit den einmaligen Ausgabe». In diesen 10 Jahren hat der ordent- liche Etat an regelmäßigen Ausgaben 437 360 000 M. ver- schlungen, daneben sind an einmaligen Ausgaben 1 17 549 000 M. ausgegeben und die außerordentlichen Ausgaben dieses Zeit- raumes betrugen 138 266 000 M., sodaß sich die ge» sammten Ausgaben auf rund 693183 000 M. belaufen. Wenn sich trotzdem die deutsche Flotte in dem traurigen Zustand befände, wie dies der Staatssekretär hingestellt hat. dann fragt es sich, ob man dann noch in der bisherigen Weise weiter marschiren soll. Auf dem Gebiet des Militärwesens befinden wir uns schon in einer fortgesetzten Revolution in bezug auf die Bewaffnung, die Technik zc. und dies ist noch in viel höherem Grade bei der Entwickelung des Schiffbauwesens der Fall. Es ist auch nicht nothwendig in dem umfassenden Maße, wie es von verschiedener Seile geschehe» ist, für die Wahrung deutscher Interessen in fremden Welttheilen eine große Flotte zu haben. 19/£0 der Deutschen wandern nach Ländern aus, wo wir niemals ihren Interessen durch die deutsche Flotte Schutz gewähren können. Namentlich diejenigen, denen die Steuern im deutschen Reich zu hoch sind, die ivandern nicht»ach Marokka oder Chile, fondern nach irgend einer schönen Stelle der Schweiz oder des sonstigen Europas aus. Auch tritt die Nothwendigkeit zu Helsen zu ganz verschiedenen Perioden auf, so daß Deutschland auch mit einer verhältnibmäßig kleinen Kreuzerflotte seinen Interessen nach allen Richtungen gerecht werden kann. Falsch ist auch der einseitige Bau großer und kostspieliger Panzer und die Vernachlässigung von Kreuzerbauten, aber man gebe doch nicht dem Ausland den Anschein, als ob beim ersten leichtesten Angriff auf die deutsche Küste die deutsche Flotte kaum noch im stände sei. Widerstand zu leisten. Will man aber hier- mit die Bewilligungslust des deutschen Reichstages heraus- fordern, so muß ich dagegen protestiren. Das Wort „eivis rornanns sum" hat für die deutsche Reichs- regierung nicht zu gelten, obgleich es, wie ich fürchte, wenigstens eine sehr einflußreiche Person im Deutschen Reiche giebt. die diesem Grundsatz am liebsten Geltung verschaffen würde, eine Liebhaberei, wenn ich sie be- zeichnen muß, die, wenn der Reichstag die geringste Neigung hätte darauf einzugehen, uns in unabsehbare Ausgaben stürzen würde. Deutschland ist keine Seemacht, es ist nach seiner ganzen geographischen Lage und seinen ganzen diplomatischen und militärischen Verhältnissen«ine Landmacht. Es muß hauptsächlich und vorzugsweise sein Gewicht auf seine Landarmee legen. Die Armee hat allein an ordentlichen Ausgaben von 1886/87 bis 1895/96 die Summe von 4111372 000 M. ausgegeben, daneben an einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 297 145 000 M. und an einmaligen Ausgaben des außerordent- lichen Etats 1 204 791 000 M., zusammen also in 10 Jahren die Riesensumme von 5 613 309 000 M. Darunter sind noch nicht p Abg. von Bennigsen( natl.): Die Forderungen sind in der Zeit im voraus entrichtet, so hat der Verpflichtete sie nach Makdie Ausgaben für den Pensionsfonds und die Verzinsung der Budget- Kommission mit einer großen Mehrheit bewilligt worden; gabe des§ 342 oder, wenn die Kündigung wegen eines Umstandes Reichsschuld. Der Pensionsfonds für Friedenszeiten hat in es ist wohl nicht zweifelhaft, daß eine ähnliche Mehrheit im erfolgt, den er nicht zu vertreten hat, nach den Vorschriften über diesen 10 Jahren 380 Millionen, die Reichsschuld 477 Millionen Haufe die Bewilligung aussprechen wird. Die Erläuterungen die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung zurückzuverschlungen. so daß für Marine und Armee zusammen die und näheren Begründungen der Vorlage haben die Noth erstatten. Wird die Kündigung durch vertragswidriges Verhalten Riesensumme von 7 164 294 000 m. herauskommt, das heißt pro wendigkeit der geforderten Bauten vollständig nachgewiesen. des anderen Theiles veranlaßt, so ist dieser zum Ersatze des durch Kopf der Bevölkerung jährlich 14 M., für eine Familie von fünf Bedeutende Interessen legen eine größere Verstärkung unserer die Aufhebung des Dienstverhältnisses entstehenden Schadens Köpfen 70 M. Nach dieser Richtung müssen wir einigermaßen Flotte nahe; das ist in der Kommission so eingehend nach- verpflichtet.§ 620. Bei der Beendigung eines dauernden Einhalt thun. gewiesen, daß ich nicht begreife, wie Herr Bebel hat behaupten Dienstverhältnisses kann der zur Dienstleistung Verpflichtete von Der Staatssekretär meinte, das„ uferlos" habe eine gewisse tönnen, daß das Zentrum durch die Agitation für die uferlosen dem anderen Theile ein schriftliches Zeugniß über das DienstBerechtigung, weil die Grenzen der Entwicklung in moralischer Pläne zur Bewilligung bewogen worden sei. Es ist um so un- verhältniß und dessen Dauer fordern. Das Zeugniß ist auf Verund materieller Beziehung und in bezug auf unsere überfeeischen gerechter, einen solchen Vorwurf dem Zentrum zu machen, weil langen auf die Leistungen und die Führung im Dienste zu Interessen nicht abzusehen seien. Gewiß, aber daß auf keinem Herr Bebel ganz genau weiß, daß schon im vorigen Jahre die ge- erstrecken." Frohme und Stadthagen beantragten, den anderen Wege als dem der fortgesetzten Rüstungen diese Bedürf- forderten Bauten von der großen Mehrheit des Zentrums bewilligt§ 620 dahin zu erweitern, daß bereits von der Kündigung ab niffe und Intereffen zu befriedigen seien, bestreite ich. worden sind. Also deswegen brauchte die Agitation für die ufer das Zeugniß ausgestellt werden solle und daß eine Verpflichtung lofen Pläne nicht herangezogen zu werden. Wir brauchen eine stetige des Arbeitgebers aufgenommen werde, dem Arbeitnehmer auf Beschäftigung, um die Etablissements regelmäßig zu beschäftigen. Verlangen eine angemessene Zeit zum Aufsuchen von Arbeitsgelegen Verschiedene Umstände haben darauf eingewirkt, namentlich die heit zu gewähren. Beide Anträge wurden jedoch abgelehnt, vom wiederholte Veränderung in den Programmen der Marine und Vertreter der Regierung aber anerkannt, daß die Gewährung die Erfahrung mit den Bauten, die Veränderung in der Auf- von Zeit zum Aufsuchen von Arbeitsgelegenheit aus der allgefassung über die beste Form. Darüber ist jetzt eine Vereinbarung meinen Vertragspflicht des Arbeitgebers folge. Ein weiter gefunden und länger zu warten wäre falsch. Die Möglichkeit, gehender Antrag, klar auszusprechen, daß eine Rückfüh= noch beffere Formen zu finden, ist nicht ausgeschlossen, rung in das Arbeitsverhältniß oder ein 3 wang aber eine Berzögerung würde unsere Rüstung gefährden. zur Wiederaufnahme eines Dienstes für unzu" Es sind heute am 18. März 48 Jahre, daß fast genau in biefer Stunde in den Straßen Berlins ein großer Kampf ausbrach, in deffen Folge am nächsten Morgen hunderte von Leichen, tausende von Verwundeten das Pflaster mit ihrem Blute rötheten. Diese Kämpfe sind nicht ausgebrochen, um den Sozialismus zu verwirklichen, sondern sondern um die bürgerliche Freiheit, die deutsche Einheit zu verwirklichen, und als ein Hauptziel dieses Kampfes galt auch damals Speziell der ent schiedenste Kampf gegen den Militarismus in jeder Form. Freilich, die 48 Jahre sind verflossen, und wir sehen, daß heute Herr Bebel hat es als unerträglich bezeichnet, derartige lässig und lediglich ein Schadensersatzanspruch für die Aufwendungen, die nicht allein Deutschland, sondern ganz follossale Summen auszugeben für die Marine und das Landheer. den Fall unrechtmäßiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses Gleich Europa für den Militarismus zu Lande und zur See aufzu- Er hat seine Studien vorgetragen, und die angeführten Milliarden für zulässig erklärt werde, wurde abgelehnt! den Art. 95 des Einführungs. bringen hatten, im Vergleich zu jener Beit ins wahrhaft machen allerdings einen erschreckenden Eindruck. Aber in diesen falls fiel der Antrag, den Art. 95 Fabelhafte gestiegen sind, daß heute Anforderungen an die Summen steckt eine viel größere Leistung als bei andern Ländern. gefeßes aufzuheben und damit sämmtliche Gesindeordnungen Bevölkerung gestellt werden, die man damals nie für möglich Wir verdanken die Nothwendigkeit dieser Last nicht dem Kriegs- zu beseitigen. Ausdrücklich soll aber im Art. 95 ausgesprochen hielt, aber troßdem find to loffale Fortschritte im bedürfniß Deutschlands, nicht dem Bedürfniß unsere Grenzen werden, daß das Büchtigungsrecht gegenüber dem Gesinde auf Rampfe gegen den Militarismus gemacht. In auszudehnen und andere Nationen zu vergewaltigen. Wir leben gehoben ist. Der Antrag, das gleiche bezüglich der Seeleute klar allen Kulturländern der Erde, insbesondere Europa's, ist auf- nun einmal unter der Herrschaft des bewaffneten Friedens, auszusprechen, wurde bis zur zweiten Lesung zurückgestellt, nachgeftachelt durch die riesigen Militärlaften Opposition und und ich kann Herrn Bebel barin nicht folgen, daß wir dem der Staatssekretär erklärt hatte, daß eine Aenderung der Widerstand erwacht und es wird keine 48 Jahre nach einem Menschenalter uns ntayt mehr damit zu Seemannsordnung in nicht zu ferner Aussicht stehe. Alseitig Ich fürchte mehr dauern, daß kein Parlament Europa's beschäftigen haben." fürchte das Gegentheil. Herr anerkannt wurde, das daß vom insbesondere Ham in die Seemannsordnung hinein mehr sich mit diesen Fragen beschäftigt, mit denen Bebel meint, wir haben das Landheer, wozu brauchen wir burger Landgericht wir uns heute noch beschäftigen müssen. noch die Flotte. Auf dem Kontinent von Europa liegen unsere gelesene Büchtigungsrecht in der Seemannsordnung nicht Beim Die Wirkung des freundlichen Wintes seitens Deutschlands größten Interessen. Aber glauben denn die Herren ernsthaft, ausgesprochen ist noch hat ausgesprochen werden sollen. an Japan war, daß sofort die betreffenden Mächte sich selbst daß es unbedeutend ist, ob wir neben einem starken Landheer Werkvertrag"(§§ 621-641) gab§ 688, der sich mit der meldeten und Japan gezwungen wurde, im Frieden von noch eine Flotte nicht ersten, aber doch zweiten, mittleren Ranges Sicherungshypothet beschäftigt, Anlaß zu einer längeren Debatte. Schimonoseti auf die Annexion der Halbinsel Liatong mit Port haben? Wir haben ohnehin schon eine lange Küstenstrecke ge-§ 638 bestimmt: Der Unternehmer eines Bauwerks oder eines Arthur zu verzichten. Damit hat die Reichspolitik den Japanern habt, durch die Erwerbung von Schleswig- Holstein ist sie noch einzelnen Theils eines Bauwerks kann für seine Forderungen feinen Gefallen gethan, noch den deutschen Interessen genutzt vergrößert worden. Wenn wir keine Flotte haben, sind die Küften aus dem Vertrage die Einräumung einer Sicherungshypothek an oder sie vertheidigt. Japan hat man davon abgehalten, Liatong gefährdet, ich spreche gar nicht vom Handel und Verkehr. Zum dem Baugrundstücke des Bestellers verlangen. Ist das Werk noch und möglicherweise auch Korea zu nehmen, aber Rußland hat Schuße der Rüsten müßten wir ohne Flotte einen bedeutenden nicht vollendet, so tann er die Einräumung der Sicherungsman nicht wehren können, daß es seinen riesengroßen Ein- Theil des Heeres abgeben. Jemand, der von der Bedeutung der hypothek für einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Theil fluß, den wir ihm durch die Friedensverhandlungen verschafft Flotte so gering denkt, der sollte doch nicht vergessen das ist der Bergütung und für die in der Vergütung nicht inbegriffenen haben, nunmehr in bezug auf Liatong und Korea ausnußen wird. noch in der Erinnerung der älteren Herren welche erbärm- Auslagen verlangen."§ 638 bietet demnach völlig unzureichenden, Nicht nur die Sozialdemokraten, auch fast alle bürgerlichen liche Rolle der Deutsche Bund gespielt hat gegenüber Dänemark, ja weit hinter bestehenden deutschen Gefeßgebungen zurückParteien haben in ihren Organen die Meinung vertreten, daß weil wir keine Schiffe besaßen und Dänemart nicht da angreifen bleibenden Schuh gegen Bauschwindler. Insbesondere enthält er diese Intervention zu gunsten Chinas und die Machtvergrößerung fonnten, wo es verwundbar ist, in Seeland und Kopenhagen. feinerlei Schutz des Arbeiters oder für Lieferanten, Rußlands eine Benachtheiligung der deutschen Kultur und des Unsere Handelsinteressen beruhen auf der Heimath. Die großen wiewohl Baden, die Rheinprovinz, Rheinhessen, Württemberg deutschen Handels bedeutet. Man hat sich viel zu sehr von den Handelshäuser, welche die Schiffe ausrüsten, sind in Deutschland und Bayern dahin gerichtete Bestimmungen enthalten. Interessen des nächsten Augenblicks leiten lassen, als von den etablirt. Unsere Interessen erstrecken sich auf alle Gebiete, auf Abgeordneter Gröber beantragt deshalb, den ersten Say des Interessen der fernsten Zukunft, und diese letteren sind die halb- und unzivilisirte Gegenden. Dafür müssen wir unter Um-§ 688 wie folgt zu fassen:" Der Unternehmer eines BauHauptsache. ständen auch den Schutz der Kreuzer haben. werks oder eines einzelnen Theiles eines Baumerts sowie Staatssekretär Hollmann: Der Vorredner hat in der Deutschland ist ein so bedentender Konkurrent Englands ge- diejenigen, welche Arbeiten für das BauBudgetkommission so auch heute hier im Reichstag den Chef des worden, daß wir es begreiflich finden werden, wenn wir bei den wert ausgeführt oder Waaren zum Bauwerk Marinekabinets in die Debatte gezogen und behauptet, daß Engländern eine besondere Neigung, uns Hilfe zu leisten, nicht geliefert haben, können für die Forderungen aus dieser Herr im Zusammenhang stehe mit den uferlofen Flotten mehr finden. In England hat man das made in Germany" dem Vertrage die Einräumung einer Hypothek an dem Baugrundplänen, er hat auf ihn hingedeutet als auf denjenigen Offizier; erfunden, um unsere Industrie zu schädigen, und die Folge ist stück des Bestellers verlangen." Ferner beantragte Abg. Gröber: von welchem dem vorhergenannten Assessor die betreffenden gewesen, daß diefe Parole fich als gegen England gerichtet zum§ 638 die Voraussetzung auszusprechen:„ daß in dem Gesetz Mittheilungen gemacht wurden. Ich habe mich schon in der erwiesen hat. Das beweist, beweist, wie recht England hat, über die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen Kommission gegen eine solche Annahme ausgesprochen. Es eifersüchtig zu sein auf die schnell sich vollziehende Entwickelung für die in§ 638 bezeichneten Forderungen ein Vorzugsrecht vor ist vollkommen ausgeschlossen, daß ein Offizier fich unseres Handels und unserer Industrie. Eine große Nation ben voreingetragenen Hypotheken in Höhe der Werthsteigerung mit der Presse in Verbindung feßt, um gegen die muß die Kraft haben, ihre Interessen