Morgenausgabe yit. i6i Adi 47. Jahrgang Wöche-itlich 85yt» monatlich 3/0 5S. »m ooraus zahlbar. Postdazrg 4/2 M. einschließlich 6l) Pfg. Postzertiinga. und i-?ig Poltbesteligedühren. iluslinidz» aboniiemeiu 6.— SL pro Monat, r«„Onrmärl!" erscheint wochentä,. lich änitimol. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlm und im Handel mit dem Titel.Der Abend' Illustrierte Beilagen.ZZolk und Zeit» und.Aindcrfreund'. Ferner .Unterhaltung und Wilfenr.Frauen. stimme*..Technik*.Blick in die Lüchenolll'und.Zugend-IormSrts* P- Beellner vollsbla« Sonnabend 5. April 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Dl« elnfpatttg« NonparetlltteN« 10 Pfennig. Reklame�eite 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeiyen� das etige» druckt» Wort 2ö Pfennig(zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmai tk Zeile LS Pfennig. Familienanzeigen Ze le 40 Pfennig. 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Dag Reichskabinelt erörterte sodann das weitere Vorgehen im Steuerausschuh des Reichstags, dessen Vcrawngen mit gröhler Deschlennigung zu Ende geführt werden müssen. An dem Vorschlag der 75proz«atigen Vicrsteuererhöhung hält die Reichsregierung fest. Danach dürste es, ohne Rücksicht auf den Stand der Aus» schußberatungen, schon am Dienstag eine große Finanz- debatte im Reichstag geben. Sie wird interessant sein. Die Regierungsvorlage mit der schlichton Ueberschrift „Porbereitung der Finanzreform" ist nämlich noch vom alten Kabinett verabschiedet und enthält jene Vorlage über die Arbeitslosenversicherung, die von den Mittel- Parteien im Stich gelassen wurde und an der zum Schluß nur noch die Sozialdemokraten festhielten. Die Regierung Brüning bringt damit formell eine Vor- lag« ein, die sie materiell bereits preisgegeben hat! Die Splitter fühlen sich? lieber die Zänkereien unter den„Regierungsparteien" berichtet der„Demokratische Zeitungsdienst":* Am Freitag haben Aerhandlungen zwischen der Reichsregierung rmd den Parteien über das Finanzprograimn stattgefunden, und zwar wurde am Zkachmiltog zwischen den Sachverständigen verhandelt über die Verkürzung der Zahlungsfristen bei den indirekten Steuern. Cs handelt sich hier um die Taboklager und Zuckerstcucrlager. Die Reichsregierung rechnet hier mit einer Mehreinnohme von 30 Mii- lionen Mark. Weiter wurde am Nachmittag verhandelt über die Frage der Mineralzölle und der inneren Ausgleichsabgabe. Bei den Besprechungen am Donnerstag hatte der Reichsernährungsminister Schiele im Interesse der kart osselbauenden Landwirtchast einen Spiritusbeimischungszwang angeregt. Endlich hat der Reichskanzler noch im Lause des Freitags Gelegenheit genommen, mit der Wirtschaftspartei über die Biersteuer zu beraten, da neuerdings auch die Wirtschaftspartei ebenso wie die Bayerische Dolkspartei gegen die Erhöhung der Bier- st euer Bedenken hat. Von feiten der Wirtschaftspartei ist u. a. eins ErhöhungderUmsatzsteuer vorgeschlagen worden, und zwar nach einem gestaffelten Tarif. Die Vertreter der Wirtschofts- Partei haben sich überdies in keiner Welse au die Regierungsvorlagen gehalten, sondern zum Ausdruck gebracht, daß nunmehr ganz neue Vorschläge auch zur Diskussion gestellt werden könnten. Sie mußten infolge- dessen erst aus die Regierungserklärung verwiesen werden. Es be- steht kein Zweifel darüber, daß von feiten der Demokraten gegen solche Pläne, die aus einer erheblichen Erhöhung der Umsatz- stener hinausgehen, der heftigste Widerstand angemeldet wird. Wieweit es dem Reichstanzier Brüning gelingen wird, die Wirtschastspcrte, unizustimmen, muh sich noch zeigen.... Weiter erweckt es den Anschein, als ob die Frage der tSaldverteiluug für das QsthUfeprogram« größere Schwierigkeiten machen würde als die Frage der Geldbeschaffung. Der Hauptkampf in der Zukunft scheint nicht dar- um zu gehen, wieviel Geld und woher das Geld kontmcn soll, son- dern wer das Geld bekommt. In diesem Jusomme»chang ist die am Mittwoch voriger Woche in Berlin erfolgte Gründung eines JweckverbandesostelbischerGrundbesitzerln Berlin besonders interessant. Es verlautet, daß der Hauptkampf der Agrarier sich gegen den Rcichskommisiar Rönneburg richtet, dem die Stützung des öffentlichen Gütermarktez Überträgen ist und der gemäß den vereinbarten Richtlinien zwischen Reichsregierung und preußischer Staatsrcgierunz die Kreditwürdigkeit besonders zu prüfen hat. Nach den neuen großagrarischen Absichten soll eine Acnderung dergestalt vorgenommen werden, daß die Landwirtschaftskammern, die im wssentkichen unter großograrischem Einfluß stehen, und ebenso die Landschaften, für die das gleiche gilt, die Geldvsrteilung vorzunehmen haben. Hier wird es also besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, um Miß- brauch der Osthilfsgelder zu verhüten. I« diesem Zusammenhang darf bemerkt werde», daß sowohl in Kreisen der Reichsregierung und der prenßi- scheu Ttaatöregiernng der Angriff Hugenbergs auf die Preußenkasse besonders unangenehm aufgefallen ist, denn schließlich handelt es sich um dieselbe Preußenkasse, die ihn saniert hat und die er jetzt dem Reichstag als Bater aller Hindernisse hingestellt hat. Diese Schilderung der Zustände im„Regierungslager" stammt von beteiligter Seite, denn die Demokraten sind ja „Regierungspartei". Das„Berliner Tageblatt" weiß außer- dem zu melden, daß von den 12 Teilnehmern der Berliner Ostagrarier-Konferenz 11 Großgrundbesitzer waren, die gegen die Stimme des einen anwesenden Bauern«nt- schieden. Borsitzender war der Führer der Grünen Front Dr. Brandis, als Geschäftsführer ist ein Herr v. Zitze- witz-Cottow in Aussicht genommen. Beamte und Finanzreform. Solidarisch mii den Arbeiislosen. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deut- schen Beamtenbundes ist am Freitag zu emer Tagung zu- fammengetreten. Reichslagsabgeordneter Falken berg wies in seinen einleitenden Ausführungen auf die verschärfte poli- tische Lage hm. Die„Wirtschaft" habe zum Sturm auf die Sozialpolitik angesetzt. In diesen Kämpfen sei dos Firmenschild des Berufsbeamtentums nicht in Gefahr, wohl aber werde unter dem Schlagwort„Sanierung der Finanzen" die wirt- schoftlichs und soziale Grundlage des Berussbeamten- tums unterhöhlt. Dr. A ölt er schilderte die Etats- und Finanznot de? Reiches, die durch die ungeheure Verschlechterung des Arbeits- Marktes, eine Folge der Rationalisierungsmaßnahmen der Industrie verschärft worden sei. Der Deutsche Be» amtenbund habe die Frage des Notopfers der Beamten benutzt, um die Beamten aufzuputschen. Aeußerungen in irgend- emer Funktionärversammlung der SPD. habe man benutzt,� um Alarm zu schlagen, während man Vorschläge von christlicher Seite «'«„von angenehmer Sachlichkeit getragen" bczeiäznete. Der gegen- warligc Reichskanzler Dr. Brüning habe hinter den Bestre- bungen St« zerwalds gestanden, die Besokdungsresonn von 1227 wieder abzubauen. Der ADL. habe sich eindeutig zur Verwaltungs- und Reichsreform bekannt. Man dürfe aber bei den Beamten nicht die Illusion aufrechterhalten, daß dadurch keine Verminderung der Zahl der Beamten herbeigeführt würde. Dr. D r a t h sprach über die Besoldung der Kommu- nalbeamten. Im Anschluß daran nahm der Bundesausschuh eine Reihe Berichte über die Sparguthaben in den einzelnen Ländern entgegen. Laudtagsabgeordneter Dr. Brill(Weimar) schilderte die Berwoltungsresormpläne des Thüringer Bürgerblocks, die einen schweren Schlag gegen die politische und gewerkschaftliche Arbeitnehmerbewegung darstellen, da sie das kulturelle Niveau der breitesten Voltsmossen herab drückten. Weitere Berichte beschäftigten sich mit den Sparmaßnahmen in Sachsen, Hessen, Braunschweig, Lübeck. Württemberg. Schließlich wurde einstimmig eine Entschließung an- genommen, in der sich der Dundesausschuß gegen die Bestrebungen wendet, die Gesundung der öffentlichen Finanzen durch Sonder- mahnahmen aus Kosten der Arbeitnehmer herbei- führen sollen. Der Bundesausschuß erklärt, daß sich die im ADB. organisierten Beamten gegen alle Sondermaßnahmen wie G e- Haltskürzung. Sonderbe st euerung und a u s g«- dehnt«« Veamtenabbau zur Wehr setz«.. Auf verschlungenenWegen Zum Steuerblock Hugenberg-Bernhard? lieber die Leidensgeschichte der Reichsfinanzreform von 1SZ0 könnte man die Worte schreiben:„Warum soll man etwas einfach machen, wenn man es auch koinpliziert machen kann?" Ueber Deckungsvorlagen, Finanzausgleich, Steuer- senkungspläne war man im großen ganzen einig. Hatte sich die bürgerliche Mitte auch noch auf den Boden der Regierungsvorlage über die Arbeitslosenversicherung gestellt, so wäre die Finanzreform wahr- scheinlich schon unter Dach und Fach. Di« bürgerliche Mitte hat es statt dessen vorgezogen, die Regierungsvorlage im Stich zu lassen und durch Festhalten an einem Kompromiß, das von der Sozialdemokratie abge- lehnt worden war, die Große Koalition in die Luft zu sprengen. Dadurch hat die sozialdemokratische Reichstagsfrattion mit ihren 152 Mitgliedern selbstverständlich ihre Freiheit zurückgewonnen. Zugeständnisse, die sie mit Rücksicht auf die Gesamtlage gemacht hat, gelten nicht mehr. Sie vcr- weigert nicht ihre positive Mitarbeit, sie wird auch jetzt noch versuchen, von der Oppositionsstellung aus, das finanzpoli- tische Werk mitzubestimmen. Aber was in mühevollen Ver- handlm�en an Vereinbarungen erzielt worden war, das ist vollstWig zusammengebrochen und existiert nicht mehr. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bleibt nur bei ihrer bisherigen Haltung, wenn sie die finanzielle Festigung der Arbeitslosenversicherung als Kernstück des ganzen Finanzproblems betrachtet Selbstverständlich wird sie unter der Regierung Brüning nicht bejahen, was sie unter der Regierung Müller verneint hat. Beharrt die Mitte auf ihrem Arbeitslosenkompromiß, das die Sozial- demokxati« schon unter der Regierung Müller abgelehnt hat, so versperrt sie damit der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion bewußt die Mitarbeit an dem finanzpolitischen Gesamtwert. Gz soll also ohne und gegen die Sozialdemokratie alles gemacht werden— von wem? Die neue Mehrheit, die die Finanzreform machen soll, kann nur dieselbe sein, die am Donnerstag den Mißtrauensantrag abgelehnt hat, also die Mehrheit von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen, von Georg Bernhard bis Alfred Hugenberg. Diese Mehrheit von Georg Bernhard bis Alfred Hugen- berg müßte sich sofort konstituieren, sofort handelseins werden. morgen, Montag und Dienstag sämtliche Deckungsoorlagen im Ausschuß und vor Ostern noch im Plenum des Reichstags erledigen... Ein politisches Osterwunder! Genosse Hertz hat gestern im Steuerausschuß des Reichstags auf die neuen Belastungen hingewiesen, die das Programm der Osthilfe für den Etat 1930 zur Folge haben wird. Dieses Programm der Oschilfe nebst den ver- sprochenen neuen Agrarmaßnahmen soll mit d e r R e ch t e n zusammen durchgeführt werden. Ist es da nicht logisch, daß die Rechte sich auch an der Berantwortung für die Deckungsvorlagen beteiligt? Aber wer glaubt, daß ein deutschnational-demokrotischer Steuer- block möglich ist, der in einer Woche leistet, was der Großen Koalition in Monaten nicht gelungen ist? Einstweilen hat der deutschnationale Rademacher dem Skeuerausschuß eine gänzlich kalte Schulter gezeigt. An einer„Konferenz der Regierungsparteien" hat kein Hugen- bergcr teilgenommen, und was man sonst aus ihr erfährt, klingt nicht gerade erbaulich. Aber, wenn gar nichts hilft, so hilft vielleicht der Stock. Wieder spricht man von Auflösung und Artikel 43. wenn die Finanzreform nicht noch vor Ostern fertig wird. Diese Drohung kann sich naturgemäß nur noch gegen die bürgerliche Mitte und die Rechte richten— denn wer glauben sollte, die Sozialdemokratie sei durch derartige Ankündi- gungen auch nur um Haaresbreite von ihrem geraden Wege abzubringen, der mühte ein kompletter Narr sein. Mag Herr Brüning also sehen, ob er Hugenberg mit dem Zuckerbrot der Osthilfe und mit der Peitsche der Auf- lösung zum Sprung durch den Reifen zwingen kann. Einst- weilen ist bekanntlich Hugenberg der Ueberzeugung, daß er Brüning in der Hand hat und nicht umgekehrt. Mißlingt das Experiment, dann stehen Auflösung und Artikel 48 auf dem Programm der neuen Regierung. Sie will, so versichern ihr« Getreuen, mit Hilfe des Ausnahmepara- graphen die Steuer» dekretieren, die zum Aus- gleich des Etats für 1930 notwendig sind— und alles Weitere dem Ausfall der Wahlen überlassen. Alle diese drohenden Erschütterungen hätten sich vermei» den lassen, wenn die bürgerliche Mitte an der Regierungs« vorläge zur Arbeitslosenversicherung festgehalten hätte. Aber das haben eben die Herren Arbeitgeber nicht erlaubt. Und außerdem:„Warum soll man eine Sache einfach machen. wenn man sie auch kompliziert machen kann?" Gewerkschaften gegen Brüning Aber an der Seite der Sozialdemokratie. Die„Gewerkschaftszeitung", das offizielle Organ des All- gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, beschäftigt sich in ihrer neuesten Ausgabe sehr ausführlich mit den Vorgängen, die zum Rücktritt des Kabinetts Müller führten. Dabei wird vor allem der planvolle Angriff auf die Arbeitslosenversiche- rung und seine 2lbwehr behandelt. Zum Schluß heißt es: Der Abgeordnete Brüning, der Erfinder des letzten Kom- promißvorschlages, steht als Kanzler an der Spitze des neuen Kabinetts. Sollte das zur Folge haben, daß feine fatalen F o r- meln nun zum Range eines Regierungsprogramms ausrücken, so wird sein Arbeitsmini st er Stegerwald von den Eewerk- schaften mit der gleichen Entschiedenheit bekämpft werden, mit der wir Rudolf W i s s e l l in seinem unerschrockenen Ringen um die Erhaltung der Arbeitslosenversicherung unsere Unterstützung liehen. In Gesinnungsgemelnschafl verbunden sind wir der Sozialdemokratischen Partei. Ihre Ablehnung de» vor- schlage» Brüning findet unseren uneingeschränkten Beifall, in den kommende« kämpfen findet sie uns an ihrer Seite. Auch im Wahl- Kampfe, wenn„der letzte Versuch mit diesem Reichstag", als welchen Brüning die Bildung seiner Regierung in der am 1. April im Reichs« tag verkündeten Programmerklärung bezeichnete, mit einer Auf- lösung des Parlaments enden sollte. Die Sozialdemokratie hat nie an dieser Kampfgemein- schaft gezweifelt. Aber es ist nützlich, daß sie auch Herrn Brüning und seinen neuen Koalitionsgefährten von gewerk- schaftlicher Seite und so nachdrücklich, wie hier, zum Bewußt- sein gebracht wird. Das ist um so nützlicher, als Herr Brüning in seiner Eigenschaft als akademischer Direktor des christlichen Gewerkschaftsbundes für die Bedeutung der gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen einiges Verständnis gewonnen haben dürfte._ Wer ist Brüning? Wirtschaftlich links- gesellschaftlich rechts! In der Zeitschrift„Deutsche Republik" beschäftigt man sich sehr ausführlich m'tt der Person und der Lausbahn des Dr. B r ü n i n g. Es heißt in dem Aufsatz: Brüning steht wirtschaftspolitisch links. oM da. bei von irgendwelchem Dogmatismus gequält zu sein, oder in seinem gesellschaftlichen Denken sühtt er sth stark zu den Rechtstreisen hingezogen. Er ist im Krieo.« Ossizier gewesen. Er war Offizier nicht wie so viele an ere, tue der Krieg zum Offizier gemacht hat, auch, nicht aus befqnderer Lzest am soldattschen Handwerk als solchem, sondern mehr aus wissenschaftlicher Neigung. Die vorgeschrieben« Korrettheit des Offizierberufs sprach ihn persönlich an, das Handwerk selbst ver- tiefte er sich durch eine w ssenschaftsart'g« Beschäftigung: die Strategie ward für ihn ein Denksport, den er mit be- sonderer Vorlieb« pflegte. Dabei Ist Brüning nicht etwa ein Nationalist im parteimäßigen Sinne, das Gentlemaniike de» Ofsizierberufs. also das Gesellschastlich. Ethische an der O fiz ers- laufbahn zog ihn an, und das ist etwas durchaus Internationales. Man kann wohl sagen, daß fsir ihn unter den gegebenen Der« höltnissen der(christliche)„Deutsche Gerverkschaftsbund" die«inzige Statt« gewesen ist, an der er sich einigermaßen wohlsühien konnte, wenn er öffentlich wirken wollte. Er wäre wohl ein Eigenbrötler geblieben, vielleicht Dozent an einer Unioersi.