BERLIN Dienstag 1. April 1930 10 Pf. Nr. 154 B 27 47. Jahrgang Erscheint tSgltch anter Saantas«- �.\ W ti i �>n,«tgtn»ret« Jugleich Abendausgabe de«.D»rwärt«V Bezugsprei«\a J*/_» � iJ. R A,-R ,-tf mMJS L 90 Reklame, eile beide Ausgaben ssPf. pro Woche. S.MM. reo Monal. yiOA ffl K&Jf U/TJMfi§A P» f> ich e ck k o n t« «edakt.»» und Exredition; Berlin SW6S.kmdeoer.s/-"'• Berlin 5Kt.«7536. S. : Die einspaltig« NonpareiNeieil« i> M. Ermäßigungen nach Tarif. V»rwärt«-Verlag G. m.b.H« Fernsprecher Dönboff A» bis 20? Entscheidung am Mittwoch. Das April- Kabinett hat Eile.- Abstimmung am Mittwoch abend. Der Reichstag wird heute nachmittag um 4 Uhr die Programmerklärung der Regieruug Brüniug-Schiele eutgegeuehmeu und{ich dann oer- tagea. um den Jtaffioaen für ihre Beratungen Zeil zu lassen. Es ist beabsichtigt, morgen die Reichstagssihuug schon am Vormittag zu beginnen und die R e d e z e i l der einzelnen Fraktionen aus anderthalb Stunden zu bemessen. Da die Regierungsparteien, also Zentrum. Deutsche Volksparlei. Demokraten. Wirtschaftspartei. Bayerische Volks- partei und Volkskonseroative Vereinigung beabsichtigen, nur kurze Erklärungen abzugeben, rechnet man damit, dah e» möglich sein wird, die Debatte noch am morgigen Tage zu Ende zu führen und in den Abendstunden die e n t- scheidende Abstimmung vorzunehmen. Das Reichskabinett trat am heutigen Dienstag vormittag gegen 9 Uhr zu einer Sitzung zusammen, um die Regierungserklärung, die heut« nachmittag im Reichstag abgegeben werden wird, end- gültig zu formulieren. Die meisten Fraktionen halten heute, noch vor der Plenarsitzung. Fraktionssitzungcn ab. Di« Deutschnationalen traten bereits um IL Uhr mittags zusammen und werden ihr« Froktionssitzung nach der Plenarsitzung weiterführen. Es ist jedoch z weiselhast, ob schon heute in der deutschnationalen Fraktion die Entscheidung über ihre Haltung gegenüber dem Kabinett Brüning sollen wird. Wahrscheinlicher ist es, daß die Entscheidung er st kurz vorden Abstimmungen sollt, da die Fraktion den Verlaus der Aussprache noch abwarten will. Um 13 Uhr treten Wrtschaftsportei und die Christlichnatio- nalen zusammen und um 11 Uhr die Sozialdemokraten. Demokraten und Dolkspartei halten um 15 Uhr Sitzungen ab. Alle Fraktionen werden nach der RegierungserNärung ihr« Fraktions- sitzungen fortsetzen. Programm der Achtundvierziger Schieles Absichten— Brünings Zugeständnisse? Die gefälligen Federn des neuesten Bürgerblocks wissen ein über das andere Mal zu versichern, daß nicht nur das strittige Finanzprogramm, sofern auch Schieles Agrarprogramm mit Hilse des§ 48 der Reichsverfassung, also auf Grund des Ausnahmerechts, durchgeführt werden würde, falls der Reichstag dem Kabinett das Vertrauen versag«. Schieles Programm, das angeblich die Rettung der Landwirt- schaft bringen soll, liegt in einer Reihe von Anträgen vor. die er erst vor wenigen Tagen dem Reichstage unterbreitet hatte. So verlangt er unter dem 25. März ein Gesetz, durch das die zoll- freie Einfuhr von Gefrierfleisch mit sofortiger Wirkung au f g« hoben werden soll. Ein anderer Antrag Schieles verlangt, daß der Reichstag den Genfer Abmachungen über den Zollfrieden nicht zustimme, asso den Zoll- krieg in Permanenz erkläre. Di« gleichen Anträge stnd von dem neuen Minister gegen die Rheinlandräumung, Treoiranu», unter dem gleichen Datum gestellt worden! Das Finanzprogramm Schieles und seiner Parteifreunde «st ebenfalls da» gleiche wie das des Herrn Treviranus und seiner neuesten Fraktion. Es ist festgelegt in den beiden gleichlautenden Anträgm(Nr. 1854 und 1855 der Drucksachen des Reichstages). Darin wird sowohl von Schiele wie von Treviranus gefordert eine „fühlbare finanzielle Entlastung des platten Landes", ein«„erheb- liche Senkung der ländlichen Realstenern", schon mit Wirkung vom 1. April 1930 ab...sofortige Beseitigung der Rentenbankgrund- schnldzinsen" und«ine Begünstigung der in landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeitenden Familienangehörigen aller Verwandtschaftsgrad« in der Weise, daß bei jedem ein- zelnen dieser Familienangehörigen d i e steuerlichen Abzüge gewährt werden, die sonst bei Lohnarbeitern in Anwendung zu kom- wen pflegen. Auch bei der Vermögenssteuer soll«in« Revision der Einheits- werte mit dem Ziel der Herabsetzung angestrebt werden, und schließ- lich wird der Erlaß aller Steuern gefordert, die nicht aus dem Er- trage bezahll werden können. Man steht, im Fordern sind di« Agrarier deutschnattonaier und voliskonservativer Prägung heute so wenig bescheiden. wie sie es jemals wareiu Bisher aber mußten sie sich ge- fallen lassen, daß ihre Forderungen im Reichstag kritisch geprüft und möglicherweis« abgelehnt wurden. Jetzt stnd sie sowett, zu glauben, die Durchführung solcher Programms mtt Hilfe des Artikels 4-8 ankündigen zu können. Daß wirtlich Brüning ihnen bereits ein Zugeständnis in dieser Richtung gemacht hätte, erscheint uns einstweilen immer noch zweifelhaft. Dos Zentrum wenigstens dürfte sich darüber klar sein, daß ein solches Pro- gramm der Achtundvierziger und eine solche Durch- führung Wirkungen auslösen könnte, von denen sein« Urheber später nicht gern etwas wissen wollten. Giimmen aus dem Hugenberg-Lager. Auf einer Tagung der Deutschnationalen Partei Bielefeld wurde nach lebhafter Aussprache folgende Entschließung ein- stimmig angenommen und der deutschnationalen Parteileitung übermittel:„Mit unserem Abgeordneten und Partei« führer Dr. Hugenberg sind wir der Ueberzeugung, daß«ine Regierungsbeteiligung der Deutschnationalen SSolkspartei erst dann in Frage kommt, wenn ein vollständiger Kurs- Wechsel der bisherigen Außen-, Kultur- und Wirtschaftspolitik im Reich und gleichfalls in Preußen gewährleistet ist. Ei» solcher Kurswechsel muß durch Reichstagsauflösung und Neuwahl erzwungen werden." Massensterben auf der Strafinsel. 200 französische Deportierte dem Fieber erlegen. pari». 1. April. Vach einem Vrief. den ein Einwohner der Stadt La Rochelle von einem Angehörigen der Verwaltung der Slrasinsel Salut in Guayana erhalten hat, sind von den im November nach St. VI a r- tin de Rc an der französischen Westküste beförderten 673 Straf- gefangenen ZOO gestorben. Der Pariser Goldwarenhändler Mestoriao, der ebenfalls zu dem Iransport gehört habe, wurde am 3. März, wahrscheinlich bei einem Fluchtversuch, von Haifischen ansgesressen._ Hakenkreuz-Gewohnheiten. Wegen Beleidigung SeveringS verurteilt. Köln, 1. April.(Eigenbericht. Das Erweiterte Schöffengericht verurteilte den Redakteur des nationalsozialistischen„Westdeutschen Beobachters" Joseph G r o h t wegen B e l e i d i g u ng des früheren Rcichsinnenministers S e v e- ring zu 300 Mark Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. Grohe hatte Severing Ber- sassungsbruch vorgeworfen, weil als Tag des Volks- entscheids der 22. Dezember gewählt worden fei, ein Tag, an dem Das wacklige Kabinett. EruniV,} Brüning:„Schade, er steht nicht fest aus den Beinen. Links fehlt ihm jede Stühe." viele Anhänger des Volksentscheids arbeiten müßten und nicht zur Urne hätten gehen können. An den Artikel war ferner die D--mer» tung angeknüpft, ob nicht zu erwägen wäre, gegen de» Minisie? ein Versahren wegen Eidesoerlctzung einzuleiten. Senat ratifiziert in dieser Woche. Paris. 1. April.(Eigenbericht.) M« Ratifikationsdebatte über den Poung-Plan im Senat wird am kommenden Donnerstag beginnen. Wahrscheinlich wird sich das Oberhaus des französischen Parlaments mit einer zweitägigen Debatte begnügen. Ein Opfer des Starkstroms. Tödlicher Unfall im Kraftwerk Bummelsburg. Gestern nachmittag gegen s46 Uhr ereignete sich im 0 e l s ch a l t- räum des Kraftwerks Rummelsburg bedauerlicherweise ein sehr schwerer llnsoll. Der 26 Jahre alte verheiratete Hilssmonteur Josef Feige war trotz ausdrücklicher Verwarnung durch den Meister mit einer Leiter in eine noch unter Spannung stehende Zelle, in der sich Schaltelnrlchlungen befinden, hineingegangen. Durch die Be- rührung mit den Spannung führenden Teilen erhiclt Feige schwere Verbrennungen und stürzte so unglücklich von der Leiter, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt, der s inen Tod zur Folge hatte. Durch diesen Anfall entstand eine vetriebsslörnng, durch die die vom Merk Rummelsburg gespeisten Netze Lichtenberg Weißensee und Hohenschönhausen bis zu 14 Minuten stromlos wurden. Finanzfkandal um petroleumkönig. Oeterdlng besucht Tardiev. Paris, 1. April.(Eigenbericht.) Der unerwartete Besuch D e t e r d i n g s. des Petroleumkönigs von den Royal Dutch bei Tardieu hat in der Pariser Oessenllichkeit stark« Uebcrraschung hervorgerufen, zumal man Deteidings Rolle in dem Pressekampf gegen den früheren russischen Bo.schafter in Paris, R a k o w s k i, genau kennt. Man argwöhnte daher, daß Deterding die Assär« Kutjeposf zum Anlaß einer neuen Kampagne, eventuell sogar mit dem Z>el eines Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland nehmen könnte. Wie jedoch verlautet, war Deterdings Derhandlungsziel wesentlich bescheidener. Di« französische Justiz hat nämlich vor einigen Togen eine offiziöse Untersuchung gegen eine der Royal Dutch nahestehende Petroleumgesellschaft unternommen, die sich einer Reihe riesenhafter Finanzskandal« schuldig gemacht habe. Leider wissen die Blätter über die neue Skandalafsäre nähere Einzelhelten nicht mit« zuteilen. Am Italienischen Konsulat In Schaffbausen ist nachts das Wappen und die Fahnenstange heruntergerissen worden. Man sucht die Täter. Italiens Rüstungen. Der große Faschistcnrat hat beschlossen» daß in diesem Jahr 300 000 Mitglieder der Faschtstenmlliz mtt Gewehren ausgerüstet werden sollen. „Säuberung" der Gewerkschaffen. Lm Rahmen der kommunistischen Parieipolitik. Man müht« annehmen, daß in Sowietrußlond die der bolsche- wistischen Diktatur unterworfene gewerkschaftliche Organisation den Wünschen der Stalin.Regierung vollauf entsprechen würde. Und doch scheint es noch nicht der Fall zu fein. Die Kommunistisch« Partei sucht die„alte" Generation der kommunistischen Gewert- schastssunkt onäre immer mehr aus den Organen der Gewertschasts- bewegung zu verdrängen und durch eine neue Schicht, die in ihrer Mehrheit durch dir Schule der jungkommunistischen Bewegung gegongen ist. zu ersetzen Die Argumente, mit denen die als„T r a d e> U n i o n i st e n*. .Opportunisten" usw. zu verdrängenden k o m m u n i st i- schen Gewerkschaftsfunktionäre bekämpft werden, sind etwa dieselben, mit denen sie selbst vor W bis 12 Jahren die sozialdemokratischen(menschewistischen) Gewerkschaftler bekämpft haben. Die Methoden dieses Kampfes sind aber zum Teil anders gs> worden. Damals hat man. soweit man mit den Mitteln der skrupellosen Demagogie nicht zu dem Ziel kommen tonnt«, die Hilfe der Tscheka angerufen: heute ist es die„Säuberung", mit deren Hilfe man das gleiche Resultat viel einfacher erreichen kann! Zur Zeit wird gerade ein« durchgreifende„Säuberung" in den obersten Organen der Gewerkschaftsbewegung— in dem( Zentralrat der Gewerkschaften der Sowjetunftm und in den Zentralkomitees der Verbände— durchgesühn. rw „Säuberung" der übrigen Gewertschastsorgane steht noch bevor. Die Leitung der„Säuberung" liegt in den Händen der Zenrrolen Kontrollkommission der KPdSU. Von den zu„Säubernden" wird verlangt, daß sie selbst sich bei der„Säuberung" eifrig betörigen sollen. In dem Moskauer zentralen Gewertschaitshau,(„Palast der Arbeit"), in dem der Zcntralrot und die Zentralkomitees der Ge- werkschaften untergebracht sind, hat die„Säuberungskommission" folgenden Anschlag aushängen lassen: „Wer der Säubcrungskommissian keinen einzigen praktischen Vorschlag gemacht hat, wer keine Mängel der Arbeit(der Gewerkschaften) und keine konkreten(d. h, namentlich bezeichneten) Schuldigen aufgedeckk hat. der muh selbst hlnausgefäuben werden." („Trud" vom 17. März.) Wie demoralisierend eine solche„Säuberung" wirken muß, besten ist man sich wohl auch in dem leitenden Kreisen der kom- mumstischcn Partei bewußt. Tut nichts. Die G e f 2 g i g k e i> der leitenden Gcwerkschaftsorgane gegenüber der kommunistischen Parteiobrigkeit wird dadurch erst recht gesichert. Französisches partsijubiläum. Die Eniw'cklung des franzöflfchen Goz'aN'smus in 25 Zahren. Pari». End« März.(Eigenbericht.) . Dieser Tag« sind es 25 Jahre geworden, daß sich die damals bestehenden verschiodcnen sranzösischcn sozialistischen Gruppen nach heftigen Fehden und langen Wirren zu der heutigen grc-hen Sozia- listischen Partei aus dem Pariser Etnigungskongreh zu- sammenschlossen. Das Hauptverdienst an dieser historischen Tat ge- bührt vor ollem dem unvergeßlichen großen I o u r c s. Aber auch die deutsch« Sozia'demotrati«, wie die gesamte Internationale darf sich ihren gebührenden Anteil an der Einigung der sronzöstschen Sozialisten zuschreiben. Denn es war der internationale Kongreß in Amsterdam, der ein Lahr zuvor die Grundlagen zum französischen Zusammenschluß gelegt halt«. Di« Amsterdamer Resolution, die„die unumgängliche Rotwendigleit" der sozialistischen Einheit m allen Ländern proklamierte und anbefahl, trägt die Unterschrift von Enrico Ferri. Troelstra, Danderveld«. V'rtor Adle r. Kautsky und August Bebel. Reben verschiedenen lokalen Splittern bestanden damals in Frankreich drei Hauptgruppen: die„Sozialistische Partei Frankreichs" unter der Führung von Guesde, Baillant, Bracke, Lafargue und Her»«, die„Revolutionärs. Sozialistisch« Arbeiterpartei" mit Allemann«, und die„Französischen Sozialisten" mit Iouri«, Prestenflch Lwani Renrnidel und Longuet. dem Enkel von Karl Marx an der Spitz« und— dem heutigen Briand. Jeder Name ein Kapitel französischer Geschichte. Da ist, um nur einige zu nennen, Jules Guesde, der große Lehrer und Theoretiker des französischen Sozialismus, da ist vaillant, der l870 auf den Barrikaden der Kommune stand, da ist Viviani, und Lriand. der ehemalige Anarchist, die ins bürgerliche Lager gingen und Minister wurden: da ist de Presienste. einer der besten und edelsten Friedenskämpfer: da ist Herne, einst dem Anarchismus näher als dem Sozialismus und kurz vor Kriegsausbruch mit Ge- fängnis bestraft wurde, weil er die froilqösisch« Flagge Mchimpft hatte. Im Krieg schwenkt« er um und heut« ist derselbe Hervi einer der widerwärtigsten völkischen und„nationalsozialistischen" Hetzer. Da sind Renaudel, Longuet und Brack«, in der vordersten Reih« der Partei und der europäischen Verständigung stehend, und Sa lesen wir den Namen Jean Iaures. der allein genügt, für ein Jahr- hundert und mehr, den Ruhm und den Stern der französischen Partei und der französischen Arbeiterbewegung leuchten zu lassen. Was die Einigung von\905 für die sozialistische Bewegung Frankreichs bedeutete und iirorner wieder bedeuten wird, das lehren uns einige Zahlen. 