BERLIN Dienstag 18. März 1930 ersch«tattizliln- i erschied zu machen, ob ein Minister als Minister oder als Privatmann gesprochen hat. Abg. Morath(D. Pp.) sprach sich für die Absetzung der Ar- beitslosenversicherung au» der Beratung aus, weil nun eine Situation entstanden sei, die die Gegenwart des Rcichsfinonzministers er- forderlich mache. Di« Weitxxbcrotung wurde dann vertagt, damit auch der Reichsfinanz mini st er eingeladen werden kann. Der übrige Rachtrogsctal wurde genehmigt. Heldenstück oder Fälschung? Reichskabinett fordert und erhält Aufklärung. Der bayerische Ministerpräsident Held hat dieser Tage wieder eimnal eine Rede geholt«», in der er sich in seiner Weise auch mit dem Noung-Plan und mit den Bestrebungen der Reichs- regierung zur Kassensanierung beschäftigte. Das Reichs- kabnrett hat jetzt den Reichskanzler einstimmig ersucht, in München um die dringend notwendige Ausklärung zu ersuchen. Jetzt wird dazu durch Woisfs Büro die folgende Er.k.ärung ver> ösfenllicht: In Rr. 65 der Zeitung„Der Tag" vom 16. März 1930 wird behauptet, der bayerische Minesterpräsident Dr. Held habe auf einer Versammlung der Bayerischen Volkspartei in München folgend« Ausführungen gemacht: Er sei der Ueberzeugung, daß auch fernerhin die F i n a n z s ch l a m p e r e, in der deutschen Reichsregierung nicht aufhören werde. Privatrechtlich betrachtet, fei«in Verfahren, in so leichtserliger Weis««iven Schutdvertrag zu unterzeichnen, wie jetzt die deutsche Reichsrcgierung mit dem Young-Plon getan habe, mit Gefängnis als Betrugsvcrsuch bedrobt. denn es sei ausgeschlossen und da? müsse die Reichsregierung wissen, daß dieser Tributplan jemals«rfülll werden könnte." Eine Anfrage beim bayerischen Ministerpräsidenten hat er- geben, daß dieser Teil seiver Rede völlig entstellt wiedergegeben worden ist. Der Herr bayerische Mi. isterp:äsi' ent bat es mit Entrüstung abgelehnt, derartige Redewendungen g-gen die Reichsregierung gebraucht zu haben Auch die bay�fche Presse, pic z. B. der„Regensburger Anzeiger" und' der..Bay.'niche Kurier", eirchölt in ihrer Berichterstattung über die Münchener Ta- gung nichts von solchen Angriffen gegen die Reichsregierung, Eine iolle„Gparaktion". Wie der R-ichsfinanzministcr Dr. Mold«nhau-r am Sonnabend in seiner, Hainburger Rede mitgeteilt hat. findet zur Zeit eine Prüfung der R e i ch s o n st a l t s ü r Arbeitslosen- Versicherung durch den Reichssparkommissar statt. Es soll festgestellt werden, in welchem Umfange in der Verwaltung Er- sparnisse gen, acht und Mißbräuchen der Einrichtungen entgegen- getreten werden kann. Es dürfte die Oeffentlichkeit interessieren, wie der Reichssparkommissar Dr. Saemisä) dies« Prüfung zur Er- zieluug von Ersparnissen vornehmen läßt. Die Prüfung ist dem früheren BUnisterialdirektor B a i l vom Preußischen Handelsministcriuin übertragen worden. Bail»ahm im vorigen Jahre seinen Abschied, weil nicht er, sondern der Sozialdemokrat Staudinger zum Staatssekretär im Handclsministe- rium ernannt wurde. Man gab Bail ein Schinerzensgeld, indem man ihm den Ä o r s i tz Im A u f s i ch t s r o t der neue», vom Reich und von Preußen, gegründeten und subventionierten Schichau A.-G. üHertr.üg. Die Bezüge aus' diesem Posten suntcr Einrechmi'ng der Penstoy) betragen 2 5 0 00 Mark jah'rlich, d. h. llngefähr so viel wie das Gehalt, des aktiven Ministerioldirekiorz, '...-V h...■■ � t>■ Als der Sparkommissor Saemisch Herrn Bail die Prüfung der Reichsanftalt für Arbeitslosenversicherung übertrug, sicherte er ihn, sür dies« Tätigkeit neben den ermähnten Bezügen von 25 000 Mark noch einmal das volle Ministerioldircktorgehalt zu. Gegen diese Zusage erhob dos Reichsfinanzministerium starke Bedenken. Sac- misch aber mißachtete diese Bedenken und erklärte, er habe sich Lzerrn Bail gegenüber bereits gebunden und nunmehr mit ihm einen „Werkvertrog" abgeschlossen über die Erstattung von Gutachten, wo- für er Herrn Bail eine Vergütung von 1500 Mark monatlich zahle. Die Gesanitbezüge des neuen Arbeitslosen- sp.arkoniwissars betragen also jetzt 43 000 Mark jährliä). Dieser Fall, um dessen Abstellung sich hosfcnttich die Reichs- regierung und der Herr Rsichsünanzminiftcr Dr. Moldenhauer sojort bemühen werden, ist ein S ch u l b« i s p i e l s ü r die von manchen Kreisen der hohen Bürokratie und der„Wirtschaft" verlangte Sparsamkeit. Hat es noch irgend elwas mit Sparsamkeit zu tun. wenn man zunächst einmal eine.Nebenvergütung von 18 000 M. jährlich zahlt, um vielleicht einige Mark im'Einzelfalle einzusparen? Die Reservenfrage in London. Eine Kompensation für Frankreichs Rachgeben zur See. London. IS. Alärz. slVIB.) Es mehren sich die Anzeichen, die aus eine allmähliche An- Näherung zwischen den Delegationen Frontreichs und Groß- brilanniens und aus ein größeres gegenseitiges ver- st ä n d n i s sür gewisse Fragen gedeutet werden könnten, in denen man sich bisher ziemlich ablehnend gegenüberstand. In diesen Fragen scheint auch das Thema der ausgebildeten Rc- fernen zu gehören. D>c Tatsache, daß diese Frage,«venn auch unofsiziell, zwischen Mitgliedern der Delegationen Großbritanniens und Frankreichs er- ärlert wurde, wird«an britischer Seite nicht mehr so entschieden tu Abrede gestellt wie bisher. Eine offizielle Stellungnahme ist von Selten Mocdonalds ober wohl noch nicht erfolgt. Mas man jedoch zur Zeit über die Ausfassung der britischen Delegation von der Gesomtlage weiß, wird aufmerksame Beobachter zu dem Schluß veranlassen, daß der britische Premierminister im Interesse eines Erschütterndes Zild der Gegenwart .Em armer Großindustrieller bittet vm eine milde Gabel. Erfolges der Iloltenabrüstunzsronscrcnz bereit sein könnte. Zu- geständnisse zu machen, die er als Mitglied der Opposition als der Abrüstung nicht förderlich bezeichnet hat. Die brilijche Delegation scheint jetzt aus dem Standpunkt zu stehen, daß der Zweck die Nittel heiiigl und daß es unverantwortlich fein würde, den Erfolg der Flottenkonserenz durch ein hartnäckiges Bestehen auf Forderungen zu gefährden, die in der Praxis doch nicht durchführbar wäreu. Es wird geltend gemacht, daß jedes Land, wenn es dies wolle, in der einen oder anderen Form Mann- jchastsreseroen ausbilden könne, und daß es im größeren Jnieressc zum Beispiel Deutschlands liegen würde, durch eine» Erfolg da» allgemeine Ziel der Abrüstung auch zu Lande nähergerückl zu sehen. Es wird sogar der Ansicht Ausdruck gegeben, daß sich Deutschland der Heber zeug»ngskrasl dieses Beweis- gruudes bei elngehendcr Würdigung der Lage kaum werde ver- schließen können. Andererseits wird von britischer Seite erneut hervorgcl>ob«n, daß Amerika und Großbritannien e? ablehnen, den Gedanken eine» politischen Paktes zur Gewährleistung der französischen Sicherheit im Mittelmeer zu erwägen. In einem Leitartikel über die Lage auf der Floitentonferenz sagt„Times": Der Patient, der schon im Sterben zu liegen schien, hat sich wieder etwas erholt. Ob aber Aussich auf völlige Ge- nesung besteht, ist eine andere Frage. Das Hauptverdiemt an der Rettung der Konferenz gebührt dem britischen Premierminister, der mit der unschätzbaren Unterstützung Stimsons und Morrows hartnäckig dahin gearbeitet hat di« Hoffnung auf ein Fünfmächtc- abkommen am Leben zu erhalten Da eine politisch Gararnie der französischen Sicherheit nicht in Frage kommt, liegt die einzige Hoffnung auf eine wirklich Verminderung des französischen Pro- gramms in einer Versöhnung der französischen und stalienischen Anspruch. Ruck nach links in Krankreich. Selbst in dm Hochburgen der Reaktion. Paris, 18. März.(Eigenbericht.) In zwei- französischen Prooinzdepartements zeigen Ersatz- wählen zur Kammer einen allgemeinen Umschwung in der Stimmung der Bevölkerung. Im Arrondissement Quin,- perlö, im entlegensten, reaktionärsten Winkel der Bretagne, wo die Sozialisten 1928 überhaupt keinen Kandidaten aufgestellt halten, erhielten sie jetzt über 1600 Stimmen von 14000 oder mehr als 10 Prozent. Der Raditalsozialift Cadoret erhielt 5500 Stimmen. Die realiionäre demolratisch-republikanische Union hat fast die Hälfte aller Wähler eingebüßt. Auch im Arrondissement Donfront, einer der Hochburgen der Reaktion, wo Ersatzwahlen für einen krankheitshalber ausscheideirden Abgeordneten stattfanden, ist die Stimmcnzahl der demokratisch- republikanischen Union von 14000 aus 10 500 zuriickgegangen, wäh- rend die Stimmen der Linken von 500 0 aus 700u gestiegen sind. Stalins Staatsstreich. Neuer Llmsturz der russischen Wirtschastspolitit. Der neue Aufruf des Zentralkomitees der Russifchen Kommunistischen Partei, dessen Hauptthtsen wir vor wenigen Tagen bereits wiedergegeben haben, liegt nun im Wortlaut vor. Einleitend heißt es da: „Aus den Berichten, die bei den: Zentralkomitee der Partei ein- gelaufen sind, ist zu ersehen, daß neben wirklichen Fortschritten in der Kollektivierung oerschieden« Tatsachen ein Abbiegen von der parleilinie in den verschiedenen Teilen der US SR. beweisen. In erster /Gini« wird der Grundsatz der Freiwilligkeit bei den: Ausbau der Kollektivwirtschaften verletzt. In einer Anzahl Bezirke tritt statt dessen der Zwang zum Eintritt in die Kollektiv- wirlschafteu unker Androhung der„Lnlkulakisierung", des Verlustes der Wahlrechte usw. Das Ergebnis ist, daß unter die Zahl der„Ent- kulakisierten" bei den.Kulaken", die im ganzen laut statistischen Erhebungen 3 Proz. ausmachen, wird sowohl das Land als auch alles ander« Vermögen tonsisziert und sie selbst werden mit ihren Familien in die Gebiet« des Nordens auf Zwangsarbeit verbannt, auch ein Teil der mittleren und armen Bauern fällt, so daß unter Umständen die Zahl dieser Ent- tulakisierten 13 Proz. ausmacht, und die Zahl derjenigen, die der Wahlrechte verlustig gehen, 13 bis 20 Proz. Es sind Tatsachen eines unerhört groben, skandalösen und verbrecherischen Umspringen» mit der Bevölkerung bei«inigen niedrigeren Funktionären, die selbst mitunter Opfer der Provokation von konterrevolutionären Elementen wurden.(Plünde- rung, Austeilung des Vermägens, Verhaftung der mittleren Bauern und selbst der armen Bauern usw.) In manchen Bezirken steigt die Zahl der kollektivierten Wirt- schalten künstlich in wenigen Tagen von 10 auf 90 Proz. Die Zahl der kollektivierenden Wirtschaften wird einfach von oben her dekrediert. Als weiter« Abbiegung von der Linie der Parteipolitik nennt der Aufruf die zwangsmäßige Sollekllvlerung der Wohnhäuser, de» Kleinviehs, des Geflügel» usw. Man vergißt, heißt es, daß wir nicht em Geflügel- md Gurkenproblem zu lösen haben, sondern das Korn- Problem. Die Folg« dieser sinnlosen Verzerrungen ist eine Diskreditierung der Kollektivierung und ein Abfluten der Bauernschaft aus einer Reihe in aller Eile neugebackener Kommunen und Genossenschaften. Besonders interessant ist der Passus, der sich auf die religiösen Verfolgungen bezieht. Er lautet: Schließlich hält das Zentralkomitee es für er- forderlich, die vollständig unzulässigen Verzerrungen der Parteillm« auf dem Gebiete des Kampfes gegen die religiösen vor» urteile zur Sprache zu bringen, desgleichen die Verzerrungen auf dem Gebiete des Warenaustausches zwischen Stadt und Land. Wir haben dabei im Auge die administrative Schließung der Kirchen ohne Einwilligung der erdrückenden Mehrheit des Dorfes. Solch«in Borgehen führt gewöhnlich zur Verstärkung der religiösen Borurteile. Das gleiche gilt von der Auflösung der Märkte in einer Reche von Ortschaften: dadurch entsteht eine Verschlechterung der Städteoersorgung. Diese Praxis, die unter der Flagge linker Phrasen geübt wird, kommt nur den Kcmterrevvlutio- nären zugute. Das Zentralkomitee ist der Ansicht, daß dies« Ver- zerrungon die hauptsächlichste Hemmung für eine weitere Entwick- lung der Kollektioierung barstellt und eine direkte Hilfe für unseren Klassenfeind bedeutet." Es folgen nun acht Forderungen, deren Erfüllung das Zentral- tomitee sämtlichen Parteikomitees zur Pflicht macht. Die ersten drei Forderungen beziehen sich auf den Kampf mit der zwangs. mäßigen Kollektivierung und auf die Notwendigkeit, das bereits Erreichte zu festigen. Die vierte Forderung geht dahin, daß s ä m t- l iche Listen der C n t k u l a k is i e r t e n und ihrer Wahlrecht« verlustig Erklärten nachkontrolliert werden sollen und die Fehler, die in dieser Beziehung besonders hinsichtlich der mittleren Bauern, der früheren roten Partisanen und der Mitglieder der Familien von Dorflehrern, Lehrerinnen, Rotarmisten gemacht wurden,- o r rig i e r t weiden sollen. Die sünste Forderung besagt: „Don den sich auf die Kulaken beziehenden Regeln sollen Aus- nahmen gemacht werden jür die Mitglieder von Familien, zu denen sowjettrene rote Partisanen. Rotarmisten und Dorflehrer gehören, falls diese für ihre Familienmitglieder die Garantie über- nehmen(d. h. daß das Vermögen dieser Kulaken nicht konfisziert und sie selbst nicht verbannt werden sollen)." Die sechst« Forderung: „die Schließung von Märkten ist zu verbieten, die geschlossenen sind wieder zu öffnen, die Bauern im allgemeinen und die Mitglieder der Kollektivwirtschaften im besonderen sind nicht daran zu hindern, ihre Erzeugnisse auf den Märkten zu verkaufen." Di« siebente Forderung:»Wit der administrativen Schließung der Kirchen, die unter dem Deckmantel des freiwilligen Wunsches der Bevölkerung geschieht, ist ein Ende zu machen. Die Schließung der Sirchen ist nur zuzulassen, fall» wirklich die erdrückende Mehrheit der Bauern dieses wünscht und auch dan nnur nach Bestätigung der Beschtüssc der Dorfversammlungen durch die Bezirksvollzugsröle. Bei Exzessen in bezug aus die religiösen Gefühl« der Bauern und Bäuerinnen sind die Schuldigen zur strengsten Verantwortung zu ziehen." Achte Farderung:.Die Funktionäre, die nicht verstehen oder nicht gewillt sind, gegen die Verzerrungen der Parleilinie einen energischen Kamps zu führen, sind von ihren Posten zu entheben und durch andere zu ersetzen." Rotftont ermordet Sozialisten. Die Bluttat in der Grauustraße vor Gericht. Vor dem Schwurgericht l hatten sich der arbeitslose Schlosser D ü v e l und die früheren Arbeiter Steinte und M a n t e y zum zweiten Male wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu oerantworten: Am 0. Marz 1929 hatten sie die sozialdemokratischen Gewerkschaftsangestellten Pa eg« und H« i n r i ch vor einem Lokal in der Graunstraße 41 niedergestochen. Ein erster Termin hatte vertagt werden müssen. Der Ange- klagte Steinke, ein notorischer Trinker, sollte in eine Trinkerheilanstalt verschickt werden. Es entstanden Zweifel, ob er am 9. März überhaupt zurechnungsfähig gewesen war. Da» Gericht beschloß deshalb, ihn auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. Der Angeklagte Düvcl befand sich in der fraglichen Nacht gegen 'Al Uhr in betrunkenem Zustande«vif dem Heimweg«. Als zwei Frauen seinen Weg kreuzten, belästigte er sie. Er folgte ihnen auch in das Lokal Graunstraße 41, in dem der Baugswerksbund ver- kehrt. Ein« der Frauen— die andere war ihre Schwester— be- klagte sich bei ihrem Mann, der sich im Lokal befand. Der Auf- sorderung, sich zu entschuldigen, kam Düvel nicht nach. Er meinte. es ist doch nicht so schlimm, wir sind doch Kameraden.