Morgenausgabe Rr. 125 A 63 47.Jahrgang Böchentlich 85 Bt.' monatlich 3,60 TR. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Bfg. Postbestellgebühren. Auslands abonnement 6.-M. pro Monat. Der„ Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend". Illuftrierte Beilagen Volk und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen"," Frauen ftimme". Technit". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 15. März 1930 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipattige Ronparetezeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs. mart. Aleine Anzeigen das iettge brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig met fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes meitere Mort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmarkt sählen für zwei Borte. Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze.le 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Haupt. geschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts Verlag G. m. b. H. Bostichedkonto: Berlin 37536. Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallitr 65. Dt Bu Disc.- Gei.. Depofitenkafle Lindenstr. 3. Kulturvernichter Hakenkreuz und Reichswehr Safentresole furnichter Hochverräterische Umtriebe der Nationalsozialisten.- Neue Verhaffungen. Zur Verhaftung von Reichswehroffizieren in Ulm teilt nunmehr WTB. mit: Das Reichswehrministerium hat vor einiger Zeit durch Meldungen aus der Truppe erfahren, daß einige junge Offiziere im nationalsozia. listischen Sinne zu wirken versuchten. Da diese Versuche rechtzeitig bemerkt und abgestellt worden sind, haben sie sich auf wenige Personen beschränkt und keine Bedeutung gewinnen tönnen. Das Reichswehrministerium hat die Angelegenheit der Reichsanwaltschaft übergeben; diese hat zwei Leutnants des Standortes Ulm und einen ehe. maligen Offizier verhaften lassen. Die weitere Bearbeitung der Sache liegt in der Hand der Reichsanwaltschaft. * Die Namen der aktiven Offiziere sind noch nicht befannt, bei dem ehemaligen Offizier handelt es sich um einen Oberleutnant a. D. Bendt. Die Hugenbergsche Nachtausgabe" nennt die Verhaftun= gen ,, übereilte Entscheidungen", fie spricht von falschen Gerüchten über Rechtsputschpläne" und findet schließlich ben Dreh: Lintspolitische Propaganda, partei.. politische Agitation im übelsten Sinne." Es handelt sich so sehr um linkspolitische Propaganda", daß die Linkspresse diese Tatsachen, die ihr seit Tagen, befannt waren, nicht veröffentlicht hat, um feine Ge rüchtbildung hervorzurufen. Es ist der Gipfel der Dreistigteit, über linkspolitische Propaganda" zu schreien, wenn Rechts putschiften aus dem Offizierkorps der Reichswehr unter der Antlage des Hochverrats verhaftet werden müssen! Das Hugenberg- Organ behauptet dreift und gottesfürch tig, nach dem Erlaß seien übereilt auf Gerüchte hin einige Berhaftungen vorgenommen worden. In Wahrheit war der Erlaß die Folge der Verhaftungen und der Aufdedung planmäßiger nationalsozialistischer Zerlegungsverfuche im Offizierforps der Reichswehr. berg bemüht, die Angelegenheit zu bagatellisieren, fie zu Man sieht, wie sich das Organ des Herrn Hugen verschleiern, fie als Propagandamanöver der Linken hinzu stellen. Das Organ des Herrn Hugenberg sucht De dung zu schaffen für hochperräterische Umtriebe. Die Nationalsozialisten gehören zum Bloc des Herrn Hugen bergman versteht, warum die Organe des Herrn Hugenberg sich so gefliffentlich bemühen, von dem Treiben ihrer Freunde abzulenten. Im übrigen handelt es sich nicht um einen einzigen Einzelfall, sondern um den systematischen Bersuch der Nationalsozialisten, im Offizierkorps der Reichs wehr Bundesgenossen für einen Rechtsputsch zu finden. Der Grlaß des Reichswehrministers läßt das deutlich genug erfennen! Neue Verhaftungen. München, 14. März.( Eigenbericht.) In den letzten Tagen sind immer wieder Gerüchte lauf geworden, In den letzten Tagen sind immer wieder Gerüchte lauf geworden, Garnisonen wegen Verfeuchung des Heeres mit natiodie von einer Berhaffung von Reichswehroffizieren in bayerischen nalfo3iatiffifcher Propaganda wiffen wollten. Die zufländigen Stellen beschränkten fich darauf, auf alle, Anfragen jede Auskunft beharrlich zu verweigern. Indes ist Tatsache, daß im Zusammenhang mit der fürzlich erfolgten Verhaftung eines national fozialistischen Sturmtruppführers in Kaffel ein furz zuvor aus der Das Hugenberg- Organ behauptet weiter, daß das Reichswehr in Ulm ausgeschiedener Oberleutnant und zwei jüngere Reichswehrministerium die ganze Angelegenheit Reichswehroffiziere der Ulmer Garnison am Dienstag hinter Schloß für bedeutungslos halte. Das ist eine Auslegung: und Riegel gesetzt wurden. Das bei ihnen gefundene reichlich das. Reichswehrministerium erklärt, daß die Bersetzungs- belastende material wies nach München, Ingolstadt versuche teine Bedeutung gewinnen fonnten, meil durchgegriffen wurde. Der Reichswehrminister und Regensburg, wo weitere Berhaftungen von hat die Angelegenheit so wenig für bedeutungslos gehalten, Reichswehrangehörigen, aber auch von Personen außer daß er seinen aufsehenerregenden Erlaß dagegen halb des Heeres zum Tell vollzogen wurden, zum Teil unherausgegeben hat! mittelbar bevorstehen Rückzug der Sowjetpolitik. Restlose Aufgabe des Stalin- Kurses. Kowno, 14. März.( TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hat am Freitag das Präsidium des Zentralkomitees der kommunistischen Partei der Sowjetunion unter Vorsitz Stalins folgende Beschlüsse gefaßt: Diese Beschlüsse sind erzwungen durch die schwere Gefahr, mit der die Aussaattampagne durch die bisherige Bolitit der Kollektivifierung bedroht ist. Sie sollen für die Zeit bis zur nächsten Ernte Beruhigung schaffen, um eine Ernährungstatastrophe zu vermeiden. Nachdem die Sowjetbehörden bisher die individuellen Die Beschlüsse bestätigen offiziell die Kursschwentung der Bauernwirtschaften zwangsweise aufgelöst haben, hat Stalinschen Politik, sie sind bezeichnend für die Unsicherheit die Partei festgestellt, das eine solche Kollekti. der wirtschaftlichen und politischen Lage der Sowjetunion, visierung nicht mehr den Interessen der in die der Stalin- Kurs hineingeführt hat. Partei entspricht. Die Partei verlangt, daß die Auflösung der individuellen Bauernwirtschaften nicht mehr zwangsweise, sondern nur noch freiwillig er folgen dürfe. Das Politbüro der kommunistischen Partei der Sowjetunion hat beschlossen: 1. Sofortige Einstellung sämtlicher Maßnahmen gegen die individuellen Bauernwirtschaften. 2. Sämtliche Märkte sollen sofort ge öffnet werden. 3. Die Schließung von Kirchen soll sofort eingestellt werden, weil eine Schließung der Kirchen nur freiwillig mit Erlaubnis und Zustimmung des Pfarrers zustande kommen darf. * Das Zentralfomitee der PPR. hat die Gedankengänge des Stalinschen Artikels zu Beschlüffen verdichtet. Diefe e ſchlüſſe bedeuten einen völligen Rückzug der Sowjetpolitit pon dem Kurse des Terrors auf dem Lande. Kapp- Putsch- Neue Putschgefahr! Die Berliner Sozialdemokratie ruft zu einer | Frick zerstört die Volkshochschule. Von Alfred Braunthal, Daß die Nationalsozialisten der Hort der schwärzesten politischen Reaktion sind, weiß man zur Genüge. In dem Augenblick aber, in dem sie in einem Lande zur Macht gefommen sind, zeigt es sich, daß sie auch der Hort der [ ch wärzesten Kulturreaftion find. Was heute in Thüringen vom Butschisten Frid als ,, Boltsbildungs" minister, aber unter der Mitverantwortung der Deutschen Bolkspartei, an fultureller Barbarei verbrochen wird, übertrifft die schlimmsten Erwartungen.. von der Bolkshochschulbewegung an aufbauender In feinem Lande Deutschlands ist auf so engem Raum Rulturabeit so viel geleistet, an schöpferischen Kräften soviel geweckt worden wie in Thüringen. Die Voltshochschule Thüringen, auf altem Kulturboden entstanden, in einec Stadt ihr Zentrum findend, in der sich die geistigen Kräfte einer hochqualifizierten Arbeiterschaft( 3eiß!) mit einer alten Universitätstradition glücklich verbanden, errang rajch eine führende Stellung in der ganzen Volkshochschulbewegung Deutschlands und steht bis zum heutigen Tage im Mittelpunkt der kulturellen Bestrebungen und Richtungsfämpfe innerhalb der deutschen Volkshochschule. Das ihr angeschlossene Boltshochschulheim Dreißigader hat den pädagogischen Ruf der deutschen Volkshochschule in alle Welt getragen. Unter der Leitung des hervorragenden Pädagogen Weitsch bild für das ganze Meß von Volkshochschulheimen, das sich wurde es in pädagogischer Beziehung zum Muster und Vorfeitdem in Deutschland ausgebreitet hat. bild für das ganze Meg von Boltshochschulheimen, das sich Und eine weitere große Leistung hat Thüringen auf dem Gebiete des Volkshochschulwesens hervorgebracht, die der sozialiftischen Arbeiterschaft Deutschlands besonders ans Herz ge= machfen ist: die Heimo oltshochschule Tinz, die lange Zeit die einzige und auch heute noch die größte sozialiftische Heimschule Deutschlands iſt. Eine Generation pont Linzern" ist schon aus dieser Schule hervorgegangen. An vielen hervorragenden Stellen des öffentlichen, des Parteiund Gewerkschaftslebens stehen heute schon Menschen, die durch diese Schule hindurchgegangen sind. In jeder deutschen Stadt hat eine Reihe tüchtiger Funktionäre der Arbeiterbewegung diese Schulung genoffen. Ueberall hat sich gezeigt, mie eine solche Schule dazu beiträgt, den Blick des Funktionärs der Arbeiterbewegung zu weiten, wie sie ihn dazu erzieht, höchste Attivität in seinem Birkungskreis mit dem Nachdenken über die großen sozialen, wirtschaftlichen und fulturellen Probleme unserer Zeit zu verbinden. Mit der Boltshochschule Thüringen mußte sich die Sozialdemokratie zwar oft auseinanderseßen. Sie fonnte sich mit gewissen neuromantischen Strömungen, die dort stellenweise überwogen, nicht einverstanden erklären. Sie hatte oft genug an der Bolkshochschule Thüringen eine allzu enge Auslegung des Begriffs der ,, Neutralität" zu rügen, die der fozialen Lebenssphäre und Weltanschauung des größten Teils ihrer Hörer nicht Rechnung trug. Aber die große fulturelle Bedeutung der Volkshochschule für die arbeitende Bevölkerung wurde von uns immer anerkannt. Der politischen Unterstützung der Sozialdemokratie war die Volkshochschule Thüringen immer gewiß. So förderte unser Genoffe Greil als Volksbildungsminister nicht nur die Thüringen, und auch seine Nachfolger, der Volksparteiler Heimvolkshochschule Tinz, sondern auch die Volkshochschule Leutheußer und der Demokrat Paulssen, hielten an dieser freundlichen und verständnisvollen Einstellung gegenüber der Volkshochschule Thüringen fest und fanden sich auch mit dem Weiterbestehen der Heimvolkshochschule Tinz ab, nachdem Leutheußer feststellen mußte, daß ein Abbau von Tinz auf unüberwindliche verfassungsrechtliche Schwierigkeiten stoßen würde. Und dieses ganze große Werf der Erwachsenenbildung in Thüringen soll nun mit brutaler Faust zerschlagen werden! Der Volkshochschule Thüringen, die in Stadt und Land eine großen Kundgebung mermübliche Arbeit leiftet, in 18 Städten örtliche Bolkshoch am Sonntag, dem 16. März 1930, vormittagschulen unterhält und durch 15 Kreisberater das flache Land 11 Uhr, nach der ,, Neuen Welt", Hasenheide. Redner: Carl Severing, Otto Wels Parteigenossen, Arbeiter Berlins, erscheint in Massen! Der Bezirksvorstand. [ ichen Zuschüsse gestrichen werden, ebenso der Kulturarbeit durchdringt, sollen sämtliche staat. Boltshochschule Dreißigader und den drei Wirtschaftsschulen( in Gotha, Jena und Altenburg), in denen wichtige Arbeiterbildung geleistet wird; der Staatszuschuß für die Simbolkshochschule Ting soll auf ein Drittel herabgefeßt merden, womit sie natürlich zum Absterben verurteilt würde. Diese legte Maßnahme ist besonders schlau eingefädelt. Man weiß, daß«s verfassungsrechtlich sauf Grund des Nusehtander» setzungsvertrages zwischen dem Lande Thüringen und den ehemaligen thüringischen Ländern) nicht möglich ist, die Schule aufzulösen, also will man sie formell weiter bestehen lassen, ihr aber den Lebensnero abschneiden. Freilich wäre auch eine derartige Maßnahme verfassungswidrig, denn im Auseinandersetzungsvertrag ist der Heimoolkshoch- schule Tinz ausdrücklich chre Aufrechterhaltung im bisherigen Umfange zugejagt worden. Daß finanzielle Gründe bei diesem reaktionären Anschlag auf die Erwachsenenbildung keine Rolle spielen können, geht aus drei Tatsachen hervor: 1. fallen die Beträge, die man auf diese Weis« einsparen will, finanziell überhaupt nicht ins Gewicht(kaum mehr als 100 000 Mk. bei einem Etat von mehr als 100 Millionen Mk.), 2. hat der R e i ch s s p a r k o m m i f s a c, der es an radikalen Abbauvorschlägen wirklich nicht hat fehlen lassen, ausdrücklich betont, daß die Volkshochschule Thüringen wegen ihrer Unentbehrlichkeit, ihrer praktischen Organisationsform und sparsamen Wirtschaftsführung keinerlei Ein» schränkungen erfahren dürfe, 3. will Frick die Zuschüsse für die beiden rechts» stehenden Volkshochschulheime, die Bauernhoch- schule Neudietendorf und die völkische Heimatschul« Bad Berka voll aufrecht erhalten, obwohl gerade diese Schulen nur kümmerlich fortvegetieren, während Tinz und Dreißig» acker starken Andrang und weitestgehende pädagogische An- erkennung zu verzeichnen haben. Ob die bürgerlichen Parteien außer den National- sozialisten im Landtag wirklich den Mut haben werden, diese Kulturbarbarei mitzumachen und überdies an der Heimvolks- Hochschule Tinz einen schweren Rechtsbruch zu begehen, muß sich noch zeigen. Sollten sie sich dazu hergeben, dann würde der ganzen Kulturwelt wieder einmal demonstriert werden, daß der einzige zuverlässige und starke Hort der Kultur die deutsch« Sozialdemokratie ist! Republikschuh kommt. In 2. Lesung angenommen.— Große Mehrheit.— Dienstag Gchlußabflimmung. Das Gesetz zu« Schutze der Republik und zur Be- frieduug des politischeu Lebeus wurde am Freitag iu zweiter Beratung verabschiedet. Die Widerstandskraft der Qpposttiou war gebrochen. Nach uubedeuteuder Debatte erfolgte» die Abstimmungen. Mehrere waren namentlich. Es zeigte sich, daß die Mehrheit für das Gesetz sehr groß ist. Im allgemeinen stände« ruud 270 Stimmen den etwa 110 Stimmen der Opposition gegenüber.• Heute erfolgt dl« dritte Lesung des Gesetzes, die Schlußabstimmuugeu werden am Dienstag erfolgen. Die zweite Lesung. sprach am Freitag nachmittag zum Republik- (Bayer. Dp.) die Zustimmung seiner Neue Agrarzollpläne. Ermächtigung für die Negier ung? Mit den in den letzten Tagen im Reichstag stattgefundenen Be- sprechungen haben die Auseinandersetzungen zwischen der Sozialdemokratie und den bürgerlichen Parteien über die vom Reichsernährungsministerium angetün- bigten Sofortmaßnahmen für die Landwirtschaft begonnen. Es ist zuzugeben, daß die Preise für Roggen, die gegenwärtig auf rund 140 Mark pro Tonne gegenüber 1ÜS Mark vor dem Kriege liegen, außerordentlich niedrig sind. Auch die im Dezember 1929 durchgeführten Zollmaßnahmen haben sich nicht tn einer Preissteigerung ausgewirkt: die Zollerhöhung ist vielmehr durch eine stark rückläufige Entwickwng der Weltmartpreise aus- geglichen worden. Die Preise für all«(Betreibearten liegen heute zumindesten etwas, bei Roggen sogar stark unter den Preisen � im Dezember 1929. Neue Maßnahmen zur Stützung der Roggenpreise, insbesondere durch Deeinflussung der Futter. mittelpreise, werden daher erwogen. Di« Pläne de« Reichseimähningomlnifterimns gehen dahin, den Maiszoll durch ein M a i s m» n o p o t abzulSfen und für F u t t e r» gerst««inen differenzierten Zoll einzuführen. Bon bürgerlicher Seite werden noch viel weitergehende> Maßnahmen zur Steigerung der Getreidepreise gesmdert. So soll s die Regierung eine, allerdings auf da» Kalenderjahr 1930 beschränkt« Ermächtigung bekommen, die Zölle für Weizen, Roggen und Gerste nach freiem Ermessen so zu erhöhen oder zu ermäßigen, daß die im Gleitzollgesetz vom Dezember 1929 festgelegten Richtpreise von 260 Mark j« Tonne Weizen und 230 Mark je Tonne Roggen erreicht und behauptet werden. Weiter- hin wird die Einführung eines Kleiezolles als Schutz gegen die polnisch« Kleieeinfuhr. ferner dieErhöhungdesKar» toffelzolls für dl« Zeit vom 16. Februar bis zum 51. März gefordert. Gegen diesen Plan einer Ermächtigung an die Regierimg be- stehen Bedenken. Di« Politik der Sozialdemokratie wird darauf eingestellt sein, von den Plänen des Reichsernährungswinisters diqenigen Programmpunkte zu unterstützen, die sich in das mit der Wendung der deutschen Agrarpolitik begonnene landwirtschaftlich« Reformprogramm einpassen. Hugenbergg Antwort. Eine Absage an den Neichspräsidenten. Die Aufforderung Htndenburgg, nach der Entscheidung über den Boung-Plan den Kampf einzustellen, wird von Hugenberg persönlich abgelehnt. Er veröffentlicht einen Artikel, in dem es heißt: „Unbeschadet der persönlichen Einstellung eines jeden einzelnen zu dem einst von uns auf den Schild erhobenen Roicheprästdenten können wir nach seiner gestrigen Erklärung nicht unausge- sprachen lassen, daß wir den darin«ingeschlage» nen politischen Weg zu gehen nicht in der Lage sind. In aller Ehrfurcht vor dem Alter und vor den Taten des Feldherm müssen wir sagen: Das Wort von der Einigkeit der Deutschen schafft die Tatsache nicht aus der Welt, daß Deutschland nur im Kampf gegen dt« durch die eigen«, Reihen schleichenden Mächte, gegen marxistische Vaterlandslosigkeit, gegen bürgerliche Feigheit, gegen Willenlossgkeit und Ruhebedürfnis, gegen Unehrlich- keit. Zersetzung und Seelenlosigtest wieder gesund und stark werden kann/ Die nationale Demagogie derer um Hugenberg soll weitergehen.„Wir sind uns völlig klar über den Weg, den wir einzuschlagen habm", sagt Hugenberg. Wohin der Weg führen soll, sagt ganz in seinem Sinne die„Kreuz- Zeitung-: „Und dennoch können wir vom Standpunkt der nationalen Opposition aus doch nur mit großem Schmerz Htndenburgs Namen unier dem Versklaoungspakt sehen, auch weil wir der Meinung sind, daß ein immer weiteres Hinausschieben und Vertagen des Zusammenbruch- unsere» ganzen Systems schließlich nur zu einer DerschUmmerung unserer mr- worrenen Zustände führen kann. Einmal muß der Gift- becher doch ausgeleert werden, den die verbrech«. rtfche Novemberrevolution gemischt hat. Wir werden uns um die große Entscheidung, die einmal kommen muß, nicht mehr lange herumdrücken können.* Der Kurs soll also aufdieKatastrophe gehens auf den Staatsstreich gegen die demokratische Verfassung. Im Reichstag lchutzgefetz Abg. Dr. Emminger Partei aus. Abg. Dr. Everling(Dnat.) polemjsterte gegen die juristischen Ausführungen des Reichs sustizminlsters und gegen Abg. Landsberg. Abg. Dr. Goebbels(Nat.