10 Pf. Nr. 132 B66 47. Lahrgang BERLIN Mittwoch 19. März 1930 gtfdbeiitt taglich außer S ouat«ss. Zugleich Abcadau-gad« d«.Vonran«' BezugLvrets beide Zlusgadm»«»Pf. reo Woche.»/iOM. rro Monat. Redaktion und Lrredlllvni Berlin SW 68. kiadenßr.b Sfiaiauigaße xle& v]joiWwe46 SttteigeurreiS: Di« einsvaltize NonrareilleieN« 80 Pf.. Reklalnezeile d M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheck koat» DonränsiVerlag G. m. b.H� Berlm vir. tmab. zernfrrecher: Dtndoff«2 bi« ssr Kein lReichsgeld für Krick-polizei Severins stellt die Lleberweisungen an Thüringen ein. Die Hindenburg-Kundgebung. Oer Reichstag beschließt den öffentlichen Anschlag. Der Reichsmimster des Innern. Severing, hat am 18. März an das thüringische Staatsministerium in Weimar solgendes Schreihen gerichtet: „Wiif mein Schreiben von» 17. Februar h. 3.— la 2034 17.2. — habe ich bis heute eine Antwort nicht erhallen. Dagegen hat nach bisher unwidersprochenen Zeltungsmeldungen das Alltgliäd des thüringischen Slaatsminlslerlums, Herr Minister Frlck. in einer öffentlichen Versammlung erklärt, dah ich aus eine Antwort lange warten könne. Diese hallung des Herrn Slaatsministers Frick hat mich ver- aulahl. für den Geschäftsbereich meines Ministeriums Anordnung dahin zu trejfen. dah Anfragen und Schreiben des thüringischen Staalsmlnisterlum» nicht früher b�antmorlet werden, bis e l n e A n t w o r t auf mein Schreiben — aus die ich übrigens keineswegs �warte"-�eingegangen ist. tSleichzettig sind die zuständigen Stellen meines Ministeriums angewiesen worden, alle Ueberweisun- ge« auS Koudsmittelu des RetchSinuouministertumS '. an Thüringen einstweilen einzustellen. Schllehllch mache ich darauf, aufmerksam, daß mir 17 a ch r i ch. tcn zugegangen sind, die begründete Zweifel darüber er- wecken, ob die voraussehnngen für die Gewährung eines Reich». zujchusfes für Polizetzwecke von selten des thüringischen Staat». Ministeriums noch erfüllt sind. Ich bin daher nicht in der Lage, weitere Zufchutzzahinngen anzuweisen, wenn nicht vom lhüriaglschen Staalsminislcrium der bündige Beweis dafür erbrachi werden kann, dah von ihm die Grundsähe für die Gewährung des Reichszuschusses in oollew Umfange beobachtel werden. gez. Severing." Diesem Schreibe« entsprechend wird von� 1. April die zu diesem Tage sällige Uebcrweisung von 223 000 Morl an das thüringische Staats- miuisterium nicht erfolgen. Der thüringische Polizeietat wird ungefähr zuneunZehn- teln aus Reichszuschüssen be st ritten. Für das Land Thüringen, seine Regierung und seine Polizei wird sich also ab 1. April eine recht. ungewöhnliche Situation ergeben. Die Maßnahme des Reichsinnenministers ist übrigens ohne Zusammenhang mit den neuesten Ereignissen, von denen wir im heutigen Morgenblakt berichteten, getroffen worden. Wir erneuern daher unsere Frage: Was geschieht mit dem Eisenacher Oberbürgermeister, der Polizei- beamte zum Hochverrat anleitet, was geschieht mit dem chüringischen Putschminister Frick, nach dessen An- Weisungen zweifellos der Oberbürgermeister von Eisenach gehandelt hat? Anzeige gegen Lanfon und Frick. Dem Oberreichsanwalt ist eine Anzeige gegen Dr. Frick und Dr. Janson wegen Vorbereitung eine» hochverräterischen Unter- Nehmens zugegangen. Oberbürgermeister Lanfon erklärt. Der Oberbürgermeister von Clsenach, Dr. Janson, gibt die Unterredung mit dem Pollzeikommisiaranwärter M. zu. Er behoup. tet, sie habe sich anders abgespielt. Andererseits sielst Dr. Janson di« Berantmortlichkeit von Dr. Frick fest. Er selbst sei von einem Ministerialrat au» dem thüringischen Ministerium des Herrn Frick darauf aufmerksam gemacht worden, daß der betreffende Polizetbeamte poliüsch be. labtet' sei und er ihn deshalb nur gebrauchen könne, wenn er sich von allen politischen Belastungen reinigen könne. Di«„politische Belastung" des Polizeibeamtea besteht darin, daß er teiu'Rechtsputschist istl Russisch« Golderport nach England. Auf Deranlassung � der Russischen Stacu-bank sind von Leningrad. 1200 Kilogramm Gold nach England aboeaangen. Da- Gold wird in engfeschsn Groß. danken als Sicherh-U für russische Bestellungen an englische Firmen deponiert werden. Der Reichstag beriet heute zunächst den Antrag der Regierung?» Parteien auf öffentlichen Anschlag der Kundgebung des Reichspräsidenten zur Unterzeichnung der Aoung- Gesetze. Abg. Obersohrev(Dnat.): Die Reichstagsfraktion der Deu.sch- nationalen Volkspart« sieht in dem Antrag einen parteipolitischen Akt, durch den die Antragsteller den Versuch machen, ihre eigene Berontwar.ung vor der breitesten Oeiienllichkeü auf den Herrn Reichspräsidenten abzuschieben, das Staatsoberhaupt:n den parteipolitischen Kampf hineinzuziehen und sein tceltgdchichtlichcs Ansahen für sich auszunutzen.(Lärmende Zu- ruf« und Unruhe bei der Mehrheit.) Aon unserer Uederzehgung, daß der Herr Reichoprästdem in seiner Kundgebung von einer irrige» Auffasiung der gesamten Lage und der Folgen de» Noung-Plan» ausgeht, können wir uns aizch nicht durch die Gefühle der Bekehrung obhringen lässen,? die wir seiner historischen Perlönlichkeit schulden. Unser Nein gilt dem gekennzeichneten Charakter des Antrags der Koositionsparteten.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Slöch«(Komm.): Wir könnten eigentlich dem An- trag zustimmen, denn damit wird den Massen aus dem Lande gezeigt, daß'auch ihr sogenannter Notionaiheros Hinbenburg in die Reiheuder Frvnvögi« gehört, die das internationale Finanzkapital zur Auspressung des deutschen Polles benutzt.(Prä- ssdent Löbe ersucht den Redner, sich zu mäßigen.) Glcjchze'rig wird durch den öffentlichen Anschlag die verlogene und heuchlerisch« Agi- tation der Doutschnoiionalen und Nationalsozialisten gegen den Doung-Pian gebrandmarkt, denn von Hindenburg ins Goebbels und Etöhr führt eine Linie. Wir beantragen eine Ergänzung dali», daß mit angeschlagen wird die Drohung des Reichspräsidenten, mit Hilfe des Artikels 48 die zur Auspressung des Volles bestimmten Zoll- und Steuergcfetze durchzuführen, wenn der Reichstag damit nicht bis zum 1. April fertig wird.(Unruhe.) Abg. Drewitz(Wirtschp.): Wir haben bei der Aoung-Beratung den nationalsozialistischen Antrag auf Anschlag der Eurtius-Red« ab- gelehnt aus finanziellen Gründen. Wir bekennen uns zu der vom Reichspräsidenten in seiner Kundgebung ausgesprochenen Mahnung zur Einigkeit, ober mit Rücksicht auf die schlechte Fi- nanzlag« lehnen wir den össentiichen Anschlag ab. Abg. Hepp(Christl.-nat. Bp.) gibt gleichfalls«in« ablehnende Erklärung ab. Der Mahnung des Reichspräsidenten zur Einheit des Balles entziehen wir uns nicht, aber der Plakatierungsantrag dient dem nicht und will die Verantwortung der Reichstogsmehrheit für den Doung-Pian auf den Reichspräsidenten übertragen. Abg. Strafs«(Nat.-Soz.): Die Wahl Hindenburgs zum Zwei Innenminister SEVBHipG Roichspräsidenten war ein Zeichen der Befreiung deO Volkes aus Jahren des Wahnsinns und der Zerstörung. Seither ist Hindenburg eine Stütz« dieser warxistisch.liberalen Republik geworden. Die revolutionäre deutsche Jugend kann ihm nicht folgen.(Große Heiterkeit.) Die Sazülldemokzatie hm diesen Antrag nicht wie sonst mit Vrast scheid, sondern mit Dickmann und Fraktion unterzeichnet. Dittmonn hätte Istl? als Mitschuldiger an der Mmrofenrebellion er« schössen werden müssen. Daß sein Name unter diesem Antrag steht, ist eine marxistisch-jichische Perfid ie.(Ordnungsruf.) Die Debatte ist beendet. Her Antrgg Stöcker wird ab» gelehnt, die Abstimmung iibpi den Hauptantrag ist auf Verlangen der Kommunisten namentlich Der Präsident schlägt vor, erst um 2 Uhr abzustimmen, ha eine APzahl Mitglieder zunächst beurlaubt seien. Die.Opposition fordert stürmisch sofortige Abitim- mung/ Da die Entscheidung diirch Aufstehen kein klares Bild er« gibt, schlägt der Prästdent vor, ohsic Auszählung sofort abzustimmen, Dos geschieht. Di« namentliche Abstimmung ergibt 218 Stimmen der Regierungspartei»» gegen 120 Stimmen der Opposition und 2(5 Enthaihungen. Die Plakntiernng ist somit beschlossen. Die Pachtschutzvorlagc geht an den Ausschuh. Darauf beginnt fci« Erste Lesung der Zoll- und Gieuervorlagen. Als der deutschnattonale Redner das Wort erhält, rufen die Kpm- »mnisten nach dem Finonzminister. Präsident Löbe: Der Minister will in der zweiten Lesung ipKch�n. Abg. Dr. Rademacher(Dnat.): Weder die Regierung noch die Regierungsparteien sprechen über ihre Vorlagen, die die logische Folge des Poung-Plans sind und die Lastenverteilung darstellen. Der Redner übt an den Vorlagen eingehende Fachkritik/ wozu die oinstiindige Redezeit reichlich Gelegenheit gibt. Statt Steuersenkung werden neu« und höhere Steuern eingeführt. Wer trägt die Vcr> antwortimg für die ungeheure Defizitsteigerung? Man hat dem Reichstag die Wahrheit verschwiegen. Steuersenkung ist nur durch Verfassungsänderung möglich Was kann dann von den Ausgaben gestrichen werden? Der Finanzminislep hat sich in Hamburg sehr skeptisch darüber geäußert. wer glaubt denn nach allen Ersahrungen dem versprechen der Steuersenkung? Die 200-Millic»wuv Senkung der Realsteuern ist auch unterblieben. (Abg. Keil sSoz.s: Unter Ihrer Regierung!) Raichsflnanzmlnisler Dr. Moldenhauer erklärt, er wolle heute nur auf di« vom Vorredner aufgeworfen« grundsätzliche Frag� eingehen, wie sich die setzigen Vorlagen mit deu Versprechungen aus dem vorigen Jahre vereinbaren ließen. Ich habe, so erklärt der Minister, in voller Offenheit di« finanzielle Lage dargestellt und keine unerfüllbaren Versprechungen gemacht. (Zwischenrufe der Deutschnationalen.) Wenn Sie(nach rechts) sich einmal ein paar Stunden die Drucksachen durchscben würden, dann könnten Sie an meiner Erklärung nicht zweifeln. Zch habe gleich dl« erst« Gelegenheil benutzt, um aus die Vc- Suderuagen in der Sasseutage hinzuweisen, daraus, daß die Aus- gabeu besonders i, der Arbeitsloseuversicherung weit über die ursprüngU-jvu Schätzungen hlncmsgingen. Wenn Dr. Rademachep oder ein anderer Deutschnationaler an meiner Stell« stände und einpn nicht ausbalancierten Etat und eine höchst ungünstige Kassenlage vorfände, wenn«r vor' der unerträglichen Sttüatwn stände, daß ihas Deutsche Reich pumpen muß, um nur den Ultimo zu überwinden�— dann würden auch Sie in erster Linie darüber nachdenken, wie vor allen Dingen die Kasse saniert werden k,ann. Zur Sanierung der Reichsfinanzen tun SU n i ch t fl l Sie wissen, daß ich jeden Vorschlag, auch den Ihrigen, genau geprüft Hab«. Heien Sie froh, daß Sie in so schwieriger Zeit nicht die Bßrantnprtung zu tragen haben, aber erschweren Sie denen, die sie tragen, nicht die Arbeit für das gemeinsame Interesse unser aller. Zeigen Sie doch einen besseren Weg. als hier vor- gefdjtajm lftt Ich werk« einen sehr schweren Stand bei den Par- tclen mit meinen Streichungen am Etat haben, die Parteien stellen immer Forderungen auf Mehrbewilligrmg. Ctne Senkung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung ist jetzt bei 2,1 Millionen Arbeitslosen unmöglich, Reformen in der Zukunft werden unvermeidlich sein. Ebenso wenig wie eine Leistnogsvermlnderung ist eine Verringerung der Beamten- gehälter möglich, dann aber bleibt nur eine entsprechende Steuer- erhöhuug. Zu einer systematischen Senkung der Ausgaben sind Gesetz« er» sonderlich. Ich bin vom Reichstobinett, das in dieser Frage voll- kommen einmütig ist, beaustragt, mit dem R e i chss-pa rtommissar ein Ausgabensenkungsgesetz auszuarbeiten, und diese Arbeit Ist begonnen. (Ironische Zuruf« rechts.) Ich bitte die Kritiker, sich nicht zu versagen, wenn dieses Gesetz vorgelegt wird: der Erfolg liegt am Reichstag ebenso wie an der Reichsregierung. Dann darf man freilich nicht damit kommen, daß die Stadt, in der man gewählt ist, von den Ersparungen nicht betroffen werde.(Sehr gut!) Der Reicherat steht, in der Beratung des Finanzausgleichs, das Einkommensteuersenkungsgesetz ist vom Kabinett schon verabschiedet. Natürlich habe ich eine Depression einkalkuliert, wenn ich auch auf Besserung unserer Wirtschaftslage hoffe Für die Landwirtschaft wird unausgesetzt s/eorbeilet.(Zurufe des Abg. S y b e l.) Sie wissen innerlich ganz gut, was alles ge- schieht, wenn Sie es auch aus naheliegenden Gründen draußen immer herabziehen. Auf einen Zuruf, der auf den Konflikt Moldenhauer— Wissell im Hauptausschuß hinweist, erwidert der Minister: Meinungsverschiedenheiten haben Siq(nach rechts) unter sich doch auch, und in Koalitionen sind sie nichts Ungewöhnliches. Der Minister schließt mit dem Appell an das Haus, nicht zujchwarz zu sehen und die Vorlagen mit der notwendigen S eh nel- l i g k e i t zu verabschieden. Bei Schluß des Blattes spricht der Kommunist Dr. Reubauer. Benzintank in die Lust geflogen. Zwei Arbeiier schwer verleht. Lord Balfour gestorben. London, lg. Mürz. Der ehemalige Premierminister und Konservative Führer Lord Arthur Balfour ist heule früh im Alter uoa 82 Jahren gestorben. -I- Mit Balfour ist ein typischer Vertreter der heute England regierenden Klasse gestorben. Als Neffe Salisburys kam er mit 26 Iahren ins Parlament,, wurde Mitte der dreißig zum erstenmal Minister. Er regierte über Irland mit scharfen Polizeimethoden, suchte die Landnot der Iren aber gleichzeitig durch Erleichterung der Landerwerbüng zu mildern. Er wurde nach dem Burenkrieg Ministerpräsident(1902 bis 199S): noch in seine.Regie- rungszeit hinein fiel die Begründung der Entente mit Frank- reich. In der Opposition gegen die Liberalen trennte er sich von den Diehards seiner eigenen Partei, die auf Biegen und Brechen die Parlamentsreform bekämpften. In der Koalitionsregierung Asquiths wurde er. Marine-, dann unier Lloyd George Außen- minister: er spielte allerdings auf der Friedenskonferenz neben dem Ministerpräsidenten keine besondene Roll«. Er ist der Verfasser jener nach ihm genannten„Deklaration", die England 1907 zur Errichtung einer jüdischen Heimstätte in Palästina verpflichtete. Nach dem Krieg« erwarb er sich noch zweimal wesentliche Verdienste um das britische Wcllreich. 