ät geworden, hätte Ihn nicht das Schicksal in diese Orga- nisotion hineingestellt, die wirtschaftspolitisch weit links steht, aber politisch... dem allen Konservativismus sich verbunden suhlte. So ist es zu verstehen, wenn der„undurchsichtige", nach rechts neigende Vertreter der christlichen Gewerkschaften sich auegerechnet mit dem deutschnationalen»der neuerdings„volkskonservativen" Trepironus in persönlicher Freundschaft verband und aus diesem Bündnis sogar die Regierung vom 1. Apoll entstehen ließ Hitler tritt aus. Wegen des„schamlosen Umfalls" der HugenSerger. Die Nationalsozialisten fühlen sich durch die Haltung Hugenbengi von den Deutschnotionalen verraten. Hitler, der einem Goebbels gegenüber auf«inmnl der Trommler der Mäßigung geworben ist, wendet sich empört von dem bisherigen Kampfgenossen und sagt dem Reichsausschuß, der auch noch dem Scheitern des Volksbegehrens fortbestehen sollte, für die Nationalsozialisten die Gefolgschast auf. Der Reichsausschuß, so dekretiert Hitler, hat damit zu b«» stehen aufgehört. Dies« Entschließung der SiationaHozialisten wind in ihrem Berliner Organ unter der Ueberschrtst bekannt- gegeben:„Auf Grund des schamlosen Umfalles der Deutsch- nationalen..." und in dem begleitenden Text heißt es. neben anderen Liebenswürdigkeiten, so wi« diese Leuchte der natio- nalen Opposition, so sei noch nie seit Menschen» gedenken(24. August 1S24 aurgenommen) ein Mann mit derartig hörbarem Knall umgefallen... Man begreift angesichts solcher Liebenswürdigkeiten, warum die Hugenberg-Fraktion vor der roten Auflösungsmappe so angstvoll zusammenknickte. Regierungsbildung in Gochsen. Die Demokraten schlagen Verhandlungen vor. Dresden, 4. April.(Eigenbericht.) Di» demokratische Fraktion des Sächsischen Landtages beschloß am Freitag zur Frag« der Reglerungsbildung kein« un- mittelbar« Antwort auf die Programmpunkt« der Aolks- parte! zu geben. Die Fraktion stellt« threrfetts jedoch ein ziem- lich umfassendes Programm für die allgemein« Staatspolitik, Fi- nanz-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturpolitik auf. Das Programm ist so allgemein gehallen, daß ihm zum größten Teil auch weiter rechts stehend« Parteien zustimmen könnten Es ist in ihm sorgfältig vermieden, wa» linke oder rechts, bei der Sozialdemokratie oder der Deutschen Voltspartei» Anstoß erregen könnt«. Wirtschaft, heran an die Politik! Eine Kundgebung der Schwerindustrie. Der Langnam-Beretn, d. h. der verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen, hat wieder einmal ein« Jahresversammlung ab« gehalten, die Beachtung verdient. Allzu tragisch braucht man d!« aus dieser Tagung gehaltenen demonstrativen Reden, in denen der Wille zu«iner aktiven Politik der deutschen Unter» nehmer zum Ausdruck kommt, zwar nicht zu nehmen: aber di« Tagung kennzeichnet doch die Einstellung zum Problem des staat- lichen und wirtschaftlichen Machttampses in blonder» iltteressanter Wesse. Herr Dr. Springorum, der Nachfolger van Paul Reusch in der Führung des Langnam-Vereins, dem nachgesagt wird, daß er etwas weniger scharfmacherisch als Reusch sei, distanzierte sich zunächst ziemlich scharf von Hugenberg in der Außenpolitik. Er forderte praktische Mitarbeit am sogenannten Hindenburg-Pro- gramm und die Anerkennung der Notwendigkeit, sich auf den Boden jener Tatsachen zu stellen die durch di« Annahme des neuen Planes geschaffen worden sind. Deutschland müsse den ehrlichen versuch zur Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen machen. Der Kundgebung desAllgemeinenDeutschenGe« werkschaftsbundes zur Finanzresorm, die sich gegen ein« ein- fettige Verbrauchsbelastung verwahrte, entnahm Dr. Springorum mit Unrecht die Meinung, daß sich die Gewerkschaften der MUarbeit an einer Finanzreform oersagen könnten. Freilich darf Dr. Springs- rum nicht erwarten, daß sich di« Gewerkschaften für ein« Finanzreform einsetzen können, die nur nach dem Herzen„der Wirtschaft" ist Der ADGB. hat auch mit Recht erklärt, daß die Arbeiterschaft die Absicht einer«Inseitigen Finanzreform ausschließlich zugunsten des Prioatkapitals auch deshalb nicht zu fürchten habe, weil die Arbeiterschaft mit kombinierten Waffen kämpf«, und daß die Kraft der gewerkschaftlichen Organisationen dort hin- reiche, wo di« Macht des polltischen Zweiges der Arbeiierbewegung unzulänglich werde. Aus dieser Erklärung de» ADGB. zog der Langnam-Verein für die deutschen Unternehmer den Schluß, daß die Politik durch die Unternehmer stärker beeinflußt werden müsi«, und so standen denn die Reden von Dr. Springorum und noch mehr von Dr. Schlenker unter der Devise:„Heran an die Po- l i t i k I" „Leider muh man hier allerdings wie ln ähnNch gelagerten Fällen vo« einem versagen der Wlrlschosl sprechen. Zch kann mich der vielfach geäußerten Meinung nur anschließen, daß die Wirkschafl bisher nichts oder wenigstens nicht genug getan hat. um vo« sich aus die Politik ausreichend zu beeinflussen, und es ist für mein Gefühl höchste Zeit, daß darin Wandel geschaffen wird. Der Wirkschaft lst nicht schon damit gedient, daß sie ln ollen Parteien ihre Vertreter sitzen hat. sonder« daraus kommt e» an, daß diese Wirtschaftsvertreter in allen großen allgemeinen Fragen e i n e E i n. h e i t s f r o o t bilden und uichl gegeneinander arbeile«, wie es jetzt häufig zu beobachken ist." So Herr Springorum. Roch deutlicher wurde Herr Dr. Schlenker, der über den Geschäftsbericht des Langnam-Bereins referiert«, der das Motto trägt:„Werft das Steuer herum!" Herr Dr. Schlenker sagt«: „Wie habe« bisher der. politisth-wirlschafkllche« Machlgropp« de» Marxismus an Geschlossenheit so gut wie gar nicht» eut- gegenzustelle». Der über die Parteiwirtschast und den Parlamen- tarismus schimpfende Bürger treibt selbst die schlimmst« Partei« Wirtschaft, indem erdievietzuzahlreichenParteien unter. stützt, die doch ohne seine moralisch« und finanzlelle Hisse gar nicht leben könnten. Lververbindungeo in den verschiedene« politischen Parteien hat im allgemeinen heute nur die mit destlmmlan und klarem Willen aoegestaltele Arbeilnehmerschafl... Politik kann aber nun einmal nur durch Politik über- wunden werden. Nielleicht werden sich daher wenigstens unsere größeren Unternehmungen auf die Dauer zu überlegen haben, ob sie sich nicht neben dem kaufmännischen und technischen Direktor einen besonderen, gewissermaßen«inenpolitischenDireitor halten müssen, dessen Aufgabe darin zu bestehen hätte, nach Möglichkeit zu verhindern, daß durch die Politik mit einem Schlage wieder alles weggewischt wird, wa» in zähem Ringen und durch Einsatz aller Fähigkeiten auf technischem und kaufmännischem Gebiet erreicht wurde." Man muß zunächst die Bescheidenheit bewundern, mit der hier die repräsentativste Organisation der Schwerindustrie ihre eigen« politisch« Tötiokeit einschätzt, von der man wahrlich nicht sagen kann, daß in ihr Aspirationen und auch Anteil am politischen Staatsleben zu kurz gekommen wären. Aber die Parole der Schwer- industrie:„Heran an die Politik!" hat doch auch etwa» Erfreuliches. Wir sehen eine gewiss« Anerkennung des parlamentarischen und demokratischen Systems darin, wenn die deutschen Unternehmer sich jetzt in besonderem Maße In den politischen Kampf eingliedern wollen und— ähnlich wie die Arbeiterschaft— auch den wirtschaftspolitischen Organisationen im Zettalte? der hochkapitalistsschen Demokratie eine politische Funktion zuzuteilen. Wenn aus dieser stärkeren Politisierung der deutschen Unternehmer zu erwarten wäre, daß die Unterstützung. putschistischer Bestrebungen dadurch«in Ende nähme, sp könnte eine solch« Haltung des Unternehmertums sogar den Staatsgedanken stärken. Wenn darüber hinaus die deutschen Unter- nehmer der Bielzahl der Parteien entgegenwirken und eine politische Cinheitrsront des Prioatkapitals und der Industrie schaffen wollen, so kann das der Arbeiterschast nur willkommen sein. Größere Ein- beutigkett in den Zielen von wenigen Parteien stellt die Macht- und Kampfoerhältnisse klar, die in der hochkapitalistischen Wirtschafts» gesellschaft herrschen, und die Arbeiterklasse kann dadurch nur ge» Winnen. Etwas komisch mutet uns freilich der politisch« Direktor der einzelnen Unternehmungen neben dem kaufmännischen und technischen Direktor an. Die Arbeiterschaft wird die Einrichtung dieses Sye.zml- instituts eines politischen Direktors abwarten. Nötigenfalls könnten so die Gewerkschaften sich den entsprechenden Apparat zur Abrrebr der privatkapitalistischen Beeinflussung der Sozial» und LobnpoNtik durch privatkapitalistische Steuer-, Handels-, Kartell- und Monopol- Politik auch beilegen. Ein Sparprogramm. Dr. Brecht spr.cht beim Langnam-Berein. Auf der Tagung des schwerindustriellen Langnamoer» «ins in DüsseSdors behandelte Ministerialdirektor Dr. Brecht das Thema„Ersparnisse im öffentlichen Haush.>tt". Brecht begann seine Ausführungen mtt einem Appell an die Zu- Hörer, sich mit Erhöhung des Arbeiislosenversicherungsbeitrages um K Prozent zu befreunden. In dieser Erhöhung läge ohne Zwei- sel ein großes Zugeständnis an die Arbeiterschaft. Man solle euch erwägen, wo man in diesem Winter ohne die Arbeits- losenversicherung geblieben wäre. Für das Sparprogramm selbst stellte Brecht folgende Richtlinien auf: 1. Schnelle Auflösung der Sonderverwalhmg für die besetzten Gebiete und des Rcichseittschädigungsamtes, Verbindung der Versorgungsoerwallung mtt der allgemeinen Sozialoerwcillung: 2 Vereinfachung der Steuergesetzgebung mta-verwallung, Vereinigung der Reichebauoerwaltung mtt der BauverwxÄiung der Länder, ebenso der Wasserpolizei des Reiches mit der Polizei der Länder: 3. Festlegung eines Sparprogramms für Heer und Mo- rine, Verzicht aus die Erhöhung der Ausgaben jeden- falls während der Dauer der Depression: 4. organisatorische Verbim- düng der Außenverwälwng bei den vielen sozialen Zweigen, die jetzt zwischen Reich, Länderir, Gemeinden und Anstalten unübersehbar zersplittert sind: eine Verringerung der Leistungen. aber Verhinderung des Mißbrauchs sozialer Einrichtungen durch Täuschungen und dergleichen, vorurteilslose Prüfung verständiger Einzelresorm«, unter.Ausschaltung aller ogitatorrschen Gesichtspunkte auf beiden Sestert; 5. Aenderung der Iust!zgosetzgeb?mg zur Entlhstttng de.r Gericht«: ü. Herstellr-.g des Prinzips her Verantwortung für Einnahmen und Ausgaben bei Ländern und Gemeinden, beweglicher Faktoren für die Gemeinden unter Derkop- pelung mü den Rsassteuern; 7. Vereinigung der großen Verwaltungen zwischen Preußen und den Seinen Ländern; 8. enger« Verbindung der Reichs- und Landesverwallung in den Provinzen: g. vorübergehende Beurlaubung von Beantten aufzu- lösender Verwaltungen, um die schnellere Schließung und allmählich« Aufsaugung der Beamten zu ermöglichen: 1l>. Vereinigung der ort- lichen Kassen von Reich, Land und Gemeinde zu banktechnischen Kassen: 11. Maßnahmen zur Verhinderung unberechtigter Auspmn» de rung verschiedener Behörden für denselben Zweck: 12. Prüfung aller finaitgtechnischen Erleichteruitgsmöglichketten bei der Schulden. tilgung, Sozialversicherung usw. durch Borwegnahme gesicherter Er- leichterungen, aber unter rechtzettiger Rücksicht aus eintretende Erschwerungen. Darüber hinaus müsse, fo schloß der Redner, die groß« Reichsreform kommen, und möglichst schnell. Di« Vereinigung der zerstreuten Verwaltungen yi der Spitze bringe zwar nicht sofort Ersparnis, ebensowenig wie die Vereinigung zweier großer Kon- zerne, aber sie ermöglich« es, überhaupt erst die Tatsachen zu durch. dringen und nach und nach richtig zu disponieren. Unter Bezugnahm« auf ihr« programmatischen Vorschläge hat die Demokratische Parte! die Fraktionen der Sozialdemokratie und der Deutschen Dolkspartei zu Verhandlungen über di« Regierungsbildung eingeladen. Der Zeitpunkt der Ver- Handlungen soll Mischen den Fraltionssührern vereinbart werden. Oer Eid des Werwolfs. Gn Llnfchuidiger zu einem Jahr Gränonis verurteilt' Alkenburg, 4. April.(Eigenbericht.) In der heutigen Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Menburg wuide der Reichsbannermann Schellenberg, der vom Schöffengericht zu einem Jahr Gefängnis verur- teilt worden war, freigesprochen. In der ersten Instanz hatte ein Werwolfmann beschworen, er habe gesehen. wie Schellenberg bei einem politischen Zusammenstoß Mitte Ottober vorigen Jahres den Werwolfmann Nitzsche aus Saara so geschkaaen habe, daß Nitzsche auf einem Auge di« Sehtraft verlor. Der Reich»- bannermann Schellenberg hat immer seine Unschuld beteuert. Er wurde aber auf Grund des Eides des Werwolfmann«» ver- urteill. In der Berusungsverhandlung aber hat der M i t a n g e- klagte Zfchotke freiwillig«ingestanden, daß er der Schläger war. Wenn Zschokte dieses Geständnis nicht abgelegt hätte, wäre ein Unschuldiger auf ein Jahr ins Gefängnis gewandert! Krick fühlt sich beleidigt. « sozialistische Partei und die Gewerkschaften zu einer Friedensdemonstration aufrufen, die die KPF nie zustande bringen wind? Diese Kundgebung für den Frieden, gegen faden Krieg und jedes kriegerische Abenteuer zu unterstützen! Statt dessen: Flug- blätter im gesamten Bergarbeitergebiet, Leitartikel über Leitartikel in der.humanste", den ,,S o z i a l s a s ch i st e n" die Jacke voll zu hauen, ihre Demonstratwn auseinonderzuiagen und ihnen die „Arbesterfäuste" zu zeigen. Di« komwunistischen Parteimitglieder in Lens und in allen umliegenden Städten und Dörfern erhallen M a r s ch 0 r d« r für den 30. März. Ganze fünfhundert Mann stark ziehen sie dann auf. gegenüber sünszehittausend Sozialisten und Gewerkschaftlern, die mit Hunderten von roten Fahnen und Musikkapellen durch dt« Stadt marschieren. Der sozia- listische Bürgermeister läßt vorsorglich am Vorabend all« Wege von umherliegenden Steinen säubern, er lehnt jede ihm angeboten« Pollzcioerstärkung ab. weil die Gewerkschaften ihr« eigenen Ordner bestimmt hoben Da die Kommunisten mit lhr:m kläglichen Aufgebot keinen Staat machen können, schmuggeln sie sich zwischen die Fünszehntausend, provozieren lieber- fäll« auf Fahnen, Schlägereien und ähnllcke Streiche, und weil st« damst den Erfolg des sozialistischen Riesenaufgedot« nicht hindern können, ziehen sie sich vor dem Gewerkschaftthaus zusammen, in dessen Saal die Demonstratwn mit einigen Reden beendet weiden soll. versuchen die Türen zum Versammlungsraum zu spreag?«, und als die sozialistischen Delegierten mtt posizeilicher Hilf«>hr« Plätze eingenommen haben,«ollen die Fünfhundert mit Gewalt eindringen Ordner und Demonstrationsteilnehmer werden ver- prügelt, mit Gummiknüppeln und Stahlstöcken bearbeitet, de« Polizei gibt Alarmschüss« ab. Angriff auf Polizisten, hie Russisches Gastspiel. „Brülle,(5» na jke zweite Aufführung von Meyerholds Theater auf Dletor Barnowski» unzulänglicher Bühne in der Stvefemonnstraße ge- stallet« sich zu einem ganz eigenartigen, starken Erlebnis. Vieles wurde uns offen lxrr oon jener Kraft, die diese» neu« Theater bewegt, klarer trat dl« Struktur Meyerholdscher Regie an de» Tag als bei Gogols„Revisor". Man kann Einwände erheben, dt« von verschie- denen Standpunkten bedingt sein mögen. Aber etne» ist sicher: der Eindruck war tief, packend und seltsam! Eine gefährliche Art, Tendenz zu verfechten— mit wirtjam«» Waffen! a S.