Morgenausgabe Kr. 141 All 4?. Jahrgang «öchevtllch 85 UU meuaMch 8,60 9t t» voraus zahlbar. Postbezug<32 M. emschließlich 6<)Pfg.Postzeituugs» und 72 Pfg. Postbestellgebühreu. Auslands» abonnement 6.— M. pro Monat. t>tt„SonvÄrtf* erlchewt wochentSg. lid) zweimal, Sonntags und Dtontags einmal, die Abendausgaben für Verlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und.Kmderfrsuno". Ferner .Unterhaltung und Wissen".„Frauen- stimme".„Technik".„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" P- Aieriiner VoSSSblatt vlenstaz 25. Marz 1930 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Dw etitpalttg« Nonpareillezeil« SO Pfennig. Retlame�eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeige«' da» ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» da» erste Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben »ählen für zwei Worte. Arbeitsmcutt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl- Geschäft Lindenstraße 3. wochentäglich von ÖVj bis 17 Uhr. Je«ieawvsm britischen Unterhaus. London, 24. März. In Beantwortung einer Anfrage über die Vorstellungen bei der bulgarischen Regierung, unternommen wegen der von mazedonischen Revolutionären, aus Bulgarien, auf südslawischem Gebiet verübten Bombenanschläge, erklärte Außenminister Henderson im britischen Unterhaus, die britische Regierung habe zusammen mit der französischen lind der italienischen Regierung der bulgarischen � Regierung Ratschläge erteilt. Henderson fügt« hinzu, nach seinen letzten Erkundigungen bemühe sich die bulgarische Regierung, die Schuldigen ausfindig zu machen und der Lage Herr zu bleiben. Die drei Regierungen hätten die südslawische Regierung nachdrück- lich gebsten, ihre geduldige und nachsichtige Haltung zu bewahren. Die britische Regierung werde Bulgarien und Süd- slawien in ihren Bemühunzen moralisch unterstützen, die Zwischen- fälle im Geiste der Zusammenarbeit beizulegen. Revolte im Erziehungshaus. Kommunistischer Mißbrauch von FürsorgezSglingen. Von Hodvis Waohenheim. Im vergangenen Jahr hat der Hauptausschuß für Ar-- beiterwohlfahrt«in Reformprogramm veröffentlicht. Es sah zwei Hauptpunkte vor: einmal die Abschaffung der Fürsorge- erziehung als Sondermaßnahme und zum anderen die Reform der Anstaltserziehung. Die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Land- tags hat den ersten Vorschlag aufgenommen, ich habe ihn. leider ohne Erfolg bei den bürgerlichen Parteien, oertreten. Für die pädagogische Reform hat die Fraktion wich- tige Vorschläge gemacht. Wir haben für die Anstaltserziehung eine Auflockerung der Anstalten vorgeschlagen, halboffene Heime mit Besuch der regulären Volksschule, bei Begabten auch der höheren Schule, Fabrik- nicht An- st alts lehre. Wir haben verlangt, daß die Anstalts- fürsorgezöglinge in ihrer Freizeit so weit wie möglich mit ge- sunden Jugendlichen, etwa der Arbeiterjugend, verbringen. Wir haben diese Forderungen im Preußischen Landtag ver- treten und die Fürsorgeerziehungsanstalten, die Sozialdemo- kraten als Leiter haben, erproben feit langer Zeit unsere Vorschläge. Bei dem nach dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz konfessio- nellen Charakter der Anstalten ist ohne weiteres klar, daß die anderen Erzieher uns gar nicht oder nur zögernd folgen. Trotzdem haben unsere Borschläge ernste Beachtung gefunden, in diesem Jahre auch zum erstenmal durch den Wohlfahrts- minister. Es kommt nundarauf an zu beweisen. daß sie durchführbar sind. In diesem Augenblick erhält die Reaktion eine Hilfe. Revolten brechen aus nicht nur in altmodischen Anstallen, wo die Zöglinge wie Rekruten behandelt werden, sondern auch in besseren.. Gerade in diesen werden die männlichen Jugend- lichen. immer ungebärdiger. Namentlich die Anstalten, die modern genug sind, ihre Zöglinge in freie Lehrstellen zu geben, freie Nachmittage, Sonntage, Urlaube zu gewähren, haben unter der Erregtheit dieser Zöglinge zu leiden. Woher kommt das? DieZöglingewerden politisch von den Kommuni st en in unverantwortlich st er Weise verhetzt. Den Leiter der Berliner An st alt Scheuen, Straube, vermag ich nicht zu verteidigen. Die Bewaffnung eines Tells der Zöglinge durch den Anstaltsleiter und die rohe Züchtigung von Zöglingen durch Zöglinge muß in jedem einsichtigen Menschen den Eindruck erwecken, daß Straube den schwierigen Aufgaben nicht gewachsen war. Aber es drohen andere sehr tüchtige Erzieher dem Erregungszustand ihrer Zöglinge zu erliegen. Die KPD. gibt eine Zeitschrift„Der A n st a l t s- zögling" heraus, die kommunistische Zellen zu bilden hat. Die Zelle soll Material sammeln und der KPD. abliefern. Die Zelle hat weiter die Revolten zu inszenieren. Die letzten haben alle mit dem Ruf„Heil Moskau" oder einem dreifachen„Rot Front" begonnen. Ich habe nichts gegen po- litische Literatur oder Gesinnung oder Organisation auch der Fürsorgezöglinge. Die Arbeiterwohlfahrt hat sie immer pro- pagiert. Die Voraussetzung ist aber, daß die Parteien nicht die Jugendlichen mißbrauchen. In einem kommunistischen Flugblatt, das in der Berliner Anstalt Lindenhof verbreitet wurde, die der Genosse Krebs, ein Mann von hohem pädagogischem Können, leitet, heißt es: Revolte im Erziehungsheim„Lindenhof". Gegen die Erziehungsmethoden der bürgerlichen Gesellschafts- ordnungl Junge Arbeiter greifen zu Berzweiflungsakten, um das verhaßte Erzichungssystem zu brechen. Die Zöglinge der Anstalt„Lindenhos"(Lichtenberg) gingen am Sonntag, dem 10. März, offen dazu über, gegen den Wall des kapitalistischen Erziehungssystems anzurennen. Die Fäll« der offenen Meuterei der Insassen der deutschen Erziehungsheime beleuchten blitzartig die Zustände der Anstalten. Zlostentziehung, Zelle und Schlage, mit diesen Mitteln erzieht man in der deutschen Republik Jung- arbeiter. Immer wieder versuchen die Jungarbeiter, diesen un- menschlichen Behandlungen durch Selbstmord zu entrinnen. In der Anstalt Rastenburg haben Zöglinge des öfteren Löffelstiele verschluckt, Pulsadern durchgebissen. Wollt ihr. daß eure Kinder, eure Älassenzenostcn, in den Erziehungsheimen zugrunde gerichtet werden? Wenn nein, dann kämpft mit uns gegen die pfäffischen, heuchlerischen Srzfehungs« mechoden der kapitalistischen RepuWikl Besucht die am Freitag, dem IS. März, abends um S Uhr, stattfindende öffentliche Berfamm- Jung mit dem Thema Revolte im Erziehungsheim „2 i n d e n h o f". Verantwortlich zeichnet das Flugblatt— wie könnt« es anders fein—, ein immuner Abgeordneter. Mit dem Material, das mir vorliegt, könnte ich Seiten füllen. Es wird darin selbstverständlich von den Kosakenhorden Zörgiebels und der Sozialistischen Arbeiterjugend als Kriegstreiberin gegen Sowjetrußland gesprochen. Die Solidarität, die die Kommu- nisten chren armen Opfern bringen, besteht in Anträgen an die gesetzgebenden Körperschaften, die mit unglaublicher Ober» flächlichkeit zusammengeschustert sind. Da heißt es. die Für- sorgeerziehung muß revolutionären Arbeiterorganisationen übertragen werden, kein Lehrling dürfe aus seiner Lehre ge- nommen werden, kein entwichener Zögling dürfe in die An- stalt zurückgebracht werden, jeder, der eine Arbeitsstelle melde, müsse aus der Anstalt entlasien werden. Oder es werden Anträge eingebracht, in denen dem preußischen Wohlfahrts- minister die Schuld an allen Borgängen gegeben wird und bei deren Begründung unsere Genossen widerwärtig de- schimpft werden. Die Arbeit der sozialdemokratischen Landtagsfraktion da- gegen hat bewirkt, daß das Beschwerderecht der Zög- linge geregelt wurde, die körperlich« Züchtigung in den Fürsorgeerziehungsanstalten stark eingeschränkt wurde. Wir haben die Zusage vom Wohlfahrtsminister erhalten, daß die Mitarbeit des Jugendamtes geregelt, das Problem der Erzieherbildung aufgeworfen werde und Preußen beim Reich auf«ine Neuregelung des Ver- fahrens auf Fürsorgeerziehung drängen werde. Dazu müssen wir jetzt dem Wohlfahrtsminister Zeit lassen. Wir werden ihn zu mahnen wissen, wenn er die Zusage nicht hält. Ausgesprochen aber muß werden, daß das. was die Kommunisten treiben, ein Frevel an jedem F o r t s ch r i t t ist. Eine Reform der Fürsorgeerziehung kann nur in ihrer Eingliederung in die gesamte Iugendwohlfahrts- pflege erfolgen. Macht die planmäßig« Verrohung. wie in Berlin, das von ganz Deutschland beobachtet wird, Fortschritte, so ist der Reaktion billiges Material geliefert für die Erhaltung der Fürsorgeerziehung in ihrer heutigen Form. Wie können wir weiter für freie Lehre, Freizeit außerhalb der Anstalt, Urlaub eintreten, wenn wir nicht energisch bekämpfen, daß außerhalb der Anstalt die asozialen Instinkte der gefährdeten Jugendlichen aufgeregt werden und von ihnen das dazu gehörige Material in die Anstalt gebracht wird. Der Kampf um eine Reform der Fürsorgeerziehung muß gleichzeitig ein Kampf gegen die Gewissenlosigkeit der KPD. sein! (Spionage? Stalins neueste Schwenkung. Cr rettet seine GteNung durch Zugeständnisse. Großagrarier und po nische Landarbeiter. Di«„Deutsche Tageszeitung", das vrgan der Groß- ograrier, oeröffentticlü« kürzlich einen Artikel:„D i e polnischen Wanderarbeiter in Deutschland: Systematische Spionage." Dieser Artikel schildert die Gefahren der polnischen Spionage in Deutschland und enthält unter anderem folgende«Ätze: „Wieviel von den polirifchen Saisonarbeitern von der pol- nischen Spionage in Deutschland ersaßt werden, laßt sich schwer sagen. Zweifellos aber ist ihre Zahl nicht gering." Wäre die Ansicht der„Deutschen Tageszeitung" richtig, dann wäre dies ein Grund mehr, die Beschäftigung polnischer Wandel» arlxiter in der deutschen Landwirtschast zu hindern. Di«„Deutsche Tageszeitung" gehört aber sonst zu den„nationalen" Blättern, die nicht laut genug nach polnischen Arbeitern für die deutsche Land- Wirtschaft schreien können! Wa» will man mit solchen Alarmrufen erreichen? Wir glauben, die Absichten zu erkennen. Man will polnisch« und deutsch« Landarbeiter gegeneinander Hetzen, um dann desto leichter jede Gruppe für sich ausbeuten zu können. Mit dieser Absicht werden die Agrarier aber kein Glück haben. Gewiß— die deutschen Landarbeiter wenden sich gegen die ihrer Meinung nach zu starke Heranziehung polnischer Arbeiter, well sie wtsien, daß vielfach polnische Arbeiter nur deshalb beschäftigt werden, um den Lebensstandard der deutschen Arbeiter zu drücken. Sind aber die polnischen Arbeiter im Betriebe, dann ist e» schon aus Gründen der Vernunft, ganz abgesehen von den Gründen inter- nationaler Solidarität, notwendig, daß deutsche und pol- nische Arbeiter gemeinsam den Kampf um ihre Inter- essen führen. Daran gilt es jetzt im Frühjahr besonders zu denken. wenn die polnischen Arbeiter auf die Güter kommen. Die polnischen Arbeiter müssen für den Deutschen Landarbeiter-Verband gewonnen) werden, damit sie zusammen mit den deutschen Landarbeitern gegen' die Verelendung und für den Fortschritt des Landprvletariats kämpfen können._ Das Ekki stelli um. Es ist mit den kommunistischen„Siegen" nicht zufrieden. End« der letzten Woche fand in Berlin eine Sitzung des Zentralkomitee» der KPD. statt, dessen Mitglieder in ge- h«im«r Sitzung des vorjährigen Parteitags„gewühlt" worden sind. An dieser Sitzung nahm ein Vertreter des Exekutiv- komitees der Komintern aus Moskau teil, der wiederholt in die Debatten und Verhandlungen eingriff. Er ließ keinen Zwe«fel darüber, daß Moskau mit den bisherigen Ergebnissen der Betrieds- rätewahlen recht unzufrieden ist und sprach unter Bezug- nahm« aus die kommunistischen Niederlagen bei der Berliner Ver- iehrs-A.-G und im Leunawerk von einer Politik der Selbst- täuschung und von politischer Kurzsichtigkeit. Es fei deshalb eine personell«„Umstellung" in der Parteispitze notwendig. In kommunistischen Oppositionskreisen verlautet, daß mit der„Umstellung", in Wirklichkeit«ine Kaltstellung bisher maß- gebender Führer der KPD. gemeint ist. Vor allem wird die Stellung des heutigen Gewerkschaftsleiters der KPD. Merker als un- haltbar bezeichnet. Albert Thomas vom Relchsarbeitsminister empfangen,. Der Direktor des Internationalen Arbeltsamts, Albert Thomas, der sich zur Zeit in Berlin aushäli und am Sonnabend, dem 29. März, aus Einladung des Komitees für Internationale Auesproche im Re chstag einen Vortrag über das Thema„Zehn Ioyre internationalen Lebens" halten wird, ist vom Rcichsarbeitsminister Wissell im Seifen des Eiaatssekretars Dr. Geib empfangen worden, um eine R:ihe schwebender Angelegenheiten zu besprechen. Me der TU. aus Moskau gemeldet wird, find durch die llenderung des politischeu Kurses der kommunistischen Diktatur gegen die Bauern iu der lehteu Zell Berhaodluugen über den Frieden zwischen der Gruppe Stalin uud der Rechlsopposikiou eingeleiiek worden. Die Rcchlovp Position unter Führung Bucharins, Rykows und anderer, die, wie bekannt, sich den Beschlüssen der letzten Vollsitzung des Zenlralausschusies der Kommu- nlstlscheu Panel förmlich uukerworfeu hat. habe dl« Erklärung abgegeben, daß die neue Bolitit Stalins gegenüber dem Dorfe eine Grundlage für weitere Verhandlungen bilde. Die Rechksopposision will die Politik Stalins weller unter- stützen, wenn er sich bereite,. kläre, gewisse Zugeständnisse in der Lanerupolitik zu machen, hier wird erklörl, daß durch diese ver- änderte politische tage innerhalb der Sommuaistischen Partei der Sowjetunion die Wiederwahl Stalin» zum Generalsekretär der Kommuntsttfchen Partes vollkommen sichergestellt sei. » Wer noch vor vierzehn Tagen in Rußland jene Zuge- ständnisse an die Bauern empfohlen hätte, die Stalin seit einer Woche anordnet, der hätte unverzüglich mft der GPU. un- liebsame Bekanntschaft gemacht. Als Bolschewik wäre er des .versöhnlerischen, kleinbürgerlichen Opportunismus" geziehen und seiner sämtlichen Parteiämter enthoben worden. Als Nicht-Bolschewik wäre er der„offenen konterrevolutionären Agitation" beschuldigt und kurzerhand erschossen worden.(Dazu hätten die Lakaienseelen, die sich kommunistische Abgeord- nete nennen, obendrein noch im Reichstag Beifall geklatscht.) Rykow und Bucharin, die kaltgestellten Führer der Rechtsopposition, hatten wieder Stalins Gnade erbettelt, in- dem sie wider besseres Wissen ihre„Fehler" öffent« lich zugaben und sich— das war die grausame und demüti- gende Bedingung, die ihnen Stalin mit sadistischer Bosheit auferlegt hatte— öffentlich für die rücksichtslose Verfolgung der Kulaken aussprachen, vor der sie bis dahin dringend ge- warnt hatten. Aber die Macht der wirtschaftlichen Tatsachen, die drohende Hungersnot, hat sich doch als stärker erwiesen: sie hat den Warnern recht gegeben, unmittelbar nach- dem sie ihre eigenen richtigen Ideen verraten hatten. Jetzt ist Stalin vor der ganzen kommunistischen Partei bloßgestellt und er fürchtet um seine Stellung. Denn, so kläglich die Rykow-Bucharin-Gruppe auch zurückgewichen ist. sie hat vor dem russischen Volte so offenkundig recht behalten, daß Stalin alles Interesse daran hat, sich nach außen hin mit ihr gut zu stellen. Was diese„Versöhnung" in Wirtlichkeit wert ist, oas kann man sich aber unschwer vorstellen: welch abgrund- tiefer Haß, welche bodenlose Verachtung müssen diese Men- schen gegenseitig empfinden, zumal sie sich genau kennen! Und das B o l k? Es hungert, tnirtscht mit den Zähnen. ist aber viel zu sehr abgestumpft, um noch selbständig zu denken, viel zu sehr eingeschüchtert, um laut zu kritisieren. So kann sich Stalin eine neue Schwenkung leisten— mindestens die vierte innerhalb von zwei Iahren—, ohne daß die hin- und hergeworfenen Menschenmassen gegen diese Diktatorenlaunen aufbegehren. Linksruck in Frankreich. Großer Stimmenzuwachs der Sozialisten bei Ersahwahlen. Paris. 24. März.(Eigenbericht.) In Frankreich fanden«n Sonntag in sieben Departements Ersatzwahlen statt, die sämtlich einen für bi« Stimmung der Bevölkenrngsmasien außerordentlich charakteristischen Ruck nach links zum Ergebnis hatten. Don den beiden vakanten Senats sitzen, die in den Deparie- ments Lot und Lozere zu besetzen waren, wurde auf den«rsteren als Nachfolger des in die Kammer übergestedellen Senators de Monzi« ein Republikaner, für den zweiten gleichfalls«in republikanischer Kandidat gewählt. In den fünf Wahlkreisen, in denen Deputierte für die Kammer gewählt wurden, hatten die Soziallsten einen Gesamtzuwachs von nicht weniger als S0 Prozent feit den letzten Parkomentswahle» zu verzeichnen(1L0S4 gegen 10 010 Stimmen im Jahre 1928). Im Wahlkreis Dreux schßeß- lich, wo der Republikaner Violette zu ersetzen war, gelang es der Sozialistischen Partei den Radikalen aus den zweien Platz zu verweisen. parlamentarischer Kleinkrieg gegen Tardieu auch im Senat. Paris, 24 März.(CtgenderichL) Der mit«benso viel Erbitterung wie Humor geführt« Guerilla-Krieg de» Senates und der parlamen- tarifchen Kommissionen gegen Tardieu unter der Devise„jeden Tag«in Mißtrauensvotum" hat inzwischen zu dem Ergebnis geführt, ,chas Kabinett der S4" zum Gespött des ganzenLandeszu machen. Am Montag war es die Finanzkommission des Senates. die mit 14 gegen 12 Stimmen aufs neue die Kredit« für die neuen Minister und Unter st aatsfekretär« des Kabi- netts oerweigert hat, die das Kabinett der Kammer nur durch ein Ueberrumpelungsmanöver zu entreißen vermocht hatte. Zunächst hatte der Senat den dringend beschwörenden Brief Tardieu» achsel- zuckend dahin beantwortet, daß ihm die Budgetdiskussion wichtiger sei als die Bewilligung der Peosonalkredit« für die Mitglieder der Regierung. Nun hat die Finanzkommission des Senates im buch- stäblichen Sinn« des Wortes der Regierung den„Kredit verweigert". Es gehört schon die sprichwörtlich dick« Haut Tardieu» dazu, um nach solchen moralischen Todesurteilen weiter auf feinem Posten zu bleiben. Der Senat selbst begann am Montag die Diskussion des Budgetberichtes, die auf Schritt und Tritt auf die größten Schwierigkeitea stößt. Besonders heftig griff der Senator d« I o u- venel die Regierung an und erklärte, sie oerdien« es, wenn man ihr einen Denkzettel dadurch gebe, daß man da» Budget nicht wie die Regierung es verlange bis zum 1. April erledige, sondern ein neues Budgetprovijorium einrichte. Tardieu hat bereits vor Tagen gedroht, falls das Budget in beeden Kammern nicht bis zum 1. April erledigt fei, fein« D« m i f f i o n zu nehmen. Kritik an der Hilfe für die Hochwassergeschädigten. Paris, 24. März.(Eigenbericht.) Die Kammer beschäftigte sich am Montagvormtttag mit den Gesetzentwürfen über den Wiederausbau der durch die süd- französische Ueberschwemmungstatastrophe zerstörten Gebiet«. Der Berichterstatter erklärte, daß die ursprünglich vor- gesehenen Kredite von 50 Millionen auf 100 Millionen Franken erhöht werden sollten. Die sozialistischen Rodner, vor allem Leon Blum, kritisierten die schwankende Haltung der Regierung, die unmittelbar nach der Katastrophe feierlichst versprochen habe, den Wiederaufbau der zerstörten Werte als Pflicht des Staates anzuerkennen, in chrem Gesetzentwurf aber das gesetzliche Hilfswert als ein mehr oder minder freiwilliges Wohltätigkeitsunternchmen hinstelle. Versagen im ileberschwemmungsgebiet. Paris, 24. März.