Morgenausgabe Sonniag W-q«.-!"»»P,. m->-«lich W»■ WWW. Auswärts 20 Vf. vn voraus zahlbar. Postbezug 4LZ M. M Ii K| Ml f/ Wt LA ü H BH JM(W1� -michli�iich«>P!g.P°ft,.iwng».-n» JMB K--M» H■ M M) M W H M M Hl f/ KW 72 PIg P°ftd-ll-llg°bü>ir.� Ausland». MML ih�WM H H H H H Hl H H H M) W H // ZHt•tn|»*ttte< gtonpamaejnl abonnemeiu fi,— SR. pto SKonat. ff»W H| MW WD DW— DM HH I mL. 10 RStennta. N-Nam- M» 5— WnAi ▼J9B| W» DU WD»W«W, WW lW W DW M„ZUitne«»zeige»' da«-t-gi *' BH II H■ WW�V HB WD dnickle Won 2S Pl-nni,, zilll v-r.«°n°sn.--Nchewl w°ch«ntZ� WD| H W W»».tla.dru«. I.d« k°i lich zw.im«I. S-nn-axs und Manlag. Wg|». Jgg�jZ' �DM') Hl\>/ W>» P«-»".- Sl.ll.ng.wch. da« einmal, di. Ad-ndau-gad«. sür S-rl,« WM!» HWV Z' WD Bort 1» Pi-nnig. j.d.« wnt-re Wa und im Handel mit dem Titel.Der(tTH 1" 10 Plennlg. Won. Od.. 1»»achftab« Rlb-nd". Jllustn«n. B.ilaa.n»Bolk ZttUMi-- � lid-nw. jm.i Wort. Hrb.ll.moi Esfe � HMNmcIMCMNMt � �ZZkM Äentvawesan der Gozjaldemoßratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag! Berlin SW 68. Lindenstraße Z Rartn/tHä-R-H/»!»«1 ft iS PoM-beckkonw Berlin L753S.- Banttomoi Bank vn«rbeitti.»naksiellt« �ernsvrecher: Dönbof» LSS— SS? lelearamm-Sdr So, ialdemoka« Berlin.»U§f und Beamten. Wallltr 65 Dt B n Ditc-Gel Devoliienkalie Lindenktr S. Regierung Brüning-Schiele Ohne feste Mehrheit— aber mit abenteuerlichen Plänen. Die Verhandlungen über die Regierungsbildung wurde« im Reichstag gegen 22 Uhr abends zum Ab- schlutz gebracht. Die Kabinettsliste, die Dr. Brüning am Sonntagvormittag dem Reichspräsidenten vor- legen wird, lautet: Reichskanzler: Dr. Brüning. Außenminister: Dr. C u r t i u s. Reichsfinanzminister: Dr. Moldenhauer. Reichswirtschaftsminister: Dietrich. Reichswehrminister: Groen er» Reichspostminister: Dr. S ch ä tz e l» Reichsverkehrsminister: von G u 6 r a r d. Reichsarbeitsmiaister: Dr. Stegerwald. Reichsministerium des Innern und Ministerium für hie besetzten Gebiete: Dr. W i r t h. Reichseruährungsminister: Schiele. Reichsjustizm inister: Dr. Vre dt» Minister ohne Portefeuille:*£ r e v i r a n u s. Die Möglichkeit von Aenderungcn im einzelnen ist»och gegebe«, da die Wirtschaftspartei vier Zentrumsminister für zuviel erklärt und die Zu- weisuug eines Portefeuilles an Treviranus fordert. Am späte» Abend des Sonnabend empfing Reichskanzler Brüning noch im Reichstag die Presse. Er beschränkte sich aber nur auf wenige Worte, da er nähere Mitteilungen noch nicht machen könne. Bis auf einzelne kleinere Punkte seien aber alle strittigen Fragen geklärt. Die Personalien der Minister ständen fest und die Liste werde am Sonntag dem Reichspräsidenten zur Ernennung des neuen Kabinetts vorgelegt. »« • Das Kabinett Brüning ist zustande gekommen. Sein Programm ist noch nicht bekannt, aber es wird inter- essant genug sein. Die Vermählung der Haltung der bisherigen Regierungsparteien in der Agrarfrage mit den hemmungs- losen Forderungen des Landbundes, der Ostpolitik, wie sie bisher Curtius geführt hat, mit den Schieleschen Ansichten und der bisherigen Handelsvertragspolitik mit der Forde- rung nach grundsätzlicher Wendung in der Handelspolitik— dreimal die Quadratur des Zirkels! Das Wesen dieser Regierung aber steht fest. Sie ist seit Wochen und Monaten in der Idee bereits vor- gebildet worden. Die Elemente, die sich nun zusammen- gefunden haben in einer Regierung, haben seit Monaten um die ideelle Grundlage einer solchen Bildung diskutiert, und nicht nur um die ideelle Grundlage! Herr Brüning hat mit Herrn Treviranus die konkrete Situation und die konkrete Gestaltung dieses Versuchs einer konservativen Re- gierung oorbesprochen. Die deutschnationalen ,�H a m b u rg e r Nachrichten" stellen fest, datz zwischen den bei der Re- gierung Brüning beteiligten Parteien schon wochenlang oerhandelt worden ist. Es ergibt sich daraus, daß die an dieser Vorbereitung be- teiligten Parteien in den Bemühungen um den Bestand der bisherigen Koalition höchstens noch die formale Loya- lität gewahrt haben, aber nicht mehr. Es wird verständlich, warum Rücksichtnahme auf die Volkspartei und Nichtverstehen der Stellung der Sozialdemokratie in der Frage der Arbeitslosenversicherung den letzten Verhandlungen die kritische Wendung gegeben haben. Der Führer des Zen- trums stand mit einem Bein in der bisherigen Koalition und mit dem anderen schon in der Koalition von heute! Man hat auf den Tag des Sturzes des Kabinetts Müller gewartet weil nicht die Große Koalition, sondern eine ganz anders geartet« politische Konzeption die Zielrichtung war! Eine politische Konzeption, die mit den demokratischen Grundgedanken der parlamentarischen Verfaflung sehr wenig m Emtlang zu bringen ist, und viel mehr den staatspolUisch ? reichlich unklaren Gedankengängen der Kreise nahe kommt, die sich heute volkskonservativ nennen. * Herr Treviranus hat gestern— zu einer Zeit, als er be- reits als Minister des Kabinetts Brüning in Aussicht genom- men war— in seinen„Volkskonservatioen Stim- men" diese Gedankengänge darlegen lassen: .Hier geht mehr vor sich, als einer der Regie- rungs Wechsel, wie sie das parlamentarisch« System nun ein- mal mit sich bringt. Wir Volkskonservatioen haben auf dies« Entscheidung gewartet, das ist oft genug gesagt worden, ja. wir haben manches getan, sie zum Nutzen des Vaterlandes gr beschleu- n i g« n. Wen» dieser Versuch scheitert, wenn die sicher zu er» warteude« Widerstände»uübcrwiudbar wer- den sollten, dann sind alle legalen Möglich- kette» zu einer Ordnung des deutsche» Lebens erschöpft, dann bleibt nur noch Chaos oder Diktatur. Das ist der Diu« dieser Stunde." Sie haben auf den Tag gewartet, und nun betreten sie den Weg zum Chaos, aus dem die Diktatur retten soll! Bei Herrn Treviranus ist so vollkommenes Unverständnis des Wesens des demotratisch-parlamentarischen Systems ent- schuldbar— bei einer Partei, die auf so reiche Erfahrung mit dem demotratisch-parlamentarischen System zurückblickt wie das Zentrum, wäre sie gänzlich unentschuldbar. Es sind nicht„alle legalen Möglichkeiten zu einer Ordnung des deutschen Lebens erschöpft", sie sind so wenig erschöpft, daß sie nicht einmal angewandt worden sind— es handelt sich nur darum, daß man ostenbar die legalen Mög- lichkeiten nicht anwenden will, sondern daß man Wege neben der Verfassung und aus der Per- fassungheraussucht! Das neue Kabinett Brüning bedarf zu seiner Amts- führung des Vertrauens des Reichstags. Zur politischen Wirksamkeit braucht es eine p a r l a m e n- tarische Mehrheit Woher sie nehmen? Herr Scholz hat auf dem Mannheimer Parteitag der Deutschen Volks- partei das Wort gesprochen: „Wer mit den DerhAtnissen rechnet, wie sie nun einmal sind, der muß zum mindesten zur Zeit feststellen, daß«inRegiereni gegen oder ohne die Sozialdemokratie auf die Dauer kaum möglich ist." Das neue Kabinett Brüning wird schr bald erfahren, daß diese Worte eine realpolitische Einsicht enthalten! Erhält die Regierung Brüning das Vertrauen des Reichstags nicht, weil sie gegen diese Einsicht gebildet ist, so müßte sie nach dem par- lamentarischen System abtreten. Will sie aber den Der- such machen, die Wendung gegen die Sozialdemokratie zu voll- ziehen, sich zu halten ohne die erforderliche Grundlage im Par- lament, so müßte sie den Boden des parlamentarischen Systems verlassen. Und es ist die offenbare Absicht eines Teils dieser neuen Regierungskoalition, diesen Schrittausdem System hinaus zu wagen, weil innerhalb des parla- mentarifchen Systems die Stellung der Sozialdemokratie im Bolk« wie im Parlament nicht außer Rechnung gestellt werden kann, weil die„legalen Möglichkeiten" an dieser politischen Tatsache nicht vorübergehen können! * Es heißt, daß dies Kabinett Brüning die Absicht habe, die Finanzgesetze m i t H i l f e d e s A r t i k e l s 4 8 auf dem Wege der Notverordnung in Kraft zu setzen. Es ist Mode geworden, daß Parteien und politische Gruppen nach dem Artikel 48 rufen, wenn sich Schwierigkeiten zeigen, die nicht mit dem Wesen des parlamentarischen Systems, sondern mit der Tat- fache zusammenhängen, daß man mangelnde Mehrheiten für konkrete Wünsche zu ersetzen sucht durch eine außerparlamenta- tische Diktatur. Der Artikel 48 setzt nicht ein übergeordnetes Stimmrecht des Reichspräsidenten gegenüber einer Reichs- tagsmehrheit Im positiven oder im negativen, er ist nicht«in Mittel, um die Wünsche einer Minderheitsgruppe gegen- über einer Mehrheit des Parlaments durchzusetzen! Und er ist erst recht nicht ein verfasiungsmäßiges Mittel, den Wünschen einer Gruppe Gesetzeskraft zu geben, wenn noch nicht einmal der Versuch gemacht worden ist, auf dem ordentlichen Wege der Gesetzgebung«ine Entscheidung herbeizuführen! Die Anwendung des Artikels 48 in solchem Sinne würde gegen den Sinn der Reichsverfasiung und des parlamenta- rischen Systems verstoßen! Für die Anwendung des Artikels 48 zur Inkraftsetzung der Finanzgesetze ist kein Wie Brüning Kampsansagen und i Deutschnaklonale Pressestelle: Herr.Vriimrig wird sich heute jagen müssen, daß er sich durch den Optimismus seines Freundes Treviranus bedenklich hat täuschen lassen. Di« Sehnsucht der Lambach- Gruppe nach Ministersesseln scheint überhaupt die treibende Krall für di« Vemühungen von Brüning gewesen zu sein. Dabei mockst es doch immerhin einen merkwürdigen Eindruck, wenn man vor ein paar Tagen noch den Doung-Plan aus das heftigst« be- kämpft und heut« schon bereit«st, in ein Kabinett zur Durch- führung desselben Poung-Planes einzutreten. Wem, Treviranus sogar bereit ist, das Außenministerium zu übernehmen, das für die Durchführung des Foung, Planes außenpolitisch verantwonlich ist, Brüning ist heut« in einer Sackgasse Mit Recht sagte ein Zentrumsabgeordneter:„Er hat sich durch di« Illusionen von Treviranus einfangen lasten." Für die veolschaakionalen gibt es gegenüber dieser Scheinlösung nur eins: Oppostilon. Da sich die Unzulänglichkeit des parlamentarischen Systems voll- kommen oerfahren hat. verlangt di« Opposition Neuwahlen, die zeigen sollen, wie das Bolk über die regierungsseitige Katastrophen- Politik der letzten zwei Jahre denkt „Der Ralioualsozlalist": Wir Nationalsozialisten erklären dem Bürgerdlockreglm« unerbittlichen, kompromißlosen Kampf. begrüßt wirb. In keiner wie immer gearteten Weis« kann die Regierung der Doung-Erfüllung auf unser« Neutralität oder gor Unterstützimg rechnen; wir stehen dem Kabinett Brüning ganz genau so feindlich gegenüber wie dem Kabinett Müller! Kampf dem Lürgerblock! Es lebe die sozialistische und nationalistische Revolution!! Mitteilung der wirtschaftsparlei: ... Für den Fall, daß eine Sammlung der bürgerlichen Parteien nicht zustande kommt, so daß die künftige Regierung mit einer zahlenmäßig ins Gewicht fallenden Opposition aus der Rechten rechnen mühte, hat sich die Wirtschastspartci volle Freiheit des Handelns vorbehalten Sie ist der Auf- fastung, daß di« Verantwortung für das Nichtzuftandekoimnen einer bürgerlichen Regierung und die damit verbundene weitere Hinaus- zögerung der Sanierung der Reichsfinonzen und der Hilfsinoß- nahmen für die Lantwirtschost und die Wirtschaft überhaupt die Parteien zu tragen hätten, die sich in dem Augenblick, wo die Möglichkeit der BUdung einer bürgerlichen Regierung vorhanden ist, dep LeraMwortung entziehen und damit für Staat und Gesamtwirtschaft eine in ihren Folge» unübersehbare Krise herbeiführen... Grundgeg«b«n. Der notwendigen Sanierung der Etats und Kassenverhältnisse des Reiches für das Jahr 1930 stehen auf dem normalen verfassungsmäßigen Wege der Gesetz- gebung keine unüberwindlichen Schwierigkeiten entgegen- Daß die notwendigen Gesetze nicht verabschiedet sind, liegt lediglich daran, daß sie mit nicht unmittelbar notwendigen Gesetzen verkoppelt worden sind. Die Schwierigkeiten und Hindernisse sind künstlich konstruiert worden.. Sie be? ziehen sich nicht auf den Etat von 1930, sondern aus den Etat von 1931, nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Zukunft Die Sozialdemokratie war bereit, die notwendigen Gesetze für das Etatsjahr 1930 zu oerabschieden. Die rechtzeitige Erledi- gung dieser Gesetze aber ist von der Seite vereitelt worden, die den Etat für 1930 mit dem Etat für 1931 untrennbar ver» binden wollte! Wir stellen mit aller Schärfe fest, daß die hartnäckige Hin- Wirkung auf- diese Verbindung der Zlusftuß von Absichten war, die sozialen Gewichte auf politischem lPege neuzu oerteilen. Der Artikel 48 ist nicht dazu da, um einen Ausweg aus den parlamentarischen Schwierigkeiten zu eröffnen, die ent- weder aus Ungeschick oder mit voller bewußter, gegen das System gerichteter Absicht künstlich geschaffen worden sind! Er ist noch viel weniger dazu da, um sozial« Ber» fchiebungen hervorzurufen, für die sich«in« Parlaments- Mehrheit nicht findet! Ist das nicht auch die Meinung de» neuen Derfassungs- Ministers Josef W i r t h? * Man sagt, Herr Brüning habe die Absicht, den Reichstag aufzulösen, wenn er keine Mehrheit findet. Welches Ziel soll die Auflösung erreichen? Die Chancen einer Neuwahl werden in der rechtsradikalen„Börsen- Zeitung" wie folgt erörtert: „Neuwahlen werden kein« erhebliche Derönde» r t» n g des parlamentarischen Bilde» bringen: in dem neuen Reichstag würde, nach StSrkung des Radikalismus link» und rechts, in 5cm Rest, die Sozialdemokratie noch stärker herrschen und die Mitte wieder zur Großen Koalition zwingen k ö n n e n, gerade wenn der Grund zur Auslösung die Unfähigkeit derjenigen nichtmarxistischen Politiker gewesen ist. die im entscheidenden Augenblick nicht den Mut fanden, Hemmungen zu überwinden, in die Bresche zu springen. oder den Wog frei zu wachen für Geeignete." Hier tritt das Drängen jener Kreise noch stärker hervor, die in dieser Situation den Weg aus derBerfassung heraus gehen wollen. Bei solchen Perspektiven aufzulösen würde nur di« Absicht enthüllen, Zeit zu gewinnen, um unter Ausschaltung des Parlaments, ohne parlamentarische Kon- trolle gegen den Sinn der Verfassung wirtschaften zu können! Die Sozialdemokratie ist gewiß, daß eine Auf- lvsung ihre Stellung im Parlament und im Volke nicht be- rlthren wurde— sie ist sicher, daß auch eine Neuwähl die politische KonsteÜation nicht ändern würde, die zu der real- volitischen Aeußerung des Herrn Scholz in Mannheim geführt hat. Eine andere Frage ist es, wie für die Schiele und Tteviranus hie Zählung ihrer Anhänger verlaufen würde— das heißt für die Kräfte, die der Diktatur gegen di« stärkste deutsche Partei zusteuern mächten. Es würde sehr interessant sein zu beobachten, wie stark diese Kräfte im Bolk« wurzeln, und wie die Partei aussehen würde, di« Herr Treoiranus in sechzig Tagen um sich sammeln würde! Wenn aber die Wahlen, wie zu erwarten, keine Reichs- iagsmehrheft ergeben würden, die bereit wäre, Indemnität für die Anwendung des Artikels 48 zu gewähren, was dann? Es genügt, diese Frage aufzuwerfen, um zu zeigen, in welchen gefährlichen Kurs jene politischen Konzeptionen hin- einführen, diö die ideelle Grundlag« dieser seltsam gemischten Regierung Brüning bilden! « Die Stellung der Sozialdemokratischen Partei zu dieser --Regierung ist klar oorgezeichnet— es ist die Stellung der entschiedenen Opposition. Die Sozialdemokratie wird vom ersten Tage an bestrebt sein, diese Regierung zu be- jeitigen. Herr Brüning wird von vornherein mit einer Opposition zu rechnen haben, die zahlenmäßig stärker ist als die in seinem Kabinett vertretenen Gruppen. Er wird gezwungen sein, eine Mehrheit nach rechts hin zu suchen. Mißlingt dieser Versuch, so muß den oerfassuugs- mäßigen Notwendigkeiten Raum gegeben werden und die Lösung der Krise innerhalb des parlamentarischen Systems gesucht werden. Das bedeutet, der stärksten Partei des Reichstags den Austrag zur Regierungsbildung und Ueberwindung der Krise zu geben. Vor allen Versuchen, nach dem Sturze des Kabinetts Brüning Wege neben der Berfasiung, außerhalb des parla- mentarischen Systems zu gehen, muß ein ernstes, eindring- liches Warnungssignal aufgerichtet werden! Die neuen Männer. Vr. Heinrich Brüning steht im 45. Lebensjehr. Er studierte an verschiedenen Universitäten, promoviert« ISIS und nahm dann bis 1918 am Krieg« teil. Cr erwarb sich di« beiden Eisernen Kreuz« und große Beliebtheit beim Reichspräsidenten. Nach dem Kriege übernahm er 1921 die Geschäftsführung des Deutschen Gewertschaftsbundee, der Anhänger des Zentrums und der Deutsch- nationalen in sich oereinigt. Von da her stammt lein« intim« Ver- binduna mit der Gruppe Lambach-Treviranus. Reichstagsabgeord- neter ist«r seit Mai 1924. er hat als solcher«in« weitgehende Lach- tunde auf dem Gebiete der Finanzen bekundet und sich alz loya'er Unterhändler g«z«igt. Seit Dezember vorigen Jahres ist er erster Vorsitzender der Zentrumsfroktion. Gotlsried Ircviranu», Kapitänleutnant o. D., steht erst im 49. Üebenssahr. Nach dem Krieg« studierte er Landwirt, wurde Direktor der Landwirtschaftskaminer in Lippe und 1924 deutsch- nationaler Reichstagsabgeordneter. Zeitweilig entschiedener Anhänger l)ugenbergs und Mitarbeiter seiner Zeitungen schloß er sich später der Lmnbach-Liiideiner-Gnipp« an. Er gilt als ein besonderer Liebling des Reichspräsidenten und die Bildung der neuen Negierung wird vielfach aus die persönliche Initiativ« zurück- 9 Jan pilsudski in« c Warschau. 30. Marz. lEigeabericht.) Ter Sejm hat heute tu uugeftörter Sitzung den Staatshaushalt verabschiedet. Gleich darauf hat Jan Pilsudski auf die Bilduug des Kabinetts verzichtet. Es wird vielfach angenommen, daß die Betrauung Ja« Pilsudskis nur ei« Scheiumauöver war. um die Schließung der Budgetsessio« abzuwarten und dann freie Hand zu bekomme«. Es ist deuu auch der Führer des Regierungsblocks. Oberst Slawe?» mit der Regieruugs» bilduug betraut worden. Das Kabinett Slawe? soll eine Regierung der starke« Hand sei«, das Parlament wird nun nach der Schließung der Sejmsesflou für lange Zeit nicht mehr zu Wort komme«. Im ueueu Kabinett sitzen all« Minister deS zurückgetretene» Kabinetts Bartels mit dem Obersten Prhstor. dem der Tes« das Mißtrauensvotum awsgesprocheu hatte. Justizminister ist wieder jener Car, der seinerzeit durch Verordnung die Unversetzbarkeit der Richter aufhob und dafür vom Sejm gestürzt wurde. Der Staatspräsident hat das Parlament auf unbe- stimmte Zeit vertagt! Nach der Schilderung der Persönlichkeit Jan Pilsudskis. die wir bei seiner Betrauung aus Warschau erhielten und veröffentlichten, liegt die Annahme nahe, daß er schnöde miß- braucht worden ist zu einem Betrug der Volksvertretung durch die Faschistenclique um den Marschall herum. Slawek hat sich seit Jahren als Krawallmacher und Schimpfer höheren Grades hervorgetan. Auch er hat eine bessere Jugend gehabt. Da war er ein Kämpfer gegen die zarische Fremdherrschaft, allerdings mit Terrormitteln. Eine Bombe, gsfühtt, die er beim Reichspräsidenten unternommen hat. Trevi- ranus ist ein sehr guter Radner und«in noch in der Entwicklung begrisfener Politiker. vikkor vredt. Doktor dreier Fakultäten, Professor für Staats- recht in Marburg, ist S1 Jahre alt. In, Jahr« tStl trat er als Freikonservativer in das Preußische Dreiklassenhaus ein, dem er bis zu dessen Ende angehörte. Im Krieg« wurde er als Ober- leutnant schwer verwundet. 1921 wurde er Führer der neuen Wirt- schastspartei. Er hat u. a. ein gutes Buch über den Reichstag wahrend des Weltkrieges geschrieben. Martin Schiele ist eigentlich kein neuer Mann. Der jetzt öOjährig« saß schon als Reichsinnenminister im Kabinett Luther, machte mit Vergnügen die Locarno-Politik mit. mußt« aber cm Herbst 1925 aus Fraktionsbcfehl aus der Regierung austreten. Dann war er im Bürgerblockkabinett Marx Eniährungsminister. Seck August 1928 ist er Vorsitzender des Reichsloirdbundes und damit einer der Führer der Grünen Front. In der deutschnationalen Reichstagzsrak- tion, aus her er setzt durch Niederlegung de« Manoat« ausscheiden will, galt er als der Antipode Huzenbergs. Cr ist«in. b e s o n- derer V« rt ra u e ns ma n n de s R« ichsp räsideniten v. Hittdenh urg._____ Aus Hugenbergs Lügenfabrik. Hellseher in der Preußenregierung? Der oll« ehrlich«„Lokal-Anzeiger" hat«in« Entdeckung gemacht: die Aufhebung de» Demonstrationsverbots in Preußen, so ver» kündet er, sei ein» Folg« de? Regierungsrutschs im Reich und de« Uebergangs der Sozialdemokratie in die Opposition. Hier di« abgefeimten Schliche, in die der Scharfsinn der Hugenbergling« hin- einleuchtet: Di« Sozialdemokratie braucht setzt die Freiheit für Versammlungen unter freiem Himmel und Um- züg«, und in dem gleichen Augenblick, wo st« diesem Ver- langen Ausdruck gibt, wird sie ihr auch pünktlich von Preußen her gewährt... Man sieht auch an diesem Beispiel wieder, wie vortresilich die Sozialdemokratie die Rollen zu verteilen versteht: Im Reich geht sie in dem Augenblick, da es ihr nütz- lich scheint, i» di« Opposition, und in Preußen ebnen ihr« an der Macht verbleibenden Genoffen dieser Opposition di« Weg«. Unter solchen Umstänüen soll dos Reich gedeihen? Di» Tendenz dieser Ausführungen ist ganz klar: sie sollen einer Uebertragung der Rechtsregierung auf Preußen die Wege ebnen. Nur hat die Rechnung einen Fehler: Bereits vor«ine Woche, am 22. März, teilten wir mit, daß Infolge der Annahm« des Republitschutzgesetzes die Aushebung des Demonstrationsvcrbots in Preußen in nächster Zeit beabsichtigt sei. Es müssen danach in der Preußenregierung Hellseher sitzen, die den Auseinanderfall des Kabinetts Müller bereits eine Woche, bevor er«intrat, genau vorausgewußt und daraufhin schon damals die Aufhebung de» Demonstrationsverbots angekündigt haben! Kommunisten stehlen(Sprenqstoff. Zwecks Vorbereitung ver Weitrevolution. Eschweiler. 29. März. Die polizeilichen Ermittlungen haben ergeben, bog von den am Mittwoch verhafteten drei Kommunisten der Stadtverordnete K o h U« n und der stüher« Angehörige des Rotfrontkämpserbundes Peter Ripphausen über«ingekomn«n waren, sich Sprengstofst zu besorgen, um bei einer in Kürz« zu erwartenden Revolution Waffen für den Kampf geg«n di« Polizei zu haben. Ripphausen. der aus der Grube Eschrreiler.Reserv« als Schlepper beschäftigt war. hat nach und nach durch Erbrechen von Munitionskisten Sprengftpff- Patronen, Sprengkapseln und Zündschnüre in größeren Mengen entwendet. Die gestohlen« Sp, engmunition haben dann beide in Blechbüchsen oerpackt und im nahen Probsteier Walde vergraben. Unter dem Druck der beigebrachten Beweis« legten bi« beiden Ver- hafteten ein umfassendes Geständnis ab Ein großer Teil d«r Sprengmunstion konnte wieder herbeigeschafft werden. Der dritte Derhaftete wurde wieder freigelassen, dagegen wurde gestern unter dem Verdacht der Mittälerschaft der kommunistisch« Stadt» verordnet« Adam Weber aus Eschweiler festgenommen und mit den beiden anderen Verhafteten dem Richter vorgeführt.