Morgenausgabe Sonniag «»jA �»» KtSUSÄSS m K WM■£■■ I■ U MMMi au�sfr« 20 pf, ewlchlleßllch S0 Pfg. Poftznwng». und J&S p�tß�Ä M> DM BB DM BD f/ WM tfS 7» Psg. v°fti>»ft-llg-dühr.n. ilu,l°»i>» ähB rHsS! H H■HH H H H H M) H DA/ 1,1,. N°np»r.ili«« »donneme« S.— ZU. pro Movat. WW» ss>W,■ MD MD■ MD■ DM MI MD-S DD WM I JH. 10 Pfennig. 5t»flamt»ilf 5.- Wfld * XtBO i öl StB Ih■ Ufl HB l■ H Hi H■ mort..»lein« Anjeiy«»- Oo« ett MW 1 Ha■ MD I�BV BBk MM\ WM dru», Won 2S Pieni»g«zulSIsig zi Der.«»n-trl-' erlchl« wochentö». WM I WW JM>�lM� mH WM««„-»druck» W°n«>>»de» weiter«« «ich zweimal. S-rml-a»-»d Moalaa, I �Mi. ��rXBwS iHL\ � DM»! Pietinig. Eiellengeiuch, da» et eirirnol. die»dendausaaderi für Berl t, HLbl �00?/' S OGRC� v>/ MW SBorl 15 Ptennig. tede» weiter, W und im Handel mit dem Titel Der KSÄ i!0 Plennig. SBorl, üb», IS Duchilai wi-nd». glluswi-n» B-iiaaen.Volk- 4»ähi-n für zwei fflone«rdeit-m- und Zeil' lUid�imdersreund-. Fern» �WS HkBk__.%ä 9--__. X Ti\ß. tM � Seile S« Plennig. S-mtlienanzeigen Zt .Unterhalwng und Wissen-..Frauen» MWlI» M A ÄrXaAWMBEeäWKMkH«Pfennig. Anz-tgenannahmetm�-o Mmm.-..Technik-..«Utk"in di. M■■ BPH' SLW oB i ÄH ¥■««Ich»" Lindensirab. Z. Wochentag Bücherwelt- und.Iugend-Lonvärt«- V V G VGGG°°°&!, bi, 17 Übt. Aentrawvsan dev Gozialdemoeratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 � l» � k�ernsprechtr: Dönbof» RS— 297 lelegramm-Adr: Co, ialdemokia» Berlin.«vvUVUI IOy vJ. III. V. Das Spiel mit dem �oung-plan. Doch Gefahrdung der Vorlage möglich? Varls, 22. März.(Eigenbericht.) Sie Rcchtoparteleu machen immer weniger ein hehl daraus, daß sie nur deshalb für den Joung-Plan zu stimmen bereit find, well sie dadurch eine ihr genehme Regierung im Sattel halleu können. Di« Linke, namentlich die Partei der bürgerlichen Radikalen, hat aber sich durch die böswilligen Mißdeutungen und Verdrehungen der Reaktion, die ihre Mitarbeit am Roung-Plan als ein Vertrauensvotum für Tardieu ausbeuten wollte. so sehr in Harnisch bringen lassen, daß sie heute die Ratisizierungs- debalte zu erschweren droht, obwohl sie im Joung-plan mit Recht die Krönung ihrer seit über vier Zahren konsequent durchgeführten Rußenpolllik erblicken darf. Die Kritik der Linken richtet sich hauptsächlich gegen die Baseler Reparation sbank und Ihre allzu uukoulrollier. baren Geschäftsvollmachten. Ein guter Teil der Radikalen sche'nt entschlossen zu sein, bei der entscheidenden Abstimmung über das Ralifizlerungsgcseh sich nicht etwa der Stimme zu enthalten, sondern dagegen zu stimmen. Auch der sozialistische Abgeordnete Via» c e n t- A u r i o l ha» bereit» mitgeteilt, daß er g e g e u mehrere im Ratisizierungsgeseh enthaltene Paragraphen die Vertagung ver» Spannung in Warschau. Regierungsbildung wird vertrödelt, Sejm ausgeschaltet. Marschau,?Z. Mörz.(Ost-Expreß.) Di« Verhandlungen des Senatspräsidenten Szymanski haben den Eindruck verstärkt daß dcsien Betrauung mit der Kabinetts- biidung nur ein Manöver darstellt, um di« Regierungskrise bis zum End« der Budgetsesiion hinauszuziehen und sodann ein« Regierung ohne den Sejm zu bilden. Wie verlautet, will der Sejm- Marschall den Sejm noch vor Ablauf der Session einberufen. wogegen der Rcgierungsbiock protestiert. Infolgedessen wuchst die politische Spannung von Tag zu Tag. Die polnischen Sozialisten überreichten dem Senatsmarjchall namens der Zentrolinken eine De- klaration. die erst später veröffentlicht werden wird. Di« Zentrolinke fordert nach wie vor die Liquidierung des Systems und die Wiederherstellung der demokratischen Staatsordnung. Die Rational- demokraten gaben eine kurze schriftliche Erklärung ob. wonach sie die Regierung entschieden bekäinpsen würden, solange diese von Pil- sudski abhängig sei. Die Haltung der lllra'tter. langen will. Da auch der Klüngel der Ueberpatrlolen vm M a r t a, Mandel und Franklin-Bouillon gegen die Ratifizierung stimmen wird, kann es zu einer rcchl heiklen Sllualion kommen. die vielleicht eine neue Verzögerung der Znkrasl. sehuog de» Voung-Planes und damit der Rheinland. räumung zur Folge haben dürfte. * Solange die Haliung der französischen Linksparteien gegenüber den Haager Abnzachungen das Inkrafttreten des Joung-Planes nicht gefährdet, wird man auch deutscherseits gegen innerpolitisch-taktische Manöver kaum etwas einwenden können. Aber gerade vom Standpunkt der Linken wäre es einfach nicht zu verantworten, wenn man dieses parlamentarische Spiel so weit treiben würde, daß daraus außenpolitische Rückschläge entstünden. Das werden sich insbesondere die französischen Sozialisten sagen müssen, die all die schwierigen Jahre hindurch die An» näherungspolitik gefordert und gefördert haben und die eine Verzögerung der Rheinlandräunmng unmöglich wünschen können. uicht die Aufforderung überbracht hätten, daß der mazedonischen Mord'seri'e ein Ende gemacht werde, sondern man nur.konferiert" hätte.— Demgegenüber wird ihrem Korrespondenten von unter- rlchlerer diplomatischer Seite versichert, daß der Status der Dinge in Wirklichtest etwas anders und wesentlich ernster sei. Buroff sei von den Gesandten ersucht worden, darauf hinzuwirken. daß endlich energische Maßnahmen gegen die mazedonischen Terroristen, die eine ständige Gefahr für de« valkanfrleden bildeten, ergriffen würden. Der südslawische Gesandte Neschiisch habe besonders die Wünsche seiner Regierung dahin zum Ausdruck gebracht, daß Bulgarien sid� in kürzester Frist zu den D o k u m e n- t e n äußert, die den bulgarischen Mitgliedern der Gemischten Grenz- kommissian in Zaribroh überreicht worden sind und beweisen sollen, duß die Urheber der letzten Attentate an der bulgarisch-südslawi- schen Grenze aus Bulgarien gekommen waren. Das den mazedonischen Terroristen nahestehend« neu« Blatt »Wreme" schreibt zu der außerordentlich gespannten Lage:„fip ch d i e Köpfe, Mazedonier! Europa regt sich aus— möge«s sich ruhig aufregen. W i r f ü r ch t e n u n s n i ch t vor den Drohun- gen der Serben und ihrer Freunde. Das mazedonische Volk ist ent- schlössen, bis zum letzten Mann zu kämpfen und zu fallen. Weder Bulgarien, noch ganz Europa sind imstande, unseren Kampf zu verhindern..* * Wie der„Soz. Pressedienst" erfährt, hatte der Botschafter Frankreichs das Reichsanßenmmisterrum«ingeladen, sich an der diplomatischen Aktion in Belgrad zu beteiligen. Reichsaußenminister Dr. E n r t i u s hat dieses Ersuchen jedoch mst dein Hinweis daraus abgelehnt, daß Deutschland nicht in die Valkankanflilte hinein- gezogen werden wolle, was geschehen könnte, wenn es Partei er- griffe. „Zniernaiionale Wirtfchastspolitik." Geringes Ergebnis in Genf. Gens, 22. März.(Eigenbericht.) Der zweite Ausschuß der W'rtschaftskonferenz hat am Sonn- abend feine Arbesten beendet. Das Programm der zukünftigen Wirtschafteaktion ist durch die vereinten französisch- italienische» Abschwächungsbemühuugen zu einer bloßen Zusammenfassung der verschiedenen Aufgaben einer inter- nationalen WkrtschaftspoLtlk geworden. Da« Programm ist als Protokoll gefaßt, dos von den Delegationen unterzeichnet weriden soll. Es wird darin Herabsetzung der Zölle und Be- kämpftmg des mdirekten Protektionisnms gefordert. Di« Ab- Haltung einer Konferenz für Ausländerrecht und einer Deterinärkonferenz ist in Aussicht genommen. Die einheitliche Zoll- Nomenklatur soll beschleunigt fertiggestellt werden. Als Unterlage für die Erledigung dieser Aufgaben sollen die Regierungen bis jpötesiens 15. November 1630 einen Fragebogen des Völkerbundes über ihr« wirtschaftliche Situatton und ihre Bereitschaft zu inter- nationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit beantworten. Boftfdjecffomo: Berlin 87536.- Bankkonio. Bank der Arbeiter. Sngestelltcn und Beamten. Wallltr 65 D» B u Titc-Gel Devositenkasie Lindensir S. Bekenntnis zum Staat. Die Mannheimer Tagung der Voltspartei. Die Mannheimer Tagung der Volkspartei ist eine Ent- täuschung für alle, die von ihr eine explosionsartige Beendi- gung der Großen Koalition erwarteten. Wahrschein- lich hätten sich sowohl in der Voltspartei wie in den anderen Regierungsparteien die meisten zunächst aufrichtig gefreut, wenn es zum Krach gekommen wäre. Die Frage ist nur. wie lange diese Freude vorgehalten hätte. Die Volkspartei kommt aus Mannheim zurück mit der Absicht, den Versuch der Großen Koalition fortzusetzen und ihr Programm durch zusetzen. Diese Absicht haben andere Parteien auch. Nun ist es das wirklich Abscheuliche an Koa- litionen, daß in ihnen keine Partei sich so recht durchsetzen kann, daß jede Zugeständnisse machen muß und infolgedessen alle unbefriedigt bleiben. Allein regieren kann eine Partei eben erst dann, wenn sich die Mehrheit des Volkes zu ihr bekennt. Was Ihr daran fehlt, kann sie auch durch die mannhaftesttn Parte«- tagsbeschlüsse nicht ersetzen. Mit dem Begriff einer parla- mentarischen Koalitionsregierung ist eine Partei d i k t a t u r unvereinbar. Der Wille, dem Staat zu dienen, zu dem sich der Mannheimer Parteitag bekannt hat, setzt den Willen voraus, mit anderen Parteien gemeinsam Lösungen zu suchen. Ob dieser Wille bei der Reichstagsfraktion der Bolkspartei noch vorhanden ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. ■k Der Parteivorsitzende Dr. Scholz hat aber in seinein politischen Referat einige Bemerkungen theoretischer Natur gemacht, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Herr Scholz sprach über das Verhältnis der Parteien zum g e g« n w ä r t ig e n Staate. Er unterzog sie ge- wissermaßen eine nach der andern einer Prüfung in ihrer Staatsgesiunung und kam dann dazu, seiner eigenen Partei das best« Zeugnis auszustellen. Aus der Darstellung des Herrn Scholz mußte man geradezu den Eindruck gewinnen, als ob es nirgends in der Deutschen Republik zuverlässige Republikaner gäbe, es sei denn in der Deutschen Volkspartei. Daß die Deutsche Volkspartei trotz ihrer Schwärmerei für die schwarzweißrote Kaiserfahne dem gegenwärtigen republikanischen Staatswesen treu ergeben ist. kann uns nur mit Genugtuung erfüllen. Wie kommt aber Herr Scholz dazu, der Sozialdemokratie als einer Staatspartei der Republik einen Platz weit hinter der Deutschen Volks- partei anzuweisen? Wie kommt es, daß er sich und den Seinen sogar die Aufgabe zuweist, die„beiden großen Flügel- Parteien", also die Deutschnationalen und die Sozialdemo- kraten„zu restloser Hingabe an den Staat, wie er ist, zu erziehen". Hier muß doch ein ganz groteskes Mißver- ständnis walten. Und so ist es in der TatI Herr Scholz meint nämlich, die Sozialdemokratie sei„grundsätzlich gegen die Deutsche Republik eingestellt", denn sie mache grund-. sätzlich antikapitalistische Politik, obwohl der Staat auf kapi- talistischer Grundlage ruhe. Herr Scholz kommt dann zu der— an sich richtigen— Feststellung, daß sich der Liberalismus grundsätzlich mit dem Sozialismus weniger oertrage als der Konservativismus. Herr Scholz will also den Staat, die Republik, für den Kapitalismus und den Liberalis, nus in Beschlag nehmen. Gelänge ihm das, so bliebe der sozialistischen Arbeiterschaft freilich nichts anderes übrig, als den Staat, die Festung des Kapitals von außen her zu berennen. Aber Herr Scholz sieht die Dinge falsch: die sozialistische Arbeiterschaft steht nicht draußen, sondern drinnen. Auf dem Boden der demokra-� tischen Republik stehend, kämpft sie gegen den kapitalistischen Geist im Staate und gegen den Wirtschaftsliberalismus. * Die oft gehörte Behauptung, die Sozialdemokratie müsse, weil sozialistisch, Gegnerin der Republik von Weimar sein, beruht aus einer argen Begriffsverwirrung. Die Sozialdemokratie kennt in bezug auf die S t a a t s f o r m kein Ziel über die demokratische Republik hinaus. In der demokratischen Republik und mit den Mitteln der demokra- tischen Republik oertritt sie die Interessen der Arbeiterklasse und fördert sie das Eindringen gemeinwirtschaft- l i ch e r Elemente und Grundsätze in unsere vorwiegend noch kapitalistisch beherrschte Wirtschaft. Gewiß wird es noch lange dauern, bis diele kapitalistische Wirtschaft durch eine sozialistische völlig ersetzt sein wird— darüber gibt man sich in der Sozialdemokratischen Partei Warschau, 22. März.(Ost-Czpreß.) Der mit der Kabinettsbildung betraut« Senatsmarschall S z y- m a n s k i hattegestern eine Unterredung mit den Führern der ukrai- nischen Sejmsrnktion. Die Ukrainer haben ein« Darstellung dieser Unterredung oeröfsentlicht, die großes Aufsehen erregt, jedoch von der Senatskanzlei dementiert wird. Der ukrainischen Darstellung zufolge erklärte der Frakttonsvorsitzend« L e w i ck i auf die Frage Szymanskis nach der Stellung der Ukrainer zum polnischen Staat, daß das ukrainisch« Volk wie jedes andere Volk Selbständig. k e i t anstrebe. Den Kampf um dieses Ziel, führ« die Undo-Partei (Ukr. Rat.-Dem.) jedoch nur mit legalen Mitteln. Bezüglich der polnischen Ostgrenze sagte Lewicki, die Fraktion hätte in dieier Frag« keinerlei Legitimation,«ine Erklärung abzugeben, zumal dies« Grenze endgültig nur zwischen Polen und dem künstigen ukrai- nischen Staat« geregelt werden könne. Zur Frag« der Stellung der Ukrainer zu einer Regierung Szymanski betont? Lewicki, daß bislang keine polnische Regierung die Ukrainer mit den Polen gleich behandett habe, vielmehr sei olles unternommen worden,»m ein Zusammenleben beider Völker unmöglich zu machen. Di« Ukrainer glauben nicht, daß hierin bald«ine Besserung ein- treten werde, zumal die Stimmung der polnischen Oeffentlichkeit die gleiche sei wie früher. Ein pilludskisreundliches Blatt tadelt S-ymanski heftig, daß er überhaupt solche Fragen an den Ukrainersübrer gestellt hat.— Neben dem„Undo" gibt es im Osten und zum Teil auch im Sejm ukrainische sozialistische und to-rrmumsierend« Parteien. Keine Ruhe in Mazedonien. Die Terroristen(rohen. Sofia, 22. März.(Eigenbericht.) Die bulgarisch« Regierung stellt es so hin. als ob die Gesandten England», Frankreichs und Südsiawi-ns dem Außenminister Buroff keinen Iusionen hin aber man kann sich vorstellen, daß in Deutschland der letzte Rest von Kapita» ltsmus verschwindet, ohne daß an der Ver- f'assung von Weimar auch nur ein einziger Buchstabe geändert wird. Das allgemeine, gleiche, direkte Wahlrecht zu allen Der- tretungskörpern, das parlamentarische Regime, der Bolksent- scheid, Wahl und Stellung des Reichspräsidenten, all das kann genau so bleiben, wie es ist, während in den großen Klassenkämpfen, in den grundsätzlichen Kämpfen um Kapitalis- mus öder Sozialismus die Entscheidungsschlachten geschlagen werden. Viel eher als die Sozialdemokratie werden im Ver- lauf dieser. Kämpfe ihre Gegner die Neigung bekunden, die demokratische Republik anzugreifen, die zu verteidi- gen dann die Aufgabe der Sozialdemokratie lein wird. Darum oertragen sich auch die Farben Schwarz-Rot- Gold und die rote Parteifahne der Sozialdemokratie v'el besser miteinander, als Herr Scholz glauben will. Sie haben nicht nur Räumlich, wie man auf unzähligen- Demon- strationen gesehen hat, sondern auch logisch und grundsätzlich sehr gut nebeneinander Platz. * Ein Problem bleibt. Es liegt nur anderswo als dort, wo Herr Scholz es sucht. Die Sozialdemokratie ist die Staatspartei der Republik, sie ist zugleich sozialistische Partei in einer kapitalistischen Welt. Sie kann als Staats- parte! nicht allein regieren, weil sie nicht die Mehrheit hat, und selbst wenn sie die Mehrheit hätte, könnte sie nicht von heute auf morgen aus der kapitalistischen Wirtschaft eine sozialistische machen. Jede Regierung muß die Wirt- schaft pfleglich behandeln; denn nur wenn die Schornsteine rauchen, gibt es Brot. Wenn die kapitalistischen Unter» nehmungen Bankerott machen, so bedeutet das zunächst nicht Sozialismus und Wohlergehen aller, sondern Masienarbeits- lofigkeit und ungeheures Elend. Die Sozialdemokratie kann darum, den Arbeitern zuliebe, gegen die kapita» liftische Wirtschaft nicht vorgehen wie der Stier im Porzellan- laden, oder wie der Bolschewismus in Rußland. Als grund- sätzliche Gegnerin der kapitalistischen Wirtschast muß sie doch— eben weil sie eine wirkliche Arbeiterpartei ist— mit den zunächst gegebenen Tatsachen rechnen. Ja. sie � muh, wenn sie nicht die Arbeiter einem ungewissen Schicksal überantworten will, auch innerhalb der kapitalistischen Formen für Fortgang und Aufstieg der Produktion Sorge tragen. Hier liegt die wirkliche Problematik der sozialistischen Arbesterpolitik in unserer Zeit. Ihr zu entrinnen ist nicht möglich. Auch ein Kommunist müßte heute als Wirtschafts- minister zunächst einnral daran denken, wie er der P ri v a t» i Nd u st ri e Aufträge und Kredite verschafft, oder die Ar- bester, die in der Prloatindustrie beschäftigt sind, würden ihn bald mit Knüppeln davonjagen. * Weil die Dinge so liegen, wie sie hier geschildert werden. besteht eine Möglichkeit her Zusammenarbeit zwischen Sozial- demokratie Und bürgerlichen Parteien. Die Sozialdemokratie trägt damst den RotWndigtesten der GegeNMatt Rech- nung, ohne ihre großen Zukunftsziele zu verleugnen oder gar preiszugeben. Sie kennt die Schwächen, aber auch die Stärken ihrer Stellung. Sie hat in manchem umlernen, in manchem nachgeben müssen. Sie steht sich öfter in der De- fensive als in der Offensive— nicht zuletzt deshalb, weil die kapitalistischen Parteien durch das Treiben des russischen wie des deutschen Kommunismus die nachhaltigste Stärkung er- fahren. Auch den Kampf um die fällige Finanzreform führt die Sozialdemokratie in der Defensive. Sie verteidigt die sozialen Errungenschaften der Arbeiterklasie gegen den Ansturm des Unternehmertums und seiner politischen Beauftragten. Sie verteidigt damit— hören Sie, Herr Scholz!—„d e n S t a a t, wie e r i st". Denn was an sozialen Fortschritten erkämpft worden ist, das gehört zu den Lebensnotwendtgkeiten dieser Republik. Die Volkspartei will zu diesem Staate stehen, also be- willige sie ihm die Mittel, die er zum Leben braucht! Die Finanzreform verträgt keinen weiteren Aufschub; vor allem muß der Reichshaushalt für 1930 in Ordnung gebracht werden. Vor dem Mannheimer Parteitag hat es zeitweise so ausgesehen, als ob diese Auf- gäbe nur im Kampfe gegen die Volkspartei gelöst werden könnte. Nach dem Parteitag darf man vielleicht hoffen, daß sie in gemeinsamer Arbeit mit ihr gelöst werden kann. Aber gelöst werden muß sie, denn der I. April steht vor der Tür, und das Reich braucht Geld. Vernünftige Steuerreform. Don Dänemarks Regierung vorgeschlagen. Kopenhagen. 22. März.(Eigenbericht.) Die unter sozialdemokratischer Führung stehende und in der Mehrzahl sozialdemokratisch)« dänische Regimin-g hat dem Reichstag «in Gesetz vorgelegt, wonach die seit 1S22 bestehende zehnprozentige ki-ieuer auf alle m Restaurants und Schankstätten verabreichten Speisen und Getränk« ab 1. April aufgehoben werden soll. Die «teuer hat jährlich rund 15 Millionen Kronen eingebracht. Dieser Betrag soll für die Zukunft durch Erhöhung der Steuer auf alle ausländischen Spirituosen sichergestellt werden. Die Regierung erhofft von der Aufhebung der Restcuirantsteu�r eine Belebung des Touristenverkehrs in Dänsmark.. Die Hakenkreuzpest. tteberfall auf Reichsbanner-Sportler. Rücktritt de, badischen Landlaq-prästdenlen. Der bisherig« Präsident les Badischen Landtags. Dr. Baumgartner, der fein Amt als Präsident des badifchsn Rechnungeho'e, nunmehr angetreten Hot, teilte gestern dem Landtag in einem Schreiben mit. daß er das Amt des Landtagspräsidenten niederlege. Er hatte es sieben Jahre tnm. Aus Nikaragua zisht die Hälfte der amerikanischen Besatzung ab. Der Rest der 860 Morinesoldaten soll allmählich zurückgezogen werden Esten. 22. März.(Eigenbericht.) Das Polizeipräsidium Essen teilte am Sonnabend mit. daß es am Sonntag, dem' 16. März, anläßlich einer Tagung des Reichs- banners zu einem Ueberfall von Rat ionalsozi allsten aus eine Gruppe Stafettenläufer des Düsseldorfer Reichs- banners gekommen war, die in Autos auf der Huyssen-Allee zu ihren Standquartieren fuhren. Die Nationalsozialisten brachten durch Einschlagen der Windschutzscheiben die Wagen zum Halten. Es entstand e'iu� Schlägerei, in deren Verlauf mechrere Reichsbannerleute zum Teil schwer verletzt wurden. Als Schutzpolizei erschien, ergriffen die nationalsozialistischen Row- dys die Flucht. Es gelang dennoch, vier Personen der Haupt- rädelsführer festzunehmen. Sie sind sämtlich Angehörig« der Ratio- nalsozialistischen Arbeiterpartei. Einer, der einen scharfen Schuß abgefeuert hatte, bekleidet den Posten«Ines Unterführers in der Stunnabtellung. Gegen alle vier Personen wurde Haftbefehl erlassen. Hakenkreuz-Gefinnung. Dom„Austilgen" von„Untermenschen". Wir lesen im„Angriff" des Herrn Goebbels die folgende Mahnung zur„Disziplin". bei kommenden Hakenkreuzdemon- strationen: „Jeder möge sich vor Augen hakten, daß er durch s«d« vo r- enommene Abrechnung die Generalabrechnung, ie von der Bewegung einst abgehalten werden wird, nur ver-- ö g« r t. Wer die Nerven vsrliert, schädigt die Bewegung. E s st gleichgültig, ob irgendein Untermensch«in Jahrfrüher oder später aus der. menschlichen Gesellschaft ausgetilgt wird, es ist aber nicht gleich- ggltlg,..ob unsere Bewegung ein Jahr früher oder später �ur Herr- schaft gelangt und die Generalreinigung vornehmen kann. Die Mordgesinnung der Burschen vom Hakenkreuz spricht un- oerkennbar aus diesem sauberen Ruf zur„Disziplin". Oer Stadtrat als Demonstrant. Disziplinarverfahren gegen ein kommonistischeS Magistrats- Mitglied. Ahle«. 22. März. Als Führer der am S. März trotz Verbots veranstalteten kommunistischen Kundgebung, bei der«ine Person schwer oerletzt wurde, wurde der Stadtverordnete und Magistratsmitglied Siegfried Adler von der Polizei festgenommen. Adler hatte den Anordnungen der Polizei auf Auf- löfung des Zuges nicht Folge geleistet. Der Regierungspräsident hat daraufhin gegen ihn das Disziplinarverfahren eingeleitet mit dem Ziele auf Dienstentlassung, und ihn vom Amt als Magistratsmitglied der Stadt Ahlen enthoben. Oer Kurs der Volkspartei. programmrede von Or. Scholz für die große Koalition. Mannheim, 22. März. Der Parteitag der deutschen Volkspartei wurde am Sonnabend morgen eröffnet. Der Vorsitzend« Prof. Kahl hielt zunächst eine eindrucksvoll« Gedenkred« au-f Stresemann. Nach den Be- grüßimgsansprachen erhielt der Parteiführer Dr. Scholz das Wort. Or. Scholz: Stresemmms Parole„Heran an de» Staat!" hat sich auf die Dauer keine der großen Parteien, auch nicht die Deutsch- nationale Volkspartei, entziehen können.— Die von uns erstrebte Zusammenarbeit mit den großen Gruppen rechts und llnks von uns ist aber— und das wird nach meiner Auffassung nie ge- nüoend gewürdigt, obwohl es der Angelpunkt aller unserer inner- politischen Schwierigkeiten ist— dadurch außerordentlich erschwert worden, daß beide Gruppen ein ganz anderes Staats- ideal Häven und haben, als es der Staat von Weimar darstellt. Gewiß finden wir auch in ihm nicht unser Ideal, ja, weite Kreise bei uns halten feine staatsrechtlichen Grundlagen auch heute noch für verfehlt. Aber.wir dürfen mit Stolz bekennen, daß bei uns die Liebe zu Staat und So«, der Drang zur Mitarbeit am Ganzen auf Grund der" rnra einmal geworSiium Verhältnisse noch immer die Kritik im einzelnen überwunden hbt) �-Nicht so bdi. dem beiden großen Parteien links und�rechts von uns, wobei wir dankbar fest- stellen, daß die Gruppe der Mitte, Zentrum. Demokraten. Bayerische Dolkspartei, mit uns in dieser Bejahung des Staates, wie er ist, übereinstimmen. Die Deutschnationale Volkspartei lebt allzu stark in der Dergangenheit und jagt Utopien nach, di« nun einmal, wie die Dinge liegen, auf absehbare Zeit in Deutschland sich nicht verwirk. lichen lassen. Der Haß gegen tue Republik überwuchert die Lieb« zu Staat und Volk. Ausflüsse solcher Gesinnung sind gerade in fetzt« Zeit wieder die Agitation für das Volksbegehren und den Volksentscheld über den Voung-Plan gewesen. Ausfluß der gleichen Gesinnung ist auch in allerletzter Zeit die Hineinziehung unseres hochverehrten Reichs- Präsidenten in die Tageskrilik. Aber auch die Sozialdemo- kratie— und das ist vielleicht noch wichtiger festzustellen— steht durchaus nicht in ihrer Gesamtheit aus dem Boden der Verfassung von Weimar. Zwar war die Republik Ziel chrer Sehnsucht seit Beginn ihres Parteilebens. Aber dies« geworden« Republik ist nicht sozialistisch. Sie ist nach ihrer Verfassung durchaus aufgebaut auf der privatkapitalistischen Wirtschaft. Da» führt dazu, daß auch die gröhkc republtkanlsche Partei innerlich gegen die deutsche Republik eingestellt ist: sie»nacht grundsätzlich antikopitvlistisch« Politik besonders auf steuerlichem Gebiete, obwohl der Staat auf kapitalistischer Grund- lag« ruht. St« ist, mag man das auch als Aeußerlichkeit beroerten, formell für Schwarzrotgold, im Herzen aber für die rote Fahne. Zwischen diesen Extremen— wenn man von den gänzlich Uw belehrbaren rechts und links absieht— stand und steht die Deutsche Volkspartei. Ihre historische Aufgab« ist es. gemeinsam mit den übrigen Parteien der verantwortungsbewußten Mitte die beiden großen Flügelparteien �jur re st losen Hingabe an den Staat wie er ist, zu veranlassen, ja. zu erziehen. wer mit dea verhälloissen rechnet, wie sie nun einmal sind, wer Realpolilit treibt, muß mindesten» zur Zeil seststellen, daß ein Rezieren gegen oder auch ohne die Sozialdemokralie auf die Dauer kaum möglich ist. Das muß auch eine Partei an- erkennen, die. wie keine andere, im innersten Sern ihres Wesens auiisozlalistisch ist. Der Liberalismus verträgt sich grundsätzlich viel weniger mit sozialistischer Weltanschauung als etwa der Konservatismus. Welch» praktischen Konsequenzen müssen wir aus dieser Er- k-nntnis ziehen? Nach meiner Auffassung die dringende Notwendig- keit einer Sammln ngdes deutschen Bürgertums, nicht mit der Aufgabe der dauernden Ausschaltung der Sozialdemokraten von den Rogierungsgeschäften, sondern allein, um ihnen einen an- nähernd gleichwertigen Verhandlung sfattor cnt- gegonzusetzen, der sich, in fair play, im anständigen und vornehinen Stil der polltischen Kräfte, mit ihr messen und auseinandersetzen kann, mit ihr ringen kann um den besten Weg zum aem-'insam gesuchten Ziel: dan Wiederaufstieg unseres Vaterlandes.(Zustimmung.)"' von solchen Gedanken ausgehend, richte ich im volle« Vewnßl. sein der Verantwortung von dieser Stelle aus an alle die bürgerlichen Parteien, die mit uns gemeinsam posilloe und stoatserhallende poliltsifte Arbeit leiftai wollen. dieAussorderunq zum enge- ren Zusammenschluß, der unter Umständen auch vor einengenden Vark?!schranken nicht Hall zu machen braucht.(Bravo! und Beifall.) Und jeder, der mich kennt, wird wissen, daß e» nicht leere phraft ist, wenn ich hinzufüge: Auch m e I n e P er s o n und meine Skelluug wird niemals ein Hindernis fein i ans dem Wege etwaiger neuer polikischer Bindungen, dl« ich im all- gemeinen deutschen Zoteresse für notwendig erachte.(Ernenler Beifall.) Die praktische Staatskunst des letzten Jahrzehnts war beherrscht von der Außenpolitik. Um so stärker und mtlchledener muhte di« Partei nach Erlod gung der großen, alles überschattenden außen- politischen Fragen sich derjemgen inneren Sanierung der deutschen Verhältnisse auf dem Gebiet her Wirt» schaft und der Finanzen zuwenden. Di« Fraktion war der Ueberzeugung, daß auf diesem Gebiete nur der feste und unerschütterliche Will« zur Reform, zur Umkehr auf dem bisher betretenen ver- hängnisoollen Wege für sie in Betracht kommen köin«. Daher ihre Haltung zur Finanz- und Steuereform, die sie ohne Rücksicht auf politische Folgen im Interesse des deutschen Volkes, des deutschen Bürgertums und des deutschen Mittelstande» festgehalten hat. Die Deutsche volkspartei wtrd bei der Verfolgung dieser ihrer Auffassung getreu der Ansicht, die auch gestern im Zeukrqluor- stand zutage getreten ist, nicht abweichen van den grundsätzlichen Forderungen, die sie aufgestelll hat. (Bravo I) Sie wird versuchen, mit allen Kräften Innerhalb der jetzigen Rsgferu«gsg»msinschäst ihre. ZluffassaNg�durchzufetzen!..