Morgenausgabe Nr. 121 A 61 47.I/s bis 17 Uhr. iwei ort das erste Jentralovgan der SozialdemoSratisOen Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Retnfpiedm:®önioft 292— 297 Telegramm-�dr.: ßoztalbtmoha» Cerlt«. Vorwärts-Verlag G. m.b.H. Vostlck>«ckkonti>: Berlin 37 53S.— Bankkonio: Bank der Arbeiter Anaeliellten «wb Beamten. Wallftr 65 Dt B u Titc-Gel DevoNtenkal!« Linhenftr 3. �soung-plan angenommen. GünstigerVerlauf allerAbsiimmungen trotz Desertion derBayrischen Volkspartei. Die Debatte, die gester« im Reichstag der Er- Kläriurg des Rcichskaa�lers folgte, war lebhaft. stellenweise sogar stürmisch. Mehr noch als sie bc- schäftigte die Wissenden die Datsache, daß die Bayerische Volkspartei über Nacht i» die Opposition gegangen war. Ans Verdruß darüber, daß ihre Forderunge» für die Finanzreform nicht ganz be- willigt wurden, insbesondere über den preußische« Antrag im ReichSrat. der die Goudersubventioncn für finanzschwache Länder beseitigen will, stimmten hie Bayerische« Bolksparteiler mit der Opposition. während ihr Borsibender, Prälat Leicht, durch Abgab« blauer Enthaltungszettcl gegen seine eigene Fraktion demonstrierte. Diese Schwenkung hätte angesichts der knappen Mehrheit, die sich schon am Dienstag beim Polen- Vertrag ergebe« hatte, für de» Houng-Pla» und ßür die Regierung verhängnisvoll werden können. Run aber besannen sich zahlreiche Zentrumsleute und Bolksparteiler, die sich gestern noch enthalten lzatten, ihrer Pflicht und stimmten mit der Mehrheit. (fps gab nicht weniger als zehn namentliche Abstim» mnngcn. die alle günstig Verliese«. Wir geben hier die Zahlen der wichtigsten wieder: ' Poieuvertrag...... Dringlichkeitsbeschluft... Billigung für die Regierung Es fehlt noch die Tringlichkeitserklärung des Reichsrats. Mit ihr dürfte der Plan einer neuen Volksabstimmung erledigt fein. Vom Reichspräsi- deuten verkündet, wird der Houng-Plan Gesetz werden. * Die deutsche Politik steht cm einem entscheidenden Ein- schnitt. Die Revision des Dawes-Plans ist abgeschlossen. An die Stelle einer provisorischen Regelung der deutschen Repa- rationsverpflichtung tritt eine endgültige Festsetzung der deutschen Schuld. Der Reichstag hat die Poung- Gesetze angenommen, ihre Derkündung wird folgen: Deutschland ratifiziert den Doung-Plan. Am 36. Juni wird das Rheinland frei von frem- den Truppen fein. Die Zeit der Unsicherheit und Ungewiß- hast ist vorüber. Deutschland weiß auf lange Jahre hinaus, welche Lasten es zu tragen hat. die deutsche Wirtschaft und die Reichsfinanzpolitik können mst festen Größen rechnen. Der Druck einer übermäßig hohen Reparationsschuld und die Un- gewißheit über ihre Steigerung, die durch den Wohlstands- index bedingt war, ist von ihnen genommen. Jetzt ist keine Zeit mehr für Illusionen und Spekulationen, für Krisen- Hoffnungen und unverantwortliches Geschrei politischer und wirtschaftlicher Katastrophenpolitiker, jetzt heißt es: an die Arbeit! Ein schweres Ringen ist abgeschlossen. Im Septem- der 1928 forderte Reichskanzler Hermann Müller in Genf die Rheinlandräumung. Frankreich antwortete mst der Gegenforderung nach endgültiger. Fixierung und Sicher- stellung seines Reparationsguthabens. Das Ergebnis war eine Einigung über beide Punkte: offizielle Verhandlungen über eine vorzeitige Rhein landräumung zu eröffnen und das Reparationsproblem vollständig und end- gültig zu regeln. Am 11. Februar 1929 traten die Sachver- ständigen zur Besprechung der endgültigen Reparations- regelung in Paris zusammen. Nach viermonatiger Dauer schlösse» sie ihre Beratungen ab, die großen Linien des Aoung- Planes wurden sichtbar. Am 6. August 1929 folgte die erste Haager Konferenz der Regierungen, die Vereinbarung über die Rheinlandräumung wurde abgeschlossen. DiezweiteHaagerKouferenz wurde am 3. Januar eröffnet, dann begann der Parlaments- rische Endkampf. Anderthalb Jahre Kampf um die endgültige Reparationsregelung, um die Befreiung des Rheinlands! Schwere Monate deutscher Geschichte liegen hinter uns, erfüllt von innerer Unruhe und schweren Auseinandersetzungen! Je näher die Entscheidung rückte, um so erbitterter wurde der Kampf. Die deutschen Rationalisten führten ihre letzte Ver- zwelflungsschlocht. Der Kampf hat Opfer gefordert! Die nationalistische Opposstion bezahlt den Kampf mst dem Zer- fall der Deutschnationalen Volkspartei, mst der Zurück- werfung dieser Partei in die Position einer nicht koalstions- fähigen Gruppe. Die Opfer waren nicht allein auf dieser Seite! Die Dauer des Ringens, die Ungewißheit, die Hoch- flut der Hetze und der Lüge hat dem Wirtschaftsleben schwere Wunden geschlagen. Angriffe auf die Stabllität der Wäh- rung, auf den deutschen Kredst im Ausland, dazu eine auf innere Drosselung abzielende Diskontpolitik suchten das Bild der deutschen wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähig- keit zu verschleiern. Sie haben die Kapitalflucht gefördert, sie haben die Krise verschärst und die Zahl der Erwerbslosen erhöhti Die Berzweiflungsschlacht der Natiojialisten hat die Rot in Deutschland vergrößert— sie hat nicht vermocht, die nach Frieden, Befreiung und S t a b i l i t ä t zie- lende Politik der Regierung Hermann Müller von der Cr- reichung ihres Zieles abzuhalten. In diesem Kampfe fiel Gustav Stresemann, ohne das Ende des Werkes, an dem er als der aktivsten einer mitgearbeitet hat, sehen zv können. Er stand im Mistelpunkt des Kampfes, er war die Zielscheibe der vergifteten Pfelle, die eine ungeheuerlich verlogene Propaganda derer um Hugenberg verschoß. Sein Name stand noch tm Kampf gegen das HUgenbergsche Volksbegehren, als er selbst schon still unter dem Rasen lag. Die Regierung Hermann Müller hat die Führung in diesem Kampfe behauptet. Sie hat sich durch- gesetzt und in anderthalb Jahren ununterbrochenen Ringens das Werk vollendet. Diese Aufgabe war nicht leicht! Fast ein Jahr lang, bis in den Sommer 1929 hinein, dauerte das Ringen um eine stabile Regierung, mehrfach stand die Regierung am Rande der Krise. Die stabile Regierung wurde schließlich erreicht durch jenen Vorgriff auf die Er- Mäßigung der deutschen Reparationsschuld durch den Poung- Plan, der zum Finanzprogramm Hilferdings. damit aber auch zu neuer Krise führte, als die wahre Lage der Reichsfinanzen, das Illusionäre der Steuersenkungsforde- rungen in gigantischem Ausmaße Achtbar wurden. Die Regierung Hermann Müller mußte ihr Schiff durch die Fähr- lichkeiten hindurch steuern, mit denen sie im Herbst 1929 der Frontalangriff des Unternehmertums gegen die Arbeits- losenversicherung bedrohte. Sie hat alle Erfchütte» rungen ausgehalten: den Tod S t r e s e m a n n s. den Dolchstoß, den Schacht mst seinem Memorandum gegen ihre Reparationspolitik führte, sie hat nun zuletzt das Schiff noch mn die Klippe der Verbindung von Finanz- Programm und Toung-Plan herumgeführt. Diese politische Arbest ist geleistet worden in einer Zest der schwersten Krise, der Mastenarbeitslosigkeit, der putschisti- schen Treibereien von rechts und links, im Kampfe gegen innere Schwierigkeiten wie gegen die letzten verzweifelten Angriffe der deutschen unverantwortlichen Nationalisten. Die Schlacht um die endgültige Reparationsregelung ist aus. Die demokratische Republik hat einen gewaltigen Schritt vorwärts zum wirklichen Frieden getan. Der Glaube an die demokratisch« Republik und an die Politik des Friedens und der Verständigung geht gefestigt aus dieser Zeit des Kampfes hervor. Die demokratische Republik, der feste Wille des deut- schen Volkes, seinen Wiederaufftieg fortzuführen— sie sind nicht zu erschüstern! Die Feinde der Republik und der Friedenspolitik haben ein« entscheidende Niederlage erlisten. Hugenberg und die Seinen bleiben auf der Strecke: die letzten Chancen, die den deutschen Nationalisten das Ringen mn den Doung-Plan geboten hat, sind dahin. Der wirtschaftliche Zusammenbruch des deutschen Volte« durch die Ausführung des Aoung- Planes ist eine Agitationsphrase, die sie niemals selbst ernst- genommen haben. Wer die Dawes-Annuität von 2,5 Mil- liarden plus Wohlstandsindex für erträglich hält, wie die um Hugenberg» der wird niemandem im Ernst glauben machen, daß die Aoung-Annuität von 2,95 Milliarden die deutsche Wirtschaft ruinieren müsse. Widerwillig gestehen sie heute selbst, daß die Verabschiedung des Doung-Planes wirtschaftlichen Aufschwung mit sich bringen wird. Vorübergehend sagen sie— denn auch geschlagen, wollen sie die Hoffnung auf eine kommende neue Krise nicht aufgeben, well sie nicht zugestehen können, daß ihre Politik am Ende ist. Die Krise, die sie wollten, ist vermieden, die Krise des Dawes-Planes wie die Krise, die aus dem Schestern des Voung-Planes hervorgewachsen wäre. Die Voraussetzungen der Stabllität von der Seste der Polstik her sind gegeben. Wer den Kampf gegen den Young-Plan fortsetzt, kämpft gegen Windmühlen. Er ist p o l i t i s ch e T a t s a ch e, an der nicht zu rütteln ist, gegebene Größe für viele Jahre deutscher Polstik. '' Jetzt gllt es, die deutsche Wirtschaft auf diese Tatsache einzustellen. Das notwendige Finanzprogramm zur Sanie- rung und Festigung der Reichsfinanzen muß innerhalb der notwendigen Frist durchgeführt werden— es ist eine der Voraussetzungen für die Ueberwindung der De- pression. Jetzt ist keine Zest mehr für revolutionäre Gym- nastik von rechts und von links, für unverantwortliche Trei- bereien jener Leute, deren ganze politische Vernunft in der Hoffnung auf die Katastrophe besteht. Fort mit der Hetze, der Lüge, dem demagogischen Geschrei der Verantwortungslosen. sott mst dem wirtschaftlichen Zweckpessimismus, der die Sta- bilstät der Wirtschaft nationalistischer Jllusionspolitik auf- opfern will. Mit diesen Illusionen muß die andere verschwin- den, daß sich die Arbeiterschaft den Abbau der Sozialpolitik abringen ließe! Das Programm, das der Reichskanzler gestern ent- wickelt«, zeigt, worum es jetzt geht. Senkung der Repara- tionslast, Fortschrstt zum Frieden, Rheinlandräumung— das ist erreicht. Das nächste Ziel ist: heraus aus der Unsicherheit, der Depression» Arbeit für die Arbestslosen! Heute Reichsrat. In Regierungskreifen wirb damit gerechnet, daß der Reichsrat, der am Donnerstag um elf Uhr zusammen- tritt, sich ebenso wie der Reichstag für die Dringlichkeit deS Neuen Planes ausspreche» wird, und daß das Ber- tragSwerk noch am selben Tage dem Reichöpräsi» benten zur Unterzeichnung vorgelegt werden wird. Die Abstimmungsliste. Au» den amtlichen Abstimmungslisten der Schluß- abstimmung über den Gesetzentwurf über die Haager Konferenz ergibt sich, daß dafür 265, dagegen 192 Abgeordnete g«° stimmt und 3 Abgeordnet« sich der Stimme enthalten haben. Vom Zentrum haben die Abgg. Borneseld-Ettmann. Feil- ma y r und Dr. Fähr mit Nein gestimmt. Van der Deutschen Volkspartei, die im übrigen dafür gestimmt hat, haben sich die Abgg.». Gilsa, Günther. Hu eck und Köngeter an der Abstimmung nicht beteiligt. Von d« Bayerischen Volks- Partei, die im allgemeinen mit Nein gestimmt hat, hat der Abg. Dr. Bayersdörfser mit Ja gestimmt, wahrend sich die Abgg. Emminger, Leicht und Troßmann der Stimme enthalten haben. Die namentliche Abstimmung über das Polenabkommen ist fÄgendermoßen zu berichtigen: es haben mit Ja gestimmt 235 Abgeordnete, mit Nein 216, enthalten haben sich 8 Abgeordnete. Vom Zentrum haben heute gegen das Polenabkommen gestimmt die Abgeordneten Beck-Oppeln, Blum, Bornefeld-Eltmann. Damm, Dies, Ehrhardt, Fahrenbrach, Dr. Föhr-Baden, Hermes. Jwbusch, Dr. Köhler, Neumann, Perlitms, Dr. Schelter, Ulifika und Warnte. Der Stimme enthalten haben sich die Zcn- Mstungsstillstand bis 1936. Das einzige Ergebnis der Londoner Konferenz. p a r l», 12. MSrz.(Eigenbericht.) Die pariser presse verkäadel am ArÄlag mit schlecht verhüllter Schobeusreude den Mißerfolg der Londouer AloLcutoafereaz. Der Gedanke an einen MlttelmeerpaN oder einen Ergänzungspatt zum Kellogg- Pakt müsse endgültig ausgegeben werden. Daraus folge für �raakrelch die unbedingte Notwendigkeit, sein« Tonnage- sorderunzen restlos aufrecht zu erhalten.„Gibt mau uns kelneu Verlrag— schreibt der„Petit Parisien"—, so behalten wir höchst einfach unsere Schisse." Ilm aber das Odium zu vermeiden, als habe Frankreich dt« Konserenz mutwillig torpediert, begnügt man sich Italien als Sündenbock hinzustellen. Denn Italien habe sich nicht nur durch sein« Forderung nach Flottengleichheit übernommen, sondern es habe sich auch geweigert, seine Forderungen ziffernmäßig zu begründen. Weiter erklärt man in Paris, daß jedoch nicht all« Arbeit in London vergeblich gewesen sei. denn es werde sicherlich zum Abschluß eines Rüstungsstillstand es bis 1936 kommen, und die Londoner Vorarbeiten könnten der Abrüstungskommission des Völkerbundes sehr nützlich sein. Der„Matin* schlägt dazu noch vor. daß setzt Frankreich nach Pari» ein« Abrüstungskonferenz der kontinentalen europäischen Mächte einberufen solle, um semen guten Willen zu beweisen. Dies« Pariser Konferenz solle die Vorarbeiten für die Vereinigten Staaten von Europa, die Abrüstung zu Lande und in der Wirtschaft voll« ziehen. Arbeiierregierung rüstet ab. Verminderung von Heer und Flotte. London, 12. März.(Eigenbericht.) Der Voranschlag für die britisch« Arme« weist eine Verminde. rung von rund 12 Millionen Mark gegenüber dem laufenden Finanz- jähr aus. Di» Gesamttosten für die Armee werden 310 Millionen Mark gegenüber 822 Millionen im Jahne ISA betrag«». Di« tat- sSch'ichen Einsparungen sind jedoch größer, ohn« zahlenmäßig in Erscheinung zu treten, da im Finanzjahr 1930 die Zahlungen für die Besatzungstruppen infolge der Beendigung der Rhein- landbesetzung aushören. Kriegseninister Genosse Tom Shaw betont in seinem Memo» randinn, daß ein ausgesprochener Rückgang dech Retru» tierungen für die Arm« festzustellen sei. Der Gesamtstond de? britischen Truppen werde 10000 Mann unter dem normalen Stand betragen. Im Unterhaus teilte der erst« Lord der Admiralität mit, daß Großbritannien seit 1. Januar 1928 seine Kriegsbauten gegen- über dem Flottmprogramm um 66 000 Tonnen freiwillig v e r- mindert habe. Soweit er wisse, hätte keine andere aus der Londoner Konferenz vertreten« Macht irgendwelche Abstriche gemacht. Snowden wird aber trotz der Verminderungen der Aus- gaben für Flott« und Armee im kommenden Budget die Mittel für etwa 800 Millionen Mehrausgaben finden müssen. Man vermutet, daß der Schatzkanzler die Derfung durch M ehr- besteuerung der Einnahmen über 40000 Mark im Jahre finden wird. Vor Neuwahlen in Großbritannien. London, 12. März.(Reuter.) Die meisten Unterhausmitglieder sind der Meinung, daß die Niederlage der Regierung in der gestrigen Unterhaussitzung eine Beschleunigung der Reuwahlen zur Folge haben wird. Es wird auf Grund der Ansicht, daß die Beziehungen der Regierung zu den Oppositionsparteien sich verschlechtert haben, angenommen, daß die Neuwahlen für Anfang Juni zu er- warten seien. Man vermutet, daß das T a d e l s v o t u m, das Baldwin morgen beantragen wird, mit Unterstützung der Liberalen abgelehnt werdm wird. Gandhis Kreuzzug. Beispiellose Szenen der Begeisterung. Ztao Delhi. 12. März.(Eigenbericht.) Der indische Freiheitsführer Gandhi hat am Mittwoch beim Morgengrauen Achmetabad. sein Hauptquartier zu seinom großen Morsch nach dem 2ö0 Kilometer entfernten Salzlager von Ialalpur am Golf von Sambay nördlich von Bombay oerlasien, und damit den historischen Kreuzzug gegen England begonnen. Der Aufbruch vollzog sich unter beispiellosen Szenen der Be- geisterung, Tausende von Menschen hatten die Nacht vor Gandhi» Hauptquartier Wache geHallen, um den Führer bei seinem Ausbruch zu begrüßen. Gandhi ist auf feinem Zug von 86 auserwählten Schülern begleitet. Der Zug ist bereit« am ersten Tage zu einer riestgen Prozession angewachsen. Di« erst« Etappe glich einem wahren Triumphzug. Ueberall eilte die Bevölkerung herbei und streute Geldstücke und Blumen auf Gandhi und sein« Anhänger herab. Der erste Tagesmarsch wurde in Aslali abge- schlosien, wo Gandhi ein« Rede hielt, in der er daran erinnerte, daß die Regierung seinen Hauptmitarbeiter Patel wegen einer bloßen Dersammlungsred« verhaftet Hab«. Möge die britische Re- gierung kommen und auch ihn hinter Schloß und RiegA setzen. Gandhi bezeichnete schließlich die Einziehung der Salzsteuer durch die Regierung von Indien als Diebstahl und erklärte, er und seine Anhänger seien bereit. Im Kamps« für die Abschaffung dieser Steuer alles, selbst den Tod, auf sich zu nehmen.— Vertreter ver- schieden«? Filmtompagnien, darunter auch ew« Gruppe deutscher Filmleut«, begleiten Gandhi aus seinem Zug. Zur gleichen Zeit, als Gandhi von feinem Hauptquartier ob- marschiert«, ging in Bombay eine große Kundgebung vor sich, wobei es Zusammenstöße mit der Polizei gab. Mehner« Läden, in denen europäische Kunden gesehen wurden, stürmte diy Menge und zerstörte sie. Die Fensterscheiben der enKischen Zeitung „Times of India" wurden eingeworfen. Gin vermögender Kauf- mann in Kalkutta hat Gandhi eine Million Mark für seinen Ungehorsamkeitsfeldxug geschenkt. In Bombay ist ein unab- hängiger Kriegsrat gebildet worden, der Sammlungen ein- leiten und Anhänger werben soll. trum»ab geordneten Erone- M ünz ebrock, Dr. Drees, Feilmayr und Willens. Die. übrigen Zentrumsabgeordneten stimmten für das Ab- kommen. Von der Bayerischen Dolkspartei haben sich die Ab- geordneten Dr. Leicht und Emminger der Stimm« enthalten, olle übrigen stimmten mit Nein. Von der Deutschen Volkspartei hat sich der Abg. Dr. Becker-Hesfen der Stimm« entHallen. Der Abg. Dr. Hugo fehlte.' Gegen das Polenabkommen stimmten die Abgeordneten Tramm, n. Gilsa, Dr. Hofs, Dr. hueck. Ionson, Dr. Kongeter, Dr. Leut- heußer, Schmid-Düsseldorf und Dr. Schnee. Die übrigen Mitglieder der Deutschen Volkspartei stimmten s ü r das Abkommen. punkiloser Giil. patent Or. Brüning. Di« Leser des Reichstagsbericht, sind hierdurch eingeladen, den Villigungsantrag für die Reichsrsgierung zu lesen. Herr Dr. B r ü- n i n g, der Führer der Zentrumsfraktion, hat ihn eingebracht. Der Antrag stellt hinter der Dilligungsformel die Garontiedestimmungen des Nouog-Plans für die Sicherheit der deutschen Währung und Wirtschast sowie die Aeußerungen zusammen, die der Reichskanzler in seiner gestrigen Rede dazu gemacht hat. In dieser 33 Druckzeilen langen Entschließung steht sehr oiel, man findet allerhand Wichtiges und— den ilmständen angemessen— Erfreuliches vor: bloß keinen einzigen, noch so bescheidenen Punkt. Wie ein« Riesenwurst geht der einzig« Monstresatz immer weller. Vielfache Gnschochtelungen führen eine Häufung oon Zeit- und Tätigkeitswörtern herbei, daß einem angst und bange wird. Man verliert sehr bald den Zusammenhang, kennt sich überhaupt nicht aus, und dem armen Leser wird bei alledem so dumm, al» ging ihm ein Mühlrad im Kopf herum. In politischen Kreisen verlautete nach dem vergeblichen Versuch, die Dschungeln dieser Entschließung zu durchdringen, das müsse die Arbeit von mindestens drei Juristen sein. Aon unterrichteter Seite hören wir aber, daß Herr Dr. Brüning ganz allein das Verdienst gebührt, diese» Monstrum erzeugt zu haben. Vielleicht besinnt sich die Volksvertretung noch darauf, daß sie Deutscher Reichstag heißt und stellt in den Nachtragshaushalt einen kleinen Betrag ein sür sprachlich« Prüfung Brüningscher An» träge oder wenigstens für Lieferung einer ausreichenden Anzahl von— Punkten an ihn. Entschließung geht ja schließlich noch— wie aber, wenn Herr Brüning etwa gar ein Gesetz ausarbeiten würde, nach dem dann zu entscheiden wäre. D i e Auslegungstünstel Da könnte selbst«in Zentrumsjurist— des Teufels werden. Nicht nur sener alte Wahlredner. auch moderne Parlamentarier kommen in arg« Verlegenheit, wenn st« ihre„Punkterchen" nicht bei sich haben! Tndunu». Luther besiäiigi. Der Reichepräsident hat die Ernennung des Reichskanzler» a. D. Dr. Luther zum Reichsbankpräsidenten für die Amtsdauer oon