Morgenausgabe Sonnabend � W[ �»30 ÄÄÄ1S5:■ im«M W�s|R| U Auswärts 15 Pf. einschließlich 60 Pfg. PostzeiwnZS- und GH Wd) BBB|B feS0 DB HB DB* � Bsä e�B NPfg B°Itb«k!-llg-l.ühr.». MM Ih�B■ H■ Wg H W H L» W V) H H // m.°,»I»aINg. Wonpatrraejffl. «inmifmtnt&— Sit pro Monat, Ii MM VHW HMj BH HS HH BH Hm ga DM HM tO Pfennig. Ül-Nom»»U» Ü— Reich»» * i WW H HB WM HM IM �H HH �BkJg�r, mare..Kleine«u�-fo-->- dos WN I HB DB Bl HHkN. �■LVM&V WMf WH Nrncki» Morl 2i Pfennig fzulöffiz zwei Per.P-nndi�-rfcheint wochentila- WH I WM HHk �--«RS�d�H''/ �Ö*X WH WH fetig-drncki- Wort-), f-des weiiere Wor« �zn>°i--i.?S°nM�?°?SZ� U» DU. �W/ MM> JHl■>/ B>2 Pf.nmg Elellengeluch. de--.Ii. einmal, die Abendausgaben für Berlin>7 HH®0„" 15 Pt-Niiig. icbcs-neii-i? Waei und im chandel mir dem Titel.ver' �W'S llmm*. UW f 10 Pknni� Warle üb« 15 Duchflabe» Slienb-, Jllustriea» Belagen.Volk jBSSW-�~�»adlen für Zwei Wana Ard.ilsina.ll «mb 3.11- und JtinbetfromB-. Sern«.DT F*ä M. A Z.'"'.°° S-milienanz-igen 3--« esEas VSVßittSV VvNsbiM»«V» Äsnteawesav der GszialdemoLratiichen hSavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstrabe 3 � n, k» � Postscheckkomol Verlin 87536.- Bllnkkonio: Bank dkl Arbeiler. AnMelltcn Fernsprecher: Döndotl N2— 297 Tetearamm-Zldr.: Eoualdemokra, Berlin.-W»»VU»»V-eVP»»UTS»Ib. V. und Beamten. Wallstr KS Dt B u Diir.Gel. Trpoüienkalie Lindendr». Die Volkspartei in Mannheim. Vertrauenskundgebung für Scholz. ZNmlnheiw, 21. März. Der Z entralvorstant» der Deutschen Volts- Partei faßte am Freitag nachmittag folgende Entschließung: ..Der Zentralvorstand der Deutschen Bolkspartei stimmt den Ausführungen des Parteiführers und Vorsißendcn der Reichstagsfraktion(Dr. Scholz. Red.) zur politischen Loge zu. Der Zentralvorstand billigt die Beschlüsse des Reichsaus- s ch u s s e s und der Reichstagsfraktion vom 2. März und erwartet, daß die Reichstagsfraktion daran unbeirrt festhalten wird. und spricht dem Parteiführer und der Fraktion sein Per- trauen aus.' *-' Es handelt sich um den bekannten Beschluß, der nahezu den Ausbruch einer Regierungskrise erzeugt hätte, wenn nicht der Reichsfinanzminister Dr. Mslieichouer sich bei seinem Finanz Programm klugerweise mehr aus die realpolitischen Rot- wendigkeiten der Gegenwart eingestellt hätte als auf theoretische Deklamationen über das. was eine spatere Zukunft an Steuerfenkungen und dergleichen zu bringen vermag. Oas»Was" und das«.Wie*. lieber die Sitzung des Zentraloorstandes. die schon in den Rachmittagstunden beendet werden konnte, wird folgender B-iicht ausgegeben: Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen des Reiches trat heute der Zeutraloarftand der Deutschen Bolls- Partei in Mannheim zusammen. Der Vorsitzende, Reichs- minister a. D. � Dr. Scholz, erstattet« den Vericht über die politisch« Loge und erörterte dabei die großen Probleme der Zeit und Zukunft, die den Parteitag noch im besonderen beschästigen werden. Seinen mit großem Beifall oufgenoimneNen Darlegungen folgte eine eingehende Aussprache, an der sich unter anderem auch Reichssiitonzminister Dr. Moldenhauer beteiligte. Das Ergebnis der Aussprache über die Finanz- und Steuer- fragen konnte der Vorsitzende unter Zustimmung dqs ganze» Zentralvorftandes dahin zufammeniafsen. daß die Partei im Interesse des Reiches und Volkes eine Entlastung der Wirtschaft durch Steuersenkungen für unbedingt er- forderlich halte. Einigkeit bestehe in der Partei, daß diese Steuersenkungen an Senkung der öffentlichen Ausgaben ge- b un den sei und daß Reformen in der Arbeitslosen- Versicherung durchgeführt werden müsien. W i e diese Ziele im einzelnen nun zu erreichen seien, das sei Sache der hierfür besonders verantwortlichen Reichstagsfraktion der Deut- scheu Polkspartei. Die Partei begrüße in diesem notwendigen Kampfe jeden Bundesgenossen und. jede Unterstützung. von welcher Seite sie auch komme. Sollte sich heraus- stellen, daß die Fraktion trotz stärkster Bemühungen nicht das Maß von Sanierung der Wirtschaft und Finanzen durchsetzen können, das sie zu erreichen für notwendig halte, dann stehe sie vor der Frage letzter Konsequenzen. Das fei diejenige sachliche Politik, auf deren Boden sich die ganze Partei zusammenfinden müsse. Danach nahm der Zcntralvorstand einstimmig die bereits mit- geteilt« Entschließung an. Zm Zeichen der Marineflagge— ohne Gösch. INannheim. 21. März.(Eigenbericht.) Aus einem Bericht der volksparteilichen„Renen Mannheimer Zeitung', die sich über die wichtigsten Fragen in Schweigen hüllt, ergibt sich, daß Scholz beteuert habe, die außenpolitische Linie Stresemanns fortsetzen zu wollen, bis zu dem Zeitpunkt, in dem der letzte fremd« Soldat deutschen Boden verlassen habe.(Ja, und dann?? Red. d.„50.".) Mit besonderem Nachdruck habe er die Notwendigkeit unterstrichen, sich den Fragen der Ostpolitik mst mehr Interesse als bisher zuzuwenden. Sparsamkeit an alle» Orten und. wenn es notwendig sei, sogar unter Zwang, sei unerläßlich, wobei man auch vor einer Reform auf gesetzgeberischer Grundlage nicht zurückschrecken wird. Scholz � habe mit der Aufforderung geschlossen, die Lolksparte! zur Partei der wahren Rcichserneuerung zu machen und dazu Einigkeit und Geschlossenheit in den Rechen zu wahren. Während das neuerbaut« Gebäude der volksparteilichen „Mannheimer Zeitung" nur die Mannheimer Stadt- und die badischen Landesfarben zeigt, hat das Stamm Hotel' der volksparteilichen Prominenz, in dem am Freitag auch Dr. Curtius abgestiegen ist. schwarzweißrot geflaggt. Die Parteitagsabzeichen sind«benfalls in Schwarz- weißrot gehalten. Rückzug oder Gchachzug? Was bedeuten Stalins Manöver? Von pobor Garwy. Stalins Rückzug ist durch das Rundschreiben des ZK. der KPSU. an alle Parteiorganisationen bestätigt worden. Hiermit ist der berühmt gewordene Leitartikel Stalms über den„Taumel von Erfolgen" zum Gesetz erhoben. Denn im Sowjetstaate ist der P a r t c i b e f e h l, das heißt der Wille des Parteidiktators Gesetz. Die Utopie ist zum zweiten Male, wie in der Zeit des Kriegstommunismus, kläglich gescheitert. Zum zweiten Male wurde das. Rückzugssignal— damals von Lenin, jetzt von Stalin— in dem Zeitpunkt gegeben, an dem die Utopie des „integralen Kommunismus" dicht vor ihrer Vollendung zu stehen schien. Die„Nep" war in Stadt und Land so gut wie abgeschafft. Die Gesetze der Rationalokonomie schienen durch einen einfachen Befehl des Diktators aufgehoben zu fein/ der Widerstand der Bauernschaft mit dem Henkerbeil des Terrors gebrochen. Die„Sozialisierung" marschierte in märchenhaftem Tempo. Nach dem„Kriegsbericht" des Kommissariats für Landwirtschaft waren am 20. Januar d. I. 4 393 100, am 1. März bereits 14 264 300 oder 55 Proz aller Bauernwirtschaften„kollektioisiert"! Der Zahlenrausch be- täubte nicht nur die Kommunisten selbst, sondern auch viele Literaten und Politiker im Auslande, die dem kühnen Experiment in corxorv viti, an dem Leibe des russischen Volkes„mit gespanntem Interesse" zugeschaut haben. Wirt- schaftswuuder sind natürlich Im Westen unmöglich, aber im Osten... Die Enttäuschung ist nun groß. Wird sie aber Ernüchterung mit sich bringen? Das erste bolschewisti- sche Expetiment vor zehn Jahren, als„Kriegskommunismus" bekannt, hat über 5 Millionen Menschenopfer gefordert. Das zweite soeben gescheiterte Stalinsche Experiment des„inte- gralen Kommunismus" hat gleichfalls unzählige Existenzen ruiniert, ganze Volksschichten vor die Vernichtung gestellt, Taufende und aber Tausende von Hinrichtungen mit sich ge- bracht. Ist denn noch eine Wiederholung dieser Greuel der bolschewistischen Wundermachcr nötig, um die g e- schichtliche Unmöglichkeit des sofortigen Ueber- gangs zum Kommunismus im wirtschaftlich rückständigen Agrarrußland zu beweisen? Die Illusionen vergehe», die Tatsachen bleiben. Stalins Rückzug ist das Resultat nicht seiner Boraussicht, son- dern des Drucks der harten Tatsachen. Ebenso wie vor zehn Jahren Lenin seinen Rückzug nur unter dem Druck der Bauernaufstände, der Arbeiterftreiks und des Kronstadter Aufstandcs antrat, kapitulierte auch Stalin jetzt nur vor den harten Tatsachen, die die Folgen seiner 5zasardpolitik sind. Der Stalinsche Linkskurs hat sich außenpolitisch sehr ungünstig ausgewirkt. Das Außenhandelsmonopol artete zur Selbstblockade aus. Die Auslandskredite schrumpften ein. Die Konzessionspolitik endete mit einem kläglichen Fiasko. Die außenpolitische Isolierung der Sowjetmacht wurde immer größer und unerträglicher. Die oerzwcifelten Versuche, den Linkskurs nach dem Auslande zu exportieren und dort die„revolutionäre Situation" zu schaffen: sind ge- scheitert. Die Annahme des Voung-Plans nahm schließlich der Putfchtaktit der Komintern die letzten Chancen. Eine Schwenkung wurde zum Gebot der Stunde. Aber die größte Bedeutung kommt den inner» politischen Faktoren zu. Das laufende zweite Jahr des Fünfjahresplanes gilt als das„R ü ck g r a t s j a h r". Aber gerade im ersten Drittel dieses entschetdanden Wirt- schaftsjahres wurden die Pläne gesprengt. Die Fünftagewoche, der„sozialistische Wettbewerb", die„Stoßbrigaden" reichen nicht mehr aus, um die Produktivität und damit die Industrieproduktion im geplanten Tempo weiter zu steigern. Vergrößerte Ausbeutung der Arbeiter kann nicht den Mangel an Rohmaterialien, an Ausrüstung, an technischer Führung wettmachen. Der wundeste Punkt aber ist die Landwirtschaft. Gerade hier hat die„sozialistische Osfensioe" vollständig verjagt. Die Stalinsche„Agrarrevolution von oben" führte nicht zur Wiedergeburt, sonder» zur Degradation der Landwirtschaft. Es entstand die Gefahr, daß im Frühling die Felder der individuellen Bauernwirtschaften nicht bestellt würden, was «ine Ernahrungskatastrophe für Stadt und Land und Roh- stpffhungee für die Industrie bedeuten würde. Diese wirtschaftlichen Gefahren sowie die drohende Haltung der Bauernschaft und der im Grunde bäuerlichen Roten Armee scheinen die Schwenkung Stalins veranlaßt zu Die südfranzösische Katastrophe. Oer Staat versagt und die Spekulanten schieben. Paris. 2t. März.(Eigenbericht.) Ministerpräsident Tardieu hatte, als er die überschwemmten Gebiete bereiste, spontan erklärt: Der Wiederaufbau sei ein« natio- nale Pflicht, auf die betreffenden Gebiete einsn Rechtsanspruch hätten: die Nation und die Behörden seien mit den Opfern voll- kommen solidarisch. Was ist aus diesen Versprechungen geworden? Wie der ..Populaire' miitoilt, ist bisher weder von den 100 Millionen, die das Parlament bewilligt hat, noch von den 24 Millionen, die die nationale Sammlung aufgebracht hat, auch nur ein Sou in die verwüsteten Gebiete gelangt. Die lokalen Behörden stehen dem Blassenelend. der Blassenobdachlosigkeit und Erwerbslosigkeit fast hilflos gegenüber. da sie bisher allein auf die geringfügigen Hilfsmittel angewiesen waren, die die lokalen Behörden an Ort und Stelle aufgebracht haben. Zugleich tauchen wieder die üblen Korruptions- erscheinungen auf, wie seinerzeit beim Wiederaufbau der zer- störten Gebiete Nordsrantreichs. Der Generalsekretär des Sozia- list'schen Gewerkschaftsbundes(EGT.), I o u h a u x. suchte daher im Austrag des Toulouser Gewerkschaftskongresses den Ministerpräsi- dentcn auf. um bei ihm gegen die im Lalastrophengebiet immer zahlreicher anslauchenden Spekulanten zu protestieren, die den Opfern der Ueberschwemmung ihre Schadenersatzansprüche abkaufen und Prosit aus dem furchtbaren Unglück zichen wollen. Im Gegensatz zu den ersten Versprechungen Dardteus und des Präsidenten der Republik enthält der neue Gesetzentwurf üb« den SOV-Milllonen-Kredit für den Wiederaufbau nicht nur kein Wort von einem Recht der Opser auf hen Wiederaufbau ihres Besitz- tum« durch den Staat, fondern diese Verpflichtung der Regierung. die Tardieu damals so feierlich verkündete, wird ghttweg geleugnet. Löon Blum greift deshalb Tardieu im..Populaire' hektig an und stellt«inen sozalistifchen Gegenentwurf in Aussicht:„Der Regierung sei es freigestellt, ihre Gefühle von einem Tag zum anderen zu ändern. Was uns betrifst, werden wir eine größere Stabilität unserer Gesinnung beweisen.' Auch die radikale Kammersraktwu hat den Regierungscntwurs als unzulänglich und alz den gegebenen Versprechungen nicht genügend bezeichnet. I...' Oer 8oung-plan im Kammerausschuß. Oer Berichterstatter in der Klemme. Paris, 21. März.(Eigenbericht.) Die Finanzkommission der Kannner hat die Beratung über die Ratifikation des Joung-Planes begonnen. Schon zu Beginn tauchten Schwierigkeiten auf. Die Sozialisten und die Radikalelt stellten an den Berichterstatter Gignoux verschiedene Fragen über Artikel 2 und 4(Mobilisierung und damit verknüpfte Finanz- operationen). Da die Antworten des Berichterstatters die Linke nicht befriedigten, kündigte der sozialistische Abg. Vincent A u r l o l an, daß er die Zurückstellung der betreffenden beiden Artikel des Gesetzentwurfes verlangen würde. Die Auswärtige Kommission der Kammer bestimmte mst 16 Stimmen bei 15 Stimmenthaltungen der Linken zum Bericht- erstatter den reaktionären Abg. So ulier. Oie Klottenkonferenz. Voller pesstmismus. Loadou. 21. Würz.(Eigenbericht.) Der PefstnnKinus in der Flottenkonferenz ist weiter gewachsen. Außer einer Unterredung der französischen Delegierten Dmnesnil und Piätri mst dem italienischen Delegierten Grandi, von der nie- mand einen Forffchrstt erwartet«, lagen die Konf«r,nzarb«stm völlig still. Dumesnst und Plhfti sind nach der Unterredung mit Brandl nach Poris zurückgekehrt. Macdonald hatte am Freitag eine längere Unterredung nist dem König, den« über den Stand der Konferenz berichtete. haben. Dazu kam noch zweifelsohne der unsichtbare Druck der R ech t s o p p o s it i o n, die dank ihrer ausweichenden Kapitulationstaktik zum Unterschied von der Trotzkistischen Linksopposition in der Partei geblieben ist und auf ihre Stunde lauert. Ist diese Stunde schon gekommen? Die Beantwortung dieser Frage hängt von der allgemeinen Beurteilung des Sinnes und des Ausmaßes der Stalinschen Schwenkung ab. Ist es eine Kapitulation oder eine Konzession? Ist es ein Rückzug oder ein Schachzug? Bor einem frühzeitigen Optimismus muß jedenfalls gewarnt werden. Das utopistische Experiment des„intregalen Kommunismus" wird einst- weilen nicht aufgegeben. Sogar von einer Rückkehr zur Rep kann noch keine Rede sein. Die aufmerksame Prüfung des Rundschreibens des ZK. der KPSU. gibt keine Anhaltspunkte dafür, daß es sich um einen grundsätzlichen Umschwung wie beim Uebergang vom Kriegskommunismus zur Rep handelt. Eher scheint es nur eine Atempause in der Offensive. Der Ber- zicht auf die zwangsweisen Kollektivisierungsmethoden und auf die forcierte Umstellung der landwirtschaftlichen Ariels (Produktivgenossenschaften) auf das Statut der Kommunen, die Reoidierung der Listen der Entkulakisierten und ihres Wahlrechts Verlustigen, die Wiederherstellung geschlosiener Märkte und— als Konzession an die öffentliche Meinung der Welt— die Präzisierung der Bestimmungen über die Kirchenschließung und die Achtung der religiösen Gefühle der Bauern, alles dies ist zwar an sich sehr wichtig und symptomatisch, aber es ist noch nicht einmal eine Rückkehr zur Rep. Stalin hat ein Manöver gemacht. Von dem weiteren Druck der wirtschaftlichen und sozialen Faktoren wird es abhängen, ob es ihm gelingen wird, auf dem halben Wege haltzumachen, um aufs neue in die Offensive überzugehen, oder ob die Ereignisse ihm über den Kopf wachsen werden. Es scheint, daß der russische Duce den richtigen Moment zum Einlenken verpaßt hat. Die Bauernschaft, die zweimal in ihrem Glauben an die Versprechungen der Sowjetmacht („Rep im Ernst und auf die Dauer") betrogen wurde, wird