„Wieso sind wir Kameraden?" erhielt er zur Antwort. Da machte Düvel die Handbewegung„Rot Front".„Dann sind wir um so weniger Kameraden, denn wir sind Sozialdemokraten," erhielt er zur Ant- wort. Düvel wurde ausfallend und an die Luft gesetzt. Das trunkene Hirn des Raufbolds brütete Rache. Er schickte seine Freunde in ein kommunistisches Lokal in der Lortzingstraße, um Hilfe zu holen. Dem früheren Rotfroniincmn Düvel gesellten sich nun der wegen U Zerschlagung von Parteigeldern ausgeschlossene Rotsrontmann M e li tz und M a n t e y, gleichfalls früher Rotfront- mann, und Steinke. dessen man sich im Lokal Lortzingstraße als Rausschmeißer bediente und der als Messerheld bekannt war, hinzu. Düvel ließ sich von Steinke«inen Gummiknüppel geben, begab sich zur Eingangstür des Lokals und rief:.Letzt komme heraus, wer will." Heinrich und P a e g« traten in die äffen« Tür. Sofort siel man über"die beiden her und bearbeitet« sie mit Messern. Kurze Zeit daraus starben die Unglücklichen an den erlittenen Verletzungen._ Aechiet die Hallunken! Aufruf gegen die Bombenleger. kiel, 18. März.(Eigenbericht.) Der Oberpräsident Kürbis und der Regierungspräsident von Schleswig-Holstein, Abegg, haben an die Bevölkerung einen Auf- r u f erlassen, der sich mit den Bombenattentaten in Oldesloe und Neumünster beschäftigt. Än dem Aufruf heißt es u. a.: „Gibt es noch ernste Männer, die glauben, solche Untaten seien wirtschaftliche Rot, seien Verzweiflungsakt« in ihrem Dasein be- droht« bodenständiger Bauern? Wer glaubt noch, daß der T o d Unbeteiligter und wilde Zerstörungswut Hilfe bringen? Mit politischen Wirrköpsen kann es keine Gemeinschaft mehr geben, kein Berständms mehr für sie, kein Gerede von ihrem Idealismus. W« feige mit der Bombe in der Hand unker dem Schuhe d« Dunkelheit anderer voltsgenossen Leben und Eigentum zu zerstören trachte». Ist der Ehre bar und darf sich aus die Achtung ehrlicher Männer nicht berufen. Ohne Ordnung und Sicherheit im Voltsleben können weder Voll noch Staat bestehen. Was die Be- Hörden tun können, sie jetzt unld künftig zu sichern, wird nachdrücklich geschehen. Will sich Schleswig-Holstein seine Verunglimpfung durch gemein- gefährliche Bombenoerbrechen weiter gefallen lassen? Soll es er- lauben, daß radikale Heißsporne irgendeiner politischen Richtung Andersdenkenden mit der Bomb« ihren Willen auszwingen? Wir rusen die schweswig-holsteinische Bevölkerung aus, damit sie aus dem Boden von Staat, Versasiung, Recht und Ordnung sich in dem Ziel eine, die Verbrecher unschädlich zu machen, sie nicht mehr zu dulden, wo Ehre und Ordnung zu Hause sind. Nicht mit Gewalt und Verbrechen, sondern mit geistigen Waffen und Selbst- zucht wird Schleswig-Holstein sein« deutschen Ausgabe dienen." Nazj beleidigt HS Minister. Urteil: 2000 Mark Geldstrafe. Königsberg, 18. März. Wegen Beleidigung durch die Presse stand am Sonnabend Erich Koch, der Gauleiter der ostpreußischen Nationalsozialisten, vor dem hiesigen Schöffengericht. Kurz vor Auslegung d« Listen zum Hugenberg-Begehren war bekanntlich ein van sämtlichen Ministern und mehreren bedeutenden Wirtschaftsführern unterzeichneter Ausruf erschienen, der sich gegen das Boltsbegehren wandte. Daraufhin hatte Koch im nationalsozialistischen Blatt„Ostdeutscher Beobachter" einen Artikel veröffentlicht, der die Minister in schärfster Form angriff. Dveseir die lleberschnft„Die Agenten Frankreichs" tragende Aufsatz wies ein« Fülle schwer st er Beleidigungen auf, unter anderem war von„Ehrabschneidern" und.Lainszeichen des Verrats" die Rede. Kach bestritt vor Gericht, die Minister beleidigt zu haben. Seine Angrisfe hätten lediglich der Person der Unterfertigten In Ihrer Eigenschaft als Parteiführer gegolten. Der Anklagevertreter. Oberstaatsanwalt Kudicke, rügte oie äußerst rohe Farm des politischen Kampfs und beantragte eine Gefängnis- strafe von einem Jahr. Das Urteil lautete auf 2000 M. Geldstrafe. Den beleidigten Ministern Brau», Grzesinsti, Müller, Seoering, Dietrich, Guerard, Wirth, Wissell, Curtius, Etegerwold, Hilferding, Schätze! und Gröner wurde die Publikations- befugnis des ertennenoen Teils des Urteils in den Königsberger Zeitungen zuerkannt, ferner im„Berliner Lakalanzeiger", in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" und im„Bürwärts". Erfindungen um Grzefinski. Die Meldungen von einer Kandidatur des früheren preußischen Innenministers Grzefinski zum Oberbürgermeister von Bertin sind vollkammen falsch. Zunächst ist das'Amt des Berliner Oberbürgrr- meisters bisher noch nicht frei. Abgesehen davon, dürste selbst für den Fall, daß Böß bald in Pension geht,«ine Neubesetzung diese» Postens erst nach der Verabschiedung der zur Zeit dem Preußischen Landtag vorliegenden neuen Bertiner Gemeindeversassung in Frag« kommen. Da» wäre in«inigen Monaten. Im übrigen befind« sich der früher« preußische Innenminister Grezesinski zur Zeit überhaupt nicht in Berlin. Er dürfte von seiner behaupteten Kandidatur ebenso überrascht sein, wie jene Kreise, denen die Absicht bieser Kandidatur zugeschoben wird. Oampferkatastrophe in Columbien. 60 Personen verbrannt. New York, 18. März. Ans La Torida in Columbien wird ein schweres Dampfcru«glück gemeldet. Etwa S0 Personen sind beim Brande eines Flußdampfers ums Leben ge- kommen. Die 34 Passagiere und 2V Manu der Besatzung wurden in der Nacht vom Feuer überrascht, das mit solcher Geschwindigkeit um stch griff, daß wahrscheiu- lich uieckand den Flammen entkommen konnte. Der Dampfer sank nach kurzer Zeit. Amsterdam. 18. März. Die Holland- Amerita-Linie teilt mit, daß ihr mit Stückgütern betodener, 6855 Tonnen graßer Dampfer„Blyden- d y k", der sich aus der Fahrt von Java nach New Port befand, i m Suez- Kanal in einer Entfernung von 15 Seemeilen von Suez tu Brand geraten ist. Das Feuer nahm sehr bald eine solche Aus- dehnung an. daß die Besatzung da» Schiff verlassen muhte. Sie wurde von dem herbeigeeilten Bergungsdampfer„Protector" an Bord genommen. Haßgesang gegen die(Sozialdemokratie. Oeutschnationale Erklärung im Landtag. Zu Beginn der heutigen Landtagssitzung gab Ab- geordnerter vorck(Dnat.) eine Erklärung außerhalb der Tages ardnung ab, in der Bezug genommen wird auf die Anfrage der deutschnationalen Landtagsfrattion wegen des Der- Haltens der Staatsregierung zum Nolkstrauertag. Die Be- antwortung dieser Anfrage sei durch ein« Veröffentlichung des „Amtlichen Preußischen Pressedlenstes" vorweggenommen worden, in der jedoch ausdrücklich gesagt ist, daß sich der Minister- Präsident die offiziell« Beaniwortung im Landtag noch vor- behalte. Di« deutschnationale Fraktion protestiere gegen dlcse un- gewöhnliche Form der Beantwortung, die bereits auf Einzelheiten der Anfrage eingehe. In dieser Verlautbarung des„Amtlichen Pressedienstes" sehe seine Fraktion eine Beschimpfung aller nicht den derzeitigen Regierungsparteien angehörenden Deutschen.(Sehr wahr! rechts, großer Lärm links.) Sie sei eine Verhöhnung der von vielen Millionen deutscher Frauen und Männer als berechtigt anerkannten Einführung des Volkstrauertages.(Lebhafte Zu- stimmung rechts, großer Lärm links.) Die ErNärung sei ein« rein parteipolitische Polemik gegen diejenigen, die in den van der Sozialdemokratie und dem Reichsbanner an diesem Volkstrauertag veranstalteten parteipolitischen Haß- tundgebungen mit vollem Recht eine gewallt« Störung der Einheitlichkeit und Gemeinsamkeit diese« den Gefallenen gewidmeten Gedenktages erblicken. Di« Form der Erklärung sei sonst nur in einer gewissen Presse zu finden, sei aber für eine amtliche Re- gierungsstelle unangebracht. Die deutschnationale Fraktion werde oerlangen, daß nicht nur der Ministerpräsident, sondern auch der Leiter des„Amtliche» Pressedienstes" zur Derantwartung gezogen werden. Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung«in und überweist ohne Debatte den llrantrag van Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Volkspartei der die Ordnungsbestimnrungsn aer Geschäftsordnung, die bisher nur für das Plenum galten, auch auf die Ausschüsse übertragen will, dem Geschäftsardnungsausschuß. Den Anlaß dazu haben bekanntlich die Obstruktionsversuche des Abg. Schulz- Neukölln(Komm) im Hauptausschuß gegeben Dagegen soll das Hausrecht dem Präsidenten vorbehalten bleiben. Es folgt die dritte Beratung eines Zentrumsantrages auf An- nähme eines Gesetzentwurfes über die Erhöhung der Altersgrenze der Hochschullehrer von 65 aus 68 Jahre. Ohne Aussprache stimmt das Haus dem Antrage gegen Sazialdemotraten und Kommunisten zu. Hierauf wird die Beratung der beiden Gesetzentwürfe über die Verlängerung der Grundvermögens- und Hauszins- st e u e r bis 31. März 1931 miteinander verbunden. Abg. Schulze-Stapen(Dnat.) setzt sich für den Einheitswert als Grundlage der Grundvermögensbesteuerung ein.— Abg. Zacobi- Rasfauf(Z.) hält die Einführung des Einheitswertes jetzt für un- durchführbar. Sein« Fraktion wird der Verlängerung der Gesetze um ein Jahr zustimmen. Abg. von Eynern(D. Vp.) begründet Abänderungsanträge seiner Fraktion aus Herabsetzung der beiden Steuern und fordert Freistellung der Landwirtschaft von der Grundsteuer für 1930.— Abg. Falk(Dem.) wendet sich gegen die Abänderungsanträge der Volkspartei, die einen Ausfall von 200 Mill. M. ergeben würden. Der Vorredner habe keinen Weg gezeigt, diese Ausfälle im Etat zu decken.— Abg. Oberdörster(Komm.) wendet sich gegen beide Steuern. Bei Redaktionsschluß dauert die Aussprache noch an. Kreiiod eines Ehepaares. Mii Gas vergiftet. 3n ihrer Wohnung In der wiener Skr. 62 wurde gestern abend der 41jährige Gürtler Otto Damm und seine 44jährige Frau Wartha durch Gas vergiftet t o t aufgefundeu. Zweifellos liegt Selbstmord vor. Der Grund zur Tat ist bisher nicht bekannt. Das Nüstzeug der Varbaren. Sozialdemokratischer Landtagsabgeordneter auf dem Friedhof niedergeschlagen. Hanau. IS. Würz.(Eigenbericht.) Der Landtagsabgeardnete R e h b e i n, Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Hanau, weilte gestern ans dem städtischen Friedhof am Grabeseine» Vaters. Dabei wurde er von kommunistischen Arbeitern erkannt, die ihn anpöbelten. Al» er sich das verbat, kamen kommunistische Friedhofsarbeiter hinzu, die mil Schaufeln und Hacken auf Rehbeln einschlugen, so daß dieser blutend und schwerverletzt in seine Wohnung geschafft werden mußte. Verbrecherjagd im Zentrum Berlins. heule mittag wurde der Lehrling eine, Berllner Rechts- aowalt» auf der Treppe de» Hause» Spandauer Str. 22 von einem Verfolger hinterrücks niedergeschlagen und ihm die Aktentasche, in der sich S00 Mark befanden, geraubt. Auf die Hilfe- rufe de» lleberfallenen wurden in dem Haus beschäftigte Angestellte aufmerksam und es wurde safart die Verfolgung der Täter aus- genommen. Es entspann stch eine wilde Zagd durch die P a r o ch i a l st r o ß e bis zum Molkemuarkl. hier konnte einer der Täler gestellt und festgenommen werden. Dem anderen Verbrecher gelang es, mit dem geraubten Gelds zu entkommen. Der Festgenommene, der die Angabe seiner Personalien hart- nackig verweigerte, wurde dem Raubdyernat eingeliefert. Polen wünscht Kolonien. Der polnisch« Senat hat eine christlich- demokratische Resolution angenommen, die die Regierung auffordert, bei einer Neuverteilung der Kolonialmandate durch den Völkerbund ein Mandat für Palen zu verlangen. Oer Tag der Märzgefallenen. Wallfahrt zum Kämpferfriedhof im Friedr chShain. Ein trüber Regenlag— der heutige Gedenktag der Revolution von tS4L. Zum zrveiundachtzigslen Male ehrt da, Berliner prolelariat die Barrikadenkämpfer von einst, seine Helden. Ilm 8 Uhr ist es so still uns ruhig auf dem kleinen Friedhof im Friedrichs Hain wie sonst immer. Der Wärter stellt noch die Kranzhalter auf, reinigt sie vom Schneeschmug der letzten Tag«; im eben geöffneten Tor postiert sich die Ehrenwache des Reichsbanners mit der Fahne in den Farben, die den toten Freiheitskämpfern Symbol waren. Schon kommen die ersten Be- sucher zum Schauen und zur stillen Andacht: Arbeitslose Männer und Frauen, Proletarier wie die von damals, die von einer besseren Zeit träumten. Schnell wirft dieser und jener Passant«nen Blick zum Friedhof hinauf, ein Postbote macht aus seinem Bestellgang vom nahen Krankenhaus her den kurzen Umweg am Tor vorbei. Kranzdelegationen erscheinen, der Ortsaucschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkjchaftsbundes erfüllt als erster seine Dankespflicht, die Abgesandten vom„Vorwärts", vom Parteivorstand und der sozialdemokratischenReichstagsfraktion bringen riesige Kranzgewinde.