selbst zu schützen zu hause des Grundstücks aufgenommen werde." Beide Anträge werden Regierung zu arbeiten, und zwar ein Offizier, der und draußen, und wenn wir dazu eine Flotte gebrauchen bei abgelehnt. Frohme und Stadthagen hatten zur Regelung in einer dienstlichen Stellung steht, wie der Chef des Marine- den unruhigen und wechselnden Berhältnissen über dem Meere, dann dieser brennenden Frage die Aufnahme folgender Bestimmung fabinets. Abg. Bebel hat gefragt, in welchem Berhältniß dieses werden wir uns die Flotte bewahren und schaffen müffen, die dazu beantragt: Ist die Arbeitskraft zu gunsten einer unbeweg Rabinet zur Marineverwaltung stehe. Dieses Verhältniß ergiebt erforderlich ist, innerhalb der Leistungsfähigkeit unserer Finanzen. lichen Sache verwendet, so haftet diese für Berichtigung wenn Die Haftung erlischt, fich aus dem Titel und den Funktionen. Der Chef des Marine- Wir werden also im nächsten Jahre vor die Erörterung heran- des Arbeitslohns. tabinets steht der allerhöchsten Person als Bureauchef zur Seite; treten, bei der angekündigten Vorlage wegen Vermehrung der Arbeitnehmer seine Forderung nicht innerhalb eines Jahres nach er hat die allerhöchsten Befehle weiter zu geben. Daß ich auf Kreuzerflotte. Jetzt eingehend mich darüber zu äußern, wäre doch Ablauf des Arbeitsverhältnisses gerichtlich geltend gemacht einen solchen Offizier teinen Einfluß und keine Kontrolle über unrichtig. Wir werden das bewilligen, was erforderlich ist und hat. Der Arbeitgeber und jeder Dritte tann die Haftung ihn habe, ist selbstverständlich; es ist aber auch ausgeschlossen, die Leistungsfähigkeit unserer Finanzen nicht übersteigt. Ich der unbeweglichen Sache durch Sicherheitsleistung in Höhe des daß ich mit ihm in einen Widerspruch gerathe und mich in eine hoffe auch vom Reichstag, daß, soweit ein solcher Nachweis ge- Arbeitslohnes aufheben. Der Arbeitnehmer ist, falls BerichtiStellung verfette, die zu Reibereien Beranlaffung geben tönnte. führt ist, der Reichstag sich den verbündeten Regierungen nicht gung seines Lohnes erfolgt oder Sicherheitsleistung eingetreten ist, Abg. Bebel hat auch darauf hingewiesen, daß der Marine- versagen wird. verpflichtet, auf Verlangen und Koften des Arbeitgebers oder verwaltung in den lezten Jahren eine recht erfleckliche Summe Abg. Rickert( frs. Wg.): Ich habe schon früher den Wunsch eines betheiligten Dritten eine notariell oder gerichtlich beglaubigte zur Verfügung stand, um die Marine zu entwickeln. Die ausgesprochen, daß unsere Werften möglichst gleichmäßig beschäf- Urkunde dahin auszustellen, daß ihm Rechte an der unbewegSumme hat allerdings einen hübschen Klang und die Forde tigt werden, daß teine Sprünge gemacht werden in den Her- Cichen Sache wegen seines Arbeitslohnes nicht zustehen." Sie rungen für die Marine sind in den letzten Jahren gewachsen. stellungen. Ich möchte den Herrn Staatssekretär bitten, uns heute führten zur Begründung ihres Antrages aus, daß es nöthig ist, Daraus schließt Abg. Bebel, es tönne doch unmöglich die Ber- oder morgen eine Uebersicht über den Stand der Arbeiten auf den das Prinzip festzulegen, daß derjenige, der Nutzen von der Arbeit ficherung meines Amtskollegen zutreffen, daß uns nicht dasjenige einzelnen Werften zu geben, wie das in früheren Jahren geschehen ist. eines anderen hat, und nicht der Arbeiter, der seine Arbeitskraft Kreuzermaterial zur Verfügung stehe, welches wir für den Wie gedenkt ferner die Marineverwaltung die Bauten zu ver- verwendet hat, das Risiko für Bauschwindeleien 2c. zu tragen auswärtigen Dienst nöthig haben. Es steht aber doch so, theilen auf die Privatwerften und die kaiserlichen Werften. Sämmtliche gegen Bauschwindler gerichtete Anträge denn die Summe ist doch nur zu einem sehr fleinen bezug auf den Flottenplan fann ich nur meine volle Zustimmung finden jedoch, weil die Nationalliberalen mit der Regierung beTheil zu Schiffsneubauten verwendet, zu einem außerordentlich zu erkennen geben. Ich wünsche, daß es dem Staatssekretär ge- tonten, die Sache müsse durch ein Spezialgefeß geregelt fleinen Theil für den Bau von Kreuzern. Sie ist bewilligt in lingen möge, einen Plan nicht blos aufzustellen, sondern auch werden, nicht genügende Unterstügung. Unsere Genossen erster Linie für die Rüftenvertheidigung. Wir haben zunächst durchzuführen innerhalb der engen Grenzen, welche Herr v. Stosch werden diefelbe Frage bei Gelegenheit der Berathung über für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen gehabt und dann erst für innegehalten hat. die Bestimmungen, betreffend ungerechtfertigte Bereicherung, die auswärtigen. Wir haben, so lange ich die Marineverwaltung Staatssekretär Hollmann: Auf den Werften sind augen- und beim Hypothekenrecht, eventuell im Plenum wieder in vertrete, nur zwei Kreuzer erfter und zweiter Klasse und vier blicklich 11 900 Arbeiter beschäftigt. In den letzten Tagen sind Anregung bringen. Vertröstungen, daß Spezialgesetze kommen Kreuzer dritter Klasse, die wesentlich nur den stationären Dienst einige Arbeiter auf der Werft in Kiel entlassen, weil die Winter- würden, schenken sie kein Vertrauen. Die nächste Sigung findet am versehen, gebaut. Das ist zwar eine ganz hübsche Zahl von arbeit, die Separaturen abgeschlossen sind und die Neubauten Donnerstag statt. Sie beginnt mit Berathung des MäklerSchiffen, aber sie bedeutet nichts gegenüber der Zahl derjenigen, noch nicht diejenige Gelegenheit zur Arbeit bieten, welche es er- vertrages(§§ 642, 648). Bum§ 642 find folgende Anträge, der Lieber Letocha, Gröber, und Rem= die wir als abgängig betrachten müssen. In den legten zehn möglichst alle Arbeiter zu halten. Wir haben ein Abkommen ge- Abgg. Jahren haben unsere Kreuzer, die damals neu waren, wesentlich schlossen mit der Germaniawerft in Kiel und haben ihr 200 Arbeiter bold gestellt: 1. Uebernimmt der Makler Aufträge beider eingebüßt an ihren Gefechtseigenschaften. überlassen, die wir zurücknehmen, sobald wir mehr Arbeiter gebrauchen Theile zur Vermittlung desselben Geschäfts, bei dem das Es ist außerordentlich schwierig für mich, Ihnen Rede unb tönnen. Den Ersas von Friedrich den Großen" wollen wir auf der Interesse der Auftraggeber entgegenläuft, so verliert Antwort au stehen auf die Fragen, welche die Butunft taiferlichen Werft in Wilhelmshafen bauen lassen, wo schon das den Anspruch auf Matlerlohn." 2. Das Versprechen eines Verbringen wird, weil über die Fragen in feiner Weise Ent- Schwesterschiff„ Ersatz Preußen" gebaut wird. Die Bauzeit wird mögensvortheils für die Nachweisung einer heirathsfähigen scheidung getroffen ist. In den Erklärungen, die in der Kom- dadurch abgekürzt, daß der Bau einfach wiederholt wird. Ein Person oder für die Vermittelung einer Ghe ist nichtig." Durch miffion gegeben sind und die der Berichterstatter ausführlich wieder Kreuzer II. Klasse wird auf der Werft in Danzig gebaut werden, Annahme des letzten Antrages würde das be- rühmte Institut gegeben hat, und durch die Aufklärung meines Amt3- der andere auf einer Privatwerft. Die anderen Bauten werden der Schadchen" und der Geldfack von Zeitungen eine erhebliche follegen vom auswärtigen Amte ist wohl zur genüge bar wohl alle Privatwerften übergeben werden. Daß Herr Rickert Ginbuße erleiden, die( wie die Bossische Zeitung", der Lokals gethan, daß es sich nicht um es sich nicht um uferlose Pläne handelt. unsere Absicht, einen Plan vorzulegen, mit Freude begrüßt, hat Anzeiger" und ähnliche Heiraths Beitungen") hauptsächlich Wenn wir das prozentuale Verhältniß vergleichen, welches be- mich gefreut. Ich hoffe, daß wir alle seine Wünsche erfüllen Annoncen echter und unechter Schadchen und anderer Vermittler steht in der Marine zwischen dem alten Schiffsmaterial und können. dafür Geschlechtsverkehr gegen Geld Aufnahme gewähren. Man bem neuen, fo fällt der Vergleich sehr ungünstig aus; das alte Darauf wird um 5 Uhr die weitere Berathung auf darf gespannt sein, wie die Bertreter der Regierungen sich diesem Material überwiegt. Die Marineverwaltung muß sich beschäf Donnerstag 1 Uhr vertagt. Antrage gegenüber verhalten werden. tigen mit der Frage des Ersages des alten Materials. Weiteres thun wir nicht. Lokales. Parlamentarisches. der er Wir werden hoffentlich im nächsten Jahre dem Reichstage einen Plan vorlegen tönnen; es sind teine sensationellen Maßs And der Kommiffion für das Bürgerliche Gesetzbuch. Achtung, 6. Wahlkreis. Zum bevorstehenden Quartalsnahmen irgend welche Art. Das habe ich in der Kommission In der Sigung am Mittwoch wurden die Bestimmungen des wechsel bringen wir den Parteigenossen folgende Parteibereits ausgesprochen. Das erste Programm, welches dem Reichs- Entwurfs über den Dienstvertrag durch Annahme der SS 618 Speditionen bei der Lieferung Vorwärts", Wahrer tage vorgelegt worden ist, ist erfüllt worden; wir haben seitdem bis 620 zu Ende geführt.§§ 618 bis 620 lauten:§ 618." Hat Jatob"," Postillon", sowie fämmtlicher Parteiliteratur in mehrere Programme vorgelegt. Dadurch ist die Sache etwas der zur Dienstleistung Verpflichtete, ohne in einem dauernden Erinnerung: Moabit, Otto Hempel, Lübeckerstraße 16, verwickelt geworden, weil man nicht mehr weiß, was aus dem Dienstverhältnisse mit festen Bezügen zu stehen, Dienste höherer of part. Wedding und Oranienburger Vorstadt, einen in das andere Programm übergegangen ist. Wir Art zu leisten, die auf grund besonderen Vertrauens übertragen Emil Stolzenburg, Wiesenstr. 14. Gesundbrunnen, Wilh. haben in Aussicht genommen, alles zusammenzufaffen zu werden pflegen, so ist die Kündigung auch ohne die Gaßmann, Grünthalerstr. 67.( Bom 1. April ab: Grünthaler und die Bedürfnisse, wie sie bisher gedeckt sind, zu vergleichen im§ 617 bezeichnete Voraussetzung zulässig. Der Verstraße 64.) Rosenthaler Vorstadt, Gustav Rosenthal, mit den neuen Bedürfnissen. Wir haben quantitativ sehr geringe pflichtete darf nur in der Art kündigen, daß sich der Dienst- Granseerstr. 6. Schönhauser Borstadt, Karl Mars, Bedürfnisse und find qualitativ noch bescheidener. Bei einer berechtigte die Dienste anderweit beschaffen kann, es sei denn, Kastanien- Allee 96. fleinen Flotte muß jedes Schiff seinen Mann stehen, wir können daß ein wichtiger Grund für die unzeitige Ründigung feines entbehren. Die Marineverwaltung hat eine große Genug vorliegt. Kündigt er ohne solchen Grund zur Unzeit, so hat er thuung an der fast einstimmigen Bewilligung ihrer heutigen dem Dienstberechtigten den daraus entstehenden Schaden zu er Forderung in der Kommission und sie giebt sich der Hoffnung feßen."§ 619. Wird nach dem Beginne der Dienstleistung das hin, daß der Reichstag seiner Rommission folgen wird. Dienstverhältniß auf grund des§ 617 oder des§ 618 gekündigt, Abg. Pachnicke( frf. Wg.): Wir wollen in den bisherigen so faun der Verpflichtete einen feinen bisherigen Leistungen entBahnen bleiben, wir verlangen, daß die Finanzkraft des Landes fprechenden Theil der Vergütung verlangen. Kündigt er, ohne nicht außer Acht gelassen wird, daß eine gleichmäßige Beschäfti- durch vertragswidriges Verhalten des anderen Theiles dazu vergung der Werften herbeigeführt und jede Ueberstürzung vermieden anlaßt zu sein, oder veranlaßt er durch sein vertragswidriges In Weißenfee haben unsere Parteigenossen bei der am wird. Unbekannten noch gar nicht fest umrissenen Plänen der Verhalten die Kündigung des anderen Theiles, so steht Dienstag erfolgten Gemeinderathswahl der dritten WählerZukunft tönnen wir jedenfalls feinen Einfluß einräumen auf die ihm ein Anspruch auf die Bergütung insoweit nicht zu, als feine Klaffe des zweiten Bezirks einen glänzenden Sieg errungen. gegenwärtigen Forderungen, die lediglich einen Erfah schaffen bisherigen Leistungen infolge der Kündigung für den anderen Auf unseren Parteigenossen Lederarbeiter Karow fielen wollen für das abgehende Material. Theil tein Interesse haben. Ist die Vergütung für eine spätere 1235 Stimmen, wogegen die vereinigten Gegner troy aller An" Genossen! Es ist heute mehr als sonst am Blake, für die Verbreitung unserer Presse Sorge zu tragen. Thue daher jeder feine Pflicht! Alle Beschwerden wolle man ungefäumt den oben genannten Speditionsinhabern bekannt geben. Adreffen- Aenderungen der Abonnenten finden insofern schnelle und gewissenhafte Erledigung, als diefelben ohne Rücksicht auf finanzielle Vortheile unter den vorgenannten Speditionsinhaberu ausgetauscht werden. flrengung e5 nur auf 48 Stimmen brachten. Bei der vor vier Jahre» erfolgten Wahl blieben die Gegner mit 63 Stimmen Sieger über unseren Kandidaten, der nur 32 Stimmen erhalten batte. Das überaus günstige Resultat vom Dienstag mögen alle Parteigenossen sich vor Augen führen, die im ersten Bezirk wohnen. Auch dort ist bei einigermaßen guten» Willen der Sieg unseres Kandidaten möglich. Di« Stichwahl im ersten Bezirk findet am Freitag, den 27. März, von 11 bis 2 Uhr im Schloß Weißensee(Wintersaal) statt. Bei der Gemeinderathswahl in Britz sind unsere Kandidaten den vereinigten Gegnern unterlegen. In Adleröhof hat die Volksversammlung, welche sich am 16. d. Mts. mit der am nächsten Montag stattfindenden Gemeinde- rathswahl beschäftigte, den Parteigenossen Ernst Laube, Stuckatcur, Hoffmannstr. 