MorgenausgaVe Tlr.lZl..,, A 55 47. Jahrgang «Schmilich 8ä55|, monaUIch 8ÄISH. Im ooronj zahldar. Poslbezug<52 M. emschliehNch iZOPfg.Pofi�eitungs- und K Pfg Postbeftkllgidühren. Ausland»» rdonnemeiu 5.— M. pro Monat. Der»Aorwilts» erlchewt wochrntäg» llch zuiriinal. Sonntags und Montags einmal, die Adendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Balt und Zeit" und.Z-ind-rfreund". Ferner ..Ilnterdaltung und Wissen".„Frauen- stimme".„Technik".„Blick w die Buchenvelt" und„Iugend-Voru-ärts" BerUner Vottsvla« Freitag 11. April 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die e» n> p a Itlge NonpareillezeN» 80 Pfennig. Retlameieile o.~ Reichsmark.„Kleine Anzeigen' das evge- druckte Won 25 Psennig(zulässig zinel fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Psennig. Stellengesuche da» erste Won 15 Psennig, jedes weitere Wort 10 Psennig. Wone übe« 15 Buchstaben ählen für zwei Worie, Arbeitsmatkl ' eile 50 Pfennig. Familienanzeigen Zeil» 0 Pfennig. Anzeigenannahme imchaup!» geschäft Lindenslraße 5. wochenläglich oou 8'/, bis 17 Uhr, ÄenivaSorsa« der GoziaSdemokvattfchen Vaetei DeuisOUmdS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboss 292—297 Telegramm-Adr,: Sozialdemokrat Berlin. Borwärts-Derlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37öAi.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellte» und Beamte». Wallstr KS Dt B«, Diie-Ges.. Depositenkasle Lindenstr, S. Bor 14 Tagen und jetzt. Bürgerliche Agrarpolitik vom 25. März bis zum 8. April. Wisviel Tage sind das eigentlich vom 25. Mörz bis zum 8. April? Richtig, das sind zwei Wochen oder 14 Tage. Bier- zehn ereignisreiche Tage! Denn am 25. März wurde das landwirtschaftliche Hilfsprogramm der Regie- rung Müller vom Reichstag in der dritten Lesung angenom- men. Am 27. März stürzte die Regierung Müller. Am 8. April beschloß die Regierung Brüning das l a n d w i r t- schaftliche Hilfsprogramm Nr. II. Was sich in jenen 14 Tagen ereignet hat, soll hier ausführlich geschildert werden. Einstweilen ist es aber nötig, etwas weiter zurück- zugreifen. . Die erste Lesung des landwirtschaftlichen Hilfsproaramms Nr. I war am 19. Dezember v. 3. Die Sozialdemokratische Partei hatte sich bereit erklärt, die Brücke von den Ar- be.itern zu den Bauern zu schlagen und das zu tun, was angesichts des ungeheuren Preissturzes zur Erhaltung des Bauernstandes notwendig war. Dieses Ereignis wurde danach von dem landwirtschaft- lichen Sachverständigen des Zentrums, Prof. D e f f a u« r. grundsätzlich gewürdigt. Dessauer sprach von einer„histori- scheu Stunde" und fuhr laut stenographischem Protokoll wart- lich folgendermaßen fort: Der deutsch«.A r b e it« r.obgleich selbst mit Not ringend lind in düstere Zukimst blickend, hat dem Bauern die helfende sbaud ge- reicht, und zwar mit Opiern: gereicht; denn die deutsch« Arbeiter- schast repräsentiert ja auch einen ganz großen Teil der deutschen Verbraucherschaft, und wir wissen olle, daß es unmöglich ist, der Landwirtschaft zu helfen, ohne gleichzeitig den Verbraucher— wenigstens bei diesen Methoden— zu belasten. Das muß man an- erkennen, mein« Damen und.Herren,(sehr gut! im Zentrum) und ich möchte meinen, daß jeder Patriot in diesem Haus«, mag er auch nicht zum Kreise der Regierungsparteien gehören. daß jeder die historische Stunde begreisen und sich ihrer freuen mützle, wo nunmehr der notleidende Bauer die hllsreiche Hand des gleichfalls nokleidenden Arbeiters findet. (Bravo! und Sehr gut! im Zentrum.) Es kann jaeinmalum- gekehrt kommen, und es wird sich dann ausweisen müssen, ob bei einer vielleicht gar nicht fernen großen Not der deutschen Arbeiter schast die jetzt von ihr Gestützten sich an diese Tatsache erinnern.(Sehr gut! im Zentrum.) Als dann am 25. März das Werk beendet war, veröffentlichte Prof. Dessaucr in der.Kölnischen Volkszeitung" einen Aufsatz, der mit folgenden Sätzen begann: Der Reichstag hat am Dienstag die Anträge der Regierung»- Parteien auf Erhöhung der Agrarzölle angenommen. Erneut steht hiermit tue Tatsache vor uns, daß es die Regierung der Mitte und der Linken ist, welche die stärkste positive AgraischutzvoNlik gemacht hat, die jemals in Deutschland gemocht worden ist. Ein« Politik, die nie gemacht hätte werden können, bei einer ge- schlössen«» Opposition d er Linken, der deutschen Arbeiter und Angestellten, als größtem Teil des Verbrauch« mrms, die in der Linden und im Zentrum organisiert sind. Natürlich auch diesmal lagen lleberstelgerungsankräge ohne Sinn und ohne Wirksamkeit, die schließlich i«de Gruppe von 1ö Ab- geordneten«indringen kann, reichlich vor. Es ist ja kein Kunststück, statt 10 Mark 12 Mark, statt 12 Mark 14 Mark zu fordern. Auch besteht kein Zweifel, hätten die Regiermigsparteien. die mühsamen und sachlichen Konserenzen, die richtige Lösung suchten, andere Zissern geschrieben, so würden diese Gruppen gleichfalls Ueber- steigerungsanträge mit veränderten Ziffern«»gebracht haben. Diese Istekhsdc von einigen Politikern wird ollmählich immer lächerlicher. Die deutsche Landrmrrichas: ober muß crkennsn, daß in der jetzigen Staatssorm und in der jetzigen Reginungskoalition nicht nur volles theoretisches Verständnis, sondern auch die aktwste Hilfsbereitschaft in den Grenzen des Möglichen vorhanden ist. und daß diese Regierungsgruppen nrehr Positives für die Landwirtschaft getan haben als irgendein« Regierung von rechts jemals zuvor. 3n demselben Sinn wie Dessauer hatte sich am Tage zu- vor im Re'chstag der volksparteiliche Redner Dr. Zapf ge- äußert. Wir zitieren wieder nach dem stenographischen Protokoll: Es wäre grundverkehrt und absolut falsch— und «s Ihrer Einsicht hoff« ich Ihre Zustimmung—. wenn wir daran zeheu würden, die landwirtschaftlichen Produkte durch über- mäßige Zölle immer mehr in die Höh« zu treiben: denn die Folge daraus wäre nur, daß eine neu« Preiswelle kommt und die Waren, die Sie brauchen, neuerdings verteuert werden. Wir müssen an einem ganz anderen Punkt anfangen. Mein« Herren, wir bewilligen Ihnen die Zölle, die unbedingt nötig sind- Aber ein« llebersleigerung, mein« Damen und herrrn— Sie müssen das zugestehen—. wäre ein Unglück, weil dann auch die Uebersteigerung der Waren käme. Schließlich sei noch der Vollständigkeit wegen der demo- kratische Abg. Tantzen zitiert, der am selben Tage erklärte: Alle die Aulräge und Reden, die von der Grünen Front gehalten worden sind, hindern uns nicht, den lveg zu gehen, den wir selbst im Znleress« der Londwirlschast als den richtigen erkanni haben. So also war es noch vor vierzehn Tagen. Zentrum, Volkspartei und Demokraten erklärten übereinstimmend, daß der Weg, den sie gemeinsam mit der Soziatdemokratie be- schritten hallen, der richtige sei. Sie gaben ihrer Ueberzeu- gung Ausdruck, daß das Geplante und Beschlossene durch- aus aus reichend fei.. Sie höhnten über die Demagogie der Uebersteigerungsanträge und erklärten, daß. die Annahme' dieser Anträge ein Unglück für d i c d e u t s ch e Wirt- s ch a f t sein würde. Vierzehn Tage darauf beschloß das neue Reichskabinett Brüning das landwirtschaftliche HUfsprogramm Nr. II und die in der Regierung vertretenen Parteien stimmten ihm zu! Man begnügte sich nicht mehr mit dem Nötigen. Man beschloß die„U e b e r st e i g e r u n ge n", vor Renen Zapf mit Kassandra-Pose gewarnt halle. Man lag vor der Grünen Front, deren Forderungen man stolz zurückgewiesen hatte, platt auf dem Bauch. Weil sich die parlamentarische Konstellation geändert hatte, well man die deutschnationalen Stimmen brauchte, ent- schloß man sich, eine Haltung einzunehmen, die zu den wenige Tage zuvor beteuerten Ueberzeugungen in schneidendem Gegensatz steht. Wie hoch die Agrarzölle in der nächsten Zeit sein werden, das hängt jetzt nicht mehr von fachmännischen Er- wägungen und sachlichen Ueberzeugungen ab, sondern es hängt davon ab, ob die Deutschnationalen die Bier st euer bewilligen werden oder nicht. Damit ist ein Gipfel erreicht nicht nur der politischen Unmoral, sondern auch der negativen Staats- k u n st. Kann sich Deutschland in seinem heutigen Zustand eine Wirtschaftspolitik leisten, die wie betrunken hin und her taumelt? Darf die deutsche Wirtschaft zum Objekt einer ordi- nären taktischen Schiebung gemacht werden? Von der bürgerlichen Mitte wird immer wieder ver» sichert, sie. hätte den Zerfall der Großen Koalition nicht ge- wollt. Stimmt das, dann ist man dhne eigenen Willen und eigene Ueberlegung aus der Großen Koalition zum Bürgerblock, von der B a u e r n p o l i t i k zur Groß- grundbefitzerpolitik hinübergejchlittert, und statt zu führen läßt man sich willenlos von den Ereignissen treiben, tiefer und tiefer—— wenn es überhaupt noch tiefer geht! Führung oder Pferdehandel? Brüning sucht eine Steuermehrheit— Schiele eine Zollmehrheit. Die Regierung hat gestern im Reichstag durch ihre Parteien das neue Fiuauzkompromiß einbringen lasten: Erhöhung der Bierstener um 50 Proz.. Erhöhung der Umsatzsteuer, Steuer gegen die Kousumver- eine. Eine Mehrheit dafür hat sie bisher nicht. Der Reichstag hat sich auf heute vertagt, Abstimmungen fan- den nicht statt. Die Bayerische Volüs&artei macht immer nach nicht mit. E» wird um weitere Herabsetzung der Bierstenererhöhung gehandelt. Man«ennt 40, ja 30 Prozent. Die Dontschnationaleu haben alK Abäude- rungsantrag zum stiesetzentwnrf über Zolländerungen bei Benzin und Benzol— das gesamte Agrar- Programm der Regierung eingebracht. * Bei Beginn der gestrigen Reichstagssitzung erschien die Regierung Prüning in kläglichster Gestalt. Herr Molden- Hauer kündigte das neue Finanzkompromiß an— mit schweren Bedenken Nach dieser Ankündigung wurde die Sitzung auf zwei Stunden unterbrochen, da die Anträge der Regierungsparteien, die dies Kompromiß in sich schließen. noch nicht vorlagen. Nach zwei Stunden lagen die Anträge vor. Die Sitzung wurde wieder aufgenommen. Die Regierung schwieg. Die Regierungsparteien schwiegen. Schämten sie sich, oder hält das neue Kompromiß nicht einmal eine wirkliche Dis- kufsion im Reichstag aus? Die Opposition redete. Genosie Keil hielt den Kom- promißparteien einen Spiegel vor. Sie schwiegen. Dann wurde vertagt. Sie schwiegen so sehr, daß man nicht einmal mehr die beliebten Kraftworte von der Verantwortung und von der Anwendung aller Wittel hörte. Das Schweigen deckt einen kläglichen Handel. Ja, auch die Große Koalition hat verhandelt und gehandelt, zäh und schwierig. Punkt für Punkt. Aber da ging es um den Ausgleich der Llitereffen der größten sozialen Macht- gruppen— immer mit der Perspektive auf Erhaltung und Förderung des Aufstiegs der Volks- Wirtschaft. Jetzt entscheidet nicht mehr die Rücksicht auf die volkswirtschaftliche Wirkung, sondern die Rücksicht auf die gute parlamentarische Laune der kleinsten Gruppe, von der das Kabinett Brüning abhängt. Ein so klägliches, volkswirtschaftlich aberwitziges Produkt wie die Steuer auf Warenhäuser und Konsumvereine und Großabsatz überhaupt--- das ist die ureigentlichste Er- rungenschaft der Regierung Brüning! Von dem Schieleschen Agrarprogramm zur Verwirrung der deutjchen Wirtschaft ganz zu schweigen! Das ist die starke Regierung, die Regierung der Ver- antworwng gegen den verantwortungslosen Parlamentaris» mus! Wir danken für dies Zerrbild von Parla- mentarismus, das diese Regierung in Gemeinschaft mit Wirtschaftspartei und Deutschnationalen uns vorführt! Diese Regierung, die von einem Stirnrunzeln der Wirtschafts- partei abhängt und ihre stolzen Grundsätze und Worte Stück für Stück ausverkauft auf Kosten der deut- schen Wirtschaft— um ihrer eigenen Existenz willen! Die Regierung Brüning pocht auf das Auflölungs- dekret, das ihr Chef in der Tasche hat. Wen glaubt sie nach so kläglichen Experimenten damit zu schrecken? Sie schreckt höchstens sich selbst.