Morgenausgabe Nr. 142 A 24 47.Iahrgang Wöchentlich 86 9t« monatlich JJ50Ä. tm voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich SO Pfg.PoKzettung». und 72 Pfg Postbestellgebithrea. füielanbt* abonnement 6.— M. pro Monat. Der»Sonpärts* erschei« wochentäg» ltch zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Äbendausaaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der ' Abend". Illustrierte Beilagen„Boll und Zeit" und �Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"...Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Vorwärts' Berliner Solköblatt Freitag 28. März 1930 Groß-Berlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Dt« etntpottlge Nonparetllezetle 80 Pfennig. Reklamen eile S— Reich»« mark...kleine Anzeigen' da» ettge» druckt» Wott 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» da» erst» Won 16 Pfennig, jede» wettere Won 10 Pfennig. Worte übe» 16 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmait» Zeile SO Pfennig. Familienanzeigen Ze le 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» geichäft Lindenstraße 3. wochentäglich 00» Wy bis 17 Uhr. Jlentvalossan der GoziawemoSvatifchen Vartei DeuttGiaudS Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68. Uindenstraße 3 Fernsprecher� Tönbosi 292— 297 Telegramm-Adr Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Pollicheckkonio� Berlin 37 536.— Bankkontos Bank der Arbeiter Anaeslelltcn und Beamten. Wallstr 66 Dt B u Di Sc-Gel Devositenkalle Lindenstr S. Mcktritt der Reichsregiemng. Lieber die Arbeitslosenfrage gestürzt. Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschloß gestern in der Frage der Arbeitslosenversichernng unter Ablehnung der neuen Kompromißvorschläge an der Regierungsvorlage festzuhalten. Reichsfinanzminister Moldenhaner erklärte, die Regierungsvorlage nicht mehr vertreten zu können und ver- ursachte damit die Gesamtdemisston des Kabinetts. In der gestrigen Kabinettssihnng beschloß daS Ncichskabinett. dem Herrn Reichspräsidenten die Demission der Reichsregierung zu unterbreiten. Der Reichskanzler begab sich darauf zum Reichspräsidenten, um ihm den Riicktritt der RcichSregierung anzuzeigen. Der Reichspräsident nahm de« Rücktritt entgegen und beauftragte die Regierung mit der einstweiligen Führung der Ge- schaste. Er schloß daran warme Worte des Dankes für die Pflichttreue und mühevolle Arbeit dc� Reichskanzlers und der Rcichsministcr. * : Nach tagelangen Verhandlungen hat die Regierung ihren Beschluß gefaßt, well sie keine Möglichkeit gesehen hat, über die Finanzfragen eine Verständigung unter den Regierungs- Parteien herbeizuführen. Da auch das Kabinett nicht mehr völlig einheitlich zu seinen früheren Beschlüssen stand, die die Zustimmung des Reichsrats gefunden haben und dem Reichs- tqg bereits vorliegen, hat es den Rücktritt vorgezogen, statt den Versuch zu machen, im Reichstag eine Mehrheit für seine Vorschläge zu erhalten. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wäre bereit gewesen, der Reichs- regierung bei einem solchen Versuche zu folgen. Sie hat nahe- zu einmütig den Beschluß gefaßt, die ursprüngliche Vorlage der Reichsregierung zu billigen, hat aber gleichzeitig die Kom- promlßvorschläge der bürgerlichen Parteien abgelehnt., Für diese Haltung der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion war entscheidend, daß in der ursprünglichen Regie- rungsvorlage die Sanierung der Arbeitslosen- Versicherung eine befriedigende Regelung gefunden hatte. Unter dem Einfluß der vier sozialdemokratischen Minister hatte das Reichskabinett beschlossen, die Beiträge bis zu vier Prozent zu erhöhen, Reichszuschüsse von 209 Millionen zu leisten und die Darlehnspflicht des Reiches unbeschränkt auf- rechtzuerhalten. Dadurch wäre der voraussichtliche Fehlbetrag der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung im Jahre 1930 von 430 Millionen voll gedeckt worden. Diese Regelung aber fand scharfen Widerstand bei der Deutschen Volkspartei, die sich auch nach dem Mannheimer Parteitag als erbitterter Gegner der jetzigen Leistungen der Arbeitslosenversicherungen zeigte. In diesem Gegensatz zwischen der Volkspartei und der Sozialdemokratie, die die Leistungen der Arbeitslosenversiche- rung voll aufrechterhalten wollte, stand das Zentrum nicht an der Seite der Sozialdemokratie, sondern suchte zu vermitteln. Diese Vermittlung aber sollte gefunden werden durch Zugeständnisse an die Deutsche Volks- parte!. In dem letzten Kompromißvorschlag des Zentrums sollte der bisherige Beitrag von 3� Proz. beibehalten werden, obwohl nach den Berechnungen des Finanzmtnisters Molden- Hauer ohne weitere Beitragserhöhung ein beträchtlicher Fehl- betrag entstehen mußte. Ueber die Deckung des Fehlbetrages sollte im Spätsommer eine Entscheidung getroffen werden, für die drei Möglichkesten bestanden: Erhöhung der Besträge, Bs- Ichaffung von Mstteln durch neue indirekte Steuern oder der Abbau der Leistungen. In der sozialdemokratischen Neichstagsfrakiion gingen die Meinungen über die Bedeutung der Kompromiß- prmel stark auseinander. Es war bekannt geworden— und kam auch im Laufe der Debatte zum Ausdruck—>, daß der Reichsarbestsminifter, Gen W l s s e l l, die Kompromißformel für unannehmbar hiell. Auf demselben Standpunkt wie er stand auch der Bundesvorstand des ADGB., dessen durch den Gen. Hermann Müller-Lichtenberg abgegebene Er- klärung sehr starken Eindruck machte. In der Debatte wurde auch an ein Wort erinnert, das auf dem Magdeburger Partei- tag gefallen war und dort allgemeinen Beifall gefunden hatte, Der Reichspräsident empfängt: heute y2ll Uhr den Reichstagsprasidenten L S b e. um 11 Uhr deu Fraktionsvor sitzende» deS Zentrums Dr. Brüning. daß nämlich dieParteisichnichtvondenGewerk» schaften trennen dürfe, wenn es über die Arbeits- losenfrage zu einem Regierungskonflikt komme. Auf der anderen Seite fand jedoch auch die Haltung, die Hermann Müller, Severing und Robert Schmidt im Kabinett eingenommen hatten, weitgehendes Verständnis. Diese Genossen hatten zwar prinzipiell an der Regierungs- vorläge festgehalten, wollten aber zur Not auch die Kom- promißformel tolerieren, in der sie eine Gefährdung der Ar- beitslosenoersicherung nicht erblickten. Mit ihnen vertrat«in Teil der Fraktion die Auffassung, daß die Kompromißformel keine erhebliche Gefahr bedeute, daß man sie also zur Not ertragen könne, um über die Klippen der Finanzreform hin- wegzukommen. Selb st ver ständlich hat kein ein- ziges Mitglied der Fraktion daran gedacht, einem Abbau der Arbeitslosenversicherung den Weg zu ebnen. Die Gegner der Kompromißformel konnten jedoch darauf hinweisen, daß von den drei Möglichkeiten, die sie theoretisch in Aussicht nimmt, schließlich nur eine praktisch in Frage ge- kommen wäre— nämlich der Abbau der Leistungen. So überwog schließlich in der Fraktion der Wunsch, auch jeden bösen Schein zu oermeiden, als ob sie für einen Abbau der Arbeitslosenversicherung zu haben sein würde, und als ob es in dieser Frage sachliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Sozialdemokraten geben könnte. Und so fand auch der Antrag des Parteioorsitzenden Wels, unter Ablehnung des Kompromißvorschlags an der Regierungsvorlage fest zuhalten, nahezu ein st immige Annahme. Die anderen bisherigen Regierungsparteien, mit Aus- nähme der Bayerischen Volkspartei, hatten inzwischen den Kompromißvorschlag angenommen. Oas Kabinett tritt zusammen. Kurz nach 3 Uhr nachmittags hatte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihren Beschluß gefaßt. Unmittelbar da- nach trat das Kabinett zusammen. Der Reichskanzler vertrat den Standpunkt, daß das Kabinett nun, nachdem die Einigung der Parteien geschestert sei, mit seinen ursprüng- lichen Vorlagen, die vom Reichsrat bereits genehmigt sind, vor den Reichstag treten müsse. Dieser Vorschlag, der überall, wo das parlamentarische System richtig verstanden wird. eine glatte Selbstverständlichkeit wäre, stieß auf Bedenken und Widerspruch. Die Sitzung wurde unterbrochen, um für Besprechungen der Zentrumsminister mit ihrem Frak- tionsvorstand Zeit zu schassen, und um 7 Uhr wieder auf- genommen. Nunmehr erklärte Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer, daß er nicht mehr in der Lage sei, die Regierungsvorlagen vertreten zu können und daß insbeson- dere auch eine Loslösung der Deckungsvorlagen für den Haus- halt 1S30 von der Arbeitslosenversicherung und der Steuer- senkung für seine Partei nicht in Frage komme. Ein dem widersprechender Kabinettsbeschluß müsse seinen Rücktritt zur Folge haben. Nach dieser Erklärung hielten auch die Zentrumsminister die Voraussetzungen für ihr Verbleiben in der Regierung nicht mehr für gegeben und es erfolgte der Beschluß der G e« samtdemission. Somit ergibt sich fellgende groteske Situation: Die Re- gierungskrise ist ausgelöst worden durch den Beschluß der größten Regierungspartei, an einer Regierungs« v o r l a g e f e st z u h a l t e n. Sie ist vollendete Tatsache ge- worden durch die Weigerung bürgerlicher Kabinettsmitglieder, eine von ihnen selbst mitbeschlossene Regierungsvorlage vor dem Reichstag mitzuvertreten. Die Krise beweist nichts gegen das parlamentarische System. Es ist kein Wunder, daß dieses System nicht funktio- nieren kann, wenn man mit ihm so umspringt. Immerhin hat die Regierung Müller eine Amtszeit von genau 21 Monaten hinter sich gebracht und sie hat bis in die letzte Zeit hinein«ine Reihe beachtlicher Cr folge errungen. Sie hat nicht nur den V o u n g- P l a n zur Erledigung ge- Pracht, sondern auch das Gesetz zum SchutzderRepublik und die Agrarmaßnahmen durch den Reichstag ge- steuert und noch gestern hat ihr der Reichstag mit gewaltiger Mehrheit den N o t« t a t für das erste Quartal des neuen Haushaltsjahres bewilligt. Unmittelbar danach hat der Reichstag erfahren, daß die Regierung gefallen war. E r hat sie nicht gestürzt! Sie ist vielmehr im Streit der Parteiführer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit abgewürgt worden. Ist das noch„parlamentarisches System?" Llnd jetzt- Mindecheitskabinett Brüning? Der„Soz. Pressedienst" meldet: Ver Vorsiheude der Zenkrumsfrakkion Abg. vr. Brüning wurde am Donnerstag abend nach der Demission de» Kabinett» Müller vom Reichspräsidenten empfangen. tDie Nachricht wird osstziell nicht bestätigt. Red. d.„B.") In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß Dr. Vrllning am Freitag oder Sonnabend, nach der Riicksprache de« Reichspräsidenten mit den Froktionsführern, mit der Regierungs- bildung beauftragt und die Bildung einer Miuderheitsregie- rung der Mille aus verlrelern der Vollsparlei, des Zentrums und der Demokralen nnter eventueller Einbeziehung der volkskonservativea Gruppe versuchen wird. Man rechnet damit, daß diese Regierung vom Reichspräsidenten die Besugni» zur Auflösung des Reichstags für den Fall erhatten wird, daß es nicht gelingen sollte, im Reichstag ihr Fwanzprogramm durchzusehen. Tritt dieser Fall ein. dann sollen die Finanzgesehe aus Grund des Artikels 4« der Reichsverfassung vertündct werden. Von anderer Seite, nennt man den voltskonscrvativcn Treviranus und sogar den deutschnatuznalen Landbund- füfjrer Schiele als Teilnehmer dieser sonderbaren Regie- rung. Wie weit dieser Plan ernst zu nehmen ist, müssen die nächsten Tage zeigen. Für die 152 Mann starke Fraktion der Sozialdemokratischen Partei besteht nicht der allergeringste Anlaß, sich in die Rolle des Aschenputtels zu- rückschieben zu lassen. Sie hat nicht beschlossen, aus der Re- gierung auszuscheiden oder sich an der BUdung einer neuen Regierung nicht zu beteiligen. Sie kann führende Reg'erungs- partei oder Opposition sein— schwerlich aber irgend etwas anderes. Sollte eine Minderheitsregierung der Mitte den bemerkenswerten Mut aufbringen, den Reichstag gegen die Sozialdemokratie aufzulösen und gegen die Sozialdemokratie mit dem Artikel 48 zu regieren, so würden wir in Deutschland ein sehr interessantes Schauspiel erleben. Für die Kosten hätte freilich die deutsche Wirt- sch aft aufzukommen. Wir sind darum geneigt, derartig« Pläne in das Reich der bloßen Hirngespinst« zu verweisen. Die Krise ist dadurch entstanden, daß die Deutsche Voltspartei«inen beharrlichen Angriff auf die sozialen Errungenschaften der Arbeiter- k l a s s« führt. Sie lasse von diesem Angriff ab. sie erkenne, daß gegen den Willen der Sozialdemokratie und der Gewerk- schaften«in Abbau der Arbeitslosenversicherung nicht möglich ist— und die Krise ist behoben. Andernfalls wird sie in dieser oder jener Form fortdauern und sich gefährlich verschärfen. Was Herr Scholz, der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei, vor einer Woche in Mannheim sagte, ist auch heute noch richtig: „Wer mit den Verhältnissen rechnet, wie sie nun einmal sind» der muß zum mindesten zurzeit fest- stellen, daß ein Regieren gegen oder ohne die Sozialdemokratie auf die Dauer kanm möglich ist." CurtiuS kommt zurück. Auf die Nachricht von dem Rücktritt des Reichskabineits hat Reichsminister Dr. Curtius seinen Erholungsurlaub in Locarno ab- gebrochen. Er wirS am Sonnabend vormittag wieder in Berlin eintreffen. (Sin neues Kinanzprogramm. Vorschlag des Gen. Wilh. Keil. Genosse Wilhelm Keil schreibt uns: Nachdem die Bayerische Volkspartei das gesamt« Finanz- Programm der Reichsregierung wegen der 75prozentigen Erhöhung der Biersteuer, die Sozialdemokratie die Bedingungen der Volks- Partei in der Arbeitslosenfrage abgelehnt haben und das Kabinett Hermann Müller infolgedessen zurückgetreten ist, stehen die Parteien wieder am Anfang des Finanzproblems. Läßt sich nicht«in« von Grund aus andere Lösung denken? Jede Lösung hat ihr« Mängel, gegen jede lassen sich starke Bc- denken vorbringen. Auch gegen den folgenden, in den letzten Tagen in Reichstagskreisen mehrfach erörterten Gedanken lassen sich gewiß erhebliche Einwände gellend machen. Er hat aber doch auch gewisse Vorzüge gegenüber dem bisherigen Programm. Verzichtet man auf di« Bier» und die M i n« ro l wasse rst euer und erhebt man«in« Umsatz st euer von 1 Proz. swi« sie bis 1926 bestand) statt 0,75 Proz., so gewinnt man«ine Mehreinnahm« von etwa 330 Millionen Mark. Tritt dl« Benzin» und Benzol- besteuerung hinzu und gewährt man den Gemeinden das Recht der Erhebung einer erweiterten Gemeindegeträntesteuer. so erhall man eine viel stärkere Deckung als durch das bisherige Programm, man gewinnt den notwendigen Spielraum für die Senkung anderer Steuern iin nächsten Jahr und behält außerdem eine Reserve für Zwecke der Arbeitslosenoerstcherung. Die Nachteile, die einer Erhöhung der Umsatzsteuer anhaften, werden ausgewogen durch den progressiven Charakter, der dieser den Luxusverbrauch mit erfassenden Steuer innewohnt und durch den Berzich» auf steuerliche So nderbelastung einzelner Berufs- und Inter» essengruppen. Auf dieser Basis könnte man sich auch ein« E r- Neuerung d«r seitherigen Koalition vorstellen, wie ja auch in anderen parlamentarisch regierten Staaten die abtretende Regierung oft durch«ine solche«rsetzt wird, di« von denselben Parteien wie ihre Vorgängerin getragen wird. Sollt« jedoch die Deutsche Dolkspartei einer solchen Lösung ablehnend gegenüber- stehen, so würden auch die anderen seitherigen Regierungsparteien noch«ine ausreichende Mehrheit für diesen Plan bilden können. Im Lande Kncks. Vau Echo des Ukegiervngsrücktntts im Thüringer tandtag. Weimar, 27. März 1930. Am Schluß der heuligen Zlachmittagssihung des thüringischen tomdiages wurde di« am Vormittag abgegebene Regierung« erklärung zum Sonflikl Thüringen— Reich mit 25 Stimmen der Rechten gegen 13 Stimmen(SPD. SPD. und Demokraten) gebilligt. Zuvor verlas Staatsrat Marschler(?1ot..Soz.) die Meldung über den Rücktritt der Reichsregierung, die eine sensationelle Wirkung erzielte. Auf der Rechten erhob sich lautes Hände- klatschen und Beifallsrufe. Gegen Schluß der heutigen Landlagssthnng kurz vor der Abstimmung über die RegieruagcerNärung brachte der Abgeordnete Frölich(Soz.) einen Antrag ein, wonach der Landtag beschließen soll, dem Innenminister Dr. Frlck da» vertrauen zu entziehen. lieber den Antrag wird in einer der nächsten Landlags- sihuvgen abgestimmt werden. Der Verkehrsausschuß des Reichetags stellte in seiner Sitzung am Donnerstag in einer Aussprache über die Behandlung des Reichsbahn gesetzes zunächst fest, daß die Rechts- und Ge- liallsfragen des Eisenbahnpersonals nicht zu seiner Zuständpkeit ge- hören, sondern den Beamtenausschuß angehen Dagegen sollen die anderen offengebliebenen Fragen, die dem Berkeh sau/schuß vom Haushaltsausschuß überwiesen worden sind, am nächsten Donnerstag zur Erörterung gestellt werden. wieder drei Todesurteile in Rußland. Das Gericht in Swcrdlowsk hat zwei Ingenieure und einen Techniker zum Tode verurteilt Sie waren angellagt, durch ihr« Tätigkeit die russische Metallindustrie und damit die russisch« Wirtschast schwer geschädigt u haben. Das Oberste Gericht hat die Todesurteil« bestätigt, die Lauf« von drei Tagen vollstreckt werden. Worum es ging. Die Regierungsvorlage über die Arbeitskofenverficherung und der Kompromiß- Vorschlag des Zentrums. Die Auseinandersetzungen zwischen den Regierungs- Parteien, die schließlich zum Rücktritt des Kabinetts geführt haben, hatten sich in den letzten Stunden auf die Vorschläge zur Sicherung der Arbeitslosenversicherung zugespitzt. Die ursprüngliche Vorlage der Regierung, die bereits vom Reichsrat gebilligt war. lautete: Sicherung der Arbeitslosenversicherung. 1. Zum Ausgleich der Einnahmen und Ausgaben der Reichs- airstall für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung kann der Vorstand der Reichsanstalt abweichend von Z 153 Abs. 3 und§ 245 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung den Beiirag zur Reichsonstall einheitlich für da» Reichs- gebiet bis auf 4 Proz. de» für die Bemessung maßgebenden Arbeitsentgelt» festsehen.§ 161 Nr. 1, 3 und 4 und§ 163 des Gesetzes finden Anwendung. Zum gleichen Zweck wird der Vorstand weiter ermächtigt, der Reichsregierung Vorschläge zur Reform der Arbeil». losenversicherung zu unterbreiten. 2. Zu den Beschlüssen nach Abs. 1 ist dl« Mehrheit der Stimmen der Vertreter sowohl der Arbeiigeber als auch der Arbeitnehmer erforderlich, die dem Vorstand angehören. Die Vertreter der öffent- lichen Körperschaften wirken bei der Beschlußfassung nicht mit: in dem Falle des Ws. 1 Satz 3 nehmen sie mit beratender Stimme teil. 3. Beschließt der Vorstand innerhalb einer Frist, die der Reichs- arbeitsminister bestimmt, die notwendige Erhöhung nicht, so hat die Reichxregierung an Stelle des Vorstandes im Rahmen des Abs. 1 Satz 1 über die Erhöhung Beschluß zu fassen. 4. Eine Aenderung der gesetzlich festgelegten Leistungen kann nur im Wege der Gesetzgebung erfolgen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, dieser Vorlage zuzustimmen. Die Volkspartei hat die Vorlage der Regierung abge- lehnt. In den Verhandlungen wurde dafür ein Einigungs- Vorschlag unterbreitet, der vom Zentrum und den Demo- traten unterstützt wurde. Die Volkspartei beschloß, diesen Vorschlag anzunehmen. Dieser Kompromißvorschlag lautete: „Das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbettslosenoersiche- rung wird nach Maßgabe der folgenden Richtlinien geändert: 1. Kann der Bedarf der Reichsanstall aus den Beiträgen und aus dem Notstock nicht völlig gedeckt werden, obwohl der Beitrag rechtzeitig einheitlich für das Reichsgebiet festgesetzt ist, so gewährt da, Reich Zuschüsse, deren höhe alljährlich im Reichshaushal« sest- gesehl wird. 2. Der Reichszuschuß für da, Rochuung-jahr 1SZ0 beträgt 150 Millionen Reichsmark, der Beitrag zur Arbeilslosenvcrsichernug 3�4 Prozent. 3. Um den Ausgleich zwischen Einnahmen und««gaben der Reichsanstalt zu erleichtern, soll der Vorstand der Reichsanstall die erforderlichen Maßnahmen ans dem Wege der Verwaltung treffen. Zum gleichen Zwecke soll er der Reichsregierung Vorschläge zur Reform des Gesetzes unterbreiten. 4. U ebersteigt das tatsächliche Bedürfnis der Reichsaichalt sowohl die eigenen Mittel der Reichsanstall wie auch di« Reichszuschüste, so hat das Reich entsprechend Art. 163 des Gesetzes über Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung Darlehen zu gewähren, jedoch mit der Maßgab«, daß die Reich-regiernng nach Prüfung weiterer Ersparmsmöglichkeiten auf dem Wege der Gesetzgebung ein Gesetz vorzulegen hat, das entweder durch Beitragserhöhung die Rückzahlung der Darlehen ermöglicht oder durch eine Reform des Gesetze» über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung den Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben hersiellt oder zur Deckung der für die Darlehen anzuwendenden Betröge dem Reiche die notwendigen Mittel zuführt." Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat diesen Vorschlag abgelehnt. Gozialreaktion am Werke. Vorstoß der Vereinigung der Arbeitgeberverbände. „Die Reform der Sozial»« rsicherrmg. ein« Schicksalsfrage des deutschen Volkes, Vorschläge der VerÄmgung der deutschen Arbeit. geberverbände" ist die neueste Denkschrift der Unternehmerverbände betitelt, die morgen in einer Pressekonferenz sür die Leser der bürger- lichen Press« mundgerecht gemacht werden soll. Don den 40 Seiten der Schrift, ohne Anhäng«, befassen sich 16 allein mit der Sraakca- Versicherung, die als Kernstück der Verstcherungsreform der Unternehmer ausgegeben wird.• Die Herrschaften versichern' dabei in dem c irrleitenden Abschnitt über ihre Einstellung, ihr« Ziele und ihr« Motiv« höchst überflüssiger Weis«, daß sie nicht die Absicht haben, die Sozialver- sichern n g zu beseitigen. Sie möchten auch nicht als„f o< zialreaktionär" gellen, obwohl ihr neuester Vorstoß dafür zeugt, daß sie es sind. Sie bescheiden sich damit zunächst, das Ziel zu verfolgen, Umfang und Leistungen der deutschen Sozialversicherung den naNonalwirl- schastlichen Roiwendigkeitell" anzupassen. Zweitens verfolgen sie das Ziel...Rcchlsgrundtage» zu schaffen. die eine unberechtigt«, die Volksmorat schädigend« Ausnutzung der Einrichtungen verhindern, nicht zuletzt im Interesse der arbeitswillig«», beiträozahlcnden deutschen ArbeiMehmerschast und damit der sozialen Gerechtigkeit". Die um die Schicksalsfrage des deutschen Volkes, um die Volks- moral so sehr besorgten Arbeitgeberverbänt«, die über zwei Mi!- lionen Arbeiter aus die Strohe gesetzt haben, bringen es fertig, einen Unterschied zu konstruieren zwischen d«il arbeitslosen und den arbeitswilligen beilragzahlenden Arbeitnehmer. Es erübrigt sich hier, im einzelnen auf die bereits im letzten Geschäftsbericht der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbänd« erhobenen Eimräiide gegen die Krankenversicherung näher ein- zugehe». Di« besonderen Vorschläge zur Reform der Krankenversicherung nach den Wünschen des Unternehmertums werden in drei Haupt- gnrppen zerlegt: -) Auträg«, die den Zweck haben, das Eigeninteresie des Versicherten an der Schonung der Krankenkassen zu erwecken, und zwar durch stärkere Selbslibeteiligung an den Kosten. d) Anträge, die«in« Inanspruchnahme der Kaste in„Bagatell- fällen" einschränken sollen. c) Anträge, die die Beitragohöchstsätze sowie das Krankengeld nach Berechnung, Höhe und Bczugsdauer begrenzen und die Familienhvlf« behandeln. Krankengeld soll erst vom fünften Tage der Arbeitsunsähigtell an gewährt werden. Darüber läßt sich reden, wenn di« Unternehmer sür die vier vorausgehenden Tag« den Lohn weiterzahlen. Für die Ausstellung eines Krankenscheins wird di« Entrich. tung einer Gebühr von 1 M. vorgeschlagen. Von den Kosten für Arznei-, Heil- und Stärkungsmitteln haben die Versicherten in allen Fällen s!) 2? Proz. selbst zu tragen. Diese Refonnproben dürften genüge». Das Unternehmertum, das nichts tut zur Boseitigung der Arbeitslosigkeit, das dagegen um so mehr bemüht ist, die Unterstützung der Arbeits'osen noch mehr zu verschlechtern, das sich jetzt unter Ausnützung der riesenhaften Arbeitslosigkeit anschickt, die notwendigen Lohnforderungen durch einen allgemeinen Lohnabbau zu parieren, sollte es sich denn doch überlegen, fein« Reformplän« auf di« Spitze zu treiben und nicht einmal die Krankenversicherung damit zu verschonen. Die sächsische �egierungssrage. Ein Schriit der Demokraten. Dresden, 27. März(Eigenbericht.) Der Landesvorsitzende der Demokratischen Partei Sachsens Dr. Külz hat die Deutsche Volkspartei und die Sozialdemokratie im Einverständnis mit der demokratischen Fraktion des Sächsischen Landtages zu einer Besprechung über dic Regierungs- bildung eingeladen. In dem Brief« wird gesagt, es soll durch die Beschränkung der Einladung aus die zwei Parteien nicht aus- geschlosien sein, daß bei komme irden Verhandlungen die Beteiligung auch anderer Parteien an der Regierungsbildung in den Kreis der Erörterungen gezogen werde. Külz bittet, bald mitzuteilen, ob Geneigtheit zu Verhandlungen besteht. Zahl der unterstühten Arbeitslosen. Eine unzehörige Unterstellung. Die„Germania" schreibt im Leitartikel ihrer Nurmner 142 vom 26. Mörz u. a.i -:„Das neue Kompromiß über die Arbeitsloserwersicherunz begegnet, unverständliche rwesie der schärfsten Ablehnung der Sozialdemokratie. Die in dieser Frag« bestehenden Schwierigkeiten dürften, was einmal festgestellt werden muß, sehr stark von der Totsache beeinflußt sein, daß die als Berechnungsgrundlaae von leitenden Stellen des Rcichsarbeitsministeriums gegebenen Ziffern sich erstaunlicherweise je nach der taktischen Situation verändert haben. Es scheint uns erforderlich zu sein, bei ge- qebener Gelegenheit diesem selisamen Zahlenwandel, seinen Ursprüngen und den hier bestehenden Verantwortlichleiten jehr genau nachzugehen und aus diesen Dingen auch gewistc Äonsc- quenzen zu ziehen." Hierzu ist folgendes zu bemerken: Es ist nicht ohne welleres klar, welche Zahlen hier gemeint sind. Anziurehmen ist, daß es sich dabei um die Durchschnittszahlen der Unter st ützungs- empfänger handelt. Es kommen hier drei verschiedene Zahlen in Betracht: Die Begründung des Gesetzes, die aus dem Jahre 1926 stammt, hatte errechnet, daß das Beitragsauskommen der Arbeitslosenversicherung genügen würde, durchschnittlich 700 000 Arbeitslose zu unterstütze«. Damit sollte jedoch mir d i c Leistungsfähigkeit der Versicherung bezifsert werden. Sie hat sich in der Tat höher erwiesen, als damals angenommen wurde. Die Sachver st ändigenkoni Mission war im Sommer vorigen Jahres gezwungen, eine Ziffer als Berechimirgsgrundlag'i zu wählen. Man zog damals den Durchschnitt au» deu Jahren 1926. 