„Den Vorkämpfern der Republik" widmen die letztgenannten das Tonnengrün. der„Vorwärts" schrieb auf seine rote Schleife: .sIhr sänket dahin im Kampfgewühl Ihr wieset uns das hehre Ziel. Wir führen aus, was Ihr ersehnt, Bis rings die West die Freiheit krönt!" Das Bezirksamt Friedrichshain, das den früher arg vernach- läfsigten Friedhof sauber pflegt, widmet seinen mit schwarzrot- goldener Schleif« geschmückten Kranz«Den Kämpfern von 1848": „Vorwärts immer, rückwärts mmmer", gelobt das Reichsbanner im Bezirk Friedrichshain mst seiner Spende. Die Ankommenden mehren sich, Delegationen aus den Werkstätten und den großen Be- trieben bringen zum Test großartige Gewinde mst Sprüchen, die heute kein« Polizeischeere mehr abschneidet. Die kommunistischen Organisationen, die sich sonst im revolutionären Ueberschwang nicht genug tun konnten, fehlten bis gegen 1l> Uhr vollkommen. Di« Belegschaft des.,Dorwärts"-Betri«bes hat einen Kranz ge- sr.ndt mst der Inschrift: „Kampf um Freiheit und Streben zum Lichl Bleibt uns wie euch einst heiligste Pflicht." Daneben war e'm großer Kranz des Bezirksverbonds der Sozialdemokratischen Partei zu scheu. Das Berliner Reichsbanner und der Ortsverein Prenzlauer Berg sandten Kränze mst schwarzrotgoldenen SlhUisen. Recht zahlreich sind die Kränze der Berliner Gewerkschaften. In den Vormittags- stunden kamen noch Kranzdelegattonen des AfA-Orts- k a r t e l l s, des Verbandes der Zimmerer, des Eisenbahner- verbandes und des Gesamtverbondes oer Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe. Auch die Belegschaften des Ullstein- und Scherl-Derlags und die Demokratische Partei ehrten die Märzgefallenen durch Kranzspenden. Auch das Grab des im November 1918 gefallenen gingen Sozialisten Habersath war überreich mst Blumen geschmückt. Nietzsches Zusammenbruch. Aach unveröffentlichten Dokumenten. Die Ltntersuchnng gegen Krau Momm. Berliner Psychiater hinzugezogen. Die Frau des Regierungspräsidenken Momm hat nach dem gestrigen Geständnis vor der Potsdamer Slaatsanwalkschaft einen schweren Rerveazusammenbruch erlitten und. muh auf An- raten des ilrzkes zunächst einige Tage Ruhe haben, bevor die Der- nchmuvgen sorlgcführt werden können.?m wesenilichen hat Frau Momm alles zugegebeu und es handelt sich eigentlich nur noch darum, ihr die beiden Personen gegenüberzustellen, denen sie die Veräuherung de» Famillenbesshes übertragen hatte, von der Potsdamer Slaatsanrvaltschast ist beschlossen worden, den Leiter der Charite in Berlin zu bitten, zwei Psychiater zu benennen, die Frau Momm aus ihren Geisteszustand untersuchen sollen. Di« Polizei ist im Augenblick noch bemüht, festzustellen, wo- her das Wertzeug stammt, mst dem Fvau Momm die Ein- brüche vorzutäuschen versuchte. Es besteht ein gewisser Verdacht, daß der junge Mann, der ihr behilflich war, das Tafelsilber bei Althändlern anzubieten, auch die Bohrer, Stemmeisen usw. besorgt hat. Wenn das der Fall sein sollte, würde sich die chandlungswoise des Uhrmacher», um den es sich hier handelt, allerdings in einem anderen Licht darstellen. Juristisch liegen die Dinge so, daß Frau'Momm in drei Fällen durch Vorspiegelung falscher Tatsachen die Aachen-Mün- chener Versicherungsgesellschaft getäuscht und' somit einen B e- trug verübt hat. Frau Momm führte einen chaushalt im großen Stil. Es wurden Schutben über Schulden gewacht, so daß selbst kleine Kaufleute kerne Zahlung mehr erhalten konnten. In dieser Bedrängnis Ist Frau Momm dann wohl auf den Gedanken getom- men, sich irgendwie Geldzu beschaffen. Sie fingiert«»«ehrere Einbrüche, bracht« die angeblich gestohlenen Gegenstände beifeit« und ließ sich von der Versicherungsgesellschaft aus ihre Dieb- stahlsanzeigen hin mehrmals Beträge auszahlen. Es wurde zunächst behauptet, daß Frau Momm den größten Teil des Geldes für die Unterstützung einer religiösen Sekte verwendet haben soll. Diese Annahme hat sich nach den Feststellungen jedoch als irrig erwiesen. Inzwischen sind auch die beiden Helfer—«s bandest sich um einen befreundeten Regierungsrvt der Familie und einen Potsdamer Uhrmacher— ermittet! worden, die Frau Momm beim Verlausen des Tafetsilbers und anderer Gegenständ« behilflich waren. Wie Frau Momm selbst angibt, hat sie ihren Helfern er- zählt, daß sie überflüssiges Silber verkaufen wolle, um einer in Rot geratenen Familie zu helfen._ Großer Fabritbrand in Neukölln. In der vergangenen Nacht brach in der Hammerkopf. s a b r i t von Launisch in der Sander st raßeN in Neukölln aus noch unbekannter Ursache F e u e r aus. Di« Räume der Fabrik befinden sich im vierten Stockwerk des Quergsbäudes. Gegen �2 Uhr wurde von dem«ächter plötzlich ein starker Feuer. schein bemerkt. Di- Feuerwehr rückt« zunächst mst zwei Löschzügen an. Inzwischen hatten die Flammen fast die ganze viert- Etage erfaßt und mußten drei weitere Züge nachalarmiert werden. Au» zahlrsichen Schlauchleiwngen wurde lange Zest hin- durch Wasser gegeben. Trotzdem konnte nicht verhindert werden. daß auch der größte Teil de« Dachstuhles von den Flammen ersaßt und in seiner ganzen Ausdehnung vernichtet wurde. Die Auf- räumungsarbeiten dauerten bis in die Moogenstunden hinein. Erst gegen 1410 Uhr vormittags konnte die Brandwache zurück- Woge» verde». Der Schaden ist sehr erheblich. Test dreißig Iahren ist Friedrich. Nietzsche körperlich begraben. Sest dreißig Jahren haben seine Ideen die Böller der Erde erobert. Test dreißig Iahren hat der Nietzschesche Gedanke auch viel soziales Narrentum und polstische Verrücktheit gedeckt. Wild gewordene Ausleger maßten sich an, der Vision vom„Uebermenfchen" den Sinn unterzulegen, daß die Feindschaft gegen die Banalität gleich- bedeutend mit dem Recht auf Menschenschmderei wäre Man weiß, daß der Philosoph zehn Jahr« lang im Irrenhaus zerfiel, jeden Tag spürbarer, jeden Tag tragischer und zum Schlüsse so tierisch, daß es sogar die abgehärteten Aerzt« vor solchem Anblick jammerte Die Familie, besonders die Schwester, Fraa Förster-Nictzsche, klagt« nur das unerforschliche Schicksal an, das fulminante Genie böswillig zer- stört zu haben. Aber die gelehrten Aerzt« suchten nach der natürlichen Ursache dieses Unterganges Sie entdeckten, daß der große Mann ungesunde- Däterblut geerbt hatte. Diese gefährlich« Konsti- tutior soll er dann durch erworben« Syphilis noch weiter geschwächt haben und so ein Opfer der Paralyse geworden sein Die einen 1 diagnostizieren absolut auf Syphilis und Paralyse die anderen i schließen auf«ine Gehirnerkrankung, die den Patienten nicht unbe- dingt als einer. Büßer für seine bescheidenen Iugendvergnügungen erschemen läßt. Wie dem auch sei, sicher ist. daß Nietzsches Crtran- kunz noch heute ein Thema ausregenöer Auseinandersetzungen bildet. Nun wird Dr. E. F. Po dach, ein schätzenswerter Populari- sator naturwissenschafllicher Erkenntnis, nächstens im Verlag Niels Kampmann(Heidelberg) ein neues Buch über Nietzsches Zusammenbruch veröffentlichen. Bekannte und auch noch unveröffentlichte Dokumente werden dort zusammengetragen. Und keine Dichterphantasi« könnte die Krankheitsgeschichte, die sich so auf- rollt, erschütternder erfinden. Nietzsche übersiedelt von der Einsamkeit des Engadins noch Turin. Er will auch inmitten der prächtigen Paläste und pompösen, Straßengalerien Einsiedler bleiben. Nichts Geringeres plant er als „die Umwertung aller Werte" und die Schöpfung des„Antichrist". Di« Worte, die er findet, und die Gedanken, die er sonnt, sprengen jede Ueberlieferung. Da beginnt er plötzlich, seine Freunde mit fest- samsten Kundgebungen zu überraschen. Georg Brandes und August Strindberg, aber auch d«r treue Peter Gast empfangen Zuschriften, die in keinem Zug« einem gewöhnlichen Briefe ähneln. Aus perga- mentenen Riesenbogen, die den Blättern einer Reichsbulle gleichen, erfahren die Bewunderer, daß Nietzsche sein Recht auf«in Welt-. königstum geltend machen will. Er offenbart, daß er eigentlich der Kön'a von Italien ist. Cr wird die Monarchen der Erde nach Rom vor Gericht laden. Besondere Feindschaft hat er dem deutschen Kaiser Wilhelm II. geschworen, den er bald in der ewigen Stadt erschießen wird. Die Freunde lachen zimächsO Sie sind entzückt über die herrliche Spötterstimmung. Die blendenden Botschaften sind nicht mit dem bürgerlichen Namen, sondern mit dem Signum des großen Julius Cäsar unterzeichnet, lind Strindberg nimmt das feurige Spiel auf, indem er seine Antworten als„Deuz rnaximus optimus", als der himmlische Herrgott selber, ausfertigt. Bald erfuhr man. dieses Spiel sei nicht eine heitere Komödie, sondern das düsterste Trauerspiel. Der Denker, der sich als Nachfahr und Wiedergeburt der schönsten Gottheit des Dionysos und der gütigsten Gottheit Jesus Christus ausgegeben hatte, hatte schon in der Tollheit gesprochen. Er hatte in Turin deutliche Spuren des Wahnsinns gezeigt. Durch Tobsucht, die Tag und Nacht nicht auf- hörte, brackt? er seine Wirt-leut« zur Verzweiflung. Professor Over- deck, der Baseler Freund, der den Zusammenbruch ahnt, eilt noch Italien, um den Kranken so schnell wie möglich in ärztliche Obhut zu bringen. Unter unsäglichen Mühen gelingt die Ueberführung nach Basel. Nietzsche Höst dauernd schwungvolle Reden, in denen er seine Verwandtschaft mit allen Kronenträgern der Welt behauptet Er schläft nicht, er singt, er johlt, er will die Wände hochklettern, stürmisch umarmt«r jeden, der ihm entgeoentritt. Er trotzt allen Beruhigungsmitteln. Er tänzev, sein« Gebärden sind die aus- schweifenden Gesten eines Berauschten. Vor diesem Anblick ist Over- deck,«in gläubiger Theologe, so entsetzt, daß auch seine Gedanken sich verwirren. Wie, wäre es nicht die menschlichste Wohltat an dem Leidenden gewesen, wenn er den Mut gesunden hätte, das zerstörte Genie einfach umzubringen und so vor weiteren Qualen zu be- wahren? Dem Verfasser unseres Nietzscho-Buches wurde gestattet, die bisher unbekannten Protokolle und Tagebücher zu studieren, die die Baseler und hernach die Ienenser Psychiater über ihren berühmten Patienten aufzeichneten. In den ersten Jahren des Siechtums funkelte es noch in dem zerbröckelten Gehirn. Doch meistens verlor der Kranke den Faden und prahlte nur mit feinem Wellregententum. Er erzähste von seinen Legationsräten und Lakaien. Das Vokabular, dessen er sich bediente, war gespickt mst majestätischen Ausdrücken. Ob er auf dem Transport in ein schmales Sondercoupe oder nachher in seine vergitterte Jrrenzell« geführt wurde, er bedankte sich stürmisch und überschwenglich für den sürstlichen Empfang. Er begrüßte die Personen seiner Umgebung mst höchsten Potentaten- titeln, genau st>, wie es einstmals der wahnsinnige Hölderlin pflegte. Aber er tut auch das Nutzloseste, dos den Wahnsinnigen so kläglich charakterisiert Papierschnitzel und Lumpen sammelt er und oerbirgt alles das so verschmitzt, als hätte er einen Kronschatz zu hüten Bald hat er entdeckt, daß er der Gebieter aller Hohenzollern ist und taiser- licher als Wilhelm II., den er so vor Gericht zstiert, um ihn erschießen zu lassen. Als Gebieter der Hohenzollern besiehst er den Wittels- bachern in Bayern und den Zähringern in Baden, auf die Herrscher. rechte ihrer Dynastien zu verzichten und sich ins Privalleben zurück- zuziehen. Er beseitigt nicht nur Wilhelm II., scndern auch den Fürsten Bismarck und schließlich— die Antisemiten, die ihm«in besonderer Dorn im Auge sind. Kurz vor dem Zusammenbruch sandte Nietzsche seine Schmäh- schrist gegen Richard Waoner hinaus. Sie erzielte mehr gegen die Wagnerianer als gegen Wagner selbst. Getroffen werden sollten vor allem die Banreuther Vasollen, die schon frühzeitig anfingen, deutschtümelnd und rassenbegeistert den Judenhaß und tausend andere Borniertheiten zu predigen. Dieser Hast klang noch seltsam in die Wahnsinnsjahre Nietzsches hinüber. Balo glaubt er, der ongetrauie Gemahl Cosima Wagners zu sein. Bald beschuldigte er sie, ihn hinterlistig in das vergitterte Haus gelockt zu haben. Aeußerlich bewahrte er noch die Würde Es war den Ienenser Aerzten sogar angenehm, wenn er sich mit Besuchern gesellig'nner- hielt. Der Zerfall des Kranken stockte dann. Der ständigste Besucher war ein« Weile Dr. Langbehn, der„Rembrandtdeutsche", auch«in besessener Schwärmer, der viel Unheil in unreifen Köpfen anrichten sollt«. Langbehn redete sich ein, Nietzsche sei gar nicht krank, sondern nur vom Teufel besessen. Er wollte dem oerehrten Mann den Teufel aus dem Leibe treiben, und solange quacksalberte«r mystisch an seinem hilflosen Opfer herum, bis die Aerzte ihr Veto«inlegten. Diese Aerzte, Otto Binswanger, ein großer Mediziner und Menschenfreund, und sein damals noch junger Assistent, Theodor Ziehen, der später aus Psychiatrie und Spekulation eine sehr originelle Weltanschauung zusammenbaute, gönnten ihrem Patienten die Bewegungsfreiheit, so lange es irgend ging. Die Mutter, die