Morgenausgabe Nr. 135 A 68 47.Jahrgang Böchentlich 851. monatlich 3,60 m. imm voraus zahlbar. Boftbeaug 4,32 M. einschließlich 60 Big. Boftzeitungs- und 72 Bfg Boftbeftellgebühren. Auslands abonnement 6.-M. pro Monat. * Der„ Borwärts ericheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend". Juftrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen". Frauen ( timme". Technit". Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 21. März 1930 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etapettige Ronpareillezelle 80 Pfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart Aleine Anzeigen das ettge brudte Bort 25 Pfennig( zuläfig wel fettgedruckte Worte), jebes meitere Bort 12 Pfennig. Stellengefuche das erste Bort 15 Bfennig, jedes mettere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sablen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze.le 40 Pfennig. Anzeigenannahme imhaupt. gefchäft Lindenstraße 3, mochentäglic son 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Vindenstraße 3 Fernsprecher: Tönboft 292-297 Telegramm- Adr: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Poftichedkonto: Berlin 37536.- Banffonto: Bank der Arbeiter. Angestelltest und Beamten. Wallitr 65 Dt. Bu Disc.- Gel Depofitentafie Lindenstr 8. Frankreich und der Young Plan. Der Parteitag der Bolkspartei. Innerpolitische Manöver.- Die Linke will sich enthalten. Paris, 20. März.( Eigenbericht.) am Die radikale Kammerfraktion hat Donnerstag beschlossen, bei der Abstimmung über die Ratifizierung der Young Vorlagen die Berantwortung den Mehrheitsparteien zu überlassen. Es verlautet, daß sich die sozia. Iistische Kammerfraktion den Beschluß der Radikalen wahrscheinlich zu eigen machen wird. zugeben; fie wird nicht mehr wie bisher in der beneidenswerten Lage sein, Briand als das unvermeidliche Uebel" in dem Ra. binett der Rechten offiziell zu unterstützen, hintenrum aber aufs schmählichste anzugreifen und zu verraten. Die Rechte felbft wird es sein, die den Young- Plan und die Haager Abkommen rafifiziert. Sie wird dadurch einfach die Berantwortung für die neue Reparationsregelung zu übernehmen haben und durch feinerlei Mintelzüge, feinerlei innenpolitische Manöver diese Berantwortung von sich abwälzen können. Die Begründung des Gesetzentwurfes. Paris, 20. März.( Eigenbericht.) Erben am Scheidewege. Von Rudolf Breitscheid. Der Parteitag der Deutschen Bolkspartei, der in den eßten Tagen dieser Woche in Mannheim stattfindet, hat eine große und sehr unmittelbare Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Politik in der nächsten Zukunft. Von seinen Ergebnissen wird es sehr wesentlich abhängen, ob die gegen wärtige Koalition zusammenbleiben fann oder ob wir alsbald in eine Rrise hineingeraten, deren Folgen einstweilen unabsehbar sind. 3war ist taum anzu nehmen, daß die Frage nach dem Berbleiben in der Re gierung flar und offen gestellt und mit einem einfachen Nein beantwortet werden wird. Aber die Möglichkeit ist sehr wohl gegeben, daß Bedingungen formuliert werden, die den Bruch zur Unvermeidlichkeit machen. Die Beigerung der Linken, die Krömung des von ihr ver tretenen außenpolitischen Berfes in der letzten Abstimmung in der Rammer zu vertreten, ist auf das inner politische Manöver zurückzuführen, mit dem die Mehrheitsparteien am Mittwoch in der Finanztommiffion der Kammer die Opposition zu überlisten ver fucht hatten. Seit dem ersten Vertrauensvo um, das die Regierung belam, als sie fich der Kammer vorstellte, ist sie in einer ganzen Reihe von Fragen mannigfacher Natur wiederholt in der Minderheit geblieben. Jedesmal hatte Tardieu wohlweislich darauf verzichtet, die Bertrauensfrage zu stellen, wie es bis dahin Idem parlamentarischen Brauch in Frankreich entsprach. Das Kas geschlossenen Berträge über die„ pollständige und definitive Reges der Schleier vor den Vorgängen und den Debatten in der sich somit in daß es der Majorität des Barlaments immer wieder niedergestimmt wurde, de jure aber die Weiterführung der Geschäfte beibehielt. Auf die Dauer schien diese Lage für die Rechte nicht aufrechtzuerhalten zu sein. So erblickten die Anhänger Tardieus in der bevorstehenden Ratifikationsdebatte eine Belegenheit, das nicht vorhandene Breftige des Kabinetts wiederaufzurichten, indem fie bas Gintreten der Binten für die Ratifikationsvorlagen zu einer Verfrauensfundgebung für Tardieu fälschten. Zum erstenmal feit dem Bestand der neuen Regierung hatte die Opposition in einen vorübergehenden Burgfrieden eingewilligt, um das Friedenswert der Reparationsregelung nicht zu gefährden, und sich sogar bereit erklärt, in beiben Kommiffionen, die die Bor. lage paffieren müssen, die Berichterstatter zu stellen Die Aus beutung dieser bis zur Selbstverleugnung gehenden loyalen Haltung der fögialistischen und bürgerlichen Linten zu einem inner poli. tifchen Manöver niedrigster Art, das sogar in einem Teil der Rechtspresse so im„ Echo de Paris" und im Ordre"- deut lich mißbilligt wird, veranlaßte die Demission des rabita fogialen Kandidaten Palma de in der Finansfommission und eine Art Guerillakampf in den beiden Kommissionen. Als Abschluß dieser Borgänge ist der Beschluß der radikaljozialen Kammerfrattion auf. aufaffen. Durch die Stimmenthaltung der Linken ist und das ist schließlich für Deutsch and das ausschlaggebende in der gegen wärtigen Situation die Ratifikation des Young. Blanes zu einer ziemlich heiflen Affäre geworden, in WirklichBlanes zu einer ziemlich heiflen Affäre geworden, in Birklich feineswegs gefährdet. feit aber Denn die Mehrheitsparteien dürften sich hüten, unter den Trümmern des Young- Planes ihr eigenes Kabinett zu begraben, zumal die Einleitung, Fortführung und der Abschluß der Haager Verein. barungen durch Poincaré, Briand und Tardieu mit der Unter stüßung dieser felben Majorität erfolgt ist. Wohl aber wird die Rechte endlich gezwungen werden, ihre doppelzüngige Haltung auf Die Osthilfe. Grundfäßliche Zustimmung des Reichskabinetts. Das Reichskabinett trat gestern nachmittag unter dem Borsiz des Reichskanzlers zur Erledigung einer größeren Anzahl laufender Angelegenheiten in der Reichskanzlei zu einer Sigung zusammen. In erster Linie kamen die Anregur.gen, die der Reichspräsident In seinem bekannten Schreiben an die Reichsregierung vom 18. b M. gemacht hat, zu eingehender Erörterung. In diesem Zusammenhang hatte der Reichsminister des Innern vor kurzem dem Stabinett einen im Einvernehmen mit den beteiligten Reichs- und preußischen Refforts ausgearbeiteten Plan einer Reichs- und Staatshilfe für die bedrängten Dit gebiete vorgelegt, der in der Kabinettfigung die grundsägliche Zustimmung der Reichsregierung gefunden hat. Mit der Ausführung dieses Blanes, der an sich für zehn Jahre vorgesehen ist, soll im bevorstehenden Haushaltsjahr 1930 mit den im Haushaltsplan vor. gesehenen 22 Millionen Mart begonnen werden. Der Gesezentwurf über die Ratifitation des oung Blanes, ben der Justizminister am Donnerstag in der Kammer eingebracht hat, verlangt in seinem ersten Artikel, daß die Kammer den Präsidenten der Reublik zur Unterzeichnung der am 30. und 31. August 1929 und am 20. Januar 1930 im Haag ab. fung des und zur tober in Roblenz abgeschloffenen Berträge über die Amnestie im befeßten Gebiet bevollmächtigt. Der zweite Artikel fieht die Rafifizierung der Abkommen über die Regelung der rumänischen, jugoslawischen und griechischen Ariegsschulben an Frankreich vor. In Artikel 3 wird der Finanzminister bevollmächtigt, alle not wendigen Maßnahmen für die Mobilisierung der auf Grund der Abkommen vom 20. Januar 1930 Frankreich zugefprochenen Anteile an der deutschen Annuität vorzunehmen. Die zu diesem 3mede auf den französischen Markt gebrachten Obligationen werden sowohl von der Stempelfteuer als auch von der Kapitalertrags. fteuer befreit. Wer die volksparteiliche Presse in der legten Zeit vers folgt und wer den Berlauf volksparteilicher Konferenzen beobachtet hat, der muß zu dem Schluß fommen, daß sehr starke Kräfte am Werte sind, die unter allen Um ständen die toalitionsmäßige Bindung an die ständen die foalitionsmäßige Bindung an die Sozialdemokratie lösen wollen, und wo sich Reichstagsfraktion ein wenig lüftete, da wurde dieser Ein druck nur verstärkt. Die parlamentarischen Vertreter der Bartei sind von den Anhängern im Lande mit Briefen und Telegrammen, die den Austritt aus der Regierung und einen grundsäglichen Kurswechsel forderten, geradezu bom. bardiert worden, und auch die Besonneren sind unter der Wirkung dieses Trommelfeuers in eine gewisse Berzweif lungsstimmung geraten. Was den Sturm entfacht hat? In der Hauptsache mohl die ungünstige Wirtschaftslage und die Art, in der von be In der Begründung zu dem Gefeßentwurf wird vor allem stimmten Stellen die an sich berechtigten Besorgnisse um die betont, daß zwar der Dames Blan poll befriedigt habe, 3ukunft zur Erregung einer Panit benutzt worden sind. Die daß er aber nur provisorischen Charakter gehabt habe, Schlagworte von der Unmöglichkeit der Kapitalbildung, von weil er die Gesamthöhe der deutschen Schuld nicht feſtſeße der Ueberlastung mit sozialen Ausgaben, von der Mißwirts und durch die Transfertlaufel die Mobilisierung der Eisenschaft in den Gemeinden, von der unbedingten Notwendig bahn. und Industrieobligationen unmöglich machte. Nach einem ausführlichen historischen Rückblick auf die Berhandlungen in Genf, die Pariser Sachverständigenkonferenz und die Haager Berhand lungen wird in der Begründung bestätigt, daß durch den Young- Plan die deutsche Schuld bedeutend herabgefeht worden set. Wenn alle Gläubigergenerationen Opfer gebracht hätten, um die Liquidation der von den traurigen Folgen des Krieges belasteten Bergangenheit vorzunehmen und eine bessere Sukunft im Dienfte konstruktiver Arbeit für den Frieden zu gewährleisten, so seien sie für diese Opfer dadurch entschädigt worden, daß die deutschen Zahlungen jetzt mobilisiert erden könnten, die Reparationsschuld praktisch den Vorrang vor allen anderen Staatsschulden genieße und die politische Schuld endlich in eine freiwillige Handelsschuld umgewandelt worden sei. Auch Deutschland habe seinen Vorteil dabei gefunden, denn es erhalte seine volle finanzielle Unabhängigkeit wieder, und fein Kredit fei durch den Young- Plan von allen Hemmungen be freit worden. Die neuen Oberpräsidenten. Borschläge des preußischen Innenminifteriums. Der preußische Innenminister wird dem Staatsministerium für die brei in Breußen zur Zeit offenstehenden Oberpräsidien folgende Bejezung vorschlagen: Provinz Bommern: Oberpräsident der bisherige Regierungspräsident von Stettin von Halfern( D. Vp.). Regie. rungs präsident in Stettin Ministerialrat Dr. Simons vom preußischen Innenministerium( Soz.). Broving Hessen- Nassau: Oberpräsident in Raffel Beigeordneter August a as- Köln( Soz.). Provinz Sachsen: Oberpräsident in Magdeburg Mis nifterinidirektor Dr. Fald( Dem.). Regierungspräsident in Magdeburg Oberbürgermeister Weber Halberstadt( Soz.). a Die Ernennungen sollen in der Dienstagsigung des preußischen Rabinetts beschlossen werden. Die Belegung der übrigen zu be fegenden Regierungspräsidien dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. # feit einer fofortigen Steuersentung sind immer wieder in die Köpfe der tapitalistischen Parteigänger der Volkspartei hineingehämmert worden. Die so erweckten Vorstellungen führen zu der Forderung nach der Trennung von der So zialdemokratie, mit der sich eine ,, vernünftige", das heißt dem Unternehmertum genehme Finanz- und Wirtschaftspolitik nicht treiben lasse. Dazu kommt dann die Philisterangst vor der wilden Agitation der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten und die Konkurrenzfurcht vor der Wirtschaftspartei. Man hat ja schließlich die Young- Geseze mitgemacht, aber man hat sich doch den demagogischen Argumenten der Rechten nicht ganz entzogen. Man empfindet es schmerzlich, an ,, nationaler" Gesinnung von anderen übertroffen zu werden, man möchte sich durch die Loslösung von der Sozialdemokratie wieder rehabilitieren und gleichzeitig in der Frage der Finanzreform eine Stellung einnehmen, die den Gegensatz zum Margismus" deutlich erkennen läßt. Das Bürgertum foll einmal wieder von roten Retten" befreit werden. " Nun ist die Parole Los vom Margismus" rein nega tiver Art. Was will man positio? Auf diese Frage ist bisher keine eindeutige Antwort gegeben worden. Vor einigen Tagen hat der Generalsekretär der Deutschen Boltspartei sich in einer Rede durch die Anwendung eines militärischen Bildes aus der Berlegenheit zu ziehen gesucht. Die Partei sei eine abgekämpfte Division, die für eine Zeitlang in Ruhestellung gehen müsse, um dann mit frischen Kräften in den Graben zurückzukehren. Diese Redensarten machen uns auch nicht flüger. Ebensowenig belehrt uns der Abgeordnete Albrecht, der vor furzem in Hannover, nach dem er über die Bestbeulen" in der Arbeitslosenversicherung geflagt hatte, auseinandersetzte, daß niemand jagen könne, was tommen werde, wenn die Partei den nebenbei von ihrem eigenen Minister eingebrachten Finanzplan ablehne. Aber abgelehnt werden müsse er, und es wäre dann, wie. Herr Albrecht verkündet, eine Konstellation möglich, vielleicht fogar wahrscheintlich, die der unerträglichen Vormachtstellung der Sozialdemokratie ein Ende bereitet und den Weg zu einer Politik bahne, die sich von der Forderungen der Straße frei mache. Der Rede Sinn ist dunkel. Andere meinen, man solle der Weimarer Koalition das Regieren überlassen. Wieder andere phantasieren von einem MinderNeutralität gegenüberstehe. Unausgesprochenes Ziel ist Sodann berichtete der Reichsminister für Ernährung und LandDer Präsident des rrmänischen Oberffen Rechnungshofes, An wirtschaft über die in den letzten Tagen zustandegekommenen gemein. famen agrarpolitischen Anträge der Regierungs. gelescu, ber megen Unvereinbarteit seiner Bripatgeschäfte mit parteien, die vom fommenden Montag ab ihre parlamentarische feiner dienstlichen Stellung enthoben worden ist, wird nach einem heitsfabinett, dem die Sozialdemokratie mit wohlwollender Erledigung beschleunigt finden sollen. abgeurteilt merben. natürlich der Bürgerblod. Nur daß es im Moment bei der Haltung der Deutschnationalen auch für die Volkspartei so gut wie unmöglich ist, ihn auf die Beine zu stellen. Und so würden viele ihrer Anhänger wohl damit einverstanden sein, daß zunächst so oder so mit dem Artitel 48 regiert werde. Was das zu bedeuten hätte, braucht hier im einzelnen nicht näher ausgeführt zu werden. Ob die Wirtschaft oder das, was die Bolkspartei darunter versteht, dabei zu einer ruhigen Entwicklung fommen könnte, wird, wie wir annehmen möchten, selbst sehr vielen Teilnehmern des Mannheimer Parteitages zweifelhaft sein. Jetzt aber müssen sie sich entscheiden, und am Anfang der nächsten Woche werden wir wissen, wohin die Reise des Staatsschiffes gehen soll. Die Sozialdemo tratie ist nicht die Partei, die den Bruch will. Was sie von der Finanzreform verlangt, ist, daß die Arbeitslosenversicherung und ihre Leistungen unangetastet bleiben, daß teine Steuersenfungsversprechen auf Kosten der Gesundheit unserer Finanzen gemacht werden, daß der Besiz herange zogen wird, und daß man die Gefahr abwendet, Erspar nisse durch Streichungen am Sozialetat zu erzielen. Ueber manches andere ließe sich bei gutem Willen eine Verständigung erzielen. Lehnt man jedoch in Mannheim diesen Weg ab, so ist es die Bolkspartei, die die Berantwortung trägt für die schweren inneren Kämpfe, die dann mit größter Wahrscheinlichkeit ausbrechen werden. Es wird ja in ihren Kreisen auch wieder mit dem Gedanken der Schaffung einer neuen Partei gespielt, die, wie manch einer glaubt, aus allen bestehenden bürgerlichen Gruppen starten Zuzug erhalten fönnte. Ein Name ist auch schon bereit: sie soll Staatspartei heißen. Wir glauben nicht an sie. Aber davon abgesehen ift es eine Tragikomödie, wenn dieselben Leute, die fein Bedenken tragen, den Staat in die höchste Gefahr zu bringen, der Gründung einer Staatspartei das Wort reden. Wir möchten fürs erste die Hoffnung auf den Sieg der politischen Bernunft noch nicht aufgeben. Zwar ist das Berhalten der Bolkspartei in Thüringen und in Sachsen nicht geeignet, uns optimistisch zu stimmen. Aber vielleicht tragen gerade die Erfahrungen, die sie mit ihrem antimargistischen Bundesgenossen Frid gemacht hat, doch dazu bei, sie von einer Politik zurückzuschrecken, die im Rahmen des Reichs ähnliche Zustände herbeiführen könnte, wie sie dank ihrer Mitwirkung sich in Thüringen entwickelt haben. Finanzausgleich wird geändert. Abänderung des§ 35 im Reichsrat beschlossen. Der Reichsrat nahm am Donnerstag den Gefeßentwurf zur Uebergangsregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden mit 49 gegen. 17 Stimmen an, Thüringens Antwort. Die Regierung des Herrn Frick flagt über Beunruhigung. Weimar, 20. März.( Eigenbericht.) Der Vorsitzende der thüringischen Staatsregierung gab am Schluß der Donnerstagsigung des Thüringischen Landtages in Erwiderung auf den Brief des Reichsinnen ministers vom 18. März folgende Erklärung ab, die zugleich schriftlich nach Berlin übermittelt wurde: Auf das Schreiben des Herrn Reichsinnenministers vom 18. März werden wir folgendes antworten. Wir wählen dabei den selben Weg, den der Minister durch vorzeitige Veröffentlichung seines Schreibens eingeschlagen hat: Das Schreiben vom 18. d. M. ist erst nach Veröffentlichung durch Rundfunk und Bresse bei uns eingegangen. Diese Tatsache, fowie Form und Inhalt des Schreibens müssen uns außer ordentlich befremden. Ein solches Borgehen war bisher im Verkehr zwischen Reich und Ländern nicht üblich. Zur Sache selbst bemerken wir, daß nach den von uns getrof. fenen Feststellungen der Bund Adler und Fallen" teine der Reichsverfassung oder den Strafgelegen zuwider. laufenden 3iele berfolgt, jo daß für uns oder das thüringische Ministerium des Innern fein Anlaß vorlag oder vor. liegt, gegen diesen Bund, someit sich dessen Organisationen auf Thüringen erstrecken, vorzugehen. Ein Beschluß des thüringischen Staatsministeriums, das Schreiben vom 27. Februar d. 3. nicht zu beantworten, liegt nicht vor. " Selbstverwaltungsangelegenheit der Städte sei. In dieser Antwort liegt ein Ausweichen vor dem Kern der Sache. Der Kern der Sache ist: ein Ministerialrat aus Fricks wirkt. Darauf hai Herr Janson Herrn Machts vorge Ministerium hat auf Oberbürgermeister Janson einges laden und hat die bekannte Unterredung mit ihm geführt. Herr Janson hat die Richtigkeit der Wiedergabe der Unterredung bestreiten lassen. Er glaubt um die Angelegenheit mit einer Strafanzeige gegen den Vorwärts" und Herrn M a chts herumzukommen. Er hat ferner den guten Geschmack besessen, Herrn Machts in öffentlicher Stadtratsfizung gröblich zu beschimpfen und als Futterrippenjäger zu bezeichnen. Das ist typisch für diese Leute: wenn Beamtenanwärter Empfehlungen von Nationalsozialisten beibringen, sind sie wadere Beamte, find sie republitanischer Gesinnung verdächtig, sind sie Futterkrippens jäger"! Herr Janson hat mit dieser Beleidigung einen Beweis gegen sich geliefert. Im übrigen scheint uns, daß Herr Dr. Janson zunächst Objett eines Ermittlungsverfahrens des Oberreichsanwalts zu fein hat! Wenn er uns der Verleumdung beschuldigt, so werden wir ihn sehr fräftig zu dienen wissen! Das fehlte noch, daß die Leute, die gegen die Republik konspirieren, nach dem Strafrichter schreien, wenn sie ertappt werden! Frick an sein Volk. Der heimattreue Thüringer. Weimar, 20. März. Die bisher nicht erfolgte Beantwortung gibt nach unserer Ansicht Die bisher nicht erfolgte Beantwortung gibt nach unserer Ansicht dem Herrn Reichsminister des Innern nicht das Recht, alle lleberdem Herrn Reichsminister des Innern nicht das Recht, alle UeberThüringen einstweilen einzustellen. Wir weisen die Maßnahmen mit weisungen aus Fondsmitteln des Reichsinnenministeriums an aller Entschiedenheit zurüd. Solche Maßnahmen sind nur geeignet, die Bevölkerung des Landes Thüringen zu beunruhigen, das Ansehen des Landes auf das schwerste zu schädigen und ohne Grund einen Konflikt zwischen Reich und gierungsgeschäfte übernommen hatte, gab fet, beit aller Thüringer zu Land herbeizuführen, Zum letzten Absatz des Schreibens vom 18. d. M. bemerken wir: Der Reichszuschuß für Polizeizmede ist den Ländern auf Grund einer mündlichen Bereinbarung mit dem Reiche von diesem zu gewähren, wenn gewisse Bedingungen für die Organisation und die Verwaltung der Polizei von den Ländern erfüllt werden. Will das Reich einem Lande diese Zuschüsse sperren, so ist es feine Aufgabe, zunächst bündige Beweise dafür zu er bringen, daß die Bedingungen durch das Land nicht erfüllt werden. Der Herr Reichsminister des Innern hat dem Lande Thüringen aber überhaupt nicht mitgeteilt, daß und wiefern diefe Bedingungen vom Land Thüringen nicht erfüllt oder verleht worden sind. Er hat nicht einmal von seiner Befugnis gemäß Biffer 1,7 der Grundsätze des Reiches für die Gewährung des Zuschusses, Aus funft zu verlangen Gebrauch gemacht. " Das Thüringer Gesamtministerium erließ am Donnerstag. abend einen Aufruf an das Thüringer Bolt, in dem es u. a. heißt: Als im Anfang dieses Jahres die Landesregierung bie Res alles daran zu der Mehrheit gewünschte politische Selbständigkeit des Landes zu erhalten. Inzwischen find wichtige Gefeße zu der notwendigen Finanz- und Verwaltungsreform vorbereitet und dem Landtag zugeleitet worden. In diesem Zeitpunkt strengster und verantwortungs schwerster Arbeit um die Lebensintereffen des Thüringer Volkes unternimmt es der der Sozialdemokratischen unternimmt es Partei angehörende Reichsinnenminister Seve ring, ohne jede haltbare Begründung und unter Mißachtung der getroffenen Vereinbarungen in den gedeihlichen Fortgang der Thüringer Regierungsgeschäfte einzugreifen und fündigt in einem Schreiben an die Landesregierung die Zurückhaltung von beträchtlichen dem Lande zustehenden Mitteln an. Wenn sich die Landesregierung mit dieser Rundgebung an die Deffentlich, teit wendet, weiß sie sich in der Zurückweisung dieser Angriffe eins mit der heimattreuen Thüringer Bevölkerung. Sie bittet bes Thüringer Bolt um Gefolgidhaft und Treue in dem festen Willen, alle Angriffe auf die Ehre, das Ansehen und die Freiheit des Heimatlandes abzuwehren. Der Bayer Frid appelliert an die thüringische Heimattreue! Die falschen Töne dieses Aufrufs werden dadurch nur noch greller. Von dem gedeihlichen Fortgang der Thüringer Regierungsgeschäfte" bis zu Ehre, Ansehen und Freiheit des Heimatlandes" alles Diffonnanzen, die Im Berlauf der Berhandlungen tam es zu te bhaften Aus einandersehungen über einen preußischen Antrag, ben § 35 des Finanzausgleichsgefeßes, der eine beson dere Subventionierung der sogenannten leistungsfdwaden Länder aus Mitteln der Einkommensteuer vorsieht, zu ändern. Bis- Wenn das Schreiben des Reichsinnenministers im Zusammen her hat das Reich nach den alten Bestimmungen für diesen 3wed hang mit Breffenachrichten stehen sollte, die am Mittwoch in großen rund 40 Millionen Mart aufzuwenden, wovon Bayern den Lören Aufmachungen mit der Ueberschrift: Frid sucht Hochver anteil- 26 Millionen Mark- erhält. Die Subventionierung erräter",„ Nur Rechtsputschisten als Polizeibeamte gewünscht", möglichte es den in Frage fommenden Ländern, auf Kosten des Borbereitung zum Hodyverrat" ujw. im„ Borwärts" und in an Reiches ihre Realsteuern niedrig zu halten und ihre deren sozialdemokratischen Zeitungen erschienen sind, so erklären wir, Jeder in Thüringen hören wird. fogenannte Eigenart, die zumeist in Reichsfeindlichkeit besteht, zu daß seit llebernahme der Regierungsgeschäfte durch das gegenwärtige pflegen. Dafür erhielt z. B. Mecklenburg- Schwerin auf den Kopf bes Einwohners jährlich ein Reichsgeschent von rund 9 Mart. Der Staatsministerium tein Beamter der Landespolizei preußische Antrag, der nicht eine völlige Beseitigung des neu eingestellt worden ist. Außer den üblichen termin § 35, sondern nur eine Kürzung der Mehrüberweisungen vorfieht, mäßigen Beförderungen und außer einigen Entlassungen von Bewurde mit 37 gegen 29 Stimmen angenommen. amten, die sich durchaus im Rahmen des Normalen gehalten haben, Außer der preußischen Staatsregierung ftimanten Sachfen, die ist überhaupt noch feine Personenveränderung bei der staatlichen Hansestädte und fämiliche preußischen Provinzialvertreter für den Bolizei vorgenommen worden. Die Anstellung und Einstellung Antrag. Oldenburg ließ eine sehr scharfe Erklärung gegen Preußen städtischer Polizeibeamter ist nach der Thüringer abgeben. Mecklenburg- Schwerin drohte sogar mit einer Klage vor dem Staatsgerichtshof. Gemeindeordnung Selbstverwaltungsangelegenheit Im weiteren Verlauf der Sizung nahm der Reichsrat noch Kenntnis von den vom Reichstag beschlossenen Gesezen über Ministerpensionen und zum Schuße der Republit, ohne dagegen Einfpruch zu erheben. Ein Antrag Thüringens auf Ein. spruch gegen das Republitschußgefet fand nur vier Stimmen Unterstützung. Herr Everling haßt. Aber schweigend! Herr Friedrich Everling, M. d. R., deutschnational Schreckenskind der deutschnationalen Reichstagsfraktion, läßt sich folgendermaßen über das Republitschutzgesetz vernehmen: der Städte." Die Regierungserklärung soll im Landtage am 27. März besprochen werden. Die sozialdemokratische Frattion forderie von dem Minister Frid, der bekanntlich die Umorganisation der thüringischen Polizei im nationalfozialistischen Sinne in öffentlichen Versammlungen angefündigt hatte, Auskunft über seine Absichten und außerdem Besprechung der Regierungserflärung in einer der nächsten Landtagssigungen. Die Regierung des Herrn Frid, Klage über Beunruhi ,, Was soll das nationale Deutschland tun? Weitgehende Auf- gung der thüringischen Bevölkerung führend es ist ein flärung und nachhaltiger Protest wurde uns dadurch abgeschnitten, rührendes Bild! Von der tiefen Unruhe, die die Taten und daß man im Schatten des Young- Planes das Gesez durchpeitschte. Absichten des Herrn Frid in der Bevölkerung hervorgeDie Auftlärung muß nachgeholt werden. Die Berrufen haben, braucht sie nichts zu wissen, obwohl erst am Tage urteilungsfälle müssen gesammelt werden, damit man die Auswirkungen nachprüfen und der Deffentlichkeit nachweisen fann.