1927 und 1926 und gelangte so zu der Ziffer von 1.1 Mil- lionen Unterstützungsempfängern. Die Reichsregierung. der Reichs- rat und der Reichstag haben diese Art der Berechnung gebilligt. Für das Jahr 1929, das besonders ungünstige Lerhältnisi« aiiswies, hat sich aber di« Zahl von 1,1 Millionen als z u niedrig erwiesen. Da auch das Jahr 1930 ungewöhnlich« wirtschaftliche Schwierigkeiten erwarten läßt, stellt« die Reichsanstall ihren Haus- hall für das Jahr 1930 aus die Zahl von 1,2 Millionen ab. Dieser Berechnung ist das Reichsarbeitsministerium gefolgt. Sie ist auch bei den Verhandlungen innerhalb des Kabinetts zugrunde gelegt worden. Dabei war man sich selbswerständlich darüber Aar, daß auch di« Zahl von 1,2 Millionen lediglich eine Schätzung dar- stellr, di« möglicherweise noch überschritten werden kann. Die Ent- Wicklung des Arbeitsmarktes kann von niemand mit Sicherhett vorausgesagt werden. Dieses ist der Sachverhalt, er beweist daß der Vorwurf, die Ziffern wären jewailig der.faktischen Situation" angepaßt worden, durchaus unberechtigt ist. polizeiattion gegen Naiionalsozialisten. Haussuchungen in L ppe-Detmold. Detmold. 27. März. Heute vormittag wurden die Wohnungen der na'ionalsozia- listischcn Führer in Hiddesen, Barntrup, Humseld und Horn sowie die Geschäftsstelle der Partec in Detmold von der Kriminalpolizei durchsucht. Dabei wurden verschiedene Druck- fachen und sonstiges Material beschlagnahmt. Der Führer der Hitler-Jugend, Winkelmann-Hikdesen. wurde heute morgen fest- genommen und in einem Auto nach Barntrup gebracht, wo er bei der Durchsuchung der Wohnung des dortigen Swrmiruppführers- zugegen sein sollte. Weitere Festnahmen stehen dem Vernehmen nach noch bevor. Thüringisches Siaaisministerium. Krick:»Zunächst wollen vir einmal vomZieich Aufklärung verlangen, warum eine LeSerwachung Thüringens überhaupt notwendig ist.'' Stürmischer Austakt in Paris. Die Linke verlangt Vertagung bis Vriands Rückkehr nach Paris. Paris. 27. März.(Eigenbericht.) Die französische Kammer hat am Donnerstag die Debatte über die Ratifizierung des Voung-Pianes und der Hanger Verträge begonnen. Die Debatte setzte in ziemlich nervöser und konfuser Stimmung ein. die sich vor allem aus der viel kommentierten plötzlichen Abreise Briands nach London am Vorabend der Boung-Debatte herleitet. Man ist sich hier in allen Lagern darüber einig, datz die objektive Lage in London die Anwesenheit Briands nicht unbedingt erfordert hat und seine Reise zumindest um ein bis zwei Tage aufschiebbar gewesen wäre. Unter diesen Umständen kann man sich kaum dem Eindruck entziehen, daß Briand durch sein« Abreise der Debatte in der Kammer bewußt ausweichen wollt«. Als Motiv für dies« Haltung werden zwei Möglichkeiten ge- nannt. Nach der einen habe Briand es mit Absicht darauf angelegt, den Kamps für die Ratifizierung Tardieu allein ousfech- ten zu lassen, nachdem Tardieu bei den Haager Verhandlungen alles getan hatte, um Briand in den Hintergrund zu drängen. Noch der anderen soll es noch am Mittwoch eine heftige Auseinanderfehung zwischen Tardieu und Briand über die Interpretierung der Haager Sanktionsforme-l gegeben hoben. Briand habe dabei den Standpunkt vertreten, daß selbst im Fall« siner Verfehlung Deutschlands gegen den neuen Reparationsplan Frankreich in seinen Santtionsmaßnahmen an die internationalen Abmachungen, so vor allem an den Kellogg- Pakt gebunden sei, also nur zu wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen greifen dürfe. Tardieu habe sich demgegenüber aus den Srandpunkt versteift, daß bsi einer böswilligen Verletzung des Zoung-Planes der Artikel 430 des Friedensvertrages unver- ändert in Kraft trete, daß demnach Frankreich das Recht habe. zu einer militärischen Wiederbesetzung der Rheinland« zu schreiten, ohne daß Deutschland darin einen feindlichen Akt erblicken dürfe. Den Kampf in der Kammer eröffnete der rechtsradikale Abg. Marin, der gewissenhaft die alle Walze über die Gefahren der Rheinlandräumung, die Notwendigkell des Okkupa- tionspfandcs usw. ableierte und forme! den Antrag«mf Ab- sctzung von der Tagesordnung stellte Tardieu erwidert« kurz und forderte Marin auf, feinen Antrag zurückzustehen. Aber dieser beharrte auf seinem Standpunkt ui»d führte das alle Argument vom Mangel eines rechtlichen Zusammen- Hanges zwischen der deutschen RcparationsschuL» und den inter- alliierten Schulden cm Amerika ins Treffen. Darauf erklärte LLcm Blum, daß auch ohne juristische Ver- einbarungen Frankreich tatsächlich jederzeit die Möglichkeit habe, im Falle einer Zahlungsverwsigerung Deutschlands selbst einen Zahlungsausschub in aller Loyalität von Amerika zu verlangen. Der Zwischenruf Blums wurde auch von den Bänken der Re- gierungsparteien lebhaft mit Beifall begrüßt. Der Ankrog Marin wurde sodann durch einfaches handaufheben mi( überwältigender Mehrheit abgelehnt. Doch ehe noch die eigentliche Debatte be- ginnen kann, werden zwei weitere Vertagungsanträge gestellt. Der Abgeordnete der unabhängigen Linken, Gueroul, beantragt die Vertagung auf unbestimmte Zeit, um gegen die Methoden der Regierung zu protestieren, die der Kammer nicht genügend Zeit gelassen habe, einen Gesetzentwurf von solcher Trag- weite und Wichtigkeit vorher zu studieren. Guernut zog seinen Vertagungsantrag später zurück, nicht ober der radikal« George Meyer, der erklärt, es sei unmöglich, die Debatte über den Doung-Plau in Abwesenheit Briands abzuhalten. zun«! zwischen Tardieu und Briand Meinungsverschieden« Helten über wesentliche Punkte des Planes bestünden. Tardieu versucht die Existenz dieses Konfliktes zu leugnen. findet aber mit seinem Dementi selbst aus den BSNken der Re- gierungsparteien wenig Glaübtst. Die Debatte wird immer stürmischer und zwar vor allem als Tardieu in gewohnt herausfordernder Art der Linken vorwirft, ihr Eintritt für Driand fei lediglich ein innenpoli- tische? Manöver mit dem Ziel, ihn zu stürzen. Schließlich stellt er die Vertrauensfrage gegen den Meyerfchen Per- tagungsantrag. der nach langer Dcballe, an der sich u. a. auch die Sozialisten Grumbach, Bracke und L 6 o n Blum, sowie 5) e r r i o t beteiligen, mit Zig gegen 262 Stimmen abgelehnt irnicde. Die Sitzung wurde sodann auf Donnerstagabend vertagt, da nachmittags der Senat über die Kredite für die neuen Minister in Anwesenheit Tardieus sein entscheidendes Wort zu sprechen hat. Knappe Senaismehrheit für Tardieus neue Minisierposten. Paris, 27. März.(Eigenbericht.) Der Senat hat am Donnen-tag noch lebhafter Debatte die Kredit« für die neuen Mini st er und Unter st aats- sekretäre der Regierung Tardieu b ewilligt. Die Be- willigung erfolgte mit knapper Mehrheit von 20 Stimmen. 145 Senatoren stimmten für, 124 gegen die neuen Kredite, die von der Finanzkommissinn des Senats abgelehnt worden waren. Der Dolchstoß eines Narren. Ludendorff wütet gegen Hindenburg. München. 27. März(Eigenbericht.) Di« deutschen Rechtsbolfchewiken haben enttäuscht und ver- ärgert von dem einstigen„Retter" Hindenburg Abschied genommen. weil er in der Frage der Haager Abkommen nicht der Hugenberg- Ichen Katastrophenpolitik zu Willen war. Nun fällt auch Luden- darf in besonders abgeschmackter feindseliger Weise über den Reichspräsidenten her. Er Holl aber weiter aus. als dl« Leute um Hugenberg und Hitler, die in ihrer Wut einen Gegensatz zwischen deni Generalseldmarschall und dem Reichspräsidenten Hindenburg zu konstruieren suchen. Nach Ludendorfss Anschauung über Hindenburg, der er eineinhalb Seiten seiner„Volks- warte" widmet, stand Hachenburg schon als Generalfeldmarschall im Dienste jener überstaatlichen Mächte, die im Gehirn Ludendorffs eine so grauenhaft« Verheerung angerichtet haben. Jetzt auf einmal hören wir aus dem Munde Ludendorfss, daß nur«r selbst der Held war, als der Hindenburg während des Krieges dem deutschen Volte immer hingestellt wurde. „Ich bin"— so schreibt Ludendorfs wörtlich—„schuldig vor der Weltgeschichte, nicht darauf geachtet zu haben, daß Herr Paul von 5iindenbnurg den Fürsten und dem Volke ganz anders hin- gestellt wurde und sich selbst auch ganz anders hinstellte, als er war. Ja. ich habe mich seinerzeit sogar auch bewegen lassen, ihn in „Meinen Kriegserinnerungsn" dem Volke zuliebe menschlich ganz anders darzustellen, als ich es in meiner ersten Bearbeitung streng den Tatsachen entsprechend getan hatte. Ich glaubte dem deutschen Volke zu dienen, indem ich ihm zu einem Helden vcrhalf, an dem es sich aufrichten konnte. Leider überblickte ich erst im Jahr« 1027 vollständig die Zusammenhänge des 0. November 1018, und jetzt erst erkennte ich Herrn von Hindenburg ganz." Dann kommt eine ganze Spalte, in der Ludendorfs sich als den verkannten Freund des armen Volkes. Hindenburg aber als den herzenskalten Egoisten hinstellt. Er fühle sich ver- pflichtet, dies noch zu Lebzeiten Hindenburgs öffentlich ouszu- sprechen. Heute stelle er gegenüber dem Ofsiziersbund, dem Stahl- Helm und allen Fronttameraden fest und spreche es öffentlich aus, daß Herr Paul von Hindenburg das Recht ver- scherzt hat, sich auf die große Schule der Pflicht- erfüllung der alten Arme« zu berufen. Hinden- bürg habe am 0. November 1918 die berüchtigte Offiziersversamni« lung veranlaßt und in einer Form gestattet, die der Pflichterfüllung des alten Heeres völlig widerspreche. Hindenburg habe dem Kaiser, seinem obersten Kriegsherrn, die Gefolgstreue des alten Heeres aufgesagt, während auch schon von der obersten Heeresleitung Fäden zur Revolution nach Berlin liefen. Hindenburg habe seinem obersten Kriegsherrn den unseligen Rat .gegeben, nach Holland zu gehen. Hindenburg habe Sol- datenräte im Heere eingeführt. Alles das habe der Pslichterfüllung des alten Heeres widersprochen, habe aber auch der Pflicht gegenüber dem Vaterland« widersprochen, denn dadurch wäre erst die Auslieferung der Deutschen an die feindlichen Mächte mög- lich geworden. Generalsevnnarschall von Hindenburg habe lieber in der schlimmsten Krise der deutschen Geschichte rücksichtslos gegen seinen obersten Kriegsherrn und rücksichtslos gegen dos furchtbar« Schicksal des Volkes mit seiner Person die volle Verantwortung für die Verwirklichung und Sicherung der Revolution und deren furcht- baren Folgen Übernommen und— erntete den verdienten Dank. Generalfeldmarschall oop Hindenburg Hache � nach den Gesetzen des alten Heeres das Recht t)< rwir.I t, das feldgraue Soldatenkleid des alten Heeres zu tragen und es mit sich in das Grab zu nehmen. .FZier schwere Jahre hindurch— so schließt Ludendorfs— hat Generalseldmarschall von Hindenburg militärisch all dos getan, was ich ihm sagte. Diese Wort« wird er nicht befolgen, aber die Weltgeschichte weiß, wie das alte Heer über Pflichterfüllung denkt." Gisterzeugung auf Gerichisbefehl. Sin llrteU des Obersten Landgerichts in Mönchen. Ein« Reihe von Prozessen beschäftigte seit längerem die baye- rischen Gerichte. Der Prvzeßgegenstand ist durch sei,« Besonder- heit wohl geeignet, das öffentliche Interesse für sich zu beanspruchen. Der Sachverhalt ist kurz folgender: Vor dem Kriege verpflichtet« sich ein Pfälzer Bergwerksbesitzer zur Erzeugung und Verwertung eines neuen Blausäure- präpurats. Im Kriege kam es nicht dazu, und jetzt ist die Fa- brikation von Gasen, die zu Kriegszwecken verwendet werden können, verboten. Dennoch hat jüngst dos Oberste Landgericht In München durch Urteil bestimmt: 1. die Errichtung einer für genanntes Gas geeigneten F a b r i- kationsanlage, ?. die Ausgestaltung dieser Fabrikationsstätte mit einer Ver- s u ch s a n st a l t für eine Iahreskapazität von zunächst 360 000 Kilogramm. Was bedeutet das praktisch? Blausäurepräparats sind heute in der Industrie nicht unterzubringen. Sie könnten nur aus Vorrat, also für Kriegszwecke bestimmt, hergestellt werden. Die Her- stellung zu Kriegszwecken ist aber durch ein deutsches Reichsgefetz verboten. Kann«in Reichsang-hörigsr durch Gerichtsurteil zur Uebertretung eines Reichsgesetzes gezwungen werden? Kabinett Lan pilsudfki kommt. Ohne seinen Brnder' Marschau, 27. März. Der designierte Ministerpräsident Abg. Iolzann Pilsudski hat die Beratungen mit den Vertretern aer Sejmfraktionen abgeschlossen. Danach besprach er sich mit seinem Bruder Marschall PUsudski. Man rechnet damit, daß es dem Abg. Pilsudski gelingen wird,«in« Regie- rung zu bilden. Doch glaubt man aus Aeußerungen von ihm schließen zu können, daß er im Sommer den Sejm auslösen imd Neuwahlen ausschreiben wird. Wie verlautet, wird Marschall Pilsudski der Regierung seines Bruders als Kriegsminister nicht" angehören. Der Marschall purste sich dann mit der Stellung eines Heeresgenerolinspekteurs begnügen und als Kriegsminister einen seiner Generale designieren. Johann Pilsudski war bisher Richter in Wilna._ 3m Unterhaus teilt der Knegsmtinster Tom Shaw auf Anfrage mit: Während des Kriegs wurden 264 Soldaten wegen D-sser- „on und 18 wegen Feigheit erschossen. Zwei Offiziere wurden wegen Fahnenflucht erschossen und ein weiterer Offizier wegen „Mord" und Fahnenflucht.._ 1 Die russische Spionage. Derhafiung eines rumänischen Bürgermeisters. Bukarest, 27. März.(Eigenbericht.) T>ie Polizei oerhastete den Bürgermeister der bessarabischen Stadt Etiuleni, als er im Begriff stand, den Dnjestr zu überqueren und das russisch« Ufer zu erreichen. Der Bürgermeister, der in dem Boot völlig überraschend festgenommen wurde, hatte eine ver. schlössen« Aktentasche mit, in d« sich Spionagematerial zugunsten Rußlands befand. Der Bürgermeister erklärte, das Material von einem hohen Offizier erhalten zu haben. So gelang es, ein« umsangroiche, voa Rußland auegehaltene Spionageorgoni satton zu entdecken, der zahlreiche hohe Offiziere der rumänischen Armee angehörten. Die Organisation lieferte vor allem Material über die Gliederung, Zusammensetzung und Ausrüstung der rumä> nischen Regimenter. Aus dem Reich Bethlens. Polizeiaufsicht für Macdona' d-Lefer. Budapest. 27. März.(Eigenbericht.) Eine sozialdemokratische 3nterpellatio« über die Berfotgung von Landarbeltern durch die Behörden berichtet u. w. daß in dem Bezirk Elek die Post die Gendarmerie vom B�iefempsang der Landarbeiter regelmäßig verständigt und dann sofort Haussuchungen vorgenommen werden. So ist kürzlich bei Landarbeitern u. a. auch die Broschüre Blaedonalds:„Menn die Arbeiterpartei an die Regierung kbmml" beschlagnahm» worden und die Besitzer unter Polizelaussichl geslelli worden, so daß sie jede Dache zrvei Tage allein mit der Meidung bei den Bülttln verbringe« müssen. Abgesehier Milttär gehorcht nicht. Die Offiziere von Barcelona wollen ihren Generaltapitän behalten. Madrid. 27. März. Gerüchtweise verlautet, daß sich der von der Regierung abgesetzte bisherige Generalkapitän von Barcelona, General B a r r e r a, geweigert habe, seine Stelle aufzugeben. Nach der Vorschrift mühte er bis zum Eintreffen seines Nachfolgers seine Machtbefugnisse an den Militärgauvenreur übergeben. Barrera hat dag abgelehnt. Di« Truppen der Garnison Barcelona sind in Bereitschaft in den Kasernen. Die Kommandeure sollen auch am Mittwoch wiedc-r dem General Barrera ihr« Anhänglichkeit und Sympathie zum Ausdruck gebracht hnben. Ein Löwe bricht aus— und verleht fünf Personen schwer. Kl hingen(Reg.-Bez. llnlerfraaken). 27. März. 3n dem zur Zeit hier gastierenden Zirkus Fischer ereignete sich heute abend ein s u r ch k b a r e s U n g l ü ck. 3a der Menagerie brach beim Umsetzen der Tiere ein Löwe au». Bei dem Bersuchc, ihn wieder einzusaugen, wurden süns Personen von dem Löwen schwerverletzt. Sie worden sämtlich dem Srankenhans zugeführt. Zwei der Verletzten, die Dompteure Heinrich und Leo. haben so schwer« Bißwunden erhalten, daß an ihren Auskommen gezweifelt wird. Personalpolitik des Lustizministers Zusammenfloß zwischen Minister und Volkspariei.— Genoffe Kuttner enthüllt kommunistische„Märtyrer". Der Preußisilje Landtag setzte die Meit« Lesung des Haushalls der Zusllzverwaltung fort. Abg. Eichhosf(D. Vp.) setzt sich für die Erhöhung der Altersgrenze der Richter von KS auf 68 Jahre ein. Man tonne den Richtern nicht verweigern, lvas auf einen Aentrumsantrag hin den Hochschullehrern zugestanden sei. Die Perionalpolitik des Ministers habe in der Richterschaft großes Mißtrauen ausgelöst. Zuslizmiussler Dr. Schmidt weist die Behauptung des Vorredners zurück, daß der größte Teil der Richterfchaft m der Perfcnalpolitik des Ministeriums kein Ber» trauen l>abe. Erst durch Behauptung, wie sie der Abg. Eichhnff aufg.�iellt hat. werden in der Richterschaft Mißtrauen ausqesat und gefördert. Cr habe bereits im Ausschuß dargelegt, daß sich die Mitteilungen Eichhoffs auf haltlose Behaup- t u n g e n st ü g e n. Der Minister geht sodann auf die Ausführungen der ver- schieden«» Redner ein. Die Unterbringung des Berliner Arbeits- gerichts in angemessenen Räumen sei auch sein sehnlichster Wunsch und es sei dafür das ehemalig« Kriegsministerium in der Wilhelm- strafte in Aussicht genominen Die Urteile, die vom Abg. Brückner kritisiert wurden, sollen nachgeprüft werden. Für den tu 12 Zahren Zuchthaus vernrleillen Arbeiter, der jelnen val-r erlch'ag'n bat. könne e' leider weaen de'- beion- deren Roheil bei der Tal keine Begnadigung in Aussicht stellen. Gegen den Vorwurf, daß er bei Beförderungen Katho- liken bevorzuge, müsse er p r o t e st i« r e n: er Hab« ledig- lich die Parität der Konsessionen gewahrt. Abg. Grstmek(Dem.) ist verwundert, daß der Abgeordnete Eichhoss seine Front einseitig gegen das Justizministerium genommen tat Er habe völlig den Äusganaspunkt vergessen: das Mißtrauen der Bevölkerung gegenüber der Justiz. Die Parität der Konsesstonen i müsse in großen Zügen gewahrt werden, doch sei entscheidend die fachliche Tüchtigkeit Der Redner begrüßt die Reformbestrebungcn des Ministers Abg. heslermann lWirtschoftspartei) erklärt daß die steigenden Zuschüsse für die Justizverwaltung ein Beweis dafür seien, wie Unglücklich sich die letzte Besoldungsresorm ausgewirkt habe. Abg. kaufmann Elberfeld(Nat.-Soz.) trägt eine Reihe von Einzelfällen vor. aus denen hervorgehen soll, daß die Justiz ein- scitig gegen die Nationalsozialisten eingestellt sei. Abg. Kuttner(Soz): Der Herr Iustizminister hat mit etwas zuviel Zufriedenheit von dem die her Erreichten gesprochen. Mag das konfsssionell« Unrecht ausgeglichen sein, die ungeheure Zurücksetzung der Arbellerklasie und der Sozial. deniokratle unter dem allen System ist bei weitem noch nicht well gemacht 30 Proz. Arbeiterschöfsen sind gewiß«in erheblicher Fortschritt gegen früher, aber die Arbeiter machen nicht 30 Proz., sondern weit über L0 Proz. der Gssamtbevölkcrung aus.(Sehr richtig! bei den So- fialdemokraten.) Der Kommunist Obuch hat hier gegen den loung-Plan gewettert Aber als unabhängiger Sozialdemokrat ist Obuch seinerzeit dauernd sür Verständigung?- Politik eingetreten. Am 27. Januar 1923, unmittelbar nach dem Ruhreinsall Poincarös, hat der damalig« unabhängige Abgeordnete Obuch verlangt, daß sofort die Fäden der Verhandlung wieder an- geknüpft würden, schört, hört!) Es hat also niemand eifriger als Herr Obuch verlangt, daß der Weg beschritten werde, der jetzt zum 'Aoung-Plan geführt hat Der deutschnationale Abgeordnete L ü d i ck e darf den Rekord buchen, die bisher reaktionär st e Rede in diesem Haus zum Justizetat gehalten zu haben. Er hat gesprochen gegen käumaniläl im Strafvollzug, gegen Gesänqni-neubaulcn. gegen Bewährlinq-st ist. gegen Slrafvollmgkömter. aber für Todesstrafe und für Slrassreiheil der studentischen Mensur. Zustimmen kann ich Herrn Lütrcke nur in«wem Munkt: in leiner Kritik an der Ernennung von Notaren. Das hier Fehler begangen werden, zeigt der Fall des R e ch t s a n w a l t s Lange, der bei der Raiffeisenbank als Leiter der Krcditabteilung durch nn- erhörten Leichtsinn ll) Millionen an Uralzeff verschleuderte, und dann nach seinem Hinauswurf zum vreußiswen Notar befördert wurde. Herr�Lüdlcke kennt den Fall, denn Herr Lang« war sein Sozius, ehe er durch Herrn Lüdicke zur Raisleiienbank emploblen wurde. Der volksparteilich? Abgeordnete E i ch b o f f hat die bedenkliche Methode angewandt. Stimmen Mißvergnügter über die Per- lonalpolitik des I u st i z m i n i st e r s von dieser Tribün- meiter.zuverbnciten. Herr Eicbbofs sollte sich vorsehen. Mißvergnügte könnten auch daran Anstoß nehmen, daß im Ziistl'mlnisserlum ein Oberjnstizrak iünast«am Ministerigwak befördert worden ist, der ein prominentes Mik» gsied der Deutschen Volksparlei zum Valer hat Der Herr ist natürlich nur wegen seiner Tü-btigkeit befördert worden, aber der Fall sollt- Herrn Eichhoff zeigen, wie vor- sichtig man bei der W e i t e r ve rb r e i t u n a von Ge- red« sein soll, das auch ihm selber als Landgerichts Präsidenten einmal sehr unangenehm werden könnte. Nun haben die Herren allerdings von einer Seite Hil'a bekommen, von der sie sie gar nicbt erwartet hätten: wie sich Herr Frick in Thüringen auf Gut- achten des preußischen Staatsrechtlers Ernst Cohn stützt, so stützt sich die Re�te jetzt auf den Artikel des Recbtsanwalts Abra- kam in der„Deiltsch-n Juristenzeitunn", der die preußische Per- ionalpolitik als reine Parteipositit bezeichnet..,M it Cohn und Abraham aegen die Republik" wird wohl die nächst« nationalsozialistisch« Wahlparole lauten. Angesichts der zunehmenden Seuche politischer Verleumdung und Gewalttätigkeit muß man doch fragen, ob die Justiz hier einen richtigen Standpunkt«innimmt. Wie sie gegen Verleumdungen versagt, dafür habe ich schon im Hauptaueschuß an.zahlreichen Fällen ausgeführt. Ein weiterer: Der Chefredakteur El»« von der deutschnationalen„Saalezeitung" ist ron der Anklage schwerer Beschimpfung und Beleidim-ng des Minisierprösidenten Braun unter Anwendung des 8 193(Währung berechtigter Interessen) freic�sprochcn worden. Obwohl der Ober- staatsanwalt in seinem Plädoyer die Rechtsprechung des Reichs- gerichts. die in diesem Fall die Anwendung des 8 193 ausschloß, aus- aiebig zitiert hat, ist das Gericht bewußt von dieser höchstinstanzlichen Rechtsprechung abgewichen, ohne auch nur Gründe dafür anzu- gebeit Roch schlimmer versagt die Justiz gegen Rvhking«. Was nützt es, wenn z. B. m Fällen wie der Ermordung der beiden Sozialdemokraten Paege und Heinrich durch ehemalige Rotfronller das erste Urteil nach einem vollen Jahre ergeht? Der traurige Fall in Röntgental wäre wahr- schemlich nicht passiert, wenn vorangegangen« Mordtaten der Na- tionalsozialisten wie die am Görlitzer Bahnhos innerhalb kurzer Frist abgeurteilt worden wären. wenn die Gerichte die vombenleger aus ber Haft enklasten. darf man sich«i<Ä wundern, daß die Bombenlegerei von neuem auflebt. An der Berrohung des politischen Lebens sind aber mich die K o m- m u n i st e n schuld, die ganz unsinniger Weise ge- mein« Verbrechen glorifizieren. Den verstorbenen Kobitsch-Meyer haben die Kommunisten beerdigt als politischen Märtyrer mit eine,» Pomp, wie er von der Sozialdemo- kratie vielleicht Bebel und Singer zuteil aeworden ist Dabei war dieser Kobitsch-Meyer ein gatzz gewöhnlicher Einbrecher, der sechs schwere EinbruchÄZiebstähle lxegangen und dabei einen Wächter an- geschossen, einen zweiten totgeschossen hat. Hier habe ich ein weiteres Strafregister. Es umfaßt zehn Nummern, beginnt mit 1 Monat Gefängnis wegen schwerer Körperverletzung und steigt über 8 Verurteilungen wegen Diebstahls, Einbruchs- diebstahls, Diebstahls im Rückfall, schwerer Körperverletzung usw. bis auf 10 Jabr Zuchthaus wegen schweren Einbruchsdiebstahls im Rückfall in 6 Fällen. Wer ist der Inhaber dieses Vorstrafenregisters? Als am 1. Februar 1930 der Berliner Bezirkskongreß der Kommu- mstischen Partei tagte, da wählte er laut Bericht der„Roten Fahne" zu Ehrenvorsitzenden: Stalin, Losowski, Molotofs, Thäl- mann und als fünften— den Inhaber dieses Vorstrasenregisters. lLautes Hört hört!) Sein Name ist Rudolf wargles, er wird von den Kommunisten als politischer Märtyrer gefeiert, weil er nach der Revolution. um sich an der Polizei zu rächen, unter politischer Maske drei Schutzpolizisten niedergeschossen hat Wenn die Kommunisten«ine solche Ehrung für Stalin und Thäl- mann sür angemessen halten, daß sie die beiden zusammen mit den« Schwerverbrecher Margies in«in Ehrenpräsidium wählen, so woge ich dem nickst.zu widersprechen.