-M. schießen In die �01 enge, zwei sozialistische Arbetter werden schwer verwundet, einer davon, wenn er am Leben bleibt. wird zeitlebens Krüppel sein. Außerdem: fünfzehn Leichtvenetzte. Di« Zentrale hatte besohlen, die Zentral« wird ihren Sieg nach Moskau berichten. Der katastrophale Stimmenrückgang bei den Wahlen und die damit verbundene Riesenblamage kann«tegont übersprungen werden. Unter den vermischten Nachrichten gehl die „Humanite" darüber hinweg, und spaltenlang heult es und hallt es wider von den Flüchen gegen die„s o z i a l f a s ch i st i s ch e» Arbeitermörder". Warum wir dies so ausführlich beschreiben? Um zu zeigen, daß Deutschland keine Ausnah n>e in der kommunistischen Taktik bildet. Dort ist es die Arbeitslosigkeit, sind Not und Hunger des Proletariats gut genug, den dunklen Hintergrund für di« abgrundtiefe und verlogene Taktik der Kommunisten zu bilden, für ihre Parolen, deren Erfolg von vornherein jedem nur halbwegs Verantwortlichen klar sein müssen. In Frankreich gibt«» keine Arbeitslosen. Die Parolen bleiben dieselben, nur di« Anlässe wechseln. Ob Sozialisten in der Regierung sitzen, oder in der Opposition verblieben sind, schadet nichls, sie müssen gehenkt werden, sie sind an allem schuld. Ihnen wird der Kampf gegen die Reaktion überlassen, die Loslpsung der Arbetter und Bauern von de» bürgerlichen. Partetgn, di« Schulung. Belehrung und Erziehung der neugewonnenen Massen, damll.fU-tn». sozialistischen Lager bleiben und nicht wie Flugsand vvn heute-ms morgen verwehen. Diese soeben vom Bürgertmn gekommen«« Massen zu sozialistisch fühlenden und denkenden Menschen zu formen, zu Helfern und Streitern im großen Emanzipationskampf de» Proletariats und der Menschhell, zu Armeen des Frieden», der allein unsere Hoffnung ist und die unumgängliche Voraussetzung und Notwendigkell für den sozialistischen Aufbau und Fortschritt, diese in ihrem tiefsten Sinne wahrhaft revolutionäre Ar» beit, di« verbunden ist mit unsäglichen Mühen und Opsern, da» alle» überlassen die glorreichen Strategen der kommunistischen Zentrale den Sozialdemokraten. Sind diese ober in einen Arbeiter- und Bauernbezlrk eingedrungen, dann ranken sich an ihnen die Kom» munisten wie Schmarotzerpflanzen hinauf, in die sozia» listischen Versammlungen schicken sie ihre Diskussionsredner, in die der reaktionären Kandidaten wogen sie sich nicht. Soziallstische Demonstrationen, die sollen gesprengt, dort kann auf dem Rücken der Arbeller gedroschen werden, Blul muß fließen! das sind ihre„Siege", ihr«„Erfolge", das ist ihr Agitation«» st» ff, dqnn können sie wieder einige Wochen wüten und den so- genannten Klassenkamps führen, st», diese geistlosen Söldner, von denen niemand weiß, wer sie bezahlt, für wen sie arbeiten, und von denen nur das eine sicher ist, daß sie noch vor zehn Iahren und weniger die schlimmsten Feind« der Arbellerschaft und der sozialistischen Bewegung gewesen sind- Oer Tod der schwarzen Kaiserin. Herzschlag over Mord? Addls-Abeba über Rom(Stefani— TU). 4. April Anhänger der plötzlich verstorbenen Kaiserin Z a u d l t u. dl« vor etwa 1�4 Iahren dem Negus Tofart die Herrschaft abtreten mußte, hatten unter Führung des ehemaligen Gemahls der Kaiserin. de» Ras Gugsa Oli, versucht, einen Aufstand zugunsten der Kaiserin anzuzetteln. Ras Gugsa soll mit 10000 Mann am 31. März den Versuch gemacht haben, die Armee des Nsgus Tafori bei d«m Orte Z e b i t zu überfallen. In der Schlacht wurde jedoch der Na» Gugsa an der Spitze leiner Truppen getötet und sein« Anhänger wurden zersprengt. Die Ausständischen sollen viele hunderte Tot« gehabt haben. Auf die Nachricht von dem gewaltsamen Tode de» Rae Gugsa ist di« Kaiserin Zaudiw am„Herzschlag" gestorben. Da» würde nach der Tradition des Landes heißen, da» die Kass-rin nicht eines natürlichen Todes gestorben ist- Da» AnMerrorgesetz ist jetzt im Plenum des Nationalrots t« Wien Den Einwand der Sozialdemokraten, daß der Entwurf der Rechtsangieichltna mit dem Reich zmvl'.erloufe, beantwortet« der Iustt.zminist« mit dem Hinweis auf die Elnlettungsdenkschrift zur Rechtsangleichung. die Sonderregelung des Arbeitsrechtes vor» läufig zulasse. .Landvolk"- Solomon verurieill Der Redakteur der Zeitung „Dos Landvolk", von Solomon, hatte sich wegen Beleidigung des Regierungspräsidenten in Schleswig Dr. Abegg und des früheren preußischen Innenministers Grzesinstt zu verantworten. 25000 Arbeitslose mehr! Arbeiterabbau bei der Reichsbahn. Die Neichsbahnhauptverrsaliung zieht jetzt dazu über, ihr« bei der Doriffrofle bereits angedrohten Masienenilssiungen, Stillegungen und Feierschichten rpchrzumachen. Die Verhandlungen, die dieser Tage Mischen der Hauptverwaltung und den Gewerkschasten gesührt wurden, haben eineü wenig erfreulichen Verlauf genommen. Auch die Aussprache der Vertreter der Tgrisorgoni- sationcn mit dem Generaldirektor D o r p m ü l l e r war ergebnislos. Was will die Reichsbahnhauptverwaltung? Sechs Aus- besscrungswerfe bzw. Werk st ätte nabteilungen sollen sofort stillgelegt werden. Es handelt sich um das Aus- besserungswerk Breslau- Ddertor, um das Gütcrwagcnwerk «ko s s e I. die Wagenabteilung Dortmund, das Ausbcsserungs- v>erk O b e r h a u s« n, das Ausbesfcrungswerk Langenberg und die Lokomotivabteilung M a g de b u r g° B>>r.ArbeU«a«m«i»sckaft im Iuqenhheim dkz «etamtverbandes.« nädritc Sor'trllimq finitt ßeit am Conntaq. Vm fi. Slpril, i.i Uhr. im Th-ater am VlUmvplah. Zur AnfkLhruna fielonnt.Tos iSrrfiart''»an E. fl. Munra. Sorten»um Vrcisr»an o0'Jtf. jini noai in brr .Znofntjfntnalt»n habrn.— WarSrilaitrr Snrfu«. Der nSchstr Surfl,scihc»!> iindrt statt am Moniaz, dcm 7. Avril, 20 Uhr. im Eaal 11 hrs Gewirk. itftoTti'-eufeä, Cnflcluftt 21—25. LichU-i�crv»r!rag: ,$it Sllmarl". Äctttcnl; Lrich Suds. f�uoendorupve des �entra'vkrsiqpdes der Anoesiettien S-ut«. Sannabend. 20 Uhr. Volkswmtturfu» im lfuncittiheim Lahrler S kröne IS— IS und ab 20 Uhr JPuulct Abend" bzw. Vo!ks!an.«bend im liuaenbbrim Wrana-istr. 128. Van 18 bis 20 Uhr llebunasabend der Sinqeaemeinfchott und von 20 bis 22 Ubr Arbeilsaenreinfchafl:„Sazialiamus". Seraniworttich ttir Politik:??.«urt«euer: Siri'chail:<3. RlinqcIbMeT; Scwerkschailsben>c«»ng: Z. Steiner: kZ-uilielon: jt. S. Di-fcheB: Lokale- und SanNiae« Sri»»arftädt: Anzeiaen: Th. Slocke: siimtlilh in Berlin. Lerlaq: Vorwärl-.Verlag G. m b.&. Berlin Bruck i Vorwärls-Vuelidruckeret und Verlallsanilalt Paul Singer u. Ca.. Berlin 2W 68 Lindenlirahe 8 Aier,» 2 Beilaueo und.Unterhalt»»» und iSiffea' für Herren A n züge- Ulster- Pofefoh Damen Kostüme-Hänlel-Kleider XjrÖssfes Spezlal-Haus moderner Richtung - 4?. Lahrgang Sovnavend, S. April il 930 In die Ruppiner Schweiz. Alt-Ruppi» ist in« eigentliche EmMingspforte zn der Ruppin« Schweiz, wenn auch der für bequetHe Schönheitssucher «msfachrend« Dampfer schon m Neu-Ruppin startet. Da« durch die Kunstgewerbterkownie Gildenhall bekanm gewordene alle StcüNchen am Einflüsse des Rhin m den Ruppmer See empfiehll sich dem. der die Romoirtik der Kleinstadt liebt und im JÖMtstchren nicht ganz ungeübt ist. Denn dies Abbild der großen Schweiz hat Wasser im Ueberfluß— von Alt-Ruppin gl eilet man durch die Schleuse Neu- mühle in den Molchowsee, dann in den T e tz e n- und endlich in den Zermützelsee, in den von Osten her der R h i n einstießt. Ein schmaler„Jisthmns* scheidet den Zermützelsee von dem Tornowsee, der seinerseits durch ein« zweite Landeng« von dem Kallsee geschieden ist. Laubholzwald nimmt den Wan-- derer auf: das hügelig- bewegte Erbiet gibt idyllische und masestätischc Einzel- bilder Wer den Weg von Neu-Ruppin zu Fuß machen will, geht nach Neu- wühl(eine Stunde)— hierher von All'Rirppin 20 Minuten, dann am Ostufer des Molchowsees nach Malchow (Vi Stunde). Nun auf der Westseite des Tetzensees nach.Kolonie Stendenitz{% Stunde), Besuch der nahen Kellenseen, dorm noch Forst- Haus Stendenitz am Zermützelsee und nach Forsthaus R o t t st i e l (% Stunde) am Tornowsee. Um die schmal« Südseite des Sees nach Forst- Haus Tornow.(Bon Kolonie Stendenitz kann man auch am Ostuser des Zermützelsee? über Zermützel, Forsthaus Fristow und Dampfer- endhaltestell« nach Tornow(1V4 Stunde) kommen.) Auf der Ostfelt« de» Tor- nowfse« zur Nordfpltze und Balten» Umgebung mühle(% Stunde). Bon hier zur Südspitze des Kalksees und am Ostufer noch Bincnwalde(Vi Stunde). Der Weg um West- und Nordufer des Kalks ses ist Vi Stund« länger. Dom Forst- Haus Rottstiel kann man über das Tal des Kunfterspring- baches— ohne die Boltenmühl« zu berühren— zum Kalls«« gelangen. In dieses nördliche Gebiet der Ruppiner Schweiz führen auch direkte Wege von Neu-Ruppin, einer davon über Gentzrod«.(Man lese Fontane über diese Schlohepisode.) Doch wird der wasserlüsterne Großstädter die Weg» auf beiden Seiten der Seen dieser Landtour vorziehen.— Den Radler aber erwartet auf der Chaussee von Neu-Ruppin nach Zechlin mit der Abzweigung über Glienicke und Zühlen noch Rheinsberg manch« Ueberroschung. Vor der Schleuse in Alt-ifappin. Diebstahl am Funkhaus-Grun hstein. Dokumenteskassette mit Lahalt gestohlen. D« halbvollevdet« mächtige Funkhaus l» Westend am Messegelände wurde von Einbrechern heimgesucht, die ln Er- mangelung besserer Dinge mit dem Inhalt de» Grund- stein» davongezogen find. Am 29. Mai vergangenen Jahres wurde die Grundsteinlegung unier großen Feierlichkeiten vollzogen. Wie ünmer wurde eine Kassette mit Dokumenten und den im Kurs befindlichen Geld- münzen eingemauert und die Stell« mit einer Stahlplatte be- deckt. Unbekannte Einbrecher haben nun in der Nacht die Kassette gestohlen. Obwohl die Baustelle bewacht wird, tonnten sie fich un- bemerkt einschleichen. Sie entfernten etnige Stein« und hoben die Stahlplatte an. Die Kriminalpolizei hat die Untersuchung aufge- nomrnen, ein positives Ergebnis Legt zur Stunde noch nicht vor. Zuyges Ehepaar vermißt. Von Der Hochzeitsreise nicht wieder zurückgekehrt. Seil dem Ai. Marz wird das Ehepaar«appell ans Derltn-MoabU vermißt. Da» Paar hatte sich am U. Februar 1930 verheiratet. Am Tage daraus trat e» mit dem PÄvakkraftwagea de» Warmes ein« Hochzeitsreise an. Pias« führte zunächst nach Paris und von dort noch Nizza, wo eine Berwandte der Frau besucht werden sollte. Dann über« schritt man die italienisch« Grenze und machte in Mailand Station. Don Mailand aus sollte die Rückfahrt nach Berlin über Schaffhcmsea angetreten werden. Die junge Frau, die die Tochter eines Sanitätsrats aus All-Moabit ist, halle von unterwegs aus wiederHoll an die Eltern geschrieben. Die letzte Karte, die hierher gelangte, war vom 25. März datiert und in Herklingen zur Post gegeben. Sie trug«ine Ansicht des Rheinfalls, ein Beweis, daß die Heimfahrt bereits angetreten war. Der Inhalt der Karte besagte, daß sich die jung« Frau sehr auf das Wiedersehen mit den Eltern freue. Di« Karte war nicht frankiert, so daß Strafporto zu entrichten war. Die jungen Leute kamen aber nicht, wie ste angekündigt hatten, am 26. März in Berlin an, und die Angehörigen haben auch mchts mehr von chnen gehört. In ihrer Besorgnis haben sie jetzt die K r i m i n a l p o l t z« i benachrichtigt. Bon der Vermißten- zentrale des Polizeipräfidiums aus sind sofort die dortigen Behörden in Kenntnis gesetzt worden. Gchlagwetterkatastrophe in Belgien. 12 Grubenarbeiter getötet. Paris, 4. April. Ruch einem um die Mittagsstunde in Paris bekanntgewordene« Telegramm ans Möns in Südbelgieu er- eignete stch im Kohlenbergwerk von Flouges eine Tchlagwetterexplosion, bei der zwölf Gruben- arbeiter getötet und neun verletzt worden sein solle«. Die Katastrophe wurde noch den bisherigen Feststellungen da- durch hervorgerufen, daß beim Sprengen«ine elektrisch« Zündung den Lohlcnftaub zur Explosion brachte. Der mit der Sprengung beauftragte Vorarbeiter behauptet, daß all« Bor- sichtsmaßnahmen getroffen worden seien. Di« Leichen der Opfer firtb bis zur U n k e nn tl I ch t« l t verkohlt. Die Katastrophe hat in der Umgebung von Möns großes Aufsehen hervorgerufen, da dort erst vor wenigen Wochen«in schweres Unglück sich «reignet hat. * Wie aus Kettle Island(Kentucky) gem eider wird, sind die Leichen der 15 Bergarbeiter, die am vergangenen Sonnabend durch eine Explosion vcrfchüllet wurden, jetzt gebor» gen worden. Vernehmung des Gaiienmörders. Eecchini über seine Tat. Locarvo, 4. April. Der Gattenmörder Cecchini ist am Freitag nachmittag dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Er macht einen ziemlich ruhigen Eindruck und erklärte, er habe mit seiner Frau einen Streit gehabt, in dessen verlauf er sich selbst töte« wollte Er wisse nicht, wodurch es gekommeu sei, daß die tödlichen Schüsse auf seiue Frau sielen. Der Beweggrund der Tal scheint Eisersucht zu sein. Die Bestattuug der Frau Eecchini-Koppel soll am Sonnabend mittag aas dem Friedhof von Ascono erfolgen. Ihre Mutter liegt herzkrank im Vahnhosshotel und konnte über die furchtbare Tal noch nicht unterrichtet werden. Lustmord m Mannheim. Wannhelm. 4. April Am Freitag»ornnllag wurde« im Haus« Därtnerstratze. Sa der 36 Jahre alle TagelShver Adam Krämer und die ILjährige Schülerin Katharine Walther tot aufgefunden. Die Leiche des Mädchens lag dn Bett, war völlig entkleidet und wies zahlreiche Wllrgemal« auf. Vermutlich hat Krämer das Mädchen mißbraucht und dann getötet. Cr selbst hat sich-in der Küche durch Gas oergiftet. Explosion tötet sieben Arbeiter. Amsterdam, 4. April.(Eigenbericht.) Auf dem Bohrgelände einer batavischen Petroleumgesellschnft in Tjepoe aus Borneo ereignete sich durch ausströmendes Gas, das mit nachsuchendem Kesselstein in Berührung kam,«ine furchtbar« Explosion. 7 Arbeiter wurden getötet, 11 Ar- heiter so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifell wird. „So... Und was wollte denn die Ossipowna so viel bei Ihnen. Die war wohl recht verliebt in Herrn Rist." „In Herrn Rist ist jede verschossen." .Äber die Ossipowna war doch vielleicht ein bißchen un- gewöhnlich stark verschossen?" „Ouotsch! Sie war in ihn verschossen wie eine jede. Und so wie sie war, hat sie's auch unmer gesagt. So ein junges Ding von heute nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Und Doktor Manke und Lehrer Lund haben ihr auch gefallen. Die haben ihr schon aus lauter Langweil« gefallen. Gelangweilt hat sie sich überhaupt. Und dann war noch dieser Komponist, dieser Wagner oder wie der Deutsche heißt, den hat sie nun einmal nicht ausstehen können und ist immer mit den Händen vor den Ohren zu uns gekommen, lind das ist alles." „Halt, Frau Fredrikfen, das Verhör schließe ich und nicht Sie. Ich möchte Ihre Aussagen noch einmal rekapitu- lieron. Sie behaupten also mit Bestimmtheit, daß Torben Rist Ihr Haus am 11. Juni nach halb neun Uhr abends nicht mehr verlassen hat?" .La." „War Herr Torben Rist vielleicht in die Osslpowua oerliebt?" „Ach wo. Der hat sie gern gehabt wie ich. So em schönes Mädel hat jeder gern." „Und Ihrer Meinung nach hat die Ossipowna gar nicht nur wegen Herrn Rist, sondern mehr, sagen wir so aus Lang- weile Ihr Haus ausgesucht." „Sie konnte eben den Wagner nicht vertragen. „So... Ich dank«. Kgk. Amtsgericht Sandrup. 21. Juni 1V2V. gez. Wette Fredrikjeo. H.&. Iakabjeu. Protokoll aufgenommen mit dem Unienudiwigsgefangaiien Torben Rist, ieh. ISO? in Tronuö, Norme gen, römittch-lcaiholitdi, ledig, SdirifUieller.(Da der Ünterauchungsgefangene, mie er behauptet,»eine sämtlichen Dokumente verloren hat, wurden vor- stehende Daten lediglich auf Grund seiner Angaben niedergeschrieben,) „Herr Rist, ich habe einig« wenige Fragen an Sie zu stellen. Beantworten Sie diese Frage« wahrheitsgemäß, so werde ich der erste fem, der Ihnen mit Freuden die Tore des Gefängnisses öffnen und allen üblen Gerüchten auf das strengste entgegentreten wird. Sie brauchen nichts, als einige wenige rätselhaste Tatsachen, die von verläßlichen Zeugen ge- meldet wurden, aufklären, und Sie sind frei." „Wo waren Sie am Abend des 11. Juni zwischen halb neun und halb zwölf. Bei sich zu Hause?" „Nein." „Sondern?" „In der Stadt." „Wann?" „Ich weiß nicht. Vielleicht um acht." „Wie sind Sie hinübergekommen. Mit der Fähre?" „Nein. Mit Frau Fredrikfen» Boot." „Und wann kehrten Sie zurück?" „Gegen zehn." „Sie haben also bestimmt nicht zu Hause zu Abend ge- aessen. Sahen Sie Ihre Hausfrau, als Sie nach Haufe kamen?" „Nein, ich ging gleich zu Bett." „Und beim Brand von Aaresund waren Sie nicht dabei. Hörten wohl gar nicht die'Cxplosion?" „Doch. Ich stand auf und merkt«, daß Frau Fredrikfen das Haus verlassen hatte." „Und dann gingen Sie wieder schlafen. Wertwürdig. Die Katastrophe interessiert« Sie wohl gar nicht?" „Ich kann Menschenansammlungen nicht vertragen." „So... Das alles klingt recht sonderbar. Sagen Sie mal, Sie hatten an diesem Abend wohl ihren schwarzen Mantel an?" „Nein." „Sondern?" „Emeu hellen Trenchcoat." „Und es ist ganz unmöglich, erinnern Sie sich gut. es ist ganz unmöglich, daß Fährmann Hansen Sie nichts vor halb �wölf� in� Ihrem schwarzen Mantel nach Lynö überge- „Unmöglich." „Er behauptet es aber." „Stehen Sie zu Fährmann Hansen in einem gespannten Verhältnis. Glauben Sie, daß er Ihnen nicht gut gesinnt ist, Ihnen schaden will?" „So antworten Sie doch! Lassen Sie sich die Worte nicht wie Negenwürmer aus der Nase ziehen." „Ich kenne den Mann überhaupt nicht." „So... Sie wissen also keine Erklärung dafür, wenn er darauf schwört, Sie knapp vor der Aaresunder Explosion übergesetzt zu haben?"