( Die geeignete Stelle dafür ist die" Boltsbeschwerdestelle, Berlin NW 7, Friedrich- Ebert- Straße 29".) Die Namen der Märtyrer müssen veröffentlicht werden, und das nationale Deutschland darf sie nicht im Stich laffen, wenn sie um der Gerechtigkeit willen leiden. Denen, die sich heute noch über Bolitit unterhalten, sei zunächst geraten: Leise spre chen, damit es der Spizel am Nachbartisch nicht hört. Niemals bas Wort Republt" gebrauchen und beim Anhauen der in Beimar gewechselten Farben nichts äußern, sondern schweigen. Ueberhaupt schweigen und hassent" zuvor es deutlich aus einer Erklärung der Leiter der Weimarer höheren Schulen zu lesen war mit deutlichem Hin weis auf Herrn Frid. Veröffentlichung der Namen der Märtyrer einverstanden unter einer Bedingung: daß die Märtyrertat mit aufgeführt wird. Also etwa: Märtyrer Stabler die Republit einen Kuhfladen genannt. Das wird eine feine Liste merden! Das thüringische Staatsministerium hat sich sehr rasch auf die Pflichten der Höflichkeit besonnen. Herr Frid hat feinerzeit erklärt, der Reichsinnenminister fönne lange auf sich festzustellen, daß ein Beschluß, nicht zu antworten, nicht Antwort warten das Staatsministerium beeilt vorliege und gibt die fachliche Antwort. Aber es geht nicht um höflichkeit, es geht darum, daß ein Hochverräter nicht Polizeiminister in einem deut schen Lande sein kann, und daß also Herr Frid zu verschwinden hat. Herr Fric hat sich öffentlich und laut vor seinen Parteigenoffen gerühmt, daß er aus de: Polizei ein nationalsozialistisches Instru ment zu machen gedente jeßt duldet er, daß seine ReDer Strellher Naturschutzpart. Der Mecklenburg- Streligschefchehen, daß sie vom Reich Beweise verlangt als ob Herr gierung zu feiner Entschuldigung angibt, es sei nichts ge= Landtag nahm am Donnerstag einen Antrag an, gemäß bem ber Frid nicht Beweises genug sei! demokratische Abgeordnete Gundlach als dritter parlamentarischer Staatsrat dem Minifterium beigeordnet werden soll. Seine Aufwandsentschädigung soll aus den bereits in den Haushalt eingestellten $ 600 Mart für zwei Staatsräte herausgenommen und die Summe entsprechend verteilt werden. Die Regierungserklärung nimmt Bezug auf die Unterredung Janson Machts. Alles, was sie zu sagen hat, ist, daß fein Beamter der Landespolizei neu eingestellt worden sei, und daß die Einstellung städtischer Beamter eine mit dem Reich sucht, sondern eine Regierung, die einen So spricht nicht eine Regierung, die Verständigung fönenden Abgang will. Dr. Janson vor dem Stadtrat. Sofortige Beurlaubung mit 18 gegen 17 Stimmen abgelehnt Eisenach, 20. März.( Eigenbericht.) Die Enthüllungen über den Eisenacher Oberbürgermeister Dr. Janson haben in Eisenach große Empörung hervorgerufen. Herr Janson hat schon öfter Proben seines zweifelhaften Berhaltens gegenüber der Republit abgelegt. Am Donnerstag fand eine Stadtratsfizung statt. Dr. Janson erging sich dabei m den gröbsten Ausfällen gegen den Polizeioberleutnant M. und stellte dessen Behauptungen als unmahr hin. Er sprach von M. als Futtertrippenjäger" und stritt den Inhalt des mit ihm gepflogenen Gespräches im Hotel Erzelfior" ab. Im übrigen glaubte Dr. Janson es dabei bewenden laffen zu fönnen, daß er erklärte, es fei Strafantrag gegen den Vorwärts" und die Etsenacher Bolkszeitung" geftellt. " Die sozialdemokratische Stadtratsfraktion stellte den Antrag: „ Die Beschuldigungen gegen den Oberbürgermeister erfordern baldigst gerichtliche Klärung. Bis dahin ist Dienstbeurlaubung notwendig." Der Sprecher der Fraktion führte den Beweis, daß die Aus. führungen des Oberbürgermeisters die erhobenen Beschuldigungen nicht entfräften. Die Demotraten gaben eine fadenscheinige Erklärung ab, worin sie gutes Zusammenarbeiten zwischen Oberbürgermeister und Stadtrat wünschen. Den Beweis für ein putschistisches Treiben des Oberbürgermeisters sehen sie aber nicht als erbracht an. Die Kommunist en ließen erklären, daß sie stimmen würden. den SPD.- Antrag als Mißtrauensvotum betrachten und dafür Mit 18 bürgerlichen Stimmen einschließlich der fünf Demo, fraten wurde der sozialdemokratische Antrag gegen 17 Stimmen der SPD. und KPD. abgelehnt. Bolfspartei im Reich gegen Frick Mahnung an die Volkspartei in Thüringen: Die Rölnische Beitung" schreibt mit deutlicher fo tann doch fein 3weifel darüber bestehen, Mag dieser formale Einwand auch einige Berechtigung haben, daß das Vorgehen Severings durchaus gerechtfertigt ist Bon dem Tage an, als Dr. Frid als Vertreter der Nationalfozialistischen Arbeiterpartei in die thüringische Regierung eintrat, hat er nicht nur die thüringischen Koalitionsparteien, sondern auch das Reich bemußt brüstiert. Sein wiederholtes eigenmächtiges Borgehen vor wenigen Tagen noch gab er ohne Zustimmung feiner Regierung während der Beratung des Neuen Plans im Reichstag eine in schärfster Tonart gehaltene Erklärung als thürin gischer Reichsratsbevollmächtiter ab ließ einen offenen Streit, wie er jetzt eingetreten ist, längst erwarten Es hat auch in früheren Jahren in den Beziehungen zwischen Reich und Ländern Schwierig feiten ergeben. Aber alle diese Zwischenfälle wurden schließlich in einer erträglichen Form beigelegt, ehe die Gegensäge unüberwindlich geworden waren. Bei Frick darf man auf irgendwelches Entgegentommen weder in der Form noch in der Sache rechnen. Eine Lösung des Streits wäre sehr schnell herbeizuführen, wenn die Ministerkollegen von Dr, Frid und die Parteien des Thuringshen Landtags das Verhalten des thüringischen Ministers des Innern eindeutig ablehnten, selbst um den Preis einer Regierungskrise, 80.0 die vielleicht nicht anders als durch Neuwahlen gelöst werden könnte. Wieviel Zivilcourage man in Weimar aufbringt, wird sich bereits in den nächsten Tagen erweisen. Darüber hinaus erscheint es bedauerlich, daß für das Reich, in diesem Fall für den Reichs minister des Innern, teine Möglichkeit gegeben ist, die Regierung eines Landes oder einen einzelnen Landesminister mit dem Hinweis auf bestimmte Disziplinarmaßnahmen wirksam daran zu erinnern, daß er nicht willkürlich gemäß eindeutigen Wünschen seiner Partei in einem deutschen Land schalten und walten tann." Bisher ist die Bolkspartei in Thüringen noch nicht zur Einsicht gelangt ihre Stellung wird dadurch nur noch unmöglicher! Städtetag für Einförpersystem. Der Entwurf einer neuen Reichsstädteordnung. Der Vorstand des Deutschen Städtetages übergibt der Deffent. lichkeit jetzt seinen Entwurf einer Reichsstädteordnung, in dem die großen Leitgedanken für die Neugestaltung des tommunalen Verfassungsrechts festgelegt sind. Der Deutsche Städtetag fordert das Eintörpersystem, das die preußische Staatsregierung bekanntlich auch in dem Verfassungsentwurf für Berlin vorgesehen hat, und auf dem der Entwurf des Selbst. verwaltungsgefeßes für die preußischen Gemeinden gleichfalls fußen wird. ido/ nomal 08.0 20 24.0 030 00.0 C 0 Ertappt! ร W FRIC e DRITTE DAS REICH GREG 28.0 STRASSER Severing Die fällige ,, Verschwörung". 01.7 Wenn Stalin Pleite macht, muß der Henker Ueberstunden schieben. Moskau, 20. März. Sowjetmeldung das Geständnis, daß bedeutende Die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet: Jn der Posten im Aderbautommiffariat und ande= Ukraine wurde eine fonferrevolutionäre Organi- ren Institutionen" von ehemaligen Großfation aufgededt, die eine breitangelegte Schädlingstätig- grundbesigern und früheren Angehörigen fonterrevolutionärer Personen" befleidet teit in der Landwirtschaft betrieb. Die Leiter der Or- werden. Für einen„ proletarischen". Staat, in dem die ,, Dilganisation, die bedeutende posten im Aderbaufom- tatur der Arbeiter und Bauern" ausgeübt wird, ist das allermiffariat und anderen Inftitutionen bekleideten, fuchten durch hand. fyftematische Entstellung wichtigster politischer Regierungsdirektiven die Landwirtschaft in tapitalistische Bahnen zu lenken, das Kulakentum zu verstärken und wichtigile sozialistische(?) Maßnahmen der Sowjetunion auf dem Dorfe lahmzulegen. Die Angeklagten sind meist ehemalige Großgrundbesißer und frühere Angehörige fonterrevolutionärer Armeen. Der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. Mulert, meinte in einer Pressebesprechung, die alte Form der Gemeindeverwaltung müsse als überlebt angesehen werden. Die einzelnen Typen der deutschen Gemeindeverfassungen hätten sich in den einzelnen Ländern theoretisch zwar nach verschiedenen Richtungen hin entwickelt. In der Bragis aber seien die Unterschiede weniger bedeutsam in Erscheinung getreten. Als die Grundlage des Entwurfs bezeichnete Dr. Mulert die Unterbauung der Selbstverwaltung durch die volle Gelbstverantwor: tung, die allein durch das Eintörpersystem gewährleistet sei. Unter dem Einfluß der politischen Entwicklung habe sich herausgestellt, daß die Magistratsverfassung sehr leicht der Wenn diese Meldung nicht bedeuten würde, daß wieder Bildung eines einheitlichen und starten Berantwortungs- einmal etliche Menschenleben in nächster Zeit nach einer bewußtseins hinderlich werden kann. Das vom Städtetag vor Justizkomödie vor dem Revolutionstribunal an die Wand geschlagene System wolle fünftig auch das Schwergewicht der Bergestellt werden sollen, so wäre sie zum Lachen. Diese neue waltung in die einzige Körperschaft, die Stadtvertretung Verschwörung" war längst fällig, ihre Aufdeckung" wurde Tegen. Selbstverwaltung jei nicht möglich ohne bolle Gelbft hier zugleich mit den Meldungen über den Bankrott der perantwortung. Es müsse in Zufunft verhindert werden, daß ein Stalinfchen 3wangsfollettivisierung vorausgesagt. Drgan der Stadt fich bei seiner Beschlußfassung auf die Ablehnung eines anderen Organs verlassen fönne. Die Zahl der Stadt berordneten soll fünftig bei einer Stabt bis zu einer Million Ein wohnern die Zahl von 60 nicht übersteigen.. Tatträftige Persönlichkeiten müßten als Leiter der Stadt verwaltung ausgewählt werden. Führertum und Demo tratie felen teine Gegenfäße. Zum Schluß wandie fich der Redner energisch gegen die Ber schärfung der Staats. aufficht, wie sie auch durch das Sondergefeß für Berlin geplant ift. Eine überspannte Staatsaufsicht würde die Berantwortung auf staatliche oder andere Organe abschieben. Zu jedem Gefeß gehöre vor allem Vertrauen! Die fächsische Regierungsfrage. Dienstag Verfuch der Ministerpräsidentenwahl. Dresden, 20. März.( Eigenbericht.) Der Aelteftenausschuß des Sächsischen Landtages beschloß am Donnerstag, die Ministerpräsidentenwahl auf die Lages ordnung vom Dienstag zu setzen. Vorher soll ein fommunistischer Auflösungsantrag beraten werden. Er dürfte abgelehnt oder einem Ausschuß überwiesen werden. Da vorläufig eine Mehrheit für einen Minister. präsidententandidaten noch nicht gefunden ist, wird die für Dienstag in Aussicht genommene Wahlergebnislos verlaufen. Die Folgen von Hartmannsdorf. Das Urteil gegen die Kommuniffen. Chemnitz, 20. März. Der Stalin- Kurs hat Pleite gemacht. In lekter Stunde mußte der russische Diktator Hals über Stopf den Rückzug an treten und die Einstellung der von ihm angeordneten, mit barbarischer Grausamkeit durchgeführten Massenenteignung der Bauernschaft anordnen. Die bisher nur in den Städten latente Lebensmittelnot droht, sich in eine fatastrophale Hungers not zu verwandeln, die nicht nur das Industrieproletariat, sondern auch die ländliche Bevölkerung zur Berzweiflung treibt. Hier heißt es also nach dem berühmten Rezept des Schachty Brozesses, Sündenböcke den Massen zum Fraß zuwerfen. Um die hungernden Arbeiter und Bauern von der Schuld Stalins abzulenten, müssen wieder einmal ,, Spezialisten" als Saboteure hingestellt und erschossen mer den. Man spekuliert darauf, daß es schon genug Dummföpfe unter den Lesern der Moskauer Pramda" und der Berliner Roten Fahne" geben wird, die diese Manöver als ge wöhnlichen Mord nicht durchschauen: haben doch erst Dor wenigen Tagen die kommunistischen Reichstagsabgeord neten das ekelhafte Schauspiel geboten, daß sie die Erwäh= nung der unzähligen sowjetrussischen Paragraphen, die auf Todesstrafe lauten, mit Händeklatschen bejubelten. Mit Interesse vernimmt man aus dieser offiziellen Urteil im Dielingen Prozeß. 2 Jahre Gefängnis. Osnabrüd, 21. März. Kurz nach Mitternacht verkündete das Gericht das Uriell: Das " Jedes weitere Wort des Abscheus gegen den angefündigten Justizmord erübrigt sich: seine Begründung durch die offizielle Agentur ist so naiv oder so zynisch, daß weitere Kommentare überflüssig sind. Nur gegen den Ausdruck fozialistische Maßnahmen" muß hier im Namen des von Moskau geschändeten Sozialismus ausdrücklich protestiert werden. Mit Sozialismus hat die USSR. und ihre Politik ungefähr so viel gemein wie der Geist des Herrn Frid mit dem Geist non Weimar. 84.0 83.00 N Gerüchte um Stalin. Mostau, 20. März Die amtlichen Stellen der Sowjetunion erklären, daß die Gerüchte über einen Rüdtritt Statins vom Poffen des Generalsekretärs det kommunistischen Partei der Sowjetunion nicht den Tatsachen entsprächen. Ein Rüdtritt Stalins fänne nur mit dem Einverständnis des Parteiltages erfolgen, der am 15. Mai in Moskau stattfinde. Auch die Nachricht, daß Stalin gezwungen fel, fein Amt niederzulegen, ist nach den amtlichen ruffifchen Stellen eine böswillige Erfindung. * Wir haben die aus Riga stammenden Meldungen über einen durch die Aktion einer jungtommunistischen Gruppe" erzwungenen Rücktritt Stalins überhaupt nicht registriert, weil sie recht unwahrscheinlich anmuteten. Wenn aber überhaupt etwas geeignet ist, den Berdacht zu er weden, daß mit Stalin etwas los ist, so ist das dieses amtliche Mostauer Dementi. Die Sprache dieses Dementis ist auffallend gemäßigt und vorsichtig im Vergleich zu sonstigen Mostauer Ableugnungen. Und vor allem: was soll überhaupt die Erwähnung des fommunistischen Parteitages, der allein über einen Rücktritt Stalins entscheiden tönne, bedeuten? Liegt endlich nicht das Schwergewicht des legten Gages etwa auf dem Wort gezwungen"? Aus alledem wäre eher zu schließen, daß in Moskau die Frage eines mehr oder minder freiwilligen Rücktritts Stalins überhaupt diskutiert wird, was freilich nach dem panifartigen Rückzug von dem bisherigen Stalin- Kurs tein Wunder wäre. Die Einzelbesprechungen dauern inzwischen fort, Mace donald macht nach wie vor fast unmenschliche Anstrengungen, um die Konferenz vor einem völligen Zusammenbruch zu retten. Konservativer Borstoß zurückgeschlagen. Das gemeinsame Schöffengericht fällte heute wegen der Hart. Urteil des Schwurgerichts Osnabrüd vom 14. mai 1926 wird auf- regierung wurde ein konservativer Antrag zur Bergbaupor mannsdorfer Unruhen vom 15. Januar d. 3. folgendes Urteil. Es erhalten: die Angeklagten Frau Knoth ein Jahr drei Monate Gefängnis wegen Landfriedensbruchs, Aufruhr, fort gefeßter Beleidigung und Rädelsführerschaft, Naumann neun Monate Gefängnis, Buschbed sechs Monate Ge fängnis, Werner Wagner drei Monate Gefängnis, alle wegen Landfriedensbruches mit Aufruhr; Helbig drei Bochen Gefängnis und Klemm 50 Mart Geldstrafe, beide megen Beleidigung. Bewährungsfrist wird in allen Fällen abge. lehnt; dagegen erhält Werner Wagner eine dreijährige Probe. zeit zugebilligt. Frau Knoth wurde auf Antrag der Verteidigung aus der Haft entlassen; ihr wurde die Untersuchungshaft vom 27. Januar d. I. bis heute angerechnet. Bei den anderen Ange Magten tommt Anrechnung der Untersuchungshaft nicht in Frage. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Dr. Reichert, schwere industrieller Syndikus, bestreitet, daß er Bropaganda für eine Entnationalisierung der preußischen Saartohlengruben gemady: -hätte. Er verweist auf eine vertrauliche Rede, die er über diese Frage im Reichstagsausschuß gehalten habe. Will Dr. Reichert etwa auch in Abrede stellen, daß er für die Entstaatlichung dieser fistalischen Gruben eingetreten fet, z. B. auf einer Besprechung von Industriellen im Saargebiet? Und wird jemand bestreiten wollen, daß diese Entstaatlichungsbestrebungen Wasser auf die Mühlen der Franzosen sind, die auf die deutsche Regierungsforderung der Rüdgabe an den preußischen Staat mit der Gegenforderung einer Beteiligung des französischen Privatfapitals antworten? gehoben. Der Angeklagte wird wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnet, der Rest wird durch die bisherige Haft als verbüßt erachtet. Die Kosten des Berfahrens trägt der Angeklagte, drei Viertel der Kosten des Wiederaufnahmeverfahrens werden der Staatstaffe auferlegt, der fastbefehl wird aufgehoben. Briand hat London verlassen. Keine Annäherung. Cendon, 20. März.( Eigenbericht.) Briand ist am Donnerstag nach Paris zurüdgetehrt. Ueber die Hintergründe der Reise sind die verschiedenartigsten Auf faffungen in Umlauf. Es erhält sich u. a. hartnäckig das Gerücht, daß Briand einen neuen, ihm von Macdonald unter. breiteten politischen Vorschlag mitgenommen hat, der zu einer Ueberbrückung der italienisch- franzöfifchen Schwierigkeiten führen soll. Alle Hoffnungen, die sich an diese Information gefnüpft hatten, sind jedoch wieder verflogen, nachdem der Beschluß des Großen Faschistisen Rates befannt wurde, in dem das Prinzip der italienischen Parität mit Frankreich neuerdings in aller Form verfündet worden ist. | Nach Stellung der Bertrouensftage durch die Arbeiter. lage mit 274 gegen 229 Stimmen abgelehnt. Lloyd George begründete die Stimmenthaltung der Liberalen mit der kritischen Lage der Flottenkonferenz, die eine britische Regierungsfrise nicht gestatte. Dieses Abschwenken der Liberalen wurde Dom fonfervativen Hauptrebner, dem bisherigen Handelsminister Cunliffe Lister scharf angegriffen. Pilsudskis Glorie abgetan. Warschau, 20. März. Der Namenstag des Marschalls Pilsudski wurde gestern hier mit dem Aufgebot aller behördlichen Mittel wie ein Nationalfeiertag begangen. Beflaggte Häuser, beleuchtete Fenster, Gala- Oper, in den Straßen umherziehende Militärtapellen geben dem Stadtbild das Gepräge. Der pilsudsfitreue Rote Kurier" fündigte für den Abend Maffenzüge der Bevölkerung nach dem Belvedere an. Es werde dies, so schrieb das Blatt, eine bisher noch nie gesehene Kundgebung der Gefühle sein, die die polnischen Herzen für den Führer der Nation, den ersten Marschall Bolens, hegen. Wie der sozialistische Robotnit" mitteilt, hat aber diese Kundgebung nur das imponierende Fiasto des Sanie. rung- Regimes" aufgedeckt, da sich an diesem Zuge nicht mehr als 800 Leute beteiligten. Das Blatt nennt es einen Standal, daß die Bolizei gegen diese Demonstration nicht eingeschritten sei, obwohl man aus dem Bug unaufhörlich Rufe gehört hätte wie: Jagtben Sejm auseinander!" und„ Es lebe die Diftatur!" WERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisches Kalbskammtund 0.76 Kalbsbrust Pfund 0.76 Kalbsnierenbrat. 0.84 Kalbskeule bis 9Pid.0.98 Rinderkamm Ptd. 0.86 Rinderbrust Pfund 0.86 Querrippe 0.85 Gulasch 0.95 Schmorfleisch Knochen 1.10 Knochen 1.30 mt. Knoch. Roastbeef rlund 1.10 Gehacktes.Pfund 0.85 Oilne Fleisch Liesen.... Pfund 0.75 Schweinerücken latt, mit Beilage 1.08 Schweineschink. u. Kamm, mit Bellage 1.18 Hammel- Vorderfl. 1.04 Kaßler mild gesalzen 1.22 Pa. Nierentalg ausgelassen, Pfund 0.50 Prima Gefrierfleisch Suppenfleisch Pid.U.80 Rinderkamm a. Drust, Plund 0.85 Fische u. Räucherwaren SeelachSohne Kopf ganze Fische, 10. von 0.18 an Schellfisch und 0.28 an Rotbars ohne Kopf 0.28 Kabeljaufiletvon 0.30 an Bratschollen 0.28an 3 Piund von 1rische, Aländer Pfund v. 0.35 an Spiegelkarpfen lebende, Ptund von 1.15 an Limburger Bücklinge Pid.v. 0.24 an Sprotten Ptd. v. 0.30 an Flundern Pid. v. 0.30 an Schellfisch Pland 0.35 Seelachs in Stücken, Pfund 0.45 Fleckheringe Pid. 0,45 Seeaal ab ezog, Pld. 0.60 10. VOB Aale 2.50 an Band 0.35 Käse u. Fett volit. Pid..88, halb, 0.52 Emmenthaler one Rinde Sch. 6 Port. ohne Steinbuscher volt. 0.92 Holländer vollf, td. 1.05 Schweizer 1.28 an Dayt 0.74 Tilsiter Art Rinde 0.72 Edamer volu. Pfd. 1.05, halb, 0.74 Tilsiter vollfett, v. 0,88 an Münster Art volli Pid 0.95 Pid. Margarine tund 0.50 Kokosfett 1- Pfd.- Taf. 0.50 Molkerei- Butter 1.52 Tafelbutter 1.60 1.68 Dän Butter ia Qualität 1.88 Ko onlalwaren Viktoria- Erbsen Pfund.22 0:16 Gelbe Erbsen 0.44 0.30 Bruch- Reis Pfund 0.18 Tafelreis Pund 0.32 0.22 Weizengrieẞ 27 0.24 bosnische, Pflaumen ohne Stein 0.45 Gem.Backobsto.500.48 Ringäpiel und 0.78 amerikan. kalif. Aprikosen d. 1.15 0.78 Fid. LIS kalifornischs Birnen Plund LIS 0.78 Geflügel, Wild Pfa Suppenhühner irisci geschlacht, Pid. 1.10 an Masthühner 1.15 an Enten und von 1.25 an gestr. n. ausHasen geworf. Pid. 0,85 an Dose Konserven, Kohlrabi mit Grün- 0.58 Spinat....... 0,50 Br. u. Schnittb. 1 0.80 Junge Karotten 0.65 Jg. Erbsen 0.35 0.62 Jg. Erbsen sehr tein 1.45 Kaiserschoten.. 1.65 Leipziger Allerlei 0.88 Gem. Gemüse mittel- 1.10 sein Rosenkohl..... 0.95 Bruchspargele 2.00 St.- Spargelso- to Stg.2.50 Haricots vertstra 2.10 fein Sellerie, Dose 0.60 1.05 Apfelmus.... 0.56 Pflaumen..... 0.60 Mirabellen 0.57 0.98 Aprikosen...... 1.05 Süße Kirschen 1.40 Gem. Früchte... 1.40 Stela Konfitüre, Elmer Prlaumen 0.92 Orangen...... 1.10 Aprikosen..... 1.15 Kirschen .1.30 Pund Erdbeeren..... 140 Konfitüren Karlsbad. Gebäck Mischung 1.80 Kokosmakronen 0.95 Sherry- Kirschen 1.60 Waffel- Mischung 1.40 Mild- Kreme- Waffeln 1.10 Fruchtwaffeln 0.95 Moritzplatz Obst u. Musapfel 2 Plund 0.35 EBäpfel... Pfund 0.25 Kalif. Aepfel Pfund 0.45 Zitronen große, Diz. 0.45 Apfelsinen Blutapfelsinen Dutzend 0.60 0.50 Dutzend 0.70 0.60 Jaffa- Orangen 5 Stück von 0.55 am Billige Lebensmittel Gemüse Bananen 3 Pfund 0.95 Weißkohl dan, Pid. 0.05 Möhren gewaschen 0.05 Rotu.Wirsingkohl 0.12 Schwarzwurzeln 0.22 Salat.... 2 Kop! 0.25 Kopt Blumenkohl von 0.25 an Rhabarber Wurstwaren Blut- u. Leberw. ballesche, Pfund 0.72 Dampt- u. Sülzw. 0.95 Hausm. Leberw. 1.20 Fleischwurst fund 1.20 Würstchen Wiener 1.25 Jagdwurst. Pfund 1.40 Mettwurst Br. Art 1.40 Bierwurst. Plund 1.50 Polnische Plund 1.50 Filetwurst. Pfund 1.70 Bund ca. 2 Pid. 0.35 Landmettw. pomm. 1.70 Leberwurst feine 1.75 Teewurst.. Pfund 1.75 Zervelata Salami holstein sche, Plund 1.75 Speckett 1.15 mager 1.50 Schinkenspecked.1.85 Kongste Rosenthaler Str. Moritzel: Speckwurst Pland 0.95 Berl. Mettw. Plund 1.20 Hildesheimer Pfd. 1.40 Wein vom FaB ware, Ltr. Renetten- Apfelwein mild, süddeutscher... Lies 0.53 Johannisbeerwein leine süße Qualität..Liter 0,80 Span. Rotwein and rot. Tarragona Original 1.10 1928 Maikammerer guter Pla.zwein.... Liter 1.10 Malaga Dunkel fettsto .Liter 1.30 Deutscher Weinbrand Kronen"..... Liter 4.60 Preise für, Flasche, ohne Glas 1928 Wöllsteiner Rheinhesse 0.78 1928 Gleiszeller Kirchberg sehr süffig... 