Morgenausgabe Nr. 129 A 65 47.Iahrgang «Scheutkch 855t, monatlich 8�0 M. bn voraus zahlbar. Postbezug<22 M. ewschließlich 60Pfg.PlzstzeiwUZs. und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands abonnemertt 6.— M. pro Monat. Der»SortDftrts* erscheint wochentSg- Uch zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im chandel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und„Kinderfreuno". Ferner- .Unterhaltung und Wissen",.Frauen» stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Vorwärts" Aerliner Volksblatt Dienstag TS. März 1.930 Groß-Äerlin Hy pf. Auswärts 15 pf. SDIt«i» fpaktige Nonpareivezeile SO Pfennig. Reflamreile 6.— Reich»« mark.„Kleine Anzeigen' da» jettge« druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» da» erst« Wort 15 Pfennig, jede» weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben Ihlen für zwei Worte. Arbeitsmorkt >cile SO Pfennig. Familienanzeigen Zeil« llPfennig. Anzeigenannahme imHaupt« Geschäft Lindenstraße 3. wochentäglich von bis 17 Uhr. Jenteawvgan der GoziaZdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 iternsprecher: Dönbof» 2SS— 297 Tele�amm-Adr: Soualdemokra« Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Bostlcheckkom«: Berlin S7S36.— Bankkonto: Baak der Arbeiter. Anaestelltea »nd Beamten. Wallstr� SS. Dt B u Di»c-Ges.. Deposttenkasi« Lindenstr S. astsfrieden mit Polen. Nach fünfjährigem Zollkrieg in Warschau unterzeichnet. Warschau. 17. März.(Eigenbericht.) Das deutsch-polnischc Mirlschafksabkommen ist gestern um 18,30 Uhr in den Räumen des polnischen Ministerpräsidiums vom dsulschen Bevollmächtig ken, Gesandten Rauscher, und dem polnischen Bevollmächtigten. Minister Twardowski, unlerzelchnel worden. Nach der Uolerzeichnung wurden die beiden Bevollmächtigken vom polnischen Ministerpräsidenten Varlel in Audienz empfangen, der ihnen seine Befriedigung über den Abschluß aussprach uud die große Bedeutung des Aktes für die Regelung der deutsch-polnischeu Beziehungen betonte. Die gestern in Warschau erfolgte Unterzeichnung des deutjch-polnijchen Handelsvertrages bedeutet das Ende eines fast fünf Jahre anhaltenden Wirts chafts- k r i e g e s zwischen den beiden Ländern. Seit dem Sommer 1925 waren die normalen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Polen zerrissen, der durch die Natur ge- gebene enge Güteraustausch der beiden Länder wurde seit- dem durch besondere Kampfmaßnahmen, wie Strafzölle, Ein- upd Ausfuhrverbote künstlich gedrosselt, Die Beilegung dieses Wirtjchaftskonfliktes mit einem unserer größten Nachbarstaaten wurde jahrelang nicht nur von mächtigen Jnteressentengruppen diesseits und jense.its der Grenze j ab o t i ert.. sondern.zugleich aurli durch politische Hemmungen erschwert. Unbedingte Gegner des Ber- träges waren auf deutscher Seite die landwirtschaftlichen Interessenten sowie der schlesische Kohlenbergbau, während sich auf polnischer Seite besonders die Unternehmer der jungen, künstlich hochgezüchteten polnischen Fertigindustrie gegen einen Abbruch des Handelskrieges mir Deutichland stemmten. Andererseits war die p al n i s ch e M i n d e r- h e i t e lp p o l it i k. besonders die Fortsetzung der Liqui- dation deutschen Eigentums und die Enteignung deutscher Bauern für eine erfolgreiche Beendigung der laufenden Wirtschaftsverhandlungen äußerst störend. Durch den Abschluß des deutsch-polnischen Liqui- dationsabkommens vom 31. Oktober v. I., um dessen Annahme erst in den letzten Tagen ein erbitterter Kampf im Reichstage ausgefochten wurde, werden ernste Hindernisse, die dem Abschluß eines Handelsvertrages zwischen Deutsch- land und Polen noch entgegenstanden, beseitigt. Es war da- her nur noch eine Frage der Zeit, daß dem Abscbluü des Liquidationsabkommens auch die endgültige wirtschaftliche Verständigung mit Polen folgen mußte. Allerdings blieben noch schwerwiegende wirtschaftspolitische Fragen zu lösen, die an das Geschick des deutschen Berhandlungsleiters. des War- schauer Gesandten Ulrich Rauscher, hohe Anforderungen stellten. Deutschlands Stand in diesen Verhandlungen war insofern besonders schwierig, als es einmal vor der Aufgabe stand, seinen Cxportindustrien den polnischen Markt u öffnen, ohne auf der anderen Seite entscheidende Interessen »er in schwieriger Lage befindlichen deutschen Land» w i r t s ckia f t preiszugeben. Dazu kam, daß Polen auf Biegen oder Brechen seine Forderung auf ein jährliches Kohlen- einfuhr-Kontingent nach Deutschland aufrechter- hielt, die bei dem Konjunkturrückgang der letzten Monate für den deutschen Bergbau und besonders die Bergarbeiter er- schwerend ins Gewicht fallen mußte. Die Fortsetzung des wirtschaftlichen Kriegszustandes war für beide Länder unerträglich. Beiden Ländern hat der Wirtschaftskrieg mit seinen zollpolitischen Schikanen schwere Berluste gebracht. Auf deutscher Seite bekam aber in aller- erster Linie Ostdeutschland, dessen Wirtschaft durch die Grenz- ziehung bereits schwer geschädigt war. die Rackenjchläge zu spüren. Die stärksten Anhänger einer raschen deutsch-polni- 'chen Berständigung waren daher die Gewerkschaften, Unter- nehmer und kommunalen Vertreter Ostdeutschlands, die auf die von Jahr zu Jahr sich steigernden Schwierigkeiten. wachsende Arbeitslosigkeit infolge des deutsch-polnischen Wirt- schastskrieges hinwiesen. Die Grundlage des jetzt abgeschlossenen Vertrages bildet die gegenseitige Meistbegünstigung. Deutsch- land und Bolen gestehen sich also gegenseitig alle Zollerleichte- rungen au die sie irgendeinem anderen Lande bereits ge- währt haben oder künftig noch zugestehen werden. Einen viel umstrittenen Punkt bildete bei den Verhandlungen das d?n Polen jährlich zuzugestehende S ch w e, n e k o n t»n- gent. Nach dem Vertrage wird Bolen im ersten Jahr ein Kontingent von 200 000 Stück zugebilligt, das sich im folgenden Lahr auf 275 000 erhöht, um schließlich nach fünf Jahren tu« x Höchstgrenze mit einer Stückzahl von 350 000 Schweinen zu erreichen. Es ist als ein Erfolg der deutschen Unterhändler anzusehen, daß es ihnen gelungen ist, die jährlich nach Deutsch- land kommenden Schweine vom offenen Markt fernzuhallen. Die polnische Schweineausfuhr wird ausschließlich über die Seegrenz-Schlachthäuser geführt werden, und das in diesen Schlachthöfen geschlachtete Vieh gelangt nur an einen be- stimmten Abnehmerkreis des Inlandes, in erster Linie die Fleischfabriken, nicht aber an die großen Fleischmärkte, an denen die Schweinefleischpreise notiert werden. Von einer Ueberflutung der deutschen Märkte mit polnischen Schweinen und dem entsprechend drohenden Preiseinbrüchen kann also nicht die Rede sein. Eine wirksame Ergänzung des jetzigen Wirtschaftsver- träges der beiden Länder ist das bereits früher abgeschlossene Roggenabkommen, das die polnische Roggeneinfuhr nach Deutschland vorläufig regelt und die Schleuderkonkurrenz von deutschem und polnischem Roggen auf ausländischen Märkten endgültig beseitigen will. Die für die deutsche Land- Wirtschaft wichtigen Fragen der Schweineeinfuhr und der polnischen Roggenkonkurrenz sind also in einer Weise gelöst worden, die Polen zufriedenstellt, ohne die deutschen Agrar- interesien zu gefährden. Daß in dem jetzigen Vertrag nur die gegenseitige Meistbegünstigung festgelegt wurde und noch keine Vertragszöll e festgesetzt wurden, ist zwar eine Unvollkommeuheit, ändert aber nicht die Tatsache des großen endlich erzielten Fortschritts.' Das den Polen zugestandene monatliche Einfuhr- kontingent von 320 000 Tonnen Steinkohle stellt ganz zweifellos eine unangenehme Belastung des ein- heimischen Kohlenmarktes dar, und zwar um so mehr, als die Anrechnung der deutschen Kohleneinsuhr nach Polen auf das Kontingent nicht verhindert werden konnte. Durch or- ganisatorische Maßnahmen wird es aber wohl gelingen, einer einseitigen Belastung des schlesischen Bergbaus, dessen Ar- beiterschaft am stärksten bedroht erscheint, gegenüber den anderen deutschen Revieren vorzubeugen. Dsutschland erwartet von dem Zugeständnis der Meist- begünstiaung von dem Vertrage einen kräftigen Aufschwung seines Exports nach Polen. Der polnische Staat hat mit Frankreich und der Tschechoslowakei Tarifverträge abge- schlössen, deren Zollsenkungen nunmehr auch der deutschen Industrie zugute kommen. Mit der Ratifizierung des Vertrages tritt Deutschland automatisch den den Genuß aller von Polen zugestandenen Zollermäßigungen, die sich auf etwa 450 Warengruppen erstrecken. Damit ist ein wesent- sicher Abbau der hohen polnischen Zollmauern für Deutschland durchgesetzt worden. Wesentlich sind auch die Konzessionen, die für die deut- schen Reedereien, in erster Linie die Hapag und den Norddeutschen Lloyd, für den polnischen Auswandererverkehr zugestanden wurden. Bei der Bedeutung, die die osteuro- patschen Auswanderer von jeher für die deutschen Reedereien gehabt hat, wird durch diese Konzession den Hamburger und Bremer Schiffahrtsgesellschaften ein neues großes Arbeits- gebiet erschlossen. Um diese reinen Handels- und Schiffahrts- abkommen gliedern sich sodann noch Bestimmungen, die die Einreise-, Aufenthalts- und Nieder- lasfungsfragen regeln. Zwar sind die Zugeständnisse, die hier von polnischer Seite gemacht wurden, noch sehr be- grenzt, doch liegt es auf der Hand, daß diese noch nicht be- friedigend geregelten Fragen bei guter Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen in einem für Deutschland günstigen Sinne ausgebaut werden können. Wie jeder Gegenseitigkeitsvertrag hat auch der deutsch- volnische Handelsvertrag seine Schqttenseiten. Die Deutsch- land belastenden Punkte fallen aber gegenüber dem ent- scheidenden Fortschritt nicht ins Gewicht, der dadurck erzielt ist, daß endlich mit dem wirtschaftlichen Kampfzustand zwischen Deutschland und Polen ein Ende gemacht ist. Zwanzig neue Abkommen. Warschau, 17. März.(Eigenbericht.) Der deutsch-polnische Handelsvertrag stellt ein schr umfangreiches Werk dar und enthält über zwanzig neue Abkommen. Durch die grurrdsätzkiche Meistbegünstigung sind für die deutsche Ausfuhr mehrere hundert Positionen des polnischen Zoll- tarifes stark herabgesetzt. Außerdem werden alle befände- ren polnischen Einfuhrverbote aus geh üben. Von den allgemeinen polnischen Einfuhrverboten erhält Deutschland für ein« ganze Reihe von Waren bedeutende E in fu hr k o nti ng ente zu- gestanden. Der Vertrag ist aus ein Jahr abgejchlosien, doch stick S o n- derkündigungs rechte vorgesehen für Polen, wenn sein Schweinekontingent nicht voll abgesetzt wird, und für Deutschland im Falle einer Unterbietung der deutschen Kohlenpreise durch Polen sowie im Falle einer Einführung von sogenannten Einsuhrsteuern durch Polen. Das beiderseitige Niederlassungsrecht gewährleistet vollkommenen Schutz des deutschen Arbeitsmarktes. Es erhalten nämlich nur qualifizierte Kräfte das Nieder- lastungsrecht, was Deutschland mehr zugute kommt als Polen. Samt- liche Vergünstigungen des Vertrages treten erst nach der Rat» zierung durch die beiderseitigen Parlamente in Kraft. NnanzSeratungen weitergeführt. Aber noch lange nicht beendet. In den Beratungen der Regierungsparteien über die Finanzfragen spielte am Montag die Arbeitslosenversicherung die Hauptrolle. Von der Deutschen Volkspartei wird nach wie vor der Versuch gemacht, die von der Regierung vorgeschlagene Beitrags- erhöhung zu verhindern, um dadurch den Abbau der Leistun- gen zu erzwingen. Die Beratungen nahmen einen sehr schleppenden Berlauf, da die Deutsche Bolkspartei angesichts ihres Parteitages, der Ende dieser Woche in Mannheim statt- findet, jede vorherige Festlegung auf die Vorlagen der Reichs- regierung ablehnt. Infolgedessen werden die Beratungen erst im Laufe der nächsten Woche in ein entscheidendes Stadium treten. Die sozialdemokratische R« i ch s t a g s fra k- t i o n beschäftigte sich am Montag mit dem Stand der Finanz- Verhandlungen, insbesondere mit den Vorschlägen der Deut- schen Volkspartei zur anderweitigen Regelung der Arbeits- losenversicherung. Sie billigte den ablehnenden Standpunkt ihrer Unterhändler. » Die vom Reicherat verabschiedeten Steuervorlazen sind am Montas dem Reichstag zugegangen. Es handelt stch um vier Gesetzentwürfe: die Erhöhung der Biersteuer, das Mineral- Wassersteuergesetz, die Zollerhähungen für Venzin und Benzol mck die Vorverlegung der Termine bei der Zuckcrsteuer und Tabakstewer. 2>i'* Uoung-Ratifizierung. Oer Quai d'Orsay drängt den Senat. Paris, 17. Mörz. Der Generalsekretär am Quai d'Orjay Philippe Berthe. I o k hat an den Vorsitzenden des Senalsausschusses- für auswärtige Angelegenheiten, Victor Verard. folgendes Schreiben ge- richtet: �Bekanntlich hat das deutsche Parlament die im Haag zur endgültigen Regelung der durch den Krieg entstandenen sinan- ziellen Jrogen getroffenen Abkommen gebilligt und der Reichs- Präsident hat sie ratifiziert. Es wäre nun vorteilhast, die Billigung des französischen parlamenis in möglichst kurzer Frist zu erzielen. Die Regierung gedenkt infolgedessen die Rati- fizierung der Gesetzentwürfe im Lause der kommenden Woche einzubringen. Sie wäre dem Senatsausschuh für aus- wärlige Angelegenheiten dankbar, wenn er durch schteunige Wahl des verichlerstatiers und möglichst rasche Durchprüfung der Texte alle geeigneten Vorkehrungen treffen würde, um die u n v e r. zügliche Diskussion der Haager Abkommen ja erlauben." Deutschland und Retriffott de Moskau. 17. März.(Ost-Eypreß.) Unter Hinweis auf die„Freifprechung offenkundB« Betrüger. Geld- und Wechselfälscher' in Deutschland und Frankreich hat der Rat der Kongresse der Industrie und des Handels der Sowset- union sich an das Außenkommissariat mit dem Ersuchen gewendet, Maßnahmen zu treffen, um„reale Garantien" für den Echug der Rechte der Sowjetorganisationen und der Virtfchaftlichen Jnter- essen der Sowjetunion im Auslande zu erhalten. Der Rat erklärt, daß die Berliner und Pariser Gerichte./rnsschliehlich au» sowjet« feikchlicher Stimmung heraus" ohne Rücksicht auf das Gesetz han- dein, wodurch in diesen beiden Ländern„eine Atmosphäre geschaffen worden ist, die jedes Kriminaloerbrechen fördert, wenn es nur gegen die Sowjetunion gerichtet ist". Infolgedessen müßt«! W der Dätigung von Abschküssen in diesen Ländern sowie bei der Revision der Wirtschaftsverträge solche real« Garantien gefordert werden. Di« Vergebung von Auf- trägen im Suslande müsie sich nach dem Stand des Rechtsschutzes für Sowjetorgamfationen in den in Frage kommenden Ländern richten. Das Außenkommissariat betont in seiner Antwort, daß es„in erster Linie" seine Aufmerksamkeii der Erzielung solcher Garantien widmen werde. * Auch mir sind der Auffassung, daß die deutsch-russischen Verträge einer gründlichen Revision bedürfen und daß sie nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht sehr realerGarantien bedürfen, um z. B. die Wiederholung des Drusag-Standal» zu verhindern. Aber darüber hinaus wird bei dieser Gelegenheit der gesamte Komplex der deutsch-russischen Beziehungen einer Nachprüfung unter- zogen werden müssen. Wie der„Sozialdemokratische Presse- dienst" bemerkt, ist der im Vertrag vom S. Mai 1923 niedergelegte Verzicht Rußlands auf Propaganda in Deutschland unbegreiflicherweise indenDertragoom 12. Oktober 1925 nicht wieder aufgenommen wordenl Sollten die bolschewistischen Unterhändler e» tatsächlich wagen, das freisprechende Urteil eines unabhängigen deutschen Gerichts im Tscherwonzen-Prozeß, das sick auf das von den Kommunisten geforderte und mitgeschafsene Amnestie- gefetz stützte, ins Feld zu führen, so wird man ihnen Hassent- lich die gebührende Antwort nicht schuldig bleiben. Mit dem Köder der„Vergebung von Aufträgen" werden die Bolsche- misten diesmal kein Glück haben. Die Zeit der I l l u s i o n e n über den Wert des russischen Geschäftes ist verflogen; und Sowjetrußland. 'Verträge? zugleich mit der außenpolitischen Konsolidierung m West- europa haben glücklicherweise auch die national-bolschewisti- schen Gedankengänge, durch die sich die Wilhelm- und die Bendlerstraße allzu lange haben beeinflussen lassen, an Bedeutung verloren. Die deutsch-russischen Beziehungen müssen aus einer realpolitischen Grundlage neuaufgebaut werden. Es ist vieles klarzustellen. Ar demselben Thema schreibt die Korrespondenz„Ost-Expreß": Der(ürzfich erfolgten Unterredung zwischen dem Rvchscmßen- minister Dr. Curtiu» und dem Sowjetbotschafter Krestiuski dürften in noher Zukunft in Berlin oder in Moskau deutsch-russische Der- handlimge» folgen zur eingehenden Aussprache über alle schweben- den deuts-> russischen politischen und wirtschaftlichen Fragen, um «ine Generalbereinigung oller dieser Fragen zu schössen, durch die das deutsch-russische Verhältnis in letzter Zeit überaus belastet wird. In diesen Verhandlungen dürft«, neben dem Pro» blem der Komintern und ihrer Propaganda, in erster Linie die Frage einer Anpassung der deutsch-russischen Wirtschaftsverträge vom 12. Oktober 1925 an die gegenwärtigen Verhält- nisse zur Sprach« kommen. Zahlreiche und sehr wichtige Beftiin- mungen dieler Verträge sind aus wesentlich anderen wirsschast- lichen und wirtschast-politischen Voraussetzungen ausgebaut als denen, die heut« die Sowjetpotttik und Sowjetwirtschaft leiten. Durch die seit 1925 emgetretenen wirtschaftspolittschen Veränderungen in Rußland(Abbau de» Rep, Unterdrückung aller privaten Erwerbs- und Geschäststättgkett! D. Red.) ist vielen Vertrags- beftimmungen die Grundlage entzogen worden, wodurch für die deutsche Wirtschaft immer neue Erschwerungen ent- stehen. Botschafter Herbette in Paris. Kehrt er nach Moskau zurück? Einstellung der Beziehungen? pari», 17. März.(Eigenbericht.) Anläßlich de» Pariser Ausenthalt des französischen Botschafters in Mostau. Herbette, mehren sich die Gerüchte, nach denen Herbette nicht mehr nach Moskau zurückkehren wird. Di- Rechtspresse benützt die Gelegenheit zu der Forderung, daß Herbette überhaupt keinen Nachfolger mehr finden und seine Abberufung als Anlaß zum Abbruch der diplomatischen Bc- Ziehungen benutzt werden solle. Reichswehr und Rußland. Fragen an Groener. Der Herausgeber der„Well am Montag".». Gerloch, hat aus den Brief de, Reichs wehrmi nisters an ihn mit einem offenen Brief geantwortet, in dem es heißt: „Sie bestreiten persönliche Beziehungen de» Generals von Schleicher zu Nicolai. Davon habe ich nie gesprochen, sondern nur von einer Jdeengemeinschast zwischen beiden. Würden M« übrigens auch in der Lage sein, persönliche Beziehungen zwischen dem Oberst von Bredow und Herrn Nicolai zu bestreiten? Warum hat das Reichswehrministerium nie auf meine Frag« über sein Verhältnis zu den Missionen der General« a. D. Thomsen und Ludwig nach Rußland Stellung genommen? Ist es richtig, daß Oberst Kühlenthal, der Leiter der Heeresstattstischen Abteilung, kürzlich einen Urlaub nach Ruß- land angetreten hat? Sind Sie nicht auch der Meinung, daß die Reisen de» Generals von Hammer st ein nach Rußland Aussehen erregen müssen? Herr von Hammerstein als Chef des Truppen- omts nimmt doch schließlich einen denkbar exponierten Posten«n. Können Ei« sich wundern, wenn da« Ausland es auffällig findet, daß der russische Militärbevollmächtigte General Kork, zu deutschen Manövern eingeladen wird, an denen die Mttitäntttachös ander« großer Mächt« nicht teilnehmen dürfen? Muß es Sie nicht stutzig machen, daß in ganz ähnlichem Sinn« wie ich drei so verschiedene Organe wie das..Reichsbanner" (Nr. vom 15. März), der.Lungdeutfche�(Nr. vom 1Z. März) und der.Lokal-Anzeiger"(Nr. vom 9. März) üb« Nicolai, Reichswehr und Rußland schreiben?" Antwort an Gerlach. Auf diese Fragen Gerlach, erteilt da« Reichsweh rmlnsslerium folgende'Anttvort: 1. Di« gesamten Beziehungen zwischen Oberstleutnant von Bredow und Oberst a. D. Nicolai bestehen darin, daß Oberst Nicolai im Jahre 1929 zweimal Anfragen nach Mitgliedern seiner früheren Abteilung gestellt hat, die der Oberstleutnant von Bredow als zu- ständiger Abteilungschef beantwortet hat. 2. Weder Oberst a. D. Thomsen noch General a. v. Lud- w i g haben A u s t r ä g e vom Reichswehrministerium erhalten, von Oberst a. D. Thomsen ist hier bekannt, daß er fett Iahren schwer trank und so st erblindet in Schleswig-Holstein lebt. 3. Es Ist nicht richtig» daß Oberst K ü h l e n t h a l kürzlich«inen Urlaub nach Rußland angetreten hat. 4. Die angeblichen Reisen des Generals von Hammerstein nach Rußland können schon deshalb kein Aufsehen erregen, weil General von Hammerstein nur ein einzige» Mal im Jahr« 1929 in Rußland gewesen ist, um dort in Erwiderung von Besuchen russischer Offizier« Truppenübungen beizuwohnen. 5. Der russisch« Militärbevollmächtigte Kork hat nur an M a- növern teilgenommen, zu denen auch verschiedene Ber- treter anderer Mächte hinzugezogen worden sind. General Kork hat Deutschland übrigens schon vor ls4 Jahren verlassen. Hakenkreuz und Reichswehr. Die Haussuchung in Mönchen. München, 17. März.(Eigenbericht.), Zvf Durchführung der am Sonnabend in München erfolgten Haussuchungen bei führende« Nationalsozialisten war der Unter, suchungsvichter, Eenatspräsident Broun«, persönlich nach München gekommen. Das von ihm eingeleitete Verfahren bezieht sich auf „Vorbereitung zum Hochverrat" und richtet sich gegen den früheren Reichswehroberleutnant Mendt und den okttoen Leutnant Scharinger und Genossen. Bei den Haussuchungen wurden auch die verschlossenen Schreibtische der nattonalsoziattsttschen Abgeordneten S t r a ß e r und Wagner von den Polizeibeamten gewaltsam geöffnet. Beschlagnahmt wurde» einige Akten, ein Journal der obersten SA.-Leitung und«ine Personalliste hitlerischer Unterführer/ die aktiv« Offiziere des österreichischen Bundesheeres sind. Aus Münzenbergs Reich. Stützungsaktion für eine faule Gründung. Der kommunistische Reichstagsabgeordnete Willi Mün- z e n be r g hat vor einigen Tagen einen Befehl an seine samt- lichen Untergebenen gerichtet, am nächsten Sonntag zu einer Werbeaktion für die Zeitung„Berlin am Morgen anzu- treten. Der Befehl, der für die Methoden des Münzenberg- Konzerns charakteristisch ist, hat folgenden Wortlaut: Berlin, 12. März 1930. An die Mitarbeit« und Angestellten der IAH.