vier Iahren vollzogen. Personalpolitik auf eigene Faust. Ein d-mokrat scher Staatssekretär als Kandidat der Rechten. Der Provinziallandtag f ll r die Provinz Bran. den bürg wählle am Mittwoch mit den Sttmmen der Volkspärter, der Demokraten und Sozialdemokraten den volkeparteilichen Landrat Dr. Swart zum Landesdirektor und den sozialdemokra» tischen Ministerialrat im preußischen Innenministerium Dr. Simon zum stellvertretenden Landesdirektor. Das Amt des Lorsitzenden im Prooinzialausschuß erhält«in Demokrat. Die Wohl des Bolkrparteilers Swart und die des Sozialdemokraten Simon erfolgte mit 45 Stimmen gegen 44 Stimmen der Deutsch- nationalen, Nationalsozialisten und der Wirtschastspane! Die Wahl de« Demokraten zum Vorsitzenden de« Provinzialausschusse» wird ebenfalls mit den Stimmen der Volkepartei, der Demokraten und der Sozialdemokraten erfolgen. Die Stimmen dei'Rechtsparttien vereinigten sich auf den Staatssekretär im preußischen Finanzministerium, den Demo- k raten Schleusen er, der auf eigen« Faust geg-n den Willen seiner eigenen Partei kandidiert«. Die Rechte im Provinziallandtag spekuliert« darauf, daß der eine oder andere Demokrat den Vereinbarungen zwischen der Volkspartei, den Demokraten und den Sozialdemokraten nicht entsprechen unb gegen die Verabredungen der eigenen Frattion für Schleusen«: stimmen würde. Dadurch wären die Vereinbarungen zwischen den drei, ge- schlössen auftretenden Fraktionen hinfällig geworden. Der hinter- gedank« war auf der Rechten schließlich, dann wenigstens den Stell- Vertreter des Landesdirektors und den Vorsitzenden des Provinzial- ausfchusies stellen zu können. Die Fraktionsdisziplin der genannten drei Parteien hat di« Spekulation der Rechten oereitell. Aber hätte der auf eigen« Faust gegen den Willen seiner Partei kandidierende Staatssekretär Schleusener gesiegt, dann würden heute in der Provinz Brandenburg zwei maßgebende Aemter von Feinden derRepublikbesetztsem. Das ist di« Konsequenz jener Personalpolitik auf eigene Faust, di« von dem„Berliner Tageblatt" sell Monaten propagiert wird, und dieausdasAegenteil dessen hinausläuft, was dieses Blatt angeblich will. Splitter ohne Zahl. Der neueste kommunistische Laden. Der„Leninbund", dl« Organisation der Linkskommunisten, hat sich in sich gespalten. Leo Trotzki und U r b a h n s haben jeder für sich einen neuen Laden aufgemacht. Die Trotz! sten, gestützt auf Grüppchen im Berliner Wedding und in der Pfalz, geben ein Blätichen,„Der Pionier", heraus, das unregelmäßig erscheint. Sie haben auch einen preußischen Landtag sobgeordneten, der zu- fällig nach Ernst Meyer aus der Liste stand und nach dessen Tod nachrückte. Trotzkis Basis ein paar Arbeiter im Wedding und w der Pfalz — so vergeht der Ruhm der Welt! Die Teilnahmekundgebnng des Reichspräsidenten zur süd- franzäsischen hochwasserkalastrophe ist vom Präsidenten der sran- zösischen Republik durch den Botschafter de Margerl« mit Dank beantwortet worden. vie Sowjetg-sandllu Alexandra kollonlay wollte zum Frauen- stimmrcchtstongreß im Haag. Holland läßt sie aber nicht ein. Die christllchsozwle Fraklion des Wiener Nationlrats beschloß in Anwesenheit des Bundeskanzlers, das Antiterrorgesetz entgegen den Forderungen sämtlicher Eewerkschasten noch tn der Wintersession des Parlaments zu verabschieden. Das bedeutet ein« Kampfansage an die Gewerkschaften. Ali-Schläger und Eierschlamm. Bolschewismus vom Webding. Wir lesen in der rechtskommunistischen„Arbeiterpolitik": „Anfang voriger Woche fand im KL.-haus am Bülowplatz eine sogenannte Instrukteurkonferenz statt, auf der über die stärkere Um- stellung der Partei auf Betriebszellen gesprochen wurde. In einer anschließenden Sonderkonferenz der Instruveure der UBL. mit der BL. wurden Anweisungen erteilt, im Kampf gegen die Opposition noch mehr als bisher zu GewoUokten überzugehen. Es sollen besondere Rollkommandos zusammengestellt werden mit dem Austrag, führend« Genossen der Opposition zu überfallen und zu mißhandeln. Dieser Beschluß kommt nach dem planmäßigen Ueberfall der „Al i"- S chl ä g e r auf unsere Brandler- Versammlung am Wedding keineswegs überraschend. Auch damals haben die„Eier- schlämm"— der Spitzname sür einen der hauptschlöger— keineswegs aus eigener Initiative gehandelt. Daß die Parteiführung hinter diesen faschistischen Methoden steckt, geht schon daraus hervor. daß Merker in einer Bauarbeiteroersammlung ganz offen dazu aus. gesordert hat, den Brandlerianern di« Zähne einzuschlagen."_ Aus dem Rachiragseiai. Kaiser-Wilhelm-Gesellschast— Technische Nokhllfe. In der Mittwochsttzung des Ausschusie» für den Reichshaushatt wurde die Beratung des Nachtrags zum Haushalt de» Innenministeriums begonnen. Für die Kaiser- Wilhelm. Gesellschaft zur Förderung der Wissen- schaften werden 600 000 Mark nachverlangt. Der Reichsinnen- minister S e v e r i n g erklärte, diese Rachsorderung sei um des- willen notwendig geworden, weil' Preußen den Instituren 500 000 Mark Zuschüsse entzogen und der Reichstag im vorigen Jahre 375 000 Mark weniger bewilligt habe. Schon vor dieser Nack� forderung habe die Reichsreginung untersucht, ob die vom Reich gewährten Mittel von der Gefellschaft richtig verwendet und mit der notwendigen Sparsamkeit verousgadt werden. Diele Untersuchung habe einwandfrei ergeben, daß die umlaufenden Gerüchte, die sich zu der bekannten Anfrage im Preußischen Landtag verdichtet hätten, jeder Grundlage entbehren. Bezüglich der Einflußnahm« des Reichs aus die Verwaltung der Gesellschaft erscheine es ihm selbst- verständlich, daß diese Einflußnahme gemäß den veränderten Ber- Hältnissen in der Finanzierung der Gesellschaft geändert werden müssen. Im übrigen werde er sich ganz allgemein mit Nachdruck dafür einsetzen, daß trotz der ungünstigen Finanzlage die wissen- schaftlichen Forschungsinstitute Deutschlands nicht über Gebühr ein- geschränkt würden. Sämtliche Ausschußmitglieder stimmten den Darlegungen des Minister zu, und Genosse Dr. Mose» nahm Der- anlassung, dem Institut für die Förderung der praktischen und der Naturwissenschaften den Dank auszusprechen. Der Titel wurde gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Zur Unterhaltung und Durchführung der Technischen Nothilfe wird in dem Nachtragsetat ein Betrag von 12S000 Mark nachgefordert. Ministerialdirektor Dr. M en z e l aus dein Reichsinnenmmisterium gab für diese Nach- sorderung die folgenden Gründe an: Di« der Technischen Nothilfe zur Verfügung gestellten Beträge seien von 3 Millionen Mark Im Jahre 1925 auf 2,85 Millionen Mark im Jahre 1926 auf 2,5 Millionen im Jahre 1927, 2,25 Millionen im Jahre 1928 und auf 1 Million im Jahre 1929 gesunken. Ursprünglich wurden iin letzteren Etat 1.4 Millionen angefordert. Der Etat konnte erst iin Sommer verabschiedet werden und die Technisch« Nothilfe hatte sich aus die um 400 000 Mark höhere Summe«ingestellt. Dieser Ab- strich an dem Titel macht« den Abbau von 48 Angestellten notwendig, und es mußten diesen Angestellten auf Grund der mir ihnen bestehenden Verträge Abkehrgelder in höhe von 183000 Mark bezahlt werden, da sie darauf einen klagbaren An- spruch besahen. Im Höchstsalle ist den vor 1926 eingestellten An- gestellten als Abkehrgeld das achtfache Monatsgehalt gezahtt worden. Von der kommunistischen Fraktion wurde Streichung des gesamten Betrages verlangt, der Antrag wurde sedoch abgelehnt. Schulkampf in Frankreich. Bückzug der Beaktion. Paris, 12. März.(Eigenbericht.) Di« Kammer hat die Aussprach« über da» viel umstrittene Problem der Einheitsschule begonnen. Der Gesetzentwurf will die Ausdehnung des kostenlosen Unterrichts auf die unterste Klasse der Mittelschulen. Di« Rechte sieht darin den ersten Schritt zur Einführung Jier Einheitsschule und befürchtet Gefährdung der klerikalen Schulen. Infolgedessen macht der rechte Flügel der Kammer heftige Opposition. Die Debatte begann mit einem Versuch des reaktionären Abg. Marin, die Diskussion zu vereiteln, indem er er- klärte, dem Gesetzentwurf käme so Heroorragende prinzipielle Be- deutung zu, daß er den Rahmen der Budgetdebatte sprenge. Er oerlange Streichung gewisser Artikel. Der sozialistisch« Abg. Bracke wandte sich temperamentvoll gegen das Manöver der Reaktion. Es kam wiederholt zu heftigen Zwischenfällen und stürmischen Zusammen st äßen zwischen der Rechten und der Linken. Schließlich sah sich der Abg. Marin gezwungen, an. gesichts der entschlossenen Haltung der Linken und des Zentrums seinen Antrag zurückzuziehen. keine Amnestie in Preußen. Wi« aus einer Antwort des preußi- schen Iustizministers auf eine Kleine Anfrage eines Landtag- obgeordneten hervorgeht, ist eine Amnestie für Angehörig« des ehemaligen Selbstschutzes und der ehemaligen Freikorps nicht in Zucsstcht genommen. Ordnung/ Freiheit/ Tat! Wie die Koppisten regierten! Am 26. Dezember 1805 dekretierte der Kaiser Napoleov I. von Schönbrunn aus:„Die Dynastie Neapel hat zu beiteihen aufgehört." Am 13. März 1920 dekretierte Herr Gcnerallqnd- schaftsdirektor Kapp von Berlin aus:„Die bisheage ReAis- rez.erung hat aufgehört zu fein." Diese Kopie eines Sqtzes aus Büchmanns geflügelten Worten ist das Einzige, was an den Handlungen der„Regierung der Ordnung, der Freik»est und der Tat" die sich mit diesem Namen nach ihrem ersten Aufruf am 13. März durch Putsch und Verrat unter Kapp und Lüttwitz zu bilden oersuchte, an ein immerhin recht Tie- deutendes historisches Vorbild erinnert. Die Regierung der Ordnung! Sie mnßte. um sich rechtsradikaler Phraseologie zu bedienen, der„demohra- tischen Korruption" ein Ende machen. Wen aber sah man« in der Umgebung des neuen sogenannten Reichskanzlers? Da war der frühere Rechtsanwalt B r« d e r e ck. der im Jahre 1912 mehr ausgegeben hatte, als er einnahm, und sich zur Deckung der fehlenden Summen der Unterschlagung von Mündelgeldern schuldig machte. Er war nach Amerika ge- flohen und erst während des Krieges zurückgekehrt, um sich dann dem„Nationalverband Deutscher Offiziere" anzu- schließen. Da war cherr Lincoln-Trebitsch, der tn England wegen Wechsel- und Urkundenfälschung zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt worden war und als internationaler Abenteurer durch die Zeitgeschichte geisterte. Da war Herr S ch n i tz l e r, der die Kapp-Regierung zwar mit dem treffenden Ausdruck.Ludenschule" belegte, als nato- rilcher Alkoholiker aber periodenweise— und dies gerode währen der kritischen Tage vom 13. bis 18. März— nicht immer arbeitsfähig war. Da waren als Minister und als solche, die es weÄen wollten, politische Dilettanten, die nicht wußten, wie sie«von ihren angemaßten Ministerien Besitz ergreifen und wie sie zu regieren anfangen sollten. Da war als Wehrmacht ein Haufen treubrüchiger Offiziere und Landsknechte, die äußerlich zwar die Formen militärischer Disziplin wahrten, innerlich aber nur das eine dachten: Wir wollen nicht entlasten werden, wir wollen uns in den wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau nicht ein- gliedern, wir wollen Soldaten bleiben! und die nun den Be- griff der Ordnung in der Terrorisierung der Zivilbevölkerung erschövft sahen. Da wurde in der Reichskanzlei geredet und geredet, und es wurden Verordnungen über Verordnungen nieder- geschrieben, die kein Mensch beachtete. Die Kappsche Ordnung sei durch drei Verordnungen beleuchtet, die an ein und demselben Tag«, am 15. März 1920, ergingen. Erste Verordnung:„Sämtliche Reichs-, Landes- und Gemeinde- beamte haben unverzüglich ihren Dienst wieder aufzunehmen, soweit sie nicht durch den Deinst in den Einwohnerwehren und der Technischen Nothilfe in Anspruch genommen sind... Widersetzlichkeiten werden auf Grund des Ausnahmezustandes mit Geldstrafe bis zu 10000 M k.. unter Umständen mit Dienstentlassung bestraft." Zweite Verordnung: Die Beamten sämtlicher Reichs- und Staatsbehörden haben un- verzüglich ihre Geschäfte wieder aufzunehmen und ununtev- brochsn fortzusetzen. Die Zuwiderhandlung hat die Amt?- «ntlassung ohne Anspruch auf Ruheoehalä ohne weiteres zur Folge." Einmal IZeldstrafe, einmal Amts- entlassung ohne Ruhegehalt! Dritte Verordnung:..Die Der- ordnung des Militäroberbefehlshabers bezüglich der Amts- entfetzung der Reichs- und Staatsbeamten, die ihre Dienst- gefchäfte nicht unverzüglich wieder aufnehmen, wird hiermit für ungültig erklärt." Verordnung, Gegenverordnung, Neuenordnung, Unordnung, das war der Inhakt der Kapp- schen.Ordnung". Die Regierung der Freiheit! Die Gläubigen der Herren Kapp und Lüttwitz mußten, wenn die wütende Propaganda der letzten neun Monate Sinn gehabt haben sollte, in der Freiheit vor allem die Lösung Deutschlands von dem Versailler Diktat sehen. Demgegenüber erklärte sich aber Kapp schon in seinem ersten Aufruf bereit, den Friedensvertrag auszuführen. Der große Gegenrevolutionär war also— das Wort fei verziehen— einer der ersten„Er- süllungsvolitiker". Es ist bezeichnend, daß die Agenten des Herrn Kapp sofort nach dem Einmarsch der Ehrhardt- Truppen in Berlin Fühlung mit dem englischen Geschäfts- träger suchten. Sie hofften, bei dem Vertreter der konservativ- liberalen Regierung Seiner Britischen Majestät Unterstützung zu finden, stießen aber auf eine verschlossene Tür. Der Kampf um die Freihest nach außen bestand für die Regierung Kapp-Lüttwitz in einer Anerkennung des Versailler Vertrages, dessen Unterzeichnung sie in wüster Hetze der re- publikanischen Regierung zum Vorwurf machten Wie stand es um die Freihest im Innern? In den Akten über den Kavp-Putsch finden sich hierüber wenig Stücke. Im ersten Aufruf der Putschisten wird zwar gesagt, daß es sich keines- wegs um eine reaktionäre Angelegenheit, um einen monarchi- sirchm Putsch handle, im Gegentell, man scheute sich davor, d'e Worte„Reaktion" und„Rückkehr zum asten" in den Mund zu nehmen. Im übrigen aber gibt es über die Aus- gestaltung der inneren Freiheit in Dsutlchsand unter Kapp diese Verordnung vom 16. März 1920: 8 1. Die RSdeleführer, dle sich der in der Verordnung zur Sicherung volkswirlschaftlich wichtig« Betriebe und in der Verordnung zum Schuhe des Arbeitsfriedens unter Strafe gestellten Handlungen schuldig machen, werden ebenso wie die Streikposten mit dem Tode bestraft. ß 2. Diese Verordnung lntt am lS. März 1320. nachmittag» 4 Uhr. in Srast. Wstterhin verkündeten Kapp und Lüttwitz, daß ein Standgericht gebildet worden sei mit der Anweisung, alle ihm überwiesenen Personen binnen 24 Stunden abzu- urteilen und das Urtell sofort vollstrecken zu lassen. Ferner drahtete Kapp an alle Truppenteile:„Bitte allen Führern bekanntzugeben, daß ich jede entschlossene Dienstauffassung. auch wenn sie im Zwange der Rot g c g e n einzelne bisherige Bestimmungen verstoßen sollte, persönlich decke." Das war die glatte Proklamierung des Terrors und der uneinge- schränkten, von oben gebilligten Gewalth�rschaf des Mili- tärs. Die Freiheit Kapps war eine Willkurfreihest der Soldateska. Der bürgerliche Historiker Gerhard Schultze- Pfälzer sagt zu dieser Regiererei. daß man ihr wirklich keine fachministerlichen Eigenschaften anmerke, daß auch ledenfalls noch nicht einmal ein Referendar Pate gestanden habe. Der „Vorwärts" aber schrieb am 13. Marz 19„ l: ,�app hat sich durch seinen Streitpostenerschießerlaß der Aufreizung zum gemeinen Mord« schuldig gemocht. Jede bürgerliche Frei- Es Hai auch seine guie Seite! LUDeN00*FF LÖnwirz W___ ÖAGOW Lüiiwih:»Meine Herren, danken wir Gott, daß vor zehn Iahren unser putsch mißlungen ist. Gtatt in Ruhe unsere Pension einzusacken, müßten wir sonst heute den Uoung'plan unterzeichnen!� hest und vor allem die putschfeindlich« Presse wird unter- drückt oder zu unterdrücken versucht. Freilich ist schon am Montag, dem 15. März, der„Vorwärts" tn einer Verbots- widrig im besetzten Lindenhaus hergestellten Ausgabe er- schienen, um den Ruf zu erheben:„Es gibt nur noch eine Rettung: Fort mit Kapp und Lüttwitzl"' Die Regierung der Tat! Welche Handlungen haben die Kapp und Lüttwitz, in deren Hand doch unbestrest- bar am 13 März 1920 die öffentliche Gewalt in Berlin lag, geleistet? Jedes politische Handeln und vor allen Dingen jedes umstürzlerische Handeln verlangt, daß die obsiegende Partei, und das war am 13. März in der Reichshauptstadt, rein äußerlich gesehen, Kapp, die geschlagene oder im Augenblick verjagte Regierung durch ein fertiges regierungs- und aktionsbereites Gremium von Personen ersetzt. Von all-- dem ist in den fünf Tagen der Kapp-Herrschaft nicht das ge- ringst« zu spüren. Es ist dem Putschisten Kapp nur ge- lungen, in General von Lüttwltz, seinem Putschkollegen. einen Reichswehrminister zu finden. Einige Leute, wie Schiele, Wangenheim. Zumbroich, Sänkjen, Iagow, sind noch rein nominell zu Ministern ernannt, sie sind niemals wirklich in Aktion getreten und haben zum Teil hierzu nicht einmal«inen ernsthaften Versuch gemacht. Der Erlaß von zahlreichen Per- ordnungen, die nur auf dem Papier standen, ist keine Tat und darf vielleicht nur als Ergänzung für die Aeußerung gellen, die Kapp später selbst gebrauchte:„Das Unternehmen vom 13. März war für mich der letzte Versuch des alt- preußischen Beamten st aates." Als Tat blieb nur das Eine, was der deutsche Reichskanzler am 18. März in Stuttgart in die Worte faßte:„Das Verbrechen der Kapp und Genossen hat uns um Monate, wenn nicht um Jahre in der Arbeit um die Erneuerung Deutschlands zurückgeworfen." Es war die Sozialdemokratie und es waren die Gewerkschaften der Arbeiter, Angestellten und Be- amtcn, die diese, Regierung der Freiheit, der Ordnung und der Tat", in fünf schweren Kampftagen beseitigten. Die Niederwerfung der Staatsstreichler gelang, well die Mehrheit des deutschen Volkes erkannt hatte, daß Ordnung, Freiheit und Tat nicht in den Geheimkammern von Ver- schwörern, nicht in den Feldlagern von Landsknechten, fondern im Haufe der Demokratie wohnen. Kollegen! Iagow fähot fort:„Nie wäre die Politisierung der Per» waltung zugelassen worden." Herr von Iagow hat recht. Die Ver- waltung unter dem alten Staat war keineswegs parteilich pollti- siert: Sie war ein ausgesprochenes Privileg der altkonservativen Kreis«. Iagow sagt weiter:„Die Ermordungsgefahr ist so groß, wie sie im Dreißigjährigen Kriege gewesen sein mag." Er schiebt dabei— diese Beweisführung sei Herrn von Iagow gern vor- bchaltlos überlassen— die„Verbrennung des ahnungslosen Opfers bei lebendigem Leibe" wie im Versicherungemorde Tetzner auf dos Konto der Republik. Es ist historisch festgestellt: niemals war das Menschenleben so m Gefahr wie zur Zeit des Kapp-Putsches. Die zahlreichen historisch belegten Fälle in Berlin, im Ruhrgebiet und i in Thüringen zeugen dafür. Aber werden wir nicht zu ernst, wenn wir uns mit Herrn I von Iagow beschästigen. Zitieren wir noch seinen vorletzten Satz: ..Mussolini würde einen Generalstreik binnen drei Tagen er- ledigen." Nun, die deutsche Arbeiterschaft hat einen Streik der Generäle auch binnen drei Tagen erledigt, und das beruhigt uns für die Zukunft. Mussolinis und Iogows haben bei uns schlechte Aussichten! von Zogow erinnert sich. „Morgens XS: Am Brandenburger Tor werden spanffch« Reiter aufgebaut, Front gegen Westen." Mit diesen Worten beginnen die„Erinnerungen, Folgerungen", die der sogenannte Innen- minister des Reichskanzlers Kapp, der königlich preußische Berliner Polizeipräsident a. D. von Iagow, in der„Neuen Preußischen Kreuz-Zeitung" veröffentlicht. Wir zitieren aus Iagows Artikel die Forderungen der Put- schiften:„Wso in erster Linie: Durchführung der Verfassung, um überhaupt einen Rechtszustand anzubahnen." Es sollte demnach eine Verfassung durchgeführt werden, die von niemand andere gebrochen war als durch die Kapp. Lüttwitz, Ehrhardt und Iagow. Dann folgen ein Absatz ,Ln zweiter Lim«: Fach- minister", eine Glosse gegen Adolph Hoffmann, ein Sternchen und ein bezeichnender Satzanfang:„Hätten wir Fachminister be- kommen..." Aber mein verehrter Herr Polizeipräsident a. D.l Sie waren doch als Innenminister ausgesprochener Fachmann! Ihr Ministerkollege Schiele nannte sich Dölkswirtschaftler, Ihr Man- g e n h« I m war ein Vertreter der Landwirtschast, Ihr Post- minister Soenksen war Leiter der Berliner Oberpostdirektion, Ihr Justizmimster war Staatsanwalt! Sie disqualifizieren durch dieses.Hätten" sich selbst, Herr von Iagow, und Ihr« Herren Alfred Savoir:„Cr". Deutsche llrauffübrung!n der„Tribüne". Ein ebenso eigenartiger wie hübscher Einfall des Autors.