0.90 1928 Nitteler Tischmosel 1.10 1928 Mandeler Rosengarten blum. Naheweis 1.20 3 preiswerte Naturgewächses 1922 Chât. La Gro'et Wachst. Lacroix, Pordeaux 1.30 1928 Maikammerer Schlangengässel Wachtum Erath, Palzwein 1.50 1928 Ockfener Gelsberg Orl- Ant. Korkbrand 1,75 Friedr.- Wilh.- Gyminas. Rinderzungen 120 frische. Plund Kalbsschnitzel 210 Plund Gänse gate Qualität, 75Ph gefroren, Pfund von an Wolgahühner 105 Tauben Pfund von frisch geschlachtet, Stück von 80 Pf. an 10 frische Eier 68Pf. von ohne an Kabe'jau Kopt, 18 Pt. ganze Fische, Pfund von an Sülze( Schweinefl.) 65 Pl. Plund Camembert 22 Pf. 6 Portionen 0.55 Schachtel Gebrannt. Kaffee 2M eigene Rösterel, Pfund von Brech- u. SchnittBohnen Dose an 58 Pt. Geschäftsbericht der Dresdner Bank für 1929 Die Folgen der verfehlten Wirtschafts- und Steuerpolitik baben sich im Laufe des Jahres 1929 in immer s'eigendem Umfange bemerkbar gemacht und zu einer schweren Krisis geführt. Die Tatsache, daß in den Vereinigten Staaten und in England sich ebenfalls krisenhafte Vorgänge abgespielt haben, darf den Blick nicht dafür trüben, daß die Verhältnisse in Deutschland im wesentlichen durch die genannten Faktoren bedingt sind. Der Gang der Ereignisse hat bewiesen, daß die Depression des Jahres 1929 nicht als Folge einer Konjunkturverschlechterung, d. b als Krise im gewöhnlichen Sinne anzusehen ist, deren natürliche Aufgabe darin bestanden hätte, durch eine Reinigung des Wirtschaftskörpers zu der Wiederherstellung normaler Funktionen zwischen den einzelnen Gliedern beizutragen, sondern daß es sich mehr um die plötzliche Ausbreitung eines bisher mehr oder weniger latenten wirtschaftlichen Krankheitsherdes handelt, gegen den sich der Wirtschaftskörper zur Wehr seizen mußte. Verführt durch das über Erwarten reiche Steueraufkommen, das auf Grund übergroßer Steuern auf Einkommen. Vermögen und Gewerbe in den ersten Jahren nach Nenordnung unserer Währung erzielt wurde, waren die für unsere Finanzpolitik verantwortlichen Instanzen trotz aller Warnungen zu immer größeren Ausgaben geschritten, schließlich sogar unter Verzicht auf gleichzeitige etatsmäßige Deckung, ohne sich darüber Rechenschaft zu geben, daß die aus der Wirtschaft gezogenen ungeheuren Summen zu einem Teil nicht aus regulären Gewinnen fließen konnten, sondern der Substanz entnommen werden mußten. Nach dem Versiegen ausländischer Kapitalzuflüsse in Form langfristiger Anleihen trat der durch solche Finanz- und Steuerpolitik geschaffene blutleere Zustand der Wirtschaft immer klarer zu Tage. Es ist hierbei die Erfahrung bestätigt worden, daß der Anreiz für das Ausland, Kapital nach einem fremden Lande zu legen, nicht allein in einem hohen Zinsiuß bes eht, sondern auch in der allgemeinen Rentabilität der Wirtschaft, die zugleich dem Gläubiger die beste Gewähr für die Sicherheit der von ihm investierten Gelder bietet. Wenn die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr ohne nennenswerte Kapitalzufuhr mit den eigenen knappen Mitteln auszukommen verstand, so ist dies auf den durch schlechten Geschäftsgang verringerien Kapitalbedarf sowie darauf zurückzuführen, daß die Kalamitäten der öffentlichen Finanzgebarnng die Zinssätze unnatürlich hoch hielten und hierdurch die Unternehmungslust, die ohnedies durch die lang andauernden Verhandlungen über den Young- Plan und innerpolitische Auseinandersetzungen stark gedrückt war, noch mehr lähmten. Eine gewisse Hilfe für die Wirtschaft war die gesteigerte Ausfuhr, die sich sogar über die Ziffern der besten Jahre hinaus gehoben hat. Man wird darin jedoch noch keinen befriedigenden Erfolg unserer bisherigen handelspolitischen Bemühungen erblicken können, sondern eher der Meinung Ausdruck geben dürfen, daß noch viel geschehen muß, damit sie unter natürlicheren Bedingungen nicht nur unter dem Druck der Kapitalnot ihren Umfang behaupten und ausdehnen kann. Sicherlich könnte eine starke Landwirtschaft unserer Auslandsverschuldung einen Damm entgegensetzen, ebenso wie sie in der Lage wäre, dem Binnenmarkt eine Stütze zu geben. Sie leidet jedoch, wie Handel und Gewerbe unter einer Kapitalnot, die sie auferstande setzt, die jetzt endlich erkannten Möglichkeiten einer besseren Versorgung Deutschlands mit hochwertigen Agrarprodukten intensiver zu verfolgen. Und doch ist es im Hinblick auf die starke Senkung der Getreidepreise in der gesamten Welt eine unabweisliche. Notwendigkeit für die Landwirtschaft, hier zu einer Umstellung zu schreiten, die durchzusetzen jedoch nicht ohne grolle Kapitalien möglich sein wird. Diese ihr zu verschaffen, und zwar mehr durch eine vernünftige Kapitalbildung im Inland, ist ein Erfordernis, das sich gleichwertig neben die Wünsche von Handel und Gewerbe stellt. Die infolge der deutschen Finanz- und Steuerpolitik verursachte Gefährdung der Rentabilität hatte sich in den letzten Jahren notwendig in fortschreitender Rationalisierung und Konzentration der Produktion ausgewirkt, die über das durch die strukturellen Verschiebungen der Absatzbedingungen und die Entwicklung der Produktionstechnik gebotene Maß hinausging. Auch das Bankgewerbe konnte sich unter dem Druck des ständig steigenden, die Erfolge aller Rationalisierungsmaßnahmen stets von neuem verschlingenden Unkosten- Etats bekanntlich dem Gang der Ereignisse nicht entziehen. Die Entwicklung führte zu Verrschmelzungen, die unter normalen Verhältnissen wahrscheinlich unterblieben wären. Auf dem Arbeitsmarkt äußler'e sich die Konzentrationsbewegung naturgemäß in einer weiteren starken Freisetzung von Angestellen- und Arleitermassen. Solange die Wirtschaft in ihrer Gesam'heit noch in der Lage war, die frei werdenden Arbeiter an anderer Stelle wieder in den Produktionsprozeß einzufügen. war dieser Vorgang volkswirtschaftlich gesund. Daß dies nicht mehr gelingt, ist ein Zeichen dafür, daß das richtige Verhältnis zwischen Kapital und Arbeitskraft gestört ist. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit bringt eine gesteigerte Belastung durch die Arbeitslosenunterstützung, die jetzt nicht nur wieder eine Gefahr für den Etat bedeutet, sondern gerade im Hinblick auf die Kapitalnot, als das Grundübel der deutschen Wirtschaft, zu größten Bedenken Anlaß geben muß. In einer Wirtschaft mit starker Kapitalbildung und reichlichen Betriebsmitteln wird in einer Krisis eine Arbeitslosenunterstützung unter Umständen einen gewissen Ausgleich für Konjunkturschwankungen bilden, weil durch die finanzielle Alimeulierung der Arbeitslosen ein plötzlicher gänzlicher Ausfall dieser Kreise in der Nachfrage nach Verbrauchsgütern vermieden und die Absatzstockung dadurch gemildert werden kann. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Deutschland jedoch wo es in erster Linie auf die Stärkung des Produktivkapitals ankommt, wird eine Arbeitslosenversicherung, die in ihrem Ausmaß den schwierigen Verhältnissen der deutschen Wirtschaft in keiner Weise entspricht, die zur Gesundung der Wirtschaft erforderliche Stärkung des Produktivkapitals verhindern. Hierzu traten im Jahre 1929 noch weitere Erschwerungen der Lage. Nachdem die Kommunen durch die falsche Behandlung des städtischen Grundbesitzes die private Bautätigkeit zum Erliegen gebracht haben, um sie selbst in die Hand zu nehmen, mußten sie nunmehr zu einer erheblichen Einschränkung dieser Arbeiten schreiten. weil ihnen infolge ihrer unzulänglichen Finanzgebarung die Mittel fehlen. Ehensowenig waren so große Unternehmungen wie die Reichsbahn in der Lage, die Privatındustrie durch Erteilung von Aufträgen genügend zu unterstützen, nachdem infolge weiterer Erhöhung der Gehalts- und Lohnaufwendungen ihr die Mittel hierzu genommen waren. Alle diese nur kurz angedeuteten Faktoren hatten weit über das offizielle Erwarten gestiegene Arbeitslosenziffern, weitere Verschuldung des Reiches und Stagnieren der Wirtschaft zur Folge. Wir wollen hier lediglich betonen, ohne uns in weitere Ausführungen über diese oft erörterten Probleme zu verlieren, daß nur eine schleunige Abkehr von den bisher verfolgten falschen Wegen die Gesamtheit vor weiterem Schaden bewahren kann. Die Kapitalkraft des Volkes muß durch sparsame öffentliche Wirtschaft geschont, und es muß durch eine Umgestaltung unseres Steuersystems bewirkt werden, daß der Konsum zugunsten der Kapitalbildung stärker besteuert wird. Die notwendige Erziehung zu einfacher Lebensführung in den öffentlichen und privaten Haushalten kann nur durch ein Steuersystem geleistet werden, das diesem Grundsatz Rechnung trägt. Wenn wir die Belastung durch den Young- Plan als eine unvermeidliche Tatsache hinnehmen müssen, so haben wir doch auch die Pflicht, die Voraussetzungen für seine Durchführung, soweit dies in unserer Macht liegt, zu schaffen und hierbei diejenigen Wege zu betreten, welche seine Erfüllung ohne ein Siech'um unserer volkswirtschaftlichen Kräfte gewährleisten. Eine grundlegende Finanzreform, die Hand in Hand gehen muß mit der Reichsreform, wie sie in der großen Mehrheit des deutschen Volkes aller Parteirichtungen täglich gefordert wird, bietet die einzige Möglichkeit hierzu. Gelingt es in dieser Beziehung, endlich zum Ziel zu kommen, so werden die unserem Volke innewohnenden Energien zu neuer Entfaltung gebracht werden. Da die im Anfang des Jahres 1929 gehegte Hoffnung auf eine haldige Erledigung der auf Abänderung des Dawes Planes gerichte en Verhandlungen und eine energische Inangriffnahme der großen Finanzreform trog, trieben die Verhältnisse an den Effektenmärkten, zumal unter der Einwirkung der New- Yorker Kursstürze, einer krisenhaften Entwicklung zu, der die Berliner Börse um so weniger standhalten konnte, als das Durchhalten der Engagements infolge der Schwächung der wirtschaftlichen Lage vieler Effektenbesitzer und infolge des hohen Zinsfußles immer schwieriger wurde. Die Voraussetzungen für ein Auffangen der Bewegung mit Hilfe der Banken waren unter diesen Umständen nicht gegeben Immerhin ist eine Eindämmung mit Erfolg versucht worden. Was unser Institut betrifft. 80 wurde unter den geschilderten Umständen auf die Bearbeitung des inländischen Kreditgeschäfts und die Ausdehnung unserer ausländischen Beziehungen um so mehr Wert gelegt. Wir erwähnen hier vornehmlich die im Verein mit befreundeten Banken und Bankfirmen erfolgte Umwandlung unserer Bukarester Filiale in eine besondere Bank, die Societatea Bancara Romana. Im Inland gelang es uns, unser Gebiet durch wertvolle Beziehungen zu erweitern. Die im Zusammenwirken mit der Seehandlung erfolgte Uebernahme der Os bank für Handel und Gewerbe entsprang zunächst dem Wunsch. die östlichen Wirtschaftsgebiete vor Schaden zu bewahren, wird aber auch dazu beitragen, unsere dortige Stellung in wünschenswerter Weise zu verstärken. In diesem Zusammenhang sei aud die Eröffnung kleinerer Filialen, wie in Marburg durch Uebernahme des Bankhauses Baruch Strauß, in Homburg v. d. H. und in Nauheim durch Uebernahme der Landgräfl. Hess. concess. Landesbank, sowie in Hanau und Höchst erwähnt. 1211 Wir haben im übrigen weniger durch Erweiterung, als durch Intensi vierung unserer Betriebe und Verbesserung unserer Organisation Erfolge er strebt und zu verzeichnen. Wir glauben, gestützt auf die dauernde Ver besserung unserer Einrichtungen und die Bemühungen, unserer Kundschaft durch individuelle Behandlung gerecht zu werden, dem Wettbewerb Bankgewerbe auch in Zukunft mit Rube entgegensehen zu können. Unsere Genossenschaftsabteilung hat auch im verflossenen Jahre gut gearbeitet und sich in der Erhaltung unserer Beziehungen zu dem gewerb lichen Mittelstande mit Erfolg betätigt. Gelegentlich des Zusammenbruchs einiger Beamtenbanken fühlten wir uns nicht nur bewogen, durch Erleichte rung der Abwicklung solcher Banken dem Beamtenstande beizustehen, sondern ihm auch durch Gründung der Spar- und Kreditanstalt für Deutsche Beamte und Angestellte A.-G., die im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte e. G. m b. H, und der Reichshund- Bank A. G. erfolgte, eine zweckmäßige Kredit- und Sparorganisation zu schaffen, durch die für die Zukunft eine unbedingte Sicherheit der Einlagen gewährleistet wird. Im Jahre 1929 stieg der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuches von 225,5 Milliarden RM auf 247,8 Milliarden RM, die Zahl der Konten von 289 575 auf 338 494. Die Anzahl der in unserem Betriebe beschäftigten Beamten belief sich Ende 1929 einschließlich der von uns übernommenen Angestellten der Ostbank für Handel und Gewerbe auf 8020 gegen 8357 Fnde 1928. Tarif erhöhungen, Aufrücker vieler Beamten in höhere Gehaltsklassen und Ab findungen haben wieder eine Steigerung der Personalausgaben bedingt und auch in dem abgelaufenen Jahre die Bestrebungen auf Herabsetzung der Unkosten illusorisch gemacht. Von den uns nahestehenden Banken wird die Deutsche Orientbank fir das Geschäftsjahr 1929 wiederum eine Dividende von 5%, die Deutsch- Südamerikanische Bank eine solche von 6% verteilen. Die Entwicklung unserer Amsterdamer Kommandite Proehl& Gutmann hat weitere For.schritte zu verzeichnen. Im übrigen erklärt sich das Anwadisen unserer dauernden Beteiligungenn aus der Umwandlung unserer Bukarester Filiale in die Societatea Bancara Romana, der Uebernahme der Ostbank für Handel und Gewerbe sowie aus der Volleinzahlung auf die von uns im Jahre 1928 übernommenen neuen Anteile des Bankhauses Hardy& Co. Die in die Gewinn- und Verrlust- Rechnung, eingesetzte Einnahme aus dauernden Beteiligungen stellt die Erträgnisse des Jahres 1928 dar. Diejenigen des Jahres 1929 werden in der nächsten Jahresbilanz verrechnet, Unter vorsichtiger Bewertung aller Aktiven ergibt sich laut Gewinn- und Verlust- Rechnung ein l'eberschull von. RM 78 417 414,86 und nach Absetzung der Handlungsunkosten mit Steuern mit 4% Dividende auf RM 100 000 0000 • • RM 59 826 522,11 RM 7 174 212,45 RM 67 000 734,56 verbleibt ein Reingewinn von. dessen Verteilung wir wie folgt vorschlagen: Zuweisung zum Pensionsfonds RM 11 416 680,30 RM RM Tantieme an den Aufsichtsrat 6% Superdividende auf RM 100 000 000, Vortrag • RM 486 486, RM 6 000 000, RM Dresden, im März 1930. Walther Frisch. 300 000, 4 000 000,- RM 4 300 000.RM 7116 680,30 630 194,30 RM 7 116 680,30 Der Vorstand Herbert M. Gutmann. Georg Mosler. Paul Schmidt- Branden. Wilhelm Kleemann. Carl Hrdina. Henry Nathan. M.Schulmeisfer Berlin Herrena Knaben Kleidung Dresdener Sirt Kauft Jugendweiheanzüge bei M. Schulmeister 21.- 25.- 29.- 39.- 49.- 54.- 59.- Mark Eckhaus am Kottbusser Tor Rr.4ÄS.47.Iahrgans*14 Freiiag, 21. März 1930 Tor�ruß&ng im Tiergarten Die prächtigen alten Platanen am Neuen See im Berliner Tiergarten erscheinen noch rointer- lich kahl. Nur ihre kellfleckige Rinde nimmt lebhaftere Farben an und weist auf den nahenden Frühling hin, der ja nach dem Kalender bestimmungsgemäß heute be ginnen soll. Frühlingsanfang ist überhaupt ein Ereignis, das in Deutschland fast in jedem Jahre zweimal stattfindet: Einmal steht die kremiere" des Frühlings auf dem Kalender und kann nicht verschoben werden: denn sie ist astronomisch auf den 21. März festgelegt. Die zweite kremiere" ist von den Launen unseres Klimas abhängig und läßt sich daher leider ganz und gar nicht auf einen Tag festlegen. Nach den Forschungen der Klimatologen und der Botaniker hält der Frühling auch in den wärmsten Gebieten Deutschlands, wie im Rheintal und den Nebentälem des Rheins, an der Bergstraße und in der Freiburger Bucht, im allgemeinen nicht vor dem 2. April seinen Einzug. In diesem Jahre hat das warme V orfrühlingswetier des Märzbeginns einen verhältnismäßig frühen Frühling geschaffen. In den Orten an der Bergstraße, zwischen Darmstadt und Heidelberg, stehendieMandel- bäume bereits seit etwa acht Tagen in der ersten Blüte. Wie das Verkehrsamt der Stadt Darmstadt uns mitteilt, ist damit zu rechnen, daß die Bergstraße bis Mitte April in voller Blüte stehen wird. Die Durchschnittstemperatur der letzten Tage betrug bereits 10 bis 12 Grad Reaumur. Die erstochenen Sozialdemokraten. Gefängnisurteile gegen die drei Angeklagten. V« Landgericht I verurteilte die wegen des llebersulles auf die beiden Sozialdemokraten paege und Heinrich in der Grauustraße angeklogteu D ü w e l l und Steinte zu je vier Zahreu. und Manthey zu zweieinhalb Jahren Gefängnis, und zwar wegen Sörperverle'.ung mit Todeserfolg. In der Urteils. begründrmg führte der Vorsitzende u. a. aus. daß zwei brave Männer einem ruchlosen Ueberfall zum Opfer gefallen seien und datz alle drei Angeklagten an der Tat teilgenommen hätten, vüwell mit einem Gummiknüppel bewaffnet, die anderen beiden mit Stich- waffen. Das Urteil wird den Tatfachen gerecht, wie sie sich im Lauf« der dreitügigen Verhandlung ergaben. Es konnte keinem Zmsifel untenliegen, daß Diimell beide Opfer mit einem Gummiknüppel bearbeitet hat. während Steint« und Manthey überführt wurden. Stichwaffen in den Händen gehabt zu haben. Der Zeuge Mehlhz wollt« mit vollkommener Sicherheit gesehen haben, wie beide mit «wem blitzenden Gegenstand in der Hand auf Paeg« und Heinrich «wgesihlagen haben, als beide schon auf dem Boden lagen. Er führt««ine derartig« FW« von Einzelheiten an, daß entweder alles, was er sagt«, stimmen mußte oder von ihm in ungemein geschickter Weis« konstruiert worden war. Di« SBerteidigung war natürlich bemüht, den Zeugen als unglaubwürdig hinzustellen. Ein aus dem Gefängnis herbeigeholter, zehnmal, zum Teil auch mit Zuchthaus vorbestrafter Rückfälliger, bei dem Mehlig einst gewohnt hat. wurde von der Verteidigung für die Unzuverläfsigkeit des Hauptbelaftungsgeugen in Anspruch genommen: allerdings mit ge> ringem Erfolg. Belastend für Steint« war auch die Aussage des [ Kriminattoenmissars, der erst durch seinen Vertrauensmann auf Düwell und Steinke als die eigentlichen Täter ausmerksam gemacht l worden war. Frau Steint« verweigerte diesmal ihr« Aussage, andere Zeugen bestätigten aber, daß sie nach Düwells Derhaswng zu ihm gesagt hätte:„Schade um Düwell, mein Mann ist es doch gewesen." Steinke bestritt, im Besitz eines Messers gewesen zu sein: er habe nur einen Knüppel gehabt, den ihm Düwell ab» genommen habe. Manthey wollte überhaupt nicht beteiligt gewesen sein:«r habe abseits gestanden und sich die Sache bloß angesehen. Tatsache ist jedoch, daß Heinrich an einem B a u ch st i ch ge- starben ist und Paegc an mehreren Stichen im Rücken. Die drei medizinischen Sachverständigen waren sich über Steinkes Geisteszustand im Augenblick der Tat nicht einig. Dr. Drucker erklärt« ihn für unzurechnungsfähig: ein« frei« Willensbestimmung sei bei ihm ausgeschlossen. Ein chronischer Alka- holiter, befand er sich damals im Zustande einer akuten Alkoholi» sierung. Am Tage nach der Tat habe er z. B. seinen besten Freund nnt einem Seitengewehr bedroht und einig« Tag« vorher sei er unter dem Einfluß ganz geringer Mkoholmengen aus seine Um. gebung mit einem Hammer losgegangen. Dr. Stürmer und Dr. Leppmanu glaubten ledoch, aus sämtlichen Einzelheiten schließen zu müssen, daß Steinke mit voller Ueberlegung gehandelt hat, daß sein Bewußtsein vorn Alkohol nicht getrübt war und ex für seine Tat verantwortlich zu machen ist. Der Staatsanwalt hatte gegen Steinte und Manthey je vier Jahre Gefängnis, gegen Düwell 2 Z4 Jahre beantragt. „Meine Tlbel-Expedilion 1925/28.* Vortrag Dr. Filchners im Reichstag. Am kommenden Sonnabend, dem 22. März, 20 Uhr, hält im Plenarsaal des Reichstags der Tibetforfcher Dr. Wilhelm Fi l ch n e r im Auftrag des Reichsausschusies für sozio. Kstische Bildungsarbeit einen Vortrag über seine letzte Expedition. Karten zu diesem Vortrag sind nicht mehr zu haben. Die Affären der Frau Momm. Sie wird in der Charit� auf Ge steszustand beobachtet. Eulsprechend der Anordnung der Potsdamer Slaalsanwalifchaft ist die Frau des Regierungspräsidenk?« gestern in di- psych!«. lrlfche Abteilung der Charite Lbcrgesiih't worden,«o sie unter Oberaufsicht von Gcheimrat xonhoejser einig? Wochen hin- durch aus ihren Geisteszustand beobachtet werden soll. Di« 22iährige Hausangestellte F., Tochter eines Ober- amtsgehilsen in Potsdam, Waldeinorstr. IS, war«in Bis.teij.ihr bei der Familie Momm im Haus«. Die Behandlung durch die Frau Regierungspräsident war derart, daß das Mädchen einen schweren Nerven- und körperlichen Zusammenbruch erlitt. 24 Zimmer mußten täglich ausgeräumt werden, das Mitiageffen war ungenügend und minderwertig. Entträstet wurde die F. in das städtische Krankenhaus ausgenommen, wo sie mehre.« Wochen gelegen hat. Die Frau Regierungspräsident lieh sich van dem Mädchen ein« Quittung über Sä M. erhaltenen Lohn g:bcn, der dem Mädchen ober m Wirklichkeit niemals ausge.phlt worden ist. Die Klag« vor dem Potsdamer Gewerbegericht endete damit. daß man der Frau Momm glaubte, die ja die Quittung vorlagen konnte, und das Mädchen wurde mit ihrer Klage abgewiesen. Zu der Angelegenheit des zu Unrecht von Frau Momm des Diebstahls bezichtigten Schtächtergesellen wird folgmfces mitgeteilt: Anläßlich der Diebstähle im Dezember 1929 wurde durch«ine Mitteilung der Frau Momm der Verdacht auch auf eine Hausangestellte und ihren Verlobten, eilten Schlächter- gesellen, gelenkt. Es wurde das Alibi beider Personen poli-oi- lich nachgeprüft, was zu einer Verhaftung und mehrstündigen pali- zeilichen Vernehmung der beiden führte. Sie waren dadurch ver- dächtig geworden, daß sie zunächst falsche Angaben über ihr Alibi machten. Eine gerichtliche Vernehmung der Frau Momm hat über- Haupt nicht stattgefunden. Ein staatsanwaltliches oder gerichtliches Ermittlungsverfahren ist nicht angestellt worden. Eine Verurteilung des Schlächtergesellen, der zwei Jahr« vorher in anderer Sache wogen schweren Diebstahls vorbestraft worden war, ist in dieser Angelegenheit daher nicht erfolgt. Auch diese Mitteilung ändert nichts an der Tatsache, daß Frau Momm bewußt einen anderen des Diebstahls bc- zichtigt hat.___ Oer Endkampf im Oielingen-Prozeß. Staatsanwalt beantragt vier Jahre Zuchthaus. In dem Prozeß gegen von Dielingen wurden am Donnerstag die ärztlichen Gutachten abgegeben. Besonders werlvoll und beachtenswert'waren die gutachtlichen Asuße- ruagea de» Sanitätsrots Dr. Bonne- Adendors. des Mannes, der mit rühmenswerter Ausdauer so viel für die Wiederaufnahme des Prozesies beigetragen hat. Wie Scnütätsrat Dr. Bonne- Adendors, der den Angeklagten in Lüneburg als Gerichtsarzt drei Jahr« lang behan- d«lte und beobachtete, betont, wurde von allen Straf- anstostsbeamten darauf hingewiesen, daß von Dielingen der Täter nicht gewesen sein könne. Als Gutachter, der sich über 40 Jahre mit dem Problem der Massensuggestion beschäftigt Hab«, sage er. Dr. Bonne, bewußt, daß die Massensuggestion hier zweifellos eine Rolle gespielt habe. Zu der Frage, wie die Höge zu Tode gekommen sei, sagt der Sachverständig«, die Strangulierungsmerkmale im Nacken der Toten haben durch d-t« Druckbildung des durch Rasse verkürzten Tuches entstehen müssen. Der anatomische Befund lasse die Annahm« eines Mordes nicht zu. Medizinalrat Dr. Vrauner-Lüneburg hat den Angeklagten sechs Wochen auf seinen Geisteszustand untersucht und festgestellt, daß während dieser Zelt von Dielingen mit bewundernswerter Energie simulierte. Dieüngen sei ein etwas beschränkter Mensch, ahyr kein Dummkopf, der sich von anderen etwas vormachen lasse. Professor Dr. E t« i n b i ß- Berlin erklärt, er stimme mit dem Aiuluv 681 Um vier Uhr früh hatte er noch kein Auge zugetan und konnte immer noch nichts weiter tun, als sich herumwälzen und überlegen, wie Bertoleza am besten verschwinden und damit seine Qual ein Ende nehmen könnte. Um sieben Uhr früh wurde er jedoch schon wieder durch Lärm im jzof aus dem Schlummer geweckt. Im Steinbruch war ein Unglück geschehen. Machona wusch vor ihrer Wanne und schrie und zeterte wie gewohnlich, als zwei Arbester, gefolgt von einer Gruppe Neugieriger, eine Planke in den Hof trugen, auf welcher der zermalmte und blutende Leichnam ihres Sohnes lag. Augusto war wie gewöhnlich mst zwei anderen ungefähr gleichaltrigen Knaben zum Steinbruch spielen gegangen, hatte sich im Uebsrmut fast bis zur Spitze des Felsens hinaufgewagt und war dann herunteräsfallen. um unten auf den spitzen Steinen einen entsetzlichen Tod zu finden. Der Körper war eigentlich nur noch eine rote Masse blutenden Fleisches und gebrochener Knochen, und der ab- fcheuliche Anblick versetzte das ganze Haus in helle Auf- regung: die Frauen weinten und bekreuzigten sich, und die Kinder hockten ängstlich schweigend herum Albino, der an der Wanne neben Macho.tza wusch, wurde prompt ohnmächtia, während Nenem, die ihren Bruder sehr fern hatte, von emem Krampf in den anderen fiel. Das >ores verfluchte die Arbeiter, weil sie einen kleinen Jungen vor ihren Augen in«ine solche Gefahr hallen laufen lassen. Di« Muller schrie einmal klagend auf. fiel dann neben dem zerschmetterten Leichnam nieder, küßte ihn unaufhörlich und wimmerte wie ein kleines Kind. Schwerlich tonnte man in ihr die wild«, laute Machona wiedererkennen, die alle fürchte- ten, wenn ihr Temperament losgelassen war. Die Müller der beiden anderen Kleinen erwarteten bleich vor Wut die Rückkehr ihrer Sprößlinge, und ais die Unglück- seligen erschienen, wurden sie überfallen, nicht mit Tranen. sondern mst der gründlichsten Tracht Prügel, die man ihnen jemals versetzt hatte. „Guck dir den armen Augusto an, dummer Bengel du!