1921/22 war er Führer der englischen. Delegation auf der Washingtoner Kemserenz, aus der«r die Inn«- Haltung des Besitzstandes im Fernen Osten und mit den anderen großen Seemächten«ine starke Beschränkung der schweren Flottenrüstungen vereinbarte: er gab dabei schnell ent- schlössen das Prinzip der englischen Porherrschaft zur See zugunsten der Gleichheit mitAinerika auf. Er wurde dann ins Ober- Haus berufen und verfaßt«,.Lordpräsident des Geheimen Rates" im zweiten Kabinett Valdwin, auf der letzten britischen Reichskonferenz den berühmt gewordenen Kommifstonsöericht� der die Selbstän» digkeit der Dominions im Rahmen des Weltreichs festlegte. Wie mehrere Heroorragende Mitglieder der England in der Epoche des Imperialismus regierenden Klasse verfaßte er mehrere philosophische Werke; er verteidigte darin die christliche Welt- anschauung gegen den wissenschaftlichen Zweifel und den Zweifel gegen dogmatische Enge. pilsudski— ein Kotfreffer. Neuer pathologischer Ausbruch von Schimpfsucht. Warschau. 19. März. In den heutigen Morgenausgaben der Regierungspresse ver- öfsenllicht Pilsudski einen Artikel, in dem er die Abgeordneten des Sejm als„G a l g e n h u n d e" bezeichnet. Er sei der„Erfinder" des Sejm, habe allerdings die„verschmutzten und verbellten Herren Parlamentarier" in ihrer ganzen Charakterlosigkeit schon aus der ersten Volksvertretung kennengelernt. Als H a u p t s ch ä d l i n g be. zeichnet Pilsudski in seinem Artikel den Führer>>er National- demokraten Trompczynski. Seinerzeit hätten ihn Leute ge- beten, Trompczynski und noch einig« andere Herren erschießen zu dürfen. Als er ihnen dies oerbot, verübten mehrere von ihnen Selbstmord. Der Marschall erzählt zum Schluß einige Kindheit»« erinnerungen, zum Beispiel wie er oft zur Prüfung seiner Ueberwindungskrast einen Teller mit Exkrementen vor sich hingestellt und sich vorgenommen hätr«, davon zu tosten. Dieser kindische Versuch, llnmöglichkeiten zu bezwingen, ssi ihm nur, wleder in Erinnerung gekommen. Er habe deshalb dem Staatspräsidenten geantwortet, daß er nur für den äußersten Fall bereit sei, sich Ihm zur Verfügung zu stellen._ Linksradikaler Bandalismus. Wann end ich w'rd diese Pest auS'erot et werden? Räch TlVkauer Vorbild haben sich Berliner Sommu- nisten in der vergangenen Rächt schwere llebergr'sfe gegen die evangelische Kirche i« drr Turmstraße in Moabit und gegen dl« t a l h o l i s ch e Kirch« am Gortenplatz erlaubt. lieber dem Eingang zur evangelischen Kirch« in der Turmstraße befindet sich ein Bibelspruch als Lichttranepayent. Kurz vor 1 Uhr nachts tauchten vor der Kirche mehrere junge Burschen auf. die auf dos Transparent ein Sreinbombardemsnt«röffneten und es dabei zertrüinmerten. Nachdem ihr« Zsistörungswut befriedigt war. suchten die Rowdys das Weite und«mtamen. Einen geradezu erschreckenden Anblick bietet die Krche am i Gartenplatz. Das ganze Gebäude ist ringrh-rnm mit etwa 4 0 Z« n- timeter hohen Buchstaben b« s chmi rt. Roi-Front h�t\ hier nächtlicherweile„gearbeitet". Dre Ausschriften lauten:..Reli- gion ist Morphium für das Volt!"„Nieder mit dem Psasse.rtumI i 3a der Reparaturwerkstatt der Gasolinwerke in der Rledemanusiraße, privalweg 16, in Eharlollen- bürg erelguele sich heule früh ein schweres Explofionsnnglück. Ein Tankwagen, an dem Schweiharbeitcn vorgenommen wurden, flog unter einem donnerartigen Geiöse in die Lust. Zwei Handwerker wurden schwer verletzt und mußten ins INoabiler Krankenhaus gebracht werden. Der Tankwagen stand in einem Flachbau, in der sich außer der Reparaturwertstatt anschließend noch die Lackiererei befindet. Der 44jährige Schlosser Ernst Goetz aus der Schierkestraße war an dem Tank mit Schweißarbeiten beschäftigt. Plötzlich gab es eine Detonation. Der mehrere Meter lange Kessel, her ein Fassung-ver- mögen von einigen lausend Litern hat, ritz aufeinander und flog in die Luft. Der durch die Explosion hervorgerufene Lustdruck war so stark, daß eine Wand zum Einsturz gebracht wurde und zahlreiche Fensterscheiben in Trümmer gingen. Goetz wurde zu Boden ge- schleudert, wo er von hinzueilenden Arbeitskollegen bewußtlos aufge- funden wurde. Glücklicherweis« stellten jV) seine Verletzungen später als nicht sehr gesährlich heraus. Weit schwerer kam der 46jähnge Lackierer Arthur Schumacher aus der Blumenstroß«, der aus dem .Hof in einiger Entfernung von dem Explosionsherd arbeitete, zu Schaden. Schumacher wurde von fortgeschleuderten Eisenstücken ge- troffen. Im Moabiter Krankenhaus, wo beide Verletzte Aufnahm« gefunden hatten, mußte bei Schumacher die sofortig« Amputation eines Armes vorgenommen werden. Sein Zustand ist sehr ernst. Di« weithin vernehmbar« Detonation hatte in der Umgebung der Cxplosionsstätte große Beunruhigung hervorgerufen. Von der Polizei ist sogleich eine Untersuchung über die Ursache eingeleitet worden. Nach den Ermittelungen besteht die Vorschrift, daß alle Tankwagen, die in Reparatur gehen, dreimal mit Wasser durchspült werden müssen, um zu verhindern, daß sich durch etwaige Benzin- i ü ck st ä n d e die hocherplosiblen Gase bilden. Angeblich sind diese Vorsichtsmaßnahmen auch befolgt worden. GturzweNe reißt sechs Arbeiier mit. Nur zwei konnten gerettet werden. Paris, 19. März. Räch Meldungen aus dem Fischerstädtchen V e r m e o bei Bilbao in S p a n l e u wurden sechs Arbeiter, die mit Ausbessernngearbeilen Im Hafen der Stadt beschäftigt waren, durch eine Sturzwelle ins Meer geschleudert. Der sofort herbelgeellten Hilfe gelang.es, zwel der Forlgeschwemmten lebend zu retten, von den übrigen vier wurden bisher nur zwei als L e l ch e u an den Strand geworfen. Llm die Rede Moldenhauers. Oer Reichsfiaanzminister vor dem Hauptausschuß. In der Mitiwochsitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt standen in Fortsetzung der gestrigen Beratung noch einmal die Titel des Rachtragsetatszum Reichsarbeitsministerium zur Verhandlung, die die Finanzierung der Invalidenversicherung aus der Lohnsteuer betreffen. Die Beratung fand statt in Gegen- wart des Reichsarbeits» und Reichsfinanz- Ministers. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erklärt«, es sei ihck berichtet worden, daß seine in Hamburg gehallene Rede gestern Gegenstand der Erörterung gewesen sei. Zu der Frage, ob er als Privatmann oder Reichsfinanzminister gesprochen habe, möchte er sagen, daß er sich als Mensch und als Reichsfmanzminister be- rechtigt und verpflichtet glaub«, über die Arbeitslosenversicherung zu reden. Dabei sei es ihm nicht eingefallen, etwa Zu- ständigkeiten der einzelnen Ressorts zu ver- wischen und sich in das Zuständigkeitsgebiet des Reichsarbeits- Ministeriums einzumengen. Die Dinge lägen doch aber so, daß, wenn di« Reichsversicherungsanstalt mit ihren Beiträgen nichi auskomme, das Reich«inspringen müsse. Daher könne«in Finanz- minister gar nicht anders, als sich um diese Ding« zu kümmern. Wenn die Prüfung der Reichvversicherungsanstalt durch den Reichs- sparkommissar gestern abfällig erwähnt worden sei. so sei dazu zu sagen, daß diese Prüfung genau in derselben Weis« vorgenommen w>« zur Zeit u.«. auch das Reichsflnanzministerium du xch geprüft werde. Er möchte auch erwähnen, daß«r neun Jahre lang Per- treter und Sprecher seiner Fraktion über diese Fragen im Sozial- politischen Ausschuß gewesen und seit Jahrzehnten in seiner früheren Stellung mit diesen Fragen befaßt gewesen sei. Dem Reichsfinanzminister antwortete Abg. Seil(Soz.). der anerkannte, daß, ganz abgesehen davon, daß dies« Fragen das Spezialfach von Herrn Dr. Moldenhauer seien, es sein gutes Recht und sein« Pflicht als Finanzmmister sei, sich auch zu diesen Dingen zu äußern.. Gestern sei aber gefragt worden, ob Vorschläge des Reichs- kabinetks zur Abänderung der Arbeitslosenversicherung vorlägen und daraus konnte und mutzte der Reichsarbeitsminister Dr. wissell erklären, datz im Kabinett über solche Borschläge bisher nicht verhandelt worden sei. Die gestrige Antwort des Reichsarbeitsministers sei also nach jeder Richtung hin korrekt gewesen. Im übrigen möchte er daraus aus- mertsam machen, daß ja im Augenblick Fragen der Abänderung der Arbeitslosenversicherung nicht zur Debatte stehen, sondern, daß dies« an anderer Stelle behandelt werden müssen. Auch der Abg. Müller-Lichienberg(Soz.) führte aus, daß d i« Hamburger Rede des Reichsfinanzministers sich nicht mit der Haltung des Reichskabinetts deck«. Als Arbeitervertreter sei er berechtigt und verpslichret gewesen, nach dem Zwiespalt, der durch diese Rede aufgedeckt sei, zu fragen. Die Dinge lägen doch leider so, daß heute jeder, der reden wolle, dem aber nichts einfällt, sich berechtigt glaube, über Mißstände in der Arbeitslosenversicherung zu reden. Solcher Hetze habe der Reichs- finanzminister, wenn auch durchaus im guten Glauben, durch seine Red« Vorschub geleistet. Nachdem Abg. Karsten noch die sozialdemokratischen Anträge, die der Finanzierung der Invalidenversicherung mehr Mittel zu- führen wollen, verteidigt halle, wurde von der Mehrzahl der bürger- lichen Vertreter gegen die Anträge Stellung genommen. Zur Abstimmung kam es wiederum nicht, da ein Volkspartei- licher Antrag, die Abstimmung überdiesozialdemokra- tistjjenAnträgebiszurnächstenWocheauszusetzen, Annahme fand.■ Abstimmungen im Landing. Kommunistischer Mißtrauensantrag abgelehnt. Im Landtag wurde heute zu Beginn der Sitzung zunächst eine große Anzahl von Gegenständen debattenlos dem Ausschuß überwiesen. Es folgten Immun-tätsangelegenheiten. Durch eine Zusallsmehrheit der Rechnen und Linken wurde in drei Fällen entgegen dem Antrag des Geschäslsordnungsausschusses die Immunität des nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Ley aus- rechterhallen. Bei dem vierten Fall ergab di« Auszählung die An- Wesenheit von 202 Abgeordneten. Das Haus war so nicht b e- s ch l u ß f ä h i g, der Gegenstand mußte abgesetzt werden. In der neuen Sitzung wurde die zweite Lesang des Fidei- komm'ßgesehes sortgeführl. Nach einer Rede des Abg. Brückner (Soz.) wurde die Beratung zur Vornahme von Abstimmungen unter- brachen. Der kommunistische M i ß t r a u e n s a nt ra g'gegen den Wohlsahrtsminister Hirtsiefer wird bei Stimmenchaltung der Rechten mit 222 Stimmen der Koalition gegen 39 Stimmen der Kommu- nisten abgelehnt.« Bei den Abstimmungen zum Handelsetat wird mit 191 Stimmen der Koalition gegen 1S1 Stimmen der Opposition die Unioersilälsslvdienzell der künftigen Gewerbelehrer aus sechs Semester festgesetzt. Die Abstimmungen dauern fort. W i r s ch ü tz en d i e S o w j e t u n i o n.� Als unzweifelhafte Signatur über die Art der Täter ist zu lesen:„Rot-Front trotz alledem!" Ob die Strolche auf der Linken kirchliche Kultgebäude oder das Kunstinstiwt des Voltes, die Volksbühne, verunstalten, ob die auf der Rechten die Kultgebäude der Juden und die Volkswohnhäuser der gemeinnützigen De Hag In schamloser Weis« beschmieren, ob die Hakenkreuzler neuerdings in meterhohen Buchstaben an Häusern und Zäunen Rache für Wessel androhen, es bleibt immer dasselbe. Polizei und vor allen Dingen die Gerichte sollten gegen dieses Gesindel rücksichtslos vorgehen: ste würden den Beifall aller Anständigen finden. Fünf Mann knacken einen(Schrank. Ernten 50 Mark und werden g»schnappt. Eine aufregende Einbcecherjagd spielte sich in der vergangenen Rochi gegen 2 Vi Uhr in dem großen Gebäude- komplex Unter den Linden 16 und zwar durch d>c Lindeugalerie bis zum hause veh cn'lraße 58 ab. Vicht weniger als fünf Geldschrankeinbrecher konnten von Beamten des Ueberfallkommaudos festgenommen und eingeliefert werden. In dem Haus« Unter den Linden 16, das unmittelbar an d>s Lindengalen« angrenzt, befindet sich nach der Straße zu ein W e i n- restaurant. Um die Gäste ungehindert aus und ein zu lassen, wird di« Haustür«rft gegen 4 Uhr geschlossen. Es ist aber cm Wächter angestcll', der die an die Tür sich anschließenden Höfe des öfteren kontrolliert. Die Gsldschrankeinbrecher haben sich wahr- scheinlich durch die Haustür in der Maske von harmlosen Gästen Zutritt verschafft. In einem unbewachten Augenblick gelangten ste auf den Hof und öffneten hier die Zwischentür. Ihr Ziel waren die Gesthästsräume der Deutschen Vereins-Film-A.°G im dritten Stock des Quergebäudes. Die Treppentür drückten sie mit Gewalt auf und machten sich an den Panzerschrank schwerer Konstruktion mit dem Sauerstoffgebläse heran. Nach unendlicher Mühe gelang es ihnen, den schweren Schrank zu knacken, aber der Erfolg lohnte nicht die Mühe: sie ernteten ganze bare fünfzig Mark. Inzwischen war der 71 Jahre alte Heizer des Hauses, Hermann Müller, aufmerksam geworden, ging die Treppe hmauf. um nachzusehen, wurde aber plötzlich von derben Fäusten gepackt und auf«inen Stuhl gedrückt, vor dem einer der Einbrecher Wache hielt. Die anderen„arbeiteten" weiter und nahmen einen zweiten Schrank in Angriff, kamen aber nicht zum Ziel. Indessen hatte der Wächter den Heizer gesucht und alz er ihn nicht fand Verdacht geschöpft und einen Schupoposten herbeigerufen. Man suchte gemeinsam das Haus ab, fand aber zunächst nichts. Von einer durch den Lärm wachgewordenen Mieterin wurde der Schupo darauf ausmerkfam gemacht, daß fremde Leute Im Haus« sein müßten. Die Einbrecher hatten tatsächlich ihre Arbeit eingestellt und den Rückzug angetreten. Als sie merkten, daß sie gestellt werden sollten, ver- krochen und versteckten ste sich. Den Beamten des herbeigerufenen Ucherfallkommandos gelang es jedoch, im ganzen fünf Ein- b r e ch e r festzunehmen. Ein drittes Todesopfer kommunistischer Krawalle. Die von den Kommunisten am 6. März inszenierten Straßenkrawalle haben bedauerlicherweise ein dritte» Todesopfer gefordert. Der Maurer Hans P ö s ch k e aus der Wittstocker Str. 25 ist am Dienstag nach schwerem Krankenlager im Krankenhaus am Friedrichs- Hain an den Folgen seines Bauchschusses gestorben. Pöstchke ist das unglückliche Opfer eines Zufalls. Er gehört weder der Kommunist:- schen Partei an, noch war er an den kommunistischen Demonstra- t onen irgendwie bet-iliot. P hatte am 6. März Verwandte besucht, di« an der Gormann. Ecke Steinstrab« wohnen A s er sich gegen 23 Uhr vrrabschiedet« und gerade aus dem Hausflur heraysttat, wurde er von einer umherirrenden Kugel in dm Unterleib gstroflen. Von welcher Seite der Schuß abgefeuert wurde, konnte bisher nicht festgestellt werden. Märzfeier. Massenkundgebung des