- Sollt-- das nicht Mglich.se!n> fo wixd fie.ai»ch vor d«n letzt«nKon- sequ'enzen nicht zurückschrecken.(Lebhafter Beifalls» Dr. Scholz gab dann der Ansicht Ausdruck daß wir ist der Verwaltung, in der Wirtschaft und auch im Privatleben«w einer Unverantwortlich k c i t ktten, die sogar durch die Gesetzgebung künstlich gezüchtet werde. Heut« seien z. B. Staat oder Gemeinde größtenteils nicht sehr verantwortlich für die Ausgabendeckung. Es herrsche in weiten Kreisen eine Auffassung, daß man fmgt,»vi« es am leichtesten möglich sei, dem einzelnen für sich und seme Familie die Verantwortung abzunehmen und sie auf den Staat zu schieben. Das aber fei das Gegenteil, des liberalen Grundsatzes vom Wert der verantwortlichen Persönlichkeit. Gerade da» stark« Bekenntnis der Partei zum sozialen Gedanken verlange, daß' er nicht zum Sinken der Arbeitsmoral und zum Verschwinden der verantwort- kichen Persönlichkeit führt. Di« Deutsche Volkspartei habe allen Anlaß, die Frag« der Reichsreform nunmehr mit aller Entschlossenheit anzupacken, darunter auch dl« außeH»rdentliche bedeutungsvoll« Frag« des Wahlrechts. Dr. Scholz verwies auf die aroße Gefahr de» Bolsche- wismus für die Kultur- und Staatenbilduna in Europa. Dieser Gefahr müsse im deutschen Osten ein starker Damm entq-gengeseßt weichen. Leider verhinderten di- ungeheuren Trlbutleistungen die Beveiff�llung der erforderlichen Mittel zur Kolonisterung des deut- scheu Ostens.' Dr. Scholz setzte sich weiter für eine Erh->ltvng und Fö-Herung der christlichen Grundlage unserer Aul'ur ein und wies auf die zun-bmende Bosschemisierunq der Kmttt hin. A'ss-�ließend erklärte Dr. Scholz, d- von ibm aufg«--igten W-ge und alle anderen müßten in da»«ine Ziel münden: Die Kraft und das Glück der Heimat! In der Diskussion hiev Re'chsfinanzmm'ster Vf. Moldenbauer mit großem Beifall begrüßt,«im Ansprache, w der er etwa Folgendes ausführte: FinaNMinister, die mit Beifall begrüßt werden, haben ffr der Regel ihren Beruf verfehlt. Sie haben ihn noch mehr verfehlt in der gegemoärtioen harten Zeit. Ich welß, daß ich mit meinen Vor. lagen in der Gegenwart dem deutschen Volk außerordentlich viel zumute, und. daß es mir nicht leicht geworden ist. nachdem mein sozialdemokratischer Vorgänger Steuers enkunoen in ganz erheblichem Umfange zum 1. April 1930 zugesagt hatte, statt dessen zum gleichen Tonnin dem deutschen Volk? Steuererhöhünoen zuzumuten. Wenn ich das getan habe, so deshalb, weil die üasseaenlwlckluug des Reiche» sich so voll-ogea haste. daß unbeMngi hall gemacht werden mußte. Es kam, auf die Dauer ein« unabhängige Außen- und Jnnenpolitik seitens de» Reiches nicht geführt werden, wenn die Fi»«nz«n der- artig, in Unordnung find, wie sie sich befanden, als ich meine Tätig- keit übernahm. Es ist nicht zu denken, daß«in anderer, der an meiner Stelle stünde, wenn er auch nur etwas Dewntwortungs- gefühl besitzen würde,«inen anderen Weg gehen köimte. deshalb bekenne ich mich zu meiner großen Aufgabe, di« Kaff« des Reiches zu sanieren. Ich- glaube, daß das Gefühl, das bereits draußen im Ausland vorhanden ist, das Verständnis dafür, daß die deutschen Finanzen in Ordnung kommen,, auch zur Herstellung de» deutschen Kredites beitragen wird. Ich weiß, daß wir fn sehr erheblichem Ilm fange in den nächsten vlonalen ausländisches Geld nach Deutschland hereinbekommen werden. P0*. Utzt voraus, daß der Ausländer das nättg« Vertrauen in die deutsche Finanzwirtschoft hat. Da» hereinströmend« Geld wird aber unser er Wirtschaft neu» Impuls« geben. Wir sind so kapitalarm, daß wir aus Gig««m nur langsam vorwärts kommen. Wenn wir im Ausland wieder Vertrauen in die deutsche Finanz- Wirtschaft bekommen, so wird das der gesamten deutschen Wirtschaft in allen ihren Zweigen nützen. Man wird diese Mittel, die herein- strömen, nur dann gut verwenden rönnen, wenn zu der Sanierung der Kasse ein ernster Wille hinzukommt, den Ausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden zu steuern und zu einer Senkung der Steuern zu gelangen. Wir haben den ernsten Willen dazu� Was wir im Augenblick schaffen, ist nur die e r st e Etappe zu der zweiten und wichngeren, zur Sanierung und Cmlasrung der deutschen Winjchast. Ich glaube an die Lösung dieser Aufgabe. Wir machen zur Zeit«rne schwere Vertrauenskrise durch. Eine chofsnungslosigkeit liegt auf großen Teilen des deutschen Volkes, ein großer Tech strömt in die Lager der Radikalen ab. Ich glaub«, diese Strömung und diese Hossnungslosigkeü würden wir am besten überwinden, wenn wir positive Arbeit leisten, die nicht an einem Tage erledigt ist, die jahrelanges Ringen notwendig inacht Es heißt nun. langsam die Masten davon zu überzeugen und zur Ertenntms zu bringen, daß, wenn aus manchen Gebieten die Abweg« weiter begangen werden, sich dies letzten Endes gegen die Masten selbst kehren muß und in einer riesigen Arbeitslosigkeit ausmünden wird. Wem es ernst ist um das Wohl des Ganzen, der wird eintreten müsten für eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, die die Fehler der Vergangenheit oermeidet und zu besseren wirtschaftlichen Verhält- nisten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber führt. Diese Schwierig- testen sind nur zu überwinden in nüchterner Arbeit und zähem Ringen derer, die guten Willens sind. Ich wende mich gegen den hoffnungslosen Pessimismus, der weit« Kreis« ersaßt hat. Wir haben doch in den letzten zehn Jahren im besetzten Gebiet Stunden und Monat« erlebt, die sorgenvoller waren und beffnungsloser als die gegenwärtigen. Dank der großen Arbeit Stresemanns sehen wir die Sonne der Freiheit über dem Schein ausgehen. Wir wollen nicht den Glauben an die Kraft unseres Voltes verlieren, kämpfen wir deshalb gegen Pessimismus und choffnungslofigkeit. wenn wir wollen, haben wir in einem Zahr die Finanzen des Reiches in Ordnung gebracht und in einem 3ahr die Sentnng der Sievern und Entlastung der Wirts chaft. An uns liegt es, ob wir obsieaen oder verzagen. Nach Erstattung des Organisationsberichts durch Staatssekretär a. D. Kempkes waren die Arbeiten des Parteitages erledigt. In seinem Schlußwort wies der Ehrenvorsitzende Dr. Kahl darauf hin, daß sich während der ganzen Tagung in allen Fragen volle Ein- mütigkeit ergeben hob«. Niemand wisse, welches schließlich der Aus- gang unserer gegenwärtigen politischen Katastrophe sein werde, das hänge teils von Umständen ab, die dem Einfluß der Partei ent» zogen seien, teils auch von der persönlichen Einstellung. Geheimrat Kahl schloß seine Ausführungen mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf das Vaterland und erklärt« darauf den Parteitag für geschloffen._ Freie Sozialistische Hochschule. Filchner über seiue Tibetreise. ------ Der berühmte deutsche Asionfovscher Dr. Wilhelm Filchner sprach am Sonnabend im überfüllten Plenarsaal des Reichstags für die Freie Sozialistisch« Hochschule über sein« große Expedstion durch Tibet 1825—1928. Begrüßungsworte sprach Ztetchstagsprästdent Lob«. In dem Bortrag schilderte Dr. Filchner kurz den Zweck der Expedition, die einen riesigen Weg zweimal durch Innerasien zurück- legte. E» handelt« sich darum, die Beobachtungen der magnetischen Strömungen der Erde, die für Rußlands Indien und QfhWa bereits beobachtet waren, zu vervollständigen und die riesige Lücke im Ber- mestung«netz zu schließen. Furchtbar« Schwierigkeiten entstanden aus dem furchtsamen Aberglauben der Bevölkerung, au» den Defürch- tungen der chinesischen und tibetanischen Behörden vor politischen Agenten und aus der Geringfügigkeit der für die Expedstion vor- handenen Mittel. Außerordentlich interessant« Schilderungen von Eigentümlichkesten des tibetanischen Volkslebens an Hand von aus- gezeichneten Farbenlichtbildern schlössen den Vortrag ab. Staatssekretär a. v. Heinrich Schulz dankte dem Redner «nd feierte sein« Energie, die trotz furchtbarer Not Wichtiges für die Wissenschaft erringen konnte. Woldemarasmus lebt noch. Litauische Offiziere wolleu mitregiereu. Sowno. 22. März.(Ost-Expreß.) In Kowno tagte der erwestert« Borstand der Regierungspartei, woran sich alle Minister beteiligten. Di«.Lüdische Stimm«"' will wissen, daß nach längerer Diskussion der Beschluß gefaßt wurde. die Regierungsgrundlage durch die Hinzuziehung gewisser Minder- h e i t e n gruppen zu erweitern. Es wird behauptet, daß die Stellung des Mmisterpräsidenten Tubjalls erschüttert sei, da radikale Osfizier« seinen Rück- tritt fordern, da er gegenüber der Opposition„zu schlapp" sei. Es scheint nicht ausgeschlossen, daß angesichts dieser Angriff« Tub- jalis bei den bisher in Opposition zur Regierung stehenden Minder. hesten Unterstützung sucht. Verzweiflungstampf der Frau Hanau. Zwangsernähnmgsvorstoß.siegreich" obgewehrf. Varl». 22. März.(Eigenbericht.) Die Zwangsernährung der Direktvnn der„Gazette hu Franc", Frau Marth« Hanau, die«nn Sonnabend in den 21. Tag ihres Hungerstreiks eingetreten ist, hat zu einer Reihe von Zwischenfällen Anlaß gegeben. Trotzdem die Aerzt«, um den Wider- stand der Streikenden zu brechen,«in Dutzend Kranken- wärter mobil gemacht hatten, sind am Sonnabend alle Versuche a e s ch« i t e r t. Frau Hanau zerbiß eniweder den Gummischlauch der Magensvnde, mst dem ihr die Nahrung in den Mund eingeflöst werden sollt«, oder aber sie steckte sich zwei Finger in den Mund und gab so die widerwillig aufgenommen« Nahrung sofort wieder von sich. Nach drei derartigen Gewaltkuren war sie s o e rs ch ö pf t. daß die Aerzte au, Deiorgnis für ihr Leben von der Zwangs- crnährung Abstand nahmen._ ■DU innere Vevzinsteoer. Das Reichsfinoiuministerimn hat am 19 dM dem Kabinett den Entwurf-In« Gesetze» über eine Aus. gl«! ch s steu e r auf Mineralöle(Mineralölsteuer) vor- gelegt. TluablSiier im Lnlerhau». Während der letzten Unterhaus. irnun? warf ein Mann von der Publitumstribüne ein Paket Flug. blöster st�den Saal unter dem Rufe:„Nieder mit dem Jmpenalis- u!us, nied erm iide r Arbesterregierung!" Der Ruhestörer wurde aus htnr Das Flugblatt verlangt die Freilassung von 31 indischen Arbeiterführern, die fest einem Jahr« in Meerut gefangen Schotten werden. Fabrikant Pinke trennt sich von Hindenburg. Prospertty— ein schönes Wort! Aber wie steht es in der Wirklichkeit? 31«« York, Mstt« März. Prosperität, ein schönes Wort. Amerika nennt es mit Stolz sein eigen, bchcmptet, der Well überhaupt erst das Massenevangeldum materieller Wohlfahrt und Reichtum verkündet zu hoben. Prosperität ist für Amerika, was sahrhinchertealte Kitllurschötze für Europa, die philosophisch« Abgeklärtheit des Konfuzius für China, Weisheit und Wissens reife'für den Orient stich. Eine Fahrt durch die Dereinigten Staaten überzeugt, daß Prosperität mehr als eine bloße Tatsache ist, die dazu noch von bösartigen, kritisch eingestellten Individuen angezweifelt wird.„ProJperity"" ist ein Begriff. Ein Begriff, der so in das Fleisch und Blut der amerikanischen Nation überge- gangen ist, daß mit ihm und unter ihMall« Sunden de» Systems zugedeckt werden, dem Amerika die Vaterschaft an seinem materiellen Wohlergehen zuschreibt' Seit Oktober des Vorjahres haben die Dinge ein andere» Gesicht angenommen. Hier knackt es und dort bröckelt es hörbar. Die Börsenkrachs haben zu einer Ernüchterung geführt, die verzweifelte Aehnlichkeit mit einer kernigen Katerstimmung Hot. Aber aller Katzenjammer kann die Tatsache nicht aus der Well schaffen, daß dieses Land sin unerhörtes Bild inateriellen Wohl- befindens bietet. Statistiken erzählen der staunenden Well von einem Ratio nalrelchlum von 360 Milliarde» Dollar im Jahre 1928, dem 321 Milliarden Dollar in 1922 und lumpige 186 Milliarden in 1912 gegenübergestellt werden. Eine imposant« Zahlenparade, die den Leser erschauern macht. Der Antril des ein- zelnen wird auf 3000 Dollar und im Staate New$«1 sogar auf 3513 Dollar berechnet. Selbst wenn die Entwertung des jetzigen Dollar gegenüber dem Dortriegsdollar um 37 Proz. in Betracht ge- zogen wird, bleibt das Wachstum innerhalb 16 Jahren geradezu erdrückend. Man kann von vornherein einwerfen, daß allen Bergleichen und Statistiken im Leben eines 110-Millionen-Dolles nur sehr be- dingter Wert zukommt. Mit Schaudern gedenkt man der Wirtschafts- statiftiken im Krieg«, mst denen alles von der ausgezeichneten Er- nährung eines Volkes mit Dörrgemüse bis zu den über alles be- friedigenden Ergebnissen des„Stahlbades" bewiesen werden konnte. Nichtsdestoweniger, die amerikanischen Wirtschaftszifiern bleiben eindrucksvoll und können nicht einfach mit ablehnender Gest« bei- feite geschoben werden. Aber weil es sich um Feststellungen gigantischen Ausmaßes Handell, die für die Beurteilung der wirtschaftlichen Log« der amerikanischen Massen im Auslande von ungeheurer Bedeutung sind, tut ein Körnchen Salz mehr denn je not. Statistiken haben bekanntlich Janusgesichter. Aus dem Herzen derselben amerikanischen Massen kommen Statistiken, die ein wesentlich anderes Bild präsentieren, ohne deswegen die Richtigtest der gegebenen Zahlen anzuzweifeln. In ihnen wird festgestellt, daß dos. vurchschniklsgehalk des amerikanischen tohaangesiellle« und Arbeiter» pro Zahr 1893 Dollar betrögt, in gewissen führenden Industriegebieten sogar nur 1200 Do l l a r. Dabei darf nicht vergesse» werden, daß sich unter dieser Kategorie zahlreich« Professionelle und höher bezahlte Angestellte befinden, deren höheres Einkommen durch geringer« Einkünfte der Arbeiterschaft wettgemacht wird. Nach amtlichen Kalkulationen ist ober ein derartiges Durchschnittseinkommen nicht mchr als die Hälfte des amerikanischen Lebensminimums, das heißt eine» t h e o r e- tischen Minimums mst komfottabler Lebensweise und Gesund- „Maschinist Hopkins." (krstoufführung in der Städtischen Oper. Eine Arbeiteroper, ein Arbeiterdromo, stark in der Idee und in der theatralischen Wirkung. Großer Erfolg, nur ansang« bestritten. doch anwachsend bis zum Schluß zugleich mit der Handlung, die in einem szenisch grandiosen Finale ausklingt. Ungezählte Hervorrufe für den Dichterkomponisten Max Brand und all« Beteiligten. K. P. heitspflege. Man kann sich daraus«in Bill» machen, wie das wirtliche Lebensminimum eines Arbeiter» in den Tex'.ilgebieten des Südens aussieht, der bei außerordentlich teurer Lebenshaltung weniger als 1200 Dollar pro Jahr verdient. Neben dem Arbester und Angestellten muß noch der ameri- tanischeFarmer berücksichtigt werden, der in den letzten Iahren trotz aller Vundcshilse, die übrigens auch mehr auf dem Papier steht. wirtschaftlich mehr und mehr absinkt. Ist doch in landwirtschaftlichen Untersuchungen der Universität Chicago fest- gestellt, worden, daß demameritanischen Farmer n.ster den gegen- wärtigen Umständen nur noch ein kleiner Schritt von der Servilität europäischer Landwinschaft trennt.\J. Da» sind die harten Taffachen und nicht die munderschönen Theorien. Dabei find die alarmierende Arbriksloflgkeil. das hohe Preisniveau und die Arbeitsbedingungen noch keineswegs in Anschlag gebracht worden. Amerika nach Florida. den New-Dorter Wolkenkratzern und den Rieseneinkommen einer Handvoll Leute zu beurteilen, wäre genau so urwerständiich als die Wirtschaftslage des deutschen Metallarbeiters cm den Finanzen der Thyssen und Borsig zu messen. Wirtschafts krisen und Massenelend bringen auch hierzulande bittere Zweifel an der vermeint- lichen Unfehkbarkest der vom Kapitalismus gepredigten Lehren mst sich. Sieben fette Jahre haben in Amerika allen Sinn für eine nüchterne Abschätzung der Taffachen und Möglichkeiten verschwinden fassen und eil« falsche Sicherheit geschaffen, die jetzt im An- gesichte von Millionen Arbeitsloser ins Bodenfaf« abzusinken droht. Seit Monaten ist die amerikandsch« Nation, soweit sie nicht am Schraubstock und laufenden Band« steht, mst der Lösung des nationalen Preisrätsels der Prosperität beschäftigt, ohne bisher zu einem abschließenden Urteil gekommen zu sein. Worauf es m Wirklichkeit ankommt, ist nicht, theoretische Preisfragen zu lösen, sondern sich ein ungeschminktes Bild der Wirischastsfag« des man of tbe»treet, des gewöhnlichen Mannes, zu machen. Niemand wird an Hand dieser unbestreitbaren Tatsachen behaupten können. daß sein wirischastKcher Zustand sehr ermutigend ist. Oie Affen Stalins. Wctttauf im Umfallen. Die Schwenkung Stalins zieht notwendig«in« Schwenkung der Komintern nach sich. Das Ekki hat kürzlich die Kommu- mstische Partei in der Tschechoslowakei in einem seiner bekannten Briefe verdonnert—, nun zittert die Zentral« der KPD. Deutsch- fand» vor einem Ekki-Brief. Sie stellt bereits um! Das Organ der Rechtskommunisten berichtet darüber unter der Ueberschrist: ,Lm Schwänze der russischen Wendung": „Im Zentralkomitee der KPD. herrscht groß« Der- wirrung. Einer sucht dem anderen in der Wendung zuoorzu- kommen. Ulbricht(der Pol-Leiter von Berlin. Die Red.) macht bereits wieder Spitzenreiter. In einer Berliner Zellenversammlung erklärte er, daß nach den Betrieberatswahlen die Kampfleitungen und Komitees in den Betrieben liquidiert würden. Es sollen Mai-Komitees gebildet werden. In diesen Mai- Komitees sollten„selbsiverstänblich"(!) auch sozialdemokratische Arbeiter vortreten sein, so„wie die Partei das bercits immer verfochten habe".(!) Noch am Sonntag schrieb die„Rote Fahne", daß derjenige«in Verräter am Proletariat sei. der mit Sozialdemokraten bei Gewerkschasts- und Betriebsratzwahlen auf einer gemeinsamen List« steht.„Verjagt di« Sozialfaschisten aus den Betrieben", ist noch heute di« offiziell« Losung der Partei, und mst diesen selben.Sozialfaschisten" sollen jetzt selb st verstand» lich gemeinsam« Mai-Komstee» gebildet werden. Dies« pathoio- gischcn Führer— so schreibt das rechtsiommuirisissche Blatt weiter— müßten doch die Arbeiter allesamt als Idioten hasten: sie fthcn den Klassenkampf lediglich aus der jämmerlichen Perspektive ihres Feldwebelhirns, sie glauben, daß man mit den Ar- britern nach beliebigem Reglement exerzieven kann. Da irren si- sich gewaltig." Der Schrei nach Kohle. Wie der Künfjahresplan in Sowjeirußland siegt. Der Fünfjahresplan scheitert. Die Sowjetzei! mgen phanw» sieren dafür von einem Vierjahresplan. Der.sozialistische Wett» eifer", die.industriellen Etunnbrigaden", sollen nun das Wunder fertigbringen. Der Wetteifer erlahmt aber zusehends von Tag zu Tag. Di« industriellen Sturmbrigaden der kommunistischen Jugend finden in Wirklichkeil nur schwache Verwendung, die richtige Or- ganisation fehlt, die Komsomo'zen schlagen tatenlos ihre Zeit tot. Neben täglichen Alcrrnrusen der gesamten Sowjetpresse tönt immer lauter der Ruf noch Kohle..Lampf um die Kohle," heißt es da;.Die Verschuldung des Donbeckens dem Land« gegen- über wächst von Monat zu Monat.— Die Schuld an der Nicht- erfüllung des Programms trisst die Leitung. So kann es mcht weitergehen." Die„Prawda" vom 23. Februar rechnet in einem spaltenlongen Artikel mit den Hauptmängeln der Kohlenproduktion ab. 3m kehlen Drittel des Wirtschaftsjahres und den ersten zwanzig Tagen des Februar hat das Land t 430 000 Tonnen weniger erhalten, als planmäßig vorgesehen war, obgleich, wie das Blatt sagt, di« Auflagen bei einer maximalen Ausnutzung der Arbeitskraft und der Maschinen leicht zu verwirk- ltchen gewesen wären. Allein das Donbecken hat im Lauf« der letzten fünf Monat« 727 370 Tonnen Kohle unterproduziert. In der Erfüllung des Planes stehen di« letzten vier Monate hinter den gleichen Monaten des vorjährigen Wirtschaftsjahres zurück. Auch di« Mechanisierung der Produktion hat dem Plan nicht entsprochen: auch sie bleibt im Vergleich zur Mechanisierung im Vorjahr« zurück. Schlimm steht es mit der Verwirkluhung des Importplanes. Die ausländische Bohrmaschinen treffen nur gaikz allmählich ein und. selbst unter die verschiedenen Bergwerke ver- teilt, werden sie nicht voll ausgenutzt. Es gibt Schächte, wo dies nur bis zu 30 und 40 Proz. geschieht. Die Förderwege sind in keiner Weise den neuen Maschinen angepaßt. Doch nicht nur an den Bohrmaschinen fehlt es, auch an dem verschiedensten notwen- digsten Material, wie Holz, Metall, Ziegel, Seil« usw. Der Mangel an letztere« stellt einfach den Betrieb einer Anzahl Schächte in Frage. Es gibt überhaupt fast kern Material, das ln genügender Menge vorhanden wäre. Hinzu kommt der wechselnde Bestand der Bergarbeiter. So haben z. B. allein im Januar 1400 Heuer das Donezbecken verlassen. Der Mangel an Heuern beträgt allein im Donezbecken ZZOO Mann. Sieht man sich die einzelnen Bergwerke und Schäch.e näher an, so erhält man ein noch trüberes Bild. Eine andere Nummer der„Prairda" berichtet über den größten Kohlentrust im Donez- kecken, die Luganskekohle. Er vereinigte 120 Schächte. Im ersten Quartal des Wir.schaftsjahres haben diese Schächte nur S4,2 Proz. des vorgesehenen Planes erfüllt. Im Februar wurde es nicht besser. Neben wenigen Schächten, di««ine Ueberproduklion geleistet haben, gibt es solche, die nicht mehr als SS Proz. geliefert haben. Ungeheuer stark ist das Feiern verbreitet. Es fehlt an Aufsicht und Leitimg. Der Selbstkostenpreis der Kohle hat mit 60 Pf. pro Tonn« di« Veranschlagung überschritten. In dem Schacht Brjank sind von elf Bohrmaschinen nur sechs richtig m Arbeit, von den 28 in Stalinopol nur 17. Auf dem Schacht Tschaikino stehen sämtllche vier Bohrmaschinen still. Ein anderes Beispiel: Der Schacht„Kapitalnaja", einer der größten innerhalb der Tschistsatowschen Bergwerk«, ist gleichzeitig auch der schlechteste. Die Auflagen sind nur mit 65 Proz. erfüllt worden. In den sämtlichen Schächten überschritt der Selbstkosten- preis di« Beranscktfagung mit 15,6 Proz 200 Kcchlenziig« blieben unausgeführt dank der Nachlässigkest der Verwaltung. Das erste Quartal des neuen Wirtschaftsjahres gab schlechter« Resultate als das letzte Quartal des vorhergehenden Jahres. Erst durch die Schaffung einer Sturmbrigade gelang es, die Produktion über di« vorgesehene Norm zu erweitern. Daß dervr.ig« heroische Anstrengungen nicht von nachhaltiger Dauer sind, ist ja bekannt. Der Schacht Lidijewka ist ganz mechanisiert. Die Maschinen werden aber nur zu 60 bis 70 Proz. ausgenutzt, der Selbstkosten- preis für die Tonn« Kohle beträgt daher stock der vorgesehenen 7 Rubel 66 Kopeken 19 Rubel. Die Förderungswege sind derart, daß keine Schicht ohne Unfall abgeht. Fast in jedem Schacht li gen die Förderwagen unausgenutzt da: zur selben Zeit wird aber über Mangel an Förderwagen geklagt. Tritt ein« Arbeiteschicht um 5 Uhr an, so beginnt sie in Wirklichkeit mit der Arbeit erst um 7 Uhr. Nun könnte man glauben, daß, wenn Kohle tn ungenügenden Mengen produziert wird, ihre Qualität dafür um so höher ist. Die„Zswesiija" vom 9. März Nagt aber:„Asche statt kohle". Di« Menge der untauglichen Steinmischungen der Kohl« macht« allein für das Donezbecken im vorigen Jahre 20 000 Waggons aus. Das Bezlrkskomitee von Luganjk hat deshrib die Forderung auf- gestellt, daß das Donezbecken im Jahr« 1929/30 ein Produktions- Programm derart erfüllt, daß 40 Millionen Tonnen nicht Ashe einhalten, sondern wirtliche Kohle. Es wird nämlich jetzt so ge- macht, daß bei der Ablieferung der Kohle dem Empfänger einfach eine falsche Analyse eingehändigt wird. Also nicht nur Nichten fül- lung der Pläne, sondern auch Produzierung einer derartig schlech- ten Kohle, daß dadurch das produziert« Quantum sich noch um ein beträchiliches verringert— so klagt das Blatt. Wie katastrophal die Lage lst, erkennt man cm einem Aufruf des Zeakralkomlkees der kommunistischen rvssischeu Partei an das Bezirkskomilee vou Schachiy. Es erhebt darin die schwersten Dorwürs« gegen di« lokalen Partei- organisationen, di« es nicht verstanden haben, durch Aktivität der Partei- und Gewerkschaftsfunktionär« der Produktion im Donez- decken ein richtiges Tempo zu geben und macht eine Reih« von Vorschriften mit dem Ziele, die Mängel zu beheben. Schlimm steht es auch mit dem anderen Brennstoff aus, mit dem N ophtha. Di«„Prawda" vom 3. März berichtet, daß Asneft nur 84,8 Proz. der planmäßig vorgesehenen Menge geliefert hat. Di«„Jswestija" vom 10. März nennt die Ursachen dasür. Auch hier wird das erforderliche Material und das erforderliche Maschuiernnventar nur mit großen Verzögerungen geliefert. Di« neuen Bohrmaschinen stehen still, well es an Röhren mangelt. Eine Anzahl alter Naphthaquellen droht stehenzubleiben Auch fehlt es an Zement. Das Fehlen von elektrischen Leitungen verhindert die Elektrifizierung der in Latum neu erbauten Fabriken. Die„Prawda" vom 7. März läßt sich aus Baku telegraphieren: Eine Konferenz der Fabriken, dre den Trust Asneft zu oersorgen haben, hat festgestellt, daß die Aufträge in unerhörter Weise unerfüllt bleiben. So hat der Naphthatrust zum Beispiel nicht erhalten 9500 Meter zehnzölliger Röhren und 1200 zwölf- zöllige Röhren, drei- und vierzöllige Röhren sind ganz ausgeblieben. Bon Schlössern zu Bohrröhren sind nur 8 Proz. geliefert worden. Die Fabrik von Colomna hat statt 26 Pumpen nur 6 gesandt: die Fabrik von Sormowo statt 134 Schlüsiel zu den Bohrröhren 52, Haken für die Aufzüge statt 19 nur 8, die Fabrik Lenin keinen einzigen Meter von den bestellten 2500 Metern anderthalbzölllgen Röhren: die Fabrik von Toranrog hat den Auftrag über 1500 Meter vierzölliger Naphthaleitung in Elle unausgeführt gelassen. Sechszöllig« Leitungen hat es statt 22 000 Meter nur 11 600 Meter geliefert, achtzöllige statt 14 000 nur 6000, zehnzöllige überhaupt nicht usw. Da nimmt e« wette? nicht wund«, daß sich dt«„Jswesdifa� vom 8. März aus Nowosibirsk drohten laßt, daß die Traktoren oho« Brennmaterial dastehen; zur selben Zeit kommt aus Kasan die Meldung, daß bis zum S. März nur 20 Proz. des erforderlichen Brenn- st o f f s herbeigeschafft rst. Die Fabriken geben also keine Traktoren imd wo Traktoren vorhanden sind, da fehlt es an Brennstoff! Aber die Sowje.presse phantasiert weiter: Den Fiinfjahrespian in vier Iahren! Papier sst geduldig. „Kollektivierung mit Orchestermusik." Die„Prawda" berichtet über«inen selbst für Sowjetrußland ungewöhnlichen Fall der Kollektivierung: In dem Städtchen Medyn in Mittelrußland wurde von der kommunsstischen örtlichen Organ:- sation ein Tag der Vernichtung des Großbauern organisiert. Von uniformierten Abteilungen wurden die einzel- nen Häuser besucht und die geringfügigsten Gebrauch-gegen- stände enteignet. In den Häusern und Hütten ließen sie nur die leeren Wände zurück. Die Kommunisten beschlagnahmten Wäsche, Küchengerät, selbst Spielsachen und Puppen. Die Kollektivierung dauert« drei Tage. Zu den Haussuchungen spielten zwei O r ch e st e r aus. Nach Beendigung dieser„Kollektivierung" wurde von dem Stadtsowjet an Stalin ein Telegramm gesandt, in dem mitgeteilt wurde, daß„der Klassenkampf in dieser Stadt mit einem vollkommenen Sieg des Proletariats geendet habe". Die heiße Onjestr-Grenze. Schwerer rumänisch-russischer Zwischenfall. Bukarest. 22. März.