(Sehr gui! bei den Sozialdemokraten. Betretenes Schweigen bei den Kommunisten.) Wir verlangen von der Justiz, daß sie jede innere und ehrliche Ueberzeugung auf künstlerischem, religiösem und weltanschaulichem Gebiet achtet und ernst nimmt, auch wo diese Ueber.zeugung einmal mit dem Strafgesetz zu kollidieren scheint Aber andererseits soll die Justiz auch die ehrliche und anständige Ueber.zeugung vor dem Terror der persönlichen Verleumdung und der nackten Brutalität, vor niederträchtiger Hetze, wie vor roher Gewalttat schützen.(Leb- haster Beifall links.) Abg. veerberg(Dnat.) betlagt, daß für viele Akademiker die Justiz ein Berlegenheitsberus geword e« sei. weil sie sonst zu nichts Talent hätten. Das Todesurteil gegen Oberleutnant Schulz sei ein Fehlurteil. Darauf vertagt das Haus die Weiterberahmg auf Freitag, den 28. Mörz, 11 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Abstimmungen über Gswerbesteuer, Grundvermögens- und Haus- zinsstcuer._ t Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Leranrwortlich Politik: Dr. gor» Srorr: Sirtschett:».»liooelhölrr. Geoorklchastrbeweguna: Z. Sir»«»! Feuilleton: Dr. Zoh» SchNowrli! Lokale» und Sonitiocs gri» Karltädt: Anzeiaen: Td. Sloge: lilmtlich in Berlin. Lerlaa: Porwarto-Lerlac!-95pf. Rhabarber 38 Pf Band ca. 2 Pfund" tSebrannf. Kaffee 9M eigene RStiereJ, Pfand von ckEw an Frisches Fleisch Uesen....Huna 0.75 Gehacktes.pttud0.85 KalbsKamm ptnna 0.76 Kalbsbrust plana 0.76 Kalbsnierenbrat 0.86 Kalbskeule di»spi./S Speck<*n 1.20 mta 1.50 Schinkenspeckt'id.1.85 Speckwurst uraa 0.90 Berl. Mettw. Hut* 1.20 Gänsebrust„alta 9.. tu btlbcs Stücken. Pfd. c.OU Wein PtcdM Mr'b Fluch«, atme diu 1929 Oberhaardter wetn-na-««>»...... 1928 DOrkheimer Portugieser bo)**«.. 1926 Bergzaberner Letten piauvam... 1928 Wöllsteiner Hö.lberg Rheiaheo«... Domains St. Co'oma«p«ni eher Rotwein... 1928 Clottsner Rosenberg«prtiiiga«0,-l. 1922 Chät Räba gepflegter Bordeaux...... 1928 Liebfraumilch>>»« rupse.. ucbireh... 1927 Nlerstelner Drbel»ehr pikant..... 1920 Beaujolais Supeneur 0.75 0.85 0.85 1.00 1.10 1.40 1.50 1.60 1.80 2.00 Wein ii. Spirituosen v. FaS x. billigen Preisen Zur FruhfahrspfBanzung Buschrosen stark, Bund 3 St v. 1.50 an Kankrösen Maik, Stück von<.02 an Rosen Mit elsramm, Stück von 1.75 an Rosen Hochstamm, Stück von 3.00 an Wi der Wein.... 9 Stauden 3.C0 Abteilung Fritcfa« Blumen nnr Leipziger Strafe Blüfenskaudcnwinuri ait.St. 0.20 an Dah len v eie Farben, Stück von 0.43 an G adlolcn«ort. 10 Stück von 0.33an Sleckzwietekn..... Pfund O.SO Grassamen... Pfund von 0.63 an Ge f Iii fiel, Wild MasthQhner''v. 1.1 5 aa Brathühner pid 1.23«, Suppenhühner. (risc> aetchlacht, Hld. 1.20 an Enten piund von 1.20 an Schneehühner 1.45 an Hasenlraorti 0,85 u Konserven,� Karotten zeictanitun 0.35 Br- u. Schnittb. 0.58 Br.- u. Schnittb 1 0.80 Jg. Erbsen» 0.35 0.65 Jg. ErbsenmittaiMnO.SS Leipziger Allerlei 0.88 Gem. GemQse"JJJJHIO Gem. GemOse fein 1.45 Rosenkohl..... 0.95 Kohlrabi mit oran 0.58 Schmorgurken.. 1.00 Sellerie....... 1.05 St-Spargel5o-5os;g.2.50 Bruchspargel diut 2.10 Pflaumen 0.60£. 0.76 Apfelmus«»n n rj «xtr«, 3, Do«««.Oll U.ö/ Mirabellen. 0.57 0.95 Birnen halba Frucht 1.25 Gem. Früchte...1.40 Kalif. Pfirsiche.. 1.45 Konfitüren Fruchtwaffeln..t.Oo Kokosmakronen 0.95 milfli-llremp- Waffeln 1.10 Dessert-Brezeln 1.20 Schok.-Waffeln 1.60 Sherry-Kirschen 1.60 Obst Um Gemüse EU- u. Kochäpfel___ 2 Pfund 0.35 Boskop-Renett 0.30 Kalif. Aepfel ptimd 0.45 Zitronen ou.».«» 0.30 Jaffa-Orangen.__ f Stack»on U.OOu Apfelsinen 0.48 Weißkohl din, PH. 0.05 Möhren newaaehan 0.05 Rote Rüben r-lund 0.05 Rot u. Wirsingkohl 0. 1 2 Sellerie Pid.0.09 0.18 Schwarzwurzeln 0.20 Blumenkohl"su0.25«, Fische u. Räucherwaren Schellfisch Phwd 0.15» Rotbars oha' 0. 1 8 Kabeljaufiletvon 0.22» Bratschollen, pm. 035 Grüne Heringe.__ 3 Pfund von 0.30« Lachs FUcherPId!� 0.85» Karpfen �„0.98» Bücklinge Pid.r 0.24» Flundern pn. n 0.30» Sprotten p,«.% 0.30» Seelachs 0.42 Dorschrogen m 0.42 Fleckheringe ptd. 0.45 Kieler Bücklinge 0.48 Seeaal a)>gagsgegenständc, aber bei der außerordentlichen Lange der mit vielen Resten bepackten Tagesordmmg bedeutete das wenig. Den K o m m u n i st« n log diesniol daran, die Sitzung nicht ausfliegen zulassen, darum verhielten sie sich ruhiger als sonst. Am Schluß der Sitzung sollte nämlich über einen Drmglichteits- oiitrag der Kommunisten verhandelt werden, mit dem sie„Ent- hüllungen" über die Grund st ücksgeschichte der Stadt bezweckten. cherr Fritz Lange brachte die schon bekannten An- griffe vor, aber Bürgermeister Scholtz konnte ihm antworten, daß er. Lange, nicht dem Mogistrot neues gesagt hohe. Der Magistrat ist diesen Dingen längst nachgegangen, und auch hie Staatsanwaltschaft hat ihr« Arbeit schon begonnen. Nicht übel war der Hinweis des Bürgermeisters darauf, wie sehr die Kommunisten selber an den Vesästüsscn über die Gruirdstückskäufe mitgewirkt haben. * Einige Agitationsanfragen der Nationalsozialisten und der Kom- nmnisten wurden vom Magistrat kurz beantwortet. Zum Debattieren waren sie nicht wichtig genug.— Für die Arbeilerkorse zur Dorbe- reitung von Bolksschülern auf die Reiseprüfung in Neukölln wurden Z7 330 M. als Zuschuß zu den Personalkosten bewilligt.— Einige Anträge, die sich mit der Wohlsah-Ispslege beschäft gen. kamen aus. dem vorbereitenden Ausschuß zurück. Beschlossen wurde gestern: die Beschaffung von Kleidern für Wohlfahrtsunterstützunqs- empfänper soll der Maoistrot neu regeln, ferner: die R'chtlinien für die Rückzahlung der Wohkfahrtsunterstützungen sind auch weiter- hin zu beachten, denn: die im Dezember beschlossene Winte-bc'hilse soll ausgezahlt werden(der Magistrat hatte abgelehnt!). Beschlossen wurde ferner: die Aujrechterhaltunq der Am'prüchc der Erwerbslosen aus der Angestellten- und Invalidenversichcruna soll van Amts wegen und nicht nur auf Antrag geschehen, schließlich noch: die Sparmaßnahmen bei der Volksspeisung sollen sinn- und Vernunft- gemäß durchgeführt werden.— Ein Antrag der s o z i o l d e m o- k r a t i s ch e n Fraktion, der vom Magistrat die Anweisung an die Bezirksämter verlangt, daß diese alle Bürsten- und korbwaren von der städtischen Blindenanstalt beziehen sollen, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Einwendungen der Kommunisten gegen die Sparmaßnahmen bei der Gesundheitspflege nies der Stodtmedizir.alrat Pro-. Dr. v. Drigaljki.zurück. Stadt- verordnete Dr. Käthe Frankenthal(Soz.) bemerkte, daß einzelne Maßnalunen äußerst unglücklich angewendet wurden, sie verlangte Abhilfe. Der Antrag der Kommunisten, bei allen Krankenhäusern /A nginastatione n" schalseirtzündigungen) ciitzilrichten, ent- behre jeder Sachkenntnis. Angina trete nicht nur als selbständige, sondern auch in Tausenden von Fällen als Begleitkrankheit auf. In Spezialänginastationcn müßteb da, in also Influenzakranke, Wöchnerinnen, Geschlechts- und Innerekrankc, chirurgisch Behandelte wahllos durcheinander liegen— ein Instand, der selbst vom ein- fochsten Laien abgelehnt werden mühte.— Die Ausstellung von Schulbaracken auf dem Tempelhoser Feld lohnten die Kommunisten cö. Tatbestand: die außerordentlich rege Siedlungs- und Bautätig- kcit auf dem Tempelhoser Feld hat eine sehr schnell wachsend« Schul- k uderzahl zur Folge gehabt. Bis eme. feste Schule fertig ist, sollen oute Baracken aufgestellt werden: die Kinder sind dann zunächst in der Nähe ihrer Wohnung untergebracht und sparen weite, gefahr- volle Wege. Diese vernünftigen Erwägunge» der Schulverwallung gelten für die Kommunisten selbstverständlich nicht. sie lehnten die Ausstellung der Baracken ab und oeriangten den Jcoilbau einer Schicke.— Ter Berkaus von städtischen Grundstücken Sandrups Amtsavis, 12. Juni 1920: Das Badehaus der Gräfin Aares und in Flammen. Gestern, nachts um halb zwölf, bot sich den Bewohnern unseres Städtchens ein seltsames Schauspiel: das große schöne Badehaus von Schloß Aaresund brannte lichterloh. Ganz Sändrup war auf den Beinen und die Leute von Lynö kamen in Scharen mit der Fähre herüber. Wie der Brand entstanden sein kann, ist rätselhaft. Auf Lynö will man sogar einen explosionsartigen Knall gehört haben. Jedenfalls tut es uns leid um das nette Häuschen, das immer so pittoresk vor dem gewaltigen Schloßbau gelegen hat. Zu Schaden kam niemand. Sändrups Afhnbladct, 12. Juni 1929: Großer Brand vor Schloß Aaresund.— Eine Höllenmaschine? Gestern um Mitternacht erwachten die Bewohner von Lynö durch«inen ungeheuerlichen Knall. Auch in Sändrup war die Erschütterung noch z» verspüren. Gleich darauf stand das durch seinen beinahe schon orientalischen Luxus berühmte Badehäuschen der Gräfin Aaresund in hellen Flammen. Auch der Steg der so ungewöhnlich weit ins Meer hinausführte, ist gänzlich zerstört. D>e Leute, die natürlich sofort in Scharen on der Unglücksstätte zusantmenströinten. tonnten so gut wie aar nichts mehr ausrichten. Man begnügt« sich damit, in Booten auf der dunkelrot schimmernden Wasserfläche zwischen den verschiedenen verkohlten Holzbalken herumzufalzren und das aufregende Ereignis zu besprechen. Da sich um dies« spare Stunde bestinunt niemand von der 5?errschaft oder der Dienerschaft in dem Badehaus befunden Hot, vermutet man. iwß es sich um-inen boshaften Racheakt, wenn nicht gar um poch Schlimmeres handeln dürfte. Wir hoffen, daß die Polizei an der Köpenickcr, Rungcstroße und Wassergassencckc an die Allgemeine Oriskrankenkasie wurde beschlossen. In der Ausschuß- beratunq hatte ti früher schon einmal die Kommunisten den Bcr- kauf abgelehnt, weil„der Preis zu gering und die Kranken- lasse keine gemeinnützige Einrichtung sei"! Gestern produzierte Stadwervrdneter Bänsch(Komm.), seines Zeichens Bc- rufsberater im Bezirk Krcu.zberg, ähnliche Weisheiten: die lllationol- sozialisten spendeten ihm dazu Beifall. Er sprach wieder von„so- genamcken" gemeinnützigen Anstalten und von einer„sogenannten" Sozialversicherung. Ein merkwürdiger„Sazial"beamtcr. dieser Herr Bänsch! Stadtverordneter Blaschzik(Soz.) nagelte diese anti- soziale Einstellung gebührend fest: der Verkauf sä nicht einmal ein besonders günstiges Geschält für die Krankenkasie. Interessant war dann die Abstimmung über den Verkauf der Grundstücke: Der Komnumist Bänsch hatte wieder dagegen gesprochen, seine Fraktion aber stimmte dafür! Zu vorgerückter Zeit begründete schließlich Stadtverordneter Fritz Longe(Komm.)«inen Antrag seiner Fraktion über die Grundskücksankänsc durch die Stadt und ihre Gesellschaslen. Lange berief sich dabei aus Mitteilungen des„Berliner Tageblatts" und der Sache gründlich nachgehen wird. Menschenopfer sind Gott sei Dank nicht zu beklagen. Dagens'Syhcder, Kopenhagen. I'. Juni 1929: Aus Sändrup wird gemeldet: Gestern abend geriet . das Badehaus von Schloß Aaresund aus bisher noch un- geklärte Weise in Brand. Der Schaden ist beträchtlich, da in dem kleinen Häuschen nicht nur ein vollständiges Boudoir der Gräfin, sondern auch«in chinesischer Teesalon für ihre Gäste eingerichtet gewesen war. Sandrups Amisaois, 13. Juni 1929: W o i st Fräulein Ossipowna? Auf der Insel Lynö und in ganz Sändrup und Umgebung suchte man gestern den ganzen Tag nach einer jungen Dame. Fräulein Marfa Ossipowna Morislow, die seit einiger Zeit bei ihrer Tante, der bekannten Kopenhagen« Sängerin und Gesangslehrerin Frau Helene Delius in deren reizendem Heim auf Lynö zu Besuch weilt, läßt sich seit vorgsst«n abend nicht mehr blicken. Da man allgemein die exzentrischen Launen der jvnaen Russin kennt, ist zu Besorgnissen weiter gewiß kein Anlaß. Frau Delius selbst scheint gar nicht aufgeregt. Jeden- falls aber wäre es gut, wenn das kleine Fräulein die durch den Brand bei Schloß Aaresund ohnehin schon erregten Gemüter beruhigen und schleunigst zu ihrer Tonte, die ihr gewiß nicht lange böse sein wird, zurückkehren wollte. Sandrups Afienhladci, 13. Juni 1929: D i e Nichte von Frau Delius verschwunden. In unserem sonst so ruhigen Städtchen scheint plötzlich ein Ereignis das andere jagen zu wollen. Seit zwei Tagen sucht man verzweifelt nach einem jungen Mädchen, das— es klingt unglaublich!— fest dem Brand des Bade- Haufes von Schloß Aaresund spurlos verschwunden ist. Es handelt sich um eine junge Russin, Fräulein Marfa Ossipowna Morislow, die seit mehreren Wochen bei ihrer Tante, der berühmten Gesangslehrerin Helene Delius auf Lynö lebte. Frau DkliuS, die nur im Winter in Kopenhagen unter- richtet, besitzt, wie allgemein bekannt, eine der entzückendsten kleinen Villen auf dem anmutigen Lynö. Ihre Nichte, die sich auf der ganzen Insel wegen ihres heiteren und unbefangenen Wesens der größten Beliebtheit erfreute(man nannte sie allgemein kurzerhond nur die Ossipowna) ist ein auf- fallend schönes, noch sehr kindlich aussehendes Mädchen von Bchanptiingcn der Scnsotionsblätter und stellte sich als den Ent- büllcr städtischer Korruptivnsjäll« hin, dem man wohl schon genug Beleidigungsklagen angedroht, der aber bisher nur eine Anzeige erhallen haiic.(Zurufe von den Sozialdemokraten her: Wieviel mal ist denn die„Rote Fahne" schon verurteilt worden?— Weitere Zurufe: Lange, wie stehts denn mit der Rotfrontkämpserkasse in Neukölln?) Positives konnte der Redner nicht vor- bringen, er gab lediglich allgemeines Geschwätz wieder. Nur einmal etwas Richüges: daß nämlich die Stadl Grundstücksgescll- schostcn gründen in u ß t c, weil ste sonst von den Grundbesitzern stark übervorteilt worden wäre. Bürgermeister Scholtz kennzeichnete die Methoden der Komm»- nisten, Leute als Betrüger und Schubiacks zu erklären, ohne auch nur den Schatten eines Beweises erbringen zu können, als schlecht und gemein! Der Magistrat hätte bereits vor Monaten begonnen, die Ängelegenheiien zu untersuchen und es sä olles geschehen, Klarhnt zu schassen. In einein Teil der Presse werde alles durch- einander geworfen, es handelt sich um alt« Grundstücksgeschäste, die längst bekannt und zum größten Teil von der Stadtverordneten- Versammlung verabschiedet worden sind. Trotzdem werden sie noch 17 Iahren. Sie ist— wir erwähnen dies absichtlich, damit jeder, der sie vielleicht gesehen hat, sich sofort bei uns meldet— eher klein, dunkelhaarig, trägt Ponyfrisur, sehr glatt, hat leicht mongolisch geschnittene, auffallend hellgrüne Augen, ein klein wenig gefärbte Lippen. Natürlich spricht sie dänisch mit stark russischem Akzent. Fährmann Hansen behauptet, sie ungefähr um halb neun Uhr abends mit der elektrischen Fähre zwischen Lynö und dem Festland übergesetzt zu haben Sie trug ein weißes Kleid mit blauem Band. Was für ein blaues Band das war, ob Schleife oder Krawatte, ist aus dem guten Mann nicht herauszubekommen. Jedenfalls muß man im Auge be- halten, daß kurz darauf, etwa drei Stunden später, die Explo- sion von Aaresund stattfand. Frau Delius, die natürlich sofort von einem unlerer Mit- arbeit« ausgesucht wurde, scheint begreiflicherweise recht nervös zu sein. Dagens Ni/heder, Kopenhagen, 14. Juni 1929: Aufsehenerregendes Verschwinden eines jungen Mädchens. Aus Sändrup wird gemeldet: In der SÄsreckcnsnaäit, in der das Badehaus von Schloß Aaresund unter explosionsartigem Donner in die Luft ging, verschwand rätselhafter- weise ein junges Mädchen, die Nichte der bekannten Äöpen- Hagener Gesangslehrerin Helene Delius, die auf Lynö ein kleines Sommerhaus besitzt. Der Kopenhagener Sender gab gestern bereits das Verschwinden der jungen Dame samt einer genauen Personenbeschreibung im ganzen Lande bekannt. Man hofft, daß es sich bloß um einen unbedachten Streich der überaus lebenslustigen und flotten Siebzehnjährigen handelt. und daß die wohlverdiente Sommcrruhe der" geschätzten Sängerin nicht länger gestört bleiben muß. Sandrups Amisaois, 13, Juni 1929: Frau Delius' Nicht« noch nicht gesundem' Trotz eifriger Bemühungen d« Behörden ist es noch nicht gelungen, den Aufenthaltsort der jungen Russin zu eruieren. Frau Delius hält es nicht für ausgeschlossen, daß Marfa Ossi- poipng einem plötzlichen Einfall zufolge zu.Freunden noch Berlin gefahren ist. Man hat jedenfalls die Berliner Polizei sofort verständigt. Frau Delius, die sehr an chrer Nichte hängt, kann sich ihr langes Ausbleiben gar nicht erklären. (Fottjetzung folgt.) Zwei Arbeiter im Schacht erstickt. Schweres Llnglück im Etsenbahnbetriebswerk Papestraße. Bei Reiaiguvgsarbeitea in einem sogenannten Gas- tzochdruckschacht aus dem Gelände des Bahn- betriebswerke, Papcstroße«eignete sich gestern am Spätnachmittag ein schwere» llnglück. Drei Arbeiter wurden auf der Sohle des Schachtes durch Kohlenoxyd- gase betäubt. Die Feuerwehr brachte die verunglückten in das Tempelhoser St. Zoseph-Krankenhaus, wo zwei von ihnen den Einwirkungen der Giftgase erlagen. Die Unfallstelle liegt in der Nähe des Wittelsbacher Korsos, un- mittelbar an der kürzlich fertiggestellten Unterführung B in Tempelhof. Der Gashochdruckschaa'st oder Kohlenwasser st osj- s ä n g e r, wie er auch genamtt wird, ist etwa eineinhalb bis zwei Meter ttef und dient dazu, die Abwässer der Oelgasfett- l e i t u n g aufzunehmen. Bon Zeit zu Zeit müssen die Rückstände, die sich auf dem Grunde des Schachtes onfammeln, entfernt werden. Mit den Reinigungsarbeiten waren gestern der 27jährige Schlosser Miedlig aus der Lankwitzer Straße 16 in Wariendorf und der gleichaltrige Bahnar'ociter Wolter Grunewald aus der Sied- llmg Lindenhof, Eychstraße 37, beauftragt worden. Gegen 16 Uhr stiegen die beiden Arbeiter in den Schacht hinab. Aus bisher noch ungeklärter Ursache hatten sich in der Tiefe des Schachtes die geföhr- lichen Kohlenoxydgafe gebildet, und Miedlig sowie Grüne- wald sanken betäubt zu Boden. Etwa eine Stunde später ging der. 2Sjährig« Schlosser Max Mache aus der Gneisenauftraße 24 nach beendetem Dienst an dem Schacht vorüber.' Als er in die Schacht- öffnung hineinsah, erblickte er die beiden Kollegen regungslos. Ohne sich zu besinnen, stieg Mache in den Schacht hinab, um den beiden verunglückten Kollegen zu helfen. Kaum war er bei den Bewußt- losen angelangt, als auch er unter der Einwirkung der Köhlen- orydgase besinnungslos zusammenbrach. Dieser Vorfall war glück- licherweis« von einem vierten Arbeiter, der sich ebenso wie Mache auf dem Nachhauseweg befand, beobachtet worden. Er überzeugte sich von dem Borgefallenen und alarmierte gleichzeitig Feuerwehr und Betriebsleitung, tzlit Schuhmasken vor dem Gesicht stiegen die Feuerwehrleute hinab und Hollen die drei bewußtlosen Arbeiter ins Freie. Man brachte sie sofort in das nahegelegene Josephs- krankcnhaus, wo die Wiederbelebungsversuche jedoch nur bei Mache von Erfolg waren. Noch in den späten Abendstunden fanden sich an dem Unglücks- schacht, der mitten zwischen den Gleisen liegt, mehrere Sach- verstand ige und Beamte der Kriminalpolizei«in, um eingehende Feststellungen über die Ursache und Schulbfrage zu treffen. Man nimmt nämlich an, daß nicht nur Kohlcnoxydgase allein das Un- glück herbeigeführt haben, sondern daß einem schadhaften Rohr der Oclfettgasleitung unbemerkt Gase entwichen sind, die bald den kleinen Raum erfüllten. Dies Gasgemisch wirkte so gislig, daß die beiden Arbeiter zu gleicher Zeit, ohne daß sie noch einen Laut von sich geben konnten, ohmnächtig umsanken. Wie lange beide dort unten gelegen haben, kann erst die weitere Untersuchung, die heute fortgesetzt wird, ergeben. Bisher hat sich bei der Bor- »ahme ähnlicher Arbeiten niemals e!» Unfall ereignet, und es ist möglich, daß«ine Verkettung unglücklicher Zufälle dazu geführt hat. Immerhin kann der Betriebsleitung der Vorwurf nicht erspart werden, nicht die notwendigen Sicheruvgsmaßnohmen getroffen zu haben. Viel hätte kaum gefehlt, und es wäre«in weiteres Opicr zu beklagen gewesen, wenn der letzte Arbeiter, der das Unglück ent- deckt«, auch noch in den todbringenden Schacht hinabgestiegen wäre, wie es der Arbeiter Mache kurz zuvor getan hatte. Wie wir noch aus dem St. Joseph-Krankenhans hören, wurden an den bewußtlos Eingelieferten, st u n de n la n g e Wieder- belebungsoersuche vorgenommen. Alle Bemühungen der Aerztc waren bc! Grunewald und Miedlig aber erfolglos. Mache dagegen, der nur verhältnismäßig kurze Zeit den giftigen Gasen ausgesetzt war, erholte sich bald wieder. Er befindet sich erfreu- licherweise außer Gefahr. ciiuüiit untersucht mcricn. I» itic den cchcnMliflcn Stadtrat Busch schwebende gerichtliche Untersuchung tönn« der Magistrat nicht eingretsen. Der Bürgermeister bezeichnete die Grundstücks« ankaufe der Verkehrsgesellschaft als zu aunsangreich. es könne ober bei einer Vernialtung ivie die der Stadt Berlin durchaus rar- kommen, daß oft Grundstück« schnell gekauft werden müssen. lieber die Grundstücksankäufe d«r BVG. werde der Mogistrat alsbald eine Vorlage unterbreiten, die über alles«rschüpfend berichten werde. Der Bürgermeister verlas dann eine Erklärung, der wir folgendes entnehmen: Dem Magistrat ist vor einiger Zeit durch Dennittbung eines Rechtsanwalts Material angeboten worden, das geeignet fem sollte, dem Magistrat die Möglichkeit zur Geltendmachung zivil- rechtlicher Ansprüche wegen Schädigungen der Stadt bei Grund- stücksgeschäften zu geben. Der Magistrat verlangte Bekonntgobe des Materials. Dies wurde abgelehnt, da die angeblichen Besitzer ihr Material nur gegen Zahlung van 25 000 Mark herausgeben wollten. Der Magistrat erfuhr inzwischen, daß die Staatsanwalt- schaft sich mit den Grundstücksgeschäften beschästig« und ein Er- miitlungsversahren einleiten würde. Als w inmehr am Dienstag abend ein Angebot gemacht wurde, der Magistrat möge dem Rechtsanwalt zwecks Erhalt des Materials einen Honorarauftrag erteilen, wurde das zunächst mündlich und dann noch schriftlich durch Bürgermeister Scholfc abgelehnt. Bürgermeister Scholtz betonte, daß der Rechtsanwalt der An- waltskammer gemeldet sei, im übrigen boschästig« sich bereits der Stoatsamvalt mit der Sachs. Der Geschäftsführer der Grundstücks- gesellschoft„Berolina" Golde und die amerikanische Gruirdstücks- goscllschaft wollen Strasantrag gegen die Berliner Scnsationsblätter stellen. I» der Verckchrsgesellschaft säßen doch auch Vertreter der kommunistischen Fraktion, die die Grundstücksgeschäfte mitgemacht hätten. >* Ein« in der Praxis der Stadtverordnetenversammlung unge- möhnliche aber für die sozialdemokratische Presse ehrenvolle Mitteilung machte der Vorsteher Haß gestern vor Beginn der Sitzung. Cr wies darauf hin, daß der Vertreter des „B o r w ä r t ä", unser Genosse Bauermeister, gestern zum letzten Mal« wegen seiner bevorstehende» Pensionierung seinen Dienst aus der Pressetribüne versah, nach dem er 40 Jahre lang dort gearbeitet hat. Der Vorsteher wünschte dem Scheidenden für seinen Lebensabend Freude und Wohlergehen. Reichsgericht hebt Todesurteile auf. Gegen die Viehhändler Baginski und Libudo. Leipzig, 26. März. Der viert« Strafsenat des Reichsgerichts befaßte sich mit dem Urteil des Schwurgerichts Schneidemühl vom 11. Dezember ISA, durch das die Viehhändler Bazinski und L i b u d a wegen geTneinschaftlichen Raubmordes zum Tode verurteilt wurden. Die boiden hatten gemeinsam den Viehhändler Lasch in einem einsamen Walde erschossen, die Leiche beraubt und vergraben. Das Reichsgericht fällte, dun Antrag des Reichsanwalts folgend, nachstehendes Urteil: Die Revision Baginstis wird v e r- warfen und, da sie sich nur gegen totsächliche Feststellungen richte, auch die Revision Libudas. Hingegen wird dos Urteil der Borinstanz, und zwar mich bezüglich der Verurteilung Baglnskls, aufgehoben, soweit die Verurteilung wegen Mqrdes erfolgt ist. Die Verurteilung wegen Urkundenfälschung und versuchten Betruges wird aufrechterhalten. Im übrigen wird dir Revision Baginsbis ol# unzulässig verworfen. In der Begründung führte der Senatsoorsitzende aus, die «tvafkammer des Schwurgerichts Schneidemühl spreche sich nicht darüber aus, ob die Uebei�legung bei der Tat vorhanden war: insolgsdessen sei die Verurteilung wegen Mordes aufzuheben, da die Ueberlegung ein Tatbestandsmcrkmal des Mordes bilde. Tropensturm fordert zehn Tote. 250 Häuser eines Ortes fortgefegt. S a o P a o l o. 27. März. Ein heftiger Zropeustur« hat den Ort Von Zardin in der Nähe von Nectfa nahezu gänzlich zerstört. Ueber 2S0 Häuser sind vom Sturm weggefegt worden. Die Einwohner haben sich iil das nahegelegene Gebirge geflüchtet. Nach den bisherig«» Fest- fkcllungen wurden zehn Personen getötet und über 100 verlelzt. Feuer auf dem Tempelhofer Feld. Durch spielend« Kinder wurde gestern abend auf dem Tempel- h o f« r F e l d ein größeres Feuer entfacht. Mehrere Jungen wurden beobachtet, wie sie Stroh- und Heurestc, die vom Zirkus Sorrasani zurückgelassen worden waren, ansteckten. Der heftige Wind trieb die Flammen nach allen Seiten auseinander und in wenigen Minuten stand eine Fläche von etwa 1500 bis 2000 Quadratmeter in hellen Flammen. Das ganze Tempelhofer Feld bis hinüber zum Bahn- gelond« war in eine große Q u a l m w o l t« gehüllt. Di« Feuerwehr hatte mehrere Stunden mit der Eindämmung des Brandherdes zu tun. Aus vier Schlauchleitungen mußte Wasser gegeben werden. Wie sott Berlin verwaltet werden? Kreisvertreterversammlung in Sharlotienburg. Auch der kreis Eharlolleabarg der Sozialdemo.. kcatifchen parte! nahm am Donnerstag in einer krelsver- treterverjammlung. die im Charlottenburger Rathaus tagte. gegen den Gefehentrourf Groß-Serlin Stellung. Stadtrat H o r l i tz betonte in seinem Referat, daß eine R«fo: m des Gesetzes Groß-Berlin im Augenblick nicht so dringend sei. Man solle die Neugestaltung Berlins ruhig bis zur Verabschiedung der Reichsstädtcordnung vertagen. Der Referent ging dann auf die bc- sonderen Härten des Gesetzentwurfes, die Vormachtstellung des Oberbürgermeisters und die nichtöffentliche Tagung des Bezirksrates und Eenieiudcausschusses ein. Er betonte abschließend, daß die Sozialdcnwkrotische Partei sich nicht ollein damit begnügen dürfe, gegen das neue Gesetz Front zu machen, sondern man müsse und werde von sich aus Vorschläge machen. Reichstagsabgaordnetcr Franz Künstler unterstrich in der. Diskussion die Forderung des Referenten nach stärkster Abwehr gegen den Entwurf und teilte dabei mit. daß auch der Bezirksparteitag sich mit der Schaf- fung eines neuen Gesetzes Groß-Berlin beschäftigen werde. Der Schöpfer des ersten Gesetzes CInhettsgemeinde Groß-Berlin, Land- tagsabgeordneter Paul Hirsch, sprach sich gleichfalls gegen den Gefetzentwurs aus, der«ine starke Ausschaltung der Eelbstve:'- walrung badente. Unsere dringendste Forderung sei, die Beratung des Entwurfes zu vertagen, um die Probleme gründlich durcharbeiten zu können. All die angeblichen Mißstände: Dnppeiverwallung sowie nicht genügende Abgrenzung der Befugnisse der Bezirks- und Zentraloerwaltungcn könnten auch nach dem jetzt gültigen Gesetz „Unschuldig hingerichiet.. Doppelspiel August Aogens im Zakubowfki-Prozeß. Schänder A Mecklenburg. 