„Er", dem Irrenhaus entsprungen, hält sich jür den lieben Gott, und der Zufall oder die Umstände fügen es so, daß ihn auch die anderen dafür halten. Glänzende Darstellung(ftonrad V e i dt. Else Eckersberg), außerordentlicher BÄfall. vgr. Bariel im Pilsudski-Tott. Er beschimpft die Fraktlonsführer. Warschau. 12. März. Ministerpräsident Dr. B a r t e l übte im Senat am polnischen Parlamentansmus scharfe Kritik. Er behauptet«, daß sich an dar Spitze der parlamentarischen Fraktionen oit Leute defänden, die voll- kommen ungebildet seien und in Ressortsragen keine Erfahrung hätten. In dieser Hinsicht könne man sie geradezu als A naLp h a« beten bezeichnen: trotzdem sei aber ihre Stimm« entscheidend, da sie ihren Klub politisch leiteten. Der Ministerpräsident erklärte sich als unbedingter Gegner der Ansprüche des Parlaments, unmittelbar durch«in Kabinett zu regieren, das aus Delegierten der Parlamentsmehrheit bestehe. Er hoffe, daß Polen— sofern es neue Fehler vermeiden wolle— zur Parlamentsherrschaft nicht mehr zurückkehren werde. Fleischnoi in Eowieirußland. Vor dem Zusammenbruch der Fleischversorgung. Die russisch« Ernährungskrise hat ein« neue bedeutend« Ver« schärjung erfahren. Aus allen Teilen der Sowjetunion kommen Meldungen über den Zusammenbruch der Fleisch- Versorgung. Wie ernst die Lage in leitenden Sowielkreisen be- urteilt wird, zeigt ein telegraphischer Erlaß de» stelloer- tretenden Handelskommlssars Lobatschew an olle lokalen Behörden. Lohatschew erklärt, daß der„katastrophale Rückgang der Bereit- stellungen und des Abtransports von Lieh und Fleisch" die L e r» sorgung der Jndüstriezen lren unmittelbar auf das schwerste gefährde. Sofortig« Maßnahmen sollen zur vorzeitigen Bereitstellung der in fcdem Gebiet festgesetzten Vieh- mengen getroffen werden. Gleichzeitig wird wiederum äußerste Sparsamkeit beim Fleischkonsum gefordert. Di« Kontrolle übet den Fleischverbrauch übernimmt die Arbeiter, und Bauerninspektion. Die Sowjeipresse beklagt sich erneut darüber, daß in vielen Gebieten die lokalen Wirtschaftsorgane und Behörden sich weigern, die von ihnen bereitgestellten Fleijchmengen der Zentrale abzuliefern. In diesen Gebieten erklären die Behörden:„unser Fleisch werden wir selbst essen." Die Flucht aus dem Sowjetparadies. In dem Flüchtlingslager bei Stolpe« auf polnischem Gzb!«t sind bereits 3000 flüchtige russische Bauernfamilien konzentriert. Auch nach Rumänien geht sin Flüchtlingsstrom. Lettland sperrt sich gegen die Verzweifelten ab. In Buenos Aires kam es zu«mer Duellfordening zwischen dem bolivianischen Gesawdtcn in Argentinien, Dr. Jose Maria Es- calie und dem Direktor der in Buenos Aires erscheinenden Zeitung „La Argentina", Alsonso Baldrich. Der bolivianische Gesandt« schickte dom Direktor seine Zeuge», weit er sich durch einen Artikel des Blaites beleidigt fühlt«, der die Haltung Boliviens gegenü'- Argentinien in der Petroleumsrag« kritisierte. Gegen Wirtschastspessimismus. Wirtfchastslage— Kapitalbildung— Finanzen. Di« freigewerkschafelichen Spktzenorganrsatwnen(Allgemeiner Deutscher Gewerkschoftsbund, Allgemeiner Freier Angestelltenbund und Allgemeiner Deutscher Beamtenbund) werden in den nächsten Tagen eine kleine Schrift veröffentlichen, di« den Titel„W i r t» schaftslage— Kapitalbildung— Finanzen"' trägt. Sie ist in erster Linie für die Gewerkschaftsfunktionäre bestimmt und will als Bilanz der Entwiiklung in Deutschland während der Lahre 1S2S bis 19L9 aufgefaßt werden. Di« vom Reichsverband der Deutschen Industrie gegen End« des verstoßenen Jahres veröffentlichte Denkschrift„Aufstieg oder Niedergang" hat ohne Zweifel die Wirtschaftslage schwarz in schwarz gemall und dem gegenwärtigen Wirtschaftspessimismus zum Durchbruch verholfen. Die Gewerkschaften treten in ihrer Denk- fchrift jeder ungesunden Konjunkturphantasterei entgegen und machen mit einem unbegründeten Wirtsäiaftspesstmismus Schluß. Wenn die Gewerkschaften trog der gegenwärtigen Schwierigkeiten zu dem weiteren Aufstieg der deutschen Wirtschaft völliges Ber- trauen haben, so kann man das unterstreichen. Auf Grund einer Untersuchung der Wirts chastssiwation kommen die Gewerkschaften in ihrer Darstellung zu folgenden Forderungen: Arbeitsbeschaffung und Kapllalversorgung. Die außerordentliche Arbeitslosigkeit macht«ine planmäßige Konjunkturpolitik zur dringlichsten Aufgabe. Alle Spar- maßnahmen, die an den einzelnen Stellen auf Grund der Finanz- lag« in die Wege geleitet werden, müssen in vernünftigen Grenzen geHallen werden. De» öffentlichen Körperschaften muß die Kapitalsbeschaffung zur Konsolidierung ihrer fcknpebenden Schulden und zur Finanzierung neuer Aufgaben ermöglicht werden Notwendig ist die Beseitigung der bisher bestehenden Hemmungen für die Aufnahme von Ausländsanleihen durch Länder und Gemeinden oder deren wirtschaftliche Unter- nehmungen. Die Polktik der Absperrung der öffentlichen Körper- schaften von den Kapitalmärkten im Ausland ist ein Mittel im Kampfe der Privatwirtschaft gegen die öffent- liche Wirtschaft...... Der Aufbau der deutschen Wirtschaft erfordert die Erhaltung imd Erweiterung eines aufnahmefähigen inneren Marktes. Für di« Gestaltung der Masienkaufkrast ist neben der Lohnfeftsetzung die Preisbildung von enlscheidcnder Bedeutung. Sief« wird durch di« Macht monopolistischer Unternehmer« organisationen ungünstig beeinflußt. Die Gewerkschaften fordern deshalb die Unterwerfung der monopolistischen Unternehmer- organisationen aller Art unter di« öffentliche Kontroll«. Der Stärkung des inneren Marktes dient weller die Förderung der landwirtschaftlichen Pioduktion. Di« Gewerk- schallen erkennen an, daß«in« Besserung der Log« der landwirt- schaftlichen Produzenten, soweit sie nicht einfach durch Preiserhöhun- gen auf Kosten der städtischen Verbraucher erziell wird, gleicher- maßen im Interesse der Landwirtschast wie der Industriebevölkerung liegt. Abgelehnt wird die Politik der Zollerhöhungen und die Subventionspolitik, weil sie keine wirksamen Mittel für eine wirklich« Rentabilttätssteigerung der Landwirtschaft ohne Schädigung der städtischen Verbraucher sind. Die Anpassung der deutschen Landwirtschaft an di« veränderten Bedürfnisse und Möglichtetten des Marktes kann nur durch Rationalisierung in den landwietschastlichen Betrieben, durch Stand ardiserung der Produktion, Organlsicrung des Absatzes und Marktstablli- sierung in neuen Formen vor sich gehen. Schutzzoll oder Freihandel ist kein« grundsätzliche, sondern eine jewellig unter den Gesichts- punkten der Zweckmäßigkeit zu entscheidende Frage. Ohne Zweifel werden in Deutschland Schutzzölle zur Erhallung rück- ständiger Wirtschaftsformen und zur Ausnutzung von Monopol- stellung am inneren Markt mißbraucht. Die Gewerkschaften werden deshalb, ohne sich der Verpflichtung zur Prüfung in jedem einzelnen Fall zu entziehen, im Interesse der Ausdehnung der Ar- beitsmöglichkellen für die deutsch« Industrie weiter gegen die Politik der Hochschutzzölle und für den internationalen Zollabbau kämpfen Der Zwang zu Steuererhöhungen ist anzuerkennen. Das Verhältnis zwischen Besitz- und Massensteuern darf aber gegen- über dem bestehenden Zustand nicht verschlechtert werden, trotz der Anerkennung gewisser Grenzen, die der Besitzbesteuerung durch die Gefahr einer verschärften Kapitalflucht durch Belastung von Der- mögen und hohen Einkommen gezogen sind. Daneben werden sich freilich auch Massenbelastungen um des höheren Ziels der Sicherung der sozialen Aufgaben nicht vermeiden lassen. Keinesfalls darf aber durch eine übermäßige Erhöhung der Massenbelastung aus dem Anlaß einmaliger Sanierungsbedürfnisse die Bahn für einen künstigen Abbau der Besitzsteuern zu Laste» der fortbestehenden Massenfteuern freigemacht werden. „Revolutionäre" Nutten. Was der kommunistische Arbeiierrat der BVG. geleistet hat. Di« Arbeiter und Angestellten der Berliner Perkehrs-JL-G. hoben am Sonnabend darüber zu entscheiden, ob sie wieder eine Betnebsoertretung wählen wollen, die i m strikten Gegen» f atz zu de» freien Gewerk fch. asten steht.- Di« Wahl kann nicht schwer seJicc-'Dtr sogeNbnntesi oppositionellen Arbeiterrät« haben.....- nicht einen einzigen positiven Erfolg aufzuweisen. Zur Illustration sei hier nur an einig«„revolutio- näre" Taten dieser Wortraditalen erinnert. Als Im Frühjahr 1929 die Montagearbeiter in der Werkstatt N»rd-Süd beendet waren und etwa 49 überflüssige Arbeiter nach anderen Betriebsstellen versetzt werden sollten, forderte der damalige kommunistische Arbeiterratsvorsitzende D e t« r diese Arbeiter auf, In der Werkstatt Nord-Süd gegen. den Willen der Betriebsleitung weiterzuarbeiten. Die Befolgung dieser blödsinnigen Parok« führte zwangsläufig zur fristlosen Einlassung der irre- geleiteten Arbeiter. Der Nachfolger von Deter war der„Revolutionär" K a y s e r. Cr beschränkte seine Arbeiterratstätigkeit darauf, den Direktor Brolat in flegelhafter Art zu beleidigen und ihm anzukündigen, in Zukunft mit ihm nur noch in der bekannten handgreiflichen„bolschewistischen Art" zu verhandeln. Damit war seiner Tätigkeit ein Ziel gesetzt. Daraus trat der jetzig« kommunistisch« Arbeiterratsvorsitzende F r e y e r das Erbe an. Bon feinem„revoluiionären" Wirken merkten die Verkehrsarbeiter«ine geraume Zeil garnichts, bis er von der kommunistischen Gewerkschaftszentrale unter Druck gefetzt wurde. Freyer, dem das Betriebsrätegefotz ein Buch mit sieben Siegeln ist, versteht nicht einmal«ine Betriebsversammlung richtig zu leiten, oder eine Verhandlung zu führen. Seine völlige U n- sähigkeit hat er vor allem bei den Klagen bewiesen, die er vor dem Arbeitsgericht zu vertreten Halle. Am bekanntesten ist fein« Rolle, die er vor kurzem bei den Betriebseinschränkungen bei der BVG. gespielt Hot. Freyer war es. der den Gewerkschaften die Möglichkeit nahm, den U-berfluß an Fahrpersonal zur Einführung des Achtstundentages für das gesamte Verkehrspersonol zu be- nutzen. Er stimmte ohne weiteres den: Angebot der Direktion auf Einführung einer unbezahlten monatlichen Feierschicht zu. Darüber hinaus hat er ohne Beschluß des Arbellerrats di« sogenannte Kommondozulage von eine? Mark täglich ab- gebaut, die feit Jahren auf Grund einer Vereinbarung des früheren Arbellerrats gezahlt wurde. Beim technischen Per- sonal, das bereits den Achtstundentag Hot, lehnte Freyer das An- gebot der Direktion auf Streckung der Arbeit ab und bewirkte da- durch, daß einige Hunderl Arbeiter mehr entlassen »erben mußten. In Betriebsversammlungen hat er„flammende" Resowlionen gegen die Direktion der BVG. annehmen lassen; sie ruhen alle noch in seiner Trschschublade. Kroftmeierisch« Antröge an den Aufsichtsrat laßt er durch den Vertreter der kommunistischen Stcdtoerordnetensraktion im Amficht-rat begründen, auch wenn er selbst durch einen Beschluß des Arbeiterrats zur Deoründuna ver- pflichtet w-rd. 0 Der.Erfolg" der kommunistischen Arbeiterräte besteht lediglich darin, daß sie durch ihr Treiben den Hakenkreuzlern soviel Wasser auf die Mühlen geleitet haben, daß sie es in diesem Jahre wogen können, mit einer eigenen Liste auf den Plan zu treten. Die KPD. prSsentierl Nullen, deren Erfolg gleich«all ist. Die Berßehrsarbellsr werden darauf am Sonnabend die gebührende Antwort erteilen mrd geschlossen für die freigewertschaft- liche L i st e I stimmen. Ebenso gilt es für die Angestellten, der Zersplitterung entgegenzuwirken. Deshalb nicht di« Liste l, Spitzenkandidat das Mitglied des Deutfchnationolen Haichlungsgehilfenverbandes Weib- che», fondern geschloffen die f re i g« w e r ksch a f tl i che Li st eil mit dem Spitzenkandidaten S k e r l wählenl Ho?zarbeiter gegen Spalter. Glänzender Erfolg unserer Genossen. Die Wohl der Generaioecsammlungsdelegierten im Holzarbeiter. verband brachte unseren Genossen einen überraschend große» Erfolg. De» Kommunisten gelang es in keinem einzigen Bezirk, ihre vor. jährige Slimmenzahl auch nur zu hallen. Sic sind überall im Rückgang. Bezirke, die erst seil dem Vorjahre eine Kommission aus Genossen der Amsterdamer Richtung hallen, habe» in diesem Zahre starke Wehrheilen für die Sandldale» der A m st e r. damer Richtung gebracht. So im Bezirk östliche Vor. orte, Osten II und Nordwesten. Auch im Bezirk Zentrum, der feil Jahren von einer kommunistische» Som- misston bearbettel wurde, sind nur Delegierte der Amsterdamer Richtung gewählt. Es gelang den Sommu- nisten nur von 3Ö0 Delegierten insgesamt 24 Delegierte durchzo. bringen und zwar bei den vergoldern sowie in einigen kleinen Bezirken. Ileberall, wo die Kommunisten bisher schon in der Minderheit waren, sind diese Minderheiten noch kleiner geworden. Gegenüber der vorjahrigen Wahl verlieren die Kam- munisten annähernd 50 Mandate. Dies ist, besonders angesichts der katastrophalen und andauernden Arbettslosigkeit. eine ver. nichlende Niederlage der Kommunisten. (5faii Lohnerhöhung Lohnabbau. Unmöglicher Schiedsspruch in der Maßschneiderei. Der Schiedsspruch der Unparteiischen in der Tarif st reitfrage des Maßschneidergewerbes, der in der vorigen Woche in Braunschweig gefällt wurde, muß nach In- hall und Form als ein F e h l s p r u ch bezeichnet werden. Beide Parteien hatten für die Erneuerung der Reichstarifvertragsgemein-) fchaft umfangreiche Anträge gestellt. Im Schiedsspruch sind alle! Arbelteranträge zur Arbeitszeit- und Urlaubsfrage, zum i Garantielohn sowie zur Tarifstundenberechnung unberückfich- t i gt geblieben: dagegen sind in 3S Positionen die tariflichen Akkordzeiten nach den Wünschen der Unternehmer ver- schlechtert worden. In der Herrenmaßschneiderei sind all« Ar- bellen in Akkordzeiten festgelegt, die nach fochmännlschen Gesichts« punkten auf Grund der erforderlichen Arbeitszeit festgelegt sind- Oh« Ueberprüfung der einzelnen Arbeiten sind die Tarifpositione« im rein schematischen Handelsversahren herabgesetzt worden, so daß Lohnkürzungen in den einzelnen Städtegruppen und Tarif- klassen bis zu 10 Proz. in Frage kommen würden. Da das Lohnniveau im Maßschneidergewerb« im Vergleich z« den anderen Industrie, und Berufsarbeitergruppe» nachweislich sehr tief steht, haben die Unparteiischen für den Akkordberech- nungslohn ein« sogenannte Ausgleichszulage von S Pf. in den ersten vier Städtegruppen, von 4 Pf. in den millleren drei Städtegruppen und von 3 Pf. in den untersten vier Städtegruppen vorgesehen. Der Lohn für die Zeitlohnarbeiter in der Herren- Maßschneiderei, für die Akkordtagschneider sowie für die gesamte Arbeiterschaft in der Damen schneideret soll unoer- ändert bleiben. Trotz der Stundenlohnzulage ist kein A u s g l e i ch für die Tarifoerfchlschterung gegeben; es würden immer noch Abzüge von 3 bis S Proz.— je nach den einzelnen Städte- gruppen und Tarifklassen— in Frage kommen. Die Entscheidung und die Begründung der Unparteiischen sind so widerspruchsvoll und werden der Sachlage so wenig gerecht, daß eine Erneuerung der Reichstarifvcrtragsgemeinschast auf dieser Grundlage als ausgeschlossen erscheint. Wie schlecht die Unparteiische bei ihrer Entscheidung beraten waren, geht schon daraus hervor, dag in der Frage der Schiedsgerichtsbarkeit sogar die überein- sllmmenden Wünsche von Unternehmern und Arbeitern unberückfich- tigt blieben. Da der Schiedsspruch in seiner widerspruchsvollen und unsachlichen Form undurchführbar ist, muß mit seiner Ablehnung gerechnet werden._ Betriebsrat der Städtischen Gaswerke. Freigewerkichafier haben große Mehrheit. gn Ergänzung des Ergebnisses zum Arbeiterrat der Städtischen Gaswerke teilen wir heut« das Ergebnis zum A n- gestelltenrat mit. Die freigewerkschaftliche Liste er- hielt 1739, eine deutschnatwnale List« 256 Stimmen, ungültig waren 23 Stimmen. Bon den zwölf Angestelltenratsmitgliedern gehören neun freigewerischaftlichen Organisationen, zwei dem Äomba, einer dem DHB. an. Bon den 21 Betriebsratsmit- gliedern gehören dreizehn der freigewerkschaftlichen Richtung, sieben der„Opposition", einer dem Äomba an. Somit be- steht für den Betriebsrat eine große freigewerkschaftliche Mehrheit._ Sin„oppositioneller" Betriebsrat. 25 ei Kübler u. Co. la Reinickendorf. Demnächst findet in der Gummifabrit von Kübler u. Co. in Reinickendorf-West die Neuwahl des Betriebsrats statt. Der Betrieb steht unter der„glorreichen" Führung des fiommu- nisten W e h n« r, der aus dem Fabrikarbellerverbond wegen or- ganifationsschädigenden Verhallens ausgeschlossen wurde. Der in seiner Mehrheit kommunistische Arbeite erat betreibt auch außer dem Derfassen„revolutionärer" EntschLeßungen Kohlen- geschäfte. Die Belegschaft wird durch die Berliner Brennstoff-. Gesellschaft beliefert. Di« Einkassierung und Abführung der Gelder an die Brennstossgesellschaft liegt in den Händen des tom- inunrstischen Arbellerratsvorsitzenden Webner. Am 13. D« z e m b e r.1929 hallen a l l e Arbeiter, von Kühler Sie Brennmaterial!«'� au Wehner bezahlt. Da"der Restbetrag'm Höhe von 432 M. jedoch am 5. März bei der Brennstoffgesellsihaft noch nicht«ngegangen war, mahnte die Gesellschaft, worauf Wehner am S. März 273 M, zahlt«. Es bleibt immer noch ein Rest von 177 M. Es ist mindestens sehr sonderbar, weshalb Mehner mir der Restzahlung so lange aus sich warten läßt, obwohl er das gefonn« Gekd bereits feit dem 16. Dezember in Händen hat— oder hatte. Auch andere sehr merkwürdige Dinge gehen mit dem Fonds der Betriebskantine vor, vttwaltet von einem rem kam- niunistischen Ausschuß, an dessen Spitze wieder besagter Wehner steh:. Sehr merkwürdige Dinge?— Vielleicht sind sie gar nicht so. merkwürdig, sondern nur zu natürlich. Wenn sie vielleicht auch das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen haben.. Eine„kommunistische" Aktion. Alle Versuche der KPD., eine„revolutionäre fiampfwev«" vor- zukurbeln, sind gescheitert. Selbst die vollständig von Kommu- nisten beherrschten Betegschaften lehnen es ab, Bewegungen ohne die Gewerkschaften und gegen die Tarifverträge zu versuchen. Schließlich ist die KPD. aus einige unorganisiecteIugend- liche der bekannten Äasfeegroßhandlung Hinz u. Küster ge- kommen. Wenn Lächerlichkcll noch tötet«, würde dieser„revoiu- tionär« Streik" der KPD. gewiß den Gnadenstoß geben. Differenzen mit der Gewerkschaft bestehen bei der Firma Hinz u. Küster nicht. ASS., SkiBiftfldorl. »Roten örfllOB". Kreitag, 1« Uhr, groktionzgtzuBg im m <3 �reieGewerkfchafis-Luaend Berlin t Heute. Dannerstos. 19� Mr. tosen die teniNBen: Sipes!«; Zuarnd» beim Grilnouer Str. 5. Ll-derobent.— Schinewridc: ZuaenSkieim Rjedertchoneweid«. Berliner Str. 81. Unierhaktunssabcnd.— ttetnnb- intnses; Zusei'dbeim Rote Silmle. Tvtenburoer Str. S, Bortro«:»Da« BtnjfsaasbUiumssfieOti'.— SSdastes: Srnvaendrim Rei-Ienberacr Ttr.<9» llfeiimvebcfcoiisV Berliner J&umot tum©laRbtcnne: bis Timmel.— Tcmprl- balt Gruvoenbeim£n.«inn©ennaniaftt. 4—6. Berliner Sumot— Moabit: ßunenMltint Lebrter Str.- 18-19. Worum grei«©rmertsKoktsiuoend?"— Sa-dabrraer Blati- Iuaentcheim©rob« fftanffutlrt Str. 18, Ammer«. Lolrnfpielobend.— Lichtenberg ssb Rrn-Lichtenbr-o: Zugrnbheim ßcu". an der LcflmofitaSe. Bunter Abeni>. Sfrenlfuctn Aller: Suscnbfcciat Staulfutltt Aller 307. Lpielobenö. .�uaenvoruppe desZeniralverbandes der Anqessellten W/V L-Ut.e Donnerztaa. finden folgend« Beronfiolwn-en fiott: Ba-io»- �«irberlchöitbouseu: SugcnbSeim©drlchstr. 14 lgrofie, Zimmsr). Bor- irafl:„e&valismus, Kommunismus, Anarchismus". Re-erent«rtur Raitiaw.— Treptow: Iuqcndchelm ber Schule Wildenbruchitr. 