(Eigenbericht.) Aus der bessaroibsschen Hauptstadt K i s ch i n e w wird ei» Zwischenfall gemeldet, der ernsthast« diplomatische Folgen haben kann. In der Nähe der Stadt T i g h i n a beobachteten rumänische Grenzpatrouillen aus dem Dnjestr einen Kahn mit der Sowjet- flagge, der cnif das rumänische Ufer zusteuerte, dort anlegte und dem mehrer« Personen entstiegen. Als di« Patrouille die Per- sonen ausforderte, stehen zu bleiben, die Kahninsassen aber die Flucht ergriffen, feuerten di« Rumänen. Die Bootsinsassen warfen daraus drei Bomben gegen dl« Rumänen. Der Patro-uilleu- führer wurde auf der Stelle getötet, mehrere Beamte schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Nach diesem Zwischenfall be- stiegen die von dem russischen Ufer des Dnjestr gekommenen Per- sonen den Kahn und fuhren zurück. In einem auf der russi- schen Seite des Dnjestr bereitgestellten Auto fuhren die Banditen davon. Die Pouna-Gesehe veröfsenMchk. vi« soeben ausgegebene Nummer 7 des Reichepesstzblotts Teil I enthält die Gesetze über di« Haager Konferenz einschließlich Bankgesetz, Reichs bahngesetz, dos deut'sch-amerikanische Schuldenabkommen und den Sachverständigen- plan vom 7. Juni 1929. Ein roler Sonntag soll der 30. März in Zürich werden. Reichs- deutsch« RotfrontbünÄer sollten teilnehmen. Die Regierung bringt das Verbot des Bundesrates vom 1. Februar 1929 über das Tragen der Rotfrontkämpferbekleidung auf schweizer Gebiet durch Aus- länder in Erinnerung. Todesurteile iu PalSstlua. Fünf Araber wurden wegen Mordes zum Tode und zur Zahlung von 1000 Pfund Sterling an die Familien ihrer Opfer v-rurteilt. tGewerkschaftlicheS stehe 2. Beilage.) ZZerantwortNch Mr Dolitlk: Dr. Sart Scqrr; Wirtlckaf!' 9. gl>»aclhZirr; Screrkschaktsbewegung: z. Ltriacr: Feuilleton: Dr. John S»!io««r>: Lokal«, und Sonlliaeo Reift ftortlöM: Unmatn: Tb. Blocke: sSmtlicki In Kerlin. Kerlag: Korwärto-Berlaa I b-*30 diuaa«, 1.0X230... Kunstsnfdens pajnast-Ol »oltiidJyiraoFirkon, ja 150X200. Ii.' Wäschestoff- Reste 80 cm droit. na UeJtsr....«SP!. 10«• 130cm bnit, an Mater.... 65 P». ftö Pf- Prinxen-Stp. Ecke -S�bosticm-StraW* Pcirtchznes� m Federn....PfdMS.GO %�*LOTlOJS Ql'mffalbdaimenPfdM3ao wortz. geseuf. MgescA. DdllTlGTl— PfdJd.Q�O WUmersdorfer-ite 13» ancker RlemoirW-«tr, Frankfurter AI iie 304 Seit 1886. Ein seltsamer Beleidigungsprozeß. Von den eigenen Kindern des Giftmordes beschuldigt. vor dem Richter stehen ein Rl i n i st e r i a l o b e r- s e k r e t ä r, seine A r a u und ein RIontagemeister. Man beschuldigt sie einer salschen eidesstattlichen Versicherung und der üblen Rachrede. Im Jahre 1921 war der alte Herr I. in Zinnowitz g e st o r b e n. Seine Frau wohnte mit ihin in einein kleinen Landhäuschen. Der Montogemeifter ist der Sohn, der Ministerialobersekretär der Schwiegersohn der betagten Frau. Sie reden sich ein, daß unmög- lich der gemütliche, lebensfrohe I. eines natürlichen Todes gestorben sein könne, nein, seine Frau, ihre Mutter, ihre Schwiegermutter liabe ihn vergiftet. Sie erzählen, sie klatschen, sie geben sogar eine eidesstattliche Versicherring ab. Die alte Frau I. will sich schützen gegen Angriffe mid üble Nachrede: sie klagt. Vor Gericht erweist sich die schwere Anschuldigung als törichtes, jeder Grund- läge«rmangelirdes Geschwätz. Sluguste I., die heute über 80 Jahre alt und krank und gebrechlich ist, hat mit ihrem Manne die Goldene Hochzeit gefeiert, immer war sie ihm eine gute Ehefrau, immer lebten die beiden glücklich und zufrieden. Aber auf der an- deren Seite stellt sich heraus, daß die drei Menschen auf der Anklagebank unter einer merkwürdigen, geradezu juggestwen Vor- eingenommenheit litten, daß sie selber fest glaubten, was sie sagten und herumtrugen. Der Staatsanwalt beantragt wegen falscher eidesstattlicher Versicherung und übler Nachrede je einen Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist. Das Gericht kommt eben auf Grund dieser suggestiven Voreingenommenheit zum Frei- s p r u ch auf Kosten der Staatskasse: Die Angeklagten waren von der Richtigkeit ihrer Behauptungen überzeugt. Zlber ausdrück- lich stellt das Urteil fest, daß auch nichtderSchimmereines Verdachtes gegen die Mutter besteht. Das menschliche Mitgefühl steht ohne Zweifel auf feiten der alten Frau, deren Lebensabend durch Klatsch und Verdächtigung gestört wurde.__ Oer Landjäger versagte. Bekanntlich ist die schwere Bluttat der Nationalsozialisten in Röntgental nur dadurch möglich gewesen, daß der zuständige Land- jägermeister G u da t sein« Pflicht in erheblichem Maße verletzte, indem er auf die Vitt« um Schutz der Reichsbannerleute nicht reagierte, sondern es unterließ, den Bedrängten Hilfe zu leisten. Es ist nicht anzunehmen, daß die Nationalsozialisten in das Lokal h i n e i n g e- schössen hätten, wenn sie gewußt halten, daß der Landjäger unter allen Umständen Ernst machen würde. Infolgedessen wurde die Republikanische Besch werde stell« Berlin bei dem zu- ständigen Regierungspräsidenten in Potsdam vorstellig und bean- tragte die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen den Landjägenneister Gudat mit dem Ziel der Dienstentlassung ohne Pension. Darauf hat der Regierungspräsident in Potsdam der Republikanischen Beschwerdestelle unter dem 15. März folgenden Bescheid erteilt: „Auf das gefällige Schreiben vom 11. März 1930 teile ich mit, daß das Verhatten des Landjägermeisters Gudat in Röntgental an- läßlich der bekannten Verhältnisse der Gegenstand einer Untersuchung ist, nach deren Abschluß das Erforderliche von mir ver- anlaßt wird." Pech muß man haben. Leere Geldschränke und doch Gefängnis. Der Geldschrankknacker gehört unter den Ganoven gewisser- maßen zur Aristokratie. So einen schweren Jungen stellt man sich vor mit einer dicken Mario, in Lackschuhen, Smoking, in den Dielen des Westens seinen guten Tag dahinlebend. Die Wirtlichkeit sieht aber mitunter ggnz anders aus. Zwei Pechvögel dieser Branche standen gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Wedding— der eine H. als Angeklagter, der andere F. als Zeuge. F. war nämlich bereits in der Sache wegen versuchten schweren Diebstahls zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden: bloß wegen versuchten Diebstahls? Ja, weil der aufgeschweißte Geldschrank leer war: beim besten Willen war nichts mitzunehmen. Die beiden arbeiteten schon soit langem zusammen und haben auch schon seit Monaten Pech. Im August waren sie in Dresden: der Geldschrank in der Konsum- genossenfchaft war leer. Auch die Septembertour noch Stettin brachte nichts ein. Kaum hatten sie den Geldschrank im Zollamt aufzuschweißen begonnen, da wurden sie g e st ö r t. Die Polizei, die sie von ihren Vorstrafen her kann.'«, kam chnen auf die Spur: sie waren gezwungen, sich zu verborgen und beschlossen im November einen neuen- Einbruch in-der Tegeler Krankenkasse. Der Geld? sch rank wa r l ee r s'-EigenMch. nichts'sonderlich'Richmliches:' gute Ganoven hätten die'Sache besser emslnildowern sollen.-"Als- aber die Tattte des F. ich der'-iZrMitzz. �on-' AÄn. sErnbruiH" l«.- Kränk?•' sich dieser nicht enthalten zu sägen,„Das waren wir". Dann stöbene ihn die Polizei auf, er gestand den Dresdener Einbruch, hinterher den Stettiner, schließlich, als er der Tante gegenübergestellt wurde, auch den in der Tegeler Krankenkasse und gab auf Befragen zu, daß H. in diesem Fall mit von der Partie gewesen sei. F. wurde ab- geurteilt, auch H. wurde ausfindig gemacht und hatte sich nun zu verantworten. Er bestritt, mit dabei gewesen zu sein. Ein Alibi konnte er nicht erbringen. F. blieb trotz Ermahnungen des Vor- sitzenden bei seinem G e st ä n d n i s. H. lachte ihn aus. Hast du mir nicht einen Kassiber aus dem Gefängnis geschrieben, als ich noch frei war, und stand nicht darin, daß ich nicht dabei war? Der Kassiber wird vorgelegt. Es hilft alles nichts. Das Gericht glaubt dem Geständnis des F. und verurteilt H- wegen versuchten schweren Diebstahls zu 9 Monaten Gefäng- n i s. Das Dresdener und Stettiner Pech harren noch der Erledi- gung. Auch Geldschrankknacker sind nicht auf Rosen gebettet. Heute Eröffnung der Reichsgastwirismesse. Heut« vormittag um 10� Uhr wird die Reichsgastwirtsmesse Berlin 1930 eröffnet. Ebenso wie in den Borjahren bietet die Reichsgastwirtsmesse, die in der größten Halle des Ans- stellungsgeländes in Witzleben untergebracht ist und eine Fläche von rund 16 ZOO Quadratmetern bedeckt, einen guten U eberblick über das deutsche Gastwirtsgewerbe. Bei einer gestern ver- anstalteten Vorbesichtig-mg tonnte man feststellen, daß übe? 40 0 deutsche Firmen ihre Fabrikate ausgestellt haben: mehr als 500 Standnummern verteilen sich über die große Halle. Die Bs- devtung des Gastwirtsgewerbes tritt besonders in die � Erscheinung, wenn man bedenkt, daß dieses Gewerbe mehr als 17MH00. Personen Brqt. und Arhest sMt„ Ms. befouder�..-Lrfr-2l Uhr am westlichen Horizont beobachtet werden kann. Der Komet ist siebenter Größe und schon durch kleinere astronomische Fernrohre sichtbar. Die Entdeckung erfolgte durch den als Kometeftentdecker bekannten -Liebhaberastronomen Will in Krakau. Der Tote im Keller. Gerüchte von einem Verbrechen knüpften sich an einen Leichen- fand in. der-.Ne-uen-K» nbg-stra-ße. iKiv-Auettr- des Hause«--.. Nr.-äfcchsä« gestern im- Keller zu tun und.-nahma-ainen widerlichen' GenM y»hr--Sc?.fsÄcht0-ber- U-�chlS-..nachrUnd ,-fMd-in./ einen,-.-gb- ,- gefchiageiien MinkÄ„ str. dem allerlei Gerstnipel,.- atte Matratzen.... und oergie'ichen lagern, die Leiche eines unbekannten Mannes, die schön stark in Verwesung übergegangen war. Der Tote kann, wie ein hinzugerusener'Arzt feststellt«, schon 14 Tage bis 3 Wochen in dem Winkel gelegen haben. Di« Kriminalpolizei des 10. Reviers, die in Kenntnis gesetzt wurde, ermittette, daß der ältere Mann, der etwa 55 bis 60 Jahre zähien mag. in jener Gegend des öfteren kleine Gaben erbeten-hat. In dem unbenutzten Keller- verschlag hat er vermutlich auch genächtigt und ist dabei vom Tod« ü b e r r o s cht. worden. Ein Verbrechen liegt nicht vor. Die Leiche wurde beschlagnahmt und dem Schauhaufe zugeführt. wurde über Anleihen entschieden, Kauf und Verkauf von Staatspapieren und Aktien war ein alltägliches Ereignis und erregte keinerlei Aufsehen. Alle kamen sie hin— die großen und die kleinen Kapitalisten, Leute, die ihr Geld an- legen und solche, die welches leihen wollten. Börsenmakler, die Joao Romao sprechen wollten, während seine Ange- stellten mit Staatsbeamten unterhandelten: Theaterunter- nehmer und Zeitungsbesitzer suchten kurzfristige Anleihen, um über eine drohende Krise hinwegzukommen. Witwen wollten ihre Pension beliehen haben. Studenten, Söhne von Joao Romaos Kunden, ließen sich Geld vorstrecken: die Werkführer vom Steinbruch und anderen Unternehmungen legten ihre Abrechnungen vor und kassierten das Geld für ihre Arbeiter ein. Rechtsanwälte und alle möglichen Leute kamen hin, und jeder wollte den Kapitalisten für irgendeinen besonderen Plan interessieren; meistens hatten sie eine Akten- tasche unterm Arm, und eine Zigarette hing ihnen über das unrasierte Kinn. Wahrlich, Joao Romao war ein großer Geschäftsmann geworden, eine Macht, einer der Finanzfelsen, auf dem der Wohlstand der Stadt ruhte. Und ebenso wie seine Handelsunternehmungen gediehen, blühte auch sein Haus immer mehr auf. Es konnte nicht mehr jeder erste beste einziehen. Nein, keineswegs. Jetzt war es nötig, Referenzen beizubringen und eine Kaution zu stellen. Die Mieten waren gestiegen, viele ärmere Fa- Milien waren ausgezogen, es wohnten jetzt weniger Wasch- frauen da, und Sao Romao wurde von Handelsleuten, Studenten und Handwerkern und so weiter bewohnt. Die Siedlung wurde immer aristokratisckzer. Im Erdgeschoß wohnte zum Beispiel ein Schneider, ein seriös aussehender Mann mit weißem Backenbart, der zwischen, zwei Gesellen an der Maschine saß. Auch seine Frau, eine Lissabonerin mit rötlichbrauner Gesichtsfarbe und üppiger Gestält, half ihm bei der Arbeit. Sie hatte einen recht ansehnlichen Schnurrbart und etliche Bartstoppeln am Kinn und war sehr tüchtig. Nebenan wohnte ein Uhrmacher, ein kleiner Mann mit einem kahlen Schädel, der aussah wie eine Mumie und stundenlang mit einer schwarzumrahmten Lupe im Auge über seinen Tisch gebückt saß. Und noch weiter vorn ein Schildermaler, der den Vorübergehenden eine Probe seines Könnens bot,- er hatte nämlich mit soviel Geschick eine Weinrebe um sein Fenster gemalt, daß die be- wuichernden Nachbarn sie echter fanden als eine wirkliche Weinrebe, und ihre Begeisterung nährte sich besonders an den Vögeln mit dem glänzenden Gefieder, welche sich vor- sichtig auf den schlanken Aesten wiegten. Ein Zigarrenmacher hatte nicht weniger als drei Wohnungen gemietet, wo er mit vier Töchtern und drei Söhnen sein Geschäft betrieb. (Fortsetzung folgt.) j Das Problem der Schwererziehbaren. Zn der Zlula des staatlichen Gymnasiums in der Koch. stcahe sprach auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Groß-Berlin Dr. Siegsried L er n s e ld über das Problem der Schwererziehbaren. Der Redner führte aus, wie unendlich wichtig es gerode auf dem Gebiete sozialistischer Erziehungsarbeit fei. das Kinderproblem einheitlich zu erfassen. Es wird zu wenig auf der Vasis psycholo- gischer Wissenschaft gearbeitet und der Pädagoge ist allzu leicht ge- neigt, aus einer übermäßigen Unbeeinflubbartelt des Jugendlichen oder einer allzu starten Trieboeranlagung den Tatbestand c ner pathojogischen Seelenstruktur zu rekonstruieren. Es gibt natürlich Fälle, denen gegenüber alle pädagogische Kenntnis und Technik ver- sagt und die dann eben in das Gebiet der Krankenbehandlung fallen. Der Vortragende teilte diese wirklich pathologisch Veranlagten in drei Hauptgruppen: die Schwachsinnigen, die Psychosen, deren Seelenzustand einen vollkommenen Bruch mit der Außenwelt zeitigt, und jene depressiv Veranlagten, die sich, in einem Zustand chronischer Trauer und Melancholie, ähnlich den Psychosen, im Zustand der Unbeeinflußbarteit vor der Außenwelt verschließen. Bei der letzt- genannten Gruppe tritt dann das Vorhandensein der Minderrveitig- keitsgefühk«, die Armut des Seelenlebens, die Leere, die Lang«- weile in Erscheinung: je primitiver das psychologische Differenzie- rungsvermögen des Betreffenden ist, um so weniger wird er sich der psychologischen Cntstehungs-ursache seines Zustandes bewußt sein. Di« Wattderlust, die in Vogabondage ausartet, der Vcrauschungszustand auf dem Gebiete der Sexualität, oder des Vergnügens und noch ver- schiedene andere Ausschreitungen sind nichts weiter als«ine Flucht vor diesem Zustand. Nicht alle Verwahrlosten gehören natürlich zu diesen krankhaft V«ranlagten, aber ein guter Teil von ihnen, und«s ist natürlich unendlich schwer, diese feinst differenzierten Schwankungen im Gefühls- und Gemütleben in Form einer rich- tigen Diagnose festzustellen. Aus all dem ergibt sich die pädagogfche und menschliche Konsequenz: Delikte, wie immer si« beschossen sind, sollen noch Möglichkeit behandelt werden und so ist vom Stankt punkt des Psychologen die Absonderung solcher Schwererziehbaren in die Fürsorge mit ihren Härten keineswegs gutzuheißen. Man soll nicht mit allen Mitteln bestrebt sein, das Auflehnungsbedürsnis der Jugend mit Gewalt im Keim zu ersticken oder.zu verdrängen: man inuß reinliche Trennung halten zwischen den Auswirkungen eines pathologischen Gemütszustandes und dem gesunden, revolutionären Kompswillen gegen die Ausbeutung durch die Gesellschaft: denn letzten Endes ist proletarisches Klassenbewußtsein und Wille zum Klassenkampf das gesunde Element unserer Bewegung. Berühmte Uhren. Sehenswürdigkeiten in alten deutschen Städten. Schulhygiene und Lehrplan. In der Berliner Ortsgruppe des Deutschen Vereins für Volkshygiene behandelte Prof. A. Grotjahn das Zu- sammenfallen der Schulzeit mit der wichtigsten Wachstumsperiode des Kindes. Die Bedingungen, unter denen sich das Lernen für das Kind vollzieht, sind daher von elementarer Bedeutung. Es ist also notwendig, daß hygienische Erwägungen die Lehrplän« der Schule in eben solchem Maße leiten, wi« pädagogische. Unter diesem Ge- sichtspunkt sind maßloses Rechnen, Schönschreibepedanterie usw. ein Ballast für die Kinder, der die Zahl der Schulstunden unnötig.stet» gert. Während der Achtstundenarbeitstag für den erwachsenen Be- rufstätigen eine selbstverständliche Forderung ist, ist dieses Ideal für das Schulkind noch nicht erreicht. Selbst den Hygieneunterricht verwirft Prof... Grotjahn, well er fürchtet, daß man den Kindern dadurch die-Gefunkcheikspflege-/ die- meh t-auf- Wissen sich gründen müsse, verekeln würde. Positiv fordert er: Beginn des Schulunterrichts mit 7 Iahren erst; s p ä t e re r Anfang des Schulltoges, besonders im Winter: längere Pausen: weniger Schulstunden: zehn- bis zwölfwöchige Sommer- ferien usw. Ja der Diskussion nahmen zu der Frage der längeren Ferien u. a. ein« Mutter, ein Lehrer und ein Schularzt Stellung. Sie konstatierten, daß der Zustand des Kindes bereits jedesmal nach drei Monaten Schul« ein« Erholung notwendig mache. Genosse Grotjahn betonte hierauf in seinem Schlußwort, daß die Kinder erst gar nicht in einen so schlechten Zustand gebracht werden dürften. Tanzabend in der Haienheide. Für acht Uhr hatte das Volksbildungsamt Kreuz» b e r g am Freitag den Beginn seines Palucca-Tanzabends im Orpheum in der Hafenlzeide angesetzt. Ilm 7 Uhr bereits hatte es den Anschein, als ob dort eine Frauenversammlung stattfinden würde. Wer pünktlich fünf Minuten vor acht sich eine Karte er- werben wollte, muhte umkehren. Es gab nichts mehr. Ausverkauft! Im Saal alles dicht an dicht, in engen Reihen sitzend, und stehend bis zur Bühne. Ueberfüllt. Und Frauen... Frorien. In einer Reihe sitzen ungefähr 20 Personen, davon sind 13 Frauen, in der Bei erhöhtem Blutdruck und Neigung zur Adernverkalkung ist ein gutes Funktionieren der Ausscheidungsorgane besonders wichtig. Nehmen Sie ein« Zeitlang Reichels W n ch o ld e r- E x tr a k t Marke Medico. Er sorgt für den Stoffwechsel und hält Leber und Nieren in Ordnung. In Drog. und Apoth. erhältl., echt nur in Ori- ginalfüllungen mit Marke Medico. Zu der Frühgotik des 1Z. Jahrhunderts entstanden, als Nachklang der allen Mysterienspiele, große Schau-Uhren, die in verschiedenen Slockwerken. ähnlich den allen religiösen Schauspielen, zu beslimmien Tageszeiten kleine Figuren in Bewegung fehlen. Die berühmteste dieser Uhren wurde im Jahre 1352 im Münster zu Straßburg i. E. erbaut. Im Jahre 1547 wurde eine neue große Uhr in Straßburg erbaut und im Jahre 1789 ein« dritte, die noch heute steht. Das Figurenwert besteht ans sieben Darstellungen der Wochentage, aus zwei Engelsfiguren für den Viertelstundenschlag, den Figuren der vier Lebensalter für die Viertelsschläge und der Figur des Todes für den Stundcnschlag. Großartig ist das astronomische Werk dieser Uhr berechnet und aus- geführt, denn es reicht, ohne daß man irgend etwas daran zu ver- stellen Hot, in allen seinen Angaben 25 894 Jahre long. In den Jahren 1355— 1361 entstand das sogenannte„Mann- leinkaufe n" an der damaligen Marienkapelle, der heutigen Frauenkirche, in Nürnberg. Es verherrlicht den Erlaß der goldenen Bulle durch Kaiser Karl IV. Mit der Zeit verrostete der Mechanismus der Uhr und sie stand schließlich still. Ein Schlosser nameirs Jörg Heuß erneuerte dieses Werk in den Jahren 1596 bis 1599 für die damals ungeheure Summe von 6141 Gulden. In den Jahren 1495 bis 1497 geschah der Bau der großen Kunstnhr in der Marienkirche zu Lübeck. In ihrem unteren Tell trägt sie ein großes Kalenderwert. Der Mittelleil wird vom Lauf der Pia- neten und von dem 24teiligen Zifterblatt eingenommen. In der Bc- krönmig ziehen zur Rttttagsstund« der Kaiser und die sieben Kur- fürsten vor der Figur Christi vorbei. Die Kunstuhr zw Heil- b r o n n wurde 1525 von Hans Paulus begonnen und 25 Jahre später durch Isaak Habrecht, den Miterbauer der zweiten Straß- burger Uhr, zu einem großen astronomischen Kunstwerk umgebaut. Das Werk beginnt im zweiten Stockwerk des Heilbronner Rathauses und ragt bis zum fünften, im Dach gelegenen Stockwerk, empor. Es enthält unten den Sonnenstand mit dem astronomischen Tier- kreis und den Wochentagen. Der Mittelteil trägt das große Ziffer- blast, links davon steht in einer Nische ein Engel, der die Sanduhr hält, während sein Partner auf der anderen Seite die Posaune bläst. Eine andere all« deutsche Kunstuhr ist die im Jahre 1539 am Giebel des Rathauses zu Ulm erbaute. Innerhalb des großen Sturadenkreises sieht man die astronomischen Zifferblätter. Das bewegliche Figurenwerk fehlt dieser Uhr, dafür sieht' man au:-- gezeichnete Malereien der Ankunft und der Anbetung der heiligen drei Könige, Ritter und Landsknechte, die das Zifferblatt der Sonnenuhr halten. Die berühpiteste unter den kleineren Kunstuhren ist wohl der ,,S ch n a p p h a r>. s" i n Jena. Noch am Rathaus sieht man einen Teuselskopf, neben dem ein Engel und ein Heiliger stehen. Kurz vor dem Stundenschlag rührt der Engel eine Klingel und der Heilig« reicht dein Teufel auf einem Stab einen Apfel. Sobald der Teufel den Mund aufmacht, zieht der Heilige den Apfel zurück. Zu Ochsenfurt a. Main wurde 1595 am Rothaus eine Uhr ange- bracht, an der beim Stundenschlag ein Gerippe mit dem Kopf nickt. drohend einen Pfell hebt und ein« Sonduhr umdreht. Die Figur eines Bürgermeisters mit langem Bart bewegt mehrmals den Mund. Es öffnen sich zwei Fenster, aus denen zwei Ratshcrren herausschauen und dem Bürgermeister zuhören. Dann schaut aus einem Fenster eine Jungfrau heraus und zeigt das Stadtwappen. An einer Uhr am Rathaus zu Ehlingen aus dem Jahre 1586 bewegen sich ein Zldler und zwei Frauenfiguren. Die Stadt Frankfurt a. M. erhielt 1695 im Dom eine Uhr, an der die Figuren, von zwei Schmieden die Stunden hämmern. Di« Uhr in der Pctrikirche zu Lübeck ist schon im Jahre 1695 angebracht worden. Bei jedem Schlag haut«in Engel mit einem Schwert nach einem Löwen, der dann immer die'Augen verdreht. Zwei Böcke stoßen gegeneinander und Maria läßt dos Kind auf dem Arm hüpfen. Zu Aalen in Würstemberg hat man seit 1634«in Uhrwerk am Rathaus, an dem sich zwei Böcke mit den Köpfen stoßen:«in Spion schaut fich ständig nach links und rechts um. Die Uhr ist in Erinnerung an die Gefahren des Dreißigjährigen Krieges erbaut. Adilung, Parteiveleranen! Alle Genossinnen und Genossen, die vor und während des Sozialistengesetzes für die Partei tätig waren, sind mit ihren Angehörigen zu der am Sonnabend, dem 29. März, 19 Uhr im Saal I des Gewerkschaftshauses. Engelufer 24/25, stattfindenden Zusammenkunft freundlichst eingeladen. I. A.: WilMelm GrOndel. nächsten find es 16, in der dritten 18. Das ist ungefähr das Ber- hältnis. Dazu in der großen Mehrzahl ältere, reife Frauen, denen man die Arbeit anmerkt.- Nun.cck er. sitzen sie all« in einer leisen Erregung, als ob es-sich- wiedee�innzat-mn�ctT ihrer ureigensten AngekiWiheiten handelte. Dann beganw das?.Spiel. Bor schweren� dunklen-Vorhängen, die gnädig-die vierzigfährigen Kulissen des Sonntagstanzes verbergen, entfalten sich junge Menschen. Ein- farbiger Stoff umhüllt den Oberkörper, grün oder rot oder bteii, ober im Licht der Scheinwerfer blühen die Körper auf wie schillernde große Blumen. Dann geht- durch die tausendköpfige Menge ein Raunen, ein Zischeln:„Da... das ist sie... ja." Ein schlanker Mensch betritt die Bühne. In strengen Linien verharrt ein reifes Mädchenanttitz unbewegt. Ein mattblaues weiches Seidenkleid reicht bis an die Knöchel. Roch Hot die Frau auf der Bühne keinen Kontakt mit den Menschen zu ihren Füßen. Aber nach einem schweren ernsten Schreiten hat sie nun Walzerfchritte auszuführen, und indem sie den ganzen Körper mit einer noch nicht gesehenen, rmerhört geschmeidigen Federkraft durchbiegt und wieder aufschnellen läßt und im Rhythmus wieder herabsinkt, Hot sie bereits die Herzen von taufend Frauen. Die Palucca hat auch hier gesiegt. Autounglück am Bahnübergang. Gestern nachmittag fuhr ein Lastauto mit Anhänger in voller Fahrt am Bahnübergang in der Gartenfekder Straß« in H a s e l h o r st gegen den Schrankenbock. Der Anprall war so heftig, daß der Wagen auf die Gleise geschleudert und völlig z e r- t r ü m m e r t wurde. Der Chauffeur, ein 27iähriger Friedrich G e r m u r k s aus der Hallerstraß« 23, wurde mit schweren Kops- Verletzungen ins Stödtifdie Krankenhaus Spandau gebracht. Die Feuerwehr hatte mit den Aufräumungsarbsiten längere Zeit an der Unfallstelle zu tun. Gegen 15 Uhr wurde an der Ecke Gneisenau- und Boerwald- straße der 58iährige Tischler Wilhelm G e l l aus der Weiseftrahe 12 in Neukölln von einem Prioatauto überfahren. G. st a r b auf dem Weg« zum Urbankrankenhaus. Strafantrag gegen böswillige Verleumder. Das kommunistische Morgenblatt brachte im Zufamimenhang mit den Vorgängen in den; Landerziehungsheim Scheuen in der Ausgab« vom �18. März 1930 unter der Ueberfchrift„Mir Magistrat deckt den Scheuen-Skandal" schwere Ehren kränkungen gegen Frau Stadtrat W e y l. Der Stellvertreter des Obevbürger- meisters hat gegen den verantwortlichen Schriftleiter S t r a f a n- trag wegen öffentlicher Beleidigung gestellt. Wellliche Schule Tempelhos. Die Freie Schulgesell- schaft in Tempechof bittet uns um Veröffentlichung folgender Mitteilung: Bei der Einschulung am 1. April können auch bisher noch nicht angemeldete Kinder für die 7. und 8. Klasse in Tempel- hos. Rtanteusselstraßo, eingeschult und uiizgcschult werhxn._Nach dem 1. April in Tempefhof zugezogen« Kinder, die dix 7. öder».'Klasse der Weltlichen Schule besuchen /sollen, sind, m, der I. ÄAzMK�chule Tempel�of, M�nteüsfelstro�ö, anzuwekdeft.�;" mm ftHÜte Die Wirtschaft-w-ch«, ein»roher?ertauf von Porzellan, Glas, WirtlSoft». ortikein. den-die girma Wert bei in rcaclmösn» ameiinal im Aabrc in ihren vier iSckchiitten veranstaltet und der auch in dleser WoÄ« wieder stattfindet, wirb von der Damenwelt als eine»Unstine Kaukoeleqcnbcit immer deariißt. Me« was im Laufe der Zeit in NiW* und Haushalt ousranaiert werde» mubtr, kann man bei diesem Veriaus billiast erneuern. Eine unaehenrrc Auswahl in Gebrouchspor�ellan, Glaswaren, aller Art Kllchenartilel eruiöulicht jedem, das Gewünschte?» finden. Steiaender Avslandsabsafi bei Adler. Das Automobilervortacschäst der Adlerwerle, vorm. Heinrich Nlevcr A.-S.. hat sich in ichtcr 8c!t reckt»Unsti» entwickelt. Auf den internationalen Ausstellunaen der lebten ivtonate in Brüssel, Amsterdam und stovenhaaen konnte Adler sehr bedeutende Auflr仫 von privater Leite ent»e»cnnehmen, u. a. auch von feiten des diinitoen Kiinias. Hause». Besonders Hemerkenswert ist die Ausdehnuna des Bertreternches in den auhcrdeutsckien Adsatmebieten, eine Entwicktun», die auch deii deutschen Adlersahrer»«laut« kommt, da ja bekanntlich die Ad'er. Kunden dienstscheckz nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland bei jedem Adler-Bertretcr prä- sentiert werden kSnnen. De» deutsch«» grtsch«!» schneie Zahrt— Bom Kuhn— zum Händler— aus den Tisch— bat Sllhnerstalldust ihm bewahr!, kein andres Ei ist noch so srisch, drum Hausfra». dach dies zum Erempel, lauf Eier nur mit Adler- st cm pell In de« Strefemavnstr.>28, früher Niiniaaroher Str. l2S. im Dienstaebände des Breugifchen Landwirtschafts-Ministerimns, ist eine neue Auskunftsstelle für die preuftischen Elaaisbäder in Gemeinschaft mit den Ostseedädcrn crofsnct worden. Dos Publikum erhält bort jede aewünfchte Auskunft über die preu» hilchcn Staatsbäder Bertrich, Sm». Nenndorf, Nordcrneu, Nchbur», Scl>Ian»en- bad. Schwalbach, Wildunaen und Wer die dem Verband Deutscher Ostioebäder anaeschlossenen 87 Ostseebäder, Dienststunden von!> bis 0 Uhr. Lonnadends von 9 bis 5 Uhr. Schriitlich« Anfraaen sind zu richten nach Berlin, P. Sö, Genthiner Str. 27. gernlvrecher.- Kurfürst 4936 und 1702.' E&ts&iseis LERNT KAN AM BESTEN NUR VON Oebildelen, befähigten und erfahrenen Engländern und Amerikanern Verlangen Sie kostenlosen Prospekt.,S" THE EHGLISH INSTITUTE Leipziger StrvBe 107 und BOlowstraBe 93 Besonders zu empfeblenl BendiVcn Sie die gro- fsen Ersparnisse bei diesen Preisen. Wir grc- wAbrleisfen Klanen restlose Zufriedenbcit. 