Morgenausgabe Mittwoch v######A|f sr�ÄÄtss■LI«w»FW■■ 1« WW�W� Auswärts i- pf. .w'»tt.»»ch»oMg.P°ft,'iw»,..u!u> W W W M> W W W W W W ff W ��7/ »VIS P°std.ft.lls-da»r.° Au.land» h�M\■ W W � W W W■■ W V) W W //«..IN, noRpnrctOts.n. cbonnemnu 6.— SÄ. pro SRonot. W�W H H H H H H H H H i«0 Wennta. n.riame eile S.- IReid,*. ▼r�H W B> �B Hl W„Kleine de« enge. ■r�m\ W H �Hv JH\ �B W druckt. W°N 2z Plennig(zulöliig zwei De».voemiil»' erlcheim mochentZz, �B WW!■ y/ �B fettaelrutfl. iffiorte). meilere ffinrl iid) jnjelmal. Sonntag, unb TOontoao IHx Z' Hl» Pfenniq� Siellengeluch, Ho» ertle einmoi. die«dendollsgoben für»eriia' X Z' �B woN 16 Pfennig, lebe» weitere 18 ort unb im fionbel mit bem Ittel Der Z�� 10 Pfennig, ffiorte über 15»uchfloben Hbenb", gllnfirierie Beilegen.Soll__»Sijien für zwei Worie«tbeilemoift uno 3e'I* unb■fiinberfreunb". Serner � �*4.** /r\\0-\M � MM' 60 vl'nnfg. S-miNenonzeigen Ze I« «ZWss Vevßßtttv VpUKb»gend notwendigen Errtlostuna der Wirtschaft und der Milderung der Arbeft slosigkeft.(Sehr richtig! »in Zentrum.) Durch Uebernahme de« von dem jetzigen Reichsfinanzminister aufgestellten Entwurfs eines Reichehaushallrgesctzes für das Rech- uungsjahr 1S3l) können die Arbeften des Reichsrots In den festge- setzten Fristen durchgeführt werden. Die Reichsregierung übernimmt das zu diesem Haushaltsplan gehörende Deckungsprograinm in der Form des letzten Vermittlungsvorschloges der bisherigen Reoierungs- pa-rteien mit der finanziellen Sicherung der Arbeitslosenversicherung, der gesetzlichen Festlegung der Steuersenkung und der Ausgaben- erfparnis. was zusammen ein einheitliches Ganzes bildet. Neue Steuerlasten zur Sanierung der Kassen läge sind nur tragbar, wenn sie im Rahmen eines auf rveit« Sichk gestellten Schritt für Schritt durchzuführenden GesanUprogramms stehen. Eingehende SparvorfchlSqe auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens werden in kürzester Frist von der Reichsregiernag den zuständigen körperfchaslen unterbreitet werden. Diese Spannaßnahnren sollen nicht von einem antisozialen Geist ge- trogen sein.(A»ldouernde Schimpfrufe der Kommunisten, zwei von ihnen werden zur Ordnung gerufen.) Si« haben lediglich den Zweck, zur Senkung der Steuern, zur Hobung der ProduktioUÄ der Wirt- schärft, zur Stärkung der Kreditwürdigkeit Deutschlands beizutragen. (Beifall.) Sie sollen Raun» schaffen für die Senkung der auf dem Handwerk und dem gesamten städtischen und ländlichen Mittelstand besonders schwer lastenden Realsteuern. Die Regierung ist von ernster Sorge erfüllt über die Notlage des gerverblichen Mittel- ftandes? sie wird alle Kräfte eustetzen, um den gewerblichen Mittel- stand gemäß Artikel 154 ter Reichsverfafliing vor Ueberlaftui� und Aussaugung zu schützet!.(Beifall.) Die Notwendigkeit einer planmäßigen, auf Wirtschaftlichkeit und Ersparnisse gerichteten Derem'achung auf allen Gebieten der öffent- lichen Derwattung schafft die Garantie und da« Borausfctzung für die weikerversolgung der Sozialpolitik, die alz eine staatliche 7to(- weudigkcil von der neuen Reicheregierung unbedingt anerkannt wird. -Finanzielle, soziale und wirtschaftliche Aufgaben müssen von einheit- lichen Gesichtspunkten aus angefaßt werten. Gerade von diesem Standpunkt aus ist das Rettungswerk un. serer in schwerstem Ringen um die Existenz kämpfenden Land- Wirtschaft vordringlich. Die Agrarkrise hat in besonders be- drohten Landesteilen den Tharakter einer allgemeinen Volks- und Stoatskrise angenommen. Die Landwirtschaft hat wie jeder ander« Stand, der unverschuldet ins Elend und in Lebensgefahr geraten ist, das Recht auf die Hilfe des Staates.(Beifall rechts.) Stützung und Wiederbelebung der ländlichen Wirtschaft ist das wirksamste Mittel zur Drosselung der Landflucht und zur Schaffung neuer Absah, und Arbestsmögllchteitea für Gewerbe und Arbeiterschaft. Von hier aus mutz de? Druck auf den Arbeitsmarkt und die ständig« Bedrohung der Lebenshaltung des deutschen Volke» beseitigt werden. (Sebr wahr! im Zentrum.) Deshalb ist die Regierung ents-blossen in Fortführung und Erweiterung der von dem bisherigen Reichs- «rnährungsminister bis in di« letzten Tage getroffenen Maßnahmen ein umfassendes und durchgreifendes Hilieprogromm für die Land- Wirtschaft schleunigst zu verwirklichen. Sie scheut dabei onaesicht» der ernsten Lage nicht vor autzergewöhnlichen Mitteln zurück. Die Reichsregierung ist davon überzeugt, daß nur auf diesem Weg« der drohende Zusammenbruch der Landwirtf-baft aufzuhalten,«in« mesentliche Besserung der gegenwärtigen Krise und dadurch«ine Wendung der Lag« dieses Berufsstand«» herbeizusühren ist. So wird auch d«n deutschen Dauern der Mut zu lebendigem Schassen aus eigener Kraft wieder erwachsen. Di« Regierung hat bereits mit der Ausarbeitung der notwendigen Gesetzesvorlagen begonnen. Diese Maßnahmen schaffen allein nicht die Gewähr, um da» deutsch« Bolkstum in der Ostmark wieder fester mit seiner Heimat und seiner Scholle zu verbinden. Durchgreifende vnd umfasiende Osthilfe, Zug um Zug mit dem allgemelnea Agrarprogramm, Ist hier ein« besonder« Rot. wendigkeit. i Bei fall im Zentrum und rechts.) Umschuldung und Entschuldung, Zins- und Lastensenkung, Ordnung der Kreditverhältn'sse stehen im Vordergrund. Festigung und Erhaltung der bestehenden Wirtschaft- lichen Betriebe schaffen erst di« Möglichkeit einer zielbewußten Bauern- und Arbeitersiedlung. Zur Deckung dieser notwendig werdenden Ausgaben wird die Reichsregteruvg. ohne den Steuerzahler neu zu belasten, eine besondere Vorlage unterbreiten. •oii Uebevelnstlmmung mit dem Herrn Reichspräsidenten hat sich die Reichsregierung zu diesem Vorgaben entschlossen. Gesundung der östlichen Landwirtschaft ist die'Grundlage nationa'er und volks- politischer Rettung des deutschen Ostens.(Sehr wabr! bei den Re- gierungsparteien.) Di« Reichsregierung wird an diesen Borschlögen und an ihrer schnellsten Durchführung unter allen Umständen fesihalien. Sie ist gewill« und in der Lage, alle versostungsmätzigea Mittel hierfür einzusehea. Das Werk des versöhnenden Ausgleichs zwischen den einzelnen Bc- russständen und-schichttn der Bevölkerung oerträgt keinen Verzug. Diesem Gedanlcn muß der Reichstag in feiner Stellungnahme zur neuen Rcichsregierung Rechnung trecen. Parteipolitische Erwägungen müssen in dieser stunde in den Hintergrund treten.(Hört, Hört! — Beifall der Regierungsparteien.) Sachliche Einstellung zu diesem Programm des Kabinetts allern sichert die Zukunft des deutschen Die deutschnationa�e Relchstagsfraktion hat noch keine Entscheidung über ihre Haltung gefaßt. Es ringen mitein- ander die unentwegten Hugenberg-Leute, die den Sturz des Kabinetts Brüning wollen, und die agrarische» Inter- essenten, die S ch i e l e ttze Möglichkeit zur Durchsetzung chrer agrarischen Forderungen geben wollen. Hugenberg läßt dure ErnsührungdesSchulgebetes ge- macht. Das Schlußgebet soll nicht obligatorisch eingeführt werten, sondern nur empfehlend. Man hofft bis Ostern ein« angemessene Form für das Gebet zu finden. Das ist für seine Wirksamkeit sicher sehr oonnöten. Oberpräsidenl Falck. Der Provinzialaueschuß hat in seiner Heu- tigen Sitzung gemäß Artikel 86 der preußischen Berfassung das Ein- vernehmen mit der Ernennung des Präsidenten des Bundesamtes für das Heimatwcfen, Dr. F a l ck, zum Oberpräfidenten der Provinz Sachsen und zur Ernennung des Oberbürger- Meisters Weber-Halberstadt zum Regierungs- Präsidenten des Bezirks Magdeburg erklärt. Amtseinführung von Ministerialdirektor Meyer. Am Dienstag wurde der neu ernannt« Ministerialdirektor Hermann Meyer (Sollngen), M. d. L., durch den preutzsschcn Wohlfahrtsminister Dr. Hirtfiefer in fein neues Amt eingeführt. Ministeoialdirektor Meyer übernimmt di« Leitung der Abteilung Wohnungs- und Sirtlungswcsen im preußischen Wohlsahrtsmimsterium. Zn kottowltz sind wieder deutsche Theatervorstellungen: sie »varen bisher wegen des Ueberfallcs der Oppelner Hakenkreuzler auf polnisch« Schauspieler unmöglich. rung nicht gehalten werden; weil das Zentrum und die Demo- kraten keine wirkliche Hilfe zulgsien. Gegenüber dem Wahlpro. gramm der Regierung sind aber folgende Fragen am Platz: 1. Wirt» die Regierung d e n fd e-u t s ch- p vi n i sch« n Handelsvertrog. der jede wirkliche Hilfe für die Landwirtschaft illusorisch macht, ablehnen und in neuen Verhandlungen mit Polen einen wirtlichen Schutz des Ostens urrd der Landwirtschaft gewährleisten? 2. Wird die Regierung das M o.ratorium für die Landwirtschaft des Ostens gewähren, das in einem Anttag« der Deutschnationalen Lolkspartei von dem jetzigen Mini st er Schiel« mitgefordert ist? S. Wird die Regierung das nachholen, wo» die frühere versäumte. gegenüber den neuerlichen Aeußerungen des sranzö fischen Ministerpräsidenten Tardieu darauf zu dringen, daß die Aus- legung der Bertrög«, wie sie von der früheren Regierung gemacht wurde, gegenüber Frankreich durchgesetzt wird? 4. Wird die Regierung die Baurate für den Panzer- kreuzer B— nicht nur die Anerkennui»gsrat«— in den Haushaltsplan einsetzen und damit alle Wchrmöglichkeiten sür Deutsch- land ausnützen? 5. Wird die Regierung, dem Antrag des Abgeord» neten Trevironu» entsprechend, alt« Maßnahmen die Herr Seoering gegen die thüringisch« Regierung er- griffen hat. rückgängig machen?* Das sind wahrhaft peinliche Fragen— nur wundert es uns, warum Hugenbergs Presssdienst einen der wichtigsten deutschnationalen Programinptinkte vergessen hat:„Wie ist es denn mit dem amtlichen Widerruf der Kriegsschuldlüge?* Die Hoffnungen der Schiele-Anhänger und des Kabinetts beruhen demgegenüber auf dem Landbund. Am Mitt- wochnachmittag um 5 Uhr wird der Gesamtoorstand desLandbundes Beschluß fassen— erst danach wird I sich die deutschnationale Reichstagsfraktion entscheiden. Die Freunde Schiele» in der deutschnationalen Fraktion ver- suchen deshalb, die Abstimmung über den Miß- traue nsontrag bis zum Donnerstag hinaus- zuziehen, damit der Druck der Landwirtschaft auf die Fraktion wirksam werden kann. über ihre Stellungnahm« zu der Regierungcerklarung und über ihre Hallung gegenüber der Regierung zusammen. Die Erörte- rungen ergaben volle Einmütigkeil der Fraktion.* Die oolle Einmüligkett bestand nicht in der Sache, sondern nur über die eiizzuschlagende Taktik. Die deutschnationale Reichstagsfraktion will versuchen, in Berhandlungen mil der Regierung Zeit zu gewinnen. Der Plan ist, die Abstimmung über be» Mißtrauens- autrag so lauge hinauszuzögern, bis die Agrarvor- lagen fertiggestellt sind, damit die deutschnationale Reichstagsfraktion ihr« Entschlüsse davon abhängig machen kann. lieber die Stellung zu den Mißtrauensanträgen herrscht bei den Deutschnationalen olles andere als Einheitlichkeit— beide Gruppen stehen sich einander gegenüber und ihre Auseinander- setzll»»g«n sind überaus lebhaft. polenvertrag wird vorgelegt. wie wir hören, fall der Handelsvertrag«ll polen nach einem Beschluß der Reichsregierung in der vorliegen- den Fassung dem Reichstag zur Verabschiedung zugehen. Auf einen entsprechenden Hinweis in de« Regierungserklärung wurde mit Rücksicht ans die deutschnationale Fraktion, die diesen Vertrag bisher aus das entschiedenste bekämpft und als„Verrat an der Landwirtschaft* bezeichne« ha«, verzichtet. Einzelerklärungen der Regierungsparteien. Die in der Regierung vertretenen Parteien werden am Mitt- woch zu dem Progranun des neuen Kabinetts Einzelerklä- rungen abgeben. Di« anfänglich« Absicht, eine gemeinsam« Crkläru»»g verlesen zu lassen, scheiterte an den Meinunzsver» schisdenheiten zwischen den in der Regierung vertretenen Fraktionen. Die sächsische Regierungsfrage. Deutsche Voltsparlei stellt eia Programm auf. Dresden. 1. April.(Eigenbericht.) DleDeutscheDolksparteiSachfenshatous den Lrief des Landesvorfigenden der Demokratischen Partei Sachsens. Reichs» togsabgeordnetcn Kiilz, wegen der Bildung der Großen Koalition folgende Antwort erteilt: .Landesvorstand und Landtagssraktion der Deutschen Volk»- partei in Sachsen sind in ihrer gestrigen gemeinsamen Sitzung zu der Auffoflung gelangt, daß nach dem Sturz der Regierung Biinger und nach dem ergebnislos unternommenen Versuch der Neuwahl eines Ministerpräsidenten Derhandwngen über die Bildung einer neuen Sachisenregierung aussichtslos sein müßten, wenn nicht vor» her Klarheit über die wichtigsten Ausgaben der Regierung ge» schaf'en wird. Die Deutsche Dolkspartei sieht als die wichtigsten Aus. gaben der sächsischen Landesregierung die folgenden an: 1. Die Vermeidung jeglicher neuen Belastung der sächsischen Gesamt Wirtschaft, 2. Ordnung der Landesfinan�n als oberstes Gesetz der verantwortlichen Staatssührung, 3. Personalpolitik nach sachlichen Grundsätzen, 4. wirksame Bekämpfung der Erwerbslosig- keit. S. Erleichterung der Gemeinden auf dem Gebiet der Wohl» jahrtspflege durch andere Lastenverteilung. tz. Förderung des Wohnungsbaues mit dem besonderen Ziel der Belebung der privaten Bautätigkeit. Als stärkste bürgerliche Partei des Landes fordern wir in besonderem Maße die Verantwortung dafür, daß diese Progranrmpunkte a l» Richtlinien für die Tätigkeit einer neu zu bildenden Regierung zu gelten haben. Wir wären der Dci-tschen Demokratischen Partei dankbar, ivenn sie uns mitteilen wollt«, wie sie sich zu diesen Forderungen als Grundlage für die Bildung einer neuen Regierung stellt.* Ablehnung des kommunistischen AuflösungSankragS Dresden. 1. April. In der heutigen Landtogssitzimg wurde der kommunistisch« An- trag der Landtagsauflösung in zweiter Lesung gegen die Stimmen der Kommunisten und Nationalsozialisten abgelehnt. Es herrschte große Erregung im Haus« und auf den Tribünen. Präsident Wecket erteilte mehrere Ordnungsrufe und drohte mit Räumung der Tribüne. Der Siand der Reichsfinamen. Ende Februar 1,36 Mill arde» Defizit. Nach dem Ausweis de» Neichsfinanzministeriums für den Monat Februar ergibt sich für die Zeil von April 1929 bis Februar 1930 des laufenden Rechnungssahres ein Gesamtfehlbetrag von 13 68,1 Millionen Mark. Das Defizit im ordentlichen Haushalt macht für April 1929 bis Februar 1930 rund 293,3 Millionen Mark aus. Dazu kommt der Fehlbetrog aus dem Vorjahr in Höhe von 134.4 Millionen Mark. Im außerordentlichen Haushalt wird bis Februar 1930 ein Defizit von 13,9 Millionen Mark ausgewiesen. Der Fehlbetrog erhöht sich durch das Defizit aus dem Vorjahr um 004,5 auf 018,4 Millionen Mark. Der Sasjenbestond macht» End« Fe- bruar bei 1743 Millwnen Mark Einnahmen und 1689 Millionen Mark Ausgaben 54 Millionen Mark aus. Die schwebende Schuld hat sich von 1727,6 Millionen Mark Ende Januar aus 1735,9 Millionen Mark End« Februar erhöht. Die folgen des Rowdyiums. Das Opfer tot— fünf Angreifer wandern in- Gefängnis. Halle. 1. April. In et«? zweitättgen Verhandlung wurde vor dem hiesigen Schwurgerickst gegen fünf dem kommunistischen Jugend- oerband ongehörige junge Leute zwischen 19 und 23 Iahren verhandelt, die am 22. Dezember 1929 frühmorgens dem Mitglied des Iungstahlhelm Küfner aufgelauert und ihn durch Mesierstiche lebensgefährlich oerletzt hatten. Das Schwurgericht erkannte bei zwei der Angeklagten wegen Totsckilags aus fünf und vier Jahr« Gefängnis, bei einem weiteren wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todeserfolg auf zwei- einhalb Jahre Gefängnis, bei den beiden letzten auf je «in Jahr unddrei Monate Gefängnis. Einer der An» geNagten hat in der letzten Nacht versucht, sich durch Oeffnen der Pulsadern das Laben zu nehmen. pilfudskis Difiaiurkabineii. Würdige Segrüßung. Warfchan, 1. April. Der sozialistisch«„Robotnik* nennt Slawe?«in bloßes ausführendes Organ der Befehle Pilfudskis. Der neu« Ministerpräsident fei ein fanatischer Gegner der Demokratie, des Parla- meritarismus und der Sozialisten. Unbestrettbar Hab« er rein« Hände in dem Sinn«, daß er nicht persönlich Karriere machen oder finanziell« Dorteil« erwerben wolle. Aber für ihn heilige der Zweck die Mittel und erscheine alle» erlaubt, wenn es Pilfudfki befiehlt. Die Sozialisten würden den Kampf um die vollständige Abschaffung fetzigen Resierungssystem» rücksichtslos bt, zum Ende durchführen. Macdonald und Krankreich. Eine Erklärung im Unterhaus. eoudon, 1. April.(Eigenbericht.) Macdonald erklärt« am Dienstag im Unterhaus ü b e r d i e Flotten kon fe renz. daß die englische Regierung keines- w e g s beabsichtige, irgendwelche Verbindlichkeiten auf sich zu nehmen, die üb«i die Berpftichtungcn aus dem Völkerbundsstatut und den Locarnoverträgen hinausgingen. Frankr«Ich verlange keineswegs die Uebernahme neuer Verpflichtungen von den übrigen Mächten. Auf«ine Anfrag«, ob dies« Erklärung so zu verstehen sei, daß es keinerlei M«inungsverfchi«denh»ltcn Zwischen Eng- ländern und Franzosen hinsichtlich des M I t t e l m-« r pa kt e s gebe, oerweigerte der Ministerpräsident die Antwort. Krlegsrecht in Angola. In Soo Paulo de Loanda, in der porhi- rizsischen Kolonie Angola, ist dos Kriegs recht erklärt worden, iiackdem die portugiesisch« Regierung sich geweigert hat. den Obersten F o a. der nach d«m kürzlichen Staatsstreich die Macht an sich gerisien hotte, als Chef der Garnison anzuerkennen. Die portugiesische Regierung hat Anweisungen gegeben, jedes Blut- vergießen zu vermeid*«. System Borsig. Die Ausbreitung des Kapitalismus darf durch Sozialpolitik nicht beengt werden! Moldenhauer und Borsig-Brief. Eine Erklärung, die nur bestätigt. Unsere Veröffentlichung des Briefes der Arbeitgeber» verbände an den Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer hat die Parteien des Brüning-Blocks in größte Verlegenheit versetzt. Ihre Presse bemüht sich eifrig, den Eindruck des Briefes abzuschwächen, das gleiche Bemühen zeigt Reichs- finanzminister Dr. M o l d e n h a n e r. Er läßt erklären: .Der Reichsmimster der Finanzen Profesior Dr. Moldcnhauer hat den angeführten Brief der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände vom 6. März d. I. erst am 8. März erhalten, nachdem in der Kabinettssitzung vom 5. März bereits die Entscheidung über die Vorlage an den Reichsrat gefallen war. Er hak den Brief als durch die Sablneltseutscheidvag erledigt angesehen und zu den Akten schreiben lassen. Er hat an der Regierungsvorlage über die Arbeits- losenversicherung, die er schon durch seinen Kmnmisiar auf Grund des Beschlusses des Reichskabinetts im Reichsrat hat vev- treten lassen� bi s zu m 1« tzte n T ä g fest geholt«». An d«» Verhandlungen der sozialpolitischen Sachverständigen der Regierungsparteien, die ein Kompromiß suchen sollten, hat er gar nicht teilgenommen-, auch nicht an den Besprechungen, die später zwischen Abgeordneten der in de» Regierung vertretenen bürgerlichen Parteien stattgefunden haben. Erst In der Sitzung der Parteitührer hat« von dem So«. promiß Sruning.Meyer Seaalni» erhalte» und sich schließlich mit dem Kompromiß einverstanden erklärt, um«ine Einigung unter den Parteien herbeizuführen. Aus diesen tatsächlichen Feststellungen geht zur Genüg« hervor, daß der Brief der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ohne jeden Einfluß auf die Haltung des Reichs- Ministers der Finanzen gewesen ist.