-Soz.): Nur unter Ueberwindung per- sönlichen. Ekels antworte ich dem Abg. Landsberg.(Präsident Löbe ruft den Schimpfer zur Ordnung und mahnt ihn an die parlamen» tarrsche Form, da er sonst das Wort sehr bald wieder verlieren werde.) Der Beschimpfung des toten Paul Levi hält Goebbels entgegen, daß dl«.Leipziger Volkszeitung* den verstorbenen Eugen Richter einen„Strolch noch im Sterben* genannt habe. Dann will er durch Verlesung scharfer Aenßerungen gegen lebend« Gegner aus dem Bruderkrieg der deutschen Sozialdemokratie die elend« Be- sndelung eines Toten rechtfettigen. Als er von ,/chwarzrotgelb* spricht, ersticht ihn der Präsident, die verfassungsmäßige Bezeichnung zu gebrauchen Wenn man uns verbietet, werden wir in der illc- galen Arbeit die Schüler der alten Sozirldemokratie sein. Abg. Herbert(Ausw.) greift in einer ablehnenden Erklärung den Staat im Hakenkreuzlerstil an. was stürmischen Protest der Regierungsparteien und eine Mahnung des Präsidenten hervorruft. In der E i n z e l a b st I m m u n g wird ein kommunistischer Antrag auf Streichung des 8 6— Verbot geheimer oder staatsfeind- sicher Verbindungen, die den Staat untergraben— mit 277 Stimmen der Regierungsparteien gegen 111 Stimmen der rechten und äußersten linken Opposition abgelehnt, ebenso der Streichungs« antrag gegen den§ 6— Verherrlichung begangener Gewalstätigkeiten. . Ein Antrag Dr. Scholz(DVp.), den Flaggenschutz auch auf die Handelsflagge(schwarzweißrot mst der Gösch) auszudehnen, wird von den Regierungsparteien angenommen. Ein Antrag Dr. Everling(Dnat.) will die Formel„verfassungsmäßig festgelegte republikanisch« Staatsform* dahin erläutern, daß sie die Reichs- und die Länderversassunpen bezeichne und die stoats- bürgerliche Krstik in Ausübung der Meinungsfreiheit straffrei lasse; es erfolgt Ablehnung mst 320 gegen nur 74 Stimmen. Die Be- stimmung. daß die Polizei Versammlungen bei Aufforderung zur Zuwiderhandlung gegen das Republikschutzgesetz auflösen kann. wird mit 266 gegen 145 Stimmen aufrechterhalten. Die Gültigkest des Gesetzes fft begrenzt bis zum Inkrafttreten des neuen Straf- gefetzbuches, äußerstenfalls bis 1. Januar 1932. Die W i r t f ch a f t s- partei samt dem Bayerischen Bauernbund stimmt zumeist mit den Regierungsparteien. Nach Erledigung dieser Abstimmungen folgt die erste Lesung des Brotgeietzes. Abg. hoernle(Komm.): Dieses Gesetz soll dem Arbester das Brot möglichst verteuern. Und das noch in dieser Zeit de» Massen- riends. Die beabsichtigte Herabsetzung der Roggenmehlausmahlung vermehrt die Meng« der Rogg-nkleie. Man wird den Zoll auf dieses Futtermittel erhöhen müssen, denn sonst wüßten die Agrarier nirlit, wohin damit. Man wirb gemischtes Brot als Weizenbrot verlaufen. Reichsernährnngsmiaister Dietrich, tritt den Ausführungen des Vorredners entgegen. Die Tataren- Nachricht in der Presse über die Absichten der Regierung seien nicht zutreffend. Mst Polen haben wir uns gegen Unterbietung des Roggenpreifes geeinigt, aber Rußland treibt ietzt durch seinen Export diese Unterbietung.(Lärm der Kommunisten.) Die Vorlag« geht an den zuständigen Ausschuß. Zur Vorlage aus Aenderung der Gewerbeordnung führt Abg. Ewert-Thüringen(Komm.) aus. daß die Vorlage von Pattzeigeist erfüllt sei. Abg. Dr. kahl(DVp.) wünscht, daß die Frage der Kurierfreihstt nicht erst im neuen Strafgesetz, sondern in der Gewerbeordnung geregelt werde, ebenso das Verhältnis zwischen den Zahnärzten und Dentisten. Das Gesetz geht an den Volkswirtschaftlichen Ausschuß.— Es folgt der Bericht des Geschäftsordnungsausschusses über Strafverfahren gegen Abgeordnete. Abg. Pieck(Komm.): Di« Häufung von Auslieferungen kommu- niftifcher Abgeordneter ist ein Zeichen der Faschisierung des Staats- apparates. Wenn dann Vluturteste ergehen, dann sagen die Sozial- demotraten, sie seien für die Rechtsprechung nicht verantwortlich. Torgler soll nach dem Bericht eines Kriminalbeamten in einer Ver- sammlung gesagt haben:„Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft.* Das ist aber unsere politische Kampfparole (Lachen rechts). Meinten wir sie p h y si s ch, so könnten wir den Mord so organisieren, wie die Nationalisten das tun.(Gelächter rechts.) Abg. Sköhr(Nat.»Soz.): Lächerlich ist die Behauptung Piecks. daß jene Parole nicht physisch gemeint sei. Noch sind die Kränze am Grabe unseres Parteigenossen Wessel nicht stocken(Lärmende Zurufe der Kommunisten), unsere Partei hat niemals Mord« verübt(Stürmischer Widerspruch der Kommunisten und Sozialdemokraten), wir haben nie Mordparolen ausgegeben. Sie(zu den Sozialdeino- traten) wissen, daß wir ihnen im geistigen Kamps« überlegen sind (Große Heiterkeit der Sozialdemokraten), wenn wir hier und draußen Ihren Arbeiterverrat anprangern. Daran werden auch die schmalzige» und schwulstigen Redewendungen Landsberge nichts ändern.(Rüge des Präsidenten.) Wir lehnen diese schamlosen An- träge ab.(Neue Rüge.)' Eine Anzahl Anträge aus Nichtaussieseruna weiden einstimme angenommen. Ausgeliefert werden die Abgg. Torgler(Komm.), Dr. Goebbels und Wagner(Nat..Soz.). Die dritte Lesung des Republikichutzgosetzes wird nach Ablehnung kommunistitcher und deutfchnotionaler Absetzung santrägc auf den heutigen Sonnabend 10 Uhr angesetzt. Abstimmungen Dienstag.— Schluß der Sitzung 17)h Uhr. Aufrüstung statt Abrüstung. eondoa. 14 März.(Eigenbericht.) Di« Versuch«, die Flottenkonferenz vor einem völligen Zusammenbruch zu retten, werden fortgesetzt. Macdonald fand am Frestog in dem Führer der amerikanischen Delegation, S t i m s o n. einen energischen Helfer bei seinen Der« suchen, zu retten, wag noch zu retten ist. Di« hauptonsstengungen der englischen und amerikanischen Delegierten gehen'nach wie vor dahin, eine französisch- italienische Verständigung herbeizuführen. Trotzdem am Donnerstag die Aussichten hierfür zeitweise günstig schienen, kann von einem wirklichen Fort- lchritt bis zur Stund« nicht gesprochen werden. Briand beharrt aus den französischen Forderungen, die nach dea letzten Berechnungen der Experten praktisch ans eine Tonnage von 669 000 Tonnen hlaaustanfe» dürsten. Graudi, der italienische hanpldeleglerle, bleibt bei der Forderung nach Parität mit Frankreich. Mangels anderer greifbarer Hoffnungen konzenstleren sich all« Erwartungen auf die am Sonntag in Chequers, dem Landsitz der britischen Ministerpräsidenten, stattfindende Aussprach« zwischen Macdonald und Tardieu. Am Freitag wurde zum ersten Male ernsthaft«in neuer G e» danke in die Diskussion geworfen, der ein« überaus bedenk» lich« Perspektive zu eröffnen scheint. Die Engländer und Amerikaner haben wissen lassen, daß sie im Falle eines Scheiterns der französisch-italienischen Verständigung daran denken müßten, ein« Einigung zwischen den fünf Mächten unter Verzicht aus Abrüstung herbeizuführen. Praktisch würde das darauf hinauskommen, daß die französischen Zisfern von den Übrigen Mächten angenommen würden, und daß England, Amerika und Japan unter Zugrundelegung des französischen Programms ihre eigenen Flottenprogramme proportional vergrößern würden! Das würde, was England betrifft, praktisch bedeuten, daß England 36 000 zusätzliche Tonnen Kreuzer und 60 000 zusätzliche Tonnen neuer U-Boote zu bauen hätte. Trotzdem dies« Möglichkeit ernsthaften Konferenzkreisen erörtert wird, muß man bis auf weiteres annehmen, daß dieser Gedanke von englisch-amerlkunischer Seit« hauptsächlich aus taktischen Gründen in den Vordergrund geschoben wurde, um damit in letzter Stund« aus Frankreich und Italien einzuwirken. In Konferenzkreisen kursiert seit eineinhalb Tagen das Gerücht, daß ein engklsch-amerlkanisch-japanlscher Dreimächtepakt ferkig vorliege und angeblich bereits paraphiert fei Man wird dieses Gerücht jedoch mit äußerster Vorsicht zur Kenntnis nehmen müssen. Aeuer Vorstoß gegen Macdonald. Ilm dos Schicksal der Bergbauvorlaae. Conftm. 14. März.(Eigenoericht.) Das Schicksal der Bergbaugesetzgebung ist noch immer in der Schwebe. Für die kommende Woche ist mit einem neuen llberal-konservatioen Zusammengehen zu rechnen. Der Verbesserungsanstag, der in der tommenben Woche zur Debatte steht, betrifft die Regulierung des Kohlen- Marktes. Er wird von der Regierung im Gegensatz zu dem kon- servatioen Vorschlag, bei dem die Regierung m dl« Minderhett geriet, als ein wesentlicher B e st a n d t e i l des Gesetzes be- trachtet. Falls die Opposition auch bei diesem Anstag eine Mehrheit erzielen sollte, wird von der Regierung ein« Zurückziehung der gesamten Bergbaugesetzgebung'ins Auge gefaßt. Praktisch würde «in derartiger Verzicht bleuten, daß außer den organisatorischen Maßnahmen auch die Verringerung der Arbeitszeil im Bergbau und die Schaffung des geprnnten Schiedsgerichtes für Lahnsragen fallen. Die Arbeiter stehen de: halb auf dem Standpunkt, daß die Regierung selbst im Fälle eines Erfolges der Opposition die Klau'e'n über die Märkiregekung, über Arbeitszeit und Lohnschisdsgericht dem Parlament unterbreiten müsse. Cook droht mit Bergarbeiterstreik. Im Hinblick auf die in parlamentarischen Kressen umlautenden Gerüchte, daß dl« Megferung Im Falle einer Niederlage bei der Schlutzabstimmung über die Kohlenblll den Gesetzentwurf gänzlich fallen lassen werde, hat der Vergarbeiterführer Cook«ine Er- ilärung abgegeben, in der«r sich für Neuwahlen anstatt Aufgab« der Bergbauvorlagc einsetzt. Di« Lergarbester erwarteten. so führte Cook aus, daß die Regierung die Kohlenbill als eine Angelegenheit von hervorragender Bedeutung behandle. Falls die Lergbauoorlage im Unterhaus abgelehnt werden solle, dürfte nach seiner Ansicht ein allgemeiner Streik in den Kohlen- gruben unvermeidlich werden. Eine Neuwahl wäre aber einem Streik infolge Aufgabe der Kohlenbill bei weitem oorzuzlehen. Konservativer Mißtrauensantrag abgelehnt. Der von Valdwln eingebracht» Mißtrauensantrag gegen die Regierung MacdonaH, der insbesondere mit deren freihändleri- scheu Tendenzen begründet wurde, ist mit 308 gegen 236 Stimmen abgelehnt worden. Die Liberalen haben für die Regierung gestimmt, da sie diesen schutzzöllncrijchen Vorstoß unmöglich unter- stützen komiten. Der Rechlsausschuß de» Reichstags genehmigst am Freitag ein« Vorlag« zux Aenderung unh Ergänzung des hypochestnbantgejetzes, Durch die Vorlage werven die Sonderbestimmungen aus Anlaß her Geldentwertung wieder beseitigt. Strafanlrag gegen die„Roke Fahne*. Die Staatsanwaltschaft I Berlin hat ein Slrafoersohren wegen�der tn der Nummer 62 der „Roten Fahne" erschienenen Arsikel„Seveungs Kommunistengesetz* und„Henker Seoering spricht* eingeleitet. Kapp-Tag und Voltstrauertag. Die Schmerzen der Kapp-Freunde. Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt' Am kommenden 16. März werden die republikanischen Organisationen in großen Kundgebungen der zehn- jährigen Wiederkehr des Tages gedenken, an dem das verantwortungslose und volksfeindliche Abenteuer Kopps an der Generalstreik-Abwehraktion des arbeitenden deutschen Volkes gescheitert ist. Gleichzeitig aber fällt in diesem Jahr(Sonntag Reminiecere) auch der Trauergedenktag, den seit einigen Iahren der„Volksbund für Deutsche Kriegsgräberfürsorge* zu veranstalten pflegt, auf den gleichen Tag. Dieses zufällige Zusammentreffen gibt rechtsstehenden Blättern Anlaß, die republikanischen Deranstal» tungen am 16 März als eine„Entweihung' des Trauergedenk- tages zu bezeichnen. Eine Große Anfrage der deutschnationalen Landtagsfrattion macht stch diese Anschauung zu eigen und fragt zugleich das preußisch« Staatsministerium, ob es zutreffe,„daß der preußische Ministerpräsident Braun die chauptrede auf dieser gegen einen großen Teil des preußischen Volkes beabsichtigten De» monstration halten werde,' und ob das Staatsministerium es billige. daß lein Präsident... an diesem Tage eine Demonstration führ«, die erneut den bedauerlichen Zwist im deutschen Volk« oertiefen müsie. Ohne der Beantwortung dieser Großen Anfrag« im Landtag im einzelnen vorgreifen zu wollen, sei zunächst festgestellt, daß es sich bei dem„Volkstrauertog' keineswegs um«inen staatlich anerkannten oder überhaupt öffent- lichen Gedenktag handelt. Die preußisch« Staatsregierung hat sich vielmehr bisher in jedem Jahre auf den Standpunkt gestellt. daß eine private Organisation, die sich zudem auf die ihr einmal gestellte Aufgabe beschränken sollte, weder das Recht besitzt, noch Anlaß hat, in Ueberspannung ihres Tatigkeitsbedürfnisses öffentliche Trauertag« anzusetzen. Das Staatsministerium glaubt vielmehr nach wie vor, daß die im gesamten deutschen Volk tief eingewurzelten traditionellen Toten-Gedenktage, wie der Totensonntag und in den katholischen Landesteilen Allerseelen in der würdigsten Weise die Bestimmung erfüllen, der im Weltkrieg gefallenen Brüder zu gedenken. Die Einheitlichkeit dieser wahrhast' volkstümlichen Gedenktage durch eigenmächtig« private Neuschöpfungen zu stören, liegt weder Anlaß, noch Bedürfnis vor. Es kann daher kein« Rede davon sein, daß die republikanischen Kund- gedungen am Sonntag, dem 16. März, also am historischen Gedenk- tage des Zusammenbruchs des Kapp-Putfches, beabsichtigt oder auch nur geeignet feien,«in Gedenken der Gefallenen des Weltkrieges zu stören. Zu dieser Auffassung kann man auch nur kommen, wenn man, wie die deutschnational« Landtagsfraktion, diese Kundgebungen als„Klaffenkompf-Demonstrationen' herabzusetzen sucht, und wenn man weiter glauben machen will, daß sie sich „gegen einen großen Teil des deutschen Volke» wenden'. Die republikanischen Kundgebungen am 16. März wenden stch nicht negativ oder von irgendeinem Interesienstandpunkt cm» gegen deutsch« Bolksgenossen, sondern dienen der Er- Neuerung und Bekräftigung des Treuegelöb- nisfes zur Deutschen Republik, zum Volksstaat, das die Massen vor zehn Iahren durch die einmütig« Abwehr eines ver- brecherischen Experiments durch die Tat abgelegt haben. Denn irgend jemand dies« Kundgebungen a>« gegen sich gerichtet ansieht und sich dadurch betroffen fühlt, so können dos nur solche Kreise sein, die n o ch in dem Gedanken- gängen der Anstifter und Mitläufer des Kapp. Abenteuers leben und denen es zum Lieblingsgedonken geworden ist, unter der Maske nationaler Interessen Währung den schwer genug erkämpften Wiederaufftieg de» deutschen Volkes durch ein««ahnwitzige Desperadopolitik erneut zu gefährden und zu unter- brechen. Denn die deutschnational« Landtagsfraktion diese Kreise mit der Bezeichnung„ein großer Teil des deutschen Volkes' charakte- risicren will, so Legt hier der Denkfehler der Argumentation der deutschnationalen Landtagsfraktion offen zutage. Die Miitelstandsretier. Der WeMavf um die Mittclstantft-fiimmen. In der Frsitagsitzung des Landtag« wurde dh General. debatte über den chandelsetat zu Ende geführt. Sie de, stand aus dem üblichen Wettlauf der bürgerlichen Mttelpar- teien um die Handwerker- und Kleinhändler stimmen. Jeder Redner des Zentrums, der Dolkspartei, der Deutsch nationalen, der W i r t s cha f t S p a rt e i und der zahllosen Splitterparteien sucht« den Rekord an Forderun. gen zur Mittelstandsretlung zu erreichen, auch dann, wenn diese Forderungen nur durch Schädigung viel breiterer Volksmassen zu erfüllen wären. Eine Ausnahm« machte nur der Zentrums- arbeiter Metzinger, der der Gesamtheft der bürgerlichen Parteien dh-ve Arbeitersetndlichkeit, ihre G e w e r k- schaftsfeindlichkeit und ihren Mangel an Nächstmlieb« gegenüber dem Arbeitsmann eindringlich vor Augen führte. Auch der preußisch« Handetsmimster Dr. Schreiber, so leidenschaftlich er für den selbständigen Kleinhandel und Handwerter kämpft, tonnte doch nicht ohne all« Vorbehalte mftgehen. Daß z. B die Bäckerlnnungen von ihm oerlangen, er solle die Speise- an st alten der Großbetriebe bekämpfen, damit die Arbeiter kein warmes Mittagessen mehr bekommen können, sondern gezwungen sind, Brot zu essen, ging doch selbst Ihm über die Hutschnur! Das Geschwätz über Warenhäuser und Konsumver- eine, soziale Lasten, Gewerbe st euer und die andsren Ladenhüter der Mittelstandsretterei im einzelnen auszuführen. wäre unlohnend. Am Sonnabend wird sich die Debatte dem etwas fruchtbareren Gebiet des gewerblichen Unterrichtswesens zuwenden. Die Maske fäll,. Ehrifilidle und völk.sche Gewerkschosten entstüllen sich. Wien. 14. März.(Eigenbericht.) Di« gemeinsame. Abwehrfront aller Gewerkschaften gegen das Antiterrorgesetz wurde von den christlichen und völkischen Sewerk- fchasten gesprengt. Diese beiden Organisationen hoben der Arbeiterkammer mftgeteilt. daß sie an den weiteren Beratungen dieser Institution nicht mehr teilnehmen werden. Die freien Ge- wertschaften beantworteten diesen Dolchstoß mit der Erklärung, daß sie jetzt allein den Kampf energisch weiterführen werden. Zn Jerusalem wurden bei einer verbotenen Nersamm- lung vier Juden und dreizehn Araber, sämtlich Konnministen, ver- hastet, Broschüren und Schriftstücke beschlagnahmt. Ketzerverbrennung. Oesselbigen gleichen die Hohenpriester des Hakenkreuzes verspotteten ihn unter einander und sprachen: Er hat andere gerettet und kann ihn selber nicht vor uns retten. Krankreichs Sozialversicherung. Oer Kampf im Senai. pari». 141 März.(Eigenbericht.) Der Senat hat die Sifyphusarbeft an der Gesetzesnovelle über das Sozialoersicherungsgesetz fortgesetzt. Es fehlte nicht an Der- suchen der Reaktion, das ohnehin schon reichlich verstümmelt« Gefetz noch einer zweiten Revision zu unterziehen, bis schließlich von der mit so viel Lärm angekündigten großen Sozlatreform nur noch der Namen übrig bliebe. Immerhin blieben diezmal die Linke und das linke Zentrum den Sabotageversuchen gegenüber fest, so daß die zur Diskussion stehenden Kapitel ohne wesentliche Abänderungen angenommen wurden. Bon den wichtigeren Artikeln, die erledigt wurden, sei Z 1 des Artikels. 