1S05 besaß die Partei S5 Vezjrksorgmtisationen und 2000 Ortsgruppen mit 40 000 Mitgliedern. Im Parlament hatte ste 88 Abgeordnete. In den verschiedenen Städten saßen etwa 1500 sozialistische Gemeinderäte. Heute gibt es kein Departement In Frankreich und in feinen Kolonien, das nicht seine sozialistische Bc- zirksorganlsoicon hätte, und seit den letzten Wah'en schreitet die Partei von Erfolg zu Erfolg und vergrößert die Zahl ihrer einge- schrieb-encn.Ni.glisder. Sie beträgt gegenwärtig 12 0 0 0 0, eine ,ür französische Verhöltmsie und bei der Abneigung der Franzosen gegen seden Orgonisztionczwong verblüsfend« und achtunggebietend« Ziffer. In der Abgeordnetenkammer sitzen 102 sozialistische Depu- tierte und 13 Sozialisten sind bisher in die gehe.ligten Räume des «Senates eingezogen. In äen Kommunen mustert die sozialistische Partei rund 12 000 Sradtverordnete und Gemetnderäte, und zahl. oje Städte und Gemeinden werden von sozialistischen Bürgermeistern verwaltet. Das ist. trotz des Krieges die Frucht?SiShnger sozialistischer Arbeit und der vor 25 Jahre» erfolgten Einigung. Eine Tal und «ine Arbeit, tne leider durch die kommunistische Spaltung mn die Hälfte ihrer Auswirkung gebracht worden ist. Ohne das kommunistisch« Zerstörung? werk und den täglichen Adwehrkampi gegen Moskau, ohne die Kommunisten im letzten Wahlkampf und deren verbrecherische Taktik, die allein fünfzig Mandate der französi- schen Reaktion zuschanzte, ohne diesen Bruderkampf innerhalb der französischen Arbeiterschaft würden heute sehr wahrscheinlich die fraizzösrschen Sozialisten in ihrem Lande die gleiche Stellung ein- nehmen, wie sie d>« vom Kommunismus verschonte englische Ar- beilerbewegüng errungen hat. ' Eins ist jedoch auch in Frankreich gewiß: diese kommunistischen"' Spalter und Schreier sind organ sationsgemäß mir noch ein Scherbenhaufen- Innerlich zerfressen von Richtungskäwpf rn, gespalten in Gruppen, durchsetzt bis in die höchsten Spitzen von Polizeispitzeln: es wird nicht lange dauern, bis sich auch die kommunistischen Arbeiter und Wähler auhe: halb der kommu- nistischen Runipsorgamsationen voll Ekel von diesem Treiben völlig abwenden und gemeinsam mit der Sozialistischen Partei den Kampf ausnehmen gegen die französische Reaktion, deren unfreiwilliger aber desto besierer Bundesgenosie di« Moskauer Filiale von Pari» dar- stellt. Sie ist es. die allein die Schlagkraft der französischen sozio» listischen Partei stark vermindert und sie um die best« Frucht ihrer 25jährigen Arbeit gebracht hat. Es wird anders werden. Dessen si ch sich die französischen Sozialisten in Frankreich bewußt. Am Tage, da sich die Einheit der französischen Arbeiterbewegung in der Sozuz» listischen Partei verkörpern wird, an diesem Tage wird Europa um «inen Kopf größer geworden sein. Daß die französische Sozialistische Parte! ihre nationale und internationale Aufgabe lösen wird, das beweisen di« vergangenen 25 Jahr«. Unser Glückwunsch und unser „G l ü ck a u s" für die Zukunft! Termin im Stervezlmmer. Der endlose pro,eß um Loesfes Testament. 3n dem Prozeß, den dl« Erben de» verstorben«! Alber« toeske um den Riesennachlaß de» Zuwelicis und Kunsthändlers angestrengt haben, hat da» Gericht gestern. nachdem noch wichtige Aengen vernommen worden waren, einen Lokaliermiu im Sterbezimmer eoi»k«» abgehaUeo. um zu prüfen, ob J>i««oa den enlerbtea Her- wandten angezweifelten Aussagen der Aerzte und de» Recht». anwall» des verstorbenen den Tatsachen entspreche». Prof. Grauert, in dessen Klinik Albert Üoest« am Z. August sich einer verhältnismäßig leichten Operation unterziehen mußte, be- kündete, daß der Patient am l. August w sein« Äfinik gekommen und in entsprechender Weis« vorbereitet worden sei. Am 2. August. alj-o cm dem Tage, an dein das Testament niedergeschrieben worden ist, Hot Loeskc dagegen Ruhe erhaiten, er durfte sich frei bewegen und auch die Klinik verlassen. Dann wurden vom Gericht ganz eingehende Erhebungen über die letzte Stund« Albert Loeskes vorgenommen. Nach den übe reich tunwenden Aussagen der Aerzte. isr am Abend vor dem Tode Loeskes noch der bekannt« Internist Prof. Schleyer hinzugezogen worden, der den Zu,»and des Patienten als h o s f n u n g s l o s erkannt« uud eine Spritze empfahl, um di« Schmerzen in den letzten Stunden auszuschalten. Diese Infektion ist Loeske von Prot. Grauert und Dr. Mengert vembroicht worden. Sechs Stunden später ist Loeske dann in völliger Agonie gestorben. In der Todcsnacht befanden sich in dem Sterbezimmer der Wohnung Frau Blaustein und der Sozius Loeskes, Oppenheim. Als Dr. Mengert beiden dt« Mitteilung von dem Tod« Loeskes machte, nahm Oppenheim aus dein rechten Fach des Schreibtisches Loeskes einen blauen Zettel, auf dem mit roter Tinte geschrieben stand: „Mit Schlüssel 3 aus>»einem Safe das Testament herausnehmen." Bevor in Gegenwart Dr. Mengert» der Tresor geöffnet wurde, rief nran Rechteanwalt Dr. Schwersenz hinzu, in deffen Gegenwart dann dos Geheimfach geöffnet wurde. In dem Sterbezrmmer Loeskes befanden sich zwei Safes, und zwar einer in der Näh« des Alkoven, de? von Albert Loeske benutzt w»rde, während der zweit« Safe zur Verfügung seines Bruders Leo Loeske stand. Der Anwalt, der Hausarzt und die beiden Erben fuhren dann zusammen zum Amtegericht, wo Dr. Schwerfen,; da» Testament deponierte, von dein er unter Eid bekundete, daß es mit dem von ihm aus dem Schrank xenommene» Dokument identisch sei. Inzwischen haben nun die enterbten Derwaichten dem Gericht einen Antrag überreicht, einen Zeugen aus Zürich zu laden, der bekunden werde, daß Albert Loeske am 2. August, also an dem Tage, an dem er in der Klinik oder zu Haus seinen letzten Willen niedergelegt haben muß, stch in Zürich befunden habe. Do» Gericht beschloß, diesen Zeugen zu laden da di« enterbten Verwandten au» den Bekundungen dieses Zeugen ableiten wollen, daß, wenn Loeske om Z. August in Zürich gewesen ist, er in Berlin nicht sein Testament hat machen können und daß dieses Testament deshalb sin« Fälschung sei. Arzi und GirafvoNzugsreform. MinifterialdSri.ent Dr. Vorger. Letter des Gtrafvollsvaes. Ministerialdirigenk Dr. Bürger übernimmk dieser Tage die Leitung des preußischen Slrasvollzugs. Gemeinsam mit dem Ober. juslizral Dr. Venz, aus den der Hauplanleil der Arbeit siel, hak Dr. Bürger dir neue preußisch« Verordnung über den Vollzug der Strafen in Stufen geschossen. Seine Ernennung zum Leiter de, preußischen Slrafvollzogo Im Augenblick, da das verpflichtende Work zur erlösenden Tat werden soll, kann nur den einen Sinn habe«: die beiden Väter der neuen Verordnung— Dr. Senz obliegt dir Durchführung des Stusenstrasvollzugs— auch für deren Verwirk. lichung veranlworklich zu machen. Ein Arzt als Leiter des preußischen Strafvoll- z u g s ist ein Novum. Für ihn als Naturwissenschaftler ist da» Leben nicht nur eine logische Konstruktion, der Mensch nicht bloß Objekt iür Paragraphen und Lorschriften, �kenz«ans in corpore sano— nur im gesunden Körper kann ein gesunder Geist leben ist für :hn selbstverständlich«? Grundsatz. So dürste es Dr. Bürger als Leiter de» preußischen Strafvoll.zngs und als Arzt in erster Linie darum zu tun sein, daß die Gefangenen nicht gebrochenen Körpers und zerstörten Geistes, unfähig zum Leben in der Freiheit, da, Gefängnis verlassen. Als Arzt weiß er natürlich auch das andere: nur rücksichtslofe und kompromihfreie Durchführung der Therapie nach richtig gestellter Diagnose kann den Dtenschen Gesundheit und Leben erhalten. Halbe Maßnahmen bedeuten Siechtum, und Tod. Auf de» Strafvollzug übertragen: Stehenbleiben aus halben Wege, Kompromisseln bedeutet Tod der Strasvollzugsreform. Und wie der Mediziner sich unbedingt auf seine Assistenzärzte. Schwestern und Pfleger verlassen können muß, so der Leiter des Strafvollzug» aus den letzten Mann innerhalb der Strafanstalten und an den grünen Tischen der Sirasvollzugsmnter. Di« Auswahl der Mit- arbeite?, die Heranbildung eines neuen Deamtenstabcs, die Um- stellung der ölten Boainken— mit diesen Forderungen ist di« ganze Reformarbeit eng verkmipft. Und wie Kranke nicht in anti- hygienischen Rcünnm gesunden können, so kann auch in erziehung»- feindlichen Strafanstoltsgebäuden kein gesunder Strafvollzug er- stehen. Erschütterter Haushalt. (Hutachten des Eparkommissars über einen Kleinstaat. Schwerin. 1. April. Dos Meckirnburg-Schwermsch» Staatsministerium hat vom itleicl�lparkommissar im Frühjahr 1928 ein Gutachten für die Lev- ciutachung und Berbilllgung der gesamten staatlichen Verwaltung erbeten. Dieses 413 Druckseiten umfassende Gut- achten liegt setzt vor. Danach ergibt di« Prüfung der gegenwärtigen Finanzlag« des Landes Mecklenburg da, Bild eine» stark«r- ' ch ü t t e r t« n Haushalts. Die hohen Fehlbeträge und die schnell« Zunahme der Abgeordneten sind bedrohliche Anzeichen. Die Fortsetzimg dieser- Wlrtschast-weise würde für di« kommenden Jahr« ein Anwachsen der Schulden um jährlich 10 Mit- l i o n« n Mark badswden Ohne weiter« Einschränkung um minde. sten» 15 Proz. dar bisherigen Ausgaben wird da« Gleichgewicht nicht dauernd herzustellen sein. In der Organisation der Verwaltung könne Mecklenburg.Schwerin als kleineres Land seinen Behörden- «usbau wesentlich einfacher einrichten ynd brauchte regelmäßig über zwei staatliche Derwaltungsinsianzen nicht hinauszugehen. Eine yg, gemein« Verwaltungsresorm kann auch vor der Zahl der Minister und Ministerien nicht halt machen. Für Mecklenburg-Echwerin dürfen drei Fach mini st er sachlich nicht erforderlich sein. Ihre Zahl ist ftit mehrere» Jahren auf drei beschränkt worden, ohne daß dic-sem Bnspiel bieder bei den Ministerien gesolgt ist Dic, Verminderung der Zahl der Fach.ninister aus einen einzigen braucht i nicht zur Folg« zu hoben, daß die Regierungobiiidung schwieriger« al» bisher wird. Ein gangbarer Weg dürfte sein, daß die die Regierung stützenden großen Parteien je ein Mitglied als Minister ohne Seschäftskrei» dem Ministerpräsidenten beiordnen. Für Fach- Ministerien die für das Land In Frage kämen schlägt das Gutachten vor: dos Finanzministerium, dos Ministerium fü? Inneres und Landwirtschaft sowie das Ministerium für Justiz und geistliche Angelegenheiten. Die Drosselung der Personalauogaben ist angesichts der ungünstigen Finanzlage die Lebensfrage des Landes. Die Lermirtbenmg des Personalkörpers würde eine Er- sparnss von rund 7 Millionen Mark betragen. Uns scheint, der Sparkommissar hätte Beseitigung der Sklein- staaterei mit allem Drum und Dran empseP« sollen. Das wäre die einzig wirksam« Sparmaßnahme. Teilung mit der �einmachefrau. Zugunsten der Buchhalterin vm 25 M monatlich geprellt Frau T. hat jahrelang die Büroräum« der Finna.Berliner Häuteverwertung" gereinigt und dafür monatlich 43 M. bekommen. Die Frau war mst dem Lohn nicht zufrieden. Sie ist wiederholt bei Fräulein R., einer Angestellten der Firma, der die Regelung der Arbeitsverhältnisse der Reinmacheirauen oblag, vor- stellig geworden, aber immer auf ein« später« Lohnerhöhung ver- tröstet worden. Frau T. berief sich daraus, daß ihr« Vorgängerin das war die oerfiorbens Mutter von Fraulein R.— für diessll»« Arbeit, wofür ste— Frau T.— 4 5 Mark erhielt. TO Mark i�kommen hatte. Vergebens hatte Fvau T. seil Jahr und Tag versucht, mit dem Ehes der Firma wegen ihrer Lohn- sorderung zu sprechen. Aber der war für sie unerreichbar, denn dazwischen stand Fräulein R, welch« die Angelegenheit mit der Reinmachesrau selbständig zu erledigen hott«. Kürzlich wurde Fmu T. entlassen und nun klagte sie beim Arbeitsgericht auf Nachzahlung von 385 Merk, in dem Glauben, daß sie einen Rechtsonspruch auf einen Monatslohn van 70 M. hat. Da jedoch ein Tarifoerrrag für sie nicht in Frage kommt,! gilt nur die Vereinbarung. Als vereinbart— mit gräuletn> R. als Dertreierin des Arbeitgebers— kann aber nur der Lohn von 43 M. angesehen werden. Nun berief sich die Klägerin daraus, daß in den, Lohnbuch der Firma ein vlonatelohn von 70 Al. für dl« Beianiachesrau angegeben ist. Das Lohnbuch wurde vorgelegt Es erwies, daß die Angab« der Klägerin st i m in t.„Also Hai mich doch Fräulein B. jahrelang betrogen", sagte die Klägerin. Der Vertreter der Finna aber kam mit der Ausrede, die El»' tragung von 70 M. sei auf den Irrtum einer Steno. t y p i st i n zurückzuführen, der später berichtigt sei. Nach vielem Drehen und Winden gab nun Fräulein R. zu. der Chef habe monatlich 70 TN für da» Reinemachen ausgeworfen. die sie— Fräulein R.— nach eigenem Ermessen verwenden konnte. Davon habe sie der Klägerin 45 M und ihrer— de» Fräulein R. — Schwester, die beim Reinemachen geholfen hob«, d i t übrigen 25 M. gegeben. Die Klägerin versicherte, sie habe die ganze Akbeit allein gemacht, die Schwester von Fräulein N. Hab« nie- mal» geholfen.— Schließlich muht« Fräulein R. zugeben, daß di« ganze„Hilfe", die ihr« Schwester der Klägerin leistete, darin bestand, daß sie im Ofenfcuer manchmal einige Kohlen nachlegte. Aus Fragen vom Richtertisch stellte sich heraus, daß die Schwester des Fräulein R., deren„Hilf«" bei der Bürorcinigung mit 23 M. monatlich bezahl: wurde als Buchhaliecin mit einem Monatsgehalt von 270 M. bei der Firma angestellt ist. Diel« Angelegenheit wurde vom RIchtertifch« als eine böse Schiebung und von der Klägerin al» Betrug bezeichnet. Aber «inen Rechtsanspruch auf Nachzahlung hatte sie nicht, denn e« waren so nur 45 M. mit ihr vereinbart. Das Gericht schlug einen Vergleich auf ISO M. vor. dem die Firma nach einer Bedenkzeit zugestimmt hat Der Bericht der Meerengenkommission, der soeben verSssentlicht wird, stellt fest, daß die Uebcrfliegung der Schmorzmeerküste durch 54 italienische Kamprilugzeuge eine BcÄetzung des Meerengen- -ickommens darstellt. Die Sowjetunion halte auch-schon nor der Fahre der beiden baltischen Kreuzer die gröhi« Flotte ün Schwarze» Meer. Coflma Wagner. Cosima Wagner ist in Bayreuth im 93. Lebensjahr gestorben. Di« große Organ ijatorm hatte zwar offiziell die Leitung der Bayreucher Festlpiele fett langem ihrem Sohn Siegfried in treue Hände gegeben, aber die Tradition des Wagnerfchsn Werkes oerankert. In der wundervollen Abge- schlcffenheit des kleinen Bayreuth lebend, ist der Greisin wohl ver< borgen geblieben, daß die Zeit der höchsten Triumphe Wagnerschen Schaffens vorbei war, daß die große Oper Wagners«in Riesenstein in der Entwicklung aller Mustt, aber kein Ende, kein letztes Ziel sein konnte. Und das ist für alle Zell gut. Rur der blinde Glaub« an den Genius Wagner, nur der unentwegte beharrliche Kamps konnte dem Wert selber Heimstätte und Weltbedeutung schaffen. Dazu mar die hingebende Liebe, die geistige Kultur und die instinktive Unterwerfung der hcchbegabten Frau unter das künsllerische Szepter des genialen Mannes notwendig. In den sechziger Iahren des vori- gen Jahrhunderts galt ein Eintreten für den großen Neuerer als Hochverrat. Mes. was nach 18S6 Wagners Feder entfloß, steht unter dem unmittelbaren Einfluß Cosimas, also..Meistersinger�. .Ring"..Parsifal". Wagners tiefste Seelenliebe zu Mathilde Wesen« donl. jene Liebe, der«ine Tristanpartitur als reinstes Vermächtnis entsprang, versiegte selbst unter dem Eindruck der starken Frau, die gegen alle bürgerlichen Sitten und kirchlichen Gebräuche ihm Weib und Mutter werden konnte. Mag immer sein, daß ihr« Trennung von Bülow, dem inttmen Freund, Schüler und Helfer Wagners, nicht jenen Weihrauch perträgt, den ihm die allzu gläubigen Bayreuther zufächeln wollen? mag sein, daß die Tochter Liszts an ihrem Bot« und ihrem ersten Mann nicht gerade rühmlich handelte: ihr« histo» risch« Bedeutung liegt im Abwerfen jeder Fesiel, in geradlinigem Hinstreben zu dem Meister. .Eine junge, ganz unerhört beseelte und begabte junge Frau. Liszts wunderbares Ebenblld"— so hatte er sie in den ersten Münchener Tagen genannt. Damals war Bewunderung und Ber« zicht«ins. Dann aber kam sie 186« nach Triebschen bei Luzern. Und sie wurde ihm alles, Sekretärin, Derlraute, Mitarbeiterin, sein Genius und sein Weib. Ihre Weltgcwandtheit verscheuchte, versöhnte die Gegner, sie war bald das gesellschaflliche Zentrum des langsam wachsenden Freundes- und Verehrerkreise». Erst 1883 wurde die Ehe mit Bülow getrennt, die neue 1879 kirchlich sank- tioniertt Nach den Töchlern Isolde und Eva wurde 1863 Siegfried geboren, und zur Weihnachtszeit, zum Geburtstag der Gallin, weckt« ein« Musikerschar die zu Feiernde mit