> „Nein." „Und wissen Sie vielleicht eine Erklärung dafür, wenn Ihre Hausfrau steif und fest behauptet, Sie wären den ganzen Abend zu Hause gewesen, hätten bei ibr Abendbrot gegessen. Wenn wir Ihren Angaben Glauben schenken. müssen wir die gute alte Frau ins Gefängnis setzen... Sie sind sehr blaß geworden, Herr Rist... „Gehen wir weiter. Was machten Sie in der Stadt, Herr Rist?" „Einen Brief aufgeben." ,L>as ist ja ausgezeichnet. Sagen Sie uns, an wen der Brief adressiert war und wir werden mittels des Post stempels feststellen lassen, ob Sie zu der Zeit wirklich nur wegen eines Briefes die Insel verlassen haben." „Nun. Sie antworten nicht. Herr Rist, ich fürchte, Ihre Derantwortung ist sehr, sehr ungeschickt... Erzählen Sie uns jetzt einmal van der Ossipowna?... Mensch� reden Sie doch, Sie können durch Ihr Schweigen Ihre Lage nur noch verschlimmern... Die Kleine ist Ihnen wohl sehr nach- gelaufen?" „Ich habe die jung« Dame nur flüchtig gekannt." „Man sagt, sie sei sehr oerliebt in Sie gewesen?" „Ich habe nichts davon gemerkt." (Fortsetzung folgt.) Mchibefiätigte StadtrSie. Ein Franzose" in Schöneberg� Bei der Neuwahl dar unbesoldeten Stadträte für Schoneberg hatten sich die Deutschnationalen mit den Nationalsozialisten auf eine gemeinsame Liste geeinigt und als Kandidaten den Stadtverordneten W o d l i. Verwaltungsinspektor der„Rordstern"-Gesellschoit, und den Stadtverordneten, Studienrat Dr. Löpelmann von der Meingauschule in Friedenau aufgestellt und gewählt. Der Ober- Präsident aber hat beiden Wahlen seine Genehmigung v e r s a g d Herr Wodli kann nicht Stadtrat in einer deutschen Stadt sein, da er gor nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, sondern Franzose ist. Wodli ist gebürtiger E l s ä s s e r und mußte nach den gesetzlichen Bestimmungen sich entscheiden, ob er Deutscher werden oder Franzose bleiben wollte. Diese Entscheidung hat Wodli auch bisher nicht getroffen, so daß er die französische Staatsange- Hörigkeit besitzt. Cr schloß sich der D e u t s ch n a t i o n a l e n Volks- parte! in Schoneberg an und galt als einer ihrer hervorragendsten Agitatoren. Wodli wurlde Bezi rksve rordneter und durch die Wahlen im Noocncher vorigen Jahres auch Stadtverordneter in Berlin. Dieses Mandat hat er bis Anfang März dieses Jahres in Berlin ausgeübt. Dan» legte er es nieder, weil er inzwischen zum unbesoldeten Stadtrat in Schönel>«rg gewählt war und auf die Be- itätigung durch den Obcrpräsidcnten rechnete. Zu diesem Zwecke mußte er aber auch seine Personalien einreichen, und dabei stellte sich heraus, daß W. weder wahlberechtigt noch wahlbar ist. W. ist als ehemaliger Feldwebclleutnant Bor- sitzender des Reichsoerbandes der aus dem Mannschaftsstande her- vorgegangenen Offiziere der deutschen Armee. In dieser Eigenschaft überbrachte er dem Exkaiser im vorigen Jahre persönlich in Doorn die Glückwünsche zum 70. Geburtstage. Auch die zweite Stadtmtswahl, die im vorigen Jahre ge- ineinsam von den Deutschnationalen und den Nationalsozialisten in Schöneberg vollzogen wurde, ist mißglückt. Der von diesen beiden Parteien gewählte Stadtverordnete Dr. Löpelmann, Studienrat an der Rheinganschule in Friedenau, ist ebenfalls nicht bestätigt worden. Dr. Löpelmann ist, wie ein nationalseziakistisches Wochenblatt voni 20. März meldet, seines Amtes als Studienrat enthoben worden. Grund: unflätige Hetzreden gegen Reichs- und eotaatsrcgicrung. Auch ihm ist die Bestätigung versagt geblieben. Oer Garg für die Schwiegermutter. Er machte in zwei Prozessen viel von sich reden. Berleberg(Mark Brandenburg), 4. April. Höchst eigenartig war«ine Verhandlung vor dem hiesigen Amtsgericht. Im Jahre 1928 bestellte der Landwirt F a t h k e aus Gulow bei dem Tischlermeister Müller in Reetz einen Sarg für seine schwer kranke Schwiegermutter. Er lieferte auch die Bretter dazu. Aber die Schwiegermutter wurde wieder gesund und man vergaß den bestellten Sorg abzuholen. Eines Tages gebrauchte Tischlermeister Müller einen Sarg für einen anderen Kunden, und da er sich d'e Arbeit sparen wollle, verkaufte er den Sarg des Landwirts Fathke. Als der«arg verkauft mar, starb auch die Schwiegermutter. Jetzt erinnerte sich Fathke des Sarges. Große Aufregung— lange Vcrhandlüiigcn, schließlich einigte man sich dahin, daß der Tischler einen neuen Sarg liefcrm sollte. So geschah es. Und älles wäre gut und schön gewesen, wenn slicht Fathke nach der Beerdigung seine Schwiegermutter hätte m'adcr ausgraben lassen, weil nach seiner Ansicht der Sarg beim Zitschanfeln des Grabes in Trümmer gegangen war. Das war aber nicht der Fall. Trotzdem strengte Fathke gegen den Tischler einen Prozeß an wegen Rückerstattung der Ilmbettungskosten. Fathke verlor diesen Prozeß, und auch der Prozeß wegen Unterschlagung des«arges endete mit einem Frei- spruch des Tischlermeisters.—„Und wer war schuld daran...?" Welche Berufe werden bevorzugt? Eine Erhebung über das Berufsschulwesen. Bisher fehlte es in Preußen an einer wirklich erschöpfenden Statistik über das Berufsschulwesen. Dos hängt domit zusammen, daß sich die Verhältnisse aus diesem Gebiet in ständiger Entwicklung befinden. Dies gilt vor allem von der Zahl der Fochklassen, die je noch Bedarf eingerichtet werden. Die gewerbliche «chulvcrwoltung des Staates bedarf jedoch einer genauen Heb erficht um so mehr, als gerade jetzt die gesamte Gewerbe- lehrer- und-lehrerinncnausbildung in neu? Bahnen gelenkt wird. «ie muß naturgemäß dem Bedürfnis der Schulen im Lande sowohl der Zahl wie der Gliederung nach Fachrichtungen entsprechen. Be- sonders wichtig erscheint eine Erhebung über die Durchführung der Berufsschulpflicht. Daneben müssen dih laufenden Unterhaltungskosten und die Erhebung von Berufsschulbeiträgen fesd- gestellt werden. Für die künftig« Berufs schulpolitik wird es be- sonders wichtig sein, zu erfahren, wohin die Berufsrichtung der Jugendlichen geht, ober auch welche Richtung bei den Lehrpersanen vorherrschend ist uird wohin hier der Weg geht. Auch ein Ilcberblick über die Kosten und die Art und Weise der Auf- bringung ist erwünscht. Neues Postamt am Preitenbachplaü. Die Ohcrpostdirektion Berlin wird in nächster Zeit am Breiten bachplatz in einem gegenwärtig im Bau besindlichen Neubau eine eigene Poststelle errichten. Damit erhalten die Bewohner der zahlreichen in letzter Zeit rund um den Breiteichach- platz errichteten Neubauten ein Postamt in nächster Nähe. Bisher befinden sich die nächsten Postanstalten in der Wiesbadener Straß« und im Südweft-Korso an der Kaiserallee. Wohnlauben brauchen nicht gcräumk zu werden. Ein Stadt- v erordnetenailss chuß beschäffezte sich mit dem Antrag der Lersücpmq über die Räumung von Wohnlaube n. Es wurde beschlossen, der Sladtverordneteu-versain-nÄung zu empfehlen, die Aushebung beim Magistrat zu beontvogen. Die Bezirksbaupoli.zcürintcr sollen angewiesen werde», die Räumung solange zu unterlassen, bis den Jnlzabsrn eine mtlprechende Wohnung zugewiesen werden kcnvn. Soweit solche Verfügungen bereits ergangen sind, sind sie wieder rückgängig zu machen. Kommunistischer La ndtagxabgeo rdneter verhetzt die Schulkinder. Gestern nachmittag körn es in der S t e i n m« tz st r a ß« in llieukölln abermals zu einer„Demonstvatwn" konmmnkstisch vcrljetzter Schul- kinder. Dabei wurde der tommuniftijch ProomziaAandwgsobge- ordnete Ernst Krüger ocus Eberswaldei« Allncri«!»« Crtelrunlcnfoff« für Verliu-Sdler.dvf bitlet uns ort- »uieilen, dak(1 Kilometer mit Hilf« eines relatw einfachen und wenig umfang- reichen Apparats die Beleuchtungsanlage des Rathauses der austra- tischen Hauptstadt Sidney einzuschalten? Soviel bisher bekannt ge- worden ist. hat Marconi zu seinen Versuchen sogenannte„kurze Wellen� verwendet,, eine Wellenart also, die gerade in letzter Zeit im ständig zunehmenden Maße an Bedeutung gewinnt, namentlich auf dem Gebiet der drahtlosen Telephonie und Tclegraphie und des Radios. Gerade Marconi hat sich aus dem Gebiete der furzen Wellen befondcre Verdienste erworben: er arbeitet schon seit vielen Iahren 'iändig an der Verbesserung der mit diesen Wellen erreichbaren Wirkungen und beschäftigt sich besonders mit der praktisch außer- ordentlich schwierigen Zlukgabe, diese Wellen zu richten und damit zu verhindern, daß sie sich wie etwa die von den Radiosendern aus- gestrahlten iin Raum verteilen und so praktisch mehr oder weniger nutzlos werden— unter der Voraussetzung nämlich, daß«ine vom Sender ausgesandte Energie auch mit möglichst wenig Kraftverlust an einer bestimmten Stelle ankommen soll. In bczug aus die kurzen Wellen hatten sich die Sachverständigen zunächst gröblich geirrt; man glaubte, daß Wellenlängen unter ?(X> Meter für den Fernverkehr durchaus ungeeignet seien und gab >ic deshalb in Amerika den Rundfunkamateuren zu ihren Sende- versuchen frei. Durch die gänzlich unerwarteten Erfolg«, die von diesen Amateuren mit relativ behelfsmäßigen Apparaten über die weitesten Strecken erzielt wurden, kam man überhaupt erst daraus, die kurzen Wellen in ihrer Bedeutung gerade für den Fernverkehr richtig einzuschätzen— heute ist es schon so weit, daß sich über drei- Viertel des drahtlosen internationalen Verkehrs auf kurzen Wellen abspielt............. Für die Aufgabe, drahtlos Energie zu'ühärtragen, sind die kurzen Wellen aus verschiedenen Gründen besonders geeignet,— ihr wichtigster Vorzug gegenüber den langen Wellen bestellt darin, daß sie sich besser richten lasien und infolgedessen mit geringcrem Energicvcrlust arbeiten. Man kann nämlich am Sender Spiegelungsanordnungen errichten, die es ermöglichen, den ausgestrahlten Dellen eine be- stimmte Richtung zu geben und so«inen konzentrierten Strahl von Energie auszusenden. Erreicht wird auf diese Weise zweierlei: da die Wellen sich nicht mehr beliebig inr Raum ausbreiten, wird Energie gespart, senior ist die Aufnahme der gesandten Energie außerhalb der vorgesehenen Richtung nicht mehr möglich. Es muß allerdings hierbei betont werden, daß es vorläufig weder gelungen ist, die Streuung der ausgestrahlten Energie wirklich völlig zu verhindern, und daß es sich ferner bisher stets nur um ganz geringfügige Energie- betröge gehandelt hat, die auf größere Entfernungen übertragen werden konnten. Sowie man daran geht, größere Energiemengen drahtlos zu übertragen, war wenigstens bisher schon auf ganz kurze Entfernungen infolge der unvermeidlichen Streuung der Energie- Verlust so groß, daß von einer irgendwie praktisch verwendbaren Energieübertragung aus diesem Wege vorläufig nicht gesprochen werden kann. Alle die Meldungen, die von Erfolgen in dieser Rieh- tung zu berichten wußten,— es sei nur an die unzähligen„Enten' mit den famosen„Todesstvahlen' erinnert—, haben sich bisher stets als Irrtümer oder maßlose Uebertreibungen herausgestellt. Ein recht vielversprechender Versuch zur Lösung unseres Pro- blems verdient dagegen in diesem Zusammenhange erwähnt zu werden: die Experimente des amerikanischen Ingenieurs P. Thomas. Seine Idee besteht darin, daß er der zu übertragenden Energie zunächst gewissermaßen einen Weg schafft, auf dem sie sich lartbewegcn kann,— allerdings«inen unsichtbaren Weg—, nämlich ionisierte Luft. Man kann mit Hilfe sehr kurzer elektrischer Wellen von wenigen Zentimetern Läng« die Lust auf ihrem Wege leitend mache», indem nwu sie ionisiert. Sendet man nun zwei in geeigneter Form gerichtete parallele Strahlen der genannten Wellenart durch die Lust, so bilden sich gewissermaßen.zwei unsichtbare Leitungsdrähte, auf denen man nun die eigentliche Kraft transportieren kann. Der Vorgang der Kraftübertragung zerfällt demgemäß in zwei Teil«: die Herstellung der beiden Strahl«» ionisierter Luft mit Hille der sogenannten ultrakurzen Wellen und zweitens der llebertragung der eigentlichen Energie auf dem so geschaffenen Wege. Die Idee fft zweifellos recht aussichtsreich— eine Losung des Problems konnte sie allerdings vorläufig auch noch nicht erbringen, da die auf diese Weise überbrückten Entfernungen bisher wenigfiens praktisch bedcu« tungslos sind. Da die Versuche Thomas' sich aber erst im Anfangs- stadium befinden, könnten wir unter Umständen auf diesem Weg« dem Ziele näher kommen, wenn es gelingt, die Ionisierung der Luft auf große Strecken durchzusühren. Und Marconis Fernbeleuchtung von Sidney? Run— auch hier handelt es sich n i ch t um«ine llebertragung irgendwie nennen?- werter Energiemengen. Marconi hat mit Hilf« seines Apparate« — allem Anschein nach ein Kurzwellensender besonders hoher Quoll- tät— lediglich ein Relais betätigt, das seinerseits den Stadtstrom von Sidney nur in Tätigkeit setzte, nicht etwa aber selbst die De- lcuchtung auch nur einer einzigen Glühlampe ermöglichen könirte. Trotzdem bleibt bei der neuesten Leistung des genialen Italiener, genug des Staunenswerten übrig: die Kleinheit des auf seiner Jacht untergebrachten Apparates, die Strecke, die er damit überbrücken konnte, und die Sicherheit, mit der seine Experimente funfticrnierten. Wie weit er aber dem Problem einer wirklichen Kraftübertragung etwa schon näher gekommen ist, darüber gibt auch sein neuestes Ex- periment keinen Aufschluß— mif Grund der ungeheuren Schwierig- leiten, die dieser Ausgabe entgegen stelzen und die vorläufig fast mv- übciwindbar scheinen, ist aber anzunehmen, daß wir noch eine gut« Weil« warfen müssen, bis uns die elektrische Kraft drahtlos ins Haus geliefert wird. Qr. H. Woltcrek. Wilhelm Weydrich: 3)er QelpenUerfilm Regnerischer Spätabend in einer Kleinstadt, in die mich der Zufall für eine Nacht verschlagen. Was anfangen mit den ein- 'amen Stimde» bis zur Schlafenszeit? Da fällt mir im Lokal- blättchen eine Kinoanzeige ins Auge: „Tragödie der Liebe.' Ein gewaltiger Fikm von Derbrechen und Leidenschaft! Mit Emil Iannings in der Hauptrolle. Ich war wie elektrisiert. Im Iabre 1923 hatte ich in Berlin einige Mal- den Zlafnohmen dieses Films beigewohnt. Regisseur »vd Schauspieler waren mir bekannt. Ich hatte Joe May im Atelier umhertoben sehen, hatte mit Iannings ein« verbotene Zigarette im Winkel geraucht, hatte über die schnippischen Bosheiten Erika Eläßners gelacht und mit de» anderen in der Kantine zu- iammen gegessen. Das war nun sieben Jahre her. Und hrntc, In diesen, Krähwinkel, sollte ich den alten Film nun wiedersehen! „Herr Ober, zahlen! Und wo ist das Kino?' Dunkel die Straßen, naß und schlüpfrig das Pflaster. Die Fenster mit Holzläden festverjchlossen. Die Schritte hallen in der Stille wieder. Den kleinen Tanzsaal, in dem das Kino«ingerichtet ist. füllt feuchter Menschendunst. Ich finde einen Sitzplatz in der Eck« und warte nun auf die Tragödie der Liebe mit Emil Iannings, die mich die Misere des leeren Abends vergessen lassen soll. Noch quält sich ein harmlos blödsinniger Beifilm damit ab, die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Es gelingt nur mangelhaft. Don» folgt eine Pause, und endlich beginnt der Iannings-Film. Ich bin versunken in Erinnerung. Welch ein unerhörtes Durch- einander von Berbrcchcrliebe, Treulosigkeit und Mord! Welch ein: Summe von Unmoglicksteiten, die wir durch Iannings große Kunst erträglich werden. Alles so fern, so halb vergessen, wirklich leben- dig nur der eine Mensch der inzwischen soviel mehr geleistet hat! Dem, och— ich grüße die Menschen dort oben im Bilde still ,ür mich. Ich glaubte ihre Stimmen wieder zu hören, ihr Lachen und ihr— Schimpfen. Denn ohne'Aufregung und Schimpfen geht es ja beim Film nicht ab. So kam denn der große Schluß heran, die Gerichtssitzung, und in Großaufnahmen zogen die einzelnen Köpfe vorüber. Die Staatsanwälte: ihre Gesichter kamen mir bekannt vor, aber ich konnte nach der Nomen nicht erinnern. Di« Richter, das Pu- bBJbmu Komparsen, Typen, aus dl« ich«ich wieder beswm. Uad dann der Vorsitzend«,«in hartes, strenges Gesicht, da? nnbew-gt schien. Bei seinem Anblick wurde mir eiskalt. Das war Albert Patry. Und dieser Mann war vor vier Iahren gestorben, und ich hatte seinem Leichenbegängnis bei- gewohnt! Und weiter— der Verteidiger. Das war Fritz Richard, der noch vor Patry zu Grob« getragen worden istl Und weiter— weiter. In der Menge dar Mitspielenden er- kannte ich sie jetzt. Der Dicke dort, der sich den Apirf schälte,— tot I Die junge Schauspielerin, die jetzt leidenschaftlich ausspringt. — tot! Und der und jener von den Epijodfftm— ich entmerte mich plötzlich mit stummem Krauen— tot— tot— im Laufe dieser sieben Jahre gestorben und oermodertl Verstört starrt« ich auf die weiße Wand, über welche diese Leichen hinwcghuschten, gestikulierten, lachten und Erregung mimten. Patry schwingt die Glocke, und statt seines strengen Gesichts sehe ich plötzlich einen graujemen Totenkopf über dem Richterfalar. Fritz Richard zeigt mit knöcherne!,, Totenfinger aus Emil Iannings. Die schöne, junge Frau blickt aus schwarzen, leeren Augenhöhlen aus den, Bild« heraus. Das Fleisch des dicken Mannes auf der Ge- schworenenbank zerfällt, verwest plötzlich vor meinen sehenden Augen! Tote sind auferstanden und spielen ein spukhaftes Leben. Sitzen zwischen Lebendigen und geraten mit ihnen in Streit. Der tote Patry verurteilt den lebenden Iannings. Der tote Fritz Richard tröstet den lebendigen Arnold Korff in seinem gemimten Leid. Ein Reigen van Gespenstern wirbelt vorüber. Tod und Leben mischt sich durcheil, ai�er. Und ich höre die Stimmen der Toten, den klugen Patry, den sarkastischen Richard... ...Es war nicht mehr zu ertrogen. Ich tastete mich aus dem dunkeln Saal hinaus. Die wenigen Minuten voll unheimlicher Erscheimmgen und Visionen hotten mir den Schweiß auf die Stirn getrieben. Tote, deren Särge ich einst hatte in der Erde verschroin- »en sehen, waren wiyder vor mir auserstanden. Es war zu un- verhofft gewesen, als sie dort oben im Bilde austäuchien. Wohl eine Stunde lief ich im Regen umher, um darüber hin- wegzukommen und ich habe in diese? Rächt viel geschlafen. Jeden- falls werde ich Ftftnreprisen nicht so bald wieder ansehen, wenn ick) weiß, daß einst m dem Film jetzt längst Verstorben« mitgespielt haben E» ist nicht angenehm. Tat!