% Zu aller Kläglichkeit hinzu tritt ihr unwürdiger Handel mit den Deutschnationalen. Die Regierung will die deutschnationalen Stimmen mit der Agraroorlage kaufen. Die D e u t s ch n a t i o n a l e n zweifeln an der Reellität des Geschäfts. Die Regierung s- Parteien erklären: ohne Deckungsprogramm keine Agrar- gesetze. Die Deutschnationalen wollen keine Vor- le istung geben: sie haben deshalb die Agrargesetze mit dem Benzolzoll verkoppelt. Beide Kontrahenten stehen einander mit dem größten Mißtrauen gegenüber. Der Grundsatz der Ehrlichkeit: ein Mann, ein Wort gllt für ihren Handel nicht. Jeder fürchtet, vom anderen betrogen zu werden... Die Deutschnationalen haben das Agrar- Programm mit dem Benzolzoll verkoppelt. Die Regierungspartein werden heute ihre Agraraniräge einbringen und ebenfalls mit dem Benzolzoll verkoppeln. � Mfo find sie nun einig, das„Junktim" ist endgültig her- gestellt? Das Junktim wohl, aber nun geht es um die Frage: wer soll oorleisten? Die Regierungsparteien fordern: vorherige Ver- abschiedung der Deckungsoorlagen! Der Benzolzoll soll aus der Deckungsoorlage heraus- genommen und gemeinsam mit dem Agrarprogramm hinterher verabschiedet werden. Aber der Herr Reichs- tagsabgeordnete St u b b e n d o r f, Kommandeur der Grünen Front bei Hugenberg, erklärt: „Die zögernÄe Haltung der Regierung in der Tinbringung der Agrarvorlnge, der Versuch, die Agrarvorlage mit den Steuergesetzen zu oerkoppeln, dürfte den Eindruck er- wecken, als beabsichtige die jetzige Regierung, sich der der deutsch- Nationalen Reichstogsfrattion gegenüber gemachten Zusage all- mählich zu entziehen.� Das ist das Mißtrauen, die Furcht betrogen z.u werden, die diesem ganzen tief unwürdigen Handel das Gepräge gibt! Erst das schmähliche Zugeständnis an die Demagogie der Wirtschaftspartei, dann der Pferdehandel mit den Deutsch- nationalen: das ist nun die starke Regierung, die das Parla- ment Verantwortung lehren will und mit dem Säbel des Artikel 48 rasselt! Oer Handel mit den Oeutfchnationalen Feste Verbindung von Finanz, und Aararprogramm. Amtlich wird mitgeteilt: Nach Schluß der gestrigen Reichstags- fihung fand eine Aussprache der Vertreter der in der Rclchsrcgierung vertretenen Parteien mit der Reichs- regierung statt, lln dieser Besprechung wurden die In der Sitzung vom S. d. M. festgelegten Anträge zum Schuhe der Landwirtschaft unterschrieben. Dobel kam als über- einstimmend- Ansicht der Reichsregierung und der beteiligten Par- teien zum Ausdruck, daß die Anträge zur Finanz, und Sasfeasanierung und die zum Schuhe der Landwirt- schaft eine einheitliche Maßnahme zur Behebung schwerster wirtschaftlicher Rotstände darstellten, die nur gemeinsam entschieden werden können. Dementsprechend konnten die Unterschriften nur bedingt für den Fall der Verabschiedung der Deckongs- vorlagen gegeben werden. Oeckungsvorlage als Vorleistung. Di« amtliche Meldung wird von der Telegraphen-Union wie folgt erläutert und ergänzt: Im Anschluß an die Vollsitzung fand am Donnerstag eins Parteiführerbesprechung beim Rcichsernährungsminister Schiele statt, in der die von der Regierung und den Regierungsparteien vorbereiteten Anträge über die Agrarreform unterzeichnet wurden. Auch die Bayerisch« Voltspartei hat diese Anträge unterschrieben. Sie werden Freitag im Reichstag eingebracht und ebenso wie die dsulfchaalionalen Anträge mit dem Gesetz über den Benzin- und Venzolzoll verbunden. Sämtlich« Agraranträge sollyr dann der Ausschußberatunz überwiesen werdon. Das Finanzprogramm soll sofort»rledigt werden. Am Montag würde dann die zweit« Beratung der Agrarvorlagen erfolgen. ?n der Besprechung wurde weiter vereinbart, daß die Unter- schrist der Regierungsparteien unter die Agrargesetze nur Gültigkeit hat. wenn die Deckungsvorlagen vorher verab- schiedet werden. Lediglich die Benzin- und Benzolzölle sollen aus der Deckungs- vorläge herausgenommen und mit dem Agrarprogramm zu- sammea erledigt werden. In einer Sitzung der Zentrumsfrattion teilt« der Abg. Esier u. a. mit, daß der Reichskanzler nicht be- absichtige, sich aus weitere Verhandlungen mit den Parteien einzulassen. Auf Wunsch der Reichs- regierung sei die Reichstagssitzung bereits auf Freitag vormittag angesetzt worden, damit die Entscheidung über die Deckungsoorlagen am frühen Nachmittag fallen könne. Das Kabinett will die Möglichkeit haben, unmittelbar nach der Entscheidung des Reichstages in einer Kabinettssitzung Stellung zu nehmen. Strafe für Rechtskurs. Ein Menetekel für die Demokraten. , Stuttgart, 1». April.(Eigenbericht.) Der Verlauf einer von den Deutsch-Demokraten in Stuttgart abgehaltenen Versammlung ließ erneut erkennen, welchen schweren Schaden die Partei durch ihre taktische Schwenkung in der Regierungsfroge med durch den Beitritt zur Rechtsregierung Bolz-Dazill« erlitten hat. Obwohl in der Versammlung der Vor- stand der Partei neu gewählt werden sollte, hatten sich nicht einmal 10 Prozent der Mitglieder dazu eingefunden. Außerdem mußte mi'geteilt werden, daß seit dem 1. Januar 20 Prozent der Mitglieder aus der Partei aus- getreten sind. Bei den Vorstandswahlen gab es sehr heftige Auseinandersetzungen, wßil der neue demokratisch« Wirrschafts- minister Dr. M a i e r den Versuch machte, den unter seiner eigenen Mitwirkung zustandegetommenen Wahlvorschlag, der allen Richtungen in der Partei Rechnung trug, einen neuen Vor- schlag gegenüberzustellen, dir rein auf die Wünsche und Interessen der politisch reaktionären Hand- werts- und Mittel st andsgruppe zugeschnitten war. Er hatte damit keinen wesentlichen Erfolg, löste aber eine große Mißstimmung aus, zumal die Mitglieder auch darüber ent- rüstet waren, daß von der Leitung überhaupt keine Erörterung der politischen Lage zugelassen wurde. Der Verlauf dieser Versammlung war ein deutlicher Beweis illr die fortschreitende Zersetzung der Demotra- tischen Partei. Württembergs, die in der politischen Geschichte des Landes einst eine führende Rolle gespielt hat. Baum bittet um gut Wetter. Thüringens Besuch beim Reich. Im Reichsministerstim des Innern fand am Donnerstag eine eingehende Aussprache des Reichsministers Dr. W i r t h mit öem Vorsitzenden des thüringischen Staotsministeriums Baum statt. Gegenstand der Auespräch« bildeten, wie es in der offiziösen Mit- teilung heißt, außer den weiter zurückliegenden Schwierigkesten be- sonders die Zweifel, die hinsichtlich der Frage bestehen, ob der Z 3 Absatz 1 des thüringischen Ermächtigungsgesetzes mit Artikel 123 der Reichsverfassung vereinbar ist. Die thüringische Staatsregierung wird Anfang der kommenden Woche über die Art und Wesse, wie diese Zweifel auszuräumen sein werden(wie es Artikel 13 Abs. 2 der Reichsverfassung vorsieht), Beschluß fassen und gleichzeitig zu der Frag« einer Behebung der sonst noch bestehenden Differenzen abschließend Stellung nchinen. Vei der Streitfrage zwischen Thüringen und dem Reich handelt es sich, wie ergänzend mitgeteill lverden kann, um die sogenannten „wohlerworbenen Rechte der Beamten", die nach oer Reichsver- fassung gewahrt werden müssen. Das thüringisch« Ennächtigungs- gesetz, das bei seiner Annahme nicht die verfassungsändernde M.Hr. hell fand, will der Regierung die Möglichkeit geben, eine große Zahl von Beamten abzubauen und auf Wartegeld zu fegen. Das Reichsministerium des Innern hält diese Maßnahme für ver- fassungewidrig und hat aus diesem Grunde dos Abbaugcfetz beanstandet. Der in der ofsiziösen Mitteilung erwähnte Ar- tikel 13 der Reichsverfassung gibt der Reichsregierung die Mogiich- keit, eventuell die Eirtscheilung des Reichsgerichts anzurufen, um die Innehaltung der Verfassung durch eine Landesregierung zu er- zwingen. Die Zuschüsse zur thüringischen Polizei bleiben auch weiterhin gesperrt. Ueber diese Streitfrage ist zwischen Wirth und Baum einstweilen auch nicht verhanvest worden. Unrichtig ist die in verschiedenen Blättern verbreitete Mel- dung, die von Seoering verfügte Sperrung sei dadurch illusorisch gemacht worden, daß Thüringen schon größer« Borschüsse auf die Leistungen erhallen habe. In Wirklichkeit sind solch« Vorschüsse nicht gegeben worden. Petroleumschiebung in Frankreich. Dunkle Machenschaften kommen an den Tag. Paris, 10. April.(Eigenbericht.) In der Petroleumkommission der Kaminer kam es am Donners- tag wieder zu stürmischen und stundenlangen Auseinandersetzungen über den berühmten Konventiansentwurf des Staates mit der „Eompagnie Franyais« du Petrole". Auch die endlosen Erklärungen des Handelsmlnistcrs F l a n d i n und des Finanzmmisters Raynaud konnten nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß in dem Konventiansentwurf, der unter dem Regime Poincare zustande kam, der Gesellschaft aus der kostenlosen Zedierung des franzö- fischen Anspruches von 23 lb Proz. der Mossulproduktion fo weit- gehend« Monopolproduktionen eingeräumt wurden, daß man, was die Motive dieser auffallenden Bevorzugung betrifft, einfach vor einem Rätsel steht. Besonders die Sozialisten setzten diesen dunklen Tendenzen In den Oelkulissen schärfsten Wider- stand entgegen. Leon Blum wies mit Nachdruck darauf hin, daß die Abtretung des staatlichen Besitzes an den Mossul- Quellen an«in« Privatgesellschaft verfassungswidrig sei und daß«in Einfuhrmonopol für Petroleum ebenso wie alle anderen Produkte einzig und allein dem Staat zustehen könne. Nach stundenlangen Diskussionen, die die Situation nur noch konfuser ge- stalteten, ging die Kommission schließlich wieder auseinander, ohne einen Beschluß gefaßt zu haben. Zusammengebrochene Mussolinische Spihelaktion. Paris, 10. April.(Eigenbericht.) Das sensationelle A n t i f a s ch i st e n k o m p l o t t, dos ein Bombenahentat gegen die italienische Delegation in Genf geplant haben sollte, ist am Mittwoch sang- und klanglos zu Grabe getragen worden. Die verhafteten.Attentäter", der ehe- malige sozialistische Abgeordnete S a r d e l l i und die beiden Ehes- redatteure Tardiani und C i a n c a sind aus der Haft e n t l u s- s e n und außer Verfolgung gesetzt worden. Der ilntersuchungs- richter erklärte jedoch zu seiner Entlastung, daß die in seiner Woh- nung gefundenen Sprengstoffe ihm von dem faschistischen Lock- spitzet Menapace zugeschickt worden seien. Eeverings Abschied. Die Reichsverfassung als Symbol. Am Donnerstag verabschiedete sich der bisherige Reichsmlniste: des Innern, Seoering von den Beamten, Angestellten und Ar- beltern des Reichsinnenministeriums. , In einer längeren Abschi«dsrede würdigte Staatssekretär Zweigert die Verdienste des scheidenden Ministers um das Amt und um da» deutsche Volk und begrüßt« zugleich in herzlichen Worten den Raichsminister Wirth. In seinen Ausführungen dankte er im besonderen dem scheidenden Minister für das warme menschliche Interesse, daß er in fast zweijähriger Tätigkeit seinen Mitarbeitern entgegengebracht habe und unter- strich seine vorbildlich« bis ins letzte gehende Pflichterfüllung. In einer längeren Ansprache antwortete Seoering. Er kam auf die laufenden Arbellen und Aufgaben des Ministeriums zu sprechen und überreichte mit herzlichen Worten seinem Arntsnach- folge? ein im Reichsministcrium des Innern aufbewahrtes künst- lerifch ausgestattetes Exemplar der Verfassung. In Zukunft sollen alle Reichsminister sich in dieses Buch ein- zeichnen, ein Symbolder Stetigkeit des Verfassung s- lebens. Reichsminister Wirih dankte beiden Rednern und versicherte, daßüberallemWechselhiuausdie politssche Stetigkeit des Verfassungswerkes von Weimar die oberste Aufgabe seiner Amtstätigkeit fein und bleiben werde. Die republakani- Ich« Linie seines Amtsvorgängers werde von Ihm immer ge- hallen werden.