BERLIN Freitag 14. Marz 1930 10 Pf. Nr. 4�4 B62 47. Jahrgang erscheint tSglich auger Svaatag«. Zuqlr�ch Äbrndau- gab« de«.Vorwürtt' Beiua«vret« beide Zlu«aaden vro Woche. 8,fio«0t. vre Monar Redaktion und Trredmoni Berlin SWöö.klndenstr.S Aoietgenvrei«: Die einspaltize Nonvareilleteil« ao Reklamezetle ö M. Ermäßigungen nach Tarif. Pogschecktonr» Vorwäns-Verlag G. m. d.H« Berlin Nr. S7 536. Zernsprecher: Dtnboff Äv2 bt« Art m Der Volksenischeid erledigt. Endgültiges Llrteil des Wahlprüfungsgerichts. Das Wahlpnifungkgerichl beim Reichstag trat am Ard- tag unter vorflh des Reich: lag eadg. Rdchsmirtlsler a. v. Dr. Bell zur Prüfung des Ergebnisses des Volksentscheids vom 22. Dezember 1929 zusammen. Als Beisitzer wirkten mit die Reichs lageabgg. Schulz- Bromberg lDuat.) und Dill- manu fSoz.). serner die Reichsgerichlsräle Schmitz und Dr. B o s. Als Reichsbeauftragler nahm Minislerlaldirektor Dr. Kaisenberg an der Sitzung lcU. Der Vorsitzende Abg. Dr. Bell eröffnet« die Sitzung mit sol- senden Ausführungen: Dos Wahlprüfungsgericht Hot noch§ 22 tes Gesetzes über den Volksentscheid vom 27. Juni 1921 das Er- gobms der am 22. Dezember 1929 erfolgten Absti-'mmung über den zum Volksentscheid gestellten Eirtwurf eines„Gesetzes gegen die Versllavung des deutschen Volkes".zu prüfen und über die Gültig- keit der A&stirnmiing zu entscheiden. Die Feststellung des Neichswahlausschusses, die nach gesetzlicher Vorschrift der Prüffing«ich Entscheiduirg dos Wahlprüfurzsgerichtes voraus- a/ht. siegt vor. Hierauf erhielt zunächst der Berichterstatter Reichsgerichlsral Schmitz dos, Wort. Er erklärte, daß er sich hinsichtlich der Beurteilung und der Gültigkeit oder Ungültigkeit einzelner Stimmzettel dem Reiche- beauftragten anschliche. Ein Z u st ä n d i g t e l t s st r« i t sei ent- standen über den Antrag des Reichsbeauftrogten: Das Wahl- Prüfungegericht wolle erkennen: „Die Abstimmung bei dem Voltsentscheid vom 22. De- zember 1929 über den Entwurf eines„Gesetzes gegen die Ver. Iklavitiig des dsutschen Volkes" ist g ü l t i g. An der Abstimmung Hot sich nicht die Mehrheit der Stimmberechtigten beteiligt" In der politischen Tagespressc ist vielfach die Metming vertreten worden, dos Wahlprüfungsgericht fei gar nicht zustöning, die im letzten Satz des Antrages enthaltenen materielle Entscheidung über Erfolg oder Mitzersolg eines Volksentscheides zu treffen. Die überwiegende Meinung der Sachverständigen geht dahin, daß das Wahlprüfungsgericht zu einer solchen Entscheidung berechtigt sei, zumal auch bei dem Volksentscheid über die Enteignung der Fürsten das Wahlprüfungsgericht eine solche Entscheidung getroffen habe. Der Berichlerslalter erklärte zum Schlutz, er schliche sich de« An- »rag des Retzhsbeauftraglen an. Sämtliche Stoa!srechtslchr«r und Publizisten hätten den Artikel 79 dahin ausgelegt, daß es auch einen ablehnenden Reichstagsbeschlutz erfassen wolle. Die vom Grasen Westarp und auch van Professor Vredt dargelegte gegenteilige Auffassung sei nicht durchschlagend. Hierauf trat das Wahlprüfungsgericht in die nichtöffentliche Beratung ein. In dieser nichtöffentlichen Sitzung bestätigte daS Wahlpriifungsgesetz eutfprechend dem Autrag des Be- richterstatters den Beschlustt„Tie Abstimmung bei dem Volkseutscheid vom 22. Dezember 1929 ist gültig. An der Abstimmung hat sich nicht die Mehrheit der Stimm- berechtigten beteiligt.". Im letzten Satz ist das Scheitern des Gesetzes aus» gesprochen. �_ Verhaftung von �e'chswehrosfizieren. Linter der Anklage des Hochverrats. München. 14. März. In Ulm sind neuerdings zwei jüngere Reichs- wehroffiziepe verhaftet woxden. Sie werde« verdächtigt, nationalsozialistische Propaganda getrieben zu habe». Diese Verhaftungen sind bereits vor mehreren Tagen erfolgt. wurden aber der Oeffentlichkoit nicht bekanntgegeben. Sie stehen im Zusammenhang mit de« Treibereien, die Reichsinnen.. minister Severins gestern m seiner Reichstogsred« er- wähnte, und die zu dem Ersatz Sroeners gegen die national. sozialistischen und kommunistischen Zersetzungsbestrebungen geführt haben. Die Verhaftung ist unter der Anklage des Hochverrats erfolgt, Kammer ratifiziert sofort. 8oung-Gesehe werden nächste Woche eingebracht. Pari», 14. März.(Eigenbericht) Ministerpräsident Tardieu reist am Ireitag abend zum Wochenende nach Ehequers. Er wird sich während seines knrzen Aufenthaltes auf der englischen Sanalscite mit Auhenmlnister vrland auch über die Ralistzierung des Poung- Plane» und der hager Vereinbarungen oerständigen. Die Ratifikation der Gesetze soll am Donnerstag in der Kammer eingebracht und noch vor Monatsende erledigt werden. wie da» Havas-Büro berichtet, kann angesichts der Onertreibe- reien Dr. Schachts aus der Rolenbankkonserenz in Rom. wo er die Rennüng der deutschen Auffichlsralsmilglleder für dl« Reparation»- dank verweigerte, dos Baseler Zahwngkinstitut nicht schon am l. April, sondern erst am l. Mai feine Gefchäslslätigkelt beginnen. Frankreichs».guter Wille'' in London. Paris, 14. März.(Eigenbericht.) Mit einer Misckiung von Skepsis und Schadenfreude berichtet die Pariser Press« über„die. Verzweifesten Bemühungen Macdonalds, dl« Abriistungskoyferenz noch in letzter Minute zu reiten". Man betont auf französiicher Seite offen, daß man diesen Bemühungen keine Erfolg saussschten beimesse, versichert aber, daß Erinnerung aus den Kapptagen tvS.Die Rechte des Arbeiters bleiben un» jntuttt bestehen. ' Der XfnHkW""_ S-pp i Hollands. Für das Mittslmeer würden ihm nur noch sechs Kreuzeß bleiben, um di« Küsten Nordafrikas und Syriens zu schützen. Große Mehrheit für Macdonald. Äergbauvorlage wird vielleicht zurückgezogen. London. 14. März. Der Mitztrauensantrag Baldwins gegen die Regierung wegen deren Stillschweigen in der Frage der künftigen Tarifpolüik wurde vom Parlament nach einer sehr eingehenden Aussprache mit Z08 gegen 235- Stimmen abgelehnt. Im Verlaufe der Verhandlungen hotte nach Baldwin, Snowde» und Herbert Samuel als Vertreter der Liberalen noch Churchill das Wort ergriffen. Er verlangte, datz unabhängig von wahllechnischen Erwägungen in jedem einzelnen Bezirk entschieden worden sollen ob die. Beibehaltung oder Neu» «Inführung von Schutzzöllen für die betreffeirden Industriezweigs zwecktnätzig fei pder nicht Das Kabinett beschloh, eine Abstimmungsniederlage bei der weiteren Behandlung der Kohlenbergbauvorlage nicht als Grund für«jnen Rücktritt aufzufassen, sondern dann die gesamte Vorlage zurückzuziehen. Die Bedeutung des Kabinettebeschlusies liegt darin, dah diejenigen Kreise der Grubenbesitzer, die die ganze Berg- bauoorlage entschieden bekämpfen, nun mit Nachdruck auf eine Zu- tückziehung der Vorlage dringen. Die Bergarbeiter- Vereinigung hat noch am Donnerstag eine Zusammenkunft nach London«inberufen, um eine Zurückziehung der Bergbouvorlagc unter allen Umständen zu verhindern. Man ist besorgt, dah die für die Bergarbeiter allein entscheidende Frage einer Arbeitszeitoerkürzung von 8 auf 71- Stunden dadurch unerledigt bleiben könnte. Wer slreiki�wwd erstko&sen• O«»" Ob»« b« fc�shaber y-IozitWiij © Die Zusammenarbeit der militärischen und zivilen Stellen klappte vorzüglich. sowohl Tardieu wie Briand nach wie vor den besten Willen an den Tag zu legen entschlossen seien. Frankreich könne aber weder sein« Tpnnagesorderungen vermindern, noch Italien die Flotten- Weichheit zugestehen. Der„Petit Porisicn" behauptet sogar, dah die Berechtigung der französischen Tonnogefordenmgen�setzt selbst von England zum Teil anerkannt worden seien. Frankreich brauche für Jndochina drei Kreuzer, sür Guyaua. Madagaskar und Neu- Kaledonien je einen Kreuzer, und für die Nordsee zwei Vorposten» kreuzer. Dabei würde in den indochinesischen Gewässern, wo Frank, reich vor dem Kriege genau wi« England«in« Flott« von 79 900 Tonnen besessen habe, diese nur noch halb jo stark seien wie Die Wahl von Hindenburg. Oer Zentrumsansturm abgewehrt. hindenburg, 14. März. In der am Donnerstag abgehaltenen Stadtverordnetensitzung faiid die Angelegenheit der Ober bürgermei st erwähl ihren endgültigen Abschluß. Nach Beanstandung des Beschlusses vom 7. März, wonach der Oberbürgenneisterposten ganz gestrichen werden sollte, durch den Magistrat wäre den Antragstellern bei Annullierung der Wahl nur der Weg des Verwaltungsstreitvcr- fahrens übrig geblieb«». Dies ist aber vom Zentrum in einer Er» tlärung abgelehnt worden. Die Wahl des Bürgermeisters Franz zum Oberbürgermeister besteht also zu Recht. Die Bestätigung wird jeden Tag hier erwartet. Oer weiße Tod in den Alpen. Berliner Architekt bei Aroso tödlich verunglückt. Der versiaer Archltekl Regierungsbaumeisler Kurt Vogler. Mitinhaber der Firma K. Vogler u. Risse in der paulsborner Slratzc 3 in Verlln-Eharlolleaburg. ist bei einem Erholuagsausenthall In A r o s a in der Schweiz einem Sport- nnsall zum Opfer gefallen. Mit ihm ist ein Herr Maller Tauber aus Zürich lödllch verunglückt. Räch den bisher vorliegenden Rachrichlen hat sich das Unglück wie folgt zugetragen.- Di« beiden Verunglückten befanden sich in Begleitung eines Dritten, de sie« Nam« noch nicht feststeht, aus einer Skitour am Parparner Rothorn, dos 2999 Meter hoch ist. Di« Gruppe war vom Aelplifee aufgestiegen und befand sich etwa 1 Kilometer unterhalb des Rothorns. Wahrscheinlich haben die drei Touristen «in sogenanntes Schneebett betreten und sind mit den abrutschenden Schneemassen in die Tiefe gestürzt. Der eine hatte das Glück, imverletzt wieder an die Oberfläche zu kommen und fuhr ms Tal, um für die Rettung der lm Schnee be» grabenen Kameraden zu sorgen. Während«r noch im Tal war, kam eine ander« Touristengruppe, die die Katastrophe beobachtet hotte, herbei, und es gelang ihr, nach mühevoller Arbeit einen der Verschütteten, den Architekten Vogler, leider nur als Leiche, zu bergen. „Kreude über das Erreichte." Di« Deutschen in Polen für das Abkommen/ Oer Kriegsfall In einem Leitaufsatz behandelt die Bromberger„Deutsch« Rund- jchau* die Reichstagsabstimmungen über den Doung-Plan und das deutsch-polnische Liquidationsabkommen. Hierüber erklärt das Blatt: „Wir haben uns nach reiflicher Ueberlegung trotz der Er- kenntnis der osfensichtlichen Mängel dieses Abkommens und des mit ihm oerknüpften Briefwechsels zwischen den beiden Außen- ministern zu Befürwortern der Annahme gemacht, weil nie- inand von uns die Verantwortung für den Fall einer Ablehnung übernehmen konnte. Nach der Unterschrift vom 31. Oktober 1929 gab es in dieser Hinsicht auch für die deutsche Minderheit in Polen nur eine Stellungnahme, die einer zwangsläufigen Politik ent- sprach. Wir wollen uns an diesem Tage durch unsere wohl be- gründeten Bedenken die Freude über das Erreichte nicht nehmen lassen. Ein« Anzahl von liquidationsbedrohten Eigentümern und Tausende von Ansiedlern, denen das Erbrecht gesichert wurde, können erleichtert aufatmen und seit zehn Iahren mit wesentlich geringeren Sorgen am Abend ihr Lager aufsuchen. Die Richtung unserer Politik bleibt die gleiche wie zuvor. Wir werden ebensowenig unsere Pflichten gegenüber dem Staat wie gegenüber unserem Volkstum vernachlässigen. Aber wir haben auch als pol- nische Staatsbürger und als Deutsche Rechte zu beanspruchen und zu sichern, die unsere friedliche Existenz im polnischen Staat ver- bürgen." An diese bedeutsame Empfehlung des Polenabkommens von feiten derjenigen, die es am meisten angeht, knüpft das Blatt eine Kritik an Außenminister Dr. Curtius, weil er den Deutschen in Polen eine„vorsichtige Haltung" empfohlen hatte. Eine solche War- nung hätten die Deutschen in Polen„vor Gott und der Geschichte nicht oerdient". Die Zielrichtung der Deutschen in Polen sei nicht nach Berlin gerichtet. Als einen Beweis der Loyalität gegenüber dem neuen Staat zitiert das Blatt dann noch die letzte Sejmrede des deutschen bürger» lichen Abgeordneten Will aus Lodz, der folgendes ausführte: „Kommt es zum Kriege", so sagte der Abgeordnete Will, „so werden sich auch die Vertreter der polnischen Nation, die jen- seits der Grenz« eine polnische Minderheit bilden, ebenso in einer schwierigen Lage befinden wie wir. Die beste Methode wäre es also, einen solchen Krieg zu vermeiden. Sollt« es aber dennoch zu einem Kriege kommen, in dem eine gewisse Minderheit in einer besonders schwierigen Lage wäre, so wird dies« Minderheit ihre Pflicht gegenüber dem Staate höher stellen als die Zugehörigkeit zu einer gewissen Rationalität.(Beifall.) Sie wird schmerzenden Herzens mitgehen, jedoch ihre Pflicht gegenüber dem Staate nicht verraten."(Stürmischer Beifall.) Sicherlich hat dieser Abgeordnete durch dies« Stellungnahme zu gunsten des polnischen Staates der deutschen Minderheit in Polen und ihrer kulturellen Entwicklungsfreiheit einen Dienst geleistet. Je „treuer" eine Minderheit ihrem Staat ist, um so mehr kann sse darauf rechnen, daß man ihrer Kultur Rechnung trägt. Was aber werden unsere Nationalisten zu einer Politik der Deutschen in Polen sagen, die ssch gegen jede Irredenta wendet und dem polnischen Staate Treue bis in den Tod schwört!! Wir jedenfalls empfinden es als ein herabwürdigendes Schauspiel, daß ein deutscher Sejmabgeordneter mit dem Gedanken eines Krieges mit Deutschland spielt und ohne Not das Bekenntnis ablegt, daß er bereit fei, auf Volksgenossen zu schießen!___ Die putschtaktit»er Kpv. 3m Urteil der kommunistischen Opposition. In emer Resolution der Weddinger Opposition der KPD. hoißt es: „Die zum Test revolutionäre Stimmung bei den Erwerbslosen ergibt kein Bild von der Stimmung der Gesamtarbeiterschaft. Da heut« eine akute revolutionäre Situation nrcht gegeben ist und die Mehrheit der Arbeiterklasse nicht unter de.n Einfluß der Partei steht, so ist die Taktik der Partei falsch, die eher 100 Arbeiter zum Bau einer Barrikade, als 100 000 zum wider- stand gegen die Kapilalsossensive bringt. Dies« Taktik ist eine Putschtaktik und führt notwendigerweise zur Niederlage." T r o tz k i im»Pionier", dem Vlättchen seiner Richtung: ..Ganz anders gehen tollgewordene Opportunisten an diese Fragen heran. Diese setzen für die revolutionäre„Er- oberung der Straße" einen ganz bestimmten Tag fest. Eroberung der Straße. Was muß man denn eigentlich darunter verstehen? Die Eroberung des Bürgersteigs oder des Fahrdamms? Wir hatten bis heute stets geglaubt, daß die Aufgabe einer revolu- tionären Partei die Eroberung der Massen ist." Llkrainerprozeß in Charkow. Losreißungobestrebungen zugegeben.