7. als sozialdemokratischen Kandidaten aufgestellt. Es ist Pflicht jedes Parteigenossen, sich an der am 23. März, nachmittags von 4 bis 6Vs Uhr in Lenpold's Restaurant stattfindenden Wahl zu betheiligen. Parteigenossen Schönebcras! Die Gemeindeivahlen finden am Freitag, den 2 6. d. Mts. von 11— ö Uhr statt. Wohlberechtigt ist jeder, der das 24. Lebensjahr erreicht hat, ein Jahr im Orte wohnt und wenigstens 4 M. Steuern jährlich zahlt. Parteigenosse» Z Unsere Gegner lassen sich keine Mühe verdrieße», um auch die Mandate der dritten Wählerabtheilung für sich zu erlangen. Wenn auch die Wahlzeit für die meiste» von Euch sehr ungünstig liegt, so möge doch niemand die Mühe und den Zeitverlust scheuen, seine Parteipflichl dadurch zu er- fülle», daß er sich nicht nur selbst an der Wahl betheiligl, sondern auch säumige Wähler zu derselben heranzieht. Allen gegnerischen Maßnahmen zum Trotz müssen unsere Kandidaten Wilhelm B ä u m l e r und Hermann K ö st e r als Sieger aus der Wahl hervorgehen. Das kann aber nur geschehen, wenn Ihr Mann für Mann Eure Schuldigkeit thut! Heut Abend findet eine Ver- sammlung zum Zweck der Gemeindewahl bei Obst, Grüne- w a l d st r a ß e 110, statt. Der sozialdemokratische Verein Vorwärts in Rixdorf hat in diesem Winter den Versuch gemacht, in Theaterabenden seinen Mitgliedern Anregung zu bieten. Der überaus gute Besuch, den die zwei bis jetzt veranstalteten Vereins-Vorstellungen gefunden baden, lehrt, daß dies Bemühen erfreuliches Verständniß findet. Ans die letzte Vorstellung dieses Winters, die am nächsten Sonn- tag veranstaltet wird, machen wir ganz besonders aufinerksam. Näheres darüber findet sich im Jnseratentheil der heutigen Nummer. Der glänzende Sieg der Sozialdemokratie bei der Rix- dorfcr Gemeindewahl hat unsere Gegner ganz perplex gemacht, so daß dieselben sich auch in der U. Abtheilung nur schwach an der Wahl betheiligten. In dieser Abtheilung wurden die aus- geschiedenen Vertreter. Nechnungsrath Marggraff und Weber- meister Rahmig, wiedergewählt, desgleichen in der I. Abtheilnng die bisherigen Gemeindeverordneten Ziegra, Daber und Fischer. — In der III. Abtheilung wird nochmals gewählt werden müssen, da Genosse F r e e s e nicht Hausbesitzer ist. Zu dem ans der Tagesordnung der nächsten Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung stehende» Etat der städtischen Straßenreinigung ist vom Stadtverordneten Jacobi solgender Antrag eingebracht worden: Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, den Lohn der Hilfsarbeiter bei der Straßenreimgung von 2 Mark aus 2.25 Mark pro Tag zu erhöhen. Die Berliner Polizei schien bei Gelegenheit der Kranz- niederlegung im Friedrichshain einen kleinen Fang machen zu wollen. Der Träger des von den sozialistischen Studenten gestifteten Kranzes wurde beiseite genommen und dann notirte man Namen nebst Wohnung von ihm. Auch wünschte man zu wissen, w e r den Auftrag zur Niederlegnng des Kranzes gegeben habe. Selbstverständlich war die Polizei- liche Liebesmüh umsonst, da vorsichtsweise solche Personen mit der Niederlegung betraut waren, denen weder die Polizei noch die akademischen Behörden etwas anhaben können. Aus dem Auftreten des Polizeilieutenants ging hervor, daß man auf diesen Kranz besondere Aufmerksamkeit legte. Weuu zwei dasselbe thuu, ist es uicht daffelbe. Wir hatten schon öfter Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß die Schöneberger Polizeiorgane mit größter Strenge darauf achten, daß die für Arbeiterlokale auf 16 Uhr festgesetzte Polizeistunde nicht überschritten wird, und daß sogar die Versammlungen unserer Parteigenossen beim Eintritt dieser Polizeistunde regel- mäßig aufgelöst werden. Dem sozialdemokratischen Wirth und feinen Gästen würde es theuer zu stehen kommen, wenn sie sich einfallen ließen, nach ausdrücklicher Aufsorderung eines Beamten munter weiter zu zechen. Das nicht überall mit der hier angeführten Strenge vorgegangen wird, beweist folgender Fall: Am Sonnabend, den 7. d. M.. bemerkte ein Nacht- wächter, daß im Restaurant»Zum Albrecht Dürer" am Dürerplatz noch gegen 1 Uhr Gäste anwesend waren, ob- gleich das genannte Lokal nur bis 12 Uhr Konzession hat. Pflichtschuldigst ging er deshalb hinein und erinnerte den Wirth daran, daß auch für ihn bereits die Polizeistunde eingetreten sei und sein Lokal geschlossen werden müsse. Zu seinem Staunen bemerkte er unter den späten Gästen auch seinen Vorgesetzten. den Herrn Polizei-Jnspektor. Der Wächter trat daraus den Rundgang durch sein Revier an, von dem er um Vs2 Uhr zurückkehrte, das Lokal immer noch offen fand und drinnen den Herrn PolizeuJnspektor im Kreise der übrigen Gäste. Nochmals gebot der Wächter Feierabend. Als er aus der Straße wartete, ob man seiner Anordnung nachkäme, trat der Polizei-Jnspektor an ihn heran, und forderte ihn aus. ihm zur Wache zu folgen. Hier an- gekommen, mußte der Wächter seine Waffen abliefern und dann wurde er durch den Polizei-Jnspektor vom Dienste suspendirt. Am Vormittag des nächsten Tages untersuchte der AmtSvorsteher diese Angelegenheit: das Resultat der Untersuchung muß doch wohl für den Wächter ein günstiges gewesen sein, denn ihm wurden sogleich seine Waffen wieder überreicht und der Mann versieht nach wie vor seinen Dienst. Ter konfiSzirte Uhland. Mit der zunehmenden Bedeutung der Sozialdemokratie steigt naturgemäß auch die Besorgniß, welche die Machthaber im Polizeistaate vor der Kunst Gutenberg's hege», wenn diese im Dienste der Freiheit geübt wird. Das zeigt sich am deutlichsten alljährlich an den Gräbern der Märzgefallenen, allwo die Zensur diesmal in geradezu unglaublicher Weise ge- waltet hat. So hat von dem Kranze, den die sozialdemokratischen Frauen und Mädchen widmeten, der folgende Gedenkspruch ab- geschnitten werden müssen: „Der Dienst der Freiheit ist ein strenger Dienst. Er trägt nicht Gold, er trägt nicht Fürstengunst, Er bringt Verbannung, Hunger, Schmach und Tod; Und doch ist dieser Dienst der höchste Dienst." Welcher deutsch« Dichter ist nunmehr noch vor der Polizei sicher? Auf dem Domba» ist abermals ein Unglück passtrt. Dem Zimmerer P. fiel am gestrigen Vormittag L'/e Ubr ein etwa 4 Pfund schwerer Haminer aus der Hand, als er auf einer großen Leiter in schwindelnder Höhe eine Arbeit zu verrichten batte. Das herabfallende Werkzeug traf leider den Zimmerer Fink, Martannenufer 4, so unglücklich an den Vorderkopf, daß eine 8 Zentimeter lange Wunde entstand, die auf der Sanitäts- »vache zugenäht wurde. Fink wird länger« Zeit arbeitsunfähig bleiben. Die überaus gefahrvollen Arbeiten am Zehnnüllionen- Dombau fordern Opfer über Opfer. Dabei ist der Lohn. den die Zimmerer zum Beispiel erhalten, kein höherer, als der an privaten Bauten gezahlte; und wenn die Arbeiter die zu der Gefahr, der sie fortdauernd ausgesetzt sind, in gar keinem Verhältnisse stehende bescheidene Lohnerhöhung auf 66 Pf. für die Stunde verlangen, so müssen sie an dem dereinst der christlichen Menschenliebe zu weihenden Institut erst ausständig werden. Erst nach hartnäckigem Kampfe haben sich die Unternehmer be- kanntlich dazu verstanden, wenigstens einen Stundenlohn von 55 Pf. zu zahlen. Außer den immer noch mangelhaften Abdeckungen, die selbst nach dem gelegentlich des letzten tödtlichen Unglücksfalles erfolgten Ausspruch eines Regierungsbaumeisters noch recht der Verbesserung bedürfen, schreiben die Arbeiter die vielen Unfälle wesentlich dem intensiven Ausbeutungssystem zu, das die Unternehmer am Dom- bau üben. Es herrscht dort die bekannte Einrichtung der Vor männer, die einen un» 2Ve Pf. erhöhten Stundenlohn erhalten und dafür die Pflicht haben, die sechs oder sieben Mann, über denen sie stehen, zu möglichst schnellem Schuften anzuhalten. So sieht es an einem evangelischen Kirchenbau aus, den der Staat mit bislang unerhörter Pracht ausführen läßt. Ein Zeitbild, das auch der frömmsten Seele zu denken geben sollte. Schwindel mit— X- Strahlen. Die in einem hiesigen Theater vorgeführte photographische Aufnahme einer Hand „durch X-Strahlen in fünf Minuten" ist dem„B. T." zufolge ein plumpes Zauberkunststückchen. Am Sonnabend begab sich infolge der Aufforderung des Mr. Chambly ein Zuschauer auf die Bühne, um seine Hand photographiren zu lassen. Es wurde der Abklatsch einer linken Hand ohne Ring(nur solche Hände eigneten sich für die Aufnahme!) in der angeblichen Kassette her- gestellt und dann nach fünf Minuten dem Publikum als Röntgen- Photographie die Hand des betreffenden Herrn vorgezeigt. Mr. Chambly hatte aber leider damit nicht gerechnet, daß das „Medium" ein Sachverständiger war. der sich in der inneren Handfläche zwei Nadeln befestigt hatte, und so war die Be- stürzung des„Entdeckers" groß, alS der Herr, dessen Hand an- geblich photographirt worden war, erklärte, die„Photographie" sei nicht die seiner Hand, da sonst die Nadeln deutlich ersichtlich sein müßten. Mr. Chambly suchte durch Ausreiben das Bild zu verwischen, wurde aber hieran gehindert, so daß nun das Räthsel der neuen Erfindung als gelöst zu betrachten ist. Zur Ermordung der Clara Galle wird berichtet: Der von der Kriminalpolizei eingeholte Arbeitsnachweis des„Berliner Lolalanzeigers", grund dessen die Ermordete etwa eine Stellung gefunden haben konnte, ist auf seinen Inhalt genau geprüft worden und es sind entsprechende Nachforschungen bei sämmt- lichen derartigen Inserenten angestellt worden. Diese Recherchen haben zu dem Ergcbniß geführt, daß die Galle nicht auf arund einer Annonze verschleppt worden ist.— Ebensowenig ist die Annahme, daß der Mord von einer Person, welche der G. näher stand, ausgeführt worden sei, gerechtfertigt. Die Untersuchung gegen die des Gattenmords verdächtige Wittwe A»i g u st e S ch e i d n e r in Rixdorf ist nunmehr ge- schlössen und sind die Akten der kgl. Staatsanwaltschaft am Landgericht II behnss Erhebung der Anklage zugestellt worden. Der mit der Untersuchung der Leicheutheile des verstorbeneu Töpfermeisters Scheidner betraut gewesene Gerichtschemiker Dr. Bein in Berlin hat sein Gutachten dahin abgegeben, daß nach seiner Ansicht ein Giftmord vorliegt. In der Bauchhöhle der Leiche wurde eine größere Quantität Zink ge- fuuden, woraus geschlossen wird, daß die Vergiftung durch Zink- vitriol erfolgt ist. Vorläufig bleibt die Verhaftete noch bei ihrem hartnäckigen Leugnen und versucht neuerdings, Geistesgestörtheit zu simnlireu. Ein Brand in dem Hause des Steru'scheu Konscr- vatorinms» Wilhelmstr. 20, allarmirte gestern Morgen G3/» Uhr die Feuerwehr. Im zweiten Stocke deS Quergebäudes war ein erhebliches Schadenfeuer ausgebrochen und hatte bei Ankunft der teuerivehr bereits einen größeren Umfang angenommen. Der euerivehrmann Nebel, der im Hause wohnt und dienstfrei war, nahm den Brand zuerst wahr. Er drang über die durch den Qualm nahezu unpassirbareu Treppen in die Wohnung ein, rettete eine Frau, welche krank zu Bette lag, und weckte die übrigen Bewohner. Die Arbeit der Feuerwehr, die bald darauf eintraf, leitete Brandnieister Leybold. Der Schaden, der durch den Brand entstanden ist, ist bedeutend, jedoch durch Ver- sicherung gedeckt. Ms Gntstehungsnrsache nimmt man Un- Vorsichtigkeit an. Drei Leichen unbekannter Personen sind gestern in der Spree und in den Kanälen gefunden worden. WittcruugSiibersicht vom 18. März 189«. Wetter-Prognose für Donnerstag, den 19. März 1896. Nachts etwas wärmeres, am Tage kühleres, veränderliches, vielfach wolkiges Wetter mit Negensälleu und frischen westlichen Winden. Berliner W e t t e r b u r e a». MxmXt und MMenPchsfk. In der Angelegenheit deS Schiller-Theaters wird uns von dem Vertreter von Wallner's Erben, Herrn Heinrich Wallner, Schleswiger Ufer 14, geschrieben: Die Differenzen über die Pachtverlängerung mit Wallner's Erben sind nur dadurch ent- standen, daß die Direktion deS Schiller- Theaters von der bis- hcrigen Pacht einen Nachlaß von niehr als 16 666 M. verlangte. Da die Pachtsumme infolge der früheren mißlichen Verhältnisse des Wallner-Theaters schon eine sehr geringe ist, konnten die Besitzer ans eine Herabsetzung nicht eingehen.— Es liegen uns verschiedene zumeist sehr günstige Offerten vor, über die wir in kürzester Zeit Mittheilung machen können. Der Schriftsteller Ernst Wichert vollendete am 11. März sein 65. Lebensjahr und hat deshalb als Kammergerichtsrath von der gesetzlichen Befugniß der Beamten, bei diesem Alter auch ohne Jnvaliditätsnachweis die Versetzung in den Ruhestand nachsuchen zu dürfen, Gebrauch gemacht, um demnächst ganz seiner schrift- stellerischen THSIigkeit zu leben. Er war im Oktober 1353 in den Dienst getreten und wird zum 1. April d. I. pensionirt. Bertha v. Snttner'S„Die Waffe» uieder" wurde in einer sehr geschickten Dramatisirung von Karl Pauli am Kottbuser Stadttheater zum ersten Male aufgeführt und hinterließ einen starken Eindruck beim Publikum. Otto Roquette, der Dichter von Waldmeisters Brautfahrt, ist am 13. März in Darmstadt gestorben. Aus London wird der„Voss. Ztg." berichtet: Dem Dr. Hall-Edwards in Birmingham ist es gelungen, die Röntgen- Strahlen ganz durch den Körper eines Erwachsenen dringen zu lassen und däs Rückgrat und Rückenmark von vorn abzuphoto- graphiren. Dr. Hall-Edwards ist auch so weit gelangt, mittels der Röntgen'schen Strahlen in Zeitungen versteckte, mit Siegel- wachs umgebene Münzen zu entdecken, wie es häufig geschieht, um etwas Porto zu sparen. Mit seinem Apparat kann er Gegenstände erkennen, auch wenn sie hundertfach mit Papier umschlungen sind.— Auf dem Gute Cams Hall in Hamshire hat man in einem alten Schrank ein Packet werthvoller Bücher ausgesunden. Unter ihnen besindeu sich einige Caxton's, die von 1474—94 datiren. Sie sind sämmtlich trotz ihres Alters wohlerhalte». Die Einband« decken sind allerdings etwas von Würmern zernagt, die Blätter selbst sind aber so weiß und rein, als ob sie eben aus der Drucker- presse kämen. Eine der ältesten Caxton'schen Ausgaben ist „Justinians Law". Dieses Buch scheint kaum geöffnet worden zu sein. Vor wenigen Jahren erzielte die zweite Auflage dieses Werkes in London einen Preis von 1666 Lstr. Gevirfiks Leitung. Ter frühere Amtsdiener, jetzige Restaurateur Heinrich Schmidt ans Rixdorf war bekanntlich wegen Aus- schreitungen im Amte vom Landgericht II Berlin z» 2 Jahren Gefängniß verurtheilt worden. Hiergegen hatte Schmidt Re- vision eingelegt und das Reichsgericht hat jetzt derselben insofern stattgegeben, als es das erste Urtheil aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die erste Instanz zurück- verwiesen hat. Ans Münster wird vom Mittwoch berichtet: In dem Prozesse B e ck m a n n wegen des Einsturzes des Spinnerei- gebäudes in Bocholt, bei welchem 22 Personen ums Leben kamen, wurde heute das Nrtheil verkündet. Dasselbe lautet gegen Beck- mann auf neun Monate Gefängniß unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. Der Bauunternehmer Hülskamp wurde freigesprochen. Die Ursache des Einsturzes seien die mangelhasten Fundamente gewesen. Von den Sitten der guten Gefellschaft. Das Duell S e i d e» st i ck e r- B o r ch e r t, in welchem der Premierlicutenant Seidensticker getödtet wurde, bildete am 14. d. M. den Gegen» stand der Verhandlung vor dem Schwurgericht in Königs- b e r g. Der Angeklagte Gerichtsassessor Borchert, machte, wie die„Hartung'sche Zeitung" berichtet, über die Bor- geschichte und de» Verlauf des Duells folgende Angaben: Er habe am 2. Februar einen vom kaufmännische» Verein veranstalteten Maskenball besucht. Gegen 4 Uhr morgens sei er nach dem B ö r s e n t n n n e l gegangen, um da- selbst einige Erfrischungen einzunehmen. Ei» ihm un- bekannter Herr— es war dies der L i e u t e» a n t Seiden- st i ck e r—, der mit ihn» an einem Tische saß, habe ihn. als er schon im Gehen war, in ziemlich derber Weise in das Gesäß gekniffen und ihn, zugerufen: „Bringen Sie mir ein Glas Bier!" Er sei über das Benehmen des Herrn anfangs sprachlos gewesen und habe denselben in er- regier Weise zur Rede gestellt, wobei ihm jedoch nur ein wieder- holtes höhnisches Lächeln zu theil geworden