__ Sächsische Dauerkrise. Wieder erfolglose Ministerpräsidentenwahl. Dresden, 10. April.(Eigenbericht.) In der Donnerstag-Sitzung des Sächsischen Landtags verlief wiederum die angesetzt« Wahl eines Ministerpräsidenten ergebnislos. Bon den 31 abgegebenen Stimmen erhielt Fleißner(Soz.) 31, Schieck, der Kandidat der vereinigten bürgerlichen Parteien 42, Külz(Dem.) S und R« n n e r(Komm.) 12 Stimmen. Außerdem wurde«in weißer Zettel abgegeben. Keiner der Kandidaten Hat die nach der Verfassung notwendige Mehrheit aller abgehaltenen Stimmen erhalten. Ein kommunistischer Antrag, am nächsten Dienstag eine neue Sitzung mit dem Tagesordnungs- punkt.Ministerpräsidentenwahl" anzusetzen, wurde abgelehnt. Di« nächst« Sitzung des Landtags findet erst am 6. M a i statt, an welchem Tage wieder die Wahl des Ministerpräsidenten auf der Tagesordnung stehen soll. 8oung-plan in Belgien ratifiziert. Stimmenthaltung der flämischen Altivisten. Brüssel. 10. April-(Eigenbericht.) Die Kammer hat den P o u n g- P l a n und das H a a g« r Ab- kommen nach kurzer Debatte mit 143 gegen eine Stimme und neun Enthaltungen ratifiziert. Rur der Kommunist stimmte dagegen, die flämischen Frontparteiler enthielten sich der Stimme. Die Kannner nohm ferner gegen die Stimmen der Soziallsten «inen Gesetzentwurf zur Erhöhung des Einfuhrzolles auf Hafer von sechs auf 21 Franken pro 100 Kilogramm an. Diese protektionistische Maßregel wurde von der Regierung mit dem Hinweis auf die Rotwendigkell begründet, sich gegen auslän- difch t Schleuderkonkurrenz zu wehren. Dreimächtepakt veröffentlichungsreif. Letzter amerikanischer Versuch bei den Franzofen. London, 10. April.(Eigenbericht.) Die letzt« M-iNui«gsoerschiedenheU zwischen deN Japanern eine» seit? und den Engländern Und Amerikanern andererseits, ist am Donnerstag morgen ausgerollt worden. Es steht der Flottenkon f e r e n z jetzt frei, in jedem beliebigen Augenblick den Drelmächkepakt für eine vollendete Tatsache zu erklären und zur Ausarbeitung der iwttgen Protokolle zu schreite». Di« erwähnte Differenz entsprang dem Wunsche Japans, fünf von feinen alleren Kreuzern in Schulschiffe umzuwandeln und sofort durch Reubauten zu ersetzen. Man hat den Japanern nun das Recht zu» gestanden, drei von den fraglichen Kreuzern umzuwandeln, Japan hat sich luimll zufrieden erklärt. Die Grundzüge des Dreimächtepaktes werden fein ein Bau, feiertog für Schlachtschiffe, sowie die Festlegung der japa- Nischen Flotte aus bO Proz. der amerikanischen in schweren Kreuzern und 70 Proz. in leichten Kreuzern»ud Zerstörern- Die japanische U-Boot-Flotte wird der englischen und amerikanischen gleich- gestellt. Getreu seiner Gepflogenheit während der vergangenen drei Kon- serenzmonate hat der amerikanische Delegierte Morrowam' Donnerstag noch einen letzten Versuch unternommen, den. Franzosen die Beteiligung an dem Vertrag mundgerecht zu machen. Ueber die Grundlage seines Borschlages ist im einzelnen noch nichts bekannt, außer der Tatsache, daß er sich jedenfalls nicht auf ein olle fünf Mächte um- fassendes Schema von Gesainttonnagezifferu erstreckt. Auch im besten Falle werden daher Amerika. England und Japan nicht darauf ver- zichten können, an den Dreimächtepakt einen B o r b e h a l t änzu. hängen, der ihnen Handlungsfreiheit verschafft, falls irgend- eine andere Macht, dos heißt Frankreich, während der vorgefehe- nen fünfjährigen Bertragsdaucr das Gleichgewicht durch unerwartete Neubauten stören sollte. Das Ergebnis der Bemühungen Morrows bei den Franzosen, das u. a. noch von einer Aussprache zwischen Briand und Grandi abhängt, wird erst am Donnerstag spät abends bekannt werden. 30/ das Regieren ist schwer! Bei dem wackligen Gesüge der Brüning-Koalttion haben es die einzelnen Parteien leicht, ihre Wünsche durchzusetzen, zumal ii« Fraktionen sich an die Haltung ihrer Minister durchaus nicht immer binden. So hat man bei der Tabakstsuer alles hineingeschrieben, was die Wirtschaftspartei verlangte. Brachte nun ein Freund des wirlschaftsparteilichen Abgeordneten Colosser einen Zigacettcngroßhändlcr zu ihm in den Reichstag und stellt« ihn dem Parlamentarier vor. dem das Mitregieren ja noch so furchtbar neu ist. Da kam er aber schön an. �Habt Ihr denn noch nicht genug bekommen s" schrie Colosser verzweifelt auf. indem er bald aus den Tisch, bald sich an die Schläfen hieb. Endlich konnte der Händler muh zu Wort kommen. Er wollte gar nichts, nur aufmerksam machen, daß man im Gesetz irgendeine tech- mfche Sache auch regeln müsse. Diefer Hinweis stürzt« Colosser wieder in tiefstes Entsetzen und schier hoffnungslos rief er aus: „Aber glaubt Ihr denn, wir sind solche Idioten, daß wir das nicht auch wüßten?" Darauf zog der biedere Wähler aus der Wandelhalle ab, in der. sich diese Szene ganz öffentlich abgespielt hat. Zum Slaalspräsideulen von Leltiand wurde Kviesis. der Bize- Präsident der Saeima und Abgeordnete des Bauernbundes. mit öö gegen ZS Stimmen gewählt. Das starke Kabinett der Rede Wilhelm Keils gegen die Oeckungsvorlagen. Der Reichstag kam am gestrigen Donnerstag, 15 Uchr, zur zweiten Beratung der Deckungsmntagen. Die Berichterstatter des Ausschusses verzichteten auf das Wort. Cs wird zunächst eine allgemeine Aussprache gsführt. Redezeit pro Fraktion zwei Stunden. Reichsfinanzminister Or. Moidenhauer: Diese Vorlagen sind nur ein Teil des großen Finanzproaramms und sollen die im Herbst 1923 begonnen« Umlagerung der direkten und indirekten Steuern fortseien, die Wirtschaft aus diese Werse entlasten. Den Haushaltsplan 1930 konnten wir erst einbringen, als über den Voung-Plan entschieden war. Der Rcichsrat ist imt dem l?tat noch nicht fertig, es ist also nicht die Schuld der Regierung, daß er noch nicht dein Reichstag vorliegt. Er ist mit äußerster Sparsamkeit ausgestellt, und die Deckungsoorlagen fordern nur das unbedingt Notwendige. Im Ausschuß ist das Kernstück der Deckungsoorlagen, die Biersteuererhöhung, abgelehnt worden Das Ergebnis der daraus eingeleiteten Verhandlungen ist der Antrag aus 50 Proz. Biersteuererhöhung und Vi« Proz. Umsaßsteuer- erhöhung und H Proz. Erhöhung dieser Steuer bot den Waren- Häusern. Die Regierung hat gegen das Letzter« starke Bedenken, macht sich aber das Kompromiß zu eigen. Weitere Erhöhung der Umsatzsteuer halten wir für ebenso unmöglich� wie Erhöhung der Einkommensteuer, denn nur durch Abbau der ülbermäßigen direkten Steuern können wir der Kapitalslucht entgegenwirken und die Kapitalbildung fördern. Kassensanierung unter Entlastung der Wirtschast und großzügiae Hilse für die Landwirtschaft im Osten sind unser Programm. Dafür wollen wir alle verfassungsmäßigen Mittel einsetzen. Wortmeldungen liegen zunächst nicht vor. Abg. Dr. Hertz(Goz.) (zur Geschästsordnu�): Vom Reichs finanzmimster haben wir soeben geirrt, daß die Reichsregierung, die noch vor zwei Tagen einmütig beschlossen hat, daß sie mit der Vorlage auf Erhöhung der Biersteuer um 75 Proz. stehe und falle(lelch. Zuruf« und Lärm), diese Vorlage aufgegeben hat. Der Minister hat uns weiter an- gekündigt, daß die in der Regierung vertretenen Parteien zur Deckung des Aussalls infolge geringerer Erhöhung der Biersteuer Anträge aus Erhöhung der Umsatzsteuer stellen werden. Diese An- träge liegen uns nicht vor; es sind auch Anträge anderer Parteien noch nicht vervielfältigt. Daher beantrage ich, die Beratung solang« auszusetzen, bis olle diese Anträge vorliegen. Präsident Löhe: Bei diesem Vertagungsantrag müßte aber doch eine gewiss« Zeit in Aussicht genommen sein. Ich nehm« au, daß mich Sie(nach links) die Beratung noch beute fortsetzen wollen. Ich schlage also vor, die Beratung bis 17 Uhr zu unterbrechen.(All- gemeine Zustimmung.) Gegen 17% Uhr wurde die Sitzung wieder eröffnet, die Anträge r">rcn inzwischen verteilt worden, und die Beratung begann mu smgenher Rede des Abg. Keil(Goz.): Man hat der Großen Koalition den Vorwurf der Schwäche gemacht und von der Regierung Müller perlangt, daß sie die Füh- rung fest in die Hand /Nehme und ihre Autorität wahre. Nachdem Reichskanzler Müller in den Parteibesprechimgcn entschieden semey Standpunkt vertreten hatte, hat man der Regierung die Gefolgschaft nersagt und hat sie verfallen lassen, weil die größte Regierungs- parte« in der umstrittensten Frage sich hinter die Regierung steVe. Das neue Kabinett hat bei feinem ersten Auftreten den Eindruck von Stärke, Festigkeit und Cntschlolsenheit zu erwecken� versucht; es glaubt« zu führen, hat aber bald erlebt, daß es geführt wird, nämlich von Herrn Hugenberg.(Lachen und Zurufe rechts.— Leb- hafte Zustimmung der Soz.) Wenn das Kabinett heute noch den Anspruch erheben wollte, eine starke Regierung zu sein, so wäre ein Hohngelächter durch ganz Deutschland die Antwort. Schwächer ist nie«ine Regierung gewesen als di« gegenwärtige. Von dem ganzen Steuerprogramm de? Regierung sind nur noch einige schä- bige Reste vorhanden. Di« starke Regierung« Brüning hat es ruhig hingenommen, daß sie heute verkünden mutz, sie schließe sich den Vorschlägen an, di« von der großen Mehrheit der in ihr vertretenen Parteien ausgehen und di« das Regierungspropramm von Grund aus umgestalten. Vor zwei Stunden hat der Minister die Eni- schlossenheit verkündet, an diesen Vorschlägen festzuhalten und even- tuell alle verfassungsmäßigen Mittel zu ihrer Durchsetzung anzu- wenden. Wer weiß, ob das in zwei Stunden noch gilt.(Heiterkeit der Soz.) Nach den Erfahrungen der ersten acht Tage diese» Kabinetts werden Sie nicht erwarten täoneu. mit solchen Erklärungen noch Eindruck im Volke zu mechetu Gestern ncubmittag noch stand in der„Germania', daß die Regie- rung einmütig an ihrem Sanienmgs- und Deckungsprogramm fest- halle, heute ist sie fest entschlossen,«in ganz anderes Programm zu verwirklichen. Nach der Verfassung bestimmt der Reichskanzler die Richtlinien der Politik. Aber nach dem neuen Steuerprogramm zu schließen, scheinen die Richtlinien der Politik etwa von Herrn Drewitz festgestellt zu werden.