dem.Siegfried-Idyll". In diesem heimischen Glück hat Wagner sein Werk geschaffen und vollendet. Und als er starb, hat sie, die groß« Regisseurin, mit i einem Werk, seinem Wesen und Wollen geschattet, als sei«a da» Ugene. Wenn Bayreuth 47 Jahre noch dem Tode Wagners noch steht und der Well Kunstschätze von reinstem Spiel bereitet. so ist das ihr. Cosimas Verdienst. Solang« Wagner, Werk bleibt, solang« Bayreuth steht, so lange wird Eosima Wagner unvergesien ,'zitt_ Kurt Singer. Höllenmaschine mit Blumenerde. Ein schlechter Aprilscherz. Der in der heutigen Morgeaausgabc mllgrwilte Fund einer„Willen moschlnc" aus der Freilreppc de»«alhanie» hat sich al, ein. allerdings wenig«aktvoll inszenierter Aprilscherz, heransgestelll. Di« Feuerwehr öffnete den braunen Karton unf» fand darin zwei große Granit st eine sowie zwei Konservenbüchsen. In einer der Büchsen befand sich eine Steckuhr oder vielleicht auch eine elektrische Zähleruhr, aus deren äußerer Seite drei Zifferblätter angebracht sind, deren Zeiger aus 9, 4 und 6 gestellt waren und die sich in Tätigkeit befand, so daß man annehmen muhte, daß eine Explosion um 4 Uhr 6 Minuten vorgesehen war. Diese Uhr war durch Kabeldrähte mir zwei gsmShiäichen Taschen- lumpen und mit der anderen Konservenbüchse verbunden. Da e» sich nach der ganzen fach- und sochgeniähen Aufmachung allem Anschein nach um eine Höllenmaschine handelte, wurde auch die polllische Polizei von dem Furch In Kenntnis gesetzt Darauf erschien Kriminaldir�k�r Werner, Kriminalrat Bonotz, Kriminalsekretär Citner und»och«ine Anzahl von Beamten und nahmen ein« genau« Untersuchung des gefundenen Materials vor. Dabei entdeckten st« nach Oeffnung der zweiten Vüchse, daß diese nichtmltPuloer, svndern mjt gewöhnlicher Blumenerde gefüllt Mar. Auf dem Kartondeckel befindet sich ein Adrciienzettcl, der mit schwarzem Eisenlack vollständig überstrichen ist, so daß man die Adresse nicht erkennen kann. Es wird ans chemischem Weg« versucht werden, den Lack zu entfernen, ihn so die Adresse freizulegen. Dos Paket scheint von einem Vlann an die genannte Stell« gelegt worden zu sein, de? sich an den Pförtner mit der Frag« gewandt Hot, w o »r übernachten könne. Der Mom, ist etwa t.79 Meter groß und macht einen verwahrloftenEindruck. Eine der Taschen- wmpen trägt die F>?nm Noudeutschland und die Nr. 9513, die andere Taschenlampe hat kein« Firmenbezeichnung. Selbstmord eines Poltzeioberlnspetiors. Der Polizcioberinspettor Fliege Elzausieestrohe 96 wohnhatt, der beim Polizeiamt Wedding bolchöstigt war, bat sich am Montag aus noch unbekannter Ursache erhängt. Der Selbstmörder stand im Aller von 40 bi» 45 Jahren und hinterläßt zwei Kinder. Theater i Derniggerie Oreigroschenoper. Volksbühne:„Oas Lieb von Hoboken". Dos soll also«in Zeitstück sein,«in« Anklage gegen die ameriko- Nische Ueberzivilisotton, die bei allem Reichstum ganze Bevöllerungs» schichten verkamman läßt„Das Lied von Hoboken" singt von New Narks Ilmerwelt, von Haarlem im New-Pvrker Negerviertel und vom„Paradies", einem üblen Rummelplatz m Hoboken. In Haarlem führen die Neger ein vermickertes Dasein, die einen Ichusten für«in paar Cents, die anderen faulenzen und saufen, und zu diesen gehört Sam Pichens. Seme fleißige Frau Solly ist mit (eurer Faulheit nicht einverstanden, mit Püiien schickt sie ihn auf Arbeitssuche, und seine Freirnde, die Mitglieder des.„Klubs zur Vermeidung jeglicher Arbeit" strafen ihn mll Verachtung, weil er tatsächlich arbeiten will. Ilm ihn zu kurieren, malen sie ihm das Leben in Hoboken in rosigen Farben. Der gute Sam glasibt, aber im„Paradies" wird er verhöhnt, erniedrigt und geschlagen. Da dämmert ihm eine neu« Erkenmins auf: Ist das Amerikas hohe Kultur, die einen Neger verprügeln und verhungern läßt? Das darf man nicht mehr mitmachen. Mit dieser Meinung kehrt er nach Haarlem zurück, findet aber bei feinen früheven Gefährten kein Verständnis. Denn inzwischen ist ein geschäftstüchtiger Unternehiner erschienen, der Einheimischen und Fremden in Haarlem für gute Dollars«cht« Negerbräuche vorführen wird. Und feine Tally hat einen anderen Mann gefunden, einen, der Geld hat und viel ver» dient. Sam bleibt allein mit feiner Erkenntnis, die verlogene Awilifation siegt über die ursprüngliche Natur. Das ist das Thema des Amenkaners Michael Gold, das vielleicht in Amerika den Reiz des Aktuellen hat, aber uns doch ziemlich fern liegt. Die Volksbühne zieht das Negerstück ganz groß auf. sie läßt es von Günther Wetfenborn bearbellen und mll Liedertexten versehen, von Wilhelm Groß mit Jazz- musik untermalen und läßt von Kaspar Neher einen riesigen Dühnenopparat aufbauen. Man sieht echte Neger, Malayen, Chinesen unter den Darstellern. Die Jazzkapelle spielt auf einem treppenartigen Gerüst, im Hintergrund erscheinen Lichtbilder von New Uorks Wolkenkratzern und Rummelplätzen. Kürz, es siegt di« Technik über die Künst, ein großer Auswanö wird an eine lahme Sache oerschwendet. Was hier die Bühne zeigen will, ist ein Milieu, das der Film besser, überzeugender, anschaulicher und lebenswahrer gestaltet. Mit steigender Langeweile verfolgt der Zuschauer die krampfhaften Bemühungen des Regisseurs(Heinz Dietrich K e n t« r>, Stimmung um jeden Preis zu erzeugen. Das Publikum bleibt bei den Negertänzen, bei der RummelplatzromaMk, bei den grotesken Buschübungen, die ein Negerprediger veranstaltet, unbe- telligt und völlig kalt. Es wird verschnupft, well immer wieder d'e Absicht durch klingt, eine zweite Droigroschenopcr zu schaffen. Es vermißt eine klare künstlerisch« Linie. Es bedauert die Darsteller, die ihr Bestes geben, deren Leistungen aber in kindlichen Regie- k Miststücken untergehen. Hermann Speelmons spiell den armen Sam. der sich »an feiner Frau, feinen Kameraden und feinen Mitmenschen herum- stoßen lasten muß. Aus der große» Reih« der Darsteller fallen ferner Lotte Lenja, seine energische Frau, Dolly Haas, die gelenkige Tanzprinzessin vom Rummelplatz, Leonhard S t e ck« l. der geschäftige Negerprediger, Albert Hoermann und Sigurd Lahde auf. Der Schlußbeifoll. Nang dünn und verfegen. v.•• ■.....•-■ Emst De euer. Theater am Aollendorfplah.. Arnold Zweig: Oer Streit um den Sergeanten Srifcha. Das Stück ist die Skizze zu dem Roman, der mit Recht Hundert- taufenden als ein schönes und erfchüllerndes Werk erschien. Hinter dem Buch« war der Dichter als ein Mann fühlbar, der ohne Fanatis- mus und doch mit einer sehr kullioierten Güte für die Kriegskreatur Partei nahm. I» dem Stück standen die Typen der Dichtung fest: vor allem dieser schlichte, brave Rüste, Gemüt und Freundlichkeit in einer Person, der keine Falschhell kennt, der darum gerade die Tollheit des Kriegsunsinns erweist. Aus dem Stück erst wurde der Roman. Das Umgekehrt« ist häufiger. Für Zweig bedeutete die Umwandlung, daß er jede» psycho. logisch« Moment klug und besonnen wetterspann. Natürlich war diese. Erwellerung nicht als eint bloße Willensarbeit möglich. Der Dra- matiker war mll seinem so moralischen Stoff« nach nicht fertig und nahm ihn jahrelang wieder vor, um ihn tüchtig auszuformen. Di« Geschichte ist dabei so einfach: Der Sergeant Grischa, ein flüchtiger Ruflengesangener. wird nur umgebracht, weil sich die Knegspolitlt gegen das gesunde Menichenrecht durchsetzt. Der Luden. dorff, der den armen Rußki vor die Flinten stellen läßt, heiße in dem Stück Schiefifenzahn. Er redet den ganzen Unsinn noch einmal, daß Deutschland di« ganze Welt erobern und darum schonungslos alles zergiiaiichen muh, was sich an dieser Parole versündigt. Man weiß. was geschieht, wenn ein kleines russisches Menschlein In diese Maschine der Ueberspanntheit gerät. Gesagt muß ober werden, daß Zweig sich die Abfertigung der uniformierten Idioten ebenso schwer macht, wie die Belobigung der Vernünftigen und Guten Da er ein Dichter ist, läßt er di« Gedanken und Empfindungen stets unmittelbar aus feine» Menschen sprechen. In diesem Stücke ist nichts bloß« abstrackte Diskussion. Also sieht das Kunltftück wie ein Stück Natur aus. Der Nüst««ranowsty inszeniert. George G ro s z ist sein Bühnenbildner. Auch er experimentiert nicht viel. Dir im Nallendarf-Theater nruh vorhandene Piscator-Maschinerie nützt ihm. Zimmer im Genevalquartier Oberost, Gefairgenenlager, Schreibstube des Etappenkommandos, Kantine, Eefangeneuzell«, all«» sieht aus, al» rvenn es nicht ander, hätte sein können. Und Granowsky arbeitet mll deutschem Künstlerpersonal. Er arbeitet mit vorzüglichen Künstlern. Wenn Hermann Thimig, der den Grischa spielt, sich tölpisch-bänrifch freut, daß ein mächtiger deutscher General ihn in Schutz nimmt, wenn der Russe sich schämt, weil die Landser ihn als Narren auftakein und malträtieren, wenn er schließ- lich den Tod lieber wünscht al» das Leben, well er nicht mehr in die Verrücktheit des Krieges hineinpaßt, dann steigen d«n Zuscholkern, di« noch nicht ganz abgebrüht sind, plötzlich di« Tränen aus, Sie sollen sich desien nicht schämen. FrledrichKoyßler wirkt neben Thimig am stärksten, allerdings unterstützt van einer wundervollen Roll«. Ein General, der Krieg will und auch zugleich die absolute Gerechtigkeit, der die Rüsten an der Feindessront mit seiner genialen Strategie abschießen will, doch«ntschlosien ist, sein eigenes hohes Leben zu einem Teil de» winzigen Rußkischickjals zu machen— allein aus männlicher Anständigkeit. Alle Rollen stnd zweckmäßig besetzt. In jeder Szene entsteht eine Atmosphäre gesteigerter Lebenswahrscheinlichkeit. Ob Dallentin als Schiefienzahn.Ludcndvrff großdeutfch lobt, c'j Max Land c> als jüdischer Knegsgenchterot würdig die Flecheulosigkeit der Justiz repräsentiert, nichts entartet in Theater- oder Moralmaskerod«. Die Tendenz ist da,«eil dl« lnd Ulm. Menschen da sind. Und es müßten»och zwanzig Rainen aufgezählt werden, damit auch die Träger der kleinen Rollen nicht in die Ver- gestcnheit geraten._ M. H. Deutsches Künstler-Theater. Gastspiel Paul Robeson. Im NolUndoriftheater wird die Virtuosität gebändigt. In einer Nachworstellung des Deutschen Künstlertheaters wird si« mit Glanz gepflegt. Dort spielt Paul Robeson, ein amerika- nischer Neger, den.Lais er Jones" von Eugene O'Neill.. Stüch und Dichter sind in Deutschland bekannt. O'Neill. Theater- fachmann bis in die Knochen, hat die amerikanische Bühne mit den wirksamsten Volksstücken versorgt und dazu noch versuchst, di« naiv« Kapitallstenseel« seiner begüterten Lands leure mit einigen Gewissensängsten aufzurütteln. Dieser„Kaiser Jones", den vor Jahren der ganz in Hollywood verschwunden« Bert hold Viertel in Berlin aus- führte, ist ein bedeutendes Werk: denn es zeigt den«nerikanischcn Nigger, wie er auf dem neuen Konttnem landesfremd blieb, obwohl schon sein« Vorväter aus Afrika nach Westindien verfrachtet wurden. Nun entgleitet einem dieser schwar-en Häuptlinge die proletarisch»« . Lebenswirklichkeit. Seit Generationen hat feine Sklavenvoreltern- fchaft die afrikanische Buschherrlichkeit nickst mehr gesehen, doch im Urenkel erhielt sich der Bufchinstinkt. So erseheint er den Bluts- verwandten als ein gespenstisches Ungeheuer und den Weißen erst recht als ern Greuel. Aus Angst und Aberglauben knallen sie ihn ab, und er selbst glaubt, der große Negerteufel sei sein Bundes- genösse. Paul Robeson. der amerikanische Niggervirtuose, spielt diesen halbzwilisierten Wilden. Er spielt ihn sehr zivilisiert, sogar akademisch, er spielt ihn so, rn-i« es jeder deutsch« Regisseur seinen Künstlern oerbieten würde. Robeson, prächtig gebaitt, und herrlich anzusehen, wenn er den neckten, muskulös zitlernden, vom Schweiß glänzenden, braunen Körper zeigt, ist als Mensch und Schauspieler eine Konservatoriumsschönhert. Er prahlt mit seiner melodiösen Stimme, statt sie als Charakteristtker zu gebrauchen. Er wächst nicht in die Rolle hinein, er will kaltblütig über sie hinauswachsen Alles ist Kultur und akademische Zuckst an diesem schwarzen Komödianten, der einen au» der Kultur erwachenden llrwaldwilden darzustellen bat. bla» Hoelulorf. „Die Jagd nach der MiNion" Tttanla-palast. Mit dem ersten mehraktigen Manuskript zugleich erschien der Sensationssilm. Jede Schwankung des Geschmacks hat er über. standen. In letzter Zeit gewinnt er sogar noch an Anhängern: denn Handlung, Spannung und Tempo, das ist ein Dreiklong, den di« Gegenwart besonders liebt. Diesmal jagt Luciano Albertini, dem man seinen Namen und seine Papier« gestohlen hat. durch di« Welt und ergattert noch reckst- . zeitig seine Millionen und ein liebes Mädel. Wenn auch der ernst veranlagte Mensch diese Film« ablehnen muß, ist er doch gezwungen zu gestehen, daß sie gut gemacht sind. Der erfahrene Max Obal führt di« Regie Er legt sie ganz auf Mm im eigentlichen Sinn an. Alles ist ans Blickfang ein- gestesttbdic abenteuerlichen Kktterpartren des Albertini, di« Spiel- jzenen m dc? Dekoratioa und die feine photogrophische Ausmitzimg einer köstlichen Landschaft. Ernst Berebes, Fitmtomiker von Format, ist«in lieber Freund mit gar zu langen Fingern. G retl Berndt gffM al» blonde Schönheit und Raimondo van Niel und Harry Hardt, diese guten Darsteller, müssen die eleganten Jilmschust« in der üblichen Manier markieren. Alle» in allem, der stumme Mm trägt Qualiiatswert« in sich, man müßte sie nur durch gut« Mamilknpte ausnutzen wollen. e. b. „Glücksmelodie." Aozarifaal. Ein paar Geräusche, ein Boston, der sich zu gern m einem Schlager auswachsen möchte,«in« Handlung aus Eourthz-Mchttrs Atelier, eine leise Ahnung von Darstellung und eine mit Sacharin gesüßte Regie, dazu synchronisierte Musik, so stellt sich di«„Glück s- melodie" dem erstaunten Zuschauer vor. Selbst aus die Schwe, den hat der Tonsilm verheerend gewirkt. Alles erblüht dlaublümchenhaft wie in Kleinbürgers Garten- laude. Selbstverständlich kann dos liebliche Töchterchen des Schlager- Verlegers nicht einen Straßenbohnschassner ehelichen. Da di.ser hoffnungsvolle fungc Mann aber eigentlich Student werden wollt« und dazu noch erfolgreiche Schlager komponiert, schwimmt am Schluß alles in brauner Butter. Eine reichlich« Dosis Edelmut gibt außerdem noch dem Stoff die letzte Salbung für ein braves Bürger- herz. Das Ganze ist schlimmer Kitsch mit verschüchterten Ansätzen zu Besserem. Zwei Regisseure, nämlich die Herren Edwin A d o l p h s o n und Julius, bemühen sich, dem Mm ein künstlerisches Rückgrat zu schenken. Das gelingt oft daneben, denn es entstehen auch Bilder von ausgesprochenem Postkartenstil. Gut gesehen sind die Interieur» bei Schaffners. Jedenfalls ist dieser Schwedensilm«Ine Entgleisung. Der Tonfilm hat eben di« Gemüter verwirrt. In dieser Gesellschaft vergißt sogar Jenny H a ss e l q u i st, daß sie zu den guten Darstellern gewöhnlich rechnet. Mich Hakan Westergrrn kommt über ein sympathisches Lächeln nicht hinaus. Rur Süna Berg als tveusorgende Mama schifft einen prachtvollen Typ.— t. Ausführung der Arbeitersinsonie„Hammerwert". Im Rahmen der durch di« Sozialistische Kickturgemeinschaft vermittelten Gewerb schaftsvorstelliingen wurde im Mecklenburgischen Slaatsthetter zu Schwerin die Arbeitersinftmie„Hammerwerk" von Hermann Wunsch aufgeführt. Das dreisätzige Werk, das vom Sozialistischen Kulturbund mit einem ersten Prets ausgezeichnet wurde, behandelt dos Schaffen, Sterben und Stegen des Proletariats. Di« von Woftsr Lutze mit Sorgftckt«instudemst» Smsvm« fand lebhaften Anklang bei der Höverschaft.