wäre. Auch seil, wiederholtes Ansinnen, die Beleidigung zurückzunehmen, wurde zurückgewiesen. Nunmehr, denn auch jetzt habe der Herr noch nicht reagirt, sei er der Ansicht gewesen, einen nicht satisfaktiousfähigen Herrn vor sich zu haben, und habe insolae dessen den Tunnel verlassen wollen. Unterwegs habe er den Kaufmann Werner, der ihn suchen wollte, getroffen und ihm Miltheilung von dem gemacht, was geschehen sei. Werner hätte geäußert, daß er, der Angeklagte, eine derartige BeHandlungsweise sich nicht gefallen lassen dürft. Werner habe den Herrn auch angesprochen und demselben gesagt, er verdiene es eigentlich, hinausgeworfen zu iverde». Der unbekannte Herr, welcher mit zwei anderen am Tische gesessen, habe auch jetzt noch immer ein höhnisches Lächeln zur Schau getragen. Nunmehr habe er, der Angeklagte, seinen Gegiier aufgefordert, den Tunnel zu verlassen und ihn, nach der Treppe zu folgen, was auch geschehen sei. Noch im Tunnel habe er, der An- geklagte, in seiner kolossalen Erregung seinem Gegner die Worte „Lümmel",„louismäßiges Betragen",„ L u in p" entgegengefchleudert. Draußen im Flure hätte der Gegner ihn ausgefordert, die gefallenen Ausdrücke nochmals zu wiederholen, was er auch g e t h a n habe. Nun- mehr hätte er, der Angeklagte, seinen Namen und Stand genannt und ein gleiches auch von seinem Gegner verlangt, waS dieser jedoch nicht gethan habe. Auf seine Frage, wo er ihn morgen treffen könne und wer sein Kartcllträger sei, habe er nur ausweichende Antworten erhalten. Nunmehr habe er sich in der Absicht, seinen Gegner zn stellen, nach dem Garderoben- raun, begeben, daselbst auch den Lieutenant Seidensticker an- getroffen und ihn aufgefordert, ihm zu sagen, wer sein Kartell- träger sei. Darauf habe Lieutenant Seidensticker geantwortet: „Lassen Sie mich in Ruhe, Sie sind ja verrückt!" Auf diese Aeußeruug hin habe er, der Angeklagte, seinem Gegner vier Ohrfei'gcn versetzt. S. wäre zwar sofort wieder aufgesprungen und hätte sich auf ihn gestürzt. Fünf bis sechs Herren wären nun hinzugesprungen und hätten sie beide von einander getrennt. Das eigentliche Renkontre sei damit deendet gewesen. Dann ging das Duell vor sich. Beim vierten Kugel wechsel traf Assessor B. seinen Gegner zwischen die zehnte und elfte Rippe. Nach Verlauf einer halben Stunde war Lieutenant S. eine Leiche. Aus der Zeugen- Vernehmung ist nur die Aeußerung bemerkenswerth, welche der Getödtete, Lieutenant S e i d e n st i ck e r, am Morgen nach dem Maskenball zum Lieutenant von Batocki gemacht hat. Er äußerte diesem gegenüber:„Sie können mich todtschlagen. ich weiß von der ganzen Sache nichts!" Der Vertreter der Anklagebehörde gab zu, daß An- geklagter das Duell, nachdem er einmal zu weit gegangen sei, n i ch t habe vermeiden können. Es sei zivar das gute Recht des Angeklagten gewesen, Lieutenant S. wegen der groben Beleidigung zur Rede zu stellen, aber unrichtig sei es ge- wesen, über die Grenzen, welche ihm seine gesellschaftliche Stellung zog. hinanszngehen. Einer schweren I n k o n s e- qnenz Habesich der Angeklagte dadurch schuldig gemacht, daß er einen Herrn, den er für nichtsatiSfaktionssähig hielt, trotzdem in schwerster Weise beleidigte. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage im Sinne der Anklage. worauf der Gerichtshof den Angeklagten zu der g e r i n g st e» gesetzlich zulässigen Strafe von zwei Jahren F e st u n g s h a f t v e r u r t h e i l t e. Der Antrag der Staats- anwaltschnst hatte auf d r e i I a h r e Festungshaft gelautet.— Den Verlust des im Ducllmorde umgebrachten Lieutenants Seidensticker wird das Vaterland ja gewiß verschmerzen können. Aber völlig inkurabel muß jedem Menschen von Gesittung die in diesem abscheuliche» Bilde vorüberziehende Gesellschaft er- scheinen, die bekanntlich die„gute" ist und sich zur Stütze von Ordnung, Sitte und den sonst noch vorhandenen heiligsten Gütern vornehmlich berufen fühlt. An solchen Erscheinungen wird man gewahr, daß der Sieg der Sozialdemokratie nicht allein eine soziale, sondern auch eine sittliche Nothwendigkeit ist. Adlershof. Am 16. d. M. tagte hier bei Wöllstein eine öffentliche Volksversammlung behufs Stellungnahme zur Ge- meindevertreterwahl. In einem kurzen Referat legte Genosse Schmädicke den Anwesenden klar, wie wichtig und nothwendig es für die Arbeiter sei, sich an der Wahl zu betheilige»; gleich- zeitig empfahl Redner den Eigenthümer Laube als Kandrvaten der sozialdemokratischen Partei. In der Diskussion wurde zunächst das freisinnige Wahlflugblatt einer Betrach- tung unterzogen, wobei festgestellt werden konnte, daß dasselbe mit geringen Abänderungen eine getreue Kopie des bei der voraufgegangenen Wahl vertheilten sozialdemokratischen Flugblattes sei; den Genossen sei daher Vorsicht gerathen, damit sie nicht Opfer dieses Bauernfanges werden. Nach- dem sich noch mehrere Redner im Sinne des Referenten ge» äußert, gelangte folgende Resolution zur Nunahme:„Die Ver- sammlung erklärt sich niil den Ausführungen deS Reserenten -OO -20 er= gad er feine Absicht zu nach Im folgenden Jahre einverstanden und verpflichtet sich, für die Gemeindevertreterwah!| pols, das sich von Rolymst über Werchojanst bis nach Im einzutreten, und dem Kandidaten der sozialdemokratischen Partei Jakutsk hinab erstreckt, beträgt die Durchschnittstemperatur des fennen, nach Südamerika auszuwandern, ob er dies jemals zum Siege zu verhelfen." Nach Zusammensetzung eines Wahl- Jahres 12° G. Die tälteste bewohnte Stelle unferer Erde ist gethan, kann jedoch nicht festgestellt werden. Seit nahezu zwanzig tomites, bestehend aus den Genossen Euliz, Hannemann und der Flecken Werchojanst, dessen jährliche Durchschnittstemperatur Jahren haben nun die nächsten Verwandten versucht, das Ver. Meifter, wurde bekannt gegeben, daß die Wählerlifte für jeden 160 ist, doch zeigt das Thermometer in den drei ftrengsten mögen, welches inzwischen auf über 20 Mill. Mart angelaufen Parteigenoffen zur Einsichtnahme bei Eulig, Hackenbergstr. 29 Wintermonaten, Januar, Februar, März gewöhnlich 490, und ist, in die Hände zu bekommen; aber ihre Behauptung, daß Peter ausliegt. Unter Verschiedenem wurde zunächst Genoffe im Jahre 1885 find sogar 680 beobachtet worden. Für Tietjens todt sei und Leibeserben nicht hinterlassen habe, Meister an stelle eines ausgeschiedenen Mitgliedes in die Lokal solche Temperaturen sind nur Spiritus Thermometer zu ge- fonnte nicht so glaubhaft nachgewiesen werden, daß das Kanzleitommiffion gewählt. Alsdann erstattete Michels Bericht in brauchen, da das Quecksilber schon bei 400 erstarrt. Im Juli gericht sich zur Herausgabe des Vermögens verstanden hätte. Sachen des Konfektionsarbeiter- Streits. Die auf 40 Liften erzielte tann das Thermometer in Werchojanst dagegen bis+150 Es wurden nun gerichtlicherseits im Auslande Anzeigen und Einnahme betrug 245,47 M. Die Unterstüßungen am Drt be- steigen. In Jatutst beträgt die Mitteltemperatur von tonsularische Nachforschungen angestellt, und am 8. März d. J. Tiefen sich auf 22 M. In dem zu gunsten der Arbeiter beendeten Mitte Dezember bis Mitte Februar-420. Selbst mitten im erfolgte die Todeserklärung des Erben Peter Tietgens, so daß Streit bei Luge wurde eine Einnahme von 160,95 M. erreicht. Sommer giebt es nur wenige Nächte, in denen es nicht friert. nunmehr dessen nächste Verwandte in den Besitz des Erbes geDie Summe für Unterstützung der Holzarbeiter betrug 65,80 M. Der Winter beginnt anfangs November, und das Thauwetter langen tönnen. 89 M. wurden den Kottbuser Textilarbeitern überwiesen, während tritt im März ein. Ende April beginnen die Birken zu sprossen, Die gesammte Bernsteinausbente im deutschen Reiche der Reft für Porti, Fahrt 2c. verausgabt wurde. aber erst wenn die Lena aufbricht, was mit gewaltigem Krachen betrug im Jahre 1894, wie die Wochenschrift Prometheus" Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht Donnerstag: Südostschule, geschieht, ist der Frühling als gekommen zu betrachten. In mittheilt, rund 4400 Bentner, mithin um 1000 3entner mehr als 100 bis+200 im Vorjahre. Die Hauptausbeute stammt aus den beiden der Waldemarstr. 14: Deutsch. Nordschule, Müllerstr. 179 a: Deffentliche dieser Jahreszeit kann die Temperatur oft von Gefundheitspflege. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume umschlagen. Unter solchen Temperaturverhältnissen haben die Firma Stantien u. Becker gehörenden Bergwerken Palmnicken find zur Benußung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials ans Gismeer gesandten Eilboten Landstrecken von ungeheurer und Kraytepellen, während der weitaus kleinere Theil, nur etwa schon von 8 Uhr an geöffnet. Arbeiter- Radfahrer- Verein. Donnerstag, den 19. März, abends suhr, Ausdehnung zurückzulegen. Hierzu fommen noch gewaltige 120 Zentner, durch Schöpfen, Baggern und Lesen am Ofifeeim Restauraut Wilte, Andreasstr. 26: Versammlung. Schneestürme und Rudel verhungerter Wölfe, die diese Stafetten strande gewonnen wurde. Bei den beiden Bergwerken und in gefährden. der Hausindustrie waren 1200 Personen beschäftigt. Vermischkes. worden. Therese Tietjens Millionen. Jm Oberkanzleigericht( Court of Chaucery) zu London ist am Mittwoch, nach zwanzigjährigen Recherchen und Verhandlungen, endlich das Testament der be Sibirische Kälte. Um zu erforschen, welche Thatsachen rühmten deutschen Sängerin Therese Tietjens, als giltig an Sie war bekanntlich nie ver ben Nachrichten über Nansen zu grunde liegen, ist bekanntlich erkannt von Jakutsk aus ein Eilbote mit Schlitten und Hunden nach heirathet und bei ihrem Tode, der im Jahre 1877 erfolgte, Ustjanst, am Eismeer füdlich von den Neusibirischen Inseln, abs hinterließ sie ihr für die damaligen Verhältnisse schon ungeheures gegangen. Von den Schwierigkeiten, die eine solche Expedition| Vermögen einem Berwandten, der jedoch drei Jahre vor ihrem zu überwinden hat, fann man sich einen Begriff Tode plötzlich verschwunden und seitdem verschollen ist. Diefer, machen, wenn man sich die Kälteverhältnisse in jenen ein Neffe, lebte 1873 in Cardiff( in Wales) und war ( wie ja die Tietjens bekanntlich Theilen Ostsibiriens vergegenwärtigt. Die Kölnische Zeitung" ein Schiffstnecht berichtet darüber: Im Gebiete des asiatischen Kälte- einer Hamburger Familie von Leichtereignern entstammt) Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 19. März. Opernhaus. Bajazzi. Laurin. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. König Richard III. Leffing- Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. König Heinrich. Nenes Theater. Winterschlaf. Vorher: Ihre erste Liebe. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Theater Unter den Linden. Die Fledermaus. Hierauf: Divertisse ment. Schiller- Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Belle- Alliance- Theater. Die Reife um die Erde in 80 Tagen. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Atten von Brandon Thom a 3. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Aft von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Donnerstag, den 19. März 1896 Emil Thomas als Gast. Zum 196. Male: Eine tolle Nacht. in 5 Bildern von Jul. Freund und Große Poffe mit Gesang und Tanz Wilh. Mannstädt. Mufit von Jnl. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplay- Theater. Die kleinen Concerthaus Sanssouci Lämmer. Vorher: Pitts. National Theater. Geyer- Wally. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Donnerstag, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Alexanderplatz- Theater. Heute 8 Uhr: Zum 149. Male. Die kleinen Lämmer. Baudeville in 2 Atten v. 2. Varney. Borher: Pitts. Operette von Hans Löwenfeld. In Vorbereitung: Die Musketiere im Damenstift. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedentend ermäßigten Preisen. Die Geyer- Wally. Schauspiel in 5 Akten von Wilhelmine von Hillern. Regie: Max Samst. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Feen- Palast Burgstraße Nr. 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Heute und folgende Lage: Neu! Tourbillions Trio. 912 Uhr: Jex Tanisan. 1012 Uhr: Jackley's. Affenspiele. Und das 20 RiesenNummern. Gen fations. Progr. Anfang Wochentags 71/2 Uhr. Anfang Sonntags 62 Uhr. Entree 30 Pf. 4a. Kottbuserstr. 4a. Heute, Donnerstag, den 19. März: Grosses Doppel- Konzert der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) und der 30 Mann starken Kapelle. Großes Fent- Programm! Die schneidigen Franzer. Marsch für gr. Orchester von Meysel. Knorrige Eichen. Charakterstück für Orchester von Schrader. Traumbilder- Phantasie. Bither Solo: Herr G. Meysel. Anfang 7/2 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Passepartouts u. Freibillets haben heute ohne Ausnahme keine Giltigkeit. Freitag: Victoria- Brauerei. Cavalleria schufticana. Eden- Theater. Welt- Restaurant 97. Dresdenerstr. 97. Jm vorderen Saal täglich: Weltberühmte E Tyroler Sänger- Gesellschaft Almenrausch u. Edelweiss. Direktion: Alois Ebner. Entree vollständig frei! Jm Theater- Saal: Sensationelles März- Programm! Bestes Ensemble Berlins! Auftreten sämmtlicher neu engagirter Spezialitäten. Nur hochkomische Nummern! Anfang 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 7-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Von Morgen ab: Echter Harem. Aus der heiligen Stadt Kairowan. Haremsfrauen und Kinder, Tänzerinnen, Sängerinnen, Eunuchen und Stlaven. Castan's Panopticum. Die Neu!! Neu!! Neu!! getigerten 3 Grazien!! aus Central- Afrika, die neuesten Weltwunder! Gegründet 1845. Gegründet 1845. Circus Renz Karlstrasse. Donnerstag, den 19. März 1896, Anfang präzise abends 7/2 Uhr: Novität! Novität! Kolossaler Erfolg! Lustige Blätter! Eigens vom Direktor Franz Renz und dem Großherzoglich Darmstädtischen Hofballetmeister August Siems für Berlin komponirt, mit gänzlich nenen technischen Apparaten und Be leuchtungs- Einrichtung. inszenirte Original- Vorstellung in 2 Ab. theilungen mit den AusstattungsDivertissements Briefkasten der Redaktion. Neukirch i. O. Gingeschriebenen Brief erhalten. Antwort folgt baldmöglichst. Die betreffende März- Nummer fonfiszirt. Fichte. Wenden Sie sich an Pfannkuch, Hamburg- Eims büttel, Eichenstr. 4. A. E. 105. Schreiben Sie an H. Schulz, Schriftsteller; Berlin, Kaiser Franz- Grenadier- Platz 7. Trener Abonnent. Kein Professor an der hiesigen Universität gehört zur sozialdemokratischen Partei. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenftr. 42/43 ( City- Passage). Neu! Neu! Familie Schenk( 5 Personen). Truppe Marvelli( 6 Personen), darunter d. kleinste u. jüngste Clown der Welt Alexis Geschw. Stuzky- fächs. Drig. Jur- Duett. Neu! Neu! Schnapphahn, Finke u. Schraube! Posse in 1 Att v. A. Anno. Entree: Wochent. 