(Eigenbericht) Der Delegiertcntag der sozialistischen Partei in Paris hat am Sonntag einen energischen P r o t e st gegen die allzu langsame Ver- teilung der Hilfskredite an die Ueberschweimnungsgeschädigten in Südfrankreich sowie gegen die mangelhafte Hikfsorganllation üerhaupt erlassen. Der Abg. Delmas von Moissac berichtete, daß von den ersten dringlichen Notkrediten von 100 Millionen Franken bisher nur S Millionen Franken verteilt worden seien. Die Prä fetten der Departements hätten bisher noch keine genügenden Anweisungen von der Regierung erhallen. Das Treiben gewisser Finanz- agenten, die die Geschädigten um ihre Ansprüche zu bringen suchten, werben immer schamloser. Es sei ein Skandal zu befürchten so schlimm wie beim Wiederaufbau in Rordftantreich. Vareune soll wieder aufgenommen werden. Paris, 24 März.(Eigenbericht.) Der Seine-Bezirksparteitog der sozialistischen Partei beschloß mit 2533 gegen 542 Stimmen, auf dem nächsten Parteitag der Wiederaufnahme des Abg. Da renn« zuzustimmen. Barenn« wurde im Jahre 1925 au» der Partei ausgeschlossen, weil er gegen den ausdrücklichen Willen der Port« da» Amt«ine» Generol- gouverneurs in Iickwchina übernommen hatte. Ende der ZoNtouferenz. pessimistische Abschiedsstimmung. Genf, 24. März.(Eigenbericht.) Die Wirtschaftskonferenz des Völkerbünde, schloß am Montag abend ihre Verhandlungen mit der Unterzeichnung der drei Dokumente, die das Ergebnis der fünfwöchigen Sitzungen zusammen- fassen, des Handelsabkommens mit dem dazu gehörigen Protokoll, des Programm» der späteren Verhandlungen und des Schluß- Protokolls. Während das Schluhprotokoll von 17 der über 30 Teil- nehiner gegengezeichnet wurde, unterzeichneten nur IS das Programm und nicht mehr als elf Äaaten fanden sich zu der moralischen Bindung der Unterschrist unter das Handelsabkomme» bereit. darunter einige, wie Italien, Estland, Portugal und Oesterreich mit sehr abschwächenden Vorbehallen. E» unterzeichneten das Handelsabkommen: Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Oesterreich. Italien, Holland. Finnland, die Schweiz, Luxem- bürg und Estland. Der pesstmisttschen Stimmung, die über der Schlußsitzung der Wirtschastskonferenz lag, entsprechen die sehr vorsichtigen Worte, mll denen der Präsident der Konferenz, Graf M o l t k e» Dänemark, das Hauptergebnis der Konferenz, das Handelsabkommen, kennzeichnete. Er sagt« u. a.: „Das Handelsabkommen unterscheidet sich stark von dem ursprünglich geplanten Zollfrieden und kann auf jeden Fall erst im November ein« rechtlich« Bindung werden. Di« für November geplant« Zusammenkunft der Signatar- mächte hat über das Inkrafttreten des Abkommens zu entscheiden. Sein erster Endtermin ist der letzte März des nächsten Jahres. Die Fälle, in denen gesetzlicherweise in den nächsten Monaten Zoll- erhöhungen und damit Kündigungen des Abkommens möglich sind. sind zahlreich Unter diesen Umständen hängt die praktische Bc- deutung des Abkommens weniger von seinen juristischen Be- stimmungen ab, als von der psychologischen Entsponnung. die es für die Tendenzen auf ZZergrSßerung der Handelshindermss« ausüben kann. Der Erfolg der Konferenz liegt weniger in ihren unmittel- baren Ergebnissen, als in den Möglichkeiten, für die zukünftig« Eni- Wicklung, die im Programm der weiteren Wirtschoftsaktion auf- gezeigt sind."_ Griechische Sozialpolitik. Zwangsverficherung eingeführt. Athen. 24 März.(Eigenbericht.) Am 1. April tritt in Griechenland das neue Gesetz über die Sozialoe rsichcrung in Kraft. Es bestimmt, daß sämtliche Arbeller. Angestellte und Beamte bis zu einer gewissen Gehallsgrenze für das Alter, gegen Krankheit und Unfall versichert fein müssen. Mll Dollendung de» 00. Lebensjahres werben Alterspensionen gezahlt. Der dänische Reichstag hat die Regierungsvorlage über die Auf- Hebung der zchnprozentigen Restaurantsteuer«instimmig angenom- men. Die Opposition enthielt sich der Slimm«. Giruveshof. Zum Ueberfall»er«ommunisten auf die MrsorgeerztehungMnsiaft. Vertagung als Rettung? Ein Vorschlag Grandis. Ote„Neunte" in Prag. Chauvinismus schädigt Kunst und Künstler. Zwischen der deutschen und der ts che choslo watischen Repubkt bestehen gute nachbarliche Beziehungen. Im Tschechenstaat bessert sich das Verhältnis zu der deutschen Minderheit um so mehr. als auch deutsche Politiker in der Stoalsregierung sitzen. Ein starkes Zeichen dieser Besserung war es, daß der Deutsche Männergesang� verein in Prag aus Anlaß des 80, Gchurtstages des Präsidenten M a s a r y k eine FestaufführUng von Beethovens Neunter Sinfonie veranstaltete. Dabei wirkt« das bedeutendste tschechische Orchester, die Prager Philharmonie, mit. Unser« Leser kennen das gewaltige Werk Beethovens und wissen, daß dem Schlutzchor „An die Freude" der Gesang von vier Solostimmen vorangeht. Zwei dieser Solopartien waren nun durch Künstler besetzt, die in Berlin tätig find: das Mitglied der Staatsoper Fräulein N o v o t n a, eine Tschechin, und der im Gastspielverhältnis zur Staatsoper stehend- südslavische Sänger R i a v e z. Als Dirigent fuhr der Kapellmeister Alexander Z e m l i n s k i mit. So hätte alles in voller Harmonie verlaufen können, wenn nicht das Hetzblatt„Narodni Listy" die Entdeckung gemacht hätte, daß slavische Künstler in Prag nicht deutsch singen dürfen. Zunächst b«. kam es in die Partnerin des Fräulein Novotno. die Proger Sängerin Krasova mit der Angst; sie erklärte, sie könne nicht genug deutsch. Herr Riaoez wiederum, der Südslav«, versicherte, er könne nicht tschechisch singen, wenn es durchaus nicht deutsch sein dürfe, so könnte es nur französisch sein. Somit bestand die angenehme Aussicht, daß die Soll in drei verschiedenen Sprachen gesungen werden würden; Turmbau von Babel statt Völkerverbrüderung. Schließlich schloß man ein Kompromiß: die beiden Damen sangen tschechisch, die beiden Herren und der Chor deutsch. Es blieb damit die lächerliche Taktlosigkeit, daß bei einer Ehrung, die Angehörige der deutsche» Minderheit dem Präsidenten zugedacht hatten, der deutschsprachig« El>arakter der Veranstaltung nicht aufrechterhalten wurde, und daß die deutschen Verse Schillers von einem Teil der Sänger in tschechischer Uebersetzung gesungen werden mußten. Nun hat dieser Skandal seine Wellen auch nach Berlin ge- schlagen. Er hat nicht nur in der Presse scharfe Kritik gefunden, sondern auch amtliche Folgen gehabt. Der Generalintendant hat der Sängerin Novotna und den Kapellmeister Zemlinski bis zur völligen Klärung der Angelegenheit vom Dienst suspendiert: Fräulein Novotna, weil sie der nationalistischen Pression nach- gegeben und tschechisch gesungen hat, und Herrn Zemlinski, weil er erklärt haben soll, ihm sei es gleich, in welcher Sprache gesungen würde. Uns scheinen die beiden Künstler in diesem Skandal nur Objekte zu sein. Di? eigentlich Schuldigen sitzen in dem Neinbürgerlichen Chauoinistenlager Prags, in dem man von dem Kosmopolitengeist Beethovens, Schillers und M a s a r y t s noch nie einen Hauch oer- spürt hat. Di« Angst vor der deutschen Sprache, die z. B. auch in den Straßen Prags Inschriften in allen Sprachen der Welt, nur nicht in der deutschen duldet, ist der Ausdruck eines Seelenzustondes, der alles andere ist als nationales Selbstbewußtsein. Der Geist kleinlich gehässiger Verfolgungssucht schafft Verhältnisse, die für beide Teile unwürdig stick». Er hat es verstanden, aus einer Ehrung der Deutschen für den Tschechen Masaryk«inen blöden Skandal zu machen._ Ein riesiger Gieueruachlaß. i.,75 Millionen bei der Zuckersteuer in einem Falle- Auf» kläruag erforverllch. In der fortgeführten Beratung des Ausschusses für den Reichs. haushall stellte beim Etat de« Reichsfinanznunistermms der Abge- ordnete Torgler(Komm.) wiederum die Beyaupiung auf, daß auf Veranlassung des früheren Präsidenten des Lardesfinanzamts Magdeburg, v. Schlieben, kurz vor seinem Uebertritt in den Neichsocrband der Zuckerindustri« verschiedenen Zuckerindustrieller Steuerrückerstattungen im Gesamtbetrag« von 400 000 Mark gewährt worden seien. Ihm antwortet« Reichssinanz- minister Dr. Molden hau er, daß weder beim Reichsfinanz- Ministerium noch beim Landesfinanzamt Magdeburg irgendwelche Unterlagen für derartige Behauptungen vorhanden feien, im Gegen- teil hätte die sorgfältig« Nachprüfung ergeben, daß die Behau p» tungen jeder Grundlage entbehrten. Die Behauptung sei auch schon aus dem Grund« unsubstanziiert, als kein Landes- finanzamtprästdent den Erlaß von Steuern gewähren dürfe. Dies könne nur das Ministerium selbst tun. Es ist im übrigen noch fest- gestellt, daß Zuckersteuer in genannter Höhe und in der vom Ab- geordneten Torgler bezeichneten Teil im Dereich des Landesfinanz- amts Magdeburg überhaupt nicht erstattet worden sind. Genosse Dr. H« r tz erklärte, daß die sozialdemokratisch« Fraktion die Folgerungen von sich weise, die von kommunistischer Seite in be- zug aus die Person des früheren Landesfinanzamtsprästdenten v. Schlieben gezogen feien. Es müsse aber bei den betreffenden Elalsillelu noch darüber gesprochen werden, warum bei einer Tin- brauchssteuer. wie der Zuckersiener. ein Slenererlah von i'A Ml- llonen in einem einzigen Fall notwendig geworden sei. Beim Nachtragsetat der Allgemeinen Finanzoerwalluilg gab dem Abgeordneten Keil die Tatsach« Anlaß zu längeren Ausführungen, daß gegenüber den Voranschlägen im Hauptetat ISA bei drei Steuern MchrertrSge. bei allen übrigen Steuern aber Minderein- nahmen zu verzeichnen seien, so daß bei den Besitz- und Verkehrs- steuern sich ein Minus von 123 Millionen ergeben habe. Auch Januar und Februar seien ungünstig gewesen und hüllen etwa 2S Millionen weniger als angenommen war. erbracht. Die Regie- rungsvertreter baten, es trotzdem bei den angenommenen Vor- schätzungen zu belassen, da der März voraussichtlich die Minuserträge des Januar und Februar ausgleichen werde. Des weiteren brachte Genosse K e i l die Frag« des G a r a n t i e- fonds, der seinerzeit auf sozialdemokratischen Antrag hin in den Etat eingesetzt worden war, zur Sprach«. Der Garantiesonds habe betragen 1S27 IS Millionen. 1028 12 Millionen. ISA 13 Millionen. im ganzen also 40 Millionen. Aus den übernommeiten Garantien feie»0 aber bisher schon Ausfälle in Höhe von 48 Millionen zu oer- zeichnen. Wenn also, wie er gehört habe, 1080 wiederum nur 13 Millionen eingesetzt werden sollen, so würden tatsächlich nur S Millionen zur Verfügung stehen. Da nun aber im Nachtragsetat der Getreidehandelsgesellschaft nock, die Gewähr gegeben werden solle. sie bis zur Höhe von IS Millionen Mark für etwaig« Verluste schad- los zu hasten, die ssc durch die Roggcnstützungskäufe In den Jahren ISA uild 1030 erleiden kann, so müßt« unzweifelhaft der Garantie- fonds erhöht werden, da sich sonst schon ein verschleiertes Defizit er- geben würde. DI« Aussprache soll in der Dienstagssitzung fortgeführt werden. Der neue russische Kalender. Das Präsidium des Vollzungskomitees der Sowjetunion beschloß, den neuen russischen Kalender, in dem die Sonntage und all« kirchlichen Feiertage aussallen, am 1. April rn Kraft zu setzen. Saufe an, 24. März. sEigenber iclft.) Der italienische Delegierte Gr«»fei hat i» seiner heute abend stattgefundenen Unterredung mit Mac- donalfe einen Plan unterbreitet, der darauf abzielt, die Flottenkonferenz vor einem völlige« Znsammenbruch zu retten. Seine Vorschlag« bewegen sich in folgen» der Richtung: Die Konferenz möge sich auf sechs Mvnate»er- tagen. Während dieser Zeit solle« Frankreich und Italien den versuch machen, zu einer freundschaft- lichen Verständigung z« kommen. Beide Länder sollen sich verpflichten» während dieser Zeit keinerlei neue Schiffe zu baue«. Maedonald soll als Präsident der Konferenz während dieses halbe« Jahres Frankreich und Italien als.»ehrlicher Makler" zur Verfügung stehen» falls eine derartig« Vermittlung von einer der beide» Parteien gewünscht wird. Tausend Mark find genug! Das Reichsgen cht entscheidet gegen die prominenten. Di« Nichtigkeitsklage, mit der 24 Prominente der Opernbühne. darunter Michael Bohnen. Schlusnns, Richard Tauber, Barbara Kemp. Mafalda Salvatini und ander«, die vom Deutschen Bühnenoereln festgefetzt« Gagendeschränkung für Gast- spiel« auf höchstens 1000 Mark pro Aberck» zu Fall zu bringen ver- juchten, ist gestern vom Reichsgericht«ndgüstig abgewiesen worden. Zur Begründung ihrer Klage hotten die Künstler vor allen dem höchst individuellen Charakter ihrer Leistungen betont, der jeder Tarisierung widerspreche, auf tue relativ kurz« Zeit ihrer höchsten Leistungsfähigkeit hingewiesen und wester geltend gemacht, daß dos eiitsestig« Vorgehen des Bühne iweoeins gegen die in der Reichs- Verfassung aufgestellten Grundsätze der Bertragsfreihest und der Freihest der Kunst verstoße. Im Gegensatz zur ersten Instanz haste das Kannnergericht, das seine Entscheidung mehr auf wirtschaftlich« Gesichtspunkte abstellt«, di« Klag« abgewiesen. Der Bühmnverein Hab« mit seinen Maßnahmen lediglich bezweckt, den notleidenden deutschen Opernbühnen in ihrer schwierigen Lage durch Beschränkung der Spitzengogen zu hebfen. Dos sei ein durchaus erlaubter Ver- tragszweck und die Eittenwidrigkeit der Hochs tga g« n-Kia usel sei daher zu verneinen. Dieses Urteil ist nunmehr vom Reichsgericht bestätigt worden durch Zurückweisung der von den Künstlern eingelegten Revision. Ein republikanischer Oberlehrer. Eine notwendige Diszipliniervag. Der sozialdemokratische Vizepräsident des Prooinzial-Schul- kollegiums Berlin-Vrandenburg König hat den»otionalsvzia- listischen Studienrot Löpelmann in Berkin-Schö neberg mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben und ein Difziplinorverfahren gegen ihn eingeleitet. Außerdem schwebt gegen Löpelmann«in Strafverfahren wegen Beleidigung de» früheren preußischen Innenministers Grezesinski. Löpelmann hat die Reichs- und preußischen Staatsnniriftcr in einer nationalsozialistischen Berfammlrmg In der g e- mein st en Weis« herabgefetzt. Di« deutsch« Delegation im Haag bezeichnet« er als„eine gemeine Lumpeuba ude". Sowjetstern und Hakenkreuz. Schwere Schlägerei— 22 Verlehie. Gotha. 24. März. In einer nationalsozialistischen Versammlung in Remstädt bei Gotha kam es am Sonntag zu einer schweren Schlägerei, nachdem ein kommunistifcher Redner in der Aussprach« sein« Ausführungen mit den Worten begonnen hatte:„Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefftl" Es wurden fünf SA.-Leut« und 17 Kommunisten verletzt. Di« Kommunisten konnten ihr« Verletzten infolge Dunkelhest megfchafsen. Die Nationalsozialisten drongtan die Kommunisten aus den» Saal. Diese bombardierten daraus dos Lokal mst Steinen. Der Sachschoden in dem Lokal beträgt ungefähr 2000 Mark. Die Staatsanwaltschaft von Gotha hat am Montag verschieden« Kommunisten von chren Arbeitsstätten hinweg verhaften und in Untersuchungshaft nehmen lassen. Wie ans guter Quell« verlautet, ist dieser Plan von der britischen Delegation g L u st i g aufgenommen worden. Eine Verwirklichung dieses Vorschlages würde» wie man in London vermutet» den Abschluß eines Drei» mächtepaktes vor der Bertagnng nicht ausschließen. Schwerer Arbeitskonsiikt in England. Vor der Stillegung der gesamten Wollindustrie. London, 24. März.(Eigenbericht.) Die Molltextilarbeiter von Zorkshire haben in einer Urabstimmung mit einer Mehrheit von 7:1 die von den Unter- nehmern geforderte Lohnkürzung verworfen. D�r nächste Schritt wird darin bestehen, daß sämtliche Spionercibesitzer die Fortsetzung der Arbeit von der Annahme niedrigerer wochenlöhnc in den einzelnen Fabriken abhängig machen werden. Unter diesen Umständen ist mit einer allgemeinen Stillegung der wollladufirle, welche ungefähr 200 000 Arbeiter beschäftigt, zu rechnen. Em skandalöses ttrieil. Kreijpruch für Beschimpfung des preußischen Minister« pläsidenten.'. v � Halle. 24. März. Wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten Braun hatte sich heute der Chefredakteur der„Saals, Zeitung*, Dr. Elze, vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Anvage lag ein Artikel vom 22. Juni o. I. zugrunde, der die Ueberfchrift trug»Der Judaskuß— das Konkordat zwischen Sozialdemokratie und Kurte*. In dem Artikel wurde die Politik der sozialdemokratischen Führer alsschamloseIudas-Ischariot-Politit und un° geheuerliche Verleugnung von Wahrhofttgkest. Ueberzeugungstreiie und Ehrtichkest bezeichnet und ihnen der Rat gegeben, sich auf- zuhängen:..sie werben sich aber ganz gewiß nicht aufhängen*, heißt es dann in dem Artikel wester,»die Herren Braun und Genossen*. Das Schöffengericht Halle hielt� an sich betrachtet, die ge- brau ästen Ausdrücke für geeignet, die Ehr« des Ministerpräsidenten herabzusetzen. Der Artikel richte sich zwar hauptsächlich gegen die Sozialdemokratische Partei, doch sollte Braun als Ministerpräsident getroffen werder-. Im Gegensatz zu der bekannten Reichsgerichts- «ntscheidung aus dem 62. Bande die in Abrede stellt, daß einer Einzelperson die Wahrung berechtigter Interessen zugestanden weoden kann, wenn sie für die Allgemeinheit spricht, gewährte das Gericht dem Angeklagten den Schutz des§ 193. Er habe durch seinen Artikel di« Interessen wester evangelischer Ä reise mck> damit auch seiner selbst wahrgenommen. Das Gericht gab der Meinung Ausdruck, daß sich heute die polsttfchen Berhältnisse derart geändert hätten, daß der Presse das Recht zuerkannt werden müsse, auch öffenllich berechtigte Interessen zu wahren. Das Urteil lautete daher auf Freifpruch. Indische Pariaverfolgung. Bombay, 24. März. Bor einem Hindutempel fft es zu Zusammenstößen zwischen den sogenannten Unberührbaren, den Parias, der niedrigsten Kaste in Indien, und Mietlingen reicher Hindus gekommen. Die Parias versuchten, sich gewaltsam Eintritt in den Tempel zu verschaffen, wurden aber von Söldnern der reichen Hindus daran gehindert. Mehrere Führer der Parias wurden bei dem Zusammen- stoß schwer verletzt. Andere Scharen von Parias, die sich in anderen Stadtteilen den Eingang in den Tempel zu verschaffen ver- suchten, wurden von der Polizei zerstreut. Für den 7. April planen die Parias eine Massenkundgebung aus Anlaß der Feierlichkeiten für den Gott Brahma. Ooheny freigesprochen. Das Ende des petroleumskandals. Washington. 24. wärz. Der mit großer Spannung verfolgte Prozeß gegen den pe- troleummagnaten Edward D o h e n y, der beschuldigt wurde, den früheren Innenminister im Kabinett de» verstorbeneu Präsidenten harding. Albert Fall, mit 100 000 Dollar bestochen zu haben. um die Pachltonzesflon auf wertvolle Petrolenmländereieu in Kalisorniei, zu erlangen, endete heute mit dem Freispruch de, Angeklagten. Die Verteidiger Dohenys hatten gellend gemacht, daß es sich bei der Auszahlung der 100 000 Dollar an Fall lediglich um ein Varlehe» gehandelt Hab«. Erhöhung landwirischastlicher Zölle In zwei Lesungen beschloffen. Der Reichstag hat am Montag nachmittag seine Dollsidung» wieder aufgenommen.— Eine AnmHI Auslieferungsbogehren gegen tommunistifche Abgeordnete rvegen Prehvergehen und Aufreizung gehen an den Gefchäftsordnungsausschutz.