27. März. Nach der Vernehmung des postzelmeisters hoffmaoa aus Schlutup, der Zakubowftl deswegen einen Mord zutraut, well der Russe ihm einmal mit dem Fuß einen Tritt gegen den Unterleib habe versehen wollen, kommt es zur sehr wichkigeu Vernehmung des Russe» Dimilrl Saweljew. der seine Aussage in ze- brochenem Deutsch macht. Tiefste Erschütterung erregt er im Saal, wie er erzählt:„Ich habe August Rogens bei einer Frau Friedrich getroffen. Da hat er mir erzählt. Zakubowfkl sei sein bester Freund gewesen, er sei ganz unschuldig hiu- gerlchiel. Der Angeklagte August Rogens erwidert daraus, davon weiß ich nichls. Der Vorsitzende fragt ihn, ob er nicht wenigstens zu- geben wolle, gesagt zu hoben, daß Iakubowski unschuldig sei. August Rogens erwidert jedoch: Rein, ich habe nur gesagt, ich traue es ihm nicht zu. Der Zeuge Saweljew springt empört auf:. Rein, unschuldig hast Du gesagt. Ich habe gesagt, ist doch Menschenleben. Ich vergesse nicht nach zwanzig Jahren, was er gesagt hat. Ich war so ausgeregt. Ich habe ihm so ausgeschimpsl, daß er so falsch ist ge- wesen, wo er wußte, Mensch ist unschuldig und hat doch nicht Mahr. heit gesagt. Oberstaatsanwalt: August Rogens, Sie können doch nicht einfach sagen, das sei unwahr, was der Zeuge aussagt. August Rogens: Ich Hobe ihm allerdings erzählt, daß Iakubowski mein bester Freund gewesen ist, aber daß ich meine Familie nicht reinreißen wollte, das stimmt auf keinen Fall. Dann wird der Arbeiter Schorrenberg vernommen,«n Freund von Iakubowski. Dieser Zeuge bekundet, daß Iakubowski ihm einmal gesogt habe: Wenn Du kannst Kind weg kriegen, dann Du kriegst Rad, Anzug und olles was ich habe. Ltm Loeskes Millionen. Oer Nachlaßstreit vor der Entscheidung. Der Kamps um die Millionen Albert Loeekes. des In- Habers der Firma Marggras u. Co., Unter den Linden, ist mit der gestrigen Beweisaufnahme in sein entscheidendes Stadium getreten. Professor Dr. Grauert hat bestätigt, daß der Verstorbene zur Zeit, als das Testament abgefaßt wurde, nicht in Zürich, sondern in seiner Klinik war: daß Albert Loeske ferner bis zum letzten Moment vollständig klar gewesen sei. eine große Energie gezeigt und absolut keine Narkotika gebraucht Hab«. Das letztere bestätigt auch Dr. Menger. Dieser gab auch«ine Darstellung über die Umstände, unter denen das TestameM aus dem Tresor hervor- geholt wurde. Aus einem Zettel fand man mit rotem Bleistift gekritzelt«inen Hinweis, in welchem Tresor das Testament sich be- sind«: es wurde R.-A. Dr. Schwersenz herbeigerufen, der Tresor aufgeschlossen und das Testament unmittelbar zum Gericht gebracht, wo der Umschlag geöffnet wurde. R.-A. Dr. Schwersenz sagte auch aus, daß der Erblasser ihn vorher konsultiert hat, und er seinen Klienten über sein Recht,«in eigenhändiges Testament niedcrzu- schreiben wie auch über die hohen Gebühren eines notariellen Testmnents aufgeklärt habe. Ein Zeuge konnte seinerseits bekunden, daß Albert Loeske ihm gegenüber erklärt habe, er würde seinen Verwandten nichts hinterlassen, da er mit ihnen Differenzen gehabt habe. Nach diesem Ergebnis der Beweisaufnahme dürften die erb- lüsternen Berwandten mit ihrer Klage schwerlich Erfolg habe». ausgemerzt werden. In der weiterm Diskussion wurde vor allem verlangt, daß die Zusammenarbeit mit den sozialdemokratische» Ministern und der Parteiorganisation ein« enger« sein müsse, damit nicht erst Gesetzesoorlagen dem Parlanient uMerb reitet werden, die in der Partei zur stärksten Kritik Anlaß geben. Ein« Resolution, die gegen dieses Sondergesetz Groß-Berlin pro- testiert, wurde einstimmig angenommen. Oer Kingernagel als Oiebeshilfe. Wie man in Prag Viamanten stiehlt. Bei einem Edelsteingrohhändler in Prag rief durch den Fernsprecher ein Mann an, der sich den Namen eines Geschäftsfreundes zulegte und den Besuch eines Juweliers aus Bodenbach in Aussicht stellte. Es sollte sich um einen gewissen Alois Friedl handeln, der größere Einkäufe in Dimanten tätigen wollte. Der Großhändler empfing den Besucher, der sich bald daraus einstellte, ahnungslos und legte ihm«ine Anzahl wertvoller Stein« vor. Zu einer endgültigen Wahl konnte sich der per- meintliche Friedl nicht gleich entschließen, wollt« zuvor noch eine Besorgung«rledigen Und noch Ablauf einer Stunde zurückkommen. Er erschien natürlich nicht und bei der Kontrolle ergab sich, daß er einen großen Brillanten im Werte von 75 000 Tschechen- kronen entwendet hatte. Jetzt erst entsonn sich der Groß- Händler, daß der.Auweiler" am kleinen Finger der rechten Hand einen ganz auffallend langen Nagel gehabt hatte. Unter diesen hat der Dieb wahrscheinlich den kostbaren Stein geklemmt und unangefochten aus dein Geschäft gebracht. Der Geschädigte trug zum Schaden auch noch den Spott davon, denn zwei Tage später sandte ihm der Dieb den Pfandschein einer Prager Pfandleihe zu, wo er den Stein für 10 000 Tschechenkronen versetzt hatte. Allem Anscheine nach hat man es mit einem internationalen Laden- und Iuwclcndieb zu tun, doch ist die Persönlichkeit noch nicht be- stimmt festgestellt. Der Unbekannt« war etwa 40 bis 42 Jahre alt irnd 1,70 Meter groß und machte den Eindruck eines Bcrufsringers. Da die Zusendung des Pfandscheines von Dresden aus erfolgte, so nimmt man an, daß der Dieb die Grenze überschritten hat und sich in einer deutschen Großstadt verborgen hält. In Berlin fahndet auf ihn die Dienststelle<7 4 des Polizeipräsidiums Werbeabend der„Frauenwelt'. Der 12. Kreis Steglitz-Lankwitz hatte zu einem Werbe- abend noch dem Restaurant Schcllhase, Zlhornstraße zu Steglitz, eingeladen. Ein festlich geschmückter Saal, der sich als viel zu klein erwies, erwartete seine Gäste: die wenigen Plätze waren bald ver- griffen, man stand dichtgedrängt zwischen den Stuhlreihen, an der Türe und im Nebenzimmer. Nach der Begrüßungsansprache der Vorsitzenden sprach Genossin Walkott mit schönen: Empfinden eine Reihe wirkungsvoller Gedichte, die alle Veröffentlichungen in An einer �iieihe von Beispielen zeigt Kurt Großmann die Tragödie der Staatenlosen. Opfer der neuen Grenzregelung, können sie in keinem Staat Fuß fassen. Sie sind im Grunde rechtlos. Di« Arbeit des Völkerbundes hat manches gebessert, aber es ist bisher unmöglich, von Gens aus Einfluß aus die indiviuellen Gesetze der einzelnen Länder in dieser Beziehung zu gewinnen. Ein Stück Mittelalter, da? die ineisten Hörer überhaupt nicht kennen. In einer Diskussion„Eine Stunde der Ol a t u r s r e u n d c" zwischen Buhla», S e g a l l und Menzel werden die Vorteile dieser proleiarischen Organisation erörtert, wie etwa Reiseerleichtemng und ähnliches. Darüber erfährt-der Hörer auch etwas von der Sehnsucht des Proletariers nach der Nowr. Die Diskussion bietet dem bürgerlichen Hörer die Möglichkeit, sich ein Bild van dem uxihrm Gesicht des modernen Industriearbeiters zu fonmen. „Harlem, ein« Negerwelt" ist der Titel der ersten Abendveranstaltung des Gesprächs zwischen Lma Eoldschmidt und Gerhard Pol. Em Versuch wird hier gemacht, das Negerprob lein der Vereinigten Staaten in leichter, verständlicher Form zu umreißen, die soziale Position der Neger, ihre Kunst, ihr« Erkenntnisfähigkeit und Men- talllät zu erklären. Der Versuch ist geglückt. Das Problem wird von vielen Seiten beleuchtet, die Tragik des Farbigen erscheint in Großausnahme, ebenso wie auch die Möglichkeiten seines Aufstiegs. B eterle spricht in diesem Rohmen Negerdichtungen, stark und sehr beherrscht im?lusdruck. Anläßlich des 400jährigen Bestehens wird ein« Reportage aus Auerbachs Kelser in Leipzig übertragen. eine Reportage, die keine ist, auch wenn Alfred Braun sehr gewandt allerlei Sehenswürdigkeiten beschreibt. Die Sendung der Faustszcne„Auerbachs Keller mit Leipziger Darstellern ist dagegen gut. F. Sch. der.Frauenwelt" entstammten. So war in den Köpfen und Herzen der Anwesenden Bereitschaft geschassen für den flammenden Weckruf, den Genossin Toni Sender an ihre Mitschwester» und Mitkämpferinnen richtete. Sie sprach von der ewigen, ungestillten Sehrsucht des Arbeitsmenschen nach der schöneren, besseren Stuichs der Besinnung, vom Krästesammeln und Kräftenützen zur Erreichung dieses hohen menschlichen Zieles. Aber w i e können wir es. wie werden wir«s erreichen? Uns legt kein gütiges Geschick Freude und Recht in den Schoß: wir müssen es erkämpfen mit all unserer Kraft, wir müssen mithelfen am großen Befreiungswert der Masse. Da macht es nicht bloß der gute Wille und die Begeisterung, da heißt es Zlugen und Ohren auf und geschlossen«ine Reche gestellt, die fest. hält im Kamps mn chr gutes Recht. Was bisher erreicht wurde— und es ist schon viel—, das gilt es gegen eine Welt von Feinden zu verteidigen, die aus der einen Seite unter der Flagge der Spar-- meister, auf der anderen Seite unter skrupelloser Massenverhctznng noch einer Fatamorgana einer„besseren Zeit" Krast und Recht der Arbeitende» schwächen und schmälern wollen. Was das bedeutet, braucht wohl weiter nicht gesagt werden, aber was zu tun ist, im, dies zu oerhüten, das ist: mitarbeiten, mitkämpfen am großen Be- sreiungswerk: nickst pessimistisch resigniercn, sondern hoffnungssroh und zuversichtlich kämpfen._ Sport. Rennen zu Manendorf am Donnerstag, dem 27. März. Auch dem ersten Mariend orser Wochenrenntag dcS FahrcS blieb der Ersolg treu. Der Preis von Dortmund, ursprünglich für das Debüt des Amerikaners Sam Williams auSersehen, endete in dessen Abwcsenbeii mit dem überlegenen Sieg« deS samofen Flieger» David. l. Rennen, l. Peter Brussilos(Weiducr jr.), 2. Morgengruss I, 8. Pindar. 4. Range. Toto: 17:10. Platz: 11, 12, 12, 14:10. Ferner liefen: Giliclurn, Dyewuschka, Neuling, Cresceu», Kakadu, Peramo, Steinkauz, Pechkohle, Marmaro. 2. Nennen. 1. Heureka(Lautenbergers, 2. vier am im an». 3. Nordeck, 4. Pride the Greatg. Toto: 87:10. Platz: 20.14.10.18:10. Ferner licscn» Meisterschuß, Costa Rica, Dollarsürst. Feodora Cudoj,ia, Ossi LZwalda. Triwma, Daron Dusstz. Elster Seehofer, Maisine, 8. Renne n. 1. Nerv fJ. Mill«), 2. Hellaaabal, 3. Slaimorgen. Tolo: 23:10. Platz: 14. 23. 2S: 10. Kerner liefen: Orsoy, Tara Bella. Eancan, Nonne, Louisctte, Cordula. Rirnihilda, TeufelSbursch. 4. Rennen. 1. David(P. fllnnl, 2. Nrnuls, 3. Caro Bube. Tolo: 17: 10. Platz: 18, 40. 15: 10. gerner Uesen: Lehigh Polo, Franlet(o. SS,;, Norton B., Brition, Ouisi guasi, Hetman. 5. Rennen. Pola Negri(Zautz jr.), 2. Elite, S. Epszi. 4. Sauna. Toto: 23:10. Platz: 15, 15, 48, 43; 10. fterner liefen: Cortez, Pesstmistin, Osterprlnz. Pirna. Jngara, Rigoletto, Krasi. Hedwig, Ctzklame, Baronetz Baron. S. Rennen. 1. Heinrich(K. Neuenseld), 2. Abendstern. 3. Ii, gelinde. Toto: 42:10. Platz: 14, 12,14:10. Ferner Uesen: HarsemnSdchen, Flaggen- lied, Arnsried. Möglich. Sir Cald.>° � 7. Renne n. 1. Jlomtef'e Jsabell(8. Hanka). 2. Mairuth. 3. Theokrat. 4. Edelmeifter. Toto: 170:10. Platz: 20. 28, 17, 19:10. Ferner Uesen: Nordpol. Tritoma, Neidhammel. Adresse. Ilsenburg. Beata Hall, Fahreiibeit, Alpspitze. Nebelkappe, Ptzramidc, Kroschcl, Turandot, Constanze. 3. Rennen. 1. Trumpf König(P. Finn). 2. Falkenstein. 3. Staats. kerl, 4. Lindowgold. Toto: 24; 10. Platz: 14, 27, 14, 28: 10. Ferner Iieicn: Jlclll,, Arnold, Leuchte, Quirin, Idyll, PiruS, Mephisto, Meister'Iiick. Pah, Essi, Esparsette. 9. Rennen. 1. Goudstcr jr.(Th. Reiter), 2. Königsadler. 3. Fischotter. 4. Kaplam Halle. Toto: 518:10. Platz: 32. 24. 02. 15:10. Ferne- Uesen: Langemann. Prachlmädcls Tochler, Meister S, Rapbia. Copal. Halma,'lalion, Dolerit, Heideblumc. Baron Kubier. CrassuS. Lebemann, Dwifionär, Pcler Hamster, FredegundiS, Baron Silvester, Edy(o. A.). Voriräge, Vereine undVersammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rok-Gold". Eeschältsstell«: Berlin E. 14. Cebastianstr. 87—38, Kol 3. St, Souoerftonb. Sonnabenb, 29., und Conntaa. SO. Mä«, technische« Burfus für SuimbanncrfUIitet.'Zbsahrt LoanadenS 20 Mar». spätestens 18.26 Uf)r vom Lehrter Bahnhof nach«rieselan-. Letzter Termin für die«nmelimm zur Osterfahrt in die ESchstsche Schwei».- J�riSStzai.: Tunabanntt und sämtliche Sportler sseeitaa. 28. Mär». 20 Uhr. Tuvrhast- Memcler Llrasie.— Sonntaa. Z«. Mar,. Stei« Norden N: u Uhr im 6aa!bau swedrichsham Sicooliittonsflcbcnfreier. Prenzlauer Ben,: 11 Uhr im eaalfcau aricdrlchshain„Republikanische Moraenfeier". Mitwirkende- Bereiiuat- Üliustt. und Tambourtorps des Kreises Norden, iäprechchor der Reichsbannerjuae'-d. r° S-«ustläuser:„Revolutionen und ihr- Menschen. Eintritt-X» Pf. Äv« Iunakomeradrn 9 Ufzr im �aalbau Friedrichs« Hain, weiieralprobe des Evrechchors. Neukijll».«ritz, l. Kameradschaft: Besi-bti. nun« dcs Zentraltlmi Hafens Tresfvunlt vünktlich 13 Uhr Reuter«cke Baiser. Triedrlch.w.ratze. Rrivickendors(OttsvccciiO; Antreten gtzo Uhr auf den Sammelplätzen 10«4 Uht Saalboii Trirdrlchshain»ut Marzaedenlseier. Rosen- t(»t(Sairuradritafn; lst- Uhr Srcffvmifl am flirchplaf» ,ijr flundaabuna tat «aarbau Friedrich-, ho in. Wastersporiodieilvnp. flu« Obertpree: 0 Übt Ärpeits. dienst un BootÄiauo Aendenschlotz. Pslichtveranftaltunz. Rcichskantell Republik-Sonntaa. 30. Mär». B°eI'n.Sest»a: Ad 10 Uhr schs-hcn auf den Schietzständen in Berlin.gehlrndorf. e» vei»ili«n sich daran K Ksss�raden des SUtjcs. MipcuU(Ottaaecrin): SO 10 Uhr U-duna-schietzeu flu Sü j», Llrschgarlenstr. L «rbeit-aew-intchast für ffoiftscha* nnd R-tnrtunch«.«.«. U4. Kth-Beria, �rühlinasvandernna Po tsdam— LSlIdpart- Savurd— �' Mbrunq: Lerr Sri» Triebe I. Treffpunkt bis 10 Uhr am Bahnhof Pötsocm. Gaste willkommen. .Tyvoaraphis�e« Ota.cflcf. Dirigent: Erich Gufwit. Uebungsfwnden ieben stttiiaii, 20Vj-23'.f, Uhr. im Zdeal-flo-ino. Neukölln. Weichselstr. 5. Bläser und t-treicher willkommen, ssür Bassist Instrument vorhanden. cßr • Das Ideale 3C%1% Abfuhr-Konfekt Mafenbtraatn für diese Sivdrll si»d >«rli» SW 68, Liudeustroße 3, pariemachn'chienFM� furGroß-Berlin stet» tn bat Tezirkesekeetariai !.Hof.ZTrevv«u recht», zu richte» Zum Notopfer für die Erwerbslose» wurde von der Gsschöstsfeitung und den Angestellten der Berliner Brennstoff- (Gesell schuft der Betrag uon 1S6 M, gesannnelt und an die Bejirtskasse abgetiefert, worüber hindurch mit bestem Dank ösfent- lich quittiert wird. I. A.: Alex Pagels. * 2. Srei» Tieruarte». Achtnn«.?!artei«it»liei>«r! Hcirtl, isrlitaq. W/i Mr. findet im Saat der Potienbofer-Brauerei. Turmstr. 26, ein Werbeabond der Iunasoziulisten stott. Neferent ist Genosse Dr. Kurt Lidvenstew und Ge- irossin Anna Äartoch. Die Genossinnen und Genossen iverden aebeten, an dieser Deranstaltuna teilzunehmen. Sauvtsächlich hen jitngeren Genossen wird die Teilnahme aanz besonders cmvfoblen. ii. Kreis ttrcuzbera. Seuie, Igi-s Uhr, lurze Besvrcchuna mit den Abteilunsis- leitcrn Porckstr. IS, Zimmer 87. Ii!. Krel» Temveldoi. Zu der am Sountaa, Z». Mär,, stattsiudendcn Juqcud- weide sind starten bei allen Funktionären, in der ll. und 89.»erkauf, stelle, sowie an der Kasse ,u haben. Eintrittspreis 7Z Pf. Massenbesuch wird erwartet. K. Srri» Neukölln. Die Sozialistische Arbciteriuaend Neukölln oeranstaltet am Sonniaa. SS. März, 20 Uhr. in der Aula des Koiser.Friedrich-Realavmna» siums. einen Bunten Abend. Film. Musik. Seliattenfviele. Rezitationen. Ilnkostenbcitraa 30 Pf. Einlosi WH Ubr. Die Partciae»offen werden gc- beten, diese Veranstaltung durch recht regen Desuch zu untcrstüsic». Heute. Freitag, 2S. ZNärz. ».«bt. Die Bezirksfstbrcr rechnen bestimmt bis Sonntag beim Genossen Laeven ab. ll2. Abt. Die BezirksWrer rechnen bis Sonnabend. N. März, beim Genossen Seidel ab. tL Abt. Die Bezirksfiibrer mtlssen umgebend vom Genossen Eol�'-" Stolpische Str. 36. Theaterkarten Mr Arbeitslose abholen. Bis zum Mo», tag. Zl. März, mtissen olle Luarials. und Listenabrechnungen erledigt sein. 85. Abt. 20 Ubr bei Säinoerer, Boigtstr. W. wichtige Funklionärsibun». 87. Abt. Erwerbslose Parteimitglieder melden stch mit Parteibuch, Stempel. karte und Gewerkschaftsausweis beim Genossen Paul Krause. Kochhann. strasse 12. Wer Mitglied der Konsumgenossensehaft ist. bringt fein Konsum- buch mit. K. Abt. Etealit. M Ubr in der Schulaula Schbneberg, Belziger Strasie, Ecke Eiscnachcr Strasse, Lichtbildervortraa des Genossen chofmann:..Wanderun- acn durch Jahrhunderte und Landschaften". Musik. Rezitationen. Gesang, Lieder zur Laute. Eintritt 3S Pf. Die Naturfreunde lade» ein. l i J l-L I l �>> I" 1 i'J' 1, I-l 128.«bt. Friedrichsfelde. 20 Uhr bei Tempel, Prinzenalle« 45, W M Kultur, und U-terhaltnngsabend mit Lichtbilder». Sprech, und Be. f7Z wequngschor. Männergesanqverein und Lieder zur Laute. Unkosten. P==j bei trag 30 Ps. Um recht reg« Beteiligung wird aebeteu. 127. Abt. Kvhcniehönhauscn. IS. Ubr i« Lokal„lum Storch» est", kss Souptstr.»-». Liibt bildrroortrog:.Zille» Lebe»»ob sei» Werk". Ei«. W tritt 30»f. Wir bitten um reqc Beteiligullg. !7I isi � 1 iss 1.1.1 I.U I kÄtt i l-t f � l.i I[ Soll«abend. 29. März. 8.«bt. Wt«worrbsloscn Genosse» werden gebeten, die Untersttissuna am Sonnabend. IS Uhr. bei Rickcrt, Steinmessstr. 96a, abzuholen. Mitgliedsbuch. Stempelkarte und möglichst Ausweis des Konsumvereins Nnd mit. zubrisaen. 2t. Abt. All» arbeitslosen Genossen und Genossinnen werden gebeten, sich morgen. Sonnabend, von 17—20 Uhr. im Lokal von Bogel, Iablonski. iirasse 9, zweck, Auszahlung des Notvpfcr» einzufinden. Ausweise und Mitgliedsbuch sind vorzulege». 79.«bt. Schöncbcrg. 20 Uhr Porstandssitmn« mit Unterrossscrcrn bei Zcitliss, Sedanstrassc. Strichelkarlen sind mitzubringen. Sonntag, 30. März. rll Fit H Psi PI fe. 42.«bt. DU Abteilung»cronstaltet einen Keltere» Abend,»er, buudea»»it riaer Z»bilarrbr»»a. w de» Blüchersölen. Blücherstr.»1. ssss Eintritt 00 Pf. Einloss 17 Ubr.«»sova 10 Uhr. Einlosskovtr» bei«Ir, DZ Fuoktwniren. p-i Frauevveranstalwngen. ll.«rai»«chSveberq(77„ 70., 79., 0. und 81. Abt.). Freitag, 28. März, um 19 Ubr. vesichtiauna des Museums fllr Frauenkund«, Eharlottcndurg, Berliner Str 197. Treffpunkt vor dem Museum. 73. Abt. Wanniee. Die SenvMnven beteiligen sich an der Fvbrung durch dos Frauenkundemufeum, Eharlottenburg, Berliner Str. 1Z7. Treffpunkt 9 Uhr Bahndaf Wannlee. 137.«bt.«rinickendors-West. Sonniaa. 80. März, um 10 Ubr, Filhruna durch da» Museum für Frauenkunde, Eharlottenburg. Berliner Str. 137. An- fchlUssrvd Filmvorführung. Treffvunkt um 8% Uhr Ecke Scharnwcber, und Berliner Strasse odrr pstnvlich 10 Uhr vor dem Museum. Vezirksansschuß für Arbeikenvohlfahrk. ''? m'? t H 1-444 rss F-i FanktionZe« bei«rbeiterwohlsohet! Am Pb-norsitiunassaal des Fss 7 hervarrvaliungsgerichts. Derlin�kharlottenburg. Karde nbcrgstr. Tl, Fl findet am 8.«pril. 20 Uhr, ein Bortrag von Frau Elisabeth Kermes Fi au» der Berliner Gefangcnenfitrsorqe über.Etraf-ntlassenettstirsorge" lvl statt. Anschliessend Aussprache. Wir empfehlen den Besuch dieses Lor- FH trage» allen denjenigen Funktionär«,», die sich besonders in der Ge- HZ iangenenfilriorge und in der Serichtshilfe betätigen. Der Eintritt ist FÜ frei und der Bortrog kann ohne besondcee Einladung besucht werden. Fh Am Sonnabend. 29. März. IS'ä Uhr, spricht Wladimir Wovtinsln ! Z über«.Europa und dir Welt" im grossen Saal des ehenialige» Herren. Fl baufes. Berlin. Leipziger Str. 8. Saaloffnuna 19 Uhr. Einloss 50 Pf. FZ Karten sind noch im öekrrtariat des Bezirkoausschuffes für Arbeiter. i Wohlfahrt. Lindenstr. 3. 2. Los. 2 St.. zu haben. Wir bitten alle intcr- >1 essiertr» Genossen und Genossinnen, sich daran zu belcillgrn. m m t*«»* Mitte. 0. Abt.! Montag. 81. März. 19� Uhr,»es«otRtf, Scbastuinstr. 88, Sihung aller in der Wohlfahrt tätigen Genossen und G«. nosstnnen. Der Genosse Stadtrat Karl Schneider spricht über...Kommunale Aufgaben der Ardeitcrwohlfahrt". Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller interessierten Genossen und Genossinnen wird gebeten. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer uad Lehre. rinnen Deutschlaads(ASL.). Ortsgruppe Verlin. Di« für beut«. Freitag, aocwseht« Bers-wmlvrg ist»ne ripe Gihurg der Fachgruppe für höhere Schule». Die Sollverfowwlung siodct am 2. April stott. Iungsozialislen. Swu>»« Eborlottcoburg: Seut«. Freitag. 20. März. Werhrlundgebung in Moabit. Tuwnftr. 25—27. 20 Uhr. Alle Genossen müssen erscheinen.— Sonntag, 80. März, Treffpunkt für die Kundgebung in Bernau z Uhr Bahnhof Char. lottenburq. Nachzügler 14�v Uhr am Bahnhos Bernau. Weddtrg.Gesuodbr»»««»: Heute. Freitag. 20. Mär». 1914 Uhr. im Jugend. hc,m Pank. Ecke Wi-senstrosse. Zimmer 42, Lichtbildervortrag:..Eine Wände- runa durch die Mark Brandenburg". Gruppe Schöneberg beteiligt sich h-utr, Freitag, geschlossen an der Bcr- anstoltung des Werbebezirls Westen in Moabit. Alle ntiissen erscheinen Gruppe Süden: Heute. 20 Uhr. im Jugendheim Porckstr. ll. Rcferak des Genossen Waldmann Uber..Flottenkonferenz und Abrüstung". Gäste willkommen. Am Sonntag. 30. Marz, treffen wir uns zur Fahrt nach Bernau um 9 Uhr an: Stettiner Porortdahnhof. Wcrbebezirk Süden: DU Gruppen Neukölln, Tempelhof. Südosten und Süden treffen am Sonntag. 30. März, am Bahnhof in Bernau um 10 Uhr zusammen zu einer kurzen Besprechung. Ü Werbe bezirk Westen: Heute. Freitag, studrt>» Moabit. Tllr»rstr. 25(Ü Fi!(Sinnet Tiergarten). Lolal Passeuhoser, einr W«rb«»eranstalt»»o statt: tZ FZ«DU volitilche» Ausgaben des iu«»«n Proletarier»". Es spreche» Mt Fü F3 Gr»»ss«o Kurt Läwerstein und«»»a Hartach. Anstrete» der Spiel. F' W gemeinschast der IS». Die TAI., Arbeit-riportler und Parteigenossen s! ! sin» herzlichst eingeladen. Beginn 2« Uhr. Eintritt frei. Arbeitsgemeinschaft der Siuderfreunde. Heute, 17 Uhr. Fakkrnpailamentsfiiw»», stuaendheim Lindenstr. 4. Krei, Neukölln. Gruppe Serwannplah: Freitag Elternversamvrlun» in der Schule Kaiser�sriedrich-Str. 4. 20 Uhr.— Gruppe Birke trifft sich am Sonn. tag, 30. März. 8 Uhr. Hennann, Ecke FInghafcnstrvss«, zur Fahrt nach Machnow. Unkosten betragen 30 Pf. Prenzlauer«erg. Gruppe Viktor Adler: Freitag. 28. März, um 20 Uhr. im Jugendheim Donziger Str. 82, Baracke 3. Elternversammiunq. Thema: „Zeltlager und Restsalkenlager". Gruppe«Martha Demniug": Freitag, 28. März, 18— INI Uhr. Bast-labend im Jugendheim Tilsitcr Str. 4. Sonnlag, 30. März, Fqhri»ach Strausberg. gemeinsam mit Gruppe Landsberger Pia«!. Treffpunkt 8 Uhr Jugendheim Tilsitcr Str. 4. Geburlslage. 