10 Pf., Anf. 8 u. " Sonntag 30 R.Winkler. 61/2 Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Neu! Sensationell! Neu! Servais Le Roy die räthselhafte Jllusion. Eugenie Fougère die unerreichte franz. Excentrique. Fritzi Ferry die pikante Wiener Soubrette. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Neuer Circus. Börse). Circus Busch( Bahnhof Donnerstag, 19. 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Sämmtliche Arbeiter der Eisenmöbelfabrik von Carl Schulz, Hafenhaide Nr. 9, haben die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Achtung! 176/3 Schluß: Der phänomen. Sprung über Tischler Rixdorfs u. Umgegend! In der Bautischlerei von Mark, 3 große lebende Pferde. Die Troika, dreff. und geritten von Herrn FoottitBurghardt. Adjunc, oftpreuß. Hengst, Firma Müller, Hermannstraße 199, Weltstadtbilder! ger. v. Mme. Maria Doré. Zum Schluß haben fämmtliche Kollegen wegen Zurück Aus dem equestrischen Theil des Programms find hervorzuheben: Der oftpreußische Hengst Blondel ( Original- Dreffur). Hierauf: Monstre- Tableau v. 70 der edelsten Freiheitspferde, dress. und vorgef. von Frau Robert Renz. Auftr. des anerkannt besten Schulreiters der Welt Mr. James Fillis mit feinem Vollblutpferde Germinal. Einfache und doppelte Baguettsprünge über Hindernisse, ausgef. von 12 Ungarn. Morgen, Freitag und folgende Tage: Novität! Lustige Blätter. Fr. Renz, Direktor, Rönigl. Rommissionsrath. I. 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Braunfisch, mit einem Fräulein Kraft, wurde nach Zwickau zum 138. Jus Alexanderftr. 27 a, bis Anfang Februar d. J. gearbeitet und fanterieregiment versetzt und verheirathete sich hier, seine erste infolge eines ausgebrochenen Streits die Arbeit niedergelegt. Braut vergessend. Diese veranlaßte ihn durch den Kons Am 14. v. M. traf er mit dem Kollegen Horst zusammen, sulenten Fink in Kehl, sein Wort, zur Unterstützung der Kinder Am Ministertische Landwirthschaftsminister Freiherr von der inzwischen in der genannten Fabrit eingetreten war. Beide beizutragen, einzulösen; am 16. Juni 1882 ftellte Friedrich ihr Hammerstein und Kommissarien. geriethen deshalb in Wortwechsel, Horft wurde als Streitbrecher dann eine Urkunde aus, nach der er sich zur Zahlung von Eingegangen ist der Antrag Arendt und Genossen betr. bezeichnet und soll sogar mißhandelt worden sein. Der Vorfall 10 000 m., zahlbar in halbjährlichen Raten von 200 m., verdie Herstellung eines festen Verhältnisses zwischen Silber und gelangte zur Kenntniß des Werkführers und dieser theilte ihn den pflichtete. Die B. heirathete später den Sergeanten Kleine Gold. Prinzipalen mit, welche nun Strafanzeige erstatteten. Horst blieb und dieser ließ die Kinder auf seinen Namen schreiben. Der Das Haus setzt die Besprechung der Interpellation Ring auch im Termine bei seinen früheren Angaben, denen der Staats- mittlerweile zum Eisenbahn- Betriebssekretär ernannte Kleine tam betr. Maßregeln gegen die Einschleppung von Biehfeuchen. anwalt schon aus dem Umstande vollen Glauben schenkte, weil durch Krankheit, Todesfall u. f. w. in Schulden und wollte Abg. v. Mendel- Steinfels( t.): Die Versprechungen der Re- dritte Personen denunzirt hätten. Er beantragte 1 Woche Ge- deshalb von Friedrich möglichst die ganze Restsumme gierung haben sich nicht erfüllt; wir sind heute noch so verseucht, fängniß. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld hielt die Ueber- haben. Er kam deshalb am 24. Juni 1894 nach Leipzig wie vor fünf Jahren. Seit jener Zeit hat die Landwirthschaft tretung des§ 153 nicht für erwiesen, weil die um mit Friedrich zu unterhandeln. Bei dieser Gelegenheit durch die Maul- und Klauenseuche allein etwa 1 Milliarde ein Schlägerei feinesfalls zu dem Zwecke entstanden war, um zeigte er auch das Standesamtsdokument, nach dem er gebüßt.( Hört, hört!) Wo ist ein anderes Gewerbe, das ähnlich den Zeugen zur Arbeitsniederlegung zu zwingen, sondern höchstens die Kinder auf seinen Namen hatte schreiben lassen, ohne geschädigt worden wäre. In Holland und Dänemark ist die eine Folge des Wortstreites war. Aus diesem Grunde be- sich als Vater derfelben zu bekennen. Friedrich bezichtete ihn Verseuchung allerdings noch größer als bei uns und darum antragte er prinzipaliter die Freisprechung. Der Gerichtshof nun, diese Standesamts- Urkunde gefälscht zu haben, beschimpfte müssen wir uns gegen die Einfuhr von dort schüßen, trug nach längerer Berathung kein Bedenken, daß der Zeuge mit Frau Kleine und die Kinder und drohte, Kleine sofort verhaften auch im gesundheitlichen Interesse unserer Bevölkerung. feiner Aussage sehr zurückhaltend und die Strafanzeige sicherlich zu lassen. Er wollte ihn aber gnädig der mehrjährigen GeDaß durch energische Sperrmaßregeln Abhilfe zu schaffen erst durch den Druck der Prinzipale, sowie ferner unter deni fängnißstrafe entreißen, wenn er mit ihm ein Abkommen ist, haben wir bei der Rinderpest, Schafräude Druck der anderen Kollegen erfolgt war. Der Staatsanwalt- treffen wolle. Der durch die Verhandlung mit Friedrich und Rohkrankheit gesehen.( Sehr richtig!) Es ist der Fehler schaft mußte es daher überlassen werden, ein anderes Beweis- und dessen Auftreten eingeschüchterte Kleine, der sich der Handelsverträge, daß wir unseren politischen Interessen material heranzuziehen. Die Aufreizung erschien nicht genügend feine strafbare Handlung hat zit schulden kommen unfere wirthschaftlichen zum Opfer bringen, während man auch aufgeklärt, weshalb die Freisprechung auf Staatstoften erfolgen lassen, ließ sich denn auch übertölpeln und unterzeichnete eine dem politischen Freunde gegenüber sein wirthschaftliches Interesse mußte. Urkunde, nachdem er 150 M. sofort und weitere 1150 m. bis wahren kann.( Sehr richtig!) Wichtiger als die Interessen einIn einem Termin gegen ,, Unbekannt", der am geftrigen zum 31. Dezember 1894 zur Deckung seiner Schulden erhalten zelner Gänsezüchter sind die Gefahren der gesammten Land- Tage vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I stattfand, sollte, wenn er auf die Restforderung der 10 000 m. verzichtete wirthschaft, die aus den russischen Gänsetransporten erwachsen. wurde über einen„ Ueberfall auf der Stadtbahn" ver- und die Papiere herausgab. Der zweite Fall betraf den FahrWenn die städtische Bevölkerung keine Gänse hat, wird sie Kalb- handelt. Vor einigen Wochen geschah es mehrere Male an radhändler und Kunstradfahrer Arthur Klarner. Dieser fleisch essen und der kleine Landmann wird dann wieder anfangen, hintereinander folgenden Tagen, daß eine junge Dame, welche hatte, als er der Frau Friedrich das Zweiradfahren lehrte, mit Gänse zu mästen. Auch für die Seuchenforschung sollten besondere, die Ringbahnstrecke befuhr, von einem während der Fahrt ihr verbotenen Umgang gepflogen. Friedrich bestellte ihn desder Landwirthschaft, nicht den allgemein wissenschaftlichen Zwecken ins Koupee eingestiegenen Manne, welcher die Uniform halb am 9. August 1894 nach seiner Expedition, ließ von seinem dienende Anstalten errichtet werden. Nicht blos gegen Ein eines Bahnbeamten trug, belästigt wurde; der Ein Bureauvorsteher die Thüre abschließen, und veranlaßte Klarner schleppung der Seuchen, sondern auch gegen die Einfuhr ver- bringling verließ aber stets den Train vor Einlaufen durch Vorhalten eines Revolvers, ein Geständniß über den Vers dorbenen Fleisches müssen wir uns schüßen. Wir müssen in die nächste Station. Als die Angelegenheit ruchbar fehr mit seiner Frau abzulegen. Am 13. August 1894 nöthigte die Verlängerung der Quarantäne verlangen, denn wir wissen wurde, hatte die Direktion der Stadt- und Ringbahn sofort eine er dann Klarner, einen Wechsel über 5000 M. zu akzeptiren. heut, daß die Inkubation der Lungenfeuche 14 Tage Untersuchung eingeleitet und es richtete sich der Verdacht der Diesen Wechsel setzte zwar Friedrich in Umlauf, er wurde aber gebraucht, 10tägige Quarantäne nicht genügt. Auch gegen die Thäterschaft auf einen höheren Betriebsbeamten. Da dieser von Klarner nicht eingelöst. Friedrich ist vermögend und als Rothlauffeuche der Schweine sollten energische Impf- und andere jedoch die ihm zur Last gelegte Schuld energisch bestritt, auch in Besizer des Rittergutes Lummlig bei Altenburg eingetragen. Die Bekämpfungsversuche unternommen werden.( Beifall.) der Lage war, sein Alibi zu beweisen, so hatte die Bahn- Verhandlung wurde, soweit sie den Fall Klarner betraf, unter Minister Frhr. v. Hammerstein: Die Ursachen der verwaltung bei Gericht die Eröffnung des Verfahrens gegen Ausschluß der Deffentlichkeit geführt. Friedrich wurde wegen flärkeren Verseuchung sind nicht in der Vernachlässigung Unbekannt beantragt. Nachdem bereits schon einmal ein Termin Erpressung in zwei Fällen zu einem Jahr acht Monaten Geder Ueberwachung, sondern in der Bermehrung des stattgefunden, wurde auch gestern wieder contra Unbekannt ver- fängniß und dreijährigem Ehrverlust verurtheilt. Zwei Monate Verkehrs zu finden. Das Ansehen der Staatsregierung handelt und der Prozeß, da der Thäter nun einmal nicht ge- wurden auf die Untersuchungshaft angerechnet. Dennhardt wurde nach außen wird nicht gefördert, wenn fte Maß funden werden kann, damit beendet. freigesprochen. regeln trifft, für welche sie die Gründe nicht beweisen kann. So lange wir nicht eine chinesische Mauer errichten, sind Die Affäre Ruckser- Barlen in Düsseldorf hat, wie Fälle von Einschleppung durch Schmuggel und dergl. nicht ganz die Frants. 3tg." meldet, nochmals die Gerichte beschäftigt. zu vermeiden. Die Behauptung, Dänemark sei verseucht, steht Bekanntlich war Kaufmann Barlen, weil er den Ersten StaatsJ Gewerkschaftliches. Die Schuhmacher Berlins sind gestern früh in den bericht. " im Widerspruche mit den amtlichen Ermittelungen. Danach ist anwalt Ruckser in Bochum in einem Briefe des wiederholten Streit getreten, um den Neunstundentag und eine prozentuale in Dänemark die Veterinärpolizei gut, noch besser ist meineides beschuldigt hatte, von der Bochumer Strafkammer zu Rohnerhöhung zu erlangen. 10 Firmen, darunter einige größere, sie in Holland, von von wo wir die Handhabung derselben sechs Monaten Gefängniß verurtheilt worden. In der Düffel- baben bereits bewilligt. Näheres über die Bewegung finden die erst gelernt haben. Es stehen bei uns eine ganze dorfer Bürger Zeitung" bezeichnete Redakteur Stratmann Reihe von Instituten in Verbindung mit der Veterinär- Urtheil und Leitung der Verhandlung als parteiisch und Leser in dem in heutiger Nummer veröffentlichten Versammlungs. polizei, die Gründung eines neuen Instituts halte ich druckte zugleich den Brief an Ruckser in einem Flugblatt deshalb für entbehrlich. Gegen die zwangsweise Impfung ab. Die Folge war ein Doppelprozeß gegen den Redakteur Den Zahlstellen des Verbandes der Zimmerer in der mit Tuberkulin haben sich zahlreiche Stimmen erhoben; Stratmann und Kaufmann Barlen wegen Beleidigung der Mit- Provinz Brandenburg zur Nachricht, daß der erste Prodiese Leute fürchten, daß sich ein erschreckender Umfang der glieder der Straftammer des Landgerichts und namentlich des vinzial- Verbandstag Montag, den 6. April Tuberkulose herausstellen würde. Herr Mendel fordert ganz Vorsitzenden, Landgerichts Direktors Wolf, und gegen Barlen( 2. Osterfeiertag) von vormittags 10 Uhr an in Charlotten. unverfroren die Sperrung der 5 Millionen russischen Gänse; außerdem wegen Beleidigung des ersten Staatsanwalts Ruckfer, burg im Lofale Bismardshöhe", Wilmersdorferstr. 39, abs von zahlreichen Landwirthen wird das Gegentheil gefordert. jetzt in Stendal. Heute fam dieser Prozeß hier zur Verhandlung. gehalten wird. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Wahl Hüten Sie sich doch vor übertriebenen, unerfüllbaren Forderungen. Da der von den Angeklagten angebotene Wahrheitsbeweis nicht einer Mandatsprüfungs- Kommission; 2. Bureauwahl; 3. Bericht ( Beifall.) gelang, wurden fie verurteilt: Stratmann zu 2, Barlen zu 9 Mo- und Rechnungslegung über die bisherige Agitation; 4. Berathung Regierungstommiffar Geh. Rath Beher: Unsere Veterinär- naten Gefängniß. Erster Staatsanwalt Ruckser ist übrigens und Beschlußfaffung über eingegangene Anträge; 5. Die fernere polizei funktionirt durchaus gut. wegen Beleidigung des Kaufmanns Wilhelm Barlen zu 50 M. Gestaltung der Agitation in der Provinz Brandenburg event. Geldstrafe verurtheilt worden. Wahl einer Kommission und Bestimmung des Sizes derselben. Anträge, sowie die Adressen der Delegirten sind bis spätestens Wegen vollendeter und versuchter Erpreffung in je den 29. März an E. Stehr in Berlin NW., Beuffelstr. 25, einem Falle hatte sich, wie wir gestern bereits furz meldeten, in Quergeb. II. einzusenden. Wir ersuchen sämmtliche Zahlstellen, zweitägiger Verhandlung vor dem Landgericht in Leipzig der wo es noch nicht geschehen, unverzüglich die Delegirtenwahlen frühere Premier lieutenant und jetzige Rechtsanwalt vorzunehmen. J. A.: F. Wellsow, Berlin SO., WaldemarDr. Karl Alexander Konrad Friedrich, und wegen Beihilfe straße 68. zu der einen Erpressung dessen Bureauvorsteher August Bruno Dennhardt zu verantworten. Die Untersuchung war auch weise der Delegirten müssen den Verbandsstempel tragen. NB. Mandate werden nicht zugesandt; die betreffenden Ausauf eine von Friedrich verübte Freiheitsberaubung und auf eine gegen feine Schwiegermutter, die verwittwete Kraft Abdruck gebeten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter Brandenburgs werden um verübte Erpressung ausgedehnt worden, es ist aber wegen dieser beiden Delitte keine Anflage erhoben worden. Friedrich be= In Erfurt ist bei dem Hoflieferanten Blume ein Ausfindet sich seit 17. September v. 3. in Untersuchungshaft, aus der stand der Maßschneider ausgebrochen. er trotz des Angebots einer Kaution in Höhe von 100 000 m. In Kolberg sind die Maurer in eine Lohnbewegung eins nicht entlassen wurde. Während Friedrich als Lieutenant getreten. Sie verlangen 10stündige Arbeitszeit und 35 Pfennige in Straßburg bis 1881 beim 47. Infanterieregiment diente, hatte Stundenlohn. er mit der ledigen Marie Bredigam Robel ein Liebesverhältniß, Die Holzarbeiter Bielefelds haben sich mit den Stell aus dem zwei Knaben entsproffen. 