— Zarenschulden anerkannt. Sowuo, 14. März. Nachdem der Hauptangeklagte E f re m o w bereits am Mittwoch im wesentlichen ein Geständnis abgelegt hatte, soll er, wie Bericht« aus Charkow meiden, in der Donnerstagoerhandiung auch die ihm von der Anklag« zur Last gelegten außenpolitischen Be- strebungen zugegeben haben. Nach der sowjetrussischen Dar- stellung erklärte er, daß er als Vorsitzender der ukrainischen Der- einigung die Abmachungen Petljuras mit Polen gebilligt und ins- besondere den Vertrag von Warschau anerkannt Hab«, der die Mederherstellung der 1772 vorgesehen sn Grenze, d. h. die C i n- verleibung der Ukraine in Polen, sicherstellte. Efremow erklärte, in der gegenwärtigen Lage der Ukraine habe es eben keinen anderen Ausweg gegeb..:. Ueber dos Programm der Ukrainischen Vereinigung sagte er weiter aus, es habe die Rück- gäbe des an die Vauem verteilten Landes an ihre früheren Besitzer vorgesehen. Außerdem habe er sich damit einverstanden erklärt, daß die alten Zaren schulden an das Ausland nach dem Sturz der Sowjetregierung in Höhe von fünf Milliarden Rubel bezahlt werden sollten. Der Angeklagte sagte welter aus, er habe die ukrainische Akademie der Wissenschaften zum Zentrum seiner sowjctfeindlichen Pläne gemacht. Auch die Organisation der ukrai- Nischen Jugend, an deren Spitze er gestanden habe, sei sein Werk Der Kandidat wider willen. Staatssekretär Schleusener teilt uns zu der Verössentlichung über die Vorgänge bei der Dahl de« Landee'direttors der Provinz Brandenburg zolgei�ez mit- Der Vorsitzende der deutschnalionalen Fraktion des Provinziallandtages Herr Brase hat mir, ohne den gering st, n Schritt meinerseits, von sich aus die Absicht seiner Fraktion mich zum Lardesdirektor zu mahlen, mitgeteilt. Ich habe ihn nachdrück. lichst ersucht, von meiner Nominierung als Bewerber um diesen Posten abzusehen. Trotz wiederholter eindringlicher Vorstellungen in diesem Sinn erklärte jedoch Herr Brase, daß die Fraktion sich durch meine Erklärungen nicht gebunden fühlen könne und in ihren Enischiießungen srei sei." Razi-pathologisches. Ein Gesetz zum Schuhe Hakenkreuz-Oattdorfs. Obwohl der Fasching vorbei ist, bemühen sich die Nationalsozia- listen, in den Parlamenten den Faschingsulk fortzusetzen. Im Reichs- tag haben die Frick,Epp, Goebbels, Strasser usw. einen Abändenmgsantrag zum Republikschutzgesetz eingebracht, der seinem InHast nach ungefähr um die fünfte Morgenstunde an einem Biertisch total bezechter Deulschlanbreller entstanden sein könnte. Der Antrag verlangt«in„Gesetz zum Schutze der beut- scheu Nation", fleht für ein Dutzend Tatbestände die Todesstrafe. für weiter« Tatbestände Zuchthausstraf« und Prügelstrafe vor. Mit dem Tode soll zum Beispiel bestraft werden, wer„für die geistige, körperliche und materielle A b r ü st u n g des deutschen Lölkes wirbt" oder wer„es sonst unternimmt, die Wehrkraft oder den Wehrwillen des deutschen Volkes zu untergraben". Ebenfalls gelangt zur Enthauptung,„wer öffentlich Deutschlands Alleinschuld oder Mitschuld(!) am Wellkriege behauptet" oder„wer neue auf der Kriegsschuldlüge beruhende Lasten oder Derpflich- tungen übernimmt oder anerkennt".(H i n de n b u r g?) Um einen Kopf kürzer soll auch gemacht werden, wer„unter Mißbrauch der verfassungsmäßigen Lehr-, Preß- oder Bersammlungs- sreiheit oder anverlrauter Regierungsgewall es unternimmt, Lebens- interessen des deutschen Bolkes zu schädigen". Nach unserer Ansicht hätte als erster gemäß diesem Antrag der khüringische Innen- minister Frick, einer der Antragsteller, sein teures Leben ver- wirkt, da er dauernd durch Mißbrauch der ihm anvertrauten Regierung?- gewall(z. B. Schließung der Volkshochschulen) Lebensinteressen des deutschen Volkes schädigt. Todesstrafe droht auch dem. der„den Willen zur politischen und kulturellen Selbstbehauptung des deutschen Volkes lähmt oder zerstört". Hiernach scheinen die Nazis von Selbstmord- sehnsncht befallen zu sein, denn größere Schädlinge der deutschen Kultur als sie sind doch nicht ausdenkbar. Zwei wehere Paragraphen sind so schön, daß sie im Wortlaut genossen werden müssen: 8 4. Wer es unternimmt, deutsches Volksgut und deutsche Kulturgüter, insbesondere deutsche Sitten und Ge- briiuchc zu verfälschen oder zu zersetzen(gehört hierzu auch der kerndeutsche Bierkomment? Red. d.„Borw") oder fremdrassigen Einflüssen auszuliefern, wird wegen Kulturoerrats mit Zuchthaus bestraft. § 5. Wer es unternimmt, die natürliche Fruchtbar- k e i t des deutschen Bolkes?.Um Schaden der Nation künstlich zu hemmen oder in Wort, Schrift, Druck, Bild oder in anderer Weise solche Bestrebungen fördert, oder wer durch Vermischung mit Angehörigen der jüdischen Blutrgemeinschast oder farbigen Rassen zur rassischen Berschlechternng und Zersetzung des deutschen Volkes beiträgt oder beizutragen droht(l). wird wegen Rassenver- rats mll Zuchthaus bestraft. Ein weiterer§ 6 kündet die körperlich« Züchtigung denen an. die„deutsche Nationalhelden. Heerführer oder Inhaber der höchsten deutschen Tapferkeitsorden schmähen". Hierzu hat bereits- Genosse Landsberg im Reichstag treffend ausgeführt, daß dieser Paragraph besonders für Herrn Goebbels bedenklich ist, da nach ihm Herr Goebbels wegen hindenburg-Schmähung" den hinlern voll bekommen müßte, was wir aus allgemein menschlichen Gründen, allerdings nicht aus besonderer Sympathie für Herrn Goebbels, ablehnen. Frick muß widerrufen. Er soll im Reichstag eine ErNärung abgeben. Weimar, 14. März.(Eigenbericht.) Die Differenzen, die unter den Regierunsparteien ausgebrochen sind, well der thüringische Innen- und Volksbildungsminister Frick im Reichstage in semer Eigenschaft als Reichsratsbevollmächtigter eine Erklärung der thüringischen Regierung gegen den Noung-Plan abgegeben hat, sind noch nicht beigelegt. Am Donnerstognachmiitaz fanden dieserhalli nicht weniger als drei Kabinetts- sitzungen statt, in denen man versuchte, die Differenzen bei- zulegen, ohne zu einer Einigung zu kommen. Frick soll sich bereit- erklärt haben, in der nächsten Rsichstagssitzung eine öffentlich« Erklärung abzugeben, daß er zu der ErNärung. die er im Reichstag zum Poung-Plan abgegeben hat, von dem Kabinett nicht ermächtigt worden sei, sondern sie aus eigener Machtvollkom- menhell abgegeben habe. Die übrigen Regierungsparteien— Deutschnational«. Bolkspartei, Landbund und Wirtschaftspartei— wollen dagegen die Erklärung im thüringischen Landtag« abgeben. daß sie zwar auch vorher keine Kenntnis von der Erklärung Fricks gehabt haben, daß sie aber mll dem Inhalt der Erklärung ein- verstanden sind._____ Krawatte in Sachsen. Die Kommunisten spielen„Hnnaermarsch". - Dresden, 14. März.(Eigenbericht.) Am Donnerstagnachmittag fanden in Dresden sortgesetzt kom- munistifche Demonstrationen statt, die von vier Uhr nachmittags bis in die späten Abendstunden andauerten. An verschiedenen Stellen wurden die Polizeibeamten angegriffen und zum Teil auch aus den Häufern heraus mll Steinen und Flaschen beworfen. Bei ein- zelnen Demonstranten wurden Revolver beobachtet. Aus der Stadt Freital suchten Kommunisten mich einer Versammlung nach Dresden zu marschieren. Ueberall wurden sie durch die Polizei unter An- wendung des Gummiknüppels und unter Einsetzung berittener Po- lizisten zerstreut. Einige Demonstranten wurden verletzt, 125 Per- sonen verhaftet, darunter 6 Ausländer und 37 Ortsfremde. Berlins Neugestaftung. Znkrasttrrten des neuen GeseheS bereits am 1. 3uli? vor Vertretern der Presse sprach heute Ministerialdirektor Dr. von Leydeu vom preußischen Ministerium des Innern über das neue verwallungsgeseh Berlins. E» ist durchaus möglich, daß der jetzt vorliegende Reserealeaenlwurs nach den Beratungen lm preußischen Staatsrat, der am 25. März zusammentritt, und nach der Durcharbeitung im Preußischen Landtage bereit» am 1. Juli Gesetzeskraft erhält. Di« besondere Eigenart Berlin» al» Mittelpunkt des deutschen Lebens erfordere auch im Hmblick auf die Riesen- größe der Stadt b« der sich als notwendig erwiesenen Derw-t- tungsreform ein besonderes Gesetz für die Reichshaup.stadt. D e preußische Staatsregierung habe bewußt an dem Prinzip der Selb st Verwaltung auch bei dem neuen Gesetz für Berlin festgehalten. Man sei auch entschlossen, den Charakter der Sladt als große Cinheitsgemeinde zu erhalten. Der Redner sprach dann eigehend über die Hauptvorschriften des neuen Gesetzes, die der„Vorwärts" bereits im Wortlaut publiziert hat. Die Regierung sei von der unbedingten Notwendig- kell überzeugt, der künftigen Stadtoerordnelenversamm- lung die Rolle und die Bedeutung eines Prooinzlalland- t a g e s geben zu müssen. Die Stadtverordneten sollen nach Inkraft- treten des Gesetzes nicht mehr ständig tagen sondern nur von Zell zu Zell zusammentreten, um die großen Fragen durchzuarbeiten. Ein anderes Gremium, der Gemeindeausjchuß, der ungefähr 30 Mtglieder ausweisen soll wird die Aufgabe haben, die lausenden kleineren Verwallungsg-schäste zu erledigen. Di« Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß dem bisherigen Magistratssystem, das Einkörpersystem. unbedingt der Borzug zu geben sei. Nach Dr. Leyden birgt die Magistrotsoersassung in ihrer jetzigen Form ein« schwer« Gefahr für das Verantwortungsgefühl der Stadtverordneten in sich. Mll der Einführung der sogenannten Bürgermeistere'vzr'assung für Berlin handele es sich keineswegs um ein Experiment. In der Rhein Provinz, habe sich diese Verfassung seit ungefähr 75 Jahren bestens bewährt und niemand denke dort daran, sie gegen die Magistratsverfassung einzutauschen. Da» Ministerium sei der Ansicht, daß die Bürgermeisterei Verfassung für Berlin noch weit dringender notwendig ist als für andere Städte des Reiches. Bei der Neugestaltung der Be zi r t s v e r w a l t u ng e n sei man vor ollem bestrebt, das Eigenleben der Bezirke zu er- halten. Die Bezirksorgane sollen mll einer möglichst weitgehenden Selbstverantwortung versehen werden. Gegenüber dem jetzt kollegial konstruierten Bezirksamt wird zukünftig die Bezirksverwaltung den Charakter einer zentralen Verwaltungsdeputation erhalten und bürokratisch konstruiert sein. Grundsätzlich soll die detailierte Exe- kittioe Verwaltung sich noch stärker als bisher in den Bezirken ab- spielen._• 20 Fischer in Seenot. Auf Vem Kaspischen Meer vom Eis eingeschlossen. K o w n o, 14. März. Wie aus Moskau gemeldet wird, find im Kaspischen Meer in der Nähe des Hafens Alexandrowsk 30 Fischer- boote vom Eise eingeschlosseu. Ei« Hilfskreuzer ver- suchte, die Fischer zu retten, mußte aber uuverrichteter Sache umkehren. Auch der Eisbrecher„Stalin", der eiue Beschädigung erlitt, mußte umkehren. Nach einer weiteren amtlichen Meldung wird befürchtet, daß 70 Fischer den Tod finden, wenn nicht innerhalb von drei Tagen Hilfe geleistet werden kann. SoZdatenselbstmord vor Gericht. _ Oer Menschenquäler freigesprochen. kiel. 13. März.(Eigenbericht.) Vor dem Schöffengericht in Kiel hatte sich der Unter- ossizier König III von der 4. Eskadron, 2 Fahrabteilung in Rendsburg wegen boshafter Quälung«ines Unter- gebenen zu oerantworten. Der Unteroffizier hat Ansang Juli 1929 den 18jährigen Fahrer Is ermann von der gleichen. Fahr- abteilung gezwungen, mll einer leeren Schicbkarre einigemal durch weichen Sandboden über den Kasernenhof zu laufen und sich dabei ungefähr 15- bis 25mal hinzuwerfen und wieder aufzustehen. Ifermann mußte diesen unwürdigen Befehl im Beisein vieler Kameraden ausführen Er soll bei der Arbell im Stall angeblich nicht fleißig genug gewesen sein. Der Fahrer Isennann hat sich einig« Wochen später, als er auf Urlaub in Flensburg war, erschossen. In einem Abschiedsbrief schrieb er:„Da ich sehr leicht gelebt habe, will ich nunmehr ein kurzes Ende nehmen." Nach einigen Abschiedsworten für seine Mutter fügt er dann aber noch hinzu:„Laßt bitte auch dem Unteroffizier König ein« Kugel zu teil werden denn er ist der- jenige, der mir das Leben schwer gemacht hat." Das Schöffengericht sprach den Unteroffizier König von der Anklage frei. In der Begründung dazu heißt es. das Gericht Hobe keinen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord des Isermeinn und dem Verhalten des Anzekloglen feststellen können. Es könnten dafür auch noch andere Gründe in Frage kommen. Ebenso Hobe das Gericht keine boshafte Ovälung durch unnötig« Diensterschwerung und auch keine vorsätzliche körperliche Miß- Handlung feststellen können Es habe sich bei der Ausführung des Befehls vielmehr um«ine U e b u n g gehandelt, die auch sonst von Soldaten ausgeführt werde. Das Gericht hat bei seinem Urteil die seelischen Ein- Wirkungen, die das Vorgehen des Unteroffiziers auf den erst 13jährigen Soldaten Ifermann haben mußte, vollständig u n- berücksichtigt gelassen. Die RSntgentaler Mordaffäre. Die Ermittlungen der Politischen Poli-ei zu dem nächtlichen Feuerüberfall auf das Reichsbanner in Ron t genial scheinen jetzt zum Abschluß gekommen zu sein. Im Saufe des heutigen Vor- mittags sind abermals fünf Nationalsozialisten, die sich an der Bluttat beteiligt hatten, fe st genommen worden. Sie wurden in das Amtsgericht Bernau eingeliefert und sogleich dem dortigen Vernehinungerichter vorgeführt. Gegen vier Notionol- sozio listen wurde sofort Haftbefehl erlassen. Insgesamt -befinden sich jetzt sechzehn Narionalkozlalisten in Haft. Heute Mittag sind sämtlich« in Haft befindl'�e Natlonsssszlasist,� in dos Untersuchungsgefängnis Moabit übergeführt worden._ Wetter für Berlin: Veränderlich mit Niederschlägen, noch ziemlich kühl.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten trübe und regnerisch, sonst meist unbeständig. Temperaturen besonders im Norden und Nordosten noch ziemlich niedrig. Jahrelang umsonst gearbeitet. In Erwartung einer Erbschast. Fräulein 21. wohnte als Untermieterin bei Herrn der schon weit über 70 Jcchre zählte und ganz allein hauste. In seiner Woh- nung sah es begreifliche nweise nicht immer ganz sauber und ordcnt- lich aus. Die Haussraulich oeranlagt« Untermieterin konnte das nicht mit ansehen. Sie hielt die Wohnung des alten Herrn in Ord- nung, sorgte für die Reinigung und Instandhaltung seiner Wäsche, und wenn sie für sich Mittagessen gekocht hatte, teilte sie das Mahl mit Herrn G.. der seiner Lebenshaltung nach den Eindruck eines in kümmerlichen Verhältnissen lebenden Mannes machte. Der alte Herr fühlte sich sehr behaglich dank der sorgenden Tätigkeit seiner Untermieterin, die er nicht mit einem Pfennig zu bezahlen brauchte. 2luch die Miete erhielt er stets pünktlich von Fräulein 21. 