Gejamiverbandes. Der riesig« Saolbau Fricbrichsham bis aus den letzben Platz besetzt, dazu in d«n Gänzen stehend die Massen Kopf an Kcpf aus der gestrigen Märzgefallenen- Gedenkfeier der Berliner Lerwaltunzs- stelle des„Gesamtverbandes": ein leberdiger Beweis, wie nah« der klassenbewuhlen Arbeiterschaft Berlins ihr« Toten steheis. Wieder klang das Lied vom Tord Foleson durch den weiten Saal, ergreifend wie nur irgendwann vom Neuköllner Sängerchor gesungen, danach Gedichte von Herwegh und Freiligrath, aufpeitschend, mit- reißend vorgetragen von Alfred B e i« r l e. Im Mittelpunkt Anton R e i ß n e r s gehaltvolle Gedenkrede, aus der großen Tradition der 48er Erhebung neu«- Impulse für den Tagee-kampf der Arbeiterklasse erweckend 1918 wurde in der demokratischen Republik die wichtigst« politische Forderung der 48cr Revolution erfüllt. Wie wir allzeit zusammenstehen werden zur Verteidigung der Demokratie gegen jeden Angriff, gleich, von welcher Seite er kommen mag, so sind wir auch eingedenk der großen Mahnung unserer toten Vorkämpfer,.damit die Erde, in der wir ruhen stark und starr, ganz eine freie werde!" * Um die Mittagsstunde des gestrigen Gedenktage» hatten sich Hunderte von Mitgliedern des Gesamtverbandes an den Gräbern der Märzgefallenen im Friedrichshain eingefunden, um prächtig« Ulrich Staufcher, der verdienstvolle Gesandte der deutschen Republik in' Warschau. Ihm ist es endlieh gelungen, die Handelsvertrags- Verhandlungen mit Polen zum Abschluß zu bringen. Das Abkommen wurde jetzt in Warschau unterzeichnet. Kränge auf die stillen Hügel zu legen. Alfred Beierle sprach Freilig- raths„3Me Toten an die Lebenden" und ein Doppelquartett des Neuköllner Sängerchors sang einige, der Stunde angepaßte Lieder. Und kein Schutzmann kam wie einst und schnitt die roten Schleifen von den Krängen ab. Zugendfeier der Lithographen. In sinnvoller Verbindung mit dem Gedenken der Märzgefallenen von 1848 veranstaltete die Mitgliedschaft Berlin des Verbandes der Lithographen und Steindrucker gestern abend im Lehrerveveinshaus eine Iugendfeier, die- leider nicht ganz den harmonischen Berlauf mil)m, der sonst die Veranstaltungen dieser Organisation auszeichnet. Der Rezitator Ernst Busch besah die Taktlosigkeit, das Programm auf eigene Faust„revolutionärer" umzugestalten und entgegen den Abmachungen Vorträge zu Gehör zu bringen, die in einer Per- unglimpfung der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie gipfelten. Unter dem Protest der Festversammlung mußte er schließlich von der Bühne abtreten. Der Mahnspruch in dem Saal lautete:„Prole- tarier, aller Länder, vereinigt Euch!" Es war bezeichnend für Herrn Dusch, entgegen dieser Mahnung selbst diese gewerkschaftliche Feierstunde ,zu mißbrauchen, um die politischen Geschäfte der Partei zu besorgen, die die Veruneinigung der Arbeiter auch in die Gewerkschaften bringen will. Genosse L a n d a brandmarkte in einer kurzen Erklärung das unter dem künstlerischen Deckmantel verborgene kommunistische Piratentum. Abgesehen von diesem Zwischenfall stand die Iugertdveran- staltung der Lithographen und Steindrucker auf dem gleich hohen künstlerischen Niveau wie in den Iahren zuvor. Die bekannte Kapelle Gebrüder Steiner fesselt« mit ihren auserlesenen Darbietungen die jugendlichen Zuhörer. Ihre stimmungsvolle Musik umrahnite wirkungsvoll die-indringlichen, aufrüttelnden Verse der jungen Truppe und die zündend« Ansprache des Genossen Landa. Mßhrauch an Erwerhslofen. Ein« sogenannt«..Arbeltsgemeinschaft für die Interessen der Erwerbslosen" hatte zu einer Dersamm. lung arbeitsloser Angestellter in Haberlands Festsäl« ourch Flugzettel aufgefordert. Es wurden Referate über die unbestrei bare Notlage, namentlich der seit langem arbeitslosen älteren Angestellten. über däs..Versagen"- der Behörden, das in Wirklichkeit eine Folg« der allgemeinen Wirtschaftslage ist, und über andere» mehr gehalten. Die Erwerbslosen können vor solchen in der Luft hängenden Arbeitsgemeinschaften. Vereinigungen und Inieresienvertretimgen nicht ernstlich genug gewarnt werden. Sie vergeuden von den geringen, chnen aus Unterstützung und Wohlfahrt zufließenden M tteln Fahrgeld und Unkostenbeitrag, sie vergeuden zudem ihre Zeit.' Di« Verbitterung der Erwerbslosen wird von niemandem so gut oerstanden, und so ernst genommen wie von u n». Aber was soll ein denkender Menlch von den Vorschlägen diese»„Arbeits- ausschusies" sagen, ein Volksbegehren und einen Volksemlcheid über ein Einstellungszwangsgesetz für ältere Angestellte durchzuführen oder bei der Beerdigung eine» durch Selbstmord geende en Erwerbslosen eine Demonstration am Grabe zu ver- anstasten? Welchen Erfolg kann sich«in Vernünftiger von solchen phantastischen Dingen versprechen? Hinter den wilden Arbeitsgemeinschaften steht niemand, keine Regierungeinstanz, keine ernst zu nehmend» Organisation berücksichtigt ihre Eingaben, die zudem von wenigen nicht sachkundigen Personen hergestellt sind. Hilfe kommt den Erwerbslosen nicht von den Radikaken recht» und link», nicht von wilden Arbeitsgemelnschasten, sond.'rn nur von der'eltge'üqtev Arbeitnebmervartei. der Gozialdemo- kratie und den starken gewerkschaftlichen Organisationen. trotzdem auch dies« sich voll bewußt sind, daß sie die Rot nicht von Heu e auf morgen bannen können. Da» sollte jeder Erwerbslose, an dessen Sorgen wir teilnehmen, im D-riaufe der letzten Jahre eingesehen haben. 9 nTVeT* 9 Vermittler zwischen deutschem Verdoppelung der Ereignisse in zwiefacher Ausgabe: vor kurzem die Dresdener Maler gleichzeitig bei Weriheim und im Künstler. Hause und nun die rheinischen Künstler sowohl in der Kunstgemein- schaft wie in der Sezession. Hier trat man sehr repräsentativ auf, und mit Recht fanden zur Eröfsnung der Ausstellung„Rheinische Sezession" sowohl die Lecker der gastgebenden Sezession aus der Tiergartenstraße(Leo von König) wie die Gäste selbst(Bernhard Sopher) und der Minister für die besetzten Gebiete Dr Wirth beschwingte Worte für das glückliche Ereignis, mit einer so stattlichen Schaustellung die geistige Verbindung des Rheinlandes mit der wiedergewonnenen Heimat zu besiegeln, Außerdem war es«in schönes Hausfest der deutschen Sezessionen, die sich zu größerer Wjrkung nach außen zusammenschließen. An den Besuch der Rheinischen in der Berliner Sezession soll einer der Ver- liner in Düsseldorf sich anschließen: und so weit«?:«s kann nur gut tun, sich überall gründlich und gegenseitig kennenzulernen. De Rheinländer kannten Eingeweihte schon von den äußerst lebendigen Ausstellungen des„Jungen Rheinland" in Düsseldorf, und die Berliner von«inigen Iuryfrelen her. Aber offiziell und als repräsentative Gesamtdarbietung haben sie ssch erst fetzt den Berlinern vorgestellt. Eine sehr gute Vorstellung, die das günstigst« Vorurteil für die Gäste aus dem Westen Deutschlands erweckt. Denn diese Sezessionsschau enthält beinahe vollzählig die maßgebende Jugend der rheinischen Kunst und gibt e!n«n gültigen Legriff von ihrer Be- deutunz und der Einheitlichkeit und Größe ihrer tünsüerischen Leistung. Der Stil dieser Künstler stellt sich als ein phaniasiebeschwingtss Malerisches dar, das in jeder seiner Nuancen Elemente von deutschem Willen zur Romantik und gallischen Formesprit in reizvoller Mischung enthäll. Je nach persönlicher Veranlagung überwiegt da« Direkte der Darstellung, wie bei den gewaltigen Kohlekartons von Otto P a n k o k, die in einem TriMchon„Die Frau" schüdern, mit rätselhafter.Einseitigkeit, mächtiger in ihrer Proletarierexistenz als selbst Käthe Kollwitz, wie bei den höchst gelungenen, ausgelassenen Matrosensongs von Will Tschech und den amüsanten Primiti- oismen des wahrscheinlich wirklich naiven Adalbert Trlll- Haas«, bei den starken düsteren Eisellandschaften von Pitt Kreuzberg und den weicheren Tonfolgen in den südlichen Land- schaften von B. G a e r n t n e r, in dem reizvollen Mädchenbild Wilhelm Nagels und interessanten Landschaftscxperimenten bei I u l o L« v i n und Wellershaus. Oder es kommt die westlich orientiert« Lust zur farbigen Ordnung der Weltdinge ans Tageslicht bei den Künstlern einer lyrischen Anmut: beiLudwigtenHom- p e l, dessen Wupperlandschaft eine der hinreißendsten Dichtungen in Farben darstellt� bei den weich verschwimmenden Landschaften von Peter Janssen, Gobiets Siegtal mit seinem Aufbau süßer Puppenhäuser im Grünen, bei Duprö.Cürten, Schumacher- Salig, Tappeser, Neyers, deren anmutig variierte Tonig- keit manchtnal leise ins Dekadente abbiegt, endlich und zum besten Schluß in den zart getönten Kompositionen Rod. P u d li ch s, der eine sehr glückliche Synthese von französischer Dekorationskunst und Staatliches Schauspielhaus. »Liebes Leid und Lust." Jürgen Fehling bearbeitet« und Inszeniert« Shakespeares Lustspiel, Das Wesentliche war herausgearbeitet. Die pfiff' g-kerni- gen Aussprüche Schädels, des Bauers(Hans L« i b e l t), die in sich selbst verliebten gehaltlosen Satzblüten Don Armados(Albert F l o» rath), der schwärmerische Liebe am untauglichen Objekt übt, Mot- tes, des Pagen(Willfried S e y f e r t h) schlagfertiger Witz, alles kam uns lebendig entgegen. Der Liebreiz der Prinzessin(Renate Müller) und der Uebermut ihrer Hosdame Rosalinde(Elf rede B o r r o d i n) mochten mit Recht den ernsten König von Naoarra (Alexander G r a n a ch) und Diron, seinen Gefolgsmann(Ändert Wäscher) betören. Gelöst und maßvoll verteilt erschien die Granitmasse der alten, pathetischen Sprache, vergangenen Situationen wurde neues Leben «ingehaucht, lieber das schwere Gcsüge der Sprach« hinaus er wärmte sich das Herz und erhob sich in dionysischer Heiterkeit. Liebes Leid und Lust erlebten wir, mit ihren vielen Fall«n und Fangschlingen. Leichte Koketterie alter Zeit schien geheiligt durch den Willen der Liebenden, einander wahrhaft zu erkennen. Welch ein Dichter! Heber Raum und Zeit spricht er zu un«, geführt von Jürgen Fehlings Hand. Und es ist Augenblick« lang so, als vor- zwcrgte die Zweckbühne der Zeit, wenn fein Wort uns erst gefunden hat. aus der un«rm«ßlich«n Fern«. Ein Lustspiel! E» war ein« Lust.«» zu erleben, Man kann hier nicht von Spezialleistungen der Schauspieler sprechen. Sie alle waren Fehling zu Willen Freunde Shakespeare». Rochus G l I e f e lieferte das einfache Bühnenbild. Einfach in bestem Sinn«: Er ließ weg. was entbehrlich war. Ein Beifall, daß die Wände bebten I �lexsacker von Lacher.dfosocli. Tonfilm„C Ny". ll'a-palast am Zoo. Es ist gelungen, den Film setzt farbig zu gestalten, ohne daß ein« besonder« Apparatur dazu nötig ist bei der Vorführung. Das Techni- colorrerfahren, da» dabei angewendet wird, ist in„Unterlfaltung und Wiss«n" heute morgen geschildert worden. In Amerika wird es bereits vielfach angewendet, wir sahen in Deutschland gestern zum erstenmal einen Film dies«r Art. S» sind ganze Szenen an» dem Ziegfeld-Theater am Broadway in N-w Port übernommen worden, die einen Begriff geben von dem außerrntentlichen Aufwand, der drüben für die Scha-ullsst entfaltet wird. Der Elou aber ist— und hierin zeigt de, Rszisseur D i l l o n s-iii« Fähigkeiten als Arran- geur—«in Gartenfest in einer vornehmen Rew-Porker Villa. Um die reinen Schauszenen herum Ist«ine Liebeshandlimz gruvpiert in der üblichen amerikanischen Art: eine Kellnerin, die gern Tänzerin weiden möchte, hat das Glück, einen Millionärssohn kennenzulernen. kann mit desien Hilf« in einem Gartenrestaurant auftreten und hat die weitere Chance, an Stell» einer verhinderten berühmten rrisilchen Tänzerin in dem prunkvollen Gartenfest mitzuwirken und schließlich ans ZiegfeK'Thcater berufen zu werden, SI« bekommt zum Schluß ihren Millionäresohn und mit dem Abschluß der kirchlichen Trauung endet de? Film. Durch einig« humoristische Zwischenfälle und nette gefellichafl. lich« Parodien wird die etwas träge Handlung aufgefrischt. Dafür erfährt sie um so mehr Hemmungen durch die vielm Lieder, die bei jeder Gelegenheit gesungen werden und durch den Dialog, der in der deutschen Fassung in Titeln geboren wird, während man ihn gleich- '9 ♦ und französischem Kunsiwesen. deutschem Ernst der Lebensdarstellung findet. Hier ist überall eine wohltuende Synthese zwischen der deutschen Sehnsucht zum Abso- luten und der Klarheit westlichen Formungswillens gefunden. Das Phantasieelement tritt an erste Stelle bei der Gruppe, die in der Rheinischen Sezession wohl das charaktervollste Gesicht trägt. Das Erregend«, ja Romantische ihrer Kunst liegt aber keineswegs im Stojjlichen(dann müßten Trillhaafe und der an Dix orientiert« Uzarski— der gleichzeitig ein äußerst witziger und geistreicher Schriftsteller ist— hier an erster Stelle stehen), sondern in der Form, Der Einfluß des Surrealisten Max Ernst, der längst von Düsseldorf nach Paris übergesiedelt ist, zeigt sich nur bei H, H o e r l e, ein wenig bei B r. G o l l e r: stärker wirkt der Konstruktivismus der Schlemmer und Vaumsister bei F. S e i w e r t nach. Aber es ist gar nicht die strenge Form tekton schen Aufbaus, die den Rheinländern liegt. Rur bei Zankel Adler und neuerdings auch be, Martha Hegemann spielt sie eine gewisse Rolle, sie gibt beiden ein festes Bildgsrüst, innerhalb dessen sie Ihre malerische und darstell«rischc Besonderheit ausbreiten. Sie gehören beide zu den stärksten und persönlichsten Begabungen der heutigen Kunst. Das Wunder«insr neuen, geistig wie seelisch wirksamen Form ist bei ihnen Tatsache geworden. Abstraktion vermählt sich mit Elementen der Wirklichkeit zu überraschender Einheit, und«in ruhig wägender Instinkt gibt das Mittel farbigen Ausdrucks an. Bei Martha Hegemann ist der Ein- druck weiblicher Harmonie unverkennbar; Jank«l Adler, der sehr repräsentativ vertreten ist, überredet durch die strenge und herbe Größe einer dem Ostjudentum entstammten Geistigkeck, die manches mit Lasar Segall gemeinsam hat, in der straffen Monumentalität seiner aufrechten Gestalten aber sehr eigene und differenzierte Wege beschreitet. Das Phantasiebedürfnis der Rheinländer findet in einer weit mehr gelockerten und ganz malerischen Auffassung seinen eigentüm- lichsten Ausdruck. Bei alle diesen Künstlern spricht ollein die Cr- Weiterung der Wirklichkeit ins Märchenhafte e:ner