* Herr Moldenhauer macht es sich mit seiner Er» klärung wirklich sehr bequem! Cr beschuldigt sich selbst un- verantwortlicher Kurzsichtigkeit, um von der wahren Wirkung des Briefes abzulenken. Die Arbeitgeberverbände haben mit dem Austritt aus der Reichsanstalt für Ar-�' beitslosenversicherung gedroht— und Herr Moldenhauer hat die Drohung zu den Akten legen lassen! Austritt der Arbeitgeber aus der Reichsanstalt wäre ein Versuch der offenen Sabotage der Arbeitslosenversicherung gewesen, ein Vorgang, dessen Konsequenzen zunächst gar nicht zu überblicken gewesen wären. Dieser Austritt hätte zu heftigsten Erschütterungen führen können. Der Reichsfinanz- minister aber hat diese Drohung weder dem Reichs- k a n z l e r noch dem Reichsarbeitsmini st er mit- geteilt, obgleich es feine erste Pflicht gewesen wäre, den Reichsarbeitsminister von einer solchen Drohung in Kenntnis zu setzen. Sollte Herr Moldenhauer vielleicht nicht er- kannt haben, welche große Bedeutung einem solchen Schritt der Arbe''�ber zukommen würde, da er das Schreiben zu den Akten gelegt hat? Aber nur das Schreiben ruht bei den Akten der»� Wille der Arbeitgeber hat Erfolg gehabt, und das läßt sich durch kein« Erklärung verwischend Die Regierung«« vorläge ist vom Kabinett genehmigt worden der Pro«'" lest der Unternehmer aber hat dazu geführt, daß an die Stelle der Regierungsvorlage ein ungünstigeres Kompro- m i ß gesetzt werden sollte— gegen den Willen der Sozial- demokratie. Herr Moldenhauer verweist darauf, daß nicht er. sondern die Führer der bürgerlichen Parteien den Kompro- mißvorscblag gemackt haben, der zur Krise sübrte. Das ist richtig. Aber Herr Moldenhauer war es, der die Krise endgültig herbeigeführt hat. indem er mit seiner Demission drohte für den Fall, daß die Finanzgesetze ohne dies Kompromiß an den Reichstag gebracht würden! Die allgemeine Linie läßt sich nicht vertuschen: die Ar- beitgeber haben gedroht und die bürgerlichen Parteien haben prompt die Regierungsvorlage verleugnet und damit die Krise herbeigeführt! Protest gegen Saargängeruuierstühung. Ein französisches Manöver. Wie der..Sozialdemokratisch« Pressedienst* aus Anlaß der noch immer stockenden deutsch-französtschen Saarver- Handlungen berichtet, soll die Saarregierungs- tommission an die deutsche R e i ch» r- g i« r u n g eine Note gerichtet haben, in der Besprechungen über die sogenanntc Saargängerfürsorg« gewünscht werden. Die Regierungs- kommisston behauptet, der A r b« i t S m a r k t im Saargebiet werde durch tri« von der deutschen Reichsregierung an die im preußischen und pfälzischen Grenzgebiet onsösfigen und im Soorgabiet beschäs- »igten Arbeiter gewährte Unterstützung ungünstig beeinflußt. Die gewünschten Verhandlungen sollen der Ueberlegung, wie die Schwieriokeiten, die aus dem Arbeitsmarkt de» Saargebiete» an. gebllch durch die Saargängeruntcrstützung entstanden sind, beseitigt werden können, dienen. Die Regierungstommission soll sich mit dem Gedanken be- schästigen, von der deutschen Regierung die Einstellung der Unlerstühungsmaßnahmeu zu fordern. Sollte die deutsch« Reichsregierung es ablehnen, sich in die rein innerpolitische Angelegenheit von der Lölkerbundsregierungskommisfion hineinregieren zu lasten, erwägt mcm nach den Mitteilungen der Gewährsmänner des„Soz. Preste- dienstes* Repressalien. Nach Lage der Sache könnte«» sich dabei nur um eine Sperre der Grenze gegen den Arbeilcrverkehr von den deutschen Grenzgebieten her Ruffengafisplel. Theater in der Köniogräher Straße. Meyerhold mit seiner Truppe. Gogols„Revisor*. Grimmige Grotesk« der Inszenierung. Raffiniertest« Drestur der Schauspielert Verblüsstmg. Bewunderung und schließlich Beifall. M.H. handeln. Al» Bater der Note gilt das französisch« Mitglied der Regierungskommission, M o o i z e. Man glaubt, daß er sich zu einer Hilfsstellung für die französischen Unterhändler über dl« vorzeitig« Rückgliederung des Saargebiets bereit gesunden. hat. Di« Schwierigkeiten der deutschen Regierung werden weniger aus dem Saorgebiet selbst als aus dem deutschen Grenzgebiet er- wartet. Jedes Entgegenkommen gegenüber den franzpsiscken Wünschen in Handel-politischer und zollpolitischer Beziehung wird auf den Widerstand der auf die Wiedergewinnung des Saarabsatz- Markts rechnenden Landwirte und Gewerbetreibenden im Saargrenz- gebiet stoßen. Die Franzosen erwarten von dort indirekte Unter- stützung ihrer Gruben- und Pochtfelderwünsche. Sie wollen durch die Drohung der Arbeitsmarktsperre die Beseitigung der Saorgängerunterstützung erreichen und dadurch den Unwillen im Soargrenzgebiet steigern, d. h. sie wollen die handelspolitische' Front der deutschen Unterhändler schwächen und so die eigenen Grubenwünsche fördern. Die Araber haben angefangen. Ergebnis der pa ästina-Unteriuchunq. In dem soeben veröffentlichten Bericht des englischen Palästina-' Aueschustes wird festgestellt, daß die A r a b- r mn 23 August mit Angriffen auf die Juden begonnen haben, die auch durch vorgekommene Ermordungen von Arabern durch Juden nicht gerechtfertigt würden Die Unruhen seien nicht einheitlich im ganzen Lande oucgebrochen, sondern hätten sich auf Grund der Vorgänge in Ienisotem über dos Land verbreitet. Die Vergeltung»- maßnahmen der Juden werden von dem Ausschuß ebenfalls scharf gegeißelt. Die Unruhen hätten sich keineswegs gegen die britischen Behörden gerichtet. Ein Araber, der während der Unruhen im August die Er- mordung eines höheren Polizeibeamten angestiftet hatte, Ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine dänisch-deutsche Freundschast-kundqebung wird als Fort- setzung des vorjährigen Kieler deutsch-dän-schen Friedenstreffens am 20. Mai in Kopenhagen veranstaltet. Aus Schleswig-flotstein werden. große Delegationen nach Kopenhagen reifen. Die falsche Rechnung. W.rtschastskrise als Folge unzureichender Löhne. Mit aller Macht sperren sich die Unternehmer gegen Lohn- erhöhungcn. Man kann wohl sagen, oasi heute die Unternehmer- ossensioe aus die Löhne tonzentriert ist. Es ist schon inimer das Berhängnis unserer Wirtschaft gewesen, dasi die deutschen Unternehmer wohl im landläufigen Sinne „tüchtige Geschäftsleute" sind, auf den eigenen unmittel- baren Vorteil bedacht, aber wirtschaftlich nicht über ihre Nasenspitze hinauszusehen vermögen, als Volkswirt« jämmerliche Pfuscher sind. Was ist heute das Kernproblem unserer Wirtschaft? Die volle Ausnutzung der Produktions- anlagen. Denn dies ist die Voraussetzung für eine Verbilligung der Produktion, für die erfolgreiche Austragung des Konkurrenz- kampfes auf dem Weltmarkt. Und dann werden wir auch die Zahlungsoerpflicktungen aus dem Dawes-Plan— wenn sie im internationalen Warenaustausch überhaupt auf die Dauer durch- führbar sind, was heute noch niemand mit Vcstimnitheit bejahen oder verneinen kann— erfüllen können, ohne daß sie das Jnein- ondergreifeu des wirtschaftlichen Räderwerks stören. Wie ober kommen wir zur vollen Ausnutzung der Produktions- anlagen? Die Unternehmer sagen: durch Lohnabbau, mindestens aber durch Verhütung weiterer Lohnerhöhungen. Die gegenwärtige Lobnl>öhe behindere die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt. Diese Argumentation hat nur für den etwas Bestechendes� der von unserer Wirtschaft nichts weiß. Der z. B. nicht weiß, daß das bei weitem größte Absatzgebiet nicht das Ausland, sondern das Inland und nur das Inland fein kann. Auch für aus- gesprochene'Erportinduktrien ist es wesentlich, daß in erster Linie der Jnlandocrbrauch gesteigert wird. Denn nur wenn wir im Aus- land auch als große Käufer auftreten, können wir auf die Dauer Massenexport betreiben. Der internationale Warenaustausch geht durch kommunizierende Röhren. Wie aber sollen wir die Produktionsanlagen voll ausnutzen. wenn mit einer ständig steigenden Massenarbeits- lofigkeit der Innenabsatz nicht nur nicht gleichen Schritt hält mit der gesteigencn Produktivität sondern noch zurückgehen muß? Di« Reich-anstalt rechnet mit einer Mindest zahl an Haupt- Unterstützungsempfängern von 1,2 Millionen für 1930. Als man im Vorjahr bei der sogenannten Reform der Arbeitslosenversiche- rung 1,1 Millionen annahm, wurde diese Zahl allgemein als Maximum angesehen. Zu den Unterstützten der Arbeitslosen- versicheruna kommen die der Krisenfürsorg«, der Wohlfahrtspflege und die Arbeitslosen, die keine Unterstützung beziehen. Lag im Vorjahr die Gesamtzahl der Arbeitslosen bei zwei Millionen. so wird sie. wenn keine grundlegende Aendenrng eintritt, in diesem Jahr um einige Hunderttausend höher sein. Wie man die Losten, die daraus entstehen und die viel höher sind als die Doweslasten, auch oerteilen mag: ob Letstungsobbau, Ab- schiebung in die Wohlfahrtspflege, Erhöhung des Reichszuschusfes und der Beiträge, es wird deshalb nicht einen Arbeits- losen weniger geben. Es wird deshalb nicht ein Schorn- stein m�hr rauchen. Nicht der Abbau der Arbeitslosenversicherung, sondern der Abbau der Arbeitslosen ist das Problem. Die Entlastung von den hohen Sozialbeiträgen kommt dann ganz automatisch. Wenn die Reichsanstalt statt mit 1,2 Millionen nur mit 300000 Unter- stützten zu rechnen hätte, wenn im gleichen Maße die Ausgaben für Wohlfahrtspflege, Krisenfürsorge und Notstandsarbeiten zu- rückgingen, dann brauchte man nicht um neue Steuern kämpfen. dann könnten die Beiträge— auch zur Krankenversicherung— ganz wesentlich ermäßigt werden. Wie aber kann die Arbeitslosigkeit abgebaut werden ohne eine Steigerung des Inlendabsatzes? Wie kann der Inlandabsatz gesteigert werden ohne eine Erhöhung der Löhne? Die Unternehmer möchten Herabdrückung der Löhne, um den Absatz zu steigern, Abbau der Unterstützungen, um die Arbeits- losigkeit z» beseitigen. Bedarf es auch nur eines Wortes, um die Unsinnigkeit dieses Vorhabens nachzuweisen? Die Massenarbeitslosigkeit bedeutet nicht nur Massen- elend. Die Zahl der Konkurse, der sensationellen Zusammen- bräche selbst großer Unternehmungen ist doch nicht rein zufällig zeitlich verbunden mit der Massenarbeitslosigkeit. Und wie es jetzt in Wirklichkeit mit den Kartellpreisen steht, daß diese oft nur auf dem Papier stehen, daß die größten Unternehmungen sich in einer ständigen Jagd nach Austrägen befinden,, nur um ihre mit riesigen Mitteln ausgebauten, äußerst kostspieligen Betrieb« in Gang zu halten, ist wohl kein Geheimnis für die Unternehmer. Massenarbeitslosigkeit, Massenelend bedeutet auch Massen- sterben der Unternehmungen. Di« Unternehmer weigern sich den Arbeitern den Anteil— und der muß größer sein als der des Kapitals— aus der Rationalisierung zu erhöhen. Die Folgen liegen klar zutage: Ständig wachsende öffentliche Lasten, ständig nachsende Unterbeschäfligung der Wirtschast. Geht es in diesem Tempo weiter, dann besteht auch für die größten Unternehmungen die Gefahr, daß sie an dem Lohntell zu- gründe gehen, den sie ihren Arbeitern vorenthalten haben. Ge- steigerte Produktivität fordert zwingend gesteigerte Löhne. Oer Gchneiderstreik. Tarifabschwß in Hamburg— Vor neuen Verhandlungen? Der Kampf der Maßschneider gegen den unmöglichen Braunschwciger Schiedespruch macht gute Fortschritte. Wohl läßt sich im Augenblick, da kein Generalangriff erfolgte, noch nicht die Gesamtzahl über den Umfang des Streiks angeben. Fest steht jedoch, daß die Kampsmaßnahme» der Organisationen überall in bester Disziplin und in zuversichtlicher Haltung durchgeführt worden sind. Ein Teil der Uiuernehmer versucht bei seinen Aussperrungs- maßnahmen mit Kündigungsfristen von 14 Tagen über die kritisch« Zeit hinwegzukommen, in der Hoffnung, daß inzwischen irgendwie eine Beilegung des Konflikts erfolgt. Ein anderer Teil der Unter- nehmer hat in einer ganzen Reih« von Orten schon jetzt A n g e- böte gemacht, die sehr beachtliche Zugeständnisse über den Draunschweiger Schiedsspruch hinaus enthalten. Eine ganze Anzahl Firmen sind bereit, Lohnerhöhungen zu bewilligen und möck)l«n E i n z e l a b k o m m c n treffen. Daran haben aber die Bekleidungsarbeiter kein Interesse. Mit Einzelabkommen wird die Gesamtsituation nicht geklärt. Wie sehr man im Unternehmerlager selbst von der Unhaltbar- keit des Braunschweiger Schiedsspruches überzeugt ist, zeigt das Borgehen der Unternehmer der Damenmaßschneiderel In Hamburg. Sie haben mit der örtlichen Filialleitung des Deut- scheu Bekleidungsarbeiterverbandes ein Abkommen für Ham- bürg getroffen, das eine Lohnverbesierung um 5 Prozent vorsieht. Bezeichnend ist, daß bei dem Abschluß des Abkommens auch ein Hamburger Vorstandsmitglied mitgewirkt hat, das zu- gleich Mitglied der Vorstandschaft des Gesamlarbeitgeberverbandes ist. Das Hamburger Abkommen bedeutet eine glatte Des- aoouierung des Braunschweiger Schiedsspruches und bereits die A u f l ö f u n g der Unternehmerfront. Der Draunschweiger Schiedsspruch kann zu den Akten gelegt werden. Die Bekleidungsarbeiter arbeiten nicht unter den Bedingungen diefes Schiedsspruches. Ein« Verbindlichkeitserklärung dieses Monstrums ist ebenfalls nicht möglich. Schon aus formalen Gründen nicht. Man stelle sich vor: die Braunschweiger Mißgeburl besitzt nicht einmal F r i st b c st i m m u n g e n: der Spruch ist«in Torso ohne Kopf uni» Bein. Wenn Im Arbeitsministerium jemand einen derartigen Spruch zusammengeschustert hätte, dann könnt« er sein Bündel packen. Aus formalen wie aus sachlichen Gründen ist der Braun- schweiger Spruch eine Unmöglichkeit. Er muh verschwinden! Reu« Verhandlungen sind notwendig auf einer neuen Basis, deren Linien durch die Zugesiändnisse der Unternehmer in Hamburg und bei einer ganzen Reihe von Einzelfirmen zum Teil schon skizziert sind. Unhaitbare Positionen behaupten wollen ist immer fchlcchte Äampstaktik. Was doch getan werden muß, das tut man doch am besten gleich. Durch langes Zuwarten verbessern die Unter- vehmer ihre Position gewiß nicht. Unveränderte Laqe in Verlin. Die Lage im Streik der Berliner Herrenmaß- schneide? ist gestern unverändert geblieben. Die Unter- nchmer, die vor dem Ausbruch des Streiks angekünd'gt hatten, die Anerkennung des Abbaus hledsspruchss durch ein Lohndiktat zu erzwingen, haben anscheinend Angst vor der e'gcnen Courage bekommen. Die Mehrzahl der Inhaber der noch nicht bestreikten Firmen dürfte auch kaum einer solchen Anweisung des Arbeitgeber- Verbandes folgen. Sehr erbaut ist man im Lager der Unternehmer über die Kampstaktik des Beklcidungsarbeiter-Derbandes nicht, die einzelnen Unternehmern gestattet, weiter zu produzieren und zu verdienen, den anderen aber ihr« Verdienstquelle radikal verstopft. Der Ber- linor Filialvorstand des Bekleidungsarbeiter-Verbandes hat bei der Lage des Streiks noch keine Beranlasiung, außer den 1500 bereits vom ersten Tage an im Kampf stehenden Maßschneidern weiter« aus Betriebs- und Gewerkschafts'unklionäre! Montag, den 7. April, abends TV« Uhr. in den Musikersfilen, Kaiser- Wilhelrn-Str 31 Funktionärkonferenx Taeesordmin«: I. ,01. poIUudie Sl'iu'ion Im Reich". Referent: Reichs- arbei'sminister a. D. R. W i s s e 1 1.— 2. Wahl der 3 Vertreter zum erweiterten Bezirksvorstand.— Ohne Parteibuch und Funktionäi karte kein Zutritt. Das delricbuckretariat. den Betrieben zu ziehen, wie es die kommunistischen Strategen aus der Kleinen Alcxanderstraße gern sehen möchten, um derart die Einheitsfront der Unternehmer zu erzwingen. Ob und wann eine Erweiterung des Streiks vorgenommen wird, darüber wird die Oganisationslcitung nach reiflicher Abwägung der Umstände cnt- scheiden. (Schwerer �einfall der KPO. Oekegiertenwahl der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiier Am vergangenen Sonntag vollzog die Ortsgruppe Berlin des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränke- arbeiter die Wahl der Delegierten zur General- Versammlung. Die„Rote Fahne" rief am Sonnabend ihr« Getreuen, die.oppositionellen" Kolleginnen und Kollegen auf. aus den Stimmzetteln die Namen der„Kandidaten der Bürokratie" sämtlich zu streichen und„als Zeichen des Protestes gegen diese Hotientottcnwahl, als Ausdruck ihres Willens zum unversöhnlichen Klassenkampf auf die durchstrichene Liste zu setzen die Worte: Revo- lutionär« Gewertschastsopposition!" Und der Erfolg? von 4S71 �stimmenden haben ganze S0 der Parole der KPD. Folg« geleistet. Mit 4S54 Stimmen wurde die von den Sektionssunktionärversammlungen aufgestellte Delegiertenlist« gewählt. Was sagen die Parolenschmiede der KPD. zu diesem Resultat? Oas Brauereikapital in Bedrängnis. Durch Schiedsspruch mit Geha tSerhödung um S pro,. Am Montag ist vor dem Schlichter für Berlin-Brandenburg über den Antrag der Brauereiangestellten auf Vcrbindlichkeitser- kläoung des Schiedsspruches vom 8. Februar verhandelt worden, der den Angestellten der Berliner Brauereien ab 1. März eine Erhöhung ihrer Gehälter um S Prozent zu- spricht. Dieser Schiedsspruch war von den Angestellten, obwohl er ihren Forderungen nur sehr wenig Rechnung trug, einstimmig angenommen worden, während ihn die B r a u u n t e r- nehm er sofort nach seiner Verkündung abgelehnt hatten. Än den Verhandlungen am Montag vor dem Schlichter schilderten die Braugewaltigen wieder in allen Farben ihre„Rot- lag«", derzufolg« sie außerstande seien, auch nur ein« Mark Ge- Halfezulag« pro Monat zu geben. Di« beoorstchendc Biersteuer- «rhöhung, der immer noch nicht erreichte Dortriegsumsatz an Bier und ähnliche Dinge wurden gegen die Verbindlichkeitserllärung des Schiedsspruches ins Feld geführt. Daß die Viersteuer« rhöhung doch fast restlos aus die Konsumenten abgewälzt wird, daß ferner die Angestellten seit 1327 kein«? Gehaltserhöhung erfahren haben, berührte die Brauuntcrnehmer gar nicht. Mit so lendenlahmen und an den Haaren herbeige- zogencn Argumenten dürsten die Vertreter des Braukapitals den Schlichter von der.Notlage" des Braugewerbes jedenfalls nicht überzeugt haben. Es ist zu erwarten, daß der Schlichter, der noch keine end gültige Entscheidung getroffen hat, den Schiedsspruch'N den nächsteil Tagen für verbindlich erklären und somit den Brauerelangestellten ein« Gehaltserhöhung zusprechen wird, durch die der Verdienst der Brauereien bestimmt nicht geschmälert werden wird. Sollte wider Erwarten ein« andere Entscheidung des Schlichters ergehen, dann ist, wie Genosse Lache in der Versammlung der Brauereiangestellten am Montag ganz eindeutig zum Ausdruck brachte, mit einem ernsten Konslikt im Berliner Brauoewerbe zu rechnen. Angst vor der Oiskusston. Die Kommunisten von Eiock-Mariense de weichen ihr aus. Vor einigen Tagen fand bei R. Stock u. Co., Marien- felde, eine Betriebsversammlung statt. Auf der Tagesordnung stand, neben der Stellungnahme zur B e t r i e b s r a t s w a h l, ein Referat von Malzahn:„Der Kampf der Industrie gegen dir Sozialgesetze". Die sogenannte„Opposition" war anwesend. Der Betriebsrat freut« sich schon, mit den„Revolutionären" seine Meinung aus- zutauschen. Leider erfüllte sich dies« Hoffnung nicht. Der Führer der„Opposition" stellte zu Beginn der Versammlung den Antrag. einen mitgebrachten Wanderredner der KPD. ein Korreferat halten zu lassen. Wahrscheinlich um zu beweisen, daß nicht die Unternehmer Gegner der Sozialgesetze sind, sondern seine Partei es ist. Von der Dersammlungslcitung wurde er darauf hingewiejen, daß der Antrag unzulässig ist. Dem Antragsteller wurde anHeim- gestellt, in der Diskussion zu sprechen. Diese Gelegenheit, Gedankengänge zu entwickeln, wollten die„Revolutionäre" aber gar nicht haben: denn sie hätten dabei chre Unfähigkeit bewiesen, sich nur mit ihren Kollegen auseinanderzusetzen, geschweige denn mit ausgekochten Unternehmervertretern. Der Oppositionsmann forderte darauf seinen Anhang auf, mit ihm den Saal zu verlassen, in der Absicht, dadurch die Versammlung zu sprengen, lingesähr ein Bäckerdutzend, davon ein Teil Betriebsfremder, folgte der Aus- sorderung, um in einem anderen Zimmer Parolen zu empfangen. Damit hat die„Opposition" bewiesen, daß ihr geistiger Mut ebenso gering ist wie ihre Zahl. Die Belegschaft von Stock-Marien- felde stimmt für die freigewelkschafNiche Liste 1. Lugendarbeii der Siadi Berlin. Am Sonnabend waren die Funktionäre und Mitarbeiter der Verbands- und Bezirksjugendgnippen der Freien Gewerkschaiis- jugend Berlin von der Freigewerkschastlichen Iugendzentrale in das Haus der Technik gerufen. Führungen unter Fachleuten ermöglichten das Kennenlernen neuer elektrischer Geräte für Fabrik und Ha"s- halt, ebenso wie die darauf vorgeführten Filme viel Wissenswertes aus den Fabriken der AEG. übermittelten. Das Hauptinteresse aber galt dem Film der Stadträtin 0!