kaum zum drittenmal den Bolschewisten ihr Vertrauen schenken. Der Rückzug hat begonnen: niemand kann vor- aussagen, wo er enden wird. Es ist eine Schicksalsfrage für die bolschewistische Diktatur. Der Stalinsche Linkskurs war zunächst als Fraktionsmanöver gedacht, aber er hat sich bald in einen ernsten Dauerkurs verwandelt. Die Rep hatte sich gänzlich erschöpft. Die Diktatur stand vor der Alternatwe: entweder die Rep zu erweitern und damit die kapitalistischen Elemente in Stadt und Land zu entfesseln, was unvermeidlich zu einer bürgerlichen Entartung der Diktatur geführt hätte, oder den Weg des Kriegskommunismus aufs neue zu beschreiten. Der dritte Weg— der Weg der demokratischen Liqut- dierung der Diktatur und des Verzichtes auf die utopistische Versuchspolitik-— war für die Bolschewisten verschlossen, da für sie die Machtbehauptung über allem steht. Statin wählte den Weg des Kriegskommunismus— und geriet in die Sackgasse. Sein Manöver bedeutet einen Auf» schub, aber keinen Ausgang aus der Sackgasse. Das Pendel der Diktatur macht einen Schwung nach rechts. Dann wieder nach links. Die Leidtragenden dieser Hasardpolitik sind die Bauernmassen, die Arbeiterklasse, das gesamte russische Volk._ Stalins Blui-Bilanz. Oer Kollekttv-Terror. Räch dem Zusammenbruch der Stalinschen Zwangstollektivi- sierung hört man erst jetzt, wieviel blutige Opfer diesem verfehlten Experiment gebracht worden sind. Der Vertreter der russischen Sozialisten in Amerika verösfentlicht in dem jüdischen New-Porker „Vorwärts" einen Brief, der auf geheimem Weg aus Sowjets ruhland kam und der furchtbare Tatsachen aus dem Kampf Stalins gegen die„Kulaken" schildert. Danach erließ das„Politbüro" ein Zirkularschreiben an die höheren Sowjetbeamten in der ganzen Sowjetunion, worin ihnen besohlen wurde, in ihren Bezirken sofort zu Erschießungen der reichsten Kulaken zu schreiten. Da man eine Revolte der enteigneten Bauern fürchtete, wurden die ältesten und angesehensten Bauern erschossen. Der Brief aus Sowjetrußland meldet aus sehr sicherer Quelle, daß die Zahl der Erschießungen täglich über 40 betrug: die Er- schießungen wurden ohne Gericht oder Untersuchung vorgenommen. Jetzt ziehen Scharen der heimlosen, ihrer Ernährer beraubten Bauernfamilien bettelnd durch das Land. Das Blutbad brachte die Bauernbevölkerung in eine solche Erregung, daß es schwere Zusammenstöße mit der GPU. gab. Selbst viele Kommunisten wandten sich mit Schaudern von dieser Blutpolizei ab, worauf große Reinigungsaktionen, die auch mit Erschießungen endeten, durchgeführt wurden. Jetzt hat Stalin selbst sein« Zwangskollekiivisierung aufgehoben und den Bankerott feiner Politik erklärt. Hunderte Leichen liegen auf dem verlassenen Weg. Gefangene Bauern werden freigelassen, weil dringend gebraucht. Wie der TU. aus Moskau gemeldet wird, hat am Zreilag das Präsidium des Vollzugsausschusses der sowjetrussischen Republiken einen Beschluß gefaßt, nach dem alle Bauern, die wegen Ber- stoße» gegen die Gesehe zu Gefängnisstrafen verurteilt waren, sofort freigelassen werden sollen, um beim Wiederaufbau der kollektiven Lauernwirtschast Verwendung zu finden. Räch den Weisungen des Präsidiums des Vollzugsausschusses der Sowjetunion dürfen jedoch nur die Lauern aus den Gefängnissen entlassen werden, die nicht sowjetfeindlich eingestellt sind und kein« schweren verbrechen begangen haben. Die Freilassung der Ge- sangenen ist deshalb verfügt worden, weil nicht genügend M e n s ch e n m a t e r i a l da ist. um die Beschlüsse über die Rück- gängigmachung der Auflösung der individuellen Bauernwirtschasl durchzuführen. „Sierfchlamm" und„Roch und noch!" Kommunistisches Wedding-Idyll. Die rechtskommunistische„Arbeiterpolitik", die sich fortlaufend mit den Taten der stalinistischen„Kolonne Eierschlamm" beschäftigt, meldet als neuestes Abenteuer das Folgende: „Diesmal freilich sind die Strolche an die falsche Adresse ge- raten. In dem früheren Versammlungslokal der kommunistischen Opposition im Wcdding, bei Hesse in der Wiesenstraßc, tagte gleich- zeitig der Sparverein„Noch und noch", eine Vereinigung von biederen Schlächter in ei st ern und anderen geruhsamen Spießern. Am Montag drang mm plötzlich zu Ende der„Sparer- sitzung" eine mit Stahlruten bewaffnete Schlägerkolonne durch die Fenster in das Sitzungszimmer und fiel über die Versammelten her, offenbar in der Annahme, daß es sich um eine geheime Versammlung der kommunistiischen Opposition handele. Es kam sofort zu einer wüsten Schlägerei, bei der diesmal allerdings die Kolonne„Eier- schlämm" eine unverschämte Wucht bezogen haben soll." Man möchte gern umschwenken, man wagt es aber nicht. Von dem Durcheinanderinder„Leitung" der KPD, wie sie auf die jüngste Wendung der Komintern und auf die Ekki- Kritik reagieren soll, gibt Brandlers Zeitschrift„Gegen den S t r o m" Nr. 12 vom 22. März d. I. ein anschauliches Bild. Dieser Quelle zufolge geben dl« Zentralstrategen die Parole„Kurz treten" aus. Der Gewerkschaftslciter der KPD.,- Merker, mußte sich z. B� in einer kommunistischen Fraktionssttzung der Berliner Metall- arbeiter gegen den Vorwurf verteidigen, daß die-„Rote Fahne" immer noch zum Eintritt in die freien Gewerkschaften auffordere. M e r k e r erwiderte, die Arbeitermassen verständen noch nicht das schärfere Vorgehen gegen den „S o zi a lfa schi s m u s". Das bewiesen die Entwicklung der Gr- werkschaftsopposition und die Betriebsrätewahlen. Auf den Zwischenruf, warum die Zentrale der KPD. dann noch einen Streik bei den Formern anzetteln wolle, antwortet Merken „Wenn wir seht so plötzlich unsere Taktik ändern, das würde selbst ein großer Teil unserer eigenen Genossen nicht verstehen. Hierzu bemerkt„Gegen den Strom", die Merker und Konsorten seien zu feige, den Bankrott ihrer bisherigen Linie einzugestehen. Reben Merker habe auch bereits Walter S t o e ck e r. der„immer ein paar Tage vorausriecht", die feurige Perspektive preisgegeben. So wie dies«„berüchtigte Drehscheibe" handle, werde das ganze Zentralkomitee in kürzester Zeit sich ebenfalls verhalten. Schließlich behauptet das rechtskommunistische Organ noch, daß Leows Tage gezählt seien. Die in.imsten Mitarbeiter Leows, der Berliner Gauleiter des RFB., O l b r i ch, und der Landtags- abgeordnete I e n d r e tz k i haben ein Schiedsgericht gegen den angegriffenen zweiten Bundesleiter durchgesetzt.„Gegen den Strom" meldet über den Ausgang des Schiedsgerichts folgendes: „Solches Schiedsgericht tagte auch, aber es fand natürlich nichts gegen Leow. Das Beweismaterial war nicht mehr da!" Aber den Genossen, die gewagt hatten, gegen den Stachel zu löcken, wurde durch einen ZK.-Beschluß bestätigt, daß sie mit ihrer Forderung nach einem Schiedsgericht bewiesen hätien. daß sie„politisch nicht reis" seien. Dieser Beschluß des ZK., das genau die Schwere der Beschuldigungen gegen Leow kennt, erregte im Kreis« der ehemaligen RFB.-Funktionäre größten Unwillen und eine Gruppe dieser Genossen stellte sich hinter Olbrich und Iendretzki. Daraufhia wurden auck diese Genossen zur.Parteidisziplin" gerufen: Olbrich nach Ham- bürg und Iendretzki als ÜB.- Sekretär von Frank- furt a. d. Oder abkommandiert. In Buxehude und Krojanke dürfen sie jetzt die Linie zurechtbiegen." „Gegen den Strom" schließt:„Der Widerstand, den die Bertuschung selbst bei den zuverlässig st en Anhängern des Z K. jetzt schon unter den ehemaligen RFB.- Funktio- nären gefunden hat, zeigt nur, daß die Zeit nicht mehr fern ist. wo die Parteigenossen selbst mit der Leow-Korruptiorv aufräumen werden!" Hakenstern und Eowjetkreuz. Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Dieser Tage veranstalteten in Ingolstadt in Bayern Kom- munisten und Hitlerpartei zusammen eine sogenannt« Erwerbs- losendemonftration. Ein ähnlicher Borgang wird jetzt aus S ch l e s- wig bekannt. Auch dort fanden sich Kommunisten und National- sozialisten zu einem gemeinsamen Demonstrationszug durch die Stadt zusammen. An der Spitze marschierten der Kreisführer der Nazis, Meyer-Qucrde. und der dortige KPO.-Häuptllng Janson... Eine niedliche Illustration zu dem kommunistischen Schlachtruf: „Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" Hilfe für den Osten. Das Programm der Neichsreglerung. Das Hilfsprogramm für den Osten sieht in erster Linie verkehrspolitische Maßnahmen und solch« für die Landwirt- schaft vor. Durch die Grenzziehung nach dem Krieg ist das Verkehrs- netz im Osten zerrissen und von der West-Ost-Richtung in die Süd- Nord-Richtung.gelenkt, worden. D«r Itz. Reichstagsausschuß hat. um den sich au? der veränderten Situation ergebenden Forderungen nachzukommen, bereits den Bau von neuen Eisendahn- l i n i e n vorgeschlagen. Durch besonderes Reichsgesetz sollen dafür Reichsdarlehen zur Verfügung gestellt werden. Außer dem Ausbau der Hauptstrecken ist ein Ausbau der Kleinbahnen in Ostpreußen, Schleswig-Holstein, in Nieder- schlesien und in der Grenzmark in Aussicht genommen. Weiter werden im Laufe von 10 Iahren mit einem Kostenaufwand von 400 Millionen Mark 7000 Kilometer neue Straßen- st r e ck e n geschaffen. Aus dem Gebiet der Wasserstraßen sind Bauten am masurischen und am Elbing-Oberländischen Kanal vor- gesehen. Ferner soll der Ausbau der Oder und des Stau- beckens Ottchau durch Zuschüsse gefördert werden. Der Ber- kehr auf dem Königsberger Scekanal wird durch Zusstüss« aus Reichsmitteln erleichtert. Den Verkehr im masurischen Seen- gebiet will man durch Kredite an die Binnenschiffahrt und Förde- rung der Schiffahrtsverbindungen auf den ostpreußischen Haff« beleben. Für den Bau der Oderbrücke bei Neusatz steuert das Reich 220 000 Mark zu. Beihilfen sind auch für die H a f« n b a h n- bauten in Königsberg vorgesehen. Außerdem ist der Aus- bau des Umschlaghafens in Marienburg und der Hafenanlagen in Elbing, Tilsit, Kreuz und Deutsch- Usch geplant. Den von ihren Absatzmärkten ab- getrennten Kreisen in Hinterpommern will man durch Frachtsenkung bzw. Frachtenerstattung aus Reichsmitteln für die Dauer von drei Iahren unter die Arme greifen. Di« Verkehrsprojekte werden durch wirtschaftspolitisch« Maßnahmen ergänzt. In Frage kommt die Förderung der E l« k- t r i z i t ä t s o« r f o r g u n g an der ganzen Ostgrenz«. Die Durch- führung dieser Aufgabe dürfte 2S Millionen Mark erfordern. Das Gewerbe im Osten wird durch Ausbau der Landmofchinenreparatur- kurs« und durch Errichtung von Mafchinenbariwerkstätten gefördert werden. Dazu tritt der Bau von Kanalisationen, Wasserleitungen, Krankenhäusern und Schulen, weiter die Vornahme von Meliora- klonen, ferner der Neubau einer Frauenklinik an der Universität Königsberg und der Ausbau des Chemischen Instituts in Breslau. Di« Durchführung dieser Projekte bedeutet«ine Ankurbelung der Wirts ch-a-jt im Osten und ein« Neu»r d n-u ng der Ar» beitsmärkte größten Stils. Die Maßnahmen für die' Landwstlfchaft lehnen sich an die im Jahr« 1929 eingeleitet« Hilfsaktion in der Provinz Ostpreußen an. Im Zusammenhang mit der notwendigen Umschuldungs- a k t i o n, die den gleichen Umfang haben soll wie die in Ostpreußen vorgenommen«,'will man Neusiedlungen und Anlieger- s i« d l u n g e n fördern. Das Programm wird gleichzeitig durch «ine großzügige Kredit- und Grund st ücksregulie- rungshilfe für diejenigen Grenzgebiet« ergänzt, die diesseits des Korridors liegen. Insgesamt sollen hier 18 Millionen Mark zur Der- fügung gestellt werden, von denen Preußen ö und das Reich 12 Mil- lionen Mark anfzubringen hat- Darüber hinaus werden 60 Millionen Mark an Krediten zur Verfügung gestellt. Den bäuerlichen Betrieb in der Grenzmark und in Obelschlesien will man durch sogenannte verloren« Zuschüsse bzw. niedrig verzinste Kredite festigen. Diesen Betrieben wird auch die vorgesehene Lastensenkung zugule kommen, die, wie in Ostpreußen, zunächst für 3 Jahre in Kraft tritt. Im übrigen werden Mittel bereitgestellt, um Altwohnungen instand zu fetzen. Hievfür kommen besonders die Grenzmark und das mafu- rische Scengebiet In Frage. Als Notstandsgebiet gelten nach dem Ostprogramin neben Ost- preußen die 4 hinlerponmrnschen Kreise Bütow, Stolp, Rummel sb u rg und Lauenburg, weiter die Kreise Züllichou- Schwiebus, Fricdeberg-Landsberg und Arnswaide, die ganze Provinz Grenzmark-Posen-Westpreußen, die niederschlestschen Kreis« Guhrau, Militsch, Ramslau, Groß-Wartenberg, Alogau, Freystadt, Grünberg und schließlich Oberschlesien. Im Nordwesten Deutschlands werden die Landtreis« Südländern, Flensburg und der Stadtkreis Flensburg in das Programm einbezogen. Preußen erwächst die Spezial- aufgäbe, für das W a l d e n b u r g« r Revier zu sorgfti. * Der Reichspräsident empfing gestern nachmittag den Reichskanzler Hermann Müller und den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Dietrich zu einem Vortrag über Maßnahmen zum Schutze der Landwirtschaft. „Jener Heilmann." Hugenberg-Methoden für die Provinz. Vor ein paar Tagen ging durch die Berliner deutschnational« Presse die Meldung, daß im Thüringer Landtag ein K o m m u n i st namens Heilmann sich gerühmt habe, einer von denen zu fein, die„die Front von hinten erdolcht" haben. Ob dies« Meldung richtig oder falsch war, blieb zunächst belanglos, denn daß die deutsch- national« Presse zu schwindeln liebt ist ebenso bekannt, wie daß Kommunisten Unsinn schwätzen. Was aber in der Provinz aus ihr gemacht wird, verdient doch festgehalten zu werden, weil sich daran die ganze Höhe der deutschnationalcn Moral zeigt. Di«„Pommersche Tagespost" wendet sich in einer Polemik gegen den„Vorwärts" und gegen die Verteidiger der Weimarer Verfassung und fragt, ob diese ernst genommen zu werden oerdienten: Wo sich noch eben erst einer von ihrer Farbe offen im Parlament rühmen darf, wie jener Heilmann:„Ich bin stolz darauf, im Kriege vom ersten Tage an dabeigewesen zu sein, daß die Front von hinten erdolcht wurde." Das um cht man aus der Berliner Meldung in Stettin. Aus dem Kommunisten wird„einer von ihrer Farbe", also ein Sozial- demokrat, aus dem thüringischen Landtag das„Parlament". Und „jener Heilmann?" Den thüringischen Kommunisten dieses Namens kennt natürlich in Pommern kein Mensch. Wenn man von„jenem 5ieilmann" spricht, denkt jeder an den sozialdemokratischen Abgeordneten dieses Namens. Das sind Hugenberg-Methoden für die Provinz. Berlins neue Verfassung. Beratung im Staatsrat. Im Preußischen Staatsrat begann am Freitag der Vereinigte Gemeinde- und Verfassung scmsschuß die Vorberatung des Gesetz- entwurss über die Aenderung der Gemeindeoerfassung von Berlin. Der Ausschuß hörte die Vorträge der Bericht- erstatter R i v e- Halle(AG.), Brauer- Altona(Soz.) und L o e n a r tz(Ztr.). Ministerialdirektor Dr. vo n L e y d« n gab einen Ueb erblick über den Inhalt der Vorlage. In der allgemeinen Aussprach« wurde besortbers der Gedanke erörtert, ob es sich nicht empfehle, die Borlage bis zur Beratung der allgemeinen kommunalen Berwaltungsreform für ganz Preußen zurückzustellen. An die allgemeine Beratung wird sich die Einzelberatung anschließen, die ooraussichtiich am Sonnabend beginnen und am Montag abgeschlossen werden soll. Mitte nächster Woche wird das Plenum des Staatsrats die Vor- läge beraten. Rechberg bestätigt. Oer..Kompromißvorfchlag' um die Soargruben. Herr Arnold Rechberg sendet uns nachstehende Berichtigung,' die wir aus Gründen der Loyalität wiedergeben: „Es ist nicht richtig, daß ich— wie der Korrespondent des „Sozialistischen Pressedienstes- von gutunterrichteter sranzösijcher Seite erfahren haben will— neuerdings in Paris im Namen der deutschen Industrie einen von den zuständigen französischen Stellen bereits als Diskussionsbasis angenommenen Kompromißvor» schlag unterbreitet habe, der die Besitzverhältnisse in den Saar- gruben wie folgt regeln soll: Bon den Anteilen der zu bildenden Gesellschaft soll ein Drittel die deutsche, ein Drittel die französische Privatwirtschost. das letzte Drittel der preußische Fiskus erhalten. Es ist vielmehr richtig: a) daß ich seit dem Spätsommer vorigen Jahres nicht in Paris gewesen bin und daß ich keinen auf die Lösung der Soarsrage be- züglichen Dorschlag namens der deutschen Industrie in Paris unter- breitet habe, b) daß ich in der an der Lösung der Saarfrage beteiligten deutschen Schwerindustrie keinerlei persönlich« Interessen und von ihr auch kein Mandat zum Verhandeln habe. c) daß ich lediglich au» eigener önilialive in der presse vor- schlüge wie die oben umrissenen zur Erörterung ge- stellt habe. « Akkordarbeiter erreicht werden, desgleichen sollten in der Ferienfrage Perbesserungen eintreten. Di« erste Verhandlung mst dem Nordostdeutschen Text ilarli est- geberverband ging ohne Resultat zu Ende. Der Schlichter der Pro- ninz Pommern wird sich in den nächsten Tagen mst dem Tarifstrest beschäftigen. 