BERLIN Sonnabend 5. April 1930 10 Pf. Ttr.löl BS1 47. Jahrgang erscheint ttKllchanSerSoant«»«. Zugleich Abendautgibe de«.Vorwärts'. Betugsprei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche. S�oM. pro Monat. Redaktion und expedition; Berlin SW SS, Lindenstr. S v}Jofu>wi�6 U»>et«en»r«it:Die einspaltige NonpareMeieil« so Pf.. Retlamezeile b M. Ermäßigungen nach Tarif. Voßscheckkouto: Dorwärts-Verlag G. m.b.H� Berlin Nr. S7öz». Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bis 207 Krach um das Bier. Bayernrebellion gegen Gteuererhöhung.- Schätzet in Opposition. Doppelmord aus Verzweiflung? Ein deutscher Gelehrter in Paris verhastet. Z« der amtlichen Mitteilung iiber die gestrige K ab inettsfitzung. die wir heute morgen veröffentlich. ten. erfährt die Telegraphen-Union ergänzend, daft Reichspostminister Dr. S ch S tz e l gegen den Beschlutz des Kabinetts, an der 7Sprozentigen Bier st euer- erhöhnng festzuhalten, seinem nachdrücklichsten Widerspruch geltend gemacht hat. » Die heutige Sitzung des Steuerausschusse« begann mit einer an Schärfe nicht zu übertreffenden Oppositionsrede de» Vertreters der Bayerischen Dolkspartei, des Abgeordneten Dr. H o r l a ch e r. Cr wandte sich gegen den gestrigen Beschluß der Reichsregierimg, an der Biersteuererhöhung um 75 Proz. festzuhalten irnb erklärte, daß die Bayerische Volkspartei seder Erhöhung der Bierstener über den gegenwärtigen Satz hinan» entschiedenen widerstand leisten werde. Dieser Widerstand werde sich nicht beschränken aus die 17 Abgeordneten der Bayerischen Volkspartei. Auch die übrigen 34 in Bayern gewählten Abgeordneten«erden einem ähnlichen Druck ausgesetzt werden, daß sie sich der hallung der Bayerischen Volkspartei anschließen müßten. Die Niersteuererhöhung sei eine Verhöhnung des bayerischen Volkes. Die Sonderbeloswng, die dem bayerischen Volke durch die Biersteuer auserlegt werde, betröge 100 Millionen, sei also mehr als halb so groß, wi« di« eigene Steuerlast, die das bayerische Volk mit 178 Millionen trage. Der Vergleich mit der Alkoholbesteuerung des Auslandes sei durchaus abwegig. Die hohe englische Biersteuer habe zu einem Rückgang des Bierverbrauchs uin mehr als 50 Proz. geführt, so daß man jetzt di« Ermäßigung der Biersteuer erwäg«. Die Bayerische Volkspartei habe es auch an Ersatzvorschlägen nicht fehlen lasten. Man könne die Umsatzsteuer der großen Unter. nehmen erhöhen. 383 Unternehmungen mit je 25 Millionen Umsatz bringen allein 17 Proz. der Umsatzsteuer auf. Auch di« Ausdehnung der Umsahsteuerpslicht aus die erste Einfuhr bring« erhebliche Mehreinnahmen. Zum Schluß seiner Darlegungen wandt« sich horlocher nochmals gegen den Finanzminister Molden» Hauer und erklärte drohend mit versteckter Anspielung aus die von der Regierung geplante Anwendung des Artikels 46. daß die Bayerische Dolkspartei sich durch nichts von ihrer Haltung zur Biersteuerfrage abbringen lasten werde. Der Finanzminister Moldenhauer erhob sich sofort zur Antwort aus horlacher. Auch die Reichsregierung nehme die Frage der Viersteuererhöhung sehr ernst. Die Erhöhung in diesem Umfange sei notwendig aus reparationspolitischen Rücksichten und, weil mif anderem Wege die Mehrerträge nicht aufgebracht werden können. Eine Erhöhung der Umsatzsteuer sei wirtschaftlich un» endlich viel schwieriger zu tragen als eine Erhöhung der Biersteuer. Die Besteuerung der ersten Einfuhr verteure notwendige Rohstoffe wesentlich und werde große handelspolitisch« Schwierig. leiten Hervornifen. Wenn di« Reichsregierung an der Erhöhung der Biersteuer um 75 Proz. festhalte, so deshalb, weil sie von ihrer Notwendigkeit überzeugt fei. Sie könne sich auch durch tempe» ramentvM« Ausführungen, wie die des Abgeordneten horlacher, nicht davon abbringen lasten, obwohl sie die Hoffnung auf«inen Rückzug der Bayerischen Nolkspartei ausgegeben hob«. Um so ent> schiedener aber müfle«r die Behauptung zurückweisen, daß Boyern steuerlich ungerecht behandelt werde. Bayern habe seine eigenen Steuer quellen nur ungenügend ausgeouht. Die Belastung durch die Grundsteuer sei in Preußen von 1913 bis 1927 um 221 Proz.. in Bayern nur um 87 Proz. gestiegen. Auch die Gewerbesteuer sei in Bayern wesentlich niedriger. Auf Moldenhauer folgte der Deutschnationale Dr. Rade» wacher: Das Schausplel, dos der Ausschuß eben erlebt Hab«, daß ein« Regierungspartei auf das schärfst« gegen die Regierungsvorlage sei, lasse die Frage berechtigt erscheinen: Wastundieanderen Regierungsparteien? Worum äußert sich nicht einmal die Wirtschaftsportei zu den Steuerplänen der Reichsregierung? Erwartet man von den Parteien der Opposition, daß sie Hilfsdienst« (Fortsetzuitg auf der 2. Seite.) Ei««och««aufgeklärtes Verbrechen beschäftigt die Pariser Qeffeatlichkeit i« hohem Matze: Uater de« Verdacht des Doppelmordes ist der deutsche Radiologe Konrad Koch in der fra«» zösischen Hauptstadt verhaftet worden. Äoch ist der Sohn eines Apothekers aus Höxter in Westfalen. Er hat an der Berliner Technischen Hochschule studiert und galt als ein Mensch mit glänzenden Zukunstsaus. sichten. Wegen einer Liebesaffär« entzweite sich Koch mit seinen Eltern. Er verließ Deutschland und begab sich mit seiner Geliebten, einem Fräulein Sabotier aus Straßburg. nach Paris, hier geriet das Paar bald in schwere wirtschaftliche Notlag«. Eines Tages war die junge Sabotier spurlos verschwunden. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Dar einigen Tagen geschah ein Ereignis, das zur Fest- nahm« des Koch führte. In einem Woffenladen erstand er einen Revolver und schoß damit den Waffenhändler ohne jeden Grund über den Haufen. Man vermutet in den Kreisen der Pariser Polizei, daß Koch den Waffenhändler in Geistesverwirrung niederschoß, während er sein« Freundin aus Verzweiflung vorsätzlich um- bracht«._ Ammoniakexplosion in Koiibus. Zwei Personen getötet, eine im Sterben. Kollbus. 5. April. Zn dem einige Kilometer südlich von Sollbu, gelegenen Dorf Sachseadors hol sich ein entsetzliches Explosionsunglück ereignet, dem zmel Mensche« zum Opfer sielen, während ein dritter mit dem Tode ringt. In dem Hause de» Fleischermeisters V e a d r i ch in Sachsendors erfolgte am Freitag abend eine schwere Explosion. Der Sohn de» Fleischermeister» und ein Monteur waren mit der Reparatur der Kühlanlage beschäsligl, als plötzlich ein Ammoniakbehälter explodierte. Beide wurden aas der Stelle gelötet. Ein gerade die Kellertreppe herunterkommender junger Mann wurde durch die Gewalt der Explosion durch ein Fenster geschleudert und erlitt schwere Verletzungen— er hat aus beiden Augen die Sehkraft eingebüßt—. so daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. Die Feuerwehr stand vor einer schweren Ausgabe, denn da» Brüning an der Strippe BevrMMrt, ganze hau», das von den Bewohnern fluchtartig geräumt morde« war. sowie die nähere Umgebung waren mit Ammoniakgasen äuge» füllt und konnten nur mit Gasmasken betreten werden. Schweres Autounglück in Karlshorst. Avto stürzt eine 10 Meter hohe Böschung herab. In der vergangenen Rächt ereignete sich in K a r l» h o r p ein schweres Autounglück, bei dem der praktische Atzt Dr. Hagemann aus der Dönhossstraße in Karlshorst lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Dr. hagemonn befand sich mit seinem Wagen auf dem Nach- Hauseweg. An der Kreuzung des Blockdamms und der Wallen st einstraße wollte er ein vor ihm fahrendes Auto überholen. Wahrscheinlich infolg« der zu hohen Geschwindigkeit geriet Dr. h. zu weit noch links und rast« die an dieser Stelle etwa 10 Meter hohe Böschung hinab. Das Auto überschlug sich mehrmals und wurde zertrümmert. Der Verunglückte wurde mit ichweren Verletzungen aus den Trümmern hervorgezogen und in das Elisabeth-hospital in Oberschöneweide gebracht. Di« Autoraserei hat heute früh ein weiteres Opfer gefordert. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes in der Kopen- Hagener Straße wurde gegen 5 Uhr der öZjährige Arbeiter Hein. r i ch Hanne aus Berlin-Rosenthal, Hauptstraße 28. von einem Privatauto überfahren. Der Fahrer des Wagens fuhr, ohne sich um den Ueberfahrenen zu kümmern, in schnellem Tempo davon. Er ist leider unerkannt entkommen. Der Verunglückte hott« so schwere Verletzungen erlitten, daß er bereit» auf dem Transport starb. Die Kriminalpolizei hat die Ermitte» lungeti nach dem gewissenlosen Chauffeur, der das Unglück ver, schuldete, aufgenommen._ Meußdörffer auf freiem Kuß. Wer aber ist der Tater? Bayreuth, 5. April.' wie der Verteidiger des kommerzlenrats Heinrich Meuß» dörsser in Sulmbach, Dr. Greisenstein, mitteilt, hat der Unter- suchungsrichter de, Landgerichts Bayreuth den am 8. Rovember>929 gegen Sommerzienrat Heinrich Meußdörsser erlassenen Haftbefehl aufgehoben und die Rückgabe der geleisteten Sicherheit angeordnet. Koimnerzienralt Moußdörffer war seinerzeit unter dem Verdacht, seine Frau ermordet zu haben, verhaftet worden. Dann traten plötzlich zwei Arbeiter, darunter ein Nationalsozialist, auf, die sich der Tat beschuldigten. Di« Selbstbezichtigung schien aber nicht der Wahrheit zu entsprechen. Man ließ di« beiden wieder laufen. Nun enilcißt man auch den Kommerzienrat aus der Haft. Es scheint, als ob die bayerischen Behörden nicht mrstond« sind, die Tat aufzuNären. Oer Lseberall- Kandidat. Will er auch in Warschau abblihen? Warschau. 5. April.