2lber eine Gegenleistung hatte er ihr in 2lussicht gestellt. Er hatte ihr versprochen, daß sie nach seinem Tode seine ganz« Hinterlassenschaft erben sollte. Das hatte er nicht nur ihr, sondern auch einem seiner Bekannten versichert Sein« Verwandten, die sich ja gar nicht um ihn kümmerten, sollten keinen Pfennig bekommen. In der Erwartung, in nicht zu langer Zeit ein« Wohraings- einrichtung zu erben und in der Hoffnung, daß ihr dos Wohnungs- amt nach dem Tode des Herrn G. dessen Wohnung überlassen würde, verheiratete sich Fräulein 2l. im Juni 1929. Ihr Ehemann teilte ihr Zimmer mit ihr und sie selbst arbeitete nach wie vor für die häusliche Bequemlichkeit des alten Herrn. Einige Monat« später starb Herr G. plötzlich infolge eines Stratzenunfalles. Da stellte sich heraus, daß er außer seinem Haus- rat sin Bankkonto von 6000 Mark hinterlassen hatte. Natürlich meldeten sich nun die gesetzlichen Erben und die junge Frau wurde mit ihren Ansprüchen auf die Hinterlassenschaft des /Verstorbenen abgewiesen, denn ein mündliches Erschaftsoersprechen gilt vor Ge. richl nichts, und schriftlich hatte der alt« Herr nichts niedergelegt. Nicht nur der versprochene Lohn für jahrelange Arbeit wurde der Frau»oremhalten, sondern das Ehepaar mußte auf Verlangen des Wohnungsamtes auch die Wohnung räumen.» Nachdem die Erfüllung des Erbschaftsversprechens an den ge- setzlichen Formoorfchriften gescheitert war, oertlagie die junge Frau den Nachlaßpfleger beim Arbeitsgericht. Sie fordert« als Hausangestellt« für die Zeit ihrer Tätigkeit bei dem Berstorbenen einschließlich ihrer Geldauslagen für Mittagessen den bescheidenen Betrag von 10 Mark wöchentlich, im ganzen 1040 Mark. Der Nachlaßpfleger erhob den Einwand der Verjährung betreffs der Forderungen aus dem Jahr« 1927 und wehrt« sich auch im übrigen„im Interesse der Erben", die er zu vertreten habe. gegen die Forderung der Klägerin. Nachdem, durch die Zeugenvernehmung der vorstehend geschil- dert« Sachverhalt bestätigt war, riet das Gericht zu einem V e r- g l e i ch, der denn auch dahin abgefchlossen�wurde, daß die K'ägerin, vorbehaltlich der Zufdimmung durch das Nachlaßgericht, 8 0 0 M a r k erhält. Tagespresse und Alkoholfrage. Forderungen der Alkoholgegner zum Schankstättengeseh. Di« Deutsche R eich z h a up tst eile(Re-chsarbeitsge- meinschast) gegen den Alkohwlismus hatte die.Presie, jfi einer kurzen Information über das Wesen und die Bedeu» tung altoholgegnerjscher Forderungen zum Gast- st ä t t e n g e s e tz in den Reichstag geladen. Der deutschnationate Reichstagsabgeordnete Prof. Dr. Stroth- mann erläuterte zunächst die Vorgeschichte des kommenden Schank- ftättengefetzes. Bereits im Jahre 1892 wurde ein erster Entwurf vorgelegt, aber nicht verabschiedet. Einen ersten Erfolg jedoch stellt das lNolgefeh vom Jahre 1923 dar: es bracht« erstens den Bedürfnisnachweis als allgemeine Bedingung für die Erlaubnis zum Betrieb von Gast- und Schankstä ten, zweitens die reichsrechtlichen Grund- lagen für Festsetzung und Handhabung der Polizei- stunde und drittens Jugendschutzbestimmungen. Das neu« Gcfetz wird den Alkvholgegnern nicht viel bringen, aber die Hauptsach« ist, ob die Personen, in deren Händen die Ausführung der Gesetzes- beftimmungen liegt, von sozial-ethifchem Berantworwngsgesühl er- füllt sind. Nach dem deutschnationalen Redner nahm für die« o z i a l d e m o- kratische Partei der Reichstagsabgeordnete S o l l m a n n das Wort: Die Sozialdemokratie beschäftigt sich weniger mit der medizinischen als mit der sozialen Seite der Alkohol- frag«. Aus bekannten schwerwiegenden Gründen hat die Sozial- demokrati« schon aus ihrem Parteitage zu Essen im Jahre 1997 den Kwmps gegen den Alkoholisnius. also gegen die Gesamtheit der Altoholscl?äden.?su ihrer Forderung erhoben'. Dieser Beschluß wurd« in späteren Jahren wiederholt bestätigt. Die Sozialdemokratie strebt nicht ein Staatsverboi an. sondern will ein Zurückdrängen des Alkoholismus vor allem durch die wirtfchastliche und kulturelle Hebung der Massen. Die Gcfetzgeburlig geqen den Alkobol betrachtet die Sozialdemokratie nur als«in Kamvsmittel zweiten Range». Außerdem lehnen wir all« gesetzgeberischen Maßnahmen gegen den Alkohol ab, soweit sie nicht von groben Volk-mollen gefordert oder doch gebilligt werden und so als durchführbar erscheinen. Da» SchinkstäUengesch belrachien wir als einen Weg zur wirk- schasllichen Gesundung de» Gastwirkegewerbes durch das allmählich« Ausscheiden unzuoei lästiger und un- tüchtiger Elemente. Das vorliegende Schankstättengeseh halten wir für unzureichend, weil es das Gemeinde- bestimmunqsrecht nicht bringt. Eine große Mehrheit der svünldemokratischen Reickstaqsiroktion hat wiederholt sich für das Gemo ndebestimmungsrecht erklärt. Z"M Schi"b nahm in Vert�etuno des v-rhinderte" Reichstags- abgeordneten Weber Direktor Czeloth für das Zentrum das Wort. Man komme, so saAe er, heute zu der Ansicht. Hätz da« Alkoholkapital in Deutschland bereits stärker stei als das Koble- und E if« n ka" I ta l. Man mülle wünschen daß in Zutuns! die Presse die 2llkoholsragc objektiver als b auch daß die Berliner U-Bahnöerwaltung sogar ihre Treppen für eine geschmack- lcs« Zchnapsrellame Hergeb- � � jjT Aboeordneten m-ederholt zur Abstimmung in den Saal aerufen wurden kam leider eine eingehende 2lussprache mit den anwesenden'Vertretern der Presse nicht zustande. Der deuttcknakionale Reichelagsabgeordncte Mönke �Ostpreußen) ist aus jjj Partei ansgetreten und hat sich der Ehristlichnationalen Bauern, und Lanövolkpartci angeschlosten. Der volk'chor Temp-lhos-Mariendorf gibt am Sonnabend, den, 15. März 193� im Feftfafll des Realsymnasium« in Tempelhof, Kaiserin.«, mufta-Straß«, einen Prolet a r j ch t n L'«der- abend. Mitwirkung: E. Hagedorn, Rezitatwn. Alle Partei- genossen ffreund« und Gönner des Vereins werden um regen iSesuch gebeien.' Eintritt 0.7S M. Erwerbslose haben freien Eintritt, 9 Hat auch— vor allem unter dem Druck der wirtschaftlichen und sozialen Röte— die nach der Staatsumwälzung so verheißungsvoll begonnene Voltsbildungsbewegung unserer öffentlichen Sammlungen die Hvsfnungen, die man auf sie setzte, nur zu einem geringen Teil erfüllt, ja, glaubt man sogar«ine zunehmende„Museumsmüdigkeit" der breiten Massen beobachten zu können, so darf uns diese Wahr- nehmung doch nicht in der ZLeiterarbeit entmutigen. Zahlreiche Er- schespungen deuten darauf hin, daß die Zeit der Depression dazu dient, die Bewegung bei uns und in anderen Ländern mit neuen Impulsen zu erfüllen. Das neugeschaffene„Internationale Museums- amt"— eine Art Völkerbundsrat auf dem Gebiet des Museums- wefens— hat auch den Austausch von Erfahrungen auf dem Gebiet« der Volkserziehung in den Museen unter seine Aufgaben eingereiht. Es ist bemerkenswert, daß das in leinen, Museumsbetriebe wie überhaupt in seinem Erziehungssystem so stark in der Tradition ver- harrende englische Boll seit kurzem unter der Einwirkung des Kabi- netfs Macdonald beginnt, seine an Schätzen überreichen, aber in der Anordnung erstarrten großen Museen im Sinne lebendiger Volks- bildungsarbeit nach amerikanischem und skandinavischem Muster um- zugestalten. Die vor zwei Jahren zu diesem Zweck eingesetzte Kam. Mission in London hat in ihrem Zwesten Bericht«ine Reihe praktischer Forderungen erhoben, die auch bei uns Beachtung ver- dienen: möglichst starke Erweckunx des öffentlichen Interesies ver- mittelst von Aufklärungen durch die Presse und durch Plakate, allgemeinverständliche Kataloge mit musterhaften, klaren Beschreibun- gen, 2lusbi1dung eines Stabes geschulter Führer, weitgehende Er- leichterung in der Beschaffung von Abbildungen, in der Genehmi- gung zum Photographieren, Fühlungnahme mit den Volks- schulen, endlich fast völlig« Beseitigung des Eintritts- gelbes, dessen Einführung besonders nachteilig auf den Besuch im ganzen sich ausgewirkt habe. Die Forderungen nach Abend- beleuchtung und Abendführungsn allerdings haben sich für unsere Großstadtverhältnisse— andere Tisch- und Arbeitszeit— als weniger vorteilhaft erwiesen. Sicher ist die geforderke Schaffung eines großen Gipsabgußmuseums u. E. nicht mehr zeitgemäß, weil diese Auf- Häufungen von Gipsabgüssen erwiesenermaßen der Erziehung zur frischen Beobachtung nicht günstig sind. Dagegen liegt ein dem Zeit- verlangen entgegenkommender Gedanke im Plan eines Freilicht- musenms nach dem Muster der SchöpsunWn in Kopenhagen und Oslo, ein Plan, der dem modernen Heimaffchutzgedanken seinen //Zwei Herzen im Oreivierteliaki." <5ap>tol. Jedenfalls scheint setzt die Form für die Tonfilmoperette gefunden zu sein. Schon im„Lisbeswalzer"« waren verh«ißungs- volle Ansätze vorhanden. Hier in„Zwei Herzen im Dreivierieltakt" winkt fast Erfüllung, da auch das Manuskript besser geworden ist. Damit ist allerdings noch kein Idealzustand geschaffen. Der Text scheint nur relativ besser zu sein, an sich bleibt er noch im Banalen stecken. Ein Opercttenkomponist sucht den großen Walzer- schlager, und schließlich bringt ihm ein junges Mädchen die not- wendige Inspiration.$0311 sehr viel herziges Wien, das nur in der Operette existiert und die üblichen Typen, die aber durch dos schauspielerisch« Temperament und den Wig eines Karlweiß. Szaiall, Forst und Hörbiger neues Leben erhalten. Entscheidend bleibt dies: Dialog und Gesänge entwickeln sich organisch aus der Handlung, sie sind nicht mehr Zugabe sondern Hauptsache. Der Regisseur Geza von Bolvary oerknüpft zwang- los rein optische Szenen mit akustischen, ohne daß ein Bruch ent- steht. Die Form ist im Entstehen, es stehlen leider noch die Inhalte. Robert Stolz erweist sich als guter Komponist, der Begabung für wirksame Schlager hat. Vielleicht wird der Walzer ein großer Erfolg, und Walter Janssen ist ein hervorragender Sprecher, der neben der Träne auch den Witz meistert.— t. �Gaukler." Atrium. Dieser Film steckt, was Manuskript und Regie anbelangt, viel zu tief im 2llthergebrachten, um einen besonderen Eindruck zu hinter- lassen. Die uneheliche Tochter einer tätlich verunglückten Artistin heiratet einen Mann aus der Gesellschaft, der zufällig der Neffe ihres.Baters ist. Diese Liebesheirat wäre jedoch nicht möglich, ohne die treue Fürsorglichkeit eines alten Clowns. Der Regisseur Robert Land versucht ganz schwach das Artisten- milieu gegen das der sogenannten guten Gesellschaft auszuspielen. Irgendwelche sozialen Momente aber zeigt er bei der Gegenüber- stellung von Arbeitenden und Nurgenießenden nicht. Sein teilweiser rein filmischer Erfolg liegt einzig und ollein im Artistenmilieu selbst. Charlie Roellinghoff versagte diesmal mit seinen Texten, die nicht dem Milieu entwachsen, sondern nur grobe Berliner Redens- arten hineintragen. Willy Goldberger gefällt sich mitunter in neuartigen photographischen Spielereien, die wiederum auch nicht in diesen Film passen. Nikolai Kolin spielt den Clown.» Man sieht chn gerne: denn er ist der alte, durch das Leben gestoßene Mensch, der durch all« Härten nicht, verbittert wird, sondern zum Weisen heranreift. Käthe von Äagy ist wieder bezaubernd jugendfrisch, leider kommt sie nicht ganz zum Ausspielen ihrer Fähigketten. Max Hansen fühlt sich verpflichtet— vielleicht weil der Film nach der Operette „Tm Saltins banques" gearbeitet ist—. nur Operettenheld zu bleiben. e- Ein jüdisches Kabarett. Als vor- einigen Wochen das jüdische Kabarett.Loftan" gegenüber der Skala eröffnet wurde, stellte es sich mit seinem ersten Programm als eine Art von jüdischem Ueberbrettel heraus: südische 'Volkslieder. Rezitationen aus der Bibel, hebräisch« Melodien und Aphorismen von Peter Allenberg wechselten miteinander ab. Alles in allem gewiß kein dem heutigen Tage zugewendetes, doch ge- schmackvolles Programm, das um so mehr interessieren konnte, als unter den Künstlern Fritta Brod und M. Sakaschansky erheblich über dem Durchschnitt üblicher Kabarettdarbietungen standen. Nun stellt..Kaftan" sein zweites Programm heraus— und es erweist sich, daß die gewählte Basis'für Berlin wohl kaum trag- fähig ist. Mit einigen betagten jüdischen Witzen und einer vorausgesetzten Erinnerungsseestzkeit an„Kassrilowke, mein Städele" kann man für Berliner Publikum kein Käbareitprogramm aufziehen. Das Bild, da» hier von dem Ostjudenttim gegeben wird, erinnert zudem peinlich an mancherlei„Kunstwerke" in Oeldruck, die hier selbst aus der guten Stube des Kleinbürger/um» schon ver- bannt sind. So il yllisch kann nur Erinnerung, die große Fälscherin, das Leben des Ostjuden sehen...• r. e, beii der Museen. Ursprung verdankt. Für die Lausitz war z. B. ein Museum dieser Art bei Görlitz geplant, doch konnte dieser Plan leider unter der Ungunst der Verhältnisse nicht verwirklicht werden. Unter den Aus- gaben, die das Londoner Programm erfüllen will» verdient die Ver- anstaltung von Sonderausstellungen durch die Museen in volks- reichen, abgelegenen Vierteln der Weltstadt noch bessere Beachtung. Jedenfalls ist das Grundbestreben', wie es der Bericht der Lon- doner Kommission ausspricht, ein sehr gesundes. Die vorhandenen, von Generationen aufgehäuften Schätze gilt es lebendig und frucht- bringend zu gestalten. Daher ist es keineswegs so beklagenswert, wenn die Museen gegenwärtig durch die schwierige finanzielle Lage in ihren 2lufkäusen beschränkt sind. Wie denn z. B. die Ablehnung der Erwerbung des Welfenschatzes durch die Provinz Hannover oder des großen Altars des Me.sters Bertram für die Hamburger Kunsthalle durch den Senat unter diesem Gesichtspunkt kein so großes Unglück darstellen. Die Schlußworte des Berichts der englischen Museumskommissiou verdienen alle Beherzigung:„Der Augenblick verlangt gebieterisch eine lebendige Nutzbarmachung der in den Museen aufgehäuften Schätz« zum Besten der Nation. Die Kräfte der künstlerischen und wissen- schasllichen Erziehung, die zum großen Teil in unseren Museen und Galerien schlummern, erstrecken sich auf jedes Gebiet und können fruchtbar gemacht werden für alle Klassen der Volksgemeinschaft. Aber es fehlen dazu heute immer noch ein wenig der rechte Kontakt und Antrieb." Die hier erhobenen Forderungen beziehen sich keineswegs aus die Museen der Kunst und des Kunsthandwsrks allein, stmdern auf die der Volkskunde und Ethnologie, der Technik und der Natur- künde im weitesten Sinne. Welche tiefgehend« Wirkung gerade auf dem letztgenannten Gebiet ein modern geleitetes Museum auszuüben imstande ist, beweist die Tätigkett des Direktors des Naturhistorischen Museums in New Tort, Henry Fairfield Osborn, dessen Aus- stellungen und Schriften(besonders„Schöpferische Erzichung.in Schule, höherer Schule, Universität und Museum") befruchtend aus das Naturwissen weitester Kreise in Amerika gewirkt haben und z. B. in dem bekannten Streit um die Abstimmung und Entwicklung des Menschengeschlechts auch in dem bekannten„Affenprozeß" von klärendem Einfluß auf die öffentliche Meinung Amerikas ge- worden sind. Professor Hermann Sebmiu. Neue Wege der Gartengesiattung. Die Illusion des Wildgewachsenen. Wie sich das Desscht unserer Wohnungen, die äußere Gcstaitung unserer Häufer gewandelt hat, so hat sich auch das Bild unserer Gärten im letzten Jahrzehnt verändert. Zum großen Teil ist diese Veränderung dadurch bedingt, daß heute für den Garten am Wohn- haus»allgemein eine viel kleinere Fläche zur Verfügung steht, als früher. Da man möglichst viel Luft und Sonn« an das Haus heran- lassen will, so vermeidet man allzuviel Bäume in der Nahe des Hauses und überhaupt beschränkt man den Baumbestand aus ein Minimum ein.' Ebenso hält man es in den öffentlichen Parks. Große Wissenflächen, viel Blumenschmuck haben auch hier jetzt den Dorzug. Die steifen Beet«, in denen sauber ausgerichtet Blumen van einer Art und Farbe auf genau abgezirkelter Fläch« nebeneinander standen, sieht man nur noch selten. Teppichbcete, die vor dem Krieg« der Stolz des Gärtners waren, die man zu Sternen und Kreisen und allen möglichen mohl ausgeklügelten Mustern formte, haben sich ziemlich überlebt. Ueberhaupt alles, was allzu symmetrisch, allzu