(Lebh. Heiterkeit.) Alle sachlichen Gesichtspunkte sind fallen gelassen worden. Man hat ein Deckungs- Programm zusaminengeschustert, das mit gesunden finanzpolitischen Erwägungen nichts mehr zu tun hat. Nach den großen Heber« raschungen der letzten Monate auf dem Gebiete der Finanzpolitik wäre es das einfachste gewesen, zunächst einmal die Fehler der Vergangenheit gutzumachen, die Fehlbeträge von 1928 und 1923 zu decken und den Etat 1930 ins Gleichgewicht zu bringen. An die völlige Neugestaltung des deutschen Struerwefens könnte man dann im Laufe des Etatsiahres herantreten. Sofern sich dabei die Mögllchkeik einer Senkung gewisser Slcuern ergebe, würde sich wohl kaum ein- Partei grundsätzlich dein widersetzen. Niemond kann wünschen, daß trotz der Senkung der ReparaHons. lost um 700 Millionen Mark jährlich die deutschen Steuer,, in der bisherigen Höhe unbeschränkt weiter erhoben werden. Der Weg aber, der jetzt beschritten wird, führt zu keiner organischen Neu« Gestaltung der Finanzen. Dieser Weg führt zu einem Stück- und Flickwerk, das den Zustand der finanzpolitischen Unsicherheit, des Mißtrauens der Bevölkerung gegen die deutschen Finanzen, die Ab- hängigleit der össentiicl�n Finanzen von der Hochsinanz aufrecht- erhält. Man kann sich nicht darüber täuschen, daß dieses Mißtrauen eine der stärksten Ursachen der Kapitalslucht und des wirtschaftlichen Pessimismus ist.(Zustimmung der Soz.) Dem gegen die Sozialdemokratie erhobenen Vorwurf, nicht mehr zu dein Steuervrogramm der Regierung zu stehen, an der sie be- leiligt gewesen Ist, halte ich entgegen, daß«s nicht die Aufgabe einer Oppositionspartei sein kann, einer Regierung, an der sie nicht be- -—... � Soziaidemokratie hat sich nie bedingungslos zu irgend- einem Steuerprogrannn bekannt. Sie hat ihre Stellung m den» Steuerprogramm vom März abhängig gemacht von der Gestaltung des ganzen Samerungsprogramms, wovon das Steuerprogramm nur ein Teil ist. Die Sozlaldemotraile hak nie anfgehörk, die Grundzüge dieses Deckungsprogrammg zu beanstanden, besonders seine Steige- rung der Zilassenbelastunz und seinen Verzicht auf jede Be- anspruchung des Besitzes. Die SoziaL)«mokratie hat jederzeit die Forderung des Notopfers vertreten und heute einen Antrag dieses Sinnes eingebracht. Für diesen Gedanken sprechen so starke Gründe, daß selbst der Reichs- Präsident seine Zustimmung öffentlich tundgetan hat. Der Reichs- Präsident ist in den letzten Wochen für die Lösung von Aufgaben in Anspruch genommen worden, die Aufgaben des Parlamentes, aber nicht Aufgaben des Reichspräsidenten sind; da ist es»nverständ- lich, warum nicht seiner Empfehlung des Notopfers der Besitzenden zugunsten der ohne eigene Schuld Notleidenden Rechnung getragen wird.(Sehr wahr! bei den Soz.) Vor acht Tagen ist hier von einem Mißbrauch der Stellung des Reichspräsidenten gesprochen worden. Damals vielleicht ohne ausreichenden Grund. Heute darf man sagen, daß der Reichspräsident in den letzten Wochen für die unsozialsten Ziele mißbraucht worden ist.(Lebh. Austimnrung der Soz.) Man will aus Wunsch der Wirtschaftspartei eine Warenhaus- steuer einführen, die eine Verletzung aller wirtschaftlichen Vernunft ist und als Bremsklotz gegen die Rationalisierung des Handels dienen soll.(Zurute der Wirtschaftspartei: Das sagt Ihr als Ar» beiterpartei? Gleiches Recht für alle!) Von einer Erhöhung der Umsatzsteuer war in den letzten Wochen nur in dem Sinne die Rede, daß dadurch die sozialen Verpflichtungen des Reiches sicher- gestellt und die einzelnen Arten der Umsatzsteuer vereinheitlicht werden sollten. Die Erhöhung der llmsatzsleucr dient nicht der Sicherung so- zialer Ausgaben, die Reichsregierung lehnt diese Sicherung vielmehr ausdrücklich ab. Von einer Sondersteuer auf Warenhäuser ist bisher in den Steuer- debatten nie die Rede gewesen. Diese Sondersteuer ist die sinn- loseste und gehässigste, die man sich denken kann. Ihre praktische Undurchsührbarkeit hat in der Vorkriegszeit zu ihrer Wiederaufhebung geführt. Es hat sich schon damals gezeigt, daß diese Steuer vielfach auf die Fabrikanten rücküberwälzt wird und daher zu Be- triebsschädigungen und Arbeiterentlassungen führt. Bei der Tabak- steuer sollen die Zahlungsfristen verlängert werden. Außerdem soll me Steuer auf den billigsten Feinschnittabak erhöht und eine Ver» waltungsentschädigung für die Tabaklager eingeführt werden, was alles eine starke Belastung der Raucher und des Tabakbaues be- deutet. Mit dem Sinn und Zweck der ursprünglichen Regierungs- vorlag« hat diese Aendcrung gar nichts zu tun. Bei der Brennstofffteuer soll ein Beimischungsztpang für Spiritus eingeführt werden, was sowohl den Kraftverkehr wie die Reichskasse schwer belastet. Die vorgeschlagene Verzollung de» eingeführten Benzin» und Sleuererhöhung für das im Inland erzeugte Benzin wirft den Großbetrieben Millionenprofite in den Schoß. Dagegen soll der Schutz der armen Leute, die heute noch mit Petro- leuin beleuchten, ihnen genommen werden. Dieses Dcckungsprogramm ist ein antisoziales Programm in höchster Potenz.(Sehr wahr! bei den'Soz.) Di« Reichsregierung erklärt als ihr Programm die Schonung und Entlastung der Wirt« schaft. Reben der Verteuerung der Lebenshaltung durch die ungeheuerlichen agrarischen Mäßnahmen wird durch dies« Ver- brauchssteuern die große Masse der Erwerbstättgen so schwer be- trosson, daß die Gewerkschaften aller Richtungen bereiks ihr« warnende Stimme erhoben haben und Lohnkämpfe in größtem Ausmaß unausbleiblich werden müssen. Unsere Handelspolitik wird derart belastet und die Ausfuhr unserer Industrieprodukte so erschwert, daß Arbettslosigkeit und Erschütte- rungen des Wirtschaftslebens die Folge sein müssen. Der„Deutsche Industrie- und�Handelstag', eine Körperschaft, der man gewiß nicht agitatorisches Streben nachsagen kann, hat gegen dieses Programm bereits schärfsten Protest erhoben. Nie sind der deutschen Pro- duktionsentwicklung größere«teine in den Weg geworfen worden als mit diesen Vorlagen. Wäre das Kabinett Brümng gegrüichct worden zu dem Zweck, die deutsch« Arbciterklasie zu provozieren, die Lebenshaltung der deutschen Arbeiter zu erschweren und das deutsch« Wirtschaftsleben zu schädigen, so hätte sie kein anderes Pro- gramm vorlegen dürfen. Aber das Kabinett ist nicht zu diesem Zweck gegründet worden. Der Kanzler glaubte vermutlich, auf die Mitwirkung der Sozialdemokratie bei einer zweckmäßigen Lösung der großen staatspolitischen Ausgaben rechnen zu können. Jetzt«r- lebt er in den ersten acht Tagen seiner Kanzlerschaft die bitterste Enttäuschung� In seiner buntscheckigen Koalition läßt ihn heute diese, morgen jene Gruppe im Stich. In dieser Regierung, die sich aus ihre Festigkeit viel zugute getan hat. folgt ein Umfall aus den anderen, und auch der Reichskanzler selbst bleibt davon nicht verschont. Im Augenblick ist noch nicht sicher, ob eine Mehrheit für dieses Konglomerat vorhanden ist. Sie kann nur erreicht werden, wenn das Kadinett Brüning der deutschnationalen Fraktion den ver- langten Wucherpreis für ihre Zustimmung zahlt.(Sehr wahr! bei den So-.) Herr Brüning glaubt«, als er fein Kadinett rnnstellte, Herrn Hugenbera isolieren zu können. Heut« hat Hugenberp das Kabinett in der Zange. Täuschen Sie sich aber nicht über di« Stim- mung, die Sie in den Massen der Arbeiter hervorrufen, wenn Sie den"Wucherpreis zahlen durch dieses Steuerprogramm und die damit zusammenhängende Agrarpolitik. Täuschen Sie sich nicht über die Stimmung, die auch in den Arbeilermasscn des Zentrum» hervorgerufen wird. Wenn diese Stimmung in naher oder späterer Zukunft einmal ihren Au». druck findet, dann werden Sie Ihr blaues Wunder erleben! (Lebh. Beifall der Soz.) Abg. Ende(Komm.): Nicht die zukünftige Antwort der Ar- beiterschast bei Wahlen ist jetzt unsere 5)auptsorgc, sondern der Kampf. Der muß aber auch gegen die Sozialdemokratie geführt werden, die dieses Programm mit vorbereitet hat. Gleich nach dem Hinauswurf der Sozialdemokraten aus der Regierung hat Abg. Kell im„Vorwärts' geschrieben, eine Erhöhung der Umsatzsteuer von 0,75 auf 1 Proz. würde den Wiedereintritt der Sozialdemokraten in die Regierung ermöglichen.— Der Redner kommt dann auf die kirchliche Bewegung gegen Rußland und sagt dem Berliner katho- lischen Bischof Dr. Schreiber nach, daß er Religion zur Knegshetze mißbrauche.(Präsident Löbe: Das gehört aber wirklich nicht mehr zur Tagesordnung.— Gegenrufe der Kommunisien.— Ptä- sident Löbe verbittet sich hie Einmischung in seine Amtsgeschäste.— Lärm der Komm. Abg. I a d d a s ch erhält zwei Ordnungsrufe.) Nach 19 Uhr wird die Weiterberatung auf heute, Freitag, 11 Uhr, vertagt..______ Reichsbahn und Verwaltungskosten. Die Zuschüsse der Reichsbetriebe an die Gemeinden. � Im Re i ch s r a t stellte sich am Donnerstag abend Dr. Wftthtalz neuer Reichsinnenmimster vor. Der Reichsrat beschäftigte sich mit dem Gesetzentwurf über die Pauschalierung der Verwaltungsko st en Zuschüsse. Nach dem sogenannten Gesetz über gegenseitige Besteuerung haben di« R« i ch s b e t r i« b e einschließlich der deutschen Reichspost sowie der Bahnhöfe Werkstätten usw. der Reichsbahngesellschaft auf An- sorderung den Wohngemeindcn ihrer Arbeitnehmer Derwaltungs- kosteiizuschüste- zu leisten.. Dl es« Zuschüsse satlen. einen Ersatz-ftft die fehlenden Steuerleistungen der Betrieb?� vm-frür Gerneutdm-bieteir. Das Gesetz vom Dahre 1925,EomUe aber- bis setzt nicht durchgeführt werden, well zwischen der R e t ch s r e g i e r u n g und der R e i ch s- bahngesellschast bereit erklärt, den Pauschbetrag vom 1. April 1929 an bahn entstanden waren. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen hat sich d'« Reichs- bahngefellschast bereiterklärt, den Pauschbetrog vom 1. April 1929 an aus füns Millionen jährlich zu erhöhen. Dieser Vorschlag ist in ß 16 des neuen Rcichsbahngesetzes vom 30. März 1929 nunmehr gesetzlich verankert. Infolgedessen konnte das jetzt vorliegende Gesetz über die Pauschalierung der Verwaltungskostenzlischiisse er- gehen. Gleichzeitig wird in dem Gesetz auch der Zuschuß der Reichspost pauschaliert, allerdings nicht mit der Tendenz einer Herabsetzung, sondern nur einer Vereinfachung. Für andere Reichs- betriebe, z. B. solche der Wehrmacht oder die Reichsmono- polverwaltung, ist die Möglichkeit einer Pauschalierung vor- gesehen. Der Rcichsrat stimmte dem Gesetz gegen den Widerspruch Thüringens zu. * In nichtöffentlicher Sitzung hielt dann Reichsernährungsminister Schiele noch einen Vortrag über das A g r a r p r o g r a m m. Gchieles Zottmauer oder: Oie ausbauende Tätigkeit des Landwirtfchastsmmisters. Wie man an der Stadt verdient. Vermittler Hitler hat beim Kauf von Oüppel-Oreilmden-1,-1 Mill. Mark verdient. Im Anschluß an den Zeugen Wulschner vernahm der Unter- suchrmgsgusschiiß zur Prüfung der Mißwirtschast in der Berliner Stadtverwaltung am Donnerstag als Zeugen Stadtrat chahn üder den Gutskauf Schöneiche. Der Zeuge gibt an, daß Echöneiche zum Zwecke der Berieselung, und zwar mit 30 Ps. pro Quadratmeter sehr billig gekauft sei. Als Vermittler ist dabei«in geipisser S ch i l l a d o n e aufgetreten, der auch Provision erhielt und deshalb sein Mandat als Aufsichlsratsmitglied in der Grundstücks G. m. b. ch. niederlegen mußte. Weshalb Stadtrat Busch den Preis für zu hoch gehalten habe, vermag der Zeuge nicht anzugeben. Der Zeuge Eras ist ebenfalls beim Verkauf von Schöneiche als Vermütler tätig gewesen und hat dafür eine Provision von laOOOMark erhalten. Auch beim Ankauf von Düppels D r c i I i n d e n durch Vermittlung von chiller