~~t*. Unter dem Titel„Museum d«r Gegeuwart" beginnt eine Zeit- schritt der deutschen Museen für neuere Kunst zu erscheinen. Sie wird herausgegeben von Ludwig Iustt, dem Direktor unserer National galerie, der sich dafür mit Fachgenossen aus ganz Deutsch- lano verbunden hat._ Lettbilder" nenne» R u I b N b r a m o w i t s ch mit(« e- x g Krake . Slädtstche Oper) ihre T n n z m a t i n e« am 6. April, l I h, Uhr. im Theater am R o l l e v d o rsp la». Karten k 1.50 bi« 9,— 31- Im Borverkaus bei Bote& Bock und Wertheun, Leipziger Straße. „Alles ist nur ein Lllk gewesen." Ein Freispruch, irohdem ein Menschenleben vernichtet wurde Ein traurige» Menschenschicksal fand in einem Januar- abend in einem sogenannten Transveslitenlokal in Berlin TD. ein ganz unerwartetes Ende. In dem Lotal herrsch'«, wie man zu sagen pflegt, Stimmung. Rudolf Sch. in Frauenkleidern mit üppigen Formen, einen Damen- sonnenschirm kokett unterm Arm, erscheint und wird stürmisch be- grüßt. Man treibt Allotria, die Stinmning wird immer ousge- lassener, man kreischt und quietscht. Rudols Sch. schreit:„S) e u t' muß ich Blut sehen." Der Wirt, ehemaliger Artist, Schlangen- bündiger, Bereiter im Zirkus Schumann, Jnfzenator von Panto- mimen, zieht aus der Tasche einen geladenen Revolver. »ihier Host du ukjs!" Dieser unverantwortliche Leichtsinn des Wirtes sollte entsetzliche Folgen haben. Rudolf Sch. läuft auf ihn zu, stößt mit der gepolsterten Brust gegen den Revolver. Ein Knall. Der Junge Mensch röchelt noch die Worte:„Meine avine Mutter", dann sinkt er tot zu Boden. Der Wirt des Transocstitenlokals mußte sich vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Alles— so meinte er-- sei nur Ulk gewesen, er könne nicht für das, was geschehen, verantwortlich ge- macht werden. Ein« höhere Macht sei wohl im Spiel« gewesen. Roch dem Tode des Rudolf Sch habe er die unglückliche Mutter aufgesucht und diese habe ihm erzählt, in wie ungewöhnlicher Weise ihr Sohn am verhängnisvollen Abend von ihr Abschied genommen habe.„Im Schau Hause sehen wir unswieder", hatte er aus Ulk gesagt. Die Mutter hatte Schauspidhaus verstanden und gemeint:„Wir haben doch gar keine Karten."„Da brauchst du keine Karten", hatte daraus der Sohn im Scherz erwidert. Eine Stunde später war er tot. Sollen da nicht höhere Kräfte mit im Spiel gewesen sein? Ein Zeug«, gleich Rudols Sch. Stammgast des Lokals, sagte:„Wir dachten, ein Sektpsropscn sei mit einem Knall gesprungen." Es war aber der tödlich« Schuß. Der Staatsanwalt beantragt« wegen sahrlässiger Tötung 6 Monate Gefängnis. Das Gericht sprach den Mann frei. Der ehe- nmiige Jnszenator von Pantomimen kann von Glück sprechen. Weniger nachsichtig« Richter hätten in dieser Inszenierung" vielleicht doch mit dem Staatsanwalt«inen strafbaren Tatbestand erblickt. Ost es letzten Endes nicht unverantwortlich, wenn«in Wirt bei so ausgelassener Stimmung seiner Gäste selbst aus Utk eine» geädenen Revolver zieht und ihm einen jungen Menschen wie Sch. entgegenhält. Der Hochbetrieb im Lokal hätte ihn gerade zu erhöhter Vorsicht mahnen müssen. Sonntags-Spaziergang der Wildsau. Freunde des Tierschutzes dürfte folgende Notiz lebhaft interessieren, die vor kurzem in Schweizer Zeitungen zu lesen war. Es schwingt aus ihr ein so humaner Unterton, daß noch hinzu- gefügt werden'muß, daß es sich keineswegs um einen Aprilscherz handelt. Di« Nottz lautete wie folgt:„Die Wildsau auf dem Sonn- tags-Spaziergang.— Am vergangenen Sonntagnachmittag trottete «in WildsckMein in nächster Nähe des Dorfes Dürrenäfch dam Wald« zu. Da die kantonale Bollziehungsverordnung zum eidgenössischen Jagdgesetz die Ausübung der Jagd an Sonntagen und staatlich an. erkannten Feiertagen verbietet, mußten die Nimrod« in Dürrenäfch den Sonntagsspaziergänger unbehelligt lausen lasten!" Oer Niedergang des„New Leader" Wechsel in der RevaktionS eitung. E. W. London, Ende März. Die inneren Wirren der britischen Unabhängigen Arbeiterpartei (OLP.) spiegeln sich seit längerem in der Redaktionsführung des „Rem Leader", der wöchentlich erscheinenden offiziellen Zeitschrift der OLP. Das erste Opfer war H. R. Brailssord unter besten Führung der„New Leader" wohl zur angesehensten und inter- national am weitesten gelesenen sozialistischen Zeitschrist geworden war. Brailssord hatte es verstanden, aus dem„New Leader" mehr zu machen als das Sprachrohr einer Gruppe. Der gesamte internationale Sozialismus pslegt« sich im„New Leader" Rat zu holen, wenn er einer ihm unverständlichen Lebensäußerung der brt- tischen Arbeiterbewegung gegenüberstand. Diese Funktion hatte der „New Leader" unter der Leitung Fenner Brockways langsam eingebüßt, als der Parteivorstand in Ernest E. Hunter«inen Mann an die Leitting der Zeitschrift berief, der die von Brailssord eingeschlagene Linie auf populäre Weise wieder fortsetzte und den „New Leader" trotz der inneren Meinungsstreitigkeiten innerhalb der ILP. geschickt auf seine alte Höh« zurückzuführen begann. Leider ivar Hunters Redaktionssührung lediglich eine Episode. Hunter ist ein Gegner der von Maxton uird seinen Freunden ein- geschlagenen oppositionellen Haltung gegen die Arbeiterregierung, und«s wurde ihm immer schwerer und schwerer, seine Ueberzeugung mit der Politik des Parteivorstandes der ILP. in Uebereinftimmung zu bringen. Solange es noch zweiselhast schien, ob die alte Richtung in der ILP oder die Maxton-Gruppe schließlich die Oberhand er- halten würde, blieb Hunter auf seinem Posten. Da es nunmehr klar geworden ist, daß die schottischen Rebellen auf der Osterkonferenz vom Parteitag der ILP. ein Vertrauensvotum erhalten werden, hat Hunter die Konsequenzen aus seiner Meinungsverschiedenheit mit den führenden Männern der ILP. gezogen und seinen Posten niedergelegt. Die Re- daktionssührung geht an John Paton, den Generalsekretär der ILP., einen Anhänger der Marton-Gruppe, über. Dies ist vom Standpunkt des internationalen Sozialismus um so mehr zu b e» dauern, als der„New Leader" gerade im Augenblick zum Sprach- rohr einer kleinen Sekte innerhalb der britischen Arbeiterpartei wird, indem der„Daily Herold" in ein großes s o z i a l i st i- s che s Boulevardblatt umgewandelt wird und deshalb In Zukunft noch weniger als bisher grundsätzliche Fragen erörtern kann. Man wird in Zukunft zur Orientiening über die prinzipiellen Fragen zu dem monatlich erscheinenden offiziellen „2 a b o u r Magazine" greifen müssen, das vom Hauptquartier der Arbeiterpartei herausgegeben wird. Das.Labour Magazine" entspricht unseren Zeitschriften vom Schlage der„Ge?ellsck>ost". Berlin, und des„Kampfes", Wien, wenn es auch rein theoretischen Fragen, der englischen Einstellung entsprechend, mehr aus dem Weg geht als feine kontinentalen Bruderorgane. Der neue Direktor der Deutschen Hochschule für Politik. Infolge der Beförderung des Direktors der Deutschen Hochschule für Politik, Ministerialrat Dr. Simons, zum Regierungspräsidenten, hat das Kuratorium der Hochschule den bisherigen Studienleiter der akade- mischen und der seminaristischen Abteilung, Dr. Walsers(zu- gleich Privatdozent an der Universität Berlin), zum Direktor er- nannt. Präsident wird wieder Profestor Dr. Iäckh. In das Kuratorium wurde der neue ReichsdankprSfldent Dr. Luthe» zu- gewählt. Das Antilerrorgesetz in Deutschösterreich wird kein Lohndruck- geseh werden; die Sozialdemokraten haben durch ihre Obstruktions- roden im Unterausschutz erreicht, daß die Bestrntrnitngen über Arbeitsvermittlung und Geltungsbereich der Tarisoerträg« ihren Ausnahmecharakter gegen die freien Gewerkschaften und ihren gcwerkschastsfeindlichen Charakter überhaupt verlieren. Eine Studiensahrl nach Kassel und ins Lahntal veranstaltet in den Osterserien die Staatliche Stelle für Natur- denkmalpflege unter Führung de» Kunsthistorikers Professor Bock von der Technischen Hochschule in Chorlottenburg. Das erste Zusammentreffen der Teilnehmer ist für den 10. Apnl abends in Kastel vorgesehen. Die hauptsächlichsten für eine eingehende Besichtigung in Aussicht genommenen Orte sind: Alt- Kassel, Galerie, Wilhelmshöhe, Amöneburg, Marburg, Wetzlar, Braunfels. Limburg, Kloster Arnstein. Münzenberg. Bü- dingen, Gelnhausen. Einige Führungen in die Natur unter Hinzuziehung eines Raturwistenschastlers werden eingeschaltet werden— Ausführliche Programme und nähere Auskunft bei der Ieschästsstellc der Staatlichen Stelle für Naturdenkmolpflege. Berlin- Schäneberg, Grunewaldstr. S/7(9 bis 2 Uhr); Fernsprecher: Lützow 6600. Wetter für Berlin: Fortbestand des heiteren Wetters, wenig Temperaturänderung.— Für Deutschland: Ueberall beständiges Wetter, auch im Süden Aufheiterung, im Osten Nachtfröste. DK DtäSnild* Soihschuli aharl»tt«nb>un veranstaltet fvr die neu ein. tretenden Studierenden-inen»weiwiichinen matbematischen Vorkurlus. Die erst« Vorliluna b-ainnt am Mitw-ach. 2. April, um« llbr pllnüllck,. IM Sör. saal 209. Nähere Auslunft erteilt jederzeit Privatdotent Dr. Eacnnvstn IM Mallicmatischen Seminar der Technischen Sochschul«»der telephonisch II 2 Uhland 699. Diensiag, L April. Berlin- 16.05 Ludwig Klincnberger, Wien: Bismarck uBd Schiller. 16.30 Von Leipzig: Nachmiitagskonzert. 17.30 Sagen and Abenteuer(Sprecher: Cr. Wolf Zacker). 18.00 Stunde mit Büchern. Literatargcschichte.(Am MUcrophon: Dr. Gerhard Hermann.) 18.30 Heilfron: Rechtsfragen des Tages. 19.00 Lieder-(Franz Baumann. Am Flügel: Ernst Erich Bnder.) 20.00 Interview der Woche. 20.30 Unterhaltungsmusik. 21.00 April! April! Anschließend: Dr. Räuschcr: Politische Zcitungsschan. Könifswnsterhauses. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr- Gustav Peters: Die tschechoslowakische Republik. 18.15 Dr. Gottstein. Dr. med. Hertha Qottstcln-Schenck: Zwiegespräche dne* Schularztes nnd einer ängstlichen Mutter bei der Einschulung ihres Kindes. 19.05 Mersmann: Schöpferisches Musikerkennen, 19.30 Langen: Neuzeitliches Siedlungswesen. 20.00 Zum 300. Geburtstag von Saloraon Gcßncr. 20.30 Von Breslau: Wenn sie Rundfunk gehabt hätten?_ «etanitnottl.'llr die Nedaition: fflolfsanfl Schmor,.»erNiu Anjeiftcn: Q.«loche. Berlin Lerlag: Sarwärto Verla« S. m b ö., V-rllN Druck:«orm-irt»«uch. druckerei und VerlaaoanKalt Paul Sinqer 4 So Berlin offl 68. Lindenstrase{ Kier»»> Beiloae. € (> < Theater, Lichtspiele usw. Tl«!.» u. SV, Uhr.— B. 5. Bork. B2SB Prell« 16 M. Wochent S U. SO Pf.-l M Heute Premiere! Toto Amerikas berühmtester Clown nnd 0 weitere Varieti- Neuheiten 8.15 Ohr Zeotr. 2810 Baumen er aiftt Heute Premiere Otto Reutter nnd 10 Varieteneuhelten! 8 Uhr Hoboken Musik; W. Grosz Staatüdiiller-Ili. 8 Uhr Der Staatsoper 8 Uhr Braut lÄst. S» II. 01» 0881. 2. Sah' A e*. E 4. 8066 KeutePremlere des«rand osen April- Po ramms Cenrofe Brothers euhri en aui ch IN Sprung epplch 9 Allisons ikarl chtSpi'e n! öchsWoliendun- marthe uiesterns lebende'evue-B Ider und wei ere in'ornation. Arrak Ionen (VBlintr- Idealer) 8 Uhr §218 Frauen in Not Iheater fl. Western Täglich 8Vi Uhr: Das Land des Läebelns' Fr. i«lur dlrlotBrtl Ridiard Taub« Vera Schwarz, Deoisdies meaier 1 2 Weidendainm 5201 ragi. nv« uh' Oer Kaiser v.Amevika von Bernard Shaw Rege Max Rclnhardi SarnowskK-nütinn Ttieöter la der Miesemanimr. (fhüm Uiiggiitnntr.) Heute Ti Uhr Zum). Male Cutspiil Meyerholds Moskauer Staalsthealer Der Bevlsor Komtf dienhaus Täglich SV* Uhr Heim Sdivsstsr und ith Haslk«. Ralph Benatrtj Kammerspiele D 2 Weidcodanun 5201 >1, Uhr Die riebe Feindin RomMie nn A. P. AntoiDi ftojii: Costa! Gründätns Oit Romodu 1 1 Bismck.2414/7.,)l» SV* Uhr Die üreafnu Sdinsple. nr Firl Onidiui ittiB: ubz RclBdaroi Opereitenbans Alte Jakobstr. 10/32 (Zentral- Thealer) Dönh. 2047 Täglich Uhr Höfel Sfadif Lemberg Preise I. 2. J M. Lessing- Theater WiiMiiiima 2IJI o.OS" Täglich V« Uhr Haus Daniela deines riiea<. Merkui 162« Täglich RIO Uhi Heu e zum 2S. Ma e Madame ha; Ausgang crlha von Tellmai. Paul Hörblvcr .(ermann Scha tu uvovski, oraut IrlanoD-Iiieste Lettong: Dir. änUm Oeorgenstr. 9 Täglich 8'lt Uhr Revue Da: lebeodo Magazin c>reise v.SOPt. an. Philharmonie 8 Uhr Beetb.- Zyklus des Philharm. Orch Dlrlg. Prot. I. Prflwci Ttdiod. SoL: RaaurtiiLWillriid Ranke. IbüihSoBZ. D-Sur. 4Siof.. Eintritt I Mk Ridiard LOwl Beinidfcndorler Sir. 33-34 GROSSES SCHAUoPIELHAUä 8 Uhr Kur noeb 80 VorsteUungen! 3 Musketier« Regie; ERIK CHARELL 3 S 8na tag natiBi. ongak. dalbi Pi. iheater l.(i.Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 OlreklloD Ralph Arthur Robertf SV* Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) MM 0ir«ittion: Or. Mart«a Zickei www Komische Oper ritdnchitr.taa Merkur 1401 4330. Nach vollständieem Umbau Täglich 81/* Uhr Hulla di Bulla -.chwank von Arnold und Baeo mit Guido Thlelscnor. ciulz Schroin, urj H IdeUrmd.Wili.i Kiut. Flink. Uehmer. Wenn Lusispielhaus f nednehstr. 236. Berginanu 2922 23. S'u Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorverkauf«n oeiden HHusorr.»c 10 Uhr ununterb-ochen Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Kansller-Tbeal Barbarossa 3937 SVi Uhr Sex Appeal Intsg. v. Frderlk Lmdili Regie: Fentcr lerriiuge tlbcrt Bassermann. Uad; Chrlsilans Berlioer Dieatei Dönhoff 179 8 Uhr Ende lOV« Uhr Ja«, mi, dm" von FranzMolnai mit Hai Palloobiio. »ogle: Basi.namiag hikr Souper Regie Heinz Hilper'. Meiropol-ili Mittwoch 7>-> Uhr Premiere De Betteistudent Pallien, A.pac, chdizendonjoke Reichshalien-Theater iöenfls Ui sonn ay nadim.[El Da* bcrrlldic Programm der «StetMner" f rOUiDlspreise: Parkelt 1- 1.70, Log. 2 M. j Kaeniiiiaot tiaibc Preist VMf Zentrum 11263 ön off-Bret larietS, Tidz. CnSss Ordiestu. AÜSTOIAND KUR�URSr 7HOO REVUE SERVUS 1930 Dir. Dr. Martio Ziikd Komische Oper Frledrlchstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8>//« Uhr Sonntag 4 Uhr Efsrleke Bondlunkb. halbe Pi. Tatai. a. Raiib.Tat Kottb vir. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonm. nac: m.lU Elite- Sdnger. Das Mm. 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Alter von 75 Jahren. Sie war uns! sie!« treu Rur Seite, ein» Mitarheiterin und Mittämpicrin wie wir sie uns wllnichen. Ihr Andenten werden wir immer in Ehren halten. 0er Vorstand der 81. Adlig. Einä cherung Mittwoch, den 2 APrtl.! 