künstlich herangezogen wirkt, liebt man heute nicht mehr so sehr. Man will die Illusion des wild Gewachsenen, von der Natur selbst Gefchos jenen haben. Diesen Eindruck erwecken in der Tat die modernen Steingärten. in denen alle Arten früh'ich bunt blühender Stauden, je nachdem die Jahreszeit sie bringt, beieinander stehen. Ueberall zwischen den Steinen, die man zu niederen Mauern, zu flachen Gräben und jo weiter zusammenfügt, sprießen Blumen und Moos, bunte Gräser. Ein üppiges, farbenfrohes Bild bietet ein solches Gärtchen, das allerdings, obwohl es den Eindruck des Urwüchsigen erweckt, doch sorgsamer Pfleg« bedarf, wenn es schön aussehen soll. Auch im kleinsten Garten versucht man heute«in« freie Rasen- fläche zu erhalten, auf der die Kitüder spielen und Sonnenbäder genommen werden können. Die steifen eisernen Gartenbänk«, die früher zum unvermeidlichen Requisit gehörten, ersetzt man jetzt durch ein« hübsche sch'ichte Holzbank oder durch behagliche Korbmöbel, die allerdings nicht immer draußen bleiben dürfen, da sie im Regen oerderben. Roch mehr als Blumenschmuck und Gartenmöbel hat sich aber unser Geschmack in bezug auf die Ziergegenstönd« in unseren Gärien gewandelt. Wer denkt nicht mit Entsetzen an die Zeit, in der künst- liche, lebensgroße, buntgestrichen« Reh« und Hunde, eine Schar kleiner Zwerge mit roten Zipfelmützen Sie Gärtchen vor den Häusern bevölkerten? Riesige blaue, grüne und rote G'askugeln wurdbn auf einem Stock gespießt in die Beete gesteckt. Hin und wieder sieht man diese wohl noch in einem Bauerngörtchen oder in der Laubenkolonie. Wählt man heut« überhaupt noch etwas, was öffentliche Gärte» oder Parks schmücken soll, so sucht man sich eine Skulplur. die möglichst harmonisch in den Rahmen der blühenden Bäum«, der grünen Rasenf'äche hineinpaßt. Eine wirklich künstlerisch« Bronze, ein« schöne Stelnfkulptur ist natürlich ein« Bereicherung. Man hat es sich abgewöhnt, so verschwenderisch damit umzugehen und überall Statuen aufzustellen. E I n schönes Stück fft«ine viel größer« Zierde. Besonders wirkungsvoll Ist der Platz am Rand« des kleinen Teiches, wenn sich die Skulptur im Wasser spiegelt. Man wählt dem Zeit- geschmack entsprechend schlanke Frauengestalten, den Mann bei spart- licher Tätigkeit, irgendeine hübsche Tiergruppe. Ein vorgeschichtliches Vlesenschweln. In Sioux Connty im Staate Nebraska wurde, wie in der„Umschau" berichtet wird, ein voroescbichtlicher Bertreter der S'bweinefamilie au-gearrben. der e''- staunliche Dimenssonen zeigte. Das Skelett des Riesenschweines fft . ii�r 2 Meter hoch und gegen Sil Meier lang: es wurde in d-r Morrell Hall der Universität Nebraska aufgestellt. Die« prä- historische Riesenschwein, das den wissenschaftlicben Nomen Dinonzms hoilandi erhalten hat, lebte während der mittleren Tertiärzeit. vi« Detronflraflorf-Cp«.?el der Nussübn-nq der„Tnelprolckcnoper» kam e« in S a I z d u r a»» Tewoiist-nlionen. M« gch niitfi nach Schluß der Vo stellun' noch wiedkibo tcn. Da» Tl caler wurde pobzeili» fifäinnt. Vor dem Tdaaler entstand lswisilen Vndnnptin»nd Mean-in da» Strctrt ein Handacmeiine Die wcstcr« iiuljübriina ist von der Polizei oeibolen worden.(Tai ist immer da»— einjuchst«) Eine tstriinewald» Sopeve. Die Mamcindcvertreiuna de» würtlem- belgischen Olle» Slruppach dal den rinstin'Mlaen lknlichliiß nefa' f «ine Kapelle zu bauen, in der Glünewald» Madonnenbild Aufnahme finden soll. 115 uhr- Ztr. 2819— Rauchen erlaubt „ROBOT" | RapL V. H. Rlüiarfls Orisloal- Ma�AincDmensdi ist anderer Verpilichtungen wegen nur noch heute und morgen zu sehen. J Golöln mit nenen lünsiirmi-„Togo", das wahre | Tierwunder- Mary& Erls. Sport und Grazie aal fleräusöilosen Rollsihoheo- Paul Niholaus mit neuem Repertoire- Fransky, die Grotesk-Type 1 8 Gelmers In Wlntersporlsplelen n. weil Neubell. Sonnabend und Sonntag(o 2 Vorstellungen 4 Lhr urd 8«.- 4 L'br k' c I n e P r c i s e GROSSEä SCHAUöPiELHAU j 8 Uhn. 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 sannina namm. oDEtt. talbe Pt. Höel-Noltei Schlafzimmer. 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Star itaati.ithillei-Iti. " Uhr Boubourodie George Danslif Staatsoper Am PI. d Republik 8 Uhr Salome meater d. Weitens Täglich 8Vt Uhr: Holei Sladl Lem&erd Musik von Gliben Lorl Leux Leo ScbOUeadorl Ifnanon-IIieate le'öirB: ölt. Arnim Georgenstr. 9 Täglich»',« Uhr Die Freundin voa SBdenBBBB Preise I. Z. 3, 4 M. Deotsties tüeam D 2 ViHmiim 5281 rägi.8>.«Uh- Heuterum 150. Mall Oer Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw KegjMax Reiabardi Kammerspiele D 2 WeiJaedamm 5281 8-/4 Uhr Die liebe Feindin RDüddi« ton L P. tlloil» 8i]li: Elstal Cründjua Sie Komödie J1 Bismck. 2414/7311 «>/, Uhr D!c Krealor Sdunsnlil nn Fard. Bradniir Hegte: maz Belalurei Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8 05 Uhr madame hat Ausgang Erika von Tcllmann Paul HArblner dermann Scha jfuB rovski, braut Samowsky- höhnen fheiterd Kogtsi IZziitd toi 11-1 Ohr ggf to g 4-9 Uhr)be:ds. »v.uhr CASiNQ-THEATER"«vdr uofhrln�cr Strafe 57 üirektion Dr. Robert K ein reuisclies Künstler-Theal Barbarossa 3937 8-3 Uhr Sex Aypesi lostsp. T.Frederiii lansdals Re�ie: Förster lanina-a Ubut EasFcnnann. Maöv t&nsüans Bprliner TTieater üönholt 17u 8 Uhr Ende 10-I. Uhr „Ein', zw?', diel" von Franz Molna» mit Kai Pallerten. Begls: 6asL8artnno Vorher: Souper. Regie rfeinz Hiloer-. Wieder ein neuer Schlager Der wahre Jakob StttrmUdier Helferkcils-Erfolg Dazu ein cntkL bonica Programm Qu: senem 10 r 1—4 Personen Fauteftil nur 1�5 Sessel 1.75 M., jonstlee Preise- Parken u. Rang nuto M Tneat. a. Koiid.Toi Kottb. Sir. 6 Tägl, 8 Uhr auchSonnt. nacrm.3(J Elite- SSnger. 8 ViLmpIe nIAli. bBeiblelend. rirz-PrograifliB i Reichshallen-Theater Abends 0 sonn 83 naöira. 0 Stelllner- Sünger zum Sanalorinm Schluß sonneusitdi Nadimiitaas balba Preiset Zentrum 112 63 DönHoff-Brott': Variete. Tau. Banzert. Aal. 8. keaai. 3 3 Lesziug-IliesleF «-if-glgg-m 219! g.Ea« täglich x Uh. Leina 8 Veieieiig. KNAPS oreglus von Rehlisch und Herzog Planetariun, ■ in am Zoo■ r.'rläi- loidi;g«tkiln'itraf' B.5 ßafbarossa 557- 16-/. Uhr Der Früh- fi-hrsiilmaicl I->/,Uh H orkwürdigt S arrta iRirsag o.Zwrrte 20-/4 uhr unser Uone Eintritt l Mark. Kinder 50 Pf. älCMT BUFNB GESUNDBRUNNEN 14.- 20. HARZ Oasgrand» eTonfilmwerk OER WEiiSE fEUFEi ml: 1 4fA HOSI IN III DACO. E.l BEI TT A/1AHK, 004-10 AKEM-CHOR AuBardo-n DAS GROSS 3 VARIETE P iOGRA I du endliche habe: Zulr tt Tüa'- 1 3 30 1 i 6 001 fs�l Uhr Residenz-fheatet Künstl. Leitung Gasion tiriese AH loonaDfl. tflgl. 8< uoj.ojniaa 4 um: Eisriehe Baafllaatii. haihe Pr. wo speist man i Bin und Dliiig? Nur aross- Berlin Alaxand»rplatz Iii zur Miete W50, Ansbacherstr.l xonusens Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. , Allabendlich 8-/4 U. Holla dl Holla t et wart rgg AraoM cgi(ab Lustspieihaus Friedrichsir. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 5t, Uhr Liebe auf dei zweiten Blick *__ iheatert. d. Beürenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Olrcklloo Raipa Ar. hur Roberte 8�'4 Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr«halbe Pr.) 3 Die letzten. S c�C� Tage> � m Busch- Gebäude Tägiicü 8 Uhr Sonnabecd and Sonnlag auch naebmii ags S Uhr, mll besonder. Ermä�lgaogen. Sonb abend nadunitiags 3 Uhr Freies Ponyreiten(ür Kinder Tel. Baeiwald 4335-36, r e. et» m.t nady Cnrutlaiu Aosgcze lehnen, Bctprogiamm W cldcnhof-Lxditsp. An der vVeidcndammbrOcKe Friedi ichstr. 136 Woch. 12. Sonnt 3 IT. Wilwcnball mit Fritx Kamper«, Slegtrica Arno Bmond.re Kcnnzeidten mit Lax Artushof-Lichtspicle Film- and Bflhneiudtaa Pcrltberger Str. 29 und Stendaler Str Katharina Knie m. Carmen Boot • Tage aal Leben and Tod Welt-Kino �VÄuhf \ll-Moabit 99 Da, Oonkotakenlled mit H. A. v. Sdtlello« Bühne. Oonkowkenlied d SSriottbnbu��� Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W 630. 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Wenn da einmal dein Herz wer. wfaenkit ml Lt.lan Horvey Der Herr vom F nanzaml mit Panl Heidemann Z wtlmbrztförF��� Atrium Beba-Palazt Kaiserallee, Ecke Berliner StraSe Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Gank'.er mit Käthe v. Nagy, Nikolai Kolin BtUtnen,dtat> lEquilibristik) g Sehbraberg � Alhambra Schöncberg. Hauptstr. 30 Wilwcnball mit Kampers, Arno, Bender(de lustigste Film d. Jahres) Auf der BUhne: i ebostow mit«einer Ba alelkakapelle Fitania(uta Schöncberg} Hauptstraße 49 Beginn 630. 9 Uhi Wesen Riesenerfolges zwelteWoche: Tonfilm Der singende Narr (The singlng Pool) mit AI JoUon Jugendliche haben Zutritt � FrieNemT�-� Kr onen-Lich tspiele Rheinstr. 65 Woch. 6 30. v. Stß. ab 6 ü. Scapa Flow mit Oilo Gebühr, Ciaire Kommer Famiiicnzowacb«(Lustspiel) ■»t«a.i». k Titania-Palast ätegmz. Schloßsti 5. Ecke Qutsmuthsstr Beg nn d. Vorstellg. 630, 9 Uhr. Vorverr kauf U— 2 unj ab 5, Sonnt- ab II Uhi Uraufführung! Ludwig der Zweite, KSnlg ran ttayern mit WUbeua Dieter ie FUm-Paiast Kammersäle reltowet Str 1 w.6 Sbd.S, Stg.4Uhr Sind. tbem.-Helene WLtlifler mi. Olga tscfardiowa ly-ci onnd der drei Z Harionaorr��� M«- I 1-tar-eod-r.er Sonnt 3 ci. 1 8® V-"1 cldtlipiele lu-.-Vorst Chausseestraße 30- w. 7, Stg. ab i. Die Kerlarprlnzewin Nen-chenl eben in Gefahr (Oroßfeuer) Bü.: tu Brox(Accordeonsymphonik. BObnensCbaa ■ ��sadosten��J Filmeck Beginn Skalitzer StraSe, am Görlitzer Bahnhof Sind. cbem. Helene WiUMer mit Olga Tzdtecbowa. Igo 5ym Bflbncnjchau Luisen-Thcatcr Reichenberger Str. 34 Bohnen,(bau Die Nadil natät dem Verrat mit Lya de Pn H Revue: Goldnet Dach der Lieder BObnentdtan Stella-Paiast bS�Sk�S Köpenicker Straße 11—14 Beginn'wochentags 5.15, 9. Uhr Sonntags 3. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Kassenerölfnung Stunde vorher Idb glaub' nie mehr an eine Fran mit Richard Tauber In seinem ersten Tonfilm 9 Ausgezeichnete, Beiprogramm Einlaß ununterbrochen Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6, 8 Uhr- Silber konüor Aber Fenerland Film von Gunther P.üschow NeuHölln II Primus-Palast w 7. 9.15 u. Am Hermannplatz Stg. 4.45, 7, 9.15 U. Der große Heiterkeitserfolg: Die neuen Herren (Dlp Freundin des Ministers) Auf der Bühne: Norga norwegische Tanzattraktion 5 Dorrt», S:hIendeibr<;ttattraki.on Kukuk Wochent 5. 7 9 U. Sonntag 3, 5, 7, 9 U Kottb usset Damm 9Z Tonfilm: Id, glaub nie mehr an eine Fran mit B. Tauber Excelslor Wochent 6'5 Uhr. Sonntags ab 4„hr Kaiser-Friedrlch-Stiaße 191 Scapa Flow mit Otto Gebühr Da» Eroge Sport retten Dcuildt- tn To lo land- Japan Bühncnscfaaa jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstra�e 49 Wochent. 5. 7. 9 lj. Sonnt 3, 5, 7, 9 U. Tonfilm Ich glaub' nie mehr an eine Fran mit Richard Tauber Osten Ife Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: Wochent. 5, 7, 9 Sonnt 3, 5, 7, 9 Uhr Tonfilm; Ich glaub' nie mehr an eine Fran mit Kammersänger Rieh. Tauber Gate» Beiprogramm WeiAens Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die weiße Sdiwe»'er t. SL Vellh Wenn die G/ogitadl uhläit mit Lon Cbaner 12 Hollywood-S'ars Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 Anf 6. 8--- U Sonntags ab 5 Uhi Film und Gesang! Wenn da noch eine Heimat hast (Volkss flok mit Humor u Gemüt) m. Kämpen, Grlfla Ley, H. Picha Da» Panzcranlo(Sein großer Sieg/ mit Car'o Aldinl Sensaiionell- heiter Concordia-Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5. 7, 9 UM Sonnt ab 3 U Poltzet»p!ontn 77 m Elten Richter S urm anf 5 Herzen. Bü.: Da» Gchelmiach de* FOrtien Blande Kosmos-Lidhtspicle Lichtenberg LQckstraBe 70 Mensdsea im Feuer m Harry Piel Ein freu Ugea CreignU(Revue) Gute DOimcnsdiau > PriedridizfeldR Hfc Kino Busch sÄSl'öK. Alt-Fnednchsfelde Fahrt ins Glück m. M. Christians Der König der W&Jdcr(Winne ou, Deipiogramm J Nfgierschöneweicie� Elysium CfhS�pS�) Hasselwerder Straße 17 Der Siege, a'ler Tonfilme: Die Nacht gehört nn» Gute B(ihnen, chao g Nordosten'"" b T'nlc-k&Cg�lim WtgA 5, 7,9 Uhr COIOSSCUm Stgs. ab 3 Uhi Schönhauser Allee 123 Tonfilm: The«ingin Pool(d singend Nan) mit At)o!«>n lueentüche haben Zutritt Schloßpark Film-Bahne Berliner Allee 205— 21» Erlebnltse einer Nacht Kamptbähnc der Liebe Varlct6*chan Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Str d. ehem. Helene WUliüer ir.it O. Tschechow a Bühne: Jazrrevuj: Die sinkend ea BaJbvs Gala-Lichibühne Usedomstr. 14 Anf. 6, 830. S. 5, 7, 9 U. Der gewaltige Tonfilm: Ailantic mit Fr. Kortner Lusüge« Beiprogramm_ Noack's Lichtspiele BrunnenstraQe 16 Wtg. 5 U- Stg. 4 U. Sonntags 2,30 Ü.: Jugendvorstellung Stud ehem. Helene WUIfücr mit Olga Tschechowa Masken mjt S nari Wehbs Ab Diens ag 18. 3 Berinn 3 Uhr Pharus-Lichtspiele Müllerstraße 142 W.SVcU. Stg.4U 2 Großfilme: Bruder Bernhard(Entsagende Lcbei Landunk Im Paradle» Pratcr-Lichlspicl- Polasl Kastanienallee 7-8 Wochentags 530. Sonntags 4 Uhr Stud. ehem. Helene WUHOer mit Tsch:cfaowa Revue: Jagd um die Welt Humboldt-Theater Badstraße 16 B Ahnen, chan Scapa Flow mit Otto Gebühr Oer neue Weltmetsier mit W Fairbank» Kristall-Palast Primenallee 1—6 Woch. 5. 7. 9. SWS. 3, 5, 7, 9 U Geschlossene Voistellung Ton ilm: Dich hab' Ich geliebt mit Madr CbrUllan» Bünne: EUballclI, Revue Perkeo 7 ■ U Palast-Theater Breite Straße 21 a W.- ,7. 9 Sbd. 6 7.9 Stgs. 4«b, 7. 9 Uhr Der Sieger aller Ton. ilm«; Die Nacht gehört anal mit Hans Albeis, CharloBe Ander „Rialto" Film ü. Bühne Reinickendorfer Str. 14 tarn Wedding) W ab 6, 8,45 U Sonnt ab 3 U. Das Recht des Sldikcien Der gehet mutevolle Fremde Bfihnenschaa Skala-Lichtspielc Schönhauser Allee kv W. 6, Sbd. 5, Stg. 430 U Der Bond der drei m Jenny Jogo )en»eU» der Strafe m Llul Arna Flvciiim" t"">»«> Stg. 3,15 Ol/olUIä* Bühne Jug-V Prenzlauer Allee 56 W. s 15. S 3.15 U. Das große Deppelprogramml Die Generaillnie Menschen Im Feuer m. Harry Piel Gut« Bühnen»(hau MarKa-Liehtspiele Schu Straße 29 Wir haben. fest und freu zusammen rr.L Siegfried Arno Drei Freunde Kühne— Varleiösdiao „Alhambra" Baustraße 58 Sturm anf drei Herzen mic An ta Dorrte Der Kampf cm die Fran BQbne: Revue: Ca«anova« schöne Frauen Ballschmieder- Lichisp Badstraße 1� Grobe Bühnenschac Die Dame an« Moskau mit Po a Negri Mastccn mit Stuart Webhs Bühne; Udü- o. Wasser Ulasionen Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W.7. 9, Sbd. u. Stg. 5, 7. 9U Tonfilm: Ich glaub' nie mehr an eine trau: mit Richard Tauber Film-Palast 3,�5;»«» Blankenburger Straße. W. 630, 9 U. Stg, 430. 6.45, 9 U. Prof. Zilie-Gedenkfilm: Mo ler Kratsen» Fahr! In» Glück Lastige* Beiprogramm g RcTnickoriciorf-Ost Bürgergarten-Lichisp. Hauptstraße M Film- u. Bühnensdhau Sonntag Jugendvorstellung Witwenball m. Kampers, 5. Arno Beiprogramm- Bohnen« iiau • Tcge'* Filmpalast Tcge: Bahnhoistr. 2 W.6. 8--. Stg. 4V,. 6-7.8«. Sonnt. 2 Uhr lugendvorstellung Well In Flammen tn.R. Barthelmei Oos letzte Fori_ mit Maria Faudier, Helnr. George Bühncnscfaaa_, „KoSmOS" Filmbühne . lauputr. 