— Zu dem Gefetz betr. Auflösung des Reichsentfchädigungsanrtes fordert Abg. Äroßwih(Soz.), daß all« Entschädigungsanträge ebenso sorgfältig und gewissenhaft geprüft und erledigt werden wie bisher. Der Beamtenstand ist bereits stark vermindert, wie ja auch der Aufgebettkreis geringer geworden ist. Wir verstehen die Sorge der Entschädigungswerber und ihrer Verbände, aber diese Sorge ist nicht berechtigt, denn die Verfo'wma der Ansorüche soll nicht erschwert, sondern nur der Apparat dafür vereinfacht werden. Im Anschluß erhallen wir eine große An,ahl Entschädigungspekitionen, aber sie falle« fast gar nicht unter die Entschädiqungsgesetze und müsse« daher durch llebergang zur Tagesordnung erledigt werde«. Auch die Zweifelsfälle weihen nach eingehender Prüfung ebenso erledigt, und zwar meist durch einstimmigen Ausschußbeschluß. Der Ausschuß arbeitet nicht etwa oberflächlich und leichtsinnig. Partei- politische Versprechungen, die undurchführbar sind und zum Zweck, sich beliebt zu machen, lehnen wir ab. Nur streng sachliche Ein« gaben können sachgemäß erledigt werden. Von der Schlußabrechnung sind noch 727 Millionen Mark übrig, es wird also vielleicht möglich sein, no-b etw's nach.-":ablen. Die Aitslöfunq des Amtes ist nicht zu umgehen. Wir begrüßen die Ankündigung, daß die Beamten nach Möglichteit anderswo verwendet» die Restgelder aus der Verwaltung vollständig zugunsten der etgul- daiions. und Gewallgeschädigkeu verwendet, und die Richtlinie» dafür baldigst dein Ausschuß vorgelegt werden sollen. Die Sozialdemokratie wird sich in der Fürsorge für diese Geschädigten von keiner Partei dieses Hauses übertreffen lassen. (Best"'! der Sogioldrniokratm i Abg. Laverretiz(Dnat.): Die 1,3 Milliarden, die auf Grund des Schi'tf--"*-'"?, au""mblt m'r�cn, sind nur ein verschwindend pe- ringer Teil der erlittenen Schäden. Leider haben wir uns die Ent- «ignungc Praxis der Feinde zum Teil selbst zu eigen gemacht. Durch die Haager Liquidationsabkommen sollen alle diese Forderungen erledigt fein, deshalb soll das Amt verschwinden. Wir aber lehnen das ab. A.bg. Jadasch(Komm.) spricht gegen die Vorlage und gegen die Sozialdemokratie, die beim Kriegsschädcnschlußgesetz in Opposition war, die Verantwortung den Regierungsparteien zugeschoben und weitgehende Forderungen gestellt habe, heute aber die Wieder» aufroilung der Entsebädigungssragen verhindere. Abg. Fischbeck(Dem.) hält dem Abg. Laverrenz vor, daß dessen Pariei das Schlußgesetz gewollt und gemacht hat. Das Gesetz wird in zweiter und dritter Beratung ange» n o m m e n.— Zu dem Antrag der Regierungsparteien auf Erhöhung der Einfuhrzölle für Weizen, Hafer usw. fpricht— mit dreioiertelstündiger Redezeit— zunächst Aba. hörnle(Komm.) von einem ungeheuren Zollmucher, der in der Zeit solchen Massenelends unternommen werde, als Ergebnis des Kuhhandel? der Regierungsparteien. An ihrer Spitze mar. schiert die Sozialdemokratie, die noch vor wenigen Iahren Obstruk« tion gegen Zollerhölpingen getrieben und den Eintritt in die Regie« rung vor ihren Anhängern damit begründet hat, daß sie Schüdi- gungen der'Arltgitermassen verhindern wolle. Abg. Schiele(Dnat.): Die Not der Landwirtschaft steigt immer noch wei�rt sie verkaust 25 Proz. zu wenig von den 14,5 Milliarden Mark, die sie an Produkten absetzen müßte. Die Erzeugnisse der Landwirtschaft werden nur mit 106 Proz. des Dorkriegspreifes bewertet, während sonst der Index 160 Proz. und darüber beträgt. Die Landwirt« sagen sich immer mehr: ..Dieses Deutschland gewährt uns die Existenz nicht mehr!" Im Osten erwürgen die hohen Zinssätze die Landwirtschast. Di« Preise sind noch niedriger als itn Dezember. 10 Millionen Tonnen Ueberfeeweizen sollen in Europa, besonders in Deutschland und Eng- land abgesetzt werden, da kann nur eine ganze Maßnahme helfen. Während in Deutschland 40 000 Tonnen Roggen eingesperrt werden, damit der Preis gehalten wird, kommt die doppelle Menge Mais und Gerste herein und macht unsere Maßnahme unwirksam. Die Vorschlüge der Regierungsparteien sind unzureichend, ebenso wie die bisher eingeführten Zölle und sonstigen Maßnahmen. Das Mais- Monopol wird durch Roggen- und Gersteneinbrüche bedroht. Die Verbilligung des Zuckerzolls ist ganz unverständlich. Bei den Kartoffeln scheinen wir uns einigen zu können, für die Viehzucht er- warten wir Erleichterung. Ist die Erreichung des Weizcnpreiies von 260 Mark mit den Kompromißvorschlögcn durchzuführen, so machen wir mit, andernfalls nicht. Hüten Sie sich, der tandwirtschasl aus der Spitze der Rot wieder eine Enttäuschung zuzufügen. Riem and kann absehen, wohin das führen würde. Ein Stück Dauernkrieg gegen W Staat ist schon da. Nur gerechte, auskömmliche Preise können noch das Land rollen, dem Staat ein gesundes Bauerntum wiedergeben und erhalten. Sichern Sie den Weizenpreis zwischen 230 und 260 Markt So wenig die Export- industrie ein Recht hat, balkanische Löhne bei uns zu zahlen, so wenig hat der Derbraucher das Recht auf Erhallung niedriger Weltmarktpreise, wenn diese den schutzbedürstigen Bauernstand ruinieren. (Beifall rechts.) Landwirtfchastsmimster Oieirich: Die Sorge um den Bauernstand hat nicht nur die Rechte. Draußen wird verantwortungslose Hetzerei getrieben. Im Mittel- punkt steht jetzt dos Roggcnproblem. 1929 haben wir für 914 Mil- lionen Mark Körnerfrüchte eingeführt, infolge der guten Ernten der letzten beiden Jahre haben wir 600 Millionen Mark Körnereinfuhr erspart. Aber die Einfuhr tierischer Produkte bewegt sich seit 1926 von 1509 Millionen auswärts bis 1773 Millionen im Vorjahr. Damit sind wir also viel abhängiger vom Ausland, als mit Körnerfrüchten; für den deutschen Osten ist der Körnerbau die Hauptsach«, aber für ganz Deutschland ist es die Zurückdräugung der Einfuhr tierischer Produkte. Zur Zeit ist allerdings der Osten und damit der Körnerbau das Dringendste. Der westdeutsche Schweinezüchter steht wesentlich schlechter als der dänische oder holländische, denn«r muh Füller kaufen und gibt dafür denselben Betrag infolge Zollschutz aus, wie er im Preis seines Schweines drin steckt. Der deutschen Geflügel- und Eier- Produktion muß geholfen werden Den Weizenzoll können wir ohne jede Gefahr für die deutsche Boltsernährung erhöhen.(Wider- spruch der Kommunisten.) Wir müssen diejenigen, die auch Füller- mittel verbrauchen, zwingen, einen gewissen Teil inländische Futter- mittel zu verwenden. Auf diesem Weg« wird man vielleicht dahin kommen, die Futtermillelzölle durch einen Zuschuß zum Roggen zu ersetzen. Darauf ziell ja der Konipromißvorschlag auch. Es gill. den Osten zu retten ohne den Westen zugrunde gehen zu lassen. Noch rasender als beim Getreide ist der Z u ck e r p r e I s ge- fallen, und zwar auf 8 bis 8,50 Mark auf dem Weltmarkt, so baß trotz unserem 12-Mark-Zoll schon Auslandszucker hereinkommt. Um unsere Zuckerindustrie zu erhallen, muß sie eine Kontinge«. tierung vereinbarm, nur darin liegt das heil für sie und für die Rübenbauern. Bei den ganzen Maßnahmen ist Elle die Vorbedingung des Erfolges. Immerhin muß auch die Rechte anerkennen, daß unsere Weizen- Politik schwere Schäden von der Landwirtschaft ferngehalten hat. Um oen Osten besiedelungssähig zu erhallen, muß er vor der Devastierung bewahrt bleiben. Der Verbraucher hat keinen Grund, sich über die Zollpolitik zu beschweren, zumal die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse dauernd bis auf 109,9 Proz. des Borkriegsstandes ge- funken sind. Es sind Riesenvorräte in der Welt, mit denen man nicht weiß, was anzufangen. 6 Millionen Tonnen Weizen sind in Nord- und Südamerika eingesperrt. Hätten wir das früher gewußt, hätten wir den Bermahlungszwang gleich so oerschärst, wie es ja auch nachher geschehen ist. Für Roggen ist Deutschte! nd maßgebend. Wir haben viel mehr Roggen geerntet, als wir dachten. Wir haben über eine halb« Million Tonnen Roggm ins Ausland ver. schleudert oder eingesperrt, aber das hat schließlich nichts geholfen. Der Weizenpreis ist m Argentinien bis auf 164, der Roggen in New Port auf 134 ge- funken, in Deurschland aber ist die Tonne nur um 8 Mark gesunken, also nur um ein Sechstel oder ein Siebentel der Senkung auf dem Wellmorkt.(Erregte Zurufe der Komm.: Und bei uns verhungern die Menschen!) Bei uns verhungert keiner.(Abg. Iabasch wird wegen des Zurufs:„Schamlosigkeit, zur Ordnung gerufen.) Der Minister detailliert die Preisentwicklung der Gstteidearten in allen Exporlländern und bestätigt, daß die letzke Zollaktion infolge ungehmrer Vorversorguag(um 600 000 Tonnen) unwirksam geworden ist, z. B. Riesenbezug ausländischer Braugerste durch unsere Brauereien. Mit keinem Zoll werden wir� den Roagenpreis über das Weltmorkmiveau bringen(lebhafte Zustimmung), denn Polen und Rußland können uns unLerbielen. Mit Polen haben wir uns verständigt, mit Rußland noch nicht, und das ist ein Loch in unserer Roggenpolittk. Allerdings glauben wir nicht, daß� Rußland jetzt viel Roggen exportieren kann. Wenn Amerika die Schleuse öffnet� und 4 oder 6 Millionen Tonnen auf den Wellmarkt losläßt, dann mußten wir allerdings den Zoll ganz gewallig erhöhen. Aus der Mais- mifere führt uns nur der Weg der öffentlichen Beumtsäzastung, die das Skaalsinteresie vor das des einzelne« stellt. Für die praktische Handhabung wird uns die Entwicklung bis nach der Oslerpause die Richtschnur geben. Di« Mehreinsuhr ist sehr stark zurückgegangen, der Zollschutz hat genügt, aber im Januar ist sie infolg« anderer Zollberechnung auf das Bier- bis Fünffach« gegen den Januar des Borjahres gestiegen. Abg. v Sybel(Ehr.-nat. Bauernp.) macht die Reichsregierung und die Mehrheitsparteien für die Bersäumtrisse von 1929 verantwortlich, die die Katastrophe des Roggenbaues und die übrige Notlage der Landwirtschaft herbeigeführt haben. Auch die jetzigen Vorschläge seien unzureichend. Damit ist die erst« Lesung beendet, Ausschußberatung ist nicht beantragt, es folgt sofort die zweit« Lesung, in der das Wort nicht verlangt wird, so daß die Abstimmung angeschlossen wird. Sie ergibt die unveränderte Annahme der Anträge der Regierungsparteien aus Zolländerung für Roggen. Gerste. Mais. Mehl und Eier. Nunmehr beantragen die Kommunisten Ausschußberatung, die aber abgelehnt wird. Bei der Festsetzung der Tagesordnung für heut« widersprechen die Kommumiten der Ansehung des Nothausholtsgesetzes, da die Drucksache nicht früh genug verteill worden sei. Vizepräsident Esser trägt diesem Einwand Rechnung. ' Heute Dienstag 15 Uhr: Drille Lesung der Aollerhöhungen und Nachtragsetat. Schluß 19 Uhr. Sieuerbeamie für Sieuervereinfachung Ein« im Flugvevbandshaus in Berlin abgehallen« Führer- tagungdesBundesdeutscherReichssteuerbeamten faßte am Montag zur Frage der Steuerreform einstimmig eine Entschließung, in der es u. a. heißt: „Die im Bunde zujammcngeschlosiene Beamtenschaft der Reichs- steuerverwallung würde es in Uebereinstimmung mtt der öffentlichen Meinung begrüßen, wenn endlich einmal die zahllosen Erörterungen über Vereinfachung der Steuerveranlagung und Steuererhebung von der Theorie in die Praxis umgesetzt würden. Statt dessen werden schon wieder Maßnahmen erörtert und getroffen, die in chrer prak- tischen Auswirkung eine Vermehrung der Ausgaben der ohnedies schon überlasteten Finanzämter bedeuten." Di« Entschließung wendet sich u. a. dagegen, daß. wenn von Ausgabensenkungen die Rede ist, zunächst und in erster Linie von der Reichssteuerverwättung gesprochen wird, obwohl es bei dem Finanz- bedarf des Reiches widersinnig und unwirtschaftlich sei. dem Haupt- geldbeschaffungsapparat des Reiches die notwendigen Mittel für d e unaufschiebbare Sanierung seiner Personalverhältnisse vorzuenthmten (Gewerkschaftliches stehe 2. Beilage.) BeranNvortlich wr Dolltit: Dr.»»rt ke?«r: Wirtschaft!<9. Sroarlschalt-bewegung! 3. fftulUcton: Dr. 3»h» echilrw,«! Lolalcr und Sanftiars!{tri« Narslädti Anreiarn: Id.«loche: sZuitllch in Berlin. verlaa: Borwärts-Verl«« S. m d. Berlin Druck: Borwäris-Buchdruckeret und Berlaasanlialt Vanl Einger u. So.. Berlin ED 68. Lindenltraße I. Sierz» 2 Beilage»»ak JlaiettaliBna»nk fflifi«»*. WERTHEIM Leipziger Str.(Vereand-AbL) Königetraße Bosenthaler Str. Moriüplatz Meute hilKge laehenstnittel ' Sonett ttomi. ttlngraobgitn rarbebiliea. Dtsl l Bmflu ntnfea nldtt nnnioil. Frisches Fleisch Gulasch 0.95 Liesen 0.75 Rinderkamm u. Brust 0.86 Schmorfleisch � KnÄ MO Kalbskamm u. Brust pk. 0.78 Gehacktes........?»«-<> 0.85 SchvreEnerückenm-BS 1.08 Schweineschinken bÜm I 20 Hammeivorderfl. pw°a 1.04 PRIMA aEFRieRFUISCH Suppenfleisch... plu.« 0.80 Rinderkamm u. erust 0.84 Rinderleber.......»uns 1.20 CSeflüge! GailSe getroren... Pfund von 0.75»n Wolgahühner prundvon 1.02.- MasihQhner.. pw-d von 1.15» Enten......... pw»d v«» 1.25» 10 frische Eier. von 0.88- Obst Elz- a. Kodi&pfcl 1 ffi 0.35 Boskop-Renctt. ptuu* 0.30 Kalifom-Acplcl»>-»« 0.45 Apfelsinen Duneod o.»» 0.50 Bluiapfclsincnnt.a.70 0.60 Gemüse Wdhkohl dinheh, Pfand 0.05 Möhren gewaoehsn, Pfand 0.05 Rot- n. Wirsingkohl 0.12 Schwarzwurzeln m 0.22 Blumenkohl Kopivoa 0.25 m Wurst Hall. Blut-». Leber w. 0.12 Eilet-«.Schinkcnpoln. 1.10 Leberwurst Dbnwtei 1 20 Tcc-l Leberwurst Hu 1.75 Jagdwurst... Pfand 1.40 Zcrvelai u. Salami 1.75 Mettwurst>raaDSnMi«.itti 1.40 Speck(ett.Pid. 1.15 mnrt 1.50 Käse u» Fett Ramadon.....»«->< 0.22 Schweizer dsn?(dL, prund 0.90 Tilsitcr vonio«..Pfand 0.88«» Holländer vom««, pm. 1.05 Limburger voiifan.Pfd. 0.90 Edamer..vomett. Pfand 1.05 Schweizerkäse b«yeri«cher, vo lle«, Pfand 1.28" Margarine.... Pfand 0.50 Schmalz...... p'«»«1 0.64 Kokoslctt. i-Pfand T»iei 030 Tafclbuticr Pia. 1.60 1.68 Fische Braisdiollcn 1 Pfand 0.25 Kabeljau 0 22 Kabeljau- Filet Pfand 0.35 Frische Aländer Pfand 0.35 Grftne Heringe 3?ld. 0.38 an Räucherwaren Bücklinge Pfand«a» 0.24«n Flundern..Pfand*<» 0.24 u Sprottbüddinge Pfand 0.45 Flcdchcrlngc. Pfand 0.45 Seelachs fa sia«ken. Pfand 0.48 Kolonialwaren Viktoria-Erbsen pul 0.16 Bruch-Reis... Pfand 0.18 Grüne Erbsen. Pfand 0.18 Bassin-Reis... Pfand 0.22 Linien....... Pfand 0.18 Makkaroni Pfand 0.42 Hol«flocken.. Pfund 0.19 Schnilhmdcln ser, m 0.46 Konserven%Dm. . � Rnfin�n'n'chA HarfCOtS VCrfS«RMflk 1.00 »"f,"-'»-- vohnen 0.38 jungc£rbjcn tLOnirODl ralt Grün... Cl*3o Nttt pcschn, KarotL,'fjD. 0.43 0.70 Jg. Erbsen.v. d. 0.33 0.63 Apfclmai0.36Pflaam.0.60 Junce Erbsen mmeu-w 0.87 Sentgurkcn Krstmnalrats Gennot, seine August und sich selbst belastenden Aussagen. Es Hilst olle, nichts. Die Ankmorken laukc» immer wieder: Ich weitz nicht! 4» ist nicht wahr! hat ih» der Untersuchungsrichter nicht gesagt, datz. wenn er spät« einmal widerrufen würde, mau ihm nicht glaube« würde? Der Angeklagte Fritz Rogens schweigt. Phöben Sie nicht einem Mit. gefangenen gesagt, datz August der Täter sei?"„Rem." Degen dieses eigensinnige„Redt" ist nicht aufzukommen. - Es folgt die Vernehmung von August Rogen,. Er hat h e u t e . nichts zu widerrufen. Alles, was er in dieser Beziehung hat leisten können, ist bereit» in der ersten Aerhanplung gejchehen� Auch er war früher geständig. Selbst in seinem Lebenslauf Hot er sich de, gemeinsamen Mordes bezichligl, obgleich er darauf aufmerksam gemacht worden war, datz ihm das den Kops kosten würde, blieb er damals bei seinem Geständnis, chcute will er natürlich von alledem nichts wissen. Als Frau Kahler ihm ins Gesicht sagt, er habe mü ihr über Iakubowskis Vergijtungsvorjchläge gesprochen, bestreitet er da, ganz energisch Mutter und Sohn erklären, sie seien bereit, ihr« Aussagen zu beeiden. Auch dem Angeklagten August Rogens werden seine früheren Geständnisse vorgehalten, aber auch er jetzt allem ein starres Rein entgegen. Der erste verhandluugstag ergibt folgende Silualion: Fritz Nogen». der hauplbelasiungszeuge gegen Iakubowski. der einzige, der bi» jetzt bei seiner Schilderung der Vorgänge der Tat geblieben war. hat sein Geständnis widerrufen. Frau Köhler belastet aber Iakubowski mehr al» zuvor und tischt Geschichten aus. dir den Stempel der Unwahrhastlgkeit aus der Stirn tragen. Da» Gericht soll aber über Iakubowski» Schuld oder N i ch l s ch u l d entscheiden. Das Geheimnis um den Hingerichteten ist im Augenblick noch undurchdringlicher, als es bis dahin schon war. Völkische Gynagogenschauder gefaßt. Knd das wollen deutsche Helden sein? In der Nacht vom Sonnabend, dem 15-, zum Sonntag. dem IL. Februar d. I.. wurde von M i t g l i e d e rn der Nalionalsozlalisllschen veulschen Arbetlcr. parlei die am Koltbusser Ufer 4S/50 gelegene Syna goge duch Verwendung von zinnoberroter Anilinfarbe mit dem Varteiabzeichen. dem hillerkrruz und � den Worten:„Zuda nerrecke— Zuda de« Tod— Die Bache naht!" beschmiert. Diese Tat ist nunmehr ausgeklärt. Die Polizei hat folgende jung« Leute als Toter ermittelt; 1. den Bäckergesellen Walter Wüstenberg, Berlin, Thür- nciitzerstr. 6: 2. den Stell machergcseilcn Otto R u b a. Wende»« stratze ist 3. den Bäckergesellen Karl Meckelburg. Reichenberger Strotze 113,: 4. den Konditor Erich Döring, ebenfalls Wenden- stratze(5 und 5 den zur Zeit sich verbargen hottenden arbeitslose» Äausmann Rudi Steinte, zuletzt Wrangelstr 121 bei Kurz wohnhast. Alle fünf gehören der Sturmabteilung der Rotionalstiziolistischeu Deutschen Arlieiterpartei, und zwar dem Sturm 27, au. der das aus vielfachen Anlässen bereits in der Oessentlichkett häufig genannte Lokal von Zielich zuin„Wiener Garten". Wiener Str. 10, als ständiges iBerkehrslokal benutzt. Dieses Lokal bildete auch in der fraglichen Nacht den Au-gongspunkt der Unternehmung. Die oben genannten Personen nahmen zunächst an einem in dem Lokal stattfindenden sogenannten.Lumpeuball" teil und begaben sich dann in den frühen Morgenstunden mit Färb- A ach Brücken haben ihre Schönheit Die wenig beachtete Stadthahnbrücke an der Tiergartenschleuse JUahu» ?i7�. <'liacfc, Zlorinda, die sich jetzt mit einem Eisenbahnbeamten zu- sammengetan hatte, war nach Sao Romao zurückgekehrt und wurde bekannt für die Sauberkeit, die in ihrem kleinen Haus- halt herrschte. Sie war in Trauer um die alte Marcianna, die im Irrenhaus gestorben war. Am Sonntag hatte ihr Freund gern Besuch zu Tisch, und nachher wurde musiziert und getanzt, was Florinda an die alten Zeiten erinnerte, als Rita Bahiana solche Feste für die Nachbarn veranstaltete. Aber jetzt wurden diese Versammlungen in den vier Wän- den abgehalten, denn es oertrug sich nicht mit den neuen Allüren der„Avenida", daß solche Feiern im Freien statt- fanden. Machona war nicht mehr die alte und schien nach dem Tode Augustos gebrockzen und müde und viel weniger geneigt zu schreien. Sie hatte immer viel junge Leute bei sich zu Gast, die sich offenbar darum rissen, ihr Schwiegersohn zu werden, denn Neuem war ein schönes Mädchen geworden, und ihre Angst, alte Jungfer zu bleiben, war verschwunden. Alexandre war zum Sergeanten avanciert und sckzien in seiner Uniform imposanter denn je. Augusta hatte nach wie vor ein winziges Baby auf dem Arm oder es war eins unter- wegs. Leonie besuchte ihre Freunde ab und zu und erregte immer Sensation mit ihrer Kleidung. Eines Sonnabends nachmittags brachte sie dos ganze Haus in?lufruhr, weil sie keine airdere als Pombinha mitbrachte, die ebenfalls in die rote Schwesternschaft eingetreten war. bei der die Küsse mit Preisetikett? versehen sind. Jetzt lebte sie mit Leonte, ihrer Führerin und Rat- geberein auf ihrem neuen Lebensweg, in einem Hause. Arme Pombitthal Eine kurze Eheerfahrung hatte sie zu der Ueberzengung gebracht, daß sie chron Mann nicht er- tragen konnte. Eine Zeitlang kämpfte sie. um sich einem phantasielosen Menschen ohne Ideale anzupasien. S>e hörte mit erheucheltem Interesse zu. wenn er banale und lang- weil«« Geschtchten erzählte, was der oder ,encr un Püro gesagt hatte weshalb der oder jener nicht vertrauenswürdig ericheine und oll die