BERLIN Nomierstag 10. April 1930 10 Pf. Af. 170 B 65 47. Jahrgang C r(4<< B t 1 4* II$ a af er 0• n n t«6*. C AM/ g // i>R>«ig«R»»«i«:Di« einspaltige Nonrareilltttil« Sugl-ich Abeudausgab« de«.vonvSrti'. Bk,ug«pr«tt � /_ i IA.«s W.,«eN-mqttl«& CS. ermüßigunq-n nach Tarif. beide Su«g-bea SS Pf. pro Woche,»,6aM. pro Monat., /7lO•« B�ÖtK/LLtvÖ P»stscheck,»at»: D°nrän«-Verlag G.m.d.H� «edaktl»ll undex?tditi»n;BerlillSW6S.xmdto«r.3/ U" 77''*** Berlin C�c.«7636. Zerns, recher- DSahoff S»2bi«2SR Kein bittiges Fleisch mehr! Oer Schwindel mit dem Krischfieifchersatz. Bestimmte Betcrinärgesetze sind für die Agrarier immer nur ein Mittel gewesen, ausländische landwirtschaftliche Produkte, von deren Einfuhr sie eine Preissenkung inländischer Erzeugnisse befürchteten, vom deutschen Markte auszuschließen. Eine solche Mög. lichkeit bot der Z 12 des Fleischbeschaugesetzes, der vorschreibt, daß die Einfuhr von ausländischem Fleisch in Hälften oder m ganzen Tierkörpern im natürlichen Zusammenhange mit den inneren Or. ganen erfolgen müsse. Diese angeblich nur sanitären Zwecken dienende Vorschrift hat schon lange vor dem Krieg jede Fleisch- cinsuhr zugunsten der Agrarier unmöglich gemacht. Sie wurde bald nach Kriegsausbruch außer Kraft gesetzt, weil jede Einfuhr von Lebensmitteln während der Hungerblockade Deutschlands hochwill- kommen war. In den nunmehr 16 Jahren der Nichtanwendung des 8 12 hat sich weder eine Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung noch eine Gefährdung der he«» mischen Viehzucht gezeigt. In Anerkennung dieser Tat- fache und der vorzüglichen Qualität des seit 1014 eingeführten Ge- srierfleischs erließ die Regierung Stresemann-Sollmann im No- vember 1923 eine Verordnung, nach der die für die Einfuhr von Gefrier- und Kühlfleisch erlassenen Erleichterungen bis auf weiteres, jedoch mindestens bis 31. Dezember 19ZZ in Kraft bleiben sollten. Schiffahrt, Import und Handel konnten nunmehr ihr« Einrichtungen ausbauen, da sie einer mindestens zehnjährigen Dauer der Gefrier- fleifcheinsuhr gewiß waren. Schon im Dezember 1923 versuchten die Deutsch- nationalen durch einen Antrag das Jahr 1928 an Stelle des Jahres 1933 zu setzen, was der Reichstag ablehnte. Vom Zahre 1925 an. dem Jahre des Wiederbeginns der agrarischen Vorkriegszollpolitik, beginnt der Sturmlaus einmal gegen die Aleischeinfuhr überhaupt, insbesondere aber gegen das zoll- frei« Gefrierfleischkontingent. Nach Jahr für Jahr wiederkehrenden Angriffen erreichten die Agrarier am 1. Mas 1928 dessen Herabsetzung von 120 000 auf 5 0 000 Tonnen jährlich. Aber der erwartet« Erfolg — Steigerung der Rmdoiehpreise— blieb nicht nur aus; es erfolgt« sogar ein weiteres Absinken. Wollten die Landbündler aus Tatfachen lernen, so hätten sie an diesem Vorgang erkennen müssen, daß die 1 bis 2 Proz. Gefrierfleischanteil an der gesamten in Deutschland verbrauchten Fleischmeng« ohne Einfluß auf die Preis- gestaltung des Rindfleischs ist. Doch sie zogen es vor, die Hetze gegen di« Gefrierfleischeinfuhr munter weiter zu betreiben, fanden aber bei dem seit 1928 im Amt« befindlichen Ernährungsministcr Dietrich bei aller Nachgiebigkeit gegenüber ihren sonstigen Zollwünschen für di« Wiederinkraftsetzung des 8 12 kein« Gegenliebe. Noch vor einem Jahr begründete dieser seine Ablehnung in seiner bekannten Broschüre„Ein Jahr Agrarpolitik� nicht nur damit. daß„mik Rückficht aus die unbemiltelte Bevölkerung vorläufig nicht aus die Einfuhr von billigem Gefrierfleisch verzichte« werden könne", sondern daß e» auch fraglich sei. ob den Interefien der Landwirtschasl damit gedien« wäre. Inzwischen hat di«„Grüne Front" nichts unversucht ge- lassen, die Gefrierfleischeinfuhr durch Wiederinkraftsetzung des 8 12, der fie praktisch unmöglich macht, zu beseitigen. Und was ihr bis jetzt nicht gelungen war, das soll jetzt endlich, da Schiele, der Land- bundprösident, an Dietrichs Stelle getreten ist, Tatsache werden. Da» gesamte Kabinett hat beschlossen, die oben angeführte Der- ordnung außer«ras« und den§ 12 des Aleischbeschaugeseße, wieder in Kraft zu setzen. Das bedeutet die Aushebung des zollfreien Gefrier- fleischkontingents und auch die Unmöglichkeit. Gefrierfleisch selbst mit dem 45-Mark.Zoll je Doppelzentner einzuführen, ist also eine ausgesprochen«inseitig agrarpolitische Maßnahme unter Miß- ochtung der Not von Millionen Erwerbslosen und der kargen Einkommen Minderbemittelter. Aber ganz wohl ist dieser Regierung der„Sanierung" bei dieser Maßnahme doch nicht. Und so läßt sie durch ihre Presse verkünden. daß an Stell« des bisherigen zollfreien Gefrierfleischs ver- billigte« Frischfleisch zum Verkauf gelangen soll. Leider wird nichl verraten, wo diese, verbilligte Frischfleisch herkommen soll und ob e, von gleicher Qualität ist wie da» hochwertige Gesriersleifch. Ueber die Organisation dieser Verbilligungsattion schweigt fich Herr Schiele ebenfalls aus. Daher seien uns einige Fragen gestattet. 1. Wie und von wem soll die Kontrolle ausgeübt werden. ob da, angeblich«erbilligte Fleisch uicht minderwertige» Fleisch deutscher oder däuischer ausgemollener Kühe ist? Eine Kontrolle (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Steuer gegen Konsumvereine. Regierung Brüning gegen die Lohnerstattung der Arbeiterschast. Die neuen Steuervorschläge der Regierungskoalition haben mit sachlichen Erwägungen nicht das geringst« zu tun. Di« Regierung hat schmählich kapituliert vor der demagogischen Phraseologie der Wirtschaftspartei und der Nationalsozialisten. In dem neuen Vorschlage der Reichsregierung ist zur Deckung des Ausfalls durch die geringere Erhöhung der Biersteuer die Er- höhung der allgemeinen Umsatzsteuer um ein Zehntel Prozent und die Einführung erner Sonderumfatzsteuer für dl« Großbetriebe des Einzelhandels geplant. Di« Warenhaussteuer unseligen Angedenkens, die vor fast drei Jahrzehnten dem rebellischen Mittelstände als Köder hingeworfen wurde, soll wieder auferstehen. Aber genau so wenig wie damals Oberfohren— Moldenhauer. Oer neue llmfall wird vorbereitet. Der deutschnationale FraNIonssührer Oberfohre« hatie heute morgen mit dem Retchssinanzminister Moldeahauer eine Aussprache über dle Sieuervorlag«. Eine Unter- redung Obersohrens mit Reichskanzler Brüning hat vorläufig noch nicht stattgefunden. werden sie auch jetzt die gewünschten Ergebnisse erzielen. Bei der Einführung des Umsatzsteuergesetzes 19>9 war sie gefallen, weil alle Well eingesehen hatte, daß die Warenhaussteuer weder di« Entwick- lung zum Großbetrieb im Einzelhandel aushallen könne, daß die Warenhaussteuer nicht von den Warenhäusern, sondern von ihren Lieferanten getragen werde und daß das steuerliche Ergebnis so unwesentlich sei, daß es keine Entlastung des Mittelstandes ermögliche. Bei dem neuen Borschlage aber handett es fich nicht nur um eine Ausnahmesteuer gegen die Warenhäuser, sondern gegen all« Großuntcrnöhmungen des Einzelhandels. Unter ihnen spielen eine entscheidende Rolle die Konsumvereine, deren Hauplzweck e» ist, die Rlassen der minderbemittelten Be- völkerung mit guten und preiswerten Nahrungsmitteln z» ver- sorgen. Sie werden also in erster Linie von der neuen Arisnahme- steuer getroffen. Schon bisher stehen die Konsumverein« bei der Umsatzsteuer unter einem Ausnahmerecht. Sie müssen di« Umsatzsteuer tragen, obwohl sie keinen Gewerbebetrieb unter- Das Schiele-programm. / halten, kein« Gewinne erzielen, sondern den Uebevschuß ihrer Ein- nahmen über die Ausgaben in Form der Rückvergütung ihren Mit- gliedern zuteil werden lassen. Der Gesamtertrag der Ausnahinesteuer gegen die Großunter- nehmungen des Einzelhandels wird von der Regierung aus 27 Mll- lionen Mark geschätzt. Davon dürsten die Warenhäuser und di« Großunternehmungen des Einzelhandels zu tragen haben 8 Mit» lionen Mark, der Rest von 19 Millionen Mark wird von den Konsomgenoffen- schoflen aufgebracht werden müssen. Di« Lebensmittel, die durch die neuen Zollpläne der Reichsregierung ins Ungemessen« schon getrieben werden sollen, würden also durch diese Ausnahmesteuern im Preise weiter steigen. Steigen ober die Preis« für Lebensmittel in den Konsumvereinen um sh Progem, dann wird der Kleinhandel diese Preissteigerung mitmachen. dann ergibt sich eine Mehrbelastung der Verbraucher, dl« weit über diesen Steuerertrag hinansgehl. Man wird nicht zu gering schätzen, wenn man annimmt, daß die Mehrbelastung allein bei dieser Ausnahmesteuer gegen die Konsum- vereine insgesamt 60 bis 80 Millionen Mark jähr« l i ch betragen wirb. Und das alles nennt man Gesundung der Wirtschaft! Brüning vor dem Nichts. Keine Mehrheit.- Aenderung der Arbeitslosenversicherung im Ausschoß abgelehnt. Im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags fand Donnerstag früh ein« dreistündige Beratung über di« Vorlagen zur Arbeitslosenversicherung statt. Der vom Kabinett Müller noch unterbreitete Gesetzentwurf, der inzwischen auch vom Reichsrat verabschiedet worden war, wurde im Ausschuß nur von der Sozialdemokratie oertreten. In den Punkten, in denen der Reichsrat die Zuweisungen an die Inoalidenverfiche» rung um insgesamt 45 Millionen gekürzt hatte, beantragten di« Sozialdemokraten Wiederherstellung der Fassung aus der Kabtnettsvorloge. Die Regierungsparteien hatten den bokamtten Kompromiß« a n t r a g«ingebracht, der in der Abstimmung mit 12: 12 Stimmen bei Enthaltung der veutschaaklonalen abgelehnt wurde. Die Kabinettsvorlage wurde, abgesehen von einer einzelnen formalen Bestimmung, gegen di« Sozialdemokraten a bgelehnt. Schließlich wurde auch eine von den Regierungs- Parteien eingebracht« Entschließung abgelehnt, in der die Re- gierung aufgefordert wird, eine Gefetzesoorlag« zur Sanierung der Reichsanstalt bis 1. Juli 1930 einzubringen. Damit haben die Regierungsparteien im Ausschuß die Ursprung. fiche Kabinettsvorlage ihre» Finanzminister» Dr. Moldenhauer selbst zu Fall gebracht, während di«-Opposition»part«ien den neuen, aus Leistungsabbau gerichteten Kompromißantrag nirderge stimmt hoben. Da« Kabinett Brüning steht also auch in der Arbeitslosenver» fichening vor dem Nichts. Hindus und„Llnberührbare". Sin Zusammenstoß wegen des Gottes Roma. Rastk(Bezirk Bombay). 10. April. Hier kakn es zu einem Zusammenstoß zwischen orthodoxen Hindus und„Ueberührbaren", der niedrigsten Kaste der Hindus. Den Anlaß bildete ein« Prozession, in dem ein riesiger Wagen mit der Statu« de, Gottes Rama mitgeführt wurde. Ungefähr 100 Per- fönen, darunter mehrer« Polizisten, wurden verletzt. Indischer Amokläufer iöiet vier Personen. Allahabad. 10. April. Ja einem Eisenbahnzug spielte sich gestern ein ausregender Vorfall ab. Ein indischer Reisender, der sich ineinem Zugder Sreak-Jadian- Pen- Insular- Bahn befand, wurde plöh- (ich zum Amokläufer. Er tötet« vler Personen und ver- letzte zwei Personen schwer. Der Inder, der ei« Gewehr bei fich führte, erschoß zwei Mitrelsende in seinem Abteil. Als mehrere Polizisten ihn festnehmen«olllen, verletz«««r Zwei von Ihnen ebenfall» durch Schüsse. Der AmoNSufer tonnte später von der Polizei überwältigt und festgenommen werde». Kein billiges Fleisch mehr! (Fortsetzung von der 1. Seite.) der Vreishohe scheint uns fast unmöglich infolge der großen oualilälsdiffereuzen der Ware selbst, da Standardware in Aleisch nicht existiert. 2. Denkt man an eine wiedereinsührung von Aleischkarlen? Oder soll, wie das Gesetz von lS2S besagt, gleich den bisherigen 50000 Tonnen Gefrierfleisch nur für Minderbemittelte etwa 50 000 Tonnen Arischsleisch wieder nur für den Verkauf an Minderbemittelte verbilligt abgegeben werden, wobei dem Verkäufer überlassen bleibt, wer als„minderbemittelt" anzusehen ist. Oder sollen wieder wie in der Zwangswirtschaft karten ausgegeben werden und der Bezieher verbilligten Aleisches als „arm" gekennzeichnet werden? Sotten die jetzigen Gefrierfleischverkaufsstellen allein verbilligtes Arischsleisch verkaufen dürfen und daneben auch das nicht verbilligte? Und welche Aleifchforlen sind zu vekvilligen? Ziehinen wir an, daß d i e Städte, denen bis jetzt zollfreies®e- srierfleisch zugeteilt wurde, nunmehr verbilligtes frisches Rindfleisch erhalten. Bei Voraussetzung'derselben Menge— 50 000 Tonnen—, derselben Güte und desselben Preises wie Gefrierfleisch, erfordert dies zur Zeit einen Zuschuß von 45 Millionen Mark! Aber diese 45 Millionen wären nicht die einzigen Kosten dieser „Vevbilligungsaktion". Es kommen hinzu die gewiß nicht geringen Entfchädigungskosten, die das Reich an die G r o ß e i n- käufsgesellschaft deutscher Konsumvereine und an die jfleischeinsuhrgeseltschaft! zu zahlen hätte. zzei�e Gesellschaften beabsichtigen auf Entschädigung ihrer in zahllosen Aulagen investierten Kapitalien wie für entgangenen Gewinn zu klagen. was i»indeste.ns auch die Summe»on 45 bis 50 Millionen aus- machen dürste. Und drittens kommen hinzu die V e r w a l t u n g s- k o st e n für die Organisation dieser wunderbaren Berbilligungs- aktion.; wer soll diese Kosten.trafen? Die Kommunen etwa? Die sind dazu nicht imstande. Die Steuerzahler? Bei dem bestehenden Finanzdefizit ganz unmöglich! Wer also? Die Regierung der..Sanierung" treibt ein geradezu frevel- Haftes Spiel mit dieser hemmungslosen Agrarpolitik. Wo bleibt die versprochene Sparsamkeit, wo die Rationalisierung der Der- waltung bei Plänen, denen jede gesunde Grundlage fehlt, die ein- fach undurchführbar sind, wenn die breite Masse nicht noch mehr ausgeplündert werden soll, als es die neuen Steuerplän« bereits tun. Und alles nur um des Landbundes willen zum Schaden der ver- braucher und ohne Rotzen für die Landwirtfchaflt Im Reichstag wird die Sozialdemokratie sich gegen den Wort- bruch der Regierung wie gegen den Angriff auf die Ernährung der Massen sehr energisch zur Wehr setzen." M. W. Ehrabschneider am Pranger! F>rls Berufung im Beleidigungsprozdß Flatau verworfen. Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Stadtverordnetensrak- lion, Erich Alatau, und feine Parleisreuude. die Stadtverord- »elen Karl V ub l i h und Richard Krille. waren von der„Holen Aahne" in der Rummer vom S. Oktober 1920 in unerhörter Weife verleumdet worden. Wider besseres Wissen Halle das Blatt, das die Lüge nach eigener Aeußerung als eine„verflucht reale Rotwendigfeil" betrachtet, ehrenwerte und verdienst- volle Berliner Kommunalpvliliter in einem großen Artikel«Korruptions Li sie der Areunde Stlareks" zu diskreditieren versucht. Die Beleidigten halten eiu Strafverfahren aoge- streugl und das Anitsgericht Berlin-Wille verurteilte am 15. Dezember 1929 den seinerzeit verantwortlich zeichnenden Redakteur Airl in jedem Aalle zu einer Geldstrafe von 500 Mark. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Zn der heutigen Verhandlung, die vor der Kleinen Strafkammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichlsdireklors P a o- l u s slaltfaud. wurde die systematische Verlogenheil und Ehrabschneiderei der„Roten Aahne" durch eine großangelegte Rede des Rechtsanwalls der Privalfläger. Dr. Siegfried Weinberg, noch einmal beleuchtet. Das Gericht beschloß in der ersten Verhandlung, die sich mit der veleidigung Alalaus zu beschäftigen Halle, die Verwerfung der Berufung. Roch verkündung dieses Urteils erklärte Airls verleidiger. Rechts- anmalt Dr. A p f e l. daß fein Mandant die Berufung fai den beiden anderen Aällen gleichfalls zurückziehe. Die Verhandlung begann mit der nochmaligen Verlesung des in Frag« stehenden Artikels durch den Vorsitzenden. Nachdem der An- geklagte, der sich sehr schüchtern und unbeholfen benimmt, seine im Protokoll niedergelegte Aussage, wonach«r sich als den Verfasser des Artikels bezeichnet, widerrufen hatte und nach einigen Er- klärungen seines Verteidigers sprach Rechtsanwalt Dr. S. Wein- b e r g für den Privatkläger. Das Gericht habe die hohe Aufgabe, so erklärte er, an der Entgiftung des politischen Lebens mitzuhelfen. Bei einem Teil der Presse werde mit der Ehre eines Mitmenschen in leichtfertigster Weise umgesprungen. Man müsse bei der Be» urtettung der Schwere der Beleidigungen berücksichtigen, daß im öfsentlichen Leben hochgeachtete Persönlichkeiten mit dem schwersten Vorwurf, der Ko r r u p ti o n bedacht wor- den sind. Man wollte mit diesen Lügennachrlchten die verhaßte Sozlal- demokrakische Partei treffen und außerdem noch ein gutes Geschäft machen. Das Strafmaß, das der Vorrichter für den Redakteur Firl er- tannt habe, halte er für sehr gering. Er gönne dem Angeklagten jedoch diese niedere Strafe, deim es handle sich bei dem System der „S i tz r e d a k t e u r e". das bei der„Roten Fahne" üblich ist, um einen Menschen, der heute nicht mehr verantwortlich zeichnet und der als Bezirksverordneter sicher sehr bald selbst die Wirkung falscher Presseangrisse zu spüren bekommen wird. Der Vertreter des Pivat- kiägers forderte zum Schluß seiner Rede Ablehnung der Be- rusung. Das Gericht sahte den oben wiedergegebenen Beschluß, wonach es bei einer Geldstrafe von 500 Mark in jedem einzelnen Falle verbleibt. Relcheeisenbohnrat einberufen. Der Reichsverkehrsminister hat zum 1. Mai den R e i ch s e i s e n b a h n ra t nach Berlin ein- berufen, besonders um seine Stellungnahme zu dem Antrag der Deutschen Reichsdahn-Gesellschast auf Erhöhung der Per- jonen- und Gütertarif« einzuholen. Das Beeufuagsurteil gegen Tuka. Bor dem Preßburger Ober- gericht wurde gegen Tuka, Snaczky und Mach das Urteil gefällt. Das Urteil des Kreisgerichts, dos gegen Tuka wegen Hochverrats aus Zö und g?g«n Snaczky auf 5 Jahre Zuchthaus lauiete»r.d Mach freisprach, wurde in vollein Umjange b«lWgti nur in der Urteils- begründung sind einig« Änderungen vorgenommen worden. Wahlgelder für Wirtschastspartei. Auf Kosten der Stadt Verlin.- Enthüllungen im Untersuchungsausschuß. Im Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Mißstände in der Berliner Stadtverwaltung teilte zu Beginn der Vorsitzende Schwenk mit, daß der als Zeuge geladene Bezirksbürgermeifter Schuhmacher- Zehlendorf, der wegen des Gutsankaufs Düppel gehört werden sollte, nicht erscheinen kann, da er bis zum 3. Mai beurlaubt ist und sich im Ausland befindet. Auch der Zeuge Gutsbesitzer Kiepert, der das Gut Marienselde an die Stadt Berlin verkaufte, kann nicht erscheinen, da er seinen Wohnsitz in der Schweiz genommen hat. Der im Zusammenhang mit dem Gutskauf Manenfelde geladene Kaufmann Felix Günther ist ebenfalls nicht erschienen, da die Ladung wegen Verzug nicht zugestellt werden konnte. Es wird der Grundstücksmakler Wülschner oer- nommen, der seinerzeit von Kiepert den Auftrag bekam, das Gut Marienfelde zu verkaufen. Er hat es der Gütcrverwaltung der Stadt Berlin angeboten für den Preis von 2 M. pro Quadrat- meter. Das Angebot ist schriftlich abschlägig beschie- den worden. Bekannte haben ihm darauf geraten, mit dem Kauf- mann Felix Günther Beziehungen aufzunehmen, der weitreichende Berbindyngen habe. Das fei auch einige Wochen später, also im September 1925, geschehen. Bei dieser Unterredung habe Günther die schriftliche Ablehnung der Stadt zurückgefordert. Er habe dabei hinzugefügt, daß es sich hierbei ossenbar um ein Versehen des Stadtrats Busch handeln müsse. Damals habe er, der Zeuge, noch nicht gewußt, daß Günther Angestellter der Gesellschaft Petrola, � eines Unternehmens des Stadtrats Busch, war. Günrher ist dann später Mitdirektor des Stadtrats Busch in dieser Ge- sellschast geworden. Er wurde als Vertrauensmann der Stadt be- zeichnet, wo diese nicht in Erscheinung treten wollt«. Günther hat ihn bei dieser Unterredung gefragt, welche Provision«r mit Kiepert vereinbart hätte. Er habe den ortsüblichen Satz von 3 Prozent genannt. Und Günther hat darauf gefragt, was er da- bei verdienen könne. Er habe sich Günther gegenüber bereit erklärt, ihn an der Provision zu beteiligen. Darauf hat der Zeuge Wülschner einen Brief von Güickher be- kommen, den er wörtlich verliest. In diesem Schreiben wird er ausgesorderl, an die wirtschastspartei des deutschen Wittelstandes 3000—5000 W. zu zahlen. Je höher die Zahlung ist, desto eher könne er mit der Erledigung des Geschäfts rechnen. Kiepert, dem er von diesem Briefe Kenntnis gegeben hat, sei dar- über ebenso empört gewesen wie er. Auf Druck von Günther, der sich an der Provision möglichst hoch beteiligen wollte, habe er dann höher« Provisionssätze vereinbart, und zwar 7 Proz. bei 2 M. pro Quadratmeter und 5 Proz., falls darunter verkauft wird. Es sind ihm dann aber doch Bedenken gekommen und er habe dieses Einverständnis schnsllich zurückgezogen. Wörtlich verliest nun Zeuge Wülschner den Brief, den ihm darauf Günther geschrieben hat. Es heißt darin, daß Güncher mit diesen nichtssagenden Worten nichts anfangen könne. Er bitte ihn, nunmehr klipp und klar zu sagen,'ob er an ihn 200 000 W. Provision zahlen wolle. Darüber hinaus aber müsse er für die wirl- schaslspartei für die bevorstehende Wahl einen Wahlbeitrag von 5000 M. spenden.(Große Bewegung.) Diese Ansinnen Hab« er kategorisch abgelehnt. Di« Verhandlungen hätten sich hingezogen, weil Busch auf dem Standpunkt stand, im Winter könne man ein Rittergut nicht be- sichtigen. Die Besichtigung hat dann am Frühjahr 1920 stattgefunden. Busch wollte dann nur 1,20 M. pro Quadratmeter zahlen, hat aber die Verhandlungen weiter hinausgezögert, bis End« 1925, und ihn Immer mit nichtssagenden Versprechungen vertröstet. Im April 1929 Hab« er dann erfahren, daß das Gut Marienfelde von der Stadt gekauft worden ist. Seine Provisionsansprüche sind abgelehnt worden, so daß er schließlich Klage deswegen angestrengt hat, die jetzt noch läuft. Aus die Frage, ob er wisie, daß aus dem Verkaufserlös Gelder für den.Fest spie lfonds des Oberbürgermeisters zur Ber. fügung gestellt sind, weiß der Zeuge nichts zu berichten. Er erklärt aber, daß er gehört hat, daß etwas Aehnliches beim Ankauf des Flogplatzes Johannisthal vorgekommen sein soll. Unter dem Vor- behatt, daß er darüber aus eigener Wahrnehmung nichts wisse, sondern sich darauf beschränken muß, nur das wiederzugeben, wo? er gehört hat, erklärte der Zeuge, daß Stadtrat Busch in diesem Aalle im letzten Augenblick einen anderen WaNer dazwischengeschoben habe, der Alfons Pollak heißt. Es seien im ganzen 150 000 Mark Provisionen gezahlt worden, außerdem aber seien für die Sportwoche 50000 Mark gegeben worden. Diese 150 000 Mark sind so verteill worden, daß 02500 Mark der erste Makler Fechner und 87 500 Mark Pollak bekommen haben. Pollak soll davon 70 000 Mark an Busch ab- geführt haben.(Große Bewegung.) Zum Schluß bekundet der Zeuge, daß Günther, nachdem er seine Klage eingereicht hat, persönlich an ihn heran- getreten ist, um Einigungsoerhandkungen anzuknüpfen. Man hat ihm 50 000 Mark geboten. Er habe aber dieses Angebot ab- gelehnt. Hierauf beschäftigt sich der Ausschuß mit dem Ankauf des Gutes „Schäneiche". Die Verhandlungen dauern fort, Die Menschenräuber erzählen. Oer Prozeß um das piraienfchiff„Kalke". Hamburg, 10. April. vor Eintritt in die heulige Verhandlung wird beschloffen, oon den geladenen Zeugen nur die kaufleute W ü l l e r und Schultz und den kopiläu A r e y e r in den Rachmittagstunden zu vernehme». Die übrigen werden für morgen erneut geladen. Am Sonnabend sollen dann die Offiziere und am Wonlag die Wannschaft des„Aalte" gehört werden. � Der Reeder P r e n z l a u berichtigt darauf zunächst seine gestrige Aussage über das erste Zusammentreffen von Z u c a l und dem Rebellengeneral del Gado, das in Wirklichtert in Berlin stattgefunden habe. Schließlich wird in die Vernehmung des Kompagnons der Firma Prenzlau u. Co., Felix Kramarski, eingetreten. Nach seiner Aussage wurden zunächst Metallgeschäste gemacht. 1924 in Schwierigkeiten geraten, verbanden sich Prenzlau und er mit der Firma Ludwig Bing u. Co., die Wassengeschäst« nach China besorgten. Das Geschäft nahm einen, lebhaften Aus- schwung. Kramarski bemerkt, daß er von Wassen so viel verstehe wie jeder Soldat. Als 1929 Prenzlau wieder wegen einer Waffel»- lieferung nach China in Paris weilte, gab er seinem Teilhaber, dem jetzt Mitangeklagten, Nachricht von den dort eingeleiteten Der- Handlungen mit del Gada. Dieser sowie der ehemalige Gesandte Domeniei sollten nach Prenzlaus Angaben durchaus seriöse und zahlungsfähige Herren sein. Spater jedoch habe sich herausgestellt, daß bares Geld nicht vorhanden fei. Del Gado meinte, es würden ln diesen Sachen zu viele Luftgeschäfte gemacht.' Sein« Geldgeber in Venezuela seien erst barm bereit, Geld herzugeben, wenn tatsächlich«ine größere W a f s e nliefe rung in Benezuela eintreffe. Um diese beschaffen zu können, bot del Gado eine Hypothek cm, die auf 25 000 Dollar geschätzt werden konnte. Dies« Sicherheit genügte Kramarski. Er ging an das Geschäft heran, weil er an- gebsich der Meinung war. es folle sich nur um ein einfaches Export- gefchäft in Kriegsmaterial nach Benezuela handeln. Dem Borsitzenden erscheint es sonderbar, wie Kramarski eine Million an einem so unsicheren und gefährlichen Geschüft riskieren konnte. Allein der„Falke" kostet« ja schon säst 100 000 M. Demgegenüber betont Kramarski, er hatte die Auftrag- geber del Gados und sein« Freunde für sehr vermögend und durch- aus solvent gehalten. Die Verträge habe er erst nachher gesehen, und zwar erst nach der Vernehmung Prenzlaus durch den Unter- suchungsrichter. Zur Zeit der Anheuerung der Mannschaft war Kramarski in Warschau, um dte Waffen u s w. zu kaufen. Auch Prenzlau kam später dorthin und es wurden 2000 Gewehre, Modell 88, mit 2 Millionen Schuß für 35 000 Dollar gekauft. Es handelte sich um alte Waffen, die dag polnische Kriegsmmiste- rium abstieß. Si« sollten in Posen durch den Waffenmeister Hoff- meister geprüft worden. Hosfmeister hatte sein Urteil in die Worte zusammengefaßt: Die Ware taugt nicht viel. Dadurch sollt« jedoch nur der Offizier beeinflußt werden, damit man einen Preisnachlaß herausholen könnte. Die Genielzre waren im Lauf ausgebohrt, was jedoch die Brauchbarkeit wenig beeinträchtigen sollte. Der Waffenmeister be- stätigte weiter, die Gewehre. seien nicht brauchbar, jedoch schießen könne man noch damit. Die Patronen komen ebenfalls aus Warschau. Sie waren zunächst bestimmt gewesen, für die Regierung van Afghanistan, waren jedoch beim Sturz Amanullahs nicht abgenommen worden. Waffen waren auf An- Weisung des polnischen Kriegsministers— so sagt Kramarski— in Begleitung eines Ofiziers und eines Soldaten nach Gdingen geliefert worden. Auf Vorhaltung, daß ja auch in Hamburg Waffen an Bord genommen worden feien, und zwar gerade soviel, daß die angeblichen Passagiere damit bewaffnet werden und eventuell die Maunschasl hätte überwältigt werden können, vermag Kramarski kein« ausreichende Erklärung zu geben. Nach dem der„Falle" ausreisebereit in Gdingen lag, trafen sich Kra- marski und Prenzlau mit del Gado und seinem Freunde Alcantara in Zoppot, fuhren von dort nach Gdingen und besichtigten auf ein- mal Schiff und Ladung. Nach Kramarskis Aussage habe der Kapitän gewußt, welche Ladung er führte. Kra- marski will sich jedoch gewundert haben, als er nun hörte, daß die Mannschaft doppelte Heuer verlangte, daraus wollte er sich wegen des geringen Verdienstes nicht einlassen. Schließlich mischte sich del Gado in die Auzeincndersetzung ein und bewilligte der gesamten Mannschaft die oerlangte doppelte Heuer, dem Kapitän ebenfalls._ Endlich Enilastung des Arbeiismarttes Im März 325 Odo Llnterstühungsempfänger weniger. Die Entlastung des Arbeilsmarkts scheint jetzt endlich ei« leb- hafleres Tempo anzunehmen. Räch dem jetzt vorliegenden ve- richt der Reichsanstall zum 31. März ging die Zahl der Haupt- Unterstützungsempfänger in der zweiten Märzhälfle um 204 326 auf 2 053 387 Personen zurück. Elnschsießlich der in der krisenunlerstühung befindlichen Arbeilslofen. die um 7298 auf ins- gesamt 293 710 Personen noch zugenommen haben, befanden sich Ende Wärz in der Arbeilslosenversicherung insgesamt 2 347 077 unterstühle Personen. Der Höchststand der Unterstützungsempfänger in der Arbeits» losenoersicherung, oer bekanntlich nicht die tatsächliche Ar» beitslosigkeit im Lande anzeigt, stellte sich Ende Februar auf 2 378 400 Hauptunterstützungsempfänger und 977 000 Krisenunter- stützte. Di« bisherig« Entlastung stellt sich also auf 25 000 Haupt- Unterstützungsempfänger, während in der gleichen Zeil des Vorjahrs eine Abnahme von etwa 500 000 zu verzeichnen war. Die Folge der langen Arbeitslosigkeit drückt sich ln der Z u- nähme der Krisenunter st ützten um 7293 Personen aus, während in der gleichen Zeit des Vorjahrs eine Steigerung von fast 15 000 Krisenunterstützten eintrat. Die Gesamtzahl der Haupwnter- stützungsempsänger und Krisenunterstützten stellte sich Ende März mit 2 347 077 rnn 256 000 Personen höher als im vergangenen Jahr. Rechnet man hierzu noch die Empfänger oon Wohljahrtsunter- stützung sowie die Arbeitslosen, die sich noch in der unterftützungs- losen Wartezeit befinden und ferner die Erwerbslosen, di« keinen Anspruch mehr oder überhaupt»einen Anspruch auf Unterstützung besitzen, so dürfte die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland die Zahl von 3 Mllionen nochnichtunterschrit- t«n haben. Wieder keine. Winisterprösidenlenwahl in Sachsen. Di« am Donnerstag im Landtag vorgenommene Wohl de, Minister- Präsidenten verlies wiederum ergebnislos. Es entfielen 43 Stimmen auf Dr. Schieck. 