malerischen Form: strenger, aber von unglaublicher Vielfältigkeit farbiger Lösungen, bei Werner Gilles, ins Stilleben gebannt bei Peiffer- Watenphul, in feinste tonig« Malerei gelöst bei Heinz May, ganz gelockert bis zur Aufhebung materieller Zusammenhänge b:i Hermann Hundt und Adolf de Haer, deren stillebenhaste Bilder den Ansprüchen an räumliche Orientierung mit heiterer An» mut widersprechen, und endlich bei den himmlisch irrationalen Figurenbildern von L. G. Becker, deren Anordnung aus einer besseren und humorvolleren Welt stammt als der unsrigen. Bei den Skulpturen vermißt man einige gute Künstler, doch entschädigen dafür frische Talente wie Felicitas K l a t t mit kraftvoll vitalen Tieren in glasiertem Ton. Elisabeth Veiner-Kohlhage mit einem wahrhaft„phantastischen Pferd", Margarete Presting mit strengkantig, aber sinnlich empfun- denen Frauenbildungen: Erich Kuhn, Hammers, Anna Huber-Stllhlen und B. Sopher halten das Niveau auf erfreulicher Höh�. Paul F. Schmidt. zettig auf englisch hört. So schön das Englisch gesungen klingt, so wenig erfreulich wirkt es häufig aus dem Munde junger Mädchen. Der Film hatte das Glück, in der Hauptdarstellerin Marilyn� Miller«Ine Künstlerin von außerordentlicher Vielseitigkeit zu finden, die gleichzeitig als Sängerin, Tänzerin und auch als Dar- stellerin glänzt«. Ihrer Kunst ist wesentlich der Erfolg, abgesehen von dem Schaugepränge und den zunächst überraschenden Wundern der Farbigkeit, zu danken. Auch ihr Partner Alexander Gray, ein typischer junger Amerikaner, wußte durch Gesang und Art zu gewinnen. Wie in unserer technischen Darstellung beretts ausgeführt ist, läßt der Farbenfilm natürlich noch vieles zu wünschen übrig. Aber soviel ist bereits ersichtlich, daß er die Anziehungstraft des Films noch stark vermehren und die ganze Filmentwicklung damit in rein künstlerischer Hinsicht, in der der stumme farblose Film bereits«in hohes Niveau erreicht hatte, zunächst aushalten wird. Der Film hat die merkwürdige Eigenschaft, bei jeder umwälzenden technischen Neuerung sozusagen von neuem wieder anzufangen. v. „Zunge Generation." Marmorhaus Da» bürgerlich« Familien, und Rührstück, da« da» 18. Jahr- hundert in die dramatische Literatur einführte und da» 19. im sogenannten Volksstück gelegentlich erneuerte, ist immer noch nicht ausgestorben. Der Film, der ja zum Teil nur eine Wiederaufnahme und Fortsetzung des allen Theaters bedeutet, findet neuen Stoff dafür in dem Gegensatz der EUern und Kinder Im jüdischen East-Sid« New Ports. Dre größte Stadt des Judentums, das größte Ghetto. das die Wellgeschichte je sah, ist ja im Film bereits des öfteren behandelt worden, und weder Manuskripwerfasser noch Regisseur (Frank R. Ca pro) haben wesenlich Neues zu sogen..Der alte Goldfisch hat es nicht weit gebracht, das Geldoerbienen ist ihm nichr die Hauptsache. Aber sein Sohn Siegfried steigt um so höher, da er sein gutes südisches Herz preisgibt. Er ist ein erstrangiger Kunst- Händler im vornehmen Westen geworden, die alten Eltern wohnen bei ihm, ahn« sich in dem oeränderten Milieu glücklich zu fühlen. wenigsten» nicht der Dater und die Tochter, die ganz noch ihm artet. Sie wird vom Bruder verstoßen, als sie nicht standesgemäß heiraten will. Erst nach Jahr und Tag hört der unglückliche Dater wieder von der Tochter, die ihn inzwischen zum Großvater gemocht hat. Zu spät. Sein eigener Sohn verleugnet ihn. aber vor seinem Tode hat der All« noch einmal die ganz« Familie um sich versammelt: dann verlassen alle den Sohn, der einsam und fröstelnd mit seinem Reichtum zurückbleibt. Diese höchst moralische Geschichte ist mit einer vollen Schüssel Sentimen'alität und Tränenseligkeit überzuckert.» Manch« dieser Szenen wirkt auf die d-utschen Zuschausr«rhecternd. Da» q-mzc Verd-enst des Films ist die gute varstellung. die durchaus jüdisch echt ist. Der Dialog wird in TUekn geboten, während die bibbernd-' Begleitmusik Tonfilm ist._ r. Ronkgenstrahlenstors her Spenc« geslo-bnv Der idriisfc« Röntpenstrahlensorscher Dr. John Sp.nce ist im Aller von S8 I h.c» in Edinburgh gestorben. ISIS hacke»r in Durchs hru g sckner Forschungen sen rechtsn Arm und vor«in-igen Mona'en ken größeren Teil der linfcn Hand ve'-koren.-Dr. Sp.nce war von V07 im rn't Rönlgen an den ersten Forschungen über Ue Anwenidu g der Röntgenstrahlen beteiligt. Zm.tevl'chev Tolle hcoler' läHt die Vo- stellung am Ld. März au?. V>'» Enalls-»« Th'-iter Iviell am SN,, 1 9 Ubr voi mittag», Oscar Wilde» ,A Wowan ok no Xiaportauoc' trn Schiller lheate». Wirtfchastspraxis der Nazis. Herr Fr ick regiert.— Opfert Arbeitslose und organiflert den Bankrott. Das ruhmreiche Gebil-de der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ist lange Jahre in der glück- lichen Lage gewesen, grandiose Wirtschastctheonen und Wirtschasts- Programm« aufzustellen, ohne gezwungen zu fein, den Schären der Nazi-Mitiäufer die Güte ihrer Rezepte zu beweisen. Der. Verfasser der Wirtschastzkochbücher des Hakenkreuzes ist der Diplom-Jngenieur G o t t s r i e d Feder, M. d. R., den Hitler schon' vor Iahren zum Programmdiktator der NSDAP, ernannt hat. Der ewige Refrain dieses Oberkonfusionsrats ist die sattsam bekannt« „Brechung der Aluskuechlschaft". Di« Massen der Errttikischten und Verzweifelten, die den Anschluß an die sizzialistische Ardeiterbewegung nicht gesunden haben und nach einsacheren Ausdrucksmösslichkeiten für ihre Ulfzufriedenheit mit der kapitalistischen Wirischaftrordnung suchen, bekommen in der „Brechung der Zinsknechtschaft� ein radikales Losungswort vorgesetzt, dem auf den Leim zu kriechen nur zu oerlockend ist. Der„Zins*: das ist in der Vorstellung der nationalfozia- listischen Mitläufer und„Parteigenossen", nach Herrn Feder, jene geheimnisvolle Last, unter der alle gleichermaßen seuszen: die Bauern, die Arbeiter, die Angostellten, der Milrclstond, die sreisn Berus«. Man gibt sich nicht erst mit Ueberlegungen darüber ab, was denn eigentlich dieser mysteriöse Zins ist, ob er nicht nur eine mm vielen Formen darstellt, in denen sich das kapiiatistische Ausbeutung?- Verhältnis spiegelt: das wäre zu kompliziert und wurde zu Schlüssen führen, die den kapitalistischen Geldgebern des Hakenkreuzes alles andere denn angenehm fein müßten. Wozu auch die geistige Anstrengung, wetm«s doch so viel einfacher ist, die..Abschassung" des Ziuses zu dekretieren, um jenes..drille Reich" herbeizuführen, in d'm„Gemelnuutz vor Eigennutz" geht. Wie das anzustellen ist. darüber haben sich die Natianalsoziaiisten noch nie ernsthait den Kopf zerbrochen. Immerhin haben sie in den„unabänderlichen" 2S Punkten der NSDAP, auch ein W i r t f ch a f t s p r o g r a in m, das„v e r p f l i cht« t". Die Trufte sollen verstaatlicht, die Warenhäuser kom- munalisiert und an kleine Unternehmer vermietet, der Boden- zins soll abgeschafft, eine Gewinnbeteiligung an den Gr iß- betrieben soll eingeführt werden. Alles sehr einfach. Daß unter der Herrschaft der Prwatwirtschaft die Verstaatlichung einiger Truste das Aufkommen neuer Trust« nicht. verhindert; daß kleine Unternehmer nie darauf verzichten werden, große zu werden: daß man den Bodenzins nicht„abschaffen" dann, ahn« daß feine Grundlag«, der private Bodenbesitz, angetastet wi'd: daß die„Gewinnbeteiligung" nach der Aussage des.Herrn Feder selbst nur eine leere Phrase ist: das alles braucht man den Nationcl- sazialisten nicht nachzuweisen, da sie. sa auch ohnehin an die Verwirklichung dieser Punkte ihres Programms in der Praxis nicht gehen können und nicht gehen wollen. Doch das Hakenkreuz hat daneben auch sein„positives" Ausbau- Programm, das vor allem vorschreibt, wie die Mittel zu brschafien sind, die für die staalliche Lenkung des wirtschaftlichen Ganzen not- wo Mg find, nachdem entsprechend den r.;» ..?S Punkleu" die SkeverU zum größten Teil weggefallen sind und der Staat keine Anleihen aufnehmen darf, � die ihn von selbst in„Zinsknechtschaft" stürzen würden. Und dieles Aufbau Programm sieht so aus: Zunächst also soll der Traar ferne sämtlichen Schulden und Verpflichtungen st reichen und sich so um jeden Kredit bringen.(An Krediten hat der national- sozialistische Staat kein Interesse, er will sie gar nicht haben.) Als- dann sollen die Kriegsgewinnc eingezogen, werden,, und die darüber hinaus noch nötigen Mittel durch Aurgabe von Staate- kgssengutscheinen beschafft werden, die natürlich nichts anderes lind als wertloses Papiergeld, mit. dam Hakenkreuz gcschmück- tes Symbol einer neuen Inflation. Und zu guter Petzt wird e.ne „gemeinnützige Vau- und Wirtfchaftsbank" gegründet, die die Durch- führung aller wirtschaftlichen Aufgaben, der staatlichen„Vedrrss- deckungswirtschast" der Nazis mit ungedeckten„Baumarkfcheinen" finanziert! Man hat dieses„Aufbauprogramm" der Feder und Hitler noch nie ernst genommen, auch dann nicht, als der Ordnungsblock. Landtag in Thüringen dem wahnwitzigen Inflationsprojekt der Bau- und Wirtschaftsbank feine Zustimmung gab, die ln der Lust hängen blieb, weil die Relchsbank Einspruch erhob. Jetzt, seit Herr Frick ln Thüringen regiert, machen die National- sozsalisten Ernst mit ihrem„positiven" Programm. Thüringen hat kein Geld. Sogar ohne die Reglerungsbeteiligung der Rational- soziallsten hatte der Ordnungsblock das Land in ein Defizit hinein- geritten, aus dem kein Ausweg zu finden ist, und die Münchener Goldmacher müssen Zetzt zusehen, wie die Zauberrezepte in die Praxis umzusetzen sind..' laufende von Arbeitern sollen ihr Nolstandsbrol verlieren. Die Nationalsozialisten haben den Anfang gemacht! Herr Feder hat in einer umfangreichen Publikation Einspruch erhoben gegen die Fortführung des Talsperrenbaus im Saaletal, an dem der Freistaat Thüringen hervorragend beteiligt ist.. Der Talsperrenbau, an den? das Reich, Preußen und die großen Unter- nehmungen der Kraftwirtschaft beteiligt find, paßt nicht ins national- soziallstifche Programm. Daß der Bau dieser Anlage ersten Ranges sellsstperständlich mit Krediten geführt wird, ist ein„modernus leih- kapitalistisches Verbrechen", und feine Unterbindung muß der elfte Schrill sein zur„Befreiung" des Staates von der.Linsknecht- schaft". Mehrere tausend Arbeiter sind bei den Notstandsarbeiten der Saaleta'sperre beschäftigt. Daß die Durchführung des Talsperren? baus unzähligen Arbeitern Beschäftigung gibt, ist ein besonderer Mangel dieses staatlichen. Projekts: denn dadurch sind Taufende von Arbellslosen aus ihrer verzweifelten Notlage befreit, die sie in die Arme der Nationalsozialisten treibt! Das ist der erste Streich, de� zweit« folgt sogleich: Ist der Staat Thüringen einmal von der„Zinsknechtschaft" church Zerschlagung des Talsperrenbaus befrell, so kann der„Aufbau" der Finanzwirtschaft beginnen. Herr Arick braucht für seine Regierung Geld. Staatsschuld oerschreibiiygen sind das Allheilmittel, zwangsweise sollen sie den gemeinwirtschasllichen Kreditinstituten, in erster Linie den S p a r t a s s« n. angehängt werden. Ein neues Sparkossengesetz soll die Sparkassen in jeder Beziehung der Willhürherrschast des Herrn Frick ausliefern. Schon die Errichtung, Aufhebung und Äenderüng der Sparkassen soll von der Genehmigung des thüringi- scheu Innenministers abhängig gemacht werden. Darüber hinaus sollen aber von Gesetzes wegen sofort schon 50 Prey. des Einlagen- Zuwachses in Schuldverschreibungen des thüringischen Staates an- gelegt werden. Di« Ersparnisse der breiten Masse sollen damit der Politik der Ralionalsoziallsiea dienstbar gemacht werden und dem vnmltlel. bare« Zugriff de» von Hitler nowiniertea Innenministers uulerliegeo. So sieht die.„Brechlmg der Zinsknechtschaft" in der Praxis aus. Werbende Anlogen der. ötfentlichen Hand, die.der Arbeitslosigkeit entgegenwirken, werden unterbunden, die Spargroschen der arbei- tenden Bevölkerung zur Finanzierung der nationalsoziatistischen Bankrollwirtschast enteignet. Schneller und deullicher konnte Herr Frick gar nicht zeigen, wie die staatliche Wirlschoftspolillk im Zeichen des Hakenkreuzes uuvermeidllchsrweije aussehen muß: Enteignung der Masten zur Finanzierung des Siaalsbankrolts! A. G. BeirlebsstlUegungen in der Lausitz. Die Bereinigten Iutespinnereien und Webereien, ein großer Konzern mit dam Sitz in Hamburg, hat nunmehr auch für O st r i tz in der Oberlausitz für dos Haupt- und Heinrichswerk die Slillegung beantragt. Bisher hat man bereits wochenlang nur drei Tage gearbeitet und fünf Prozent der Belegschaft entlosten. Gegenwärtig arbeiten in den Betrieben rund 1000 Arbeiter, die nach der Stillegimg das Heer der Erwerbslosen vergrößern werden. Jahresbericht der Stadtbant. Die Sk arek-Ver'vste— Stcherheitselnrichtungen. Das Iahressrgebnis der Berliner Stadtbank, das jetzt vorliegt, wird natürlich durch die aus der Sklarek-Affär« entstandenen Ver- luste entscheidend beeinflußt. Dos Sklarek-Ristko wird bei Annahme einer Konkursquole von 10 Prozent, mit der bei vorsichtiger Schätzung zu rechnen ist, auf 9 Millionen Mark beziffert. Zur Abdeckung dieser Verluste stehen der Stadtbant aus dem Betriebsüber- schuß des letzten Jahres sowie aus aufgelösten Reserven rund zwei Millionen zur Verfügung Es bleiben also noch weitere sieben Millionen ungedeckt. Diesen Betrag hat die Stadt Berlin, vorbehält. llch der Genehmigung der Stadtoerordnetenoelsammlung. ein- geschossen. Die skandalösen Vorgänge bei der Stadtbankoerwaltung hoben eine Umgestaltung des Vankbetrlsbes unbedingt notwendig gemacht. Dies« Umstellung ist jetzt in der Art durchgeführt, daß die Stadtbank sowohl ihren Kunden wie auch der Stadt Berlin als Hastträger Gewähr für die künftige Gcschäftssührung gibt. Diese Gewähr besteht einmal in der Schaffung von Sicherheits- einrichtungen, die ähnlich« Borkommniste wie den Sklarek- Skandal ausschließen, und zweitens in der Beschränkung von Risiken. Das Baukreditgeschäft der Swdtbank llll tm Berichtsjahr unter dem allgemeinen Daniederliegen des Hypotheken- Marktes. Es sind im letzten Jahr insgesamt nur für 59 Bauprojekte im Gesamtbetrage von 15,1 Millionen Kred'te gewährt worden gegenüber 218 Objekten im Betrage von 27.0 Mil- lionen im vorhergehenden Jahr. Mit diesen gewährten Bougeld- krediten wurden insgesamt 3667 Wohnungen finanziert, unter denen sich 3320 Kleinwohnungen befanden. Lugend braucht Sonne! Kundgebung der Oentschen Zugendherbergen. Im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Htraße. wehte am Sonnaberfd abend ein'frischer, lebendiger Wind. Schon das rein äußere Bild war erfreulich: der große Raum voll junger, lebensfroher Menschenkinder, Iunzens und'Mädels mit frischen Ge- sichtern und fröhlichen Augen, unter ihnen auch Erwachsene, die, von der gleichen Daseinssreude beseelt, mit ihnen fühlen, mit ihnen jung sein wollen.