53(Äsftanfl von der©raeti» ftrak- in Trcuiom). Bortroa:»Relseeinbrilcke au- Frankreich". Referent ilrilt W-igelt.— Schisrberg: Jugendheim Kauotftr. 15 iHofgebäub«. Thüringen- Zimmer«. Liederabend.— Ah 19«- Uhr äSallätanzlurfut im PevalPN'.�lUeum. Lichtender«. Prinz-AIberi�ntr. 44.'_ und SonfUaes: Sri» S-rstöbt! Anzemcn: Tb.«lo«-: fömtiilb in Berlin. Verlag: Vorwörts-Berlog©. m d. s Berlin Druck: Borwarls-Buchdruckerei und Berlaosanstall Raul Singn u. Co.. Berlin Sffl 68 Linbenftro»» l bin« 3 Beil-g-s...ll»t«>holtu-a sab«ifi-u"»»b„Äteurnfiimmc". Der Dreis für Kaffee Hag bleibt trotz ZollerliOliung ermäßigt I Jb'.lZl» 4' I � il V"' �?00 Oema�f««/<8. 3Wt» 1930 Europas größtes Hallenbad. Voraussichtlich wird das neue Schwimmbad Berlin-Mitte Anfang April eröffnet und damit Europas größte» Schwimmbaü der Benutzung ubergeben werden. Das Bad ge. hört zu den Bauten, die trotz der Sparmabmchmeu der Stadt Berlin zu Ende geführt wurden, da die Unterhaltungskosten und Schäden des unvollendeten Laue« die Koste» der Dollendung bedeutend über- schritten hätten. Das nach den Entwürfen von Oberbaurat I« l t- mann und Professor T e f f e n o w gebaut« Bad trägt allen Anforde- rungen nach Licht. Luft und Sonn« in hervorragender Weif« Rechnung. Das Dordergebäud«. w dem sich die Wanne»»- und medizinischen Bäder befinden, ist durch mehrere Sonnen- flächen mit dem Hinteren Gebäude. das die Schwimmhall« aufnimmt, verbunden. Di« Schwimmhalle, die unser Bild zeigt, umfaßt einen Raum von 20X60 Meter.%s Schwimmbecken hat eine Länge von bO Meter und eine Breite von IS Meter und kann damit allen sportlichen Forderungen genügen. Es vertieft sich in der Längs- richtung auf 3,5 Meter. Die großen Fenster an allen vier Seiten und eine verglast« Decke vermitteln dem Innern reichlich Licht und Lust. Im Sommer können die Fenster ganz herausgenommen werden, so daß durch den mit großen Bäumen bewachsenen Park da« Bad im Fr«i«n zu liegen scheint. Bei Sportfesten bieten die «twa 4 Meter breiten Umgänge einer großen Zuschauermeng« genügend Raum. E» sind 250 Sitzplätze und 1000 Stehplätze vorhanden. Zwei Säle für Gymnastik sind in den oberen Räumen vorgesehen. In dem vorderen Gebäude befinden sich 78 Wannen-- bäder, 74 Brausen, 24 medizinische Bäder. 50 Ruhebetten für die Benuzer der medizurischen Bäder sind vorhanden. Dt« Gesamt- anlag« gruppiert sich um 4 Binnenhöfe. Di« mofchlnellen Einrich- hingen, Filter. Werkstätte, Wäschemagazin«, Pumpenanlagen sind in einem unteren Geschoß untergebracht. Ein zweiter, mittlerer Vautrakt bildet eine 60 Meter lange, 10 Meter breite und nmd 10 Meter hohe, glasüberdeckte und vierseitig betlchtet« Hall«, in welcher die Ankleidezellen untergebracht sind. Der Bau des Bades, feit langem«in« Lebensnotwendigtett für die Bewohner des Bezirks Mitte, verdient feine Entstehung der Initiative der Sozialdemokratie. Es stellt eine neu« Großtat sozialpolitischer Kommunalpolitik dar. Speichergroßbrand in Oanzig. «Na Feuerwehrmann getötet. V a n z i g. 12. März. Ans der Danziger Speicherinsel brach in den an der Molllou gelegenen Speichern aus bisher noch nlchl geklärter Ursache ein Brand ans, der so schnell um sich griff, daß die beiden sechs Stock hohen Gekreidespelcher bald in hellen Flammen standen. Don der Molllauseite aus wurden sieben Lösch- dampser eingesetzl. Angcsichl» der riesigen etwa zehn bis fünfzehn Meter hohen an» den Speichern heransschlageudev Flammen mußten sich die Mehren darauf beschränken, eine nebenliegende Speichere! {oioie ein kohlensäurewerk zu schützen und den Riesenbrand aus sei«« Herd zu beschränke». Leider kam bei de« Brande auch ein Fenerwehrmann um» Leben. Der 53 Jahr« alte Oberfeuerwehrmann Gustav Schln kowsti lies gerade in dem Augenblick au dem Speicher vorbei, als der Giebel mst doanerarkigem Getöse zusammenstürzle. er begrub de« Feuerwehrmann zu« Entsetzen der riesigen Zu. schanermeage. durchschlug den hölzernen Kai und stürzte ins Wasser. Die Leiche des Unglücklichen ist bis zur Stunde noch nicht gefunden worden. Zu dem Riesmbrand auf der Speicherinsel erfahren wir noch folgende Elnzelhoiten: Der Brand in dem Speicher D e o Gloria wurde um 6.40 Uhr früh bemerkt, als schon die Flammen durch die Fenster des Speichers herausschlugen. Di« Nachricht von dem Brande verbreitete sich blitzschnell durch die Straßen der Stadt, und in kurzer Zell umsäumten Tausende von Menschen das der Brand- statte g«g«nüberliegend« Mottlauufer. Die Feuerwehr, die mit mehreren Löschzügen ausgerückt war, wurde von sieben Spritz«!»- dampstrn unterstützt, die aus zwölf Schläuchen Wasser in da» sechs- stöckig« Gebäude gaben. Als ein Glück kann es bezeichnet werden, daß kein stark«? Wind herrschte, und daß vor allem die beiden Nachbargchäude sehr fest gebaut sind, sonst wären die Folgen un- absehbar gewesen. Ein Teil de» Dachstuhl» stürzt««in, wobei der llZsährlge Feuerwehrmann unter den Drümmeru begrab«« wurde. Eine halb« Stunde später brachen mit lautem Krachen die Decken der einzelnen Geschosse zusammen und stürzten in die Tiefe. Aus den Luken der Stockwerke rieselt« unaufhörlich halb verbranntes Getreide, so daß bald hunderte von Tonneu Korn sich meterhoch in der hopfengasse aufkürmken. Di« Ursache des Brande» könnt« noch nicht festgestellt werden, doch haben die polizeilichen Ermittlungen ergeben, daß der Wächter de? Nachbarspeichers, der anscheinend nicht Im Vollbesitz seiner geistigen Kraft« ist, den Brand bereits um zwei Uhr morgens bemerkt hatt«, jedoch in dem Glauben, daß ihn de? Nachbarspeicher nichts anging«, keine Meldung erstattete. Der Brand dürfte zur Zeit als lokalisiert zu betrachten sein, wenn auch aus dem Innern des Gebäudes unaufhörlich noch Rauchschwaden hervor- dringen. Lunglehrer bleiben. Sparmaßnahmen an der Schule stark gemildert. Der Magistrat ist de« gestrigen Beschlüssen der Stadl- verordaeienversammlnng über die Klassenfrequenz In den Schule««nd der Schulgelderhöhung in den mlllleren. höheren und Fachschulen beigetreten. Di« Befürchtung, daß mehrere hundert unserer besten Junglehrer entlassen werden müßte», ist damit gegenstandslos geworden. Erfreulich ist fern« die Tatsache. daß die Tagessachschulea. die handelsschuleu. die haushaltuugsschulen und die Fachkurse für Damen- schneideret, die fast restlos von früheren Gemeindeschülerinuen besucht werde«, nur eine Schulgelderhöhung um 20 proz. zu trage» , und nicht."'---- wie anfänglich beabsichtigt war. um volle 100 proz. Die avswärtigeu Schüler der mittleren und höhereu Schulen werde» de» einheimischen Schülern völlig gleichgestellt und habeu den geplante« Aufschlag von 25 proz. nicht wehr zu zahlen. Oer Miibeschuldigte als Zeuge. Oer Hastprüfungstermin für die GeSrüder SNaret. Am heutigen Donnerstag, wird, wie bereit» gemeOwt,«in neuer haftprüfungstermi» für die Brüder SKarek statifinden, deren Recht»beistände erneut beantragt hatten, zu er- wägen, ob eine weiter« Jnhastterung der drei Brüder notwendig sei oder nicht. Bei diesem Lerfahren vor der 11. Strafkammer wird sich«in Kuriosum ergeben. Der Borfltzende, Landgerichtsdirektor Sternheim. Hot nämlich zu der Verhandlung den in der Strafsache Sttarek mitbeschuldigten Buchhalter Lehmann ge» laden, der in dieser Derharüllung gewissermaßen in der Rolle des Zeugen auftreten muß. Die Sklar«ks haben bis jetzt alles geleugnet, und es wird ihnen auch in d«m heutigen Termin die Frage vorgelegt werd«n, ob si« sich der ihnen zur Last gelegten Straftaten schuldig bekennen. Für den Fall, daß die drei Brüder wiederum behaupten, nichts Strafbar«? begangen zu haben, soll Lehmann ihnen gegenüber gestellt werd««, an den das Gericht dann die Frag« richten wird, ob er sein« bisherigen An-- schuldigungen aufrechterhalten kann oder nicht. llngenügende Kontrolle. Mangechafte Kontroll« hott« den bisher unbestraften Luchhalter O., der in den unter städtischer Lettung st«h«nden Berliner Lehr- und Beschästigungswerkstätt«« tätig war, zu umfang- reichen Unterschlagungen oerleitet. O. hatte früher besser« Tag« ge- sehen und war bei mehreren Aktiengesellschaften tätig gewesen, bei denen er nach seinen Angaben monattich bis zu 2000 Mark ver- diente. Durch ein Nervenleiden war er gelähmt worden, so daß er sich jetzt nur noch an Stöcken weiterbewogen kann. Dadurch ver- lor er sein« Stellung und wurde, al» er nirgend« unterkomme» tonnt«, schließlich in diesem städtischen Betrieb, der zur Beschäfti- gung von Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und andere« Erwerbsbeschädigten eingerichtet war. untergebracht. Mit seinem Einkommen von monatlich 220 Mark kam er aber nach seinen Angabe» nicht au», da er erhebliche Schulden hatte. Ma er vier Monat« m dem Betrieb tätig gervese» war. nahm er wahr, daß sei» Bor» gefetzter, um eine Kassendifferenz auszugleichen, falsch« Buchungen macht«. Da die« nicht entdeckt wurde, nahm v. auf geschickte Weis« in den letzten beiden Jahren ein« Reih« von Fälschungen vor. mn aus seinen Schulden herauszukommen. Nach der Anklage hatt« er über 17 000 Mark unterschiayen. während er selbst nur einen Bettag von 12000 bi» 14000 Mark zugab.. Der Angeklagt« macht« Andeutungen, daß auch ander« Personen da» Geld belfert« gebracht hätten und daß oll- Fehlbettäge jetzt auf sein Konto ge- schrieben worden wären. Ein als Zeuge vernonnr-ener Stodtamts- rat von der Hauptprüfungsstelle der Stadt Berlin gab zu. daß die Kontrolle in jg»nem Betrieb vollkommen un- genügend war. Da» Gericht verurteilte den Angeklagte,! wegen fortgesetzter Unterschlagung zu 1 Jahr Gefängnis. Jltuiiu» AxevteUr ..Der Baron wird einwilligen?'' „Bestimmt." «Sind Sie aber auch ganz sicher?" „Sehen Sie mal, wenn ich nicht ganz sicher wäre, würde ich Ihnen doch niemals dazu raten." „Hat er e« denn tatsächlich gesagt?" „Zch habe mit ihm darüber gesprochen Ich habe in Ihrem Namen ein«, Antrag gemacht: ich sagte. Äe hätten mich bevollmächtigt, ihn um die Hand seiner Tochter zu bitten. War das oerkehrt?" „Berkehrt?" Durchaus nicht. Wenn Sie ihm das ge« jagt haben und er einverstanden war, ist doch wohl alles in Ordnung?" „Llljo, wenn Miranda nicht von selbst mit Ihnen dar- über spricht, sollten Sie das Thema anschneiden, sobald Sie ihn sehen. „Ich könnte ja auch schreiben. „Ja, da» war' ganz gut." .Und das Mädel? Für die steh ich ein. Senden Sie nicht immer noch Blumen? Na aljo. Schicken Sie nur auch weiter welche und befolgen Sie meinen Rat: schmieden Sie das Eisen, snlanae es heiß ist."-.,,..... Um auf Ieronymo zurückzukommen, so muß erzählt er von Sao Romao nichts als Geld mitgenommen hatte und es nötig war. für die neue Wohnung Möbel zu kaufen. Und Ieronymo hatte das Sparen vergessen. Rita konnte schalten und wallen wie sie wollte, und«hr Haus war das sauberste und reizvollste der ganzen Gegend. Das Bell hatte Bor- hänge, leinene Bezüge und bestickte Parodekissen.?In den Jenstern hingen frische Äattunvorhönge, und auf r-em T'-,ch schllen niem-tts ein tadellos reines Tischtuch und»ennetten. Auch Unterwäche zum täglichen Wechseln war reichlich vorhanden. Der Steinbrecher hatte sich an zartes Porzellan und parfümierte Seife gewöhnt. Eine Blumenranke kletterte am Haus bis zum Dach empor, und die Bienen summten um die scharlachroten Blüten. Ein Käfig mit einem zwitschern- den Kanarienvogel hing im Speisezimmer, und Ieronymo hatte hinter der Küche eine kleine Dusche angelegt, da das allgemeine Bad die Bahiana anwiderte: denn in diesem Punkt war sie äußerst heikel. Aber solch« Annehmlichkeiten kosten Geld, und während der Flitterwochen arbeitet« keiner von ihnen viel. Da, Leben bestand für sie nur au» Essen und Trinken, aus Tanzen und Musik, aus Küssen und Um- armungen, Ieronymo erklärte, daß er jetzt erst wüßte, was Leben fei. während alle, die ihn kannten, sich über die Der- Änderung bei dem einst so strengen, enthaltsamen und fleißigen Portugiesen wunderten. Rita hatte den letzten Rest von Sehnsucht nach seiner Heimat und dem Schauplatz seiner Jugend au» seinem Herzen herausgerissen. Jetzt füllten sich feine Augen nutzt mehr mit Tränen, wenn fein« Gitarre die melancholischen Klagelieder Portugals ansttmmte. Auch hatte er nie mehr Appetit auf die portugiesischen Na- tionalgerichte, sondern es verlangte ihn immer nur nach den gewürzten Speisen Brasiliens. Und für die Frau seiner Jugend hatte«r keine Zärtlichkeiten mehr übrig, sondern nur für die bronzene Bahiana, die dreimal täglich badet» und sich mit den aromatischen Kräutern parfümierte, die auch er lieben gelernt hatte. Der Portugiese war durch und durch brasilianistert. Er war faul geworden, liebte Luxus und Bequemlichkeit, und verschwenderische Extravaganz trat an Stell« seiner früheren Sparsamkeit und seines Eifers, Geld anzuhäufen. Seine Well hört« jetzt bei Rita Bahiana auf, und sein Ideal mensch- sicher Vollendung war, die Mulattin zu sieben und von ihr geliebt zu werden. Firmos Tod und die Art seiner Todes beeinträchtigten ihr Glück nicht im allergeringsten. Beiden erschien der Vorfall als das Natürltchste von der Well. Firma war ein Mörder, der viele Feinde getötet und viel Böses getan hatte. Dafür war ihm das End« zuteil �e» wordsn, das er verdiente, und sein Schicksal war unvermeid- sich. Hätte ihn Ieronymo nicht getötet, so hätte es früher oder später jemand anders getan. Und wer war wohl be« reckztiater dazu alz Ieronymo. Aber Piedade de Jesus konnte sich mit ihrer Verlassenheit nicht befreunden. Anderen gegenüber klagt« sie nicht. aber zu Hause tat sie nicht« als wainen und trauern. Auch si« war durch die Tragödie ihres Lebens so oerwandelt, daß sie der ruhigen, tatkräftigen Frau, die an Jeronymos Salle Sao Romao betreten hatte, kaum noch glich. Anfangs hatte zu arbeiten und wurde faul und schlampig. Anfänglich be- klagten sich ihre Kunden, und dann schickten si« ihre Wäsche anderswohin. So kam es, daß sie Schwierigkeiten hatt«, ihren täglichen Lebensunterhalt zu verdienen, und es kostete sie äußerste Willenskrast, Jeronymos Ersparnisse nicht anzu- greifen, das Geld, da» für das arm« Kind aufgehoben wer- den mußt«, das ein grausigeres Geschick als der Tod zur Waise gemacht hatte. Eines Tages klagte Piedade über Kopfschmerzen. Uvbel- kell und Ohrensausen, und die anderen Waschfrauen rieten ihr einstimmig. Paraty zu nehmen. Der Rat wurde befolgt tyr etnstlmmlg. Paraty zu nehmen, ver vtat wurde vesolgt und sie fand ihre Schmerzen und Uebelkell behoben. Am fol- ». r?. V__ m-— mjx V____ e-»___ lßl h« Schmerz in ihrem wunden Herzen eine Zeitlang betäubt«. ...... lto genden Tag wiederholt« sie da« Verfahren mlt dem gleichen befriedigenden Resultat und erkannt«, daß der Alkohol den Don nun an gewöhnte sich die arme Frau daran, ständig wachsende Quantlläten des-feurigen einheimischen Rums einzunehmen, denn da, war das einzig« Heilmlltel gegen ihren unerträglichen Schmerz. Ieronymo hatte niemals ihrem Töchterchen erlaubt, die Siedlung zu betreten. Piedade und er besuchten sie Sonn- tags morgens in der Schule, wo si« in Pension war, aber er brachte es nicht über- Herz, das Kind mll den Sitten und Einflüssen der Siedlung in Berührung zu bringen. Jetzt aber, wo er es nicht mehr hindern konnte, tröstete sich Piedade Sonntags in Gesellschaft des Kindes. Es war jetzt ein Mädchen von neun Iahren. die das kräftige Aeuher, ihres Daters und den sanften freundlichen Ausdruck ihrer Mutter geerbt hatte. Dies« Sonntage in Gesellschaft des Töchterchens waren die einzigen Lichtblicke im Leben der armen Frau. Die alten Hausbewohner entdeckten eine be- merkenswert« Aehnlichkell zwischen der jungen Besucher!» und der nie vergessenen Pombinha, und weihten dem Gast einen großen Teil der stürmischen Zärtlichkeit, mit der sie Isabels Tochter überschüttet hatten, denn dm einfälttgen Seelen brauchten irgend etwas Höheres, das sie lieben und verehren tonnten. Sie wurde allgemein„senhortna" genannt. sFottsetzung folgt.» Um die Volkspolizei. Eine Kundgebung der fozialdemokratißien Polizeibeamten. Sie Seteinigung der sozialdemokralischev volizelbeamten des Sottzeipräftdiums Berlin lud zu einer Aussprache über«verwalluugsreform iu der Polizei" ein. bei der Polizeihauptmana L a l u» k e referierte. Der Redner zeigte, wie notwendig die Abschaffung mancher bürokratischer Einrichtungen sei, und mies zugleich darauf bin, wie sich Fachleute, die sich mit den Plänen des öfteren befaßt bätten, die Neugestaltung denken. Besondere Beachtung verdienten die Ausführungen über geivisie Anzeichen von Dienftunluft, Scheu onr Verantwortung und schematisierter Uederorganffation. Das Referat fand starken Widerhall bei den zahlreich erschienenen Polizeibeamten aller Gattungen und aller Dienstgrade. Im Verlauf des Abends ergriff nun Polizeipräsident Z ö r- gi e b« l das Wort und erklärte, sich in keinen? Widerspruch zu dem Referat des Genossen Latuske zu befinde»«. Er warnte oiber vor allzu großem Optinrismus, da nicht alle mit Recht hier heraus- gestellten und inüngend zur Abstellung empfohlenen Mißstände von heut« aus morgen ihre Erledigung sinden könnten. Dies scheitere an verschiedenen Dingen, unter denen nicht zuletzt die augenblickliche Finanznot ousschlaggedend sei, dann aber auch daran, daß der Gedanke eines einheitlichen Polizeipräsidiums in absehbarer Zeit nicht verwirklicht werden könne. In seinen weiteren Aus- führungen gab Polizeipräsident Zörgiebel Mitteilung von besonderen Plänen, die ihn seit langer Zeit bewegen, und zwar handelt es sich darum, bei der Polizei eine Neuerung einzuführen, die im Intaresie der Polizei und auch des Publikinns liegt: N u m e- rierung der Polizeibeamtsn vom Kommandeur bis zum jüngsten Wachtmeister. Es sei, führte Zörgiebel aus, für ihn, wie wohl für jeden Polizisten, der mit Liebe bei feinem Beruf und niii ganzem Herzen bei der Republik ist, mit das Schwerst« und Schmerzlichste. wenn anläßlich irgenidivelcher Unruhen die Polizei zum Eingreifen gezwungen ist und bei dieser Gelegenheit, was nickst immer ver- mieden werden kann, auch Unschuldig« mit der Polizei unlieb- sain« Bekanntschaft machen. Jeder Gummiknüppelhieb gegenüber einem Unbeteiligten, der durch Zufall oder durch Neugier sich gerode an der Stelle befand, an der die Polizei eingreisen mußte, sei ein Minus für die Polizeibeaintenfchaft und trage mit dazu bei, die sonst bei dein größten Teil der Bevölkerung geschätzte Beamtenschaft herabzusetzen und eine Kluft zwischen ihr und der Bevölkerung zu schaffen. Das Endziel aller ehrlichen Republikaner in de? Polizei ist, eine wirkliche Volkspolizei zu schaffen. Es werde um so eher durchgeführt, je n»ehr erreicht wird, daß übereifrige Beamte oder solche, die glauben, besonders schneidig draus gehen zu müssen, dadurch mit zur rechten D i« n sta u f s a s su ng erzogen»erden, daß durch ihre Diensinununer jedermann sie bei unsachgemäßem Vorgähsn melde n kann, so daß ein Untertauchen in den 22 000 Beamten schlechthin nicht mehr möglich ist. Die Gefahr, daß der Beamte mm aus Sorge, bei jcdein Borgehen gemeldet zu werden, darauf bedacht fei, möglichst nichts zu sehen und recht inemg cinzuschresten, bestünde, so erklärte Zörgiebel ausdrücklich, nicht, denn er würde sich schützend vor jeden Beamten st« l l« n, bei dem fcststürvde, daß er in notwendiger Ausübung seiner polizeilichen Funktionen gegebenenfalls auch sehr energisch und sehr nachdrücklich hat eingriffen müssen. Der Abend hat den Beweis erbracht, daß innerhalb der Polizei- beanstenschast eine groß« Zahl Beamten mit dem Präsidenten Zör- giadel zufainnccn bemüht find, zum Wehls des Staates, der Republik und nicht zuletzt auch im Interesse der Soz ialde matraüfchen Partei eine Polizei und ein Dcrhältnis zwischen Polizeibeamtenschaft und Bevölkerung zu schaffen, das eines Volks st aates würdig ist. Hans ohne Glück. Ver jugendliche Komplize eines jungen Räubers. vor dcw Schöffengericht Berlin. Tempelhos stand gestern, wegen bewaffneten Raubübersalls angeklagt, ein lSjährlger vurfch« S. Der eigentliche Täter halte sich jedoch nach mißlungener Tot au der Stätte seines Verbrechens, im Bankhause Llssner. eine Kogel durch den Kopf geschossen. Der Angeklagte Hans St., in Halle als uneheliches Kind geboren, bis zum 9. Lebensjahr bei den Großeltern in Leipzig erzogen, kam dann nach Bern in der Schweiz zu seinem Stiefvater. Als Achtzehnjähriger beschloß er, fein Glück in Kanada zu versuchen. Weiter als nach Antwerpen kam der jung« Mensch nicht. Wegen seines Herz- sehlers erhielt«r kein« Einreiseerlaubnis. Er fuhr nach Basel zurück und von dort nach Berlin. Das war in» Friihsominer 1929. Das Geld war in Berlin bald ausgegeben. In» November 1929 wohnte Hans zusammen mit einem Freund in einer Laube in Lichtenrade. Eines Tages sagt« der Freund: Ich hole Geld im Bankhaus Lisinerl -. Er kannte es. well er dort die Fenster geputzt hatte. Einige Tage später zeigte er«änen Revolyer. istin« wrfuchtc, jhn»pn seinem Gedanken albzubringcm. Schließlich führen sie gemeinstem nach Berlin. Unterwegs bat D. den Hcms, mitzumachen. Er sollte drwrßen bleiben und aufpassen, ob die Tot gelingt.