5 Stimmen auf Dr. Külz, 32 Stimmen auf lzleißner und 12 Stimmen auf Renner. Ein Zettel war un- beschrieben. Wernerwerk/ Borfig/ pinisch. Erfolgreiche DetriebSratswahlen. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Betriebsratsnxchl im Siemens-Dernerwerk, das wir heut« früh veröffentlichten, hat die KPD. zugunsten der freigewerkschafttichen Liste und der Haken- kreuzler eine schwere Niederlage erlitten. Das vollständige Ergeb- nis der Betriebsrotswahl wird erst im Laufe des Nochmittags ermittelt werden. Bezeichnend ist der ziemlich lakonische Kommentar, den das Organ der Sowjetbotschaft an das vorläufige Ergebnis der Wahl knüpft. Nachdem die Zahlen der abgegebenen Stimmen oerglichen werden mit denen des Borjahres, wobei die Stimmen der G e l b« n im Vorjahre als nationalsozialistische, die der Christlichen als Gelbe deklariert werden, während die syndikalistischen Stimmen in die Versenkung verschwinden, schreibt das Organ der KPD. melan- cholifch? „Der Berliner Bezirksausschuß der revoiutidnären Gewerk- schastsopposition wird zu den Wahlergebnissen im Siemens-Werner- werk ausführlich Stellung nehmen. Der Bezirksausschuß hat in den letzten Monaten mehrmals an der Arbeit der oppositionellen Kollegen im Arbeiterrat des Siemens-Wernerwerks Kritik geübt. Der Listenftihrer der Opposition im vorigen Jahre, Fischer, ist vor wenigen Wochen wegen seines Verhaltens aus der Kom- munistischen Partei ausgeschlossen worden." Der kommunistische Listenführer, von dem hier gesprochen wird, ist jener Kronzeuge der Firma Siemens gegen einen freigewerkjchastlichen Betriebsrat, mit dem wir uns wiederholt zu beschäftigen hatten. Man glaube aber nicht, daß der„Kronzeuge Fischer", den wir als Spitzel der Firma öffentlich gebrandmarkt haben, deswegen aus der KPD. ausgeschlossen wurde. Sein Ausschluß erfolgte, weil Fischer ein« eigen« Liste aufzustellen drohte. Er nahm davon schließlich Abstand und die KPD. sprach dann in einem im Wernerwerk verbreiteten Flugbaltt die Hoff» nung aus, daß der Spitzel„wieder zur KPD. zurück- findenwerde." Warum auch nicht? Bei Schultheiß-Patzenhofer kandidierte als kommumfti scher Spitzenkandidat ein von der KPD. vor einigen Iahten als Polizeispitzel gebrandmarkter dunkler Ehrenmann. Wie weit jener Zuhälter Ali und Rotfrontführer auch als Spitzel tätig war, wird man vielleicht in dem Prozeß erfahren. Die KPD. braucht solche haltlose und zweifelhaste Elemente, die keine Ueberzeugung haben, sondern nur nach Vor» j christ handeln. * Gestern fanden die Betriebsratsroahlm bei B o r f i g statt. Abgegeben wurden für die freien Gewerkschaften 2140 Stimmen(im Vorfcchr 1788), für die Hirsch-Duncker, deren Domäne einst die Firma Borsig war, 532(474) für die Christlichen 261(im Vorjahr keii« Liste). Die„Opposition" hatte im Borjahr Stimmenthaltung empfohlen, während sie m diesem Jahre wchl eine List« eingereicht l>alle. die aber den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprach. Di« KPD. gab die Parole aus, einen beliebigen Stimmzettel abzugeben, die Nam«n zu durchstreichen und dafür den Namen des„revo- lunonären" Spitzenkandidaten zu schreiben. Infolgedessen erhöhte sich die Zahl der ungültigen Stimmen von 11» im Vorfahr auf 399 in diesem Jahr. Ein gewiß sehr mageres Ergebnis. Die Mandate verteilen sich folgendermaßen: Freie Gswertschasten IS (13). HIrsch»Dunck«r 3(3), Ehristtiche 1(0). Bei den Angestellten erhielten die freien Gewerkschaften 9 Mandate, der DHB- und die leitenden Angestellten je 1 Mandat. Bei Borsig dominieren aber die freien Gewerkschaften fast im- beschränkt. Der Einfluß der anderen Richtungen ist minimal, der der KPD. gleich Rull. * Bei der Detriebsratswahl der Firma Pintfch u. Eo. hatte in diesem Jahr die KPD. eine eigene Liste zum Arbeiterrat auf- gestellt. Es erhielten Stimmen: die freien Gewerkschaften 334 mid 6 Mandate, die KPD. 234 und 4 Mandat«. Bisher waren aus der einheitlichen Arbeiderrcrtsliste 7 Sozialdemokraten und 3 Kommunisten gewählt. Bei der Wahl zum Angestellten rat erhielt der AsA- Bund 276(278), der DHD. 165(102) Stimmen, während der KdA., der im Vorjahr 64 Stimmen und 1 Mandat erhalten hatte, in diesem Jahr sich an der Wahl nicht beteiligte. Dadurch gewann der DHB. 63 Stimmen und 1 Mandat(insgesamt 2), während der HfA'Bund wieder 5 Mandat« erhält. Telefunken. Zum erstenmal standen in diesem Jahr« zwei Listen zur Wahl. Di« freigewerkschaftliche Liste erhielt SS4 Stimmen, die Opposttionsliste 358. Auf der Opposttionsliste kandidierten aber nur zwei KPD.-Vertreter, da stch nicht mehr„Revolutionäre" fanden. Der Arbeiterrat setzt sich zusammen aus 9 Sozialdemo- traten und 2 Kommunisten, während bisher das Verhältnis 11 zu 4 war. „Arbeitertorrespondenz". Ol« Köchin mit der Generallinie. Schon lang« raunt man, daß die Arbeiterkorrespondonzen, die einen breiten Raum in der„Roten Fahne einnehmen, im Karl- Liebknecht- Haus fabriziert werden. Da erscheint zum Beispiel die „Korrespondenz einer Köchin", die sich zu dem neuesten Russen- film zu äußern hat. Man höre, was die Brave zu vermelden weiß: Di« Generallinie seine»(Ermlers) Films ist die Wirklichkeit der stegreichen Revolution, ist die ll e 0« r p c r s ö n l i ch- keit des Ausbaues des Sozialismus.. Dieies neue Sein, kollektiv erschaffen, nach dem siegreichen Oktober durch die Eroberung und Erfassung der Produktion in de» Hirnen und Händen des Proletariats, sprang dem Iwan überall konkret und greisbar in die Augen. Dies ist wohl das Deutsch der Moskauer Parolenköche, aber nie und nimmer die Ausdrucksweis« einer Berliner Köchin! Ostrowfti:„Oer Wald." Meyerhold-Gastspiel. Ostrowsky ist der fruchtbarste Dramatiker Rußlands, gestorben 1886, Verfasser von 50 bürgerlichen Schauspielen und historischen Paraden. Er hat Schillers„Räuber" heimlich geliebt und sich technisch an Kotzebue und dem Pariser Bonlevardstück geschult. Darum verstand er sehr viel vom Theaterfach. Den provinziellen Bürger- und Händlerstand, den er gern zeichnete, wollte er mehr karikieren als rühmen. Wer nicht betrügt, der verdient nichts, so lautet die kaufmännisch� Moral. Die Kaufleute ersetzen die Unter- schrift ihres unehrlichen Namens meistens noch durch drei Kreuze. Sie bücken und bekreuzigen sich vor dem Landadel, den sie aus- plündern, indem sie ihm langsam seil« von Wucherzinsen über- lasteten Güter abschwindeln. Di« herrschende Klasse lebt mit der ausgebeuteten auf dem Fuße des vollendeten Mißtrauens. Ostrowskys Sittenbilder sind aber nur nicht eines historischen Interesses wert. Der Dramatiker gefällt sich in einem Biedermeierstil, der heute zu postkutschenmäßig erscheint. Spielt heute in Deutschland Max Rein- Hardt etwa die Kotzebu eschen„Kleinstädter", so ist das für den Regisseur ein artistisches Experiment und nur ein remes Privat- vergnügen. Meyerhold macht aus diesem Privatvergnügen die Angelegen- heit des modernsten Theaters seiner bolschewistischen Kultur. Das Lustspiel„Der Wald" eignet sich für diese Verwandlung aber sehr gut. Denn die Laster der Reichen und Bornehmen können so lächerlich gemacht werden, daß der Zuschauer in heiterster Selbst- Zufriedenheit die verfaulte Vergangenheit belachen darf, und das schlichte, unverdorbene Volk findet Gelegenheit, sein« herrlichen Tugenden zu zeigen. Hauptvertreter dieses liebenswürdigen Pro- letariats sind zwei Wanderkomödianten, die begeistert die Fahne der Kunst mid Vagabundensrecheit hochhalten, und ein entzückendes Liebespaar, das über alle Schliche habgieriger Väter und Vor- münder siegt, bis es Hochzeit feiert. Eine mannstolle Fünfzigerin, die Wohltätigkeit simuliert, in Wirklichkeit aber mit ihrem Geld rüstig« Liebhaber kauft, ein versoffener und hartherziger Holz- Händler, ein heuchlerischer Pope, ein ehrloser Faulpelz und Stutzer und endlich ein ganger Schmarotzerklüngel repräsentieren die Bour- geoisie von Anno dazumal. Ostrowsky setzt die Farben dick ans. Die vagabundierenden Götterliebling« sind prächtige Spaßmacher, der Wucherer verdient hundert Jahre Sibirien, die im Mondschein sich küssende Jugend wächst jedem ans Herz, der sich noch nicht seiner Sünden schämen muß. Dos Gesinde der Großen äfft nur noch, was die Noblesse ihnen zeigt. Darum nutzt Meyerhold diesen Stoff propagandistisch aus. Er übertreibt bombenmäßig, was fein Dichter vor einem halben Jahr- hundert übertrieb. Er typisiert durch grellste Maskierung, was schon sehr volksmäßig aufgetakelt war. Wer Schürzung und Lösung dkja Heirats- und Schacherkomödie erlebt, der betet:„Du guter, großer Bolfchewistengott, ich dank« dir, daß ich nicht bin, wie dies« Schacher und Zöllner gewesen sind." Die Bühne stellt nichts im Theater an der Stresemannstroße als den kahlen Riesenraum dar, dessen eine Seit« von einer ungeheuren Treppe, einer Art Jahrmarttsrutschbahn, flankiert wird. Dies« Rutschbahn ist die Hauptdekoration. Sie war es schon für den „Revisor". Das Lausen und Jagen auf dieser Treppe belebt die Szene außerordentlich. Die Schauspieler hüpfen und tanzen wi« die Teufel. Stühle und Tische und Barrieren und Bänke und alles übrige Möbel und Requisit wfrd bei offenem Borhang aus die Bühne geschoben. So verstärkt sich noch der Eindruck, daß alles nur eine Stegreifrevu« sein soll. Es scheint alles improvisiert, und es ist natürlich trotzdem sorgfältig vorbereitet, artistisch ausgeklügelt, bis in söde Bewegung, bis in jedem Pfiff, bis in jedem Schnarch- und Fistelton. Das Kasperletheater spielt meist ein kurzes Stück. Meyerhold spielt 18 Bilder, die er aus dem Fünfakter Ostrowskys herausschnitzt. So wiederholen sich die Tricks, und man lernt die Unannehmlichkeit des Gähnens. Trotzdem freut man sich über den Clown Igor I l j i n j k y, der ein wenig Toto aus der Skala, ein wenig Grok, also ein guter Hans- wurst ist. Der Mangel an Herzensnaioität, der durch die gute Schulung ersetzt wird, fällt bei den übrigen auf, besonders bei Sinarda Reich, der Primadonna der Truppe. dlsx Hochdorf. Arbeiierchorkonzert. Das Konzert, das der Meinekefche Männerchor, Mit- glied des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes, im Konzertsaal der Staatlichen Hochschul« gab, war leider nicht so gut besucht, wi« zu wünschen wäre. Zu wünschen insbesondere auch angesichts der Leistung Rests vorbildlich disziplinierten Sängerchores. Wieder er- kennen wir die Arbelt des Chormeisters P. A. Joseph, des sicheren, überlegenen Dirigenten nicht nur, sondern ausgezeichneten Mustters und Mustkerzieher». Diesmal zeigt er sich noch von an- derer Seit«, als Kcmzertstlist am Flügel, als Pianist von Rang in Stücken von Beethoven und Chopin, die zwischen die Gesangnum- inent des Programms gestellt find. Dies Programm war freilich durchaus herkömmlich im Geschmack de» 19. Jahrhunderts gehalten: wir hätten ihm ein bißchen mehr Frisch«, ein bißchen Anschluß an die Gegenwart gewünscht: Liedertafeleien wie Max Bruchs„Bom Rhein" sollte man lieber dem bürgerlichen Vereinsleben überlassen. K. P. Türtenräuber in Bulgarien. Eine achttöpfige schwerbewaffnet« türtische Räuberband« überschritt bei Adrianopel die bulgarische Grenz« und Übersiel zahlreich« Bauerngehöfi«. Ein sich den Räubern widersetzender Bauer wurde getötet, zahlreich« ander« Dauern wurden verwundet. Der GreiMmizei gelang es, die Banditen, zu stellen. Es kam zy einem mehrstündigen Feuergefecht, in deren Verlaus der Anführer der Räuberbande getötet wurist und zwei Räuber schwer verwundet in der Hände der Polizei fielen Di« übrigen entkamen über die Grenz«. Die engllsche Arbettslosenkasse. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung den Gesetzentwurs über die Arbeitslosenversicherung an, nachdem die Anleihegrenz« der Arbeitslosentasse um 10 Millionen Psunh Sterling erhöht wird. Der Arbeitsminister erklärt«, diese i-umm« würde bis Ende 1930 genügen, falls die Zahl der Arbeits» los« anderthalb Millionen nicht übersteig«. Philipp Kranck in der Akademie. Philipp Franck feiert am 9. April in rüstiger Frische seinen 7 0. Geburtstag. Da» Amt des Direktors an der Bsrliner Kunstschul«, das er seit 1912 Inn« hatte, mußt«»r zwar aus den be- kannten bürokratischen Altersgründen abgeben, nachdem„er ihr einen frischen Strom freier Anschauung zugeführt und sich um die künstlerisch« Ausbildung der Zeichenlehrer größte Verdienste er- worden hatte", wie W. Kurth schon 1916 von ihm rühmte. Wer weiß, wieviel von dem neuen Geiste, der Kindertunst in den Schulen, stch freischöpstrssch in Aquarell und Pastell entfalten läßt, aus sein« Ein- Wirkung letzthin zurückzuführen ist! Seine eigene Produktion ist heute lebendiger denn j«: das be» weist die schöne Ehrenschau, die ihm die Akademie in den drei vorderen Sälen veranstallet hat. Sie zeigte große Aquarelle aus den letzten Jahren,«in Gebiet, in dem Franck sich wohl am glücklichsten ergangen hat, und das den Siebzigjährigen mit vollem Bewußtsein im Besitz und virtuoser Anwendung moderner Mittel zeigt. Man kann in den Aquarellen seine Methode und die reife Schönheit ihrer Wirkung aus» best« kennen lernen: der reinen Klar- heit und Durchsichtigkeit der Lokalfarben in Landschaften, Stilleben und weiblichen Figureirbildern sich erfreuen und gestehen, daß mit dieser Reinigung des Kolorits und der damit Hand In Hand gehenden Vereinfachung von Komposition und Form wohl ein Endgültiges in seiner Entwicklung erreicht worden ist. Fast könnte man, angesichts der großzügigen und überschaubaren Einheitlichkeit namentlich in diesen Landschaften oberitalienischer und Schweizer Seen, von Be- nedig, dem Rhein, dem Taunus und Wannsee, von Monumentalität sprechen, wenn nicht letzten Endes doch die Freud« am zufälligen Motiv und seiner koloristischen Regie ein Stück vom alten Impressio. nistischen Naturalismus geistig darin überwiegen und den Sinn der anmutigen Aquarelle auf einer mehr spielerisch-festlichen Basis be- harren ließen._ p. k. ech. „Troika." Eapttol. Daß ein untauglich«» Manuskript selbst bei guter Regie- und Darstellerleistung verhängnisvoll für den Fklm wird, will den Pro- duzenten immer noch nicht einleuchten. In diesem iieuesten Russen- film— Filmrußland ist immer noch die groß« Mode— wird diese alte Erfahrung bis zum Ueberdruh neu erhärtet. Was nützen olle Regieleistungen des sicher begabten Strischewsti, was alle die schönen Schneelandschaften und Trotkasahrten, wo» die prachtvoll aufgenommenen russischen Tänze mit dem wirbelnden Tanz der Ge- sschter und die gut gesehenen Einzelheiten aus den höheren wie den unteren Klassen, wenn die Handlung so heillos verkitscht ist. Die Geliebte des alternden Fürsten kriegt Appetit auf den schmucken Iroikalenter, der sie immer von den nächtlichen Orgien im Zigeunerlokal nach Hause fährt, sie zettelt ein kleines Abenteuer mit ihm an, das den Armen verrückt macht und zur Ausgabe seines glücklichen Familienlebens führt. Als er. städtisch hergerichtet, zu der schönen Frau zurückkehrt, wird er elend abgewiesen. Sein Eheleben ist zer. stört, das Kind verunglückt, die Frau geht ins Kloster. Er aber nimmt Roch« an der Treulosen, die mit ihm ihr Spiel trieb, indem er sie in den Abgrund sährt. Di« Dersührungstünste der schönen Olga Tschechows sind ziemlich gewaltsam, man möchte ihr«nd» lich«ine vertiefter« Rolle wünschen S ch l e t t 0 w ist als Troiko- cnker mehr interessant als echt. Neu« Gesichter zeigen Michael T s ch e ch» w als Dorfnarr und Helen S t e e l s als feingesichtig« Frau des Kutschers. Der Mm ist synchronisiert: russische Volk». lieber und Zigeunergesäng« erfreuen neben der guten Begleitmusik da» Ohr. Erfreulicherweise wird uns der Dialog geschenkt r, Ott Oeussli!« kuniigemrinsoiesi erSfinit Im Schloß eine Aueftellwig „Der Mensch unserer Zeit". Am Freitoq wird eine Möbel» und Tlnrichtungöschau in den Funkturmhallen am Kalserdamm j erössnet. 42. Kongreß für innere Medizin. Am Vormittag de« 2. Kongreßtages standen die Probleme des Herzens und der Blutgefäß«, des Bluttreislaufs, zur Dsbatt». Der Nachmittag war durchaus der Therapie gewidmet, und zwar einer Form derselben, die bis vor wenigen Jahren in der Medizin noch ein ziemlich verborgenes Dasein führte. Jetzt besitzt sie in besonderem Maß das ärztlich« Interesse. D« erst« Referent, Dr. Müller, M.-Gtadbach, hält den sogenannten ,H a rt s p a nn" der Muskulatur für das Wesentliche der sagenannten rheumatischen Erkrankungen. So ziemlich alle Muskelgebicde können von ihm befallen sein. Seine Domäne ist nach dem Redner außerordentlich groß, greift in alle möglichen Krankheitsbikder über oder täuscht sie vor. A. Müller glaubt bei allen solchen Zuständen durch ein« Massage-Untersuchung den objektiven Befund unabhängig von den subjektiven Angaben des Untersuchten feststellen zu können. Der Anwendungsbereich der Massage ist ebenso groß wie die For- men von„Hartspann"; nicht nur Muskelrheumatismus, Gelenk- entzündungen und-Versteifungen und Rervenlähmungen gehören dazu, sondern auch nervöse Organbeschwerden, Schtoslossgkeit und Stuhlverstopfung, ja, sogar manche Formen von Herzinsuffirienz. Das zweite Referat hielt Prof. de Trinis, Graz. Während Müller, M.-Gladbach, die Muskulatur als den Sitz der Erkrankung betrachtet, sieht Hartmann diesen im Bindegewebe der Körperdccke. Ein großer Teil jener Kranken, welch« man bisher der Gruppe der sogenannten erworbenen Neurosen zuzählt«, weist ein« Ertrankung der Körperdeck« auf, und die nervösen Störungen der inneren Or- gan« sind in diesen Fällen Folgeerscheinungen der Ertrankung der Körperdecke. Für die Entstehung dieser Erkrankung spielen neben familiärer Veranlagung Infektionen und Erkältungen ein« wichtige Rolle. Die Körperdeckenveränderungen geben stch der geübten Hand ohne weiteres zu erkennen: sie reichen vom UnterhautzellgeWebe bis tn die Muskulatur hinein. Auch den Muskclrheumakismus s.-ßt Hartmann(im Gegensatz zu späteren Rednern) lediglich als eine nicht entzündliche Erkrankung der Körperdeck« auf. Die beiden Referenten versprechen stch so viel von den Heil- Wirkungen einer sachkundigen, vom Arzt selbst durchgeführten Massagebehandlung. Es ist vorauszusthen, daß diese Btethode in den nächsten Jahren noch mehr als bisher tn die Heil- Pläne einbezogen werden, aber auch mehr Gegenstand der kritischen Forschung sein wird. Im Anschluß an die beiden Referate oersuchten die weiteren Berhandlungen über Massag« der Wirkungsart dieser Methode näherzukommen. Ein Einfluß auf den örtlichen Kreislauf und Stoffwechsel ist selbstverständlich: daneben ergeben sich Anzeichen dafür, daß durch dl« Maflage im Gewebe Skosf« frei werden, die unter Umständen allgemeine Wirkungen entfalten tonnen. Als Hauptanwendungsgebiet der Massage hat der Weichteil-Rheumotis- mus zu gellen, der ja nach den Statistiken großer Krankenkassen etwa jeden zehnten Fall der Arbeitsunfähigkeit verursacht „Cyankali". Skandal. Im vanzlger Skadtthealer kam es am Mittwoch bei der Aufführung des„Cyankali" von Friedrich Woff durch ein« Berliner Schauspielertruppe zu ernstlichen Störungen. Im ersten Akt fing ein Teil des Publikums an zu pfeifen und Gegenstände auf di« Bühne zu werfen. Auch Stink- bomben fanden Benwendung. Di« Borstellung mußt« wi-te'.dolt unterbrochen werden. Die Schutzpolizei entfernt« mehrer« Ruhestörer aus dem Theater, worauf die Vorstellung bei teilweis« erleuchtetem Haufe zu Ende geführt wurde. Renib-««d'-verirag. Dr. Bertbold Daun wird»m Tonnabend, 6 Uhr w der Humboldt-Oochschiile. Doroiheenftr. 12, einen Lichtbildervortrag über Rembrandt a» Moler und Radierer hallen, et werden Lumiiielche Karbenausnahmen projiziert. Ol« Volkbühne veranstallet Gonntag, mtttag»'1,13 Uhr, im Tdeater am Bülowpiatz«in Konzert, da».Ruilische Musik" bringt. Es ge- langen Ncrte von Tlchalkowjty zur«ufftibrung, u. 0 da? Klavierkonzert B-rnoU(Solistin Elly Ney) und die YL Symphanie(Pathetiqu-t. Schiedsspruch im Schneiderstreik. Oer Kamps geht weiter. In, Schnetberstreik muri* von den Schlichtern heute nacht folgender Schiedsspruch gefällt: 1. Die sämtlichen zwischen den beiden Parteien bis zum 1. April 193l> dcsteheniden Tarifverträge irgendwelcher Art nebst sämtlichen Anlogen, Nachträgen und Ergänzungsabkommen sowie die jetzig« Klosstfizierung der Firmen wenden bis auf folgende Aenderungen wieder in Kraft gesetzt: a) Vertragsbeilage VI:„Schiedsverfahren" fällt fort. Es wird den Parteien empfohlen, über die Einsetzung einer zentralen Schiedsinstanz unverzüglich in Verhandlungen einzrstreten. b) Die sämtlichen Löhne von 97 Pfennigen auswärts werden um zwei Pfennig, die Löhne' unter 97 Pfennig um einen Pfennig erhöht. 2. Beiderseitige Kampfmaßnahmen sind sofort«inzustellen. Maßregelungen aus Anlaß dieses Kampfes dürfen nicht stattfinden. Eine Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses gilt durch diesen Kamps nicht als entstanden. Die Arbeiter sind, soweit es die technischen Möglichkeiten erlauben, sofort wieder einzustellen. Betriebsfrenide Arbeiter dürfen, solange noch bisher Betriebsangehörige nicht wieder eingestellt stich, nicht angenommen werden. 3. Die Lohnbestimmungen treten mit dem Tage der Tariswerdung dieses Schiedsspruches, alle sonstigen Bestimmungen ab 1. April 1930 in Kraft. 4. Das vorstehende Abkommen kann mit vierwöchentlicher Frist, erstmalig zum 28. Februar 1931 gekündigt werden. Wird es zu dieser Frist wicht gekündigt, so ist es weiterhin stets mit vierwöchentlicher Frist zum Monatsschluß kündbar. 5. Die Parteien haben sich dem unparteiischen Kollegium gegenüber zu Händen des Herrn Regierungsrat Dr. Dobberstein im Reichsarbeitsministerium bis Sonnabend, den 12. April 1930, vor- mittags 11 Uhr, zu erklären, ob sie den Schiedsspruch annehmen oder ablehnen. * Die Arbeiteroertreter haben nach Fällung des Schiedsspruches Stellung genommen und empfehlen den Mitgliedern wegen der völligen llnzulönglichtell der Lohnzulagen die Ablehnung des Schiedsspruches. Es muß demzufolge mit dem unveränderten Fortgang des Kampfes gerechnet werden. „Sozialistische Bildung." E«n Zwiegespräch im Rundfunk. Im Berliner Sender sprachen Alexander Stein und Karl Schröder über die Zeitschrift„Sozialistische Bildung". Die Diskussion gewinnt über das Literarische hinaus Bedeutung, da sie allgemeine Fragen der sozialistischen Bilduogsarbeil in den Vordergrund rückt. Es ist eine Verkennung der sozialistischen Arbeiterbewegung, wenn ihr lediglich die Berfolgung materieller Interessen auf wirt- schaftlichem und politischem Gebiet zugeschrieben werden. Neben der Schaffung materieller Grundlagen muß auch der geistige Aufstieg mit ollen Mitteln gefördert werden. Dieser Aufgabe dient die Zeitschrift„Sozialistische Bildung". Ihr ist es gelungen, das Gebiet der Kulturarbeit straffer zusammenzufassen und zu vereinheitlichen. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Schulungsarbeit, des Bücherwesens, der Vertiefung des wissenschaftlichen, literarischen und künstlerischen Interesses, der Heranziehung der Jugend, der engeren Verbindung zwischen Hand, und Kopfarbeiter und der all- gemeinen Reform des Bildungssystems. Auf dem Gebiet der E rwo chs« Neubildung wird eine in die Tiefe gehende Schulung und eine möglichst weitgehende Förderung der Bildungsarbeit erstrebt. Wissen, nicht um des Wissens, sondern um der Gestaltung willen ist die Devise. Es gilt, das Denken der Menschen zu revolutionieren und den Autoritätsglauben zu zertrümmern, vor ollem aber die Entwick- lungstendenzen der Gegenwart im Sinne des Sozialismus aus- zubauen. Der arbeitenden Masse wird ein neuer Lebensinhall gegeben, ihr Klassenkampf, den sie notwendigerweis« führen muß, erscheint auf eine höhere Stufe gehoben. Klassenkampf und Kulturwillen werden in Einklang gebracht. Der Masse öffnet sich dann der Weg zur Wissenschaft, Kunst und Literatur leichter. Kritik wird geübt an den Erscheinungen der Gegenwart. Kritik wird also auch geübt an der Literatur. Aber diese Kritik steht auf anderer Basis als die bürgerliche. Die entscheidende Haltung für die Kritik kommt aus den Grundlagen des Gesellschaftssystems, in dem man lebt. Ausschlaggebend ist allein die Gesamteinstellung zur Geisteshallung, zum Kampf der Arbeiterklasse. E» wird nicht mehr über die Klasse geschrieben, sondern aus der Klasse heraus. Die Kritik darf auf keinen Fall individualistlsche Selbftbespiegelung sein, sie muß sich schöpferisch betötigen, indem sie ihrerseits neues Material hinzuträgt. Grundsatz bleibt: Was dient dem großen, ge» sellschastlichen Kampf der Arbeiterklasse? Ein Buch wird aus seiner gesellschafllichen Grundlage heraus betrachtet, ferner ist wichtig, die Abgrenzung des Tatsachenmaterials von der weltanschaulichen Um- rahmung und endlich eine klare Erfassung der Zeitbedeutung. 87. Abteilung Marienfelde. Achtungt Di« irrtümlich für heute, Donnerstag, angekündigt« Veranstaltung der Sozialistischen Ar- beiterjugend findet erst am Freitag, 11. April, 20 Uhr, in der Schule, Dorfstraße S3, in Marienfelde, stall. Metler für Verlin. Größtenteils stark wolkig ohne nenne ns- werte Niederschläge, kein« wesentlich« Temperaturänderung, fchtrache Luftbewegung.— Für Deutschland. Im Süden und Westen weiter. '' Heller, am Tag« mäßig warm, im übrigen Reiche wolkiges tter ohne nennenswert« Temperaturänderung. Donners tax, 10i April Berlia. 16.05 Dr. Alfred Knto: Polnisches Knnstteorerb«.' 16.30 Konzert, � 17.30 Der Marathonläufer(Sprecher; Paul ücmpel). 17.55 Teemusik. 18-20 Prof. Dr. Adolf Marcosc: Die Größe der Erde. 18.45 Chorgscsänge. 19.10 Zeitberichte.„Vcnlzelos verteidigt seine Politik.� 19.55 Aus der Kroll-Oper, am Platz der Republik:..Die verkaufte Braut*4, Komische Oper von Friedrich Smetana. Dirigent: Alexander von Zern« linsky. Nach den Abendmeldungen bis 0.30 Tanzmusik. Königswusterhausen. 16 00 Emil Reischies: Berufsschule und Volksschule, 17.30 Albert Lorenz: Gottsucher-Romane. 17.55 Dr. Johannes Günther: Passionsspiele. 18.20 Prof. Dr. Bastian Schmid: Mein Buntspecht. 18.40 Spanisch für Fortgeschrittene. 19.05 Dr. Kurt Baschwitz: Kunst der Massenführung. 19.30 Ministerpräsident Tantzcn, M. d. R.: Hühnerhaltung und Vcrwcrtong Eier. 20.00 Bayerischer Humor(gesprochen von Ferdinand Bonn). 20.30 Von Breslau:„Revue zu Einem'*, von Walter Mehring. 21-15 Uraufführung Erwin Schulhoff. Hot-Sonate für Altsaxophon wxd Klavfeg in vier Sätzen(Billy Barton, Altsaxophon, und der Komponist am Flügel). 21.35 Aktuelle Abfeilung. Veranttvortl.*üt die Redaktion: Wolfgan« Schwar». Verlin: AnOeigen: lh. Slock«. Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m b. H.. Berlin. Druck: Borwärts Buch« druckcrei und Derlagsanstalt Paul Singer Se Co.. Berlin SW 68. LinhenKraße R. Sien» 1 Beilage. (ff--- | Iltealec, LiJilspiele usw. j ej.j___■-*»-i|». bmJL scaj-ä Tägl. 5 u.S'l, Uhr. B 5 BarB. g2S8 Pr. 1-6M. Wochentg. 