2n Betracht kommen sür di« Bewegung in Berlin 7000 Personen. Für die Färbereien und chemischen Waschon- stalten ist von der Organisation das Lohnabkommen- zum öl. Januar'19M gekündigt und 10 bis lö Proz. L oh n er h q hu n g" gefordert worden.: Die Forderung der Arbeiterschaft murde von den Unternchmern abgelehnt.' Die Unternehmer riefen den Schlichtunysaussckuß an, der das Lohnabkommen bis zum 30. Juni 1930 unverändert verlängerte. Obwohl der Borsitzende des Schlichtungsausschusses zu den Ulster- nehmer* sagte, daß noch seiner Rechnung die ciugeweiene Teuerung 8 Mark monatlich betrage und auf irgendeine Art abgedeckt werden müsse. Die Arbesterschaft der Färbereien imd chemischen Waschanstalten lehnte den Schiedsspruch einstimmig ab. Aber auch die Unter- nehmer lehnten den Schiedsspruch ob. well sie eine Verlängerung bis zum 31. Dezember 1930 beantragt hatten. Jetzt gehen die Unternehmer zu dem Schlichter für Brandenburg. Die Arbeiterschaft wird so lange warten, bis die Sonne den richtigen Stand erreicht hat. Dann wird die Rechnung präsentiert werden, wie das schon öfter geschehen ist. Zu Auskünsten ist der Textstavbester-Verband, Engelufer 21/25, jederzeit bereit._, Maulheldenium und Keigheii. KpO. versucht die Front der Steinarbeiter zu sprengen. Wie all« anderen Organisationen, wurde auch der Zentral- verband der St«narb«iter, Zahlstelle Berlin, in letzter Zest gc- zwungen, zu dem arbesterschädigenden Verhalten der Anbeter Mos- kaus Stellung zu nehmen. Es erfolgte der Ausschluß von sechs Mst- gliedern, die sich nun bemüßigt fühlen, die revolutionäre Oppo- sstion in der Steiniiidustris zu mimen. Obwohl die L» h n v e r h a n d l u n g en in dem Steinsetzer- gewerbe noch schweben und im Steinmetzgewerbe, Bildhauer- gewerb« und in der Alabastergruppe die Lohnforderungen noch gar nicht eingereicht waren, verteilten die Moskauanhänger bereits ab Sonnabend, den lö. März, Flugblätter zu einer öffent- lichen Stoinarbeiterverfammlung. mst der Tagesordnung:„1. Die LohnoerhonMungen der Steinarbeiter gescheitert. Was ist zu tun? 2. Freie Aussprach c." Da die Ortsoerwrltung der Steinarbester selbst gern das Rezept kennen lernen möchte, nach dem mit größter Aussicht auf durch. schlagenden Erfolg die Wirtschaftslage der Steinarbeiter Berlins gebessert werden könnt«, besuchten die beiden Angestellten und eine Reihe von Kollegen diese Versammlung, erlebten aber, wie es nicht anders zu erwarten war. eine große Enttäuschung. Nachdem sich ein gewisser Friedrich als Wald- und Wiesen- redner vor den„Massen" produziert hatte(73 Mann e i n s ch l i e ß- l i ch 29 im Zentraloerband und etwa 25 Mann im sogenannten Gesellenverein Organisierter), wobei er nicht unterließ, di» freien Gewerkschaften in Grund und Boden zu verdostnem und mehrere Male zum tätlichen Borgehen gegen den Vorsitzenden des Berliner Steinarbesterverbandeä provozierte, sprach der den Berliner Stein» arbestern sattsam bekannte Steinmetz K. Holzfäller. Worüber eigentlich gesprochen werden sollte, über die angeblich gescheiterten Lohnoerhandlungen und was zu tun fei, davon hörte man auch von dem nachfolgenden Redner, dein Leiter der.Opposition" der Berliner Steinarbester, kein Wort. Dieser betonte aber, daß der Borsitzende der Berliner Steinarbeiter, Genosse Nilsche. obwohl er sich frühzestig zum Wort gemeldet hatte, das Wort nicht erhallen würde. So groß wie das Maul ist auch die Feighest dieser Schwadro. neure. Der Vorsitzende des Steinarbesterverbandes forderte daraus- hin die anwesenden Steinarbester auf, den Saal zu verlassen, einer Aufforderung, der auch die Hälfte der Organisierten entsprachen. Ihnen schlössen sich bis auf zwei die Mitglieder des Gesellenvsreins an. Das Zurückgebliebene Häuflein der„revolutionären" Mitläufer wird bald erkennen, daß durch auswendig gelernte Phrasen und blöde Schimpfereien die Wirtschaftslage der Arbeiter nicht geändert werden kann. Biersteuer und Brauereiarbeiter. Schuh gegen Arbeitslosigkeit. Mit der geplanten Erhöhung der Bier st euer um 7Z Proz. und der Wisdereinsührung der Mineralwasser st euer, deren Auskommen 10 Millionen Mark bettagen soll, beschäftigt« sich Donnerstag abend im Gewerkschaflehaus eins stark besuchte Funk- tionäroersammlung der Vrauereiarbester, di« im Verband d«r Nahrungsmittel- und Getränkeavbeiter organisiert sind. Rcichstagsabgeordneter Carl L i« t k e zeigte in einem instruk- tiven Referat die Ursachen aus, die zu dem Anziehen der Steuer- schraube geführt haben und die nicht nur in der katastrophalen Arbeitslosigkeit zu suchen sind, sondern auch auf Unterlassungssünden früherer Kabinett« und ihrer Finanzminister zurückzuführen sind. Sollte es keine parlamentarische Möglichkeit geben, die geplante Viersteuererhöhung sowie die Einführung der Mineralwassersteucr abzuwenden, so werde sich die sozialdemokratische Reichstagssraktion mit allem Öt achdruck dafür einsetzen, daß diese Steuererhöhungen von den Produzenten und Restaurateuren nicht noch ans kosten der Konsumenten in einen Exkraprosit umgemünzt werden. Nach einer kurzen Debatte nahmen die Funktionär« estrst'mrmig ein« Entschließung an, in der sie sich den ablehnenden Standpunkt des Hauptverstandes ihrer Organisation zur Frage der Liers teuer- erhöhung zu eigen machen und dann wester erklären: Die Funktionärocrsammlung bedauert- lebhast, daß die Reichsregierung trotz der gegen die Erhöhung der Verbrauchssteuern erhobenen Proteste«in« abermalige Erhöhung der Bier- steuer und d e Wiedereinführung der Mineralwasserstcuer beschlossen hat. Dies« Beschlüsse bedeuten Fortsetzung der Moss«nbe!aftung und Verschärfung der Verbrauchssteuern, während ein« angemessene Heranziehung des Besitzes im Regierungsprogramm nicht vorgesehen ist.... Jede Erhöhung der Preise sür Bier und Mineralwasser muß ohne zusätzliche Erhöhung der Einkommen der Derbraucher- schaft mir auf Kosten des Umsatzes gehen. Sollic der Reichstag wlder Erwarten den Beschlüssen der Reichs- regierung zustimmen, dann hat er die unabweisbare Pflicht, die durch diese Sleuererhghung arbeitslos werdenden Arbeitnehmer vor wttt- schaftlichcr Rot ausreichend zu schuhen. Der Derbandsosrstand wird beauftragt, stt diesem Sinne tätig zu sein. Kommunist Iendrosch an die Lust gesetzt. Wegen Bvrspiegelung falsche? Tatsachen.;%•• --f-' Vor kurzem- sal'Ä eine odn über' 3N Arbeitern besuchte Äetviebs- Versammlung im Reichsbahii-Ausbesserungswerk Grunewald statt. Genosse B e i l s ch m i d t erstattete Bericht über die vereinbarte Arbestszeiwerkürzung durch Einlogung von Feierschichen. Daß die Betriebsversammlung in ihrer übergroßen Mehrhett mst dieser vorläufigen Regelung einverstanden war, bewies die vom Genossen B o n a tz i zur Wstimmung gebrachte Resolution, di« gegen 10 Stimmen angenommen wurde. Dagegen erhielt die von dem „revolutionären" Betriebsratsmitglied Holz eingebrachte Resolution, die Arbeitszeit«ruf 7 Stunden zu verkürzen, ganze 8 Stimmen. Das Gestammel des Holz und seines Gegenspielers, des deutsch- nationalen M.d. L. Klein, ging im Gelächter der Versammlung unter. Nach Schluß der Lersmumlung wurde berichtet, daß sich kurz vor Verfammlungsbeginn«in Herr mst einer Aktentasche im Werk herum- treibe und aus Veranlassung der Werkleitung an die frische Luft befördert wurde. Dieser Herr war der k o m m u n i st es ch e Land- tagsobgeordncte I e nd ro f ch, der sich als Referent des Einheitsoerbandes der Eisenbahner ausgegeben hatte! Warum hatte Iendrosch nicht den Mut, sich als Mitglied des Hauptdetriebsrais zu erkennen zu geben? Hatte ex Angst, daß«r. mit feinen anderen Kollegen im Hauptbctrisbsrat kollidieren würde? Mf. D!» Wecbesckirift„Der Kämohr" tonn sofort: an brtanntcr öKUc in Cmufan« genommen metücn. Der Zrat-ionovorfrond. S Z��reie GeWerkschasts-IuaenS Berlin Loule. Sonnabend. 20 Ubr. im ebcmalioeu Serienbau». Leimiger Str. Z. ..Drei Sencrationen in der Diittung". 124?— Ialirhundce-.wcnde- Iilngste DickNungen. Mitwirkende: Alfrcb Beiern. Martba John, gammerniufik des Back-oechefiers l?eutsaicr Mufilerncrbandt. Dirigent: Dr. Wolfgang Scrbcrt tDlUlbncr.Milgcl)- SvrechchSre der öreien Serverlfchaftz- lugend und der Nngrndgrupoe des Zentralrerbandeo der Angeftellten. Sin- laß U'6 Ubr. Unkostcnbellraa S0 Pfennig. liuaendnrupve veS eZentralverk'andes der Anaestettteo Cr/f; Soute. Sonnabend. A> Uhr. Bofkstan/lurfu» na Jugendheim Lehrler � Strafte 18—19 und ab 20 Uhr bunter Bi-nd btu». Bo'Istaneabend im Zugendbeim Wranaclftr. 128. Bon 18 bis 20 Uhr Ulbungxa'ecnd der Sing. gkm°!ntck:aft und rone 20 bis 22 Uhr Ardeitsaem-inschaft:.So.,' alismns" im Jugendheim der Sehute ftafioniencHct 51.— MarUeler im ehnnoligen Herrenhaus. Leiw'ger Str.?.»Drei Cenerationen in der Dichtung". U18— Jahr- hundertwenb«— Iunaite Dichtungen. Diese Keier mild veranstabet von der ZlfA-Iugend Berlin s?lwcndarupvcn des Sentrawerbandr» dcr Bngestell!.-n, des Bnndes der technischen Angestellten und Beam'cn und des Allgemeinen Verbands der Deutschen Bankangritelltenl. gemeinsam mit der Zre-ien Slwerk- schaftslugcnd. SaalLs-fitnng IlNZ Uhr. Beginn 20 Uhr. Untostenbe-itraa ei». schlicftlich Sarderob« und Programm öl Vsennig._ Veraniwoetlich'iir VoUtik- Dr. Surr De«»: WirUchasr-® ai'nqclli?l«: Seoerkschastebewegung: Z. Sterner: ffeiiillelon: Dr. Zoho Sckitomsli: Lokale» und Sonsiiacs ffri* karllädt: Anreisen: Th.(blocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärls-Verlag E. m b. b. Berilg Druck: Bormärle-Buchdrockerel und Serlagsaniialt Baal Singer u. Co.. Berlin SW«5 Lindenftraft» 8. Steeg» z Beilagen»nd Hinterhalt»»«»nd Witten". Herren Anzüge* Ulster- Pale f oh Damen Kostüme•Mäntel-KleJder (jrössfes Spezial-Hous moderner Pich fung 137* 47. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Sonnabend, 27. MSrz 4930 Ausf lüge in die neiiere'Umgehung. Wald und Seen um Strausberg. Man braucht kein« Sonntagsfahrkarte� um einer lanfrschaftl'chen PeÄe in J»«r Umgebung Berlins«inen Besuch abzustatten: dl« Der- ortbahn fährt uns in tO Minuten nach dem Bahnhof Straus- berg, von dem die gleichnamig« Stadt nnttÄs elektrischer Straßenbahn in 20 Minuten erreicht wird. Recht« und links von der Straß« dehnt stch der S t a d t f o r st, der sich weit nach Norden hinzieht. In ihm hat stch da« n« u« Strausberg angesiedelt, zugleich auch im Westen,«auf dem Quast", die Rennbahn aufgetan. Der Wan- derer rmrd ober, wenn er, wie es sich wohl gebührt, der alten, aber jung gebliebenen Stadt einen Besuch ab- statten will, östlich von der Straßen- bahnlini« das Annatal aufsuchen, das ihm gleich einige besonders male- rifche Punkte, wie F o r st h a u s Schlag und Schlagmühle, in der Nähe der romantisch« Herren- fee und wester Heegermühle, auch«ine Station der Straßenbahn, vor Augen führt. Westlich von der Stadt zieht sich in der Länge von 4 Kilometern der 140 Hektar große Strauss«« hin, den man von der Stadt aus durch Fähre oder Motor- boot überquert. Auf dem Turm- gestell nach der N e u e n und Alten Spitzmühl«, die an der schmalen Scheid» zwischen Bötzse«<96 Hek- tar) und Fänge rse«<50 Hektar) sich befinden. Auch hier Motorboot» oerkehr, aber wer wandern will, findet gervtde hier ein» reich» Aus- wähl prächtiger Weg«: recht» und links vom Fäiigerssc nach der Wesendahl«? Mühl«, von dort nördlich zur Gietsdarfer Mühle, eventuell Rückkehr über Gielsdorf und Neues Schützenhaus zur Nordspitz« des Strausse«s und zur Stadt. Von d«? Allen Spigmühl« s ü d- lich aus dem Westufer des Bötzsees und dann in der gleichen Richtung zur Villenkoloni« Eggersdorf. Don da zum Vorort» bahnhof Strausberg. Di» einzeln«? Wegstrecken sind im Durch. schnitt Z bis 4 Kilometer lang. — 3Ucft auf. den ißölafee bei Slrawtberg «Ptiot. E. Lcitner) Eine Bierreise mit Folgen. Die Heimkehr vom Maskenball. U» t Dezember war vor eine« Lokal in der Frank- tarier Allee«tn großer Auflauf, pollzeibeamle. die da. zukamen, sahen ein« betrnnte»«» Man», der wütend um sich schlug. Als die Beamten den Randalierenden festnehmen wollten. setzt» er sich auf» heftigst» zur Wehr und warf sich aus die Erde. Mit Hilf» von Passanten gelang es. ihn zur Polizeiwache zu bringen. Dort tobt« er weiter und droht» all«« zu z«rschlag«n. Bier Beamte mußten ihre ganz« Kraft einsetzen, um den Mann zu bändi- gen und st, die Zelle zu schaffen. Dabei wurde«in» der Beamten von ihm in den Oberschenkel gebissen. Wegen dieser Ausschreitungen hatte sich gestern«in Kutscher aus Bernau vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte zu„»antworte». Er er- klärte, daß er auf einem Mastendall in Bernau gewesen sei und sich so betrunken hätte, daß sein« Frau nicht mehr mit ihm zusammenbleiben wollte und sich entfernt«. Aus Aerg« darüber sei « aus»ine Bierreise gegangen. Er habe aber kein« Erinnerung mehr, wie« nach Berlin und aus die Polizeiwache gekommen sei. Sein« Erinnerungen fingen erst damit wi�sr an, daß man ihm koltesWasseraufden Kopf goß. Dos Gericht hielt den Angeklagten nicht für unzurechnungs- fähig und verurteilte ihn zu vier Monaten Gefängnis. Gewiß ist es zu bedauern, daß ein Mensch, der vielleicht in nüchternen: Zu- stand anständig, ehrlich und pflichttreu ist, um Ausschrestungen in der Trunkenhest willen mit Gefängnis bestraft wird. Auch dies» Fall aber ist eine Mahnung gerade für die proletarischen Kreis«, im Alkoholgenuß vorsichtig, wenn nicht enthaltsam zu sein. Ein alter Satz im Strafrecht besagt: Trunkenheit ist an sich kein Stnosmilderungsgrulch! Im Schneesturm umgekommen. Ein Berliner auf einer Skitour verunglückt. C h v r mögen auf dem«chweiß meiner Arbest aufgebaut. Damals war die Negerin für alles zu gebrauchen, für Küsse und so weiter, aber jetzt ist sie nichts mehr nutz und kamt auf den Misthaufen geworfen werden. Nein, Herr Ioao. so hat Gott die Well nicht«ingerichtet. Selbst ein alter Hund darf m der Sonne liegen, wenn er nicht mehr auf die Jagd gehen kann, und mein Recht auf diesen Platz im Hause, den ich mir durch meine Arbell erworben habe, soll mir nicht vcr- wehrt werden. Heiraten wollen Sie? Schön, aber warten Sie. bis ich tot bin. Seien Sie nicht undankbar." Ioao Romao stand wütend vom Tisch auf. brüllt- der halsstarrigen Bertoleza ein beleidigendes Schimpfwort zu und verließ das Zimmer. „Es lohnt sich nicht, sich aufzuregen", versuchte der alt- Dotelho ihn zu besänftigen und folgte dem Kauftnann ins Schlafzimmer, wo sich Ioao Romao seinen Hut auf den Kopf stülpte und in seinen Rock hineinfuhr. „Ich kann ihr Gejammer nicht länger mstanhören. Ick) muß an die frische Luft, um Atem zu schöpfen", erklärte Bertolezas Mann mit geballten Fäusten. ..Beruhigen Sie sich doch", redete ihm der Gast zu. „Wenn sie nicht in Frieden geben will, dann gehl sie eben ander«, das versichere ich Ihnen. fuhr der Budiker fort. und er rast« di« Treppe herunter, gefolgt von dem schwachen Botelho, der kaum mitkonnte. An der Straßenecke blieb Ioao Romao einen Augenblick stehen und sah seinen Gefährten flammend an. „Na, haben Sie'» gesehen?" .La, ich Hab« es gesehen", miederholis der alle Spitz bub«, ohne den Kopf zu heben. Dann liefen sie langsamer und hingen beide schweigend ihre» Gedanken nach.