„Gelingt sie nicht, so schieß ich mir eine Kugel in den Kops. In der Iägerstraße versuchte �zuerst Hans.' in das Bankgeschäft hineinzuschauen. Dann ging D. an die Schaufenster heran, kam zurück und sagte, ihm fehle der Mut.„Quatschkopf, zuerst redst du so viel und dann hast du keinen Mut." D. begab sich nun in das Bonkgeschöst und erschien nicht wieder. Statt seiner kam ein Mädchen aus dem Hause gelaufen und schrie nach Hilfe. Hans und D.'s Freundin eilten davon. In der Zeitung los er, daß ein Unbekannter in das Bankgeschäft getreten sei und gesagt habe:„Geben Sie Geld her oder ich schieße." Der Bgpkier habe darauf gsaist- wertet:„Schießen Sie, Geld bekommen Sie nicht." Da habe der Räuber sich selbst eine Kugel durch den Kopf geschossen. Am ÜO. November war der RauMberfall begangen worden, am 31. Januar dieses Jahres wurde Hans verhostet, er hatte inzwischen gearbeitet. Bor Gericht stand ein mislligentcr Bursche, der ruhige und klare Antworten gab. Das Gericht verurteilte ihn schließlich «»gen Beihilfe zu versuchtem Raube zu zehn Monaten Gefänonis unter Anrechnung von sechs Wochen Untersuchungshaft. Eine Bs- «ährungsfritt für fünf Monats Gefängnis soll ihm zugebilligt werden, falls er so untergebracht werden kam», daß erzieherischer Einfluß gewährleistet ist. Der Angeklagte war ohne Bertechiger: auch ein Vertreter des Jugendamtes fehlte. Der Borsitzende führt« die Berhaudlung im ücchmdlichen Tone. Das Urteil mar gut gemeint. In der Urteils- bezründung hieß es. daß-ine Bewährungsfrist in diesem Augen- Klick nicht ratsam gewesen sei, da man den Angeklagten doch nicht auf die Straße setzen könne. Bielleiiht war sich dos Gericht auch dessen bewußt, daß die SU Monate, die der junge Menlch bis.zur Bewährungsfrist zu verl'üßen hat, ihm unter Umständen mehr schaden als nützen können und daß derartige kurzfristige Strafen gegen die herrfchenden kriminalpolitischen Grundsätze verstoßen. Leider hatte man es versäumt, das Jugendamt von dem Termin Nachricht zu geben. Auch hatte man nicht versucht, mit den Eltern od«? Großeltern des Angeklagten m Berbiiidimg zu treten. Geschieht das jetzt und erklären sich seine Verwandten bereit, ihn auf zu- nehmen, oder wird irgendeine andere Möglichkeit gefunden, ihn unürzitbringen, so dürste das Gericht wohl nichts dagegen haben, »hm früher«in? Dewähnmzsfrist zuzubilligen. Beisetzung des Rüntgentaler Mordopfers. starker Beteiligung fand am Mittwoch nachmittag auf dem Ron t g« ntaler Gemeindefried Hof die Beisetzung des bei dem nächtlichen jyf ueniberfall von den Nationalsozialisten er- l-boisenen kommunistischen Arbeiters K u b o w statt. Der Amts- Vorsteher von Röntgental und mehrere Gemeindevertreter wohnte» dem Begräbnis bei. Erregung und Mißsaven wurden bei einem �«,l der Trauerqememhe ausgelöst, als sich der kommunistisch« Ab- geordnete«cllheim am offenen Grobe in toitlnser Weise zu Be- schimpfungen des Reichsbanners, das auch durch eine Kranzabördnimg vertreten war. hinreißen ließ. Die Trouerkundgebung selbst verlrei völlig ruhig und auch beim Abmarsch der verschiedenen Delegationen kam es zu kernen Zwischenfällen Ein starkes Polizeiaufgebot hiel, Magen- und Vormschwäche machen reizbor und arfcettsimlustm Nehmen Sie eine Zeitlang Re i che l s Wo cholder. Extra f; Marke Med!cv, der Ihnen durch seine zarte Anregung her Magen. kchlennhäittc sowie Belebung der Darmtcuigkett wohltun wird. In Drogerien und Apotheken erhältlich, aber echt wir m Original- Tükmngeii mit Marke R ediea. sich längere Zeit i» Röntgental auf, um bei etwaigen Störungs- oersuchen von rechtsradikaler Seite sofort eingreifen zu können. * Kurz hinter Buch wurde ein Trupp von etwa 40 Kommunisten, die sich auf dem Wege nach Röntgental befanden, um an der Tvauerseier teilzunehmen, von der Polizei nach Waffen durchsucht. Zwei Personen, die sich im Besitz von Schlagwerkzcugen lx" fanden, wurden festgenommen und der Politischen Polizei übergeben. KäuferaHonnement beim Einzelhaudel. Reue Wege für den Texlilabsah. In seinem Kampf gegen das Ueberhandnehmen der Abzahlungs- gcjchäste hat der Reichsverband der Herrenaus- stattungsgeschäft« jetzt mit dem Kundeaabonnement eine neue Einrichtung getroffen. Mit dieser Maßnohme. soll der wetteren Abwanderung des Konsums zu den Abzahlungsgeschäften ein Damm entgegengesetzt werden. Praktisch wird dqs Abonnement so gehandhobt, daß sicher Käufer bei den(SHchoften, die der Abonnementzgeinernschoft angeschlossen sind, sich ein Ja hie s ä bd n n äm en t durch'wöchentliche Einzahlung von t Mari verschofseii kann.' E'r'faml für den Sclrcg, den er eingezahlt hat, sofort War« entnehmen und erhält bei Ablauf des Abonnements für 6 Mark mehr Ware, als er insgesamt eingezahlt hat. Die Borteile dieser Einrichtung sieht der Reichs- verband darin, daß, im Gegensatz zu der Abzahlungsorganisotion, der Käufer seine Ware stets bezahlt hat und er zugleich als Minderbemittelter für größere Einkäufe zu den Festtagen in» voraus disponiert hat. Dem Einzelhandel wird andererseits gleichfalls die Möglichkeit gegeben, aus längere Sicht im Ein- kauf und in der Logerlzaltunq zu disponieren und sich wieder eine Stoninikundschaft heranzuziehen. Wesentlich ist, daß bei ein- tretender Arbeitslosigkeit der Abonnent von seinen Berpflichttnigen der laufenden Wochenzahlungen befreit wird. Die Idee dieses Käuferabonnenionts ist mcht neu. Sie ist z. B. bei. der Weihnachtsgans bereits feit Jahr und Tag in die Praxis um- gesetzt. Da das Abzahlungsgeschäft vielsach bei der Bevölkerung eine bedenkliche Uebersteigerung des Konsums im Der- höltnis zur Kauskrost hervorgerufen hat. erscheint dieser Weg, der vom TextileinzelHaudel hier gewiesen wird, durchaus gangbar zu fein._ Neue LleSerfchtvemmung in Süöfrankreich. Paris. 12. März. sl?igendrricht.) Ja de« Phrenäeaprovinzea Frankreichs ist eine veae Ueberfchwemmaag eingetreten Die Hauptstadt des Baske�oudes Salits de Bear» steht zu 75 Prozent unter Wasser, das in der Stadt selbst bereits eine Höhe von 1,50 Meter erreicht hat. Da recht- zeitig zur Zwangsräumung der Wohnungen geschritten worden war, sind Todesopfer nicht zu beklagen. Der Sachschaden beträgt mehrere Millionen Franken. Gchiffswerst-Blohm gestorben. Hermann B l o h m, der Mitbegründer und Semorchef der Werst Blohm u. Boß in Hornburg, ist gestern im Alter von fast 82 Jahre« gestorben. Hermann Blohm, der einer Lübecker Kausmannssamili« entstammte, gehört zu den ältesten und erfolgreichste« Schiffsbau ern Deutschlands. Noch einer zweffährigen Lehr- zeit im Maschinenbau in Lübeck und einer praktischen Ausbildung bei der jetzigen Weserwerit in Bremen studierte er auf den Technische» Hochschulen Zürich und Berlin. To England in den siebziger Iahren des vergangenen Jahrhunderts noch das entwickeltste und fortgeschrittenst« Land für den Maschinenbau war. ging Blohm als junger Ingenieur nach England, wo er auf Glasgower Werften arbeitete. Nach seiner Rückkehr gründete er zusammen mit Ernst Poß im Jahre 1877 die W e r s t B l o h m u. Boß in Hamburg, die bis heut« ihr« führende Stellung im deutscheu Schiffsbau beibehalten hat. Das Unternehmen, das jetzt unter einer sehr scharsinscherischen Leitung steht, beschäftigt gegenwärtig eine Belegschaft von an- nähernd LEX) Mann. Attgemeine Wetterlage. �2.!�är?�TZ£Ub6Z. ü welkenlos.(? heterOhsIbbedeckr a wolkig,•beckecte'RegervoGesiipe'ji ' SchnetSNeWR G«rftec(§)YÄad3� wctlcrausfichlca für Bettln: Wechselnd wolkig. Tagestemper» luren ei» wenig höher, später wieder Niederschläge.— Für Deutsch. land: Im Osten etwas Beruhigung. Besonders in Süd- und Nord- westen von Deutschland noch Niederschläge. Ministerialrat Leo Ä e st e n be r g erörtert in seinem ersten Bor- trag der Reihe„W as hat der Staat mit Musik zu tun?" die historischen Grundlogen. Er ermähnt u. a. Flatow und Will/elm von Humboldt, er sucht hier vor allem noch Grundlagen, ans denen sich das folgende aufbauen wird. Darüber hinaus, also über das Historische m»d Philosophische, illustrieren cm paar Bemerkungen bereits die augenblickliche Situation, besonders die musikalische Er- Ziehung der Jugend. Mon kann dem näckfften Vortrag mit Inleresse entgegensehen.„Der Schutz jngeirdlicher Arbeiterinnen" wird als Dialog ausgezogen, doch es bleibt im Grunde ein Vortrag, da Margarete Trapp fast die ganze UnterhalNuig bestreitet. Der Hörer vei nimmt in einem kurzen, aber erschöpfenden Ueberblick den Extrakt aus einer Reihe von Berordnunge» und Schutzmaßregeln, die hoffent- lich auch von den Betrieben in dieser Form gehändbabt werden Die neuen Bsrtonuirgsn aller Volkslieder aus„Des Knaben Wunderhor,," oon Icunes Rothsteiii enttäuschen, da sich darunter kaum eine schlagkräftig«'Melodie befindet, und diese entscheidet�etzten Endes, ob ein Lied m den Vokksbesitz übergeht. Rothstein lehnt sich an da» populäre einfache KunsAied an. Alfons P a r q u e t glostiert im Rahmen der aktuellen Abteilung den Pseudopropheten Joseph. Weißenberg. C» ipirh iricht? Oriaitielle? gesagt. Es n ärc gut wem» auch der Rundfunk eine entschieden ablehnende Haltung dielen» anährl-cheu Sektengründer gegenüber einnehmen würde. Kompromisse sind in jedem Fall abzulehnen. F. kxch. Sport. Kennen zu Kuhleben am Mittwoch, dem 12. Mär;. 1. Rennen. 1.(Satcaffc CS- Deutschwann), 2. Bergfex. 8. öclomlih Toto: ÜO: 10. Platz: 11,14.11:101 Ferner Uesen: Long Albert. Wald- schnepfe(SO Proz. Platz zurück). Neidhammel, NnShago Boy, Zlldho 2. Rennen, t. Slaai-.'erl(G. ltaupper). 2. Piru». Z. D-masce. 4. Meilterllück. To'.o: 19:10. Platz: U. 50. 21, 34: 10. Ferner beien: Steinnelle.«ary Holsten, fcoudf!« fr.. Posier. Falkensleni, Siüevip'ezel. Essj, Dwisionör. Flaggenlied..tzngelinde, Horlenmööchcn. 3. Renne n. 1. Modena(A. Rücke et), 2. Mairuth, 3. SUberPaptzel. 4. Guv de Lol. Toto: 4ö:10. Plötz: 18.17,18,21:10. Ferner Uesen: ?llpspitze. Turondot. Iltenburg, ttrotckel, Hippologe(o. 28.), Zierde. Nebeltappe, Otson, NuShaga Bog. Hänü T-illon. �,. 4. R e n n e n. 1. Eminenz CI. Frommmg).». Elite. 8. ckZhlan.a. Toto: 14: 10. Platz: 12. 18. 21: 10. Ferner listen: Beta Lee, Polo Negri, Inschallah, Eortez. Lflerprinz. 5. 51 c n n t n. t.«ammetfänger(E. Soiippir). 2. Hetman. 8. Ptt« Ford. Toto: 22: 10. Pias: 13,17,20:10. Ferner Uesen: Eckstein, Florion. SönigZabler, Lehigh Polo. 0. R enn en. 1. Noblesse CF. SheefAd) o iL.. 2. Diana Mogoww». 2. Maitz(f>up. 4. dtibcdlumc. 5. Lombardei. Toto: 37: Itt Platz: 16. 2l. 108. 24: 10. Ferner liefen: FriedriibSdor. Nein, lock, Menodo, xtram, ttuci« Salle. Eirono. Lord Bolo, L'EoP!. Leerberg, Galeere. Rophia, Heini Dusio, Fricsin<80 Proz. Platz zurück). Sbidowpeier. Meptzwn. 7. Rennen. I.?ttpenf?iier(\ Mills). 2. Marone. 3. Hetiogabol. Tolo: 15: 10. Platz: 14,12,14:10. Ferner liefen: Moj Safer, Adresse, ••deurefa, Fsichoiler. Biedermann. 8. Rennen. 1.(Satz de Dal sE. ZlingwS') o. N.. 2. Dollarsürst, 3. Baronetz S., 4. Theokroi.. S. Olfi OSWalda. Tolo: 409:10 Platz: 58. 39. 18. 73: 10. Ferner liefen: Beolo Hall. Belletrist, Erich L., Schoulwalebo, .tlunolo-ierate.— Ropen:»'» Viertel: Schule Wranoelstr. 123:„Warum Gemerlichatt?"--«ott- - ir i?1. Sritzer Dir. 27—30::. Oesterreichs Arbeiteebeweguua". Re» ierent Genosse Bedaiteur Bernstein.— Südwest: Keim Lindenftr. 4:„Verlined MattAffünne ,1848"— Schönedeea NT: Keim Kauvtstr. 13; Tagespolitik".— Dahlem: Keun geblendorf, Baiintzofltr. 3: MitaNedeeneriommlun«.— üedle*. »aeft Rordichule. Patsdamer Str. 7:„liniere SlärAae'alleneii".- Tegel: Seim Baannafitr. l.>:„Sorlalismus und Relig'on"— Bu k bat»; Schule Jleeltnee Strotze 19:„Lieoolutiar.cn", l. Teil.— Beiaickeudaei-Dest: Kcim Saidelstratze: .Wanini SAfl.?' Weebebenrl Deddi,g, Tambauelapele: Ter Uebunosab-nd fäll' heut« an» n-eom Beteiligiiug verlchieden'Iichee Genosten an der D-rbereea nstauima des vlicB., 3. Areis. Rääistce Uebunasabend Tonnerstag. 20. Blöe.i. WeeoebeAirt TeNarakaual: LoiksianAtuisiis der Abi. Tempelho, 20 Uhr in bet Tuenkialle des Lmeums aui Bi>f Marieudori. UiitostenSeitrog 1Z Pf. llnterefsterte Senossen aus dem D..N stnd eingeladen. MSrAAeitungm stnd von Walter sseans, Lankwitz. Mener.Waldeck-Str. 1. abruSolon. Alle restliche, oniungen müsse» unieoinat abg-rechne' werden. «erbebe,'rl«euk?»»: Aufammenkunft aller Dand erleider mit dem Wander» ausichutz im Leim.tzletlienstr. 58. Queratbäude 4 Tr. «e>eea>a»l fchlietzt am«onatag, m.»Je,!©«" nutze daher die lest-en Borstellunastaae tum Besuch de, geätzten europäischen Zirkusse« aus. Begiu, der Adendvorftellungen täglich IS>, Uhr. Sin« ve«lS»»eru»o über hei» 23. SSär, hinaus kommt nicht in(trage, da die Termin» mit den irotzeg Anslandsflädten bereit» festliegen und nicht mebr geändert werden iouneiu Nächste Nache»iLo,srorstell::n«: Eoneiadriid. IS.. MZrz. 1? Ilir. Ztlnd� ballb» Prell«»««#«.««tdarÄ- Unterhaltung und ANlssen jzz wj ibw in»»«»«WSWWSWWv�U�iiMUGiuHM im■"! i im wwwwüpmi.iii[■iniBiiii i imanmmmmmtmwamtimmsmmmmm�BammKB 'IZ'Z'L Qlückliche 9nfeln Di« junge Frau, die bei der Sturmfahrt durch den ftaital so frotgodiz ihr Innerstes dem Meer anvertraute, die nur schwor, sie würde nie in ihrem Leben wieder em Schiff betreten, hat ihren Kummer längst vergessen. Und wirklich: es liegt etwas in der Luft, das sich wie ein Vorhang vor alles das legt, was war: eure wunderliche, glü�hafte Feiertagsstimnumg, die einen glauben läht, mau reiste in ein feenhaftes, paradkestscheg Zauberland jenseits aller Banalitäten des Alltags. Bar wenigen Tagen noch, als der Dampfer die Elbe hinabglitt, trachten donnernd die schweren Eis- schollen gegen den stählernen Bug: und jetzt hat sich mit lauen duften uiÄ strahlendem Sonnenschein der lieblichste, lindeste Früh- ling über das Schiff gebreitet. Die Damen sind{rnh; nicht über das prangende Blau des chnnmels und Meeres, oder über die meisterliche» Ffugspiel« der blitzenden Möwen, die wie eine Handvoll Meitzer Papierfchmtzel durch die Luft wirbeln. Gott bewahre: sie 'reuen sich, dah der Wmterschlas der sorgsam vorbereiteten Frühlings- aewanbungen nun zu Ende ist! Jeden Morgen sprudeln neue Farbenkaskaden von Kleidergedichten aus den Koffern; ach. das Leben ist so schön, und di« Schneiderrechnungen liegen zu Haufe tm Schreibtisch... Kaum eine Woche ist der elegant« U-berse-dampfer fest der Abfahrt von Hamburg umenvegs, da taucht aus posttartenblauem Meer ein schmaler Landstreif empor: Madeira, die grüne Insel der Portugiesen. Höher und höher steigt das einsame Eiland aus d, azurn«, Flut, und m it lüden hundert Weiers, die sich das Schig dem Land« nähert, gewinnt da» Bild diese» gottbegnadeten Fleck« Erde an Lieblühkoit: die l-aichtenb-nwitzim. rotgedeckten Häuser, da« zwischen der üppige Reichtum südlichen Pslänzenwuchses. dahinter die sanft geschwungenen grünen Höhen, davor die abgriuckügc Bläue wogender See... Im Hafen von Funchal. dem„Fenchelplätz', dos in prüch- tiqcn, farbenfrohen Terrassen mit Weinlauben und Gärten am „Monte" cmporklcttert, anlern wir. Ein Schivarm l-bhaster brauner Menschen fällt über das Schiff her und überschüttet mich die an Bord Verbleibenden mit Beweisen der gesegneten Frucht- borkest dieser glücklichen Insel. Körbeweife werden Blumen und Früchte aus den Dampfer geschleppt. In possierlichem Ochsengespanu, das statt der Räder Kufen trägt, fährt man zur Zahnradbahn, die auf den„Monte" hinaus- führt. Alle Gespanne laufen hier auf Kufen, und wirklich ist das bimte Kopssteinpflaster aus Bofaitgeröll durch das ständ'gs Ab- schleifen so glatt geworden, dah die sonderbaren Gefährte nicht »nders dahingleiten als Schütten auf Schnee. Erst durch Rebenpflanzungen und blühende Gärten mit der üppigen Vegetation südlicher Länder, dann durch prachtvolle Platanen, und Eichenwälder steigt die Bahn auf die Kupp« des grünen Berg« empor. Wundervoll ist der Blick von hier. Tief unten im Tale hi« maserftche Stadt mit grauwogendem Hauser gewirr amphi theatralisch an deu Hang geschmiegt. Ringsum in blauer Unendlichkeit, goldig ergtitzernd unter den Strrchlen der Abendksmie, der Ozean. Wie ern Spielzeug kezt der grotze Dampfer in der Bucht. Boote und Barkassen aleifen gleich winzigen Insekten durch ins Wes." Auf regelrechtem Rennschlitten gcht's wieder zu Tat. Der grauhaarig« Alte, der chn lenkt, versteht sich aus sein Handwerk nicht schlechter als der Führer eines Bobflsighs in Davos c-der St. Morig. Sommei'lich warm strahlt, als der Dampfer gen Süden die Kanarischen Inseln ansteuert, die Sonn« vom wolkenlosen Himmel. In weiter,«eher Ferne ragt nar dem Schis i eine wüß« Kuppe aus dem Meer, der Pik von Teneriffa. Wie eine zarte Wolke schcim er am Himmel zu schweben, durch breiten Dunststreis vom Horizont getrennt. Auf fast hundert Seemeilen west ist er sichtbar. In Santa Cruz de Tenerlf« legt der Dampfer ani Kai an. Rasch aus der Stadt hinaus, die wenig Sehenswertes bietet. und hinein in eine jener wunderlichen, tiefsingeschnittenen Schluch- ten, die der Umgebung von Santa Cruz ihr eigenartiges Gepräg« verliahen. Mit der tropischen Begetation, mit Agaven und riesigen Kakteen, mit üppigen Palmen und den absonderlichen, in den. Fels hrnemführenden und noch heut« bewohnten HöhlerchdMistmgen geleiten diese„Barrancos" den Nordländer in eins ganz neue, ftämdo und ungekannte Welt. In gemitzreicher Autofahrt geht e» über d« Wasserscheide der Insel hinüber nach der malerisch auf der Nardseite am Fuße des Piks gelegenen Bananen- und Orangenstadt O r o t a v a.' Kauni daß nmn den Wagen verlassen hat und durch die Anlagen geschritten ist, wird dem Ankömmling ein zauberhafter Aublick, ein Bild, das Alexander von Humboldt als eine der schönsten dieser Welt bezeich- net hat: in betörendem Farbenglanz dehnt sich— einem einzigen Garten Eden gleich— da» fruchtbar« Orotavatäl. Steil fällt es zum Meer ab, weithm den Bück über die See freigebend. An feinen Hängen in paradiesischer Füll« auf sonnigen Terrassen Palmen und Bananen, Orangen und Lianen. Kaum«inen Tag dauert die Dampferfahrt, die uns von Teneriffa nach dar zweitgrößten Insel des unter spanischer Ober- Hoheit stehenden Kanarischen Archipels, Gran Canaria, bringt. In Puerto d« la Luz, dem Hafen van Las Polmas, landen wir, und bald umgibt uns das farbenfrohe, lärmende Gewimmel der typisch südspanischen Stadt. Durch Straßen, die von wogenden Wedeln breitkroniger Kokrs- palmen überhangen v«rden, durch kiebliche Villenvorstädte mit tropischer Begotatüm. au schwindelnden Abhängen und gewaltigen Kraterkesseln enrlang, trägt un» das Auto in rascher Fahrt ins Gebirg« hinein. In engen Kehren führt di« Straße bergaufwärts: kühler wird die Lust, nordisch«: die Vegetation. Bisweilen öffnet sich in iiefeingeschnittenen Schluchten lieblicher Rückblick auf Stadt und Meer. Auf dem Rückweg besuchen wir eine« jener setlfamen Höhlen- dörfer, die auf Gran Canaria noch heute den Fremden an lin-st vergangene Zeiten gemahnen. Ein einfaches Töpfsrhandwerk' m't :»orzeitlsthen- Herstellungsgebräuchen. ist die'-Hmqicheschäftichiua- der «rspnichslosen Höhlenbewohner. In größer Zahl«erde» hier jene schmucklolen. lelMfarbeiren Krüge aus porösem Ton gebrän&f. miC sie in heißen Gegenden zum Kühlhalte» des Wässers beliebt sind. Wenn man den braunen Burschen bei ihrer Tätigkeit zusbeht, wenn man die mit dem Fuß in Bewegung gesetzte Drehscheibe und' das übrig« primitive Handwerksgerät betrachtet, so meint man wohl. in diesen abgelegenen Tälern hätten sich bis in uns«'« Tage hinein die Arbeitsweisen aus den Zeiten der Menschenwerdung erhallen... Stichnrd Slülfenbech: Sie fflichfreif „Mein Klient", sagte Rechtsanwalt Rais«,„machte einen ungewöhnlich verwirrten Eindruck. Ich habe schon viele Männer ge> sehen und gesprochen, denen die Frauen fortgelaufen waren, aber dieser Herr Meißner stellte sich wirklich allzu sehr an. Er war sin kleiner, gedrungener Herr mit blondem Schnurrbart und intelligentem Gesicht. Seine Kleidung siel mir auf, er trug einen braunroten Anzug mit großen Karos, gelbe Schuh«, einen Hut mit ungewöhn- lich breiter Kramp«. Dazu schwenkte er in der rechten Hand einen kicken Stock aus Bambus, der oben einen Elfenbeinschmuck trug. Meine Augen wurden gleich darauf hingelenkt, es gibt ja oft solch« Dinge, die, mit besonderer Kraft begabt, es verstehen, die Aufmerk- samkeit zu erregen, ehe man Zeit hat. sich um and?