19 Uhr, im Aremoiarium Gir chtite __ t ä t keineswegs, wie das in der europäischen Literatur vielfach geschieht, als«n« Massenheuchelei schildert, sondern die ungeheure ethische Bedeutung der kirchlichen Strömungen anerkennt, so sonderbar sich diese Kräfte für unser« Begriffe auch manchmal äußern. Klar arbeitet Schmöliers auch die entscheidende Roll« der Frauen im amerikanischen Kulturleben heraus, ob mit oder ohne Wahlrecht, schon auf Grund ihres„Seltenheitswertes" durch Jahrhunderte. Schließlich beschönigt er auch keineswegs die verheerenden Trink- sitten im amerikanischen„Saloon" und die Beschränktheit der amerikanischen Mkoholkapitalisten, die unter allen Umständen ans borniertem Geschäftsgeist auch die übelsten Unsitten der amerika- Nischen Sauferei schützen wollten, statt rechtzeftig einer großen Volksbewegung nachzugeben. Hätte dos Alkohol kapital rechtzeitig eingelenkt, so wäre auch nach Schmöldcrs Ansicht wohl eine wesent- lich leichtere alkoholgegnerische Gesetzgebung gekommen. Diese wichtigsten Teile des Schmölderschen Buches und auch sein geschichtlicher Rückblick auf die Entwicklung der alto holgegnerischen Gesetzgebung verdienen von ollen gelesen zu weiden, die sich in Deutschland mit der Alkoholsroge beschäftigen. Den größten Nutzen können aus diesen Darlegung«» diejenigen ziehen, di« jeden Versuch einer Veredelung iinserer Gaststättenkultur mit dem Geschrei „Trockenlegung" beantworten und damit«ine ähnliche Beschränktheft zeigen wie weiland ihre Grschöftefreunde in Nordamerika. Dabei sollte jeder Alkoholgegner und jeder Altoholfteund aus dem Schmöldersschen Buche mindestens dies eine lernen können: ein« Trockenlegung Deutschlands ist weder zu er- hoffen noch zu befürchten, weil nicht eine«in- zige der ethnologischen, ökonomischen� psycholo- zischen und auch alkoholischen Voraussetzungen auf Deutschland zutrifft. In Deutschland hat di« Alkohol- frage bei allem Ernst ein wesentlich milderes Gesicht als in Nord- amerika. Darum wird auch ihr« Lösung weniger strenge Maß- nahmen bringen. Das muß allen gesagt werden, di« für oder gegen — di« allermeisten freilich gegen— die Prohibition streiten. Leider— aufrichtig leider— kann sich mein« Anerkennung für Schmölders nicht aus die Teile seines Buches beziehen, die über in« Auswirkungen des Alkoholoerbots unterrichten wollen. Hier ist fein Versuch mißglückt. Sein Material ist beinahe werttos, was um so mehr überrascht, als es in Nordamerika selbst gesammelt zu sein scheint All« Schwierigkeiten und alle Unzuver- lässigkeit bei der Beschaffung von einigermaßen beweiskräftigen Zahlen gerade bei der Prohibition zugestanden: so vorwiegend aus die nassen und nassesten Gebiet« und so kümmerlich auch ötonoinisch hätte ein Autor sich nicht beschränken dürfen, der mit Wissenschaft- lichen Ansprüchen austritt. Wissenschaft?' Wenn da plötzlich in schönstem europäischen Pharisäertum ein Satz steht wie dieser: ... und hatte doch das alles beherrschende business dort schon seit langem all« jene Gefühlswerte zu verdrängen vermocht, die in den allen Kulturen Europas noch heute ein starkes und nur selten erschüttertes Bollwerk gegen das Eindringen skrupelloser Geldmacherci wenn nicht in der Politik, so doch in Justiz und Derwaltung bilden... so hört die Wissenschast aus, und di« Kolportage beginnt. Wertlos ist hinsichtlich der„Auswirkungen" Schmölders Arbeit auch deshalb, weil er im„Aikoholismus" eigentlich nur die Trunksucht m ihre» allerschlimmstcn unmittelbar zum Tode führenden Stadien sieht. Die Zahl dieser Alkoholioten mag leicht unter den Wirkungen de? Prohibition nicht geringer sein als sonst, weil die Trunk süchtigen ebenso wie Morphiumsüchtige sich unter allen Umständen das Gift beschaffen und es in einem Land« mit Alkoholverbot wahrscheinlich in noch konzentrierterer und mft doppelt schädlichen Beimischungen versehenen Form erlangen. Schmölders übersieht jedoch über den paar Tausenden Säusern die vielen Millionen Mensches die sich durch regelmäßigen mehr oder minder reichlichen Altohol genuß gesundheitlich, geistig und vor allem auch ökonomisch schädigen. Daß diese Mass« Mensch durch die Prohibition geschützt wird, scheint Schmölders beinahe zuzugeben. Wenigstens versucht er'keinen Gegenbeweis. Für eine gelegentlich hingeworfene Bemerkung, daß jetzt Jugendliche, Farbig« und Arbeiter mehr trinken, bringt er leider ebenso wenig Material wie für eine Reihe ähnlicher Bc- hauptungen, die mehr auf Stammtische wirken mögen als auf kritis-He Leser. Em einziger Beweis fei noch für di« Schmälderssche Methode angeführt: Nach einer von ihm oeröffentlichen Statistik ist die Zahl der in Ehikago wegen Trunkenheit verhafteten Autofahrer von 1605 im Jahre 1922 auf 1947 im Jahre 1927 gestiegen. Warum führt Schmölders nicht auch an, wie sehr scch di« Zahl der Automobil« und Fahrer in den fünf Iahren vervielfacht hat? Erst dann wäre mit den Zahlen etwas anzufangen. Allerdings muß c sich dann er- geben, daß die Zahl der trunkenen Autoführer, auf die wahrschein- lich verdoppelte oder verdreifacht« Zahl der Automobil« berechnet. sehr wesenttich gesunken ist. Nichts ftndet man in dem Schmöldersschen Buch über die Aus- Wirkungen der Prohibitfon auf Tuberkulose, aus Gcschlechtskrank- heiten, auf den allgemeinen Gesundheitszustand. Auch über die enorme Steigerung des Volkseinkommens und der Spar- e i n l a g« n geht Schmölders mit einigen wenigen Zahlen und schüch- ternen Bemerkungen hinweg. Das alles ist sehr schade. Die ganze Anlage des Buches hätte zu einem Beitrag ersten Ranges über das Prohibitionsproblem werden können, und Herr Schmölders hätte ge- wih auch das Zeug zu einer solchen Arbeit. Viell.icht überlegt er sich, ob er nicht in einem neuen Buche die Objektivität der geschidt- lichen Beurteilung auch auf die Gegenwart auszudehnen versucht. Di« unzweiselhasten Mißstände unter der Prohibition werden nur stärker hervortreten, wenn sich Herr Schmölders entschließt, zuzu- gestehen, daß dieses gewalt'ge, soziale und kültutellc Experiment auch nicht ganz ohne Erfolge geblieben ist. W. Sollmann. Bruchleiden Der Ausdruck„Bruch" wird in der Medizin in zweifacher Be- deutung gebraucht. Bruch(Fraktur) ist eine Knochenverletzung. Brüche(Hernien), wie wir sie hier meinen, sind Ausstülpungen des Bauchfelles durch Körperstellen, die normalerweise geschlossen sind, die aber bei diesen Menschen vorher schon ein besonders schwache? Gewebe hatten(Bruchpforten). Die Ausstülpung, der Bruchsock, enthält gewöhnlich Dünndanttschliiigen oder Darmfett (sogenanntes Netz), seltener Eierstöcke., Dom Oberrand des Schambeines, dicht über den Genitalien, bis zum Vorderrand der Hüfte zieht sich ein straffes sehniges Band, das Leistenband. In seiner Umgebimg liegen die Leisten- und Schenkelbrüche Leistenbrüche sind überhaupt die häufigsten Bnichleiden. Als äußeren(Indirekten oder schrägen) bezeichnet man einen Leistenbiuch, bei dem der Bruchinholt beim Mann in den Hodensack, bei der Frau in die äußeren Schamlippen tritt und diese geschwulstartig vorwölbt: der Bruchinhalt gelangt an dieser Stelle durch den Leistenkanal, in dem die Samenleiter,-gesöße und-nerven laufen. Die inneren(direkten oder geraden) Leistercbriiche dagegen machen einen geraden Weg seitlich oberhalb der Schombeingegend, bleiben klein und steigen nicht herab. s Die Schenkelbrüche treten durch einen Kanal unterhalb i der Leisten hervor und lirgen aus der inneren Seite des Ober- � lchenkels. S-benkelbrück« sind bei Frauen viel bäusiger als bei Männern. Bei ihnen ist auch die Gefahr der Einklemmung be- sonders groß. Nabel- und Bauchbrüche sind Durchbrüche an der Stelle einer Narbe, die ein besonders funktionsuntüchtiges Gewebe im Vergleich zum übrigen darstellt.> Brüche treten meist bei solchen Menschen auf, die bereits eine i angeboren« Disposition dazu haben. Leute mit breftem Becken und schlasser Muskulatur und mit einer allgemeinen Schwäche des Binde, und Stützgewebes neigen mehr zu Brüchen als andere. Leistenbrüche kommen angeboren oder erworben vor. E r- wordene Lesstenbrüche entstehen durch Berletzung. durch starkes Anspannen der Banchprcss« bei unzw-ckmäßiger Kärperstelliing oder durch schweres Heben. Sehr selten ist aber einmaliges Heben die Ursache. Häufiges Pressen bei dauernder Stuhloerftopfung be- günstigt di« Bruchbildung. Deshalb müssen besonder, Leute mit schwachem Bindegewebe bei vorhandener Neigung zur Berstopfung stets für geregelt« Verdauung sorgen. Die Feststellung eines Bruches ist gewöhnlich nicht be- sonders schwierig. Die Brüche sind von außen sichtbar als ge- schwulstartige Bildung, die sich von echten Geschwülsten durch einen Stiel unterscheidet, der sich in die Bauchhöhle fortsetzt. Außerdem sind die Brüche in der Regel reponibel, das heißt, sie lassen sich durch geeigneten Druck wieder an die richtige Stelle zurückstülpen, Di« Einklemmung des Bruches ist eine meist sehr schmerz- hafte Komplikation, durch die der Bruch erst gefährlich wird. Weil sie oft mit Swhloerstopsung einhergeht, führt die Einklemmung leicht zur Nekrose(Absterben) der Darm wand, zum Durchbrach und zur Bauchfellentzündung. Behandelt werden reponible Brüche durch gutsitzende Bruchbänder, die wenvstens auf längere Zeit vor dem Ein» klemmen bewahren. Schlecht sitzende öder falsch angelegte Bruch- bänder sind sttstimmer als gar keine. Viel besser ist jekach die Ra- dikal o p e ra t i o n.(Die'früher geübten Alkoholiniektionen sind wegen ihrer Schmerzhafligkeit und Unzuverlössigkeit aus der Mode gekommen.) Die Operation besteht im Verschluß der Bauch- pfort« durch Vernähung oder plastischen Abschluß, wo nötig, manchmal mit Abtragung des Bruchsackes. V--ivendet werden da- zu Fäden aus Katgut(Darmsaiten), die vom Körper resorbiert (aufgenommen) werden. Sofortige Operation ist unoermeidlich, wenn der Bruch sich bereits eingeklemmt hat und der Darminhalt dieser Stelle nicht weiter befördert werden tonn(Darmverschluß). Hier g'lt noch nnmer Diefsenbachs klassische Regel:„Ueber die eingeklemmten Brüche darf man di« Sonn« nicht auf- und nicht untergehen lassen" Der Nabelschnurbruch ist angeboren und kann sehr groß werden. Die MeMzin ist ihm gegenüber ziemlich hilflos, da aurb sie Operation meist erfolglos bleibt. Noch ein Wort über Unfallbrüche: Ene Diopossti.ri-.n Bruchleiden ist auch hier me st vorhanden gewesen. Aber quc-r« hat der Arbeiter nach der Praxis des Nenl-ic:icl>!s ilni auf die Unfallrente. Es genügt der Nachweis daß va: de Bruchentstehung ein Unfall stattpssiinden und aß die Ari-rit da betriebsübl-che Maß überschritten hat. D-»s Auftreten ernes Un fallbruche? ist gewöhnlich von so heftigen Schmerzen begleitet das die Arbelt ausgesetzt und sofort ein Arzt ausgesucht werden muß Die Entschädigung bei Unsallbrüchen wird auch wahlweise m Form einer unentgeltlichen Operation gewährt. Ewald Böhm.• t (M. Fortsetzung.) JWflnne Wavelet setzt« sich mitten zwischen diese schönen Paris«- rinnen, voller Spannung, was sie sehen würde. Die Vcrköuserinnen unterschieden feste.tkundinnen und bwtze Zuschauerinnen, für die der Salon nur ein angenehmer Aufenthalts- ort war: ganz besonders an Regentagen Zlber diese Kleidernärrinnen waren leicht zum Kauf zu verlocken. Die geschickten Verkäuferinnen mutzten ihnen klar zu machen, datz sie einen einzigartigen Gelegen- heitskauf machen könnten: ein Modell zum Schleuderpreis. Das be> stimmte sie dann zu kaufen. Infolge der teuflisch geschickten Ueberredungskunst und geblendet nom Schauspiel der Vorführung, kauften viel« Frauen: nicht weil sie ursprünglich kaufen wollten, sondern weil sie nicht widerstehen konnten. Das wirkte sich natürlich auf die Bezahlung der Rechnungen aus. Die Firma hatte immer anderthalb Millionen Außenstände. Der bequeme Kredit verlockte. * Zahlreich« Kundinnen setzten sich auf die vergoldeten Stühle rings an den Wänden des runden Salons Di« Mitte des Sawns blieb frei wie«ine Zirkusarena für die Vorführungen der Manne» quin». Der Andrang war so groß, daß für die Einkäufer nur noch auf den Stufen der großen Treppe mit der Eichenrampe Platz blieb. Eine Tür führte hier nach dem AnNeideraiun. Der Inhaber des'Salons und die Verkäuferinnen überwachten mit Argusaugen alle Bewegungen. Die Firma verbot, daß man sich Notizen mochte oder die Modelle nachzeichnete. Man hatte erst kürz- lich bei einem Einkäufer einen Photographenapparat entdeckt, der hinter einigen Damen oersteckt war, die mit dem Photographen im Einverständnis waren. Gegen das Gedächtnis von Zeichnern konnte man natürlich nichts machen. Von einem solchen Modezetchner er» zählte man, daß er nach einer Modellauestellung dreißig Modelle genau gezeichnet hatte. So etwas war allerdings selten. Dix Verkäuferinnen hielten sich in der Nähe bestimmter Damen. Jede war eifersüchtig darauf bedacht, sich ihre Kundin zu halten. Es war leichter, Arbeiterinnen zu überwachen als Frieden zwischen den Verkäuferinnen zu halten. Der Chef konnte ohne Schwierigkeit Schneiderinnen aus den Ateliers«ntlasien, aber nicht die Bedienung, die der Kundschaft bekannt war. Er mußte oersuchen, diese rosigen Bestien, die die Kundinnen wie eine Beute sesth-elten und stets versicherten: wenn sie gingen, gingen auch die Kundinnen, im Zaun zu lzalten. Diese Behauptung entsprach indes nicht immer den Tat- fachen. Den Kundinn«» log mehr an den Anprobterdamen, die ihre Körperfehler und sonstig«» Nöte kannten, und die wußten, wo man den Stoff einhalten oder locker lasien mutzt«. Die Frau um Dreißig herum hatte Angst, stark zu werden. Nur Schlankheit galt als schön. Eitie intelligent« Derkäuferin wie Madame Römois sagte den Kundinnen keine Schmeicheleien über ihr Geficht. Zu einer Dame. die vom Landaufenthalt zurückkam, sagte sie:' „Das hat Ihnen gut getan, Ihre Linie ist wundervoll.' Die Kundinnen, wie oll« Frauen, hörten gern Schmeicheleien. Madam« Rämois sparte nicht mit schönen Worten und Liebens- Würdigkeiten, besonders gegenüber den Mürrischen. .Leder im Haus hier verehrt Sie, gnädige Frau. Gerade noch gestern sprachen wir davon, daß Sie uns solange nicht beehrt haben." Den Klatschbasen flüsterte sie zu: „Ich freue mich, daß Sie mir dies erzählen." Sie selbst erzählte klein« und große Skandälchen über Damen, die bei Konturrenzfirmen arbeiten ließen: „Sie ist sehr dünn, aber seien Sie versichert,«» dauert nicht lange: das ist nur die Folge ihrer Krankheit." Kundinnen gegenüber, von denen sie wußte, datz sie Liebhaber batten, verhiekt sie sich durchaus respektvoll, sagte aber zu deren Freundinnen: „Jedesmal bezahlt ein anderer ihre Kleider." Bor Frauen, die nicht mehr in der ersten Blüte standen, schlug sie dir Hände wie in Begeisterung zusammen und zerfloff vor Be- wunderung:„Oh— gnädig« Frau!" Zweimal im Jahr kam ein« dick« Spanierin. Sie plusterte sich vor den Mannequins, die sich wie schlank« Korkenzieher grazISs vor ihr drehten, auf: „Oh. Io«ollen das, FräuleinI" Dann antwortete Madame Rämoi«: '„Ich werde Ihnen zu einer tugendlichen Linie verhelfen." Die ersten beiden Mannequins, schöne Mädchen, Größe vierund- vierzig, ein Meter fünsundsechzig Zentimeter Körperlänge und acht» undsünfzig Taillenweite, mußten bitten, ihnen Platz zu machen, damit sie bis zur Mitte durchkommen tonnten. Eine große Brünette führte«inen blauen Samtmantel vor, dessen Pelzkragen unter dem Kinn geschlossen war, als ob st« fröre. An den Füßen hatte sie weitz» Seidenschuhe. Sie ging gemessen Schritt für Schritt. Die Mannequins diese» Hauses, dos Königinnen bediente, hatten die Anweisung, beim Gehen nicht in den Hüsten zu wiegen. Bei den Durchjchnittesirmea war dies allgemein üblich Die erste Lorjührdame war Fräulein Olga. Die blonden Haare dies«, sckönen Geschöpf» leuchteten wie«ine helle Flamme über einem Vollstosf, in dessen Buntstickerei Grün und Rostsarben vorherrschten. Die geschickte Berechnung, zuerst Kleidung und Ueberkleidung aus schwerem Stöfs vorzuführen, halt« den Erfolg, daß Fräulein Olga trotz des Wollmantels den Eindruck eines Schmetterlings machte. Mit einer langsamen Geste legt« sie ihn ab. und man sah dos Futter aus seuersarbrner Seide ausleuchten. Ein Kleid mit Gold-Lam�e, einem Prach'artikel. der in Lyon gearbeitet wurde, wurde jetzt sichtbar. Die Damen gaben leise murmelnd ihren Beifall zu erkennen. Di« Berkäuterin fragt« die Borführdam« nach dem Namen de» Kleides: ..Wie beißt du?" Das schöne Mädchen mit dem goldenen Mieder antwortete: „Versteckte Leidenschast." Die Kunst der Mannequins bestand darin,«in Kleid richtig zur Geltung zu bringen. Darauf verwandten sie unermüdliche Ausdauer. Der blonde Schmetterling flatterte hin und her, um das Kostüm u'rn allen Seiten zu zeigen. Dies Mädchen liebt" leidenschaftlich schöne Toiletten und übte mit Hingebung seinen Psauenberuf aus. Sir lächelte vor innerer Befriedigung und bemerkte sehr gut die Männeraugen, die sie nicht losließen. Sie berechnete ihre Schritt« wie«ine gewiegte Tänzerin: blieb stehen, trat«inen Schritt zurück, markierte fluchtartige Bewegungen, anstatt einfach aus die Kundinnen zuzugehen und sich vor ihnen zu drehen, wie alle die Mannequins zu wn pflegten, die keine Erfindungsgabe besaßen. Ihr« Haut und die Farbe ihres Haares mochten jeden Wechsel der Mode mit. Sie war brünett