(Fortsetzung folgt) Rechtsanwalt a Em Opfer de! vor vier Zahreu verschwand plötzlich an» Verlin der da. molige R e chk s a n w a l t Dr. der sich in verhälinismätzig kurzer Zeil eine nicht unbedeutende Straf- und Zioilpraxis er. worden hatte. «r- den und im Jntsrssie der Dolksgesundheit sst«ine Besprengung der Straßen nötig Diese wiederum hat für den Verkehr die Gleitgefadr im Gefolge. Bei all diesen Notwendigkeiten und ihren Folgen sucht man den richtigen Ausgleich, der jedoch heute, trotz unserer hochent- wickelten Maschinen, noch nickit restlos gefunden ist. Recht nötig ist «, daß das Publikum»ach Möglichkeit die Straße.» sauber HM und kein« Obstschalen. Obstrest«, Zigarettenschachteln und Papier sortwirft. Di« bildliche Erläuterung des Vortrags gab auf vorzügliche Weile der H y g ie ne- Le b r f i l in „Straßenreinigung". Er zeigte sede Form der Straßen- rsinigung, den Handbetrieb fowobl wie den maschinellen. Es gibt «tta'ßenreinigungsmajchinen, die Wunderwerks der Technik sind, die sprengen, kehren und, bedient durch«in paar Handgriff« eines Wen- scheu überhaupt alles besorgen. Maschmen werden den verichiedeu- sten Ansprüchen gerecht, sie kehren im Frühling und Sommer den Blütenfall genau so gut himveg wie im Herbst den lästigen Laubjall, während sie iin Winter Schnee und Glatteis«riolgreiib bekämpfe,». Der Kehricht aber wird wieder oerwendet. Er dietn dem Landmann als Dung, wird jedoch auch auf kahle Sandstellen aufgeschüttet, aus denen später ein Volkspark wird. Märzgefallenen-Keier der Sudetendeutfche«. �- So löst man Mlnoritätenfrogen nicht! Zugegeben, daß die junge tschechische Republik in ihren ersten Taten das Empjini«»? der Millionen Sudetcndeutschsn nich: immer genügend berück» sichtigt hat. Mtt dem Wühlen in alten Wunden wird ab?..' nichts geleistet. Es mutete bei der Feier in der Stadthalle in der Kloster. straße fast so an, als ob man froh roäre. daß am 4. März ISIS 54 Sudetendeusschs gefallen sind, weil man 11 Jahre später in Ber, in sich dann in wüsten nationalen Schimpfredensarten ergehen kann. Mert« würdig»venig wurde übrigens bei dieser Feier von den G e f a l- l e n e>» gesprochen, dagegen aber um so mehr von dem angeblichen Mangel an oeutschem Stallonalempfiriden. Die Gedenkrede des Pfarrers Heinrich Gottlieb hätte»n jeder besseren S t a hl- helmversammlung Beifallsslürme ausgelöst. Und die poe» tischen Ergüsse reilnen sich mürdig sowohl im Inhalt als auch in der mangelhaften Form dieser Rede an. Zur muflkalischen Illustrierung der Feier mußte man viele Jahrhunderte zurückgressei»,»u>» die»eutschesten aller Weisen herauszugraben. Di« letzten 11 Jahre scheinen diese Sudetendeutschen in Berlin geschlafen zu haben, denn von der erfreulichen Entwicklung der polnischen Ensspan,run>g in ihrer Heimat wurde geflissentlich geschwiegen. Solche Kuntdgebun- gen sind nicht nur ein Unfug, sondern auch eine Irreführung der öffentlichen Meinung. Man kann sie bei der he»-.'- schenkten Versammlungsfteiheit nicht verbieten: man sollte ab« in Zukunft wenigstens keine städtischen Räume dafür freigeben. Zu der Ravolkc Im Erziehungsheim Scheuen nimntt nun auch die neueste Nummer der„A r b ei te r w o h l fa h r t* Stellung. In einem Bettrag über die Lohnfragen in der Fürsorge- erziehungsanft alt erwägt Gen. Schlosser das Für ilnd Wider der Entlohnung der Zöglinge sowohl nach der wirtschaftliche., als auch nach der pädagogischen Seit« genau ob»nid kommt zum Schluß trotz aller Schwierigkeiten doch zu der Forderung, die die Arbeiterwohlfahrt deretts»n ihren Richtlinien aumesteltt hat. daß nälirlich Arbeitslohn gezahlt werden müsse, Genosse Schroeder gibt eine Ueberficht über„Die Durchführung de» Gesetzes jnr Bekämpfung der Ges chlächtskran kheiten* an Hans des Sonderheftes der Deutschen Zeitschrift für Wohlfahrtspflege. Gen. Walter, Frankfurt a. M., bringt eine ausführliche Schilderung mit Bildern des„Haus der Äugend in Frankfurt am Main", das Jugendheim und Jugendherberge in sich birgt. Genossin Lotto Juchocz bringt einen Beitrag für unsere ehrenamtlichen Helfer: „Elterliche Gewalt»und Bonnundschaft". Elise Schtldenmg der kürzlich stattgefundenen Z e h n ja hr e s fei e r des Haupt- a u s s ch u s f« s für Arbeiterwohlfahrt mit der wört- lichen Wiedergabe der Festrede, Mitteilungen und Bücherschau folgen. Dl« Jugendweihe des Arbeitcr-Ellernbuudes Veißenlee findet all» Sonntag, dem 23. März 1930,%10 Uhr, ln der Stodthalle, Pistoriusstr. 23, statt. Mitwirkende: Sinfonieorchester Weihensee: Maimerge fangverein Weißemee-Harmonie: Sprech, und Bewegungs» chor der Freien Gewerkschaftsjugend: Rezitator Erich Schmidt; Weiherede Lehrer Otto Faust. Eintrittskarten 80 Pf., Kinder 40 Pf, an der Kasse. Heber„Wandern der Ratnrfrennde* spricht heute um 17,55 Uhr Reichetagsabgeordneter Schreck- Dielefeld auf der Deutschen Well«. Der Vortrag dürste angesichts der bevorstehenden Werbewoche der„Naturfreunde* besonderes Interesse finden. Eine 2Nanii'krtplii«tfl«> vvg veianstaltet der SSutverband deutscher Schrtltsteller zum»Tag d»4 Suche«" vom 2-2. Mär, HS zum 5. A v r i I tn den Räumen t«r Handschripe»?. abteiljmg der«»enßi'Äen Steatsdiblivtdek, Unter de« Linden. Tie Aus. beüung umfaßt ba»idichristliche D.'anufkcipte d,r meisten belannten deutickc» Autoren, darunter Mariulkipte von Gerbart Hauptmann, Crni Ludwig, Heinrich Ran», Tbomas Man». Walter von M« t o. Ludwig Renn,»lribw Schnitter. Arnold Swei«. Stefan Zwei«. Befichtigung«sentgeltlich täglich Ma JO Bii US Uhr, wlchSöunlazS. Aufwärts bei der Sparkasse. Zeder fünfte Beniner besiht ein Sporbuch. Obwohl das Jahr 1923 für die deutschen Sparkassen unter ctoem besonders uugüustigcll Stern stand, kann die Spar- kasse der Stadt Verltn auch für das verslosseu« Jahr eine kräftige Aufwärlsculwicklung seslstellcu. Die Spareinlagen der Sparkasse einschließlich der Zins- gutschrifien haben im Berichtsjahr einen weiteren Zuwachs von rund 33 gegen III Millionen im Vorjahr zu verzeichnen gehabt. Di« Zahl der Sparkonten ist um mehr als 153030 auf insgesamt 783 333 gestiegen. Danach entfällt also fast aus jeden fünften Be- wohner Berlins ein Sparbuch, während noch Ende 1326 nur auf jeden vierzehnten Berliner Einwohner ein Sparbuch ge- rechnet werden tonnte. Die EntwilSIung zeigt, wie stark der S p a r- drang der Bertiner Bevölkerung ungeachtet aller wirtschaftlichen Nöte oder vielleicht gerade wegen der allgemein kritischen Wirt« schaftsverhältnisse ist. Obwohl also der Einlagenguwochs im letzten Jahr hinter dem Ergebnis von 1328 nicht unwesentlich zurückbfeidt, kann er trotzdem unter Berücksichtigung der verschiedenen widrigen Einslüsse, wie dem Kotastrophenwinter, die Währungshetze im ver- gangenen Frühjahr und die im Herbst schnell steigende ArbeitÄofig- keit a's ein erfreulicher Erfolg verzeichnet werden. Obwohl die Sparkasie der Stadt Berkin mit dem Eklorekstandal nicht das geringste zu tun hatte, hat sie die Folgen dieser unerquick- Elchen Affäre doch auch in ihrem GeschSswereich zu spüren bekommen. So haben viele Sparkunden im Spätherbst vorigen Jahres ihr Gut- haben abgehoben, weit sie fürchteten, daß die Spareinlagen in weit. gehendem Maße zur Wiederherstellung des Kommunalkredit» heran« gezogen werden sollten. Der Vorstand der Sparkasie der Stadt Berlin weist in seinem Jahresbericht ausdrücklich darauf hin. daß ein« solche Maßnahme nur unter genauester Beachtung der Spar» kassensatzung. sowie der außerordentlich strengen Bovschrstten der Aufsichtsbehörde durchführbar wäre. Di« Pfleg« des Kvmmunal- kredits gehört feit jeher zu den Ausgaben der Sparkasse. Es muß aber nachdrücklich betont werden, daß an den geltenden Bestnnmungen für die Sparkafsengeschäfte bei der Durchführung der Konsolidierung des Kowmunalkredits nichts geändert worden ist. Außerdem solle man sich vergegenwärtigen, daß die Spareinlagen mündelsicher an« gelegt sind. Der Erweiterung der Eeschäststätigkeit im Berichtsjahr entsprechend ist der Personalbestand um 133 Personen aus insgesamt 872 Beamte und Angestellte angewachsen. Hiervon sind jedoch 134 Angestellte nur vorübergehend für den Aufivertung»» verkehr und die vermehrt» Arbeit am Jahresschluß beschästigt. Im neuen Geschäftsjahr 1333 haben die Spareinlagen neuerding, wieder «in« fo erfreulich« Zunahme erfahren, daß die Hoffnung berechtigt erscheint, daß da, Vertrauen der Sparer vollständig wiederher« gestellt ist._ Die Post macht Umwege. Ein Lese? schreibt uns: Sollte jemand in die Verlegenheit kommen, in Grünau ein Telegramm nach Eichwald« schicken zu müssen, fo ist es ratsam, erst nach Berlin zu fahren und von dort aus zu telegraphieren. Um 3.45 Uhr habe ich nämlich ein Telegramm in Grünau aufgegeben, das geht dann aber erst nach' Berlin auf das HaupttelegraphewDntl Bon hier aus wird es endlich nach Eichwalde befördert. Muß man bei der Reichspost erst mit der Kirche ums Dorf gehen? In 13 Minuten kann man ja mit der Reichsbahn von Grünau nach Eichwalde fahren, und man würde noch Geld sparen, wenn man nicht depeschiert! lieber 4333 Münzfernsprecher in Verlin. Die Reichspost hat auch in letzter Zeit wieder die Zahl der Münzfernsprecher und öffentlichen Sprechstellen erheblich vermehrt. So sind zur Zeit in Berlin 3448 Münzfernsprecher vorhanden. Daneben sind noch 1383 öffentliche Sprechstellen vorhanden. Insgesamt ist die Zahl der Münzfernsprecher und öffentlichen Sprechstellen in Berlin seit Ende November um 253 oermehrt worden: ihre Gesamtzahl beträgt jetzt 4828. Etwa fünfzig posteigsne Fernsprechhäuschen sind neu errichtet worden oder werden in kurzer Zeit in Betrieb gesetzt werden._ Allgemeine Wetterlage. Infolge des starken Lustdruckanstieges über einem großen Teil« von Europa hat sich«ine wesentliche Beruhigung in der Wenerlag« eingestellt. Em Hochdruckgebiet liegt am Freitag abend über Süd« oft« und Osteuropa, lieber Skandinavien liegt dagegen tieser Luft« druck Bon einem Tiesdvuckkcrn. der sich über dem Nordmeer b«. findet läuft«in« Störungslinie durch England nach Süden. Sie dürft« bei uns voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag«ine vor« übergebend« Wetterverschlechterung bringen. Danach ist dann wie« der mit etwas Abkühlung zu rechnen, da die über England befind« Eichen Lustmassen aus noodlichen Breiten furmmen. ■i ILeileraussichten für Berlin. Songsam zunehmende Bewölkung mit weiter ansteigenden Tagestemperaturen, trocken- Mr Deutsch. Utah. In Nordwestdeutschland wolkig mit einzelnen Niederschlagew Im übrigen Reich« zeitweise auskommend« leicht« Dewollung bei imsteizenden Seotpcxaiurea. I ugcndwelhen der Sosiailsten ussd FreläeaBcer enntag« den 33. nars 1930, In Berlin: Volksbühne(Theater am Bülowplatr), vormittag» 9'/? Uhr und mittags 12 Uhr Köpenick: Aua der Dorotheenschul«, Berliner Straße, vormittags 10 Uhr t Lichtenberg: Aula des Gymnasiums. Parkaue, vor- mittags 10 Uhr und nachmittags I Uhr Pankow: Tivoli- Lichtspiele, Berliner Straße 27, vormittags II Uhr Spandau: Festsaat der Oberreatscbule, Friedrich-, Edre Moitkestraße, vormittag» 10 Uhr. Sprech-, Bewegungs- und Tanzchöro Gesang/ Musik ✓ Weihereden Eintrittskarten sind für alle Weihen(außer Volksbühne? am Tage der Weihen an den Kassen erhältlich: Erwachsene 75 Pf.. Kinder 50 Pf. SmfttBinin it* RriAem. itnb Bcifantetriffit« bn!stcht«.iieaN»-l«. Bertin. SBB. 2t. Stephonte. 2. Die Anstellung ist an f«lgenden Togen geöffnet: Sonn- adeni». 22. Mir». 16—20 Ute: Sonnte g, 28. Miir», 0— 18 uni 16—20 Ute: Stentes. M. Möra. 17—20 Uhr. Die Sttfiaität bochschnl« in«horlottenSnrg veronfiottet für die neu ein- trrtentrn Studierenden einen»wecwöchige» mathematischen Bar» i u r s u». Die erste Borlesung beginnt am Mttrnoch, dem 2 April, pllnkt» Nch um S Uhr. im SLrsool WS. Nähere Auskunft erteilt iederzeit Dripot- dteent Dr. Sodowsin im mothemotischeu Seminar der Technischen Lochschul«, »der telephnnisch» Z UHIond 6Ö9. »Wae Wilsen wir mm fernen Sonnen?« tautet bo» Chemo de« Bartrage«. den Herr Brnfessor Dr. ftirchberaer unter Borfiihrung»ahlreicher Licht. hilder am Mittwoch, dem 2«. Mär». 30 Uhr. im großen Eool der Treptower Sternwarte hält. Säte hoben Antritt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbonner.Schwarz-Roi-Gold". tafteil»: Berlin 6 M. Seh- Monte 17-«. Ca» t tr Sannabend, 22. Mär». Sieinickendorf-vft. Komerodfchafi. 16 Uhr Treiien bei fliehne. Restdentte. S,*u der um 19 Übe Siedlung .(treie Scholle" stattfinden den Werbenersnmmlung. Bklichtperonftoltung. Rose». thal lÄomerodslboftl. Antreten»ur Werbeoeranstolwng»greie Scholle" NM 1816 Uhr Bahnhof Nosentbal. Rnderriege. 191?— 21 Uhr Kostenrndern in den Ruderanlagen der Berliner Turneri'chaft, Tunnelte.'— L— Sonntag, 23. Mär». Treptow sKamerodichaftl. Ad 10 Uhr nehmen olle dienstfreien Äoniernden on d-m Preisschießen des ÄKS. in ssrieSrichstelde auf dem Schießp'aß teil. Lichten. Hern. Die gesamte 3nngmannscho>t pünktlich 9 Uhr DoHnbof Erkner. Bundes- kleidung. Iugendwimpe! geht mit. Pflichtreranstaltung. Rnderriege. 9 Uhr Bsatshas» Mwenick BfNchtarbeitsbienff. B-s'Äh-usreinigr.'ns— Mantaa, 2i. Mär». Tenkrlln-Brih. 1. Kameradschaft und 2. Sug. 20 Uhr Suppcrfamne. lung bei Tiesler, Zieuterstr. 47. 3. iiug bei Lehmann. Weser- Ecke Tellstraße. Lichtenberg. Iungmannsckaft und Sdrahlportler 1914 Uhr Turnhalle, Dummess- burger Str. 64. linker Eingang. Beteiligung aller Zunglameraden Pflicht. Auch ältere Stzmeroden kännen erscheinen. Reinickendorf. Zungbanner. 20 Uhr Den»- ralversannnlun» in der Turnhalle Berner SiraSe. Reichrnerdand der{freien Lansbesthrr Deutlchland«. Bersawmlun« a« ssreitag. dem 28. Mar,. 20 Uhr, im Städtischen Ratskeller fBerliner?'athaus, Konigstraße, Spandaner Zimmer). Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Am/s- gerichtsra: GMckftein:„Arbeits, und tarifrechtliche{fragen aus dem Portier» dienstvertrage". 2.{freie Aussprache. 3. Verschicdens, darunter: Bericht übe« den Proeeß mit!fuß(B ergleich). Tnud religiöser SoiiaUsten. Ortsgruppe Neukölln. Montag. 2t. Ma>». 20 Uhr. Reukölln. Herthate. 