« wieder lebendig werden zu seh«». S)ie Xelehalle im Qrünen Erinnerungen eine» XandarbeUerg Um«inhalüfünf Uhr früh rüttelte meine Mutter an meinem Kops, an meinen Schultern und Haaren. Wie aus tiefer Ohmnaeizt erweck«,�», lag ich jeden Morgen im dürftigen Bett nebenan in der Kammer unserer Wohnung. Mutter rief mit der gaiizen Kraft ihrer Lungen,— doch ich'Hörle nichts: ich schlier wie tot.— Joden Morgen im Sommer um yjnhalbsüiff Uhr. Um fünf Uhr mußten imsere Ochsengespann« von! Hose sein. Wenn mich Mutter dann endlich wach hatte, sträubten sich alle mein« Sinn« dagegen, wieder aufs neue in den Dienst zu steigen. Ich sank aus mein Lager zurück, um noch einmal das Himmlische einiger Sekunden auszukosten, jene kleine Spanne Zett des Wiedereinschlafens, bis ich dann jäh auf- schreckte: Mutter rief aufs neue und rüttelt« an»reinen Knochen, wie der Siurinwind manches Mal an unserem morschen Staketenro um am Garienlarch. Am Abend kam ich im Sommer immer sehr spät zu Bett. Bis Slnmcnuntergang ging der Dienst. Und mit dem Dienst aus dem Gute kam der in unserer Behausung. Wir, Mutter und ich, muhten an jedem Abend mit Sense und Sack heraus und Futter für unsere Kuh besorgen. Es gab auch auf unserem Hausland, auf dem wir mit viel Mühe einiges Gemüse und Frühkartoffeln anbauten, der Nebenarbeit genug. Der Schlaf'des Sechzehnjährigen kam, dann auch immer zu kurz. Und dazu hatte mir der Meier zun, Ochsengespann die schlechtesten, widerspenstigsten Querköpfe.cm Ochsen gegeben, die mit mir und meinem Pflug hingingen, wohin sie wollten. Ich schwacher Jung« war immer am Ende meiner Kraft und schlief am Tag« immer ein, wo ich ging und stand. Wenn ich in den Frühstücks- und Vesperpausen essen sollte, vergoß ich es, denn der Schlaf packte mich mit seiner erlöscidcn Hand und führte mich in eine schöne, bester« Welt. Zwei harte Sommer hatte ich so verbracht, dann kam«ine kleine Erlösung: ich kam von den Ochsen- zu den Pferdegespannen. Aus überzähligen Pferden bekam Ich zwei in die Hand gedrückt. Und ich werdc niemals den Unterschied verpesten zwischen den dumme» Ochsen und dem klugen, edlen Pferd. Mit diesen zwei Pferden habe ich mich gefreut, sie geschont, gehätschelt und gestreichelt, wo ich nur tonnte. Sie ließen sich,>'«, Gegensatz zu dem Hornvieh, willig lenken und führen, wohin man wollte. Aber noch ein« Annehmlichkeit kam dazu uid beglückt« mich: die Pferdegespanne zogen des INorgens eine stunde, des Mittags eine halbe Stunde später vom Gutshof. In dieser Zeit muhten wir Hilssknechte auf dem Gutshofe andere Nebenarbeiten au-- führen, wie Kompost umstechen, Holz zerkleinern, den Hof säubern usw. Es stand dann nicht immer ein ganz gestrenger Fronvogt, sondern ein ziviler Hofiwf petior hinter uns. Da machte ich eines Mittags im Hochsommer eine Entdeckung, die mir viel fürs ganze Leben eingebracht hat. Hinter dem Guts- hof« führt« eine steile, mit dunklen, dichten HoUerlnischcn besetzte Böschung zu einer großen Wiese. Ganz mindgefchütz:, luden diese Gebüsche in der sonnigen. Stille direkt zur Einkehr ein... Dieses dichte Buschwerk grenzte an einen Platz, auf den, täglich Piüll und 'fl&fttrteh!' auä'&tit' nahen'Gutsfchtoste gcichttttet würbe..Eines Mittags entdeckt« ich direkt an diesem Müllhausci, einen bcfondcs dichten Hollerbirsch, der heute erst, nach fast dreißig Jahren, ganz plötzlich vor meinen Augen steht. Dieser Busch mit seinen knorrigen.. Aestei, l,«d direkt zum Wohnen«in. Man konnte auf seinen knorrigen Querösten sitzen, sich anlehnen und ausruhen. Und dicht daneben lag. der Müllhaufen mit einer wahren Fundgrube von allen Zeitungen. Es waren führende Stetttner Zettungen, die unser Gutsherr als Sohn eines gewesenen Stettins? Äoiifitts las. Ick, hatte damals als SechzchnjÄjrfger im wahrsten Stime des Wortes noch keine Zeitung gesehen. Rur ein armseliges Sonntagsblöttchen kam all- wöchenttich in unsere noch armseligere Hütte. Mtt einem wahren Heißhunger stürzte ich mich täglich auf diesen Müllhausen, stöberte ihn durch nach Lektüre und fand immer übergenug. Fast täglich und immer am Sonntag landet« ich in dieser Lesehalle, und ich vernahm damals aus diesen Zeitungen dieses gutsherrlichen Mist- Hausens den ersten Pulsschlag der großen Welt. Aber unser Inspektor ahnte nichts. Denn als ich fast jeden Mittag in Richtung noch meiner Lesehalle trabte, glaubte er immer. ich suchte die Latrine auf. Und bedürftig, tief Atem holend, seufzte er dann:„Wann wirst du nur deinen Durchfall los werden, du flehst ganz blaß aus.' Der Aermste! Er wußte von nichts! Emil Prtrich. tleues WliUel gegen das stauchen Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß die Entwöhmirg vom Rauchen außerordentlich schwierig ist. Oft so schwierig, daß die Krankheiten der Atinungsorgane viel leichter ertragen werden Äs etwa die Entholtfamkett von Nikotin, welche allein eine grunb- legende Behandlung und damit eine Heilung möglich macht. Das Zigarettenrauchen ist deshalb am meisten gefürchtet, weil fast nur der Zigarettenrauch inhaliert wird, wahrend Pfeifen oder Zigarren nur in den seltensten Fällen„durch die Lunge' geraucht werden. Soeben berichtet nun D r. I. G u t m a n n, München, über eine von ihm beobachtete Tatsache, welche ans medikamentöser Behandlung beruht und das Rauchen unerträglich macht. Gutmann ging dabei von dem Gedanken aus, daß das Mittel, mit welchem man das Rauchen bekämpfen müßte, nur ein Mittel sein konnte, welches durch die Atmungsorgane ausgeschieden wird. Ein solches Mittel ist das„Transpulmin', mit dem seit neuer Zeit Lungenasfektionen erfolgreich behandelt werden. Auch diese Beobachtung, die wir eine neue wertvolle Entdeckung Neimen können, beruht, wie so oft in der Medizin, aus einem Zufall. Ein Kranker, so erzählt Gutmami, der wegen einer kranklzasten Erweiterung der feinere» Verzweigungen der Luströhre mtt dein obenzciianntcn Mittel behandelt wurde, hörte aus zu rauchen, weil ihm— nach Besserung war ihm das Rauche» wieder gestattet worden— die Zigarette nicht mehr schmeckte. Sie ließe noch dein Inhalieren einen eigenartigen, unerträglichen Geschmack im Munde zurück. Nachdem die Transpulminkur beendet war, konnte der Patient wieder die Zigaretten sehr gut vertragen, so daß der Gedanke, daß nur das Transpulmin an dem schlechten Geschmack schuld war, nahe lag. Weitere Untersuchungen ergaben dann auch die Tatsache, daß gerade das Gemisch Transpulmin plus Zigarettenrauch fa unangenehm.empfunden wurde. Die Behandlung besieht also einfach darin,-daß em kleines Depot von Transpulmin in der Gefäßmusku- latur angelegt wird, welche? allmählich durch die Lungen aus- geschieden wird. Da die Jnjekiionen absolut schmerzlos strö, wird die neu« Behandlungsmethode des„Kettenrauchers' wohl bald über- all Lwoevdmtz find«. Wohin zu Ostern? Doh-in soll der Ostenmsfkug. die OfUtreift in diesem Jahre gcVr? Die Wahl ist schwer ongestchts der vielen Möglichkeiten, die sich gerade diesmal bieten, weil Ostern so spät fällt, llcberatl sind die linden Lüste erwacht, namentlich in den Sonnenwinkelu am Rhein, an der Bergstraße, am T-r-nus, am Bodensee blüht und grüt es in Wald und Fest»! Auch in den übrigen Teilen Deutsch- lands— mit Ausnahme Ostpreußens vielleicht, wo der Frühling naturgemäß später einzieht— sprießt schon hier und da an geschützten Stellen dos frische Grün, und die ersten Krokusse zeigen ihre weißen und bunten Köpfchen aus den sonnigen sZSiesc-n und in den Gärten. Der Osterreiseverkehr wird also aller Dorausflcht nach In diesem Jahre rocht lebhaft werden. Die Verkehrsunternehmungen treffen schon jetzt ihre vordereilungen, um dem Ansturm durch Einlegung von Vor. und Nachzügen und Sonderwagen zu begegnen. Darüber hin. aus werden z. B. von den Reichsbahndirektionen Berlin und Königs- borg auch Sonderzüge mit 3S»/ö Proz. Fahrpreisermäßgung qe- iohren. Bon Berlin aus verkehren zwei deraruge Sonderzüge nach Jnsterburg. und zwar am Gründonnerstag, 17. April, und am Ostersonnabend, lg. April. Die Abfahrt erfolgt vom Bahnhof Friedrichltraß- um 20LS Uhr. Fahrkarten werden ausgegeben nach Marienburg. Clbing. Braunsberg, Königsberg und Jnsterburg. BonO st Preußen nach Berlin werden ebenfalls zwei Sonder. züge zu ermäßigten Preisen gefahren, und zwar am 9. und 18. April von Jnsterburg sab 18.58 Uhr) über Königsberg. Braunsberg, Elbing, Marienburg nach Berlin. Bon Berlin au» sind weitere Fahrten nach Homburg und noch dem Riefen. gebirg e in Aussicht genommen. Das Mitteleuropäische Reisebüro sMER.) veranstaltet zu Ostern eine Sonderfahrt von Berlin nach Berchtesgaden und zurück. Sie beginnt am 17. April und endet am 27. April. Dies« zehntägige Reise nach einem der schönsten Punkte der Bayerischen Alpen kostet incklusioe Fahrgeld. Unterkunst und Derpflegung nur 112 Mark. Das Mittelcuroväifche Reisebüro veranstaltet ferner eine billige Osterfahrt nach Pari», die in Berlin am 17.. in Köln am 18. Aprst beginnt und ab Berlin 149 Mark, ad Köln 112 Mark in- Man kann die Osterfeiertage auch„a u f h o h e r S e e� verlebe«. das heißt z. B. eine H e l g o l a n d f a h r t von Hamburg oder Bremen aus unternehmen. Die Hapag fährt mit den Dampfern „Adler"' und„Bubendey" am 18.. 19. und 20. April nach Helgoland. die Rückfahrt erfolgt am 19., 20. und 21. April. Fahrpeis hin und zurück 20 Mark.(Die Hapag veranstaltet übrigens auch Osterfahrte« Hamburg— Southampton— London und Hamburg— Cherbourg— Paris.) Der Norddeutsche Lloyd unternimmt Ofterfohrten ab Bremerhaven nach Helgoland am 18., 20. und 21. April mtt dem Salondompser.Grüßgott". Fahrpeis hin und zurück 11 Mark. Nordseedampferfahrten kann matt in diesem Jahre auch «l»— Osterei verschenken! Es gibt Ostereier, die Gutscheine für eine Reise mit einem Lwyddampfer nach einem deutschen Insel- bad— Helgoland, Norderney, Wangerooge— enthalten. Da der„S e e d i e n st Ostpreußen", der in diesem Ja�re auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblickt, bereits am 9. 2lpnl seme Fahrten von Swinemünde nach Zoppot sDanzig), Pillou(Königsberg) und lffientel wieder aufnimmt, so ist auch Gelegenheit zu einer ''""« See...... »W ■ ireise nach dem deutschen Osten ge» boten. Man kann bequem während der Ostertage mit einem der billigen und genußreichen li ZI tnieb aus den Ausslugsstrecken verstärken. Die Dampserlinien aus den Binnengewässern sind ebenfalls zum Teil voll in Betrieb. In Berlin veranstaltet die Reederet Nobling neben den während des ganzen Jahres flattfindenden Fahrten nach dem Müggelsee und den Dahmegewässern Sonderfahrten nach der „Berliner Schweiz"(Seddinsee), nach Woltersdorser Schleuse. Teupitz und Brandenburg a. d. H. Die Spree-Haoel-Dampffchiffahrtsgesell- schast„Stern" richtet glsichsall, verstärkten Berkehr ein. Aus der Elbe ist der Dampferoerkehr bereits seit dem 20. März aufgenommen. Man hat zu Ostern die Möglichkeit, mit neucn. glasverdeck'en Schnell- dampf ern Ausflüge von Dresden in die Sächsische Schweiz, nach Rathen. Schandau und»odenbach zu unternehmen. Die Köln- Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt nimmt den Verkehr am 10. April auf. Für die Rücksahrscheine gibt e» hier im neuen Fahr- plan zwei wesentliche Derbesserungen: eine Preisermäßigung um 38 Proz. statt bisher 20 Proz. und eine Verlängerung der Gülütf' k«itsdauer auf 30 statt bisher 10 Tage. tomfortatten Motorschiffe einen„Ausflug" nach der altehrwürdigen Hansestadt Danzig, nach Maricnburg oder auch noch Königsberg unternehmen. Abfahrten ob Swinemünde(Hafen) find am 16. und 19. April abends. Die 60 Tage guTioe Rückfahrkarte Swinemünde— Zoppot(Danzig) kostet 21 Mark, nach Pillau(Königsberg) 24 Mari. für Studenten und Schüler sowie Gescllschaftefahrten gibt es be- deutende Fahrpreisermäßigungen. Die Sonntagsrückfahrkarten haben zu Ostern er- weiterte Gültigkeit. Sie gelten zur Hinfahrt bereits am Grün- donnerstag, 17. April, ob 12 Uhr mittag», sowie vom Karfreitag, 18. April, bis Ostermontag, 21. April, unbeschränkt. Zur Rückfahrt berechtigen die Sonntagsrückfahrkarten am Karfreitag nur bis 9 Uhr vormittag», am Ostersonntag, Ostermontag und Dienstag nach Ostern ebenfalls nur bis 9 Uhr oormittags. Oas Hallesche Tor vor"ISO Jahren. Die riesige Entwickkung der Stadt Verlin zeigt sich am besten an der Geschichte eine» Brennpunkt«, seines Verkehrs. Zu diesen gehört das Hallesche Tor. der Engpaß der nach Süden führenden Straßen. Vor etwa 22S Jahren, 1706, endigte die Friedrichstadt mit der Mauer, und Iunkerstraße. Vor ihr lag alz Exerzier- platz das Rondell, der heutigeBellc-Alliance- Platz, und ab 1720 wurden die großen Exerzierübungen auf dem Tempel- hpfer Feld abgehalten Weitere Bebauung des Terrains um dos Rondell machten eine Ausdehnung der Festungsmauer notwendig, die von 1733 bis 1738 den Belle-Alliance-Platz mit in die Stadt ein- bezog. 1734 wurde nun das Hallesche Tor angelegt, bestchend aus zwei Häuserblocks mit Laubengängen. Do? ISO Jahren hielten am Halleschen Tor neben der gewöhn- kichen Torwache die Ziete Irschen Husaren Hauptwache. In se>iner Nähe lag die 17S7 erbaute Kaserne des Möllendorfs fchen Regiments. weshalb die Stadtmauer über den dicht vor dem Tor schließenden Floßgraben oder Landwehrgraben rechter Hand herausgerückt wurde. Weiter hinauf auf dieser Seit« lagen die Krankenhäuser de» Herzog Fnedrichschen uttd Braunschweigischen Regiments. Das Hospital des Möllendorffichen lag linker Hand vor dem Tor und. von ihm etwa» pb. da« Magazin der Zietenschen Husaren. Heber den Floß, oder Landwehrgraben sowie über einen zweite» 1733 gezogenen Abflußgraben führten je«ine Brücke zum königlichen Holzmarkt. Vor dem Tor lag eine 1764 von den Gebrüdern Ephraim errichtete holländische Grutz* und Mahlmühle auf dem Gelände „Johannistisch". Bis hierher reichten ursprünglich die Lärchereien der Johanniter zu Tempelhos. Auch wurden hier der Kirchhos der Friedrichstadt und die Bartsche Kattunbleiche eingerichtet. Hinter dem Platz vor dem Halleschen Tor, nach Norden zu von Gärten ab- gegrenzt, dehnt« sich die Plan- oder Schläch'erhütung aus. Es war ein ehemaliger Busch des jeweiligen Kompturs von Tempelhof, den später die Berlin erwarb und dem Schlächtergewerk als Weh- weide überließ. Vom Halleschen Tor aus führte eine einfache Alle« mit Bäumen bepflanzt über die Tempelhofschen Berge(Kreu'berg» vorbei am„Düsteren Keller", einer Kneipe an den etwa 6S0 Jahre alwn Lehmkuhlen der früheren Ziegeleien, die von 1290 ob die Backstone zum Bau des Grauen Klosters lieferten. Bor etwa 100 Jahren fing pulsierendes Leben au, diese Gegeich am Kreuzderg zu erfassen. 