1882 verlobte sich Friedrich ma cher Meistern über folgende Punkte geeinigt: Die übrigens noch etliche zu theilen hatten. Einen Kranz von ganz der streitenden Maler und Berufsgenossen, Abg. Gothein:( fr. Bg.) Für uns ist die Frage der Seucheneinschleppung feine politische, sondern lediglich eine technische Frage, wir verwahren uns dagegen, daß die Beterinär polizei angewendet werden soll, um höhere Fleisch preise für unsere Viehzüchter zu erlangen. Nach längerer weiterer Debatte schließt die Besprechung der Interpellation. Das Haus erledigt sodann Wahlprüfungen und Petitionen nach den Kommissionsanträgen. Nächste Sigung morgen 11 Uhr: Gesetz betreffend die Richter gehälter. Schluß 4 Uhr. Gerichts- Beifung. Eine Freisprechung wegen Uebertretung des§ 153 ber Gewerbe Ordnung und Mißhandlung erzielte der Zapezirer Hermann Mostopf vor der 136. Abtheilung Amtsgerichts I. = = Die Märzfeier im Friedrichshain. außerordentlicher Größe, für welchen wie beim Arbeiter- Sänger- sowie ein schlichter Kranz der Arbeitslofen. Gewiffer Ein echtes Frühlingswetter, welches sich nach den März- bunde ein besonderes Gestell erforderlich war, überbrachte maßen als Spezialitäten tönnen gelten die sozialistischen stürmen, die noch kurz vordem die Natur durchbrauft hatten, ein- eine Abordnung der Genossen und Genossinnen Studenten, welche ihren Vorkämpfern einen Kranz stellte, begünstigte die Gedenkfeier, welche das Berliner Prole- des Niederbarnimer Reichstags- Wahlkreises. gewidmet hatten, die freien Turner Berlins, die tariat den Märzgefallenen am geftrigen 18. März im Friedrichs- Vertreten waren ferner die Parteigenossen von rothen Ruderer Berlins, die rothen Buchbinder hain wiederum veranstaltet hatte. Warmer Sonnenglanz Rigdorf, von Charlottenburg, die Genossen aus der Grünstraße, der Arbeiter: Radfahrer= schüttete fich aus über das erwachende Grün, ein von Mariendorf und Tempelhof sowie die Verein Solidarität, ferner die Steinträger des belebender Lenzeshauch umfächelte die wiederum zu Sozialdemokratie von Adlershof, deren Kranz Baues 2orgingstraße 19b, die Gäste aus dem tausenden erschienenen Friedhofsbesucher und koste mit den die folgende Widmung trug:„ Des Volkes Freiheit Lokale Gräfestraße 8, die Stammgäste der rothen Schleifen und Blumen der Kränze, welche auf den und seine Rechte galten höher als das Leben Euch, Götte'schen Restauration, Brandenburgstraße 18, der Gräbern der Kämpfer für Freiheit und Recht, den Opfern der damit die Menschen teine Knechte werden, sondern alle Pflanzerverein Südost und die zielbewußten Märzstürme des Jahres 1848, durch Arbeiterdeputationen nieder- gleich."" Den Opfern im Kampfe für die Freiheit" hatte der Arbeiter. Die Anarchist en waren mehrfach vertreten und gelegt worden waren. 3war fehlten diesmal unter den Kränzen Vorwärts einen Kranz gewidmet. Ihm reihte sich ein solcher hatten schwarze Kranzschleifen gewählt. Die Widmung manche, die sich sonst eingereiht hatten in den proletarischen von der Redaktion und dem Verlag des Sozia der Anarchisten Berlins lautete einfach: Den März Gräberschmuck- es fehlten z. B. die Kränze der geschlossenen Wabi- list ischen Akademikers" an. Das Personal der gefallenen", die Widmung der Anarchisten Rummelsvereine, der aufgelöften Frauenorganisationen, der Freien Volts: Buchdruckerei von May Bading hatte ebenfalls wieder burg 3 war polizeilich abgeschnitten, ber bühne u. a. doch waren ihrer faum weniger geworden; die Zahl einen werthvollen Kranz geftiftet, welcher folgende Widmung Lese- und Diskutirtlub Freiheit" Rigdorf sowie dreihundert dürfte voll geworden sein. Entschieden zugenommen trug: Im Kampfgewühl, im Sturmesdrang für Recht und die Freie Vereinigung der Metallschleifer Berlins hatte aber die Pracht der einzelnen Spenden. Ein edler Wett- Freiheit sterben, ist schön wie Sonnenuntergang, ist glücklich und der Umgegend hatten jedwede Widmung verschmäht. ftreit war unter den Stiftern der Kränze entbrannt, geschmack- Ruhmeswerben.' Die großen Maschinenbau- Anstalten und In schwarz- roth goldenen Farben prangten die Kränze des volles und werthvolles zu liefern. Der Kranz des Arbeiter Fabriken hatten auch diesmal wieder ihre prächtigen Spenden Berliner Arbeiter Vereins, des Deutsch- frei. Sänger Bundes in gewohnter Größe und prachtvoller Aus- gesandt, so die zielbewußten Arbeiter der All- sinnigen Arbeitervereins und des Vereins Waldeck. stattung behauptete seinen alten Platz links am Friedhofs Ein- gemeinen Elektrizitäts Gesellschaft, mehrere Die Besichtigung der Kränze erfolgte in bekannter Weise. Im Seine Widmung lautete diesmal: In treuer Arbeiter der Hoppe'schen Maschinenfabrik, Böhmischen Brauhause war ein starkes polizeiliches Liebe zur Freiheit durch glüht, ein heiliger Reyling u. Thomas mit dem Wahlspruche: Arbeiter Aufgebot stationirt, im weiten Umkreise des kleinen Schwur, das sei unser Lied". In endloser organistrt Guch, Ihr zur Freiheit", Friedhofes erglänzten die Helmspitzen der Schuhleute in Folge schlossen sich diesem die ausdrucksvollen Zeichen treuen Siemens u. Halste, Schwarzkopff 2c. Auch den Strahlen der freundlichen Frühlingssonne. Zum Gedenkens an, aus denen wir nur einige hier besonders namhaft Arbeiter der Fabrik von Ludwig Löwe u. Co. Ueberflusse waren auch noch verschiedene Wege im Friedrichsmachen wollen. Die Sozialdemokratie Berlins in Martinidenfelde hatten den Kämpfern von 1848" hain der Nachbarschaft des Friedhofes für das widmete einen herrlichen Kranz„ Unseren im Kampfe gefallenen einen Kranz gewidmet troß Einführung des amerikanischen Publikum abgesperrt. Ueber den Zweck dieser Maßregel sind wir Brüdern". Auch die Polnischen Sozialdemokraten, Ausbeutungssystems". Die Beermann'sche Fabrit hatte nicht informirt. Begreiflich ist es, daß die Ruhestätte der ruhmwie auch einzelne Wahltreise und der neu gegründete Sozial- ihrem Kranze folgende Widmung beigefügt:" Nicht betteln, nicht reichen Kämpfer bis zum abendlichen Schlusse von Besuchern nicht demokratische Arbeiterverein Vorwärts Berlin bitten, nur muthig geftritten! Nie tämpft es sich schlecht für leer wurde. Die Ordnung" wurde in teiner Weise gestört und waren durch Kranzspenden in würdigster Weise vertreten. Die fo- Freiheit und Recht!" Die Zielbewußten" von Borsig wäre nicht das auffallend starte Aufgebot der bewaffneten zialdemokratischen Stadtverordneten ließen im Laufe reihten sich anderen würdig an; als Kollektiv: Macht gewesen, so hätte der Friedrichshain gestern ein höchst gange. = den " in des Vormittags ebenfalls einen Kranz niederlegen, ebenso die franz fonnte der des Berliner Metallarbeiter friedliches Bild geboten. Auch an jenen zweifelhaften sozialdemokratischen Frauen und Mädchen Verbandes gelten. Von Gewerkschaften, Lese- und Elementen, welche derartige Gelegenheiten gerne benutzen, Berlins. Auch die sozialdemokratischen Frauen Diskutirklubs, Bildungs- Vereinen, geselligen Vereinen, um einen Zon loszulassen", fehlte es erfreulicherweise und so Berlins und der Umgegend hatten es sich nicht nehmen vom Raucherbund, vom Bund der geselligen Arbeiter- Vereine 2c. nahm die geftrige Märzfeier im Friedrichshain einen derart laffen, einen Kranz zu stiften, dessen Widmung indessen der waren Kränze in reichster Zahl zur Stelle. Unter der Bracht würdigen Verlauf, wie es einer sozialdemokratischen, disziplinirten polizeilichen Zenfurscheere zum Opfer fiel, welches Schicksal und Fülle des Gebotenen wirkten besonders eigenartig der Kranz und aufgeklärten Arbeiterschaft geziemt. Versammlungen. = tägliche Arbeitszeit beträgt 10 Stunden und hat zwischen 6 Uhr Arlt u. Fride, Wogel, Buchholz, Klee, Mulad, Ludhart, Stand, Häckel, Harzendorf 1. Lehmann. Gestreift morgens und 7 Uhr abends stattzufinden. Die Einführung der Pausen geschieht nach der Werkstattordnung. Kein Geselle ver Der Deutsche Holzarbeiter- Verband( Bahlstelle Berlin) wird bei Sielaff, 3ionstirchstr. 39; Kersten Nachf., Simeons Schöcke, Prinzenstraße 34; Otto Vogel, richtet nach Feierabend Stellmacherarbeit auf eigene Rechnung hielt am Sonntag in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29, eine ftraße 13; Schöcke, für andere. Der Minimallohn pro Stunde beträgt 261/2 Pf.- Generalversammlung ab, in welcher der Kassirer folgenden Kaffen- Andreasstraße 32; Boigt u. Uertmann, Tempelhofer Ufer 23 12 pCt. Lohnzuschlag. Für Ueberzeitarbeit wird pro Stunde 40 Pf. bericht vom IV. Quartal gab: bezahlt. Kost und Logis beim Meister werden abgeschafft.- Am Sonnabend ist eine halbe Stunde, vor den drei hohen Festtagen unter Wegfall der Vesperpause 11/2 Stunden früher Feierabend ohne Abzug. Jeder Geselle reinigt seinen Platz und bringt das Werkzeug in Ordnung.- Einführung von Lohnbüchern. Die Führung hat der Gefelle zu übernehmen.- Maßregelungen finden nicht statt. Diese Bestimmungen treten mit den 16. März in kraft. In Enpen sind die zur Beilegung des WeberinnenAusstandes in den letzten Tagen vom Aachener GewerbeInspektor unternommenen Vermittelungsversuche gescheitert. Der Ausstand dauert fort und droht weitere Ausdehnung anzunehmen. Zur Situation des Stuhlrohrarbeiter Streifs in Bremen theilt das Streikkomitee mit: Herr Pastor Vietor bat uns ermächtigt, hiermit zu veröffentlichen, daß er als Privatmann vollständig mit den Streikenden sympathifire und den Streit nach seiner Ueberzeugung als gerechtfertigt anerkenne. Außerdem hat derselbe uns auch noch seine weitere Hilfe zugesichert. Wir müssen ge ftehen, daß uns dieses freimüthige Vorgehen des Herrn Pastor Vietor sehr überrascht hat, da es unseres Wissens in Bremen noch nicht vorgekommen ist, daß streifenden Arbeitern von dieser Seite her Hilfe geworden, welche wir selbstverständlich dankend annehmen. Es mag dieses aber auch weiteren Kreisen zum Beweise dienen, daß die Sache der Stuhlrohrarbeiter eine durchaus gerechtfertigte ist und daß das geeinte Zusammenhalten derselben, sowie der gesammten bremischen Arbeiterschaft unserer Sache auch den verdienten Sieg verschaffen wird." " " Bestand für das nächste Quartal Einnahme der Lokaltasse Ausgabe • Einnahme der Hauptkaffe.: Ausgabe • " 0 • · • • • 8884,48 m. 5811,34 3073,09. 6074,86 m. 1501,90 4572,96 W. 79,48 M. 165,35 85,87. " " " Bestand für das nächste Quartal Einnahme der Unterstützungstasse Ausgabe Einnahme Ausgabe Defizit Abrechnung vom Stiftungsfest: Ueberschuß " " 339,25 M. 294,50" 44,75" 5 Werkstätten mit 70 Arbeitern. Nach einem lebhaften Appell an die Anwesenden für strikte Durchführung der gefaßten Beschlüsse Sorge zu tragen, gelangte die Resolution einstimmig zur Annahme. " = zu unterFm Cösliner Hof" hatte Näther das Referat übernommen. Er wies auf die überaus günstige Geschäftslage hin, die es dem Arbeiter geradezu zur Pflicht mache, die Verbesserung seiner Lage zu erstreben. Die Forderung des Neunstundentages sei von vers schiedenen Arbeitgebern schon bewilligt worden und zwar erfreulicherweise namentlich von solchen, die einen gewissen Einfluß ausüben auf die Inhaber kleinerer Werkstätten. Dieser Erfolg gebe die Möglichfeit, ohne große Rämpfe zum Ziel zu gelangen. Redner be leuchtete des näheren die Verhältnisse bei verschiedenen Firmen, fam aber zu dem Schluß, daß die Arbeitseinstellung nicht immer zu empfehlen sei. Mit Energie müsse jeder Lohnreduktion entgegengetreten, bei Unterstügung der Klempnerbewegung aber auch Dem Kassirer wurde darauf Decharge ertheilt und ihm ein erwogen werden, welche Schritte zu thun sind, um für die Mankogeld von 50 M. bewilligt. Glocke gab hierauf den Vor- übrigen Metallarbeiter etwas herauszuschlagen. Die Diskussion standsbericht, wobei er die Versammlung von dem Verlauf der bewegte sich im Sinne des Referats. Einstimmig wurde die angestrengten Prozesse in Kenntniß sette. Ein eingehender Be- Resolution angenommen. richt über die Lohnbewegung lönne jetzt noch nicht gegeben Bei Fiebig, Frankfurterstraße, referirte Bitfin, der der werden und bittet Redner bis zur nächsten Generalversammlung Versammlung in eingehender Weise die Ursachen farlegte, welche damit zu warten. Betreffs der zu zahlenden Beiträge die Klempner dazu veranlaßten, in eine Lohnbewegung einzum Streitfonds empfiehlt Redner, für diese Woche noch 25 Pf. zutreten. Da schon vielfach die aufgestellten Forderungen beund für die nächste Zeit 10 Pf. pro Woche zu zahlen, damit die willigt wurden, bevor die Arbeiter in diesen Ausstand einſo fei zu erwarten, daß die BeOrganisation bei einem eventuellen Agriffsstreit dem Unternehmer getreten sind, thum besser gerüstet gegenübersteht. Für die Kontroll- Kommission er wegung zu gunsten der Arbeiter abschließt. In anbetracht, Danach hielt die Kommission im daß Der größte Theil der anderen Gewerkschaften ftattete Grunert Bericht. 4. Quartal 42 Sigungen ab, zu welchen 63 Wertstätten mit 782 selbst bei den verschiedenen Lohnkämpfen engagirt ist, habe man darin beschäftigten Arbeitern geladen waren; 406 erschienen und von dieser Seite nichts zu erwarten. Desto mehr sei es aber von diesen waren 245 Arbeiter organisirt. Sämmtliche 8 Bezirks- Pflicht der Metallarbeiter, ihre Schuldigkeit zu thun, die Die englischen Schneider Wiens haben ihre Forderungen Kontroll- Kommissionen hielten im letzten Jahre 169 Sigungen Klempner in ihrem Kampfe moralisch und materiell in einer Anzahl Geschäften durchgesetzt. Nur etwa ein halbes mit 257 Werkstätten und 3168 dort Beschäftigten ab; erschienen flügen, um ihnen zum Siege zu verhelfen.( Lebhafter Beifall.) Dugend Firmen verhalten sich vollständig ablehnend. waren 1653 Arbeiter, davon organisirt 1083. Jm lebten Quartal hat Nach furzer Diskussion, in der einige Werkstätten- Verhältnisse Die Täschner( Sattler) Wiens haben den Neunstunden- sich je eine Kommission der Bürstenmacher, Kammmacher und Drechsler besprochen wurden, gelangte die Resolution einstimmig zur Antag und die Abschaffung des Schwitzsystems durchgesetzt. Betreffs gebildet, um ihre speziellen Interessen besser vertreten zu können.nahme. der geforderten 20 prozentigen Lobnerhöhung machten sie denie der Bevollmächtigte mittheilte, ist gegen den BeitragsDie in Schraubenfabriken und Façondrehereien be. Fabrikanten Kongeffionen. 