anderen kleinlichen Angelegenheiten. aus denen feine»JJeit bestand. Sie ließ sich von iemen Tränen rühren, wenn er eifersüchtig war. und als«r trank wurde, pflegte sie ihn fürsorglich. Ste vermchLe, sich Jhre Liebe zu Musik. Luvst. Lüchern und allem anderen Schönen aus dem Herzen zu reißen, damit es sie Ioao da Casto nicht entfremde. Sie versuchte sich einzureden, daß sie sich für das interessiert, was er sagte, was er verdiente, wie er vor- märts kam und für alle Gedankengänge innerhalb seines engen Horizonts. Aber plötzlich lernt« sie einen talentierten Wüstting kennen, einen Dichter und Spieler, und es war um sie geschehen. Eine Zeitlang ahnte der Gatte nichts. Aber als sein Mißtrauen erst einmal erwacht war. folgte er ihr auf einem ihrer mysteriösen Gänge und ertappte sie in einer so hoffnungslos kompromittierenden Situation, daß er nicht mehr zweifeln konnte, sie hätte ihn betrogen. Diesmal war es nicht mit dem Dichter, sondern mit einem Schauspieler, der Pombinhas schönen Augen Tränen der Rührung ent- lockt hatte, als er im Theatrc Apollo die Leiden eines unvcr- standenen Ehemanns dargestellt hatte. Als er von ihrer Un- treue überzeugt war, verzichtete da Costa trotz der großen Liebe aus seine Frau und gab sie Dona Isabel zurück, worauf er nach Sao Paulo floh, wo seine Firma ein Zweig- geschäft hatte. Die arme alte Isabel, die schon lange, bevor der junge Ehemann seine traurige Entdeckung gemacht hatte, von den Abwegen ihrer Tochter wußte, brach zusammen und flehte die sündige Pombinha unter Tränen an. doch zu bereuen und das leichtsinnige Leben aufzugeben. Dann schrieb die alte Seele ihrem Schwiegersohn, bat ihn, sich mit seiner Frau zu versöhnen und versprach, in Zukunft für Pombinhas Be- tragen«inzustehen. Aber der junge Mann beantwortete den Brief nicht, und kurze Zeit darauf verschwand Pombinha aus dem Hauje ihrer Mutter. Dona Isabel starb beinahe an ge- brockencm Herzen. Wohin konnte das Kind gegangen sein? Sie suchte überall, aber erst als viele Tage vergangen waren. entdeckte sie schließlich, daß ihre Tochter bei Leonie wohnte — die Schlange hatte endlich gesiegt, und die Knospe aus der Mietskaserne stand in vyller Blüte. Die arme, alle Frau, betrauerte ihr Kind wie eine Tote, aber sie war zu alt zum Arbeiten, und die vielen Sorgen in threm Leben hatten ihre Gesundheit angegriffen: daher nahm sie schließlich unter Tränen der Scham das Geld an. das Pombinha ihr schickte. Und von der Zctt an war Pombinha die einzige Stütze ihres Alters, obgleich dos Brot, das um den Preis der Prostttution erkauft war, bitter schmeckte. Und da der Mensch nicht allein sein mag und sein Herz sich nach der Gesellschaft geliebter Menschen sehttt. besuchte Isabel ihre Tochter gelegentlich und schlief auch öfter in demselben Hause. Aber wenit Gäste kamen, ließ sie sich nie blicken, und wenn Außenstehende sie in ihrem Versteck überraschten, gab sie vor.«in Diwt stmädchen zu sein, so sehr schämte sie sich, in solcher Umgebung gefunden zu werden. Die beiden Kokotten waren jetzt unzertrennliche Freundinnen und bildeten eine Art zweiköpfiger Schlange, die hoch und niedrig in Rio de Janeiro beherrschten. Ueberall, wo es Vergnügen gab, und überall, wo Männer waren, konnte man die beiden sehen. Sie gingen in Ouvidor spa- zieren? fuhren nachmittags mit Juju im Wagen durch Cattete: saßen abends in der aufsallendsten Loge eines Theaters und empfingen Besuch von den abgelebtesten alten Staatsräten und anderen Männern in hohen politischen Stellungen. Aber in Sao Romao wurde Pombinha noch immer ver- göttert wie in ihrer Mädchenzeit, denn die alten Freunde, denen sie die Briefe geschrieben und deren Geheimnisse sie geteilt hatte, waren ihr treu. Wenn sie und Leonie Juju zu ihren Eltern brachten, war Augustas Tür von einer be- wundernden Menge umlagert wie in alten Zeiten. Pombinha half denen, die auf die schiefe Ebene geraten waren, höchst freigebig. Dazu gehörte hauptsächlich die Frau Ieromz- mos, deren Tochter ihr besonderer Liebling war und die jetzt im Hause den Platz ausfüllte, den Pombinha einmal eingc- Nammen hatte. Wirklich, Pombinha verschwendete auf die kleine Senhorina dieselbe Zärtlichkeit, die Leonie einmal ihr erwiesen hatte. Die Kette schlang sich unaufhörlich weiter fort, und immer dieselben Kräfte kamen in der Siedlung zur Auswirkung. Ieronymos arme, unglückliche Tochter bereitete sich im stillen vor, ihren Platz neben Leonie und Pombinha einzunehmen, wenn ihre Stunde geschlagen hatte. Pombinhas Großmut verschaffte der unglücklichen Sen- horina und ihrer immer betrunkenen Mutter Nahrung und Obdach, denn Piedade war so tief gesunken, daß ihr niemand mehr Arbeit anvertrauen wollte. Sie war eine'so unangenehme Mieterin, daß Ioao Romaos Verwalter ihr schon dreimal gekündigt halt«: aber durch ihre eigenen flehentlichen Bitten und die Fürspräche der mitleidigen Nachbarn hatte er suh erweichen lassen, und sie durfte wohnen bleiben, bis sie ein anderes, Quartier ge- funden hätte. Am Tag nach Pombinhas letztem Besuch war sie dann doch schließlich ausquartiert worden, aber mit dem Geld, das sie eben bekommen hotte, konnte sie bei den Katzen- köpfen Unterkunft finden, und da gab es noch mehr so elende Kreaturen wie sie selber. Denn üi dem Maße wie Sao Romaö ausgeblüht und emporgekommen war, war der„Katzenkopf" immer tiefer gesunken und war nichts Besseres mehr als ein armieljge Höhle, wo Obdachlose Zuflucht finden konnten Hier erfolgte nach der nächtlichen Samba regelmäßig der lraditiouellc Kampf um die sinnlichste Tänzerin Hier fielen Opfer, aber die Mörder wurden nicht entdeckt: hier wohnte unter Schmutz und Krankheit der Wschaum der Menschheit. tFortz. folgt.) Iloff und Pinsel bewaffnet nach dem siottbusser 1Uer. Um gegen ein« etwa auftauchende Polizeistreife gesichert zu sein, wurden die Zugänge von der Kottbuffer Brücke und von der Admirolsbrücke durch die als Posten aufgestellten Wüstendcrg und Ruba gesichert. Das Besudeln der Auhenwond der Synagoge hat eiu>a ein« Stunde Zeit in Anspruch genommen. Döring, der gewisscrmoffeN als Anstifter anzusehen ist, ist der politischen Polizei bereits aus äl)n- iichen Vorgängen bekannt, bei welchen er mit seiner Klebe- und Pinselkolonne, der auch Meckelburg zuzuzählen ist, tätig geworden ist. Nach dein glaubhaften Geständnis der zu 1 bis 4 näher bezeichnete Täter haben sich in vorliegendem Falle besonders Meckel- bürg und Steinlc betätigt. Die unmittelbaren Täter Hot man, dank der energischen Arbeit der Polizei, gesastt und die Gerichte werdcn ihnen gehörig« Denk- zettel erteilen. Schlimmer aber als diese jungen Burschen sind die im.Hinterhalt liegenden intellektuellen Urheber: sie veranlassen die jungen Menschen zu solckien Sudeleien und wollen sie glauben machen, daß sie deutsche.Heldentaten vollbracht haben. Stadibäder werden teurer. Finanznot erzwingt Erhöhung der preise. Nach einer Mikkellung des Städtischen Nachrichten- a m t s Hot der Magistrat eine Erhöhung der Tarife für die geschlossenen städtischen Badeanstalten ab i. April 1930 beschlossen. Ein Wannenbad soll zukünftig 60 Ps., ein Brausebad 2S Ps. und ein S ch w i m in b a d 40 Ps. statt wie bisher 30 Pf. kosten. Auch diese nach der Meinung des Magistrot» unvermeidliche Toriserhöhung wird lediglich die Berliner Arbeiter und Angestellten tressen, besonders unangenehm werden die Schwimmvcreine durch die Preieheroussetzung berührt werden. Für alle bisherigen Freibäder sollen die bisherigen niedrigen Preise beibehalten werden. Auch die medizinischen Bäder werden nicht verteuert. In der Mitteilung des Städtischen Nachrichtenamts wird über die Grund« der Preiserhöhung folgertdcs mitgeteilt: Dar Iahren hatte der Magistrat beschlossen, daß sich die städtischen Badeanstalten selbst erbolten sollten. In der Praxis ist das auch für die offenen Bäder erreicht worden. Die geschlossenen Bäder sind ober Zuschußbetriebe geblieben. So betrug der Zuschuß 1024 rund 310000 M.. 1926 rund 627 000 TO., 1927 rund 718 000 TO. und 1928 rund 1 308 000 TO. Er wird im Rcchmmgsjahre 1929 nach den bisher vorliegenden Ergebnissen weiter ansteigen und sür 19.30 insolge Erhöhung sämtlicher städtischen Tarife etwa 2 000 000 Mark betragen, wenn die zur Zeit gültigen Bäderpreise, die immer noch die gleichen wie 1924 sind, beibehalten werden, hierbei ist bei der Berechnung des Zuschusses von einer Verzinsung und Tilgung des Aillaizekapiials völlig obgejehev worden. Die jetzigen Preise reichen zur Zeit gerade aus, um die Gehälter und Löhne zu bezahlen. Alle Beiricbskosten sind Zuschußkosten. Wenn auch im Interesse der Volksgcsundheit und der Leibesübungen niedrige Bädcrpreise geboten sind, läßt sich jetzt bei der Finanzlage der Stadt eine Erhöhung dieser Preise nicht vermeiden. Der Magistrot hat daher die einheitliche Neufestsetzung der Böderpreise mit Wirkung vom 1. April 1930 beschlossen. Unter Zugrundelegung der neue» Preise und der Bcsuchsziffcrn des Jahres 1928 ist mit einer Mchreinnahn« von rund% Millionen Mark zu rechnen, so daß immer noch ein Zuschuß von mehr als 1 Million Mark bleiben wird. Die jetzigen Böderpreise sind die niedrigsten in ganz Deutschland. Der neue Tarif für die städtischen geschlossenen Bodean- stalten sieht jolgende Preise vor:-'Ein Wannenbad 60 Pf., ein Brausebad für Erwachsene 25 Pf., ein Schwimmbad sür Erwachsene 40 Ps.. an den Uebungsabendcn der Schwimmvereine ein Schwimm- bod für Erwachsene über 18 Jayrc 30 Pf. Der Stadtverord- » e te n v e r s a mm l u n g ist die entsprechende Lorlage des Magi- strats zugeleitet worden. Neun ireue Freunde vor Gericht. Ein mißglückitr Einbrecherfireich. Der Berein„Treue Freunde", eine aus jugendlichen Burschen bestehende Organisation der Berliner Unterwelt, hielt in Moabit eine„geschlossene" Mitgliederversammlung ob. Allerdings fand dies« Tagung unter Leitung eines GerichtsvoZitzenden und im Beisein des Staatsanwalts statt, und die Versammlungsteilnehmer mußten ans der Anklagebank Platz nehmen.> Zur Verhandlung stand ein Einbruch, der neu» Mitglieder des Vereins„Treue Freunde" in der Nacht zmn 25. Januarer zu machen. Der Wirt Hobe durch die Anzeige des Einbruchs sich bei der Polizei«ine gute Note verschossen wollen, um eine F r ü h k a n z e s s i o n z u erhalten. B. hatte dann auch sofort den Wirt angerufen. Das wurde durch den Zeugen bestätigt. In- salgedefsen wurde der Choufseur freigesprochen. Die anderen Zln- geklagten hatten sich bei der Polizei gegenseitig belastet, sie wider- ricsen aber vor Gericht ihre Angaben. Der Anführer der Bande, ein gewisser Gunther, erhielt 1 I a h r s c ch s M o n a t e G c s a n g- n i s. Drei weitere'Angeklagte wurden zu neun Monaten Gefängnis murieilt und der Rest mußte mangels e w«m s e freigesprochen werden. Koalitionspolitik und ZfcichSfinanznot. lieber dieses Thema referierte in einer sozialdemokratischen Kreisvertretervcrsammlung in Köpenick Reichslagsabgeordncter Siegfried Au i häuf e r. Es handele sich bei dem Finanzprogramm nicht mir um Maßnahmen finanzieller Art, sondern es gel)« um ein« Neuoerteilung des Praduktionsertragcs. Wir erleben durch die Rationalisierung eine Steigerung der Produktion, eine Tatsache, die von kapitalistischer Seite geflissentlich verschwiegen wird. Eine sfyi- tionaiisierung sei sinnlos, wenn sie nicht Rücksicht auf die Lage der Konsumenten nehme. So lange mcht die Steigerung des Reallohnes in Einklang gebrocht merde mit der Steigerung des Arbeits- ouswandss. werde auch die Geldknappheit, die in Wirklichkeit ein« Lohnknappheit sei, nicht überwunden werden. Eine Kürzyng am«nzialetat sei für die Sozialdemokratie un- traghari Entscheidend jur die Avwchwe oder gdtehnuag Tiere eegrooen Die vielen milhcn und warmen Tage, die die Naiur uns in der Zeit, in der es nach dein Kalender Winter war, spendiert hat, und deren schönftcr der letzte Sonntag. war, genügen keineswegs, ver- gessen zu lassen, daß wir uns nach im Mörz befinden, der trotz Frühlingsanfang doch zu Zweidrittcl ein Wimermonat ist. Vorfrühling alleusalls ist draußen wie in allen nonnalen Iahren um dies« Zeit ober keineswegs Frühling. Und wer da glaubt, die Sanne wärme frülilingshost, weil er sein Vorderteil der Sonne entgegenstreckt, der wird icher di« Rückseite gor bald eine empfind- liehe Kühle wehen fühlen. Auch der Boden ist keineswegs warm: es steckt nach viel wiMertiche Kälte und Feuchtigkeit darin. Das darf und fall nicht hindern, olles was Beine l)at, oufzufordern, jo viel wie möglich in die erwachende Natur zu gehen. Gerade jetzt. Und wenn auch die Pflanzenwelt noch zurück ist, wenn die Saat noch struppig und zerzaust, die Wiesen noch wintcrbraun und un- ansehnlich aussehen, wärmende Sowie lockt sofort die Tiere hervor. Dann ist die Natur nicht mehr einsam und Wanderer und Natur- freund erleben im Beobachten des Tieres monchcriei. Es mar ein guter Gedanke, in diese Zeit die Wcrbewoche der Naturfreunde zu legen. Meister Lampe, der s) a s e, wird dem stillen Wanderer sehr viel Spaß machen. Er wandelt nämlich aus Freierssüßen und seine Werbung um die Liebste erfolgt mit so viel Tcmperameni, daß der Staub aus dem Acker emporwirbelt. Hase und Hasin führen die wunderlick-sten Sprünge, Kapriolen und Tänze aus. Mau ohrfeigt sich, daß die Wolle— deutlich erkennbar— fliegt. Ganz wild und ungebärdig wird die Sache, wenn ein Nebenbuhler erscheint, dabei koinmt es vor, daß die beiden Herren sich derart scharf duellieren, daß sie dem Beschauer, wenn er sich ruhig verhält, aus ein paar Meter nahe kommen. Dann allerdings genügt die menschliche Witte- rung, um die verliebten Jünglinge Hals über Kopf in wahnsinnigen Fluchten davonrafen zu lassen. Auf den Feldern bei Teltow, Stahnsdorf, Gütergotz und den Dörfern der Ruthe- Niederung kann man das jetzt gut beobachten. Zwischen dem Zentrolfriedhof Stahnsdorf und Gütergotz liegt moorige Niederung, in der man am Sonntag ganze Rudel Rehe, 10 bis 15 Stück, sah. Weiterhin nach Gütergotz endet die Niederung in einem weiten Wiesenplan, der seit Jahrzehnten der Tummelplatz der Vogelwelt ist. Beim Annähern on einen Busch»liegt ein R e b- Huhn auf. Noch ein paar Schritte, dann folgt natürlich das zweite. Im Zlbenddämmcrn wird man richtig erschreckt, wenn man über sich in der Lust plötzlich dos Meckern einer Ziege zu hören vermeint. Das ist die im Bolksrnimd„H i m m e l s z i tg c" genannte Be- c affine, eine Schnepfenart. Das Gemecker wird durch das Schwirren der Schwanzfeder hcroorgeruien. Hurtig und fleißig hüpft durch das horte unansehnliche Wiesengras eine Kompagnie Finanzprogvamms sei die Erhaltung der Arbeiislosenversicherung. Die nächste Woche werde die Lösung dieser Frage bringen, die Stellungnahme der Sozialdemokratie sei klar und allen Parteien bekannt. Gchwarzweißrot ade! Es wird aber auch allerhöchste Zeil. Die Schüler der Friedrich-Werderscher» Ober- realschule in Berlin tnigen noch immer Schüler mutzen mir einem schwarzweißroten Farben st reifen. Nun- mehr hat das Provinzialschulkollegium der Provinz Brandenburg und von Berlin auf den Antrag der Republikanischen Beschwerdestelle hin folgend« Verfügung am 27. Dezember 1929 erlassen:„Wir haben der Friedrich-Werderschen Oberrealschule auf- gegeben, dafür zu sorgen, daß der schworzweißrote Farbenstreifen an den Schülermützen einzelner Klasskn oder Schüler durch anders- farbige Streifen ersetzt wird: wir haben-Uns jedoch damit einverstanden erklärt, daß Mützen mit den schwarzweißroten Streifen aus Sparsamkeitsgründen nach bis zmn Ende des lausenden Wintcrl)ala- jahrs getragen werden, gez. König." Daß elf Jahr« nach Errichtung der deutschen Verfassung Dirck- tion und Lehrerschaft einer Berliner Oberrcalschule durch die vor- gesetzte Behörde gezwungen werden mußten, die kaiserlichen Farben zu verabschieden, läßt bedenkliche Rückschlüsse auf den Geist zu, der auf dieser höheren Schule herrschen muß. Gelbstmord einer Schülerin. Aus Jurcht vor der Nichtversehuug. Gestern abend wurde di« sechzehnjährige Schülerin Gertrud W. in der Wohnung ihrer Eltern in der Keplerstraße 8 in Niederschön- hausen durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Das junge Madchen besuchte ein Lyzeum in Pankow. Es bestand für sie keine Aussicht, zu Ostern versetzt zu werden. Das nahm sich die Sechzehn- jährige so zu Herzen, daß sie beschloß, freiwillig ans dem Leben zu scheiden. Als sie ollein in der Wohnung war, drehte sie in der Küche sämtliche G a s h ä h n e a u s. Der Vater fand, als er heimkehrte, feine Tochter in der mit Gas ersiillten Küche auf dein Fußboden liegend tot auf. Todessprung einer Fünfundachizigjährigen. Am Montag abend spielte sich im Norden Berlins in der Kolonie- straßc 15 ein aufregender Vorfall ab. Bewohner des Hint«rl>aiises hörten plätzlich einen gellenden Aufschrei, dem unmittelbar ein dumpfer Fall aus dem betonierten Hof folgte. In einer großen Blutlache fand man die 85jährig« Frau B r a tz k c, die im 4. Stockwerk des Seitenflügels wohnte, mit zerschmetterten Gliedern auf. Die Greisin, die noch schwache Lebenszeichen von sich gab, starb auf dem Wege zur nächsten Rettungswache. Nach den polizeilichen Ermittelungen scheint d!« alt« Frau in einem N e r v c n a n f a l l gehandelt zu haben. D!« Leiche wurde beschlagnahmt. Brandunglück in der Niebuhrftraste. Gestern abend wollte ein« Frau R. in der Niebuhrstraße 3 sich auf einem Spirituskocher eine Speise zubereiten und goß unvar- sichtigcrweise aus die im Kocher brennende Flamme Spiritus. Eine große Stichflamme schlug im selben Auganblick empor und setzte die Stubeneinrichtung in Brand. Frau R. und die neunjährige Tochtir des Wohnungsinhabcrs, die im Augenblick des Unglücks in der Stube der Ilnternrieterin weilte, erlitten eiche lili che Brandwunden. Glücklicherweis« gelang es beiden, aus dem in wenigen Minuten lichterloh brennenden Zimmer noch rechtzeitig zu flüchten. Die Der- letzten erhielten von Feuerwehrfamoritern die erste Hilfe. Die Feuer- wehr mußte ein« Schlauchleitung anlogen, um den Brand nieder- KMuWe». See Vcrfriihiing. Graudrosseln. Im nahen sommerwarmen Wald gaukelt eiu) «infamer Zitronenfalter. lind welchen Besuch bekommt dev im Walde rastende Wanderer? Zuerst iinM sich ein niedliches M a r ie» kä i c rche».zutraulich ein. Auch eine Wanze laßt sich sahen, sie hat einen Rückenpanzer gefornit wie der Schild eines aitpreußischcn Kreuzritters und er glänzt wie Metall. Weggekmpsi kommt der Wairzerich ünwer wieder. Wanzcnort.I Und plötzlich, man weiß nicht wo es herkommt, zappelt erbärmlich und hilflos «in Ding wie eine Riesenwcspe aus der Erde,«ine Hornisse. Di« Freude über dos junge Leben im Frühling, über Hose und Reh, Zitronenfalter und Marienkäfer ist so groß, daß sie mit dem Leben davonkomuit. Man soll dem Feinde goldene Brücken bauen und das geschieht, indem man das schöne seindliche Tier mitten in die warme Sonne legt. Da müht und zappalt es sich ab, bis es dam» plötzlich aus die Beine kommt und ruhig davon krabbelt. Zmn Fliegen und Brummen und Stechen selfft ihm noch die Kraft. Der ausmerksame Wanderer, der sich Zeit laßt und womöglickj ein Fernglas bei sich hat, kann noch viel mehr beobachleu. Wandern als Tlaiurfreunde. Zur Eröffnung der Rcichswcrbewoch« des Arbeiterwander- bundes„Tie Natursrennde" hielt über den Sender Königswuster» Hansen der Reichstagsabgeordnete Genosse schreck ein« Be- grüßungsrede„Wandern als Nawrsrcniidc". Leider sind noch nicht allzu viele Kräfte am iffierk, um den Menichen und besonders den Jugendlichen wirtschaftliche Nöte nnd soziale Bedrückung in ein- wcmdsrcicr Weise vergessen zu Holsen. Und dock) ist das Wandern eines der schönsten und besten Mittel hierzu. Seine sozialen Werlo zeigen sich, indem es den Wanderer mil frcjnde» Menschen und ihren Eiiirichtunqen bekamü macht. Die gesuydheiffiche Wirkung ist gar nicht hoch genug oiizuschtagen. Um dem arbeitenden Volk die Schönheiten der Natur und die gesundheitlich«» Vorteile des Wanderii? zu nennittcfti, wurde 1895 in Wien zur Gründung eines Arbeiterwandcroereins geschritien und zwar zunächst zur Pflege der G«birgs> und Hochtouristik. Später erhielt der Verein den Nomen ..Di«'Naturfreunde". Heute verfügt er über«m großartig und großzügig ausgebautes Unterkunft»- und Herbe rg s w er k. Er hat in Deutschland 241, in Oesterreich 65, in der«chweiz 42 und im ganzen über 400 Wander- und Ferienheime. Wer Arbciterwandercr ist. bekennt sich zu jener Lebens- onffafsuiig, die trotz Not. Elend und Bedrängnis das Leben bejaht und dorl. ma«s noch nicht erträglich und schon ist. iiiiermüdiich an seiner Verbesserung und Beredeiimg arbeitet. Im Wandern, in der Verbindung mit der Erde, der Heimat und den Menschen erhält man das Gleichgewicht seiner seelischen und törpcriichen Kräite oder ge- winnt es wieder. Nur dann, wenn mau mit sich selber körperlich und seelisch in Ordnung ist, kann man auch anderen Menschen Helsen. 