BERLIN Mittag 3t März 1930 10 Pf. Tit. 152 B 76 4?. Jahrgang € r f d) e t n t t S» lt ch außer Sonntag«. Zugleich Adendauegabe de«.Vorwürt«' Bezugsprei« beide Ausgaben«5 Pf.»ro Woche, ZMM. rrv Monat. Viedakltoo and Erredition; Berlin SWöS.Lindenftr.s r' Berlin igen»rel«: Die etnsralttge Nonrareille,tll« . Reklomeieile b M. Ermäßigungen nach Tarif, ßscheetkonto Vorwürts-Verlag G. m.b.H� Berlin Nr. 87536. Zernsvrecher: Dönboff 2SS bi«2St Kabinett Brüning berät. Heute Amtsübernahme.— Schwierigkeiten des Programms. Z)s» neue ZKabineU Mindenbwg hat am Sonnlag die von Sir. Sßrüning vorgeschlagenen VliniSler ernannt. Stnfer Mild steigt von links nach rechts(oben): Sleiehskanxler Sir. Brüning, Außenminister Sir. Curlius, Jnneimiltilfler Sir. Itirth, Pinansminifler Sir. IHoldenhauer, fmährungs- minifler Schiele;(unten): Steichsivehrminifler Qroener, WirlSehaSlsminiSter Siielrich, TerkehrsminiSter von Querard, JlrbellsminiSter Slegertvald und ZPoStminifler SehälsteL Nachdem Dr. Btflntng als Reichskanzler heule durch den Reichsprästdeuken auf die Verfassung vereidigt worden ist, hat er im Laufe de» vormittag» die Amtsgeschäfle von seinem Vor- ganger Hermann Müller übernommen. Das deutsche Reichskablnett wird am Montagnachmittag um 17 Uhr zu seiner ersten kabineltsslhung zusammentreten. In der am Dieustagnachmiltag um IS Uhr beginnenden Vollsitzung des Reichstag» wird Dr. Brüning die Regierungserklärung abgeben. Brüning hat bereits am Sonntag fein« Ministerkollegen auf- gefordert, ihr Programm, soweit sie das jeweilig« Restart betreffen. auszuarbeiten. Die Grundrisse dieser Arbeiten werden in der heute nachmittag stattfindenden Sitzung besprochen und zu einem Gesamt- Programm verschmolzen werden. Dabei dürft«, wie wir erfahren, der volksparteiliche Finanzminister Moldenhauer Kenntnis geben von den geheimen Aufträgen, die er von der Der- «inigung der Ar b e i tg e b« r- B« rb ä nde hillsichtlich der Arbeitslosenversicherung erhalten hat. Im übrigen wird lyan von der angeblich so notwendigen Bersicherungsresorm in der Regierungs- ertlärung nicht viel die Rede sein, da man dem christlichen Gewerk- schaftcr S tegerwaid eine» Abbau der Leistungen Pichl., zumuten will. Hindenburg an Mütter. Dank an den scheidenden Kanzler. Der Reichspräsident hat an den scheidenden Reichskanzler Hermann Müller folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr gechrter Herr Reichskanzler! Ihrem Antrage auf Entlastung aus dem Amte als Reichs- kanzler habe ich in Würdigung der parlamentarischen Lage mit dem anliegenden Erlasse entsprochen. Es ist mir ein ausrichtiges Bedürfnis, Ihnen beim Scheiden aus Ihrem verantwortungs- vollen Amt namens des Reiches wie auch persönlich Dank und Anerkennung für Ihre pflichttreue, mühevolle und stets vom Streben nach Sachlichkeit getragene Arbeit auszusprechen. Ich werde die Zusammenarbeit mit Ihnen in guter E r- innerung behakten. Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen und freund- lichen Grüßen bin ich Ihr ergebener gez. von Hindenburg. Auch den übrigen, aus dem Amte scheidenden Mitgliedern der Reichsregierung hat der Reichspräsident bei der Uebersendung der Entlassungsurkunden seinen Dank für ihre Arbsit zum Ausdruck gebracht.> Hände weg von der Sozialversicherung! Vortrag Wissells in Görlitz. Görlitz, 31. März. Auf dem hier abgehaltenen Bezirksparteitag der Sozial- demokratischen Partei für den Regierungsbezirk Liegnitz behandelte der bisherige Arbeitsminister Wissel! in einem eingehenden Bor- trag die sozialpolitischen Fragen der Gegenwart. Er erörterte dabei auch die Ursachen, die zur Regierungskrise und zum Rück- tritt des Kabinetts Müller geführt hatten. Nachdem das Kabinett in einer der wichtigsten sozialpolitischen Fragen der Gegen- wart durch den Austritt des Reichssinanzministers Dr. Moldenhauer nicht mehr geschlossen dastand.' ja sogar mit dem Austritt noch anderer Mitglieder zu rechnen war, sei ein anderer Ausweg als der Rücktritt des Gesamtkabinetts nicht mehr übrig ge- blieben. Di« Sozialdemokratie und mit ihr die Gewerk- sch ästen ließen an der Arbeitslosenversicherung nicht rütteln, hier gebe es nur eins: Hände weg von der Sozialversicherung! Die Ausführungen des Redners fanden stürmischen Widerhall bei hrn zahlreichen Delegierten, die rund 28 000 eingeschrieben« Sozialdemokraten des Bezirks vertraten. Nach lebhafter Aussprache, an der sich unter anderem die Reichstagsabgeordneten G i r b i g und B u ch w i tz beteiligten, fand nachstehende Entschließung ein- stimmige Annahme: Di« am 30. März 1030 in der Stadthalle zu Görlitz tagende Konferenz des Bezirks Liegnitz der Sozialdemokratischen Partei bekennt sich in der gegenwärtigen Lag«, die durch den scharfen Rationalisierungsprozeß und«in« drückend« Arbeitslosigkeit gekennzeichnet ist. mit aller Entschiedenheit -ur Notwendigkeit einer umfassenden Sozialpolitik, durck die entsprechend den Grundsägen der Rcichsverfassung die Arbeitskrast besonders geschllgt und den Kranken, Jnva- UfcO und vor allem auch den Opjern der Wirtschastslrise. den Arbeitslosen,«ine ausreichende, menschenwürdig« Versorgung zuteil wird. Die Konserenz vertritt den Stand- punkt, daß den arbeitslosen Volksgenossen ihre Unterstützung unter keinen Umständen gekürzt werden darf. Sie lehnt daher eine Sanierung der Arbeitslosenversicherung durch Leistungsabbau ab und billigt die Haltung der Vertreter der Sozialdemokratie im Reichstag und in der Reichsregierung. Es wurde dann noch eine Entschließung angenommen, welche die Förderung des Wohnungsbaues fordert, ferner ein Notopfer und bessere Hilfe des Reiches gegenüber der Provinz. Schiele. Die Braut ohne Milgist- aber mit Ansprüchen. Herr Schiele hat sein RpichstagsmaiÄmß niedergelegt Di« Herren Brüning und Treviranus hatten gehofft, daß er SO deutschnationale Stimmen als Morgengab« in die neue Ehe mit» bringen würde, aber es war«ine falsche Hoffnung! Herr Schiel« bringt nicht fünfzig Stimmen mit, nicht ein» mal sein« eigene Stimm« wird er gegen ein Mißtrauens» votum in die Wagschale werfen— er hat s i e in der Garde» robeabgebenmüssen. Der Nachfolger des Herrn Schiele im Mandat wird Oberst von Bartenwerffer, ein Stahlhelm- und Hugenberg-Mann. Die Mitgift des Herrn Schiele für das Kabinett Brüning besteht lediglich in Ansprüchen und in der Besorgung einer Gegenstimme. Sirenenklang vom AHein. Das Kabinet» der„Zronttämpfer". Köln, 31. März(Eigenbericht.) Die„Kölnische Volkszeitung", das Hauptorgan der Zentrums- parte!, bringt zum neuen Kabinett Brüning in ihrer Montag- Morgenausgabe folgende bemerkenswerte Ausführungen: „Mit dem Kabinett Brüning ist in Deutschland zum ersten Mal« die Frontkömp�sergeneration politisch zum Zuge gekommen, Brüning und Treviranus sind ihre charakteristischen Ver- ireter im Kabinett Das Kabinett Brüning ist eine Regierung von Männern, die nicht jeder für sich auf die Ansicht einer Frattionsmehrheit se st gelegt sind, sondern die sich sür ihre persönlichen Ansichten und über das, was getan werden muß, unter sich mit ihrem Führer abgesprochen haben und daher keiner Fraktion verantwortlich sind. Deshalb sehen wir in dem Kabinett Brüning kein interessantes Experiment, wie es einzelne tun mögen, sondern den Aufbruch zu neuen Ufern, mutig g«. wagt von Männern, die durch ihre Haltung dem deutschen Volke vor Augen führen, daß es noch den Willen zum Ganzen der Nation gibt, einen politischen Willen, der demokratische Einstellung, soziale» Wollen, liberalen Persönlichkeitswert und konservative Haltung i« der höheren Ebene der nationalpolitischen Verpflichtung gegenüber Volksstaat und Staatsoolk miteinander verbindet und in stoats. politische Taten umsetzt. In diesem Sinne wird das Kabinett Brüning nur«inen Gegner haben: die Front der Reaktiv» »äre. Ob sich die Sozialdemokratie in diese Front e*w» reihen wird, hängt ganz allein von ihr ab." Treviranus— Oer Minister gegen die Räumung der besetzten Gebiete. Herr Treviranus hat gegen den Poung-Plan gestimmt. Nach der Unterzeichnung der Gesetze durch den Reichspräsidenten ließ er erklären: mit Hindenburg gegen den Uoung-Plan. Herr Treviranus ist jetzt— Minister für die besetzten Gebiete. Es verlautet, daß seine erste Amtshandlung die Umbenennung seines Amtes sein wird, es wird künftig heißen: Ministerium gegen die Räumung der besetzten Gebiete. Sie Börse bleibt fest. .uif der Bcitlner Börse macht ma» sich um die Regie- �ngsfrag« wenig Sorgen. Auf dem Aktienmarkt geht die Tendenz weiter nach oben, nachdem vom Ausland «achsende Kaufaufträg« vorliegen. Aus dem Markt der festverzinslichen Papiere ist die Lage wegen des Quartalsendes etwas ruhiger geworden: die Banken tonzentrieren ihr Interesse aus die Deckung ihres Geldbedarfs: der Ultimo scheint aber keine großen Schwierigkeiten zu bieten, wenn die Zinssätze naturgemäß auch an- ziehen. Für die weiter« Entwicklung der Wirtschaftslage ist die feste Tendenz der Börse zum Märzende ei» gutes Zeichen, da ganz offenbar trotz der schwierigen Regierungsfrage das Dertraucn weiter wächst. Riesenmeht heit für Reuen plan. 527 gegen AS Stimmen in der französischen Kammer. Paris, 31. Marz. sEigeabericht.) Tic franzöfische Kammer hat in der Nacht zum Sonntag gegen 3 Uhr morgens den Gesetzentwurf Friedensumzug überfallen. Polizeischutz versagt zuerst.— Vier Schwerverletzte.— Voneour tätlich angegriffen. 3 Uhr morgens den Gesetzentwurf über die NatifUation des Uoung-PlanS mit 327 gegen 38 Stimme* angenommen. Dagegen stimmte ein Teil der lkltrareaktionären um Marin. Tie Sozialisten stimmten für die Ratifikation. Ter Doung-Plan tritt nunmehr in Kraft, sobald ihn noch eine der anderen Gläubigermächte angenom- men hat. Kein Pakt in London. Fünf-Machte-Bertrag kommt nicht zustande. London, Zl. März.(Eigenbericht.) Die Versuche auf der Jlollenkonscrenz, eine Auslegung der Sanklionstlaufel des völkerbundsfialuls zu finden, die den französischen Wünschen nach erhöhter Sicherheit Rechnung trägt, sind als erledigt zu betrachten. Die Experten hoben Macdonold wissen lassen, daß sie ohne neue Instruktionen außerstande seien. die englischen und srauzösischcn Auffassungen aus einen gemein- s a m e n Nenner zu bringen. Da man andererseits in Konferenz- kreisen nach dein Scheitern aller übrigen versuche in dem Artikel lb des völkerbundsstatuis die letzte Möglichkeit erblickt hatte, eine den französischen Wünschen nach Sicherheit entgegenkommende Formel zu finden, befindet sich die Konserenz in der schwersten aller bisherigen Krisen. Macdonald hol für heute eine Sitzung der haupidele- gierten einberufen, um die gegenwärtige Lage der Konferenz erörtern zu lassen. Die Aussichten für das Zustandekommen gemeinsamer Abmachungen zwischen sämtlichen fünf Mächten sind inzwischen aus Null gesunken, von englischer Seite werden immerhin noch sieberlzaste versuche gemacht, die Erörterungen In Gang zu hallen._ Warschau demonstriert gegen Slawek. Den ganzen Tag Umzüge und Zusammenflöß«. Warschau. 3l. März.(Eigenbericht,) In Warschau fanden� den ganzen Sonntag über große S k r�ßendcmo n st r a tt o neu gegen dos Kabinett Slawek »tott. Es kam wiederholt zu Zusammenstößen mit der Polizei, ohne daß jedoch Blutvergießen zu verzeichnen gewesen wären. Die Denwnstrationen dauerten bis in die späten Abend- stunden. � Die neue U-Bahnsteecke. Ab 15. April direkte Verbindung- Gesundbrunnen-Neanderftraße. Am Karfreitag, dem 18. April, wird die sogenannte G—-N-Bohn, die Untcrgrundbahnstrecke, die vom Bahnhof Gesundbrunnen nach Neanderstraße führt, dem Berkehr übergeben werden. Durch dies« neue Strecke erhält das Berliner Untergrundbahnnetz einen neuen Zuwachs von Kilometern und erreicht damit eine Gefamtänge von fast 7 0 Kilometern. Sieben neu« Bahnhöi« hat die Sirecke: I a n n o wi tz b r ü ck e, A i e x a» d c r p l a tz, Wein- mei st er st raß e. Rosenthaler Plag, Bernauer Straße, Aoltastrah« und Gesundbrunnen. Die Bauaussührun- gen am Alexairdcrplotz und am Bahnhof Gesundbrunnen boten er- bebliche S ch w i e r i g t ei t e u. da die Untergrundbahn unter die Glei>« der Reichsbahn hindurchgesührt werden mußte. Die Strecke Zriedttchsselde— Alexanderplatz, die eine Länge van 7,093 Kilometer hat, dürft» voraussichtlich im Herbst d. I. ebenfalls vollendet werden. Pei dieser Gelegenheit werden dann die Bahnhöfe Wexander- platz. Schillingstrahe, Straueberger Platz, Memeler Straße, Peters- burger Straße, Saincmterstrcißc, Frankfurter Allee, Ringbahn. Alfredstraß«, Bahnhof Lichtenberg und Friedrichsfelde dein Verkehr übergeben werden. Di« Eröffnung dieser neuen Strecken stellt«ine bedelüsam« Etappe im Ausbau des Berliner Untergrundbahnnetzes dar. Es ist das Verdienst des neuen Berlin, die Ankergrundbahnen auch in oerstärklcm Mahr in die Arbellerbezirke hineingeführt zu haben. Di« mit großen Opfern in einer schweren Zeit vollendeten Untergrundbahnen werden dazu beitragen, die Wege zu den Arbeits- Plätzen zu verkürzen und die dem Arbeiter zur Verfügung stehende Freizeit zu vennehren. Siadtverordnetenwahlen in Münster. Ben« Wahl nach Ungültigkeitserklärung. Münster, 30. März. Am Sonntag fand die Wiederholung der auf Grund des Ein- fpruches der Sozialdemokraten für ungültig er- klärten Stadtverordnctenivahlen in Münster statt. Die Wahlbeteili- gung betrug 56 Proz. Das Ergebnis stellt sich wie folgt(die ein- geklammerten Zahlen beziehen sich auf die Stadtverordneteirwahl vom 17. November 1929): Reichspartei des deutschen Mittelstandes 3(3) Mandate. Zentrum 28(27) Mandate. Evangelischer Dolks- dienst 5(—) Mandate, Deutsche Volkspartei 3 Mandate, Deutsch- nationale Bolkspartei 1 Mandat.