hat er e i ne Pro- u isston.von 25 000 Mark erholten, die er aber für nicht zu hoch hält, da ja chiller dabei Millionen verdient hat. In stundenlanger Vernehmung hört hierauf der Ausschuß den Rechtsvertreter des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, Justiz- rat L u b s ch i n s k i, der über den Verkauf von Düppel-Dreilinden durch den Prinzen an die Stadt durch Vermittlung des Kausmonns chiller aussagt. Aus den eingehenden Darlegungen des Zeugen geht hervor, daß vor dem Jahre das Gut der Stadt. Berlin angeboten wurde, daß sich ober die Verhandlungen zerschlugen, weil der Preis zu hoch war. Dann fei er als Vertreter des Prinzen durch«inen Major.Schack« mit chiller in Verbindung getreten, der ein jehr günstiges Angebot gemacht habe. Ein Versuch von festen der Stadt, mit dem Prinzen direkt in Verbindung zu treten, ist nicht gemacht worden. Der Verkauf ist bann schließlich zum Preise von 11 Millionen 323 000 Mark perfekt geworden. Dabei sind einkalkulierk worden eine Provision für Hille? von 1? Pro;, w höh« von 1 Million l 11 000 Mark und sonstige Provisionen, die von hiller gezahlt wurden in höhe von 250 000 Mark. Wer diese Provision erhalten hat, vermag der Zeuge nicht anzu- geben. Cr bekundet abschließend, daß der Verkauf für den Prinzen recht günstig gewesen ist. Zeuge Riltergutsbesttzer hillcr verwahrt sich mit großer Eni- fchiedenhcit dagegen, daß er als Vermittler bezeichnet wird. Er habe auf eigemes Risiko Düppel-Dreilindcn gekauft und an die Stadt wiederverkauft. Was in der Presse über sabelhafi« Verdienste geschrieben sei, wäre falsch gewesen. Man müsse bedenken, daß es sich um ein großes Objekt gehandelt Hai und daß dabei kaum 10 P r o z. Gewinn geblieben find. Alles wettere sei aus den Büchern ersichtlich, die durch die Liebenswürdigkeit des Staatsanwalts beschlagnahmt find. An Eras habe er eine Provision von ZZ 000 Mark gezahlt, aber er müsse bestreiten, ihm den Auftrag gegeben zu haben, Stadtbaurat Hahn umzustimmen. Eras habe �Widerstände" beseitigen wollen, aber begreifllcher. weise habe er ihn absichtlich nicht gesrogl, um welche Widerstände es sich handele. Günther von der Gesellschaft Petrolea des Stadtrat Busch kenne er ebenfalls. Cr habe ihm verschiedentlich Wechsel diskontiert. Das seien aber reguläre Geschäfte geweseni seinetwegen könne man ruhig annehmen, daß es sich um Gefällig- keitsakzepte für Stadtrat Busch gehandelt hat. Aber er habe das Geld dafür hereinbekommen. Die Provisionen, die er in Höhe von 2T0 000 Mark zahlte haben in größeren Beträgen Gutspächter Bernau und Major Schocke, in kleineren Beträgen Eras und andere bekommen. Ob er auch an Günther gezahlt hat, ist ihm iricht genau erinnerlich. Für sich selbst hält er die Entschädigung, tue er io Höhe von 1.1 Millionen Mark bekommen hat, für durchaus angemessen. Er sei ober heut« nach bereit, das ganze Geschäft zu stornieren, denn seiner Meinung nach sei Düppcl-Dreilinden das billigste Grundstück, das die Stadt je gekauft hat. Auf einer Frage des Berichterstatters, ob für irgendeinen Fonds des Oberbürgermeisters von ihm eine Summe verlangt worden ikt, erklärt der Zeuge, daß Stadtrot Busch für einen solchen Zweck 50 000 Mark verlangt hat. Er habe einen solchen Betrag für zu hoch gehalten und nur 30 000 Mark gezahlt. Röchsie Sitzung Freitag 10 Uhr. Vorgriff auf das neue Girafrecht. Sine Novelle über mildernde Llmständc. Iii, St r a f r e cht s a u sf ch u ß des Reichstags wurde ein Antrag der Sozialdemokratischen Partei beraten, der aus ein« Aendcrung der Bestimmungen des geltenden Strafgesetzbuchs über mildernde Umstände und f.a h r lä f f i g e n Falscheid hinzielt. Die Sozialdemokratie hatte ihre Mitwirkung an einem Ueberleitungs g es e g von der Bedingung abhängig gemacht, daß die reformbedürftigsten Punkte des geltenden Straf- rechts s ch o n j e tz t im Sinne der in Arbeit befindlichen Strafrecht»- reform geändert werden. In der Aussprack)« zeigte sich, daß für den sozialdemokratischen Antrag, soweit- er Milderungen der Strofbestimniungen bezüglich des fahrlässigen Falscheides verlangte, sicki im Ausschuß eine Mehrheit nicht finden werde. Dagegen fand ein Antrag der Sozial- demokraten, der verlangte, daß die in den§§ 73 und 74 des Entwurfes zum neuen Strafgesetzbuch enthaltenen Vorschriften über mildernde Umstände sinngeniäß durch eine Novelle in das bestehende Strafgesetzbuch eingefügt wer. den sollen, die Zuststmming h« Mehrheit des Ausschusses. D«r sozialdemokratische Antrag wurde daraufhin-zur weiteren schleu« nigsten Beratung einem Unterausschuß überwiesen. Ein Rückschritt. Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiteu wird verschlechtert. Der Reichstagsausschaß für Beoölkcrungspolitik be- scbloh am Donnerstag auf Antrag des Abg. Dr. Mumm(Christlich» nationale Arbeitsgemeinschaft), die Reichsregiemng zu ersuchen, mit den Ländern in eine Prüfung einzutreten, damit allseitig ein schärferes Vorgehen gegen die Prostitution auf den Straßen und ein besseres Zusammenwirken der Gesund- heitsbehörden stattfindet, damit die Bekämpfung der Geschlechts- krankheiten auch beim Ortswechsel wirkfam erfolgen kann, serner die Staatsanwaltschaft bei einem Ausbeuten der Person und gegen die Unterhaltung von Bordellen und bordellartigen Betrieben wirksamer einschreiten kaum femer Räume, die zu unsittlichen oder ungefetziichen Zwecken dienen, beschlagnahmt werden können, die medizinischen Amtsstellen stets eng mit den öffentlichen und privaten Fürsorgestellen zusammenwirken und schließlich Asyl« und Vorasyl« mehr als seither gefordert werden. Des weiteren wurde eine Denkschrift über die bisherigen Auswirtungen des Gesetzes gefordert und entsprechend einem Antrag Petzold(Wirtfch. Partei) «in Verbot des Vertriebes von Schutzmitteln durch Automaten beschlossen. Ein sozialdemokratischer Antrag, zu prüfen, ob die Beratungsstellen zu Behandlung» st«tlei, auszubauen stnd, wurde abgelehnt, ein anderer fozialdemokratiicher Aytrag dagegen angenommen, der durch den Ausbau und die geeignete Verwendung einer weiblichen Gelährdetenpolizei die rechtzeitig« Erfassung und Betreuung jugend- lichcr Gefährdeten gewährleisten will. Unerwünschte Kontrolle. polnische Vegierungspreffe gecen englischen Besuch. Warschau, 10� April.(Eigenbericht.) Seit drei Tagen weilt in Polnilch-Oberschlesten dos Mitglied der Arbeiterpartei in, englischen Unterhaus Oberst M a l o n e, um das Minderheitenproblem zu studieren. Die Regierungspresse wirst dem Engländer propagandistische Tätigkeit für Deutschland vor! Abg. M a l o n c folgt persönlich der Bcrufungsverhandlung int Äattowüjer Ulitz-Prozeß. * Der zweite Berhandlungstag im Ulitz-Prozeß brachte als Bemerkenswertestes die Zulassung des von der Verteidigung zitierten Laufaiiner Schrift- und Photosachvcrständigen Prof. Bischof. lGewcrkschaftlichcs fichc 3. Beilage.) Scraniworllich Ar Vslilik: Dr. Cca Gel,»: öirtfdjcf»; S SUiriflcXt)8(»; ScVerkschaUsbewegc'Nl,: 5. Et«»»», ZpuiDcton: Ä,£. Töschce; Lokales rnb Sonlliocs Sri* ftatBöM: ätriciacn: 11». Stock«, liimtlich in Birliv. Verla?:?-?«lir»e.P-rla-,®. in b. ö. Berlin Druck: Lorwäits-Buchdruckeret uns Äsrlassanlll:!!?aul Einarr u. Co.. Berlin»ZW 6S Liildenltrobe 8. Hierzu 3 Beilegen und.Unterhaltung und Dissen-, WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstraße Rosentbaler Str. Moritzplatz $reila£<*• Sonnabend Jßehenstrsiiieii Someil Durral. meogeoaligibe DocSeliallet. Ofetf l BemSse merdn nldil ragesmuB. ' Obst u. Gemüse Tafeläpfel.. Piwd 0.28 Kaiif. Aepfel ptimd 0.45 Zitronen üuu. l» 0.30 Apfelsinen Diit2.ii.u 0.45 Blutapfelsinen. utzend C.fll O-OU Jaffa-Orangen » Stück von U.OUan Bananen 2 pinnd 0.78 Malta-Kartoffeln... .WeißlroM dän, Pfd. 0.05 Möhren gen, ndi. 5 Pil 0.20 Rote Rüben 5 Pfd. 0.20 Rotkohl... f fand 0.1 2 Wirsingkohl piuod 0.12 Sellerie Pfd.0.09 0.18 Blattspinat 2 Pid. 0.25 Salat gtolei Kopf., 0.15 Schwarzwurzeln 0.25 ........2 Pfund 0.25 Frisches Fleisch Kalbskamm nuad 0.84 Kalbsbrust pruod 0 84 Kalbsnierenbrat 0.94 Kalbsschnitzel P!d.2. 20 Rinderkamm Pfd. 0 86 Rinderbrust ptund 0.66 Quidippi 0.85 Gulascli 0.95 bchmorfteisch hnoch«n1<10 Knoch«n1.30 Roastbeef 1.10 Fr. Rinderzungen 1.25 Hammel-Vorckerfi. 1.04 Liesen... Behacktes . Pkdad 0.75 . Pfand 0.85 SchweinerQckon mit Beilage, Pfand I.UO Schweineschinkon. Blatt u. Kamm, ui. Beilage I.2Ü Kaßlep mild gesalzen 1.30 Pa. Mierentaig Äusgeiasscn, Pfund U.OU Priw* Gefrierfleisch Suppenfleisch pid.0.73 Rinderkamm. u. Brust» P.'und O.ÖO Fische u. Räucherwaren Bratschoflen 3 Pfd. 0.38 Kabeljau �ne�opt 0 15 Seelachs o.18 Kabeljau-Filetpid. 0.28 Grüne Heringa. , p.und 0.36 an Schellfisch. p.»n>d 0.42 Zander 0.55»m �Chs �«�0.85 an Bücklinge Pid.v. 0.24»o Flundern Pfd.». O.SOnn Sprotten pm. v. 0.35. n Dorschrogen Pia 0.38 Fleckheringe PM. 0,42 Sprottbücklinge 0.42 Seelachs*51� 0.45 Spickaale pfd.v. 3.20» Spickaale.. Bund 0.35 Wurstwaren SQlZe SchvclnetUPfd. 0.65 Hausm. Leberw. 1.20 FteischwurstPimid 1,20 WÜPStchen Wiener 1.25 Jagdwurst Pfund 1.40 Mettwurst(Br. An, 1.40 Bierwurst. Pinnd 1.50 Polnische. Pfand 1.50 Filetwurst Pfund 1.70 Pökelfleisch gekochil.70 Leberwurst feine 1.75 Teewurst.Ptond 1.75 Zervelat u. Salami. hölstelnisciifS!, Pfund I. rO Speck Mt 1.10 ngee 1.45 Schinkenspeckpid.1.85 Nußschinken_ ca. Z Pfund schwer, Pfd. t»»O NjDBlOstr. Rmnliuler Vir. DUirllipU Speckwurst Pfd. 0.90 Berl. Mettw. piuud 1.20 Hildesheimer pid. 1,45 Kaffee frisch gebranm, eigene Rdsfere! Konsum-) so(teu2.00 Mischung f sonei 2.40 Haushalt Misch. 2.80 Sonder-Misch. 3.20 Olympia-Misch. 3.60 Globus-Misch.Pid. 3.80 Geflügel, Wiid Suppenhühner.-0 frisc t gcsclilacht� Pfd. U.yö an EntOfl Pfund von 1.1 8 an Schneehühner 1.35 an 10 frische Eier. von U.ODtn WolgahUhner Pfund von 85 Pf. an Ma�thühner Pfund von 93 PI. an Puten Pfund von 98 Plan Dampf-, Sulz- u. Rotwurst Pfund 95 Pf. Ananas frische, Pfund von P» an Oster- Artikel aus Marzipan u. Schokolade Konserven,. _'-i Dose Spinat........ 0.50 Karotten gesebnttten 0,35 Kohlrabi mit Gran 0.58 Br.- u. Schnittb. 0.53 Br.» u. Schnittb. i 0,80 Jg. Erbsen0.40 0.70 Jg. Erbsen mitttirein 0.85 Kaiserschoten.. 1.65 Leipziger Allerlei 0.88 Gem. Gemüse 1.10 Bruchspargel dann 1.95 Bruchspargel 2 95 St.»Spargel so-so st 2.60 Karotten Junge kleine 0.85 Sellerle,;.Dose0.63 1.05 Apfelmus 0.54extr«0.67 Pflaumen 0.60�,0.76 Mirabeiien.... 0.55 Reineclauden.. 0.95 Saure Kirschen..1.10 Süße Kirschen gjj 1.40 Kaüf. Pfirsiche. L45 Birnen extra Qaiuut 1.45 Konfitüre v, sm« Pflaumen..... 0.90 Drang ,Johannisb. 1.10 Kirsch, Himbeer 1.30 Erdbeer, Ananas 1.40 Vierfruchtmarm. 0.78 Konfitüren Gold-Bonbon pw. 0.70 Gelee-Himbeer. 0,90 Konsum-Keks m 0.90 Vollmilch-Borke 1.40 Käse u. Fett Camembert Tome« 0.20 Schawhtel O Portionen 0�3S Harzerkäse.Q a. SpUxkAsc, Kisfchen ü- A O Limburg, nalsi.0""' 0.52 Tilsiter Art°nwde 0.72 Edamer h«m,0pfi' 0 72 Tilsiter roiuen, v, 0.73»n Schweizer�'�0.82 Steinbuschervoui 0.90 Holländer vom. pid 0.94 Schweizer"Vi 1.28u Margarine Pfund 0.50 Kokosfett i.pfd.-T«t 0.50 Molkerei-Butter 1.36 Tafelbutter 1.48 1.53 Dän. Butter �'»-1.63 Kolonialwaren Olympia-Mehl Ä 0.60 0.64 UIU 1.40 1.43 1.55 .....$ Pfond-Beutel 1.55 Viktoria-Erbsen Wund ü. I O Linsen.. wund 0.18 Weiß. Bohnen uz 0.23 Bruch-Reis Piuud 0.18 Schnitlnud. 