Pastorwitwe, übersiedelte von Naumburg nach Jena, um in der Nähe ihres Sohnes zu sein. Am Tage blieb er in ihrer kleinen Wohnung und phantasierte gewaltig auf dem Klavier. Oder sie getestete ihn ins Grüne, wo sie dann vor ihm herwandelte, und er folgt« ihr gehorsam, wie ein kleines Kind— wie ein unterwürfige« Tier. Schlafen kehrte er artig in die Irrenanstalt zurück. In den jetzt zum erstenmal veröffentlichen Protokollen liest man, daß Frau Nietzsche„beschränkt" war. Was lallte sie denn anders gewesen sein, diese Sorgenmutter, die das Glück und dos Leid hatte, einen der genialsten Europäer zur Welt zu bringen? Daß sie ihrem Herzen mehr glaubte al? den Aerzten, daß sie besonders jeden Tag an die Wiedergesundun«. ihres Sohnes glaubte und sich durch unverbesser- liche Hoffnung dem Pessimismus der Aerzt« widersetzte, ist ja so natürlich. In zehn Iahren des Warten» und Bangens mußte üe allerdings«rfabren, daß die Klilgheit der Aerzte schärfer gesehen hatte als die Mutterliebe. Nox Hocbdorl. Marcett Galzer gestorben. Zw Alter von sö Zähren ist der bekannte vortragskünfiler Mar cell Salz er. der schon lange Zeil herzleidend war. in seiner Mahnung in VersinLichkerfelde an einem herz- schlag gestorben. Wer kennt ihn nicht, den kleinen, schlanken Herrn im taillierten Gehrock und mit der Krawatte, die zu einem kunstvollen Plastron geknüpft ist? Drei dick« Lexikonbände liegen auf dem Stuhl, damit der Herr Professor über den Tisch sehen kann. Mst zarten, manchmal abrupt abreißenden Gebärden illustriert er seinen Vortrag. Alles lebt an dem Menschen. Das Gedicht, die Novelle oder die Anekdote erhält in seiner Interpretation sprühendes, wirklichkeitsechtes Leben. Da oben auf dem Podium sitzt fast ein Virtuose der Verwandlungs- kunst, ein Herr, der die grotesken Grillen der Menschen aufstöbert und damit die anderen zum Sachen bringt, doch in diesem Lachen liegt keine Schärf«, kein« beißende Irom«, sondern versöhnlicher und verstehender Humor. Dieses Lachen zeigt ejL Herz, das mit den Menschen sich lt. War dieser kleine Mann nur ein Humorist? O nein, er war viel mehr. Wenn er Liliencron oder Dehmel sprach, dann kam ein gestastender, großer Künstler zum Vorschein, der in der ersten Reche stand. Marcell Salzer begann in Wolzogens titerarischem Ueberbrettel. Brennerts..Hasenpfote', in der er dm zweiten Kanzlisten spiest«, bracht« ihm dm ersten großen Erfolg. Aber er blieb nicht bei der Bühne. Er bereist« als Vortragsmetfter Deutschland und auch das Ausland. Ueberoll fand er durch seinen warmen Humor Lieb« und begeistert« Verehrung. Salzer war eine einzigartig« Erscheimmg. Viele versuchten, seine Bohnen zu beschreiten, aber erreichten ihn nie. der. Die Schauspieler benehmen sich, als ob sie auf der Bühne ständen, sie reden sind reden und— man hört kein Wort. Wenn aber einmal eine Texteinlage kommt, dann haben die Sprecher aus- gerechnet Stockschnupfen. Das bei einem Sportfilm unbedingt nötige, mitreißende Tempo wird nie erreicht. Jede Kleinigkeit ist gedehnt und wirkt gequält. Selbst ine Boxkämpfe, die für den Sportsrnann interessant sind, haben nicht mehr den Reiz der Neu- hest: weil wir sest ein paar Iahron im Beiprogramm jeden großen Boxkomps in der Welt sehen. Noch dazu mit Zeitlupenaufnahmen und allem Raffinement, auf das sich die photographisch tüchtigen Amerikaner verstehen. Max S ch m elin g kann, obwohl er mühe- voll stets in die allerbeste Pdsilwn gebracht wird, vor dem Kurbel- tasten als schöner Mann nicht bestehen Daher macht Reinhold S ch ü n z e l, der Regisseur, etwas in Nachtkustur und zeigt ohne Behang di« Kehrseite von Maxens fabelhast durchtrainiertem Körper. Reinhold Schünzel hatte für sich selbst ein paar Paradeszenen zurechtgelegt. Er wirkt« als Ansager am Mikrophon. Da er aber überhaupt nicht zu verstehen sst. bereitete er sich«inen regelrechten Reinfall. Olga Tschechows ist sehr wirkungsvoll als verführerische Dame. Diesen Film sollt« man unter den Reklamen zeigen; denn den Anspruch aus einen Spielfilm kann er nicht«cheben.«. d. „Liebe im Ring." Terra-Lichispiele und llniverkum. Dieses Filmmanuskript hat nur einen � Gedanken, nämlich die Spekulation auf ein gutes Geschäft. Dreht« man doch einen Film für den von starkem Reklamegeschrei umtobten Schmaling. Maxe, der von einer alten Mutter(Frieda Richard) betreut wird, steht zwischen zwei Frauen. Di« eine ist ein« groß« Kokotte, die ander« ein braves Mädel aus dem Volk. Max gewinnt die ehrlich Liebende und auch noch zwei Boxkämpfe. Diese Geschichte wird uns als sogenannter Tonfilm serviert, mst einer Abweichung vom rein Optischen, di« totsöchlich bedenklich stimmt. Beim stummen Film bemühten sich die Photographen um Lichteffekt«, beim Tonsilm spiest di« Photographie offenbar gar keine Rolle mehr, gar las bietet sog« wehr als einmal unklare LS» Umgruppierung in den Berliner Museen. Der Umzug der deutschen und anNken Sammlungen ganz oder teilweise in die neuen Häuser Am Kupfergraben, di« ihrer Vollendung im Herbst entgegengehen, bringt auch in den alten Gebäuden der Berliner Museen wichnge Veränderungen. So hat im Alten Museum am Lustgarten der archaische Saal der frühen griechischen Bildwerke wohttuend an Raum gewonnen, er wurde von den Architeklurstücken befreit, die in das Architekturmussum im Neubau abgewandert sind. Aufs geräumigste wird sich jetzt die Kunst der Etrusker entfallen können, für die ein völlig neuer Saal geschaffen wird. Uebrigens kann das neu« Pergamon-Museum erst vom 1. Oktober d. I. an zugänglich sein und wegen der großen Bau- arboitar jetzt niemandem Zutritt gewährt werden. Auch im Kaiser.Frredrich-Museum hat der Umzug begonnen, ! und der Saal mit der mittelalterlichen Kunst Oberdeutschlands, im Erdgeschoß, mußte bereits geräumt werden. Di« übrigen Räume mst deutschen Bildwerken bleiben noch bis zum April zugänglich. Im Sonnner wird die Aufstellung im neuen Haufe beendet sein. Eine Abonnementsgemeinschaft der R« i n ha rd t- B ü h n e n und der Staatstheater wird erwogen. So sagt ein in Zjfcaterkreis«» verbreitetes Gerücht. Beschlossen ist noch nichts. Oer Geist des Landsknechts. Die Tinte schreit nach Blut. Was uns fehlt, ist der Heldengeist. Daß es in Deutschland Leute(ftbt, die sich mit zwei Millionen Toten, mit einer Million Verhungerten(Krüppel, Witwen und Walsen außer Ansaß gelassen) begnügen können— das ist der wahre, der alleinige Grund unseres Elends. Wer's nicht glauben will, lese nach bei Hilgenberg, der es uns zweimal wöchentlich versichern läßt.(KB.; Von Leuten, die wader gestorben noch verhungert sind.) Im„Tag" leitortikctt ein ausranzisrter adeliger Ofsizier, Freiherr von Modem. Am Tage der Annahme des Joung- Planes bekam Herr von Medem Hei in weh,—„Heimweh nach den Schlachtfeldern des große!« Krieges, Heinrweh nach dem Hunger und Durst und dem Bülten und Sterben." Man mochte es für eine rhetorische Floskel kalten. Aber Herr von Medem steht am Sonntag noch einmal auf, um zu versichern, daß es sein absoluter Ernst gewesen sei. Er schwadroniert über„Gefühle der Heimatlosigkeit des Frontkämpfers im heutigen Deutschland, gesteigert bis zum Heimweh noch der seelisch-mönnlichen Sphäre des Schlachtfeldes." lind komprimiert diese Empfindungen in dem Ausrits:„Was war f 6) o n ein Trommelfeuer," Gibt es so etwas? So etwas gibt es. Dem Helden des„Tag" sekundiert im.Lokal, Anzeiger" eine Walkür« Hannah Brandt. Sie bat die hinreißende Entdeckung gemacht, daß die Mütter ihre Söhne für den Krieg nicht Hingebon mußten, sondern— durften! Begeistert schildert diese Seherin, wie beim Rufe„Freiwillige vor!" die ganze Kompagnie geschlossen ihre drei Schritte vor, wärts machte...(Frontkämpfer haben erlebt, wie bei dreimaliger Aufforderung die ganze Kompagnie geschlossen stehen blieb!) Aber trujti weiß Bescheid, wenn Frau Hannah verächtlich von der.Halt' lostgkeit der Tllelzuvielen" redet, der Bielzuoielen, die nie begreifen wollen, daß ihre einzige Lebensaufgabe darin besteht, sich siir die Edelinge vom Schlage Freiherr von Modem und Haiutah Brandt hevdenweis abschlachten zu lassen. Die Walküre.Hannah kennt den Krieg nur vom Hinterland. Der Pazifismus besteht fü» sie aus den Leuten, die„heute noch darüber empört sind, daß damals der Nachbar sich Marken für Weizenbrot oerschaffen konnte". Bon Müttern, die ihre kranken Kinder sterben sahen, weil sie ihnen keine Milch verschaffen konnten — sie wurde aus den patentdeutschen Rittergütern verbuttert—> von denen hat die Hugeitbcrg-Heldi» nichts gehört. Der Freiherr von Medem aber wird sich darauf berufen. daß er als Offizier das Trommelfeuer kennengelernt hat. Er imponiert uns nickst. Im Rechtsousfchuß des Preußischen Landtags wurde vor einigen Iahren das Gnadengesuch äines Schwer- Verbrechers behandelt, der sich in seiner Bittschrift besonders darauf stützte, daß er Inhaber des Eisernen Kreuzes Erster Klasse sei. Auf Befragen erklärte der Ministcrialvertreter; Dies fei richtig, aber kämt« das Ministerium nicht beeindrucken. Man habe in vielen Fällen die Erfahrung gemacht, daß sich verwegene Einbrecher, kaltblütige Mörder usw. auch als Soldaten durch besonderes Draufgängertum aus- gezeichnet hätten. Gewiß sind deswegen nicht alle Draufgänger im Krieg« Ber- brecher gewesen, auch der Freiherr von Modem nicht. Wer daß gerade die Verbrecher so ausgezeichnete Soldaten waren, gibt zu denken, durchleuchtet den heldischen Schwindel und die Romantik des Troinmelfeuers. Es gibt in Wirklichkeit«ine dvrch Gefühllosigkeit ausgezeichnete Me n sch en k la ff e, bei der sich Stumpsheit gegen das eigene Leiden mit Strumpfheit gegen fremdes Leiden, beziehungsweise mit ausgesprochener Grausamkeit verbindet. Eine Zeitlang nannten sich die Kreise. die sich jetzt gerne als„Frontfoldateit" titulieren, mit Vorliebe Landsk»echte. Das trifft den Nagel- auf den Kops. Lands- tnechtsnatstren sind sie, mit Hang und Trieb zum Abenteuer. zum Blutvergießen, zum Hasardspiel des Krieges. Me geringe Eindrucksfähigkeit ihres Gehirns läßt sie Erlebtes, mag es auch noch so schrecklicher Art sein, in kürzester Zeit wieder vergessen. Und war solch Landsknecht wieder eimnal glücklich und heil aus der Frontlinte zurück, wälzte er sich im noblen OfflZ'ersquartier bei requiriertem französischen Champagner, dann grölte er blut-, wein- und siegestrunken:„Was ist schon ein Trommelfeuer!" Lassen wir die Landsknechte grölen! /onstlian. Woldemaras und pletschkaiiis. Sine Auschrist aus dem Gefängnis. Hyronimus Plctschkaitis sendet uns aus dem Insterburger Gefängnis folgende Zuschrift, die wir mit Rücksicht ani sein? Lage zum Abdruck bringe», natürlich ohne uns ihren Inholt, insbesondere ihre Schlußwendungen, zu eigen zu »nachen: Wo l d e m a r a s brachte kürzlich einem Pressevertreter gegen- über seine Unzufriedenheit zum Ausdruck darüster, daß die litauische Regierung zu den Gerichtsverhandlungen in Jnsterburg keinen Vertreter d e s- li tau i s ch e n Gerichts als Sachver- ständigen gesandt habe. Seiner Meinung noch wäre mein Pro- zeß eine sehr günstig« Gelegenheit gewesen, um die Hinter- gründe der„P le t s ch k a i t i a d e" aufzuklären. Für. die Ocsfentlichkeit wird es sticht ohne Intcrtsie sein, zu Missen, aus welche Weise.die Hintergründe" meiner„verbrecherischen" Tätigkeit ousgellärt werden sollten,, als Wvldemqros selbst an der Spitze der litauischen Regierung stand. Asts gut unterrichteter Quelle ist inir bekannt, daß man im Sep- teistber, al? Woldemaras.»och Dilktor in Litauen war, im litauischen Ministerium des Innern plante, zu meinem Prozeß zwei„zuverlässige" Zeugen zu schicken, die die Aufgabe haben sollten, unter Eid dem deutschen Gericht zu beweisen, daß ich gegen Woldemaras o.in Attentat beabsichtigte und es außerdem auf deutschem Boden auszuführen im Begriff war. Ferner erklärte Woldemaras dem Pressevertreter, daß das Attentat. vom 6 Mai 1SZ9 auf ihn den Beweis erbracht hätte, daß P l e t s ch k a i t i s ihn ermorden wollte. Auf diese„Beschuld!- gung" von Waldemavas kann ich nur antworten, daß in Litauen überhaupt noch kein einziger Prozeß stattgefunden. in dem festgestellt werden konnte, daß i ch mit einem Attentat auch nur in entferntester Beziehung gestanden hätte. Und dies ist Wolde. maras natürlich bekannt. Sollte es aber so sein, wie Woldemaras will, nämlich, daß ich mit dem Attentat vom 6. Mai irgend welche Verbindung habe, undMdoß diese Derbiirdvng durch dos Unter- suchungsoersahren festgestellt wurde, so fragt es sich, warum der Prozeß über das Atlentol vom 6. Jllai von einem Feldgericht in geheim geführten Verhandlungen, unter vollem Ausschluß non Ver. »eidignng und Presse statlsand. Der Prozeß über dos Attentat vom 6. Mai hätte doch Woldemaras die beste Gelegenheit gegeben, die angeblichen.Hintergründe", wo ich versteckt fein soslle� der litauischen Oeffentlichkeit sowie der Oeffentlichkeit des Auslandes klarzumachen durch öffentliche Verhandlungen eines normalen Gerichts, unter wirksamer Beteiligung einer Verteidigung und der Presse. ( Außerdem will ich hier hinzufügen,, daß die Zeit u öch nicht g e k ö iii in e n ist, die.Hintergründe" ouszuklärest und zu entscheiden, w e r in Litauen der wirkliche Mörder und wer seine Opfer sind. Diese Zeit wird erst, kommen. Ich glaube, daß dann an der Stelle vor dem Siaatstheater in Kowno, wo am g. Mai der junge Student Wosizlin.s auf den Diktator Woldemaras geschassen hat, dos litauisch« Volk ein Denkmol errichten wird. Ich bin mit denen, die dos Denkmal bapen werden, mit denen, dje 'das Denkmal schon jetzt in ihren Herzen tragen.'Rur darin besteht meine Beziehung zu dem Attentat vom 6. Mai. Aber nur darin! Vetter für Verlin: Itnbeständig mit Abkühlung und Schauern.