gewesen mit glatt zurückgestrichenen Haaren, um die Abendkleider vorzuführen, damals, als die großen bunt bestickten Schals modern waren. S!e war Größe sechsundoierzig, was normalerweise einem Meter siebzig Körperlänge und einundsechzig Taillenweite entsprochen hätte. Sie aber maß nur achtundfünfzig Umfang. Sie schminkte sich passend zu dem Kleid, das sie.vorführen mußte. Das gefiel ihrem frcigiebigem Freund, Herrn Dellouche. Sic besaß Juwelen. Als sie engagiert wurde, war sie ziemlich ärmlich gekleidet. Die Modczeichncr und Zuschneider hatten sie kaum beachtet. Aber sie veränderten sofort ihr Benehmen an dem Tage, an dem das Mädchen mit ihrem ersten schönen Geschenk ankam. Es war von Herrn Dellouche, den sie auf dem ertragreichen Bummel an der rechten Seile der Rue de la Poir, wenn man von der Oper kommt, kennengelernt halle. Hierhin kamen die Herren, wenn die Schneideratelicrs schlössen, und wandten sich fast immer an dieselbe kleine Schar hübsch heraus- geputzter Mädchen, fast alles Mannequins. Die kecksten setzten sich als Kunden In die Modesalons. * Die Direktricen zogen die Manneauins entsprechend ihrer Haut» und Haarfarbe an. Für zweihundert Modelle, die vorgesührt werden sollten, brauchte man all« Frauentypen: für jedes Genre und für jeden Farbenton den passenden: magere und volle. Die Derkäuferin mußte unter den Mannequins jeweilig die Heraussinden, deren Statur am besten der der Kundin entsprach, weil vermieden werden mußte. daß ein Kleid schlecht saß. Das war nicht so leicht, denn die dicken Damen schwärmten alle sür Schlankheit. Ein Kleid aus grünem Tuch mit schwarzen Tressen leiiete über zur Vorführung der leichteren Toiletten. Man wechselte geschickt ab zwischen feineren und gröbere» Wirkungeiu Es genügte nicht, daß jedes Kleid in feiner Art vollendet war, es mußte auch in entsprechen» der Steigerung von einsackten Toiletten bis zu den großen Abend- toiletten und ohne Irrtum in der Farbabstufung vorgesührt werden. Niemals durfte«In Kleid die Wirkung eines anderen ausheben. Nach der Borführung der einsacheren Mäntel kamen pelzbesetzte ans Samt, de- in Lyon, Voiron und Saint Etienne hergestellt wurde. Farben der Morgen, und Abendröte schimmerten auf den biegsamen Körpern der in Seide gekleideten Mannequins. Ein derber Wollpopeline verhüllte«in grünes, silbergesticktes Kleid aus Seid«nooile. Unter einem anderen Umhang würde«in schwarzes Kleid mit maloenfarbenen Fransen sichtbar. Die Bewegungen der sich wiegenden Mädchen begannen Erinnc- rungen an Negerschurzselle wachzurufen. Ein herrlich gewachsener Mannequin führte«inen Mantel und einen Rock aus rotem Samt vor:„Tcdsünde". Dies« aufreizende Zorbmwirkung hotte bei den Einkä;«f«rn großen Erfolg. Dann kam wieder Fräulein Olga in einem zarten Kleid aus Seidcnmoirä:„Abendlied". Eine erfolgreiche Spezialitäi der Firma war die Schöpfung moderner Toiletten aus Stoffen, die aus der Mod« gekommen waren. Nach der Borfuhrung dvelleiliger Toilette«, wobei die Ranns. quins mit einer graziösen Bewegung die Jacken ablegen mußten, um das eigentliche Kleid zu zeigen, folgten Kleider aus einem Stück. Man übersah das Ganze mit einem Blick. Ein bis zum Hals geschlossenes Kleid machte einen strengen Eindruck; ober als der Mannequin sich drehte, sah man im Rücken einen Schlitz vom Holstragen bis zur Taille;«inen schmalen Spott, durch den weiße, unbelleidet« Haut durchleuchtete.„Indiskretion" war der Name dieses gewagren Kostüms. Di« Blicke der Männer jolgten den» Aufleuchten des weiß:« Nackens: dies lockte sie mehr als der Anblick entblößter Brüste. Unter den hundert Modellen der Kollektion kehrten sechzigmal Namen wieder, die sich auf stiebe bezogen; z. B.:„So jung":„Er liebt mich";»cme Abend";„Für den Ball";„All«-', nur das nicht". Die Kollektion fand größten Beifall. Seit der Hauptprobe vor drei Togen hatte man an den Kleidern noch vielerlei geändert. In der Hand schienen die Toiletten ohne Tadel, aber erst beim Trogen und vor allem beim Gehen offenbarte sich ihr wirklicher Sitz. _____(Fortsetzung folgt.) � Buch 1t ie lebl der JbtgefieUle? „Stehkragenproletarier", sogt« man einst und meinte damit Angestellte, deren wirtschaftliche Position durchaus proletarisch war, die gesellschaftlich aber den feinen Mann herausbissen. Der Steh» kragen ist(bis auf den Minister Frick, der ihn noch trägt) aus der Mode gc kommen, aber das Stehkragenproletarier tum...? Das Buch von S. Kracauer mit dem etwas nüchternen Titel„D i e Angestellten"(Frankfurter Societäts- Druckerei) stell» einen ganz ausgezeichneten und überaus ergebnisreichen Erkundungsritt in das Heerlager der deutschen Angestelltenschoft dar. Hier liegt eine Reportage vor, wie sie sein soll: sachlich-mformatvrisch, gewissenhast, lebendig, scharf blickend, umfassend und dabei keineswegs von jener läppischen Photographie Neutralität, die nur«in anderes Wort für feiges Ausweichen ist. Es kommt hinzu, daß das Buch sehr gut und mit einem wundervoll bitteren, agressiven Humor geschrieben ist. Wir lernen den Angestellten kennen, wie er stch vor- härint aus den Arbettsnachaxisen herumbrückt, wie er ins kosmetische Institut geht, um sich„cm angenehmes Aussehen" anprä parieren zu lassen, das sei»« Chancen steigert, wie er an der modernen Buchungsmaschine zum Bedienen eines Hebels herabsinkt, wie er vor dem Arbeitsgericht um seine Existenz kämpft,»vi« er durch den Bettritt zum Werksportoerein dem Ches sein« gut« Gesinnung glaubt beweisen zu können, wie er in seiner Verzweiflung zum liebe rläujcr wird und inseriert„Och pfeife auf Toris! Lohn und Boot ist mir lieber", wie er andererseits aber auch sich m den Angestellten- verbänden, deren bedeutsamster der AsA-Buud»mt über 400 000 Mitgliedern ist, gewerkschaftlich organisiert. Der Autor betrachtet, analysiert, zitiert, kritisiert, trägt Material herbei, Rezepte verab- folgt cr nicht: aber das schlägt seinem Buch nicht zum Nochteil aus. Dessen Tendenz ist klar genug. Sie lautet: Laß allen lächerlichen. kleinbürgerlichen Spicßerdünkel fallen, Angestellter, blase dich»ich: aufl Du bist, bist, bist Proletarieri Und damit bist du nichts Schlechtes! Hans Bauer. 3of. ®€rr Urnnke'Iflenfch kockerols:„Pflcge und Ernährung der Kranken." (24 Seiten. Preis 75 Pf Verlag von Wilhelm Stollfuß m Bonn.) Verfasser ist zroar Apotheker, hat aber die»vichtigsten Fragen der Krankenpflege gut und leichtverständlich behandelt. Bor Kur- pfufcherei warnt er und verlangt zum Beispiel bei Blutungen die rechtzeitige Herbeiholung des Arztes. Anhänger der homöopathische» Heilweif« finden die einsprechenden Ernährungsvorschriften. Dos Hestchen kann gute Dienste leiste»». Or. Otto Leeling. WAS DER TAG BRINGT. Woher kommt das Wort„abrüsten?" Es dürfte wenig bekannt sein, daß das Wort„abrüsten" in dem pokitilchen Sinne,»nie«» auch jetzt wieder bei der Lontvner Flottenabrüfwngskonfereitz gebraucht wird, ursprünglich aus dem Französischen stammt und durch Paul Lindau vor etiva 70 Jahren in die deutsche Sprache eingeführt»ourde. Wie Lindau gelegentlich erzählte» war ihm im Spätherbst 1862, bei Beginn seiner journali- stischcn Laufbahn, die Uebersetzung einer diplomatischen Rote des französischen Ministers Thouvenel in die längst verschwundeit« preußische„Sternzeitung' übertragen»vorden, die damals in Berlin erschien. In der Nöte des fraitzöstschen Ministers kehrten die Worte„armer" und„desarmer" verschiedene Male wieder. Während sich nun„anner" leicht mit.chewaffnen" übersetzen ließ, machte die Uebersetzung des Wortes„desarmer' Schwierigkeiten, da ein passender deutscher Ausdruck dafür fehlte. Lindau wählte anfänglich da» Wort„entwaffixn", wobei er an ähnliche Gegensätze im Deutschen dacht«, wie kleiden und entkleiden, schädigen und ent» schäl igen usw. Di« Uebersetzung„entwaffnen" genügte ihm aber mcht, da st» nicht den scharfen Gegensatz in sich schloß,»oie die Worte In d«r französsschen Not«. So wählt? er statt bt» Wort«« „entwaffnen", da» Wort„entrüsten", wobei natürlich der Ton auf der ersten Silbe zu liegen hätte. Aber ivegen der völlig ver» schieden«» Bedeutung des Worte» bei einer anderen Betonung verivars«r auch diesen Ausdruck, bis ihm plötzlich«in erleuchtender Gedanke kam, und er„abrüsten" schrieb. Trotz der Bedenken. die ihm damals von Redakttonckollegen geäußert wurden, die dieses Dort mit der Abnahme eines Baugerüstes für gleichbedeutend er- klärten, blieb Liniau doch bei der ihm so schwer gewordenen Wahl und erlebte nicht nur die Gcrmgtuung. daß andere Zeitungen die Worte„abrüsten" und„Abrüstung" schweigend in ihre Leitartikel übernahmen, sondern daß Ihm auch Bismarck für die gut« Ueber» setzung des Wortes./besann er" seine Anerkennung ausdrückte. Streik gegen ein Zuchthaas. In Argentinien surd fett längerer Zeit Ftnanzschwiertgketten der Regierung an der Tageeordvung. Da die Regierung seit einem halben Jahre die Lieferanten de, Zuchthauses in Ushuaia nicht bezahlt hat. sind die Lieferanten setzt geschlossen„in den Streik ge« treten". Dadurch Ist ein« regelrecht« Huitgersnot im Zuchthaus ent- standen, und dl« Gefangenen drohen mit Rebellion Besonders kri- tisch ist die Lage für die umliegenden Ortschaften die bei dem Eist- weichen der Schwerverbreeher in erster Linie in Mitlei deitfchvst gezogen würden. Man kann sich leicht vorstellen, wie die Bcvölke- rung in Angst und Schrecken die Entwicklung der Berhältnissr beobachtet. j Ein Schloß zu verschenkend Di« Restdenzburg der Fürstbischöse im Schweizer Jura, da» Schloß Pruntrut, soll oerschcnkt»Verden. Augenblicklich gehört die Burg den Gemeinden des Elsgaues, alle» ziemlich arme Gemeiitden, da die Bevölkerung des Jura nicht mit Glücksgütern gesegnet ist. und die deshalb die Denvaltungskosten für die Burg nur mtt Mühe aufbriitgen und bisher schon recht gewichtige Sunniten an dem Schloß zugesetzt hoben. Die Gemeinden waren schon in den letzten Jahren nicht imstande, das weitläufig« mittelalterliche Gebäude vor dem verfall zu schützen. Don den vier großen Burgtürmen sind zwei bereit» stark baufällig geworden. Die Gemeinden haben auch jetzt nicht da» Geld,«ine durchgreifende Erneuerung der Burg zu fimznzieren. Darum sind sie ouf der Suche nach einem Abnehmer. dem st« da» Schloß kostenlos überlassen wollen. Vorläufig haben sie es dem Kanton Bern als Staatsbesitz angeboten. Der Kanton Bern, der für dir Reiwvierung des Schlosses rund«ine Million Schweizer Franken aufbrtngen müßte ist jedoch noch nicht entschlossen, ob cr dieses Geschenk annehmen wird. Ein Maus auf„Abessen*1. Im Iqhre 1920 taufte Karoty Spitzer, ein Wirtshausbesißer in dem ungarischen Ort Gsör, für öOVOO Kronen und die Derpßichtzmg. dem früheren Besitzer des Hauses für den Rest feines Lebens jeden Tag ein Mittagessen zu verabreichen 1922 kam es zwischen beiden zu Meinungsverschiedenheiten und der Gastwirt weigert« sich, Cs.pi wettere M-chlzcilen zu verabfolgen Daraufhin strengte dieser an-.n Prozeß an, in dem cr die Ungültigkeitserklärung des Kanses bean- spruchte, weil eine wichtige Bestimmung nicht erfüllt worden sei. Der Gasthaiisbesttzer dagegen erklärt«, daß die Verabreichung des Essens ein Akt der Wohltätigtsit fei, den er wegen des schl:ch!en Derhattens des Klägers aufgegeben Hab«. Der Prozeß endet« mit dem Siege des Csepi. Der Gastwitt wurde verurteilt, dem Kläg:r dt« Kosten für all« die Essen, die«r ihm fett 1922 nicht verabreichte. zu zahlen und ihn tt, Zukunft wieder mtt dem täglichen Mittags» mahl zu versorgen, denn der Kaufpreis sei damals nicht angemessen gewesen. Die täglich« Mahlzeit bilde deshalb einen wichtigen und unairfechtbaren Bestandteil de» Vertrages. Elektrifizierung der siamesischen Bahnen, vi« gesamten Staatelxrhnea in Siam sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre elektrifiziert werden Die Regierung hat bereits »in entsprechendes Progranm» angenommen, das gleichzeitig die Deckung der nicht unerheblichen Kosten regelt. Der Stronrbedarf der elektrifizierten Bahnen soll au« einem neu zu«rbaiienben staatlichen Kraftwerk in Sainsen bezogen werden. Wenn Kinder turnen Das Schauhirnen der FTCkB. Ncukölln«Britz. Der Bezirk IZeokSll». Britz der Areien lornerichail rxran stattete am letzten Sonntag fein erstes öfsenNiche, Ainderwerbelnrnen. Ueberfüllter Besuch, lebendiges überaus reichhaltige» Programm beweisen die Richtigkeit und Mchligkeit der Kinderturnbewegung und da» harmonische Zu- sammenarbeiten mit der Veaölkerung de« tt. Verwaltung». bezirken Fast war die Halle zu klein, als die Turnermädels und Turner- jungen de» Bezirkes Neukölln-Britz der FTGB. in dir mst Wimpeln, Fahnen und Buirdesabzeichen reichgeschmückt« Halle«inzogen. Für all die vielen Mainas, Papas, Onkels und Tanten immer wieder Plütz zu schaffen, war fast unmöglich. Kaum waren die gemeinsamen Freiübungen beendet, da kamen schon au» allen Ecken d i« kleinsten Dreikäsehochs angetrippelt, um unter der Obhut ihr« Leiter Proben ihres spielerischen Treibens abzulegen. Und wie die kleinen Knirpse bei der Sache maren, manchmal waren sie sogar ganz ruhig. Die grötzeren Mädels zeigten Schnttarten nach Muflt. Die Nachahmungsübungen der Knaben waren gut zusammengesiellt. Auch beim Geräteturnen hotten die Kinder Gelegenheit, Proben ihrer Geschicklichkeit und ihres Mutes abzu« legen. Die Singspiel« der Allerkleinsten und der Mädels brachten neben dem srählichen Singsang auch Gymnastik in Spieisorm. Als gar«in kleiner brauner Bär hereintapste und inmitten der fröhlichen Kinderschar seine täppischen Bewegungen ousiührte, nahin der Jubel kein Ende.— Doch bei den Pendelitaietten in der Gast« mürbe wieder ernsthaft in jedem Lauf gestritten. D«n Höhepunkt des lusttgen Treiben» bildeten wie immer die lustigen Spiele: die Hallt dröhnte vom fröhlichen Jauchzen»nd Lachen. Freudigkeit und Be- weglichkeit kennzeichneten das harmonische Zusammenarbeiten zwischen den Kindern und ihren Leitern. Mit Neckst betonte der Vorsitzende, daß die Kinder unserer Partei, und Gewerkschaftsfrsunde nirgends bester aufgehoben sind, als hier tn diesem Kreise geschulter Letter und Helfer. Fern von den Gefahren der Straße werden Jungen und Mädels von be- währten Uebungsleitern zu krästigen und gesunden Menschen er- zogen. Die Peranstoltung hat bewiesen, daß das Kinderturnen im Bezirk Neukölln- Britz ein« gut« Stätte getimden hat. U e b u n g s- Zeiten: Neukölln, Lesstngstraß«, 1. Knabenableilung, Dienstags und Freitags Itz— 20 Uhr, 1. Mädchenabteilung getrennt ebenso: l. Spielabteilung Mittwoch ltz— 20 Uhr: Britz, Ehausteestraße lZ7, 2. Knabenabteilung Mittwoch». 2. Mädchenabirilmtg Donnerstags je 18— 20 Uhr, 2. Spielabteilung Montag» 16— 17,30 Uhr. Was Werbespiele einbringen Vom bundestrcaen Fu$ballsport Die in Storkow In der Mark abgehaltenen lverbesptele für dl« bundestreue FußbaUbewegung hatten«inen großen Erfolg: dt? beiden für dos Hauptspiel ausersehenen Mannschasten, Eiche» Köpenick und Lichtenberg l. entledigten sich ihrer Ausgabe zur vollsten Zufriedenheit. Galt es doch nicht nur Tore zu erzielen und dmntt den Steg z» erkämpfen, sondern in der Hauptsache den Ge» danken des Arbeitersport, tn wettere Kreis« zu tragen. Daß dies gelungen ist, beweist die Ausnahm« oon drei neuen vereinen tu die Vewegang. Das Spiel selbst konnten dir Köpenicker mit 6: 0 für sich entscheiden. Die Qichtenberger mußten den Kampf mit vier Er. sotzleutcn aufnehmen, die sich aber sehr gut in dos Mannschaftsdlld einfügten.— Auch das Spiel der Iugendmannfchafien Zwischen Eich« und Lichtenberg l konnten die erstcoen mit<: 2 gewinnen. t Neukölln mußle alle Kraft daransetzen, um Lichtenberg H mit 2; 0(1: 0) zu schlagen, die Lichtenberger waren vom Pech verfolgt. Hauptsächlich in der zweiten Spielhälstc hatten sie mit ihren Schüsten Pech. Ein unertt!ch,edenes Nesultat hätte dem Spielverlauf ent- sprachen.