0.44 Makkaroni 0.54 Rauhreif-Mehl. Kartoffel-Mehlwi 0.18 Sultaninen tst-a 0.36 Rosinen Hund iun 0.48 Korinthen Hd.«.» 0.50 Mandeln Pf«. 2.«. m 1.60 Zitronat...Pfund 1.40 Wein Preise für J/i Flamen e, ohne Glas Empfehlenswerter 1939 er Tisch wein 1929 Oberhaardter süiiie............ 0.73 1929 Bergzaberner Letten kemig, t/isch.. 0.80 1929 Freilaubersheimer»aftig« Rheinhesse 0.95 1929 LiobfraumilcjwOoldkaosel) sehr lieWich. 1.20 1928 Maikammerer Schlangengässel Natuigewächs Erath«.öd 1928 Edigerer Feuerberg Mosel, sehr uiumig 1.60 1925 Chät Latour-Bardis......... 1.60 1928 Lisserer Niederberg Nltosws!:». Kakao 0. 1 0 Reklame-Pudding.... 0.10 Lekkerbek........ 0.10 Bourbon-Vanille-Sauco 0. 1 0 Mokka-Pudding.... 0.40 Punsch-Pudding. 0.25 Frucht-Grütze...... 0.25, Rote Grütze eDoinii-ian 0.15 Pudöing-SortimentiFante LQO Zur Frühlahrspflanzung Buschrosen stark, Bund Z Stück I.SO BlOtens'audcn nriutubait, stck. v. G.ISan Rankrosen stai U, Stück von t-.94 an Dahlien vueie Farben, Stück von 0.40 an Rosen Mit elstamm, Stück von 1.79 an Begonien... 10 Stück von 0.45an Rosen Hochstamm, Stück von 2.75 an Steckzwiebeln..... Pfund C.se Wltder Wein.... S Stauden 3.C0 Oraszamen... Pfund von V.SS an BaikonkSsten mit Spalier und wildem Wein beptlanzt, 40*120 cm lang, von 3.74 an Dfr. III* 41. 3ö&rgn früheren Fällen auch schon solche Darlehen an leiteich« Angestellte der Straßenbahn gegeben worden? Was ist von der Tochtergesellschost der BVG., der„Berolina" geschehen, um die Darlehensgewährung rückgängig -u machen und sie in Zukunft überhaupt unmöglich zu machen? Kann Zangemeister auch als Direktor der BVG. solche Gcldgschäfte machen? Stadtrat Reuter(Soz.) bestätigte, daß der Reichsbahn- oberingenieur Marx das Darlehn zum Satz von 4 Proz. erhalten habe, inzwischen aber auf den Reichsbankdiskont mit 8 Proz. verpflichtet wurde. Verhandlungen wegen Rückzahlung des Darlehens sind augenblicklich unterbrochen, da sich der Staatsamvakt mit der toache beschäftigt. Di« frühere Straßenbahn hat 1925 an einige Angestellte Hypotheken zum Häuserbau gegeben, die aber inzwischen fast alle zurückgezahlt sind. Für die Zukunft ist Anweisung gegeben. daß der Aufsichtsrot der BVG. stets Beschluß fassen muß. Im Schlußwort polemisierte dann noch Stadtverordneter Flatau(Soz.) sehr wirkungsvoll gegen den Nationalsozialisten L i p p e r t und den Kommunisten Pieck Gegen 7 Uhr brachte der stellvertretende Kämmerer'Stadt- syndikus'Lange(Soz.) den Haushaltsplan 1930 mit einer programmatischen Rede ein. Genosse Lange bezeichnete den Etat als einen Haushaltsplan der Wahrhaftig- keit. Gegenüber den Haushaltsplänen der letzten Jahre, in denen Einnah in en und Ausgaben stets ialsch geschätzt waren, gebe sich der vorliegende Plan keinen Illusionen hin. Er ist nur zu oerstehen aus der Entwicklung der Haustmltswirtschajt der letzten Jahre heraus, die zwar stets eine ausstrebende war. wo- bei aber immer eine merkwürdige Neigung zu Haushaltsüberschrei- tungcn bestand. Der Redner belegte das im einzelnen mit Zahlen. Bereit» 1925. als alle Welt glaubt«, im Geld zu schwimmen, ist der Berliner Etat um 71 Millionen überschritten worden: die Zahl steigerte sich im nächsten Jahre aus über das Doppelte und dann aus 75 Millionen, um 1928 auf 45 Millionen zu fallen. Gegenüber Zu- rufen von der Rechten her konnte Lange feststellen, daß diese lieber. schreitungen nicht das Ergebnis unverständiger Haushallswirtschast gewesen sind, sondern daß sie vielmehr durch die Schaffung Groß-Berlins und die dadurch bedingte Eingemeindung vieler kleine? und kaum lebensfähiger Borortgemeinden veranlaßt war. viele lebensnotwendige Einrichtungen besonders für die Arbeilerbevölkerung waren nicht vorhanden, sie mußten durch die neue Gemeinde erst geschassen wevden. Früher tonnle es sich beispielsweise die Sladtverwattung erlauben, die Ain« der. die ohne Spielplätze waren, unter die Hochbahnbögen zu vor. weisen(!).»Mißwirtschaft", wenn man dieses Wort gebrauchen will, gab es früher auch. Da wurden auch Grundstück- ohne Rot gekaust und Land und Güter erworben, die heute der Stadt als Zuichußbckriebe sehr viel Geld kosten, weil auf ihnen ein Anbau irgendwelcher Pflanzen nicht möglich ist. Nach jedem größeren Wind müssen die Grenzen berichtigr werden ~ und da» nannte man damals Güter, sagte Lange. A u ch f r ü h e r wurden Kastenanschläge überschritten und es soll noch heute«in Stadtverordneter in der Versammlung sitzen, der gc- schworen hat. wegen der Kostenüberschreitungen beim Stadthau» dessen Pforten nicht zu überschreiten.(Zustimmende Heiterkeit bei den Soz.) Unter welchen Umständen wurden srühcr beispielsweise die Häsen gebaut? Niemand könnt« sich die Rentabilität dieser Anlagen vorstellen. Es wurde auch gar nicht danach gefragt und als die Häfen verpachtet werden solllen, fanden sämtliche Spediteure in Graß-Berlin nicht den Mut zu einem Pachtvertrag. Nur die soviel ongafcindete„B e- hala" überirahm die Häfen und führte einen wirtschaftlichen Bc- trieb durch. Im weiteren Verlauf seiner Polemik gegen die Rechte des Hauses erinnert« der stellvertretende Kämmerer u. a. noch an den K i r ch h o f i n Buch, der heute noch nicht zu benutzen ist und höchstens ein Betätigungsfeld für Wassersportler bietet. Die Hospitäler und die Irrenanstalten waren in einem so her- untergewirtschasteken Zustande, daß die Stadt ZMllionet» und aber Millionen an ihre Instandsetzung wenden mußte. Bei den damals eingemeindeten Vorarten sali es nicht viel besser aus. Im Hinblick auf die Eingemeindung wurde überall gespart, nur das allerttotwendigste gemacht und Berlin blieb es vorbehalten, Gas, Wasser und Elektrizität, um nur einiges zu nennen, anzulegen. Das wird jetzt der Stadt alles als Pajsioum angerechnet. Aber es ist an der Zeit, davon einmal zu sprechen. Die von dem Nachtragsetat für 19 3 0— dessen Einbringung durch die verzögerte Fertigstellung des Hauptetots um- wendig wurde— her vorhandenen 41 Millionen Fehlbetrog mußten voll aus den Hauptetat übernommen werden. Wenn sich die Haus- haltsschwierigkeiten nicht wiederholen sollten, mußten die Ansätze, die im vergangenen Jahre nicht ausgereicht hatten, beim neuen Etat den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechend erhöht werden. Ebenso mußten alle Einnahmen— der Wahrhaftigkeit des Haushaltsplans■ entsprechend— nur so eingestellt werden, wie mit ihrem Eingang � zu rechnen ist. Der haushallsplan schließt in Einnahme und Ausgabe mit'- 1 150 416 600 M. ab. Auf die ordentliche Verwaltung entfallen 1 105 651 930 M., auf die außerordentliche Verwaltung 44 7S4 670 M, Hier ist gegenüber 192!' eine außerordentliche Reduktion von etwa 118 Millionen Mark zu verzeichnen. Der stellve-rtreteirde Kämmerer erläutert-' dann die Etatepositionen im einzelnen und kam zu dem Ergebnis, daß im neuen Haushaltsplan das Soll dem Ist eittspricht, daß es keine Phontasiezahlen in ihm gibt und daß Ucberschreitun- gen wie früher in Zukunft ein Ding der Unmöglichkeit sein werden. Sowohl die Zentrale wie auch die Bezirke müssen sich mit den ihnen zugewiesenen Mitteln einrichten und wenn sie damit vor Ablauf des Etatsjahres fertig sein sollten, haben sie keine Unterstützung durch die Zentrale zu erwarten. Sic werden dann vor ihr« Por- lamente treten und Rcchensshast ablegen müssen. Mittel für neu zu beginnende Bauten enthält der Hau!l)alt»vlan»ich!, wohl ober Beträge für Fortsetzung und Beendigung begonnener Baulichkeiten. Da» wird sich selbstverständlich auf die Arbeits- b e s cha f fu n g für die Berliner Bevölkerung sehr stark auswirken.. Absr je weniger Staat und Reich sich um die»otwcndigen Zuweisungen an Berlin kümmern, desto mehr wird Berlin in Not geraten, um w mehr wird sein Wohlfahrt? etat anschwelle» und um so schlimmer wird so n Etat ausjchen. Wenn die außerordentliche Verwaltung so stark reduziert werden müßte, so hat das nickt Zuletzt seinen Gruna darin, daß man früher ailfzunchmende Anleihen als Sitmalzmen rsaistriert hat, ohne.zu wissen, ob man sie unterbringen kpnntc. Jetzt ist mit dieser Art von Etataufstellung gebrochen worden. B-' den Einnahmen aus den Betrieben der Stadt Berlin mutz nach den Ersahrungen des Vorjahres mit ganz bedeutenden Rück. gangen gerechnet werden. Im Vordergrund steht dabei das Per-' hältnis zur D e r k« h r s g e f e l l s ch a f t. die, ohne an dm Stadt Gelder abführen zu können, sich auf die Erstattung ihres«chuiden- dienstes beschränken muß. Bü den Gaswerken haben die Steigerung der Löhne, der Rithegehälter und der Preise für Kohlen die Entnahmen für die Stadt zwar vermindert, doch find leine Neubauten erforderlich und deshalb das Gesamtgeschäftsbild als gut zu bezeichnen. Von den Elektrizitätswerken h-r sind die Eimrahmen gestiegen. Allerdings sind hier den gesteigerten Bedürfnissen entsprechend neue Anlogen erforderlich. Die Wasser-! Sandrups Afienbladd, 25. Juni 1920: Das geheimnisvoll« Bild. Herr Jakobsen biginnt sich zu rühren. Noch ein Opfer der Bestie von L y n ö? Der sanfte schöne Mädchenkopf, der heute die erste Tcite unserer Auegabe einnimmt, ist uns vom Amtsgericht zu- gegangen. Niemand weiß, wer diese unglückliche Maria mit den vollen blonden Zöpfen, dem süßen vertrauensvollen Blick fein könnte. Man fand das Bild imSchrantdesVer- b r c ch e r s, der natürlich jede Auskunft verweigert. Viel- leicht melden sich jetzt ihre Angehörigen, vielleicht erfährt man endlich, wer dieser unheimliche Fremde eigentlich ist. Denn, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben. stimmen die Daten, die der Mann bei Gericht angab, einmal ganz und gar nicht. Daß so ein Mensch seine Papiere„ver- loren" hat, ist selbstverständlich. Daß von der O s s i p o w n a noch immer keine Spur gesunden wurde, braucht wohl kaum mehr erwähnt zu wer- den. Die verzweifelte Tante weint sich die Augen aus. Aber noch immer stehen wir erst am Anfang, noch ahnen wir nichts von der Zahl der Verbrechen, die ein einziger im Verlauf einiger Monate auf einer kleinen Insel ungestihnt verüben konnte. Hotten wir doch eben erst Gelegenheit, mit einem unglücklichen V o t e r Rücksprache zu nehmen, dessen einziges Kind von Rist nach einem Tanz im Krug auf offenem Feli� vergewaltigt, geschändet und— es ist nicht auszudenken— in die Hoffnung gebracht wurde. Von den Tränen einer unglückseligen Mutter, die uns mit emporgehobenen Händen beschwor, den Jammer ihrer Tochter nicht vor die Oesfentlichkeit zu bringen, wollen wir schweigen. Hingegen eine andere Frage: Daß eins gewisse Gräfin mit Herrn Torben Rist Autpausslüge zu unter- nehmen pflegte, steht einwandfrei fest. Wir können Herrn K. G. Jakobsen das Beweismaterlal liefern, wenn er sich überhaupt zu uns herablassen sollte. Daß diese gewisse Gräfin das Haus in der Brogade noch nicht aufgesucht hat. und also sicher nach nicht einvernommen wurde, wissen wir auch. Dänemark ist, wie man schon in der Schule lernen kann, ein demokratisches Land. Oder sollten mit den Herr- schasten aus den feudalen Zeiten immer noch Ausnahmen gemacht werden? An die Frauen und Mädchen von Ly n ö! Rückständige Elemente, denen scheinheiliges Muckertum wichtiger ist als die Entlarvung eines der schändlichsten Verbrecher, wollen euch mit allen Mitteln daran hindern, eure Erlebnisse und Abenteuer, eure Erfahrungen zu bekennen. Wir wollen euch nicht zu unbe- sonnenen Schritten verleiten und wir wissen auch ganz genau. wie viele von euch diesen erbärmlichen Schürzenjäger mit Stolz und Verachtung von sich gewiesen haben. Wer auch diese sollen sich melden! Falsche Scham ist hier nicht am Plage! Jedes Gespräch, jeder kleine Spaziergang, kann einen Anhaltspunkt bieten, um den Burschen zu cnt- larven. Ihr scheint nicht zu wissen, daß die Angaben, die ihr bei Gericht macht, in einem Aktenbündel verschwinden wie in einem Sarg. Meldet euch! Erzählt, was ihr wißt! Erzählt alles! Denkt an die arme kleine O ss i p o w n a! Ihr seid es ihr schuldig, und vielleicht auch dem Mädchen mit den blonden Zöpfen, daß die Wahrheit ans Licht kommt und der Gerechtigkeit zum Siege verholfen wird. Protokoll aufgenommen mit Christian Hansen. „Sind Sie heute nüchtern, Hansen?" „Ja, bitte." „Das will ich Ihnen auch geraten haben. Ihr Benehmen unlängst war ungualifizierbar. Sollte so etwas noch einmal vorkommen, so werde ich eine empfindliche Ordnungsstrafe Über Sie verhängen müssen." „Ja. bitte." „Was wollten Sie �alfo mit Ihrem Gefasel? Falls das ganze überhaupt einen Sinn hatte." „Herr Gerichtsrat, meine grauen Haare—" .