(Bei der letzten Wahl waren Deutschnationale und Deutsche Voltspartei zu der Bürgerlichen Ein- heitslist« zusammengeschlossen, die 8 Diandate erzielte.) Sozial» demokratische Partei L(S) Mandate, Nationalsozialisten 1(1) Mandat, Ko-mmimisten 2(1) Mandate, Volkswirtschaftspcrrtei 6(?) Mandate Varl», 31. März. lCigenbericht.) Kommunisten haben am Sonntag in L« n s blutige Zwischen- fälle provoziert. Der sozialistifche Gewerkschaftsbund hatte«ine groß« Friedenskundgebung unter Führung Paul Loncours organisiert. Schon als die Bersammlungsteilnehmer niit Musik und Fahnen nach dem Gewerkfchaftshaus zogen, begannen die Kommu. nisten ihre Gegenaktionen. An zahlreichen Stellen, die der Zug passieren mußte, hatten die Kommunisten in den offenen Fenstern der Häuser ihre Anhänger, Trommler- und Pfeiferchör« aufgestellt, die ein ohrenbetäubendes Konzert ausführten. Als der j Demonstrationszug vor dem Versammlungslokal eintraf, traicn einige hundert Kommunisten mit Stöcken und Steinen bewaffnet zum Sturmangriff an. Die dünnen PolizcikeUen wurden über- rannt und die ersten Reihen des in die Enge gekeilten sozialistischen Zuges auseinandergesprengt. Der Abg. Paul Boncour erhielt einige Schläge mit einem Knüppel. Als ein Kommunist einen gestürzten Polizeibeamten mit einem Ziegelstein zu erschlagen drohte, griff ein Kamerad des Bedrohten zum Revolver und gab mehrere Schüsse ob. Der kommunistische Angreifer erhielt einen lebensgefährlichen Schuß in die linke Schläfe, ein anderer wurde von einem Querschläger am Bein verletzt, dos sofort ampu- tiert werden mußt«. 13 Kommunisten wurden durch Reooloerschüsje leichter verletzt. Außerdem erhielt ein unbeteiligter Zuschauer einen schweren Brustschuß, während ein zweiter beim Anblick der Zusammenstöße vor Schreck von einem Dach herabfiel und beide Beine brach. Zwei sozialistische Stichwahlsiege. Paris. 31. Mörz.(Eigenbericht.) Lei den Nachwahlen zur Kammer, die am Sonntag in vier Wahlkreisen stattsandea, hatte die französische sozialistisctu- Partei einen sensationellen Ersolg zu verzeichnen. 3n zwei Wahlkreisen, Dreux uad Bergerac. wurden die sozio listischeo Kandidaten mit überwältigender Mehrheit gewählt. Namentlich in Dreux. wo die Sozialisten schon im ersten Wahlgang 1500 Stimmen gc- mannen hatten, konnten sie am Sonntag noch über 3000 neue Stimme» erobern. Zu Bergerac siegte der Sozialist mit beinahe 5000 Stimmco Mehrheit über seinen bürgerlichen Gegenkandidalen. Bemerkenswert ist der starke Rückgang der kommunistischen Stimmen, die kaum ein Drittel ihrer im Zahre 1928 eroberten Stimmen beibehalten konnten. O!s von für Dienstag, den 1. April vorgesehenen Straßenkundgebungen müssen aus zwingenden Gründen auf Mittwoch, den 3- April verlegt werden. Mutter undTochtersiarben in einerRachi Löffel um den Tod zweier Frauen. den plötzlichen Tod zweier seit Sonntag vormittag die Neuköllner Ein Rätsel um Frauen beschäftigt Kriminalpolizei. Am Sonnabend kamen von Neudorf im Kreise Beeskow-Stor- kow die 56 Jahre alte Frau Wilhelmine Rocker und ihr« 23 Jahre alt« Tochter Pauline nach Bcrlln-Neukölln, um am Sonntag der Trauung einer anderen Tochter beizuwohnen. Das junge Paar hatte zwar ein Zimmer bei einer Frau Pohl in der L e s s i n g- st r a ß e 18 in Neukölln gemietet, schlief aber noch bei Derwandien. Der Einfachheit wegen sollten nur die Mutter und die Schwester in dem Zimmer die Nacht verbringen. Die beiden Fraueki hatten von Hause Lebensmittel mitgebracht und als sich am Sonnabendabend eine heitere Gesellschaft zusammenfand, sprachen alle den guten Dingen kräftig zu. Um 9 Uhr verabschiedeten sich die Gäste und die Frauen gingen zur Ruh«. Am. Sonntagfrüh gegen 8 Uhr erschien der Schwiegersohn, die Mutter und Schwägerin zu wecken. Da ihm nicht geöffnet wurde, nahm er an. daß sie über- müdct noch fest schliefen und ging zunächst wieder fort. Nach«ine? Stund« kam er zurück, sand wieder keinen Einlaß und schöpfte jetzt Verdacht. Er alarmierte tn« Kriminalpolizei, die das Zimmer öffnete. Die alte Frau Nocker lag tot in ihrem Bett. die Tochter Pauline gab noch schwache Lebenszeichen von sich, v e r st a r b aber auf dem Transport in das Krankenhaus. Zwei Aerzte, die hinzugerufen worden waren, konnten die Todes- Ursache nicht feststellen. Die kriminalpolizeilichc Untersuchung ergab, daß ein Verbrechen nicht vorliegt, auch ein Selbstmord der beiden Frauen kommt nicht in Frage. Die Annahme einer Gasvergiftung fand gleichfalls keine Bestätigung. Weder in der Wohnung noch in anderen Räumen im Haufe war, wie durch Um- frage«rnnteli wurde, Gasgeruch bemerkt worden. Man durchsuchte nun den Ofen, da eine Kohlenoxydgasoergiftung in Betracht ge- zogen werden mußte. Der Ofen in dem Zimmer war jahrelang nicht geheizt worden. Am Sonnabend hatte man wegen der Gäste Feuer gemacht. Die Kohlen waren ober gänzlich ausgebrannt und nachgelegtes Holz war angekohlt. Auch von dem Ofen konnten keine giftigen Gase entwichen sein. Festgestellt wurde weiter, daß das Zimmer erst in der vergangenen Woche für die neuen Mieter frisch tapeziert worden ist. Di« Polizei steht vor einem Rätsel. Die Leichen wurden beschlagnahmt, man wird versuchen, durch Sektion die Todesursache zu erkennen. ..Reualsche Zeitung. Der„Revaler Bote" ländijchen Deutschrums. wird vom 1. Juli d. „Reoolsche Zeitung" führen. das Organ des est- 3. ob den Namen Renn Opfer einer Siurmtaiastrophe. Auf dem Ochndafee in Jugoslawien. Belgrad, 31. März. Gin furchtbares Unglück ereignete sich gestern«ach- mittag auf dem Lchrida-Zee. der teils zu Ingo- slawien, teils zu Sllbanie» gehört. Während eines plötzlichen Sturmes versagte die Maschine eines Motorbootes, in dem eine Anzahl ausländischer Konsuln und Konsulatsbeamten auS Koritza einen Aus- flug unternommen hatten.u Kommunist vor einem bürgerlichen Gericht zu verhallen hat." Auf Antrag der Betriebszelle ist Fräulein Oe. dann aus der KPD. ausgefchlosien und auf Verlangen der Aemrolc der KPD. gekündigt worden. Die Kündigung ist aus politischen Gründen erfolgt, sie verstößt gegen die Verfassung und gegen die guten Sitten und ist deshalb als nichtig und unwirkfrn zu erklären. Der Vertreter des beklagten Kaswosverlages behauptete dagegen, die Gelchöttsleinrng halte von dem Vorgang in der Ve, lriebszelle gar nichts erfahren, sie habe erst nach der Kün- digung gehört, daß Fräulein O«. als Zeugin gegen Max Hol; aufgetreten sei. Die Parteizentrale sei nicht an den Verlag he. um- getreten. Nachdem Fräulein Oe. aus der KPD. ausgeschlossen war, habe die Redaktion der„Welt am Abend" nicht mehr mit ihr zusammen arbeiten können, denn Fräulein Oe. sei Sekretärin in der politischen Redaktion gewesen, also in einem Ten- dcnzbetriebe, der nur Mitglieder der Partei beschäftigen könne. Das Gericht erkannte auf Abweisung der Klage mit der Begründung: Da der A n g e st« ll t« n r a t den Einspruch nicht gebilligt habe, sei eine Klage aus Grund des Betriebs- rätegefetzes nicht zulässig. Ob der Angestelitenrat pflichtwidrig ge- handelt und gegen die guten Sitten verstoßen Hab«, könne dahin- gestellt bleiben, denn ein« Schadenersatzklage gegen den Angestellten- rat liege nicht vor. Da die K ü nd i g u ng fristgerecht er- folgt sei und ein Einspruch aus dem Bctriebsrätegesetz nicht er- hoben werde, könne sie nach der herrschenden Rcchteouffasiung nicht für unwirksam erklärt werden. -1500 Maßschneider streiten. Oer Streit in Verlin ein Signal für das Veich. Di« Berliner Maßschneider hoben den Kampf zur Abwehr der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der gesamten deutschen Maßschneider und um die Ausbesserung ihrer Löhne begonnen. In einer von etwa H00 im Deutschen Deklciimngsarbeitervcrband organisiert«» Berliner Maßschneider besuchten Versammlung am Sonn- tag im Gewerkschaftshaus ist einstimmig beschlossen worden, ab heute früh in 36 maßgeblichen verliner Firmen de? Arbeitgeberverbandes die Arbeil ruhen zu lasten. Es stehen somit seit heute in Berlin etwa 1500 Maßschneider im Kamps um die Erhaltung und ver- besternng ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Die Vorgeschichte dieses Kampfes, der voraussichtlich auch in den nächsten Tagen in vielen Städten des Reiches entbrennen wird,, ist kurz folgende: Der Arbeitgeberoerbond für dos deutsche Maßfchneidergewerbc(Adoo) hatte den seit lKl? bestehenden Reichs» tarif zum?0. März gekündigt und nicht weniger als 30 0 D c r- schlechterungsanträgc gestellt. Neben einer Herabsetzung der Ansertigungszeiten— für Großstücke teilweise bis zu fünf Stunden— verlangte er den Abbau einer Anzahl sozialer Be. stimmungen des Rcichstarifes wie z. B. dir Beseitigung der Feier- tagsbezahlung. die Möglichkeit zur Entlohnung der Arbeiter eines Betriebes nach zwei verschiedenen Tarifklasten usw. Die Maßschneider hatten den Unternehmern ein« Gegen- r e ch n u n g aufgemacht und u. a. verlangt die Erhöhung der Arbeitszeiten für verschiedene Tarifpositionen. Verbesserung der Urlaubsbestimmung und Gewährung von Urlaub auch an die Heimarbeiter sowie eine generelle Erhöhung der Löhne um lZ pf.. in Berlin also von 1,15 M. auf 1,30 M. Noch ergebnislosen Verhandlungen in Kassel im Januar kam es am 7. März in Braunschweiz iwch abermals«lftögigen Verhand- hingen zu dem Schiedsspruch eines sogenannten unparteiischen Kollegiums, der den Forderungen der Maßschneider in keiner Weise Rechnung trug, dafür aber den Unternehmern sehr weit entgegen kam. Der Schiedsspruch sieht für 38 Tarifpositionen ein« Verkürzung der Anfertigungszeiten vor und als„Ausgleich" für diesen indirekten Lohnablwu eüte vierprozentigc Lohnerhöhung für die Akkordarbeit«?, wodurch jedoch der indirekte Lolnmbhou längst nicht wettgemacht wird. Alle Zeitlohnarbeiter sowohl in der Herren- als Damcnmaßschneidevei sollen jedoch keinen Pfennig Lohnzuloge erhalten. Schon allein dies« Bestimmung hätte, wie der Bevollmächtigte Genosse Lehmann gestern in der Maßschneiderversarnnsiung be- tonte, zu der Ablehnung des Schiedsspruches im gesamten Reichsgebiet geführt, die nunmehr infolge der übrigen Verschlechterungen des Tarif«? fast einstimmig erfolgt ist. Di« von einem vorbildlichen Kampsgeist beseelte Versammlung lehnte jede Diskussion über den Schiedsspruch ab. der bereits in der Mitgliederversammlung am vorigen Montag abgelehnt worden war. Sie stimmte restlos einer vom Filialvorftond vorgelegten Ent- Schließung zu, die die Beschlüsse des Verbandsbeirats hinsichtlich der Kampfführung billigt und in der es nach dem Streiweschluß und de? namentlichen Aufzählung der bestreikten Firmen heißt: „Die in den übrigen Betrieben Beschäftigen bringen ihre volle Solidarität gegenüber den im Kamps stehenden Kollegen zunächst dadurch zum Ausdruck, daß sie sich verpflichten, auf die Anfertigung von Slreikarbeit die größte Obacht zu geben und sobald hier und da Streikarbeit auftauchen sollte, ebenfalls sofort in den Streit zu treten. Von den Kollegen der Herrenkonfektion wird ebenfalls er- wartet, daß sie strengste Disziplin üben und die Zumutung von Streikarbeit ablehnen." � Die Versammelten glauben, daß die von der Filiollcitung vor- geschlagenen Aiaßnahnum zunächst ausreichen, jedoch kann die Filial- ioitung jederzeit, wenn es die Situatilm des Kampfes erfordert, die Lornpfbosis erweitern. Kampf vor dem Blumenladen. Von Kurt Rudolf Neubert. Ich ging heute an einem Blumengeschäft vorüber. Di« rot«, Rosen fielen mir dort auf. Sie triumphierten in hohen Vasen über Maiglöckchen, Veilchen und andere Blumen des Frühlings. „Drei von diesen roten Rosen müßte man dir heute zum Abend schicken", dachte ich. Aber ich ging weiter. Ich wußte nämlich ganz genau, daß ich nur noch fünf Mark in der Tasche hatte, und daß Ich damit bis morgen vormittag reichen mußte, dem, der Galdbrief- träger, als ich ihn heute auf der Treppe erwischte, mein«, daß das Geld aus K. morgen eintreffen müßte, wem, es, wie versprochen, gestern abgeschickt worden ist. Also von fünf Mark bis morgen kann ich heut« nicht noch Rosen kaufen. Das war doch tlar. Das jagt« mir doch meine Vernunsl. Mit meiner Vernunft war es ja nie weit her, das ließ sich wieder einmal feststellen, dem, nach hundert Schritten, während ich dauernd an meine Vernunft appellierte, wurden mein« Schritt« auffallend zögernd, ja, ich blieb schließlich ganz stehen, ich schwelgte in der Vorstellung, wie du dick) heut« abend noch freuen würdest, wenn du aus dem Geschäft kommst und die Rosen stehen auf deinem Tisch... Da ging ich zurück.„Was tosten denn die Rosen, Fräulein", fragt« ich die klein« Verkäuferin, die gerade an der Tür stand. „Das Stück eine Mark, mein Herr!" In diesem Augenblick hatte ich ejn tomisches Gefühl. Es war im Magen. Es war ein Gefühl van Hunger. Da ich aber bereits gut zu Mittag gegessen hatte, konnte sich dieses Hungergefühl nur auf das Abendbrot beziehen, es war also eine Ahnung von einem drohenden Verzicht auf dos Abendbrot. Da ging ich wieder fort.„Wer weiß, ob morgen schon der Geldbriefträger kommt", kalkulierte ich,„drei Rosen ober sind hmnerhin unter diesen Umständen ein Abendbrot und ein Mittag- essen."„Das stimmt", sagte eine andere Stimm« in mir,„aber eigentlich bist du ein krasser Materialist. Außerdem kam, es mit deiner Liebe nicht weit her sein. Stell' dir doch vor, wie sie sich freuen würde, wenn sie heute abend nach Hanse komim und dein« Rosen stehen aus ihrem Tisch!"