— Für Dcotschland: Uebcrall unbeständiges und kühles Wetter mit verbreiteten«chauern. Das Gefchäst des Nazi. Zsticks Aufstieg. Der nationalsozialistische Innenminister Thüringens Dr. Frick bezieht ein Gehalt von lStt» M. im Jahre. Diese Tatsache ist den Nationalsozialisten, die einen-Hauptteil ihrer Agitation mit der Behauptung von Futterkrippenpolitik bestreiten, sehr unangenehm. Deshalb verbreiten sie in ihren Versammlungen die Behauptung, Frick habe auf 13000 M. seines Gehaltes zugunsten des Landes Thüringen verzichtet und begnüg« sich mit 3000 W. Geholt. Diese nationalsozialistische Behauptung ist. wi« von zuständiger Seite mitgeteilt wird, falsch. Frick«hält genau so wie die anderen bürgerlichen Minister sein Gehalt von 1500 M. monatlich. Da er bisher pensionierter liayerrschcr Oberamtmann war, bedeutet also seine Ministerlaufbahn für ihn ein glän- zendes Geschäft. Wird Frick pensioniert, so wird er ein um das mehrfache höheres Ruhegehalt bekommen, als'hm bisher in seiner Eigenschaft als bayerischer Oberamtmann zustand. Man steht, welchen Grund di« Nationalsozialisten haben, sich über die„Futtcrkrippenwirtschoft" anderer aufzuregen. Verleumder vor Gericht. Gustav Bauer gegen das Mönzenbergblatt. D!« Barmat-Afsäre beschäftigte das Amtsgericht Mitte in eurer Privatkloge, die der frühere Reichskanzler und Abgeordnete Genosse Gustav Bauer gegen den Redakteur Hurtig van der„Welt am Abend" angestrengt hatte. Anläßlich der Sklarek-Asjäre war am 4. November 1029 In der„Welt am Zlbend" ein Artikel„Barmyt über den Fall Sklarek" erschienen, in dem ein angebliches Interview mit Julius Barmot wiedergegeben wurde. Barmat' äußerte sich hierin über die Technik der Bestechung hochgestellter Pcrsönlichke'ten und sprach von dem früheren Reichskanzler Bauer als einem „Stoffel von unerhörter Dummheit". Außerdem wurde Bauer der Vorwurf der Bestechlichkeit gemocht. Rechtsanwalt Wigoschiusk! wies als Vertreter des Klägers den Richter darauf hin, daß diese Behauptungen schon bei dem Barmat-Skandal von einein Untersuchungsausschuß geprüft und als nichtig er« klärt worden waren. Er verlangte daher die Bestrafung des angeklagten Redakteurs wegen Beleidigung und Verleumdung des Klägers Bauer. Für den Angeklagten führte sein Verteidiger aus, daß er den Wahrheitsbeweis für die Vorwürfe aus dem be- anftandeten Artikel erbringe» möchte. Er verlas aus einer Broschüre einen Vries, in dem angeblich die genauen Summen angegeben waren, die Bauer von Barmat für die Beschaffung von Krediten und Informationen aus hohen politischen Kreisen«halten habe. Der Schreiber dieses Briefes, der noch ermittelt morden müsse, wurde als Zeug« für die Richtigkeit dies« Behauptungen genannt. Der Richter behielt sich die Beschlußfassung über den W- trag aus Erhebung eines Wahrheitsbeweises vor. In acht Togen soll dieser Beschluß und bei Ablehnung des Antrages sogleich das Urteil oerkündet werden._ Rumänische Gemeindewahlen. Natürlich große Iiegierungsmehrheit. Bukarest. 17. März. Di« Gemein de m a h le n' in den Städten wurden gestern beendet.. Von IkiO Ortschaften liegen die Ergebnisse vor. Di» Listen der Re g: e r Ii n g s p o r t e i haben in 1ZZ die Mehrheit der Stimmen evhalten, die Liften' der liberalen Partei in 15, die Min- derheiteillistsn in 6, und bürgerliche Listen olzn« politischen Clw- raktqr in 6 Ortschaften. Prozentual verteilen sich die Stimmen ehwa in soigondor Weis«: Regierungspartei 60 Prozent, Liberale 20 Pro- zent, Sozialisten 5 Prozent, Ungarn 314 Prozent. Kommunisten 3 Prozent. Di« übrigen Stimmen cnlsollen aus kleinere Splitt« Parteien. Verantwortl. lllt die Aedaktion: Salsg-nz Berlin:»l irn: Td.»locke, noiinz Buch- Berlin. Lerlag: Lorwärt» Berloz ch" m" d. Berlin. Smi, »Cucktttl und Lerlagianstalt Paul Singet& Ca.. Berlin£25 63, Linden Ilrabe 3. Kier»» 1 Beilage. Dienstag. 18. 3 Staats-Oper Unter d. Linden Teil-Ab. 1 Sie. He. I Jabrn-JW.»«. 75 30 Uhr Sdiwssda, der Dadslsadtpfeifer Ende 2?' i Uhr Staats-Oper In Piltz Her bpuMit Vorst i» » Uhr mieifo Ende n Zt-t- Uhr Dienstag, 18. 3. stödt. oper Bismarck str. Turnus II 30 Uhr Madamn Builertly Enden. 22"» Uhr Staat). Steph. im tmUmiiniucht $1.1.3 Di. HU JÜrns-tU. Ho. CS 19 Uhr Liebes Leid und Lust Ende 21-/« Uhr MI.WIkl'IdMMIU 20 Uhr Das Friedensfesl Ende 22 Uhr SCal/Ä TSgl. S u.B'l, Uhr. H S Baw. 9250 Pr. 1-6M. Woohentg. S U. 50 P(.-3 M. Osstspiel Erich Carew ua« f«linto 9 iHiBfiiallnn. Utrgkl an«» Tägi. S u. Slö lonni. 5 a 8" A«be. E 4. 8066 llNTERNAT. VARIETE 8.15 Uhr leatr. 2619 RauUiefl erlsDhl| Goldin mtt nenm Dlasloncn DeniusiSSaio'aiolt.a HeiletueTBiuiHuir| 3 UcwDln-s Sensation am Luft- Irapez usw. VolHsbühne Tbsater im BSiovpbtz. 8 Uhr Amnestie Schauspiel v.Cari Mar. Finkelnbit'g Beule: 698(5. SUrk Staat). Sdiiller-Th. 8 Uhr Dos Friedensfesl Staatsoper AmPLd Republik 8 Uhr HdeHo s'/.uhr CASINO-THEATEIl olhrin'4«* StTA�e 37 Wieder da neuer Schlager Der wahre Jakob StOrmlsdier Hetlcr kcUi-ErfoIg Dazu ein enlkl baolu Programm Quisehem tfir 1—4 Peri.o,n.en Fguteuil nur tJS Sessel 1.75 Sonstige Preise; Parkett a- Rang 0.80 M. Dsotsdies Theeüt D 2 WiieeodauiH 5201 Tägl. 8". Uhr Der Kaiser v.Ametika von Bernard Shaw Reg.: Max Reiabardi Kammerspiele 0 2 WildeDlaniii 5201 P/« Uhr Die liebe Feindin KidUi no LMitiiu dp»: wüt Srl-itz« Die Komödie J1 BIsmck.2414/7316 8'/. Uhr Die Kreafor Schtuspiel na Finl. Braikaar Regle: uaz Belnhanit Bamowsky-fiöhnon Thuter m der XSniggrStzer StriB« Täglich 8'/« Uhr Professor Bernhardt von«rthor Sdnitziir bjli■ VIdir hreoniiy Komödlonhaua Täglich S"i Uhr Oer LQoner und die nenne von CUP! BOtZ Komische Oper Friedrich'str. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich SV« U. Bulla Bi Bulla Idwak nn«ml- tu 0«r I Lustspteihaus Friedrichstr. 236! Bergmann 2922 I Täglich 8"i Uhi Liebe auf der zielten BUek |Die goldne Meisterin! (Traute 3to»e) 1 QroSe Wiener Aujstattungs-B Operette in 3 Akten mit derl I Musik von Edmund Eysler 1 [täglich 8.15(jeden Sonntag uml 5.15 und um 9 Uhr« im Rose-Theaterl | QroBe Frankfurter Straße 13-1 ] Billettkasse: Alex. 3422 und 3494 1 Sonnabend 5 Uhr SdueewciBUitn und Bosenrsi (Nächsten Sonnabd. 11.30 abends| „Oer Moslernat:«". Vunitiof>d Montii tSglkh m 1H Dbr «et KB 4-9 Obr«heedi. GROSSES SCHAUdPIELHAUc) 8 Uhr Hnr noch 44 Vorstellungen! 3 Musketier» Regie; ERIK CHARELL H ionnmü Gudini. ouseH. xnldi pi. Residenz-Tbeatei KQnstl. Leitung Gaslon Brieic Täglich 8", Uhr Sonntag 4 Uhr ElsrfeKt Rundiook halbe Pr. Direktion Dr. Robert Klein Oeutschis KOnstler-Tbett Barbarossa 3937 8Vj Uhr Sex Appeal lnlia.T.Fi«leriblnvlili kqii: Förster UrriMB« Albort Eassermann, Mails Ehristlaas Berliner Tlieater DönhoK 170 8 Uhr Ende 10',« Uhr „Eins, zwei, diel" von FranzMolnat mit H» PalUnbenj. Regle: GasL Härtung Vorher: Souper Regie rieinr HU per-. Operettenliaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral-Thealer) Täglich vi/,. Uhr nie Fiedermaus mit Gustav Marrnet Preise t. 2. 3 M MelropoMti. 8'/« Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Riefeard Tauber Musik von Frans Lehär Trlaoon-Ttieate Leitngg: Dir. iralin Georgenstr. 9 Täglich 8V. Uhr Die Freundin von Sodermann Preise 1, 2, 3, 4 M. Clrcns Carl HAGENBECK 1 im BtDfcfe-Geb&txdc| Unwiderruflich letx e Vor- Istelunq Dienstag, den >8. März, abend. 8 Uhr i Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8.10 Uhr madame hat Ausgang Erika von Tellmann Paul Hirbleer »ermann ScbaufuB Lrovskl, Braut PUllliarmonle 8 Uhr Beeth.-Cyklns des Philharm. Dreh Dlrig. PraL I. Prdvet Lftaii Salt PraL Lusit Kientzir. L uns IL Shst RUt. Hin:. Es-dur. Eintritt I Mk Planeiarinm am Zoo /ulä]. jeaaiB.ititr L-il B. S. Ba/barossa 5378 IM,« Uhr Der ftlUl- p.hrainaiel '•'«Uhi MerttwOrdlgt 8 ern«(tinaoJimw 20V. Uhr BnsCT Mond Eintritt l Marie Kinder 50 PL WWW Dlraktiaa: Or. Martin Zickai WWW Komische Oper friedrtclislr.104. Uerkat 1401 4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8". Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arunld uud Bacb mit Guido Thlolaehar. Schuir. Sehroth, Burg. Hildabrand.Walier Baoo. flink. Bahmer. Wen«'« Lustspielhaus•'■'s u. Friedrichstr. 23t>. Berttnaon 2922/23. Liebe aef den zweiten«. Riemexil»* Heack. Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbe-ochen. iheaterl.d.Bet)renstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 OlreklioB Ralph Arthur Robert» 8V« Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) BerUner Olk-TriO Naukölln V uJbastr.747B> Lessiog-Thealer Weidtadnm im e.oue Täglich» Üh» Ulzle i Voisiellg. ftflara oreyfus von RehiitCh und Herzo t Total. B. 90115.701 Kottb Str. 6 Tägl 8 Uhr aacbSanm. oacl:m.3l) Elite- SSnger. 8 Tiümple oUBll. fidei aiateoo fitjn.PregraiBin Hieater d. Westens Täglich»'■« Uhr: Hole] Slam Lemberg Musik von Gilben Leo Sdiöixrndor. Udlicnatctn, Carola Alexander plaU Naua Königatr-SS Reichshallen-Theater Abends CD sonnlag nadnn.[ZI Slelflner-sanger zum SanatorlDia schiuo sonnensiidi Siamlttags Haida Preis« I Zentrum 11263 Oöntio»4-Brelt VarltU. Tanr. 9002 en. loL 6. Saarn. 5'j Tel BaeijvaJd 4335-36, 0800,(960 Dienstes: V'i Uhr Vor stell unp Mittwoch: 9 mir ramUlen-fsrsteUnng -linder zahlen auf allen 0 ä zen v. 2.20 M. aufwärts hglbe Prp sc. Audi TV, Vorstellung. Nur noeb 6 Tage H ficifage Dicnstagj 18. März 1950 Si�Abimd StteUatikQaSih du F ortpflanzungsschäden Das Problem der Schwangerenarbeit Vor kurzer Zeit erschien mit dein Titel„Fortpflanzungs- schödigung der erwerhstätigen Fran und ihre Abhilfe" ein kleines Buch im Ambrosius-Barth-Perlag. Leipzig, von Prof. Dr. Heinz K ü st n e r, Oberarzt der Universitäts-Frauenklinit in Leipzig Prof. Küstner veröffentlicht in diesem Buche außerordentlich auf- schlußreiche-i Materiol, an dem niemand, der cm offenes Auge für die soziale Entwicklung besitzt, vorübergehen kann. Cr stützt seine Ansichten in erster Linie auf die in seiner Klinik vorgekonmrenen Fälle, die in die Hunderte gehen und mit denen«r infolge seiner genauen Kenntnis brauchbare und— wie es uns scheint— eindeutige Statistiken zusammenstellen konnte. Prof. Küstner ist nicht der Ansicht, daß die Berufsarbeit ohne weiteres zu körperlichen Schädigungen der Frauen führen muß. Eine gesunde Frau kann unbeschadet mittelschwere Berufsarbeit leisten. Was speziell die Schädigung in der Entwicklung der weib- lichcn Genitolorgäne durch Erwerbstätigkeit betrifft, so läßt sich darüber ein abschließendes Urteil vorläufig noch nicht abgeben. Viele Frauen, die heut« im gebärsithigen Alter stehen, sind in der Kriegs, und Inflationszeit aufgewachsen und es läßt sich in den meisten Fällen nur sehr schwer unterscheiden, ob sich heute auswirkende Schädigungen durch Unterernährung oder durch di« Crwerbstätigkeit verursacht worden sind. Es gibt jedoch einzelne Berufsarten, bei denen sich gefährliäie Einwirkungen auf die Fort- pstanzungsfähigkeit der Frau nachweisen lassen. So können bei Maschinennäherinnen durch das langdauernd« Sitzen Gebärmutterverlagerungen und-fentungen entstehen. Ferner kann das bei vielen Berufen notwendige langanhaltend« Stehen, � bei dem der Beckenboden belastet wird, gefährlich werden. Für die Beurteilung der Beeinflussung der Frau durch di« Erwerbsarbeit während der Schwangerschaft lassen sich genauere Angaben machen, wenn es auch hierbei zuweilen schwierig ist, die Störungen, die durch die Arbeit hervorgerufen würden, von anderen zu unterscheiden. Schon in den ersten Monaten der Schwangerschaft, in denen die gesamten Kräfte der Frau noch nicht so stark in Anspruch genommen werden, können Schädigungen als Folge der Crwerbsarbeit auftreten: Schwangerschaftsvergiftungen als Folge der allgemeinen Ueberlastung des Nervensystems, über- mäßiges Erbrechen in schlecht gelüfteten Betrieben oder in solchen, in denen sich Dämpfe und Gase entwickeln. Die aachleiligstcn und gefährlichsten Folgen für Gesundheit und Leben von Mutter und Sind kann die Erwerbsarbeit in dem letzten Stadium der Schwangerschaft hervorrufen. In dieser Zeit isL die Energiemenge welche die Frau für äußere Arbeit zur Verfügung hat und die im Laufe der Schwangerschaft immer, geringer wird, auf«in Minimum gesunken. Sämtliche Organe der Frau sind aufs. äußerste angestrengt. und es kann, wenn Hie.Erwerbsarbeit im vollen Umfange durchgeführt wird, zu gefährlichen organischen Ueberlastungcn kommen. (-Herz, Lunge.) Außer diesen allgemeinen Einwirkungen kann es auch durch äußer« Einwirkungen zu einer direkten Schädigung der schwangeren Gebärmutter kommen: durch schwere körperliche Arbeit oder durch direkte Gywalteinwirkung auf die Unterlcibsorgane. Letzteres wurde von M a x H i r s ch bei den Arbeiterinnen in der Textilindustrie nachgewiesen.'