2 erwähnt, der bestimmt, daß die Mittel für die Sozialversicherungskasse«, sofern sie nicht staatliche Zuwendungen sind, zur hälft« von den Unternehmern. zur Hälfte von den Arbeitern ausgebracht«erden sollen, bei den letzteren durch Abzüge vom Arbeitslohn. Was die vielumstrfttene Frage der Einteilung der Arbetter in vier Gehallskategorien betrifft, log«in sozialistischer Ausatzantrag vor, auf Vermehrung der Lohnfosien von vier auf fünf. Infolge Ab» Wesenheit des Antragstellers wurde der Antrag an die Kommission zurückverwiesen. Ein Antrag des sozialistischen Teno- tors Diolin, die Altergrenze für den Anspruch auf Altersver» sorgung vom 6S. Jahre auf Wunsch der Arbeiter beliebig hinaus- zuschieben, wurde trotz der entrüsteten Proteste der Rechten� des Arbeitsministsrs und sogar des Berichterstatters, die von dieser selbstverständlichen Konzession an die Arbeitswilligteit der Beteronen eine„Bedrohung des Staatshaushalts' fürchteten, mit knapper Majorität angenommen Darauf beantragte der Re- aktionär Michel die Schaffung' der obligatorischen Kranken- lassen aus«inen späteren Zeitpunkt zu verschieben, und sich vorderhand mft der Gründung weniger H i l f s k a s s« n zu begnügen. Michel begründete seinen Antrag dawft, daß in sämtlichen Ländern mit obligatorischen Krankenkassen Mißbräuche zu verzeichnen seien und daß ihre Schaffung in Frankreich„eme schwer« Belastung für den Handel' wäre. Man dürfe Simulanten und«ingeblldeten Kranken keinen Vorschub leisten, schloß diese Rede. Es gereicht dem Senat zur Ehre, daß er diesen Antrag mit der überwältigenden Mehrheit von 235 gegen 33 Stimmen ablehn te. Der Artikel über die Krankentassen wurde sodann angenommen und die Wefter- beratung vertagt. Vor zehn Jahren. Die Abstimmung in Schleswig. Ministerpräsident Braun hat an den Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein, Kürbis, folgendes Telegramm gesandt: Die Preußische Staatsregierung gedenkt mit Dantbarteft des Tages, an dem vor zchn Iahren die Bevölkerung der zweiten Abstimmungszon« ihre Treu« zum deutschen Vaterlande und zur deutschen Kultur durch die Tat bekundet und damit auch den ausge-wunganen anderen Volksabstimmungen an der deutschen Grenz« ein leuchtendes Beispiel der Treue gegeben hat. Möge der Geist jener Tag« fortwirken zur Festigung des deutschen Gemeinschaftsgefühls und mft Schleswig-Holstein das gesamte Baterland auch über wirtschaftlich ernste Zeiten, wie wir sie jetzt durchleben, hinwegtragen zu neuer Blüte. An der Hilfe der Preußischen Regierung dazu wird es nicht fehlen. Gelbstironie. Was versteht die VayerifÄe Dolkspartei unter Politik? München, 14. März.(Eigenbericht.) Der Dorsstzende der Bayerischen Bolkspartei. Abg. Sch äffer. verteidigt in einem Artikel der„Bayerischen Volkspartei-Korrespon- denz' die Haltung der Reichstagsfraktton be« der Abstimmung über die Haoger Abkommen und erklärt das Nein der Mehrheft mft dem Hinweis, daß die Mehrheft der Fraktion zuletzt aus dem Standpunkt stand, daß es In einer so großen historischen Entscheidung nur ein Ja oder Nein geben könne, und daß man eben, wenn man nicht ja sagen könne, nein sagen muß. Eine politisch« Bedeutung komm« diesem Ver- halten nicht zu. Die Fraktion der Bayerischen Dolkspartei werde stch deshalb im Reichstag weiterhin für«ine Ueberwindung der Kassenschwierlgkeften und für ein« dauernde Sanierung der Finanzen einsetzen. Sollt« sie die Erfahrung machen, daß der Reichs- tag sich nicht in der Lage sieht, innerhalb der notwendigen und auch durch das Wort des Reichspräsidenten umschriebenen Frist von ganz wenigen Wochen die gestellte Ausgabe zu lösen, dann werde der Zeit- punkt gekommen fein, in dem die Bayerisch« Dolkspartei die letzte Konsequenz ziehen und sich offen von der Regierung Müller trennen müßte.___ Gegen den Alkohol. Kundgebung des deutschen ArbeiterabstinentenbundeS Der Deutsche Arbeiter-Abstinentenbund ver- anstaltet« am Frei'ag eine öffentliche Kundgebung. Als erster Redner wandte sich Reichsinnemninister Genosse S« v e r! n g gegen das Anwachsen des Alkohholkonsums, der in immer stärkerem Maße die deutsche Wirtschaft' belaste. Kultusminister Genosse Grimme führt« nach chm aus, daß es Aufgabe eines Kultus. Ministers sei, mft der ArbeUerabstinentenbewegung zusammen- zugehen. Er Hobe sein Vertrauen auf die heranwachsend« Arbeiter- jugenb gestellt. Reichstagsabgeordnete Genossin Iucchacz sprach über die Stellung der Frau zum Alkoholproblem. Reichstags- abgeordneter Genosse S o l l m a n n erklärte zum Schluß, es sei ein. Ereignis von geschichtlicher Bedeutung, daß zum erstenmal zwei! aktiv« deutsche Minister in einer öffentlichen Kundgebung Stellung zur Alkoholfrage nehmen. Die Arbefterschast könne stelz darauf sein, daß es zwsi sozialistische Minister seien. Bombenprozeß in Aliona. Landgericht l erklärt sich für unzufländig. In der Boruntersuchung gegen die Sprengstoffaftentäter hat die Strafkammer des Landgerichts I in Berlin auf Antrag der Staate- anwaltfchaft sich auf Grund des Ergebnisses der Voruntersuchung für die Aufklärung der Sprengstoffanschläg« in Winsen, Beidenfleth, Wesselburen, Itzehoe, Oldenburg, Niebüll, Schleswig, sowie der drei Lüneburger Attentate für unzuständig erflärt. Die Akten werden jetzt der Staatsanwaltschaft in Altona übersandt werden. Dia Voruntersuchung wegen der Reichstagoattentate wird beim Landgericht I Berlin fortgesetzt._ Gandhis Aktion. D.ldvng eines Kriegsrats. Achmedabad. 14. März. Zur Organisation des passtoen Widerstandes ist in Poona ein „Kriegsrat' ins Leben gerufen worden. Bisher hoben sich diesem Kriegsrat etwa 100 Freiwillige zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe in der Nähe von Bombay Salz aus dem Meerwafser gewonnen werden soll. Gandhi ist heute mit seinen Gefährten in dem Dorfe Wosna eingetroffen. Auf Grund seines Appells haben Eingeborene ihr« Posten als Pollzeibeomt« niedergelegt, und die Bewohner der Dörfer haben sich oerpflichtet, solch« Posten nicht anzunehmen. In einer Rede forderte Gandhi die Eingeborenen auf. nur selbstgewebte Kleider zu tragen und neue Freiwillig« zu stellen. Gandhi dürfte bei Innehalwng der jetzigen Tagesetappe, nicht vor dem 1. April in Dandi eintreffen, wo die ungesetzliche Solzgewinnung vor sich gehen soll. Oie Fafchistenspihelei. Schweizer Llntersuchung beendet. Bern. 14 März.(Eigenbericht.) Das Bunbesgericht hat seine Untersuchung über die safchistisch« Spitzelei abgeschlossen und die Akten der Regierung übersandt. Offiziös wird dazu mftgeteilt, daß es sehr schwierig sein würde, gesetzliche Bestimmungen zu finden, auf Grund deren man di.' entdeckten Spitzel bestrafen konnte. Nach dem Schweizer Strafgesetz, buch ist nur militärische Spionage strafbar, während di« entlarvten Spitzel Berichte über politische Persönlichkeiten nach Italien lieferten. Man wird die Spitzel italienischer Staatsangehörigkeft sicherlich ausweisen, während di« Schweizer Staatsangehörigen vor- läufig mit der moralischen Verachtung, die ihnen von Assen«nt- gegengebracht wird, davon kommen dürften. Da» Reichsgericht oerurteilte den Schriftleiter Richard Schulz. Berlin von der„Roten Fahne' wegen Vorbereitung zum Hochverrat dem Antrage des Reichsanwalts entsprechend unter Zubill gung der Ueberzeugungstätcrschast zu 1 Jahr 3 Monaten Festungshaft. Die tatsächliche Arbeitszeit. Eine Erhebung des ADGB. Der ADGB. hat durch seine Drisausschüsse wieder eine Er. hebung über die in einigen wichtigen Wirtschaftszweigen tat fächlich geleistete Arbeitszeit durchgeführt. Ermittelt murde der Stand der Arbeitszeit in der Woche vom 10. bis 15. Februar. Die Beteiligung der Ortsausschüsse an der Er hebung war diesmal starter als bei früheren Erhebungen. Beteiligt haben sich 746 Drtsausschüsse, d. h. 190 mehr als bei der Er hebung im Ottober 1928. Die neue Statistit erstreckt sich auf über 63 500 Betriebe mit mehr als 2,7 Millionen Beschäftigten; sie befchränkt sich wieder auf Baugewerbe, Buchdrudgewerbe, hemische Industrie, Holzindustrie, Metallindu. strie, Schuh und Tegtilindustrie. In der Erhebungswoche verteilte sich die Arbeitszeit von mehr als 48 Stunden wöchentlich insgesamt folgender maßen: 5,5 Proz. arbeiteten regelmäßig über 48 bis 51 Stunden die Woche, 2,6 Proz. infolge vorübergehender Mehr arbeit. leber 51 bis 54 Stunden arbeiteten regelmäßig 5,6 Proz., während 1,5 Proz. über 51 bis 54 Samden infolge vor: übergehender Mehrarbeit arbeiteten. Eine normale Arbeitszeit von über 54 Stunden hatten 1,7 Proz. der Beschäftigten, während 0,3 Proz. infolge vorübergehender Mehrarbeit über 54 Stunden die Woche arbeiteten. Insgesamt arbeiteten also entweber regelmäßig oder infolge vorübergehender Ueberstunden.. 17,2 Proz. mehr als 48 Stunden die Woche. Zweifellos ist hier, auch wenn man die schlechtere Arbeitsmartilage in Rechnung stellt, ein wesentlicher Fortschritt gegenüber ber letzten Erhebung vom Ottober 1928 festzustellen.. tellten aber die Ortsverwaltung und zeigten, daß die Einheitsfranb Rufe im Geschäftsbericht nicht ernst zu nehmen sind. Eindeutig wurde von unseren Kollegen die Verantwortung von Hörk, Zoller und der Ortsverwaltung festgestellt. Bor der Neuwahl der Ortsverwaltung unterband der Bersammlungsleiter eine Aussprache über die von der alten Ortsverwaltung aufgestellten Kandidaten. So konnte es passieren, In einer der erfaßten Industrien ist, wie die Gewerkschafts- daß eine Mehrheit von sechs Stimmen einen zweiten Borsigenden zeitung in einer Auswertung der Ziffern feststellt, die Arbeitszeit wählte, der heute noch in der KPD. Mitglied ist. Offenbar war gestaltung einheitlich. Neben Bezirken mit ganz geringer das eine Vereinbarung mit den linientreuen Kommunisten, Mehrarbeit in der betreffenden Industrie gibt es Bezirke, in denen die dafür in der Debatte Hörkz nicht angriffen und auch bei der Wahl große Teile der Berufsangehörigen noch über 48 Stunden arbeiten. die alte Ortsverwaltung unterstüßten. Der dritte Bevoll Der eigentliche Herd der Mehrarbeit ist Rheinland- West mächtigte wurde mit 145 gegen 144 bei 17 ungültigen Stimmen Wäre es möglich falen. Die Arbeitszeitregelung in der Schwerindustrie beherrscht ebenfalls aus dem Lager von Hörg gewählt. die übliche Arbeitszeit in allen anderen Industrien. Ueber die gewesen, diese Kandidaten vor der Wahl den Mitgliedern ins rechte Hälfte aller von der Erhebung in Rheinland- Westfalen erfaßten Licht zu stellen, dann würde das Ergebnis zweifellos anders geMetallarbeiter arbeitete mehr als 48 Stunden. Im Bauwesen sein. Auch die Revisoren wurden mit wenigen Stimmen aus gewerbe des Rheinlands arbeiteten von 100 Arbeitern mehr als den Kreisen der alten Ortsverwaltung, die sich verschämt KPD. 48 Stunden 21,5, im Baugewerbe Westfalen 5,2. Für die chemische nannte, gewählt. Darunter befinden sich Hiller und 3oller. Industrie lauten die entsprechenden Ziffern 5,7 und 38,1, für die die besonders Wert darauf legten, eine Aussprache über die KandiTegtilindustrie 20,4 und 34,2. Gleichzeitig erreichte daben zu verhindern. die Kurzarbeit im Rheinland 33,6 Proz. der Textilarbeiter, 27,4 Broz. der Schuhmacher und 19,2 Proz. der Metallarbeiter, in Westfalen 30,5 Proz. der Metallarbeiter und 13,9 der Tertilarbeiter. Also Mehrarbeit, Kurzarbeit und drüdende Arbeitslosigkeit am gleichen Ort! Zur Beseitigung dieses Chaos genügt noch nicht die Vermeidung von Ueberstunden und die Beseitigung der über 48stündigen Arbeitszeit. Notwendig ist nach der Auffassung der freien Gemertfchaften eine vom arbeitsmartipolitischen Gesichtspunkte geleitete gefeggeberische Arbeitszeitregulierung, Regulierung, die den Erfordernissen der rationalisierten, fortlaufend Arbeitsträfte freisezenden Wirtschaft entspricht und eine angemessene Sentung der Arbeitszeit auch unter 48 Stunden durchführt. eine Im ganzen gesehen, bedeutet die gestrige Versammlung eine Klärung. An Stelle von pflichtbewußter Verantwortung und offener Meinungsäußerung traten Beschränkung der Redezeit und Herabsetzung der nichtkommunistischen Mitglieder. Das hat freilich den Rückgang der kommunistischen und den Fortschritt der Amfterdamer Stimmen nicht hindern können. Der Gesundungsprozeß. Einheitsfront der Transportarbeiter der Chemieinduftrie. Die Versammlungen der Handels- und Transportarbeiter der Chemieindustrie im Gesamt verband tonnien seit längerer Zeit schon nicht mehr störungsfrei durchgeführt werden, weil die fogenannte„ Opposition" jeden reibungslosen Verlauf der Versammlun gen unmöglich machte. Jetzt endlich scheinen auch die„ revolutionären" Mitglieder dieser Branche eingesehen zu haben, daß sich mit den Parolen der RPD. feine praktische Gewertschaftsarbeit leisten im Gewerkschaftshaus war von gewerkschaftlicher Kollegialität befeelt. Der Branchenleiter Genosse Pollmeier gab in seinem Geschäftsbericht einen umfassenden Ueberblick über die wichtigsten Vorgänge in der Branche im vorigen Jahr und unterzog dabei besonders Gute Wahl im Dynamowert. Ichließungen und in der Berhinderung der Bertürzung der läßt. Die gutbesuchte Jahresbranchenversammlung am Donnerstag Fortschr tt der Amfterdamer.- Gelbe geben mit KPD. Gestern fanden im Dynamowert von Siemens bie Be triebsratswahlen statt. Das Ergebnis ist für die freien Arbeiterrats bestand bekanntlich in Annahme einiger EntArbeitszeit, wodurch Hunderte von Berkehrsarbeitern entlassen werden mußten. Gewerkschaften ein sehr gutes. Besonders wenn man in Großes Reinemachen in der BVG. Die 2ohnbewegung in der Chemie einer Kir tit. Bei dem AbRechnung stellt, daß die KPD. in diesem Jahre ihre Aktion im Siemens- Konzern auf das Dynamomert fonzentrierte, so ist der Mißerfolg der beispiellosen Agitation um so größer. Es wurden abgegeben bei der Wahl zum Arbeiterrat: für die freigewertschaftliche Liste 1220 Stimmen. Im Vorjahr, wo die Kommunisten noch mit den freien Gewerkschaften im Dynamowerf zusammengingen, erhielt die Liste I insgesamt 1454 Stimmen. Gewählt sind Freigewerkschafter 10 zum Arbeiterrat, 7 zum Betriebsrat. Im Vorjahr waren es 11, jedoch waren davon 3 Kommunisten. Die tommunistische Liste erhielt 487 Stimmen und wieder 3 Arbeiterratsmitglieder und 2 Betriebsratsmitglieder. Die Gelben erhielten 227 Stimmen, 1 Arbeiterrats- und 1 Betriebsrátsmandat. Im Borjahr hatten die Gelben 403 Stimmen, 3 Arbeiterrats- und 2 Betriebsratsmantate erhalten. Es ist also in diesem Jahr ein wesentlicher Teil der Gelben zu den Kommunisten abgeschwenkt. Bei den Angestellten erhielt, bie freigemertschaftliche Bifte 539( im Vorjahr 572) Stimmen, 8( 8) Angestellten und 4( 4) Be triebsräte. Die Liste des Deutschnationalen Handlungsgehilfen verbandes erhielt 84( 234) Stimmen, 1( 3) Angestellten und 0( 1) Betriebsratsmandate. Auf den GD2. entfielen 67 Stimmen und bein Mandat, die Stahlhelmer und Hakenkreuzler, die ebenso wie der GDA. erstmalig fandidierten, erhielten 156 Stimanen und je 1 Mandat im Angestellten und im Betriebsrat, Der DHV. ist also durch Stahlhelm und Fatenkreuz zusammen gehauen worden. Die freien Gewerkschaften der Amsterdamer Richtung sind also im Arbeiter- und Betriebsrat des Dynamowertes stärter als bisher. Die Gelben sind fast zur Hälfte zu den Kommunisten abgewandert, haben aber deren Zusammenbruch nicht aufhalten tönnen. Im Wert Bahnhalle von Siemens- Schuderi, in dem über 500 Mann Belegschaft beschäftigt find, ist nur je eine frei. gewerffchaftliche Liste aufgestellt worden, die fomit als gewählt gilt. Der Schmutz am Abend. Er rettet Freyer nicht mehr. Die fommunistischen Drahtzieher fühlen sehr wohl, daß die Betriebsrätemahlen in diesem Jahre für sie eine Entscheidungsschlacht innerhalb der Arbeiterschaft sind. Deshalb machen sie die verzweifeltsten Anstrengungen Auch die sonst sich ,, überparteilich" gern gebärdende ,, Welt am Abend" macht mit vollen Schmutzfübeln mit. Und da heute die Belegschaft der Berliner Bertehrs 2. G. den fommunistischen Arbeiterräten den längst perdienten Fußtritt geben wird, glaubt man in der KPD. die stinkenden Berleumdungsmethoden, die sie bei den letzten Stadt verordnetenmahlen gegen unsere Genossen und besonders gegen unseren Genossen Brolat angewandt, haben, würden auch diesmal noch verfangen. Die ältesten und gemeinsten, längst widerlegten Lügen werden wieder hervorgeholt. # Bisher haben die Verleumder des Genossen Brolat durch juristische Berschleppungsmanöver es verstanden, sich der drohenden Stäupung zu entziehen. Die Belegschaft der BBG. wird aber heute Gelegenheit haben, ihr Urteil zu fällen. Am Schluß der fenfationell aufgemachten Infamie, in der nicht ein wahres Wort ist, versucht das Münzenbergblatt folgendermaßen für Freyer und Genossen Reflame zu machen: Der leẞte Rampf(!?) des roten Arbeiterrates gegen die Entlassungen und für die Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden bei vollem Lohnausgleich wird den Berkehrsarbeitern deutlich gezeigt haben, wie sie sich entscheiden sollen." Das meinen wir auch! Denn dieser Kampf" des roten Stoffe BVG.ehnbewegung Fort mit den Kreaturen Moskaus! Für und durch die Gewerkschaften zum Sieg, der freigewerkschaftlichen Liste 1 zum Arbeiterrat, der freigewerkschaftlich n Liste II( Skerl) zum Angestelltenrat. Alles wählt freigewerkschaftlich! " Revolutionäre" Betriebsratskandidaten. 