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Tiergarten. 20 llkr General- apvell in der Tunnkalls Gchlesuoger Ufer. 13. Pflichters Seinen in Bantler- tleidung. Ilriedrichehain, Iungbannar. 20 Ukr Heimabend im Jtlste.ndkeiin granlsürter Allee 307. Meldung für Pfingstfalirt. erscheinen Pflicht. Äamerad- schaft Pelerechur«. ZO Ilb' Kamerodfchaftadcrsawmlrrna be? Nokrn! Busch.?il. siter S'r. 27. Erskscinen sämtlicher Kameraden dringend notwendig.— Dienstag. 25. Mer� Prenzlauer Berg. 1014 Ukr im Altersheim Dangiger Str. 64 General- nerfammtung. Bannerlleidung Pflicht. Eintritt nur mtt Mitgliedsbuch. Kalls Dcmonftrationsverkot aufgehoben, ist. marschieren die tlameradschaften ge- schloffen on. Iungbanner. Der Spreetlchar übt jeden Dienstag um 20 likr bei Zeuge, Milaftrostc. Nenanmsldungcn bei Kamerad Bater. Edariottenburg. 20 Ilbr Berfammlung der Kameradschaft Westend bei Schellbach.«Ättgin-EItfa- b etil Str. 6. BmfMrung ton Lichtbildern. Winterspaetabteilnng. 20 Uhr Schwimmen im Welleitbad Lunavorf. Eintritt 43 Pf. Einteilung der Staffeln für Magdeburg.— Mittwoch. 36. Märe. Prenzlauer Berg. Zungbanner. 20 Uhr Pflichtantreten in Bundeslleidung in der Turnhalle Greifenbagener Straße Ohne Entschuldigung darf niemand fehlen. Zehlendors. Zungbannar. Bei Schnorre. Potsdamer Straße, fvricht Kamerad Schuhofe über:..Arbeiter-Zucentc. hewegung". Panlom. Zunglameraden und SEA. 20 Uhr Turuhalle Wollanl- stroße. SanitSisadteilnog. Di« füt Mittwoch, 36. Riltti,«mg ef echt« lung findet erst am 0. Avril statt. Revuhlilaaisch» iUedncr-Pereinignna. Montag. 20 Uhr. Alter A-lanier. Anhaltstr. 11. Disilufston über Sievublitschukaeseh. Gäste wllüommen. Pertrag über Bansoarwesen. Ueber dieses zeitgemäß- Thema fori cht am Dicns'ag. dem ich. Mär,. 20 Ul>r, in den Kernschen Kestsllen. Lichtenberg. Türe. säu-rjdtstr. 3.z. Herr Dr. O. Werner. Der Wunsch nach einem Eigenheim ist mahl in allen Srcisen unseres Polles lebendig, doch es herrscht noch vielfach Unkenntnis über die Mittel und Wege, die es auch dem wenig Begüterten rrmäglichen, in angemefsener Zeit das Ziel äu erreichen. Der Eintritt sum Vortrage ist frei. FÜR DIE SCHNEIDEREI sind die neuesten Frühjahrs-Modelle der ULLSTEIN-SCHNITTE eingetroffen. Der sprechende Ullstein Schnitt* Vogue-Schnittmuster Leinenzwirn«omir......... k 10 Stopftwist 8�T�Korr.pf 25 Halbschuhriemen<14 achwwi und l»d*.............. 2 Paar M. Gardiner.kordelÄ- K 10 Gummilitze 12 Strumpfhalter«20 Armblatter"-«N--.2S Sicherheitsnadeln ö»okl, vsmidc»!» 25 Ltelc« ,d»eeae.e?f.' � I�CSflSGlfiiO tcbwert»•••••* KoHe TiOS Untergarn 100Q.tr.......... ,20 Wäscheknöpfe 25 Perlmutterknöpfeo'HrK 25 KARSTADT U-BAHNHOF HERMANN-PLATZ• DER KARSTADTBAHNHOF 7&CMiZ-yOtjßf H. Sitz Berlin. HierdorrJr berufen vir die erdeeiUdie GenereWer- jermnlaog unserer Genossenschaft ein. Tagungsort; Rathaus Bflrgersaal. Taffungszeit Montag, den 31 Müxz 1030, abends 7 Uhr. Tagesordnung- 1. Vorstanffsbericht Ober das Jahr 1929. 2. Aofsichtsralsbe/icht. 3. Bericht Ober die erfolgte gesetzliche Revisfoa." 4. BlIisBgcrmgS l�wnj�ijta-.tijjgasfgpg des.VM�EOdes iC Anträge.' 7. Statutenänderung. 8. Wahlen von Voistand und Aufsichtsrat 9. Verschiedenes. Vorstand t Aafsldsiaral: Fenselau Birlcner Kirsch Seiffert Zurückgekehrt Dr. Arensberg Ich habe mein Büro nach NO 55, Prenzlauer Allee 50 Fernspr.*£ 4, Alezander BOSO verlegt Kurt Korn, ßechtsanvalt MMMe«» Cfcitl�iTllfRlfffc W1PWW WMMIGIWM WSPWWWw Bekanntmachung. Die in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1929 versetzten Pfänder sind versteigert worden. Ueberschüsje sind bis zum 21. März 1931 abzuheben. Staatliches Leihamt. .US«S»»S«S«K«»v Krampfadern. SScnenentjüu- düng. Geschwulst. Geschwüre. I F. echten aller Art IPioriafis) ela Ischias. Rheuma. Gicht, j Senlfufeleiben. Knie- und Hüft- I Ichmcrien. hanstg die Folge falscher Einlagen, werden seil [ 3ii Zabrcn erfolgreich behandelt ahn« Operation- ohne Berus- Wrnno. fast fchinerala? in Dr. Strahl« Ambulatorium G M.b.H. für Bcinttanle Berlin W 8, flßouerfti. 9t. Sprech»: tag- »ch 9—13 u. 3-5, außer Sonnabend nach- mütag u Sonntag. Austunftu.Prolpett frei. SsRsnntmsekung Die verstclg'ruag der in den Monaten Zuli. August und September 1929 versetzten und nicht ein- gelösten Pfitnder findet am Sonnecsfog. 10. tlprll. vor«. 9 Uhr. tttr Wilsche, KlelderplSnder usw. und am 5ceUag, II. April. norm. 9 Uhr. tlir Gold- sind Werts« rheo ha Uothovso Srelln- Jtenföffn gegen soioitigc Barzahlung statt. TerUn-Neu-ölln, den 7 MÜrz ISSn. Stllüflsrde» I-ethoott verlin- dieuststUu »SVSRLiSLWN? Wir fertigen eleg. Anzöge u. SlSntel für Z9M. einschl. unserer sämtl. Zutaten, lad eil. Sitz. Roßhaarverarbeit. 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Demnach enhalten die Freigewertschaster im Arbeiterrat 6 Sitze und die Opposition 2 Sitz«. In der gleichen Stärke waren die beiden Richtungen auch im vorigen Jahr« im Arbeiterrat vertreten, als nur ein« freigewerffchaitlich« List« zur Wahl stand. Im Betriebsrat haben die Freigewerkschafter 4 Sitz« und die„Oppositionellen" 2 Sitz«. Geändert hat sich also nur, daß die Arbeiterschaft gespalten und die Anhänger der KPD. zunächst von der Gewerkschaft isoliert wurden. Es wird sich nun — hier wie anderwärts— erweisen müssen, wer stärker ist: die KPD. oder die im Geiste der Sozialdemokratie geleiteten freien Gewerkschaften. Umschwung in der porzellaumanufattur. Roch am 31. Januar bracht« die„Rote Fahne" unter der knalligen Ueberschrift ,100 Proz. Lohnerhöhung durch die rotrn Betriebsräte" einen von Lügen und Schwindel strotzenden Artikel. Wie sehr dieser Artikel der Arbeiterschaft der Manufaktur geschadet hat, hoben diejenigen zu spüren bekommen, für die der Verband versuchte, Ungerechtigkeiten in der Bezahlung zu beseitigen. Jedes- nich lehnte die Direktion unter Hinweis auf'diesen Artikel und die damals mit dem.roten" Betriebsrat getroffenen Abmachungen ab. Die Antwort hat nun die Belegschaft bei der Betriebsrats- wähl am 20. März 1S30 gegeben. Auf die Liste der freien Gewerk- schasten entfielen 231 Stimmen und fünf Arbeiterratsmitglieder, auf ine Oppositionslist«.StuhrMann" 141 Stim- m e n und damit drei Arbeiterratsmitglieder: dementsprechend setzt sich der Betriebsrat zusammen, während im Vorjahr das Verhältnis umgekehrt war, und zwar fünf Opposilion und drei Fveigewerk- schaster. Vormarsch in Hamburg. Hamburg. 22. März. fEig-nbericht.) Die Kommunisten haben trotz heftiger Anstrengungen bei den Betriebsratsmahlen in den Homburger Staats- kaibetrieben eine.empfindlich« Niederlage erlitten. Für die List« der freien Gewerkschaften wurden 3248aren. Gegenwärtig liegen über die nachteilige Eingruppierung rund 400 Anträge vor, die nunmehr hoffentlich endlich ihre Erledigung finden werde». Die Reichsanstall kann durch keinerlei Etatsschwie. vigkesten von der Verpflichtung entbunden werden, die tarn iichen Bestimmungen einzuhalten. Buchdruckeriarif angenommen. Verlängerung der NotstaadsbridAfe. Der Manteltarif für das Buchdruckgewerb« ist jetzt von allen Tarifkvntrahenten angenommen worden. Die Unternehmer und der christliche Gutsnbergbund hallen bereits bei Abschluß des Tarifvertrages eine endgültige Annahnreerklärung abgegeben. Nach der satzungsgemäß durchgeführten Urabstimmung hat auch dec Buchdruckerverband am 22. März aus Grund der au» dein ganzen Reiche vorliegenden Abstimmungsrefuliate die gleich« Erklärung ab gegeben. Damit tritt der Manteltarif in Kraft. Er hat zwei Jahre Gültigkeit. Bon insgesamt 86700 Mtgliodern beteiligten sich 70 332 an jyr Abstimmmrg. also 81 Proz. Für Annahme des Tarifs stimmte?-. 49 628. gegen Annahm« 19 S26 Mllgfieder. Ungültig waren 1178 Sllminsn. Bon den abgegebenen gülligen Stimmen sind demnach 71,7 Proz. für Annohm« und 28.3 Proz. gegen Annahm» de« Manteltarifs. Fern« hat der Vorstand des Buchdruckerverbandes m sein«'- letzten Sitzung befchloffon. di« Notstandsbeihilfe für Au»- gesteuert« bis zum 28. Juni 1930 zu vtrlängern. Di« in der Verbands- und staatlichen Arbeitslosenunterstützung ausgesteuerten Mitglieder erhallen weiterhin folgende Unterstützung nach 52 Beiträgen je Woche 5 W.. nach 150 Beiträgen je Woche 7,50 M und nach 500 Beiträgen je Woche 10 W. KpO.-parolen ziehen nicht mehr. Die Metallarbeltettoohlev in Frankfurt o.Ik. Die Verwaltungsstelle de» Deutscheu Mekallarbetlerosrhande» Frankfurt a. All. die ungefähr 17 000 Mitglieder zählt, führte nach den Beschlüsse» des Karlsruher Verbau dstoges das Verlretersysiaiv für die Mitglieder ein. Die Vertreterwahlen wurden in 22 Stadtbezirken und 45 Landorte« vorgenommen. Die KPD. erhielt bei den Mahlen eine empfindliche Mederlage. In ihrer Hochburg Aschen- heim, einem Vorort Arankfnrts. konnte die KPD. kein einzige» Mandat erhalten. In der Vertreterverjammiung. die mit 483 Vertretern besetzt ist. wird die SPD. mit nur 16 Stimmen vertrete» sein. Also wieder eine zusammengeschobene" Verwoltvngsmehrfteit. ia der die..Opposition" kaligeftellt ist. pariei und Beamienorganisationen. ..Di« Frage, welche Haltung die SPD. gegenüber den beiden vor- handenen B« axri« nsp itzenorgan! sationen— ADV- und DBB.— einnahmen soll, hat die in der Partei organisierten Beamten recht pst Kostbare Minuten bei Tagesbeginn und Feierabend gehen verloren, wenn schlechter Zustand der Bereifung eine Panne und damit Zeitverlust verursacht Sicher und bequem fahren Sie zur Arbeit und nach Haus auf {ontineiital Fahrrad- und Kraftradreifen uiti« tMofi b«schöstryt Di« im Wg«mem«l Deutschen Veumtenbuich zusammenHeschloflenen Mitglieder vertreten den Standpunkt, daß dt« SPD. noch ihrer Dergangcnheit und nach den programmatischen Zielen, die sie sich gesetzt hat, in ihrem eigenen Interesse nur die sreigervl-rkschoftliche Bewegung unterstützen und sörderir kann. Dabei wird nicht etwa eine Aenderung des Organisation!- stafaits der Partei angestrebt, sondern lediglich die Gleichstellung der durch Organi- sationsv ertrag verbündeten Spitzeiwrganrsationen der Arbeiter, Am gestellten und Beamten." Mit diesen einleitenden Worten, die klar Inhalt und Zweck um- reißen, beginnt eine Echrist des Allgemeinen Deutschen Beamten- bundes über„Orgamsationsfrage der Beamten und Sozialdemokratische Partei", die soeben durch die Verlagsgescllschait des ADA., Berlin W. SS, Potedonicr Str. 106, herausgegeben worden ist. Die Schrift ist eine überstchttiche Dokumente nsamurlmig über die Stellung der Partei zu den Gewerkschaften und umgekehrt seit 1890, und über die Stellung der Parte! zu den Beamtenorganirsationen und der Beamten- Organisation zur Sozialdemokratischen Partei. Es ist Mangslaufig, daß di« sonst durchaus objektiv gehaltene Schrift am Schluß eine polemische Spitze gegen den Deutschen Beamtenbund enthält. Schiedsspruch für die Feinkeramik. Einige Verbesserungen des.'Neichsmanteltarifs. Die feinkeramische Industrie verhandelte vom 19, bis 2L März in Nürnberg unter dem Vorsitz des stellvertretenden Landesschlichters fijr Bayern, Böhm, wegen Wschluß eines neuen Reichs- Manteltarifvertrages. Di« zum Teil erregten.und hart» nückigen Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis. Darauf wurde sine Schlichte rkammcr eingesetzt, die nach zweitägigen Verhandlungen einen Schiedsspruch zustande brachte, der einig« Aenderungen des bisher geltenden Reichs manteltarifvertrages eirthÄt. Der Ueberstundenzuschlag wurde auf 25 Prozent erhöht. Außerdem wurden vor allein abgewehrt Urlaubsvcrschlech- terungen, Festsetzung der Stückpreise nur durch den Unternehmer und uybegrenzte Ueberswnden. Daran Legen die Dorteile in den Aenderungen. Der Tarif läuft bis zum 30. April 1932. Di« beiden Partien haben sich bis zum 29. März zu cnifchticßen, ob sie den Schiedsspruch annehmen. 25 jähriges Jubiläum Berliner Hebammen. � Das 2öjShrig« BerufsjubilSum zwölf seiner Mit glieder gab dem Hsbammen-Bezirksverein Wedding-Gesund, b r y nn e n Veranlassung, die Jubilarinnen, die fast ausschließlich frßigewertschaftlich organisiert sind, in«wer Festverau- staltunq besonders zu ehren. Der Äroiearzt des Bezirks, Medi- zinaistat Dr. Schwer, richtet« an die Jubilarinnen warme Worte des Dankes für ihre onfopjernde Tätigkeit. Von den Gästen, unter denen sich unter anderen Geheimrat Stöcke l, der Leiter der Staatlichen Frauenklinik, befand, nahm noch Professor Freund von»er Charit«., der unter den Jirbifa- rinnen viele seiner eheneabgen Sckstilerinnen wiedererkannte, Ge- lczenhcit zu einer tief empsundenen Rede. Genossin Elfe chenseleit, die Vorsitzende des Deutschen ruf invoch wsit stärkerem Maß« als bisher, zum Besten von Mutter und jkkrtb. widmen können.--_____ Die, Feier mar umrahmt v0n recht guten musikalischen und künstlarischey Darbietung en.'., � . Die Arbeitslofenziffer in England betrug am 10. MSrg 1 563 800, d. f. 16 383 Arbeitslose mehr als in der Vorwoche, 394 961 mehr als- im Vorjahr. «0»««'»« Moilta«.«Vi ll&t. ffraftloastierfamm- g,«««A.i» Schmus MsSlm. Srllrfenflr.\ Genosse Zlobcrt Sceuet M Icniit übrr:.Polltisdo Situation_ Aauno-P.on". Es wird«oll. u, ssbliaor SosuS> onwartet. Drr i?ralli»n»»orst>»»d Z. fflefttofei«. Monia«. 17 Uhr. bei Strftfi«, PmNKstr. 10, S strallinnolitiunfi. SriHoinen sämtlicher SvD.�Senoffen Pflicht. ?«-tstrb»froltion»» SP«, bei»«eatrUamt«rrli-.Seihens«.«it. � iamjnlun« Moni««. 19H Uhr, h-i Pallas, Lehderstr. 122 aller beschof. s-l tFte.N Arbeiter. AnaeS-llt-n und Deamwu. Togesordnuna: 1 Da» Z Berlin und bi« Po rici. R-fer-nt: Tiadlnerorbn-ter Genosse S!w & gauß. 2«»if-'-efi-rte». Wir bitten um.-ablreiches«rscheinen. ■f«chnllb-ih-Pahenh-ser. I fMmnbjna der£«*S..(5tnoff«n und Snntvathisierenden bei Mcster. sa Dreibund f«t. U. Toaesordnuna: Waruul wöhl-n wir freia«r«rischowich Si otaaÄvsrts«olleecn die Lifte 1: Referent:.«e.rl-Drossel..Zablr-iche» Sefuch erwariet»er isr-lltioaenerftonb N r»«eifteus«. Dienstaa.« Uhr. eri Galla». Weißt». S st«. Lehdenitr. 123, ffch«roisnwoldcr Strafte. SPD.. Fraktion«-wamm. g Inn«. Seftunmt erschein«» und Mitgliedsbuch mitbringe». ____ Sr4tftion#n»tflh6a>. B- Krettd«, der«V». tm Arbeit»«-! Rord. Auaeitellte. A-beit-r. Z Aon«Metsirt!)oHh. Mllale Berlin. Sedaftlanftr. Z7W. Pchree», Montau. IL Uhr. Mitaliederversanrmluna kür die cherrennlaftschneider in den'Soshienfälen. Sonvtenftr. 17.1». Wohl der D-leuierten ,ur örtlichen Generchwetsanunsuna. Bericht und Abstimwunq über den oefällien Schied-s- fvruch. Branchenanaelegenheiten. Mtll-ed-ounwei, lenitsmiert. Di« Bro-chent-iamisst,». Ä��rele Gewerkschafts.Iugend Berlin G } che ote folgend, Binasftaltungen:«»rrtchber.i Hur»Vi Uhr in der Stadt. halle Weiftenfee. Biftorius-ftr. ZZ.— Besschtchn-ai Wir trofien un» ollnktlich in» 9% Uhr am U-Bahnhof Potsdamer Plaft ivor dem Gin» oana am Laus Vaterlandl. Teilnahme nur aenen»arten.— Achn»nq, Mädel»! Um 10 Uhr.Zusammentun it im giioenddelm des Gesamtoerdandes. Sewert. schaftshau», Snoeluker 21—23. Auchara n, nt. Portraa:.Die Etelluna der .7 tau im Auslände", Refcrendin: Genosftn Lartia.— Siiblrei«: Um 19 Uhr im Juaendheim des Gesamwerbandes. Geinert-chaftshaus. Enaelu�-r 24-3ö. Aufaanq N, pt.«LuHioes Allerlei."— ChatlaHcabnm: Wir besuchen die Gräber der Martqcfallenen im sZriedrichshaiil. @.Zuaendamppe dessZentralverbandeS der Anaestellten Leute, Eonntaa. finden folaend« BeranNallunaen ftatt: Im Iuoend. Helm Lichtrnbe.ra, Sunterstr. 41. Lichtbildernortraa:»Sine Wandetunz butch die märkisch« Landsillait". Referent: Georo Leilbtunn. Beaiiin 1Z Uhr. — Im Juaendheim Spandau. Lindenufer l, und IM Juaendheim Rordmcst, Lehrter Str. IS— 19, bunter ülbeud. Beainn 19 Uhr.— Im Iuaendbeim Ober. ff/1 irfotwr» ÄHo 9.!rfi4fitT?Zrmnr4i««o«».. �TD«.??«?>»•«■ Leichn: Seora Seilbrunn.— SchSnhausei«orschdti u-dunasabend in Ginhell». fienoaranhie.— Urban: Juaendheim Sobrecht. Eck« Sasdertaafte. Schallvlattrn. rortraa:.Mär,ftllrme".— Tempelhosi Juaendheim her Schule Germania. strafte 4—0.(Etnaana Gbftfiraftt. Gruppe nhesorechuna.— aharl-tchubneq: Juaendheim Rossnemlr. 4. Aussoracheabend:»Die Iuaend im ÄdA." Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 23. März: 8s POr«Jen Landvitt O.M: Mo'nenfeier. AnschlicSend Qlocien telirt des Berliner Doms. 10 05: Wettervorhersaje. II: EUernstunde. IIJO: Sehali- plattenkonrert. 12: Aus Breslau i Kammer konrert. 13.07; Mittagskonzert. 14: Dr. Doütttes Abentecer. JS; Masik von Qrieg. AnschlieBend Lieder. 16.10: Berliner Bulineji. 18: Aus Königsberg: Unterhaltungsmusik. 10: Berliner Erinnerungen. 19J0: Tagesglossen. 20: Kon.-ert. Danach Tanrmusik. Montag, 34. März: I2J0: Wettermeidungfu für den Landsrirt 14: Scbanp'.altenkonierL 15.20: Arbeit und Lebensgcstaltung der Hausfrau, 76: Programm der Aktuelsen Abtei. lang. 16.30: Aus Königsberg; Konrert. K-M: Jugendstunde. 18: Maurice Ravel„Chansons madecasses" fdeutsche Uranflührnng). 18�0: Ein Prophet der Technik. 18.40: Berlin und Wien— rwel Musikstädte. 19 10: Populäre Musik und Alt-Berliner Melodien. 19.55: Vom Arbeitsmarkt. 20: Wovon man sprich». 30.30:..Kleiner Kursus lür Meisterdefektive." Ein lustiger Abend. 21.30: Kleine Erzählungen. Danach Tancmusik. Dienstag, 25. März: 9: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für d« Landwirt. 14: Sehall- plattenkomert. 15.20; Was bedeutet Hauspflege? 18.40; Qesetrliehe Milderungen des Straterlebiüsse». 16JI5: Internationale QemeLn schalt« arbeit aal dem Gebiete des Sparsystems- 16 JO: Aus Königsberg: Konrert 17-30: Jugend- stunde. 18: Stunde mit Bnchera. 18.30: Technische Entwicklungsmöglichkeichn de« Rundfunks. 19: Imitation«: und Parodien. 19.*): Das Gesteht der Zeitschrift. 20: Aus den Archiven der Berliner Staatsoper: Meyerbeer-Abend. 21.20: Zeitberichte..AnschlieBend Schallplatlenkonrert. 22.28: Politische Zci- tongsseban. Mittwoch. 36. März: 12.30: Wettermeidungeu für den Landwirt. 14: Schallplattenkoarcr». 15-30: Die Mutter und ihre erwachsenem Kinder. 15.40: Der Kraftfahrer und die Berliner StreBcnodnung. 16: Jngendbühne. 17: Tanrtecmnsik. 18: Die totale Mobilmachung. 18.30: Die Veteilong wissenschaftlicher Aufgaben r wischen Reich und PrenBen. 19: Programm der Aktoeilea Abteilung. 19.30: Orchester- fconrert 21:„StraBenmann", Hörspiel von Kesser. BJJO: Kartenspiele. Danach Tanzmusik. Donnerstag, 27. März: - 9: Schulfunk, 1230: Die Viertelstunde fUr den Landwirt. 14: Schallplatteu- kemtert. 15.30: Volkstrachten In Vergangenheit und Gegenwart. 15-40: Die Staatenloser. 16.05: Die Stammesgeschichta dos Menschen. 16-30; Konzert 17.30: Die Erde als Himmelskörper. 17.55: Jugendstande. 18 LZ: Roswitha von Gandersheim zum 1000. Geburtstage- 19.50: Das neue Buch- 19: Eine Stunde der Naturfreunde. 19.30: Haar'.cm— eine Negerwelt. 20 30: Aus Leipzig: Reportage aus Auerbachs Keller. 21: Trinklieder auf Schallplattem. 21-20: Konzert- Danach Tanzmusik. Nach einem äußerst musikreichen Nachmittag, der fast alle Epochen der Komposition durcheilte, los Felix S che r r e t aus seinem Roman..Der Dollar steigt", der in nächster Zeit im Verlag Bücher- kreis-Berlin erjcheint. Der Roman spielt in Danzig zur Jnfla.fans- zeit und der Autor gibt«inen psychologischen Querschnitt durch die Menschen und ihr Tun. chexensabbotb der Leidenschasten im Tanz ums golden« Kalb.„Ebausieegrabeilbekannts chatten" nennt Bern- hard Krüger die Schilderung seiner Tippelaera samt Kollegen- ichost: leider weiß er diesem literarisch stark abgegrasten Gebiet keine neuen Seiten abzugewinnen. Zum Todestag Goethes fand durch den BreÄauer Sender die Uraufführung der»Idyll e", eines Festgedichts des Meisters aus dem Jahre 1830 anläßlich des Geburts- tages der Herzogin Luise, statt. Mitwirkende: Leo Weiß und Paul Reinecke, der Berliner Funkchor und das Blasorchester Schlesische Philharmonie. Bei aller Schönheit Goethescher Sprache konnte diese Kantate Gerhard Strekes durch das allzu Intime ihrer Hand- lung keinen starken Eindruck erwecken: auch störte wieder di« be- kannte schlechte Wirkung der Bläsennustk.. C. K. Freitag, 28. März: 12 30: Wetlerrneldungeu Hr' den Landwirt. 14: SctallpUttenkoaxert. 18J»ä Die zu schwach sind lür den Lebenskampf. 15.40: Aus der Hoch-Zeit deuischec Afrikaforschung. 16.08: Frflhjahrsarbeiten im Blumengarten. 16-30: Orchester u konzert. 17.39: Jugendstunde. 18: Eine Plauderei von Chlorophyll und andere« rarbsfolien. 18-30; Richter und Verteidiger. 19: Chorgesäoge- 16-39; Programm der Aktuellen Abteilung- 20: Aus der Krolloper:..Iphigenie aal Tanns" von Gluck. 22.30: Kartenspiele. Danach MandoUnenorch4sferkonzert. Sonnabend, 39. März: 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Eine..heitere Schallplatten: montage. 15-39: Jugendstunde 18.40: Medizinisch-hygienische Plauderei 16.05: Aliigatorenzscht und Ailigator.lagd in Florida. 16.30: L'oterhaltongsmnsik. 18: Geschichten des Papageien. 18.25: Schallplattenkonzert, 18.40: Französisch für Anfänger. 19.10: VVeltwürtsciiatiliche Zeitlragen. 19.40: Programm der Aktuellen Abteilung 20: Bunter Abend ans Operetten. Danach Tanrmnsik. Könlgswusterh�usen. Sonntag. 23. März: Ab 8: Uebertragung ans Berlin. 18: Jugendbücher, die bleiben. 18-50: Die hibüsche Urgeschichte, 19: Nordische Stunde. t!M0: Aerztliehe Eindrücke aus Amerika. 20: Devtschlandsender; Aus Hamburg:„Die Csardasfürstia", Operette von Kaiman. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Montag, 24. März: 16: Französisch(kdtdrkundiidi-iJlerarlsehe Stunde). 18.38: Ana Berlin: Nachmiftagskoozert 17.30: Düe Entwicklungsgeschichte des Walzers. 1755; Religion und Politik Im England der Neuzeit- 18J0; Unterhaltende Stande. 18.40; Englisch für Anfänger. 19.05: Znm IOC. GebnztsUge Robert Hamerlings. 19.30: Neues Ober Humus und Bakterien. 20; Uebertragung aus Berlin. 20.30; DeatscWandsender: Uebertragung Belgrad; Jugoslawischer Abend. AnschlieBend Uebertragung ans Berlin. Dienstag. 25. März: 16 30: Ans Leipzig: Nachmlttagskonrert. 17.30: Schöpferische Freundschaften groBer Männer. 17.55: Imperialistische Methoden der groBen Politik. 18.20: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.40: Französisch für Fortgeschritten«, 19415; Soziale Wandlungen un Eigentumsbegnff. 19.30: Der Facharbedter m Baugewerbe. 20: Deotschlandseader: Gedanken zur Zeit- 20.40: Ans KöUä .JJie Nacht der Städte". AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch. 26. März: 16: Bilder aus dem Leben des Volksschuliehrers. 1630 Aas Hamborg: Nacbmittagskonzert. 17.30: Die Entwicklungsgeschichte des Walzer« 17�5: Das neue Gesicht des Ruhrgebietes 1SJ0: Unterhaltende Stande- 18.40: Spanisch für Anfänger. 19J15: Schöpferisches Musikerkennen. 19.30: Warum Be- rufsbeamte? 20: Deutscblandaender: Chernlavsky-Trio. 21: Ana Königsberg« Unterhaitangs- und Tanzmusik. AnschlieBend Uebertragung aus Berlin, Donnerstag. 27. März: 16: Die Schallplatte Im Dienste des fremdsprachlichen Unterrichts 16.30; Aus Berlin; Nachmltlagskonzert. 17.30: Märkische Zwiegespräche. 17.65: Weit: politische Stunde. 1.120: Unterhaltende Stande. 18.40: Spanisch tut Fort. gcschriltent. 19.05: Gutes Deutsch für jedermann. 19-30: Wo Ist die Um 4 Stellung vom Getreidebau auf Qrflnlandwirt-cbaft notwendig? 20: Deatsch, laodsender: Scballplattehkonzert. 20.15: Aus Breslau: Operettormnslk. 21-30« Alexander Tscherepnin spielt. AnschlieBend Uebertragung ans Berlin. Freitag, 28. März: 16: Vom InstvoIIen Lernen. 16.30: Ans Leipzig: Nachmittagskaozen 17J8ä Goethe über den Sinn des Lebens. 17.55: Die Bedentnng der osteuropäischen Landwirtschaft für das Deutsche Reich 1820: Unterhaltende Stunde, J8.40: Englisch für Fortgeschrittene. 1905: Die Frau tu ihren Alters« tuten. 19-30: wissenschaftlicher Vortrag filr Tierärzte. 20: Oeotschlandsender: Singing BabifS, Jazzensemble. 20.30: Aus Leipzig:..Das Moor" von Wellenkamp. 21.40s Schallplattenkonzert AnschlieBend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 29. März: 16: Julius Bahnsen znm 100 Geburtstag«. 16-30: Aus Hamburg: Nach: mittagskonzert. 17.30: Eine Fra» reist allein durch das asiatische Ru Bland. 17.55: Religiöse Spannungen im Arbeiterleben. 1820: Guter und sehloehtes Empfang im Rundfunk. 18.40; französisch für Anfänger. 19.08: Stille Stade, 20: Dentscblaudsender: Ana München:.streit lichter". Kongert nM MnsikvoN träge- AnschlieBend Uebertragnng ans Berlin. Rund um die Iahrhunderimode. In einer durch ihre Vielseitigkeit und Vielsarbigkest ungemein interessanten Kaslüinichou fiiljric uns das Warenhaus Kar- stadt. Neukölln, durch die Moden eines Iahrhunderis. Da marschierten würdige Kavaliere im schwarzen Frack und lila West«, im weinroten Gehrock mit Damastweste, in brauner kurzer Tuchjacke. im gestreiften Frack, mit Vatermördern und Zylinder an uns vor- über, am Ann ihre Dame im Gesellichasiskleid aus gelliem Damast in eerisroter Atlastoileite fürs Tbeat-r, ün buntgevmsterten Haus- lleid aus grünem Taft, mit«chate, Mamille und Pompado.- r. Jedes Jahr brachte auch damals, genau wie heute, irgendein« kleine oder auch gewaltige modisch« Veränderung. Das Cul de Paris kam und venchwand wieder, das Puffärmelchen machte dem nach unten geweiteten Acinel Platz, die chüte waren mal kleiner, mal größer, das Kleidermuster diskret kider auffallend, und auch die Frisur, die ja heute die wenigsten Wandlungen durchpiniachen hat, passte sich der reränderten Mode an.- Bei den Herren wechselten Frack, Em und Gehrock uMereinander, und innerhalb der Mode brachte iede soll 3» ihre Farbe, ebenso für die West«, für die Forin des Zylinders, für die Lang« und Weite der Hofen. lS0 farbenprachtige Drigwoltostüme der Firma Becker wurden vorgeführt, und man darf wohl sagest, daß inest historische Modenschau nicht zu den unmtereffanteiten zahlt«,_ Die Retnie der 1000 Tasten? Am'24. Marz wird int altbekannten Haust D. R a d d a tz u. E o-, Leipziger Straße 122/128, ge- nveinsam mit den Rosenthal-Fabriken eine Revue eröffnet, die des Interesses der Berliner Frauen gewiß sein wird. Mehr als 1000 Tassen zeigen, nv« vielfältig Zahl und Verwendungszweck sind. Wir finden hier Tasten aus Grvßmutders Zellen in gemütlich behäbiger Biedermeierform, Mokkatäßchen in zierlicher Gestalt und kostbarer Bemalung. Die Sammeltgss«— der derzellige L-ebling der Dam«— ist m einer Auswahl vertreten, dst mtermeßlich«r- scheint. Eine Neuheit für uns Deutsch« ist die BouMoniaste mit zwei Henkeln, wie sie in Amerika schon seit Jahren verwendet wird intt wich m Deutschland mehr und mei>r Eingang findet. Die Revue armimtt dadurch noch an besonderem Interesst, als sie in einer Miniatur- Rosenthal-, Fabrik die Herstellung der Tasse zeigt. Allen Flauen, die einen Blick in die geheimnisvolle Werkstäite des Porzellawnachens Wersen wollen, sei der Besuch dieser Schau emp- fahlen. Für Erfrischung ist gesorgt: Gedeck(Kafsee und Kuchen) 1,30 Mark— das reizende Sauiinekgedeck(Taste und Teller)— wird als Geschenk nntgegeben. M» M edler.-Äb Snnntaa. 23 MärA, v�rfehrt tehen Lonnlaa, 10 UZr, "öckllesssihec Bahnhof sDrosdkeniiaUepsaft— tsurcbalinseite), für Intereiienicu Zreianf».Jim Siedlung Ibamnstabt Zrebcrsfiot'. Beachten Sie das Inserat der äonr.tapaansaabe. Sfnt nach dreimal Samienl! Der Sdssufttaa he» coctatoni-Gait'Piel» (countao. 23.1 aiBl noch dreimal fficlcacnheil, da- aewaUia« Unfttnchnt;:: und seine Borstsllnngln m besuchen. Borniittaa» 9V4 bis 13 Uhr Icftte Zietfdwu. Zlachmittaas 3 Uhc leftte Zarnilietworftelluna. abends V-i Uhr Ahschiehsroc- sselluna. Da Sarraiani oorläutia nicht rn'eder nad> Berlin bollunen milch, vielleicht auch niemals mehr, sollte man diese allerleftte Gcleaenhert nickt not. ftheraeheu lassen, Auch am Schluß tag« finden die Lorstelluugen in dem gewohnten Ausmafte statt, �tachtti," ift hei den Äinbetit ei* goeatufaBot frtiee©tan. BT»«nt. 