9. kleiner Saal, Bortrag des Genossen Marren Kürschner. Tegel, üder modernen Strafvollzug. Sarrgsani» Abschied von Berlin. Morgen abend,»ach Schluß der letzte,'. Porstellung, die mn 714 Uhr beginnt, hat das sensationelle Sarrasani-EalUoiel fein Ende erreicht. Nicht nur die Neichsbauptstadt, nein auch die gange Main Brandenburg und darüber hinaus das gesamte deutsche Vaterland hatten mit Befriedigung von dem großen äußeren Erfolg des Berliner Gastspiels Kennt- nis genommen. Auch das Ausland hat in den führenden Blättern spalten» lange Artikel dem dieslahrigen Sarrasani.Tastspiel gewidmet. Programm und Organisation haben überall höchste Anerkennung gefunden. Nun zieht Sarra» sani wieder von bannen— wer weiß, ob er le wieder in dieser Aufmachung, in dieser Eestalr nach Berlin kommen wirb. Das sollte alle diejenigen zum Besuch de, gewaltigen Unternehmen» neranlasten, die bisher immer noch damit gezSgert haben. Nur noch zwei Tage bietet(ich dazu Gelegenheit. Sonnadeickt. nachmittags Z Uhr. findet die norlette Kamilienvorstellung mit pollwertige«, Abendprogramm Natt. Kinder zahlen aus allen Blößen in der Preislage von 2.20 Mark aufwärts nur halbe Preise. Adrnd» 714 Uhr Borstellun«. Den Sonntag 123.) bringt dann die letzten Borstellungen. Bormittags von 914 bis 13 Uhr ist zum legten Mal Gelegenheit gegeben, die reichhaltige Tierschan m besichtigen. Erwachsene zahlen I Mark. Kinder 60 Pfennig. Nachmittag« 3 Uhu letzte{familienoortellnnq. Abend» 714 Uhr beginnt dann die Ahschiedsnorstellung. die in besonder, großem Ausmaß por sich«eben wird. Noch einmal lautet die Parole Groß-Berlins und seiner Umgebung: Auf zu Sarrasanil Das Sol- und Moorbad Lüneburg nimmt unter den norddeutschen Sei» und Moorbädern eine erste Spelle ein. E»»erdanit diesen Ruf der heilkräst'ge« Wirkung seiner Sol-, Moor- und medizinischen Bäder, die in den modern eingerichteten Badebäusern perabreicht werden. Eine große Anzahl bester Sr>» tels. Pensionen und Logierdöuser Ist Sommer und Winter«edssnet. Die Be» such, erzähl steigt von Zabr zu Zadr: ein Beweis dafür, daß der Ruf de, Bades Lüneburg als Heilbad für Rheumatismus. Gicht. Ischias. Sirokulofe. Rackiti« {frauenleiden in immer weitere Kreise dringt. Die Preise kür Bäder und Kur» mittel stnd bis zum iL. Mai bedeutend ermäßigt; Kurtaxe wirb bis zum 16. April nicht erhoben. Ausführliche Prospekte persendet kostenlos die Bade» Verwaltung. Lindenstraße 46. Kleidung für die Ichöuere Hiilfd» de, Zadre, ift wieder erforderlich. S» gibt -inen Ratgeber, der fich Kit Jahrzehnten als unbedingt zuperläfstg erwies«! hat. Gerne nnrd er Ihnen kostenfrei zugesandt. Berlange» Sie ihn von Poe? und Elovpenbue». Berlin. E.. Sertraudtenstr. 20—27. Sod Grund Ivbeehar»). Das im westlichen Oderharze gelegene Bergstädtchen Bad Grund hat den unschößdaren Borzug. Gebirgs- Lustkurort und Heilbad zu sein. Die seit kurzem wieder aufgenommene Abgabe von Moorbädern mit Material aus den Sar�iochmooren hat prächtige Heilerfolg« gehabt. Man rechnet in Bad Grund mit rund 70 Prozent volle oder fast volle Seilerfolge, mit 20 Prozent befriedigenden und nur mit 10 Prozent negativen Ergebnissen. Wer an Rheuma. Ischias, auch Sron. Selenkrheumatisnu« usw. leidet, wall« die hochwertigen Moorbäder von Bad Grund aufsuchen. MF U* » kl * W?- WZ'/'//;* mm Unabänderlich bleibt der Lauf der Gestirne, auch der große Bar Zieht ewig die gleiche Bahn. Mit derselben Regelmäßigkeit begleitet die Erdenbewohner, soweit sie Ra u ch er si n d* Jiosetti.«Kuno Berlins meisigerauchte 44£ Cigaretie! Aus der Arbeit der Bezirke. Die Sitzung wieder aufgeflogen! 1. Bezirk-Mitte. Das vom Preußischen Innenministerium entworfen« neue Gesetz für die Vtadtzemeinde Berlin stand im Mittelpunkt der Debatte. Deiltfchnatwnale. Sozialdemokraten und Kommunisten hatten Zln- träge gegen die Beschränkung der Selbstverwaltungerechte ein- gebracht. Lanahme fand der sozialdemokratische Antrag. aus dem jedoch mit den Stimmen der Kommunisten, Deutschnatio- nolen und Nationalsozialisten die Forderung gestrichen wurde, das daß der Magistrat nicht eher bindende Beschlüsse fassen sollte,«he diese Borschläge vorliegen Als von der Zuhörertribüne national- sozialistisch« Tribünenbesucher bei einer Rede des Kommunisten dürften. Die kommunistischen Bezirksverordneten, allen voran der berel's als Flegel der Bezirtsverfammlung bekannt« Lehmann, der m einer früheren Sitzung auf den Genossen L o e w y losging und der in dieser Sitzung vorher schon den Genossen Stadtrat Fried- l ander angegriffen hatte, schlugen auf die Tribünenbesucher ein. Einer der sauberen„Ärbeitervertreter" schwenkte als Siegesbeute «inen Schlagring, den er vorher au» der Tasche gezogen hatte! Dir Sitzung ging im Tumult unter und wurde vom Genossen Ries« kurzerhand geschlossen. Verbesserung der Geschästsorduung. 6. Bezirk— Kremberg. verhandoii die"Möglichkeit' geben soll, Initiativanträge nicht zuzulassen, wenn sie sich nicht mit Bezirksangelegeichesten bsfassen. Zweitens soll festgelegt werden, daß bei der Beratung zugelassener Initiativ- antrüge dem Redner zur Begründung IS Minuten, jedem Diskus- sionsredner 10 Minuten und für das Schlußwort S Minuten Rede- zeit zustehen. Nach kurzer Debatte wurde die Aenderung der Ge- Ichäftsordnung in der von der Mitte vorgeschlagenen Form mit den Stimmen der Sozialdemokraten angenommen, Kom- mumsten und Deutschnational« stimmten dagegen, letzter« trotz ausgefüllt hätte, wurt erledigt, ohne daß die f litten hatte. Cm vi parmaßnahmei keinen Widerspruch auslöste. Der weitere Verlauf der Sitzung zeigt«, daß die Geschäftsordvungsänderung sich sehr gut bewähren wird, denn Anträge, deren Beratung sonst eine halbe Sitzung ------ hätte, wurden durchschnittlich in einer halben Stund« die Gründlichkeit der Durchberatung darunter von den Kommunisten gestellter Antrag, die parmaßnadmen des Magistrats auf dem Gebiet« der Wohlsah rtsspeifung außer Kraft zu setzen, wurde durch Annahm« eines vom Genossen Grün gestellten Adänderung». antrage» erledigt, wonach in bezug aus die Speisung der Wohl- ''' er der alte Zustand wiederhergestellt werden soll, im rungen dafür geschaffen werden, daß die Volt»- auch wirklich nur Dedürftigen zugute kommt. Di« Äeratung«ine» von der KPD. gestellten Antrag«», der verlangt«, iMß die Reichsregierung den Restbetrog aus dem SS-Millionen-Fonds als Zuschuß zur Kleinrentners ürsorg« auszahlen solle, aad uirs«r«n Genossen VetnareS Gsieaenheit. nachzuweisen, daß die Kommunisten bei der Stellung von Anträgen meist oergessen. sich üb«? die Ding« genau zu informieren. Genosse B. tonnte dar» erhoffen ist, daß Berlin für den A 700 000 Mark zur Verbesserung der wird. In der Debatte über«inen kor mit der Entlassung städtischer Genosse Hetzschold ge von Kleinrentnersürsorg« bedacht kommunistischen Antrag, der sich Arbeiter und Angestellten befaßt, mit den durch rüpelhaftes Auftreten Iteten Auers ührungen de» Kommunisten Behrendt scharf in» Gericht. Ein sozialdemokratischer Antrag, der da, Be- zirksamt ersucht. Entlassungen von Arbeitern und Angestellten nicht vorzunehmen, fand«instimmig« Annahm«. Gegen«inen auch von kommunistischer Seite gestellten Antrag auf Bewilligung von S00 Wort zur Unterstützung de» wilden Ettoits bei der Firma Metall- merk Terna sprach Genosse Kraatz. Di« Debatte über den Entwurf eine» �Selbswerwaltungsge- setze» für Berlin* hatte da« Ergebnis, daß sich die Bezirk«- erfamm- lung einmütig dem in der Stadtverordnete nsttzung vom 18. März angenommenen Protest anschloß. Tfotionalsozialisiische Sparsamkeit. 10. Bezirk— Zehleadorf. Bon den 20 Berliner Bezirken hat man sich im 10. Bezirk Zehlen- darf zuletzt konstituiert, und zwar ergab sich dabei Wiederwahl des lang- ährigen Vorsitzenden M e i d i n g e r(BoUspartei) bei S t i in m- «nt Haltung der Deutschnationalen und des National- Sozialisten Müäier. Auch an der wetteren Besetzung des Vorstandes beteiligten sich die Deutschnationalen nicht. Infolgedessen wurden Staatssekretär a. D. Dr. von Seefeldt(Dem.) zum zweiten Bor- sitzenden, F i S r t«- Wannfe«(Soz.) zum ersten Schriftführer, und Erdmann(D. Bp.) zum zweiten Schriftführer gewählt. Von den fünf unbesoldeten Stadträten entfielen zwei auf unser« Partei, und zwar wurden die Genossen Rektor h o l tz und Willi Schneider gewählt. Infolgedessen rücken die Genvfstn Maria Böhm und Genosse August Z i e t e m o n»< als Bezirksverordnete nach. In der Qerfannnlung ereignete sich mit dem einzigen Nationalsozialisten Mückler eine merkwürdig« und im Grund« genommen recht nach. denNich« Sache. Mücklor sprach über Sparsamkeit in der städtischen Verwaltung. Herr Mückler selber aber ist aktiver Stadtsetretär in Aehlendors«Nd hat, wiewohl er für den 10. Bezirk Bezirksverord- neter ist, sich außerdem für den Vezirk Steglitz als unbefol- deten Stadtrat wählen lassen. Derselbe Her? Mückler, ein in Berliner städtischen Diensten stehender Beamter, hat in dem Neustchrsarttkel eines Zehlendorfer kommunalen Blatte» den Ruf nach.Los von Berlin' ausgestoßen und da» Jfrtt der städtischen Beamten, Angestellten und Arbetter' als.riesenhaft' be- zeichnet. Aber auch der deutschnationale Herr Beeß-Wannsee trvm» petete wieder: Jke von Berlin', was ihm«in« Abfuhr durch den Genossen Draemert eintrug. Vergebliche deutschnationaleObstruktiou 11. Bezirk— Gchöaeberg. Di« letzte Bezrrksversanmckmg nahm Kenntnis von den Bor- lagen de« Bezirksamts über den Neubau der Monumenten. undKolonnen- Bruck«. Ferner beschäftigte sich die Dersamm- lung mit der vom Magistrat verfügten Auflösung der Wohnung:- tomnnssion. Bezirksverordneter Rath mann(Soz.f bemängelt« die Auflösung und bedauert« da» Fortsallen des Beschwerdeaus- schusses, der mit Erfolg für die Interessen der Wohnungsuchenden gearbeitet hätte, lieber den Berilbt des Wahlausschusses betreffend die Besetzung zweier besoldeter Stadträte gab es«ine längere Debatte. Die Deutschnationalen versuchten die Versammlung b e- schlußunfähig zu machen: trotz vieler Bemühungen des deutschnationolen Stadtverordneten Merkel, die Kommunisten dafür zu gewinn sn, gelang die Herbeiführung der B-schlußunfähigkeit nicht. Die Versammlung beschloß, einen von den Mittclparteien und m» unterstützten Antrag, wonach die beiden Inhaber der Stellen bis zur Neuwahl, jedoch längstens bis zum 1. Juki 1930 im Amte bl«ben sollen. Einen sozialdemokratischen Antrag, der sich für die erwerbslosen Jugendlicken einsetzt, begründete die Bezirksverord- net« Kirft. Einen Rundreise-Antrag der KPD. über die gepla-t« Derwalwngsreform Groß. Berlins löste ebenfalls«ine längere De- batte aus. Genosse Fla tau sprach für die soziall-emokrattsch« Fraktion. In einem Beschluß der Bezirksversammlung wird die Stellungnahme des Dezirksamts zur Berwalwngsreform verlangt. Wettere Anträge befaßten sich mit der Verbesserung der Verkehrs- verhäktmss« und Schaffung einer Postftelle in der Siedlung Linden. bof. Genosse Haufe befürwortete beide Anträge tr.iss wänntt«. Die Bezi rksversammlung beschloß entsprechend Mißstände tn der Notstandsaktton und Ausgab» von Speffemarken an EnverbÄos« behandelten zwei andere Anträge Genosse P ö h l k e kritisiert« die langsam» Abfertigung in der Notftandsaktton und wies darauf bin. daß die Abgabe der Speffemarken durch die Stadtverordneten- Versammlung geregelt wecken müßt». Auflösung des WeinkeNers. 14. Bezirk— Neukölln. Die BeArksverfamMlung begann am Mittwoch irnt der Wahl eines neuen Dorsteher-Stellvertreters. Gegen den bisherigen Stellvertreter. dem Kommunisten Schilf, war«in sozialdemokratischer Mißtrauensontrag angenommen worden. Ge- wählt wurde der Bezirksverordnete Brun» fD 2p.). Dann wur. den die Drmgkichkeiioanttäge gegen den Gesetzentwurf Groß-Bertin behandelt. Die Deutschnationolen zogen chren Antrag zurück und stimmten nach Ausführungen des sozialdemokra- tffchen Bezirksverordneten Harnisch für den Antrag der Sozial- demokraten. Der Antrag wurde angenommen. Dann wurden 18 180 M. Mittel bewilligt für Ausschließungsarbetten an den Schi iß- ständen tn der Hasenheid« und einigen Reparaturen in den öfsent- lichen Parkanlagen. Ein Antrag der bürgerlichen Parteien aus Auf- kösung de» städtischen Weinkellers muck« mit sozialvemokckttscher Unterstützung angenommen, nachdem in einem Zusatz arttrog ausdrücklich festgelegt worden war, daß die Arbeiter und Angestellten de» Weinkellers vom Bezirksamt zu übernehmen sind. Ein Antrag auf Auflösung des städtischen Beschaffungsamts, de» Zargmagazin,, der auch gleichzeitig der Garteiwerwaltung den Der- kauf von Pflanzen verbieten wollte, wurde abgelehnt. Genosse Arndt wies darauf hin, daß z. B. das Sargmagazin im Jahr 700 Särge an das Wohlfahrtsamt zum Selbstkostenpreis abg bt. Trotzdem ist dos Eargmagozin ein Ueberschußbetrieb Aucb der Antrag der Demokraten, der die Auflösung aller städtffchen Gesellschaften und Betricke verlangt, wurde abgelehnt. Ein Agito« nonsantrag der Kommunisten gegen die Heimletter der Tages he me für Erwerbstos« wurde abgelehnt, dagegen aber ein Antrag der Part« angenommen, der verlangt, daß das Bezirksamt endlich ein» mal dafür Sorge tragen soll, daß in den Essenousgabesteven der Terror einiger Radaulusttger aufhört. ¥ Ein Teil der Press« sprüht aus Sensationslust davon, daß m der letzten Neuköllner Bezirksversammlung die Tribünen durch das Ueberfallkommando geräumt werden mußten. An dieser Meldung ist auch nicht ein Wort war, und es ist dckauer lich, daß auch zwei angesehene demokratisch« Blätter aus diese» Hirngespinst eines übereifrigen Berichterstatters hereingefallen sind. In Wirklichkeit kam es in jener Sitzung zu einem unbedeutenden Zwischenfall. Ein« Tribüne wurde geräumr. weil einig« Besucher trotz mehrfacher Ermahnung durch den Bor» steher die Zwischenrus« nicht unterließen. Die Räumung konnte ohne Polizei und reibungslos durchgeführt werden. Di« Besucher der Galerie und der zwetten Tribüne blicken unbehelligt. Die Sitzung wurde nach einer kurzen Unteckrechung unter größier « bes zur Vertagung fortgeführt. Ruhe Die Nazis macheu sich mausig. IS. Bezirk— Pankow. Bekanntlich hatten sich die Kommunisten und in« National «stÄüg 'itzung von einer anderen Fraktion Tribünen karten besorgt, bei ihrer starken Fraktion von 2 Mann stehen ihnen nur wenig Karten zu. AI» gegen 22 Uhr die öffentlich« Sitzung oertagt wurde und die Tribüne geräumt werden mußte, da noch eine geheime Sitzung anberaumt war, erttstand ein Wortirechsel zwischen den Hitler-Jünglingen auf der Tribüne und den kommunistischen Be- zirksverordneten. Ein nattonalsozialistffcher L«!rksverordnet«r ging aus den Kommunisten, Stadtverordneten«alzsieder, zu und droh« diesem dr nicht mißzuv-rstehender Weis« und äußerst erregt, daß man sich heute.noch draußen sprechen' würde. Das war Offenbar ir._--- l!—«— ln Xrifaünenfaefucher,— fast und nun Kommunisten vor dem Sitzungssaal ein Kampftick arfftmmtten. Der sonst so lungenkräfttge Salzsieder uxrr von dem Zwischenfall offensichtlich sehr bedrückt.— Aus der Sitzung selbst ist folgendes zu de- richten: Der stellvertretende Bürgenneifter Dr. Taeger nahm »mächst die Einfichrung und Vereidigung der bestätig ren. und» soldeten Stadträt« vor, darunter unser« Genossen V ö l ck e l und H!« g e. Dem Kommunisten Kopp« hat der Oberprüsident die Be- slätigung oersagt. Einer Vorlage des Bezirksamtes betreffend den Bebauungsplan de» Geländes zwischen der StockhÄmer, Soldiner. Wollanj., Gottschalk-, Wilhelm-Kuhr- und Nordbahnsttaß« wurde zugestimmt, ebenso auf Vorschlag de». Grundstücksausschusses einer gangen Anzahl von Grundftücksankäusen, die im Stadttrtteress« notwendia sind. Beim Bericht au« dem Ausschuß für Eingabe» und Besänzerden entfesselte Salzsieder eine lang« Debatte über die neue Schul« in Buch, von welcher zwei Klassen in Benutzung g«wn> men wurden,«he sie völlig trocken waren, und verlang!« ferner tu« Ausstattung der ganzen Schule mit Tischen und Stühlen anstatt .......- �•»zchuckänk« bckn»«- ger Fertigstellung zu gewährleisten, nofle Bürg�ardt der Forderung der KPD. entgegen. Salz- mit Bänken. Da noch gute Schulbank« beim Bezirksamr vorhanden vollständiger Fertigstellung der sind und um na. «ine er'' ganzen Schul» trat Stadtrat De» muß dabei einen Lügner nennen lassen, wie ihm Genossen Gütig diel«-, PräQik.tt Dan« erfolgt« die Wahl der Jugend, und er bereit gereichten Listen. Der berett» in deuttchnarional« Agi- Sfr-df. t- un und Auswar irksverordneten, ntschädigungen nicht wurde mit allen 23 bürgerlichen schon vorher vom Stadtrat gelegt«erden mußt«. Woyliahrtspfleger nach den der vorigen Sitzung«ingckr« tattonsantraa, nach dem den raten.ckc-'T Sitzungsaeldei mehr zu zahlen si... Stimmen gegen 22 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen.(Don den Kommunisten fehlte ein Bezirtsverordneter) Der sozialdemokratisch« Bezirk sverordne-e Amberg suchte den Kommumsten, die wieder einmal einen„Er weckslosenantrag'«ingebracht die Sogwldemvtratie stets pra. wozu auch die von der KPD. abgelehnten Anleihen und daß die freien Gewerkschaften dr« «der icht hatten, begreiflich zu macheu, daß prattnch bemüht ist. Arbeit zu schaffen. ID. abgelcknten Anleihen dienen sollten. ew« tretung der Erweck slosen sind. ikschaften dr« geeignete Der. und in dieser Wcrche! Herr««-Halb»ehub au» tabakbraunem Boxkalf, in bester Rahmenarbelt Bn Schuh von Klasse•••• Moderner Kump für die Straße. Orange Boxkalf mit taufabsatz helegonter Spangenschuh. Feinstes Karamel- Chevreau m, zart Konfektion Vom 21.«-27. Marz C1E. AG. BURG mhmm„i W �P�B.MGDBG. �ZZ l/erkaafsstetfen. inJjroß-*' J&er'Cin lingL �oiscLGLra.* Tit. 137* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 22. März 1930 Oer Wirtschastsfrieden mit Polen. Beide Länder brauchen ihn gleichermaßen. D«r Wiritchaftskampf zwischen Deutschend und Polen, der beide Länder mehrere Jahre hindurch in hohem Maß« geschädigt hat, wird durch das jetzt erfolgt« Abkommen eingestellt. Deutsch- land und Polen waren und sind darauf angewiesen, die Wirtschafte Deutschlands Anteil an dem Außenhandel Polens 19S2-19S9 In'/o de» |e$4tn.ten Ein-tx-w. Auaf ulir Polem Nach Angaben de» polnistKtn Slatislili so.» land. Die sinkende Tendenz des deutsch- polnischen Tauschhandels hat im Zusammenhang hiermit auch die W i r ts cha f t s k r is i s in Polen nur gefördert, was sich u. a. in der auffallend schnellen Steigerung der Wechselprotest« zeigt. Im Jahr« 1925 waren«s "Wechselproteste m Polen 1945-1930 In 1000 Stück Die Arheitslosi�keit in Polen 194H-1930 Nach Angaben da» polniselxen. Statistik. MS.« t tsu 19» NaeK Angaben de» polniscben Statistik Monats* 3 H M J S N 0 dunekv.sebnitt F A 3 A 0 D «25 46 41 44 19» 1 9 4 9«30 Stanä;Anfan|, jeden Monats JaiuWi J 3 J J 3 3 3 3 3 3 J H �t.flkt.A OAOAOAOAO F 194«! 1945 1946 1941 1944 1949;W0 bezichungan bestens zu pflegen. Das bestätigen auch unser« Graphiten, denen die amtliche polnische Statistik zu- grnnl« gelegt worden ist. Der nach dem Ausbruch des Zollkrieges gesunkene Handelsverkehr zwischen Deutschland und Polen hat in denkbar ungünstiger Weis« aus die Wirtschaftslage m Polen gewirkt. Trotz der wesentlich erhöhten Ezpvrttätigkeit Deutschlands konnte die Ausfuhr nach Polen teuren Fortschritt machen, auch entsprach die erhöhte Gesamtausfuhr Polens nicht der' nach Deutsch- insgesamt 2,3 Millionen Wechselprotest«, im Jahre 1929 5,5 Millionen Wechselproteste im Gesamtwerle von 1255 Millionen Zlall). Auch die polnische Arbeitslosigkeit, deren Kurven m-t denen Deutschlands parallel laufen, hat in der letzten Zeit ein Verhältnis- mäßig größeres Ausmaß angenommen. Cs zeigt sich somit, daß es im Interesse der beiden Länder liegt, ungetrübte wechselseitige Wirtschaftsbeziehungen zu pflegen, wodurch zweifelsohne auch die politische Zlerständiguug nur gefördert werden kann. Konjunkturgewinne des Bergbaus Oer Harpen-Konzern steigert feinen Rohertrag um 50 Prozent. Di« Harpener BergSau A.-G.. das größte reine Zechenunter- nehmen in Deutschland, hatte in den beiden letzten Jahren seinen Geschäftsbericht wegen der Lohn- und Preiskäntpfc im Berghau politisch ausgezogen. So hatte der Konzer» unter [einem neuen Verontworllichen Dr. Siloerberg zunächst nach der Glanzkonjunktur von 1927 seine Dividende von 8 auf 6 Pro- zent herabgesetzt, und für das gleichfalls noch gute Kohlenjahr 1928 wurde überraschenderweise die Dioidendenauszahlung überhaupt eingestellt. Diese plumpe Demonstration gegen die Wirt- schafts-, Steuer- und Sozialpolitik des Staates konnte bei dem Ab- schluß für 1929 aber beim besten Willen nicht mehr fortgesetzt wer- den, denn die Kohlelikonjunllur des letzten Jahre» übertraf noch bei weitem die Glanzjohre von 1926 und 1927. Der Rohertrog hat sich im letzten Betriebsjahr von 21,2 auf rund 81 Millionen, also um fast 59 Prozent erhöht. Dagegen sind sowohl die Generalunkosten von fast 6/1 auf 5.8 Mll- ltonen und die Steuern sogar um mehr als 19 Prozent aus 8,9 Mrl- lionen zurückgegangen. Die Abschreibungen und Rückstel- langen vom Gewinn sind dadurch kräftig herausgesetzt worden. So erhöhten sich die Abschreibungen aus die Werksanlagen «an 10,2 auf 12,4 Millionen, die Rückstellungen für Bergschäden von 0,28 auf 1,94 Millionen, und neben einer gleich hoch geblieh-nen Rücklage für Zlnleihskosten von 1 Million erscheint eine neue Steuer- rücklage von 400 000 Mark. Trotz dieser sehr kräftigen Auspolste- rung des inneren Fundaments übertrifft der ausgewiesen« Rein- gewinn von 5,63 Millionen noch die Ergebnisse der Hochkon- junktur von 1927. Im vergangenen Jahre war der Reingewinn künstlich auf ganze 85 Mark zurechtgestutzt worden. Di« Verwaltung muß im Geschäftsbericht auch zugeben. daß das abgelaufene Betriebsjahr infolge der Auswirkungen des harten Winters einen kräftigen Aufschwung für den Bergbau mit- brachte und erst in den beiden letzten Monaten des Jahres«ine Abfchwächung eintrat. Die Kohlenförderung erhöhte sich von 7,3 auf 8,0 Millionen Tonnen, also um rund 9 Prozent. Der Koksabsatz stieg jegar um mehr als 23 Prozent. Demgegemiber wurde Lie Belegschaft nur um 1000 aus 24 428 Mann, also um 4 Prozent verstärkt. Nähere Angäben über die Leistungssteigerungen je Kopf und Schicht werden von der Vermal- timg nicht gemacht. Auch Mitteilungen über die Stärke der reinen Zechenbelegschast fehlen. Die tatsächliche Leistungssteigerung bei den Harpen-Arbeitern läßt sich daher nicht feststellen. Da sich jedoch im Jahre 1928 bereits die Tagesleistung je Tops der Belegschaft auf 1299 gegen nur 945 Kilo im Jahr« 1913 erhöht hat, werden die Schichtleistungen stn abgelaufenen Bc- trisbsjahr weit über 1300 Kilo je Kopf, also mehr als im Durch. schnitt des übrigen Ruhrreviers betragen haben. Es spricht nicht für die Verwaltung der Harpener Bergbau A.-G., daß sie dieses Mal im Gegensatz zu früheren Jahren mst näheren Angaben über dl« Leistungen der Belegschaft zurückhält. Sie hat ober ein sehr begründetes Interesse daran well im lehie« Vetriebsfahr die Steuern und Sozialobgabeu von 20,2 auf 18,1 Millionen gesunken siud, sich also, aus die Tonne geförderter Kohle umgerechnet, von 2.93 auf 2.44 Mark verringert haben. Milder Winier drückt auf Bergbau. Di« auch im Februar anhaltende milde Winlerwisterung hat sich in einem ziemlich erheblichen Produktionsrückgang im Bergbau ausgewirkt. Außerdem haben auch insalge der all- gemeinen Verschlechterung der Wirtschaftslage die Bestellungen der Industrie stark nochgelassen. Im Ruhrgebiet bclief sich an 24 Arbeitstagen im Februar die Förderung auf 9,37 gsgest 10,93 Millionen Tonnen im Januar mit 25,7 Arbeitstagen. Gefördert wurden arbeitstäglich im Februar 890 673 gegen 425 300' im vorhergehenden Monat Trotz. dem aber sind die Ergebnsse im Berichtsmonat noch um fast 4 Pro; bester als im Februar vergangenen Jahres. Bedenklich für die weitere Entwicklung ist dagegen das st ä n d i g e Anwachsen der H a l d e», die mit 4M Millionen Tonnen um mehr als eins Million Tonnen gegenüber dem Januar zugenommen haben. Im Februar 1929 betrugen die Haldenbestände nur 2.53 Millionen Tonnen, also wenig mehr als die Hälfte der im vergangenen Jahre aufgestapelten Vorräte. Die um 3500 auf 379 909 Mann zurückgegangene Belegschaft zeigt, daß mit dem Abbau berests begonnen ist. In Oberschlesien und im Waldenburger Revier sind die Rückschläge noch weit schärfer gewesen. So ist die a r b e i t s t ä g- lich« Förderung in Westoberschlesien um fast 25 Proz. zurück- gegangen, während sich im Waldenburger Revier die Haldenbestände von Anfang bis Ende des Monats oerdoppelt haben. Der Braunkohlenbergbau hat den fehlenden Bedarf für Hausbrand gleichfalls zu spüren bekommen. In Mitteldeutsch- land sank die orbeitstüoliche Förderung im Februar um 18 Proz. auf 295 950 Tonnen, während die Brikettsabrikation so. gar um 23 Proz. zusammenschrumpfte. Etwas bester hat der Rheinische Braunkohlenbergbau mit einem Förderverlust von 8 Proz. und Brikettfabrikationsausfall von 10 Proz. abgefchnisten. Oas Reich ohne Kaffenforsen. Die große Flüssigkeit des Geldmarktes hat auch das Reich für Ends März aller Kastensorgen enthoben. Es war der Reichsbank möglich, für 125 Millionen Mark einjährige Reichsschotzanwei- sungen zu Zinssätzen von 7 bis 6°/4 Proz. voll auszuverkaufen und den Erlös für das Reich bereitzuhallen. Es ist also nicht zu erwarten, daß für Ende März die öffentliche Geldnachsrage irgend- welche ungünstigen Wirkungen auf dem Geld- und Kapitalmarkt ausüben kann, was nicht zuletzt auch für die Frage sehr bedeutsam ist, ob die Reichsbank noch innerhalb der nächsten zehn Tage eine Kreditverbilligung vornehmen wird oder nicht. Der sogenannte Pr i v a t d i s k o n t. d. h. der zwischen ersten Firmen gezahlte Wechsslzins, ist gestern auf iV» Proz. zurückgegangen, d. Ij. auf% Proz. unter den etzt noch bestehenden Diskontsatz von 5Z4 Proz., was ebenfalls zur schnellen Herbeiführung einer neuen Diskonlsenkung bellragen wird. Wahrheit über die Benzinteuerung. llm wievlel erhShen sich durch den Benzinzoll die Beineb''- koffen u» rklich? Von informierter Geste wird uns geschrieben: Die Ästerestenoerbänd« der b et riebsstoffverb rauchenden Gewerbe einschlleßlich der Ant arnob i lmdustr re bringen in den Tageszeitungen alarmierende Nachrichten über die angeblich katastrophale Auswirkung der Belastung durch die beabsichtigten Zölle. S.o sind in einer Mittagszeitung Prozentzahlen genannt worden, die dlrekt beunruhigend wirken, bestimmt entinurlgeird für den, der nicht in der Lage ist, die Richtigkeit dieser Zahlenangaben nachzuprüfen. Ein maßgeblicher Industrielle rband(RDA.) schrieb:„Der B«- trieb eines Personenwagens verteuert sich um 564, der eins» Last- krastwagsng um 175 Proz." Was ist nun richtig? 100 Lster Benzin inklusive aller Spesen tosten heute an der Zapfstelle in Groh-Berlin 30 M., nach der neuen Zollbelastung wahrscheinlich 34 M., das sind 13 Proz. Verteuerung. Im Ler- brauch im Kraftwagen oerschiebt sich diese Prozentzahl nicht wescnt.- lich, sondern nur der absolut« Mehrbetrag. Fllr 100 ftilomelK Personenwagen mittlerer Stärke...... ca. 15 ßtr. Droschken...... ca. 18 Ltr Lieferwagen lu> bis 2 t. ca. 20 Ltr. 6,— 6,80 0,80 13 Pro Schwere Lastwagen.. ca 60 Ltr. 18,— 20,40 2,40 13 Pro. Rechnungsbafis: Zapfstellenprei? bisher 30 M. pro 100 Lster, nachher 34 M. Diese Zahlen seien cur drei Beispielen erläutert: 1. Ein Reisender fährt täglich mit seincin Wagen zwecks Tundenbefuch 100 Kilome'.cr weit: er zahlte bisher für Venzin 4,50 231., nachher 5,10 M., das sind bei 26 Arbeststagen im Monat rund 15,60 2)t Mehrkosten--- 15 Proz. 2. Die Konsumgenossenschaft Berlin verbraucht monatlich zirka 40 000 Lster Venzin-, dafür zähste sie bisher zirka Bis- hoc 4.50 5,40 6,— 18- S!ach» y« 5,10 6, 12 6,80 20,40 M-br. losten 0,60 0,72 080 2,40 Pro- gauuol 13 Proj. 13 Proz. t ist das grosse Schlagwort für die Frühjahrsmode. Unsere Schaufenster zeigen die neuesten Frühjahrsmodelle in mannigfal-| tiger Ausführung mit Eidechsverzie-j rung in hocheleganten Formen und! Farben.TadelloserSitz und vorbildü-, che Verarbeitung sind weitere Vorzüge der weltbekannten und beliebten SALAMANDER �5� 9600 M., nachher 11 200 M., das find 1600 M. Mehrtosten— 17 Proz. 3. Die Berliner Omnibusse verbrauchen monatlich zirka 2 Millionen Liter Benzin, das sind zirka 470 000 M. bisher. Nach der Zollerhöhung sind es SSO 000 M-, das sind 80 000 M. niehr oder 17 Proz. Bei einer Omnibus-Bertehrsgesellschaft dürften die Unkosten für Betriebsstoffe zirka 13 Proz. her Gesamwnkosten ausmachen. Sie würden sich also von 15 Proz. auf 18 Proz. erhöhen, was fühlbar, aber nicht gefährlich ist. Ebenso oerhält sich die absolute und die relative Mehrbelastung bei Unternehmungen mit großem Auto- park. Damit dürfte der Beweis erbrocht sein, daß bei einer Steigs- rung der Generalunkosten um 3 Proz. alle Befürchtungen über Untragbarkeit, katastrophale Auswirkungen oder gar Rückgang des Automobilverkehrs unbegründet sind und nur geäußert wurden, um Panikstimmung zu erzeugen. Konsumvereine im Februar. Die sinkende Maffenkauflrast drückt den Umsah. Nach dem Februarbericht des Zentraloerbandes Deutscher Konsumvereine betrug der Durchschnittsumsatz pro Woche und Mit- glied bei den berichtenden 62 Bereinen mit 1,7 Millionen Mitgliedern 8,80 M. Gegenüber dem Monat Januar liegt eine Steige- rung von 44 Pf. vor gegenüber einer Steigerung von 22 Pf. vom Januar zum Februar im Jahre 1929. Gegenüber dem Februar des vergangenen Jahres ist ein Rückgang von 9,11 auf 8,80 M. zu ver- zeichnen, also um 31 Pf. Im Januar 1930 war gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ein Rückgang um 53 Pf. zu ver- zeichnen. Wenn also der Umsatzrückang sich auch etwas vermindert hat, so ist doch offenbar, wie stark die gegenwärtige große Arbeits- losigkeit sich auf die Kaufkraft der Konfupmitglieder auswirkt. O»e Aufträge der Reichspost. Neue Gefahren für den Berliner Arbeitsmarkt. Unter dieser Ueberschrift brachten wir am 21. März eine Notiz, zu der uns von den interessierten freigewerkschastlichen Arbeiter- und Angestelltenverbänden folgende Mitteilung gemacht wird: „Die Vertreter der freigewerkschastlichen Arbeiter- und Angestelltenverbänd« haben sich zusammen mit den Betriebsoertretungen der in Frage kommenden Betriebe der Schwach- stromindustrie über die in dem Artikel gekennzeichnete Situation eingehend unterhalten. Auch sie sind der Meinung, daß die ange- kündigte Drosselung der Reichspostaufträge an die Unternehmungen der Schwachstromindustrie um 25 Prozent ein« weitere Ver- sch ä rfu ng de r Arbeitslosigkeit sür Arbeiter und An- gestellte in Berlin zur Folge haben muß. Sie haben deshalb an- gesichts der katastrophalen Verhältnisse auf dem Arbeitsmarlt be- schlössen, ihren ganzen Einfluß aufzubieten, um das Reichs post- Ministerium zu veranlassen, diese Absicht nicht zu ver- wirklichen. Die freigewerkschaftlichen Arbeiter- und Angestellten- verbände betonen aber nachdrücklichst, daß sie diesen Schritt ledig- lich im Interesse der Arbeiter und Angestellten der gesamten Schwachstromindustrie unternehmen, und daß sie es ablehnen, sich in den Jntercssenftreit der einzelnen Firmengruppen einzu- mischen." Schleppender Reichsbahnverkehr. Ungünstige Entwicklung im Februar. Der Güterverkehr der Reichsbahn hat sich im vergangenen Mo- nat weiterhin verschlechtert, obwohl bei dem anhaltend günstigen Wetter mit einem früheren Beginn der Feldbestellung so- wie der Bautätigkeit und damit auch mit einem wachsenden Güter- verkehr gerechnet werden konnte. Im Monat Februar wurden arbeitstäglich jedoch nur 124 531 Wagen gestellt gegen 126180 Wagen im Januar und fast 128000 Wagen im Februar des vorhergehenden Jahres. Beson- ders beeinflußt wurde der Reichsbahnverkehr im Berichtsmonat durch den erheblichen Rückgang der Kohlentransporte und die ausgebliebene Belebung der Bau- und Baustoffindustrien. Die noch steigende Arbeitslosigkeit im Februar wirkt« sich in einem weiteren Rückgang des Personenverkehrs, vor allem des Berufsverkehrs, aus. Das finanzielle Ergebnis für den Monat Januar, das zu- gleich veröffentlicht wird, weist Betriebseinnahmen von 360,6 Mil- lionen auf, denen an Ausgaben rund 389 Millionen gegenüber- stehen. Der durch die Einnahmen nicht gedeckte Betrag von 28,3 Millionen mußte zunächst dem Gewinnvortrage des ver- gangenen Jahres entnommen werden. Siahlproduklion hält sich. Wie die Zeitschrift„Stahl und Eisen" mitteilt, belief sich die Produktion der Stahlwerke im Februar auf 1 176 435 Tonnen gegenüber 1 275 137 Tonnen im vorhergehenden Monat. Da der Februar nur 24 Arbeitstage gegen 26 im Januar hatte, hat sich die durchschnittliche arbeitstägliche Leistung mit 49 018 Tonnen Rohftahl auf den Stand des Januar behauptet. Dagegen liegt sie um mehr als 7 Proz. unter den Produktions- zifsern des Februar 1929. Di« Leistungen der deutschen Walz- und Preßwerk« sind im Gegensatz zur Stahlwerksproduktion aber auch a rbeits- täglich zurückgegangen. Sie stellten sich auf 33 246 gegen 34502 Tonnen im Januar und 36 009 Tonnen im Februar ver- gangenen Jahres. wieder 10 Proz. Wolldividende. Di« Wollwäscherei und Kämmerer A.