3m Emaillierwerf Dichanz verhindert. Am 1. März log die Rote Fahne", der Sozialdemokrat August Müller habe bei der Maßregelung des oppositionellen Betriebsrats Vorrath eine hervorragende Rolle gespielt. Einma! hat Müller noch nie der Sozialdemokratischen Partei angehört, weitens war er zur Zeit der Entlassung von Borrath nicht im Betrieb. Borrath, der sich überdies als Betriebsrat mehr mit den Parolen eines Merter als mit dem Betriebsrätegese vertraut machte, muß sich schon bei feinen oppofitionellen" unorganisierten Betriebsräten beschweren, die einer Betriebsratssitzung wegen feines Falles einfach fernblieben. Trotzdem will er die„ Sozialfaschisten" für seine Dummheiten verantwortlich machen. daß mit den„ oppofitionellen" Betriebsräten, bie fich lediglich die Die Arbeiterschaft des Emaillierwerkes Dichanz hat eingesehen, Spaltung der Gewerkschaft und der Belegschaft angelegen sein laffen, feine Seide zu spinnen ist. Bei der Betriebsrätewahl Lifte. Die Belegschaft hat sich einmütig für die Liste der frei. brachte es die revolutionäre Opposition nicht einmal mehr zu einer gewertschaftlichen Betriebsräte entschieden. Borrath war überdies beim vorlegten Streit der Emaillierer seinen Kollegen in den Rücken gefallen und hat bei Elle u. Sohn als Streitbrecher gearbeitet. Wenn er damals unter dem Schutz der Polizei in diesen Betrieb hineinging, dann mag er es als einen Aft ausgleichender Gerechtigkeit betrachten, wenn er jetzt unter dem Schuße der Polizei aus dem Betrieb hinaustam. Aus dem Metallarbeiter- Berband ist Borrath ausgeschlossen. Die Arbeiter müssen sich die Betriebsratskandidaten genau ansehen. Nur die freigewerkschaftlichen Liffen sind zuverlässig! Nach der Spaltung bei den Schuhmachern. ( Gute Fortschritte der Amsterdamer. Mittwoch bagte die Generalversammlung des Zentralverbandes ber Schuhmacher. Die Versammlung verlief ohne Störung. Difenbar mar es der Leitung der Spalter nicht gelungen, ihre Massen zu mobilifieren" Hörs gab den Geschäftsbericht. Er rief zur Einheit und zur Sammlung. Schuld an den heutigen Verhältnissen in Berlin habe nicht die Ortsverwaltung, sondern die sozialdemokrati. schen Mitglieder, die sich nicht gerührt hälten! Er verschwieg allerdings, daß die Ortsverwaltung bisher jedes nichtkommunistische Mitglied von der Mitarbeit ausgeschaltet hat. Er und die Diskussionsredner seiner Richaung fanden recht scharfe Worte gegen den Zentralvorstand. Für die Spalter aber suchte man Entschuldigungen und bezeich nete fie allenfalls als Dummtöpfe, die die Einheitsfronttaftit falsch verstehen! Hörß beflagte sich dann aber über die Gummifnüppeltattit des Spalters Peterson, der ihm Prügel angedroht habe. Er vergaß, daß er Peterson bisher zu allen Berbandsveranstal tungen zugezogen hatte. Die" Rote Fahne" bringe nicht einmal Streitberichte der Organisation und schädige damit die Gewerkschaftsarbeit, wie Hörg feststellte. Bor Beginn der Debatte zeigte sich die ganze Furcht der Ortsverwaltung vor der Verantwortung, als 3oller, der bisher stundenlang in allen Versammlungen gegen die SPD. hezen konnte, Beschränkung der Redezeit durchsezte. Mehrere Rednerfür Herren Anzüge- Ulster- Paletots Damen Kostüme- Mäntel- Kleider schluß des Lohntarifs in der chemischen Industrie ist für die Kutscher und Chauffeure ein Lohn vereinbart morden, der weit unter den Tariflöhnen liegt, die an die Kutscher und Chauffeure in den übrigen Gewerben und Industrien gezahlt werden Dieser Zustand ist auf die Dauer unhaltbar. Sollte es nicht gelingen, bei dem Neuabschluß des Tarifs in diesem Jahre eine grundlegende Aenderung herbeizuführen, so wird die Organisation versuchen, diese Gruppe aus dem Tarifvertrag herauszunehmen und für sie eine Sonderregelung zu treffen. Für die Verbandstoffbranche ist es jetzt zu einem neuen Tarifabschluß gekommen. Durch einen Spruch des Schlichtungsausschusses sind die Löhne der Männer um 3 m. pro Woche und die der Frauen um 1 M. aufgebessert worden. Beide Parteien haben dem Schiedsspruch zugestimmt. Bei der Firma Kahnemann A- G., mit der ein Haustarif ab geschlossen ist, ist auf Grund des Tarifabschlusses für die gesam e Berbandstoffbranche ein neuer Haustarif zustandegekommen, wonach sich die Löhne der Männer um 4. und die der Frauen um 1,50 m. pro Woche erhöhen. Im Gegensatz zu den früheren Versammlungen wurde an der Tätigkeit der Branchenleitung sowie an der Gesamthaltung der Ormütig den Vorschlägen der Funktionäre zur Neuwahl der ganisation gar teine Kritik geübt. Die Versammlung ftimmte e inBranchenleitung, der Generalversammlungsdelegierten und der Dale gierten zur Seftionsversammlung zu. Sämtliche Gewählten find Anhänger der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung. Betriebsratswahlen bei preußischen Behörden. Hierzu teilt uns die Reichsfachgruppe Reichs- und Staatsarbeiter des Gesamtverbandes mit: Bet der Neuwahl des Hauptbetriebsrats im preußischen Justizministerium liegen getrennte Listen der Arbeiter und Angestellten vor. Die Vorschlagsliste für die Arbeiter trägt die Nummer 4 Während die Angestellten die Vorschlagsliste mählen, müssen alle in der preußischen Justizverwaltung beschäf= tigten freigewertschaftlich organisierten Arbeiter die Ciffe des Gesamtverbandes Nr. 4 wählen! AEG., Turbinenfabrit! Montag, 15 Uhr, bei Dehlschläger, Ber Tichingen str. 5, Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Tagesordnung: Stellungnahme aur, Betriebsratswahl. Es darf tein Parteigenoffe fehlen. Ohne Mitgliedsbuch der Partei kein Rutritt. Der Fraktionsvorstand. ADOB., Unteranssdn Röpenid. Alle freigewertschaftlich organisierten Arbeiter treffen sich am Sonntag um 9 Uhr auf dem Friedhof bet ben Gräbern der Kapp- Opfer. Der Obmann. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Seute, um 18 Uhr, Sigung der Runstkommiffion im Simmer 26 der Jugendzentrale, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, 2 Tr. Um 18% Uhr Mel'eren Arbeitsgemeinschaft im Zimmer 26 Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, 2 Tr. Um 19% Uhr Sprechchorprobe im Jugendheim des Gesamtverbandes, Gewerkschaftshaus. Engelufer 24-25, Aufgang B, part. Südkreis: Am 15. und 16. März Wochenendkursus in Nowawes: Freigewerkfchaftliche Jugendarbeit" Treffpunkt heute um 18 und 20 Uhr auf deut Schlesischen Bahnhof. Am Montag, 17. März, um 20 Uhr, Wanderleiterkursus im Caal 3, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-23. Lichtbildervortrag:„ Das Sternberger Land Banfetal". Jugendaruppe des Zentralverbandes der Anaeftellten Heute, Connabend, ab 20 Uhr Volkstanzturfus im Jugendheim Lehrter Etraße 18-19 und ab 20 Uhr Bunter Abend baw, Vollstanzabend im Jugendheim Wrangelftr. 128. Ton 18-20 Uhr Uebungsabend der Ginge gemeinschaft und Dont 20-22 Uhr Arbeitsgemeinschaft Gozialismus" Sugendheim der Schule Kaftanienallee 81. im Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener: Wirtschaft G. Klingelhöfer; Ger ertfchaftsbewegung. J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales.. und Sonstiges rik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Forwärts- Berlag G. nt b. S. Berlin Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin E 68 Lindenstraße& Sierau 1 Beilage und Unterhaltung und Wiffen". Koch Seeland Gertraudtenstr. 20/21 Grösstes Spezial- Haus moderner Richtung Rr. 125 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Commend 15. März 1930 Unter der Jannowitzbrücke MENNN ANNA Die Strede Gesundbrunnen- Neufölln der Untergrundbahn foll in Kürze eröffnet merden. Damit find die am schmerften zu bewältigenden Bauabschnitte Des gegenwärtigen Bahnbaus fertiggeftelt. Gleichzeitig mit dem Tunnel unter der Spree am Bahnhof Jannomigbrüde sind die neuen Fundamente der Brücke hergestellt worden. Auf unserem Bild ist ein Teil der riesigen Betonblöde, hie die neue Brüde tragen sollen, zu sehen. Darüber himmeg führen in fühnem Bngen die Gleise her Stadtbahn und Fernbahn OstWest, auf manngfache Weise durch Hilfsträger gestützt. Ein Bild fühnfter Ingenieurarbeit, das immer noch die Borübergehenden anzieht, zu vermeilen, um das scheinbar mirr durcheinander jagende Traihen der Arbeit auf sich mirten zu laffen. Noch fann man durch den in verschiedenen Stodwerten angeDroneten Bohlenbelag einen Blick in den Tunnel merfen. In jeder Etage Gleise für Loren, Treppen, die in die Tiefe führen, Winden, bie Baften in die Tiefe führen oder herausholen, durch ein Gemirr non Eisenträgern wird der Wasserspiegel der Spree sichtbar, Schleppdampfer, Laftkähme ziehen ihres Weges. Nur eine verhältnismäßig female Betonmauer trennt die Wassermassen von der Baugrube und dem Tammel. Im April bereits soll die neue Strede dem Berfehr übergeben werden. Wenn dann die Züge direch den Tunnel donnern, wird darüber erst die Straßendede fertiggestellt werden und damit auch der Bau der neuen Brücke. Einer der michtigsten Berlehrwege Berlins fann dann endlich berarzt merden. Raffierer für seine eigene Tasche.beträge lediglich an den Kaffenschaltern und nicht außerhalb der Steuerunterschlagungen beim Finanzamt Bilmersdorf- Nord mie jetzt erst betonni mird, find beim Finanzamt Bilmersdorf- Kord in der Liehenburger Straße 18 durch einen ungefreuen Beamten umfangreiche Beträgereien vorgefommen, durch die allerdings nicht der Fistus, fondern eine Reihe von Steuerpflichtigen sefchädigt worden ist. Eine große Anzahl von Steuerzahlern, Geschäftsleute und Irinatpersonen, die Mahnungen megen noch nicht gezahlter Steuerbeträge erbolten hatten, mandten sich beschwerdeführend an bas Finanzamt unter Borzeigung einer mit dem Amtssiegel ver fehenen Quittung, die non dem Obersteuerfetretär Heinrich amterzeichnet morden mar. Es stellte sich nunmehr heraus, daß der Oberferretär Heinrich, der mit der Abschäzung der Steuern behäftigt mar, die betreffenden Steuerzahler, mit denen er persönlich betonni geworden mar, in ihren Wohnungen aufgesucht und bei dieser Gelegenheit bie fällige Steuer eintassiert hatte, allerdings für die eigene Tasche, ohne sie an die Steuerbehörde abzu führen. Auf diese Weise ist es Heinrich, der sofort nach Entdeckung der Beruntreumgen vom Dienst fuspendiert wurde und gegen den jekt ein Berfahren bei der Staatsanwaltschaft II wegen Be= truges and misunterschlagung schwebt, gelungen, beträchtliche Beträge von Steuergeldern zu ergattern. Es soll sich um etwa 20 000 Mart handeln, während jedoch von anderer Seite ein weit höherer Betrag genannt wird. Die einzig Geschädigten sind die betreffenden Steuerzahler, die ihre Beträge Heinrich anvertraut haben und die fie noch einmal on die Steuerkaffe abführen müssen. In den Kassen räumen sämtlicher Finanzämter find nämlich schon seit längerer Zeit, um berartige Eintassierungen durch unbefugte Personen zu ver Aluisio Azevedo 65] Ein Cravi Camissber le #Miethaus meiden, gedrudte Warnungen angebracht, die fälligen Steuer beträge lediglich an den Kassenschaltern und nicht außerhalb der die zmar besondere Ausweise mit sich führen, rüdständige Steuern Büroräume zu zahlen. Da aber bekanntlich die Einziehungsbeamten, auch des öfteren in den Wohnungen fäumiger Steuerzahler eintajfieren, so konnten die Geschädigten im Zweifel sein, ob die Gelder nicht doch elma dem ungetreuen Obersteuersekretär auszuhändigen wären, in so mehr, als er ja auch Quittungen mit dem Dienstsiegel ausstellte. Um derartige Borgänge zu vermeiden, wäre es ratsam, wenn auch in den Steuerkassen dafür gesorgt mird, daß mit dem Dienstsiegel fein Mißbrauch getrieben werden kann. Wie es Heinrich gelungen ist, den amtlichen Quittungsstempel zu erlangen, nuß eben falls aufgeflärt werden. Wieder ein Kaffenbote ermordet! Raub von Erwerbslosengeldern. Striegau, 14. März. Heute mittag wurde der Bole Bernert auf der Landstraße zwischen Gebersdorf und Taubniß mit einer tödlichen Wunde aufgefunden. Bernert hatte vom Arbeitsamt Striegau 7000 Mart Erwerbslosengelder abgeholf, die bei seiner Auffindung fehlten. Wie verlaufet, fommen als Täfer drei Candstreicher in Betracht. Der Ermordete hinterläßt eine Witwe mit zwei unversorgten Kindern. Zu dem Raubmord teilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums toch folgendes mit: Der Arbeiter Gustav Bernert aus Dantsdorf murde heute vormittag in einem fleinen Waldstück an der Chauffee Liffen- Taubniß von drei unbekannten Männern überfallen und durch Brustschuß getötet; der Rudsad mit 7000 Mart Arbeitslosengelbert, die Bernert turz vorher von der Kreisbant in Striegau abgehoben hatie, muurbe geraubt. In Sonnabend, Begleitung des Bernert befand sich sein Schwager, der Arbeiter Baul Langner. Nach dessen Angaben waren die Täter mas fiert. Auf das Ersuchen der Staatsanwaltschaft in Schweidnitz ist eine Mordkommission vom Polizeipräsidium Breslau an den Tatort entfandt morden. Was ging in Scheuen vor? Genaue Untersuchung erscheint dringend notwendig. Zu den Vorfällen im städtischen Erziehungsheim Scheuen teilt bas Städtische Nachrichtenamt jetzt noch folgendes mit:„ Das Landesjugendamt hat festgestellt, daß fich im Erziehungsheim Scheuen leider ein weiterer Fall der Mißhandlung eines Jugendlichen vor einiger Zeit ereignet hat. Dieser Jugendliche, der fich an der Revolte, die am 18. Februar in Scheuen ausgebrochen mar, beteiligt hatte, ist in Abwesenheit des Leiters des Erziehungs heims non seinen Kameraden sdaver mißhandelt murden. Zur gründlichen und restlosen Klarstellung des Tatbestandes hat das Landesjugendant ihn jetzt aus Scheuen nach Berlin fommen lassen, um ihn hier, unbeeinflußt von seiner bisherigen Umgebung, über die Borgänge, die sich in Scheuen abgespielt haben, nernehmen zu fönnen. Der Leiter des Erziehungsheims, Straube, ist von Sonnabend ab beurlaubt." Die bisher über die Borjälle in dem städtischen Erziehungsheim Scheuen bekanntgewordenen Tatsachen fordern eine durchgreifende und rücksichtslose Untersuchung. Sollte sich herausstellent, daß der Leiter des Heinres es geduldet hat, daß zwei sich feindlich gegenüberstehende und pon Zeit zu Zeit prügelnde Gruppen unter ben ihm anvertrauten 3öglingen bestanden, so dürfte der Erweis erbracht sein, daß er seiner schweren, verantwortungsvollen Arbeit doch nicht gewachsen mar. Darüber fönnten dann auch seine großen Berdienste um die organisatorische Musterhaftigkeit der Anstalt nich hinwegtäuschen. Es darf nicht vergessen werden, daß die nächtliche Brügelei am 18. Februar einem jungen Menschen das Leben getostet hat! * In Trier erschoẞ fich ein 23jähriger Zimmergejelle im Hausfre des Gertundenhauses, einem Fürsorgeheim für gefähr dete Mädchen, weil ihm nicht gestattet wurde, mit seiner Braut, die in dem Haus als Fürsorgezögling lebt, 311 sprechen. Dachstuhlbrand in Schöneberg. In den gestrigen frühen Nachmittagsstunden wurde die Feuermehr nach der Hauptstraße 30 in Schöneberg alarmiert, ma im Dachstuhl des Seitenflügels Feuer ausgebrochen war. Die Flammen fanden an Gerümpel und den Bodenverschlägen reiche Nahrung. Obgleich die Behr sofort fünf Schlauchleitungen in Tätigkeit setzte, fonnte ein Uebergreifen des Feuers auf den Borderhaushachstuhl nicht mehr verhindert werden. Erst nach zweistündiger angestrengter Arbeit murde der Brand niedergefämpft. Die Entstehung rfache ist noch ungeflärt. Der Fuhrmertsverkehr in Richtung Friedenau mußte längere Zeit umgeleitet werden. Leipart vor seiner völligen Genesung. Thendor Leipart, der Führer der deutschen Gewerkschaften und Borfizende des ADGB., der afit 14. Oktober vorigen Jahres bei einem Autounfall auf der Aous schmer verunglückte, befindet fich noch immer im Hildegard Krankenhaus. Sein Zustand ist, wie uns der Leiter der chirurgischen Abteilung, Profeffor Pribram, mitteilt, redyt zufriedenstellen d. Immerhin werden bis zu feiner völligen Gesundung noch etwa 4 bis 6 Wochen vergehen. Die Arbeiterschaft mire die nöllige Genesung ihres bemährten Führers freudigst begrüßen. Der zweite jetualwissenschaftliche Frageabend des Jnstituts für Sexualmissenschaft in diesem Monat findet unter Leitung von Sanitätsrat Dr. Ragnus Hirschfeld und Dr. Felig Abraham am Montag, 17. März. abends 8 Uhr, im Ernst- Hadel- Saal( 3 ben Selten 9a) statt. Unloften beitrag: 20 Pfennig; Arbeitslose erhalten fostenlosen Zutritt. ,, hör mal zu, mein Rind", bemertte der Steinbrecher,| die Woche über hier bei mir bleiben, und Sonntags tann fie ,, Tränen darfst du nie mit Wein mischen. Die Sorgen wollen zu dir zu Besuch tommen mie bisher." wir uns für ein anderes Mal aufheben. Berdirb uns nicht das Essen." ,, Aber mie soll ich denn an etwas anderes denten und von anderem sprechen, wenn es mir doch so schlecht geht?" 2, erwiderte die arme Frau. Als die Portugiesen und die Bahiana einander gegen überstanden, spielte sich eine Szene gemachter Höflichkeit ab. Los, los, umarmt euch und seid Schwestern!" fomman dierte Jeronymo, legte beiden die Hand auf den Rüden und ftieß fie gegeneinander. Saure Gesichter werden hier nicht geduldet." Die Rivalinnen drückten sich frostig die Hände, sahen einander aber nicht in die Augen. Biedade war dunkelrot vor Scham ,, But, schön", verfündete der Steinbrecher herzlich. Um jeht unfere Bereinigung zu frönen, mußt du und das Kind bei uns zu Tisch bleiben. Die Frau begann sich zu entschuldigen, stammelte aller hand Gründe, meshalb es unmöglich sei, aber ihr Gatte weigerte sich, die Gründe anzuerkennen. Aber ich laß dich nicht gehen. Ich muß meine Tochter noch ein bißchen genießen, ich hab immer solche Sehnsucht nach ihr." Piedade sette sich in einen Winkel und wartete nur auf die Gelegenheit, mit ihrem Mann über die Schulrechnung zu sprechen. Rita, die wie die meisten Mischlinge flatterhaft war, hegte feinen Groll und tat ihr möglichstes, die Familie ihres Mannes zu unterhalten. Die anderen Gäste gingen vor Tisch. Wegen der Entfernung von Sao Romao wurde schon um vier ühr gegessen, und die Mahlzeit begann recht mumter. Senhoring, die nur an ihren fleinen Schulkreis gewöhnt war, schien furchtbar befangen zu sein, und ihr Boter gab sich alle Mühe, ihre Schüchternheit zu überwinden. Er überschüttete jie mit Fragen, was sie denn täte und was fie lernte. Gleich nach der Suppe mar Wein eingeschenkt morden, und vor Ende der Mahlzeit maren die Erwachsenen alle recht angesäufelt, denn Jeronymo trant viel und zwang die heiden Frauen, ihm Bescheid zu tun. So geschah es, daß Piedade wieder in Jammerstimmung fam und sich bitter über ihr Gaidial beflagte, mas natürlich unvermeidlich zu der unbezahlten Pensionsrechnung führte. ,, Und wenn du nur herkommst, um zu jammern, wärest du beffer zu Hause geblieben", murmelte Jeronymo ärgerlich. Mit Heulen fann man nichts ändern. Ich seh nicht ein, warum du mir Borwürfe machst, weil du unglücklich bist. Ich bin's notabene auch, aber ich lauf doch nicht herum und geb anderen Leuten die Schuld." Worauf Piedade anfing zu schluchzen. Na, natürlich, da haben mir's jal" schrie ihr Mann, langte über den Tisch und schüttelte sie heftig. Halt jetzt den Mund; je mehr man versucht, vernünftig und geduldig zu sein, um so mehr versuchst du, einem die Laune zu verderben." Senhorina war zum Bater gelaufen und hatte ihn am Arm gepact, aber er stieß fie ärgerlich beiseite. Du fehlft mir auch noch, es ist immer dasselbe, und ich dente nicht daran, es noch länger zu dulden." Ich bin ja nicht zum Vergnügen hergekommen," meinte Biedade ,,, ich bin hergekommen, uni zu hören, was du mit der Schulrechnung machen willst." " 3ahl sie selber mit dem Geld, daß ich dir dagelaffen habe. Ich habe kein eigenes." " ,, Nein, niemals! Tausendmal nein." ,, Aha, das willst du wohl für dich selber aufheben?" ,, Du bist viel schlimmer, als ich dachte", schluchzte sie. ,, So, bin ich das?" brüllte er ,,, mach, daß du raus tommst, aber schnell, bevor ich dir gebe, mas du verdienst." Aber sie machte teine Anstalten zu gehen, sondern ließ Kopf und Arme auf den Tisch fallen. 