— Zentvalkomite«— Reichs sekretariat— Berlin« Büro. Belegschaft und Mitarbeiter der.Berlin am Morgen",.Welt am Abend", Pwmclheus, Wett-Film, Reuer Deutscher Verlag, Universum, Freunde der USSR., Liga gegen kolonial« Unter- drückung. Werte Eenossenl Wr haben durch Indistretton eines sozial- demokratischen Vertrauensmannes erfreulicherweis« noch Kenntnis bekommen von ein« großen Aktion, die eine sozial- demokratische Gruppe mtt Hintermännern gegen die„Berlin am Morgen" plant. Um diese Aktton, die stch zum Ziel gesetzt hat, die.Berlin am Morgen" zu vernichten, abzuwehren, haben wir uns neben andere Kampagnen entschlossen, eine große außerordentliche Werbe- aktion für die„Berlin am Morgen" durchzuführen, und zwar soll die Kampagne am Sonntag, dem 23. März, durchgeführt werden. An diesem Tag soll eine große Anzahl Arbeiter— besonders die Leser der„Well am Abend"— ausgesucht w«den, um sie als Leser für die.Berlin am Morgen" zu gewinnen. Da die.Berlin am Morgen" zu einem wichtigen Teil der revo- lutionären Propaganda in Berlin gehört, und in der Ueberzeugung, daß Ihr als Mitarbeiter unseres Unternehmens besonders inter- essiert seid, richten wir den Appell an Euch, Euch am Sonntag, dem 23. März, vormittag 10 bis 12 Uhr, bereit zu erklären, diese Wec» bung mit durchzuführen und sofort mit uns in Verbindung zu treten, um den einzelnen Genossen wissen zu lassen, bei weicher Spedition sie sich«infinden sollen. Mit bestem Gruß gez. Willi Münzenberg. Zunächst ist dazu zu bemerken, daß die Geschichte von der sozialdemokratischem„Bernichtungsaktion" gegen„Berlin am Morgen" eine einfache Zwecklüge ist. Durch sie soll die Tatsache verhüllt werden, daß„Berlin am Morgen" auf dem letzten Loch pfeift und daß darum ein verzweifelter Versuch gemacht wird, den Patienten durch eine Bluttransfusion von der„Welt am Abend" zu retten. Abgesehen davon ist das Schreiben interessant, well es das ganze Aufgebot der getarnten kommunistischen Organi- satumen und Unternehmungen, die von Münzenberg kommandiert werden, in Erscheinung treten läßt. Nicht mit lln- recht gebraucht der Mann, wenn er von sich selber spricht, das Wörtchen„wir". Es ist der Plural der Majestät. Warum beleidigt? Die Oeutschnationalen und der Kapp- putsch. Die Deutschnationalen haben sich sehr darüber erregt, daß die Minister Braun und Seoering auf Kundgebungen gegen den Kapp-Putsch gesprochen haben. Im Preußischen Landtag haben sie eine Anfrage eingebracht, in der sie sich darüber beschweren, daß der Ministerpräsident Braun sich an einer Kundgebung„gegen einen großen Teil des Volkes" am Volkstrauertage beteiligt habe. Wir verstehen diese Empfindlichkeit nicht. Alsbald nach dem Scheitern des Kapp-Putsches brachte die Deutsch» nationale Partei eine offizielle Schrift heraus, laut Aufdruck am 10. Mai 1920 in einer Auflage von L000 verbreitet wurde und den Titel führt: Die Deutschnationale Volkspartei und der Militär- putsch vom 13. März 1920. Die heute selten gewordene Schrift, die im Zeitalter Hugenbergs durchaus verdient, der Vergessenbeft ent- rissen zu werden, beginnt mit den schmetternden Sätzen: „Die Deusschnalionale volksparlel steht auf dem Boden der neuen Verfassung, die sich das deutsche Volk durch die Kattonalv«. sannnlung am 31. Zull 1919 in Weimar gegeben hat. Nach Ansicht d« Deutschnattonalen Volkspartei kann dies« Verfassung nur auf denWegengeändert weiden, diedieVerfassung seid st vorschreibt... Daß die Deutschnattonale Voltspartei nur diesen� verfassungsmäßigen Weg zur Aenderung der gegenwärtigen Zustände beschreiten will, geht aus den wieder» holten Erklärungen hervor, die vor dem 13. März von deutschnattonaler Seit« abgegeben worden sind.(Es folgen Zitate aus Reden Hergt», Posadowsky» usw.)" Es wird auch die von der deutschnationalen Parteileitung nach dem Zusammenbruch des Kapp- Putsche» am 18. März 1920 erlassene Erklärung zitiert zum Beweise dessen, daß die Deutschnationale Volks- partei damals von Kapp und Genossen weit abgerückt sei. In dieser Erklärung wird zu dem Borgehen der Kapp und Lütt» witz gesagt: „Unser weg war dos nicht.(Im Original durch Fettdruck her- vorgehaben. R. d.„V.".) Die Politik der Deutschnattonale« Volks- partei ist stets von dem Grundsatz geleitet worden, daß die Fort- bildung unserer politischen Zustände nur auf Verfassung»- mäßigem Wege erfolgen dürfe. Dadurch ist unser« Stellungnahm« zu der Regierung Bauer wie zu den Vorgängen des 13. März klar gegeben." Nach diesen parteiossiziellen Kundgebungen zu urteilen. müßlen sich die Deutschnationalen eigentlich den Kund- gedungen gegen den Kapp-Putsch begeistert anschließen. Oder � soll man annehmen, daß die damals bekundete deutsch-: nationale Verfassungstreue nur ein Produkt der l b l e i ch« n A n g st vor der Abrechnung gewesen ist? Die hohen Gehälier. Sozialdemokratie fordert Klarheit für Reichsbant und Reichsbahn._ In der BevSkkerung herrscht begretfUchtt Unwille darüber, daß für die leitenden Stellen bei der Retchobank und der Reichsbahn außerordentlich hohe Gehälter gezahlt werden. Schacht hat bisher«ediglich geäußert, daß die Angaben in der Presse über sein Gehalt übertrieben seien und er teinerlei Abfindung erhalte. Reichsfinanzminister Moldenhauer teWe im Reichstag mtt. daß Schacht sich mtt einem Ruhegehalt von 30 000 Mark b«° gnügen wolle. Um der bestehenden Unklarhell ein End« zu machen. hat die sozialdemokrattsch« Retchstagssrattton bei der dritten Beratung de» Entwurfs eines Gesetze» zur Aenderung des Bantgefetzes vom 30. August 1924«ine Entschließung einge- bracht, in welcher die Reichsregierung ersucht wird, dem Reichs- tag umgehend ein« Zusammenstellung vorzulegen, die dos Folgend« enthält: „1. Die sämtlichen Bezüge de» Präsidenten and der Mitglieder des Direktoriums der Reichsbant und die samt- lichen Vergütungen, die die Mitglieder de» Generalrats der Reichsbank erhallen, 2. die sämtlichen Bezüge de» Generaldirektors, der Direk- toren und der Direktionspräsioenten, überhaupt der 280 hohen Beamten der Reichsbahn, und die sämtlichen Ver- g ü tun gen, die die Mitglieder de» Lerlvaltungsrats der Reichsbahn erhallen." Die Reichsregierung wird ferner ersucht, mitzuteilen, was sie gegen die Verbindung von geschäftlichen Interessen und öffentlichen Ausgaben, wie sie auf Grund der Daw«»4Sesetz« beim Ber» waltungsrat der Reichsbahn bisher zulässig war, nach Annahme de» neuen Reichsbahngesetzes zu tun gedenkt. Die sozialdemokrattsch« Entschließung ist bei der dritten Lesung des neuen Reichsbahngssetzes angenommen worden. Bei der Durch- führung der jetzt beschlossenen Reichsbant- und Reichsbahngesetze wird dahin zu streben sein,«in« Neuregelung der Bezüge der leitenden und hohe» Beamten dieser Insti» t u t i o n« n vorzunehmen. Bauerniumuli auf Rügen. Eine Auktion verhindert— ein Bieter verprügelt. Putbu». 17. März. In einer für Montag. 17. März, angesetzten Jnveittarversteige- rung in Grabitz bei Rambtn aus Rügen erschienen etwa 500 Bauern. Al» hi« Versteigerung beginnen sollt«, bot niemand. Um den Auktionator bei seinen Aufforderungen zu übertönen, wurde von der Menge das Deutschlandlied gesungen. Als dann der Vertreter des Stralsunder landwirtschaftlichen Ein- und Berkaussvereins, für den die Versteigerung stattfinden sollt«, ein Gebot machte, wurde er verprügelt und entkam nur dank der Hilf« eine» Landbund. führers. Die Bauern begaben stch dann wieder ruhig nach Haufe. Kabinett Barie! zurückgeireien. Gesamtdemission vom Staatspräsidenten angenommen. Warschau, 17. März. Heule abend hat der Staatspräsident die vom winister. Präsidenten vartel im Namen des ganzen Kabinett» über- reicht« Demission angenommen. Der Staatspräsident hat gleichzeitig den Ministerpräsidenten Beriet und sämtliche Minister de» gegenwärtigen Kabinett» beauftragt, hi, zur Bildung ber neuen Regierung tu ihren Aemtcra zu bleibe». -10,6 Milliarden! Wo kommen fie hin? Der„finanzielle Uefeerbluf über de« Nachtragehaus- h a l t 1 S 2 S. der zur Zeit der Beratung des Haushaltsausschusie» des Reichstags unterliegt, enthält wiederum«eben einer Anzahl wertvoller Anlagen auch den Bericht und die Vergleichs- tobellen der Reichsausgaben, die der Generalbericht- erstaller des Reichsrats Ministerialdirektor Dr. Brecht, seit einigen Jahren bei der Beratung des Ewts dem Reichsrat jeweils vorlegt. Ueberblick und Anlogen erleichtern das Einarbeiten in die verwickelten Finanz, und Kassenverhältnisse de« Reiches ungemein und eröffnen auch dem weniger Geschulten in diese wichtigen und schwierigen Fragen Einblick«, die vordem nur mit großer Mühe und Arbeit zu erlangen waren. Das ist umso mehr zu begrüßen, al» der Reichshaushalt und sein« Balancierung jetzt mehr als je zuvor das öffentliche Interesse in Anspruch nimmt. Die Frage, Kürzung der Ausgaben oder Er- Hebung neuer Steuern steht im Brennpunkt der politischen Kämpfe und beschäftigt in leidenschaftlicher Weis« all« am öffentlichen Leben Interessierten. Bei dieser Sachlage und da nunmehr die Ausgaben des Rechnungsjahres 1329 feststehen, dürft« es angebracht sein, in knapper, zusannnenfassender Uebersicht zu zeigen, für welche Zwecke die«mgehenren Summen verausgabt«»erde«, die der deutsche Steuerzahler Im laufenden Etatsjahr aufzubringen hatte. Die Uebersicht wird auch die Antwort darauf geben, ob es möglich ist, Ausgabenkürzungen vorzunehmen, die, wie von bestimmten industriellen Kreisen verlangt wird, die Erhebung neuer Steuern ganz oder nahezu ganz überflüssig machen. Nach dem Haupt- und Nachtragshaushav betragen vom 1 April 1929 bis 31. März 1930 die Nettoausgaben des Reiches, da» heißt die Nettobeträge abzüglich der zugehörigen Ein- nahmen, die ungeheure Summ« von 19 828.3 Millionen Mark. Sie verteilt sich wie folgt: MRNoiwn«ITHonen Hiervon sind zunächst die durch den Krieg und die Folgen des Krieges entstandenen Ausgaben abzusetzen. Es kommen in Betracht: die R e p a r a t i o n s l a st e n mit..... 1882,2 die Bersor gung der Kriegteilnehmer und des alten Heeres auf Grund der Ber- sorgungsgefetze einschließlich der Kosten der Versorgungsverwaliung....... 1684,9 die inneren Kriegslasten(Kosten der Besetzung oder Abtretung, Beihilfe für Brenz- gebiete, Liquidationsschäden usw... Es bleiben.............. Von diesem Betrage gehen ab die Kosten der Ver- zinsung und Tilgung der R e i ch s s ch u l d mit 496,9 Ferner die Kosten der Finanzverwaltung, d. h. des ganzen Apparates der Abgabener- Hebung und Rechnungslegung einschließlich der Pensionen für die Finanzverwaltung mit.. 596,7 10 828,3 342,7 3909,8 6918,5 996,7 Es bleibt für die Ausgaben des Reichs und der Länder eine Summe von........ Aus Grund des geltenden Finanzausgleichs müssen hiervon an die Länder zur Erfüllung der den Ländern und Gemeinden zugewiesenen Aufgaben einschließlich der Polizeikosten gezahlt werden. so daß für das Reich verbleiben...... Dazon verausgabt das Reich: für die Wehrmacht einschließlich der Ver- sorgung der neuen Wehrmacht..... 723,4 und zwar: Heer....... 479,7 Marine..... 189,8 Vers orgung... 63,7 für soziale Zwecke ausschließlich derKosten des Reichsarbeitsministeriums..... 1228,7 für wirtschaftliche Zwecke ausschließlich der Kosten des Reichswirtschastsministeriums 274,8 fürkulturelleZwecke....... 37,9 zur Förderung des Gesundheits» wesens............. 7,5 für polizeiliche Zwecke..... 4,4 für das Auswärtige Amt einschließlich aller auswärtigen Missionen..... 51,9 für alle übrigen Reichsministerien. Reichsbehörden, Büros des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers, Parlamente usw.... 84,4 für olle Zivilpensionen, ausschließlich der Pensionen für die Finanzverwaltung�_ 28,7 5921,8 3 481,9 2 429,9 2439,9 In dieser Summe von 2439,9 Millionen Mark, die das Reich für seine eigenen Zwecke verausgabt, befinden sich 494,4 Millionen Personalausgaben und 28,7 Millionen für Zioilpensionen, die auf Grund der bestehenden Besoldung»- und Versorgungsgesetze geleistet werden müssen. Von dem dann verbleibenden Restbetrag von 2996V Millionen ist aber noch ein weiterer erheblicher Teil zwangsläufig gebunden, infofern, als zur Zahlung der betreffenden Beträge verpfiichtende Gefetze(z. B. die Sozialgesetze) vorliegen. Aenderungen dieser Beträge können daher erst vorgenommen werden, nachdem die zur Leistung ver- pflichtenden Gesetze geändert oder aufgehoben worden sind. Um kein« Mißverständnisse auskommen zu lassen, sei ausdrücklich betont, daß das Reich nicht etwa nur die ausgeführten minimalen Beträge für kulturelle Zweck« und zur Förderung des Gesundheitswesens verausgabt. Letzter« beide Ausgaben obliegen nach der Reichsoerfassung der Fürsorg« der Länder und Gemeinden und in dem den Ländern auf Grund des Finanzausgleichs überwiesenen 3481,9 Millionin sind daher sehr erhebliche Beträge für die genannten Aufgaben enthalten. Nach den von dem Statistischen Reichsamt herausgegebenen Tabellen betrug denn auch der Zuschußbedarf, dos heißt der Bedarf nach Abzug aller Einnahmen, für die Kultur- aufgaben in Deutschland(Schulen aller Arten, Wissenschaft und Kunst) in 1913— 1948 Millionen, in 1925 1939 Millionen, in 1326— 2993 Millionen Mark. Später« Bergleichszahlen liegen noch nicht vor. doch ist anzunehmen, daß die Beträge auch in den letzten Iahren gestiegen sind. Neuer Krieg in China? gen und Frag gegen Tfch»angkÄfchek. London. 17. März.(Eigenbericht.) Präsident Tschiangkalschek befürchtet einen gemeinsamen Angriff der beide" General« des Nordens. Yen Hfy-Schan und F-ng, gegen die R a nk i ng r« g i e ru ng. Nach den vorliegenden Nachrichten soll der Vormarsch läng- der Peking— Hank«,, und der Tientsin-Kuckms-Eifenbahn«fvlgen. Notwendige Neinigung. »Klopfen Sie diesen Militörmantel gut aus, Herr Groener, da sind die Motten hineingekommen'� Macdonald vermittelt. Werden Landabrüstungsprobleme aufgerollt? London. 17. März.(Eigenbericht.) Di« Flottenkonferenz hat sich zu einem ständigen Nebeneinander von Sonderbesprechungen zwffchen den verschiedenen Delegationen aufgelöst. Vollsitzungen sind im Augenblick überhaupt nicht in Aussicht genommen. Macdonald hat bei den Sonderbefprechungen die Rolle eines ehrlichen Maklers übernommen. Dies gilt insbesondere für sefne Be- mühungen, eine italienisch-französische Verständigung herbeizuführen. Di« Verhandlungen Amerika-England. England- Japan, Iapan-Amerika sind zu einem vorläufigen Abschluß go- kommen. Anders die europäischen Probleme, also die Verhandlungen England-Frankretch einerseits und Frankreich- Italien andererseits. In der Frage der Herabsetzung der französischen Tonnageziffern behauptet« sich, obwohl von amtlicher fran- zöstscher als auch englischer Seite strengstes Stillschweigen bewahrt wird, am Montag hartnäckig das Gerücht, daß Macdonald und Tardieu am Sonntag auch über die Zusammenhänge zwischen maritimer«ad Laudobrüstuag gesprochen hatten. Dies würde praktisch bedeuten, daß Tardieu den Versuch gemacht hat. ein« eventuelle Konzession in der Tonnag es rage durch Zusicherungen in der Frage der Landbewaffnung zu erzielen. Eine derartige Zusicherung müßte sich naturgemäß in der Linie der französischen Auffassnug des sogenannten Kriegs-Potentials bewegen. Wenn auch ab- folut seststsht, daß Macdonall» bisher keinerlei Zusicherung gegeben hat, so eröffnet sich damit doch die Möglichkeit eines Hereingreifens von Problemen, die die übrigen Landmächte und insbesondere Deutschland unmittelbar berühren. Bisher hatte England allen solchen Anstrengungen von französischer Seite energischen Widerstand entgegengesetzt. Auffallend ist, daß alle Gerüchte über Erörterungen zwischen Macdonald und Tardieu ausschließlich aus dein französischen Lager stammen. Vorläufig liegt daher der Gedanke nahe, daß es sich um ein neues französisches Ma- ' n ö v e r handelt. Labour-Regierung/ Manneersparnisse. London, 17. März.(Eigenbericht.) Der erste Lord der Admirolitäl Alexander unlerbreitcle am Alonlag dem llnlerhaus den Mariacvoranschlag, der eine kosten Verminderung von rund 82 X Millionen Mark vorsieht. Diese Verminderung ist, wie Alexander bekonl. trotz der erhöhten Ausgaben für den Ilottenstühpunkl in Siuga- pure— eine konservative Erbschaft— und der neuen Ausgaben für bezahlten Urlaub der Marinearbeiter möglich gewesen. Die tatsächlichen Einsparungen belaufen sich auf rund 129 Millionen Mark. Verglichen mit der Vorkriegszeit, kostet die britische Marine unter Errechnung der Entwertung der Sauskraft des Geldes, 3 1. 9 V»0-z««i t-w« u i g e r. Seine andere Macht der Welt hatte frei- w l l ll g clnc derartig« h e r ab s e h u u g vorgenommen. Genfer Abrüstungstagung bis Zum? Wie auch London ausfallen mag. Genf, 17. März.(Eigenbericht.) Der Vorsitzende des vorbereitenden Abrüswngsauvschujses des Völkerbundes, der Holländer London, hat Genf besucht und sich daraus nach London begeben, um mit dem dort der Seeab- rüstungskonserenz beiwohnenden Direktor der Abrüstungsabteilung des Volkerbundssekretariates Rücksprache zu nehmen. Er beabsich- tigt, bis Juni eine Tagung des Abrüstungsausschusses einzuberufen, um die Situation für die Abrüstung noch der Lon- doner Flottenkonsercnz zu prüfen, wie diese auch ausfallen mag. Gespräch um Momm. Der»Geist von Potsdam" oder...? „Da haben Sie Ihr Neupreußen! Das ist das heutige Beamten- tum. Korrupt bis oben hin! Fingierte Einbruchd-iebstähl«... die «igen« Frau. Das sind die heutigen Beomtenfrauen. Wo mag er die ausgelesen hoben! Wahrscheinlich früher beim Variete gewesen, oder noch ganz anderswo I' „Erlauben Sie...* „Ich erlaube gar nichts. Imaltpreußischen Beamten- tum war so etwas einfach nicht möglich. Da herrschte natürliches Gefühl für Sauberkeit. Da heiratete man so etwas nicht. Da strahlte die Makellosigkeit des Beamten auf feine ganze Familie aus." „Aber Herr Regierungspräsident Momm ist ein altpreußischer Beamter. Er ist schon lange vor dem Kriege— im Jahre 1999— preußischer Landrat im Kreise St. Wendel geworden." „Sooo?— Na, dann war er sicher einer von denen, die es in Mpreußm auch nicht weiter gebracht hoben. Ein« von den Krea- wren, die dann nach dem Krieg die Gesinnung gewechselt haben und dann auf Grund eines rasch erworbenen Parteimitgliedsbuches die Treppe hinausbesövdert wurden." „Herr Momm hat sein« Gesinnung nicht gewechselt. Er war vor den» Kriege rechtsstehend und ist es heute noch. Er steht.her Deutschen Volkspartei nahe", wie es so schön von denen hqißt. die i n n« r l i ch de u t s ch n a t i o n a l sind. Befördert worden ist er auch nicht in der Republik, sondern er war schon 1914 Regierungspräsident in Koblenz, dann Regierungs- Präsident in Wiesbaden. Die Republik Hot ihn nur versetzt— von Wiesbaden nach Potsdam." .Lllfo doch eür altpreußischer Beamter? Na, darur gratulier ich Ihnen. Da können Sie ja alle Dreckschleudern Ihrer Sozialisten- presse in Bewegung setzen." „Bsdour«, Sie verwechseln die Situation. Was Ihr« Presse geschrieben hötit, wenn der Mann zufällig Republikaner oder gar Sozialist gewesen wäre, dos Hab« ich ja soeben eindrucksvollst aus Ihrem Munde gehört. Mir tut der Mann einfach leid, der an eine hysterische oder triininal-pathologische Frau geraten ist. Ich bin auch überzeugt, daß kein einziges Linksblatt Hern» Momm deswegen durch die Gosse schleifen rvird. Freilich: im Geist« sehe ich bereits 31>ren deuffchnationoten Abgeordnete« von Borck, wie«r, durch den enigeklemnüen Glasscherben sittliche Eiürüstung blitzeich, stundenlang im Landtag den FallMommgegendas System Seoering-Grzefinsli ausgewalzt hätte, falls Herr Momm Republikaner oder gar Außenseiter genasen wäre. Ich hör« schon förmlich Herrn von Borck näseln: ,Das ist der Geist von Weimar". — Wie schade, daß dieser altpreußische Fall just in Potsdam spielt." „Ein Erngelfall, der nichts gegen dm Geist von Potsdam bewefftl" „Einzelfall— hm! Ich erinnere mich oiiles Skandals um eine Gräfin Bothmer in Potsdam, ich erinnere mich der Geschichte einer Frau von Schnabel in Potsdam und ihres Gärtnerburschen Max, ich erinnere rmch eines A m t s r a t s, der auf Zluktionen silbern« Löffel stahl! Die Liste macht keinm Anspruch auf Vollständigkeit." ,.Na und, löas wollen Sie daraus ableiten?" „Nur eines: Daß keine Schicht, keine Kaste, mag sie noch so selbstgerecht und dünkelhast über sich selbst urteilen, von patho- logischen und nünderwertigen Individuen frei ist." „Eben, eben, es handelt sich um lauter Einzelfälle!" „Na, sehen Sie, da sind wir ja beinahe einig. Und wmn ein« mal bei eiiiem republikanischen Beamten etwas passiert..." Das ist natürlich ganz etwas anderes, das liegt a m S y st e m." „Bravo, Bravlssmw! Ihre Unbelehrbarkeit— liegt gleichfalls am System!" Jonathan. Vorwaris und„Vorwärts". Goebbels gegen Hindenbura. Aus einer Brandrede, die der nationalsozialistische Reichstags- abgeordnete Goebbels am 14. d. M. im Kriegervereinshaus gegen den Reichspräsidenten o. Hindmburg hielt, zitiert das„Berliner Tageblatt" u. a. auch die folgende Stelle: „Bei Tonnenberg sei Hindenburg ein wirklicher Marschall Vorwärts gewesen, heut« sei«r es auch noch, aber nur noch mit dein Wort Vorwärts in JJliffiihrl-ngsftrichen, man könne gradez» sagen, heute ist er nur Schreiber oder Unterschreiber für den„Vorwärts".- Ja, und»venn Goebbels„geistreich" wird, wird er es auch m? in Anführungsstrichen! Ausbau der Berufsschulen. Die Forderung des Tages. In ter Monlagsitzimg des Landtags gedachte zunächst Präst- dent Bartels in einem Nachruf des am Montag vormittag plötzlich verstorbenen Mg. Otto- Charlottenburg(Dem.), den das Haus stehend anhört. Hierauf gibt Wg. Ladeadarff(Wirtsch.