• Der Ausruf de» jZarleioorstandes ist gestern in Berlln durch ein« Sonderausgabe des„B o r w ä r t»" in einer Auflage von mehreren Hunderttausend Exemplaren oerbreitet worden. ung in Polen! >- Slawek regiert! die anderen galt, verletzte ihn selbst so schwer, daß ihn die Gefängnisärzte aufgaben: das ermöglicht« feinen Kampf- genossen, ihn zu entfuhren. In Galizien, unter dem Schutz des Afylrechts, das Allösterreich den Bekämpfen! des Zarismus gewählte, genas er und wurde des ebenfalls dort leben- den Pllsudski engster Mitkämpfer. Als Letter der polttischen Abteilung im Kommando der polnischen Legion wurde Ela- wek verhaftet, als�der Konflikt mit den Zeniralmächten aus- brach, die nicht ein selbständiges, fondern nur ein nicht- russisches Polen wollten. Heute steht Slawek an der Spitze der aittiparlamenta- rischen Militärs und ihrer zivilen Nachläufer. Man wird bald sehen, wie er die verfassungsgemäß demokratische Re- publik verwatten wird. Gejmsitzung mit anschließender Prügelei Warschau, 29. MSftv Der Regiernngsblvck hat im Auftrag« der leitenden Stellen im letzten Augenblick sein« Taktck geändert und das Zustandekommen der Sejmsitzung nicht gehindert. So tonnte der Haushallsplan in einer halbstündigen Sitzung endgültig verabschiedet werden: es wurde die Scjnrfassung des Dispositions- und Propagandafonds des Außenminister» wiederhergestellt, der Fonds also um zwei Mil- klonen Zloty gekürzt. Eejmmorschall Daszinski schloß, dann Sitzung und Budgettagung, indem er den Abgeordneten die ftadi- tionellen Osterwünsche aussprach. Nach Beendigung der Sitzung entstand plötzlich ein mi vorgesehener Wortwechsel zwischen Abgeordneten des Regierungsblocks und einigen Nationaldemokraten, der bald in eine Prügelei aus- artete. Em Abgeordneter des Regierungsblocks versetzte hierbei einem Nationaldemokraten mit einem Gummischlauch einen Hieb. Nur mit Mühe getang es einigen besonneneten Abgeordneten, di« Rauslustigen zu trennen. Diktatur Frick. Volkspariei bat Bedenken.- Beamte protestieren- Sozial« demolraiie gehi an den Staatsgerichtshof. Das Ermächtigungsgesetz des Herrn Frick hat selbst bei der Deutschen Voltspartei in Thüringen schwere Bedenken hervorgerufen. Die Deutsche Vokkspattei hat ihre Zustimmung an die Erwartung geknüpft, daß das Gesetz „loyal und maßvoll" durchgeführt werde. Für-di« Art und Wcsie, wie Herr Frick sich„loyal und maßvoll" verhält, hat die Volks- Partei in Thüringen in der letzten Zell Beispiel« genug erlebt. Herr Frick ist in der schärfsten und provozierendsten Form gegen'oolls- parteiliche Beamte eingeschritten, seine Abbaumaßnahmen in größerem Ilmfange hoben in erster Linie höhere Ministerialbe-nw- betroffen, die der Deutschen Volkspartei angehören.. Der Zweck dieses Gesetzes, das von Herrn Frick mit aller Energie Mrafei! worden ist. ist offenbar, � Mr die Nätionalsozialisttsche Partei i d e Mögstchkell des' Eindringen, in die Thünnger V-rwiiltung lüizrSß- t«m Maßstab« zu schaffen. Herr Frick will den L«rwavunzsirmbau und den Beamtenobbou nicht um der Versinfachung der Verwaltung Millen, sondern um die personelle Zusammensetzung de» Derwal- tungsapparotes im nationalsozialistischen Sinne umzuändern. Das Gesetz, das mit nur drei Stimmen Mehrheu verabschiedet worden ist, trögt zweifellos verfassungsändernden Charakter. Der Dersuch, es mit drei Stimmen Mchrheit zu verkünden und in Kraft zu fetzen, ist der L«rfuch«ine« Staats- streiche» auf kaltem Wege. Li, einst die Reichsregierung mit Hilf« eine» Ermächtigungsgesetzes in der Periode der Stabilisierung zum Mittel des Beamtenabbaues griff, war es felbstoerständlich, dossein solches Gesetz verfassungsändernden Charakter trug, es wurde seiner- zeit auch mit versasstmgsändernder Mehrheit verabschiedet. Die Beamtenorganisationen in Thüringen protestieren laut gegen dieses Gesetz. Sie erklären, daß es gegen den Artikel 129 der Reichsoerfassung verstößt. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund hat seine Bedenken gegen dieses Gesetz m einer Eingabe. dem Reichsinnenmimsterium als dem Bersassungsministe- rium vorgetragen und gebeten, in eine Prüfung der Rechtslage einzutreten. Di« sozialdemokratische Landtagsfraktion hat bei der Verabschiedung de» Gesetzes ihren Widerspruch erhoben. Sie wird wegen der offentundigen Verletzung der Artikel S und 13 der Reichsverfassung, di« durch die Derkllndung de, nur mit einfacher Mehrheit angenommenen Gesetze» erfolgt, sowohl den Staats- gerichtshof für Thüringen al» auch den Staats- gerichtshvf für das Deutsch« Reich anrusen. Wieder io»tt des VRd<"ch'>"d-« itöorw'Wufifl In Aktion treten. Im Fälle jedoch, daß dies« Maßnahmen sich als vn- genügend erweisen sollten, ttete die Handlungsfreiheit hin- zu, die sich Frankreich im Haag ausbedungen hat. herrlot erwidert sofort, daß er.ssck'm Namen der vodikassoeialen Partei mit den Ausführungen des Ministerpräsidenten nicht ident'jizieren könne, denn es sei unmö<-lich. a'eiAer Zeit den Völkerbund in An- spruch zu nehmen und ssch Maßnahmen vorzubehalten, die. aus ti« allen Me.hoden der Divlomane zuriickgriffen und außerhalb des Rahmens des Völkerbundes spielten. Tardieu kam nun zur Frag« der Sanktionen: In dem Moment, da die poll- tiscke Schuld zu einer Handelsschuld verwand«!! wurde, erklärte er, müßten auch die politischen Sanktionen durch andere ersetzt wcrten. Der paUug plan hak die Reparalionskommission zum Tobe verurteilt. sie hat die Voraussetzung für die im Versaisser Artikel 420 vorge- sehenen Sanktunsmaßnahmen gebildet: verschwindet di« Repara- tionstommission. müssen auch diese verschwinden. Man muß für den wenn auch nur tbeoretisch-'n Fall einer Zoh'ungsverweiaerung Deutschlands neue Maßnahmen finden: das Festttellungsversahren durch den Haager Gerichishof. d!« Wi�drssellung der sra-nzö- fischen Handlungsfreiheit nach erfolgter Fcstssellung der deutschen Schulden. Durch die Feststellung dieses Verfahrens hätten sich aber die. mlänbtaermächl'' d-oranf.telkgeleat. alle tßre Kch->lte nnr im Rahmen der Völkerbunds- und der inieroalionale» ver- eiubaruugeu (Mgenbericht.) ll-um�wwhmen. Der Haager-Schfedsgerichtshof als VermMungs» war- außen-- � uritanz Lege.. im. Nahmen.. dgr.Gens er.Institutianen:� die H'ndlungs. freihell für Sanktionen wirtschaftlicher und finanzieller sRyiür,' fei gleichfalls auf d«, ob'gen Rahmen beschränkt. Ueberdie» Harb«'« es sich ja stet» nur um eine äußerst« Hypothese, dem, niemand glaub« heute daran, daß Deu-schland eines Tages wirklich sein« Ver- pflichtungen böswillig verletzen würde. „Niemand ist in feinen Anschauungen unsehlbor"— schloß der Mmistervrästdent. Frankreich ste*«" heu'e wie einst vor' Entscheidungen von außerordentlicher Trogweite und die» sei nicht mir vom nationalen Standpunkt, sondern für das gesamt« Leben Europas ein nicht zu unterschätzendes Resultat. Grumbach für die Sozialisten würdigte ausführlich die internationale V«- beut'' m, des Noung-Blanez-m», erttörte u. a.: es feien die•fW/'er Aerträge gewesen, die den Abschluß des deutsch-volnifchen Vertrages ermöglichten. Gegenüber der Haltung der Eläubi-er von 1319 fei ein ungeheurer Fortschritt ge an.— Her unterbrach Ta r- dieu. um zu bemerken, daß 1319 nicht Frankreich, sondern Eng- l a n d die«ndgüllig« Fixierung der deutschen Schulden oerhindert habe. Grumbach fährt fort, was die Jnternationla» Z-hLm�sbank betreff«, könne die einzige Garantie gooen die Möglichse't iöres Mißbrauch» ihres gewall'gen E'nf'usszs nur da'-in besteb'n, daß in allen europäischen Staaten Regrrunaen he�rsch-n di»"er Macht des intern-ttion-'le', Finanzkapitals nicht unter- morsen sind. Dß Räumung des Rbeinlandes sei im Iitteress« des europSis-ßen Friedens g�dez'i eine W'hllai des- aleichen die Tatsache, daß nach dem Boung-Vlan kein- and tc Zwanasmaßnahmen m-hr moal'ch seien als wirtschmtli*'« iirö finan-ielle. Wieder unterbricht Tardieu:., nur Maßnah neu im Rahmen des internationalen R?-Wes.. Di« Sozialisten werden iür den Nou''a.Nlan stimmen, e-k'ärte Grumbach, aber nicht der Remeruna znsseb«. särch«'» tat*-' Ir-ue aeqen ihre seit zeßn Iahren verfolgt' Ai'>'-n''ol!'-k. d?r Pa ni» Psan einmal raHsszl-rt so würden be SvL Nst'" �ren j n n? r- politischen Kampf gegen die Regiernug forisetzen. In der Abendsivung gab Tardie" o,n eine Anfrog- Leon Blums noch eine ErNäri'na über die Sankss-'n'sraae ab. A»-� da bekräftigt� tr die Interpretation Briands und die Außenpolitik der Linken. Tardieu saate: In dem vieluw'trUtenen«rtremen I-all daß. der H-i-ver Ge- richtsbof ein böswilliges V-rfchulden Dsiifl'blands feWelH, der Völkerbund jedoch efWber überbanpt nichts beschließt oder wir ungenügend« Maßnahmen Du-tschZands aeqevüber erire-ff, steht die Frage so. ob die franzöKi-b« R«a!er,-na ss'b au-t- dann immer noch durch den Kelloaa-Bakt aebunt-en füb't. UV-rmif ilt m erwidern, daß Frankreich lrj«rnrtlonale Verträa»..jZ.t einen Fetzen Papier hcdanM!. Mann Frankreich den Kelloar-Makt unterzeichnet hat.' so in der Deßerzeugung, die Sicherheit Frank- reich» damit nicht zu gefährden. i Frankreich wird sich anck weiterbin durch den kellogg- Pakl gebunden fühle». Am Schlüsse seiner Erklärung wurde der MimsterpräsidÄtt vom ganzen Hause, einschließlich der Linken, lebhaft akNamiert. Monarchistische tu�a�on. Part». 23. März.(Eigenbericht.) WÄtrend in der Kammer die Aoung-Debatte ablief, überflogen nachmittags zwei Flugzeuge das Palais Bourbon und warfen Flug- zettel der„Actio» Franxaise" gegen die Ratifikation des Zioung- Planes ab. Am Abend versuchten höchstens 200 Studenten der „Action Fron?ois«"— die Kammer zu stürmen. Die Polizei wies sie ohne Schwierigkeiten ab. Als die jugendlichen Helden sahen: daß man ihrem Unternehmen einen ernsthaften Widerstand entgegen- setzte, ergriffen sie so rasch die Flucht, daß es der Polizei nicht gelang, auch nur eine einzige Verhaftung vorzunehmen... Preßprozesse in Wien. Soz allsten als Angeklagte unv Kläger. Einstimmig freigesprochen hoben die Wiener Geschworeneu den ■ASdokteur des Wiener„Abend", nochdem er den Wahrheitsbeweis für schwere Korruption In der �ieimwehr Oester- reiche" erbracht hatte. Kläger war ein Oberst Reiß.— Der Redakteur der„Deutfchüsterreichischen Tageszeitung" wurde vom Schwurgericht zu 100 Schilling und den Kosten verurteilt, weil er dm Republikanischen Schutzbund unter Abdruck eines gefälschten„Befehls" beschuldigt hatte, das Morden in St. Lo- r e n z e n angestiftet zu haben. Abfälliger Kritik des„Abend' Universitätsprofessors Dr. Schmerz wegen Abtreibung führte zu einer gesetz vor dem Einzelrichter und Straf«! an der Verurteilung des Grazer durch das dortige Landesgericht An-klage nach dem neuen Preß- diesmal gab es 700 Schilling Sladkrakskämpfe in Jerusalem. Als Protest gegen die Eo .----- V,...?je Nennung eines Arabers zum Vizebürgermeister von Jerusalem find alle jüdischen Stadträte von ihren Posten zurückgetreten. Der Bürgermeister von Jerusalem, Nashashibi. gleichfalls ein Araber, ist als Mitglied dar arabischen Delegation noch London unterwegs. Aus der parket. Kampf gegen Ziückständigkeit. Im Märzheft der„Sozialistischen B i' d u n g" wendet sich Genosse Heinrich Schulz, Vorsitzender des Sozialistischen Kulturbundes, in einem Artikel„Die Zensur im Dolksstaat in entschiedener Weis« gegen die Uebcrreste obrigkeitlicher Zensur, die im jetzigen Dolksstaat erha ten geblieben sind. Die neue Novelle zum Lichtspielgesetz, die Praxis des Schund- und Schmutzgesetzes und vor allem die Konfiskation der Zeichnungen von George Gros, geben ihm Anlaß, für die Freiheit des künsterlischen Schaffens einzutreten, die von jeher programmatifcke Forderung der Sozialdemokratie ge- wesen ist.— In denrselben Heft behandelt H. Kaitz in einem Ar- tikel„Aus der Praxis des Rundfunksprechers" auf Grund mehr- jähriger Ersahrungen dm Passionsweg im Rundfunk, dem vor allem foziolistlsch« Sprecher ausgesetzt sind. Auch hier qilt es gegen Rückständigkeiten ZU kämpfen, die den kulturellen Aufstieg der Ar- beiterkässe hemmen.— lieber die' Problematik der Vildungsarbeit sehr eingehend A. G u r l a n d in einem Diskysstons- - Praxis der proletarischen Bildungsanbett". Wichtig ür die kommende Maifeier ist ein« Vortrogsdisposition von Seidel„Vierzig Jahre Maifeier, ebenso auch der Artikel von A. Kern„Vorschlage für die Maifeier", in dem Progromni- Vorschläge für die verschiodonartigsten Veranstaltungen am l. Mai gegeben werden.— Eine statistische Untersuchung von Maria Laew« Jbat Buchintevefi« der ffrtettflCflfen* leuchtet in ein Gebiet hinein, das zur Zeit eine besonder« Bedeutung erlangt hat In der»Sozialistischen Erziehung", der ständige» Beilage der„Sozialistischen Bildung", untersucht Anna Siem- s e n die Frag« des Berechtigungswesens und faßt zum Schluß die programmatischen Forderungen der Sozialdemokratie im Kampf gegen das Berechtigungswesen zusammen. Aus dem Märzheft der„Büch er warte" fei vor allem auf die Besprechung der arbeitswissenschafllichen und stoatswissenschast- lichm Literatur hingewiesen. Die sozialistische Partei Amerikas hat mit einer Rekrutie- rungskampogne begonnen, in deren Verlauf sie im Jahr« 1930 rund 30 000 neu« Mitglieder zu gewinnen hofft. Als Auf- takt zu diesem Werbungsseldzug werden in den nächsten Tagen 100 große Versammlungen in allen Teilen der USA. abgehalten werden._' (Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Verantwortlich Gr Politik'?r. Surt ffiajer: Wirtschaft.®.»Ilnqelhöfer: Geoerkschaltsbewegung. Z. Stein«»! iseullleton' St. Zolin Schitowo«: Lokale» und Zonitiacs iiri» flarftädt: Znzciacn: Td«locke: sämtlich in Berlin. Verlan: Vorwärto-Verlaa®. rn b. ß Berlin Druck: Vorwärts»Buchdruckrrc> und Lerlaasanltalt Paul Singer u. Co.. Berlin SM 68 Lindeultrake l Sic«»» 5 Beilaa«» und„llnterdaltuua und Willen' GKOSSEK OSTEK-VEKKMF DAME N K IE I DUNG BLUSE ous künstseidonew Cr€p« d* CWne. 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Und es sind sicher die Besten unter uns, die es immer mied er n ersuchen, die Grenze zwischen, sich und der nachfolgenden Generation zu oermisdien.— aber es sind nur sehr rmmige, denen es gelingt. Wir alle tragen, mit an den. Sünden und der Sdmld der Elfern, und Erzieher, die leidit sinnig das kostbare Vertrauen der Jugend, vergeudet und getäuscht haben. Die Jugend sucht nadi neuen Gesetzen ihres Seins, und roe.nn sie Rai braucht, so sucht sie ihn nicht hei uns. Viellrixhi nie mar die Kluft, zwischen den Generationen so grop, wie heute zwisdien uns Vorkrfegs menschen, und den. Jungen, die im Krieg, in der Inflation grofl geworden sind. Diese Jugend hat nur zu. sich selbst Vertrauen: Und wo sie nicht&>, den Bünden, die der W eltansdiauung des einzelnen entsprechen, Gemeinschaft gefunden hat, ist sie heute so einsam-, wie mahl nie eine Jugend mar. Darum mar es ein guter Gedanke, zu den. mancherlei Bcratungs- si eilen, die mir haben, eine Jugendbcratungssfellc zu schaffen, eine Stelle, in der Jugend zu Jugend spricht, in der Jugend der Jugend hilft. Lungens und Möbels untereinander. Jufl�üdberatunigsstell«... nvr von ihr nichts n>rih, kann sich olle? miigliche drunter vorstellen: Ein Büro der inneren Mission ober ein« Art von Borufoberotung mit amtlichem Charakter. Dazu liegt sie noch in der inneren Stadt in einem gaiK normalen Büro eines Rechtsanmalt s. Aber die IiLgeiWeratungsstelle ist keine Behörde! Wer's nicht weiß, wird's bald genug merken: Da stehen am Fenster ein halb« Dutzend jung» Menschen, zwei Mädel. vier Zungen», keiner ist über dreiundzmanzig Jahre alt. Am Tisch sitzen die Besucher: kommt«in neuer, so geht einer der Jungen oder ein Madel zu ihm, es gibt eine kurze Boroerhandlung, keiner braucht se'nen Namen zu nennen: Ist eines der anderen Zimmer frei und wird nicht schon in der Dorverl>mdlung festgestellt, dah hier der Rat eines Fachberaters notwendig ist, so ziehen sich beide zur ersten Aussprache zurück.?luch hier wird keine Ztamensnenmmg verlangt, bis der junge Mensch sechst einsieht, daß er hier beruhigt seinen Namen itenvten kann und daß olles, was er lsier spricht, durch ein« . Schweigepflicht" des Beraters geschützt ist, dic nur mit Zu- stimmung des Ratlirchendsn gebrachen wird. Fachberater sind ein Arzt und ein Rechtsanwalt: sie sind ständig anwesend, weiden ober mir aus Wunsch des HSfesuchenden zugezogen Soweit die Fäll« nicht unmutechor van den Büros aus weiter bearbeitet werden können, wird der Jugendliche mit einem Ausweis an einen in seiner Nähe wähnenden Berater weitergegeben, wahlgemerkt: Nicht„weiter- geschickt" in der neckischen Weis«, die bei unfern amtlichen Steven üblich ist. Zeder der iugeudllchen Berater kümmert sich weiter um sei« focziellen„Fälle", jeder Schritt zu Behörden, jede weiter« Bar- flggdlung mit Alchkitgebem oder Eltern wird gemeinsam überZegt. jede.flondreich>:rrg getan bei'noiwendigem Schriftverkehr mlt omt- l-chen Stellen usw. Was wolle» denn nun oll die jungen Menschen, die hier kommen? Ach, sie wollen alles: die Nöte der Jugend sind zahllos. 667 Jugendliche fanden im vergangenen Jahr den Weg zu dieser Stelle, 419 Jungen und 246 Mädchen. Fest jeder dieser Fälle erfordert« zw«! bis drei Rücksprachen, denn hier wird ja jeder Fall bis.zur wirklichen chilselerstung durchgearbeitet, es werden nicht nur„zuständige Stellen namhaft genrocht", wie dos bei andern Stellen leider meist üblich ist. Gewiß, kann in viellen Fällen, die hier her getragen werden, eine„Arntsstelle" nichts nützen, muß oftmals logar dann schaden, wenn sie sich streng nach dem Buchstaben ihrer Aiuoeisungen richtet: viel schlimmer aber ist die Wehrlosigkeit des Jugendlichen gegenüber der„Behörde", der er nur Nummer ist. Was wollten denn nun die 667 jungen Menschen hier? Die Statistik gibt darüber Auskunst. An erster Stelle stcht hier Be- russberaluug uad hilse bei Stellungssuche mit 142 Fällen, in 107 Fällen suchten sie Hilfe in Konflikten mit Eltern und Pflegern, an dritter Stelle erst stand die Se xu a lb e r a tu n g. Auch hier waren es nich: durchweg erotische Konflikte, die zur Sprache kamen, oftmals wurde gong allgemein Aufklärung verlangt— auch über die Fragen der.hwnvsexuolität und der Onanie—, die Frage nach oittikonzep- tionellen Mitteln spielte keine sehr große Rolle. Ostmals liegt den jungen Menschen nur daran, sich einmal mit ihresgleichen auszu- sprechen. Was sie wollen. Da sitze» sie: Ei» junger Musiker mlt seinem Geigenkasten im Arm. ein blonder, sechzehnjähriger Proletarierjung», ein Ehepaar mit einem SäuAing.— kindhast jung beide Eltern,«ine ältere Frau mit ihrer jugendlichen Begleiterin, unsicher und verschüchtert. als fei sie hier in Feindesland. Sie kommt wegen ihres Sohnes her, der sich an die Beratungsstelle gewendet hatte: und sonderbarer- weis« glauben fast alle Eltern, hier einer Verschwörung der Jugend gegenüberzustehen, dic mit de»„Alten" ebenso nichtachtend umspringt, als die es gemeinhin mit der Jugend tun: darum find die meisten Eltern ausgeregt oder eingeschüchtert, wenn plötzlich eine geschlossene Front der Jugend ihnen gegenübersteht. Was die Ratsuchenden von heute wollen, wepdc ich nicht erfahren, wohl aber, was die wollten, dic vor ihnen hier waren. Do kommt«in Juirge. der«ine sehr gute Stellung bekommen kann, wenn er ein gutes polizeiliches Führungszeugiris beibringt. Aber: vor drei Jahren zog er sich durch die Teilnahm« an einer politischen Dememstrotian eine Verurteilung wegen Landfriedrm?- bruches zu. Schlimm mag der Fall nicht gelogen haben, er bekam nur drei Monate Gefängnis und auch für die noch Bewährungsfrist. Das Gericht hatte ihm damals fest zugesagt, daß das Urteil nicht im Führungszeugnis vermerkt werden sollte, damit er keine Beritt-Schädigung zu befürchten hätte. Di« Polizei ober oenveigert die Bereinigung des Attestes! Ein sechzehnjähriger Jung« wird der Fürsorgeerziehung über- nneseu. aus Grund der Klatschereien einer mit seiner Mutter vor- feindeten, der Polizei als Quemlaittin bekannten Nachbarin: Der zuständige Beantte des Jugendamtes hatte einlach olle Angaben der Frau als wahr unterstellt— und im Gerichtsverlohrcn wurde er- wiesen, daß alle Angabe nder Frau eins« 6? aus der Luft gegriffen waren! Aus der Fürlorg« wurde der Junge nun entlassen, aber zur„Schutzausstcht" denselben Peamtcn unter-, stellt, der durch sein pflichrvergellenes Vorgehen die Unterbringung des Jungen in die Fürsorgeerziehung veroiilaßt hatte! Sein„Puch- ftabc" gehörte ja dahin, Ordnung muß sein bei einer Bohörde! Dah der Junge zu diesem„Fürsorger" kein Bertrauen hat, wird si'dem vernünftigen Menschen einleuchten und jeder Psychologe wird ein- sehen, was es für das Leben eines jungen Menschen bedeutet, Brandkatafirophe in Budapest. Drei Personen durch Rauchgase getötet. Budapest. 29. März. Zn einem vierstöckigen Wohnhaus an der Ecke der Rakoczy. st ratze und Zojephring brach am Sonnabend ein Feuer aus, dem in kurzer Zeit der größte Teil des D a ch st u h l s zum Opfer fiel. Eine riesige Menschenmenge Holle sich in der Umgebung des Hauses angesammelt, und ein großes Polizeiaufgebot halte viele Muhe, der anrückenden Feuerwehr Platz zu schasseit und ihr die Arbeit zu ermöglichen. Die Feuerwehr halte den Brand bald beschränkt. während der Läscharbcilen drangen einige Feuerwehr- lcule mit Gasmasleu aus den Bodev. wo sie drei Männer bewußtlos oussonden. Die Rettung sgescllschast konnte bei den Un- glücklichen nur noch den Tod feststellen. Dic Toten waren drei Z a st a l l a l c u r e. dic aus dem Boden an der elektrische» cichtleitunq gearbeitet hatten und durch Rauchgase vcrglstel wurden. Zn de« Meoschengcdräog« vor dem Hause wurde eine Frau so schwer verletzt, daß sie in ein Krankenhaus gebrocht werden mußte. solchem„Pfleger und Fürsorger" ausgeliefert zu sein— mir cm Jugendamt braucht davon nichts zu begreifen! Außerdem: Der Junge wurde durch dos Dcrsahre» aus seiner Lehrstelle heraus- gerissen, konnte nachher nicht wieder hereinkommen und nmß einen anderen Perus ergreisen, denn in seincr Branche ist derzeit Llrbcits- mangö!. Da stellt man selbst einen Lehrling mit noch so starkem Maltalent nicht«in... Dann kommt eine Geschieht«, die natürlich den großen Leuten komisch vorkommt: Ein Zugendlicher leidet sehe au Mitesspr» und Pusteln. Sie eittstellen ihn stark, der Junge leide: schwer an dam Bewußtsein, entstellt zu sein. Er schafft sich schließlich«in durchaus zweckmäßiges Bestralzlungsgerät an, um die verda.mutcn Pusteln wirfsam zu bekämpfen. Aber: der Pater zu Haus« verbietet chm, es zu benutzen— er will am Abend sein Radio hären, will nickst gestört sein! Welche Minderwertigkeitsgefühle durch die verständnislos« Haltung der Eltern, durch die kleinen„hannlosen" Spöttereien in der Familie diesem jungen Menschen ausgeladen werden, das versteht mir ein ebenso junger Mensch oder ein Seelenarzt. Ein junges, frisches, berufstätiges Mädel wird von ihren streng- gläubigen Eltern gezwungen, die Kirche zu besuchen— geschlagen, wenn es nicht geht. Sport wird für imfittQch erkört. Besuch von Kino und Theater ist verboten. Jeder noch so gute neu« Roman ist verboten: Sie hat sich an Bibel und Klassiker zu halten. Selbst die„Freundinnen" suchen die Eitern ihr au-4 Erst nach langwierigcn Verhandlungen mit einem der Fachberater dämmert den Eher», daß sie. durch diese„Erziehung" dos Leben der Tochter zerstören und sie gestatten ihr. sich(von ihrem eigenen Derdicirst!) ein Zimmer ici anderen Leuten zu ndsincä und ihr cigemLk Leben zu leben. Es kommt ein« Mutter mit der vierzchogsn halbjährigen Tochter. 