1826 wurde die Gasbereitungsanstal: sin gerichtet. Kaffee- und Sommerhäuser en standen hier und die Tempolholer Straße, heute Bellc-Alliance-Straße. entlang fuhren die Postkutschen noch Trebbin und Luckenwalde. Von 1823 bis 1867 lag am Johann istisch eine von einem wohltätigen Verein gegrändete Erziehungsanstalt für sittlich verwahrloste Knaben und Mädchen. Nach Poriser Muster winde 1529 auf dem Kreuzberg der Tivoli an- gelegt, dem 1842 eine Meierei und eine chemische Fabrik folgten. 1867 hatte sich das ganze Gelände als Anbaufläche ourchgesetzt, wurde parzelliert und nun Schritt für Schritt der Großstadt einverleibt. Lad Qrngenou. Die kolossale Nachfrage nach PauschaUurcn hat die Kurverwaltung veranlaßt, die Frist zu erweitern, und zwar bis 1. Juni, d. h., wer am 1. Juni sich bei der Kurverwaltung als Pauschalkurgaft meldet, kann die Vauscholkur von 28 Tagen. Tag der Ankunft und Abreise als ein Tag gerechnet, noch im Juni durchführen. Im Herbst können die Kuren ab 13. August bis zum Schluß der Badesaison genommen werden. Der Neubau de» Ladehanse, in Lad Otb._ Die immer bekanmer werdende Heilwirkung der tohiensäurereichen Solquellen für Herz- und R h e u m a l e i d e n d e und die damit stets steigende Frequenz- zisfer in Bad Orb haben den Neubau eines vierten Badehauses not- wendig gemacht. Der monumentale Bau, der seiner Vollendung entgegen geht, wird 64 Badezellen. Röntgen- und Diathermie- apparate enthalten und nach den Grundsägen modernster Technik ausgestattet sein. Nach Lüneburg. In den meisten Familien wird man schon jetzt überlegen, wo man in diesem Jahr seine Ferien oerbringen wird. Wer neben einer Ausspannung und Erholung feinen Körper durch Bäder kräftigen will, wird seine Entscheidung für das S o l- und Moorbad Lüneburg treffen. Die hier verabreichten Sol-, Moor- und medizinischen Bäder haben insbesondere bei Rheumati?- mus. Gicht, jugendlichen Erutaten. retzoolle Städtchen inmitten des Ilmenau-Tales, mit seiner watd- reichen Umgebung, den herrlichen Promenaden de» ausgedehnten Kurparks, den täglichen Konzerten im schattigen Kurgarten, bieten angenehm« Zerstreuung und Erholung. Prospekte kostenlos durch die Vertehrsvereine und Reisebüro». Weiter« Auskunft erteilt die Badeverwaltung, Lindenstr. 45 Bacl Hersreid& lulliiseruiinan Llnggbrunnan Heiianreig.: vtnmkmom flerVerUaiiiinosorBans. des Bern» ddü der BlnloelBDe. stoBwttsö- krankdelien, Fraoenleldea. »anaUortuna Wltf b«>b-*aiBAta«; DiÄld. KormstaU Wanenrersand durch dl« Lunn«brtinneiiee*enieli.lB.b, B Aoikanft: StSdt Kurverwaltung. 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ITloorlonjl Jf WC /» c.gaiionen und sonstigen festverzinslichen Sicherheitspapieren durchzuführen a< s mit Hilfe von Aktienpapieren, die immer in viel höherem Maße ein f p e k u l a t i v e s Moment in sich tragen und daher für den fremden Käufer, der den betreffenden Markt nur schwer überschauen kann, risikoreicher find." Man wird zu- geben, daß diese Feststellung in vollem Gegensatz.zu jenen Behaup- tungen der jüngsten Monat« in der Unternehmerprejse steht, daß nämlich das Aussand durch Mtienkäuse aus dem Wege sei, die ganze deutsche Industrie in seine Hände zu bekommen. Wenn es für aus- ländische Kapitalbesitzer so risikoreich ist, wie die Tereinigung der deutschen Arbeuzeberoerbände meint, mit Htlse von Aktienpapier n ihr Geld nach Deutschland zu legen, dann mnh die so heftig beklagre Ikbersremdung der deutsche iz. Wirtschast für sene Kapitalisten ein ganz merkwürdiges Eeschöst sein. Für diese gegensätzlichen Ac- hanptungen gibt es nur eine Erklärung: sie sind beide ausschsieß- lich aus agitatorischen Gründen formuliert! Mit der sogenaanken lleberfremduag liegt es ganz anders. als es die agitatorischen Formeln oder etwa die homerischen Streuig- keiten zwischen Herrn von Siemens und Herrn Bücher van der AEG. bisher gezeigt haben. An Hand des Materials, das kürzlich das I n st i t u t s ü r K o n j u n k t u r f o r s ch u n g über die wichtigsten neuen Auslandsbeteiligungen an deutschen Unternehmungen veröffentlicht hat, läßt sich die Frage wieder einmal stofflich untersuchen. Das Ergebnis jener Ucbersicht ist die Erfassung von 60 Fällen, bei denen es möglich war. die Beteiligungsquote dos Auslandes annähernd genau festzustellen. Bei diesen 6V deutschen Unternehmungen mit einem Nominallapital von 670 Millionen M:rk hat das Ausland mindestens ruird 230 Millionen Mark des Nwni- mllkäpitaks erworben. Di« tatsächlichen' Kapitolauiwenduirgen des Auslandes find selbstverständlich erheblich höher gewesen alz die Nominalbeträge der Beteiligungen. Aus Grund von privaten Zusammenstellungen neigt das Institut sür Konjunktursorschung zu der Aussassung.„daß allem in den bekanntgewordenen Fällen der tat- sächliche Kapitalaufwand des Auslandes für Beteiligungen in Deutsch- land über 300 Millionen Alark ausmacht". Im ganzen wird des» wegen vom Institut„mit gutem Grund" angenommen, daß d i e gesamten neuen Ausländsbeteiligungen im Jahre 1920 den Betrog der aufgenommenen Anleihen erreichen, we.m nicht ganz überschreiten. Man musz näher zusehen. Wie sieht«S mit diesen Zahlen nun ans, wenn man die ihnen zugrunde liegenden Datbestände im einzelnen nachprüft'? Das R e- s u l t a t ist völlig aqderch.um das schon im. voraus zu sagen, als es die Untcrnehmerpropoganda hinstellt und das„Institut für Sinn- junkturiorschung" angenommen hat. Schon die einiachsle lllachprusung zeigt nämlich, daß viele dicier sogenannten Ausländsbeteiligungen des vergangenen Jahres mchts anderes gewesen sind als oroanisalorische Einzelmaynahmen innerhalb schon lange vorhandener europäischer Kapital-, Produktions- und Absalzverslechtungen. Bei näherer Untersuchung ist dann zu unterscheiden, in welcher Höhe die Beieiligung des Auslandes an einen, inländischen Unier- nehmen erfolgt. Beteiligung ausländischen Kapitals ist durchaus nicht immer und ohne weiteres Beherrschung der dcut- schen Unternehmung. In vielen Fällen handelt es sich um Minder- heitsbeteiligungen, die nicht emiml zur«perrminorität(26 Proz) ausveichen. Weiter ist wesentlich, in welcher Art ausländisches Kapital nach Deutschland gelegt wird. Es ist ein Unterschied, ob der Aus- länder in Deut'chla.-d eine WarenauÄieserungsfilial: in �der haitdcls- rechtlich bescheidensten Fonn dadurch ausmacht, daß er sich an einer schon bestehenden Handelsfirma beteiligt, oder ob mit äußerlich kleinstem Gründungskapstal ei» national ausgezogenes Warenrer- tcilungsrretz über ganz Deutschland ausgebreitet wird. Zum dritten ist in jedem Einzelsoll sehr wichtig, zu prüfe!', ob die Initiative zur kapitalistischen Lerknüp- f u n g deutscher und ausländischer Geschäsismieresson von Deutsch- land aus oder vom Auslaist, her ergriffen wind. Weiter sind internationale Gemeinschaftsgrün- düngen zum Beispiel aus dem Gebiete der Palentousbeutung oder der gememsamcn Betriebsorgonisation etwas ganz anderes als„Uebersremdung". Zmn sünstsn ist die Frage zu stellen, ob es sich bei dqm vom Ausland hereinkommenden Kapital wirklich um fremdes Kapital handelt. Immer wieder wurde festgestellt, daß dieses sogenannte fremde Kapital in Wirklichkeit braves deutsches Geld ist, das oor dem Steuererheber nach dem Aueland flüchtete. Bon dort kehrt es als auslandischer, hoch zu verzinsender Krrdst oder als ausländisch« Beteiligung zurück. Mit der Ausreihung dieser verschiedenartigsten Formen der so- genannten Ueberiremirnng, also mit der Feststellung der Tatbestände, sind wir bis zum Wesen dieser Vorgänge vorgedrungen. Nach unlerer Auffassung liegt es hiermit nicht so, daß nach militä- rischem Borbilde irgend weläze fremden wirtschaftlichen Mächt« ein: Besetzung Deutschlands anstreben und sich dazu der vorerwähnten vielen Formen bediene:!. In Wirklichkeit haben wir es mit internationalen Neu- gliederungen der Marktorganisation zu tun. die in vielen Aällen weit über Europa hinausgreifen. Di« Entwicklung vom Handwert zur Industrie, vom Einzelsabr:- tat zum Fließbanderzuignis. hat heute praktisch etwas erreicht, was vor wenigen Jahrzehnten sogar für den nationalen Markt als Seltenheit galt— nämlich dis Möglichkeit, den gesamten euro- päischen Markt, ja recht oft sogar den Weltmarkt, von der Produktion au? zu überblicken. Für be- stimmte Rohprodukte galt das schon immer als ganz selbstverständlich, weil bei ihnen die Boraussetzungen dazu sür jedermann sichtbar lagen. Man denke an die ehemalige Weltherrschaft des deutschen Kalis oder des chilenischen Salpeters. Im übrigen war es früher zuweist mx der Handel, der ganze Märkte überblicken und mster Umständen auch beherrschen lointte.. Heute ist das Ileberblicken zum mindesten des europäischen Marktes für viele industrielle Fertigsabrikationen möglich. Die Zahl der Produktionsstötten ver- kleistert sich, während sich ihr« Lelswiigssähigkeit vergrößert.! Man denke hier an die Margarine, an das Linoleum, an die Grammo- phon- und Schallplatteniltdustrie. Das gleiche gilt für Kugellager und Kork, für Glas, Schokolade und für vieles andere. Europa ist für das Zeitalter des Fliehbandes ein ein- heilliches Absatzgebiet! Ueberdies war das für so manche Produkte schon früher der Fall. Man erinnere sich hier daran, daß das Intemationale Glühlampenkartell und der Internationale Schienenoerband schon jahrzehntelang vor dem Kriege den Markt systematisch austeilten. Es ist ein Kampf um die Bildung europäischer M a rtt b e h e rrs chu n g sst y ste in e. der sich bei uns in der Unternehmerpresse als sogenannte Uebersremdung widerspiegelt! Diese„ilebarsremdung" haben wir in allen europäischen Ländern. Für weittragende industrieqe Erfindungen, die mit vielen Millionen Mark fundiert werden, ist ja der nationale Absatzmarkt schon lange zu klein. Man evimiere sich hier an die Auswertung der Photo- matonpoteirte und an den Kampf um den Tonsilm. Bei dieser europäischen Marktorganisation spielt das Ainmizkapilol eine entscheidende Rolle. Es verknüpft die Fäden und es verdient dabei. Häufig verdient es sogar zweünal, und zwar das erstemal bei der internationalen Finanztransaktion, das zweitemal dadurch, daß seine deutschen Beteili- gungen durch Eingliederung in die internationale'Arbeit in ihrem Berdienst ganz wesentlich gesichert werden. Es würde zu weit führen, wenn wir alle Beweise für unsere Feststellung im einzelnen aufzählsn wollten. Sie reichen van der Zündhol zvrr-duktion bis zur deutschen Schloßindustrie und von der Nasierklingenerzeugung bis zum icpcf-endnirf. Uederall sind es dieselben Tendenzen: d!« national zusammengefaßten Produktionen wachsen— zumeist aus der Grundlage der Ebanbürtigkest und der Gleichberechtigung— aus Marktbeherrschungsgründen zur geschloss-!neu Macht poneuropäijcher Pole heran.' Das ist der plonwirt schaftliche Privat» k a p i t a l i s m u s, der van der Glasindustrie bis zur Kunstseide und vom Elektroporzellan. bis zur chemischen Industrie sein Reich heut« schon sestgegründet hat. Angesichts dieser Tatsachen wird die ganze Primitivität und die volle Lächerlichkeit des Agitationsgeschreis von der Uebersremdung klar ersichtlich. Die Bereinigung deut- scher Arbeitgeberoerbände hat ja doch ganz recht: es wäre für das ausländische Geldkopitol viel zu risikoreich, auf solche kuriose Er- obererart sich an der beut scheu Industrie zu beteiligen, wie es von deutscher Seite häufig behauptet wird. Ebenso dumm wäre der . Gedanke, aus diesem Wege mit ausländischen, Kapital die den sche Produktion zu vernichten. Die realen Porgänge sind geschäftlich wesentlich klarer und weilsichtiger. Es handelt sich eben' um die ständig deutlich sichtbarer werdende Linie der Entwicklung zur euro- päischen Marktbeherrschung, zur privatkapitalistischen Konzentration. Gegenkräske und Gegenmächte. Man darf sich diese Borgänge aber nickst zu einfach vorstellen. Im Windschatten nicht nur des kleinsten Kartells,' sondern auch der pvvduktions- und stnanzkopitalistischen Weltorganisationen können immer wieder Außenseiter heranwachsen und die von der privatkapitalistischen Planwir.schasi gosürchtete freie Konkurrenz er- zwingen. Auf der anderen Seite dehnt sich, wesentlich mit von deutscher sozialpolitischer Arbeit getragen, immer mehr die intcr- nationale Sozialpolitik aus und damit der gleichmäßig« europäische Schutz der Arbeitskrast. Darüber histaus ist es eine große Ausgabe der Staaten, die W e g e s ü r e i n e e u r o- p ä i s ch übereinstimmende Steuergesetzgebung zu bereiten. Die Industrien aller europäischen Großstaaten sind heute in gleichem Sinne„überfremdet" wi« Deutschland. Kapital ist flüssig und wird nicht durch die Grenzlinien der politischen Landkarten aus- gehalten. Damit ist nicht gesagt, daß d'.e Schornsteine, die Fabriken selbst nicht mich zu wandern beginnen könnten. Nie nationalen Markte stehen mit den nationalen Betriebsgrößen häusig nur in losem Zusammenhang. Deswegen sollte das Geschrei, das mit der Uebersremdung gemacht wird, nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Europäisierung der Sozialgesehgebung, und nicht zuletzt der Steuergesetzgebung, es dringend notwendig hat. der Interna lio- nalikäk des Kapitals und der Produktion zu folgen. Die Aktienkurse steigen. Börse wird wieder optimistisch. Die Börse stand in der letzten Woche im Zeichen einer anhalten- den und zum Teil recht beträchtlichen Kurssteigerung aus den Aktienmärkten. Wenn auch größere'Anregungen von der Winschaftsseite her völlig fehlten, konnten sich doch � eine Anzahl belebender Momente durchsetzen. Ganz ossensickstlich hat sich die Börse von der innerp olltischen Werts(Pfandbrief«, össentliche Anleihen) Anlage suchten, sind in der letzten Woche zu den A k l i« n m ä r k t e u hingeslosien, in die durch größere Auslandskäuse schon Leben gekommen war. Aktienkurse am: 2.1 1.2. 1.3. 1.4. 2.4. 3 4. 4.4. Deutsche Bank-Diseonto 141 150� 148 150 151 151'/, lölVs Donat-Bank.... 222 240 233 237 238 219 242 Ber. Stahlwerke... 103'/« 104 101'/« 96' z 98-'» 98'/» 102 Mannesmann... 91 1083,« 10378 lOZ'/a 108s/« 109 112''« Ebener Steinkohle.. 1347« 137 139 142 143'.« 143', 144", Schubert und Salzer. 193'/« 2 6'/, 2-3'/» 220' ,,225 227 227'/« Siemens und Halste. 27V 277 Z3l'/« 257 261'/« 261','« 262 Doimler-Benz... 33"» 41'/» 377» 407z 42 41 43 I. G. Farbeniudustrie. 169'/, 168'' 16-3'/. 173'« 177", 178 1787s Bemberg..... 134 177»/ 157 144'/. 148'/, 145 145", Bcrqer Tiesbau... 267", 3?5 306 306 309 309 313'/» Schultheiß..... 266 278'/, 270 283'/, 291'/, 296 295 , Es scheint sich bei der anhastenden Geldslüssigkeit in Deuts chlaud auch nicht um eine vorübergehende Bewegung zu handeln, sondern es bahnt sich hier offenbar eine zunächst ausschließlich von der Kapitalseite her befruchtete größere Kurssteigerung für Aktien a». Für die'Ankurbelung der Konjunktur könnte jedenfalls ein Antrieb von der Börse her recht nützlich sein. * Welch«in Andrang von Angeboten gegenwärtig aus den deut- schen und den ausländischen Kapitalmärkten herrscht, dafür gibt es seit einigen Monaten Dutzende von Beispielen. So ist sür die gegen- wärtige Lage durchaus charakteristisch, daß die erste Auslage der Anleihe von Mecklenburg Slrclitz in Höh« von 3 Millionen vn- mittelbar nach Eröffnung der Zeichnung untergebracht war. Zugleich wird aus 2lmst«rdam gemeldet, daß die zur Zeichnung ausgelegten 2 Millionen Dollar Obligationen des Rheinisch-Westsälischen El«k. trizitätswerkes so stark überzeichnet wurden, daß den Zeichnern nur bestimmte Mengen zugeteilt werden konnten. Llnruhige Braunkohlenakiionäre. Die„Ilse"- Verwaltung drückt sich vor Antworten. Die Rebellion der Kleinaktionäre be! den Braun- kohlenuntcrnehmungen des Pe.fcheck-Konzerns hat jetzt auch aus b'e Aktionäre der Ilse-Bergbau- A.