-P.) außerhalb der Tages- ordnung eine Erklärung ab, in der er sich auf die in einer früheren Landtagssitzung gemochten Mitteilungen des Ministerpräsidenten be- zieht, wonach der Vertreter der Wirtschaftspartei bei VerHand- lungen über ihren evtl. Eintritt in die Negierung diesen Eintritt mit der Begründung abgelehnt habe, daß die Wirtschastspartei Iich damit des wirksamsten Agitationsmittels «gebe. Diese Mitteilungen, die auch im Reichstag der Wg. Lipinski(Soz.) wiederholt habe, seien unzutreffend. Hierauf wind die zweite Lesung über den Etat der Handels- und Gewerbeverwallung beim Abschnitt„Gewerbliches Unterrichtswescn" fortgesetzt. Abg. vuddins(Komm.) erklärt, daß die angestrebte Reform der Gewerbolehrerausbildung nur Sand in die Augen der Arbeiter sei und deshalb von seiner Fraktion abgelehnt werde. Wg. heidenreich(D. Dp.) stimmt der Reform der Gewerbe- lehrerausbildung zu, die neben praktischer Ausbildung den Lehrern auch betriebswisscnschastliche Kenntnisse übermittelt. Eine Boll- akademisievuna sei abzulehnen. Hier sei Gelegenheit, in das Be- rechtigungswesen eine Bresche zu legen. Abg. Sohrk(Wirtsch.-P.) hält grundsätzlich die Vereinheitlichung der Gewelbelehrerausbildung für notwendig. Bor einer Ueber- okadmisievung sei jedoch zu warnen, und langjährige praktisch« Tätigkeit in Gewerbebetrieben müsse Voraussetzung sein. Sein« Fraktion stimme der Reform zu, lehne aber die sechÄseinestrige Aus- bildung ab. Ein Eingriff des Ministers in die Kaalitionssreihest des Handwerks müsse scharf zurückgewiesen werden. Handelsminister Dr. Schreiber erklärt dazu, daß ihm est, Eingriff in die Koalitions freiheit des Handwerks fern liege. Es gebe nur einen Stand, in dem ein Koalitionszwong besteht, und das fei beim Hantnverk durch die Innungen der Fall. Er müsse sich aber dagegen wenden, best sich Zw angsinnunaen politisch betätigen. Es fei unzulässig, daß Mitglieder, die zwangsweise den Innungen beitreten müssen, politischen Handwerkerbünden zuge- führt werden. Was würde wohl die Wirffchaftspartoi zu der Er- richwng von Zwangsgewerkschaften sagen? - Wg. Kniest(Dem.): Wenn man, wie die Wirtschaftspartei, das Handwerk dauernd in seiner Ertragsfähigekit herabsetzt, müsse schließlich die Auffassung Platz greisen, daß ihm nicht mehr zu helfen sei. Auch mit dem dculfchen Handwerk werde es wieder aufwärts gehen. Mit der Geweichelehrerausbi'dungsreform würden in Zu- kunft die Praktiker keineswegs zu kurz kommen. Sein« Fraktion glaube nicht, daß innerhalb des praktischen und theoretischen Unterrichts noch Zeit für Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach bleibe. Abg. Zlowak-Gleiwitz(Soz.): Wir stellen mit Genugtuung fest, daß sich der Gedanke der Be- russschulen bei den Parteien durchgesetzt hat. Beltehende Meimings- Verschiedenheiten werden durch die praktische Arbeit ausgeglichen werden. Daß der Wert der W i rts ch a f t s s rhu l u n g allgemein anerkannt wird, bewerfen die erheblichen Armvendungen der Ondustri« für die„Dirrtg", Betriebswerkstörten und Zeitschriften. Auch die Arbeitnehmer treiben seit Johrzshnten praktische Wirt- schastsschulung. So veronstallen die freien Gewerkschaften alljährlich für ihre Mitglieder stark besticht« Fachkurse und geben insgesamt Zeitungen und Fachzeitschriften in einer A u f l a g« o o n zehn Millionen Herairs. Diese Schulung ist.zweckbedingt, denn im Vordergrund steht das Ringen um die Seele des Arbeiters. Äm Gegensatz zu den Arbestgeber- und Arbeitnehmerverbänden sollen künstig die Beruisschulen die Gesamchest der in der Berufs- ausbitdung stehenden Arbesterscho'� erfassen, wozu das kommend« Berussauebildungsgesetz eine geeigne«: Grundlage bietet.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse, Technisierung, Ra- tionalisierung. Typisierung enffeelen die Tätigkest des Arbesters. (Sehr wahr! bei den Soz.) Er produziert nicht mehr, er nimmt an dem Werkstück nur Erngelhandlungen vor, ohne zu dem Pro» dickt in innere Beziehungen zu treten. Diese Taffache wird allge- mein anerkannt. Als weiteres Moment für die Notwendigkeit der Berufsschulen kommt die vollkommen veränderte Existenzgrundlage des Handwerks hinzu. Mir wird von Handwerksmeistern glaubhaft versichert, daß sie mehr als 70 Prozent ihrer Zeit für das Herein- bringen von Aufträgen und für die Flüssigmachung von Zah'ungen verwenden müssen, denn bekanntlich werden heuke Hand- Werkerrechnungen nur in Wechseln bezahlt, die fast nicht unterzu- bringen sind. Die vielen Konkurse in Handel und Gewerbe zwingen viele Handwerksmeister zu einer förmlichen Jagd hinter ihren Forde- rungen.(Hört, hört! bei den Soz.) Die häuslge Abwesenheit des Meisters.zwingt zu einer E r- gänzung der Lehre durch die Berufsschule, weil der theore- tische Lehrunterricht eines Berufsschullehvers in der Werkstatt zu kostspielig und betriebsstörend sein würde, obwohl das eigentlich das Gegebene wäre. Dieselben Handwerksmeister wären mst einer theoretischen Unterweisung ihrer Lehrlinge im Betrieb durchaus«in- verstanden, den Gedanken aber, durch einen Religionslchrer an einigen Stunden in der Woche Religionsübungen abhalten zu lassen, haben sie einmütig als absurd�zurückge- wiesen. Woraus zu ersehen ist, wie wesensfremd der Religions- Unterricht der Berufsschule ist.(Sehr wahr! bei den Soz.) Don der Berufsschule muß gefordert werden, daß sie den ju- aendlichen Arbeiter und Lehrling in die Zusammenhänge des Wirt- sci?afr?l�bens einführt, ihn mit feiner veränderten Stellung im Wirt- schaitsleben und mit den Gesetzen vertraut macht und ihn zu einem freudigen Mitarbeiter am heutigen Staate erzieht.(Beifall bei den Soz.) Ministerialdirektor TN erkell stellt fest, daß dank der Initiativ« des Ministeriums durch die Landratsämter das Netz der Berufs- schulen wesentlich ausgedehnt wurde. Die weiters Ausdehnung der Berufsschulpflicht sei für viel« Gewemden«ine Raum- imd Finanz- frage. Neben der Berufsschule müßten wahlfreie Kurse gehen für alle diejenigen, die den Drang haben, wester zu streben. Die Fach- schulen erfreuten sich eines ausgezeichneten Rufes im In- und Aus- lande. Die mst dem Rückgang der Geburten zu erwartende Der- Minderung der Beruf slschu Pflichtigen solle zu keinem Wbau des Lehr- Personals führen. In der Haltung der Kommunisten sei ein schwer verständlicher Widerspruch feslzuftellen. Im vorigen Jahr hätten Tie die Resorm der Berussschullehrerausbildunq gefordert. Jetzt aber lehnten sie dieselbe ab, obwohl damst das Berechtigungswesen sieg- reich durchbrochen wird. �Abg. Mantke(Z.) hält für die Wsbildung der Gewevbelchrer -t Semester bei Volksfchullehrern für ausreichend: dagegen würde» Leute aus der Praxis damit nickst auskommen. Auch die Welt- anschauckng müsse nach der religiösen Seste hin in der Berufsschule gepflegt werden. Damst schließt die allgemein« Aussprache.— In der Einzelberatung kritisiert Abg. Berken(Soz.) die Antwort der Regierung auf die sozialdemokratffch« Anfrage über die Vermeidung von Härten bei Sffllegungen und Rationalisierungen als völlig unzu- reichend. Abg. Fritfch(Soz.) bemängelt, daß von Geweibeaufsschtsoraanen bei Stillegungen den Unternehmern viel zu weit entgegengekommen wird. Daruber'ei besonders in der fchlesischen Textilindustrie lebhafte Klage geführt worden. Die nervenaufreibende Arbeit als Folge der Rationalisie- rung fei geiundheitsjchädigend, wenn jetzt z. B.«in« Arbeiterin 1500 bis 1800 Spindeln bedienen müsse. Betriebe werden stillgelegt und hinterher mit Doppelschichten wieder eröffnet. Vielfach werden die Betriebsräte bei solchen Enffcherdungen überhaupt nicht herange- zogen. Gleichfalls verdien« dl« Tätigkeit der Schl i ch tu ngsa»sf chii sse schärfste Kritik, wenn dies« anaesichts der Arbeitslosigkeit ohne An- hören der Betriebsräte die Arbeitszeit auf 54 bis 60 Stunden wöchentlich festsetzten. Handelsminister Dr. Schreiber erklärt, daß die Stillegung? oer> ordnunaen rsichsgesetzlich festgesetzt und die Einwirkungen Preußens nur beschränkte sind. Di« Heranziehung der Betriebsräte bei Ent- scheidungen über Stillegungen seien von seinem Ressort aus ange- ordnet. Er halt« auch«w enge? Zufammenarbekten der Gswet�x» Lrzte mit den Organen der Gewerbeaufsicht für notwendig, um Ge- sundhestsfchädigungen zu oermeiden. Damst ist die zweite Lesung des Etats der Handels- und Ge- werbe«« raaltung erledigt. Die Abstimmungen über die dazu gestellten Anträge finden später statt. Es folgt die zweite Lesung des Haushalts der Skaatlichea porzellanmanufakwr. In der Aussprach« erklärt Abg. Lehmann-Hirschberg(Soz.), daß die Wirffchaftlichkeit der Manufaktur nicht nach den üblichen Gesichtspunkten beurtellt werden könne. Ein solches Ulsternehmen habe als Musterinstitut für das Kunstgewerbe an- der« Aufgaben. Trotz der neuen Leitung sei zu beklagen, daß der Angestelltenapparat in einzelnen Teilen übersetz: ist und die Renta- bilstät des Instituts beeinträchtigt. Das sei z. B. in der Reparatur- abteiluna der Fall, während in der Malerei Leute beschäftigt sind, die bis beute nach nicht gezeigt haben, was sie leisten können. Hof- fentlich finde nunmehr auch nach jahrelangen Kämpfen die leidige Angelegenheit der Versorgunoskass« ihre endgültige Läsung, nachdem der Fi'nanzminister seinen Widerstand gegen die Aufnahme aller im Betrieb Beschäftigten ausgegeben hat. Leider bestehe in der Zusammenarbeit zwischen Leitung und Betriebsrat nicht das im In- teress« des Instituts erforderliche gute Einvernehmen. Nach kurzen Ausführungen der Wgg. Hossmann(Komm.) und Haase-Liegnitz(Wirffch.-P.) wild die Aussprache geschlossen. Hierauf vertagt sich das Haus auf Dienstag 11 Uhr. Tages- ordnung: Hauszinssteuer, Grundvermögenssteuer, zweite Lesung der Berordnungen über die Aufhebung der Fideikommisse. Klein-Mecklenburgs Sorgen. Oer Landtagspräsident muß zurücktreten, weil er von teurer Verwaltung schreibt. RenfireUh. 17. März. Der Montagssitzung des Mecklenburg-Strelitzer Landtags lag ein Antrag der deuffchncstionalen Frakffrni vor, in dem der Rücktritt des sozialdemokratlschen Land- tagspräsidenten D r. F o t h gefordert wurde, well dieser durch einen Aufsatz unter der Ueberschrist:„100 Kilometer von Berlin— Mecklenburg-Stvelitz, der staatsrechtliche Natur- schutzpark, das am teuersten regierte Land" ln einem Berliner Mvntagsblatt das Ansehen und die finanziellen Interessen des Landes Mecklenburg-Strelitz aufs schwerste geschädigt Hab«. Landtagspräsi- | dent Dr. Foth erklärte noch vor Eintritt i n dt« Tagesord- n u n g seinen Rücktritt. Er fügte jedoch hinzu, daß er van dem veröffentlichten Aufsatz nichts zurückzunehmen Hab«. Zum Nachfolger Dr. Forhs auf dem Präsidentenstuhle wurde der bisherige Vorsitzende der sozialdemokratischen Landtags- ßraktion. Genösse Bartosch, gewählt, während Genosse Dr. Foth von der Fraktion zu chrem Vorsitzenden bestunrnt wurde. Als Nachfolger des Abgeordnete« Okto�Charlottenburg, der am Montag plötzlich verstarb, tritt die Sozialbeanstin Frau Dr. Frieda Wunderlich- Eharlollenburg in die demokratische Fraktion des Preußischen Landtags ein. Die Leiche des Exdiklators JJrirno de Rivers ist am Montag ein- gesargt und in der Nacht zum Dienstag mst dem Südexpveh nach Madrid befördert worden Primo ist in der Ordenskleidung d:>' Laienbrüder vom Kormeliterorden in den Sarg gelegt worden. Am Montagoormittag fand in dem Sterbezimmer des Hotels Du Pont- Noyal eine Totenmesse stock, an welcher der Sohn und die beiden Töchter des Verstorbenen söwie einige persönliche Freunde des Der- storbenen teilnahmen._ tGewertschaftliches stehe 2. Beilage.) j!erantwiirt!iil> Nie Politik: Dr. Cuck Seqet; Dirtschakt: 9. Gev.rtschaft-dewegung: 3. Sick»»! Feuilleton: Dr. 3»h» Schikowoki; Lokale« und Souftiaes ffeik Karstadt: Ametaen: Td Stade: sämtlich in Berlin. Berlaa: Vorwärts-Berlaii®. m b. 6. Berlin Druck: Barwärta-Buchdrucker-t und Lerlaasanstalt Paul Singer u. St., Berlin SB Ig. LindenAraße t. Sier,» 2 Beilage»»ad„UuterdaUu»»»nd Wiffea* WERTHEIM Leipziger Str.(Vereand-Abt.) Königetraße Roeenthaler Str. Moritzplatz Meute(Oienstaf hiWge Jßehensrmttel Samen Harra!, dlangcnabgabe aoibcballn. Obst n. CemOse mecfei aUd«viMlO. Obst E$-a.KodiSpfcl Piund 0.20 Kaiifom. Acpicl p>u°.Vrd 1.15« Enten......; Pfund von 1.30 an 10 frische Eier., von 0.78° Fische Dorsdi.., Phmd 0.12 0.18 Kabeljau 0 20«. Bratschollcn 3 Pfund 0.2 8 an Grüne Heringe 3 Ptd. 0.35« Zander gefroren. PId. von 0.60 an Räucherwaren Bücklinge Pfand«m 0.25 an Sprotten..Pfand von 0.30 an Flundern..Piund von 0,30« Seelachs...... pwnd 0.45 Ficckheringe..Pfand 0.45 Kolonialwaren Grüne Erbsen- Pfand 0.18 Amerik. Reis. Pfand 0.32 Wcifjc Bohnen pm in 0.26 Makkaroni 0.42 Linsen..... Pfand ui 0.32 Schniltnudcln pi� uj 0.46 Frisch gebrannter Kaffee etne iwetoKs, Pfand 2.00 Konserven K wollen ,..„.1�...0.«?*» PrKa�rs M* ilöriCOlS VCflS■fftllfeli 1.00 Apfdmm0.58 Pflaum. 0.60 Kohlrabi m« or-n... 0.58 Mirabellen o. 0.57 0.98 Brc*. o. Sdreuc Bohnen 0.60 R0tc Rüben...... 0.60 Hamholt-Gcmuse 0.78 Scntgurkcn. v 0 32 0.78 Gern. Gemüse«1««»� 1.10 Kürbis.......... 0.80 Konntüre Li/n-r Pflaum. 0.92 Orang. 1.10 Aprikos. 1.15 (UäSssI Gardinen Möbelstoffe Teppiche sowei» vorra* � sämtl. Orient-Teppich« zu Extra-Prsissn Nr. 129* 41. Lahrgang 1. Beilage des Vorwärts Oiensiag, IS. Mörz 19A0 Dem Gedenhen der Märzopier Em trüfxr Wärzmorgen. Nur wenige Spa,;iergänger auf den Wegen des Friedrichshains, auf denen frisch gefallener Schnee Lagt. Auch die Gräber der Märzgefallenen von 18 4 8 sind mit weißem Schnee dekoriert und nachdenklich liest man die Inschriften auf den meist liegenden Grabsteinen. Hier ein„acht- zehnjähriger Malergehiffc aus Berlin", daneben ein..fünfzehn- jähriger Lehrling aus Berlin", etwas weiter ein Stein mit halb hebräischer Inschrift, darunter stehend eine Platte mit einem adligen Wappen. Di« gary« Gruppe beherrscht von einer eisernen Säule. auf der em Anker prangt. Unter bizarr geformten Bäumen, von Efeu übers pvnnen, liegen sie hier nebeneinander, die 18 3 Opfer der Borrkkadenkämpfe vom 18. März 1848. In ihrer Nachbarschaft in zwei wohlausgerichtetcn Gräberreihen, die Toten aus den Revolutionstagen von 1918. Nachdenklich wandern die Ge- danken zurüik. Bor 82 Iahren hatte die Viermillionenftadt 400 000 Einwohner. Dir Industrie stak in den bescheidensten Anfängen. Draußen vor dem Oranienburger Tor standen die Maschinenfabriken von Borsig, Wahlert n. a. Im Südosten gab es Textllindustrie, ober auch nur in bescheidenstem Umfang. Das Handwerk überwog, bürgerliche Zlrbciterfreuvd« hatten vier Jahre vorher den„Berliner Handwerker- oerein" gegründet, in dem sich die radikaleren Elemente unter den Künstlern. Gelehrten. Handwerkern und Arbeitern zusammenfanden. Im Frühjahr 1848 stieg die Arbeitslosigkeit, verschärft durch die Mißernten der vorhergegangenen Jahre. Dergeblich waren die Be- mühungen der Stadtverordneten, durch schleunige Cinrichung von A rb cit-5 nachweisen den 7000 Arbeitslosen zu helfen. Eine Woche später wuchsen schon die Barrikaden hoch: Am Alten Köllnischer: 'Aachaus, wo der Maschinenbau« r Siegrist den Bau und die Wer- teidigimg der Barrikade leitet«, an der Ecke der Jäger- und Friedrich- stroße, wo der löjahrige Schlossergeselle Wilhelm Glasewakd und der 17ährige Schlosserlchrling Ernst Zinna nach tapferer Verteidigung der Barrikade gegen das heranrückende Militär den Tod fanden. Den Sturm auf das damalige La ndweh rzeugh aus in der Linden- strahe leitete der Drechflergaselle Gustav Hesse aus Hall«. 90 Pro; der Gefallenen, die dann am 22. März feierlich im Frredrichshain beftattet wurden, waren Gesellen, Fabrikarbeiter und sonstige Arbeitsleute. Arbeiter, Meister und Fabrikanten marschierten hinter den Särgen.„Verbrüderung der Volksklassen" war das Losungs- wort. Erst nach der Industrialisierung Deutschlands wuchs die klassenbewußte Arbeiterschaft zu machtvoller Organisation: als die V** reaktionäre Kapp-Regierung ihre Zeit für gekommen hiell, da waren Barrikaden zu ihrer Bekämpfung überflüssig geworden: eine Parole genügte:„Generalstreik!" Die Toten vom Friedrichshain sahen nicht mehr das Morgenrot der Freiheit. Aber alljährlich� wenn der 18. März wiederkehrt, gilt unser Gedenken diesen Pionieren der Freiheit. Warum Frau Momm gestand. Sechs Oiebstöhle zugegeben.— Eine nervenüberreizte Iran- Das Geftäudais der Jen» des Regierungspräsidenleu Dr. ZNdmm. mehrere Einbrüche in der eigenen Wohnung im Gebäude des Regierungspräsidium? Potsdam ausgeführt zu hasieu. hat naturgemäß großes Aussehen hervorgerusen. ob- gleich in«tnMwelhten Kreisen schon seil Tagen kein Zweifel mehr em der Schuld der Iran bestand. Im Laus« des gestrigen Nachmittags erschien Frau Dr. Momm bei dem Pctsdstner Iustizrat N. Iosephsohn und beauftragte ihn mit der Wahrnehmung ihrer Interessen. Frau Dr. M. machte einen völlig gefaßten Eindruck. Sve gestand, für das Tafelsilber, oas in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember von ihr heimlich beiseite ge- schoft worden war, auf die Diebstahlsmeldung von der Versicherung 4000 M. erhalten zu haben. Als ihr Mann von dem Vorgang erfuhr, hat er der Versicherungsgesellschaft sofort die 4000 M zurückerstattet. Nur so ist auch zu erklären, daß eine Anzeige wegen Versicherungsbetruges nicht erfolgt ist. Frau M. hat msgesamt, wie sie selbst zugebt, sechs Diebstähle aus- geführt. Die entwendeten Gegenstände hatte sie zu einer ihr be- freundeten Familie m Potsdam gebracht. Von dort wanderte das Silber zu Potsdamer Althändlern. Da fast sämtliches Silber Gravierungen trug, wurde bei dem Verkauf angegeben, daß die Gegenstände im Haufe des Rsgieiungspräsibcnten überflüssig und veraltet seien. Ueber Frau Dr. Momm wird noch bekannt, daß sie außer- ordentlich sprunghaft und nervös ist und daß ihr« Nervosität«st auch ihren näheren Bekannten bedenklich erschienen ist. Der Ober- staatsanwalt hat angeordnet, daß Frau M. von einem Psychiater untersucht wird, den er allerdings selber bestimmen wird. Wie es herauskam? Die Untersuchung gegen Frau Momm ist überhaupt«st durch die Versicherungsgesellschaft in die Wege geleitet worden. Zuerst erfolgten zwei Diebstahlsanzeigen, von den«« die eine aus dem Jahr« 1927 und die andere aus dem Frühjahr 1929 datiert. Da es sich jedoch nur um wenige hundert Mark handelte, zahlte die Gesellschaft die Beträge bedenkenlos, ohne besondere Recherchen an- zustellen, aus. Erst nachdem erneut eure Diebstatzlsanzeige über gestohlenes Gut im Werte von 4000 Mark und eine weitere Anzeige über eine angeblich am 10. März gestohlen« Kassette mit 2000 Mark Wohlfahrtsgeldern bei der Versicherung einging, schöpfte man Verdacht. Di« Polizei wurde um Untersuchung der Vorfälle gebeten und gleichzeitig stellte die Versicherung eigene Ermittelungen an. Der Erfolg blieb nicht aus und es kam schnell zur Aufklärung der geheimnisvollen Diebstähle. Zunächst wird Frau Momm auf ihren Geisteszustand untersucht werden. Man hat sich zu dieser Maßnahme oeranlaßl gesahen, da für Frau M. auch nicht der geringste Gnmd vorlog, sich auf derartige Abenteuer einzulassen. Die Gattin des Regie- rungspräsidenten verfügt über ein selbst heute sehr ansehnliches Vermögen, und der Regierungspräsident, der selbst wohlhabend ist, hatte ein Einkommen von 36000 Mark und lebte in vollkommen geordneten Verhältnissen. Bei einer Haussuchung, die im Anschluß an das Geständnis der Frau Momm vorgenommen wurde, entdeckte Kriminalkommissar Ras- sow auf dem Boden des Hauses einen Teil des Familien« s i l b e r s. dos bei dem vorletzten„Einbruch" verschwunden war. Protest der(Stadtverordneten. Gegen das neue SelbstverwaltungSgeseh für Berlin. Im Rathaus trat die gemischte Deputation zur Vorberatung von Orgamsationsentwürfen, der sogenannte Organisationsausschuß, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters zu einer Be- ratung zusammen, um zu dem Gefetzentwurf zur Abänderung des Gesetzes Groß-Berlin Stellung zu nehmen. Nach eingehender Debatte faßte der Ausschuß, in dem der Magistrat sowie sämtliche Fraktionen der Stadtverordnetenveofanunlung vertreten sind, folgen- den Beschluß: Der Organisationsausschuß erhebt Einspruch dagegen, daß dem Skaalsrat und dem Landtag ein Gesehentwurs zur Abändernag des«Sesehes der Stadtgemeinde Verlin vorgelegt worden ist, ohne daß die Versiner städtischen Körperschaften— wie die gleichen Körperschaften anderer Städte in ähnNchen Fällen— rechtzeitig zu den„Resorm"obsichten Stellung nehmen konnten. Der Organisationsausschuß verlangt, daß die Verwaltung s- Organisation Berlins nicht durch ein Sondergcseh vor der Verabschiedung de» seht auch vorbereiteten allgemeinen„Selbstver- waltnngsgesehes" erfolgt. Der Organisationsausschuß erhebt den schärfsten P r o l e st gegen den von der Preußischen Regierung vorgelegten Entwurf eines„Sclbstvcrwaltnnzsgesehes für die Hauptstadt Verlin". lehnt den vorliegenden Eakwnrf ab und wird seinerseits selbständig Vorschläge machen. Dieser Beschluß des Organisationsausschusses wird morgen den Fraktionen zugeleitet werden. Wia wir erfahren, wollen die Fraktionsführer der Mittelparteien und der Deutschnationalen diesen Beschluß mit einigen Wänderungen in der morgigen Stadtoerprd- netensitzung als Initiativantrag einbringen. Die Versammlung wird dann zu dem Beschluß sofort Stellung zu»ahmen haben. man rechnet mit einer halbstündigen R-idezest für s�e Fraktion. Di« Initiativ« zu dem Protest der Bertiner Stadtverordneten ist ollsin von den Parteken ausgegangen, Stadtvsrordfieten. Vorsteher H a ß hat— entgegen anderslautenden Pressemeldungen— die Angelegenheit lediglich gefchäfts ordnungsmäßig zu behandeln gehabt. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Di« Uebungsstund« findet am M i t t w o ch, dem 19. März, abends 7� Uhr, im Gesangssaal der Sophienschule, Weinmessterstr. 1K/l7. statt(mchr Donnerstag). flbföfefcfsaxfttlanA im Zirlo« Rotl Kagr�txck im Wie uns die Direktisn des Zirkus La�ndeck mitteilt, findet unwiderruflich Dienste»!, 18. Mär.,, um 30 Übe. die Abkchiedsuorftcllun« statt, bei der tum lebten Male der Tsdeslurun« aus der Zitfuskuvpel grzclet wird. „Tie laufen ja herum wie ein verlorenes Huhn", be- merkte Pataca und setzte sich neben sie.