«, vielleicht wesentlichere Sachen zu kümmern Die Elsenbeinngur stellte eine Frau dar, vielmehr den Oberkörper einer Frau, die sich durch breite mongolische Gesichtszüge auszoichnet«. Später erst erfuhr ich, daß die Elfenbeinfigur Chaag yuantz« kopierte, di« Frau des Herrn Meißner, die eine Chinesin war. Man mußt« diese Tatsachen alle einzeln aus Meißners Munde ziehen, es war eine verteufelte Arbeit, die nur hin und wieder durch das Staunen über Abjonderlichkeuen des Meißnerfchen Aeußeren oder der Meißnerfchen Art zu sprechen, uMerbrochen wurde. Es war mir bald klar: hinter dieser zusammen- gebrochenen Ehe standen eine Geschichte und ein Schicksal. Was ich erfahren habe, will ich hier wiedergeben, ich glaube, es wird Sie interessieren, weil so etwas schließlich in Deutschland nicht alle Tag« vorkommt. Meißner hatte lang« Seesahrtzfahre hinter sich, er lernte Chang ?>uantze in Formosa kennen, sie wurde dort seine Frau. Später kamen si« nach Berlin. Meißner hatte das Glück, eine unbekannte Tante zu beerben, er richtete sich einen kleinen Papierladen in Moabit ein. Das Geschäft ging gut. alles wäre zur Zufriedenheit verlaufen, wenn nicht der Wärzstreik und die Schießereien gekommen wären, dt« besonders die Bevölkerung von Moabit in Aufregung versetzten. Eine» Tages war Chang Vuantze verschwunden, sie hinter- ließ nichts, aus dem man auch nur entfernt ihren Aufenthaltsort hätte entnehmen können.„Meine Frau hat immer eine kindische Angst davor gehabt, die Menschen kömiten ins Haus kommen, sie herausholen, verprügeln, töten, umbringen. Was. weiß ich..." So sagte mir Meißner.„Wer haben Sie denn früher niemals ei» Anzeichen dafür bemerkt, das ist doch krankhast. Jemand, der in ruhigen Zeiten fürchtet, überfallen und getötet zu werden.. »Ich sagte Ihnen ja. daß meine Frau das immer gehabt hat. Run. als wirklich Gefahr war, als wir Tag und Nacht durch Schüsse auf- gestört wurden und die Leute schreiend und wutschäumend durch di« Straßen rannten, ist Chang Auantze offenbar so von der Angst mit- genommen worden, daß sie..." Nur ganz langsam wurden mir die Hintergründe dieser deutsch- chinesischen Eh« und danitT hie Charaktere klarer. Eines Tages meinte nämlich Meißner, man solle, um den Aufenthaltsort Chang 'huantzes in Erfahrung zu bringen, bei allen Zirkussen Europas anfragen: Ich staunie.„Wie so denn das...?"„Weil meine Frau Früher in Formosa und Japan im Zirkus mit mir gearbeitet Hot..."„????" Ich machte ein erstauntes Gesicht. Meißner hott« während feiner Seemannszeit einmal in Tatao, der westlich«» Hafenstadt Formvsas, sein Schiff versäumt, weil er betrunken in einem Teehaus die Abfahrtszeit Derfchlofcn hatte. Es ging ihm sehr schlecht, eine deutsche Vertretung gibt es auf dieser msel nicht, und selbst wenn es st« gegeben hätte, würde sie ihm auch kaum geholfen haben, weil deutsche Dampfer damals Forrnosa nur lehr fette» anlegten. Weißner trieb sich im Land herum, lebt« von der Mildtätigkeit der budhistischen Priester, scheute auch vor kleinen Diebstälsten nicht zurück, wenn et sich gar.nicht mehr zu helfen wußte. Eines Tages traf er in der Umgebung von Tainon auf einen Wanderzirkus, dessen Inhaber ein älterer Chinese war. Zu jener Zeit benahmen sich die orientalischen Völker noch nicht so frei den Europäern gegenüber wie heute, der Weltkrieg hott« die Achtung der weißen Rasse noch nicht untergraben. Es war sehr schwierig, dem Besitzer klarzunwchen. daß Meißner einen Job bei ihm haben wollte und daß ihm auch untergeordnete Arbeit nicht zu viel »ei. Da es ein« sprachliche Verständigung nicht gab— Meißner ver- stand außer seiner Muttersprache mir einige Wort« englisch und der Chinese nur chinesisch und japanisch— mußte man die Hände und die Ausdruckskraft� de» Gesichts zu Hilf« nehmen. Tang-shao-Di, >a hieß der Zirkusmann, führ« schließlich den gänzlich ausgepumpten Meißner vor einen Korb und machte eine Geste, er mochte hinein- kriechen. Meißner, der sich wirklich im Zustand vollkommener Wurstigkeit befand, tat das auch. Es stellte sich dann heraus, dah man ihn bei einem illusionistischen Akt gebrauchen wollte, dessen .naüpttrick darin bestand, daß von einem wild tanzenden und schwert- schwingenden Beschwörer und Zauberer einem Menschen der Kopf abgeschlagen wurde. Dieser Mensch, dem der Kopf scheinbar ab- geschlagen wurde, sollte von Meißner dargestellt werden. Mit welchen Schwierigkeiten und Gesa?)ren das verbunden war, ist lsier nicht der Ort zu beschreiben, es sei nur gesagt, daß die primitive Zuschauer- menge unter keinen Umständen erfahren durste, der Delinquent lebe nach der Hinrichtung weiter. Die Leute mochten chrlich glauben, es werde einer geköpft. Das ist min mal so in Formosa und anderen kaum zivilisierten Gegenden. Wie das seelisch zusammenhängt, ist nicht ganz leicht zu sagen. Man weiß natürlich, daß nur das Gericht die Leute köpfen darf und kein Zirkusbesitzer, aber die Illusion ist eben so vollkommen, daß man es ruhig glauben kann. Und man will es glauben, weil ein kleiner Dlutrausch nicht zu verachten ist. Meißner spielte den Delinquenten unter einer doppelten Angst. Er fürchtete sich ehrlich vor dem Schwert seines Henker» und er fürchtete sich vor dem Publikum, das den Akt mtt wildem Gebrüll begleitet«. Ehang Pnontz« war die Tochter des alte» Tang oder Chang. Meißner hat das nie richtig verstanden. Chang Duantz« trat im Zirkus als Fischsresserin auf, sie verzehrte Goldfische, Frösche und andere unappetitliche Lebewesen und bracht« st« dann zur großen Heiterkeit de, Publikums lebend wieder hervor. Ein« barbarisch« Sache, aber gerade das richtig« für die Hautevolee von Taman. Meißner freundet« sich bald mit Chang Uuantze an. weil sie ein sanfte» Mädchen war. die« verstand, durch klein« Aufmerksamkeiten (sie wusch und flickte ihm sein« Sachen) die üble Lage zu erleichtern. Auffällig erschien es Meißner immer, wie sehr sich das Mädchen vor dem Publikum fürchtet«, si« sprach davon wie von einem bösen Geist. Meißner verstand das schließlich besser, als er mit Hilfe der Zeichensprache eines Tages erfuhr, daß der Vater Tangs, also Cliang Zuantzes Großvater, der frühere Besitzer des Zirkus, in der Näh« von Tainan vom Publikum erschlagen worden war, weil das Volk mit irgendeiner verunglückte» Illusion nicht zufrieden war. Zirkus- spielen ist dort zulande nicht so harmlos wie dei uns. In dem Maße wie Meißners Zuneigung zv Chang yuantze wuchs, ver- größerte sich auch feine Angst. Ich hätte das alles nicht erzählt, w«m es nicht eines Tages üi der Tat so gekommen wäre. Der Korb, in. dem Meißner steckte. platzte wegen Altersschwäche auseinander, der Delinquent, dessen Blut au, einer(Schweinsblase) längst in den Sand geflossen war. erhob sich vollkommen frisch. Da» Publikum geriet in rasenden Zorn, stürmte den Zirkus und steckte,«he di« Polizei Angreifen konnte. die Zelle und die Wohnhäuser in Flammen. Kein Mensch weiß, mos aus dem alten Chang geworden ist. Bon dem ganzen Zirkus blieb nur«in wüster Trümmerhaufen übrig. Meißner und Chang Duantze flohen Hand in Hand weit in das Laich hinaus und fanden schließlich cine Geiegenheii, nach Chii« zu kommen. Dort traten sie gemejMm lange Jahre, als Artisten auf,'Chang Nuantze ah ihre Fische und Meißner assistierte.. In der Eh« mit Meißner nuchernisierte sich Chang Puantzs sehr, es blieb ihr aber eine Art dämonischer Angst vor mancherlei Dingen, insbesondere aber vor einer drohenden Masse, vor Brüllen und Schießen. Ich Übertah diesen ganzen Fall jetzt ziemlich deutlich. Man darf einen orientalischen Menschen nicht mit un» vergleichen. Die Kultur der Chinesen, so oll si« ist, hat niemals gewiss« primitive Instinkte in der Seele des Menschen zerstört. Die Verehrung der Ahneil und die Furcht vor Dämonen entspringen derselben Gemüts- quelle. Das Fengschui, die Windwassertrast, ist in China«ine Art Getstergesetz. Der Mensch, der sich nicht danach richtet, bekommt«» am eigenen Leibe zu spüren. Oft«rlebie Meißner es in seiner Wohnung in Moabit: au» nichtige Ursachen geriet Chang Juantze in einen furchtbaren Er- reguugszmtand. Sie lag tagelang wie«ine Schwerkranke im Bett, phantasierte von ihrem Vater und Großvater, die sie im Traum gesehen zu haben vorgab.„Unter diesen Umständen werden Sie es vielleicht begreiflich finden, wenn ich Sie bitte, in den europäischen Zirkussen nochforschen zu lassen. Chang Duantze war mit ihrer Ver- gangenheit immer lebendig verbunden. Sie war von ihrer Artisten- kunst, der Fischsresserei, nur durch einen Schritt getrennt, ebenso wie von ihrem Vater und Großvater. Erinnerung und Leben rertvob sich bei ihr zu einem, sie war eben eine Chinesin..." Nun wollen Sie wissen, wie die Sache ausgegangen ist. Wir haben die Frau nicht gefunden, obwohl wir uns die größte Mühe gegeben haben. Artisten sind aber merkwürdig« Leute. Obwohl Meißner seine Frau sehr geliebt hat, betrecht er heute schon eine neu« Ehe, diesmäls ist e» eine Berlinerin, deren nüchtern« Gesundhett dem Papiergeschäft mehr nützen dürfte als di« Traum Phantasien der Ehang Nuantze. ä)as ffiaSieren Kaum einen anderen bislogischen Prozeß verfolgt der„Gent". der sonst vielleicht nur wenig Sinn für die intimen Reize der leben- digen Natur besitzt, so rege und sargsam wie das Wachstum seiner Haare. Seine Beziehungen zu dieser Manifestation des schöpferischen Lebens sind keine friedlichen: er führt einen täglichen Komps gegen d-e Wuchskraft seiner Haar«, indem er sich rasiert, gut kontrolliert, ob er wohl rasiert sei und durch Streichen seiner Backen mehrere Male täglich den Nachwuchs seiner Härchen— mtt Mißmut— wahrnimmt. Ihm ist begreiflicherweise die tägliche Rasur„sin Crdcnrest zu. tragen peinlich". Der.Naturbetrqchter aber sieht sich einem großen Naturwunder gegenüber, und Kieles schildert Dr. Fritz Kahn in seinem„Leben des Meuschen" wie folgt.: Da läßt sich Tag für Tag jahrzehntelang die zarte Haut des Angesichts mit der ätzenden Lauge des Seifenschaums massieren. bis sie— erstes Stadium der Zerstörung— aufgeweicht ist. Dann fährt das scharf gewetzte Masser brutal über die Oberhain dahin und hobelt die Hornschicht mitsamt den aus ihr lugenden H.ia.» spitzen ob. bis die Haut glatt poliert ist. Nachdem dies geschehen. wird die Hau! zum zweiten Male eingsseist und nun noch einmal gegen den Strich der Haare geschabt. Sie duldet es— ja! Noch ist der Schaum nicht abgewaschen, und lchoi, hoben, durch den Reiz des Messers und der Lauge angeregt, mit doppelter Schnelle 60 000 Zollen ihre Kernmotore zur Zellteilung angekurbelt: noch»t das Messer nicht trocken gewischt und schon sind nickst mehr 6)000, sondern 600 000 Zellteilungen in der Tiefe der Haut zur Ausbesse, rung des erlittenen Schadens im Gang. Noch ist die Krawatte nicht gebunden, und sckpm sind es sechs Millionen, die durch den grau- samen Angriff der Stahlkllng« au? ihrem Morgenschiummer geweckt. mit ihren Chromatinlassos und Strahlensternen zum Gegenängrisf libergchen und an die zerstörte Außenweltfront der Haut hinaus- rücken. Und wenn der Herr„frisch rasieit" beim Morzenkäffe« sitzt und sich nach der Lektüre der neuesten Reichstagsrede über die elfenbeinzlati- Wange streicht und mtt Befriedigung kein Stoppelchen entdeckt, so haben sich unterdes in seiner Haut schon zwölf Millionen neue Zellen gebildet, die nun die geköpften Haara aus der Tiefe wieder aufwärtsschieben. Unmerklich langsam gehl es, aber unaufhaltsam. Man nehme eine Uhr zur Hand und verfolge den Sekundenzeiger. Mtt jedem Sekundendruck des kleinen Zeigers schieben sich gleichzettig die Haar« unseres Kopses, hunderttausend an der Zahl, um je fünfmillionstel Millimeter, d, h. alle zusaimnen um% Millimeter, vor. In 20 Sekunden sind die Haare um 1 Zeitti» meter, in einer einzigen Minute um 3 Zentimeter hervorgewachsen. Und würde man sie olle zusammen in einer einzigen Haarspitze enden lassen, so kletterte diese im Laus« eines Tages als Schling» pflanze schneller als der Kürbis des Propheten Jona die Hausmauer empor und überragte om Abend schon das Dach des Hauses! Dieses Wachstum unserer Haare hat. mit unserem Dasein begonnen und hätt seitdem ohne Unterbrechung an, Tag und Nacht, Winter und Sommer, und wahrt noch über unsere Todesstunde hinaus, denn d e Ha« h» Gestochen»«acht»«ch«mige 6aa6a Chzfentiaagtn für diese Staicil swd •< r I i* SS«S, ÜindcnitraSe 3, pariemachn'chien für Groß-Vertiv stets an das Vszirtssskrstarla t. vol. 2Zrc?ipn rechtem fa richte» Zur Nachahmung empfohlen. Für das Notopfer für erwerbslose Parteigenosse» «urde ooa der Velrlebefrakllon des ve�rksamt« Wedding der Betrag von Z00 M. an die Vezirkskafie abgeführt, worüber hier- durch mit bestem üanf öffentlich quittiert wird. 3. iL: Sllez Vogel». * Abteilungsleiter.' Meldung der ArSeitsloleu! Es haben erst it Abteilungen die Zahl der arbestslofen(Benoffen nemefdei— Es ist dringend erforderlich, daß sofort berichtet wird. da sonst sede Kaltulation für die nächste Zeit unmöglich gemacht wird. Der Rerirksoarstoud. * ».«Mi« BilBKtsftoif. sfeeifas. U. MZr,. 1«% Uhr.»eaottenDerfaiBBrttme im SiXtotioflflrUn, fflilTicIinsoue 114—113. Vcreins�immer 9!t. 1. Vor. trän:„Noloofer und Bramtenschaft". Rrfercnt Theodor«ohur. Vorstands. rniiolied des Allaemetnen Zteuifchon Vramtcubmtdes. Süite stlld will» lonimcn. 1».«reis Weihense«. Der Donnerstaoo stattfindende ÄurfusabenS des Ge» nossrn Dr. Leno findet erst 3 Taue später statt. Die fcJtet nehmen«m der heutiarn Adteilunasversommlun« teil Vortraa:.Di« positikib« Lose". Neserent Genosse Tepdewld, M. d. R. Heule, Donnerstag. lZ. März. U.«de. rempelhof. L Siwcl: 20 Uhr Kah ladend bei Pinssr. Dsrfstr. d». Bortnan: �luaust Bebel". Ziefcrrnt Dr. Slax Eckmtte. Morgen, Freitag, 14. März. «.«dt. Brih-Bnao«. l»ld Uhr wichti« ffanttionärfidun« ixe Becker, Thausseestr. 07. i«.»dt.«öpenick. 10� Uhr im Stadttheater. KriedeiiMte.«, aroher Saal. WiiaNederverlaminluua. Vortraa:.Reporat'onsfraqen". Referent ssris» Bein». M. d. R. Stellunanabme tum«etirk-taa. Wahl der Selesirrten. A Uhr Hai Drain. Mlanbstr. IS, UurcktisiSs, Ufa. m. Rahlsdorf-SA» fifcina- tSfla. Abt. ff«« Scholle. VünMich 20 Uhr im Schallenlrna Vortraa:.Soziale Wohtuuraswirtschaft". Resrrrat Sil ..,am-r. W>.............. rd stlQWoGd Erfcheinso aller Eeaolssanen»od Genossen drinaend erforderlich.— • Sibnna aller ffanItionS« bereits um im«ieiche» Laia.lt. Bezirksausschuß für Arveiterwohlfahrk. l.«rei, Mitte. .. WM.. ff reilaa, 1«. des Beeirkeamtes Mitte,«lolterstr Mäm, 1S� Uhr, im Sttunaotimmer tr. KS— SS, findet dir lrhte«urluz» abend der Avbeiterwoblfohrt statt. Die Genofssn Srässmann. leitend« ffllrloraerin ds« Iuaendanites, wird mit den«urfUsteilnehmern eine AZtenhefprechuna oornehmen. So wird um recht vsÄählia«« und pllnki- Nihrs Erscheinen aller Teilnehmer aebeten,»uwal die Genossin Boll. stein anschliehent daran noch die Besschtiauna besprechen Mächte. Z lt.«reis Schänetera. Am Dicnota«. l». Mäu, Iflld Uhr. läuft In S der Chamisso-Echule. Barbarossastrahe in Schänebera. der{film„Sturm W über Assen" Der Eintritt ist frei aesen ein Los der Arbeiierrnohlfahrt. s sonst wird eine Gebühr von 30 Ps, erhoben. Wir bitten alle G«. S nosstnnen und Genossen, recht»ablreich an diesem schllnen ffilm teil. S| »unehmen. Zungsozialisieo. ffreSrichebaan: heute. Donnerstaa. pünktlich ISir Mir. im gusseusthetm frankfurter Allee 307, Läns-stimmer. Vortraa des Genossen C. Tistman» über „AnmUt Bebel, feine Bedentirna fllr die deutsch» Arbeiterklasse". Siestfole, Er. scheinen weaeu Ausaabe der Muablättcr undedinat erforderlich. Senossen der SAll. werden hiermit elnaeiaden Gruppe Mittre Leute. Donnerstaa. 13. Märt. Im Suoenbheim stehb'nicker Strasse 24—25, von 20—32 Uhr. ffoctfessuna des Thamas„Beae Sur Soziali. strrunä". Arbefksgemelnfchast der Kinderfreunde. «reise Sreuzirra, Tempelhof. stehlendorf, stossen. Leute. Domiersioa. treffen wir an»»um Lelferkurfus 201, Uhr im Zuaendheirn Vorckstr. U. «Mi» ssharlotienbura: Sonnabend. 15. Mari, Elieri, abend wt Lelm Rosssenftr. 4. Besinn pünktlich tOih Uhr. Lichibilderoortraa:.Unser« ffahri 1S2S nach Westerland". Di« Sunakalken t rossen stch zur Sonntaaeäabrt noch Wrissnershps um» Uhr am Wilhelmplass. Gcbnrlslage, Jubiläen usw. ZK.»dt. Unserer trenen dewährten Genolst»?- 1« f i»« gameck. Peter»dur«cr Str.».»n ihrem heutigen«K. Geburtstaae bi» herzlichsten«läck. wLnlch«. Eterbeiafel der Groß- Berliner pari ei- Organisation| tt tat Am Sonnäbend. 8. Mä«. perstarS plässNch und unrrwartat unser lieber Genpss, Walter«rispie».&>t* sewem«»denk-n! Sinäscherun« am Donnereiaa, 13. März. 11 Uhr. im«rematornon Gerichtstrecho. Wir outen um recht reo« Betoiliauna. 42.»dt. Die Etnäschetunq unseres verstorbenen Genosse« B«» e h r findet em ffreitaa. 14. Mär», um lL'-z Uhr im Krematorium Gerichtstrosse statt. Wie bitten um rese Beteiliauna. Borträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Sdjitiacj-RoMSoR»*'. Geichiktsstell Berlin S 14. Sebastianstr 57— ZK. Soi 2. Tr. Donnerstaa. 13. März. Wilmersdorf lD-rtsveresn): Beerdiauna des«ameraden Siolf Lorek um 14 lh Uhr Al'er ffriebhof. Treptow. Reue«rueallre. Trilnahme i-bes abkömmlichen«ameraden drtnacnd et. «Iwscht. Tlraarten. ssunabanner: IS llhr Trffen in Bannrrveiduna der Schlcstnaer. Lübecker Strasse. Ziochzüalcr 20 Mr Nationalhof. Bü.omstrasse. Teurpelhof(&ti€T*xrfn): 20 ITfic �rtsVercuTSverfasvuIunq im StixcKtualp®?«- SRefcrÄf. Prosaaanö« und v0ll?QÄliaes Erscheiuen ist Alimt. � Freitaa. 14. März. Tieraaiten, Ilunabauner: Seimabend bei<�lessn�r. Lüoar je einer auf dl« Löf« gleicher Nummer in den beide» Abteilungeu l und II 136314 143199 172736 3066- 7 172 96552 ---- 2 MW»»»» WWW >10329 119372 122242 123575 131 31 g'lSSSÄ' ls"3Ä"2öz?2ö 245' 74SI 16 267913 299362 3332«,»Z447S SZ87M ZSqitZS 3,4444 34216.0 4SI los Zki2370 ZSS303 3/7212 3SZ7I? ZS5ZSI 355373 383336 39'3 1 92 I« iSeruitmrobe oerl'lieben: 2 Prämien m ft BOO-'lOO, 2(«ewinne «u)« 2-.U 0, 4 zu je üOlX), 18 zu j« 30 O, 22 zu je 3ÜÜ0, 72 zu(« KIOO. IIS j« je 500, 358 zu j» 800 Marl. Verkäufe. ffedeeiirtier- bei mir b-ssiacr und hesser, Lochfei oe>.0,—. 15,—. 17,—. ss�on»«» Daunenbette»! 34.—, 31- ftiitu Webfehler l«in« Webiehler Wedfehler-Teppich». naselneu; io dillia und gut nur! Haus Vrunnrnllrag« 173, Sat ltdeostrasse. «leine «lraite Vr'ma Btinto im Leih, itima Znsa»,«Stuft, Webfehler Wehlehisr Ouaiirtt •Zsalilt: Quaiiiat VerNn 1 axg Sv* :14XKV4 3x4 IXZ <4x3,» 1«.- 21�- iL- 3S.