3ubiläen usw. «.« i4-®e£»orsihend« bt« i. Kreise«, unser allseitig«eschadter aeuesse Adolf Döhuert, Earmen-Sylva-Str. 54,»»llendet»m heutige» Lag« sein 50. Lebensjahr. Nahezu 25 Jahre gehört er bereit» der Partei an»üb hat un- «rmüdlich für die Ausbreitung unserer Ideen und Stärkung der vrganilatiou erfolgreich»-wirkt. Sir übermitteln ihm hiermit unsere besten Wünsche, hoffend, da« ihm eine weitere erfolgreich« Tätigkeit beschicden sei. 134. Abt. Niederschönhaufen. Heute begeht der Borsihend« der AbUIlung. Genosse Bernhard Höven, seinen 50. Geburtstag. Wir wüufchr» ihm Glück und beste Gesundheit auch fernerhin zu seinem Wohle und für unsere Sache. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisatian� 47. Abt. Unsere Genossin Wahrenberqer ist am 25. März vrr- starben. Ehre ihrem Andenken! Beerdigung heute, Freitag. 28. März, um 14 Uhr auf dem Städtischen Friedhof, Reinickendorf. Wir bitten um rege Bc- tciligun«. 92.«bt. Neukill». Am 2S. März verstarb unser Genosse H. D r o ss. Schandauer Strasse lS. Ehr« seinem«ndenient Einäscherung am Eonnabend. 29. März. 14 Uhr, im Krematorium Bamnschulcnweg. Wir bitten um reg« Beteiltgung. 128./130. Abt. Paakow. Am 24. Mär» verschied nach langem, schwerem Leiden unser Genosse Theodor Lepsien. Marimilianstr. Üb. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Freitag, 28..März. 14V!! Uhr. auf dem Friedhof In der Schönholzer Heide. Wir bitten um rege Beteiligung. III SozialistischeArbetterjugendGr.-Verlln Einsendunaen für diese Rubelt NU? an das ZuzendsesteUel»! Berlin 63868,£ tuten firafe 3 Heule. Freitag. 19K Ahr. Arlouaploss: Schule Elisabethkirchstr. 19:«Ruv-dfunk und Arbeiterschaft".— Ulli! nischer Sark: Heim Woiienstr. 18:„W i e und die Kinderfeeunde",— Rosen- »Haler Borstadt: Heim Zehdenicker Str. 24— 2Z:„Das Sozialiste ngefess".— Zentrum: Heim Landsberger Str. 50: Uebungsobcnd.— Hansa: Heim Bochnmer Strasse 8b:„Tageopolitik".— Moabit I: Schule Waldenferstr. 2l: Heimabend fällt aus. Wir besuchen Moabit II.— Arnimplah: Schule Connenburger Strasse 20. Zimmer 17:„Russland in Politik und Wirtschaft".— Arn»walder Plan I: Heim Rastenburger Strosse:„Die Stellung der arbeitenden Frau in der Welt".— Arnswalder Ploh II: Heim Pasteurslr. 44—48:«Die Mackst Mnssa- linis in Italien".— Falkplah II: Schule Sonnenburger Str. 20:„Kinder- frrimde. Rate Falken und SAI." HelmhalNplaN: Heim Daizzlger Str. 52: „Fürsorgeerziehung".— R,rd«sten l: Heim Danziger Str. 52. Baracke 3:«Die Loge der Arbeiterschaft in Amerika".— Wörthcr PlaN: Schule Kaitanienollee 82: „SAI. und Reichsbanner".— Andrea«? lag: Heim Brommnstr. l:„Das Kon:- muniftifche Manifest".— Weissenfee: Heim Parkstr. 38:„Republik und Sazialis- mus". Friedrtchshai«: Seim Diestelmenerstr. 5—8:„Arlteiterführer".— Stralauer Bicrtcl: Heim Gasslerftr. 5l: Uebunqsabend.— Warschauer Biertrl: Heim Litauer Str. 18:„Revaratiansproblem".- Warschauer BierUl. R. F.: Heim Litauer Str. 18: Lichtbilder:„Käthe Kollmitz. Hans Balufchel".— Sollefche, Tor: Heim Porckstr. ll: Funltionärverfammlung.— Süden: Heim Borckitr. ll. Zimmer!i:„Guueinschaftserzichung".— Südwesten: Heim Linden. strasse 4: Funktionärperfammlung.— Lindeahnf:„Arbeiterdichtung".— Schöne. Heim ........... W_______,....______________«Die Alkoholfra»«".— Wilmersdorf(Aeltere): Seim Wilhelmsaue 123:„Sowjet. uuion".— Stegliss, R. F.: Heim Flemming- Ecke Paulstnstraße:„Der Berg. bau*— Bali I UNS 17: Sckiule Pgrchimer Allee: LichLtistter:„Durch die Ana» burger Heide".— Neukölln Iii! Heim Ziethenstr. öS:„Adbeiterfugend unter Pickelhaube und wöbel".— Nevlollu II": Heim Schierkestr. 44: Funktionärsthung. -- Neukölln V; Heim Bölimische Str. 1—4: Funktwnärsissung.— NevkSll» VI: Seim Treptower Str 95— 05: Lichtbilder:„Wir wandern durch dt» Lüneburg er Heide".— Neukölln Vit: Kerl-Morr-Säiule:„Fragen zum Sozialismus". Neukölln X,«. F.: Heim Ladnitr. 12—13: Theorie de» modernen So»iglt»mus", 2. Teil.— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5:„Sozialistische Lebensgestalkuna".~ Feiedrichshagen: Heim Friedrichstr. 87: Arbeitsgemeinschaft.— Baumschulen. weg: Heim Ernststr. 15: Heimabend.— Riede rschöneweide: Schule Berliner Wirasse:N:.Lugendschuhforderungen".— Treptow: Heim Elsenstr. 8: Mit» gliederversammlung.— Friedrichsfcld«: Heiin Treskowallee 44:„Kameradschaft— Fre:nudfchoft— Liebe".— Kaulodors: Schule Adolfstr. 25—28: Einführungs. akxtnd.— Neu- Lichtenberg. N. F.: Heim Hauffstrasse: �kagesvolitik".— Reinickendorf. Oft: Heim Lindauer Strasse:.Reichsverfassung". 3 Teil.— Nieder. schönbaufc»(Aeltere): Heim Dlankendurgrr Str. 70:„Werden wir genug bt» zahlt?" Werbe bezirk Westen(Charlottenburger Gruppen): Die Generalprobe des Sprechchors findet am Sonntag. 10 Uhr pünktlich, im Heim Rosinenstrosse statt. Sämtliche Karten müssen heute ebendort abgerechnet werden. Die nicht abg«. rechneten Karten gelten als verkauft. Die Mitglieder des Festkomitees kommen heute im gleiche", o, u, z».«chsurech."!« znfamnwn. Wcrbebezirk Wedding: All« Genossen, die am Sprechchor fllr den 13. April nnd am l. Mai mitwirken, treffen stch 19'»!! Uhr im Bezirksverordnetensthungs. mal, Ledigenheim.— Aelterenaruppe tagt im Heim Eerichtstrosse. Feftfessuaa eures Planes für den Sommer. InUrefsierte Genossen sind eingeladen.— Morgen. 14 Uhr, treffen sich olle Genossen, die zur Flugblattvcrbreitung nach Holn-nneuendorf fahren, am Bahnhof Gesundbrunnen. Rodfahrer ebenfalls.— Sonntag Kursus in Hohcnneucndorf:„Politifäre Erziehung der Jugend". Re- rerent Emil Eteinke. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Gefunddrunnen und Bahnhof Wedding. Fahnen mitbringen. Berbcbrztrk Prenzlauer Berg: Morgen im Heim Danziger Str. 52 ausser» ordentlich wichtige Borsissendcnkonferenz. Erscheine» oller ist Pflicht.— ES®.: Heim Danziger Strasse: 20 Uhr:„Religio» und Schule". Berbebrzirk Teltrwkaual: Morgen Filmabend in der Aula der 3. Gemeinde» iutalt. Tempelhof. Werder. Ecke Frirdrich-Wilhelm-Etrasse. Eintritt free. SSS. Reuklll»: Morgen Treffpunkt zur Fahrt nach Tiefensee Bahnhof Reukölln. ,.Bannh«rr".Kostüm milbrlngen. Allgemeine Wetterlage. Am Donnerstag herrschte im größten Ze'd Deutschlands— cuf der Rückseite eines übex Polen kusindlichen Tiefs— kühles und un- beständiges Wetter mit böigen nordwestlichen Winden. Am kältesten war es in Ostpreußen, wo als Höchsttemperatur nur 5 Grad Celsius beobachtet wurden. Rftlattu warm war es nur in Westdeutschland: dort stieg das Thcrmoittctcr vielstich bis 14 Grad Celsius.— Dos erwähnt« polnische Ticfchluckgebiet zieht jetzt langsam iwch dem Schwarzen Meer zu ab, während sich das über Frankreich legende Hoch longsam ostwärts ausbreitet. Gleichzeitig zeigt kräftiger Druck- fall über England die Annäherung wärnmrer südwestlicher Lust- massen an. Infolge dieser Vorgänge wird der Tran spart kühler nördlicher Luft nach unserem Bezirk aufhören, vielmehr dürsten uns wärmere Winde in den nächsten Tagen wieder milderes Wetter bringen. •k Wetleraussichlev für Berlin: Wieder wärmir, meist wolkig, keine erheblichen Niederschlage, westliche Winde.— Für Deutschland: Nur im Osten des Reiches noch etwas unbeständig, sonst allmähliche Wetterbesserung mit steigenden Temperaturen: in Südwest- und Süddeutschland vorwiegend heit:r. Frühjahrs-Mäntel 125.- 119.- 95.- 85.- 75.- 59- 42.- 89.- Trenchcoats ftr Damen und Herren 60.- 45.- 36.- 25.- 18. Gummi- Mäntel fllr Damen und Herren 36.- 24.- 18.- 13.50 O.Loden-Mäntel für Damen und Herren 45.- 36.- 30.- 24- 18,- Wind jachen '<& für Damm und Herren | 27.- 24.- 18.- 15.- 10.50 6.5« toi,."i--, 8 Lederjacken Farben //; 5�7 Damen und Herren 9L-r 7MM w/M,. w,,...sMM Verlangen% / Sk| kostenlos| 4 den neuen i Frühjahrs- 4 Katalog# � Jfk* Sakko- Anzüge 125.- 115.- KM».- 99.- 75.- 55- 45.- 36.- Sport-Anzttgetteau. 1 Knickerbocker 125.- 112.- 98.- 72.- 55.-| 18.- 15- 12.- 7.59 Lumberjacks 88.- 27.- 24.- 18.- Knaben- Schulanzüge Größe 6 39.- 24.- 18.- 13.- 19.56 Pyjacks 0/3 13.50 10.- 8.- 6.50 3.75 Popelilie- p Oberhemd 1 BAER SOHN BERLIN N 4, CHAUSSEESTRASSE 29-30 UNTERGRUND; STETTINHR BAHNHOF RepuWi).] o Uhr Iphigenie auf TaurL JÄnSffl "' �itodauiB i2B( i rägi.sv.uh, >?? Kaiser v.Amerlka> |pV0" Bernard Shaw/ 2£?i5iiRelnhard,| -"-"Mj-ounui (/«ÄäJ |"glich SV. Uhr/ Professor Bernnarai I SäsKdir Jj�'r.-Vih.r iUm�h, I /Komödienhau»[ I SV. 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NeichSarbeitsminister WisseU envÄert auf Fragen des Vorredners, daß den Trägern der Invo- lidenverficherung all« Beträge zugewiesen seien, die ihnen nach den geseglichen Bestimmungen zukommen. Der Haushalt des Reichsarbeitsminfftenums wird mit den von den Sozialdemokraten beantragten Aendeningeu angenommen, daß die einmaligen Ausgaben für die Arbeils- losenverflchernng um 40 Millionen auf 262,5 Millionen erhöht werden. (Es werden dann auch die Nachträge zu den übrigen Etats w der Ausschußfassung angenoimnen. Darauf folgt die dritte Beratung des Nachtragshaushalts. Zum Reichsinnenministerium polemisiert Wg. Dr. Spahn(Dnat.) gegen die Rede Severings vom Tag« vorher. Di« Bekämpfung des Bolksbegehrens durch die Reichs- regterung und mit Steuergeldern war verfassungswidrig, aber man kann nicht immer por den Staatsgerichtshof gehen— die Regierung hat eben eine Mehrheit, die chr Borgehen billigt. Der Ler- gleich mit den Methoden Bismarcks ist falsch, denn damals hotte die Regierung da. Recht, sich Einfluß auf die Presse zu verschassen, Wenn Eugen Richter dagegen austrat, so beweist das zwar seinen liberalen Doktrinarismus, aber nicht eine Derfasfunaswidrigkest des Verhallens der Regierung. Heut« neigen alle Parteien, sich selbst als die Bolksvertretung anzusehen, das ist eben die Partciwirtschaft seit 1£>1S. Wie kann Herr Severing es mit dem Marxismus vereinbaren. die Reichsregierung als uberparteilich zu bezeichnen; im Preußischen Landtag hat der Unterrichtsmintster Grimme sich aber alz Exponenten einer Machtgruppe, nämlich der Mehrheit, aus- neyeben.(Widerspruch links.) Da die Weimarer Bersassung den Wechsel des Regierungskurses ermöglicht, anders als früher, hat die Regierung nicht das Recht, die Oeffentlichkeit von Staats wegen zu beemstusien. Es entspricht nichr dem Parlamentarismus daß ohne Bewilligung des Reichstags 350 000 zur Bekämpfung des Bolksbegehrens verwendet wurden., Herr Severing hat auch in andere Ressorts übergegrstsen, siehe Reichszentrale für Heimatdienst (Reichskanzleromt), RunMunk(Reichspostministeriuw); mit den Kinos scheint es noch nicht so.zu g-hen, wie man möchte. Warum ist her Reichskanzler nicht hier? Als Mitglied des Beirats der Rgichszernrale für Heimatdienst habe ich nickst den E'ndruS ge- wonnen, daß die Reichskanzlei mit diesem Mißbrauch einverstanden war. Die Bauern wurden bedroht, daß ihr« Beteiligung am Volks- begehren an der Lindwirtschaft gerächt würde. 3m Rundfunk häufen sich bolschewiüische varbleiungen. wie kann man einem Alfred Serr die Glossierung der Tagesereignisse überlassen? Sie(zu den Soz.) haben sich hinter den toten Stresemonn und hinter den Reichspräsidenten gesteckt. Hier im Haus« überlassen Sie es dem Zentrum, Ordnung zu machen, Sie haben keine Initiative. W i r erheben den Anspruch, zu regieren, wenn wir auch innerlich nicht aus dem Boden dieser Verfassung stehen. (Deisall rechts.) Beim Rcichswirtschaftsministerium empfiehlt Abg. Dr. Külz(Dem.) den Antrag, die 400 000 M. für Aus- laiÄspropagonda der Leipziger Meflc wieder einzustellen. Ebenso wie in der zweiten L-esuitg ist bei der Zersplitterung der meisten bürgerlichen Parteien in dieser Frage die Auszählung erforderlich. Sie ergibt die Ablehnung des Antrags mit 190 gc�cn 129 Stimmen bei 4 Enthaltungen. Die einzelnen Etats wercen angenommen, ebenso eine Entschließung auf Einstellung von Misteln für Bahnbauten im Osten in den Hauptctat l930. Zum Haushalts- gesetz(Ermächtigung für Au?!allgaranlie von 50 Millionen Mark zum Aufkauf von Getretd«) fragt Abg. hoernle(Komm.), mit welchem Geld die deutsche Ge- treidehaiedelsgesellschast die 400 000 Tonnen Roggen ausgekauft hat. Hierbei dürsten nach Annahme der Regierung pro Tonne 100 M. verloren gehen, d. h. die Bankengruppe, die dos Geld gegeben hat, erhäst die 400 000 Tonnen Roggen zu einem Spottgeld. Diese Bankengruppe hak schon bei der Schener-Konzern-Sache Millionen Mark Gewinn gemacht. da die Regierung die 126 stehenden 2lltien mit.180 gekaust Hot. Eine Reihe Großmühlen haben ihren Roggen wieder auf den Markt gebrocht und dabei einen großen Schiebergcwinn an der Stlltzungs- aktion der Regierung gemacht. In der Schlußäbstimmung, zu der Dauertlingcln und Nebel- Horn die Mitglieder herbeiholen, werden die Vorlagen angenommim. Es folgt die zweite Beratung de? Schankstättengefetzes. — Redezeit eine Stunde. Abg. Sollmann(Soz.): Der Reichstag hat selten ein Gesetz bearbeitet, das die Phantasie von Millionen Menschen so stark beschäftigte, wie dieses. Dielen Freunden des Alkohols hat es Angstträume verursacht. Das amerikanische Gespenst der Trockenlegung geisterte durch die deutsche Alkoholindustri« und die deutschen Gaststätten. Dabei hat dieses Gesetz mit der Trockenlegung nicht das geringste zu tun. Es bleibt sogar west hinter dem Entwurf vom Jahre 1922 zurück, der das kreis Zo&sIistiscKe Hochschule Sonnnbend, den 29. MSnc, 191/: Uhr, im Plenarsaal des ehern Herrenhauses. Leipziger Str. 3, Vortrag des Genossen Wadlmtr Woyümkyj „Europa und die Welt" Karten zum Preise von y) Pt.(einschl. Qardcrone) sind an folgenden Stellen zu hahen: BOio des Bezirksbildungsausschus-es, Linden-tr 3, 1 Hof links, 2Trep eu; Arbeiterjugend Groß-Berlin. Undens.r. 3, 2 Hot links, 2 Treppen; Buchhandlung J. H. W. Dietz Nacht, Lindenstr. 2; Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wallstr. 65; Deutscher Holzarbeiter-Verband, Am Kfiünischen Park 2 u. Rungestr 30; Verband der graphischen Hilfsarbeiter. RitterstraSe Ecke Luisenufer: Zigarrengeschäft Mörsch, Engelufer 2425; Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucl er, Drelbundstr. 5; Zentralverband der Angestellten, Hedemannstraße 12; Veilagspesellsci-aft des ADGB, Abteilung Sortiment, Inselstr ra; Frauensekietanat der SPD, Lindenstr. 3, 2. Hof links. 2 Treppen; Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahr. Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Trepp.; Geschäftsstell« der»Naturfreunde', Johannisstr. 15. Gemeinde beststnmungsrecht und die Bevorzugung gemeinnütziger Der- ein« bei der Konzefsionserteilung enthielt. Die Sozialdemokratie hat darauf verzichtet, diese Verbesserung jetzt zu beantragen, weil bei dem ablehnenden verhallen aller bürgerlichen Vartelen solche Anträge ganz aussichtslos sind. Das vorliegende Gesetz bestätigt im wesentlichen mir den be- stehenden Rechtszustand, wie er durch das Notgefetz vom Jahre 1923 geschaffen wurde. Die Erteilung einer Konzession wird von dem Nachweis eines Bedürfnisses abhängig gemacht. Was aber ein Bedürfnis ist, wird gerade auf den alkoholischen Gebieten intmer sehr umstrstten sein Wirte und Abstinenten� behaupten überein- stimmend, daß die B�cünnisprüjung ganz willtürlich gehandhabt würde. Darum haben wir versucht, den Begriff des Bedürfnisses durch die sogenannte Relation zu bestimmen; durchschnittlich eine Gaststäste auf 400 Einwohner. Auch darüber ist der größte Un- sinn verbreitet worden. Man behauptete, 110 000 Gaststatten sollten geschlossen werten. In Wirklichkeit waren alle erdenklichen Aus- nahmen für Ausflugsorte, für Kurort«, für Großstädte usw. vor. gesehen. Da die große Mehrheit der bürgerlichen Parteien für die Relation nicht zu haben war, haben wir das Ziel nicht weiter ver. folgt. Wahrscheinlich wird die Ablehnung der Relation zur Folge haben, daß in absehbarer Zeit die Agitation für das Gemeinde- bestimmungsrecht wieder in den Vordergrund tritt. Nach den bis- herigen Beschlüssen unterliegen auch die alkoholfreien Gaststätten dem Bedürsnienachweis. Das widerspricht dem Geist des Gesetzes, das den Alkoholismus eindämmen will. Manche Son'.cssionsbehörden machen der Gründung von alkohol- freien Gaststätten große Schwierigketten, sogar der Errichtung von olkoholsreico Kantinen. Deshalb beantragen wir, die alkoholfreien Gaststätten von dem Bedürsnisnachwei» auszunehmen. Den Alkoholgewerben, die mst dem Gesetz sehr unzufrieden sind, sagen wir, daß es in Deutschland 390 000 registrierte Trunksüchtige gibt. Die Trinkerfürsorge einer einzigen Industriestadt, Bochum, betreut 2252 Trinker. An solchen Zuständen, die auch eine starte Wohlfahrtsbelastung in sich schließen, kann tie Gesetzgebung nicht achtlos vorübergehen. Dieser Erkenntnis dürfen sich auch die Zllkoholgewerbe und die Wirte nicht verschließen. Den scharfen Kritikern aus der Alkoholgegnerbewegung ist zu sagen, daß der Reichstag nicht durch Gesetze allgemeine Mäßigtest oder gar Nüchternheit erzwingen kann. Auch als Abstinem würde ich niemals eine Gesetzgebung verantworten, die gegen tzen Widerstand der all- gemeinen Volkssiitcn nicht durchzuführen ist. Wenn einmal im Deutschen Reichstag statt einem Dutzend Alkahosgegnern 100 oder 200.sttzen, wird die Gesetzgebung gewiß anders aussehen, aber dann wird sie auch von einer anderen Bolksstimmung una von an. eren Dolkesitten getrogen werden. Im Ausschluß ist auch van unseren politischen Gegnern anerkannt worden, daß die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie viel zur Eindämmung der Alkoholswt getan haben. In dieser Arbeit werden wir fortfahren. Das Wichtigste bleibt die Hebung der gesamten materiellen, geistigen und sittlichen Lebenshaltung der Massen. Wenn behauptet wird, wir diskredi- tieren durch Gesetzesbestimmungen, die ein Branntweinoerbot an Lohntagen und eine Unterbindung des Branntweinausschanks auf Kretit herbeiführen wollen, die deutsche Arbeiterklasse, so ist das falsch gesehen. Wir handeln nur sozialistisch. Sozialistisches Kultur- gefühl ist nicht denkbor, ohne Solidarität. Wir fühlen uns auch mit den Klaffengenossen verbunden, die zu schwach sind, selbst den Der- fuchungen unserer Trinksitten zu widerstehen, und diesen Opfern und ihren Frauen und Kindern wollen wir helfen, sowelr es möglich ist. Als dem preußischen Innenminister Severing einmal von Wirten die Verlängerung der Volizeistunde nahegele. wurde. lehnte er es ob mit der prächtigen Begründung:,.an ich durch meine Maßnahme nur einen meiner klassenaenossen von der Trunksucht bewahre, bln ich zufrieden." Das war das Wort eines.echten Sozialisten. Aus diesem Geiste betrachten wir auch dies Gesetz, so unvollkommen es noch ist. Aus der Derantwortung für die Opfer des Alkoholismus orbesten wir an der Lösung der Alkoholfragc mit als einem wichtigen Test« gebiet sozialer Kulturpolitik und sozialistischen Ausbauwillens.(Bei- fall links und in der Mitte.) Ada. Dr. Mumm(Ehr.-Soz.) tritt für dos Gesetz und seine schleunig« Erlediguna ein. Die Alkobolausgaben im Reich steigen andauernd. Das müsien mir bekämpfen, auch im Interesse einer Revisionsmöglichtest des Aoung-Plans. Gegen die Meinung der meisten Polizeipräsidenten hat der sozialdemokratische preußische Innenminister die Sperrstunde auf 5 Uhr morgens hinausgeschoben. Denken Sie an die Berhärmten Frauen!(Rufe Ler Kommunisten: Denken Sie bei den Zöllen daran!) Abg. hampe(Dnat.): Ein« eigentliche Gefahr des Alkohol. mißbrauchs besteht in Deutschland nicht. Wo der Bierverbrauch ansteigt, ist starker Wein- und Schnapsoerbrauch nicht Vorhände iL Wünscht man ein« weitere Verminderung des Wkoholverbraüchs, so muß man bei den Gästen einsetzen, und nicht beim Gastwfrt. Di« Gast« können aber durch durch Erziehung, nicht durch Zwang aus- geklärt und geschützt werden. D>r Verbrauch alkoholfreier Getränke stciat fortwahrend. Der Gastwirt paßt sich den Wünschen seiner Gäste an. Es ist falsch, einen höchst angeschenen Stand durch Be- stimmunger. zu bedrücken, die nur als Sondergesetzgebung aufgefaßt werden können. Gegen 19 Uhr wir� die Westerberatung auf heute, Freitag, 15 Uhr, vertagt.__ Aus ver Partei. Karl Korn, dem Fünfundsechziger. Ein Freund und Führer der Jugend,«in froher Mensch her Arbeit vollendet Genosse Karl Korn heute das 65 Lchensjahr. Seit 1909 wirkt er als Redakteur des Monatsdlattes der sozialistischen Slrbeiterjugend, mit den immer neuen Schichten dieser Bewegung aufs engste geistig verbunden. So hat er das Wachstum der Jugend- arganisation von ihren Ansängen mit erlebt, sie miigeleitet und ihr zahlreiche fruchtbare Slnreguvgen gegeben. Außer den unzähligen Aussätzen, die«r für und über die sozialistisch« Jugend veröffentiichte, hat er auch noch eine Reihe von vielgelesenen Büchern veröffentlicht, die sich mit dem Iugendproblem und der sozialistischen Idee in der Jugendbewegung befassen, vor allem die Geschichte der Arbeiter- jugendbewezung und eine zusammenfassend« Darstellung der bürger- lichen Jugendbewegung. Aber in der Tätigkeit für die Jugend, der der innerlich-froh« Pfälzer jetzt mehr als zwanzig Jahre gewidmet hat, erschöpfte sich seine Arbeit nicht. Bevor er 1909 nach Berlin berufen wurde, war er schon 13 Jahre lang Redakteur an unserem Kieler Parteiblatt „Schleswig-Holsteinische Voltszeitung" gewesen. In der großen sozialdemokratischen Kulturarbeit hat er durch Jahrzehnte aufs eifrigste mitgewirkt. Zur Vollendung seines 65. Jahres gelten ihm deshalb die Glückwüiffche aller, für die er geschafft Hot. der Alten wie der Jungen in der Parte!. machen Sie sich Heine Gedanken selbst mit bescheidenen Mitteln werden Sie im Frühjahr u. im Sommer elegant und flott angezogen"sein! In altbekannter Zuverlässigkeit sorgt dafür das Haus der hohen Qualitäten und niedrigen Preise Gabardine-Mäntel Fruhiahrs- Mantel Trenchcoats blau und farbig yon M 48.- bis M 1 25. als Ulster oder Raglan von M 39.- bis Ml 55.- der unverwüstliche Mantel von M 25- bis M 65.- Sacco- Anzüge in prachtvollen Oessins von M35.- blsMUO- �MWWW»«lIIIMl«l«MM»lMMi»MlMMlMNIWMMl!I!l!!I!lMlI!!!l!M!!ri!!ss.MM«l!WßI>M!MWMWI«WlM>AUI>IIiMtIWWMil!MIilMi!MIliil!iMi!IM>IiIW!Ili!!llIli� öeriraudtentiraffe 8-Q An der Pcirikircha SdrahUramf Qualltäts-ArÄote?u 590 Schnürschuhe 790 1 Kinder, braun Kalbleder, mod. komb. M. 8,90, Mk.# Sandaletten �90 modern, pr. Qualität, In neuen Modefarben.. Mk.%# Damen Pumps 090 u. Spangenschuhe m. LXV. Absatz, entzück. 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Während feinermehriähttaen Tätig. feit in unserem Betriebe erward sich der Berftorden« wfoioe feine» stet» freund. ichen, lebeitsfrohen Wesen» die BereHtung und Freundschaft seiner Mtiarbetier. Eleta werden wir seiner gedenken. Berlin, den 27. März 1030. fiGichiltsisttunii und Personal 06,. uoruilru• ßucr.druckeref. Beerdigung: Sonnabend, 29 März. 15 Uhr, auf dem neuen Friedhof in Hopvegarten. Fahroerbtodg.: 13» Uhr ab Schief. Bahnhot HltSSSMk. erhalten Sie ein Eigenheim b s 10 000,— usw. Monatsr. v. 10.— an RypoMogiUS"�!. auch auf Altbesltz. Geschäfts-u-Znähs Vortrag: Sonntag 30 März, II ehr. in Hohenschönhausen „Wlihelmsberg' H- Schönhausener S tahe 58 ftyolKilll-iilddSUIldialt «raourj, Hain Blcidm IS Vertreter gesucht! ir ueMiiKiDisari]? Berlin ScbutiaiMirate 37/38. Herrenmaßschneider! Sonntag, den 30. ZNSrz. vormittags 10 Uhr; Mitgliederversammlung im Gewerkschaslshaus, Engelufer 24 25. Tagesordnung: Streikbeschluß. Mitgliedsausweis legitimiert Erscheinen aller ÄoHegen ift Pflicht. Die Brenchcnkomni Ission. Plötzlich und unerwartet entriß der unerbitt- UencTöd aus dem Kreise seines Schaffens und Strebens meinen inniggcllcbtei. herzensguten Mann, unseren lieben, guten Vater u. Schwieger- v e Max Rublack im 53. Lebenslahr. Dieses zeigen tiefbetrübt an EUbcth Rablack, geb. Clan*. Kurt Rob eck u, Frau Imgard, Berlin-Priedrichshagen. geb. Fleger. Klutstr. 8, den 25. März 1930. ... Einäscherung Montag. 