„Werfen Sie Ihre Sorgen über Bord und kümmern Sie sich nicht mehr darum. Das Leben ist gar nicht so schlimm, wie Sie es sich vorstellen. Ihr Mann hat Sie oerlassen? Na. und wenn schon. Nehmen sie sich«inen anderen. Wer weiß, ob Sie den nicht noch lieber gewinnen als den ersten.". Sie tonnte ihm nur mit Seufzen antworten, denn sie war zu bekümmert, um zu reden. Aber die Flasche Paraty machte die Runde, und als sie zweimal zu Piedadc gekommen war, oerfehlte sie ihre Wirkung nicht. Die Frau fing an zu sprechen, lachte sogar über manche Geschichten, die erzählt wurden, und wurde schließlich die lustigste von allen: sie kopierte die neuen Mieter im Hause und unterhielt die ganze Gesellschaft. Pataca war sehr begeistert von ihr, legte den Arm um chre Taille und zog sie dicht an sich, wobei er ihr ins Ohr flüsterte, sie sei gerade der Typ, für den ein Mann seine Seele dem Teufel verschreiben würde. Piedade lachte laut und drohte, ihm das Genick zu brechen, wenn er sie nicht los ließe.- Die übrige Gesellschaft fand dieses witzige Zwiegespräch harmlos und amüsant und applaudierte kichernd. Nach wie vor ging die Paratyflasche im Kreise herum. Piedade er- klärte, sie sei müde von dem langen Weg und brauche eine Stärkung, und ließ die Tat dem Wort so häufig folgen, daß sie nach kurzer Zeit vollständig und beinahe sinnlos be- trunken war.. AI« Sooo Nomao von seinem üblichen Sonntagsbesuch bei Miraadas zurückkehrte, fand er sie unter allgemeinem Gelächter der Zuschauer herumtaumeln: sie verkündete laut, sie wollte mal zeigen, wie Rita Bahiana den Chorado tanze. Ihren Rock hob sie bis zu den Knien hoch, und als sie ver- iuchte, die Bein«, zu werfen wie Rita, verlor sie da? Gleich- gewicht und fiel zu Boden.. Der Hauswirt, in schwarzem Rock und Seidenhut, eilte geradeswegs auf dre Gruppe zu. die jetzt um ein Dutzend »niufp nvjt, denn alle wollten Piedades Vorführungen mitbewundern. Er erklärte, es sei schon zu spät für solche Vergnügungen und sie sollten sich nur alle zurückziehen. „Los, los: gehe jeder nach Hause und lege sich schlafen. denn morgen müssen wir alle an die Arbeit." Piedade war die einzige, die Protest erhob. Sie wollte noch nicht aufbrechen und versicherte dem Hauswirt, sie habe doch das Recht, sich mit ihren Freunden zu amüsieren. „Was denn, zum Teufel— wir tun doch niemand etwas zuleide." „Geh lieber zu Bett und schlaf dich aus", rief Joao Romao.„Du mit deiner halbwüchsigen Tochter noch dazu. Schämst du dich nicht, dich so betrunken hier draußen zu zeigen und zum Vergnügen der Nachbarn den Clown zu spielen?" Piedade meinte, eine solche Beleidigung nicht durch- gehen lassen zu können, krempelte sich also die Aermel auf, hob den Rock und erklärte, der Budiker solle sich in acht nehmen. Aber Pataca stellte sich dazwischen und bat den Wirt, das Gerede der Frau nicht ernst zu nehmen, da er ja doch sehen müsse, daß man sie in diesem Zustande nicht zur Rechenschaft ziehen könne. „Schon gut, schon gut", erwidert« Joao Romao.„aber macht, daß ihr zu Bett kommt, damit wir hier Ruhe haben." Und er ging nicht fort, bevor sich die Gruppe aufgelöst hatte und alle sich zurückzogen. Nur Piedadc und Patoca blieben noch im Hof zurück. sprachen über die Willkür des Budikers und moralisierten über die Härte, mit der die Reichen die Armen behandeln. Beide sahen ein, daß sie nicht mehr draußen stehenbleiben durften, aber keiner wollte ollein nach Hause gehen. „Haben Sic bei sich oben etwas zu trinken?" fragte Pataca schließlich. Sic wußte nicht' genau, wollte aber nochsehen. Dann winkte sie ihm von der Tür aus. Es war noch eine halbe Flasche Paraty da und ein paar Schluck Wein. Wer keinen Lärm dürfe er machen, da das Kind schliefe. Sie traten auf Zehenspitzen ein und unterhielten sich flüsternd. Piedade steckte Licht an und bemerkte, daß sie bald im Dunkeln sitzen würden, da da? Oel fast verbraucht mar. Pataca erinnerte sich, daß er in seinem Zimmer noch eine Kerze hatte imd ging sie holen. Als er zurückkehrte, brachte er auch noch ein Stück Käse und etwas gebratenen Fisch mit. Piedade räumte ihre Wäsche vom Tisch weg und holte Brat und die zw« Flaschen. Im Hause war es still, der einzige Laut, der ab und zu an ihr Ohr drang, war das Bellen eines Hundes. Als sie ibr mitternächtiges Mahl einnahmen, fing Piedade an, von ihrem Kummer zu erzählen und brach schließlich in Schluch- zen aus. Als sie sich beruhigt hatte, beschrieb sie die Vor- gänge des Nachmittags und erzählte ihm alle Einzelheiten ihres Besuchs bei Jeronymo, von dem Essen in Gesellschaft dieser Mulattenteufelin, von dem Streit und dem demütigen- den Heimweg. Pataca war entsetzt. Nicht über Jeronymo, sondern über Piodades Benehmen. „Nein", bemerkte er,„daß Sie sich a'ber auch so er- niedrigen konnten und zu ihm gegangen sind, nachdem er Sie so schlecht behandelt hatte." „Aber das erstemal hat er mich doch sehr gut behandelt. Nur heute hat er mich richtig hinausgeschmissen." „Und er hat recht getan— Sie haben's nicht besser verdient. Prügeln müßte man Sie dafür, daß Sie sich da mit seiner neuen Frau an einen Tisch gesetzt haben." „Dielleicht haben Sie recht." „Natürlich habe ick) recht. Männer gibt es genug, mein Kind. Die Welt ist weit, und jeder Topf findet seinen Deckel." Dann legte er seinen Arm um sie und fragte:„Warum läßt du dich nicht von mir glücklich machen und vergißt den anderen?" Piedade stieß ihn zurück und bat ihn, doch keinen Unsinn zu reden. „Unsinn ist das, was das Leben lebenswert macht", ver- sicherte er ihr. Das kleine Mädchen war aufgewacht und kam zur Tür. um zu sehen, wer da sei, aber sie beachteten sie nicht, und die Kleine legte sich wieder zu Bett. So unterhielten sie sich weiter, und je mehr der Paraty in der Flasche abnahm, um so mehr verschwand der Gram aus dem Herzen der verlassenen Frau: sie aß mit Appetit und kicherte �sogar über Patacas zweideutige Witze. .Lie schönsten Freuden des Lebens kommen unerwartet", erklärte er erregt und mit gerötetem Gesicht.„Nur ein Narr sitzt da und«artet.. Dann siel ihm ein. daß er eigentlich mitgekommen war, itm eine Tasse Kaffee zu trinken. „Ich weiß nicht genau, ob welcher da ist, aber ich werde mal nachsehen", bemerkte die Waschfrau und sie wankte in die Küche und tappte im Dunkeln herum. lFnrtseßung folgt.) Berliner Reichsbanner tagt. Appell an die republikanischen Parteien. Im großen Festsaal des ehemaligen Herrenhauses trat am Sonnabend und Sonntag die alle zwei Jahre stattfindende Ge- neraloersammlung des Gaues Berlin-Branden» bürg des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold mit un- gefähr 150 Delegierten zusammen. Als Vertreter des Bunde snon- standes nahm der Bundesfchaßmeister, Kamerad Crohn, an der Tagung teil. Der Gauvorsitzende, Ministerpräsident a. D. Stelling, er- äffnete die Tagung mit einer Sympathiekundgebung für die Opfer des verbrecherilchcn und jeigen Ueberfalls der National- s a z i a l i st e n in R n n t g c n t a l. Er nerband damit die Hoffnung, daß es der Rcichsregierung durä, die Annahme des Republikschutz- gesetzes gelingen möge, dem politischen Rowdytum das Handwerk zu legen. Gaugeschäftsführer N e i d h a r d t gab einen ausführlichen Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß im Lauf« der Berichtszeit die Zahl der Ortsgruppen sich beträchtlich erhöht hat. Die Arbeit der Prooin.;v«rcine wurde durch umfangreiches A g i t a t i o n s m a t c r i a l und durch Schulungskurse unter- stützt. Den Bericht über die Kassenlag« erteilte der Landtagsabge- odnete F e ch n e r. Aus dem Bericht ging hervor, daß an sich große Vermägepswerte vorhanden sind, daß es aber wünschenswert ist, für den Ausbau der Agitation noch größere Mittel in die Hand .zu bekommen. Rcichstagsabgcordneter Franz Künstler wies auf die Zusammenarbeit der republikanischen Parteien mit dem Reichs- banner hin und bedaiiene dabei, daß einzelne Parteien in ver- fchiedenen Fällen Bündnisse mit antircpublikanischen Parteien eingingen. Der Sonntagvonniltag war einer eingehenden Aussprache über die einzelnen Punkte der Tagesordnung gewidmet, die mit der Neuwahl des Gcuxvorstandes den Abschluß fand. Zum ersten Gau- Vorsitzenden.wurde einstiimnig Ministerpräsident a. D. Stelling wiedsogewähit. Zum Kassierer Landtagsabgeordncter Fcchner. Di« Berliner Kreise der Organisation erhielten in dem Äreisführer 58 r i e$ einen neuen Vertreter. Di« Sozialdemokratische Partei ist weiterhin durch den Reichstogsabgeordnetcn K ü n st l e r vertreteiu Ein« Entschließung nimmt zunächst!3ezug auf die Wirtschaflsnot, die Arbeitseinschränkmrg und Arbeitslosigkeit. Der Poung-Plan wird, zu erneuter heftiger und hemmungswser Hetze gegen alle ver- antwortungsbewußtcn Republikaner benutzt. Der' An stürm von rechts und links mächst täglich und bedrpht den neuen Staat, während die Anhänger der Republik durch das Demon- ltrotionsverbot nicht weniger behindert worden sind als ihre Gegner, Mehr noch als alles das, so heißt es dann weiter, erfüllt uns mit schwerer lSesorgnis die traurige Tatsache, daß mancherorts auch der Zusammenhalt der republikanischen Parteien untereinander gelitten hat. Wenn der Kominunalmahlkampf teil- weis« mit einer gegenseitigen Verbitterung geführt worden ist, die sich mit der kaineradschastlichen Zusammengehörigkeit im Reichs- banner schlechterdings nicht verträgt, wenn bei Wahlen in manchen Gemeinden und sogar in manchen Ländern unnatürliche Bündnisse mit nicht republikanischen Parteien gegen republikanische Kameraden geschlossen worden sind, so ist es unsere Pflicht, den Parteien zuzurufen, daß wir diese auch die Geschlossenheit des Reichsbanners bedrohende Gegensätzlichkeit im republikanischen Lager nicht länger dulden mallen, daß wir vielmehr Mann für Mann zusammenstehen müssen gegen die immer dreister ihr Haupt erhebende innenpolitische Reaktion. Die Treue, die wir jederzeit der Republik und ihren -Farben erwiesen �aben, fordern wir auch von den republikanischen Parteien, deren schütze wir uns in strenger Uebcrparteilichkeit nie und unter keinen Umständen versagt haben und auch nicht versagen werden. Wir erinnern die republikanischen Parteien an ihre republi- kanische Pflicht Geschmacklose Trauerfeier. Kommunisten demonstrieren mit einem Pappsarg. Di« K o m m u n i st« n wollten die Beisetzung der beiden Kommunisten F r i s ch m a n n und Ka r k o ws k i zu Demon- strationen gegen den Berliner Polizeipräsidenten ausnutzen. Da ein Trauerzug nicht veranstaltet werden durfte, waren auch die Särge mit den Taten bereits am Sonntag nach Friedrichsfelde übergeführt. Die Kommunisten hatten trotzdem ihre Anhänger zu einem Trauerzug nach dem Küstrincr Platz bestellt. Die Polizei hatte jedoch den Platz besetzt und verhinderte Ansammlungen. Um nun trotzdem einen Demonstrationszug zu veranstalten, scheuten die Kommunisten nicht vor der Roheit zurück, einen Pappsarg auf dem Küstriner Platz auszustellen. Diesen Pappsarg wollten sie unter Begleitung von halbwüchsigen Demonstranten durch die Straßen führen. Die Polizei beschlagnahmte die Atrappe. Auch ein 2Öagen mit umsorrnierten Rotfroirttämpfern mußte die Fahrt zur Wache aMrelen. Auf dem Friedhof in Fricdrichsfelde sprach Ernst Thal mann an den Gräbern der beider» Toten vom 6. März. Nach der„TrauerfeieiR wollten die Kommunisten Demonstralionszüge bilden, wurden aber von der zahlreich anwesenden Polizei daran gehindert. Es kam am 58ahlchof Lichtenberg-Friedrichs. felde zu Zusammenstößen. Die Polizei verhaftete etwa 20 Demonstranten. Auch in der Frankfurter Allee wollten die Kommunisten mehrfach demonstrieren, was ihnen jedoch mißlang. Löhrbach geht nicht in Konkurs. Einigung mit dem?ieich. Wie wir erfahren, Hot sich der seit Wochen drohende Konkurs der Rohrbach-Werke je.< vermeiden lassen, nachdem zwischen den Inhabern der Firma und dem Reichsverkehrsministerium eine Einigung stattgefunden Hot. Das Reich bzw. das Reichsverkehrs- ministeriunz besaß 82 Proz. der Aktien im Betrage van 820 000 M., die Dr. Rohrbach jetzt vom Reichsverkehrsministerium nach einem vereinbarten Zahlungsplan zurückzuerwerben sich verpflichtet hat. Dafür hat die Finna vom RVM. einen Betrag von 200 000 M. erhallen, aus dem ein großer Teil der rückständigen Forderungen für Löhne, Gehälter und Forderungen kleinerer Lieferanten gedeckt weroen konnten. Da außerdem die französische Regierung sich be- reit erklärt hat, weitere kleinere Raten aus die Fertigstellung der von ihr bestellten Romarmaschine zu zahlen, konnte der Be- trieb, wenn auch in eingeschränktem Maße weitergeführt werden. Rohrbach hofft, daß, wenn jetzt sein Finanzabkommen mit einer amerikanischen Jndustriegruppe in Kraft tritt, das ZVerk mit Auf- trägen für die in Rw Park gegründete Gejellschair versorgt werden wird. Kommt die Numerierung der Schupo? Der Polizeiprösident teilt mit:.„Zu der Frage der Numerierung der Schutzpolizei haben Besprechungen mit den lllerbänden und Beamtenoertretern stattgefunden. Im Lauf« dieser Woche finden noch wettere löesprechungen statt, so daß voraussichtlich Anfang kommender Woche der Polizeipräsident an den Minister des Innern berichten wird, dem die Entscheidung über diese Frage zusteht, da.sie für ganz Preußen von lSedeutung ist" llnläHildlg zum Tode verarteUl? Wiederaufnahmeverfahren im Prozeft v. DleUnden vor demSdurarderfdd Osnabrück. 17. März. Der sensationelle Wiederaufnahmeprozeß gegen den 24sährigen Landwirt Hermann v. Dlelingeu wegen Ermordung der 20 jährigen Emma Höge begann heute unker ungeheurem Andrang des Publikums vor dem Schwurgericht in Osnabrück. Der Angeklagte wird diesmal von Rechtsanwalt Dr. Slduey Mendel(Bertin), der die Mederaufrollung des gesamten verfahren» durchgcscßl hak, und Rechtsanwalt Rahardt(Osnabrücks verleidigt. Den vor- sih führt Laudgericht-direktor kremer, die Anklage vertritt Staatsanrvaltschaslsral Ohm. v. Dielitigen war am Ii. Ma! 1026 zum Tode verurteilt uird dann zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Das Todesurteil stellte fest, daß der Angeklagte seine Ge- liebte mit einem Ilmschlagetuch erdrosselt habe. Während der Am geklagt« anfangs bestritten hatte, mit der Höge zusammengcwesen zu sein, legte er vor der damaligen Verhandlung ein Geständnis ab. Dieses Geständnis widerrief er später mit der 58egründimg, daß er dazu von seinen Mitgefangenen veranlaßt worden sei. Unter Beteuerung seiner Unschuld versuchte er, die Wiederausnahm« des Berfahrens zu betreiben, aber immer ohne Erfolg, bis General- obcrarzt a. D. Dr. Bonne, der Anstallsarzt des Zuchthauses in Lüneburg, wo v. Dielingen seine lebenslängliche Strafe verbüßt«, auf Grund der Gerichtsakten Zweifel äußerte, ab die Höge über- Haupt erdrosselt worden oder nicht vielmehr eines natürlichen Todes gestorben sei. Schließlich ordnete das Landgericht die Wiedcrauftrahme des Verfahrens an. In der heutigen Verhandlung sind etwa 30 Zeugen und 1? Sachverständige erschienen. Für Gche'mrrat Straßmann, der infolge einer Operation nicht reisen kann, ist Oberarzt Dr. Wer- mann vom Gcrichtsärztlichen Institut der Universität Berlin an- wefend. Bei Begin» der Bechaudkung erhob sich Rechtsanwalt Dr. Sidnen Mendel zur Stellung mehrerer Bemeisanftchge. Darauf tritt das Gericht in die eigentliche Verhand� lung ein. Der Angeklagte von Di«lingen gibt«ine Auskuntt über die versch ädenen von ihm beNeideten Stellungen und über einen Sturz vom Pferde, bei dam er sich erhebliche Ver- l c g u ng e n, unter anderem auch am Kopfe, zugqzogen Hobe. Auch als Kind habe er schon von einem Pferd einen Hufschlag am Kopf bekommen. Nach seinem Sturz mit dorn Pferde habe er häufiger Schwtndelansall« gehabt, und er sei manchmal nicht„zeistes- fähig" gewesen. Auch in der Haft habe er solche Schwchdelansälle gehabt. Der Vorsitzende verweist daraus, daß der Ange Nagte zum ersten Male im I« ropa" des Norddeutschen Lloyd über den weiteren Ver- laus der Abnahm esahrt sind die an der normegischen Küste abge« IXillenen Meilonsahrtcn heute oornrütag beendet worden. Die Er- gebnisso sind in jeder Weis« ä u ße r st zu fr i e d evf' eilend. An, Nachmittag um 4Jji. Uhr wurde dann auf- der Httzd von Harns�Rssi das Schiff namens der 5W«rst Blohni u. Boß durch- Direktor Ri�r stiel dem Norddeutschen Lloyd übergeben und von General- dioektor Glaessel übernommen. Nach dein Flaggcnwechsel dankt: der Führer der„Europa", Comodore Johnsen, für das ihm durch die Urb ertrag irrig der Führung gewährte Vertrauen: er schloß seine Ansprache mit einem Hochauf das deutsche Volk und den deutschen Reichspräsidenten. -'•■ r Frifurenwettbewerb im Zoo. Im Zoo wurde der A. internationale Frisuren, Wettbewerb des Damenfriseur- und Perückenmachergehilfen- Vereins Berlin 1884 um den„großen Preis von Deutschland" aus- getrogen. Und wie die Mannequins die Jnterpretiimen der modischen Kleidung sind, die mit nimmermüder Grazie und gleichem Lächeln der wissensdurstigen Weiblichkeit zeigen, was man trägt, so leihen und neigen die Frisiermodelle ihr geduldig Haupt stunden- lang den geschickten Fingern eines modernen Figaro. Es wird zwar nicht stundenlang frisiert, aber di« Präziaraiion des Haares zur Schaffung einer fachmännisch schönen Frisur«rs ordert allerhand Zeit. Das Ä und O eines gut frisierbaren Haares ist die Derne r- welle, zu deren Erlangung dos Haar vielfach gewickelt und dann unter Dampf gesetzt wird. Altägyptischen Temprita, izern, neu gleich sitzen die Mädchen ernst und geduldig, den Kopf m»t 40 bis 50 silbrig schimmernder Stäbchen geziert, nach einer WeNe werden sie zur hellngeichmückten Amazon«, das Kopfdampsbod beginnt. Ift diese Prozedur beendet, dann geht es ans eigentlich« glrqieren. An langen Spiegeltischen sitze» dann die Modell«— 45 an der Zahl—, und liebevoll drückt und legt, zupit und quetscht der hinter ihnen stehend« Friseur das Haar in die richtige Lage. Bei'Musik und zahlreicher Zuschauerschaft„oom Bau", strengstens kontrolliert van den Unparteiischen, beginnt der Wettbewerb..10 Minuten für dos Legen der Haare,'weitere 30 Minuten für die Frisur. Und jeder gibt sein Bestes. Aus Oesterreich und Holland, ans Schwaden, Frankreich und Jugoslawien sind Teilnehmer eingetroffen. Mode- sarb« ist ein tiefes kastanienbraun— wer es nicht besitzt, der„färbt" es eben—, die Modefrisur zeigt Ohrenfreiheit bei weichfrffiertem. vollem Haar, mit koketten Stirnlöckchen, settlich oder in der Mitte. Der Schnitt ist der normale Bubikopf, die langen„Fussellocken" sind passe. Der erst« Tag zeigt Tages- und Gesellschaflssrisuren. ausgeführt in'Wasserwellen und Effenondulation, der zweit« Tag die Postichefrssur, wobei der Phantasie Verwendung haariger Requisiten keine Grenze gesetzt ist, darin, außer Konkurrenz, historische Alt- Wiener und Alt-Berliner Frisuren. Keine Beteiligung der Stadt an der Festspielwoche. Die Deputation für Kunst und BUdungswesen beßhloß tu der letzten Sitzung auf Grund des Beschlusses der Stadtverordneten- Versammlung, dem Magistrat zu empfehle n, sich an der Berliner Festspielwoche nicht zu beteiligen. Feuer in Lichterfelde. Gestern abend brach in dem Lagerkell« einer Möbelfabrik in Lichterfelde, Hindenburgdamm 59a, Feuer aus. Die Feuerwehr war mit zwei L S s ch z ü g« n zur Stolle. Infolge sehr starker Berqualmung tonnten die Läschmcmilschaften nur mit Sauerstoffapparaten gegen den Brandherd vordrinqen. Do» Feuer wurde unter Einsatz von drei Schlauchleitungen nieder. gekämpft. aß** Das ideale IM Abluhr-Kon fekl Zrühjahrsflugplan der Lust-Kansa. Gtreckenneh um 2050 w» auf 11570 Icm vergrößert. Der seit bem 1. März geltende Fruhjahrsjlugplan der Deut- 'chen Lust-Hanlä hat eine wesentliche Dergröherting des Flugnetzes rebracht. Die einfache Streckenlänge, die im Winterflugplan 'lSO Kilometer betrug, wurde auf 9290 Kilometer erhöht. Seit dem 1. März werden wieder Schlesien(Breslau, Glciwitz), Kiel. Flensburg. Bremen, Chemnitz, Stettin, Krefeld. Magdeburg und Darmstadt angeflogen. Auf der internationalen Strecke Berlin— Paris ist nur noch eine �wischenlalidung in Köln rorgefeheni die Flugzeuge landen nicht mehr i-n''Hannover und Brüssel. Vom 1. April ab werden wertere neue Derbin- Nu n g« n aufgenommen werden. Wenn die Schwierigkeilen bis dcchin behoben werden, soll der Luftverkehr mit Stuttgart wieder ausgenommen werden. Stuttgart wird wieder Verbindungen mit Halle. Leipzig, Frankfurt a. M., Zürich und München erhalten. Die ab 1. März besZvgene Streck« München— Wien wird vom l. April ab bis Zürich— G e n f verlängert werden. Vom 1. April ob wird das Streckennetz der Deutschen Lust- Hansa 11?70 Kilometer betragen. Der Neuköllner Frauen- und Mädchenchor Mitglied des Deut- !6,en Arbeitetfängerbundes) gibt am Sonntag, dem 23. d. M., imch- mittags 4 Uhr unter Leitung seines Chormeisters Th. Cornelisscn !md unter Mitwirkung von Solisten den Insassen des Frauen- g efä ngn i s-fe s in der Barnmiftraße ein Wohltätigkeitskonzert. Allgemeine Wetterlage. 47.MäPZ 493Q;&bds. iMikMilGs.9 hertr.d hsib bedeckt 9woHäg,9t«deckt*Rq«»�Gr3upeln •Sclnen?.Nab8i,fGewiitec©iMndG>ilie Der größte Teil von Deutschland liegt jetzt im Bereich milder ozeanischer Lust. Die Temperaluren sind meist auf 9 bis 12 Grad gestiegen, nur an der Ostsccküstc war es wesentlich kühler. Im öst- iichen" Pommern und in Ostpreußen stieg das Thermometer auch in den Mittagsstunden nicht über den Gc-rierpunkt. Das Wetter war dort trüb« und niedcrschlagsrcich. In Ostpreußen hat sich eine Schneedecke von mäßiger Dicke gebildet. Auch im äußersten Süd- weiten Deutschlands sind verbreitet« Niederschläge, allerdings bei wesentlich höheren Temperaturen, gefallen. Sie werden sich aus- breiteil und auch unser Gebiet überqueren. * Welteraussichten für Bertin. Eintrübung, einzelne Niederschläge. mild.