- JÄ/M»» 55,- Mdier Metallartieiter VertiiiiDl VervtltunetsteUe Berlin Nachruf Den Ritaliedern>nr Nachricht, daß unser«ollege, der Rechaniter Herbert Mademann geb. 22. März 1810, am 7. März gestorben ist ftittem VttbcitCntl Dt« C näscherung hat bereits Satt» geiunden- vi« vrterernealiav». Gewinnaudzitg ü. Stlall« 34. PreuKijch.Hüddeu.fche Klasien-Lollerie. Ohne Gewähr Nochdruck verboten Am>0. Mär,»erstarb plötzlich meine lieb« Mutter �uxuste ffornke «cb. Hol* im Alter von 79 Zahlen. Zn tiefer Trauer Lrnot Uorniee. Di« swölchernna stndet am Zreitea. dem 14 Mär,, ll Uhr, im«rewa» tsrnim chertchlstraße statt Enfache�ifaelgoantgl wM '';-"J Äesslehlee. Teppiche. Webfehler-Teppiche 2x3 18. vs 81.- Morl XS 28.— Wart lltjxDd 32�- Mark Xdt, 40— Mark 3X4 4?.- Mark „■ 8X4 55— Mark _ ffriebrichstrasse 183, 1. Staat ehret, strai-». JBorutärt«/'.£tfe' zent Rabatt. zt 28. fZiehungstoa 12. März ISA) In der beuligen Bonniltagoziehung wurden Gewinu« über IZ0 M. gezogen 4 snrtue«!, 19c>6I) AI. 16197??0SS12 10>».»,00« m> 3003 M. 1 0st! 1 8 154834 230068 373432 394964 20«e.onii f ,u 2000 AB. 63753 1 11552 129442 160023 163005 21404« 324059 243930 293278 30834! 42 a(»tnini,f w 1000 SS. 1 5355 41276 57074 71718 03503»03)06 126832! 42487 161233»63312 229693 235093 261123 269134 285345 294761 263664 327545 366681. 372633 382444 VÖ Ov,n.r,e 500 x>. 14210 16737 I74S4 22202 26819 35789 40626 58397 62803 73123 119319 139338 199170 109574 19! 100 210770 213009 210841 231201 237337 244690 249065 223418 268472 233277 301981 3: 5567 2)9077 332686 334230 539168 3Ö188» 373808 360631 364304 383332 591 737 363085 394813 Sn der heuiigen NachviiUagsziehung wurden Gewinn« über 1A) M. gcjrgcn 4 S«Kaiu n, I».wo 55.»PC 238 281306 S Retter« m 5000 SV 170>29 S S-winoe m 30:10 103912 'U 2000 r.. 80444 72738 297020 ,138,2 3685 SL 18 sknrm»» m 1000 TT. 20697 33434 124400--------- 26x735 284231 66 enoteii« JB 600 OT. 26929 31303 63647 72990 69492 Bekleiduiigs&tiiciui,Wabche usw. 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Knorr-Bratensoße hilft, wenn die natürliche Soße nicht ausreicht» Ein Würfel, in Vi Liter kaltem Wasser aufgelöst, gibt in wenigen Minuten eine ausgiebige und im Geschmack vorzugliche Tunke, die auch ohne Fleisch sehr gut schmeck� und mit der die natürliche Soße verlängert werden kann. Ootedieinn. Gebron A»- nnwelsung auf Jedem WQrfeJ. Preis tS Pt Bratensoße Versuchen Sie Knorr- Maüharoni dazu/ Deteutmattatzen„Primislima". Me- ltalldetien. Aus.eaematratz.'n. Chailelon- �oues Walter. Stargarderstrake acht- ..ehn.«ein iaden.�__* 3» Rdiel Schmidt, Ahr erster Kchritt. MZbcl Schmidt,«ata loa gratis. ZstäSel Schmidt, Bernauerstrass' 8d. Staunend biv'ae Preise für sirtlich »utgsaooeitcte Wobei. Auch Leilzah» long. Wöbelhaus Oit'N, Andreas» strasse�U. gegenstbe« Markthall«.__* Möbel.stamerlina«gstanienallee$ Aurichtekllche». Adwafchtische. Be: Stach| lchränte fflunnöbel lliefenauswabl| Svottvreile 3ahlung«rleichteru»g _,, Moedel Buedel, Moritzplatz, liefert! 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Der Reichskanzler betont dann, daß die deutsche Währung in kein« weife gefährdet od««r- fchütl«t ist. und daß die Reichsregierung unter allen Umständen für die Unabhängigkeit der Reichsbank eintreten wird. Allen Bestrebungen, die politische Unruhen hervorrufen wollen, muß scharf entgegengetreten werden.(Geschrei der Natsoz. und der Komm.) Die Furcht vor Unruhen fördert die Kapitalflucht, ab« die Regierung ist stark genug, solchen Bestrebungen hall zu gebieten.,-..... Putschgetüstc von links und rechts werden rücksichtslos im keim unl«drückt werd«».(Beifall.) Die Republik steht heule uver. schütlerlich da und ist stark genug, alle Angrisse mit Erfolg und Rachdruck abzuschlagen. Der Reichskanzler schließt: Eine ruhige Fortführung d« deutschen Gesamtwirtschaft, ihre Entlastung durch den Reuen Plan, die geplante Steuerreform sowie die eingeleiteten Maßnahmen zugunsten der Landwirtschaft stnd die Grundlage, von d« aus die Reichsregierung am Wiederaufbau unseres Vaterlandes weiter» arbeiten will. Sie fordert dazu die RNlarbe» des deutschen Reichs- lages, die ihr nicht versogt werden darf, wenn das deutsche Volk nicht schwere» Schaden leiden soll.(Lebhafter Beifall der Mehrheit, tosendes Geschrei der Hakenkreuzler und d« Kommunisten.) Abg. Dmich(DVp.) gibt für die Fraktionen der Sozialdemo- k raten, Demokraten, des Zentrums, der Deutschen Dolkspart« zu dem Liquidationsabtommen mit England, Australien und Neuseeland folgende Erklärung ab: Wir haben den drei lliquidationsabkommen mit England. Australien und Neuseeland wir deshalb zugestimmt, weil sonst da- mit gerechnet werden muß, daß England den neuen Plan nicht rati- si.zien.(Zuruf rechts: Das wäre ja herrlich!) Wir bedauern die Beschränkung der Freigabe des liquidierten Eigentums und vor allem, daß England als einiger Gläubig«staat mehrere hundert Millionen Goldmark überschüssig« Liquidarionseplöle«hall und sich damit sine beträchtliche zusätzliche Reparotionssinnahme aus Privatvermögen schalst.(Hört! hört! rechts.) Wir geben die Hoffnung nicht auf. daß die Auffassung, di« ein großer Teil der englischen Oessentlichkeit in dies« Frage bewiesen hat. sich schließlich doch in Enzland durchsetzen wird. Wir baben das Vertrauen, da dies im Interesse der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unerläß- sich ist. Abg. Wallras(Dnat.): Di« Erklärung des Reichskanzlers, daß di« Regierung mit allen Machrmitteln ausgerüstet sei. um Ruhe- störung von rechts und links zu begegnen, kann doch nur bedeuten, daß die Regierung den Entwurf des neuen NepubUkschutzeefetzes zurückziehen will.(Heiterkeit rechts.) Während hier üb« den Bounfl» Plan geredet wurde, svielle sich hinter verschlossenen Türen das Sechstagerennen oder Dreiwochenrennen um die Finarnresonn ab. (Sehr gut! rechts.) Von dem Locarno-Geist war bei den Parser und Haag« Verhandlungen wenig zu spüren. Wir Deutschnatio- nalen erstreben mit Frankreich ein Verhältnis des Vertrauens und der Derständigung. Das kann aber nickst begehen, solange Deutsch- land ausschließlich Amboß, Frankreich ausschließlich l'arrm« ist. Wir begrüßen mit großer Freude die Befreiung des Rhrinlartdes, aber wir vergessen nicht die immer wiederholte Erklärung d« treuen rheinischen Beoolkeruna daß die Befreiung nickt erkauft werden soll durch neue Ketten. Wir denken aucb an unsere deutschen Lands- leute in Eupen-Malmedy. die durch dt« Force einer Volksabssim- mung zu Belgien geschlagen worden sind. Deutschland muß ihnen die gleicke Anqäng/ichkeit beweisen, die sie jahraus jahrein trotz aller Unterdrückung gezeigt haben. Das Verhalten unser« Vertrags- aegner erinnert uns qn de» Winberparagravhen. Donach treibt Wucher, wer fich einen einseitigen Vo't'll verschafft durch die Aus- beutung der Unerfahrenheit, des Leichtsinns oder der Notloge eines anderen. Wir bedauern, daß Dt. Schacht nicht schon In Bari» zurückge- freien ist.(Rufe links: wir auch!) Wenn der Paung.Vlan vom Reichstag angenommm wird, so be- antragen wir die Ausletzuna seiner V«''Üirdurtg Wir wollen d m Roichspräsidenten in aller Ehrerbietung Gelegenheit geben, nochm-ils zu prüfen, ob er unter dieses Dokument seinen weltgeschichtlichen Namen setzen will.(Be't'all rechts.) Abg. Dr. Brüning iZ): Di« oistiae Besprechung uns«« geltrl- gen Erlärung in der Presse der Rechten zeigt uns, daß das Zeit. trum den richtigen Weg gegangen ist. Mit leichtem Herzen wirk» kein« dem Pouno-Plan zustimmen. Selbst die Freude und der Jubel üb« die Befreiung des Rheinlondes sind nicht ungemischt, denn wir wissen, daß auch jetzt das Rheinland nicht sich der gleichen Sern oerö tri tät erfreut wie die übrigen Gebiete des Reichs. Ent- scheidend für unsere Haltung zum Poung-Plan stnd wirtschaftliche Ueberlegitngen. Diese Uederlegungen nötigen uns zu der Anerken» nung, daß mit dem neuen Plön ein Fortschritt gegenüber dem be. stehenden Zuswnld erreicht wird. Die deutschen Urnerhändler tn Paris und im Haag standen Gegnern gegenüber,- die ihr« große politische Macht ausnützten. Die moralische Verantwortung liegt ober nicht bei denen, die den Voung-Pian hier im Reichstag annehmen, sondern aus der Gegenseite bei denen, di« den Sachversiändigenplan ausgestellt haben, und bei den Reglernnge«. die ihn unterzeichne! haben. Der gounq-Ulon ist kein Vertrag zwischen gleichmächtiqen Geq- nern. er ist und bleibt ein Diktat und nur diesem Diktat fügen wir nn».(Beifall.) Dr. Brünmg fährt fort: Alle Regierungsparteien stellen folgende« An- trag: Oer Reichstag billigt die Erklärung des Reichskanzlers, insbesondere seine Feststellung, daß von Anfang der Geltung de« Reuen Planes an d!e beteiligten Regierungen, um auf ein gsmoin» schoftliches Ziel im Geiste gegenfeütgen Verständnisse!» und guten Willems hinzuarbeiten, sich im Sinne einer freimütigen Zusammen- arbeit auf international« Grundlage verpflichtet habe», alle Streit» fragen d« Auslegung der Schied saerichtsbarkeit zu unterstellen, daß die an d« Unterzeichnung der Anlog« l des Haag« Abkommens beteilig t«tt fünf Gläubioeregierungen für die von ihnen bedouer- licherweise vorgesehene Möglichkeit des äußersten Falles, daß«ins deutsch« Regierung absichllich unter bewußt« und verschuldet« Der» letzung ihrer Verpflichtungen durch vollzogene Handlungen ihren Willen, den Plön im ganzen zu zerreißen, beweist, sich verpflichtet haben, bevor sie irgend einen Schritt tun. den Ständigen Inten- nationol«» Gerichtshof im Haag anzurufen, währenb die übrigen Gläubigsrreaieruilgen dieses Recht rfcht besitzen, daß der Beratend« Sonderausschuß auf Anregung Deutjchlands bei der Gefährdung seiner Währung und seines Wirtschaftslebens in eine gründlich« Prä. iung der Lage Deutschlands eintreten iwd Maßnahmen hinsschtzich d« Anwendung des Neuen Planes vorjchlagen wird, daß Deusch. land es als seine besondere Pflicht betrachte, darauf hinzuweisen, daß die in dem Neuen Plan betonte internationale Zusammenarbeit oe- sonders für jene Zeit durch d>>« Bank für Jnternationale Zahümgen und durch den Bevatenden Sonderausschuß sichergesselli sein muß, wo noch Ablauf eines Zeitraumes, für den«in vollständiaer oder teilweis« Transfer- oder Zahlungsaufschub für irgendein« Monat«» rate erklärt worden ist, die Transferier ünq der! aus dert�eft de* Moratoriums stammoiiden Beträge neben..der. Transserier�ltg. der laufenden Annuität eine Transferhäufung bewirkt, die. das muß heut« schon hervorgehoben werden, norsorglick« und helfende Unterstützung od« Modifizierungen nach Sinn und Geist des Planes er» fordert. Ueder andere Anträge geht der Reichstag zur Tagesordnung üb« Außerdem bringen die Regiernngsparkeien eine Eni- sihliehung ein. in der es heißt: Die Sachverständigen erklären in ihrem Bericht vom 7. Juni ISA, sie seien zwar als Geschäftsleute an ihr« Ars» gäbe herangegangen, hätten aber festgestellt, daß sie ihre Entschlie» ßung nicht nur aus wirtschaftlich«, sondern in gewissem Umfange auch auf politfche Erwägungen gründen müsse», um die Annahme ihrer Vorschläge zu sichern. Darin kommt Nor zum Ausdruck, daß die Gestaltung des neuen Reparationsplanes von den durch den Ausgang des Weltkrieges geschaffenen volitifchen Macktoerhäl nisscn über.rein wirtfchoftlicke Erwägungen hinaus beeinflußt worden'st. Hinsichtlich der Durchführung des Neuen Nlanes enthält dieser sechst die notwendigen Sich«ungsn, die bei allfettigem guten Willen es ermöglichen, das Gesetz der wirtschaftlichen Vernunft zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen. Davon abgFchen, kann und wird Deutschland nicht darauf verzickten, mit allen ihm zu Gebote st h« irden friedlichen Mitteln d« Außenpolitik der durch den Versaill« Vertrag geschaffenen Lage ontqegenzuwirken. Nickt die bestehenden Machtverhastnisse, sondern Ehre. Freiheit und Glaickdcrecktigung der Völler müssen die alleinige Grundlage der internastonalen Be- Ziehungen werden.(Beifall im Zentrum.) Die künftige Tntckicktz'flg muß Raum für die Lebensnotwendigkeiten Deu.schlands schaffetr. Nur so kann wirklich ein« Liquidation der Vergangenheit herbeige» führt werden und ein gesicherter Frieden zwiscken dsn Völkern ent-, steh an. Der Reichstag fordert hierdurch die Reick sreg'erung auf, di« deutsch« Außenpolitik in diesem Sinne zu führen.(Starker Beifall im Zentrum.) Damit haben wir ganz deutlich die Grundlage und Voraus» fetzungen formuliert, um« denen mir im Reichstag die Zustimmung zu dem Haager Abkommen geben. Wir hätten vom Reichskanzler «in« schärfer« Formulierung der Erklärung gewünscht, daß di« Finanzierung nur wernae Tage später als die Verabschieduna des Boung-Planes erfolgen soll,»e! Verzögerung der Fiimn.zoerhmd» stmgen oder b« Schaffung neuer Schwierigkeiten werden wir un» verzüglich polilifche Konsequenzen zichen., Zufolge übertrieben« Agitation von recht» ist ein wirlschafl». Pessimismus eingetreten, der die Arbeitslosigkeit unnötig steigert und ungeheuer viele Existenzen in Mittelstand. Handel und Gewerbe vernichtet.(Beifall im Zentrum. Unruhe rechts.) Deshalb muß die Sanierung rasch erfolgen. Es ist nicht mehr ein Kampf im Parlament, es geht um das Parlament. Unser Kamps ging von Anfang an um die Erhaltung und Vertiefung des demokratischen Systems. Wenn die Partsien auch weiterhin sich üb« Lapual'en trickst einigen und dadurch die Entschlußkraft des Vannitten's lähwm. dann wird das Bolk immer mehr att diesem System zweifeln. Wir wollen nicht dauernd den Makler spielen. Wr erwarten, daß nach der Entscheidung über den Poung-Plan die innere Zerslaischung aufhört, damit wir vertrauensvoll arbeitnt können an.stner Hess«?» Zukunft des Volkes.(Beifall im Zentrum.) Ein deutsckmitionaler Antrag verlangt Aussetzung der Der» kündung des Gesetzes im Falle seiner Annahme. Di« Kommunisten beantragen, dem Reichskanzler das Mißtrauen auszu» sprechen. Abg Zlorin(Komm) hall di: übliche Großkampfrede. Trotz aller Drahtinqen der Regierung werde das Proletariat de" kam- Menden 1. Mc>i zum Großkamvf- und Strei.tag gegen den Donng- Plan und acoen die Kcipitaldiktatur machen. 'Astg. Dr. Bredt(Wp.) verliest ene Erklän-nq seiner Partei sü? Verständigungspolitik, ab« gegen den Poung-Rlan. Abg. Dr. Zapf(DVp.) stell: mit Defriadtgung fest, daß bat bcr Erklärung Brünings das Zentrum sich m den Fknanzfragen an die Seite der Deutschen Bolkspartei stelle. Dem Aug. W'll�af sillt der Redner vor. daß die Gläubigerstaaten uns zur Erfüllung de« Dawes-Plans und sogar des Uondoner Ultmatums zwingen köno. len! es wäre unverantwortlich, die zweifellosen Verbesterunren de« 'goung-Plans zurückzuweisen. Clenienceau hat 191S im Mi nister» rat auf den Vorwurf Pvincaräs wegen Nichterlangung der RlHn> grenze geantwortet, die Deutschen würden in lä �tadren die R?r- fa'ller Verpflichtungen nicht erfüllt haben, Frankreich also am R'-ein stehen und am Rhein b leide. u Am l3 September 1S23 bat Poin- rare erklärt. Frankreich werde da« Ruhrgebitt nicht vor Bezahlung der gesamten Rrparalion räiemen. Da follt'n wir ein« Politik v«r. lasicn, die u>ns fetzt die Räumung der, letzten besetzten Gebiet» brintzt?!(Baifall bei der Mehrhoit.) S!bo. Stampfer(Soz): Einer der erlesensten Geister, die jemals diese» Haus seziert haben, Friedrich Naumann, hat einmal den Ausspruch getan: Der Fortschritt besteht darin, daß man aufhört, über etwas zu disku- st-ren. Vor einem solchen Fortschritt stehen wir m diesem Augen- Klick, und ich will ihn nicht lang« aufhatten. Man hat darüber bis- tiitiert. ob es richtig war, die Räumung»- mit der Reparation»- frage zu perdinden. Die Räumung kommt, und wir freuen uns desten als eines großen Erfolges der Politik, die wir deutschen So« zialdemokraten seit mehr als zehn Jahren konfeauent betrieben Kab-n. Ich will den großen Fortschritt, daß man oufhört, über den Avuitg-Pian zu diskutieren, auch nicht durch«ine Auseinander- s»tumg m't den Kommunisten über ihre Aussassun« von Weltrevolution aufhalten. Es ist nicht nötig, in dieser Stunde näher au«. zuführen, daß mit de« von Moskau empfohlene« Mitteln de« deutsche« Arbeitern weder Arbeit noch Brot beschafft wird. Ob«« vom Reichskanzler ermäckckßst zu fein, erkläre ich: Es ist falsch, v»enn man glaubt, der Reichskanzler hätte sich den Miß» trauensantrag der Kommunisten bei ihnen bestellt.(Heiterkeit.� Da» ist nicht ch«r Fall gewesen, er hat auch kwnsrlei Versprechungen dafür gemacht, der Antrag Ist ganz au» freiem Willen und ans dem politischen Scharfsinn hervorgegangen, der auch in anderen Fällen die Kommunisten auszeichnet.(Heiterkeit) Ich möchte pscht ver- fehlen, der kommunistischen Fraktion für diesen Gefallen, den sie dem Kabinett Müller erweist, meinen Dank au»sp''echen. Herr Wallraf hat von sozialdemokratischem Ovtstni-mu, ge- sprachen und von deutschnotionoler Gewistenhastigkett. Run. wir willen ganz genau, daß wir mit dem Noung-Plan die schwersten Lasten übernehmen, und w'r machen uns gar keine Illuston dar- über, daß etwa in'alge des Young-Plans eine unerhörte Blüte der deutschen W'-rtschast eintreten würde..Herr Wallraf meint vor- sichtig,«» werde vielleicht eine kum« Blüte der deutschen Wirtschast folgen. Aber warum ist Herr Wallraf so grausam, der deutschen Wstschast nicht einmal diese kur-e-Blüte zu gönnen? Etwas ganz andere» würde der deutschen Wrtschast bevorstehen, wenn der Drwes-Plan in Kraft lllMiie. den Herr Wallraf am 29. August 19?4 mst un« aemeinsam beschlallen hat. ebens owie Herr Hoetzsch, der jetzt asetchfalls wen den Boung-Plan stimmt. Und wie ist es mit der Gewissenhaftigkeit? Es Ist nlchl ZU erkennen, wo die Gewistenhaftigkeil liegt, wenn man vor S Zabren einen Plan annimmt, der das Deull-b« Reich mst jährlich Milliarden Reparationslast plus Restenmgsscheln belastet, und he"le einen Plan ablehnt, der die JMastvng jähr- sich um öl» Millionen Mark mit dem Besierungsschetn um 700 oder soo Millionen Mark erleichtert. Es ist auch nicht große Geroisienhoftigkeit, wenn man vor 5 Jahren mitgewirkt hat.«inen Plan anzunehmen, der Deutichland unzählig« schmählich«, di« national« Ehre tränkend« Kvntrollinstanzen aufertegt Hot, und wenn man jetzt ablehnt. elne»n Pton zuzustimmen, der alle dies» kränkenden Kontrollen beseitigt. lSehr gut! sink».) Aber mit dieser großen Gemissenhaftigkest und Ehrlichkeit, von der Herr Brcdt gesprochen hat. hat es mitunter sein, besonder« Bewandttri,. Wir beben z B. gestern»stobt, daß die Doutschnotionat»« einer national- sozialistischen Resolution zugestimmt haben.- dt« hte Aufhebung de» Kriegsgeräteoesetzes fordest. Da» ist eine sehr schön« Geste. Ei« werden gewiß Im Land« herumfahren und den Wählern erzählen, wi» tapter Sie gewesen sind, daß Sie diesem Antrag zuaestimmt haben, aber Ihr Unglück ist es, daß das Knopsoerätegesetz ema«- bracht mutd», als Sie in der Regierung saßen. Ihre Rog'erung bat dieses Gesetz beantragt, das die militärische Souveränität Deutsch- lnnds reitlos bessitiaß sogar d-« Herstellung von Bajonetten ver- bietet. Sie haben für d'ose» Gesetz gestimmt und haben das mit der großen politsichen Zwangslage begründet, in der sich Deutsch- lnnh' befand. DHe Begründimg hat der damalig«?ost!tz«v> des Auswärtigen Ausschusses gegeben, der Herr Kolleg« Wallraf.(Große .Haiterkest. Abg. Wall ms:„Das mar nestrauli ch!" Erneute stürmische Heiterkeit.) Nach dem Protokoll der Reichstagssitzung vom . 6. Juli 1927 habe ich damals ausgefühst:' Wir alle würden einstimmig eiiwn derartigen Gesetzentwurf ablehnen, wenn nicht das über uns stünde, was der Herr Bor- sitzende de» Auswärtigen Aurschusiss, Herr Abg. Wallraf. so treffend als die große politscbe Zwangslage deznchnet. in her wir uns befinden. lHörtl Höst! links) Der Herr Vorsitzende des ' Auswärtigen Ausschüsse, und d!« hinter ihm siebende Bastei haben damit ein Maß von realpolitischer Einsicht gezeigt, das nicht immer vorhanden war.