'Das Mädel ist schwanger, will nicht sogen, von wem. Aber dem„großen Jungen"(sie wollte nicht mit: der weiblichen jugendlichen Beraterin sprechen) sagt sie den Naigcn bald. Daß ihn die Mutter erjährt, erlaubt sie nicht. Sie will nicht, daß er Schaden Hot! So kann man nur zusammen mit dem Bund für Mutterschutz dafür sorgen, daß die Entbindung diskret erfolgt, daß das Kind Adoptiveltern findet und, da auch der junge Pater zur Jugend- beratungsstelle kommt, ihm zu einer Arbeit verhelfen: Nun will er sich mit dem Mädel verleiben, so bald es ihr Pater erlaubt Der weiß heute noch nicht, daß er Großvater wurde, denn es ist sehr iraglich, ob er die Charakterstärke seiner Tochter gerecht würdigen könnte,.. So geht der Strom durch die Büros, so kommen sie mit allen Nöten, von allen Sesten: Unorganisiert« Jugend wohl zumeist, doch auch viele, die in irgendeiner Genteinschast der Jugendbewegung stehen, aber mit ihrer persönlichsten Not nicht zu ihren engeren Kameraden gehen wollen— und oftmals können die ja nichts helfen. Es ist das Verdienst Dr. Kurt Becks, die Organisationsjorm für diese Hilfe der Jugend für die Jugend gefunden zu haben: In seinem Büro mar die erste dieser Hilfsstellen. Nun arbeiten schon drei in Berlin: Am Mittwoch von 6 bis 8 Uhr die Zentrale m der Friedrichstraße.59/06, am Freitag von i j6 bis 7 Uhr die Stelle in der Georgcrrstraße 46a, II Treppen, und«m Montag von 6 bis 8 Udr die Beratungsstelle bei Herrn Dr. Bachrach in Eharlottenburg. Fritschestraße 6l. Poraussetzungslos wird hier jedem Jugendlichen, er mag kommen, woher er will, Hilfe gewährt, in allen Röten des Leibes und der Seele. FURs BILLIGE WOCHENEN Bankbettsteile «••(■■«ikltppbtr, alt «»„», fMtta_ »w.,.......... 11.25 Wochenendbett dapp«l<*r Spirtlbarfa«, t o« t m m«« 1:1>p p b«r, rium- «pireod.»liimlni«!».. dr«»rl,kt....... 10.50 Metall-Bettstelle "lt Z7agen mit Verdeck, Riemen- nUedertuchaimehitg. FedergesteM, ver- cefüttertes Verdeck, nick, Räder, m. Röcken- Riemen- Fe derge stall, klaope, iiefo OQ halle 2LQ erb medeme Form ww.öO Farbe»... �5�.50 Die Kleinen hängt man... Das Unglück am Ringhahnhof Schönhauser Allee 12 Einbrüche des„Rachigespensts". Oas Geständnis eines ehemaZigen Ringkämpfers. Jener von der Berliner Sensotlgnspress« faft romoirtisch »nrdichtet« Wohnunlg seinbrecher, der noch langer Verfolgung am Bahnhof Wedding gefaßt wurde und sich dei einem Sturz das Bein drach, ist gestern einem eingehenden Verhör unterzogen worden. Bisher hat er ein Teilgeständiris abgelegt und etwa 12 Wohnungseinbrüche zugegeben. Tatsächlich hat er nur nachts zwischen 2 und 3 Uhr gearbeitet und Wohnungen im Erdgeschoß und im ersten Stock bevorzugt. Der Erlös der Beute, den er in der Münzstraß« erhielt, erlaubte ihm nur, von der Hand in den Mund zu leben. Früher hat der Mann als Faust- un d Ringkämpfer in Vergnügungsparks sein Brot verdient. Nach- gewiesen sind ihm Einbrüche bei einein Rechtsanwatt in der Friedrich-Wilhelm-Straße S, wo er in das Schlafzimmer der Mutter des Anwalts eiirstkg und ein Kollier erbeutete. Durch ein offenes Küchenf«nster gelangt« er in die Wohnung eines Direktors in der Regensburger Straße 5 s, stahl dort Tafelsilber, sortierte es im Keller und oertaust««s am nächsten Tag«. Außer im Bayerischen Viertel hat er sein« Einbrüche in der Gegend der Kaiferalle«, des K u r f ü r st« n d a m m e s und feiner Seitenstraßen verübt. Verhaftungen auf dem,Nauernkongreß� Ausländer unter kommunistischer Führung. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: Anläßlich des vom 27. bis 29. März m Berlin tagenden sogenannten Internationalen Bauernkongresses, an dem fast ausschließlich Anhänger der kommunistischen Bewegung teilnahmen, nahm di« Ber- liner Polizei eine fremdenpolizeiliche Kontrolle vor. Unter den 145 Teilnehmern befanden sich 77 Ausländer, von denen 26 ohne ordnungsmäßige L c gi t i m a t i o n s p a p i« r e waren und höchstwahrscheinlich illegal die Grenze üb«r- schritten haben. Unter ihnen befinden sich: 17 Polen, 4 Tschechen, 1 Italiener. 1 Jugoslawe, 1 Litauer und 2 Russen. Die ohne Legitimation Betroffenen werden dem Schnellrichter vor- geführt werden. Auftveriler unter Betrugsverdacht. Um die rotgestempelten IVOO-MurMScheine. Vor dem Schössengcricht Schöncberg begann ein umfangreicher Lctrugsprozeh. der als Hintergrund den Auf. wertungskampf der.Reichsbankgläubiger�. d. i. der Vcsihcr von Vorkriegsgeld. hat. Die vetrugsanklage richtet sich gegen den früheren provinziallandtagsabgeordneten und Stadtverordneten Dr. Hans Beer und den Verlagsbuch- p Händler Fred S ch ä n d e l. Leide Angeklagten standen im Vordergrund der Aufwertungs- bewegung und sind durch ihre Angriffe und Prozesse gegen die Reichsbant und gegen den Reichsbonkpräsidentan Dr. Schacht wkderholt in die Oeffentlichkeit vorgetreten. Beer gründete 1925 einen»Landesverband Ostpreußen der Reichsbankgläubiger", der dann zu den»Vereinigten Reichsbankgläubigerverbänden Deutschlands" und schließlich zu dem»Jnkrnatioimlen Gläubigerverband der Reichsbant" erweitert wurde. Auch Schändel hatte«irre»In- ieressengepieinschaft der" Besitzer von Vortr-iegsgeld" gegründet und gab ein« Zeitschrift„Die Aufwertung" heraus. Be«r und Schändel vereinigten dann ihre Organisationen und entfalteten eine umfangreiche Propagandatätigkeit. Die vlitglicder mußten für die Anmeldung größerer Beträge von Vorkriegsgeld zum Zwecke der ver- buchung und der verjährungsunterbrechung eine Gebühr von 1,70 vi. zahlen. Nach der Anklage sind die Einnahnren der Per- bände sehr beträchtliche gewesen. Im November und Dezember 1927 betrugen sie«twa 14 999 M. und von Oktober 1927 bis Juni 1928 über 39999 M. Den Angeklagten wird Betrug vorgeworfen, weil sie den Mitgliedern vorgetäuscht hätten, daß eine Aufwertung der Reichsbanknoten unmittelbar bevorstehe. I» Inseraten soll versprochen worden sein, daß vom 1. Dez«mber 1927 an eine lllprozentige Aufwertung der allen Reichsbanknoten statt- finde. Von den Verbänden sind auch nach einem bestimmten Schlüssel über 9999 M. zur Auszahlung gelangt. Di« Anklage nimmt aber an, daß dies« Auszahlung nicht aus Gewinnen der Ee- Dieser Tage ging vor der Verkehrskammer des Schässen- gcrichls Berlin ZNilte in vloabil ein Prozeß zu Ende, in dessen Verlauf Zustände und Vorgänge bei der Reichsbahn zur Sprache gebracht wurden, an deren Aufklärung die OessenHichkeit ein großes Interesse ha». Vier Bahnbeamte, nämlich ein Lokomotivführer, ein Stellwerks- beamter, ein Bauinspektor und ein hilsshaizer, saßen auf der Anklagebank unter der Beschnldigunz, am 4. November 1928 am Bahnhof Schönhauser Allee den Zusammenstoß eines Arbeiterzuges mit einem Arbeitswagen veranlaßt und durch den dadurch hervorgerufenen Sturz eines Eisenträgers den Tod zweier Arbeiter fahrlässig verschuldet zu haben. Der Verlauf der Verhandlung ließ erkennen, daß teiiwsise Beamte auf der Anklagebank saßen, die eigentlich nicht dorchin gehörten. Daß aber an ihrer Statt einige Zeugen hatten angellagt werden miisien. Der Freispruch zweier angeklagter Beamten und das Unverteidigttassen mehrerer Zeugen bestätigte dies« Annahme. So«rfuhr man von oinem Reichsbahnrat, der als Zeuge auftrat, daß er zwar an der Unfallstell« verantwortlich zugegen war, daß er Meldungen entgegenahm und Maßnahmen duldet«, die den vier Angeklagten zur Last gelegt wurden. Ebenso gab em Reichsbahninspektor als Zeuge zu, daß er, entgegen seiner Befugnis, einen Befehl inhibiert habe, bei dessen Aussührung das Unglück sicherlich vermieden worden wäre. Wenn man dann erfährt, daß derselbe Reichsbahnrat, der zusammen mit dem Inspektor ver- aittworttich die Arbo'tsaussührung beaufsichtigte, derjenige gewesen ist, der im Austrag« der Reichsbahndirektion Berlin auch d i e sellschaften, sondern aus Mitgliedsbeiträgen stammten. Die Gründungen habe:, keinerlei Gewinne gehabt, sondern sind in- zwischen zusammengebrochen, da die Propaganda für die Answer- tnng und die vielen Beleidigungsprozess« sowie die Zivilprozesse gegen die Reichsbank große Summen verschlungen haben. Schließ- lich haben 22 Mitglieder der Verbände g«gen Beer und Schändel Betrugsanzeig« erstattet, weil sie sich durch Betröge von 1,79 M. bis 119 M. geschädigt sühl«n. Ln lehier©funöe. Oer Deutsche ESel vor dem elektrischen Stuhl gerettet. Der Gouverneur des Slaales Rem Jork, Roosevell, hat den zum Tode Verurkeillen deutschen Seltner Fred w. Edel zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Man wird di« Nachricht von der Begnadigung des deutschen Kellners Edel, wenn auch in letzter Stunde— die Hinrichtung war für Donnerstag, 23 Uhr, angesetzt—, mit einem. Gefühl der Er- leichtening und Genugtuung entgegennehmen. Die deutsche Oeffentlichkeit hat sich in den letzten Monaten eingehend mit dem Fall befaßt, das deutsche Generalkonsulat in New. Pork hat in der Sache inter- veniert, von' selten eines ÄUtofabrikanten wurden' der Detteidigung des zum Tode verurteilten deutschen Kellners Mittel zur Verfügung gestellt. Als'Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen' ist die Begnadigung zu verzeichnen. Fred W. Edel war auf Grund eines Indizienbeweises wegen Ermordung der Schau- spielerin Emely Harrington zum Tod« ver- urteilt worden. Diese Frau, die zu den New-Jorker Verbrecher- kreisen Beziehungen unterhielt, gehörte auch zu dem Bekanntenkreis« Etxls: in seinem Koffer fand man nach ihrer Ermordung— ihr Tod erfolgte im Badezimmer ihrer Wohnung— Kleidungsstücke. Juwelen und das Scheckbuch der Ermordeten. Edel erklärte, er habe die Sachen von der Harrington zur Aufbewahrung«rhalten, er be- teuerte seine Unschuld, man schenkte ihm keinen Glauben. Seine Hinrichtung sollte am 18. Dezember 1929 erfolgen. Auch hier wurde im letzten Augenblick ein dreiwöchiger Aufschub bewilligt. Ein An- trog auf Wiederausnahm« des Verfahrens wurde abgelehnt. In den, Begnadigungsbeschoid des Gouverneurs heißt es aber u. a., daß viele rätselhaften Tatsachen die Begnadigung mit veranlaßt hätten. bahnamtliche Untersuchung gesührt hat. auf die sich in erster Linie die Anklage stützt«, so versteht man, warum die Hauptverantwortllchen nicht mitangeklagt sind. Schwere Vorwürfe wunden der Reichsbahn gemacht wegen der unnötigen Befehlsteilung am Unglückstage, so daß die unter- geordneten Beamten nicht wußten, wessen Besthl« maßgebend waren. Einstimmig betund«ten weiterhin die sechs Sachverständigen, daß die maßgebenden Dienstbesehle unklar und mißoer st änd- l i ch waren. So wurde es dem angeklagten Lokomotivführer Bäck zum Verhängnis, daß er bei der Unglücksfahrt nicht einkalkuliert hatte, es könne plötzlich das Notsignal ertönen und sein Zug bei der dann erfolgenden Schnellbremsung ins Rutschen kommen: dafür erhielt er zwei Monate Gesängnis.— Der Stellwerksbeamte B i t t k a u muß mit vier Monaten Gefängnis dafür büßen, daß er den Schlüssel zur Weiche an den verkehrten Beamten und zur verkehrten Zeit herausgegeben hatte, obwohl weder di« Sachverständigen noch der Reichsbahnrot, der den Dienstbefehl für den Angeklagten unterschrieben hatte, zu sagen wußten, wann und wem er denn eigentlich nach diesem Beseht den Schlüssel hätte aus- händigen müssen.— Warum der Hilfsheizer S k i r a w s t i eigent- lich unter Anklage stand, konnte selbst der Staatsanwalt nicht an- geben, und so mußte ihn das Gericht auf Antrag des Staatsanwalts freisprechen mit der Begründung, daß er voll und ganz seine Pflicht getan habe.— Ebenso mußte der Bauinspektor Schreiber freigesprochen werden. Ihm wäre seine Dienstberaitschast über seinen Pflichtenkreis hinaus beinahe zum Verhängnis geworden. Das„Wagenfanaton'um" der Reichsbahn. Kürzlich fand in Ricderschäneweide die BesichU» gung de» mit den modernsten Mitteln der 7leuz«N ausge- statteten Reichsbahnausbesserungswcrkes stall. Das umfangreiche Werk dient ausschließlich zur Unter hal- tu ng der Fahrzeuge sür den elcktrischrn Betrieb der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahn. Es liegt in Niederschöneweide am. sogeiiam-.iei, Adlergestell, an der Eisenbahnstrecke nach Spindlersseld, van der auch di« Zusahrts- gleise zum Werk abzweigen. Den Hauptteil der Baulichkeiten nimmt die als ein Raum in fünf Hallen ausgeführte Werkstatt ein, die eine Brette von 199 Meter, und«ine Läng« von 182 Meter hat. Daran schließen sich die Verwaltungsgebäude, das Kesselhaus, Sonderwerk- stälten und die Betriebsbüros. Rechts vnd links vom Berwaltungs- gebäude sind im ersten Stockwerk schöne helle und gut eingerichtete Waschräum« untergebracht. Die Fahrzeuge werden«n d«m Wert einer gründlichen Kur unterzogen. Von der Wagenwaschhall« geht es fast wie am lausenden Band, nachdem der Wagen völlig zerlegt ist, in die Motoren-, Drehgestell- und Kleinteile-Werkstätten. Ttz- lich verlassen sechs völlig überholte Fahrzeuge das Werk. Die Kosten für eine Uedcrhotung betragen etwa 459U Mark. Die Gesamtzahl der jährlich in dem Reich-bahnausbesierungswerk überholten Wagen übersteigt weit die Zahl von 2999. Eine tragische Aufklärung hat das Verschwinden der Gattin des Arztes Dr. Tischbein aus Zcrpcn schleuse gefunden. Die Frau, die seit Freitag vormittag vermißt wurde,' wurde am Sonnabendnachmittag gegen 4 Uhr im Walde unweit des Ortes als Leiche gefunden. Sie hatte sich die Pulsadern geöffnet und war verblutet. „Das politisch« Plakat." Die Ausstellung der Plakatcntwürfe für die Sozialdemokratie im Buchgewerbesaal, Dreibundstr. 5 (Untergrundbahnhos Krnizberg), ist auch Sonntag von 19 bis 14 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Jeder Besucher stimmt über den besten Entwurf ab. Die Beisetzung der Aschenreste der Genossin Gertrud La» d a h l findet am Dienstag, 1. April, nachmittags 14 Uhr auf dem Friedhof in Baumschulenweg statt. Sandrups Aftenbladei, 19. Juni 1929: Fährmann Hansen erinnert sich!— Der Mann im sch warzen Mantel. Wenn wir am 17. schrieben, daß wir zwar warten, uns aber keineswegs gedulden wollten, so war da» nicht nur irgendeine Zeitungsphrase, sondern, wie unsere Leser heute erfahren werden, unser voller Ernst. Sändrups Aftenbladet hat auf eigene Faust Erkundigen- gen eingezogen. Vor allem wandten wir uns sofort an Fähr- mann Hansen. Unser Berichterstatter suchte den Mann auf seiner Fähre auf, wo er behaglich und, als wäre nie etwas in seiner Nähe geschehen, sein Pfeifchen rauchte. Ganz abge- sehen von der immerhin erstaunlichen Tatsache, daß Fähr- mann Madsen am Abend des 11. außer Gärtner Christensen ist— und heute ist der achte Tage seit dem Verschwinden der Ossipowna!— erfuhren wir aus diese Weise, daß Fähr- mann Madsen am bend des 11. außer Gärtner Christensen und dessen Tochter Ingrid, sowie der alten Frau Skoo aus der Möllergade noch einen gewissen Schriftsteller, dessen Name wir einstweilen noch nicht nennen wollen, ungefähr zwischen 8 und S Uhr nach dem Festland übergesetzt hat. Zwischen 11 und 12 Uhr, also kurz vor der Explosion von Aaresund, wurde Fährmann Hansen, der, wie er zugibt, nach ein paar Gläschen Wein eben im besten Schlummer lag, durch die Nachtklingel geweckt. Er setzte einen Mann im schwarzen Mantel mit hochgestelltem Kragen nach Lynö über. Fährmann 5)ansen machte sich nicht weiter die Mühe, den geheimnisvollen Spätling zu agnoszieren: allerdings fiel es ihm auf, daß der Mann nicht, wie es zu so nächtlicher Stunde natürlich gewesen wäre, die ahrstraße einschlug, sondern so rasch als möglich hinter dem bstgarten von Peter Andersens Haus zu enteilen suchte. Seine schwarze Gestalt verschwand zwischen den hellen Blüten. Wer war nun dieser Mann? Sollten wir auf einer falschen Spur fein, wenn wir ihn wohl oder übel mit den tragischen Ereignissen der gewissen Nacht in Verbindung bringen, so bitten wir ihn, sich sofort in unserer Redaktion zu melden. Wir werden uns gewiß auf das höflichste ent- schuldigen.. Für heute möchten wir unseren Lesern nur noch mit- teilen, daß, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, Frau Helene Delius nachmittags über eine Stunde lang auf der Polizeistation verweilte. Gar so unbesorgt scheint sie über das Verschwinden ihrer jungen Nickte denn dock nicht zu sein. Dagena Npheder(Feuilleton), Kopenhagen, 20 Juni 1929: Lynö. Von Birgit Hosting. Das liebe kleine Lynö, das sonst so abseits vom Trubel »er Wsltereignisse friedlich zwischen seinen Obstgärten zu chlummern scheint, ist plötzlich in aller Mund. Wer es je ge- ehen hat mit seinen schiinmernd weißen Häuschen, den stroh- gedeckten brummigen alten Bauernhöfen, dem lustigen Rauch- fang der Räucherei und der rosenumsponnenen kleinen Dorf- schul«, kann sich wohl beim besten Willen nicht vorstellen, daß dieser anmutige Gotteswinkel der Schauplatz düsterer, viel- leicht gar verbrecherischer Ereignisse sein könnte. � Ich selbst, ich kenne Lynö zu allen Jahreszeiten, in allen seinen Stimmungen. Verbindet mich doch jahrelange Freund- schaft mit unserer allverehrten Gesangsmeistenn Helene Delius, die sich eben dieses gesegnete Erdenplätzchen ausge- sucht hat, um ein kleines, im eleganten Weekendstil eingerich- tetes Häuschen für ihre Mußestunden aufzubauen. Wann immer mich der Lärm der Großstadt bis aufs äußerste er- schöpft und entnervt hat, so daß ein paar weiße Segel alles sind, was ich gerade noch sehen, und eine Schiffssirene alles ist. was ich noch hören kann, flüchte ich immer wieder in mein geliebtes Retiro, in die Villa Freya am Strande der Insel Lynö. Von ihrer mit den buntesten Batitkissen versehenen Glasveranda sieht man über das Meer hinaus hinter dem Jahrhunderte alten Buchenwald das graue Schieferdach von Schloß Aarejund. Wer Lust auf das Kino hat oder auf eine klein- Kaffeestunde mit illustrierten Zettungcn braucht nur mit dem winzigen Spielzeugdampfer ein halbe Stunde lang nach dem hübschen Sändrup hinüberzufahren, wo er alles findet, was sein Herz an städtischem Komfort begehrt, sogar einen Frisiersalon mit elektrischen Gesichtsmassage«». Aber auch an geistigen und edleren Genüssen fehlt es nicht. Dafür bürgt schon allein der Name D»lius. Sänger und Musiker aus aller Herren Länder zieht er an. Wenn die Sonne rot hinter goldenen Haferhügeln versinkt, schwingt sich immer wieder Richard Wagners göttlicher Feuerzauber durch die Lüfte. Und nicht selten beherbergt das gastliche Heim der Meisterin einen berühmten Namen der Oper, der sich bei ihr den letzten Schliff der Stimme holt. Ganz abgesehen davon sorgt aber auch die wegen ihres Luxus und Schönheitssinns bekannte Gräfin Ebba auf Schloß Aaresund und für gesellschaftliches Leben. Ich selbst hatte erst vorigen Sommer die Freude, von dem chinesischen Teesalon ihres zu so trauriger Berühmtheit gelangten Badehäuschens aus einem W-ttsegeln der Stadt Sändrup beiwohnen zu dürfen. Nun liegt die schöne Gräfin krank von den Auf- regungen der letzten Zeit auf ihrem Schlosse. Frau Delius Flügel ist versperrt, sie selbst irrt ratlos und ver, zweifelt zwischen Sändrup und Lynö hin und her, auf der Suche nach ihrer verschollenen kleinen Nichte. Ich sah das junge Mädchen nur ein einziges Mal, als ich vor wenigen Wochen einen kurzen Sonntagsbesuch auf Lynö abstattete, und ich muß sagen, den Liebreiz dieses dunkel- häutigen, seltsamen kleinen Persönchens werde ich wohl kaum je im Leben vergessen. Dabei hatte ich wenig Gelegenheit, sie zn sprechen, denn sie verschwand, kaum daß die Tafel auf- g-hoben war. aus dem Hause und schien mir überbaupt be- denklich verschlossen und nur allzu sehr mit etwas Bestimmtem beschäftigt zu sein, lind heute wirkt es wie eine Ahnung kommende? Schrecken, daß ich meine Freundin bat, sie möge nur ja ein Auge auf diese eigenwillige kleine Erscheinung haben, denn Marfa Ossipowna gehörte, ohne eigentlich schön zu fem, dazu waren ihre Augen zu sehr geschlitzt, ihr Mund 3ü groß, zu senem Frouentypus, der einen Mann bis zur Raserei reizen und zu allein, jawobl zu allem, bringen kann. Wer lebt sonst noch auf Lynö? Kleine Leute, die brav ihre Wochenarbeit verfeyen und Sonntags Landpartien in die Buchenwälder ttiachen oder mit ihren neuen und neuesten Fords die Küsten entlang fahren. Ein fröbliches Bölkchen, das jedem seine Freude läßt. Einer kennt den anderen. Nur einen einzigen Fremden gab es auf der Insel. Der allerdings erregte nicht geringes Aufsehen. (Fortsetzung folgt.) S) 1660 / 1910 1Q5P H«- /u� die, cJ*em/ diz Sie toas m dm �ui�ea Jakeeti cjehdlm hxßett- ikmivoraßhi vevdsmMmvyw tuiSeva daßstie�-Sie duxjßeM, es vmS e�uiö�&ofii, imMW vmiev'amJuß�aa UAiSem-dtvrAjciec- kedrslage, bÜJigftc Preise. KnrZBSVlart Anzohwag. 25 Btocf per Monat, S praz. Minsen. Täglich yeSffnet. s 2-Ziinmer- Wohnungen mit Scntraiheijurg, Dazmwasfez. fHeinfatotiort-Dfl Seeim, Mifeitz. Ziaritzatz« an Berltiter Wo hn- berechtigte zu vermieten. Beltchtiguvg: 2— 5 Uhr Sonntag, W-l Utir durch Betiv aller Henfel. >äeeftrabe. Hau, WobomigiliaQgeselluliattüofraüir GemelBnOtrlgB Alrt.-O« Berlin W35, Potsdamer Straße III. 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Die Rundfunkindustrie, der jüngste �jmeig der schWachstromiechnischcn Fabrikation.!>at sich in wenigen Sohren so entwickeln tonnen, daß sie schon seit einigen Jahren i'insäge verzeichnet, die in Deutschland Hunderte von M i I H o n e n- und in den Vereinigten Staaten sogar <• 1 n i g e Milliarden Mark betragen. Waren die Absatz, nög- lichkeiten gewaltig, so erfolgte doch offenbar die Produktionsaus- dehnunz in noch) schnellörein Tempo als die Nachfrage. Schon ge- lrgentlich der letzten Fuukausstellung im Herbst 11)23 schien es, als ob sich die Ruichfunksirmen, veranlaßt durch die große Marktoffen- sioe des Philips-Krmzerns, hinsichtlich der Produktion etwas zu optimistisch entwickelten. Im Januar 1930 entschloß sich eine Anzahl führender deutscher Firmen, die Brutto-Perkousspreiso für bestimmte Typen, vorwiegend allerdings ältere, mit sofortiger Wir- kung um 20 bis 30 Proz. herabzusetzen. Die Enkwicklung des Rundfunkbcdarfs. Anfang 132S gab es in Deutschland 549 000 angemeldet« Rundfunkteilnehmer: Anlang IlrZS waren jedoch 2 und Ansang 1330 sogar 3 Milliouenüberschritten. Hai sich in Deutsch- land, wie dies« Johlen zeigen, innerhalb von iüns Jahren die Absatzmöglichkeit für Rundfunkgerät etwa versechsfacht, so war dies in andern Läilllern ebenso der Fall. Innerhalb dieser Entwicklung«st«in« zweit« Tendenz festzustellen: eine allmählich« Abwanderung vom Detektor zum Röhrenapparat, vom billigen zum teureren Lautsprecher, vom batterieoersorgten Apparat zum Netzanschlußgerät. Verglichen beispielsweise mit den Vereinigten Staaten ist die Entwicklung in Deutschland noch innner stark zurückgeblieben. So kamen z. V. im Jahr« 1923 in Teutschland aus je 1000 Einwohner nur 39 Empfangsgeräte, in den Vereinigten Staaten aber 84, in England 55, in Schweden 61, abgesehen davon, daß im Ausland im Durchschnitt viel teurere Apparate als in Deutschland rerwendet werden. So betrug z. B. in Amerika der Durchschnitts- preis eines Rundfunkapparates über 500 Mark. Während die Produktion überall im vorherigen Tempo weiter- nwchs, zeigte sich besonders in Deutschland beim Bedarf eine all- mähliche Be rla n g samu n g des Wachsens, sowohl in der Zahl der Rundfunklhrer überhaupt, als auch in den, erwähnten liebergang zu kostspieligeren Geräten. Hierbei wirkt sich natürlich die allgemeine wirtschaftliche Depression auch aus, vor allem aber die cuzen Grenzen, die der Schicht wirklich kaufkräftiger Kreise gezogen sind. Di« Monapolstellung der wichtigsten Patent- iithaber bewirkte insbesondere auf einigen Spezialgebieten(Röhren), daß die Preise im Verhältnis zu den Herstellungskosten und der Kaufkraft des Publikums als übermäßig hoch zu bezeichnen finix Entwicklung der Rundfunkproduktion und des Absahes. Nach Zlngaben Prof. Dr. W a g e m a n n s, des Präsidenten des Statistischen Rcichsamts, betrug 1928 der Wert der deutschen Rundfunkproduktion etwa 110 Millionen Mark, der Wert der Ilm- s ä tz e des Einzelhandels und der Installationen etwa 175 Millionen Mark. Seitdem sind die Ziffern ganz erheblich weiter gestiegen. Ein großer Teil der deutschen Produktion geht ins Ausland. Der Ausfuhrposten„Drahtlose Telegraph« und Deleplirmie", heute größtenteils Rundfunkgerät, zeigt folgende Entwicklung: 1925.......... 