'ames, Boraeuaungs. und Betämosstnasmitre! aegen diese«zaittbett hui ftck der Genuß von ultraniolett heftrahlter Milch ermlesen. Die Berznwftrna der Nadin.».mit Lbhcnsonne heftrahlter Milch" tft von her Wtssetrsdrrft eiv- tvandfrel anertannt worden. Des wetteren hat die Wissenschait aneckc.tmr. daß unter ultraoiolett bestrahlter Sssheusonnemnilch nur diesen!« Milch mz nerstehe» ist. die nach dem hesonheren Gnitem von Dr. Scholl. Sanauer Quar» lamvenaesellschait bestrahlt wird. Die alleutiae L»eng:nhaJ:er:n de» Bertriehe» dieser Misch in Sroft-Berlin tft nur die Melerri-Sentrale, Mllchli-ferunae» Gesellschaft, di- iSälich rrisd, in etwa 4400 Geschälten hieie Milch für. die für- sorglich« Mutier oorrcriq halten. Man achte heim Ginkauf besonder» darauf. baft die d: strahlte Milch da» Wort;.Löbensonnenmilch nach Dr Scholl, Lanau" führt.'• Meirede».Bcvä beim Genfer Sntomndil.Sala». Ans dem am A. Mär» he- qinnenben Antomabilsason in Genf, der sich in den leftten Iahren einer stond-g wachsenden deutschen?«te!IIauna erfreuen konnte, wird die deutsche Weltmatke Mercedes-Ben» mieter Mit einer erlesene» Auswahl ihrer neuesten Modelle nertrtte'r lein, an erster Stell« der neue Mereede»-B«n» Tnv-Mannheim". etneu 3 W.Liter. Wagen oon 14/70 FS Leiftung. der al» niersshges Cabriolet ge »eint wird. Dieser neue Tnn.Mannheim", mit dessen ferlenmäfttacr Lieserzinx in diese» Tagen begonnen wird, bat dank seiner konstruktiven Bor:ll-re und seiner vorbildliche» ftarosserte-Ausftattung Itberall. rno er bis seilt gegeigt wurde, in gaiy ung«vi>hn!ichem Maße Anerkennung und Pewunderung ge- fundcn. Abonniert den„Vorwärts", öas Blatt der Kopf- und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen der Arbeiterschaft riickhaltlos und zielklar vertritt, das ist der „Vorwärts". Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist, der Holl diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den„Vorwärts�(und die Abend- ausgäbe für Berlin„Der Abend") mir den illustrierten Bei- lagen.Volk und Zeit" und„Kindcrsreimö", sowie den Bei- lagen„Unterhaltung und Wissen",.Frauenstimme"-Technik", -Blick in die Bücherwelt" und.Iuaend-Borwärts" in Groß- Berlin täglich frei ins chaus (Monatlich 3,60 Mk,. wöchentlich 8ä Pf.) Name:. Wohnung: __ Straße Nr._ vorn- Ijof— Quergeb.— Seitenfl,__ Tr links— rechts bei. Ausfüllen und einsenden an den Verlag des«Vorwärts", Berlin STB 68, Lindenstrasie 3. rßef-lVorfagertjo*)S5l ' Moff-ltd Wlplüscf) j vtirkauf/wr , Spandauer Str. BZ Mahal-Teppiche Persermuster rr, Hondhranö«, iuo i �����■■rnJinnd—— i ■um aulrnt prlostc igirn s?ö| ÄN-KM- In unserer sehertso/erten igmm-jmnMmi 'voliendtt In Fi r'm urtt far BERLIN HAMBURG. ALTONA KÖLN HANNOVER. DÜSSELDORF 1930 DORTMUND ESSEN DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT'Vm Clcrwid.xn.ei allere txzul jright Kurt Llsser Reklame 1930 Nachdruck von Wort und Bild verboten! STiauBMaaer 4L Nfscht Jewlsses weeß man nichl (Attberllner RsdansarQ 19 Jahre sind's her, als In Berlin, am Aiexanderplatz der Vorhang über dem ersten Geschäft von C& A in die Höhe ging. Man bestaunte unsere Auslagen, man bewunderte die große Auswahl- aber man war einfach sprachlos über die Preise. Fachleute und Laien waren sich darüber einig, daß unsere Preise etwas noch nie Dagewesenes bedeuteten. und man prophezeite uns in liebenswürdigster Weise, daß bei solchen Preisen unser eben eröffnetes Geschäft länger als 5 bis 6 Monate keineswegs würde bestehen können. Viel Wasser Ist inzwischen die Berge hinunter gelaufen— der Weltkrieg, die Inflation, die großen Geschäftekrisen liegen hinter uns (liegen sie wirklich hinter uns?«t Red.), und elf blühende große Geschäfte in den verschiedenen Städten Deutschlands, geben den Propheten von damals die Antwort Man soll half nicht prophezeien -> es ist eine undankbare Sache~ -und beinahe-so-unproduktiv, wie. das Sternegucken. Die Astronomen allerdings erzählen uns ja gerade, daß sie einem neuen Planeten auf der Spur seien; das wäre dann der neunte. Es Ist Zwar nicht ganz gewiß --- aber--- Inzwischen Ist am letzten Sonnabend unser neues, schönes Geschäftshaus in Duisburg eröffnet worden-— das zwölftel Durch den immer gröber werdenden Umsatz sind wir imstande, unser Verkaufs- system immer weiter auszubauen—unsere Preise immer weiter zu senken zum Vorteil unserer Kunden -- und das Ist gaiui gewiß! Wie gefällt Ihnen die C& Ä.~ Seile? Wir würde» gern wlsie». wie Sie darüber denke», besonder» auch dann, wenn Sie daran etwa» auszusetzen haben oder wenn Sie einen Dorschlag zu ihrer Verbesserung machen wollen. Wir sind dafür genau so dankbar, oi» wenn Sie uns Ihre Ansicht darüber zukommen lassen. was Sie in unserem Geschäft besonder» erfreut hat oder was Ihnen nicht gefallen hat oder was Sie verbesserungswürdig halten. Alle Zuschriften oder Beiträge, die in der S.& A.- Seite Verwendung finden, werde» auf Wunsch gern honoriert. KlEIDtlNC'/ Sti— 9t»—*» Der Lenz ist wieder dal Da» Mädel sagt:..«» klein ich«n. Ich Hab« gar tücht» anzuziehul« Die Mutter kauft ei« Kleideleta. Der Bater kaust ei» Mäuteleiu. Ri— R»— Ra— Wir geh» zu S. A El Und—»ergessen Li« nicht?_ Mittrvood ist mit wieder ungewöhnliche» Kaufgelegenheiten für Mädchen«ad Knabea. gusfaf nagel der bekannte Naturapostel, löst« auf seine Weis« da» Problem der Herrenkletdung. Sein Modenbrevier würde ungefähr lauten: tjrage sommen wirf Vinters ein halsfreies henul, leinen» 'tosen, holtsandalen, ohne ürampf and kapfbe rf eckang..." Shtt Methode fich zu kleiden, die ohne Zweifel ebenso originell wie billig istl " Mkt der vriginaiität haben wir— wegen zu geringer Nochfrag«— bisher noch nicht zu konkurrieren oersucht! Dafür konkurrieren wir aber um so erfolgreicher mit der Preiswürdig- keit, die es Ihnen, meine Herren, möglich macht, für«in Minimum an Ausgaben das Maximum an moderner, guter Kleidung zu besitzen. Zum Beispiel:� Dieser el»z-«I«Zr«och. root mU filctelogt und Pl-idsutter lostet la sportlich« Der. «rbettoo« ZA»» Ab« eine» Trenchcoat, d« auch srioe» 3 werf gut erfüll«, belomwe- Sie bei»o» sch»»••Ä ®a. 17,50 an. Und diese» Anzug an»»garantiert reivenl ItaBuogöTu'»»» llch auch tu de» belieb. tea Modefarbe» blau- grau und braun— seh, gut«erarbeitet und modern ausge- stattet, bekam»«» St« bei um ja dem tmge- «bhuliche» eAso Preij««w SN Professor tjlnöheöe der dänische Ernährungrfresormer. hat ausgerechnet, baZ m«ch fich für 28 Pf. täglich gesund und bekömmlich ernähre» kann. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, auf welches ebenso erstaunlich« Minimum Sie Ihre Ausgaben für Bekleidung herunterdrücken können,«nenn Sie Ihre Kleidung bei uns kaufen? Und Sie brauchen dabei auf keines der modischen Attribute zu verzichte», wie z. D. detb charmanten Pelzbesatz am Mantel— die fesche Zusammenstellung von Mantel und Nock — die entzückende Pelerine— und insbesondere auf die so elegant wirkend« Linie, die dadurch entsteht, daß Mäntel und Kleider hinten etwa» länger gehalten find als vorn! Diese» moberue Tweed- lleid bringt z. v du eutzürfeode und seschr. abk-öpfbar« Peleriu«. llod da»» die reize»d«v Berzi«ru»ge»: dl« Täschchen a» der Blust d« Rock tu tiefe Falte» gelegt, ble zweifarbig. Lederblum«, de» lleid- lamcn, weihe» Ripseto fatz und den Gürtel mit der aparte» Metall- schnall«! Dazu der an- grwäholich« m«fM Preis von 1#" 3b diese« ckompke« finden Sie die reizvolle Somdinatlou von Norf uod Mantel, die beson- der» a» kühle» norznziehe» ist. Malltel ist spartlich verarbeitet, ganz auf gutem Futter, der Stük- k» mit Steppereiru verziert und der Rorf ist mit Gürtel und Falte» versehe». Sind SU nicht edlfach sprachlos 28*° yretH vos«H? Und hier bei diese» ueuartigeu Sirfche». Heid, da» außer einer bleseuuerzierteu Crepe de chhive-Blus« de» mo» der»«» Glockenrock au« TrSp« Said bringt, fin- de» Sie«w apart« SSckche», ebeusall» au» Grtpe Said, mit mo. derue» und reichen Stickereien«ersehen. Dies« öSckchenlleld ist tu vielen Farbe» vor- � � 24M fxnzw bsi Und dieser«lezant» Fleur de law«. Mantel ist reich mit dem de- rtcMes verbrämt. Der fesche. ganz auf Grbp« de GH lue gearbeitete Man- tri mit tose» Ssitww teile» wird Ihr gan» »es entzücke» stw, und Ahr« greundw wird bestimmt vor gleist platzen, wen» st« sieht. datz Sie ihn trage». Bei »»» kostet_ A er tm» .Des �lensdien Zierat ist der Hut!' So sagt schon Schill« wi.LSallensteln'l Ab« können Est sich den damaligen Hut als .Zierat' vorstellen? Möchten Sie sich ein sol» «he» Ungetüm auf den Kopf stülpen? Ab« heute ist der Hut wirklich et» Zierat! Die Mode ist ja so großzügig geworben: jeder Frau gibt sie Gelegenheit„ihren Typ' bei- zubehalten. Alle Hüte, od groß, ob llein, sind «eich und biegsam und schmiegen sich d« Kopf- form an. Dabei sind sie federleicht, fast kaum zu spüren—— genau wie unsere Preise dafür I Sie brauchen heut» wirklich nicht«ehr lang« mit„Ihrem neue» Hut' zu liebängel». Kam- wen Sie zu uns— Sie werde» sehen, n ist sehr leicht zu erschwingen. Kennen Sie ücheft„Das ist schon da» drittemal in diesen» Monat, daß Sie mich um Borschuß bitten, Herr Zwiebelfischl' Angestelli«:„Ja, leid«, meine Frau braucht da» Geld dringend!' Shef:„Darf man frage» wofür?' Angestellt« smit eine« tiefe» Seufz«): jSk dürfen, aber Ich nicht!' Oranlenstr.40 hm Or.menplatt Chautieettr.11 3 KönfcttraOe 33 Seim SuttiMr stadabo» JjabeftohoiAJexajvJcrowtt Sems* b*w. Knaben- Klddang In da hddea Omhiflnr«SulOttr., IKsQtSI-, l.icktspisls vsvs. ) i) Soi>ntag, a 3 Slaats-Quflr Untei d. Und«! Jahr»#.-!. Ito. M 19 Uhr Der Bosen- kovaller End« geg�S Uhr Slaats-Oper An PEih tot MWik K- L.» I V-- Uhr Die Enden M»Ul>r Sonnug, ga i Stadl Opar Bltmarckser. Tormis H 20 Uhr Sevilla Ende 2S-9 Uhr Staatl Sdiatsph an GfadanummaTki MmUl-T. Je. 71 20 Uhr Liebes Leid and Last End« 2»« Uhr sMi.smu-iMii.tonu. 20 Uhr Q'wiosenswunn End« Z»U Uhr Winter ★ GofiGfl* 8.13 ubi-8*0. 4819 Banmen erlaubt| OeMta ntt neoea lUvalooea londmaisun. SMUaMmniaiT .7080- 1 der rechnende Hund BS*. flOTinib— d» TSfwttgJ»? YffftttnirKgi 4 und 8» vhr. 4 Uhr klelee Prclf*{ Täni. 5 u.S1;« Uhr, BS Barb. B3SB Pr 1-8 M. Wdohent j. SU 50 Pt.-3 M. Oastsplel Srlch Carew aatf gelier» 9 aaenanoi». tmaia mieii 1 TSqi.» o.«U tt**E4 8* 8 _________ I Alex. E 4. 80« IINTERNAT. VARIETE Theater 1. ißehrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 93M27 OlrekttoD Ralph Arlhaar Roberl* N. Uhr ... Vater selii. dagegen sehr Eonnieg auch nachm. 4 Uhr«halbe Pr.I MMMUUWKMMUgA Oer i/.iabhl Ohj CreB« B Tag be: 3 Uhr: FamlUeD-TorsteUiuiD mit Yolliirtigem ttudpra- grwm. Ibte kilbi Preise auf tUnPBtm toi I2BM.af*irts. TVeDtir: ItediWs-TnisJelliiiij SARRASANI GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr; Rnr noch 39 Vorstellnngen! 3 Musketiere Regte: ERIKGHARELL 3 immrmhmpi. Reichshallen-Theater Abends 0 sonntno ooibm. GQ öas dmlte Hirt-Pragrafflia«w Stettiner" dadunlttagt balba Prttul Zentrum 11263 OönHee4-Br«ttl: Tartett anaas. Tan. KousrL Komische Oper. jkib.104 Herkw IUI 41 Nach vonstBndlaem Umbau Tiglich S>«« Uhr Hulla di Bulla Schwank roa Araold and Bach mit CuMo Thloleeher, tahab. lehre**, Bari Hildehraad.waaer — k. eSuner Wanak Santn od Ulla«l ■«(UbtaM Lustspielhaua»"> v. Friednehatr. 2%. Bergmaee Z9»« am In zwdin BDI Vorverkauf In beiden Hlrtaem ab 10 Uhr ununterbreehen. Voilisoutine ThetvaninrpML S Uhr Amnestie Schauspiel v-Cerl Mar Finkelnburg : SBatb. 9181b StaztLSdiiDir-Tb. 3 Uhr iMMWIS Trianon-Itieaie Uittog: DU. iralsi Georgenstr. 9 Täglich 3 Tantal aogea 6*» und 9 Uhr Rewoe Dos lobnds Masazln DenfsöiEs Tteam rägLP/rUhi Oer Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhard« Kammerspiele II ViidntenSai 8* Uhr Die liebe Feindin »vr uhr CÄSINO-THEATER j LothrtbRer StraRc 97. Wieder ete besu Der wahre Jakob Oase«to cnJkt, hanlc* Qutaenein ISr 1—4 Personen Fautenil nur t JS M., Sessel 1.75 M. sonstige Preiaer Parke« u. Ran« 0A0 M |0ie goldni Meisterin! rtraule 3tose) | MEUTE, Sonntag, 5.1S o. 9 Uhr 1 I im 1 Rose-Theater I Grote Frankfurter StraB« 13il I Rillettkeasc: Alex. 3422 und 3494 1 I HEUTE, Sonntag, naehm 2-30.1 I sowie jeden Sonnabend 5 Uhif und Sonntag* 2 30 tpnaavalMa* aal Um | Nächst. Sonnabend, 1130 abds| .Oer MaatergaUe-. | Vorverkauf tägleh von 11— 1| und 4—9 abends. Die Komödie I J I Bismck. 241 4/751« tfk Uhr Olc Krealor 1 Sduopd na M. Iredae Direktion Dr. Robert Klein Deotsehes Kanstler-Theat. Barbarossa 3937 8>» Uhr Sex Appeal iBh� r. FreBoft UasUb ifli: Fentnlanbui Albert Bassannaab Uodv Uitttlaai Dkutikde. ,�Sold' Pfandbriefe find die Sparbüchse denkender Menschen" zur Miete VM. Anabechenir. l BsrHoerM Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10'» Uhr Jus, mUsT von Franz Moinar sit Hai Paliubirg. Souper Regie Heinz Hilper'. KOnsd. Leitung Oaatou Briese Täglich 8»(, Uhr Sonntag 4 Uhr Eisrieke halbe Pr. haüsvaterland UEBFCBIT ,48» TAGLICH I IM RUM EN SAAL UF8M 11 mm MEREVÜt IBERUNSI jSERWS imofi iul DIE PWHujnnonJe 8 Uhr KONZERT desPhllharm-Orch airla. PnLLPiUm Eintritt I Mk. 3Ä,S0 HEISST ES WARTEN Sil NOCH EINE WOCHE, DANN WISSEN SIE ALLES sannvsini- sonnen Klaiggritzar Stralt Täglich< Uhr Prolessor Bernhardl von littir ScUltdar lUbrlhkrtinflRtr Komödtonhnu. Täglich 8k» Uhr Oer LOimer ond die Henne .■•bmp«aav■awssbbMF von curt 800 UeichnunaS- auf auslosbare ? 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März 1590, heute vor 40 Jahren, erschien nn„Berliner Bolksblatt", dem Vorläufer de«„Vorwärts" jener Aufruf des sozialistischen Schriftstellers Dr. Bruno Wille, der den Grund- stein zur Berliner Volksbühne legte. Die junge, sich nach dem Fall des Sozialistengesetzes mächtig regende Arbeiterbewegung und der literarische Naturalismus standen Pate. In ihrem Geiste wandte sich Bruno Wille gegen ein Theater, „erniedrigt auf den Standpunkt der faden Salongeisterei und Unter- Haltungsliteratur", in ihrem Sinn« rief er die Masten des arbeitenden Volkes auf, sich nach dem Vorbild der„Freien Bühne" zu einem Verein „Freie Volksbühne" zusam- menzuschlietzen. Tausendfach war das Echo, das dieser Ruf sofort m der Berliner Arbeiterschaft weckte. Als cm Herbst des Jahres die„Freie Volksbühne" ihre Arbeit aufnahm, da war es fchon eine stattliche Schar, die gegen den damaligen Ein- heitsbeitrag von S0 Pf. die vom Verein veranstalteten Nachmittagsvorstellungen b«- suchte. Und doch war es nur ein kleiner Anfang, dem die grohe Entwicklung erst noch folgen sollte. Glatt und kampflos war diese Entwicklung freilich nicht. Es gab schwere mnere Ausein- cmdersetzungen in der jungen Bewegung, die zur Spaltung und dem jahrzehntelangen Nebeneinander einer„Freien" und einer„Neuen Freien Volksbühne" führten: und es gab auch in der„Volks- bühne E. V.", die 1920 die beiden Organisationen wieder zu einer einzigen verschmolz, noch mancherlei Wirrungen, die eine gesunde Krastentfaltung hemmten. Dazu traten immer neu« äußere Schwierigkeiten: Verfolgungen durch die Behörden in der Vor- triegszeit. Schädigungen durch wirtschaftliche Krisen, Kriegsnot, Inflation und Deflation... Leicht also hatte es der Volksbühnen- gedanke wahrlich nicht, sich durchzusetzen. Aber er setzt« sich durch! Er gelangte in Berlin zu einer Blüte, die weithin Be- wunderung erregte und schließlich auch außerhalb der Reichshaupt- stadt eine imposante Dolksbühnenbewegung hervorrief. Hunderttausend sind es, die heut« durch die Berliner Volksbühne regelmäßig mit wertvollen Theatervorstellungen versorgt werden. Hunderttausend, denen die Volksbühne durch dies« nionatlichen Auf- führungen, aber auch durch vorbildliche Konzerte, Tanzdarbietungen, Vortragsabende u.a.m. Licht.und Freude in ein meist recht düsteres, sorgenbedrücktes Dasein bringt. Hunderttausend, die ohne Existenz der Volksbühne, ohne ihre systematische Planarbeit, ohne ihr« Macht und Ihren Einfluß wahrscheinlich vielfach von einer intensiveren Anteilnahm« am Kulturleben ausgeschlossen wären. Schon vor dem Kriege konnte von der Volksbühne mit der Ein- richtung eines eigenen, ständig spielenden Theaterbetrieb», so, mit dem Bau eines eigenen, riesigen Theotergebäudes begonnen werden. In der Nachkriegszeit gelang es dem Derein, sein Theater in dem prächtigen Bau am Bülowplatz zu einem der führenden Berlins zu machen: und dem Haus am Bülowplatz wurde die zu neuem Glanz erweckt« Krolloper an die Seite gestellt, in der sich der Derein auch nach Uebertragung auf die Staatsverwaltung weitgehende Rechte sichern konnte. In der Tat, es gelang der Berliner Volksbühne. ihren Mitgliedern ungeahnte Möglichkeiten zur Befriedigung ihrer Ansprüche an guten theatralischen Darbietungen zu schaffen. Nie war die Volksbühne ein Porteitnstitut, aber immer aufs engst« verbunden der großen, für den Aufstieg der proletarischen Mafien kämpfenden Arbeiterbewegung. Ein großer Teil ihrer führenden Persönlichkeiten erhielt durch sie ihre Schulung, immer wurde ihre Werbung im Proletariat von Partei und Gewerkschaften unterstützt: dankbar aber ist auch all defien zu gedenken, was die Volksbühne, an kein Parteidogma gebunden, aber von fortschritt- lichem, freiheitlichem Geiste beseelt, für die Befreiung, für die mnere Erweckung der werktätigen Mafien tot. Unterschätze niemand, was die Volksbühne den arbeiten- den Mafien bringt: Stunden heiterer Entspannung und oer- gnügten Lachens, aber da- neben auch Stunden leiden- schaftlicher Erregung und tief- ster Erschütterung: neu« Em- sichten in das Wesen der Dinge, in das Wesen der Menschen: neu« Antriebe für unser soziales Empfinden und unser soziales Wollen... Kaum eine andere Bildlmgs- statte oermcig das alles'so eindringlich, so lebendig zu vermitteln wie das Theater, — ein Theater, das frei von kapitniistischen Profitzwecken, frei von snobistischem Literaten. Minkch das«M» der Kuituvcdee der Arbeiterbewegung heraus gvlettet wird. Das Theater ist tot. hört man so ost. Ein Theater in solchem Geiste ab«r ist nicht tot! Es lebt und wird noch lange leben. — steht vielleicht sogar noch vor einer ganz großen Zukunft. Das beweist der Aufftieg. das beweist dre gegenwärtige, von reichen Erfolgen gekrönte Arbeit der Berliner Volksbühne. Die Arbeiter- fchast kann stolz darauf sein, ein« Einrichtung wie dies« ihr«igen zu nennen. Und donkbar ist all derer zu gedenken, die am Aufstieg der Volksbühne mirarbeiteten: ihrer großen Führer, die im Lauf der Jahrzehnte an der Spitze der Organisation standen, wie Bruno Will«. Curt Baak«, Conrad Schmidt. Josef Ett- (läget, Georg Springer,— aber auch all der anderen, A. Sulinger «m» der Kultuvcdee die in geringerer Funktion oder als bloß« pflichttreu« Mitglieder das ihrige zum Erfolg beitrugen. Möchten den ersten vier Jahrzehnten einer bewundernswerten Entwicklung noch viele Jahrzehnte eines weiteren gesunden Auf- schwungs folgen! Möchten auch Staat und Stadt mehr als bisher leisten, um der Volksbühne ihre materielle Sorgen zu erleichtern! Viel ist erreicht,— aber auch viel noch zu erreichen. Voll Stolz darf die Volksbühne Berlin ihren vierzigsten Gebunstag begehen: aber die Feier wird ausklingen müssen in das Gelöbnis aller, die sie begehen: daß weiter gearbeitet werden soll und werden muß an der großen Aufgabe der Volksbühne,«ine Brück« zwischen Volk und Kunst zu schlagen, die zugleich hinaufführt zu einer neuen, von freiheitlichem Geist erfüllten Gemeinschaftskultur. Dr. S. Nesfriepke. Am der QründungsseH Es ist nicht leicht, sich in dos Berlin der achtziger Jahre zu- rückzuversetzen. Berlin ist schon«in« mächtig« Stadt, von eineinhalb Millionen Menschen bewohnt und umgeben von großen und kleinen selbständigen Gemeinden. Aber der Ring ist noch nicht geschloffen. Der Verkehr ist klein, verglichen mit der heutigen Bewegung. Wenn Paul Singer sich am Sonntag von seiner Arbeit erholen will, fährt er in einer Droschke zweiter Klafie mit seiner Schwester im Tier- garten spazieren. Elektrisches Licht, elektrische Bahnen gibt es nicht, kein Kino strahlt, kein Radio brummt, kein Telephon rafielt, selbst die Kanalisation ist noch nicht gang ausgebaut. In der Schönhauser Straße decken Bohlen den breiten Rinnstein, der noch ein wirk- licher Rinnstein ist und ein kleines Raltenparadies. Am Branden- burger Tor stehen Kremser, warten sür den Ausflug nach Ehar- lottenburg auf die letzt«„lumpige Person" und wetteifern noch er- folgreich mit der selten fahrenden Pferdebahn, die den steilen Span- dauer Berg nur mit Vorspann bewältigen kann. Das öffentliche Leben liegt wie erstarrt unter dem Druck des Sozialistengesetzes. Di« gewerkschaftlichen Organisationen der Ar- beiterklafie stecken in den ersten Anfängen. Di« bedeutungslosen Konsumverein« sind ausschließlich vi« Domäne des Kleinbürgers. Jede Versammlung steht unter polizeilicher Bewachung. Neben?MMMWWWWW>W dem Dorstondstisch sitzen der Polizeileutnant und der Schutzmann, ein maßlos ko- mifches Protokoll führend und jeden Augenblick bereit, bei einer unvorsichtigen Aeuße- rung. ja. wenn es befohlen ist, auch aus gar keinem An- laß die Versammlung«mf Grund des Sozialistengesetzes aufzulösen. Aber in der Tief« arbeitet es. Die von der Oberfläch« oertrieben« sozialistisch« Be- wegung hat sich ein« illegale Organisation geschaffen, die den Züricher„Sozialdemo- trat" regelmäßig verbreitet, Flugblätter In kleinen Drucke- reien herstellen läßt und unter die Massen bringt, über- all ihr« Freunde und Helfer hat, in tausend Verkleidungen auftritt, regelmäßig Zuscumnenkünft« abhält, theoretische und pvak- tischen Streitfragen erörtert und entscheidet, unter der Leitung eines Zentralkomitees, die Kandidaten aufstellt und bei den Wahlen von Steg zu Sieg schreitet. Man hat sich auf das Ausnahmegesetz«ingerich'et und es inner- lich bereits überwunden. Schon ist die erste Tageszeitung da. dos „Berliner Volksblatt", das nicht gerade unter allgemeiner Zustimmung der Geheimorganisation das Licht der Welt erblickt hat. Es ist«in sehr bescheidenes Dlättchen, mit zwei, dann drei Redakteuren, die nach dem ehrenvollen Zeugnis Puttkamers das „Zuchthaus beständig mit dem Aermel streifen". Das Schwert der Ausweisung hängt über ihnen und dem Drucker Max Babing, der jede Woche zwanzig Mark zurücklegt, um im Notfall« gerüstet zu sein. Es kann den Bildungshunger der Berliner Arbeiterschaft bei weitem nicht befriedigen. Ein unerhörtes Bedürfnis nach Wissen geht durch die Mafien. Lese- und Diskutierklubs schießen überall aus. Heimlich wandern die verbotenen Broschüren von Hand zu Hand. Auch an die großen schweren Werk« der Väter wagt man sich, man diskutiert, man liest in einem Umfange, der die Gegen- wort beschämt. Es gibt Männer, die ganz« Kapitel aus Bebels „Frau" oder aus Lassalleschen Schriften auswendig wissen. Der Geist triumphiert über die Gewalt. Das Sozialistengesetz stirbt ab, die Zügel gieiten am Bcden. Der Sieg über Bismarck wird zum Zukunftsfieg. Die Befreiung des Proletariats scheint vor der Tür zu stehen. Vor diesem brünstigen Glauben, der die innere Bewegung durchglüht, fallen die äußeren Hemmungen. Nur aus dieser einmaligen geschichtlichen Stimmung der Ber- liner Arbeiterklasse läßt sich die Gründung der Berliner Volksbühne und ihr Erfolg erklären. Es wäre müßig, nachzuspüren, wer den Gedanken der Volksbühne zuerst ausgesprochen hat. Wahr« Zeitidee» entstehen gleichzeitig in verschiedenen Köpfen. Glückliche Umstände entscheiden, welches Samenkorn aus guten Voden fällt. Falsch ist der G'aube, daß die Elite der Berliner Arbeiterschaft sich die Volksbühne schitt, um die dramatisch« Kunst als Waffe im Kampf um die Befreiung des Proletariats zu benutzen. So hoch schätzte man ihre Bedeutung nicht«in. Die sozjalkritisch« Stimmung der Dramatiker des Realismus und Naturalismus war willkommen als Bestätigung der eigenen Meinung: aber dieser sozialkritrsche Hauch war nicht sozialistische Erkenntnis. Man hatte wirksamere Mittel für �en Kampf: die Agitation von Mund zu Mund, durch das F'uzblott und die Broschüre, den Stimmzettel und, da der Tag nicht mehr fern sein konnte, die unmittelbare Vorbereitung auf die Revolution.?üemals hat die innere Organisation die Gründung der Volksbühne ausdrücklich beschlossen. Sie vollzog sich ohne ihr Zutun, wenn auch manche ihrer sührenden Mitglieder daran beteiligt waren. Di« Gründung der Volksbühne war der vollendetste Siruno Wille Cur! Slaake Ausdruck des Selbstgefühls der Arbeiterklasse, die sich in ihrem alle Fesseln sprengenden Kulturstreben das Theater und die drama- tische Kunst wie ein Labsal aus dem Weg« zum Zu- tunftsstaat erobern wollte. Zu dieser Stimmung der Arbeiterklasse trat das Bereit sein der jungen Aka- demiker und Literaten, die zum erstemnal den Ar- beiter entdeckten und im stärksten sozialen Mitgefühl an seiner Seite kämpfen wollten. Es kam hinzu das unmittelbare Vorbild der Freien Bühne, die den Weg zeigte, wie man der verhaßten Polizei-- zensur ein Schnippchen schlagen konnte. So erschien der Gründungsoufrttf- W i l l e s, den ich im„Berliner Doltsbltt" in Druck gab. Cun Boake. Anekdoten Ans dem ersten Aakr der Tolhsbühne Bruno Wille war in allen Organisationsfragen so unpraktisch, daß schon im«rsten Jahre seiner Tätigkeit erwogen wurde, ihn aus der eigentlichen Arbeit zurückzuziehen und zum Ehrenvorsitzende» zu machen. » Nach einjährigem Bestehen hatte es die Volksbühne auf knapp 4090 Mitglieder gebracht. Der kühn« Gedanke Brahms, gemeinsam mit der Volksbühne für die aus dem Lessing-Theater vortrieben« „Freie Bühne" das Residenztheater zu pachten und acht bis zwölf Abendvorstellungen zu geben, wurde als Utopie abgelehnt. » Wilhelm Bölfche besaß einen seidenen Regenschirm und hielt viel auf sauder« Kleidung. Er galt deshalb manchem als bourgeoisst Gesinnung verdächtig. » In der Tellersammlung, die zur Deckung der Unkosten bei dar Gründungsversammlung der Volksbühne veranstaltet wurde und deren Ueberschuß den streikenden Hamburgern zufloß, befand sich ein goldenes Zehnmarkstück. Es stammte von Ludwig Fulda. » Otto Brahm hatte ernste Bedenken, ob es ihm die Arbeiter nicht übelnehmen würden, daß er bei den Zusammenkünften statt des üblichen Glases Lagerbier einen Schoppen Rotwein zu 1,20 M. trank. Er berief sich ausdrücklich auf ärztliche Verordnung, » Türks Angabe ist richtig, daß der Gedanke des Einheitspreise» und der Verlosung, der nicht in Willes urfprüngllchem Programm stand, von einem Freunde Hartlebens, dem Weinhändler Richter, herrührt. Der Gedanke war so schlagend, daß er von der Statuten- kommisslon sofort ausgenommen wurde. Mit der Verlosung entstand die.Ordnerschaft. » Von der Technik des Theaters hatte außer Brahm keiner im Vorstand eine Ahnung. Brahm engagierte den ersten Regisseur Cord Hachmann, der sich dann sehr bewährte. Für die Sonntag- Nachmittagsvorstellungen stellten sich bedeutend« Künstler(Reicher, Else Lehmann) zu sehr kleinem oder gar keinem Honorar zur Ver- fllgung. Der Etat einer Vorstellung durfte 400 bis 500 M. nicht übersteigen. Der Mitgliedsbeitrag betrug 50 Ps sür die Vorstellung. Etwa 1000 Mitglieder bildeten eine Abteilung. Für die Proben zum ersten Stück: „Stützen der Gesellschaft" von Henrik Ibsen standen achl Tage zur Verfügung. Die Aufführung vom 12. Oktober 1890 wurde ein unerhörter Erfolg. » Konvad Alberti(Sitten- feld) versuchte in der konstiw- ievenden Versammlung im Böhmischen Brauhaus, in deren Leitung u. a. unser Wirtschaftsminister Robert Schmidt saß, dem naturajisti- schen Programm mit dem de- magogischen Dorschlag beizu- kommen, man müsse doch in erster Linie„Franz von Sik- kingen" von Ferdinand Las- solle spielen. Es hielt nicht schwer, ihn abzutun, zumal er ein sehr schlechter Redner war. Dabei hatte er eine Broschüre„Die Kunst der Rede" kurz vorher veröffentlicht. Sie wurde ihm freund- lichst unter die Nase gehalten. Er war aber liebenswürdig genug, dem Kritiker seiner Rede, der ihn glatt erledigt halle, seinen Dank sür die Kritik durch Uebersendung einer von ihm herausgegebenen Sammlung„Berühmte Redner der Weltgeschichle" abzustatten. Der Vorschlag tauchte auf, das Ostcnkfheater für bis ersten Bor- stellungen der Volksbühne zu mieten. Es war billig Bei einer Fassungskraft von etwa 1000 Personen sollte es mit Dekorationen und schauspielerischen Kräften 200 M für den Sonntagnachmittag kosten. Der Vorstand sah sich ein« Vorstellung an und war betroffen Mehrere murmelten:„Das ist bitter." Aber das Theater wurde doch gemietet. Freilich ohne die Verpflichtung, sich nur auf di« Schauspieler des Hause» zu stützen. Georg Springer AZsltpolitik des Oelkapitals. Genossenschast der Oelkönige.