21h, mein armes Mädelchen Gott im Himmel, mer mird für sie sorgen?" Das Mädel braucht nicht mehr zur Schule zu gehen. Loß sie hier bei mir, ich werd' schon dafür sorgen, daß man fie gut pflegt. Ihres Baters Schuß braucht sie jedenfalls." Was, mich von meiner Tochter trennen? Bon dem ein zigen. mas mir geblieben ist?" ,, Beib, nimm dich zusammen und komm zu Berstand. wenn du fannst. Du bist doch die ganze Woche von ihr getrennt, nicht wahr? Also, statt zur Schule zu gehen, wird sie ,, Aber ich möchte lieber bei Mutter bleiben", sagie das Kind und flammerte sich an Piedade. ,, Du bist also auch undankbar?" brüllte Jeronymo. Führst Krieg gegen mich genau wie sie? Ach was, fahrt alle beide zur Hölle und fommt nicht hierher und regt mich auf. Sonst behandle ich euch beide, wie es euch zufommt." Komm, mir wollen gehen", schrie Piedade und padie das Kind am Arm.., Berflucht sei die Stunde, da ich diese Schwelle betrat. Ich hätte wissen sollen, daß ein Mann, ber Weib und Kind im Stich läßt, von ihren Leiden und Tränen nicht gerührt werden kann!" Also verschwanden die zwei, und Jeronymo lief in seinem betrunkenen 3orn hin und her und murmelte vor sich hin. Rita hatte sich nicht in den Streit eingemischt und hatte auch nicht verraten, mit wem fie es hielt. Aber jetzt erflärte fie, wenn Jeronymo zu seiner Frau zurückkehren wolle, dürfe und solle er es tun, denn wo Mann und Frau nur durch Liebe aneinander gebunden seien, bestehe tein anderer 3mang, als der gegenseitige Wunsch. Jeronymo ließ fich auf einen Stuhl fallen, goß sich ein Glas Orangeliför ein und trant es in einem Zuge. ,, Nein, wir trennen uns nicht", bemerkte er mit aller Entschiedenheit. Die Mulattin trat hinter seinen Stuhl, zog feinen Kopf an ihre Brust, preßte ihre Lippen auf seinen Mund und füßte ihm die Schnapstropfen fort, die noch in seinem Schnurrbart hingen. Jeronymo zog sie auf seinen Schoß und hielt fie fest umschlungen. Mach' dir feine Sorgen um diese Dinge, mein Schaz, flüsterte sie und strich ihm mit den Fingern durchs Haar. Jekt ist alles vorüber, und mir merden glücklich sein." Ja, du haft recht", stammelte er ,,, es mar dumm von mir, sie ins Haus tommen zu lassen. Und sie hingen in einem Laumel von Umarmungen und Küssen aneinander, als müßten sie die Zeit nachholen, die sie durch die höchst unliebsome Unterbrechung versäumt hatten. Draußen im Schatten des Lores blieb Piedade noch ein paar minuten stehen, stützte sich auf die Schulter ihres Kindes und bemühte sich, ihre Faffung zurüdauerlangen und ihren Tränenstrom einzudämmen, ehe sie sich auf die Straße hinausmagte, um zu den neugierigen Bliden von Sao Romeo zurückzukehren. ( Fortjezung folgt.) „ Ich höre eine Glimme!" Ein Lübecker Oberstudienrat verschwunden. Lübed, 14. März.( Eigenbericht.) Das Verschwinden des Oberstudienrats Georg Schmidt, der seit mehreren Tagen vermißt wird, erregt hier großes Aufjehen. Dr. Schmidt erfreute sich allgemein großer Achtung und war namentlich bei seinen früheren Schülern außerordentlich beliebt. Der alte Herr litt seit mehreren Jahren an einer Nerven= überreizung, die ihn in seinen wissenschaftlichen Arbeiten start behinderte. Bor einigen Tagen entfernte er sich aus seiner Wohnung, ohne zurüdzufehren. Man schöpfte Berdacht, und als man in die Wohnung eindrang, fand man einen Brief, der Aufschluß über das Ende des Oberstudienrats gibt. Es heißt in dem Schreiben: Immer wieder hat mir eine Stimme aus meinem Schreibtisch heraus zugerufen, daß ich ins Wasser gehen solle. Ich höre diese Stimme fortwährend, und ich leiste diesen Rufen Folge, da ich nicht in die Landesirrenanstalt Stredniz übergeführt werden will." In dem Brief war auch die Stelle angegeben, an der man seine Leiche im Elbe- Trape- Kanal fuchen solle. Die Wasserpolizei hat an dieser Stelle den Kanal abfifchen lassen, bisher ist es ihr aber nicht gelungen, eine Spur von dem Berschwundenen zu finden. Der Fall bewegt die Lübecker Bevölkerung um so mehr, als vor einem halbe Jahre, im Oftober 1929, der Senator Niebuhr, der an einer schweren Kriegsverlegung litt, im Kanal als Leiche auf gefunden wurde. Oberstudienrat Schmidt war mit dem Senator persönlich bekannt, und es erscheint nicht ausgeschlossen, daß der Tob Niebuhrs auf ihn eine suggestive Wirkung ausübte. Die Lübecker Polizei seht die Nachforschungen nach dem vermißten Gelehrten fort. Sugenberg gegen Arbeiterfunttag. Die Soziale Radiohilfe des Arbeiterradiobun des stellt Minderbemittelten, Erwerbslosen, Körperbahinderten, Infaffen von Krantenhäusern, Altersheimen und Besserungsanstalten fostenlos Rundfunkempfangsgeräte zur Verfügung. Da die So siale Radiphilfe bisher fast ganz ohne behörbliche oder ftaatliche Unterstützung arbeitete, iſt es erklärlich, wenn bei der überaus großen Nachfrage die Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, sehr beschränkt sind. Um neue finanzielle Grundlagen zu fchaffen, veranstaltet der Arbeiterradiobund am 16. März in der Kroll- Oper um 10.30 Uhr eine Morgenfeier. Die Veranstaltung dient also ausschließlich wohltätigen 3weden. Aus diesem Grunde hat der Reichsinnenminister auch nichts dagegen gehabt, daß die Feier in die Kirchzeit gelegt wird. Trotzdem regt fich der" Berliner Lokal- Anzeiger" über die angebliche Stö rung der Funkruhe am Volfstrauertag als einen neuen Mißbrauch des Rundfunks und einer Bietätlosigkeit am Tage der Gefallenen auf. Der Arbeiterrabiobund hat seine Beranstaltung, die übertragen mird, zunächst nicht um 10% Uhr, sondern um 12 Uhr anfangen mollen. Erst als befannt wurde, daß mittags die Trauerfeier aus dem Reichstag zur Uebertragung gelangt, hat er sich mit einem früheren Beginn der Veranstaltung einverstanden erflärt Schließ9 Geld für die U- Bahnbauten. Vor dem Abfchluß eines 80 Millionenkredites. ofchluß eines Die Berliner Verkehrs- Aktiengesellschaft( BVG.) steht jetzt vor dem Abschluß eines Kredites von 80 Millionen Mark, den ein unter Führung der Danatbant stehendes Konsortium gewähren will. Dieses Darlehen soll zur Dedung der durch die Fertigstellung der U- Bahnbauten entstehenden Kosten dienen. Der Magistrat läßt nunmehr der Stadtverordnetenversammlung die Vorlage über die Fertigstellung der Untergrundbahnbauten und die Beschaffung der dafür erforderlichen Mittel zugehen. Es handelt sich um die Strecken Gesundbrunnen- Neukölln, Alexanderplatz Lichtenberg- Friedrichsfelde, die Verlängerung der Nordsüdbahn nach Tempelhof sowie nach Neukölln- Grenzallee, die Verlängerung der Stammbahn bis nach Bankow- Binetastraße und nach Ruhleben sowie der Dahlemer Schnellbahn vom Thielplatz bis zur Krummen Lante. Die Bauten sind zum Teil gegen Ende vorigen Jahres zum Abschluß gefommen, zum anderen Teil ist ihre Beendigung im April und Juni dieses Jahres zu erwarten. Der zur Fertigstellung dieser Bahnstreden noch erforderliche Geldbedarf belief fich am 1. Januar 1930 auf rund 80 Millionen Mart, wovon 15 Millionen bereits von der Danatbant furzfristig zur Verfügung gestellt sind, während 65 Millionen noch zur Bezahlung von Rech nungen und zur betriebsfertigen Herstellung der Bahnen gebraucht werden. Das unter Führung der Danatbant stehende Konsortium ist bereit, diesen Betrag zur Verfügung zu stellen, wenn das finanzielle Verhältnis der BBG. zur Stadt endgültig geflärt und festgelegt find. die Bedingungen der Uebernahme der Bauten auf die BVG. vorher Der Gesamtwert aller erwähnten neuen Bahnstrecken einschließlich der Betriebsmittel und des nötigen Grundbefizes fowie der Bauzinsen beläuft sich auf rund 350 Millionen Mart. Diese Bahnen sollen der BBG. in einer Form angegliedert werden, die fich dem Gesamtnetz einfügt und sämtliche Einnahmen aus dem Betriebe der neu gebauten Strecken der BBG. zufließen läßt. Für die Uebertragung der Bahneinheiten der neuen Strecken find verschiebene Möglichkeiten gegeben: Erhöhung des Attientapitals der BVG. in Höhe des Gegenwertes ber neuen Strecken und lebernahme der dafür aufgenommenen Schulden durch die Stabt oder Uebertragung der Bahnen auf die Gesellschaft unter gleichzeitiger Belastung mit allen dafür aufgenommenen Schulden oder ein Mittelweg. Die Bortage des Magistrats sieht - entsprechend der ersten Melbung teinerlei Rapitals lich ist nicht nur der Arbeiterfunttag, sondern auch der Boltstrauer: Vorträge, Vereine und Versammlungen. tag von einer privaten Organisation gefchaffen. Am Arbeiterfunttag werden mitwirfen: Alfred Beierĭe, Gertrud Enfoldt, Heinrich George. Franziska Kinz, Theodor Loos, Agnes Straub und das Sinfonieorchester des Deutschen Mujiterverbandes unter Leitung von A. M. Szentar. Den Ehrenvorsig haben Reichstanzler Hermann Müller und Frau Louise Ebert übernommen. Im Ehrenausschuß sind vertreten: Reichsinnenminister Sepering Reichstagspräsident Paul 2ö be, Friedrich Bartels. Bräfident des Breußischen Land: tags, u. a. Eintrittskarten zum Preise von 75 Pf, einschl. Garderobe ander Theaterlaffe. Post und Stahlhelm". Man schreibt uns: Zu Ihrem Artikel„ Post begünstigt Satenkreuzler" in der Morgenausgabe vom Freitag möchte ich Ihnen eine mertwürdige Affäre mitteilen, die ebenfalls auf gewisse republiffeind liche Bellenbildungen innerhalb der Reichspost hinzuweisen scheint. Ein in Berlin aufgegebener, an die sozialdemokratische Volks zeitung" in Löbau( Sa.), Promenadenstraße, gerichteter Brief, der ordnungsmäßig frantiert und adreffiart war, ging -feltfamster aller Zufälle! ausgerechnet an die Redaktion des„ Stahlhelm" in Berlin, Bernburger Straße, zurüd, angeblich, weil die Löbauer Zeitung die Annahme wegen mangel hafter Freimachung verweigert habe. Es ist jedoch festgestellt worden, daß dieser Brief, der eine scharfe Polemit gegen jenen„ Stahlhelm" enthielt, an den ihn die gütige Boft zurückgeschickt hat, niemals an die Volkszeitung" in Löbau gelangt ist. Es bestand für das Blatt also gar nicht die Möglichkeit, des angeblichen Nach: portos wegen den Brief zurüdzuweisen. Daher bleibt nur der einzig mögliche Schluß, daß ein Bostbeamter, der dem„ Stahlheim" näher steht als der Republit, auf die er verpflichtet ist, pon dem Inhalt des Briefes Kenntnis genommen und das Schreiben zur freundlichen Information dem Bundesorgan der schwarzmeißroten Kampforganisation gegen die Republik übermittelt hat. Das sind, sehr gelinde gesagt, immerhin recht merkwürdige Bustände! Die Prämie bei der Klaffenlotterie. Bei der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie wird am letzten Ziehungstage der 5. Klasse eine Prämie von 500 000 m. aus. geschüttet. Am Freitag wurde die Ziehung beendet und auch diese Brämie verteilt, die auf die Nummer 210 171 fiel. Auf diese Nummer war der erste 1000- Mart- Gewinn gezogen worden. In der ersten Abteilung wird das Los in der Stadt Willenberg bei Königsberg i. Br. von einem Kaufmann gespielt, der die nette Summe von 400 000 m. einstreichen darf. Die Gewinner der zweiten Klaffe wohnen in Lübed und Leipzig und spielen die Nummer in Viertellofen. Sie erhalten jeder 100 200 m. ausbezahlt. Der Gau Berlin- Brandenburg des Reichsbanners Schwarz- RotGold hält am Sonnabend, dem 15., und Sonntag, dem 16. März, feine alle zwei Jahre stattfindende Gau- Generalperigmmfung im großen Festsaal bes ehemaligen herrenhauses, Leipziger Straße 31, ab. Am Sonnabend, dem 15. März, werden die einzelnen Mitglieder des Gauvorstandes der Gau- Generalversammlung Rechen fchaft geben über die Arbeit der legten zwei Jahre Im Anschluß daran findet eine Vorführung der Schuhfportriegen vor Ben Delegierten in der Turnhalle der Taupstummenschule, Albrechtstraße 27, statt. Der Sonntag ist für die Aussprache und die Gau norstandswahlen bestimmt. Im Anschluß an die Tagung wird der Gaunorfigende Ministerpräsident a. D. Stelling ein ausführliches Referat über die nächfien politischen Aufgaben des Reichsbanners halten. Rekordbesuch auf der Leipziger Meffe ad ben eststellungen des Fremdenbüros beim Polizeipräjibium Leipzig hat die Meise stadt anläßlich der Frühjahrsmesse einen Reford befuch zu verzeichnen gehabt. Bom 2. bis 8. März wurden 42 954 Fremde polizeilich angemeldet. Davon waren 27 927 Personen Reichsdeutsche und 15 027 Ausländer. 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsft elle: Berlin S. 14. Gebaftianfte. 37-38. Sol 2. St. Sonnabend, 15. März. Kreuzberg, Jugend I, II und III: Treffpunkt 17% Uhr Lindenstr. 3 zur Vorwärts- Besichtigung. Ruberriege: 19-21 Uhr aftenrudern, Tunnelfte, 84, Gäfte wiltonmen. Sonntag, 16. März. Kreis Often: Die Ortsvereine beteiligen sich an der Rundgebung in der Neuen Welt" in Bundeskleidung, Kreis Westen: Die Ortsvereine be teiligen fich fämtlich an der Rundgebung in der Neuen Belt". 10 Uhr ein treffen. Bannerkleidung. Spielleute ohne Spiel. Kreis Norden: Gämtliche Spielleute 10% The Belt aferheide Friedrichshain: Sämtliche Kameraden treffen sich 9- Uhr in den Kamerabfchaftslotalen zur Teilnahme an ber Rundgebung in der Meuen Belt Spielleute obie Inftrumente. Banner leidung, Neukölln Brik: 10 Uhr Pflichtantreten Meye Belt" Safenheide. Rosenthal( Ramerabschaft): 9% Uhr Antreten Kirchplas zur Teilnahme an der Rundgebung in der Neuen Welt. Ziergarten, Moabit: 9 Uhr zugweise fammeln bei Schmidt, Wiclefstraße und Schlesinger, Lübecker Straße. Westen: 94 Uhr auf dem Bhf. Bülowftraße, Bannerkleidung. Pflichtveranstaltung Neue Welt" Montag, 17. März. Ziergarten, Jungbanner: Jeden Montag Turnen Schleswiger Ufer. Webbing. Vadfahrer- und Nachrichten- Abt.: 20 Uhr Turnhalle Gotenburger Straße. Kreuzberg, Jugend If: 20 Uhr Berfammlung im Jugendheim Wrangelstr. 128. Tempelhof, Jungbanner: 19 Uhr Treffen Kaiserin Augusta. Ede Berliner Straße in Bundeskleidung. Befuch eines feruatwiffenschaftlichen Frageabends in der Cophien- Schuile, WeinmeisterStraße 16-17. Rentään.Brik: 20 Uhr Technischer Kurfus für alle Funktionäre in der Turnhalle Mahlower Straße. Röpenid( Ortsverein): 19% Uhr Sealfchuk aur Märzgefallenenfeier der SPD. im Stadttheater. Röpenid. Pflicht veranstaltung. Lichtenberg: 19% Uhr die gesamte Jungmannschaft Turnhalle Rummelsburger Str. 64. Eanitätsdienst Kam. Jänide. 222-224, Ortse Freireligiöse Gemeinde. Eonntag, 11 Uhr. Pappejallee 15, Vortrag des Serrn A. Domben: Das Problem des Leibes und Leidens". Sarmonium: Quintett aus Rigoletto"( Berdi). Gäste willkommen. Schukverband der Untervermieter, e. B.( Berolina 1057), gruppenversammlung mit Vortrag Montag, 17, Mära, 20 Uhr, Moabit- Tier, garten, Jugendheim Rathenower Str, 8a( am Kriminalgericht). Mittwoch, 19. März, Neukölln, Baffage- Meftaurant, Bergstr. 151-152, 1, Stock( Unter. grundbahnhof Beraftraße). Freitag, 21. März, Restaurant Waldorf, Kurfürften, damm 99( an der Johann- Georg- Straße), Rechtsanwalt Dr. Rönngott spricht über Untermietverträge". Eintritt frei. Gäfte willkommen. Achtung, Männerchor Fichte- Georginia! Alle Gangesbrüder treffen fich am Gonntag, 16. März, 10% Uhr pünktlich, in der„ Neuen Welt", Hafenheide. Republikanische Rebnervereinigung. Montag, 20 Uhr, Alter Astanier", Anhaltstr. 11. Es spricht Serr Karlwalter Silger über Fall Georg Groß“. Distuffion. Gäfte willkommen. Bereinigung der Frauen und Mütter von Groß- Berlin. Der Beratungsgbend für die Frauen und Mütter findet Mittwoch, 19. März, im Bürger. feale des Berliner Rathauses, Rönigstraße, ftatt. Dr. med. et Dr. phil. Arnold sirsch furicht über das Thema" Suggeftion als Erziehungs- und Seilmittel", Distuffion. Anfang 20 Uhr. Zutritt frei. Deutscher Verein für Bollshygiene, Ortsgruppe Berlin. Deffentlicher Bortrag am Donnerstag, 20. März, 20 Uhr, im großen Sörsaal bes Sugienischen Instituts, Dorotheenste. 28a. Prof. Dr. A. Grofiahn: Schulhngiene und Behr. plan", Anschließend freie Aussprache. Eintritt frei! Gäste willkommen! erhöhungen vor, sondern beläßt es bei dem jetzigen Kapital von 400 Millionen Mark, so daß die BVG. den Gegenwert der Bahnen als Schulden übernimmt. Die Gesellschaft rechnet damit, daß dieser Schuldendienst fatfächlich unter allen Umständen geleistet werden kann. Nach dem jetzt geltenden Tarif wird die Gesellschaft mit einem Roh überschuß von ungefähr 90 Millionen Mart jährlich rechnen können. Das hat allerdings zur Voraussetzung, daß die Abgabe der Gesellschaft an die Stadt in Zukunft wegfällt, wie dies im Zustimmungsvertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Die Zins- und Tilgungsbedingungen des 90- Millionen- kredits sollen vom Magistrat im Einvernehmen mit der Finanz- und Steuerbeputation ausgehandelt werden. " Den Fahrschein bitte..." Der Kontrolleur- ein sehr wichtiger Mitarbeiter. In der Deffentlichkeit wird oft die Ansicht vertreten, daß die BVG. zuviel Aufsichtsbeamte beschäftigt. Hierzu teilt die BVG. folgendes mit: Die Gesamtzahl der bei der BBG. beschäftigten Aufsichtsbeamten beträgt 380. Davon entfallen auf Straßenbahn und Omnibus 300, auf die U- Bahn 80. Diefe Bahl ist bei einem Wagenpark von rund 5600 Fahrzeugen und einem Berkehrspersonal von fast 20 000 Menschen sicher nicht als allzu hoch zu bezeichnen. Natürlich ist immer ein Teil der Aufsichtsbeamten im Dienst, da die Wagen etwa 20 Stunden im Verkehr sind und beim Omnibus ständiger Verkehr, bei der Straßenbahn Spätdienst und an den Sonnabenden ebenfalls Nachtverkehr herrscht. Die Fahrscheintontrolle ist nur ein Teil der Aufgaben, die die Auffichtsbeamten zu erfüllen haben. Daneben haben die Aufsichtsbeamten auch ben Wagen ablauf, bie Ueberwachung des Betriebes an bestimmten verkehrswichtigen Buntten. Auskunftserteilung usw. zu übernehmen. Sie haben auch bei plötzlich auftretenden Störungen im Betrieb einzugreifen und ständig dafür zu sorgen, daß sich der Betrieb reibungslos abwickelt. Ihre Hauptaufgabe besteht also in einer fortlaufenden Betriebsüberwachung, wie sie auch von der Aufsichtsbehörde auf Grund des Kleinbahngesetzes gefordert wird. Die Durchführung aller betriebsnotwendigen Anordnungen fann nur dann garantiert werden, wenn eine ständige Kontrolle vorhanden ist. Allgemeine Wetterlage. 44.März 4930, abds. H 750 O fast 亭 750 3158 740 Lorange T 40 0 745 750 Owolkenlos, heirer, halb bedeckt wolkig, bedeckt Regen, Graupsin Schnea Nabel, GewittecWindstille Ueber Rußland hält sich immer noch der tiefe Luftdruck. Auf feiner Rüdfeite strömen jeht auch falte nordöstliche Luftmassen nach Mitteleuropa. An ihrer Südgrenze haben sich einzelne Störungen entwickelt. Da sich über Frankreich und Süddeutschland noch Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin wärmere Luft befindet, iſt es in Deutschland zu teilweise ergiebigen SA Sozialistische Arbeiterjugend Gr. Berlin infendungen für diese Rubrif nur an bas 3ugenbfefretariat Berlin G 68. Eindenffraße 3 Film- Matinee morgen, Sonntag, 11 Uhr, im Bhöbus.Belaft, Stresemannstraße( Europa. Saus am Anhalter Bahnhof). Uraufführung des Filmes Dhne Auto burch Afrila". Dana läuft der Film 3m Schatten der Maschine". Eintritt 40 Bi. Karten find erhältlich heute im Jugendfekretariat, Linbenfte, 3, 2. Sof, 2 Tr. lints, bis 13 Uhr und in der Diez- Budhandlung, Sindenstr. 