32,3 Millionen Mark 1926.......... 35,9 1927 42,0„„ 1928.......... 49V 1929......... 61,3 Innerhalb von fünf Jahren ist hier also eine Verdoppe- lung eingetreten. Andere Länder zeigen teilweise einen noch viel stärkeren Aussiihraus|chwui,g. Bei den Niederlanden stieg z. B. der entsprechende Posten von IV Millionen Mark 1925 auf 38,5 Millionen Mark 1928: 1929 betrug er nicht weniger als 136 Millionen Mark. Das ist der neunzigfache Stand gegenüber 1925! Bei den Vereinigten Staaten, wo die Rundfunk- indnstrie die verhältnismäßig längste Entwicklung hinter sich hat, war die Slusfnhrsteigerung nicht so stark. Sie hob sich von rimd 42 Millionen Mark 1925 auf 51 Millionen Mark 1928 und auf über 97 Millionen Mark 1929. Die verhältnismäßige Steigerung der amerikanischen Radioaussuhr war aber in der Zeit von 1925 bis 1929 noch stärker als bei der deutschen. Während aber die deutsche Radioausfuhr, gemessen an der Pro- duk'ion, etwa zwei Fünftel beträgt, macht die amerikanische, gemessen an der Produktion der Vereinigten Staaten, noch nicht einmal 3 Proz. aus! Im Jahre 1929 belicf sich nämlich der Produklions- werk der amerikanischen Rundsunkinduskric aus nicht weniger als 805,3 Millionen Dollar, dos sind 3382 Millionen Mark! Die Zahl der in den Vereinigten Staaten abgesetzten gewöhnlichen Empfangs- gerate stieg van 3,2 Millionen 1928 auf 3,9 Millionen 1929. Hierzu kamen noch 218000 Empfangsapparate, die mit Sprechapparaten verbunden waren. Allein der Wert dieser insgesamt 4.l2 Mil- lionen Empfangsgeräte belies sich auf 549.8 Millionen Dollar, d. h. mehr als 2,3 Milliarden Mark, so daß im Durch- schnitt für«in(Empfangsgerät nickst weniger als 550 Mark ans- 'ev-ben wurden. Hierzu kamen dann noch andere Materialien, so z. B. 71 Millionen Radioröhren im Wert von 177,5 Millionen Dollar(fast 750 Millionen Mark). Pakcnkkämpfe und Rlonopolverkräge im Dcltmarktkampf. Die genannten Ausst/hrztffcrn deuten den allmälstich schärfer werdenden Kamps der Fimkindustrie der wichtigsten Länder um den Weltmarkt an: die Fortsetzung dieser Ansnchrerpanfion ist natürlich für diejenigen Länder, die wie Deutschland oder Holland einen großen Teil ihrer Produktion exportieren, wichtiger als etwa für die Vereinigten Staaten. In Deutschland selbst hat sich die Wettbewerbslage ebenfalls verschärft, zunächst weniger infolge des ausländischen Eindringens als infolge einer verschiadent- lich stärkeren Konkurrenz der deutschen Radiofirmen untereinander. Hinsichtlich der internationalen Lage sind Patent- und Jnteressenabgrenzungsverträge wichtig, die 1920 zwischen Tele- funken- Gesellschaft(Dmi/schland), der Radio Corporation of America(Vereinigte Staaten), der Marconis Wireleß Telegraph Ltd.(England) und der S o c i ö t c Francatsc Radio-Electrique abgeschlossen wurden: auch zwischen der Telesunken-Gesellschast und dem holländischen Philips- Konzern taut ei» Vertrag zustande, wonach sich Philips die Nieder- lande, die Teiefunken-Gesellschaft Deutschland als ausschließliches Absatzgebiet sicherten, mährend sie natürlich auf allen anderen Märkten in stärkstem Konkurrenzkampf einander gegenüberstehen. Trotz dieser Abmachung machte die P h i l i p s- G e s e l l s ch a s t mehrmals Anstrengungen, in den deutschen Markt einzudringen. So erwarb sie die Radioröhrenfabrik in Hamburg vorm. Müller, blieb aber hierbei an eine bestimmte Quote gebunden, die dies« Finna wie alle anderen die Tcleiunkem Patente benutzenden Gesellschassen vertraglich einzuhalten gezwungen ist. Der Kampf Lorenz-Philips— Telefunken. Ein viel wichtigerer Schritt war das Eindringen in die C. Lorenz A.°®. Gegen eine Beteiligung der Philips-Gesell- schaft am Aktienkapital von Lorenz, deren Höhe der Oessentlichkeit nicht bekannt ist, verpflichtete sich' die deutsche Firma zu bestimmten Lieferungen. Es handelte sich vor allem um die Benutzung der Lorenzschen Röhrenpatente, an der Lorenz natürlich wegei» der damit verbundenen Ausdehnung seiner Umsätze viel ge- legen war. Alle vorher von Lorenz in dieser Hinsicht allein oder mit der Osram-Gesellschaft gemachten Versuche waren nicht günstig oerlaufen. Das hier sich entwickelnde Lorenz-Philipsjche Rundfunkgeschäft florierte sehr bald, doch betrachtete die Telefunken-Gesell- schaft ihre Verträge mit Lorenz und Philips als u nzangen und ging gerichllich vor. Die Entscheidung war so salomonisch weis», daß jeder Teil sie verschieden auslegte. Nach Meinung der Telefunken- Gesellschaft war der Lorenz-Gesellschaft die weitere Belieferung der Deutschen Philips-Gesellschast(deutsche Filiale des holländischen Konzerns) untersagt: als Lorenz eine Gegenerklärung abgab, er- klärte Telefunken den Vertrag mit Lorenz für aufgehoben. Mit einer neuen Gegenerklärung der Lorenz A.-G. und der Deutschen Philips- Gesellschaft ist das Kapitel dieses Kampfes für die Oessentlichkeit zunächst geschlossen. Aür die Verbraucher aber kaum ellvas zu hoffen. Offenbar hallen es beide Parteien für gegeben, die Meinungs- Verschiedenheiten nicht in Form offenen Wettbewerbs, d. h. zu- g nnstcn der Verbraucher, sondern in direkten neuen Per- Handlungen zu regeln. Hierbei mag mirsprechen, daß in wenigen Jahren wichtige deutsche Patente sowieso ablaufen, und daß die jetzige patentrechtliche Monopalstellung der Te'eiunkcn-Geiellschafl (die von Siemen- u. Holste und von der AEG. beherrscht wird) nur daim in anderer Form aufrechterhallen werden kann, wenn sie mit den Radiogroßproduzenten des Auslands eine gemein- same Front gegenüber den tleineren selbständigen Firmen schließt. Internationale Berührungspunkte gibt es genügend, so B. die gemeinsame Beteiligung der amerikanischen General Electric sowohl bei der AEG. als auch bei Philips oder das internationale Glühlampenkartell, dem die O s r a m(hinter der Siemens. AEG. und Generat Electvic stehen) sowie Philips an- gehören. Uebrigens ist auch die erwähnt« Radio Eorp. of America eine Einhellsgesellschaft, hinter der die General Electric Co. und die Westinghouse Electric and Manufacturing Co. stehen. Die Rundfunkhörer sollten sich also keinen Illusionen hingeben, daß ohne ihr Zutun z. B. die Preise der Apparat« wesentlich sinken werden, sei es wegen des Patent- triegs oder der allgemein sich verschärfenden Marktlage. Es ist vielmehr wahrscheinlicher, daß ein osseuer, die Preise senkender Weklbewcrb auch weiterhin vermieden bleibt. Sollte es aber nicht möglich sein, daß von Berbraucherorganisationcn ans einmal ein wirklicher Wettbewerb entwickelt wird?— Ii. Berliner Stadlische Wasserwerke. Die Gewinn- und Verluflrcchnung der Berliner Städkischc Wasserwerke A.-G., Berlin, schließt mit 26.46(Vorjahr 22.50) Millionen Mark ab. Nach Abzug der Betriebskosten, der Verzinsung für die Anleihen und Kredite, der Abschreibungen von 4,99(4V1) und der Skcueru und Abgabe« sowie der Ruhegehälter verbleibt ein ll e b e r s ch u ß von rund 9 Millionen Mark, von dem rund 4 Millionen Mark an die Kämmercikasse abgeführt werden, während der Rest zur Datierung der Werkerhalkungskovte« und der Fonds verwendet wird. Aus dem Geschasksberichk geht hervor, daß der Wasser» verbrauch im Zahre 1929 um 18,4 Proz. gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Die höchste Tagesförderung betrug 868 666 Kubikmeter oder 231 Liter je Kopf der versorgten Bevölkerung. Der Durch- schuittsverbrauch je Kops und Tag stellte sich auf 148 Liler. Durch Erweiterung der werke ist deren Gcsaintleistungifähig- keit auf 956 666 Kubikmeter je Tag. entsprechend einer jährlichen Fördermenae von 226 Millionen Kubikmeter gesteigert worden. Oie Gparkassenauswertung in Preußen. Quoteuerßöhuna auf 20 Prozent? Die Aufwertung der preußischen Sparkassen war bisher ganz allgemein durch eine Verordnung auf einen Satz von 15 Proz. festgelegt worden. Es war bei dieser Regelung vorgesehen, daß die einzelnen Kassen, die eine weitaus höher« Aufwertung wohl hätten möglich machen können, ihre llcbcrfchüffe an«inen Fonds beim preußischen Innenministerium abzuliefern hatten, der zur Auf- iüllung der Aufwertungssummen bei schwachen Sparkassen bestimmt war. Die nicht vereinzelt dastehende Tatsache einer Aufwertung der früheren Spareinlagen von 50 Proz. und darüber hinaus bei irichtpreiißischen Sparkassen hat jetzt auch di« Frage entstehen lassen, ob die Zlufwertungsquoten bei den preußischen Sparkassen nicht gleichfalls herausgesetzt werden können. Wie wir hören, ist vom Preußischen Landtag bereits«ine Kommission mit der Untersuchung beauftragt, ob die Erhöhung der Quote über 15 Proz. hinaus gleichmäßig in ganz Preußen, in einzelnen Provinzen oder individuell bei einzelnen Sparkassen erfolgen soll. Eine Stadt demonstriert gegen Amerika Wegen der amerikanischen Zollerhöhung. Am Freitag fanden in Calais eindrucksvolle Kundgebungen von Angehörigen der Spitzenindustrie gegen die neue amerikanisch« Zollerhöhung statt. Alle Läden und Banken waren geschlossen. 20 000 Personen, an ihrer Spitz« der Bürgermeister, der Gemeinderat, die Handelskammer und die Vertreter von 28 Arbeiterverbimden nahmen an den Kund- gedungen teil. Rückgabe von Aktien aus deutschem Besitz. Räch einer aus Washington eingeiroffenen Meldung ist der seit mehreren Jahren schwebende Rechtsstreit zwischen der a m e r i- tonischen und der englischen Regierung bezüglich der Rückgabe beschlagnahmter, ehemals Deutschen gehörenden Aktien beigelegt worden. Den deutschen Besitzern werden Aktien im Werte von 5 0 Millionen Mark z n r'ü ck« r st a t t« t werden. Aus Grund des Abkommens zahlt'Amerika die Kosten des Rechts- streits in Höhe von 1 Million Mark, während England Aktien im Werte von 68 Millionen Mark an Amerika zurückgibt. Amerika leistet also zunächst die bekannt« 80prozentige Abschlagszahlung. Ihr Weg zur Erholung kann Ihnen Ärger bringen, wenn Reifenpannen Sie zu einem unangenehmen Aufenthalt zwingen. Schnelles und müheloses Fahren ist Ihnen sicher bei Verwendung von Fahrrad- und Kraftradreifen Belieferung nur durch Händler, Reform des Aktienrechts. Die Stellungnahme des AOGS und AtA-Bundes. Der Ruf nach einer Reform des durchaus veralteten Aktien- rechtes ist in den letzten Jahren zu einer wirtschaftspolitischen Kampfparole geworden. Während auch im bürgerlichen Lager die Reformoorschläge noch heftig umstritten waren, hat das Neichsjustiz- Ministerium bereits vor etwa einem Jahre Fragebogen, die nicht »veniger als 720 Einzelfragen enthielten, an die führenden Wirt- fchaftsorganifatianen zur Stellungnahme gesandt. Jetzt liegt die Antwort der beiden gewerkschaftlichen Spitzen- verbände, des ADGB. und des AfA-Bundes vor. Der Grunid- gedonke der Gewerkschaften boi der Beurteilung der Reform des Aktienrechtes ist, daß die großen Unternehmungen, die in Deutsch- land fast ausschließliä) in der Form der Aktien gesell- s ch a f t bestehen, im Laufe der Entwicklung derart an Umfang und dem entsprechend an wirtschaftlicher Machtstellung gewonnen haben, daß sich ihr Schicksal nicht mehr von dem des gesamten Volkes trennen läßt. Hieraus ergebe sich zunächst, daß die eigenen Interessen der Aktionär« aktienrechtlich hinter dem Wohl des Unternehmens zurückzutreten hätten. Es sei dabei natürlich nicht an«ine Entrechtung des Aktionärs gedaäft, vielmehr müßten unbedingt Sicherheiten gegen Uebergriffe und Anmaßungen der Gesellschaftsleitmigen getrosten werden. Ferner wird eine wirksame Ausdehnung der bisher völlig Mangel. haften Publizität der Aktiengesellschaften ge- fordert und dazu eine Sicherung und Erweiterung der Rechte, die den Betriebsräten im Anfsichtsrat zustehen. Außerdem wird eine erhöhte Verantwortlichkeit der einzelnen Gesellschafts- organe gegenüber dem Gesamtunternehmen, sowie gegenüber dem Einzelaktionär für notwendig erachtet und die Möglichkeit eines regulierenden Eingriffes durch das Reich in Betracht gezogen. Aus dieser Grunde mstellung heraus fordern die Spitzenverbändo unter nachdrücklichem Hinweis der PublizitStsfcheu der Aktiengefell- schaften, daß gesetzliche Vorschriften über die Dilanzklar- heit festgelegt werden, die die Unternehmungen zu einer auch im einzelnen völlig übersichtlichen Bilanzierung und Berichterstattung zwingen. Daneben sollen auf gesetzlichem Wege Zwei- Monatsbericht« über den Stand, Umsatztätigkeit und Beschäftigungsgrad der«in- zelnen Uirternchinungen festgesetzt werden. Eine öffentliche Stelle ist mit der Ueberwachung der Publizität der Aktiengesell- schaften mit den nötigen Vollmachten ausgestattet zu versehen. Die Rechte und Pflichten der Betriebsräte im Auf- s i ch t s r a t sollen nach den Vorschlägen der Gewerkschaften gleich- falls im Handelsgesetzbuch verankert werden. Ferner wird die grundsätzliche Forderung aufgestellt, daß die Aufsichtsrats- Betriebsräte in jedem Organ der Gesellschaft außerhalb des Vorstandes und in jeder Komimssion des Aufsichtsrates vertreten sein sollen. Das Fragerccht der Aktionäre muß ebenso wie das Recht der Derwalwng, die Aussag« zu verweigern, genau ge- regelt sein. Die RückgriffsNag« von AktionärsminÖerhcite« gegen Aufsichlsratsmitglleder muß erleichtert werden Bon dem Reich fordern die Spitzengewerkschaftcn bei der Re- form. daß es als h ö ch st e Instanz des öffentlichen Wohles bei Störungen irgendwelcher Art r e g c l n d eingreift. Dem Reich nmß die Befugnis Nistehen, im Interesse des öffentlichen Wohles eine Aktiengesellschaft aufzulösen. Die Klein- und auch die Ar- bciteraktie wird von den Gewerkschaften abgelehnt. Gegen die AKestemktie wenden sie sich, weil sie die Einschränkung der Fr« I z ügigk cü t des- Arbeitnehmers und die Abhängigkeit des Verdienstes von Mer. Dividende bedeute, die durch eine Ge- fchäftspölitik bestimmt fei. on der die Ar be i tne h me r fch a f t nicht maßgebend mitwirke. Terger-Tiefbau schwimmt im Geld. Fast 9 Millionen Bankguthaben. Das große Berliner Bauunternehmen, die Berger-jief- bau A.-G.. schüttet, wie wir schon mitgeteilt haben, auch für das Geschäftsjahr 1929 wie in den beiden Aorjahren eine Dividende vonZgPrvz. aus. Wie der jetzt veröffentlichte Abschluß zeigt, c»t- spricht diese außergewöhnlich hohe Dividend« auch nicht annähernd den tatsächlich erzielten Gewinnen. Während für die Zahlung der 20 Proz. Aktwnarsgewinne nur 1,ö Will. M. erforderlich sind, stellt sich der ausgewiesen« Reingewinn ollein schon aus fast 2,1 Mill. M. Außerdem sind aber noch die Abschreibungen von 0,30 auf 0,43 Mill. M. zu Lasten des Reingewinns heraufgefetzt worden. Die Bilanz weist eine ganz außergewöhnlich« Flüssigkeit auf. So sind die Bankguthaben auch im Berichtsjahr um mehr als 1 Mill. M. auf SP? Mill. M. ange- wachsen und übertreffen damit bei weitem das Aktienkapital. Die gesamten Forderungen und sonstigen Außenstände werden mit 13,4 Mill. M. ausgewiesen, denen nur 2.6 Mill. M. Schulden gegenüberstehen. Nach dem Geschäftsbericht verhandelt die Ber- waltung über eine Reihe großer Bauobjekte, deren Aussichten nicht ungünstig sind. Sollten diese Objekte als Aufträge an das Unter- nehmen fallen, so würde trotz der hohen Bankguthaben ein Kapital- bedarf entstehen, der eine Kapitalerhöhung möglich erscheinen läßt. Durch große Auslands austrage ist das Unternehmen auf Jahr« hinaus beschäftigt. » CJtljtftfP*!*.'!*? BOJahrw) in fast oft nordd/ipof�etfen a. 05 Pt Kj-i wrkxnatseHwd Schfot/ner TShger. m fyvf/s«k/rrfi 1 'il i ZozialistlfcheArbetterjugendGr.-Verlin | Einsendungen für diese RndrtT nur an das Jugendsettefariat s Berlin SW63. 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Unloftenbeitraa 2ö Pf. ßZ Abieilrnqen Sbarlotteubnra! Wablfabrtsfoal.»önIgin-Slifabeth. W Straße 6: Wrrdefrier. Sprechchar. Z!»itatwn. Musik, gilui. Die schul. !.-> entlassenen Miiqliedcr der Nindcrfreunde und die Iungspjialisten sind ssf berilich eingeladen. Einlaß IS'z Ubr. Werbe briirl Reinickendorf: Seim Lindouer Eiraße< Baracke): 18 Ubr !,! Seimabend. Alocgcn. Montag. 1914 llhr. Moabit IT: Seim Lehrter Str. 15— 19:.Berliner Sitmot'.— Amtnmlbet Plaß U: feeim Nastenbnrqec Straß«: Mtaliebervcrsavunlung.-- galtplaß I: Schule Sonneuburger Sir 20:.Biirfen. und glnaniwesen-,— Aalkplaß II: Schule Sonne, ckuraer Str. 2«:.Die Entwickliinq Rußlands�.— Sumannplaß: Schule Schcrenbcrastr. 7:»Die OTdcht der Kirche".— Sotdoflen 11: Seim Dan. äiger Str. 62, Baracke Z:„Deutsche Geschichte in Dichtung und Musik".— Anbrensplaf,: Seim Brommnfir. I: Uebuugsabend.— Stralauer Pierirl: Seim cäoßlerftr. 61: Kim.ireferate.— Sallefche« Tor: Seim Porckftr. 11:.Polnischer Rcichotaa".— Ebarl-ttellbnrft-Rord: Seim Olberostroße: ,.6913. und Kirche". — Lichterselbe: Seim Lichterfeibe-West. Albrechtftr. 14a: ssunktionärvcrsanun- luiifi.— Pankow Iii, Si. ss-r Srim KiMn«custr. 18: Ritalicberversammlnns- Abonniert den„Vorwärts", das Blait der Kopf« und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen der Arbeiterschaft rückhaltlos und zielklar vertritt, das ist der „Vorwärts". Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist, der holt diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den„Vorwärts"a- bardtne— braun oder blau Sie können wählen. Und dl« Preise— nein— die verraten wir nicht. Bitte, kommen Sie selbst! Älso— oergessen auch Sie nicht: Mittwoch ist Kinöertog und wieder gibt's ungewöhnlich« Kaufgelegen- Helten für Ihre Mädchen und Knoden! 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Die KPD. hat den Versuch, die Unorganisierten gegen die Geiverkschoften ausz,-spielen»nd die Organisierten in zwei„Klassen" zu spalten, in diesem Jahr mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mi.teln wiederholt. So gelang es ihr, in vielen Betrieben, wo bisher eine einheitliche Lifte bestand, eine Gegenliste aufzustellen. In anderen Betrieben, wo außer den freien Gewerk- schasten auch andere Richtungen bestanden(Christliche, Hirsch- Duncker. Gelbe usw.). kam noch ein« kommunistische Liste hinzu. Da es unter den Arbeitern Anhänger und Nachläufer der KPD. gibt, erhielten diese Listen auch ein« mehr oder weniger große Stimmenzohl. Verschoben hat sich dadurch die Machtposition fast überall nur zuungunsten der KPD. Denn abgesehen davon, daß bisher aus den freigewerkschastlichen Listen auch kommunistische Gewerk- schafter gewählt waren, diesmal aber überall da. wo die KPD. mit einer eigenen gegen die gewerkschastliche Liste austrat, auf dieser nur Sozialdemokraten ausgestellt wurden, haben bei weitem nicht alle bisherigen Nachläufer der KPD. für die kommunistischen Listen gestimmt, sondern für die freigeipert- schasjlichc, was gleichbedeutend ist mit der sozialdemo- k r a t i s ch e n. Man braucht, besonders in Berlin, nur dos Stimmenverhältnis bei den letzten Stadtoerord- »etenwahlen zu vsrglelchen mit den bisherigen Ergebnissen der Betriebsräte wählen, um festzustellen, daß die Nach- läufer der KPD.— ihre eigemLche Anhängerschaft ist ja noch kleiner als die Leserzahl der„Sioten Fahne", die noch nicht 20 000 erreicht— sich von ihr abzuwenden beginnt. Bei politischen Wahlen einen revolutionär aussehenden Stimmzettel abzugeben, für eine Liste der scheinbar grundsätzlichen Opposition, ist etwas anderes, als im Betrieb, wo man dem Unternehmer oder der Betriebsleitung von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht, gegen die Gewerkschaft und für Kollegen zu stimmen, die man persönlich als Querulanten und unfähige Mälkerer kennt. Was die KPD- da treibt— und hoffentlich weiter fortsetzt— ist die Erziehung zur Abgabe eines sozial- demokratischen Stimmzettels. Das tritt besonders dort in Erscheinung, wo die Kommunisten schon im Borjahr selbständig miigetreten sind und ein Jahr lang Gelegenheit hatten, eine Probe ihres Könirens abzulegen, ohne den Rückhalt durch die Gewerkschaft. Da gab es dann gewöhnlich eine Massenflucht aus dem Lager de?„Masten- Partei". Gin Beispiel dafür ist u. a. auch das Ergebnis aus den Deutschen Tclephonwerken, das wir weiter unten nerBkeatlichen. �_. ,_Jv,, Unbefriedigend.find einzelne Ergebmffe mit vorwiegend weiblicher Belegschaft. Da stimmt etwas nicht. Sowohl bei der Auistell-lng der Kandidaten wie in der Agitation wird es, so will uns scheinen, notwendig sein, das weibliche Element«nt- sprechend zu berückstchtigen. Frauen find nun einmal mcht allein mit sogenannten sachlichen Argun-enten zu überzeugen. Das Ge- fühlsmoment spielt da eine große Rolle. Ergebnis bei Mix und Genest. „Ein vö llg reformistisch verseuchter Betriebsrat." Nach sieben Jahren trat die„Opposition" zum erstenmal mit einer besonderen Liste aus, der sie mit den gemeinsten und ge- hässtgsten Mitteln zum Sieg zu verhelfen suchte. Don den 1800 Beschäftigten haben nur 1422 gewählt und 24 davon ungültige Stimmen abgegeben. Auf die Gewerkschaslsliste entfielen 861 Stimmen, auf die List« der„Opposition" S Z 7 Stimmen. Der Arbeiterrat setzt sich aus a ch t Gwerkfchastern und vier Oppositiorellen zusammen, der Betriebsrat aus neun Freigewerfchoftern(davon drei Angestellte), vier„Oppositionellen" und einem GdA.-Vertreter. Llmfchwung bei den Deutschen Telephonwerken Das Wahlergebnis zeigt im Vergleich mit dem Vorjahr solgendes Bild: Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 1274(im Dorjahr 1655), die Zahl der abgegebenen Stimmen 1181(1461). Trotz dieser Ver- Minderung der Belegschaft um 881 Köpfe stieg dl« Stimmenzahl der freigewerkschaftlichen Liste, während die KPD., die-m Vorjahr die Mehrheit im Arbeiterrat hatte, rund die Hälft« ihrer Anhänger verlor. Es erhiellen Stimmen die freigewerk- schaftliche Liste 764(659). die KPD. 886(767). Während im Dorjahr die Kommunisten 7 Mandate im Arbelterrat holten, die Gewerkschafter nur 6, haben jetzt die Gewerkschafter 7 Mandate, die Kommunisten nur noch 4 Mandate. Di« Angestellten wählten fünf AsA-vertreler und j« einen de» GdA. und des DHB. Im Betriebsrat haben die Freigcwerkschaster acht Mandate, die Kommunisten drei Mandat«. Netnebsfotswohlen im Ruhrbergbau. Ein llniernehmerverdand- acht Arbeiterlisten. Im Ruhrbergbau liegen nunmehr dle Ergebniste der 25 e- triebsratswahlen von 165 Schachtanlagen vor. Sie geben folgendes Bild: Freie Gewerkschofle« 107 439 Stimmen (768 Mandate), Christen 64 862(434), Hirsch-Duncker 2959(7), Polen 294(2). kommunistische Partei 55 919(337). Syndikalisten 4504(27), Gelbe 7016(20), Sonstige 2536(7). Das Ergebnis von 40 Schachtanlogen fleht noch aus. Es dürste das Resultat für die freien Ge. werkjchasten günstig beeinslusseu. Etwa dretolertel der Ergebnisse liegen nunmehr vor. Sie b e. stätigen was wir bereits geschrieben haben. Zurückgehen der Gelben und der Syndikalisten zugunsten der Kommunisten, die diesmal auf der ganzen Linie die Spaltung durchgeführt haben. Die kommunistische Press« sucht sich die Rosinen aus den Ergebnisten heraus, um eltan„großen Sieg" melden zu können, der ihr sonst versagt ist. Die Unternehmer, die nirgends stärker konzentriert sind und geschlossener austreten als im Ruhrbergbau, mögen sich nicht übel ins Fäustchen lachen ob der wahnsinnigen Zersplitterung der Arbeiter. Reben dem sogenannten alten Delband gibt es eins ganze Musterkarte von Richtungen. Die Herrschast des Zechenkapitals hat noch gute Tage vor sich. Bei Gerson nur Freigewerkfchafier. Eine empfindliche Schlappe erlitten di« Marionetten der KPD. bei der bekannten Firma Hermann Gerson, Werderstr. 