— RockefeNer auf dem Kommandostand. ■Rod) immer wächst die Wirtschaftsmacht der großen Oeltrust» auch ihr politischer Einfluß nimmt noch zu. E» war schließlich �.'ockefellers Standard Oil die 1322 die Internationole Wirt- schoftskonserenz von Genua sprengte: es war Herrn Deterdings Shell-Konzern, der den politischen Bruch Großdritanniens mit Sowjetrußland mitveranlaßte. Bald wird von den wenigen Herrschaftsgruppen gegeneinander Krieg geführt, bald schließen sie miteinander Berträge: jedenfalls wird die Weltpolitit durch diesen Wechsel der Dinge in hohem Grunde beeinflußt. Ganz gern« möchte man' sich die Hände reichen und eine Art Genossenschaft aller Oeltapitalisten bilden, um die Konturrenz auszuschalten, d.h. die bisherigen KriegStosten zu sparen und auf Verbraucherkosten die Gewinn« zu steigern. Erst vor kurzem hat Sir Henry Deterding, der Generaldirektor des englisch- holländischen Royal» Dutch-Shell-Trusts, als Gast des American Petroleum Institute folgendes Genossenschafksprogramm der Oelkönige evkwlckelt: Man soll alle Oelreserven der Welt endgültig feststellen, den jetzigen und dm künftigen Bedarf errechnen und auf solchm Grund» lagen dm Export verteilen..> Man soll die Ausgaben für immer neue Bohr» und Verarbeitungsanlagen zurückschrauben. Man soll durch Vereinheitlichung der Verkaufs- und Zapfstellen die Unkostm herabdrücken. Die einzelnen Gruppen sollen ihr« Eitelkeiten hintanstellen und sich zu einer umfassenden internationalen Kooperation nach genossenschaftlichem Vorbild zusammenschließen. Natürlich sollen dabei die Oelverbraucher. hochgenommen werden. Eine unmittelbare Wirkung hatte die Rede nicht. Aber sie kmn» zeichnet die Friedenssehnsucht der Oelausbmter der Welt, nachdem sich gerade jetzt der Petroleumkrleg noch mächklger zu entwickeln scheint als je. 5m vergangenen Jahr schien schon einmal ein Friedens- schluß der großen Gruppen beoorzustehm: all« großen Oelgefell- schaften von USA. faßten einen Beschlutz, zwecks besserer Preis« die Erdöllieferung planmäßig zu oer tingern, und auch Deterding stimmte diesem Vesrfjluß ausdrücklich zu. Aber die amerikanische Regferung verweigerte die Zustimmung, und vor allem die kleineren„unabhängigen" Produzenten nutzten die nächsten Monate zur kräftigen Steigerung der Förderung. Don 17s Millio- neu Tonnen 1927 wuchs die Weltförderung auf 184 Millionen Donnen 1328: 1929 soll sie um weitere 10 oder 11 Proz. gestiegen , sein. 5n USA. wuchs die Förderung von 901 Millionen Faß 1928 auf 1066 Millionen Faß 19291 Dazu kommt die rationeller« Rohöloerarbsitung mit höherer Venzingewinnung. Die Gemeinschaftsarbeit zwischen der deut» schen 5 G.»Farben und Rock e seil er s Standard Oil von New B«sey hat die vermehrte Benzingewinnung ans ganz neuer Grundlag« zum Ziel. Dabei steht 1930 in USA. einem Benzin» verbrauch von 400«ine Erzeugung von wohl S00 Millionen Faß gegenüber. Di« Benzin Vorräte sind aber schon.heute über. aus groß. Ryckefellers Machlpoliklk. Seit 1911 auf Grund der �amerikanischen Antitrustges etzgebuug� Rockefellers Riesentrust aufgelöst und in nicht weniger als 34 Be- standteile zerfiel, schien äußerlich zwischen den Teilen ein Band nicht mehr zu bestehen. 5ohn D. Rockefeller, der Oellöwe der Well, der bei vielen dieser Gesellschaften Großaktionär blieb, schien sich aus den Geschäften zurückgezogen zu haben. Als aber Anfang vorigen Jahres der Aufsichtsrats Vorsitzende Stewart der Standard OU of Indiana— einer jener 34 Gefellschaston— durch Geschäfte mit anderen amerikanischen Oelkonzernen gegen Rockefellers Stachel leckt«, flog er In der eigenen Generalversammlung durch Rockefellers Sohn und feine Finanzfreunde hinaus, die die Mehrheit der Stim- wen hallen. So funktioniert Rockefellers Macht«ich in dem äußer- lich zersprengten Standard-Trust.' Seit einiger Zell dringt bald diese, bald jene Einzelgefellschaft in die Regionen einer anderen«in: so 1928/29. der Erwerb der Beaeon Oll To. durch die Standard Oll Eo. os New Jersey, und vor einigen Monaten die Uebernahm« der White Eogle Oll and Refining Co. durch den gleichen Konzern. Gegenwärtig wird von ihm die Angliederung der Anglo-American Oil Eo. vorbereitet. während die Standard Oil Co. of New York die Fusion mll der Dacuum Oil Eo. beschlossen hat. Aus der letztgenannten Berfchmel- zung soll die.General Petroleum Corporation" ent- stehen: beide Gesellschaften zusammen verfügen über ein Aktien- kapllal von über S60 Millionen Dollar, und ihr« Anlagen haben einen Zpert von 508 Millionen Dollar. Aber auch dies« Vorgänge rechtfertigen nicht die Ausfasiung, daß sich die Bande des Standard Oil-Dereins lockern. Dorläufig ist und bleibt John D. Rockefeller Großaktto-nör sowohl bei der Standard Oll os New Jersey wie bei der Standard Oil of New Kork und ebenso bei den meisten arideren Standard Oil-Ge» sellschasten. Daß aber der Generalstaatsanwalt von New Port in der Fusion der Standard Oll Co. of New York mll der Dacuum Oil«ine Verletzung der Anti-Tru st-Gesetz« erblickt, deutet auf dt« wirkliche Tendenz dieser Dorgäng« hin, daß nämlich John v. Rockefeller selbst trotz seiner 90 Jahre al» wirkende straft hinter den vor sich gehenden Derfchmelzungen steht. Offenbar rechnet man auf die Unterstützung de« Präsidenten .Hoooer. nicht nur. well Hoover lahreläng Mitglied des Federal Oll' Conservätion Board(Bundesamt zur Bewirtschastimg der Oel- norrät«) war und mit den Interessen des Oelkapitals eng vertraut ist, sondern well.ihm aus wirtschaftspolitrschen und außenpolitischen Gründen«ine enger geschlosien« Front der größten amerikanischen Oelmacht erwünscht erscheint. So haben denn auch w der P r e i s p o l i t i k erst vor kurzom die Standard Oil-Konzerne ihr« Zusammenarbeit bewiesen: Sie setzten ihre Kleinhandelspreis- für Benzin und Leuchtol herab, zum großen Aerger vieler unabhängiger Firmen. Dies« Preis- senkungen sind aber keineswegs nur eine Maßnahme zur Benninde- rnng der großen Vorräte, sondern chr Hauptzweck ist«in ve'r- schärfter Kamps gegen diese kleineren Gruppe». um sie zu schwächen und teilweis« zu vernichten mll dem ZW. die bisher nicht erreichte Einschränkungsattion mm doch mll anderen Mitteln zu erzwingen.' Noch weitere Kriegsmaßnahmen find zu erwähnen: die Standard Oll Co. von New Park hat eben erst ihre Liefersngsverkräge mit der AN ruffischen Erdölvereivlgung erweitert: danach bezieht sie aus die'Dauer von fünf Jahren mit». I destea» s« 1 Million Tonnen Erdölerze ugnils« jährlich aus der | Sowjetunion, doch kann diese Mindestmenge im Bedarfsfall erhöht ' werden. Bisher haben die Amerikaner dieses Rusienöl mll Bor- liebe dazu benutzt, um im Hauptproduktionsgebret der Royal Dutch(Asien) den Konkurrenzkampf zu betreiben. Tat- sächlich kommt denn auch, kaum eine Woche nach dem neuen ameri- konisch. russischen Dertrag, aus Niederländisch-Jnoten die Meldung, daß die Royal Dutch„als Folge der rigorosen Preispolitik der Standard Oll" ihre Benzinpreise um etwa 20 Prozent herabgesetzt hat. Zu diesen Kampfmaßnahmen ist auch die schon erwähnte Interessengemeinschaft der Standard Oil os New Jersey mit dex I. G. Farben zu rechnen. Deutschland hat von diesen Kämpfen keinerlei Dortelle: im Gegenteil besteht die Gefahr, daß die Sriegskosten In Form von Preiserhöhungen den Derbrauchern gerade solcher Märkte aufgebürdet werden, über deren Beherrschung zwischen den großen Gruppen ein Einvernehmen bereits besteht. Welche Bedeutung das Erdöl für die deutsche Wirtschaft gegenwärtig hat, mag«ms den folgenden Ziffern heroorghen: Dl« Mineralöl e i n f u h r hott« im Jahre 1929 berett« et«» Wert von 426 Millionen Mark gegenüber 338 Millionen Mark an Jahr« 1928. Die Einfuhrsteigerung im Laufe eines einzigen Jahres betrug somit 83 Millionen Mark. Don der Einfuhr des Jahres 1329 entfielen 117 Millionen auf Leichtbenzin, 58 Millionen auf Schwer- und Rohbenzin, fast 100 Millionen auf Schmieröl, 59 Mil- kionen auf Benzol. Die vielfach verbrellet« Meinung, daß höhere O e l- und B e n z en p r e i s« nur die Automobilisten treffe, ist keineswegs richtig: sie belasten sehr stark auch die Produttion (Dieselmotor, Schmieröloerbrauch usw.) und den Transport(Schiffs- verkehr, Lastkrastoerkehr usw.) und wirken sich daher im gesamten Wirtschaftsleben aus. Angesichts der unaufhaltsam wachsenden Verbrauchsziffern muß man daher in dem Augenblick, wo die deutschen Benzinzölle erhöht werden, auch an die Reichsregierung die Frage richten, was sie wn wolle, wn die deuffche Wirtschaft vor drohenden S o n d e r t r i- buten an die großen Erdöltrusts zu schützen. Der Ge» danke müßte erwogen.werden, für Erdöl und Erdölerzeugnisse recht- zeitig preiskontrollierend« Organe zu schaffen wie sie zum Beispiet für Kohlen und Kali bestehen.— h. Einheit Hapag-Lloyd. Bremen und Hamburg eine Beevereigroßmacht. Der jetzt abgeschlossene verlrag zwischen dem Rorddevt- schen Lloyd in Bremen und der h a p a g in Hamburg stellt eine Aklion dar. die für dl« deutsche Ueberseeschlsfahrt mindesten» die gleiche Bedeutung hat. wie die Riefen bankfusioo im vergangenen herbst für das deutsche Bankwesen, die Gründung der vereinigten Stahlwerke in der Montanindustrie und die Gründong de» Z. G. Aarbentrust». Die beiden größten deoffchen Schiffahrkunternehmen bleiben zwar nach außen selbständig, jedoch sind die iu dem vertrage ein- gegangenen Bindungen derart eng, daß man von einem völligen Zusammenschluß sprechen kann. Die Politik der hapag und de» Lloyd wird künftig durch weitgehenden perfonalanstausch ein- h ei t lich geleitel, die Gewin« werden in einen Tops geworfen und zur Hälfte aus das Hamburger und da» Bremer Unternehmen verteilt werden, und der gesamte Schiffahrtsverkehr wird in eng- ster Gemeinschaftsarbeit ausgezogen werden. Zu einer vollen Verschmelzung fehlt also nur noch das Tipfelchen aus dem i, indem dl« beiden so eng verbundenen Reedereien auch einen gemein- samen Rennen annehme»». Der Zweck diese» Zusammenschlüsse» ist Ratlonaltslernng i m g r o ß e n. Durch die enge Gemelnschaslsarbeit werden Elolauss. und AbfaHrizeileu der Dampfer aufeinander abgestimmk und damit die unrentablen Rebeneinanderfahrteu abgestellt. Durch Zu- fammenlegung de» W«rbeapparal«» im Inland und Anstand»verden die besonder» hohen werbungskosteu stark g e- senkt werden. vi« hapag-LloykMvemeinschaft wird durch den Zusammenschluß zu dem schlagkräftigste» einheitlich geleiteten Schlffahrl»- n nie r nehmen der Well. Einschließlich der Hamburg-Süd AS. nl»d der vampfschlffahrlsgesellschafl Hansa tu Bremen, die unter dem Sluflnß der. beiden Großreederelen stehen und in da» Vertragsnetz eingegliedert»verde»», perfügl der neue Schiffahrlsblock über 2J5 M l 0 t o ne n o h n o g e. Durch die bevorstehende scharfe Raktouallflernug. die Herr Jakob Goldschmid» und Bankier Schräder- Bremen, die beiden großen.Macher" der Aktion, bereit, angekündigt haben. werden ei« große Anzahl von hapag. und Lloyd.Angestelllteo ihre Existenz verlieren. E» wird sich in den nächsten Wochen zeigen, ob die Ralioualiflenmg. wie in so vielen anderen Fälle»», au der Spitze wieder abgebremst mird nnd der setzt ZZkSpflge Aufsichlsrat und elfköpfig« Direktiousvorstand in feinem jetzigen Umfang erhalten bleibt. Oer Arbeitsmarkt. In Berlin und Brandenburg nur schleppende Erholung. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Provinzen setzt sich die Frühjahr»bel«bung des Groß-Beribier und Brandenburger Arbeitsmarktes nur sehr zögernd durch Im Bereiche des Lanhesarbeitsamts Brandenburg(Berlin-Branden- burg.Grmzniork) sank die Zahl der Arbeitsuchenden in der Berichtswoch« um 7976 auf 488 609 Perfone?». Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger ging rwn 321 77 l auf 314 668 Personen zurück,»vährend sich die Krisenunter st ützten noch auf 43 693 gegen 42 877 Personen in der Vorwoche vermehrten. Wie schleppend sich die Entlastung des Arbeitsmarktes in Berlin »mb Brandenburg vollzieht, zeigt die folgend« Entwicklung der letzten vier Wochen: «rltett.»ttterfttftt. k»ch«>d- empfinett»»terftchU 22. Februar., 501457 323 984 41213 365 197 I.März... 435 365 325118 42 028 367 146 8. März... 436 585 321 771 42 877 364 648 15. März... 488 609 314 668 43 633 358 361 Es ist also seit dem Höhepunkt der Arbeitslosigkeit mit 501 457 Arbeitsuchenden und 365 197 Haupt» und Krisemmterstützten bei den Arbeitsuchenden erst«in« Entlastung um mnd 13000 und bei den Unterstützungsempfängern der Arbeitslosenversicherung erst eine Senkung um etwa 6800 Personen zu verzeichnen. In dem Bezirk des Landesarbeitsamts Brandenburg war zivar die Entlastung in der gleichen Zeit des Vorjahres auch nicht stärker, jedoch war im März 1029 die schleppend« Entlastung durch da« nach der Kälte- katastrophe einsetzende Tauwetter bedingt, während in den letzten Wachen eine für die Frühjahrsbelebung geradezu ideal« Witterung vorherrschte. E» sind diesmal also starke kon- 'junkturpolitische Hemmungen vorhanden, deren Ueberwindung zu den dringendsten politischen und wirtschastspalittschen Aufgaben der nächsten Zeit gehört._ Am Moniag Oiskonisenkung. Oer ZentralaoSschvß der BelchSbank einberufen. Der Zentralausschuß der Reichsbank ist zu einer Sitzung für Montag vormittag, 11 Uhr, einberufen worden: Es ffi mit Sicher» heit zu erwarten, daß das Reichsbankdirettvrium dem Zentral- ausschuß Mitteilung von einer Senkung des Reichsbankdiskont» von 514 auf 5 Prozent wachen wird. Leistungen öffentlicher Kreditinstitute. Zum Bericht der Mitteldeutschen Londesbank. An die öffentlich-rechtlichen Banken hat das Jahr 1929 ungewöhnlich hohe Anforderungen gestellt. Dies trifft bffondcrs auf die Girozentralen und La»des bauten zu, die mit dem Sparkassengeschäft und kommunalen Finanzwesen aus das engste verbunden sind. Durch die im vorhergehenden Jahre durchgeführte Verschmelzung tonnte das Bankinstitut des Provinzialverbandes von Sachsen sowie des Spartassen» und Giroverbandes für die Provinzen Sachse»», Thüringen und Anhalt, die Mitteldeutsche Land es dank, den an sie gestellten Anforderungen weitgehend gerecht»verden. So konnte dieses öffentlich rechtliche Institut an langfristigen Kommunalkrediten fast 21 Millio«», Mark gewähren, wo- durch sich die Gesamtsumn»« der langfristigen Kommünaldarlehen am Jahresende aus 158,6 Millionen Mark erhöht. Derbraucht wur- den diese langfristigen Darlehen in erster Linie, nämlich»yfl fast 23 Proz. für den Wohnungsbau, mst 20,7 Proz. für den Bau von kommunalen Werken und andere öffenüich-wirtschastlich« Unternehmungen, sowie für Straßen- und Wegebcmten, Notstandsarbeiten und Meliorationen. s An kurzfristigen Kvediten»vurden den Kommunalverbän- den sowie dem Provinzialoerband 40 gegen mir 13.6 Millionen cm Vorjahr eingeräumt. Die Gesamtkreditgewährung am Jahresende belief sich auf 203 Millionen Mark Kommunalkredite sowie auf. 23 Millionen Sparkass«nkredite„ Um den Wohnungsbau auch mit Hilfe des Kollektiv bau- sparen» zu fördern, wurde im Berichtsjahr die öffentliche Bau- Sparkasse der Mitteldeuffchen Landesbank gegrSnd«. Diese neue Abteilung des Iifftituts hat die Aufgabe, auf. geniein- nütziger Grundloge billige Darlehen zum Neubau, ferner Kredite zum käuflichen Erwerb sowie zum Umbau von Wohnhäusern unS der Ablösung hochverzinslicher Hypotheken mit Hilfe deS'"Bdu» sparen? zu gewähren. Julius Berger 20 Prozent Dividende. Die Julius Berger Tiefbau AG. in Berlin wird noch dem Beschluß des Aufsichtsrats auch für 1929 wieder ei« D iv i- dendc von 20 Proz. auszahlen und damit den Rekordstan!» der beiden voichergehertfcen Jahr« aufrechterhalten. Di« Gesellschaft ist zur Zeit mit der Dnrchsühnmg großer Bauprojekte im Auslande, besonders in Persien, der Türke» und Südamerika beschäftigt. Stickstoff-Frieden zrvischen Ruhrzechen und Farben krust. Die seit Monaten andauernden Verhandlungen zunschen dem Chemie» trust(I. G. Farbenindustrie) und den Ruhrzechen wegen Regelung der Stickstoffwirffchast sind jetzt abgeschlossei». Ems Zeitlang hatte es den Anschein, als ob zwischen der I. G. Farben- industrie als bisherigen Alleinherrscher aus dem Stickstoffmarkt und den neuen Konkurrenten an der Ruhr ein öffener Kampf aus- brechen würde. Beide Gruppen haben aber eine Verständigung vorgezogen. Da die gegenwärtige Produllion an Reinstickstoff in De»lffchland eine Million Tonnen jährlich beträgt, der einheimische Markt aber höchstens 600 000 Tonnen ausnehmen kann, werden Produktionseinschränkungen vorbereitet. Kein Dumping durch die poloische Sohle. Der polnische Kohlenbergbau erbeitej bekanntlich mit wesenllich geringeren G e st« h u n g s k o st e n und niedrigeren Löhnen als der deutsche Bergbau. Die Zulassung der Einsuhr polnischer Kohle auf Grund des jetzt unterzeichneten Hondelsoertrages hat daher auch bei den deutschen Bergarbeitern die Desorguäs ausgelöst, daß die polnische Einfuhr zu starken Preisunterbietungen und damit zu einer bedrohlichen Beunruhig»mg des deutschen Kohlen- nmrktes führen könnt«. Diese Besorgnis.ist insofern nicht ge- rechtfertigt, als»nit dem polnischen Bergbau ein Abkommen über dte Kohleneinfuhr getroffen ist, da» durch feste Preisvereen» barungen jede Unterbietung ausschließt. Di« polnische Kohle darf sich daher für keinen Verbraucher in Deutschland billiger stellen als deuffchoberscistesische Kohle von gteichee Qualität. Reue Goldpfondbriese und Sommoualobsigafionen. Di« Preußische Eentral-Bodenkredit A..G. legt vom 26. März bis 15. April S Millionen achtprozentige Goldpfcmdbriefe — Zeichnungskurs 96,5 Prozent— zum Kauf aus.— Die Thü- ringische La n d e s h y p v t h e k en b a n k A.- G, Weimar. empfiehlt neu« achtprpzeutige verlosbar« Goldpfandbriefe(zu 96 Prozem) und Komnuuiolschuldverschreibungen(zu 93 Prozerrt), die ab 1933 jährlich mit 114 Prozent zu 100 Prozent ausgelost werden, wodurch sich tele Verzinsung erhöht. Einzelheiten im Inseratenteil.) r- Kkstzc Traorlng'FabriB verkauft fugenloec Trauringe direkt an Private 1 Ring 333 gestempelt aar» bis s Mk 585 585 585 900 «00 900 leicht«.»0 mittel>».- schwer 14.80 leicht 16.50 mittel 11.50 schwer 28.— Oes. geschätzt etraciiMeneia. crcvierea grins srtor» r, rnnnehman i. iitillntiitni«« so V, Pnssaner Str. 12 ~. Eottiiitsn Dann» 2 Hermann Wiese Cinfcnbongen für dief, Rubrik find > er l I» ZS dt. Linden:. ruh? 3. parteiyachrichien�M für Groß-Nerlin tetn na das Bezirkssekretsrial . Hot. 2 Trennen rechts, ja richte* ff tele- ESulneneeliid« Mitte. Mvniaq, 24. Mijr». 20 irfit, M: tgN edcrversamm» lun« der Arbeits«cme!ntchoft Nord bei Arndt. Schrbderstr. 2. Z.«»eis«'entarten.»Itteoi*. 28. Mirj. HV4 Air. in den«r. K |y wluiueiagnn. Bremer d't,.73, Sreisniituliedernerlammlana. Aortron! cä fcj j?ni Reforrn oon Sr-i-vetl'n". Referent! Serinann«arail», SP. d. L. M E; Dir S�jlrkefiibker nerden drinaerd creu�t, dorn einjnladcn. Abteflunas--»Z k°i nerianünlnuarn der«Mrlorfien 9 fc-'s 13 kaNen. nur. S ET«ainnern-ntikad«! d. Heute, Torr tan. 23. ML», 19 Uhr,«rammer» EU tT tnnstknbe-b in der Aula d'S �r'edrk��Leidersieen-Ky'nnnI'u'ns. Bv�nmer W ß? Dtrube 8h. Slnrtit'efaricn Red un<»> jn bohea. Die Le'tnnq des Nuftk- W abends ist in Händen des Genossen Dt. Wolkaan« Herbert. E= e?■■- es •C�tris?ren?laner Der«. Siin.'tia des errret'erten«r»im>orstandes am Wontao. dem 24. Mär», pünktlich 19 Ilbr. bei fllu«.«anj'net Sit. 71. ■i. Preis sri'edrichobqin. Morton. 24. 59cx*, 19'-. Lhr.«r-is-ertrrterser- sammluna in ffefruilaiiehare. jrtlT�tffr. 38a. Vovtraa:.Der Ziompf um GroR.De-'lir.'. R'serent: S!ndtn»rord-e�cr Dr. Siealrird Bein. bera.«isfu'Ron. Stelurnnahme jnüt B«i'"?sparteitaq. 7. Preis ebarlstt'»brra. Dimrerstaa. 27. Mar,. ,9 Ilbr.«reisveutreters«- la�mlnna im Ratbau». Rerirksnerordnetenhr�pas'sal. Vofran:.Berli»er De-traltnno-r-torrn". Referent! Stadtrat Albert H"rl'«>. Answrache.?a- träne. Mital'rdnba>f> und Ma-date der letiien Krelsnertre�crncrtammlaaa Rad am Taaleinaaaa abruaeben.?m Sani darf rsjrt nerancht inerd-n. — Dittr'-onas'�nR. S'buna om Dienstaa, dem 24. MS». tmiR aus- sollen. Rächsle Sitiuna Dounerstaa. 19 April. Dierstaa. SS. lws», 191, Uhr S'hriia des«narren«rei-oorftardez im?imu>er 1 des Ratdaufes. I. Preis Bilmerndorf. Mo-To». 24.' Mär», 20 Ilbr. im..Siütor«»orten". Wilbelm-o.ue 114, Premmitaliederpersammlun». Referent: ibenoffe S. Auf- ------—-----•• 5raveuverelee an d"n chrLbern der ii P9.aopn.Pnts� vofer Po't, Gedenkrede! Siran»«RnRler,«. d.«. Treff, n! t�i Punkt 18 Ilde»or dem Kriedbos. Wie errearteu re« Biteiliguieg. rt II!«reis®*?a«6m4. I>dr,'«?d-»l.«aRno. Weichiel» ftrab« 8. Veriammlun» lä'-tli'fee Bild»n»s?»mm"Oonsmitglieder des 14.«reifes. Jeder«ommunalberirk mub oertreten fein. 18.«eeis Treptow. Monto«. 24. Mär». 19H l'br, NfederichLneweide. Berliner Str. 38,.?ur Post"'.»reisporilandsOilnnq mit den Adteilungs- leitern.— Donnerotaa. 27. ML», vllnktl'ch 20 l'br. im Lakai Srabl. RiederfchSnemmde. Berliner Str. 129,«m Bohnbaf, Situmq de» Krei»'- bildungsansfchi-Res. D-e M-tolieder der. örtlichen Bildungsausschüsse müssen unbediugt in dieser Sibung erscheinen. yeuke. Sonnla?, 23. März: !. 4«. Abt.«rübliaasfeii im ärnseu Saal des idewerft�fisbanlen, W r?«naelufer 24—28, Saalk'fnuna 17 llbr. Beginn 18 Ubr. Eintritt 78 Bf. gl kZ Mustk, ffefang, turneriicha Borführungen. Ansprache: Earl Sstke, i-n d.«. � 88. Abt. Echeerlaiteatueg. Die erwerbskasen Senollen.rperden eesucht, Rch beim Abtei7unosreitee Hermann Streich, Pessalog.fistr. 71. Gartenhaus II Tep., .- umaebend»u melden. Morgen. Montag. 24. März: 2. Att. ItH Ubr MftgNedsrverfammluno'im Lokal Borflgik. 14. Bortnaq: ..Politische Taaessraacn". Referent: ffrnft Zicumann. Wahl der Dele» eierten«im Ber-rk-narteito». Verschiedenes. 21. Abt. JSH Ubr ffunktianärRbun« bei Kroll, lltrechter Str. 21. 91. Abt. 20 Ubr bei Soldlchmcht,.'Stalpilch« S'r. 38, Funktionärs! bung. 42. Abt. Abrechnvno der Bee-rlssübrir bei Hoeblke. 4». Abt. 19 Uchr Mllgliederversammluna bei- Minnig, Lonssber Str. 48. 48. Abt. 20 Uchr bei EichhoU. Tuurnssr. 93, ssnnkt'onLrsitung. Die Be-irks- fllbrrr Iverden aedeten. hie unoerkaukien Gintritiskart«: sür die«rüb» ' r�ssögskeier am. Monkalt bei« Geyasse» Urban' abkuaeben....... 88,.8fbU.' Monieadoof. Ä>..'Ubr bei. eisrlib. Sbousseeltr.. w/ Tunki'-nchlldi«,,. »». Abt. BriS-Bukkow. 20 Ubr bei»Onffi-V.«baussr-Rr. 48. MinkttdnZrObuna. 217. Abk. Lichten der«. 20'ITBr, jiichä ,9 Mr. AbreSmung bei Baum. Weinko. f&bfvrrt'Tt.n für das Notopfer müssen dcsslmmt auch am Montag se»aUt Dienstag. 25. Marz: 18.«bt. 29 Hflt bei ftrilset, SusRteniir. 34. E-ke ScherinossroRe. Riialkeder. «eosaurmluna. Bonkraa drs Genossen flulins Breltenkeldt. Alle ffunl''onär« 1, der Abteilun» treffen Rch pünktlich eine Stund« porber zu einer wichtigen Besprechung im gleichen Lokal.' 14.«Bt 19H Ubr in«chmiMs Gesellschaftsbaus, lsruchtür. 80a. Mitglieder. ..«nfammlung. Bor'rag:.Reorganisation der Berliner Verwaltung". Re- . kerent: Hermann Harnisch, M. d. L. 17! Abt. Die neu« Kinbersreündegruvpe..Martha Demmnina" tagt oim lebt ab jeden Dienstag und ssreitag im TugeNdbe-m TilRter Str. 4 van 18 bis je 1»H Uhr. Gebt uns eure Kinder in Obbut. Alle spLiereu Bekannt- .»achungen erfolgen unter der Rubrik,.Pinie rkrrunde". ». Abt. Tempelbok. 2» Ubr erueeiterie BorsiandsMimig bei Pominerrning, Berliner Str. 100. RealLlls.»1. Abt. 18H Uhr Sibun» des sfeüausfchusses. Anschließend um 20 Uchr!7üntiionLrs!biing im Lokal Flugbasen, Mab!ower Str. 10.— »2. Abt. 20 Ubr wilbtiq«!7un!iionörRgung bei Wolfs. Kalser-Kriedrichp l. Straße 178. Vortrag:.Das Gefeg über die Stadt Berlin". Referent: Dr.«urt LZweuüein. lllt. d. R. 12.«r. Sieglitz, bei Echellhafe, Si-<....___ MD___ M____|___ sprach«: sbenossin Tont Sender. Borfllbrungen von leibst gearbeiteten M Kleidern Nach Schnitte» der Krauenwelt. Rezitationen und Auisührung bl eines Einakters durch Genossin Walkotte.. Gäste willkommen. 18.«r. Tewpelbof, M-rtendors, Marienselde». Lichtenrade. Dienstag, 28. Ma», 20 Uhr, bei Mal». Mariendorf. llhoussceftr, 308. Lichtbilderoorlraq: .Seelische und körperliche Erkrankungen der Proletarierin". Referent Dr. Georg LLwenstrin. 18. Kr. Boißensee. Montag, 24. März, im Lokal zum Pferdemarkt, Schillstr. ff,'39, 20 Uhr, Vortrag:„Die ssrou in der Dichtung". Ernste und heitere Rezi. talionen von der Genossin ssriedel Holl. Morgen. Montag. 24 März: 1. Abt. Allen Genossinnen zur Kenntnis, daß der ffrauenabend nicht beut«. sondern erst am 7. April stattsindet. 4. Abt. 19H Übe bei Brandis, Eiralauer Str. 10.„Zack-London-Abend." Reiereniin Genossin Gerda Weyl. 8. Abt. 20 Uhr im Rosentbaler Hof 11/12. Vortrag:»Entstehung der Erde und ihrer Lebewesen". SicfetentJScnoffe Paul Brendel. Gäste willkommen. ~' Bortrag:„Der neu« _..._--------—------------------ Str. 42, Vortrag: .ssrauenrccht im Wandel der Zeiten". Resereniin Genossin Martba Hoppe. Ii. Abt. 19H Uhr bei vbiglo. Stralsunder Str. II, Bortrag:„August Bebels Bedeutung für die Frauenbewegung". Referent Genosse Reese. 18. Abt. 20 Uhr bei Sorga!, Userstr. 12, Vortrag:„ Frauenkrankheiten". Referent Dr. Asrican. 1». Abt. 20 Uhr in der„Roten Schule", Goteuburger Str. 2, Vortrag:„Die Frau im Eherecht". Reserentin Genossin Schenkalowskn. 22. Abt. 20 Uhr bei Varllch. Fehmarustr. 1, Vortrag:»Arbeitseinkommen und Verbrauchsbelastung". Resereniin Genossin Wurm. M. d. R. 2R. Abb I9H Uhr� bei�Roefeler,� Goldader Str. 9, Vortrag:»Sozialisttsch« 28. Abt. bewegunq". Referent 27. Abi. 20 Uhr bei. Reetz, Sonncndurgcr Str. irischaftopoliiik". Referent Genosse"Dr. jÄtensfi«. bei Reche, Meber Str. 2«, Vortrag:»Probleme der Frauen. ntin Genossin Kresse.� 1. Vortrag: Paragraph 218". Resereniin Genossin Dr. Alezander. 28. Abt. Allen Genossinnen »0. zur Kenntnis, daß der Frauenabend umstZnde- �Iber nicht, am 24, März stattfindet, sondern erst wieder im April. 19H Uhr bei Lpchcner Str. KB, Vortrag:..Rationalisierung des Hansbaltes". Referentin Eenosiin Herta Gottbels Abt. 19H Uhr bei Schuoerer. Poiatstr. 88, Ecke Riga: »Vrobleme des Wohnungsbaues". Referrn! Genosse Stadtrat Rösin. 97. Abt. 20 Uhr bei Rer, Matternstr. 19, Vortrag:„Die Reform der Ehe- fcheiduna". Referentin Genossin Kirchheimer. 88. Abt. 19H Uhr in der kluristischen Sprechstunde Vortrag:„Psnchoanaluse". Rrserent Genosse Dr. Seelig. Genossen sind herzlichst eingeladen. 48. Abi. Der Frauenabenf- wirb wegen der Kreismitgliederversammlung aus Dienstag, 1. April, verlegt. WH Uhr bei Förster, Dreibundstr. 11, Vortrag: »Der erste Schuliag". Reserentin lstenossin Dr. Airschber». 41. Abt. 20 Uhr de! Erdmann. Belle.Allianee-Eir. 74a. Borirag:»Probleme des Mieirechies und Mie'erfchutzes". Referent Oienosse Otto Most. 42. Abt. WH Uhr bei Höblk«, Dergmannstr'. 39. Borirag:..Sozialistisch« Ge, Rnnunaspslege in der Familie". Resereniin Genossin fiennv Rewald. Abt. WH Uhr bei Krepp, Planuser 78-78, Portrog:„Meine Erlebnisse'in 4». Referent Genosse Eenske. ��daTAMerlra................. D_______ 44. Abi. 20 Uhr bei. Plank. Reichenberger Str. 184, Ecke Marianneustraß«. Gemütliches Beisammensein. 