(TU.) Einige Morgenblätter verzeichnen das Gerücht, daß der War« schauer deutsche Gesandte Rauscher nicht mehr nach Warschau zurückkehren solle. An seiner Stelle wird u. a. als Kandidat für den Warschauer Gesandtcnposten der Reichstagsabgeordnete v. Lindeiner-Wildau genannt. So laßt Hugenberg in seiner„Nachlausgabe" die politische Lage darstellen, die durch seinen, wie Hitler ed bezeichnet,.schamlosen Ilmfall" geschaffen wurde. Mnderschlachten beim Königsbegräbnis Wie Abefsinien Zeoditu ehrt. Rom. 5. April. Die Leiche der verstorbenen Kaiserin Z e o d i t u von Abefsinien soll mit einem Prunk, der den ay europäischen Höfen bei weitem übertrifft, zur Grabstätte der abessinischen Herrscher übergeführt werden. Das ganze Land wird an der Trauerfeier teilnehmen. Man rechnet damit, daß nicht weniger als 50 000 Rinder in diesen Togen in Slbestinien geopfert werden. Krach im Regierungshause. (Fortsetzung von der 1. Seite.) leisten? Bevor die Deutschnationolen sich äußern töimten, müsse man die Gewißheit haben, wer von den Regierungsparteien hinter den Vorlagen der ReichsreAerung, besonders der Vorlage der Bier- steuer stehe. Rademacher ivandte sich dann den einzelnen Vorlagen zu, verlangte neuerdings«in Mantelgesetz, das die angekündigte Steuersenkung absolut sichere, und kündigte an, daß sllr seine Freunde einer der wesentlichsten Punkte die Einführung der Kopf st euer sei, die der ungesunden Ausgabenwirtschast in den Gemeinden ein Ende bereiten müßte. Die Gteuerdebaiie. Noch einer Rede des Kommunisten Neubauer, die die allgemeinen agitatordschen Phrasen enthielt, erklärte der Abg. C ol osser(Wp.), di« Wirtschaftspartei wende(ich die Vorlagen ansehen und dann entscheiden. Sie sei grundsätzlich bereit, an der Lösung der Finanzkrise mitzuarbeiten. An der Tlblehnung der Erhöhung der Biersteuer aber halte die Wirtschaftspartei durchaus fest, darin werde sie auch nicht wankend durch di« Erklärung des Reichssrnanzministers. Abg. Richlhosen(Dnat.): Auch für den Osten ist die Vierfroge ein« Lebensfrage. Wir lehnen deshalb aus ähnlichen Gründen wie die Bayerische Volk spart« die Erhöhung der Aiersteuer ab. Wir verlangen die Senkung der Einheitswerte zur steuerlichen Entlastung des Grundbesitzes. Abg. S y b el(Chr.-Natl. Bauernp.) schließt sich seinem Vorredner in der Ablehnung der Biersteuererhöhung an. Moldenhauer polemisiert gegen dm Deuischnationalm v. Richthofen, der ihm vorgeworfen'hatte, er beuge sich dem Diktat des Auslandes. Fischer(Dem.) Wir stehen vor einer ganz neuen politischen Situation, darum darf man die zutage getretenen Gegensätze nicht so tragisch nehmen. Auch die koalitionsmäßigen Re- gierungen haben solche Situationen überwinden müssen. Als die Bayerische Voltspartei 1925 für die Erhöhung der Biersteuer ge- stimmt hat, lagen die gleichen Argumente gegen die Steuer vor. Wir haben die spezielle Aufgabe, die Mittel zur Deckung des Defizits im Haushalt 1939 zu schaffen. Wir wollen aber nicht nur das Defizit decken, sondern eine gesunde Finanzrefonn vorbereiten mit durchgreifenden Sparmaßnahmen. Grundsätzlich stehen die Demo» traten hinter der Regierungserklärung und hinter den Vorlagen einschließlich der Biersteuererhöhung. kling(Bauernbuud) lehnt die Biersteuer ob. Durch eine Er- höhung der Umsatzsteuer wäre ein Ausgleich des Etats geschaffen. Die Wirkungen wären nicht so schlimm und nicht so einseitig wie bei der Biersteuer. Abg. Seil(Soz.): Di« Rede des Herrn horlacher hat starken Eindruck aus un» gemacht und die Schwierigkeiten der neuen Koaliliou ossea- bart. Die Sozialdemokratie hat sich auf die Viersteuer nicht festgelegt. Für sie war das Programm der Regierung immer etwas Einheitliches, aus dem kein so wichtiges Stück, wie die Arbeitslosen- oersicherung, herausgebrochen werden kann. Nachdem die wichkigsle Bokausjehung für unsere Haltung, die Sanierung der Arbeitslosen- Versicherung zerstört worden ist. hat die Sozialdemokratie völlig freie Hand. Es ist auch nicht richtig, daß die Deckungsvorschläge der Re- gierung der einzig mögliche Weg ist. den Fehlbetrag auszu- bringen, wir haben einen einmaligen Fehlbetrag und wir brauch«, infolgedessen auch nur eine einmalige Mehreinnahme. Dafür gibt es kein einfacheres, gerechteres und wirtschaftlich zweck- mäßigere» Mittel, als die Erhebung eines Zuschlag» zur Einkommensteuer. Diese Einnahmequelle ist notwendig, um zu verhindern, daß durch die neuen Deckungspläne eine einseitige Belastung der schwachen Bolkskretse entsteht. Nach weiteren Bemerkungen des Finanzministers Moldeyhrnier und des Abg. Horlacher von der Bayerischen Voltspartei wirb die allgemeine Debatte geschlossen. Stadtnot im Osten. Hilferuf gegen Schiel, s Ostprogramm. Breslau, 5. April. Der Magistrat der Stadt Breslau hat am Freitag eine Ent- schliehung gefaßt, in der mit Bestürzung davon Kenntnis ge- nomine« wivd. daß Breslau in dem Ost Programm der Reichsregierung nur in völlig unzureichender Weise be- rück ficht igt werden soll. Die Stadl sei um des Reiches willen in Not geraten und ohne Hilfe des Reiches sei der Niedergang der Stadl unanshallsam. Der Magistrat fordert auf wirtschaftlichem Gebiete die Fortdauer der Krisenfürsorg« und Reichs- Zuschüsse zu den erdrückenden sozialen Lasten der Stadt, zur Minderung der Arbestslosigkeit, namhafte Zuschüsse zu unbedingt notwendigen Straßen- und Brückenbauten, beschleunigten Ausbau der schlesischen Wasserstraßen usw. Auf kulturellem Gebiete werden namhafte Zuschüsse zum Ausbau der Universität und Technischen Hochschule, für das städtische Schulwesen und zur Erhaltimg der Theater verlangt. Oer Landtag vertagt. Zunächst bis 6. Mai. Der Preußische Landtag führte heute mit der Beratung des Abfchintte» Kunst die zweite Lesung des Etats des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Vokksbiidung zu Ende. Auf Antrag des Abgeordneten K ö n i g- Potsdam(Soz.) beschließt das Haus, die nicht angefochtenen Titel des Etats in der Einzelberatung im ganzen anzunehmen. Nach der Aus- spräche über die angefochtenen Titel vertagt sich der Landtag aus den K. Mai. Oachstuhlbrand in Lichtenberg. In der oecgcmgansn Nacht wund« die Feuerwehr nach der Türrschmidtstraße IS in Lichtenberg alarmiert, wo im Dachstuhl des rechten Seitenflügels aus noch unbekarnwer 11t jache Feuer ausgebrochen war. Der Dachstuhl wurde zum größten Teil ein Raub der Flaimnon. Die Lösch- und Ausräumungs- orboiten dauerten mehrere Stunden. Der Wasserschaden in den oberen Stockwerke« ist besonders stark. Der vertrag Mussolini- Schober ist der sogenannten Kammer in Slam zur Aatifizierurg vorgelegt worden. Der Nationalrat in Wien hat das längst erledigt. Der 6. März New Jork, Anfang April.(Eigenbericht.) Mit Verwunderung liest man die Berichte der europä- itchenkommunistlschenPresse über die A r b e i t s l o s e n- demonstrarion des 6. März in Amerika, die nach überein- stimmenden Feststellungen„alles bisher Dagewesene übertrofsen haben" sollen. Da wird dem leichtgläubigen europäischen Arbester und kommunistischen Gefolgsmann mit eiserner Stirn vor- erzählt, daß Amerika so etwas noch nie erlebt hat, daß in New- Port allein über eine halbe Million Arbeiter an den Kund- gebungen teilnahmen, daß 129 999 Arbeiter im Demonstrationszug« marschierten, daß die Demonstranten in Detroit Barrikaden er- richteten, daß vor dem Weißen Hause in Washington S9 999 Menschen ihrer kommunistischen Ueberzeugung lauten Ausdruck ver- liehen. So geht es spaltenlang in derselben Tonart wester. Die Koinnninisten haben niemals die Parole Wahrheit auf ihr Banner geschrieben und sich, wenn ihnen aus die Finger geklopft wurde, mit der zynischen Feststellung auszureden versucht, daß der Zweck die Mittel heilige. So wird es auch diesmal sein, nachdem man bewußt die Gedankengänge der europäischen Gefolgsmänner über die amerikanische Entwicklung irregeführt und ihnen ein Bild vorgezeichnei hat, das vom ersten bis zum letzten Worte eine bewußte und beabsichtigte Fälschung darstellt. In Wirk- lichkeit war hier der 6. März trotz aller kommunistischen Schreierei ein lag, an dem wie üblich gearbeilek wurde. kurz ein Tag, an den man nicht inehr zuriick denken würde, wenn ihm die amerikanisch« Riesenpresse in wilder Sensations- jagd nicht Tage vorher einen flannnenden Anstrich gegeben und damit eine geistige Atmosphäre geschaffen hätte, di« in manchen Kreisen einer ausgesprochenen Psychose gleichkam. Wenn der S. März interessant war, so nur deshalb, weil er wieder einmal den Beweis lieferte, was in unsicheren Zeiten eine außer Rand und Band geratene Presse und«ine Handvoll wilder Schreier in der Geistesverfassung einer Nation auszurichten vermögen. Die so kaut ausposaunt« Demonstration auf dem Union- Square war eine Affäre, die außerordentlich gemüt- lich verlief und bei der einige 49 kommunistische Redner sich nach Herzenslust die Kehlen vor«inigen Tausenden begeisterter Gesin- nungsgenossen und etwa 25 999 amüsierten und sensationslüsternen Zuschauern ousschreien tonnten. Die aufgebotenen Polizei- Mannschaften hielten sich besonders im Hintergrunde und ließen die Koemmj nisten reden, was ihnen beliebt«. Kurz, der 6. März drohte ergebnislos im Rauchfang aufzugehen und das war etwas, was den kommunistischen Führern, den Fostcrs, Minors, Amters und anderen, nicht in den Kram paßt«. Kommt, noch hin- zu, daß man bei friedlichem Ende der Demonstrationen gepfefferte Borwürs« der Moskauer Chefs befürchten mußt«, so kann man sich vorstellen, mit welchem Bangen di« Führer dem anscheinend ruhigen Ende der Veranstaltung entgegensahen. Gerade deshalb grissen sie Gandhi in Dandi. Am Sonntag sott Salzgewinnung beginnen. Bombay, Z. April. Wie aus ÄÄalpur gemeldet wird, wurde Gandhi und seinen Begleitern bei ihrem Emtressen ein recht warmer Empfang von der Bevölkeruug bereitet. Gandhi richtete nach seiner Ankunft eine Ansprache an«ine etwa 4999köpfige Menge, die er zur Unterstützung der allgemeinen Gehorsamsoenveigerung aufsordert«. Die Nacht ver- brachte er nicht weit von seinem Ziele, Dandi, entfernt. Im Bezirk Dandi sollen 159 Polizeibeamte stationiert worden sein, die wahrscheinlich die Verhaftung Gandhis und seiner Begleiter in dem Augenblick vornehmen werden, in dem sie die ungesetzliche Salz- gewinnung aufnehmen. Es besteht aber andererseits auch die Mög- lichkeit, daß di« Regierung die Versuche Gandhis zur Salzgewinnung aus dem Meer als sinnlos und kindisch betrachtet und von seiner Verhaftung absteht. Mit der Ausnahm« der Salzgewinnung am Sonnlag durch Gandhi soll gleichzeitig in ollen Teilen Indiens die allgemein« Gehorsamsoerweigerung einsetzen. Der nationalistische Bürgermeister von Kalkutta, Gupta, hat die Bevölkerung Kalkuttas zu einem Generalstreik zur Unterstützung der allgemeinen Gehorsams- Verweigerung ausgefordert. Ltnierschlagungen bei einer Gtadikaffe. Stadttassenrendant Hoffmann in Königswusierhausen verhastet. Wegen Amtsunterschlagungen wurde der Stodtkassenrendam. Rentmoister Friedrich Hoffmann, in Königswuster- hausen, oerhastet. Als vor kurzem eine außerordentliche Revision der Stadtkasse in Kö nigswus te rhaus en bevorstand, suchte der Stadt- lasse nrendont Hossmann den Bürgermeister Wenzel aus und gestand ein,«inen Betrag von 6399 Mark aus der Kasse entnommen zu haben. Der Fehlbetrag wurde sofort mit Hilfe von Verwandten gedeckt. Borgestern wurde nun eine gründliche Revision der Stadtkasse vorgenommen, und die Revisionsbeamten stellten fest. daß Hosftnann fest dem Jahre 1925 weitere 19999 Mark unter- schlagen hatte. Hosftnann gab diese Verfehlungen zu und wurde in Hast genommen. Inzwischen hat er für die Stadt eine Siche- rungShypothek von 25 999 Mark auf sein in KLNigswusterhausen gelegenes Mietgrundstück eintragen lassen. Dem Vernehmen nach soll sich herausgestellt haben, daß fest 1915 kein« Revision der Stadt- lasse durch die Girozentrole vorgenommen worden war, sondern daß die laufenden Revisionen vom Bürgermeister allein gemacht worden waren. Mit Stuhlbeinen und Tischbeinen. Wie sich Kommunisten und Nazis zu überzeugen suchen. Nauen. 