9— 12, Schon seit Monaten wird dieses„Sozialfaschistenncst" durch Be* auftragte.der KPD. be rannt. Ein„rotes" Brevier löste das andere ab; in nicht mehr zu überbietender Wette wurde darin gegen die Arbeiterratsmitglieder und Parteigenossen im Betriebe, ganz be- sonders aber gegen den Vorsitzenden des Arbeitsamts, Genossen Pucalka, gehetzt. In der letzten Betriebsversammlung der gewerblichen Arbeit, nehmer von Gerson in Haverlands Feftsälen, die zur bevorstehenden Betriebsrotswahl Stellung nahm, rechnete zunächst Genosse Pucalka mit den kommunistischen Ehrabschneidern gründlich ab, worauf dis stark besuchte Versammlung e i n st i m m i g eine Entschließung an, nahm, in der es heißt: „Die Betrnbsbelegschaft steht einstimmig hinter den freigewerk- schaftlichen Funktionären, Insbesondere hinter dem Arbeiterrats- Vorsitzenden Kollegen Pucalka. Die Belegschaft lehnt es ab, sich von Außenstehenden zu irgendwelchen Aktionen gebrauchen zu lassen, und steht nur in der Geschlossenheit der Belegschaft und durch den Zusammenschluß in den freien Gewerkschaften das Ziel ihrer wirtschaftlichen Interessen." Als Kandidaten zur Betricbsratswahl wurden nur Anhänger der Amsterdamer Gewerkschaftsrlchtung aufgestellt. so daß sich für die Arbeiterschaft der Firma Gerson jede Wahl zum Betriebsrat erübrigt._ Zugendsthuh. Drei Verorvoungen Wiss lls. Der R e i ch s o r b e i t s m i n i st e r hat für die Beschäftigung männlicher jugendlicher Arbeiter im Steinkohlenbergbau über Tage, in Walz- und Hammerwerken und in der Glasindustrie mit Zustimmung des Reichnatt drei neue B e r- Ordnungen erlassen, die den gesundheitlichen Schutz der Jugendlichen erweitern. Für die Glasindustrie wird die Beschäftigung von Kindern, Arbeitern und Arbeiterinnen unter achtzehn Jahren, z. T auch von Arbeiten, men über achtzehn Iahren bei ver» schiedenen Arbeiten ganz verboten oder nur unier b e f o n» deren Bedingungen gestattet. Es handelt sich um Arbeiten, die entweder durch große Hitze (Arbeiten oor den Oesen), durch Staub(Absprengen, KrSseln. Schleifen de? Glases) oder durch Entwicklung von Dämpfen(AeMn mit Flußsäure) gesundheitsschädigend wirke» können Für jugend- eCo. BsrlirT LOPZIGEDM# KÖNiGSiyO\V°';a�a;r Auf Wunsch Erleichterte In gesunden Tagen denk' an die Sdiädcn der KrankhcH? Hunderttausende schützten sich durch die VEREINIGTE vorden rnateriellenSchädigunsen, die Jede Krankheit mit sich bringt Hunderttau- sende erfuhren immer aufs neue, daB die VEREINIGTE als graste uad kapitalkräftigste KraakenvertUherang 5 Millionen Mark Kapital 5 Millionen Mark Reserven eohnelt u. kulant jeder Verpflichtung gerecht wird III! Hlf' An die Qeneraldirektion der Vereinigten Krankenversicherungs-A.-G. Barbarossa B 8 9431 Berlin W 50 Neue Ansbacher Str. 7 Ich bitte Sie um unverbindliche Zusendung Ihres Prospektes- bezw. unverbindlich bei mir vorzusprechen. Name:.... Adresse;..— Herren-Pullover 6.90 Herren-Pullover rÄM 2.76 Knaben-Pullover t«»«».«».«» 2.60 Damenpullover«ho« A«rm«i.we Damasse W» 2.30 fifnff a ei. 1 50 cm breit, f ür barocnrockc i ca OlUiltt �«6 Kinderanallg«....Mcter-t.OU Damenhanclschuhe■» n«-«»-«. 0.70 Damen-Strümpfe mekoartig..0.75 Damen-Unterjacken menof«*.. 1.00 Damenuntertaillen 0.70 Unterhemden 1.00 Hemdhosen 110 Kinderschlüpfer ,1�?" 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In den Walz- it.n d' H o mmerwerken konnte bisher ab- weichend von dem sonst geltenden Verbot der Nachtarbeit für mann- liche Arbeiter unter tti Iahren'-v otl« Kch' ch irir b-L l t genehmigt /werden. Das-soll nach der neuen Verordnung, abgesehen von einer kurzen llebergangsfrist, nicht mehr zulässig sein: jedoch . kann den Werken, die in mehreren- Schichten arbeiten, gestattet Verven, die Arbeitszeit der Jugendlichen in der zweiten Schicht bis zehn Uhr abends auszudehnen. Auch in. der Verardnimg für die Walz, uad Haminerwexke ist chne regelmäßige, örMche Untersuchung " für Arbeiter unter'' achtzehn Iahren vorgesehen, sofern sie noch zehn Uhr abends beschäftigt- werden. Die Beschäftigung von Kindern chch von Arbeiterinnen in Walz,.und Hammerroerken. bleibt v e r- B o te n.. 7: r.'' Die Verordnung über die BcschästiHung von Männlichen Ar- beitern unter sechMn Jahren im Steinkohlenbergbau über Ta g e entspricht ungefähr der alteii Verordnung von 1913. - Aen Jugendlichen müssen auf Hründ. der peuen Verordnung fest . h in g r e.n z t e.. R u h. e p a u s.« n gewährt' werden. Sie haben . künftig innerhalb. der h öcij ste n«. ach t st ün.d ig e n .. Schicht ein« Ruhepause von einer halben Stunde.-oder zwei Ruhspausen von s« einer Viertelstunde, zu. denen außerdem die sich au» der Arbeit ergebenden kurzen.Untetbrechungen treten. Aufschwung bei den AngesieNien. Ausgezeichnete Fortschritte im ZdA. . Gestern traten im Kaisersaal des.Zoologischen.Gartens die Delegierten des.Gaus Vranhenburg-Mecklenburg-Erenzmark des Zentralverbandes der Zsngcstellten. zur 3. ordentlichen Gau- konferenz zusammen. Die Tagung ist einschließlich der Vertreter der freigewertschaftlichen Arbeiterorganisationen und der Behörden- Vertreter von 1S2 Teilnehmern besucht. Äse aus den Erläuterungen des Gauletters Genossen Gott- . furcht zum gedruckten Geschästsbericht hervorging,, hat sich. auch im irrigen Jahr gezeigt, dqß d.ie Zusammenlegung der Gaue Vrandenburg-MecklenVurg- und Grenzmark-Niederlausttz mit»er Ortsgruppe Berlin zu einem, einheitlichen Gau durchaus zweckmäßig und auch für dir M i t g.ll e de r be we g u n g sehr förderlich' war. .'Mt Hilfe der-Angestellten dex Berliner Ortsgruppe konnte auch - in den kleinst«,.Ortsgruppen des Gaugebiets eine viel wirksamere '. Assiiatlou entfaltet werden, deren Erfolg sich-mn.besten darin äußert, daß in> gesamten Gaugebiet-einschließlich Berlin im vorigen Jahre 6396 neue. M itglieder gewonnen wurden, die Mit- gkiederzahl also am Schluß des Vorjahres 42092 betrug. Mit diesem Mitgliedergewinn von 17,9 Praz. steht der Gau Brandenburg-Mecklenburg-Greuzmark' weit üb« dem Durchschnitt chäs M-tgsiedergewinns im. gesamten Reichsgebiet, der zwischen 13 . und 14 Proz. liegt. Troß dieser«rfreultchsn Mitgliederzunahm« darf nicht vergessen werden, daß das. Reservoir der unorgonisterten Ängestellien noch' sehr groß ist und- für die Verbandsmitglieder lotd Funktionäre keine Veranlassung besteht, m der Agitation itach. zulassen. Der Grund der Mitgliederzunahm« ist hauptsächlich die � g? k. i u g e r c F l u k l u a t.i an., in, der Mttgtiederb«w«gung. aber r auch eu» durch.. big . Ä ng st p I y cho s e unter r-an Angestellten, vih. sie Är yrganisation zutreißt, wo sie S ch u tz suchen gegen Unternehmenvillkür.' Be- nchtung verdient die Tatsache, daß der Anteil der weiblichen Von cken quäieircien llfkäitungisschmerzon wie Gliederreißen, ÜAlas. HexensAub, Oberhaupt SAmerzen rheu- matisAer oder giAHser Natur, befreien Sie siA sAnell, wenn Sie die leidenden Stellen mit RelAeU Cicctrtcnm einreiben. FlasAe Mk. 1.25,- J.- und 5SO, In Anotheken und Drogerlen. , sonst durch Otto RelAel, Berlin 43 SO, ElsenbahmtraSc 4. Angestellten, besonder» der jugendlichen, an der Desamtmit- gliedschaft von Jahr zu Jahr st e igt, in der Ortsgruppe Berlin z. B. in den letzten zwei Jahren von 43,3 auf 46,2 Proz. Die lohn- Und tarifpolitische Arbeit der Gauleitung kommt am deutlichsten darin zum Ausdruck, daß es im vorigen Jahr gelungen 1 ist. Die Zahl der T a r l f o e r t r ä g e im Gaugebiet ausschließlich Berlin von 91 auf 103 zu«höhen, Di« Bilanz des Vorjahres be- rechtigt zu der Annahme, daß auch das Jahr 1930 für den Gau besonders in agitatorisch« Hinsicht ein gute« Erntejahr sein wird. In der Diskussion wurde die erfolgreiche Tätigkeit der Gau- leitung restlos anerkannt und auch durch die anschließende Wiederwahl der alten Gauleitung gewürdigt. Am häutigen zweiten Verhandlungstag beschäftigt sich die Gau- kons«enz mit dem bevorstehenden Verbandstag des ZdA. in Suttgart und den vorliegenden Anträgen dazu. Konflikie in der Schuhindustrie. La mechanischen Repara»nrwer!stoiten. Di« Arbelterfchast mehrer« mechanischer Schichreparatur- Werkstätten hat am Freitag den Streik beschlossen zur Durch- setzung d« gestellt«! Lohnforderungen und Gewährung von Ferien. Der Streit setzt unmittelbar ein, falls die am 1, April vorgesehenen Verhandlungen mit den Unternehmern scheitern sollten. Vevorstehender Kampf der Maßschuhmacher. Di« Maßschuhmach« nehmen am 1. April um 18 Uhr in Bökers Festsäle, Weberstraße 17, Stellung zu dem negativen Er- gebnis der Lohnverhandlungen mit den Unternehmern. Trotz der hohen Preise für Maßschuhe, erklären die Unternehmer, kein« Lohn- zulägen machen zu können- Da die Maßschuhmach« nicht gewillt sind, aus ihre berechtigten Forderungen zu verzichten, sind in d« genannten Versammlung Kampfbeschlüsse zu«warten. Aahrungsmiiiel- und Geiränkearbeiter! Geht devte, Sonntag, zvr Oelegiertenwahl? Heute finden in neunzehn in den Betrieben und im Mitteilung«- blatt bekanntgegeben Lokalen für sämtliche Sektionen der Ortsgruppe Bertin des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkeorbeiter die Delegiertenwahlen statt. Für jede Sektion sind nach Farben getrennt« Stimmzettel zu benutzen. Die Kandidaten sind von den einzelnen Berufsgruppen In Vor- schlag gebnxht und von den Sektionsfunktionärversammlungen be- stätigt. Kolleginnen und Kollegen! Die von den Berufsgruppen in Bor- schlag gebrachten Kandidaten, alles erfahrene Funktionäre unserer Organisation, bürgen für eine ersprießliche Organisaiionsarbeit in den Delegiertenversammlungen. Weist darum alle Einflüsterungen von oppositioneller Seite zurück und gebt unverändert die Sektion»- stichm Zettel ab. Die Wahl. ist von 9 bis 15 Uhr. Mitgliedsbuch nicht ver- gesien! "'' 60 bis 90 Stunden Arbeitszeit. Wer ZZezohlang verlangt, wirst entlassen. - Vom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter, Orts- gruppe Berlin, wird uns geschrieben� 'Seltsame Zustände, die pir bW..-"ststW«ä*«4*ch. Zr4e. herrsch«, im BÄrkebe des Kleis chermeistvI ihr!) Tri,«Wl mj-SS, Metzer Straße 7, der nebenbei WH' noch auf'Wochenmärkta zieht. An die tarifvertraglichan Bestimmungen m bezug auf Arbeits» zeit hält sich dieser Unternehmer überhaupt nicht. Obwohl durch Tarlfo«trag«in« wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden und Zuschläge für die Ueberarbeit festgelegt sind, werden die Gesellen in diesem Betrieb SO bi» 90 Stunden pro Woche beschäftigt. Es uwrö bis in die späte Nacht hinein gearbeitet. Daß für geleistet« Ueber» stunden übrigens auch gezahlt werden muß, daran kehrt sich dies« Neffchermeist« wenig,«ls die bei ihm deschSffigten Gesellen die Zahlung der Ueberstunden forderten, wurden sie entlassen. Di« Arbeiterschaft hat ein Interesse daran, daß mit derartigen Zu- ständen aufgeräumt wird. OKV. für Lohnabbau. Lei den Verhandlungen lm Stahlwerk Becker- Krefeld hat sich d« Deuts chuati anale Handln agsgehilsev. verband bereit«klärt, das von der Werksleitung vorgeschlagene Gehaltrseakungsabkommen zu unterzeichnen, wenn es Sicher- heil dafür biete, daß der Betrieb in dem von der Leitung verspräche. nen Rahmen ansrechterhallen bleibt. Der Dhv. für Lohnabbau. Das muß man sich merken. Schiedsspruch für badifche Textilindustrie abgelehnt Der Schiedsspruch des Schlichters für Südwest!:«-- ischland vom 6. März, der für die badische Textilindustrie die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes bis zum 1. März 1931 vorsieht, ist von den Gew«kschasten abgelehnt worden nachdem er von den Un«nehmern angenommen worden war. Ob eine Verbind- lichkeitserklärung beantragt werden wird, ist noch un- gewiß, da auch die Unternehmer nur mit einer schwachen Mchrhelr für die Annahme stimmten.__ Berliner Gewerkschaftsschule. HrMitt- und HnB«Bcn,ctt.S«ftlrt.täle! Nächster UrbeltsrechMchrr ßnföc- mationsabend für Se triedsrütc IPfensIoa, 1» Ubr, im Saal S de? ISrwcrkschal's- baufe»,(Jnadufft 24—25. Allen kreiacwerkschaftlich oraanisterten Arbeiter, und Anacftelltrn-Beirlebsraten nrird der Besuch d'eser Abende, in denen in rölliq freier Aussvrache für die B«tr!eb»rä'e wichti«« orbeiisrechtlich« ss rasen br- bandelt und durchaefprschen werden, drinoend rmploblen. Die Teilnahm«.st ksftrnloe. Borberiae Anmeldung Ist nicht notwendia. Die nächste» Insarma- tionsabcnt« stnd am 13. und 29. April Löwe, Zupaaraph. Traktiondversammluna aller SVD.. Denassen maraen. Montaa, bei OehIschlSaer, Berlichinarnstraste. Wichtia« Taaes- ordnuna. Alle Denassen müssen erscheinen. Der isruktianavo-stard.. 1». Nreie: Beanrtcnwerbeausschuh und anars-kilosten« Betrieb». fraltlauen. Drffentlich« Bcrsammluna am Mittwoch. 2. April. 29 Uhr, im Türkischen gelt. Bankow. Breite-Str. 14. Ndkerent Denaste Peine. M. d. R.:»Die Neparat'onen»nd ibre innrrpa'igschen AuswirkunT-n". üablreiches Erscheinen mit Gästen erwartet Der ffraktionauarstand. Laren». DBD.�reattiauavcrlainmIuna Dienslaa.>9� Übe. bei Karl 3»PH. Trieb rich-WIIti»l»>. Ecke Maltkestrafte. Wichtiac Taaesardnung. B»ll«blia«» Erscheinen aller Senassen notwendia. Bar-eimitaiiedabuch bitte rnitbrinaen. Der?raltiou»noestand. Acktuna, Städt. Daewerke Znfta! Diensta«. 19 Udr. im Sackeschen Lok, Nasentbaler Str. 49-41, wichtiac Bcrsammluna allcr Partei. aenassen. Es wird fabircicher Besuch erwartet. Der ffraktlau»»arsta»d. m m | D m- n s s PI Z g Allaemeiu« Bersamn-luna der Anacstcllteu im»rauereiaewerb« Montau. 20 lilir, iw-den Muslker-Testsälen. Berlin E. 25. Kaiser-Wilhelm-Str. 51. Tnaesordnunq: Bericht von den Schlich' crvcrhandiunqen. ?cniralo«rbard der«naestellte». Deutscher Werkmeisteruerbai-b. Bund der techuischeu Auaefteilte» und Beamten. �l�reie Gewerkschafis«Luaend Nerlin Die nächste Iuaendoorstrlluna der Balksbübn« ist am Eanntaa. 5. April. um 15 Ubr im Tbeatcr am BUiowpsa». 3ur Auffübruna aelanat.Da» Gerücht' van C; ft. Munro.«arten»um Preise van k0 PI. stnd in der guaend»«ntrale. E>ew«rkscha!:ihauz, Enaelufer 24— 28,.-.im in er 25, m baben. - Sprechchar: Sonntaa. Z9. April. u«i 1« Ul>r. Evrrchchnrausfübrun, in- de« Beranstaltuno de» Bauaewerlsdundr»,. im Gcwerkschaftplmus. Enaeluier 24—2», Saal l.— Deute. Sanntaa. folaende Beranstaltunaen: Zempeldofi IZabrt in» Biaue mit dcr Gruppe Marendorf.-- Rardkreiat Wanderuna durch den Krämer.— Oberipre«: Um 18 Udr im Zvaendbeim Sberschöneweit». Lausener Sirabe 2. Kreiam raUedernersammluna.— OiHeei»: Um 19 Ubr im Iuarndd!»!» de» Ost-n». Grosie ssranlfur'cr Str. 18. Saal 1. Clternabeirb— SüUr«,»- Um 19 libr im Gewerkschaft-baua. Enaelufer 24—25. Kasemann bringt 20 unö ruebr lustiae Lieder»ur«lampse au» seiner Liedernrapp«. �uaenvsruvv«- st'es'Zentroiverbandes ster Anaefiellten Maraen.--Rantack.-Hnden..Mpenbe l>ranstaltune«n statt: SBeWrt««; Iuaendb'im Tpriner eck« Seeftraste. Bnrlrag:.LSesuchkatlf Oheröeö, gef., 2 m lang 6JS, 9.90, 1335, 16.55». uu 2»— tur einen Slinü xroti» NepplleÄkii K I ll wnileelie Hl 36 80 ■ MANN Kottbusor Damm 8S,Tui mstr. 71, Rosenthalerstr. 9 and mit öun der Wuosdi nach festlicher Kleidung. Alles, was Frauen schmückt und erfreut, finden Sie bei uns in verschwenderischer FOlle» Wunderschöne Kleider Doli Maulet, Herrliche Welt iKosii. reizende Blosen >> stnd eWnle WM lind Aas alles zu Qadlel* sehen Preisen, deren B 1 1 1 1 ff k e 1 1 allgemein' bekannt ist. Nachstehend ein_ Keiner Ausschnitt aus den rle- sigren Vorräten unserer Läger. Vornehm« schwarz« »u. Wolle mit Kaadeeläa in «anäera edJar Qualität, ganz auf elegantem Futter, OloekansaliDitt, aparte Blenden garnlerung. 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Kleineandgroße Schmerzen, die sich mildern lassen T agfäglldt fliegt cw Stop von Briefen auf Pen Wedaitionftisdi, V erzroeifhjngasdneie, Anklagen und Bitten von Menden, die, am Ende ihrer körpcrlidien und seelischen Kräfte, umgeben von Not und Elend, jede reue Härte des Sdndcsals doppelt so schmerzlich enipp.nden. roie andere, die noch frisdter und zuversidd- lüher ins Leben blichen: Eiu Tischler muß iiifoige nollstän�igen Neroenzusamnmn- bruches feine Arbeit oufgeben mch v>ird von der Suffe in eine Nervenheilanstalt verschickt. Der Schwerkrank« muß sich dort natürlich der allgemeinen Hausardmmg fügen, die nach feiner Schilderung«'gentlich mehr für robuste Naturen possend ist: morgens Gymnastik mit Keulenschwingen, Borreniurnen und Kopfstand, noch her ein beißes Bad und dann, ohne vorherige Ruhe, schwere Garten. arbeit, wie Baumefällen, Zäune niederreißen usw. Infolge allzu großer törperlichcr Anstrengungen und nicht zu üppiger Kost tvwrd der Mann kränker als vorher. Emes schickt sich nicht für ollel Est» ßZjäh viger WohlfahrtsempfLnger, der von ver- schiedenen Aerzten inoaLd und völlig arl'eitsunfahig geschrieben wurde, muß von seinen monatlichen Rchg M. seinen ganzen Äaus- halt bestreiten� er bittet um ein« klein« Umzugsbeihilfe: trotz mühseligster Lausereien und Schreibereien wird ihm dies« mit der" Begründung abgelehnt, daß er ja außer dem Bezug der Rente auch noch seine Stube vermiete. Der alt« Mann, der natürlich die Wohmingsmiete nicht allein ausbringen könnte, vermietet seine«im zige Stirb«— er selber wohnt, ißt und schalt in einer winzig kleinen Küche— an zwei jung« Leute, um überhaupt vegetieren zu können. Sonst betrüge die Wohnungsmiete, die er allein zu bezahlen hätte, 23,46 M., sein« Cinnahme an Unterstützung 38,30 M. Nun hat er all sei'« armselig« Hab« verpfändet und weiß nicht aus noch ein. * Emen vcrzweiflungsvollen Brief schickt eine Toohter, deren Mutter seit vielen Wochen in einem„ch ri stl i che n" Krankenhaus liegt. Ms eines Tages eine der Stationsschmest-'rll ertrankt, packt umn die kranke Frau, ohne ein Wort der Erklärung oder gar Entschuldigung, und legt sie ins S t c r b« z i m m e r! Trotzdem im.Krankenhaus nach Betten frei sind und trotz des slehentlichn Wunsches der Kinder gescheht nichts, und man aickwortet ihnen Höcht trocken, daß die Frau„vi elleicht in etwa 8 To am dort heraus- könnte' I Was solch ein Ausenthalt für einen tränken Menschen bedeutet und was für ein Grad der Gefühlsroheit solcher-Handlung?. weise zugrufcde liegt, bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. Es handelt sich um das„christliche" Elisabeth-Krankenbaus, Lüßow- straße, wo von morgens bis abends von„christlicher Nächstenliebe' gepredigt wird. * Im Jirsevatenteil einer Tageszeitung werdcn weibliche hi tlätx öt t a f fry Dt- i vouon ima e aeluchst Eine aonze .Legion.Noffl'ungs'rcudigcr belagert« schon lang« vor der angege- ben«,, Zeit die Türe der betvessenden Firma. Bon ollen Stadt- gegenden eilen die Frauen und Mädchen herbei, der letzt« Groschen wird zum Fahrgetd verweiset in der Hoffmmg:„Bielleicht doch.' Ilm 8 Uhr sind schon viele da, von 10 bis 11 Uhr soll man sich vor. stellen. Und während all die abgehärmten, ausgemergelten Menschen voll Ungeduld am Tor des vermeintlichen Paradieses harren, öffnet sich dieses, und ein« schnorrende Stimme brüllt: Stellen de- reits besetzt!' Ms sich all die entrüsteten Menschen unten nochmals versaimncln, um ihrer empörten Berzweiflung Ausdruck .zu geben, läßt sie der Herr Chef durch die Schupo auseinandertreiben! Die nöchstc Skadtocrordnetenversaminlung fiichet am Don- nc r s t a g, dem 3. April 1030, statt. Beginn der Beratungen um 16� Uhr. Auf der Tagesordnung, die nicht weniger als 88 Punkte' aufweist, steht auch die Vorlage über die Neufestsetzung der Bädcrpreise. Albert Löwcnlhal. der populärst« Parteigennsie In B r i tz. feiert seinen 7 0. Geburtstag. Wenn«s je einen Geslhästsmhab«r gegeben Hot. der kein Geschästssoziolist war, so ist ez Albert Löwen- thof. Schon als Lehrling in dem politisch dunklen, ostpreußishen Swdtchen Braunsberg fand«r den Weg zun' Sozialismus. Den. Kampf, den er als Lehrling hegonneit, setzte er als kleiner Geschäfts- Inhaber im früheren 2. Reichstogswohllrcis in Berlin und in den legten 24 Jahren im Vorort Britz fort. Das Soziolistengesetz war zwar gefallen, dafür straften ihn ober all die sp-eßerlicken Klein-, bürger, indem sie seine„sozial demokrotischc"" Waren verschmähten Mbert Löwenthal ist Bczirksführcr und hat dieses Amt jahrzehntelang nmstergültig verwaltet. Vor ciiägen Monaten zwang ihn«in körperliches Leiden, das ihn schon seit Jahren quält, fem Bezirks» rühreranu niederzulegen. Dem Siebzigjährigen feien an diesem Tage die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Am l.jäpnl tritt der Qberma gistra tsrat Genosse Wilhelm Luckow, Finanzdezernent des Bezirksonit» Mitt«, weil er d-e Altersgrenze von 63 Jahren erreicht hat, in den Ruhestand. Ge.nosie Luckow luit am Aufbau des Bezirksamts Mitte hervorragenden?ln- teil genommen.« Genosse Joseph Stiebcr, Berlin- Reinickendorf- West, Blcknkestr. 3, begeht am 1. April, 7.Z Jahr« alt, mit seiner 77jährigen Gottin das Fest der goldenen-Hochzeit. Vorirage, Vereine undVersammlungen. £%% Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold'. ©elSäftsSeflf: I-tfin ä 14. Eebastianftr 57—£3.£«F t. Zr Rostaq, 31. Mä?»..Onv-ni-f,« fro.vrtjc'l zr:ci\r:th?.V�acn: **• IG'o INn(Sinofdicnm« Diifcrr? i-InRlim iicrO.'tiwtwri aorarroScr. Jlufilad im Krematorium Noum.i'.[inuua in Baurn-rtleit-unq. Mitte, gunabanner: Äl Ul>r gueenSSsim Ticckltr. 15:!->-itk.r«r Ä5?iU>. Kam. Bartel und Kam. S-tmhnsi'. Tieraa rinn, Ortoorrrin: Jeden Mon.'aa non 20 bis 22 irür Cnrrea in der Turnhalle Schlcswiaar Ufer 13. Sur Innaüonner Pflicht. L'chtrnllora. Zi>n««a»»schaft und Schuhsnortlrr! 1»!1— At» Uir t.ratnina i» der Turndalle Rummelsburacr Är. 54, linksr ainhavq. SaniMsdienft Sic IN. gänirke. arscheinen, oller Innatomeraden Pflicht Waiftensee tLrisverein): IS Uhr Pa? standoschnna bei gihner. Ä Uhr sämtlich« Svie.lleute daselbst.— Dknztoo, 1. April. Mitt«. Kameradschastsnertanrmlunaen um-?0 Udr: 5. ttome, radschairi Runpest?. 50. Partraa.«am. Siechtoonmalt?r. Treitel.«. Komerad» schab: Borstpstr. 14. Pertroa. Ticrriarteo. aomerodichoft Westen: 20 Uhr austcrvrdentlich« Komerod1chast-»i«rsomms>,n.o im Nabauoldas, Pillmnstr. 57. Bortroa«am. Aijter sSounarstandl. Rmonohlen. Ritqii«dsdiich«itÄrinaen. Krentber«. 3ua V: 20 Uhr Serfammbma im Mehoalast. Alte Iotodstr. 14.?«.. richt nrm der chauaenrralner.sammluna Treptnm. Tambnurtorps: 20 Uar interner Uebunaeadend. Äst« übriqen Berliner«am« laden werden aeb«t«n, serntublernen. Pantos,«amcradschait Zlord: 20 Uhr aarncradschostsiersomm- Iura.T'ilrsische? gelt. Breit« Str. 14... Mittmnch. 2. April. Mitte, 4. Name- radschoft: 20 Ubr bei Jan». Äolsuer-Theater�drohe 84. Bortra« de»«am. PreuÖ nam..Lturwraael":„Bon Lilientl-al bis»um kVonflno". Ztreutbera: 3uav«rsammluna«n um 20 Mir: Aun 2 hei ftrep». Planufer 75—70. guo 3 bei Krobl, Wortenburgstr. 11. Tleuwahl dcz gueleiter». tzua 6 bei Leuschner, Bieffenbachstr. 54. 3vo 5 bei Adam, vüdbener>Ztr. 50. Bericht von der strou- <:«:>crolner.s!320,Äb6z.� D»evIi>ok.tZ Ksiiw.i» hsibbedeckr K««5kto9l,"36ewil'tw@Windslllie Wcltorausstchken für Berlin: Teils heiter, teil» molkig, ohne erhebliche Üiiederschläg«. Tagestemperoturen etwas niedriger als am Sonnabend.— Für Deukschlaud: Fm Nordosten molkig bei etwas höheren Teniperotuven, im übrigen Reiche ziemlich heiter, am Tage weiterhin mild. Briefkasten der�edatttv»». % P UÄ, L Di« muß füt fcö«» elr.actre Wobnu�a Mr»n- d�rs ntttbriti wttben; sie VrtöaJi im 2>urö>fetq: Sr emo nn-Kön i qsbc rq: �rou Io'Zuei'Äänigsbk'rq: Neu- mamr-Köniashetg(rpotet ousaescklnsfen): Trinomiti-Tilsit; Maßtes-Memen M/zria 5srsnk-LA�n: Bietb-Insterburn: Neumann-Allrnstein: Kolinowsk'.- Skoi�girren. ISA: Brou. Bruno Neum.. Metrin,Äöni�rc. wHiuwww Elektro-kabarettistische Lehrstunde. 