„Hören Sie schon auf mit Ihren grauen Haaren. Ich will davon nichts mehr wissen. Sagen Sie kurz und sachlich, was Sie zu jagen haben." »Also, wenn Sie es noch nicht wissen, die Dyveke, die was meine Tochter ist, nicht die richtige, aber doch meine Tochter, die Mutter starb am Tag vor der Hochzeit, die gute• alte Stine—" „Erzählen Sie keine Familiengeschichten. Sie haben also eine außereheliche Tochter namens Dyveke und was weiter." „Und was weiter— schwanger ist sie, das Luder. Von dem schändlichen Verbrecher." „So... seit wann wissen Sic das, Herr Hansen?" „Seit vorgestern. Da hat sie es mir gestanden." „Sagen Sie mal, wie alt ist denn Ihre Tochter?".'t „Zweiundzwanzig." „Ja, das ist nun allerdings eine traurige Angelegenheit und Sie können, wenn das Kind zur Welt kommt, Herrn Rist— um den handelt es sich doch, wenn ich Sie recht ver- stehe—, wegen Alimenten belangen. Sonst kann ich Ihnen keinen Rat geben." „Ich will aber eine Anzeige machen." � „Was für eine Anzeige? Das können Sie doch gar nicht." „Nehmen Sic es mtr nicht übel, Herr Jakobsen, aber das weiß ich nun diesmal besser. Notzucht, Schändung und Vergewaltigung sind in Dänemark strafbar." „Mensch, wo haben Sie denn diese Ausdrücke her?" „Na, von den Herren vom„Afteitbladet". „Ah so... ich verstehe... Und Sie wissen auch, was das heißt?" „Das heißt, daß sie gar nicht recht wollen hat." „Behauptet Ihre Tochter das?" „Meine Tochter sagt, wenn der Kerl sie nur anschaut, kriegt sie neu steifen Hals. Das ist ja Hexerei, schwarze Magie, so was sollt überhaupt verboten sein." „Aber lieber Freund, davon kriegt man doch kein Kind." „Das Kind hat sie auch nicht davon, so gescheit bin ich auch. Das Kind hat er ihr angehängt einmal nack, dem Tanz im Krug auf offenem Feld, der Schweinehund—" „Herr Hansen, ich begreife Ihre Erregung, aber ich muß Sie bitten, sich doch der Umgebung gemäß auszudrücken. Wir sind hier nicht in einer Schnapsbude." „Na also, der Herr Rist hat meine Tochter auf offenem, Feld, Sie wissen schon, und ich will ihn anzeigen we�en Notzucht. Schändung, Vergewaltigung." „Schon gut. Schon gut. Sic sind also überzeugt, daß Herr Rist Ihre Tochter gezwungen hat, ihm zu Willen zu sein. Wie lange ist das her?" „Das Mädel ist schon im vierten Monat."< (Fortsetzimg folgt.) i werke haben sehr gut gearbeitet: bei 72 Millionen Neubauten sin!» nur 1l> Millionen Ankochen vorhanden� Dabei.ist zu benick- sichtigen,. �. bafj Berlin bei einem Preis von?0 Pf. pro Subilmeler immer noch sehr billiges Wasser abgibt. Andere Städte sind längst bei einem Kubikmeterpreis von 25 bis 27 Pf. angelangt. Die Gütcrbewirtschastung ist als ungünstig zu bezeichnen. Viele der früher gekauften Güter werden an die Forst» Verwaltung abgestoßen werden müssen. Dr. Lange erklärt dann als feine persönliche Meinung, daß es ihm fraglich erscheine, ob der Einheitstarif aufrcchterhasten werden kopne. Bei der BVG. hat besonders die Uebcrnahme der liegengebliebenen AEG- LI� Bahnstrecke starke finairzielle Belastungen gebracht. Man konnte diese mir zum Teil fertiggebauten Strecken nicht einfach versacken lassen, sondern mußte sie unter Aufwendung großer Kapitalien fertigbauen. Das ist natürlich eine ganz außerordentliche B e l a st u n g für die BVG., so daß auf eine Einnahme für die Stadt nicht zu rechnen ist. Berlin habe aber endlich einmal er- fahren,, was Untcrgrundbahnbautcn kosten. Das Geschrei über Verlustgeschäfte bei den Grundstücksankäufen führte der Redner auf seinen tatsächlichen Wert zurück. Es könne heute schon gesagt werden, daß es unzulässig ist, daß sich die Sensationspresse nur mit dem Käuscr, also der«ladt Berlin, und Überhaupt nicht»tu den Praktiken der Verkäuscr, die mit allen erlaubten und un- erlaubten Mitteln die Preise hochgetrieben haben, beschäftigt. In der. Frag« des Betriebes städtischer Gesellschaften ist als erstes Opfer die Berliner A n s ch a s s« n g s g« s e l l s ch a s t gefallen, die in eine städtische Beschässungsstelle umgewandelt wird.'Ihre Eristenz mar nicht mehr zu rochtiertigen... Der sogenannte G r ü n d- ermcrbsstock ist ein unmögliches Kapitel in der Städtverwal- tung, er ist deshalb aus dem Haushaltsplan überhaupt gestrichen und wird Gegenstand einer besonderen Vorlage an die Stadt- verordnete noersammlung sein. Berlins Fiinuzzwirtschaft ist nicht ungesund, schloß Genosse Lange seine Ausführungen... � Der Kredit ist onerschütterl, allerdings beschädigt, und zwar durch die Verhandlungen� de? Land- tagsiultersuchungsausschusses und durch die«« n sa t i o n s- h a f ch e r e i gewisser Zeitungen.(Bravo bei den tooz.) Jeder Einwohner Berlins.wird das mit sehr viel«leuern bezahlen müssen. Die Kämmsreiverwallung bronchte keine Schulden haben, wenn sie durch die Berliner Gestllickzaften und ihre not- wendgcn Ausgaben nicht belastet wäre: Hauptaufgabe der Ver- waltung ist es, eine Konsolidierung der kurzfristigen Kre- dite zu erreichen.. Das wird in nächster Zukunft nicht mehr fo schwer fein, als es heute erscheint, bereits fetzt kämpfen die Bonken darum, der Bankier Berlins zu fein. Aber die städtische Verwal- tung wird sich die Geldinstitute merken müssen, die jetzt in der Notlage Berlins � versuchen, die Stadl bo ch zu n e h in e n. Berlin und seine Finanzwirtschaft sind gilt, nur ist Berlin nicht die Ost- oder die Westmärf, fandern die vielgelästerte Reichshaiiptstadt. (Bravo bei den Soz.- und in der Mitte des Hauses.) Als erster Redner der Fraktionen sprach Stadw. Pieck(Kamm.), der den Haükhaltsplän von seinem Standpunkt aus zerpflückte. J�n''würbe der Plan an den Haushattsousschuh überwiesen. Boote hotten die Rebellen selbst Platz genoupnen. rn de« bÄde« anderen Booten des Sckstffes ging die Vtannschaft mit. Der dritte Offizier Esser soll die Leute vorher gefragt haben, wer mitmachen walle. Werder, Schneider und zwei Polen, van denen einer dann gefallen ist, waren einverstanden,„mochte es biegen oder brechen", Die übrigen Leute der Besatzung aber wollen gezwungeu worden- sein, den Putsch mitzumachen. Zipplitt blieb an Bord und beobachtete von dort aus die Vorgänge an Land. Das an Land sich entwickelnde Gefecht war sehr rasch beendet. Zucal und zwei weitere Leute feinen verwundet an Bord. Unter diesen Umständen, mit der gefährlichen Ladung an Bord, wogte Zipplitt nicht, einen Hofen anzulaufen. Cr lief zunächst Grenada an, wo er in Schutzhaft genomnien, aber, sofort wieder freigelassen wurde. Nun führte er den„Falken� nach Port of Spain, wo das Schiff endgültig an die Kette gelegt worden ist. Nach einer Pause befragt der Vorsitzende Zipplitt wegen der Order, die er mit auf den Weg bekommen habe. Es fei dies«in deutsches und ein französisches Schreiben gewesen, gibt Zipplitt an: beide habe er nach Durchsicht in die Tasche gesteckt, ohne sie erst zu vergleichen. In dem deutschen Schreiben heißt es: „Das Schilf und die Besatzung unterstehen dem von der Reederei bestellten Supcrcargo(del Gada). sSupercargo ist in der Schiffssprache der Bevollmächtigte des Wfenders der Waren. I Der französische Text enthält die Worte„sous la direction du Supcrcarguc". Zipplitt bestreitet aber entschieden, der Befehls» gemalt des Generals unterstellt gewesen zu sein. Er bestveitct ouch. zum Admirol von Venezuela ernannt worden zu sein. Die Aui- stellung van Maschinengewehren an Bord habe er nicht genehmigt: sie seien erst bei der Landung in Blanquilla an Deck gekommen,.„um den Freunden des Generals zu zeigen, mas er alles an Waffen mitbrachte". Zu diesem Zweck habe der Kapitän auch angeordnet, aus dem Scheinwerfer und einem Ofenrohr eine Geschütz- Atrappe zu bauen. So war der.Falke" als Kriegsschiff frisiert, aber eben alles nur Bllusf,. sogt Zipplitt. Die weitere Vernehmung ergibt die Feststellung, daß Zipplitt schon in Edingen gewußt lzabcn muß. daß die Reise nicht, wie er der Behörde angab, nach Las Polmas gehen würde, sondern nadi Blanquilla. Aus die Anfrage eines Geschworenen gibt Zipplitt zu, daß ihm persönlich als nautischen Beirat des del Gada monatlich eintausend Dollar als„Repräsentationsgelder" zugesichert worden feien. Sonst will er für die eiste ,,Falke"-Reise mir seine Kapitänsgagc ausbedungcn, sonst keine Vereinbarung getroffen und sid) durch del Gada genügend gesichert betrachtet haben. Der General hätte ihm erklärt, er brauche fortan nichts weiter zu tun, als fein Freund zu fein. Dann wäre fiir ihn ausreichend gesorgt. Staatsanwalt Stein: Wie kam der Supcrkargo dazu, ve«zu Ionische Rebellen(150 Mann) an Bord zu nehincn, ohne den Kapitän zu fragen?— Angckl. Zipplitt: Lzm.— tja— hm... Sloats- anmalt Rose: Ich bitte, den'Angeklagten zu fragen, ob er bei dem Anlaufen von Cumana mit den 150 Rebellen an Bord immer noch an einen harmlosen Besud) glaubte. Zipplitt: Ja. Staats- anmalt Rose: Wann und von wem hat der Angeklagte erfahren, daß in Venezuela Revolution gemocht werden sollte? Zipplitt: Herr Stoalsomvalt, was ich gewußt und was ich mir gedacht ... habe, ist zweierlei. Gewußt Hobe ick) gar nichts, gedacht habe ich mir alles. Staatsanwalt. R o s e läßt dann noch aus. den. 2lkt:n.feststelle». �pplik Hove in � Gdivgcn der MannicklMt�.�Miaat. es Aei.jiu deklariert. Der Kapitän Zipplitt gibt das zu. Nachdem die Vernehmung der Angeklagten nunmehr beendet ist, wird, in die Zeugem'ernchmuug eingetreten.— Als«.r fi e r Zeuge wird Kapitän Freyer aufgerufen.. Er ist Bär- sitzender des Lerbairdes deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere der Handelsmarine und hält Zipplitt, den er bereits 20 Jahre kennt. für einen tüchtigen nid zuverlässigen Kapitän. Bor Uebcrnahme des„Falke" fragte Zipplitt ihn um Rat bezüglich der Waffen- beforderung. Bedenken hiergegen hatte der Zeuge nicht, weil es Obliegenheit der. Reederei fei, die Ladungscmzelegenheüe.'. zu ordnen, und nicht Sache des Kapitäns.- Zipplitt hätte damals kein« rechte Neigung gehabt, für dos gebotene Gehalt die Sache zu riskieren.