2, bis 19 Uhr. Abteilungsleiter, rechnet heute bis 18 Uhr die Film- Matineerkarten ab! Heute, Sonnabend. Wilmersdorf: Seim Wilhelmsaue 123: Wie ich aur fozialistischen Bewegung Mariendorf II; Daheim 159/120; Broletarische Feftultur". Lam". " Neu- Lichtenberg: Werbefeier gemeinsam mit den Rinderfreunden in der Turnhalle Bildfie, 60, 19% Uhr Gefang, Rezitationen, Myfit, Boltstänge, Jugendspiel, Werbebesir? Biergarten: 19 Uhr pünktlich B.-B. Delegiertenkonferenz bei Berger, Levegow. Ede Sagawitraße. Werbebeziel Brenzlauer Berg, Tambourkapelle: Uebungsabend 20 Uhr im Seim Danziger Git. 62 Crfcheinen fämtlicher Spieler mit Instrumenten ist Bflicht. Niederschlägen gekommen. Die Temperaturen stiegen im Küstengebiete taum über Null, erreichten aber im Südwesten 12 Grad Wärme. Ueber ganz Nordeuropa steigt jetzt das Barometer. Es ift zu erwarten, daß unser Gebiet vorwiegend im Gebiet der faften Luft bleibt. Allgemeine Wetteraussichten für Berlin. Weiterhin unbeständig mit fortgefeßter Neigung zu leichten Niederschlägen, ziemlich fühl. Für Deutschland. Algemein wolfig. Im Süden ziemlich mild, in Norden Temperaturen wenig über Null, im mittleren Teile des Reiches vielfach Niederschläge. Bebeutende Preissenfung bei Abler. Die feit vielen Monaten andauernd aünftige Abfaktage bat den Adlerwerken Anlaß au einer fräftigen Preis. ermäßigung gegeben. Wir können es dent dutch seine fünfaislübrige QualitätsTradition bekannten Frankfurter Wert wohl glauben, bak die neuen AdlerBreife" nicht auf Raften der Qualität oder der Ausrüstung erzielt wurden, fondern daß sie das Ergebnis technischer und faufmännifer Rationalisierungsmaßnahmen find. le bie feffiehung der neuen Breife dürfte im übrigen auch die durch die faksteigerung bedingte Senkung des Generaluntoftenanteils am einzelnen Wagen mit den Ausschlag gegeben haben. Schon in wenigen teilungsleiter und der Fugendbeiräte 18 Uhr im Seim Tempelhof. GermaniaBerbebesist Zelianfanal: Wichtige Sigung des B.- B.- Borstandes; der Abftrahe Rohrt nach Rüdersdorf. Treffpunkt 18 Uhr Bhf. Tempelhof. adeigler 31 Uhe abenda. Unfasten 1,50.. Berbelezie Bidenberg: Wir beteiligen uns reftitos en den Werbefeierabend nadition. 3 Uhr findet wieder eine Familienborstellung mit well. der Gruppe Neu- 2htenberg. Werbebezirk Neutran, Tambourfapelle: Seute Tester. Termin zur Anmeldung für den Anfängerturius( Flöter). fe intereffierten Genossen( Trompeter) und Geroffinnen treffen fich 19 Uhr Seim Lahnstraße. Werbebezirt Weften: Die bereits verkauften Rotten für die Werbeper anstaltung müffen unbedingt morgen im Heim Refinenftr. 4 abgerechnet werden. Borlehter Eonnabend und Sonntag bei. Satresent. Tegen wird Sorrafani Berlin für piele Jahre verloffen: Das foute all denen, die bisher den größten. europäischen Birfus mit feinem Genfationsprogov noch nicht gefehen haben, Seranlaffung acben, biefe testen Tage auszunusen, denn eine Berlängerung über den 28. März hinaus ift ausgefchloffen. Conn. mertigem Abendprogramm statt, Abends 7 Uhr Borstellung mit der großen Barede der 37 Rationen, Conntag vormittag ist von 9½ bis 1 Uhr( Rarten. verkauf nur bis 12% Uhr) große Tier- und Indlanerschau. Erwachsene 1 M., Kinder 50 Bf. Nachmittags 3 Uhr Familienvorstellung. Abends 7½ Uhr Bor. ftellung. Karten felephontich bestellen.( 3irkuskaffe: Telephon Baerwald 4335/6. 0880, 0950). Der UMSATZ steigt Die PREISE fallen Diesen Erfolg verdanken wir der zunehmenden Sachkenntnis des deutschen Käufers der hohen Leistungsfähigkeit unserer Einrichtungen der unerreichten QUALITAT unseres Fabrikats. blondT DIE NEUEN ADLER- PREISE S Adler Favorit viertürige Limousine RM 4995.Adler Expreß- Lieferwagen Adler Favorit Droschke( Limousine) Adler Favorit Droschke( Landaulet) Adler Standard 6 Limousine 5995.10 6550.11 6750.6495.12 Adler Standard 6 S Sechssitzer Pullman 8700.19 Adler Standard 8 Pullman- Luxus- Limousine„ Typ Wiesbaden" 13300.11 Die Attribute der Luxuswagen gehören bei Adler zur Normalausrüstung Alle Modelle besitzen hydraulische Vierradbremsen, Eindruck- Zentral- Chassis- Schmierung, sowie Stoßdämpfer an allen vier Rädern, Stoßstangen vorn und hinten, elektrischen Scheibenwischer, bereiftes Reserverad und beiderseitigen elektrischen Fahrtrichtungsanzeiger de BH BREIDEN STEIN ADLER FILIALE BERLIN, BELLE- ALLIANCE- STRASSE 6, UNTER DEN LINDEN 12-13 UND ADLER- SALON AM ZOO, HARDENBERGSTRASSE 29a- e Weitere eigene Werksfilialen: BRESLAU/ HAMBURG/ HANNOVER/ KARLSRUHE i. B./ KONIGSBERG i. Pr./ LEIPZIG MUNCHEN/ NURNBERG/ STUTTGART Parteinachrichten Einsendungen für dieje Rubrik find Berlin GB 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets en bas Bezirkssekretariat 2. Hof, 2Treppen rechts, zu richten. Bur Nachahmung empfohlen! Für das Notopfer für erwerbslose Parteigenossen murden von den Transportarbeitern der„ Borwärts"-Druderei 100 Mt. gesammelt und an die Bezirkskasse abgeführt, worüber hierdurch mit bestem Dank öffentlich quiffiert wird. 3. 21.: Alex Pagels. 2e Abteilungsleifer, die bisher noch feine Meldung über die Jahl der erwerbslojen Parteigenoffen gemacht haben, werden nochmals dringend ersucht, fofort telephonisch oder schriftlich zu berichten. Der Bezirksvorstand. * 2. Streis Tiergarten. Achtung, Areisvorstand! Montag, 17. März. Kreisnorstandssikung mit den Beijißern und 1. Abteilungsleitern um 20 Uhr het Gandom, Flensburger Str. 3. Bilbungstemmission! Montag. 17. März, um 19 Uhr wichtige Sigung im Lofal Schönrod, Birken. Ede Rüheder Straße. 7. Arcis Charlottenburg und Spandau. Juristische Sprechstunde heute Sonnabend, 13. März. non 17-18 Uhr im Jugendheim, Rosinenstr. 4. Sclegenheit zum Airhenaustritt! 12. Rreis teglik. 2ontmis, Sichterfelhe. Gonntag, 16. Mära. 16 Uhr, Familientreffen in Stohnsdorf, Restaurant zur Bost". Ale Gcnoffinnen und Genoen mollen mit ihren Familienangehörigen und Freunden daran teilnehmen. 5. Th. Rats, Besidafüfree! Ugeber bie beeffe bet izbeitsfer Genoffen angeben. 68. Aht. Solensee. 20 Uhr Frühlingsfeft in der Jahonn- GeorgStraße 19, Großer Goal. Alle Genosfinnen und Genoffen, auch anderer Abteilungen, find freundlichst dazu cingclaben. 91, Abt. Reutölln. Frühlingsfest im großen Gaal her Neuen Welt, Hasenheide. Mitwirkende: Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Neutällner Sängerdhar, Deutscher Mufilernetband. Feftrede: Hermann Hornija), M. h. 2. Ueberraschungen, Tombola. Profeffor Mendelsohn: Cello. Genoffe Meinhardt: Am Flügel. Eintrittspreis 1 M. einschl. Steuer. Bernau: Alle Barteimitglieder, die dem Konfumverein Bernau angehören, müffen fich an der heute. 20 Uhr, iut Restaurant Bellevue" ftattfindenden Generalversammlung des Vereins beteiligen. Funkwinkel.z Im Programm der aktuellen 2bteilung spricht August Hermann 3eit über das Thema„ Hinter dem Schalter einer Großbant". Es handelt sich also um eine Reportage, die der Reporter mit vielem sprachlichen Geschid und auch mit dem nötigen Big erledigt. Es muß einmal prinzipielles zur Rundfumfreportage gesagt merden. Der Rundfunk tappt in dieser Beziehung völlig im Dunkeln und nerwechselt Film und Rundfunt. Bantvorgänge tönnten wohl im Film wiedergegeben merden, aber beim besten Millen find dahei teine akustischen Reize zu entdecken. Und nur darauf fommt es an. Eine Reportage hat mir dann Eristenzberechtigung, menn fic tat13. Areis Zempelhof. Seute, Connabend, 15. März, um 20 Uhr, neranstaltet Der Boffschot Sempelhof- Mariendorf in der Aula Raiserin Augusto- Straße einen Braletarischen Liederabend. Märafeier." Eintritt 75 Bf. Ermerb Infe frei. Borteigennffen merden um rege Beteiligung gebeten. Im Gonna fog. 30. Mära, findet im Lichtspielhaus Mai". Mariendorf, Chauffeefreake 305, die Jugendmeihe statt. Starten find bei allen Funktionären aufächlich a tuftische Wirkungen überträgt, sonst bedeutet sie habent. Der Jugendweiheunterricht findet an jedem Donnerstag von 16 bis 18 hr in der Schule Königstraße ftatt. 25. Mht. Achtung. Bezirksführer! Abrechnung nout 15. bis 20. Mära beint Raffierer. Die Adreffen der erwerbslosen Genoffen find umgehend beim Raffierer abzugeben. 32. Abt. Die Sameradicaft Andreas des Reichsbanners feiert heute in Schmidts Gesellschaftshaus. Fruchtstr. 36a, ihre Gründungsfeier. Die Ge noffinnen und Genossen werden um rege Beteiligung gebeten. Theater, Lichtspiele usw. Sonnabend, 15.3. Sonnabend, 15.3. Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ah. D. So. No. 7 Jabres- Ab.- Y. No. 72 191 Uhr Othello Ende 22 Uhr Städt. Oper Bismarckstr. Turnus I 19% Uhr Eugen Onegin Ende geg. 23 U. Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik R- S. 22 19 Uhr am Gendarmenmarkt St. R. 2 So. No. 6 Jabres- Ab.- V. No. 64 20 Uhr Carmen Web dem Ende 22 Uhr der ligt Ende n. 22 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Das Friedensfest Ende 22 Uhr SCALA Tägl. 5 u.8, Uhr. Winter Garten * 8.15 Uhr Zentr. 2819 Randen erlaubt Goldin mit neuen Illusionen Demusl& Sculatoit, d.beliebteTanzpaar Togo", der rennende Hund usw. Sonnabend u. Sonntag je 2 Vorstellungen 4 und 85 Uhr. 4 Uhr kleine Preise Volksbühne Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Amnestie Schauspiel v. Carl Mar. Finkelnburg Regie: Günth. Stark Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Das Friedensfest Deutsches Theater D2 Weidendamm 5201 Tägl. 8% Uhr Der Kaiser Barnowsky- Bühnen Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Ubr nur eine überflüssige Belastung des Programms. Artur Hollit. fcher spricht über Mahatma Gandhi. Es sind hauptsächlich per sönliche Erlebnisse, die schon einige Jahre zurüdliegen. Sehr schön ist die Jugendstunde, in der ein gut diszipliniertes Kinderorchester der achten Bolksschulklasse Bolts- und Kinderlieder spielt. Hier mird ein erstaunliches Niveau der Leiftamgen erreicht. Operettenhaus Theater d. Westens Alte Jakobstr. 30/32 Täglich 84 Uhr: ( Zentral- Theater) Hotel Stadi Lemberg Täglich 8% Uhr Die Fledermaus Musik von Gilbert mit Gustav Matzner Preise 1, 2, 3 M. Lessing- Theater Weidendamm 2797. 0846 Täglich 8 Uhr Letzle 6 Vorstellg. Affäre Dreyfus von Rehfisch und Herzog Komische Oper Friedrichstr. 104. Lari Lenx Leo Schützendorf Residenz- Theater Künstl. Leitung Gaston Briese Täglich 8 Uhr Sonntag 4 Uhr Eisricke Rundinnkb. balbe Pr. Trianon- Theater Leitung: Dir. Arnim Georgenstr. 9 Täglich 84 Uhr Merkur 1401/4330. Die Freundin Allabendlich 8 U. Professor Hulla di Bulla YOD Sudermann Preise 1, 2, 3, 4 M. Bernhard Swank von Arnold und Bad Metropol- Th. von Arthur Schnitzler Regie: Victor Barnowsky Komödienhaus Täglich 8 Uhr Der Lügner und die Honne von Curt 60tz Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich& 10 Uhr 65 Barb. 8256 V.Amerika Madame hat Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M. Gastspiel Erich Carow und weltere 9 Internation. Attraktionen PLAZA Tagi. 5. 815 Sonnt. 2., 5 n. 815 Alex. E 4, 8066 INTERNAT. VARIETE Morgen Premiere Direktion: Dr. Martin Zickel Komische Oper Merkur 1401/4330. Friedrichstr.104. Nach vollständigem Umbau Täglich 8 Uhr von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Ausgang Erika von Tellmann Kammerspiele Paul Hörbiger D2 Weidendamm 5201 8% Uhr Die liebe Feindin Komödie von A. P. Antoine Hermann Schaufuß. Lvovski, Braut Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 814 Uhr. Liebe auf den zweiten Blick Theat. a. Kotib.Tor Kotth. Str. 6 Tägl.& Uhr 814 Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehár. auchSonnt. Planetarium nachm.3U.: EliteSänger, 8 Trümpfe nimis. überbielend. Marz- Programm! GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Regie: Gustaf Gründgens Nur noch 47 Vorstellungen! am Zoo Verlang. Joachimsthaler Straße B.5 Barbarossa 5578 16 Uhr Der Frühjahrshimmel 18 Uhr Merkwürdige Sterne( Riesen u.Zwergel 2014 Uhr Unser Mond Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pf. Blumenspenden Die Komödie 3 Musketiere feit preiswert J1 Bismck.2414/ 7516 8 Uhr Regie: ERIK CHARELL Hulla di Bulla Dic Kreatur 3 Sonntag nadim. angek. balbe Pr. Schwank von Arnold und Bach mit Guldo Thielscher, Schulz, Schroth, Burg, Hildebrand, Walter Rabs, Flink, Behmer. Wensk Sonntag auch nachmittags 4( halhe Preise) Hulla di Bulla mit Guide Thielscher Lustspielhaus 8% U. Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Liebe auf den zweiten Blick. Riemann Haack. SOO Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Schauspiel von Ferd. Bruckner Regie: Max Reinhardi Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 81 Uhr Sex Appeal Lasisp. v. Frederik Lonsdale Regie: Forster Larrinaga Albert Bassermann, Mady Christians 8 Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr Berliner Theater Lothringer Straße 37. Wieder ein neuer Schlager Der wahre Jakob Stürmischer Heiterkeits- Erfolg Dazu ein erstkl. buntes Programm Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M SARRASANI Sonnabend 3 Familien Vor stellung. Kinder von 2.20 Mk. aufwärts balbe Preise. Porstellg. Nur noch 9 Tage am Sonntag 210-1( Kartenverkauf our bis 1 Ubr) ilerund indianerstan. Erwachs. 1.-. Kinder 50 Pi 3 Familien- Versteilung. Kinder von 2.20 Mk. aufwärts balbe Prelse. 71 Vorstellung Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10% Uhr „ Eins, zwei, drei" von Franz Molnar mit Max Pallenberg. Begie: Gust.Hartung Vorher: Souper Regie. Heinz Hilpert. HOPE SPARENSE Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direkton Ralph Arthur Roberts 81 Uhr Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr( halbe Pr.) Nur noch 4 Tage Circus Carl HAGENBECK BuschGebäude Täglich 8 Uhr Sonnabend und Sonntag auch nachmittags 3 Uhr, mit besonderen Ermäßigungen. Sonnabend nachmittags 3 Uhr Freies Ponyreiten für Kinder OSHABRIC Reichshallen-Theater 100 MARK Quittungs-, Rabattu.Reklamemarken gegen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 45 Jahi als Spezialität. Abends Sonntag nadım. Stettiner- Sänger Zum Sanatorium Schluß Sonnenstion Nammiltags balbe Preise! Zentrum 11263 Dönhoff- Bretti: Paul Golletz Dorm. Robert Meyer Mariannenstraße 3 Ede Naunynstraße amt Morigpl 10303 F. Sch. Morgen, Sonntag, 16. März. 23. ht 14 Uhr und 14% Uhr Besichtigung des Flughafens Tempelhof. Treffpunkt Eingang Flughafenstraße. 43. ht. Gizondjest am Müggelsee bei Rabe, Fidteftr. 23. Beginn 18 Uhr. Goalöffnung 17 Uhr. Entsprechende Kleidung erwünscht. Ein. tritt nur 80 Bt. Genoffinnen und Genoffen, Freunde und Bekannte, Ruderer, Schmimmer, Sportler, erscheint in Massen! 58. Abt. Charlottenburg. Treffpunkt zur Sundgebung 10% Uhr Wittenbergplak, Maritseile. 78. 6t, Schöneberg. Treffpunkt zur Surdgebung 9½ Uhr U- Bhf. Sauptstraße. 82. Abt. Steglik. De Genoffen treffen fi mit ihren Augehörigen 15% Uhr in Stohnsdorf, 2atal Sur Boft, Straßerbahn 100 non Lichterfelde Oft. Näheres unter 12. Rreis. 84. Mbt. Ronimis. Me Genoffinnen und Genossen treffen fio 16 Uhr Lotal ur Poft in Stahnsdorf. Straßenbahn 100 bis Stahnsdorf, Dorfteich. Die Genoffinner und Genoffen beteiligen sich umt 11 Uhr an der Sund gebung in der Reuen Belt, Safenheide. Montag, 17. März, um 20 Uhr, Streisfunitionärligung bei Schelfhase. Steglik, hornstr. 153. Referent Sitzt Seinia, M.. R. 103. Aht. Oberschöneweibe. Alle Genoffen beteiligen fich an der Rumbgebung. Fahrverbinduna: Etraßenbahn 25 oder Eisenbahn. 108. Abt. Röpenid. Arananiederlegung an den Gröhern der Opfer des Rapp. Butsches. Treffpunkt 9 1hr auf dem Köpenider Friedhof, Rudower Straße. 134. bt. Buch. Abfahrt zur Sundgebung 9.57 Uhr. Frauenveranstaltung am Sonntag, 16. März. 32. ht. 101 Uhr Besichtigung des Frauengefängniffes. NO. 43, Barnim ftraße 10. Jungfozialisten. Gruppe Charlottenburg: Conntag, 16. Mära. Treffpunkt sur Tohri 7% Uhr am Bhf. Charlottenburg. 929 Urbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Racis Brenzlauer Berg: Die Gmannaftifftunden fallen norläufig aus. Sohenschönhausen: Morgen, Sonntag, Fahrt nach Ertner- Störisfee- ong fchleuse- Eriner. Treffpunkt 7 Uhr Freienwalder Ede Berliner Straße. UnToften 60 Bf., ohne Straßenbahn, Cltern herzlich willfommen. Geburtstage, Jubiläen usw. 33. t. Brig- Budam. Unferem Genoffen zona Tenfchett anb feiner Gottin aur Silberhochzeit hie herzlichsten Glüdwünsche. Gewinnauszug 5. Klaffe 34. Preußisch- Süddeutsche Klassen- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf fede gezogene Rummer find zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 30. Biebungstag 14. März 1930 In der heutigen Schluß- 8iehung wurden Gewinne über 150 m. gezogen 2 Befane su 1000 2. umb bie beiden Brämien son je 500000. falen euf Str. 210171 2 Gewinne zu 25000.375701 2 Gewinne za 5000 2. 844834 6 Gewinne ju 3000. 156534 228693 327868 6 Gewinne ju 2000 m. 136380 218014 375140 42491 42971 43188 102821 114222 145340 82 Gewinne au 1000. 222724 227758 228634 231233 231407 241911 314742 322352 344822 346558 32 Gewinne zu 300. 8616 24326 52452 75346 89442 135559 130769 156921 165756 205003 224069 294072 306244 344009 349121 378033 In ber heutigen Schlußziehung wurden die beiden Brämien von 500000 m. der mit einem Gewinn von je 1000 m. gezogenen Lose Str. 210171 zugeschlagen. Sie fielen in Abteilung I nach Rönigs berg( Br.), in Abteilung II nach Lübed. Craule Rose täglich 8.15( Sonntag 5.15 und abends 9 Uhr) als Die goldne Meisterin Große Ausstattungs- Operette mit der Musik von Edmund Eysler Im Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 Jeden Sonnabend 11.30 Nachtvorstellung: Der Mustergatic. HEUTE Sonnabend 5 Uhr u. MORGEN Sonntag 2.30 Uhr Someeveliden und Rosenrot Vorverkauf ab Montag täglich von 11-1 Ubr and van 4-9 Uhr abends. Ab Sonnabend, 15. März: Das große Ereignis für Reinickendorf u. Umgegend Circus Alberty Residenzstraße 142-149 mit seinem Pracht- Holzbau( gut geheizt), seinem großen Programm und seinen erstklassigen Attraktionen von Menschen und Tieren. Tägli 8 U. abends: Große Gala- Vorstellung Mittwochs, Sonnabends und Sonntags, 3% Uhr: Nadimittags- Vorstellung mit voll. Abendprogramm Kinder zahlen nachmittags halbe Preise, Billige Eintrittspreise! Nur Sitzpläize! Rehfelb. 22 Jahre Babftraße 34. Saus nummer achten. Ankleibeschränke, Stuß baum, Eiche, meiß, 125, 160,- ufw. 