-G. in Döhren bei Hannover setzt den Reigen der hohen Wolldioidenden fort. Die Gesellschaft konnte die starken Preisschwankungen aus dem Weltmarkt und die daraus entstandenen Lagerverluste durch ein gutes Betriebsjahr ausgleichen. Die Haupt- betrieb« waren zwar nicht ganz in dem Umfange der beiden vorher- gehenden Jahre bescbäftigt, doch tonnte durch die Rationalisierung der mengenmäßige Umsotzausfall im Ertrage ausgeglichen werden. Aus dem Reingewinn von fast 600 000 Mark werden 10 g« g e n 1 2 P roz. Dividende im Dorsahr verteilt. Im neuen Geschäftsjahr war die Gefellschaft bisher gut beschäftigt und erwartet auch von den niedrigen Wollpreisei, Anregungen für weitere Belebung der Wollkonjunktur. Der Grsamiabsatz des R heinisch- westfälischen Lohlensyndikaies im Monat Februar 1930 betrug(alles in Millionen Tonnen) 8,25(Vormonat 9,96), arbertstäglich in Tonnen 343 614(392 361). arbeitstäglich gegen den Vonnonat 12,4 2 Prozent weniger und gegen den entsprechenden Monat des Borjahres 12,41 Prozent weniger. parieinachn'chten für Groß-Rerlin Einsendungen für diese Rubrik sind «« r l t» S« SS. Lindenitraße 3. stet» an da» B-zirr.sekreiaria» & Hos, 2 Treppen recht», ja richten. Zum Notopfer für die Erwerbslosen wurde in der haopt- Werkstatt der Straßenbahn, Uferstraße 9, der Betrag von 625,20 W. gesammelt und an den Kassierer der 53. Abteilung abgeliefert, worüber hierdurch mit bestem Dank quittiert wird. Die Sammelliste zum Notopfer sür den Bezirk 19. Pankow, Nr. 21, ist in der 126. Ableitung verloren worden.— Bei einem eventuellen versuch, daraus zu sammeln, ist diese Liste anzuhalten und an das Büro einzusenden. I. A.: Alex Paget». i. ftrti« Prenzlauer Vera. Pildung«u«I»nß. Di« siingercn Senolsen unsere» Steife» veranstalten heute. Eonnabend. 22. Mörz, 20 Ul>t. im Saal de» Bezirksamt«, Banziqcr Etr.«4. eine Serbetundaebung mit kltnstlerischcr Ilmrahmun». Musik und Rezitationen. Bortrag:»Selisterzieliuna der Iuoend". Rrferent: Alexander Stein. Wir. bitten um recht regen Besuch. 5. fltei» ffriedrickohain. Arbeiierbildunaoschule. Die Arbeitsacme'Nschaft Mayer wird am Dicnsta». dem 2Z. März. Uhr. fortaesetit. Thema: ..Die Umschichtung de» Proletariat-�. Jugendheim EaKlerstr. 6L grünes öimmcr. 7. Rteis Sharlottendura und Sanda». gurisiilch« Sprechstunde heut« Sonn» abend. 22. März, von 17 bis 18 Uhr. im Jugendheim Rolinenstr.«. De» legcnheit zum Kirchenoustritt! 14. ttrei». Die Ab-eilungsicitcr merden gebeten, dowr zu sorgen, dost nun endlich die ßltcrnlifien abgegeben werden. Restlos abgegeben bat nur die SS. Abteilung. 17. Krri, Lichtenberg. Bczirkoncrotchnetenfraktlonl Nächste Eibun» am Mon- tag, dem 24. März. 1« Uhr. im Rathaus Lichtenberg, Mällendorfstr. K. Limmer ZK. IS. Are:, Pankow. Der lausende Bildungskursu» muh wegen tnangeshofter Beteiligung ausfallen. lMaycr:.Grundzüge der neueren deutschen Literatur.! heute. Sonnabend, 22. März: 17. Abt. Die B-zirksführer werden gebeten, die Markenbestänte bi, zum ZU. März beim Genosten Kähne abzurechnen. Desgleichen wird gebeten, Akontzahlur.gcn bzw. Abrechnungen für Rotopser zu leisten. ß-i 1t7. Abt. Lichtenberg. Märzseier i« Restanrant de» Städtische» W stluhbade». Rezitationen, Lieder zur Laut«, turnerisch« Porsührungen. f' lrestrcde: Stadtrat Züncmann. Eintritt und Tanz' frei. Ansang 19 Uhr.:< 1234. Abt. Aanlsdors-SSd. 20 Uhr Mitglieder, ersamml»»« im Zögerheim. War. trug:-Reorganisation der Berliner Berwoltnag*. Rescrent: Stadtverordneter Paul Robinson.. .Voulevardkultur", soll dieser Begriff zu einem neuen Schlag» wort werden? Vielleicht wird er eimnai dazu geprägt, jedenfalls versucht Herbert I h r i n g, ihm einen Inhalt zu geben und dar- über hinaus die Usberwindung des Talmiglanzes anzubahnen. Gut ist die Architektur in diesem Zeichen, die barocken Kitsch verschwin- den läßt, aber alles andere zeigt die Ueberfchätzung der Technik. der Sensation und des Wechsels. Der Vortrag ist eine Kritik der Zeit, ein Querschnitt und. was höher gilt,«in Versuch, zum tieferen Sinn vorzudringen. Landtagsobgeordneter König und Heinz Engel fprechen über die Neueinteilung des Schuljahres. Verlegung der Ferien, eine sinngemäße und rationelle Gestaltung, so oft gefordert, wird hier nochmals vor einer großen Hörerschaft energisch betont. Die Gründe wirken bestechend.„Frühling in der Großstadt" heißt ein Teil der Abendveranstaltung. Wieder eine Montage, diesmal von Ernst Mühr auch wieder sehr geschickt zusammengestellt und dazu noch für die gut« Stube an- ständiger Zeitgenossen stilisiert. Man wagt vorsichtig einen Schritt in gefährliche Gebiete, deren Durchdringung nicht ratsam erscheint. Deshalb werden manche Chansons erbarmungslos kastriert. Nur keinen Anstoß erregen, bleibt Devise. Dabei gibt es auch hübsche Ding«, witzig« Pointierungen, Mte Formulierungen und ernst« Be- kenntnisse. Manchmal werden sogar sozial« Hintergründe sehr energisch angedeutet. F. Seh. Morgen. Sonniag, 23. März: 17. Abt. Ab l« Uhr im qrohen Saale de« Sschschnlbranerei. Am-,: Ü reuet Str. 11. i?.iiblinq»scicr. verbunden mit einer Ehre»«, für die g m Partrisubilnre. All« Genossinnen und«enastr» sind dazu urrt thrrn g fei Anarboriwcn freundlichst rinaeladen. 13 SS. Abt.#nW4>«�| ö) 0p**Smf9rfw ■urm-AreupptS* _ Pm 5Hdt l{uP-g.8«d«*Pew*lhonq Urun mndenaa � IN SCHLESIEN hent't&SgZ dicht, ßheuma. Jsch/as. firo/pekte cVor- und'Jfotaakon fauxbaShaem Sonnabend 22. März«30 Unterhaltung und tssen Beilage des Vorwärts Jlnna Siemfen: iitld SfcUCtl SEum �ag des ffiuches „Wozu braucht ein junger Mensch zu lesen? Laß ihn sich ordentlich den Wind um die Nase wehen und sich in der Welt um- gucken. Das wird ihm nützlicher sein, als wenn er sich den Kopf mit Bücherweisheit vollstopft.� Die Ansicht hört man nicht selten. Und für die Mädels gar wird das Bücherlesen sehr oft als ein höchst unpassender Luxus betrachtet, nur geeignet, ihnen den Kopf zu»er- drehen.„Kochen und Strümpsestopfen ist ihnen viel gesunder." Wie alle falschen Auffassungen, hat auch diese einen richtigen Kern, den nämlich, daß all unser Lernen und Erkennen vom Leben und von der eigenen Anschauung anfangen nmß. Ein Gramm Er- sahrunz ist mehr wert als ein Pfund erlernte Wissenschaft. Nun brauchen wir aber gar nicht zu fürchten, daß unser« Jugend ohne Lebenserfahrung bleibt. Dos kann sehr behüteter und verwöhnter bürgerlicher Jugend passieren. Und die erwächst dann vielleicht zu einer lebensfremden Bücherweisheit. Aber unser« werktätige Jugend wird von frühester Kindheit an so in die Wrklichkeit hineingestoßen, mit ihren Nöten vertraut, vor unausweichliche Aufgaben gestellt, daß Lebensftemdheit ihre letzte Gefahr ist. Eine andere Gefahr aber ist sehr dringend. Unser aller Leben ist heute ungemein verwickelt. Tägliche Einzelschicksol« sind abhängig von sehr großen und entfernten Ereignissen. Eine neu« Erfindung in Amerika macht deutsche Arbeiter brotlos. Ein Fortschritt am laufenden Band macht die Berufslehre von einigen Tausend Jugend- lichen unnütz. Der Beschluß einer internationalen Konferenz belastet den Lohn eims jungen Arbeiters mit neuen Steuern, oerkürzt oder verlängert fein« Arbeitszeit. Das Leben, das wir mn uns sehen, ist unbegreiflich und unerklärlich, wenn wir nicht lernen, hinter diesem Leben die großen Zusammenhänge zu sehen, die Bedingungen, unter denen es entstanden ist, die Tendenzen, nach denen es sich weiter entwickelt. Dazu hilft uns das Buch Und es ist für unsere Gegenwart ein ebenso unentbehrliches Werkzeug geworden, wie dem Höhlenmenschen sein Fauststein, dem Landsknecht sein« Muskete, dem Schiffer fein Kompatz: eine Wafj« im Daseinskämpfe, ein Orientie- rungsmittel, das uns zeigt, wo wir stehen. In der Jugend bilden sich die Gewohnhesten. Darum ist es nötig, daß gerade der Jugend- liehe zu lesen und das Buch zu gebrauchen lernt, zur Freude, zum Werkzeug, zur Waffe. Di« Schule könnt« darin viel tun. Und wenn die alte Schule oft dabei versagt hat, so hilft die neu« heute schon sehr oft gewaltig beim.Lesenlernen", das heißt bei der Gewöhnung an dos Buch als Ergänzung und Hilfe unseres Lebens. Aber sie kann im allerbesten Fall nur einen Anfang machen. Di« ent- scheidend« Zeit der Entwicklung, des Erlebens und also auch des Lesens beginnt erst nach der Schule. Und in dieser Zeit gerät der jung« Mensch unter ein- Masse der verworrensien und oft schäd- lichsten Einflüsse. Ebenso wie das Kino, dies fabelhafte Bildung?- mittel der Masse, heute zu neunzig Prozent eine verkitscht«, ver- sälscht-verlogene Welt darstellt, ebenso ist's mft dem Buche. Und weil junge Menschen erlebnishungrig, abenteuerlustig und fast un» beschränkt gutgläubig sind, deshalb hat hier die Kitschindustri« sehr leichtes Spiel, und Schundgeschichten sind fast immer ein ganz sicherer geschäftlicher Erfolg. Aber auch, was man so„gute Literatur" nennt, ist oft ganz ungeeignet, unserer Jugend zu helfen. Und wer meint, es fei damit getan, dies« Meisterwerke anzupreisen und anzubieten, der ist im schweren Irrtum. Jedes Buch ist au» einer bestimmten Situation, Zeit. Lebenserfahrung heraus geschrieben und daher auch für einen bestimmten weften oder engen Leserkreis. Was für Fünfzigjährige patzt, paßt durchaus nicht immer sür Fünfzehnjährige, und was«in Professor oder eine Gesellschaftsdame gern liest, wird zumeist sür einen Schlosserlehrling oder eine Kontoristin wenig erfreulich und noch weniger nützlich sein. Unsere Bücherindustrie aber versagt hier und muß versagen. Die will einfach verkaufen. Und ihr Dienst am Kunden besteht vor allem darin, ihm einzuhämmern:„Du sollst und mutzt Bücher kaufen". Das ist auch der Fehler des deutschen Buchtages, der heuer zum zwettenmal begangen wird. Auf ihm wird das„gute Buch' als Gut an sich angepriesen. Das ist es auch. Es ist«in Mittel zum Leben, ein Werkzeug im Lebenskampf und ein« geistige Nahrung, um unser Leben reicher und tiefer zu machen. Darum ist aber auch das Buch des Arbeiters und das Buch der Arbeiterjugend etwas ganz anderes als das Buch des Bürgertums. Es ist ein Mittel unserer Bewegung, ein Mittel, jung« Menschen zu klassenbewußten, kampfbereiten, klarblickenden und zielbewußten Mitarbeitern zu machen. Dem dient die Arbeit unserer Bildungsorgomsation, unserer Buchverlag«, unserer Buchgelneinschoften, der Zeitschrifte», die wie die.sozialistische Bildung" planmäßig in die Welt des Buches ein« führen, der Bücherkataloge, die wir herausgeben. Wir können aus diese Arbeit schon heute mit Stolz blicken. Ein Jugendlicher, der sich orientieren will, findet da reichliches Material. Ich glaube sogar, wenn er das Jugendschristenverzeichnis mit seinem Nachtrag sozialistischer Jugendliteratur in die Hand nimmt, das der Bildung s- ausschuß der Sozialdemokratischen Partei herausgebracht hat, so wird ihm beinah« bange werden vor diesem Reichtum. Und hier hätte dann die planmäßige Arbeit der Jugendorganisationen und der Mftteilungsblätter und Zeitungen einzusetzen. Die haben Wegweiser zu sein. Wenn die großen Parteiveranstalwngen sieben, sondern und sammeln, so haben sie auf die einzelnen Situationen und den einzelnen Menschen die Anwendung zu machen. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß jeder Mensch von Natur aus BLcherteser ist, weil nämlich jeder Mensch von Natur aus neugierig ist, oder genauer gesagt, Unterhaltung?- und erkenntnis- hungrig. Aber allzu oft gerät so ein hungriges Menschenkind zuerst an ein Buch, das ihm nicht schmeckt. Es ist zu schwer, zu fremd, zu unverständlich. Und schon ist es abgeschreckt, vielleicht für's Leben. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit eines Landmädels. Es war klug, aufgeweckt, sehr lebendig, aber lesen wollte es nicht.„In den Büchern steht doch nur fremdes Zeug." Bis es über„Friedesinschens Lebenslaus' von Sohnrey geriet.„Ja', fagt« sie höchst befriedigt, „sowas erleben wir auch". Und von da ab gewöhnt« sie sich auch daran zu lesen, was andere erleben, wenn es nur lebenswirklich war. Nicht immer geht jp der Weg. Oft geht er umgekchrt, von fremden und bunten Abenteuern zum Interesse am eigenen Alltag und seiner Bedeutung. Wir haben hier«ine ganz groß« und ganz wundervolle Arbeit zu tun. Die Bücher sind uns Rüstung und Waffen für des Tages Kampf. Wir haben die großen Rüstkammern mit Fleiß gesammelt und fertig zum Gebrauch. Nun heißt es, unser« Jugend, mit ihnen bekannt, mit diesen für sie geschmiedeten Wertzeugen und Waffen oertraut zu inachen. Dazu soll uns der„Tag des Buches" dienen, ober nach ihm jeder Tag der Arbeit an unserer Sache, die ja Sache der Jugend und ihrer Zukunft ist. Itilhelm Sildiner: Wir mtfehen dem Abgrund Der Asienforscher Dr. Wilhelm Filchner spricht heute abend im Rahmen der Vortragsabende des Reichsausfchusses für sozialistische Bildungsarbeit im Plenarsaal des Reichstages über seine gefahr- volle China- und Tibetexepdition 1925/28. Aus diesem Anlaß bringen wir aus dem einzigen Buch Dr. Filchners über dieses abenteuerliche Unternehmen(„O rn rnani päd in e hu m', mit vielen Abbildungen und Künstdrucktofeln, Ganzleinen 15 M.) mit Genehmigung des Berlages F. A. Brockhaus. Leipzig eine fesselnde Textprob«. Es ist erschütternd, zu lesen, wie sich der Forscher, gebrochenen Leibes, unter der Last schwerer wissenschaftlicher In- slrument« mühsam durch die riesigen Weiten Tibets und Chinas schleppt. * 25. Dez.: Der heutige Morsch ist für die Tier« wiederum an» strengend. Dauernd geht es bergauf, bergab über viele flach« Höhen» zungen hinweg. Wir sind an diesen Weg gebunden, weil dag tiefer» liegende ebene Gelände sogar jetzt im Winter so stark versumpft ist, daß die Tiere dort einsinken müßten. Endlich betreten wir eine sandige, mit Schutt durchmischte Ebene, in die von Norden her ein doppelgipfliger, mit Sand über- deckter Rücken vorspringt. Am westlichen Fuß dieses Rückens kommt von dort her, das Sandsteingebirg« durchsägend, in einem scharf eingefurchicn Tal ein mehrarmiger Fluß heraus, der in einen: weiten Desto in den Ngang-tsi-tso einmündet. Das Gebiet heißt: Markhung: es ist im Sommer von gefährlichen Sümpfen durch- setzt. Dies« Zone kreuzte Sven Hedm, als er südwärts nach dem Ngang-tsi-tso zog. Bald hernach kurz« Rast an einem weiteren, aus den Bergen kommenden Fluß beim Wulaplatz Ur-ge. Alles klapvte auch hier wie am Schnürchen. Run geht es über einen vom Gebitge aus seewärts streichenden verwitterten Felswall, dessen steinige. scharfkantig« Oberfläche den unbeschlagenen Pferden unbehaglich ist. Eine weite Eben«, dann stoßen wir hinter einem isolierten Fels. rücken zwischen den mit großen Gazellenherden bevölkerten Bor. bergen der Seeumrandungskette bei sinkender Sonne auf Tschu-gyirr. Dor uns im Westen ragt massig und mächtig ein Steinmassw auf. das zu der den Ngang-tsi-tso im Norden umrandenden Sandstein. kett« gehört, die uns vom Tangro-tsa trennt. Die Jaks treffen erst nachts«in. 26 Dez' Nun folgt der allmählich« Aufstieg nach dem hohen La-u-la. Auf halber Höhe