6 W. ab 6 U, Stgs. ab 4.15 IL Sonntag 2 Uhr: Jugendvorsteilung Tonlllm Melodie de. H-rzen» mit Dito Par o. Willy trUtct, RahTWTuchao U nion-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 0-', U. Sig. 2 U. Jugendvorst. Stg. t->i. 6-, 8»« U. Anf Leben und Tod mit E. Polo% Ich bebe Im Mal von der Liehe geträumt Fiimpalast stg Beiliner Straße 59 Stg. 2U. lug.-Vorst Welt in Flammen m R.Bar heimet Bräutigam mit tOO PS M. M. Blac Gate BOhnrnKhaa föellagc Freitag, 14. Marz 1930 ZprÄbmd Das Tagebuch des Denkers Dlältev, die die Todesstrafe erxwtmg Es Ist psychologisch sehr inicresiant, daß viele Schorfrichter ein« Art Tagebuch führten, um sich von dem seelischen Druck, der aus ihnen lastete, zu befreien. Nun sind diese Tagebücher alles andere als literarische Kunstwerke, meistens sind es nur trockene Rechnungsberichte. Das älteste Bruchstück eines Schorfrichtertagebuchs befindet sich im Stuttgarter Archiv. Es stammt aus dem Jahre 1SH3, die Ein- tragungen machte der R e u t l l n g e r ch e n k e r. „2 5. Augusti. Henkt man zwcen Männer Jac. Göttner und Mich. Hipp, die hon an 5 sflecken gestohlen und auch etlich Weiber oergisst. Gab jedem auch zwei Griff mit glüender Zang. Sein sehr erbaulich starben. Iii. Decembris. Verbrennt man drei Hexen. 15. Decembris. Ward gericht ein Uebelthäter Hans Eeeger. Der hat mit einer weihen Gurren(Stute) zu lhun gehabt. Wie ich ihn Hab lassen greifsen mu gluenden Zangen, da hat er Gott im Himmel verflucht. Da ward ihm die Zung aus- schnitten und er lebendig ins Feuer warfen." Und so fort. Gehängt, verbrannt, ersäuft, geköpft wegen Dieb- stahts, Mordes, Hexerei. Unter den Tagebüchern der damaligen Zeit, die insofern von groher kulturgeschichtlicher Bedeutung sind, als sie beredtes Zeugnis oblegen von der unheilvollen Wirkung menschlichen Aberglaubens, sind die Aufzeichnungen des Nürnberger Schorfrichters Franz Schmidt die bedeutsamsten. Franz Schmidt, der im Jahre 1634 starb, richtete während seiner Dienstzeit 361 Personen hin und vollzog an 345 Missetätern schwere Leibesstrascn. Sein Tagebuch beginnt mit«inigen kurzen Sähen, die nur Namen des Der- urteilten und die Art der Hinrichtung bezeichnen. Aber bald gibt er ein« genau« Beschreibung der Verbrechen, versucht auch hier und da, verschiedene Berurteilte zu charakterisieren. Schreiende Kmdesmörderinne», höhnende Mörder gespenstern durch fein Buch. Falschmünzer. Hochstapler und Brandstifter. Eines Mörders Kopf lag zu des Henkers Fühen, fiel wieder herum,„als ob es sich umbsehen wolt, die Zungen bewegt, den Mund ausfgethan, ol« ob er reden wost bey einer guten halben viertl- stund, dessn ich niemals gesehen Hab". Da ist die Frau, die in dem zu dem Schafsot Geführten ihren Mann erkennt und schreiend auf lhn zustürzt. Da ist der Bursche der mit Ruten ausgestrichen wurde, weil er sich als Gespenst verkleidet hatte und zu der vor Schreck gelähmten Bauerntochter ins Bett gestiegen war. Dieses Tagebuch gibt Zeugnis von einer barbarischen Gesetz- g e b u n g. Menschenleben waren billig wie Brombeeren. Auf geringfügige Bergehen stand die Todesstrafe, die mit dem Schwert, dem Strick vollstreckt wilrde, Scheiterhaufen lohten zum Himmel empor. Und um das gemarterte Opfer, um dielen Haufen stinkenden. zerfetzten' Fleisches stand das' gaffende Volk. Geputzt und in auf- geräumter Stimnmng, in IahrmarktsstimmUng. Jubelnd, wenn das Blut des Opfers über die Planken schoh dieses Blut des Gerichteten, das in Gefäßen aufgefangen wurde, weil es angeblich Krankheiten heilte. Auch von dem Salzburger Scharfrichter Franz Jofeph W o h l m u t h liegt eine Handschrift vor, in der er 32 Hinrichtungen beschreibt. Von den deutschen Nachrichtern der Neuzeit aber ist merkwürdigerweise fast nichts Geschriebenes in die Oeffenllichkeit gs- drungen. lieber die Nachrichter Schwietz. Engelhordt, Reindel und Krautz ist viel zusammenphantasiert morden, nur über Krautz und den letzten österreichischen Nachrichter Lang existieren zwei Biographien, die sich auf Tagebücher der Genannten stützen. Julius Krautz wurde im Jahre 1843 zu Zehden in der Mark geboren. Sein Lebenslauf: bis zum l4. Jahr Militärwaiscn- Haus, zwei Lehrjahr« bei einem Konditor, dann Lehr« bei einem Abdecker und Scharfrichter, schließlich Walze. Auf dieser Walz« assistierte Julius Krautz verschiedenen Scharfrichtern bei ihren Hinrichtungen. Dem Reindel in Braunschweig, dem Hömel in Sachsen. Schließlich trat er bei dem Berliner Abdeckereibesitzer Bilter als Gehille ein und wurde bald erster Werkführer. 1878 bewarb er sich um die offene S cha r s r i cht e r st el l e in Preußen. Er bestand seine Prüfung, das heißt, er konnte sieben die Exekution betrefsend« Fragen beantworten und mußte bereits zwei Tage später sein erste» Opfer enthaupten. Dieses erste Opier war Hödel, der aus Wilhelm 1. ein Attentat verübt hatte. Wie Krautz erzählt, konnte er in der Nacht vor der Exekution kein Aug« schließen. Er war ausgeregt, öffnet« und schloß wohl unzähligemal den Kasten, in dem sich dos neu angefertigte Beil befand. Am Morgen aber stand er ruhig, mit verschlossenem Gesicht auf dem Hys des Berliner Zellengefängnisses. Hödel wurde heruntergeführt. Cr nickte den Richtern kurz zu: „Guten Morgen, meine Herren!" Als ihm das Todesurteil verlesen worden war, spuckte er verächtlich aus. Dann kniete er nieder und legt« den Kopf auf den Block. Krautz, der merkwürdigerweis« wenig Verständnis für einen tadesverachtenden Menschen aufbrachte, schrieb anläßlich der Höldel- schen Hinrichtung in fein Tagebuch:„Wurde in seinen eigenen Kleidern hingerichtet. Benehmen bis letzten Augenblick exaltiert— frech zu nennen. Drei Gehilfen. Die Außenscit« des Schafotts war mit Flor behängt." Krautz verfügte über dbei Redensarten, die ständig wiederkehrten: starb frech, war feige, starb reumütig. Unter densenigen. die nach Kravtzens Meinung „feige* starben, befanden sich natürlich die halbbewußtlosen, brüllenden Opser, deren Leöenswtlle anoesichts des Schafotts noch einmal aufflackerte. Bon den letzten Worten, welch« die Ber- vrte'lten sprachen, seien hier folgende erwähm. Der Anarchist Reinsdorf rief:„Nieder mit den Barbaren. Es lebe die Kommune Macht hinl' Der Buchhalter Gebhardt hatte nur noch Angst um seine Brille, die man seiner Mutter schicken sollte. Der Batermörder Frädrich brach weinend in die Worte au»- Reißen Sie mich nicht so. ich will erst beten!" Unter den 55 Delinquenten, die Krautz wahrend seiner Amtszeit hinrichtete, be'and sich auch ein« Frau. Else Holtz. die in Gemeinschaft mit ihrem Galten Ihr« Wirtsfrau ermordet hatte . Die meisten Opfer tonnten nur mit Gewalt hingerichtet werden Der Mörder Ewald schrie so laut. daß man es in der Umgegend der Erfurter Straianftalt hörte und sogar Krautz die Fassung verlor Einige Verbrecher wehrten sich mit verzweifelten Kräften." Es waren Bilder des Grauens und des Entsetzen». Krautz. der zweimal die Guillotine benutzen mußte, war ein Gegner dieser Hinrichtungsart. Er vertrat die Ansicht, daß die Tötung durch Handbeil schneller vor sich gehe und die ganze Prozedur nicht so abschreckend wirke. Krautz'wurde seines Amtes enthoben, nachdem er einen seiner Gehilfen durch Fußtritte vom Leben zum Tode de- fördert hatte. Er wurde zwar freigesprochen, weil er nachweisen konnte, in Notwehr gehandelt zu haben, aber der Prozeß wirbelte so viel Staub auf, daß er seinen Abschied bekam. Krautzen? Nach- folger im Amte wurden Reindel und Schwietz. Schwietz ver- übt« als Dreumdachtzigjährigei Selbstmord, weil er sich in Nahrungssorgcn befand Der österreichische Scharfrichter Joseph Lang, der meines Wissens heute noch lebt, erfreute sich trotz seines schaurigen Ge- werbes großer Beliebtheit. Er wai Feuerwehrhouplmonn, Bor- sitzender eines Athletenklubs und kandidierte sogar einmal bei den Stadtoerordnetenwahlen. In Oesterreich, wo bekanntlich die Todes- strafe abgeschasst worden ist. wurden die Hinrichtungen durch den Strang vollzogen. Da jeder Meister seine Ware lobt, hielt Lang das Aufhängen sür die angenehmste und humanste Todesort. Er berichtet stolz, daß bei fast allen seinen Opfern der Tod innerhalb 60 Sekunden«ingetreten sei. Auch Lang gibt zu. daß die Mehrzahl oller Todeskandidaten seelisch und körperlich gebrochen war und man die Hinrichtung an Bewußtlosen vollzog. Bei der Hinrichtung des Mörders Schönekl spielte sich ein Borsall ab, der die Spitzen der Justiz auf» höchste.erregte. Dieser Mörder, ein roher, abgebrühter Bursche, hott« so wenig Rejpekt vor der Würde des Gerichts, daß er den ausgeregten Be- omten bei der Verlesung des Urteils umerbrach und einen Aus- Ipruch des Götz zitierte. Land verstand dies« Aufforderung falsch und legte dem Mörder sofort die Schlinge um den Hals. Als der Gerichtsbeamte mit der Berlelung des Urteils fertig war, hatte der Delinquent nichts mehr zu sagen. Denn«r war bereits tot. Sollte die Todesstras« in Deutschland ausgehoben werden, so hat endlich ein Berus ausgehört, der wie kein zweiter vom Blutnebel umwölkt, mü. dem eisigen Hauch des Grauens umgeben ist. Ber- achtet, bespien stampst t«r Henker durch die Jahrhunderte Ver- achtet und bespien von der Gesellschaft, die da rief:„Ich brauch« dich, ich befehle dir, mir deinen?lrm zu leihen; wenn du mir ihn nicht leihst, werde ich dich dazu zwingen; und wenn du ihn mir leihst, will ich dich verachten." Harch- Worin. Extra-Ausgabe fem•MftM. kzcu««st» d« um«sMiua wa r-L«rn. ft» •J» ttu«r s«s OetQ!«Skia» U— St. M Aan« rfircaL tsßclhm« v-- Kl-f Ortes. An- 1«�,«rfb arwnrf W» mftuuitnmi«snanOn* «L twnswdchUa ttX 0 ,«M D U» tM'äiklg zMi M»«te LTläÄ ftr bii Blatt 1 tu t at«■•awtftBM» Msstorallt 9n»m 690. Ctata» bstta«v.fgfb'« a*twt MB S Ute tttt*«•* u*«tnta Bcdtuce OolkslilÄtt Zentralorgan der tozialdcmoferatl Tcben partet Peutfchlands_ DaesdctfOfclof 6*. liaötate. 1» nr. 117 AS— 54. RttottUa aad txptUüca: S1V. 6t. ttateafe. X Umi VUrtmttUm.«i. 15190*131«7 »Wttft, de» 15. März IU*a i J-u■'-i Vor dem Ende rJL loS Reich zur Reich»regier»»g- General streik im ganze» Reich- URigfongCuc RegtcratgltiltBag- Widerstand der Beamten— �iscniio Herr- III ttmeüua Sic deutsche Reichdregiernng oa tot Tentsche Boll! vi- BdMntknui« tat mto hl».».%__. na4iulj-nhrt Zrlrgiamm Don Utehh-n an hl»»pflgnmwi f&nulUMi Süni« gcrUitti: .BatlAtatltata gnuftotatac hnten bin rrnRhaftn VnIMtcr t«ht tat» hl« Siagitniat, um einOmglth»«n tanncih». hnan'akt.SaTm n dar- inflra. DI« DctlBüunjtmiVs» Sngllninj tat ihm Sich In Dcrlh» nah Ist hl««tauige, hie hat Chan» tmtfinhtm Sa cftuAn. hm ttenifüdjcn fifrlfZ:«L sti auhcA» laerhallm ah«JU»«r>«hag»» Iß ha Glatssttaich. tarn Ii flaclia-»n-'fh'-m CnStan.« Bdr, ISA• Bei Seithhitilha»- Blttt DU üriitateglfnnig: Mhi>«r airthrtit»«lt. stch Betitc. Stüh Sc hU«cichscuca, Ueher hl« gegenwärtig« Log« her Regternoq».««« . hei.Segurunj* Sonp eifahtcn hb.©. v«.'! Btmtliih« liihteuiltie« Bealtnuyn unh BHUtst» finuiigrnU. all»©«Dem. Bah», Clüniemhee« ab Heilen. t«en«r Ihücligta nah Enchlei, foult•PUdltm. iura, eambntg,«remen an» Clhcnhaeg. hat» Ml tilchloNen an) hie£eU« her �ctlenalDerlaaimlnng unh hei rgirrung Sbett-Saurt gcitcat«eichhpräNhent Shirt h«'tau a»«©erlügung erlaHen. wonach •On Scaintea»erhol»(fc hoc acan Seglerang XuafM ga tatst»». See hietem Belebta j um ber taahl«, werde dafür zur stnaa, st»©tramaoag gezogen werben. Shenl» Irl«. u», hör», an hie neu« Regierung Irgentnulch« Wiltac u«. gazahlea. Dar©romte. her gegen UtftM Befcil Derf uehe. eC talüt perlönlrch haftbar armerbt warben. Dar Unter flaalhirrrefär im itetchh-ZZInanzmintstartaw Dr. Dchröhar, her gegenwärtig hie Gelchijt« führt, tat stch hoher auf h-n Glanhpnnll geflelUt. » hta naa« Siegternng trgenbwetqa tzahtag» nicht lalstea zn Unna». Generalstreik in gaaz Deutschland Der(tüstta her D0alt»ctchtchw D-atichianh«Nestt tan grhkt» cheneralsar«. ha» an ge * hat. ta»»rüstten. tan die ScU grlehra hol Bu OciieroKIrrU Wieb»tat«tachelUlch»«Uten ha» aatwan tat- ttataxu*! gttraga». et wirb»an«Um©artet«, atli Tu». «ahmr her Beftäharteten. gasttagt.«azlathanaitaatn». Ich» ahhtagtgr,«bMiaaniftea aat Rrbeilerlait«. Daatarata» nah tzeachai» aal hürgeeNchrr Seile Mb einig tat dach SiOen, anch hah stürtiir Mittel, der et gibt, tarn uiertrlg- Uchan tzliiiaah In her gieichhhanpttiahl ein Snda ga machen. Enüt-r werdea stch hl« Weg, gewch wiebar trennen. In dam stngenhlK Ist«um etaig i> tan(Ziel: Bart au« SqtaMrt Zm StreSparoi, PreaM an©owatenh abend beschloli» bat trngenaiaf »aatfche Gewertlchattbbnnb unh hie BrhattaaaWrthlchaf» freier NigesteUtrnnerbänbe. welche Uber lach» Miliianen heuilcher Urtaiter ah Angeilelltan«bhlen. hie Heeaußgade eine»«emclnfamea Baftala» gnae ffitaataltaraif, gezeichnet Lagt» ah«nfhonlet.«de»dar hiefer hirlrof narbrthn war. halt» dere r« haharitoufrnha n» Arbeite» in Berlin nah in ganz» Reich« hta Arbeit Ipania» niebergelegL Die beiden fazlalhamafratilchan Daetailrttag» gaben «blCiyule«b'afaiu Anruf« gut SliiUegnng aller©e triebe DA Damakratticha Dartat nah hl« geachamsthactel rrsthrira stch Infor» hrrrU, hm SurU ze unirrtaüg». wo. harch hunhartrau'mhr»oa Mügiiedern tat Hirfch Tuncherichm ab bei llhriMich»©enertlchollrn[ Rheinlanb!) mit brni wjialbemalrattjchm©relnartat«tne gefchloffea, Zsram g«. Der Dratfch»©ramtradah Hai m» rrbrü«rnbri M-hr- hau abenfatt» iüauttcha«taamtea aufgal�bart. hu«itait am. zu} lallen._ Die Deamleu gehorchen nur Eberl-Dauer Ndsog« der Uoterftontdselree»«»» K-PD Dt« Untrrstnnedsetretär« lSmtlicher Aeichsm'.kinen« traten Hein« z» einer Sitzung zulqmmen und fagte» folgen ten «cktluK. der von fSmtltArn Uittetftaottfrrrrtarrn unrtonlihft CesttS nnb GildstN»A Ultlmataai SUBMta- fast«feahastaestettt •crfla. 11 Mür» Dar tamstilch« Stirnhata-nmlst« Ort«»nh dar Kwanbrnlaistar Dr.©tabrlum UUun haut» vor. mittag ha» jenen Sozi« anh ho« Lüttmttz mit hast fia aB Ätottaet hl» Auffothenuag gut©tillegung flaUCdiet Lila» hthn» aclaflaa tBäthea. wenn nicht dir oalofamtru»»» am« Kr-Ua gMüllstezagan anh hir Macht ta dir Hünha ihrr« rtchtmistiam Anhohei iuriickgegeb» würden. Auf Wanlck ha» Benarallanbichaftabiraitar llobb wurde die Fnl! ta» U» Ut gaai Bhaa». datlüagart » übrigen erfahren wir Berga auch lolgaide Btngalhmm; atftar Deftr ad Gilde tum tadea nicht et»« lär che proustifche Regteiaag mit b» Ulurpalaren nerhantalt lontata lehUltch t» Auftrage her nereimgtrn Sif»hghaar-«a»ecB fch-ft» an dir Denan stapy und oos Lüttwitz die f am lata tutteaberaa ynchtet. aatarzäglich fhUcft»* bist Sonntag st.chaNtft» S Bta auf hla wastara Susübung ber angamastt» R lierungbgewaS ga targUK» nah hla Bom hach chan Coli gewühlten»eefaffach gehanhrn©eelamgifungen im Reich nnh tn Plansten»» zueestenaan. Ihre nachheliefichan Hinwaila auf hta furchtbare» Zfafgr, MX«aharelaO» taftlmnt eiatrtlanbm GtlM-chrnn ta* a famoiten SifeabohnnarCehrü haben auf die Herren©iltaiaem ein» fahr starten Sinbru« j, macht Heer äabb ist förmlich lalamaungclButan. Dach tat Uta ble» nicht abgehalten. gleich darauf den Herren Leser und Sührtnm ta* lächerttchr fit.r.rjrcn gu stell» ta hia fogcnonuU Bcgiuag«iaga> nauaif Natürlich haben die beiden beeuxischen Minist«* biet» Antrag fchraff zarartgawiaf» nnb aastarbam br» Herrn kanbfchafiebittttor in Ichaif»(Bönen sein aibhmchitzM nnb hocharrrätaitlcha»©rthaUrn nocgchaiun. XU Haltung ber VlehrhrttSparteieu »1« M«.