„Gehen Sie weiter, Herr", meinte die andere Stimme in mir energisch, wie ein Schupo bei einem- Volksauflaut. Meine Schritte wurden nämlich schon wieder lang- Himer..Eine Rose wenigstens", sorderte die eine Stimme in mir, ,-eine Rose wenigstens".„Eine Rose könnte man ja schließlich er- schwingen", erwiderte die zweite Stimme,„aber eine Rose kann man unmöglich schicken, es müsien mindestens drei sein! und die sind heute für dich unerschwinglich". Ich ging schon wieder schneller. Da ich gerade an einem Briefkasten vorbei kam. fiel mir ein, daß ich, um meine Liebe unter Beweis zu stellen, einfach einen Rohr- postbrief schreiben könnt« Auch ein Rohrpostbrief:„Ich sehne mich schrecklich nach dir! Wann sehen wir uns?" würde sie heute abend erfreuen, wenn sie aus dem Geschäft nach Hause kommt.„Du machst Ausflüchte, mein Lieber", sogt« mein QnAgeist in nnr.„Es gibt Situationen, Gefühle, Entscheidungen, wo man eben nur mit drei roten Rosen seine Liebe richtig auszudrücken vermag. Du bist jetzt in einer solchen Situation. Es kommen nur drei rote Rosen in Frage!" Da sah ich dein süßeg Gesicht ganz deutlich vor mir, du lächeltest mich an, und dein Mund war von der Farbe der Rosen. Darum sind mir die Rosen überhaupt ausgefallen, dachte ich, sie haben mich an deinen Mimd erinnert, der immer so rot ist. wenn du am Sonntagnachmittag zu mir kommst. Jetzt triumphierte mein Quälgeist, und seine Stimm« war ein zärtliches Flüstern, eine Umarmung, in der alles versank:„Stell' dir doch nur vor, wie sie sich über die roten Rosen freuen würde...!" Do kehrte ich zum zweiten Male mn und sucht« drei noch nicht sehr aufgeblühte. wundervolle Rosen aus. Ich tat dos wählerisch und sehr sorgfältig und mit dem Lächeln eines Siegers. D>« Baßstimme eines dicken, eleganten Herrn, der neben mir im Laden stand und ebenfalls ein paar Rosen wünscht«, riß mich aus diesem Schwelgen in deinem vorgestellten Lächeln. „Noch ein paar mehr", sogt« der dicke, reich« Herr mit den fleischigen Bnllantiingeri,,„dos sieht ja nach gor nichts aus. Nehmen Sie noch dies« Dinger da hchzu. damit es nach was aussieht". Die Verkäuferin hatte wenigstens zehn Rosen in der Hand. Und der Herr, der unter der Melone sicher eine Glotze verbarg, zog«ine wohlgefüllte Brieftasche.„Barbar", dachte ich, „zehn Rosen und diese fleischigen Finger". Ich stellt« mir vor.-vis diese fetten Finger abends auf den nackten, gepuderten Armen der Frau lagen, für die diese Rosen bestimmt waren. Und ich stellte mir vor, daß dies« zehn Rosen für dich bestimmt sein könnten, und daß diese fleischigen Finger abends auf deiner weißen, feinen Haut ruhen würden.„Wenn er es wollte", fragte ich mich skeptisch und von einer maßlosen Traurigkeit erfüllt, die seine dicke Brieftasche in nur erzeugte,„ivenn er es aus Laune»der Leidensckzost wallt-, wem, er dir joden Tag zehn Rosen schickte und dir eine Zehn- zinm, erwohnung einrichtete, roiirfcst du da nicht die Geliebte dieses Manne» werden?" Ich hatte das Verlangen, meine drei sorgfältig ausgesuchten Rosen wegzuwerfen, vielleicht dem dicken Herrn ins Gesicht und.Leben Sie wohl" und„Viel Vergnügen" zu sagen. Da crimtert« mich die Farbe der Rosen wieder an deinen Mund, und er lächelte:„Niemals! Niemals!" Ja, die Rosen lächelten und ich lächelte und die beiden Berköuierinnen lächelten, wir alle lächelten plötzlich über den dicken, reichen Herrn, der eben den Laden verlassen hotte. Und ich lächelte an diesem Tage noch oft. und ich schlief mit diesem Lächeln ein, weil ich mir vorstellte, wie du dich gefreut haben wirst, als du noch Hause kamst und metne drei Rosen standen aus deinem Tisch.... Skandal um den„Blauen Engel". Um den Tonfilm„Der blaue Engel", der morgen in der Ufo zum ersten Mol« gezeigt werden soll, hat sich ein Presseradou entsponnen. Im heutigen„Montag" schreibt der sattsam bekannte Huisong, Leitartikler de» Hugenberg-Konzerns, zu dem auch die Ufa gehört, folgendes: Ueberftüsstgerweis«, ja irreführenderweise steht uiucr den Namen der Geburtshelfer dieses Filmes neben dem des Spiel- leiter Starnberg, des entscheidenden Gestaltars Ionnings, der Be- arbeiter des Manuskripts(Zuckniayer, Vollmöller, Liebmann) auch der Name Heinrich Mann mit seinem miserablen Roman vom Professor Unrat. In Wahrheit ist der„Blaue Engel" kein Film mit Heimich Mann, fondern ein Film gegen ihn. Das Buch von Mann der unsaubere Racheakt eines entlaufenen Schul- bubeu. sein„Held" ein widerlicher Sack voll Bosheit: der Film das Schicksal eines vom ersten Augeitblick an unserer Teilnahme sicheren,«nee int Gemüt Vereinsamten, der mit tragischer Folge- richtigkeit an sich und in sich zugrunde geht von der Stunde an, da er itnemllren und ahtmngstos dem Irrlicht nachgeht, das er für Frouenlieb« hält, und das doch nichts ist als Dirnentum. Demgegenüber hat Heimich Mann erklärt, daß er den Auf- nahmen in den Ufa-Ataliers wiederholt beigewohnt habe und daß »3)as£ied von ffloboken." Vegenriürk ron'Ulichael Qold. Erstaujjuhfung heute im Theater am BüLowpLan: Albert Hoermana als Leichenbestatter, Lotte Lenia als Sally, LeoBhaed Sifrkd oft Hoch» üi den RotnariA ihm der Film in Nizza, wo er sich gegenwärtig aufhält, vorgeführt worden sei: Wilhelm Speyers Napoleon«Orama. Llrauffühmng in leipzig. „«lern und Dämon" hat Wilhelm Speyer— der dichterisch mit seinen Erzählungen begann und später mit modischen Roinaneii wie dem„Kamps der Tertia" Erfolg fand— seine dramatische Dichtung um Napoleon genannt. Sterne und Dämonen trägt der vielleicht größte Abenteurer der Weltgeschichte in seiner eigenen Brust, und am End« sind wohl Stern und Dämon dar Name für eine Sache. Speyer hat sein Theaterstück aus etwa zwanzig Bildern zusainmengesetzt, von denen in der Uraufführung des Alten Theaters in Leipzig(Regie: Schönlank: respektabler Theaternapoleon: Gerhard Ritter: Bühnenbilder, die mit einer neuerfundenen Art von„Raumprosektion" zu guter Wirkung kamen: Steiner-Prag) schon einige gestrichen waren und ohne Nachteil noch mehrere sollen könnten. Speyer zeichnet Napoleon als Exponenten der Idee„Europa", als den Wegbereiter einer vollkommeneren Zeit, als seltsamen Verteidiger der Revolutwn gegen die konservativen, monarchistisch-nationalistischen Mächte des anderen Europas. 1795 in Paris fetzt das Stück ein. 1821 auf St. Helena schließt es. Napoleon siguriert als Mittelpunkt jedes Bildes, alles andere ist nur Folie zu feiner Erhöhung. Die Tilsiter Zusammenkunft und die Trennung von Talleyrand sind Höhepunkte, weil in ihnen allein ein Gegner spürbar wird. Dramatisch zu- sommenhängende Szenenfolgen. Konflikte und LSsungcn gibt es nicht. Speyers Dialoge leben nur van der bindenden Kmtt Napoleons, nicht aus sich selber. Dies« geniale Kraft ist freilich so steif und nachwirkend, daß sie auch Speyer» Dichtung zu einen, kräftigen Bühnenerfolg verhilft. Die Leipziger nahmen jedenfalls den neuesten Napoleon mit viel Beifall auf. Wiegsnck. prosessor Isidor Traube, der Leiter des Koilloidchemifchen Laboratormms an der Technischen Hochschule in Eharlottcnburg, vollendet heute sein 70. Lebensjahr. Der Forscher bat besonders auf dem Gebiete der Kapillarcheini« Grundlegendes geichaffen: feine Untersuchungen haben es erst ermöglicht,«ine Einteilung der Stesse in oderftöchniaktive und inaktive zu schaffen, mit der nach ihm be- nannten Traubeschen Regel, mit dem heute meist benutzten Apparat zur Messung der Oberflächenspannung. Auf vielen Gebieten hat «r Anregungen gegeben: Seine Erfindung der heute überall«in- geführten medizinischen Tropfflaschen mit drehbarem Stöpsel und kreisrunder Abtropffläche haben Traubes Leistungen auch dort ver- breitet, wohin der Name dieses Forschers nicht gedrungen ist. Di« von ihm angeregte physikalische Richtung in der Biologie hat zur Begründung seiner internationalen Zeitschrift für physikalisch- chemische Biologie geführt. Werner Krmtß hat sich he Uta vormittag einer Blinddarm- operatwn unterzogen, die glücklich«rlaufen ist. Der neue heeresmusikdirigent. Der ehemalige OOermusitmeiffer Hermann Schmidt vom Infaptarieregimem iO ist vom Reichspräsidenten zum Heeresmusikdirigent«, enmud worden. Der vtchlerpreis der Akademie. Die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste hat den von ihr gestifteten. In diesem Jahr« zum ersten Mal« zur Verleihung gelangenden Preis Friedrich Schnack zugesprochen. Konzert In der Hochschule für Musik,»i« der Amtliche yreunilche Pressedienst mitteilt, veranstaltet der Häusennannlch« Privatchor au».störiA unter Förderung der Preutzischen Akademie der.«ün't«. Settion tiir lWullk, am 1. April. 00 Nk>r, im protzen Saal der Alademischen Hochschule sür Munt, Charlottenbura, Fasanenjtratze 1, unter Leitunz iemes Dirigenten Hermann Dubs ein Konzert, in dem Werke de» Borsteder» einer Peiiter- schul, sür musikalische Komposition, Pros. Heinrich Kamin««, znr An'. |"---— « „Europa und die Welt." Äorirog Woytinskys in der Freien sozialistischen Hochschule. •dm SonnabeiÄ» sprach Genosse Wladimir Woytinsky in der Freien sozialistischen Hochschul« über„Europa und die Welt". Der Referent beschränkte sich bewußt auf die Anführung. einiger Gruppen von Beziehungen der europäischen Völker untereinander und mit der Weltwirtschaft. Europa, da- vor dem Krieg« als wirtschaftlicher und kultureller Herrscher auftrat, ist seit dem Welt- kriege aus dieser Stellung verdrängt worden. Nicht nur die Vor- Machtstellung Amerikas, sondern die stark« Freiheitsbewegung der Koloniakvölker und die moralische Einbuße durch die Barbarei des Weltkrieges hat Europa seine Stellung gekostet. Die europäische Wirtschaft war 1923/24 aus einem bis dahin nicht erreichten Tief- stand angelangt, weil die kriegführenden Staaten den Frieden als eine Fortsetzung des Krieges betrachteten. Von da an erholte sich die europäische Wirtschaft ständig, wenn auch die europäisch« Pro- duktion der Vorkriegsbedeuwng im Rahmen der Weltwirtschaft nicht wieder erlangt hat. Genosse Woytinsky zeigte cm Hand von zahlreichen Übersicht- liehen Diagrammen die Bedeutungseinbluße Europas in der Pro- duktion wichtiger Nahrungsmittel und Industrierohstoffe. Eine ge- sonderte Entwicklung haben die Goldbestände der europäischen und der amevitanischen Notenbanken genommen. Vor dem Kriege befaß Europa einen über doppelt so hohen Goldbestand als die Ver- einigten Staaten, 1929 war der Bestand ungefähr gleich, 1921 hatte Amerika um ein geringes mehr und nach der tiefen Krise von 1923/24 fand bis 1929 ein neuer Aufstieg des europäischen Gold- bestandes über den amerikanischen hinaus statt. Die Befestigung der europäischen Wirtschaftslage, die bei den Ländern der früheren Entente zugleich mit den Zentralmächten stattfand, ist ein Beweis für die Abhängigkeit der europäischen Volkswirtschaften voneinander. Bon hier aus drängt sich das Problem der wirtschaftlichen und kulturellen Einheit Europas auf. Di« Außenhandelsbeziehungen der europäischen Staaten gestalten sich bei der übergroßen Mehrzahl der Staaten so, daß weit über die Hälfte der Ausfuhr und Einfuhr innerhalb Europas oerbleibt. Bei einer ganzen Reihe kleinerer Staaten gehen über 99 Proz. der Ausfuhr und über 73 Proz. der Einfuhr nach europäischen Ländern. Weniger als 59 Proz. der Aus- fuhr und Einfuhr gehen nur bei Italien, Frankreich, Deutschland, England und Spanien nach europäischen Ländern. Es zeigt sich also, daß Europa mit dem Weltmarkt fast ausschließlich durch Ver- mittlung der hochindustriellen Länder in Verbindung tritt. Ein ebenso eindrucksvolles Vlld der internationalen Per- flechtung der europäischen Staaten bilden die Abschlüsse inter- nationaler Kartelle. Heber die Anzahl der existierenden Kartelle gibt es nur ungefähre Schätzungen. Es bestehen ungefähr 149 internationale Kartelle mit europäischer Beteiligung. Deutsch- land zeigt die größte Zahl internationaler Kartellverbindungen mit der V�teiligung an 63 internationalen Kartellen. Ihm folgen die Tschechoslowakei und Oesterreich, die als Nachfolgestaaten m der internationalen Kartcllierung den Ersatz für die abgerissenen Wirtschaftsbeziehungen innerhalb des allen Oesterrsich suchen. An nächster Stelle stehen Frankreich, England und Belgien. Die Ver- einigten Staaten kommen erst an 16. Stelle und sind meist an Kartellen unter britischer Führung beteiligt. Das hat seine Ursache in der amerikanischen Wirtschaftspolitik, die den inneren Markt künstlich zu schützen sucht und mir den Ueberschuß der Produktion cxportiert. Es zeigt sich, daß die meisten internationalen Kartelle sich nur über Europa erstrecken. Die Kartellierung bedeutet nicht, daß die Konkurrenz nun innerhalb Europas völlig ausgeschaltet seil sie spiell sich nur in anderen Formen weiter ab. Eine ähnliche Bedeutung wie die internationalen Kartellverträge haben die durch das Internationale Arbeitsamt geschaffenen A r- b eit s a b t o m m en, die nur durch die Ratifizierung in den einzelnen Staaten Gültigkeit erlangen. Fast nur europäische Staaten haben die Arbeitsabkommen, deren Gesamtzahl 29 beträgt, rati- fiziert. Die Bereinigten Staaten nehmen an den Arbeiten des Inter- nationalen Arbeitsaintes überhaupt nicht teil. Selbst die Internationale der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterorganisationen erstreckt sich trotz vieler Beniühungen um die Beziehungen in Ueberseeländern fast nur auf Europa. Der einheitlich: kulturelle und wirtschaftliche Block, den Europa demnach bildet, ist zerrissen durch die Widerspruch der vielen Staatengrenzen und der immer wicderkehrenden Kriege. Noch großen Kriegen kehrt immer die Sehnsucht nach europäischer Einheit wieder. Schon während der napoleonischen Kriege verkündet Saint Simon, der geniale Vorläufer des wissenschaftlichen Sozialismus, das Ideal der Vereinigten Staaten von Europa. Eine der wich- tigsten Kriegsursachen ist die ständig vorhandene Ueberbevölkcrung Europas, die durch den Kapitalismus hervorgerufen wird. Der Be- völkerungszuwachs steigt von 1799 bis 1999 ständig. Europa hat bis 1999 über 299 Millionen Menschen als Aus- Wanderer zur Gründung neuer Kolonien und Staaten geliefert. Der Wettbewerb um den Platz an der Sonne wird durch diese riesige Ueberbevölkerung noch ständig verschärft. Es trifft zwar nicht zu, was ein bürgerlicher Beoöltcrungspolitiker von einem bevölkerungs- politischen Naturgesetz geschrieben hat, aber in der Epoche des auf- steigenden europäischen Kapitalismus war die Ueberbevölkerung ein« ständig« Belastung der europäischen Wirtschaft. Seit dem Weltkriege scheint dies« Bevölkerungs- zunähme endgültig aufgehört zu haben. Der Gc- burtenüberschuß ist geringer geworden und wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten Jahrzehnte gänzlich fortfallen. Damit fällt ein großer Teil der innereuropäischen Konfliktsursachen fort, und Europa steht am Anfang einer neuer Geschichtsepoche, von denen jede ein eigenes Bevölkerungsgesetz hat. Die Bahn ist frei zur Verwirklichung des Zieles, zu dem alle anderen Faktoren hindrängen, zur Vereinigung Europas. Zwar wird die Wegräumung der Hinder- nisse noch länger« Zeit in Anspruch nehmen, aber die Notwendig- keit wird sich unweigerlich durchsetzen. Es regnet sozialdemokratische Beamte. In der„Deutschen Zeitung*. Wir sind der„Deutschen Zeitung" zu großem Dank verpflichtet: seit einiger Zeit ist sie emsig bemüht, den Mitgliederbestand der So- zialdemokratie unter der höheren Beamtenschaft zu vermehren. So meldet sie am. 23. März 1939: Zum Leiter der Abteilung für Strafvollzug im preußischen Justizministerium sei„der sozialdemokratische Arzt Dr. Bürger* ernannt worden.