• nossin Klara Weyl, der von der Jugendarbeit der St a d t Berlin in klaren, eindrucksvollen Bildern erzählte Die Stadt Berlin betreut 13 500 Waisenkinder, 60 000 Wündcl und 8000 Fürsorgezöglinge. 65 000 Kinder werden von der Jugendpflege ersaßt: während 36 000 Kinder die Wohltaten der Sommerspielplätze genießen. Die Stadt hat 33 Anstalten. Zlussührlich berichtet der Film von dem Leben und Treiben in diesen zweckmäßig eingerichteten Häusern und man gewahrt zur eigenen persönlichen Freude fröhliche Waisenkinder, denen man ni.bt ansieht, daß sie hinter Anstaltsmouern groß werden. Doch auch in den landschaftlich sehr schön gelegenen Fürsorgeanstalten wird alles mögliche getan, um ein lebensstarkes Geschlecht heranzuziehen. Ferner sieht man. wie fürsorglich und bedacht in den denkbar herrlichsten Gegenden die Heime für die erholungsbedürftigen Stadt- linder eingerichtet sind und ist dabei Zeug« eines lustige» Lebens und Treibens, daß sich auf den Sommerspielplägen entfaltet. S E i m WB®. SIc'fbKircl-SwbbinM StioR». iTrcitafl, IZ'z Uhr. Vrr'amm.' P tun« aller SB?..®enolsen bei ftrüfler, Trmprlhafcr Ufer. JBid-t'ac>1 || Taaesorbnuna. 2»italicbsbudi leaitimiert.®ti„raltiossoorttanb. tl �reie Gewerkschasis-�uaendRerlin Satten für Mc nädillc Iuqcnhvorslclluna her Volksbühne am coiuiiaa. dem 8. Avril. um iö Uhr. im Jheatcr am®U!ojBt>Iafi find für 80 PI. in ber fiuacnfuenlroje, crEcmerirehaitähaiis, Enaelufer SM i"),? mmer bli, ?u haben.— Seme, Miirwod,. Uhr.'Oflen die Grunven:«airnftbuleniren; guaendheim Ernftstr. 16. Scimbefrrecknma.— Soibtirq: guaendhe m. öd.uli Lonnenburaer etc. 20. Vortraa:»Geistiae Waffen— Sampf oeaen hie S.rde", — Gehönhanfer Joe: etuaenbheim Sehbcmder 6tt. 24— 25. 2:ditbllt>ercortraat .Sie Ld-bsiflb.Böhmifche Schweis".— ffleifieet«: fflcuoncnhcim We'henfce, Varlür..36. Selmbefprediunq.— Sleulello i;©tunpenho'm Setaftr. 29 fSof». fie'mbefprechima. fc.mausmc's- unb Verbanbsbudckontrolle.— Süden, SM, Westen: Srödt. gvaenbhe'm Porckstr,. 11 fgabrikaebäube). Der Eruvrnnabend fällt aus. Wir aehen mornen zur Srcismilnlicberoerfammrimn.— sinahafen: 3un«nbhe'm ftluabofcnftt. 68. ApciU Bprill Seimauswrife uni Verbands- bllchcr mübdnacn. äbs.�noenbonwve des ver Anf Heut«, Mittwoch, finden folgende Veranstaltunakn statt: Gesund- brunnen: Iuaendbe'm Orthstr. 10. vt. Ausspro chraJend:..Wie wer�e ich für drn Verband?"— Nordost: Auqendbeim TanZ-oer Str 02 lVaracke 3). Wir besuchen die Versammluna des Werbebe�irts. � Osten: �ustcndhcim der Schule L' tauer Str. 18. Wir besuchen die Versammlung, des Werbebe-urks.— Gcköadau'er Borstadt: Iuaendbcim der Schule Kaftanienallee 81. Vortrag: ..Das soll die ssürsorgeerziehung?" Referent: Bormann.-- Stralau: Zugend. heim der Schule Makler Str. 61. Vortrag:.Ist v obfofl die HweSmäßiast« Ernährung?" Referent: Dr. med, Wegcner. Ncutclln: Zugendhcim Böhmische Str. 1—4, Ecke Kanner Strafte. Wir besuchen die Versammlung unseres Werbebe� rks.— Südost: Jugendheim Wrang elstr. 128. Apr'l, April". Vor- tragender: Theo Marct.— Epardau: Jugendheim Lindenufer 1. Seima'-end — Poisdam-Rowauee: Zuaendherberge in Nowawes, Priesterstrafte. Schiall- Plattenvortrag:..Arde'.terdichtuna". Verantwortlich«üV Politik: Dr.«ntl Geyer: Wirtschaft- G. Kliuqelh�er. Gewertschaitsbewcgung: I. Steiner: sscuilleton: K. H. Dvscher: Lokales und Sonstiges Z?ri»«arstädt: Anzeigen: Tl». Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwarts-Verlag G. m d. S Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstrafte 8 Hier,» 2 Beilagen und �Unterhaltung und Wissen" HeiiwirkencH FieMngerTe sindsle le. Berlin SWII SctOneberger Mr. 16«. Tel. I.öuow fW-Ol 3ir. 155• 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 2. April 1930 CTPgEamrm Hochhaus In der KOnigsirahe. 5m Steigen ixr HochhÄif«?, die in den letzten yahren sn verjchi«. denen Punkten Berlin» in tn« Höhe g�chossen sind,«pscheint nun auch an einer Etelle, wo man e» am wenigsten»ermutet hätte—- nämlich in der Näh« de» Rathauses in der Kömgstrabe�-.das Stahl. skelett«ine» Hochhaus«?, da? durchaus in amerikanischer Bauweise hochgefllhrt wird. Mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene Verbreiterung der Königstrahe um 16 Meter ist die Front des neuen Hochhauses um dies«? Maß zurückgenommen worden. Als Provisorium wird jedoch ein zweigeschossiger Laden- und TasSoorbau bis an die alt« Sirahenfront heranreichen, der dann nach endgültiger Zurück- sitzung der Bauflucht wieder abgerissen wird. Da» Haus, das mit der zweiten Front am Hohen Steinweg steht und mit seinen „amerikanischen" Ausmaßen einen seltsamen Kontrast zu dem im Hintergrund des Hohen Steinwegs auftauchenden uralten Turm der Marienkirche bilden dürste, wird 32 W«t«r hoch und enthält neun Geschosse, die für Laden und Büros der Firma„Salamander" bestimmt sind. Der 1. Stock ist füx ein Tafä-Restaurant vorgesehen. Neu ist die Art und Weise, wie ein Grundrißfeld van 4 Stützen zuerst in der vollen Höh« hergestellt wurde, so daß auf diesem ein Kran mit einem 15 Meter ausladenden Schwenkorm aufgestellt werden tonnt«, welcher fei* Baumaterialien für sein, ganze llm- gedung hochbefärdert. Di« denkbar schnellste Ausführung des Stahl, gerüstes wurde dadurch ermöglicht, tln wenigen Wochen wird der Rohbau fertig sein, da da? Ausmauern In den verschiedenen Stock- werken gleichzeitig vorgenommen wird. Groß ist da? 5nt«ress« der Pastanten in der belebten Königstraß« für da? Tag für Tag fort. schreitend« interessante Werk neuzeitlicher Architektenkunst, Auch ein Zeichen unserer in den Fußtopfen Amerika» wandelnden Zeit, an den wichtigen Punkten der Stadt Selchöftshäuser aufzuführen, deren Dimensionen zwar noch nicht an fei« amerikanischen Wolkenkratzer heranreichen, aber sie doch zu ihrem Vorbild haben. Der„Loeser- Burg" und dem.Kathreiner�ochhau«" in der Potsdamer Straße folgt nun das„tzalamander�Hochhaus" in der Äönigstraßs. und es ist anzunehmen, daß uns die nächsten Jahre«ine ganze Anzahl ähnlicher Hochhäuser bescheren werden. Entwurf und Bauleitung des Hochhauses in der Königstraße hat Architekt Schaudt. Großseusr in Bremen. Ingerhoiul eingestürzt. Biesevmenge Baumwolle verbrannt- Brem««, l. Avril. Zn einem Lagerschuppen de? Kpeditlousgeschäsles P.H.Ulrichs u. Eo. in der Libauer Slmß« brach am Vtmlag nachmittag Feuer au?, da« sehr schnell um pch griff. Da K dem elwg All Suadrak- metex großen Schuppen etwa Zllllll Pallev Laumwoll« lagerten. bildete sich ein« sehr starke»gucheatw ick lang. Dl« Feuerwehr versuchte, das Feuer mit 14 Schlauchleitungen ZU bekämpsev, konnte aber erst crfolgrxich eiagrnsan. nachdem eine hafte Stunde nach Ausbruch de» Feuer? da» Vach de» engerhsufe» zum größten Teil eingestürzt mar. Unzesühr ein Viertel der darf lagernden Baumwolle ist vernichtet worden, lieber di« Entttehung�mrsach« Ist »ach nichts bekannt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß die Baum. walle, die von der«aiwauer ou» eingeladen war, unterwegs Funkenflug bekommen hat, wodurch dann später da? Feuer entstand. Der Schade« dürft« durch Versicherung gedeckt fein. Festnahme eines Millionenbetrügers. Seit drei Jahren wurde v«r den in tsrnationalen Palizsi- behärdm»in Eroßbetrüger gesucht, bor v«l« Firme» in S« Schweiz, in Volaien und im Hamdurgor Stadtgebiet um erhebliche Summen geschäölgt hat. Jetzt ist e» gelungen, seiner i» l o u r» g i in Belgien hahlmft zu werden. Er wurde in Haft genainwen und hat bereits ein TsilgestSndM? abgelegt. Der vielfestig« Betrüger ist festgestellt al»«in aus Jcarie in SiiecheMand gebürtiger Ehristo Earqfasts. Nachweislich sind ihm im Hamburger Gebiet in 127 Fällen Auftraggeber ins Garn gegangen und haben einen Aer« lust van einer Million Mark zu betlagen. Raubüberfatt auf einen Chauffeur. Vi« Räuber mit der Beut« entkomme«. Auf her Straße von Wittenau nach Berlin wurde in der psrzougenen Nacht WKraftdroschkensühter*C'1fö Uhr end au» dar Wolhenserstraß» von unbekannten Männarn angefallen und beraubt. Ahrend hatte von Berlin au««inen Herrn und«in, Dame nach Wstt-nau gebracht und wollt« setzt mit seinem Wagen zurückfahren. 5» der Oranienburger Straße in Wittenau rief ihn plötzlich Zu etwa 80 Jahr« alter Mann an. Ahrend. der glaubt«, ein» neue Fuhre zu bekommen, fuhr an fei« Bordschwell« heran und hielt. Der Fremde riß aber die Tür zu dem Führersitz auf und schlug nut einem harten Gegenstand dem Fahrer aus den Kopf. Zur gieichen Zeit kamen von recht? noch zwei andere Männer, 6i« sich an dem Ueber- fall beteiligien. Dem Chauffeur wurde sein grauer, wildlederner Geldbeutel mit 43 M. gestohlen. Dann ergriffen die Wegelagerer die Flucht und entkamen. Der Mann, der den Chauffeur anrief, trug keinen Mantel,»inen dunklen Anzug und eine Schiebermütze, fei« Heiden anderen kann der lleberfallen« nicht b.escbreiben. Das Raubdezernat dex Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach den Täter» ausgenommen. Es gilt öer sozialen Republik! Heute Reichsbonner-Oemonstrationen. Da? Berliner Reichsbanner veranstaltet heul«, um 20 Uhr. auf nachstehenden Plätze» vler große Kundgebungen: Rudols-wilde-Vlah vor denn Schemeberger Rathau» (Ärcls Besten). Redner Dr. vlischler. Brunnenplah(Kreis Norden), Redner vilnisterpräsiden« a. v. Ktelllng. Oranle» platz(kreis Süden), Redner Heinrich Löffle r. küftriner Platz(kreis Osten). Redner S o t h«. Pols- dv.N!. An die Kundgebungen schließen flch ausgedehnte llmmärfche durch den«nksprechcndcn Sladtteil an. Alle Republikaner werden aufgefordert, an diesen Kundgebungen, für die da» Thema der INahnnif„Volk Hab' acht!" gilt, teilzunehmen. Tragödie einer jungen Mutter. "Zwei Leichenfunde aufgeklärt. Bor«inigen Tagen wurde, wie wir mitteilten, au» der Spree hinter dem Charlottenburger Schloßgartcn die Leiche«ine» kleinen Kindes gelandet. Wie sich setzt herausgestellt Hot. steht dieser Fund im Zusammenhang mit dem Verschwinden einer noch jungen Frau. Seit etwa drei Wochen wurde aus der Huttenstraße die 27 Jahre alte Fnni 0. G. mit ihrem Söhnchen Alfred vermißt. Es ist jetzt sestgest«llt. daß Frau G. als Leiche aus der Havel gelandet wurde und daß dos Knäblein, das man aus der Sprs* barg, ihr Kind war. Der Kleine litt an«pileptilchen Krämpfen, und seine Leiden gingen der Mutter so zu Herzen, daß sie beschloß, es durch den Tod m erlösen. Sie warf da, Kind in die Spree und suchte selbst den Tod in der Havel. Ohne paß über die Neichsgrenze. 23 Teilnehmer deck Bauernkongresse«! verurteilt. Der Schnellrichter beim Amtsgericht Berlin-Mitte verurteilt« die 23 verhasteten Teilnehmer de? europäischen Bauernkongresses(17 Polen, vier Tschechoslowaken, einen Italiener, einen Sübslawen) wegen Paßvergehens, und zwar drei Mttglisder de» polnischen Sejm? zu einer Geldstrafe von j« 35 Mark und die übrigen Angeklagten zu drei Tagen Gefängnis unter Anrechnung der zweitägigen Polizeihoff. Sie wurden für schuldig befunden. unbefugt die Reichsgr«nz« überschritten zu haben und ohne Paß nach Berlin gekommen zu s«n. DaS Verfahre« gegen Büsch. Stadtrat Busch, der in diesen Tagen nach Verlin zurück- gekommen ist, hat sich Her Staatsanwaltschaff zur Perfügung gestM und soll,, wie osir. höre», i» den nächsten Tagen vernomms» werden Mit Rücksicht auf den Gesundheitszusland des Beschuldigt»» werde». die Vernehffrungen nur während weniger' Stunden am Tag» er- folgen können. Busch hat dar Slaatsanmoltschast mitgatallt. daß er sich schriftlich in ausführlicher Weis» zu den Beschuldigungen äußern wolle, d>« gegen ihn erhoben worden sind, namentlich zu den Behauptungen seines früheren Angestellten Felix Günther, der übrigens Stadtrat Busch gegenübergestellt werden soll. Strassenbahn-Bordertüren wieder offen. Insolge des warmen Frühlingswetters, das einen wesentlichen Rückschlag voraussichtlich kaum erwarten läßt, hat die BVG. angeordnet. daß vom 10. April ab die Bordertüren der Straßenbahnen wieder wie in den Vorjahren zum Ein, und Aussteigen freigegeben werden. Diese Maßnahm» hat sich in den letzten Jahren sehr bewährt, da si« zu einer beschleunigten 2lb- Wicklung des Verkehr? an de» Hallestellen beitrögt. Pretokoll Bufsenommen. mä dem Zwigen Chrbtien ffsneen,«eh. 1S?4 in Sandrup, goarigelbeh, kdig, derzeit Fährmann wf ßerrn Feier Jadßrtenj elekirbeher Fähre von tynö- .Mi« Wissen, Herr Hansen, daß hauptsächlich aus Ihre postze iiichen Angaben hin der Schriftsteller Tordon Rist gestern aus Long oerdostet wurde." ..itQmobt Cirrr 9fmt«rnt' erheben laden? und damit«Ine schwere Verantwortung auf sich ..yawohk. Herr Gerichtsrat, aber ich kann nichts dafür." „Was soll da« heißen?" .Zch war noch nie d-> Gericht, Herr Aat." .Lassen Sie da», ich bin kein Rat ,Aa. also ich war noch nie bei Gericht, in meinem Leben nicht, Herr Zakodsen, ich. bin ganz und gar undejchblten. und wenn ich jetzt hiersteh, so sind das nur di« Leute vom Asten» blöd, die gaben mi? ja kgino Ruhe nicht mehr." .La, aber Mensch, was soll das heißen! Laben Sie nun Herrn Torben Rist am U. Juni um H8 Ubr nachts nach Lyng übergesetzt oder nicht? Denken Sie nach,«he Vi« sprechen!* „Sch kann? wirklich nicht so genau sagen. Hab mir da« Datum nicht gemerkt." .Herrgott, ich weine natürlich die Nacht, in der da» Bad«' haus von Aaresund drannte. Hl» gaben doch bei d«r Polizei «lles schon haaraenau an- Aaden Hie ihn damals über, Kesstzt? „Na selbsiverständkich, das werd ich doch wissen. Wi«»st fall ich denn da» noch erzählen?"______________. .Woher wissen Sie bestimmt, daß es Herr Rfft war, den Sie übersetzten?" „Er hatte eben wieder seinen schwarzen Mantel an." „So. hat niemand sonst einen schwarzen Mantel bei euch?" „Ach wo, doch keinen so mit Gürtel in der Mitte." „Und sein Gesicht sahen Sie auch?" ..Nee. dafür hatte er ja den Kragen hochgestellt." „Zemand anderer könnte es nach Ihrer Meinung nicht gewesen sein?" „Ja, wissen Si», Herr Richter, da» meint ich erst auch. Aber dann sagten di, vom Astenblad. sie hätten so schon g«' schrieben.«« ist«in gewisser Schriftsteller mit schwarzem Mantel gewesen und er soll sich nur melden, wenn«r«in gutes Gewissen hat. chätt ihm ja keiner nichts getan." „Das gehört nicht hierher. Sind Sie bereit, zu be- schwören, daß es Lerr Rist gewesen sein muß. obwohl sie sein Gesicht doch gar nicht gesehen hohen?" „Natürlich." „Und ist«s wahr, daß er auffallend hastig hinter dem Obstgarten von Herrn Andersen verschwand?� „Ja gewiß." „Und warum erstatteten Sie nicht gleich«ine Anzeige? Wann so ein Unglück passiert, muß man dach alle» besonders genau nehmen." „Gott, wer denkt gleich so etwas Schlechtes" „Kennen Sie Herrn Rist gut. ich meine dem Aussehen nach. Und wi« war denn da« Licht in diese? Nacht, hätten Sie ihn überhaupt genau erkennen können?" „Das Licht war so wie immer um halb zwölf nacht» im Zuni. Schummerig. Natürlich hält ich ihn erkannt, wenn er mir die zehn Oers mit dem Eesichi nach uorne gegeben hätte." „Sa,.. Und sagen Sie mal. Sie kannten auch ffrünlein Morillow?" .Hie Ossipowna? Das will ich glauben. Da? Mädel ist doch in einem fort hin und her geflitzt. Die hatte sogar«in Fährenadonnement." „Hat die Ossipowna auch manchmal mit Torben Ujst die Fähr» benutzt?" „Nein... da» heißt hoch... einmal..." „Wann?" „Na. lang wirds nicht her sein." „Um welche Tageszeit? «Auch so um acht, Halbneun, das weiß ich genau. Den« das Mädel hatte'nen Bademantel und da dacht ich mir noch, perflucht, dacht ich mir. so ein verrücktes Frauenzimmer, um die Jahreszeit badet man nicht und noch dazu so spät." „Und was sprachen die beiden? Denken Sie doch einmal genau nach, Herr Hansen, alles, was Sie jetzt aussagen, kann sehr wichtig werden. Waren die beiden zärtlich mstein- ander wie ein Liebespaar, Sie wissen schon, oder waren sie Mehr so wie junge Leute, die eben einander kennen?" „Was der Herr Rist ist, der spricht ja nie viel und war auch da sehr still. Aber die Ossipowna die schwatzte wie toll, und richtig, jetzt weiß ich, auf einmal rief sie au«:„O weh. ich habe den Schlüssel vergessen!" Und dgnn gebs ein Suche» und Kramen in allen Taschen, aber sie fand ihn denn doch." „Was war das für ein Schlüssel?" „Wie soll ich das wissen?" „Und wohin gingen die beiden? Gegen Sändnxp zu oder gegen Aaresund? „Sa. Ich danken Ihnen, Herr Hansen. Si» haben ja an dem bewußten Mend auch Fräulein Morislow von Lynö nach dem Festland übergesetzt- Erinnern Sie sich noch, wie sie gekleidet war?" „Weihe« Kleid und blaues Band." ..Was für«in blaues Band? Schleife? Krawatte? Wo saß denn dieses blaue Band?" „Halt so um den Hals rum. Kann wohl eine Krawatte gewesen sein. Aber es war nicht geHunden." „Kann es dieses blaue Band gewesen sein?" „Donnerwetter, wo haben Sie denn das her? Na, schon möglich, e» war eben auch ein blaues Band." ..Heller, dunkler?" „Also, Herr Richter, jetzt ist Ü Uhr vormittags und vor uns ist«ine weiße Stadtmauer. Di« Ossipowna aber ist schon gegen Sonnenuntergang übers Wasser gefahren. Wie soll desin das jetzt dasselbe Blau sein." ..Do haben Sie recht. Aber sonst könnt« es dasselbe Band gewesen sein." „Sonst ist es ganz genau dasselbe Band." „Besten Dank, Herr Hansen. Äch werde sie in den nächsten Tagen sicher noch einige Mal« vorladen müssen. Halten Si« sich bereit." Kgl. Amtsgericht Sändrup, tzl. Juni lÜZss. gez. Christian Hansen. H. G. Jakobs««.- ■y,.(Fortsetzung folgt.) Der Notetai Berlins. Befdilüffe des Ausfdiuffes.— Sanierung des Haushaltes wird erftrebt. 