— Für Deutschland: Im Süden wolkig und sehr mild, im übrigen Deutschland bewölkt bis trübe, in Nordwest- und Mittel- deutschlond vielfach Regen, in Ostpreußen bei leichtem Frost noch etlpas Schnee Siedlung von Landarbeitern. Oos Förderungsgesetz im Reichstag angenommen. Der Reichstag hörte am Montagnachmittag zunächst die Mit- teilung, daß die vom Reichsrat genehmigten Steuervorlagen ein- gegangen sind: daraus folgte die dritte Beratung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse des Reichskanzlers und der Reichsminister. Die Redezeit von 29 Minuten, deren Verlängerung nicht beantragt wurde, nahm kein einziger Abgeordneter in Anspruch— es wünschte keiner das Wort. Nach Ablehnung aller Oppositionsanträg« wird die Schlußalsstimmung gleich der über das Republidschutzgesetz ans den morgigen Dienstag verlegt. Das Haus ist schwach besetzt. Zur zweiten Lesung des Entwurfs über Reichszufchüsfe zur Landarbeitersiedlung spricht Abg. Iäcker(Soz.): Wer die Lai'diwcht bekämpfen will, muß mit uns fordern, daß die Lm»darbeitersikÄlung auch in den kommenden Jahren aus öffem- lichen Mitteln gefördert wird. Während von 1998 bis 1919 ganze 449 Eigenheime von Londarbestern erworben wurden, waren es von 1923 bis 1. Juli 1929 schon 19 749. Man sieht, wie die Land- arbeitcr aus den Werkswohnungen Herausftreben. ?n Ostpreußen wohnen bis zu 10 Personen in einem Raum dieser hofgäuger-�Wohnungen". Leider wird der Eigenhermbau ziemlich planlos vorgenommen, man berücksichtigt nicht genug die Arbeitsmarktlage und der Landbesitz dieser Siedler ist ungemein verschieden an Größe. Bei 38 Pfennig Stundenlohn und siebenmonatiger Arbeit kann der Landarbeiter die Kosten für das Eigenheim nicht autbringen, dazu niuß er sechs bis acht Morgen Land dazubekommen.'Andernfalls können sie die Bau- lasten nicht aufbringen und haben auch keine Existenzmöglichkest. Die aufzuteilenden Güter werden noch lange nicht genug zur Anfi-dlung der Arbeiter verwendet, die jahrzehntelang dort gc- arbeitet haben und nun im Alter fortziehen müssen. Wenn der Landkreis Königsberg jedem Siedler eine Last von 399 M. auferlegt, fo wird damit die Siedlung sehr ftvok e mg«schränkt. Wir bitten, dem Gesetz zuzustimmen.(Beifall links.) Abg. Puh(Komm.): Das Gefetz schaltet den Reichstag von der Ausführung ziemlich ganz aus. Die Sozialdemokraten hatten im Ausschuß beantragt, daß die Ausführungsbeftimmungen dem Reichs- tagsausschuß zur"Genehmigung vorzulegen sind, aber diesen Antrag am nächsten Tage zurückgezogen. Di« vom Vorredner aufgeworfenen Fragen werden alle von den Ausführungsbestimmungen oe regelt: diese hochwichtigen Dinge kann' man nickst dem jeweiligen Arbeits- minister überlassen. Wir nehmen den erwähnten Antrag der Sozial- demokraten wieder auf. Abg. Behrens( Eh riftkich- nationale Arbeitsgemeinschaft) begrüßt das Gesetz, das es dem Landarbeiter ermöglicht, ein Eigeicheim zu bauen, Di« meisten Werkswohnungen sind kaum menschenwürdig. Die richtige Anwendung des Gesetzes muß der praktische Menschenverstand finden, man kann nicht alles hineinschreiben. Die Be- strimmmg über 39iährige Landarbeit als Bedingung des Reichs- .Zuschusses ist verfehlt, man sollte niemand abschrecken, aufs Land zu gehen, wir können Nicht genug Menschen aus dem Lande lzaben. Die Streusiedlung veriiient den Vorzug vor den Kolonien. Abg. Frhr. v. Richthofen(Dnat.) versucht, die Angaben der Bor- redner über das Wohnungselend der Landarbeiter zu bestreiten, was Abg. Schmidt-Köpenick(Soz) unter lebhaftem Beifall der Linken scharf zurückweist. Das Gesetz wird in der Zlusschußfassung angenommen.— Den Gesetzentwurf über den Ausbau der Aagestellleuversicheruug bekämpft Abg. Frau Arendsee(Komm.). Der Entwurf wolle über den Haushalt der Angeftelltenversicherung die gesamt« Rcichsregit- rung an Stelle des Reichsarb sitsministers entscheiden lassen. Es wird also der Finanzmmister mitzureden haben und bei der schlechten Finanzlage des Reiches ergibt sich daraus die Gefahr eines Wbaus der Leistungen. Das Gesetz geht an den Sozialpolitischen Ausschutz.— Dienstag 3 Uhr: Schlutza bstimmungen über das Republikschutz, und Minister. gesetz.— Der Vorschlag des Präsident>m, am Dienstag die Steuergesetze zu beraten, scheitert an dem Beharren der Kommümsten mst der 48-Stunden-Frist.— Schluß UV, Uhr �ZSozialistischeArbetterjugendGr.'Verlln Kinsendungei'. für diese Rubelt mit m M Zuzeubsikrelarl«» ZSerlin©2368, ttndenffruSe 3 VuUsbübnrnuurftctluna für Jugendliche im Aller tm 14 Cito M Jahren am 6. April um 15 lll>r. Gespielt wird„Das Gerücht", NomiZdie von T. R. Munro. Eintritt 80 Pf. Die Eintrittskarten künnen sofort von den Abteilungen ob. gebolt werden. Di« Beitragsmarken sind ebenfalls erhültlich. Tic greunde der Intcrnationalrn Kleinarbeit veraniialten am Mittwoch, dem IS. Mii:,. in der Aula des Röllnifchen Gymnasiums. Infelstrasie, um 20 Illir, einen Vortrag in englischer und deutfcher Sprach«. Es spricht Gc- nofsin Kap Iackson-London über:„ArbeUerblldung in England". Heule, Dienstag IS. März, 1S1- Uhr: Scwerkschaftsbaiui: Schule KSvenicker Str. 12V fDerkranmi...Arbeiter Karl Legien."— Köllaischer Park! Heim Waisenstr. 18. Heimabend.— vtaaieubnrgcr Tor: Heim Tieckstr. 18...zlegeljalire."— fttnlntm; Heim Landsberger Str. 50. lO-Minuten-Aeferate.— Westen Ilr Heim Billowitr. 88.„Die deutsche Arbeiter- bewegung". II. Teil.— Arnswalder Pla«, I: Heim Rastenbiitger Ecke Weblauer Straße,„Knnst und Kitsch."— H-lmhoieplatz: Heim Tonziger Str. 82, B. 3. „M-iri J£-ä8.'— Nordost T: Heim Tonziger Str. 02, K. 3. IGMinuten- Refrrate.— Wörthcr i'lafi: Hrtm Kastanicnallec 82...Srwertfchgft-fragen."— Weißcnsrc! Heim Barkstr. 30. Llchtbitderi„Da» Bürgertum in der Karikatur". — Äasenbeidc: Heim Wossertorslr. 0. Hosemann-Abend,— Köpenick«! Viertel: Schule Wrangclstr, 128. März.Gcfall-nen.zeicr.— Süden: Heim Porckstr. 11. Heimabend.- Südwest: Heim Lindenstr. 4. März-Zeier.— Schöaeberg I: Heim Hauptstr. 15.„Arbeitsrecht."— Schönebcrg U: Heim Hauvtstr. 15. .Amerikanische Dichter."— Schönebcrg III! Heim Hauptstr.>5.„März 1848." — Schöücbera V: Heim Hauptstr. 15...Reichsbanner oder sozialer Schutzbund?" — Siemensstadt: 11. Volksschule, Schulstraße.„Arbeiter, und bürgerlicher Sport,"— WNmersdors(R.zß.); Heim Wilbelmsaue 123,„Gemeinschalts- rrriebung."— Lichterfelde: Leim LichterfeIde»Wcst, Albrechtstr. 14«.„Das De. rufsschulwesen."— Marieudors I Alte Schule, Dorfstr. 7.„Die Kirche in der Karikatur."— Steqlig sAeltere): Heim Albrechtstr. 47.„Märzfeicr."— Brist I und II: Bartcweranstaltung in Beckers Festfälen. Treffpunkt Ill'-r Uhr im Heim Rathaus.— Westend: Heim auf dem Sportplaß Westend,„greilörpkr. kultur."— Köpenick fGruppe t): Helm Grünauer Str. 5.„Revolutionsteicr." — Riederschöneweid«: Schule Berliner Str. 31.„Wir denken der März-Gc. fallencn."— Scrwsdorf: Seim Roonstraße..Liebe."— Wittenau: Heim Rofcn. thaler Str. 15.„Unfere Stellung zum Staat."— Buchholz: Schule Berliner Straße 10.„Di- Revolutionen", II. Teil.— Niederschönhaulc»: Schule Blanken. bnrgcr Str. 70.„Berufsousbildunasgesest."— Pankow Ii! Heim Görschstr. 14. „Tie Rerolution rou 1848."— Rculölln I: Treffpunkt 1S>,� Uhr Rcuterplah. Werbebezirk Rrukölln: Werbebezirksmitgliederrersammluna in der Aula der Walter-Rathrnau-Echule, Boddinstraße. Referat des Genossn Schmidtbauer ü!cr:„Erziehungsprobleme". Alle Gruvpenperanstalwngeü fallen au». Morgen Sprechchorübung im Heim zischenstraße. Berbebezlri Prenzlauer Berg: Die Werbebezirksmitaliederorvfammluna am Mittwoch fällt aus. Sonntag ffilm-Matinee. Linienstraß». Vorträge,Vereine undVersammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". Gefchästs stelle: Berlin E, 14. E-basti-nstr. 37-38. Hol Z. Tr. Mittwoch, 19. März. Prenzlauer Berg. Jungbanner. 20 Uhr 3u- fammcnkunft in der Turnhalle Greifenhagener Straße. Neues über Adagdebura. Einheitshemd zu haben. Eharlottenburg. 20 Uhr Jungbanner und Sportler gemeinsame Sißuna mit Ortsvcreinsvorstand bei Bendel, Kaiser- Jricdrich-Str. 03. Pflichtveranstaltuna. Turnen fällt aus. Reulölln-Brist. Jung- banncr, 20 Uhr Mitgliedcrpcrsammlung im„Jdeal-Kasinv", Beichselstr. 8. Bor- trag. Erscheinen Pflicht.— Donnerstag. 20. März. Prenzlauer Berg. Kamerad- fchaftsperfammlungen um 20 Uhr: Komcradsälaft Robert Blum bei«lug, Dan- ziger Str. 71. Kameradschaft Wörther Plast in den„Bcrvlina-Kestsälen". Schönhauser Allee 29. Wilmersdorf tOrtsvereini. 20 Uhr Spicher-Soal Saalschust — Rcinhold DDP..Versammlung. Pflichdvcranstaltung.— Prenzlauer Berg. Dienstag. 18. März, 20 Uhr. Usbunasftund« des Sprrchchvrs bei tzeuae, Milo- straße. Intsrefsierte Jungkameraden können noch teilnehmen.— Friedrich«. Hain. Kameradschaft Stralau. Dienstag. 18. März, 20 Uhr, Kameradfchafts- verfauunlung bei Wcrtalla, Lohenlohestr. 3. Referent: Kamerad Laase spricht über:„Das Rußland von beute".___ Der Berliner JitherLub Wt ictcn Dienstag um 2011 Uhr im Elubhaus. Ohmftr. 2. s Zreic Arbeitcr-Stenvg>aph«u.Vcrein!gung Groß-Berliu. Allen Milgliehern zur Kenntnis, daß uicker« EciitralScrsammw»-! am Mittwoch, dem 19. März. um 20 Uhr. in»Theos. Äierstnben". Iüdenstr. 18—10, stattfindet. Unser« Fort- schrittskurse in der Rcichsiurzfchrift von 40—80 Silben, und zwar seden Montag von IllZü— 721!4 Uhr in der Wemeindefchule llronkkurter Allee 37 upb- jeden Dienstag von 19fi>— 21>4 Uhr im Realgnmnasium Kaifer-iZriedrich-Str. 200— 210 nehmen noch Anmeldungen entgegen. Schriftliche Anfragen beantw'rtet: W. Riedel. Berlin�Spandau, Wusterlnarler S!r. 10. I. Ardaiter-Mandalinifteubnud. Die Uebungsstätten der Gruppen stnd: Gruppe Mitte: Jeden li reiten: bei Hummel, Sophienftr. 5.— Gruppe Moabit, Jeden Donnerstag in den Arminiushallen. Bremer Str. 72— 73.— Gruppe Weddiug: Jeden Dienstag bei Berner in der Bellermainiftraße.— Gruppe Preuzlgurr Berg: Jrettag bei Pickcnhagen, Schönelchcftr. 10.— Gruppe Jehleadorf-Mittr: Dienstag Karlstr. 11.— Gruppe Schöaeberg: Donnerstag bei St. Groß, Kaiser- �ricdrich-Str. 9.— Gruppe Köpenick: Dienstags in der Torotheenschule. sZrei- heit.— Gruppe Adl-rshaf: Donnerstags im Jugendheim Roonstraße.— Gruppe Biesdorf: Dienstags in der Marzahner Etr. 4.— Gruppe Hohcaschäuhausen: Mittwoch in der Dcgenerstr. 5.— Gruppe Pankow! Donnerstags im Jugend- heim Sörfchstraße.— Gruppe Reiaickeuborf: freitags in der Scharnweberftr. 51, — Gruppe Nowawes I: Donnerstags auf dem Städt. Sportplast.— Gruppe, Nowawcs II: ssreitags im Saal der Städtischen sseucrwach«.— Gruppe Pot»- dam: Dienstag» im Volkshaus, Mühlenberggrotte.— Gruppe Sickte: Man- tags bei sslorian, Bergmann. Ecke Baeraaldstraße.— Balaleila-Orchefter Lajau: Mittwochs Gipsstr. 5.— Gruppe Zossen: Mittwochs im wewerkfchaftshaus.—, Gruppe Eefundbrnrnen: Ramlcr» Ecke Putbusscr Straße, Ramler.Hof. Bcrliuer Selelllckalt für össeuilich« GefttaftScitsoflcge«.«. Sistung am Dienstag, dem 25. Mär». 20 Uhr, im Lnaienifchen Institut der Universität. Berlin. Dorotheenstr. 28a. Oberbaurat sstscher, Berliner. Heinerzdorf, spricht: Kleber billigen Wohnungsbau". Gäste willkommen. bonskeliov Engiish Dedaiirg Club: Mittwoch 20 Uhr, Zahnärztehaus Bülow- Straße 104, Guttmannsaal. Mrs. Leontine Sagau:„Stage Managing". Ltn ättCB*» St***P r»»*1»«� Er* t 1 1 t» Cot*- rtte 4t t*»* S i Bg ti t) t$ S HE HD E 4*» K Ut H At K-l AU C H t t S -...................................... Theater, Lichtspiele usw. ) | 6.13 unr lan». 2818 bsdioso erlaoht Goldin mit neuen Olnsionen DenmslÄSflm!aioll,a bellsüteTanipaar 3 Klewniiijs Sensation am Luft- trapez usw. rheaterLd.Bebrenstr. 53-34 A 4 Zentrum 926427 Olreklion Ri'ph Arthur Roberls 8V1 Uhr . Vater sein, dagegen sehr Tflgl. 5 u.S'j, Uhr. B 3 Bald. 8236 Pr. 1-6 M. Wochentg. S U. 60 Pf.-3 M. Qaslspiei Erich Carow nid vnltfiffi 8 Intsniallon. Allradtioneo I Tägl. 5 u. 813 Snnm. 2..5n 8" Alex. E 4. 8066 INTERNAT. VARIETE "-uhr CASINB-THEATEH VkVia Lolhrinster Strafe 37. Wieder eis neuer Schlager Der wahre Jakob Stürmischer Heiter keiiS'Erlolg Doxa ein cntkl. buntes Programm I(i r 1—4 Personen 8 Uhr Finkelnburg Regilt fiSoOt Stark StaatLSdiillet-Th. 8 Uhr Das Frieden sfest Staatsoper Am PI. d Republik 8 Uhr Fidelio Operettenhaas Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Täglich 8'.. Uhr oieFiedermaus mit Gustav Matzner Preise i. Z. 2 M. Gutschein Fauteuil nur Sonstige Preise Fauteuil nur 1325 M, Sessel 1.75 Parkett u. 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Uhr Professor Berntiardi von trlb», Sthnihlar Regil; Victor Biraomby Komödienhaus Täglich 8»/- Uhr Der Lügner und die nenne von(UPI«Ott Theater d. Westens Täglich 8V» Uhr; Höfel Sfadf Lemberg Musik von Gilbert Leo SdifUzendort Llchfrnatrin, Carola Die Komödie J 1 Bismck-2414/7516 8»/« Uhr Die Kreafor �h.bp�ni/J ywri fenL Onirlrnrr SetKsiEsloSS WUM Direktion; Dr. Martin Zickel WWW Komische Oper fnedrtchstr.tOA Merkur 1401/4338. Nach vollständigem Umbau Täglich 8>k Uhr Hulla dl Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thlelachor« Schulz, Schroth, Burg Hildebrand, Walter Halls. Flink, Böhmer. Wensk Lustspielhaus v. Fricdrichstr. 236. Bergmann 2922/23. IM! ait den zweiten U. Riemann- Haack, Vorverkauf In Beidan Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Direküpn Dr. Robert Klein Deotsehßs lünstler-Tbeat. Barbarossa 3937 S'k Uhr Sex Appeal Uthi. t. Frederik lansdala Regie; Fsnter Urriuge MDert Hassermann, tdadv c&mtiiuis BerliDer Theater Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10V. Uhr Jus, zwei, drei" von Franz Molnar mit Hn PalieDtwq. Regle: eosLButnig Votbar; Souper Regie Heinz Hilpeft. Metropol-Th. 8»/. Uhr Das Land des Uebelns Vera Schwär», Rldiard Tauber Musik von Franz Lehär. Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8'/. U. idnrnkm Ireold ond Rod Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8i/o Uhr Liebe auf den zweiten Blieb Taeat a. Roitn.Tor Kottb. Str. 6 Tägl S Uhr auchSonnt. nachm. 3 U.; Elite- Sfinger. 8 Tifimple alOilä.Dbeibletend. uarz-Programm i Trianon-Theate Uitoag: Dir. Arnim Georgenstr. 9 Täglich 8*/. Uhr Die Freundin von Sndermana Preise 1, 2. 3, 4 M. Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8.10 Uhr madame hat Ausgang Erika von Tellmann Paul Hörblger Hermann Schaufufi Lvovskl, Braut Residenz-Theatet KflnsU. Leitung Caaton Brleae Täglich 8»/. Uhr Sonntag 4 Uhr Elsrieke Ruadiaia aaiae Pr. Lessing-Theater WoldeDdooin ZIVI 0.8346 Täglich 8 Uhr Lauts a VotsteUR. Attara oreyfus von Reh lisch und Herzog PbUharmonle 8 Uhr Beetb.-CyXlus des Philharm. Orch nirlo. PN». I. PrOver LSbent SoL; Prot iBonid Kreutar. LoadLSiiLRlaiulloiiL Es-ito. Eintritt 1 Mk. Planelariom -»»-» am Zoo on. Vorllog. Joaiimitbacr itral a 5, Barbarossa 5578 i6>/« Uhr Der Proa- Isarsaunmel 134/. Uhi HarkwOrdlga Starnatütsmorvinio: 201/. Uhr Daser Monfl Eintritt 1 Mark. Kinder 50 Pf. > wo sneut man q gut und biliigf Nur eross- Benin Alaxanderplatz n EXT RA G U N S T I G E PREISE Stangen-Spargel stark..... Vi Ds. Stangen-Spargel mittelstark Vt Ds. Stangen-Spargel 50/60.... V, Ds. StangcnrSpargel dünn.... Vi Da- Brech-Spargel extra stark.. Vt Ds. Brech-Spargel stark....... Vi Da. Brech-Spargel mittelstark. Brech-Spargel dünn...... Brech-Spargel ohne Köpfe. Spargel-Abschnitte....... Spargelköpfe grün I...... Vi Ds. Spargelköpfe grün II...... Vi Ds. Ds. y'.Ds. Vi Ds. L Ds. 3.25 3.20 2.80 4.95 3.30 3.*0 2.95 4.35 2.20 4.65 2.S0 2.SO Gemischtes Gemüse mittel/. V, Ds. 4.25 Gemischtes Gemüse....... Vi Ds- 0.95 Junge kleine Karotten*/t Ds. 0.35 Junge Karotten.........../; Ds. 0.30 Karotten geschnitten...... 1liDs. 0.32 Spinat V} Ds. 0.5O Spinat dick eingekocht.... Vi Ds. 0.30 Kohlrabi I in Scheiben.... V, Ds. 0,35 Kohlrabi jung mit Grün.. Vi Ds. 0.30 Teltower Rübchen jung Idein Vi Ds. 4.43 Sellerie in Scheiben....... Vi Ds. 4.05 Rote Beete............... V, Ds. 0.38 Ananas Signapore........ 875 gr 4.00 Ananas 8 Scheiben....... Vi Ds. 4.80 Ananas 12 Scheiben...... Vi Ds. 4.40 Ananas 12 Scheiben prima Vi Ds 4.35 Pfirsiche'/z Frucht........% Ds. 2.23 Aprikosen% Frucht...... Vi Ds. 2.33 Birnen% Frucht......... Vi Ds, 2.50 Weintrauben............. V, Ds. 2.30 Fruchtsalat.............. Vi Ds. 3.93 Loganberries............. V: Ds. 2.25 Pflaumen mit Stein....... Vi Ds. 4.30 Aprikosen spanische....... Vi Ds. 4.35 Kaiserschoten............. Vi Ds. 4.80 Junge Erbsen, sehr fein..,. Vi Ds. 4.60 Junge Erbsen, fein........ V, Ds. 4.35 Junge Erbsen, mittelfdn... Vi Ds. 0.95 Junge Erbsen............ Vi Ds. 0.35 Gemüse Erbsen.......... Vi Ds. 0.58 Junge Erbsen, sehr fein gegr. Vi Ds. 4.35 Junge Erbsen, fein gegr.... Vi Ds. 4.60 Junge Erbsen, mittelfein gegr. Vi Ds. 4.20 Junge Erbsen, fein m, Kar. Vi Ds. 4.40 Junge Erbsen, mittel/, m. Kar. V, Ds. 4.0O Junge Erbsen, m.gesclin.Kar. Vi Ds. 0.35 Erdbeeren-Ananas........ Vi Ds. 2.93 Erdburen, roh eingelegt... Vi Ds. 4.65 Kaiserkirschen mit Stein... ViDs. 4.65 Weichselkirschen mit Stein. Vi Ds. 4.30 Kirschen rat mit Steht..... Vt Ds. 4.20 Kirschen schwarz mit Stein. Vi Ds. 4.30 Sauerkirschen mit Stein.... 1/l Ds. 4.80 SchattenmoreUen mit Stein, Vi Ds. 4.55 Stachelbeeren............ Vi Ds. 4.0O Johannisbeeren........... Vi Ds. 4.65 Pfirsiche zur Bowle....... Vi Ds. 4.50 Mirabellen.............. Vi Ds. 4.00 Pflaumen ca. t-Pti-GL om Z-Pfi-Em. 4.40 Aprikosen ca. J-Pfd-Gl o.ss z-Pfd-Eim. 4.25 Kirsch...ca. t-Pfd-GI. o.as 2-Pfd-Eim. 4.35 Johannisheer i-Pl±-Gl om 2-Pid. Eim. 4.40 Ananas. ca. t-Pfd-Gt o.ss g-P/d-Eim. 4.55 Erdbeer. ca. I-PIJ.-GL OM 2-Pid-Eim.-i.6S Himheer. ca i-Pfd-GI. o-ss 2-Ffd-Ean. 4.65 Plaumen-M armelade. ca. l-Pfd.-Clas O.SO Aprikosen Marmelade ca. i-Pfd-Glac 0.50 Vierfrucht-Marmelade ca. 2 Pli Eim�r 0.93 Zweifrucht-Marmelade ca.2-Pli. Eimn 0.95 Orangen-Marmelade.ca. 2-Pfd Eimn 4.40 Stangen Schnittbohnen.... Vi Ds. 0.93 Junge Schnittbohnen 1..... Vi Ds. 0.83 Junge Schnittbohnen...... Vi Ds. 0.32 Stangen Brechbohnen..... Vi Ds. 0.93 Junge Brechbohnen I...... Vi Ds. 0.33 Junge Brechbohnen....... Vi Ds. O.SO Stangen Wachsbohnen.... Vi Ds. 4.00 Junge Wachsbohnen I..... � Ds. 0.90 Junge Perlbohnen I....... ViDs. 0.93 Junge große Bohnen...... Vi Ds. 0.85 Prinzeßbohnen fein....... Vi Ds. 4.30 Prinseßbohnen mittel/ein.. Vi Ds. 4.05 Reineclauden............. 1/lDs. 4.20 Birnen weiß Vi Frucht.... Vi Ds. 4.45 Birnen weiß ganze Frucht.. Vi Ds. 0.95 Birnen rot ganze......... Vi Ds. 4.35 Birnen rot'A Frucht...... Vi Ds. 4.45 Apfelmus tafelfertig...... Vi Ds. 0.50 Zwetschen sauersüß....... Vi Ds. O.SS Pflaumen mit Stein...... Vi Ds. 0.30 Pllaumen ohne Stein..... V, Ds. 0.35 Gemischte Früchte 6er.... Vi Ds. 4.80 Gemischte Flüchte 9er.... Vi Ds. 2.40 Gemischte Flüchte........ Vi Ds. 4.45 Pflaumen.................. Pfd. O.SO Johannisbter............... Pfd. 0.35 Himbeer................... Pfd. 0.35 Aprikosen................. Pfd. 0.68 Kirsch.................... Pfd. 0.68 Ananas................... Pfd. O.SO Erdbeer.................... Pfd. 0.83 Vierfrucht-Marmelade....... Pfd. 0.30 Orangen Marmelade........ Pfd. 0.30 Pflaumenmus.............. Pfd. 0.50 Pr eißelbeeren.,....,........ Pfd. 0.60 Apfelgelee.......... ca. I-Pfd.-GL 0.50 U-BAHNHOF HERMANNPLATZ- DER KARSTADTBAHNHOF GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Hur noeb 44 Vorstellungen! 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 sonnißB nadun. oogea. naia« Pr. Reichshallen-Theater Abends d] Sonntag nadun. 00 Steltiner- Sänger zum SanaloriDin Schluß sonnensitdi Sadunlttags haiae Preise! Zentrum 11263 Oönrioff-Brottl; Variete. Taai.RonzerL Anl. 8, Sonnt. 3'i Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Stihbaaa äRongplaa 58i. Seitaut oan Rasaliec. Möbel MSbeltänfer merl» g cedit nah bar Mobclbasar. große Auswahl, Ueine Prelle! Beisnielsweise: Schlafzimmer 455,—. Speisezimmer 517,—, Serrenzimmer 389,—. Sviegel- schränke 148.— Dielengarnitur 38,—. Anrichteliiche 90.—, Welswabetlstelle 66,— gleiderschranle 48,—. Ehaise- longue» 28.—. Metallbettstelle 18,—. Ausleaematratl« 13,— Sonstige Möbel angemessene Preise. Teilzahlung aus- schlagfrei. Dochenraten. Monatsraten gassarabatl bis zehn Prozent, auch auf Anzahlungen, gleine auch ohne Anzahlungen. gredite bis zwei Jahre Muß kiins. Kannigeschäft: Ltegliä. Schloß- straße 107: 2l. Seschäst: Reulölln. Her- mannnlaß 7:.3.(Sefchaft: Belle. All iance. Straße 95, Untergrundbahn: 4. 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Die Frühjahrsbelebung in den Auhen- berufen stieg, wenn auch unsicher und zögernd, langsam an: das konjunkturelle Absinken des Beschöftigunasgrades setzte sich ruhiger als in den Vorwochen fort. So kam das Gleichgewicht dadurch zustande, daß die autsteigenden Kräfte etwas stärker und die ab- gleitenden etwas schwächer geworden sind." Der eingetretene Umschwung ist allerdings noch nicht sehr er- mutigend: die Zahl der Hauptunterstützungrempsänger in der Ar- beitslosenversicherung ist von 2 378 521 am 28. Februar auf etwa 2 363 000 zurückgegangen, die Zahl der Unterstützten in der Krisen- sürsorge ist von 277 202 um etwa 1000 weiter gestiegen, ebenso w i e die Zahl der Ausgesteuerten. Jedenfalls ineint die Rcichsanstalt, doh der Höhepunkt der winterlichen Arbeitslosig. keit in diesem Jahre ebenso wie im Vorjahre am Ende des Monats Februar lag. Die Berichte der dem ADGV. angeschlossenen verbände beziehen sich auf Ende Februar, d. h. aus den Zeitpunkt des Tiefstandes der gesamten Wirtschaft. Im großen und ganzen be- stätigen sie das Bild, dos sich bereits aus den Berichten des Bor- monats ergab, nämlich eine verlangsamung der Abwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkl. 3m 3anuar war die Verschlechterung der Lage nicht so stark wie im Dezember, im Februar nahm die Arbeils- losigkelt ln»och geringerem TNaße zu. Der Umschwung machte sich aber bis Ende Februar noch nicht fühlbar. Unter den Sewcrtschattsmitgliederil waren ardeltstos standen in Kurzarbeit in der Kon. w drr Saison» tn der Kon- in der Saison» juiitturgrupd« gruppe jnnklur�rupp« grupve Msnatoende: Proz. Proz. Pro, Pro� Oktober 1929.. 