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Es wird ein« Sensation werden/ Ich nickt« gedankenvoll: Ignatz und Peter. Das könnte wirklich ein großes Th«ater abgeben Und geheime Erregung ergriff mich. Mitten in das träge Schweigen kam ein Ruf vom Ufer her- über. Murguj sprang auf wie elektrisiert: „Ahoi, Peter/ rief«r, und zu mir gewandt,„da ist er endlich." Peter entkleidete sich blitzschnell und sprang von einer schwin- delnd hohen Kante der Specksteinwond in elegantem Kopfsprung in das Wasser. Nach wenigen Sekunden landete er auf unserem Ünselchen. Er begrüßte uns lächelnd, wie gewöhnlich, dennoch schien er mir irgendwie bekümmert. Eine Weile saßen wir schweigend da. dann sagte Murguj: „Du erinnerst dich doch, was du uns einmal erzählt hast? Vor einem Monat etwa, als wir uns di« schönen Maiskolben aus Perl- iasters Feld verschafften. Es handelte sich um Ignatz." Peter sah auf und lächelt« zerstreut. „Ich weiß nicht mehr genau, was du meinst." Dennoch wußte er es. Ich hott« das stark« Empfinden, daß er es wußte. Ich erinnerte mich ganz genau an jenen denkwürdigen Nachmittag. Peter, der sonst nie mit seinen Toten prahlte, hatte uns damals gestanden, daß Ignatz, der Airkusrmger, auf keinen Fall der stärkst« Mann der Welt fei. Denn er. Peter, hob« Ignatz in der Dunkelheit hinter der Zeltwand herausgefordert und inner- hall» weniger Minuten geschmissen. Die ganz« Schule wußte von dieser Heldentat Peters. Murguj, der auf dem Rücken lag und den Tabaksast in weitem Bogen ins Wasser spie, sagte plötzlich: .�vir hast doch Ignatz damals so leicht erledigt." „Wie? Ignatz? Selbstverständlich." .Das ist fein. Da wirst du es ja auch diesmal fertigbringen. Bernhardt ist wieder da und hat oin Sonnabend Eröffnungsvor- 'ielbmg. Ignatz ist«wch dabei, der frech« Prahlhans. Di« ganze Klasse brennt davauf, euch beide ringen zu sehen. Du machst uns doch die Freude?" Beter sah auf. Murguj lächelt« ganz unbefangen. „Wenn es euch Freude macht, mit Vergnügen", sagte Peter ruhig. * Frettvg, am Vortag« der denkwürdigen Eröffnungsvorstellung, erveichte die ollgcinem« Spannung ihren Höhepunkt. Von zwölf bis ein» hott« unser Professor Jonathan Pfeffer(der sich im ge- Hennen für einen gottbegnadeten Sänger hielt) Geschichtsstund«. Wenn wir aber seine Lehrtätigkeit auch sonst nicht sehr ernst nahmen, so glich die heutige Stunde eher einer erregten Unterhausdebatte, ak, der Vorlesung eines Biidungsinftituts. Jonathan Pfeffer hing melancholisch über dem Pult, stimmte ein« Opernarie vor sich hin und trommelte mit den Fingern den Takt dazu. Er hatte es auf- gegeben, sich Gehör zu verschaffen. Für uns war er an diesem Tage einfach nicht vorhanden, wir nahmen keine Notiz von ihm. Unsere Herzen und alle unsere Gedanken waren mit Peter und Ignatz beschäftigt. Peter saß schweigend wie gewohnlich auf seinem Platze und los(ebenfalls wie gewöhnlich) unter den. Pull in Steven- 'ans„Schatzgräbern". Aber als ich genauer hinsah, schien es mir, als blickten feine Augen über den Buchrand hinweg in die Ferne. Jn der großen Pause hatte man ihn gefeiert mie einen König. Die '■anzc Schll« umringt« ihn, 5klass«nkollegen, kleinere Jungen, ja sogar di« hochnäsigen Primaner fehlten nicht in der Schar ferner Be- 'vunderer. Peter seinerseit« gab knappe, aber um so gewichtigere Erklärungen ab:„Ich werde ihn sehr schnell erledigen", bemerkte er, von allen Seiten befragt, mit lässiger Handbewogunz. Ungeheure Spannung herrschte. An diesem Abend geleiteten wir Peter früh noch Hause. Er mußt« ja schlafen, um seine Kräfte zu schonen. Wir aber schien. Herten noch aus den großen Platz hinaus, wo das Gerüst von Bern- hardis Zirkus massig in der Dämmerung stand. Dos ganze Personal arbeitete noch. Von der Nähe betrachtet, schienen diese großartigen, abenteuerlichen Gestollen der Kunstreiter, Clowns und der fliegen- den Cowboys Menschen wie wir zu sein. Ihre Gesichter waren von der Sonn« gebräunt, zerfurcht und eingefallen van Sorge und Eni- behrung. Sie schleiften schwere Pfähl« herbei, rammten Pflöck« in die Erde, knüpften Taue, spannten große, grau«, vielgeflickt« Plachcn aus, und während der schweren Arbeit sprangen an ihren Armen und Nocken die Adern hervor. Sic riefen einander in einer fremden Sprach« eintönige Worte zu, und tiefe Traurigkeit beschlich mich bei ihrem Anblick. Ignatz, ber Stark«, schwankt« soeben um die Ecke, den brellen Rücken gebeugt unter einem ungeheuren Most. bäum. Sein breites, gutmütiges Vollmondgesicht war dunkelrot vor Anstrengung, er stampfte ganz nah an uns vorbei, und als ich fernen breiten Nacken und die braunen, behaarten Tatzen erblickt«, die den mächttgen Pfahl umklammerten, dachte ich an Peter und empfand zum ersten Mal« Zweifel. * Die Manege donnerte unter den Hufen der vier dressierten Pferdchen. Miß Arabella stand auf der Fußspitze auf dem Sattel. knöpf eines Schimmels in äußerst graziöser Haltung und warf Kuß- Hände m das Publikum. Der Herr Direktor stand mit einer lang- schäftigen Peiffch« in der Mitte des Kreises im Frack, den Zylinder und die weißen Handschuhe in der Linken und schnalzte mitunter zwischen die Gäule. Luftakrobaten führten verwegene Sprünge von schwindelnd hohen Trapezen aus, Mo; und Moritz, die beiden Clowns, vollführten überwälligende Späße*.. Das alles zog an uns vorbei wie ein Traum, wir sahen und hörten nichts davon. Wir saßen gespannt und erwartungsvoll geduckt auf unseren Plätzen, die ganze Schule war versammelt, und Peter saß in unserer Mitte. Der gewalliz« Augenblick naht« heran. Ignatz trat auf den Plan. Die Zirtusdiener schleppten unwahrscheinlich groß«, siferne Gewichte herbei, möchtige Ketten. Eisenstangen, und Ignatz macht« sich an die Arbeit. Er hatte«in dünnes, weiß«» Trikot an, und das Spiel seiner Muskeln war deutlich sichtbar. Dann kam der große Moment. Denn Ignatz sogt« jetzt: „Und jetzt, mein« Domen und Herren, fordere ich jeden der Anwesenden zum Ringkampf, jeden, der dazu Lust hat. Wem es gelingt, mich zu werfen, der erhält zehn Kronen bei der Kasse aus- gezahlt." Und Ignatz sah erwartungsvoll im Aresse herum. Atemloses, bedrückendes Schweigen entstand. Hundert Knabenaugen hingen an Peter. Peter saß in der vordersten Reche. Er drehte sich um und streifte uns alle mll einem seltsamen Blick. Dann— es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein— erhob er sich und trat in den Ring. Große Bewegung ging durch den Zuschauerraum. Wir brüllten wie die Besessenen:„Bravo, Peter! Drauf, Peter!" Ignatz überragte Peter um Haupteslänge. Aber wir wußten ja, welche Kraft in Peters Armen ruht«. Peter legte den Rock ab, dann reicksten sich Peter und Ignatz di« Recht«. Viel« Lampen glänzten, die Manege war grell erleuchtet, und t« sah ich, daß Peter sehr bleich war. Ein schrilles Signal ertönte. Und jetzt geschah das Unglaublich«. Biel schneller geschah«», als man es erzählen kann. Denn Ignatz nahm Peter in die Arme, wie man ein Kind in den Arm nimmt, einen Säugling etwa, der von der Amm« gewiegt wird. So wiegte er ihn hin und her, ohne daß Peter eine Bewegung machen konnte. Minuten vergingen, und immer nach wiegte Ignatz Peter hin und her. wie eine Mutter ihr Kind. Der ganz« Zirkus brüllte vor Lochen. Wir saßen beschämt und erschrocken auf unseren Plätzen. Wie war dos möglich? Peter hatte uns doch erzählt, er hätte schon einmal mit Ignatz zu tun gehabt. Peter hatte gelogen. Jetzt ließ Ignatz Peter behutsam zu Boden gleiten, der ein paar taumolnde Schritte nach dem Ausgang mochte. Wir schlichen geräuschlos von unseren Plätzen. Wir wolllcn nichts mehr sehen.— * Die Sterne funkelten, und der Mond schien hell in das Piereck des Hofes, als ich vorsichtig das grüne Holztor aufschloß. Ich war erbittert gegen die Welt und die Menschen, und im Innersten betrauerte ich Peters Schicksal. Denn ich fühlt«, daß er dennoch stark war und ein Held. Denn er wußte, daß er unterliegen würde, und doch hatte er es gewagt, dem Stärkeren entgegenzutreten. Aber gleichzeitig fühlte ich dumpf, daß dies eine Art Heldentum sei, die niemals Anerkennung fand. Es war schon sehr spät, und ich mußt« sehen, unbemerkt ins Bett zu gelangen. Als ich an der Küchentrepp« vorbei kam, fiel mein Blick auf den Besen. Einsam und schwarz lehnte er dort, noch immer auf demselben Platze. Tief« Niedergeschlagenheit ergriff mich, als ich an die phantastischen Versprechungen dachte, di« ich meiner Groß. mutier auch heute morgen wieder wie olle Tage gegeben hatte. Und ich gelobte mir, die Weg« des Hofes am nächsten Tage reinzusegen, blißblank wie noch nie. Mit diesem Gedanken schlief ich«in. �Bürgerliche 3)icMwng Wenn wir int» in diesen Tagen vergegemeäriigen, daß wenige Jahrzehnt« erst vergangen sind, seit das offizielle wie das dürger- liche Deutschland dem Novellendickster Paul Heyse feine Huldigungen darbrachte, so wind uns bei dieser Rückerinnerung klar, welche Inhalts- und Geschehe nsfull« gerade diese Jahrzehnte ihren Vorgängern gegenüber unterscheidet. Wir denken nicht nur an die literarischen Umwälzungen, die die naturalistische Schul« der Holz, Schlaf und Hauptmann hervorrief, nicht nur an die neu« Form- liiKur, wie sie von Ste'an Georg« und seinem Kreis gepflegt wird, iondern wir denken an die Bewegtheit vor ollem des politischen Geschehens, dos sich sturzwellcnartig über uns dahingoß und vieles von dem h'inwsgfegl«, was sonst ewiger und pietätvoller Bewahrung sicher gewesen wäre. Mögen wir als äußeres Datum dieser Er- 'cheinuna den Weltkrieg ansetzen, oder di« Tage der deutschen Re- nrfution. dos bleibt eine äußere Datierung, die für die«igenttiche Beurteilung nahezu gleichgültig ist. Echschetdcnd sind di« Formen. >!, henen i»ne Wankt ungen sich äußerlich manifestieren, entscheidend 'st iur die Epoche der letzten Jahrzehnte der Aufstieg der Arbeiter- Nasse, die— ein Zusammenhang, den man ständig im Aua« halten muß— von die'em Augenblick an amhörW, Objekt einer wohlwollenden oder auch verjtändmstieseu bürzerlicher Dichtung qU sdi�, di« jetzt vielmehr sich in der eigentlich proletarischen Dichtung«in« neue Ausdruckssorm eigenen Erlebens, eigener Gessnnu-ng, eigener Weltanschauung schiff. In diesen Zusammenhangen, die hier natüttich mir ganz flüch- tig angodeiitet werden köimen, haben wir vielleicht am ehesten die Ursache dafür zu suchen, weshalb eine Dichwngsart,«ine Dichter- schule, die noch bis etwa ums Jahr 1900 im höchsten Ansehen stand, und die— man muß das zugeben, ob man will oder nicht— auch zur Lieblingsleltüre der Arbeiterschaft zählte, heute in einer Weise vergessen ist, die schon gar nicht mehr überboten werdcn kann. Und wenn wir gerecht sind, und uns mühen, objektiv zu wenden, so müssen wir zugeben, daß dies« Haltimg der Gegenwart einer Per- sönlichkeit wie Paul Heyse gegenüber vielleicht begreiflich, bestimmt aber nicht ganz gerecht ist. Denn seine Bedeutung liegt darin, daß er vielleicht als Letzter noch gewiss« Verbindungslinien zur deutschen Romantik wahrt«, die sich namentlich tn den Märchendichwngen seiner ersten Zeit offenbaren, und daß er in der Novelle eine Form der Darstellung schiff, wie sie in dieser Art von keinem Nachfolger auch nur annähernd erreicht worden ist. Geigen di« Widersacher Paul Heyses bemerkt« Gottfried Keller gelegentlich:.Liese schöne, jpeSffqch künstlerische Persönlichkeit gehört«»mal de» Erßchä- nungen, welche der schnöden Routine die größte Unbequemlichkeit verursachen, und von denen sich die mühelosen Konversationsschrift- stellcr und die Unkräuter aller Art abwenden, wie die Hund« von einem Glas Wein. An den ersten Wsrtreih:ii, welche ein solches Talent hören läßt, erkennen sie die ihnen fremde Mundart des Schönen, den Wohlklang der wirllichcn Poesie, und sofort wird nach einem Schlag- und Scheltwort ausgeschaut, mit welchem der Vor- haßte zu verpönen, zu insultieren gesucht wird. Da hört man denn geringfügige Tadelwörtcr, wie Formgeivandcheit, platte Verse, Ge- lecktheit." Bei ollem Respekt vor der großen Persönlichkeit des Schweizer Dichters: heut«, hundert Jahre nach Heyses Geburt:-- tag, stehen wir gefühls- und nerständnismäßig eher aus seifen derer, gegen die sich die temperamentvollen Wort« Kellers richten. Dabei darf nicht vergessen werdcn, daß es nicht zuletzt gerade Gottfried Keller, Konrad Ferdinand Meyer und ihre deutschen Nachfolger in der Romandichtung«anen, die die starke Ueberschattung Heys es selbst verursacht haben. Selten est in der deutschen Literatur von einem Dichter oder Schriftsteller di« Schönheit seiner äußeren Gestalt so viel gerühmt worden wie von Paul Heyse. Wir können heute nur lächeln, wenn wtr in Briefen und Aufzeichnungen seiner Zeitgenossen immer und immer wieder erwähnt finden, wie repräsentativ und gepflegt die Erscheinung dieses Mannes war. Das ist ganz gewiß kein Ziffäll, sondern die gefftig« Haltung, die seelische Eigenart hotten sich eine äußere Form geschaffen, die in überraschender Weif« der Gepflegt- heit, dem Stiloesühl, der Kultur, ja der Weltanschauung des Dich» ters entsprach. Für den gemeinen Mann, so heißt es in einer älteren Ltteraturgefchichte ganz naiv, hatte Paul Heys« kein Borstandn'?. Sechs Icchre nach der Märzrevolution, im Jahre 18ö4, wurde er an den Hof des bayerischen Königs Max II. berufen, der ihm ein bestimmtes jährliches Gehalt aussetzt«. Di« äußere Abkehr von der 4Ser Bewegung, der die besten Geister in Deuffchland treu blieben, war bei Heyse innerlich begründet: sie entsprach vollkommen seinem bürgerli ch-a ristokra tffchen Lebensgefühl, das sich von den Nöten der breiten Massen nicht beeinflussen lassen wollte, um an äußeren: Glanz und innerer Riche nicht verlieren zu müssen. In den Münchener Jahrzehnten überflutet« der Dichter gerade- zu seinen ständig wachsenden Leser- und Freundeskreis mit den Erzeugnissen seiner Feder. Don ISöö bis 1895 erscheinen über?0 Novellenbände, und dazu schrieb er mehr als 35 Dramen, deren Namen wir heute kaum noch kennen. Zwischendurch publiziert er Romane, in denen er sich, wenn auch stets nur an der Oberfläche, mit Zeitsrogen auseinandersetzt, ohne allerdings die eigentlich« Pro- blematik der Zeit zu erfassen. Dabei war dieses Leben nicht irei von Tragik. Nicht allein, daß Heys« von ungewöhnlich zahlreichen persönlichen Schicksalsschlägen betroffen wurde, wie vom Tod« seiner ersten Frau und mehrerer Kinder, mußte er auch den Undank der Welt am eigenen Leibe verspüren. Man empfand, auch in dem geistig nicht besonders anspruchsvollen Bürgertum der Jahrzehnte, die dem Jahr« 1870 folgten, daß dieser Dichter wesentlich Neues nicht mehr zu sagen hatte, und man fand ivenig schonungsvolle Formen, ihm dies« durchaus berechtigte Einsicht zum Ausdruck zu bringen. Als dann die nattiircllstffche Epoche stärker«insetzte, half keine Gegenwehr, half nicht die erbitterte Stellungnahm« des Dichters selbst: die Zahl der Anhängerschaft verringerte sich von Jahr zu Jahr, und Heyse. der zunächst mit literarischen Mitteln bekämpft wurde, geriet schließlich in Verg«ss«lcheit, ein Schicksal, das der von Eitelkeit nicht frei« Mann am bittersten empfand. Als er im Jahre 1911 starb, waren die Nachrufe auf ihn äußerlich zivor umfang- reich, innerlich aber kühl, und das hall'« Meiffchenalter, das seit- dem verflossen ist, hat zwar dazu beigetrogen, diesem Mann, der über seine Grenzen nicht hinauskomtte, vielleicht gerechter zu wer« 1 den, als die Epoche vor dem Krieg, aber zu einer größeren An- erkennung war und ist ihm nicht mehr zu verhelfen.-er. 3)1 e Sichlweite auf der£rde Für einen in freiem ebenem Felde aufrecht stehenden Menschen, dessen Augenhöhe etwa 1�- bis 2 Meter über dem Erdboden liegt, ist der Horizont 5 Kilometer entfernt; d. h., wir können gerade so weit sehen, wie wir in einer Weosttnche gehen können. Ilm doppelt sa weit zu sehen, brauchten wir uns mir um 5 Meter höher, also etwa ins erste Stockwert eines Wohnhauses zu begeben; ein«: drei- mal so weiten Fernblick könnten wir ober erst vom Dache eines mehrstöckigen Hauses haben, nämlich in etwa 15 Met« Höhe. Bon mm an bringt uns aber ein weiteres Aufsteigen um je 19 Meter zunächst mir einen jedesmaligen Gewinn von durchschnittlich 3 Kilometer Sichtweite und später noch weniger, so daß wir z. B. von den« 191 Meter hohen Schloßturm in Dresden einen Umkreis von 38 Kilometer Radius, und van den Turmspitzen der Marieickirche in Lübeck aus 125 Meter Höhe einen solchen von 43 Kikometcr Radius überblicken könnten; sie Laterne des Straßburgsr Münsters mit 142 Meter bietet uns eine Sichtweit« van 45 Kilometer und die Kreuzblume auf dem Turm des Ulmer Münsters mit 161 Meter «ine solche von 48 Kilometer. Dies ist di« größte Höhe, die ein steinernes Bauwerk vi Deutschland erreicht; noch höher ragen di« Antennenmast« der Funkstellen Königswusterhausen(219 und 243 Meter) und Nauen(219 und 165 Met«) empor, und von der Spitz« des 300 Meter hohen Eiffelturms in Paris könnten wir ein« Sichtwette von 6« Kttometer hoben. Zu größeren Höhen über der Ebene bringen uns nur Lust- ballon, Lustschiff oder Flugzeug. Um eine Sichtweite von 109 Kilometer zu haben, müßten wir schon bis zu etwa 799 Meter Höh- emporsteigen. Würde man beispielsweise über Berlin im Fi'eibasto,, oder Flugzeug bis zu 12 Kilometer, d. h. bis zu ungefähr de? größten für Menschen gegenwärtig erreichbaren Höhe aufsteigen. so könnte man von dort oben ein Stück der Erdobersläch- überblicken, das von emem etwa durch Danzig, Lodz. Oppeln, Reeens- bürg, Marburg, Soest, Emden, Helgoland..Helsingör, Sariskrorni laufenden Kreis umgrenzt wird. Auf dem 8849 Meter hohen Gaurisankar hätte man eine Sichtweite von 358 Kilometer und«ine BUckslöche von 409 909 Quadrat- kilometer, d. h., man könnte em Gebiet überschauen, das größer ist als Preußen und Bayern zu stimmen genommen. In der Wirklich-- fett wird natürlich die Sichtweite durch Nebel oder Höhenzüge ein- geschränkt. 