5. April. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei hielt am Freitag abend im Homburger Hof ein« öfsenllich« Versammlung ab, bei deren Schluß es zu stürmischen Zwischenfällen zwischen Kommuni st en und Nationalsoziali st en kam. Stuhlbeine und Tischbeine spielten dabei eine nicht unerheblich« Roll«. Zwei Kommunisten und«in Ratio- n a l s o z i a l i st wurden erheblich verletzt. Der National- sozialist Hai Stichwunden erhalten und mußte im K.ankcuhous aufgenommen werden. Durch das Dazwischentreten der Nauener in New ssork. zur Provokation und forderten die Anwesenden ohne erficht- lichen Grund und trotz der entHSgentommenden Haltung des New- Yorker Polizeichess Whalen auf, sich entgegen dem strikten Polizei- verbot im geschlossenen Zuge zum Radhous zu begeben. Jetzt kam alles, wie es kommen mußte. Di« Polizei, ohne überhaupt erst die Bildung eines Zuges abzuwarten, stürzte sich aus die geballten Mens che« Massen— in chrer überwältigenden Mehrzahl harmlose Zuschauer, die sich einen Kommunisten mal von nahem anschauen wollten— und begannen sie auseinanderzutreiben. Pferde wurden gegen die fliehen- den Menschen getrieben. Knüppel geschwungen, aber kein ein- ziger Schuß fiel. Gerade das ist es ja. was so heftig« Ent- riistung gegen die Polizei heraufbeschworen hat und sogar in der rechtsbürgerlichen Presse zu scharfen Vorwürfen gegen die verant- wortlichen Stellen führte. Anstatt den an einem Demonstrations- zuge uninteressierten Zuschauen, erst einmal die Gelegenheit zu geben, den Platz zu räumen, spielte die von der Massenhysteri« gleichfalls erfaßt« Polizei den Kommunisten direkt in die Hände und gab ihnen so die Gelegenheit, sich vor ihren Moskauer Herren, die die wahre Lag« in Amerika sehr genau kennen, als absolut zuverlässig zu beireisen. Das ist der Hintergrund der in den kommunistischen Blättern mit lebhasten Farben geschilderten Demonstrationszüge, des„Sieges- morsches" der Kommunisten, der eingedrückten Polizeiketten, der 25 999 Mamt starten Polizeiarmee, der knatternden Maschinen- gewehre und der erbitterten Straßenschlacht bis in die späten Abend- stunden. ver New-Jorker Zusammenstoß dauerte ganze zehn Minute- nnd dann war der Platz leer. Was zurückblieb, waren zersetzte Demonstrattonsplakate, ein halbes Dutzend ernstlich, aber nicht kritisch oerletzte Demonstranten und Poliztsten und— di« komm unistische« Führer, die noch vor Ausbruch der Prügelei spurlos verschwunden waren und später vor dem Rathaus« verhaftet wurden, als sie gerade aus einem Auto stiegen. Die Herren hatten es vorgezogen, den Schauplatz allein zu verlassen und in einsamer Größe die Ankunft ihrer Heerscharen vor dem Rathaus« abzuwarten. Eine sofortige Berhasttmg machte diesem Idyll«in rasches und keinessalls un- verdientes Ende.. Es ist i m m e r d i e s« l b e M e t h o d e, mit der auch diesmal die Massen der gangen Well über die wirkliche Lage in Amerika getäuscht werden sollen. Man erweckt mit der Bewußtheit eines Pabanque-Spielers 5)ofsnui,geti auf revolutionäre Massenbewegungen in Amerika, die in den tatsächlichen Verhältnissen keinerlei Rechtserttgung finden, und lacht sich spitzbübisch ins Faust- che«, wie die den kommunistischen Phrasen nachlaufenden Gläubigen von einer Enttäuschung zur anderen wandern. Kommunistische Politik und kommunistisches Verantwortungsgefühl find sich in allen Teilen der Welt gleich. Polizei utid des Ueberfalltommandos wurden wsiter« Zwifchern fäll« vermieden. Tischbeine, Stuhlbein«, Stahlruten, Schlagringe. Messer, Dolche, Revolver, das sind immer noch di« einzigen Mittel, mit denen Nazi» und Kommunisten zu arbeiten oerstehen. Wieder ein Schimpfbold verurteilt. 000 Mar? Geldstrafe. Köln, 5. April.(Eigeuixrricht.) ver vecaMwortliche Redakteur des„Westdeutschen Beobachters", fflroh«, rn Köln, wurde am Freitag nach zehnstündiger Sitzung vom Kölner Schöffengericht wegen öffentlicher Beleidigung des fiüheren preußischen Iimennmristers Grzestnstt zu 1999 M. Geldstrafe verurteilt. Der Mitangeklagte Freiherr von Elg, der wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz vor den Schössen stand, wurde mangels hinreichender Beweis« sreigosprochen. Zerstörer mit Schnellzugstempo. Italiener stellen neuen Weltrekord auf. Rom. L. April. Der italienische Torpedobootszerstorer„Nicoloso da Recco" hat einen Wettschnelligkeitsrekord aufgestellt, in dem er bei seiner Probefahrt 76,77 Kilometer in der Stunde zurückgelegt hat. Mit dieser G«schwindizk«lt hat er den Rekord gebrochen, der von 0em französischen Torpedobootsjäger„Verdun" mit 75 Kilometer aufgestellt und kurz darauf von einem amerikanischen Kriegsschiff überboten worden war. Arbeiter rettet einen Lebensmüden. In der Nacht zum Sonnabend gegen ilt4 Uhr sprang von der Eisernen Brücke«in bis jetzt unbekannter, etoa 25 Jahre alter Mann in selbstmörderischer Absicht in die Spree. Auf sein« Hilferufe«Ate der 39 Jahne alte Arbeiter Gustav Lehmann, Monbijouplotz 19 wohnhaft, herbei und sprang dem Lebensmüden nach, den er unter eigener Lebensgesahr aus dem Wasser holte. Der bewußtlos gewordene Selbstmörder wurde in die CharstS in der Ziegelstraße gebracht, wo man ihn wieder ins Leben zurückrief. Auf dem Potsdamer Platz überfahren. Der 52 Jahr« aste Ministerial- und Geheime Oberregierungs- rat Dr. Walter P a u l y, der im Ministerium für Volkswolstsahrt beschäftigt ist und in Schlachtensee, Albrechfftr. 58, wohnt, wurde heute vormittag, als er den Potsdamer Platz überschritt, durch einen Straßenbahnwagen der Linie 76 angefahren und zu Boden geschleudert. Man brachte den Verunglückten nach der Rettungs- stelle 2 in der Eichhornstraße, wo man erhebliche Kops- Verletzungen feststellte und ihm di« ersten Verbände anlegte- dann erfolgt« seine Uebersührung nach der Wohnung. Georg Fucho-Lraunschweig gestorben. Der politisch« R.'dat!«ur des sozialdemokratischen„Braunschweiger Volkssreund". Genosse G«org Fuchs, ist am Freitag nach längerem Krankenlager im 45. Lebensjahre gestorben. Fuchs litt an Leberkrebs. Ein« Opera- tion konnte ihm keine Hilfe mehr bringen, da das Leiben z u spät entdeckt worden war. Fuchs, der feit 1996 in der Sozialdemo- krati« organisiert war, gehörte der Redaktion deg Braunschwciger Blattes seit 1923 an. Die Partei hatte ihm 1928 den Posten eines unbesoldeten Stadtrats übertrogen. Vorher war Genosse Fuchs Redakteur in Magdeburg. Oer Mord vor der Scheidung. Lecchini und die Tragödie der Verlinerin. Locarno, 5. April. Der vo« Lugano nach hier übergeführke Lulgi Cccchini, der seine Frau in der Nähe von Locarno erschossen hatte, behauptete bei seiner Vernehmung, die Tat während eines Streites ver- übt zu haben. Diese Angabe steht im Widerspruch mit den Aussagen von 5rau Dr. Koppel, der Mutetr des Opfers, nach deren Meinung der Täter mit Vorbedacht gehandelt habe. Man hat bei diesem einen Brief an die italienischen Behörden in Domodossola gefunden, in dem er von der Absicht spricht, die Grenze zu überschreiten, um durch die italienischen statt durch die schweizerischen Behörden abgeurteilt zu werden. Die h o ch z e i l Eecchims hatte erst im November vorigen Zahres in Florenz stattgefunden. Bereits kurze Zeit daraus verlieh Frau Cecchini ihren Mann und kehrte zu ihren Eltern nach Berlin zurück. Eecchini folgte ihr dorthin nach und mochte hier seiner Frau Andeutungen über Selbstmordabsichtcn, um sie von ihrem Entschluß zur Ehescheidung abzubringen. Das gelang ihm indessen nicht. Frau Eecchini war vor vier Tagen in Locarno eingetroffen und hatte ihrer Mutter mitgeteilt, sie beab- sichtige, sich scheiden zu lassen. Die Hochzeitsreifenden sind wieder da! Das Verschwinden des jungen Ehepaares Kappelt aus Bsrlin-Moabit hat eine harmlose Aufklärung gefunden. Wie wir mitteillen, hatte das junge Paar, das in einem kleinen Opelwagen seine Hochzeitsreise machte, das letzte Lebenszeichen am LS. vorigen Monats in einer an ihre Angehörigen gerichteten Gruß- karte aus Herblingen gegeben. Heute mittag fuhr das junge Paar wohlbehalten vor der Wohnung der Eltern der Frau in Alt- Moabit Zttb vor. Die Mutter der Frau erlitt bei der Nachricht von der Ankunft ihres Kindes einen Nervenanfall. Nach den bis- herigen Ermittelungen hatte das junge Paar feine Reiseroute plötz- lich geändert, ohne den Angehörigen davon Mit- teilung zu machen. Die Eltern, die Polizei und die gesamte Presie wurden also in Aufregung versetzt, weil ein junges Ehepaar es zehn Tage lang offenbar nicht für nötig hielt, ein Lebens- zeichen von sich, zu geben._ „Oas Mädel aus LlGA." Atrium. Ein kleiner Racker, der aus der höheren Schul« geworfen Ist, gibt sich als millionenschweres Mädel aus USA. aus. Und während das Mädel flott drauflosfchwindclt, wird es von seinem Vater, eiwm echten amerikanischen Millionär, fieberhaft gesucht. Aber bevor er seine Tochter findet, erleben sie und eine Perle noch erst die eigentümlichsten und ulkigsten Schicksale. Karl Lamac, dieser Me Lustspielregissenr, ist auch diesmal wieder mit ansteckender Frvhfenme am Werk. Seine Einfälle sind zivar durchaus nicht immer neu, aber er bringt sie alle so reizvoll und wirkungsvoll an, daß man sich selbst über allzu gute Bekonnte nicht ärgert. Er versteht es eben, leichteste Unterhaltungsware geschmackvoll darzubieten. Anny Ondra ist ein quicklebendiges, gelenkiges, schön ge- bautes Mädel, das wirklich den Schelm im Nacken hat. Da auch ,all« übrigen Darsteller sich redliche Mühe geben, fand der Film bei der Uraufführung ein begeistertes Publikum. Ein Lola-Kreutzberg-Film aber enttäuschte arg. Di« sonst so geschult sehende Expeditionsphotographie bringt Bild fetzen von einer Gesellschaftsreise, die durch viele Länder führte. Wenn nwn jedoch von all« den berühntten Stätten in Athen, Konswntinopöl, Kairo und Jerusalem nicht mehr bringen will, dann soll man die für ein Postkarte nbild unbedingt störende Bewegung vermeiden und dem Film nicht die für ihn untragbaren Ausgaben eines Stehbildes aufbürden._ e. b. Theater der Woche. Vom«. bis-14. April. Volksbühne. Ibteiet am Aölatwlafc: Das Lied von Sobokcn. 