9,2 17,7 8.1 1.1 November 1929.. 10,2 28.6 8.6 2.1 Dezember 1929.. 12,8 51,1 9,4 3,5 Januar 1930... 14,2 55,5 12,6 2,2 Februar 1930.. 15,0 59,5 15,1 2,0 Im Durchschnitt für sainÄich« Verbände ist die Arbeitslosigkeit von 22,2 Proz. aus 23,7 Proz. und die Kurzarbeit von 10,6 Proz. auf 12,5 Proz. gestiegen: von 4 230 451 von den Berichten erfaßten Gewerkschaftsmitgliedern waren 1 002 314 arbeitslos, llnlcr Umrechnung der Kurzarbeit auf die Vollarbeitslosigkeit betrug die Ar- beikslosigkeit unter den Gewerkschaftsmitgliedern End« Januar rund 25 proz. und End« Februar etwa 27 vroz. 3m Vorjahre waren zu demselben Zeitpunkt 22,3 Proz. der Gewerkschastsmilglieder arbeitslos und weitere S.5 proz. standen in Kurzarbeit, im ganzen betrug also die Arbeitsiosigkcit 24.4 Proz. In diesem Jahre log also die winterliche Arbeitslosigkeit merNich über dem Mveom des sehr kalten vorjahrswiolers. Eine Derschlechierung war im Februar in der Saisongruppe ebenso wie in der Konjunkturgruppe zu verzeichnen. Es ist aber zu betonen, daß der weitere Rückgang der Beschäftigung in der Saisongruppe diesmal weder auf die Witterungseinslüsse noch auf die saisonübliche Unterbrechung der Bauarbeiten zurückzuführen ist. Das Institut für Konjunkturforschung hat in seinem letzten Wochenbericht(Nr. 50) versucht, die Abweichung der tatsöch. lichen Arbeitslosigkeit im Baugewerbe von dem Stand zu ermessen, der sich durch die Witterungsbedingungen ergeben müßte. Es kommt dabei zu dem Schlusie, daß diese Abweichung im Winter 1929/30 den größten Umfang seit der Währungsstabilisierung erreicht«: ./Die Finanzierungsschwierigkeiten im Wohnungsbau und die Ein- schränkung der öffentlichen Aufträge", schreibt das Institut für Konjunkturforschung,„finden darin ihren Ausdruck. Hinzu kommt freilich ein allmähliches Anwachsen der strukturellen Arbeitslosigkeit im Baugewerbe, das durch die Zunahme in der Zahl der Bauarbeiter einerseits und die Rationalisierung der Bautecknik andererseits bedingt ist". Allerdings blieb dle Arbeitslosigkeit unter den Bauarbeitern End« Februar etwas hinter dem Stand des Borjahres(wo sie durch die Witterungskatastrophe bedingt war) zurück: Unverändert oder fast unverändert blieb die Lage in der Textilindustrie, im graphische» Gewerbe und in der Lederindustrie. Eine leichte Besserung ließ sich im Bekleidungsgewerbe erkennen. Hemmungen und Voraussehungen einer Besserung. Sosern man bereits im Februar den Anfang einer Wirtschaftsbesserung erwarten konnte, bringen die Februarbericht« der Verbände eine Enttäuschung. Wenn man aber genauer untersucht, ist die weitere Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt nicht verwunderlich. Freilich wurde das Zinsmveau durch die vierfache Diskontsenkung in diesem Winter gesenkt, zahl- reiche wichtige Geschäiteabschlüsse haben bewiesen, daß die Ren- tabilhät der„Wirtschaft" keineswegs bedroht ist, die Kreditsicherheit ist wieder etwas größer und der Außenhandel blieb günstig. Man hätte also einen allmählichen Wiederaufstieg der Produktion und Neueinstellungen schon erwarten dürfen. Ab«r der mit Steuer- senkungszielen bewußt geschürt« Wirtschastspessimismus und Schachts Doungplan-Demonstrationen hielten die Initiative und die llnlernehmungslust der Privatwirtschaft stärker zu Boden, als es aus den wirtschaftlichen Tatsachen selbst gerechtfertigt war. Der finanzielle und reparationspotitische Zweckpessimismus hat sich an der Wirtschaft selbst gerächt. Die Annahme des Poung-Plans, das Verschwinden Schachts, die bald zu erwartende Auflegung der Reparattonsanleche, die sich weiterhin bessernde Situation auf dem internationalen Kapitalmarkt. Bilanzkünstler GdA. Die Kunst des Schweigens. Uns wird geschrieben: Di« Bank des GewerkschafiSbundes der Angestellten(GdA.), die „Deutsche Wirtschaftsbank Aktiengesellschaft", ner. sendet ihren Geschäftsbericht über das Jahr 1929. Auf diesen Bericht konnte nuan gespannt sein im Hinblick auf die von dieser Dank ba- treuten GdA-Bctriebe, die unter den Firmen„ Sieben-Stäbe-Ler. lags- und Druckerei gesellschaft m. b. H.",„GdA.-Buchvertrieb G. m. b. H." und„R. Ball, Buck�> ruckerei und Verlagsbuchhandlung G. m. b H." lausen. Hat sich doch die gesamt« OefsenüichkKt mit diesen Betrieben anläßlich der Riesenunterschlagungen des nach Amerika geflüchteten Direktors dieser Betriebe, Dr. Matthiessen. lebhast beschästigt. Wenn man nun meint, der Geschäftsbericht würde den Gläubigern der GdA.-Bank einige Slufklärungen über Umfang und Abwicklung dieser Verlustgeschäfte geben, so befindet man sich im Irrtum. Kein Wort wird davon gesprochen. Statt dessen erklärt der aus ganze 22 Zeilen komprimierte Bericht: „Unsere Beteiligungen bei den Gesellschaften Sieben-Stäbe- Berlags- und Druckereigesellschaft m. b. H., GdA-Bu chvertri cb G. m. b. H. und R. Boll, Buchdrucker« Und Berlagsbuchlzandiung G. m. b. H. haben wir im Lauf« des Gefchöstsjahres zum Buch- wert veröußert. woraus sich die Ermäßigung des Bilanz- kontos„Wertpapiere" erklärt." Also: G. m. b. H.-Betelligungen werden, einfach als Wertpapiere ausgewiesen. Wo ist die Börse, die die Kurs« derartiger„Wert. papiere" notiert? Es muß ja für die berusliche Tüchtigkeit der deutschen Angestellten das schlimmst« befürchtet werden, wemi etwa derartige Buchungsbeispiele ln den GdA.-Wettbewerben und-Bit- dungskursen als Muster dienen. Es besteht«in besoirderes Beteüi- gungstonto, aber dieses hat wan— sicher des guten Eindrucks wegen— auf 1 M. abgeschrieben. Und jetzt sind die faulen Be- teiligungen, die nach einem Vergleich mit dem vorzährigen Konto „Wertpapiere"«inen Wert von etwa 1 520 3 2 7,50 M. gehabt haben müssen,„zum Buchwert veräußert". Warum wird nur der Käufer sa schamhaft v«r° schwiegen? Sollte es etwa der GdA. selbst sein? Im übrigen ist die„Deutsche Wirtschaftsbank Akiiengesellschast" überhaupt ein Unikum unter allen deutschen Banken. Sie oer- fügt über ein Aktienkapital von nur 250 000 M. und hat gegenüber ihren Gläichigern Verpflichtungen von 17,8 Millionen Mark. Es sind also ganze 1,4 Proz. des fremden Kapitals durch Eigenkapiial gedeckt. Bielleicht könut« man das durchgehen lassen, wenn der GdA. sich selbst für die Einlagen verbürgt hätte. Aber soweit bekannt, ist das in rechtlich einwandfreier Form bisher nicht geschehen. Bon <81 •nralft Maurer... 57,7 Betonarbeiter. 47.6 Bauhilfsarbeiter. 57V Tiefbauarbeiter. 53,3 Stukkateure.. 43V Zimmerer... 52,5 Maler... 44,2 Dachdecker... 59,0 100 SettertfÄiafumiljjIielent»Uten arbeit»!»« Winter 1929/90 im«wter 1928/29 Manateende Monatsende Januar Februar Deietnber Januar Februar KZV 71V 58.4 71.1 7gV 48,6 55.4 SlV 59.1 6S.1 60,6 673 54,5 67,2 73.7 54V 61.6 57,2 69,2 77.0 41.9 46,4 43,1 49.7 63,0 62V 66,2 43,5 60,0 70.4 47V 49,4 34,6 41,8 48,4 63,0 74.7 55.1 74,7 87V Im Durchschnitt für die gesamt«„S a i s o n g r u p p«" betrug dle Arbeitslosigkeit Ende Februar 1929: 68,1 Proz., Ende Februar 1930: 59V Pro». Z« der.Konjunkkurgruppe" ist die gegenwSrkige Be- fchäfliguag erheblich schlechter als im Vorjahr: lm Winter 1928/29 war der Tiesstand End« Februar mit 11,4 Proz. erreicht, in diesem Jahre waren zu demselben Zeitpunkt 15 Proz. der Gewertschastsmitglieder arbeitslos. Besonders verschlechterte sich im Februar die Lage im Berg- bau. der chemischen Industrie und Metallindustrie sowie' im Holzgewerb« und im Nahrung?, und Genuhmittelgewerbe. In jedem einzelnen Fall ließ sich der Rückgang der Beschäftigung aus besondere Faktor« zurückführen, aber die Gesamtheit dieser Wirkungen kennzeichnete die lveüer abgleitend« Konjunktur. Bon 100 SfOsrtfftnftsmitjUrtsm war»« arbsltslo« Ends Ende Ende Ende November z>e,ember Januar Februar Bergarbeiter..... l-f 2,9 2,6 4.3 Themische Industrie.. � �2,4 13,3 Metallarbeiter..»> k1,3 13,„ 14,7 15,7 Holzarbeiter.... 17V 24,4 27, i.9,0 Nahrungsmittel- und Ge- tränkearbeüer.... 7V 9-? 9.7 10.6 Tabakarbeiter-« t>• 16V 1 73 133 Arbeiierklasse und Aktienrechisresorm. Sie Stellung der Sozialdemokratie. Im„Magazin der Wirtschaft" wendet sich Prof. Nußbaum gegen unsere beiden Aufsätze vom 27. Februar und 2. März über die Aktienrechtsresorm und zieht aus ihnen den Schluß, die So» zialdemokratie zeige sich im Grunde genommen desinter- essiert: sie begnüge sich mit der Forderung nach Derbessexung der Publizität, bemängele aber grundsätzlich nicht die Derwaltungs- Herrschaft innerhalb der Aktiengesellschaften. Es freut uns, daß Prof. Nußbaum, ähnlich wie das„Berliner Tageblatt", von der Erkenntnis durchdrungen ist, daß eine wirklich durchgreifende Aktienrechtsreform nur durchzusetzen ist, wenn die Sozialdemokratie sich mtt Energie hinter sie stellt und sie vorwärts- treibt. Denn von den an mächtig« großkapUalistische Kreise gebun- denen bürgerlichen Parteien ist in der Tat eine energische Förderung der Aktieurechtsreform nicht zu erwarten: Die Demokraten haben zum Beispiel ihren Fischer, und das Zentrum hat zum Beispiel seinen Klöckner Ader Prof. Nußbaum befindet sich in einem be- dauerlichen Irrtum, wenn er meint, daß die Sozialdemokratie sich ausschließlich für die Frag« der Publizität üüeressiere. Gewiß die Frag« größere Publizität steht im Mittelpunkt des sozialistischen Interesses an der Aktienrechtsreform, wie wir schon oft und mit durchschlagenden Gründen betont haben. Aber neben ihr gibt es eine ganze Reche anderer Fragen, in denen die So- zialdemokratie einen Standpunkt vertritt, der den Resormoorschlägen der bürgerlichen Handelspresse mehr oder weniger parallel läuft. Prof. Nußbaum hält für das Grundübel der heutigen Attienpraxis die Willkürhrrschast der Verwaltungen der Aktien- geselllchoften. Die sozialdemokratische Presse ist nicht müde geworden, dieses Uebel zu bekämpfen. Wir wenden uns gegen die Feudali- sierung der Verwaltungsmacht durch Stimmrechtsaktien und Vor» ratsaktien, wir wenden uns gegen die Vergewaltigung der Einzel- attümäre durch Bezugsrechts Manipulationen, übermäßige Tantiemen die fortschreitende Sanierung der ösfenllichen Finanzen, die immer fühlbarere Senkung des Preisniveaus sinfc aber günstige Zeichen eines bald zu erwartenden Wirtschastsumschwungs. der zwar nicht stürmisch nach oben führen, der sich ober trotz das Unternehmerpessimismus durchsetzen wird. Maschinenbau noch nichi besser. Nack) dem Bericht des Be r e i n s Deutscher Maschinen- bauan st alten hat der Monat Februar für die Maschii«nindu- stri« erneut einen Rückgang der Geschäftslage gebracht, der sich auch auf das im Iarniar noch etwas verbessert« Auslandsgeschäft er- streckte. 80 Prozent der Firmen bezeichneten den Auftragseingang aus dem Inland und aus dem Ausland als ungenügend: der an der tatsächlich geleisteten Arbeiterstunüenzohl gemessene Beschäftigungsgrad setzte im Februar seine rückläufige Bewegung noch fort. Teilweise leichte Besserungen ergaben sich nur beim Bau von Walzwerksanlagen, im Kronbau, im Ausbcreitungs- »Kischinenbau und beün Bau von Lokomobilen. Der Berlauf der Leipziger Technischen Messe habe ein wesentlich lebhafteres Interesse der Abnehmer, besonders bei den sehr zahlreich erschienenen Ausländern, gezeigt. Ein« Auswir- kung dieses Käuserinteresses zu tatsächlichen Geschäftsabschlüssen könne aber nur dann erwartet werden, wenn die Regierung durch ihre Wirtschaftspolitik da« allgemeine Vertrauen zur Stabilität unserer Verhältnisse und zu einer gesunden Wettereiüwicklung Deutschlands st ä r k e, ohne das ein baldiger Wiederausschwung der wirtschaftlichen Entwicklung nicht herbeigeführt werden könne. Es sei kein« Zeit mehr zu verlieren, um der Wirtschaft auch durch die Durchführung der oft angekündigten Finanzreform endlich die Erleichterung zuzuführen, deren sie dringend bedarf. usw. Herr Nußbaum irrt also, um es nochmals zu sagen, wenn er glaubt, daß wir an diesen Dingen desinteressiert feien, als an einer innereren Angelegenheit des Kapitalismus, die die Sozialdemokratie nichts angeht. Der Kapitalismus und seine Angelegenheiten gehen den Ar- beiter, der im Kapitalismus leben muh und von ihm noch abhängig ist, sehr viel an, gerode well er ihn überwinden will. Aber eben deshalb ist uns nicht das Interesse der kapitalistischen Cinzelaktionär« als solches heilig, sondern unser Ziel ist däraüf gerichtet, die gesamtwirtschaftlichen Interessen auch innerhalb der Aktiengesellschaft zur Geltung zu bringen, wenn es sein muß, nicht nur gegenüber den Verwaltungen, sondern auch gegenüber den Einzelaktionären. Dies unser gruudsötzlichcr Standpunkt zur Frage der Aktienrechtsreform. Aber im einzelnen werden viele Reform- vorschlage der kapitalistlscheu Handelsprcsse nicht nur tn der Frage der Publizität, sondern auch in einer Reihe anderer entscheidender Fragen ihre politischen Vorkämpfer in der Sozialdemokratie finden, und nicht bei jenen Parteien, denen diese Presse dient. Ausschwung im Giegerland. Äuderus-Vividende von 5 auf 6 proz erhöht.' ■'•'S'-'' Bon der starken schwerindustriellen Konjunktur des letzten Jahres hat auch der vom Staate subventionierte Sieger- länder Erzbergbau kräftig profitiert. So kann das stärkste Wontanunternehmen in diesem Revier, die Essenwerk« Buderus A.-G. in Wetzlar ihr« Dividend« von 5 auf 6 Proz. herauffetzen. Der Betriebsgewinn hat sich von 4V aus 5,1 Millionen erhöht, und der Reingewinn wird nach Absetzung erhöhter Abschreibungen von rund 1V Millionen Mark mit 2,13 gegen 2,08 Millionen ausgewiesen. Für den weiteren Ausbau der Betriebe wurden im Berichtsjahr 2,26 Millionen Mark neu in die Anlagen gesteckt, die„über Betrieb" aus laufenden Gewinnen bezahlt wurden. Damit ist das Rationalisierungsprogranun bei Buderus aber noch nicht beendet. So sollen aus dem fast eine Million Mark betragenden Gewinn, der trotz der Dividendenerhöhung zur Vertellung an die Aktionär« nicht in Anspruch genommen wlrd, 800 000 Mark einer Sonderrücklage für Hochosenerneuerung überwiesen werden. Die hierüber hinausgehenden Baukosten werden durch die Abscheei- bungcn gedeckt. Die Selbstfinanzierung bei Buderus beweist, daß auch bei den großen Unternehmungen des Siegerländer„Not- standsgebietes" eine recht kräftig« Kapitalbitdung im Schwünge sst. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg 1929 von 45,1 aus 49,4 Millionen, also um 9,4 Proz. Di« Umsatzsteigerung im Vorjahr belief sich auf 8 Proz. Die Behauptung der Verwal- tung, daß infolg« der seit Juni 1926, dem Beginn der staallichen Subventionen, eingetretenen Schichtlohnerhöhungen von IVö Mark eine Selbstkostenverteuerung um 2 Mark je Tonn« ein- getreten sei, scheint uns vollständig aus der Luft gegriffen zu sein. Don den in der gleichen Zeit eingetretenen Leistung»« steigerungen der Arbeiterschaft und dadurch ent- standen«» Selbstkostensenkungen wird kein Wort erwähnt. Daß die Leistungen je Mann und Schicht sich ganz bedeutend erhöht habe», wird aus folgender Entwicklung ersichtlich: End« 1927 Ende 1928 Ende 1929 velegjchafl 6389 6371 6351 .41V Millionen 45,1 Millionen 49,4 Millionen Während also der Gesamtumsatz in den letzten beiden Jahren um fast 19 Proz. gewachsen ist, hat die Belegschaft nicht zugenommen, sondern sich sogar noch verringert. Da» Beispiel zeigt, wie leichtfertig die Unternehmer mit der .Lastensteigerung" operieren, wenn sie«in besonderes Ziel im Aug« haben. In diesem Fall sollen offenbar der preußische Handels- minister Schreiber und der Landtag von der Notwendig- keit weiterer Subventionen für den Siegerländer Erzbergbau überzeugt werden._ Gemeinschaft Berliner Schraubenfabriken. Die drei Berliner Schraub emvcrke, Deutsche Industrie» werk« A.-G., Berlin-Spandau, Abteilung Schrxrnbensabrik, Carl Hasse u. W r« d e G. m. b. H., Abteilung Schraubensabrik, sowie die Norddeutsche Schrauben- und Metall» werke A.-G., Berlin-Niederschönhausen, Abtellnng Handels« schvaulben, haben sich für die Herstellung roher Schrauben, zu einer Fabrikations- und V erkauf sgemetnschast unter der Firma„BBSW., Dereinigte Berliner Schraubenmerke G.m.b.H.* init Sitz in Berlilt-NiederschönhaAsen zusammengeschlossen. Metallarbeiter, schließt die Reiben! Ein Appett Ltrichs zur Einigkeii. Die Generowersammlung der Berliner Metallarveiter gestern avend im Gcwerkschaftshaus hatte stch zunächst mit D« m o n- strationsanträgen zu beschäftigen, die das eine Mal von der brandlcristischen, das andere Mal von der l i n i e n« treuen„Opposition"' gestellt waren. Di« Anträge enthielten die bekannten Parolen. Je nach der Fraktionszugehörigkeit der An- tragsteller stimmten die 10 bis 15 Brandteristen oder Linientreuen für ihr« Anträge, während die ungefähr 400 Delegierten der Amsterdamer Richtung die kommunistischen Anträge ablehnten. E i n st i m m i g angenommen wurde dagegen ein Antrag der Arbettsgerlchtsvertreter der Organisation, eine Aenderung des B-triebsrätegefetzes herbeizuführen, damit der in diesem Gesetz vor- gesehen« Entlassungsschutz auch auf die Arbeiter ausgedehnt wird, die in Betrieben mit weniger als 20 Arbeitern be- jchäftigt sind. Aus dem Kassenbericht, der zu Leginn tar Versammlung vom Genossen Schmidt erläutert wurde, ist zu entnehmen, datz der Kasfenbestand der Lokalkast« im vierten Quartal 1929 um 47 544 Mark auf 1 308 569 Mark gestiegen ist. Am Schluß der Generalversammlung, die von der ZO-Männer- Opposition künstlich in die Läng« gezogen wurde, ging der Bevoll- mächtigte Genosse Urich auf die z w ische n ta r ifli che Lohn- f o r d e r u n g an den verband Berliner Metallindustrieller ein. Seit längerer Zeit schon hat sich die Ortsverwaltung bemüht, durch direkte Verhandlungen mit dem BBMI. noch während der Laufzeit des Lohntarifes eine zwischentarifliche Aufbesserung der Löhne zu erwirken. Der BBMI. Hot den Antrag der Organisation a b g e> lehnt, und zwar mit der Begründung, daß.eine Berschl«chl«rung der wirtschaftlichen Lage der unserem verbände angeschlossenen Be- triebe in viel höherem Maße eingetreten ist als in den Wirtschaft- lichen Verhältnissen der Arbeiterschaft"'. Diese ablehnende Hallung der Mctallindustriellen erfordert ge- bietcrisch, die auf die gewerkschaftliche Zersplitterung hinzielenden Parolen der KPD. energisch zu bekämpfen und noch viel intensiver als bisher für die Organisation zu werben. Die Aktionsfähigkeit der Organisation muh in den nächsten Monaten so gestärkt werden, daß der verband nicht nur in den Stand gxsetzt wird, beim Ablauf des Lohntarifes im September eine nennenswerte Lohnzulage zu erwirken, sondern vor allem bei den kommenden Manteltarifoerhandlungen im Juli endlich die dringend notwendige Verkürzung der Arbeitszeit durchzusetzen. Di« mit starkem Beifall aufgenommen« Mitteilung des Genosse» Urich. daß bereits mehr als 1000 Mitglieder der etwa 2000 Mit» glieder zählenden Eisenformerbranche die ErNärung abge- geben haben, den von der KPD. herausgegebenen Parolen zur Spaltung dieser Branche nicht zu folgen, sondern auch weiterhin treu zur Organisation zu stehen, zeugt für die Organisationstreu« der Metallarbeiter. Entlassungen und kein Ende. 60000 Ruhrbergarbeiier vom Abbau bedroht. Die Pest der Arbeitslosigtetthat jetzt«ich den Bergbau, der noch im vorigen Jahr sin« Hochkonjunktur erlebte, und gut verdiente, gepackt. Im Vorjahr noch eine Mehrein st ellung von 17 000 Bergarbeitern im Ruhrbergbau: dieses Jahr bereits anfangs Januar ein Auftragsmangel, der baid seinen Aus- druck in Feierschichten fand. Im Februar dienten auf manchen Zechen von den 24 Arbeitstagen nur noch 17 zur Förderung, und in der Zeit vom 6. bis 12 März sind im Bereich des Landesarbeitsamts Dortmund nicht weniger als 340 051(arbeitstäglich 5 6 675) Feierschichten gegenüber 222 447(37 075) in der Vorwoche eingelegt worden. Die Förderung ist entsprechend zurück- gegangen. Di« Bergarbeiter hoben einen große» Lohnausfall zu verzeichnen. Zu den Feierschichten treten die Betriebseinschrän- kungen. Den Ansang machte in diesem Jahr die Zeche.Friedrich der Große". Sie beantragt« die Entlassung von 500 Arbeitern. Ihr fotgts die„Germania" mit 700 und die„Gute-HosfnungShütte" mit 2000. die Zeche„Westfalen" mit 345 und„Neumühl" mit 400 Entlassungen, zu denen im Lauf« des Monats noch 200 hinzu- kommen. Damit ist die List« noch nicht erschöpft: noch bei einer ganzen Reche von Zechen stnd Stillegungen und Einschränkungen angemeldet. Da« Landesarboitsamt hat für Mitte März eine Eni- tässung von rund 10 000 Arbeitern im Ruhrbergbau berechnet. Die Perspektiven für die Bergarbeiter sind akso reichlich unerfreulich, und der Bergbouindustriearbeiterverbond ist der Auffassung, daß in diesem Jahr mit der Eukloffung von 6000V Bergarbeitern gerechnet werden muß. Bei den Verhandlungen haben die Arbester. Vertreter bis jetzt stets oersucht, so weit wie möglich Massen« nt- lassungen zu oerhindern. Sie haben darauf hingewiesen, daß man durch Urlaubserteilung über die Frist der Wsatzkris« hin- wegkommen könne und daß auch der Unternehmer einen Teil der Krisenlast tragen müsse. Di« Unternehmer stellen sich dagegen laich. Auch das Auer- bieten, durch mehr oder besser verteilt« Feier schichten die drohenden Entlassungen zu oerhindern, fand bei ihnen keinen Beifall. Im Gegenteil: die Zechenverbandsvertreter verleumden noch die Bergarbeiter. Sie erklärten, die Arbeiter wollten lieber der Erwerbslosenfürsorge überwiesen werden als arbeiten! Wie brutal die Unternehmer vorgehen, wurde besonders drastisch bei den Stillegungsverhandlungen für die Zeche„Germania" (Vereinigte Stahlwerke) offenbar. 