48. Abi. WH Uhr im Aleranbriuer. Alerandrineustr. 87«, Vortrag:»Sie grau in� Staat und Wirtschaft". Reserentin Genossin Clara Bobm-Lchuch, Ebarlolteaburg.»1. Abt. WH Uhr bei Schallbach.«»nigin-Elisabetb-Str 8. Vortrag:„Finanznoi der Stadt Berlin". Referent Genosse Siegsried Czarlir:»?!.— 8z. Abt. 1SH Uchr bei Reime«. Wilmersdorfer Str. 21. Vo» trag:„Unsere wirlschafisvoliiischen Forderungen". Referentin Genossin Ellen Beidler.— 57. Abt. 20 Uhr in der Gemeinbeschul«, Ccharloktenburg, Pe.stalozzistr. 89, Tagesordnung: 1. Aussprache über künfiig« Gestaltung des Frauenobends: 2. Bericht über Funktionärinnennersammlung. 88. Abt. lempeldos. Der Frauenabcnd stillt in diesem Monat aus: dafür de» teiklge« sich die Genossinnen am Kreisfrauenabend. Siehe Kreisnot!». 88. Abt. Marieudorf. Der Frauenodend fällt in diesem Monat aus: dafür be- teiligen sich die Genossinnen am Kreisfraucnadend. Siehe Kreisnotiz. Reukölla. 88. Abt. WH Uchr bei Grommeck. Sanderstr. 10. Bortrag:»Die tinierbliebenen in der SozloIverRcherunz unter Berücksichtiaung der neuesten testimmungm". Re'erent Genosse Rohd«.-- 89. Abt. ZV Uhr bei Echabeiko, Weichsel-. Eck? Donaustraße, Vortrag:.Fiirsoraewiesen". Referent wird in Uhr bei Ganter. der Versammlung bekanntgegeben.— 92. Abt. WH—- Harzer Str. 88, Borirag:»Eiacnuniernebmvngen der Arh-uierschaft". Refe rrnt Genosse Gillmeisier.—»5. Abt. WH Ubr bei Grienet, Weddingstr. 9 Beisammensein mit Kaffee. Einladen.— m Äsekäal, Ragat-/«s. M-straße. Bortraa! Referent Genossa' Menbelsohn» fällt am 24. WS» aus und findet erst am » H� lm stWI .»ch'.'KaukRchr und ffürforae", 18. Abt. Britz. Der Frau'aahend 8». Abt. S�eb-Tirblna»«ritz. 1 9H uchr in den«chulbarackea.«archimer •Allee. B»«rcs:„Bevölkerungspolitil". Referentin Kenassin Marie Kunert. 191. Abt. Teepts«. 18H llbr bei Döblina. Kirfbolz.. Ecke Elsenstraße, Vortrag: »Die Frau in Wirtschaft und Gesellschaft". Referentin Genossin Karde Kern. 188. Abt. vberlchöa-wchde. 20 Ubr Schillcrglocke. Schillerpromenade. Bortrag: " 218". Referentin Genossin Eckreiber-Krieger. M. d. R. 104. Abt. RiedeeschSarweide. lOH Uhr Filmvorirag des Genossen Rebior Svdow: »Das Leben und Triiben:n der weltlichen Schule". Genossen und Gäste find herzlich eingeladen.....„ 188. Abt. Zobanalsthal. 19H Uhr bei Boicha, Siubenrauchstr. I2,ll2! Vortrag: »Sozialistisch« Knlwrsraqen". Refereut Genosse Kunstmann.__ 188. Abt. Köpenick. WH Uhr im Siadiibeaier?. Vortrag:„Das Dirtschafts. gelb der Hausfrau". Rcierrntin Genossin Hedwig Schwa». 118. Abt. Lichteabera. 20 Uhr bei Morr. Reue Bahnhofstr. 28, Bortrog:»Eche. rechisreform". Referent Genosse Dr. Gotlbarbt. 118. Abt. Lichtenberg. WH Ubr bei Bartsch. Möllendorsfstr. 48. Vortrag:„Das Wirtschaftsgeld der Hausfrau". Reserentin Genossin Scheibenhuber. 198«. Abt. Frei« Scholl«. 20 Uhr an bekannter Stelle, Vortrag:„Religion und Sozial!»mus". Resereniin Genossin Dr. Kenriques. 148. Abt. Barsigwalde. 18H Uhr bei Woiischach. Ernststr. I, Vortrag:»Grund- sätze und Forderungen der Sozialdemokratie". Referent Genosse Bernstein. Dienstag. 25. Marz: 29. Abt. 20 llbr bei Bontke. schulstr. 74. Borirag:»Das Wirtschaftsgeld her Hausfrau". Resereniin Genossin Scheukalowsk». 28. Abt. 20 Uhr im Sporirestaurani Ospalski, Cantianftraße,»Bunter Abend". Resereniin Eeuossin Friede! Hall.< Gebäck bitte mitzubringen.) 92. Abt. WH Uhr bei Kramphardi, Paul-Singer-Str. 49. Dortrag:„SRoderne Eheprobleme". Reserentin Hedwig Schwarz. 98. Abt. 20 Uhr bei Bariel. Frledcnstr. 58, Vortrag:»Di« neuzeitliche Schule". Referent Genosse Rektor Wudie. 47. Abt. WH Uhr in der Schule, Woldemarstr 77, konserenzalmmer, Vortrag! „Die Erziebuug des Kindes in der Schule". Referentin Rektor!» Hoppe. s«. Abt. Chaelottenbnrg. 20 Uhr bei Lierlch, Kanistr. 89, Vortrag:»Reform des Familienrcchts" Reserentin Genossin Dr. Fabian. 78. Abt. Waitulre. 20 llbr im.Reichsadler". Konigskraße. Vortrag:„Das Wirt- schaitsaeld der Hausfrau". Ref.; Gen. Hedwig Schwarz. 98. Abt. Renkölln. WH Ubr bei Teich. Knefebeckstr. 185. Vortrag:.Eberechts- reform". Referent Genosse Dr. Gotthardt. 107. Al'f. Falkenbcrg.AIi.Glienicke. 19'- Uhr hei Meier, Straße am Falkenberg. Rssoreni wird noch bekannigegebeu. . Abt. Frledrichsselde. 19' a Uhr bot Tempel. Prinzenavee 45, Vortrag: „Blas muß die Frau von der Eozialveriiäicrung wissen". Referent Senasie Kietzmann. 129' 131. zialpoiiiik". Refeieniin Genossin Else Michaelis. 197. Abt. Reiniöiidorf.Weft. 20 Uhr im Bokkshaus, Scharnweberstr. 114. Bor- trag:.9!rbeit»einlommrn und Moffenbelasiuug". Referent Genosse Reumann. 149«. Abt. Wittenau. 2,1 Uhr bei Schulz. Lokal am Bahnhof, Thema:»Bibel. stunde". Referent Genosse Adolf Hoffmann. M. d. L. Mittwoch, 26. März: €4.?sbt. Saalsrifc. 20 Uhr bei Lebmovn. Lankwitz Aaifer.Wjlhelm.Strav'', Bortrag:„�ie Freiheit der Neserentin Eenossin �rida Brockmonn.' V4. Abt. Neukölln. Ä) Ubr bei Sell, ScbMerpron'enode 11,<5tke Steinmetzstrane, Bortraa:„Die �cau in Staat und Wirtschaft". Reserentin Genossin»ohm- Schlich, M. d. R. IN.'Abt. Babnedars. 20 Ubr bei L»eimann, Woltersdorfer Str. 100, Bortra«: „Grmrdsätze und Forderungen der Sozialdemokratie". Referent wird noch bekanntgegeben. Uli Abt. Lichteabera. WA Ubr bei Brunn, Türrschmidtstr. 40, Bortraa:.Dre freau in der Dichtung". Referentin Marg. Äartig. Achtunq» Genossinnen? Die Frauenabend-Itolizen für Donnerstag und Freitag er- scheinen in der Dienslag-Ausgabe des„Vorwärts'. Bezirksansschnfz für Arbeiterwohlfahrt. 1.«reis«itte. 8.«it. Mittwoch. 28. Mä». WH Uhr. findet bei Spiegel.' Ackersir. 1, eine Sitzung ollrp in der W'hUahrtspfleae tätigen lbenossen und Ibenossinnen statt. Gäste sind herzlich willkommeu. Referat über:..Kommunal« Wohlfohp'saufgaben und die Mitarbeit der freien Wohlfahrtspflege". Referent wird noch bekanniaegeben. 3.«reis Weddiug. D!« Geschästsstelle befindet sich In»er Bohnmag-? W des i. Vorsitzenden, Genossen Georg Haetwig, Vinetapla» 7 Hl l. Aus- c?i P kunli und Beratung: Montaas und Donaerstaas p»a 18 bis 17 Uhr � W Vaakstr. 12 sAIksbolfreic Gaststätte): Dienstag» und Dannersiaas»on k! eZ 18 bis 29 Uhr Müllerftr. 94«. Ecke Uirrchier Stt-ße l.Vorwäri-'.Erpcd.s.''' Spandau. Am Montag, dem 24. Mär», stndet um 20 Uhr im Ra'haus. Bezirk sperordnetenützungssaal eine Taanna des Bezirksausschusses für Ar- beiierwshlfahr: Spandau statt. Die Genossin Paula Kurgaß wirb über das Thema:„Die Ausgaben der Arbeiierwohlfahrt" sprechen. Jungsozialistische Vereinigung Grosj-Derlin. Am Sonutaa. so. Mär.» Tref'en der Berliner Zunalaziallften im Veras». Veranstaltung im Restaurant.Bellro» großer Saal, 18 Uhr. Gea. Vressel »om B»!risverband Berlin der SPD. spricht über:»Unser Komps gegen Wirt- fchgfts- und Finguzaot". Raehde« Musik, Rezitationen und Anffsibrnngea»er Spicloemeinschaft. Di««eiteren der SAZ. und iilnaet« Parteige nasse« ssn» herzlichst willkommen. Pankow. Montag. 24. MS». WH Uhr. spricht Genosse Lepinski über d'k Entw'cklung und Aufgaben der Iungsozialilten. im Zugendheim Pankow/ »isstngensiraße. , ♦ Sic Gruppenleiter erscheinen om Man'.aa. 24. MS», um W llbr, am Rassheiuekc platz 8/4 pünktlich zu einer Besprechung über das Treffen in Bernau. Auch die Moniaagruppen müssen vertreten sein. Gruppe Lichtenberg. Morgen. Montag. 20 llbr. im Fugendbrim. Geinter. straße 44, Vortrag:„Säiul- und Erziebm'.gssragen". Partei- und SAI.. Genossen sowle Gaste sind freundlichst eingeladen. Gruppe Vebnsdors. Dienstag. 25. Mä». l9H Uhr. im Jugendheim Bachirl- straße 1. Relchsiagssstzirna über das Finanz Programm. Berbebeziri Westen. Am Freitag. 78. März, findet in Moabit. T~ Tvrmsträß« 26, Lokal. Petzen botet"(Kleiner Ticrgarinil. eine Werbe- SS Veranstaltung statt. Portvag:»Die politischen Tusaaben des lungen Z Prolctariais", Redner: Gen. SL LLweultein. SS. d. R.. und Anna Kar- toch. Auftreten der Svieleemeivschast der ISP. Die SAJ., Arbeiter- 'Portier, firnge nnb ältere Parteigenossen sind zu bieser Lrranswltunp herzllchst rinaeladen. Beginn 29 Uhr. Gintritt frri. Gruppe Reinickendorf. Morgen. Montan. 20 Ubr. Kufammenkun't im«täbk. Jugendheim Tegel. Schöneberger Straß«. Referat und Diskusston Lller»Faschis- Mus". Die iünacren Parteigenossen uizd älteren SA2.-Genossen des 20. Kreises sind hiermit besonders eingeladen. Geburlstage. Jubiläen usw. 28. Abt. Unserem lieben. Genossen Hermann Skaner, Prenzlamer Allee 206. zu seinem 60. Geburtslage die bcrzi'.chstc»»lückwünlche. kl. Abt. Unserer bewährten Genossin Marie Lnaudt entbieten»ir zum 85. Gebnrtstagr die herzlichsten Glückwünsche. <9.«bt. Unserem Genossen Paul Ianck« die herzlichsten Glückwünsche »nr 56jäbriqen Partei, nqehörigkeit. 68. Abt. Wilmersdorf. Unserem langiShrigen lieben Vorsitzeaden nnb G« nosscn vvpel and sein«« Frau die herzlichsten Glück- uu» Segeaawdnsche tat TUbe-hochz-it. 80. Abt. Schöuebera. Unlerer Frauenleiterin, de« Genossin Moritz Lichteabera, Frearftraße 77, die besten Glückwünsche zu« 59.«ebnrtataae. III. Abt. Bohusdors. Unser« altbewährte«euassiu Marie Wacht«« hat am Zt. März ihren 70. Geburtstag gefeiert. Wir«ratnlierea Ihr au» diese» Anlaß aus da» herzlichste. 4995. Sie sehen— ADLER führt! In Quelifäf und Preis! Getreu dem Adler-Grundsatz;„Durch Qualität zur Umsatzstelgerung. Durch Umsalzsteigerung zur Preissenkung!" Sie hcoen Recht. Das Gute bricht sich immer Bahn! ADLER■ FAVORIT Der König der Zweiliferwagen. Die viertürige, sechs- tensirige Limousine, 8/35 PS mit Öldruck-Vierradbremse, Zenlral-Chassis- Schmierung usw. ADLER"STAN DARD 6 Der Wagen, der die Weit umkreiste. 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Lialenstrahs 55 65 Belrievsrste-versemmiung Tagesordnung: L Vortrag des Kollegen Echeffler ülieü Ziranfeniassenmesen. 2. Aussprache. 3 Berichte dene». Ohne Mtigiiedsduch und Vetriedsrai» ausweis lein guiritt Rege Beleiligung wird ennartet Allllwoch. den 20. Utarj. abend» 5 Ahr, Im Verbandshaus. Cinico- firaste 83-05, Porloi I. Stgungs immer 4 Branchen-Versammlung der Emamierer Tagesordnung L Stellungnahme zum Ablauf des Lohn» tunfs 2. Disluisto». 3 Branchenangeiegenheitrn. Migiiedsbuch legitimiert Zahlreicher Besuch wird erwartet. ZpieSpIsn unserer Hulfuradtellua» z» der Wschr nsa 24. dl» 2» Mir,! L Sputen im Schnee(ober die Sesahrr» der Bernina) 2. Bicnd! oerlauft Honigkuchen. 3. Crysier-Moloren. z» drr Woche nomZl.MIr, dl,«.April: 1 Au, dem Reiche des ZUmgs der fidmga. 2. Bonbon. 3. Strümp fmitkerrt. Z» der«och« noa 7. bis 13. April: L Sari /Liebe und Srottl im dunklen Erddell). 2 Der luftig« Kobold. 3. Herstellung non Büchern. Z» der«och« noa 14. bis 27. Aprll» I. Der tanzende Tor 2 Mary mach! ein« Hochzeitsreise. 3. Die deutsche Apolhef«. Anfragen wegen Benich und Hebe» iassung der Abteilung find lelephomsch oder schrtft/tch an die Kuiwrabtetluug(Bürir Sinienstr.«3,35, gtmmer 20» zu rlchien. Die Ol Uvci walttintf. ! Gemüse- i und ! eiumen- I samereien ! In nvendssiger QoaliUi > • Rasen grasmlschun tscr./ Ob»t- ' bdume � Beerei-.äudmr i Erdbeeren s Rosen/ Zier- i slrSucher/ Blütenstnuden | Dahlien/ Gladiolen- Begonien i Gart eng crSfe/ OOngemiHel i Sdiddlingsbek&npfungsmiliel ; Metz& Co. Barl in-Steglitz SchloBslraBe 9-10 1 Fernsprecher: Slegllt» 1205,04 I Filiale: > JUexanderstraBe 44 (am Alexanderplatz) L i Femspr.: Kupiergraben 0518« > Rekhillus trierf er Katalog und m 1 Sonderangebote kostenfrei I l> |S9#9#«# 999999 999999 Bekauutmachuttg. «a Vsuuerskag. 22. 7Ndr, 1030. werden im Weg« der gwangsnollnredunz öffeniiich»eistdielend gegen Barzahlung verlieigeri: 30 Ahe, Kaan. 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NK Front Im Wankt» von �rtur I-Isimburxer Sn Eanzleintn gebunden 4.«o Mark Oer Komsn„91a Front Im«fankan" Ist dei sNer Schwere der geschilderten Ereignisse ei» opimmlisches Buch/ Es endet mit piolelarischer Zuversicht und einem Bekenntnis zum Kämpfen Niemand wird bestreiten, daß das ein Vorzug eines Kriegsbiches ist in einer Zeit, wo uns nicht nur die Schallen der Vergangenheit, sondern mit ihnen die Nöte der Gegenwart schlimmer als je bedrücken ionderandcbol Nur 3 Taget 18.- CntzückendM CbaraeosEhleid rlnesus floeUg Bis Beispiel sus unserer Kollektioi selbstfabrlzieiter Kleider croäe Weiten 21 29.- Dsr clsganto Fröbiahrsmaotel |a rtelea rormea helle 0. MlUclfsrb., auch rroße Weiten, ganzMiert BsrlDebUu 39.« Gebrüder Moses |/s>_-.A__a a 4 C iwlah.Haatvsittlplatza. SpllMmtriit Kursvaoeidu.-«»»«.«nsMAmit»»i»?. Möbel-Apelt Wegen baulicher Veränderung voranstalte Ich nur kurze Zeit einen TEILAUSVERKAUF Sie haben dabei die günstigste Gelegenheit, komplette Schlaf-, Speise- u. 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Borbesvocchung der Ssler. und ssecirnfabrten. � Sraooe Bonk-ow. Am Donnerstag. S7. Zita», oeranstave» wie anNißlich des ö. Smtopeo.Aeburtstaaes in der Aula des Ln,eams, Da:'low, Görschstraße, einen Elteknabend. tu dem wir Barteigenofsen, Eltern und s?reunde be»lich einladen. Erwachsene 40 Pf.. Kinder 30 Bf. emschlieftlich Programm. remoelboi-Mariendoes. Die Roten ff-lkcn Beider Srugv-a treffen sich beute vorm. 40 Ubr bei 38ali. 38ar-iendoef, Ebaalseestraße.. chobenschö 0-8 aasen. 38ontaa. 24. 382». non 17 bi» lS Ubr, in der Echu�' barack« Dinaelftedter Straße Smasoiel«- VoUs'ar»'-. Dienstag- 23- Ma»e Turne» in der TurnbaU- Roedernftraße: ATSB�TreffounIt 1? Ubr Allendorfee Straße. Wittwech. I« 382». von 18 bis 19 Ubr. Rote.Aall-n.Arbettsg-m°in. ichast bei ZLnai Schal,. Bot. Kebmiaktr. 31. Donnerstag. 27. Ma». von 17 bis 19 Übe. im Suaaudbetm ffreienwalder Str. 6. Liederimchmltta« lLtcd erblicher iichtrnbera. Dienstag. A 382». IZli Ubr. im Zuaendbetm Konff. stroß« findet unsere Elternversammlun» der©rarocit Neu-Lichtenderg und Licluenbtrg-svord statt. Wir»warten alle Eltern. n 8 Sozialistische Arbeiterjugend Gr.-Verlin Einsendungen für diese Tlubrtf nur an ba4 Zugendsefretarint Berlin 02568, X-indenffraff 3 T«G.: Cef fcntlichc Kundgebung. Morgen. 1914 vde. i» der Avl» der Sich»!« Kechpr. 13, Bertraa:.Soge» die politisch« VerKeganq der? aar ad!" Res'rraten: Dr. Kaele». Dr. kitte Zriedläad« nnd Scrd Bethnr. HBc Avnktionör« der Sroß-Berliner Aaaead. grappe» treffe» fich bereit, 1341 Ubr edradort Heute. Sonniag, 23. März: Arnswalder Plaß: 13 Ubr Werbebetirksfilmabend.— Falko lad ll: Bs- stchtigung des Konsums. Treffpunkt 9 Ubr Bobnbof Schänbauser Allk».— Schöndavser Vorstadt: Treffpunkt ,ur Werbeb»i�socrans!aIt»W 16>b Ubr »Sotialiften-Eck«".— Zallesäe» Tor: Treffpunkt tue Fahrt 8Vs Ubr»Rote Ecke". Wir aehen nicht ,ur Iugendweibe. l!>>b Ubr gehen wir geschloisen �uim Tilmabmid der Gruppe Slidwest.— Marieadorf T: Sewiabend 17 Ubr Dorf. firaße sZllte Schul«!.— Br>8! und II: Bejichtigang des Konsums. Treff. vunkt 891 Ubr s)abn- Eck« Rudower Straße. Wi Ubr Hchmabend-— Re». iöll« IX; Besichtiaaug des Konsums. Treffpunkt 0 Uhr Babuhof Hermann» ftraße.— Friedrichshagen: Heim Friedrichsir. 87. K- 3. Liederabend-— Lichten. bag.Jlort: Heim Giriicrftr. 44, Leseabcnd.— Tegel: Heimabend in Rei. ntdt*bocf.ßft.— Zdeinickendors.Gest: Heim Außenspielplaß, Seidalsiraß«, Heim- abend.— Pankow UI!R.e?.!: Treffpunkt 10 Uhr Marktploß zum Besuch der Jugendweihe. ''~ I'! @ Südweste», Heim Ljudenstr. 4. 19 Uhr Lichtbildervortrag:„Inter. ßZ nationales Arbeitsamt". Reierent: Genosse Paul Bernstein. Eintritt Fl frei. Geiwssen anderer Gruvpea stnd willkommen. fss f=ä Werbebezi rk B reo, lauer Beta: Tilm-Matinre im Kino de» Deutschen g Metassarbriteruerbonde». Linienstraße. 18 Uhr Vortrag:-.Arbeiterklasse M nnd Film" lkurt E>si:crl. Filme:»Wunder Assrns".„Gold de, Fl Orients" und eine Humoreske. Streichoechcstcr Prenzlauer Berg. U». st koltenbeitrag 20 Pf. Weebebchirl Schöncbee«: Gedenkfeier an den Sräd«n der Kapp-Putsch. Opfer aus dem Friedhof»Blank« Hülle", Linden hol- Tee!w»n!t 15 Uhr not dem RrteMiol. Alle Grnppen ntbmt» daran teil und bringe» die Fadnen»rit. Abend» im Seim»Bunter Abend". Weibebeiiel Reuköll«: fieiinabcich Im Heim Aanner Straße, 19 Uhr. Ans. gefialtuna: Wteilung Neukölln IX. � Morgeu. Montag. 24 März. tSi/o Uhr: Arnewaldee Blaß N: Heim Nastenburger Stooße.»Taaespolitilch« Er. eignisse."— Falko'ah!: Schul» Sonnenburg« Str. 20.»Aufbau der Oraaui- sation."— Falkplah IT: Schul» Eannenburger Str. 20.»Religiöser Soualis» ntns."— Sumanuplah: Heim Scherenbcrastr. 7.„Wir und die Gewerkschaften." — Rordastco U: Leim Dan,iaer Str. 62. Kurireserat«.— Schändaufer Vor. ftadt! Schmie Sonncnbnracr Str. 20. srilmodend.— Andreosplal,: Heim Brvnrmnste. 1. Uebungsabend.— Halletche, Tor: Heim Porckste. ll.»Unser« Gegner."— Tharlotteo.buea.Nord: Heim Olbersstraße..Berufsausbildunaeacseß." .. Vaumschulenweg: Heim Eenftstr. 16...Ehescheid'lNgsreform."— Treptow: Schule Wildenbruchstr. 52 ikinderhortl,„Wcrbewoch»."— Vankow M sR.chs.l: Keim Ki'stnaenstr. 48. MitaNederverfammlung. Mr Delegierte.Werbebegirks- delegiertenkonferen,.— Südwesten: Dir beteiligen uns an der Kundgebung der GSG- Kpchste. 13. Treffminkt 1861 Ubr vor dem Lindenbeim. WeLbebesirl Weddtng: Alle Schüler treffen(ich Mir kundgeknrna um 18'1 Ubr Vadstraße Ecke Pringenallee, od« 19 Ubr U. Bahnhof Reinickendorfer Straße.» Zoiislkwcke tekülergsmesmekstten öee SosiaHttuchan Arlselterjugand QreO>Berliii Oeffentliche Kundgebung m«rg«n, Montag, 9 4, MUrt 1930, 19.30 Uhr in der Aula dar tehul«. Barlin 1W, KachttraBa 13 Gegen die pollthcbe Verhetzung der luvend! eafarantam Dr. Kanan> Dr. FrtcdlOndar/ Card Bottuir Werdebeiiel Schön eberg: ZS«rbe.b»i>cksvorstandsssßung um 20 Uhr im Heim. 19 Ubr ebendor.t Wonderltlterkonfrren,. Werbebel, rf Reutölla, Treffpunkt der Schüler und ArbciterfugentuGruppen 18?i Uhr Rathaus Neukölln._ Allgemeine Wetterlage. 22 Marz 4930,abds, -SSsü wölken!««, CS hoifw.O halb bedeckt ® wolkig.# bedecktaRgeftAGraupeln �negsHebel.? GtwiSet<§)Winjatille In imsarem Bcziit stieg Ayl Sonnftbonä Kai südwastliäxif Windon die Temperatur st«Ucnws>so. bis 1.6 Grad Celsius. Nocki am Nochmiltaq trat dann schnell Abkühlung ein. di« vielfach von Idchtrn f'chgenfällen bogscitot war. Innerhalb des kühleren westlichen Luft- torpers geht.pir Amt über der Nochfee und dem gröhten Teil Deutschlands Druckanstieg vor sich. Dadurch breitet sich dos Westouropa uich die Mittelmeerländer bedeckende Hochdruckgebiet all- mählich auch über Deutschland aus. Wetker für Vcrlln: Räch ziemlich kalter Nacht schnell ansteigende Tagestemperatuilen. wolkig bis heiter, meist schwache Winde.— Zur Deutschland: Größtenteils trockenes, teils wolkiges, teils heiteres, ober im ganzen etwas kühleres Wetter. Briefkasten der Redaktion. H. R. 37. 3a. Centcalboderv «nudlapstat d IS 200 ooo aefatat, 9433SM Sebuolcklattebne ö» 446 97Z Ut| Gefawtcklmleof„ 43,»oo,« I preußische Bodenkredit- Aktiengesellschaft Don unseren 80/o Senttal- Gold- Vfandbriefev vom Aahree 1923/ mit April> Oktober. Zinsen, die an den Lorsen bon Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln und Leipzig amtlich notiert werden, legen wir 3000000 Oe ldmark zum Kurse v«» 90,50 0/o abzüglich Stuckzinsen bis zum 1. April zur Zeichnung auf. Die Zeichnung findet statt vom 26. März bis zum �5. April d. I. fr'üherer Schluß vorbehalten, bei der preußischen Central. Äodenkredii. Attiengesellschafi, ,, Deutschen Sank und Oistonto-Geiellschast und deren Zwetganflaltm, „ dem Äankhause G. Äleichröder, Äcrlin und bei den sonfllgen Zeichnungsstellen sowie bei allen Bankfirmen und Sparkassen, wo ausführliche Prospekt« ZU beziehen sind. Die Abnahme der Pfandbriefe kann bis zum 3V. April d. Z. erfolgen. Stücks liefern wir sofort. Eine Kündigung ist frühestens zum 1. Oktober 1934 zw lässig. Die Tilgung muß spätestens 1966 beendet sein. Die Pfandbriefe werden von der Reichebank sn Klasse A beliehen. Die Aufsicht der preußischen Staatsregierung wird durch einen für die GeseNschast bestellten besonderen Staatekommissar allsgeübt. Serlin KW 7; Unter de» linden 45/49 preußische Central-Vodenttedit-Attleugesellschast Aartmann Oesterlink Wrede Orßsniscke Krsnlckeiten sollten liolnöopattiiscli belisnäelt werden. Kopfschmerzen. Magenbeschwerden. Unwohlsein usw: sind Vorboten von ernsteren Krankheiten u. es hat keinen Zweck an ihren Auswirkungen mit Pillen u.Betäubungsmitteln herumzulaborieren. Es kommt darauf an, die Ursachen der Krankheiten zu bekämpfen, es kommt darauf an, alle Abwehrkräfte, die im Körper jedes Menschen latent ruhen, mobil zu machen, um eine dauernde Heilung zu erzielen. Die groben Erfolge haben zu einem Siegeszug der Homöopathie gefuhrt. Homöopathie heißt Heilung von innen heraus, sie bringt eine Erneuerung des M ganzen Körpers mit sich. Am sichersten hilft: Homöopathie Dr. Modaus I R ADEBltui.- P RESD EN Srnm�msM�ih, tißmJctmmk ÄTW? Auf Wunsch i Erleichterte 'ahlungsbedingungffil MONATSRArEW I Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes, des Gastwirtes Alfred Will übermittele ich hierdurch allen Freunden und Bekannten, insbesondere Herrn Stadtrat Wendt für seine trostreichen Worte bei der.Einäscherung:, sowie der 77. und 78. Abteilung der SPD. Schöneberg meinen herzlichen Dank. Bln.-Schöneberg, Martin-Luther-Str. 69. Anna Will Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben unvergeßlichen Mannes, treusorgenden Vaters und Schwiegervaters, des Schneiders Heinrich Begehr sagen wir allen denen, die ihm das letzte Geleit gaben, insbesondere den Rednern des Verbandes derFreidenker.des Bekleidungsarbeiterverbandes und der SPD. 42. Abteilung unseren herzlichsten Wwe. Emma Degehr Sohn Max and SdivlegertoditeT. I WM MetallaMitsr-VfiM Vervaituncsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollezin Emma Mahleck geb. 27. Innl 1883, am 12. MSrz _ geilotbctt ist I EHre Ihrem Andenken! Die Etnäschernng hat bereits statt» gesunden. I>le OrltTerwaUemg. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei Einiischerung meiner lieben Frau. uitseeee guten Mutter Bora Schulze sagen wie allen Bekannten sowie den Genossen der 1. Abt. der SPD. nnseeen heezilchsten Dank. kleinrieh Schulze nebst Kindern. Verkäufe ffebcz&eiten bei mit billiget und besser. Lochfeine 10,—. lä,—. 17,—. 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Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes und des Anf- sichtsrates. 4. Wahlen zum Aufsichtsrat. 5. Aenderung des§ 20 Abs. I der Satzungen: Ersetzung der Worte„in den Gesclischaftsblättem* durch die Worte „im Deutschen Reichsanzeiger". Jeder Aktionär ist zur Teilnahme an der Generalversammlung bereebtigt. Um in dieser stimmen oder Anträge stellen zu können, müssen die Aktionäre ihre Aktien oder die über diese lautenden Hinterlegungsscheine einer Eft. kten- girobank gemäß§ 21 der Satzungen spätestens bis zum 8. April 1930 einschließlich bei einer der nachverzeichneten Stellen hinterlegen und bis zur Beendigung der Generalversammlung dort belassen: bei der Dresdner Bank in Dresden und Berlin sowie Ihren übrigen Niederlassungen, bei der Dürener Bank in Düren, bei dem Bankhause Simon Hlrschland in Essen und Hamborg, bei dem Bankhause Veit 1» Hombnrger in Karlsruhe, bei dem Bankhause A. Lery in KBIn, bei dem Bankhause Flemming Ä Co. in Magdcborg, bei der Oldenburglschen Landesbank in Oldenburg U O., bei der Mccklenborglsdien Bank in Schwerin L M, bei den Herren Prochl ä Gnimann 1. bei der Amsierdamsdien Baak/ Amsterdam. Dresden, den 20. März 1930 Der Vorstand Nathan. Gnfmann, Teilzahlung! Teiiz-Hlungl Seiljüblnna! kulant, billig, reell. MSbel-Risch, Große ffeankfueteemniße 45—<6_____* Rablnngs-Seleichternng ohne Peeisani- schlaa. Schlakzimmer 550.—. Speisezimmer 450,—, Lerernzimmee 300.—, Ankleide. schränke Mit Epieaek SS.—, Küchen, PolsiermSbei. Möbelhaus stein. Wein. beraewra Nr. 2«._ Schlaf, imtnee, Küchen in roh von 39.— an, lackiert und lasiert bis zu 700,—. Bern. Luisenuser 11, ffabtil. flebaube n. Teilzahlung gestaltet.• Sleisee, preiswerte Möbel. Aleranbee- plak______ Möbel ebne Anzahlung bei lang. frtstiaftee Ratenzahlung und größter RÜcksichinahme. Komplette Wohnunge» eineichtungen wie auch einzelne Möbel» stücke, skeeie Lieferung. Möbel.Eohn. 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Das Feuer im Herd ist erloschen. Zum wievielten Male kräht der Hahn schon?.. Hell steht der Morgenstern, und die Nacht versinkt, Di« alte Frau hustet und klappert mühselig mit den Waffer- enncrn zmn Brunnen. Ihre Finger sind gichtig und zittern, wenn sie den Eimer heben... Wozu hat man ein einziges Kind... eine einzige Tochter?.. Morgenglocken läuten... Fabriksirenen gellen... zerreißen die Dunkelheit, zerreißen den Schlaf. Warum weckt der Wecker nicht?.. Herta Wiese fährt hoch aus den Kissen. War nicht Helligkeit um sie... Glockentäuten?.. Lichter Traum!.. Jetzt keift eine Strrnme. Es ist die de? Wirtin, welche mit dem Schlafburschen streitet, der aus dem Hängeboden über der Küche schläft. Stiefel pottern an di« Wand. Das Mädchen drückt noch einmal den Kopf tief in die Kiffen... Ein« Uhr schlägt sieben langsame, raffelnde Schläge. So beginnt ein Tag. Elektrisch« Bahnen klingeln auf den Straßen. Omnibusse rasen. Die Stadtbahn donnert über Brücken- bogen. Auf den Hintertreppen der Häuser riecht es nach Malzkaffce und übergekochter Milch. Denkt Herta Wies« daran? Sie denkt nichts, als daß sie noch müde ist, daß es bald wieder Abend fein könnte, well sie heute mit Erich ins Kino gehen will, daß aber bis dahin noch ein« Meng« Arbeit getan werden mutz, die st« absolut nicht interessiert. Aber sitzen denn nicht an Hunderten von Schreibmaschinen Mädchen..., arbeiten nicht Tausende in Fabriksälen?.. Es ist olles so un- wichtig... Und das Licht des Vormittags wächst in die Fenster. Di« bucklig« Näherin im vierten Stock des Hofgebäudes sitzt wie immer an der Nähmaschine. Im ersten Stock gießt ein blondes Mädchen einen kümmerlichen Blun»enstock. Bozu gibt es eigentlich Blumen?.. Uebechaupt im Winter?.. Es ist eine Quälerei. Es ist alles wie jeden Tag. Um 12 Uhr diktiert der Chef. Um 1 Uhr ist Mittagspaus«. Fünf Minuten nach eins diktiert der Chef noch. Di« Buchhalterin am Nebentifch nimmt ungeniert ihr Butterbrot aus der Mappe und gießt aus einer Thermosflasche heißen Kaffee in eine Tasse, der der Henkel fehlt. Diele Menschen laufen hin und her. Dos Lehrmädcl schreit von der Tür aus: „Soll ick noch for jemanden Kuchen mitbringen?.. Wollten Ee nich heute Würstchen haben, Fräulein Wiese?" Ach so der Chef!.. .Wommen Sie in mein Prioattontor". brüllt der wütend,.her Brief muß noch weg, heute!"... Im Pvioatkontor ist es hell und behaglich. Ein Streifen Sonne fällt durch di« weißen Scheibengardinen. Auf dem Schreibtisch stehen Blumen in einer schmalen Bas«. Aus einem braunen Leder- sofa liegen seiden« Kissen. Das Mädchen sieht das alles nicht. Es denkt: Wenn Erich nur jetzt nicht cmruft... Cr wollte heute mittag anrufen!... Sie sitzt, den Bleistift in der Hand, das Stenogrcnmn zu beenden. Der Chef steht hinter ihr. Langsam kommt seme Stimm«: „Betreffs Ihres Aufttages... aber nein... warten Sie... Lesen Sie mir noch einmal den Ansang des Brieses vor!" Er sieht das Mädchen an. Ungeduldig legt das Mädchen den Bleistift hin und beginnt zu lesen. Der Mann steht dicht hinter ihr. Er legt die Hand auf ihre Schutter. Sein Atem ist über ihrem Haar... Das Mädchen hat geendet und rührt sich nickst. Es denkt: er hat doch ein Verhältnis mit der Einkäufern... Ein« Fliege stimmt um die Lampe. Ganz leicht zieht das Mädchen di« Schulter zurück.