-T. ausgestrahlt. Dies ist auch insofern nicht überraschend, als die Lkse-Bilanzen mindestens so verschleiert sind, wie die Abschlüsse bei P.'tscheck. Die gestrige Generalversammlung der Ilse-Bergbau zeigte übrigens, wie dringend notwendig die Forderungen der G> werkschasten zur Aktienrechtsresorm sind, die, wie wir erst kürzlich berichteten, u. a. die Grenzen des Fragerechts der Aktionäre und der A u s k u n f t s p s l i ch t der Berwallung genau festgelegt wissen wollen. Aus der Ilse-Versammlung wurden, wie man das jo häusig erlebt, sehr klare Fragen der Attionärsopposition ent- weder gar nichl oder nur ausweichend beantwortet und andere Fragen wieder als.uuberechiigte Wißbegier" schroff zunickgewiejen. Wie das Bersteckspielen ve: den Industriebilanzen zugenommen bat, beweist u. a. die bemerkenswerte Feststellung eines Alnonärs, daß die Iii e-B stanz noch 1924 etwa 3 3 E t.n z e l p o st e n ausgewiesen habe, die jetzt aus 20 zusammengeschrumpst seien. Zur gegenwärtigen Betriebslage erklärte die Berwaltunz daß die Leistungsfähigkeit der Betriebe ün Januar nur noch zu SS Pro�. im Februar zu 37,5 Pro;, und im M ä r z nur zu 3.5,8 Proz. ausgenutzt werden konnte. Für den Monat Zlprst rechnet man mit einem Ties st and des B« s ch ä f t i g u ii g s g r a d e s. von 30 Proz., erwartet jedoch für die sbigendeil Monate dann«ine Besserung. Ende März waren die Haldenläger sür Vrikeits mit iast 192 000 Tonnen angefüllt, während die Jahresproduktion sich 1929 auf 3,45 Millionen stellte. Der Elekirosriede an der Gaar. Was wird mit dem Saar-Eiektro-Export ins Itheinland? W'e gemeldet wird, hat das Präsidium des Rheiilifch-Westfäli» scheu Elektrizitätswerks beschlossen» dem Anschluß der Weiher-Zen- irale an die Saar-Lothringen Elektrizitätsgesellsckzast endgültig zu- zustimmen. Damit wird ein fest mehreren Jahren ipit größter Heftigkeit geführter Kamps zugunsten des Saargebie.tes entschieden. Das Rheinisch-Westsö.lische Elektrizitätswerk verzichtei darauf, Im engeren Saargebiet Fuß zu fasten und die Verwertung der Saar- kohle für dfe Erzeugung von elektrischem Strom zu gefährden.. Ueber eine sehr wichtige Frage besteht bis zum Augenblick allerdings noch keine Klarheit. Das Saargebiet kann nicht daraus.verzichten, in das nahegelegene Rheinland auch Saarstrom zu„exportieren". Vor der wirtschaillichen Losreihung des Saargebietes vom Reich ivar dieser Elektro.xxport" sür das Saargebiet lebenswichtig. Eine wirt- schastliche Rückgliederung des Saargebietes ist nicht denkbar ohne die Wiederherstellung dieses Zusiandes. Oe'fieber in Deutschland. G-ne Warnung aus Hannover. Zu den Nachrichten, eine amerikanische Gcsellschast(North European Ost Comp.) habe sich daran gemacht, in N o r d d c u i s ch- land eine Oelproduktion größeren Stils aufzu- bauen, schreibt der sozkstdemokratische„Volkswille" in Hannover: ..Hinter dieler höchst mysteriösen und sehr zweifelhaften Ge- schichte scheint der Belgier V i n g e r h o e t s zu stehen. Singer» hoets ist in niedersächsischen Wirtschastskreisen kein Unbekannicr. Er hat in den vergangenen Jahren durch manchmal höchst Zweifel- hoste Geschäfte von sich reden gemocht. Alle Geschäfte mit Dinrer» hoets sind jeidntsalls mit großer Vorsicht zu genießen. Noch unsever Aussassung handelt es sich bei dieser Sache auch um wester nichts als um eine groß ongelegte Spekulation aus die Dummen, die gern ihr gutes Geld los sein wollen, denn, wie.es heißt, gibt diese Gesellschaft Aktienanteste zu 2 Dollar in Höhe von zirka zwei Millionen Stück heraus. Sie sollen an die kleinen Leute, besonders an die Bauern, abgesetzt werden. Weil es sich um Dollaraoteile handelt, g/oubt man, ganz besonders gute Es- schöste machen zu können. Wir halten es deshalb für ersorderlich. vor dem Kauf solcher Anteile dringend zu warne«: denn es hat ja in den letzten Jahren eine ganze Reihe von O:l- geselljchasten gegeben, die aus die Dummen spekuliert haben und die auch zahlreiche Dumme gesunden haben, die dann ihr Geld ver- loren."__ Papierkonzern Kelömuble 12 proz Oiviöenöe. Der größte deutsche Papierkonzern, di« F.elvmllhle, Papier- und Zellstosswerke A.-G. in Stettin, wird nach dem Besck�uß des Aussichtsrates für 1929 wieder eine D> o i- dende v o n 1 2 Proz. aus das Kapital von 26,5 gegen 16,5 Millionen im Borjahr ausschütten. Der Abschluß für 1929 en.hält erstmalig auch die Gewinnziffern der Re i s h olz- Papierfabrik, die im vergangenen Frühjahr mit der Feldmühle A.-G. verschmolzen wurde. Der Reingewinn van 3.94 Mill Mark liegt um mehr als 800 090 M über den Ge- Winnen von Reisholz und Feldmühle im Vorjahr, obwohl die A b- schreibungen mit' 2,75 Mill. Mark schon um mehr als 400 000 M. gegen 1328 bei beiden Unternehmungen heraufgeschraubt lpurden. Schutz dem Gastwirispersonal! Sozialdemokratie gegen Altoholtsmus. Der Zi�ichetag setzt, gestern dl« zweit« Lesung des Schank- stSttengesetzes fori Abg. Diez(3.) spricht gegen ein« Trockenlemmg nach norl». amentamsckem Muster und hebt die oolkswirtschastliche Bedeutung der Alkoholgewerbe hervor. Inzwisdpn ist der Tisch de? Houfes samt oem Raum darunter mit den Petitionen gegen das Schankstättsngesetz vollgepackt worden. Reichswirtschasteminlster Oietrich: Die jetzt vorliegende Lösung bedeutet einen Mittelweg, auf weichem dem notwendigen Schutz der Jugend und dem Koinpj gegen den Alkohol Rechnung getrogen, aber auch das Gewerbe nicht oll« jusehr eingeengt wird. Di« Vorschrift, nach der die Klagbarkeit von Forderungen, die aus der wiederholten Kreditierung von Brannt- wein herrühren, auegeschlosten wird, ist grundsätzlich zu biMaen. Die Bestimmung, wonach schnapsfrei« Tage angeordnet werden können, soll auf den Kleinhanidel in verfchlossenen Flaschen mit einem gewissen Mindestgehalt keine Anwendung finden. Ein Reklameverbot für den Alkohol in den Derkehrsonftalten empfiehlt sich nicht. preustischer Ministerialdirektor Dr. klausener«rfucht um Wioderherltellung der Regierungsvorlage in bezug auf die Polizeistunde. Bei der großen Verschisdenheit der Verhältnisse kann die Polizeistunde nicht vom Reich, sondern nur von den Ländern ge° regelt werden. Abg. eolbl(Bayer. Dp) verweist auf die Riesenmass« der Peti- klonen und bedauert, daß man ein Spezialgesetz macht, wodurch der Lerbilligung der Verwaltung nicht gedient wird, statt die ganz» Sache im Strafgesetz zu regeln. Abg. Hanse(Christ.-not. Bauernp.): Auf dem Lande geht man früher schlafen, und in den Gasthäusern steht man so unter der Kontrolle der Bekannten und Nachbarn, daß schon deshalb nicht zuviel getrunken wird. Abg. Bergmann(Soz): viel bekämpft worden ist der§ 2. der Kon zesstonsentzi ehung zu» läßt, wenn die Bestimmungen zum Schutz des Personals mißachtet werden. Man hat diese Bestimmung al» dem Lerfaisungsartikel 164 über den Schutz des gewerblichen Mittelstandes zuwiderhandelnd de- zeichnet. Aber man sollt« auch de» Verfassungsartitels 157 üb*r den Schutz der Arbeitstraft gedenken.(Sehr gut! bei den Soz.) Dieser Derfassungsbestimmung entspricht der 8 2, denn die im Gastwirlsgewerbe V-'schSfligten bedürfen besonderen Schutze». Die Arbeitszeit ist dort sehr lang. Die Berichte der preußischen Gewerbeoufsichtsbeamt«, stellen fest, daß Arbeitszeiten von mehr o�s 14 Stunden noch Smkommen. Der§ 2 ford rt aber als Vor, aussetzung der Konzefstonsentziehung den Nocbweis van Tatsachen. darin liegt eine Sicherung des Gastwirtes. Man hat bisr gesagt, baß die Arbeitszeit im Gastwirtsgewerbe nicht schemotisch geregelt worden könne, und daß viel freiwillige Mehrarbeit vorkomme. Dies« Freiwilligkeit ist sehr stark eingeschränkt durch die wirtsckwstliche Abbängigkeit des Arbeiters, besonders in einer Zeit, wo drei Millionen Arbeitslose vorhanden sind Man behauptet, e» sei«in Unrecht, jemanden an freiwilliger oder Mehrarbeit zu hindern. Wir empfinden es als Unrelbt, wenn der Unternehmer die Möglichkeit hat. jemanden zu freiwilliger Arbeit zu pressen. Das ill ober in vieken Fällen gescheben. T):e gewnl'ig« Zahl der Arbe.'i-'ofen macht den eirnetnen Arbeiter gefügig. Die vielen meibii�en Angestellten km Gastwirtsgewerbe brauchen noch viel meh» den Schutz des Gesetz- geben». Wenn ein Gewerbe sich nur durch Ausbeutung«einer An- gestellten halten kann, so hat es sicherlich»inen groben Te l seiner Daseinsbereibtigung verloren. Für die weiblichen Angestellten ist hefonberer Sckmtz nicht nur wegen der Arbeitszeit erforderlich. Es ist durchaus richtig, wenn di« Monzefüonsenk'iebuna auch in den,.Talle eintreten soll, wo nicht caisprechcode Aufen-lhalks- und Schlasrüume zur Verfügung gestellt werden. Wer di« Derhältniss« Im Handwerk bei Kost und Logis kennt-- ich kenne sie au« eigtnsr Erfahrung—, der weiß, was für Räume viel- fach den Beschä'tigten angewiesen sind.(Zuruf der Wirtschafts- Partei: Aber heute nicht mehr!) Sehen Sie sich nur den Bericht der Gewerbeanisichtsbeamten in Erfurt an. Dort wird festgestellt, daß werblich« Beschäftigte ihre Schlafräume unmittelbar mit dem Wirt teilen! Wenn Sie(nach reckts) auch immer das gute Verböstnis zwischen Unternehmern und Arbeitern predigen—, dieser Methode werden Sie wohl nicht zustimmen! Wi» die Jugend, so muh auch der wirtschaftlich Schwächere durch dieses flstsey geschützt werden. Mr werden daher weder dem Antrag auf Ktreickning des 8 2. noch fomtigen Aendemngsanträgen zustimmen. Der Abg. Köster hat gemeint, der Gastwirt habe keine Zeit, sich mit den Ärbeiterschutzbestiminungen betannizumachen. Da sollte man vielleicht die Polizeistunde etwa» herunkersetzen. nm Ihm die notwendige Zelt zum Studium der Arbeiterschutzgesetze zu geben. tion, die. darum notwendig di» politischen Schicksale der bürger- liehen Klasse wiederholt. Di« Universitäten waren revolutionär, so- lange da» Bürgertum«!n« revolutionär» Klaiis war; sie wurden staatstreu, al» da? Bürgertum staatslromm wurde: sie wurden wieder ovponent, als da» Bürgertum zum demokratischen Staat« van Weimar in di« Opposition trat. Lede soziologische Analyse der Studentenschaft ergibt: die Sludcnleo sind Mittelslandssöhne. Dieser Mittelstand wird»erriebsn im M o h l st r o m des Kapitalismus, und um der Geiahr der Verproletorisierung zu entgeh««», strömt man in die Hochschulen, um mit dem Doktorhut schwimmend das bürgerlich« Gestade zu erreichen.(Heiterkeit.) Wenn dann die Mittelstandssöhn« mit vielen Mühen die Hochschule passiert haben, so trefsen sie den sozialdemokratischen Landrat an. den Ober- Präsidenten, der früher Gewerkschaftssekretör und den Minister, der sricher Metallorbeitee war. Da verwirren sich die Mitielstandsgehirne, die Studentenschast wird reaktionär aus Brotangft. Man hgt schon recht, nicht allzusehr der eigenen Kraft zu vertrauen, denn das Portemonnaie des Vater» liefert«ins schlechte Begabtenauslese. So entstammen di« Uebersüllung unserer Hochschulen und die reottig- när« Grundhaltung unserer Studentenschaft derselben Wurzel. Ein« wirkliche Unioersttätsrefonn. die Abhilfe schassen will, darf sich aus diesem Grunde nicht begnügen mit einer bloßen Erschwerung der Examensoorschristen. Das Hochschulproblem ist für uns erst seiner Lösung näher gebracht, wenn aus den 2 Proz. Arbeitersöhnen wenig- steno 29 Proz. geworden sind. Die Studeatenschask soll di« soziale Struktur des Gcsawtvolte» wider- fpiegelv. dann würden auck dl« reaktionären Professoren ver. schwinden, die Im Stile eines B o r n h o ck- Berlin noch heute lehren, die Verfassung im.ein unverbindlicher Gesetzestext". Um dys Bildlingsmonopol der Universitäten zu durchbrechen, ist es wichtig, einen Kranz von anderen Hachschulinstitutionen um die Universitäten zu legen: Verwattungeakodemien. Hochschul« für Poli. tik, freie Hochschulen. Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M- usw. Die Wege, die von der Aufbauschule zur Universität führen, sind zu verbreitern, da» Begabtenobitur ist nicht dem ver- trachten Abiturienten, sondern dem hervorragend Begabten der unte- ren Volksklassen zu reservier««. Von dem Stipendienwesen ist seder Hauch des Almosen, zu nehmen. Der Universität ist heut« eine doppelte Funktion übertragen. Sie muß Forschungsstötte und zugleich Beruisouebikdungsstätt« sein. Diese beiden Ausgaben überlchneiden und behindern sich, vielfach, well nicht feiten die tüchtigsten Forscher die schlechtesten Dozenten sind. Bei Berufungen soll daher künftig die Lehreignung stärker mit in Erwägung gezogen werden. Nur für die reine Forschungsstätte ist unbedingte Freiheit zu gewähren. Di« Universität, di« unser« höheren Beamten ausbildet, hat sich einzufügen in den Rahmen des republikonisch-demokratifchen Staates. Die reaktionären Professoren und die safchistifchen Stu> denten, die heute nach akademistber Freiheit rufen, fordern die Frei- hcit nur deshalb, weil di» Unfreiheit, die st« eigentlick, haben möchten, gegenwärtig jedenfalls in Preußen nicht zu haben ist. Men der Staat In seinen llehrbelrieb einlädt, der hat damit die Verpflichtung übernommen, dos Staatsgebäude nicht in Brand zu stecken. Wem dos nicht paßt, der mag sich dahin stellen, wo die Sozialdemo- traten lange Jahre gestanden haben, bevor es die alten Machthaber ihnen überließen, aus dem Zusammenbruch ihres Staates den neuen Staat zu errichten, den wir uns auch pon Universttätsprofessoren nicht werden stehlen lassen.(Starker Beisall bei den Sozialdemo. kroten.) Den Lehrbetrieb wünschen wir von der ausschließlichen Vor- Herrschaft des Kolleg» abzulösen und auf seminaristische Arbeitsgrund- läge umzustellen. Ln den Universstätsunterricht sind systematische Repetitionskurse einzubauen, zu denen man die jüngeren Hilfskräfte heranziehen soll. Wir wünschen nicht ein« Derbeamtung des Privatdozentenstandes, aber auch keine elnfeilige plutokratlsche Auslese des akademischen Nachwuchses, die notwendig kommen muß, wenn man den wirklich Befähigten nicht staatlich« Zuschüsse zur Aer- fügung stellt. Mit dem Dpktortitel wird heut« eine lächerltche Ln- flolion getrieben, sa daß jeder, der einen Maßanzug und ein« Hornbrille trägt, als: Herr Doktor angesprochen wird. Di« Doktor- arbeiten sind oft kaum mehr als primitive Schüleraufsatze. Beim Doktorexamen ist stärker als bisher auf Allgemeinbildung zu sehen,«ine solche Allgemeinbildung würde auch den besten Schutz gegen die nationalsozialistische Schlagwonvcrhetzung darstellen, denn der tztationalsozialismus ist zu großen Teilen eine Frage der«pann- weiie des geistigen Horizonts.(Sehr richtig!)� An die Stelle des Abiturs würde man zweckmäßig«ine Universitäts-Eingangsprüiung setzen, dies« Studienvorprüfung wäre durch bewährte Praktiker ab- zuholten, die beurteilen können, ob der Kandidat den Erfordernissen seines spateren Berufs die nötige Eignung entgegenbrmgt. Ön den Examenstommisslonen für Staatsprüfungen)oll man einen turnusmäßigen Wechsel stattfinden lassen, damit die Aus» blldung der Studenten nicht in einem«insertige» Drill er» starrt. Bon einer fludenkischen Selbstverwallung kann erst die Rode sein, wenn die Studentenschaft sich tzu der Min?» sterialverordnung vom Jahre 1927 bekennt. Die Ilnioersitätskura- toren sind Vertreter der Staatsaufsicht und politische Vertrauens- männer des Ministeriums. Man fall nur zuverlässige Republikaner und besähigte Verwaltiingsbeomte zu diesem Amte heranziehen. Dem nationalsozialistischen Terror an den Universitäten ist mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Wo keine Diktatur in einem Lande besteht, randalieren die Studenten, weil sie rinen Dil» tator wünschen, während sie sich in den Diktaturländern als Frccheits- Helden gebärden und gegen den Staatstyrannen ankämpfen Sehr bedauerlich war es. daß ein Berliner Schöiiengericht neulich die Stroslosigkeit der Bestimmungsmensur ausge. sprochen Hot. Es wird notig sein, durch eindeutige Gesetz« dem Willen des republikanischen Staates Ausdruck zu oerlechen. Für die Universitäten kann nicht di« von dem Zentrumsabucord- neten Dr. Lauscher gejordcrto„Atempause" in Frage kommen. Die Zlufgabe des neuen Ministers ist vielmehr die. in einer durch- greifenden Weise für einen Wandel an den Hochschulen Preußens zu sorgen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Lauscher(Ztr.) betont, daß sich die Universitäten den Zeiwerhältnissen anpassen müßten. Ueberstürzte Reformen würden aber nur Unriche in die Hochschulen bringen. Viele Mißstände seien durch den Geldnvrngel verschuldet, doch seien noch zuletzt Mittel zu? Verbesserung der Marburger Frauenklinik und der Königsberg er Anatomie bereitgestellt. Statt der Politisierung der Studentenschaft sollte man aus eine Arbeitsgemeüeschaft zwischen Studenten und Hochschule hinarbeiten. Abg. Moelder»(Komm.) erklärt, daß die Sozialdemokratie de» Bildungsprivileg wegen ihrer Koalitionsbindung nicht durchbrechen könne. Abg. Dr. Voelih(DVp.) fordert Abstellung der Uebersüllung der Hochschulen. Eine Auslese sei schon auf den Schulen notwendig. Di« Trennung von Forschung und Lehre lehn« sein« Fraktion cnt- schieden ab. Abg. Dr. Rhode(Wp.) spricht gegen di« Reformvvrschläge Dr. Nöltingz. Die Angriffe aus oie studentifchen Korporationen seien unberechtigt. ?lbg. Dr. Bohner(Dem.) hält solche notivnalökonomischen Vor. lesungen, wie sie Abg. Noltirtg gehalten habe, im Landtag für über» flüssig. Durchschnittlich gehe es den Arbeiterkindern besser als den Mittelstands? ohne». Es folgt die Besprechung des Abschnittes„Kunst". Abg. Koch-Berlin(Dnat.) empfichlt wegen der Finanzloge de, Staates Schließung der Krolloper. Mit der Volksbühne müsse eine gütliche Einigung erhielt werden. Für die gesamten Staatelheater ssicn in den letzten mer Fahren über 17 Millionen bewilligt worden, die sich durch unoerzechliche Etotsüberschreitungen noch um weitere 19 Millionen erhöht hätten. Es sei deshalb eine arürdliche Um- stellung des Theateretats zu fordern. Der Redner kritisiert hierou-s Aufführungen und Inszenierungen an den Staatstheatern. Mit Ießner fei an Stelle der chriftlich-deutichen Theaterkunst ein jüdischer Pessimismus gekommen. Unsere Kulturepoche sei die Epoche einer negativen jüdischen Kultur. Aba. Köniq-potsdam(Goz.): Wollie man nach dem Rezept des Vorredners verfahren, würbe der Generalintendant der Staatstheater in bös« Schwierigkeiten kommen. Dielleicht besteht die Möglichkeit. Herrn Koch als Ober- zensor zu engagieren, wobei man allerdings damit rechnen müßt«. daß dann die Tneater allabendlich eine gähnende Leer« zeigen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Er hat nur kritisiert, ober kein« xvsuwm DcrWäge jur N« sserum; gem-ochk f5C&s. Loch: va? »crien wir tun,(ofxtlb mir in der Regierung sind! Große Heiter- keit.) Soweit die Deutlchnationalen in der Regierung waren, haben sie bis jeAt jede produktive Tätigkeit vermissen lassen.