80 Streifende traten infolge dieses sammler Schubert, der sich eine Unterschlagung zu schulden günstigen Vergleichs, der in gemeinsamer Verhandlung der lommen ließ, der Strafantrag gestellt. Der Leiter des Arbeits- fchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielten Fabrikanten mit der Lohnkommission zu stande tam, am Mitt nachweises berichtete, daß gegenwärtig 485 Stellen gemeldet am 17. März eine öffentliche Versammlung ab, die den großen woch wieder in Arbeit. Von besonderer Bedeutung ist, daß seien; er forderte deshalb die Arbeiter auf, den Arbeits- Saal des Cohn'schen Etablissements in der Beuthstraße bis auf nachweis mehr zu benutzen. Der Beitrag für den Streit den letzten Platz füllte. Man war zusammengefommen, um zu gerade die größten Firmen die Forderungen bewilligten. fonds wurde auf 25 Pf. und fünftig 10 Pf. fünftig 10 Pf. pro berathen, ob und welche Forderungen in diesem Jahre zu stellen normirt. Aus Mährisch- Ostrau meldet die Wiener Arbeiter- 3tg.", Woche Bum Delegirten den für Gewert seien. Der Vorsitzende Thate und der Vertrauensmann Eisendaß der Stand des Streits im Oftrauer Gebiete derselbe ge- schaftskongreß wählte die Versammlung das Mitglied Glode. blätter leiteten die Verhandlungen durch einen kleinen SituationsSeit dem Jahre 1890 habe die Frage nach einer blieben, während im Karwiner Gebiete der Ausstand an Umfang Hierauf vollzog man die Wahl des Borstandes, die folgendes bericht ein. noch zugenommen hat. Auf den erzherzoglichen, Larisch- Mönnich- Resultat ergab: Glocke erster, Kunze zweiter Bevollmächtigter; Berbesserung der Arbeitsbedingungen die Schrauben und schen und Salm'schen Gruben ist der Betrieb vollständig ein- Mieke erster Rassirer, Wendel erster Schriftführer, Eife und Façondreher nicht beschäftigt. In legter Zeit sei nun der Wunsch gestellt. Im ganzen Streifgebiet wurde ein Flugblatt in Martmann Ersatzmänner, Post und Daun Kontrolleure. Nach laut geworden, die neunstündige Arbeitszeit einzuführen und czechischer und polnischer Sprache verbreitet, worin die Streifen- dem die Wahl der Mitglieder für die Werkstatt- Kontroll- einen entsprechenden Lohnzuschlag zu fordern. Betreffs dieses den aufgefordert werden, auszuharren. Einige Verbreiter wurden fommission bestätigt war, wurde in betreff der Maifeier be- Buschlages gingen die Meinungen auseinander. Verschiedenerverhaftet. Eine nach Elgoth einberufene Versammlung ist schloffen, daß es Pflicht eines jeden Kollegen ist, wenn irgend feits werde behauptet, daß es nicht angängig sei, einen ze hu= aus formalen Gründen verboten worden. Das Leichen möglich ant ersten Mai die Arbeit ruhen zu laffen. prozentigen Lohnzuschlag zu fordern, sondern daß man sich vorbegängniß Figar's, eines ehemaligen Vertrauensmannes, Als Versammlungslokal wurde die Neue Welt in Aussicht ge- läufig damit begnügen folle, zu fordern, daß der Lohnarbeiter fand unter riesiger Betheiligung der Streifenden statt. Die nommen. Sodann gab der Bevollmächtigte das Resultat der für den neunstündigen Arbeitstag denselben Lohn erhalte, wie für Auch betreffs der angeregten Mehr= Unterstützungen fließen immer reichlicher. Täglich wird Brot Abstimmung über den Streik der Berliner Zahlstelle bekannt. Von den zehnstündigen. und Speck unter die Bedürftigen vertheilt. Die Kohlennoth 287 Bahlstellen haben 207 mit Ja und 30 mit Nein gestimmt. bezahlung der Nachfeierabendarbeit sei man verschiedener steigt, die Vorräthe sind gänzlich aufgebraucht, für Wien wird Den im Streit befindlichen Drechslern der Firma Morgenstern Meinung. Ein Theil der Kollegen sei für einen 50 prozentigen teine Rohle mehr verfrachtet. in Lübben überwies die Versammlung 50 M. Darauf wurde be- Aufschlag, ein anderer wolle die Ueberstunden nur um 25 pet. Jn mehreren Wiener Fabriken traf am 16. März die erste schlossen, daß diejenigen, welche wegen Abzüge die Arbeit nieder- höher bezahlt haben. Die Geschäftskonjunktur sei jezt bedeutend preußische Kohle statt der bisher gelieferten Oftrauer Kohle ein. legen müssen, bis zum 15. April die erste Woche Unterstüßung günstiger wie 1890 und demnach könnte es, wenn der erforderIn einem Leitartikel des größten bürgerlich radikalen erhalten. Daneben wurde aber der generelle Beschluß, bei liche Zusammenhalt vorhanden wäre, an einem Erfolge nicht Blattes Englands, des Daily Chronicle", wird Streits die erste Woche teine Unterstützung zu gewähren, bei fehlen. Die vom Vertrauensmann vorgenommene Befragung der Kollegen in den in Frage stehenden Fabriken hat ergeben, der Streit in Ostrau- Karwin in einer den Bergarbeitern behalten. daß für die Bewegung jezt etwa 978 Personen, männliche und sehr sympathischen Weise besprochen. Der Artikel führt aus, daß Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten weibliche, in betracht kommen, von denen 522 organisirt sind, Hilfe dringend nöthig sei. Jedermann, der der am meisten Arbeiter Berlins und der Umgegend hielt am 11. März im worunter sich wieder nur 406 volberechtigte Mitglieder des Berliner unterdrückten und am schlechtesten bezahlten Arbeiterschaft in Moabiter Klubhaus eine Bezirksversammlung ab, in der Bruno Metallarbeiterverbandes befinden. Birka 700 von den 978 haben sich der ganzen Welt Befferung ihrer Lage wünsche, müsse sein Börsch über das Thema: Die Beseitigung des Privateigen- per Stimmzettel für die Forderung des Neunstundentages ers Scherflein beitragen. Die Forderungen der Streifenden thums referirte. Unter Verschiedenem wurde empfohlen, in flärt.. Der größte Prozentsatz derselben hat sich außer für diese feien sehr bescheiden, und auch wenn sie voll erreicht werden, Zukunft nur dann auf Listen zu zeichnen, wenn diefelben den Forderung dafür ausgesprochen, daß der Lohn derselbe bleiben würden die Karwin- Oftrauer Arbeiter weit hinter ihren Stempel vom Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter solle, wie für den 10ftündigen Arbeitstag, daß für Ueberstunden Arbeitsgenoffen in anderen Kohlenrevieren sowohl in Desterreich tragen. ein Zuschlag von 25 pet. und ferner ein Minimal- Wochenals insbesondere im Auslande in Beziehung auf Lohn und Arbeitszeit zurückſtehen. Den Grubenverwaltungen des Erz- Im Metallarbeiter- Verband( Filiale Nord) sprach am verdienst von 24 M. für die Schrauben- und Façondreher zu Alle Redner, welche sich an der aus herzogs Friedrich, des Grafen Larisch, des Baron Rothschild 2c. 15. März Genosse Hoffmann über das Thema: Das Recht auf fordern sei. Debatte betheiligten, befürworteten die Verhandle es sich weniger um die Lohnfrage als um die Zer- Faulheit. Bei Erledigung der Vereinsangelegenheiten gelangte gedehnten Debatte trümmerung der jungen Organisation. Das englische Blatt hofft, der Antrag auf Verschmelzung der bestehenden Filialen nach fürzung der Arbeitszeit, jedoch wurde verschiedentlich davor Einige daß die englischen Arbeiter und jeder anständige Mensch in Eng- dem Beschluß der Vertrauensmänner- Sigung zur Annahme. gewarnt, voreilig entscheidende Beschlüsse zu fassen. land alles aufbieten werden, um den österreichischen Bergarbeitern Bur nochmaligen Verhandlung mit der Firma Mägdefrau wurde Redner waren dagegen für eine möglichst schnelle Entscheidung. Es wurde angeregt, daß sich auch die Schrauben- und Faconin ihrem tapferen Kampf um ein wenig bessere Lebensbedingungen eine Ronimission von vier Mitgliedern ernannt. dreher an der Lohnbewegung betheiligen sollten, welche nicht beizustehen. Die Metallarbeiter aller Branchen haben für Dienstag in Spezialfabriken arbeiten, so die von Siemens u. Halske, vier große Versammlungen einberufen, um über die Zohn- Buzki 2c. Dieser Vorschlag wurde aber lebhaft bekämpft, bewegung der Klempner und die Stellung der Metallarbeiter Folgender Behierzu zu berathen. Die Versammlung bei Hente in der indem auf die eigenartigen Verhältniffe in solchen, alles Naunynstraße war von ca. 1000 Personen besucht. Der umfassenden Betrieben verwiesen wurde. Referent Stopfad fonnte mittheilen, daß bereits in 15 Werk- schluß, dessen erster Theil einstimmig und dessen zweiter Theil stätten die Forderungen bewilligt sind und empfahl unter gegen wenige Stimmen gefaßt wurde, war das Resultat der Zustimmung folgende allen äußerst lebhaften Aussprache: Die Versammelten verpflichten sich, allen Bersammlungen unterbeitete Resolution: Die heutige Versammlung beschließt, die Lohn mit aller Kraft für die Neunstunden- Bewegung zu agitiren. Sie Der schweizerische Brauerei Verband hat nun doch einige bewegung der Berliner Klempner mit allen zur Verfügung stehen- beauftragen das heutige Bureau damit, zur Klärung der Sache Zugeständnisse gemacht. Er akzeptirt nämlich den Zehnstunden- den Mitteln und Kräften zu unterstützen. In denjenigen Wert zum Sonntag, den 22. März, eine weitere öffentliche Verfammlung einzuberufen." tag für alle Brauereien mit Motorenbetrieb und für das ftätten, wo durch die Lohnbewegung der Klempner auch andere ganze Personal mit Ausnahme des Fahrpersonals und, ferner Metallarbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden, können die- Gegen 900 Bäckerei- Arbeiter hatten sich am 17. März die Bezahlung der Unfallprämien. Vom obligatorischen Arbeits- felben, sofern sie einig sind, die Forderung des Neunstundentages im Niesischen Festsaal, Weberstr. 17, versammelt. Als 1. Punkt nachweis wollen aber die Herren noch immer nichts wiffen. Es gleichfalls erheben; jedoch sind auch diese Kollegen den Beschlüssen, stand auf der Tagesordnung ein Referat des Genossen Blauist nun bis Montag Abend Zeit gelassen, sich eines bessern zu be- welche bezüglich ber Unterstüßung von der am 15. März im rock über die Bedeutung des 18. März für die Arbeiterklaffe". finnen. Geschieht dies nicht, so werden in Zürich und Winterthur die Feenpalast tagenden Versammlung gefaßt worden sind, unter- Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Das Bureau wurde be= Arbeiterunionen über die Verhängung des Boykotts beschließen. worfen. Jeder in Arbeit befindliche Klempner hat wöchentlich auftragt, am Gedenktage selbst im Namen der Bäckergesellen Gegenüber dem Berner Boykott haben die davon betroffenen 1 M. zum Streiffonds zu zahlen; alle übrigen Metallarbeiter Berlins einen Kranz auf dem Massengrabe der 48er März. Verbandsbrauereien beschlossen, die Arbeiter zu entlassen resp. haben die Sammlungen zum Agitations- und Unterstützungsgefallenen niederzulegen. Zum 2. Punkt der Tagesvorerst ihnen zu tündigen. fonds der Berliner Metallarbeiter mit voller Energie aufzu- ordnung: Welche Schritte sind zur Rege= nehmen. Alle Sammlungen für andere Gewerkschaften haben zu lung des Arbeitsnachweises zu thun?" refe= unterbleiben, damit die Berliner Metallarbeiter im ftande find, rirte der Bertrauensmann W. Scholz. Seit Jahren schon diesen Kampf aus eigener Kraft durchführen zu können." Ueber führe man mit der Innung den Kampf um den Arbeitsnachweis. von den Vertrauensmännern gefaßte Resolution Die Innungs- Koryphäen hätten schon 1894 erklärt, das Kom diese entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion, an der sich missionär- Unwesen, diese Bestbeule des Berufs, beseitigen zu Gattemann und Albrecht, der für Affordarbeit eine wollen, und doch sei so gut wie nichts gefchehen. Die Innung Der schweizerische Schneider- und Schneiderinnen- gleitende Stala von 20-5 pбt. abwärts verlangte, betheiligten. Germania habe sich ja schließlich herbeigelaffen, in eine NeuVerband hält im Anschluß an den Kongreß des Gewerkschafts- Winter, Hirsch, Heinrich und Flemming verlangten, regelung ihres Nachweises einzutreten, aber man frage nur bundes zu Ostern in Zürich eine Verbandskonferenz ab. Haupt- daß für die Arbeiter und Arbeiterinnen der sogen. Metall- nicht, in was für eine! Die Form, unter welcher auf trattanden: Behandlung der Aenderungsanträge der Statuten waarenfabritation wenigstens 20 Pf. pro Stunde gefordert werde. ihren beiden Nachweisen, im christlichen Verein junger Männer und des Reisereglements; Internationaler Arbeiter- und Fach- Auch möge man nicht nur die Arbeiterinnen zu organi-( Wilhelmstraße) und in der Hirtenstraße Arbeit vergeben werde, tongreß; Besprechung der Anträge auf Errichtung von firen suchen, sondern auch die Gefängniß- und Zuchthaus habe eine reine Willkürherrschaft gezeitigt. Den Sprechboten Wertstätten, Aufstellung von Normaltarifen arbeit mehr beachten und bekämpfen. Von einem Redner Bolte und Vogel ftebe das Recht zu, nach freiem Belieben, ohne und Agitation unter den Konfettionsarbeitern. wird mitgetheilt, daß inzwischen wieder mehrere Firmen, Innehaltung einer Reihenfolge, die einlaufenden Arbeiten an die Die Schreiner Basels beschlossen gemeinsam mit den darunter die von Sudhardt, Ritterstraße, und Mulad, au vergeben, welche ihnen gerade paßten. Die Meisterschaft habe Zimmerern in eine Lohnbewegung einzutreten. Als Haupt- Wasserthorstraße, die Forderungen bewilligt haben. Nach einem fich herausgenommen, auch über Wohl und Wehe der arbeitsforderungen wurden aufgestellt: 10 stündige Arbeitszeit, 5 Frts. träftigen Schlußwort des Referenten wurde die Resolution ein- lofen Kollegen frei zu verfügen. Wer sich artig Kind mache, der bekomme bald Arbeit. So gehe es aber nicht mehr Minimallohn, 25 pet. Zuschlag für Ueberzeit, 50 pct. für Nacht, stimmig angenommen. In der Versammlung bei Bolk berichtete Bäßo Id über weiter.( Bielstimmiges Bravo.) Der hiesige Fachverein habe Sonntags- und auswärtige Arbeit, Freigabe des 1. Mai. Eine die gegenwärtige Situation. Redner schilderte die Ursachen der vergeblich versucht, regelnd einzugreifen. Die Herren der neungliedrige Kommission wurde mit den nöthigen Vorarbeiten Bewegung und die bereits bekannten Forderungen sowie die Innung hätten Berhandlungsversuche einfach mit der Motivirung Stellung der Prinzipale. Der Berliner Metallarbeiter zurückgewiesen, dazu sei der Gesellenausschuß da. Schön!- in wird eine Der Streit der Kupferschmiede bei der Werftfirma Berband Summe bestimmte feines Fonds welcher Weise ist aber dieser Ausschuß der Innung maßgebend Burmeister u. Wain in Kopenhagen dauert fort. an die im Streit befindlichen Klempner zu Unterstüßungs- gewesen? Der erste Altgeselle wollte sich, um nicht seine Stellung Unterhandlungen hatten bisher keinen Erfolg. Ausständig sind zwecken abgeben, jedoch sei es Pflicht aller Klempner und zu verlieren, um nichts fümmern, aber der 2. Altgeselle habe jetzt noch 22 Mann; von den übrigen sind einige abgereift und ber übrigen Metallarbeiter, für ausreichende materielle Hilfe in der Angelegenheit der Arbeitsvermiftelung dreimal brieflich welche haben in anderen Werkstätten Arbeit erhalten. Der durch Listensammlung zu forgen. Da erst am Mittwoch die an den Innungsvorstand das Ersuchen gerichtet, ihn zu den Kampf wird schwer. Jede Unterstügung wird entgegengenommen. Antwort der Prinzipale erfolge, so sei noch nicht zu übersehen, Sigungen einzuladen, und die Innungshelden, die sich fortwährend Anfragen und Sendungen an A. Svendsen, Café Communen, ob die Zahl der Streifenden sich auf hunderte oder tausende belaufe. auf die Existenz des Gesellenausschusses berufen, fie ließen Gothersgade 155, Ropenhagen K. Bis jetzt haben bereits folgende 17 Firmen, die zirka 220 Arbeiter die Schreiben des Altgefellen gänzlich unbeantwortet. Ueber. beschäftigen, bewilligt: Hofflempnermeister Thielemann, Grund, haupt seien die Nachweise der Germania nach§ 100a der Ges Gericke, Förster u. Delcourt, Reinh. Lange, Karnen. Kirchner, werbe- Ordnung ungefehlich, denn nach diesem Paragraphen = In der Schweizer Eisenbahn Zeitung" erklärt Dr. Sourbed, daß das Zentralfomitee für die Eisenbahn arbeiter so gut eingetreten sei, wie für die übrigen Eisen bahner. Es sei versprochen worden, daß auch die Lage der Arbeiter geprüft und sobald als möglich sanirt werden solle. Die Verzögerung liege darin, daß sich die Arbeiter zu spät der Bewegung angeschlossen hätten. In Luzern haben die Gipser ohne Streik errungen: den Behnstundentag, einen Minimal- Stundenlohn von 55 Cts. und von 40 bis 50 Sts. für Handlanger und Hilfsarbeiter, einen Zuschlag für Ueberzeitarbeit von 25 pCt. und für Nachtarbeit einen solchen von 50 pet. betraut. B " sich Redner A ganz nicht welche die haben, Man hätte den Fabri müsse den von Jnnungsmitgliedern beschäftigten Gesellen die würde es Maßregelungen in Hülle und Fülle geben, wenn nicht Iführung des Neunstundentages bedingt. Theilnahme an der Begründung und Verwaltung aller Innungs- eine mächtige Organisation vorhanden wäre.