* schrie eine zornige Mutter, während sie ihren Sohn am Schlafittchen hielt und ihn mit ihrem Pantoffel bearbestete. „Ihm Halle das gar nicht passieren sollen— du hättest es verdient. Er war seiner Mutter doch wenigstens was nütze und hat jeden Monat im Garten des Barons zwei Mürels verdient, aber du kannst nur herumspielen und Unruhe stiften. Da hast du eins und noch eins und noch eins!" Als er den Auflauf im Hof sah, ging Ioao Romao im Pyjama auf seine Veranda hinaus, um zu erfahren, was vorgefallen sei. Im Gegensatz zu seiner sonsllgen Gleich- gülligkeit anderer Leute Unglück gegenüber, war er durch das frühzeitige und tragische Ende des Kindes gerührt. „Armes Wurm, so jung und so lebendig— hat nie jemand etwas zuleide getan, schade, daß es nicht die all« Teufelin Bertoleza hat sein können, die doch nur lebt, um den anderen das Dasein zu verbittern." In diesem Augenblick kam die stämmige Negerin heraus, um auch zu erfahren, was los fei, und er bemerkte ganz ent- mutigt, daß sie sich trotz ihrer melancholischen Miene einer ausgezeichneten Gesundhest erfreute. Ihre kurzen dicken Beine bewegten sich munter voran, und von da aufwärts bis zu dem kompakten Wust ihres Wollhaares, in dem keine einzige weiße Strähne zu sehen war, machte sie den Eindruck einer tadellos kräftigen Konstitution. „Gott", murmelte er,„die lebt noch hundert Jahre. Aber ich schick sie trotzdem fort, dann ist mein Weg frei", ver- sicherte er sich beim Anziehen. Aber ehe er noch damit fertig war, ertönte ein bekanntes Klopfen an der Tür, und Botelhos heisere Stimme fragte: „Was. noch nicht aus den Federn?" Der Budiker bat ihn hinein und bot ihm einen Stuhl an. Sie svrachen über das traurige Ereignis des Morgens, und Ioao Romao klagte über Kopfschmerzen und fügte hinzu. er wüßte nicht, was mit ihm los fei, aber er sei erst bei Tagesanbruch eingeschlafen. „Die Hitze vermutlich", meinte der Alle und zündete sich «ine Zigarette an.„Aber ich bin hergekommen, um mit Ihnen zu reden: Sie müssen mir's nicht übelnehmen, aber—" Ioao Romao glaubte, der Schmarotzer sei gekommen, ihn um Geld zu bllten, und berellete sich schon auf die Per- teidigung vor. indem er den anderen mit der Bemerkung überfiel, sein Geschäft ginge sehr schlecht. Aber Botelho unter- brach ihn. sah auf seine Fingerspitzen und fuhr fort:»Wir wollen jetzt nicht von Geschäften reden: ich meine eine An- gelegenhest, die Sie privatim angeht und in die andere Leute sich nicht einmischen sollten, aber—" Der andere erriet mehr oder weniger, was Botelho meinte, und empfand es als eins Erleichterung, die Sache mit jemand zu besprechen. Er forderte also den Alten auf. frisch von der Leber weg zu reden. „Es Handell sich um— Sie wissen doch, daß ich Ihnen geholfen habe, die Ehe mit Zulmira anzubahnen, wie Sie es wünschten, und bei Mirandas sprechen sie über nichts anderes und sind alle sehr zufrieden damll, aber—" „Heraus damit Mann Gottes!" „Es gibt einen Punkt, der aufgeklärt werden müßte— eine belanglose Kleinigkeit, und doch—" „Herrje, Mann, warum kommen Sie denn nicht zur Sache und sagen mir, worum es sich handelt." In diesem Augenblick klopfte einer der Angestellten an die Tür und meldete, daß das Frühstück angerichtet sei. „Kommen Sie mit", fordert« der Budiker den Alten auf. „Ich werde hinüberschicken und sagen lassen, daß man nicht auf Sie warten soll." Ioao Romao führte seinen Freund ins Eßzimmer, dos noch unangenehm nach frischer Farbe roch, und in dem alle Möbel noch so peinlich neu waren, daß man den Eindruck atte, sie stünden zum Verkauf hier und der Raum sei nicht ewohnt. „Also los fetzt, endlich heraus mit dem, was Sie auf dem Herzen haben", lud Ioao Romao ein, fetzte sich ans Ende des Tisches und bot dem Gast einen Stuhl zu feiner Rechten an. „Es handelt sich darum", fing der Ggst in geheinrnis- vollem Tone an,„man erzählt sich, daß Sie mit einer Frau zusammenleben, mll einer Negerin. Ich glaube es natürlich niqt. aber ich dachte. Sie sollten erfahren, daß die Leute sich so etwa« erzählen." „Na und weiter?" „Das Gerücht kam natürlich auch zu uns. Miranda nimmt Sie in Schutz und behauptet, es könne unmöglich wahr fein— das ist doch wirklich mal ein hochherziger, edler Mann. Aber Dona Estella— mein Gott, Sie wissen doch. wie Frauen sind— rümpft die Nase und—- mit einem Wort, ich fürchte, wenn Sie nichts tun, um diesem Gerede Einhall zu gebieten, könnte sich alles zerschlagen." Gortsetzung folgt.) Gutachten Professor Dr. Straßmanns, an dem er mitgearbeitet habe, vollkommen überein. Professor Straßmann hielt gleichfalls die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, daß troß der im Geständnis geschilderten Umstände ein natürlicher Tod eingetreten sei. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, daß man mun am Abschluß einer erschütternden Tragödie stehe. Bor fast vier Jahren sei der Angeklagte von Dielingen an diesem selben Blaze vom Schwurgericht wegen Mordes verurteilt worden. Die Tat liege fünf Jahre zurück. Die Zeit habe für den Angeklagten gearbeitet. Die Möglichkeiten, wie die Hoge gestorben set, feien mannigfaltig. Selbstmord sei aber nicht anzu nehmen, ebenso fein Unglüdsfall. Es bleibe daher nur die Möglichkeit, daß die Hoge durch einen Dritten zu Tode gekommen sei. Als Begleiter der Hoge an ihrem Todestage, dem 17. November, tomme ohne Zweifel ron Dielingen in Betracht, der sich über seinen Aufenthalt an diesem Abend nicht ausweisen könne. Der Angelpunkt des ganzen Prozesses sei die Frage. inwieweit das seiner zeitige Geständnis richtig sei. Nach der Ansicht des Staatsanwalts tomme als Straftat Rörperverlegung mit Todeserfolg im Sinne des§ 226 in Frage, die mit einer Zuchthausstrafe Don vier Jahren zu fühnen sei. Kindertragödie in Adlershof. Den eigenen Bruder erschossen. Gestern abend spielte sich in der Arndtstr. 12a in Adlershof eine furchtbare Kindertragödie ab. Im zweiten Stockwerk des Hauses wohnt dort der Ingenieur Seidler. Die Eltern waren gestern abend abwesend, und die beiden Kinder, der 13jährie Heinz und der 10jährige Werner, blieben allein in der Wohnung zurüd. In der Schublade des Nachtfisches fand Heinz Seidler die Mehrladepistole feines Baters. Er nahm die Waffe heraus, und bei dem Hantieren mit der ungesicherten Waffe ging plöglich ein Schuß los. Die Kugel drang dem jüngeren Bruder so unglücklich in die Brust, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leiche wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Du sollst nicht beleidigen! Kommunistischer Redakteur muß blechen. Im Oftober erschien in der Welt am Abend" zu den bevorstehenden Kommunalwahlen eine Artikelserie, die sich mit dem Berliner Bauwesen und insbesondere mit den gemein. nügigen Bauunternehmungen beschäftigte. Als Ursache der Wohnungsnot und Neubaumisere wurde darin angegeben, daß die Regierungsparteien ihre Mitglieder in gutbezahlte Stellungen der sogenannten gemeinnützigen Gesellschaften bringen und daß diese Schmaroger" und" Strohmänner" die Ursache der Unproduktivität der Unternehmungen seien. Als Beispiel wurde der frühere Reichsfanzler Bauer angeführt, der Vorstandsmitglied in dem Bauunternehmen ,, Eintracht" war, das auch einen Zuschuß aus öffent lichen Mitteln erhielt. Bauer hatte daraufhin den verantwortlichen Redakteur der Zeitung, Hans Gahmann, wegen Beleidigung verklagt. Das Amtsgericht Berlin- Mitte verurteilte den Angeflagten wegen der Schwere der erhobenen Angriffe zu 600 M. Geldstrafe, im Nichteintreibungsfalle zu einem Monat Gefängnis. Junges Opfer fommunistischer Hetze Ein Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, bei dem auch geschossen worden war, beschäftigte das Schöffengericht Schöneberg. Am 20. Oftober, fand im Sportpalast eine Verfammlung der Nationalsozialisten statt, nach deren Beendigung die Versammlungsteilnehmer ihren Heimweg durch die Hauptstraße in Schöneberg nahmen. Als ihnen fommunistische Trupps entgegenfamen, tam es zu heftigen Zusammenstößen, in deren Verlauf auch mehrere Schüsse fielen, durch die ein Nationalsozialist verlegt wurde. Ein anderer erhielt einen Messerstich. Der angeklagte Rommunist, ein 20jähriger Bäcker H., mußte zugeben, daß er von einer Haustür aus mit einem Revolver auf die Nationalsozialisten geschossen hatte. Das Gericht hielt für erwiesen, daß H. absichtlich geschossen hatte und verurteilte ihn zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis. Der junge, noch nicht volljährige Mensch muß Schweres Verkehrsunglück in Köpenick alfo feine blutige Tat mit einer schweren Gefängnisstrafe büßen. Die ihn zu seiner Schießluft aufstachelten, fizen aber weit vom Schuß, auch von seinem! Trattor zerma mt zwei Fußgänger. In den gestrigen Spätabendffunden ereignete sich in Köpenid an der Ede der Grün- und Schloßftraße ein folgenschweres Verkehrsunglück, bei dem eine Vorträge, Vereine und Versammlungen. Person getötet wurde und eine weitere mit lebensgefährlichen Berlegungen in das Kreiskrankenhaus Köpenid übergeführt werden mußte. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" Gefchäftsfte 11 Berlin E 14 Eebaftianftr 37-38 Sof 2. t Freitag, 21. gara. Webbing( Ortsverein). 19% Uhr erweiterte Forftandsfikung bei Silmann, Pasare hird ftr. 41. Spanbau. 20 Uhr Drtsvereinsverfamminrg bei Eula. Tiefwerder, Torfstraße. Referent: Kamerad edakteur Eeling. Stealih( Ortsverein). 20 Uhr im Testaurant Ehmidt Lichterfelde, Toonftr, 39, Ede Hindenburadamm, erweiterte Vorstandssitung. Tempelhof( Ortsverein). 20 Uhr bei Sommerening Bericht über die Gaugene Talversammlung. Eine Stunde vorher Besprechung des Restausfchiffes aum Connabe b. 22. Mära. Bidding Inna im Footshaus Trael findet nicht statt. ( Ortsverein). 19% Uhr Frühlingsfest in der Hochschulbranerei, Amrumer Etraße 31. Sarten an der Kaffe erhältlich Steiniden borf- Beft. Antreten 18% Uhr im Verkehrslokal zur Teilnahme an der Werbeversammlung in Freie Scholle". Conniaa. 23. Mära. Kre's Diten. Ru der angefehten Jugendwanderung treffen fich die Junemannfchaften Mitte und Friedrichshain um 9 The Tahrbof. Criner.. Frehera- Friedman. 14% be aemeinsames Antreten 8 Uhr am Edlefifchen Pahnhof. Saupthalle. Sunamannschaft Lichtenberg um auf dem Städtischen Friedhof Plante Fälle" aur Gedächtnisfeier für die Opfer hfahrt richrieshagen und Grünau 13 Uhr, Sönenid 13:05 Uhr, Svindlers des Fanp- Putiches. Revenid( Orisverein). 14 Uhr Besichtigung des Fluohaf ns. felb 13.11 Uhr bis Bahnhof Tempelhof Eintri't 35 Pf. Wafferfortabteilune. punkt aur Fahrt nach Tiefenfee nicht 8 Uhr, fondern 8% Uhr Briezener Bahnhof. Bitenbera. Samerabfaft Porhanen. Freitag, 21, März, 20 Uhr. Gikuna bei Etöber, Sung. Ede Oberstraße. Bericht von der Gaugencrafperfammlung. Cricheinen Pflicht Ramerabaft Pummelsbura. Eikung bei Brunn, Fürr fcmidtstr. 40. Reiniderborf Oft( Sameradschaft) Die für Freitag, 21. März. angefekte Ortstvereinsvollversammlung findet nicht statt. An der Straßenfreuzung wollte gegen 21 Uhr die 34jährige Arbeiterin Emma Schleusener aus der Flemmingstraße 2 den Fahrdamm überschreiten. Dabei geriet die Frau, nach den bisherigen Ermittelungen wahrscheinlich infolge eigener Unachtfamteit, in die Fahrbahn eines in normaler Fahrgeschwindigkeit daher- 28. März. Seiniden borf- eft. Die für den 21. Mära anaefek'e Bollverfamm tommenden Irattors. Der Führer, der ein Unglüct verhüten wollte, riß das Steuer scharf nach rechts herum und geriet dabei auf den Bürgersteig. Frau Schleusener wurde trotzdem noch von der Zugmaschine erfaßt. Ebenso wurde ein Paisant es hans delt sich um einen Mann in mittleren Jahren, deifen Personalien noch unbekannt sind von der Zugmaschine überfahren. Der Mann geriet fo unglücklich unter die Räder des schweren Fahrzeuges, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Schwerverletzte murde durch die Köpenicker Feuerwehr nach dem Krankenhaus gebracht, wo sie bald nach ihrer Einlieferung ihren schweren Verlegungen erlag. Ein Geistestranter im Gefängnis. Erneuter Selbstmordverfuch Alfred Stepphuhns. Der vom Schwurgericht III bereits wegen Meffer ftecherei abgeurteilte Alfred Stepphuhn stürzte sich aus dem dritten Stockwerk des Untersuchungsgefängnisses über das Geländer in die Halle. Er frug schwere Berlegungen am Rüdgrat davon und wurde in das Krankenhaus gefchafft. Alfred Stepphuhn hatte mit seinem Bruder Erwin fünf Berfonen auf der Straße mit Messern überfallen und zum Teil schwer verletzt. Ein Opfer erlag den Berlegungen. St. hatte, wie der Borwärts" feinerzeit berichtet hatte, vor der Schwurgerichtsverha. d. lung einen Selbstmordversuch verübt, indem er sich bemüht hatte, mit einem Scherben sich die Pulsader aufzuschneiden. Gleichzeitig hatte er sich Berlegungen am Unterleib beigebracht. Auch hatte er fich im Gefängnis die Augen mit Draht zugenäht. Wir hatten unser Erstaunen darüber ausgedrückt, daß man einen solchen zweifelLos anormalen Menschen nicht zur Untersuchung seines Geisteszustandes einer Irrenanstalt zugeführt hatte. Wie recht wir mit unseren Bedenten hatten, erweist der neueste Vorfall. Sollte St mit dem Leben davontommen, so wird nach seiner förperlichen Wiederherstellung hoffentlich das Bersäumte nachgeholt. Schiff in Geenot! Berzweifelte Lage eines französischen Dampfers. Paris, 20. März. Nach Meldungen aus New York befindet sich der französische Baffagierdampfer Eugenie" in der Nähe der Bermudas ( Atlantischer Ozean) in größter Seenot. Ein Funktelegramm von Bord des Dampfers verlangt sofortige Hilfe, da das Schiff sehr schwer gegen den Sturm anfämpfen müsse und das Deck von den Wellen überschwemmt sei. An Bord befänden sich bereits fünf Verletzte. Ein neues Opfer der Berge? Bon einer Lawine verschüttet. Bergung unmöglich. Ceinggries, 20. März. Bler Stunden füdlich von Ceinggries wurde gestern nachmittag ein Münchener Stifahrer von einer Cawine verschüttet. Trotz der sofort aufgenommenen Suche konnte der Berunglückte, deffen. Name noch nicht feststeht, bisher nicht geborgen werden. Auch eine Rettungstolonne der Bergwacht ist heute morgen in Leinggries eingetroffen. Ein Schreiner namens Andreas Weichard aus Bad Tölz wird gleichfalls vermißt. Sein Bruder, der mit ihm im Roß- und Buchsteingebiet war, erzählt, daß Andreas Weichard beim Sprung eine Lawine losgetreten habe. Die Suche wird durch das anhaltende starke Schneewetter sehr erschwert. Stadtverband der Gehörlosenvereine Groß Berlins. Am Freitag, dem 21. März, abends 8 11sr, findet in Haverlands Festsalen, Neue Friedrichstraße 35, eine große öffentliche Bersammlung statt. Referat Wilh. Gottweiß: as fordern wir gehörlosen Schidfalsgenossen? Rug Savel. 9 Uhr Arbeitsdienst im Poot- haus. interiortabteilung. Treff Reidslartell Republit. Sportplah Friebrifsfelbe. Eonntag, 23. Mära. Ab 10 Uhr auf bem organisationseigenen Ediekplak am Uppstallweg in Berlin. Friedrichsfelbe Mannic af's, Einzel- und Preisschießen. Teilnahmeberechtigt find alle Berliner RRG.- Ortsvereine fowie die nahe bei Berlin gelegenen Brovinzvereine. Freie Sport- und Musikvereinioung Berlin. Diefe Musikvereinigung, als Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, ift bie Rufammenfaffung aller iener Par'e genofen, die als Muftbettanten ihr Rönnen in den Dienst der Frommler und fe fer, Fläfer und Wandolinenspieler. Bartei und der mit ihr befreurbeten Ornan fationen stellen. Aufnahme finden Uebungsstunde für Spielleute oder fo'che. bie es werben möchten, icden Freitag um 20 Uhr im Eporthaus". Direffenstr. 1, am Bahnhof Sannowitbride. Anfragen und Anfchriften an die Geschäftsstelle obert Dehlschläger, Berlin N. 65, Nazarethtird str. 46. Telephon: D 6 Wedding 2977 schädigten E. P. Geschäftsstelle: Berlin NW. 40, athenower Str. 4( am alten Intereffenverfarb ber burh Automobil unb andere Verkehrsunfälle GeKriminalaer dh'). Sprechstunden und kostenlose Auskunftserteilung täglich von 17 bis 19 Uhr. Freie Arleiter- Esperanto- Vereinigung. Am 22. März Tanzvergnügen in den Cophienfälen, Cophienstraße. Esperantovorträge und Tombola. Eintritt 1 M. Anfang 8 Uhr. Alle Freunde find willkommen. Berein ehemaliger Ariegsgefangener Berlin- Südwest. Sonnabend, 22. März, 20 Uhr, Monatsversammlung. Areuzbergstraße, Relt 3. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Infendungen für diefe Rubrif nur an bas Jugendfetretariat Berlin G 68. Endenftraße 3 Bockenenblurfus für Sdüler in der Jugendherberge Rowawes, Brieftermeg. Treffpunti morgen, Connabend, 17 Uhr. Bahnhof Ausstelluna. Kosten 2 Mark Rarten für bie Jugenbvolfsbühnenvorstellung„ Das Gericht" find um. gehend von den Abteilungen abzuholen, desgleichen auch die Beitragsmarken für Boltsbühnenmitglieder. Funkwinkel. Berhette Schuljugend! Man schreibt uns: lies bolichemistisch verhetzter Schüler der höheren Schulen Berlins mit Daß die kleine und bedeutungslose Gruppe fommunistisch bolfchemistisch verhetzter Schüler der höheren Schulen Berlins mit ihren Kundgebungen und öffentlichen Protestversammlungen" im Berlauf des letzten Jahres elenden Schiffbruch erlitten, haben ihre Bersammlungen gezeigt. Um nicht ganz vor leeren Bänken zu fitzen, wurden Gruppen der kommunistischen Jugend hintommandiert, und die Schülerversammlungen fonnten steigen. Was hat sich nun als neuestes ereignet? In Berlin existiert feit einigen Jahren ein nicht funktionierender Zentralausschuß der höheren Schulen Berlin s. Die kommunistischen Jüng linge feßten plötzlich ihre letzte Hoffnung auf diese Einrichtung. Sie riefen diesen Ausschuß zusammen und ließen durch ihn beschließen eine Kundgebung der höheren Schüler gegen die Sparmaßnahmen der Stadt Berlin. Und richtig, was erwartet wurde, trat auf dieser Bersammlung ein. Nach der Rede, die vor Untlarheit von teinem Schüler verstanden wurde, legten die Mitglieder der kommunistischen Studentengruppe los ihre aus Moskau zudiktierten Reden zu hallen. Herr Ausländer, Mitglied der kommunistischen Landtagsfraktion, mußte fich während seiner Ausführungen von der Borsihenden der Bersammlung mehrmals ermahnen lassen, sich kurz zu fassen und zur Sache zu sprechen. Einige Nationalsozialisten, die sich in unverschämter Weise brüsteten, daß sie wohl die Unterstützungen der Res publif erhalten, aber mit allen Mittelin gegen sie heßen, fanden ben lebhaften Beifall der anwesenden Kommunisten. Die Rommunisten im Verein mit den Nazis versuchten die Ausführungen der Sprechers der Soz. Schülergemeinschaft in Lärm untergehen zu lassen. Ein wüstes Gebrüll der Nazi und Kommunisten erhob sich, als der Sprecher forderte.„ daß der Saat endlich aufhören möge, an die Elemente Geld zu vergeuden, die versuchen ihn zu unter wühlen". Mit gemeinsten Intrigien wird versucht, dei politische Berhekung der Jugend in die Schule hineinzutragen. Dieses hinterliftige Treiben aufzudecken, hat sich die S03. Schülergemeinschaft zum Ziel gefeßt. Zu der Kund. gebung am Montag, dem 24. März, in der Schulaula Rochstraße 13, ruft die 666. alle diejenigen, die gewillt find. der politischen Berhebung der Schuljugend" mit allen Mitteln ein Ende zu bereiten. tag" ist von Gerhard Pohl zusammengestellt. Die Hörmontage Weltreise durch einen Arbeits Die Musit stammt von Walter Goehr und die Regie führt Alfred Braun. Dich tungen von Engelke, Traven, Becher und von vielen anderen sind geschickt zu einer fünstlerischen Einheit verbunden. Statistische Angaben geben der Montage das Rückgrat und akustische Wiedergabe charakteristischer Arbeitsgeräusche bilden gemeinsam mit der Musik die Hörkulisse und die Untermalung. Die Welt wird von einer anderen Seibe beleuchtet, der Hörer erfährt, daß auch in tropischen und romantischen Ländern schwer gearbeitet wird. Kurz werden die hauptsächlichsten Industriezweige gezeigt. Es ist eine Sin fonie der Arbeit und ein Heldenlied von den ArSprecher. Eine wirklich beachtenswerte Beranstaltung. Die Ber beitenden. Gut und geschickt die Regie, dazu hervorragende liner Liederfreunde, Mitglied des Deutschen Ar. beiter Sängerbundes, legen unter Leitung ihres Diri genten Alfred Gö pel ein Beugnis ihrer fünstlerischen LeistungsGöpel fähigkeit ab. Der gut besetzte Chor singt Bolkslieder, die ausdrucksstark und mit feinen Verzierungen in der Tomstärke wiedergegeben werden. Anläßlich der Vergehen der Frau des Regierungspräfidenten Momm gibt der Rundfunk einen Ueberblick über ähnliche Vorgänge, hauptsächlich über Versicherungsschwindeleien, die manch mal phantastische Formen annehmen und einen Einblick in die Irr gänge der menschlichen Pinche liefern. Der Redner ist Justizrat Dr. Mühsam- Werthe. F. Sch. Heufe, Freitag, 21. März, 19% Uhr: Arlonaylah: Echule Elisabethtiroftr. 19. Mode und Reform."- Köllnisee Port: Heim Waifenftr. 18. Tagespolitik. Nosenthaler Vorstadt: Seim Fehdenider Etr. 24-25. Der Betriebsrat." Rentrum: Seim Landsberger G'r. 50. Ucbungsabend. Sansa: Sem Vochumer Str. 8b. Das Wesen des Boliche mismus." Moabit II: Moabit I: Schule Waldenferstr. 20. Tagespolitik. Arnimplah: Scim Heim Lehrter Str. 18-19. Proletarische Feierstunde." Connenburger Str. 20. Bub und Mädel." Arnswalber Blah I: Sein Saftenburger Ede Behauer Straße. Kurzreferate. Arnswalder Blat II: Faltplak II: Echitle Echule Paftoucftr. 44-46, Proletarische Dichtung." Connenburger Str. 20.„ Einführung in die sozialistische Gedankenwelt." Selmholholeh: Seim Tanziger Etr. 62. Materialistische Geschichtsauffaffann. Sohenfönhausen: Freienwalder Str. 6. Seiterer Abend. Rorbolt 1: Beifenice: Selm Tanziner Ctr. 62 Die Kraft und der Sozialismus." Seim Sartstr. 56. tatur und Demokra'ic." Wäriker Vlak: Caule Faftanienallee 82. Frühlingsanfang." Andreasplak: Heim Brommnt. 1. Arbeitsgemeinid aft. Arbetet. Paltenplan: Seim Tilsiter Str. 4-5. bichtung Etralauer Biertel: Seim Coßlerstr. 61. Tagespolitik. auer Biertel: Seim Litauer S't. 18. Das Teparationsproblem." faner Biertel(-): Seim& tauer Str. 18. Jugendschuß und Sub redit." Eben: Seim Borditr. 11. Die Arbeiterbewegung im Ausland Schöneberg II: Sem Hauptstr. 15. Reitungen granerischer Organisation Steglis( 9.): Sem Flemming Ede Bartfenstraße. Hegeljahre Neukolln III: Heim Riethenstr. 58. Denkmäler in der Karttatur." falln VII: Echule Sailer- Friedrich- S'take. Einführung in den Sozial Rentella XI: Sem Flughafenftr. 68. Unsere Fahrten." Brig I v Seim hauffeeftr. 48. Arbeitsgemeinfdaft für alle intereffierten Genofeit Neuk Peukölln VI: Se mabend fällt aus. Wichtige FunktionärЛigung. ( N.-F.): Seim Lahnstr. 12-13. Arbeitsgemeinschaft: Theorie des mot Cozialismus". Baumschulenweg: Seim Ernststr. 16. Seimabend. hannisthal: Seim Rathaus. Rörperkultur." Treptow: Seim Elfenste. Die Nationalfrage." Nen- Litenberg( Aeltere): Seim Haufiftraße, gemeinschaft. Lid tenberg- Nord: Seim Gunterfte 44.„ Cozialdemokrate proletarische Perolution." Rein derdorf Dit: Heim Lindauer G'raße. beitsgemeinschaft:„ Die Reichsverfassung". Niederschönhansen( Weitere); Heim Blankenburger Str. 70. Werden wir genug bezahlt?" Bilmezebot ( Aeltere): Seim Wilhelmsaue 123. Wege zur Wirtschaft." Werbebezirk Webbing: Aelterengruppe. Fortichung der Arbeitsgemeinschaft Marz ökonomische Lehren." Seim Gerichtstr. 12-13, 20 ube. Allgemeine Wetterlage. 20.März 1930, abds. 