— Ein« unerwartet« Niederlage hotte sich Sparta-Nauen von Potsdam mit 2:3.— Schönow und Karow trennten sich 3: 2, Durab gegen Cladow 5: 1, Borwärts-Wedding gegen Pankow 2: 4, Borussia gegen Heczielde 2: 2. Cladow 2 gegen Brandenburg 2 1:0, Spandau 3 gegen Chorlottenburg 2 1:9, Neuköllns gegen Schöne- berg 2 3:0, Neukölln 3 gegen Nowawes 21:1, FTGB-Neukölln 1 gegen Lichtenberg I 2.4 x(L— Z u ge n d m a n n s ch a f t<- n: Pots- dam gegen Neukölln i: 2,. Dorwärte-Wedding gegen Spandau 2.Z 2:0, Varwärts-Wedding 2 gegen Schöneberg 0:3. Lichtenberg Tt gegen Herzfekd« 0:3. Um die Krciskla?5C Oer Tabellenstand Äon der Gründung der Krrtsklasse versprachen sich die Techniker dar Dezirk« ein« große Werbemöglichkeit für die bundes� treue Arbclterfuhdollbewegung. Tie hat sich diese Möglichkeit nun für Berlin ausgewirkt? Borgesehen waren für die Kveisklassc die drei besten Mann- schaft«, der 1. tloss«, Gruppe A und B, sowie die beide» besten Mannschaften der 2. Klasse. Die Me'stcr der Gnippen A. B und C sowie die vom Eidebe.zirk sollten sich in einer Bunde dt« aus. steigenden Mannschaften aucspirlen: insgesamt waren also acht Mannschaften vorgesehen. Eine der spielstärtsten Manns hatten d«s Berliner Bezirks, Lichtenberg l, trat aus der Sreistlaste zurück, da sie sich keine große Propagandamöglichteit für Berlin versprach. Od diese Ansicht zu Recht oder zu Unrecht bestand, soll hier nicht untersucht werden. Dadurch wurde es notwendig, daß an den Ent- fchridungsspielen noch zwei Vereine bzw. Mannschaften der 1. Klasse teilnehmen mußten. Noch diesen Spielen ergab sich nun folgendes Bild: Aus dem Bezirk Luckenwalde gehör,» der Kretsklostc sechs Vereine an: dazu kommt Brandenburg a. d. Havel und als einziger Berliner verein Wetßenfee. Wir sich aus dieser Zusammensetzung der Kreisklaflr nun eine Propagandomöglichkeit für Berlin ergeben soll, bleibt«in Rätsel Dem kreistechnischen Ausschuh kann der gute Wille zur Förderung der Bewegung nicht abgestritt� werden: nur der Weg. der eingeschlagen wurde, scheint nicht der richtige gewesen zu sein. Bester wäre e». man hätte jeden der vier Bezirke in zwei Abteilungen geteilt, diese Abteilungen hätten dann Ausscheidungsspiele ausgetragen, das heißt: die verlierende Mann- schuft scheidet aus dem weiteren Wettbewerb aus. Dann würden aus jedem Bezirk zwei Mannschaften zur KneisNast« gekommen fem. Gewiß ist mich diese Lösung nicht die Idealst«.«» wäre ober oermieden worden, daß nur eine Berliner Mannschaft in d« Kreis- klaste spielt, die nun während der Serie sechsmal noch dem Lücken- wolder Bezirk fahren muß. Wie ist der Stand der Spiel« in der Kreiktlojier Di« beiden vorjährigen Abteilungsmeister der 1. Klaste, Lucken- wolde l und II, liegen wieder an der Spitz«. Aber auch Weißen- se« ist mit oon der Parti«. Gelang es doch den Weißenjeern Lucken- wolde I gleich nn ersten"Spiel mit 2 r 1 zu schlagen. Die Lucken- molder haben damit den ersten Punktverluft in dieser Runde zu verzeichnen. Luckenwalde II steht mir vier Spielen ohne Punkt» vertust an der Spitze de? Tabelle. Die au» der zweiten Klaffe cors- gestiegenen Mannschaften, Woltersdvrf und Trebbin, bilden den Schluß. Di« Tabelle hat mm folgendes Aussehen: Sereiii« Spltlc grwonnrv verloren Tore Punkt» Luckenwalde 114<—— 14:2 8:0 Luckenwold« 16 5— 1 25:8 10:2 Weißens««.. 3 2— 1 6:3 4:2 Brandenburg. 6 2— 4 11:17 4:8 Luckenwalde m 3 1— 2 4:10 2:4 Hertha... 2 1— 1 3:6 2:2 Wollersdorf.4—— 4 5:'3 0:8 Trebbin... 2—— 2 4:11 0:4 Brandenburg hatte sehr unter der von den„Einheitsfrontkern" hervorgerufenen Krise zu leiden. Erst als man senen Leuten den wohkvetdienten Tritt gab, ging es wieder aufwärts. Abfdiicd von denWienern Qcflcrn beim Wafferball In Spnndan Di« Wiener Arbetterschwimmer. denen wir für einige Tage Gasttrcundichatt gewahren dursten, sind heut« imh wieder in ihr« schöne Heimaistadt abgereist. Gestern abend hatten sie noch Spandau, der ehemaligen Kononenstadt»nd jetzigen Stätte des Sports,«inen Besuch abgestattet. Die„Freien Schwimmer Spandau 1928" standen gestern nach dem großen Städtekamps im Lunapark mit ihre» Wiener flreunoen >m friedlichen Wettkamps. Gleichzeitig sollte die Vernnstaltung den bedanken de» Zusamnienschluste» der beiden veraxindten Länder erneut bekräftigen. Der Vorsitzende der Spanduuer Schwimmer. Karl Ritzwonn, rief den Wienern ein herzliches Willkommen der Spandauer Arbeiterschaft zu. Dann nahm dos Wort der Vor- sitzende Spandauer Sozialdemokratie, Stadtrat Gottlob Münsing,.,. Spandau sei heute zu em«r Stadt des Sport» ge- worden, und deshalb fei es ihm ein« ganz besondere Freude, die Wiener begrüßen zu dürfen Die höhe Bedeutung des Sport» gerade für den Arbeiter sei heute unumstritten anerkonnt. Wir de- grüßen unser««eben Freunde au» Wien, die gestern Zeichen ihre» großen Könnens Im Lunabad abgelegt hoben, in der festen Zu- verficht, daß ihre Heünotsiadt in nicht zu ferner Zukunft die zweit« Hauptstadt der großen deutschen Republik sein wird. Als Vertrat« der Oesterreicher folgt« Ihm Dr. M i s ch l« r vom Deutsch-Oesterroichisch«, Pall»dund. Venn Wiener nach Berlin kommen, sagte«r, dann weiten sich des Hallen, m denen die Veit. kämpfe ausgetragen wechen und Millionen Wm Bolksdrübern urÄ» Oesterreich und Deutschland nehmen Aineil an der orneuien Be- träfngung de« Zufommengehvrcns. Di« Rioasttät eifersüchtiger Dynastien habe die Grenzen geschaffen, dre heut« noch auf Gntnd «ine» Zwangsdiktates aufrechterhalten werden. Wien aber sei jetzt frei und die groß« Mehrheit d«« österreichischen Dolkrs wünsche immer dringender den Anschluß an die deutsch« Republik. v>e wasserballfpieie. Nach der Begrüßung trafen sich dl« Wiener und die Spanbauer t« einem Wasserballspiek der zweiten Mannschaften. Das Spiel war fahr lebendig und interessant, doch bald zeigte sich, daß die Wiener Mannschaft den Spandauern bei weitem überlegen war. Be! Halbzeit stand da» Spiel bereits 6: l f ü r W i e n. In der zweiten Hälfte gelang es den Spondauern, noch 3 Tore zu schießen, sie selbst aber erhielten noch 6 Tore, so daß dos Spiel mit 12: 4 für Wies schloß. Nach einigen, zum Teil humoristischen Sprungvorsührungen wurde dann das Wasterballspiel der ersten Mannschasten ausgetragen. Auch hier zeigt« sich, daß die Wiener mit ihrem glänzenden Zusommcnspiel und ihrem gu'en Torwächter in den Spandauern keinen ebenbürtigen Gegner finden konnten. Bei Halbzeit hatten die Spandau« bereits 8 Tore einstecken müssen, die Wien« dagegen hatten nur 3 Treffer«halten. Dos Spiel endete mit 16:? für Wien. Im Anschluß an die sportlichen Weittämpfe fanden sich dl« Wiener, die Spandau« und sehr viele Berlin« Arbetterschwimmer Zu ein« srählichen Abschiedsstunde zusammen. Im Auftrage de« ersten Kreise« des Arbeller-Turn» und Spvrtbundes überreichte Schulz den Scheidenden ein klmstlerilch ausgeführtes Tischbonner urch einig« sehr gut gelungene Photos als Andenke» an den Auf« enkhatt in Berlin. Der Kreitvorsiizende Reichert rief den Wienern ein letzte, Lebewohl zu, und die Wien«? ihrerseits versicherten, daß sie voll Dankbarkeit über die schöne Gastireurchschott, die ihnen ge- währt wvitzrn sei, zu ihren Freunden an der Dona« zurückkehren. Borusie ist ein bestens durchgebildeter Boxer, der gut zu distanzieren und genau zu schlagen versteht. Er siegte in seinem sehr harten Kampf« gegen Hornemonn hoch noch Punkten. Einen kleinen Publi kumsskandal gab es nach dem Weltergewichlstreffen, aber zu Un recht, denn Ezerlinski(Astoria) hatte durch«inen schönen Schluß- spurt gegen Kqddatz oerdient gewonnen. Auf die übrigen Kämpfe näher einzugehen, erübrigt sich, denn die Favoriten setzten sich auf der ganzen Linie mehr oder minder überlegen nach Punkten durch. Die Einzelergebnissc waren: Fliegengewicht: Ball(Marcabi) schlägt Balsam(Maccab-V Bantamgewicht: Ztglarski(Westen) schlägt Pierenz(Post). Federgewicht: Moehl(Heros) schlägt Reckler(Wittenberge). Leichrgewichr: Malz(Maeeobi) schlägt Hünneken»(Westen). Weltergewicht: Ezerlinski(Astoria) schlägt Kaddatz(Ten.-Bor.). Mittelgewicht: Seelia(Ten.-Bor.) schlägt Hornemonn(Sparta). Halbschwergewicht. Wintgen(Polizei) schlägt Beier(Astoria). Schrverpewicht: Hinzmann(Heros) schlägt Wegcner(Westen.! All« Sieg« waren Punktsiege. Die Wcrbe-Handballspiclc Nach dem Kreiswaldlauf standen sich im Aolksvark Rehberge FTGB.-Wedding l und FTGB.-Wedding 2 tm fälligen Hand- balllerienlpiel gegenüber. Durch die genau berechneten Schüft« der ersten Mannschaft stand es bald 3: 0. Die zweite Mannkonnte tu der ersten Halbzeit nur ein Tor buchen, während es der ersten Mannschaft gelang, das Resultat bis zur Pause auf sieben Tore zu erhöhen. Gleich nach Wiederanpfisf konnte die erste Mckmifchaft das achte Tor schießen, dem einige Minuten spater das neunte folgte. Jetzt schien es so, als wenn die zweite Mann- fchaft sich zufcnnmengesimden hätte, denn das zweite und dritte Tor folgten nach mehreren erfolglosen Torbesuchen kurz hintereinander. Die erste Mannschaft stellte dann noch«In zweistelliges Resultat her, während die zweite Mannschaft durch einen schnellen Durch- brach das vierte Tor buchen konnte. Es sollte ober noch nicht Schluß fein, denn die erst« Mannschaft tonnte noch bis zum Schluß drei Tore erringen, so daß das Spiel 13: 4(7: l) für die erste Mannschaft stand. Die erste Mannschaft zeigte eine gute Zusammen- arbeit und einen genauen Schuß. Die zweite Mannschaft arbeitete auch gut, nur murdru viele Angriffe durch Abseitslausen auf der rechten Seite unterbunden. Der Torwächter gab sich rvdiici/te Mühe, das Unheil abzuwehren, fand ober nicht die nötige Unter- stützung durch dir Derleidigung. Die erste Iugendmannschaft konnte gegen FTGB.-Südcn 1 hoch mit 14:1(5:1) gewinnen.— FTGB.-Reinickendors-Dest(2. Männer) verlor gegen FTGB.-Rord- ring-Sportler 1 mit 6:1(4:1), ebenso erging es der Frauen» Mannschaft, die von Tegel eine Niederlage von 5:0(3:0) hin» nehmen mußte.__' Die Gauklubmeistersdiaft im FKBD. Die Kämpfe der Gruppe A im Freien.Keglerbund sind ab- geschloften. Meisterklub für das Jahr 1930 sind: Im Gau I Glatt« Bahn 23, mit 3310 und tm Gau II Gaswerke I mit 3423 Holz. Es kämpfen noch die Gruppen H und C um die Fiihrang. Nach- stehend die ersten Tsilresultate: Gau I(Sporthalle Alexandrinenstr.) Lorbas 3443, Drba 5336, Rasse Neune 20 5333, Lustige Brüder 19 3347 Höh. Gau II(Sportholl« Südende) Bück dich 5419, Bötzow 5385. Frei weg 5337, Herz 20 5307 Holz. Wertung 3 Mann mit insgesamt 750 Kugeln bei Zwangsauffoiz. bleute?oIiTe!-blal!en»portte»t Heute, Dienstag, 20 Uhr. wird- im Sportpalast das 5. Polizei- Haklensporttest abgehastrn. Es umtaßt aus lotchtaihletlschem, turnerischem und gymnastischem Gebiet« dreizchn� Programmnum mern, die von mehr als 000 Teilnehmern bestritten werden. Bei spannenden Endkämpfen sind Hochleistmigen der Amateure zu erwarten. tichlenberg-Friedrlchsfelde 04 gegen Tegel. Em sportlicher Genuß steht den Freunden des Ringkamzifsportes am Freitag, 4. April, in der Turnhalle Runnnrlsburger Straße 1 in Friedrichsfelde, bevor. Di« Tegeler, die sich in dieser Serie al» ganz besonders kampfstark erwiesen, sollen zeigen, daß sie auch � mit Licht« nberg.FriadrichsseS!« 04 fertig werden, was allerdings nicht so einfach sein wird: dem, erst vor einer Woche gelang es den Lichtenbergern, gegen Luckenwalde 15: 13 zu gewinne«. Anfang 20 Uhr. Eintritt jrci. bleue Boxineister Die Amateure im Sportpalast Im Sportpalast traten gestern abend die tn vielen Bar. und| Znüfchenkämpfen ermittelten Aspiranten um dt? diversen Meister- schgftvtlt«! dos Brandenburgtschen Amateurboxer- verband«« zur Endrunde an. Ueber Mangel an Kampsgeist konnte sich das Publikum nich! beklagen, doch zeigte die boxerlsche Seite ein erhebliches Minus, denn man sah weniger zweckmäßiges Boxen als Daraufloeschlagen wie man» gerade bei Metsterschaftskämpsm nicht erwartete. Im übrigen konnte man feststellen, daß das KräfieverhSItnis unier den großen Berliner Amateurboxvereinen ziemlichen ausgeglichen ilt. denn in die acht Meistertitel teilten sich sechs Klub», Maccabi und Heros kamen zu Doppelersolgcn. Don den Kämpfern hinterlieh der Mittelgewichtler Seelig den besten Eindruck; der Tenms-> TiH>»-SI»i»«t-Beelt».?orf. Sari SoIiTft, JöeiitnoKa 34. lluirftianor. Oirfommtiiitq siientfa«. 1. Äpri!, SO Uhr.„SSilhatuOt, L«ni>sberi>cr«tt. SB. Sotftantimfcunu ,9 Ute.— BN.»»«»ick: Msnatsversaminluiui». Bvril, 20 Illii. Im k>eit?>ck!l i!Kck>.n, Achentxxtiär. Z. UrUirdaltonde» Beisommcnscin.— Abt. 5ckfcti«)«baia: ateaotsorrfommluitfl». Aorlt. 2ft Ubc. bei IlJfiler Sirasle. r-rf, Landeherorr Allee.*■ Abt. Sii-tenbeiq; SfiemutsoecfairanTung t Asril. 50 Übe. b>i Weaner. Zn-nkfue'lr AVer 290.- Ab». Aenlöl«! M-oats- »crlsmmluns 10. ApctI, 20 Übe. Sef S'eirborW, Salenbeide 07.— Ab«. Veen»- laner Hern: il)cnot»t)ftfommUina 2 April. 20 Iltir. Sportrestciirant Saiuinn. Uro sie. Abt. Weibenleer DütnIirderVrrsammluna!t. April im.Hitbweli- Afrikaner", Lichtrndrraer Ecke LlroftSurser etrakr. 20 Ubr. Kartell hl» Arbeitc»l»»rt und Itsrperpflea«. Heiirk Temprlbas. Dienetaa. l. April, 2» Ubr, bei Ldoaaw. rraiser-WiUirlm. Sck-!sr!«drich-zZrv!i,.ZIrilbc, Sibunn per Norielldeleiiierten and Techntler ixr öparladieilun«. öammrl. tiltrn dro AS? lind o6«f»<1:nen. Aebeiter-HHLfienbn»». dr!»ar»»pe H«,II». Dien»!»«. I. April. 2» Uhr. Spreekck>»rM>N«. Slraloner Sir. IS— 14. Orlrnruboeiiorrsornnilung. gart»» 16« Arbritrrip,«».»rb tt-rprepil-ar. Hezitt»iki«. MittwoZi. 2.«prii, w Udr.«or rllsibunii d«i iSerlik. S-dastianit:.«t. Di, Samariter. sammellisteii Kn» mii�ubrinnk».' Siudrraeeria Harwarta. rannirslai», Z. April. 2V Udr. Varnondslibuna i« VsotSdau,. Sann»»«, i>. April.. 16 Ulir. M»altebrrvrtlaminiitn« im L»»to. (äif jjufntthBU'K trtn 14 Übt für ZnUrrslenit-n übet II Zalir,.) gebirr Sctiftls fet die SkReSuN« der Krttscheine ift dir MllaliederrnrivMmlrriO«m «. Axril. Zrrie rbaeloiienbnrn.«»nnabieilnnn.®,9natijt>«tfarnmlu!ifl JK'.'iiepiil. 2. Aprü. 20 Übt. bri lldnlde.»aitttin.Apanstp.A!!«« TS. Aufnanin« neuer Mlialied-r. «arieil Hrrnil»»«» Hern. Wtfiei! t-r Evlelpiabveriellun« und b-inarnd-r Znsormotionen isi b!» Sibunq am 2. April, 20 Übt, bri Tohfi, ßeidwuet ticke Dkarqartxr Strnb». opn pesaudrrrr Wichtiafeit. Allc Zdeleaierten rpirbrn er- «ortet. .Zrrie Schwimmer chrib-Heeli». e. II. Gruppe Nruktln! tS..A..L>biM0 am ?,nncestaii. 20 Ul,r. bei grani, Ganabpfer«irobe. Ronaiauersammlun« Snnn'a«. S. April. U'j Übt, Sommerbad.— Gr»?»« g»i«»»ich,bnt»! Alterü- rieckensibunl!?irnickap. b. April, 50 ub«, bei Ledniiit. Miilikknfir. bl.-» Gruppe Siep-.enntlabt: MonateverlaMMlura grciian, 4. April, 50 Übt. bei Esnimrr, 9!»nn««ksmmaDrt. greie(Uim-Ualn« G-pß-iverlt», UM. CmHl- Stttuna SonnerSickt- ? April. 20 Wir, bei SilTRSt. Seeth. 17. Witeliedrr lattben noch aar. oenomott#. AS«, rzieretn fDt LttchArthIetlk.«nmncktiit. HemSbalt. S-cken). Vittwstt. tz bltnil, 50 llbr. MvnotSversaMiiItinq b«i vebui»'. Sv�bier.tiraK« Eckt Hrnnemmbrllch. grettaa» npn 50—25 Ubr Hallentrainina b»« ZMUlNrr ujt« .Itmeiib Tur.iiao» Sa-baue Trepinw. U-urlsten>>««»!».®w SaNrfMiinN', Zentral» Sien,»ienpta«, 6 A»ri7, 20 ubr. Ab». g»iebri<0»bai»i grai'tfurter?llce g97! Gefchtlsiiichr«. Abt. grtebena«: Qlf-ndacker Sir. bat„tine Narblond'-chrt- VLichtbilderj. Abt. «»rbeni Sounenburaer Sit. 20;.Tie Zievokuilon 1848* fTt, StfiflffeV Abt. SIentklIn. Suaeubarnppe! Muabafensrr.