©.©.«.• erfahr», tat bar BtzahrtaOst.n» fchast bar Nalianalhaelammlnng eine oebrumabmhstiga Sitzung abgehalten, an tat alle aeflleragtportelen. feojloltamafroiit. trrr.otrotie uab tzenltum, beteiligt Wae» Ca würbe tatat ain'itraml« tat Auflaslung Autbtu« jegebm. bah tat SMIitS». tzatfch ein parbrecheeischrr. mit allen Mitteln gu hetümnfenhta ©rtfaff nag»brach ist anh«tne ftnftbniag he» miehargahmbantaa Wtetlchaf» Üben», fatale lue iSebirchung ta» tmuibn unh ftusterrn tznahatO Am Sonnabend, dem 13. März 1920, erließ die Kapp-Regie- rung einen Ukas, der das Erscheinen sämtlicher Zeitungen verbot. Zwecks Sicherung des Verbots wurden die Zeitpngsgebäude besetzt, das des.Vorwärts" natürlich besonders gründlich. Um die Gegenaktion zu organisieren, versammelten sich einige Partei- Vorstandsmitglieder und Redakteure im Hinterzimmer eines Keller. lokols am Velle-Allianee-Platz. Plötzlich wurde die Tür ausgestoßen, eln paar baumlange Loltikumer erschienen und postierten sich, Ge- wehr bei Fuß. an den einzigen Auegang des Lokals. Im nächsten Augenbl'ck erschien jedoch ein Offizier, warf einen prüfenden Blick in die Stub« und-- verschwand mitsamt den Posten. E» war an jenem Tage gerade Rennen in Mariendorf. Die Genossen hallen Notizbücher in der Hand, aus dem Tisch lagen Bank- noten. Kenner, der er war. hatte der Kapp-Maior sofort erkannt, daß es sich nur um-- B u ch m a ch er handeln konnte. Eine Extraausgabe des.Vorwärts" Ist am nach- sten Montogmargen erschienen. Eine Gruppe von.Vor-, wärts"-Redorteuren und Genosien die mit der Drucktechmk vertraut waren, drang um Mitlernacht von den Baltikumposten unbelästigt, in das„Vorwärts"-Gebäud« ein, um das oben wiedergögebene Extrablatt herzustellen. So ahnungslos und stupid war di« Baltikumbesatzung, daß sie sogar um 5 Uhr morgens di« am Sturz Kopps Arbeitenden mit heißem Kaffee versorgte. Erst als die Rotationemoschinen unter Höllenlärm 15000 Exemplare ausge-' spien hatten, schöpfte der Kommandant der Besatzung,«in Haupt- mann, Verdacht und ließ sich ein Exemplar herunterholen. Ehe er aber begriffen hatte, was los war, hafte man die 15 000 Stück eine R-servemaler und sich selbst langst über die Alte Jakobstraß« in Sicherhell gebracht und in Spandau wurden weitere 20 000 Exem- plare hergestellt... In den Straßen Berlins schlug man stch um da, Blatt. Schon die latfache, daß es erscheinen konnte, noch mehr'ein Inhalt er- schülterte die Autorität der Kopp-Regierung. Im Laufe des Montag irrte dann ein Kapp-Leutnant und drei Mann in Berlin umher, um einen Redakteur des„Dorwätts" zu suchen. Er hotte ein Blatt Papier bei sich, auf dem stand, daß der ..Vorwärts" wegen verbotswidrigen Erscheinen» auf wettere acht Tage«erboten fei. Das follie der Redakteur unterschreiben, denn Ordnung muß sein auch im Putsch! Aber der Redakteur war nicht aufzufinden, das Schriftstück blieb ununterfchrieben, und die Kapp-Regierung selbst verlor di« ganze Angelegenheit aus den Augen. Offenbar hatte st« Wichtigeres zu tun, (19. Sortfefeung.) Glücklich sein hieß: Weisser trinken, wenn man Bier nicht mehr bezahlen kann, und Kohlrüben essen, wenn die Kartoffeln zu teuer � wurden. Wer auf der nackten Erde schlafen muß, entbehrt de». Strohsack. Wer im Regen eines unbekannten Landes marschiert, schwelgt in der Erinnerung an das armselige Dach in der Heimat. Den Schutz vor schlechtem Wetter, vor der Unbill der Jahreszeiten, weiß erst zu schätzen, wer durch die grundlosen Wege der Eben« ziehen und alles hinnehmen muß, was der Himmel schickt. Ms W« Evakuierten zurückkehrten, fanden sie ihre Häuser voll siegreicher Engländer. Diese vollendeten, was die besiegten Deut- schon begonnen hatten. Soldaten sind gewöhnt, sich m engen Räu- inen zusammenzudrücken. Die kleine Behausung eines Webers kann viele beherbergen, die brüderlich miteinander umgehen. Nie- mand bleibt draußen, auch wenn das Dach eine noch so kleine Fläche liedeckt Dutnaux durste sich in seiner Wohnung ausstrecken zwi- schen einem großen, rotbärtigen Kerl, der als Schotte einen Rock trug wie eine Frau, und einem zweiten, der di« Pfeif« nicht aus den Zähnen ließ. Er kam sich in seinem Keller rechtloser vor als ein« Ratte. Kaum waren die schrecklichen Engländer abgerückt, da hatte sich Dutriaux nach Arbeit umgesehen. Er hatte nachgefragt in Bertry, in Clory. Hier wurden Fantasiestoffe gewebt: eine Mischung aus Seid« und Leinen. Nochgefragt hatte er in Haspres, Saulzoir und in Villers, wo man nur das klassische Wsiß herstellte: nachgefragt auch in Quieoy und Walincourt: Orten, in denen, als Dutriaux jung war, die protestantischen Arbeiter beim Weben in den Kellern Psalmen sangen. Er hatte all« Swfse unter der Hand gehabt, die in Cambrcsis gewebt wurden: vom Genter Taschentuchleinen bis zum Taschentuch des Schnupfers: nichts gefiel ihm aber so gut wie der Batist und das Leinen von Avesnes-les-Aubert. Wie freute inan sich über den Faden! Konnte es Schöneres geben für«inen Arbei.«r, als regelmäßig fechzigmal m der Minute das Schiffchen zu werfen?. Aber wieviel Vorbereitungen waren nötig, ehe man so&eit war: die Kette anzubringen: dreitausenidachthundert Fäden auf achtzig Zentimeter: man mußte den nchltgen Abstand halten zwischen der Lade und dem Kamm: all« Endchen festkleben und mit Hilfe der Schere die Fusseln wegschneiden. Im irdenen Topf war der stets« Mehlkleister.. Der durste nicht gären und von keinem Rattenzahn berührt sein. In den Wohnungen der Weber muß immer ein« Katze sein. Das alles war.nicht einfach. Nachdem Dutriaux den Preis mit Herrn Waoefst durchge- sprachen hatte, hatte er nur noch Gedanken für some Arbeit. Er ließ keinen Faden fehlen. Die kleinsten Unebenheiten schnitt er mit der Schere weg: dann hielt er den Topf mit der Holzglut unter die gespannte und geglättete Kette, sie zu erwärmen und einzuwachsen. Erst nach dieser langen, geräuschlosen Arbeit setzt« er den Webst hl in Betrieb und fing an, den Einschußfaden durchzuwerfen. Der Schlag seines Webstuhls war wie das Klopfen seines Herzens. Cr lebte in diesem Geräusch und freute sich seiner Regelmäßigkeit. Einen Fuß auf dem Trittschemel, lenkt« er die Fäden. Di« rechte Hand warf das Schiffchen: di« link« schob die Lade hin und her. Schöner Faden: schöne Arbeit: glücklicher Mann bei seinem altüber- lieferten Handwerk am Webstuhl seiner Vorfahren. Das Klappern des Webstuhls füllt« das Haus. Es war so niedrig, daß man m't der Hand das Dach berühren konnte Ging jemand am Haus vor- über, so fiel fein Schotten auf das Gewebe. Dutriaux unterhielt sich mit seinem Webstuhl. Wieviel hatte er ihm schon erzählt, seit sie beide zusammenlebten! Er sah in'hm kein wies Ding aus Holz und Bindfaden: er sah in ihm einen nahe> Verwandten. So alt er war, neben dem Webstuhl fühlte er sich wie ein junger Mann neben einem erfahrenen Greis. Cr sagte:„W'll man gut weben, dann muß der Webstuhl mithelfen." In seinem Kopf lebt« das Klappern des Schiffchens. Cr hörte es auch nachts. Nie war er allem. All die Menschen, di« vor'hm hier gearbeitet halten, sprachen zu ihm im Ticktack des Holzes. Und Erinnerung nahm Gestalt an in der Dämmerung des Abends. Da sah er sie vor sich, die alten verelendeten Weber und ihr« feinen Gewebe. Ihre Stimmen zitterten im Schütteln des von vielen schon toten Händen blank polierten Webstuhls. Im Keller nebenan hörte man Lollard singen. Er tonnte nicht weben, ohne dabei zu singen. Bei der Arbeit g'ngen ihm noch an- der« Gedanken durch den Kopf als Dutriaux: Gedanken an Po'it k und Revolte. Die Kalkwände feines alten Kellers trugen Buchst' b n- spuren, di« in die Steine gemeißelt waren. Man konnte das Wort „Gott" entsiffern. Lollard behauptete, daß dieser Keller der ältesie im ganzen Lande wäre. Seine Vorfahren hatten h er Choräle angestimmt, und er sang heute Lieder, in denen sich verelendete Masse reimte auf Arbeiterklasse. Er war ein Fanatiker seiner Ueberzeugung. Abertds rief er die Weber zu sich herein, um ihnen Reden zu halten. Kein« Gott- heit erkannt« er an außer der Gottheit der Gerechtigkeit. Man fürchtete ihn: dabei war er sanftmütig. Hatte er sein Tagewerk be- endet, klopft« er cm die Scheiben der Nachbarkeller. Dann kamen di« Männer mit ihren Pfeifen und die Frauen brachten ihre'Spinn- räder mit. Lollard— mit blauen Augen und bleichen Lippen— legte die magere Hand aus den Kops dieser Arbeiter und erzählte ihnen vom alten Elend: „Im Jahre 1905 habe ich die Weber und Spmnevinnen singend hinter der roten Fahne erziehen sehen. Der Kampf gegen die Unternehmer begann, und das war gut so, denn die besten Arbeiter verdienten nicht einmal immer vier Franken den Tag. Man sor- derte, daß d.« Arbeil ihrem Werte noch bezahlt werde. Manche Aengsttichen waren nicht mitgegangen, saßen im Keller und webten. Denen schloß man di« Fensterläden: da konnten sie nicht mehr schen und mußten aushören zu arbciten." Lollard erinnerte sie an die Bauern, die dadurch reich geworden waren,.daß sie Garn zum Weben an ander« ausgaben. So kam es zur Trennung von reich und arm. Das gleich« Gesetz blieb fest Be- ginn der Welt: die. die nur zu seborchcn v:rstanden. konnten weder ihre Felder noch' ihren Derdienst über das hinaus vergrößern, was ihre Hände bearbci«ten. aber di« anderen, die zu defehken v:rstän. den. vermehrten ihren Grund und Boden und scheffelten Gewinn mit Hilfe gemieteter Arbeitskräfte. Weber, was sie vom Kunden nicht nehmen konnten. Dem Arbeiter ließen sie zum Leben nur die Kartoffeln, ein wenig Butter und selten nml ein Stückchen Fleisch. Die Kinder, die von früh auf mithelfen mußten, lernten nicht einmal lesen. Vom achten Lebensjahre ab wurden sie an das Spinnrad gefetzt. Zur Schule gingen sie nicht mehr: denn wenn der Vater das Webschiffchen ruhen lassen mußte, um zu spulen, dann konnte die ganze Familie Hungers sterben. Der Arbeitgeber betrog den Arbeiter, indem er ihn stückweise bezahlte, ohne die Meterzahl festzusetzen. Und immer länger ver- langte er das Stück, einhundertundzehn statt einhundert, dann ein- hundertundzwanzig: schließlich sogar einhundertundfünfzig. Der Arbeiter sucht« sich dadurch schadlos zu halten, daß er Garn zurück- behielt. Er webte nur sechzehn Schuß im Zentimeter statt siebzehn. Jetzt über stand die Gewerkschaft hinter den Heimarbestern. Bisher waren sie mit ihrem Hunger und dem Krachen des Webstuhls allein in ihrem Keller gewesen. Nunmehr bestanden sie auf dem richtigen Maß der Kette. Aber jetzt forderten auch die Arbeitgeber das überschüssige Garn zurück und gingen mit Klagen vor wegen Diebstahls. Fast mit Gewalt schleppten die Gewerkschaftler die verängstigten Arbeiter nach dem Gemeindeamt und ließen die Kette nachmessen. Di« gewissenhaften Arbeiter wandten ein, daß das Garn darunter leide. Di« Arbeitgeber behielten einen Teil des Lohnes ein, angeblich, weil durch das Messen des Garns schlecht« Stellen entstanden. Die Arbeiter waren sich selbst feind, handelten gegen ihre eigenen Interessen, weil sie Angst hatten vor weiterer Verschlechterung ihrer Lage. Sie fürchteten die Vorwürfe des Fabri- kanten � und hätten gern gesagt, daß von den Gewerkschaf en aus ein Zwang auf sie ausgeübt würde, daß si« selbst gar nicht revoltierten und daß sie darum das Recht hätten, friedlich zu leben und zu arbeiten. Eine Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern funk- tionierte als Arbestsgericht. Dieses Arbeitsgericht verurteilte die Arbeiter, den fünffachen Wert des gestohlenen Garns zu bezahlen, und es oerurteilte den Arbeitgeber, wenn er bei der Preisfestsetzung oder beim Maß betrog, den dreißigfachen Wert des zu wen'g be- zahlten Lohnes dem Arb öfter zu geben Diesen Beschluß des Ar- bsitsgerichts beantworteten di« Arbeitgeber dadurch, daß sie genaue Nachforschungen bei den Krämern anstellten, denen die Arbeiter das gestohlene Material gegen Kaffee, Zucker und Wacholderschnaps verkauften. Im Jahre 1914 wurden zweiundzwanzig Hehler verurteilt. Man fand zehnmal unterschlagen« und vorkaufte Spulen. Der Arbestcr gewann bei vier oder fünf Zentimertern eine Schußlänge Garn. » Herr Wäoelet war ein so großer Kenner, daß er beim Anfassen des S offes auch ohne Faden-ähler fühlt«, ob er richtig gewebt war. Er ließ auf der Straße die Frauen ihre Deckelkörbe aufmachen, um nachzusehen, ob sie Spulen darin hatten, die sie beim Kaufmann in Zahlung gaben. Denunziationen und Untersuchungen nahmen m den Dörfern kern Ende. Dann war der große Krieg gekommen, di« Invasion, und hatte diesen Kampf zunächst in den Hintergrund gerückt. .Jetzt ist der Krieg zu Ende," sagt« Lollard;»die Arbeit geht wieder ihren Gang, und der Kampf zwischen Kapitalist und Arbeiter bleibt derselbe. Man will den Weber wieder ins Elend stoßen. Gesteht einmal, Atter, wieviel Lohn Ihr kriegt?" Er stellte diese Frag« grob an einen Arbeiter, der für Herrn Massin handgesponnenes Garn webte. Choin, so hieß der Arbeiter, warf das Webschiffchen nur mtt der Hand. Für gröberes Wertzeug war der Faden zu fein. Es war dies di« West«, kunstvollste Art des Webens. „Eure Arbeit", fuhr Lollard fort,„kann gar nicht hoch genug . beahlt werden. Ihr seid der geschickteste Arbeiter in ganz Com- bresis. Ihr braucht drei Stunden, um eure Ketle von achtzig Zenti- meter Brette zurechtzumachen, und ihr braucht einen Monat, um ein Stück von 32 Metern, das nur ein halbes Pfund wiegt, zu weben. Und bei dieser Art Arbeit seid ihr damit zufuieden, wenn man euch einen Schandlohn von acht Franken pro Tag gibt." (Fortsetzung folgt.)- eBuch Jach Xondon:»Die glücklichen SnSeln9.'