— Herr Dr. Bürger ist niemals Sozialdemokrat gewesen, noch ist er es. er gehört seit vielen Iahren dem Zentrum an. Einig« Tage darauf kann dieselbe„Deutsche Zeitung* weiter ihren Lesern erzählen, daß der sozialdemokra» tisch« Oberregierungsrat im Preußischen Innenministerium Jan ich zum Ministerialrat befördert worden sei. Auch Ianich ist niemals Sozialdemokrat gewesen, er gehört ebenso wie Dr. Bürger dem Zentrum an. Allerdings sind sowohl Dr. Bürger wie Ianich überzeugte Republikaner und als solche der„Deutschen Zeitung" wahr- scheinlich auch nicht angenehm. Aber der allgemeine Grundsatz des alldeutschen Blattes„Wen ich gar nicht ausstehen kann, seh ich als Sozialdemokraten an"— der scheint uns doch etwas weit zu gehen! 6. Kreisbildungsausschuß. Die Mitglieder müssen heute abend auf der Kreismitgliederversammlung in Rabes Festsälen zur Vor- beratung der Maifeier anwesend sein. Briefmarken- und Münzensammler! Am 1. April erscheint zum erstenmal die Zei schrist der„Freien Sammler'(Organ des Ard.-Samml.-Vundes(ASaB). Alles für den Arbeiter» Philatelisten Wissenswerte soll in dieser Zeitschrift behandelt werden. Der Bur�>esvorstand des Arbeiter-Sammlerbundes bittet. um Einsendung interessanter Artikel. Am Dienstag, dem 1. April, findet die fällige Vierteljahrsoersammlung des Verein» „Freie Sammler" im Hackeschen Hos, Rosenthaler Str. 41, statt. Montag. 31. März. Berlin- 16.05 Dr. Georg Pudelko: Die Kunst im deutschen Osten. 16.30 Arien.(Sonja Yergin, Sopran. Arn Flügel: Julius Bürger.) 16.50 Teemusik. 17.30 Jugendstunde. Flöten- 17.50 Regierungsrat Dr. Kuhnert: Die UebcrfQMung der Hochschulen, 18.20 Dr. Hans Hartmann: Der englische Arbeiter. 18.50 Teemusik. 19.25 Georg Kaiser erzählt sein Leben. 19-45 Vom Arbeitsmarkt. 19.50 Englische Unterhausdebatte über parlamentarische ArbeltstechnUc(gleich- »cltig mit der Frankfurter Uraufführung). 20.30 Intendant Dr. Hans Flesch: Rückblick auf Platten. 21.00 Prager Quartett. 1. Vitezlav Movak: Streichquartett D-Dur, op. 35;— 2. Anton Dvorak: Streichquartett C-Dur, op. 61, Nach den Abendmeldungen bis 0.30: Tanzmusik. Königs Wusterhausen. 16.00 Prof. Dr. Paul Hildebrandt: Vernehmung Jugendlicher. 17.30 Rudolf Senger: Entwicklungsgeschichte des Walzers. 17.55 Dr. Rudolf Craemcr: Religion und Politik in England. 18.20 Franz Fromme: Sprachliche iMißverständnissc. 18.40 Englisch für Anfänger.. 19-05 Fritz Ritter: Vorlesung aus Matka Boska. von Cecilic Ines Loos. 19.30 Min.-Rat Dr. Kürschner: Schweinehaltung. 20.00 Westarp, M. d. R.: Staatsführung und Opposition. 21.00 Von Dresden: Sinfonickonzert.(Programm siehe Leipzig-) Verantwortl. füc die Redaktion: Dolfqang GchnmrH, Verlin: Änzeiaen: Th. vlockc- Berlin. Berlaq: Vorwärts Lerlaq G. m b S.. Berlin. Druck: Bonoärl» Buch» druckerei und Gerlagsanftalt Paul Einqer& Co. Verlin Sil 68. Linden strake 3. Kicrzu 1 Seilage. SCAtA Tägl. S u.8'/, Uhr. B S Barb. 9258 Pr. I;B M Wochentg. 5 U. SO P(.-3 M. nur noch bis morgen! Gastspiel Erich Carow and weitere 9 intematlon. Ailrakl onea PtAZA I Tägi. S u. 818 Sonnt. 2. SB 8" Aiex. E 4. 8066 INTERNAT. VARIETE GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr Nur noch 82 Yorstellnngen! 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 sonnuo naflim. nnoeb. halbe Pi. Berliner VVlkTriO N■ H k 6 1 1■. wLahDstr. 74/75.1 Winker ★ uarren* 8.15 unr zentr.2Big Rambea er'iaht Goldin mit neuen IHnsionen DemnslUaulaiatl. d.bellebleTanipaar 3 Kitwnln-s Sensation am Lult- trapez usw. Sonnaband u. tonnlag|a 2 Voratallungan 4 und 8U Uhr. 4 Uhr kleine Preise 8 Uhr Deutsche Uraufführung las Lied vor Hoboken Musik: W. Grosz Staatl. Sdiiller-Tli. 8 Uhr Das Friedensfest Staatsoper AmPI. d Republik 8 Uhr Deatsdiet Ibeater a 2 Wiidendinim 5201 Tägl. B'lt Uhi Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.:MaxReiahardi Kammerspiele D 2 WeidiDdimni 5281 «>/. Uhr Die liebe Feindin Kanldii no L f. ADloiu Rigit: Culil Otüadsets Barnawsky-gstinen Theater in der taniggritiar StraBe Täglich 8>/, Uhr Professor Bernhardi von Arthnr Sdinifiler Heg!«: Victor Barncwsky Komödienhaus Täglich SV« Uhr Meine Sdiwester und idi WigitY.eal|ihBeMtil(} Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral.Theater) Täglich 8--. Uhr nie Fledermaus mit Oustav Matzner Preise 1. 2. 3 M Ibeater d. Wstteot Täglich 8V. Uhr: Hotel Stadt Lemberg Musik von Gilben Leo Sehatzeadon Llditcnatein, _ Carola Kleines Iheat. Merkur 1624 Täglich 8.10 Uhr Heute zum 25. Male ffladame ha! Ausgang Erika von Teilmann Pan! tlorbi-er Hermann Schaufud Lvovski, Braut Die Komödie J1 Bisrnck.24l 4/7516 SV« Uhr Die Kreatur iciuuaifl m Ftrt. Bradtnir 8c8lt: Uax Rtlobardi Lessing-Thealer Vfcitnduni 1197 Q.2B46 Täglich 8V« Uhr Haus Danieli MM Direktion: Dr. Martin Zickel Komische Oper Fnedridistr.l 04 Merkur 1401/4330. Nach vollständigem Umbau Täglich SV. Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thiolscher, Schulz, Schroth, Burg, Hildebrand, Walter Habt, Flink, Behmer. Wensk Lustspielhaus Fricdrichstr. 236. Bergmann 2922/23. 8Vs Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Rose-Theater Grolle Frankfurter StraBe 1321 | Billettkasse: Alex. 3422 und 34941 Täglich 8 15, Sonntags 5,15 und 9 Uhr {Trotz des großen Erfolges] nur no cd kurze Zelt! |Dle goldns Melsterlnj Operette in 3 Akten von Edm. Eysler Traute Rom n der Titeiroikl | Nächst Sonnabend, 11.30 abds| Der Hustergatte 1 Vorverkauf tägl. V. 11—1 vorm| und 4— 9 abends. iheaterl. d. ßenrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Oirektioa Ralph Arthnr Roberts SV, Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr fhalbe Pr.) "-v-r CASINO-THEATER Lothringer Strafe 57 Wieder ein neoer Schläfer Der wahre Jakob Stfirmisdier Heller keits-Ertolg Dazu ein erstld. buntes Programm Outscnein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.23 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang(ISO«t. Direktion Dr. Robert Klein Deutsches lansller-Theal Barbarossa 3937 8>/- Uhr Sex Appeal Intsr. r. fttdirik Umdale Rt;ii: Fsntir Urriurgi Albert Bassennann. Made Cbriitlaas Berliner Itieater Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10V« Uhr Jb5, zwei, drei" von FranzMolnar Bit Hn Pilltnbtni. BeelKGast.Banaag Viihir: Souper Regle Heinz Hilpert. MetropoMh. 8»/, Uhr Das Land des Lächelns Vera Sctiw.rx, Musik von Franz Lehär MW'UM Lellano: Dir. Irnlm Georgenstr. 9 Täglich 2 Vorst: iluaoen 69, und 9 Uhr Revue D» libad« Magazin Sonntag 3l|j Uhr miehei Dide'dai beim oatarhasen Thaal. a. Koiib.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. a Uhr auchSonnt. nachm. 3U.: Elite- Sänger. 8 Ttflniplc aidiix. Obaiblalaai). kiDn-Programni zar Miete W50, Ansbacherslr. I Reichshallen-Theater Abends dl Sonntag nadim. dl Das herrliche Programm der „Stettiner" Frdilisgspreuc: Partsatt 1- 1.70. Lag. 2 M. Nadimiitaoa Halbe Preise! Zentrum 11263 Oönhoff-Brelti; Tariati Tan!, Grolles Drdicstei. 200L06ISCHER MM niMSMiiuimnaiiiiiiiiitiaiiiiiiamiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiii Jahres■ Bauerkarten gültig von 1. April 1930 bis 31. März 1931 werden Jetzt täglich an den Ein- 1 gangskassen ausgegeben. PREIS: 30.— RM. fUr Erwachsene i 15.— RM. für Kinder i unter 16 Jahren< 1 Die näheren Bedingungen sind' an den Eingängen erhältlich oder1 werden auf Wunsch zugesandt' OER VORSTAND.! Residenz-Theater Künstl. Leitung Gaston Briese Täglich 8>/« Uhr Sonntag 4 Uhr Elsriehe Randlnnkb. 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Ich bewege die Angelschnur, senke sie tief hinab und hole sie wieder heraus: ich habe etwas gefangen. Eine schwimmende Kanonenkugel mit einem Papageienschnabel und einem Fisch- schwänz. Ein lacherliches Monstrum liegt auf dem Dock, ein grau- brauner Ballon speit und spuckt Wasser aus. Je mehr er speit, desto mehr schrumpst er zusammen und je mehr er schrumpft, desto mehr speit er... Jetzt liegt nur mehr eine 5?aut da. Ich nehme die Angel heraus und werfe die Haut ins Wasser, wo sie eine Weile treibt. Plötzlich konunt sie wieder zu Leben und gurgelt Wasser ei». Je mehr sie gurgelt, desto mehr schwillt sie, und je mehr sie schwillt, desto mehr gurgelt sie. Schon ist sie rund angeschwollen und sieht wieder wie eine Kanonenkugel aus. Der Schnabel taucht nach unten, der Schwanz bewegt sich wie eine Schiffsschraube, ein Ruck und. die Kanonenkugel schießt mit Behemenz in den Meeresgrund hinab, von wo ich sie heraufgeholt habe. Was man nicht alles erleben kann, wird sie sich gedacht haben, und ich dachte mir genau dasselbe. Die unglücklichen Ehefrauen Man liest jetzt wieder einmal über die indischen Kinderheiraten und ist moralisch entrüstet, obwohl sie bereits abgeschafft werden. (Morgen ist der letzt« Tag.) Jedenfalls ist es gut, einen Blick auf jenes noch ältere und östlichere Land zu werfen, wo Ehen in noch zarterer Jugend— und vorgeschrittenerem Alter— geschlossen werden. Man lernt dabei. Auf einem Spaziergang die Landstrahe von F u t s ch a u hinaus, einer Stadt, die berühmt ist für die bequemen und soliden Särge, die man dort taufen kann(ein sehr willkommenes Hochzeits- gcschenk ist so ein chaus der Ewigkeit, wie hier eine Villa im Grunewald). Auf der Futschaustrahe traf ich einen etwa achtjährigen Knaben mit einem Baby im Arm, das er liebevoll schaukelte und das ihm sehr zu schaffen machte.»Das»st wohl dein Schwesterchen,' sagte ich mit AuhUfenahme der geeignetsten von 400 chinesischen Vokabeln, die ich sorgfältig einstudiert hatte. Der Junge antwortete nicht und ich war eiitsetzt über meine Unfähigkeit, mich in einer so witzigen, direkt genialen Sprache, wie es die chinesische ist(man bedenke nur, daß die Wiederholung der Dokabe! für Frau,«ih Frau-i- Frau gleichbedeutend mit unserem Wort .Lank' ist)— verständigen zu können. Ich nahm immer mehr »otabeln aus meinem Wortschatz zu chilse und stellte immer wieder die Frag«: ob das Baby das Schwesterchen des Jungen sei. Schließlich schlug der Knabe die Augen nieder und antwortet«. Cr hatte mich sehr wohl oerstanden und war nur geniert über mein Fragen, denn über weibliche Angelegenheiten spricht man in China nicht öffentlich.„Das ist nicht ineine Schwester,' sagte der Knabe errötend,„es ist meine Frau.' Die junge Frau war, man konnte sel)en, sehr unglücklich verheiratet, denn sie strampelte und schrie ununterbrochen, obwohl ihr der Ehegemahl das Asqub- valent für einen Schnuller in den Mund steckte, und Spuren ihres weiblichen Unbehagens zeichneten sich deutlich auf seinen Bein- kleidern ab.--- Ich weiß aber noch von einem extremeren Fall zu berichten. oben in Echan tun g, wo der weltweise Konfuzius begraben liegt und noch alles ein wenig beim Alten ist. Ein Bauernsohn war ge starben, ohne männlich« Nachkommen zu hinterlassen: das ist ein großes Unglück in China, namentlich wenn auch der Bruder ohne Nachkommen gestorben und also niemand da ist, der die Riten des Ahnenkults vollziehen kann. Was tun? Freilich kann man von den Millionen Chinesenkindern nach cher.zenslust adoptieren, aber die Chinesen sind Materialisten: sie tun das Unwahrscheinlichste, die Angelegenheiten dieser Welt in Ordnung zu bringen, aber es muß alles mit rechten Dingen zugehen. Das Kind war leicht beschafft, aber der Bater. der im Grabe lag, war noch Junggeselle. Kann er da legale Kinder haben? Nein: man nmß ihm zuerst eine Frau besorgen. Die Ver- Mittlerin, an die man sich wandte, fand ein reizendes, obzwar schon etwas länger im Grabe liegendes Mädchen(als der Bauernsohn) und beschaffte die Einwilligung der Familie, die ihrerseits froh war, die Tochter endlich unter die chaube zu bringen. Das Paar wurde unter großem Prunk verheiratet. Mit dem Ahnenkult war es jetzt eine sichere Sache. Für ein paar Jahr. Dann hörte ich, es sei zu einer Schei» d u n g gekommen. Es war offenbar die Art Frau, die ihrem Mann auch im Grabe keine Ruhe läßt.