47 Menschen dem Tode geweiht? Furchtbare Tragödie bereitet sich in Stuttgart vor. wie gemeldet, sind in Stultgark 47 Personen nach dein Genuß von Eisbärcnfieisch erkrankt. Davon sind bereits sechs Personen im Krankenhan» verstorben. Nach den bisherigen Ermittlungen der Behörden haben die zw, ständigen Fleischbeschau st eilen in Stuttgart eine Unter- juchung de» Bärenfleisches nicht für notwendig erachtet. Zurzeit liegen noch 4l Erkrankungssälle vor. von denen 25 in Stuttgarter Krankenhäusern, 13 in privalwohnungen, zwei in pforzheimcr Krankenhäusern und einer im Spital von Zufsen- Hausen behandelt werden. Da in fast keinen» einzigen Falle in den» Zustand der Kranken, die sämtlich furchtbare Schmerzen erleiden, eine Besserung eingetreten ist. muß man nach mit einer bu, trächtlichen Erhöhung der Todeszahl rechnen. Die Sinti- garler Staalsamvaltschoft Hot ein Versahren gegen Unbekannt ein- geleitet, um festzustellen, woher der Eisbar stammle und»vas ihm gefehlt hat. Famitientragödie beim Morgenkaffee. Lüdenscheid, 24. Mörz.(Eigenbericht.) 1 Am Montag erschoß ein hiesiger Fischhändler sein« Familie, diit gerade beim Morgenkaffee saß. Die Ehefrau und die Stier» t a ch t« r wurden durch zwei Schüsse auf der Stelle getötet. Die Schwiegermutter erlitt durch den Schrecken«inen Herzschlag. und sank tot zusammen. Der Mörder jagte sich dann selbst«ine Kugel in den Kopf. Der Grund zu der schrecklichen Tat ist in ehe» lichen Zerwürfnissen zu suchen. i Oie losgelassene Lokomotive. Euneo. 24. März. 1 Ein merkwürdiger Eiscnbahnunsall ereignete sich aus dem Bahnhof San Dalmazzo. Eine führerlose Loko» motioe lies in dem Bahnhof auf einen Personenzug der Lini« Euneo— Lentimiglia auf uri) zertrümmerte den letzten Wagen des Personenzuges. Zwei Reisende vnirbeil getötet und zwei schwer verletzt. Drei Personen kamen mit keÄjtcrei» Berietzungen' davon. Ein Cisenliahnarbeiter hatte, wie festgestellt wurde, die Maschine unbefugt i n Bewegung gefetzt, war dann, als er sie nicht mehr zum Stehen bringen kannte, abge, sprungen und hatte sie ihrein Schicksal überlassen. Der Ncbcrfall in der Bankfilialc. Zu dem Ucbcrsoll in der Bankfiliale in der Müllersträß« erfahren wir. daß von den Tätern und ihrem Krastwagcn noch keine Spur gesunden ist. Für Mitteilungen aus dem Publikum. die»ach dieser Richtung einen Fingerzeig geben können, ist jetzt eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt morde,,. Es ist säst mit Sicherheit anzunehmen, daß der Wagen, de» die Räuber benutzten. ein gestohlenes Auw war. Zu.» mindeste» aber war die Nummer gefälscht. Der Vorfall hatte alle Anwesenden derart erregt, daß sie sich nicht bestimmt äußern können. Bisher ist der Wagen, in dem die Täter entkamen, noch nirgends aufgetaucht. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Die llebnnasstuyfcS findet In dieser Woche am Mittwoch, dein 26. Marz.'..'20 Uhr, im Gesangs saai der Sophien schule, Weimueisterstr. 16/17, statt. Eine kommunistische Glanzleistung. (Sie hemmen die Kleingortenbewegung. Äiit.jlitf) haben sich die Kommunisten in der Deputation für tforftmefcn wieder einmal in ihrer ganzen Gröhe gezeigt. Man hotte sich mit einem Antrage zu befassen, der die Umstellung von Dauerwaldgelande in der Jungfernl>eidc zur Errichtung von Kleingärten zum Ziele haben sollte. Es handelt sich»m die iogcnannten Mäckeritz-Wiescn in einer Ausdehnung von etwa 7 bis 8 Btorgen. ceif Jahren kcnnpst die S o z i a l d e m o- Iratic für die Klcingartenbewegung und vor allem für die Anweisung von Gelände zur Errichtung von Dauerkleingärten. Die Kommunisten nehmen namentlich immer dann den Mund voll, wenn sie bei Wahlen die Stimmen der Kleingärtner ciirfangcn möchten. Gestern konnte man aber das Schauspiel erleben, daß sich die Kom- munisten ganz entschieden gegen die Bereitstellung von ll a n d für Anlegung von Dauerklcingärte» missprachcn. Sic bejairden sich dabei wieder eimiral in der Gesellschaft der Nazis und Deutschnationaleiu Wenn der schäbige Schachzug der Kommunisten nicht gelang, so lediglich, weil sich die Vertreter der Sozialdemokratie in der Deputation mit aller Macht für die Kleingartenbewegung ein- setzten und erfreulicherweisc auch eine Mehrheit fanden. Ln nächster Zeit wird also eine neue Dauerkleingorten-Äolom« auf den Mäckentz-Wiesen in der Jungfernheide erstehen. Die Klein- gärt'ner ober sollten m'emols vergessen, daß die von den Kom- munisten und ihren soirstigen Couleurbrüdern ein« praktische ,'Förderung ihrer Bestrebungen trotz oller Versprechungen niemals zu erwarten haben. Ariisien spielen für ihre- Armen. Für den Wohitätigkeitssonds der Internationalen Artistenlage fand am Sonnabend im Wintergarten ei»« Nachtvorstellung statt, bei der sich zahlreich« Artisten von Namen und Rang in d«n Dienst der «piten sache gestellt hatten. Als Auftakt der schönen Veranstaltung sprach Otto Laub inger einen Prolog„Wir Leute von Brettl und Bühne", der in launigen Worten Glück und Elend der fahrende» Gesellen schilderte. Dann erheiterte B e p pi, der konnsche Radfahrer, mit wirklich witzigen Emsällen das Publikum: Rod ott, de? lünst- lichc Mensch, machte zum Staunen der Amvesenden bestfunkiio- merende Arm- und Bein Übungen, verbeugte sich ortig nach ollen Seiten und ließ schließlich mittels eines in feinem Herzen ein monrierten Sprechapparates eine wohlgelungene Rede vom«stapel. Der rechnend« Hund Togo zälilt ebenfalls zu den erstrangigsten Darbietungen: er beherrscht tadellos das kleine Einmaleins au? allen rechnerischen Gebieten und ist außerdem auch noch ein guter Sprin- ger. Einen fröhlichen Humstibumsti-Akt bot die Mackwcn Co. mit 'hrer Vorsichrung„Alles in Trümmer": Illusionisten, Mnstmlkünstler, Gesangs- und Tanzdarbietungen, vervollständigten dos interessante Programm. Leider ließ der Besuch zu nriinschcn übrig: man hätte den hilfsbereiten Kollegen und vor allem dem guten Zwecke, dem sie dienten, einen besseren Erfolg gewünscht. ..Da» lebende Magazin." Herr TausigausWien beschert« uns im Trianon-Theater mit seinem Ensemble eine jener „pikanten" Vilderfolgen, die an die Uranfänge jener Hochflut tanzen- der Nackedeichen und lebenswejsheitsprcdigender Kokottchen aus den Kabarettprogrammen der Jnfloflonszcit gemahnen. Heirte sind wir ja eigentlich jener schwülen Amüsieratmmphäre, wo ekstatisch sich ge- bürdende Tanzdamen ihren weißen Leib mit Wundmalen aus Lippenrot bedecken und abgeklärte Liebeskünstlerinnen ihrem abend- lichen Gast geistvolle Bonmots vermitteln, glücklich entwachsen. So tonnte uns die Haschischrascrei und der Vampirkompf der Dance Scott! beim besten Willen nicht mehr in unseren tieisten Tiefen aus- wühfcn, und auch dos bekannt« Bcttduo Kolottchen und Freier, reich- lich aekpickt mit Emdentigkeiten imd zeitlich verdunkelter Szenerie— das Ganze war dann— huch nein— nur ein«„Filmausnahme— ging gänzlich da n eben. Wirklich getonnt waren einzig die Vor- sühru ügen des Tanzerzentrikers Jimmy. Zu der Städtischen Zugeadbühn« in Lichtenberg, Holst eistr. 7/9, Busr in der Zeit vom 21. bis 27. Mörz einschließlich der Zille-Film „Mutter Krausens Fahrt ins Glück. Dem Film voran geht«n Vortrag mit Lichtbildern� belitett„Zille als Mensch u nd Künstler". Stadtoberinspektor Gr i epe hat es verstanden, in kurzen und verstandiicheu Worten das Leben des verstorbenen Meisters Zille zu würdigen. Seme teils ernsten, teils heiteren Wort«, die die von ihm nach Originalen hergestellten Lichtbilder be- gleiten, fanden die beste Ausnahme im Publikum. Die Vorführun- gen finden täglich mn 7 und 9 Uhr statt. 1 Ein proletarischer Liederabend. Im Fesfloai des Realgynma- siums Tempelhoi, Ka ist rin-Au gnsta Si raste, veranstallcte der Vol�kschor Tempelhaf- Marie ndors, Mitglied des DA SB-, einen proletarischen Liederabend. Die schönsten Gelange der Masse wurden zu Gchvr gebracht. Tiessens„Herrlicher Baikal" und„Weckruf", das„Ferne Laird" von Utchmann, Stuvdcs ..Erntefleh-',„Gesang der Völker" von Guggenbühler seien besonders hervorgehoben. Im Programmheft heißt es:„Warum wir die Not, die wir täglich am eigenen Leibe spüren, auch noch heraussingen? Weil uns das Smgeir unserer Not Befreiung und Erlösung vom drückenden Alltag und gleichzeilig die immer neue Erkemflnis unserer proletarischen Gesinnung gibt, die darin gipfelt: Wir arbeiten am Aufbau einer neuen, unserer Welt und Ihr, die Ihr gekommen seid, sollt uns dabei Helsen!" In der Besinnlichkeit der Feierstunde Kräfte für den Weg zur Freiheit zu sammeln, darin lieg! der tieie Sinn proletarischer Kulturarbeit. „Die modernen Äieiboden der verbrecherübersührung." Aus Einladung der LrlSgiuvpe Srotz-Verlin des TruIIchcn Frauenbundes hält am Mittwoch, dem 26. März, um 4 Ubr iwchmittagd. im prosten Saal des ZZeremSh-iuteS TeuIIchcr Ingenieure, Friedrich. Ebert-TIratzr 27, der bekannte gerichtliche»ach- dcrständige und Kriminalist S. Nelken einen Vortrag mit Lichtbildern über das Thema.Tie modernen Methoden der Verbrecherübersührung". Vorträge, Vereine undVersammlungen. Reickzsbanner„Schrvarz-Rot-Gold". Sekchäktaktell»: Dcr7in S. 14. EebaNIanktr. 37-38. Sak 2.?r. zriidrich,dai», Nameradschaft Düschina.?. und 3. 8ua: Dienotaa. 33. Marz. Suasetfammlura bei Schmatz. sZ rieben. Elke Novve». itrahe. Referent Kamerad Zun«.— Lichtenbera! Achiuua, Zunamanuschasi! AI. März, i9H Uhr, wichtiar Sihunq bei Stdber. Zuna- Ecke Odersirahe. Jeder llunatamerod bat zu erscheinen.-- Mitte: Donnerstaa, 27. März. 20 Mir, Sackescher Lok. Rosenthalrr Sir.<0—41. Bericht van der Eauaeneealversainni. luna. Oiinc Milaiiedsbuch keiir Zutritt. Vcmflchtrr Ehar.Palndunmia". T«ael, Mtal. d.?ASD. Aebungoktundc ieden Dienstaa von 20—22 Uhr in der Aula TreskoVstrahe. Im Interesse der Arbeltertänaerdeiveauna bitten wir alle Port ei ae nassen um UnterlMduna. indem lie dem Ehor beitreten oder ihre Trauen, Töchter und©öfme sich ihm zur Der. Mauna stellen. Gälte berzlich rnillkourmen. Intern atianale Tranevliaa für frieden»ad Teeibeit. Im Demokeätlschen Klub. Diktorialtr. 24. findet grcitaa. 28. März, 20 Ubr. ein Vvrtraa von Trau Schulrat Paulken über.Trouenvsvcholoaie" statt. Gälte willkommen. Mieter, und Wabn»»lflnche»de.Perba»d Deutschland, kSi« BerNnl. Der. waltunqsbezirk 3. Berlin N.€6. Razaretdklrchltr. 48. Treilaq, 28. März 2»'� Wir, im Restaurant Steinacker strübee Kaaenbeckl, MLllerlir. 137. äfsrni. iiche Persanrmluna aller Loden» und Gewerberaummieter. Tagesordnung: Bor. trag des Larrn Rechtsanwalts. Dr. Mautnrr über„Miete oder Pacht?" 2.„Die Tolaen der Serausnobme der gewerblichen Räume aus der Zwangswirtschaft." Zazialdrinotratische Akademiker, Ortsgruooe Berlin. Donnerstag. 27. März. 17 Ubr, Mitgliederoersammlun« in der Geschäftsstelle des Reulandverloges, Berlin W. 8, Krvnenstr. 8—9, Der Berliner Zitherklub übt irden Dienstag um 20 Uhr im El»b bans. Olzmstr. 2. t onefcllnw Entzllsb Dedatip« Club: Mittwcich 20 Uhr. Zahnäntehaus Biilow- straßc 104, Quttmannsaal. Prof Wencllanckt; Üives otQreatMen: Dr. Johnson. English Conrersation Club CbarlottcnburK. Meetings every Tuesday 8 p. m. Konditorei Wolter. Bismarckstr. 114(near Knicl. Dienstags 20 Uhr, im Bundes- Sekretariat W10,Viktorlastr. 33, Vortrag des Herrn Dr. Franciscis in italienischer Sprache über Dante. SoziaüfijscheArhejterjllgendGr.-Verlin Verlinaudelt sich hier um ein Programm, das Berlioz, Smetana, Saint-Saüns, Wagner nnd soli stäche Vortt-äge zu einer Einheit zu verknüpfen sucht. Wertvolle Musik, die doch im besten Sinn des Wortes populär bleibt, sogar wenn man von Schumanns „Träumerei" absieht, ist für den Somllag«ibend in jedem Fall empfehlenswert. Smetanas„Ultava" und Saint Saöns„Suite slgitrienne" gehören da.zu m den seltener gespielten Werken, die aber den Hörer vor kein Problem stellen. Es ist, gut, daß die Ber liner Fuukswndc auf dem Weae'ist,' die Gestoltttng des Sonntag- pragramms.für die große Masse der Hörer befriedigend zu lösen, Dieser. Versuch läßt vergessen, daß keim.' seuchiciidcn Höhepunkte vorhanden sind, Am Montag ein Dreigespräch über„Arbeits- und L e- b e n s g c st a l t u n g der Hausfrau". Klara B o h m- Schiich, Lisbeth M e g c r und Lotte Richter diskutieren dieses Thema, Es wird zuerst ein Oucvschnitt dtirch die Arbeit der Haus- tvau galegt. Kennt man nicht diese Dinge? Gewiß, Aber trößdem rst es notwendig, immer wieder daraus hin.ZUweisen, beim soundso viele Leute schätzen die Tätigkeit der Hausfrau gering ein. Lisbeth Meyer weist außerdem daraus hin, daß noch Verpflichtungen gegen- über der Organisation vorliegen, denen sich keine klasienbewußte Frau entziehen kann. Dieser Diskussionsstundc gegenüber, die tat. sächlich wichtige GrünMögen moderner Lebensgestaltung erörtert, wird der Vortrag über„Moden" in der Aktuellen Abteilung be- langlos.— Sehr hübsch ist die Abendveranstaltung„Kleiner Kursus für Meisterdetektine". Da augenblicklich Krimi- nalgcschichtcn und Berbrccherfilme ihre Hochkonjunktur erlel'en und auch tatsächlich ernst genommen werden, ist es gut, daß hier ein mal eine geistreiche Parodie auf diese lebenswichtige'» Dinge in Szene geht. Die Vortragenden finden den richtigen Stil für diel« niedlichen Sächelchcn. Ist Seh, wolicutaO haifer.a habtafackt Gegenwärtig liegt über Südost- und Südeuropa ein.Tiefdruck- gebiet, während über Rußland und England Hochdruckgehiete lagern. In Deutschland herrschien nordöstlich« Winde. Do? Wetter war daher im größten Teil des Reiches ziemlich kühl. Rur im Süden und Südwesten stieg das Thermometer über 10 Grad Celsius. Kräftiger Druckanstieg über Mittel- und Westeuropa wird das wcjt- lichc Hoch vermutlich nach Osten vorschieben, so daß bei uns mit Weiterbesserung z» rechnen ist. •k Wetterausjichten für Berlin. Rur noch unbedculendc Nieder« schlage mit zu nehmender Neigung sur Aufheiterung, ziemlich kühl—, Für Deutschland. Im Süden und Osten nach vielfach regnerifch, im übrigen Reiche wieder Weiterbesserung: allgemein noch ziemlich kühl. fSBBBSSBSSSS l>» 9 f• 11 1 r E i 9 i* f 1* 1» C* 1 9*& eSM* d1 y#< l«?' O!"• f t I U t) 8 L H t t? jifflilttkckiittKlfWnf/rf. Jltlhkt » KreditverbMgung und Konjunktur Kapiialmarti wird besser— Kampf gegen Arbeitsloflgkeii. hsut« gilt in Hsutjchlanü«in Reichsbantsatz von S vnd«in i�ombardsatz von 6 Proz.<5 eil t9J7 war ein so niedriger Diskont» l« von der Preuhenkass« und den Rentenba nttredit erworbene Getvoid«-Industrie und Commission A.-G.. Berlin(früher Scheuer-Konzern). heute das Rückgrat der halböffentlichen Marktpolitik de? deuffchen Getreide- Wirtschaft. Das Geschäftsjahr 1925/29(Juni bis Juni) war ein An- taufsjahr für die Umstellung auf di« neuen Aufgaben und hat Sonder- kosten veranlaßt. Mit dieser Umstellung und der schwierigen®e- treidemarktentwicklung in Deutschtand und der ganzen Welt hing es auch zusammen, daß Lagerbeständ« und Kundengeschäft im Ueber- gangsjahr 1928/29 Abschreibungen verlangten. So weist die GJC. bei erheblich vergrößerter Tätigkeit(Kreditorensteiger unq von 13,, 56 auf 32,34 Millionen) für 1928/29 einen Verlust von 0,71 Mit- kionen Mark»rs. Im Halbjahr Juli bis Dezember 1929 hat sich das Blatt be- reits gewendet. Drei Monate haben bereits einen Umsatz von 250000 Tonnen gebracht: fast soviel im« die 300 000 Tonnen im ganzen Jahr vorher. Der Derlust von 1928/29 ist durch Mehr- gewinne bereit» übertampensiert. Der Gchuh-Außenhandel im Kebruar. De? Außenhandel der deutschen Lederschuhindustrie zeigt« im Monat Februar wiederum em starke» Ansteige» de» Srporte» bei gleichzeitig sinkender Cmfichr. So sank an Be- richtrmonat di« Einftchnnenge aus 51 923 gegen 283 00? Paar im Februar 1929. Die Einfuhr fft also gegenüber dem Bergleichsmonat de, Vorjahr«, um 81,5 Proz. gesunken. Andererseit» erhöhte sich die Au»fuhr von Lederschuhwerk auf fast 339 000 Paar, so daß sich gegenüber dem Vergleichsmonat de» Vorjahres«ine Steigerung um 100 Proz. ergibt- Der Wert der Einfuhr stellt« sich im Februar auf 0,61 Millionen Mark, denen ein Aussuhrwert von 3,63 Millionen gegenübersteht. Der Ausfuhrüberschuß belauft sich demnach auf rund 3 Millionen Mark. Unsere scharf« Stellungmchrne gegen di« Ausstockung der Schuhzölle, die im Dezember vorigen Jahre» vom Reichstag beschlossen wurde, wird durch dies« Entwicklung mir allzu sehr gerechtfertigt. ichc Riesengewim,« sich i Rasierklingen erzielen Bombengcromne au» Rasierklingen. Welä mit der Fabrikation von Rasierapparaten und_......,_____ u______ lassen, zeigt der Abschluß der R o t h. B ü ch e n« r?l..G. in Berlin- Tempelhof, wtlch« di« bekannten Marken Ratbarth und Mond- Extra herstellt. Schon im vergangenen Jahr« konnte die Gesellichast die Dividend« von 16 auf 20 Prbz. steigern, in diesem Jahre wird sie sogar auf 22 Pro,z erhöht. Dabei werden aber ans dem Reingewinn, der von diese» riesigen Aktionärsgcwiimen auch nicht annähernd verbraucht wird, weitere hunderttausend Mark i n die Reserve gesteckt, und außerdem ubernimmt di« Gesell- schast noch d!