0" recht geschickter Weise wirbt die A r b e i t s g«"i e i n s ch a s t der Elektroverbänd«— der auch die Bewag angehört— um das Interesse ihrer Kunden. Im Rahmen eines kabarettistischen lInterhaltunNsabends mit Tanz. Gesang, Sketch und Film behandelt mem geschickt dos Thema über Handhabung und praktische Wirkung der verschiedenen elektrischen Gerote für den Haushalt/ Nach einer einleitenden, launigen Conference des Elektrofochmonns. daß eine verschriftsmäßig« Kontaktschnur so und so beschaffen sein muß und daß sie, soll sie sich eines langen Lebens erfreuen, liebevollster Behandlung bedarf, illustriert ein Film nochmals das Gesagte und anderes Lehrreiche. Nach tänzerischen und gesanglichen Darbietungen konmit dann der Clou des Abends, die Berlosimg verschiedener elektrischer Gegenstände, wo man für ein M-Pfeimig-Los, so man Glück hat,«inen Bratasen,«inen Heizofen und andere schön«, wie praktische Dinge erwerben kann. Lang« vor Beginn der Der» anstaltung, dm bei freiem Eintritt vor sich ging, war der Saal bereits „ausverfcheokt". Das Seidenspozialhaus Michels v. Cie. ccäsinet im Hnus« K ö n i g st r a ß e 4 1/4 3 seine 3 Berliner Filiale. Die neue Der- kmissstätte, nach Entwürfen de? Architekten Otto Sperber hergestellt, bietet bei einfach-geschmackvoller Inneneinrichtung und übersichtlicher Ausstellung der Ware olles, was auf dem Gebiete des modischen Stoff- und Seidenmarktes verlangt wird. Im Parterre besindet sich außerdem eine Spezialstrumpsabteilung: in jeder Warenabteilung ist für den Fall des abendlichen Einkaufs künstliches Tageslicht ein- zuschalten, so daß jede Farbcn'ruance und ihre Wirkung bei Tag« und am Abeich zu jeder Tageszeit geprüft uich qemähli'wevden kann. Ist man müde vvni vielen Wühlen und Wahlrn, dann ladet«in kleiner Erfrischungsraum zu guter Rast. D»z Nie zinbritat«*ti tdatnitv Ziaarrrn AmpniU-girm» Ott» Befnufr, Berlin W. 5, Zran�östs-H« ötn. 21,«nmnhl iros.Innfiirn. als outn Dimn- 3iaarr«n anh«lönat. hinstchjllch ihrer Hill« uvl» PreiAvürdisksit on fv»r Svih'- stehen, hinveist der im gab« 1029 mit dem BocniailSMorte-na.«»-S»ri:i> ment«riielt« Um iah von«Nv» B Millionen Etstck. Nickst minher h»l,>»t stn» die n«jj«n v5ijmc,T«.of>r.fim«rtf„3ul>ilen. kvnhern nur ans Qualiiät lraen. stnh„Bnenickrz Zkihlkarlhe«� sehr»u emvsehsen. deren Preise 20—10 Pra.4. v'edria.'r liehen als dieieniaeu der entsprechenden reinen gorhen. .We»» Da erst not Schule lnmaifr' ist hie slanMö- Rcdemenduna drr Sfüttee not Lchulanfanat— geht ist e? snmeit, die Schule heainnt M'h vee- nr sacht mancher Mutier starkes.stnpfierbreöien. denn stc will doch mit ihrem Siehlina Ehre»inleaen. Doiu qehiirt nicht nur ein Ronaen. griihstiicksdos« ndrr Federkasten, sondern vor allem dauerdafte Schuh«. Der Schuhhol kommt ieht mit seiner Beranstaltuna.Eine Wexhe Mr das Sind" den Wunichen nach vreisvertrn Schuhen nicht nur entaeaen. sanhern sthertrifst noch bei weiteun all« Erwartunaen. weil man dort tatiochsich mehr fstr sein Geld erhält, alz ntav.««dacht hat! Dede» Sind erhält heim Schuheinkauf nach«in schönes Geschenk. 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In diesen schlechten gelten, in OKlckien die Geldknappheit herrscht, wo aber olle, die vorwärk» kommen wallen. die«nalische Sprache lernen nstisten, ist tsteser Schritt de? enqlischen Institut» ZU begrünen. Bilk. ENSUöls INSTITUTE hcstnt zwei cchust!' in Berlin, in der Leipziger Str 107 und in der Biilowstr. 05. „50 Jahr« Mrtzaer!" In dieken Taae.n feiert da? Striunpshau? Mehgtr da» .äOiölniac Iuhiläum" seine» Stammhou'e? in Strastdura im Elsaß. Da? Sstminhau? wurde von Kerrn Hermann Metzger gegriindet. Strumvfhav, Metzger d'stdt detit« neden einem beträchtlichen Engroogeschäft ein« arohe Anzahl eigener Ein«! Handelsgeschäfte in Berlin. Krankftirt o. M.. stoln. Bad Nauheim. Bad Komdurg. Offenbach, sowie«igen» Srrumvfsghrikatinn nnt einem Einkavishan- u> Eliemnih. Millwnen Runden kannten sich immer Ipieder von der gepflegten Oualität und besonderen Preiswstrdiakeit der vnn der Kirma vrovoaictten Senneta Erzczi«niste überzeugen. Do» Strumpf.-, au? Medqer veranstaltete anlösilich feine» Jubiläum? al?.Zeichen feines Darcke? an die Stamm- kuirden. die mitgeholfen haben, den Aufbau der Kirma zu fördern, einen grofi- zügig anael, gtcn Iubiläumsverkaut. Eine Menge Lieferanle», die nun ,ghr- zehntelana mit Mestger in angenehmer«eschästewerbindmig stehen, haben zu dieser P-ranstaltuna mit Ertraposten aratuliert, die dazu bei-ragen werden, diesen Iubiläumsverkouf zu einem besonderen Berkaukscreigni, zu aestaltrn. Schützen Sie Ihr Vermögen vor den Folgen der Erbschaftsteuer! Die Erbschaftsteuer bedeutet eine schwere Belastung für Ihre Familie, denn die Steuer wird sofort fällig und führt dann nicht selten zu verlustreichen Zwangsverkäufen von Vermögensteilen« Nur c i n zuverlässiges Mittel gibt es, das Ihre Familie vor dieser Ge- ftir schützt: eine Lebensversicherung in Höhe der zu erwartenden Erbschaftsteuer. Sie bewahrt das Vermögen vor dem Zugriff der Steuer und sichert dem Erben seinen uneingeschränkten Besitz. 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XeiDidiendgrltr Str. 95 Fürdiemirzu meinem SOiährigefi Geburtstage erwiesenen Aufmerk- satnkeiten sage ich auf diesem Wege allen Verwandten, Genossinnen und Genossen, sowie dem Gesangverein„Solidarität" meinen herzlichsten Dank. Gustav Wrcden. Am 27 OTorj, 12>»Ms rntfd)liet nach langen, mit groSÄ�rbuIb ertragenen Leibe», meine liehe gute Frau, unlcte treusorgende Mutter Frau Margarete Eaiuza • geh. Bolh im Alier von 38 Jahren. Die», zeigen ticfbetrUbt an )o»e< Kaloxa and Kinder. Die Trauerfeier findet am Montag. dem 81. Marz, nachm. 6 Uhr im»re. raotorium Baumschul emoeg. Kiesholz» strafte, statt. Danksagung Für die Bielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Setmgange meine, iieden Manne» und Baiers Theodor lepslen lagen wir ollen Lei wandten und B«. rannten, insdesendere den Mietern des ibanse» Maximilianslr. Hb und den Kollegen der Bereinigten Milch. dündier. Bezirk Ib. unseren iitnigften Dank. Anna Lepslen und Walter Nickbdu Pankow, Maximilian skr Hb Für die Beweise aulrichttger Teil. nähme beim Hinsdieiben meinte lieben Frau fiedwlg Wahrenberger geb. Warnke spreche ich allen Verwandten, Btfounten unb den(Ben öden der»7. MNetlung meinen herzlichen Dank au». rnift wabroftereer. so,«ounnnftr& BlesenfluswaiU Ses DUlifiilen Pralssa roh emaill. KOdie t.oitdira........ SS,— PO.— Küthe Christine mit Anrichte.. 8S.- 135,- Reformküche Bella(Schrank 180 cm), lasiert u. wei# Schleiflack, kompl. 450.-. Kleidarschränke roh em#m 00 cm mit Hutboden und Stange 42.- 5g.- 100 cm mit Wäscheeinricht. u. Stange 55.- 75,- 170 cm mit Hutboden und Stange 58.— 78.- 120 cm mit Wäscneeinr. und Stange 60.- 80.- Himmel Hauptgeschäft: Lothringer Str. 22(Schönhauser Tor) Filiale flr. 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Die Kollegen werden daraus hing»' wiesen, den zweiten Nachtrag streng zu beachten. ValMörpes- Versammlungen der arbeitslosen Mitglieder. Wahltdrper I. Oiensiae. den 1. April, vormittags , Ahr, im Sitzungssaat des Mch�Ä�a�mJ�/�Anke? :, Antogenschweister,® rohtorbeiter Hitismonteurr, Elettromontenre, Email, lierer, Bauouichtägcr/ Znbustrieschmlebe, Kefleiichmieb-. Knpfcrschmted«, Sagen- und Hnsschmtede, wahlkdeper N, Mittwoch, den 2, April, vormittags ll'.e Ahr, im Sthnngslaal des verbanbshaases, vinienstrahe 83 8» EijentonstruNiov«., Antv-, Maschinen-, Bau», Schwarzblech, päd Karosterte, Ichtoster. MahItSrper IU, vannerslag. den 3. April mittags 12>- Ahr, Im SIHnngssaal des llerbandshavses.einienstrahe83,88i Eisen-, Metall-, Revolver-, Karustell- und Bohrwerkadeeher, Tchraubenbreher, Rnxdlchleiser, ilinrlchtir, Automaten, einrichte!, Rohrteger, Rohrlegerhelfer wahltdrper IV, Areitag, ben 4. April, vormittags 9 Ahr, im Sihnngssaa» des ver. banbshanses, Linlcnftr. 83 88: Erooeure, Ziseleure, wiirtier, Drücker, Schlriser, Golvanisenre, Eisensormer, Retallformrr, Kernmacher. Arbeite wah>»8rper V. Zrellag, ben 4. April, nachmittags 2 Ahr. im Sthnngslaal des Der- banbshanses.. Cimonflcahe 83,88: Hobler. Bohrer, Stoßer, Fräser, Schnitt. ordeiter, Walzwerkaebeiter. Gold- und Sitberarbeiter, Mechaniker, Optiter, Uhrmacher Seetzeugmocher, Schars schlelfer, Ardeiterinnen, Tagesordnung Beratui g der Anträge und Wahl det . Delegierten zur(beneralversammluna am 14. April IShs. Zutritt haben nur, diejenigen Mitglieder, die im Berbanddduch die Berufsdezeichnung haben, für weiche bie Versammlungen einberufen sind, v Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslosen, karte kein guieiii,__ Spielplan unserer Aultticableilaag. In der Woche vom 31. Mär» dt««.April: 1 ANS dem Reiche de« Königs der Kdnige. 2. Bonbon. 3. Strumplwirkeret. In der Woche vom 7. bis 13. April: L ftciti( Lied« und Erotik im dunklen Erdteil). 2. Der lustige Kobold. 8. Herstellung von Büchern. In der Woche vom 11. dl» 27. April: l. Der lonzende Tor.' 2. Mary madst ein» Hochzeitsreise. 3. Die deulsche Apoihei«. In der Boche vom 28. April bis 1. Mai: I. Meiti Feld ist die Welt- 2. Wenn einer ein» Reise macht. S. Technischer Film. In der Woche vom S. bis lt. Rai: i. Biutschande. 2. Zu viel Dunst. 3. Technischer Film. Anfragen wegen Besuch � und liebet- iastuiig Oer Adteüung sind lelephouisch oder Iditistiich a» kue Kulturabteilung(Büro: Liniensir.*3/85,- Zimmer 20) zu richten Unjec» Knltueadieilung bleibt am Don. nerotog, dem 1?.. Freitag, dem 18., Sonnabend, dem 19. und Montag, dem 21 April geschlossen: außerdem am Don- nerstgg,.dcin. 1. Mai bs. Is. vir Ort»Tcrw«ltVBg. Dom grösste Sehuh*Spesialham Berlins Tltea-iev, Lidikpiele usw. Sonntag, 30. 3. Staats-Oper Unter«j. Linden Map J. Y. ü« 9 Jalues-Jb.-V. KoJfi 20 UOr Sie[ottirons ä35 dein Ssraii Ende 22-. 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Verschiedene Debitoren und Bankgebäude.... .Aktienkapital...... Reserve- und Pensionsfonds......... AO/z Central-Roggenpfandbriefe.-.. Ztr. 122541 Central-Goidplandbriefc........... Guthaben der Deutschen Rentenbank- Kreditanstalt 5% Roggen-Komm.-Schuldverschr... Tjtr. 188063 Gold- und Uquid.-Kommunal-Schuldverschrcibungen Verschiedene Kreditoren............ Ueberschuß der Aktiva über die Passiva..... RM 19 256 934,50 15232811,40 1057 701,20 325783721,15 19 367 810,20 5006580,89 1 503 833,90 119870938,67 1 270 500,— 869690,69 5 545777.31 514 75-' 289.91 RM 18200000,-- 9471 291,64 1 036 189,46 314894 235,— 19283839.23 1593833,90 117 983290,- 38851 714�9 3441 896,39 514756280,91 Die auf 12Vo festgesetzte Dividende Ist abzüglich der Kapitalcrtragste»er vom 29. Mirr ab zahlbar. Berlin NW 7, im Mälz 1930. Prmsisciiß Cßütral- Hartmann. Die Direktion: Oesterlink; Wrede. 11.-22. APRfl DIE BERLINER Ml BEL UND EIN- RICHTUNGSSCHAU BERLIN 1930 FUNKTURM HAUEN Dir. Or. 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Beilage des Vorwärts Sonntag, 30. März 1930 etefen&imoea füt diese SUiBtil sind • c V 1 i B SB 63, Ltudenstratz« 3, G parteinachrichien für Groß-Verlin stet, an da«■BcjirUfeftetovial 2. Hos, 2 Treppen recht», zu richten, Ordentlicher Aezirksparteitag. Aus Beschluß des crweiterkcn Bczirksoorslandcs findet der ordentliche Bczirkspartcitag am Sonnabend, dem 12. April. 19 Uhr. und am Sonntag, dem 1Z. April, vormittags 9 Uhr, im Plenarsaal des preußischen Staats- rats, Leipziger Str. Z, statt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht: Franz Künstler. 2. Kassenbericht: Alex Pagets. Z. Bericht der Revisoren: Hans Wolfs. 4. Frauenbewegung: Käthe Kern. z. Anträge. 6. Aussprache. 7. Referat über„Erwerbslosennot und Arbeitszeit". Referent: Siegsried Aufhäuser, Rl. d. R. 8. Referat:„Die verwallungsreform der Stadt Berlin". Referent: Paul Hirsch, w. d. L. 9. Aussprache. Erweiterter Bezirksvorstand. Titzung des erweiterten Bezirksvorstandes am Ntitt- wach, dem 2. Avrit, 18 tthr, im«itznnassaal des Bezirks- sekretariats, Lindenstr. Uhr. Inrtraa:„Die Elternbeiraiswahken lSZo." Reserent Eeneffe Reftnc Rieck. Aste Genossen von schlupflichtiaen Kindern und alle aeuösstsckien Lelirer sind eingeladen. Parteibuch weist aus. Snmpotbisierende Eltern können eingefllbrt werde». 4. jtrei» Pren, kauer Perg. Donnerstoa. S. April, llltz llftr, Berkammluna aller parteiqenöMlckie» Helfer und Helferinnen der Arbeiierwoblsalirt sowie der var'eiaenössischen Borsteher ukw. der Woblfahrtskommissionen im Al'erebeim, Danniger Str. 32. Referent Stadlrat Nosemann. 3. Kreit jsriedrichthai». Achtung! Tie nächste Zusammenkunft der ssunktio. nare der Ist. Gruppe 133. und 34. Abt.) findet Mittwoch. 2. April. 19 Uhr. bei Sahn, Simon-Dach-Str. 9, statt. Wichtige Tagcsorinumg, Keiner darf fehlen. 5. Kreit Arbeiter.Vildvngtscknile.?eoinn einer neuen wrrtschastspokitischen Arbeit-arnreinschnsl am Moirlag, 31. März, A llhr. im Andreas-Real- anmnsstum. Koppe nstr. 73. Themar»Wie les« ich den Landelsteil einer Zeitung'. Tauer vier Abende. KlirfttSdcMaq 1 M.— ssdrtfehuna unserer kulturpolitischen Arbeitogrmrinsckast am Dienstaa. I. April. 19'-! Uhr, im Zuaendheim Gohlerstr. 61. Thema:„Die Umschichtuna de, Vrolelariato in der Gea-Nwart".— Am Sonntag. 6. April, Bebchtiguna der Linbear» srahrradwerle in Lichtenrade. Abfahrt vom Vahnhof Papestrahe um 9.0«. Wir bitten die Genossinnen und Genosten. sich recht.-ohlreich an der De, stchtianug tu beteiligen. �_ � � 5.i-n- l 6. Krei» Kreuzberg. Montag. 3l. Mär,, l9>4 llhr. bei Rabe, Fichte, ff's Krabe 29. Äreismitaliederversammlung. Taaesordnnno:..Austritt der f! SPD. aus der Regierung." Rescrent Karl Litke, M. d. R. Mitglied»- IN !» buch dieRt a>» Au»wei,. W II. Krei» Schäneberg. Bcronzeipe. Freitag. 4. April, A> Uhr, Äreisfunktianär. fibung bei Will, Martin.Luiher.Str. 69. Abteilunsoleiter bitte dazu ein- laden. 17. Krei» Lichtenberg. Die am Mitwoch. 2. April, turnuamähig Nattfindende Sitiung dea Kreisporstandes nrnft der Vezirksvorstandslihuna wegen auf Freitag, 4. April, lS'li llhr, im Nathan», Zimmer 25, verlegt werden.— Nächste Sistung der Brzirksvcrvrdnetcnfraktion Montag, 31. März, 18 Uhr, im Zinnnrr 36 des Nathanfes Lichtenberg, Möllendorfstr. 6. 16. Kreis Weihenfee. Dienstag. 1. April. 19 Uhr. Kreisvorstandssttzung. Um 20 Uhr Kreisfunktionärkonferenz im Lokal Dallas, Lehderftr. 122. 19. Kreis Pankow. Montag. 31. März, l8',4 llhr. Fraktionzsttzung mit den ZMlrgerdrpulierten im Rathauo Pankow, Zimmer 117. heule. Sonntag. 30. März. 17. Abt. Die?ezirk«filhrer mtillrn bis Sonntag, so. März, die Markenbestände beim Genoffen Höhne abrechnen. 34. Abt. Ehaelattenburg. Erwerbslose Genossinnen und Genosse» werde« er- sucht, beute 1» llbr nach dem Jugendheim. Rosinenftr. 4. z» kommen. Au»- weis: Parteimitgliedsbuch und Stempelkarte. Morgen, Montag, 31.März. ?. und 3. Abt. Montag. 191- llhr, bei Porlick, Sebastianstr. 38, Sifmng oller in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossinnen und Genossen. SpinpalHi. sierende sind willkommen. Vortrag:„Die kommunalen Aufgaben der Ar- beiterwohlfahrt." Referent Stadlrat Schneider. > Uhr bei Beinlich, WeiSenburger Str. 1, wichtige Fnnktionärschung. )',i Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88. Sitzung der Bezirkssllhrer und teilungsvorstandes. 26. Abt. 20 38. Abt. lö'/l Uhr bei Bartusch, Frirdenstr. 88, Sitzung der Bezirkssllhrer und Revisoren. Sämtliche Marken und Listen sind abzurechnen. Jeder Veziri muh unbedingt vertreten sei». Anschließend Sitzung des Abteilungsvor- stände» mit den Bezirksfllhrern. 46. Abt. Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Kressmitglieder- Versammlung. Referent Karl Litke. DI d. R. 41. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Kreismügliederversammlung. 47. Abt. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Kreismitgliederversammlnng. Dienstag, l. April, Uhr, Funttionärsitzung bei Krause, Mariannen- platz 22." 48. Abt. Alle Mitglieder beteiligrn sich an der Kreismitglirderversammlung. 83. Abt. Tewpelhos. 20 Ulir bei Pinger, Dorfsir. SV, Mitgliedernersammlung. Vortrag:„Eroh-Berliner Reform und Finanzsragcn." Referent Stadtver- ordneter Siegbert Loewn. 93. Abt. Reuköll«. 19'/» Uhr bei König, Böhmische Str. 43/44, Versammlung aller SPD.-Eenpsfen der 43. Abgabestelle der Kansumgenossenschas!, Mareschstraßc. 102. Abt. Vanmschulenweg. Pünktlich 19' 3 Uhr bei Haß, Baumsckmlenstr. 72, Funktionärsitzunq. Verhinderte Funktionäre haben Bertreter zu entsenden. Der Vorstand und Bildungsausschutz treffen sich zu einer Beratung bereits eine Stunde früher ebcndort. Dienstag, 1. April. l?. Abt. 19-4 Uhr bei Dose, Nordbasen 6, Funktianärsitzung. 80. Abt. Schäneberg. 20 Uhr bei Gürlich. Bcgasstr. l, Funktionärsitzuna. 103. Abt. Oberfchönewcide. 19 Uhr bei Winkler, Wilhelminenhofftr. 83b, Sitzung des Borstandes mit allen Funktionären. Mittwoch. 2. April. 1. Abt. 19U llhr bei Spiegel, Ackerstr. 1, Sitzung aller in der Wohlfahrt». pflege tätigen Genossinnen und Genossen. Dortrag:.Kommunale Auf. gaben in der Wohlfahrtspflege." Referentin Dr. Klara Henrigues. Frauenveranstalwngen. 2. Kreis Tiergarten. Montag, den 31. Marz, 19'ä Uhr, bei Sandow. Flens» burgrr Str. 3, Funktionärinnenkonferenz. Freitag, den 4. April. Besichti- gung des Museums für Frauenkunde mit Dr. Käthe Frontenthal. Tress- vunkt Ib'.b llhr vor der Tür. 3. Kreis Wedding. Der Kursus..Strafreehtseesorm" fallt umständehalber ans. Montag, den 31. März. 20 Uhr, bei Lauritsep, Putbuffer Str. 11, Funk- tionärritnensitzung. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Donnerstag, den 3. April. 10'.--! Uhr, in dcr Gotenburger Str. 3 Schlutzabend des Näh- kursus der Frauenwelt. f 4. Krei, Prenzlauer Berg. Montag, den 31. März. 19'4 Uhr. Firnk- lionärinnensitzung bei Klug, Danziger Str. 71. Jede Abteilung mutz per- treten fein. 6. Krei, Kreuzberg. Donnerstag, dar, 3. April, 19',-j llhr, Funktianärinnen- litzung bei Krüqer. Grimmftr. l. Jede Abteilung mutz vertreten fein. 7. Kreis Eharlattenburg. Montag, den 31. März, um 20 Uhr bei Schütz, Wallstr. 99. Funktionärurnensitzung. Ableilungsleiterinnen, Funltionä- rinnen stir Agitation und Arbeiterwohlsahrt sind hierfür eingeladen. 12. Krei, Steglitz-Ächterselbe-Lankwitz. Der Äochkursuz findet vom 29. April bis 2. Mai non lg bis 20 Uhr bei Schellhase. Wornstr. 15a, statt. Der Tag zur Besichtigung des Frauenkundemuseums in Charlottenburg wird iroch bekanntgegeben. 14. Kreis Renlölln. Die für Montag, den 31. März, angesetzte FunktionSrinnen» sitzung fällt aus. 17. Kreis Lichtenberg. Am Dienstag, dem 1. April, um 20 Uhr, Borbagener Strafte Ecke Reue Bahnhofftratze, Vortrag:„Preise und Löhne". Rcserrntiti Mathilde Wurm, M. d. R. Sonntag. 30. März. 47. Abt. 10 Uhr vormittags Führung durch da, Museum für Frauemkuvbe. Gharlottenburg. Berliner Str. 137 Treffpunkt um 9 Uhr Hochbahnbof Görlitzer Bahnhof. Montag. 31. März. 7. Abt. WA, Uhr bei Kuhn. Borsigstt. 14:„Dos Wirtschaftsgelb der Saus- fran". Reiorentin Margarete Schenkalowsli. 6. Abt. 19H Uhr bei Richert. Steiumetzstr. 36». Lese- und Diskutierabenb: nachdem geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. 17. Abt. WAs Uhr bei Klinge. Sellerftr. lt. Lichtbildervortrag:„Ernstes und Heitere» aus dem roten Wien". Vortragender Alfred Guttheit. 23. Abt. 191« Ul-r bei Kön'g. Ltanlstr. 37:„Sozialistische Erziehung in der Familie". Referent Lehrer Kunstmann. 31. Abt. 19'1 Uhr bei Goldschmidt. Stolvische Str. 36:„Die Forderungen der sozialistischen Frauen". Reserentin Gertrud Hanna. M. d. L. 34. Abt. 20 Uhr bei Poper. Gubener Str. 19:„Iock-London-Abend". Referentin Gerda Wepl. 36. Abt. 19'-! llhr bei Tusch. Tilsiter Str. 27:„Das Wirlschaftsgeld der Haus. frau". Referent Hann» H. Kamm. 67. Abt. Grunewald. I91b Uhr im Bahnhofs-Neftaurant Grunewald bei Wnrzbacher:„Sozialpolitische Kaulpfc der Gegenwart". Reserentin Else Michaeli». Wilmersdorf.«N.Mt. Adt. 20 Uhr bei Kulka, L-nenburger Str.' 21. Senvlsin Brauer liest aus dem Buche:„Mich bungert".— 71. ,72. Abt. 20 Uhr bei Lau. Hildegard. Ecke Schrammstratze:„Die Stellung der Frau im bürgerlichen Recht". Referentin Marie Kunert. M. d. R. 73. Abt. Schmargendorf. 20 Uhr im Deutschen Hau», Breite Str. 34, Bortrag: „Arbeitseinkommen und Masscnbelafwng". Reserentin Käthe Kern. 73. Abt. Wannsee. Die Genossinnen treffen sich um 9 llhr am Bahnhos Wannsee zur Besichtigung des Museums für Frauenkunde, Reukölln. 91. Abt. lO'H Uhr bei Llldicke. Äarlsgarten strafte Ecke Fontanestratze: „Grundsätze der Sozialdemokratie". Referent Paul Bernstein, 97. Abt. W-i Uhr bei Kutzki. Leinestr. 1:„Die Frau und das Parlament". Reserentin Elfriede Rnneck. M. d, L. 102. Abt. Banmschulenweg. 191b Uhr bei Satz. Baumschulenstr. 72:„10 Miuuten Eminnastik für die Hausfrau". Referentin Elli Wüüer-Rau. 109. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr im Stodttheater Friedrichshagen, Friedrich- stratze 112, Am Marktplatz:„Die Fra:: in der Dichtung". Ernste und hcitere Rezitationen. Rejerrntin Friedet Hall. t32. Abt. Blankenburg. Der für Montag, den 31. März, angesetzte Frauen- abend fällt an». 139. Abt Tegel. 191« Uhr im Jugendhelm, Schöneberger Strotze, Baracke:„Was hat die Frau vom Sozialismus zu erwarten?" Referent Kurt Romminger. Dienstag. 1. April. 16. Abt. 1914 Uhr bei Krüger. Lufsitenstr. 3t:„Kulturfragen des Sozialismus". Referent Mar Heodemann. 33. Abt. 19!« Uhr im Konferenzzimmer der Schule Hohenlohestratze: „Moderne Ehevrobleme". Referentin Hedwig Schwarz. 40. Abt. 191« Uhr bei Förster, Dreibmrdstr. 11:„Der erste Schultag". ReferenLu Dr. Sirschberg. 03. Abt. Renlölln. 19 Uhr Besichtigung des Museums für Frauenkunde. Ehar- lottenburg, Berliner Str. 137. Tresfpuutr um 171« Uhr am U-Bahnhof Bergstratze. 99. Abt. Britz. 19'4 Uhr im Jugendheim. Ehausseestr. 48:„Grundsätze und Forderungen der Sozialdeuiokralie". Refrreut Reumann. 140o.Adt. Wittenau. 20 Uhr in Tegel, Jugendheim. Baracke, Funltlonärinnen» sitzung der Agitation und der Arbeiterwohlfahrt. ZNittwoch. 2. April. 11. Abt. 19'« Uhr bei Bergee, Berlin NW 87, Lenetzowsir. 21,„Das Wirtschaftsgeld der Hausfrau." Referentin Hedwig Sänoorz. 21. Abi. 1914 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 2l,. Dcr Staatshaushalt und leine Bedeutung für die arbeitende Bevistkerung". Reserentin Eluira Krüger. 80. Abt. Mariendorf. 1916 Ubr bei Görlitz. Ebansseestr. 19,„Ist die heutige Form der gesetzlichen Ehe zu bejahen?" Referentin Hilde Klrchheiwer. 134. Abt. Buch. 20 Uhr bei Eöpfert am Bahnhof,„ Eherechl sreform". Referent Tr. Gotthardt. Donnerstag, 3. April. 136. Abt. Reinickdorf.Ost. 19�. Uhr Diükutierabend in der Lindauer Ctraße� Anschließend wl6)tige Besprcäiung mit den Funktionären. Dezirksausschuh für Ardeilerwohlfahrk. l. Krei» Mitte, 1. Abt. Mittwoch, den 2. April, 191-- Ulir, bei Spiegel. Ackerstr. X, Ei Kunz? aller in der Wohlfahrt tätigen Genossen und Genossinnen. Die Genossin Dr. Clara£cnriqucö spricht über:„Kommunale Aufaaben dep Arbeiterwohlsahrt". Wir bitten um pünktliches und vollzähliges Erscheinen. Interessierte Genossen und Genossinnen sind beglich eingeladen.— 2. und 3. Abt. Dlontag, den 31. Mär�. 1� Ahr, bei Borlick, Sebastianstr. 38. Sihuna aller m her Wohlfahrt tätigen Genossen und Genossinnen. Der Genosse Stadtrat Karl Schneider spricht über:„kommunale Ausgaben der Arbeitcrwohlfohrt". Am zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Interessierten wird acyctcn. 2. Kreis Tierqarten. Freitag, den 4. April. 