31. März, nachmittags t'.r Uhr. im Kiematoriutn Baumschulenweg. Kranzspenden dankend vetbeten. Aiu Dienstag, dem 25. März, verstarb nach langem schweren Leiden, im vollendeten 62. Lebensjahre, der Ehrenpräsident der internationalen Artistenloge Herr Max Berol-Konorah Dero treuen dahingeschiedenen Führer der Artistenschaft bat unsere Organisation, die er melir als 25 Jahre leitete. und die gesamte Artistonsohaft soviel zu verdanken, daß Worte nicht ausreichen, um iltm für die durch ihn erreichten Errungenschaften tu danken. Sein Andenken wird in unseren Herzen für immer treu bewahrt sein. Internationale Artistenloge E. V. Berlin, den 26. März 1S30. Die Bestattung findet am Sonnabend, dem 20. Marz, nachmittags 2 Uhr. auf dem 3. Pankower Getueindofriedhof, Bahnhofstraßo(Schönholier Heide), statt. Sretfdg 28. März 1930 Unterhaltung unü Missen Beilage des Vorwärts SlXe: Vorfrühling in Salzburg Äuf dem Westbahichof In Wien fing es an. ungeachet des Ge- ruches von Kohle, Siaud und Gas. Etwas kam über die Dikl, er, da» zu sagen schien: Recht so, daß du die Stadt fliehst, ich werde es dir lohnen. Als der Zug aus der Halle rollt«, verstand ich die Verheißung. Das italienische Blau war über die Alpen gekommen. Was für eine Fahrt entlang der Donau! Kein Grün fing dieses Blau auf, um es zu binden. Nicht von unten her begann der Frühling heuer. fetzt« nicht einem grauen Himmel trotzig die eigene Kraft entgegen. Der Frühling begann von oben. Die Kulisse war eher da als das Schauspiel. II. Nur zwei Farben gab es, das Blau oben und das Braun unten. Sie lagen unoermittelt übereinander, ohne sich zu durchdringen. Die Florentiner und Dürer mallen so, eben hatte ich mich in Wien da- von überzeugen können, angesichts Tizians und Rubens', der ge- borenen Maler. Wenn der Frühling in vollem Gang ist. arbeitet er wie diese Musiker der Farbe, die Tön« fluten durcheinander, sind ein einziger Dust und Dunst. Aber auch die unrassiniert« Farbenfreude Dürers ist stark—, auch der Vorfrühling mit seinen zwei Farben ist schön. III. Im Mai wird Salzburg in eine Ueppigkeit gebellet sein, die kein« Uebersicht mehr erlaubt. Dann rauscht die Sinfonie des Barocks, das auch in seiner Natur ist, betörend ab. Dem Zufall, daß ich Salzburg im Vorfrühling erlebte, im bedeutungslosen Schatten der noch dürren Aeste, verdanke ich. was ebenfalls Besitz und Liebe ist, die innig« Kemnnis seiner Struktur. Die musikali- schen Weschi haben auch ein Gerüst. Es gibt kaum eine andere Stadt, die so reich an Blicken auf sich selbst ist. Sie greift um ihre Hügel wie um schöpferische Hinder-. nisse. Ein Seestern ruht in einem Kessel. Im Kessel liegen vier, fünf Blöcke, gering« Findlinge im Vergleich zu seinen fernen Wän- den. deren Eis m der Sonne blinkt, aber groß gemig, um Wälder, Kirchengüter. Festen zu tragen. IV. Ich ging am ersten Morgen flußaufwärts zur Stadt hinaus. Als ich mich umwandte, erblickte ich Hohensalzburg. wie in Jahr- Hunderten stärkerer Ergrifsenhell der Wanderer es erblickt haben mag: einen Gral in der Luft, kalkweiß, kalkgrau. mit Bastionen, Rundtürmen. Dochhauben und Scharten—, trotz dieser kriegerischen Attribute seltsam heilig, ein Phantom, das über der Ebene schwebte. Wo immer ich«ine dieser Gralsbauten auf dem Berg erblickt Hab«, war mir. als sei ich in früheren Existenzen des gleichen Weges gefahren, und fühlte eine Beklommenheit, die einer Erinnerung entsprang. Der Weg flußaufwärts ist zugleich der zum Schloß Hellbrunn. Di« Heckengöng« sind noch nicht mik LnJd geklllll, die Wasserkünste spielen noch nicht. Ein Märzhas« läuft zwischen Beeten, die noch schwarz sind, in der hellen Lust hängen kleine trunkene Lerchen. Auf dem Rückweg schwebt wieder Hohensalzburg vor mir, ein« Stund« lang, Die Illusion ist so vollkommen, daß ich mich ip einen mittelalterlichen Menschen verwandele. Das Wasser gurgell, das ist der einzig« Laut. Ich weiß, wenn ich in die Stadt komme, ist der Zauber gebrochen, tötet der Berkehr die Still«. V. Der Verkehr ist dos Schicksal, der Staub sein Symbol. Heute teilen alle Städte das gleiche Los, vergast vom Auto, vergewolligt vom Lärm zu sän. In den Läden hängen die alten Stiche. Schaut man sie an, ist man in eine Geschlossenheit oersetzt, die es nicht mchr gibt. Früher, wenn die Dächer unter dem Spaziergänger lagen, roch er den profanen Rauch aus den abendlichen Kaminen und den heili- gen aus den Kirchen. Heute folgt ihm in einer Stadt, die keine zehnton Stockwerke kennt, das Benzin bis m den Schlaf. Je aller die Stadt ist. desto schwerer fällt es mir, mich mit diesem Gegensatz abzufinden. War ich eine Stunde im Residenz- garten, ein«» in den Buchengängen des Kapuzinerbergs, so möchte ich, zurückkehrend, auch die Gassen und Menschen finden, die ihrer Ruhe emsprechen. Nutzloser Wunsch, man muß sich in romantische und modern« Empfindungen zu teilen wissen. Vl. Wer die Festung nn Inneren besichtigt hat, wird nicht mchr vom Gral reden. Eine ungeheure Weitläufigkeit von Ställen, Wacht- stuben, Innenhöfen, Folterkammern, hallend vom Geschrei der Sol- dateska, war sie. Auf dem höchsten Punkt zusammengedrängt ein paar Prunkgemächer sür den Fall, daß der kriegerische Kirchenfürst in seiner Feste zu weilen wünscht«. Sie war uneinnehmbar. Nie sah ich solche Wände. Man suhlt noch den Triumph der Erbauer, für die Ewigkeit gemauert zu haben. Eines Tages, ohne daß an der Feste etwas geschah, war sie ein Ding, in das man ein Restaurant setzte, neben die Steinkugeln, die zu einem Haufen zusammengelegt wurden. Es erledigt sich alles von selbst. VII. Wer liest noch die laieim'schen Plaketten, auf denen sich die Bauherren ihrer Toten rühmten? Wer ke»mt die pompösen Wappen» Ich sitze auf einer Bank am Ilfer und lasse den Blick über die Wohn- Häuser drüben schweifen. Der Kies im Fluß und das grüngoldene Wasser passen zu llirer Farbe, die zwischen gelb, rosa und braun liegt Dachlos reihen sich die Kuben aneinander, die Firstlinie läuft geradedurch. Ich finde sie schöner als die Iesuitensossaden der Kirchen, deren ich überdrüssig bin. Seitdem ich türkische�Frledhöse sah, habe ich einen gleich starken Eindruck erst wieder in Salzburg gehabt. Nicht auf dem Montmartre In Paris und nicht auf dem Campo Santo in Mailand, diesen Bourgeoisschauerllchkeiten, sondern auf dem Sankt-Peter-Kirchhos in Salzburg. Eingezwängt zwischen die Wand des Festungsbe�ges und die Mauer, die das Kirchengrundstück von der Gass« trennt, liegt er an der ällesten Stelle dieser Stadt. Man sühll das mit dem topographischen Instinkt, der sich einsteM, wenn man«in paar Tage durch eine menschlich« Siedlung streift«. Ich habe es immer so geHallen, daß ich in einer fremden Stadt erst nachträglich den Reiseführer nachlas. Inzwischen hatte mich da» Gefühl zehnmal an die Stelle geführt, wo Katakomben im Fels lagen, Generationen in der ersten geweihten Erde zu Staub wurdest Der Raum muß schon um die Ze-it der Iahrtnusendwende jm eng gewesen sein. Man bellete Jahrhundert aus Jahrhundert. Zuletzt behaupteten ihn die Bürgergeschlechter aus den Zellen nach der Re. formation, sie nisteten sich in den Familienkapellen«in. Die Kapel- len wurden zu klein, man ließ die Grobsteine nicht mehr in de» Boden, sondern stellte sie nebeneinander auf die Platt«. Sie stehen wie Stühle in einem zu engen Zimmer. Im Schatten und in der Feuchte der Felsenwand modern die Gebeine auf einem hundertfach überzeichneten Stück Erde. Di« Situatton ist unentschieden—, man kann nicht an sie rühren, ohne den ganzen Friedhof einzuebnen. Daher dieser so türkische Eindruck auf einer christlichen Begräbnisstätte. 3(111*1 m.Biauiimann: Schouflellerbörfe Artisten unter sich. Kein« hundert Schritte nordöstlich vom Alexanderplatz an einer Ecke eine Kneipe, die sich innen und außen in nichts von den zahl- losen anderen Budiken dieses Viertels unterl'cheidet. Nur an zwei Tagen in der Woche, am Donnerstag und Frei- tag. bekommt sie Besuch, wie kein anderes Bierlokal Berlins ihn je in solcher Masse und Originalität aufzuweisen hat. Es sind Artisten, die sich hier treffen, nicht jene, die heute in London und morgen in Paris oder Wien ihre Nummern arbeilen. dies« Stars der internationalen Bühnen kommen nicht hierher, nein. es find deren kleinere Kollegen, dl« von den Berliner Rummelplätzen hier zweimal wöchentlich zusammenkommen, um zu hören, was es neues, wo es Arbeit für sie gibt, für einen Kunstschützen. für eine Dame ohne Unterleib, für«inen Ringkämpfer. Solche Artisten sind «g,«in buntes Gemisch von Frauen und Männern, viele unter ihnen sind noch in jugendlichstem Aller. Ihr„Boß*', der Ehef der Schaustellerbörse, sitzt an diesen beiden Tagen in einem düstexen Hinterzimmer Oer Kneip« und nimmt imt Hilfe einer Mitglwdertist« die Parade über sein« Schar ab, in der es manche gibt, die früher mal wer waren, aber Unfall, ein blöder Schicksalshieb oder das Wer hat sie mm an die freudlose, licht- arme Peripherie arttstischen Kunstbetriebes geworfen, wo in schlechten Zeiten schon ein Zweimarkengagement etwas bedeutet. Da ist zum Beispiel«in Ringer, ehemals ein bekannter Kämpfer, mtt einem amputierten Arm, kann der sich noch aus- suchen, was er will? Nein, er wird nehmen, was fein Ehef ihm vuschicM an Gelegenheitsarbeit auf einem Platz im Süden oder Heute war mal eine klein« Sensation, die Leben in die Bude brachte Von Sarrosani war ein Direktor da. mit welcher Absicht und �welchem Erfolg, erfährt man nicht, denn es geht alles sehr heimlich zu. es wird viel von Ohr zu Ohr gewschell und in den Ecken geflüstert, wohl weniger der Fremden wegen, von denen ja auch immer einige hier sitzen, als vielmehr der eigenen Zunit- genoisen wegen, die verflucht scharfe Ohren haben, und es gibt doch nicht wahr so manche stille Beziehung, so inonchen Schleich. weg. Trick und Kniff eigenster Prägung, die geheimzuhalten sind, Dinge, die zum artistischen Geschäft gehören, macht man leise ab. soll die Sensation, auf die allein es ankommt, nicht vorher schon verpuffen. ,«« Gruppe vm Vier» hockt da zußswnen, ein» junge blonde Frau ist dabei. Der«ine von ihnen, ein geweckter Junge mit intellige, stein Gesicht, setzt scharf gestikulierend seinen Kollegen etwas auseinander. Es handell sich um einen Trip nach Afrika, nach Ti'nis oder Algier. Es gibt dort auch Rummelplätze und Schausteller, Artisten sieht man überoll gerne. Berlin ist für ihn nur Station, nur Sprungbrett für außereuropäische Route. Solche machen sich! Sie bleiben hier nicht kleben bei der Linsensuppe für 40 Pf., wie jener Alte da drüben am Tisch, der mit dem schütteren Bart. nicht bei der Linsensuppe und nicht bei Seppl, dem Ober, der diesem Zllten gönnerhaft und von oben herab zum 20-Pfennig-Kaffee die «ine bestellte 4-Pf«nnig.Zigo rette überbringt. Solche wollen auch mal anständig dinieren und von einem Ober bedient sein, bei dem sie nicht mll 1,80 M. in der Kreide stehen. Laut geht es am Nebentifch zu. Da sitzen zwei Männer und zwei Frauen. All« sprechen sie den sächsisch-böhmischen Dialekt. Die Männer haben schon einige durch Korn gewürzt« Mollen hinter sich, die Frauen sitzen immer noch an ihrem ersten kleinen Malz- bier und essen die mitgebrachten Brötchen dazu. Plötzlich springt der eine von ihnen, et» großer, schwerer Junge mtt schwarzer Löwenmähne, wie gestochen auf, fährt einem eben Hereinkommenden mit allen zehn Krallen an den Mantelkragen, Holl mit der Rechten weit aus, setzt zum Schlag an, stoppt dann aber ab. und brüllt den Mann da mit Lodenmantel und Melone on:„Du, hör mal, wenn du noch elmnal meine Frau solche Sachen sagst, dann kleb ich dir eine, daß du zum Fenster rausfliegst, ver- stehst du!" Der Angcgnsieiie besänftigt, stellt richtigt, sie gehen beide zu dem Tisch des Schwarzhaarigen zurück, und nach und noch klärt sich die Sache auch für llubeteiligte. Der Lodenmantelmann hat die beiden, den Schwarzhaarigen und dessen Frau, vorige Woche beschäftigt. Nach der Nummer hatte das Ehepaar im Saal mit dem Teller zu sammeln, dabei soll die Frau ein schmutziges Trikot angehabt haben, das hat der Schausteller gerügt, in patziger Art, wie der Schwarzhaarige immer wieder brüllend behauptet. „Meine Frau trägt keine dreckigen Sachen", schreit er.„lind wir haben sogar im Saal 8 Mark 40 und im CafS 6 Mark, genau 6 Mark und 70 gesannnelt, stimmt das, oder stimmt das nicht?" heult er dem anderen ins Gesicht. Mit Ach und Krach kommt es schließlich zu einer Aussöhnung. Und all« fünf begrüßen emphatisch«ine Dame, die eben Heroin. tritt, eine Dam« von kolossalem Umfang,«ine Athletin. Sie setzt sich mtt zwei anderen zusammen und tuschelt mtt ihnen; sie sitzt, bei Sott, auf zwei Stichs so dick ist sie. Ihr zur Linken hockt auf dem Boden eine massige Bulldogge, das Schaustück ihres bc- nachbarten Kollegen, die sie während des Geheimdisputes innig streichelt. Ueberhaupt, die Damen, die Akteurinnen der„Geheimnisse des Harems", die Darstellerinnen der in den Bretterbuden und Lein- roandzellen gespielten„Drietitalischeu Sitten und Gebräuche", die haben es an sich! Es gibt deren mehrere hier.-Zln Größe und Umfang wetteifern sie miteinander, und eine sucht die andere durch exotische Aufmachung, durch pompöse Ohrringe, knallig blitzende Ringe und massive?lrmreifen zu übertreffen, die Männlichkeit, zu- fälligerweise oft nur aus unglückseligen Vertretern bestehend, sitzt dann klein und verschüchtert in ihrem Schatten, denn nicht immer sind stiernackig« Herkulesse, in Muskeln schwellende Preisboxer als Tischgenossen zugegen, oft sitzen diese wohlbeleibten Damen zum Preise ihrer eigenen imponierenden Gestait mit ausgemergelten Fakiren oder käsigbleichen Liliputanern zusammen. Ach, sie gehören ja doch alle zusammen. Und allzubest geht es keinem von ihnen jetzt im Winter. Biete stempeln. Bis zum Früh- llng, dann kam man wieder hinaus, nach Stettin oder Breslau und Danzig, nach Westfalen oder ins Rheinland, auf alle Rummel- Plätze Deutschlands, und vielleicht gar ins Ausland, wenn man Glück hat, wie jener Afrikaner von vorhin. Aber noch müssen einige sogar in der„Palme" schlafen, im Asyl. Aber sonst... Hier sind sie ja zu Hanse, ganz unter sich, Und kein anderer, fein Zunftsremder, der sich durch Kleidung und Aussehen als ein im bürgerlichen Erwerbsleben Tätiger erkennbar macht, darf sich hier mausig machen, er ist ein unkünstlerisches Element, das man am besten gar nicht beachtet. Gefahr und Terhütung der Trithiuofe Die Trichinose, die in Stuttgart bereits mehrere Menschen- leben gefordert hat, ist ein« Krankheit, die nur durch den Genuß ron Schweinefleisch oder Bärensleisch hervorgerufen werden kann. Bisher galt allgemein das Schwein als das einzige trichinenhaltiga Tier, das von Menschen gegessen wird. Außer den Schweinen und den Bären werden noch Hunde, Katzen, Mäuse und vor allen D!n- gen Ratten von Trichinen befallen. Die Trichinose ist zuerst in? Jahre 183S von Owen beschrieben worden, ist also ungefähr 100 Jahre in der Wissenschast bekannt. Berüchtigt sind die Massen- erkrankungen, die!n den sechziger Jahren 0«s vorigen Jahrhun- derts in Deutschland auftraten und zahlreich« Opfer forderten. In- zwischen ist die Ursache der Krankheit genau erforscht worden, und man hat aus dies« Weis« die Möglichkeit gewonnen, ihre Entstehung zu verhüten. Die Trichinen, die 1,5 bis 2 Millimeter(Männchen) und 2A bis 4 Millimeter(Weibchen) long sind, leben im Dünn- dann und gebären ungefähr 1S00 Junge, die noch Durchbruch der Dannwand in die Leibeshöhle, Blut- und Lymphgefäße und auf diesem Wege in die Muskeln gelangen, wo sie sich in einer langsam sich verkalkenden Kapsel einschließen. Aus diese Weise sind sie bis zu 20 Iahren lebensfähig. Sobald der Mensch trichinenhalttges Schweinefleisch genießt, werden die Kolkkapseln durch den Magensaft des Menschen ausgelöst, und aus. diese Weise geiaygen die lebensfäch'gen Trichinen m de» Menschlichen Darm. Nach ungefähr S bis 7 Tagen erzeugen sie zahllose Trichinen, die die ei göttlichen Urheber der Krankhett der Menschen sind. Sie durchbohren die Darmwand und kommen auf dem Weg« über die Blut- und Lymph- gesäße in die Muskeln des Menschen. Der Verlauf der Krankheit ist verschiedenartig. Entweder ist er langsam und schleichend oder er geht in stürmischer, choleraähnlicher Weise vor sich. Es wurde festgestellt, daß die Sterblichkeit bei Trichinose 30 Prozent betrögt. Leider gibt es noch keinerlei Mittel, um auf die wandernden und die Muskeln verheerenden Trichinen einzuwirken, so daß der Mensch diesen furchtbaren Parasiten gegenüber hilflos wäre, wenn er nicht ein Mittel gefunden hätte, ihn vor dem Genuß des trichinenhaltigcn Fleisches unwirksam zu machen. Es wurde nämlich festgestellt, daß das Schweinefleisch bei geeigneter Behandlung mit starkem Kochen und Braten seine Gefährlichkett verliert. Ein anderes sicher wirkendes Mittel bietet die Wissenschaft. Durch mikroskopisch« Untersuchung der Hals-, Kehlkopf-, Kieser-, Augen- und Zwerchsellnmskeln kann man genau feststellen, ob ein geschlachtetes Schwein trichmenhaltig ist oder nicht. Wenn die Untersuchung bei den zahlreichen Präparaten keinerlei Trichinen zutage fördert, dann darf man mit größter Wahrscheinlichkeil annehmen. daß das Fleisch von Trichinen frei ist. Die mikroskopische Untersuchung der Schweine ist bei uns gesetzlich vorgeschrieben, und das Unterlassen wird schwer bestrast. Unter Umständen ist sogar bei Todesfall durch Trichinose Anklage wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung vorgesehen. Dadurch ist bei uns die Trichi- nose stark zurückgegangen. Im Krieg« trat sie häufiger auf. da bei den berüchtigten Schwarzschlachtungen die mikroskopische Unter- suchuttg unterblieb. In friedlichen Zeiten aber ist es kaum mög- sich daß geschlachtete Tiere der Untersuchung entzogen werden. Bei der großen Gefährlichkeit, die die Trichinen haben, ist es aber stets ratsam. Fleisch von Schweinen nur in gut gekochtem oder gebratenem Zustande zu genießen.___ Seit wann werden die Häuser in den Städten numeriert? Uns erscheint es als eine Selbstverständlichkeit, daß die Häuser in den Stähten mtt Nummern versehen sind. So wie die großen Häusermeer« heute angewachsen sind, wäre ein Zurechtfinden in ihnen gar nicht möglich ohne dieses Hilfsmittel. Die Sitte, die Häuser zu numerieren, ist aber noch gar nicht alt. Ihr Ursprung siegt nämlich in der großen Französischen Devolution, und damals waren es noch nicht oerkehrs»chnische Erwägungen, die zu dieser Neuerung führten, sondern die damaligen Befehlshaber fingen an, die Häuser zu numerieren, um die Sleuerverteiliing besser durch- führen zu können. Man verfolgte aber dabei noch ein anderes Prinzip; nmn ging nämlich von einem Punkt der Stadt aus und führte die Nummern durch alle Straßen und Bezirke durch, in die die Stadt eingeteilt war. Erst als die Zahlen zu hoch wurden, entschloß man sich, jede Straße mit besonderen Nummern Su versehen. Farbänderung bei Edelsteinen. Manche Edelsteine verlieren ihre Farbe, wenn sie längere Zett dem Tageslicht ausgesetzt werden. Ein Rubin, der zwei Jahre m einem Schausenster gelegen hatte, war viel heller als ein ehedem gleichfarbiger Stein, der in, Dunkeln aufbewahrt worden war. Aehnliche Veränderungen hat man an Smaragden und Saphiren, vor allem aber an Türkisen beobachtet. Halbedelsteine wie Topas und Glanaten entfärben sich nach schneller. Im Gegensatz dazu l)altei, sich echte Perlen am besten, wenn sie dem Tageslicht ausgesetzt werden, und verlieren leicht ihren Glan;, wenn sie länger« Zeit im Dunkeln liegen. Auch Elfenbein ver- gilbt im Dunkesn rascher als bei Tageslicht. Durch da» Erdbeben von Lissabon am U. November 1755 wurde ein Drtttet der Erdoberfläche erschüttert,.. � ■ Wurstwaren WM DampJ-od. Sülzwurst pfd. 98pt. Speckwursl.............. Pfd. 1,10 Hausmadierleberwursl wd. 1, 1 0 Knoblauchwurst....... Pfd. 1,15 Fetter Speck........... Pfd. 1,05 Jagdwurst............... Pfd. 1,2 Mettwurst nchBmmstbw. Art PM. 1,35 Feine Leberwurst..... Pfd. 1.45 Schinkenpolnische....Pfd. 1,45 Zervelat oder Salami Pfd. 1,65 [ Teewurst................ Pfd. 1,75 ( Zervelatwurst im FitMuin. Pfd. 1,88 Schinkenspeck......... Pfd. 1,88 Verkauf soweit Vorrat— Monseaabtjabo vorbehaitaa Obst und GgmUs* bltlba* van Tarsand aasgasahloasan! Preis« nur Prelteg und Sonnabend. 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Drei Haupt- clemente kennzeichnen die Arbeit und vor allen Dingen auch die Ausdehnungstcndenzen der Preußischen Elektrizitäts A.-G.: die Arbeit für die der wirtschaftlichen Entwicklung entsprechende Ausdehnung der eigenen Krafterzeugung und des eigenen direkten Strömverkaufs, zweitens eine immer stärkere Einflußnahme aus die Verteilungs- und Perlaufsorganisationen des preußischen Ver- sorgungsgebiets und drittens die stärkstmöglichstc Initiative zur Rationalisierung der deutschen Elektrizitäts Wirtschaft überhaupt, soweit Preußen dazu beitragen kann. Das Jahr 1929 ist besonders gekennzeichnet durch die in der zweiten Aufgabe des Preußen- ElektrotrustS' angelegte interne Expansion zur engeren Verbindung der letzten Verbraucher mit dem Stromerzeuger, die auf lange Sicht die Ausschaltung aller über- flüssigen Kosten und die Vcrbilligung der Tarife erstrebt. Dieser Hauptaufgabe diente im vergangenen Jahre auch die Kapitalerhöhung von 89 auf 125 Millionen Mark und die Grün- dung größerer Vcrtcilergesellschaften dutrch Zau- fammenfossung kleinerer kommunaler Gruppen im eigenen Gebiet. So wurde aus zwei Verteilergesellschaften die Schleswig-Holsteinische Stromversorgungs A.-G.-Rendsburg und aus drei Gesellschaften die Hannover-Braunschwcigische Stromversorgungs A.-G. gegründet, wobei Preußen 74 Proz. Beteiligung übernahm und die neuen Ge- sellschaften ihrerseits an der Preußcn-Elsktra beteiligt wurden. Mit 59 Proz. beteiligte sich der Prcußen-Elektrotnist an der neuen Weser-Ems Stromversorgungs A.-G. und der Nienburger Strom- verjorgungs A.-G.; mit 26 Proz erfolgte eine Beteiligung an der Elektrizitäts A.-G. Mitteldeutschland in Kassel. In allen diesen Fällen war die interne Rationalisierung vom Stromerzeuger b i s zur Lampe das Ziel; ebenso wurden die aufgenommenen bzw. umgestellten Verteiler bzw. Erzeugcrgesellschaften ihrersests am Kapital des Prcußentrusts beteiligt. Im Süden des Gebiets erfolgte durch Verträge mit der Stadt Frankfurt und. dem Staat Hessen(Erwerb der Gewerkschaft Friedrich in Hungen und der Braunkohlen-Schwelkraftwerk- Hessen-Frankfurt A.-G. in Wölfersheim) eine Abrundung sowohl der Eigencrzeugung als auch des Stromoerkaufs, die auf lange Sicht wahrscheinlich von großem Borteil sein wird. Das 1927 beschlossene Ncubauprogramm sührtc im vergangenen Jahr« beim Kraftwerk Am 24. März wurden in Genf nach fast sechswöchiger Dauer die Verhandlungen über den sogenannten Zollfrieden beendet. 27 europäische Staaten, drei überseeische und sechs beobachtende Regiermrgen haben zu dem Handelsabkommen(Convention Commerdole) zusammengewirkt, das der Öesfentlichkeit jetzt bekanntgegeben worden ist. Elf europäische Staaten haben das 21b- kommen gezeichnet. Endgültige Rechtskraft erhält das Abkommen erst mit der Ratifikation durch Parlamente und Regierungen. Der Irchalt des Abkommens der elf europäischen Konventionsstaaten, zu denen England, Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Schweiz. Holland, Dänemark und Portugal gehören, läßt sich kurz folgendermaßen umreißen: Die zwischen den unterzeichnenden' Staaten bestehenden Verträge werden zunächst bis zum 1. Aprll 1931 mit der Maßnahme ver- längert, daß die Zollpositionen grundsätzlich unverändert bleiben sollen. Wenn ein Staat Z o l l e r h ö h u n g e n vornehmen will, nuiß er sie mit zwanzigtägiger Frist anmelden und mit jedem Teilnehmer der Koiwention aus dessen Wunsch sich während zwei Monaten aus Verhandlungen einlassen. Damit ist die Durch- sührung jeder Zollerhöhung zunächst erschwert. Von dieser Vcrhandlungspflicht kann aber abgesehen wcrdeir, wenn Zollerhöhungen aus dringenden U m st ä n d e n, die mit lebensirotwendigen Umstellungen in der Wirtschaft der Vertrags- staaten zusammenhängen, beabsichtigt werden. Diejenigen Vertrags- staaten, die sich durch ein solches Vorgehen geschädigt fühlen, haben das Recht zur fristlosen Kündigung des Vertrages. Die Gruppe der autonomen Staaten(Staaten ohne T a r 1 s o« r t r ä g e, wie England. Dänemark, Norwegen, Nieder- lande und Portugal) verpflichten sich, bestehende Schutzzölle nicht zu erhöhen, neue nicht einzuführen: bei der Erhöhung oder Neueinführung von Finanzzöllen durch diese Staaten haben die Vertragspartner, die sich geschädigt fühlen, das Recht zur fristlosen Kündigung des Abkommens.. Die Konvention läuft zunächst auf ein Jahr, bis zum 1, Aprll 1931; bis zum 1. Februar 1931 kann jeder Konventions- staat mit Wirkung zum 1. Aprll 1931 seine Teilnahme kündl- gen Unterbleibt eine derartige Kündigung, so läuft die Konvention von sechs ZU sech� Monaten weiter. Die R a t i f i k a t i o n s- Urkunden sind bis zum 1. November 1939 beim Generalsekretär des Völkerbundes zu hinterlegen. Zwischen dem 1. und 15. November 1939 findet eine Konferenz der Lerrragsstoaten statt, die das Datum des Inkrafttretens der Koiwention nach einmal offiziell festsetzt. Im Jahr« 1931 sollen die Verhandlungen auf der jetzt ge- schaffetnm VcrtragSgrundlage fortgeführt werden mit dem Ziel. Zollermäßigungen herbeizuführen und für eine bessere Qrgani- kation der wirtschaftlichen Erzeugung und Verteilung unter den Völkern zu sorgen. � Zwischen dem von der zehnten Vötkerbundsversammlung im Jahre 1927 angestrebten Zollwaffenstillstand— Briond sprach später sogar von. einem europäi-schen Wivtschaft-bündnis— und dem Borken zu einer Erweiterung um 30 000 Kilowatt, dos Wasserkraftwerk Affoldern täm am 1. September 1929 in Betrieb, und sür die Arbeiten am Speicherkraftwcrk Bringhausen wurde» bis zum 31. Dezember 1929 bereits 169 999 Arbeiter Tagwerke geleistet, was erheblich zur Entlastung des dortigen Arbcitsmarkts beitrug.' Unter Einrechnung der vollbeherrschten Nordwestdeutschen Kraftwerke ist die eigene S t r o m a b g a b e des Preußen- Elektrotrusts von 538 auf 646 Millionen Kilowattstunden oder»m 29,17 Proz. gestiegen. ändcrungcn in der Bilanz. Neben der Erhöhung des Aktienkapitals von 86 auf 125 Millionen und der gleichzeitigen Stärkung der offenen Reserven von 8 auf 19,5 Millionen sind die langfristigen Anleihen von 26,6 auf 54,9 Millionen gestiegen. Die Anlagewerte, in denen beträchtliche stille Reserven stecken, haben sich von 71,96 aus 195,46 erhöht; der Wert der dauernde» Beteiii- gungen— ebenfalls niedrig bewertet— ist von 35,59 auf 66,11 Mil- lionen angewachsen. Naturgemäß sind vorübergehend auch große Kredite bereit gestellt, die die unter Gläubigern ausgewiesenen Summen von 12,15 aus 54.91 Millionen steigen ließen; dem ent- spricht ein« Vermehrung ter Bankguthaben und Forderungen— auch an Beteiligungsgesellschasten— von 41.93 aus 98,39 Millionen Mark. Am deutlichsten kommt die Geschäftserweitcrung in der Erhöhung der Bilanzsmnme von 149 auf 271 Millionen Mark zum Ausdruck. Der Rohüberschuß wird— wahrscheinlich nach Rück- stellung stiller Reserven— mit 13,11 gegen 19,52 Millionen im Vorjahre ausgewiesen; davon entfällt ungefähr ein Drittel auf Einnahmen aus Beteiligungen. Die Handlungsunkosten sind von 9.79 auf 9,89 Millionen gestiegen; die Steuern von 1,15 auf 1.11 Millionen zurückgegangen. Der gezahlte Zinssaldo hat sich von 0,23 auf 9.57 Millionen Mark vermehrt. Aus dem Gewinn kommen 4,69 Millionen an die Erneuerungsrücklag«, und für eine Dioiseirde von 6 Proz.