« Zahlung der Kapttalertvogssteuer für di« Zlktimiäre. Ferner ist der Reingewinn durch die mehr als verdoppelten Ab- schreibungen von 815 000 Mark willkürlich gekürzt worden, so baß sich einschließlich der Abschreibungen ein Gewinn von mehr als 60 Proz. des Kopitals ergibt. Diese so hoch g, schraubten Abschreibungen dienen ganz offensichtlich nur zum Ver- stecken der Gewinn«, denn di« gesamten Werksanlagen des Unter- nehmen» sind nur wtt dem Wert von einer Mark(!!) in die Bllairz eingesetzt. Wie da» Unternehmen im Geld« schwimmt, zeigt der Stand der Bankguthaben und Forderungen mit ine- gesamt fast 3 Millionen, denen nur 440 000 Mark Schuldell gegenüberstehe». Da» Bankkonto ist ollein im letzten Jahr um eine Million angeschwollen. Diese Riesengewinne beweisen, wi« ungesund überhöht die Preise für den wichtigen Mosien- artikel de» Rasierzeuge» sind. Acht Prozent. Slickereidivibende. Die T t i ck e r e i w e r k e Plauen können auch sur das Geschäftsjahr 1929 ihre a ch t- prozentig« Dividende aus»ein Vorjahr aufrechierhatteu In der Stickererabteilung tonnte, von den Sommermonaten abgesehen. der Betrieb das ganze Jahr über mit voller Beleg- schaft durchgeführt werden. Gute Beschäftigung Im westdeutschen INaschinenbau. Die bekannte wescheutjch« Maschinenfabrik Schieß-De Fries in Düsse I dmff. die in der �aupffache Werkzeugmaschinen baut, kann ihr« in den beiden vorhergehenden Jahren gezahlte Dividende von 7 Proz. auch für 1929 aysreclnerhalien. Der stark nachlassende Auftragseingang aus dem Inland« konnte durch kräftige Steigerung des Exports ausgeglichen werden Welchen b«d«rkl'chen Rückgang aber die Maschinenbestelluvgen der deutschen Wirtschaft erfahren haben, geht daran? hervor, daß »er Anteil des Auslands sich am Jahresende 1929 auf 83 Proz gegen nur 58 Proz Ends 1925 bellet. Immerhin ist der Austrag?- bestand bei dem Unternehmen so hoch, daß die Betriebe aus fünf Monate hinau? ausreichend befchättigt find Wieder 10 proz. Mnhlendioidende. Die..M i a g"-Mühlenbvu und Industrie A.-G. weist«inen Reingewinn von 187 Wil- lionen(i. D 1,81) aus und verteilt wieder 10 Proz. Dividende. 3tr. i4i* 42. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Olensiag, 25 März 1930 Die Angestellten leben nicht besser als die Arbeiter. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht eingehende Ergebnisse der amtlichen Erhebungen über den Verbrauch von Jlaljtungs- und Genuhmitteln in Arbeiter� und Angestcllrsnhe.uehrlwirgen in Deutschland, zu welchem Zwecke 836 Arbeiter- und 54d Anzestzllten- hmshaltungen herangezogen wurden. Bei den Arbeitern wurden künf Krtegorien von chous- Haltungen mit einem Iahrsssinkamm�n von weniger alz 2S30 M. b i s über 4333 M., bei den Angestellten sechs Kategorien von Haushaltungen mrt einem Jahreseinkommen von weniger als 3333 M. bis über 6133 M. genommen. Der durchschnittliche Jahresverbrauch für Nahrung«, und Genuhmittel betrug bei den Ar- beiterhaushaltungeu 1536,33 IN. und bei den Angestellte!, haushal- tungen 1624,81 2IL Es dreht sich hier also weniger darum, ob Arbeiter oder Angestellter, als um die Höhe des Einkommens, das natürlich bei einem Teil Angestellter größer ist als aci den Arbeitern. Die große Masse der Angestellten verdient nicht mehr und lebt nicht besser als die der Arbeiter. Selbst das Moment der größeren Existenzsicherheit der Ange- stellten, dauernde Stellung, seltenere oder keine Arbeitslosigkeit, fällt heute sür einen großen Teil der Angestellten fort. Ebenso wie der bessergestellte Arbeiter für seine und die Er- nährung seiner Familie mehr aufwenden kaim als der schlecht be- zahlt« Arbeiter, kann natürlich auch der Angestellte in relativ gut bezahlter Stellung mehr in seinem Haushalt ausgeben, als der Ar- beiter mit geringerem Einkommen. Während die Unterschiede im Einkommen der Arbeiter und der Angestellten zwischen 533 bis 1833 Mark jährlich schwanken, macht also der Mehrverbrauch der Angestellken an Lebens- und Genuß- Mitteln lm ganzen Zahr nur 117 Mark und 82 Pf. aus. Würden gleichzeitig die Ausgaben für Mieten und Bekleidung in Vergleich gestellt, dann würde sich dabei höchstwahrscheinlich ein größerer Unterschied zwischen dem Arbeiter- und dem Angestelltenhaushalt ergeben. Bezieht man nun die Ausgaben für einzeln« Posten in jeder Haushaltung auf die entsprechenden Gesamtausgaben für Rahrungs- und Eenußmittel, so erhält man, wie aus unserer Graphik ersichtlich ist, ein überaus instruktives Bild. Es zeigt sich nämlich, daß in Arbeiterhaushaltungen— im großen und ganzen— solche Nahrungsmittel mehr verbraucht werden, die für den meiffchlichen Körper weniger ergiebig sind, wie Margarine, Brot, Kar- toffeln, Hülsenfrüchte und andere mehr, daß dagegen verschiedene leicht bekömmliche bzw. vitaminreiche NahrungSinittel. wie Butter, j Fische, Gemüse und Obst, vrel weniger als in den Angestelltenhaus- liallungen verbraucht werden können, da hierzu in den meisten Ar- beiterhaushalten eben die nötigen Mittel kehlen. Bon den Genuß mriteln weisen die Arbciterhaushaltungeu nur einen verhältnismäßig größeren Derbrauch an Bier als die Angesteiltenhaushaltungen auk, während die Ausgaben für alkoholfreie Getränke ziemlich gering sind. Im Interesse der Bolls- Ausgaben einer Ar beiler- und Angesteütcn- haushaliung für Nahiunßs- und Gcnufzmiliel in Deutscfaland _ 21.9 itniinmiumiiüiiiiiuiiiiiuiitliiiiliiiifiimiiiiimiilil Fleisch«.FleiscKwai; Brot u.B a ckwar enBB hl i 1 c Ii B u t t e r SSHSfflnmmaS.� Biel* tmtf-' Rartoffeln BSJ5BSs3*9 CSMÜSh-o Id.? Mar�arin e G e m ü s e BSHSi.h.o I1H., 12.1 ll.o Eier Hülsenfr.jR eis Xei§var.Bfflffli.c B Art e 1 1 er ü An|e stellte In.% d er Gesamtausgaben Obst Zi§arr en�ifare Kaffee ,Tee, Kaha o Z u c"k e r S c K m all Bo.'/ Fi seh. e Schokolade u.aud. Süss, fin.j W ein Bb0!*., Branntwein&öJ.i Alkoholfr. G e tränke B'o!') Sonst.Nalirun|smittel!!SffiBfi!nii] 7.6 Z gesundheit ist es dringend nötig, daß die nach dieser Richtung hin eingeleitete Ausklärung in noch höherem Maße als bisher in die weitesten Schichten der deutschen Arbeiterschaft dringt. Nicht minder notwendig ist, die Konsumkraft der Arbeiter und Angestellten durch Erhöhung ihrer Einkommen zu stärken, damit die Er iährung besser und abwechslungsreicher gestaltet und der Abs iß- mangel bei einer Reihe von Nahrungsmitteln, die wie das Obst heute noch vielfach als„Genußmittel" gelten, behoben werden kann °!>'ck. »0.9 Verkürzung der Arbeitszeit! Auch der Butab fordert sie. Die jüngst« Generalversammlung des Butab war von 133 Der- tretern der ireigewerksilMllich organisierten Techniker und I n- gen teure de, Berliner Privat- und Kommunalbetriebe beschickt. Nach eingehender Stellungnahme zur Frage der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit nahm die Versammlung folgende Entschließung an: „Die am 23. Mär.Z 1933 im Reichswirtschastsrat tagende Gene- ralversammlung der OrtsverwaUung Berlin des Bundes der tech- nischen Angestellten und Beamten hält klar umrissene Forderungen der freigewerkjchaillichen Spigenverbände zur o rage der Arbeitszeit» Verkürzung sür unbedingt notwendig. Die in früheren Kundgebungen des ÄDGB. und des AfA-BuNdes zum Ausdruck gebrachte Stel- iunynahme zu dem Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes mit dem Z'el eines reinen Achtstundentages und einer 4S-Stunden-Woche als Nor- malarbeitszeit wird der heutigen Lage des Arbeitsmarktes in keiner Weise mehr gerecht... Die Generaloersammlung fordert die Porstände der Spitzen- qewerkschaiten auf. in Erweiterung der Beichlüsse der Aucschutzsitzung des ADGB. vom 17 und 18. Februar 1933 eindeutige Programme tische Forderungen aufzustellen, um der durch die Auswirkunaen der Bakionalisierunq ständig zunehmenden Ausschaltung von Arbeits- frästen bei oleichzcitig sich verschärfender Znl'nüläi der Arbeit durch eine entsprechende Arbeitszeitverkürzung wirksam enlgegenireten zu können. Bei der Beratung des Arbeitsschutzgesetzes sind die auszustellen- den Forderungen mit ollem Nachdruck zu vertreten. Die Generalversammlung unterstrext't energisch die in der Eni- schliehung des Bundesausschusies des ADGB. zum Ausdruck ge- brachte moralische Berurieilung des Ueberstundenunwekens und richtet an alle Butab-Mitglieder die Aufforderung, in den Betrieben der Leistung von Ueberarbeit den schärfsten Widerstand entgegen- zusetzen.' Den organisatorischen Beratungen der Generalversammlung amg ein instruktiver Bortrog des Genosien Dr. Suhr vom AkA- Bund vorauf über.Die öffentlichen Finanzen und die sozialen Klasteu". Der Referent zeigt« an Vergleichen mit der Ctatgesteltung in der Vorkriegszeit den mioerkennbaren Wand«! vom Obrigke ts- staat zum modernen Sozialstaat. Schon heute nehmen unter den so- genannten öffentlichen Ausgaben die Sozialausgaben die erste Stelle ein. Diese Verschiebung der einzelnen Etatpositionen zugunsten der Sozialausgaben nehmen deshalb auch die bürgerlichen Parteien bei den parlamentarischen Auseinandersetzungen über die Sanierung des neuen Etats zum Anlaß, um eine Einschränkung der Sozialaus- gaben, insbesondere ober einen Abbau der Arbeitslosen- Versicherung durchzusetzen. Daß diesen sazialreaklionären Bestrebungen der schärfste Kampf angesagt werden müsse,»ar nicht nur die Auffassung des Referenten, sondern auch der Generaloeffamm- lung. Gegen etwa 13 bis 12 Stimmen„oppositioneller' Delegierier, die ungeachtet der politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse die Berabschiedunq eines sozialistischen Idealetats im Reichstag forderten, stimmte die Generalversammlung einer Entschließung zu. in der die Bereitwilligkeit der Angestellten und Beamten zum Tragen weiterer vffentli-ber Lasten im Interesse der Arbeitslosen und Sozialrentner ausgesprochen wird., Zugleich ab-r erhob die Generalversammlung Einspruch g-g'n Vie immer wiederholten Dersiichc, die Leistmigen der Arbeilslosenvcr- sicherung abzubauen und forderte den Reichstag auf, den Ausbau des Sozialetats auch für die Zukunft mit allen Mitteln zu sichern. Aus dem Berwcrlmngs- und Tätigkeitsbericht verdienen die Mit- teilungen über die Mitgliederbewegung im vorigen Jahre besondere Erwähnung. Danach hat die Ortsvcrwaltung des Butab 1929 trotz der Krise auf dem Arbeitsmarkt einen unerwarteten Auf- schwung genommen. Die Zahl der orden. lichen Mitglieder ist im Laufe des Vorjahres von 10 967 aus 13 681 Mitglieder gestiezen, d. t. um 19,3 Proz. Die Gesamtzahl der Mitglieder einsfließlich der Jugendlichen und Hosp'tanten stieg von 12 055 auf 14 573, um 20,9 Proz. Di« Generalversammlung sprach dem Geschäftrführer Genossen Rogatz durch sein« einstimmige Wiederwahl das volle Vertrauen für seine Tätigkeit im verflossenen Berichts- jähr aus. Ende der beru�süblichenArbeitslosigkeit Mit Ab auf des 29 März. Der Reichsarbeilsminister hat durch Erlaß vom Zt. März 1330 für die Berufe und Gewerbe, in denen eine berussübliche Arbeil». lofigkeil einheitlich für das ganze Reichsgebiet anerkannt ist, das Ende der berussüblichen Arbeilslosigkeil für den Winter 1323/30 auf den Ablauf des 23. März 1330 festgesetzt. Betriebsraiswahl bei Aschinger. JDfle 1 ist die GewerkschaflSliste. Heute, Dienstag morgen, Mittwoch, und am Donnerstag gehen die Betricbsratswahken bei der Afchinger-A.-G. vor sich, mit 4333 Arbeitnehmern. Bisher bestand der Arbeiterrat stets aus Mit- gliedern der freien Gewerkschaften. In diesem Jahr hat sich zum ersten Male ein Bäckerdutzend Arbeitnehmer der Firma verleiten lassen, den Befehlen der Kommunistischen Partei nachzukommen und als„revolutionäre Gewertschaftsopposition' ein« G e g e n l i st e aufgestellt. Auch bei den Ange st eilten wurde eine Gegenliste von Gegnern der freien Gewerkschaften ausgestellt. Die„revolutionäre Gewerkschastsopposition", die nicht einmal in der Lage war, die 32 Kandidaten für den Arbeiterrat aufzubringen und nur 12 Ar- beiterratsmitglieder vorschlagen konnte, ist nunmehr mit einem Flug- blatt herausgekommen, das Herr Pieck, MMR., verantwortlich zeichnet. Dahinter steht also die Kommunistische Partei. In dem Flugblatt werden die üblichen Tiraden losgelassen, die Gewerkschaften und ihre Mitglieder werden als Unternehmerknechte und Sozialsaschisten bezeichnet. Reu ist an dem ganzen Schwindel die Behauptung, der Bevollmächtigte des Zentraloerbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafä-Angestellten, Genosse Saar, sei Polizeipräsident von Stettin. Doch trotz dieser kommu- nistischen Hetze haben die freien Gewerkschaften die fest« Zuversicht, daß sich die Kommunisten bei der Arbeitnehmerschost der Aschinger- A.°G. eine empfindliche Niederlage holen werden. Cs muß verhindert werden, daß die Interessen der Arbeitnehmer bei der Firma Aschinger dem kommunistischen Wahnsinn geopfert werden. Deswegen alle Stimmen der Liste 1, der Liste der freien Gewerkschaften. Wahllokal ist sür die Arbeiter Hackescher Hof. Rosenthärer Straße 40/41(Parterresaal), Wahlzeit von 13 bis 19 Uhr;. Wahllokal für die Angestellten di« Afchinger- Zentrale, Saarbrücker Straße 36, Mahlzeit oou 14 bis 19 Uhr.___ Die Lohnabbauoffenflve. Die Lohnabbauoffensive des Untentehmertums, die d!« Bau» Unternehmer eröffnet haben, findet auch bei den Baustoffabrikanlen kräftige Unterstützung. Der Arbeitgeberocrband für die Ziegeln industrie in der Kreishauptmannschaft Chemnitz hat den Lohntarifvertrag für den 33. April gekündigt und ISprozenkigen Lohnabbau gefordert. Die Unternehmer wollen, wenn die Ziegelei- arbeiter nicht zu Kreuze kriechen, keinen.Tarifvertrag abschließen, sondern in den Betneben einzeln den Abbau durchsetzen. Man legt den Zlrbeitern bereits Reverse zur Unterschrift vor, durch die sie sich verpflichten sollen, um 13 Proz billiger zu arbeiten. Wer den Revers nicht unterschreibt, soll fristlos entlassen werden. Es wird eniwssen! Oer Kurs unserer Wirtsckasteftdpftäne. Düsseldorf, 24. März.(Eigenbericht.) Die Generaldirektion der Mannesman« Rährenwerke schränkt den Betrieb auf ihrem Röhrenwerk in Rath bei Düsseldorf ein. Sie hat inzwischen Antrag aus Entlassung von rund 400 Arbeitern gestellt. Die Chemnitzer Meiallarbeiier wählten Durchfall der„Roten Listen". Di« Betriebsrätewahlen in der Chemnitzer Metallindustrie endeten mit einer vernichtenden Niederlage der Kommunisten. Bon 153 Betrieben in der Metallindustrie folgten n u r 11 der kom- munistischen Parole, sogenannte„Rote Listen' aufzustellen. In diesen 11 Betrieben mit den„Roten Listen' wurden im Vorjahre 114 Arbeiterratsmitglieder gewählt: davon gehörten 63 der SPD. und 42 der KPD. an*, neun— darunter vier Gelbe— waren poli- tisch indifferent. Jetzt haben die freien Gewerkschasten, obwohl in den 11 Betrieben nur 137 Zlrbeiterratsmitglieder zu wählen waren, noch drei Sitze gewonnen: denn auf ihre Listen wurden 59 Sozialdemokraten und acht Brandlerioner gewählt. Die Kommunisten erhielten nur 34 Sitze. Die„Gelben" verloren einen Sitz. Lohnkämpfe in Dänemark. Kopenhagen, 24. März.(Twenbericht.) Der Generalftreik von 18 333 ungelernten Arbeitern, der am Montag beginnen sollte, ist bis nach dem Abschluß der setzt ein- ge'eiteten Vergleichsve chandiu n g en vertagt worden Die Der-. Handlungen dürften frülzestcng in 14 Tagen beendet fein. Der Streik der 3000 Acbeilerinnen in der Eisenindustrie wird fort- gesetzt. Insgesamt sind in Dänemark bisher die Lohnabkommen für 81 000 organisierte Arbeiter, das ist ein Viertel sämtlicher organisier- ten Arbeiter Dänemarks, gekündigt. Oller Straßenbahner wollen streiken. Wenn die Mustermesse beginnt. Lille, 24. März.(Eigenbericht.) Unter den Stroßenbahnern von Lille ist seit einigen Tagen eine Streikbewegung im Gange. Die Ursache ist«in seit langem sich hin- ziehender Lohnkonflikt. Jetzt haben die Arbeitnehmer be» schlössen, am 1. A p r i l, dem Tage der geplanten Eröffnung der Internationalen M u st e r m c k s c in Lille, in den Streik zu treten, falls die Gesellschaft weiter aus ihrer intransigenten Haltung verharre. Bergarbeiierstreik in Reu-Güdwales. Nach mehr als einjähriger Dauer beendet. London, 24. März. Die Bergarbeiterveremigung Australiens hat am Montag in Sidney beschlossen, mit Wirkung vom kommenden Mittwoch den Bergarbeiterstreck in Neu-Südwa!es abzubrechen, vorausgejetzt, daß die Bundesregierung den Bergarbeitern, die nicht wieder ein- gestellt werden können, eine gewisse Unter st ützung zahlt. Da diese Voraussetzung erfüllt werden dürfte, ist damit der mehr als einjährige Vergwerkskonslikt, die größte industrielle Auseinander- setzung in der Geschichte Austrasiens überhaupt, zu Ende. «ithoarapb«»«ni Stelndnicker! Mütwoch, 26. iläts, 17 lllit, fftaft'pnsticrfantmluna d-r SPD..cScnosscn im Ccwctfritaff�bous, (Soat 5. Parlkiausiocis mirSrinBcr.®ci?ialt!onsv->rsta-d. em-ffienoUcn der Slädt. FleiiiSbel�au! Mittwoch. 26. Mim, 19 Ilhr. bei Dusch. Tissi!« Str. 27, wichtige Bersa-nmluna. Taacz, eckmunfl: SPtfcrof üficc„Die Ru-wirlunacn der Sparmafiuadmeu nnf die Doltschvaien«'. Referrirt Dr. Bcngifch. Eg wird voilitidlilier Desuch erwartet. Dar graltianarorstaud. �reie<�ewerkfchakt«-IuaendReriin I Zua-i'd-olksbSdne! Karlen für die Dorstcllunq am 6. April iur Scheater aar BUlowplak irud in der Iuacndzentrale yam Preise von 80 Pf. AU haben. Sur AuMbruna«elanat„Das cherircht" von C. fi. Munro.— Leute. DIenstaa, lO't Uhr. tanen fallende Gruppen: Treptow: Kruppenheinr Schule Wildeubruchstr. 58—.Zt fSortzimmer). Pot'ta«:..Wovon inon spricht"— Die Stadt und ihr krnnpliA'ertee Dcrwaltunqsaprarat".— Kumboldt! guacndbeim Graun- Ecke Lorbinnstrabe.!"ch!bild-rnortroor„Di» Echvnbeiten des Sotaes"— Moriendori: Znoendbeiin Dvristr 7 lAIle Schulel. Vortraa:„Wandern und SGauen".— Sparda»! Gruppendcini StSd'. lluaend»' Iic'm Lindenufcr 1. DiskufSon-abend.— gra-Iirirter Allee: Siödt.?ugrnd- heim Litauer Str. 18. Arbciterd'chtunocn.— Lord�deraer"'lod! Grupv-nlte'I» Dieste'msnerstr. 8. Soiemann brinot lr-st'oes Allerlei.— Kl�tcnberq: ltuaend- beim Dosfrstr. 22i Portra«:»Das Gerichtswesen".— Nen-Lichixnber«: Iuiiend« beim Gunterstr. jt. Vortraa:»Die unaarische Dewertslbaftsbeweauna". .�N"enk>nrvvve �es?enifa�verban�es ter AnaepeNien '/ iirute, Dicnstaa, finden foloend« Veranstaltungen fiait: Listen bergt Äuneudhcim Gunterstr. U Bort-ni:. �cfcr'nt Wilhelm Tcrfcvtr.— Nordwest: Iuarn-dhenn Lehrter �tr. 15—19. Tinn- und Sviclabsnü.— Ab 20 Uhr prv�t unser Sprech, und Bewenungschpr i» der Turnhalle der Schule Baruther Str. 20. Vom 17 jährigen Rheuma befreit wurde ich durch Zinsier«RbeumatiSmuZ-Tee Nu. 35. acaße 8 Pakete verbiaucht und die Schmerzen sind veychwunden. Hh. Bucher, Penzig, Görlitzer Str. Z. So und ähnlich lauten die mehr als SötO? sre willigen Anerkennungen, die wir £nS heute erhallen baben. Wer an Rheuma- ti4mus leidet, iollte mit Zinssee-Rheuma- tiSmu�-Tee einen Versuch machen. Ter Versuch wird sich bestimmt lohnen. Zinsser RheumatiSmus-Tee ist in sast allen Apa- thelen zu M. 3.50 und 1.80 da» Paket zu baben, sonst diiekt von Dr. Zinsser& Co., G. m. b. H., Leipzig 75. V). Tkeaiet, Lichtspiele usw. 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ISA und in einem im gleichen Mannt in Berlin-Mitte verbreiteten Ilugblait den Rechtsanwalt und Notar Dr. Locwn als Schieber in GrundilUcksgeidniften bezeichnet. Wie ich ttigeben muh. ist mir leine Tatsache bekannt, die einen derartigen Vorwurf rcchifcr'igt. Meine Redaktion ist durch eine falsdtr Bericht erstattung gctäusdlt worden. Ich nehm« die gegen Lernt Loewn aefstgten Beleidigungen mit dem Aus- druck des Bedauern» aurück. Di« Beschuldigte verpflichtet stch, die vorstebente Erklärung mit Datum und Unterschrift innerbalb»ehn Tage» vom 8. d. ZU. ab gerechnet in diu in Berlin «rsdteinenden anhingen.Vorwärts- nnd »Rate Taha«- ,u verSlfentlichen, sowie ittnerbarb ,ehn Tagen nach austellung der tlostennota des Anwalts de« Privat. klägers die diesem bezahlten Rosien ,u erstatten. Der Drivaiklager bebält ssch den Widerruf dieses Vergleichs vor. falls die Beschuldigte die Wernomm-ne Verpflich. tu ng nicht fristgemäß erfüllt. 