5 U. 50 PI.-3 M. Amerikas I Ol w berOhmtester Clown und 9 wehere Vnrietb-Nenheiten plAza \ Tägl. B u. 813 SOttll. Iu Alex. E 4, 8066 1 INTERN AT. VARIETE CASINQTBEATER _ LothriPi|er Strafe 37. Wieder ein neuer Schlager Der wahre Jakob StDrmUdier Heiler kelts-Ertolg Duo ein eratkl. buntes Programm Guiscneln lür I— 4 Personen Fauteull nur 1.26 M-, Sessel 1.75 M.. Sonstiae Preise: Parkett u. Rana am M ,WWW Direktion: Dr. Martin Zickel Komische Oper ToSridutrllM Merkur 1401 433C Tätlich S'/i tJhr Majeslät ass! bitten Musü von Walter Kollo. 8 Uhr asueduon Hoboken n Neeerstflck v. 3ld-Welsenborn Musik: W. Grosz Staat!. Sdiiller-lli. 8 Uhr Bonbonrodie George Danüln ir-BiDS lullncr- Theater) 8 Uhr §218 Deatsdies Theater 0 1 Wütadaram 5201 Tägl. 8-14 Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Relnhardi Kammerspiele D 2 Weideintom 5201 8-/4 Uhr Die liebe Feindin KniiUlr m L P. tntrlnr bgli; CnM Crtgdjm Die Komödie II Blsmck.2414/7SI6 8-/4 Uhr Die Kreafnr Stluoiplel nt Ftrt. Braikur ReuK: uai Beiouarm Lusispteihaus fnednehstr. 236. Bergmann 2922/23. 8-8 Uhr: Geschalt mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern»l 10 Uhr ununterbrochen. Lessing- Theater Teidnilaui 219/ g. CMC Täglich 'U Uhr Flamme mit KAie Dorsch Frans Leder er Metropel-Tti. raglich 8-/4 Uhr Der Bettelstudent Pnttlera, Alpac, ncbOueadorÜtkea Ulf. Dr. Martin 2idil Komisctie Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/433a Täglich 8-/4 Uhr Majestät last bitten... MM na Walto Rulle. Lustspieinaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8-/, Uhr Geschälimii Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld Ttlaoon'Theater Leitung; Dir. Arnim Oeorgenstr, 9 Täglich 8-/4 Uhr Revue Das lebende Hagnta Preise v. 30 PI. an Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8-/4 Uhr madame hat Ausgang Erika von Teilmann Paul Hörbigcr Hermann Scbaulnt Lrovskl, Braut Direktion Dr. Robert Klein Deolsehes IBnsller-Tketl Barbarossa 3937 8-/- Uhr Sex Appeal lusfcp. r. Fnd*rii Uiutale Rrgil: fontrr Unhnjl tigert Bnesemann. afiudv Uilslbuu BetllDet Iheaief üönhol! 17t' 8 Uhr Ende 10-/4 Uhr Ä zwei.dioi" von Franz Molna» mit Mai Palltnberq, Regle: GnsLBurUno Vorher: Soupar Hei Regie ni Hil per>. 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Vor einigen Jahren, als noch Dr. Geßler im Amt war, wurde nämlich vom Reichswehrministerium«in P r e i s a u s- schreiben für ein Unterrichtsbuch erlassen, da» den Lehrern an Heeresfachschulen den nötigen geistigen Schliff geben sollte. Den ersten Preis erhielt ein Studienprofessor Dr. Fried- rich Schmidt in Nürnberg für das angeführte Wert. Wir können es uns nicht versagen, an einzelnen Stichproben zu zeigen, in welchem Geist nach Ansicht des Herrn Schmidt und der damaligen Prüfungskommission des Reichswehrministeriums— natürlich auch im Einverständnis mit Gehler— der Soldat der deutschen Republik erzogen werden sollte. Nachdem Herr Schmidt gegen jene.destruktiven und liberti- nistischen Bestrebungen" gewettert hat, die angeblich unter der„sehr dehnbaren Parole Freiheit die Achbmg der Jugend vor Gesetz und Geschichte, aber auch vor den verschiedenen Achblngs-(„Autoritäts")- Kreisen: Eltern, Kirche, Schul«, Staat" untergraben, proklamiert er als allein seligmachende Erziehungsmechode für Soldaten folgendes:„Der Unterricht in den Heeressachschulen muh mit allem Lebensnützlichen und Wissenswerten die Gedanken soweit schulen. doh der Soldat den Dienst letzten Endes als Gottesdienst: weil Dienst an dem von Gott aus Land und Volk gefügten Staat, aufsaht. Folgerichtig kann der Befehl, den ihm sein Vorgesetzter erteilt, nicht in seinem eigenen Ursprung Menschenwerk sein, sondern er ist Gottes Gebot, durch den Fahneneid und durch den göttlichen Ursprung des Staates, dem der Dienst gilt, geheiligt. Die Ossiziere und Unteroffizier« sind nur die Dolmetscher dieses Tatwillens der heiligen Ordnung der Staatsdinge." Das Gottesgnadentnm, durch das die katholische Kirche dem Priester eine Sonderstellung im Staatsoerband zu verleihen versucht und auf das ein Wichelm II. seine Macht aufzubauen ver- suchte, soll also nach dem Wunsche des Herrn Schmidt auch die unumschränkte Herrschaft des Offiziers stabilisieren. Zu welchem Ende, ist gar nicht so zwei sei hast, wenn man sich durch das Lehrbuch hindurchgeackert hat. Wie stellt sich nun dieser Lehrmeister der Soldaten, der sich mit gewölbter Brust zu den„ernstdenkenden Männern mit christlicher Weltanschauung" rechnet, zum Pazifismus? Im Kapitel 9 heiht es:„Wer heute die Menschen zum Soldatenmut erziehen will. stellt sich in den Widerspruch zum Pazifismus, zu einer Bewegung, die mit Sirenenmelodien den ewigen Frieden verkündet. Völkerbundsgeist und Staatenegoismus werden dabei bewuht als scharfe Gegensätze herausgearbeitet." „... die b ö s w i l l i g e n A n g r i f f e gegen den Sinn des Krieges entkräftet der deutsche Lehrer, sonderlich an einer Heeresfachschule. durch Betonung des tiefsten Sinnes des Krieges. Und dieser tiefste Sinn des Krieges ist nicht„M o r d", sondern„Opfer"(!)..." „Und diese gottgewollte Verbindung zwischen Kreuz und Schwert kam den Deutschen immer in den Zeiten höchster Not zum Bewuhtsein. Gerade diese Erhabenheit, dieser sittlich religiösen Weihe, diesem Heiligenschein, der den Stahl- Helm umgeben soll, muh der Lehrer im Unterricht in der Geschichte und im Deutschen zum Leuchtglanz verhelfen." Es mag zugegeben werden, daß die Auseinandersetzung mit dem Pazifismus in einer Heeresfachschule seine Schwierigkeiten hat. Aber daß die naive, unter joder diskussionsfähigen Geisteshaltung stehende„Belehrung" des Herrn Schmidt, die eine ernste, staatlich unterstützte Bestrebung mit der alten kaiserlichen Phraseologie tot- zuschlagen bemüht ist, von einem Reichswehrministerium der Re- publik preisgekrönt wurde, das ist ein Minuszeichen für die Republik. Bei einem Gang durch die preuhisch-deutsche Geschichte(natürlich nur Krieg«, Schlachten, Zahlen, usw.) kommt Herr Schmidt auch auf das Schauspiel„Das Grab des unbekannten Soldaten" des fron- zösischen Dichters PaulReynalzu sprechen. Reymrl läht seinen Poilu die wunderbar einfachen Worte sprechen: „Ich bin die Jugend Frankreichs, hie unsterbliche und rettende Jugend, die über die Flut der Barbarei, in die das versinkende Europa geWucht ist, die untadelige Nation zum Himmel emporhebt, um so die Ehre des Menschengeschlechtes, die Hoffnung auf den Schwur, daß es wieder schön sein wird, den Namen Mensch zu tragen, zu retten." Auf diese friedensfreundlichen Wort« des französischen Poilu soll auf Vorschlag des Herrn Schmidt der d e u t s ch e R e i ch»- wehrsoldat mit folgendem Erguh eines rafenden Lokalanzeigers antworten:, „Und ich bin der tapfer« Sohn einer von euch in jedem Menschenzeitalter zum Kamps um seinen Voltsboden und um sein tägliches Brot gehetzten Volksgemeinschaft. Ich bin der letzte Hort der großen germanischen Kultur auf christlicher Grundlage, die im Auftrage des Schöpfer» im Herzen Europas befruchtend wie Mairegen und erfrischend wie Morgentau wirken soll... Wir Deutsche leben des Glaubens, daß a m deutschen Wesen die Welt genesen soll. Deshalb erfüllen wir deutschen Sofoaten ohne Uebermut und Hoffahrt, aber im klaren Bewußtsein unseres inneren Wertes und unserer weit- geschichtlichen Aufgabe treu und stark unter dem Stahlhelm unsere Pflicht." Studienprofessor Dr. Friedrich Schmidt contn. Paul R e y n a l: preisgekrönter Reichswehrgefft und— französischer Geist. Die Feuerprobe hatte dieses preisgekrönte Buch in dem Kapitel: Erziehung zum Staatsmenschen abzulegen. Wir lasen und lasen, aber nirgends fanden wir auch nur ein Sterbenswörtchen über die immerhin auch schon wsiesten nationalistischen Kreisen bekannte Tatsäche, daß das Dentfche Reich«ine Republik ist, und daß es erne Weimarer Verfassung besitzt. Wir suchten ver- geblich einen Hinweis darauf, dah es Pflicht der Lehrer an den Heeresfachschulen ist, die Soldaten darauf aufmerksam zu machen, daß die Reichswehr das Heer der deutschen Republik ist, daß sie die Verfassung zu schützen hat! Herr Schmidt läßt zwar Sturzbäche nationalistischer Phrasen auf die unglücklichen Lehrer niederströmen, aber kein Wort darüber verlauten, daß der Staat, von dem er spricht, eine Republik fft. Da gibt es«in Kapitel: Pfleg« der Swatsgesinnung. Und Herr Schmidt meint, das Wissen um den Kamps der verschiedenen, um die Herrschaft ringenden Staats- l d e e n gehöre zwar nicht in den Unterricht an Heeresfach. schulen hinein, ober die Lehrer müßten es natürlich wissen. Punktum! Daß dieses Ringen in Deutschland entschieden ist, was schiert das Herrn Schmidt? Und diese Republik kommt doch vor..„ wir haben Herrn Schmidt Unrecht getan:„Dabei muß den Unterrichtsteilnch-mern zum Bewußtfein kommen,. daß der Staat nie mit Regierungsform verwechselt werden darf. Gerade in unserer politisch bewegten Zeit ist diese Erkenntnis un- geheuer wichtig." Und obendrein zitiert Herr Schmidt als besondere Aufklärung der Reichswehrangehörigen über ihre staats- bürgerlichen Pflichten das Wort Friedrichs des Großen: ..Es ist gleichgültig, ob ein Volk in einer Republik oder in einer Monarchie regiert wird, die Pslichten de» Volkes dem Staate gegenüber bleiben dieselben." Das fft das einzigemal, dah Herr Schmidt es für nötig hält, den Reichswehrlehrern zu sagen, daß es auch ein« Republik— zumindest— geben kann. Die Form, wie das geschieht, ist so unzweideutig zweideutig, daß... Das Buch wurde von einem Reichswehrministerium der Republik preisgekrönt. Die Bildungsinspektion der Heeresverwaltung hat es abgelehnt, dieses Buch als offizielles Lehrbuch für die Lehrer an den Heeresfachschulen einzuführen: trotz Prämiierung unter Geßler. Wir begrüßen dos. Aber daß ein Studienprofessor Dr. Fried- rich Schmidt die Stirn haben konnte, mit diesem Machwerk an einem Preisausschreiben des Reichswehrministeriums der Deutschen Republik teilzunehmen, und daß dieses Reichswehrministerium es mit dem ersten Preis auszeichnete, soll darüber nicht vergesien werden. Soll vor allem nicht vergessen werden in den Zeitläuften, in denen wir uns beftnden. Julius. Siegreich woll t» wir... Höher«« Schüler« tu empfehle« Wir erhalten folgend« Zuschrift: Vor uns liegt der alte„Fifcher-Geistbeck": Erdkunde für höhere Lehran st alten, Einheitsausgabe(Verlag R. Olden- bourg, Berlin- München), herausgegeben von Richard Bitter- l i n g und Theabor Otto, beide Studienräte an Berliner Gym- najien. Die 22. Auflage von 1926 ist heute noch im Gebrauch, od«ine neuer« erschienen ist, ist uns nicht bekannt, ändert an dem Sachverhalt aber auch nicht das geringste. Und dieser Sachverhall ergibt, daß heute noch, im 12. Jahre der Republik, an höheren Lehr- anstalten trotz aller Bestimmungen ein Buch Lehrunterlage sein kann, dessen monarchistische und revanchelüsterne Ten- der� unverhohlen ist. Einig« Zitate aus dem IV. Teil: Mittel- e u r o p a, mögen das erhärte». Znm Geleit:... Im ersten und dritten Abschnitt findet ihr unser gegenwärtiges Nationalunglück als eine Folg« des Versailler Vertrags dargestellt. Ihr wöget daran die schwere Not unseres Baterlandes begreifen lernen... Seite t 8 2:... Die Lage im Herzen Europas ist nach unserer jeweiligen politischen Machtstellung zu bewerten Sie gewährt uns Vorteile, wenn wir innerlich gefestigt und stark nach außen sind. Wir genießen dann den Segen eines Landes, das seine geistigen wie wirtschaftlichen Güter leicht mit seinen Nachbarn tauschen und deren Erzeugnisse untereinander vermitteln kann, in- dem es selbst dabei gewinnt. Allerdings hat diese vielseitige Beruh- rung mit anderen Völkern unseren Nationalcharakter geschwächt. Das Volk der„Dichter und Denker" beurteilt oft bester, was anderen not ist, und setzt sich auf eigene Kosten für die Verwirklichung von Idealen ein: für sich versäumt es dabei vielfach die naturgebotenen Pflichten der Selbsterhaltung. Seite 2% 3: Der Versailler Vertrag hat uns nun auch des künstlichen Schutzes beraubt... Mit Elfaß-Lothringen und in Posen und Westpreußen kamen unsere stärksten Festungen in die Hände unserer Feinde... ...Da» übrig« Reichsgebiet darf aber Infolge des Versailler Gewalkfriedens nicht einmal durch genügend Truppen geschützt werden. Denn das deutsche Volksheer... ist uns vom Feind- bunde verboten worden... Von unserer herrlichen Kriegsflotte... blieben uns nur.... keines der zahlreichen U-Boote, deren Kriegsleistungen all« Welt in Bewunderung ver- setzt haben... So liegt das Deuffche Reich heute mit seinen meist offenen Grenzen völlig ungeschützt im Herzen Europas als ein Spielball fremder Mächte, preisgegeben der Willkür seinerFeinde, denen es in seiner jetzigen Schwäch« auf Gnade und Ungnade überantwortet fft. Seite 3 ß 6: Durch den Versailler Vertrag ist die Zahl der außerhalb unserer Reichsgrenzen wohnenden Deutschen um über 3,5 Millionen oermehrt worden. Diese Grenzlanddeutschen leiden heut« um ihres Volkstums willen unter polnischer, sranzöfi- scher, tschechischer, belgischer und dänischer Herrschaft.' Jeder Reichs- deutsche muß daher an unsere unerlösten Brüder mit dem festen Willen denken: Verloren, nicht vergessen. ...Die Deuffchen werden in Europa an Seelenzahl nur von den Russen erreicht, von keinem der anderen Völker des Erdteils aber eingeholl... Daraus erwächst den Deutschen ein T r o st, ein« Hoffnung und eine Aufgab«. Seil« 8§ 16: Das Deuffche Reich ist der schönste Siegespreis des ruhmreichen Krieges 1870/71. Seite 72 8 104:•■• Das vornehm-stille Potsdam, die ehemalige zweite Residenz des letzten Kaisers... Seile 74 8 1°�(Heber Berlin): Seine Sammtungen, Theater, vor allem ferne Konzerte und seine vieien Hochschulen wachen die Reichshaupfftadt zum wichtigsten geistigen Anziehungspunkt für Auswärtige. Von chnen lasten sich viele dauernd nieder und ver- mehren