18�5 Uhr treffen sich die Ge- nassen und Genossinnen, die an der Besichtiaung des 5srauenkuirdemuseums teilnehmen wollen, vor dem Hause Charlottenbura. Berliner Str. 1Z7. Di« Führuna übernimmt die Genossin Dr. Käthe s7rankenthal. 4. Kreis Prenzlauer Bern. Donnerstag, den 3. April. 23 Uhr. im Alters- heim. Danziller Str. 62. findet eine Bersammluna oller Helfer und.Helferinnen der Arbeiterwohlsahrt und ehrenamtlich tätigen Genossen und Genossinnen der Wohlfahrtskommissionen statt. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Stadt- rat Rosemann über:„Sparmaßnahmen". 2. Diskussion. 3. Berschiedencs« Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Altong. Funktionäre dcr Arbeiterwohlsahrt? �m Plenarsihunassaal des Oberverwaltunasgerichts Berlin-Charlottenbura. Äardenbergftr. 3!. findet am 3. April, 23 llhr. ein Vortrag von �rau Elisabeth Sermes aus der Berliner Gefangenenfürsorge Über:„Strafentlassenenfürsorge" ssatt. Anschließend Aus- spräche. Wir empfehlen den Besuch dieses Vortraaes allen denjenigen Kunb» tionären. die sich besonders in der Gefangenenfürsorge und in der sozialen Gerichtshilfe betätigen. Der Eintritt ist frei und der Vortrag kann ohna besondere Einladung besucht werden. Arbeilsgemeinfchafi sozialdemokratischer Lehrer und Lehre. rinnen(AsL.). Kreisgruppe Kreuzberg. Die kür Mittwock!. 2. Avril. festgesetzte Sitzung fällt an». Da die Bezirks» griivve Berlin den ersten Mittwoch im Monat für sich in Anspruch nimmt. findet die nächste Sitzung dcr Kreisgruppe lkrcuzberg am Montag, 5. Mal, statt. Nähere« im„Vorwärts" vom 4. Mai. Sozialistische Studentenschaft. Ortsgruppe Berlin. 1. April. 13'» Mir, Sektion Sandelsbochfchule: Pädagogefche Arbeitsgemei:»» schakt. Zliernä:„Berufspädagogil". 2. April. 30 Mr. Sektion Handclsboch- sckiiilr: Warristische Arbeitsaemcinschast. Ttzrma:„Arbeitswertletzre". Brr, anstaltungsort: Der„Bund". NW. 6,?l lbrechtstr. 11. Freie sozialistische Schüler. FSS. Norden: Mit'wocki. 2. April. 191« llbr, Arbeitsgemeinschaft, Sonnen» burger Str. 20 sll-Babn Rordringl. FSS. Nordwesten und Westen: Donnerstag, 3. April, 90 ITbr, Arbeil?» gemeinfchaft:„Die Jntelleltuellen und der Sozialisnius" t Hendrik de Man). Etzarlottenbura, Fürstin-Bianarck- Schule, Sybelftr. 3— 1. Zungsozialistifche veretniguug Groh-Berlin. Gesawttreffe» bei Berliner Ivngsozialiste» heute. Sanntog, 30, März, in Bernau. Die Kauptneraufialtnn» ist um 10 llhr im Re. stonrant Bellenue, Wanblitzer Stratze. Genosse Dressel vom Vezirka- verband der SPD. spricht über„Unser Kampf geoe» Wirtschaft», und Finanznot". Nachdem Musik, Rezitationen und Aufsührungeu der Spiel. genwinschaft. Die Bernauor Parteigen» Isenschaft beteiligt ssch»ollzälitig daran.«- Dir Berliner Belteren der SAZ. und die jüngere» Partei. genossen find herzlichst eingeladen.— Jungsoziolisten treffe» ssch zur Temonftratwn nach Bernau am Sonntag 1» Uhr am Bahnhos. Fahnen mitbringen. Arbeitsausfchutzfitzung am Sonntag in Bernau. Jugendheim am Restaurant Bellevue. Wandlitzer Strasse, pünktlich 14 llhr. Wichtige Besprechung. Gruppe Lichtenberg: Morgen, Montag. 29 llbr. im Jugendheim Gunter» stratze 44. Bort-aa:„Tagespolitik". Reserentin Dr. Tora Fabian. Parte!» und SAJ.-Genossen sowie Gäste sind freundlichst eingeladen. Gruppe Reinickevdaef: Morgen, Montag. 30 Uhr, Zusammenkunft Im Stadt. Jugendheim. Tegel. Schöneberger Strasse(Baracke neben der Schulet.„Peote» tarrsckie Dichtung"(mit Rezitotwn). Junge Parteigenossen und SAJ.-Mit» glieder sind William me». Grunpe Eharlottenburg: Montag, 31. April. 90 Mr, im Iugendhein, Rassnenstr. 4, norm 1 Dr.. Vortrag des Genossen Gstdstein:„Arbeiterdichtung", SAJ. und junge Parteigenossen find sehr willkommen. Arheilsgemeiuschast der kindersreunde Grofz-Bertm. ..f. fss sia Die Selsersitzung, die Mr Mittwoch. 2. April, angesetzt war. kann tss sZ ausnahmsweise erst am Freitag. 4. April, 20 llhr. im Drzirksamt t j Kreuzberg(Sitzungssaal), stattfinden. n i z _ Krei» Schöneberg: Leute, Sonntag, findet in der Aula der 13. Dolk-sckmle, Fempelbofer Weg. unser Elternabend, nerbunden mit Darbietungen der Kinder, statt, Beginn 17 Uhr. Unkostenbeitrag 20 Pf. Erscheine» aller Eltern er» wünscht. Gaste herzliäi willkommen. Krei» Prenzlauer Berg: Heute letzter Filmnackmiittag Mr die Kindes 14'«— 17 Uhr. im Bezirksamt. Donnerstag, 1914 Uhr, wichtige Helfersstzung. An Borbereitung gemäss 9'undschreiben wird erinnert. Tiergarten, Gruppe August Bebel, Rote Falken: Dienstag, 1. April, von 171«— 1914 Ubr. im Heim Waldenferstratze. Tanzabend.— Jungfalken ebenda Fatkenversammluug.— Restfolken!: Mittwoch. 2. April, von 17—19 Uhr, Bun'er Wend.— Rrltfalken ll: Drettspielabend. Mitte: Am Montag, 8t. März. 20 Uhr. Helferkursuz mit Genossen Löwen» stein im Jugendheim Elisabethkirchstr, 19. Ouartierlisten mitbringen.— Grupp« Engelufer: Achtung. Rote, Falken! Am Dienstag im Heim Äöpenickcr Sir. 133 Programmbe ratun« für den kommenden Monat. Kreuzberg, Gruppe»ottbnsser Tor: Am Sonntag. 30. März, machen wir eine Fahrt nach Krumme Lanke. Wir treffen uns um S'S Uhr Kottbusser To� an der Siormalutft. Esse» und 30 Pf. find mitzubringen. Geburtstage, Jubiläen usw. 34. Abi. Am 31. Marz begebt»nser Genosse Murzka mit seiner Ehefrau, Posener Str. 26, da» Fest der Silberhochzeit. Wir wünsche» ihren gute Gr. suuddeit und ferneres Wohlergehen. 82. Abt. Steglitz, 9. Bezirk. Unserem Mitglied« Ho», Grimm und seine« Gattin zu ihrer Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Äerliner Partei- Organisation j 77. Abt. Schäneberg. Dir Beisetzung dcr Urne der Genosfin Auguste Kalkz findet Dienstag.!. April, 14>/, Uhr, auf dem Friedhof Baumschulenweg statt. Wir bitten um rege Beteiligung. 191. Abt. Treptow. Unser Genosse Dtto Jahn, Kiefhotzstr. 14, ist am Donnerstag verstorben. Ehre seinem Andenken, Eüiäscherung Dienstag, 1. April. 16 Uhr, im Krematorlum Baumfätulenweg. Wir bitten um rege Be. teiligung. IS W-xÄM"' MRK» .ää5a WO read «KÄ Vua' HQO vTotA-\ ZtS w9. ßo m sZM. wffiS»4* cö hie" kM n U\teVVeT CO ta W* �•jbao' �Scn" MTl MACiv0�crn ioel s 3k .29 Wo es zuerst Frühling wird. Eine ganze Reihe von Gebieten in Deutschlanb erheben Anspruch auf den frühesten, wärmsten, beständigstem sonnenfrohesten Lenz. Die bekanntesten von ihnen sind die„Bergstraße" von Darmstadt bis Heidelberg, die Insel Mainau, die oberrheinische Tiefebene, die Rheinpfalz und einige geschützt« Punkte in den Seitentälern des Rheins. Der K a i f e r st u h l bei Freiburg und das E r o t t e r t a l im obcrbadifchen Schwarzwold werden im Reigen der.Frühen" gern Übersehen. Dabei haben gerade diese beiden landschaftlich höchst reizvollen Gebiete, ebenio wie die noch nicht nach Gebühr be- achtete Insel Mainau im Bodensee ungewöhnlich starke Borzüge. Au ihrer E�xenrettung soll hier Mitteillenswcrtcs bekanntgegeben werden, ohne die oft geschilderte Bergstraße und die anderen .Frühen" dadurch hintanstellen zu wollen. Der Kaiser st uhl steigt nahe dem Rhein in einer Läng« von etwa 13 Kilometern und einer Breite von 10 Kitametern an. Er ist vulkanischen Ursprungs, mit Dolomit- und Basaltkuppcn. Wer aus der Fahrt von Frankfurt nach Basel, beim Einschwenken des Auges in die sogenannte Frciburger Bucht, nicht zu den Schwarz- watdbergen und dem Frciburger Münster mit seinem unendlich feingliedvigan Turn,, sondern nach rechts zu Auslug hält, der wird das kleine'Gebirge imponierend finden. Mancher hat es wohl schon für die Aogessn gehalten. Die drei 300 bis 300 Meter hohen chaeak- teristischen Kuppen des kleinen Gebirges sind der Katharinenberg (mit einer Kapelle), Neunlinden mit dem obligaten Aussicht-turm und der Tatenkops. Der Kaiserstuhl bezeichnet sich als das wärmste Gebiet Deutschlands. Aufschlußreich für Art und Besonderheit des Gebirges ist eine Fahrt quer durch das Hügel- gebiet über Oberschaffhausen und Oberrotweil nach Burkheim. Die Vulkanberge recken sich hinter eurem Kranz von Wald- und Wein- Hügeln jäh und steil anfz sie tragen karge Grasnarben und alte Trassierungen für längst aufgegebenen Weinbau. An diesen wuchtig oniporgcschleudcrten Hügeln, die sich unocrwirtert behaupten, will nichts wachsen. Erst draußen an den Hängen gedeihen in der außer- ordentlich hohen Temperatür Wein und Tabak— Wein, der der Zunge von Kennern..geläufig" ist: 5kaiserstühler! Das Glottertal ist ein Tal der Reben und voll Sonne. Aus der großen Freiburger Bucht dringt es mit sechs anderen Tälern in den Schwarzwald: hinan nach St. Peter, zum etwa 1100 Meter hohen Thurner. Es steigt gemächlich an: wicsenweit, blumenbunt. garten- und rcbcnreich. Hübsche alte Schwo.rzwaldhäuser flankiceu die 4Vi Kilometer lange, ansteigende Straße bis zur kcsselartigsn Erweiterung beim Glotterbad. Die Häuser der Straße bilde» die Ortschaft llntergloüertal. Auch Oberglottertal besteht aus einer R ihc regellos an der Straße errichteter Häuser: es schiebt sich im vereng- ten Tal aufwärts. Der liebliche, windoefchützte sonnige Kessel beim Glotterbad liegt zwischen beiden Ortschaften. Die Insel Mainau im westli-bon Zipfel des Bodcnsees. dem llcbsrlingeriee, ist ein einzigartiges Garten eiland: sie birgt tropische Vegetation in einer Ueppigkcit, wie sie sonst nur«in paar B"e't«n- grade südlicher sich darbietet. Bilder von der Mainau mit Palmen, Aypressen und Koniseren täuschen den Süden vor. Müdes Klüna ist Loraussetzunq für die in Deutschland einzigartigen Beg»t'tions- wunder. Das Schloß ilt überragt von Koniferen, die für Deutsch- lend vielbewundcrte Vflanzenwuuder darstellen, insbesondere die 18 bis 30 Meter hob« Cryptomeria japonica. Himalaia-edern recken Sich neben ihnen ihochauf mit ihrem blaugrünen Nadelti-id im seit- amen Park. Säi'lenzyprcsseii erheben sich still und feierl'cb aus der trvp'schcn Umwelt, und an der Orangerie gede'ben im Freien Orangen. Zitronen, Feigen, ja sogar Bananen. Es ist ein Inselreich, wo der nordische Mensch entrückt auf verschlu'» gen en Pfaden wandelt und die Sehnsucht nach dem Süden sich erfüllt._ Siaöie feiern. Das Jahr 1330 ist reich an bemerkenswerten Gedenkfeiern viel- hundert, und tausendjähriger Städte und Kulturstätten. Das in der Nähe Aichack) in Oberbaqern gelegene Alt münster sieht aus ein 12v0jähriges und drei andere deutsche Städte sehen auf ein liXXli ähriges Bestehen zurück: Kottbus, Montabaur und isiabburg. Kottous, ernst Wendenstedlung, berühmt durch Tuchfabrikätion, den Kottbirsser Korn und Karpfcnzucht, wird fein Jubiläum nicht feiern, wer es aber zum Ausgangspunkt einer Fahrt in den Spreewald benutzt, wird der 1000 Lenze dieser märkischen Stadt gedenken. Montabaur, das altertümliche Westerwaldstädtchen an der Montabaurcr Höhe, hat bisher kein Datum für eine Feier genannt. Seinen Namen gab ihm Erzbischos Dietrich II. nach dein Berg „Möns Tabor" in Galiläa, nach Rückkehr von einer Palästinareis«. Sehenswertes Bauwerk ist das alte, hoch über der Stadt gelegene lurtriersche Schloß mit Bergfried. Das oberpfälzische N a b b u r g hat seine Feier vom 23. bis 31. August festgesetzt. Eine Reihe alter Bauten und ein Teil der Besestigungsmauern sind noch erhalten. Das liebliche Frankenstädtchen Sta ff elfte In wird am 3. April 800 Jahre alt: 1432 wurde hier Adam Riese, der Erfinder des Ein- inaleins gebaren. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts dichtete Victor von Scheffel seineu Sang vom„Heiligen Veit von Staffel- stein", dein Einsiedler auf der Höhe des Berges, der im letzten Jahre das Zeitliche gesegnet hat. L e h n i n in der Mark Brandenburg feiert am 2. Äprii seinen Gründungstag, des einstigen Zisterzienser- klosters Lehnin. Königsberg in Bayern feiert sein 7ö0jähriges Bestehen vom 5. bis 7. Juli. Thorn und Kulm wurden im Frühjahr 1230 van Ordensrittern als Grenzburgcu gegründet. Zu den 700iirhngen Städten gehören die alte Universitätsstadt Jena, das an der Lenne gelegen« Hohenlimburg(Feier voraussichtlich im Juli) und die oberschlelische Stadt Kreuzburg,«ine Gründung der Kreuzhcrren und die Geburtsitodt Gustav Freytags. Darm- st a d t feiert im August sein üvojährigcs Bestehen. Seine 200-Jahr- Feier begeht im Juli BadKösen, das reizvoll im Saaletal bei Naumburg liegt, mit den Burgen Rudelsburg und Saaleck m un- mittelbarer Nähe. Iii R e g e n s b u r g begeht man Ende Scpteniber feierlich den 300. Todestag des Astronomen Kepler, der hier bc- graben liegt. 100 Jahre alt werden anr 1. Oktober die Berliner st aat- lichen Museen, die ans diesem Anlaß schon jetzt eine Rembrcmdtausstellwrg in der Akademie der Künste veranstallien und im Oktober zusammen mit der Eröffnung der neuen Museums- bauten auch eine Iubilämnsfeier abhalten ivirS. Ferner treten die Regensburger„Walhalla"(18. Ott.).die München er Glyptothek, die Forstakademie Ebcrswalde in die Reihe der Hundertjährigen. Rätsel im Harzwald. Durchstreift man den Südharzwald, der aus Laub- und Nadelholzbeständen aller Altersklassen besteht, st> zeigt er immer wieder neue Bilder, neue Rätsel. Unser Weg führt zuerst durch einen Eichen- und Buchen- Hochwald: da sieht man unter ciiieni alten Waldriesen etwa kaumstarke, teils frische, teils alte, vom Wetter gebleicht« Zapfen. Haare sind der.Hauptbestandteil, daneben kleine Knochen von Mäusen und Käferslügel und-decken. Es ist dies Eulen- und Vussardgewöll, die unverdaulichen Ueberrestc der gekröpften Beute, die ausgespien werden. Die Haare und Federn umhüllen die Knochen, so daß diese leichter und ohne Gefahr für den Schlund hochgewürgt werden. Beim Weitergehen stoßen wir in einer feuchten Senk? auf«ine wenige Quadratmeter große morastige Stelle, deren Schlamm wie von einer Herde Schweine burchffrWet C«r ist. Breite Körpcrabdrück« zeigen, daß größere Tiere sich. auch„ge- badet" haben. Der erfahrene Hochwildiägcr erkennt recht bald aus den Schalenabdrücken, aus dem am Schlamm haftenden Haar bzw. Borsten, daß hier Rotwild oder Sauen(Schwarzwild) sich ge- suhlt haben. Rot- und Schwarzwild braucht gern, namentlich an heißen Tagen sowie bei üppiger Mast und in der Brunstzeit solche schlammigen Pfützen, um sich durch ein Moorbad abzukühlen und gleichzeitig die Haut durch einen Dreckpanzer gegen allerhand Unge- ziefer zu schützen. Neben den frischen Fährten verrät das auf- gewühlte trübe Wasser die Anwesenheit der Badegäste. Gar nicht weit von dieser Suhl« sehen wir an einem Buchcnstärnnichcn die Rinde ungefähr 30 Zentimeter lang abgeschunden und vor dem Stämmchcn den Laubboden aufgewühlt. Hier fegte im April oder Mai ein Rehbock den Bast vom neuen Gehörn. Dabei„platzte" er im Uebermur, d. h. er schleuderte mit den Barde rläufeu die Laub- decke des Bodens nach hinten. Jetzt tretet: wir mif eine Waldblöße hinaus, auf der einige Birken unsere Aufmerksamkeit erregen, weil aus ihren Aesten blatt- lose struppige Büschel wuchern, die wie Besen aussehen. Unsere in Aberglauben befangenen Vorfahren wußten sich dies« Nawr- erschcinung nicht zu deuten und nannten diese Büschel Hexen- besen. In Wirklichkeit sind parasitiscy« Pilze, Rostpilze, die Ua» fache jener Erscheinungen, die wir auch auf anderen Bäumen, z. B. Kiefern, finden können. Auf Birken aber sind sie am häusigsten. Wir bummeln jetzt eine Waldtrift entlang, die von beiden Sellen von Wassergräben begrenzt ist. An den Ufern bemerken wir zahl- reiche gallertartige Substanzen, über deren Herkunft sich schon mancher den Kopf zerbrochen hat. Di« Naturwissenschaft erklärt heute diese Gallertmassen entweder als aufgequollene Frofcheileitcr, die von Reihern. Krähen. Illissen usw. ausgespien werden, oder aber als Zitteralgen, die an feuchter Luft aufquellen. Mll Hilfe des Mikroskops läßt sich in jedem Falle feststellen, was man gerade vor sich hat. Unler nächste; Ziel ist ein Fichtenstangenort: mehrer« Waldameisenhaufen, das äußer« Staatengcbilde dieser emsigen und nützlichen kleinen Erdbewohner, die hier bis zu einer halben Million beisammen sein können, fallen links und rechts unseres Weges sofort ins Auge. In einer dieser Badelhaufen sind armlange Trichter hineingearbeitet. Sie rühren von den Erdspechten, vornehmlich vom Grünspecht, her, die hier nach Puppen, den sogenannten Ameiseneiern, fahnden. Ein anderer dieser Nadelhauscn ist ausein- andergeschlagen, hier hat ein Hirsch mit seinem Geweih den Ameisen- hänfen zerstört. So lassen sich bei einer längeren Wanderung mll offenen Augen allerlei wunderliche Erscheimingen feststellen, die Zeugnis davon ablegen, welch reges Leben und Treiben auch in der größten Wald- einsamkeit herrscht. Aerztlicher Forlbildungskursus in Sudowa. Zum ersten-mal im Deutschen Osten findet in diesem Frühjahr in Bad Kudowa vorn 3. bis 12. Mai ein ärztlicher Foribildungskurius statt. Das Gnind- thema lautet:„Wesen und Behandlung der Herz- schwäche". Hierzu haben folgende Herren Aorlesuugen angenrel- dct. Die Professoren: Bauer-Wien, Curschmann- Rostock, H« i m a n n- Breslau, Henke- Breslau, K i o n k a- Jena, H. K o hn- Berlin, Mann- Breslau, Reißer- Stettin, Nonnen- b r n ch- Prag, R o s e n t h a l- Breslau, Rosin- Berlin, R o st o- f�k i- Dresden, I. H. S ch ul tz- Berlin. S chr o e d e r- Leipzig. « ta h l- Breslau, Stepp- Breslau, Strauß- Verlin, v o n ö c n B eld e n- Berlin und W i n te rste i n- BreÄau. Veranstalter des Kursus sind die Balneologisch« Gesellschart. der Aerztcuerein Kudowa und die Vadevcnvaltnng, die bereitwillig nähere Auskunft über die Teilnahmebedingungen erteilt. Bad-Nauheim. In dem weltbekannten„S p r u d e l h o f" Bad- Nauheims wehen in diesen Tagen wieder die Wasserfähnen aller drei Sprudel. Während in der Winterkurzeit der an Schüttungs- menge, Kohlenfäure und Salzen übcrreiäze Häuptsprudel XII neben anderen Mineralquellen(iür die. Kurbvunnciebädcr) für die. Her- «HBlT' isfllBgf, irewen nn: dem Beginn des Fruyjayrs anderen Sprudel für den Badebetrieb urit herangezogen, der in den ersten milden Tagen bereits lebhaft eingesetzt hat. Bad Orb im Spessart. Von wachsender Beliebtheit sind die Winterkurcn im schönen«spessarwad Orb geworden. Dies beweist die wachsende Frcquenzzifser, welche in vier Winteomonaten bis zum Februar 1930 eine Höhe von 2021 erreichte. Das milde Klima läßt besonders auch eine Frühjahrs kur für Herz- und Rheumaleiden empfehelnswcrt erscheinen. Kurtaxe und Kurmittelpreise sind in den Winter- und Frühjahrskuvzeiten wesentlich ermäßigt. Diätetisch« 5tura»si-It Dr. Kurt Pari Irl t» Sa» Lltbri.de. Dir«-devrr. waltun q bat ihr« bisbrriaru Äurbrlrirb««Äurbaua uni SauawriumZ«nvritrrt durch dir Sinrichtima«inrr diätetischrn«uranswlt in drin für dicken Zwrck annrkouftrn Haus.Älaraarrte". Zur Lrituna bat sie einen DiStctikrr vou inler. nationalem Ruf, Lanitälsrat Dr. Kurt Pariser kkrüber SoiuburaZ. aemonnen. Das Hau, wird. Nack) gründlicher Rrnrwatwn. Mitte April aeSffnet. Londer. prokrelte stehen totanftei zur Verfügung. Schlesien dos KzMad für Kers und IWum bewährt bei Biut>, Frauen«, Hieran«, rheumat. Leiden, Basedow- Stärkste kohlens. Arsen-Elsenquelle Oeutschltnds Neaerbsute Wandel- und Trinkhalle. Prospekte durch Eelsebflros and die BadevemBun� Jtpar-.Selr.fleMennadolitamnf.M-.BSchir "| SrSssf-» ff*!/trfolg* ' Jurch ffan-Msefitnoor. Rheuma. Ischias, Mervcrticiden usm _ run: fa us chat' t/etttforen S Wo ch en- KiimariKherSgbirqs- luftkurorV wwieser-.fcf'we'wwbeJ.So�'-x�'c" ffrisios*. HStWI-Kür-a-Badtv-fTwalhw�g ftfiy vsiionwe Tum snzenM scuwapzaias ThOr- Wald. loatnDi.v.sihvaizbgrD FrcundLLaec.v. na el- waldreich. Bergen um- seb. Bahn- u. Poslsfat. Arzt Preiswerte u. gute VerpIIegunn ia Gasthäusern u. Privat, tszltiwli a.VerteSrsvcrelB u- die Gaststätten selbst. 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Die Mauern sind fest, und dos Ofeirseuer bewahrt die Lobenswärnie. Das Haus ist ebenso frostsicher wie di« Menschcnseele. solange ihr Lebens- feuer brcimt. Wcim das Getöse gefährlich anschwillt und das Haus im Fun- danient zutert, komenen die Soenmarblumen. di« seit dem Herbst heimatlos wandern, an d!« Fenster geflogen. Sie wollen hinein und klopfen an die Scheibe ir. Das Glas läßt sie durch, denn ihre Art ist di« von Geistern und noch feiner als Licht. Auf der Innenseite des Glases nehmm sie Gestalt an, und werden das, was man Eisblumen nennt. Da sie aus dem Wintertod kommen, kann ihre Gestaltung nur in ge- spensterhasteni(Eis geschehen, denn wirklich sein und wachsen dürfen sie erst im Sommer, wenn die Erde warm ist und die Sonne bis Mitternacht scheint. Das Haus freut sich dieser Gäste. Das fahle Winterlichc wird in Musik verwandelt, wenn es durch die Eisdlumen schimmert. Ahmmg wittert herein von Auferstehung, vom Geruch auftauender Erde. Auch die MeNschenlseel« mag ihr« Eisblumen haben, irrende Geister, die an der Lebenswörme Zuflucht suchen. Auch die Men- schenseÄe mag Fr««de haben, wenn verirrte Wesen in ihrem Innern Kristallgestalt annahmen. Das Gewebe. Das Gewebe ist nicht«in von selbst gewachsenes Naturgebilde, sondern ein Kunst« rzeuanis des Menschen. Deshalb bewahrt es die cimnalig« Form, ohne sich wachsend zu verändern. Der Mensch kann nicht schaffen, cr kann nur verfertigen. Sa- bald das Erzeugnis seiner Hand fertiggestellt ist, beginnt es zu sterben: es nutzt sich ab. Es ist außerstand«, stell aus sich selbst zu erneuern, weil ihm kein Eigenleben innewohnt. Es wurde aus Material zusammengefügt, das der Verwesung und Vornutzung unterworfen ist. Dennoch hat« eine durchaus eigentümliche Bedeutung, wie sie keinem NaturgSbilde in gleicher Deutlichkeit innewohnt: es zeigt einen Menschgedanken. der Farbe und Form wurde. Verschieden. farbig« Formen«inen sich in wohltuender Gsmeinsomkeit, um das besondere Muster darzustellen, das ein Mcnschcnkops erdachte. Der Betrachter nimmt den Formmillen des Berfertigers tn sich auf und überläßt sich dem Zauber der sinnvoll geordneten Figuren. Er wendet sich fort, vermehrt um die Ausdruckskrast des Musters, während dieses weiterbesteht, um anderer Betrachtung zu dienen. Kein« Veränderung schwächt den Eindruck ab, keine Verwandlung stört die einmalig« Prägung.. Wer zu sehen versteht, wird auch durchschauen, wer im v-r. borgen«» am Zustandekommen des Gewebes mitgewirkt hat. Jeder Jaden nämlich steht mit jedem anderen Faden Im direkten cdcr indirekten Zusammenhang. Der einzelne Löngssadcn wird von jedem Querfaden einmal berührt und erhält so direkt« Kunde vom Wesen der Quersäden. Das Wesen der übrigen Längsfäden erfährt er indirekt durch Verwirtiung der Quersäden. So könnt« jedem (Linzelsoden das gange Gewebe zum Bewußtsein kommen, wenn eine Tier- oder Pslangensaser Bewußtsein hat, was mancher viel- leicht abstreiten möchte. Hammer und Ragel. Wer mit Hammer und Nagel nicht umzugehen versteht, wird sich häufig auf den Daumen klopfen, oder der Nagel dringt schief ein, biegt sich krumm, zerspaltet das Holz. Menschliche Gedanken sind wie Nägel: an einem Ende spitz, am andern breit zum Draufhouen. Meist wird aber gar nicht drauf- gehauen, sondern bloß herumgespielt. Kinder spielen gern mit Nägeln und streuen sie in alle möglichen und unmöglichen Winkel. Zur Hälfte bleibt jeder Mensch sein Leben lang Kind. Die er- wachsen« Hälfte des Menschen greift mitunter zum Hannner und schlägt auf die Gedanken los. Denn jeder will sich schließlich das Haus zimmern, in dem seine Seele wohnen kamt, di« heimatlos«. Wer d!