--- Das Nashorn Wir fuhren, Jon Garrick und ich, in einem wackeligen, fcheppe- rigen, sozusagen hinkenden Tramp-Ford über Embo nach einer K a f f« e p l a n t a g e. die für ihre Gastfreundlichkeit(auch unter ostafrikanischen Tramps) einen Namen hat, und wo man in Er- Wartung besserer Zeiten sich immer auf ein Weilchen einquartieren kann, gottseidank. Zuerst kam eine bequeme gerade Strecke aus einem Plateau, dann ein verflixt steiler Abhang in Kurven, schließlich eine halsbrecherische Bambusbrücke ohne Geländer. Auf ein chaar wären wir in den Abgrund gefahren, aus dem scharfe Fels- zocken aufragten und dornige Kakteen, die nur so drauf warteten, einen hungrigen Tramp aufzuspießen. Das Borderrad baumelte schon frei über dem Brückenrand: wir stiegen aus und richteten den Wagen mit unseren Schultern gerade und fuhren in einen chohlweg: da sahen wir plötzlich keine 200 Schritte vor uns ein dickes, dunkles Ungeheuer auf uns zubrausen— ein Nashorn. Das Monstrum hatte uns wohl gewittert(sehen kann ein Nashorn nicht viel) und war fuchsteufelswlld. Höchstwahrscheinlich hatte es eine Kugel im Leibe sitzen und wollte uns dafür verantwortlich machen. Es kam auf uns zu wie ein Panzerwagen. Wir waren wehrlos. Unser« Büchsen lagen in der Box-body, das ist so eine Art Rumpelkammer hinten im Wagen. Ich riß den allen Karren herum. Aus halber Drehung setzte— oh Schreck— mein Motor aus. Das Biest von eurem Nashorn kam näher und näher— es war keine 40 Meter weit ab: es würde uns zerquetschen, zerstampfen, zu Brei trampeln... das tut so ein Nashorn. Ich trat auf den Anlasser, der Motor sprang an: Gott sei Dank! Die Kuppelung reingerissen, auf den Gashebel getreten: wie ein gepeitschtes Pferd sprang der Wagen. Wir sausten, hinkend und rumpelnd, daß uns alle Knochen im Leibe schepperten, in den Hohlweg zurück: das wütende Nashorn raste hinter uns her, was das Zeug hielt. Es sah aus, als wollte es eine Armee zer- trampeln. Wir hörten sein Schnaufen und Prusten, es kam heran wie das graue Verhängnis— der Appetit war uns längst vergangen. Wir fuhren bei Gott in dem alten Rumpelkasten mit 30, 40, 50 Kilometer Geschwindigkeit, jeden Moment konnte es sich in seine Alteisenbestandteile auslösen, unser« Körper oerbeult und öurchein- andergeschüttelt wie mixt-drinks, und alles was nicht niet- und nagel- fest war, flog aus dem Wagen heraus. Das verdammte Nashorn blieb dicht hinter uns her. Noch tiefer den Gashebel gedrückt, der Zähler steht auf 60. Ein Kotblech und der Notsitz fliegen davon. Aber, hurra, wir lassen das Nashorn hinter uns zurück. Garrick oersucht ein altes Jagdgewehr aus der Boxbody herauszukriegen. Wir kamen an die Brücke, mußten die Geschwindigkeit verringern. Garrick hatte ein Gewehr, aber noch keine Patronen: wir langten an der halsbrecherischen Brücke an, aus der sich jetzt die Dornenkakteen neugierig herauszurecken Ich:enen. Wie eine Hölle geahnt der Abgrund auf. Das verfluchte Nashorn kommt nah und naher. Wird es uns in die Tiefe rennen? Wie wir am Fuß des Berges sind, hören wir das Nashorn über die Brücke donnern In den dritten Gang die Kuppelung gerissen. Jetzt kriegen wir, uns die Leiber verbläuend, Dorsprung. Garrick sieht am Ende einer 5-Kurve das Ludervieh gerade unter uns und gibt Feuer. Das Nashorn läuft unentwegt weiter, war's ein Fehlschuß, öder macht ihm eine Kugel mehr oder weniger nichis aus. Der Wagen ächzt— wenn er aussetzt, enden ro'r als Schabefleisch. Aber der Ford tut seine Pflicht. Der Berg ist nicht mehr so steil, ich gehe zurück in den vierten Gang. Das Tier ist immer noch hinter uns her, wie der Teufel hinter einer armen Seele. Jetzt sind wir auf dem Plateau: Halleluja! Ich stelle den Wagen ab, um ein ruhiges Schießen zu ermöglichen. Wir erwarten unseren Gegner. An der letzten 5-Kurve sehen wir das unverwüstliche Nashorn wieder auftauchen. Earrick hat feine Elefantenbüchse in der Hand mit einem Explosivgeschoß. Ein Schuß kracht— jetzt, mein liebes Nashorn! Das Satanstier sinkt tatsächlich in die Vorderknie, reißr sich aber wieder auf und verschwindet in der L-Kuroe. Garrick legt wieder an, da kommt das Nashorn etwas langsamer, aber viel wütender aus der 8-Kuroe. Wieder kracht ein Schuß- jetzt fällt das Tier zu Boden. Als wir aus dem Wagen steigen, erhebt es sich noch einmal und wir fliehen in die blecherne Ford-Festung zurück. Das Nashorn wird niemals sterben— es kommt schon wieder mit Inbrunst auf uns zu. Wir müssen weiterfahren, aber der Ford stöhnt jetzt wie ein Sterbender— was tun? Wir stellen das Wende- getriebe um, springen raus, geben Gas. Ein fürchterlicher Krach. Das Nashorn und der Ford sind zu- sam mengeprallt. Der Ford ist hin und das Nashorn ist„wie vor den Kopf gestoßen', es taumelt, fällt, Earrick eröffnet«ine Salve— wir sind gerettet. Aber die Geschichte geht weiter. Wir hatten ohne Lizenz ein Nashorn geschossen, wenn auch ein ganz niederträchtiges. Darauf steht Strafe: � Gefängnis und dauernde Entziehung der Jagderlaubnis. Als wir per pcdcs beim nächsten Distriktskommissar vorbeikamen, wußte er längst Bescheid, denn es gibt auch in Afrika Spitzel, schwarze und weiße. Nun, wir durften das Nas- Horn„behallen", denn wir hatten uns in Lebensgefahr befunden, wir hatten recht und das Nashorn unrecht. Es war ein schönes ausgewachsenes Tier mit einem ausgezeichneten Horn, das seinen? Namen alle Ehre macht. Ein paar Tage darauf als wir schon auf der Kaffecpläntage waren, lasen wir im»East African Standard", daß mehrere 5)erren und Damen aus einer Autotour ohne Jagdschein ein Nashorn angeschossen hatten und von ihm in der Nacht in Haschee verwandelt worden waren. Das steigerte noch meine Abneigung gegen Nashörner. Ich kann sie nicht mehr sehen. Wie»us einem Elefsnien eine Mücke wurde Auch das ist eine sehr schöne Geschichte. Sie spielt sogar in meinem Leben eine gewisse, ja. eine sehr hervorragende Rolle. Vielleicht wäre ich sogar heute nicht mehr am Leben, wenn nicht dieser Elefant gewesen wäre, der eine Mücke wurde Aber die Ge- schichte hat einen Haken, an ddm man mich schon so manches Mal aufgehängt hat: immer, wenn ich sie erzähle, sängt man an zu lachen und sagt, das ist zu schön, um wahr zu sein. Da mich das ärgert und ich Wert darauf lege, ernst genommen zu werden, ver- zichte ich auf diese Geschichte. Aber vielleicht erzähle ich sie euch morgen. Brotgetreide ohne Anbau! Die Geistes tat eines jungen russischen Gelehrten Einem Kreis von Eingeweihten waren die Versuche des jungen Charkower Gelehrten Perwo-Aprelski seit langem bekannt Im Interesse einer ungestörten Förderung der Laboratoriumsarbeiten aber, und ebenso mit Rücksicht auf die revolutionären Folgen, die sich aus den Entdeckungen lind Erfindungen Prof. Perwo-Apreljkis für 2>rof. PerwoxOprelclii den wirtschaftlichen Status aller Kulturländer ergeben, hat man geschwiegen und gewartet, bis der Gelehrte das Won selber nehmen würde. Der Augenblick ist gekommen. Am morgigen Dienstag, abends 8 Uhr, findet in der Kleinen Alexanderstraße 28 in An- .Wesenheit der Spitzen der internationalen Gelehrtenwelt und der Diplomatie jie Eröffnung des.Instituts für experi- mentelie Agro- Mirakuli st ik' statt Prof. Perwo- Aprelski-Eharkow wird persönlich über seine Erfindung sprechen. Die Wissenschaft ist international. Die Tatsache, daß Prof. Perwo-Aprelski der bolschewistischen Sache glühend ergeben ist, wird keinen Wirtschaftler, keinen Politiker, wie überhaupt keinen rechtlich Denkenden abhalte» dem Genie Perwo-Aprelskis und der vorläufig in der Tragweite ihrer Folgen kaum abzuschätzenden Be- deutung seiner Erfindung volle Anerkennung zuteil werden zulassen. Die Tat Perwo-Aprelskis bedtutet— das läßt sich heut« schon übersehen— die glatte und restlose Liquidierung des Ackerbaues. Die Brotgerreideerzeugung ohne Anbau ist da. Von morgen ab gehört die Landwirtschaft zu deor veralteten und überflüssigen Methoden der Brotkornproduktion. Pros. Perwo-Aprelskis Tat baut sich auf dem Prinzip der sogenannten Keimimmanenz auf. Perwo-Aprelski sagt« sich: wenn es möglich ist, aus einem in die Erde gepilanzten Getreide- samenkorn eine 40- bis S0fache Rekonstmierung jenes Samenkorns zu gewinnen, so muß der gleiche Effekt sich ergeben, wenn das Samenkorn einer Behandlung unterworfen wird, die den natürlichen Wachstumspro, zcß chemisch-symhelisch rekapituliert mit dem einzigen Unterschied gegenüber dem natürlichen Wachstumsprozeß, daß er wesentlich beschleunigt gegenüber diesem sich abspielt. Es gelang Perwo-Aprelski durch Anwendung einer Reihe höchst sinn- voller Verfahren, einem Getreidekorn die erforderlichen Nährstoffe in einer Retorte chemisch zuzuführen und alle übrigen Ent- wicklungs- und Wachstumsbedingnisse durch entsprechende Regulierung der Temperaturgrade und des Feuchtigkeitsgehalts der Re° torte zu ersetzen. Ein sotchtnnaßen behandeltes Wsizenkorn wies nach 14tägiger L a b o ra t o r! u m sa r b e i t eine Svfache Vermehrung auf Für Fachkenner sei bemerkt, daß die chemisch-analytische Formel Perwo-Aprelskis diese ist: X*XS- xv°0V-z23c-}-g ' 1. 4. 30= Hahi Der Kern der gewaltigen Idee war damit enthüllt und fest» gelegt. Alles andere, so sinnverwirrend die Aeuhcrlich'eilen auch auf den Laien wirken mögen, war einfache Ableitung. Pros. Perwo- Aprelski kombinierte seine Retorte mit einem System von technischen Apparaten, die sowohl den M a hl p r o ze ß als auch die Funk- tionen einer Großbäckerei übernahmen. Es klingt fast unglaublich, entspricht aber den Tatsachen, wenn man sagt, eine Handvoll Weizenkörner, in die Aprelski-Retorte geschickt, komnit innerhalb einer Stunde als tischfertiger, duftender Brotlaib am anderen Ende des„U n i v c rs a l- H y p e r- T r a k t o r s'— so hat Prof. Perwo-Aprelski seinen Wunderapparat genannt— wieder heraus. Dabei ist das Verblüffende, daß der„Universal-Hyper- Traktor', wenn er einmal mit einem Samenkorn gespeist worden ist, im Ablauf seiner Funktionen die erforderliche Menge„Saat"- getreide ohne weiteres selbsttätig ausscheidet, so daß der Brot- Produktionsprozeß sich sozusagen automatisch ms Endlose hinein fortsetzt. Es ist eine Art Ernähr ungsperpetu um- mobile, das Prof. Perwo-Aprelski der Welt geschenkt hat. Die Bedeutung der Erfindung liegt auf der Hand Man darf sich int Interesse des bedauernswerten russischen Volkes ehrlich freuen, daß die Ernährungsschwierigkeiten, in die das Stalinsche Regime die Sowjetunion gestürzt hat, durch die Erfindungen des Charkower Gelehrten mit einem Schlag« aus der Welt geschafft sind. An der politischen Wertung des Bolschewismus kann natürlich auä) die Großtat Perwo-Aprelskis nichts ändern.- Werden die Bolschewisten das Konstruktionsgeheimnis des .. Univers al-Hyper-Traktors' für sich behalten oder werden sie bereit sein, den Segen der Erfindung auch anderen Völkern zugute kommen zu lassen? Auch über diese Frage wird sich Prof. Perwo-Apreliki in seinem morgigen Vortrag im„Institut für experimentelle Agro- Mirakulistik' auslassen. Man kann auf den Ausgang der Ver- anftaltung mit Recht gespannt sein. kneckrieb Wendel. Z>er Univ€irmal~&ypvr~Truberiäi? Dr. Karl Schmcing: Di« mehrfach«. Pubertät, Bin- logie, Psychologie, Pädagogik der menschlichen Entwicklung: stusen. (Dr. M. Pfeiffer-Verlag, Berlin-Friedenau 1!)30, Preis kartoniert 5,50 M.) Es ist«in erfreuliches Zeichen der Entwicklung tn der modern."« Pädagogik, daß man die pädagogische Auswertung biologischer(Be- sichtspunkte nicht mehr wie bisher den reinen Naturwissenschaltlern und Aerzten überläßt, sondern daß hier auch«mmol ein Oberschuk- rat das Wort ergreift, um sehr wichtige Dinge über die Periodizität menschlicher Entwicklung zu sagen. Die Grundlage für Schmeings Gedankengänge bildet das biogenctlfchc Grundgesetz H a eck e l s, nach dem die Entwicklung des menschiichen Einz.I- wesens eine abgekürzte Wiederholung seiner Stamme:«ntwicklung darstellt. Verfasser dehnt diese Gedankengänge speziell noch einer Seite hin aus: indem er auf die Tatsache einer s ch u b w e i s e n Entwicklung der menschlichen Sexualttät hinweist, die nach einer ersten Blüte in der frühen Kindheit(„K i n d h« i t»- pubertät") erst nach Abschluß der sogenannten Latenzzeit in der Pubertät fortgeführt wird, zeigt er, daß jede dieser EntwicklungZ- stufen einstmals den Beginn der Fortpflanzungs- und sozialen Res: dargestellt hat, so daß die verschiedenen Ansätze der Sexualcntwick- lnng-des modernen Menschen nichts and:res als Ueberreste früherer Reisestadien unserer Vorfahren sind. Der wichtigst« und interessanteste Gedanke des Buche» ist die Behauptung, daß mit der von uns bisher allein so genannten Pubertät noch nicht die voll« soziale und seelische Reife des Menschen gegeben ist, sondern daß wir heutigen Menschen uns in einer Zwischen st ellung befinden, in der die biologische Reise etwa um das fünfzehnte Jahr, die volle seclischc und soziale Reite erst m dem dritten Jahrzehnt des Lebens eintritt. Nach Schmeings Ansicht wird die„Jugendpubertät mit der Zeit immer mehr vor- verlegt werden und immer mehr an Bedeutung verlieren, während die von ihm so genannte„Erwachsenenpubertät" später auch die Rolle der biologischen Reifung des Menschen übernehmen wird. Mll zum Teil etwas problematischem Beobachtungsmatcr-ol wird dieser an sich wohl durchaus einleuchtende Hauptgedanke belegt. und der Verfasser kommt schließlich im letzten Teil seines Buches zu durchweg erfreulichen und unterstützungswerten Ergebnissen. Nur ist«s allerdings merkwürdig, daß Schmeing, der in allen anderen Gedankengängen dem Haeckelschen Prinzip folgt, bei der Würdigung der Sexualität nicht biogenetisch denkt und deswegen zu großen Mißverständnissen der Psychoanalyse kommen muß. llijd auch be- züglich der Sexualorziehung scheint es uns, als ob Verfasser wir die Fragestellung„Schweigesystem oder Aufklärung?" kennt, die wich- tigsten Probleme der Scxualerzleyung, die auf dem Gebiete der' Moral liegen, für ihn jedoch offenbar nicht existieren. Ewald Böhm. WAS DER TAG BRINGT. «imminmnmmnnnnflmimnmmniinmiwnmimimmmmmrafflmfflmmnmnrolinmnnmmiiuiimnniOTnmmiiniimmmnmnmnmmnmmunimmimiinnmrara Das Reservewasser des Kamels. Wie es dem Kamel möglich ist, tagelang ohne Wasser auszu- kommen, ist seit langer Zeit Gegenstand eifriger Erörterungen ge- wesen. Wirtlich können di« arabischen Kamele, wie Nolde angibt, selbst bei schwerer Arbeit im Winter 23 und im Sommer 5 Tag« lang ausharren, ohne zu trinken; und in der westlichen Sahara tränkt man die Kamele nur, wenn man an eine Quelle kommt, was oft bis zu 12 Tagen dauert. Schon lange hat man angenommen, daß der Magen es ist, der dem Kamel als Wass«rb«hälier für trockene Zeiten diene, und damit stimmt überein, was man in Schil- derungcn von Wüstenreisen immer wieder lesen kann: daß— wenn auch der letzte Tropfen Wassers verbraucht ist— die Verdurstenden im Kamelmagen immer noch einen Vorrat an dem«rsehntcn Naß finden. Merkwürdigerweise ist aber die so oft berichtet« Fähigkell des Kamels, einen Wasseroorrat im Magen zu speichern, bis in die neueste Zell immer wieder angezweifelt worden; um so begrüßen?