oft jene W e l t st a d t b ü r g« r, die mit dem echten gut- wütigen Berliner so gern verwechselt werden. Seile 90§ 126: Helgoland...hat auf Befehl des Feind- bundes entfestigt werden müssen und damit seine im Kriege er- füllte Aufgabe eines Hüters der deutschen Bucht aufgegeben. Seile 106§ 147: Es ff� daher dem Deuffchen Reich keine Be- wegungsfreiheit und damit keine Möglichkeit gegeben, aus der wirtschaftlichen Not herauszukommen, solange der Versailler Vertrag, auf dessen buchstäblicher Erfüllung besonders die haßerfüllten Franzosen mit fast krank- h a f t e m Eifer bestehen, nicht abgeändert ist. Soweit die Kostproben. Das Gerede vom Feind und vom Feindbund, die gehässigen Ausfälle gegen In- und Ausländer, die Verherrlichung des Krieges, die liebevollen Hinweise auf die Kaiser« zeit— das alles verfolgt systematisch den Zweck, die Jugend zu haß- erfüllten Gegnern der Republik zu erziehen und chnen die Begierde nach einem frisch-fröhlichen Revanchekrieg einzuimpfen. Hätten sich Schulmeister in Kaisers Zeiten Enffprechendes geleistet, sie wären in hohem Bogen herausgeflogen(wenn chnen nicht noch etwas Schlimmeres passiert wäre) und ihr Gerstesprodukt wäre konfisziert worden. Wie ist es möglich, daß Derartiges im 12. Jahre der Republik noch in Schulen kursiert? Es wäre Aufgab« des Kultusministers, hier einmal nach dem Rechten zu sehen. TJ Konkurs der Staatspadagogik? Hans Berbig, der Verfasser der Schrift„Konkurs der Staats, Pädagogik"(150 S., geh. 4 M.. Verlag von Julius Beltz in Langensalza), ist Berufsfchullehrer und hat als solch«? reiche Erfahrungen auf dem Gebiete der Staatsbürgerkunde als Unterrichtsfach erworben. Er verwendet für dieses Fach den Ausdruck: Staats- Pädagogik. In zwingender Form weist er nach, weshalb trotz der Flut gedruckter Hilfsmittel und trotz der Verteilung der Reichs- Verfassung an all« deuffchen Schüler und Schülerinnen der.Konkurs" der Staatspädagogik«ingetreten ist und eintreten mußt«. In manch- mal etwas weitschweifiger Wstse versucht Verbig, einen gcsellschasts- wissenschaftlich ersaßbaren Unterbau des staatskuwdlichen Unterrichtes festzustellen. Grundsätzlich ist der Verfasser der Ansicht, daß ein Neubau des Staatsgedankens nur aufgerichtet werden kann, wenn die unterbewußten Neigungen der Jugend als Kraft- quellen aufgespürt und die darin enthaltenen Wertgefühl« nutzbar gemacht werden. Unter diesem Gesichtswinkel gesehen, ist das Problem der Staatsbürgerkunde bisher in keiner Weife gelöst worden.„D e r Konkurs ist angemeldet". Ein besonderer Uebelstand auf dem Gebiet« der Staatspädagogik ist die Uneinigkeit darüber, was denn nun eigentlich zur Staats- bürgerkunde gehört. Viel« zogen sich dadurch geschickt aus der Affäre, daß sie Geschichte und Staatsbürgerkunde in einen Tops warfen. Verfasser weist den Widersinn dieser Methode und zugleich ihre Gefahren in ideologischer Hinsicht nach. Naturgemäß ist der wechselnde Stoff des staatsbürgerlichen Unterrichtes in der Haupt- fache Mittel zum Zweck, und dieser Zweck ist, Staats- gesinnung zu erzeugen. Intellektuell freilich kann sie niemals zwingend begründet werden. Daher ist di« klar« Erkenntnis un» «rläßlich, daß staatsbürgerliche Gesinnung ein Gefühls- komplex ist, der„aus dem Charakter, dem unmittelbaren Lebens- grund des Individuums" gespeist wird. Als Ziel der Staatsburger- künde ergibt sich also, mit Rationalem bis zum Irrationalen vor- zudringe». Im Vordergrund« steht gleichwohl die Ausgabe, die Grundsätze der Reichsverfassung verständlich zu machen. Vertng bedauert, daß der an den Schulen zur Verteilung kommenden Aus- gab« der Reichsverfassung„eine kitschig« Sammlung unerträglicher Phrasen" beigegeben ist, noch dazu in einer Sprach«, die kein Jugendlicher ohne ltterar-kritifche Schulung versteht. Eilte besondere Aufgabe des Lehrers der Staatskurd« besteht darin, die Rechtsbafis des Staates wertfrei darzustellen und den Anteil aufzudecken, den einzelne geistige, wirtschaftliche, sozial« und religiös« Strömungen am Ausbau der Verfassung gehabt haben. Der Staat verlangt vom Lehrer der Staatskunde aber nicht nur Unterricht, sondern ausgefprochenerrnaßen auch Erziehung der Schüler: in uifferem Falle also Erziehung zum Staatsbürger. Somit muß der Lehrer den Weg gehen von der Erkenntnis zum Bekenntnis auf Grund eines entsprechenden Erlebnisses im Zög- ling«. Das geforderte Bekenntnis muß erwachsen aus den Urteilen der praktischen Vernunft. Die Gegebenheiten der sozialen Welt sind somit den Schülern so darzustellen, daß ihr Gewissen mit einer Enffcheidung antworten muß. Es ist also Aufgabe der Staats- Pädagogik, die Normen, auf denen Staat und Gesellschaft beruhen, in ganz bestimmte Beziehungen zu setzen zum Erlebnis des Jugend- liehen. Schließlich fordert der Verfasser Lehrer, die„wissenschaftlich genug sind, sich für einfache Lebenserscheinungen um eine aus- reichende Begründung zu bemühen und bewegtich genug, auch außerhalb der das abgelaufen« Jahrhundert beherrschenden Methoden und Dogmen Weg und Ziel zu suchen" Als große Tragik der Schul« betrachtet Berbig den kaum zu überwindenden Umstand, daß unsere Schüler uns in dem Augenblick verlassen, wo sie seelisch am empfänglichsten werden für den wirklichen und wahrhaftigen Inhalt der Staatsbürgerkunde. Den Konkurs der Staatspädagogik macht er. verantwortlich für die Taffach«, daß die Republik es not- wendig gehabt hat, sich vor formlosen Beleidigungen durch ein besonderes Gesetz zu schützen. Di« Gedanken des Verfassers bieten dem Lehrer der Staats- bürgerkunde«in« ganz« Reihe guter Anregungen, wenn auch Krittt und Negatives überwiegen. Die Arbeit ist ein beachtenswerter Mahnruf, sich auf die Begeisterung zu besinnen mit der in den ersten drei bis vier Jahren nach dem Umsturz di« Staats- bürgerkunde betrieben und in ihren Problemen studiert wurde. Durch den Widerstand weiter Kreise der Lehrerschaft hat das wich- ttge Fach in den Lehrplänen leider nicht die Stellung erhalten, die es, insbesondere auch für die Volksschule, als Mittel zum Zweck hätte haben müssen. Vielfach ist die Staatspädagogik zum Gelegen- heitsunterricht herabgesuuken. Ob man ihr noch einmal wird>n erwünschtem Maße auf die Bein« helfen können erscheint heute ziemlich zweifelhaft. Dr. Otto Seeline. 2(2. Fortsetzung.) Am selben Abend, 2l> Uhr östlicher Zeitrechnung, also genau drei Stunden früher, als die Dame das Restaurant im französischen Settlement betreten hatte: .. Eines Tages lernt man dann einschen, daß das Leben selbst länger dauert, als man es zu leben vermag", sagte müde und nachdenklich Mrs. Mab«! Kead und sah von der Terrasse in den wild und üppig wuchernden Garten hinunter, wo sich ihre zahl- reichen Gäste lachend und scherzend drängten. „Ich mißverstehe Sie nicht, Missis Kead", stimmte ihr Duval bei, der Polizeichef Schanghais. „!v!«in Mann will mich nicht verstehen", lachte sie heiser, vor- ivurfsvoll zu Mr. Kead hinüber. Einem höflichen Einwand Duvals winkte Kead ab, der sich noch tiefer in den Korbsessel preßte, so daß sein Bauch unnatürliche Dimensionen annahm. Sein bulldoggenartiges Gesicht verzerrte sich zu einem breiten Grinsen. Die Augen verschwanden in den auf- geblähten Backen, die Rase drückt« sich platt, der üThmd, weit aufgerissen, zeigte ein blendend weißes Raubtiergebiß. Ein harter Ton, den er aus der Kehl« stieß, sollte Lachen bedeuten. Die Art des Mannes beleidigte sichtlich die Frau. Ihre Regun- gen und Empfindlmgen verstand sie ebensowemg zu überschminken wie ihr Antlitz, das grell bemalt, aufdringlich und peinlich den Zweck der Uebertünchung erkennen ließ. Duval versuchte dem Gespräch eine andere Wendung zu geben: „Gewiß leben wir am Fuß« eines DuUans, stets befürchtend, daß alle Arbeit, Schweiß uird Nerven, nicht zuletzt die eigene Person, die wir an die Bearbeitung des fruchtbaren Bodens setzen, eines Tages von einer heißen, trag dahin fließenden Laoamasie verschüttet werden." Kead, der sich bis setzt an der Unterhaltimg seiner Frau mit dem Polizelches wenig beteiligt und über ihr« Köpfe hinweg ge- starrt hatte, wurde aufmerksam, heftete seinen Blick auf Duval und unterzog ihn einer eingehenden Betrachtung. Der silbergrou melierte cherr mit seiner parfümerierten Eleganz, seinem überfeinerten und sorgsam gepflegten Aeußeren, den er nie ernst und vollwertig ge- »ommen hatte, sicherte sich mit einem Male ein seltenes Ansehen bei dem zu ihm nach jeder Hinsicht im Gegensatz stehenden britischen Geldmagnaten des Ostens. „Ein interessanter Dergleich", begann Mr. Kead. „Man könnt« noch ein Dutzend solcher Bergleiche ausstellen", plaudert« der Polizeichef.„Sie lausen all« auf das gleiche hinaus." Kead schob seinen massigen Körper nach vorn« und über ihn hinaus den mächtigen Schädel. Er sah beinahe wie ein Tier aus, wie ein Gorilla. Er sagte nichts. Blickte bloß zu Duval hinüber. Der Polizeichef ochfelzuckte:„Wir können aber nichts dagegen tun, nichts verhüten, was uns einmal im Schlaf überfallen kann." Der Schlaf macht den Menschen wehrlos. Und Kead war nicht der Mensch� der sich einem Uebersalle aus sein Leben nicht zur Wehr gesetzt hätte. Er hatte genug Feinde, vielleicht nur Feinde. Er hörte aber auch niemals auf, sie zu schlagen und zu vernichten. Vorstand sämtlicher Konzerne der europäischen Konzessionen in China, ruinierte er täglich Taufende. Di« Börse zittert« vor ihm, die Regierung ließ sich von ihm einladen und gab wieder ihm zu Ehren glänzende Soupers. Was dieses Land an"Werten hervor- bringt, ging durch seine Hände. Das Gold stampfte er aus dem Boden. Brauchte er Militär, es stünde ihm zu Verfügung.—„Nichts verhüten, was uns einmal im Schlafe überfallen kann?!" In sein« Gedanken hinein hört« er die Worte Duvals:„... Unser Tod ist ein langsamer Verfall,«in stilles Zugrundegehen, ein unaufhör- liches Sterben, ein endgültiges Fertigwerden mit uns." Hinter den Farben, die eine armselige Ditalität auf dem Ge- ficht« Mrs. Mabels vorlogen, fiel die Haut m Falten, und entstellten sich ihre Züge. Aber ihr Auge war groß und aus Duval gerichtet. „... Und sind wir so weit, bricht die Katastrophe über uns herein, die nichts anderes als eine Ablösung bedeutet. Ein Taifun wirbelt uns als Ueberreste mit sich und zerstreut sie wie Spreu." „Dann beginnt es wieder von vorne", sagte mit hohler Stimme die Frau. Kead biß die Zähne übereinander. Die Stimme der Frau haßte «r. Sie wahr ihm unheimlich. „Wir haben Platz zu machen", Duval versuchte dabei zu kokettieren. „Für wen?" rang sich stoßweise ein Lachen aus der Brust des Briten. „Für unsere Nachfolger, die noch unverbraucht aus den Schiffen verfrachtet sind, die den Kurs zu unserer Küste n«hmen. Die be- festigen wieder die Macht, die wir bis zum heutigen Tage be- hauptet haben." Kead schlug sich mit der Handfläche auf den Schenket, daß es knallte.„Wir werden weiter unsere Macht behaupten." Sprang auf. mit einer Elastizität, die man ihm kaum zugetraut hätte. Die Stufen zur Terrasse hinan lief ein junges schönes Weib. Wie ein Min! stoß fegte es daher, mit den Füßen kaum den Boden benidrend. Wars sich in einen Korbsessel, verlangte hastig einen Drink, den Duval serviert«, zündet« sich«ine Zigarette an, blies dünn« Streifen Rauches gegen den Himmel. „Ein feböner Abend", sagt« Miß Lillian Blych ssie hieß Nack der Mutter).„Ma Ich sucht« dich", wandt« sie sich zu Mrs. Mabel. lind dann zu K-ad:„Du kümmerst dich wenig um deine Gälte, Va. Du solltest dich mehr mit ihnen unterhalten, damit sie weniger Zeit finden, sich über dich zu unterhalten." �67ec6*tc/t JJcftfaze&ej* Kead starrte mit herausgetretenen Augäpfeln auf das Mädchen. War von dem jungen frischen Fleisch wie berauscht. Es war immer so, wenn er ihr begegnete. Und er mußte mit ihr unter einem Dach leben, weil sie das Kind seiner Frau war. Es waren schon Jahre. Auch dieser Mann trug sein Schicksal in sich verschlossen, das weit entfernt von Geld und Mochtbegierde lag. „Willst du dich nicht endlich um deine Gesellschaft kümmern, Pa." Lillian bog den schlanken Körper nach rückwärts. Der Kopf fiel in den Nacken. Kead fühlte, daß ihr sein« Anwesenheit lästig war. Fragte nicht nach dem Grund. Schämte sich aber, weil er sich nicht genügend beherrschte. Ihm war es peinlich, vor Duval«ine Schwäche zu zeigen. Und gerade jetzt legte er Wert darauf, sich vor ihm keine Blöße zu geben. Hatte so manches vor. Seine Gedankengänge kreuzten sich. Cr hielt sich schon wieder straff im Zügel. Wenn er das alte, morbid« Weib sah, wie sie neben der Jungen stand, wie deren Anwesenheit auf sie vernichtend wirkte— ihm wurde übel. Wenn er sich aber daran erinnert«, daß er mit dieser Frau eine vierstellig« Zahl von Nächten geschlafen hatte, und sie ihn noch mnner erwartete, mußte er gehen. Er wollte aber nicht, weil der Franzose abwechselnd rot und blaß wurde. Am liebsten hätte er ihm eine Grobheit gesägt. Das ging nicht an. Aber nicht, well er der Polizeichef von Schanghai war,, sondern weil der Augenblick für eine moralische Erledigung dieses Mannes noch nicht gekommen war. So beschloß er also doch zu gehen; erstens, wegen der Frau, die sich geradezu aufdringlich seitlich ihrer Tochter auspostiert«— sie tat schlecht daran—, zweitens, weil er den Mann, Mr. Duool, nicht ohrfeigen wollte, aus Gründen, die er reiflich erwogen hatte. Duval, sonst ein Routmier, versagte hier gänzlich Er stammelte ein paar unzusammenhängend« Worte. Natürlich waren sie Blöd- sinn. Um sich aber nicht restlos überflüssig zu machen, begann er Mrs. Mabel trotz aller ästhetischen Vorurteile die Cour zu machen. Lillian warf einen scheuen Blick in den Garten: Ein Bild von vielen Menschen, deren Gesichter in der Beleuchtung von Lampions und fahlem Mondlicht magisch aufglühten. Sie sahen gespensterhaft aus. Erweckten Vorstellungen von Lemuren und Amphibien, dies« ganz wirklichen, erdausgespienen Menschen von aus ollen Rosien und Nationen zusammengeworsensn Börsenjobbern, Industrietigern, hoch und höchst gestellten Regierungsvertretern, Hochstaplern. Dieben, Huren imd morphinierenden Wellbeglückern. Zwischen Politik und Dollartransaktionen ging der Handel um Weib und Liebe vor sich. Alles das, alles das wußte Lillian. Hinter der glatten, offenen Sterne schlummerte diese Erkenntnis, trieben sich diese Gedanken umher. Duval beschwatzte sie: er war nun endlich so weit. Zwar mrs Umwegen, aber er hatte es erreicht. Mr. Mabels feindselige Blicke konnten ihn nicht hindern, Lillian mit Worten fast zu erwürgen. Lillians Augen irrten planlos umher und suchten einen Unterschlupf. Sie lachte über Duvals Worte. Aber eigentlich war er für sie gar nicht mehr vorhanden. Di« beiden Frauen hielten sich aneinander fest. Wie auf einem Schiffe, das wankt, weil das Meer sich gischtend an seinen Flanken bricht. Ueber die Treppe kamen Männer, Weiber, als wollten sie die Terrasse überschwemmen. Lillian und Mabel entwichen dieser Flut. Duval blieb zurück. Sah ein, daß er unmöglich war, ganz einfach unmöglich. Da er aber allein war, begann er sich wieder zu fühlen. Entschuldigte sich vor sich selbst'. War in wenigen Minuten wieder„Allright". 