* Herr Waoelet seinerseits behauptete, die Stärke des Verkaufers beruhe allein auf der Güte der Ware, die er anbietet. Etsans aber meinte, es ist ganz gleich, was man verkaust: Hauptsache ist die Geschicklichkeit des Verkäufers. Etfans, der sehr auf kaufmännische Ehre hielt, hörte von seinen Untergebenen gern Schmeicheleien. Gleichmäßig guter Laune war er nur Herrn Serre, dem Buchhaller, gegenüber. Dieser war eine alte Rechenrna schine, die ununterbrochen im großen Buch Zahlen zusammenzählte, während er dem Verkaufschef zuhörte und ant- wartete. Er schrieb exakt seine Zahlen hin, rauchte dabei seine Zigarette und ließ sich ausfragen. Er war ganz in seine mechanische Arbeit oertieft und hatte mit niemand Streit: weder mit den Ver- käufern noch mit den Büroangestellten: vorausgesetzt allerdings, daß alles an dem Platz blieb, wo es war. Wenn er in seiner Jeitungslektüre unterbrochen wurde, bezeichnete er die Stelle, an der er aufgehört hatte zu lesen, mit Bleistift, um später genau an dieser Stelle die Lektüre wieder aufzunehmen. Herr Etsans hatte Serre einen Wink gegeben, wie man die Kasse führen müsse, um nicht einen Tag und nicht einen Centime zu verlieren. Sqrgfalt im Verkauf und boi der Buchhaltung hinderte Herrn Etsans nicht, hin und wieder zu scherzen; aber auch der Scherz hing immer mit seinem Beruf zusammen: „Im Handel", sagte er,„bin ich dantonisch. Was ist nötig, um die Artikel der Firma abzusetzen? Kühnheit, Kühnheit und noch einmal Kühnheit." Er war viel zu geschickt, um immer dieselben Tricks anzuwen- den. Er bediente sich aller Listen, vom kräftigen Wortschwall an- gefangen bis zum jämmerlichen Stöhnen. In letzterem Fall spielte er geradezu den Sterbenden, und der Kunde mußte den Eindruck gewinnen, wenn er Etsans husten hörte, dieser vertraue ihm kurz vor dem Tode noch seine letzten Geheimnisse an: „Mein Herr, ach! och! mein Asthma hat mich wieder gepackt, och! dieser Artikel, ach! ist wirklich geschenkt, mein Herr. Ach! Achtzehn Franken, und achtzig breit. Linon kostet siebzehn: siebzehn, achl och! Wenn ich tot bin, bietet Ihnen niemand mehr etwas Der- artiges an. Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, ach!" Trotzdem er sich leicht krank stellen konnte, war er sehr kräftig. Er geriet leicht in Zorn, aber er beruhigte sich auch wieder leicht, wenn man ihn lobt«. Omer Waoelet, der ihn fürchtete, ließ ihn lang« reden. * Etfans hatte eine brüske Art, im Büro aufzutreten. Er stützte die geballten Fäuste auf den Tisch, bewegt« den Kopf ein wenig nach rechts und begann anzugreifen: „Ich habe dem allen Thibaut vom„Bon Marchs" unseren Linon zu dreruntzwanzig Franken angeboten. Der hat gesagt: zu dem Preis kann ich Ihnen welchen verkaufen. Grellier. mein früherer Chef, bietet ihn zu einundzwanzig Franken an. Was die laufenden Artikel betrifft, fo werden wir von den Fabrikanten geschlagen, die mit schiefgetretenen Absätzen herumlaufen, kein Automobil haben und überhaupt keine Bedürfnisse. Bei Grellier riecht es nach Schimmel. Wer dem etwas verkaufen will, darf sich keinen neuen Schlips vorbinden. Grellier sagt: Die Aufmachung des Verkäufers ist im Preis der Ware einbegriffen. Der ist nur zufrieden, wenn man s-blecht angezogen ist. Ich Hab« ihn einmal zu einem Verkäufer, der chick angezogen war, sagen hören:„Ich habe keine Lust, Ihre Lackschuhe zu bezahlen." Diese alten Fabrikanten berechnen nicht richtig die Unkosten. Ein paar Meter verschicken sie zu demselben Prsis wie zwanzig Stücke. Sie bedenken nicht, daß der Kunde schreiben kann, in meinen fünfundzwanzig Metern ist ein Loch, ersetzen Sie mir bitte sechzig Meter. Der Ruin vieler Firmen ist, daß sie nicht rechnen können. Man bestimmt den Entstebungepreis »ach Gutdünken. Mit Ende des Jahres aber hat man Geld dabei zugesetzt und hat die ernsthaften Kaufleute, die wissen, was sie ver- kaufen, in Ungelegenheiten gebracht. Es gibt zahlreiche Männer, die sehr gern arbeiten, die aber nicht an die Zukunft denken. Es ist ober wesentlich, nicht nur das täglich« Ticktack zu hören, sondern sich über die Marktlage auf dem laufenden zu halten und sich jeden Tag 'danach zu entscheiden." Herr Etsans war oft sehr, ironisch; aber seinem Gesicht sah man es nicht an. So saote er eines Tages zu einem Reisenden, der ihm lzandpesponnenen Batist anbot:„Ist er auch wirklich Hand- gesponnen?* Der Reisende sagte:„Ich schwöre es Ihnen, auf Ehr«.* „Schade.* sagte Herr Etsans.„ich kaufe nur imitierten.* Er erzählte, daß er auch Sonntags und Feiertags arboite- Bei Herrn Tresse, dem Aufkäufer der..Galcries de France". mußte er seine ganze Gerissenheit anwenden. Herr Tresse pflegte ihm Warenproben hinzulegen und zu sagen: „Zu dem Preis können Sie das nicht liefern!" Herr Etsans pflegte dann zu antworten:„Wenn ich es nicht kann, kann es niemand.* An diesem Tage kam er nicht so schnell mit der Sprache heraus. v.x legte den Fadenzähler auf die Leinwand und' sagt«: „Das ist Tinnefs; Ihrer Firma nicht würdig. Unregelmäßiger Faden; nur durch die Appretur zusammengehalten. Sie werden Ihren guten Ruf verlieren, Herr Tresse. Kehren Sie zu den alten Grundsätzen Ihrer Firma zurück. Ich will Ihnen verraten, wovon ich seit zwanzig Iahren nicht abgewichen bin: Wenn niemand kaust, dann kaufe: und verkaufe, wenn niemand verkauft. 1908 war ich in der Baumwollbranche tätig. Die Ware, die dreißig Centimes Herstellung kostete, wurde für achtundzwanzig Centimes verkauft. Den Tüll aus Candry ließ man auf vier Sous pro Meter herunter. Die Firmen in den Vogesen, im Norden und in der Normandi« hatten Verluste über Verluste. In diesem Jahre habe ich viel« Bäuche abmagern und viele Köpfe kahl werden sehen. Ich sagte zu meinem Chef, Herrn Grellier: Wenn Sie mit Verlust verkaufen, verlasse ich die Firma. Ich riskiere mein Vermögen; aber ich habe nicht Luft, den Panik. machern zu Vermögen zu verhelfen. Die Baisse dauerte vierzehn Monate. Ich machte nur noch Abschlüsse in bar. Die Aengftlichen verkauften das letzte Meter Stoff. Als die Panik vorüber war/ waren wir eine der wenigen Firmen, die noch Ware hatte. Ich bin dann von dem allen Grellier weggegangen: er fand, ich oerdiente zuviel. Es gibt leider viele französische Fabrikanten, die meinen, eine Firma muß ihre Angestellten schlecht bezahlen. Es gibt zuviel Käufer, die gerade so wie Sie verlangen, daß man ihnen die War« unter Selbstkostenpreis verkauft.* Herr Tresse, mit dem runden Bäuchlein und den kurzen Beinen — ebenso geschickter Kaufmann wie Herr Etsans—, erwiderte: „Ich war Rayonchef bei Chauchard. Seinerzeit die erste Leinenfirma in Frankreich. Ihr Industriellen verkaust zum Her- stellungspreis; ich kaufe zum Gelegenheitspreis. Cell zwanzig Jahre» beobachte ich das Kaufpublikum m den Warenhäusern. Die Frau glaubt immer, daß es wirkliche Gelegenheitskäufe sind, die sie machen kann. Wenn es gelingt, ihr beizubringen, daß man Geld bei der Ware zusetzt, kauft sie Sachen, die sie gar nicht braucht. Ich habe z. B. bei einem Ausverkauf eine Frau beobachtet, die die Mützen preiswert fand. Stall einer taufte sie vier für ihren Sohn. Ein Mann läßt sich nicht so leicht bereden; er kauft nur, was er braucht. Er kauft gleich das zwelle Stück, das man ihm anbietet. Beim ersten will er noch diskutieren, beim zweiten hat er es schon eilig. Ich habe die Verkäuferinnen stets scharf dahin instruiert, daß sie dem Kunden nichts aufschwätzen. Wenn man Kunden zum Kauf zwingt, kommen sie nicht wieder. Ist eine Berkäuferin zu auf- dringlich, so nimmt das sie Kundin übel. Eine gute Verkäuferin hinterläßt immer den Eindruck, daß sie den Wunsch des Kunden erfüllt, ihn bedient und sich nicht aufdrängt. Selbstverständlich ver- anlaßt sie in Wirklichkeit den Kunden, das zu kaufen, was sie will. Jeder Schafskopf könnte natürlich ein großartiger Kaufmann wer- den. wenn es nur darauf ankäme, die Ware zum reellen Preis zu verkaufen. Die Moral im Geschäftsleben ist wie ein Ueberzieher. Man richtet sich mit dem Anziehen nach dem Weller: ob Regen oder Sonne, ob Hausse oder Baisse. Das Beste ist Ehrlichkeit. Ich halte immer mein Wort. Aber Sie müssen natürlich Ihr Interesse verteidigen, und ich muß Sie Seshqlb angreifen. Hat man einen Vertrag abgeschlossen, so muß man ihn auch ehrlich Hollen und nicht zu beweisen suchen, daß seine Bedingungen unmoralisch sind. Ich will Ihnen keinen Borwurf machen. Ihre Firma läßt mich nie im Stich. Aber ich habe da jetzt eine Geschichte mit einem der bekanntesten Männer aus der Samt-Fiacreftraße; eine Schande für das ganze Viertel. Ich habe ihm achthundert Stück eines Artikels abgekauft: ähnlich vielleicht noch etwas besser als Ihr Artikel L. C. 32, zu 5,85 Franken.* „Das ist nicht möglich!* Jytuie ist der Artikel neun Franken wert. Jetzt sagt mir mein Lieferant: Macheu Sie einen neuen Preis, sonst liefere ich nicht. Sie können mich ja anzeigen wegen Verzögerung der Lieferung, wenn die Saison vorüber ist. Aber Sie werden inzwischen nichts verkaufen können und haben nicht drei Franken pro Meter an mir verdient, was unmoralisch ist. Ueberlegen Sie, mein Herr, so spricht heutzutage ein Kaufmann. Di« alte Vertragstreue gill nicht mehr.* „Diese Leute,* sagte Herr Etsans,„bringen ins Geschäft den Geist des Ehebruchs. Mit dem Geschäft ist es wie mit der Ehe. Man ist sich nie der Treue des Partners sicher, solange das ganze Verhältnis nur auf einem Fetzen Papier besteht. Man mutz sich gegenseitig vertrauen, anstatt sich gegenseitig zu einer Menge Vor- sichtsmaßregeln zu nötigen. Wenn man mißtrauisch ist, findet man nie ein Ende.*(Fortsetzung folgt.) zBuch Sin Stoman von SSölfche. Wilhelm Bölsche. Der Zauber des Königs Arpus. (Ein Römer- und Germanenmärchen vom Ursprung des Bieres. 280 Sellen. Kartoniert 5 M. Leipzig. E. Haberland.) Bölsche ist als Naturforscher und naturwissenschafllicher Schrift- steller bekannt, der in seinen allgemeinverständlichen Darstellungen die wissenschaftlichen Tatsachen nnt dem Zauber echter Poesie zu umgeben versteht. Schon das beweist seine dichterische Kraft, auch wenn wir ihm kein« reine Dichtung wie etwa den Roman.Li« Mittagsgöttin" zu verdanken hätten Auch das vorliegend« Werk ist ein Erzeugnis der dichterischen Phantasie, worin in humorvoller Weife die Erlebnisse zweier vornehmer Römer erzählt werden, wein- und trinkfroher Männer, denen ein Zufall«inen Krug germanischen Königstrankes oder Edelbieres in die allzeit durstigen Kehlen gespiell hat, und die sich nach dem barbarischen Lande— die Erzählung spielt zur Zeit des Kaisers Titus, atso um das Jahr Achtzig— aufmachen, um das wunderbare Getränk zu gewinnen und womöglich die Kunst seiner Zubereitung nach ihrer Heimat zu verpflanzen. Unsere alldeutschen Boltsgenossen, die in den allen Germanen ihre Borfahren zu verehren behaupten, deren einfache Sillen sie gern dem sittenlvsen Wmertum der Kaiserzeit rühmend gegenüber- stellen, und die am liebsten den altgermanischen Wotanskull wieder zu Ehren bringen möchten, werden an Bölsches launigem Buch frei- lich kaum Gefallen finden, werden hier doch die germanische» „Helden" als das dargestellt, was sie zu jener Zell in Wirkllchkell waren, rohe Barbaren mit allen Untugenden solcher, gegen deren räuberische Ein- und Ueberfälle die triegsgewohnten und kriegsgeübten Legionen der zivilisierten und feingebildeten Römer die Grenzen des Reiches mit Erfolg schützten. Daß die römischen Offiziere in schnarrendem preußischen Gardeleulnantston reden, ist ein Anachronismus, stört aber den munteren Fluß der heiteren Erzählung durchaus nicht, die Bölsche in die freilich nicht zutreffende Prophezeiung ausklingen läßt, daß„trotz der Römermacht das Volk, dem die Bierreben über der Wiege wachsen, sich noch alles Untertan machen wird*. Doch auch die Zell des sieghaften Bieres, des Zaubertrankes des Königs Arpus, wird vergehen;„dann wird der Becher überhaupt nicht mehr gefüllt. Weil die Menschheit keinen Rausch mehr braucht. Weil sie das Glück hat*. Dem Verlage gebührt Dank, daß er das heitere Werk, dessen Lektüre ein paar froh« genußreiche Stunden bereiten, neu heraus- gebracht hat. Dr. Bruno Borchardt. Soeben erfchienen: R. Abramowitsch:„Die politischen Gefangenen in der Sowjetunion.* Mll einem Vorwort der Borsitzenden der „Kommission zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen* Senator Louis de Brouckere-Brüssel und Artur Crispien, M. d. R.. Berlin. Verlag I. H. W. Dietz Nachf., Berlin 1930, 5? S., Preis «0 Pf. Franz Rolhenfelder: Das ist Weltenfeiertag. Eine Kampfessinfonie der Arbeit. Preis 50 Pf.. Verlag E. Allenberger, Waldenburg-AUwasser(Schles.), Steigerweg 23. WAS DER TAG BRINGT. Müssen und dürten. Lieber„Abend"! Im.Lokal-Anzeiger" vom Sonntag schreibt Hannah Brandt über„Müssen" und„Dürfen" im Weltkrieg. Die Frauen„mußten" nach ihrer Meinung Gatten und Söhne nicht opfern, sondern sie„durften" dies tun. Diese Berstiezenheit erinnert mich an ein Erlebnis. Als wir nämlich noch in der Aus- bikdung waren, da kam jeden Augenblick, wenn ein Mann etwas versehen hatte, ein Unteroffizier zu ihm herangeschnaubt:.Kerl, wenn Sie das noch einmal machen— ich sage Ihnen, in drei Tagen sind Sie ganz vorn im Schützengraben! Berstanden?" Als wir jedoch endlich zum Abmarsch bereit standen, kam der Herr Major, der den ganzen Betrieb überwachte, heran- geritten und hielt an das Bataillon eine Ansprache:„Soldaten! Der schönste Augenblick eures Lebens ist gekommen! Ihr dürft an die Front!" Der Gute selber blieb aber noch weite? zu Hause. st. Aufstieg der Begabten. Gestern kaufte ich bei meinem Kolonialwarenhändler ein, steht da eine Frau mit zwei etwa vierjährigen Kindern. Später erfahre ich, daß es Zwillinge sind. Die Frau schwatzt mit dem Kaufmann. „Ja," sagt sie und zeigt auf das Mädel,„sie hat immer solche Angst vor Hunden. Wenn sie einen Hund sieht, schreit sie wie ver- rückt. Neulich gehen wir am Markt vorüber, kommt ein Hund und bellt sie an. Da hat sie wieder geschrien, daß die Leute sich mnge- dreht haben. Und mein Mann kriegt die Wut und sagt: Hall die Fresse, sagt er, sonst schmeiß Ich dich an die Wand, daß du kleben bleibst. Er ist so leicht aufgeregt, mein Maim." „Ist die Kleine denn Immer so schreckhast?" fragte der Kaufmann. „Ein ulkiges Kindi" erwidert die Mutter.