- werter ist es, daß der«nglische Zoologe W. P. Pycraft die Frage nunmehr wissenschaftlich untersucht hat. Dabei hat sich heraus- gestellt, daß der Kämelmagcn in der Tat beträchtliche Mengen Wassers aufzubewahren vermag, und zwar dienen hierzu besondere, kammerartige Gebilde, di«— zu sichelförmigen Leisten vereint— der Unterfläche des Pansens und Netzmagens anliegen und sich in das Mageninner« öffnen. Nimmt das Kamel nun Wasser zu sich, so füllen sich die„Wasserkammern" seines Magens, und— während sie beim toten Tier immer weit geöffnet erscheinen— werden sie im Leben, sobald sie sich gefüllt haben, durch die Zusammenziehung ringförmiger Muskelfasern, die ihre Oesfnungen umgeben, fest ver- schlössen. Auf diese Weise kann eine beträchtliche Menge Wassers — nach Pycraft mehrere Liter— im Kamelmagen aufgestapelt werden; und diese„innere Tränke" befähigt das Kamel, tagelang ohne jegliche Wasserzufuhr von außen auszukommen. Äckerbau und Blumenzucht in der Sahara. Vor einigen Tagen ist in der Sahara, in der Nähe der Oase El Gobea unweit Biskro unter dem Borsitz des ehemaligen fron- zösischcn Ackerbouministers Ricard und unter Teilnahme des eng- bischen landwirtschaftlichen Ministeriums ein Kongreß von Sachverständigen zusammengetreten, um im Anschluß an die fett Jahres und Jahrzehnten schon gehegten Bewässerungspläna der Wüst« die Bepflanzung der weiten Sanbflachen mit europäischen Bäumen, Früchten und Blumen in die Wege zu leiten. Die kleine Oase, die wie ein« vergessene Insel inmitten des Sandozeans liegt, soll den Ausgangspunkt für«in« Entwicklung bieten, von der man sich außer- ordentlich« Vorteile für di« europäische Lebensführung und dl« euro- pälsche Kultur verspricht. Versuch«, die In der Nähe der genannten Oos« gemacht wurden, haben bereits gezeigt, daß dieser Teil der Sahara für den Beginn der geplanten Befruchtung sehr geeignet ist. Die ungeheure Menge der unier der glühenden afrikanischen Sonne erzeugten Frücht«, besonders Ackerfrücht«, und die im Laufe eines Jahres sich miede rcholendrn Ernten sollen dazn bettragen, die Lebens- Haltung der europäischen Bevölkerung, die unier den Nachwirkungen des Weltkrieges in ollen Ländern Europos bedeutend verteuert wurde, in ganz Europa billiger zu gestalten und dadurch vor ollem die gesamt« Lebensführung der ärmeren Klassen zu verbessern. Die Katze als Todesursache. In Eleoeland im nordamerikanischen Staate Ohio wollt««ine Frau die Treppe zum Hauskellar hinabgehen. Sie trat auf der dunklen Treppe jedoch ihrer Katze auf den Schwanz, die laut aus- schrie. Di« Frau erschrak darüber so, daß sie die Kellertreppe hinab- fiel. Sic trug so schwere Verletzungen davon, daß sie auf dem Transport zur Rettungsstation verstarb. Die Herrgottsschnitzer. Die vereinigten römischen Kunsthandwerker haben bei den italienischen Schiffsgesellschaften angeregt, daß nach einem alten Brauch auf den italienischen Schissen wieder soqenannt« Krippen, di« den Stall von Bethlehem darstellen, mllgeführt werden. Einige kirchliche Zeitungen versahen diese Meldung mit der Bemerkung, daß nach dem Kriege— wie aus diesem Beispiel zu ersehen sei— die Frömmigkeit in immer größeren Volkskreisen wieder Eingang finde.— Wenn man nach diesem Beispiel Frömmigkeit und Geschäftssinn gleichsetzt, mag es ja stimmen... Wer andern eine Grube grabt... Die Türkei handhabt das von ihr errichtete Zigarettcnmcmopol sehr streng. Erschien da auf einem Polizcibüro in Konstantinopel ein Armenier namens Serkis und zeigte an. daß ein gewisser Hüßni größere Mengen Zigarettenpapier in Besitz habe. Da für solche Anzeigen hohe Belvhnungcn ausgesetzt sind, hoffte Serkie, auf diesem Wege eine anständige Geldsumme in die Finger zu be- kommen. Aber er hatte sich getäuscht. Die Monoootverwaltung forschte nach der Herkunft des bei Hüßni tatsächlich gefundenen Ziaarettenpapiers, und sie stellte zu ihrer Ueberrafchung fest, daß Serkis es dem Hüßnj�verlouft hatte. Anstatt also eine Belohnung zu erhalten, mußte Serkis nun mit Süßni zusammen vor den Schranken des Gerichts erscheinen... Die verlorene Handschrift. 2)er argentinische Unterrichtsminister Dr. de la Eampo sollte auf einer öffentlichen Feier in der Provinz Santa Fe die Festrede halten. Wer nicht kam, war der argentinisch« Unterrichtsminister. Als Entschuldigung führte er an. daß e, ihm zu sehr geregnet habe. um die Autofahrt nach Santa Fe zu wagen. Es steht jedoch fest, daß ihm vor Aenderung seines ersten Entschlusses aus seinem Auto das Handgepäck gestohlen wurde, bei dem sich auch dos Manuskript seiner Rede befand. So geht es, wenn man sei« Rede nicht im Kopf, sondern nn Handgepäck mit sich führt. Wien-Berlin 33: 39 Bundeslreue feiern den Siädtesdi wimmkampf/ Wien unterliegt mit 6 Punkten Der grohc Komps der Acbcilerschwimmer wlen gegen Berlin ist nun beendcl. Berlin hatte seine besten Arbeiterschwimmcr denen aus Wien gegenübergestellt, die Berliner hab�n die in sie gesetzten Erwartungen nicht ent- lauscht. Und doch war es ein zähes Ringen um den Erfolg. Den wiener Schwimmjporllcr» ging ein guter Ruf voraus. die Besten Berlins mutzten daher an die Aronl. jeder mutzte sein letztes hergeben, um den Gästen aus der Donoustadt den Sieg abzuringen. Als sich der Städtekomps seinem Ende näherte, schmolzen die Siegcsoussichlen sür die Gäste immer mehr zusammen, Berlin triumphierte schlietzlich mit ZS Punkten über die wiener, die nur ZZ Punkte in der Gesamtivertung erreichten. Nicht immer waren die Berliner Schwimmer ihren Wiener Brudervercinen stark überlegen, und oft genug hing der Ausgang der einzelnen Wettkämpfe sozusagen am seidenen Faden. Das Glück blieb aber aus der Seite Berlins; wer weiß, wie der nächste Städtekanipf, der in Wien zum Austrog kommen soll, aussallen wird. Erfreulich, welches Interesse die Berliner Arbeiterschaft diesem großen Städtckamps der Schwinnnspartlcr entgegenbrachte. Die Uhr zeigte knapp auf— der Beginn mar auf 15 Uhr sest- g�ctzt—, da wies die große challe des Lunabads in Halensee schon eine beängstigende Fülle aus. Die Halle zeigte sich in reichen i Flaagenschmuck. Zwischen roten Transparenten und zahlreichen Dereinsbannern der Berliner Arbeiterschwimmoereine leuchtet« dos „Rotmeißrot" und das„Schwarzrvtgold die Symbole und Farbendes österreichischen Bruderstaats und der deutschen Republik. Mi» einem Fansarennlarsch marschierten die Teilnehmer aus, lautlose Stille trat ein, als Schulz zu der Begrützungsansproche. die durch Lautsprecher verstärkt wiedcrgegegcn wurde, das Wort er- griff: Verehrt« Anwesende, Wiener Freunde, Buiidrsgenossinuen Arbeitersportler! Im Austrage des 1. Kreises im Arbeiter-Tum- und Sportbund heiße ich alle zum 1. Städtckamps der Arbeiter- schwüumer Wien gegen Berlin herzlich willkommen. Unseren be- sonderen Gruß entbieten wir den anwesenden Vertretern des Auswärtigen Amts, des Reichs Ministerium des Innern, des Volkswohlfahrtsministeriums, der Oesterretchischen Gesandtschaft, des Oeflorreichisch- Deutschen Volksbunds, der Stadt V e r l i n, den freien G t■■ werkschaften, der Sozialdemokratischen Partei und der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege. Wir wünschen und hosfeir, daß die Behördenoertreter und die der befreundeten Organisationen erneut Kkcnnen mögen, daß die Arbeiterschwinunbewegung weiterhin bestrebt bleibt, als ernster Faktor um die Erhaltung der Dolksgesundheit und um besiere soziale Verhältnisi« zu kämpfen. Der Arbeitersport mutz heule leider noch vielerorts um Anerkennung und Gleichberechtigung schwer ringen. Der Schwimmsport, airerkannt als die gesündeste Loibesübung, muß in verstärktem Maße Eingang finden in den breitesten Schichten unseres Valks. Der Stand der Volksgesundheij ist ein Maßstab für die Kulwrhöho eines Volks. Im friedlichen Wetttampf werden die Vertreter von Wien und Berlin ihre spart- lichen Kräfte mesien. Troß größter wirtschaftlicher Not sührcn wir dieses Treffen durch und bekunden damit, daß die internationale Solidarität und der Idealismus in der gesamten Arbeitersport- bcwegung einzig dasteht. Mit einem kräftigen Frei Heil, in das die gewaltige Zuschouennengc miteinstimmt«, gab der Redner die Sportbahn frei.— Vorweg sei noch die Ansprache des Genossen Künstler genommen, die erst zum Schluß der Veranstaltung folgte und durch Rundfunk übertragen wurde. R.eidKtsgsadtzeorcIneter Künstler hieß die Gäste aus Wien herzlich willkommen. Als Verrraucns- mann der sozialistischen und republikawschen Bevölkerung Berlins, entbot er den österreichischen Stmmncsgenossen freundliche Grüße. Der Redner führte dann weiter aus: Die sporttreibenden Berliner, und zwar weit über die hier in diesem schönen Schwimnchallenraum versammelten hinaus, bringen dem Städteschwünmkampf Wien gegen Berlin das größte Interesse entgegen. Wir dürfen heute Zeuge sein der großartigen Leistungen unserer Arbeiterschwimmcr, I die nach der schweren Tagcsarbeit, mit Liebe und Ausdauer sich dem körpcrgesundenden Wassersport ergeben haben. Aus den Werk- siätlen und Maschinensälen der Weltstädic Wien und Berlin kam- mend, haben sich die Arbeiterschwimmcr viele Monat« hindurch vorbereitet zu dem heutigen Wetkkamps. Wir grüßen nicht zum ersten Mole österreichische Schwestern und Brüder als unsere Sportkonkurrcnten in Berlin: Am 16. Dezember lll28 fand draußen in Moabit im Poststadion das Fußball-Lönderspiel Oesterreich gegen Deutschland statt. Und heute treten die Schwimmer an. wie auch immer der Wellkamps ausgehen mag, sreundschastUch. ja auch inniger verbunden als bisher, werden die Arbciler- sporkler voneinander scheiden! Groll. Neid und Haß ist den Arbeitersportlern ein gänzlich um bekannter Begriff, lieber den eigentlichen Charakter der heutigen Sportveranstaltung hinaus erhebt sich der Wunsch und die For- dcrung: Wir Reichsdeutsche wollen endlich wieder mit unseren öfter- reichischen Freunden in einem großen Reich, in der großdeutschen Ein- heitsrepublik vereinigt sein. Deutsche und österreichische Sozialisten sind die Vorkämpfer für die Wiedervereinigung Oesterreichs und Deutschlands. Der friedliche und fckzöne Wettkampf auf sportlichem Gebiet trägt mit dazu bei, daß über die unhaltbaren Bestimmungen der Friedensverträge von Veriaillcs und Zt. Gennaine hinweg Oester- reicher und Deutsche sich immer näher kommen. Obwohl Vertrage und Gr«n.zpfähle uns hindernd im Wege stehen: es kommt doch die Stunde, da wir Berliner und Ihr Wiener in einem großen republikanischen Bolksstaat vereinigt. arbeiten und sck?asfen werden zum Wohle der Menschheit. Aus die Sauer kann kein Gcwaltspruch verhindern, daß die Völker zu- sammenkommcn, die zusammen gehören. Unseren Wiener Gästen und nicht zuletzt den schmucken Wienerinnen rufe ich den öfter- rcichischen Heimatgruß zu: F r e u n d s ch a f t! Der Städickampf Gleich die erste Begegnung, eine loxSSrü-Rlelcr-Freistilskasellc, nahm einen recht wechselvollen Verlauf, es gab einen harten Kampf über die ganze Strecke. Zum Schluß sah es für Berlin etwas kritisch aus.