8. isebruar 1930. _(faa Zlltmann. |Qle goldoe Meisterin! < Kraule Stoae) | täglich 8.15(Jeden Sonntag um| 815 und um 9 Uhr; im Rose-Theater! I Große Frankfurter Straße l.i: j ] Billettkasse: Alex. 3422 und 34941 Nächsten Sonnabend 5 Uhr und Sonntags 2 30 SGnotiwellli&a■ aad Roseorei | Nächst. Sonnabend, II 30 abds| „Oer Mastergatic". j Vorverkauf täglich von II— ij und 4—9 abends. HAUmiAND HORFOBiT 1460 TÄGLICH IM PAIM KNRAAL äNFANe 1t OHR DIE REVUE BERLINS JSEEVLS 1930!' THeater d. Westeos Täglich gVc Uhr: Hotel Slam LemverS Musik von Gilbert Leo SehOtzeadorl Lldileastcin, Carola Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8.10 Uhr madams hat Ausgang Erika von Teltmann Paul H&rblger Hermann Schaufuß Lvovski, Braut Thsai. 8 Koiffi.Tsr Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr aucbSonnt. nachm. 3 17.: Elite- Singer. 8 TlBoipl« Klttiir. 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Die allseitig bekundete Teilnahme beim Abschied von meiner lieben Kameradin, der allgemein beliebten Gertrud Lodahl veranlaßt mich, allen, insbesondere dem Herrn Reichstagspräsidenten Paul Löhe, dem Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, den Genossen und Genossinnen des Reichs- und Landtags, der Konsumgenossenschaft Berlin, den Vertretern der Gewerkschaften und allen lieben Genossen und Freunden herzlichst zu danken. Heioridi Lodahl. MlierlülMtltn-Btilnl Sonnccofag, ben 21. Stic). abcn&s» Ahr. Im»osanlhaler Hof, Aoseu thaler Straße 11.12 frsnehen- VkpZgmnuung aller in der chirurgischen Branche beschönigten Kolleginnen und Ko.iegen Tagesordnung: 1. Die Unfallgeietzgebiing. 2. Bronchenangelegenheiien. 3. Verichiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Doaaeratag. den 27. MSrz, ubbs. Z Ahr, in Aoetero sfesttairn Iahober Milte, weberflr. IT Branchen-Versammlung der SdiDtcde ans den Grob, Mittel-, Fuhrwerks-, Branerei-, lenosgi-, Schrauben- nnd NIrlen betrieben sowie sämtUcbe der Scbmledebranctie angeschlossenen KarosserlearbeUer Tagesordnung X. Bericht von der Delegiertrn-Ronferenz der Autoindustrie. Reserent: Kollege Kart Senschel. 2 Branchen- und Verbandsangelegen- heilen Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht lebe» Kollegen, pünktlich zu erscheinen._ ftclitungl Arbeiterinnen l Sonnecolag, den 27. tiUcj, in unserer Snltnrableilnng. Linien- strotze 107 /gegenüber beut Lsrdandshause) Allgemeine Arbeiterinnen- Veranstaltung Tagesordnung: L Film-Borsühruitgeit üb« den Arbeiter- wort 2. Benerag de» Kollegen F-:tz Seu loff oom Ardeiler-Gportiart-ll über:»Die Ztoiwendtakeit der sportlichen Batati- gung lür die erw.rbsidttge Frau" 3. Branchenangeiegenhosten und Ber- schiedene» In Anbetracht ber wichtigen Tagesord- Oonnerning, den 27. Akdrz, edendn 7 Ahr. ins Genterklthasts Hann, Engetnfer 26/25(Grober Saal) Brancben-Versammiimg der Rohrleger und Heiter Tagesordnung L Verbands- und Branchenangelegen hetten. 2. Verlchiedenes. Mitgl edsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wird erwartet. nung werden die ffuntttondrinnsn»sucht. illr die Veraustallung die regste Propa- ganda tu machen, damit jeder Betried ver- treten ist. EinttiU steil Vonnerstag. den 27. Aldrz, ndd». S Uhr. in Ewalds Aeretns- Hans. Skntttzer Strntz« 12S Brancben- versarnrninng der Lravenre n. Ziseleure Tagesordnung. 1 Branchenangetegenhesten. 2. Berichtedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreicher Besuch wirb erwartet. Vonnersing. den 27. Mdrz. Im Lokal von Seipte. Lichtenberg. Kronprinzen- Eck« Schnrnweberstr Versammlung aller Lehrlinge,'ngendlichen Arbeiter nnd KrbeUerinnen ans den Metall- betrieben Lichtenbergs nnd des v. M. V.-Beztrks Tagesordnung: 1. Vortrag: Jugendarbeit durch di« Ot' gani otlon und die Aufgaben der Zugend Ret t Kollege Kurl Grünzel. 2. B-zirksangelegenHeiten und Aus- spräche Über d:e BetriedsoerhkUlntffe Zngrndkollegen I In dieser Bersamm- iung darf lein Kollege fehlen Agiliert Illr einen guten Besuch und seid vUnttltch anweiend. vi« iggeBäkoiiimlssleo. Am Sonnabend, dem 22. März, entschliei sonst nach langem, ichwerem Leiden mein lieber Mann, unser herzensguter Bater und Schwieg». vater. der frühere Saftotct Hermann Eraatz im 69. Lebensjahre In tiefet Traner Anna Kraatz u. Kinder Berlin, Moritzstratze 22. Die Einäscherung findet am Donners- tag, dem 27 Mörz, oormiuag»>0%Uhr. im Krematorium Gerichlstroße statt. MiiM MeiaHaröeitgf-Veröaflü Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, datz j uns» Kollege, der Rohrleger Benjamin Knorr geb. 27. Sevtember 1800, am 22. März 1 gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung finbei am Don> nerstag. dem 27. März 1830, nach. mtiiags 6% Uhr, im Kremalormm| iSerichtilrgße stau. Die Ortsverwatlnag. I Achtung. BstrlehsrBte! Die Belrudsräte- Zeitschrifl Nr. 6 tli afäilenen und kann gegen Borzeigung der Ligitimalionskart» des Betriedsrats-Od» manne« rn uni»em Büro, Zimmer 5. täglich bis 4 Uhr. Freitgz, bis 7 Uhr entgegengettommen w»den. Di« Betriebsräte kanfereaz der Hnnpt- genpp« IV, Untergruppen 11- 16 findet nicht am 25. März. fand»a am vlenstag. dem s. April 10.30. abends 7 Uhr. un verdaudshaus« Ltnienstr. 83/a5 statt. Die Ortsvcrwaltuog. Am Sonnabend, dem 22. Marz. verstarb ganz unerwartet'unser einzigster Sohn E.ott>ar im 8. Lebensjahre. Berlw 0. 112, Gryphiusflr. 131. Martin 5ieln und Frao Magda,| geb. Kleemnnn. Einäsch»ung, Donnerstag. 27 März. I 15 Uhr, im Kremator-Baumichulenweg.' Verkäufe vebsehler-leppich«. Sebfehler-Teppichr 2X3 XS,— Rgri 2X8 21.- Mark ., 2X3 28.- Mark ., 2HX3H 32,— Mark 2�X3� 40.- Mark ., 3X4 48,— Mark 8X4 52,— Mark Aberbach. jsriedrichstraße 183. 1. 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März 1930, verstarb na» langem, schwerem Leiden unser Mtiarbeiier, der Darmardeiter Fritz Schartow Ein halbe» Menschenalter hat er an der Organifierung seiner Kollegen ichaft, stets in vordevster Reihe stehend. mitgearbeitet, bis ihn lein Leiben zur Invaiibttäi vetutteiile und seinem Site' en ein Ziel seilte.— Wir werben sein Andenken stel» in Ehren halten Die Einäscherung findet am Mittwoch. dem 26. März, nachmiilag» 5 Uhr, im Kremalormm Gerichlstr. Natt— Um zahlreiche Beteiligung wird gebeien Sic Oclrvccmalfnag. LUJ Zahngedisse. Platiuabfäll«. Lötzinn. Blei. Qaedsslder. Silderschmelze. Gold« schmelzerei Ehriftiougt. Köpenick«:- strasse 39 iLaltestelle Adaibertstrassel.' Unterricht Berti» Schoo!. Leiozmeistrassi lill, Kurfürstendamm Z6a. fremde Evrachen. Zirkel: 42 Teilnehmer, mongtliih 42 M.. vierteljährlich 88 M.. zahlbar in Ralcn._ Eintritt iederzeit__ Abitnrium. Einsahriges. Direklar Dr. ffackelmanos Anstalt. 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Di« Sominerferien sind daher die vorläufige Grenze seiner Acitrechnung. Was nach den Sommerferien kommt, ist einstweilen Nirwana. Mit Hilse eine- Kalenders stellen wir fest, daß bis zu den Sommerferien noch fünfzehn Sonntage sind. Dann richten wir uns in oiner Schublade fünfzehn Fächer ein und tun in jedes Fach ein Fünfpfennigstück. So wissen wir genau, wieviel wir besitzen, und können zu seder Zeit unseren Status übersehen. Angesichts dieses Reichtums füllt sich die Brust meines Jungen nüt unbändiger Freud«. Er dünkt sich ein Krösus und baut glän- zende Luftschlösser, wieviel slhöne Sachen er sich für sein Geld kaufen wird. Besonders Begünstigte dürfen sogar seine Schätze in Augenschein nehmen. Der erste Sonntag verläuft prograimnäßig. Die fünf Pfennige werden erhoben und mit fast llbernatür- licher Geschwindigkeit in eine Tafel Schokolade umgesetzt. Dos Ganze ist das Werk wemger Minuten, dann fft die Schokolade ver- schwunden. Bon der verflossenen Herrlichkeit zeugen nur noch einige braune Kleckse in den Mundwinkeln, die ich unbarmherzig abwische, und ein Fleck auf dem Kragen, über den Mutter sehr böse ist. Mein kleiner Junge sitzt in meinem Zimmer neben mir, macht ein leicht enttäuschtes Gesicht und schlenkert mit den Beinen. Ich ziehe die Schublade auf und betrachte das leere Fach und die noch übrigen vierzehn Geldstücke. „Das waren die ersten fünf Pfennige", sage ich. In meiner Stimme liegt eine leichte Melancholie, die eine ver< mai'dte Saite m seiner Brust anschlägt, wenn er sich auch hütet, ihr direkten Ausdruck.zu geben. „Vater, ist es noch lang« bis zum nächsten Sonntag?" „Roch sehr lange, mein Junge. Viele Tage.. Eine Weil« sitzen wir stumm, jeder in sein« eigenen Gedanken versunken, dann sage ich tiefsinnig: „Wenn du dir für diese süns Pfennige einen Kreisel gelaust hättest, würdest du nielleicht mehr Vergnügen davon gehabt haben. Drüben im Spieiwarenladen sah ich gestern einen hübschen Kreisel. Rot mst grünem Ring. Ich mühte mich sehr täuschen, wenn der Kaufmann ihn nicht für fünf Pfennig« hergibt. Und eine Peitsch« 'häff dir ja1.* Wir gehen hinüber und sehen uns den Kreisel im Schaufenster an. Cr ist wirklich prächtig. „Der Laden ist zu!" sagt mein kleiner Jung« mißmutig. „Was kümmert das uns? Wir können den Kreisel ja doch nicht vor nächsten Sonntag lausen. Du hast ja deine fünf Pfennig« in Schokolade angelegt. Gib mal dein Taseyenluch her, da sitzt noch cnvas auf deiner Nase..." Gegen meine Argumente läßt sich nichts sagen. Niedergeschlogen iiiid traurig gehen wir wieder nach Hause. Lange sitzen wir in der Speisestube am Fenster, von wo wir den Spielwarenladen sehen können. Im Lause der Woche schauen wir uns den Kreisel täglich an: der Kreisel erscheint uns von Tag zu Tag begehrenswerter. Wir gehen hinein und versichern uns, daß sein Preis wirklich unseren Vermögensverhältnissen entspricht. Wir nehmen dem Kauftnann einen feierlichen Eid ab, daß er uns den Kreisel bis Sonntagmorgen reservieren wird, selbst wenn jemand kommen und ihm noch mehr als fünf Pfennige dafür bieten sollte. Am Sonntagmorgen vor nenn Uhr sind wir wieder da und erwerben mit zitternden Händen den Schatz. Wir lallen ihn den ganzen Tag schiturren, schlafen sogar mit ihm— am Montag ver- sä windet er auf rätselhafte Weise imo kommt nicht mehr zum Vor. schein. Als die nächsten süns Pfennig« fällig sind, geschieht etwas Außerordentliches. Auf unserem Hof spielt ein Junge, der eine» Tuschkasten hat. mein Sohn will also auch einen Tuschkasten sein eigen nennen. Dos hat aber seine Schwierigkeiten. Sorgfältige Untersuchungen l>aben nämlich ergeben, daß«in Tuschkasten, wie ihn der Junge auf dem Hof hat, in keinem Geschäft weniger als fünfundzwanzig Pfennige kostet. Schon am Sonnabend. ist die Sache zur Sprache gekommen. „Die Geschichte ist so sehr einfach", erkläre ich.„Du nimmst morgen deine fünf Pfennige nicht. Nächsten Sonntag machst du es ebenso und den dritten und vierten Sonntag auch. Am Sonn- tag, der dann konmit, hast du auf diese Weise fünfundzwanzig Pfennig« gespart und kannst dir den Tuschkasten kaufen." Waim bekomme ich also den Tuschtasten?" „Nach fünf Sonntagen." Mein kleiner Junge sagt kein Wort, aber ich sehe, daß er meine Idee nicht besonders genial findet. Im Lause des Tages schöpft er aus mir unbekannten Quellcn einige Finanzwissenschaft, die er mir am Soimtagmorgen ohne weitere Umschweife mit folgenden Worten serviert: „Bater.... du sollst mir fünfundzwanzig Pfennige zum Tusch- kosten borgen. Wenn du mir sünsundzwanzig Pfennige zum Tusch- tasten borgst, bekommst du das Doppelte von mir wieder.. Mit feuerrolem Kops und ganz aufgeregt geht er mir scharf zu Leibe. Ich seh« deutlich: wenn ich die vorgeschlagene Trans- aktion kurzerhand zurückweis«, wird er sich mit Wucherern einlassen. „Solche Geschäfte mache ich nicht, mein Freundchen", sage ich. ..Und' du solltest dich lieber auch nicht damit befassen!" Er bricht zusammen, wie jemand, dem die letzte Hoffnung ye- raubt ist. „Na. wir wollen mal sehen!" ermutige ich ihn. Wir ziehen unsere Schublade auf und blicken lang« und tief- sinnig hinein. „Dann wollen wir die Sock)« schon lieber so machen: Ich gebe dir jetzt fünfundzwanzig Pfennige aus meiner Tasche. Dafür be- komme ich deine fünf Pfennige von heute und die von den nächsten vier Sonntagen.. Er unterbricht mich mit einem lauten Jubelruf. Ich ziehe meine Börse, gebe ihm fünfundzwanzig Pfennige und nehm« fünf Pfennig« aus der Schublade. „Das wird nächsten Sonntag nicht schön werden", sage ich,„und nächsten und nächsten und nächsten noch weniger!" Aber der leichffinmge junge Mensch ist schon fort. Natürlich vollziehen sich die Abschlagszahlungen auf sein« Schuld mit der größten Feierlichkeit. Er ist stets zur Stelle, wenn die Schublade herausgezogen wird, und sieht zu, weim die fälligen fünf Pfennige erhoben werden und in meine Tasche wandern statt in seine. Beim erstenmal geht das ziemlich leicht. Es sieht auch so hübsch aus, wenn ich das Geld nehm«, und der Tuschkasten mitsamt den Qualen, die seiner Anschaffung vorausgegangen find, ist auch noch so neu! Am nächsten Sonntag ist die Sache schon nicht mehr so interessant, und am übernächsten Termin ist das Gesicht meines kleinen Jungen sehr finster. „Hat dir jemand was getan?" frage ich teilnehmend. „Ich möchte so gern eine Tafel Schokolade haben", antwortet er, ohne mich anzublicken. „Weiter nichts? Die kannst du dir ja in zwei Wochen sehr gut kaufen. Dann hast du den Tuschkasten bezahlt, und die fünf Pfen- nige gehören wieder dir!" „Ich möchte die Tafel Schokolad« aber so gerne jetzt haben!" Ich oersichere ihn meines aufrichtigen Mitgefühls, aber ich kann nicht helfen— fort ist fort! An diesem Sonntagmorgen trennen wir uns in ziemlich ge- spannter Stimmung. Im Laufe des Tages sehe ich ihn öfters mit hochgezogenen Augenbrauen und nachdenklichen Mienen vor der Schublade stehen. Ich setze mich still hin und warte. Ich brauche nicht lange zu war- ten, um zu erfahren, daß sich seine Entwicklung zum Natioualöko- nomen durchaus normal vollzieht. „Vater..., wenn wir jetzt die fünf Pfennige vom nächsten Sonntag in das Fach von heute legen... und ich nehme die und taufe mir dafür eine Tafel Schokolade..." „Dann hast du ja nächsten Sonntag wieder keine fünf Pfen- mgc?!" „Das ist mir ganz egal, Vater!" Wir sprechen noch ein« Weile darüber, und dann machen wir es so. Selbstverständlich befinden wir uns jetzt mitten im wildesten Finanzschwindcl. Schon dos nächste Mal ist mein kleiner Junge schlau genug, die fünf Pfennige vom allerletzten Sonntag, dem Sonntag unmittelbar vor den Sommerferien, zu nehmen. Sorglos treibt er weider aus der Bahn des Lasters, bis ihn zuletzt sein Geschick ereilt: zwei lange Sonntage ohne die geringste Möglichkeit, fünf Pfennige erheben zu können! Wo sollten sie auch herkommen? Besessen hotten wir sie—> das wußten wir. Jetzt waren sie weg— wir hatten sie ja selbst ausgegeben! An diesen grauen, trüben Tagen sitzen wir jeden Morgen vor der leeren Schublade und sprechen lang« und tiefsinnig über dos peinliche Phänomen, das doch so einfach und leichtverstänidlich ist, und mit dem wir uns abzufinden suchen müssen. Nur die Hoffnung tröstet uns, hält uns ausrecht, daß die ge- machten Erfahrungen uns zugute kommen werden, wenn wir nach den Sommerferien mit einer neuen Schublade voll Fünfpfennig- stücken als Taschengeld beginnen. Sirodbedi: 3)ie Volksbähnenidee Der Volk sbü hn e ngeda n k e blieb nach seiner ersten sichtbaren Verwirklichung in Berlin keineswegs auf die deutsche Reichs Haupt- stadt beschränkt. Schon wenige Jahre nach der Gründung der Ber- liner Volksbühne sind da und dort Versuche zu einer Nachbildung dieser völlig neuen Form einer aktiven, lebendigen Kunst- und Kulturpflege im Dienste der großen deutschen sozialen Masjenbe- wegung unternommen worden. Zu greifbaren Ergebnissen aber haben diese Bestrebungen um die Jahrhundertwende nirgends gc- führt) wenigstens waren organisatorische Nenschöpfnngen volks- bühnenähnlicher Art kaum irgendwo von langer Dauer. Mit einer einzigen Ausnahme: Im Jahre 1905 ist in Bielefeld eine Freie Volksbühne ins Leben gerufen worden, die, wenn auch unter sehr wechselvollen Formen und Hemmungen,, ausrecht bleiben tonnte. Die Bielefelder Freie Volksbühne hat. kürzlich die Feier ihres 25jährigen Bestehens-begshen können mst. einer hedeutfamen Fest» red« eines ihrer Gründer, des Reichsministers Seoering. In den darauffolgenden 10 Jahren aber vermochte die Volksbühne!n nennenswertem Ilmfang nirgends Boden zu gewinnen. Und die Kriegsjahre waren ebenfalls jeder Aufbauarbeit abhold. Aus dem seelischen Trümmerhaufen des Weltkrieges erst konnte j«ne Bewegung entstehen, die heute aus dem deutschen Kulturleben nicht mehr wegzudenken ist. Wenn es eines entscheidenden Be- weises für die kulturpolitische Bedeutung der deutschen Volks- bühnenbewegung bedarf, dann genügt dafür allein schon der Hin- weis aus die Situation, aus der heraus die Idee der Volksbühne vor 10 oder 12 Jahren wie ein mächtiger Quell empovbrach. Einig« Dutzend deuffcher Volksbühnenvereine erinnern sich heut« ihres 10jährigen Bestehens: aber in diesen 10 Jahren fft die gewaltige Bewegung gewachsen, die heute in über 300 Orten Deutsch- lands ein« rund« halb« Million werktätiger Wen- sehen in dem einen große» �Gedanken einigt, daß di« Knust dem Volke gehöre, daß wahre Kunst und Volk«ins fein müssen setzt und für alle Zukunft. 300 Volksbühnen verteilen sich lückenlos über das gesamt« Reichsgebiet, von Ostpreußen nach der äußersten Westgrenze und von der Nordinork bis nach Oberschlesien, den Alpen und nach dem Badensee. Es gibt heute kein Land, keine Provinz mehr, wo nicht die Volksbühne ihre Tätigkeit entfaltet und sich durchgesetzt hat. Und es ist eine Selbstverständlichkeit, daß die Pfeiler der Bewegung dort stehen, wo sich das Proletariat ain dichtesten zusammenballt: in Berlin, in Sachsen, im westlichen Industriegebiet und in den Wirts chaftszentren im: das Rhein-Main-Gebiet, den.Hajenstädte», um Mitteldeutschland und Oberschlesien. Aber die Volksbühne hat sich nicht auf die Knotenpunkte allein beschränkt. Das kulturfern« und an Bildungsmöglichkeiten arme flache Land hat der Volks- bühnenverband durch seine Wandertheater oufge- schlössen und fruchtlmr gemacht. Ueber 200 Mittel- und Kleinstädte haben dank der Arbeit der 6 verbandseigenen Wanderbühnen zum erstenmal den Weg i• ein zielbewußtes, künstlerisch hochwertiges Kulturtheater gesund' i. Durch taufend Kanäle preßt die groß« Be- wegung Energie m> Leben nicht nur in die Thealerwelt, sondern sie steht als Trägerin planvoller sozialer Kulturarbeit in der vor- derste» Linie oller um Ausbau und Gestaltung einer neuen Ge- meinschast ringenden Organisationen und Kräfte. Das deutsch« Theater stützt sich mehr und mehr aus die Leistung der Volksbühne und auf Hunderttausende»eiier kulturwilliger Menschen, die der Volksbühne ihren Anteil am Theater verdanken. Aber die imponierend« deutsch« Volksbühnenbcwegung wurde gleichzeitig Keimzelle für eine internationale Idee vom Volkstheater. Von Deutschland aus ging der Weg in di« Welt. Angespornt und überzeugt van dem, was hier geschaffen wurde, fand die Volksbühne gerade in der jüngste» Zeit Nach- eiferung in einer Reihe europäischer Länder und darüber hinaus in Nordamerika. In ständiger Zusammenarbeit mit dem Vo'ks- bühnenverband sind kräftige Keim«»» neuer Entwicklung gelegt in Belgien. Holland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen, Oesterreich, in der Tschechoslowakei, in der Schwel; und schließlich in England. Handle es sich um das„Folketeatret" in Oslo und Bergen, um„Folkeseene" in Kopenhagen, um die„Tooneelgemeen- schap" in Gent und Antwerpen oder um das jüngst« Gebilde„The Mostes Stage and Film Gustd"— unter Führung namhafter Ver- treter der Labour Party—, überall ist der Gedanke, der die deutsche Bewegung geschaffen und seither getragen hat, fruchtbar geworden zu neuer Entwicklung. Camflle d' Orange; kleine Malme Ich habe eine Katze gehabt, meine Lieben. Sie hatte ein weißes Fell und weiche, leise Pfoten. Mein« Katze ist immer gut zu mir gewesen, niemals hat sie mich gekratzt oder gebissen. Nur am Ende hat sie mich sehr gekränkt. Weim ich abends nach Hause kam, lies sie mir entgegen. Wenn ich am Tisch saß, zu lesen, oder über dem Hefte, zu schreiben, sprang sie auf meine recht« Schulter und schaute mir zu. Oh, meine Katze hatte damals ein Herz für mich— glaubt es mir. Ehrlich haben wir miteinander die Kost geteilt, niemals ließ einer von uns den anderen hungern. War sie dann satt, sah sie mich mit ihren schönen kindlichen Augen an. Und mein Her; wurde froh. _______ Wer. der Frühling ist über die Erde gekommen. Und unsere �Freundschaft.zerriß, als wäre sie von Spituuoebeir gewesen. Mein« Katze sprang auf das Fenstersims, um den Frühling zu sehen von Gesicht zu Gesicht. Ich habe sie durch alle Zimmer gesucht, meine Katze war fort.