3n bet gestrigen Lihung de, Haushallsausschusscs der Sladlverordnetcnvcrsammlung sind zwei für die Ainanzwirifchast der Siadt Berlin sehr wichtige Beschlüsse gesaßl worden. Da der Haushaltsplan für das bereits gestern begonnene Haushaltsjahr l9Zg infolge der zivairgsläufig verzögerten vorbcratungen des Magistrats vom stellvertretenden Kämmerer Genossen Sladtsyndikus Lange erst am 10. April eingebracht werden kann, unterbreitet der Mogistrat eine Vorlage, die eine vorläufige Haushalls- w i r l s ch a f t vorsieht. Es können noch den Beschlüssen des Haushaltsausschusses bis zur endgültigen Feststellung des Haushalts 19M laufende Ausgaben für die Mcmate April und Mai 1930 für jeden Monot bis zur Höhe eines Zwölftels des Jahresausgabe�otzes des vom Magistrat noch vorzulegenden Entwurfs für 1930 geleistet werden. Der Betrag erhöht sich für olle di« Ausgaben, welche ihrer ganzen Art nach in der Hauptsache in den Frühsahrs- und Sommernuniaten zu leisten sind. Es kann somit in den Monaten April und Mai verausgabt werden: 1. für Pflasterunterhaltung etwa 26 Proz. der Iahressuinm«: 2. a) für Feld-, Garten-. Meh Wirtschaft, Eämoreien usw., b) für Lehr- und Lernmittel, Schulschwimmen. Schülerwand«- rungeir, ch auf dem Gebiete der Jugendpflege und Leibesübungen, für Erholungspflege, Spiel- und Sportplätze, Park- und Garteirver- waltung u. o. etwa 33 Proz. der IalMsfmmne: 3. für Turn-, Spiel- und Schminungeräte, für llniter Haltung des Brücken-, Wasser- und Bahnbcrues etwa die Hälfte der Iah res summe. Außerdem wurden die für e in m o l i g e Ausgaben der ordentlichen Verwaltung angesetzten Mittel bis zur Etat Verabschiedung gesperrt. Gegen diese Regelung, welche ohne HauÄialtsplon die einzige M ö g- lüchkeit zur ordentlichen Führung der Verwaltung in den nächsten Wochen auch besonders im Interesse der werktätigen und b« d ü r f- t i g c n Benalkerung darstellt, stimmten allein die Komnmrristen, so daß zu erwarten ist. daß auch in der morgigen Stadwerordneten- sitzung eine groß« Mehrheit für die Armohme der Vorlag« vorhanden sein wird. Die BVG. erhält ihre Anleihe. Eine zweite Vorlage des Magistrats bezweckt die Regelung des Geldbedarfs für die Fertigstellung der in Vau befindlichen U-Bahn- Bauten. Das unter Führung der Dannstädter und Rationalbairk stehende Konsortium stellt der BVG. den Restbetrag von 6ö Millionen Mark sofort zur Vcrjügung unter der Bedingung, daß zugleich mit der Kreditvorlage auch«ine einheitliche Fassung der bisher getrennten Betriebsvcrträge und Konzessionsurkunden durch einen neuen Zustimmungsvertrag erfolgt. Das ist jetzt geschehen. Bei Annahme der Krediworlage und des Zustim- mungs Vertrages, bei denen die Rechte der Stadt sowie der BBG. in jeder Weise gewahrt sind, wird die Gesundbrunnen-Reukölln- U-Bahn am 18. April, die Strecke Alexanderplatz— Lichtenberg— Friedrichsfelde ungefähr bis Juni d. I. in Betrieb genommen w?r den. Bei einer Ablehnung des Darlehnsangedotcs wäre«ine weiter. sührung der setzigen Vouien unmöglich. Trotz klarer Erkenntnis dieser Situation stimmten im Ausschuh die Kommunisten und der eine Nationalsozialist dagegen, so daß die Vorlagen mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Bolksparteiler, Demokraten und des Wirtschostsparteilcrs angenommen wurden. Hoffentlich gelingt es am Donnerstag, auch für diese Borlag« eine große Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung zu erhalte n, dann wird wieder ein entscheidender Schritt vorwärts zur Sanierung der städtischen Finanzen getan sein. Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer Sitzung vom 9. Januar den Magistrat ersucht, bei der Reichsregie- rung gegen die beschlossene Verschlechterung des Srwerbslosenvcr sicherungsgesetzes schärfsten Protest einzulegen. Der Magist rot hat jetzt diesem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung zu- gestimmt._ Autobusverbindung Staaken-Schnellbahn. Godow erhalt direkten Verkehr mit Spandau. Di« BBG. hat jetzt die Omnibuslinie 31. die bisher von Gartenstadt Staaken nur bis Spandau-Hafenplotz fuhr, über den Hafenplatz hinaus durch die Eharlottenstraße. Slrefowplatz, Grunewaldstraße, Ruhlebener Straße, Ehalottenburger Ehauss« b i s zum neuen il- Bahnhof Ruhleben ver- längert. Damit Habel, die Bewohner der hinter Spandau gelegenen Siedlungen den langersehnten Anschluß an das städtische Schnell tmhnnetz erhalten. Die Linie behält ihre Nr. 31 imd ist damit in den Einheitstarif mit Umsteigcberechtigung einbezogen. Auch für die Bewohner Cladows wird eine Verbesserung im Verkehr eintreten, da die bisher nur bis Spandau-Bethgestraße fahrend« Autobuslinie 3 4 Über Klosterstroß«, Bahnhof Spandau- West, Bismarckplatz, Friedhof bis Cladow verlängert wird. Beide Verkehrsverbesscrungen treten sofort in Kraft. Oie� bestätigten Stadträte in Spandau. Für den Bezirk Spandau hat jetzt der Oberpräsident die Stadträte bestätigt. Bon der Sozialdemokratie werden die Genossen Zldols G u t h und Wilhelm Bergemann die Interessen der Spandau«? Arbeiterschaft in der Verwaltung vertreten Es wurden ferner bestätigt: Traugott Sperling, Willy Krumrey, Wilhelm Bl«ichmann und Bernhard«ander. Die Bestätigung der Wahl des Stellmachers Hermann Jänick« hat der Oberpräsident versagt. Llngetreuer Postbeamter. Ein Iahr Zuchthaus für Vriefunterschlagungen. Das Erweilerl« Schöffengerichl Neukölln unier Vorsitz von Landgerichlsdirrklor Dr. G uhrauer verurkeiite den Zljährigen Postschofsncr Klose wegen schwerer Arkundcnvernichtung im Amt. Unterschlagung und Verletzung des Postgeheimnisses zu einer Gesamtstrafe von einem Zahr Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe. Klose, der bisher unbestraft mar, stand schon cimmil im Jahre 1919 in dem Verdacht, Unregelmäßigkeiten begangen zu haben, doch reichten die Verdachtsmomente zu einer Erhebung der Anklage nicht aus. Im Herbst vorige» Jahres fiel den Beainten im Postamt Neukölln, wo der Angeklagte beschäftigt war, uns, daß Klose sehr oft Brief« f a l s ch s o r t i e r t e und mit den Briefen.eines bestimmten Faches den Sortierraum verließ, um sie außerhalb des ordentlichen Geschäftsganges weiterzuleiten. Hierbei benutzte Klose sehr oft den Fahrstuhl und ließ ihn auch häufig im Schachthalten, vermutlich im, die absichtlich falsch sortierten Briefe sich anzueignen. Die Beamten machten von den Beobachtun- gen dem Vorgesetzten Mitteilung. Diesem gelang es, mit einen, F a n g b r i e f. der absichtlich auffällig angefertigt war, Klose zu überführen. Der Brief wurde durch Beamte dem Angeklagten in die Hände gespielt, der ihn dann auch falsch sortierte und bald darauf wieder mit einen, Pack Briefs in den Fahrstuhl verschwand. Bei einer daraufhin angesetzten Kontrolle fehlte der Fangbrief, der zu- fnmmen mit drei andere» Briefen in der Hosentasche des Ange- klagten gesunden wurde. Obwohl man dem ungetreuen Beamten eine sehr kost. spieligc Rhcinreise und Grün dstückskäufe nachweisen konnte, leugnete Klose, sich irgendwie strafbar gemacht zu baden. Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts erkonnte das Gericht auf das eingangs erwähnte Urteil. Sieht der Mörder vor Gericht? Die Vernehmung Paul Kreuhfelds im Zakubowski-Prozeß. Am Dienstag kam es im Iakubowski-Prozeß zur Vernehmung des Arbeiters Paul Kreutzfeld, der seinerzeit Mitbewohner der Heidekate der Familie Nogens gewesen ist und von Frau Kähler der Mittäterschaft am Morde bezichtigt wird. Kreutzseld, der von alle» anderen Zeugen als äußerst brutal bezeichnet wird, macht vor Gericht einen sehr ängstlichen und schüchternen Eindruck. Als ihn der Vorsitzende fragte:„Haben Sie mal so eine merkwürdige Aeußc- rung gemacht, daß der kleine Ewald sauer gekocht l�erden müßte?", antwortete Kreutzfeld weinend:„Das kann wohl möglich sein." Rechtsanwalt Brandt:„August Rogens behauptet, daß Sie gesagt haben sollen:„Wenn das Wohnungsamt nicht hilft. dann n, uß ein Kind umgebracht werden." Kreutzfeld: „Das ist gelogen." August Rogens bestätigt aber diese Aeußerung auf Befragen. Don der Tat selbst etwas zu wissen, bestreitet Kreutz- fcld so energisch, daß Rechtsanwalt Brandt vorschlägt, die Berneh- nmng dieses Zeugen als wertlos abzubrechen, da er ja doch alles bestreite, was geeignet fei, ihn irgendwie zu belasten. Indessen be- antragt Dr. Brandt, den Zeugen Kreutzfeld wegen dringenden Verdachts der Täterschaft unvereidigt zu lassen. 14 Personen verschoben 30 Auws. 38 Kreditbetrugsfalle.— Empfindliche Strafen. In dem großen Autoichieberprozeß. der seit dem 20. Februar eine Scnderabteilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte unter Vorsitz van LandgcrichtsdireUor R ü ck e r beschäftigte und tn dem 11 Personen angeklagt waren, wurde nunmehr das Urteil gesprochen. Das Gericht hat 3 8 K r e d i t b« t r u g s f ä l l e, bei denen es sich in 30 Fällen um die Verschiebung von Autos handelte, festgestellt. Das Schwindclkonsortium hatte zwei Zentralen gebildet. Die eine Zentrale arbeitete in der D o r ck st r a ß e 14 und in ihr waren besonders tätig Walter Schulz und Alfred und Willi Nießen. Die zweite Zentrale bestand in der Alcxanderstraße 44 und ihr Leiter war Richard Schneider. Noch dem Gerichtsurteil waren beide Unternehmungen auf Betrug aufgebaut. Es wurde mit faulen Wechseln, Strohmännern und falschen Auskünsten gearbeitet. Ein Teil der Angeklagton ist bereits in anderen Strafsachen abgeurteilt worden und es wurde gegen sie eine Gesamtstrafe vom Gericht verhängt. So erhielten Alfred Nießen«in« Gesamtstrafe von 1 Jahr 7 Monaten Gefängnis. Willi Nießen 1 Jahr 6 Monate, Walter S ch u l z 1 Jahr 9 Monats. Richard Schneider 1 Jahr 6 Monate, W o c r l eine Gesamtstrafe von 1 Jahr, Pflanzgroben eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 6 Mo. naten und 2 Wochen Gefängnis.> Di« übrigen Angeklagten bekamen wegen Beihilfe Strafen von einem bis drei Monaten Gefängnis. Zwei Angeklagic wurden freigesprochen. Oer Nachfolger Or. Großmanns. An Stelle des zum Rcichsgerichtsrat ernannten Senats- Präsidenten Dr.. Großmann wird Senatspräsident Dr. v. H a ge n s ab 1. April 1930 den Botsitz im 20. Zivilsenat des Kammergerichts übernehmen. Eenatspräsident Dr. v. Hagens war, wie die Iustizpressesiell« mitteilt, seit 1920 von der Justizverwaltung zuni Auswärtigen Amt beurlaubt und von diesem zum leitenden deutschen Staatsvcrtreter bei den deutsch-sranzüsischen, deutsch-rumänischen und deutsch-griechischen gemischten Schiedsgcrichtshöfen in Paris bestell! worden. Bei diesen Gerichten waren auf Grund der Bestimmungen des Bersailler Vertrages Klagen gegen dos Reich und deutsche Privatpetsoncn im Gesamtstrcitwcrt von mehreren Mil- liarden Mark anhängig gemacht worden. Nachdem die Tätigkeit der genannten Schiedsgerichte jetzt im wesentlichen ein Ende gefunden hat, ist Senatspräsident Dr. v. Hagens für seine richterliche Tätigkeit wieder frei geworden. Zungsozialisten in Bernau. Am Sonnlag zog durch dos märkische Industnestädtchen Bernau eine große Schar junger Berliner Genossen, uy, für die Partei zu werben. Die Berliner'Jungsozialisten zogen mit roten Fahnen durch die allen Straßen und durch die Arbeiterviertel, um die Verbundenheit der großstädtischen Arbeiterorgansationen mit der unter viel schwierigeren Bedingungen kämpsenden Bewegung in den kleinen Landstädten kundzutun.. Die Dempnstration fand ihren Ab- schliiß in einer großen Werbeveranstaltung. Genosse L ü ck vom Bezirksvorstand Brandenburg der Partei begrüßt« di« Berliner und sprach die Hoffnung aus, daß der Geist der Sofidarität zwffchen großstädtischem und Provinzproletariat noch des öfteren solche Mani- festationen des gemeiiffamen Kampfe» hervorrufen werde. Genasse D r e ss e l vom B-zirksverband Groß-Berlin der Partei sprach dann über„Unser Kampf gegen die Wirtschaft», und Finanz»» t". Besonders eingehend befaDe« sich, mit d«n Problem der Massenarbeitslosigkeit und der planmäßigen Wirt- schaftsführung in einer sozialistischen Gesellschaft. Als nächste For- deruitgen für die Beseitigung oder Milderung der Arbeitslosigkeit bezeichnete«r den Kampf um den Siebenstundentag und die Durch- führung planmäßiger Ansiedlung ans dem Lande. Um di« Arbeiter- bewogung stark genug Zur Durchfichrung dieser Fardeyingcn zu machen, muß besonders die junge Generation für den Kampf um die proletarischen Klassenintercssen gewonnen werden. Genossin Dura Fabian»nterstrich in einer Ansprache di« Forderungen des Ge- Nossen Dr«ssel und erklärte Arbeit für die Partei und Arbeit für die marxistische Aufklärung der arbeitenden Jugend als die Ausgabe der Iungsozialisten. Die Iungsozialistische Spielgemeinschast führte einige politische Sketchs auf, die großen Beifall fanden. Zugendweihe in Tempelhof-Mariendorf. Im großen, festlich geschmückten Saal der Malilichtspielc ging die Jugendweihe für Tempelhof-Mariendorf vor sich. Bon Roten Falken geleitet, zogen 40 Jungen und Mädel in die Festhalle. In sehr guter Zusammenarbeit gestalteten Kinderfreunde, SAJ. und Freidcnkerjugend, Volkschor und Musiker cm« schöne, eindrucksvolle Feier. Mit herzllchen Glückwünschen für den weiteren Lebensweg nahm der Leiter der Vorbcreiwngssttmdcn Abschied von seinen Schülern. Die folgende Weiherede war ein herzlicher Appell an die Jungen und Mädel und an die Eltern, in treuer Kameradschaft zusammenzubleiben und zusammenzuarbeiten für das Heranwachse!! einer gesunden, kühnen Kämpfergeneration. Sellen ist«ine junge Generation unter so schwierigen Lebensverhältnissen groß geworden wie die heutige Jugend. Aber sie hat daher auch früher und beut- lich«r erkennen können, welch große Aufgaben idealgcsimtten. tat- frcudigen jungen Menschen zur Lösung aufgegeben sind.„Gegen den Krieg, für soziale Gerechtigkeit, für die Wohlfahrt aller, gilt«s unermüdlich zu streiten. Fanal dieses Kampfes ist die rote Fahne. Ihr seid aus sie vereidigt!" So rief der Redner den Iu- gendlichen zu. Brausend schallte unser Kampslied„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" durch den weiten Raum, hinaus auf die Straße. Ein Gelöbnis, dos jung und alt zu mnigcr Kampsgcmein- schaft verbindet. Ein Programm, das an den Hörer keine weiteren Anforderungei! stellt. Eine Reihe von Schnllplatteit erfreuen mit ihrem harmlosen Inhalt ebenso harmlose Gemüter, und nur der Tod E o s i m a W a g n e r s stimmt das Programm auf ernsthafte Akkorde. Die Trauerseier, die der Rundfunk veranstaltet, hat Format. Sehr schön ist die Wiedergabe des Trauermarsches aus der Götterdämmerung und der Einzug der Götter in Walhalla aus dem„Rheingold. Kompositionen, die Seidler. Winkler außerordentlich ein- dringlich dirigiert. Oskar B i e hält die Gedächtnisrede. Es ist keine akademische Würdigung, kein Abmessen der Werte mit der Elle, sondern eher ein menschliches Bekenntuis, eine knappe, durchgsfühll« Skizze von der großen Persönlichkeit. Bie spricht wie immer mit schlichter Einfachheit, und ein paar Tagebuchstallen, die er vorliest, zeigen das Wesen dieser Frau besser als tiefschürsenbc Analysen. Abwegig erscheint der Bortrag des Wieners Ludwig Klinen- berger über„Bismarck und Schiller". Niemand kann den Wert einer Untersuchung einsehen, di« sich auf den Nachweis kapriziert, wann Bismarck Schiller zitierte. Es gibt eben noch immer Men- schen, hie keine Sorgen haben. Der Abend steht unter der Devise „April. April". Alfred Braun führt dl« Conference. Da« Ganze ist eine Mischung von netten Chanson«, Ulk, Ueberraschung und Musik. Man versucht, die bekannten Preisrätsel„Was stimmt auf dem Bild nicht?" in» Akustische zu übertragen und zu persiflieren und man persifliert auch noch ähnlich« ernsthaste Dinge. Es wird viel Witz oabet entwickelt....... F. Lch. Alltagstragödie. Eine stille Märtyrerin ist die Witwe G. aus der Cuvrystrahe. Aus dem bescheidenen Wohlstand der kleinen Gcjchästsitchab-nn rissen sie Krieg, Inflation und der Tod ihres Mannes und warjen sie in die Legion der Aenvsten. Heraus aus dem Eeschäst, heraus aus der Zwciziinmerwohnung hieß es. hinein in ein winzig tlcincs, armseliges Wohnloch, wo nicht einmal die allsrbcscheidenstc Ein Zimmereinrichtung, nicht«innrol ein richtiges Bett Platz fand. D:c Möbel, das einzige Gut, das der Frau oerblieben war und an denen sie mit zärtlicher Liebe hing, well sie ihr Mann Stück für Stück mit «igenan Händen gemacht hatte, wanderten in den Keller und dort verfaulen sie: Nässe und Feuchtigkeit haben das Holz vermorscht. Dies alles ging der Frau in ihrer verzweifelten Lage unentwegt durch den Kopf. Schließlich wollte sie gar nicht mehr nach Hause, gor nicht an ihr großes Elend«rirmert werden. So schlief sie ab und zu bei dieser oder jener Bekannten, in einem richtigen Bett und einem richtigen Zimmer. Und schon haben sich„edle Seelen" gesunden, die dies herausbekommen haben und die Frau demtnzierten, wahrscheinlich, um selbst in den Besitz des trostlosen Raumes zu kommen. Nun hat man der Frau auch noch diesen armseligen Winkel entzogen, in chrer Aufregung hat sie den Termin zum Einspruch versäumt und in 14 Tagen ist Zwangsvollstreckung. Wohin dann?... Explosion in einer polnischen Fabrik. In T o m o s ch o w bei Lodz explodiert« heute früh in einer Fabrik«in Posten Schießbaumwolle. Ein Arbeiter wurde getötet, zwei wurden verletzt. Die Gemalt der Er- ploston war so stark, daß das Dach der Fabrik vollständig ab- gehoben wurde. Teils königstreu, teils nenrasthenisch. Der„Bor wärt?" hatte am 13. Februar d. 5. unter der Spitzmarkc„Eine unentwegt königstreue Lehrerin" das merkwürdige und befremdende Gebaren der Lehrerin Hoffmann von der 187. Mädchenschule gekennzeichnet: die freundliche Dame hatte z. B. am 27. Januar ganz harmlos gefragt, ob di« Kinder denn nicht wüßten, was heute für ein Tag sei. Ein andermal hatte sie mit den Mädchen einen Spaziergang gemacht und war dabei— natürlich ganz zufällig— zu dem immer noch im Tiergarten stehenden Denk- mal der ersten Frau des letzten Kaisers gekommen. Die R e p u b li» k-u Nische Beschwerdestelle Berlin wurde wegen der Vor. kommnisse bei der Bezirksschuldcputation 1—6 vorstellig und hat nunmehr den Bescheid erhalten, daß„Fräulein 5>otfma,m nerven- krank und am 1. April 1930 in den dauernden Ruhestand getreten ist". Alkoholfreie Arbelter-Gaststäkten. Die erst« vom Deutschen Arbeitcr-Abstincnten-Bund vor etwa einem Jahre am Marheinckeplatz. im Südwesten Berlins, cröffneic alkoholfrei« Gast- statte hat sich bereits als zu kl«» erwiesen und der Bund wird die Gaststätte nach der Skalitzer Straße 6 verlegen, wo er protze Räume gemietet hat und den Arbeiterorganisationen nicht mir Gast- rämne. sondern auch eine größere Anzahl B e r e 1 n s z i m nr c r zur Verfügung stellen kann. 3n der weltlichen 244. Gemeindeschule. Pankstr. 20/22, findet vom 1. bis 4. Apn'l eine Zeichen� und Wertans st eilung statt, die an vielen sehenswerten Schülerarbeiten die Ergebnisse des neuzeitlichen Zeichen- und Werkunterrichts zeigt. Die Ausstellung ist für di« Eltern und Freunde der Schul«, abends von 7 bis �10 Ukir geöffnet. Oberbürgermeister Löß weiter beurlaubt. Der Urlaub des Oberbürgermeister» Boß ist verlängert worden bis zur Entscheidung de» Disziplinorgertchtshof erster Instanz, ZatM»»«.«m 8.«pril begebt der Kontrollenr ZttSard Ärnlt leb, SS iabrige« Dtavstjnbttöun» bei der Ainv« Georg St«ta.?