-Sofort tritt der Mann zu? Seite und ist sichtlich verstimmt. Eine Falte droht zwischen seinen Brauen. Erst jetzt erschrickt das Mädchen und fühlt brennend seine Abhängigkeit. Es versucht zu lächeln. „Starren Sie gefälligst nicht in di« Lust, sondern schreiben Sie: Betreffs Ihres Auftrages teilen wir Ihnen mit, daß der Liesermrgs- ternstn.. In diesem Augenblick schrlllt das Telephon, Jäh durchzuckt es das Mädchen: Das gilt mir! Das ist Erich! Mein Gott... wer aber hat es gewagt, das Gespräch hierher ins Privattontor um- zuleiten... Das ist eine Infamie von... von?., Gespräche der Angestellten sind doch eigentlich verboten!.. Schon aber hat der Mann den Telephonhörer hochgenommen: „Hallo!.. So?.. Ach das ist ja reizend! Ihr Fränkin Braut wird sich sehr fteuenl.." Seine Stimme bebte vor Spott. Mft einer Verbeugung reicht er den Hörer dem Mädchen: „Bestellen Sie bitte Ihrem Freund, in Zukunft brauchte er sich nicht mehr die Mühe machen, Sie anzurufen! Er könnt« schon am Vorrrattog mft Ihnen spazieren gehen, wenn es ihm Freude macht!" Bleich vor Schreck steht das Mädchen... War... war das eilte Kündigung?.. Hart wirft sie den Hörer aus di« Gabel. Ein paar Schritte mm sind es bis zur Tür. Wer hat ihr das angetan?.. Der Chef starrt ihr nach: „Es sällt Ihnen wohl ein. daß sie«in Ainecht aus Mittags paus« haben, Fräulein Wiese? Na. guten Appetit!" Hinter der Tür aber prallt dos Mädchen fast mft der Em- kaufe rin zusammen, die ihr schadenfroh lächelnd nachfielst. Die Großstodtstrahen sind zerwühlt von Monichen und Lärm. Von eiw'm Kirchturm hallen Glockenschläge. In den hellen Kaffee- häufern plaudern die Menschen. Vor den Theatern fahren die eleganten Wagen vor. Musik Hingt bezwingend aus. Dos Leben brennt in flammenden Fanalen, lieber der Großstadt liegt der rote Dunst. In dunkleren Vorstodtstrahen weht ein kalter Wind. Frauen mit gemalten Gesichtern stehen an den Ecken... Ihr Lochen spreizt sich frech Ich muß ja nach Hause! denkt das Mädchen... Nach Hause?.. Ist diese kleine Hinterstube im vierten Stock bei der dicken Frau Kruse, die tagsüber zu fremden Leuten waschen geht, wirklich dein zu Haus«?.. Schluchzen schüttelt dos Mädchen... Warum ist sie damals davon gelaufen und hat dft Mutter allein gelagea?,, Weil das Leben lockte, dos viele Geld, das man verdienen konnte in der Stadt, di« bunten Dinge, di« man dafür taufen konnte... Scham brennt in ihr. Nie kann sie zurück... Und stellungslos schon gar nicht! Sie muß eine andere Stellung finden, und sei's jetzt auch noch fo schwer. Sie wird dann wie immer etwas Geld noch Haufe schicken, trotzdem die Mutter nie darauf antwortet... wird schreiben, daß es ihr gut geht, wird nebenbei sparen, daß sie vielleicht doch noch enmiol heiraten können... Erich und sie... Und wenn fi« nun kein Geld mehr verdient?.. Dann mutz ja auch alles mft Erich aus fein... Verzweiflung treibt sie vorwärts. In der kleinen, dunklen Stube, in der eine viel zu hoch hängende Lampe trübselig brennt, kniet Herta Wiese vor einer ge- öffneten Schublade und kramt zwischen den Sachen. Den Brief sucht sie, den letzten Brief der Mutter zu ihvem Geburtstag vor einen, Biertsljahr... und da im hält sie ihn m den Händen, den linierten Bogen mit der zittrigen, unbeholfenen Schrift: Mein« liebe Tochter... Kein Vorwurf in den Zellen, keine Klage... aber dazwischen zuckt es und ruft und ruft... die Unterschrift ist von Feuchtigkeit oerwischt... Da lehnt das Mädchen seinen Kopf an das hafte, schon wumr- stichige Holz der Kommode und weint... Abendliche Dunkelheit liegt über dem Dorf wie ein samtenes Tuch. Im Laus des Flusses spiegein Sterne. Von der Station her pfeift der Zug«... In dem kleinen Häuschen, ganz am Ende des Dorfes, wo der Wald beginnt, brennt kein Licht. Nur das Feuer im Herd wirst seinen zuckenden Schein auf alle Dinge. Die Kammertür steht offen. Unruhig wirft die alte Frau sich im Bett umher. Manchmal stöhnt sie leise. So sehr schmerzte di« Gicht. Die Fensterladen sind nickst geschlossen. Der Wind rüttell daran... oder war dos nicht der Wind?.. Die Nacht sieht herein, und hoch steht das Licht der Sterne. Die alt« Frau faltet die Hände. Ging nicht eben die Tür? Ist dos die Nachbarin, die die Kuh gemolken hat und jetzt die Milch bringt?.. Nein, das sind nicht die schweren Schritt« der Bauersfrau in ihren derben Stieseln... Das find leicht« Schuhe, die über die Dielen huschen, eine helle, wenn auch von Tränen erstickte Stmnnc: „Matter I.." Die alte Frau sitzt ausrecht im Bett. Ihr« zitternden Häird« streicheln fortwährend den Kopf der Tochter und die Hände und den Stoff des Kleides... „Ich will dir eine Suppe kochen, Mutter... und will es ganz hell machen hier... und will..." „Tu alles, Kind... Du bist ja wieder nach Hause gekommen... Ich wußte es immer... einmal kommst du doch wieder..." Die alte Frau lächelte... Das Mädchen schluchzt noch immer: „Aber... ich kaim dir nun kein Geld mehr geben... Mutter!.." „Geld?" fragt die alte Frau verwundeft:„Ich habe doch das Häuschen und den Hof und die Kuh und die Aecker und Wiesen, die verpachtet sind..." „Ich... ich Hab« dir aber doch imnrer Geld geschickt", stottert das Mädchen und ftchtet sich jäh auf. „Ach so... dein Geld!... Das ist alles da..., das gehört olles dir... ich brauchte es nie... es ist schon eine ganze Menge... wenn du einmal heiraten würdest!. „Mutter!" sogt da das Mädchen noch einmal... mehr kamt es nicht sogen und braricht auch nickst mehr zu sagen... Die Mutter lächelt und hält ihr Kind fest umschlungen... Dom Kirchturm her weht Abendglockcnläuten... 3)r.&rHsB Wahn: Schlaf Der noÄiehende Wsbmtt ist mit Erlaubnis ber gratukhschen Vir. laashanbluna, Ewttaart, i>nu reich illustrierten Werk von Dr. ltrifc Kahn..Da» Lebe- de, M-nIche-". i Bände(Band 1— t je 16,50 M.. Band 5 etwa 8 M.) entnommen. Wir kommen auf die Be- deutun« diele« M-isterwerte» roouläoonisenschaftlicher Aufklärung noch zurtick. Unendlich viel ist über den Schlaf philosophiert worden und man müßt« oiele Seiten füllen, wollte man alle Schlastheorien von Aristoteles bis Freud und Pawlow anführen oder gar das Schone und Klug« zufamemntragen, das di« Weifen aller Völker über den Schlaf geschrieben haben,„der den verworrenen Knäuel des Lebens löst, der jeden Tages Tod ist, der Mühen Bad, der Herzenswunden Balsam, der zweite Gang im Gastmahl der Natur, das Hauptgencht beim Fest des Lebens". Di« exakte wissenschaftliche Erforschung des Schlafes hat erst in unseren Tagen begonnen und damit auch di« ersten objektiven Grundlagen zum Verständnis dieses geheimnisvollen Naturwunders geichafte». Jeder kennt das.Sichtoistellen" der Käfer, ein Schutz- reflex, der nach den Untersuchungen der Zoologen durch Berühren bestimmter Körperstellen ausgelöst wird. Aehnliche Zustände wie das Sichtolstellen oder die res lektorische Zwangslähmung findet man auch bei den höheren Tieren, ja, sogar beim Menschen. Bei diesem wird der Lähmungsreslex zumeist von den Augen aus be- wirkt. Unter den Menschen übt der Hypnotiseur diese Kunst. Indem er den Blick seines Medjums durch scharfes Fixieren oder durch Vorhalten eines glitzernden Diamanten fesselt, wodurch bei leicht zu beeinflussenden„suggestiblen" Menschen dieselbe reflektorische Zwangslähmung, die Katalepsie, eintritt. Die Hypnose ist ein dem Totstellen der Tiere verwandter Zustand der Zwangslähmung, der mit dem normalen Schlaf gewisse Aehnlichkeiten besitzt und leicht in diesen übergefühft werden kann. Diese und manche andere Beobachtung ließen die Vermutung auskommen, daß der Schlaf durch Nervenzentren geregelt wird, die mit dem Blickzentrum, d. h. den Kenren der Augenmuskelnerven, in Beziehung stehen. Dies« An- nahine fand ihre Bestätigung durch eine neue, erst in unserer Zeit aufgetauchte Krankheit, di« Kopsgrippe, von der Wissenschaft Encephalitis lethargica genannt, d. h. die mit Lethargie, Schlaf» sucht, emhergehende Hirnentzündung. Nähert sich bei der Kops» grippe die Entzündung dem Kern der Augenmustelneroen in der Hinterwand der dfttten Hirnhölste mn Uebergang von Zwischen- zu Mittelhirn, so tritt gleichzeitig mit Augenmuskellähmungen entweder Schlafsucht oder Schlaflosigkeit des Pattenten«in. Schleicht der Krankheitsprozeß von hinten nach vor», so befällt den Kranken eine ununterbrochen« Müdigkeit; naht er umgetehft von vorn, so ergreift ihn eine ebenso anhaltende Unruhe. In der Hinterwand der dritten Hirnhöhle besitzt der Mensch ein Schlaf st euerungs- Zentrum, kurz genannt: Schlafzentrum, das aus zwei gegen- sätzllch wirkenden Teilen besteht. Erkrankt der vordere, so wird der Mensch schlaflos; erkrankt der hinter«, so wird er schlaffüchtig. Der ein« Teil ist ein Schlaf-, der andere ein Wachzentrum. Schlafmittel wirken, wie man an Schiafmittel-Vergisteten nachweisen kann, durch spezielle Beeinflussung dieser Hirngegend. Der von diesen Zeniten in einer uns noch unbekannten Weise ausgelöste Schlaf ist ein Doppetprozeß. Das Schlafzentrum wirkt einerseits auf das anintal« Nervensystem, die vor oder über ihm gelegene Hirnrinde, andererseits auf den im Boden der vieften Hirn- höhle und im veftängeften Mark hinter und unter ihm liegenden Zentralteil des vegetativen Systems. Di« Hirnrinde wird durch das Schlafzentrum blockiert, d. h. von der Außenwelt abgeschnitten. Es gelangen keine Reize mehr durch die Sinnesorgane zu de» Zentren des Bewußtseins, der Mensch sieht, Höft, fühlt nichts mehr von außen, er schläft. Der berühmte Kliniker Strümpell beobachtet« «wen Nervenkranken, dessen Sinnesapparate mit Ausnah>»« eine« Auges und eines Ohres abgestorben waren. Auch fein« Haut war gefühllos geworden. Stopfte er diesem Kranken Watte in das ge- sund« Ohr und hielt ihm nun die Hand vor das sehende Auge, so schlief er ein. S ch l a f i st H i r n b l o ck a d«. Di« Kunst des Ein- schlasens besteht in der Fähigkeit, sein Hirn gegen die Eindrücke der Außenwelt zu blockieren. Wer nichts mehr denkt und nichts mehr fühlt, schläft ein. Wer seine Gedanken abzustellen vermag, ist Künst- ler im Einschlafen, wie Napoleon, der das Geheimnis seiner große» Wach- und Schlastuitst verriet durch das Geständnis:«Die oerschi«- denften Sachen liegen in meinem Kopf softieft wie in Schubkästen. Ich öffne die eine und schließe die andere, je nach Wunsch. Wenn ich auszuruhen wünsche, schließe ich alle Schuhloi»«— und schlase." Neben der Rindenblockade, die zum H i r n s ch l a s fühft, werden die vegetattven Zentren gebremst, und es tfttt der vegetative Schlaf, der Körperschlaf, ein: der Toims läßt nach, die Muskeln werden schlaff, die Atmung vertieft, der Herzschlag verlangsamt sich, die Drüsen schränken ihre Tätigkeit ein. Der Schnupfen, der uns am Tage keine Viertelstunde ungeschoren läßt, ist im Schlaf wie ver- flogen. Mr freuen uns des Morgens beim Erwachen, aber eine Viertelstunde später erkennen wir zu unserer Enttäuschung, daß auch diese Heilung nur ein Traum gewesen, der Schlas und Traum der Drüsen, die genau so wie die Hirnrinde während des Körper- fchlafs blockiert sind. Unter normalen Bedingungen sind Hirn- und Körperfunkttonen vom Schlaf- und Wachzentrum aus parallel geschaltet. Sie wachen gemeinsam und schlafen gleichzeittg. Die Schlafzeiten köiuun sich aber zeitlich gegeneinander oerschieben. Gering« Verschiebungen beobachtet jeder gelegentlich selbst an sich oder seiner Umgebung. Wenn wiir des Abends eingeschlafen sind, uns aber im„Halbschlaf" noch unruhig hin und her wälzen, so schläft das Hirn schon, der Körper aber wacht noch. Wenn wir des Morgens zwar schon wach sind und schon denken, uns aber noch nicht erheben können, weil unsere Glieder noch„wie gelähmt" sind, so ist das Hirn schon wach, der Körper aber schläft noch. Besonders auffallend wird diese Ver- schiebung in Krankheitsfällen, namentlich im Fieber. Starke Ver- schiebungen können zu ganz eigentümlichen Kraickheltsbildern führen. Zu Anfang des Jahrhunderts hielt ein Roman die Welt in Span- nung, zu dessen Beginn ein Mann morgens tot in seinem Bett ge- ftinden wird. Die Gattin steht vor der Leiche und läßt sich von dem Freunde trösten, die Scheuerfrau unterhält sich mit dem Dienst- mädchen in drastischen Ausdrücken über die jäh abgebrochene Ehe und philosophiert schon über die Heiratspolitik der jungen Witwe, die wahren und die falschen Freunde kommen und sprechen über den Toten—; dieser aber hört alles, denn er ist gar nicht tot. Ein „Albdruck" liegt auf ihm: das Hirn ist wach, es hört und fühlt und will sprechen, den Körper emporreißen aus der Schlafftellung. aber es kann nicht; durch das Schlafzentrum ist der zum Körper hmabführende Teil der Nervenieittingen blockiert und erhält von der Hirnrinde keine Bewegungsreize mehr. Auch der umgekehrte Fall ist bekannt: das Hirn schläft; es empfängt von der Außenwelt keine Reiz«, denn es ist durch das Schlafzentrum blockiert. Wie in jedem Schlaf, ist es nicht völlig betäubt, sondern von Traumbildern erfüllt; es denkt, es fühlt, es„handelt". Normalerweise werden diese Handlungen nicht ausgeführt, denn auch die Körperleitungen sind blockiert. In diesen Füllen aber fließen ausnahmsweise die Traum- reize der Hirnrinde wirklich dem Körper zu wie im Wachzustand, und der Körper führt die Befehle der Rinde aus: er bleibt nicht still im Bett liegen, sondern erhebt sich, hantiert, öffnet die Tür, spaziert über Treppen—, nachtwandelt(Somnambulismus). Der Albbruck ist ein Körperschiaf ohne Hirtrschlaf, das Nachtwandeln «in Hirnschlaf bei Körperwachheit. Ein künstlich herbeigeführter schlafarttger Zustand, bei dem Hirn- und Körperschlaf, wenn auch nicht völlig getrennt, so doch nur sehr lose verbunden und leicht trennbar sind, ist die Hypnose. Wie man schon aus der Berquickung von Körper- und Hirn« schlaf vermuten kann, ist der Schlaf ein sehr komplizierter und schwer zu onalnsierender Zustand, über dessen wahre Natur wir so gut wie gar nichts wissen. Schon die Definition des Schlafes stößt auf große Schwierigkeiten. Der Schlaf ist ein höchst merkwürdiger, sehr schwer zu definierender Zustand. Er ist kein Leben und ist kein Tod, und das Einschlafen ist nicht, wie ein Franzose geistvoll desi- wert hat, ein seelischer Selbstmord; Schlaf ist auch keine Bewußt- losigkeit. Wenngleich wir der Außenwelt gegenüber bewußtlos er- scheinen, ist es in unserem Innern durchaus wach, wir trämnen, und im Gegensatz zur Bewußtlosigkeft sind wir auch während des Schlafens, so paradox es Hingen»tag,„auf der Wacht". Es braucht durchaus kein Lärm zu sein, der uns stört. Jede ungewohnte Abweichung vom normalen Schlafzustand bringt uns zum Erwachen. Die Mittler fährt schon empor, wenn im Nebenzimmer das Kind so leise wimmert, daß man„lauschen" muh, um es überhaupt wahr- zunehmen. Das Kind selbst wacht auf, wenn seine Nase zu bluten beginnt, obwohl dies gar keinen Schmerz verursacht—, die Selbit- er hallung verlangt es. Ja, der Müller, der gewohnt ist, beim Rollen der Mühlröder zu schlafen, wacht sogar auf, wenn«s still wird! Er merkt im Schlaf, daß die Röder stehengeblieben sind und Macht auj. JlllerköchUe Wlen In monarchijchüN Staaten beschäftigt sich die ZZallsphantasi« auharordeTTtlich gern und oft in witziger Weise mit der Frage nach dem Stoffwechse! der„ollerhöchsten Herrschaften". Der Kontrast zwischen den niedrigsten Leibesfunktionen und der Gnhobcnheit des monarchischen Prinzips, das«inst in Rom und Byzonz den Träger der Krone mit der Gottheit gleichsetzte, ist so grell, daß er geeignet ist. auch den in Ehrfurcht erschauernden Untertanen Bilder oorzu- gaukeln, die— sagen wir gelind«— respektlos sind. Und doch ist es unmöglich, gewisse durch Quellen oder durch gute Zeugenaussagen überlieferte geschichtliche Tatsachen zu oerschweigen, die es be. gläubigen, daß bei hohen Fürstlichkeiten der Drang, eine Notdurft zu verrichten, mitunter sogar in jenen weihevollen Zlugenblicken ein. trat, wo sie hoch zu Roß an der Spitze ihrer Heerscharen die Würde ihrer Herrlichkeit am ausdruckvollsten kundgaben. Es war im Jahre des Heils 750, oder noch mohammedanischer Rechnung im Jahre 128 der.Hedschra, da standen ciiwnder am Zab- sluß in Mesopotamien, bereit zur Entscheidungsschlacht, zwei�groß« Heere gegenüber. Das fromm« Küfa hatte sich gegen das unsittliche Damaskus erhoben, wo die Omaijnden ihren Hof hielten und trotz oller Verbote des Korans sich mit Wein berauschten. Der Kalif M e r w a n mußte den Kampf aufnehmen gegen seinen Wider- sacher Abdul Ab das, den Urenkel von Mohammeds Oheim. Die Schlacht entbrannte. Als sie am listigsten tobt«, fühlte der Kalif M e r w a n, der Kaiser der gesamten islamitischen Welt von Spanien bis nach Indien, plätzlich einen Drang, rasch vom Pferde zu steigen, um seine Notdurft zu befriedigen. Er ging bloß, wie man sagt, aus die kleine Seite, um sein Wasser abzuschlagen. Auf zwei oder drei Minuten, doch da merkten schau seine Garden, daß dos Roß des Kalifen ohne Reiter sei, und im Nu verbreitete sich das Gerücht, ein Pfeilschuß habe ihn getroffen und getötet. Allah selbst habe entschieden zugunsten Äufns, zugunsten der frommen Abba- siden gegen die sündigen Omoijaden. Die Schlachtreihen Mcrwons wankten imd wendeten sich bald zur Fluch, der Kalif selbst wurde überrannt und fiel dann im Kampfe. Ein historische Wendung trat «in, weil ein Kaiser zur Unzeit gepißt hotte. Was soll aber so ein Kaiser tun, wenn ihn in dem Augenblick, wo er hocherhaben, als sein lebendes Reiterdenkmol auf dem Feld- Herrn Hügel thront, der Drang überfällt? Na, heut«, bei so hoch rationalisierter Kriegskunst, ist es so, daß nur die Blicke des Ge- folgcs auf den hohen Herrn fallen, es geschieht weiter nichts, wenn er sich in die Büsche schlägt, um der Natur ihren Zoll zu entrichten. Auch der Kaiser Franz I a s e f ist einmal mitten im Kiampfgesühl einer jener Theaterfchlachten, die man K-aisermanöver nannte, genau so wie der Kalif Merwan vom Pferde gestiegen, ujiö zwar unter folgenden Umständen: Als der erhabene Monarch in» mitten seiner glanzvollen Suite gerade recht interessiert durch den Feldstecher den Gang der Schlacht beobachtete, nähert« sich von der rechten Seit« dem Feldherrnhügel plötzlich ein frecher Attentäter, bewaffnet mit einer Kamera, die er direkt auf die schneidige Reiter» figur des allerhöchsten Greises«instellte. Es war ein ungarischer Photoreporter namens G y ö r f s y— sogar n. Györfsy. Wie man «un weiß, Hot es Franz Josef als alter üttann absolut nicht vertragen, anders als in vorbereiteter Pose konterfeit zu werden, seine Untertanen sollten nie erkennen, daß ihr Kaiser mit d»r Zeit«in v«rhu zetter Greis geworden sei. Ein bitterböser Blick traf den Photographen, und eine rauh abweisende Gebärde ließ ibm keinen Zweifel übrig über den Grad der allerhöchsten Ungnade, die er sich zugezogen. Mit gedecktem Rücken verschwand er von der Bildfläch«, aber«r hall« doch den festen Austrag, Seine Majestät für die Buda- pester Ze.ftmtgen auf die Platte zu bringen, und. so versuchte er esj nach einmal. Ein Umgehung-maiwoer glückte Ihm so gut, daß er ptAzlich mit eingestellter Kamera auf der linken Seite des Feldherrn- Hügels auftauchte. Schon wollte er knipsen, doch da traf ihn wieder der Blick des höchsten Herrn— diesmal zornfunkelnd. Und gleich darauf ereignete sich noch etwas, was den armen Györftq völlig seines kühnen Mutes beraubte und fein« monarchistische Seele in panischen Schrecken versetzte. Der Kaiser-König stieg, wie einer plötzlichen Eingebung gehorchend, vom Pferde und setzte sich zu Fuß in Bewegung— natürlich elastischen Schrittes—, ober gerade in der Richtung auf den Photographen. Dieser ergriff nun sporn- streichs die Flucht und lief, was er konnte, bis er ein Gebüsch er» reichte. Dort warf er sich hinein und versteckte sich ganz zusammen- gekauert vor den zornfunkelnden Blicken. Doch der Kaiser-König folgte ihm. Genau auf dasselbe Gebüsch strebt« er zu. War es Zufall oder hatte er es reiflich erwogen wie den Weltkrieg— er machte gerade dort halt, wo Herr v. Györffq im Gebüsch»er- schwunden war. Dann öffnete er in zweckmäßiger Weise seine mit roten Lampassen besetzte Gcnerolshose und begann seine Notdurst zu verrichten gerade dorthin, wo der freche Photograph zusammen- geduckt lauerte. Der ganz« Flüssigkettsgehatt der helligen Stephans- kröne ergoß sich über dos Angesicht des treuen Untertans, und als er sich endlich wieder erheben konnte, troffen seine Kleider. Herr v. Györsfy ist aber darum kein Rebell geworden. Er war stolz darauf, in so nahe körperliche Berührung mit dem König von Ungarn gekommen zu sein w'e vor ihm kein Mann— nicht einmal der Leib komm« rdiener Ketterl. Er trug das wie einen hohen Orden und flmtert« in Budapest die Geschichte dieses großen Erlebnisses jedem ins Ohr, der sie hören wollte.„Ihr Blätter und Bäume im Walde wißt— ich Hab' Schön-Rotrauts Mund geküßt", heißt es in der bekannten Romanze Wörikes. So sang auch Herr v. Györiiy in Budapest:„Ihr Blätter und Blättchen Ungarns wißt— mich hat der König ongepißt!" Huzo Lelm!-. Ulan„dreht Stille an* So wie man heule das elektrische Licht androht, wird man auch Still« andrehen können, wenn sich die Erfindung eine» englischen Gelehrten Dr. James Re>binscm bewährt. Robivfon. d« über die Einzelheiten seiner Erfindung noch strenges Schweigen bewahrt. hat soviel verraten, daß es mit seinem Apparat möglich ist, einen bestmnntcn Ort oder Raum gegen alle Töne der Umwelt zu schützen. ihn gleichsam.geräuschfest" zu machen. Er hat«n Prinzip ge- funden, nach dem die Schwingungen der drahtlosen Wellen isoliert werden können, und hofft, überhaupt olle Schallwellen in einem bestimmten Umkreis ausschalten zu können..Sehr große Möglich» feiten bieten sich durch diese Erfindung," erklärt«in Sachverständiger in einem Londoner Blatt,.wir dürfen erwarten, daß ein Gebäude oder ein Bureau, das mit einem solchen elektrischen Apparat au?- gestattet ist, gegen alle Geräusche von außen geschützt wird. Durch das Umdrehen eines Hebels wird vollständige und absolute Ruhe erzielt. Ein Geistesarbeiter wird dann ungestört in seinem Zimmer schaffen können, während man nebenan zum Grammophon tanzt." it. Appell: Sächfifche Ulinmluren Oer Sympathieschnupfen. Sie hmmn awr'n Schnob den, Sie Hamm sich wohl erkäld? Ja. Awr und Abbsicht. Mid 2It»f>ficht? Ja. Au? Simmbaddie. Was soll dn das Heeßen? Das iß ä inssel umfchdmchlich zu erzähln. Awr wenn se? in» dressiert»... Freilich indressierd mich das. Also bassen Se auf! Unsr« Herda will sich doch zu Ostern fov- lohm. Unn weil da der gonse Besuch lammt, ivell miersch doch drheenre seiern, weils da ge, niedlicher iß,-- also desdrwegen Hamm mier jetzt de Maler. Unn da iß eener drbei, der hat so furchtbar n Schnubben. Da Hamm nner uns nu lange iewrlegt, »vas rnier machen salin. Sagen wollden mr nich gerne mas, daß der keene Schererein kriegte mid sein Meester, awr geschehn mußte was. Uns marsch nämlich haubtfächlich darum zu dich», daß unser Willi den Schmll'ben nich kriegt«. Wissens«, bei den werdz allen«! glci SckÄockschnubbcn, unn der dauert fier Woehen. Wo den sei Lährer sowiso gesagt hat, er mißte sich irnch dicht'gc Mieha gäbm bis Ostern, wennr nick) sitzen bleiin wollte. Also kurz und guhd, da sinn mier zu«rmer Bekannten gcgang, die hat ä Buch, da schdehn lauder solch« wissenschastliche Sachen drinn«, die unsere«? gar nich weeß. Unn wem» die das Buch offschlägt, da muß mr gans(chdille sinn, sonst heert mr de AÄ>derwelln nich rausch«. Das iß awr sehr nadwend'g,»veil das Bich sonst keene richtgen And- »norden gähm kann off die Fragen, die mr schdellt. Nu, nner warn schcen ruhig, unn mier hadden ooch so ä Summ' in Ohrn, das mich das Rauschen gewesen sinn. Unn das Buch hat gesagt: eenck aus unsrer Familie däht den Schnubben kriegen son d«n Maler. Unn mynn'n nich dr Willi kriegen solld«, da mißtn ä andres freiwillig off sich nenrw, aus Simmbaddie. Anfchdettd'g wie se iß. wolld« erscht de Herda sich obfern,»veil doch wogen ihrer Frlormwg de Maler da sinn,-- awr nachher hats ihr Breidiam nich erloobt. Unn da habb ichs ahm machen»nissen. Da bin ich mal frieh aus» Dedde mid bcrrbsgen Been offn kalden Drebbenschdufen rummgeloofen,-- bis'ch n Schnubben hadd«. '■ Nu, awr Horchense mal: da iß dock) das gor nich'den Maler fei Schnubben. Ob denn das da iewrhaubt was nitzt? Nu ollemal. Das iß doch gans bicbe. Schnubben iß Schnubbeit. Ob der rni fon den Maler iß oder von Drebbenschdufen, das macht »lischt. Das heeßt, ich will mich forsicht'g ausdrücken: hoffendlich macht das nischt. Mei Willi kam mir nämlich Heid« frieh so ä bisse! komisch sor. Ich willn Deisel mck» an de Wand malen, awr gefall» hat mir der Junge Heide frieh nich. Mißten das schließlich doch nich de richt'gen Aehderwelln gewesen sinn, was mier da rauschen gcheert Hamm? Hasenläufchen. Ich mecht ä Hasenleiftchen. Scheen. Bidd« sehr. Das hier? Hannn je nich ä bisse! ä grerßres? Greeßre wer» mier wohl nich Hamm. Greeßer sinn die näm- lich nich. Das iß Ihn' wohl zu tlcen? Groß isses nich... fr fier Bersohn. Da nemmse doch ne Keile! Da iß wohl mehr dran? An eimer Keile? Da iß mindesdens dreimal sofiel dran wi« an enn Leiftcheii. Mißt ich ne Keile nemm... Aior die iß och deirer? Meine guhde Frau, nadierlich iß die deirer. Weil mehr dran iß? Nu ja. Jewrbelern duhn mier niemandn, da» kenns« gloom, awr mier missen doch ooch sehn, wo mier bleirn. Das sehnfe doch hofsendlich«in? Awr wenn ich ne Keile vemm, da Hot doch mei Mann kee Leistchen. Der ißt nämlich so gern« Hasenleiftchen. Aber mier andern drei« kenn doch ooch nich bloß zugucken. Folldenz an Sonnbach. Da nemmse doch zwee Leiftchen! Zwee Leistchen? Sie, da hammse««gendlich recht. Dos kennt ich machen. Awr-- an enner Keil« iß doch mehr Fleesch? Bei enn Leiftchen hat mr doch sofiel Knochen. Unn bei ziveen erscht! Die Knaubelei-- da werd doch bloß de Briehe kalt drweil«,»mn nachher schmeckt s« een gor nich mehr so. Da isses doch nachher schade um die guhden Zudähben. Ich mach s« nämlich immer mit saurer Sohne. Ja, das wachen de meisden. Mier ooch Awr wie gesagt: cm* Keile iß kee Leiftchen-- unn wenn ich zwee Leiftchen nemm... Ä, vnssen Se, was: mei Maim läßt sich fon mir ooch keen« Forschriften machen. Der»nacht ooch,»oosr will. Da brauch ich mir fon denn ooch nich in meine.Hous,»«dschaft n.'inreden lassen. Obb der Abbedied off Hase hat oder nich, da» kann nur selMlbbe sinn. Da wer ich mir nich dn Solch driewer zerbrechen. Der mogg nr essen, rr«? offn Disch koimnt! Gähms« mir nml anderdholwes Ferdel Rindfkeesch Da mach ich S scheenes Rummschldäck drfon, dos läßt sich besser«indoiln. Die Elemente der Sonne auf der Waag«. Seit der Entdeckung der Spektroskopie � ist man imstande, festzustellen, wolche. perfchis- denen Elemente auf fernen Sternen vorhanden sind. Dirios Ber- fahren war aber immer' nur ein« qualitative chemisch« Analvse: man erfuhr niehts über das gegenseitig« Gemiehtsverhattms der Bestandteile. Nun ist es gelungen, aus der Breit« und Lichtstarke der Speklrallinien Rückschlüsse auf die Mcngenverhälttiissc zu ziehen. Freilich ist die Sanne ein Ball von qttchendem Gas in außer- ordentlicher Verdünnung. An jenen Stellen, deren Licht d»e schivöch» sten Linien zeigt, befinden sich auf einem Quadratzentimeter etwa 6 Billionen Atome, was ebensoviel wie einer zehntausendmal dünneren Luftschicht von Zentimeter Dick« entspricht. An Stellen. die stärker« Linien im Spektroskop ergeben, ist die Atomgahl 1000 bis 20 0ü0iml so groß. Selbst unter Berücksichiigung der Tatsache, daß«in Teil des Spektrums von der Erdatmosphäre verschluckt wird, konnte H. N. Russell schätzen, welche Gewichtsmengen der ein- zelnen Elemente auf der Sonne vorhanden sind, nämlich»n Pro- zenten ausgedrückt, 40 Wasserstoff, 23 Sauerstoff, 23 Metalldänrpfe: der Rest ist Helium und irai« Elektronen. Aus den Quadratmeter der Sonnenoberslöch« entfallen an Metallen in Grammen gerechner: Magnesium 130, Eisen 100, Silizium 60, Natrium 40, Kalium 23, Calzmm 20, Mangan und Nickel je 4. 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