- Der letzte Mann im Rennen ließ den Wiener Rivalen verdächtig nahe an sich herankommen, in einem famosen Endspurt schüttelte er ihn jedoch ab und ging mit 1'A Meter Vorsprung durchs Ziel. Berlin hatte sich so die ersten fünf Punkte geholt. Es folgten dann die Konkurrenzen im Kunstspringen. Sechs Pflicht- und drei Kürsprünge waren am Dreimeterbrett zu absolvieren. Man hatte es den Springenr nicht leicht gemacht, und so kam es auch, daß bei der Schwierigkeit der gestellten Aufgaben bei allen Teilnehmern einig«„Versager" vorkamen. Berlins Vertreter G r a u si n g und Nachtigall konnten den ersten und zweiten Platz belegen, während die Wiener G ü t l und Stadlmeyer im Hintertreffen blieben. Die erreichte Gesamtpunktzahl betrug für Berlin 141,2 und für Wien 134,4 Punkte. Die ZX100-Rleter.Frauenlagenstassel gewann Berlin überlegen. Gleich nach dem ersten Wechsel.zog die Berliner Rückenschwinnnerm mächtig los Und ließ ihre Wiener Konkurrentin, um Bahnlänge hinter sich. Im Crawlschwimmen nach dem zweiten Wechsel wurde dieser Abstand bis zum Schluß gehalten. Sehr knapp war der Sieg Berlins in der 4X t00-weter- Bruststafetle. Berlins Mannschaft hatte vom ersten Wechsel an ein«, geringen Vorsprung, der vom Schlutzmann der Wiener aus- geglichen wurde. Schulter an Schulter wurde die letzte Bahnlänge zurückgelegt, bis der Berliner in einem prächtigen Endspurt um Armlänge als erster anschlug. Als ein ausgezeichneker Schwimmer entpuppt« sich der Wiener havlik, dem es in der 4X2l1ü-Meter- Freistilstafette(beliebig) gelang, den Berliner Schlußmann G r ü h n kurz vor dem Ziel abzufangen. F r o h n- Berlin holte als erster «chwimmer fast zehn Meter Vorsprung heraus, der sich im Der- lauf dez Kampfes jedoch immerinehr verringerte. Der dritte Schwimmer Wiens führt« seine Mannschaft dann bis auf einen Meter Abstand heran. So blieb es bis zur letzten Dahnläng«, als plötzlich Havlik vorstieß und den Sieg für Wien unter starkem Beifall sicherstellte. Einen ziemlich ausgeglichenen Kampf gab es in der ZX10l>-R!eter.Jrauenbruststafcttc. Berlin siegte hier knapp aber sicher. Ganz ausgezeichnete Leistungen gab es im Rläaner- Turmjpringcn vom Zehnmeterturm zu sehen. Diese Sprungort, eine der schwierigsten überhaupt, hat leider noch immer nicht die Anhöngerschostz die sie eigentlich verdient, das erwies die geringere Zahl von mir vier Teilnehmern. In diesem Kampf gelang es den Wienern, für die Niederlage im Kunstspringen Revanche zu nehmen. Alle Leistungen waren ganz ausgezeichnet. Mit 88,4 Punkten konnte Wien diesen Kampf sür sich entscheiden. Berlin erreichte 8? Punkte. Wasserball im Rundfunk Den Schluß des Siädtekampfs bildet« das Wasserballspiel. Die Wiener brachten der Berliner Wannschasl, wie auch von vornherein kaum anders zu erwarten war, eine 9: Z ZUederlage bei. Berlin ging mit einem luchaltbaren Nahschuß in Führung. Bis zum Ab- pfiff der ersten Hälfte stellten die Wiener das Resultat sür sich auf 3: 2. Die zweite Spielhälfte zeigte die große Klasie der Gäste. Noch sechsmal jagten sie den Ball ins Berliner Tor. Berlin dagegen ge- lang nur noch ein Treffer.— Auch in den Rahmenkämpfen, die sämtlich lokaler Natur waren, gab es schönen Schwimmsport. ZIesultate: 2tadtclam»s, Männererawlltasctte, tOXBSZj Meter: 1. Berlin 7:1.1.1: 2. Wien 7:12,!(.—-»nnftlpcinflen: 1. Berlin 114.2 Punkte! 3. Wien 134/» Punkte.— ftnnicitlancnftafcttc, SXIOO Meter. I. Berlin 4:43,6: 2. Wien 4:57,4.— Männerl-ruststascttc. 4V100 Meter: t. Berlin 5:36,2: 2. Wien 3:87,2. - M-nnerst-ss-l. RrtifHI, 4X380 Meter: 1. Wien 10:44,5; 2. Berlin 10:45/3.— zrancndrnMtuictte. 3xi(l0 Meter: l. Berlin 5Na�: 2. Wien 5:06/5,— Turm- Iprinqcu: 1. Wien S8.4 Punkte: 2. Berlin 85 Punkte.— Rännrelan-nftatt-l. 3X100 Meter: 1. Berlin 3:45; 2. Wien 3:59,7.— Siahmenlampie. Znnendbrnli iibwiinme», 1»— 16 Ialirc. 100 Meter: J. Seb-ixinn«Berlin 12) 1:26,9.: 2. Slu- /--wiki fSclIaeO 1:33. 16—18 Zakire: 1. Oesterreich ISellas) 1:37,1; 2. Lampe < Neukölln) 1:28,4.— Männcelaarnsta kette. 4X100 Meier: 1. Hellas' 2. Mann schalt 5:27,2: 2. Neutölln 3:29.— Männliche» z>>qe»t>s>eistilkchwi«>nr», 103 Meier. 14—16 Jahre: 1. Pohla(SeUas) 1:15/8; 2. Schröder(lsreiheii) 1:10,7. 16—18 Jahre: 1. Linde, Nonii-Nentiilln 1 510,2; 2.«chinidt iKellaa) 1:12— — Mänaeri'chwimmee, 100 Meter Stciftilc 1. Müller sWeistense?) 1:14,9: 2. Sc niel iSella-z) 1:15.— Weiblich« Jnaent» engst» kette, 4• Meier: 1. Nen kölln I. Mannschaft 4:24.6: 2. Lichte, ibera 4:00.4. Wien-Berliner Geselligkeit beim Empfangsabend am Sonnabend Für den Sonnabendabend hatten die Berliner Arbeitersportler ihren Wiener Gästen einen Empfangsabend bereitet, der eine große Zahl Besucher bei den Wienern tn den Festsälen am Märchen- brunnen vereinigte. Der Kreisvorsitzende Reichert bot hier den Willkommesgniß für den I Kreis im Arbeiter-Turn- und-Sport- bund und er feiert« in seinen weiteren Ausführungen den An- fchlußgedanken, der durch den Slädtewcttkampf nc-uen Auf- trieb erhalte. Bon der Berliner Leichtathletik und von der Berliner Turnkunst lieferten die Kreisvossen am Barren und am Reck— dort Frauen, hier Mämier— glänzende Beweise. Was aber besonders gefiel, waren die G y m n a st i k v o r f ü h r u n g e n des Athletik-Sportklubs und des Arbeitsrsportoereins Neu- kölln. Di«„Athletik".Mmnschaft haben wir schon anläßlich des Hallensportfestes im Iaiwar hervorgehoben, heute soll den Neuköllnern«in großes Lob gegeben werden. Dieser Verein, der erst vor kurzem aus dem kommunistlscheu Sumpf der Freien Turner- ichaft Neukölln wieder zum Bund zurückkam, ist eine so wertvolle Bereichenmg für den l. Kreis, daß wir ihn recht bald in ei-ner großen KroisveranftaLung herausgestellt sehen möchten. Die ffiiiciwr und ihre Berliner Freunde haben jedenfalls von sich aus den„An- fchluß"-bereits am Sonnabend vollzogen. Gestern und heute vormittag besichtigten die Wiener Genosscn unter sachverständiger Führung Berlins Sehenswürdigkeiten und Arbciterinsti-tut«. Werdenden«! der«�katnrtrennde" Der Touristenverein„Die Naturfreunde" hatte zu einem Werbeabend nach der Schulaula in der Belziger Straße gerufen. Von ihren Wanderungen, von ihrem Spiel und Sport berichteten die Naturfreunde in Lied und Wort und Bild. Das nett zusammen- gestellte Programm wurde ausschließlich von Mitgliedern bestritten. deren Leistungen mit stärkstem Beifall belohnt wurden. Konzert- vortrage gaben der Feier einen stimmungsvollen Auftakt. Zwei flotte Wanderlieder trug der Gesangschor vor und dann zeigt« Kurt Hosmann die Naturfrswrdebcwegung im Bild. Mit einer Gruppe ßWMDM-, ---" WWWMfPi-- WWWWW-:. WWM-WDK WWWWWW ner Wert einer Marke kann nur durch wirkliche lieistnngen und Erfolge bestimmt werden. Tier Jahrzehnte lang hat MISliCEillES-BISXZ ü durch Teilnahme an internationalen Wettbewerben der \' Öffentlichkeit Gelegenheit gegeben, sich von der überragen» den Qualität seiner Wagen zu überzengen. Auch unser Hercedes-Beira»»Typ Stuttgart" Sechszylinder hat diesen öffentlichen Beweis seines hohen Wertes immer wieder unter den schwersten Bedingungen erbracht. Mehr als 15000 Besitzer bestätigen Ihnen heute die einzigartige■; Beliebtheit dieses Typs. Beachten Sie: Sechszylinder motor mit HocfaJcistungszylinderkopf, biebeumol gclagcrie Kurbelwelle, t> V olt-Botcb-Dy namozündvmg, Saugrohr hc i ru ng, völlautoinatteefae Zeutralsdunieraag, Speaal-Servo- Vierradbremse, SdmbrohrQbertragung, eigene Sperfalkarosocrie mit Holegerippe, bestes Material für Bau und Ausstattung, Qualltat bis rar kleinsten Einzelheit! Typ Stuttgart ÄOO(8/38 PS) viersitziger Innenlenker......... RM.«W ab Werk Typ Stattgart 260(10/50 PS) viersitziger Innenlenker......... RM. 7 SSO»" ab Weit ■ eBll Oai* W p»>» M-M ff dw Oerlt« ei»arl«»tt«i>l»i»ra s, Salraksr S/3. Vvrkautsstellen Unter ck«i» FO 51, rsrnmk ZÜantenw ILllS MMaUMMKUKR�K TM.»" OM»««Sott Oaraeelola* Co., Badapcster Straße 9. Fernruf Barbarossa 6777/78. Spittelmarkt 4/7, Fernruf Merkur 570 Vertretungen: Berlin: 14 erthetm AntomoUil-Cies., Berlin VTg, Friodrich-F'oert-Str 14, Fwnruf Zonh-um 6tS7 u«64! tiZ— ,4. Hirte. Intlnstrie-Abteilnng, Berlin SVO.?. Markgralenstr. 76, Fernruf Dönhoff 046.»»Für Rrafftdrosohken:„Antomav" Auto- und JBaachiaen- Vertrieb» G. tu. h. II., Berlin-Chariottenburg, fxantstr, 141, Fofm-ul Steinplatz 7903/03, Anto-Vertriebs-Paiast Tlieo Lnecht, Berlin SW68, Zimmeratr. IZf Fernruf Zentrum 1568. Ziehen mir hinaus, wandern mit durch Stadt« und Wälder und sind erstaunt, was doch alles zu beobachten ist. Durch alte Städte lenken wir unsere Schritte, historische Baudenkmäler zwingen zu kurzem Verweilen. Dann wieder durchstreifen wir mit den Naturfreunden die Wälder, lauschen der Tierwelt und haschen sie ein auf den Photo- platten. Sine„Wanderung durch Jahrhunderte und durch Land- schaften" führte chofmann vor und verstand es dabei, die Bilder mit einigen Wortsätzen lebendig zu machen. Der Gesangschor sang zu einzelnen Bildergruppen Volks- und Wanderlieder. Der zweite Teil des Programms begann mit Volkstanzvorführungen. Lieder zur Laute und Bandomumvorträge wurden stürmisch oppiaudiert. Oer gemeinsame Sang des Volksliedes„Wann wir schreiten" beendete die schöne Feierstund«, die den Naturfreunden sicher so manchen neu n Aneuird gewonnen haben wird. Der Kreiswaicüauf in den Rchbergen Im Volkspark Rehberge versammelten sich am gestrigen Sonnlag etwa ZlKV Zuschauer, um dem Frühjahrs. waldlauf des l. Kreises im Zirbeiter-Turn- und Sportbund beizuwohnen. Schon von weitem leuchteten die roten Trans- parenle sowie die über den Weg gespannte Lcinewand mit der Aufschrift„Ziel". Am lZ Ahr war der Sportplatz bereits stark belebt, die Zuschauer betrachteten interessiert das muntere Treiben der Sportler. Die Kinder, die die Frühjahrsprüfung einleiten sollten, nutzten in munteren Spielen die Zeit bis zum Deginn aus. Langsam rückt der Uhrzeiger auf 14 Uhr. Die„alten Herren bauen ihr Faustballfeld eigenhändig auf: Werbespiele für Faustball, Handball und Hockey bildeten einen größeren Rahmen um die Veranstaltung der Leichtathleten und sorgten für abwechslungsreiche Belebung.— 14.30 Uhr. Das Zeichen zum Sammeln ertönt, mit viel Mühe nur kann der Start- und Zielplatz außerhalb der Rundbahn freigehalten werden: UnfereJungsten gehen auf die Reise zur 1 2 X 1 00- M e t e r- S t a f« tt e. Die Kinder des„Rehbcrge-Bszirks" lassen sich ihre Ortspropaganda nicht aus der Nase gehen: Wedding siegt mit seinen beiden Mann- schaften vor ACE. und FTGB. Süden. Bei den Mädchen ist es Süden, die vor Wedding durchs Ziel eilen. Im weiteren Verlauf des Kampfes sind die Kleinen nun stark auf dem Posten, aus jeden Fall wölben sie die Endkämpf« aus nächster Nähe erleben. Am Ziel bilden sie Spalier, begrüßen jeden Sieger mit viel Hallo und leisten außerdem deni Funktionärapparat gleichzeitig einen wertvollen Ab- sperrungsiienst. Bravo, gut gemacht! Run folgt Start auf Start. Die Jugend stürmt davon, nach etwa 400 Meter sieht man sie in die nahe Jungfemheide verschwinde». Wiederum führt Wedding, deren Läufer Zimmermann I von der 2300 Meter langen Reise als Erster im Volkspark eintriijlt, auf den Plätzen erden Karau-Marien- feld«. E. Schlag-Köpenick, Speidel-Wildau. Beim jüngeren Jahr- gang siegt G a n s o r- Wildau vor Böttcher-Ostring. Der gute Nachwuchs Weddings sichert sich auch den Jugendmannschaftslaus vor Wildau und Tcmpelhof-Mariendorf. Der Start der Spieler, Sprinter usw. nimmt auch die Propagandaläuser mit auf die 2500 Meter lang« Strecke. Ostring holt hier die Kastanien aus dem Feuer, B l i ß und Schierwagen- Ostring treffen 5 Meter vor Struck FTGB.-Osten ein. Der Mannfchaftslauf hat die Reihenfolge Ostring, Osten, Eiche-Köpenick. Den 1200-Meter- Lauf der Frauen macht Grsß-Berlin unter sich aus. Berg- Süden gewinnt vor Gröhner-Nordring, Schwarz-Süden und Holz- hütter-Mitte. Die Groß« Strecke über 4000 Meter war den ASE.-Leuten sicher� Auf halber Distanz zieht sich das Feld etwas auseinander, die Spitzengruppe jedoch errericht das Ziel in sehr kurzen Abständen in der Reiheistolg« E. Braun-ASC., Kittler- Ostring, G. Braun-ASE., Brunner-Ostring. Der M a n n s ch a s t s- la u f sieht ASC. I vor Ostring und AST. II in der Wertung. Rrsut-te: s-biilce. 12x100 Meteri l. We!>!>!»a I 2. Wcddina N: X 4. atmS5..«übcn,— Kavche», 12> 100 Meter: 1. �TGL..S>i!>en: 2. Weddina.— Snqenb, laco.SKetct-ffiiiiwIUnif: I. Zimmermann cWeddinai 'ijs.f: 2.«arau«Marienfeide) 7:7>9: S. Echiaa cE..aöv-i!ick>«ÄS: 4. Eveidel cWilda»).— Innen d, 11/13 Jahre, Eintelianf: 1. ffianCor' Wildau): 2, Böttcher «Ostrinal.— Juqend,.Meter.Mannsckiattslauf: L Weödina 12 V.: 2, Wildau 17 B.: 3. Tempeldori-Moriendark 21 B.: 1. Ofltina 37 P.: 5. Köpenick 4(1 B.: st. Wildau II 30 P.: 7. Spieler Charlot enbura 37 P.— Mänaer. 2300 Mrter. Eviclrr, Sprinter usw.:>. Blig t�itriuqi 7:32: 2. Schierwaaen, 3 Meier zurück: 3. Struck tffSGB-ORrnI, 5 Meier zurück.— Maancr-Manulckaftelaut sf: 1. Brau». E.(ASS.) 12:17.8: 2, Kittl-r«Oft. rinal 12:31,8: 3. Braun. 0>,(BSC.) 12:32.- Möuncr, 1000.Metcr.Man:isckiafts. tauf: 1. AST.» B.: 2. g?GB..Ostrina 19 P.: 3. AST, II 40 P.— Üranen, 1200.MetrrX!iuv!lauf: 1. Vera cgTlSB.�itden) 3:7,2: 2. Gröhmer igTSB.. Rordrina: 3, Schwarz tlrTEB.. Süden). LiskocZle)'' Berlm— Chamonix Weümcisterin Sonja Henic in der Eisarena Das Interesse des Publikums an Eishockeyspielen und ihrem Drum und Dran hat auffallend nachgelassen, das bewies der sehr ichwache Besuch sowohl am Sonnabend wie auch am Sonntag im Sportpalast. Gewiß, die Saison hat ihr Ende erreicht, aber wenn nicht einmal mehr ein Namen wie Sonja H e n i e, die Weltmeisterin im Eislauf, Anziehungspunkt für die Massen ist. gibt das doch zu denken. So kam auch am Sonnabend beim ersten Gastspiel der fr an- zösischen Eishockey-Mci st ermannschaft H. E. Cha. m o n i r gegen den Berliner Schlittschuh-EIub keine rechte Stimmung auf. Der Kampf zeigte all« Merkmale, die nach einer anstrengenden Saison allgemein hervorzuheben pflegen. Es wurde ziemlich lustlos gespielt, zeitweise vermißt« man jede Kombination. Mit einem Torerfolg durch Brink ging der BSC. im zweiten Drittel in Führung. Haßler stellte Im letzten Spieldrittel für Chamonix den Ausgleich her. A» diesem Stande änderte sich bis zum Schluß nichts mehr.