* Di« glücklichen Inseln, das ist Hawai und sein« Inselgruppe. Em Land schöner, körperlich und geistig bevorzugter Menschen mtt einem'Klima, das alle Wonnen des Daseins erhöht und all« Schatten- fetten leichter erträglich macht, ein Land seltsamer, aber gesunder Rassenmischungen. Und ein Land der Phantasie und des Wen- teuers. Denn hier trifft die Sturzflut moderner europäischer Ge- brauch« auf di« Brandung Wer Ueberlieferungen. Jack London erzähll uns in diesem Rooellenbande vom Tod« Kahekilis, der zur Folge hatte, daß Kumuhana nur mtt knapper Not einem schlimmen Schicksal entging, weil sie ihn dazu ausersehen hatten. Kahekili, der ein Häuptling war, auf der Fahrt in die andere Welt zu begleiten. Und von Koo'rni, dem Aussätzigen, der seine aussätzigen Untertanen gegen die Landpolizei führt«, wett er«in Anhänger der Freiheit war und nicht wie ein Gefangener leben wollte, interniert auf der Insel der Aussätzigen. Zwei Jahre lang trieben sie ihn wie ein Tiv durch die unwegsamen FelsNüft« des Hochlandes. Und er war ihnen ein ehrlicher Feind, denn er tötete nur, wenn sie ihn angriffen. Und er starb nicht von ihren Kugeln, sondern allein und in der Freiheit. Viele dieser Geschichten befassen sich mit dem dunklen Punkt des Infellebens, dem Aussatz. Mit dieser geheimnisvollen Krankhett, deren Ansteckungszeit sieben Jahr« dauert, und die gesunde, kraft- strotzend« Männer in lebende Leichnam« verwandelt Zwei wunder- bore Chinesengefchichten beschließen dos Buch. Die Erzählungen Jack Londons packen uns darum immer wieder, wett wir in ihnen zweierlei finden, das in solcher Mischung wenige Dichter besitzen: Leben und Schöpfertum. Wer lebt, kann nicht schaffen und um- gekehrt: Der Schaffende findet kaum Zeit, sein eigenes Leben zu durchkosten. Jack London konnte beides, daher der wahrhaft« Atem seiner Erzählungen..Alexander von Sacher-Masoch. * Deutsch« Verlag sonstalt. WAS DER TAG BRINGT. Die kleinen Kapitalisten in Cambresis lebten vom Elend der Arbeiter. Gedrückt von den Pariser Einkäufern, nahmen sie vom ■MuiimuimiiramuiimoiimimiiiwnaiiiiuimiMmHiNiiiMiii Der Siegeszug des Telephons. Gelegentlich der bevorstehenden Ausgabe des neuen Berliner Telephonbuchs wird bekannt, daß di« OPD. mit einer Steigerung von 25 000 Anschlüssen Im Jahr in der Reichshauptstadt rechnet. Insbesondere die am 1. Ianuot 1929 eftigetretene Gebührenermäßigung hat eine ganz außerordentliche' Steigerung der An, schlüsse mit sich gebracht. Schon jetzt hat JBeritn rund 300 000 Haupt- und 215 000 Nebenstellen, also mehr als ein« halbe Million Telephon- anschlüss«. Im Jahr« 1929 sind 475 Millionen Ortsgespräche geführt worden. Die Todesstrafe in Polen. Nach einer Statistik des polnischen Justizministeriums sind In Polen im Laufe der letzten sechs Jahre 218 Todesurteile vollstreckt worden, davon im Jahre 1924 98 Todesurteile, 1925 79, 1926 24. 1927 10 und 1928 nur sieben Todesurteile. Im vergangenen Jahr 1929 ist kein Todesurteil vollstreckt worden. Ein ungemütlicher Passagier. Als er nachts von einem auswärtigen Patienten nach Haufe fuhr, wurde der praktische Arzt Dr. Stern aus Veitshöchheim a. M von einer Frau angehalten und gebeten, si« in seinem Auto mitzu- nehmen. Während die Frau«in ziemlich schweres Köfferchen im Wagen verstaute, bemerkte der Arzt plötzlich, daß sie unter'm Rock lange Hosen an hatte. Er gab plötzlich Gas. fuhr davon und ließ si« einfach stehen. Der Koffer, den er bei der nächsten Polizeiwache abgab, enthielt ein« geladene Pistole,«inen Dolch, mehrere Schlag- ringe und komplettes Einbruchswerkzeu'g. Arzneipillen aus Tonerde. Ein Vorfall, der fast wortwörtlich an eine Geschichte von Johann Peter Hebbel erinnert, ereignete sich im Rheinland. Mehrer« sunge Leute hatten sich als Aerzte aufgetan und in vielen Netnen Orten „Sprechstunden" abgehalten, und dabei verkauften st« Pillen aus Tonerde mit Schokolade überzogen als Universalmittel gegen Krank- heilen aller Art. Di« Pillen wurden auch gegen Nachnahme ver- sandt, wodurch die Betrüger größere Geldsummen in die Hand be- kamen. Das führte indessen auch zu ihrer Entlarvung. Dieser Tage stand die Aerztegcsellschast in Koblenz vor dem Richter, der die Mehrzahl der„Aerzte", arbeitslose Handwerksburschen, abzu- urteilen hatte. Kino In Japan. Obzwar es in Japan berette 1120 Kinematographencheater gibt, di« bis auf sechs ausnahmelos in einheimischen Händen sind, werden ständig neue Lichtbildbühnen gebaut. In Tokio allein sind äugen- blicklich, wie die„Ostastatische Rundschau" berichtet, mehrere Lichi- bildtheater mit einem Fassungsraum von je 4000 Personen im Bau. Tonfilme werden schon in Tokio. Osaka und Kyoto vorgeführt. Dorläufig werden sie von den USA. eingeführt,.sollen aber dem- nächst in Japan selbst hergestellt werden. Während von stummen Filmen vor sieben Iahren nur etwa jeder zehnte Film in Japan selbst hergestellt war. beträgt die Zahl solcher FUme jetzt 83 Prozent. Di« restlichen 15 Prozent vertetten sich zu 70 Prozent auf die Vereinigten Staaten, 20 Prozent auf Deutschland, 5 Prozent auf. England und 5 Prozent auf Italien und Frankreich als Herstellungsländer. Bürokratenorgie in Frankreich. Vor etwa vier Iahren warf eine Frau aus Chatelet bei Dijon ein totes Kaninchen in die Sanne Sie konnte damals nicht ahnen, welche Scherereien dies für sie haben sollt«. Zunächst nahm die Wasserpolizei Anstand an der Sache und leitete ein Verfahren ein,, weil.der Kadaver des Kaninchens, so klein er auch sei, die Strom- schiffahrt stören könne. Sie berief sich dabei auf ein im Jahr« 1727 erlassenes Gesetz. Di« Angelegenhest wurde so ernst genommen, daß sich auch der Departementsrat der Präfektur mit ihr beschäftigte. Das Gremium kam indessen nach langen Beratungen zu der Er- kenntnis, daß es In der Sache nicht zuständig sei. So gelangte denn die„Affäre Lapin" mit all ihren verwickelten Einzelheiten zur Entscheidung an das Ministerium der öffentlichen Arbeiten, zum großen Leidwesen der Referetrten, die genötigt waren, über den zu einem dicken Band« angeschwollenen Akten zu brülen und ihren suristischen Scharfsinn an das im Wasser beigesetzte Kaninchen zu verschwenden. Aber auch da» Mlnistenum fand keinen Ausweg aus der Sackgasse und überwies deshalb die Akten an den Bor- sitzenden des Staatsrats. Dieser entschied endlich dahin, daß di« erste Instanz im Recht gewesen sei, sich aus dos Gesetz vom Jahre 1727 zif stützen, und daß man dieses Gesetz auch richtig ausgelegt habe. So eröffnet sich denn der Oeffentlichkeit die Aussicht, auch fernerhin über die leichtsinnige Frau auf dem Laufenden erhalten zu werden, die Ihrem Kaninchen im Wasser ein feuchtes Grab bereitete. Ein Karren Mädchen tür 100 M. In den Hungergebieten Chinas blüht der Handel mit Mädchen, denn die unglücklichen Cltern suchen sich auf diese gewinnbringende Weise der hungrigen Mäuler zu entledigen, vi« großen Massen, die auswandern, um in der Mandschurei ein neues besseres Leben zu gewinn«,, empfinden ine große' Zahl der Kinder, di« si« mit- schleppen, als ein Hemmnis. Wie in den„Berliner Missionsberich- ten' mttgeteill wird, sind allein im ersten Bezirk von Kuang Ping im Südzipsel der Tschtti-Provinz von 12 000 Bewohnern über 2200 Männer und gegen 1200 Frauen seit dem Dezember 1928 aus- gewandert. Im fünften Bezirk verließen über 3000 Menschen das dürre Land, und aus diesem kleinen Gebiet allein wird der Verkauf von 441 Mädchen und 7S Knaben gemeldet. Di« Mädchen werden nicht selten„im Ramsch" abgegeben. So sollt« ein« Karrenladung von 13 Mädchen im Alter von 15 bis 20 Jahren 100— 120 M. einbringen, und solcher Karren sieht man viele auf den Wegen, und ein schwunghafter Handel wird mtt dieset lebenden Ware betrieben. In der Schantung- und Hopei-Provinz hat man 32 Kreise für die schlimmsten erklärt: daneben gibt es noch schr viele, bsi denen„Rot zweiten Grades" herrscht. •* Alles Amateure, Amateure! Prenn, Sonja Henie, Arno Borg und Bedruii In der Angelegenheit des deutschen Tennis-Spitzenspielers Daniel Prenn, dem grobe Verstöße gegen die Amäteurbestim- mungen zur Lost gelegt worden waren, hat der Vundesleiter des Deutschen Tennis-Bundes, Dr. W. Schomburgk-Leipzig, seine Eni- scheidung nunmehr wie folgt getroffen: „Nach«ingehender Prüfung der dem Deutschen Tennis-Bund übergeben«» Unterlagen ist eine Verletzung der internationalen Amateurbestimmungen durch Herrn Prenn nicht festgestellt worden. Herr Prenn erhalt aber andererseits einen V e r- weis auf Grund des§ 1 der Disziplinarordnung, weil er bei seinen mit der Firma Gebr. Hammer gepflogenen Verhandlungen, die übrigens zu einem Abschluß nicht geführt haben, die für seine erponierte Stellung als führender deutscher Spieler in besonderem Maße erforderliche Zurückhaltung hat vermissen lassen. Insbesondere hat er auch bei seinen an sich zulässigen geschäftlichen Verhandlungen für die Firma Slazenger die un- bedingt notwendige scharfe Trennung zwischen Sport und Geschäft nicht genügend beachtet/ Es hat also den Anschein, als ob die Mitteilungen über den Tennisspitzenspieler Prenn auf sehr guten Informationen beruhten. Eine strenge Verwarnung wird eben nicht ohne weiteres erteilt. Aber trotzdem: Wie steht es mit den vielen anderen Amateuren im bürgerlichen Rekordsport? Da ist z. B. die Eiskunstläuferin Sonja He nie, die man ja wohl auch noch zu den Amateuren rechnet, denn sie beteiligt sich am Sonntag an den Meisterschaften im Sport- palast. Sonja kann es sich leisten, in der ganzen Welt umherzu- fahren und ihre Kunst zu zeigen. Nach Berlin kommt sie direkt aus New Dork mit der„Bremen". Aus welchen Quellen fließen die Mittel, um solche Amateurreisen bestreiten zu können? Derselbe Fall liegt bei Arne Borg, dem Meisterschwimmer, vor. Der ist glücklich„um die Welt" geschwommen. Fortgesetzte Zweifel an feiner Amateureigenschaft will er jetzt damit begegnen, daß er sich einen„offizielleb" Beruf zugelegt hat, er ist Vertreter einer Film- gefelljchaft geworden. Und nun ist er wieder—„Amateur". * Der„F u ß b a l l w o ch e", dem amtlichen Organ des Ver- bandes Brondenburgischer Ballspielvereine im bürgerlichen Deutschen Fußballbund, entnehmen wir nachstehende Ausführungen von Hans Hofmann, der jahrelang Spielousschußvorsitzender beim 1. Fuß» ballklub Nürnberg gewesen ist. Hofmann geht in seinem Aufsatz von der Bestrafung des Spielers Mädler und seines Vereins, des Chemnitzer VC-, aus. Zu diesem Fall hatte sich das„Chemnitzer Tageblatt" treffend folgendermaßen geäußert: „Unser Fußballamoteurismus ist eine Unwahrheit, wie jeder Eingeweiht« weiß. Diese Unwahrheit wird, wie ebenfalls bekannt, nur aufrechterhalten, um nicht zur 2 leuer herangezogen zu werden. Dw Verbände freilich, mit ihrem Riesenapparat, nehmen den Vereinen von deren Punktfpieleinnahmen einfach lü Proz. weg. Diet richtiger wäre es, man zahlte die paar Prozent Steuern und wäre so ehrlich, die an einen Teil der Spieler gezahlten Entschädigungen oder gewährten Vorteil« gesetzlich zulässig zu machen." Hofmann streicht von diesen Sätzen in feinem Kommentar nichts ab. Cr macht nicht etwa den Versuch, Süddeutschland vom Urteil des Chemnitzer Blatts auszunehmen. Erfreulich schmucklos, dankenswert offen der Wahrheit die Ehr« gebend, führt er neben anderem aus: „Ehrlich gesagt, wir haben gar keine Ursache. Freude zu heucheln, wenn es beim Nachbar brennt. Denn Ich müßte mir wahrscheinlich Gewalt antun, um etwa zu behauplen, daß dort. wo am bellen Fußball gespielt wird, der Amateurgedanke am wenigstens durchbrochen wird!" Ein besonders kraß liegender Fall der Verbindung von Sport u n d G e s ch ä f t bei einem Amateur macht die Runde durch bürger- liche Sporttogesblätter. Danach machte vor einigen Wochen der schweizerische Skispringer Adolf Badrutt von sich reden, als er an einer italienischen Schanze einen gestandenen Sprung von 75 Metern aueführte. Jetzt wirg behauptet, daß sich Badrutt bei dieser Gelegenheit in mehrfacher Hinsicht gegen den Amateur- Paragraphen vergangen hat. Er nahm an der Konkurrenz ohne Starterlaubnis seines Verbandes teil, zudem handelt« es sich um ein Springen, das nach der Ausschreibung von keinem Amateur bestritten werden durfte, waren doch Varpreise und für die Ueber- bietung' des Schanzenrekords eine ganz bedeutende Summe aus- gesetzt, die Badrutt zugefallen sein soll. Nach einer anderen Version soll der Schweizer als Gegenleistung auch ein Auto erhallen haben. Wenn sich die Behauptungen als wahr herausstellen, wird Badrutt sofort disqualifiziert werden. Wenn der Tennis-Bund und die„Fußballwoche" es nicht wisien sollen, wer denn sonst? Aber wer erhofft Besierung von einer Sportrichtung, die im kapitalistischen Wirtschaftssystem wurzelt? „Reichsbanner— Arbeitersport" Ein Nachwort Zum Thema.Arbeitersport und Reichsbanner" möchte ich mir ein kurzes Nachwort erbitten. Die Zeiten, wo die Frau an den Kochtopf gehörte und der Schuster bei seinen Leisten zu bleiben hatte, gehören ja wohl der Vergangenheit an. Der Sport ist«in so ausgeprägtes Volksgur, daß es nicht nur töricht, sondern auch unmöglich ist, es denen vor- .zuenthalten, die nicht die Neigung oder die Zeit haben, sich einem Sportverband anzuschließen, weil ihnen andere Fragen des öffent- lichen Lebens näherstehen. Allen denen, die als Ausgleich gegen- über anderen Beschäftigungen, seien sie beruflicher, bildender oder unterhaltender Art, Sport oder Gymnastik treiben wollen, sollte dazu Gelegenheit in ihrem besonderen Wirkungskreis gegeben wer- den. Körperliche Uebungen sind für den modernen Menschm so nötig wie Essen und Trinken, sie gehören geradezu zu den Lebens- Notwendigkeiten. Das wird auch immer mehr erkannt, bester ge° sagt, gefühlt, und wir kommen der erfreulichen Tatsache immer näher, daß jeder Mensch irgendeinen Sport treibt, der ihm mehr oder minder zur Lebensgewohnheit wird. Da es die vornehmst« Aufgabe einer jeden Sportorganisation sein muß, dese Entwicklung des Sportes zur Volkssache mit allen Mitteln zu fördern, würde die Arbeitersportbewegung sich selbst untreu werden, wollte sie sich mit einer chinesischen Mauer umgeben and den Sport nach Zünftlerart als ihr alleiniges Vorrecht erklären. Wir haben die Tore längst weit aufgemacht, so daß jeder zu un» kommen kann, der den Sport technisch gerecht betreiben will. Der das aber nicht will oder nicht. kann, dem mag in seinem gewählten Mrkungs- kreise Gelegenheit zu körperlicher Hebung gegeben werden, so gut es eben geht. Schon längst haben wir nichts mehr dagegen ein« zuwenden, daß Gewerkschaften und Sozialistische Arbeiterjugend Sport betreiben, warum sollten wir es dem Reichsbanner ver- wehren wollen? Aber für die Gründung neuer Verbände stt eme zwingende Notwendigkeit nicht vorhanden, das sollte man im Reichsbanner, das doch der republikanischen Konzentration dienen will, zu allererst beherzigen. krite Wildung. Die ersten Ausscheidungen für„Wien— Berlin" Der am 30. März im Lunabad, Halensee, stattfindende Schwimm st ädtekompf Wien— Berlin sieht die Groß- Berliner Arbeiterschwimmer in voller Vorbereitung für die Auf- stellung der Mannschaften. Sie ist um so schwerer, als jede Mann- schaft aus 21 Sportlern bestehen soll, die auf alle Schwimm-, Sprung- und Wasserballkämpfc vertellt werden müssen. Dadurch besteht nicht die Möglichkeit, für jeden Wettkampf ausgeruhte Schwimmer zu stellen. Fast jeder Mannjchasrsteilnehmer muß an mehreren Konkurrenzen mitschwimmen. Es gilt also, die 21«Sportler so zu verteilen, daß an jedem Wettkampf eine starte und ziemlich frische Mannschaft teilnimmt, damit vielleicht Berlin diesen ersten Städtewettkampf zu seinen Gunsten entscheiden kann. Während die Wasserballspieler ihre Ausscheidungsspiele am letzten Donnerstag im Lunabad begannen, trafen sich am Dienstag im Lichtenberger Hallenbad die Schwimmwettkämpfer, um einen Teil ihrer Ausscheidungen vorzunehmen. Das 100-Meter-Brust- schwimmen für die 4Xl0l)-Meter-Brrtststafett« sowie das Brust- schwimmen für die 3x100-Met«r-Logenstch«tte gewann Grandtke vom Schwimmbezirk Kreuzberg der FTGB. m der guten Zeit von 1:21,6 Min. vor Tiedtte-Berlin 12, Lux-Union. Franz Grühn- Charlottenburg und Becker-Neukölln. Für die Lagenstaffel steht Grandtke fest. Die Bruststafette schwimmen Grandtke, Tiedtte, Lux und Grühn. Becker ist Ersatzmann. Grühn beendet« mit Vorsprung das 200.Meter-Freistilschwimm«n in 2:39,2 Min. vor