„Mit ihnen. jung sein wol.len!" dös ist die Hilfe, die die Jugend von uns Großen benötigt: darin liegt aller Sinn des Mitverstehens und Mitempfindens ihrer Wünsch« und ihres Wollens. Die neue Generation hat keine„goldene Jugend". Früh, allzufrüh lernt sie Not und Elend kennen, leidet sie körperlichen und seelischen Mangel. Und wenn sie voll froher Zuversicht ins Leben der Arbeft treten will, dann heißt es:„Für Dich ist kein Platz da!" So muß sie verelenden, der eine früher, der andere später. Darum galt es, mft allen Mitteln ein Band zu finden,«inen Zusammenschluß der Jugend unter sich, der ihnen die grausame Alftazsnot mildern und ertragen hilft: die Natur. Wandern in frischer Lust und fröh- sicher Gesellschaft, den Rucksack auf dem Buckel und den Frohsinn im Herzen. Eine Familie,«ine Gemeinscho-ft Gleichgesinnter. In diesem Slmre hielt der geschäftsführend« Vor. sitzend« des Gaues Mark Brandenburg Im Reichsverbond für Deutsche Jugendherbergen, Stadtrat Gen. Schneider, ein«, schlichte, tiefen, pfundeire Ansprach« an seine Hörer. Er dankte gll-denen, die im Dienst der guten Sache stehen, berichtete voll Stolz nun den schönen Erfolgen ihrer Arbeit und Hilfe urtd knüpfte die Pitt« daran, weiter zu helfen und zu unterstützen, denn es fehft noch da und fehft noch dort. An Stelle veralteter, unbrauchbar gewordener Herbergen müssen neue geschaffen werden. Ein Umbau würde sich nicht lohnen. Dann warb er für den Bau einer Großstadt- Herberge, wie sie München, Köln, Dresden und andere Städte besitzen. Berlin aber nicht. Aus der Reche der ge- nannte» Ziffern fei die ein« hervorgehoben: im Jahre 1928 gab es in 2200 Jugendherbergen 3f4 Millionen Uebernachtungcn. Das Orchester der 6. Oberreolfchul« konzertierte, der Chor der Volksmusikschule sang stimmungsvolle Wanderliedet, Maria John rezitierte Dichtungen von Bröger, Jürgen Brand und Zerfaß. Der ganz« Abend ein gewall ig-schöner Werberuf.Lugend braucht Sonne!" verantwo-tl.'ür die Redaktion! fflolfflaitfl Sqniar,. Berlin: ilneeiacn: Th. Stack«, Berlin Verla«: Rorwärt, Verla« K. m b S.. Berlin Druck: Borwaris Bücks druckerei und Lcrlaasanllalt Paul Linaer Sc Co Berlin SW SS. Liadenslrake S. Sieriiu I Beil«»«. ' Mituoch.'9 3 Staats-Oper Untei d. Linden lni-u. i n. no. e latas-iU. Ho. 16 19it- Uhr Die ZaoMite Ende geg.23 Uhr Mittwoch, 19. 3. Stadl Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Slnume Boccaneara Ende 22°,'« Uhr tu Fiat: der bpobllk Vorst. 47 20 Uhr Ende n 22i, Uhr ÜsslI. Sdiausph. , Uhi Sex Appeal Lsstsp. r. Ftsdank loufile üigi«: Fentir lanlaigi Udert Basserraann, Man» Chrlstlaiis Berliner Iheaier Dönhoft 17U 8 Uhr Ende lOV« Uhr Ji'.in'.diii" von Franz Molnai ■fl Mai Palladhrt. Baute: GssLlaitnas Hart» Souper Regie Heinz Hilper. KomischoTper Friedrichstr. 104 Merkur 1401-4330- Allabendlich SV« U ßülla Iii Ha ithnalitaatnuilt rad Cad Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922.23 Täglich V* Uhr Liebe auf den zveiteo Bück eaniowky-SDiinen lbtalar in dar XOnigcrätzer Straß. Täglich 8t,« Uhr Professor Bernhardi von Arthur Sdmltilir Ra�ia- Vitter Bareavskr Komödienhau« Täglich 8Vj Uhr Oer Lügner und die Könne von cur: sdv Kleines Theat. Merkur 162« Täglich 810 Uhi madame hat Ausgang Erika von Teilmaar. Paul HilrbLer Hermann Scha jfuD tvoTsxi, traut Friaoog-Tbeale U lu b; Mr. irnlu Georgenstr. 9 Täglich SVU Uhr Die Freundin von Sstcinuaa Preise>.2.3, 4 M. Donnerstag 8V< Premiere— Revu Das lebende Magazin- ffieitfeiB' Fürst Operettenhaus Alte Jakobstr. 0/32 (Zentral- Thea' er) Täglich-o.» Uhr Die Fledermaus mit Gustav Matznei Preis« l, 2, 8 M. Gegröndel El«erne Kinderwagen, BetHedern.»n'ett» Fabrik«Jr sämtliche PoUtermSbel Betten relnigting erfolgt auf modernelcr e'cktrlacher Maacfaloc Beriin. Neukölln, Hermannstr. 31-33 Tel.: F 2 Neukölln 1424 Filialeai Berlla-Tcmpelhoi, Berliner Sir. ISS Briir, Chamaeotr. J6 a. Metropol�IhT 8'/« Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwärs, Richard Tauber Musik von Franz Lehär Lessing-Theater Vtiilaidtiu 2791■. Gilt Heute 8 Uhr LetzleV'orstclluDg finaro opeyfus Donners tag geschlossen. Freitag Ti Uhr Premiere Hans Danin L riioafsr d. UledeDt Täglich 8V« Uhr: Höfel Sfadf Lemberg Musik von Gilben Leo Schfllzendorl Udüenstcin, Carola Toeai. l roiu.toi Kottb. Str. 6 Tägl 8 Uhr auchSannt. nacrm.3U Elite- Sanger. 8 Tiitmplt oidiu. BbsiUeismi "Irä-nosniBD! Nur noch Mittwoch $ ehr SFafflmen-Tnrsteimno Kinder auf allen Tagal P ä zen v 2.20 M. aufwärts halbe Pre.se. T>/. Uhr Verstellung SAßRASANG Tel Raa wald«335-36 0"0.' 9.4» Planeiarlmc — am Zoo------ ferlfilJutiin.Uzt ht2 8. 6 BarbarostaSSTS IM/« Uhr Der FfU- latfsmfflnpj lk<'« L'hi MarkwOrdlgc S erna IRizsu cTtnr» 20V« Uhr Unser MODO Eintritt I Mark. Kinder 30 PL Berliner Ifflk-TriO N• a k 0 1 1■. W Ldhnstr. 74/4iJ HerrenKlelderlogrih giw a! gründet 1895 ge. Clater, Paletot« j.Coper.Kais6r-uiliii6ia]-$ir.2A föellage Mittwoch, 19. März 1930 IivMpnd ShciicmJLQa&a\b*u>wf4k Der Sprung über die Mauer Erlebnisse in Sos&ietrußSand Wir v«röft«nt5!chen hier die Aufzeichmmgsn zweier junger Russen, hie aus politischen Gründen die Bekanntschost mit den Sowjetgefängnissen machten und dann /aus Rußland flohen. Wie die russische Jugend studiert In den ersten Jahren nach der Novemberrevolution war ich, wie der größere Teil der Arbeiterjugend, k o m m u n i st i l ch gesinnt. Di« Hoffnung, daß wir raschen Schrittes dem Sozialismus entgegengehen, erfüllte mich mit Freude und Zuversicht. Bald aber begannen die. Illusionen sich zu zerstreuen.. Statt der ersehnten Gieichheu kam das Emporwachsen einer neuen Bourgeoisie auf der einen Seite, und auf der änderen Seite waren die?lrbei er wieder in Rot und Elend. Die Kommunisten genießen Privilegien. Die Gewerkschaften und die anderen Arebiterorganisationen werden von kommunistischen Zellen beherrscht. Die Arbeitermasse ist verurteilt zu schweigen. Jede Aeußerung einer nicht amtlichen Meinung gilt als Gegenrevolution und hat Verlust der Arbeitsstelle und Verhaftung zur Folge. Zweifel plagten mich. Ich bemühte mich, der Kleinstadt, in der ich lebte, zu entfliehen und nach Moskau oder Leningrad zu kommen, um zu lernen und die Lösung der Fragen zu finden, d e mich quälten. Im Jahre 1323 gelang es mir, auf die meiner lIewerk- jchast zustehsAde Stelle hin auf die L e n i n g r a d e r Universität zu kommen. Ich stürzte mich voller Wissensdurst auf die National- ökonomie, die Geschichte der revolutionären Bewegungen, den Marxismus. Uns überraschte und erstaunte es sehr, daß unsere roten Professoren und Lehrer es geflissentlich vermieden, auf Fragen zu antworten, die nicht mit der offiziellen Linie der Kommunistischen Partei übereinstimmten. Wir merkten bald, daß uns«ine frei« Beschäftigung mit der Wissenschaft nichr gestattet wurde, daß man uns ausschließlich nach amtlicher Schablone denken und überlegen lehren wollte. Doch konnte man uns dje Gedqnken, denen die Arbeiter in den anderen Ländern nachhängen, und die politischen Bedingungen, unter denen sie existieren, nicht verbergen — trotz aller Bemühungen der roten Professoren Auf tausend verschiedenen Wegen gelangten die„ketzerischen"' Gedanken und die „rebellischen" Tatsachen in unsere Köpfe. Vor allem wurden sie uns vermittelt durch viele Bücher, die wir unseren Büchereien ent- nahmen. Die vorgeschriebenen Prüfungen legten wir auf Grund der empfohlenen Kompendien ab, die Antwort aber auf unsere Frag«» und Zweifel suchten wir in den Urquellen, in den Werken von Marx, Kaut sky, Plechanow. Wir sähen sehr bald, wie weit der„Lenin smus" vom wirklichen Marxismus sn fernt ist, un> wir kamen allmählich zu. der Schlußfolgerung, daß die Arbeiter- kkasse e-ne wirkliche sozialistische Älasssnportei brouchk- v Sehr bald erstchrett wir SM eigenen Leibe, was„Fteiheif der Wissenschaft und des Gedankens" im Sowseiftaai« bedeutel. Eine Gruppe von Studenten, zu der auch ich gehörte, hatte eine ilsine Arbeitsgemeinschaft zum gemeinsamen Studium der Probleme der Arbei erbewegung ins Leben gerufen und die Ver- bindung zur sozialdemokroti fch e n Partei hergestellt, die sich in der tiefsten Illegalität befand. Im Frühjahr 1924 wurde die Wohnung, in der ich mit meinen Genossen hauste, eines Nachts von Tscheka-Leuten überfallen. Ich erwachte von dem berr scheu Befehl:„Den Platz nicht verlassen, die Waffen hergeben!" Ich lag einige Minuten mit geschlossenen Augen und überlegte, was zu tun wäre. Waffen hattzn wir nicht, aber im Tischkasten lagen einige Hef« des „Sozialistischen Böten"(der in Btrlin gedruckten Zeiffchrifl der rusüfchen Sozialdsmokratie). Wir wurden alle verhaftet. Mit diesem Tage begann iür uns ein entbehrungsreiches Leben, aber auch unsere politische Ausbildung, die sehr rasch Fortschritte machte. Am frühen Morgen brachte man uns ins Gefängnis, wo wir' auf einig« wei'ere Studenten stießen, die obeiffo„schuldig" waren wie wir. Nach einiger Zeit wurden wir auf die Solo- w-st ki-Insel verbracht. Die Lebensbedingungen waren dort zweifellos äußerst schwer, aber wir Inngen denken mit großer Be- friedigung an unseren Aufenthall auf den Solowetzki-Inseln zurück Dort haben wir vieles gelernt. Der persönliche Koirtakt mit alten geschulten soziäifftischen Genossen hat uns sehr viel gegeben, das mar für uns eine.freie sozialistische Hochschule. Von den Solowetzki- Inseln kam ich ins Gefängnis, von dort in ferne Verbannung, dann wieder in einen näher gelegenen Dsrbannungsort. Gegen Ende 1 9 2 3 wurde mir nach fast fünf Jahren Gefängnis und Verbannung erlaubt, in einer innerruilifchen Stad� unter Auf- sscht der GPU. Aufenthalt zu nehmen. In der Gefängnis- und Perbannunoszfft hatte ich nun aber die Antwort auf die Fragen gekunden. die mich bewegten. Es war mir klar geworden, daß die Arbeiterklasse keinen gemeinsamen Weg mit der kommunistischen Diktatur habe, und ich beschloß, in die Fußtapfen unserer Lehrer zu treten und den Anfang damit zu machen, in den Reihen der sozial- demokratischen Part« aktiv zu arbeiten. ■Alexander Rabinowitsch. aus dem Sowjetparadies Im Jahre 1928 wurde ich wegen Teilnahm« an einer sozial- demokratischen Studentenorganisation verbastet und für drei Jahre in die Verbannung geschickt. Nach einem zehnwöchigen Auf:nthatt in der Perbanminz wurde ich vyn neuem verhaftet und in einem Moskauer Geiängrls interniert, wo ich zw�i Monat" vcr- bhtb. Das neue Urteil lautete wieder auf dreijährige Bor» bannung. aber dieses Mal— nach einem ganz besonders em- keoenen Ort. LH wurde dorthin aus dem Gapp-nwege befördert. die R-ffe, die Zipe, Ä'nate dauerte, füM? mich von Gstan�is rr.s andere, bis die Endstation der Eisenbahn erreicht war. Voi, dort sollte die Reise per Achse nach einem Dorf, dos 509 Kilometer van der Eisenbahn entfernt war. w-itergehen. Während meines Aufenthalles in den Gefängnssen und unterwegs nach der Ver- bannunz balle ich GUegenbei'. die verfchi stenst-n Leute kennen zu- lernen Dies waren: russische Kommunisten, die sich gegen das herrfeb-nde Regime versündigt hallen(Rotarmisten. WirffchasUcr, Tschekisten. usw.). ausländische Kommunisten, die gehofft hatten, in der Sowjetunion das Paradies auf Erden zu finden. Sozialisten aller Richtungen Bauern und Arbeiter, die in die Klauen der GPU. (Tscheka) geraten waren, sowie Mörder und gemeine Verbrecher. Allmählich reiite in mir der Entschluß, bei der ersten Gelegen- hell zu flüchten, um mich auf irgendeinem Wege»ach dem Ausland« durchzu jchnruggeln. Als ich in Erfahrung brachte, daß ich nach einem en Xegenen Ort in d-r kirgisischen Steppe verbannt werden sollte, von wo aus die Aussichten auf ein« Flucht lehr gering waren, beschloß ich, berells auf dem Wege dorthin zu flüchten. In einem günstigen Augenblick führte ich mästen Ent- lchlutz aus. Mit Hilf« der Verbindungen, die ich während meines Aufenthalls in den Gefängnissen angeknüpft hole, machte ich mich auf den Weg zur türkischen Grenze, wo ich mll noch einem Genossen, der sich mll der gleichen Absicht trug, zusammentraf. Nach zahlreichen Zwischenfällen, sogar Sistierungen— durch List und günstigen Zufall kamen wir immer wieder frei—, gelang es uns, die Grenzlinie zu erreichen, wo wir eine bestimmt« Person aufsuchen wollten, die uns den Grenzübergang ermöglichen ! sollte. Wir irrten ziernlich lange herum, bis wir endlich auf den Betreffenden stießen. Zu unserem Unglück fanden gerade zu dieser Zeit in der ganzen Gegend aus unbekannten Gründen Haus- suchungen und Verhaftungen stall. Unser Vertrauens- mann— ein Georgier— war deswegen sehr bedrückt und erklärte uns entschieden, daß setzt von einem Grenzübergang keine Red« sein könne, imß wir sofort zurückkehren und erst in zwei Wochen wieder- kommen sollten. Wir mach en ihm begreiflich, daß in diesem Falle unser« Verhaftung unvermedllch sei. Als er sich von der Hoffnungs- losigkeit unserer Lage überzeugt hatte, führte er uns in einen Wald, in dem er uns ein cicklegenes Versteck anwies mit dem Rat, am anderen Morgen im nächsten Dorf einen Bekannten aufzusuchen. Wir übernachteten im Walde und begaben uns nach Sonnenaufgang auf den Weg. Unterwegs trafen wir Einheimische. Wir gaben uns als flüchtige Mewschewisten zu erkennen. Das genügte, um uns das volle Vertrauen der Leu e zu erwerben. Als wir das nächste Grenzdorf erreicht und die gesuchte Person — es war ein berufsmäßiger Schmuggler— ausfindig gemach: ballen, wurde uns ein Versteck angewiesen und erklärt, daß der Grenzübergang auf den nächsten Tag aufgeschoben weichen müsse. Am nächsten Tag« stellte es sich aber heraus, daß der Führer für seine Begleitung eine in diesen Fällen übliche Summe beanspruchte, die für uns viel zu hoch war, da unser ganzes Kapital nur mm einigen Rubeln bestand. Noch langem Hin und Her beschlossen wir, zu unserem Be- kannten im ersten Dorf zurückzukehren, uns von ihm den Weg zur Grenze weisen zu lasse» und zu versuchen, die Grenze ohne Führer zu überschreiten. Der Weg führte uns über Berge und Wälder. Wir stießen mehrmals auf Einheimische, ohne verraten zu werden. Schwierig war das Bergsteigen. Einer der Leute, denen wir begegneten, erklärte uns, daß die Grenze nicht wert sei, daß der Weg aber über einen hohen Berg führe. Wir beschlossen. diesen Weg zu nehmen. Aber je höher wir stiegen, desto ferner schien der Gipfel und desto beschwerlicher war der Weg, der durch hohes Gestrüpp führte. Ich stieg aus einen hohen Baum und überzeugte mich, daß wir auf geradem Wege den Gipfel nicht er- reichen würden. Müde und hungrig beschlossen wir, in das nächst. liegende Tal hinabzusteigen. Nach einiger Zell trafen wir einen Zungen Georgier, dem wir offen erklärten:„Wir sind Menschewisten, die Botschewisten wolle» uns verhaften, hilf uns über die Grenze." Als er das hörte, war -er zu unserer Verwunderung sichtlich froh.