«rl,gj>buch' hendwng BERLIN HAMBURB ALTONA KÖLN HANNOVER DÜSSELDORF lahr�axä� 1950 36 Minuten! Um diese Zeitspanne hat die „Europa" bei ihrer ersten Reise über den Ozean die bis dahin bestehende kürzeste Zeitdauer für diese Fahrt gedrückt, und die ganze Welt jubeit mit Deutschland über diesen schönen neuen Rekordl „Den Rekord zu brechen" hält uns alle in Atem, Der unausgesetzte Versuch, den Erfolg von gestern durch einen noch schöneren von heute zu übertrumpfen, ermöglicht die Fortschritte, die wir täglich auf allen Gebieten des Geschehens bewundernd miterleben. Auch wir sind diesem Kampfe verfallen. In unser bescheidenes Tätigkeits-Gebiet übersetzt heißt das: «immer noch bessere Ware für immer weniger Geld zu liefern". und auch uns waren gerade in letzter Zeit schöne Fortschritte in dieser Beziehung beschieden. Aber in unserem Falle sind die Erfolge leider nicht mit der Stoppuhr zu messen. Im Gegenteil, je größer diese Erfolge sind, um so schwerer hält es, das Publikum davon zu überzeugen, Täglich beobachten wir Leute Vor unseren Fenstern, die unsere niedrigen Preise bestaunen, und immer wieder hören wir dann: „Kann man denn bei diesen Preisen etwas Vernünftiges bekommen- ist es denn überhaupt möglich, für so wenig Geld etwas Tragbares herzustellen?" Es Ist möglich, und es bedeutet nichts anderes als einen neuen Rekord, beste Ware für das geringste Geld zu liefern. Aber spaziert doch einmal herein, Herrschaften i Ueberzeugen Sie sich doch, was für einen Anzug oder Mantel oder Kleid Sie für den geringen Preis bei uns bekommen! Prüfen Sie genau und kritisch, und probieren Sie auch einmal ein Stück an, damit Sie sehen, wie gut es sitzt und wie gut es verarbeitet ist Wir zeigen Ihnen gern alles, was Sie sehen wollen, ohne auch nur den geringsten Zwang zu einem Kauf auf Sie auszuüben. Das ist auch gar nicht nötig, denn Ihr eigener gesunder Menschenverstand wird Sie bald davon überzeugen, daß es sehr wohl möglich ist, für unsere niedrigen Preise etwas Gutes zu bekommen. Und um dies alles festzustellen, brauchen Sie höchstens 15 Minuten! �&SIDUMCi oii,. Pqrt«!,.«ewnkschasts, und Kefinnuneseenollen! Vesi?cht d> ZSerbetundaeduna der bundestreuen Aedeiteesvoetler de, Ve. r-rks' ltr-edrichebain am T>»nn»r«taa. dem». April. lg>4 Ul». in de? �ndreassiilen. Andreasftr 21. Kiibtbildeevoe'r«!,:.Tueuen. Spiel und 're-t im fienfi« der fe�esefuntifitit!"?!« Filme: 1.®ee«inderta« des Anndessefte, in»türnbeea. 3. Li-sime»naden dei Spiel und Svorl. Auster. den, turnerisch« und sportliche AorUlbrunaen. Unlosi'nbeltrau 80 Bt. sNachm'fau« 17 Uhr in dcmlesben kokal mit alelchnn Vrsaramm: Werbe- vorqnfta'tuna we bi« Ins Leben trc'enbr guaend unb wr ttinder. Un. krftenbe'iras 10 7>» Nor».» wr«rdeiterlrort und Nbrprrpflrae. Detirt lTriedrichellain.«eschitf«.strllei Sennann Nirckmauu. vertin v. 112. N«, Bafet St». 28. Sei»ermann. d. tt'e't Milmersbsrs. Sonnersta». I. Upetl. 2# Irt», stet Menseid. Ublanb» teilt un edmeli. Heule, Mittwoch. 2. April k 11. Dir ermerSsVrn Sen»ff«l1 melden sich beute ab>2 Üb« b rschimt, Alt.Moabit 94. tu,«ustabluna. Mitoliedsbuch und beim ttaslleeee Stempel!- rtr Guplti«ntr?ldi,n». 180. M-teeialausaab». tlfn wnaeeen 01-rte'mltaNede, in der Schul» VelerSduraer St,. 4 W>» bitte» um eeae Beteilluuno. 74b.«dt. Leile'does.Liedluua. Laus«eschlust de« Nrelsdeleaieetenveef-inm. kuna fällt d'» Abteil>»>a»»e,fa»>ml»n» im April au«. Dow, Ree'smit. aliedernersomm?>'N8 om Neeitaa. bem 4. Ave!?. 20 Übe. Im Lskal Linden. noek, Slerl'ner Str. 8. Sescheinen aller Mi'al'eder lsi Vtllcht. 81. Abt. ifrede»««. 90H vbe«ildunusoeupve ilinaeeee«aeieiaenoffen bei «labe, Landte»»»,. 80-81. Veteecnt: chenoffe Plitücholmet:-NHNten. t'otpnsiyrmeu des Sov'tallsmu«* 83. Abt. s>!-sterielb«. A-is-deee, llmltZnd» we«p kann da« we Saunabend. »'ante».miilich»" »ch-M.««,>»! ........r- scher Arbeit« uaNslreunet" etei'ammensein nicht ftuttslnden. .........»st, Siedln»» 20 Üb, in de, Salle am Sus> zifen. ppsi' scher Arbeitskreis. Viskufsieu llber-.Arobseme st-r sttatia. 5. Äpeil. ner'ante».mWil W. »9. Abt.«eie.Anch»»,. A»>>ek««e-st,Si>dl»»a. 20 Ub, 127. Ab' L»be»'ch?nbanlen. Die w, staute anaesestte ounktianärNstun» findet umstSudebalber nicht siatt. Morgen, vonnerolag. Z. Aprll: i. Abt. ZStb ITlif bei Aeanhls, Stra'aue» Str. 10. Sunfeirnsirsisttlna. ?z. Ad». I'b, bei Lt'ack. permeftr 8. NunflonSestduna. 30. Abt. WA Ilhe bei«ufch. rillite» Str. 27.(tmiffonärfitiona. 44. tt-b 49. Abb. 20 Uhr im»eichenbeeaee Los. Peichenbeea«, Str. Ist. Licht, bilheepaetra»:.®»e t«sch ft>'che Atalitu*. ff« s«eicht«in italienische» Stnall,. Unkoltenbeitran 80 As. Aebei'alas» frei. �darlstsanstuea. 83. Abt. ,044 Übe»ei Lue.»uitensie.«. Sistun» de««b. leisupanasefiard»« mit den ßablabendlkiteen._ Iii. Abt. 20 Uhr bei •Vme». Wiliuersdrefee Sie. N, ffunk�onörsidu»«. 81. Abt. Se'eher««. Die �»n2ian»esi»m,a findet mit bei Plabe. tendcrn tri Siböutesdee. Nier's'r. 28, mn 20 Übe. statt. Ae>ik?lln.»II. Abt. 10'�. Ubr bei«eandt,?'>iiae,. Ecke«ansenfteaste,!?»»!, Skeuste 17». wichi'qe �unrienllesidiina. 00. Abt. S"nt-«i'.ArIti. Lettnenelemn'Isl'rn. 1014 IIb» in de, Sagt«v»us. e'ie»'Srost�iedlvnat. ftedce?e»irl must v er treten srlp, 1«. Abt. espenlck. 1014 Übe b'i Stirr.tebl. SchSstekliicher SN. si. Oistuna olle,?uukti»n«et und 0e>i,r er trete, ----». Istsst �. 115. Abt. Lichtende,» Übe bei Seipfe, Nrouprintensi». 47, Aunktionär. den Aunktionären. Plkdunaeausfchulses im sibunp. ooesrtb'Narte» b'tte mitbeinaen, 184. Abt, Auch. 20 vbe bei lZSnteit. Äaestandasidunit mit j.37. Abt. A«i»>Serd»,s>West. 1» Ub, Kistima»e,?Ilt ?ua.ndstau». Austensvialplad. SeideltNost« Ml« Teno Isen müssen erscheinen, Jreslag. 4. April! 1. Abt. 20 Übe bei Hunbee'. Slsalfe, St». 08—88. ffunktionärsistun«. 47. Abt. Genossinnen unb Genossen, deeen Ninbee die 20., 87.. 48.. 72.. 80.. US. und US LottsschiUr im MariuBBeuliieeum oder Seibnieaunmalium besuchen, weiden 8n etner BttfennKsunn mn 19% Slrc tn de, Aula der 193. Schule. Mauteussclstr. 7, eiuaeladeu. Belltublia-S' Erscheinen ist not» »endili. Bortraa:.Die komm«.»« Elternbeiiatsmabl�, ZIeferent: Rektor Walter sistscher. Kraueuveranstaltvngen. 2.»ttif Tterqarten. ffreifa«, 4. Apeil,©esichtisu«« de» Osiusoums für Kraueniundc mit Dr. Köibe vttanIcntSal. Steftpunfl um 1814 Übt SO« der Tür des Museums. Ebarlytteudure. Berliner Et». 137. 8. sireis Weddlna. Dounerstaa. z. April. 1S>� Ub«. in der Gstenburoer Ttraste 8 Räbluusus de« sseauenwelt. De« Schlustabend d-S Aabkursusses Üichet erst am 10. April statt. Morgen, Donnerstag, 1 April- 52. Abt. Gbarlotteudura. 20 Ust, bei Ztaade, siai'erineAunusta.Allee 32.»Das Wirtsckaftsaelb der Laussrau." Resersuttn! Maroarete Echenkalomsku. 74. Abt. siebleubsrs. siiauenftruppen. 20 Ub« Pküchtieun» d«, Museums wr fkrauenkunde unter ärztlicher Allbruno. Ebarlutteuburo. Berkine«£te 187. Steftpunlt 13 Hb» an de, Mddaltestelle»es Omnibus 20. Prtsdame« Ttraste. Areiksg. 4. April: 8.»4. Um U Ustr Bestchtiouna des Museums wr ftsotienfiinO«. Gbaelstten, bnru. Berliner St». 187. Treffpunkt um 18 Uhr am Kechbabubol BSIam. siraste. 44. Abt..Kunsumbesschtiaunu/ Tresspunkt um 841 Ustr am siottbusser Tor, Linie 8. Rachzllolrr um 944 Ubr im DcruxlltunzzßebSude. Rittergut. ftsoste 17—18. Dezirksausschnh für Arbeikerwohlfshrt. U Stets Mitte. 1. Abi. Mittwoch. 2. April. 1914 Ubr.»ei Spieael. Acker. ste 1, Eistuno aller In der Wobbsabri töHoen Gennfftn unb Die Genossin Glaea Seniiaue» spricht Über:..sisnrmunal, Ausgaben der Ar- Senosinnen. beilerwoblsabett. Wir bitten um pünktliches und rsllgäbliges Erscheinen. Interessiert» Genossen und Genossinnen sind liertlich»inoeladeie. 4.«reis Bren, lauer Bern. Donnerstag. 4. April. 20 Ubr. im Altersheim. Dongigee Str. 82. findet»ine Versommlung aller Keller und Kelterinne» der Apbeiteeweblsabet und ehrenamtlich tätigen Sensssen und Genossinnen dee Wohlfahrtskommissionen statt. Taoesordnun«: 1. Bortrag de» Genollen Stodteot Rofeinann über:.Svarmastnahslen". 2. Diskussion, z. Berfchiedeues- Um pünktliche» Erscheinen wird gebeten. 7. sieei» Sha'lottenburg.{sie(tag, 4. Apeil.|9 Uhr, AktenbesprechiM«. Wmmer 140. Rathaus sshgelottenburg. 18. sire!» Temuelhsf. Marierdorf. Marienfelde, Lichte»«- de. Trsttaa. 4 April. 20 Uhr. im Eihun-s, immer des Ratbaufrs Tempelhos. Dorsftr. 42. siursusadend über die..Einführung!n di« praktische Arbeit der Woblsahets. »fsege�. Referent: Bormund Becker. Wir bitten alle interrfsiorten Gonpsso» und Genossinnen um Zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Zungsozlattsken. «MMpe S«SA«bm» De»««»eabend am DannerÄa,. dem».April, fipft Ipeaen Berhinderung des Reierenien aus. Nächste siusammcnkunst fkr-ltag. Erurve sieiedrichsdai». Genosse AHIfelst spricht übe«! JSom Erfuete» bis «im Seidelb, eger Programm�. Donnerstah. 8. Apeil. lO»4 Ilhe. IuMndheim Trankfurt or Allee 807. K«rmann.Löns.Iimmer. Srnnoe Prent!- nee Berg. Wir beteiligen uns an der WerbebeZitksprran» siaktuna der SAB.. Baracke, Daruiger St,. 82. Gruppe»euISlln. Seine. Mittwoch, 2. ApeU. 20 Ahr. Gruppenabend im Jugendheim Trepiower St». 95—90. vesfentlicke Beesammlua« am Teertag. dem 4.«ueil. 1014 Uh«, In W dee Löwenbrauerei. Sechste. 2. T-aeeordnunq:.Die faschistische Gefahr K In Deutschland",»eseeeut: De. Ernst Uränlel. Anslpeache. � Arbeiksgemeinfchafk der kinderfreunde Grost-BerNn. Gruppe Reinickendoel-Ost. Donnerstag, st. April. Kelfersistunn beim G«. Nossen Kindeisen, pünktlich 20 Uhr. Geburkskage, ZubilSen usw. 28. Abt. Lnsesm lieben Genossen Robert«reust. Ehristburuer Str. 8. tn seinem 85. Geburtstag.- die bertlichsteu Glückwünsche. 87. Abt.«lborlotteBbueg. Unseim lieben Gruosien und langsährigen Tnuk- ttonsie Otto Saeniich, Sb-rlottenburg. S-oigunpi-p 13, in leisem 25iähriaen Paeteilnbiläum die sterAlichftpM Slnckwünsck»«. � Oterbetafel der Groß- Berliner partei- Organisation l st.»««ne« l. TrassnS sJ. Fröwmlng), S. Sarslkft sy. MM). S. Antenne: IS. Ferner lioien: Karo Bube. F. Eopal. Möglich. Florian, Franlet, Dawjon Wstls, Q»isi quasi. Jnterdellant. 7. gi e n q e«. f. Piaster(K. Neuenselb). t Sara Bella(Saijä{un.), 3. Norde-k iZS. Freundt). T-io: 37.: 10. Plast: 10. 23. IS. üü: 10. Ferner liefe»: One,» ilEloc, F. Prschtdeler, Mairuib, Barpuesi E, Meidhaaiwel. Waleaffe. Tbeolrat. Jlienburg. Äi osa. Eon tanze, Cancan. S. Rennen. Pitde lde Kieat fl». Neueiifeid), 2. Hänsi Dtllon lAaust jun.f. S. Wqiworiien(F. Hahr). Aotp: 84:10. Plast: JS, 29, 24. 46: 10. Ferner fiesen; Guy he Pal. F. Beata Hall, Kahrenbeit, Padrel, Turanst. Nusba-za Dost, Lady Pusitz. Biedeimann, Pro Polria, Hexen- metfter. Heiiogabal. Die» Hrae. Hella Tiniolo. Oer Strumpf und seine Geschichte. Es»« nicht alltägliche Ausstellung zeigt die Firma Grü»' f«ld. Leipziger Strahst C» gibt nicht nur Marken, und Münzen?. Porzellan» und Miniaturensammler, es gibt auch— dies (oehrfchelnlich»her nur in ganz wenigen Ausführungen— Sirumpf. sam-ml«r. Di« Herren Erich Höh, Berlin und Arthur Beckert, Gotha. haben unter yiel Mühe und Lieb« zur Sache eine überaus inier. essante Sammlung, vom Tierfell bis zum Seiden- strumpf, zusammengestellt. Da sehen wir den Socous aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., gefunden zu Achmin in Aegypten, aus derber, dunketgrauer Wolle gckstrickt, di« Zehenpartie nach Alt der Fäustling« aus zwei Teilen bestehend, den buntornamentierten Pontifikalstrumps aus Haargarn, armenischer Herkunft aus der Zeit etwa 1100 n. Chr., den Strumpf eines englischen Bischofs, rotes Grundmaterial mit reicher Brokatverzierung und noch viele andere interessante historische Beinbekleidungen. Der eigentlich« gestrickte Strumpf ist fgr das Abendland erst«in« Erfindung späterer Zeit. das«rste Zeugnis hierfür geht auf eine seiden« Strumpfhose, nach Art unserer heutigen Theaier-Trikot», zurück, die Heinrich VI IT im Jahr« 1539 vom spanischen Hose zum Geschenk erhielt. AI- sich dann di« Strumpsmoh, so ganz langsam einhürgerte, entstanden r. heftigste Feindschasten um den Besitz lolcher Kostbarkeit. So Konigin Elisabeth von England ihre Rivalin Maria Stuart um eines solchen Paares langer, seidener Strümpfe heftig beneidet Hab«». Der Strumpf des Rokoko ist aus weißer, ziemlich derber Seid« und wird unter dem Knie mit einem Band gehalten und hex Besitz eine» solchen Strumpfes, insbesondere bei den Männern. war der Gradmesser ein», gewissen Wohlstandes, denn er kostete dl« Kleinigkeit von Itt) Reichstalern. Um IS70 taucht dann dir erste Ringelstrumpf aus. Ml» zweifarbigem Garn gestrickt, gestreist, karriert. mit allerlei Ornamenten, Blümchen oder sonstigen Finessen ausgestattet, worin besonders der Chansonettenstrumpf. d«r Strumpf der Damen pom Brettl, ganz Außerordentliches leistet. Sehr bunt find auch die Bauernstrüwpfe aus früherer Zeit und.zum Trousseau ein«r begüterten Bauerntochter gehörten 80 Paar Strümpfe. Die SabniuisÄbmrSnt« als«ist übekrieckienver Speisereste reinigt man lmsckmasiig mit einer eigens dafür konstruierten.Sabnbürfte mit aezasintem Borftenschnitt. Die<5blorodont.?!abnbürste von böckfier Qualität, die in»wri Särtegraden in bugienischsr blau. weist,« riincr Originalpackung in den Ver. kauf gelangt, dürste dab-r dtftens»u rmpseilen fein. 8. nt Am Ssniutden». dem SO Mär«,»erstarb noss« Wilbslrn sisibn im Altrr PPN 85 ftabren. Di« EinüsKerun«� findet'Dolü nerstzsig. 8. April, l? Ubr im«reMtott� Mmersbxrs. verliner Httaste. statt. Ilm reg« Belelligüng bittet dst' Abteilupgsleiiung. »steu»».««. 81:. Abt. ssrilden-n. Um 28. März Ol ffriektrike fllstnwnn. Illftr. 8.«hte ibrcm niun Geriet ziäbri» näf&stuM Ri. ,... ir bitten um eeae Sozialistische Arbeiterjugend Gr.-Verlin «nfendimgu, wr»lese Twbttt«ne«»»ack Znzendsekretertat ntelin«WaS. 4 Inden ist- ke S Abt«>l-°g.lo»-e. hp». fKMit npck> ni««efcheben.«stfpet»,«»«st»«« unsere Iuaendf-ler in de« Liibttzura am Sonntag, dem Ist. April, ab. Zlbteilungsmitgliederversammlungen heut«\9Ü Uhr: Arloo-plast: Schul«. Gsifabetbkirckst«. kkiristianiastr 88. �»ordep- Beim' Deim Turiner Eck- Scesttaste. Siraste.— Dranksnrler Biertekt W>.._____________ W___ Viertel fR..ff.I: Seim Lüguet Str. 18.— Stricken Oemct Biettel- Seim»rister Etraste 27—30— abaelottenbnrg.Norb! Srirn Olbcrsstrastr.— kankwisti «emeindelckmle Sckulüraste.— Dewpelbok: Lmeum Germaniaftr. 4—8.— fee: Schule Gbarlostenftrast». t- Friedelcksfelde: Lichtenberg. Gun'fi' «aul-dorti Schule Akglfst». 25.- Etcktenberg.ss"' — Moabit IN: Stirn Lesttter St».>8�.19. M whru ng»ee Ret er(talhn cen �d,n Kinkersteunden. 19 Ubr. AGG. Senlöln: Seim Berastr. 29. Ilde: Lichtenberg. Gunttrstr. 44.». »«.Mitte: Seim Sckarnwebtrsti:, Zst. Mitaliedemersammlung unst Ein. um Belurei �1?« orcchung der .«oeNsdt: Treffpunkt erfabrt.— 512 Pen siottdussee Tor: Hciu Verbebettrkamitgriedeinerfammlung «iettrl. Heim eitaue««-r. 15 Hunktionärsistunq. � siostdusfee Tor: Hein ststung. � Marieuselde.ßicktereede: 11. verde»eettk Ticrg-eten»n» Westen, Uebes des Speech»»nd Vernegunam Kars im beim Kebrter Ett 18— Ist, Werde bettet«eerslarec Der», Srim*«»,iiwe 6t». 80.»»«ebebesieksmtt, ""| sismmpNistenst» ee» im Sei««anne» Ettast», Liften eingetragen bab-n. müssen aNrd-e>»«ttawn-l»5.g. Bertesa:.Waa wollen die Werbe begier»rnkklln: U-ben de» Gvreckcki arostee Saal. Alke Genossen, die sich in die Li iek Teltowkanal: siritirngsv�leute. Die Rttchebe»Irka«eit»n« ift ipeaen in de« sielt»mischen 18 und 20 llste beim Genossen Wolter t,Wald«k.Ltr.. 1.«biuboleg. erscheinen Berbebe,trt Teltowkanal: beute»der moearn ssrans, Mepe Sport. Ueonen jo Mariendorf am Div>«lag, dem 1. Aprtt. 1. Rennen, f. vneenie((8..Aai,ppert lief obn« Netten. V. Kerb. pol. lpngserle'chterung ohne Ausschlag Neuer siataloa koftensrei.* Hekleidüngsstücko, Wäsche u t* Getragene beriesgarderode lebe»«ri, «roste»uswabl»orbanpen. oerlau'! spottbillia Echnuemachee. Neukälln, W-s�straste Wl l. am Hermannplast.' DamanmI-tel. Srühlabesrnäntel. 8-»-, Herrevst-tt 10,—. 12.—. Rips, MÄttsl'.8,—. Modellmäntel 19,�-. 29,—. 8fc—, 49."-. Eeider.lleider. Gummi. mintet Rieseuauswabl.«ckimechel. Zixsftpast«. 12. Bahnhof Börke, 7 Leihhaus" Morlstplatz 53» BertaufTtÜ. liaft siaoailar.Garderobe, teils auf Seide. Gabarbincmäntal. Paletots, An- üae sau S.-. Bauchanrüge. Gelegen. leltakäuf» ,u Pelzmänteln. 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In ehwm Hause der Grvgbeerenstraße haust dl« Witwe fj. mit chren beiden halbwüchsigen Söhnen(16 und 19 Jahre) unter den denkbar traurigsten Wohnnerhältnissen. Eme Kellerwohnung. m der alles versallen und vermorscht ist, wo durch Fugen und Ritzen Kälte und Feuchtigkeit dringen und der Futzboden eine empfindliche Kälte ausströmt. Di« Frau, seit Iahren schwerkrank, leidet an Herzmuskellähmung und Gelenkrheumatismus, das Wasser sitzt ihr m den Gelenken, sie brauchte Sonne, frische, gesunde Lust, vor ollem also eine menschenwürdig« Behausung: sie muß viel, tage- oft wochenlang im Bett zubringen und nachts, wenn sich die größlichen Schmerzen und Angstzuständ« einstellen, oft sind es auch schwer« Herzkrämps«, da im irrt die Aermste in der feucht- dumpsen, finsteren,«iskallen Wohnung umher. Nirgends«in Fleckchen, wo es warm und trocken ist, tagsüber kein Sonnenstrahl, kein bißchen Wärme, weder von außen noch von mnei,. Dabei gibt der Magistrat schon jetzt wo es tagsüber und besonders nachts noch recht kalt ist, schon keine Kohlenkarten mehr und zum Kaufen reicht es nicht. So sitzen die drei Menschen fröstelnd, in dumpfer Verzweiflung in der sogenannten Küche, einem winzig kleinen, total verrußten und oerschimmelten Raum um ein arm- seliges Herdfeuer, das sie durch die Güte einer Nachbarin, die ihnen ein paar Holzkisten schenkte, anfachen konnten. Niemand will diesen Wohnstall in Tausch nehmen, so sehr die Frau sich auch darum bemüht, und wenn sich wirtlich einer findet, dann stellt der Herr Hauswirt, der solchen Mietern natürlich niemals grün ist, ganz unerfüllbar« Bedingungen. Not ist im Hause: di« Söhne, jahrelang arbeitslos, sind erst seit kurzem wieder in Verdienst und müssen sich nun rasch das Allernotwendigst« cm Kleidern und Wäsche kaufen, denn es ist nichts, gar nichts da: die Einrichtung dem Wohlfahrtsamt verpfändet alles andere im Laufe der Jahr« dahin- gegangen, das Gas lange nicht beza�t und daher gesperrt. So vegetieren drei Menschen, ein Totkranker und zwei, di« erst den Kampf aufnehmen sollen, elendiglich dahin. Wie könnte Ihnen zu einem halbwegs menschenwürdigen Dasein oerholsen werden? Das neue Selbsiverwaliungsgefeh. Stellungnahme der Berliner Sozialdemokraten. In der sozialdemokratischen Kreisvcrtreterversammlung des Der- waltungsbezirks Friedrichshain referiert« der Stadtverordnete Genosse Dr. Siegsried Weinberg über di« geplant« Neugestaltung der Berliner Verwaltung. Er lehnte den Regierungsentwurf als völlig unannehmbar ab An den Dortrog knüpfte sich eine um- sangreiche Diskussion, in der der Unwille über den Gesetz- entwurf zum Ausdruck kam, und an der sich auch der Bürgermeister des Bezirks, Genosse Mielitz, beteiligt«. Di« Krcisvertreter- Versammlung nahm einstimmig folgenden Antrag an. der dem Be- zirksporteitag woitergeleitet wird: „Der Vezirksparteitag protestiert gegen den von der preußischen Regierung unter Ausschaltung der kommunalen und politischen Instanzen Berlins unter dem Titel eines Selbstoerwallungsgesetzes für die Stadt Berlin vorgelegte» Gesetzentwurfs. Ein« Neuregelung der kommunalen Gestaltung der Stadt Berlin ist nur gleichzeitig mst der in Aussicht genommenen allgemeinen Gemeindereform mög- lich. Auch unabhängig hiervon kann der Entwurf keine Grundlage für eine gedeihlich« kommunale Arbeit abgeben, da er kem Gedanken der Selbstverwaltung widerspricht, die ehrenamtliche Mitarbeit der Bevölkerung und die, Kontrolle durch die Oessentlichkeit Verhängnis- voll einengt, die Allmacht des Oberbürgermeisters festlegt, die Der- waktung verteuert und die staatliche Aussicht unerträglich erweitert. Der Bezirksportcitag verlangt deshalb die Ablehnung des Gesetz- entwurf?.'