— c Endlich sah ich sie draußen über den Abgrund streichen. Keinen Laut könnt' ich geben. Sehen mußt' ich mit meinen Augen, wie sie wankt«, schwankte— mit den Pfoten die Luft schlug — in die Tiefe stürzt«.— Da war's mir, als stünde das Herz mir still. ?lb«r unten aus der Straße stand meine Katze auf ihren weißen Füßchen da. Und langsam schritt sie zum Haustor. Ich lief ihr entgegen und nahm sie in meinen Arm. Ich habe meine Katze gepflegt wie eine Mutter das Junge. Sie lag in meinen weißen Kissen und blickte mich an. Sehr war sie erschrocken. Dann schloß sie di« Augen zu und schlief.— Am zweiten Abend nach ihrem Sturz war meine Katze, als ich nach Haufe kam. fort. Ich nahm eine Lampe und suchte sia durch das stille Haus, auf allen Treppen, bis in den Keller. Da ich sie aber vergeblich rief, setzte ich mich mit der Lampe an den Tisch und las. Plötzlich stand mir das Herz still. Ihr« kleinen Krallentatzen hört' ich ans Fensterglas schlagen, dringlich, verzweifelt... Ich rührte mich nicht, die Erwartung des nächsten Augenblicks hielt meine Füße gefesselt.— Von unlen scholl der Schrei zweier Frauen. Ich ging hinunter und schloß die Augen und hob sie aus. Sie sah mich an und schwieg. Ich bereitete ihr einen braunen geflochtenen Korb mit Kissen und Decke, wie eine Wiege. Sie lag aus der Seite, die Pfötchen tat sie übereinander und blickte verstört und irr. Ich brachte ihr Fleisch, das sie liebt zu essen. Sie aß nicht—, sie sah mich an wie ein Mensch, der weiß, daß er sterben nmß. Ihr Auge blieb unbeweglich stier, von der Erschütterung, die ihr geschehen war. Ich wachte bei ihr durch die ganze Nacht. Einmal strich ich ihr leise über den Rücken. Da schrie sie weinend auf. Langsam genas sie. Jämmerlich schlich sie durchs Haus. Traurig hingen vom Munde die seidenen Haare herab, über den Rücken fiel ihr das Fell wie ein weiter, zu weiter Mantel. In ihrem Korbe lag sie, die irre erschrockene Frage im Blick... oder im Winkel geisterte sie, den Rücken gespenstisch gebuckelt. Aber drei Wochen später war sie gesund. Lebensfreudig, ein Löwlein, stand sie am Fenster. Da faßte ich sie an der Pfote und sagte: „Kätzchen! Zu zweien Malen habe ich Angst um dein Lebest gelitten. Treue lohne inir nun mit Treue: Bleibe bei mir."— Sie aber sah mich gehässig an. ihr Blick war grün. Sie ivairdte den Kopf und blickte hinaus... hinaus... Noch immer war Frühling. Nach Mitternacht stand ich auf. Der Korb war leer. Ich schloß das Fenster. Ich riegelte die Tür zu.— Wenn ich durch meine Straße gehe, blicke ich starr geradeaus. Viele Katzen huschen vorüber. Eine weiße lief um meine Füße, bis ich in den Bahnhof ging. Auch die Treppe noch lief sie hinauf mit mir. Aber an der Sperre griff der Mann mit der Faust in ihr Fell, ihr weißes Fell... und warf sie hinunter. Kaum sah ich mich mu. Mein Zug brauste heran. Ich stieg ein. Mein Zug brauste davon. Sie war es, vielleicht.. Was geht es mich an. Ich kenne sie nicht mehr. parieinachn'chien für Groß-Verlin Oiusesduqgea für diese Rubrik sind Perlt» SW«», Lindenstrahe Z. stet, an da» B«,irl»sekietarlol :.Hos,2 Treppen recht», zu richte» l. Krei» Mitte. Z. Abt.: Mittwoch, 2K. Mörzi, IS'-I Uhr, bei Epieacl, Acker, strafe 1, EiSunn aller in der Woblfahrt tätigen Genossinnen und Genosien. Snmvatbisicrend« sierglichst willkommen. S. lkrei» siricdrichsbain. Der Kursus am Dienstag, 2Z. Mär», fällt aus: nächster Unterrichtsabcnd am Dienstag. 1. April, wieder im Jugendheim Eosilerstr. 61. I. Krei» Sreuzbcrg. Li Huna der vrdneroblcute heute, Dienstag, 2S. Mär�. 20 Uhr, bei Krepp, Planufer 75—76. 1«.«reis Köpenick. Mittwoch, 26. Mär*. IS'-b Uhr, in Köpenick, Cchlosisir. 27. Kreisvorstandssitz,!»» mit sämtlichen Abteilungsleitern. Wichtige Tages. »rdnung. heule. Dienstag. 25. März. tt. Abt. 30 Uhr hei S! rüget, Sussitenstr. 54, Ecke Echcringstrasi«, MjtgNeder. versammltina. Vortrag des Genossen Breitenscldt. Alle Funktionäre treffen sich eine Stunde vorher im gleichen Lokal*u einer wichtigen Be. sprechunq. ZI. Abt. 20 Uhr wichtige isunktionärsihuna bei Burg, Prenzlauer Allee IN. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Mittwoch. 26. März, in den nachstehend angegebenen Lokalen. 4. Abt. Uhr. Gruppe Dannhorn: Lokal Grosie, Blumenstr. W. Vor. trog: ,.Eo*ialismus oder kommunism.,»?" Referent Alfred John. Gruppe Gallert: Sotal Vroudis, Stralaurr Str. 10. Bortrag:.Demokratie»der Diltahtr?" Referent Erich Steuer. I. Abt. 19',h Uhr siahlabends in folgenden Lokalen: Bezirk 406 bei Borih«. lome. Schwrdtrr Sir. 2.14- l Bezirke 407. 491—405. 503 bei Blaschinlki, Kastanienallee 54: Bezirke 456-498 bei Warnicke. Zionskirchplah 15: B«. zirke 490—500. 505—500 bei Dobrohlaw. Swinemitnder Str. 11: Bezirke 501 bis 502 bei Deblih. Schwedter Str. 227: Bezirk 504 bei Bener, Schwedter Etrasie 237. Reserenten: Stadtverordneter Dr. Siegfried Weinberg. Stadt' rat Rudolf Krrrmann, Friedrich Bernau. August Müller, Paul Brendel. Genosse Talk. K. Abt. 19% Uhr im Nofionalhof. Bülawstr. Z7, Vortrag:„Reorganisation der Berliner Berwalwng". Referent S'adtrot Wilhelm Reimann. S. Abt. siahl. und Diskutirrabend fällt wegen der Kreismitgliederverfamm» lung in den Arminiushallen, Bremer Str. 70, aus. 14. Abt. 20 Uhr im Swinemünder Gescllschaflshaus. Swinemünder Str. 42, Bortrag:„Reorganisation der Berliner Verwaltung'. Referent Stadt. «erordneter Rodert Gerber. 15. Abt. 10' 2 Ubr Engel dardt.Ausfchank ffrüher Oswald Berliner), Eduard Müsch. Drunnenstr. 140, Vortrag:„Faschismus und Kommunismus". Re' ferent Eottlicb Reese. Gäste und„Vorwärts'.Leser können durch Partei» genossen eingeführt werden. 17. Abt. 10'% Ubr in der Aula der Volksschule Millerstr. 150—1«, Portrog: „Das finanzielle Rotprogramm im Reich". Referent Kurt Seinig, M. b. R. 10. Abt. 19% Uhr in der Löwenbrauerei, Lochftr. 2, Vortrag:„Poltiifche Dagesfraaen". Referent Dr. siritz Schönhcrr. 19. Abt. 10% Uhr in der Schulaul« Gotenburqer Str. 4, Graue Schule, Vortrag:„ Kultur und Klasse". Referent Genosse Abramowitfch. 2». Abt. 19% Uhr bei Wende, Koloniesir. 147, Bortra«: �snnerpoNtisÄe ssragrn". Referent Genosse sileisiner. M. d. R. LI. Abt. 10% Uhr in der Sochschulbrancrei. See» Ecke Amrnmer Etrasie. Vortrag:„Kampf um das Berechtigunaswefen". Referentin Gertrud Launa. M. d. L. Z2. Abt. 10% Uhr Kochfchulbraiierei, See» Ecke Amrumer Straße, Vortrag: „h'olitifche Dgges fragen". Referent Karl Litke, M. d. R. A. Abt. 19% Uhr im Lokal Eteinacker, Seestr. 44. Vortrag:„Wohnungsbau und Wohnunaswirtfchaft". Referent Genosse Mener-Solingen. M, d. L. 24. Abt. 10% Uhr im Al'erheim, Danziger Str. 62, Vortrag:„Das neue Verlin". Referent Stadtverordneter Robert Rohde. 25. Abt. 10% Uhr im Saalbau ssrirdrichsbain. Am ssriedrichshain. Bortrag: „Der Entwurf eine« Srlbstvrrwoftungsgesesies für die Stadt Berlin". RFferent Vüroenneifter Dr. Ostrowski. 27. Abr. 10% Uhr in den Schönhauser ssesisälen, Schönhauser Alle» 129, Bortrag:„Das neue Selbswcrwaltnngsgescsi Grosi.Bcrlin". Referent Bürgermeister Karl Leid. M. d. L. Di» Bezirkzführer melden diejemgen Genossen, welche nicht.Vorwärts".Leser sind. ZI. Abt. 10% Uhr siahlabende bei Klua. Danziger Etr. 71: Klaus, Prenz. lauer Allee 51: Richtrr. Echliemannstr 00: Riebe, Dunckerftr. 15: Buch- holz, Prenzlaurr Allee Ecke Starnardsr Etrasie.— Die fsunktionäre rechnen am Donnerstag. 27. März, ab 10 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 100, ab. 01. Abt. 10% Ubr in den Kosino.siestlälen. Pappelollee 15. Vor'raa:„Re- organilation Grosi-Verlins". Ref. Stadtverordneter Mar Rechner, M. d. 2. 81. Abt. 19% Uhr in der Schulaulo Schönfliesier Str. 7, Bortrag:„Partei und Reichsbanner". Referent siebanncs Stelling, M. b. R. 32. Abt. 30 Uhr in Schmid's Gescllschaflshaus, isruchtstr. 06-, Bortra«:„Re- vrganifation der Verlmer Perwalnina". Referent Stadtverordneter Paul Robinson. 80. Abt. 10% Uhr In der Schulaula Sohcnlohestr. 10. Portrag:„Tage«fragen her internot onalen Politik". Referent Wolsgän« Ecknoarz.— Die Bücher- ire'sbände Mr das I. Quartal sind dem Genossen Paul Beg bis spätestens Mittwoch anzugeben. 84. Abt. Die Onartaisabrechnung findet»an 18—20 Uhr bei» Abteilmigs» kgfsierer am M't'woch statt. 35. Abt. 20 Uhr bei Schulz. Samariter Str. 08. Bortrag:„Reorganisation der Berliner Verwaltung". Referent Georg Mendt. R. d. R. 38. Abt. 19% Uhr in der Schulaula Strasimannftr. I, Bortrag:„Die politische Lage". R eferent Dr. Kurt Roscnseld. M. b. R. 87. Abt. 19% Uhr in der Pasienhofer Brauerei, Landsberger Alle« 24— 27, Bortroa:„Der Faschismus und andere radikale Strömungen". Referent Paul Bernstein. 88. Abt. 10% Ubr in Schmidt» Gefellschoftshous. ffruchistr. 06», Bortrag:„Das Republikschusigefesi". Referent Eduard Kachert, M. d. L. 09. Abt. 20 Uhr im Bauqewerkshaus. Grosibeerensir. 06, Bortrag:„Die Stellung des Arbeitslosen zum Staat". Referent Dr. Rapmond. All« Sammetlisten müssen abgerechnet werden. 41. Abt. 10% Ubr im isrirsenschlösichen. sfriesenstr. 14. Vortrag:„Reorgani. sation der Berliner Verwaltung". Referent Stadtrat Walter IWedländer. 42. Abt. 20 Uhr in den Blüchersälen. Blüchersir. 61, Bortrag:„Die Kinder- freundebewenung". Resercut Mar Echmidtbauer. 40. Abt. 10% Uhr bei Rabe.!7ichtcstr. 20. Vortrag:„Das neue Berlin". Referent E adtverordneter Otto staust. 44. Abt. 10% Uhr bei Ewald, Skalitzer Str. 126. Versammlung aller Mit- glieder der Woblsahrtskommifsionen. Bortrag:„Die Auswirkun» der Spar' maßnahmen in der Wohlfahrtspflege". Referent Dr. ltrig Schlosi. kreis ZoiisZisiiscKs Hochschule Sonnabend, den 19. MSrz, 19'A Uhr, Vortrag des Genossen Wladimir Woytiniky über ii „Europa und die Weit Karten zum Preise von 50 Ptg. sind an folgenden Stellen zu haben: Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2.— Beziiksbiidungs- ausschufi der SPD., Lindenstr 3, 2. Hof links, 2 Trepren.— Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. VVatlstr. 65.— Deutscher Holzarbeifer-Verband, Am Köllnischen Park 2 und Rungestr 30— Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24 25.— Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5.— Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Ritterstraße Ecke Luisenufer— Zentralverband der Angestellten, HedemannstraBe 12:— Verlagsgesellschaft des ADQB., Abteilung Soniment. Inselstr 6.— Frauensekretanat der SPD-, Lindenstraße 2, 2. Hof links, 2 Treppen.— Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Lindenstr. 3, 2 Hof I nks, 2 Treppen. Arbeiterjugend Groß-Berlin, Lindenstr 3. 2. Hof links, 2 Treppen.— Geschäftsstelle des Touristenvereins„Die Naturfreunde", Berlin, Johannisstraße 15. 45. Abt. Pünktlich 19 Ubr in der Schulaula ftorster Ecke Reichenberger Strasie. Bortrag:„Gegenwartsfragen in der Wirtschafts» und Innenpolitik". Re» ferent Genosse Bergbolz, M. d. R. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. 4L. Abt. 19% Ubr bei Burckhardt, Görlitzer Str. 52, Bortrag:„Meine Erleb» Nisse in Sowfctrusiland". Referent Genosse Schröder. 47. AM. 20 Uhr im Ecwrrkfchaftshaus. Engelufer 24—25. Bortrag:„Kirche, Religion und Sozialismus". Referent Mar Eicpn-t.— Mittwoch, 26. März, und ltreitag, 20. März, 29 Uhr, in der Aul» der weltlichen Sdiule. Waldemarstr. 77. Elternabend. Referentin Genafsin Siefe. Eintrittspreis 50 Pf. Karten sind in der Schule zu haben. Um regen Besuch wird ge» beten. Eharlattenburg. 51. AM. 20 Uhr im Wohlfahrtsfaal. Königin-Elisabeth- Etrasie 6. Portrag:„Die politische Lage". Referent Kranz Künstler, M. d. R. — 53. Abt. 20 Uhr im Lokal Last,„Zum Rusibaum", Strasie 12, Am Ber. bindungskanal, neben Laus Sichor, Vortrag:„Wirtfchaftsdlitaiur oder demokratische Regierung?" Referent Adolf Wuschick. M. d. L. Gaste will» kommen. Di« Delegierten zur Kreisvertreterperiammlung tresten sich bereits um 19 Uhr zwecks Besprechung der Anträge zum Bezirisvarteitag obendort.— 54. Abt. 20 Uhr im Jugendheim Rosinenftr. 4. Vortrag: „Wirtschaffslage und Erwerbslosigkeit". Referent Otto Schweitzer. Etel» lungnabme zur Kreisvertreterveifantmlung und zum Bezirkstag.— 55. Abt. 0. Gruppe: 20 Uhr bei Schutz. Wallstr. 99. Portrag:„Modernes Nach- richtenwefen". Referent Genosse Okrasi.— 67. Abt. 20 Ubr bei Thunack, Wielondftr. 4, Portrag:„Rotionalisierunq und Arbeitslosigkeit". Referent Kri», Raphtali.— 50. Abt. 20 Uhr bei Meper. Würzburger Str. 17. Aus- fpruuieabend. Einleitender Vortrag Genosse M. Wolff. <7. AM. Schönebera. 19% Uhr im Zrichenfaal der Volksschule Apossel-Vaulus» Straße 9 lWartbnrap'atz). Lichtbildervortrag:„Das neue Rusiland". Re» ferent Dr. Otto Krledländcr. 81. AM. siriebenau. 20 Ubr im Gefellfchaftszimm.-r des Ratskellers. Am Lauterplatz. Bortrag:„Die Wirtschaftslage in Deutschland". Referent Ge» nasse Darnow. 83. Abt. Lickterfeld«. 20 Uhr in den Lichterfrlder Kesisillen, Vortrag:„Deutsch. lands Ausienpolitik". Referent Robert Breuer. 88. Abt. Maricndorf. 20 Uhr in b-r Echulauia Königsirasie. Bortrag:.Re» vrganifation von Groß. Berlin". Referent Stadtverordneter Laus Wonwod, 80. AM. Lickstenrade. 20 Uhr Schule Roonstrasie. Vortrag:„Aktuelle Wirt» fchaftsfragen". Referent Genosse Souffe. Neukölln. 00. AM. 10% Uhr bei Grommcck. Sanderstr. 10. wichtige Berfamm» lung aller EPD.-Konlumm-tglicder der 40. Bertanfssielle, Sobrechtstrasie. Der Lagerhalter und der Leiter der Klcifchabaabesielle sind dazu ringe» laden.— 03. Abt. Bezirke 194, III, 114: 10 Uhr bei König, Böhmische Straße 43— 44, Bortrag:„Ehi-recht in Sowfetrußland". Referent Rechts- onwalt Richter.— 95. Abt. 20 Ubr Borstandssitzung bei Laase, Steinmetz. straße 78.— 90. AM. 135. Bezirk: 19% Ubr bei Wanzlick, Oberland- straße 1, Bezirksmitqlicdervcvfammluna. Vortrag:„Reorganisation der Berliner Verwaltung". Referent Stadtverordneter Sermann Lempert. Reuwabl der Bezirksleitung. 183. Abt. Sberfchöneweid«. 19% Uhr im Bürgerpark fInhaber Truhe). Weisi» kopfftraße, Vortrag:„Politische Tagesfragen und der Poung.Plan". Re» ferent Dr, Julius Moses, M. d. R, 184. AM. Riederftböncweide. 29 Uhr bei Tomalla. Berliner Etr. 38, Vorstands» sitzung mit allen Kunkt'onären, 188. Abt. Adlershof. 29 Uhr im Pokal Ratskeller. Bismarckstr. 5«. Bortrag: „Zehn Jahre nach dem Kavp.Pu'sch". Referent Dr. Mischler. 124. AM. Mahlsbors. 29 Uhr bei Anders. Bahnhofftrasie. Vortrag:„Die Etel» lung des ReiGsbanners in der Partei". Referent Dr. Saubach. 132. Abt. Blaulcnbura. 20 Uhr bei Klua, Dorfftr. 2. Portrag:„Zum Refe» rcntenentwurf der Koimnunalverwat'iina Verlins". Referent Kranz Lucht. 134. AM. Buch. 29 Uhr bei ELpfert. am Bahnhof, Borstandssitzung mit den Kunltionären. 138. AM. Reinickenborf-Osi. 20 Uhr im Schsitzenhaus. Residenzstr. 1, Vortrag: „Weltwirtfehaftlichc S'rukwränderunaen". Referent Engelbert Graf, M.d.R. Abtcilungsanaeleaenhciten. Sumvathisierende können durch Parteimit. glieder eingefübrt werden. Die Bczirksführrr laden dazu ein. 187. Abt. Rcin-ckenborf-Weft. 19% Uhr im Bolksbaus, Scharnweberstr. 114, Kunktionärsitzunq für alle Kunk'ionäre mit den Elternbeiräten, den parte!» genöfsischen Lehrern der weltlichen Schule und den Kunktionären der Kreien Schulgemeinde. 148». AM. Wittenau. 19 Uhr bei Schulz, am Nordbahnhof, Kunktionärsitzung. Erscheinen dringend erforderlich. Krauenveranstaltungen. 8. krei, Spand-n. Kreitag, 20, März, um 20 Uhr. im Turmzimmer des Ratskellers. Kreisfrauenversammlung. �Zoll frieden oder Wirtschaftskrieg." Referent Genosse Rei-n�inn. 15. Krei, Treptow. Kreitaa. 20. März. NM 19% Uhr, im Rothaus Johannis» thoL Altersheim. Kunktionärinnenzufammenkunft. Dienstag. 25. März. 75.«bt. kau»!«. 20 Uhr im Reichsadler, köniastrasi«,„Das Wirtschaftsgeld der Sausfrau". Referentin Genossin Else Scheibenhuber. Mittwoch. 26. März. gl 2.'3. AbL Krauenwerbeabend unter Mitwirkung der Kinderfreund« Fi um 19% Uhr im Saal 1 des Gewerkschaftshauses. Engelufer 24.„Ernste M und heitere Rezitationen der Genossin Kricdel Hall. Gäste willkommen. III. Abt. Bainsb-rf. 20 Uhr bei«eimann. WaNerieberier 9***# „Einführung in die Sozialpolitik". Refcrentin Genossin Rost Graetzer. Donnerstag, 27. März. 88. AM. s-lenfe«. 20 Uhr bei Sandmann. Westfälisch« Strasie, Bortra« „Politische Toacsfrage»". Referent Genosse Lewin-Dorsch. 122. AM. Biesdorf. 29 Uhr bei Porath, Marzahner Str. 31,„Dte Beben» baliuna der Arbeiterschaft". Rcferentin Genossin Elfe Schetbenbuber. 123. Abt.«aul-dors. 19% Uhr bei Rcumann, Wilhelm- Eck« Bahnw'strasie. Mr�sck!tL?r!ebör c-efroren...... Pfd. 1,18 «/, Pfd.> Kolonialwaren Vi.tlorla-Erbsen..Pfd. 16, 24pt Weisse Bohnen....... pia 32pi. Sultaninen........ pia 38, 48pi. Süsse Mandeln........ pid. 1,90 Hartgries«- Slückenmakkaronl... pid. 44pf. Eierfadennudeln...... pid. SOpj. Kalif. Mischobsfptd. von 58pf.an Kaffee gebrannt... Pld. von 1,90an -KJ,>'<='» f'•/ t.»/,»»A Billige u.gutsKonserven Brechspargel extra stark.................. 2,85 Ürechcpargel stark........................ 2,35 Brechepargel mittelstark.................. 2,55 Brechspargel ohne Kopie................. 1 ,99 Brechspargel kurze Abschnitte............ 1 ,45 Junge Erbsen fein....................... 1 ,25 Gemüschtes Gemüse fein.............. 1,45 Junge kleine Karotten............. 85?;. Junge Karo ten.......................... 75pl Selieme In Scheiben........................... 1 ,1 0 Spanische Aprikosen«/. Fracht...... 1 ,25 BimetB ganze Fracht............................£3;'l Saure Kirschen mit stein................ 1.25 PSIanmen ohne Stein...................... 76pf. Kali£ornlsc32e Pfirsiche•/, Frucht,. 1,45 Ha wai-Ananas 700 Gramm.............. 1,25 KarOtidl geschnitten.........'siDoeeSSpi. Geifiöseerbsen..;...v1Do«55pt Käse und Feite Tilsiler voUlelt..... Pfd. von 90p|.an Sleinbusdier voi]iett....Pid. 90pf. Dan. Schweizer so>>/»,..pid. 90pi. Edamer 20°/, 75pi„«pu pid. 1,05 Molkereibulfer........ pii 1,38 Danenbutler..... pid. 1,68 1,88 [Griebenschmaiz..ptd Sapt j Fisöie ofid Klodierwaren 'Grüne Heringe (Norweger)............... 3 Pld. 38pf. KabeljaUi.Ganz„o.Kopt,Pld. 20pi. Zander getroren, Pfd. von 48:'!. an Makrel-Bückiingepid. 24-3??,. Sprollen................. pfd.38pt Riesen{!ur;derngertach..pid. 48pi. *Hur leipziger Str., Alsxandcrpta'z, Frsnk- fdra r Alice, KeMbacer i'aniiB. behz k.lhncz- S trai se, Wiimers J o."fer Str., Cti iuis ec st r�3se Ohst u. 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