„Nach's, da haut sie immer mit dem Kopf um sich und bummert mit der Älrn an die Bettkante, daß das Bett im Zimmer rmnrutscht. Mein Mann hat sie schon ein paarmal auf den Kopf gehauen, aber sie hört nicht auf." „Zeig mal die Zungel" sage ich zu dem Kind. Das Mädchen streckt gehorsam die Zunge aus und ich sehe die typischen Bißnarben des Epileptikers. „Wenn die so weiter macht, schlägt mein Mann die noch tot," fährt dl« Frau fort und lacht blöde. Dann geht sie.____ immnitiiminiiiiiiiiitiiimiiiuiHiniiiniiiiiiuiiiHmiiiiiiniiiniinmiiimRD Vom Kaufmann erfahre ich folgendes: Der Mann kam zwei Jahre nach dem Krieg aus der Gefangenschaft heim und bezieht wegen vollständiger Erwerbsunfähigkeit infolg« eines Kopfschusses eine Rente. Er heiratete, und jetzt sind vier Kinder da. „Die beiden hier gehen noch," exklärt der Kolonialwarenhändler, „aber die beiden anderen sind ganz dos. Und haben Sie gesehen, die Frau ist schon wieder schwanger. Der Mann säuft übrigens auch. Wovon die leben, weiß ich nicht, aber Kinder machen, das können sie. Und dann auch gleich Zwillinge!"--- Es geht doch nichts über den famosen Paragraphen 218. Curt Biziog. Die Postkarte als Mörderin. Vor einigen Tagen erhiell ein in Liverpool lebendes 86 Jahre altes Mütterchen eine Postkarte des Inhalts, daß ihr Sohn, de» fett 20 Jahren verschollen war, mit dem nächsten Dampfer in Lwer- pool aus Kanada ankommen werde. Die Mutter eille zur Hafenoer- waltung. um sich nach dem Eintreffen des nächsten Dampfers zu er- kundigen. Dort besah man sich die Karte genauer und stellte fest, daß sie genau 20 Jahre unterwegs gewesen war. Als man der Mutter das mitteilte, erlllt sie einen Schlaganfall und war sofort tot. 30 Millionen Rundfunkhörer in den USA. Die Zahl der Familien, die in den Vereinigten Staaten Rund- funkanschlüsse besitzen, ist von 60 000 im Jahre 1922 auf 10 Mil- lionen gestiegen. Nimmt man an. daß jeder Apparat im Durch- schnitt nur von drei Personen benützt wird, so gibt es in den USA. zur Zell 30 Millionen Rundfunkhörer. Die Radioindustrie in den Bereinigten Staaten setzte im Jahre 1922 60 Millionen Dollar, im Jahre 1928 trotz der well fortge- schrittenen Sättigung des Marktes und der Perbilligung der Apparate 650 Millionen Dollar um. Der Hörfehler. Es ist lange her, bleibt aber doch schön. Im Preußischen Land» tag war's Abg. Rickert fordert« polllische Rechte für die Frauen und sagte:„Ich bekenne mich als Freund der Frauenbewegung." So telephonierte es auch ein Journalist nach Kiel. Dort aber war am nächsten Morgen zu lesen: Abg. Rickerl(natlib.):... Ich be- kgniu mich als Freund der Frauen.(Bewegung.) Rihe. ~ dlVSrtxjrid Uhr, bei Lcdniak, Mühlcnftr. 2«. «.-T.-». Sp.-B., 1. Kreis. 1. Bezirk, Wasscrfportiparte! Mittwoch, 19. März. 29 Uhr. bei Siewert. Lichtenbera. Schillcrstr. 15, zusammenkunst der Kampfrichter und Schwimmwarte. Die Verein« müssen vollzählia vertreten lein, da das Arbcitsproaramm zufammenaeftellt werden muß. Arbeiter-Tnrn- und Sportbnnd, 1. Kreis Wasserfportlerinuenl Der Gmnnaftikabend in der Turnhalle Pfarrftraßc, Lichtenbera, fallt Mittwoch, 19. März, weaen einer Schulveranstalwna aus. Tennis-Rat Sroß-Berlin, Abt. Weißeufec. Montaa. 24. März. Mitalieder- rierfammluna bei Beters, Lichtenbcracr Str. 12. Gäste sind einaeladen. Blaß- verteiluna. Beainn der Spielzeit 1. April. KTGB.-Tennlsspieler, Bezirk Pren, lauer Bera. Mittwoch. 19. März. 20 Uhr, Bersammluna oller Interessenten bei Pollmer, Senefelderstr. 9. Ein- tciluna der Spielzeiten, Beitraassraae. Sckiriftliche Anfragen an E. Jurkun, Berlin N. SS. Senefewerstr. 2. STGB., Äanubczirk. 29. März. 29 Uhr, Turnabend. Dieffenbachsir. 61. A. März, 29 Uhr. Schwimmabend, Baerwaldsiraße. 29. März Arbeitsdienst der Mannschaftsfadrer im Bootshaus Rahnsdorf. Sreie Schwimmer Sroß-Berlin, e. C. HA�Sißuna Donnerstag. 29. März, 1914 Uhr. Gewerkschaftsdaus. Konferenzzimmer. Vonvarts imBund-Abfall der„Oppo" Die Arbeiter-Turner und-Sportler aus Ost- preußen und Danzig tagten am 15. und 16. März in Königsberg. Boraus gingen Spartentagungen der Turner. Fußball- spiel« und Wassersportler, die durchweg gut verlkfen. Nach Entgegennahme des Geschäftsberichts erstaltete der Bundesvorsitzende Gellert-Leipzig ein Referat über die Lag« im Bund, Nach leb- htrster Diskussion fand nachstehend« Entschließung mit allen gegen sieben Stimmen Annahme, die Kenntnis von den ekelhaften Kampfmethoden der Kommunisten gegen den Bund und den Vorstand nimmt und ihn beauftragt, olle Spaltungsabsichten mit Energie abzuwehren. Auf dem Kreisturntog des Kreises Rheinland-Westfalen in Bochum wurden in ein« einstimmig angenommenen Entschlie- ßung die Maßnahmen des Bundestages, Bundes- Vorstandes und Kreisoorstandes einstimmig gutgeheißen. Der Geist der Tagung hob sich gegen früher, als noch die KPD.- Beauftragten die Möglichkeil hatten, im Kreis Rheinland-Westfalen zu wühlen, in gutem Gegensatz ab, Don besonderer Bedeutung ist, daß der Kreisturntag die Teilnahme an staatlichen und kommunalen Peranstaltungon guthieß. Die Bor- sührungen müssen dabei getrennt von den Darbietungen der bürg«- lichen Verbände stattfinden. Di« Kreistagung der Arbeiter-Turner des Kreises Hessen- Nassau- Mittelrhein nahm einen glatten Verlauf. Das Wort„Opposition" wurde auf der Tagung überhaupt nicht genannt. Der 7. Kreisfußballtag der Sächsischen Spieloereinigung war ein voll« Erfolg. Nicht zuletzt waren es die Vertreter der großen Bezirke Leipzig, Dresden und Chemnitz, die der Tagung den Stempel des wahren Charakters der Arbeiter-Sportbewegung auf- drückten. Die Berichte wurden in der Aussprache sehr kritisch beurteilt. Die vorliegend« Satzungsänderung, verbunden mit dem nun vollkommenen Statut der Sächsischen Spielvereinigung, fand allgemein große Anerkennung. Beschlüsse und Antröge, die nicht in den Rahmen der Arbeiter-Sportbewegung paßten, wurden glattabgelehnt. ktoimnumstische„Führer" Lcsdi, der Spitzel, bleibt in der IQ. Di« Leser des„Abend" erinnern sich unser« Anklagen gegen den Kommunisten Fritz Lesch, den wir beschuldigten, der Zentral- tomnufsion für Arbeitersport und Körperpflege geheüyes Material der komnuiiRstifchen Sportinternationale angeboten zu haben. Lasch hotte bestritten, daß« überhaupt in d« fraglichen Zeit mit dam Sekretär Der Zentralkvmmifsion, Adolf Buck, zusammen gewesen sei. In der Sache hat jetzt ein vom kommunistischen Sportverband zusammenbeiusenes„Schiedsgericht" getagt, das als„am- parteiischen" Vorsitzenden den Leiter des Verbandes, Nitz fchte, hatte. Vor diesem Schiedsgericht hat Lesch endlich zugegeben, daß et m dem fraglichen Tage wil Adolf Buck in d« angegebenen Gastwlrlschast zusammcngewesen sei. Was er aber über die Art des Zusammentreffens und über die geführte Unterhaltung gesagt hat, das ist dreist gelogen. Es bleibt trotz oller Lügen dabei, daß Lesch der Zrntralkommissioa lelephoolsch Material angeboten und die Zusammenkunft mit dem Genossen Duck vereinbart hat. Lesch ist mehrmals aufgefordert worden, zu klagen. Er weigert sich, und er weiß warum. Vor Gericht würden feine Lügen wie ein Karten- Haus zusammenbrechen, dort würden auch seine revolutionären Eni- lastungstiraden nicht oerfangen. Lesch hat vor dem Schiedsg«icht erklärt, daß er nicht klagen könne, weil er Buck und Oehlfchläger einen Meineid zutraue! So sieht der Bursche aus! Wir müssen schon sagen, daß uns selten ein Menjch begegnet ist, der mit solcher Skrupellosigkeit lügt und im gleichen Atemzuge an- ständige Menschen des Meineides für fähig häll. Wir stellen fest, daß d« kommunistische Sporkverband Leute an führend« Stelle duldet. die der Spitzelei überführt sind, und daß er diese Subjekte noch deckt, indem er sie davor bewahrt, vor Gericht entlarvt zu werden. Damit schließen wir die Akten über den Fall Lesch. Vielleicht haben aber die kommunistischen Sportler dazu noch ein Wort zu sagen; wir möchten nicht annehmen, daß sie von solchen Leuten geführt sein wollen. * Nirgends zeigt sich dze politische Demoralisation großer Teile der Arbeiterschaft durch die Kommunisten deutlicher als in dem de- schämenden, alles Vertrauen zerstörenden Ausschluß von führenden Funktionären. So gemein wie die KPD. ihre Funktionäre behandelt, kann nicht der brutalste Kapitalist mit seinem Hausknecht umgehen. Funktionär«, die von der KPD.-Presse in den höchsten Tönen gefeiert wurden, solange sie mit der Linienclique durch dick und dünn gingen, werden über Nacht zu„Renegaten, Lumpen und Berrätern", wenn sie es wagen, gegen die Tollheiten des herrschenden Bezirksklüngels auch nur mit der Wimper zu zucken. Das Traurigste an diesen unerhörten Vorgängen ist die beschämende Tatsache, daß die kommunistischen Arbeiter schlimmer als der biblische Pöbel heute„kreuziget ihn!" schreien, während sie gestern noch „Hosianna!" sangen. Wie muß die KPD. mit dem moralischen Fundus der Arbeiterbewegung gewütet haben, wenn solches Unheil angerichtet werden tonnte! Ob es in absehbarer Zeit gelingen wird, diese Verheerungen wieder gut zu machen, muß ernstlich bezweifelt werden. Man könnte einwenden, daß diese Art„Führer" eine andere Behandlung nicht wert sind. Gewiß sind sie das nicht, aber das macht die Sache nicht besser, denn die Tatsache, daß solche Leute Führer sein tonnten, zeugt von der katastrophalen Kritiklosigkeit der kommunistsschen Arbeiter. Zu diesen Betrachtungen veranlaßten uns die letzten Vor- tommnisse in der kommunistischen Sportbewegung in Halle an der Saale, das eine Hochburg der Kommunisten ist. Dort hat jähre- lang ein gewisser Oertel die sportliche Hausinechtsarbeit für die KPD. besorgt. Jetzt hat den Mann sein Schicksal«eilt, mit zwei anderen Genossen, Iäntsch und Schlegel, Ist er aus der KPD. hinausgeflogen, und nun wird in einem spaltenlangen Artikel des Hallenf« Vtoskaublattes«ine Hinrichtung an den drei Sündern voll- zogen, die bei allen Sportlern Uebelkeit erregen müßte. Es gibt kaum ein« Schlechtigkeit, die ihnen nicht zur Last gelegt wird. So etwas lesen die kommunistischen Arbeft«, ohne vor Scham in die Erde zu versinken. Welch ein Niedergangl Welch liebloser Grab- gesang wird einmal den Leuten der kommunistischen IÄ.-Zentrale, den Fried- und Bergmännern gesungen werden? Man möchte sich bei dem Gedanken daran schon jetzt die Nase zuhalten! Die Kunst des Verkaufs. Wie man den Kunden gewinnt/ Winzige Tricks führen zum Erfolg. Gehören berufskunöliche Vorträge zum Aufgabentreis einer freien Gewerkschaft? Sind sie nicht Sache der Unter- nehmer? Gottfurcht, der Bevollmächtigte des ZdA., ant- wartet auf dies« Frag« anläßlich eines Vortrags von Dr. Grote- wohl über Vertaufskunst: Ein hohes berufliches Können verleiht der Forderung eines Angestellten nach b«sscrsr Entlohnung besonderen Nachdruck, trägt bei zur Verbesserung seiner Lebenslage. Und wie die Mitglieder selbst zu diesen Vorträgen stehen, beweist der ausgezeichnete Besuch all dieser Veranstaltungen. „Wie ist mein Kunde, wie ist seine Einstellung zur Ware?"', das muß sich der Verkäufer immer wieder fragen. Wir haben da den sicheren Kunden, den angenehmsten Typ, der weiß, was er will, dar kritisch ist, Warenkenntnis hat, aber am leichtesten zu bedienen ist. Im Gegensatz zum ängstlichen, unentschlossenen Kunden, der zögert, der die Ware nicht kennt, der sich nur schwer von seinem Gelde trennen kann, besonders wenn es sich für ihn um wichtige Einkäufe handelt. Cr sucht in dein Verkäufer vor allem den Berater und wenn dies ermöglicht werden kann, wenn der ängstliche Kund« Vertrauen zum Verkäufer gewinnt, dann wirkt sich dieses hundertfältig aus: er wird zum Dauerkunden und wert- vollsten Werbemittel, da er in seinem Bekanntenkreis für das Ge- schäft wirbt. Der Kunde hingegen, der dem Der kaufspersonal so sehr die Arbeit erschwert, das ist der Kunde, der nie Zeit hat und immer nörgelt. Diesen Kunden wird man mit Verstandesgrüirden kaum überzeugen können,«r muß vielmehr abgelenkt, entspannt werden. Ein angebotener Stuhl tut in dieser Richtung wahre Wunder, wie bei dem Manne, der seine kauflustig« Frau immerfort drängt, sich zu beeilen. Hat man ihn auf einen Stuhl gesetzt und ihm etwas zu lesen gegeben, ihn also isoliert, dann wird der Verkäufer mst der Frau schon fertig werden. Oder man bringt«ine persönliche Note an den Anfang des Verkaufsgefprächs: eure Frau hat für ihren kranken Mann eins Flasche Wein gekauft, warum soll man diese Frau, die das nächste Mal den Loden betritt, nicht fragen:„Nun, wie ist Ihrem Mann der Wein bekommen?� lim diesen persönlichen Kontakt mit dem Kunden zu gewinnen, streben viele Geschäfte die Zusendung der Ware an. Weil sie dadurch Name und Muess« des Kunden erfahren, und weik der Kunde, wenn er das nächste Mal mit seinem Namen angeredet wird, nicht sagt: ,chier bin ich nicht bloß eine Nummer." Ueberrascheud die Begründung der zunehmenden Abwände» r u n g der Käufer vom Einzelhandels gsschäst zum Warenhaus: im Ladengeschäft besteht der Kaufzwang, nicht offiziell, aber die Angestellten wissen, wie ihnen von den cherren Chefs Vor- würfe gemacht werden, wenn ein Kunde nichts gekauft hat. Dabei kommt doch vielfach alles darauf an, erst mal den Kaufwunfch im Kunden anzuregen, was der amerikanische, englische und französische Einzelhandel so überaus geschickt versteht. Kündigungsschuh im Konkurse. Wie sich aus einer kürzlich veröffentlichten Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts ergibt, besteht eine wichtige Einschränkung der Befugnis des Verwalters im Konkurse eines Arbeitgebers, von diesem abgeschlossene Arbeitsverträge durch Kündigung zur Auf- läsung zu bringen. Wegen ihrer großen praktischen Bedeutung für die Arbeitnehmerschaft verdient die Entscheidung(RAG. 16/29, ab- gedruckt i. höchstrichterl. Rechtspr. 