一路 765 766 760 770 765 -3 755 770 145 760 755 740 -2 L6 55 33 4 755 H 760 109 OMadrid جهنا جهد OP Leningr 750 745 O Warsch 745 0 750 Owolkenlos, heiter. halb bedeckt wolkig, bedeckt, Regen, Graupeln 755 Schnee, Nebel, Gewitter Windstille 3602 Die Depression, die in der Nacht zum Donnerstag selbst in ter öftlichen Hälfte Deutschlands Regenfälle verursachte, zieht sich jetzt schnell nach Osten zurück. Ueber Mitteleuropa steigt der Luftdruck start. Infolgedessen wird sich ein hoch, das jetzt über Frankreich liegt, nach Nordosten verlagern. Damit dürfte das unbeständige. Wetter bei uns vorübergehend günstig beeinflußt werden. heiter, teils wollig ohne nennenswerte Niederschläge. Wetteraussichten für Berlin: Weiterhin ziemlich fühl, teils Deutschland: Im östlichen Küstengebiet noch leichtere Niederschläge, Für Binnenland in den Mittagsstunden ein wenig wärmer. im übrigen Reiche teilweise heiter und vorwiegend trocken, im Laxin führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und Du bist im Bilde ZZZZZ HERTS STADT BEILAGE RK DES VORWARTS Selbstverwaltung oder Präfektursystem? Kritik der Neugestaltung Berlins Berlins Von Dr. Carl Herz vertretung nicht, ihre Zuständigkeit wird nach§ 37 auf eine Reihe zahlenmäßig genau bezeichneter Angelegenheiten eingeengt. Das Schwergewicht wird in den aus 29 Mitgliedern zusammengesetzten Stadtgemeindeausschuß verlegt. Dieser Ausschuß aber tagt selbstverständlich unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters geheim und ist daher nicht als ein in der Deffentlichkeit und für die Oeffentlichkeit wirkendes parlamentarisches Kontrollorgan zu bewerten. Allein Stadtvertretung wie Stadtgemeindeausschuß find in Wahrheit gar nicht die lezthin entscheidenden Beschlußorgane der Stadt. Im Borwege fönnen ihre fünftigen Entschließungen unwirksam gemacht werden durch die Befugnis des Oberbürger meisters, an Stelle der Stadtvertretung oder des Stadtgemeinde ausschusses dringende Maßnahmen zu treffen, die sofort ausgeführt werden müssen".(§ 41.) Als machträglich wirkendes Mittel der Korrektur hat der Oberbürgermeister nicht nur das Recht, Beschlüsse zu beanstanden, die das bestehende Recht verlegen da Der Kampf um die Neugestaltung Berlins ist mit der Ber-| vorstand überwiesen sind. Diese Souveränität besitzt die Stadtöffentlichung des Regierungsentwurfes in ein entscheidendes Stadium getreten. Wenn der Entwurf sich als Selbst verwaltungsgesetz für die Hauptstadt Berlins" bezeichnet, so lehnt er sich damit an die englische Gesetzessprache an. Aber die Flagge deckt hier einen ganz anders gearteten Inhalt, vom Geifte des englischen Lofal Gouvernement ist im Entwurf nichts zu spüren. Politisches Ziel und gesetzestechnische Methode sind dem französischen Verwaltungssystem entlehnt. Die Drganisation von Paris ist das Vorbild, dessen struttureller Grundzug auf die Gestaltung des Entwurfes von bestimmender Einwirtung gewesen ist. Die örtliche Verwaltung von Paris wird von zwei Staatsbeamten geführt, vom Polizeipräfekten und vom Präfekten des Departements der Seine. Der Polizeipräfekt ist mit der Verwaltung der Ortspolizei beauftragt, er hat in Berlin bereits heute sein Gegenstüd im Bolizeipräsidenten. Der zweite Pfeiler der Pariser Lotalverwaltung, der Seine präfeft, verwaltet die Angelegenheiten, die jetzt bei uns der Gemeindeverwaltung obliegen und als fommunale Angelegenheiten im engeren Sinne bezeichnet werden. Sein Berliner Gegenstüd wird fünftig der Oberbürgermeister des Selbstverwaltungsgesetzes sein. Der Entwurf läßt nur noch das äußere Gehäuse einer Gemeindeverwaltung bestehen, in Wahrheit beschert er uns die Staatsverwaltung in Form der Selbstverwaltung. Wie Seinepräfeft und Polizeipräfeft die Staatlich beauftragten Verwalter von Paris find, so find Oberbürgermeister und Polizeipräsident die beiden Staatsfunktionäre, auf deren Schultern die gesamte Lofalverwaltung Berlins fünftig liegen wird. Das Ziel, den Oberbürgermeister frog seiner fommunaler Herkunft taktisch in einen die Gemeindeverwaltung beherrschenden Staatsfunttionär umzuwandeln, erreicht der Entwurf verwaltungstechnisch dadurch, daß auf der einen Seite alle Verwaltungsmacht mit großer Folgerichtigkeit auf den Oberbürgermeister tonzentriert ist, während auf der anderen Seite vermöge eines Nezes staatsaufsichtlicher Einsprüche, Genehmigungen und Eingriffsbefugnisse der Oberbürgermeister und die ihm unter worfene Berwaltung in völlige Abhängigkeit von der Staatsaufsichtsbehörde gebracht wird. Die fast unbeschränkte Selbstherrlichkeit des Oberbürgermeisters nach innen und seine fast ebenso unbeschränkte Abhängigkeit von der Aufsichtsbehörde stehen in innerem Zusammenhang. In der allgemeinen Begründung des Entwurfes wird be hauptet, das Gefeh ersetzt die jetzt bestehende Magistratsverfaffung durch das Einkörpersystem. Die öffentliche Meinung dagegen sieht in dem Entwurf die Uebertragung der rheinischen Bürgermeisterei verfaffung auf Berlin. Beide Behauptungen sind unrichtig und find eine Folge der geradezu unheilvollen Berwirrung, die in der öffentlichen Diskussion verwaltungstechnisch ganz ver. fdiedenartige Begriffe, wie Einförpersystem. Einfammersystem, rheinische Bürgermeistereiverfaffung usw. hervorgerufen haben. Der Entwurf enthält weder das Einfammetsystem noch das Einförpersystem, noch die rheinische Bürgermeistereiverfassung. Eintammersystem, das unser Heidelberger Parteiprogramm mit pollem Borbedacht ausschließlich als tragendes Prinzip der tommunalen Demokratie vorfieht, bedeutet, daß nur die von der Bürgerschaft gewählte Vertretung als das zur kommunalen Willensbildung verufene Organ fungieren darf. Diesem Erfordernis wird der Entwurf schon deshalb nicht gerecht, weil Mitglied und geborener Borsitzender der Stadtvertretung der Oberbürgermeister ist, der nicht aus der Bahl der Gemeindebürgerschaft hervorgeht, sondern von der Stadtvertretung gewählt wird. Der Entwurf enthält aber auch nicht das Einförpersystem im Sinne der bayerischen Gemeindeverfassung Einförpersystem bedeutet, daß die Gemeindevertretung nicht nur wie jetzt Beschlußorgan ist, sondern auch seine Beschlüsse selbst ausführt, daß also Gesetzgebung und Erefutive zufammenfallen und gleichzeitig in der Hand des parlamentarischen Bertretungsorgans liegen. Diese Vereinigung von Beschluß fassung und Vollzug lehnt der Entwurf aber gerade ab. Denn der Stadtvertretung" liegt nach§ 37 Biffer 2 lediglich die Aufstellung von Grundsägen für die städtische Berwaltung ob, die Verwaltung Selbst aber liegt nach der jeden Zweifel ausschließenden Regelung des§ 18 in Verbindung mit§ 41 dem Oberbürgermeister ob. Die Begründung sieht gerade in der Konzentration der exekutiven Leitung der Berwaltung auf eine Einzelperson eine aus den Erfahrungen der letzten Zeit mit zwingender Deutlichkeit sich ergebende Notwendigkeit, die allein eine straffe Leitung und Kontrolle gewähr leistet. Um so unverständlicher ist aber, daß in demselben Atemzuge das Einförpersystem, das den Vollzug einer Körperschaft und nicht einer Einzelperson überträgt, als besonders bewährt bezeichnet und zur Einführung empfohlen wird. Ebenso unrichtig ist die Auffaffung der öffentlichen Meinung, daß die rheinische Bürgermeistereiverfassung im Entwurf verankert sei. Entnommen ist allerings vom Entwurf die entscheidende Bestimmung, daß der Oberbürgermeister als Einzelperson Gemeindevorstand und damit Exekutivorgan ist. Aber in der Stärkung der Machtposition des Oberbürgermeisters, insbesondere in der Regelung feines Berhält nisses zur Gemeindevertretung geht der Entwurf weit über die rheinische Bürgermeistereiverfassung hinaus. Nach§ 35 der rheinischen Städteordnung fontrolliert die Stadtverordnetenverjammlung die Berwaltung, also den Oberbürgermeister. in der Praxis solche Richtlinien und Grundsäge für jedes Verwaltungsgebiet bestehen und in der Einheitsgemeinde bestehen müssen, so hat praktisch der allmächtige Oberbürgermeister sogar das Recht, nicht nur die notwendigen generellen Anordnungen zu treffen, sondern jeden Einzelfall, der auf Beschwerde an ihn gelangt, nach seinem Ermessen zu entscheiden. Der von der Staatsaufsicht handelnde Teil des Entwurfs haf in der Geschichte der deutschen Selbstverwaltung nicht seinesgleichen. Ich muß mir aus Raumgründen versagen, auf die Einzelheiten einzugehen, sie zeugen von einem intensiven Mißtrauen, das jeden kommunalpolitiker mit Besorgnis erfüllen muß. Der Drud, den schon rein psychologisch das Bestehen dieser zahlreichen Warnungstafeln für die Gemeindeverwaltung ausübt und ausüben soll, muß wie ein Alp wirken, der sich lähmend auf jede Bewegungsfreiheit legt. Den Höhepunkt dieser zehn Paragraphen, die sämtlich weitgehende, juristisch verschiedenartig fonstruierte Fesse lingen enthalten, bildet der§ 79, der den Oberpräsidenten zur jederSozialistische Schülergemeinschaften eitigen Bestellung eines Aufsichtsbeamten ermächtigt, falls die der Sozialistischen Arbeiterjugend Groß- Berlin Oeffentliche Kundgebung am Montag, dem 24. März 1930, 19.30 Uhr In der Aula der Schule, Berlin SW, Kochstraße 13 Gegen die politische Verhetzung der Ju end! Referenten: Dr. Karten Dr. Friedländer/ Gerd Bothur gegen ist nichts einzuwenden gegen ist nichts einzuwenden sondern er hat auch solchen Beschlüssen der Stadtvertretung oder des Stadtgemeindeausschusses, die mit dem Staatsinteresse oder dem Stadtinteresse in Widerspruch stehen", die Ausführung zu versagen(§ 42 3iffer 2). Die bei dieser Differenz letzthin entscheidende Instanz aber ist und das ist charakteristisch nicht ein unparteiisches Berwaltungsgericht oder eine Beschlußbehörde oder ein Schiedsgericht, sondern der Oberpräfident. Der Oberpräsident als Organ der Staatsverwaltung taucht schon an dieser Stelle auf, um einzugreifen, falls die Gemeindevertretung nicht dem Willen des Oberbürgermeisters gefügig sein sollte. Auch bei der Organisation der Bezirksverwaltung wiederholt sich die befremdende Erscheinung, daß der Entwurfs verfasser die von ihm selbst geschaffenen Bestimmungen falsch auslegt oder mindestens eine Begründung gibt, die mit der gefeges technischen Formulierung der Paragraphen schwer in Einklang zu bringen ist. Ueber die Organisation der Bezirksverwaltung fagt die Begründung wörtlich: Das Erefutivorgan des Bezirks foll, ebenso wie in der Zentralverwaltung, nicht mehr ein Kollegium sein. Der Bezirksbürgermeister führt die exekutive Verwaltung." Das trifft nicht zu, wenn man den Blick auf§ 44 3iffer 1 richtet. Denn hier wird ausdrücklich gesagt:„ Dem Bezirksrat liegt die Berwaltung der Angelegenheiten der engeren örtlichen Gemeinschaft des Bezirks ob." Während danach ein aus Bezirksverordneten und Bezirksbürgermeistern zusammengesetztes Kollegialorgan die Bezirts verwaltung besorgt, sagt allerdings im offenkundigen Gegensatz dazu § 28 in Berbindung mit§ 46, daß der Bezirksbürgermeister der Borstand des Bezirks ist, bei dem wie beim Oberbürgermeister in der Zentrale die Exekutive liegt. Wie die beiden gegensätzlichen Beffimmungen miteinander in Einklang zu bringen find, mag den Zuständigkeitsstreitigkeiten überlassen bleiben, die danach sich nicht nur wie jezt auf das Verhältnis zwischen Zentrale und Bezirt, sondern auch innerhalb des Bezirks auf das Berhältnis zwischen Bezirtsbürgermeister und Bezirksrat erstrecken werden. Das Don mir eben erwähnte Verhältnis zwischen Bezirk und Zentrale, deffen Unzulänglichkeit nach dem gegenwärtig geltenden Gesetz und vor allem nach der gegenwärtigen Verwaltungsübung allseitig anerkannt wird, hat meines Erachtens eine völlig miß glüdte Regelung erfahren. Wenn der Entwurf dem Oberbürgermeister nach§ 41 3iffer 5 das Recht gibt, im Rahmen der von der Stadtvertretung aufgestellten Grundsätze Anordnungen zu treffen, die für die Stadtgemeinde und Bezirksverwaltung verbindlich find", so halte ich diese Regelung fachlich für zutreffend. Boraussetzung ist dabei, daß man unter Anordnungen" lediglich Ausführungsbestimmungen zu den von der Stadtverwaltung aufgestellten Grundsägen versteht, also Borschriften allgemeiner Natur, die eine generelle Regelung vorsehen und nicht auf Entschei= dung eines Einzelfalles abzielen. Zu den großen Schäden, die namentlich in den ersten Jahren der Neubildung die Berliner Verwaltung aufwies, gehörte der fortgesetzt von der zentralen Bürofrafie unternommene Versuch, in die laufende Verwaltung einzugreifen, man fühlte sich bemüßigt, Einzelfälle zu entscheiden und damit in völlig mißverständlicher Auffassung des jeßt geltenden Gesetzes sich nicht als allgemeine Ministerialinstanz, sondern als Verwaltungsund Beschwerdeinstanz für jeden Fürsorge-, Wohnungs, Steuerfall usw. einzurichten. Es ist in den letzten Jahren endlich gelungen, diese verhängnisvolle Entwicklung zwar nicht völlig zu unterbinden, aber der Ueberflutung, die von dieser Seite dem ordnungsmäßigen Dieses Kontrollrecht ist der Stadtvertretung versagt, ihr Auf- Funktionieren der Berliner Berwaltung drohte, einen Damm entgabenkreis auf diesem Gebiete ist, wie schon hervorgehoben, lediglich gegenzusehen. Wenn der§ 41 Ziffer 5 aber den Ertrag dieser auf die Aufstellung allgemeiner Grundsäge für die städtische Ver- inneren Auseinandersetzungen, die von den Bürgermeistern der waltung beschränkt. Noch in einem anderen entscheidenden Punkt Bezirke schriftlich in einem gedruckten Gutachten niedergelegt sind, wird zugunsten des Oberbürgermeisters die Rechtstellung der Stadt richtig zu erfassen und gesetzlich zu sichern scheint, so macht der§ 49 vertretung verschlechtert. Sowohl nach der jetzt für Berlin noch dieser Hoffnung ein jähes Ende. Denn dort heißt es: Bezirksrat geltenden östlichen Städteordnung wie insbesondere auch nach der und Bezirksbürgermeister unterliegen den Beisungen des Oberrheinischen Städteordnung hat die Gemeindevertretung über alle bürgermeisters, soweit auf den durch die Sagung übertragenen BerAngelegenheiten zu beschließen, soweit sie nicht dem Gemeinde. I waltungsgebieten Richtlinien und Grundsäge aufgestellt sind." Da Berwaltung nicht im ordnungsmäßigen" Gange ift. Ueber Vorausfegung und Dauer dieser Maßnahme befindet die staatliche Instanz selbst, ein Rechtsschutz durch Anrufung einer unabhängigen Instanz, etwa eines Verwaltungsgerichts oder einer Beschlußbehörde oder eines Schiedsgerichts, ist nicht gegeben Diese Bea stimmung verhängt also die jederzeitige Suspensionsmöglichkeit als ständiges Damollesschwert über Birfen und Schaffen der Berliner Verwaltung. Sie wird gewiß unter der gegenwärtigen Regierung loyal gehandhabt werden und ist offenbar nur als psychologisches Hemmungsmittel gegenüber radikalen Tendenzen ge dacht. Aber man braucht sich mur vorzustellen, daß die jetzige politische Konstellation in Preußen abgelöst wird durch ein Kabinett, dessen Innenminister ein Deutsch nationaler vom Schlage des Grafen Westarp ist. Für die Kreise, die Graf Westarp repräsen tiert, stellt schon je de links orientierte Verwaltung eine Gefährdung des ordnungsmäßigen Ganges" dar. In Zeiten politischer Hochspannung liegt hierin, me freilich auch in vorausgehene an ben Bestimmungen, ein Diftaturparagraph hinter dem der beg rühmte Artikel 48 der Reichsverfassung faft als Schatten verschwindet. Für die Tendenz des Entwurfes, auch das innere Leben der Gemeindeverwaltung möglichst zu binden und der Staatsaufsicht auch rein organisatorische Maßnahmen der inneren Geschäftsverteilung zu unterwerfen, ist es charakteristisch, daß sogar nach§ 73 jebe Sagung vor ihrer Ausführung dem Oberpräsidenten vorzulegen ist, dem ein Einspruchsrecht zusteht. Da nach $ 80 3iffer 2 über diesen Einspruch der Innenminister entscheidet, fo läuft diese Regelung praktisch darauf hinaus, daß die Staatsbehörde auch die harmloseste Sagung, etwa für den Bich und Schlachthof oder für das Forstwesen oder für das städtische Werk Buch, einer Nachprüfung unterzieht und im Beanstandungsfalle abändern kann. Die geplante Neuregelung geschieht, wie in der Begründung des Entwurfs ausdrücklich gesagt wird ,,, nicht in einer Ueberschägung einzelner Borgänge, die sich innerhalb der Berliner Berwaltung ereignet haben". Darüber hinaus wird sogar anerkannt, daß die Stadt in der Lage gewesen ist, in der Form der Selbstverwaltung mit der gewaltigen Entwicklung Schrift zu halten". 000 Oberstudienrat Dr. F. ist einer der fähigsten und beliebtesten Lehrer, für den seine Schüler durchs Feuer gehen. Er bringt ihnen nicht nur Wissen bei; durch sein Vorbild erzicht er sie zu Menschen, die im Leben ihren Mann stehen werden. ,, Daß Sie nie ärgerlich und immer guter Laune sind sagen of seine Kollegen und das selbst in den schweren Wochen vor der Versetzung, ist kaum zu begreifen." ,, Nichts leichter als das antwortet er wenn man Herz und Nerven schont und Kaffee Hag trinkt! Dieser prächtige Bohnenkaffee ist coffeinfrei und völlig unschädlich, regt an, aber nicht auf und ist im Geschmack garnicht zu übertreffen. Wollen Sie's nicht auch mal mit Hag versuchen?" Die allgemeine Benbung, daß die lett geffende Berfaffung ber Größenbedeutung der Hauptstadt nicht entspricht, rechtfertigt meder formell die BIöglichkeit, mit der dieser Entwurf über uns Kampf um die Sozialpolitik. tommmen. Auch die Zahl der Lehrlinge fei außerordentlich fart ge stiegen. Eine Zählung des Malerverbandes im Herbst 1929 habe in 600 Drten das Borhandensein von 38 000 Lehrlingen gegeben. Das Reichstagsabgeordneter Karl Citte sprach in einer find 4000 mehr als bie amtliche Zählung 1925 für das ganze deutsche Reich feſtgeſtellt hatte. hereingebrachen ist, noch fachlich den oven kritisierten Inhalt In Mitgliederversammlung des äreljes Wedding der BerWahrheit wirfen doch hier vielfach offensichtlich unbemußt amei Stimmungen mit, bie namentlich innerhalb der ministeriellen Bürokratie außerordentlich start sind, aber auch parlamenta. rische Streise ergriffen haben. Die eine Stimmung ist erwachsen aus der Stigret Affäre und sieht in der Berwaltung der Stadt Berlin nur einen großen Sumpf und ein großes Chaps. Die hemmungslosen Uebertreibungen einer gewiffenlofen Preffe und einer strupellosen Parteipolitit schlagen jest gegen die eigenen Urheber aus. Der Stadtbank fanbat ist gewiß nicht schön, aber ist etwa der Standal unt die Preußentasie oder die Raiffeisen taffe um einen Deut besser? Der Kreis um die Gebrüder Eflaret rechtfertigt gemis die abfälligsten Werturteile. Aber verdienen etma die Personen, die in den Staatsbantprogeffen aufgetaucht sind, mehr Sympathie? Jedes Jahr lernen etwa 13 000 Lehrlinge aus. Diese Lehrlings züchterei biete besonders den fleinen Meistern die Grundlage für Arbeit des Malers wieder mehr Geltung zu verschaffen. ihre Schmutzkonkurrenz. Der Verband der Maler sei bemüht, der Durch ein weiteres Referat des Leiters der betriebswissenschaft lichen Abteilung des Verbandes Dipl.- Ing. Robe, murben die Delegierten mit dem Syftem der genauen Kalfulation vertraut ga macht. Nur wenn eine planmäßige, gut durchorganisierte Arbeits methode in den fozialen Baubetrieben eingeführt ist, wird es ge lingen, der Somußtonfurrenz der privaten Malereibetriebe standzu halten. Die Tagung hat den aus dem Reich herbeigeeilten Leitern der sozialen Malereibetriebe mertvolle Anregungen vermittelt. Schulgeld und Auswärtige". Bon einem Borwärts"-Leser erhallen mir folgende Zuschrift: Das Reformgymnasium und das mit ihm das gleiche stattliche Schulhaus teilende Lyzeum in Lichtenrabe haben in den letzten Jahren eine wertvolle Pionierarbeit für die Schulbildung gerade in jenem Teil des Teltomer Kreises geleistet, der noch sehr den alien agrarischen Charakter aufweist. Arbeiter, Angestellte und Beamte find es meist, die sich in den an der Borortstrede Berlin 3offen gelegenen Ortschaften angesiedelt haben und denen die ge nannten Institute die Möglichkeit boten, ihren Kindern eine bessere Schulbildung geben zu können, als ihnen meist selbst zu erwerben beschieden gewesen war. Eine Möglichkeit, von der auch in außer ordentlich hohem Maße gebraucht gemacht wird, wie die„ Schulzüge" beweisen. liner Sozialdemokratie über die Politik der Partel. Die Sozialdemokratische Partei, so führte der Referent aus, tann, folange sie in der Opposition steht, eine Politit treiben, die lebendiger ist und auch von den Massen. leichter verstanden wird. Arbeitet die Partei gemeinsam mit den bürgerlichen Parteien in der Regierung mit, so ist fie mandymal auch gezwungen, Maßnahmen hinzunehmen, bei denen sie nicht immer ihren Willen durch fegen tonnte. Die sozialdemokratischen Regierungsmit glieber maren es, die darauf drangen, daß durch Annahme des Doung- Blanes die außenpolitische Situation erleichtert und dadurch die Möglichkeit einer Herabdrückung der Arbeitslosigkeit geschaffen wird. Die politischen Machttämpfe der leßten Wochen haben immer wieder gezeigt, daß die bürgerlichen Parteien einig find, menn es gift, fozialpolitische Maßnahmen ab. zubauen. Einen Borschlag nach dem anderen hört man aus dem bürgerlichen Lager über die Beseitigung des Defigits der Arbeits. Die Stimmung, die die Staref- affäre hervorgerufen hat, hat lofenversicherung. Alle diese Vorschläge laufen darauf hinaus, Er aber in den letzten Monaten die gemeindefeindliche sparniffe in der Berwaltung, Drosselung der Leistung, also Herab. Tendenz verstärkt, die feineswegs nur in reisen des Groß- fegung der Unterstügungsfäge für die Arbeitslosen. Bei der Be Papitals besteht, sondern auch von manchen anderen Stellen aus tämpfung dieser Borschläge steht die Sozialdemokratie allein gegen geht. Ich kann mich am Schlusse dieser Ausführungen mit dieser die Einheitsfront der bürgerlichen Parteien. Nicht einmal zur BerTenbenz grundfäßlich nicht auseinanderiezen, sie ist unter der teidigung sozialer Gefeßgebung sind die Kommunisten bereit. Die Oberfläche sehr start und wirkt sich in derartigen Entwürfen aus. foziale Reaftion war auch bereit, die Mittel für die Familien Aber da die Begründung des Entwurfes felbst zugibt, daß fie das wochenhilfe zusammenzustreichen. Auch die Ausgaben für die französische Beispiel bei der vorbereitenden Arbeit in Erwägung produttive Ermerbstofenfürsorge und Kapitalabfindungen der Kriegs gezogen hat, mag am Schluffe auf die lapte französische Ber beschädigten möchte man reduzieren. Weite Kreise der Partei wermaltungsreform hingewiesen werden, die in diesem alten Lande der den mit Recht sagen, daß im deutschen Reichshaushalt von anderen Jegt wird diesen Auswärtigen" ein schmerer Schlag zugefügt bürokratischen Zentralisation gerabe angefehrt einer weit Boften 26 striche gemacht werden fönnen ohne größeren Scha- durch die bei der bevorstehenden Erhöhung der Schulgelber wieder gehenden fommunalen Dezentralitation die Bahn den anzurichten. Ein Land, das so hart unter der Wirtschaftskrise eintretende unterschiedliche Behandlung von Einheimischen" und geebnet hat. Anstoß und Vorbild zu dieser Reform aber und zu leiden hat, darf sich auch einen Mehretat pont über 700 Mil- Auswärtigen". Die Elternbeiräte des Reformgymnasiums das ist eine wahrhafte Ironie der Geschichte hat nach der aus- lionen Mart nicht gestatten. Die Partei muß bei den Finanzver- und Lyzeums Lichtenrade haben daher an die Mitglieder der Schuldrüdlichen Erklärung der franzöfifchen Regierung die deutsche Selbst- handlungen der nächsten Wochen sorgfam darauf achten. daß nicht deputation eine Vorstellung gerichtet, in der es heißt: Je mehr verwaltung gegeben, deren glückliche Resultate die Franzosen bei durch eine Neuverteilung der Basten die arbeitenden Schichten wie- Berlin über seine Peripherie hinauswächst, um so mehr überschreiten der Uebernahme von Elsaß- Bothringen tennengelernt haben. Ein der einseitig betroffen merden. Die Sozialdemokratie mill mit auch die Randgemeinden die Grenzlinie. So gehört z. B. der Süden Regierungsbericht zur Reform enthält daher Ausführungen, die faft arbeit am Etat leisten. Wenn es aber nicht gelingen follte, die Lichtenrades postalisch zu Mahlow, die Eltern dieses Geländes wörtlich an Gedanken des Freiherrn vom Stein gemahnen und die Hauptintereffen der Arbeiterschaft wahrzunehmen, dann würde die würden also, während ihre Nachbarn bei einem Einkommen bis zeigen, daß das französische Vorbild nicht mir im Präfetturfystem Partei die Konfequenzen zu ziehen haben. zu 2500 m. für alle Kinder Schulgeldfreiheit genießen, in Zukunft zu suchen ist. Es heißt hier: allein für das erste Kind den vollen Saz und 25 Proz. Zuschlag. also monatlich 25 M. zu zahlen haben, während doch die Lebens bedingungen dieselben und auch die steuerlichen Basten bei dieser Kategorie von Berufstätigen taum anders find." In Frage kommen Kinder aus Glasom, Mahlow, Dahlemiz, Rangsdorf, Dabendorf. Sieblern, die mur deshalb so weit draußen wohnen, weil die GrundBoffen, ja bis Mellen hin und Golßen, alfo Kinder von Berliner stückpreise in der Nähe Berlins für sie unerschwinglich waren. Für die Gesundung unseres Landes bedarf es aller Kräfte eines freien Bürgers. Die Geltung hundertjähriger Reglements und Gesetze, die zu ihrer Zeit sicherlich notwendig waren, läßt noch in der Gegenwart den französischen Bürger, obwohl er teil hat an der Souveränität des Boltes, unter einer Art fortgefeßter Bormundschaft stehen." Bielleicht nehmen die politischen Instanzen, denen die Sorge für die demokratische Berfaffung anvertraut ist, diese Gedanken als Vorbild und übertragen fie auf die Berliner Gemeindeverwaltung. Die Berliner Gemeindereform aber und damit gewinnt das Problem eine weit über Berlin hinausreichende Bedeutung wird natürlich auch bestimmend auf die tünftige Gemeindeverfaffung für Preußen und das Reich einwirken. Für diese Reform aber tann nur die eine Erkenntnis gelten, die andh bei der Neugestaltung Berlins wirksam fein muß: der demokratische Staat wird Selbstverwaltungsstaat fein oder er wird nicht sein! Mengenabgabe vorbehalten Dän. Butter....... Pfd. 1.65 Eier...... 10 Stck an 0.53 Gek. Schinken.. Pfd. 2.00 Mettwurst 1.80 Grünkohl... Ds 0.50 bn Gangan... Pia Schnittbohnen Apfelmus.. Da 0.52 Ds. 0.50 Apfelgelee ca. 1- Pfd.