(Sehr wahr! bei den Sozialdenrolraten.) Mr warnen, die Krolloper zu schließen. Man will ausgerechnet das Institut stillegen. dasso�ialeKunst- pfieae übt. Dabei muß sestgestellt werden, daß die Zuschüsse für die Krolloper weit geringer sind als für die L i n d e n o p e r. Die Durchschnittsrechnung ergibt, daß der Staat für die Krolloper pro Platz 3 M., sür die Lindenoper aber 4,73 bis b M. zuschießt. Es ist ein ganz unverständliches Vorgehen, die bll- lige Oper zu schließen, aber die Lindenoper, die mit ihren hohen Preisen nur den besitzenden Schichten offensteht, weiter spielen zu lassen. Ferner ist der Sloal vertraglich auf ZS Jahre verpflichtet, für die Vertlner Volksbühne zu spielen. Bon dieser Verpflichtung könnte er nach dem Wortlaut des Ber- träges imr loskommen, wenn er auch gleichzeitig die Lindenoper schließt. Kein Schiedsgericht kann hier anders entscheiden. Es ist uns unerfindlich, warum man den Zuschuß von(500 000 M. für die Krolloper gestrichen hat. Gerade dieses Institut hat in der letzten Zeit steigende Einnahmen und erfreut sich beim Berliner Publikum großer Beliebtheit.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch wir hallen den Ausbau der Londesbühn« für notwendig und hosten, daß sich noch bis zur drillen Lesung eine Möglichkell findet, ohne Streichung des Kroll.Ziischusses den Fonds für di« Landesbühne zu erhöhen. Es muß möglich sein, die Theater vohin zu bringen, daß sie 50 Proz. ihres Bedarfs aus eigenen Ein- nahmen decken. Das Defizit könnte vermindert werden, wenn man wie in anderen Theatern Gavderobenqeld einführt und wenn man eine innigere Verbindung der städtischen Oper mit der Lindenoper durch gemeinsames Solisten, und Ballellv erstmal anstrebt. Wir Hairen es auch für notwendig, daß das Reichs dos die Oper zu Repräsentationszweavn benutzt, sich an den Stvatstheatem mit einem Zuschuß beteiligt. Der Redner schließt mit elnem Appell an das Ministerium, eNd» lich mit dafür zu sorgen, daß für die Berliner Künstler, die jetzt Schlecht und notdürftig in den Ausstellungshallen am Lehrter Bahnhof untergebracht sind, ein neues und würdiges Ausstellungsgebäude asbaiut wird. Notwendig sei auch eine Hilfsaktion für diejenigen Künstler, die in dieser Notzeit vielfach Mangel leiden, um ihnen Ge» legenheit zu produktivem Schaffen zu geben.(Beifall bei den So» ztaldemokraten.) Nach Ausführungen de» Abg. Schulz-Neukölln(Komm.) wird die Beratung abgebrochen und auf Sonnabend vormittag 10 Uhr vertagt._ Die Feuerwehr ist auf der Höhe Modernste Wagen werden neu in Dienst gestellt. Mit Beginn des Jahres 1330 hat die Berliner Feuerwehr mehrer« moderne Wagenzüge in Dienst gestellt. So erhielten die Havptfeusrwache in der Lindenftraße und die-Feuerwache in der Lützowstrah« in Charlollenburg je einen modernen schweren Zweiwagenzug, bestehend aus Motorspritze und Leiter, die Wache Friedrichshain erhielt eine schwere Motorspritze und die Wache Zehlendorf»ine mit Luftbereisung oersehen« 2,3- Tonen-Leiter. Di« Wach« in Zehlendorf bekommt außerdem in der nächsten Zell noch ein« 2H>Tonn«n-Motorspritze mit einer Leistung von 1300 Lllern in der Minute bei«inem Druck von 8 Atmosphären. Sie wird damll, als Stützpunkt für das südwestliche Stadtgebiet, den Bedürfnissen des Feuerschutzes vollkommen genügen. Der Feuerwach« in Weißenfee wurde ein« lpkotorspritze überwiesen. Weit«« notwendige Verbesserung«« des Feuerschutzes schellerten hier bisher noch an der Raumfrags, dsren Losung zur Zeit infolge dar finanziellen Berhallnisse noch nicht möglich ist. Dar Feuerwache in d«r Rankestraße sind für besonder- Hilfe« leistungen«in« Reihe Spezialfahrzeug«, wie Rettung«-, Nüst, und Kranwagen, überwiesen worden, die bereits in zahlreichen Fällen erfolgreich zu Hilseloistungen herangezogen wurden. Wie der Verkehrsrückgang aussieht! Kommunistische Dstechmüinstier. Di«„Well am Abend" vom 22. März rechnet mit großem Be- Hägen der BVG. das„katastrophale Ergebnis der Fahrpreis. erhöhuna" vor. Im Januar seien 108 022828 Fahrgäste befördert worden, diese AaA sei im Februar auf 09 503 413 zurückgegangen. was ein«n Ausfall von 0 Millionen Fahrgästen und von 2l,i Millionen Mark Einnahmen bedeute. Wi« sieht es in Wirklichkeit damll aus? Zunächst beträgt der Unterschied zwischen den beiden Monatsziffern nicht 9 Millionen, fondern genau 8 429 413 Fahrgäste, di«„Welt am Abend" hat sich nur um 370387 Fahrgäste verrechnet, natürlich in ihrem Sinne zu Ihren Gunsten! Sie vergleicht die beiden Monate Januar und Februar mlleinander, ohn« sehen zu wollen, daß der Januar 31 Tage und der Februar nur 28 Tage hatte. Für den Januar betrug di« Zahl der täglich beförderten Personen 3 4L4 007. was für 28 Tag« eine Besorderungszohl von nur 97 369998 ergibt. Im Februar sind also gegenüber der gleichen Zell-im Januar Nicht 9 000 000 Fahrgäste weniger, sondern 2023 417 mehr befördert worden!_ ArSelterphoiographen als Aussteller. Di« Vereinigung der Arbeiterphotographen veranstallet bis zum 6. April im Lichchof de« Berliner Kunstgewerbe- museums. Prinz-Albrecht-Straße,«ine Photaausstellung. Wie immer, was der Arbeiter aus eigenem schafft, trägt auch diese Veranstollung ein eigenes, ungewohntes Gesicht. Lange mag ti gewährt haben, che der Arbeiter als Amateur die Blickficherheit und das Empfinden für dos Bitdmößige Halle und d e Technik seiner Kamera vorzüglich beherrscht«. Von diesem vielsälligen Können leg-n die ausgestellten Photos rühmliches Zeugnis ob. Aber dies soll es nicht allein fein, denn Photographleren kann erlernt werden. Der Arbeller sieht die Welt mit seinen Augen und das spricht aus diesen Arbeiterpholographien am ergreifendsten. Die Vereinigung will dieses Gefühl fchulen. Was der Arbeiterphotogroph mit der Lins« festgehalten hat. spricht die Sprache seiner Welt. Es gehören auch fen« BE>er dazu, die sich bemühen, nicht nur das Neuest- im Leben zu schildern, sondern auch Freude: Kinder beim Spiel, Turnerei und Körperkullur, Wohnkultur und Landschaftephotographi«. Die Ausstellung hätte im ganzen etwas gestraffter fein können, um einen einheitlicheren Eindruck hervorzurufen: sie fällt hier gegen die kleiner« ober bessere Ausstellung des vorigen Jahres zurück. Dinge, die der berufsmäßige Reporter ebenfalls täglich ficht und knipst, sind hier unnötige Wicherholunnen. Verhütet»miß auch werden. baß in der Vereinigung unfruch barer Raditalismus d>e Oberhono gewinnt. Die Erfahrungen, die man in letzter Zell machen mußt«. zeigen, daß unter Umständen nichts schlimmer lügt als eine Photographie. einsendvnz«» für dies« Rubrik sind B« r> t o SW 45. Lwdexltrab« 3, Parteinachrichten für Groß-Verlin stet» an da» Bezlrk-Iekretari», 3. Hoi, 2 Trevoeu recht», 3« richte». KrrkSoblcute der ZektungskmmnissUm. ttonrnaberb, 3.«v«l. II Mr, Im.vorwSrti'.SeböuS«, Linden?,. 3, im Rlmmci der Lcuwterprditio», Cifrma. Jeder Ami, muh vertrete» sei». * 8.?«!• Tiere» rte». 0»ihin(»I»r?nrt!|l»n. Leute, Sonnabend, 8. April, 19 Mr. w'chtia« Sifcun« tn der„Vorwärts" �Spedition, Wilbelmshavencr Strafe ig. Arei« Sdarlnttenkura. Die Soziali stisS« Arbeite riuaend, Truppe Tbar. lotteubura»3iU>. veranstaltet am Sonntaa, dem 6. Aprll, lO'/i Mr. in der Aula der Mrsti».Bismarck,SS)ul», Svdelftr. 2— 4, ein« sserd-uand. an dieser ssricr teil- Lastallc-Zeiee. Ts werden alle Denoisen arbeten »unebmen. Eintri-t 30 Pf.. Erwerbslose frei. 7. Arei» Tdarlottcnbura»od Spandau, guriktische Tpre�stund« findet am Sonnabend, dcm 3. April, von 17-18 Mr. im Iusendbrim Roiinenstr. 4. sta't. Seleaendeit»nm«irekenaustritt. 13. Are!» Tempelbof. Sonntaa.«. Avril, erfibelnen die gunktionär« dr» Lildunasausschuges bereits ein« balbe Stund« früher im Planetarium. Heule. Sonnabend, 5. April: 7. Abt. 19i§ Mr bei Pärmalde. Drkatlibr. 8, ltunktionäriidune. Ii. Abt. B-btuoo,«ezirlsfütrerl„Unser Wen" Iii heute nicht vom Senoffen Wenzel abzuholen. Di« Ausaabe ersolat später an anderer Stelle. Rähire. Nachricht er'vlftt noch. i U-lr-f- I Melsel« KeitsSle». � ______... j. N. Mitwirkend«:[3 Sozialistisch« Arbeitcriuaend, Aushauschul« Ne»-.ij S lölln,«»»eiiele Aopli». EI» tritt 1 M. wir bitte» um recht rea« Mi Brtriliaun». »«. Abt. RenkSll».«hteilnnstsveranLcie» I» Mrls« Zonaasir.?i. gestred«: Dr. Anrt LSwcnstein. M. d. it. ffs Perl iure Ulk-Tri». Sozialistisch. Arb-it-r!uae«d, Aufbauschul-«e». Jungsoziclisten. Eharlolieubne». Leute. IS'i Uhr, gunktipnärsttwnq lm Zunendheim lein. Sonnlaq Treffpunt! zum Epallier- ........ Uhr am Dahnhof Tunasernheide. Srnpo»««»131». Morven. Eonntao. s. April, ssahrt nach Strausberg. Nalinenftr. 3. Bitte sehr pünktlich sein. Sonntaq?re gana durch die ktunaserndeid» um 8 Treffpunkt 7ZH Uhr Rinabahnhos Neukölln. Arbeslsgemeinschaft der Kinderfreunde Sroh-varNn. Avel« Mitte, Grr-vpe Ernst Toller. Sannta». 13 Uhr, sröhllchea Bei» sammensein mit Eltern und greunden im Seim gchdrnicker S',. U. Um 18 Mr Ausfprach« üd-r Srupptnanqeleaenheiien. geltlaaer und Aükeiilaner. Tiergarten. Gruppe Auaust Bebel. Junaiallen. Am Sonzita». dem st. Avril, treffen wir uns zur ifahrt um 8 Uhr im Aleinen Tiergarten c Denkmal! nach Papenberas. SO Pf. gahrgeld mitbrinaen, Nestfalken l. Sonntag ebenfalls!7adrt nach!sinkenti-ug. Treffpunkt 8 Uhr Wald. Ecke Wiclefstrahe. ZZ Pf. gahrgeld.— To-« ffalken. Dienstag, 8. April, von 1VV4 di» 19W Mr. im Leim ffialdenserstrah». Singer und Lefiabend.— Zungfalken. Dienstag ebenda Tanzabend.— Nestfalkcn I. Mittwoch. S. April, von 17 bis Ist Mr. im Seim Waldenserstrahe Liederabend.— Nestfallen ll. Mittwoch Tanzen und Spielen. Truppe Sngelufer. Sonntag!Zahrt nach Melhnrrshof. Treffpunkt 71$ Uhr Neubau Eitgelbecken. Arei, Nrnkill». Trupp« LichBiimpfer. Am Tonntag ffahrt. Treffminkt 714 Mr U-Bahn BergstraKe. Dflichtfahrt für zeltlagrrlcilnehmer. Unkosten Sit Pfennia. Geburiskage, Jubiläen usw. 31. Abt. Unserem lieb«» Tenoste» granz Märte», z» sei»«« I«. Tebnrt«. taa« dl« derzlichstrn Tlückwünsch». Teaoste Märten» aehärt der Partei über 28 Zahp» an und ist..»orwärt,-.Leser seit ZZ liahren. 121. Ab«. Aarlihoest. Unserer trene» Genossin Zohanu» Waack. Lenti». strahc 9.»u« dst. Sehurtatage die herzlichste» Eilückwüuiche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation) 148. Abt. Borsigwalde. Die sseuerbistattun« de»»erstorbenen Genossen Lrinrich Auglin findet«m Sonnabend, de« ä. April. IS Uhr. im Arema- torim» Serichtstrah« statt. }i\ i SozialjstlscheArbetterjugendGr..Verlin | blnlendunoen ffli dies» Nubrtf nur an da, Zugeudfetretariat f Serli,«D»8. QnSensirate, Abtrilunaelefter, liefert he» Serichtttdowe» nawr.ts LuemlaO«s. die EmtrittOkortc» tür umer« fHitt am 18. Upril i» der �ichlburg-- ab. Spi«Ilelter.A»rs», morgen auf de« Wassrrsrortplaii Blöbe.nse«, Eingang Tcrikaße, Tg« Nordufer. Heule, Sounckbend. 5. April: Renkllln Vl! gabrt nach Uetidors. Tresfpunbt 1Si4 Uhr Rsngbahnhof A«!s«r�7ri Mr. Eintritt l-b Pf. Werbebezirk Lichtenberg: Leim Gunlerstr. tt. 19!, Uhr.„Am anderen User." Musslinsrrumenti mitbringen, VorirSge/Vereme und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Ros-Gold". kbekchäkt, stell», Berlin S 1«. SebaNianstr 87— Z8 Lot 2.?r Gauoorfiant. Sonnadend, 8., und(sonn tag. 8. April, ssortscstung des technischen Kursusse» für Zungbannerführer. Ab lobet Sonn- abend. Ii. April, spvtcsten« 18.28 Uhr Lehrlrr LauptdabnKos nach Vrieselang. Neue Teilnehmer werde» nicht zugelassen.— Lauitatsab-ellung. DMchlvcr- anstaltuna. Sonntaa.«. April, Si4 Uhr, Antreten Bahnbof Lecrstraste samt. liö'cr Sanitäter. Kursiie'eilnehmrr und Rettungsschwimmer. Ausrüstung?or. nister und Trage. Nachzügler 10 Uhr am Wald'riidhof.— Sharlotteubarg. Marfchkameradsibaft. Sonntag. 8 April.? Uhr. llarl.Auqust.Plat>. zur Auto. iabrt— Mantaq. 7.«peil. Weiching. 2» Ub- wichtige Eportlerstzung hei Llllman». Nazarethkiechste. 31. Stralist lvr'»oerein!. 20 Uhr Persammlung der Kameradschaft Lichtcrselde in den Lichtcrfelder ssrstsälen. nehlcndarfer "~•----"iltunfl de» Orisoereir- Stcoste di Erscheinen in Bannerkleidün,. Pflichtveranssaltung de» O Arbeiker-Samariler. Kolonne Berlin. Berfammlunoen baden im April: Sonnabend, ä. Avril. Brenzlanee T«g im Lokal koifmann. Lvcheuer Str. 8.— Sonntag. I.f April. Bvhurdors im Lokal Lehmann. Waltcrsdorfer Str. loc>.— Mon. or chtlanvlf f T Ciii'n'rtw tPjTM fttoftt. Lo!?l'�osänd."Turin er Str.~e. vankow im Zuaendh-im Aisssnaenstr. 38. Estarlottenbnrg Im Zugendhcim Sostncnstr. 4.— isreitag. U. April. LiSten. dcrg im Lotal Seipke. Kronvrinzenstrast«. Steglist im Lokal Cchm'd«. Lichte» felde-West. lloonstraste.— Mvn'ag. lä.. April. KrettZberg im Lokal„Am Urbqnhale straste. «erei» der BMzer 1»«nli.«.«. Am Ii. AprN begebt der B.r«!ns-I» ist B-stchen mit einer Zubilänmaseler tn semein Ggsevschaftsb-Im. Kammer. säle. SW.«1, Teltower Str. 1—4. Di« Reich».. 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Sie wird uns Bewölkung bringen. Im großen und ganzen wird die Niederschlagsneigung jedoch abnehmen. * Wekkeranssichken für Berlin. Meistens stärker bewölkt bei wenig veränderten Temperaturen, abnehmende Niederschlagsneigung. — Für Deutschland. Im äußersten Süden noch ziemlich mild, im größten Teil von WestdeutscÄand Abkühlung, in Mitteldeutschland Nachlassen der Niederschläge, in Schlesien wahrscheinlich stärkere Regenfälle. Verkäufe' Bekleidungsstücke, Wüsche usw. Tetragen« Leeren gaederob« ieder Art. arote Auswahl oorhanden. verkaust cpottbilllg Echnurmachev. Neukölln, W.sertiate�Zstt h am Lermgmiplgst.* "Samen» 4»«< l, grtlhwhrsmäntcl S?? 8�-. s-rrcnsiofs 10,—, iZn-. R'.VS. Mäntel 16___ Mod-llmantel 19,—, 20/—. 89—, 49—. Seideu.kleidrr,• GummZ« Mäntel. Ntefeuauswahl. Slbmechel. GIvsstraß« 18. Bahnhof Börse.' Lalbnmlonst verkaust neu« Seereiian. züae Genosse Sisherschlaa. Lottumstr. 8, vorn I Treppen sSehöuhauser Tor!. 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Uhr Die liebe Feindin KtvMii m k. f. tctiise Rr�l; Gctlsf Gricdjnu Die Komüdle J1 Bi5mck.24i4.751« 8'. Uhr Die Kre&lar ithnsfld ro> Firt. Bratiaer Regle: Httz eelaharai Iriaßon-tole UliDtig: Dir. trnha Gcorgenstr. 9 Täglich Vk Uhr Revue Direktion Dr. Roberl Klein Beatsehes KHustler-Tbeal Barbarossa 3937 g'.ä Uhr Sex Appeal Inlsr.T.fmlintLnsilil! (qit; roniir biriGMl AIBert Bassermann. Maflv Christians Itrlioer Theater Dönhoff 170 8 Uhr Ende lo'/i Uhr „Eins, rwoi. dfei" von Franz Molnar mit Hai Pallmbem. Regle: Ggst.Hartnng Jortar; Souper Regie Heinz Hilpert. Residenz-Theatei Künstl. Leitung Caston Briete Täglich 8"'» Uhr Sonntag 4 Uhr Elsrieüe Rengiaakh. halhe Pr Hetropol-Th. Täglich 8'/. Uhr Der Bettelstudent Pittlera, Aipac, Schliieendorf jbken | Tranie Rote in der Titeiroliel | Heute, Sonnabend, 11.30 abds| Der Mustergatte | Vorverkauf lägl. v. Ii— i vorm I und 4—9 abends. ! Magazin preise v. 50 Pf. an Kleines Theat. 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