700 Mann sollten entlassen wer- den. Der Wunsch der Arbeiter, die 700 Mann aus die 40 Zechen der Stahlwerke zu verteilen, wurde glart abgelehnt. Di« Direktion hatte sogar die Stirn, zu beantragen, die Sperrfrist um 5 Tag« zu kürzen. Das lehnte der Regierungsvertreter ob. Darauf erwidert« der Rechtsbeistand der Direktion, die Entlassungen würden jetzt ohne Rücksicht auf die üündigungsvorschrifleu erfolgen. Die gleiche Rücksichtslosigkeit in der Risikoabwälzmig zeigt« sich auch bei der Zeche„Friedrich der Große"; dort hatte mau„vor- sorglich" den krankfeiernden Arbeitern— 96 an der Zahl— gekündigt. Das ist ein Verfahren, das heut« bei allen Zechen sehr beliebt ist. Das Bild der Arbeitenwtlage im Ruhrbergbou wäre nicht voll- ständig, wenn nicht neben der Unternehmerwillkür die C h a ra k t e r- losigteit der Kommunisten stünde. Bei den Sällegmigs- Verhandlungen für die Zeche„Neumühl" wollte der Direktor für die später erst fällig« Entlassung von 200 Mann keine eigenen Ber- Handlungen mehr angesetzt haben. Die Gewerkschaften waren gegen diese Forderung: denn schließlich handelt es sich bei den Entlassungen immer noch um Menschen und nicht um Dreck, den man einfach beiseite kehrt. Was geschah aber? Di« vertreterder„revo- lutionären Opposition" stimmten dem Vorschlag des Direktor» ZU. Der Kommunismus Arm in Arm mit den Grubenbaronen! Spitzel als Spitzenkandidat. Wen die KpO. zu Arbeitervertretern bestimmt. In der KPD. sst die Politik des Lockspitzeltums Trumpf. Geradezu bei den Haaren werden sinnlos« und zwecklose Zusammen- stoße mit Andersdenkenden oder mit der Polizei herbeigezogen. Dolch- meffer und Schlagring, persönliche Verleumdung und gemeinst« Be- schimpfung, das sind die echten Lockspitzel Waffen, deren sich die KPD. mit Vorliebe bedient. Es ist daher nur zu natürlich, daß die Kommunisten den Gegner zunächst als Spitzel beschimpfen. Darauf verfällt man in dieser an- geblichen Arbeiterpartei zuerst. So wurden die freigewerkschaft- lichen Kandidaten zur Betriebsratswahl in der Schultheiß- Brauerei, Abteilung Strom st raße, in dem Organ der Sowjetbotschaft als„Spitzel" und„Nazimänner" beschimpft. Da- gegen wenden sich die also Beschimpften mit einer Erklärung, in der es heißt: „Wo die Spitzel wirklich sitzen, weiß man in der KPD. ganz genau. Dort kennt man die sogenannten roten Kandidaten. Zum Beweis wollen wir mal einen Kandidaten der kommunistischen Liste schildern./ Erich Bloch ist sein Name. Wir verweisen auf die im „Vorwärts". Jahrgang-43 Nr. 185, vom Dienstag, dem 3. August 1926 gemachten Angaben. In dieser„Vorwärts'-Nummer wird aus dem Geheimbuch der KPD. über„falsche und echte Spitzel" berichtet. Hören wir, was das Geheimbuch über den jetzt als Spitzenkandidaten der kommunistischen Betriebs- rats liste aufgestellten Erich Bloch zu sagen weiß: .Bloch. Erich, Berlin, Soppenstr. 37. Anfang 1924 al» Spitzel einwandssrei entlarvt. War Istitglied der Partei. Verursachte zahlreiche Verhaftungen Im Vermal- tungsbezirk Verlin." Das, was damals die KPD. über den Betroffenden sagte, trifft auchheutenochzu. Soweit wir unterrichtet stnd, bespitzelt cr auch heute noch seine Parteigenossen. Alles, was in den Versammlungen von den einzelnen Rednern der Opposition gesprochen wird, teilt er der Direktion der Brauerei heimlich mit Trotz der im Jahr« 1926 gebrachten Beröffent- lichung Ist Bloch noch heule TNilglied der SPD. Wir glauben hiermit der Ocffenllichteit den Beweis erbracht zu haben, wo die von der„Roten Fahne" genannten Spitzel zu finden sind. Wenn es gewünscht wird, stnd wir auch weiter gern bereit, noch einiges über die anderen Kandidaten der so- genannten Opposition der Oeffentlichkeit bekanntzugeben." Soweit die Erklärung unserer Genossen. Jedermann weiß, daß dieser Bloch keine Ausnahm« in der KPD. ist. Wir erinnern nur aus allerjüngster Zeit an den Kronzeugen von Sie- mens, den kommunistischen Arbeiterrat Fischer, der seine Kollegen bespitzelt« und denunzierte und von der KPD. zunächst auch ! als Spitzenkandidat bestimmt worden ist. Wo sollte die KPD. auch 1 noch ehrliche und aufrecht« Arbeiter finden zu dem Bündnis mit den Gelben gegen die Organisation? Der Leiter dieser Arbeit ist ein ehemaliger Gelber. Wie der Herr.... Eisenbahner gegen die Spalier. Für Einführung des Achtstundentages. Am Freitag tagte die Volloersammlung der Betriebs- und Be- amtenräte des Bezirks Berlin des Einheitsoerbandes der Eisen- bahner Deutschlands. Es wurde folgende Entschließung einstim- mig angenommen: „Die am 14. März 1930 tagende Vollversammlung der Betriebs- und Beamtenräte der Ortsgruppe Berlin des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands erklärt sich mit den vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund erlassenen Richtlinien für die Betriebs- rätewahlen einverstanden. Di« Betriebs- und Beamtenräte sind sich des Wertes und der Notwendigkeit einer festgefügten freien Ge- werkschaft bewußt und lehnen es ab, für andere Listen als die des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands zu agitieren. Im Interesse der so dringend notwendigen Einheit der Arbeiterklasse sagen sie den oppositionellen Spaltern sowie allen an- deren Gegnern unserer Organisation den schärfsten Kampf an. Die Betriebs- und Beamtenräte fordern alle Eisenbahner auf, im kommenden Kampf nur für die Listen de» Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands zu werben und zu stinmicn, weil diese Organisation allein bisher bewiesen hat, daß di« Interessen aller Reichsbahnbediensteten von ihr tatkräftig vertreten werden." Alsdann erläuterte M i e tz, Vorsitzender des Bezirksbetriebs- rates, die Vorschriften für die Betriebsrätewahl aus der Betriebs- rätewahlordnung. Im Anschluß daran berichtete er über di« Der- Handlungen mit der Reichsbahndirektion wegen des geplanten W- baus von 800 Köpfen. Nach schwierigen Verhandlungen gelang es, fast alle Gekündigten an anderen Plötzen unterzubringen und die darauf zielenden Verfügungen zu erwirken. Don besonderer Bedeutung ist die Verfügung über das Ab» seiern der durch die Betriebsverhältnisse notwendig gewordenen veberstunden. Nachfolgende Entschließung watfee zu diesem Punkt angenommen: „... Die Zluffassung der versammelten Personaloertretungen ist, daß die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft als öffentliches Unternehmen oerpflichtet ist. auch in Zeiten niedergehender Konjunktur Entlassung von Personal zn vermeiden. Trotz des Bestrebens der Verwaltung, di« Gekündigten in der Bahnunterhaltung unterzubringen, besteht die Gefahr der Entlassung für die betroffenen Kollegen im Herbst. Di« Betriebs- und De- amtenräte von der Reichsbahndirektion wirken darauf hin, daß bei dem in Aussicht stehenden Wiederanstieg des Verkehrs di« zur Bahn- meisterei abgegebenen Kollegen restlos wieder ihren alten Betrieben zugeführt werden. Um ein bestehendes Mißverhältnis zwischen Arbeitsanfall und Arbeisleistung zu beseitigen, fordern die Betriebs- und Beamtenräte des Einheitsverbandes als berufene Vertretung der Kollegenschaft die sofortige Herabsetzung der Arbeitszeit im ge- samten Reichsbahnbetrieb auf acht Stunden täglich. Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmen» darf nicht auf Kosten von Ge- sundhcit und Leben des Personals aufgebaut werden. Es sind viel- mehr alle unproduktiven Ausgaben, wie zum Beispiel für Bahnschutz, Sportverein« und Leistungszulagen sofort einzustellen._ Was weiß Moldenhauer? Dunkle Andeutungen. Der Reichsfinanzmini st er hat in seiner Rede im Ost- astatischen Verein in Hamburg gesagt,«r selbst habe die Ueberzeugung, daß die heutige Organisation der Reichsanstalt für Arbeitslosenoer- stcherung nicht unwesentliche Fehler h�be. Er glrntbe, daß ein organisatorischer Umbau notwendig fei. Herr, dunkel fft der Rede Sinn! Der ReichssinanMinister wird gut daran tun, wenn er deutlich sagt, was er gemeint hat. Seine Andeutungen stnd geeignet, von neuem große Unruhe unter die Arbeitnehmerfchaft zu tragen. Die Arbeiterschaft darf verlangen, daß der Reichsfinanzminffter schleunigst sagt, was er sich unter einem organisatorischen Umbau der Arbeitslosenversiche- rung vorstellt. Sein Angriff gegen die Arbeitslosenversicherung ohne genaue Begründung ist«in wenig erfreulicher Vorgang. Der Hinweis des ReichsfinanMinisters auf eine Prüfung der Reichsanstalt durch den R e i ch s s pa r k o m m is s a r kann leicht so gedeutet werden, als ob eine besondere Untersuchungsaktion im Gange wäre. Davon sst kein« Rede. Es handelt stch um ein« normale Ueberprüfung der Verhältnisse, wie sie auch bei an- deren Behörden statffindet. Die Verwaltung der Reichsanstait ist sehr rationell ausgebaut, ihr Personalapparat überaus sparsam aufgezogen. Der Reichsfinanzminsster sieht aber Möglichkeiten für Ersparniskunststücke. Dann muß er sie nennen Es wäre, besonders für einen Finanzminister, unverantwortlich, mögliche Ersparnisse nicht zu machen. Nicht minder unverantwortlich aber wäre es, solche nur vorzutäuschen. Vor der Wiederaufnahme von Hörh? AefähigungsnachwelS für Merker. Nachdem die ausgeschlossenen und nicht ausgeschlossenen Kommunisten der Berliner Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Schuhmacher mit Mühe und Not und wenigen Stimmen Mehrheit wieder eine Ortsoerwaltung beisammen und ihren Frieden mit der KPD. geschlossen haben, setzen si« sich aufs hohe. Pferd. Sie schimpfen nach bolschewistischer Art. Am 12. Mörz erhielten wir telephonisch Bericht von der General. Versammlung. Infolge Raummangels erschien der Bericht erst am 15. März. Der Bericht war gesetzt, als wir einen Bericht von der Ortsverwallung erhielten, in dem diese sich entsprechend beweih- räucherte. Zugleich wurde in anmaßendem Ton« verlangt, den Br- richt ohne jede Aenderung zu veröffentlichen. Wir teilten der Orts Verwaltung schriftlich den Sachverhalt mllunh fügten hinzu, daß für Inhall und Ausmachung der Zeitung die Re- daktion allein zuständig und verantwortlich sst. Darauf ein zweites Schreiben, das dl« Unterschrift und den Geist von H ö r tz trägt, in dem man uns der Lüge zeiht und auffordert. di« Ortsverwallung der Schuhmacher„ehrlich zu bekämpfen". Man werde„angesichts dieses geradezu skandalösen Vorganges" Berichte überhaupt nicht mehr und solche über Lohnbewegungen nur dann schicken, wenn wir nicht mehr„in solch unverantwortlicher Wesse unseren Verband schädigen". Woraus Merker ersehen kann, baß Hörtz und Genossen wirtlich zu Unrecht aus der KPD. ausgeschlossen worden sind. Hörtz und Genossen haben di« traurigen Zustände innerhalb ihrer Organisation auf dem robusten Gewissen. Sie schimpfen nun auf ander«. Was will man mehr in der KPD.?_ Gescheiterte Verhandlung im Bergbau Essen. 17. März. Zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiteroerbänden haben heute Verhandlungen über die von den Verbänden gekündigte Arbeitsordnung stattgefunden. Di« beiderseits vorgelegten Abänderungsvorschläge wurden eingehend durchgesprochen, ohne daß. abgesehen von einigen weniger bedeutungsvollen Fragen, eine Einigung erzielt wurde. Die Verhandlungen werden demnächst vor dem Schlichter fortgesetzt. SPD.-Melallarbeiker! 19 Uhr.i» txn(BortltnräUn,«-»hie-iti. 17-«, ff tat- liSjtfj«ttflnnnnalim« VI Scn-ralatrlanrnlnnfl, Stich«, men aotaeaMa. vhn« Parttümtwti, lein Rrnttitt. Der fftattlaanaiffaab. t Freie Gewerkschafts-LuqendBerlin 3BB«nb»on»6tt««: Baritn fBt die Iu«-nd°°rst«lluna am s. April Im Theater am Blllowplat, ,um Prtil, von«0 Pf. lind in der Iua«".d, zentrale fu haben, ftuc Auffilkzruna gelangt:„Tas Gerücht, von Mnrm».- L-ut«. Dien-taq. I9H Ufit, taaen folqtnd, Grümpen: Treptow, ScuppcnJielm, Schule Wildenbruckilr. 53—«(Sottoimmet). Lichtbildtroortras, ,.33etlet)t von einst und iefcf.-»umbolbt: Iuaendd-im Graun. Gcke Larhin,. straße. Siniar» von unteren MSdchen.m. Lindenuicr 1. MS-3fri«r mit Sbarlottenburp.— fftanlfutin Alle«: Stiidt Iua«vt>k,eim L'ta»«r Str. 18, Nortraa:..Ter Seficltna im Verbandsleben".— Landaber»«« Platz: Gruppen. beim Dlestelmeverstr. 5. Bortra»:.Ämeck und Siel« der ffreien Gew-rtfchalls. iiipend.— Licktenbera: Iuarndbeim Dostrstr. 22. Bofraa:„Verwalwn» und Vermaltunas-robleme der Gewerkschaften".—««»Licht«,, bet«: Iugrndbeim Gunterstr. 44. Rrihenvortra»:„Kommune Berlin". �uacndaruppe ves Zentralverbandes der Anaeffellten Lebetet_______________■____. I wraungschor in der Turnballt der Schul« Barutder Str. 20. Dienstag 18. März 1930 Unterhaltung und ÄVissen Beilage des Vorwärts 8m Xeltrerrerolullonär 8ine Itlär&erinnerung von 3)r, R. Wliiller, Potsdam Die Berliner Lehrerschaft hat an der Märzbewequng durch ei»« ganze Ai�ahl ihrer Mitglieedr teilgenommen, die entweder unmittelbar als Barrikadenkämpfer oder als Angehörig« der Par- teien teilnahmen. Unter den Barrikadenkämpfern zeichnete sich be- sonders ein Lehrer aus. der sich noch in der Ausbildung auf dem Berliner Lehrerseminar befand, Theodor Hielscher, der dann auch spater noch die Polizei ausreichend beschäftigte. Hielscher stammte aus Schlesien und zwar au» einem frommen Hause, hatte aber in den nMeidenden Bezirken seiner Heimat- provinz da» Elend der niederen Volksschichten zur Genüg« keimen gelernt und auch am eigenen Leib« erfahren. Wenn er aber dieser in der Berliner Bürgerwehr führende Mann wurde, der er tat- sächlich war, dann geht das auf Umstände zurück, die unmittelbar aus ihn einwirkten. Im Seminar hatte man ihm, der bereits im fechsundgwanzig- sten Lebensjahre stand, geraten» sich an der Bürgerwehr zu bete!- ligen. Diesterwegs Nachfolger Mergit selbst hatte ihm diesen Rat gegeben. Hätte er geahnt, daß er damit dem angehenden Revo- lutionär den Steigbügel hielt, er hätte« gewiß nicht getan. Hielscher scheint sehr schnell in der Bürgerwehrkompagnie zu Ehren und Einfluß gekommen zu sein. Denn er tritt bald als Befehlshaber der 300 Mann aus.dem Vogtland«- auf, wie der Bezirk Norden damals hieß. Ihr Führer ist er auch In den kriti- schen Märziagen, und er nimmt ihnen das Gelöbnis ab, daß sie sich kein« Plündereien zuschulden kommen lassen sollten, wenn sie in Aktion treten müßten. Sie all« hoben dieses Versprechen ge- halten, wie er später versichert. Sein« Flinte hatte' sich Hielscher zum Gebrauch für Spißkugeln umbauen lassen, wie der Polizeipräsident Hinkeldey in den Akten zornig vermerkt. In späteren Briefen gedenkt Hielscher immer ge- treulich der neben ihm aus der Barrikade gefallenen Freunde. Und wenn er später z.B. in Hamburg, am 18. März, für sich allein ist, weiht er ihnen ein stilles Gedenken, indem er sie alle bei Ramm ruft. Wie war dieser jung« Mann, der ursprünglich Bäckergeselle gewesen war, in dieses Fahrwasser gekommen? Aus seiner Wände r- schaft hatte er im Berliner Missionshaus« vorgesprochen, weil er wie sein Bruder Missionar werden wollte. Man fragt« ihn hier, ob er«genügend zerknirscht" und«bereits wiedergeboren" sei. Das erfüllte ihn mit solchem Ekel, daß er sich zornig abwandt« und wetter wanderte. Auf der Heimkehr aus Süd- und West- deutschland gelang es ihm dann wegen seiner starken Begabung bei Adolf Diesterweg im Berliner Lehrerseminir Ausnahme zu finden. Die brutale Absetzung dieses hervorragenden Pädagogen»war wohl geeignet", schreibt Hielscher,«aus mir einen Radikalen zu machen". Hielscher scheint dann seine Seminargenossen aufgewiegelt zu haben. Aber es geschah ihnen weiter nichts. Als jedoch die Nachricht aus Oberschlesien kam, daß dort die Hungerpest unter den Webern ausgebrochen fei. erbietet sich Hielscher aus tiefster Usber- zeugung. den dort notleidenden Kindern zu helfen. In einer Au- dienz fragt ihn Minister Bodelschwingh:«Hoben Sie denn hier kein Unterkommen, daß Sie dorthin wollen?" Diese Brutalität mochte Hielscher zum Revolutionär: am Tag« darauf stand er in der Neuen Königftraße aus der Barrikade. Und am 19. März geleitete er den Zug der Gefallenen in den Schloßhos: als hier der König Friedrich Wilhelm IV. den Toten seine Ehrerbietung erweisen wollt«, war es Hielscher, der ihm zu- rief:«Hut ab vor den Toten!"— Er selbst bekennt sich in einem Briefe aus dam Jahr« 1849. an feinen Bruder gerichtet, zu diesem Ruf«, von dem man bisher nicht wußte, wer ihn ausgestoßen hatte. Durch Zufall bin ich in feinen Besitz gelangst. Zwar wurde Hielscher am 20. März wieder ins Seminar auf- genommen, weil der Direktor Mergit die Zeitumstände fürchtete, aber er quartierte den jungen Revolutionär aus, damit er nicht noch die übrigen Seminaristen anstecke. Hie sicher ober blieb seiner Gesinnung treu. In mehreren Pla- katen mit semer vollen Ramensunterschrift wendete er sich an sein« Mitbürger. Da rief er sie auf zum Kamps« gegen die Reaktionäre, di« in Wien die Oberherrschast gewonnen hatten. In einem an- deren mit der Ueberschrist«Die Wittenberger Psaffenkonserenz" ging er gegen di« Psasfen los, die sich in Wittenberg gegen die neue Freiheit verschworen hatten. In diesem Plakat stand das Wort:«Die Pfaffen Herrschaft ist der permanente Belagerungszustand der Vernunft!" Den Geistlichen galt überhaupt sein größter Haß, ebenso wie der Bürokratie und den Fürsten. Friedrich Wilhelm IV. nicht am 19. März erschossen zu haben, bedauert« er in späteren Iahren immer wieder. Dem, er war überzeugt, daß dieser Mann ollein am gangen Unglück Preußens schuld sei und sein Land unter die Herrschaft der Russen und Je- füllen bringen wolle. Im März 1848 habe man geglaubt, der Kronprinz, der spätere König Wilhelm sei an allem schuld, jetzt aber wisse man, daß es vielmehr der König selbst gewesen sei. Natürlich blieb dieses Hervortreten Hielscher» der Behörde nicht unbekannt. Das Provinzia-Ifchulkollegium erhielt auch Anzeigen des bereits genannten Schulvorstehers Diedler und des Hauptlehrers Schufst, die daraus verwiesen, daß Hielscher nicht das Lehrer- zeugnls ausgehändigt werden dürfte, weil er nicht würdig sei, Lehrer zu werden. Di« beiden Ehremnänner zeigten sein« reoo- lutionär« Tätigkeit an, Schufst teilte auch mit, er Hab« bei Hieb scher» Abgaiq aus der Schule in der Friedrichstadt, wo er als Hilfslehrer arbeitet«, auf dem Klassenschrank ein verschnürtes Paket gesunden. In dem sich ein Totenkopf und Gewehrpatronen befun- den hätten. Minister Ladenberg, der nach vielen Untersuchungen die Eni- scheidung selbst an sich genommen hatte, erklärt« zwar, daß den Lehrern, die außerhalb der Schule sich an der politischen Bewegung beteiligt hätten, dies amtlich nicht zugerechnet werden solle, aber Hielscher bekam doch aus seinem Lehrerzeugnis, das sonst sehr gut ausgesallen war, den Vermerk, daß er sich bemühen müsse, seine sehr unklaren politischen Ansichten zu verbessern und sein ausge- regte? Wesen abzulegen. Hielscher hotte auch ein politisches Gedicht veröffentlicht, in dem sich fein ganzer abgrundtiefer Haß gegen alles, was Fürsten- tum hieß, und die feste Hoffnung aussprach, daß endlich di« Zeit des Voltsstaates angebrochen sei. Es kam freilich ganz anders. Aber Hiesicher selbst hatte keine Ruh«. Er war mit den Zeit- lauften nicht zufrieden und wisgelte in Grünberg in Schlesien, wohin er als Lehrer berufen wunde, die Handwerker und Bauen: gegen das herrschend« System auf. Di« Polizei zwang den Schul- Vorsteher Rode, bei dem er arbeitete, ihn zu entlassen: aber auch in Hamburg, wohin er sich wendete, ließ sie bei ihm durch die Hamburger Polizei Haussuchung vornehmen und ihm nahe legen. nicht nach Preußen zurückzukehren, falls er ausgewiesen würde. Da» geschah zwar nicht, aber Hielscher war der Boden denn nun doch zu heiß geworden. Er hatte in Hamburg die Lehrerschaft zu stärkerer Betonung ihrer Rechte und besserer Erziehung aufgestachelt, hatte auch aus dem Lehrertog in Hannooer warnend aus die Schul- reaktion, die sich tn Preußen anbahnte, hingewiesen, war dann aber im Jahr« 1851, durch gut« Freund« unterstützt, nach Amerika ausg ewai�>ert. Hinkeldey hatte auf diese Nachricht hin in den Akten den Dermerk gemacht:«Wenn diese Burschen sehen, daß sie in Amerika auch arbeiten müssen, kehren sie zurück." Diesen Polizei- gewaltigen beherrscht« die Ansicht, daß die Unzufriedenheit der Re- volutionäre nur aus Arbeitsscheu sich erklär«, nicht aber aus den unerträglichen politischen Zuständen. Spätere Privotbriefe Hielschers, die mir zugänglich wurden, zeigen, wie schwer er in Amerika ringen mußte, bis er sich durch. gesetzt hatte. Er war schließlich Redakteur einer Zeitung in In- dianapolis(Texas), lebte in sehr guten Verhältnissen, und verfolgt« die Vorgänge in seiner deutschen Heimat mit aufmerksamen Augen, ein Artikel, der sich betitelte«Wilhelm der Eitle" und sich auf Wilhelm II. bezog, zeigt das sehr de ritt ich. Bis an fein Lebens- ende scheint Hielscher derselbe f reihe itssehnsüchtig« Mann geblieben zu sein, als der er den deutschen Boden verlassen hat. Er scheint in den neunziger Jahren gestorben zu sein. £udtrig Siarla: Iii II Woher kommen die Landstraßen? Die scheinen der Unendlich- keit zu entspringen, durchbrechen Gebirge, überbrücken Gewässer, ziehen Länder enttang. Weiße Bänder... Perlengleich hat di« Mühe der Völker Dörfer und Städte auf diese Bqnder gefädelt. Stets kommen und gehen Wanderer auf der Landstraß«. Wagen raffeln darüber hin, Hufschlag pocht an ihre Steine, Herden stampfen durch ihren Staub, heimattose Vagabunden streichen über ihre weißen Pfade. Der Wind treibt rhren Stand zu Haus. Regenschauer waschen ihr den Rücken. Di« Straße der Völker trögt ihr Schicksal in Ergebung. Der landlose Bauer lebte und starb auf den Ackerschollen an dm Ufern der Landstraß« und wußte nicht, was der unfaßbar« Schmerz war, der ihm das Herz zerriß. Er trabte in seinem engen Käfig, den ihm der riesige Grundbesitz der Herren gelassen hatte, auf einem Fleck im Kreis.' umher und Generationen seiner Sölpre und Töchter stechten ohne Trost dahin. Als das«lösende Wort aus den Qualen der Jahrhunderte und dem Elend der Völker geboren ward, machte es sich auf den Weg, um die Well zu erobern und das Leid der Unterdrückten zu über- winden. Von den kernen Feldern Europas, von seinen Weizenlafeln, aus den menschenzermalmenden Fabriken, aus der unterirdischen Hölle der Bergwerke kam es auch in eine groß« Tiefebene an der Donau. Aber die Bauern erkannten das Wort mcht. Seine rote Farbe schmerzte ihren an Hoffnungslosigkeit gewöhnten Augen, ihren Rücken überrieselte der Schauer vielh indertjähriger Leibeigenschaft. Sie schloffen ängstlich die