(im Vorjahr S Proz.) steht ein Rein- gewinn von 5,62 Millionen Mark zur Verfügung. Genfer Handelsabkommen besteht ein großer Unterschied. Aber in der Tot können nur politisch« Illusionisten die Kluft übersehen, die zwischen wirtschaftspolitischcn Zielsetzungen und den wirtschoftspolitischen Realitäten im Leben der kapitalistischen Völker bestehen. Das Genfer Ergebnis ist minimal, wenn man es an den Zielen mißt, aber ihre Verkleinerung wäre ein Fehler, wenn man an die Realitäten den».' Es ist keineswegs gleichgültig, daß Zollcrhöhungen in Zukunft für Europa moralisch und rechtlich erschwert werden, so daß sich jeder Staat mit dem Odium der Sprengung einer internationalen Konvention belastet, wenn er leichtfertig Zollerhöhungen vornimmt. Besonders d,w moralische Gewicht des Handelsabkommens ist so stark, daß von einem völligen Fiasko der Genfer Konserenz zu sprechen leichtfertig wäre. Freilich ist mit der Poraphierung des Vertrages noch keiner der Vertragsstaaten rechtlich gebunden; aber Klugheit und Energie der Verantwortlichen müssen verhindern, daß einer der beteiligten Staaten vor der ganzen Welt seine, wenn auch nur vorläufig gegebene Unterschrist bloßstellt. Für Deutschland ergeben sich sofort interessante Fragen. Im Reichswirtschaftsrat wird gegenwärtig noch über«in« Reihe von industriellen Zollerhöhungen oerhandelt. Einige Zoll- erhöhungen sollen bereits die Zustimmung des Rates gefunden haben. Es entsteht die Frage, ob diese Erhöhungen verantwortet werden können. Weiter ist die Frage interessant, ob durch international« Kartellvereinbarungen dos Handels- abkommen von Genf außer Wirkung gesetzt werden kann. Gerüchte oder Tatsachen? Zur Ausführung der neuen Agrargesetze. Wir erfahren zuverlässig, daß der Reichsernährungsminister bc° absichtigt, das soeben geschaffene Maismonopol zu benutzen, um den Maispreis, der gegenwärtig pro Tonne bei etwa 159 bis 169 M. liegt, auf 239 M. pro Tenne herauszutreiben. Praktisch wäre das gleichbedeutend mit einem Einfuhrverbot für Mais. Starke Steigerung der Roggen- und Gerstenpreisc wäre zweifellos die— wahrscheinlich bcabsiehtigte— Folge dieser Maßnahme. Die Forderungen der„Grünen Front" noch unvernünf- t i g hohen Roggenprelsen wären damit erreicht. Dies ganz besonders, da der neu« 19-M.-Futtergerstenzoll bereits heute in Kraft getreten ist, nicht aber der aus 2 M. herabgesetzte Zoll auf Futtergerste für diejenigen Landwirt«, die neben der Futter- gerste Futterroggen bezichcn wollen. Schließlich hören wir noch, daß der Reichsernährungsminister den im letzten Jahr gegründeten und mit großen Schwierigkeiten kämpfenden, ja teilweise vor dem Zusammenbruch stehenden Eier- verwertungsgenossonschaften dadurch wieder aus die Beine Helsen will, daß diese Genossenschaften für ihre Mitglieder Mais zu einem niedrigeren Preise von der Zentralstelle er- halten, während die Genossenschaften den Mais an ihre Mitglieder zu dem jetzt zu schaffenden Preise von 239 M. weiterverkaufen können. All diese Pläne und Maßnahmen mären ein o f s c n s i ch t» l i che r Mißbrauch der neuen Zollgesetze. Wir können uns nicht denken, daß sie wirkliche Pläne des Reichsernährungs- Ministers sind. Es wäre dringend erwünscht, daß der Reichs- ernährungsminister, um. auch den Schein großograrifcher, gegen die Bauernwirtschaft gerichteter„Grüne-Front-Politit" zu vermeiden, in der Oeffentlichkeit seine Pläne über die'Ausgestaltung des Mais- Monopols und den Zeitpunkt der Herabsetzung des Futtergerstezolls für Roggenbeziehcr bekannt gibt. Die Verluste der Hanomag. Lokomolivbetrieb auf Monate befchästiqt. Das größte nordwestdeutsche Maschincnbau-Unternehmen, die Hannovers che' Maschinenbau A.-G.(Hanomag) legt jetzt Geschäftsbericht und Abschluß sür das Betriebsjahr 1929 vor. Trotz verhältnismäßig guter Beschäftigung und Aufrechterhalten des Bor- jahrsumsatzes wird für dos letzte Geschäftsjahr ein Gefamtvcr« I u st von über 799(199 M. ausgewiesen, während in dem vorher- gehenden Zwischengeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 1928 — das zur Verlegung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr ein- geschaltet war— ein Reingewinn von 12999 M. erzielt wurde. Wke unklar die Betriebsverhältnisse bei der Hanomag liegen, zeigt auch der vorhergehende Abschluß für das Geschäftsjahr 1927/28, der einen B e r l u st von 5,3 Will. M. auswies. Es zeigte sich also bereits in den recht guten Maschinenbaujahren 1927 und 1928, daß die Hanomag, deren wichtigster Betrieb durch die schwere Lokomotio- krise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, mit einem zu hohen Kopital arbeitet, dessen Verzinsung bei den gegebenen Umsatz- Möglichkeiten kaum durchführbar erscheint. Anstatt daß das Unternehmen ober die Sünden aus der Zeit der Umstellung auf Goldmark durch eine Zusammenlegung des Kapitals wieder gutmacht, schieben die verantwortlichen Leiter der Hanomag im Geschäftsbericht all« Schuld auf Regierung und Par- lamente. Während die Reichsregierung feit fast einem Jahr in un- unterbrochenen schwersten Kämpfen steht, um dem Lande und damit die Wirtschast durch endgültige Regelung der Reparationsfragen die notwendige Ruhe und Erleichterung zu schaffen, und sie jetzt mit allen nur erdenklichen Kräften bestrebt ist, die danieder- liegende Konjunktur anzukurbeln, wogt es die Direkiion ider Hanomag,„von einem Tiefstand des Verantwortungsgefühls gegenüber der weiteren Zukunft des deutschen Volksganzen" zu sprechen. Im einzelnen teilt der Geschäftsbericht mit, daß dos Schleppergeschäft im letzten Jahr weder im Inland, noch im Ausland befriedigen konnte. Besonders versagte die Land» Wirtschaft als Käuier vollkommen. Auch der Absatz der Ab- teilung.Klein autobau war. gemessen an der Leistungsiähigkeit des Betriebes, ungenügend. Dagegen konnte der Umsatz der Ab- teilung Kesselbau im Berichtsjahr wesentlich erhöht werden. Eine Anzahl Grgßkejjelanlagen gingen� wie in früheren. Jahren, wiederum in das europäische und überseeische Ausland. ' Die Konzentration im Lokomotiobau muß nach der-Anfichb-der Verwaltung fortgeführt werden, wenn eine endgültige Ge- sundung in diesem Fabrikation-zweig eintreten soll. Der Produk- tionsanteil der bisher stillgelegten Werke sei zu gering, als daß«r sich schon jetzt für die übrigen Lokomotiosabriken günstig auswirken könne. Dem Unternehmen selbst sind in den ersten Monaten dieses Jahres eine Anzahl größerer Lokomotivaufträg« für Jndalbina, Riederländifch-Jndien und Britifch-Jndien erteilt worden, so daß zurzeit insgesamt 76 Lokomotiven im Vau sind. Damit ist dieser wichtigste Betrieb der Hanomag aus Monate hinaus voll beschäftigt. Gowjeirußland und Farbenirusi. Z. G. Farben bricht die Beziehungen zu Rußland ab.- Im Jahre 1926 schloß die I. G. Farben aus drei Jahre eine» Vertrag mit der Sowjetregierung ob, der zweierlei festlegt«: 1. einen bestimmten Anteil der I. G. Farbenindustrie an der Che- mikalieneinsuhr der Sowjetunion; so solllc sie z. B. 79; Proz. aller einzuführenden Farben und pharmazeutischen Erzeugnisse liefern; 2.„technische Hilfeleistung", d. h. die I. G. Farben sollte natürlich gegen Entschädigung— beratende Fachleute in chemische Betriebe der Sowjetunion entsenden. Der Lieferungsvertrog lief am 21. September ab, nachdem schon vorher die russische Chcmikalieneinsuhr immer mehr eingeschränkt worden war, s» daß naturgemäß auch die I. G. Farben sowohl Farbstoffe wie andere chemische Erzeugnisse in nur noch geringen Mengen nach der Sowjetunion zu liesern hatte. Nun wurde zwar der erwähnte Vertrag im September vorigen Jahres nicht erneuert. doch bestanden Beziehungen zwischen der I. G. Farben und der Sowjetregierung weiter fort. Nunmehr ist— am 20. März—- auch der Vertrag über technische Hllseleiswng abgelaufen und eben- falls nicht erneuert worden; das Moskauer Büro der I. G. Farben ift aufgelöst und«ine Vertretung der Gesellschaft in der Sowjetunion nicht mehr vorhanden. Der Grund zu dieser Entwicklung dürft« einmal in der eigenen chemischen Produktion der Sowjetunion gesucht wevden, wodurch der Einsührbedarf stark vermindert wird. Ferner dürfte die Zentrali- sierung des gesamten russischen Chemikaliemmports bei dcr�ftaat- lichen Gesellschaft„Chimimport" der I. G- Farben-Verwoltung nicht erwünscht sein. Schließlich hat die Sowjetunion auch mit ameri-» k g n i s ch.e n Chemiegesellschaften Verträge über technische Hilfe- leistung abgeschlossen, so mit dem Konzern Dupont de Nemours und der Nitrogenc Engineering Co. Mil sofortiger Wirkung sind im„Reichsaesetzblptt" die 25. März beschlossenen neuen Agrargesetze und Ver- Ordnungen über die Zolländerungen sür Weizen, Gerste und Hofer verkündet worden. Neue Reukenpapiere. Die Preußische Landsrenten- bont in Berlin weist in dieser Ausgabe auf ihr« reichsmündel- sicheren 8proz«ntigcn Goldlondesrentenöries« hin, die für landwirt-' jchaftliche Siedlungen den«riordcrlichen Dauerkredit zu sichern haben. Der preußische Staat hat Verzinsung und Tilgung der Rentenbriefe' garantiert.— Die Landesbank der Rh ein Provinz ver- kaust bis Ende Mai noch 8prozentigc Gold-Kommunalschuldoer- schreibungen zum Kuvfc von 95 Proz., die ebenfalls reichsmündel- sicher sind. Bilanz der Zollkonferenz. Wirtschaftliche Realitäten gegen zollpolitische Ltluftonen. Macht geht vor Ziecht. Oer Deutsche Baustreikschuh EV. betreibt Demagogie. Das UntcritthiiMniim ist bcstrcbt, Wc Zeit der Arbeitslosigkeit zum Lohndruck zu nutzen. Auch im Baugewerbe, obwechl hier bei der guten Organisation der Arbeiterschaft ein« derartig« Aktion die geringsten Aussichten hat. Immerhin, dos Unternehmertum würde es schon als einen Erfolg buchen können, wenn«s ihm gelingt, eine Erhöhung der Bauarbeiterlöhn« zu verhindern, die die Arbeiter als Ausgleich für die verteuerte Lebenshaltung fordern müßten. -. Di« Position des privaten Uirtonrehmertuins im Baugewerbe ist nicht übenvöltiglmd, nachdem sich gezeigt hat, daß es nnndestens im Wohnungsbau zu ersetzen ist. Da jedoch die Schwerindu- st r i e l l e n bei ihrer Lohnablwipolitil mindestens dos gleiche, wenn nicht«in größeres Interesse an einem Lohnruub im Baugewerbe bekunden als die Bauunternehmer selber, haben sie diese ihrer Unterstützung versichert und suchen sie dafür besonders scharf zu mache». 3« dieser Situation meldet sich der Deutsche Bau streik- schütz E. B., Berlin W. 10, Margaretenstraße 7. mit einer 24 Seiten umfassende» Propaganda schrist mit dem Titel: „Macht geht vor Recht!",„Ein Tlachwelz für die Notwendigkeit der geschlossenen Streikschadenversicherung oller privaten bau- gcwerblichim Unternehmungen". Da Nachdruck und Abdruck auch auszugsweise verboten ist, müssen wir uns auf einige Inhaltsangaben beschränken. Dos Unternehmertum hat von jeher den M a chtst a n d p u n k t vertreten. In seiner Propagandaschrift sucht nun der„Boustreik- schuh" die Unternehmer zum Anschluß an seine Versicherung gegen Streitschoden zu bewegen, indem er sie bang« macht, vor der Macht der Gewerkschaften wie der Arbeiterbewegung überhaupt, als ob der Stand der Dinge sich heut« ins Gegenteil verkehrt hätte und nicht mehr die Unternehmer, sondern die Gewerkschaften die Macht hätten und nun ihren Machtstandpunkt herauskehrten, der Parole ver Unternehmer huldigten:„Macht geht vor Recht!" Dem baugewerblichen Unternehmertum wird erzählt, es sei in großer Notlage und noch nicht am Ende dieser Notlage. Selbst die günstigste Lösung der Baumittelbeschnffung führe nicht zur Ge- simüung und auch die größer« Wirtschaftlichkeit des Bauens werde auf die Dauer den Perfall nicht aushalten. Di« eigentliche Ursache allen Uebcls liege an den Löhnen und so werde das Unternehmertum zwangsläufig auf die Löhne hingewiesen, auf den Lohnabbau. Der„Baustreilschutz", der wie erwähnt auch den auszugsweise» Abdruck seiircs Pamphlets verbietet, reiht darin einen Auszug an den anderen auf: aus dem„Zimmerer", aus der„Bauwelt", aus der Flugschrift ,D>er SPD.-Apparat" des kommunistischen„Roten Aufbau"- Verlags, aus dem„Grundstein", aus der„Börs«n-Z-!tung", aus dem„B o r w ä r t alles greift der„Vaustreikschuh" an Zitaten aus, um seine Unentbehrlichkeit zu erweisen. Die Zahl der sozialdemokratischen Vertreter in den Reichs-, Landes-, Provinz- und Kommunalparlaineirten, die Zahl der Beisitzer aus den Reihen der Gewerkschaften in den Arbeitsämtern, Lairdesarbeitsämtern, in der Reichsanfwlt, den Krankenkossen, den Versicherungsämter», den Landesvcrsichcrungsanstalten, der Ange- st-Utcnoersichermrg— daß die Zahl der Unternehmer- beisitz« r in den Einrichtungen der Sozialversicherung gleich groß ist. wird oerschwiegen—, all das soll mit dazu herholt«», die Unter- nehmer im Baugewerbe in Stimmung zu bringen. Der SPD.- Konzern, die christlichen Gewerkschaften, der Verband sozialer Bau- betriebe, die Volksfürsorge, der Zentraloerband Deutscher Konsum- vereine, die Gcoßeinkaussgesellschaft Deutscher Konsumvereine, die Bank für Arlxiter, Angestellte und Beanrte, selbst die Lindcar-Fahr- radwerke und die Büropa, d!« Abrechnungen der Baugewerkschaften, kurzum alles Mögliche wird zitiert, um zu bewerfen, was zu be- weisen war, um dem Baustreikschutz das Wasser auf seine Mühle zu leiten. „Der Unternehmer soll sterben, damit seine Arbeiter da» erstrebt« hcrrenlebcn ohne Verantwortlichkeit führen können!" Mit diesem Satz kennzeichnet sich das Niveau dieser Hetz- schrist gegen die Bauarbeiterschaft hinlänglich. Zu seiner besonderen Empfehlung verweist der„Baustreikschutz" aus- drucklich auf sein« hohe Rückendeckung beim Deutschen Streik- schütz E. L., Entschädigung sgeselkschcnst der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberoerbände. Die Geldmacht des Unternehmertums soll vor dem Recht der Arbeiter aus eine menschenwürdige Lebenshaltung gehen. Die Spe- kulation auf die große Arbeitslosigkeit und d!« kommunistischen Quertreibereien muß zusthanden werden, wenn die Bauarbeiter auf dem Posten sind. Wir stoßen vor. Die letzten Ergebniste der Betriebsratswahlen. Di«„Rote Fahne" klaubt sich aus dem ganzen Reiche Wohl- crgsbnissc von Betriebsrätewahlen zusammen, um den Eindruck zu erwecken, daß die KPD. mit ihrer Gewerkschaftsspaltungstaktik große Erfolge erziele und ilbeisthreibt das Ganz«„wir stoßen vor". Wir müssen es uns verkneifen, olle Fälle aufzuzählen, in denen di« KPD. fchwer« Nicderlagen und eine gehörige Abfuhr erleidet. Heute wollen wir zur Illustrierung die Borgänge bei Werner, Lützowstraße, onsti-hren, die beweisen, daß dort, wo die große Mehrheit der Belegschaft g c w c r k s ch a s tlich organisiert ist, die Arbeiterspaltcr den verdienten Fußtritt erhalten. Di« KPD. hatte die Belegschaft zweimal zu Betriebs- Versammlungen aufgerufen. In der ersten blieben Referent und Zettelverteilerin v oll st ändi g a l l ei n. in der zweiten waren ein linker, ein rechter Kommunist und ein SPD.- Genosse anwesenid. Außerdem hotte man 1Z betriebs- fremd«„schwere Iungens" hinbestellt. Der eine SPD.-Mann erklärte, daß er die Taktik der Linien- treuen ablehne und für die Wahl der freigewerkschafllichen Liste orbeitcn werde. Also auch hier Rein fall aus der ganzen Linie. Das Endresultat war, daß die KPD. keine eigene Liste aufstellen tonnt« und die Liste der freien Gewerkschaften als gewählt zu be- trachten ist. Oer Vorstoß im AEG.-Kabelwerk Oberspree. Die Angestellten des KWO. erfreuen sich seit längerer Zeit der besondersn Liebe der Opposition(lies KPD.). Doch Undank ist der Welt Lohn. Die Belegschaft will mit den Moskauer Geivertschafts- fpaltern nichts zu tun hoben. Eine zum 21. März von dem fatrsam bekannten KPD.-Heldcn Kasper(M.d. L. und ehem. D. H. B.- Mitglied) einberufene Berfammlung sollte sich mit der An- gestelltcnratswahl im KWO. beschäftigen. Trotz mehrtägiger reichlicher Flugblattverbreitung waren von den im Werk beschäftigten etwa 12 Angestellten ganze zwei Mann erschienen, und diese sicher auch noch nur aus Aevsehen. Die frei- gewerkschaftlichen Angestelltenräte des Werkes waren in Begleitung verschiedener nicht gerade schlank gewachsener Gesinnungsfreunde erschienen, um sich die„A s A- O p p o s i t! o n" näher anzusehen. Doch war weder davon, noch von einem Referenten etwas zu finden. Nur ein kleiner gewerkschaftlich unorganisierter Angestellter der jtPD.-Zentral« saß dort aus Horchposten und erklärt« noch längerem vergeblichen Warten, daß wegen Mangel an Massen die Versanmrlung nicht stattfinden würde. Interessant war noch zu hören, daß statt Kafper der schon oft als Skreikbrecher erwähnte KPD.-Reichstagsabgeordneter Hein sprechen sollte. Nach einer kleinen gewerkschaftlichen Belehrung zog die„u n- organisierte As A- O p p o s i t i o n" in Stärke von einem Mann unter allgemeiner Heiterkeit ab. Die anwesenden Frcigewerkichafter nahmen nach kurzer An- spräche des Angestclltenrats-Porsitzeirdcn eine Entschließung an, in der gelobt wurde, mit aller Kraft für den Sieg der AsA-Liste(Liste 2). «inzutreten. * In der Metallwarenfabrik von Bacr u. Stein, Hohenlohebrücke, in der etwa 460 Arbeiter und Angestellte beschäf igt sind, hat die„Opposition" mit ihrem Versuch,„rote" Betriebsrats- kandidaten aufzustellan, elend Schiffbruch erlitten Die Korr» muniften ha ten in den einzelnen Abteilu"gen schon wochenlang di« größten Anstrengungen gemacht, um die Belegschaft für di« Be- triebsräteparole ihrer Partei zu begeistern. In der entscheidenden B e t r i e b s v c r> a m m l u n g, die zu der Ausstellung der Kandidaten Stellung nahm und von fast allen Betriebeangebörigen besucht war, cileb en die Moskaujünger eine schwere Enttäuschung. Sie wogten sich mit ihren Vorschlägen gar nicht erst hervor, sondern stimmten für die Kandidaten der steige- werkschastlichen Liste. Welch« Auffassung die Belegschaft der Firma Barr u. Stein van den„Berufsbetriebsräten" hat, wie die kommunistischen Gelverkschaftsstrategen die langjährig als Betriebsräte tön gm Ge- werkschoftsfunktionäre zynisch nennen, bewies sie damit, daß sie für drei der wieder Vorgeschlagenen, die schon seit Bestehen des Be- triebsrätegesetzes als Betriebsräte fungieren, Ebert-Bilder stiftete. Erfolg im Bankgewerbe. Die gestrigen Belriebsratswahlen bei der varmstädler und Nationalbank, Bank des Berliner Kassenvercias und Berliner Han. delsgesellschast brachten dem Allgemeinen Berband der deutschen Bankangestellten IS von 30 Sitzen, und Zwar: Darmstädter und Nationalbank. Bank des Berliner Sassenoereins Berliner Handelsgesellschaft.. von l4 Sitzen 8 Sitze » 8„ 6„ .8. Z. wie in den Borjahren, so hat sich auch bei diese« Wahlen gezeigt, daß die Mehrzahl der Bankangestellten kroh des großen Abbaues ovf steige wer kschastlichem Boden steht. Die Wahlen bei Aschinger. Mehrheit für die Gewerkschastslifie. Vorw«g s«i bemerkt, daß die Wohlbeteiligung sehr flau war und bei d«n Arbeitern nur 32 Proz., bei den Angestellt«» dageg«n 43 Proz. betrug. Besonders d!« vi«l«n Arbeiterinnen bei Aschinger hob«» den Wahlen nicht das notwendige Interesse entgegengebracht. Von den 1123 Stimm«» der Arbeiter entfielen auf die frei- gewerkschaftliche Liste 660. auf die tomnmmstssche List« 451 Stnnmen. Von den 202 Angestelltenstimmen erhielt die steigewerkschaftliche Liste 102, di« deutschnationale 96. Den Betriebsrat bilden zehn Freigewerkschaster, sechs Kommunisten und ein Deutschnationaler, den Arbeiterrat cb«n- falls zehn Freigewerkschafler und sechs Kominunssten. haudelsarbeUrr im Gewcrkschastshaus berichtete der Branche nie iter Genosse Pollmeier über das verflossene Geschäftsjahr. Auch im Einzelhandel gingen die Unternehmer im vorigen Jahr dazu über, di« Betriebe zu rationalisieren. Was in den Industriebetrieb«! durch die Einführung des laufenden Bandes und die Aufstellung arbeitsparender Maschinen bei gleichzeitiger Benninderung der Belegschaft zu erreichen versucht wird, glaubte der Eingelhandel lediglich durch die Einschränkung des Personalbestandes und Uebcranfpannung der einzelnen Arbeiter zu erzielen. Die Einzelhändler haben aber selbst zugeben müssen, daß diese Art Rationalisiemng auch nicht den ge- schäl tlich cn Erfolg sichert. Die Rationalisierung im Einzelhandel voll- zieht sich vielmehr ganz automatisch durch das allmähliche Berschwinden der klein- und Mittelbetriebe und durch die Ausdehnung der von vornherein nwderu eingerichteten Großbetriebe. Der größte Erfolg auf tarispolüsschem Gebiete im vorigen Jahre war der Neuabschluß des Manteltorifs, � durch-den die seit langem erhoben« Forderung auf Bestikgung der unbezahlten Ueberarbeit an 120 Tagen im Jahr verwirklicht wurde. Nicht ganz so erfolgreich war die im Oktober vorigen Jahres geführte Lohnbewegung, wo an Stelle der geforderten 10 Proz. Lohnerhöhung nur eine Lohnzulage von 1,50 Mk. pro Woche für lodige und verheiratet« Arbeiter durchgefetzt werden konnte. Die auch im vorigen Jahre reg« betriebene Propaganda für den Sonnabend- Zrühschluß hat mit Hisse der sogialdsmokrotsschen Rsichstagsfrattion wenigstens dazu geführt, daß an dm Heiligabenden die Goschast« mit Ausnahm« der des Lebmsmittethandels um S Uhr geschlossen werden müssen. Trotz der ungünstigen wirsschaftlichm Verhältnisse ist der Mit- gliedcrbestand der Branche stabil geblieben. Der Gcfamtdurchschnitt der Organisierten in der Branche beträgt SS Proz. Die Anerkemwnq der Tätigkeit der Branche nlcitung kam darin zum Ausdruck, daß die alte., reformistische" Branchenleitung gegen— fünf kam- munistische Stimmen— wiedergewählt wurde. Das gleiche einmütige Bild zeigte sich in der Sektionsoersamm- lung der im Gefa-mtoerband organisierten handelsarbeiter. Hier gab der Sektionsleiter Genosse Wolter einen umfassenden Rückblick auf di« lohn- und tarifpolitischen Erfolge im Berichtsjahr, die durch die allgemein schlechte Wirtschaftslage stark gehemmt waren. Wie un- günstig sich die wirsschastliche Depression auch aus die Agitation ausgewirkt hat, zeigt der verhältnismäßig geringe Gewinn von 1300 neuen Mitgliedern, der hinter dem Zugang in den früheren Iahren zurückbleibt. Die Sektion der Handelsarbeiter im Gesamtoerband zählte am Schluß des Vorjahres insgesamt 20915 Mitglieder. Die durch die Ungunst der Dechältnisje sehr erschwerte Tätigkeit der Ssktions- leitung wurde ober auch in dieser DersanmÄung vollauf anerkannt und durch die einstimmig« Wiederwahl der alten refor- misüschen Sektionsleitung gewürdigt. (Sireik der Herrenmaßschneider? Sonntag fällt die Entscheidung. Der Deussche Bekleidungsarbeikerverbond beruft die Berkner Herrenmaßschneider zu Sonntag vormittag 10 Uhr nach dem Ge- werkschastshaus. wie wir erfahren, wird di« Organisatloa den Antrag stellen, ab Montag den Streik der Berliner herrenmaßschneider zu beschließe«. Infolge de» letzten Schiedsspruchs ist die Erbitterung unler den Maßschneidern derart stark, daß mit der Annahme des Streikbeschlusses durch eine überwältigende Mehrheit gerechnet wird. Auch in Hamburg gespannte Lage. Wie die Telcgraphen-Union au» Kressen der Arbeitnchmer er- fährt, werden dies« sich einer etwaigen VerbinblichkeitserNärung des Schiedsspruchs, der ihnen ein« durchaus nicht genügend« Lohn- � erhöhung bringt, mit allen Mitteln wi-dersetzen und es auf einen Lohnkamps ankommen lassen. Von einem etwaigen Lohickomps I würden in Deutschland etwa 25 000 bis 20 000 Arbeitnehmer be- troffen werden._ Vertrauen zur Gewerkfchafissührung Vel den Handelsardeitern im Getamtverbond. Für das Vertrauen der Berliner Handelsarbeiter zu ihrer ge- werkschastlichen Führung legten die beiden Iahresversamm- I u n g e n das beste Zeugnis ab. die in den letzten Tagen sowohl für die gesamte Sektion als auch für die Branche der Einzel- handelsarbeiter im Gesamtverband abgehalten wurden. In der von etwa 1000 Personen besuchten Bravchenocrsanrmlung der Einzel- Gonntagsmhe für Briefträger. Muß die Sonntagszustellung beibehalten werden? Man schreibt uns: Die absolut« Sonntagsruhe für olle Densssgruppen ist undenk- bar. Lebenswichtige Betriebe wie Krankenhäuser, Gas, Wasser und Elektrizitätswerke können und dürfen Sonntags nicht gänzlich ruhen. Verkehrsbetriebe, denen die Personenbeförderung abliegt, müssen aufrechterholten werden. Mit einer Friedhofsruhe ist der arbeitenden Bevölkerung absolut nicht gedient, denn sie will hinaus aus dem Dunstmeer der Großstadt, in freier Natur Erholung suchen und dazu sind eben Verkehrsmittel nötig. Die Zahl der Sonntags- arbeiter aber könnte noch vermindert werden. In erster �Linie denke ich dabei an die vielen Briefträger, amtlich Briefzusteller genannt, die durchaus nicht am Sonntag trepp- auf, treppab zu lausen brauchten. Ein« Reihe von Ländern, die skandinavischen insbesondere, haben den Beweis erbracht, daß das Wirtschaftsleben den Fortfall der Briefbsstellung des Sonntags sehr wohl ertragen kann. Auch der Freistaat Bayern hat seinen Brief- träger» die Sonntagsruhe gegeben. HandelundIndustrie.die Hauptkunden der Post, holten ihr« Betriebe Sonntags geschloffen. Kein Angestellter ist anwesend, um die eingegangene Post zu bearbeiten. Eine große An- zahl von Firmen verzichtet von selbst auf die Zustellung ihrer Sendungen am Sontag, die ruhig lagern können bis zur Montags- Zustellung. Das übrige Publikum würde sich leicht mit Abschaffung der Sonntagszustellung abfinden können, wie man sich ja auch daran gewöhnt hat, um 6 Uhr morgens an der Wohnungstür keine frische Brötchen mehr zu finden. Dafür sind die Bäcker von der gesundheitsschädlichen Nachtarbeit befreit. Warum sollte man nicht auch den Briefträgern den freien Sonntag ermöglichen? Für Ver- mittlung von dringenden Nachrichten, bleibt immer noch Fern- sprechcr, Telegraphie und Rohrpost, die als lebenswichtige Funktionen auch Sonntags in Betrieb fein müssen. Gegenwärtig haben die Briefträger nurjedendritten. im günstigsten Fall jeden zweiten Sonntag d i e n st f r e i. Diejenigen aber, die im Sonntagsdienst stehen, haben den Zustellbezirk für dienstfreie Briefträger mit zu bearbeiten. Nach Ab- klapperung von durchschnittlich 150 Stockwerken an solch einem Sonn- tag ist der Briefträger fertig, nicht nur mit seiner Arbeit. Der ist dann genug„spazieren" gegangen, im Labyrinth der Miets- kasernen. Im Zeitalter der Wochcnendbewegung fort mit der Sonntagszustellung. Sie macht keinen Menschen unglücklich, macht aber den Briefträgern mit ihren Familienangehörigen da, Leben«rträg» licher. A. P. Xie SuntiianäK der 8«m«nak!A*ttto nrtmtn ktktlunq»um Streit beule ftfeeita») 19 Übt in den Räumen bes Deutschen Bekleidunqeorbeitrr-Berbandcs, Sebaftianftr. 