ein tief eingelagerter, vereister Tümpel. Der Hochtalcharätter prägt sich immer schärfer aus. Langsam ziehen die keuchenden Tier« mft ihren schweren Lasten bergan. An steileren, abschüssigen Stellen muß durch Menschen nachgehoffen werde», besonders in jenen Zonen, so durch Gebirgs- däche der Schutt ausgeweicht ist und die Tiere einbrechen können. Dor uns ragt im Nordwesten«ine gewaltig« Stelnpyramide auf. Westlich von dieser steilen Pyramide liegt unser Paß. Der oberste Teil des Hochtales ist erreicht. Jenseits eines ver« eisten, vielsach verschlammten Baches, inmitten dieser eisigen Hoch- gebirgswelt feste Zelte, umgeben von Jak- und Schafherden. Nun beginnt in einer muldenartigen Rinne der Anstieg über Schutt- und Trümmerfelder zum Paß hinauf. Dort oben begrüßen uns zwei mannshohe Lha-tsas mit luftig im Winde flatternden, bunten Tüchern und Fähnchen. Diesen fügen auch unser« tibetischen Führer dem Brauche gemäß neue, rote, gelbe und grün? hinzu. Jenseits des Passes kerbt sich schars ein Test ein. Hier führt unser Weg steil hinab zwischen glattem Fels und Schotter. Eine gefährliche Passage, denn die Bergwasser sind vereist; auch der ganze Steilhang ist mit Eis verkleidet. Wir haben keine Eispickel, um in dies« Kaskaden Stufen zu schlagen. Wir Helsen uns, so gut es geht. Wer Stiefel hat, muß sie ausziehen. Die Tibeter kommen gut vorwärts, well ihre Schuhe meist mit Wollsohlen versehen sind. Ganz merkwürdig aber ist es, wie sicher die Jaks auf diesem glatten Boden gehen. Eine Gemse könnte sich nicht gewandter in solchem Gelände bewegen. Ich atmete erleichert auf, als mein« Tiere diese gefährliche Stelle des Hochtales hinter sich hatten. Hier kam von rechts eine felsige tief« Seitenschlucht: das Haupttal fiel jetzt sanfter ob. Zur Rechten stürzte ganz steil das Sandsteingebirg« herab, die westliche Fortsetzung der obenerwähnten hohen Felspyramide am La-u-la. Bald nahm uns ein Talkessel auf, in dem der Bach, dem wir bisher gefolgt waren, in einem von Norden kommenden starken Fluß einmündet. Die vereinigten Wasser ziehen von dort noch Südwesten wefter im engen Tal. Wir folgten diesem Flusse nicht, sondern überquerten ihn und setzten dann erneut zum Ausstieg an über den wfftlich ausragenden felsigen Rücken, der uns noch vom Tangra-tso trennt. Dieser Aufstieg brachte eine gewaltige Anstrengung. Mein Pferd versagte bald. Das Tier war ohnehin schwach und hatte den letzten Paß mit knapper Not geiwmmen. Auch einer der Jaks kam nicht wester. So muhte ich denn mein schweres Instrument und das Stativ auf den Rücken nehmen und keuchte, aus mehreren Wunden blutend, die ich mir beim Kletter» an dem scharfen Gestein zu- gezogen hatte, aufwärts. Wenn mein Freund Jack nicht zu Hilf« gelommen wäre und sich meines Pferdes angenommen hätte, würde ich den Paß wohl nie überwunden haben. Bei 6000 Meter Höhe spielen sich solche Transporte nicht so einfach ob wie in unseren Tiefebenen. Das Herz schlägt dort zum Zerspringen, und dem kräftigsten Manne geht der Atem aus, wenn er obendrein eine schwere Last auf dem Rücken hat mid, wie ich, als Zugab« die Zehen des rechten Fußes und den rechten Handteller gebrochen hat. Die letzte Strecke kroch ich auf allen öftren. Endlich stand ich ermattet oben am Ne-thung-la vor einem engen Felstor. Wie zum Lohn für die große Anstrengung, zeigte mir die Statue nach Südwesten ein unvergleichlich wunderbares Panorama. In dieser Richtung führte, scharf eingeschnitten und steil abfallend, das Abstiegstal zum Tang-ra-tso. Durch die Kimme der Kulisse konnte ich einen Teil des tiefblauen Sees erhaschen, der einem von hohen Bergen umsäumten Binnenmeer glich. Der steile Abstieg war drei Kilometer lang. Der lehmige Hang war aufgeweicht. Mit meinen„Stiefeln ohne Sohlen" glitt ich dauernd auf dem steilen Pfad aus. Schutt, nichts als Schutt, über den ich hinwegturnt«. Meine Gedanken vereinigten sich einzig auf die Instrumente; sie durften keinen Schade� leiden. Endlich wurde der Weg flacher, die seitlichen Felshänge steiler, und dann trat ich hinaus auf die oberste der den Seespiegel 159 Meter überragenden Terrassen. In ungefähr 29 Stufen bezeichnen sie das frühere Ufer des Sees in klarer Weise und liefern den deutlichen Beweis, daß die Seen vor langer Zeit eine größere Ausdehnung hatten, und daß ihr Wasserspiegel wesentlich höher lag. Sir Henry Hayden meint. „daß die oberste dieser Terrassen wohl so alt wie die Eiszeit Europas ist, denn die Ablagerungen, die ursprünglich horizontal waren, haben jetzt Senkungen von 25 bis 39 Grad zum See hin und zeigen somit an, daß seit der Ablagerung eine beträchtliche Bewegung in der Erdkruste stattgesunden hat". Nun bog ich, der Karawane vorausschreitend, scharf nach Norden ab und folgt« dem See einige Kilometer nördlich, und zwar dort, wo von den Bergen, die wir eben überquert hatten, zwei scharfe, vielgezackt«, mit Felstürmen versehene Felsrippen gegen den See vorspringen und jäh gegen diesen abstürzen. Unzählige Lha-tsas krönen die Spitzen. Auch am Fuft der Steilwände fehlen solche nicht. Grade diese Stelle ist wohl eine der schönsten in Tibet. „£en>er dol als Sklav!" Zu einer Gedenkfeier an den Freiheitskampf der Stedingee Bauern, der im Jahre 1239 begann, hatte man sich dieser Tage an dem St.-Beit-Denkmal auf dem«instigen Schlachtfelde von Altenesch vereinigt. Dieser Untergang freier Bauern, die nach ihrem alten Schwur„Lewer dot als Sklav" handelten, ist eine jener ergreifenden geschichtlichen Tragödien, die Hennann Lübbmg in einem Band der bei Eugen Diederich in Jena erscheinenden Sammlung„Deutsch« Bolkheit" unter dem Titel„Stedinger, Friesen, Dithmarscher" an- schaulich erzählt hat. Die Sumpfgebiete an den Niederungen der Weser von Oldenburg und Bremen abwärts um die Hunte und Jade bis ans Meer wurden zu Anfang des 12. Jahrhunderts von holländi- schen und anderen niederdeutschen Bauern kultiviert und zu einem blühenden Landstrich gemacht. Aber es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Di« Erz- bischöfe von Bremen suchten sie durch Zwingburgen zu unterdrücken, die die Stedinger im Jahre 1294 zerstörten. Seitdem wütete de? Kamps zwischen den kirchlichen Gewalten und dem-kühnen Vauernvolk. Die Stedinger hatten sich mft harten Schlägen ihr« Selbständig- keit ertrotzt, aber aus die Dauer konnten sie der Uebennacht nicht widerstehen. Im März 1239 hatte der neu« Erzbischof von Bremen, Gerhard II, ein« Synode einberufen, aus der furchtbare Anklagen gegen die Stedinger als heidnische Ketzer erhoben wurden. Der Kirchenbann wurde über das Land verhängt, und Papst Gregor IX. ließ 1232 zu einem Kreuzzug gegen die Stedinger predigen, worauf Kaiser Friedrich II., der den Bauern früher wohlgewogen gewesen war, sie in des Reiches Acht tat. So zog sich denn«in furchtbares Gewitter über di« Unbotmäßigen zusammen. Die Stedinger waren srellich noch stark genug, um das Kreuzheer im Winter 1232 zurück- zuschlagen; sie bedrohten sogar Oldenburg und Bremen und besiegten ein neues Kveuzheer in der Schlacht beim Hammelskampe? Wald«. 1234 aber erschien ein neues, noch stärkeres Heer, das die Stedinger von zwei Sellen angriff und wie in einer Zange packte. Nun wurden die Bauern erst bei Steengraven und dann bei Altenesch nach grimmiger Gegenwehr aufs Haupt geschlagen. Die Schwerter der Ritter hielten blutig« Ernte; nahezu 5999 Stedinger sielen, darunter viele Frauen und Kinder, und das ganze Volk würde aus- gerottet. Erzbischof Gerhard II. teilte sich mit dem Grafen von Oldenburg in das Stedinger Land und setzte neu« Ansiedler als abhängige Lehnsleute ein. Warum lansi die Hausmaus? Die aus den Schaufenstern der TierhäNdler wohlbekannten med- lichen kleinen ja-painschen Tanzmäuse fallen durch den wunderlichen Bewegungsdrang auf, der sie unaufhörlich im Kreise herumlaufen läßt und den Anschein erweckt, als ob die Tiere tanzten. Zeitweilig ruhen sie aber völlig. Ernst Wolf in Heidelberg stellte sich, nach einem Bericht der„Zeitschkift sür vergleichende Physiologie", die Ausgabe, den zeitlichen Verlauf und den Wechsel dieses Bewsgungs- triebes zu untersuchen. Die Tiere, die sich hauptsächlich nach dem Gesichtrsinn orientieren, Fische und Vögel, bewegen sich ebenso wie die Menschen nur am Tag; in der Nacht ruhen sie. Ander« Tiere wieder haben innerhalb von 24 Stunden-mehrere Perioden der Ruhe und Bewegung. Man stellte bei weißen Mäusen sogar 16, bei grauen 19, bei weißen Ratten 19 solcher Perioden fest. Die weißen Mäuse zeigen nach jeder Periode lebhafter Bewegung eine solche des Fressens; man könnte annehmen, sie oerschajsen sich durch Bewegung erst den richtigen Hunger. Ratten waren lebhafter, wenn ihr« Ernährung mangelhast war. Bei Bienen stellte man«inen Zeit- sinn fest, indem sie nach 24 Stunden immer an dem Futterplatz erschienen, auf den sie dressiert waren. Die Tanzmäuse wurden in eine leichtbewegliche Trommel ge- ssierrt, deren Schwankungen beim Tanzen der Maus ausgezeichnet wurden. Mäuse amerikanischer und deutscher Zuchten verhielten sich ganz gleich. Sie hatten zwei Hauptzeiten des Bewegungedranges, beim Ausganz und Untergang der Sonne, und waren etwa sechs Stunden täglich mft Tanzen beschäftigt. Bracht« man sie dauernd in einen dunklen Raum, dann war ihr Zeitgedächtnis so zuverlässig, daß sie mft kleinen Schwankungen, auch ohne-das Tageslicht zu sehen, diese Perioden einhielten. Bei Tieren ober, die im Dunkel zur Well gekommen waren, und nie das.Licht der Welt' erblickt hatten, waren diese zwei Gipfel des Bewegungsdranges zeitlich ganz ver- schoten, das Zeitgsdächtnis war nicht vererbt worden. kleinslugzeugretord. Der italienische Flieger Donati ioll einen Flug von 2899 Kilometern in 29 Stunden auf abgesteckter Bahn gc- macht haben. Damit wäre der bestehende deutsclie Rekord von 1699 Kilometern gebrochen. Die Maschin« des Italieners hatte 85?8. Di« Leistung ist eine sehr große, da die Strecke etwa der Entfernung van Paris nach Moskau gleichkommt. 3 Theater, Lichtspiele usw. Sonnabend.22'3 Staats-Oper Unter d. Linden Tiil-U.» So. Nu. 8 Jalms-Jb.-T. Bo. 79 20 Uhr Der Posiillon v.Lonlomeao Ende 22», Uhr Staats-Oper im Plitt dir Srpoblik R.-S. 25 20 Uhr DI« verkaufte Braut Ende n 22'', Uhr Sonnabend� 3. Stadt, oper BismarcKstr. Turnus II Uhr' Hasdilnlst BopKlns Ende 22 Uhr Staatl Sdiausph. szo GeDdanBentrarkt St. 8. 3 Sg. Hl 8 Jlbiu-IlL-«. Bo. 7t 20 Uhr Faust I Ende 23 Uhr MUÄillet-WletMIU. 20 Uhr Das Frledensfesl Ende 22 Uhr GROSSES SCHAUoPlELHAUd 8 Uhr: Hör noeb 40 Torstellangen! 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 SanniBB Baflim. ongsk. tan» Pr. 8.1 S Utr Z«itr. 3819 Bandien«rlaiAi Goldin mll bcucb III us' onrn Denosl&Sffiaiatalt.«.telleDieTiarpaar 3 klcwniu�s Sensation am Luft- traper usw. Sonnabend n. Sonntag>0 2 Voratollungon 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Preise Theater Kd.Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arlhor Roberia Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.i Tägl. 5 u. S'l, Uhr. 8 i Bart. 9288 Pr. 1-6M. Wochentg. S U. 50 P(.-3 M. 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Agkiut lapa:(utal Crtadps Die Komödie J I 8lsmck.24I4/75I6 8»/« Uhr Dtc Kreatur SdatsiW tm Firt Bnitta« legi«: Max Selotarfli Operetteniiaas Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Täglich 8»* Uhr DieFlederinaDs mit Gustav Matrner Preise 1. 2, 3 M Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft Sechzigste der Aktionäre am Freitag, dem 25. April 1930, vormittags 1 1 Uhr, im Sitzungssaale der Bank in Hamburg, Neß Nr. 9. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes sowie Vorlegung der Büanz nebst Gewinn- und Verlust- Rechnung und Vorschlag zurQewinnverteilung. 2. Bericht des Aufsichtsrates über die Prütung der Bilanz, der Gewinn- und Verlust-Rechnung sowie des Vorschlages der Gewinnverteilung. 3. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz und die Entlastung des Verstandes und des Au sichtsrates sowie über die Verteilung des Reingewinnes. 4. Wahlen zum Aufsichtsrat Diejenigen Aktionäre, die in der Generalversammlung ihr Stimmrecht ausüben wollen, haben ihre Aktien, oder einen ordnungsmäßigen Hinteriegungsschein eines deutschen Notars spätestens am IS. April 1930 während der üblichenGeschäftsstunden bei unseren Niederlassungen in Hamburg, Berlin u Magdebun, bei unseren sämtlichen Filialen und Zweigstellen, in Frankfurt a. M. bei unserer dortigen Niederlassung und dem Bankhause J.Dreyfus&Co., in Köln a. Rh. bei unserer dortigen Filiale und dem Bankhause J. H. Stein, in Amsterdam bei der N. V. Hugo Kaufmann& Co'« Bank, außerdem für dieMitglieder des Qi'oeffektendepots auch bei der betreffenden Elfektengirobank zu hinterlegen und bis zum Schluß der Generalversammlung daselbst zu belassen. Hinterlegungsscheine gelten nur dann alsoidnungsmäß g. wenn darin die hinterlegten Aktien nach Betrag und Nummern genau bezeichnetsind und wenn überdies in den Hinterlegungsscheinen selbst bescheinigt ist, daß die Aktien bis zum Schluß der Generalversammlung bei der Hinterlegui gsstelle in Verwahrung bleiben. Die Hinterlegung ist auch dann ordnungsmäßig erfolgt, wenn die Aktien mit Zustimmung einer Hinterlegungsstelle lür diese bei e.ner anderen Bankfirma bis zur Beendigung der Genera- Versammlung im Sperrdepot gehalten werden. Gegen Hinterlegung der Aktien oder Ein» rdchung der rotaiiellen Hinterlegungsscheine werden Eintrütskarten ausgehändigt Die zu hinterlegenden Aktien können ohne Gewinnanteil-Cheine und Erneucrungsscheine eingereicht werden. Hamburg, den 19. Marz 1930. Der Vorstand. Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich S'.�U. Ui di Bnlla SAxak m(mM cU Bai Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922,23 Täglich 8»5 Uhr Liebe auf den Ivetten Bllek Direktion Dr. Roberl Klein Deulseltes Iflnstler-Theal. Barbarossa 3937 SVp Uhr Sex Appeal Inhj. f. Fradirit Lmlili «qb; Forde Unii», UDsrt Bassermann. Man, cmuilaos MM malet Dänhoff 170 8 Uhr Ende 10 Vo Uhr ÄmUiBT von FraniMoInar mit Mn PiMmg. Ben»: Gast, wartuig fertw: Souper Regie Heini Hilpert. HOBFÜRST 1400 TÄGLICH LM PALM EN SAAL R1IFU611 ORB DIE REVUE BERUNS jSERVTS 1930!' S�denz-Tligaler Kflnstl. Leitung Garten Briete Täglich 8>- Uhr Senntag 4 Uhr EIsrieKc BamHnkti.«alt» Pr. MetropoMö. 8'/4 Uhr Das Land des LSebeins Vera Sdivars, Richard Tauber Musik von Frani Lehär Lessing-Theater ttHaitmm 2791«. 0846 Täglich 8>/4 Uhr Haus Daniel! Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 810 Uhr madame hat Ausgang Erika von Tellmaon PauFHotblcer Hermann ScbaufuS LTovskl, Braut TnaiioD'TIieate! Uitug: Dir. äralB Georgenstr. 9 Täglich 3 Torstal anaeo t'a und 9 Uhr Revue Das lebende Maoaitn Planetarinm w am Zoo aw tnitoj. JeidiiBiUii tr trat B. 5. Barbarossa 3578 I6'/4 Uhr Der WUl- »BnHüDBi«! ISVoUhr MerkwOrdlg« 81«™»(BuHiJitrga 20-/4 Uhr aaur Bend Elntrlü t Mark. Und««OK, |Dle goldne Meisterin! (braute Xote) [Große Wiener AusstaHungs-1 [Operette in Z Akten mit der» | Musik von Edmund Eysler I [tag/ich 815> jeden Sonntag um» | 815 und um 9 Uhr/ im I Dose-Theater [ Große Frankfurter Straße 13-1 | Bil'ettkasse: Alex. 3422 und 3494| HEUTE, Eonnabend 5 Uhr FtDnteweUiaut: und Bosnroi | HEUTE. Sonnabd. ll.30abends| .Der Mmiergatc". somit»! afc Mo-itaj ilzlil» na 11-1 Dbr aul na 4-9 diu oinh. CASINO-THEATER cothiiniier Strafe 37 SARRASAHI Letzte Vorstellungen! $ods abend t 3Qlir FaffliilßQ-Vorstellogg Bit raltKrtlieji JiradiiTOgF. ligdir k i Iii e Preise es! aües Plihu rot 2.20 M. nhrirts- 7'/z Uhr Voreteltang. Soantad i Uhr Gr.Ticrfd»«« 3 Uhr FamllltB'Vorslellang mit rallwertigera ikculpcf. 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