«S: d«!ma»eud. Abt. wedbin«! Turiner tick» KeeliraKt:»April. Avrilr Abt. Sichten rat»! l9'n Uhr bri DeblaM. Dabn- iibt- äck- ootttstrabe! Buntra Alleelti.»n MMmpch. 5. April, 20 Übt, I»aenb> nruppe Ölten: ff eRterllr.«1: Kiltrler Abrnb.— D»nner«t»a, S. April, 50 Übt. »atnrtnt blich« Abt.« gobannisih. 15, SIchtbildrtpartraa:»Spinnrn unk Spinntnleien"(Huftfi). Abt. Pren�lanr» Hera: ckanpaee Sir, ei. Haracke il: ff,.'ii>Il>ches. Ab», lirrparten: Lebrter Str. 18— 19: Gelchöiilicheo. Ostersabrt- driprrchuna Abt. Iichrenb«»«! fftuntersrr. tt: Disiuilion-ohenb.— Abt. Ebb. n-eft: Porcktir. Ii: �eierftunbr. anlStilich be» lajäbtiaen Beftellrus der Abt. Si-inorit. Mulik. Spsana. S>»,i«atian»n. Sprechckmr. Einlritt sie!. Abt. Deiit-N fe«: Historiurgr. 10:-Seschiiltliche,. Abt. AeukSI»: Brrastr. 29:«eichäfrliche:. Abt. pnmbrlbtbaia: OrthKr. Iß:.Avrtl. April!' I Revolutionäre Gewerkschaften ' Jüngste Analyse mit neuestem Wendepunkt. Dte KPD.-Presse orakelt über den 5. Allkoweltkongreß der Mos- tauer Sondergewerkschaftsinternationale. „Die revolutionäre Opposition schränkt chre Arbeit innerhalb der reformistischen Gewerkschaften nicht nur nicht ein, sondern sie muh sie im Gegenteil auf jegliche Weise verstärken, dem« diese Arbeit berührt Millionen und aber Millionen organisierter Arbeiter. Dies ist einer der wichtigsten Abschnitte der Alllagsarbeit zur Heran- Ziehung der Rückständigen zur Organisierung der Massen beim jetzigen revolutionären Aufschwung." Die Moskaufilialen im Auslände und damit auch die Ber- liner fallen von einem.revolutionären Aufschwung" in den anderen, der jeweils jetzigen, die Millionen gewerkschaftlich organisierten Arbeiter aber stehen dem gewerkschastsfeindlichen Trei- den der Moskauer fern. Deshalb„armlysieren" sie iveiter: .Zugleich damit darf aber auch keinen Augenblick lang außer acht geloffen werden, daß die proletarische Revolution im Verlaufe des Prozesses des Heranwachsens einer revolutionären Situation icchne die Schaffung selbständiger revolutionärer Geiverkschasten nicht auskommen kann.... Die Frage besteht dann, wann, wo und unter welchen Bedingungen selbständige revolutionär« Gewerkschaften geschaffen werden müssen. Sie können und dürfen nur dann und unter solchen Derhältniffen geschaffen werden, in denen sie der revolutionären gewerkschaftlichen Vorchut breitest« Ar- beitermassen sichern können. .In dieser Hinsicht wird der ö. Kongreß der RKI. einen de- deutenden Wendepunkt darstellen." Man scheint in der KPD. dahinter gekoinmen zu sein, daß bei der Schaffung selbständiger revolutionärer Genxrkschaften, wie der Schuhmacher, der Rohrleger und der Zimmerer in Berlin die.breitesten Arbeitermassen" nicht mitgemacht haben. Immerhin hat die KPD. sich das ziveifelhafte Verdienst erworben, durch die Gründung ihrer.revolutionären" Sonder- o r g a n i s a t i o n e n, die nicht leben und nicht sterben können, die Einheitlichkeit der Geiverkschaftsbewegung, die jetzt notwendiger ist denn je, in geradezu verbrecherischer Weis« geschädigt und der Scharsmacherpolilik de» Anternehmertum» uneigennützig Vorschub geleistet zu haben. Die KPD. hat wirklich keinen Dorteil von diesen Gründungen. Sie hat auch«venig Freude daran. Um so mehr freut sich das Unternehmertum über die.revolutionären" Bocksprünge der Kommunisten, die sie au» haß gegen die Gewerk- schoflen und zum Rutzen der Unternehmer betreiben. Die Nergafbeiier-Iniernationale. Tagung in Madrid. Das Exekutivkomitee des Internationalen Bergarbeiterverbandes trat ain 3l. März Im Volkshaus in Madrid zwsalitmen, um die Vorbereitungen für den am 12. Mai beginnenden Internationalen Bergarbeiterkongreß in Krakau zu treffen und die Stellungnahme der International« zu der airf der nächsten Genfer Arbeits konferen,; zur Behandlung kommenden Regelung der bergbaulichen Arbeitszeit durchzuberaten. Die Wahl des Tagungsortes ist auf eiire oft wiederholte Ein- ladung des spanischen Bergarbeiterverbandes zurückzuführen, der auf diese Weise die Kameraden der übrigen Lältder mit den kohlenwirtschastlichen Einrichtungen Spaniens, die dem Aufbau der deutschen Kohlengemeinwirtschaft nachgebildet sind und mit dem sehr interessanten Versuch der gewerkschaftlichen Eigen- bewirlschaslung eines Bergwerks näher bekanntzumachen wünscht. Der spanische Bergarbeiteroerband zählt etwa IS 000 Mitglieder. Die sich gegemoärtig allgemein stärker bemerkbar machenden Kohle««» marktschwierigkeiten sind auch in Spanien zu beobachten und haben auch dort Entlassungen von Tausenden von Bergleuten zur Folge gehabt. Diese akute Verschärfung der irtterncliionaken Kohlenkrise wird die BergarbeiterinternirfimMle zum Änlaß nehmen, auf eine Beschleunigung der Kohlenarbeiten des Völkerbundes und des IAA. zu drängen. Neben dem Vorsitzenden des Verbandes der Bergbamndustrie- arbeiter Deutschlands, dem Abgeordneten H u s e n, a n n, nehmen Abg. Limbertz und Dr. B e r g e r. Bochum, als deutsche Vertreter an der Madrider Komitecsitzung teil. Siamefifche Schwcflem. Die in Amerika geborenen siamesischen Sch«»est«rn Mary und Margaret Gibb sind in Paris eingetroffen und bcabsich.igen, dort mehrere Konzert« zu veranstalten. Sie lassen sich von einem Pariser Schutzmann am Eisseklurm den Weg zeigen. Amtsenthebung eines Netriebsrats. Nazis gegen Kommunisten beim Postamt 7. Nationalsozialisten und Kommunisten gehen oft Hand in Hand, wenn es gilt, die von beiden mit gleicher Wut gehaßten Sozialdemo- kraten zu bekämpfen. Wo aber Anhänger der beiden„radikalen" Richtungen unter sich sind, da kommt es zu gegenseitigen Reibereien und Feindseligkeiten. So ist es bei den Angestellten des Postamts TiVi 1 in der Dorokheeristrahe. Der Be- triebsrat dieses Postamts besteht aus drei K o m m u n i st e n und drei Nationalsozialisten. Die letzteren haben beim Arbeitsgericht einen Antrag auf Absetzung der kommunistischen Betriebsratsmitglieder Weiss«, Hage- bruch und Ramig.. gestellt und zur Unterstützung dieses Antrages das nach dem Betriebsrätegesetz erforderliche Viertel der Belegschaft zu- sammengebracht. Weisse, der Vorsitzende des Betriebsrats, ist wegen. gewerkschastsseindlicher Umtriebe aus der Allgemeinen deut- schen Postgewerkschaft ausgeschlossen. Hagebruch und Ramig gehören dieser Gewerkschaft noch an. Der Antrag auf Amlscutsehung wird damit begründet, daß die drei Kommunisten, besonders Weisse, in Betriebs- und Belegschasts- Versammlungen politische Propaganda betrieben und auch durch aniete Handlungen die ihnen vmn Betriebsrätegesetz auferlegten Pstichten verletzt haben. Wie die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht ergab, hat Weisse in phrasenreichei«,„revolutionären" Reden viel geleistet, dabei aber keine Rücksicht aus die totsächlichen Verhältnisse und aus die Pflichten eines Betriebsratsvorsitzendcn genommen.„Nach russischem Muster" sollten die Arbeitsverhältnisse der Posthelfer ge- regest, der Siobenstuiidentog mit vollem Lohnausgleich sollt«— wie es in einer unter Weisses Leitung angenommenen Entschließung heißt— eingeführt werden und die Arbeft an der mechanischen Sor- tiervorrichtung abgeschafft werden, das Betriebsrätegesetz sei nicht anzuerkennen, i>cr Tarifvertrag tauge nichts, nur die„revolutionäre Opposftion" könne den Kollegen helfen. Nach bekannten Vorbildern suchte Weisse sich vor der Derant- wortung seiner Reden und Handlungen zu drücken, indem er sie teils abstritt, teils umzudeuten sich bemühte. Roch einer mehrstüirdigen Verhandlung kam dos Gericht zu dem Beschluß, daß Weisse seines Amtes als Bettiebsralsmilgsied zu entheben ist. Hinsichtlich der Betriebsratsmitglieder Hagebruch und Ramig, die sich nicht so in den Vordergrund gedrängt hatten«nie Weisse und denen deshalb ein Verstoß nicht nachgewiesen werde» konnte, lehnte das Gericht den Antrag auf Amtsentsetzung ob. Hierauf stand noch ein A n t r a g d e r R e i ch s p o st auf Amts- enthsbung Weisses zur Verhandlung, die aber bis nach der Rechts- kraft des vorstehenden Beschlusses vertagt wurde. für die Zeh vom 1. bb 3. April I N O F E L PROGRAMM für die Zeit vom 1. bis 3. Aprü Od Potsdamer Strafe 38 Frlnlcln Lanebab m. Dia« Qrallc Wenn die Grobsiadl»cfalUt mit Los Choncy Rhcimtraije 14 K�.S%e) Oer Wllwi-nball mit Fxliz Kämpen, Lucie CnglUdi unle» Beiprogramm Odeon, PoudainerSir.75 Börscnflcbcr mit George Bancroft Eine Na thnrlortenbura"b Schlüter-Theater Schlüterstr. 17. W AM. 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Kur forsten dämm mit C. Veldi, A. Nielsen » Freunde mit William Beyd Ahlum Beba-Palasi D�au> Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn; Täglich 7, 9.13 Uhr Sonnabend und Sonntag; 5, 7, 9.13 Uhr Uraufführung: Die Llchesialle mit Lanrala Plante g_«ehfcnebcrg � Alhambra Be� �r,5U- Schöneberg. Mauptstr. 30 Liebe im Ring(Ton- u. Sprcchfilm) mit Max Sdimeling, O. Tschechow« Beiprogramm Titania(«, ÄLher*) Hauptstraße 49 Beginn 6307 9 Uhr Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Verlängert Der Ins'igste Film des Jahres: O MAdAen, raein MAdAen.,. mit Harry Licdlkc, Maila Pandler Kroncn-Lichtspielc Rheinstr. 63 Woch. 630. 9. Stg. ab 3 U. Ihr dnakler Punkt mit LH, Harrey Jahrmarkt der Liebe ■«teailt. M Titania-Palast Steglitt. SchioBsti. 3. Ecke Gutsmuthsstr. Beginn d. Vorstellg. 6J0, 9 Uhr. Vorverkauf 11—2 und ab 3, Sonnt, ab II Uhr Uraufführung! Die lagd nach der Million mit Lnclano Albcrtlni, Ernst Verehcs UfthncasAau g_ SUgwaatcn"b Film-Palast Kammersäle Teltower Str. I W.6, Sbd.5, Stg. 4 Uhr O MAdAen mein MAdAen... mit Harry Liedtke, Maria Pandler Der CowhoykOnl, von Chikago mit Hoof Gibsou (VI«» I i tar.endnr.er Sonnt 3 C. I ia— Aal Lichtspiele ui-.-Vorst- Chausseestraße 303 W. 7, Stg. ab 5- Das Geheimnis des Zlrlras Jordan I leli: Die SAreAcnsbande II Teil: Die Goldmtnc. Bühne �______'«Odontan b Filmeck Beg,nn Skalitzcr Straße, am Oörlitzei Bahnhof Der große Sprech- Tonfi'm: Hol- Yang rali A. May Wand (Der Weg lur Schande) Luiscn-Theaf er son�'tu. Reictienberger Str. 34 Karriere Menschen am Sonnfag Bü.: Ml« Werber BOhnenschan Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochentags ab 3 30, Sonntags ab 3 Uhr Ein aß ununterbrochen Der große Sprech- und Tonfilm: Der nnaierhUAe Lnmp mit Liane Haid, Gnslav Fröhlich Jugendliche haben Zutritt Sternwarte— Treptow Mittwoch 8 Uhr: Kampf mit dem Berge In Shxrm and EU(Film) NRuKaiBn 1 Primus-Palast w?. 9.15 u Am Hermannplau Stg. 4.45, 7. 9.15 U. Der gr. Gesang-, Sprech- II. Tonfilm' Hai-Tang (Der Weg zur Schande) mit Anna May-Wong, Fr. Lederer Tonftlmbelprogramm Kukuk Wochen« 6.15 Uhr Sonntag ab 4 Uhr Kottbusser Damm 92 BUhnensAan Die i am Edith m. Camilla Horn Karriere(Fango d. Liebe) mit W. Rilta 12««»1«|#»v* Wochen« 5, 7, 9 U. ErXCClSiOr Sonntag 3, 5, 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-Stiaße 191 Der unsterbliche Lnmp'Tonfilm mit Liane Haid, Gas nv Fröhlich lugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstratze 49 Wochen t 5, 7, 9 Sonnt 3, 5, 7. 9 Uhr Der ansierblfchc Lorap(Tonfilm) mit Liane Haid, Goslar Fröhlich Jugendliche haben ZuirJtt ■* Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: Wochen«. 5. 7, 9 U. Sonnt 3. 3, 7, 9 U. Der gtoße Sprech- und Toniilm: Hai-Fang mit Anna May-Wong, Franz Lederer Regie; Richard Eichberg Gates flelprogri Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Tonfilm Tonfilm: Der nnsterb iche Lump mit Gustav Fröhlldi, Liane Haid Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5.7 u. ca. 8. 45, Stg. 3. 5. 7 u- ca. 8.45 U Melodie d. Herzens(Groß-Tonfilm) Alte Kleider mit Siegfried Arno, Paul Morgan Neueste Wochenschau mittönender Einlage Comenius-Lichtspielc Memeler Straße 67 Anf 6, 6®/4 U Sonntags ab 5 Uhr Giftgas, nach Lampeis Bühnenwerk „Giftgas über Berlin" mit U. Sifiwe, L. Arna, F. Kortner Ehe In Not, nach dem bek. Buch «Ehen zu drill", m. Elga Brink, Walter Rilla. Evelyn Holt Concordia-Palast Andrcasstraße 64 Beginn Woch. 5, s;'«9 U-, Sonnt ab 3 U. Spione(der gioße Frilz-Lang-Film) Pal nnd PataAon als ModekSnlge ffl Meu-lichtanherg g Kosmos-Liditspicle Lichtenberg, LOckstraße 70 Ruhiges Helm m. KaAenbcnnlzg. SAfifzci eure T öchlcr i BQhncnsAaa g Frtedrte»i»F4»lg§_J� Kino Busch ,BÄÄ Alt-Friedrichsfelde 3 Scapa Flow mit O. Gebahr, Cl. Kommer In Händen der Polizei m. L. Chaney Beiprogramm t Nledersclibncweld* I Elysium Hasselwerder Straße 1? Sturm auf drei Herzen 4 mit O. M trion Jer Sira�ensänger von Venedig Bü.; lazz-Orchcs.er R. ßchnke Beiprogramm ___ H Q�d osten � Fllin und Stg 3.15 Bühne Jug.-V. Prenzlauer Alice 5' Beg. 7 u. 9 is U. Wegen Riesenerfolg verlängert! Die er�t. abendfüllende Bühnenschau .Elysium' Brasilianisches Kaleidoskop eine exot sehe Super-Revue Lustiges Beiprogramm c WciOensee Schloßpark fiim- Böhne Beniner Alice 395— 210 Masken m. Stuart Webbs Verirr e lugend Grofte BflhacPKhöR Norden Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße Der unsterbliche Lnmp(Tonfilm� mit Liane Haid, Gustav Fröhlich Mlky, das Tonfilmwunder Jugendliche haben Zutritt Pharus-Lichtspiclc Müllerstraße 142 W.SViU. Stg. 4 U Um Himmelswillen mit Harold Lloyd Im Rampenlicht m. Esther Ralston Marga-Lichtspiclc Sch u.straße 29 Dos Dreimädcrlhaus(mit Gesang) Das Rech des Sl&rkeren Oer geheimnisvolle Fremde mit Richard Talmadge Bühnenschau Palast-Theater Breite Straße 21 a., O MAdAen, mein MAdAen Mit HÄv hledihe U M. Pandler Sind. Aem- H. Wlllfüer mit Olg« TsAeAowe Gala-Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf.6, 8.30. S. 5, 7, 9 U. DIA hab' IA geliebt Tonfilm) mit Mady Christians Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 5. Stg. ab 4 U Mftdchen in Gefahr Pollzeipairouille um Mitternacht Jagd ant Phantome Prater-Lichispiel-Palasi Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Gefahren der Brautzeit mit Marl. Dietrich Der Fleck ant der Ehr* Bühne: Kurt Biensiein m. Ensemble Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee ho W. 6, Sbd. 3, Stg. ab 4J0 U. Zwei große Schlager: Die grobe Parade Die PelisAe des«seselzcs Colosseum � L1-? Hm Stgs. ab 3 Uhr Schönhauser Allee 123 Der ansierbllAe Lnmp(Tonfilm) mit Linne Haid, Gas av FröbiiA Jugendliche haben Zutritt ���esundljnuBnen�J „ Mhambra" Ba Straße 5� Sind. ehem. Helene Wlllfüer mit Olga Tsdrediowa Der Cowboykönig von Chicago mit Gibson Grobe Öübncnschaa Baiischmieder- Lichisp Badstraße 16 O MAdAen, mein MAdAen, wie lieb IA dIA mit Harrv Liedtke Wer hat Robby gesehen mit AllUai ftühinniHiiöT Humboldt-Theater Badstraße 16 BU einsdblle�lidh Freitag geschlossen! Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5, 7, 9. Stgs. 3, 5, 7, 9 U. Delikatessen mit Harry Liedtke (Tonfilm). Bühne: Thas Glbbs(Wintergarten) PanRQ w k Tivoli« Pankow Berliner Straße 27 Beg 7, 9U., Sbd. mätg. abSU, Hai-Tang(Tonfilm) mit A. May-Wong, Franz Lederer Film-Palast Blankenburger Straße � W. �0, 9 U. Drei Freunde mit William Boyd Ossi hat die Hosen nn m. Oswaida � Peinickcncforff�ö«! � Büröcröarten-Liditsp. Haupistraße 31 FUm- u. BfthnensAaa Die nlAt be raten dürfen mit ColleHe Breill (Coi'eite Biet« in jeder Vorstellung peisönlich anwesend) 30 Minuten Bühne c:— w Filmpalasl Tegel Bahnhofstr 2 W.ö.S'r, Stg.41/4,61'j,WS Sonnt. 2 Uhr jugendvorstellung Eros In Ketten Wenn du noA eine Heimat hast mit Kampers, PiAa Bühne'IsAerkcssenAor(12 Soi) «Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 Der weihe Teufel Bühne: Gas sp.el:_. Die bciühm.cn Clown« Prlzes Union-Theater Hauptstraße< Beg. Wtg. 6,8VtU. S g. 2 U. Jagendvorst. Stg. t1/«. 6»/, 8�4 U. Der Kamp; ums Leben Grones Beiprogramm Kenitlgftierf Fi mpalast StÄ' 8.33 »U Bei liner Straße 59 Stg.2U. iug.-VorM, SAwarzvaldmAde« m Liane Kaid Der fcfarcckf von Picea dUJy