37—38. tJ aulemmenlunft aller®rm)»c«Ieitnnflen am Tonnabent». 29. Mar». Im Son-j der Technik. Berlin R.. Oriedrichslr. 110—112. JTilntnotlto«;»Dir Ouflcnbarbdt der Stadt Verlin". Referentin Stadträtin Genossin Älaea Wenl. Einlas, 181? Ulir. Vcflinn 19 Ubr. Zutritt nur«eac» Voueiquna der Einladunaskarie.— Zuaendoolkadübne! Karten Mr die nächste Iuaendoorstellunn am Sonntaa. S. April, irm lö Uhr, in der 5lugend»entral«, Gewerkschailohaus, Enaelufer 24—23. Zimmer 26, 2 Dr.,»um Preise von 80 Pf.»u haben— Heute. iZreitaa. 1014 Uhr. taaen die Gruppen: Rordrin«: Zuaendheim Schule Sonnenburaer Str. 20. Lichtbilde roortra«:»Der Thürwaer Warn".— Hermann. Pia»: Gruppenheim Sandersir. 11. Ecke Hobrechlstrahe. Sortraa:„Vorbereitun- aen w unserer Thllrinaen-sZahrl".— Süden. Südwesten: Gruppendeim Wasser» torstr. 9. vorn part. Vortraa:»Lanterndütoft der Geschlechter".— Edarlotte«. dura: Auaendheim Soreestr. 30. gehn.Minuten.Reserate. Ein jeder brlnat etivas aus seinem Berus.- Aeppelinplat,! Auaendheim Turiner Ecke Seestraäe tEinaana Turiner Strape). Vortraa:»Äirche und Sozialismus'.— Weddulp: Gruppenheim Schule Pank- Ecke Wiesenstrahe. Lichtdilderoorlra«:»Rouern, Tore und Türme als Zeuaen der BeraanaenheU". «JWetik's'fiiv»? t>ffi?frtro pfftonjw ver AnaesieNstn Hölle. � ffetüm«, finden folgende«ewnftalfcinflcn ftalü ä Suaendbei» Lauf-ner€tt. 2. �«noTailenrÄr'tÄaj � Mipettd: 5uac- dcutsame Ersparnis ergeben. Die Durchführung und Erforschung der von der Stahlbauindustrie neu herausgebrachten Systeme liegt in erster Linie der Reich sforschungsgcsellschaft siir Wirtschaftlichkeit im Bain und' Wohnungswesen nb, hie bekanntlich seit mehreren Jähren, allerdings bisher ohne einen ins Ange sprin- gendcn praktischen Erfolg, die Möglichkeiten einer Rationali- sierung, Nornralisicrung und einer allgemeinen Umgestaltung des Bauwesens erforscht. Es scheint aber schon heut«, daß in nicht allzu ferner Zeit der Stahl seinen Siegeszug im„Stahlzeitalter" auch im Bauwesen antreten wird. Aus der Arbeit der Bezirke. ff* schwöre Treue der Verfassung." 3 Bezirk— Wedding. Um wichtige Beschlüsse nicht immer wieder durch vorzeitigen Vcrsomnckungsschluß auf unbestimmt« Zeit hinausschieben zu müssen, mar an den Ansang der Tagung eine nichtösf entlich« Sitzung gestellt, die sängst fällige Sachen erledigen konnte. Dann wurden in der öffentlichen Sitzung die bestätigten unbesoldeten Stadträte durch den �Bürgermeister Genossen Leid in ihr Amt eingeführt. Bon der Sozialdemokratie die Genossen Pfeiffer und R i e ck, von den Bürgerlich)«» Bethge und von de» Kommunisten der Stadt- verordnete Witkowski. Während die ersten drei schon in der vorigen Session als«tadträt« fungierten uiii, nur durch Handschlag neu verpflichtet wurden, sprach der parlamentarisch« Führer der Wcddingcr Kommunisten unter betretenem Schweigen keiner Genossen mit erhobenem Schwnrsingcr laut und deutlich dem Bürgermeister noch:„J ch schwör« Treu« der Versoff u n g." Ein Antrag kam zur Annahme, der sich gegen das geplante Selbstoerwaltungs- gesetz wandle. Ebenfalls angenommen wurde«in Antrag, der sich gegen die Erhöhung der Bäderpreise in den städtischen Badeanstalten richtete. Gegen„Gelbstverwaliungsgeseh". 4. Bezirk— Prenzlauer Berg. An Stelle des durch seine Waht als Stadtrat ausgeschiedenen Genossen Schenk wurde Genosse Streitner als Bezirksoeroöd- rietcr eingeführt. Mehrere Vorlagen des Bezirksamts über den An- und Verkauf von Grundstücken und über Anwendung des§ Ö des Komnmnalabgabcgesctzes wurden ohne Debatte angenommen. Zu einem Aickrogc der KPD. betr. den Gesetzentwurf über die Zieuorganisation der Stadt Berlin, wurde vom Gciwsseu Kermes auf den Protest der Stadtverordneten verwiesen und ein diesem Protest entsprechender Antrag der sozialdemokratischen Fraktion angeiumuven. Die Deuffchnotionalen verlangten unter Hinweis auf den ungeheuren Zuzug nach Berlin in einem Antrage beim lOtagjstrat dahur zu wirken, daß in Zukunft nur solche Auswärtigen zuzrehen dürfen, die entweder cme feste Stellung oder ein be- stimmtes Vermögen nachweisen können. Unser Genosse Knopf verwies hierzu auf die Bestimmungen der Reichsverfassung Zhre Liköre für die Einsegnung müssen Sie setzi ansetzen, dann haben Sie am Festtage die richtige Freude daran. Mit den echten N e i ch e l- E i s c n Z e n können Sie sich Ihre Liköre und Brannl- weine für billiges Geld zu Hanse selbst machen und Ihre Gäste in Erstaunen setzen. Die Sache ist dock) so einlach. Es gibt 13S Sorten und alles schmeckt so aut. In Drogerien und Apotheken erhältlich, daselbst auch umsonst Dr. Reichels Rezcptbüchlcin. und die sonstige Unmöglichkeit der Zustimmung zu dem Antrage. Es müsse versucht werden, einen gerechteren Finanzausgleich beim Reich zu erreichen, damit Berlin die Gelder erhalte, die es dringend brauche. Bon der Fraktion der Mitte wurde der Antrag gleichfalls abgelehnt, aber eine richtige Berteilung der Wohnungs- berechtignngsscheine verlangt. Beide Anträge wurden abgelehnt. Eine längere Diskussion rief der auch bereits in der Staütverord- netenvcrsammlung bchaichelte Unglücksfall in der Mädchenschule in der Pasteurstraße hervor. Vom Bürgermeister Genossen Ostrowski wurde nachgewiesen, daß Sparmaßnahmen in dem Falle gar nicht in Betracht gekommen seien: daß ein solcher oder ähnlicher Borsall noch nie vorgekommen und die Einrichtung des Housholtsunterrichts durchaus- auf der Höhe ist. Das Bezirksamt Hot auf diesen Unterricht keinerlei Einfluß, aber der Magistrat hat Vorsorge getroffen, daß nach menschlichem Ermessen ein solcher Fall nicht wieder vorkommen könne. Für die Sozialdemokraten er- tlärte Genosse Kreutzigcr, daß wir den vorliegenden Antrag durch den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung als erledigt betrachten. Ein kommunistischer Antrag wurde dmnit abgelehnt. Eine kleine Ausregung verursachte noch ein Rundreiseantrag der KPD.-Fraktion um spezifiziert« Aufstellung über die vom Magistrat geforderte Durchführung von Spannaßnahmen. Der Antrag wurde mit Mehrheit abgelehnt, nachdem vom Bürgermeister und Stadtrat Genossen Weber die Angrisse der Antragsteller zurückgewiesen waren. Anerkennen muß man, daß die Kommunisten in dieser Versammlung im allgemeinen den parlamentarischen Anstand wahrten: man kann annehmen, daß sie aus den vorigen Bcrsamm- lunqen doch schon etwas gelernt haben. Viel Geschrei und wenig Wolle! 43. Bezirk- Tempelßof. In fast sünfstündiqer Sitzung konnte endlich die Tagesordnung zu Eiche gebracht uierj>en. Eins sachliche Arbeit war bei dem im- glaublichen Benehmen der Kommunisten und des Rozijiing'ings fast ausgeschlossen. Man koimt« sich des Eindrucks nicht erwehren, daß ! dies« üblen Zeitgenossen, die Absicht hatten, die Uebe slüjsi'keit der Bezirksversammlung mit Gewalt zu demonstrieren...Dikt-tur" war ja auch ihr zweites Wort, nur gingen natürlich ihre M inungen auseinander, wer diese ausüben joll. Zweimal mußte die Sitzung unterbrochen werden, da dem deutschnatio icklen Bor- sitzenden die Zügel der Leitung völlig entglitten und es fast zu einer Schlägerei kam. Selbsthilf« sche'nt bff dieser laschen Gcschäs s- führung das einzige Mittel zu bleiben. Angenommen wurde» nur zwei Anträge, die sich auf Bertehrsoerbessernngcn bezogen, und d'c beiden Anträge der Sozialdemokraten betreffend Beschäftigung von Facharbeitern im Bolkspark Maricndors|om:< die Vorschläge zur Linderung der Wohnungsnot. Und dieses Erfolges wegen so- viel vertane Zeit und solch Verbrauch an Ncrvcnkraft! Die Verbreiterung der Hermannstraße. 44. Bezirk— Neukölln. In der am Mittwoch durchgeführten Neuköllner Dezirksversamm- luna wurde eine reichliche Tatzesondming erlcdigt, darunter eine Rech« sozialdemokratischer Anträge. In einem dieser An- tröge wurde verlangt, daß alle Mittel erschöpft werden, um endlich einmal die untere Hermann st rahe zu verbreitern. Bezirksverordneter Großmann begründete diesen Antrag für die sozialidemokratische Fraktion. Er wies darauf hin, daß schon vor dem Kriege die gleiche Forderung erhoben wurde. Eine der wi ästigsten Zugangsstraßen nach Neukölln hat heute noch einen Engpaß, der nur 16 Meter breit ist. Nur weil die Kirchengsmeinde für die Ab- tretung eines Streisens Landes, der zur Verbreiterung notwendig ist, unerhörte Forderungen stellt, kann dieses Verkehrshindernis nicht beseitigt werden. Stadtrat Lücke erklärte, daß gegen die Kirchengemeinden seist 9 Monaten ein Enteignungsversahren schwebe. das leider iinrfier noch keine Erledigung gesunden habe. Der Berliner Polizeipräsident habe die Verbreiterung für notwendig erklärt. Ein Amtsrat Wetzel im Wohlsahrtsminifterium habe aber nach einer einzigen Besichtigung ein Gutachten gegen die Verbreiterung ab- gegeben. Das Bezirksamt habe sich jetzt an das Ministerium gc- wandt. Nach längerer Debatte wurde der Antrag angenommen, der vom Bezirksamt verlangt, daß die Vorarbeiten zur Verbreiterung beschleunigt werden und der Bczirksversammlung Bericht erstattet wird. Dann wurden drei weitere Anträge der sözialdemokratiichcn Partei behandelt, die fordern, daß für die 1. Hilfsschule bessere Räume zur Verfügung gestellt werden und die so notwendigen hygienschen Abortonlagen sür die Schulen in der Prinz-Handjery-, Knesebeck- und Hannemannstraße gebaut werden. Außerdem wurde verlangt, daß dem Bezirk Neukölln Mittel zur Bersügung gestcUi werden, um einige notwendige Schiiliieubaiiten durchzuführen. Nach längeren Ausführungen des Stadtrats Dr. Löwenstein und des sozialdemokratischen Bezirksverordneten Schulz, der die Anträge begründete, gaben die anderen Parteien kurz« Erklärungen ab un.> stimmten sür den Antrag. Die Verlängerung der Untergrundbahn bis nach dem Krankenhaus Buckow wurde in einem kommunistischen Antrag gefordert, der mit Unterstützung der Sozialdemokratie an- genommen wurde. Die Kommunisten verlangten dann noch, daß der Wochenmarkt in der Wilhelm-Vusch-Straße umgebaut würde. Diesen Antrag begründete der Kommunist Wille, der als Kommunist und auch als Geschäftsführer der Markthändler sprach. In seiner letzten Eigenschaft wetterte er gegen die Konsumgenossenschaften. um die er doch als Kommunist erst vor wenigen Wochen noch gc- kämpft hat. Mit dieser Red« fand er starken Beifall bei den Deutsch- nationalen, die ihm sogar zuriefen„Wille, Sie gehören ja z u u n s". Wie gut muß der Kommunist die privatkapitalistischen Interessen vertreten hoben, wenn er ein solches Lob crlstilt. Trag- dem Stadtrat Söhn ausführte, daß bisher keine Klagen vor- gebracht worden wären und eine Deputation der Markihändler mit den Maßnahmen des Bezirksamts einverstanden gewesen sei, stin inten die Deutschnationalen aus Begeisterung über die Bc- gründung gemeinsam mit den Kommunisten für diesen Antrag, der dadurch angenommen wurde. Zur Erledigung kämen dann noch zwei sozialdemokratische Anträge, die beide äkigenvnuncn wurden. Der eine sondert eine bessere Sicherung des Bahn üb er- ganges der M i t t e n w a I d c r Kleinbahn an der Marie»- darfer Allee, für die sich auch besonders der„A o r w ä r t s" ein- gcfetzi hat, und ein zweiter, der die verstärkte Verschickung von Protetarierkinder fordert. Immer wieder Störung und Krach. 47. Bezirk- Lichtenberg. Zu Beginn führte Genosse Bürgermeister Dr. S i g g c l die neu gewählten unbesoldeten Stadträte, Vezirkvertretcr Land- schulz(Dnat.), istodtverordnctcr A. Schmidt(Z.) und unsere Genossen Heinrich, Iünemann und S ch u b a r t, in ihre Aemter ein. Wöhrend er noch den Ausgeschiedenen warme Worte des Dankes und den Neugewählten den Willkomm des Bezirksamts aussprach, wurden von den Kommunisten, deren Vertreter bekannt- lich nicht bestätigt worden sind, dauernde unflätige Zwischenrufe laut. Die so geschaffen« Erregung fand bald ihren tumultuarrschen Höhepunkt, als nach der Aussprache über den Austausch van Grund- stücken mit der katholischen Kirchengemeinde in Mohlsdorf der weniger verständlich als laut sprechende Kommunist Hoppe den Geheimrai Prof. Dr. med. H. fQhrl trog seiner 64 Jahr« noch die schwierigsten Operationen mit sicherer Hand aus, obwohl ihn sein« Praxis von frOh bis spät vd häufig noch de» Nadits in Anspruch nimmt Seine Patienten rühmen die wundervoll beruhigende Wirkung, die von seiner starken Per. söniiehkeit ausgeht. V/ie oft hat er in seiner Praxis den Rat gegeben:„Machen Sie es wie ich, trinken Sie Kaffee Hag, er regt an aber nicht auf und schont Herl und Nerven. Mir ist dieser prächtige Bohnenkaffee ein unentbehrlicher Helfer geworden» für meine Patienten wie für mich." ® eitoffen Arndt täÄch onMgrcifen drohte. Als Genosse An�t ihn ad er in Seelenruhe ausforderte, feinen Drohungen die Tat folgen-u lassen, da mar ez plöhlich mit dem prahlerischen Mut vorbei und die flanke wippschaft, die sich slawischen um ihren streit- Haren Kämpen geschart liatte, zog sich kleinlaut aus chre Bänke zurück. Nach diesem für die Kommunisten höchst blamablen Bar- gang trat eine zeitweilige Ruhe ein, die eine ordnungsinäßige Weitersührung der Verhandlungen ermöglichte. Die obengenannte Borlage fand nach den Ausführungen des Genossen K ä m i n g, der darauf hinwies, dag der Austausch der Grundstücke für die c-tadt kein schlechtes Geschäft bedeute Annahm e. Eine andere Vorlage, die die Einstellung der Belieferung der Bezirksnerordneten mit einer kommunalen Leikschrist verlarigte, wurde abgelehnt. Die Auslosung der Wohnungsbeschwerdekommission u. a. erregte allgemeines Befremden. Genosse Bürgermeister Dr. S i g g e l ocr- sicherte jedoch, daß cr in anderer Form eine Beschwerdestelle ein- richten werde, die den Bedürfnissen der Wohnungsuchenden durch eine schnellere Erledigung ihrer Anträge besser Rechnung tragen soll ols die alte. Der folgende Test der Bersammlung mar reich an dramatischen Zwischenfällen. Die Auslösung des RFB. gab den Kommunisten Veranlassung zie langatmigen Berhorrlichungen ihres .einzigen" sowjctrufsischen Datcrlandes. Dabei kommt es nicht so genau darauf an, daß ein zweiter kommunistischer Redner gleich im Anschluß an den ersten auch ein.Deutsches" Vaterland pro- pagiert. Wenngleich es auch da mcht ganz so schön ist wie in Rußland, wo man Andersdenkende gleich an den Laterirenpfahl knüpft oder an die Wand stellt. Ein dreimaliges Rot-Front bekräftigte diese Worte. Die Versammlung quittierte diesen Gefühls- ausbruch mit einem mitleidigen Lächeln. Die Nichtbestätigung gewisser Mitglieder des Hauses zeigte eine nicht mehr wunder- zunchnicndc geschlossene Front der Kommunisten, Deutschnationalen und ihrer würdigen Freunde, der Nazis. Die Sparmaßnahmen des Magistrats nahmen schließlich den letzten Teil der Versammlung in Anspruch, ehe sie ausflog. � Schutz der Selbstverwaltung! 20. Dezirk— Reinickendorf. Die Bezirksversammlung sollte nach einem Antrage der Kom- niuniften einen Aeltestenausschuß erhalten, was aber ab- gelehnt wurde, lieber einen Antrag der bürgerlichen Fraktion, welcher die Belieferung der Schulen mit Milch von der kommunalen Stadtgüter G. m. b. H. entziehen und der privaten Wirtschast.zu- kommen lassen wollte, berichtete Genosse Koch über die Ansfchuß- beratungen. Es wurde seftgestellt, daß die privaten Firmen den Einbou der Wörmeapparate nicht übernehmen wollten, und daß bei einer chemischen Untersuchung die Milch der Stadtgüter G. m. b. H. weniger Keime enthielt, woraufhin der bürgerliche Antrag ab- gelehnt wurde. In der'Aussprache über die Aenderung der Verwaltung Berlins herrschte Einmütigkeit über die Ablehnung des Regierungsentwurfs. Genosse Kreut lein kennzeichnete die dadurch erfolgenSe Einschränkuirq der Selbstoerwoltung und wies darauf hin, daß gerade die Kommunisten durch ihr Verhalten be- Wenn Schmerzen....... Togal-Tabletten! 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Dabei machte Genosse Schäfer daraus aufmerksam, daß die BBG, das Verkehrswesen noch wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten müsse. Was soll die Berufsschule? Sin Lehrer über die Ziele inner Arbeit. NachstHbr'nÄe Schilderung entnehmen wir der ?flrfd)rxH eines jungen Berufss chullebrers. Bor mir sitzen 33 junge Leute einer Benissschulklasse, 15- bis 17jährig, olle feit zwei Iahren in demselben Berufe stehend, alle hafsimngsvoll. Sechs Stunden pro Woche sind sie hier. Ich soll sie „bilden",. soll in erster Linie ihre bereits vorhandenen Kenntnisse befestigen und erweitern, insbesondere aber ihnen dos sür ihre Be- russausübung notwendige Wissen vermitteln. Ich will ihren Blick aus der Enge der Werkstatt aber mich hinaus ins bunte, vislseitige Leben lenlcn, mit dem sie mit tausend Fäden verknüpft sind. Das lomplizierte Gefleckst der Interessengemeinschaft aller Stände gilt es aufzudecken vdcr wenigstens ahnen zu lassen. Die eigene Berufs- organssation, deren Sorgen und Ziele sollen diese jungen Arbeiter kennen lernen. Sie sollen sich bewußt werden, daß sie und ihre Berufsorganisation zulsmnmengehören, daß jedoch über ollen Sonder- Interessen dos Gesamtinteresse, das Wohl der Bolksgemein- s ch a f t ui»d des Staates stehen muh. Diese Klassengemeinschaft der 33 hier vereinigten jungen Leite will ich zu einer Arbeitsgemeinschaft formen, einem lebendigen Beispiel für größere Arbeitsgemeinschaften, denen jeder angehören wird. Diese 33 sollen sich daran gewöhnen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, eüiander behilflich zu sein und wahre Kameradschaft zu üben. Sie sollen begreifen, daß sie Pflichten ,}u ersüllen haben, daß es Rechte ohne Pflichten nicht geben kann, daß es Pflichten ohne Rechte nickst geben darf, daß Pflichtvergessen- heit nicht allein von persönlichem Nachteil ist, sondern meist auch andern schadet. Diese Ueberzengung gilt es zu tatkräftigem Wollen zu entfachen. Aufgeklärte und zuverlässige Arbeiter, treue Kameraden, opscrfreudige Berussgenossen, gute Staatsbürger, gute Wen- schcn sollen diese jungen Leute werden. Ein schönes, aber ein schwer erreichbares Ziel: mft der großen Zahl und in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeil kaum zu bewältigen. U. Bestätigung weiterer unbesoldeter Stadträte. Der Oberpräsident hat die Wahlen des Schläckstermeisters�Wil- Hilm N e g a, des Rektors Rudolf Zwölfer und des Stadt- Missionars Erich Hartman n zu unbesoldeten Mitgliedern des Bezirksamts Weißensee auf die gesetzliche Amtsdauer bestätigt. Die Wahl des Bauarbesters G a n f a u sowie des Drehers S ch r o d e k ist nickst bestätigt worden. Betriebsstörung auf der Stadtbahn. Gestern früh um 5.36 Uhr entgleiste von dem letzten Wagen eines elektrischen Zuges Spandau— Grünau zwischen den Stationen Warschauer Straße und Stralau-Rummels- bürg dos letzte Drehgestell. Personen lamcn nicht zu Schaden, doch entstand ewe zweistidtdige visterbstschkmz de« Derkehrs«ff dieser Strecke, da der entgleiste Wagen mit Winden eist wstdess in das Gleis eingehoben werden mußte. f Wozu ein Sondergeseh für Berlin? LondtagSabgeordneter Harnisch über die geplante Derwaltungsreform. In einer überfüllten Mitgliederversammlung der Sozürt. demokratischen Partei im Kreis Tiergarten sprach Land. tagsabgeordueter Hermann Harnisch in den Armioivs- hallen gegen den neuen Geseßentwurs Groß- Berlin. Die Sozia ldemokralie Hobe im Jahre 1920, so führte der Re'e» reist aus, die Zusammenlegung der einzelnen Städte und Gemeinde» zu der großen Einheitsgemeinde Groß-Berlin verlangt. Durch die einheitliche F i n a n z h o h e i t sei ein Ausgleich des reichnv» Westen mit den ärmeren Bezirken im Osten und Norden ermöglicht worden. Es muh zugegeben werden, daß zur Zcst in der Berwol- tungsorganisaiion Mängel bestehen. Auf vielen Gebieten gebe es heute Doppelverwoltungen. Diese Mißstände tönnt.-» jedoch auch nach dem heutigen Gesetz von Groß-Berlin beteitigt wenden, dazu sei ein neues Gesetz nicht notwendig. Bon den Befürwortern des Entwurfs sei betont worden, daß die Finanzwirt» s ch a f t, die Berlin getrieben habe, Anlaß zu dieser Borlage gewesen sei. Dabei habe er. der Referent, gefunden, daß von allen preußi- schen Städten nur Stettin einen geringeren Schuldendienst hat als Berlin. Eingehend besprach Harnisch die neue Vorlage und sprach sich dabei besonders gegen die beabsichtigte Machtstillung des Oberbürgermeisters aus Di« Kommunen seien wichtige Zellen des demotrotsschen Staates. Beseitige man in den Ur.zellen den dems- kratischen Gedanken und das Selbstverwaltungsrecht, so gesähr''< man den Aufbau des demokratischen Staates. In der sehr regen Diskussion wurde die Auffassung veriret.'n, daß mit aller Kraft gegen den Gesetzentwurf angekämpft werde» müsse.» Nach einer anseuernden Schlußanspiache des Dorsitzende» wurde eine Resolution angenommen, in der Einspruch gegen den Entwurf erhoben wird. Schokolade mit Radiumgehall. In dem Bestreben, der daseins- und orbeitsgeschwächten Menschheit mehr und mehr auf du Seine zu helfen, werden immer neue Msttel und Wege gesunden unsere Nahrung so inhaltsreich wie nur irgend möglich zu gestalten. So hat jetzt die Schokoladenfirmä Burkbraun' Kottbus, ihrem Fabrikat einen Rodiumgehalt beigegeben— sie nemst das neugeschaffene Produkt die Beriüngungsschotolade—, der dazu beitragen soll, den Nährwert der Schokolade sür unseren Organismus auch nach der ausbauenden, sekretergänzenden Seite zu vervollkomm. nen. Dieses durch deutsches Reichspateist geschützte Verfahren nennt den Berliner Chemiker Dr. Senftner als se.nen geistigen Beter: da keinerlei Benutzung irgendwelcher artfremder Zusätze erfolgt, v.-v- ändert die Schokolade notüclich keineswegs ihren Wohlgeschmack. Die Bindung des Radiums an die Schokodenmasse geschieht ohne jedwedes Hinzufügen irgendeines zur Schokoladenfabrikation bisher Nicht benutzten Stoffes. fftfi&laituraA« b» Bar? Sohn 91..®., 6honlT«ftt. 2»— 3«. Rur noch mcniae Wochen trennen uns vom Osteriest. Es ist daher seht allerhöchste Zeit. m die Erncucruna der STrühiahrsaardorohe»u denken. Leichtere, gcsund« Kleiduna verlancN der Frühling. Kausen Sic Ihre An�vqe und Mäntel da. wa Sie die Garantie haben, reelle Ware für ivenia®olh ju erhalten. Zaer Sooa hat den Winter henuht. um durch neue Modeschönfunaen den Kunden besonders iu dienen. 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