(Sehr richtig! links.) Ich habe damals Si«(zum Abg. Wallraf) zitiert, und S'« haben nicht wiidersprochen. S'e waren nickt entrüstet und haben sich nickst, wie vorhin auf die Vertraulichkeit der Sitzungen des Aus- wästigen Ausschüsse» berufen. Damals waren wir ja Bunde-nenossen lSroß« Heiterkeit), so wi« wlr bei der Annahme de» Dawe».plan, Bundesgenossen ge> wesen sind. (Hetterkeit.) Sie haben allerdings nur wegen der pokstischen Zwangslage den Dawes-Plan angenommen, und das ist der Unter- schied zwischen uns. Es oibt für die veutschnationalen einen gewichtige und durchschlagenden Grund, trotz ihrer Zustimmung zum Dawes-Plan den Pvung-Pkan abzulehnen, und dieser Grund de- steht darin daß die Herren wissen, daß wir ihn annehmen.(Heiter- lest.) Wüßten si« das n i ch t. so würden sie mit schlotterndem Ge- dein hemmlaufen, es würde ihnen das Gewissen der national.m Verantwortlichkeit schlagen, ob sie dies« Verbesserungen ablehnen dürfen. Was die Sanktionen anbelangt, fo beiteht, ganz abgesehen von allen völkerrechtlichen und formalsuristoschen Svitzsind gkeiten, ein natu stich«» Rechtsbewußtsoin de» deutschen Bolte», und dieses sagt uns. daß olles, was in alter Zeit ols Sanktionen an miliianscrer Besetzung usw verübt wurde, Gewalttaten waren, die nickt verem- > bar sind mit einem wirklichen Fstedenszustand. und die jedes Volk bcreclUigcu, aegen sie zu MpHiieren und sich mit allen Zweck- d'enlichen völkerrechtlichen Mitteln dagegen zur Webr zu s-'tzen. Ganz abgesehen davon, daß Sanktionen irgend welcher Ars bei lonaler Auslew'no d-z Locarno- und des Kellogg-Pakte» unmöglich sind. kSebr richtig!) Zum Volenvertrag sagen wir. daß wir nicht da« Gewissen hgbon. 12009 deutsch« Banem in Bolen vrei�zugeben. Der Wille, dies« Deutschen dort zu sMbon ist unser allererster Gmnd, und darum treten mst in Uebe-nnstimmung mst den eigenen Wü'stchen der he�-ohten Deutschen für den Liguidattonsvertrag mit Polen ein. Wir tun ine» olles nicht, weil wir in der Reoiemng lind, wir werden g-n-", so bandeln, wenn wir in der Opvossttcm wären. Da-d'-rck untersckur'-en wir un« von onderen Basteien des Hauses, daß wir in den nroß"« cebensfraaen des dttttichen Volkes eine vnd dieselbe pini« nnverrü-kbar versolnen. vollkommen»nabhänaig von allen Erwägungen, ob mst in der Regierung sitzen oder nicht. So verstehen wir dst nationale Arbeit.(Lebhafte Zustimmung ' der Sozialidemokraten.) Wtr freuen uns. daß Herr Wallraf«in gutes BerhäUnis zu Frankreich will. Er hat aber auch««sagt. Die Not Schlesiens. Rede des Genoffen Lang-Langenbielau im Landtag. Der Preußische Landtag setzte am Mittwoch die Aussprach« über den Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung fast. Abg. Frau Ludewig(Komm.)«rklärt. daß die Annahm« d«s Doimg-Plans durch Sozialfaschisten und Zentrum die Lag« der Ar- b«iterschaft v«rschlecht«re. Abg. Dr. Zeitlin(Dem.) macht für Kapital- und Wirtschastsnot die verfehlt« Politik der Kreditüberwachungsstelle verantwortlich. Abg. Schmidl-Breslau(Wpt.) b«dauert, daß d«r Mittelstand als staotser hottender Stand am»»eisten unter steuerlicher Un» gerechligkeit leidet. Hieraus wird di« Beratung unterbrochen, um die Abstimmungen tiber die angefachkenen Ittel des Innen- elats und die zum Jnn«netat gestellten Anträge vorzunehmen. Dabei werden die angefochtenen Titel bewilligt. Angenommen werden die Hauptausschußanträge, die Schupounterkünst« besser aus- zu gestalten, höhere Betrage für Wäsche zu gewähren und den Be- amten acht Tag« mehr Urlaub für häufigen Alarmzustand zu ge- währen und der sozialdemokratische Antrag, den Achtstundenschicht- Wechsel durchzuführen. Gegen den letzten Antrag stimmten die Kommunisten. Abgelehnt werden der Antrag dir Kommunisten, das Demonstration?- und V«rsammlungsv«rbot auf- zuh«ben, der Antrag der Deutschnationalen, das Verbot «es Stahlhelms für Rhernlartd und Westfalen auszuheben und der Antrag der Sozialdemokraten, das„A ch t u n g'- Rufen auf Revieren und Wachen zu verbieten. Die Abstimmung über den Gesetzentwurf, die Altersgrenze der Hochschullehrer von KS auf KS Jahr« zu setzen, wird in zweiter Lesung gegen die Stimmen der Soziaidemokratrn und Kommunisten angenommen. Hierauf wird di» Aussprache über den Handels- und Gewer beelat fortgesetzt. Abg. Mohrbotter(Dt. Fraktion) erklärt, daß di« Arbeitslosigkeit eine Fchge der Kapitalnot sei. Großbanken und die I. G. Farben- industri« zahlen gewaltige Kehätter für Aussichtsräte und Direktor«». Die Sozialgesetzgebung müsse reformstst werden, el>e ihr finanzieller Zusammenbruch erfolge. Abg. Frau Ulbrich(Ehststl.'Soz.) setzt sich für den Ausbrni der Gewerbeaufsicht ein. Abg. Lang- Langenbielau(Soz.) Wir teilen nicht die Auffassung vieler Unternehmer, daß pro- duz im werden soll, nur um zu produzieren. Die Produktion soll den Bedürfnissen der Volksgesamtheit angepaßt sein. Rick t cu letzt ist der allgemeine Konjunkturrückgang aus die kapitalisiische Zluffosiung zurückzuführen, daß di« Produkklon aar im Interesse einiger weniger da sei.(Sehr wahr! bei den Soz.) Gegenüber dem Geschrei über di» Wirtschastsnot. muß doch fest- gestellt werden, daß es noch eine ganze Reih« von Unternehmungen gibt, die sich gut rentieren, und die sich gewiß nicht vom„Zusetzen" vergrößern können. Ebenso innerlich unwahr lst da» Gerede von der Versklavung durch den Toung-Plan. Wir stnd weit entfernt davon, uns über ihn zu freuen, ober leider müssen wir nun einmal di« Verpflichtungen de» verlorenen Krieges erfüllen. Gegenüber dem Dawes-Plan bietet er aber wesentliche Ver- bessenmgen. Bon der Arbeitslosigkeit besonder, mitgenommen ist der Osten. besonder» Schlesien. Dabei redet die Recht« von„verständiger Für» sorge". Mit solchen Schlagworten will man nur Dumm« sangen. In Wirklichkeit arbeitet man auf den Abbau hin. Es wäre aber«n« unerträgliche Kulturschande, Voiksgenossen glatt verhungern zu lassen. Bei dem hohen Stand der Arbeitslosenzissern In schlesischen Städten müssen Reden, wie wir sie hier gehört haben, geradezu aufpeitschend wirken. Die Staatsregieruna möge deshoch aus iL« Ostpromngen ihr besonderes Augenmerk richten. Wirtschastsnot und Arbeitslosigkeit können nicht bekämpft werben mit Maßnahmen, di« nur tm Interesse einer einseitigen Dividenden- Politik liegen. Das Ministerium sollte daran denken, daß die Arbeiter- schajt der wichtigste Faktor der Wirtschast ist und auch dementsprechend behandelt werden mutz.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Hierauf vertagt sich das Hau» auf Donnerstag 12 Uhr. Tages- ordnung: Steuerfragen, Weiterberatung des Haushalt» für Handel und Gewerbe. nach dem Jahr« 1871 wäre es den Franzosen nicht eingefallen.„Nie wieder Krieg"zu rufen. Das ist leider richtig. Die sran.zösische Re- publik hat sogar den von den französischen Sozialisten und vor allem von dem tmsterblichen Jean Jaure? aufs leidenschafilichste bekämpften Bertrag mit dem zaristischen Rußland geschlossen, der ihm vermeintlich Sicherheit geben sollte, aber ebenso wi« der Dreibund- oertrag den Keim neuer Kriege in sich getragen hat. Daß Frank- reich nach 1871 nicht gesagt hat„Nie wieder Krieg", war saine ge- schichtliche Schuld. In der Geschichte ist es bisher immer noch so gewesen, daß„Nie wieder Krieg" nach einem Krieg höchstens von den Siegern gesagt worden ist, die aus der Beute saßen, aber nicht von den Besiegten, die verloren hatten. Es ist ein« große und entscheidend« Wendung der Geschichte, daß einmal an besiegtes Volk den Mut gefunden hat(Zuruf der Nat.-Soz.: di« Feigheit!). „Nie wieder Krieg" zu rufen Daß es da» deutsche Volk gewesen ist und baß di« deutschen Arbeiter, die deutsch« Sozialdemokratie dabei di« Führung gehabt haben, darauf sind wtr stolz!(Lebhafcer Berfa ll bei den Sozio lldemakr»t«n.) Abg. Meyer-Berlin(Dem.) begründet in einer Erklärung dt« Zustimmung seiner Fraktion. M»q. v. LIndeiner-Wikbau(Ehr.-Rat. A est-Gem.): ver Poung- Blan ist da« verhängnisvoll« Ergebni» de« Mißerfolges fünfsähriaer D erständiffungsvers u »rund, anzu- »lreiche groß« wäre, könm« eine weit greis ende öffentliche Untersuchung der Favag-Katastrophe besonders jetzt großen Nutzen stiften, wo man um die Rsform des Aktienwesens bemüht ist. Die veifchieierte„Llse". Konjunttorsiewinne werden verfleFt. Seit dem Jahre 1926 ficht der deutsche Braunkohlen- bergbau in einer ununterbrochenen Konjunktur. Das venlosien? Jahr hat sowohl was Absatz wie auch Gcwinnsteigern.ng anlangt, die vorhergehenden Jahre noch bei weitem übertrofsen. Wie bei dieser Entwicklung die Ernte der großen Konzerne aus- gefallen ist, zeigt der setzt verössentlichte Abschluß der I I s e Berg- bau A.-G., des stärksten Unternehmens im ostelbijch:« Revier. Die Braunkohleniörderung ist weiterhin von 10,3 auf 1 2,3 Millionen Tonnen und die Brikettfabrikation von 3,2 auf 3,1 Millionen Tonnen gestiegen. Für die forlgesetzt« Leistungssteigerung der Belegschaften im Braunkohlenbergbau spricht es Bond-, daß seit 1924 die Förderung um rund 45 Proz. bei dem Konzern zu- genommen hat, währeird die Belegschaft niii knapp 5500 um mehr als 1500 Mann geringer ist als im ersten Jahr« nach der Inflation. Natürlich ist bei der glänzenden Absatzloge im vergangenen Jahre die mchr geförderte Braunkohle auch verkauft worden. In der Gewinnrechnung des Konzerns kommt dies aber keineswegs zum Ausdruck. So Hot sich trotz der sast 1,5 Millionen Tonnen Mchrsärderung der erhöhten Brikettfabrikation und der gleichfalls erheblich gestiegenen Erzeugung elektrischer Energie der ausgewiesene Rohgewinn nur um den lääi-rlick'.en Betrag von ZOO 000 Mark, also von 19,8 auf 20,1 Millionen, erhöht. Die Ver- wallung der Grube Ilse wird durch ein derart plumpes Ver- st« ck s p i« l aber wader ihre Belegschaften noch die Oesfcntlichk->it über ihr« tatsächlich erzielten Gewinne täuschen können. Obwohl also zweifellos einig« Millionen in unsichtbaren Posten verschwunden sind, ferner die offenen Abschreibungen auf die Anlagen um s o st «in« Million, aus«LI Millionen angevwchsen sind, liegt der ausgewiesene Reingewinn mit 7,53 Millionen noch weit über den Ziffern des Vorjahres. Di« Dividende bleibt mit 10 Proz. unverändert. Wie die mangelnde Kapitalbildung, über bi« van den Unternehmern feil Jahr und Tag ein großes Lamento angestimmt wird, bei der„Ilse* aussieht, zeigt die van Jahr zu Jahr wachsende Selbstsinanzierung diese« Konzerns. Im Vorjahr wurden 8,6 Mill., im Berichtsjahr 167g sogar rund 9 Mill. M. in die Anlag« gesteckt und seit 1925 insgesamt s a st 40 Millionen investiert, ohne daß sich das Unternehmen durch Erhöhung des Kapitals oder eine Anleih« neue Mittel vor- schafft Hütte. Diese enormen Summen sind also ausschließlich a u s laufenden Gewinnen„über Betrieb* bezahlt worden. In der Tat ein schlagender Beweis, in welchem Maße von den Graßkonzernen die Kapitalbildung forciert wird. Hannoversche Bodenkreditbank. Aufstieg trotz KapitolmasMürre /Wieder 1 2 proz OividenC« Di« überwiegend von der Bank der Arbeiter, Ange> stellten und Beamten A.-G. beherrscht« Hannoversche Bodenkreditbank, die sich durch den Einfluß der Arbeiterbank ver. stärkt der Finanzierung des Kl e i n w o h n u n g s b a u s und des kommunalen Finanzbedarfes zugewendet hat, kann auch für dos Jahr 1929 eine günstig« Entwicklung melden. Natürlich konnte bei der außerordentlich starten Verschlechterung des Kapitalmarktes die Ausdehnung des Hypotheken, und Pfandbriefgsschäftes— wie auch bei anderen Hypothekenbanken— nicht sehr groß sein. Die stabile Aufwärtsentwicklung hat fich aber sortgesetzt. Di« Summe der gewährten Hypotheken stieg von 52,9 aus 55 H Mill. M., entsprechend stieg der Umlauf an Pfandbriefen von 50,9 auf 53,3 Mill. M. Die Summe der K o m m u n a l d a r- l« h e n stieg stärker, nämlich von 4,8 auf 11,4 Mill. M., eine Eni- Wicklung, der die Vermehrung der umlaufenden kommunalen Schuld- verschreibungen von 4,2 aus 11,0 Mill. M. entspricht. Die G«- samteinnahmen erhöhten sich nach der Gewinn- und Verlustrechnung von 4,86 auf 5,97 Mill. M.; die Kosten des Pfandbrief- geschästes, die Steuern und Handlungsunkosten sind insgesamt von 0,57 auf 0,67 Mill. M gestiegen. Als Reingewinn werden 0,70 gegen 0,67 Mill. M. im Vorfahre ausgewiesen, woraus auf das Kapital von 3,6 Mill. M.«ine Dividende von 12 Proz. entfällt. Entsprechend der Bedeutung Berlins für den Berkauf von Pfandbriefen wurde in Berlin im vergangenen Jahr«ine Ge- jchäftsstelle errichtet, die zur Zweigniederlassung ausgebaut worden ist. Bei 54 verkauften Grundstücken betrug die Beleihung 37,14 Proz., ein Verhältnis, das kaum Risiken in sich schließt. Bei 17 zum Zwangsvorkauf gebrachten Grundstücken sind denn auch für die Hannoversch« Bodenkreditbank keinerlei Verluste entstanden. 10 Proz. Zule-Pividende. Di« Iutesp i n n e r e i und -Weberei Bremen kann trotz der allgemoinen Schwierigkeuen in der deutschen Iuteiradujtrie wieder die hohe Vorjahrs- dividend« von 10 Proz. verteilen. Dem etwas verringerten Rohgewinn von 1,77 Mill. steht ein gleichzeitiger Rückgang der Unkosten gegenüber. Di« Derwallung weist auf die Rotwendgkeit einer Verständigung innerhalb der deutschen Iuteindustrio hin, um der weiteren Ueberflurnng des Marktes mit Angeboten, für die der Markt auch nicht in annäherndem Maße aufnähmefähig sei, ent- g-menzuwirken. Der Auftragsbestand hatte sich gegenüber dem Bor« sahr weiterhin vervinger». Ver Gesamtabsah der General Molars an ihre Händler ist im Januar 1930 gegen d«z gleichen Monat des Vorjahre» von 127 580 auf 106 509 Wagen zurückgegangen. Dieser Rückgang kommt fast ausschließlich auf den Auslandsabsatz, der mit 12 051 Wagen gegen 32139 im Januar 1929 noch nichts 38 Proz. de« Vnrjahrsnmsanges erreicht hat In den Bereinigte» Staaten beträgt die vergleichsweise Abnahme der Varkäufcr nur etwa 1 Proz. ZS Millionen für landwirtschast liche Siedlungen. Das preu- ß eiche Staatsmimsterium hat den preußischen Staatsrat um Pegit» Ev> Das Gesetz ermächtigt den preußischen Finanzminister, auf dein Kreditwege 24 Millionen Zwischenkredite für neue Rentengüter und 2 Millionen zur Förderung der Anliegersiedlung flüssig zu machen. und des Gesidits. Aufspringen der Haut, unschöne Hautfarbe und Teintlehler verwendet man am besten die schneeig-weiße, fettfreie, glyzennhaltige Creme Leodor, welche den Händen und dem Gesicht jene matte Weiße verleiht, die der vornehmen Dame so sehr erwünscht ist. Ein besonderer Voneil liegt auch darin, daß diese unsichtbare matte Creme wundervoll kühlend wirkt bei Juckreiz der Haut und gleichzeitig eine vorzügliche Unterlage für Puder ist. Der nachhallige Duft gleicht einem taufrisch gepflückten Frühlingsstrauß von Veilchen, Maiglöckchen und Flieder ohne jenen berüchtigten Moschusgeruch, den die vornehme Welt verabscheut,— Creme Leodor; Tube 60 PI, große Tube 1 Mk~ Leodor-Edel-Seiie Stüde 50 Pf.— In allen Cblorodont-Verkaufsstellen zu haben. Gegen Röte der Hände Bei wird nicht gestreikt! Zwölf jugendliche Arbeiter haben uns Forderungen gestellt, wie sie die Tarife nicht vorsehen. Unsere ablehnende Haltung veranlasste sie zu einer A rbeitsverweigerung und wilden Streikversuchen, die aber dank der ruhigen Besonnenheit unserer übrigen Arbeiter ergebnislos blieben, Differenzen mit den Gewerkschaften bestehen nicht Es handelt sich lediglich um eine wilde Streikaktion dieser jungen Leute. Die entgegengesetzten Veröffentlichungen der kommunistischen Presse sind falsch. Hinz& Küster Aktiengesellschaft Theater, Lichtspiele usw. Donnerst., 13. 3 Staats-Oper Unter d. Linden TeMU. Do Ha. 7 JaSre-il.-f. Sa. 70 19 Uhr Palestrina Ende Uhr Staatsoper Am ittli der Sepablil R.-S. ZI 19% Uhr Die «WM Endeg M.Uhr Donnerst,!33 Stadl Oper Bismarck str. Tumn* I 19% Uhr Enden. 22% Uhr ■g Dnihnininulit St. IL 2 Do. da. 8 Jairo-Ü.-*. Sa. 82 20 Uhr iiatbao der Weise Ende 2Z3/* Uhr St88fl.SdiIIlBr'Ttel8r,Qiarlt!ij. 20 Uhr Florian Geyer Ende 22>- Uhr NTERNAT. Tagt. S u. 81) Sunni. l-.so 8" Alex. E 4. 8066 VARIETfe schiieDt Sonntag 22. März Verlängenutg düsgestfilcsse&I Wimer ★ uarren* 8.1 S Uhr ientt. 2818 Baaffien erlanm Paol NikoUoi. OoMtn mit aenea llltMionra«ad «eitere NcnheUea VoltssbOline Tbaatar an SSIavpiitr. 8 Uhr Amnestie Schauspiel v.Carl Mar. Fmkelnhurg Bttllt: UBnfl). Slsrh Jl. Su.S'l, Uhr. 8 8 vhld. 8288 l Pr. 1-8«. Wochent8.SU.60Pf.-3 H. OaslspSel Erich Csrow Ijaa weitere S iniernotloii. Atlrehtisani Tifehrb abends 7>r Ver, teil« ort L'-Bahn-Stanbn Flugha'en Tel. Bsem-ald 4S8SA86, 0-092 0950 StaatLSAiilsr-Ib. 8 Uhr Fiotian Beyer Residnz-Ihuter KQnstl. Leitung Oasion Briete AD Sniuiaüd. rgfli. 8!> and jnnntaj 4 Ohl: EisrieKe BaoUiukh halte Pr. friaDOD-HiHte; leiting: Dir. Arnim Oeorgenstr. 9 Täglich 8Vi Uhr Die Freundin tob Siüenumi Preise 1, 2, 3, 4 M. DJDtsdiei M\t] 1 2 Weitaubnii 5711 ragi.s%uiii Der Kaiser v.Amerika von Bemard Shaw Reg.-. Max Relnbardl Kammerspiele 1 2•üiidtndMffl m\ 8% Uhr Die liebe Feindin litaHr m LV. Iilthi Itcit: Cntif Crttty« Die Komödie JI Bismck.24I4j7äl6 8V. Uhr Die Krealar Sdauplll ren fird. fmileer Regle: ttu Beioharui HM fuetar min gm and ailügT N■> r aross*oeriio Alexenderpleta riieateri.d.Beiirenstr. 33-54 A 4 Zentrum 926-927 DlrckHo» Ralph Arthur Robert« 8', Uhr ... Vitler sein, dugegen seitr Sonntag auch nachm. 4 Uhr Ihalhe Pr.) Reichshallen-Theater Abends(T) sanntao MUm.(tj Sfetfiaer-sanger /.um Sanalortom �i'luh sonuensüdi Nemmmiu haihe Preise! Zentrum 11268 Oöntioff-Bretti: Tarleie.TiEir.üeirrsrt Ial8.ssanf.5ii Direktion Dr. Robert Klein Denlsebes I#nstler-The«l. Barbarossa 3937 S'b Uhr Sex Appeal Ush).>.Frtdtrl|ilgestili Rtlit; Font« Urrut« Albert Sasicnrattn. Uatr thrtniaas MM Hieattf Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10V. Uhr Zao TS. Male „Eins, wei, diei" von Franz Moltiar mit Mu Piltaiberj. Regle: GesLflenaag Vartar: Souper Regie: Heinz mlpert. Komische Oper| Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4339. Allabendlich 8% U. ! drak«n Anilt eit Bat| j Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922 23. Täglich SA: Uhr Liebe auf den zveiten Blick äarnowskHi'iiOT ThMter in de? ■tKaiggrätzer Straße Tätlich 8T'. Uhr Proiessor Bernhard! von Artbar Schnitxkr ftofi«: Virtor Baraovskf Komödlanhaus Tätlich SV* Uhr Der Lügner und die Rönne von COli RWl Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich S.» Uhr Madame hat Ausgang Erika-oo Tellmtnr. 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Täglich 8 Uhr letxt« 8 Tsistellg. Altäre Dreytus von Rehfisch und Herzog m i* 1 Traute Utote [täglich 8 IS(Sonntag 315 undl abends 9 Uhr) als Die goidne Meisterin [GroBe Aussta tungs- Operette 1 | mit der Musik von Edmund! Eysler Im jRose-Theaterl ( Große Frankfurter Straße 131 1 I Billettitasse: Alex. 3422 und 3494 1 Jeden Sonnabend 11.30 Nacht- | Vorstellung: Der MiutergaUe.l Nächsten Sonnabend 5 Uhr u.| Sonntag 2.30 Uhr SdmeevelBiben«ad Rostaral VirrtAatl ib««:!•! tljlid toi ll-l Khr ist»a 4-3 Dir aiade WW» Diraktisn: Dr. Mirtia Zickel WWW Komische Oper Fnedticbetr.l S4 Merkut 1401(230. Nach vollständigem Umbau Täglich 89. Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thlelaehor, Sehttti.Sshrslh. ßurg, Hlldebranä.WaltaT P«M, Flink, Bahner, Wanak Lustspieihaus>> u. Frie-frichtw. 24». Kerzmann»922, S. M Ä Sil MilN«. Votverktuf In beiden HüuM»rn ab 10 Uhr ununterbrochÄn. liieiiiei 1 Weiteot Täglich 8'« Uhr: Bold Slam Lemberg Musik von Gilbert Lorl Lenz Leo Sdxfitzesdort Mctropol-TP. S'ä Uhr Das Land des Läehelns Vera Scavarz. Rldiard Tauber I Musik von (Franz Lehär. TbUL, Kstn.Tu � Kottb. Str. 6 Elite- Sänger. Tr&tnpl« nldHx.RbMblhlnd. Marj-Prsgramn i Ptanelarium ■■■ am Zoo— j Fttliig. Judüruthaiir Strab (B. 5 Barbarossa 5878 16'( Uhr BW Frfit lahrsblnnihl 18'/» Uhr HtrkuSrdlge Sterne(Sioca lintgi' 20". Uhr Oostr Maua Eintritt l Mark. Kinder 80 Pf. GlllMllMNdU I'her azt Itefezt preir oert Pant Ciolleta oerm. Robert Mever Marlaane a«tra|e 5 Sckz 5iaütn;ttfttaSo jt23BikaK»«.4Mi trinkt tdorlgeo Süßwein «$5� w'ln ~ Stärkung 1 Enaros J. F. Rauch A.-G., Barlln W 9 Meine Millionen Umsätze «Ind dar beste Beweis fQr die LeUtungsfählgkeit meiner Firma I Turolaquuvt«, acht,{gtalfral Wolnbrand-Voreehnltt.*,• Siera..,,. bchtor Weinbrand,•.• Stern....... Toorum, Jam. Rum, Vertehnitt 45�.... 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