_ Ole ewigen Krakeeler. In der gestrigen Nacht tauchte am Bismorckdenkmal kurz nach 12 Uhr eine größere Schar Nationalso,zialisten aui, die dorl einen Kran,; niederlegten. Daraus zogen etwa 10 Personen ge- schlössen durch das Brandenburger Tor über den Pariser Platz. Da sie sich der B a n n k r e i s v« r l« tz u ng schuldig gemacht hotten. traten ihnen Polizeibeamte entgegen. Die Nationalsozialisten leisteten aber der Aufforderung auseinanderzugehen keine Folge, worauf zwei ihrer Anführer festgenommen und nach der zuständigen Polizeiwache gebracht wurden. Beide trugen unter ihren Zloilmänteln Uniformen. Bald danach erschienen etwa 80 Personen vor dem Polizeirevier 1, wo sie unter Johlen und Schreien am Eingangsior rüttelten, um in die Büroräume einzu- dringen. Die alarmierte Wache des Reviers trat den rechts- radikalen Krakeelern sofort entgegen und trieb sie auseinander. Neue weltliche Schule in Aerl'u-Mitte. Bereit, im vergangenen Jahre hatte di« Schuldeputation die Einrichtung einer weltlichen Schul« im Norden des Bezirks Mitte befchlosien. Das Minstterium hatte aber die Genehmigung versagt, weil«s di« Auswahl des Gebäudes beon"mdete. Die in der„Freien Schulgemeinde' organisierte Elternschaft hat sich aber dadurch nicht entmutigen lassen, und der Erfolg ist ihr nicht versagt geblieben. Die Deputation hat auch in diesem Jahre wieder die Einrichtung einer Sammelschule für vom Rcligionsunterrichl befreite Kinder befchlosien. Daß nicht nur tue Vertreter der Rechten. fondern auch die Kommuni st«n gegen die neue weit- liche Schule stimmen würden, war nicht anders zu erwarten. Die neu« Schule wird in dem Gebäude der Berufsschule in der Hannoverschen Straße eröffnet worden. Die bieh.'r dort befindliche 180. Schul« wird mit Semesterschluß ausgelöst, da sie Staat und Kirche. Kirchendebatte beim Kuliusetai. In der Dienstagsitzung des Landtags wurde di« Aussprache über den K u l i u s e t a t beim Abschnitt„Volksschulen— Geistliche Der- waltung" fortgesetzt. Abg. Schwarzhaupt(D. Dp.) erklärt, daß vieles von dem richtig sei, was der Minister Grimme vorgetrogen habe Sein Wort, daß Besitz objektio schuld ist am sozialen Elend, sei bedenMch, es sei ge- sprochen aus dem Weltbild des religiösen Sozialisten. Er habe sich als Exponent einer Machtgruppe bezeichnet und werde sich deshalb auch den Einflüssen der sozialdemokratischen Fraktion nicht entziehen können. Seine Fraktion werde die Stellung zu ihm abhängig machen von seinen Taten Die weltlichen Schulen seien Kamvsschulen gegen den religiösen Geist. Weder in der Schule noch in oer Familie dürfe der Staat herabgesetzt werden. Abg. Dr. Bohner(Dem.) widmet der Tätigkeit des ausgefchte- denen Ministers Dr. Becker, der ein guter Republikaner gewesen sei, warme Worte der Anerkennung. Die Formulierung des Ministers, daß Besitz objektive Schuld am Proletariat ist, sei nicht glucklich gewesen. Der staatsbürgerliche Unterricht in den Schulen dürfe nicht nur im Lesen von Dersassungsbestimmungen bestehen. Abg. Rhode(Wirtschp.) oerlangt Fernhaltung der Schule und der Lehrer von der Politik und Achtung vor der großen Vergangen- heit. Das Bildungsprivileg könne man nicht durchbrechen, wenn man immer neu« pädogogische Akademien errichte. Abg. Prelle(D. Fr.) erklärt, daß das Christentum über ge- nügend sürlich« Kräfte oersügt. eine neu« Kultur aufzubauen. Di« weltlichen Schulen seien ganz offensichtlich bevorzugt worden. Abg. Dr. Ley(Not.-Soz.) erklärt, daß es in dem Kampf der religiösen mit der antireligiösen Weltanschauung keine Toleranz, svn- sondern nur Sieg oder Untergang gäbe. Der Minister Hab« recht, als er sagte, daß der Führer sich nicht von der Mass« entfernen dürfe. Er soll« aber auch voran schrevien. Bor allem wäre es seine Aufgab«, die deutsche Kultur vor fremden Einilüssen zu schützen. Abg. Cindaer(Chr.-soz. Dolksp.) wendet sich gegen di« well- lichen Schulen und gegen das Lerechtjgungswesen. Abg. Kleinspehn(Soz): Zum ersten Mate seit Bestehen der Republik sind in diesem Jahre di« Zuschüsse des Staates für die Kirchen, trotz des inzwischen abgeschlossenen Konkovdats mit seiner Mehrbelastung, über die des Vorjahres nicht hinausgegangen. Wir hofsen. daß das auch noch der Fall sein wird, wenn der Vertrag mit der evangelischen Kirche ab« geschlosien sein sollt«. Trotz der Erklärung des Ministers, daß er zu Dertvagsverhandlungen der evangelischen Kirche ermächtigt wor- oen ist, drängen die Protestant ischen Kreis« und ihre Vertreter hier im Landtag au! Beschleunigung derselben. Generalsuperintendent Dibelius hat erklärt, daß dabei Geben und Nehmen auf beiden Seiten sein müsie. Bis jetzt ist allerdings nur das Geben auf der Seit« des Staatesae wesen.(Sehr wahrl bei den Soz.) Trotz der 80 Millionen Subventionen jährlich für die Kircbe halten die kirchlichen Kreise dies« Summe für eine Sclbstverständ- lichkeit, obwohl wir überall eine fortschreitende Derweltlichung des öffentlichen Lebens und damit eine Verminderung des Einflusses der Kirche feststellen müssen. Das beweisen nicht allein die Kirchen- a u s t r i t t e, sondern auch der immer geringer werdende Kirchenbesuch. Selbst in kirchlichen Kreisen wird die Enikirchlichung der Kirche als viel gefährlicher empfunden als der offene Absall. Nach der kirchenointlichen Statistik sind es in Hamburg 2 Prozent und in Berlin nur 1 Prozent der Kirchenanhänger, die noch die Gottesdienst« besuchen. In kleineren Orten muß sogar oft genug der Gottesdienst ausfallen.(Hört, hört! bei den Soz.). Unter solchen Umständen mußunsdieHöheder staatlichen Zuschüsse an die Kirche unverständlich erscheinen. Aber merkwürdigerweise sind es gerade diese Kreise, die die Subventionierung der Kirch« fordern und noch erhöhen wollen. die sich gegen dl« Sozialpolitik des Staates wenden. Ein Oberpforrer bekommt es fertig, an den Rcichsarbcil- minister zu petitionieren mit dem Ziele, nach dem allen Spießbürger- inotto,„wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen" die Er- werbslosenfürsorge abzubauen.(Hört, hört! bei den Soz.). Auf der Internatirna'en Kirchenkonferenz in Eisenach wurde auch davon gesprochen, daß in der heutige» Zeit kein Raum für soziale Belätiguna ist. Diese Leute führen Christus t in Munde und drücken um des Profites willen di« Löhne! Es ist im Grunde noch dieselbe Auf'assung, die vor dem Kriege ein Bischof bekundete: Wer Knecht ist, soll Knecht blejben. («ehr wahr! bei den Soz.). Es ist aber nicht allein die Einstellung der Kirche gegen die Sozialpolitik, die uns die Pflicht auferlegt zu kritisieren, sondern auch ihre staatsfeindliche Einstellung. Obwohl die obersten Stellen der evangelischen Kirche sich positiv zum heutigen Staate eingestellt haben, müssen wir im Lande in vielen Orten sestflellen, daß die Geisllichen in engster Verbindung mit dem Stahlhelm gegen die Republik agitieren. Der Redner führt dazu«ine ganze Reihe von Beispielen an. Hier ist von Toleranz, die gerade jene Kreise fordern, recht wenig zu spüren. Diese Toleranz vermissen wir auch gegenüber der Freidenkerbewegung. Obwohl der Antrag ange- nommen' wurde, dieser Weltanschauungevereinigung Körperschasts- rechte zu geben, sind hier Stimmen laut geworden, daß dies solange nicht geschehen könne, als dies« Bewegung den Kirchenaustritt pro- pagiere. Diese Propaganda darf nicht anders gewertet werden, als die Tätigkeit jener M i f s i o n sg e s e l l j ch a f t e n, die für eine kirchliche Gemeinschaft werben.(Sehr wahr! bei den Soz.). Die starke Zunahme der Freidenkerbewegung hat nicht zuletzt ihre Ur- fache in der Kirch« selbst, die heute ihren Weg absests vom Volte geht. Man tut den Freidenkern unrecht, wenn man sie mit den Kommunisten identifiziert Gerade die letzten Wahlen haben be- wiesen, daß die Kommunisten völlig einflußlos sind, soweit sie nicht überhaupt ausgeschlossen wurden. Wir dringen deshalb auf Be- schleiunigung der Verhandlungen mit dem Ziel«, der Freidenker- bewegung endlich und auch aus Toleranz die Kö rper f chast s rechte zu geben.(Sehr gut! bei den Soz.). Di« Kirche will die sozialen Ungerechtigkeiten nicht beseitigen, sie will bewußt die Erhaltung der heutigen Geselllchasisordnung. An- gesichts dieser Tatsachen darf sie sich nicht über die sich mehrenden Kirchenaustritt« wundern. Die Toleranz, die di« Kirche vom Staate fordert, ist bei ihr nicht zu finden Es ist deshalb Pflicht des Staates, ollen gegenüber tolerant zu sein, das heißt auch den Frei- denkern gegenüber.(Beifall bei den Soz.). Abg. koch- Oeynhausen lDnat.) wendet sich gegen die Aus- fllhrunqen des Dorredners Man solle die Kirche ruhig ihren Weg gehen jasscn. Die Frage der Körperschastsrechde für die Freidenker sei nicht einfach zu lösen. Man könne heute von einer Säkularisie- rang des öffemlichen Lebens und von einer Bolschewisierung sprechen... Abg. Linneborn(Z.) betont, daß die katholische Kirche den neuen Staat bejahe. Die Staatsoutorttät sei von Gott gewollt. Der 5t a- tholik sei allerdings an keine bestimnitc Staatsforin gebunden. Aber nach der Niederlegung der Gewalt durch die früheren Fürsten habe die katholische Kirche den neuen Staat mit ausbauen Helsen. Deshalb müsi« die konfessionelle Schule erhalten bleiben. Das Zentrum lei auch für Anerkennung der gerechlen Forderungen der«oangelischen Kirche. Das politisch« Zusammenarbeiten von Zentrum und Sozial- demokrafie habe nie zu einer Gesinnungsxemeinschast geführt, denn in der Weltanschauting gebe es keine Aussöhnung zwischen katholi- scher Kirche und Sozialismus. Hierauf wird die Weiterberatung au! Mittwoch 11 Uhr, vertagt. Außerdem stehen aus der Tagesordnung: Abstimmungen zum Iustizetat. von Jahr zu Jahr in der Kinderzahl zurückgeht. Die freiwcrdenden Räume erhält nun die weltliche Schul«. Eine Klasse für Schul- anfänger wird in die Schul« Elisabethkirchstraße verlegt, um für die Kleinen wei c und gefährliche Schulwege zu oermeiden. Aus viel- fache Anfragen se! mitgeteilt, daß Umschulungen in weltliche Schulen auch für Schulneulinge zu Ansang des neuen Schuljahres. also in der ersten Aprilwoch«, noch erfolgen können. Es ist ledglich die von Vater und Mutter unterschri.bene ncchstehmde Erklärung vorzulegen?„Hiermit melden wir unser Kind....... vom Religionsunterricht ab." Alle freihel.lilfcen Eltern, alle klasi.n- bewußten Arl>eiter können von diesem ihren Recht Gebrauch machen. Sckulimwitd uth Politik. Orffcntlidjc lDiona'socconfloItunrt des Bundes Tntlckilcden«! Cckniln(örmcr om MiUwsm. 2. 9' etil, IS'/j Uhr, In der Aula des Werner.L cntens,? ealemmnaihnns, f ohrrftarfctiftt.<7—48. Es lvricht L Btsf. Paul Ocstrc!» Uber.ganaiisierunq oder B-litli-runa"! 2. Dr. Oskar Stillich Uber das Thema„gort mit dem VdA. aus den Säiulen". balle Wartburavlah.(Sencralaooell sSmIlicher aktiven und valuoen Kameraden. — Köveniik läameradschoft Bohusdorfl. Der Kamerod Wiims ist vcrstoroe». Einölcheruna Tonnersiaa. 8. 9!pr.l, 17 Uhr, Krcmalorium Baumschuiciievea. Rege Beteiliauna erwünscht, Bannerkle Huna. * I Sauvorswnd. Keute Kreiskundaebunaen. Sämtliche fvr heule anaeschlen Mitaliedernersammiiinaen fallen aus. Die Antritlep'ähe und.-eirn der Kre ft ! bleiben bestehen. Wir bitten rm BraeHuna naebstehcnder Botizen. Dir Krebs treten wie sola! an: Kreis Osten um 19 Uhr am? avpelplah.— Kreis Süden i-m 20 Uhr am Oranienplah. Äesis Westen um ISlh Uhr am Bahnhof strafte.— Jteci»«otden um 19 Uhr am fmm'o'MI» ii,— S'ctrarten: Bioaöit um I8Z4 Uhr Kleiner Tieraarlen. Westen um 19 Uhr bei"'iefet', Stc.nmcft- strafte 864. Nachzüaler IKt, Uhr Bahnhof Ebersstrafte.— Wedd>a um 19 Uhr ' am Bahnhof Eefundbrunnen.— gliedrii'sfain rm 18 Uhr mit Musik und gahn-n auf den Sammelpläften der Kameradschaften. Bach.ellalcr um t9 Udo am Barvelv'aft.— Tempelhos»m 19 Uhr am Bahnhof Tempeihof. gahet noch Koitdusscr Tot,— Beulökln-Brih um 1914 Uhr am Beuirrplaft.— Weiftenlee um IS»} Uhr om Bahnhof Eesundbriinnen m t Sv'elmannsjua und gähnen.— Reinicker does-Weft iKameradfchast) rm 18Vi Uhr im Set- kchrstokal.— Etcali»(Ort-otrc'n) um 19 Uhr Antreten DUvvelviaft.~- Lichtende ra fOrtsverein) um 19 Uhr Antreten Vavvelvloft. Vorträge, Vereine und Versammlungen. « Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold' Gefchck'tSstel'« Berlins 14 Sebastianstr 87-88 So« 2. Tr Donner«'»«. 8. April. lempelh,«. Ortsvereinsvorstandssthuna mit gunltionären um W Uhr bei Mo-Li. Wichtia« Taqrsorbuuna. Lichte nbeea Ortsoerein). I9Z, Uhr arofte gunktionärstftun« hei Klose, Rupp- rcchtftr. 87. Sämtliche gunkt'onare des Ortsvereins müstcn erscheinen.— grej. ta», 4. Ävril. kreuzbeia. Zuo t. 20 Uhr Scr'ammluna bei Eeehal Willi a b- Alerls-Str. 6. Erscheinen Pflicht.-«ilmersdoe« fOrtsverein). 20 Uhr Käme. radschafteabend im Bikiuronarten. Bortr.«am. Dr. Soubach. Tempelhss.«am. Lichtenrade. 20 Uhr bei Bohrmann. Pankow. Kam. Süd 20 Uhr Kameradfchafts- verfammliina bei Ko'er. Berliner Str. 86. Z!«iutck«»dors-Vst iKamcradschaftl. 20 Uhr Kamcradechaftsversammluna hei Kiehn«, Restdenzstr. 9. Erscheinen Pflicht. Reiaicke, dorl Wcft fKameradfchaU). 20 Uhr Kamcradschaftsvcrfainm- luna im Serkehrslokal. Kamerad Bolizeloberst a D. Laim« fvricht über: .Kovv-Erinnerunaen". Borstant 19 Uhr. Teael(BomtwiMd-aft). 20 Uhr M:t- »likdcrverfaminluna im Alten Krua. Teurl, Sauv ftr. 14. Bortraa Kamerad Krourlein— Schöucherq.gricdellau. Donnerstaa. 8. April. 20 Uhr, Turn- Reichsbtf h der Krieasiefchadiaten. Kricasteilnehmcr nad«rlearrbin<°r- bliebeneu, Ostcu 5. Monatsocrfammluna Mittwoch. 2. April. 20 Uhr. im Ser- einslokal. Cchm dts Sefellfchaftsliaus, gruchtstr. 36a. Wahl der Delegierten ,um Bundestaa. Deutscher vstbuub. Ortsgruppe Beelin-Mitt» e. P. Benfammluna am. MitUvoch. dem 2. April. 20 Uhr. im Cafe Saertner. Berlin, Lolsteiner Ufer 27- 28. Landsleute willkommen. Arbeiter-Zkod o-Bu b De» lellond«». P., Srnpv« griedrich-hu�n. Don- nerstaa, 3. April, 20 Uhr, groacadend. Gäste willkommen. Lokal Eadiner l Strafte 10. Arbette'-Mandoliulsteu-Burd. Die Truppe Schönebera veranstaliel am Sonniaa, dem 6. April, in der Aula der Auausta-Schule, Pallas. Ecke Eis- boüftrafte. ein Werbrkonzert unicr M twirkuna des Lautenfänaers Waller Melzer. Beainn des Konzerts um 19 Uhr. Lls aeblskvn bssssr unä ervockien neu geziSriei Nack, folgendem itezepf: Eine Flosdie Daldrament Reichel, 3 mal täglich /z Tee!ö(tel zu nehmen. Die natürliche Medizin zur Deruhigung und 5tS kung der Nervenkraff FL M 1.50 und 2.50. In Drogerien und Apotheken erhältlich, sonst durch Otto Reichel. Berlin 43 SO. Elsenbahnstr. 4. o Dorpmüller verteidigt sich. 8oung-p.'an und Tariferhöhung.— Allgemeine Verteuerung der Zeitkarten. Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft Dr. Dorpmüller Hot eo für nötig gehalten, die Reichsbahn und ihre Politik in einer öffentlichen Rede zu verteidigen. Er tat es am t. April in Düsseldorf vor dem Industrieklub, wo ihm dos Ohr der schwerindustriellen Interessenten sicher ist. Er verteidigte die im neuen Plan veränderte Reichsbahnoersassung. er verteidigt« die Forderung auf Erhöhung der Tarife und tat beides mit schlechten Argumenten. Die Reichsbahn habe finanziell b«i der Umstellung von dem Dawes-pian aus den Aoung-Plau schlecht abgeschnitten. Offenbar voll einverstanden ist Herr Dorp- mijllcr aber mit der höchst bescheidenen Erweiterung der Reichs- rechte und der vollen Verankerung seiner und des Berwaltungsratss Herrschaft übe die Reichsbahn im neuen Plan. Der V« r w a l- t u n g s r a t fei heute das, was früher der Reichstag für die Reichsbahn war: in einem gewissen Sinne Aufsichtsrat und Generalversammlung zugleich. Daß der Einfluß des Reiches auf sein wichtigstes Vermögensstück durch die gesetzliche Beschränkung des Persvncnkreises bei der Ernennung der Verwaltungsrotsmit- glieder qualitativ gegenüber dem früheren Zustand erheblich verschlechtert ist, das ficht Herrn Dorpmüller nicht an. Der Ausschluß von Regierungs. und Parlamentsmitglfedern mit der möglichen Erteilung staatlicher Instruktionen ist Herrn Dorpmüller willkommen. Daß private Interessen im Verwaltungsrat vertreten werden können, hast er— welcher Optimist!— für unmöglich, die Fernhaltung von Eisenbahn» l i e f e r a n t e n erklärt er für t S r i ch t mst dem kühnen Argument, daß dann auch Personalvertreter, die ja die Interessen der„der Reichsbahn gelieferten Arbeitskräfte"(!) wahrzunehmen hätten, nicht -in den Verwaltungsrat berufen werden dürften. Als ob die Per- sonalverireter Tarifpolitik und Reichsbahnaufträge anders behandeln könnten als unter gesamtwirtschaftlichen Gesichtspunkten, was bei den Lieferanten selbstverständlich weniger der Fall ist.