- Glas 0.50 Gebäck Die Arbeit sozialer Malereibetriebe. 9Umsatzsteigerungen bis zu 500 Prozent. fozialen Malereibetriebe durchgeführten Tagung gab der Auf einer der im Berband sozialer Baubetriebe" vereinigten Geschäftsführer des Verbandes sozialer Baubetriebe Ellinger gu= nächst einen Bericht über ben wirtschaftlichen Stand der sozialen Malereibetriebe. Der Umfag dieser Betriebe ist von 934 000 m. im Jahre 1924 auf über 4 millionen Mart im Jahre 1929 gestiegen. Die einzelnen Betriebe hatten Umsatzsteigerungen von 430 bis 500 Proz. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 1924 bis 1929 Don 391 auf 1905. In der ausgiebigen Berichterstattung der einzelnen Betriebe wurden Erfahrungen ausgetauscht und Entwicklungsmöglichfeiten aufgezeigt. Die sozialen Betriebe haben vielfach unter einer starten Schmugtonturrenz zu leiden. Verbandsvorsitzender Bag, Hamburg, wies auf die starke Zu nahme der Malereigeschäfte hin. Im Jahre 1907 habe es in Deutsch land 53 000, im Jahre 1925 dagegen 66 000 selbständige Malereibetriebe gegeben. Auf 100 000 Einwohner seien im Jahre 1907 durch schnittlich 86, im Jahre 1925 105 selbständige Malereigeschäfte geFremdenverkehrswerbung für Desterreich mit Silfe von Esperants. Dit unterstüßung der österreichischen Bundesregierung bat Rudolf Michael ten eine längere und sehr erfolgreiche Lichtbildervortragsreise unter Berwendung ber internationalen Berkehrssprache Esperanto durch Schweden, Norwegen und Tänemark durchgeführt. Am Freitag, dem 21. Mära, 20 Uhr, spricht Serr Fren im großen Gaal des Restaurants Alter Astanier", Anhaltftr. 11, Nähe Bilhelmſtrake, über das Thema: Das Land Desterreich und bietet e bietungen umrahmt. Eintritt frei. Gäfte find willkommen. in deutscher Sprache. Der Lichtbildervortrag wird von musikalischen Dar. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener: Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Geverffchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Eotales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret unb Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin SB 68. Sinbenftraße& Sierzu 3 Beilagen, Stabtbeilage unb Unterhaltung unb Bilen. BESSER ESSEN WENIGER DAFÜR AUSGEBEN DURCH: KARSTADT LEBENSMITTEL Delikatessen Baumkuchen... P 1.00 Rollmops Rem 2 Stck 0.25 Rosinenstangen..St 0.25 Import- Sardellen.& 0.30 Frankfurt. Kränze.ab 0.50 Räucherlachs triach Ptd. 0.5 Div. Teegebäck.... ab 0.45 Gabelbissen..... Pid 0.35 Pariser Kränze... Stk. 1.50 Heringssalat.... Pid 0.45 Blätterteig........ Stck 0.15 Würstch.( Heines) 4- Paar De 0.95 Petit Fours....... Pd 3.60 Olsardinen Portug..De 0.50 Brioche........ an Std. 0.10 Ölsardinen Portug. gr. De 0.20 Hamb. 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P4 1.90 Gutsleberw. Sold PL 1.40 Pflaumen trocknet. Pld 0.50 Filetwurst........ PL 1.68 Mischobst........ Pia 0.50 Grobe Teewurst..P4 4.58 Prilnellen........ Pia 1.00 Zervelatururst LRAPIA 1.68 Kaffee- Auslese Ha 1.90 Zervelatwurst Feud.& 1.35 Guatemala....... Pia 3.20 ... Wild u. Geflügel en Konserven Suppenhühner..Pd 0.98 Gemüse Erbsen. De 0,58 Wolgahühner.... P 1.25 Junge Erbsen mi. D. 0.95 Masthühner Une P& 1.23 Jg.Erbsen much Kar.D 0.75 Enten 3bis 4Pfd. schm. Pfd 1.35 Gemischt. Gemüse D 0.95 Puten......... Pid 1.05 Jg. Brechbohnen. De 0.60 Junge Tauben. Std 1.05 Mirabellen...... De 1.00 Hirsch- Blätter.... P4 1.85 Ananas Singapore 875 De 1.00 Reh- Keule........ Pid 2.50 Gem. Früchte. Reh- Keule........ Pld 2.50 Gem. Früchte... De 1.45 Hasen gastr. gen. Pid.an 0.85 Aprikosen pon. Dose 1.55 Hirsch- Keule..... Pd 1.65 Aprikosen- Konfit, Pid 0.68 Ragout........... P 0.60 Erdbeer- Konfiture P4 0.85 Kokosmakronen Burgm. Vollmilch0.98 Schokol 100- T. 0.25 Pfd. ** Weine und Spirituosen Frkf. Apfelwein) L 0.48 Reiner Weinbr. 1.FL 4.60 Edenkobener L. 0.95 Weinbr.- Versch. FL 4.00 St.MartinerGoldm L 1.00 Rum- Verschnitt LFL 4.80 Edesheimer Forst L. 1.20 Alter Nordhäuser LFL 4.80 Schloß Böckelheim. L. 1.20 Jägerstolz Edilkorn IL FL 4.50 Tarragona.... 31.00 Allasch- Likör..... 8.25 Muskat.. L 1.10 Ingwer- Likör...... FL. 3.25 Samos SL 1.10 Berl. Tafelkümmel F 4.95 Malaga.. L 1.20 28Maikammererk. FL 1.05 Wermuth- Wein L 1.30 28 MaringerSchwarsley FL 1.20 Douro Portwein L. 2.00 28 Liebfraumilch.n. 1.50 Johannisbeerwin L 0.35 28 Zeltinger KirchenpfadFl- 1.20 Erdbeerwein.... L. 1.45 Clisserath, Königsbg F1.2.00 Obstschaumw.s Bowls F1.25 Caseler Paulinsby. FL 2.60 Drachenblut Rotscht F 3.95 Wermuth Acossato F 1.85 Hausmarke Traub. Seht FL. 4.25 Haut Babier... FL 1.25 Himbeersaft lose... Ltr. 1.80 St. Julien....... 1.50 Mengenabgabe vorbehalten Utiel spanischer Rotwein Ltr. 1.00 Zucker............ Pfd. 0.28 Elerschnittnudeln Pfd. 0.48 Linsen............ Pid. 0.26 Salzgurken% Normal De 1.85 Salzgurken% Normal De 3.50 Messina- DoppelblutApfelsinen 80er od 100 Kists 8.25 Konfitüren Dragee- Eier bunt... Pld 0.50 Dragee- Eier falle.. Pa 0.60 Saure Drops..... Pia, 0.50 Haselnuß- Bonb. f. Pid 0.20 Block- Schokolade 200. 0.18 Dragee- Bonbon sem Pfd0.65 Burgm. Kakao.... Pd 1.20 Haushalt-Kakao.PL 0.58 Argenta Sahne Schok. 100& 0.50 Argenta herb Schoh 100 0.50 Bruchschokolade. Pa 1.10 Fächerkeks....... PL 0.25 Herrenkringel.... Pd. 1.00 Teegebäck.... ...... P 1.00 Obst u. Gemilse ... 3 PL 0.95 Apfelsinen...... 42 0.88 Blutapfelsinen.. Pe 0.88 Mandarinen Eẞäpfel........ 2 PL 0.45 Zitronen zuschält... D 0.25 Blumenkohl.. Kept an 0.30 Rot- u. Wirsingkohl Pt. 0.12 Weißkohl........ P 0.04 Kohlrüben........ Pd. 0.05 Mohrrüben... Pid 0.05 Sellerie Pd 0.10 Rote Rüben... PIL 0.05 Algier- Kartoffeln.Pia 0.10 Kopfsalat...... 2 Kopf 0.25 Fische u. Räucherwaren Butter und Käse ... P4 Schellfisch........ Pd 0.33 Molkereibutter... Pad 1.52 Kabeljau ohne Kopf. Pid. 0.25 Finnische Butter.. Pra 1.58 Kabeljau mittel 1-2 Pid Pfa 0.25 Margarine...... PL 0.50 Kabeljaufilet..... Pa 0.35 Pflansenfett..... Pia 0.0 Seelachs okne Kopf.. Pt2 0.22 Bratenschmalz ... Pt. 0.68 Goldbars......... Pid 0.32 Rohschmalz....... Pia 0.68 Grüne Heringe..3 Pid 0.47 Finn. Schweizer.. Pe 1.35 Bratscholle...... Pid. 0.18 Dänisch. Schweiz. 4 0.88 Lebende Aalender Pa 0.80 Tilsiter.30% Pid 0.88 20% 0.65 Bücklinge... Pid. 0.24 Edamer 20%...... PL 0.25 Bücklinge... 3- Pd- Kiste 0.20 Tilsiter ArtoRd. 1 Pid- Pak 0.88 Bücklinge englische Pfd. 0.55 Schweiz ArtoR IPL- Pak 0.88 Schellfisch eräuchert Ptd. 0.44 Emmenthaler%.. St 0.68 Fleckheringe...... PL 0.55 Kümmelkäse..... Pid 0.55 Flundern of.... Pd. 0.58 Camembert. wollfett Sich. 0.1% Seehase........... P 0.78 Harzer...... 1 Pid- Paket 0.38 Lachsheringe.... sta. 0.353 Quadratkäse Pfd. 0.20 • U BAHNHOF HERMANN PLATZ DER KARSTADT ***** BAHNHOF 91 Nr. 135 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Hypothekenbanken und Kapitalzins Zum Geschäftsbericht der Gemeinschaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken. Die Hypothefenbanten, leider auch die öffentlichen, maren und find feit 1924 Schwerverdiener. Ihr so verdienst" volles, aber auch einfaches und rififoloses Geschäft beruht auf der Zins. differenz zwischen den geforderten Hypotheken und Kommunaldarlehenszinsen und den gewährten Pfandbrief und kommunalen Schuldverschreibungszinsen. Im Jahre 1930 hat freilich das zu fammenwirten von zunehmender Kapitalflucht, Rüdgang der Kon junttur und Drosselung des ausländischen Kapitalzuflusses die bis herige Geschäftspermehrung in sehr viel engeren Grenzen gehalten als in früheren Jahren. Freitag, 21. März 1930 nicht der Fehler gemacht wird, die amerikanischen Zuflußventile tünstlich geschlossen zu halten So zeigt sich hier, um mit Stresemann zu reden, ein Silber. streifen am Horizont des Kapitalmarkies, der auch günstige tonjuntturpolitische Wirkungen haben kann. Für das private Banttapital und auch den neuen Reichsbanf. präsidenten ergibt sich freilich die ernste Aufgabe, durch Wirklängeren Kredite und durch bemußte Deffnung der ausländischen Kapitalschleusen, besonders für den starken öffentlichen Werksbedarf das Verhältnis zwischen den Geld und Kapitalzinsen zu verbessern. Geschähe das, so tönnte man mit Bestimmtheit bald eine allgemeine Besserung der Wirtschaftslage erwarten etwas Besonderes erwarten dürfen. Man wird aber ziemlich ent- lammachung der Geldverflüssigung bei den Bedingungen für die täuscht. Reich und Kommunen werden das ist nichts Neues gescholten, nicht zu wissen, daß 8 Proz. Zinsen das Doppelte von 4 Broz. feien, daß sie zu freigiebig in der Tat ist das richtig in den Zinszugeständnissen seien und infolgedessen den von den Hypothekenbanten gehaltenen" Zinsfag überrannt hätten. Aber die dann vorgeschlagenen großen Mittel, eine flare und entschlossene Staatsführung solle das allgemeine Vertrauen stärken, folle für Anleihen die Kapitalertragssteuer beseitigen und den pri- Die Aufträge der Reichspost. vaten(!) Hypothetenbanken die Reichs(!) mündelsicherheit geben, Die acht privaten Hypothekenbanken, die in der bisher auch muten doch allzu bescheiden an, denn es sind, abgesehen vom zu Neue Gefahren für den Berliner Arbeitsmarkt? von dem neuen Reichsbankpräsidenten Dr. Luther betreuten Geschaffenden Vertrauen“ ficher wichtig, hier aber leider nur eine meinschaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken zusammen- Phrase nur fleine Mittel Wie mir erfahren, ist die Reichspost jetzt dazu übergegangen, wirken, haben im vergangenen Jahr an registrierten Neuhypothefen wir müßten freilich ein wenigstens etwas größeres mittel, aufträge durchzuführen. Sie soll 25 Proz. betragen. Davon eine vor furzem angefündigte Drosselung der Reichs postund Kommunaldarlehen nur einen 3uwachs von 81 Millionen das die Hypothekenbanken schellstens selbst und sehr zum Rußen wird fast ausschließlich der Berliner Wirtschaftsbezirk und der zu verzeichnen, gegen nicht weniger als 495 Millionen im Jahre einer Kapitalzinssentung anwenden könnten. Wie wäre es, wenn 1928, 354 und 305 Millionen in den Jahren 1927 und 1926. Der fie selber etwas weniger ans privatwirtschaftliche Berausschlaggebende Siemens- Konzern fann selbstverständlich den AusBerliner Arbeitsmartt betroffen. Der im Postgeschäft Ilmlauf an Goldpfandbriefen stieg von 1006 auf nur 1049( ent dienen und etwas mehr an das poltswirtschaftliche fall ausgleichen. Diese Möglichkeiten liegen kaum bei den Untersprechend die Hypothefen von 1048 auf 1103), der Umlauf von Berdienst denken würden, das sich aus der wichtigen volkswirt nehmungen vor, die fast ausschließlich auf das PostKommunalobligationen vermehrte sich von 259 auf nur 280 Mil- schaftlichen Funktion der Hypothekenbanken ergibt; mit an eriter gefchäft angewiesen sind. In Frage kommen hier auch die lionen( Darlehenszunahme von 271 auf 298). Die Notwendigkeit Stelle den Kapitalpreis zu regeln? Es fieht feineswegs Betriebe der sogenannten Autofabag( Automatische Fernsprech der Kursstüßung erhöhte die eigenen Pfandbriefe auf 28,1 Milchön aus, wenn jahrelang mindestens 25 Broz. netto verdient anlagenbau G. m. b. 5.). lionen oder auf das Doppelte. In diesem Posten steden freilich werden, wenn wie bei der Gemeinschaftsgruppe der Anteil der offenen Reserven am Attienkapital 1925-1929 von 20 auf auch tille Reserven. 55 Broz. fteigt, wenn den Aktionären bei Kapitalerhöhungen riesige Kursgeschente gemacht werden und wenn offene plus ſtille Referven schließlich auf 100 Broz. des Atticfekapitals ah schwellen gleichzeitig aber die Wirtschaft durch star hohe Bins: niveau in den ernstesten Wiederaufbaujahren nicht richtig hoch fommen kann. Wir glauben, daß auch Reich und Kommunen den von den Hypothekenbanken gehaltenen" Kapitalzins weniger leicht überrannt hätten, wenn die Hypothekenbanken leider auch meist die öffentlichen das Wort„ ,, Berdienen" nicht so groß geichrieben hätten. Freilich ist 1929 ta um weniger verblent worden als früher, wo man feinen Hypothekenbantleiter mit der Behauptung beleidigen konnte, daß allermindestens 25 Broz. des verantwort lichen Kapitals netto verdient worden sind. Die ausgewiesenen Gesamteinnahmen stiegen von 101,96 auf 113,04 Millionen, bei einer Senfung der Handelsuntoften von 5,41 auf 5,30 Millionen bieibt eine Gewinnsteigerung von 10,11 auf 10,37 MilTionen, mas für das dividendenberechtigte Kapital von 58,7 Millionen immer noch die hübsche Berzinsung von rund 18 Proz. bedeutet. Freilich werden wieder ,, nur" 10 Proz. Dividende verteilt; der große Rest geht in die Reserven und den Vortrag auf das neue Jahr. Wo Dr. Luther mittommandiert hat und der frühere Berliner Kämmerer Dr. Karding noch mitregiert, von dorther hätte man zu Dem Gegenwartsproblem der deutschen Volkswirtschaft, wie man den Kapitalzins fenken und damit das Bauen in Industrie, Landwirtschaft und für die Massen verbilligen kann, | Darum darf man auch ein bißchen mißtrauisch sein, wenn über das geplakte Bonifitationsabtommen von der Gemeinschaftsgruppe fo geflagt wird. Dahinter steht schließlich auch die schärfere Konkurrenz um gute Hypotheken, die zinsdrückend wirkt, und die Kündigung des Bonifitationsabkommens tann auch eine gute Wirkung haben. Wollen die Hypothekenbanken bei den 3insbedingungen dazu beitragen? Die Abschlüsse der Großschiffahrt. Besseres Passagiers, schlechteres Frachtgeschäft. Die beiden größten deutschen Reedereien, der Norddeutsche Lloyd in Bremen und die Hamburg Ameritanische Patetfahrt AG.( Hapag) in Hamburg haben jezt ihre Jahresobschliffe für 1929 veröffentlicht. Zeigte sich schon im vergangenen Sahre in der höheren Dividende des Norddeutschen Lloyd, daß die Bremer Großreederei drauf und dran ist, ihrem großen Konkurrenten in Hamburg den Rang abzulaufen, so wird biefer Einbrud in den jetzt vorliegenden Abschlüffen für 1929 bestätigt. Obwohl der Norddeutsche Lloyd durch den Brand des RiesenDampfers Europa" im Hamburger Dod unmittelbar por der Fertig stellung hart betroffen wurde, da hierdurch die regelmäßige Aus tauschfahrt dieser beiden Riesen im Berichtsjahr unmöglich gemacht wurde, steigerte sich der Rohgewinn doch von 220 auf 240 Millicnen Mart. Der Betriebsgewinn erhöhte sich von 45,6 auf 51,8 Millionen, während die Intoften, Steuern und Abgaben mit 12,8 Millionen nur ganz unwesentlich gewachsen find. Da infolge der verschiedenen in Dienst gestellten Neubauten, befenders der„ Bremen" der Wert der Seedampfer um fast 45 Pro3. auf 238,9 Millionen gestiegen ist, wurden auch die Abschreibungen von 14,1 iuf 18,1 mill. M. heraufgesetzt. Von dem mit 14,2 Millionen unverändert ausgewiesenen Reingewinn werden wieder 8 Prog. Dividende ausgezahlt. Da der Lloyd sein großes Neubauprogramm im Hinblick auf die erwarteten Freigabe- Millionen aus Amerika mit Hilfe fremder Kredite bezahlt hat, ist die Finanzlage ziemlich angespannt. Bantguthaben sind um 1,5 auf 39,5 mill. M. zurückgegangen und auch die übrigen Forderungen haben sich von 48,9 auf 47,2 Mill. M. gesenkt. Auf der anderen Seite sind die laufenden Schulden von 43,6 auf 74,8 mill. M. gestiegen und auch die langfristigen Kredite weifen ein Anwachsen von 13,0 auf 16,3 Mill. M. auf. Ein Teil der noch für dieses Jahr erwarteten Freigabegelder wird also der Norddeutsche Lloyd zur Abdeckung seiner Bauschulden verwenden müffen. Der Personenverkehr stand auch im Berichtsjahr im Zeichen des Aufstiegs. Besonders der Baffagterverfehr mit Nordamerika wies Im Gegensatz zum vorhergehenden Jahr eine fräftige Steigerung auf. Dagegen war das Frachtgeschäft durch den Mangel an Rüd fracht nach Deutschland unbefriedigend. Ueber den im Berichtsjahr in Dienst gestellten Schnelldampfer Bremen" sagt der Geschäftsbericht, daß er sich in jeder Hinsicht betrieblich bewährt und wesentlich mit seinem Ertrage zum Gesamtgewinn beigetragen habe. Bei ber ha pag, die mehr als der Lloyd auf das Frachtgeschäft eingestellt ist, wirft sich die verschlechterte Frachtenlage auf dem Weltmartt stärker aus. Das Gesamterträgnis ist allerdings nur geringfügig von 59,7 auf 59,5 mil. M. zurüdgegangen, dagegen weist der Betriebsgewinn eine Sentung von 34,6 auf 32,1 mill. M. Die Dividende bleibt mit 7 Proz. oder einer Summe von 11,2 Mill. M. unperändert. Auch bei der Hapag steht die Bilanz im Zeichen der Schiffsneubauten. Der Wertber Seedampfer hat sich von 240 auf faft 280 mill. M. erhöht, während die langfristigen Kredite( Dollaranleihe) von 80,7 auf 117,7 Mill. M. ange nachsen sind. Das Hamburger Unternehmen hat also feine Neubauten nicht wie der Mond mit Bankkrediten, sondern durch Anleihen finanziert. Im Lauf des Berichtsjahres wurden rund 70000 Tonnen Schiffraum neu in Dienft gestellt. Der Berionenverfehr fonnte um rund 10 Broz, auf elme 143 000 Baffagiere, erhöht werden, wobei auch bei der Ham. burger Reederei die Nordatlantit- Fahrt sich besonders fräftig entmidelte. Der Auswandererverfehr nach Kanada konnte fogar um rund 50 Broz. gesteigert werden. Das Frachtgeschäft nach Deutschland litt besonders unter dem starten Ausfall an Getreide verschiffungen. Die Gefamitonnage der Sapag belief fich am Schluß des Berichtsjahres auf 1,11 Millionen Tonnen und beim Nord deutschen Lloyd auf 942 162 Tonnen. Der Wiederaufbau der Handelsflotte, die bei diesen beiden Reederelen den Stand der Vorfriegszeit wieder erreicht hat, ist also damit durchgeführt. Neue Diskontfenfung. .Gestern in London Gehr bald auch in Berlin. Die Bank von London hat gestern ihren Diskontsatz von 4 auf 3½ Broz ermäßigt. Das ist die sechste englische Distontjentung seit dem vorigen Herbst. Die Deutsche Reichsbant wird sehr schnell England folgen müssen. Damit würde für Deutschland seit dem vorigen Herbst die fünfte Diskontermäßigung eintreten. London mußte ermäßigen, wenn die Bant von England die Verbindung mit dem Geldmartte nicht verlieren wollte, wo die ersten Firmen und Banthäuser unter sich bei dem Diskontsag von 4 Broz. auch längerfristige Kredite schon zu 2,8 Proz. handelten. Schazkanzler Snowdens Politif die staatlichen Zinslasten herabzutdrücken und gleichzeitig die Staatsschuld zat verringern, läßt außer drücken und gleichzeitig die Staatsschuld zu verringern, läßt außer dem erwarten, daß das englische Zinsniveau auf längere Dauer sehr niedrig bleiben wird. Mit Sicherheit werden Amsterdam und Brüssel, wahrscheinlich auch Paris der englischen Diskontsentung folgen und bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage wird auch die Bundesreservebant von New Yort mit einiger Wahrscheinlichkeit fehr bald von 3% auf 3 Broz. heruntergehen. Damit wird sich das ausländische Geldangebot in Deutschland, wenn der Diskontsatz der Reichsbant auf 5% Pro3. bleiben würde, noch ganz bedeutend erhöhen. Der Kurs der Reichsbant würde weitere Re torde erklimmen und die Reichsbank müßte Gold über Gold faufen. So wird für die Reichsbant nichts anderes übrig bleiben, als sehr bald der neuen internationalen Diskontsentungswelle zu folgen und das wahrscheinlich noch vor dem 31. März, weil eine besonders starke Inanspruchnahme des deutschen Geldmarktes durch öffentliche Stellen zum Quartalsschluß wahrscheinlich nicht erfolgen wird. wird. Die Finanzfanierung beim Reich und den Kommunen macht sich gegenwärtig in der Tat schon ziemlich start jühlbar. Für die deutsche Wirtschaft wird man eine neue Diskontsenkung der Reichsbank willkommen heißen. Die Berliner Börse hat die Londoner Kreditverbilligung sofort mit recht beträchtlichen Kurssteigerungen beantwortet und es ist wahrscheinlich. daß der deutsche Kapitalmartti Bt von der Börse her, nachdem innen- und außenpolitisch Bertrauen und Zuversicht durch Young- Gesetze, Finanzregelung und Bolenvertrag geftärft worden find, eine Belebung erfahren wird. In der gleichen Richtung fann der für deutsche Anleihen in den legten Monaten erheblich günstiger geworbene Kapitalmarkt Ameritas wirfen, wo in New York gestern eine 20- Millionen- Dollar Anleihe des Rheinisch Westfälischen Elektrizitätsmertes aufgelegt worden ist, wenn nur Reichspost hin gegründet wurde, entfallen 32 Proz. des PoſtAuf die Autofabag, die feinerzeit mit auf Anregung der geschäfts. Der Autofabag find angeschlossen die Firmen Lorenz, Erste Berliner und Deutsche Telephonwerke( DTW.). Die Firmen beschäftigen im bloßen Bostgeschäft etwa 4600 Angestellte und Arbeiter. Davon kommen auf die Autofabag 300, auf Erste Berliner und die DIB. je 1.000 und Lorenz 2300. Bei den Firmen, mit Ausnahme von Lorenz, Ifegen die Dinge mun fo, daß die Fabrikation faft zu 100 Proz. von den Postaufträgen abhängig ist. Im Rahmen der Rationalisierung haben sie andere Fabrikationen, 3. B. die Radioindustrie mit der Zeit abgestoßen. Eine Drosselung des Postgeschäfts muß sich also unmittelbar in Entlassungen von Angestellten und Arbeitern auswirken. Man fann über die Notwendigkeit, das Reichspostgeschäft zu drosseln, streiten. Jedenfalls spricht die Tatsache, daß die Reichspost in kürzester Zeit in den Genuß der Young Anleihe tommt, nicht für die Drosselung. Sollte die Drosselung aber unbedingt notwendig sein, dann sucht sich die Reichspost ohne Zweifel den ungünstigsten Augenblid dafür aus. Ihr Vorgehen widerspricht der in den letzten Jahren immer wieder erhobenen Forderung nach einer pofitiven Konjunkturpolitif. Die Poft hätte die Möglichkeit, die Drosselung in eine fonjunkturgünstige Zeit zu verlegen. Davon hat die Reichspost aber abgesehen, vielmehr die Dinge Hals über Kopf in Bewegung gefeßt. Das Vorgehen der Reichspoft mit seiner trifenverschärfenden Wirkung, ist cin Beispiel dafür, wie man der Forderung nach einer pofitiven Ronjuntturpolitif in der Bragis nechfommnt. Die Internationale Zahlungsbank. Ein franzöfifcher Generaldirektor tönnte etwas nüßen. 11niversitätsprofessor Dr. Palgi sprach in einer Reihe port Handelstammerrotträgen über die Bonf für internationale 3ah un gen und berührte dabei ohne Schacht zu nennen auch die Stontroverse, die zwischen Dr. Schacht und den übrigen internatio nalen Rotenbanfleitern wegen der eventuellen Ernennung des fran zösischen Rotenbankdirettors Quesnay zum General. direktor der Internationalen Zahlungsbant entstanden ist. Er war der Auffassung, daß die Leitung durch einen Franzosen die Se mm. nisse der deutschen Kapitalzufuhr lodern tonne und insbesondere auch den jetzt so starten französischen Kapital martt für Deutschland fruchtbar machen könne. Diese Auffassung ist durchaus erklärlich, da das an den Reparationen und an einem sicheren Funktionieren des Transfers am stärksten intereffierte Frankreich kein Interesse an einer ungenügenden Kapitalversorgung Deutschlands haben kann. Wie werden die Schweinepreise? Eine Borberfage und eine Zäblung zum 1. März.