3. „Allright", sagte Mr. Kead. Das war der Auftakt zu einer neuen, kühnen Transaktion.„Morgen in meinem Büro." Dann ließ er den, mit dem er eine Vereinbarung getroffen hatte, ganz einfach stehen und hielt wie ein König den Cercle ab. Außer sich kannte er nur mehr Kulis. Man bewunderte ihn, fürchtete ferne un- umschränkte Gewalt, offerierte ihm jedes aufkeimende Unternehmen und wogte ohne ihn nicht zu atmen. Das Geld hatte durch ihn seine Seele bekommen. Man haßte ihn aber nicht weniger als die Pest und wünschte ihn zum Teufel. Mr. Kead zog sich von der Gesellschaft zurück. Stillos hatte er eine Baumnische mit Steinfigur a ia Versailles in seinem Garten errichten lassen.(Sie entsprach voll und ganz seiner Geichmacklosig- keit.) Dorthin begab er sich nun. Hatte guten Ueberblick auf Haus, Garten und Gäste.(Fortsetzung folgt.) Clemenceau fpiidil. Als Clemenceau vor 50 Jahren in der Kammer ein« kleine Rede über auswärtige Politik hiell, fragte Bismarck den Berliner Korrespondenten der„Times":„Wer ist denn dieser Clemenceau?".— „Ach, ein junger Mann, ein Arzt."—„Na", sagte Bismarck, „neulich hat er Sachen vorgebracht! Den Burschen muß man im Aug« behalten." Solche amüsante Sätze stehen zu Hunderten in den Büchern, die Jean Martet über die Unterhaltungen, die er mit Clemenceau seit 1927 führte, veröffentlicht hat. In der deutschen Ausgab«, die eben im Vertag Ernst Rowohlt erschienen ist. ist ein einziger Band von 450 Seiten daraus geworden, aber auch mehr wäre nicht zu viel, denn diese Gespräche sind für den Politiker, den Historiker, den Psychologen, den Künstler ein wahres Fressen. Sie funkeln von Wahrheiten und Bosheiten. Be- schtmp jungen und Lobpreisungen, und sie reichen von einem letzten tragischen Nihilismus bis zu großen politischen und geistigen Erklärungen. Äemenceau hatte eine Meute von Feinden um sich, und es macht ihm Spaß, sie zu vermehre», indem er sein« Freunde be- schimpft, seine Anhänger verietzi, ein wahrer Teufel von Wildheit, ein wirklicher Dämon der Tat. In zahllosen Bekenntnissen erklart Clemenceau, daß nichts auf der Welt wert hat als die Tat, als das Handeln.„Man darf sich nicht erholen", sagt er mit 8« Iahren. .dann krepiert man". Weil Clemenceau der Mann der rücksichts- losen Tat war, übertrugen während des Krieges sein« Feinde alle Macht auf ihn— nun erzählt er. wie es kam. was er tat, aber auch, was er verfehlt hat. Wenn er über Iaures herabsetzend spricht, ist das wirklich seine ehrliche Ueberzeugung. so falsch sie auch war,— schließlich ist es derselbe Clemenceau, der Louis« Michel, die große Revolutionärin, seine„alte Freundin" nennt, den sinnlosen Schlächter'der Kommune, Gallifet, mit schärfsten Worten züchtigt und dann wieder Friedrich II. bewundert, well er sich von den Schlachten bei der Flöte erholte. Clemenceau lehnt Separatismus und Rhein- annexion scharf ab. Die Militärs, die ihm mit Annexionen kommen, pfeift er an, wie ein Feldwebel die Retruten. Manches böse Wort gegen Deutschland wird durch doppelt bösere gegen Eng- land und Amerika wettgemacht.„Ich hatte ganz allein das Interesse des Kontinents zu vertreten. England und Amerika standen mir gegenüber", tobt er in einem Gespräch über Versailles. Er verhöhnt Wilson, der für Europa 14 Punkte hatte, aber für zu Haufe die Monroe-Doktrin. Daß die französische Demokratie diesen Tiger während des Krieges zu ihrem Herrn macht« imd nach dem Siege, als die Zeit der Tyrannen vorüber war, wieder nach Haus« schicken mußte, kann nur verstehen, wer Clemenceaus Gespräch« gelesen hat. Felix Stössingcr. •• FW DEN KLEINGÄRTNER. ■nmuiniiinmiiiiiniiuuinuiininnininiinitniimiiiiiiuumiiiiiniinniiniMiiinnimniiinBnHiuiminniiiniiiiuigiiiiiiiniiinuiiiiinnuumiiiimuiimniiiimiuiniimuiuuniiimimiiiinvuiiiuiiiimiiii Rosenkohlkultur. Im Gegenfantz zum Grünkohl wird der gleich diesem spät im Winter zur Ernte kommende Rosenkohl wenig angebaut, dabei ist seine Kultur nicht besonders schwierig. Freilich stellt er gewisse Ansprüche an Boden und Pflanzung— werden sie nicht erfüllt, so tritt leicht ein Mißerfolg ein. Ein gut gedüngter und gut gelockerter, nicht zu trockener Boden In freier Lag« sagt ihm am besten zu. Da er erst im Juni oder Juli gepflanzt wird, so nimmt man meistens abgeerntetes Land, aber dann darf ein« neue Düngung nicht fehlen. Man säe den Samen Im Laufe des April auf ein Frelland- faatbeet möglichst dünn, am besten in Reihensaat, aus und verdünn« noch Bedarf oder, was noch besser ist, pikier« die Sämlinge. In die Erde des Saaibeetes gebe man auch Torfmull. Das zu be- pflanzende Land muß gut gelockert sein. Im Juni pflanze man aus und beachte, daß die Rosen zu ihrer Entwicklung vor ollem Luft und Licht gebrauchen. Man pflanze auf 75 Zenti- meter Abstand nach allen Seiten. Bis zur Bildung der kleinen Rofen in den Vlattwinkeln hacke man öfters. Di« Rosenkohsstauden bleiben bis in den Winter hinein an Ort und Stell«: bis Mitte November befinden sich die Röschen in bester Ausbildung und ein paar Grad Kälte schaden ihnen nichts. Für die Winterbehandlung werden wir später Anweisung geben. Die Ernte setzt von Oktober an ein: die größten Rosen befinden sich unten am Strunk, das Abnehmen erfolgt von unten nach oben zu. Man hüte sich davor,'Blätter und die Spitzenknospe zu ent- fernen, in dem Glauben, das Wachstum der Seitenröschen dadurch zu fördern, in Wahrheit öffnet das Entspitzen dem Frost den Zu- gang.zum Innern der Wanze. Als Sorten lind beliebt„Halbhoher verbesserter Erfurter" und„Herkules". F. 0. Erdbeere„Oberschlesien". Ueber dies« verhältnismäßig neue, aus der Gärlnerilehronstalt Proskau hervorgegangene Erdbeerforte macht Direktor Wauer- Proskau in der„Gartenbaunürtschaft" näher« Mitteilungen, die für den Wert des Anbaues grade dieser Sorte sprechen. Leider gibt es im Handel viel Material, das wohl den Namen als„Original" oder „1. Nachzucht" trägt, aber sonst mchts mit der Sorte zu tun hat— wieder ein Beweis dafür, wie wenig Organifationsgeist der deittsch« Girtenba» trüher aufgebracht hat Die wahre Sarie„Ober-( schlestcn" wird mit Vorteil in Rechen die einen Meter voneinander i entfernt sind und mit 40 Zentimeter Pjlanzenentsernung gepflanzt' und auch im vierten Jahr« noch stehen gelassen Die Kultur weist fcllgende beachtenswerte Moment« auf: Rankenpflanzen werden nur von«in- oder zweijährigen Pflanzen genommen. Düngung mit Stolldung bei der Pflanzung, im Frühjahr Düngung mit schwesel- saurem Ammoniak und Superphosphat, gute Durcharbeitung des Bodens nach der Ernte, Winterschutzdecke von Stalldung, der aus- gelaugt liegen bleibt, ausreichende Beregnung nach der Blüte, nach halber Fruchtentwicklung und nach der Ernte— nach diesen einfachen und klaren Angaben sollte„vberschlesien" behandelt werden, wenn man, wie dies in Proskäu der Fall ist. in den vier Iahren der Lebensdauer einer Pflanzung von einem Morgen 100 Zentner Frücht« ernten will. Das Ernten der Früchte sollte durch Abschneiden mit dem Messer erfolgen. F. D. Vom kleinen In den großen Topf. Es war bisher Grundsatz, daß Topfpflanzen mehrfach umge- pflanzt wurden. In dies« Ansicht, von der allerdings schon früher namentlich Chrysanth emumzü cht er abwichen, ist nun Bresche gelegt worden durch Persuche, die im vorigen Jahre von Berliner Gärtnern unter Leitung Dr Böhnerts von der Gärtttetlehr- anstatt Oranienburg uttd mehrerer Herren der Verbandslestung an- gestellt wurden. Man wählte eine leuchtendrot« Sorte C y c l a m c n und zwei Chrysanthemumsorten,„Convers" und „Pulling", für die Versuche aus und sorgte durch«mheiillche Lieferung der Pflanzen und der Erde, sowie durch genaue Vor- schriften für die Kultur, daß die Versuchsgrundlage gleich war. Die Hälfte der Pflanzen wurde mehrmals verpflanzt, die andere Hälfte erhielt nach dem Stecklingstopf gleich den Verkaufstopf von 13 bzw. 17 Zentimeter. Die' letzteren Pflanzen zeigten sich den crsteren völlig gleichwertig. Allerdings ist hierbei in Bettacht zu ziehen, daß der letzte Sommer sehr sonnenreich war. Man wird deshalb die Versuche in diesem Jahre Vieder aufnehmen. F. v. Wieverhindert man das Legen d innschalicrerEier? Jetzt in der Hauptlegezeit ist es für den Geflügelhalter äußerst unangenehm, wenn dies« oder s-n« Henne ansängt, dünnschalige Eier zu legen, aber er hat selbst schuld daran: denn dünnschalige Eier sind stets die Folge einer anhaltenden kalkarmen Fütterung. Man gel'« daher, wenn die Dick« der Eierschalen z» wünschen übrig läßt, unverzüglich viel Grünsutter, dem man gestoßenen Mörtel- kalk oder sein zerstamp'U, getrocknete Eierschalen veimijchß Die Schalen werden dann bald wieder normal werden. G. B. Wie die Finnen trainieren. Ein Arbeiiersportler über das«persönliche Sportprogramm' Bor einiger Zeil brachte der„Abend" einen Bericht mit der Ueberschrist„waldlaus im Schnee". Ein finnischer Zlrbeitersportler, Onni Ter äs, ständiger Leser unserer Zeitung in seiner Heimat, hat wohl seine Freude an der Attinität unserer heimischen Sportler gehabt, aber er nimmt als Finne Aasloh an der leichten Kleidung unserer Wald- länfer. Genosse Teräs schreibt uns dazu: .galtet den Körper warm! Möge diese Losung endlich auch außerhalb unseres Landes bei den Arbeitersportlern beachtet werden. Immer noch verwechselt ihr Deutschen das Schwitzen mit der not- wendigen Körperwärme und deshalb heißt es bei euch: herunter mit dem warmen Zeug bei jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung. Gewiß, nicht alles ist gut, was wir Finnen für richtig Hilten. Aber wir haben mit unserem System die besten Erfahrungen gemacht, wie ihr deutschen Arbeitersportler ja schon oft genug bei Wetttämpsen, in denen wir starteten, erfahren habt. Sobald wir unserem Körper beim Wettkampf oder beim Training nicht die nötige Körperwärm« bewahren, die nötig ish um die Glieder geschmeidig und gelenkig zu erhallen, dann treten die bekannten Trainingsschmerzen aus. Wie kann auch ein durch Wind und Källe halbsteif gewordener Körper — trotz des Schwitzens— ohne Muskelschädcn und Lungen- und Herzbeschwerden ersolgreich sein? Schon die einfachste Unterkleidung unter dem Trikot verrichtet Wunder: der Schweiß wird aufgesogen, dennoch kann Luft an den Körper heran, er behält seine Wärme und die Glieder ihre Geschmeidigkeit. Man schützt sich vor Erkältung, besonders der Lungen, die sowieso angestrengt sind. Der Oberkörper wird durch die abgehaltene kalle Luft nicht wie von eiKem eisernen Panzer umschlossen und das Gefühl, als wolle We Brust zerspringen, bleibt aus. So kann man auch bei stärkster Beanspruchung weiter durch die Nase atmen und die Lungen bekommen vorgewärmte Luft. Also, deutsche Arbeitersportler, kleidet euch warm beim Laufen und Gehen, trägt leichte Unterkleidung auch ruhig beim Wettkampfl Wir Finnen haben bei unserem letzten 2S-Kilometer-Lauf un Oktober vee- gangenen Jahres bei etwa 6 Grad Wärme Unterkleidung geträgen und allen ist«s gut bekommen. Nun etwas über unser Training überhaupt. Sobald die Sommerzeit vorüber ist, suchen wir alte feste Schuh« hervor, der Trainingsanzug, darunter Unterhose und Hemd oder«in alter warmer Anzug werden angezogen, Mütze und Handschuhe, und dann „gehe n" wir. Das Gehen ist unser Uebergangstraining für den Wintersport oder bis zum Beginn des Frühjahrstraining. Weil der Körper im Winter Ruhe und Zeit zum Kräftesammeln braucht, überanstrengen wir ihn nicht. Mit nicht übermäßig großen Schritten, natürlich schwingenden Armen wird, wenn die Straße steigt oder fällt, leicht und locker gelaufen, sonst aber immer Schritt- tempo gehalten. Die Länge der Streck« muß jeder selbst bestimmen und so kommt bei uns auch jeder zur Aufstellung eines eigenen Trainingeprogramms.