„Menschewisten, ja, ich verstehe, versteckt euch hier» in zwei Stunden komme ich mit einer» Führer zurück!" Wir warteten viele Stundcn. Unsere Befürch- tungen wurden immer größer. Als� wir bereits jede Hoffnung ver» loren Halen, stand der Georgier wieder vor uns— tn B-glellung eines Führers, der uns auf einem langen beschwerlichen Marsch durch unbewohnte Gegenden über die Grenze brachte. Wir waren inderTürtei. dlilcolaus Nikcnow. m Wie Palmöl entsteht Als Arbeiter in einer Oeimühie Es war In Harburg- Wilhelmsburg. Ich gstg durch Straßen, in penen der Oewunst lagerte. Das riecht, als wenn in einer Bäckerei Makro mm gebocken werden. Joder Stadll II hat hier seinen besonderen Geruch. In der Nähe der„Phönix" riechi es nach verbranntem..Gummi. Am Haferlviertet mischt«sine frisch«; Brise ein Aroma aus Wasser, Tang... Fischen und. iTqnzrenholz, das in den Sägewerken verarbeitet, wird. Ein.estkommezzder Dampfex tutet, die Laufkatzen Hasseln, die Ketten der Dampfwinden klirren. Der Wirt vom„Kap Horn" lehnt in der Tür und schätzt den einkommenden Dampfer ab. Es ist«n F r a n z o s e, der Pelm- kerne bringt. DiDMannfchosI ist lange nicht an Land gewesen und hat Geld. Ein Orchestrion beginnt zu husten. Sieben Oelmühlen sind in Harburg. Wilhelmsburg.'Die„Gala- lith" verfertigt Kunst Horn; Dr. Traun u. Söhne Hartgummi. Zlus der„Iuie" und aus der„Wollspinnerei" strömen jeden Nachmlltag tausende Frauen. Wo vor Jahren noch Badestrand ipar, aus den Elbinseln K o t t w y k und Hohe Schar, sprieß-n jetzt Fabrik- mauern, Wersten und Kaibetriebe aus dem Elbsand,'werden neue Hafenbecken angelegt Das ist Harburg-Wilhelmsburg. Ich stand vor dem mächtigen Gebäude der Teutonia. Aus dem Fabriktor. mll dem Kloppschild darüber„Einfahrt frei" und „Vorsicht", schleppten Fordtrecker mit Oelkuchen beladene Lastwagen. Di« Autos der Direktoren und Handelsvertreter warteten vor dem Konwrportal. Di« Fabrikpfeife kündete das Ende einer Schicht an. Kurz nachher drängte sich eins Schar Arbeiter durch«in- Pforie. Ich bat den Pförtner um Anmeldung beim Syndidls, dnn man mich empfohlen hatte, lieber teppichbtlexte Treppen, vorbei an bunten Glasfenstern mit allegorischen Figuren, die den Handel dar- stellten, an Türen vorbei, aus denen Damen mit Stenogramm- blöcken traten und das Klappern und Klingeln der Schieibmaschinen tönte, durch«ine Wandelhalle, in der eichengeschnitzte Bänke und Slühle standen und groß« Ascher auf zierlichcn Rauchtischen thron- ten, gelangte ich in das Büro. Ich bekam den Bescheid, daß ich a m nächstenMorgenumöUhrzurArbeit kommen solle.... D�r Tag beginnt Kling, und die Kontrolluhr registriert Nr. 951. Die S t e m p e l- karte zeigt die genaue Zeit des Kommenden an. Dann geht es zu einem Spind im dumpfen Keller. Eine elektrische Birne beleuchtet eine Reihe dieser Spinden, eiik paar ungehobelte Tische und Bänke. fragwürdige Waschgelcgenhellcn. Einförmig tropft das Wasser aus der undichten Leitung. „Sie sind d e r N e u«?— Pietzel, zeig' ihm mal, wie man Farbe anrührt", sagt der Meister. Pietzel, mein Kollege, der in Holzpantoffeln emh-rhumpelt und ein-n ehemals blauen Arbeits- anzug anhat— der j-tzt aber wie ein Narrengewand aussi ht: rot. grün, blau, weiß—, bindet sich eine Schürze aus Sackleinwand um und zeigt mir die Fässer mit Farbpulver und Bl-chtrommeln mll Benzin und Harz.„Du bist der Jüngste und mutzt i«den Mor- gen Farbe anrühren."-Pietzel zeigt mir, wie man aus Benzin, Harz und Farbpulver stre'chserllge Farbe macht:„Ver. platter« aber nicht zu- viel� Benzin!" Unterdessen ist um mir alles in Bewegung geraten: J) ol mi mal de F o t: n!"(Fässer) brüllt� jemand, der mll«i rem M ist g- röhr bewaffnet ist, an dessen Ende et:« Glillbirne sictf*. „Z w e t s ch e n b u tz« l" trudelt die Holz- und Effenfässer. die zum Trocknen aus Röhren liegen, denen Hsißluft entströmt, zu„D ö r ch. leuchting". Der sieht nacb, ob die Fässer sauber sind. San't kommen sie wieder in. die Spül-rci, von der män nur eins Dairp'- wölke steht. Die..Scheulers" bewegen sich wie Schemen darin und irrsten, wenn der Sodastaub ihre Kehle beizt. Willem holt sich die erste Flasche Bier aus der Kantine, und in den Hof kommen Lastautos gebrummt, die voller Eifenfasser sind. Die Ablader werfen die Fäsier auf alte Gummlrsifm. E n« Kolonne türmt w der Witte des Hofes«neu Berg ch alzfäss er auf. Di« Küper holen sich die kaputten Fässer kn ihr« W'rkstcllt, in der man vor Pochen und Hämmern sein eigenes Wort nicht hör.. „Dörchleuchting" hat eine R-ih- Fässer spundrnht aufgehellt. „De k a n n st du a n m o l« n. ober n i ch so dick.— D e m p st du blau strieken!" Ich hple. mir den Eimer m t blnuer Farbq- und den Pinsel und mache mich an die Arbeit. Neben mir stampft» di« Maschinen im Maschin«tthalls,' doimern die Treck.'rmv!a?e,'pal- lern Äscnfäsier, zucken die Fläminen aus den Hezu.ngsschlünl'.e'n im Kesselhaus, Die Farbe spritzt, bald wird mein Anzug auch wie ei» Papagaiengesieder aussehen.'»' Ein Elektrokarren kommt angeklingelt.„De rafft» nierten Föten möten röber!" In die„rosf'nierien For.n" wird das beste Leinöl gefüllt. Ein Kunde wartet schon mit seinem Lieferwagen und will die Fässer holen..L u-m m. Franz, s ot mol mit an! Io, du bist ment." Ich helfe mit ausla«n und reiße mir Holzspl'ller in die Hände.„Dat warst du alles gee wohnt. Du bist wohl'n K o n t o r t n ü p p el?" fragt m ch der Karrensührer.■ Als der abgerosselt ist, kommen die übrigen Fässer auf eine Lauffchiene, rollen über den Hof. Aus das.Signal„Lapen laten" stürzen wir los und rollen die Fässer über den Fvh.damm zum Wieger. Ein weißer Kittel«'.scheint im Blickseld. es wird eifriger gearbei.et. Der Bctriebeleller geht über den 5)sf. Alle Weißkittel werden mll Mißtrauen angesehen. Vom palmkern zum pa?möl Um 10 Uhr schrillt die Fabnkpseise: Frühstückspause. SlAs strömt zum Keller. Eine halbe Stunde Ruhe, ich schlendere über den Fabrikhof, um mich ein wenig mis meiner neuen Arbeitsstätte umzusehen. Auf dem schmutzigen Kanal wasser, an der Rücks.ite der Fabrik, schwimmen Schuten mit K o p r a z das sind getrocknete Palm» kenne. Wenn die Sonne auf das Wasser scheint, nimmt es Rexen- bogenfarben an. Di« Exhauster rauschen und saugen den Inhalt der Schuten in die Speicher. Ein Kollege erklärt mir:„Wo du eben durckgekommen bist, in der Halle, oben auf der Galerie, stehen di« T o p f p r e s s c n und zerdrücken die Palmkerne. Du darfst aber nicht auf die G. le ie gehen, das ist verboten!" Von den Topspressen läuft das Ott durch mächt'ge Rohre in die Raffinerie. Hier wird das Oel gekocht und von Säuren befrell. Dc� Palmöl gluckst in den Tanks, tropft aus den Hähnen der Zulsitungsrohre. Ueberall fettige, schmutzige Männer. Und ab und zu ein Weißkittel, d-r vorüber« flitzt, stehen bleibt. Oclproben nimmt. Im Mühlenraum werden die Rückstände aus den Topf, pressen, nachdem sie gellockull werden, zu Kuchenmehl v-r» mahlen. Das Kuchenmehl wich zum Teil in Säcke vzrp.ackt und als B i e h f u t t« r versandt,' oder wird zu Palmkuchen g:p eßt, die dann auch als Kras fuller verkaust werden. Im P r e s s e n s a a l arbeiten bei 35 Grad Hitze Mä-ner, die nur mll einer Aadehos- bekleidet sind, di« obiigate S.'ckke'neaud« schürze umgebunden und ein Ncgtuch um den Kopf gedreht haben. Zischend saus:«, durch einen Handh-btt betätigt, die Dampspress n runter und quetschen den Kuchenstanb zu Palmkuchen. De n Mann, der das Kuchentuch unier d-re Preff- legt, auf das der Ku' er. staub sällt. werden oft genug Finger, di« Hand oder gar der A m zerquetscht. Und an den Fahrstühlen im Äontorgebä''''- siillrt man die Leute els Fahrstuhlfüh-er wieder. Unter deu'Pr.sscn im. K S r. schaffen die„Schietenlltter" den Oclschlamm fort, der hier herunter» sickert. Um 2Vi Uhr pfeift es Feierabend Wir mrschen uns d'« Hände und das Gesicht in Benzin, und damit!ie Haut n'cht rffsig wird, schmieren wir sie mll Palmöl ein. Meine Hönde s hen g"auen- Haft aus, die Nägel abgebrochen, der Daumcnn�gtt blutunter'aussn: er kam zwischen zw-i Eisenfäiler: di« Handfläche noller Spillter. ..L.vt w.an, Kolleg, nächste Woche krieg sie 60»ttark. den» i s allens wedder god!" Prüll Preusse. (23. Fortsegung.) „Leim Geschäft wie bei der Heirat steht die. Moral iibtr dem ÄontraU. Ein Trauschein verhindert-doch nie, daß man ein Hahnrei wird. Ich suche in.unserem Geschäft immer nach �icberhelraten: Käufer und Verkäufer müssen beide zufrieden sein. Nach Mörlichkeit vermeide ich auch, mit Freunden Geschäfte zu machen. Der beste Freund ist immer nur ein Mensch, und auch der beste Mensch ist immer noch schlecht genug. Im Handel gibt es keine Heiligen. Meine Stärke Ihnen gegenüber besteht darin, daß nicht ieder unsere Artikel lirfern kann. In der Wollbranche haben Sie leichteres Spiel. Di« kleinen Fabrikanten fmd durch Firmen wie Lehoutre de Noubain glatt an die Wand gedrückt worden. Lrhoutr« ist jederzest bereit, viertausend Stück Gabardine unter Kurs abzuschließen. Er hat mindestens fünfzig Millionen in Spinnereien und Webereien gesteckt; dabei sind Gewebe und Maschinen unbelastet. Wenn er nur mit acht Prozent im Jahre arbeitet, dann verüient er immer noch vier Millionen. Er kriegt sicher aller Konkurrenten tot. Dieser harte Mensch kennt keinen anderen Ehrgeiz, als seine Wolle zu verkaufen. Morgens um sieben Uhr ist er scbon im Geschäft und sortiert die Post; ein Sklave seiger Detruine. Nicht einmal auf Jagd geht er. Und sein Sohn ist nicht anders; er ist am Hochzeitstag in die Fabrik gekommen. Diese Großfabnkanten waren wütend— wie wir alle schließlich auch—, als die Mode der kurzen Röcke aufkam und die Damen anfingen, chre Beine zu zeigen. Für die Textilbranche war es ein harter Schlag, als die Volantunterröcke verschwanden. Die Zeit des Frou-Frou war für die Wäschefabrikanten eine schöne Zeit; eine Menge Stoff war nötig. Jetzt ziehen sich die Damen wie Akrobaten an: Trikots und kaum noch ein Hemd. Ihr Detaillisten wollt natürlich trotzdem euren alten Verdienst beholten. Offen gesagt: unser Erfolg oder Mißerfolg beruht auf der weibli.ben Gefallsucht. Als 1911 Leinentleidung Mode wurde, haben sich alle von Flandern bis zu den Vogefen darauf geworfen. Man konnte kaum so schnell fabrizieren, wie War« verlangt wurde. Jede Frau nuißte Leinen tragen. Das hat plötzlich aufgehört. Die Aufträge wurden annulliert. Die Kunien wollten den Stoff nicht einmal mehr als Aufwischlappen haben. Innerhalb acht Tagen fiel die Ware von hundert auf sechzig, eine Menge Firmen standen vor d«m Bankrott. Ich wünsche in unserer Branche nicht allzuviel Fantasiestosse: ooraucgcsctzt natürlich, Sie und wir fabrizieren nicht irgendeine ausfallende Neuheit. Sichern Sie uns Absatz: dann sichere ich Ihnen Ihre Fabrikation. Ich werde den Berkauf stoppen, wenn unsere Konturrenten mitten in der Hausse sind. Dann werden wir etwas anderes produzieren und werden die anderen mit dem Rest sitzen lasten. Bringen S« die Leinwand wieder in Mode Sie find der Mann, der die Pariser Frauen mitreißen kann. Wollen wir für diesen Sommer wieder Leinenkleider in Mode bringen: Leinv- ileid«r und Unterwäsche! Die Wollsabrikantcn werden jammern: aber für sie ist schließlich der Winter da." ,�Jch habe schon so etwas geschafft/ sagte Herr Tresse,„als ich bei Chauchard war. Der verstand den Berkehr mit Kundschaft und Lieferanten aus dem lk: fein Unglück war die Politik. Ein Te> scbaftsmann unserer Bremcke sollte keine Mmisterbesuche machen. Manche Leute können ihre Ehre nie verlieren, we l sie kein« haben. Ehcmchard hat sich dem Gespött ausgesetzt, als er Herrn Leygues— diesem geriebenen Politiker— zu Vermögen verhelfen wolll«. Mir hat dos viel Unaelegenheiten bereitet. Ich war noch jung, als Chauchard schon ein alter Mann war. Ich verdanke ihm viel. Er war hart, aber man konnte, wenn man wollte, etwas bei ihm lernen. In den Verkaufsräumen erschien er— der Besitzer von Millionen— stets sorgfältig gekleidet, als KStt» er Furcht, aus Mangel an Haltung entlasten zu weroen. Diese Sorgkoll schulde ich meiner Kundschaft, pflegte«r zu sagen. All« Stoff«, die wir in Frankreich haben, kannte er so gut wie ich heute. Er verstand siä� auf alles, vom Bond bis zum Aufwischlappen."' Herr Etsans sagte über Chauchard» Fähigkeiten einige lobend« Worte, weil, er wußte, daß dies Herrn Tresie gefiel. Er war immer darauf aus, den Kunden zu gefallen Dann lobte er sich selbst, weil der Kunde Vertrauen gewinnen muß zu dem Vcr» käuser. „In der Textilindustrie/ sagte er.