Preuschow- Hellas und Reglin-Spandau. Somit schwimmen die 4X200-Meter- Crawlstafettc Grühn. Preuschow, Reglin und Frohn-Reukölln, Die Mannsichast für die lOXööÄ-Meter-Crawlstafette steht noch nicht ganz fest. Es kommen folgende Schwimmer besonders in Frage: Hampe, Engel-Lichtenberg, Preuschow, Frohn, Grühn(Ernst), Mettke-Spandau, Kluckow-Union, Reglin, Trippcnsee-Kreuzberg, Schöttke und Göttke-Neukölln. Recht gut schwamm bei diesen 75 Metern Engel-Lichtenberg mit 50 Set. Am Donnerstag, 13. März, trafen sich die Kunst- und Turm- springe r sowie die Auswahlwasserballmonnschaften zu den weiteren Ermittlungskämpfen im Lunabad. Weitere Schwimmausscheidungen finden Dienstag, 18. März, im Stadtbov Wedding statt. Dort kommen neben dem 100-Meter-Rücken- und dem Crawlschwiinmen für die Lagenstafette auch Ausscheidungen für die Frauen zum Austrag._ Deutsche Winterkampfspiele im Sportpalast Für die Eislaufkonkurrenzen am Sonnabend und Sonntag im Sportpalast haben folgende Sportler gemeldet: Sonnabend, 15. März, Herrenhoupikun st laufen: Ernst Bayer. Berlin: Otto Zappe, Gablonz: Rudolf Prasnowsti, Troppau: Dr. Hugo Distler, Wien; Ludwig Wrede, Wien: Herbert Haertel. Berlin. Damenhauptkun st laufen: Frl. E. Flebbe, Berlin: Frl. Fritzi Burger, Wien: Frl. Melitta Brunner, Wien: Frl. Else Hornung, M«n. Hauptpaarlaufen: Frl. Kishauer- Gaste, Berlin: Ehepaar, stoppe, Troppau: Frl. Brunner-Wrede. Wien: Frl. Papetz-Zwack, Wien: Frl. Förster-Dr. Jüngling, Oppeln; Geschwister Jaurnick. Graz. Sonntag, 16. März. Europameisterschaft im Herrenkunstlaufen: Ludwig Wred«, Wien: Joseph Bern- hauser, Wien: Dr. Hugo Distler, Wien; Karl Schäfer- Wien; Otto Hartmann, Wien: Joseph- Sliva, eTschechoflowakei: Otto Sold» Tschechoslowakei: Rudolf Prasnowsti, Troppau: Marcus Rikkanen, Finnland: Ernst Bayer, Berlin: Benno Wellinann, Berlin: Herbert Haertel, Berlin. Internationales Damenkun st laufen: Frl. Fritzi Burger. Wien: Frl. Ilse Hornung, Wien: Frl. Melitta Brunner, Wien: Frl. Vevi Anne Hullen, Schweden: Mme de Lignc. Belgien: Frl. Flebbe, Berlin: Frau Margit Bernhardt, Berlin; Zur|upndweilieü.Einsegnnn9- ist das beste Geschenk eine Armband- oder Taschenuhr Goldene Damen-Armbandahr, rtkarätig, von 19.50 M. an Stlberae Herren-Armbanduhr..... von 13.— M. an Herren-T aaeheuuhr.......... von 4.50 M. an Schriftliche Garantie Hermann Wiese Reichhaitig.Qoid- u. siiDerurareniager nur: S„K0ttbU8S8r Daihm 2 Passende Elnsednnnds-Gesdienbe Jiaukasus- and JCcimzWeiue Direkter Export der UdSSR. überall erhäliliA Otneral- Depot: Ph. Brand& Co. Berlin SW., Lindenstraße 3. HerrenRlelderlannii Gegründet 1 893 gibt Anatlge, Ulster, Paletots usw. ab, soweit nicht am Lager Extra- anfenigun-. ohne Prolssufschlag. 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Die Polizei, die an Gewicht im Vor- teil war, vermochte sich erst in den beiden schwersten Klaffen durchzusetzen, mußre aber trotzdem dein R j F. den knappen Punktsieg 6: 4 Überlossen. Im Leichtgewicht konnte Wittenberg(RjF.) Mägde- frau(Polizei) bereits nach 4 Minuten durch Kopsschere mit Arm- Hebel zur Aufgabe zwingen: Der Leicht-Mittelgewichtler Franzke (Polizei) ging mit Landsberger sehr scharf ins Zeug, um vorzeitig zu siegen. Der zehn Pfund leichtere L. holte zwar in der zweiten Runde mächtig auf, der Richterspruch lautete auf knappen Punktsieg von Landsberger. Ein Urteil, das nicht ganz befnedigen konnte. Ebenfalls Punktsieger wurde in der gleichen Klasse Neumann(RjF.) über Schmock(Polizei) nach drei Gängen. Die ersten Punkte für die Polizei holte deren Meister Schumann leicht über Unger(RjF.) nach 3.25 Minuten. Mit ungewöhnlichem Schwung begann das Ringen der Schwersten. Der starke Perlbach(Polizei) erhielt über Oppenheim(RjF.) den knappen Punktsieg zugesprochen. Umrahmt wurde der Klubkampf durch einig« Einlodungskämpf«. Den ersten Kampf im Leichtgewicht gewann Awerbuch(RjF.) über Arendt(Post) «ach Punkten. Im nächsten Treffen blieb Reichelt(Polizei) über Abrahamowitz(RjF.) nach 8.3T Minuten durch Beinschere erfolg- reich. Der Einladungskampf im Halbschwergewicht zwischen Laos (Polizei) gegen Schwabe(RjF.) endete nach drei Gangen unent- schieden. I „Einheit", die sie meinen Der kommunistische Sportverband, genannt„Interessengemein- schaft zur Wiederherstellung der Einheitsfront im Arbeitersport" versucht nach außen den Anschein zu erwecken, als wäre in ihm alles glänzend bestellt. In Wirklichkeit sieht£S trostlos aus. Dafür spricht neben der Rückkehr von Vereinen aus der IG. zu ihren alten Verbänden auch der stete Führerwechfel. Cr steht im Zu- sammmhang mit den Kämpfen und den Führerwechfeln innerhalb der Kommunistischen Partei. Die Spaltung des Arbeitersports in Ostpreußen besorgte der KPD.-Bezirkeleiter Schubert- Königsberg. Er versuchte Ende 1329 Mitglied im Arbeiter-Tnrn- und Sportbund zu werden, wurde aber erkannt und nicht ausgenommen. Nachdem er die in Ostpreußen cm und für sich schon schwer um Anerkennung ringende Arbeitersportbewegur.g in ihrer Entwicklung auf Jahre hinaus zurückgeschlagen hat. schob ihn die KPD. nach Hamburg. Dort hat er das Erbe des KPD.-Bezirksleitcre G r n b e angetreten. Grube, der Mann, der dafür sorgte, daß sich der VfL. 05 Hambura außer. halb des Arbeiter-Turn- und Sportbunds stellte, und dann vom kommunistischen Sportverband zum Deutschen Fußballbund über- trat, ist nach Halle versetzt worden, wo man den Spaltersührer K-ven« n in die Wicken schickte. Das von der Kommunistischen Partei für ihre beauftragten Spalter in Königsberg und Umgebung herausgegebene Blatt„A r- beiter spart im Osten" ist nach vierwöchigem Leben elend Pleite gegangen. Die KPD. hat es fang- und klanglos in die Versenkung verschwinden lassen. Das Blättchen hörte in den, Augen- blick auf zu bestehen, in dem der Königsberger KPD.-Bezlrlsleiter Schuberts der der Herausgeber war, nach Hamburg versetzt wurde. Die Stärk« der„Opposition" in Ostpreußen ist durch das Eingehen des KPD.-Gewächses genügend gekennzeichnet. In Pommern hat der Führer der dortigen Athleten im kommunistischen Sportvcrband feine Mitläufer finanziell gehörig geschröpft und sie dann im Dalles sitzen lassen. Als Unorganisierter und radikaler Schreihals war er ein von der KPD. besonders gern benutzter Strohmann. T»urifte»»«rein»Die Molarfreurb«". ficnhulc Wie». Ortsorup»« Berlin. Mittwoch. 19. Mi«. 2ll Uhr, SophienlVeum cAulai, W-!nm«!stcrstr. te 17, Amtokt ,ur Werbcwvche Lichtbildervortrag und andere Darbietungen. Eintritt frei. Gälte herilich willkommen.— ssreitag. lt. Mär.,, 20 Uhr. Hit. «harlottenbnrg: Sbrcestr. 30. Klähn-Slbend.— gumboldt lZugcndgcuppe): Pank. Ecke Wiesenitrahe. Vortrag: ,.Äni den Landstrahen Europas".— Fall. baotabteilunq: Vriäcr Str. 27. Lichtbilberportraq.— Abt. Treptow: Eilen- ktrah« 3. Llchlbilderpbrtrag:„Ein Jahr bei den Griechen".— Abt. Brig: Ehangeelir. iS. gahrtenerlebnisse.— Abt. Südost: Britler Str. 27. Märzfelcr. — Montag, 17. Mär,. 20 Uhr. Photogemewlchalt: frankfurter Allee 307. Kcrst-llung von Diapositiven.— Malknnstgemeiuschast: Wrangelstr. 128. Lichtbilder:..EinMhrung in- die Architektur". Arbritrrspvrt.Acgrlklub.vorwärts" hält keine Ucbunqsabend« leben grei- last, m 30 Uhr in der„Sporsklause", Echänleinstr. S, ab. Gäste wlllkonunen. v«,irk«kartell«reo, laue» Berg. Alle Evortgcnolken beteiligen sich an der AuNdgrbung der Partei am Sonntag, dem 10. Märs, 11 Uhr. In der„Neuen Welt". Lasenheide. JiloHerkirche£ehnin Etwck 15 Kc'ometer östlich von Brandenburg a. H. liegt der Marktflecken Lehnin mit einer der berühmtesten Kloster- tirchen Norddeulschlands. Bor jetzt 750 Jahren, 1180, wund« die Klosterkirche von dem Marlgrafen Otto I. als Zisterzienser- kloster begründet. Lehnin ist weiterhin durch die sogenannt« Lehninsche Weissagung berühmt geworden, die Zuerst im Jahre 1633 auftauchte und den Untergang der Hohenzollern, die daraus folgende Einheit Deutschlands und die Wiederherstellung der katholischen Kirche voraussagte. Für Liste I in der BVG. Kommunistische„Wahlardeit". Als unsere Genossen heule»ulk der Verbreitung der„Der- kehrswachl" in der ha u p l we r k st ä l te llferstrahe 3. Straßenbahn, beschäftigt waren, kam der lygnderreduer der..Roleu Fahne" Adolf Rehbock mit elaem Kommaudo der„Front- kämpf er". Dle„Revolutionäre" versuchten, unsere Genossen au der Verbreitung zu hindern und gingen zu Tätlichkeilen über. Vlit Totschlägern, Gummiknüppeln und Spazierstocken schlugen sie. auf unsere Genosien ein. Diese sehten sich natürlich zur lvehr und nahmen, einigen der Helden ihre„geistigen Waffen" ob. Ein Teil der„Reoolulionäre" warf die kommunistischen Plakate und Flugzellel weg und ergriff die Flucht. Diese Leute scheuen vor nichts zurück und suchen mit Gewalt unsere wahlarbeit zu verhindern. 3a Zukunft werden wir mit solchen Zwischenfällen rechnen und uns dagegen fichern. Die dem Stoßtrupp abgenommenen.Kampf- mittel" werden wir dem kultnrmuseum der Sowjetunion über- weisen. Omnibusbeirieb für Liste L Fort mit den„roten" Arbeitmäten. Als Auftakt zu den Betriebsrätewahlen bei der BVG. hielt Donnerstag abend im Verbandshaus der Metallarbeiter das technische Personal des Omnibnsbstriebes eine Versammlung ab, die einen außerordentlich starken Besuch aufwies. An Stelle des ocr- ungtückten Direktors der Verkehrs-A.-G„ Brolat, referiert« dar sozialdemokratische Stadtverordnete L e m p e r t über„Die wirk- schasillche und finanzielle Lage Berlins und der BVG. An einer ganzen Reihe von Beispielen führte der Referent den Wrsammel- ten vor Augen, wie in erster Linie die woriradikalen komnmnisti- scheu Siadtverordneten«s oftmals unmöglich machen, für die-werk- tätige Bevölkerung Berlins im Stadtparlament wirklich praktische Arbeit zu leisten. Di« Ausführungen Lemparts unirden mit großem Beifall aufgenommen und durch die anschließenden Reden in der Diskussion noch wirksam unterstrichen. Hierauf sprach der Vertreter des Meiallarbeiter-Berbandes, Koch I zu den Betriebsrätewahlen bei der BVG. An den wich- tigstsn Bestimmungen des Betricbsrätegesetzes zÄgt« er, w.lche großen Aufgaben die Betriebsräte haben. Die Betriebsräte müssen dazu nicht nur das Betrieb srätegesetz, sondern auch das gesamte Wirtschafts- und Tarifrecht beherrschen. Diese Kenntnis geht den sogenannten„revolutionären" Arbeiterräten bei der BVG. völlig ob. Ihnen fehlt vor allem der für jeden Betriebsrat stärkste Rückhalt, die gewerkschaftliche Organisation. Die kommunistischen Ar- beiterräte haben während ihrer einjährigen Tätig keil zur Genüge bewiesen, daß ssc infolge ihrer sÄbstbewirkten Isolierung von den Gewerkschaften nicht in der Loge sind, die Interessen der Verk.hrs- arbeiter wahrzunehmen. Dafür gab Koch I viele Beispiele aus der Praxis der kommunistischen Arbeiterräte. Für die Berkehrsorbeiter kann es morgen keine andere Ent- scheidung geben als die, geschlossen für die srcigewcrkschaftliche Liste 1 zu stimmen und den unfähigen kommunistischen„Arbeiterräten" den längst verdienten Fußtritt zu geben. Kommunistische Vundesgeuoffen! Die Ratio nalsoziaflstca hatten zu heute vormittpg noch Höver- lands Festsälen eine Wahlversammlung für die Derkehrsorbeiter ein- berufen, in der für die nationalistisch« Liste zur Betriebsratswahl Propaganda gemacht werden sollte. Der etwa 403 Personen fassende Saal war von achtund- zwanzig Menschen„gesülit", von denen anscheinend der größte Teil keine Arbeiter der Berkehrs-A.-G. waren. Daß die Nationalsozialisten selbst nicht aus einen nennenswerten Erfolg bei der Belriebsratswahl rechnen, bewiesen die Ausführungen des natlonalsozialistsschen Stadtverordneten Engel, die in folgender Aufforderung gipfelten: „Wer unter den heutigen Verhältnissen muh nicht den Mut hat. sich offen zu den Nationalsozialisten zu bekennen, der wähle dann die kommunsstifchen Kandidaten, aber nicht die der freien Gewsrk- schasten." Daß es sich bei dieser Aufforderung nicht um etwa ein« redne- rische Entgietsung handelte, bewies der Nachsatz: „Ich unkerstühe im Aussichtsral der BVG. aus de« gleichen Gründen die Kommunisten." Diese Aufforderung ist um so bezeichnender, als Engel selbst die llnsählgkelt der kommunistischen Arbeilerräle charakterisierte, indem er die bekannten Fälle ausführte, wo dieser Arbeiterrat vor dem Arbeitsgericht abgewiesen wurde, weil er bei der Einreichung der Klagen nicht die elemenärstcn Voraussetzungen erfüllt hatte. Die Nationalsozialisten fordern also die Verkehrsarbeiter auf, lieber eine unfähige kommunistische Vctriebsvertretung zu wählen als eine solche, die sich auf die Gewerkschaften stützt. Deshalb Wahlen wir List« L Am�dauer der Arbeitsgerichtsbeisitzer. Der Reichstag hat am 11. März eine Regierungsvorloge an- genommen, nach der die Amtsdauer der zur Zeit im Amt befind- lichen Zlrbeitgeber- und Arbeitnehmerbeisitzer der Arbeitsgerichts- behärden bis zum 31. Dezember 1933 verlängert wird. Durch dieses Gesetz soll ein Wechsel der Beisitzer während des Geschäftsjahres verhindert werden. Frcltns. 14. März. Berlin. 16.00 Projnramni der Aktuellen ALtciUins. 1630 Von Königsberg: Orcbesterkonzert. 17-30 Das neue Buch. 17.40 Kurt Bilan; Die Windmühle einst und letzt. IS. 10 Jugerrdstunde. OCinderorchester.) IS. 40 Programm der Aktuellen Abteilung. 19.30 Zeitberichte.„Eine stürmische Parlamentssitzung In Budapest Ober die ungarische Außenpolitik."(Gleichzeitig mit der Frankfurter UranflOhrung.) 30-10 Musik der Straße. 31.10„Propbetie und ceue Dichtung"(Sprecher: Dr. Alfred Wolfenstein, Günther Iladank, Frltta Brod), 3300 Dr. Fr. Anders: KaitenspieJe. Anschließend Blasorchestcikouzert. KOnigswusterhanses. 16 00 Prof. Dt- Siegfried 6ehn: Rebellion der Jugend. 16.30 Nachmlttagskonzert von Leipzig- v 17.30 Prof. Dr. Karl Vietcr; Goethe über Natur und Kunst. 17.33 Geh, Rat Dr. Raven«: Krise im Großhandel. 18 30 Dr Charlotte Weldier: Unterhaltende Stunde. 18.40 Englisch für Fortgeschrittene. 19.05 Dr. med. Kautpiann: Die Frau In Ihren Altersstufen. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzle. 30. Uefcenragung von Köln. 31.00 Von Leipzig: Hugo-Wolf-Qedenkstunde. ilttnntmortl.'Ut die NtbnMon: Sollflenn Schmae». Berlin:»tu eigen: kh.«lecke, Berlin Verla«: Vorwärts Berio« 6, m b 6.. Berlin Drück: Sermdru d). drnckerei unh BerlnasanNalt Bflul Sinaer& En Berlin£38 68, Lmhenftrafte 3. Bier» I Beilaae. a"Frühj�Rl-Manfel (/es Jungen Iferm verlangt in erster Linie praktische Eignung für den Beruf, für Schuie und Sport. Aber auch die flotte Linie f.f nicrit»chlen AlsScIbstcrzcugcr studieren wir dies für Sie und halten auch diesmal das Richtige bereit. TRENCHCOAT SCHLÜPFER echtfarbig blau und mode, �2~ modefarbig gemusterter imprägniert, Gr. 38. M. Gabardine, Gr.38„_ M. 39. ULSTER blaugrau, flotte form mit C7 Rückengurt, Gr. 38„ M.•✓/• TRENCHCOAT ULSTER SCHLÜPFER mi- estcmrl'.idf.ttr und? 2_ Cheviot, rw.ireihig mit AJ_ u. Ulster. reinwoIl.Ga bar£0 öltuu,-�lage, Gr. 38 M. JJ, Rxngsgurt, Gr.38„ M. TV. dine, ixnprägn., Gr. 38 M. O ✓• &in*twb*r Das Hau� das Jeden anzieht BERUM C KOLLNISCHER FISCHMARKT