( Anhaltender Bei- tanten Zeit lassen müssen, ihre Räume zu vergrößern. Da dies einrichtungen eingeräumt werden, für welche sie Beiträge ent- fall.) Die Debatte führte eine große Anzahl Redner auf die nicht geschehen, wird in einzelnen Fällen geradezu die Hausrichten, oder welche zu ihrer Unterstützung bestimmt sind. Ihre Tribüne, die allesammt sich im Sinne der Ausführungen Scholz' industrie gefördert, was man verhindern müsse. Selbstverständ Nachweise habe fich die Germania im Gegensatz zu dieser Be- aussprachen. lich ist es jedoch, daß, wenn die Versammlung heute beschließt, ftimmung zugelegt, ohne die Vertretung ihrer Gesellen bei der Beden Neunstundentag zu fordern, auch die Fürstenheim'schen ArDer deutsche Bäckerverband hielt am 10. März eine gut beiter sich diesem Beschluß unterwerfen. Mauer theilt noch gründung zuzulassen, obwohl die Gefellen, und noch dazu die arbeitslosen, die Kosten tragen müßten.( Der Wertmeister muß für besuchte Mitgliederversammlung ab. Nach Erledigung der regel mit, daß der Fabrikantenverein ihm auf sein Schreiben gedie die Neuwahl das Einschreiben 1 M., der Kneter 75 Pf. und der Gehilfe des gesammten Vorstandes, die folgendes Resultat ergab: 1. Bor- antwortet habe, daß nicht eher verhandelt werden könne, bis 50 Bf. schwinden lassen.( Lebhafte Zustimmung). Die Herren hätten sich fihender Sandhoff, 2. Vorsitzender Böhme, Kassirer Teupel, Hilfs nicht die bei den Vereinsmitgliedern schwebenden Streits beiWürzburg, Schulz, Wagner, Hildebrandt noch fogar erdreiftet, eine schwarze Lifte einzuführen, die ihm, Redner, tafsirer Barsielie und Lenz, Schriftführer Nitschke und Adler. gelegt sind. Nach längerer lebhafter Diskussion, in der König, ein gütiges Geschick in die Hand geweht habe.( Seiterfeit.) 3u Revisoren wurden ernannt Kelm, Briestorn und Gyrschewsky, für den neunstündigen Arbeitstag eintraten, gelangt folgende zum Bibliothekar Höpfner. Alsdann diskutirte man über die Redner verliest die darin enthaltenen Namen derjenigen, welche Einleitung einer zwedmäßigen Agitation für den Verband Resolution zur Annahme: Da der Verein der Schuh- und Schäftefabrikanten das Zu von den famosen Arbeitsnachweisen der Innung überhaupt nicht in diesem Jahre. Allgemein wurde anerkannt, daß mehr in Arbeit gebracht werden sollen und auch diegeständniß, zu unterhandeln, von der Beilegung der anhängigen bei Inkrafttreten des Maximal Arbeitstages es jenigen, welche zeitweilig auf den Index gefeßt worden. besonders einer guten Organisation bedürfe, wenn das Gesetz nicht Streits abhängig macht, was die Versammlung einer Absage gleich erachtet, beschließt die Redner glaubt nicht, daß die Sprechboten aus eigenem blos auf dem Papier stehen soll. Die Bäckermeister sind immer heutige Versamm Antriebe lung, über alle mechanischen Schuhfabriken, die Liste aufgestellt hätten, ganz sicher ganz sicher noch an der Arbeit, gegen den Maximal- Arbeitstag Stimmung zu neunstündige bewilligt Arbeitszeit sei das Jnnungswert. wendet sich auch gegen die Neuerung, daß die Junung die Arbeitsuchenden, bevor sie machen. Wie in der letzten Nummer der Meister- Zeitung zu eingestellt werden, durch ihre Aerzte prüfen läßt, ob sie auch lefen ist, glauben die Meister, daß der Bundesrath nicht die Be- morgen ab den Streit zu verhängen. Die Arbeiter derjenigen vollkommen gefund seien, und daß je nach dem Gutachten die fugniß habe, ein derartiges Gesetz zu erlaffen. Es wurde alsdann Fabriken, in welchen die gestellten Forderungen bewilligt sind, fonds abzuführen. Den Arbeitern der Filzschuhfabriken sowie Anstellung erfolge oder nicht. Die Abgewiesenen würden eben bekannt gegeben, daß am 12. April das Stiftungsfest des Ver: verpflichten sich, 10-15 pct. ihrer Einnahme an den Streitden Arbeitern in der Ballschuhbranche bleibt die Durchführung falls den Kommiffionären sich zuwenden. Seinerzeit habe die bandes in Keller's Festfälen stattfindet. Gewerbebeputation des Magistrats eine Petition der Gefellen, Die in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und der neunstündigen Arbeitszeit in einer günstigeren Zeit übereinen städtischen Nachweis für Bäcker einzuführen, mit Hin- Arbeiterinnen waren am Dienstag im Lokale Königsbant" in laffen. weisen auf die Bemühungen abgewiesen, welche die Innung einer von über 2000 Personen besuchten Versammlung erschienen, Germania fich hinsichtlich der Besserregelung ihres Nachweises um über die fernere Gestaltung des Streits zu berathen. Die mache. Das sei eine Santtion desselben, mit der die Bäcker- Vertrauensmänner berichteten zunächst über Sie Lage in den gefellen durchaus nicht zufrieden sein könnten. In einer Reso- einzelnen Fabriken; dem ist zu entnehmen, daß bereits sämmt Iution wendet sich hierauf die Versammlung in sehr entschiedener liche Forderungen in zehn Fabriken bewilligt sind, darunter beWeise gegen die von der Innung unterhaltenen Arbeitsnachweise finden sich die Fabriken von Melnit, Himmelreich, Hirsch u. und forderte den Vertrauensmann auf, behuss Revision der fraglichen Dallach, Oppenheim u. a. In mehreren Fabriken, so bei FürstenArbeitsnachweise bei der Gewerbedeputation vorstellig zu werden. heim, Levy, Dienstmann, steht die Bewilligung bestimmt zu erZum Schluß feines Referats trat Scholz mit warmen Worten warten. Einzelne Fabrikanten sollten die Lohnforderungen gefür den Anschluß an die bestehenden Organisationen( Fachverein währen, nur lehnen sie den neunstündigen Arbeitstag ab, weil und Verband) ein. Mit dem kleinen Häuflein von organisirten jeder Fabrikant, wie sie behaupteten, 3000 M. Ronventionalstrafe Berliner Bäckern ließen sich Mißstände, wie die geschilderten, an den Ring zu bezahlen hätte, der den Neunstundentag einnicht wirksam bekämpfen, und vor allem hätten sich die Bäckerei- führt. Papfe ist jedoch von Herrn Fürstenheim, dem Schrift arbeiter schon deswegen ein strammes Rückgrat in den Organisationen führer des Ringes, autorifirt worden, in der Versammlung zu zu schaffen, weil die Durchführung des Marimalarbeitstages, mit erklären, daß ein derartiger Beschluß nie gefaßt worden ist und der sich eine weitere öffentliche Versammlung befassen werde, ein alle dahin gehenden Behauptungen der Fabeikanten auf Erfindung folches durchaus erheische. Die Verordnung des Bundesraths ge- beruhen. Papte vertritt namens der Fürstenheim'schen Arbeiter währleiste nicht die nothwendige Kontrolle feiner Anwendung und den Standpunkt, daß man den Neunstundentag nicht so plötzlich deshalb müßten diese die Gesellen in die Hand nehmen, und da fordern dürfe. Die Einstellung neuer Arbeiter werde durch EinFreie Vereinigung der Kaufleute Sonntag, den 22. März cr.: Großes Winter- Feft MöbelAusverkauf wegen Umzuges zu außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen von Nußbaum- und Mahagont- Kleiderspinden und Vertitows 30 Mt., einfache 15 Mr., Sophas, Bettstellen mit Matraßen 20 Mt., Waschtoiletten, Küchenspinden, Kommoden 12 Mr., Stühle in der Berliner Ressource", Kommandantenstraße 57. 200-1000 Mt. Theilzahlung gestattet. Elegante Konzert- Tanz- Vorträge unter Mitwirkung der ,, Freien Liedertafel". Anfang 612 Uhr.- Eintritt 50 Pf. Billets sind bei den Kollegen Albert Kohn, Schliemannstr. 9, August Hintze, Pantstr. 13, August Penn, Friedenstr. 46 und Julius Kohn, Blanten- 65 Mt., Plüschgarnitur 60 u. 100 Mt., felderstr. 12, 4 Tr., zu haben. 346b Achtung! Stockarbeiter. Achtung! Sonnabend, den 21. März, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c( unterer Saal): Großes Frühjahrs- Kränzchen. 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März, vorm. punkt 10%, Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstr. 75: Große Versammlung des Zentralverb. der Zimmerer Dentschl. ( Bahlstelle Berlin.) Zages Ordnung: 1. Der Provinzialverbandstag und Anträge zu demselben. 2. Wahl der Delegirten. 3. Neuwahl des Bezirkskassirers in der Zahlstelle 3. 4. Verschiedenes. 254/18 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Freie Vereinigung d. Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Freitag, den 20. März, vorm. 10, Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht und Neuwahl des Arbeitsnachweis- Vorstehers. 2. Unfer Stiftungsfest. 3. Verschiedenes. 279/1 Um pünktlicheres Erscheinen als bisher bittet Achtung! Der Vorstand. Achtung! Scheibentöpfer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 22. d. M., vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Wernan, Rosenthalerstraße 57: Versammlung des Allgemeinen Vereins der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands, Zahlstelle Berlin. In dieser Versammlung wird speziell über die Intereffen der Scheibenarbeiter verhandelt werden, weshalb wir wohl erwarten dürfen, Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 23. März, abends 8 Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstraße 4a: Grosse öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum 1. Mai. Es ist Ehrenpflicht aller Kollegen zu erscheinen. wird punkt 8 Uhr eröffnet. Die Versammlung 144'8 Achtung! Puhlmann's Sommer- Theater, Achtung! der Gr. Schönhauser Allee 148. Sonnabend, den 21. März 1896, abends 8 Uhr, Winter- Vergnügen Arrangirt vom sozialdemokratischen Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt. Sozialdemokratischen Lese- u. Diskutirklub Johann Jacoby. Verbunden mit Concert, Gelang, Vorträgen u. lebenden Bildern. Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Arthur Stadthagen. Nach dem Konzert: Tanz. Mujit, ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmufiter. Dirigent: M. Behnfeld. Billets à 20 Pf. Unter Mitwirkung der Genoffin Frl. Wünsch und des Komikers Herrn Lachmann. Rixdorf. 100/15 Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Sonntag, den 22. März 1896: III. Theater- Abend in den Viktoria- Sälen, Hermannstraße 48-50. Gastspiel des Berliner Volksbühnen- Ensemble.( Leitung: 1. Türk.) Zur Aufführung gelangt: E Volksstück in drei Akten Hildegard Scholl. von Westenberger und Croissant. Nach der Vorstellung: Ball. Billet 50 Pf., Herren, die am Tanz theilnehmen zahlen 30 Pf. nach. Anfang 7 Uhr. Eröffnung 6 Uhr. Schulpflichtige Kinder haben keinen Zutritt. Billets sind in den mit Plakaten belegten Geschäften zu daß sich, fein Kollege dieser Branche unseres Berufes davon fernhalten wird. haben; an der Kasse werden teine Bidets verkauft. Gr. öffentliche Versammlung der 176| 12 Schmiede Berlins u. Umg. des 232/16 Oeffentl. Herren- Vortrag Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Staturarztes. Canitz M. über Rosenthaler Vorstadt u. Gesundbrunnen. am Freitag, den 20. März 1896, abends 8½ the Strankheiten der Männer und Sonnabend, 21. März, im Marienbad, Badstr. 21: im ,, Alten Schüßenhaus", Linienstr. 5. Zages Ordnung: Uhr, die Sünden der Jugend am Freitag, den 20. März, 1/29 Uhr 1. Berichterstattung des Gesellen- Ausschusses über die Verhandlung mit abbs., in d. Aktienbrauerei Moabit, ber Meisterschaft in betreff des Herbergswesens und Beschlußfassung. 2. Verschiedenes. Wegen der hochwichtigen Tagesordnung ist es bringend nothwendig, baß jeder Kollege erscheint. Klempner! Freitag, den 20. März 1896, abends 82 Uhr, im Lokale des Herr Volk, Alte Jakobstr. 75: Versammlung Thurmstr. 25/26. Nur Herren haben Zutritt. Entree 20 Pf. 3346 Naturheilverein ,, Bukunft Grosses Concert veranstaltet von den Sozialdemokratischen Parteigenossen des Gesundbrunnens. Unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Nord"( Mitgl. des A.-B.-S.) und des Volkshumoristen Otto Koch. Nach dem Concert: Grosser Ball in beiden Sälen. Samariter- Kursus Anfang& Uhr für Arbeiter u. Arbeiterinnen. 219/20 Zur Feier des 8. Stiftungsfestes am Sonnabend, den 21. März, abends 812 Uhr: der Werkstatt- Vertrauensmänner. Grosser Gesinde- Ball Zages Ordnung: Der gegenwärtige Stand der Lohnbewegung und unsere weiteren Massnahmen. Jede Werkstatt muss durch einen Delegirten vertreten sein. Bis jetzt haben 29 Werkstätten mit 515 Arbeitern die Forderungen bervilligt. Das Streikbureau befindet sich Annenstr. 16 und ist geöffnet von früh 9 Uhr bis nachmittags 5 Uhr. Die Kollegen haben sich in allen Streitangelegenheiten dorthin zu wenden. Der Vertrauensmann der Berliner Klempner: F, Zimmermann, SO., Pücklerstr. 55. 2801 im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c, wozu Freunde und Gönner hiermit eingeladen werden. Eintrittskarten sind bei den Borstandsmitgliedern zu haben. 155/7 Der Vorstand. Möbel Kaufgelegenheit Hinzugekommen sind die Firmen: Sielaff, Bionstirchfir. 39; Luckhardt, Ritterstraße; Mulack, Wafferthorstraße; 0. Lindner; Harzendorff& Lehmann; Carl Heckert Nachf.; Ernst Schiegnitz; Rechenberg& Dötering; Westphal; paffendste Gelegenheit zum Umzug für BrautLuokwaldt, Reichenbergerstr. 92; Hoffmann, Fichteftr. 33; M. Wünsche, leute und Hotels. Gnetfenaustraße 15 parterre, Görlizer Ufer 6; Hanfland, Langeftr. 77; Georg Müller, Staligerstr. 5; in der Möbel- Fabrit sollen sirta 200 tomplete Sponholz, Cottumftr. 19; Schachtmeyer& Cie., Sebastianstr. 5; Ruppold& Sohn. Wohnungs- Einrichtungen, verliehen gewesene In nachfolgenden Werkstätten befinden sich sämmtliche Kollegen im und neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise Ausstand: Kersten Nachf., Simeonftr. 13; Vogt& Uerpmann, Tempelhofer vertauft werden. Durch sehr große GelegenheitsUfer 23; Herm. Schöcke, Prinzenstr. 34; Otto Vogel, Andreasstr. 32; Isidor einfäufe zu biütgen Preifen ist es mir möglich, Schwarz, Linienstr. 154a; insgesammt 43 Kollegen. schon ganze Einrichtungen für 150-300 mt. zu von 400 bis 5000 Mt. Thetlzahlung gestattet. 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