Tore und schrien jedem, der ihnen di« Nachricht brachte, daß das erlösende Wort die Welt durchwandere, hinter ihren Hecken zu: .Ein SoziaLst! Hingt ihn«ff! Aber dos Wort zog wetter auf den Landstraßen, auf Bahnen, Schiffen und Flößen, durch die unsichtbaren Gewebe der Lust. Und eines Tages kam ein Blaurock in ein Dorf. Die unendliche Landstraße hatte ihn gebracht. Der Mann war jung, gegen dreißig Jahre, hatte aufrechten Gang, ein reine» Antlitz, blaue Augen und «inen streitlustigen blonden Schnurrbart; er war ein wenig über- mürig, ober heiter und leichten Herzens. Er trug einen kleinen Kasten mit sich, darin sein Alles: Zange, Hammer, Schraubenzieher, Oelkanne. Denn der Blaurock war«in Mechaniker. Das große Einkehrwirtshaus steht cm der Landstraße. Er trat in den Schank und sagte: «Was glauben Sie, Herr Wirt, gibt es hier viele Maschinen auszubessern?" «Maschinen gibt's genug", erwiderte der Wirt. Und der Blauroch begann zu pfeifen, well es ihm sein Herz so sagte. Denn er war frohgelaunt wie die Lerche, leichtfüßig wie das Reh und pfiff immer, wenn in seiner Seele süßer Friede herrscht«. Ein« Zigarre im Mund, das Hütet schief aus dem Kopf, so geht er auf die Bauernhöf« und ruft: «Gibt's da Maschinen zu reparieren? Mähmaschinen, Dresch- Maschinen, Häckselmaschinen?" Und er geht durch die Tore, wo sine Maschine krank ist, heilt sie: geht dann hinaus durchs Tor und bei dem anderen hinein. So zieht er Hof aus, Hof ein. Die Sonn« scheint, e» ist ein herrlicher Frühlingstag, und wo seine frohe, leichte Laune pfeifend vorüber- zieht, küßt di« Sonne ihre Spuren. Das ganze welke, verflucht« Dorf blüht aus: denn von Tor zu Tor zieht der seiig« Friede durch» Dorf.... Di« Kinder spielen oft mit Trommeln und Trompeten. Dann und wann klemmen sie ein Hölzchen zwischen d>« Zähne, knüpfen einen Bindfaden daran und spielen Pserdchen. Sie tleUern aus die Bäume, laufen durch den Staub, walzen sich im Gras und schlagen auf der Wiese Purzelbäume. Sie spielen, well in ihrer Seele ein Bogel tanzt und lacht: die Jugend! Auch der Blaurock war wie dre Jugend, die in den Kindersecien lacht, wie der Vogel, der m den Herzen singt. Die Frauen und di« Männer schauten: Was macht denn dieser selffame Blaurock? Me lebt er? Wie arbeitet er? Er pfeift bloß, flattert lustig von Ort zu Ort und ist glücklich und sanft. Da standen, da mühten sich diese Bauern ohne Ende in niederen Stuben, hinter den kleinen Fenstern, auf den Höfen beim Holzsällen oder auf der Tenne, diesen Vergnügungsorten ihrer engen Kerker: oder sie träumten am Eingang ihrer Tor« und ihre bleichen Ge- sichter sahen dem Verhängnis entgegen, das ihnen aus der Ferne blaß entgegenleuchtete. In ihren Herzen war längst nichts Neues mehr und das Bewußtsein, daß sie zum Elend verdammt waren, nistete verderbend in ihren Knochen. Sie standen und sahen dem Blaurock zu, was er macht, wie er hin- und herflattert. wie er pjerst und wie er lustig ist. Ihr Auge entzückte sich daran, Tropfen frischen Blutes durchfluteten ihr Herz und dadurch entstand in ihrer Seele neue Freud«. Um die Lippen und Augen der Männer loderte eine bisher unbc- kannte Heiterkeit auf und di« Frauen hätten gern noch einmal Kinder zur Welt gebracht. Schon lange hatte es keinen solchen Mairegen gegeben, der die Felder so erfrischt hätte, wie dieser Blaurock die Herzen zum Aufblühen bracht«. Als wäre jemand am jungen Ostertag mit tau- sprühendem Frühlingslaub in der Hand von Haus zu Haus das Dorf entlang gelaufen und hätte die Seelen bespritzt. «Wer bist du?" fragten ihn die Frauen mit großen erstaunten Augen und in ihnen erzittert« die Ties« ihres Lebens. «Wer bist du?" fragten die Männer und in ihren Seelen leuch- tetc froh« Verwirrung auf. Sie hätten gern gewußt, woher der Blaurock soviel Jugend, (eichten Glauben und selige Eintracht mit sich selbst besaß. Und sie hörten alle, wie«r sagte: «Was soll ich sein? Ein Mechaniker wie alle anderen." ».Aber welchen Stammes, welchen Glaubens?" «Ich bin Sozialist!" sagte er einfach. Sie standen dort, in ihren Toren, und hörten wie er sogt«: «Ich bin Sozialist!" Ihr« Augen, ihre weitgeöffneten Seelen blieben an ihm haste»: «Was?" fragten sie ihn. «Run, was denn?" antwortete er einfach.«Sozialist." Sein Wort drang in ihre Herzen, aber sie fürchteten sich nicht, sie fühlten«her Erlösung durch ihre Glieder rieseln. Ein mächtiger Frühlingsstunn brach die Schollen in ihren Seelen. Sie wußten nicht, was mit ihnen geschehen war. Aber noch nie hatten sie solch einen versöhnenden, mächtigen Glockengesang vernommen. 3>er entschwindende Polarstern Der Polarstern hat lange als ein Sinnbild der Umvandelbarkeii gegolten, und die Seefahrer haben durch viele Jahrhunderte sich nach diesem Zeichen am Himmel auf ihren Fahrten durch die p-sadlos« Wüste des Meeres gerichtet. Es war«in merkwürdiges Zusammentreffen, daß der Polarstern in diesen Zeiten der ersten großen Seereisen dem Weltpol gerade so nah« war, daß er als wirksamer Führer dienen konnte, denn mtt dem Glauben an die unverrückte Festigkeit dieses Sterns ist es ebenso schlecht bestellt wie mit manchen andern ostro- nomischen Vorstellungen der Vergangenheit. Für uns Erdbewohner gibt es tatsächlich keinen festen Stern in der Nähe des himmlischen Nordpols, sondern infolge der Achsenveränderung bei der Erd- Umdrehung werden in einem Zettraum von ungefähr 26lM Jahren die im Umkreis des Pols gelegenen Sterne alle einmal Polarstern. Gegenwärtig genießt ein Stern zweiter Größe im Kleinen Bären, Cynosura Polaris, diese Auszeichnung. Aber di« Astronomen können das Ende feiner Herrschaft ziemlich genau voraussagen. Im Jahre 2102, also genau in 172 Jahre», wird der jetzige Polarstern dem Pol am nächsten sein: sein Abstand beträgt dann weniger als die Hälft« eines Grades, genau nur noch 28 Minuten, und von diesem Augenblick an entfernt er sich immer mehr vom Pol und wird nach wenigen Jahren so weit entfernt sein, daß er kein Polarstern mehr ist. Diese Rolle wird von einem andern Stern übernommen, und man kann schon voraussagen, daß um 14 000 nach Christi der Stern Wega in der Leier den künftigen Erdbewohnern als Polarstern erscheinen wird. Einen südlichen Polarstern gibt es nicht, da auf der südlichen Halbkugel kern hellerer Stern in der Nähe des Poles steht. Welter-ffiiechen Der amerikanische Meteorologe Dr. W. I. Humphreys spricht in einem soeben erschienenen Buch über„Bauernregeln" auch über den Glauben, daß manche Leute„das Wetter riechen" können. Er er- klärt diese Anschauung, die kn den alten Sprichwörtern zutage tritt, auf natürliche Weise.„Verwesende Stoff« in Teichen. Gräben und Sümpfen," schreibt er.„erzeugen faulige Gase, die sich in Blase» unter dem Schlamm sammeln. Wenn nun ein Stunn bevorsteht, dann äußert sich dies zunächst in einer beträchttichen Abnahm« des Luftdrucks. Dadurch wird der Druck auf die Gasblasen verringert, diese dehnen sich aus, zerbersten, und die Gase treten an die Ober- lläche, so daß aus weite Strecken hin«in fauliger Geruch zu spüre» ist. Man kann also aus diese Weis« dos Auftreten von Unwettern »vorher riechen". Em Mann, der in Jersey City lebt, war im Stande, mit Hilfe seiner Rase und seiner Ohren das Wetter voraus- zusagen, ohne aus dem Bell aufzustehen. Nordwestliche Winde bringen Tabakrauch aus einer Tabakfabrik," erklärt« er,„und das deutet auf Regen oder Schnee. Die Pfeifen der Dampfer auf dem Hudson sind nur beim Westwind hörbar, der schlechtes Wetter bringt. Der Südostwind bringt mir den Geruch einer Seifen, und Parsümfahrrk, und aus diesen folgt häufig Nebel. Die Lokomotiv- pfeifen der Eisenbahn sind nur hörbar, wenn ein sanfter Südwind herrscht. Der Geruch der Ebbe deutet auf Südwestwind und mildes Wetter. Die deutlich hörbaren Zeichen zweier anderer Ersenbahn- llnien zeigen stets einen kalten Nordwind an." Humphrey hat noch zahlreiche andere Beispiel« dafür gesammelt, wie erfahrene Kenner aus den Geruchseindrücken auf die Windrichtung und andere Einflüsse schließen können, aus denen ein« Borhcrsage des Welter» möglich ist. Parieinachrichien/M� für Groß, Verlin •teftRbnngen für blrfr SwtrU fi-d Höt/* stet»»» d-,«-,irk,srsrrt<>rl°i >»rli» SN 6H. ginbenftcate 3,!. Hof, Z Trr»p«» recht», ,« rtchtrir Zur Nachahmung empfohlen. Aür das Notopfer für Erwerbslose wurde« von de« Rokalionshilssarbeilern der vorwärls-vruckerei 50 Mark gesammelt «ad an die Bezirkskasse abgeliefert, worüber hierdurch mit bestem Dank öffentlich quittiert wird.?. Zt.: Alex Pagets. * Der für heute. Dienstag, lS. März, angesetzte Vortragsabend des Genossen Stein über„Staat. Arbeiterschaft und Sozialismus" »nutz auf zwei Wochen verschoben werden.— Der Vortrag findet im gleichen Lokal svorwärls- Spedition, Graetzslr. 50) am Mittwoch, 2. April, 19% Uhr. dort statt. PwfefeWffi z. Rrci» Gtebbing. Sexte, Dienst««, 18. 3Xii», 18% llhe, Ätfis- 53 niitplicdeeoersammlnn« im Psgenhoser, Shanifeestr. M. Sorte««:.Die Mi Politil de» Partei'. Referent: Cart Sitte, SR. d. R. 7. Jirct» Gbxrtottcmbut«. Mittwoch. 19. MS«, pünktlich 30 Uhr. im Iugenö- heim yoüucnfhr, 4 Sifeunn bct Iunendkemmifsion. 9. Kreis Wilmersdorf. Tonnersfan, 20. Mar,. 19% Uhr, Sifeunfl des enaerrn Sreisperftanbcs. Um 20% Uhr mit den Ahteilungsleitern. Beide Sitzungen bei Ahlenseld. UHIand- Ecke Giintzelstrahe. M 12. Kreis Steglitz, Sichterfeld«, Lankwitz. Am ffreita«. dem 21. SRii«. p T1 beginnt in der Ctadtbücherei Steglitz, Krunewaldstr. 2. um 20 Uhr, P P ein neuer Kursus von Genossen Dr. Schlesinger:.Die Wirtschafts- M 15! formen des modernen Kgpitalismus". Wir fordern alle Genossen M W dringend auf, an dieser iirteressanten und anregenden Arbeiisgemeiw schaft teilzunehmen. heule. Dienstag, IS. März: 37. Abt. Erstmalig tagt heute im Jugendheim Tilfiter Str. 4 Sie Kinder- kreundegruvve„Martha Demning" von 18 bis 20 Uhr. All« Perteimit. glieder,.Borwärts'-Leser und sonst mit nn. Sympathisierend« lassen ihre Kinder dorthin kommen. Es wird gebeten,(ich gegenseitig darauf auf- mezifgm zu machen. 38. Abt. Di« Bezirk sfttlirer nehmen heute, pünktlich 19% Uhr, für die Theater- Vorstellung die Gutscheine für die erwerbslose» Genossen ihres Bezirkes bei Bartusch. ssriedenstr. 88, in Empfang. 48. Abt. Bezirksführer müssen ii» Mittwoch, IS. März, dl« arheitslofen Genossen melden bei Katerbaum, Stallschreiberstr. 80. 1. 22. Abt. Cbarlottenburg. Alle arbeitslosen Genossen melden sich beim<9t- Nossen Hilfe, Mindener Str. 3, Gartenhaus 2 Treppen. B E3 99. Abt. Britz-Buckow. 19% Uhr Märzfeierftund« bei Becker, Britz, ß! Ehansseestr. 97. Vach-Onartett, Rezitationen, sfesirede: Dr. Rudolf Pi Breitscheid, SR, d. R. Eintrittspreis 39 Ps.. Erwerbslose srrie» Eintrttt. Morgen, Mittwoch. 19. März: B 32. Abt. Gruppe Meyer. Wcrbepersammlnna NM 2» Uhr im Lokal S Ei Se'-lätter, Krauistr. 543. Referent: Franz Künstler. M. d. R.»Bor- Mi B wärt»'-Leser und Sympathisierend« sind freundlichst eingeladen. W B S I I TT i i t l l f- 1 35. Abt. 20 Uhr hei Schulz. Samariterstr. 88, Funktionärsitzung. 49. Abt. Schwerhörig«. 19% Uhr im Jugendheim Sindenstr. 4,». I, Mit. gliederverlammlnng. Tagesordnung: Neuwahlen, Parteiangelegenheiten. Verschiedenes. Es ist Pflicht eine» jede» Mitgliedes, bestimmt»nd püntt- lich zu erscheinen. 58. Abt. Eharloitenbue«. 19% Uhr bei Liersch, Kantstr. 82. Funktion iirsitznng. Wichtige Tagesordnung. 78. Abt. Schänebeeg. 30 Uhr hei Thiels Gbersstr, 18. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Was mird aus der Berliner Selbstverwaltung". Referent: Gustav Fuhs. 81. Abt. Friedenau. Biltungskreis illngerer Parteigenossen! 20 Ubr bei Klabe. Sandiernstr. 80—01. Bortrag: Industrielle Konzentration'. Rrferent: Dr. Buttkamer.> 82. Abt. Stcalitz. 20 Uhr bei Schellha.se. Ahorn str. 15s. Mitgliederversammlung. Vortrag:»Tic laschistisch« Gefahr". Referent: Gottlieb Reese. 88. Abt. Lichtenrade. 19% Uhr Vorstands- und Funktionärsttzung in der Schule Boonstrane. 99. Ab». Brij-.Buckow. Politischer Arbeitskreis um 20 Uhr in der Salle am Suselsen. Bortrog:„Der Boung-Plan". Ansspracheleiter: Gen. Braunthal. 101. Abt. Treptow. 19% Uhr Mitgliederversammlung im Lokal»Zur Rennbahn"(George nnhaher), Elsenstrahe. Vortrag:»Di« Sparmaßnahmen drr Stadt Berlin'. Referent: Dr. Richard Lohmann. 199. Abt. Friedrichshagen. Pünktlich 20 Uhr im Lokal Siadttheatrr am SRarkt» platz Mitgliederrorsammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über das Thema:»Die politischen Ereignisse der letzten Tage'. Referent: Reichs- tagsobgeordnetc- Sans Vogel. 2. Bericht vom Kreis- und Abteilungs- vorstand. IM. Abt. Bohnsdorf. pünktlich um 29 Uhr im Waltersdorfer man» spricht lammlnng beginnt pünktlich um 29 Uhr. verlammlnng sozialhernskratischer Wöhle» 20 Ubr im»Por-diesgart«»", Inhaber Paul Seiman», Str. 199. Minister a. D. Rcichstag-abgeordneirr W. Soll- über:»Religion, Kirch« und Sozialdemokratie'. Per- 228. Abt. Lichtenberg. Abrechnnm» 1 ÖmttteT«r» Mittwoch, dem 19.. wch Donnerstag, dem 20. Marz, in der Zeit von IS bis IS Uhr, beim Se» Nossen Droppler. an anderen Tagen zwecklos. 138. Abt. Pankow. 20 Uhr Zahlabend im Lokal Sängerheim, Florastr. 98. Bortrag:»Bevölkerungspolitik". Referentin: Marie Kunert, SR. d. R. Wir bitten um recht rege Beteiligung. 137. Abt. Reinickendors.Wcft. 20 Uhr bei Leese. Berliner Str. 78, Bortrag: „Politische Tagesfragen". Referent: Dr. Lelmut Klotz. 238.»it. Tegel, Bezirk Tegelort. 20 Uhr Zahlabend Im Lokal»Zum Schwan'. Scharsenberger Straß«. Bortrag:»Politische Tagesfragen'. Referent: Eduard Zachert, M. d. L. 2403. Abt. Wittenau. Unsere jüngeren Parteigenossen von 18 bis 28 Jahren werden schon setzt auf die Zusammenkunft am Mittwoch, dem 28. März, hingewiesen und gebeten, ssch diesen Tag freizuhalten. 149. Abt. Reichsbrnckerei. 18 Uhr im Lokal Schmitz, Kommandanten- Ecke Beuthstraße, Abteilungsversammlung. Vollzähliges Erscheinen dringend notwendig. Frauenveranstalkung. 3. Kreis Wedding. fTf.. 20., 21., 22. und 23. Abt.) Frauenwerbeveranstaltung am Mittwoch, dem 19. März. 19% Uhr, Gaskochlehrvortrag in der Hoch» schulbraucrei. Amrumer Ecke Seestraße. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Krei« Prenzlauer«erg. Donnerstag. 20. März, 19% Uhr. Im Bezirks- amt Brenzlauer Berg. Zimmer 20(Keller), wichtig« Helfersitzung, Aktenausgabe, Bartrag des Genossen Reinemann über:„Familienfürsorge'. Erscheinen sämt. licher Seifer und Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt ist notwendig. Elternbeiräte. i i e r, i r�fTTx: Mittwoch, 19. März, 19 Uhr, spricht Genosse Dr.«iegsrled Bern- 55 selb in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehner nnd Lchre- W rinnen in der Bchulaula Kochstr. 18. Thema:»Das Probelm der n Schwererziehbaren". Eintritt frei gegen Vorzeigung de» Parteiwit» W gliedsbnches. Vereinigung sozialdemokratischer Juristen. Konferenz am Sonnerstag, dem 28. März,»0 Uhr, im Ebenhol, saal der Rheingold, Potsdamer Str. 3. Vortrag des Regiernngsrats Genosse» Ott» Krebs über:»Renzeitlicher Strafoollzag'(mit Lichtbildern). Eingeführte Säfte willkommen. Jungfozialisten. Nerbebezirk Süden. Wir machen nochmals ans unsere morgrn, 19. März. stattfindennd« Werbekundgebung bei Rabe, Fichtestr. 29. aufmerksam mit der dringenden Bitte an alle jungen Genossen, SAI.-Mitglieder und Sportler, recht zahlreich zu erscheinen. Auch ältere Parteigenossen sind herzlich will» kommen. Beginn 20 Uhr. Sprechen werden Anna Siemsen und Dora Fadian. Gruppe Wilmersdorf. Heute pünktlich 20 Uhr im Jugendheim Wilhelmsaue Diskufsionsabend. Wedding'Gesnndbrunnr». Wir beteiligen uns heut« geschlossen an der Kreismitgliederversammlung im Patzenhofer. Chausseestr. 64. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Grofz-Verlin. DI« nächste Kreisleiterbespeechung(erweiterte Vorstandssitzung) findet am Freitag, dem 21. März. 20 Uhr. in der Geschäftsstelle statt. Bei der Dring- iichkeit der Tagesordnung werden olle Mitglieder de» erweiterten Tsrstandes um ihr Erscheinen gebeten. Di« Sitzung vom 28. März fällt dafür aus. Der iu der letzten erweiterten Vorstandssidung gewählte Organisationsausschuß kommt zusammen am Freitag, dem 25. März, 17% Uhr, in der Geschäftsstelle. Gruppe Landsberger Platz. Heute. Dienstag. 17 Uhr. trefken wir uns vor dem Zugendheim. Wir gehen zum Märzgefallenenfriedhaf. Anschließend beteiligen wir uns an der Gründung der Gruppe B-Itenpl-tz im Jugend- heim Tilfiter Str. 4. MM hoferstraße. non 17 bis 18 Uhr.— Gruppe Quelle. Elternoersammlung in dm Schul« Mariendorfer Weg am Donnerstag, dem 20. Mörz, um 20 Uhr. Reuköllu. Gruppe Birke. Achtung, Eltern! Am Mitlwoch. dem 19. SRSri, 20 Uhr, findet eine Elternversammlung in der Lefling-Schule, Zimmer 17. stait. Neuwahl des Elternobmannes und Kassierer». Um unbedingte. Er- scheinen wild gebeten. Di« Helfer. Geburtslage. Jubiläen usw. 82. Abt. Steglitz. Unserer langjährige» Genolss» LI»« Hart» neu, Brett» Straße 41» zu ihrem heutige» 99. Geburtstage die herzlichen Glückwünich«. Leuchtturm am Bahnhof Kriedrichftrahe. lt ber Berliner Verkehr»- vor dem Friedrichlstroßei»- Architelten Frankel für chni Zvieckc bebauen lassen. Das große Gelände wird jetzt von zwei riefigen Glastürmen flanfiert, deren unter« Räum« mo- derne Restaurationen aufgenonmien haben. Der Zwrscheid- räum wird von dreizehn Läden ausgefüllt. Für den Sommer werden auf der nunmehr durch die Neubauten dem Blick entzogenen mittleren, bisher versumpften und verkommenen Gelände restaurationsgärtnerische Anlagen geplant. Wenn dos Ganze mich nur ein« Zwischenlösung darstellt, so ist dach auf diese Weis«, die Ein- heimischen wie Fremden sicher gefallen wird, der geradezu uner« träglich« Zustand, daß iin Berkehrs, Zentrum Berlins sich eine riesige Schmutzplantage befindet, endlich beseitigt worden. Schuhe und Stoffe von Leiser. Eine apart« neue Nuance brachte die Firma Leiser in dl« bekannten Vorführungen der neuesten Moden hinein, indem sie das Haus„Barver ina" am Zoo zur Vorführung ihrer neuesten Schöpfungen wählt«. In Herrn K i rfch n ing hatte sich die Firma geradezu«inen Zauberkünstler engagiert, der den netten, nur unter« bekleideten Mannequins das Schönste und Neueste auf den Leib steckt«. Mit Stecknadeln und nichts anderem. Georgette, Georgette Tweed, Crepe Moulin, Crepe Schappe, Flamenga, Foulard' Fa- conne, das sind die Stoffdegcichnungen der Sommermode, vor allem aber Tweed und Georgette. Dazu die Schuhe der Firma, die den Vergleich mit den besten amerikanischen und französischen Marken aushalten, aber vielfach nur halb so teuer sind. Kann die Frau mit kleinem oder mittlerem Einkommen auch nur das ein« oder das andere erstehen, so bietst doch die Industrie auch Auswahl in Stoffen, die billig und schön sind. Und die Frühjahr sparode, die jetzt in Hunderten von Schaufenstern stattfindet, wirkt geschmacks- bildend. R«s 9 Tage»ab Sarrosani wird Berlin verlasse», um vlelleiSt nie Wied« zur Reichshaupistadt zurückzukehren. Dir letzte Woche muß daher unbedingt zum Bestich ausgenutzt werden. Di» Abendvorstellungen beginnen um 7% Uhr. Am Mittwoch, dem 19. März, findet wieder eine Familienvorstellung mit voll- wertigem Abendprogrgmm statt. Beginn 3 Uhr. Ende gegen 6 Uhr. Kinder zghlen auf allen Plätzen von 2,20 SRark aufwärts halbe Preise. Der Zirkus bietet selbst bei niedrigster Außentemperatur angenehmsten Aufenthakt. dg durch die beiden großen Heißluftmafchinen stets fllr erträgliä?« Wärme gsforgt wird. Die letzten Borstellungen im Sarrasani-Binterbau finden«m Sonntag, dem A. März, statt. Die GnM. lvmMsMW). Pr. sucht zum baldigen Eintritt einen töcMigen GesdiättsiObrer Bewerber müssen mit allen einschlägigen Fragen, die der Betrieb erfordert, befähigt sein. Bedingung mindestens 5 jährige Verbandszugehörigkeit. Der Bewerbung sind ein handschriftlicher Lebenslauf und Angaben Über bisherige Tätigkeit in der Arbeiterbewegung beizufügen, eben-o Gehaltsanspiüche. Reflektiert wird auf eine eiste Kraft, die kaufmännisch vorgebildet sein muB. Die Bewerbungen sind mi der Aufschrift »Bewerbung" bis zum I April 19J0 zu senden an Alberi Orcws, Königsberg Pr., Vorder-RoH-arlea 61/03, Zimmer 29. Am Sonntag, dem 16. März, verstarb nach langem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, der Gastwirt Alfred Will im 51. Lebensjahre. Dies zeigt tietbetrfibt an Frau Anna Will SdiOneberg, Mart n-Luthcr-Str. 89 Die Trauerfeier(Indet am Donnerstag, dem 20 März, 17 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner StraBe, statt Am 16 März verschieb nach langem Leiden unier lieber Kollege und lang- jähriger Mitarbeit er, der SchriftseKor Albert Schiminsky im Alter von 89 Jahren. Hisss. ert ihm bei uns ein ehrendes Gedenken. Die Zctfcngsbandcclrcr-Abtlg. der UlUtein-A.-Q., Berlin. Die EinSicherung findet Mittwoch. den 19. März, 18'/» Ubr, im Krematorium Wilmersdorf statt Sein stet» kolleaigle» und deteiies Wesen stchc r Roch kurzem, schwerem Leiden ver- schied mein lieber Mann und Vater, unser Bruder. Onket und Schwager. der Gastwirt Ricdard Heimisch Um stille Teilnahme bitten Frau Bchnlich und Tochter EU1. DieEinäscherung findet«m AlMärz, nachmrltags 5 Uhr. im Krematorium Baumtchutenweg statt. Von der Reise surQck Dr. med. Eridi Hunvilz Facharzt für Beinleiden Schönhauser Allee-87— Humboldi 1137 Vom 17 jährigen Rheuma befreit wurde ich durch Zinsscr-RhcumatiZmuS-Tce No. 35. Habe 8 Pakete oerbraucht und die Schmerzen sind verschwunden. s244öt Eh. Bücher, Penzig, Eöriitzcr Str. 3. S« und ähnlich lauten die mehr als 25000 sreiwilligen Anerkennungen, die wir bt9 heute er Valien haben. Wer an Rbeuma- tiSmuS leidet, sollte mit Zinjser-Rheuma- tiSmils-Tee einen Versuch machen. Der Versuch wird sich bestimmt lohnen. Zinsier RheumatiZmuZ-Tee ist in fast allen Npo- theken zu M. 2.50 uns 1.80 daS Paket zu haben, sonst direkt von Dr. Zinsser& Co., G. m. b. H., Leipzig 75. Der seMmmDdvteLüuesdgD i8t Kspitsn, IS 11.20 Pfg VM. Fordern Sie in den Ceschä'ten ausM*e.....PM