- W'rft die Schweinefibel? Das Institut für Konjunkturforschung veröffentlicht eine Prognose des durch seine wichtigen Schweine preisuntersuchungen bes fannt gewordenen Dr. Artur Hanau über die wahrscheinliche Ente micklung der Schweinepreise in diesem und im nächsten Jahr. Danach ist für das erste Halbjahr 1930 ein deutscher Schweinepreis zu erwarten, der im großen und ganzen auf oder über der Rentabili tätsgrenze sich bewegen wird. Im vierten Vierteljahr bereits würden die Preise aber eine für den Produzenten ungünstigen Stand erreichen; ter tiefste Stand falle in das Jahr 1931. Ob diese theoretische Vorhersage eintreffen wird, bemißt sich bekanntlich nach der Bernunft der Landwirte, ob sie im Deckenlassen der Sauen, wozu die bisherigen günstigen Preise natürlich anregten, zurückhaltend sind oder nicht. Dr. Baades Schweinefibel hat den Bauern diese Bernünftigkeit ja eindringlich genug nahegelegt. Es scheint auch, als ob diese Belehrung schon ein kleines bißchen gefruchtet hätte. Nach der in Preußen zum 1. März vorgenommenen Schweinezählung ergibt sich nämlich für die Zeit vom Dezember 1929 bis März 1930 gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres ein um etwa 2 Proz. verringerter Zuwachs an unter acht Wochen alten Ferkeln, nach deren Zahl sich natürlich im Laufe von 1 bis 1½ Jahren das Angebot auf dem Schweinemarkt und damit der Schweinepreis bemessen wird. Es wird interessant sein, zu beobachten, ob die Schweinefibel Baades die theoretische Erfahrung Hanaus zu dem wünschenswerten Biel einer Stabilisierung der Schweine preife fo gieren wird. Für 40 Millionen Reparations- Bauaufträge. Das Bauunter. nehmen Bolensty und 3öllner in Berlin hat zufommen mit der Wayß und Freytag A.-G. in Frankfurt a. M. einen großen Auftrag zum Ausbau des Hafens von Dünfirchen erholten. Die Durchführung des Auftrages, der einen Wert von 40 Millionen umfaßt, wird fünf Jahre in Anspruch nehmen. Der Arbeitsamiskandal Neukölln. Die Instanzen fönnen sich nicht einigen. Genoffe Schlimme, Sefretär des ADGB. und Mitglied| Arbeitslosen schlagartig, so ist man gezwungen, burch Mietung des Geschäftsführenden Ausschusses des Arbeitsamts Neukölln, schreibt uns: Die Zustände in den Arbeitsnachweifen in Reu. tölln waren feit der Uebernahme durch die Reichsanstalt wiederholt Gegenstand der öffentlichen Kritif, ohne daß bisher eine Uenderung der unhaltbaren Zustände eingetreten ist. Ueber ben ganzen Stadtteil verteilt sind die verschiedenen Arbeitsnachweise, Büros für Berufsberatung und für die Be treuung der Arbeitslosen in Baraden, in öffentlichen Lotalen und Schuppen untergebracht. Besonders gefährlich und für die Dauer unerträglich find die Zustände in dem ehemaligen Malzschuppen in der Hermannstraße 29, in dem sich die Versicherungsabteilung für Neukölln be findet. Der Schuppen wurde im Jahre 1925 umgebaut", d. h. mit zwei rohgezimmerten Holztreppen und dünnen Gipswänden für die Abgrenzung der Büroräume versehen und dann dem öffentlichen Berkehr übergeben. In diesem Schuppen werden zur Zeit allwöchentlich 25 000 Arbeitslose abgefertigt, von völlig ungenügenden Restaurationsräumen sich notdürftig über die Situation hinwegzubringen. Sofort nach Uebernahme der Verwaltung für Arbeitsvermittlung und Arbeitslofenversicherung auf das Reich, am 1. Oftober 1928, hat der Ver waltungsausschuß des Arbeitsamts Südost versucht, diese unhalt baren Zustände zu ändern. Als die Versuche, neue Räume zu schaffen, scheiterten, an angeblichem Kapitalmangel und well Magiffrat, Bezirksamt und Reichsanstalt fich nicht einigen fonnten, nahm der Verwaltungsausschuß einstimmig eine Entschließung an, worin der Geschäftsführende Ausschuß und der Verwaltungsausschuß unter Hinweis auf die Raumnot ble weitere Berantwortung für ungehinderte und ruhige Abwicklung der Geschäfte, für Gesund heit und Leben der Arbeitslosen und der Angestellten in ben fogenannten Verwaltungsbüros ablehnten. Diese Entschließung ist allen in Betracht kommenden Stellen zugeleitet worden. Inzwischen haben eine Reihe von Besichtigungen durch Behörden vertreter stattgefunden und alle Teilnehmer waren mehr oder weniger erschroden über diese unhaltbaren Zustände. Inzwischen ist vor einigen Wochen durch offensichtliche Brandstiftung ble Barade in der Thomasstraße zum größten Teil vernichtet worden. in Räumen, die bei der leisesten Beachtung der bau- und feuer polizeilichen Vorschriften sofort gefchloffen werden müßten. Fußböden und Deden in diesem Drei- Etagen- Schuppen bestehen aus ungeschüttem Holzbelag und die Räume werden geheizt Wie es scheint, ist bei den verantwortlichen Stellen der Gedanke durch eiserne Defen, sogenannte Kanonenofen mit vielen burchgedrungen, daß Magistrat Berlin und Reichsanstalt nur durch meterlangen Abzugsrohren. Für die Angestellten, die in diesen einen Neubau diesen Zustand zu ändern vermögen. Die Mittel „ Büros" täglich von früh bis abends arbeiten und vielfach den und das Grundstück sollen bereits zur Verfügung stehen. Jedoch nicht sehr angenehmen Schmeicheleien durch die Arbeitslosen aus muß die Auseinandersetzung zwischen Reichsanstalt und Magistrat gesetzt sind, fehlen die primitivsten hygienischen Schußwegen Uebernahme der alten Gebäude aber erst noch erfolgen. vorschriften. Infolge Kohlenoxydvergiftung haben verschiedene Angestellte ihre Arbeit unterbrechen müssen, und jeder, der diese Räume betrefen muß, ist angewidert von dem Gestant, der ihm durch Desinfektionsmittel usw. entgegenströmt Wenn bisher eine Ratastrophe vermieden wurde, fo vor allem deshalb, weil nach der Uebernahme durch die Reichsanstalt eine Feuerwache eingerichtet worden ist. Auf Drängen der Ber waltung des Arbeitsgerichts ist jetzt endlich eine schmale eiserne Treppe an der Außenseite des Gebäudes für etwaige Wann aber dieser Streit erledigt sein wird, ist immer tech Geheimnis der beiden verantwortlichen Stellen. Schließlich nun aber 30 000 Arbeitslose und mehr als 300 agestellte die Objekte dieser unerfreulichen, lang wierigen Auseinandersetzungen. Sie haben einen Anspruch darauf, daß nicht länger mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit gespielt wird. Das Bezirksamt Neukölln wollte ursprünglich ein aus der Arbeit" errichten, hat aber bedauerlicherweise davon abge. fehen, weil die Reichsregelung in Aussicht stand. Das nach Bezirksamts Neukölln und der Reichsanstalt mit dem Landesarbeits amt Brandenburg. Auch die Neuköllner Arbeitslofen haben ein Recht darauf, in menfchen würdigen Räumen abgefertigt Darlehens an besagten G. unterbreitet, obwohl ich dieser nicht in einer wirtschaftlichen Notlage befand. Urd wie tommt es, daß Wehner außer dem ihm zustehenden Mantogeld von Proz des Umsages(!) noch ein Mantogeld von 124 M. zugebilligt bekam? Es mußten wohl die Unterlagen durch Abstimmung getlärt werden? Es stimmt da etwas nicht und es stinkt etwas. Statt Berhandlungen Prozesse! Verhandlungen bei der Reichsbahn endgültig abgebrochen. Drei Jahre Berhandlungsarbeit umsonst weil die Reichsbahnhauptverwaltung sich mit den Gewerkschaften in der Manteltariffrage nicht verständigen wollte! Biel Arbeit nutzlos ver. tan. Manche Hoffnung der Reichsbahnvertreter eingejargt und be. graben. Die Eisenbahner lassen aber troßdem den Kopf nicht hängen. Sie gehen jetzt vor die Arbeitsgerichte. Berschiedene bereits durchgeführte Prozesse zeigen, daß die Reichsbahn vor den Gerichten sicherlich nicht besser abschneidet, als bei einer Verständigung mit den Organisationen. Wenige Wochen, nachdem die Verhandlungen zusammengebrochen Reichsarbeitsgericht erwirft, die für sie sehr beachtliche waren, haben die Eisenbahner bereits mehrere Entscheidungen beim Borteile bringen. So hat das Reichsarbeitsgericht auf eine Klage des Einheitsverbandes entschieden, daß die Auslegungen der Hauptverwaltung in der Frage der Lohnfestsetzung für Schwerbeschädigte falsch sind. Wertstättenbüros beschäftigten Bediensteten entgegen der Ein anderes Urteil des Reichsarbeitsgerichts spricht den in den Auffassung der Hauptverwaltung den Schichtlohn zu. Obgleich dieses Urteil noch nicht endgültig ist, darf angenommen werden, daß auch hier der Tarifvertrag durch Arbeitsgerichtsurteil eine Ausfegung zugunsten der Bediensteten erfährt, die auf dem Berhandlungsmeg taum möglich gewesen wäre. den Manteltarifverhandlungen mit Geldmangel. Durch die unDie Hauptverwaltung begründet ihre ablehnende Haltung in zähligen Klagen, die jetzt die Hauptverwaltung gegen sich heraufbeschwört, werden ihre Ausgaben sicherlich nicht fleiner. Allein auch hier scheint es mit der Sparsamteit" der Reichsbahnhauptleitende Beamte und bei den Leistungszulagen für alle verwaltung genau so zu stehen wie bei den Gehältern für 287 höheren Beamten. Ungezählte Millionen gehen nach einem nicht fontroffierbaren Bunftsystem der Allgemeinheit verloren, die von den Eisenbahnern erarbeitet werden müssen. Eine solche Politik muß eines Tages Wirkungen auslösen, die der Reichsbahnleitung bestimmt eine Freude machen werden. Feuersgefahr gangbar gemacht worden. Um den Betrieb über zuholen ist aber nunmehr die Bilicht des Magistrats Berlin, bes Töpfer fordern den Siebenstundentag. haupt einigermaßen in Gang zu halten, müssen außerdem die von ber Gemeinde Neukölln übernommenen baufälligen und feuergefährlichen Kriegsbaraden in der Thomas straße und am Mittelweg benutzt werden. Steigt die Zahl der Spaltung um jeden Preis. zu werden. Einheitsapostel gibt es diesmal auch eine zweite„ rote Oppositions. lifte". Betriebsratswahlen in der Metallindustrie. Die Verfammlung fand ein vorzeitiges Ende. Zu Beginn verlangte die„ Oppofition" ein Rorreferat, es wurde ihr zugebilligt. Gestern fanden in Berlin Betriebsratswahlen statt, die fol- Das treffliche Referat des Genoffen Winguth vom DM. wurde gendes Ergebnis hatten: verhältnismäßig ruhig angehört. Cindringlich mahnte er zur Ein Schwarzkopff Berlin: Lifte der freien Gewertheit, gerade in Anbetracht der bevorstehenden Tariferneuerung. fchaften 327, Liste der Opposition" 203, Lifte der Gelben 48 Stim Dann versuchte der Korreferent, feine Rede loszuwerben. Ohne men. Es erhielten Mandate: Freie Gewerkschaftsliste im Arbeiter seinen Namen zu nennen, redete er, bis der Borsigende fich endlich rat 6, Oppositionslifte im Arbeiterrat 4. Im Jahre 1929 wurde auf durch dauerndes Läuten Gehör verschaffte und den betriebsfremden einer einheitlichen Lifte gewählt und waren im Arbeiterrat Herrn aufforderte, den Gaal zu verlassen. Aber der Abgesandte 6 Sozialdemokraten und 4 Mitglieder der KPD. bzw. Sympathie Mostaus meigerte fich, dem nachzukommen, und so wurde die Ber. fierende." fammlung turzerhand geschlossen. Die paar Dußend Oppositionsleute tagten dann unter sich weiter. Astania Werte: 2bgegebene Stimmen 418. Die Liste der Opposition" erhielt 229 Stimmen und 5 Mitglieder im Arbeiterrat, die Liste der Freien Gewerkschaften erhielt 158 Stimmen und 3 Mitglieder im Arbeiterrat. Auch hier wurde zum ersten Male auf getrennten Listen gewählt. Früher waren im Arbeiterrat nur Mitglieder der KP D. bzw. ,, Sympathisierende". Syndra Werke: Abgegebene Stimmen 391. Es erhielten ㄓ Stim en: die Liste der freien Gewertschaften 216, 5 Mitglieder im Arbeiterrat, die Liste der Oppofition" 162 und 3 Mit glieber im Arbeiterrat. Ein Vergleich mit den vorhergehenden Jahren ist nicht festzustellen. * Aus diesen Ergebnissen ist besonders das der Astania erte interessant. Obwohl die Kommunisten dort so vollständig die Belegschaft beherrschten, daß nur eine rein fommunistische Liste aufgestellt und demnach gewählt wurde, z wang die Leitung der KPD. ihre Mitglieder, sich von den Organisierten zu trennen und eine antigewerkschaftliche Liste aufzustellen. Selbst wer der Meinung ist. daß tommunistische Betriebsräte revolutionärer find als sozialdemokratische, muß eine derartige Tattit verurteilen. Der KPD. tommt es aber nicht auf den Kampf gegen das Unternehmertum an. Der verschwindet völlig. Für sie fommt es ausschließlich auf den Kampf gegen die Sozialfaschisten" an. Daher Spaltung der Arbeiter um jeden Preis, selbst um die Schwächung der Position der KBD. Worauf sie stolz find! Und was für sie nicht maßgebend ift. Zu der Wahl bei Schwarzkopff, deren Ergebnis wir oben mitteilen, veröffentlichte das Organ der Somjetbotschaft( ,, veröffent Lichte" ist vielleicht etwas übertrieben, denn gerichtsnotorisch hat die Rote Fahne" noch teine 20 000 Abonnenten) eine Zuſchrift eines Gläubigen. Daraus hebt das Blatt folgendes Bekenntnis in Fett bruck hervor: Jawohl, wir sind stolz darauf, ein festes Band zwischen den organisierten und unorganisierten Kollegen gefchaffen zu haben. Für uns Schwarzkopff- Arbeiter ist nicht maßgebend das mitgliedsbuch des DMV... Es ist ftar: Wenn man das Mitgliedsbuch der Gewerkschaft nicht für maßgebend hält, dann ist man stolz darauf, ein 11 n= organisierter zu sein. Früher fand man eine derartige Gefinnung nur bei den Gelben. Heute nennen sie sich., repoIutionäre Inorganisierte". Sonst hat sich freilich nichts geändert. Rote" Kandidaten. Bei der R Frifter A.-G., Oberschöneweide. In einer start besuchten Bersammlung am 18. März beschäftigte fich die Belegschaft der Firma R. Frister 2 G. Oberschöneweibe, mit der Wahl zum Betriebsrat am 24. März. Es ist das erste mal, daß gewählt werden muß, da bisher nur eine frei gewertihaftliche Liste porlag. Auf Befehl der Mostauer Etwas noch über die rote Lift e. Da findet man feinen, der schon irgendwo die Intereffen der Arbeiterschaft wahrgenommen hätte. In ihrem Flugblatt tritt die Opposition für den Siebenstundentag ein. Einer der roten Kandidaten schiebt je de oche neun leberstunden. Ein anderer spielt öfter noch Rellner. Ein britter hilft Sonnabends, weil da schon um 1 Uhr Schluß ift. bei einem Marttschlächter aus. Die Arbeiterschaft wird hoffentlich diesen Moskauern am 24. März die einzig richtige Antwort geben und geschlossen für die Biste 1 stimmen. Ein oppofitionetter" Betriebsrat. Es ftimmt etwas nicht. Der Borsigende des tommunistischen Arbeiterrats der Gummifabrit Kübler u. Co. schreibt uns zu unserer Notiz vom 13. März folgende Berichtigung": ,, Es ist nicht zutreffend, daß der Arbeiterrat der Gummifabrit treibt. Wahr ist, daß auf Drängen der Belegschaff der Vorsitzende von Kübler u. Co. in Reinickendorf- West Kohlen geschäfte bedes Betriebsrats, Wehner, die Besorgung der Kohlen ohne irgendwelchen eigenen Vorteil für sich dabei übernommen hat. Es ist nicht wahr, daß am 13. oder 16. Dezember alle Arbeiter ihre Kohlen an Wehnert bezahlt hatten. Die Abzahlungen gingen vielmehr bis in die zweite Hälfte des Januar hinein. Es ist nicht wahr, daß die Brennstoff- A.- G, am 5. März Mehner gemahnt hat. Bahr ist, daß die Abrechnung von Wehner ohne jede Mahnung vorgenommen wurde. Es ist nicht wahr. daß noch ein Rest von 177 Mart besteht. Laut Schreiben der Brennstoff- 2.- G. an ben Betriebsrat ist auch diefer Reft bereits am 12. März durch Abstimmung der beiderfeitigen Unterlagen geflärt und beglichen worden, Es ist nicht wahr, daß die Kantine von einem rein fommunistischen Ausschuß verwaltet wird. Wahr ift. daß an der Spike der Kantinentommiffion ein nicht tommunistisder faufmännischer Angestellter steht, der Wehner nach einer Kaffenprüfung am 8. März 1930 ausdrücklich Entlastung erteilt hat." * Danach hat nach seinem eigenen Geständnis der tüchtige Kommuniit Wehner im Januar bereits den gesamten Betrag in Händen gehabt, aber erst zwei Monate später abgeführt und zwar nach dem die Mahnung ergangen ist, nicht an Wehner persönlich, sondern an den Lohnbuchhalter der Firma, und nach dem die Befenfchaftsverfammlung vom 11. März sich mit diesen höchft mert. würdigen Dingen befaßt hatte. Die Rantinengesichte ist noch viel dunkler An der Ein Gewerbe, das vom Fortschritt bedrängt ist. Zu den Berufen, die für einen jungen Menschen die schlechtesten Aussichten bieten, gehört in Berlin zweifellos der Töpferberuf. Ob wohl gegen die Bentralheizung berechtigte wirtschaftliche und hygienische Einwände erhoben werden, wird die Ofenheizung doch mehr und mehr verdrängt. Der Fachgruppenleiter der Berliner Töpfer, Dreher, stellte diese für das Töpfergewerbe sehr bedauer. fiche Tatsache in der Jahresgeneralversammlung dieser Fachgruppe am Mittwoch an genauen statistischen Erhebungen feft. Aus dieser Feststellung erklärt sich auch die große ArbeitsTofigteit im Berliner Töpfergewerbe, die im Jahresdurchschnitt 1929 39,2 Proz. betrug. Keine Arbeitslosigkeit war lediglich in den Monaten September bis November vorhanden, wo noch auswärtige Töpfergesellen in Berlin Arbeit fanden. Angesichts dieser tataStrophalen Lage des Töpfergewerbes war es ganz selbstverständlich, daß in der Bersammlung die Frage der Arbeitszeit ausgiebig be handelt wurde. Ausnahmslos wurde die Auffassung vertreten, daß die laut Tarif für die Wintermonate vorgesehene siebenstün= dige Arbeitszeit auch weiterhin beibehalten werden müßte, um für die arbeitslosen Töpfer Arbeits zur Zeit etwa 700 möglichkeiten zu schaffen. Die Fachgruppenleitung, die ohne Dis fussion über ihre Tätigkeit im Vorjahre einstimmig wiedergewählt wurde, erhielt den Auftrag, fofort mit den Unternehmern in Ber handlungen zu treten, um eine generelle Serablegung ber tariflichen achtstündigen Arbeitszeit um eine Stunde herbeizuführen. Proteststreif auf Kuba. Havanna, 20. März.( Eigenbericht.) Auf Kuba veranstalteten am Donnerstag 250 000 organisierte Arbeiter einen 24stündigen Generalstreit. Der Strei! galt in erster Linie der mangelhaften Initiative der Regierung gegen die Arbeitslosigkeit und ihren Bestrebungen, die Gewertschaften zu zertrümmern. Von dem General ftreit waren lediglich die Eisenbahner und die Elektroarbeiter ausgenommen. Der Streit verlief ruhig. Achtung, graphische Silfsarbeiter! Montag, 12 Uhr, Bersammlung aller erwerbslofen Tactelgenoffen im Lotal Laubahn, Luisenuser 52. Genosse R. Dreffel spricht über: Das Erwerbslofenproblem". Barteibud) als Ausweis mitbringen. Rahlreichen Befuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Sente, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Norbring: Jugend heim, Echule Eonnenburger Str. 20. Mufit und Lieberabend. Hermannplag: Gruppenheim Eanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. Vor trag: Die wirtschaftlichen Urfachen der 48er- Revolution". Cüben, Süb. westen: Gruppenheim Waffertorfte, 9, v. pt. Vortrag: Moderner Kapitalis mus". Charlottenburg: Jugendheim Spreestr 30. Blederabend. Wir wollen nette Bieber lernen. Rempelinplak: Jugendheim Turiner Cde Geeftraße ( Eingang Suriner Straße), Dart de Cagen und Spielten. Webbing: Gruppenheim, Echule Pont. Ede Wiesenstraße. Lichtbildervortrag:„ Großstadt". von Baul Simmel. Juaenderuppe des Zentralverbandes der Anaeffellten Seute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen ftatt: Oberfpree: Jugendheim Laufener Eit. 2. Berufskundliche Arbeitsgemeinfdaft: Moderne Reklame". Steferent: Seina Mann, Röpenid: Jugendheim Fahl wiger Str. 15( Gasanstalt am Bahnhof Köpenid). Bor'rag: Jack London". Referent: Wilhelm Lewinski. Südwest: Jugendheim Nordstr. 11( 2. Soi, Buergeb. 1 Treppe. Simmer 5). Portrag:„ Attienfurs, o'pibenbe und tiefere Bedeutung". Seferent: Christian Mähl. Ab 20 Uhr Berufstundliche Arbei sacmeinfdaft der Jugendbezirke Neukölln und Urban im Suoendheim Neutölln, Bihmische Gle. 1-4, und der Jugendbezirke Often und Lichtenberg im Jugendheim Edarnweberftr. 29, Rimmer 1. Spike der Kantinentommiſſion steht nicht der Rechnungsprüfer, Wenu Schmerzen. sondern der Boriihende ber fonit rein fommunistischen Ran tinentommiffion. Und der heißt ehner. Es ist richtig, daß bie Belege mit dem Raffaninhalt übereinftimmten. Stimmten die Belege aber? Das fonnte der Prüfer den Belegen nicht an. fehen. So fonnte er zum Beliniel nicht wiffen, daß ut. a fi unter den Belenen eine Quittung fiber ein Darlehen an den Arbeiter S. befand, der ein folches nicht beantragt hatte. Die Brüfung fand am 8. März statt. 2m 17. März. als die Geschichte zu ftinten begann, wurde bem Arbeiterrat ein Antrag auf Gewährung eines Togal- Tabletten! Togal Tabletten find ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, köllungskrankhellen. St. notar. Benatia. anerkennen über Gicht, Ischias, Crippe, Nerven- u. Kopfschmers, Er5000 rgte, darunter viele bedeutende Professoren die gute Wirkung des Togall Steine unliebiamen Nachwirkungen! Entfernt die Harn säurel Ein Verfuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen apothelen 6 1.40.046 Chin. 12.6 Lith. 74,3 Acid, acet, sal. ad 100 Amy Freitag 21. März 1930 Boris Pilnjak: Unterhaltung und Wissen Der Cafedgi Abdul- Hamids Im Café ist es schimmlig und still. Auf dem Marmorbrett, das eine Bank ersetzt, figt von einem Dutzend Katzen umringt, der Cafetier Ibrahim Nafis, ein Greis mit Bogelaugen. Der Marmorboden des Cafés ist mit altgriechischen Schriftzügen bedeckt, ben Resten der byzantinischen Zeit. Die Bogelaugen des Greises tränen, und sein Bart ist verfilzt. Sein schwarzer Schlafrod ist schlecht ge. fchloffen und glänzt fettig. Türkei, Stambul, Bab- a- Ali- die Straße der hohen Pforte| Badischah und achteten darauf, daß die Frau den Sohn Allahs nicht In einem namenlosen Gäßchen, in dem taum zwei Ochsen an- berühre. Und die Frauen versteckten die Hände vor dem Sultan, einander vorbeigehen fönnen, befindet sich ein kleines Café, sehr während er sie lieblofte. Die Aerzte und die Schneider heilten ihn schmuzig, von Schimmel-, Kaffee- und Rosenölgeruch durchdrungen. und nähten für ihn auf den Blic", da sie sich ihm nicht nähern Es ist sehr still hier. Ich biege in das Gäßchen ein, gehe durch die durften. Dieser Mensch hatte Angst, vergiftet zu werden er hatte Gerüche von Kupfer, Pfirsichen, gegerbtem Leder, Olivenöl und ein chemisches Laboratorium eingerichtet, um die Nahrungsmittel zu frischer Farbe. untersuchen und wurde ein bedeutender Chemifer, ein Kenner der organischen Chemie. Dieser Mensch hatte Angst vor Dynamit und fürchtete darum die Elektrizität, der er„ Dynamo" von dem Wort Dynamit" ableitete. Unter feiner Regierung waren in Stambul elektrische Beleuchtung und Telephon verboten. Der Mann liebte Gesang, Musik und Theater und die besten europäischen Sänger, Mufiter und Schauspieler spielten vor ihm und seinem Harem, wo er über tausend Frauen hatte. Er schrieb ein Buch über den Islam, aus dem alle gelehrten Islamforscher zitieren. Dieser Mann starb in der Abgeschiedenheit des Beilerhei- Serails im Jahre 1911. Dieser Mensch litt an allen Krankheiten der Menschheit und heilte sich von allen durch Feuer, weil im Koran steht: Das Feuer reinigt alles". Das Leben dieses Menschen ist von Geheimnissen umhüllt, und niemand weiß etwas Bestimmtes von diesem furchtbaren Vertreter der Menschheit, der in Blut, Gebeten und Harem gelebt hat. Diefer Mensch trant bis zu fiebenzig Taffen Kaffee am Tag. Er trant ständig Kaffeeim Harem, im Bart, bei den großen Emp fängen und auch in tiefer Nacht, wenn er Angstanfälle hatte. Und sein ganzes Leben lang hatte er nur den einen Cafedgi, der sein ganzes Leben zwei Schritte von dem Sultan mit seinem Mangal und seinem Kaffeetöpfchen verbrachte, um dem Sultan jede Minute Kaffee zu fochen. Das war Ibrahim Nafis, der jetzt das Café in dem namenlosen Gäßchen eröffnet hatte. Hier, auf diefem armseligen Marmortischchen, gibt es den besten Kaffee der Türkei, also den besten der Welt. Aber das ist nicht die Hauptsache. Ich blicke in diese Bogelaugen. Sie sind tot. Aber der Greis ist zu rüstig für seine Jahre. Er grüßt mit dem alttürkischen Gruß, indem er die Hand an die Erde, an das Herz, an die Lippen und an die Stirn legt und beugt sich dann über seinen Mangal, um eine Taffe dicken Kaffeefaß zu fochen. Sein Name ist Ibrahim Nafis. Hier berührt uns das härteste, dunkelste Mittelalter. Erst vor achtzehn Jahren ist der grausamste mittelalterlichste Herrscher vom türkischen Throne gestürzt worden, Abdul Hamid II, der dreißig Jahre an den Ufern des Bosporus despotisch regierte, der über die Leichen seiner Vorgänger auf den Thron tam, alle seine Verwandten erstechen ließ, feinen Ontel Abdul- Asis ermordet hatte, alle seine Brüder, den jüngeren Is- Eddin und den älteren Mürad lebenslänglich eingefertert hielt. Dieser Mann hatte feinen eigenen Sohn zwanzig Jahre lang im Gefängnis gehalten, bis er erblindete. Diefer Mann, der nie etwas befahl, sondern alles Allah überließ. Er hatte eine Lieblingsfrau, eine Tscherkessin, eine von den tausend Frauen, und hatte von ihr eine geliebte Tochter. Das Mädchen spielte mit Streichhölzern, tam damit dem Kleid zu nahe, es ging in Flammen auf, und das Mädchen verbrannte. In seinem Leid fagte Abdul Hamid: Oh Allah, wenn meine Frau ebenso gelitten hätte, wie meine Tochter!" und die Kastraten packten die Frau, schleppten fie auf den Hof des Schloffes vor die Fenster des Padischahs, übergossen fie mit Betroleum und zündeten sie an. Der Sultan stand am Fenster und weinte. Das Leben dieses Menschen ist von Geheimniffen umgeben; feine Zeitgenoffen sterben aus, und die Geschichte weiß nichts genaues. Abdul Hamid beschloß sein Leben, nach türkischer Sitte, in der Berbannung, nachdem er 1909 von den Jungtürfen gestürzt murde. Dieser Mensch antwortete während feiner Regierung auf das Telegramm feines Botschafters in England, daß Gladstone der Hohen Pforte ein Ultimatum gestellt hatte und im Falle einer Verzögerung der Antwort mit einem Kriegszug drohe mit einem telegraphischen Befeht: der Botschafter möge englische Vollblutrenner für den Mar stall des Sultans faufen und sich damit zu allererst abgeben. Die Minister dieses Mannes mußten ihre Berichte mit reinem Herzen und nachten, hochgehobenen Händen machen. Einer der Minister hatte während des Berichtes in die Tasche gegriffen, um ein wich tiges Papier herauszuholen und Abdul Hamid tötete den Minister auf der Stelle durch einen Revolverschuß. Niemand durfte den Körper des Padischahs berühren- Badischah liebte es, feine Zeit in feinem Harem zu verbringen. Die Eunuchen brachten die Frauen zum " Ich blickte auf den schwarzen Schlafrod des Greises. Geine Augen find tot, aber ich tenne seine Geschichte. Mein Begleiter verbeugt sich vor ihm bis zum Boden. Der Greis bringt uns den Kaffee. Ich weiß, daß er fehr redselig ist. Mein Begleiter übersetzte mir feine Worte. Und ich bitte meinen Begleiter immer und immer wieder:„ Ach bitte, sprechen Sie mit ihm, versuchen Sie die Rede auf Abdul Hamid zu bringen." Aber mein Begleiter antwortet mir hoffnungslos: " Darüber schweigt dieser Greis sich aus." Mein Begleiter spricht mit Ehrerbietung. Ich lese auf seinem Gesicht alle Lift, all seine Schliche. Ich mache alle möglichen Gesten. Ich habe diesem Bettler schon viele Sachen geschenkt, um ihn zu bestechen. Er ist alt und muß auf die Angel gehen feine Erinne rungen austramen. Aber die Augen des Alten find hart, sie hören auf zu tränen, und er streckt seinen hundertjährigen Rücken gerade. Mein Begleiter überlegt mir die Antwort des Greifes, diefelbe, die ich schon viele Male gehört habe. Er war ein Diener seines Badischahs, und er wird seinem Herrn bis zum Grabe treu sein." Ich begreife es und beweise, daß es Barbarei ist, der Geschichte das zu rauben, was er weiß und der Geschichte geben könnte. Zum Beispiel, auf welche Weise Abdul Hamid auf den Gedanken gekommen ist, bie englische Note mit dem Befehl, Rennpferde zu faufen, zu beantworten, und die Engländer auf diese Weise zu verblüffen. Ich war ein Diener meines Babischahs und alles, was ich von meinem Herrn weiß, wird mit mir sterben." Das ist alles, was der Greis antwortet. Seine Augen sind voll Leben. ( Uebertragen von M. Charo I.) Die Entdeckung des Neptun Eine der wichtigsten aftronomischen Entdeckungen war die des Neptun, bie Rnut Lundmart, ber Direktor der Sternwarte au gunb, in feinem hochintereffanten Buch Das Leben auf an. erfcheinen wird, schildert. Die nachfolgenden Zeilen, die wir mit Ge bezen Sternen, bas bemnächst bet. A. Brodhaus, Leipzig, Sarvarb- S'ernwarte von der Entdeckung eines neuen Blaneten be. nehmigung des Berlages bringen, bürften jekt, da die amerikanische richtet, nana besonders intereffieren. 