309 IM Dollar für eine Bühne udetcraffon. Di« Metropolitan Opera in New Bork brachte in großartige? Ausstattung Rimsti- Korssokows Oper„Sadko" als Erstaufführung. Werk u"d Auf- führung hatten einen bedeutenden Erfolg. Allein in- Dekoration zum„Sadko"— em« Schöpfung des rpffffchen Butmenmalers Sud ezt iu— pentr{nchte einen KoftwMiipnnni) ooa 300 000 DoOtr Schutzzollpsychose der Industrie. Die Torpedierung des deutschen Handelsvertragssystems. Der Reichswirtschaftsrat beschäftigt sich seit mehreren Wochen mit einer Hochflut von induftriellen Anträgen auf Sollerhöhung. Der Reichstag hat dem Reichswirtschaftsrat nicht nur die Zusatzanträge des Reichsrats zu ben legten Zollgesehen, die eine Er höhung der Zölle für Automobile, Baumwollgarne und gewebe fomie für Rammgarne vorsehen, zur gutachtlichen Stellungnahme übermittelt, sondern auch einen ganzen Schmung von 3ollanträgen, die die bürgerlichen Parteien im Reichstag eingebracht haben, some Betitionen, die die Industrie an den Reichstag gerichtet hat. Fast die gefamte Textilindustrie, die Kunstfelden-, Baumwoll-, Woll-, Leinen. und Hanfindustrie, ferner die Wirkwarenindustrie, verlan gen Zollerhöhungen. Auch die Kleineifenindustrie ist für zahlreiche Erzeugnisse, darunter für so wichtige wie Schrauben, Kugellager, landwirtschaftliche Geräte usw., ferner die Holzwarenindustrie, die Musikinstrumentenindustrie, die Lederindustrie, die Knopf- und feramische Industrie sind vertreten. Ferner erheben der Maschinenbau, die Elektroinduftrie, aus ausgesprochenen Exportzmeigen aber auch die chemische Industrie für einige Industrie erzeugniffe teilweise die Forderung nach verstärktem Zollschutz. Bon Bescheidenheit in den Forderungen ift teine Rede. Zumeist wird eine Berdoppelung aber Berviel fachung der bestehenden autonomen Säße verlangt. Mit wenigen Ausnahmen sind dabei die Zollsäge in den für Deutschland ent scheidendsten Handelsverträgen gebunden. Einige Anträge gehen fogar so weit, die Kündigung der Handelsverträge zu verlangen, um sofort in den Genuß des erhöhten Zollschutzes zu gelangen. Andere find nicht ganz fo verantwortungslos und perlangen nur für den Ablauf der Verträge Reduzierung oder Beseitigung der bestehenden Ermäßigungen und Bindungen. Brat tisch bedeutet auch das die stärkste Gefährdung unseres ganzen Handelsvertragswertes, da an den in Frage tommenden Industrie erzeugnissen das Ausland aufs allerftärkste interessiert ist. Dieses 3D11begehren" in der deutschen Industrie wird in einem Zeitpuntt erhoben, in bem man bem internationalen 3ollaufrüsten ernstlich halt gebieten will, in einem Zeitpunkt ferner, in dem die Aufrechterhaltung und Ausdehnung bes deutschen industriellen Exports eine Lebensfrage für die deutsche Gesamtwirtschaft ist. Der verantwortliche Leiter der deutschen Handelspolitit, Ministerialdirettor Boffe, hat in diesen Tagen auf die außerordentliche Bedeutung der jetzigen internationalen Bemühun gen auf Stabilisierung des Bollniveaus hingewiefen. Wenn überhaupt irgendein Staat," so meint Boffe, bann bat Deutschland seine Wirtschaftspolitit mit voller Kraft in der Richtung des Stillstandes und des 2bbaus internationaler Handels. hemmnisse einzusetzen, meil nur die steigende Attivität der Handelsbilanz, mit anderen Worten, bie Ueberschußwirtschaft, uns Sicherheit für die Erfüllung der uns aufgezwungenen Baften geben kann. Man würde es psychologisch vielleicht noch begreifen fönnen, menn einige fleine, auf den inneren Martt beschränkte Inbuftriezweige aus ihren Nöten heraus an den Staat um erhöhte 3ölle appellieren, miemohl zumeist zollpolitische Maßnahmen bie Bage dieser Industrien gar nicht verbessern tönnen. Aber gerabe zu unverständlich erscheint es, wenn ausgesprochene Erpart. industrien, wie die Rleineiseninbustrie, Tertilmaschinenbau, einzelne 3meige ber Elettro- und ber chemischen Industrie, die ben inneren Martt ohne mengenmäßig ins Gewicht fallende ausländische Konkurrenz beherrschen und einen hohen Teil ihrer Pro. buftion, 50 Broz und mehr, nach den Märkten der ganzen Beft exportieren, höhere Schutzölle verlangen. Die Motive hierfür find faſt immer die gleichen: Man will entweder die aus ländische Einfuhr beseitigt wissen, die oft nur ein paar Prozent der Gesamtproduktion ausmacht, oder man verlangt den Bollschutz, um bei der Schaffung und der Erneuerung internationaler Rartelle einen tüdentofen Gebietsschus oder eine höhere Quote au erhandeln. Wirkliche Uebel- Widerstand gegen die Schutzzoll. plychose. Nun find nicht alle Sollerhöhungsanträge so verftiegen und -fprechen wir es ruhig aus fo unverschämt, wie einige der von uns oben genannten Fälle. Eine ganze Reihe von Inbuftrien verlangt aus atuten wirtschaftlichen Schwierig teiten nach erhöhtem Bollschuh. Geht man den Dingen im einzelnen nach, insbesondere bei der Textilindustrie, so zeigt sich, daß die unbefriedigende wirtschaftliche Lage durch den inländischen Konjunkturrüdgang bedingt ist, daß übergroße ausländische Einfuhren nirgends an der schlechten Befchäftigung der Industrie schuld find. Es zeigt sich aber noch weiter. hin, daß vielfach Mängel der industriellen Organi. fation( so z. B. in der Baumwollindustrie die übergroße Kapazität und die ungenügende Spezialisierung der einzelnen Betriebe) für die unbefriedigende Rentabilität der Industrie verantwortlich zu machen find. Nicht erhöhter Zollschuh, mir Beseitigung dieser organisatorischen Schwächen fann die wirtschaftliche Lage der Industrien wieder heben. Neben der handelspolitischen Rücksichtnahme verbieten also auch innerwirtschaftliche Gründe einen erhöhten Zollschutz. Höhere Zölle zur Berhinderung der Preissenfung. Es muß ferner noch ein allgemeiner sehr wichtiger Gesichts punt beachtet werden. Das deutsche Preisniveau hat sich war insgesamt, seitdem sich der Konjunkturrüdgang immer fühlbarer geltend machte, geſentt- die Kartellpreise find allerdings im Gegen lab zu diefer allgemeinen Tendenz in ihrer vielfach unberechtigten die Preisfentung ist jedoch aus Höhe aufrechterhalten worden verschiedenen Gründen noch völlig unzureichend. Wir haben heute in der ganzen Welt einen Rüdgang des internationalen Preisniveaus, der seine Ursachen hat in einem starten Fall der Jetzt auch New Horf. Disfontfenfung von 4 auf 3% Prozent. Die Bundesreservebant in New Dort hat die lange erwartete Distonifentung von 4 auf 3% Proz. jegt vollzogen. Die ameritanifchen Blätter begründen die Distontermäßigung mit der Absicht, die amerikanische Konjunktur, die in den letzten Monaten start erschüttert wurde, wieder anzuregen. Für Deutschland bebeutet die amerikanische Kreditverbilligung eine Bergrößerung ber Zinsspanne zwischen New Yorf und Bertin, mit der Folge, daß sich der Anreiz, amerikanische Rapitalien noch Deutschland zu lagen, mieber elmas verstärft. 7 Proz. Hapag Dividende. wichtigsten Rohstoffpreise und der allgemeinen weltwirtschaftlichen Depression. Das Konjuntturinstitut hat in seinem legten Viertel jahresbericht feftgestellt, baß die Preise für wichtige Fabrikate feit Herbft 1929 in Deutschland wesentlich geringer zurüd gegangen find als im Ausland. Dabei fann fein Zweifel darüber herrschen, daß der Kon juntturrüdgang in Deutschland viel startere Aus maße angenommen hat ais in irgendeinem anderen europäischen Lande. Wir haben heute tro fünfjähriger Rationalisierung und trog eines außerordentlichen Ziefstandes der Rohstoffpreise ein überfestes industrielles Preisniveau. Der Großhandelsinder für industrielle Fertigwaren liegt noch immer 55 Proz über dem Borfriegsstand, für Tertüwaren, um nur ein Beispiel herauszugreifen, ist nach dem Inbeg noch immer eine Berteuerung um mehr als 75 Proz. über dem Borfriegsstand zu verzeichnen, während die Tertilrohstoffe nur um 25 Proz. über dem Vorkriegsniveau liegen. Diese Entwicklung bedarf unbedingt einer Korrektur. Die Häufung der jezigen Zollanträge ist sicher ein Anzeichen dafür, daß heute bereits ein gewiffer Preisdruck von der ausländischen Konfurrenz ausgeht, und die Industrie durch er höhten 3011fchuh diefe preisregulierende Wirkung der Konkurrenz verhindern Bürde man den jezigen Zollanträgen nachgeben, so würde, allen handels, tonjunttur und exportpolitischen Konsequenzen abgesehen die jetzige Preisabbautendenz zum vorzeitigen Stillstand gelangen und damit auch die Ueberwindung der jetzigen Wirtschaftsdepression hinausgezögert werden. mill. DOI Auch wichtigste tonjuntturpolitische Bedenken fordern also die schärffte Abwehr gegen die jezige Zollerhöhungsflut der In bustrie. Der Reichswirtschaftsrat wird sich bei seinem Gutachten diesen zwingenden Gründen hoffentlich nicht verschließen. Aber auch der Reichstag muß mit aller Entschiedenheit die Zollanträge zurückweisen. Für die großen zentralen Industrieverbände endlich ist es höchste Zeit wenn sie sich nicht dem Vorwurf einer Handels- und Zollpolitik mit doppeltem Boden aussehen wollenin thren eigenen Reihen die engstirnigen Interessentenfreise auf die gesamtwirtschaftlichen Gefahren ihres Borgehens aufmerksam zu machen und mit der Zollpsychose radikal aufzuräumen. zialisierung und Arbeitsteilung werden voraussichtlich auch dem neuerworbenen Dessauer Betrieb größere Aufträge zur Bearbeitung überwiesen werden. Hiermit scheint die Konzentration im mitteldeutschen aggonbau noch nicht beendet zu sein, denn, wie gerüchtweise verlautet, intereffiert sich die Drenstein u. Koppel-G. auch für den Erwerb der Waggonfabrik Gebrüder Lindner in Ammandorf. Auch eine Angliederung der Gothaer Waggonfabrit, die sich seit Jahr und Tag in großen finanziellen Schwierigkeiten befindet, liegt durchaus im Bereich der Möglichkeiten. dem Geschäftsbericht ber Elettrizitätsmerte Siegnis Troh rise wachsender Energieverbrauch in Schlesien. Nach 2.-G. ist im Jahre 1929 die Stromerzeugung von 19,2 Millionen auf 20,9 millionen Stilowattstunden gestiegen. Bereits im Bors jahre war eine Steigerung der Energieerzeugung von 17,7 Millionen auf 19,2 millionen Kilowattstunden eingetreten. Dem entsprechend hat sich auch die nugbare Stromabgabe von 14,2 millionen auf 15,8 millionen Rilomattstunden erhöht. Aus dem von 0,62 Millionen auf 0,65 Millionen Mart erhöhten ReinVor einer Berständigung der Großreedereien. Der Aufsichtsrat ber Hamburg- Amerikanischen Batetfahrt A. G.( Hapag) hat befchloffen, für das Geschäfts. Batetfahrt.G.( Hapag) hat befchloffen, für das Geschäftsgewinn wird wieder eine Dividende von 10 Broz verteilt. jahr 1929 bie gleiche Dividen de wie im Borjahr in Höhe Don 7 Proz. auszuschütten. Die Hapag bleibt damit mieber um 1 Bros. unter der Dividende bes Norbbeutschen Lloyd in Bremen aurid. wird Ueber die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen zwischen der Hapag und dem Norddeutschen Blond, bie eine enge Zusammenarbeit biefer beiden größten deutschen Reedereien zum Ziele haben, mirb von dem Aufsichtsrat ber Hapag nichts mitgetei tt. Es ist jedoch zu erwarten, daß auf den Generalversammlungen ber beiben Unternehmungen die Verwaltungen zu dieser für die deutsche Schiffahrt entscheidenden Frage öffentlich Stellung nehmen werden. Soweit bisher bekanntgeworden ist, haben die beiden Großreedereien in dem offenen Konturrenztampf, der wiederholt scharfe Formen angenommen hat, doch ein haar gefunden und suchen jetzt eine Berständigungsbasis, bie zwar nicht au doch immerhin zu einer sehr engen Gemeinschaftsarbeit führen soll einer Berschmelzung der beiden Riesenunternehmen, aber Sebenfalls haben die Leiter der beiden Gesellschaften endgültig den Plan aufgegeben, mit Hilfe der noch in diesem Jahre zu erwartenden Freigabemillionen aus Amerita ein gegenseitiges Bett. Was soll man z. B. dazu sagen, wenn der deutsche Zertif. maschinenbau mit einer Ausfuhr von mehr als 250 bill.rüft en aufzunehmen. Mart, der eine Einfuhr für einige meist in Deutschland nicht in gleicher Preislage oder Qualität hergestellte Maschinen im Berte des zehnten Teils hiervon gegenübersteht, Sollerhöhung um 50 bis 100 Prog. verlangt! Wie tann ferner die Klein eisenindustrie, bie rumb 50 Proz. ihrer Probuftion im Ausland ablegt und eine typische beut sche Ausfuhrindustrie darstellt die Einfuhrquote beträgt nur etma 3 Broz. der Gesamtproduttion fich dazu verstehen, für zahlreiche Stahlwaren beträchtliche Zollerhöhungen zu verlangen? Es scheint fast unbegreiflich, wie diese Industrien nad außen hin immer wieder ihre freihändlerische Einstellung betonen, die über die Höhe der Zölle ihrer Rundenländer teilweise mit Recht flagen und für bie die Aufrechterhaltung ber Handelsverträge und der Exportbeziehungen eine Eriftengfrage ist, eine 3offpsychose mitmachen, durch die sie ihre eigenen Erportmöglichkeiten mie die der deutschen Gesamtwirtschaft aufs Spiel fetzen. Der Reichsverband der Industrie hat in seiner Denkschrift ,, Aufstieg oder Niedergang?" die Bedeutung der Handelsverträge für die deutsche Exportentwid. lung anerkannt und betont, daß es unbedingt notwendig fel, daß das System der Handelsverträge vor jeder Erschütterung bewahrt bleibt". Er hat meiter betont, daß eine allgemeine Erhöhung des deutschen Zollniveaus das System der deutschen Handelsverträge erschüttern und damit die Intereffen der Industrie schwer gefährden würde und daher nur ausnahmsweise im Falle eines dringenden Rotstandes ohne Gefährdung der Handelsverträge 3olländerungen in Frage tommen tönnen. Roheisenproduktion im Februar. Nur geringe Genfung. Die Produktion der deutschen Hochöfen stellte sich nach bem Bericht der Zeitschrift Stahl und Eisen" im Monat& ebruar auf 0,96 gegen 1,09 millionen Tonnen Roheisen im Bormonat. auf 0,96 gegen 1,09 Millionen Tonnen Roheisen im Bormonat. Arbeitstäglich wurden im Februar 34 447 Tonnen gegen 35 232 Tonnen im Januar erblasen. Die arbeitstägliche Leistung hat fich also gegenüber dem Januar im Monat Februar um 2 Broz. verringert. Gegen den Februar 1929 hat sich die arbeitstägliche Produktionsleistung um 1,7 Proz., also gleichfalls umwesentlich vermindert. 9 Proz. Reichsaluminium Dividende. in Die Bereinigte Aluminiumwerte 2.-G. Lauta mit dem 24- millionen- Kapital voll im Besis des Re'i ches meift für 1929 einen von 4,60 auf 3,76 Millionen ermäßigten Reingewinn aus, bei Reſerverüdstellungen von ins gefamt 1,25 Millionen Mart. Der Absatz hat sich im vergangenen Jahre, trotz bes gegen Jahresschluß sich durchsetzenden Konjunktur rüdganges, noch um 10 Prozent erhöhen laffen. Das Reich, d. h. zunächst die Viag", erhält, mie im Vorjahre, eine Dividende von 9 Prozent. Wie reimen sich diese Richtlinien des Reichsverbandes mit Orenstein& Koppel faufen Dessauer Waggon dem Vorgehen der einzelnen deutschen Industriezweige zufanunen, Die Konzentration in der Waggonindustrie ist nach die doch wie der Maschinenbau, die Elektroindustrie, die Stohlwaren- längerer Ruhepause wieder voll in Fluß gefonimen. Nachdem erst und Textilindustrie, im allgemeinen recht enge Beziehungen zum im Rheinland vor wenigen Tagen mid, ige Zusammenschlüsse, über Reichsverband unterhalten? Die Bewilligung auch nur eines Teils bie wir bereits berichteten, stattgefunden haben, hat die Bewegung der gewünschten Zollerhöhungen würde bie stärtste Beunruhigung, legt auch auf Mitteldeutschland übergegriffen. menn nicht sogar Zerrüttung, unferes Handelsvertragssystems zur So hat das Berliner Großunternehmen, die Drenstein u. Falge haben. Einen, dringenden Notstand" für den Textilmaschinen- Koppel A.-G., die zu den finanzkräftigften Unternehmungen in bau, für die Kabelindustrie, für die Kugellagerindustrie, für die der deutschen Fahrzeugindustrie gehört, jetzt die Deffauer Schraubenindustvie, um nur ein paar zu nennen, wird der Reichs verband beim beften Willen nicht anerkennen tönnen. Die Schutz zollagitation zeigt ein bebauerliches Maß von Verantwortungstofig. teit, wirtschaftspolitischer Kurzsichtigkeit und unverstandes, Waggonfabrit aufgetauft. Das Deffauer Wert, deffen Be. schäftigungsgrad fehr zu wünschen übrig ließ, wird durch die Berfchmelzung entschieden gewinnen. Orenstein u Koppel wird das Bert poll in Betrieb halten, und durch meiteren Ausbau der Spe Die vom Reich fubventionierte Schichau G. m. b. S. in Elbing hat pon ber Union Gießerei Ronigsberg die Abteilungen Schiffsbau, Schiffsmaschinenbau, Eisentonstruktionen, Brüdenbau, allgemeiner Maschinenbau und Rettenschmiede fäuflich übernommen; als 3meigbetrieb der Elbinger Schichau- Firma weitergeführt. Damit ber Rönigsberger Betrieb mird ab 17. März für eigene Rechnung find die Dom Refund von Preußen für die Königsberger Union vorgesehenen Maßnahmen trop des Widerspruchs und der eße des Direttors Hartung zur Durchführung gelangt Indien bestellt 16 Cofomofinen bei der Hanomag. Die Hanno versche Maschinenbau- 2.- G.( Hanomag), die erst vor menigen Tagen aus Holland eine größere Bestellung auf zehn schwere Botomotiven erhielt, hat jegt von der indischen Eisenbahn einen weiteren größeren Serienauftrag auf 16 mititelSchmere Botomotiven mit Lendern erhalten. Der Beschäftigungs. grad der Abteilung Lokomotivbau bei der Hanomag verbeffert fidh eingegangen, die den Arbeitsbedarf für fast ein Jahr beden dürften. allo zusehends. Nach umwidersprochen gebliebenen Melbungen find feit Jahresbeginn insgesamt Aufträge auf 84 otomotiven Großeinläufe des amerikanischen Delfönigs in Sowjetrußland. Nach New- Dorfer Meldungen hat die amerikanische Standard Dil Corporation, die sich im Befih von Rodefeller befindet, mit der Sowjetunion einen auf fünf Jahre laufenden Bertrag abgeschlossen. Nach dem Abkommen liefert das russische Naphthafynditat fährlich eine Million Tonnen Petroleum, deren Wert sich auf über 100 Millionen Mart ftellt. Der Gesamtwert des Vertrages beläuft sich also auf eine halbe Milliarde Mart. ..Europa- Wirtschaft", eine neue zollpolitische Zeitschrift. Im Verlag von Rothschild, Berlin- Grumemalb, läßt Dr. Wilhelm Grottopp eine Monatsschrift Europa- Wirtschaft" erscheinen( halbjähr lich 5,-m.), beren erstes Heft mit Beiträgen des Herausgebers zur Bollfriedenstonferenz und zum Problem des europäischen Zollabbaues fomie u. a. auch von Boytinffy, der einen bevölkerungspolitischen Artikel Europa an der Schwelle ameier Geschichtsphasen" veröffentlicht. Die Zeitschrift wird sich zwangsläufig zu einer gollpolitischen Spezialpublisation im Weltmaßstabe entwideln, momit in der Tat für die Herausgeber und Mitarbeiter große und bedeutungsvolle Arbeitsmöglichkeiten gegeben find. Dr. Wilhelm Grottopp ist ein Bortämpfer des europäischen Zollabbaues und hat jetzt in demselben Berlag ein Buch„ Die Zölle nieber! Wege zur europäischen Wirtschaftseinheit" erscheinen lassen. Deutsche Bant- Distonto- Gesellschaft wächst weiter. Das seit 140 Jahren bestehende Privatbanthaus 3. Wichelhaus B. John wird fich mit der Elberfelder Bankverein 2.-B. vereinigen, die von der Deutsche Banf und Disconto- Gesellschaft beherrscht wird. Die internationale Rohstahlgemeinschaft wurde bis zum Ottober 1930 verlängert. Für das zweite Bierteljahr 1930 bleiben bas bisherige Probuftionsprogramm und die Verkaufsbedingungen für die Ländergruppen unverändert. Pfarrer Heumann's Heilmittel bewährt bei zahlreichen Krankheiten./ 180000 Dankschreiben./ Das Pfarrer Heumann- Buch ( 272 S, 150 Abb.) erhält jeder, der sich auf dieses Inserat beruft, völlig umsonst und portofrei durch Ludwig Heumann& Co., Nürnberg S 10 Die Pfarrer Heumann- Heilmittel erhalten Sie In allen Apotheken Berlins bestimmt Zions- Apotheke, Berlin N 31, Anklamer Straße 89, Nähe Rosenthaler Platz. Adler- Apotheke, Berlin- Friedenau. Rheinstr. 16. Heeges- Apoteke, Berlin O, Gubener Str. 33, Nähe Warschauer Brücke. SchweizerApotheke, Berlin W8, Friedrichstr. 178. Friedrich- Wilhelm- Apotheke, Charlottenburg. Leibnizstraße 108. Krohnen- Apotheke, Spandau, Schönwalder Straße 20 Rosen- Apotheke, Eichwalde- Borlin