13., UH Übt: Ziumich« Ali Mit«BerKier ffuntowbcfttt). Skaalslheaker. Staat«»er Vater den Li»de»: 6. WaMre. 7. Traviaio. 8. Eewatler!». ';aio«i. 9 Mellierlinaer. 10. Macht des Schicksals. U. Schevanda. der ?ntcslaiikvf«iler. IZ. Borbier von Sevilla. 1Z. Sloseniavalier. 14. Tosco. l'nMtoprr am tllafl der Bevvblit: 6. Carmen. 7. Der fliegende Holländer. ■i. Salome.«.«eben de, Orest. 1». Verkauft- Braut. 11.. IZ. gauberflitte. gldelia. 14. Heimliche Ehe._„ Stichttfch« vorri 6., 11. Maschinist Sovkln«. 7. Susiiae Weiber. 8. Riav- letio. 9. Buttern». 10., 18. Do« Giovanni. 12. Entkithruug aus dem Serail. 14. Maskenball» Schauspielban» am Geadarmenmarkt! 8.. 9.. 13.; Liebes Luft und Leid. 7. Friedrich von Ssmbuea. 8. Wallenlnins Tod. 10. Web' dem. der lllat. U., 14. Peer Svirt. 12. Guten Moraen,»tri ffiMter. Das liest der Sand- werter. Schiller-Cdeat er: 19., 13., 14. Der G'mi Ifenswurm. 7., 9. Das ssrledens. fest. 8.» l«. Boubouroch«—«eorae Dandln. U. Morian Gruer. Theater mit festem Spielplan. Deutsch« rbeoter: Der tlaiser von Amerika.— Kammerspiele: Die lieb? Teil, bin.— Die«ornSdi»! Die arrotur.- Tdeat«, am R-llendorsvlod! Der Streit um den Serqeanten«rrscha. 6.. UH Ilbr: TanRnaten-e.- ttomiMen- Meine Schwester und ich.— Grestes Scha-solelh-n»: Die 3 Musketiere.— Tbeater b« Westens, Das Land de, Lächelns.— Metesvel-Tbeater: Der Bettel- itutent.— ft» misch« Over: Majestät lästt bitten.—«ustsptelda»»: Gesätäst mit Amerika. � Tbeater in der«ebreustr. 53—54;... Vater sein, daaeaen sebrl— A-Iiden,. Tbeater: Elsriek«.— Deutsch««iustler.Tbeater: Eer Avveal.— Der- liaer Tbeater-«ins. mvel, drei und Souper.— Die TeibSne:..Er".—»leine« Tbeater: Madam« bat Ausaana.— Walla«r.Z»«ate,: 5 2lS kgrauen in Doli— Walballa-Dfcatefi«chwarmvaldmädel.—«afiat-TVatet; Der wabrr Jakob.— Tbetcr in b«t»lsiterstrab«: Bismarcks Entlailuna.— Wiatera-eten, Biarn, Skala: internationale, Bariete.—«eichsbollen-Tbeater: Stettinrr Sänacr.— Tbeater am»ottdaii« Tor: Elite-Säitmr. Theater mit wechselndem Spielplan. Tbcttte, In der«trcsemannstrab«: Bis 8. Brülle. Cbilta! Ab 9. Der Wald.- Lesiina-Dbentrr: 6. Haus Dani«Ii.«b 7. gtamme.— Roie-Tbester: Bis ll. Di» oold'n« Meisterin. Ad 12. slhrr Svbeit die Tämcrin.— Gblost. »ark'Tbeater Steali»! Bis 10. Schneid« Bibbel. Ad 11. Liebe auf den 2. Blick. Aachmillagsvorstellungen: BoUsbubite. Tbeater am Bülawpiai-:«. Das Gerücht.—»ufsts Schau- spiel bau«; 6.. 13. Die 8 Rusketicrc.- Tbeater de» Westen», 13. Wiener blut— Metropol-TIteaUr:]/., uvi Uhr: Friederike! 17 116t: Die Meder- maus.- Thea!« in der Bebrenstvab« 53-54: 13.... Vater sew. ba-tea-i' sebrl- Tbeater In drr»lostrrstr-b«! S. Aschbrädcl. 12..» Der«stiefelte Noter und da, Ost-rb-izchkn 8.. 17 Ubr: Der S«rer. 13.. 17 Ubr: St» Büchs. ber Vandvra.— Schlofwarl-Tbe-ter St«al!8: 0. Mi«,-««er Adler o»n TIrvI. Winteraartevt 12.. 18. internationale««ortet«.-«080.«tala: intrt. aationale, Barl«'«.— Reichsdallep.rbeate», 13. Stettmcr Sanaer.— Tbeater am«vttbuiser To«: I.. 1». Elite-SSnaer. Erstaufführungen der Woche: «ontaa. Le ff in«. Tbeater: Mamme.— Mittwoch. Tbeater r« dir Strefemannftralle: Der Waid lMoskauer Staat»'b»aterl.— Dounerstaa. Städtische O v« r: Don Giovanni, greitaa. � S ch l 0 8> »arl. Tbeater: Liebe auf den«weiten Blick.—«annab«nd. Rvs«» Tbeater: Jbre Hobeit die räntun. Die polnische Kunstausstellung in Berlin, die als Gegenstück zu der vorjährigen deutschen Kunstausstelluna in Warschau im April eröffnet werden sollte, ist auf unbestimmt« Jett verschoben worden. Oer Anschlag auf die Ziepublikoper. Zum bürgerlichen Vorstoß im Landtag. Die bürgerlichen Fraktionen des Landtags haben sich zu einer neuen Attacke gegen die Republikoper zusammengetan. Ju einem Angriff diesmal, der geradewegs nach ihrer Existenz zielt. Oder eigentlich nicht geradewegs; man will aufs Ganze gehen, aber man wagt noch nicht, es offen zu tun. Der vom Zentrum, den Demo- traten, der Deutschen Volkspartei, der Wirtschaftspartei und den Deutschnationalen unterzeichnet« Antrag(der im gestrigen„Abend" aus Grund telephonischer Uebermittelung ungenau wiedergegeben war) fordert, daß der Zuschuß der Landesbühnenorganisation von 1,2 aus 1V Mill. Mark erhöht werde; dieser Vertag sei im Etat der Berliner Staatscheater zu ersparen, und zwar sei die entsprechend« Kürzung bei den Ausgaben der Republikoper vorzunehmen. Diesem sonderbaren Antrag, der freilich nicht ganz unerwartet kommt, ist Gen. König in der gestrigen Landtagsdebatte mtt aller wünschenswerten Bestimmtheit entgegengetreten, und er hat mtt notwendigen Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Schließung der Republikoper, auf die es abgesehen ist, keinesfalls in Frag« kommen darf. Dt« Republikoper darf uns nicht genommen werden: das ist hier so oft gesagt und begründet worden, daß es im Augenblick nicht wiederholt zu werden braucht. Erst« und einzige Theater- schöpsung des republikanischen Staates, stärkstes Aktwum in einem Jahrzehnt staatlicher Theaterpolitik, so ist sie an dieser Stelle ge- kennzeichnet worden. Wir wissen längst, daß es keine sachlichen Argument« gibt, mit denen dies« Oper, die best« Oper Berlins, be- kämpft wird: wir wissen, daß«s nur politische Antipathien, kultur- reaktionäre Vorurtel« sind, die sich immer wieder mit solcher Ver- bissenheit gegen ihren Bestand richten. Nein, der Antrag der bürgerlichen Fraktionen kommt nicht un- erwartet, er war durch den Vorstoß, den sie schon vor einem Monat im Hauptausschuß unternommen haben, geschickt vorbereitet. Be- sremdlich, ungewöhnlich ist die Art des Vorgehens, zu der sie sich nun entschlossen haben. Für einen bestimmten Zweck soll ein Betrag von 600 000 Mark freigemacht, also an einer andeern Stelle des Etats erspart werden: warum überläßt man nicht dem verantwort- lichen Ministerium, die Stelle zu suchen und zu finden, an der das Geld sich einsparen ließe. Die Rot der Landesbühnen ist groß, und der Wunsch ist berechtigt, dieser Not durch Erhöhung der staatlichen Zuschüsse zu steuern. Man sollte doch erst die Frage prüfen, ob es nicht möglich wäre, aus dem Gesamtetat der vier Staatscheater bei zweckmäßiger Umorganisierung, und das könnte selbstverständlich nicht von heut« auf morgen geschehen, die gedacht« Summe heraus- zunehmen. Unverständlich, warum das innerhalb eines einzigen unter vier Theaterbetrieben geleistet werden soll, und gerade in dem Opernbetrieb, der ohnehin schon auf dem Grundsatz möglichster Sparsamkeit ausgebaut ist. Die Unklarheit des Spiels, das da ge- trieben wird, ist allzu durchsichtig. Und obendrein muß jedem, der die Verhältnisse kennt,— müssen wir solche Kenntnis bei den Antrag- stellern nicht voraussetzen?— ohne weiteres klar sein, daß der Antrag in der Tat völlig undurchführbar ist. Das Geschäftsjahr des staatlichen Haushalts beginnt jetzt zu laufen: folgerichtig müßten die geforderten Ersparnisse innerhalb dieses Geschäftsjahres erzielt werden. Das ist unter allen Umständen umnöglich. Das Opernjahr, in dem wir uns befinden, endet im Herbst, und die laufenden Verträge müssen eingehallen werden. Aber der verantwortlich« Leiter der Staatsopern, Generalintendant Tieften, verstünde sich schlecht aus die Pflichten und Aufgaben seines Amtes, wenn er im April noch nicht für die nächst« Saison vor- gesorgt hätte. Soweit nicht mehrjährig« Bindungen vorliegen, ist es selbstverständlich, daß zumindest für die Saison 1930/31 all« Dispositionen getroffen sein müssen, und das heißt, daß ein« so plötz- liche Kürzung des Etats an der Erfüllung vorliegender Verträge schottern müßte. Mit Recht hat serner Gen. König an den Vertrag erinnert, durch den auf lange Jahr« hinaus der Volksbühne das Recht zusteht, auf die Fortsetzung des Opernbetnebes im Theater am Platz der Republik zu bestehen. Der Staat könnte sich dieser Ver- pflichtung auch weiterhin nicht entziehen,— der Verpslichtung, in diesem Hause weiterhin Opernvorstellungen zu geben, deren künstle- risches Gesamtniveau eines Staatstheaters würdig ist. Ob dieses Niveau gewahrt bleiben tonn, wenn dl« Ausgaben um mehr als«ine halb« Million gesenkt werden, das ist ein« Frage, die ohne Zweifel über die Zuständigkett der Landtagssraktionen hinausgeht. Di« Kampffront gegen die Republikoper reicht von den Deutsch- nationalen bis zu den Demokraten. Das ist ein peinlicher Anblick. Haben die bürgerlichen Regierungsparteien das Intrigenspiel nicht durchschaut, in das sie sich da haben verstricken lassen? Es ist schwer verständlich, daß sie sich dazu hergeben, den Kampf gegen die Existenz eines Instituts mitzumachen, das die Aufgabe sozialer Kunstpslege, diese höchste künstlerische Aufgabe des Volksstaates, vorbildlich er- füllt— vorbildlich nicht nur nach unserer Meinung, fondern auch nach dem Urteil ihrer eigenen Presse. Es ist unverständlich, daß die Demokraten ihre eigen« liberale Tradttivn verleugnen und einem künstlerischen Unternehmen ans Leben gehen, das den künstlerischen Forftchritt pflegt. Sind in ihr Fraktionszimmer nicht die Stimmen der Empörung gedrungen, die sich aller Geistigen, aller Forftchritt- lichen bemächtigt hat und nicht zur Ruhe kommt, seit dl« reaktionäre Opposition ihren Feldzug gegen die Republikoper eröffnet hat? Der bürgerliche Anttag ist undurchführbar. Er sagt nicht aus, was er wirklich meint. Wer das, was mit ihm nur gemeint sein kann, das ist, nicht allein von unserem Standpunkt, unannehmbar: die Schließung der Republikoper. Einstweilen wird ihr durch diesen unvernünstigen Schritt moralischer Schaden zugefügt. Die 600 000 Mark, die für die La-ndesb ühnenorgmü sation gebraucht werden, und noch viel mehr ließen sich leicht ersparen, wenn