(Anmerkung der Redaktion: Dr. Diem, der Leiter des bürgerlichen Reichsausschusies für Leibesübungen in Berlin, hat das die Erreichung des„persönlichen Rekords des einzelnen" genannt!) Zunächst muß ich einmal meinen Körper kennen, muß regelmäßig Zweckgymnastik treiben, das Hallentraining besuchen oder mir zu Hause Bewegung machen. Dann muß ich mich entschließen, welch« Leibesübung ich in der Saison treiben will und danach arbeitet man sich sein persönliches Trainingsprogramm aus. Nicht des Wettkampfes wegen, sondern nur. zur Förderung der Gesundheit: deshalb stehi bei uns das Training auch über dem Well- kämpf. Genosse Teräs bringt dann in seiner Zuschrift eine Auf- stellung seines eigenen Trainingsprogramms, bei dem er etwa Ende März mit einem S-Kllometer-G e h e n in 36 Minuten beginnt, abwechselnd die Strecke verlängert und wieder abkürzt, schließlich nach etwa einem Monat zum IlM-Meter-L a u f« n übergeht, wieder Langstreckengehen einschaltet und nach einem leichten, später kräftigeren Ouerfeldeinlaufen mit dem Training auf dem Sportplatz — bisher wickelte sich die Arbeit auf den Straßen ab— beginnt. Hier wechseln wieder Laufen und Gehen ab, wobei immer Bedacht auf gute Erwärmung des Körpers gelegt wird. Das Training wird noch durch Selbstmassage und durch das berühmte finnische Dampf- bad, die„Sauna", ergänzt. Schon aus der Zusammenstellung, die natürlich für jeden Sportler, seinen Körper und der von ihm er- wählten Sportart entsprechend anders sein muß, ergibt sich, daß die finnischen Arbeitersportler mit aller Systematik an sich und ihrem Körper arbeiten. Genosse Teräs schließt sein« lange Zuschrift, indem er erklärt: hört auf mit dem„Rundenfressen", dehnt das Bahntraining nicht stundenlang aus, aber trainiert vernünftig und öfters. Nehmt es ernst, ohne dabei dem Rekordfimmel zu verfallen, den man uns Swinen unberechtigterweise immer noch zuschiebt. Erkennt, daß der Körper Stufe um Stufe durch das Training zum endgültigen Genuß der Leibesübung geführt werden muß und bald wird euch das Training mehr wert sein als der Wettkampf! Handelt ihr so, so werdet ihr wie wir Finnen keine Altersgrenze kennen und ihr werdet wie wir erst mll 30 Jahren richfig leistungsfähig sein. Zum Schluß noch eine Warnung an die in der Entwicklung stehenden jungen Sportler, die sich der sportlichen Leistungen wegen oft auf Kosten der Gesundheit verausgaben und dann bald vom Sportplatz und von den gesunden Leibesübungen verschwinden!" Das Ende der Serie ATbcifcr-Alhlcten gehen auf Reisen Die Serie im Ringen um die Meisterschaft des 4. Kreises (Berlin und Brandenburg) im Arbeiter-Athletenbund Deutschlands hat ihr Ende erreicht. In der stark besetzten A.- Klasse ist zum drittenmal der Sportverein Luckenwalde Meister geworden. Einige kampfstarke Berliner Bereine haben sich "sn diesem harten Ringen dem Meisterverein als überlegen erwiesen, dennoch tonnte Luckenwalde mit knappem Punktvorsprung an der Spitze der Tabelle bleiben. Die Berliner Sportler erwarten bereits mll Spannung den Beginn der neuen Serie, sie hoffen den Kreis- meister für 1930/31 aus ihren Reihen stellen zu können.— Den Meistertitel in der B- Klasse errang sich der Berliner Sport- verein„All-Wedding", der im Schwßkampf den Luckenwalder Sportverein mit 17)4:10K Punkten besiegen konnte. Im Ge- wichtheben steht wieder der langjährige Kreis» und Bundes- Meister, die„Sportlich« Bereinigung Lichtenberg-Friedrichsfelde 04", an der Spitze, den zweiten Platz belegt der Athletenverein„Saxvn"- Brandenburg.— Die Beendigung der Serienkämpfe bringt aber nicht ein Ausruhen auf den Lorbeeren, schon jetzt rüsten die bundes- treuen Achteten wieder zu neuen Kämpfen. Anfang Mai beginnen die Kämpf« um die Gruppemneifterfchcrft Osddeuffchlanbs. Im ersten Ringen trifft am 4. Mai der Meister des 4. Kreises, Lucken- nxrld«, auf den Meister des 2. Kreises(Lausitz), Senftenberg II, in Senftenberg. Am Sonntag. 13. April, ringt im Gesellschaftskamps die erste Mannschaft von„Sparta'-Neukölln gegen den Sportklub„Freiheit" in Wlltenberge. Auch die Heberriegen sind nicht müßig, an den Osterfeiertagen weilt die Bundesmeistermannschaft im Gewichtheben in Wien, um mit den österreichffchen Sportlern den Rückkampf „Berlin— Wien" auszutragen. Zur selben Zeit startet eine Berliner Ringer-Auswahlmannschaft in Dortmund und Köln. Auf eine mehr- wöchentliche Tournee geht eine kombinierte Berliner Ringermann» schaff nach Ostpreußen, um dort innerhalb von drei Wochen geg«» stärkst« Gegner fünfzehn Mannschaftskämpfe auszutragen— Der nächste Sonntag bringt den Berliner Sportfreunden eine Neuhell, zum ersten Male wird nur eine Gewichtsklasse das Programm aus- füllen. Im„Allen Krug" in Tegel beginnt ab 10 Uhr ein Welt- streit für die Leichtgewichtsklasse des 4. Kreises, zu dem bereits über 20 Meldungen der besten Ringer vorliegen. Ein ähnlicher Wettstreff kommt am 27. April für die Federgewichiier beim Sport- tlub„Sparta" zur Durchführung. Bogen aus der Organisation hinaus. Selbstverständlich können die rechtmäßigen Arbeitersportorganisa- tionen gar nichts anderes tun: wer sich an Beranftaltun- gen gegnerischer Organisationen beteiligt und damit bewußt gegen die bestehenden Beschlüsse verstößt, muß auch bei den Sportlern die Tür von draußen zumachen. So wird die reinsiche Scheidung von den kommunistischen Drohtzichern selbst besorgt! Sie machen Konferenzen und suchen Dumme dazul „Um die Stoßkraft der klassenbewußten Arbeiter- sportbewegung zu erhöhen, ist ein Zusammenschluß und eine Zentralisation aller Arbeitersportorganisationen notwendig. Die Opposllion führt seit einem Jahrzehnt den Kampf um diese Forde- rung, die jedoch bisher an dem Widerstand der reformistischen Sport- bürokratie gescheitert ist. Einheitliche Kämpfe gegen den Klassen- feind, wesentliche Hebung des sportlichen Niveaus, ungeheure E r- jparnis an Fun tt i an är t rä ft« n smd die wichtigsten Bar- teile der Zentralisation." Das stcht in der„Roten Fahne" vom Mittwoch unter der Ueberschrist„Für die Einheit im Arbeitersport". Der Zweck der schriftstellerischen Uebung ist. für eine Konferenz der oppo. s i t i o n e l l e n Berlin-Brandenburger Arbeitersportler am 11. Mai in Fürstenwalde Stimmung zu machen. Die ausgeschlasse- neu Bereine der kommunistischen„Interessengemeinschaft zur Wieder- Herstellung der Einheit im Arbellersport" sollen zu dieser Konferenz Delegiert« schicken, und nach allem Rezept werden auch die oppositionellen Arbeitersportler. die in n t ch t auegeschlossenen Ber- einen vorhanden sind, aufgefordert, Delegierte schicken. Das ist also dos alte Verfahren, das man z. B. bei den Ge- werkschasten auch anwandte. Die Gewerkschaften haben dagegen das einzig richttge getan: Sie haben ihre Mitglieder gewarnt und wer trotzdem den tommmistische» Parteizauber mitmacht«, flog in großem Die„AHA" wird billiger Sfreckeniclephone bewahren sich! Die von einer Reihe automobilisiischer Großorganisatoineir, unter denen sich auch der Verkehrsbund befindet, ins Leben gerufene„Autohilfe"(AHA), die vielbefohrene Chausseen mit Streckentelephonen versieht, hat ihr« Abvnnementssätze wesentlich herabgesetzt. Der Preis beträgt jetzt für den Wagen der angeschlossenen Klubs und Verbände bei einem Klub« abschluß bis zu 699 Abonnenten 19 M., über 699 Abonnenten 9 M., über 2599 Abonnenten 8 M., über 6999 Abonnenten 7 M., über 19 999 Abonnenten 6 M., über 29 999 Abonnenten 6 M. Die , AHA"-Plakette muß zu Beginn der Mitgliedschaft erworben und an den Wagen ang.-bracht werden: si« kostet 2,69 M. Für M o- torradfahrer von Gesellschasterklubs oder-vereinen jährlich 6 M. bis zu einer Gefamtzahl von 6999 Mitgliedern und 6 M. über die Zahl von 6999 hinaus. Bei Motorradfahrern ist die Ab» nahm« einer„AHA"-Plakette nicht obligatorisch. Für Berufs- kraftfahrer von Gesellschafterklubs oder-vereinen jährlich 8 M. bis zu 699 Mitgliedern, 7 M. über 699 Mitglieder, 6 M. über 2699 Mitglieder, 6 M. über 6999 Mitglieder. Auch in diesem Falle ist die Erwerbung der ,.AHA"-Plakette nicht obligatorisch. Bei allen übrigen Abonnenten, bei denen die vorstehenden Voraus- setzungen nicht zutreffen, bleibt es bei dem bisherigen Jahres- abvnnementsfatz von 16 M. einschließlich Plakette: für Motorrad- fahrer beträgt das Abonnement in diesem Falle 7,59 M jährlich. Die oben angegebenen Vergünstigungen erhalten auch alle die- jentgen Klubs und Verbände, die nicht Gesellschafter der„AHA". wohl aber durch besondere Abkommen mit der„AHA" in freund- schaftlicher Geschäftsverbindung stehen. Die„AHA" hat jetzt bereits ausgebaut die Chausseen von Ber- lin bis Neubrandenburg. Eberswalde. Küstriu. Frankfurt a. d. Oder, Leipzig, Halle, Magdeburg: andere Strecken find in Vorbereitung. Arbeiler-Radsahrer-verein Grah-Berlin. Sonata ir, nach Klein-Köris. 13 Uhr Adlershof bei Ziege. straße Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. 13. April, t Walde- Zu der O st e r f a h r t des Touristenvereins„Die Naturfreunde" (Reisebüro) vom 18. bis 21. April in das Lausitzer Gebirge können sich noch einige Teilnehmer melden. Letzter Meldetermin ist Frei- tag, 11. April. Am selben Tage findet die Teilnehmerzusammen- kunft statt, und zwar um 29 Uhr in der Geschäftsstelle, Johannis- straße 14— 15. Ferner findet bei genügender Beteiligung an den beiden Osterfeiertagen eine Fahrt nach Brandenburg, Sten- d a l und T.a ngermünde statt. Abfahrt am 1. Feiertag früh 6.45 Uhr vom Potsdamer Bahnhof. Im Anschluß an die Bahn- fahrt findet ein« Besichtigung von Brondenburg a. d. H. statt, an- schließend Dampferfahrt nach Plauer Schleuse und weiter mit der Bahn nach Stendal. Am 2. Feiertag Besichtigung von Stendal und weiter per Bahn nach Tangermünde. Wanderung an der Elbe entlang nach Schönhausen, von hier Rückfahrt nach Berlin. Alles Nähere durch das Reisebüro des T.-V.„Die Naturfreunde", Berlin N. 24, Johannisstr. 14— 15. Geöffnet Montag bis Freitag S— 19 Uhr, Sonnabend 9—13 Uhr. Tel.: Norden 4177 Die Abteilung Naturkunde des Touristenoereins„D i e Naturfreunde" veranstaltet zu Ostern eine Wanderung in das Braunkohlenrevier um Senftenberg. Es werden dort eine Braunkohlengrub« und eine Brikettfabrik besichtigt, außerdem wird in einer Glashütte die Herstellung des Glases beobachtet. Daran schließen sich an den beiden Feiertagen Wanderungen nach dem idyllischen Krahnsdorfer Grund mit dem gleichnamigen Natur- fteundchaus und von dort nach der Kleiirbürgerftadt Kala». Dann wird im Koschenberg der einzigst« Punkt der Mark besucht werden. wo das Urgestein zutage tritt. Di« Kosten für Fahrgeld und Massen- quartler stellen sich ungefähr auf 19 M. Jeder Teilnehmer hat für sein Essen selbst zu sorgen. Abfahrt am Gründonnerstag um 18.38 Uhr vom Görlitzer Bahnhos nach Senftenberg. Anmeldung bis 13. April in der Geschäftsstelle des Touristenverems„Die Natm> freunde", Berlin, Johannisstr. 14/15, werktags von 9— 19 Uhr, SvnnaberHs 9—13 Uhr. Bei der Anmeldung sind 8 M. für Fahr- geld zu hinterlegen. Arbeitersport in Südost-Treptow. Um die in diesen Bezirken wähnenden Handballspieler und Leichtathleten in der Freien Turner- schast Groß-Berlin zusammenzufassen, findet heute, Donnerstag, 29 Uhr, im Lokal„Zur Bärenschenke", Treptow, Graetzstr. 28,«ine Sitzung statt. Interessenten sind hierzu freundlichst eingeladen. Dirt-Track-Rrennen. Morgen, Freitag, finden 19%' Uhr die ersten Abendrennen bei elektrischer Beleuchtung aus der Olympia- Bahn am Bahnhof Beusselstraße statt. Erstklasstge Fahrer sorgen für interessanten Sport. Am Sonntag, 13. April, beginnen die Rennen um 14 Uhr. Ueber den Kamps mit dem himalaya hält Notar Paul Bauer, der Leiter der 1. Deutschen Himalayaexpedition 1929, einen Licht- bildervortrag im Rahmen eines Vortragsabends der Deut- schen Hochschule für Leibesübungen(Dolkshochschulkurse), Donners- tag, 19. SlprH, 29 Uhr, im den Kammersälen, Teliower Str. 1—4. Vorher Gymnastitvorführußgen, danach Gesellschaftsabend und Tanz. Eintrittskarten a 1 M. in Sportgeschästen, im Büro Nene Winter- sÄdfftr. 46. B 1 Kurfürst 1399. tag, Aus der Industrie Austro- Daimler- S letzt. Die österreichisch-deutschen AutoenoMfc werfe haben sich in der N« st o r st r a ß e 2 3/2 6 in Halensee aus- gedehnte Berwalwngs- und Geschäftsräume geschaffen. Mit einer durch künstlerisch« Vorträg« Alice Hechys, Erna Kayfers, Karl Iökens, Erika Steins und Paul Nikolaus verschönten Nachmittag»- Veranstaltung weihte gestern die Vertrieb sgeselllchost die neuen Räum« ein und zeigte so gang nebenbei die neuen Modelle. Einen eigenartigen Schlager, so«inen„Reißer", hat Austro-Dvimler-Steyr nicht nötig:«s ist und bleibt die gut« Fabrik für den hocbanstä«»- digen, sornwollendeten, geschmackvoll ausgestarteten aber doch— relativ natürlich— billigen Wagen. Was die Firma baut, ist immer noch gut« Werkmannsarbeit, wenn selbstverständlich auch moderne Arbeitsmethoden angewandt werden. Die 6/39 und die 8/49-Modelle sind die gangbarsten, si« bieten alles, was der Autofahrer nötig hat: Sechszylinder im Motor, die betriebssichere Magnetzündung, Kühlwasse-rumlaus mit Wasserpunrpe, Mergcmg- getrieb«, Schwingachse, dadurch sehr'-'tiefe Schwerpunktloge. Der Clou der kleinen Ausstellung: ein viersitziges Luxuskabriolett ganz in weih mll Silber abgefetzt und 199-BS-Motor. Preis: viermal den Preis der billigsten Wagen mit etwa 6999 Mark Arbeltee-Radkatrn-»od ÄtoftfadwDMmfc.«oliberttat'. Smrwn der Rad» fodtft cm Sonnten, dem 13. April: 2. Abt.: Stolpe an der Rordbcdn. Start: 18 Uhr Dieffenbachstr. 36.— S.«dt.: Duderm». Statt: 8 Uhr Landoberger Plag.- 8. Abt.: Birienwerder. Waldschldlichen. Start: 12-4 Uhr Dorndoloter Strafte Ecke Schiinbauier Allee.- ,. Abt.: EtreifoUn« durch den Erunuvald. Wilmersdorker Ecke flanaiftrofte.— Abt. Steolift: Pichelswerder. Short 8 Uhr Serelnolofol.— Abt. Reuliillo: Wendisch-Buchchols— Selbe. Start: 8 Uhr Soden» jwllctnplaft— Abt. Treptow-Baumicholenweg:®lumenthal— Samennninb. Statt: 7 Uhr Bahnhof Baurnschulenrnea.— Abt. Geifteolee-Setoerodors! Schiinetlinde. Start: 13 Uhr Antpnplaft.— Abt. Reinickendorf: RUdersdorfer flalkbetne. Statt: 8 Uhr Setcirtstotol.— Versommlunaen: I.«St.: 1«. Aprtt im Lokal Sshüntcinflt. 6.— 5. Abt.: 16. April In der Stcauohccflcc Str. 8,— Strafte 21.— Abt. SBeiftenfee: 16, April bei Naael, Lothrmnenftr. 35.— Abt. Reinickendorf: 26. April hei Neumann. Prooinilir. 116. «TEB., Cevitt Chorlottenlmrg. gnftballobteiluna: Die I. Monnich-ut trifft iich Zum Spiel ceaen Elodom um 111h Uhr om Wilhelmplaft bw>. ran 12 Uhr am Rothaus in Spandau.— Sejirif Renlolln-Brih. 2. ftnahen-, 2. Mädchen.. 2. Iunamiidchen., 2. grauen-, 2.. Miinnerabtmluno. Allnerneiner Spielbetrieh und Leichtathletik, ffretta«, 11. Amol, ab 18 Uhr. Spottpfctft Stefehutnet Ufer. Treffpunkt 17% Uhr flonalhtfirfe llhaulfertlfoft»— Meere»«. «n-fchnft. Siftuna heule. D-nnerstag. 1«. April. 1» Uhr. bei Schiit*.»tu- lOTn, Sfuttcarter Str. 18. Die für Moniao. M. April, angefefttr Borfianda- fiftuna wird rcTlent auf Montan. 2«. April.]__ Tenni».R»t«roft-Bertin, e. B., Abt. RenkSlln. MitgliederverlaMml»»» Donnerstag. 10.«vrtl. 20 Uhr. Eaf« Reinhardt. Salenheide 91, So werben. 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