„Politiste- rung" der Reichsbahn nennt Herr Dorpmüller einen Zustand einer eventuellen Reichs- bzw. Parlamentskontroll«, der seit der Errich- lang des Staatsbahnsystems in Deutschland selbstverständlich war. „Die Wirtschast" kann mit Herrn Dorpmüller zufrieden sein. Wir unterschätzen gewiß nicht die Tatsache, daß die Reichsregierung heute sämtliche Verwaltungsratsmitglieder zu ernennen hat. Aber es ist eine schlechte Verteidigung der Reichsbahnverfassung, wenn Dr. Dorpmüller die Beschränkung des Ernennungskreises verschweigt, die finanziellen Kontrollrechte des Reiches übertreibt und dainit die jetzige Reichsbahnoerfassung mit ihrer Prmatisierungstenöenz(im schlechten Sinne) für ein Ideal erklärt. Es ist gewiß nur ein Druckfehler, wenn der Wortlaut der Rebe von„jährlich" um 750 Millionen gestiegenen Persona klasten spricht. Dieser Druckfehler entspricht aber der Lust zum Fabulieren. die diese Verteidigungsrede auch in ihrer Stellungnahme zu Reichs- bahnfinanzen und Tariferhöhungen kennzeichnet. Es entspricht dem Düsseldorfer Milieu, dem Milieu der schwerindustriellen Zuhörer, wenn Herr Dorpmüller die Forderung der Tariferhöhung immer und immer wieder mit den steigenden P e rs o n a lla st e n ZU erklären versucht. Wenn tatsächlich insgesamt 750 Millionen fest 1SL4 mehr gezahlten Löhnen und Gehältern nur Mehreinnahmen der Reichsbahn von 700 Millionen gegenüberstehen, so beweist das nicht, daß die Leistungssteigerung des. Personals nicht diese Mehrlöhne und-gehäster rechtfertigt. Wenn die Sachausgaben gegenüber den Personalousgahen relativ zurückgegangen sind, so ist das kein Beweis, wie Herr Dorpmüllcr es erscheinen lasten möchte. für die Bernachlässtgung des Sicherheitsfaktors bei der Reichsdahn. Herr Dorpmüller stellt selbst fest, daß die heutigen Reichs. bahnen in der Vorkriegszeit jährlich durchschnittlich 400 bis 500 Millionen Mark Anleihebedars hatten, die über den jetzigen Index einer Summe von 700 bis 800 Millionen Mark entsprechen. Wenn dieser Anleihebedarf schon in der Vor- k.riegszest bei relativ geringeren Derkehrsleistungen bestand, wenn fest 1924 im Durchschnitt jährlich nur etwa 170 Millionen, also nur ein Fünftel des B o r k r I« g s b e da r f s an An- leihen hereing-nonnnen werden konnte, so beweist das erst recht nich's für eine zu große Höhe der Personolkosten und noch«eniger für die Richtigkeif einer Polttit, die den größten Teil des Anlage» bsdarfs— wie der Vergleich der Dorkriegs- und jetzigen Anleihe- zahlen beweist— tatsächlich aus lausenden Einnahmen entnehmen mußte. Herr Dorpmüller will doch wohl nicht im Ernst behaupten dos wäre aber die Konsequenz seiner Feststellungen—, daß er in demselben Ausmaß, in dem seit 1924 Anleihen weniger zu beschaffen waren, die Sicherheit auf der Reichsbahn gesunken sei. Damit werden auch in die Behauptung die größten Zweifel geweckt, daß die Tariferhöhung jetzt notwendig sei. weil sonst aus Sicherheitsgründen unbedingt ersorderliche Erneuerungen zurückgestellt werden müsten; der demagogisch« Charakter des Arguments, die Arbeiter der Lieserindustrien würden durch die in- folge der steigenden Personollasten der Reichsbahn verringerten Aufträge in erster Linie geschädigt, enthüllt sich mst alle Deutlichkeit. Anleihen und laufender Bedarf. Herr Dorpmüller verwahrt sich mit aller Schärf« gegen die auch von uns vertretene Auffassung, daß ein Vorgriff auf nicht be» streitbare zukünftige Anleihcmöglichkeiten. da ganz offenbar die Substanz aus laufenden Einnahmen in den letzten Jahren auch unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität erheblich verbestert worden ist, auch vom Standpunkt der Reichsbahn angesich's der gegen- wärttgen Wirtschaftslage besser wäre als eine Tarifer- h ö h u n g die fMstverständlich die Chancen zu einer neuen Auf- wärtsentwicklung in der Wirtschast sehr erheblich verschlechtern muß. Gerade Dorpmllllers Himvcis auf die Differenz zwischen dem Anleihe- bedarf in der Bvvkriegszeit und dem seit 1924 nur theoretisch unbe- friedigt gebliebenen Kapitalbedarf beweist aber, daß die Reichsbahn unrecht bat. wenn sie in der gegenwärtigen Lage sich auf das an sich richtige Prinzip beruft, daß laufende Ausgaben aus Anleihen nicht gedeckt werden sollen. Auch die andere Behauptung, daß die heutige Reichsbahngefell- fchoft kleinere Zuschüsse aus den Betriebseinnahmen für den An- lagenzuwachs verwandt habe, als in der Vorkriegszeit die preußi- fchen Stacüsbahncn, ist nicht stichhaltig. Die jährlichen 1.45 Proz. der preußischen Staatsbahnen beziehen sich nämlich auf einen ver- gleichsweife viel niedriger berechneten Anlagenwert als die 0 59 P-vz. der heutigen Reichsbahn, die in den Jahren 1925 bis 1929 durchschnittlich als Anlagezuwachs den Betriebseinnahmen entnommen wurde. Es steht also sehr schlecht mit den Argumenten, die Herr Dorpmüller der einstimm gen Ablehnung der Tariferhöhung zum fttzmen Zeitpunkt durch die gesamte deutsche Wirtschaft ent- gegcnzustellen hat. Zeilkarleoverieuerung. Herr Dorpmüller hat aber für die breiten Massen der Arbeiterschaft noch eine Ueberraschung, die offenbar den Widerstand der Industrie und des Handels gegen die Erhöhung der Gütertarife verringern soll. Bisher hatte man nichts von einer Erhöhung der Personentarife gehört. Jetzt will Herr Dorpmüller aus Gründen der„allgemeinen Gerechtigkeit" im ganzen Reich« die Monats- und Arbeiterwochenkarten verteuern, weil der Personenzugverkehr Zuschüsse erfordert. Wir hoffen zwar, daß die Tariferhöhung überhaupt nicht kommt. Aber daß Herr Dorpmüller und der Verwaltungsrat ausgerechnet die Arbeiterwochen. und Monatskarten verteuern will— trotz der schlechten Erfahrungen mst der letzten Personentariferhöhung—. ist ein neuer Beweis für die wirtschaftspolitische Kurzsichtigkeit der Reichsbahngesellschaft. Herr Dorpmüller hak aber auch das System der Lelstuags- zutage« verteidigt und auf eine merkwürdige Art nachzuweisen versucht, daß die hohen Gehälter in der Reichsbahn kein« Rolle spielen. Die sogenannten „Mommutgehätter" der leitenden Beamten beträfen nur 300 Köpf«. Kaum% Tag= 8 Stunden der jährlichen Betriebseinnahmen der Reichsbahn kämen auf die Gehälter dieser 300 Beamten. Wir haben uns ausgerechnet, daß im Durchschnitt in der Tot diese 300 Beamten bei dieser Rechnung nur je 10 000 Mark erhalten würden. Rechnet man aber von den 22 bis 27 Millionen jährlichen Leistungszulagen nur 10 Millionen aus diese 300, dann erhöhen sich die Durchschnittsbezüge bei diesen 300 Leuten schon aus rund 40000 Mark. 300 Reichsministergehölter in der Leitung der Reichsbahn scheinen uns wirklich reichlich viel zu sein. Herr Dorpmüller hätte auch zur Rechtfertigung der Leistungs- Zulagen nicht acht Sei'en Manuskript zu sprechen brauchen, wenn. sich die Reichsbahn dazu entschließen würde, diese Zulagen bei den höheren Beamten nicht geheim zu halten. Das Personal der Reichsbahn kann wahrlich beurteilen, ob ein höherer Beamter wirklich tüchtig ist oder nicht, ob er die Leistungszulage verdient oder nicht. Wenn dieser demokratischen Pflicht zur Publi- zität in einem öffentlichen Betriebe Genüge getan würde, so würde die den leitenden Herren der Reichsbahn so unangenehme Kritik der Leistungszulagen sehr bald verschwinden. Die Kapitaleinfuhr wächst. Sie internationalen Börsenkurse steigen. Im ersten Werteljahr 1930 hat sich die ausländische Kapitalein- fuhr nach Deutschlnod in Form von Anleihen wieder beträchtlich erhöht. Sie betrug bereits wieder über eine Viertel- Milliarde Mark gegenüber nur 40 Millionen im vierten und nur 10 Millionen Mark im dritten Quartal de» vorigen Jahres. Diese Diertclmilliarde wurde zu 90 Proz. von amerikanischen Banken besorgt, nur rund 32 Millionen Mark kamen aus Holland und aus der Schweiz. Freilich ist mst dieser Biertelmilliarde der Quartals- durchschnitt des als normal anzusprechenden Jahres 1928 noch nicht erreicht: aber die Kopitalzufuhr wird in den späteren Quartalen jedenfalls ein« beträchtliche Vermehrung über diese Viertelmilliarde hinaus erfahren. Aus den internationalen Börsen beginnt das Aktien- kursniveau allmählich wieder zu steigen. Im Durchschnitt von zwölf Börsen ist In den 14 Tagen vom IS. bis 29. März der Kursindex wieder von 89,6 aus 91,7 Proz. gestiegen. Ganz eindeutig ist diese Kurssteigerung auf den Börsen von Berlin, London, Amsterdam. Zürich, Stockholm und auch New Jork. Die pfandbn'efkonjunkiur. Nekordabsoh im Februar.— Konjunllurpoliiik und Kapitalertragssteuer. Das schnell« Absinken der Zinssätze und die riesige Arbeitslosigkeit von Geldern hat in den beiden letzten Monaten die Nachfrage nach den hochoerzinslichen Pfandbriefen sehr stark wachsen lasten. Alle Well hat getauft, nicht zuletzt die Ban- ken, die auf ein« lange Dauer der Geldflüssigkest rechnen. Durch Kursanstieg sind die Pfandbrief« zwar teurer geworden: aber die Zinsdlfferenz blieb und bleibt verlockend groß. Für den Februar liegt jetzt die Absatz- und Umlausestatistik vor. Gegen den an sich schon erheblich besseren Januar ist der Pfandbriefoerkauf von 135,94 auf 144,53, der Verkauf von kommu- nalen Schuldverschreibungen von 19,47 aus 33,25 Millionen ge- stiegen. Der gesamte Pfandbriefumlauf wuchs auf übüS.IS. der gesamte Umlauf an Kommunalschnidverschreibungen aus 1830,22 Mil- lionen Mark. Mit ziemlicher Bestimmtheit ist anzunehmen, daß der Monat März noch ein erheblich günstigeres Resultat bringen wird, und man übertreibt wohl kaum Nüt der Voraussage, daß die F i n a n» zierung des Wohnungsbaues im Jahre 1930, sowc t nur taufkräftiger Wohnungsbedarf vorhanden ist, erfolgen und w h.» scheinlich auch noch verbilligt werden wird. Das letztere iß um io mehr zu erwarten, als jetzt bereits die Hypolh.ckennehmer i n E r» Wartung einer Zinsverbilligung für langfristig« Häusertredlt« vorsichtig geworden sind- Für die Wirtschast ist natürlich eine günstige Weiterent- Wicklung des Pfandbriefverkauss, hinter dem eine Belebung des Baumarkte» steht, von größter Bedeutung. Wenn die Kapital- ertrogssteuer für festoerzinslich« Wert« wirtlich durch Reichs tagsbeschluh sollen sollte, so könnte ihr« Beseitigung wegen ihrer zinsverbilligenden Wirkung und wegen der zu erwartenden stärkeren ausländischen Pfandbnefkäuse auch konjuntturpolitisch von Bedeutung sein. Der konjunkwrpolicische Gesichtspunkt für eine solche steuerpolitische Maßnahme ist viel wichtiger als der der Bs- günstigung der K o p i t a l b i l d u n g. der ernftTch eine beschränkte Aufhebung der Kopitolertragssteuer nicht rechtfertigen könnte. Die Komnick-Pleiie in Elbing. Oa«?Wch unft die Stadt Elding sind die Leidiraaenden Mit der Schichouwerft und der Königsberger Union�Sießerci be.zog auch die A u t o m o b i l f a b r i k K o in n i ck in Elbing im legten Jahre Subventwnen vom Reich und der Stadt Elbing. Der Versuch, das Unternehmen mit össentlichen Geldern zu sanieren, ist aber ein völliger Schlag Ins Wasser gewesen: denn jetzt Hot die Gesellschaft chre Zahlungen eingestellt. Die Leidtragenden sind das Reich und die Stadt Elbing. dl« etwa 1,8 bis 1,8 Millionen in das Umernehmen gesteckt haben. Di« Komnick A.-G. entschloß sich zur Zahlungseinstellung, weS die Reichsregierung eine Sperrung der Subventionen angeordnet hatte. Vorangegangen ist eine Revision des Betriebes durch ein« Treuhandgesellschaft. Aus Grund dieser Ueberprüsung kam die Reichsregierung zu der Aufsastung, daß eine weitere Hergab« von Mitteln nicht mehr zu oerantworten sei. Damst hatten sich dic in Frage kommenden Stellen an die Marschroute, die der Reichstag in der Angelegenheit Komnick A.-G. gegeben hat. Als die Same- rung der Komnick A..G. im Haushaltsausschuß des Reichstags be° taten wurde, stellten sich die sozialdemokratischen Vertre» ter, bei allem Verständnis für die Notlage, insbesondere für die Notlage der Arbeiterschaft im bedrohten Ostgebiet, auf den Stand- punkh daß angesichts der m ßlichen Lage der Firma Komnick der Reichsregierung nicht ohne weiteres ein Austrag zur Hergab« von Geldmitteln an die Komn'ck A.-G. gegeben werden dürfte. Der Haushaltsausschuß des Reichstags ermächtigte deshalb die Reichs- regierung auf Antrag der Sozialdemokratie nur zur Hergabe neuer Geldmittel, wenn eine nochmalige Prüfung die Kredit- Würdigkeit und Kreditfähigkeit der Komnick A.-G. ergebe. Die sozialdemokratischen Vertreter wollten durch diese Reae- lung vermeiden, daß an bestimmte Personen Subventionen gezahlt werden und die Garantie schaffen, daß der F o r t b« st a n d des Unternehmens wirklich gesichert würde. Da die Uebervrüfung des Betriebes aber die Unmöglichkeit ergeben hat, die Komnick A.-G. zu hatten, war der Schritt der Reichsregierung, die weltere Hergabe von Mitteln an de Komnick zu sperren, geboten! Guies Wollgeschast. Vollwar, nfabrik Mercur«(i,gnih 12 Pros. Dividende. An Hand einer ganzen Reih« von Abschlüssen aus der Wollindustrie hatten wir bereits nachgewiesen, daß die Textil- krists in Deutschland sich fast ausschließlich auf das B a u m w o l l- g e w e r b e und die Leincnindustrie beschränkt, während die Wollfabrikanten auch im letzten Jahr sehr gut aus ihr« Rech- nung gekommen sind. Der Abschluß der Liegnltzer Wollwarenfabrik Mercur bestätigt diese Feststellungen von neuem Bei ver- ringerten Generalunkosten hat der Unternehmer seinen Roh- gewinn von 1,73 aus 1,90 Millionen steigern und trotz bedeutend erhöhter Abschreibungen von 360 000 gegen 280 000 Mark auf Anlogen und Forderungen liegt der Reingewinn mit rund 308 000 Mark erheblich über dem Ergebnis des Vorjahres. Der Dividende, die auf der Höhe von 12 Proz. gehalten wird, hat also die kräftige Beschneidung des Reingewinns zugunsten von Ab. schreib'.ingen und Rückstellungen nichts geschadet, ein Beweis, daß totsächlich weit mehr verdient wurde. Wachsende Bauaufträge. Was die Beton- und Monier bau A.-G. berichtet. Der bekannte Großbauunternehmer Beton- und Monier- bau A k t.- G e s., Berlin, hat auch 1929 ihre Dividende auf 12 Proz. stabilisiert, obwohl ein strammer Mehrverdienst gegenüber dem Borjahr erziett wurde. Der Reingewinn ist mtt 515 000 M. wieder sehr haargenau auf das Dorjahrsergebnis abgestimmt worden, doch sind in offenen Sonderrück st ellungen allein 650 000 M abgeflossen, io daß ohne die gleichfalls erhöhten Abschreibungen der tatsächlich erzielte Ertrag bei mehr als 25 Proz. des Kapitals liezr. Trotz der Drosselung der Baukonjunktur im vergangenen Jahr durch die Kältewelle hat sich der Umsatz bei dem Unternehmen auch 1929, wie schon in den vorhergehenden Jahren, weiter ge steigert. Auch der gegenwärtige Auftragsbestand ist höher als Anfang vorigen Jahres._ Kräftiger Aufschwung bei Vrown-Roverl. Umsah Weigerung und e« höhte Auftraasbeständc. Für die Brown, Booeri und Tie. A.-G. in Mannheim war auch das letzte Geschäftsjahr 1929 ein Jahr wachsender Umsätze und Gewinne gewesen. Der in der Ausstchtsrcttssitzung festgesetzte Reingewinn hat sich von 1,96 aus 2,43 Millionen erhöht und hat sich damst in den letzten vier Jahren rund verdreifacht, ein Beweis für die onhallentd« Auf- wärtsentwicklung dieses Unternehmens. Das im März 1928 von 15 auf 25 Millionen herausgesetzte Kapital wird 1929 erstmalig voll verzinst, so daß trotz gleichbleibender Dividende von 9 Proz. die Dioidendensumm« von 1,8 aus 2,25 Millionen gestiegen ist. Die Umsätze des Unternehmens hatten bereits 1928 etwa 83 Millionen erreicht und werden entsprechend der von der Per- wattung zugegebenen weiteren Erhöhung im letzten Jahr die 90-Millionen-Grenze überschritten haben. Daß auch im lausenden Betriebsjahr vorläufig kein Konjuntturrück schlag zu er- warten ist, beweist der gegenüber dem Borjohr erhöhte Auftrags- bestand. Geschäftsbericht und Einzelheiten der Bilanz stehen noch aus. Die Berliner vaufirma Boswou u. knauer wird für dos»er. gangen« Jahr eine Dividende von 14 Proz. gegen 12 Proz. im Jahre 1928 verteilen. Die Verschlechterung des Vaumarkis im Jahre 1930 scheint dieser— allerdings gut fundierten— Baufirma noch keine Sorge zu beretten. Die Mattmonopol-Gesellschofl. In Berlin ist am Dienstag auf Grund des Maismonopolgefetzes die R« i ch s m a i s st e l l e ge- gründet worden. Das Unternehmen ist eine Gelellfhoft mit be- schränkter Haftung, an Ler der Handel mst 65 000 und die genossen- fchaftlichen Warenzentralen mit 35 000 Mark beteiligt sind. Die vollständigen Ergebnisse der Schweine-Fwischenzähli'ng. Die vollständigen Ergebnisse der Schweinezwischenzählung vom 1. März liegen für Preußen jetzt vor: sie bestätigen den anfänglichen Ein- druck. Trotz ler erheblichen Nachzucht und dem Plus an Sauen ist gegenüber Dezember 1929 die Gesamtzahl vom Dezember im Schweinestapel noch nicht erreicht, die Dezeinberziffer wird um 900 000 Stück unterschritten. Di« Lücke der Winterschlachtungcn st noch nicht ganz ausgefüllt. Alle Anzeichen spr« den dafür, daß mit starker Vermehrung des Iungftapcls für März'Mat zu rechnen ist. Abbau in der kunstseldelndustrie. Die holländischen Betrieb« de» Aku. Konzerns, der im vergangenen Jahre aus der Der- schmelzung Glanz st off-Enko entstanden ist, führen jetzt eine größere?lbbauaktion durch. In A r n h e e m ist allgemein die Fünf-Tagc-Woche eingeführt, außerdem aber sind bisher etwa 400— 600 Arbeiterinnen gekündigt worden. Der Konzern will die Produktion drosseln, bis er seine überfüllten Lager etwas aeleert hat. Der vorhanden« Lagerbestand entspricht einer Produktionsleistung von 3 bis 4 Monaten bei voller Belegschaft. Mittwoch 2. April 1930 Unterhaltung unü ÄVissen Beilage ves Vorwärts max Wezger; tReVOlutiOtl MSÄSASSK«� Achi�bn?afir( lebte bcr Autor auf Woboaoslat. er wurde fsaktorei- 'eilct, Sirdleir, Befitier einet cineucn ffhmn. Di« Äufltl von Lara. ievo bedeute e fitr ibn das Ende feines Aufentbalts in der fraiuoüfehen Äotouie. Er f-iiildert in einem?iich..Aufrubr in Modaeiaekar�(bei A. Vrsckbaus. Leivr'a. 2 Markt) die fonenannte„Penetration part- fiqne"(fricdl che lutd brinflureit der Äo'on:e.?n> Mittelpunkt der Zandfuna ftebt b'e troa'fdle Eeftalt des fftctbettsbelbcn Stutoou, eines iunaen bceiob'en Madaoaffen. der vom Anbönaer der Kultur und der Arme« der uranel« nsrion zum aefllechteten Rebellen wird, der nach arofteu Erfolaen den flberleoenen Waffen und der unaebeuerlichen Ärutalitiit des Geaners unterlient. Nachstellend eine Prob« daraus. Anfangs wirkten die Nachrichten aus der fernen Südostecke der Insel mehr belebend als erschreckend. Der Militärregierung in Antananarivo war es nicht unerwünscht, ihre Daseinsberechtigung, die von dem zivilen Teil der Verwaltung bereits angezweifelt wurde, durch erhöhte Geschäftigkeit zu beweisen. Es fiel ihr nicht ein, daran zu denken, daß ohne ihre Maßnahmen zur Sicherung des Friedens auch die Bergvölker von Amparihy nie«inen anderen Krieg als gegen die Wildschweine geführt hätten. Jode erhöhte Tätigkeit einer Regierung wirkt belebend auf den .Handel. Kaufleut« kabelten Bestellungen nach Europa, und ihre Frauen hatten neuen Unterhaltungsstosf. Sie interessierten sich für Strtavu:„II parait que c'est un komme dien fort!" Die wenigen Gegner des Generals waren nur Gegner seiner Friedlichkeit. Jetzt konnte man ja sehen, was dabei herauskam! Die Eingeborenen, dieses hinterlistige Gesindel, sollten ganz anders angefaßt werden! Steucrleistungen in Form von unbezechlter Arbeit für die Europäer wurden als wirksamstes Erziehungsmittel dringend empfohlen. Es waren die wenigen Plantagenbesitzer, die so sprachen. Sie verwalteten ihre Pflanzungen von der Hotelbar in Antananarivo aus und beklagten sich schon lange darüber, daß sie für fünf Frank im Monat keine Arbeiter bekamen. Aber bald machte das Geschwätz der Leute mit den aus- gesprochenen Meinungen einem verlegenen schweigen Platz. Was jetzt der Heliograph über die Berge funkte, überstieg den Bedarf an anregendem Unterhaltungsstosf. Zwei weitere Forts waren in die Hände der Rebeklen gefallen. Der eine Kommandant war in einen Hinterhalt gelockt und ermordet uwrden, der andere entkam in die Sümpfe und Wälder, wo er uernmtlich elend zugrunde gehen mußte. Di« Mannschaften liefen mit Sack und Pack, mit Gewehr und Munition zu Kutavu über. Der General entsandte eine Stroserpedition. Die Führung er- hielt auf seine Bitte Äutovus Gönner, der junge Leutnant, der ihn nach Amparihy geschickt hatte und sich für den unglücklichen Ausgang des Unternehmens mitverantworllich fichlte. Er stürzte sich mit Optimismus und echt französischem Clan in die Wälder, aber es endet« damit, daß nur wenige Teilnehmer dieser Expedition ohne ihren Führer wieder zurückkamen und erstaunliche Dinge erzählten. Keiner hatte auch nur den Schlitten eines Gegners zu sehen bekommen. Es war, als ob die Felsen selbständig feuerten. Es war ein sparsames Feuern und ein reicher Erfolg, denn fast jede Kugel traf. Der junge Offizier hatte seine Leute zu Übermensch- lichen Leistungen mitgerissen. Sie brandeten in Sturmwellen über die schwarzen Basalts elsen, aber st« fanden hinter ihnen nicht? anderes als leer« Steinfelder. Kein Sanbforn bewegte sich, und nicht das geringste Geräusch verriet die Richtung, in der die braunen Teufel entschlüpft waren. Raubvögel schwebten lauernd über ihnen, und Eidechsen huschten in die Felsspalten, sonst war kein Leben in der feindlichen Wildnis. Beim letzten Vorstoß stürmt« der tapfer« Leutnant seiner Truppe weit voraus. Sie fanden ihn mit ausgebreiteten Armen über einem Felsblock liegen. Seine Augen starrten erstaunt ins Leere, und man hat nie erfahren, ob sie etwas gesehen hatten. Der hübsch«, junge Leutimnt war das erste Opfer aus dem fafhionablen Teil der Kolonie, der dem General am Herzen log. Man vermißte ihn sehr beim Polo und auf den Tennisplätzen. Es ging nun nicht länger, die Sache als Kleinigkeit zu behandeln. Man begriff, daß das Prestige auf dem Spiel stand und daß nur