der Weg beschritten würde, der hier schon vor Monaten als der einzig gangbare empfohlen worden ist: Zusammenlegung der Lindenoper mtt der Staatsoper. Die republikanischen Parteien sollten sich endlich fragen, ob in der Tat der preußische Staat, in derselben Weise wie einst der König von Preußen, verpflichtet sei, zu seiner Repräsen- tation eine kostspielige Luxusoper zu unterlMten, und ob es nicht heute vielmehr die Stadt Berlin ist, der in Berlin solche Repräsen- tationspflicht vor allem obliegt. Wenn die bevorstehenden Ver- Handlungen zwischen Staat und Stadt in diesem Sinne geführt werden, vielleicht unter Veteiligung'des Reiches, dann werden wir endlich nicht mehr nötig haben, ein Kunstinstitut zu verteidigen, das seine Ilnentbehrtichkett für den preußischen Staat unwiderleglich be- wiesen hat: die Republikoper. Klaus Pringsheim. „Brülle, China!" Zweite Aufführung des Meyerhold-Theaters. Tretjakows Schauspiel wurde uns— in neun wirksame Bicher zergliedert— zum starten Erlebnis. Vorweggenommen soll werden, daß es sich hier um ein Buhnenwert handelt, dem der Vorzug schlagender, mitreißender Tendenz irgendwie zum Nachteil wird. Unwahrscheinlich tief gähnt die Kluft, die hier das Gute(die Knechte) vom Bösen(den Herren) trennt. Wie immer, wenn wir urteilen müssen, sei auch hie? unser« erste Pflicht das Verstehen. Wir müsien die Well begreifen, in der Meyerhochs Kunst wurde und aufwuchs. Ein« Kunst, die innerhalb der Mauern des Sowjet- ftaates groß wurde unter jener Regierung der Meichhett, die keine Gleichheit kennt. Ein« Kunst, dl« Freiheit und Befreiung propagiert, weil hinter ihr horchende Häscher stehen..Natürlich soll und würde die Kunst Meyerholds auch sonst revolutionäre Kunst sein, denn er ist ein revolutionärer Mensch. Wer das neu« Theater mußte seine Entwicklung im Gewaltmarsch vollbringen und durfte nicht bei Zwischenstadien liebevoll verweilen. Diese Kunst, diese tendenziöse, krasse und im Sinne des Wortes„ein'-seiftge Kunst muß widerhallen und sich auf die Brust schlagen und ihre Ehrkichkett beteuern. Denn so erfordert es drüben dos tyrannische System der Freiheit. Diese vorausgeschickte Tatsache ist die Schattenseite Meyerhold- sehen Theaters. Dafür kann er jedoch nichts, denn er mußte unter der Diktatur der Freiheit schaffen und hatte nur einen Weg offen: Die Tendenz. Seine Kämst aber ist unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit (Hörigkeit). Sie ist ein geniale», selbstgewähltes System: ein« Art Gesamterziehung des Ausdrucks. Ausdruck wieder im eigensten Sinne genommen. Er zieht und züchtet alle Mittel und Möglich- leiten des Schoufpielerkörpers heran, um sein« mimische Aktions- kraft zu erhöhen. Diese Kunst ist im gewissen Sinn« eine Umkchrung der.bisher bekannten: Nicht die Mimik ergänzt das Wort, sondern das Wort ist die letzte Glättung des Körperfpieles. Meyerhold ist ein großer FormbiStner der Bühne, ein Erweiterer und Erforscher der Welt des Schauspieler». Ein Psychologe der Bewegung. „Brülle E h i n a l", das uns im Theater in der Stresemann- straße gezeigt wurde, ist das Drama der getretenen Lasttiere Chinas, der Kulis. Ein Kriegsschiff liegt im Hasen von Van Sjan. Ein Kapitän, ein Offizier, Herren des Hafens und der Menschen. Ein Geschäftsmann ist mit Frau und Tochter da und verhandelt mit Hole, dem Händler, über ein Ledergeschäst, das nicht zustand« kommt. Hole verläßt das Schiff, soll an Land gerudert werden, weigert sich jedoch, dem Ruderkuli den verlangten Preis zu zahlen. Ein Streit entsteht, Hole stürzt ins Wasser, ertrinkt. Der Kapitän des Kanonen- bootes fordert Auslieferung des vermeintlichen Mörders, der ge- flohen ist. Er fordert das Leben zweier Kulis für das Leben Hole». Die Kukis losen die zum Tode bestimmten unter sich aus. Di« zwei werden hingerichtet. Di« Erbitterung ob der Willkür und Un- erhitttichkeit der Mächtigen ergreist di« Herzen dieser Rechtlosen und der Gedanke an ein sreies China erwacht in ihnen und vereint sich. Das Bühnenbild, die Kommandobrücke des Kanonenbootes mit dem Hafen davor ftt klar, einfach und wirksam. Die Szenen wirken In ihrer malerischen Einheitlichkeit traumhaft schön. Es wird nissisch gespielt, aber da» Wesentliche wird von allen verstanden, denn wie gesagt, ist das Wort nicht Hauptmittel des Ausdrucks. Die Schauspieler können nur gemeinsam gelobt werden, da man nicht sagen könnte, dieser sei gut. jener besser gewesen. Alle waren gut, geformt nach Meyerhows Idee. Ein großer, verdienter Erfolg. Aletesacker von Sacber-Masoch. Ltm den Kopf der Nefreieie. Die Verhandlungen, die seit Jahren zwischen der preußischen und der ägyptischen Regierung wegen Rückgabe de» im Berliner Reuen Museum befindlichen Kopfes der Königin Refretete geführt werden, sollen jetzt zum Abschluß kommen. Der Kopf der Refretete geht nach Aegypten und die ägyptische Regierung liefert dafür zwei wertvolle Bildwerke aus dem Museum zu Kairo: eins aus d� Pyramidenzeit und eins aus der Zeit des Reuen Reichs. Meyerholds Tee. Führende Persönlichkeiten der Bertiner Theaterwell luden die Vertreter der Press« zu einem Begrüßungstee zu Ehren des Mos- kouer Staatscheaterleiters Meyerhold in das Hotel Ruffischer Hof. Victor Barnowski würdigte in einer Ansprache Meyerholds Verdienste um die Entwicklung des neuen Theaters und verhehlte nicht, daß er—. hier glaub« er für die deutsche Oeffenklichkett zu sprechen— erstaunt sei über di« Wahl des ersten Stückes, Gogols „Revftor*. Man habe Neues, Grundsätzliches erwartet. Auch was die Auswahl der zur Ausführung gelangenden Stücke angeht. Meyerhold antwortete ii» deutscher Sprache, di« er nicht so voll- kommen beherrscht, um diplomatische Uinschweise, Floskeln und Rede- Wendungen gebrauchen zu können. Daher geschah das Erstaunliche, daß bei einem Berliner offiziellen Begvüßungstee eine Rede gehalten wurde, die nicht bemüht war. mit vielen und schönen Worten nichts zu sagen, sondern daß ein einfacher, etwas gebeugter, grauhaariger Mensch aufstand und seiner Empörung, die er der Berliner Kritik gegenüber empfand, mit erfrischender Uiftachlichkeit Lust mochte. Der Mensch, dieser Russe Meyerhold, sprach nicht wie ein Schauspieler, fondern wie ein Mensch. Meyerhold wollte in seinem Gastspiel Entwicklung zeigen. Entwicklung beginnt mit der niedersten Stufe.' Er hat hier nicht die Mittel zur Verfügung, die ihm Moskau bühnentechnisch bietet. Er ist In der Fremde. Er spielt vor einem fremden Publikum, das«r nicht kennt. Er hat jahrelang im Dienste einer uns mchegreislichen Welt gearbeitet. Ader wenn man ihn ansieht, dann weiß man, daß er ehrkch gearbeitet hat. Er ftt unsei Gast. Versuchen wir, gastfreundlich zu sein. v. Saclier-Masoch. Eis»ß-coIhriag!sche Voltebühne Berlin. Die durch Ihre eNSlsilchen Dialekt- Aulsührmigen in Bc-lin bekannte.ElsaK-Loihrinftische Bolksblibne Berlin" wird am S. April. 1b Ubr, im Berliner Theater den dreiokrigrn Schwank»D'r Cujlibüä" von Gustav Steikkops zur Auffübrung brinarn. Karlen zu 5, 4.» und 2 Mark im Varverkaus in der GeschSsiSstelle de» .HtlsSbunde» str die Elsaii-Loibrinaer im Reich", Echönebera. Martin. Luthcr-Ztiabc 27(gernlprecher 137S/77), sonst am Tage der Aulsührunz an der Theaterkasse. ver Ikelaete'sch« viemnerchor Berlin 1M0 veranstaltet unter Leitung semeS kbormeister» P. A. Joseph am Sonulng. de«». April, w der Sluatlichen Hockschule für Mustl, ein Annzert. Beginn 4 Uhr. Eaal- erossnung S'/, Uhr. Sonstwerle sür eine BNMorde onsgewnnderl. Zufolge zollstatistischer Feststellungen sind im Jahre 1S2S sllr LS» MiMonen Dollar Nunstweite nach den Dereinigten Staaten eingeführt worden. Etwa 35 Proz. dieser Summe dienten der Erweibung alter Meisterwerk«. „vie TBeiie n Ii dem T.d", ein Spiel von Lola Landau, wurde zur Uraussührung an den Maiktsestipieien in Wernigerode unter Leitung de» Intendanten Rudolf Hortig für Juli 1930 angenommen. viermal„Carmen" im Film. Nachdem die Kamera erst kürzlich .Carmen" mit Dolores del Rio und.Taimen' mit Cbapltn' gezeigt bat. bringt si» jetzt eins Gegenüberstellung von.Carmen" mit Roquel Meller. Regie JaqueS Fercher und.Carmen" mit Pvla Negri und Harry Ltedtke, Regie Ernst Lubitjch. üi' 3)ie„freien Viere' des SEoo Jm �Berliner Zoo wurden rerfchledene Srweilerungs- baulen ausgeführl und verschiedene Zreianlagen feriig- gefletlL Wnfer Stild scigl das ytenntierhaus, vor dem der Zaun überhaupt gefallen Ifl. 3)ieVierewerdendurcheinen Hefen Graben am Sniweiclten verhindert Die Auskunft der„Herrschast". Zum(Schaden der Hausangestellien.— Achtmal vor Gericht. Gute Zeugnisse gelten vielen„.ljcrrfchafUn" nicht als ausreichende Empfehlung für stellungsuchende Hausangestellte. Meistens wird die Einstellung abhängig gemacht von einer telephonisch eingeholten Auskunft der vorhergegangenen Arbeitsstelle der Stellungsuchenden. Hat ein Mädchen.die Stellung ausgegeben, oder ist entlassen worden, dann hat die„Herrschaft", obgleich sie monatelang mit dem Mädchen zufrieden war, meistens eine ungünstige Meinung von ihm und das kommt dann in der Auskunft in manchmal recht unbeftimm- ten Angaben zum Ausdruck. Die Folge ist in jedem Fall«, daß das Mädchen, über das man eine nicht unbedingt gute Auskunft erhält, keine Stellung bekommt. Oft werden Klagen beim Arbeitsgericht von Hausangestellten erhoben, die durch ungünstige Auskünfte ihrer früheren Arbeitgeber in ihrem Fortkommen behindert wurden und dadurch Schaden er- litten haben. Erfolg haben solche Klagen in den sellensten Fällen, denn die Klägerin soll nachweisen, dah die Auskunft roahrheils- widrig war und dah sie gerade wegen dieser Auskunft keine Stelle erhalten konnte. Dieser Nachweis kann aber selten so einwandfrei' geführt werden, dah er dem Gericht genügt, um die Berechtigung eines Schadenersatzanspruchs anzuerkennen. Ein typischer Fall dieser Art ist die. Klage der Hausangestllten Z. gegen den Minister a. D. Dr. Dernburg. Die Klägerin war mehrere Monate im Hause des Herrn. Dern- bürg tötig. Als sie erkrankte und nicht ins Krankenhaus gehen wollte, wurde ste entlassen. Während es allgemein üblich ist, daß man einer H«msang«stellten bei ihren, Abgange. auch ohne ausdrückliches Verlangen, ein Zeugnis über Führung und Leistung erteilt, bekam die Klägerin nur eine Arbeitsbescheinigung. Das mußt« den Damen, bei denen