« Schläge des Willens gehen oft daneben und verletzen den eifrigen Zimmermann, weil er den Schwung des Hammers nicht richtig bemißt und den Gedankeimagel schief hält. Viele werfen nach solchen mißlungenen Versuchen ihr Werkzung fort und verzichten aus den Hausbau. Der Schmerz macht sie ärgerlich. Wir sind doch selbst— so entschuldigen sie sich— große brauchbare Gedanken. Es wird schon irgendwo einen ver- ständigen Oberzimmermeistcr geben, mr uns an der richtigen Stell« einschlägt in das Weltgcbäude. Damit wären wir schon zufrieden. Aber das gibt es nicht. Wer sich selbst verwirft, der ist ver- worien. /■ Natürlich hat jeder die Mögllchkeit, immer wieder von neuem sein fleil zu versuchen. Der Geduld und Ausdauer sind keine Schran- ken gesetzt. Wer mit Liebe den Gesetzmäßigkeiten von Werkzeug und Bauftofs nachgeht, bekommt früher oder später das rechte Finger. spitzengesühl. Dies eine ist sicher: sein« eigenen Gedanken in lebendiges Holz zu schlagen, damit das Seeleichaus richtig zusammenhält, dos kann jeder" lernen. Es gibt allerdings keine gültige Vorschrift.dafür. Ztbti muß es selbst ausprobieren. Art und Anzalzl der Nägel sind jchr oerschieden: der eine braucht«inen ganzen Haufen, dem andern genügt, um sein«Seelen- haus zusammenzuhalten,«in einziger Nagel. Oer Traum des Meeres. In der blauen Schwermut der Südsee liegt«in« Insel. Die starke Helligkeit der Sonne und das starke Blau des Mecrwalsers erquicken sich an ihrem trockenen grauen Gestein Ihr Felsenletb ist spar'ich mit Würzkräutern bewachsen, deren Dust sich in Tälern und Spalten sammelt. Menschen gibt es nicht. Nur Schmetterling« und Käfer überschaukeln die Blütenslächen. Di« Brandung umschnürr das Gestein wie«in jehnfüchliges Band Las Memvasser. bitter wie Menschentränen und traurig in setner bewegten Unendlichkeit, streichelt die Verginfel, als könne es nie genug tun an liebkosender Berührung. Die Insel fühlt nichts. Sie ist unbeweglich und hart. Aber gerade ihre Neglasigkcit reizt das Meer zur Sehnsuchtstat. Unablässig spülen die Wellen Schlamm aus der Tiefe empor und machen die La n-df lache am Fuß der Felswände wachsen. Wenn sie breit genug ist, wird die angeschwemmte Kokosnuß Wurzel schlagen und Bannt iverden. Buschwerk und Schlinggewächse werden sich ansiedeln, Vögel werden kommen, Nester bauen und den Wald beieben. Die wachsende«Schönheit des Inf Alandes, das ist der Traum des Meeres, der es tröstet in seiner Bitterkeit. Im Gedanken an diesen Traum vergißt es seine Schwermut und seine blaue, imauf- hörlich bewegte Unendlichkeit, die niemals Ruh« findet. Die Strümpfe. Den ganzen Tag saß die alte Frau am Fenster und strickte Strümpfe. Draußen lärmte der Hasan, von dem ihre Söhne vor Iahren in See gegangen waren, um nicht heimzukehren. Die Schwiegertöchter verheirateten sich wieder. Die Enkel fielen im Kriege. So war Großmutter allein geblieben. Sie strickte Strümpfe für Söhne und Enkel, deren Heimkehr sie erwartete, obwohl die Todesnteldunyen längst vorlagen. Wenn man sie daran erinnerte, meinte sie, ander« Menschen könnten sich auch irren, es fei sicher eine Verwechseliing, sie wüßte bestimmt, daß olle wiederkämen. Ihre einzig« Sorge war, die Strümps« unterzubringen. Schübe und Schränke waren vdll, und keins ihrer Kinder ließ von sich hären. Da holte sie aus dem Tabakladen leere Zigarrenkisten und packte die fertigen Strümps« hinein. Die Zeit ging hin. Ein Jahr folgte dem andern. Eines späten Nachmittags trat«in Mann ins Zimmer und jagte, er fei von ihren Söhnen aus Australien hergeschickt, um die Strümps« abzuholen. Sie war außer sich vor Freude, bot dem Besuch einen Stuhl und trippelte in die Küche,«in Täßchcn Kossee zu kochen. Später erzählte der Mann, den beiden gehe es gut, nur Strümpfe könne man gar nicht bekommen, weil Australien von nackten Wilden be- wohnt sei. Die Alte lacht« und klatschte mit den Händen, so sehr freute sie sich, daß ihre langjährige Arbeit endlich zu Ehren kam. Nach- dem der Gast seinen Kasse« ausgetrunken hatte, packte er alle Strümpfe zusammen und verstaute sie im Handwagen/der vor der Haustür stand. Dann verabschiedete cr sich, begleitet von den Segens- wünschen der alten Frau. Zlls die Hausbewohner den Vorfall erfuhren, tobte ein Sturm der Entrüstung über die Schlechtigkeit dieses Menschen, die grenzen« lose Gemeinheit, Niederträchtigkeit und Nichtstpürdigleit. Das Alt» chen hörte kaum hin, wenn man sie überzeugen wollte, sie sei einem Betrüger zum Opfer gefallen. Sie lächelte imr und sag!« mit einer Bcstinnntheit, die jeden Widerspntch ausschloß:„Den Mann hat mir der liebe Gott geschickt." Sfcm« WaSha: SÜC dZcIte Der Mann: Für meine zwei Groschen könnte ich zweimal telephonieren. Aber ich telcphoniere nicht. Sie klimpern in meiner Tasche und gehören, nicht mehr und nicht weniger, wirklich und warhaftig mir. Aber ich will mir morgen früh etwas Brot dafür kaufen, wenngleich das heute nacht meinem Hunger nicht sehr viel hilft. Der Magen nagt an sich selber. In den Kopf hinauf steigen Schleier und legen sich vor die Augen. Zwei Uhr nachts. Um acht Uhr bat müh schon Witwe Siemsen, Eharlottenburg sechzehn, mein Zimmer unter Hinterlassung meiner Habe gütigst zu räumen, und früher nicht nach Hause zu tnimten, als bis ich mindestens die vorletzte Rechnung begleichen könne. Ick) kann es ihr nicht verdenken, der Witwe. Wo käme sie da hin? Es ist nicht mehr so kalt. Der Magistrat hat die Telephonzellen wtoder eröffnen lassen. Sie sind durchaus bequem, daran erinnere ich mich noch. Das war doch schon olles mehrmals da. Man muß nur die Beine an den Leib ziehen und seine eigene Knie innig umarmen. Der Kopf ist an die Waich zu lehnen, links oder rechts. Das Glas erwärmt sich nach ge- raumer Zeit. Die ganze Zell« durch die Ausdünstung ebenfalls. Regner es. hat man sich wie ein König vorzukommen.(Leise.) Wie ist das aber, wenn«s draußen schneit? Draußen sin Schnee siich gar keine Dicnsrhen zu sehen. Rur die Schupos an allen Ecken und Enden, cht«? trtn ich allein. In so eine Tetephonzelis gehl gottlob nur einer hinein. Irgendwo muh man sa seine Weibe haben. Aber da patrouilliert der Schupo gerade vor der Türe auf und ab. Ich muß noch ein wenig munter bleiben. Leider darf ich noch nicht schlafen gehen. DerSchupo(reißt die Tür aus): Was machen Sie hier? Der Mann: Sie sehen doch, Herr SckMpo, ich telephcmiere. Der Schupo: Ach nee, was Sie nicht sagen? Das Telephonfräulein: Welche Nummer? Der Mann: Warten Sie einen Augenblick. DerSchupo: Mir scheint, Sie wollen gar nicht telephonieren? Der Mann: Bitte— ja, was denn— also zweimal 13. Das Telephonfräulein: Zahlen! Der Mann: Bitte, warten Sic noch einen Augenblick! Der Schupo: Na, Sie wollen wohl nicht? D« r M a n n: O ja. In Gottes Namen.(Das Geldstück fällt.) Der Schupo: Sta, dann ist's gut.(Schtägt die Tür zu.) Stimme im Telephon(unter Musikklängen):„Paradies auf Erden". Der Mann: Falsch verbunden.(Hängt an.) Hat mich die Hälfte meines Vermögens gekostet.— Vielleicht— für die ander« Hälfte bekomme ich morgen noch etwa? Brot, lieber dt« Nacht wird mir das Fieber htnübechelfen. Der Schupo(die Tür ausreißend): Sie sprechen ja nicht mehr. Der Mann: Ich spreche ununterbrochen. Der Schupo: Aber nicht in den Apparat. Der Mann: Ich muh noch einmal das„Paradies auf Erden" annifen. Der Schupo: Lassen Sie sich durch mich nicht aushalten. Der Mann: Zweimal 13. Fräulein: Zahlen! Der Schupo: Also ein bißchen fix, wenn ich bitten darf. (Der Groschen fällt.) So, geht in Ordnung-(Schlägt die Tür zu.) Stimm«!m Telephon(betrunken):„Paradies auf Erden." Der Mann: Der Rest meines Vermögens! Kein Brot für morgen. Aber der Schupo ist fort. Wenigstens ein Nachtquartier für heute. Stimm« im Telephon: Sie, Herr, hup, Sie scheinen ja betrunken zu sein.(Hängt an.) Der Man n; Fieber der Arbeit. Ein anderes Fieber, als wenn man Hunger hat oder in Schneeslocken schaut. Man weiß dann klar, wozu man aus der Welt ist, daran liegt es. Man ist einfach nicht überflüssig. Wer überall, wo ich Arbeit versuchte, war bald alles überMt. Die Welt marschiert, es geht uns gut, cs geht uns in der Nacht besonders gut: aber wir sind viel zu viel. (Schreiend) Wel zu viel! Ein paar bleiben immer übrig, die stehen nacht» in Telephonzellen und schreien: Biel, zu viel! Ich kmm nicht mehr telephonieren. Da kommt der Schupo schon wieder. Ich muß jetzt so tun, als smbte ich sin Telephonbuch nach. Was denn? Violleicht ein Cafe, ein Ballhaus, ein Kinn, ein Theater, ein Kaba- r«tt? Da ist überall jetzt noch Hochbetrieb. Was ist das alles mir? Vielleicht die Wärmestube trnd das Obdachlosenasyl? Ick) lasse'mir nichts schenken! V'elleicht Arbeit? Ja! Warum steht nicht im Telephonbuch„Arbeit"— mit tausend Adressen dahinter, oder sünszigtausend. Weit! Arbeit!(Schreiend) Ich mochte im Tele- phonbuch„Arbeit" suchen. Arbeit fehlt. Der Schupo: So. Jetzt kommen Sie mal raus.(Tür schlägt kurz zu.) Itlc Qorki von Volflm belehr l wurde Eine unbehanufe Epifotle aus dem-Lehen der beiden SHdHer Der russische Kulturhistoriker W. Posie erzählt in seinen soeben in Moskau erschienenen Erinnerungen eine unbekannte Episode aus dem Leben Maxim Gorkis.„Im Jahre 1900". schreibt Posse, schickte ich an Tolstoi einen Brief und bat um die Erlaubnis, ihn mit meinem jungen Freund Alexej Pjejchkoff, der unter dem Pseudonym Gorki schrieb, zu besuchen. Gorki war damals ein unbekannter Skribent, der nicht eimnal träumen koimte, eines Tages zum„König der proletarischen Dichter", wie man ihn heut« in Eowjetrußland neimt, erhöht zu werden. Ich erhielt eine Antwort von der Tochter Tolstois, Maria Lwowka— sie teilte mir mit, daß ihr Vater krank wäre, daß cr aber trotzdem uns bitte, ihn zu besuchen. Er lag im Schlafzimmer zu Bett, kam aber, als er von unserer Ankunft erfuhr, ins Speisezimmer. Cr trug einen wollenen Schal um die Schulter, erschien mir noch kleiner mm Wuchs als früher und zudem sehr gealtert. Seine Hand war weiß und warm. Sie vorsichtig drückend, fragte ich nach seinem Befinden.„Schon gut", erwiderte Tolstoi mit leiser und nrnder Stimme,„ich nähere mich dem Tode, das ist gut, es ist Zeit!" Eine halbe Stunde später hatte Tolstoi die Müsitgjeit von sich geworfen, wurde lebhaft und jeuertc alle Amocienden durch seinen Geist an. Er sprach über Politik, Literatur und Religion, las ein Manuskript über den Buddhisnfus vor. Dann beobachtete er Gorki mit einem gütig-spöttischen Lächeln:«r schien ihm zu ge- fallen. Dos bemerkt« ich, als Gorki zuerst e-in Streichholz anzündete, um anzurauchen, beim Anblick des Plakats an der Wand:„Bitte nicht rauchen" mit der Hand aber eine unschlüssige Bewegung machte. „Sie wollen rauchen. Beachten Sie nicht das Plakat. Nitfchewo! Rauche, wenn es d i r Spaß macht", sagte plötzlich Tolstoi. Besonders charakteristisch war dieses unerwartete Duzen. Gork! rauchte an, faßte Mut und fragte Tolstoi, ob er seinen Roman„Foma Gärdejefs" gelesen habe. Hier bekam er eine bittere Pille:.„Ich fing an, ihn zu lesen, konnte aber nicht bis zu Ende ausfytlten. Aller ist so langweilig und erfunden. So etwas gibt es nicht und'kann es nicht geben.''—„Die Kindheit Fomas ist doch nicht erfunden", wagte Gorki sich zu verteidigen.—„Nein, alles ist erfunden", fuhr Tolstoi unbarmherzig fort,„entschuldigen Sie, aber es gefällt mir nicht. Sie Halen eine kleine Novells„Jahrmarkt in Goltwa" geschrieben. Die hat mir sehr gut gefallen. Sie ist einfach und wahr. Man kann sie sogar zweimal lesen." Gorki war peinlich überrascht. Er hielt viel von seinem Roman, während er die Novelle als eine Bagatelle betrachtete.„Wohin ist nur der Humor verschwunden", sprach Tolstoi weiter.„Wie wenig Humor besitzen unsere modernen Schriftsteller t Dabei ist der Humor eine große Macht. Nichts bringt Menschen näher als herzliches, harmloses Lachen." Tolstoi fragte Gorli, wie lange er in Moskau zu bleiben gedenke. Gorki erwiderte, daß cr so schnell wie möglich nach Hause möchte(er wohnte damals in Nischny- Nowgorod), daß man ihn aber zwinge, noch bei einer literorisch-ni Veranstaltung in Moskau aufzutreten und vorzulesen.„Liest Ihr Freund so gut vor?" fragte mich plötzlich Tolstoi, ironisch lächelnd. „Nein, nicht besonders", mußte ich gestehen.„Warum' treten Sie dann öffentlich auf? Wollen Sie sich inszenieren?" wandte sich Tolstoi an Gorki, der ganz beschämt erwiderte:„Ich will ja selber nicht, aber die Jugend bittet mich."—„Ach, die Jugend! Sie ist nur dann sympathisch, wenn sie nicht daran denkt, etwas Besonderes zu sein. Nein, wer auch bitten mag, man sollte sich nicht öffentlich zur Schau stellen." Dieser Besuch bei Tolstoi hinterließ aus Gorki keinen guten Ein» druck.„Me gefiel dir Tolstoi?" fragt« ich meinen Freund, als wir das Haus verliehen.„Wie soll ich es dir sagen", erwiderte Gorki. „Weder verwandt noch fremd ist er und noch kalt dazu. Dabei hat cr etwas Bäuerliches."— Am nächsten Tage war ich allein bei Tolstoi.„Ich glaube, Ihr Freund ist beleidigt", sagte cr.„Ich habe ihm die Hauptsache nicht gejagt. Er hat das große Verdienst, uns die lebendige Seele des Vagabunden gezeigt zu haben, wie Dostojewsky es bei dem Verbrecher gemacht hat. Schade, daß er soviel erfindet. Ich meine nicht die Fabel, die kann ntan ruhig erfinden. Ich meine die psychologische Erfindung. Wenn man einen zum Tode Verurteilten so empfinden läßt, wie er niemals in se'mec Lage entvsinden kann, dann ist es eine schädliche, unzulässige Er- findung." Tolstoi leugnete dann die Begabung Gorkis, die Natur zu baschreiben.„Das Meer lachte. Der Himmel wesitke". rief cr aus. „Das ist Unsinn. Man darf Naturerscheinungen mit menschltcheil Gesühlkäußerungen nicht verwechseln!" vr. T. Die klrchenglocken wurden von dem italienischen Bischof Patt- linus eingeführt, aber ursprünglich nicht, um die Gläubig.n zur Audacht zu rufen, sondern um di« in der Lust schwebenden Geister und Dämonen zu verscheuchen. Der leuchtende Dlamank. Ein Diamant, der sich unter dem Druck eines Schraubstockes befindet, wird phosphoreszierend und strahlt ein Licht äits wie ein Glühwurm. Mfred Mein: SämlUMd-SOMilie Der Leuchtturm. Adagio arpeggiato. jjas Blinkfeuer von Brüsterort kreist in ruhigem ewiggleichen Takt. Es ist zwei Uhr nachts. Juni. Ein ferner Nordlichtschein läht in diesen Sonunertagcn die Nacht nie schwarz werden. Ueber das Meer wandert nur das Schenuverferlicht. Die Wellen wandelri still und ebewnähig. Wie Gottes große Güte. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich stehe hoch oben auf dem Turin. Bon weltverlorenen Winden umfangen. Die halbe Nacht habe ich mit dem einsamen Matrosen in seiner kleinen Wuchtstube unter der Riesenlampe über das Meer und seine Menschen gesprochen. Der Makros«, ein einfacher Mann, sagte piöglich:„Wissen Sie, wer aufs Meer geht, muß auf der Hut sein, wenn er was zu verbergen hat. Er wird sich iir der un- ermeßlichen Reinheit des groß«» Wassers nicht des Drang«? er- wehren können, sich rein zu waschen von aller Schuld". Die Wellen wandeln still und ebenmäßig. Wie Gottes große Güte. Wir haben auch von wilden Wogen gesprochen. Gleich dem Zorn des llnsugbaren. Der Matrose steigt in die Kuppel, dos Leuchtfeuer zu löschen. Der Morgen ist da. Di« schwarzen Schatten der Bäume drunten am Dünenhang füllen sich mit Licht. Wie angezündet leuchten sie mit ihren Blüten. Nun wird der Tun», der König der Nachr. düster und müde. Die Sonne kommt von Land über Felder und kleine Büsche langsam zum Meer. Die Lerchen. Die Bienen. Die Schmetterlinge. Die Hähne. Kein Auto. Kein Telephon. Kein Flugzeug. Kein Motorboot. Seit abertausend Jahren der abcr- tausendste Sommcrmorgen mit Lerchen, Bienen, Schmetterlingen und Hähnen. Und kostbar wie am«rsteir Tag. Und srisch und jung. Ein Fischerboot fährt fröhlich in die See hinaus. Die Fische sielst man in den Fluten blitzen. Kleine weiße Wolken wandern mit mir. Die Düne. Andante xastsnuto. Die Musik ihres Werdens, da sie aus dem Meer stieg als jung- irLufthes Land, zeichnet sich noch in ihren Umrissen ab und in den Aettznungen des Landes. Die Partitur einer Schöpfungssinfonie liegt hier osfen für jeden, der seine Augen weitar zu schicken ver- mag pls oon Ding zu Ding. Lange bleibe ich vor der Düne stehen, >um sie gleichsam zu durchschauen. Endlich, als die Sonne schon sehr hoch stand, begann sie zu reden. Das Meer raunte dazu und viele Bienen summten. Leise wanderten gelbe Falter. Leiser noch sprach die Düne:„Es ist ein Fluch, nicht ruhen zu dürfen. Nie will ich Glider haben, um zu wandern. Nie will ich Augen haben, um zu sehet* Nie will ich denken, um zu wissen. Die Ruhe des Lebens und di« Ruhe des Todes gleichen sich in mir. Ich ahne im Beben meiner Erde das Meer. Ich ahne den Frühling so hauchzart wie er ist. Ich ohne eure Leiber, ihr Menschen. Aber ob ein Faller mich berührt oder eure Hand, weiß ich nicht mehr. find wenn«in Mädchen singt, und wenn ein Bogel singt, für mich ist«».kein Unterschied. Wer tastet ganz von fern an meine Ruhe. Ob mach dich in mkr begräbt oder ob du die Liebste in den Halmen küßt, die aus mir sprießen, es ist ein Hauch über meinem Frieden, in den ich alles einsauge. Und wird alles nicht ruhig um mich wie die Ruhe in mir? Bin ich nicht ein Psalm von hellerer Heilige keit, wortlos und dennoch inhaltsschwer? Warum verläßt du mich? Werde mein Baum, o Mensch. Vergrabe deine unruhigen Füße in meinem friedlichen Sand und rag« still mit geschlossenen Äugen. Hinter den Lidern erst zittert das Leben, das nur sterben kann." Leise wanderten gelbe Falter. Leiser wanderten die weißen Wolken. Aber am leisesten lächelte mit ihren Gräsern die Düne. Die Pferde. I.argc> assai con anima. Tie Wiesen zerfließen in der sommerigen Dämmerung. In weller Ferne erst ivird Wald. Sonst nichts als die stille Wehmut einsamer Wiesen. Mit wenigen Blumen, die im Grün pünktchenhaft ertrinken und ain Abend nun sich schließen, um ganz zu erblassen. Vom Meer« weben sich weiße Nebel herüber. Dort wo die Sonne rot hinter goldenen Dünen ins silberblaue Meer sinkt. Fern diesem Farbenraiisch ist hier alles grün und sanft. Und mit sanftem Braun schmiegen sich die Herden der Pferde in diesen Wiesenfriedcn. Sie grasen gemach und gelassen. Sie stehen stundenlang still und schauen ins Nichts. Manchmal wandern sie, schwarz sich gegen den sonneirroten Horizont abhebend, wie eine Karawane nach Nirgendwo. Ich hatte mich hinter einein Strauche verborgen. Ganz nahe steht eines der gütigen reinen Tiere. Das große Auge spiegell den Himmel, ohne ihn zu begreifen. Ich ver- suche so außer mir zu sein wie das braune Wesen in der einsamen Wiese. Es gelingt nie ganz. Da ertönt Geläut der Eisenbahn. Die Lokoinotioe faucht heran. Lärmende Ausflügler schauen aus dem Fenster des Zuges. Die Wieso ist plötzlich nichts als Eisen- bahnstrecke und Gegend. Di« Pferde, eben iroch heilige Tiere, gehören dem Gutsbesitzer von Soundso. Die Wies« wird nach Größe und Ertrag geschätzt. Aber bald ist der Spuk der so klugen Menschen verraucht. Verschollen hinter dem Wald. Und Samlands Wiesen erfüllt lieblich atmende Nacht. Die Pferde legen sich nieder zum Schlaf. Der Dunst ihrer Leiber weht mich an. Karawne nach tzkirgendmo... Oase Samland... Das Fischerhaus. Allegro vivace. Aus diesem Hause wurde 1867 die ganze Fischerfamilic.zu Grabe getragen. Wockienlang erst, nachbem sie eine» Tag vor Wech nachten nrit dem Boot gesunken waren, konnten sie geborgen werden. Nur der heute ergraute Fischer, damals der jüngste Sohn. der noch zur Schule ging, blieb verschont. Dennoch war auch er oft bei Sturm und Nebel immer wieder hinausgefahren. Und hat weder Weib noch Kinder behindert, die See zu suchen. Drei Söhn« warfen die Wellen so tief in den Grund des Meeres, daß man sie nie fand. In einer wimderfchönen Irnunacht hatten sie fröhlich das Haus verlassen, nach Mitternacht aber kam ein Gewitter. Und dann geschah es. In diesem Tvtenhause blühen an allen Fenstern lächelnde Blumen. In diesem Totenhause singt die alte Fifchsrin ein lustig plattdütsch Lied. In diesem Totenhaufe wachsen sieben kleine Fislberkiirder heran und springen heut« schon mit dem Groß- vatcr ins Boot, wenn es heißt: Wir fahren hinaus. Und der alle Fischer? Eben sprach er von seinen Taten. Wer er lacht hinterher. Dies ist jedoch das Merkwürdige: das Lachen wirkt« nicht frivol und häßlich, fondern ganz natürlich. Demi was gilt es, daß er noch lebt und die anderen tot sind? Hat er nicht ebenso oft wie jene, denen das Unglück geschah, dorn finsteren Tod� ins Auge gesehen? „Wie alt sind Sie?"—„Einundsiebzig."—„Wieviel verdienen Sie?"—„Das habe ich nie nachgerechnet. Wir hatten inuner zu essen." Und er lud mich ein, an seinem Mahle teilzunehmen. Es gab Dvrfchfifch und schwarzes Brot.„Das gibt es immer, fürs Brot langt das Geld, für Fleisch? Ja, zu Weihnachten. Damals, 1867, fuhren di« Eltern und Brüder auch hinaus, um einen Fang zu Geld zu machen. Dafür sollte Fleisch gekaust werden. Sehen Sie, um solcher Dinge willen sterben hier die Menschen, für drei Pfund Schweinebraten zum Weibnachtsfeft." Dazu lachte er ohne Neid und ohne Haß. Er lebt« und freut« sich des Lebens. Und endete es, was war viel verloren? Dos Meer, dos er allein mit naturticfer Jnbrimst und Berwachsenheit liebt«, hielt ihn ja dann ganz und für immer umfangen. tin Itafferfall als SSühnenvorhang In Philadelphia gibt es em Somrnerthcater, dessen Dach bei heißein Weller über den Köpfen der Zuschauer veoschwutdet und den Sternenhimmel über Schauspiel und Publikum blicken laßt. Weiterhin sensationell ist an diesem Theater der Umstand, daß dort bei den Aktschlüssen nicht, wie anderswo, der Vorhang fällt; es wird vielmehr«in Wasserhohn aufgedreht, mit der Folg«, daß aus einer dem oberen Bühne nrand entlanglaufenden Spall« eine dichte Wasser wand herunterrieselt, die dje Bühne vor den Blicken der. Zuschauer ebenso dicht abschließt, wie der dickste Samtvorhang, und die dabei Kühlung und Erfrischung spendet. Durch«in Bossin wird das Wasser unten abgeleitet. Zur Erhöhung der Wirkung können auf einem solchen Wasservarhang venmlltels farbiger Scheinwerfer Lichteffekt« hervorgebracht werden, die mit ihren opalisierenden Farben- skalen zu dem Schönsten gehören sollen, was eine raffinierte Aus- stallungskuuft je in einem Theater zmvcgc gebracht hat. Sin gefährlicher Slraudi Der Gtftsumach(Rhus toxicodendron), em in ganz Nord- amerika«nhcimtfcfjcr Strauch, der vielfach an Bauinslämmen em- porklettert, aber auch staudenartig auf dem Bodo» wuchert, war.n früheren Zeiten auch bei uns häufig in Gärten und Parkonlagm anzutreffen, wird heute aber wegen seiner Gutigkcll ollgemein ge- mieden. Sie äußert sich je nach der individuellen Anlage in verschi j dener Weise, bei empfindlichen Personen kann schon bloße Berü> narg der Pflanz« empfindlichen Ausschlag, eiternde Geschwülste an Händen und Zinnen, Wosenbildung, heftige Schmerzen und Blutver- giftung zur Folg« hoben; ja selbst Erblindungen sollen als FÄgs der Wirkung des Giflfumoch vorgekommen sein. Da der Gistsumach aus der Zeit seiner Anpflanzung ui Gärten usw. her auch in Europa vielfach verwildert ist, so z. B. in Thüringen und Böhmen, wird man gut tun, sich sein Aussehen z. B. in einem botanischen Garten ein- zu prägen. Das work.Sähe". Kaum ein Wort dürft« m den meisten Sprachen eine solche Aehnlichkeit aufweisen wie di« Bezeichnung für „Katze". Unsere deutsche Kotze verwandelt sich bei den Engländern in„toi", bei den Franzosen in„Chat", bei den Dänen und Ron- wcgern in„lal", bei den Holländern in„cat", bei den Italienern in allo" s während di« Lateiner die Katze„Catus" nannten): bei teu ■olen heißt sie wieder„kat", bei den Russen„kots", bei den Basken .catus" imd bei den Armeniern„kats".