„spiest tne Persönlichkeit eine Rolle. Alles kommt auf den Chef an. Früher, wem, die Stoffe au» der Weberei kamen, breitete man sie aus dem Tisch aus. Die gleiche Ware hatte ganz verschiedenes Korn, je nach ihrem Her- steller. Der Chef urteilte einzig und allein auf Grund seines Tast- gefühls. Er strich mit der Hand über die Falten und sagte: dies hier verkaufen Sie zu drei Franken und dies hier zu drei Franken fünfzig. Die grobe amerikanische Methode läßt heutzutage eine so feine Auslese nickt mehr zu. Nur wir, die wir das feinste Material verarbeiten, bewabren uns die gute'alte Tradition. Bei gcschlostenen Augen, nur die Hand auf dem Stoff, sage ich Ihnen, was der Stoff wert Ist. Das gleiche gilt für den Verkauf. Jeder Kunde ist eine Welt für sich. Jeden muß man anders behandeln: die einen ernster, die anderen schmeichlerischer. Ein Verkäufer, der nur an seine Waren denkt und nicht an die Verfchiedenhei, seiner Kunden. ist ein schlechter Verkäufer. Für den Verkauf gllt dasselbe wie für die Liebe: man muß zu gefallen willen. Ich kenne alle französischen Häuser. Der Detailvertäuser ist oft ein Esel. Hat man sich jähre- lang hinter einem Ladenlisch herumgetrieben, Tuch abaemesien, wird man verbittert und denkt zuweilen mit Haß an den Reisenden, der tfiglick unterv�eaz ist. Der Reisende kommt von Stadt zu Stadt, von Haus zu Haus; der Detaillist blc-ibt immer an dem gleichen Platz: kommt kaum aus seinem Viertel heraus. Seir« Welt ist die Straß«, meine West ist wirklich dl« ganze Well. Aber die Auffassung des L-denvertäuiers Ist durchaus unberechtigt: er müßte im Gegensag '.»m Reisenden ein glücklicher Mentch sein: er braucht sich nickt seden Tag am anderen Hotelellen den Magen zu ververben: er lebt mst seiner Familie und ißt Hau'-mannskost. Slllerdings muß ich sagen: Neigung zum Beruf und Gewobnhest wirken zuletzt so stark auf alle Menschen ein, daß nur ganz selten ein Rüsender Ladenverkäufer wird r-Vr ein Labenverkäuier Reitender Möckten Sie tauschen?"' ..Rein"', lagt« Herr Tresie.„Sie kennen die Läden: Sie ver. kaufen vom Meter. Ich kenne bester die Rassen, denn ich verkauie Konfektion: Sachen, die direkt auf den Körper zugeschnitten sind. Jeder FaMkant, ob fü, Kleider oder Wäsche. Handschuhe oder Sä)llhe. weiß, in welchen Gegenden viele große Leute sind oder viele lleine. Jede Provinz hat ihre Besonderheiten: Jin Departement Orne sind die Leute breitschultrig: im Süden findet man wechselseitig viel Dicke und viel Mager«: Dickbäuche und Skelette: im Norden große Flcischmassen: Biertrinker/ „Ich lerne viel zu", erwiderte Etsans. * Zufrieden mit sich, ging Ctsan» in d»e Sentierstraße und sah mst Vergnügen in einem Schaufenster Linon L. C. Zg liegen. Er erkannte mst Sicherheit die eigene Ware. Er nannte das bei sich die Stimme fernes Bültes. Selbstzufrieden murmelte er vor sich hin, was er Herrn Tresse noch gesagt hätte, wenn er wester mst ihm ge- sprachen hätte: „Wie könnt« sich Chauchard. ein so geschickter Kaufmann, be- schwatzen lassen von den Wgeordncten und ihren Weibern, die nur Geld aus ihm herausziehen wollten." Etsans erinnerte sich an die Zeit, als man tn der Sentierstraße und den großen Warenhäusern sich die Tischunterhaltung zwischen dem Minister und Chauchard erzählte Lcygues hatte Chauchard schmeicheln wollen und zu ihm angesichts der Gemäldesammlung des Kausmanns gesagt: das da ist«in wundervolles Stück: es ist ein „Ochse" von Corot. Sehr schade, daß Sie nicht die Kuh dazu haben. Der Sammler geriet in Verlegenheit, aber der Minister beruhigte ihn mst den Worten: Ich weih, wo das Bild zu haben ist, ich werde es Ihnen besorgen. Solche kleinen Vorteile zählten im Grunde wenig gegenüber dem, was Leygues aus feinem Verhältnis herausschlug. E ebenso leicht wie Chauchard seine Kundschast in den Warenhäusern diri- gierte, ließ er sich selbst von Politikern und Antiquaren dirigieren und warf ihnen das Geld haufenweise in den Hals, das er an Mil- lionen Frauen pfennigweise oerdiente. Chauchard war der erste gewesen, der auf die Idee kam, an die Kundschaft Luftballons zu verschenken. Die Kinder schleppten mst aller Gewalt die Müller in sein Warenhaus. Chauchard hatte auch als erster den Trick gebraucht, die Höhe seines Preises zu ver- ! fchleiern. Er sagte, die Kundschaft bezahlt ebensogut drei Franken fünf als drei Franken- und er trieb diese geschickt« vsycholo'üch« Spekulation bis auf drei Franken fünfundneukzig. Als Leygues, der Minister für Kultur und Unterricht, einmal in der Oper in der Loge des Großkaufmanns neben ihm sah. fragt« ihn Chauchard, wie- viel die Inszenierung der Oper gekostet hätte. .Lweihunderttansend Fronten", antwortete Leygues.„Aber Sie als kaufmännisches Genie würden aufgeschrieben haben zweihundert- fünfundneunzigtausend." Minister Leygues hatte so glänzend am Tisch de» reichen Fabri- kanten.zu speisen verstanden, daß ihm ein Stück von vierzehn MIlllo- neu zwischen den Zähnen hängen geblieben war, während sechs- tausend Angestellte jährlich zweiundsünsztg Franken Gratifikation erhielten. Chauchard Halle die Angestellten stets sthr schroff behandelt. Er oerlangte ein tadelloses Aeußer« und schickte sie unter Umständen nach Hause wegen eines Geschwürs. Cr sagt« Ihnen grausame Bosheiten;„Ihnen fehlt ein Knops an der Weste, dafür haben Sie das ganze Gesicht voll." Wenn er kam— ein schöner aller Verkäufer— korsettgeschnürt— versteckte man schnell alle Angestellten, die keinen sauberen Teint hatten, unter dem Lodentisch. Er hätte sie ohne westeres entlassen. Herr Etsans besann sich an die Beerdigung Chauchards. Der Leichenwagen— eine Wolke von Weiß und Silberstickerei— war unter Hohn und Verwünschungen durch die Straßen von Paris ge- fahren. Er war beglestet worden vom Haß aller Angestellten des Warenhauses, die wegen eines schurkischen Ministers der französischen Republik zu kurz gekommen waren. ★ AI? Etsans in der Sentierstraß« ankam, verließen ihn diese bstteren Gedanken. Er traf Fräulein Wavelet und die Nonne Claire Deprieux. Etsans beglückwünschte sie zur Verschmelzung der beiden Familien: „Jetzt, wo Weberei und Spinnerei sich oerlmiten. ist unsere Fabrikation gesichert. Wie oft habe Ich in Cambrai hören müssen, daß man die Aufträge wegen Saumseligkest der Spinner« nicht ausführen könne. Früher bat mich Frau Wavelet zuweilen um Stosfrest«. um Wäsche für ihr Töchterchen anzufertigen. Sie sagte: geben Sie mir das Haltbarste, was Sie haben, sie verschleißt zu sehr. Heute braucht dieses Töchterchen das Zarteste. Aus Nr. 220. die uns Herr Rerö Deprieux im letzten Jahre angeboten hat, haben wir ein wunder- volles Leinen hergestellt. Herr Wavelet fragte mich, warum ich von diesem erstklassigen Artikel so wenig verkauft habe. Nun. ich will es Ihnen sagen, deswegen, weil ich seit Iahren auf Sie als Kundin gerechnet habe. Ich habe die Ehr«, vor Ihrem Herrn Dater den Zestpunkt für Ihre Auesteuer erraten zu haben. Eine Kön'gin könnte keine schönere haben. Seit zehn Iahren sammle ich die seltensten Stücke. Ich habe für Sie einen wirklichen Schatz zu- sammengestellt."(Forriegung solgt.» eBuch Gefchichlsbilder für die Schule Die„Geschichtsbilder", die zum Gebrauch für den Ge- schichtsunterricht in den Volksschulen des Freistaates Braunschweig im Auftrage des braunschweigischen Ministers für Volksbildung (176 Seiten. Verlag van H. Rieke u. Co.. Braunschweig) her- ausgegeben wurden, sind zunächst insofern eine beachtenswerte Er- Icheinung, als sie den Beweis dafür liefern, daß bezüglich der Lern- mittelfrage eine Wandlung eingetreten ist. Das Stoffbuch(früher Realienbuch) taucht hier und da in irgendeiner Form erneut auf. Schon insowest bedeutet das Buch eine Entlastung im Volkshochschulbetrieb«, den man ja bisher ohne jedes gedruckte Hilfsmsttel ähnlicher Art glaubte durchführen zu können. Die Gefchichtsbllder sind aber auch eine methodisch und stilistisch gut gelungene Arbeit. Der Zahlenmerkstofi wurde auf eine einzige Seite zusammengedrängt. Die einzelnen Geschichtsbilder sind im Rahmen des Möglichen ob- gerundet und lebensvoll und inhastlich so, daß die das Buch als Leitfaden benutzend« Jugend auf die Reichsverfasiung hin sich zu entwickeln vermag. Bei eiiftr Neuauflage ist das mangelhaste Deutsch aus Seste 133 bei der Aufzählung der Parteien zu ändern, und es ist serner zu prüfe», od die 12 Artikel der deutschen Bauernschaft nicht durch eine Uebersetzung ms jetzt gesprochene und ge- schrieben« Deutsch zu ergänzen sind. Das Buch ist auch für nichtbraunschweigische Verhältnisse in der Hand des Volksschullehrers eine brauchbare Hilf«. vr. Leetin?. ffät seh Ecke des„Abend". «mmmiiitmiimlnmttiumuimmmmmnmmmmmnMnmim Kreuzworträtsel. Waagerecht: 4. Zeitspanne: 8. verwirrter Geiste« zustand: 9. Schweizer Kanton: 10. Tierprodutt: 11. Verhältniswort: 12. Doppellaut: 13. englisch„nein": 15. Wursgeschoß-, 18. englisch „eins"; 19. deklinierter Artikel.— Senkrecht: 1. Mittagskreis: 2 Anrede: 3. Mädchenname: 4. Anred«: 5. gebräuchliche Abkürzung für Kreis; 6. soviel wie Augenblick: 7. Zahlwort: 12. Seemannsruf: 14. Berschluß: 18. Wild: 17. männlicher Vorname.* Fülirätfel. Die Buchstaben A5CEEEEE GGKKLLLMPRR5 find fo in die leeren Felder einzusetzen, daß die waagerechten Reihen folgendes er- geben: 1. Treibend« Eismassen: 2 Werkzeug: 3 Spielzeug: 4 Teil der Eisenbahn: 5. gehäuftes Ii«ifaeis. ok. Aus der Kräutertifie. Aus den Silben a a an a, ar bar der blät ca der e e en eu fer fer grün zun Huf im ing ka ka ka kcn kraut küm lat l« lo iqp man mel mer mi mil minz nel ni nls miß pfe, pfef rha ri ter tich tus thy- ver zi sind die Namen von 18 Hellkräutern zu bilden und io untereinander zu stellen, daß die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen,«ine in neuerer Zeit bekanntgewordene Cr- krankung nennen.»h. Rösselsprung. Scherzrätsel. Durch die Sahara in glühendem Sonnenscheine Eist ein Wüstensohn und er verliert seine— Beine. O, welch ein trauriges Geschick! Doch du bleibst unversehrt zurück. lAuflösung der Nätsel nächsten Sonnabend.) Auflösung der Ztässel aus voriger Nummer. Figurenrätsel: l. Kamel: 2 Ach.m; 3. Groß: 4. Sarau: 5. Paula-, 7. Kanal: 8.Ernst.— Senkrecht: Lasialle. Der ehrsame Handwerker: Bar— Vi«— Barbier. Rösselsprung: Das ist di« klarste Kruik von der Welt, Wenn neben das, dos-hm mihsällt. » Einer was Eigenes. Besseres, stellt. Gei'. el. Kopselrätsel: Beduine. Lenkstange. Entwicklung. Be- schwerde. Ahnensaal. Bulldogge. Griesgram. Glückwunsch. Dampf. kessel, Parate. Gesieht, Hochdruck, Drfhlurm.—„Bedenkt, wie schnell des Glücke» Rod sich dreht!" Lichtbild: Kamera— Kamerad. Silbenrätsel! 1. Zsabella: 2. Ehloroform: 2. Heidekraul: 4. Aargao: 5. Baldrian: 8. Eberhard: 7. Heraldik: 8. Ironie; 9. Einsiedelei: 10. Reklamieren: 11. Banane: 12 Linoleum: 13� Od«; 14. KeifensiÄxrei: 15. Sanktionieren: 16. Esan: 17. Ihsen: 18. Nanking. Ich habe hier bloß ein Amt und keine Meinung. Raten Sie: Decke, Ecke.' Schieberätsel: Bamberg. Staumburg, Stuttgart. Bran- denburg, Gera, Nürnberg. Erfurt, Breslau. Llegmtz.— Magdeburg. Er möchte die frische Luft besteuern! Ein Professor mit merkwürdigen Ansichten Bon» Arbeiter- Angler- Bund erhallen wlr folgenden Aussah gegen Bestrebungen, den Anglern auch den Balurgenuß und die frische Lust zu besteuern. Der Kampf der Berussfischer gegen die Sportangler treibt oft sonderbare Blüten. So finden wir in den ,,Fischerei- Mitteilungen" der Fischereivereine Brandenburg einen von Herrn GoHeimrat Prof. Dr. Eckstein gezeichneten Aussatz, in dem fünf ganze Seiten lang Rechenexempel aufgestellt sind, die sich gegen die Sportangler richten und beweisen sollen, wie oortellhast der Angler im Gegensatz zum Berufsfischer steht. Ein Eingehen auf diese Milchmädchenrechnungen erübrigt sich, da be- reits die Fachpresse der Angler, imbesoiidere die Zeitschrift„Der Angelsport" in durchaus logischer Art dem Herrn Profesior bewiesen hat, daß ieine Cxempel sich bei klarer und nüchterner Betrachtung gegen die Berufsfischer selbst richten. Paul Rauser geht in obiger Zeitschrift nicht gerade fahr glimpflich mit dem Herrn Profesior um und bezeichnet den Inhalt dieses Aufsatzes als eine dem Herrn Profesior eigene„Humorige Art". Damit bescheiden auch wir uns. möchten aber auf die andere Seile dieses Kampfaufsatzes hinweisen. in der Eckstein zum Ausdruck bringt, daß er den Sportlern nicht einmal die freie Lust gönnt. Er drückt seine Beschwerde über die Angler mit folgendem aus: „Der Jäger löst einen Jagdschein, er genießt: 1. auf der Jagd den Aufenthalt in der freien Natur: 2. er übt den Jagd- spart aus und 3.. wenn er einen Hafen mit zu Hause bringen will, muß er ihn vom Iagüherrn kaufen. Der Sportfischer. der die gefangenen Fische nicht behält, sondern abliefert(Eckstein unterscheidet S p o r t f i s ch e r, die angebllch chre Beute beim Borpächter abliefern, weil er nur den Sportgenuß des Angelus haben will, und den Angler, der zwar auch Pächter ist, ober feine Fische behält. Rcd.f wird wie der Jäger, die Rechte höher einschätzen als der Angler, der die Beute mehr oder weniger materiell bewertet. Es dürfte nicht uninteressant sein, die drei aus den Erwerb der Kurkarte im Badeort, des Jagd- oder Fischereischeins und der Angelkarte erworbenen Rechte mitein- ander zu vergleichen: Well von den Anglern ganz besonderer Wert auf die Mög- lichkest des Naturgenusses und der sportlichen Betätigung gelegt wird, weil das gering« Ergebnis der Angeltätigkeit oft hervor- gehoben wird, dürft« die für die beiden Sckein« bezahlt« mehr oder minder hoch bemessen« Summe ausschließlich als L e ist u n g für die im Interesse der persönlichen Kräfti- gung und Gesundung an Leib und Seele in Rech- nung zu stellen sein." Wir müsien schon sagen, einen schlimmeren Hohn auf die Kulturbestrebungen der Arbeiterschaft hat wohl bisher noch niemand zum Ausdruck gebracht wi« hier Prof. Eckstein. Auf welchem Jagd- schein ist zu ersehen, das in dem Preis der Karte auch der Genuß frischer Lust einbegriffen ist2 Auf welcher Angelerlaubnis? Andererseits: Auf welcher Kurkarte ist den Kurgästen gestattet. ohne weiteres Jagd oder Angelsport auszuüben? Und worin soll denn eigentlich d«r Enverb eines Kurgastes liegen? Der Herr Profesior hat sich scheinbar hier auf ein Gebiet begeben, das er nicht ganz beherrscht. Solche. wissewsAaitlicken" A«ußerung«n be> tilett der Herr Professor„Und Friede auf Wasiern und den Fischern. und den Anglern ein Wohlgefallen!" Er schreibt als Führer der Verufsfifcher diesen Kampfaufsatz ein halbes Jahr später, als in W:«n auf d«>n Deutschen Fifchereitag in Gemeinschaft mit den bürgerlichen Anglerbünden die Losung ou�iegsben wurde:„Presse- fehden sollen gegenseitig unterbkiben!" Di« bürgerlichen Angler- bünde haben hier wiederHoll einen schlagenden Beweis erhalten, wie— wahre Liebe aussieht. Sie mögen es mit ihrer Mitgliedschaft ausmachen, ob solche Lieb« für Angelsportorganisationen erträglich ist. Inzwischen wer- den die Arbeiterongler ihren Weg weiter gehen und den Anglern allüberall erklären, daß sie als Staatebürger es nicht nötig haben, indirekte Steuer für frische Luft und Natur» genuß cm falscher Stelle abzuführen. Der Arbeiter. Angler-Bund macht diese Aufklärungsarbeit nicht nur im Interesie der Angelsporttreibenden, sondern im Jnteresie aller, die den Aufenthalt am freien Wasier zur Erhaltung ihrer Gesundheit benötigen. Sie haben es um so weniger nötig, für Raturgenuß eine Extrasteuer an Berufsfischer zu leisten, weil kein Berufsfischer nachweisen kann, das ihm Staat oder Gemeinde ein« Gewässer- strecke lediglich des Rcllurivylls halber höher bewertet. Fnisomchluh im Eissport Eishockcygirls im Sportpalast Di« Berliner Eislaufsaison soll in der Zeit vom 28. bis 30. März mit einer dreitägigen Beranstattung abgeschlossen wer- den. Dieser Saisonschluß soll Noch einmal den Kampfsport und die Eiolaufkunst in Vollendung zeigen. Es ist daher beabsichtigt, die beiden unübertrefflichen Kunstlausgrößen Sonja H e n i e und Karl Schäfer ihre Wellmeisterkür zum Bortrag bringen zu lassen. Das Eishockeypr.ogramm wird i»rgestalt aufgebaut, daß an jedem der drei Tage zwei Spiele statlfint�n. Neben dem Bertiner Scklittschuh-Club und„Brandenburg" sollen eine französisch« und eine englische Mannschaft mll von der Porti« sein. Zu guter Letzt, nachdem wir Eishockeymannschaften m allen Schattierungen vom Weltmeister Kanada bis zu Japan, dem jüngsten Lehrling des Scheibensptels, gesehen haben, ist noch eine Sensation in Vorbereitung: das Auftreten des kanadischen Damenmeisters .The Champion Amateur Girls Jce Hockey Team" üHs Toronto. Die kanadischen Girls werden am 28. März in London erwartet und sollen dort Ihr Können gegen die besten eng- lischen Männermannschaften zeige».