sich di« Klägerin um Stellung bewarb, natürlich auffallen. Also fragten ste bei Dr. Dernburg an und nach der Auskunft erhielt die Klägerin einen a b- s ch l ä g i g e n Bescheid. Das Gericht erkannt« auf ASwsksun g btr»lag«,«A es nur einen Fall für festgestellt hielt, wo eine der Klägerin un- günstige Auskunst erteilt sei, diese Auskunft aber nicht der Grund der Nichteinstellung der Klägerin gewesen, ein Schaden also nicht nachgewiesen sei. Fälle dieser Art sind, wie gesagt, gar nicht selten. An. g e st e l l t e in herrschaftlichen Häusern haben stets zu befürch- ten, daß sie durch ungünstige, mehr dem Uebcrwollen als der Wahrheit entsprechende Auskünste in ihrem Fortkommen geschädigt werden, ohne daß es gelingt, den Schaden, den man am eigenen Leibe fühlt und �dessen Ursachen man kennt, nach-! z u w e i se n. Wochenlang war die Klägerin täglicher Gast bei einer Stellenvcrmiftlerin, der es schließlich auffiel, daß sich in mehreren Fällen Damen nach persönlicher Rücksprache mit der Klägerin geneigt zeigten, sie zu engagieren, sie aber«ach einer Anfrage bei Dr. Dernburg abwiesen. Der erste Termin vor dem Arbeitsgericht wurde am 16. Dezem- der v. I. abgehalten. Da bekam die Klägerin, die am 21. Oktober entlassen war, ihr Zeugnis. Erst im achten Termin, am 4. April, wurde der Prozeß zu Ende geführt. Die Langwierigkeit des Verfahrens ist zum Teil bedingt durch di« Schwierigkeit der Beweisführung, zum Teil aber auch durch die Scheu auskunft- heischender Damen, als Zeugen vor Gericht zu erscheinen. Zwei Termine mußten lediglich deshalb vertagt werden, weil eine als Zeugin geladene Dame ohne genügende Entschuldigung ausgeblieben war. Nach Ordnungsstrafen von 20 und 100 M. erschien sie endlich im letzten Termin. Wie vor Gericht festgestellt wurde, hat Dr. Dernburg nach der Entlassung der Klägerin mit seinen Angehörigen vereinbart, daß sie aus Anfragen antworten sollten: Anfangs sei man mit der Klägerin zufrieden gewesen, aber in der letzten Zeit habe sie in der Arbeit nachgelassen, deshalb habe sie statt eines Zeugnistes nur eine Arbeitsbescheinigung erhalten, was ste sich als Lehre für die Zukunft dienen lassen solle. Das„Nachlassen" in der Arbeit soll darin bestanden haben, daß die Klägerin, die während einer längeren Reise der Familie Dern- bürg als einzige Angestellte die große Wohnung in Ordnung zu halten und sechs Hunde zu betreuen hatte, diese Arbeiten nicht ein- wandsrei ausgeführt habe.— Tatsächlich ist die Klägerin aber nicht s aus diesem Grunde, sondern wegen Krankheit entlassen! worden. Die als Zeuginnen geladenen Damen versagten. Sie wollen die Klägerin nicht wegen der Auskunft aus dem Haufe I Dernburg, sondern„aus anderen Gründen" nicht eingestellt haben, s Sonnabend, 5. April. Berlin. 16 05 Aktuelle Abteilung. 16.30 Von Leipzig: Naclimittagskonzcrt. 18.00 Aatenried: Erlebnisse mit Affen Im Urwalde. 18.25 Tränte Rose sin�t(am Flügel: Julius Bürger). 19.10 Aktuelle Abteilung. 19.35 Unterhaltungsmusik. 20.30 Heiterer Wochenschluß. ConMrcncc: Josef PUnt. Nach den Abendmeldoogea bis 0.30: Tanzmusik. KönirsurustcrhtuseB. 16.00 Schalrat Georg Wolff: Die Schulbesuche des Lehrers. 16.30 Von Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30 W. Goldschmidt: Friedrich Hebbel. 17.55 Robert Sachs: Kann der Arbeiter Neubaumletcn bezahlen? 18.20 Alexander Stern: Curiosa aus der Geschichte der Medizin. 18.40 Französisch für Anfänger. 19.05 Dr. Valcrian Tornius: Gesellschaftliche Lebensformen. 19.30 Stille Stunde: Weisheit im Kinde. 20 00 Von München:„Die Dollarprinzessin". Sonntag, 6. April. Berlin. 7.00 FunkgymnastiV. 8.00 Für den Landwirt. 8.50 Morgenfeier, 1005 Wettervorhersage. 11.30 Aus dem Großen Schauspielhaus: Chorkonzert, veranstaltet vom Rcictsi verband der Gemischten Chöre Deutschlands aus Anlaß seiner Jahres» tagang. Ltg.: Bruno Kittel. 13.00 Von Monte Carlo:..Grand Prix". Bericht über das große international� Auto-Rennen. Am Mikrophon: Burghard von Rcrnicek, 13.15 Von Breslau: Orchesterkonzert, 14.00 Oskar Maurus Fontana liest eigene Dichtungen. 14-30 Lieder von Hans Fleischer, Ernst Viebig. Juli« Welsmtn*.(Arrtof Maria Topitz, Tenor. Am Flügel: Julius Bürger.) 15.00 Bunte Unterhaltungsstnnde(Schallplatten). 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.00 Vom Sportplatz des SCC.: Rugby. Länderkampf Frankreich— Dcutscbä land. 18.00 Unterhaltungsmusik* 19.00 Aktuelle Abteilung. 19.30 Tagesglossen(gesprochen von Alfred Kerr). 20.00 Passionssonaten vom Jahre 1661 von H. I. F. Biber(Continuo bearbeite! von Paul Hindemith).(Alice Ehlers. Cembalo; Paul Hindemith, Violinei Konzertmeister Julius Berger, Cello.) 21-00 Eine heitere Stunde mit Margarete Bach, Walter Franck, Erich Pranzen, Anschließend Zeit, Wetter. Tagesnachrichtcn, Sport. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhausen. 7.ftO Ucbertragung von Hamburg. 11.00 Susanne Engelmann: Kind und Theater. 13.15 Von Breslau: Konzert. 18.00 Priv-Doz. Dr. Paul Günther: Strahlende Materie. 18.30 Dr. Karl Hagemann: Kairo und Konstantinopel. 19.00 Pfarrer Kurt Engelbrecht: Das religiöse Erlebnis In der Kunst. 19.30 Dr. Hoffmann-Harnisch: Reden berühmter Männer. 20.00 Von Hamburg:..Madame Dubarry", Operette in drei Akten* Veranttvortl.'üt die Redaktion:«ollaang«chwa?,. Berlin: ÄNHeigen: Ttz. Slode» Berlin. L erlag: Vorwärts Verlag G. nt b. S.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. ___________________ xg druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer Gl Co. Berlin SW Sierzu 1 Beilage. Linden straöe 3. Ibsciter, Ucbtspids usw. ) <) i m Tä. s» u. fila -____________•mi.s-.sa ■ �.r..� A ex. E 4. R06C |lNTERNAT. VARIETE * Gemen* 8.15 DDr Zentr.2BiB RanacD eraudl| Otto Reimer Sonnabend u. Sanntag|e 2 Vorstellungen 1 4 und S" Uhr. 4 Uhr kleine Preise .. 5 u. 8';, Uhr. b 5 Barl). 8256 ! Pr 1-6 M Wochentg. 6 U. 50 P>.-3 M. "S'äAä merikas B Wlv berühmtester Clown und 9»t. ere Varlct6-Neuheiten Theater I. d. Behrenstr. 53-54 A4 Zentrum 926-927 OirekJioa Ralph Arthur Roberts 8'/« Uhr ,.. Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr Ihalbe Pr.) 8 Uhr asLleduon HohoKen n Neeerstück v. 3ld-Weisenborn Musik; W. Grosz Staatl.Sdiiller-Ih- 8 Uhr Der (i'wiumnii PisHtor-Bioe Wallner- Tkealer) 8 Uhr §218 Frauen In Not Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8b« Uhr madame hat Ausgang Erika von Telimani Paul HhrbKer -ermann Scha cku. vovski, i.raui Mrni-IlM le'tBBfl: Dir. ürnlin Qeorgenstr. 9 Täglich 8>/, Uhr Revue Du tebemle Magazin Preise».50 Pf. an. OüQtsdiei Theater D 2 WeMamm 5201 Tägl. S'/i Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.; Max Rcinhardi Kammerspiele D 2 Wtidendanii!) 52DI 8';« Uhr Die liebe Feindin Rnidl« nn k. P. tstiiu aigie: ßKial Gründgnu Die Komödie Jl Bismck.24l4/7SI» SV« Uhr Die Krealur Ichaospi«! nn Fird. Bnidmer Regle: uu Relobordi Lessing-Theater Wiidnuhnn 2797 g. 094$ Täglich >/. Uhr Haus Danieli Montag, 7. April Premiere Flamme mit K£ie Dorsch rheater o. Westens Täglich 8V» Uhr: Das Land des Lächelns Ridard Tauber Margit Snchr Direktion Dr. Robert Klein Deutsehes Künstler-Theal Barbarossa 3937 8Vs Uhr Sex Appeal Usbp. v. fniirk bnidile Rtgii: Forstir Urridtga Albert Bassermanii, Med; Christians Berliner Hiealer Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10 Vi Uhr „Eins, zwei, dfei" von Franz Molnar mit Uli Palltnbe�. BeulstGBsi.uannno lidnr: soupor Ipen. Regie Heinz H Residenz-Theatei Künstl. Leitung Gaaton Briete Täglich SV. Uhr Sonntag 4 Uhr EisrleKe Bunammm. naitie Pr. Operettenbaos Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Dönh. 2047 Täglich Sl<4 Uhr Höfel Sladl Lemberg Preise I. 2, S M. Tum. a. Koim.Toi Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonni. nachm. 31' Elite- Sänger. Das phänom. Osteipragranun mit i bdieMea Dastlsour Karl Waager BarnowskY- Tfieater In der Sircsemannsir. (früher Käniijrihmtr.) Gastspiel Meyerboliis Moskauer Staatsttieater Täglich S'/i Uhr Brülle China ilietjakev. Komödlenhaus Täglich 8V* Uhr Meine Sdivester undidi Musik r.RalpbBeaatzk) Dir. Dr. Martin Zickel Komiscne Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. 7I/a Uhr Premiere Majestät läßt bitten Operette von Kollo Lnstspiaihaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8Vj Uhr Gescltällmll Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Rur noch 26 Torslellungen! 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL A Stmaiao nadun. nitk. kalkt kr. Inserate Im Vorwärts bringen Erfolg I Netropol-Th. Täglich SV, Uhr Der Bettelstudent Pattlcra, Alpac, ScbützendorMökcn REVUE ISERVUS 1930' 30 000 Buschresen I Stck. 030. 25 Stck. 7—, Schlingrosen. stark, 3 Stck 2.—. Stammrosen 25Ä bis 3.50 Obstbäume, noch ganz zurück, Ulmen, Rotdorn, Hydrangen, Tuja oc, Buchsus, Einfassungsbuchsbaum, Efeu, 3TopfkIass, Wildwein, 3/5 u. 5/8-Stauden, Knollen. Samen, Pflanzen.Topfgewächsc, Handelsgärtnerei Alois Wiiike Berlin NW 87. HnRcnstrabe 4t- Telephon Hansa 6231. 44. iiIMlilkMi Reichshallen-Theater Abends HD Sonntag nadun. U) Sfelflncr Sänger Zum SchluB: «Nolte'sWoäienende FfDIiOozspniH! Zntran 11263. L D oönhoff-Brntt); Du beliebte Fimilieii-lerleU mit Tun. mm Dlraktfao; Dr. Martin Zlekal Komische Oper Frledrlckstr.lOi. Uerkur 1401/4330. Heute Tb Uhr Premlere Majesllässt bitten Operette von Kollo. Lustspielhaus P nedrichitr. 236. Hergmann 2922. 23. 8'v Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorvorkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. iv.uhr CASINfl-TBEATER*v' Uh' Lothringer Strafte 37 Wieder ein nener Schlager Der wahre Jakob StOrmUcbcr Heilerkeiis-Criolg Dazu ein entU. buntes Programm Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M, Sessel 1.75 M» Sonstige Preise: Parkett u. Rang OlM M. Frankfurter Altee 313*314 Vom Freitag, dem 41. April bis Montan, den 7. April 1930 Das große Lustspiel-Programm! 0 Maddien, meto Mäddien vie lieb' idi Difli... Nach dem Schlager aus Franz Lehars Singspiel„Friederike") mit Maria Paudler, Friiz Kampers, Hany Lledike, Kurt Vespeimann, Truus van Alten, Margarethe Kupfer, Lydia Potechina, Hermann Picha. Auf der Bflhne: Gastspiel der Expreß-Revue Jonnerweller tadellos'' Unerhßrtea Tempo— Fabelhafte Aosatalfnng Mitwirkende: Kitty Marion, die fesche Soubrette—Martin Brendel, der Schlagerkomponist und die Goldgirls— Musikalische Leitung: Dir. Max Goldberg. Beginn der Vorstellungen: Wochentags 5, 7, v Uhr.— Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr föeilage Sonnabend, 5. April(930 AprAbimd XJjymi ffttffy Jfalic � Beitie f � ller AEG. der erste Druckgasschalter für 110 000 Volt vorgeführt. Bei diesen Schaltern, die von Professor Roppel in Frankfurt a. M. und Dr.-Ing. h. c. Biermanns durchkonstruiert wurden, wivd der beim Abschalte» entstehende Funke durch Druckluft oder Kohlensäure gelöscht. Der Druckgasschalter hat eine Höhe von etwa 5Mi Meter und ähnelt in seiner äußeren Form dem Geweih eines Genisbockes. Er besteht im wesentlichen aus einem Kompressor für die Drucklust, der auch durch eine Kohlensäureflasche versetzt werden kann, und den dazu gehörigen Steuerventilen, die in dem auf der Abbildung erkennbaren unteren Gehäuse untergebracht sind. Die Druckluft oder die Kohlensäur« wird in die Hörnerartigen Isolatoren geleitet, in denen auch die Kontakte eingeführt sind. Sie löfchen hier den Schaltlichtbogen aus. Die Kontakte sind hierbei düfensörmig gestaltet. Beim Abschalten einer Leistung von 1,33 Mit- lionen Kilovoltampere macht sich nur«in Zischen bemerkbar, das als unerheblich bezeichnet werden muß. Diese neuen Schalter brauchen für ihren Einbau in das Leitungsnetz der Elektrizitätswerke keine besonderen Schalthäuser. Es ist sogar geplant, sie in den Kellerräumen von Schulen und anderen Gebäuden zu montieren. Bei der Größe lnoderner Stromversorgungsanlagen ist der Wegfall besonderer Häuser zur Unter- bringung der Schaltanlagen sehr wichtig. Die dadurch ersparten Kosten kommen bei öffentlichen Werken der Allgemeinheit zugute. Außerdem aber ist der Dvuckluftschalter wesentlich billiger als der Oelschalter. Di« Vorführungen in der Transfomwtorenfabrik der AEG. zeigten das absolut sichere Funktionieren des neuen Schalters. Natürlich muß man erst die Bewährung nach längerem Dauer- betrieb in der Praxis abwarten. Dazu wird um so mehr Gelsgcn- heit geboten sein, als ein« Reih« von Großkraftwerken, wie das Werk Ryburg-Schwoerstadt am ObertHem, das Großkraftwerk Stettin, dos Umspannwerk Norden der Siodt Frankfurt a. M. und andere, mit diesen neuen Schaltern ausgerüstet werden. Wir wollen hoffen, daß sich die auf den neuen Schaller gesetzten Erwartungen erfüllen, so daß in Zukunft Beckufte an Msnschenleben und Mate- rial, wie sie bei den Oelschaltern zuweilen leider zu verzeichnen waren, in der Zukunft vermieden werden. Erst dann wird sich im Schalterbau ein« wirkliche segensreiche Revolution vollzogen haben. >Villy Möhns. Der private Reichsausschufj und seine private Hochschule für Leibesübungen Die„Breslauer Zeitung' schrieb kürzlich:„Das Deutsche Reich ist eine Republik. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen ist eine von dieser Staatsform geschaffene Einrichtung zur Ertüchtigung der Jugend...!" Es fehlt nur noch, daß es heißt: Die Staatsgewalt geht vom Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen aus. Der Schreiber der angeführten Feststellung ist entweder auf sportlichem Gebiet ein Kind, oder er hat die Wahrheit bewußt zur Unwahrheit ge- macht. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen ist keine Einrichtung der Republik, sondern der Dachoerband der bürger- lichen Sportverbände, als» eine rein private Einrichtung. Sie ist auch nicht erst seit dem Bestehen der Republik zustande gekommen, sondern während den Kriegsjahren. Hervorgegangen ist er aus dem 1895 gegründeten Komitee zur Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen, das sich 1995 in einen Reichsausschuß für Olympische Spiele umwandelte. Die Schirmherrschast über diesen Reichsausschuß übernahm der deutsche Kronprinz. Di« Tendenz des Ausschusses ist dadurch genügend gekennzeichnet. 1916 sollten in Berlin die Olympischen Spiele stattfinden. Als sich der Ausschuß in der ersten Kriegszeit noch dafür«insetzte, fehlte es nicht an Anfeindungen aus den reaktionären Dolkskreifen, einschließ- lich der Deutschen Turnerschaft. 1917 wurde ein« Namens- und Zweckändcrung vorgenommen. Aus dem Reichsausschuß für olympische Spiel« wurde ein Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen gemacht mit dem Zweck, die alleinige Vertretung des ge- fainten deutschen Sportes zu werden. Die Ramensführung „Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen' soll ebenso einen amttidKN Charakter vortäuschen wie die von ihm eingeführten iReichsjugendwettkämpfe! Gegen diesen Versuch der öffentlichen Täu- schung verwahrte.sich selbst die Deutsche Turn er selbst, und auf eine Anftage beim deutschen Wohlfahrtsminister wurde ihr folgende Antwort zuteil: „Die Reichsjugendwettkämpfe sind trotz ihres amtlich klingenden Namens weder vom Reiche noch von den Ländern eingerichtet. Sie sind vielmehr«in Privatunternehmen derjenigen Leibesübungen treibenden Verbände, die in dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen, einer ebenfalls privaten Einrichtung, zusann nengefaßt sind." Ein ähnlicher Unfug wird ja von den Beteiligten auch mit der „Hochschule für Leibesübungen" im Grunewald getrieben. Man drillt dort junge Leute beiderlei Geschlechts im Sport, erweckt in ihnen die Hoffnung, daß sie einmal eine Anstellung als Turnlehrer bekämen, und schließlich müssen die Schüler, nachdem sie allerlei Prüfungen ablegten, einsehen, daß sie bei einem Privatunter- nehmen ausgebildet wurden, das ihnen keine, aber auch gar keine Anstellungschance bieten kann. Vor zwei Jahren haben sich die Schüler, denen man mit dem Titel Student einen Floh ins Ohr setzt, gegen die Irreführung durch einen Streit zur Wehr gesetzt. * In Auerbach in der Oberpfalz benutzt die bürgerliche Spielvereimgung(Mitglied im Deutschen Fußballbund) und der Arbeiter- Turn- und Sportverein gemeinsam einen Spielplatz. Nach einem Fußballspiel der Arbeitersportler, währenddem am Fahnen- mast die republikanische Flagge wehte, verlangte die Leitung der Spielvereimgung die Entfernung der Flagge. Während dem dann folgenden Spiel der bürgerlichen Mannschaft blieb der Fahnenmast leer. Dafür zahlt die Republik ihnen Sport unterstützungenl MuncUooüUU Die Spiele am 6. April In der 1. Klasse finden am Sonittag keine Spiele statt. In den Bezirken spielen im 2. Bezirk, 2. Klasse: Tegel gegen FTGB.-Nordost um 15 Uhr und FTGB.-Reinickendorf-West gegen FTGB.-Pankow um 13 Uhr in Tegel, Graf-Rödern-Korso. Moabit spielt gegen Friedrichsthal um 13.59 Uhr auf dem Tier> gartensportplatz, wo auch in der 3. Klasse Moabit 2 gegen Schwante 1 um 12.49 Uhr und in der Frauenklasse Moabit gegen FTGB.-Norden 1 um iOVi Uhr spielen. Im 4. Bezirk spielen In der 2. Klasse Luckenwalde-Sportler 1 gegen FTGB.-Neukölln 2 um 15 Uhr in Luckenwalde, FTGB.-Neukölln 1 gegen Wilmersdorf l um 11 Uhr rm Neuköllner Stadion und Klausdorf 1 gegen FTGB. Süden 2 um 14 Uhr in Klausdorf. 3. Klaffe: Treuenbrietzen gegen Zehlendorf um 13.59 Uhr in Treuenbrietzen, Luckenwalde-Sportler i gegen Schenkendorf 1 in Luckenwalde, Trebbin 1 gegen FTGB. Lankwitz 1 um 11 Uhr in Trebbin. Frauenklasse: Lucken nxM«(1. Abt.) gegen FTGB.-Neukölln 1 um 16 Uhr und Lucken walde(Sportabteilung) gegen Luckenwalde(2. Abt.) um 13.19 Uhr in Luckenwalde. In diesem Jahr Bundes-Handballmeisiersdiaft Die alle zwei Jahre im Arbeiter-Turn- und Sportbund vor gesehene Austragung der Handball Meisterschaft ist in diesem Jahr« fällig. Der Bundesausfchuß hat die Termine und Paarungen für die Spiele der Verbandsmeister festgelegt. Im Spiel 1 tresseu am 27. August der Meister des ostdeutschen Verbandes und der mitteldeutsche Verbandsmeister zusammen. Der Ort steht noch nicht fest. Das Spiel 2 sieht am 6. September in Dresden vor: Süddeutschland gegen Nordwestdeutschland. Das Spiel 3 wird be stritten vom Sieger aus dem ersten Spiel und von dem öfter reichischen Meister. Spieltag und Ort sind-der 14. September in Wien. Das Schluß spiel um die Bundesmeisterschaft zwischen den Siegern aus den Spielen 2 und 3 findet am 28. September statt. Der Austragungsort ist noch nicht festgelegt.— Die gegenwärtige Lage ist so, daß in den Kreisen noch mn die Ermittlung der Bezirks- und Kreismeister gespielt wird. Sport am Sonntag Außer den fälligen Fußball- und Handballspielen findet im A r b e i t e r s p o r t am morgigen Sonntag nur noch das H o ck e y s p> e l des Sportvereins Moabit gegen die Mannschaft aus Leipzig-Paunsdorf statt. Das Treffen wird um 15 Uhr auf dem Tiergartensportplatz ausgetrogen.— Der 1..Kreis (Berlin-Brandenburg) im Arbeiter-Turn- und Sportbund hält morgen im Metallarbeiter-Verbandshaus, Linienstraße, seinen Kreistag ab. Am heutigen Sonnabend begeht der Arbeiter-Ruderverein „Collcgia" sein 35. Stiftungsfest mit einem künstlerischen Programm und mit einer Ausstellung im Logenrestaurant, Charlotten- bürg, Berliner Straße, Ecke Kirchhosstraße. Die Rütt- Arena bietet an ihrem zweiten Renntag am Sonntag den„Großen Frühlingspreis" für Steher in 4 Läufen ü 20 Kilometer. Beginn l'5i& Uhr.— Von den Geschehnissen auf der Landstraße muß Berlin— Kottbus— Berlin an erster Stelle genannt werden. Rund 375 Teilnehmer— Berufsfahrer und Amateure— werden das Rennen über 279 Kilometer in Angriff nehmen. Im F u ß b a l l ist der Kampf der bürgerlichen Mannschaften im Städtekampf Berlin— Prag im Poststadion um 1514 Uhr zu erwähnen.— Auf dem Platz des ST. Eharlottenburg an der Avus findet der Fünf-Länder-Kampf Deutschland— Frankreich im Rugby statt. Beginn 16,29 Uhr. Der Sportpalast schließt seine Eislaussaison am Sonntag, 29 Uhr, mit der Eishockcymeisterschaft für Brandenburg. Jeder Platz kostet 1 Mark. Di« Eisarena wird dann in ein Eis- theater mit modernster Bühneneinrichtung umgebaut, in dem ab Mitte April abendfüllende Eisballette mit großer Ausstattung zur Aufführung kommen.__ Neue Turnabteilung in Steglitz Die freien Schwimmer im Bezirk Steglitz, zusammen- geschlossen im Verein„Freie Schwimmer Berlin XII", eröffnen Mittwoch. 9. April, in der Halle der Gemeinde- schule in der Friesenstraße unter Mitwirkung des Tambourkorps eine neue Turnabteilung. Vorerst ist Ergänzungssport ftk die Schwimmer vorgesehen: de* genügender Beteiligung werden auch Turnriegen eingerichtet. Geschultes Ausbildungspersonal ist vorhanden.