4 Platten müssen, damit sie robe und gelbe Strahlung wiedergeben, bestimmten Färbungsprozessen unterworfen werden. Diese ,, Senfibili fierung" macht die Platten gerade für Strahlung von dem Wellen Maße empfindlich. Die Schwärzung der Platte an den fraglichen längenbereich, der den Chlorophyllbanden entspricht, im höchsten Stellen dürfte daher tells vom Licht des Planeten hervorgerufen, teils von der Färbung bedingt sein. Jedenfalls ist es höchst zweifelhaft, ob sich in den Banden tatsächlich das Borhandensein von Chlorophyll verrät; es hat mehr wahrscheinlichkeit für sich, daß eine durch rein photographische Verhältnisse hervorgerufene Täuschung vorliegt. Man erkennt aus alledem, wie schwer in diesen verwickelten Fragen fichere Ergebnisse zu gewinnen sind. Neuere Beobachtungen über die Spektra der äußersten Planeten liegen nicht vor. Beim heutigen Stand der Untersuchungen fann man also nur fagen, daß die aufsehenerregende Entdeckung organischen Lebens in den Atmosphären der beiden sonnenfernsten Wandler noch keine Bestätigung gefunden hat. Da die Riefenplaneten wahrscheinlich teine feste Oberfläche haben, tönnen sie dem organischen Leben schwerlich eine Heimstätte bieten. Ganz unmöglich ist das vielleicht richt. Aber jedenfalls ist ben uns befannten Lebensformen die Entwicklung vollständig fremd, die das Leben auf Planeten nehmen müßte, deren Organismen überhaupt feine Ruhelage gewinnen tönnten, wenn ihr spezifisches Gewicht nicht mit dem ihrer Umwelt übereinstimmte. Bir müssen es uns versagen, einem Problem nachzugehen, das in folchem Maß Die Phantasie herausfordert. Die Entdeckungsgeschichte des äußersten Planeten, bes Neptun, ist bekanntlich eins der glänzendften Kapitel in den Annalen der Astronomie. Man hatte bei Uranus geringe Abweichungen von der Bahn im Raum festgestellt, die er hätte einhalten müssen, wenn fein noch entfernterer Planet durch seine Anziehungskraft auf seine Bewegung einwirfte. Aus diesen kleinen Störungen berechneten Adams und Leverrier gleichzeitig, doch unabhängig voneinander, wo man den Störenfried am Himmel zu suchen hätte. Die verwickelten Rechnungen wurden so genau durchgeführt, daß man das ansehnliche, bis dahin unbekannte Mitglied des Sonnensystems sehr nahe an dem berechneten Ort fand. Man kann sich schwerlich einen größeren Triumph des des Newtonschen Gravitationsgefezes oder einen fchlagenderen Beweis für die Richtigkeit der aus ihm abgeleiteten Methoden zur Berechnung der gegenseitigen Einwirkungen der Blaneten auf ihre Bewegungen vorstellen! Die Entdeckung des Neptun hat sicher wesentlich dazu beigetragen, daß die Hochachtung vor der astronomischen Wissenschaft und das Interesse für sie unter geistig regiamen Menschen so weit verbreitet ist. Uranus und Neptun befizen ein großes Rückstrahlungsvermögen. Wir haben daher allen Grund zu der Annahme, daß wir auch bei ihnen nur die wolfige atmosphärische Hülle sehen. Spektralanalytische Untersuchungen von Lomell und Slipher zeigen, daß die Atmosphären beider Planeten gens anders zusammengesetzt sein müssen als die der Erde. Die Spettra enthalten fräftige Absorptionsbanden, aus deren Lage zwei Botaniter, Beijerind und Timirjaffew, auf die Möglichkeit des Bor tommens von Chlorophyll in den Atmosphären schlossen. Man müßte es zum mindesten als sensationell bezeichnen, wenn auf den äußersten Planeten dieser für das organische Leben charakteristische Stoff vertäme, der unter der Einwirkung des Lichtes in pflanzlichem Gewebe entsteht. Sollte sich die Annahme als richtig erweisen, fo wäre das ein schlüssiger Beweis dafür, daß es auf fenen Welt törpern lebende Organismen gibt. Wir hätten es dann mit einer Art Luftplantton" zu tun, mit einer Welt batterienartiger Wesen, Der elektrische Eisbrecher. Schweden baut mit einem Soften die in unerhörten Scharen in den Atmosphären des Uranus und des aufwand von 3,5 mill. Mart einen dieselelektrischen Eisbrecher, Neptun umherschweben. Indes haben die Arbeiten des russischen der zugleich Flugzeugmutterschiff sein soll. Das Schiff wird der Forschers Artischowsti es zweifelhaft gemacht, ob die erwähnten schwedischen und auch der internationalen Schiffahrt in Notfällen Banden wirklich von Chlorophyll herrühren. Photographische dienen und auch zu selbständigen Forschungen verwendet werden. I Die Riefenplaneten haben große Trabanten, die veilleicht eher als Heimstätten des Lebens dienen fönnten als die Planeten felbft. Jupiter wird von neun Monden umfreist, Saturn hat zehn, Uranus pier und Neptun einen. Daß wir bei den beiden äußersten Bia. neten nicht mehr Monde fennen. beruht möglicherweise nur auf den neten nicht mehr Monde fennen. beruht möglicherweise nur auf den Schwierigkeiten, die ihre größere Entfernung der Forschung bereitet. Bon den neun Jupitermonden fämen als Lebensträger nur der britte und vierte in Frage. Ihre Durchmesser betragen 5200 Kilo. meter. Sie sind demnach größer als Merfur. Die übrigen Satelliten Jupiters dürften zu fein fein, als daß sie eine aus reichende Atmosphäre befizen tönnten. Beilage des Borwärts Irrpfade des Gedächtnisses Wenn man auch bereits befriedigende Anschauungen über die Art des Sehens und Hörens beim Menschen sowie über die Zusammenarbeit des Zentralnervensystems mit den Muskeln und einzelnen Organen befißt, so ist doch ein Geblet menschlicher Tätigkeit, und zwar das wichtigste und interessantefte noch immer in Dunkel gehüllt. Das ist das Reich des Gedächtnisses, durch das der Mensch erst zum Menschen wird, ohne das er unter das am tiefften stehende Tier herabfinten würde. Soviel man auch darüber nachgedacht und geforscht hat, so ist man doch noch zu feiner irgendwie brauchbaren Theorie über diese Vorgänge gekommen. Doch die Wissenschaft läßt sich nicht entmutigen, und wenn sie die normale Funktion nicht erklären kann, dann hat sie schon oft wertvolle Aufschlüsse aus den frankhaften Abirrungen und Veränderungen erhalten. So hat man denn in neuester Zeit den Jrrpfaden des Gedächtnisses" besondere Aufmerksamkeit zugewendet und aus diefem dem Psychiater wohlbekannten, aber auch im Alltagsleben durchaus nicht fehlenden Erscheinungen eine ungefähre Vorstellung von der Arbeit des Gedächtnisses gewonnen. Man kann sich das menschliche Gedächtnis etwa unter dem Bilde einer riesigen Sammlung von Filmbildern denken, die in einer forgfältigen Ordnung liegen, aber gelegentlich doch in Berwirrung geraten. Plötzlich verschwinden einige Meter aus dem Ablauf einer bestimmten Bilderreihe; dann hat man auf einmal etmas völlig vergessen; es ist aber auch möglich, daß das Umgekehrte eintritt, daß Szenen und Ereignisse, die niemals geschehen sind, unter die Gedächtnisbilder gemischt werden, wie wenn Teile eines anderen Films in eine bestimmte Filmhandlung hineingerieten. Eine Er scheinung, die immer wieder beobachtet wird und die stets die größte Verwunderung erregt, ist die, daß man, wenn man an einen Ort kommt, an dem man noch nie gewesen ist, oder wenn man jemanden trifft, dem man noch nie begegnet, plötzlich das Gefühl hat: hier bist du schon einmal gewesen, oder: den Menschen hast du schon einmal ganz gemiß gesehen! Wahrscheinlich spielt hierbei das Bewußt werden von Gedächtnisbildern, die früher einmal unbewußt aufgenommen waren, eine wichtige Rolle. So erzählt der englische Psychologe Dr. William B. Carpenter von einem englischen Geistlichen, der einen Ausflug nach einem Schloß machte, das er noch nie vorher besucht hatte. Und als er vor dem Eingangstor stand, hatte er plötzlich dos lebhafte Gefühl, das alles schon vorher gesehen zu haben; ja er erinnerte sich sogar an eine Menschengruppe, die auf den Zinnen des Tores stand, und an einige Esel darunter. Das Erlebnis beunruhigte ihn so, daß er den Dingen weiter nachforschte, und er stellte feft, baß er als Kind von 18 Monaten tatsächlich auf einem Familienausflug nach dem Schloß gekommen war, daß einige Teilnehmer, die auf Gieln ritten, Diese vor dem Tor zurückließen und sich selbst auf die Zinnen begaben, während das Baby mit seiner wärterin un'en zurückgelassen wurde. Der damals unbewußt aufgenommene Eindruck wurde durch das Wiedersehen in das Bereich des Bewußtseins emporgehoben. Solche bei normalen Menschen nicht seltenen Borstellungen fönnen allerdings auch ins Krankhafte ausarten, wie z. B. bei einem Geistestranten, der die fire Idee hatte, daß jedes Ereignis, das er erlebte, genau ein Jahr vorher schon passiert sei, er geriet z. B., als eine feiner Schwestern heiratete, in große Aufregung und versicherte steif und fest, er habe ihrer Hochzeit genau vor einem Jahre beigewohnt. Die Fälle von Gebächtnisverlust find in letzter Zeit vielfach beobachtet worden, und immer wieder wird von Personen berichtet, die in Großstädten umherirrend aufgefunden wurden, weil sie alles über ihre Persönlichkeit und ihre Vergangenheit vergessen haben. Wie frankhaftes Bergessen, gibt es ein frankhaftes Sicherinnern. Der Psychiater Dr. Aaron Rosanoff erzählt z. B. von einem Fall, in dem ein Patient fest davon überzeugt war, daß er vor vier oder fünf Jahrhunderten an dein Bau einer großen Kathedrale beteiligt gewesen sei, und der ganz ausführlich die Handgriffe und Gewohnheiten der Maurer und anderen Arbeiter beschrieb. Mit solchen falschen Erinnerungsbildern hängt das frankhafte Lügen" zusammen, bei dem Menschen steif und fest Dinge behaupten und erzählen, die sich niemals ereignet haben, von deren Wirklichkeit fie aber überzeugt sind. Diese krankhaften Lügner sind von den Lügengenies, wie Münchhausen, scharf zu unterscheiden, denn der virtuose Lügner weiß genau, daß er schwindelt. Beim ,, Jägerlatein" mögen allerdings die Grenzen zwischen bewußter und unbewußter die Gedächtnisvorgänge aus elektrischen Impulsen innerhalb der unwahrheit häufig verwischt sein. Amerikanische Psychologen haben Nervenzellen zu erffären gesucht. Wie man ja überhaupt die Arbeit des Nervensystems mit dem der Telegraphie oder Telephonie verglichen hat, so läßt sich denken, daß durch irgendeine fehlerhafte Anlage in der Leitung gewisse Störungen hervorgerufen werden und so jene Jrrpfabe des Gedächtnisses" entstehen, die in ihrem absonderlichen Zidzad ein jähes Licht auf den natürlichen Berlauf werfen. Neues von den Lebensftrahlen" Neuerdings beschäftigt sich die Wissenschaft mit einem Problem, das im wesentlichen zuerst von dem ruffischen Biologen Gurwitsch entdeckt wurde und das geeignet erscheint, unsere Grundanschauungen über die Vorgänge im Reiche des Lebendigen bedeutend umzugestalten. Es handelt sich um die Beobachtung, daß eme ganze Anzahl lebender Organismen aus ihren Geweben beftimmte Sirahlen entfenden, die die Fähigkeit haben, die Bellen eines ihnen benachbarten Gewebes zu sehr erheblicher Bermehrung anzuregen, deffen Wachstum also zu fördern. Wenn dieses Strahlungsvermögen auch bis jetzt nur an verhältnismäßig wenigen Geweben sich feststellen eß, so legt doch die Tatsache, daß es eigentlich auf allen Stufen des Organischen derartige Sender" gibt. die Vermutung nahe, daß es sich hierbei um eine dem Leben ganz allgemein zukommende Grundlage aller Vorgänge handelt, die mit der 3ellteilung und dem Wachstum der Gewebe zusammenhängen. BeiIpielsweise zeigen Batterienfulturen die Strahlung ebenso gut, wie Wurzelspitzen von Zwiebeln, strömendes Blut genau so, wie junges Gehirn oder ein im Zustande der Reigung befindlicher Mustel. Auch die Zellen der Krebsgeschwüre sind in dieser Weise lebhaft tätig. Mit Rücksicht darauf, daß diese Strahlen besonders die Vermehrung der Zellen fördern, hat man thnen den Namen„ mitogenetife Strahlen" gegeben. So oft auch besonders anfänglich tyre Eriftens angezweifelt worden ist, so find die sicheren Beweise für ihr Dafeln so zahlreich, daß man daran nicht mehr zweifeln tann. Die mitogenetischen Strahlen" unterliegen außerdem aller den Gefeßen, die ihrem Wesen nach auch die anderen Strahlenarten, die wir tennen, befolgen. Sie durchbringen gewisse Stoffe, wäh rend sie von anderen zurückgehalten werden und bewegen sich mit einer gewiffen Wellenlänge vorwärts. 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Wir bitten um recht pünktliches Erscheinen. Freitag, 21. März 1930 Webbing Gesundbrunnen. Werbeabenb hente um 20 Uhr in ber weltlichen Schule, Bant. Ede Biefenstraße. Genaffe Franz Lepinsti fpzicht über:„ Warum Jungspaialisten?" Resitation, Mufit. Gruppe Süber. Seute um 20 Uhr im Jugendheim Nordstr. 11 Referat des Genoffen Gaibies über: Arbeitslofenfragen". Gäste wifommen. Gruppe Schöneberg. Haute, Freitag, pilnftlich 20 Uhr. Jugendheim Sauptfraße 15, Schwabenlandzimmer, innenpolitischer Distuffionsabend, Erscheinen aller Mitglieber unbedingt erforderlich. Achtung! Functionäre der Gruppe Schöneberg erscheinen fchon uut 19 Uhr. des Frauentages aus Deutschland und Deutschösterreich, der Schweiz und anderen Ländern. Das Titelbild zeigt die junge weibliche Ge neration, die mit fliegenden roten Fahnen marschiert. Aus dem übrien Inhalt feien noch hervorgehoben: 300 millionen", ein auf. fchlußreicher Artikel über die indischen Verfassunsglämpfe, Mister RECORD FELTÉTLIFE Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Robot, der Maschineminensch", ein Besuch bei den Flaschenmachern und ein Brief des Soldaten Schwejk, der diesmal vor dem Bezirtsgericht steht. Parteinachrichten Einsendungen für diefe Rubrik find Berlin 6 63, Lindenstraße 3, 湯 für Groß- Berlin ftets en bas Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Treppen rechts, zu richten. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Die heute, Freitag, 21. Därz, um 19 Uhr, in Schmidts Geſellſchaftshaus, Fruchtstr. 36a, stattfindende Sigung des engeren Rreisoprftandes mit ben Abteilungsleitern beginnt sehr pünktlich. 5. Kreis Friedrichshain. Die Arbeiterwohlfahrt befigtigt am Sonntag, dem 26. Mära. 10 Uhr, das Krankenhaus Friedrichshain. Es merden fämtliche Einrichtungen des Krankenhaufes unter fachmännischer Zeitung besichtigt. Die Selfer der Arbeiterwohlfahrt treffen sich um 9% Uhr vor dem Saupteingang. 11. Kreis Schöneberg. Sonntag, 23. März, 15 Uhr, findet auf bem Friedhof Blante Selle" eine Gedenkfeier an den Gräbern der Opfer bes Rapp.Putsches statt. Gebentrede: Franz Künstler, M. d. R. Treffpunkt pünktlich 15 Uhr vor dem Friedhof. Bir bitten um recht rege Beteiligung. 16. Areis Röpenid. Die Jugendweihebilletts müssen bis Freitag. 21. März abenbs, abgerechnet werden. Heute, Freitag, 21. März: 37. Att. Die neue Rinderfreundegruppe„ Martha Demning" fagt heute von 18 bis 19% Uhr im Jugendheim Tilsiter Str. 4. Parteimitglieder, Bor märts"-Refer und mit uns Snmpathifierende schicken alle Kinder in die nene Gruppe. 117. bt. Siddenberg. Achtung! Märafiez am Sonnabenb, bem 22. März( nicht mie iretimlich angegeben, am Freitag, beat 21. Mära), im Restaurant bes Stabtischen Flußbabes. Rezitationen, Sieber que Sante, tuenerische Borführungen. Feftrebe: Stadtrat Jünemann. Ein tritt nub Sanz frei. Anfang 19 Uhr. Biz bitten um redt rege Beteiligung. 123a. Abt. Raulsborf- Sib. 20 Uhr Mitgliederversammlung im total Jäger. heim, Bortrag: Respgantiation der Berliner Berwaltung. Referent: Stabtverorbueter Baul Robinson. Frauenveranstaltungen. 22. t. Bei ber Rochneranstaltung am 19. Märs in der Sochiulbrauerei bat fi ein Schirm angefunden, melder bei Krüger, Berlin. R. 65, Oft ender Str. 30-38, Seus 9. abgeholt merden tann. 128./130. t. Bautom. Beute, 19 Uhr, Besichtigung des Boffsmufeums fiz Frauenkunde", Charlottenburg, Berliner Str. 137. Die Besichtigung mind von einem Arst geleitet. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 17. Kreis Sichtenberg. Freitag, 21. ära, 19 Uhr. im Rathaus Lichtenberg. Möllendorfftr. 6. Rimmer 25, findet die Jahresversammlung der Arbeiter wohlfahrt statt. Tagesordnung: Jahresbericht und Neuwahlen der Rreisleitung. Erscheinen aller in ber Bohlfahrts- und Jugendfürforge tätigen Genoffen und Genoffinnen ift erforderlich. Besondere Einladungen ergeben nicht. 20. Rreis Reinidendorf. Alle Funktionäre, fowie Selfer der Arbeiterpohl. fahrt werden gebeten, am Montag, dem 24. Mära. 20 Uhr, im 2olal ur Mühle", am Flies, Sermsdorf, Berliner Str. 145, au erscheinen. Der wichtigen Tagesordnung megen muk jede Abteilung vertreten fein. Jungfozialisten. Gruppe Mitte. Junge Genoffen, SAJ. Mitglieder und Sportler des 1. Rreifes, beteiligt euch am Sonnabend, dem 22. Mära, um 20 Uhr, an unferer Werbeveranstaltung. Danziger Str.. 64, im Begirlsverordnetenfaal. Wir treffen uns am Sonnabend an ben Rügen 18.01, 18.31 mb 19.01 hr. Ruben Rügen 18,01 unb 19.01 Uhr ist für Jugendliche Gelegenheit, auf Fehr fchein zu fahren. Dabei ist es notwendig. eine halbe Stunde vor Abfahrt bes Ruges am Potsdamer Borortbahnhof zu sein. * Areis Rentaln. Der Treffpunkt für die Fabfahrer nach 3offen ist 16 2hr am Sohenzollernplas. Selfer aus anderen Areifen Lönnen fich anschließen. Borstandssigung am Montag, dem 24. März, 20 Uhr, Earade Ganghoferstraße. Areis Arensbera. Gruppe Bergmannstraße. Freitag, 21. Mära, 18 Uhr, Märafeier im Jugendheim Dordftr. 11. Eltern find ebenfalls eingeladen. Geburtstage, Jubiläen usw. 32. Abt. Unferem lieben Genossen Ballentin, Arautstr. 36a, bie herzlichsten Glüdmasche au seinem 60. Geburtstage.. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 27. Bt. Unfer Genoffe Guftan Bartsch, Ropenhagener Etr. 9. ift am 17. März verstorben. Ehre feinem Andenten. Cinäscherung am Freitag, dem 21. März, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. Uebermorgen fchließt Carrajani. Au lommenden Sonntag, dem 23. März. geht das fenfationelle Berliner Gastspiel Garrafanis zu Ende. Eine Perlängerung kommt nicht in Frage. Man nute nun die lekten brei Tage sum Besuch aus. Die drei lesten benonprfiellungen beginnen um 714 Uhr. Nur nach mei Nachmittagsvorstellungen mit vollwertigem Abendprogramum finden Statt: Sonnabend und Sonntag um 3 Uhr. Kinder halbe Breise auf allen Blähen von 2.20 M. aufwärts. Shr. 25jähriges Geschäftsjubiläum begebt heute die bekannte GuatemalaRaffee- Import- Firma und Kaffe- Großrösterei A. Wiatrat Nadi.. Juhaber Sugo Baumgärtner. Am 21. März 1905 von dem Konsum von Guatemala und San Salvator Antonio Wiatrak gegründet, ging die Fimta am 21. März 1919 an ben jeßigen Inhaber Herrn Sugo Baumgärtner über. Die Firma unterhielt in allen Stadtteilen Berlins filialgefchäfte und ist heute als eint gut fundiertes Unternehmen anzusprechen. spi Am 19. März verschied plötzlich in einem Sanatorium, in dem er Heilung von schwerer Krankheit suchte, unsor leitender Direktor Herr Georg Dittrich im Alter von 62 Jahren. Wir verlieren in ihm einen Vorgesetzten, der Verständnis für die soziale Lage der Arbeiterschaft hatte und dessen ausgeprägter Gerechtigkeitssinn ein dauerndes Gedenken hinterlassen wird. Die Arbeiterschaft der Schulthelẞ- Patzenhofer Brauerel Abteilung II. Am 17. März verstarb nach langem, schwerem Leiben unjere Itebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwiegermutter Friedericke Schulze geb. Lühnsdorf im 78. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an: Frau Witwe Anna. Gabriel, Bohnsdorf bei Grünau, Bahnhotftraße 56 Rektor Paul Schulze, Aten an der Elbe Emil Karg unb Fran Elisabeth, geb. Schulze, Berlin SO 36, Manteuffelftr. 77, fomie Enkel und Urenkel. Die Einäscherung findet am Sonn abend, bem 22. März, nachmittags 18( 6) Uhr, im Krematorium Baum faulenmeg, Riefholaftraße, ftatt. Am 19. März verstarb nach langem Krankenlager meine treue Frau, unsere liebe Mutter. Schwieger- u Großmutter, Schwägerin und Tante, Frau Ida Feller im Alter von 59 Jahren. Um stilles Beileid bittet Familie Paul Feller, Neukölln, Idealpassage Einäscherung: Sonnabend, 22. März, nachm 1, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Zur Möbel- Ausverkauf wegen Lageraufgabe. Neuzeitliche Speise-, Herren-. 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Branchenangelegenheiten und Ber schiedenes. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Das Ericheinen aller Kollegen ist un bedingt notwendig. Ausgesteuerte und nichtbezugsberechtigte Mitglieder! Dienstag, den 25. März, Mittwoch, ben 28. März, und Donnerstag, den 27. März, finden in der Seit npn 10 bis 1 Uhr zweds Einteilung der Bahltörver im Barterresoal des Berbandphauses, Schalter 15, die Eintragungen ftott Die Ortsverwaltung. 19 Rotationsvervielfältiger 25 Mk. nur Köhler& Buchloh, Friedrichstr. 48. So Commerprossen leb b So angezogen eine Freude! So angezogen- und Sie gehören zu derjenigen Klasse von Männern, die als Vorbild gelten! Glauben Sie nicht, daß Sie diese Gewißheit mit teurem Gelde erkaufen müssen- nein, nein! So hoch auch die Qualität unserer Herrenkleidung ist, soviel Mühe und Sorgfalt wir auch auf die akkurate Paßform legen, so außerordentlich niedrig sind unsere Preise! Ueberzeugen Sie sich selbst! 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