1929, 2991) weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden. Nach Sj 22 der Konkursordnung lann ein im Haushalte, Wirt- fchaftsbctriebe oder Erwerbsgeschäste des in Konkurs Geratenen an- getretenes Dienstoerhältnis von dem Dienstverpflichteten und von dem Konkursverwalter gekündigt werden. Die Kündi- gungsfrist ist, falls nicht eine kürzere Frist vertraglich vereinbart ist, die gesetzliche. Es fragt sich, ob auch auf diesen Fall der Kündigung die Schutzbestimmungen des Gesetzes über die Fristen für die Kündi- gang von Angestellten vom 9. Juli 1926 und der§§ 84 ss. des Betriebsrätegesetzes Anwendung zu finden haben, wonach je nach der Beschäftigungsdauer bestimmte Fristen für die Kündigung von Arbeitnehmern festgesetzt sind. Das Neichsarbeitsgericht hat die Heranziehung dieser Bestimmungen ohne Einschränkung auch für die Kündigung gemäß§ 22 der Konkursordnung für zulässig und«r- forderlich erklärt und zur Begründung auf folgende Gesichtspunkte hingewiesen. Absicht des Gesetzgebers ist es lediglich gewesen, im Interesse einer möglichst zweckmäßigen Abwicklung des Konkurses in di« v e r- traglichen Abmachungen der Parteien einzugreifen. Nicht be- absichtigt war aber bei der Schaffung der angegebenen Vorschrift der Konkursordming, damit die Vorschriften wichtiger sozialpoliti- scher Kündigungsfchutzgesetz« anzutasten, von denen man zu jener Zeit naturgemäß noch nichts ahnen konnte. Zur weiteren Begründung zieht die Entscheidung eine inter- essante Parallele zu dem Mieterschutzgesetz, indem es darauf hinweist, daß ein Mieterschutz entsprechend den Vorschriften dieses Gesetzes auch dann gegeben ist, wenn ein Hausgrundstück im Wege der Zwangsversteigerung veräußert wird, obwohl nach dem Zwangs- Versteigerungsgesetz in diesem Falle dem Erstcher an sich den Mietern gegenüber ein Kündigungsrccht zusteht. Es wird hervorgehoben, daß kein Grund zu der Annahm« besteht, daß das arbeitsoer- tragliche Notrccht des Kündigungefchutzgefetzes in geringerem Maße als Aenderung des bisherigen Rechts angesehen werden soll als das sozialpolitisch ebenso wichtige M i e t s n o t re cht. Aussperrung in Sicht. In der badischen Textilindustrie. Der Schiedsspruch für die badlsche Texklltudu- st r i e hol bei den Textilarbeitern viel böse» Blut gemocht. Er bedeutet eine Verlängerung des feit November 192 7 bestehenden Tarisoerlrages um ein Jahr. Die Arbeilerschaft hat ihn abgelehnt, da er die bisher schon gegenüber den anderen badischeu Berus». gruppen am niedrigsten stehenden Texlilarbeitertöhne verewigt. In der Zuleiudustrie Mannheim. Sandhofen ist eg bereit» bei einzelnen Abteilungen zur Arbeitsuieder- legung gekommen. Die Firma lehnte bei den daraufhin vou der Orgauisations- und Bctriebsvcrlretung mit der Direktion wegen Beilegung des Konflikte» geführten Verhaudluugen jedes Entgegen. kommen ab. Kommt nicht im letzten Augenblick eine Einigung zu- stände, dann ist mit der Gesamtaussperrung de» Betriebes zu rechnen. vieustsL. 18. Marr. Berlin. 16.03 Ulrieb Saliner�: Das Hen Berlins. 16.30 Von Leipzig:..Der Chemann vor der Tür", Operette w einem Akt Musik von Jaaues Offenbach. 17,30 Sagen und Abenteuer(Sprecher: Dr. Wolf Zucker). 18.00 Stunde mit Büchern: Anthologien(am Mikrophon: Dr. Knrt PlaäinsV 18.30 Sportliche Improvisationen. 18.50 Ednard Rhein;„Vom Kundfnnkempfang". 19.05 Dr. Helene Stöcker: Vom Mutterschutz znm Menechenschetz. 19.40 Rudolf Arnbeim; Muß man schrirtsteUern lernen? 30.00 Das Interview de» Woche. 20.30 Tanzmusik(auf Schallplatten). Nach den Abendmcldungen; Internationaler Programmtnstansch zwischen Deutschland, Belgien und England. 22.00 Von Berlin:„Lindbergh-Flug". Worte von Bert Brecht Musik von Hindemith und Weill. Ltg.: Generalmusikdirektor Hennann Schercbcn. 22.25 Von Brüssel: 1. Fünf kurze Stöcke für kleines Orchester.— 2. Marcel Poot: Rondo für Knmmerorchester. 3. Lied mit obligater Flöte.— 4. Fernand Oninet: Fanfare für Blechinstrumente.' 22.45 Von London: Sinfonia Concertante von William Walto«. Ltg.; Henry Wood. Anschließend Dr. Josef Rauscher: Politische Zeitungsschal. Königs Wusterhausen. 17.30 Darbietungen des Münchener Violin-Quintetts(Einführuat: Dr. Willy Schmld).* 17.53 Prof. Dr. Palyi: Imperialistische Methoden. 18.20 Dr. Elkeles: Die Papageienkrankheit. 18.40. Französisch(ür Fortgeschrittene., 1905 Mersmann: Schöpferisches Musikerkennen. 19.30 Syndikus Riedel: Rechtsverhältnisse im Baugewerbe. 20.00 Das deutsche Lied. III. Romantiker. Einleitende Worte: Max Fried- länder.» 20.40 Von der Romantik bis znm Jazz(Schallplatten). 21-10 Aus dem Beethoven-Saal: Layton und Johnstoce. r l PROGRAMM für die Zeit vom IS. bü 20. März O-T A F PROG RAM für die Zeit vom 18. bis 20. März HElia Potsdamer Strafe 38 Pollselspionin 77 m Ellen Riditar Die Wander Asiens von Dr. Martin HOrlimann Rhcinstrafjc 14 K�Eiche) Charlie Chaplin in Auf dem Lande. Lohntag Vergnügte Stand pn Pat und Patacfaon In Pclllcanlen Jugendliche haben Zutritt Odeon, PohdamerSlr.75 Katharina Knie mit Carmen Doni« Engen Klöpfcr Wenn die Großstadt schüft mit Lon Cheney Turmstra�c 12 Seelenverkäufer Ztrfcisa(Fat und Patadhon) 7 lustige Akte Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die Nadit nach dem Verrat mit Lya de Parti, 8 Akte Ihr fa wie Matrosen sind Frieelrlchttacft lieh 9 Uhr Die Kamera z. Unter den Linden 14 Bis Sonntag; Chaplin baut steh dnrdi's Leben Baster Keaton sticht Arbeit Um Himmels willen mit H. Lloyd P assage-Lich tspielc Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Tonfilmoperette Dld> hat»' ich rcltebi mit Mady Chrisllani Ansgczclchncle« Beiprogramm W eidenhot-Lichtäp. An der Weidendammbrücke Friediiehstr. 136 Woch. 12. Sonnt. 3 U. Vater und Sohn mit H. Llcdlke Pol und Poladton als Kannibalen Artushof-Lichtspielc Film- und Cühnensdian Perleberger Str. 29 und Stendaler Str Man schenkt sich Rosen, man verlieh! Ist Der 13. Geschworene W>H-Kinrt Be<- 5-45- 7-0'- w cii-n.ino S- 3, 5 7, 9 uhr Alt-Moabit 99 Masken mit Shaarl Webbs Oer IS. Geschworene Schlüter-Theater Schlütcrstr. 17 W.6.30. 9 Uhr, Stß. 3 Uhr Danton mit Jannings, KraaH Der sturmfreie Junggeselle mit Fritz Schulz U Wilmertdorf M Atrium Beba-Palosl Kaiscrallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7. 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag; 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Gankler mit Käthe v. Nagy, Nikolai Kölln Bahnensdma Alhambra Schöncbcrg, Hauptstr. 30 Wegen Riesenerfolges verlängert: WUwcnball mit Kampers, Arno, •Bender(der lustigste Film d. Jahres) Auf der Bühne; Sdmstow mll seiner Bataleikakapelle Südosten Titania(Uf. ScMncberg) Hauptstraße 49 Beginn 630, 9 Uhr Der weifte Tenfcl mit Iwan Mosjnkin, Lil Dagover Tonfilm Jugendliche haben Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinsir. 65 Woch. 6.30, 9, Stg. ab 5 U. Scapa Flow mit Otto Gebühr, Claire Rommer Familienzuwachs(Lustspiel) » Steglit»> Titania-Palast Steglitz, Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr. Begmn d. Vorstellg. 6-30, 9 Uhr. Vorverkauf II— 2 um ab 5, Sonnt ab 11 Uhr. Uraufführung! Lndwig der Zweite, König von Bayern mit Wilhelm Dielerle c Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W.6, Sbd.5, Stg. 4 Uhr sind. ehem. Helene WlllfOer mit Olga Tschcchowa Der Bund der drei Harlendorf M«- II"«rlendorter Sonnt Zt. Uia L,1 Lichtspiele lu--Vorst. Chausseestraße 305 W. 7, Stg. ao i. Die nicht heiraten dürfen mit CoL Brettl Broadway mit Glenn Tryon B Oboen schau Filmeck Bc8innSÄ Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof .Sturm au! 3 Herzen m. H. Bender Indizienbeweis Bühne; Vlcky u. Luise Werkmeister Oztei Luisen-Theater sonnt ia Reichende rger Str. 34 BlHmcnscfaao Zeichen Int Sturm Indizienbeweis mit Roth Wheyer Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn wochentags 5.30, 9 Uhr Sonntags 3, 5.15, 7.15, 935 Uhr Kasseneröffnung'a Stunde vorher Nor drei Tage: S. M. Elsensteins größter Film; Der Kampf am die Erde(Die Generalliniei Auf der Bünne: Gastspiel des rnss Künstlartheaters.Karnssell" Jugendliche haben Zutritt Sternwarte- Treptow Mittwoch 8 Uhr: Süherkonder Ober Feuerland Film von Gunther Plüschow Donnerstag 8 Uhr: Temhi(Film) Primus-Palast w. u Am Hermannplatz Stg. 4.45, 7, 9.15 U. Sprengbagger IOIO m. Heinrich George, Viola Garden Auf der Bühne: Greiel Hartmann von der Dresdener Staatsoper singt auf ihrem Schimmel Tamara Kukuk Wochen! 5, 7, 9 U. Sonntag 3, 5, 7, 9 U Kottbusser Damm 92 Tonfilm' Ich glaub' nie mehr an eine Frau mit Richard Tauber p„ Wochent 6.13 Uhr. DXCClSiOr Sonntags ab 4 Lhr Kaiser-Friedrich-Straße 191 Wenn die Grotstad! schläft mit Lon Chaney Es tut eich was in Hollywood BOhnmtcbao Stern, Hermanns kratze 49 Wochent 6,15 Ü. Sonntags ab 4 U. Vier amüsante Tonfilmerfoige: Jonnv braucht Geld mit Rod la Roque Dein Ui mein Herz Helm kehr vom Okloberieat Vere-t mir Germania-Palast Frankfurter Alice 314 Beginn der Vorstellungen: Wochent 6, Sonnab. 5.30, Sonnt ab 3 U. Wenn die Crobdadi schläft mit Lon Chaney Auf der Bühne: 5 große Varletö- Attraktionen Eine Stunde Variete Conference; Georg Erich Schmidt Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Druder Dernhard mit Sduniterlfiw Pat und Patachon als Modekönide Revue: Ein frendiges Ereignis Comenius-Liditspielc Memeicr Straße 67 Anf 6, 8'lt U Sonntags ab 5 Uhr Die Schleiertänzerin m Evelyn Holl Die Insel der Vcrsdiollencn Concordia-Palast Andreasstraße 64 Gr. Bühnenachan Boginn Woch. 5, 7, 9 U, Sonnt, ab 3 U. Herbstm anflver Kampf am Mittemacht Bühne: Nacfaterlebnis (jj M e nb e r 3"k Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Der Fleck anf der Ehre Madame La (Frauenneralungs-Sittcnfilm) Gate BOhnencchaa Kino Busch sB?ginnnd Ähr Alt-Friedrichsfelde j Da* Llebeslebcn d. schönen Helena mit M. Gerda Diebstahl mit C GrUfith Beiprogramm ffirTcrjc- r-- nh.»evv°i5a Elysium GiwS�) Hasselwerder Straße 17 Der Sieger aller Tonfilme: Die Nacht gehört na* Gute BChnenwhan Colosseum � fbV K, Schönhauser Allee 123 Tonfilm Der große Ton- und Sprechtüm: Die Nacht gehör! an* m Alben, Ander WelOensee Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 205—210 Seelen verkänfer Bühne: Aussta tungs-Rerue; Madame Revue Varlclöschau g wor€»«n« Alhambra Müllcrstraße 136, Ecke Scestraße Der Bund der Drei mit Jenny Jugo Beiprogramm— Bühnenschau Gala-Liditbühne Usedomstr. 14 Anf.6,8.30. S. 5, 7, 9 U. Der gewait gc Tonfilm: Atlanttc mit Fr. Kortner Lmtlge* Beiprogramm Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 3 U., Stg. 4 U. Die nicht heiraten dOrfen Freibeuter der$ad*ce Blinde Pauaglere Sonnab 22.3., II 1SU_- Nachtvorst: Die Has*ensd>önheil de» Weibe* mit wissenschaftlichem Vortrag Pharus-Liditspiele Müllcrstraße 142 3 Großfilme: Die Rache de« Scheidts Die kokette Frau Polizeireller von Texas W.SVTU. Stg. 4 U Humboldt-Theater Badstraße 16 Auf einige Zell geschlossen I Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Bfihnaucfaaa Woch. 5, 7. 9. SWS. 3. 5, 7. 9 U. Geschlossene Vorstellung Der gewaltige Tonfilm: Atlantic mit Fr. Kortner Grotze BOhneuichaa Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 5,7. 9 Sbd. 5, 7.9 Stgs. 4>61T,9 Uhr Der Sieger aller Tonlllme; Die Nacht gehör! an* I mit Hans Alber», Charlotte Ander Prater-Lichtspicl-Palast Kastanicmllee 7-8 .Elysium' Film und Stg. 3.1 S BOltne Jug-V. Prenzlauer Allee 56 W. 5 IS, S. 3.15 U. Des gr. Erfolges wegen verlängert: Die Generallinie Menschen im Tcaar Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Des gr. Erfolges wegen verlängert Sind. ehem. Helene Willtller mit Olga Tschcchowa Beiprogramm— Böhne MRialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Lady Hamilton Jennys Millionen Drohe Bühncnscfaan Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W.6. Sbd.5, Stg. 4.30 U. Kaczmarek mit Fiilz Schulz Der Ooucfao mit O. Fairbank* MargasLichtspiele Schu straße 29 Böbnenschan Fritzchen* seriöser Wliwenboll tfir die reifere Jagend mit Kamper*, Siegfried Arno Unschuld mit M. Oeltchaft, K. v. Nagy „Alhambra" Badstraße 58 Wenn du noch eine Heimat hast mit Kampa*, Piche Gas'spiel der großen Revue; Rof-en und Fronen Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Wochentags ab Vi7 Uhr Spielereien einer Kaiserin mit LH Jagover Fräulein Laosbub mit Din* Gratia Film-Palast Blankenburger Straße i W. 6J0, 9 U. Stg, 430. 6-45, 9 U. Der Ruf da Nordens mi t L, Trenker Der Draaigänga mit S. Sbaplln �[_ReGriekajtco7f."oii'� Burgergarten-Liditsp. Hauptstraße st Film- n. BOhnenschaa Sonntag Jugendvorstellung Unschuld mit Käthe von Nagy Priczillos Fahrt Ins Glück > T«B«I» Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W. 6. S1*, Stg. 4V«,6tA,8w4 Sonnt. 2 Uhr lugendvorstcllung Siiberkondor Ober Fencrland Roah- Roab— der Schrei der Sennsucht Bühnenschau-� Jugendliche Zutritt „Kosmos" Filmbühne iauptstr. 6 W. ab 6 Stgs- ab 4.15 U. Sonntag 2 Uhr; Jugendvorstellung Die abendfüllende Revue: Rund um den Ozean Zs Bilder. 30 Pertonen Ballschmlcder- Lichtsp Badstraße le Die weiße Schwester von St. Verth Gr. Beiprogramm—"*tf Union-Theater Hauptstraße 3 Beß- Wtg,6,8')U, Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. 4>». 6>, 8A« U, Erpressung mit Annr Ondra Die Bande der Wölfe Lustige* Beiprogramm G Hannlpsttof M Filmpalast stg. 4®f.Vr Berliner Straße 59 Stg. 2U. lug� Vorst Mittw, Da: Alimente m. A. Dorrt* Tartaib aarkeMao nach siWrien)