eine gut vorbereitete und umfassende Operation zum Ziel führen konnte. Aber das erforderte Zeit, und die benutzte Kutaou. Es gelang thm, den Ausstand weit im Innern auszubreiten, während die Küstenvölker in zweifelhafter Ruhe verharrten. Wenn sie auch keinen offenen Widerstand leisteten, da sie raschen Zugriff von der See zu befürchten hatten, so waren doch ihre ganzen Sympathien auf Kutovus Seite, den sie mit Nachrichten und heimlichen Lieferungen von Lebensmitteln wirksam unterstützten. Auch ein starkes Kontingent der jungen Robehaoana war zu ihm gestoßen. Eine unheimliche Spannung breitete sich über die Insel aus. und phantastische Gerüchte fanden eifrige Verbreitung. Der deutsch« Kaffer wurde verdächtigt, mit Kutaou unter einer Decke zu stecken, und man suchte den Horizont nach deutschen Kriegsschiffen ob. An den Küstenplätzen im Südosten waren die Gemüter der Europäer mit näherliegenden Sorgen erfüllt. Jeder hatte Flucht. singe aus dem Innern bei sich aufgenommen und wußte nicht, wann er selbst zum Flüchtling werden würde. Aller Handel hörte in diesen Gegenden auf, und die braunen Arbeiter wurden trotzig. Bold verschwanden sie, einer nach dem anderen, und auch die per- sönstchen Diener der Europäer folgten ihnen nach. Don den wenigen, die zurückblieben. wußte man mcht, was sie im Schilde führten. Die Vozahas oerleilten Wafsen unter sich und richteten einen Bereit- schaftsdienst ein, aber sie zweifelten nicht daran, daß«in Massen- angriff der Braunen ihrer aller Schicksal besiegelf haben würde. Man erwartete diesen Angriff jede Nacht und wunderte sich, daß er nicht erfolgt«. In der Ueberhebung ihres selbstverständlichen Herrentums hatten sie bisher nie eine Vorstellung von ihrer tatsächlichen Schwäche gehabt. Es war demütigend, fast wehrlos der braunen Uebermacht ausgeliefert zu sein, und es wäre eine gute Gelegenheit gewesen, darüber nachzudenken, ob wirkliche oder ein- gebildete Macht überhaupt eine gesunde Grundlage für den Verkehr mit fremden Böllen, abgeben könne. Aber davon waren sie weit entfernt. Sie fühlten sich selbst als Helden, nannten die natürlichen Besitzer des Landes Rebellen und speicherten Rachcgedanken auf, obwohl ihnen nichts llebles widerfuhr als die heimliche Angst, die jeder empsand und die keiner zugab. Dieser Zustand dauerte mehrere Wochen, dann änderte sich das Bild mit einem Schlag. Transportdompfer kamen von Norden und landeten überall genügende Truppen, um die Niederlaflungen zu schützen. Ein starkes Expeditionskorps rückte von der Küste aus vor, um im Derein niit den im Innern anmarschierenden Truppen dos Aufftandsgebict zu umfassen. Farasangana wurde die hauptsächlichste Basis dieser Operation. Bisher ein trostlos nüchternes Tropennest, wandelt« sich der Platz In ein bunte» und lärmendes Heerlager. Madagassische Soldaten aus den Garnisonen des Nordens und Westens stolzierten in blauen Pluderhosen und leuchtend roten Sechias zwischen den Welltlechbuden. Aber zum Vorstoß verwendete man lieber die baumlangen, spindeldürren Senegalneger, deren wilde, narbenzerschnittene Gesichter wie Ausgeburten Goyascher Phantasien grinsten. Doch sie marschierten nur, wenn man ihnen gestattete, ihre Weiber und ihre Boys mitzunehmen, die die Habe dieser Grandseigneurs, in riesige emaillierte Waschschüsseln verpackt, auf dem Kopf trugen. Es hat noch niemand gesehen, daß die schwarzen Teufel sich in diesen Waschschüsseln gewaschen hätten, aber sie gehörten nun einmal zu ihrer Würde, wie der Knopf zum Mandarin. Ohne Wasehsehüsieln, ohne Weiber und ahm Boys folgt« die weiße Verzweiflung der Fremdenlegion. Um ihre Würde kümmerte sich niemand, am wenigsten sie selbst. Sie standen nackt im Fluß und wuschen ihre Hemden, während die schwarzen Lümmel vom Senegal ihnen höhnisch zusahen und die Arbeit von ihren Weibern und Boys verrichten ließen. Die Schwarzen waren Franzosen— la plus granele France—, und Ivos waren die Weißen?— Fremde! Sie marschierten auf fremden Befehl gegen fremde Völker. Nur weil man lebt, solange man marschiert, marschierten sie, bis Fieber und Tropenfonne ein letztes, unwiderrufliches Halt kommandierten. Ihr Marschlied war ein verdroffenes Murren: „dlarcke quanck rnerne, marcke quand inerne." Wer bis an den Feind kam, der kämpfte in dumpfer Räferei und rächte die eigene Bernichwng am gleichgültigen Gegner. Ein stattlicher Zug von Maultieren transportierte die Gebirgs- artillerie, und Tausende von eingeschüchterten braunen Trägern folgten mit dem Proviant. Es war ein gewaltiges Aufgebot, das auszog, um gegen Kutavu, Iabankutavus Sohn aus Nossimena, zu kämpfen. ä)er 25. geburlstag des längsten Tunnels Der Simplon-Tunnel ist mit seiner Ausdehnung von 20 Kilometer der längste Tunnel der Erde, und die Vollendung des ersten Stollens vor 25 Iahren, die die Eröffnung der Simplon-Bahn ermöglicht«, wird stets eine denkwürdige Großtat der modernen Tech- nik bleiben. Der Tunnel ist von einer Hamburger Firma trotz vieler unerwarteter Hindernisse verhältnismäßig schnell in gf- Jahren her- gestellt worden, während man für den viel kürzeren St-Gotthard- Tunnel acht und für den noch kürzeren Mont-Cenis-Tunnel sogar 13 Jahr« Bauzeit brauchte. Welche Schwierigkeiten bei der Führung dieses Tunnels zu überwinden waren, das zeigt die Schilderung. die von den schweizerischen Dundesbahnen veröffentlicht wurde. Die größte Meng« der Arbeiter, die bei diesem Werk zu gleicher Zeit tätig waren, belief sich auf 4000 Mann Weit über eine Million Kubikmeter Gestein mußte aus dem Berginnern ins Freie geschafft werden. Die furchtbarste Katastrophe, die sich während des Baus ereignete, war«in plötzlicher gewaltiger Wasiereinbruch, der ein« Anzahl von Arbeitern unter dem nachstürzenden Gestein begrub. Noch heute liege« sie an der Stelle, an der sie der Tod ereill«, in diesem steinernen Ehrengrab, über dem sich als das mächtigste aller Denkmäler die ungeheure Masse des Simplons emporwölbt. Der Simplon-Tunnel ist nicht wie fast alle anderen derartigen Anlagen als eine einfache weit« Röhre gebaut, die beide Gleise auf- nimmt, sondern«s war für jedes Gleis ein besonderer Stollen vor- gesehen. Bor einem Vierteljahrhundert wurde nur der erste Stollen vollendet, und die Herstellung des zweiten Stollens ist erst sieben Jahre später, 1012, in Angriff genommen worden. Der Schlußstein des zweiten Stollens und damit des Gesamtbaus ist erst 1022 gelegt worden. jutai po:&rilhlwgsgedanken Sine Xriegerlrau in ySn gedenkt ihres Ulannes Im ttorden) Noch glänzt in Dan das Gras wie grüne Seide, In Tschm der Maulbeerbaum die grünen Zweige senkt. Gedenk' ich deiner Heimkehr, teurer Gatte, heute, Bin ich durch eine tiefe Kümmernis bedrängt. Ob denn der Lenzwind weiß um dich und mich?— Bielleichtt Weil er sich leis' herein in meine Kammer schleicht? (Aus dem Eblnelifdjen übersetzt pun fflcl Suns-tao.) Ijerfpüreii neugeborene Schmers? lieber di« Sinnesempsindungen der Neugeborenen herrschen noch viel« irrtümliche Ansichten, da man in Anlehnung an Beobach- tungen aus dem Tierreich geneigt ist, ihnen ein völlig entwickeltes Empfindungsleben abzusprechen. Sie gelten für taub; die meisten Beobachter meinen, daß Kinder in den ersten Lebensstunden nicht hören können, da angeblich der Gehörgang geschlossen oder das Ohr- innere von einer Flüssigkeit erfüllt ist. Dieser Umstand könnte aber wohl Schwerhörigkeit, aber nicht Taubheit verursachen. Freilich, je unruhiger das Kind, und je mehr es mit anderen Tätigkeiten be° fchäftigt ist, desto geringer ist seine Aufnohmesähigkeit für andere Eindrücke. In der„Zeitschrift für Psychologie" beschäftigt sich A. Peiper mit der Nachprüfung dieser Angaben. Bet'mehreren Neu- geborenen wurden nach seinen Ausführungen schon in den ersten Lebensstunden deutliche Reaktionen auf Schallreize festgestllt. Peiper meint, daß sogar das ungeborene Kind schon gegen solche Reize empfindlich sei. Auch andere Forscher entdeckten bereits zehn Minuten nach der Geburt des Kindes, daß es auf Schallreiz« antworte. Auch bezüglich des Helligkeit?, und Farbensinns konnte beim Neugeborenen kein Unterschied gegenüber Säuglingen wahrgenommen werden. Die Schmerzempfindlichkeit wird gewöhnlich als niedrig angegeben. Es wurde behauptet, daß man Neugeborene mit Nadeln steche» könne, bis das Blut zu fließen beginnt, ohne daß es Schmerz empfindet. Das ist aber keineswegs richtig. Peiper fand, daß bei keinem Neu- geborenen die Schmerzempfindlichkeit fehlt, daß sie keineswegs ohne Betäubung operiert werden können, und daß schon kleine Bluten!- nähme zu lebhaften Unlustkußerungen führen. Man kann leicht fest- stellen, daß bei dauernder Berührung mit einer Nadelspitze an be- liebiger Körperteil« das Neugeborene den Körper aus dem Bereich der Spitze wegbewegt. Es ist keineswegs hilflos, sondern verfügt über ineinandergreifende Reflexe, um den Körper der Nahrung zuzu- drehen und die einzelnen Körperteile richtig zueinander einzustelle», so daß es sogar mit der nötigen Unterstützung kriechen kann. 'Ter fliehe, fieh stu erkälten Der Direktor der hygienischen Abteilung an der Harvard-Uii!- versität in Boston, Prof. W. G. Smillie, hob sich die Aufgabe gestellt, den Rest seines Lebens an die Erforschung der Geheimnisse de» Er- kältungskrankheiten zu fetzen. Er stellt zu diesem Zweck merkwürdige Persuch« an. Studenten halten sich in einem Raum von geradezu tropffcher Hitze auf und arbeiten dort mit aller Anstrengung, um in Schweiß zu geraten. Dann wandern sie ohne Kopfbedeckung und Mantel in aller Ruhe auf die kalten Straßen, um sich dort eins Erkältung zu holen, kehren dann wieder in den überhitzten Raum zurück, bringen sich wieder in Schweiß und laufen wieder auf die Straßen. Und trotz aller dieser Bemühungen gelingt es ihnen nicht, sich zu erkälten. Durch solche Versuch« soll der Einfluß der Um- gebung sowie des plötzlichen Temperabtrwechsels auf die Enisiehuug der Erkältungen untersucht werden. Zelix JOinke: nätmtiche Steine im menfchtichen OWrper Sterne im menschlichen Körper scheinen nach Ewald Dohms Aufsatz in diesen Blättern nur schädlicher Art zu sein. Es gibt aber auch nützliche steinartig« Ausscheidungen des Körpers. Leider wissen die meisten Menschen davon nichts. Es ist auch nicht vermunder- lich, denn man kann sie von außen nicht sehen. Dabei fühlen wir sie immerwährend, ohne uns jedoch desien bewußt zu sein. Diese Steine spielen sogar«ine sehr bedeutsame Roll«, und zwar nicht bloß beim Menschen, sondern auch bei den Tieren. Im Gegensatz zu den scbödlichen Steinen befinden sie sich im Kops und zwar in einem Organ, wo man sie am allerwenigsten vermutet, nämlich in den Ohren. Bon der mittleren Höhle de? Labyrinths, dem so- genannten Dorhos, ragen drei halbkreisförmige Kanäle hervor, in derem Innern man kleine Kalkkristalle findet. Sie liegen in einem faserig.schleimigen Gewebe und stützen sich auf feine Nervenenden. Man nennt sie Ohren st eine. Otolithen. Alle Säugetier« besitzen solche Otolithen, auch die Bogel, die Amphibien, die Gliede'>ere, die Weichtiere und die Quallen. Da sie sich bei den Säugeli� en immer in den Ohren befinden, hielt man sie für Körper, die n der Sckall Wahrnehmung beteiligt sind. Und erst alz man Otolithen bei den Mücken und Krustentieren auch außer. halb der Gehörsorgane fand, erkannte man, daß sie mit dem Ge- hör nichts zu tun hatten und entdeckte ihre eigentliche Funktion als Gleichgewichtsorgane Wenn ein Menfcb aiff dem Kopf steht, so kann er da? an dem Druck werken, der auf seine Körperteil« anders ausgeübt wird, als wenn er ans den Füßen steht oder liegt. Schwimmt er aber im Wasser, so kamt er seine Lage auf die Weise nicht mehr erkennen. Da er aber auch unter Wasser weiß, was oben und unten ist. muß er noch einen anderen Gleiehgewichtsapztarat besitzen, der ihn: diese Erkenntnis vermittelt. Und das sind eben die Ohrensteine. Daß sich das so oerhält, beweisen Versuche an Taubstummen, bei denen vielfach das ganze innere Ohr mit Inkrustatio- »en ausgefüllt ist, die nicht bloß den Hör-, sondern auch den Gleich- pewichtsapparat unwirksam machen. Die Taubstummen können ihre Körperlag« nur durch den Druck erkennen, den die Schwertrast auf ihre Glieder ausübt. Befinden sie sich dagegen unter Wasser, so haben sie kein Empfinden mehr sür ihre räumliche Körperlage. Ein Taubstummer z. B., der In einem niedrigen Wasserbecken wuchte, kroch unentwegt auf allen Bieren am Boden cutlang und sagte nachher aus, er hätte sich eingebildet, an einer senkrechten Wand emporzusteigen. Für ihn war da» Tauchen«ine schreckliche Situation, weil ihm jede Orientierungsmöglichkeit abhanden gekommen war. Während man beim Menschen Versuche in dieser Hinsicht nicht so leicht vorkiehmen kann, da man niemandes Gleichgewichts- apparat zerstören darf, hat»tan bei den Tieren Versuche solcher Art vorgenommen. So hat man z. B. bei einem Frosch den Hör- nerv zerschnitten. Dieses Tier schwamm sowohl auf dein Rücken wie auf dem Bauch während ein gesunder Frosch nie aus dem Rücken schwimmt, sondern immer in der Bauchlage. Kurz nach der Operation benimmt sich ein solcher Frosch völlig verrückt. Er rollt, verdreht den Kopf und zeigt alle die Erscheinungen, die man Schwindel zu nennen pflegt. Erst später gibt sich das, aber dann zeigt sich eben, daß das Tier seine Lagenorientierung verloren hat. Schneidet man einem Frosch nur den rechten Hörnerv entzwei, so oerliert er nur auf dieser Seite die Orientierung und streckt die rechten Bein« weit von sich, wenn man ihn etwa auf eine waage- rechte Tisckplatte legt. Er hat die Empfindung, als ob er auf einer schrägen Platt« steht und versucht nach seiner Meinung eine Gleich- gewichtslage wieder herzustellen, indem er die Deine soweit von sich streckt, wie es ihm möglich ist. Wahrscheinlich ist er auch dann von seiner Gleichgewichtslage noch nicht befriedigt, aber er kann ja keine schrägere einnehmen. Könnte bei den Lesern eine Kenntnis des Baus vom Ohr vor- ausgesetzt werden, so könnte man auch den Drehschwindel hier er- klären. Dos führt jedoch etwas weit. Eine andere Beobachtung dagegen sei noch mitgeteilt von den Krebsen. Diese Tiere pflege» l>«- kanutlich zu mausern und werfen mit ihrem äußeren Hautpanzer auch die Ohrensäckchcn ab, die nichts sind als eingestülpte Anhänge des Panzers. Dabei geht die Inncnhaut des Säckchens und die in ihr vorhandenen Steinchen mit, so daß ein gerade gemauserter Krebs keine Ohrensteine besitzt. Er füllt aber alsbald seine Ohren- säckchen wieder mit Sandkörnchen. Wenn er solche nicht hat. so wählt er. was er findet. Bei einem Versuch läßt sich das lelclff fest- stellen. Man hat z. B. in oas Gefäß, in das man einen frisch ge- mauserten Krebs setzte, Eisenfeilsuäne geschüttet, und das Tier füllte sich feine Ohrfäckchen damit. Man konnte damit zugleich einen schlagenden Beweis für die wahre Funktion dieser Ohrensteine führen. Unter gewöhnlichen Umständen orientiert« sich der Krebs nnt diesen Cisenfeilspänen nach der Schwerkraft. Hielt man aber schräg einen starken Magneten in die Nähe, so daß das Feillicltz davon angezogen wurde, so drückte es anders auf die Nervenenden und veranlaßt« den Krebs, sich dem Magneten gegenüber so ein- zustellen, als wäre die Richtung dorthin ante«. Theater, Lichtspiele usw. scai-a Tigl. 5 a.S'Ji Uhr. U S Baik. 82St Pr. 1-6 M. Weehentg. S U. SO PI.-3 M. Toto A"'rikM berUhmlatter Clown und 9 wel>oro VarjetS-Neuhelten Tigl.» u. SU ! SüMUJ..»« I" A.ex. C 4. 8066 [INTERNAT. VARIETE Tbeater I. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Dlreklloa Ralph Arthar Roberte 8a Uhr Sex Appeal litt», i. tntoik Lantek teilt: ftnttr luriMjt AlBert Basstrmana. Hadr cimtim BerllDir Tbeater Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10'/« Uhr Jns.irei.irti'' von Franz Motna, ntt Mn Pillwim. IISlt:SM.Ranu| Hilter: Souper Regie Heinz Rilper'. Netropol-Th. Heute 7l9 Uhr Premiere Der Bettelstndent Pattlera, Alpae, ScbUizendon.Jokcn HADSVATERIäHd REVUE LSERVUS 1930 Dir. Dr. Ibrtii ZitW Komische Oper Frledrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 89« U. Nur noch bis 3 April mit Ooldo Tbielscher Lustsplolhaos Frledrichstr. 236. Bergmann 2922/23. 8-k Uht GfSChSflmll AmcrlHa Kanovskv-Belineii Tbeatir)■ dir Stfcitaunir. (frtteritalniitantrj Täglich h Uht Gnttiiil Mijnlolib Keskaur Stiatsthata DerBeylsor Komddibnhau» TS glich SVo Uhr leine Sdnmter ndid Misi>7.eiipiiea3tih Operettenhans Alte Jakobstr..10/32 (Zentral•Theater) Dönh 2047 Täglich 8',« Uhi Höfel Stadt Lemberg Preise I. 2, 3 M. Lessing-Thealer Idtahaa mi lH«( Täglich »V« Uhr Hau« Oanieli Kleines Ttieal. Merkur 1624 Täglich 8.10 Uhr madame hat Ausgang Erika tob Tellmam. Paul Hörblger Hermann Schaufan Lvavski, braut IrlaDOD-Theale Uitnt:llr. änlB Georgenstr. 9 Täglich 8«/. Uhr Revue Dn bbndi Maiazli Jrelse r.soPf. an, Theater l Wette« Täglich 89. Uhr: Das Land des Lächelns Pr. latar Blrtilvtl Richard Tauber Vera Schwärs, ftuideu-Tlieatei Künstl. Leitung Gasten Briese Täglich 89. Uhr Sonntag 4 Uhr EfsricKe ButtinkB. tut« Pf. TknL«. Ksitb.Toi Kottb. Str. 6 Tagt S Uhr auebSoant. nachm.» U Elite- sanaoe BisiUtaH. >KW»(Wm» Bit 1 biltibtn SuttiMr Kurt Wanger WM Direktion: 9r. Martro Ziekoi �W Komische Oper Fneäricliitr.104 Mtrkm 1401 4]». Nach vollständigem Umbau Täglich 89. Uhr Hulla di Bulla Schwank von A rnold und Bscb mit Culda Thlnlaehar, leli.lt, Ichretn, urj, H.Wsbranl, Waller «ans. Flink. Benmer, Ws.sk Lustspielhaus F nedriebstr. 256. Hergmann 2921/21. S'«. Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterb'OChen Ak,, L-Juergens Alcxandcrplati Neue Könlgslr BlooeBspendeo tzbet Akt itttcrtprrl.ietti Paul Gollcta norm. Robert Meyer "UrUnncnatrabe 3 'iSt Slaunnnftrafje Imt SRorlkpl 103011 [Iii] QBlIlongs-.RibBlI- a.Rekl«mem«rken legen Nachahmunr gesetzl, gesch. ertigt seit 48 Jahi als Spezialität. Conrad»Aller Utpife■ ÖWlNKUU j»f» Roüffli »ch finbzt am Donnerstag, dem 3,«ptll, 15 Utjr. auf dem tn SRatirabort, Frieden» Ürabe. flau. zahlreiche Belerligung erwartet Dir Orteveirevaltnng. Am 29. Mär. enn« lief sanft nach turpem R anlenlager mein Heber, guter Monn. unier guier Baier, r/ruber, Echw:egrr- und Ginßnaler. der Ttfchler Wilhelm Kühn Berlin, Paugener Ttr.>, im 05. Leben»- jähr» Die»»eigen liefdetrübt an Ibw. An aste Röhn Dt« Riader u. verwaadfea Die Einäscherung findet am Dan- nersfag. dem 8. April. 17 Uhr. Im Rremamrium Berlin» Wiimersdnrl. Berliner Erraffe, fratt. VSRhSRgUIHZ. Für die UN» beim Hinscheiden unsere» Heben Sohne» Hans non allen Seiten en gegengedrachle herzliche Antctlnibrne, sagen wir auf dreiem Wege allen Freun'en und Bekannten unseren herzlichst".! Dand FarnMe»omev. B>n-Bohnedcri Siedweg 89. Mtrtdi,«'nd De'nr Fü�' v> z. ogen, Hast wohl wieder Kühner oogen 7 Mufft rna„Lehcwo 1"* Dir k ui n Kinnti dann wie ein W esel lau en *) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Acrrten ernpfohlene Höhnerongen-Lcbrwohi und Lobc- wohl'BAllenschpiben, Blechdose(8 Pflaster- 75 Pis� Lrbewohl'Fafybad fegen cniofindlTche Fü ie und Fu». schweiß. Schachtet<2 Bäder) 50 P.g- erhält ich in ApothCAen und D oger-en. Wenn Sie keine Enttäuschungen erieberi» wollen, verlangen Sie ausdrücklich das echte Leocwchf in Bicd: dosen und weisen andere, angeblich rcbensoguie¥ Mitte! rorödL