— In den Pausen bot Sonja Henie mit ihrer Weltmeisterkür und sehr «ssekto ollen Improvisationen kaum zu überbietende Leistungen im Kunstlaufen. Auch das Rückspiel unentschieden. Das Rückspiel Chamonix' gegen den Berliner Schlittschuh- Club am Sonntag abend unterschied sich nur wenig von dem des Vortages. Anerkannt soll werden, daß mehr Tempo im Spiel lag, baß für Augenblicke sogar etwas wie«in Aufflackern, das an ganz große Tage erinnerte, zu erkennen war: aber es waren eben nur Augenblicke. Das Tempo war im Nu auch wieder abgeblasen und jeder versuchte sich in Einzeldnrchbrüchen. Auch diesmal gab es nur «in Unentschieden, 2:2. trennten sich die Gegner. Im ersten Drittel konnte der Franzose Charlet durch Nachschuß ein Tor vor- legen. Gleich darauf kam es zum Ausgleich. In prächtiger Manier geht Jaeneckc mit der Scheibe durch. Rudi Ball fetzt nach und ver- wandelt eins Vorlage seines Klubkameraden unhallbar. Der zweite Spielobschnitt sah die Berliner stark überlegen, es hagelte nur so Schüsse auf den Chamonixer Kasten. Aber nur ein Torerfolg, Gustav Jaenecke war der Schütze. Im letzten Drittel glich Haßt« durch Weitschuß aus.— In der Vorschlußrunde zur Brandenburgischen Meisterschaft im Eishockey siegte Brandenburg gegen S. C. Chorlottenburg überlegen mit 5: 0 Toren. Schwache Eröffnung auf der Olympiabahn „Jung gegen Silk" betitelt sich die Eröfsnungsver- a n st a l t u n g der Olympiaradrennbahn. Von den Räch- wuchsfahrern starteten Hille, Wißbröker, Damerow und Cap und n,n der„alten" Klasse Lewanow und Dauer. Der Besuch war mangelhast, auch das Gebotene wußte nur bedingt zu befriedigen. L e w a n o w, der hinter Werner Krüger fuhr, konnte nicht viel ausrichten. Er gewann zwar den„Eröffnungspreis" über 20 Kilo- Meter, um später nicht mehr viel zu zeigen. Bei diesem„Eröffnunge- preis" glaubie Krüger innen durchgehen zu können, wuroe aber für diese Disziplinlosigkeit mit 25 M. Geldstrafe belegt. Auch Bauer wußte nicht zu intercssiersn: dafür aber Hille, der mit der Nachwuchsklasse nichts mehr, doch mit der Extrallasse schon sehr viel gemeinsam hat. Er behauptete den Sieg im 25- und auch im 30-Kilometcr-Rennen und hatte nur in dem stets angriffslustigen Wißbrökcr einen Gegner. Damerow hatte nur wcivge, Cap gar keine guten Momente. Die Amateure lieferten das Rahmenprogramm. R. Leb. Erfletnil?«: ffflacmimc», 2« flitomeiet: 1. Scmation» 17:35,4: 2. SiDt, 70 Meter: 3. Möbröksr, 150 Meter: 4. Bamerpw, 200 Bieter; 5.<5ap, 290 Meter: 6. Bauer. 420 Meter zurück.— 25. Kilometer! 1. Hille 21:14,2: 2. Lrioanpw. 220 Meter: 3. Bamcrow, 270 Meter: 4. Bauer. 1200 Meter: 3. Wigbrök-r, 1270 Meter lDcfekt): 8. Cap. 1380 Meter zurück.— 30 Kilometer! 1. Hille 25:48,8; 2. Wiftörökcr, 40 Meter: S. Damerow, 170 Meter: 4. Lewanow, 690 Meter: 5. Zwucr, 1830 Meter: 6. Cap, 2810 Meter zurück.— Amateur. Lauptsahren: 1. iSalfc: 2. Ganael, Handbreite: 3. Dasch.— S-Kilometer-Punttc sahreu: 1. Grönina 8 P.: 2. Eanael 3 P.: 3. Saalnlonn t P.: 4. Nickel. ... und schwache„Dirt-TVack" Es scheint, als ob schon jetzt das Berliner Publikum für die ganze Angelegenheit, die draußen auf der Olymplabahn unter der Bezeichnung„Dirt- Track" läuft, kein Interesse aufzubringen. vermag! Bor nur schwach besetzten Tribünen wurde der zweite Renntag abgewickelt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Herausforderungs- kämpf Franz Heck-Robby Key. Der Engländer stürzt« im ersten Lauf, so daß sich der deutsche Meister bei seinem Stege nicht sonder- lich anzustrengen brauchte. Den zweiten Lauf sicherte sich Key. während der dadurch notwendig gewordene Entscheidungslaus wiederum— doch nur knapp— an Heck fiel. Das Rennen der D-K lasse, das im Endlauf die Fahrer Ryll, Gumz, Pry- b y l s t i und Karl 5) e ck am Start sah, wurde von Heck gewonnen. Der Ländcrkampf Deuischland— Dänemark— England tonnte nur wenig begeistern. S t r a t t o n, der mit P l a a t s die englischen Farben verteidigte, stürzte zweimal, während von den Deutschen der Hamburger Plombe ck nähere Bekanntschaft mit der Asche mochte. Der Sieg fiel dann auch an Dänemark. Im vierten Rennen des Tages erledigten A- und D-Fahrer je einen Lauf. Gemeinsam be» stritten die beiden Ersten der Vorläufe den Endlauf: die D-Leuie waren mit je 10 Sekunden Vorgabe bedacht. Mit«inem Vlus von vier Fünftel Sekunden besetzte der D-Bahrex Binder-Saam den ersten Platz vor Franz Heck. Das beschließende internationale Vor- gabchandicap sah Plombcck mit 1 Sek. Vorgabe in Front.— tz. Sündenböcke der Sowjetunion. Die Verfolgung der Spezialisten. M. I. L a r s o n s berichtet in seinem Buch„Als Expert im Sowjetdienst"(Ernst Rowohlt Verlag, Berlin) über seine Erfahrungen als Inhaber hoher Posten im Sowjetdienst als aktiv Mittätiger, als effektiver Leiter, als vielseitig gebildeter Bolkswirtschaftler. Er schreibt nicht als grundsätzlicher Feind der Sowjetregiernng, sondern als alter Sozialist, der feine juristischen und finanziellen Kenntnisse, seine organisatorischen und administrativen Fähigkeiten bewußt der Sowjetregierung Zur Verfügung stellte und— ein absoluter Gegner der Sabotage— überzeugt und energisch am Wiederausbau des Landes mitarbeitete. M. I. Larfons war 1918 Finanzbeirat beim Sowjetbotschafter Josse in Berlin, 1920 bis 1921 stellvertretender Chef der russischen Eisenbahnmission in Stockholm, 1923 bis 1925 stell- vertretender Chef der Valutaverwaltung in Moskau und Vertreter dieser Verwaltung im Ausland. Er hatte die Oberleitung der staat- lichen Schatzkammer(„Gochran") in Moskau, des Münzhofs in Leningrad, leitete die Klassifikation von Kunst- und Silberschätzen, rettete Tausende von Objekten künstlerisch wertvollen alten Silbers vor dem Schmelztiegel und übergab die Auslese den Museen, organi- sierte den Verkauf russischen Platins und schloß mit den amerika- Nischen, englischen, französischen und deutschen großen Handels- Häusern, die den Platinwelimarkt beherrschen, Jahreslieferverträge auf Millionen Dollars ab: er entwickelte eine ungewöhnliche Initiative und arbeitete mit Erfolg, weil er das Beste wollt« und die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besaß. Aber Larsons war nicht Kommunist. Oer war„porleilos", unh das sollte sich bitler rächen. Man umringle ihn mit Tschekislen und bespitzelte in der unglaublichsten Weise sowohl seine dienst. liche Tätigkeit als auch sein Privatleben. Nur mit großer Mühe gelang es ihm— obwohl er lettischer Staats- angehöriger wgr und im Auslände äußerst wichtig« Aufträge des Finanzkommissars Sokolnikoff durchführen sollte—, Ende Januar 1924 Sowjetrußland zu verlassen, nachdem die GPU. monatelang die Ausreisegenehmigung verweigert hatte. Als Lar- sons im Mai 1925 plötzlich telegraphisch nach Moskau berufen wurde, lehnte er die Rückreise ab und quittierte den Sowjetdienst, da eine Tätigkeit in Moskau unter Vormundschaft der GPU. keinen Reiz mehr sür ihn hatte. Das Buch ist in FoWi von Memoiren geschrieben, ungemein interessant und inhaltreich. Besonders eindrucksvoll ist das letzte Ka- pitel des Buches, das die Lage des parteilosen Sachverständigen im Sowjetdienst schildert. Sie wird am klarsten durch die Worte gekennzeichnet, die ein hoher S o w j e t b e a m t c r im Gespräch mit Larsons gebrauchte: Unsere Lag« ist am besten mit der des Seiltänzers auf einem Seil zu vergleichen. Wir schreiten alle auf«ineni dünnen Seil, wir wissen ganz genau, daß wir zweifellos irgend einmal vom Seil hinunterstürzen werden. Wir wissen nur dos«ine nicht: wann und auf weicher Seite des Seils wir uns das Genick brechen. In dem Vorwort für die russische Ausgabe, welche Anfang Februar 1930 in Paris erschienen ist, sagt M. I. Larsons:„Mein Buch ist für den nichtrnssischon Leser geschrieben. Es ist unter dem frischen Eindruck des Schachty-Prozesses versaßk worden, Moskau, Sommer 1928, der die Tragik der Lag« des parteilosen„Spez" in Sowjetrußland aufgedeckt chat... Nach dem Schaclsty-Prozeß ist die Tendenz der Sowjetregierung klar zutage getreten, di« Schuld für den Mißersolg ihrer Wirtschaft- lichen Experimente auf die S ü n d e n b ö ck e, die Spezialisten, ab- zuwälzen, di« angeblich eine drohende, konterrevolutionäre Organi- sation zur Vernichtung der Errungenschaften der Revolution bilden. Ich hielt es daher für meine Pflicht, darzulegen, wie die Lage der Spezialisten iatfächlich ist. welches die Hindernisse sind, die ein« fruchtbringende Arbeit des„Spez" unter„Sowjetverhältnisfen" cke iacto unmöglich machen, die die Energie und Arbeiksfreude sogar bei den loyalsten Spezialisten lähmen, bei denen, die Rußland unter allen Umständen dienen wollen, die bereit sind, sich aufrichtig mit dem bestehenden Regime ouszu- söhnen, die gewillt sind, die Augen zu schließen vor der Atmo- sphäre der Unwisienheit und des Stumpfsinns, der Drohungen und der Verhöhnungen, der Verdächtigung und der Bespitzelung, des Fcldwebeltons und der Schlamperei, die sie umringt und mit der sie täglich und hoffnungslos kämpfen müssen." Die kommunistische Presie bestreitet die Wahrhaftigkeit dessen, was Larsons mitteilt, nicht. Die„Kommunistische Inter- nationale" schrieb am 11. September 1929(Heft 36. Seite 2001 bis 2005): „Wir wollen und können uns hier nicht auf eine lleberprüfung der Wahrheit olles dessen einlassen, was Larsons erzählt... Aber selbst wenn wir voraussetzen, daß alles, was er erzählt hat, wahr ist,'so wird doch jeder, der die Lage der Sowjetämter und Sowjet- einrichtungen, das Verhältnis der Spezialisten zu ihnen und die mit diesen gemachten Erfahrungen kennt und auch nur objektiv beurteilt, zugeben müssen, daß alle diese Dinge, die Larsons schildert, im Grunde ganz selbstverständlich und indenbesondere n Umständen gerechtfertigt sind...* ELka. Neuerung beim Schnellrichter. Zum erstenmal eine ausgesetzte Verhandlung. Ein Mann steht vor dem Schnellgericht, dem man es auf den ersten Blick ansteht: etwas ist bei ihm nicht in Ordnimg. Die An- klage lautet auf Bettelei, Beamtenbeleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dreimal hat«r wegen ähnlicher Bergehen bereits Strafen davongetragen: 4 Wochen, 6 Wochen, zwei Monate Gefängnis. Asto dürfte es diesmal nicht ohne drei Monate abgehen. Der Vargana spielt« sicl» in üblühtr W»is- ab. Ztar ffliairn. einstmals Schiffer— sein Vater Schiffseigner—, arbeitsunfähig, Wohlfahrtsempfänger von 9 M. wöchentlich— zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel—, bettelte irgendwo in Berlin. Er ging von Haus zu Haus, dem wachsamen Schupo entging das nicht, cs erfolgte eine höfliche Aufforderung, die unerlaubte und lästige Bettelei zu unterlassen, der Mann wurde ausfallend. Es kam zuni Widerstand. Beleidigende Ausdrücke, wie Strolche, Lausbuben hagelten nur so nieder. Der Mann mußte zur Polizeiwache folt getragen werden. War«r nüchtern? fragt der Richter.„Ja." Er scheint nicht ganz normal zu sein.„Den Eindruck hatte auch ich." sagt der Schnpomachtmeister.. Trotzdem hatte er es zum Widerstand gegen die Staatsgewalt kommen lasten. Der Richter stellt durch Befragung des Angeklagten fest, daß er ziemlich zwei Jahre m der Irrenanstalt in Wittenau gewesen war, und setzt die Derliandlung auf zwei Tage aus, um den behandelnden Arzt als Sachverständigen zu laden. Es ist damit zum erstenmal ein Weg betreten worden, dessen Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Ungeahnte Perspektiven eröffnen sich für die Zusammenarbeit von Schnellrichter und Für- sorger, für die Erforschung der Persönlichkeit der Angeklagten. Wie c.ft logen di« Angeklagten das Blaue vom Himmel herab— es war ihnen nicht zu widerlegen. Run kann der Richter die Verhandlung aussetzen und die Behauptungen des Angeklagten nachkontrollieren. Die Möglichkeit, die Verhandlung auszusetzen, nimmt von Staats- anmalt und Richter einen Teil der großen Verantwortung, die das rasche Urteil sonst mit sich bringt. Die Rechtsverletzung ist in der Regel nur Symptom der inneren Gefährdung des Angeklagten und eine Gefahr für die Slllgeineinheit: für Stellen einer Diagnose und Anordnung einer erfolgreichen Therapie ist nun mehr Spielraum geschaffen. Di« Frage ist aber: würde bei einer ausgiebigen Anwendung dieser Neuerung nicht eine noch größere Ueberlastung der Richter entstehen? Wäre tricht eine parallele Schnellgert cht sabt eilung zu schaffen?_ ÄMbenennung der lleherfalttommandos. Mit dem 1. April 1930 werden die zur Zeit bestehenden Ueber- falltommandos entsprechend der von der Deutschen Reichs- post sestgelegten Grenzen der Fernsprechvermittlungsstellen wie folgt umbenannt: Linden in Zukunft Innenstadt, Tiergarten in Zukunft Moabit Weißensee in Zulunst Bötzow. Körnerstraße in Zukunft Potsdamer Brücke, Charlottenburg in Zukunft Charlottenburger Schloß, Steglitz in Zukunft Vota- nifchcr Garten, Tempechos in Zukunft S ü d r i n g, Kreuz- berg in Zukunft Oranien, Wedding in Zukunft Humboldt- ha in, Fncdrichshain in Zukunft Königstor, Köpenick in Zukunft O b e r s p r e e. Spandau, Wilmersdorf, Jehlendorf, -choneberg, Pankow, Lichtenberg und Neukölln bleiben wie bisher. Frauenveranstaltung Britz. 99. Abt. Britz. Heute abend ""l-.1 der Vortrag und nicht am Dienstag, wie jü angegebcns im Jugendheim, Chausseestraß« 48, über Ic r1!™� unÖ Forderungen der Sozialdemokratie" statt. Referent Ernst Neu mann. Wetter für Derlin: Heiter, trocken und am Tage warm.— Für ffminno- 8-»" westlichen Teile des Reiches vorübergehende sonst allgemein heiter, mit weiterer Erwär- Bewölkungszunahme, «mng.