(!) Der Berliner Sportpalast hat' Vorsorge getroffen, bah ihm diese Sensation nicht entgeht, vor- ausgeletzt natürlich, daß sich las spielerische Können der kanadischen ' Damen aus wirklich hoher Stufe bewegt.— Ob die Damen gerade am 1. Aprll starten werden, steht noch nicht, fest. Kadiakrev— Ge'd sparen! Di« ZaU der Rodfahrer hat infolg« der Verteuerung der Der- kehxswvif« wieder stark zugenommen. Wer sich heute, sei es um Fahrgeld zu sparen, sei es des Vergnügens und der Erholung wegen, des Fahrrads oder Motorrads bedient, tut gut. wenn er Uh dem größten und sozial leistmrgssähigsten Rad- und Kraftfahrer- bund nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Well anschließt. Um diesen Schritt zu erleichtern, hat die 1l). Abteilung, F r i e- d r i ch s h a i n, der Ortegruppe Groß-Berlin des Arbeiterrad- und Kraftfahrerbundes Solidarität(Abteilungsleiter Karl Barnow, Berlin O. 34, Kopernikusstr- 22) den Monat März als Werbe- monat erklärt. Wer noch im Laufe dieses Werbemonats fein« Mitgliedschaft erwirbt, zahlt kein Eintrittsgeld. Der Viertel- lahresbeitrag für jugenMiche Mitglieder beträgt nur 7S Pf., für � weibliche Mitglieder 1,50 M. und für männliche Mitglieder 2 M. Für diese sehr geringen Beträge bietet der Bund Solidarität dank seiner gewaltigen Mitgliederzahl von weit über einer Viertelmillion außerordentliche Vorteile und Unterstützungen in unverschuldeten Fällen der Rot. Die W e r b e v e r s a m m l u n g der 10. Wteilung Und et Donnerstag. 20. März, 20 Uhr. in der Gastwirtschaft Witts chuß, Petersburger Str 5, statt. Rad- und Kraftfahrer, die bisher keinem Verband« ang«hgr«n, sind als Gäste herzlich willkommen. Kaiielle €€ Gedanken über wahre Einheit Wir hören viel von den Vereinen, aber wenig von den Kartellen. Das ist recht bedauerlich. Denn die Vereinsgruppierung ist eine rein bürgerliche Nachahmung, die Kartelle aber sind sozialistisches Prinzip. Im Verein baut eine einzeln« Sparte ihren Kirchturm auf, das Kartell ist die Gemeinschaft aller Sparten. Vom sozialistischen Standpunkt aus müßte man dringend fordern, daß die Kartelle zu größerer Bedeutung gelangen. Einstweilen hat dieses Prinzip aber noch einen langen Weg vor sich. Der Außenstehende wird fragen: Wozu braucht der Arbeiter- spart Kartelle? Weder Partei, noch Gewerkschaften oder sonstige zentrale sozialisttsche Organisationen benötigen noch die lose Kartell- form. Auch der ADGB., der viele Gewerkschaften umfaßt, hat ledig- lich Ortsgruppen, gebildet aus den örtlichen Vorständen.— Der Arbeitersport ist, im Reichsmaßstab gesehen, ebenfalls in großen Verbänden organisiert, örtlich aber durch das Verainssystem voll- kommen dezentralisiert. Die Kartelle bieten daher zur Zeit die einzige Möglichkeit einer kollektiven Gemeinschaftsarbeit. Di« Zentral« aller Kartelle(und Arbeiterfporrverbände) ist die Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege m Berlin. In den Ländern sind als Unterorganisationen Landeskartell« ge- blldet, für die Provinzen bestehen Provinzkartelle, dann kommen die Kreis- und örtlichen Kartelle.. Wir haben also neben den ver- schiedenen Derbcmden, die bis in die einzelnen Orte organisiert sind, noch eine eigentliche, freilich lockere Zentralorganisation, die von der Spitze bis in die kleinsten Ortschaften reicht. Wir können die Kartelle als den eigentlichen Sturmtrupp im Kampfe für die kollektive Einheitsorganisation der Zukunft be- trachten. Der Ausbau der Kartelle führt zur sozialistischen Gemein- schoft, schiebt Rekordsucht und Individualismus beiseite, bringt das Tllellanschmiliche in den Bordergrund. Mit dem Erstarken der ört- lich«» Kartelle tritt ein grundsätzlicher Gegensatz zum bürgerlichen Sport in die Erscheinung. Und was besonders voichtig ist: die Oesfentlichkeit erkennt im Arbeitersport etwas Neues, eine tatsäch- liche sozialistische Bewegung. In der Nachkriegszeit sind gut« Fortschritte. erzielt worden. Wir haben bereits 16 Lande- korlelle, und zwar in AnHall, Baden, Bayern, Brounschweig. Bremen, Hamburg, Hessen, Lippe. Lübeck, Mecklenburg, O'denburg, Preußen. Sachsen, Thüringen, Württem» berg und Freistaat• Danzig. Dazu kommen P r o v i n z> a l- kort ekle in Brandenburg. Hannover, Hessen-Nassau, Ober- schlesien, Ostpreußen. Pommern, Rheinland. Rheinpfalz. Provinz Sachsen, Schlesien, Schlesw'g.Holstein und Westfalen. Die Haupt- bedeutung beginnt bei den Kreiskarlellen, weil hier schon eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden(amtliche Gelder, Sport- Plätze) einsetzt. In der Provinz Brandenburg haben wir 40 Kreise mit ihren Kreisjugendämtern und Kreisjugenipflegeaus- schüssen. Dazu kommt noch Berlin mit 20 Verwaltungsbezirken. Insgesamt haben wir also in dex Provinz Brandenburg 60 Kreis- kartelle. Pn Stelle oer bisherigen Kartellverbänd«, die überholt sind, sollen überall Kreistartelle gebildet werden, entsprechend der kommunalen Organisation. Die Kartelle werden aus den der Zentralkommisston angeschlossenen Vereinen gebildet. Sympathie- sievende Arbeitervereine am Oric können auf Kartellbeschluh zur Mitarbeit herangezogen werden. Auch mit den Jugendgruppen der Gewerkschaften sowie der Arbeiterjugend wird eine gute Zusammen- arbeit, ohne organisatorische Bindung, herbeigeführt. Der Arbeitersport ist mit seinen 1� Millionen Mitgliedern zu einer bedeutsamen Macht geworden. Jugendliche und Weibliche stellen einen hohen Prozentsatz dieser Mitgliedschaft. Mehrere hnnderttausend Kinder sind außerdem in Arbeiterturnvereinen. Bundesschule und Lehrkurs« In den größeren Städte» bilden Jugend- und Sportleiter aus. Naturfreundehäuser und schöne Sportanlagen sowie neuerdings Wochenendkolonien vervollständigen das Bild. Wir können uns des Erfolgs freuen. Aber eins ist noch nicht voll- endet: der eigentlich« kolleklivgedanke, der in den Kartellen oer- wirNicbt wird. Der Arbeitersport will die Hebung der Dgjksgesund- h«it ohne Rekorde und Personenkult. Wenn dem so ist, dann könnten Verein und Sparte ruhig än den Hintergrund treten, da sie nur Mittel zum Zweck wären. In den Vordergrund müßte dann die Ortsgruppe oder das Kartell treten. Es wäre sehr nützlich, wenn dieser Gedanke einmal in den Vereinen erörtert würde. Die Verwirklichung würde uns dann grundsätzlich vom bürgerlichen Sport unterscheiden. Die gesamte Oesfentlichkeit würde erkennen, daß hier etwas Neues vorliegt. Wir kämen auf den Weg zum wirklichen sozialistischen Sport! kst. _»_ Achtung Turnhallenbenutzer! Der gefchöstsführende Ausschuß des Kartells für Arbeitersport- und Körperpflege bittet uns, folgende Mitteilung des Stadtamts für Leibesübung den Vereinen zur Kenntnis zu bringen: Die Genehmigung für die wettere Inanspruchnahme cnter städtischen Turnhalle für die gleichen Tage und Stunden ist, vorbehaltlich jederzeitigen Wiederruf», bis zum 30. September 1S30 verlängert. Anträge aus Abänderung der Benutzungs- zelten sind durch den Schulleiter oder Turnhallenverwaller an das Stadtamt für Leibesübungen(Leib. 8/30), Berlin R. 24, Friedrich- ftraße 110—112, einzureichen. In jedem Falle aber ist vorher die Stellungnahme des Schulleiters oder Turnhallenoerwalters etnzu- holen. Für das Sommerhalbjahr find die Anträge auf Kostenüber- nahm« oder Ermäßigung unverzüglich bei dem zuständigen Bezirks» jugendamt zu stellen. B«rein«, die die entsprechende Bescheinigung nickst bis zum 10. Aprll 1930 vorgelegt haben, zahlen dt« volle tarifmäßig« Gebühr von 3 für die Stunde. Bei große« Bereinen, die sich mtt ihren Abteilungen über mehrere Bezirk« er- strecken, wie z. B. die Frei« Turnerschaft Groß-Berlin, bleibt es bei der bisherigen Regelung, wonach die Anträge ans Kostenüber» nahm« von der Vereinsgeschäftsstelle für sämtliche Abteilungen cm das Stadtamt für Leibesübungen zu richten sind. Es wird gebeten. in der in jeder Turnhalle ausliegenden Nachweisung 1. die genaue Bezeichnung und Anschrift des Vereins, 2. die im Sommerhalbjahr m Frage kommenden bereits genehmigten Uebungszeiten und 3. die Bezeichnung der Abtellung einzutragen. Wenn and) auf Grund der hier gebrachten Bekanntmachung von der erneuten Einreichung eines Antrags um Erlaubmeerteilung zur weiteren Benutzung der Turn- hall« abgesehen wird, so ist doch in jedem Falle die Beibringung der .Kostenübernahmeerklärung des zuständigen Bezirtsjugendamts er- forderlich. Die Frist zur Einreichung der Kostenübernahme an das Stadtamt bis zum 10. April muß auf alle Fälle eingehalten werden. Bei dieser Gelegenhctt soll auch gleich noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß neue Gesuche nur schriftlich und über die in Frage kommend« Schulleitung an das Stadtamt zu richten sind. Gleichzeitig aber ist auch ein Gesuch an das betreffende Bezirks- jugendamt um Uebernohme der Kosten zu richten. Rur bei Ein- Verständnis der Schullettung und Kostenüberncchme durch das Be- zirksiugendamt kann dem Ersuchen um Ueberlassung einer Turnhalle entsprochen werden. Bon der Kostenübernahme durch das Bezirks- jugendamt kann nur dann abgesehen werden, wenn sich der be- treffende Verein zur Zahlung der vollen tarifmäßigen Stunden- gebühr von 3 M. bereit erllärt. Der Geschästsführende Ausschuß. Orhlschläger. Sport- und Vreisschießm» des SKS. Republik"(Groß-Berlin). Sonntag, 23. März, findet auf dem organisationsetgenen Schieß» platz in Friedrichsfelde, Treskowalle«, Ecke Upstallweg, ein größeres Sport- und Preisschießen, statt. Die Mannschafts- und Einzelsckstcßen beginnen bereits um 10 Uhr. Alle Repulstikcmer, die dem Scheßsport Jnteresie entgegenbringen, sind herzlichst eingeladen. Nähere Auskunft erteilt Oskar Neubauer, S. 14, Neue Jakobstr. 17. Ausstellung„Falkboolsporl und Bild". Die Ausstellung der ..Freien Fattbootfahrer Berlin" im Buchgewerbesaal, Dreibundstr. 5 (Untergrundbahnhof Kreuzbero) wird am 23. März geschlossen. Ge- öffnet wochentags von 9 bis 20 Uhr, Frettag bis 21 Uhr, Sonntag (Schlußtag) von 10 bis 14 Uhr. Eintrttt frei. Bolkslanzkrei? Bren Lauer Berg. Der Kreis veranstaltet, Frei- tag. 21. März, im..Hackeschen Hos", Rosenthaler Str. 40/41, 20 Uhr, ein T a n z s« st Außer Volkstänzen roerden auch Polka. Walzer und Rheinländer aetanzt. Eintrittskarten sind am Saaleingang zu 1 M. zu haben. Gäste herzlich willkommen. . Rttit gallba-ttadttr®nlhi. Donncrsta». 20. Mir,. 20 Mr. Mitalieder» verlammluna im Lackosch?n Kof, Rosenthaler Str. 41. Im Anschluß Mustt unj» Sesana. Inftrc w:nt- mithrinoen. SSste milllommen. Die Ausfiellunq.galt. bvvtsvort und Btld" im Duchaewerdesaal. Dreibundstr. 5 ss. Bahnhof Ritus. bcrai, Ist nur noch bis einschließlich Sonnta«, 20. Mär?., acvffnet. «undestreu«, RarteU Wilmersdoef. Alle Kunlfor.arc der anaeschlollencn Vereine erscheinen moraen, Donnersta«. 20 Uhr, bei Sroiß. Saftciner chcke L-lsteinlsch« Strafte.*u einer wichtiaen Siftuna und brlnaen ihr MitaNedeibuch mitt Aussvrachc mit dem Eauvorstand her Radfahrer und Beratern von der Bauhütte. ?TS«.. Berwaltnrqsaueschuft. Siftuna heute. Mittwoch, 19% Uhr, im Se» werlscha'tsdaus, Saal Z._„... gr«ier Rärperlultnrlrel» Rreuzber«. Donnerstag. 20. Mar?. 20 Uhr. im Iugendbe in Wasser ocstr. 9, Aussprach: llder die Torträge von Walter Peter» ��".Ä�Ä?»t�t�Ärupp�°Eröft.«e-Iin. R-t-rradlahrei- Abt.«h-rl-tte». bürg! 19. Mär? geswersammluna anläßlich de» Zviährigtn Bestehens dei Reimer. Wilm-r-d-rfer Str. 21.«bt. T-nl-w! 10. Mär?. B-rnholmer t-tr. 8«. Ecke Leelower Strafte. Abt. Lichtenberg: 20. Mär? bei Öenlel. Oder- ffirfe llinowstrafte.— Touren für Sonntag, 20. Mär,. Abt. Norden: Friedrichs- Hagen— Sriner—Ralkberge. Start 9 Uhr Beretnslokal. Svarrstr. 3. Abt. Nen- lölin: Werneuchen— greienwalde—Ricderflnow. S'avt 9„Mr Lohcnsollcrnplag. «dt. Rr«u?b«rg: Wandliftsce iLokal Ringer). Statt 1 Uhr Baltenplaft. Abt. ssriedrich-hain: Tiefensee-Seidclrug. Statt 9 Uhr L-ndsbcrger Plaft.- Abt. vberschäreweide:«endisch-Buchbol,. Statt 10 Uhr«rn nsl-tzl. Wilhelminen. Holste. 64. Abt. Lichtenberg: Buckow lMätt.sch« Schwel,),»ort 8 Uhr btt Kent.l, Oder. Ecke ffinwoftrofte.»bt.«b-rwtt»»»»-«: Rh-in-b«r». Statt 8 Uhr bei Reimer. Wilm"-»ins.. Sdiloriftrone 00. KraK- »IF.T V falirzeud-WerltS'. Tel.:Wilh.9023. 9223 24 QaslsläUe rormals.Zum Wachcspe cjil' Inhaber; Mathias Schröder' Ulauerxlr. 87-60 Ze ntr um 8964. Sias Staus der guten U Iii che tinene Hausschlachterei . 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