— Anbeitersportler, Partei- und Gewerkschaftsmitglieder, die bisher abseits standen, weil der Verein nur Schwimmsport betrieb, können sich jetzt zur Aufnahm« melden und ihre Angehörigen mitbringen, auch Kinder sind herzlich willkommen. Aufnahmen in der Turnhalle. Uebungsstunden jeden Mittwoch, 29 bis 22 Uhr. Schwimmsport: jeden Montag im Stadtbad Steglitz, jeden Donners- tag im Schwimmbassin der früheren Kadettenanstalt Lichterfe'de. Freitags: Turnen in der Halle der Gemeindeschul« Liehterfclde-Süd. Außerdem ständiger Spielbetrieb in fünf Handballmannschasten: die Errichtung einer Fußballmannschaft ist geplant. Auskunft in ollen Sportongelegenheiten für Steglitz bei Schwan, Altmorkstraße 15, für Lichterfelde bei Pardemann, Hindenburgdamm 85a. Lrfol(*reicbe Werbung bei Naiurfreunden und Kanufahrern der FTGB. Die rechte Wanderzeit beginnt jetzt, denn auch jene, denen«s im Winter oft„zu kalt draußen" ist, wagen sich an den milden Frühlingssonntagen wieder hinaus. Mit besonderer Absicht hatte daher die Organisation der Arbeiterwanderer ihre Reichswerbe- woche auf die Zeit vom 22. bis 39. März festgelegt. Die Ergebnisse sind schon jetzt vielversprechend, trotzdem die eigentliche Auswirkung der Werbung erst in den toinmenden Wochen zu erwarten ist. Besonders erfreulich ist der Zuwachs aus jenen Altersschichten, die zwar der Jugendbewegung entwachsen sind, die aber in der Partei und in den Gewerkschaften noch nicht fest verwurzelt sind. Durch die Mitgliedschaft im Touristenocrein„Die Natur- freunde" bleiben sie der sozalistischen Arbeiterbewegung er- halten. Starke Nachfrage zeigt sich im Reisebüro und in der Geschäftsstelle der Naturfreunde(Johannisstraße 14/15, geöffnet von 9 bis 17 Uhr, Sonnabends bis 13 Uhr) nach den Ferien- fahrten in diesem Jahre. Die Teilnehmerzahl hat sich beständig vergrößert. Dadurch werden weiten Kreisen Möglichkeiten zur günstigst«,, und wirtschaftlich tragbarsten Ausnutzung der Frei- und Ferienzeit eröffnet. Die Veranstaltungen in der Werbe wo che selbst hatten guten Besuch und bewiesen im Osten wie in Schöneberg, in Neukölln wie in Lichtenrade, welche Reichhaltigkeit dem Naturfreundeleben innewohnt.„Aus eigner Kraft" verband sich hier künstlerische und gesellige Gestaltung,„aus eigner Kraft" war auch das Zeugnis geboren, das sich zum Beispiel in dem Lichtbildervortrag über dos weitverzweigte Netz der Naturfreundehäuser widerspiegelte. Besonder« Erwähnung verdient noch die von rund 1599 Teilnehmern besuchte„Kirmcß" im Alpendorf aus dem Illap-Gelände. Weit- gehende Beachtung sond das Zwiegespräch in der Natur- freunde-Nundfunkstunde. Der Erfvsg der als Auftakt zur Werbewoch« angesetzten natur- wissenschaftlichen und sozialen Wanderungen noch Speren- berg und nach Nauen sei nicht vergessen. Vor allem den 89 Teil- nohmern der letzteren wurde bei der Besichtigung eines Muster- gutes ein umfassender Ueberblick über wichtige volks- und landwirt- schoftliche Gegenwartsfragen geboten. Ebenso sammelte das Natur- sreunde-Treffen in den Gosencr Bergen Hunderte zu gemeinsamer Feierstunde. Zum Schluß sei noch als besonders verdienstvoll die gut ausgebaute Iugendwerbcausstellung der Köpenicker Naturfreunde erwähnt. Der Werbeabend des Kanubezirkes der Freien Turner- schaft Groß-Berlin, Geschäftsstelle NO. 18, Lichtenlfcrger Straße 3, bot in seltener Füll« allen Teilnehmern genußreiche Stunden. Im einleitenden Bortrag, den Buck von der ZK. Hütt, zeigte der Redner an vielen Beispielen, wie notwendig die sportlich« Betätigung für den an das lausende Band der täglichen Erwerbsarbeit Gefesselten ist. Zwei seltene Filme gelangten zur Uraufführung. Der erste zeigt« sehr interessante Bilder von der Osts«« und dem Erwerbsleben der Fischer. Dem Hersteller, einem Liebhaberkurbelmann, gebührt vollst« Anerkennung. Ein gleiches ist von dem zweiten Film zu sagen, der in die schön« Welt der winterlichen Berge Tirols führte. Ein dritter Bildstreifen von fröhlicher Paddlerfahrt durchs Neckartal beendet« den durch Musik Vortrag« umrahmten Abend. Die mit den Vorträgen verbundene Ausstellung brachte sehr viel Wissenswertes über den Känufport und das Leben dieser Bevcinsgnippe. Die durch den Warenvertrieb des Vereins zur Schau gestellten Gegenstände, vom Faltboot und Hauszelt bis zum kleinsten Bedarfsartikel, boten überreichlich Gelegenheit, das Inderesse für den Wassersport zu ördern. _ Die deutschen Radmeisterschaften für 1939 sind verlegt worden. So finden die Vorläufe der Dauerfahrer bereits am 25. und die Endläufe sowie die Entscheidungen der Berufsslieg«r am 27. Juli tatt. Kampfstätte ist das Grunewald-Stadion.— Der Hannooe- aner Möller, der in Paris oft startete und fast immer gut ab- chnitt, erfreut sich dort einer großen Beliebtheit. Dank seines Könnens vermocht« Möller jetzt Verträge bis zum Ende der Saison 1932 abzuschließen. IlederaU Boxplciien Selbst in Amerika zieht die Keilerei nicht mehr Seit einiger Zeit ist in Amerika eine erhebliche Abnahme des Interesses an Boxkämpfen festzustellen. Die Zeiten sind anscheinend vorbei, wo die leichtesten Gewichtsklassen volle Häuser zogen, denn beim Kampf zwischen Ganzoncri und Loyaza war der Madison Square Garden nur von etwa 9599 Zuschauern besetzt. Auch der große Halbschwergewichtskampf zwischen Rosenbloom und Larry Johnson vermochte die Halle nicht ganz zu füllen. Dieses verminderte Interesse für groß« Borkämpfe wirkt sich in den Klein- ringen, in denen der Nachwuchs beschäftigt wird, katastrophal aus und macht derartige Veranstaltungen so gut wie unmöglich. Allein Dempsey hat als Veranstalter in Chikago in einigen Monaten 69 999 Dollar zugesetzt. Folgt nun in der Ablehnung der Boxerei Amerika Deutschland. oder haben wir den Vorrang. In Deutschland hört man allenthalben von geschäftlichen Pleiten: selbst Schmeling zog weder im Ring noch auf der Leinewand. Sollte das große Publikum den Geschmack an der berufsmäßigen Keilerei mit all ihren Häßlichkeiten ver- loren haben, so wäre das für den wirklichen Sport nur ein Gewinn. Noack schlügt Lefevrc k. o. Im Ständigen Ring kam der Berliner Federgewichtler Paul Noack gestern abend zu einem eindrucksvollen Punktsieg über den Belgier Lefevre. Gleich von Beginn an zog Noack mächtig vom Leder und überschüttete seinen Gegner mit Schlag- sevien. In der dritten Rund« nahte für den Belgier das Ende. Noack schlug eil« Serie von Körperhaken und schickt« seinen Gegner völlig erschöpft zu Bodeiu Lefevre kam zwar wieder hoch, doch gab er den für ihn völlig aussichtslosen Kampf auf. Das mit großer Erbitterung geführte Treffen zwischen P o e n i s ch- Leipzig und dem Saarbrückener Otto Lauer endete nach acht Runden unent- schieden. Poenisch hatte zwar im letzten Teil des Kampfes einige Vorteil«— er traf genauer und wiederHoll mit sichtbarer Wirkung—, zu einem Sieg reichte es aber nicht aus. Recht mäßig verlief die Begegnung der Schwergewichte Simon und B l o e m i ck«. beide Berlin. Von Simon hatte man eigentlich mehr erwartet, was er zeigte, war so etwas wie ein« Enttäuschung. Schließlich wurde ihm über den Anfänger Vloemicke der Punktsieg zugesprochen. Die zweite k.-o.-Entfcheidung des Abends gab es im Kampf Koftrowfki- Verlin gegen K r c y- Berlin. Schon in der zweiten Rund« wurde Kvey das„Lebenslicht" ausgeblasen. Der frühere deutsche Leichlgewichtsmeister C z i r s o n punktete den Ungarn Bardo glatt aus. Barda war ein schwer zu boxender Gegner, der durch seine komische Kampfesweise sich nicht gerade die Sympathien der Zuschauer erwarb._.< Preisschieljen beim KSV.«Republik" Kürzlich hielt der K l ei n k al ib e r- S ch i« ß s p o r t v e r e i n „Republik" ein Mannschofts- und Einzelwett- schießen ab, zu dem acht Mannschaften und 28 Einzelschützen antraten. Es wurden recht gute Leistungen erzielt. Den 1.- Platz im Mannschafts schießen belegte die Treptower Gruppe mit 253 Ringen. An zweiter Stell« folgte Neukölln mit 247 und an dritter Charlottenburg mit 216 Ringen. Bei den Konkurrenzen im Einzelschießcn siegt« Bosinsky-Treptow mit 97 Ringen. Dicht- auf folgten Alban-Lichtenberg mit 95 und Körner-Lichtenberg mit 99 Ringen. Die besten Schützen des Mannschafts- und Einzelwett- schiehens hatten dann noch einmal Gelegenheit ihre Schießtunst beim Kampf um die Ehrenscheiben unter Beweis zu stellen. Alban-Lichtenberg bracht« den besten Schuß von der Mannschafts- gruppe und Schütze-Lichtcnberg den besten Treffer van den Einzel- schützen an. In dem anschließenden Preis schießen wurde Müller-Eberswa'de Erster. Zweiter und Dritter wurden Camnitzor- Mitte und Spangenbcrg-Mitte. Weitere günstig« Ergebnisse erzielten Iawinsky-Treptow, Iud-Neukölln, Adryan-Treptow, Pattkc-Thar- lottenburg und Alban-Lichtenberg. Was sein muß. muß sein! Der Deutsche Damen-Automobilklub wählte in seiner in BeAin abgehaltenen Genaralver, sammlung, die von den Mitgliedern aus Berlin, Stettin. Hannover, Dresden, Frankfurt a. M., Wiesbaden, ftönipsberg stark besucht war, den gesamten Vorstand wieder mit Frau Katharina von Kar- dorff als Präsidentin.__ Zoutitttnvetcin„Die Slatatfirunbc", WntuPf Pren�la«« Ber«. Eonniaa. e. April, ttabrt Oranicnbura— Brilon. Treffpunkt 7 Ulir Bahnhof chrlunh. hrunnrn. Karte M» Oranicnbnrq lösen. KTGB., Bwrl NeutiUla-Brih. J. Männer-, 2. brauen.,?. gunnmädchen,. 2. Snaben». 2. Mädänniahtciluna: Connlaa. fi. Bvril, 9-12 Uhr(ftinhet 9 Hill Uhrt. allaemeincr LpieUaq. Lpsetplad Trcsebiiracr Ufer. Tresspunlt h?t Uhr Kanalbrücke, Chanssecsfrasic. Alles«ur Stelle! ist die SpLkausgabe des„vorwärks". Das Biatt ist bei den Skraßenhändiern. an den Zeitungskiosken und in den Bahn- Hossbuchhandlungen zum Preise von 10 Pf. zu haben. Außerordentlich vorleilhaft ist ein Abonnement des „Vorwärts", dessen Lesern der..Abend" ohne besondere Ver- gütung ins Haus geliefert wird.„Vorwärts" und„Abend", von denen 12 Nummern wöchentlich erscheinen, kosten zu- sammen nur 85 pf. die Woche oder 3,60 IN. den ZNonat. Ich abonniere den„Vorwärts"(und die Abend- ausgäbe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Bei- lagen„Unterhaltung und Wissen".„Fraiienstimme".„Technik". „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Borwärts" in Groß- Berlin täglich irei ins Hans. (Rtonatlich 3,69 Mt., wöchentlich 85 Pf.) 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