� Kapitän Freyer gab ihm den Rot. mehr zu fordern, was Zipplitt jedoch auch nickst tun mochte. Bon Reoolutisn und AchNlichem hat der Zeuge nichts erfahren. Waffentransport wird nicht bc- sonders bezahlt: bei Prenzlau aber lag der Fall deshalb anders. weil es sich nur um diese Frage und nicht um«ine dauernde Beschäftigung handctte. Hierauf wird die Weitcrverhandlung auf Freitag vertagt. Die Fahrt des Piratenschiffes. Oer Kapitän hoffte Admiral zu werden. Hamburg, 10. April. In der Nachmittogssitzung wurde zunächst in der Vernehmung des einen Hauptangcklagten, des Kompagnons der Firma Prenzlau u. Ea., Felix Krainarfki, fortgefahren und später der zweite Hauptangeklagtc, Kapitän Zipplitt, vernommen. Kramarfki bestreitet, sich strafbar gemocht zu haben. Für ihn ist es ja„Waffen- Handel" nach dem Auslande, ein legales Geschäft, und auf anderes will er sich nicht eingelassen haben. Bei früheren Vernehmungen auf der Polizei hatte er behauptet, den Vertrag erst in der zweiten Oktoberhälste kennengelernt zu haben. Den Verdienst an der ersten Expedition hätte er auf 00 000 Dollar berechnet und sid) im übrigen ganz auf Prenzlau verlassen. Da die Hypothek aber auf den Namen Kramarfki eingetragen ist, so widerspricht das feiner Angabe, er habe sich um Prenzlaus Geschäfte wenig gekümmert. Auf Wunfck) des Staatsanwalts erzählt Kramarfki, an der kolumbifchcn Grenze feien feines Wissens schon öfter Aufstände ge- wesen. Er habe geglaubt, del G a d o wolle erst seine Armee auf- stellen, sie ausrüsten und einexerzieren und dann, vielleicht nach Monaten, zum Angriff gegen die Regierung vorgehen. Daß del Gada mit seinen 20 Mann einen Handstreich wagen würde, das habe cr für das Absurdeste geHallen, was ihm je' vorgekommen fei.: Außerdem habe er auch den Versicherungen, des Gadas geglaubt, daß man ihn, del Gada, mit Hurra und Hoch.cmpfangcn.Mr.ü.en. inürb«. Vors.: Warum hotte cr denn aber die Waffen mitgenommen? Revolution machen wollte. Es folgt dann die Vernehmung des dritten Angeklagten, Kapitän Zipplitt. Zipplitt ist eine typische Secmannscrscheinung. Er wär früher bei der Hapag tätig, wurde stellungslos, konnte bei der Hapag nicht wieder ankommen und lebte.in recht ungünstkgen Vor-' bältnifsen. Im Juli-lstZg erfuhr Zipplitt zufällig, daß Prenzlau einen Schiffssührcr suchte, und er wurde dann als Kapitän des„Falke" verpflichtet. Heber den Zweck der Reise will cr c r st später unterrichtet worden sein. In der Annahme eines Waffen- transportcs Hobe cr nichts Unerlaubtes erblickt..Als Zipplitt. den „Falke" übernahm, war der erste Ingenieur Bode bereits an. Bord. Die übrige Besatzung hat Zipplitt dann selbst angeheuert. Die Rettungsboote reichten für etwa 70 Personen aus und waren erst vor der Abfahrt neu geschafft worden. Außerdem Hai Zipplitt von den Pastogieren einen Revers unterzeichnen lassen, daß sie im Falle der Gefahr auf sickz selbst bedacht sein müßten, um sich aus den Booten evtl. zum Zweck der Abnahme der Ladung auf See oder zur Rettung beim Schissbrucki ein Floß herzustellen. Als Ziel der Fahrt galt zunächst Danzig, dann Südamerika, Ort unbekannt. Bereits im Hamburger Hafen sind. einige Kisten mit Waffen durch eine Barkasse an Bord gebracht worden. Der Ueber- bringcr fall laut gerufen haben:„Bier Kisten mit Kriegsmaterial. Soiart übernehmen!" Die. Mannschaft müsse das gehört haben. Unter diesem Material befanden sich die. M a s ch i n c n g c m c h r e, die im Rouin III verstaut wurden.- Am 9. Juli fuhr der ,4jol?c" aus, ober nicht, wie ursprünglich bestimmt, nack) Danzig, sondern nack, G d i n g e n. Dort wurde gebunkert, und dann kam die c!gcntlid)e Ladling an Bord. Dabei sielen einige Munitionskisten auseinander, und die Patronen mußten nachher mit dem Lesen zusammengekehrt werden. Koch mochte nun nicht mehr mitmachen, und Zipplitt stellte gegen ihn wegen Desertion vor der Abfahrt einen Strafantrag. Iedod) ist das darauf eingeleitete Strafverfahren eingestellt worden. In Gdlngcn kam der Heizer Jäger an Bord»nd sagte: Kapitän, wie ist das mit der Munition, das ist sane Sache! Dafür müssen wir dock) wohl mehr Heuer haben. Gefordert hat Jäger jedock) nichts, nur höflich darum gebeten. Prenzlau weigerte sid>, aber del Gada griff ein und bewilligte die gewünschte Gefahrenzulage, worauf cr noch sagte, sie hätten keinerlei Gefahr zu befürchten, denn sie würden in Zlenezuela mit offenen Armen empfangen werden. Jäger als Wort- sührer der Mannschaft soll dann noch vergnügt gesagt l>abcn:„Für Gest» mackzen wir olles, da nehmen wir auch.»od, die Knarre, aui:" Am nächsten Tage wurde die Fährt angetreten. Es ging nicht durch. den K ai ie r»W> lh«l NZ-K anal 05 H.1■ u.M. Skagcn., angeblich, weil dies der billigere Weg war. Arn Geburtstage Simon Balivars, der '-l.Gadä. an.- Boxd emc Feftlichkeit, bei der Zipplitt in einem T o a st ihm Glück' und.' gutes Gelingen all seiner Pläne wünschte.---Die-inzwischen vorgenommene' Einkleidung und Bewa-f- rning der Leute, ihre militärischen Hebungen usw. sind van Zippfitt als eine militärische„M o S k e r a d e" betrachtet worden. Unterwegs hat del Gada noch«inhunde rtfünfzig Dollar für-die Ossizicrc hergegeben. Dem Kapitän wallte er zweitausend Mark geben, aber Zipplitt habe dieses Geld nicht angenommen, well cr wußte, daß die ganze Lieferung doch nur aus Schund bestand und er. del- Gada im stillest bedauerte. Trotzdem hat er den Eid ge- leistet, daß er bereit sei, ihm, wenn. er Präsident von Venezuela wäre, in Treue als Admiral zu dienen. Angesichts der südamerikanischen Küste kamen nun eine größer« 'Anzahl, van Menschen in Schaluppen an den„Falken" heran, und es wurden ungefähr: fünfhundert Mann-mit Ausrüstung und- Waffen versehen. Abends schlug bell Gada vor, noch Cumana zu fahren-und dort etwa 150 Mann, die in Blanquilla an Bord gekommen waren, an Land zu setzen. Das geschah. In einem in neuer Kleiduns zu Preisen, die Ihnen Freude machen! Unsere MaftflteUmg nimmt noch Maßaufträge für das Osterfest bei niedriger Preisberechnung entgegen Loden-Mäntel 45.- 36.- 39.- 24.- 18.- Wind Jacken für Damen und Herten 24.- 18.-:i5.- Jl9.59 6.51 Trenchcoats uiS 60.- 45- 36- 25- 18.- Gummi- Mäntel ftu- Damen und Herren Herren-Sakko- Anzüge 125.- 115.- 100.- 90.- 75.- 55.- 45.- 3#.- Herren- Frühjahrs- Mäntel 125.- 110.- 95- 85.- 75.- 50- 42.- 30.- Damen- Frühjahrs-Mäntel 75.- 00.- 48.- 40.- 30.- 24.- 18.- Herren-Sportanzüge vierteilig 125.- 112.- 93.- 72.- 55.- Knickerbocker 18.- 15.- 12.- 7.50 Lumberjacks 33.- 27.- 24.- 18.- UerlanffM Sie kosienloa den neuen FrOhjahrskaialog• BERLIN N 4, CHAUSSEESTRASSE 29-30 UNTERGRUND: STETTINER BAHNHOF f Kinder- 1 Konfektion f Herren- Damen- 1 Konfektion W Konfektion für Damen, Herren u. Kinder in Fticsenauswahl Gute Fabrikate Beste Pafi- formen Elegante Damenmäntel In«Ilen StoflFarten Kostüme Komplets Kleider in Wolle und Seide In Riesenauewahl fQr Knaben i. Mädchen Entzückende Neuhelten In großer Auswahl Elegante Sakko-Anzüge FrQhJahrs- Paletots u. U Ister Sportanzüge Hosen, Wind- � Jacken im 5U£>eN: Kottbvserdomm?a Edtt liHAUSTt NAHE HBHAW-a. Cr.Fronlcfur4arftr.t01 [frkf kPAUTSTB-AMSrCAUges-Pl- Der Griff ins Wespennest. Haftbefehle gegen die kommunistischen'Zerseher. Die Aushebung der kam mv ni st ischea Geheim- druck er eleu, in der bekanntlich Zersehungsschrifien für die Schuh Polizei. Reichswehr und Reichsmarine hergestellt wurden. Hat jeht zum Erlaß von Haftbefehlen gegen ins- gesamt fünf Personen geführt. Räch der Sichtung des umfangreichen beschlagnahmten Materials wurden außer dem Schriftsteller Ernst Friedrich, gegen den das Amtsgericht Lichtenberg bereits Haftbefehl erlassen Halle, der Ruchdruckcreibefiher Felix Lenz, dessen Sohn Franz Lenz. sowie die Parleifunktionöre der KPD.. Ehrhardt Forgbert und TheodorFallenzik, dem Vernehnurngsrichlcr vorgeführt. Das Ergebnis der Vernehmungen war für die Festgenommenen so belastend, daß gegen alle sofort Haftbefehl erlassen morden ist. Wie die Familie Linde endeie. Oer Selbstmörder erschoß erst die Frau, dann den Sohn. F r a n k f u r t a. d. O.. 10. April.(Elgenberichi.) Der Rerlincr Kriminalpolizei gelang es, unier Führung von Krimiualkommistar Walter Müller, die Familienlragödic des früheren Ritlergulsbefihers Linde, aufzuklüren. Linde erschoß. wie wir berichteten, am vergangenen Sonntag erst feinen Sohn und dann sich selbst im Grunewald. Seine Frau war seil dem l. April verschwunden. Die Mordkommission hatte von Verwandten Üindes erfahren, der Tote habe ihnen mitgeteilt, daß er seine" Frau bereits am l. April erschossen l>abc. Di« Leiche sei etwa lö Kilometer von Frankfurt a. d. O. entfernt auf einer Halbinsel an einem See oerscharrt. Die Berliner Mordkommission begann nun ihre Ermittelungen am T e m p l i n e r S e c, an der Berlin— Frankfurter Chaussee. Der See wurde von Beamten der Landiägerei und von Spürhunde» abgesucht, schließlich fand man in der Nähe der Chaussee einen blutbefleckten Dame nh and schuh. In der Umgebung enideckie man dann unter einem Reisighaufen frischaufgewühlt« C rd e. Nachgrabungen förderten ein« Frau zutage, die durch einen Platinzahn als die vermißte Frau Linde ermittelt wurde. Linde befaß früher in der Nähe von Frankfurt unweit Lelms eine Geflügelfarm und kannte die Gegend genau. In einem Abschiedsbriefo an eine Bekannte hatte er bereits am vorigen Montag mitgeteilt, daß er feine Frau umgebracht habe. Nauwächier Schultz unschuldig? Einstellung des Verfahrens wegen Hilde Zepernick. wie die stusiizprcsscstelle mitteilt, ist das verfahren gegen den vauwüchtcr Schulh wegen Ermordung der Hilde Zepcr- n i ck eingestellt worden. Die Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Groß-Verli» e. V. begeht am Sonnabend, 12. April, abends 8 Uhr, in den Unionstest- 'ölen, Greiiswaldcr Str. 222/223. das 10. Stiftungsfest. Die Fest. anspräche hält Herr Neichslägspräsidcyt Lobe. Das Fest wird ver- ani'oll et unter dem Motto:„Nicht fiasz, sondern Liebe regiere die Welt."?luch soll die Veranstaltung ein Bekenntnis der ehemaligen Kriegsgefangenen für. die, Idee des.Bölterfrredens. fein. Eintritts- karten in der Geschäftsstelle(heisubick) Gr«llfir.' 2. und-beim Kam. Knosp, Wexanderstr. 10. t �____. Hungerrekord mit Schokolade! Zollt? von der Anklage des Deiruges freigesprochen. Der hungerküastler Zolly ist freigesprochen. Die Berufungsinstanz hat erklärt: hungerrekord mit Schokolade ist k ei n Betrug!<-- Zwar hieß es, der 41-Tog«-Hunqevre?ordmamt habe.sich. nur. von Selterwasser und Zigaretten genähtt. Ein Notar hatte den Glaskasten versiegelt, acht Angestellte der Wach- und Schließgefell- schast behüteten das Siegel,«ine ganze Berfa wnllung von Aerzten unterzog den hungerkünftler nach?lbsolvierung feinpr Kur einer hockinotpeinlichen witsenschaftlichen Uitterfuchung, und der Assistenzarzt der Chariete beabsichtigte, die CrgÄ> niste., des Hungerrekords wifsenschastlich auszuwerten. Und sieh« da: Ais Dr.. U l l- mann, um seinen wisfenschostlichen Rainen, nicht aufs Spiel. zu fetzen, noch einmoi In Iolly drang, ihn' zu- sagen, ob er wirklich kein« Nahrung �u sich genonnnen habe, gestand er. daß die ver- dächtigen Kohlehydrate, die fein Urin nach dem 28..hungertag aufwies, von Schokolade herrührten, die ihin'durch das Löchel- chen im Glaskasten in. schmaten Streifen gereicht worden war. Das gleiche bestätigte er auch anderen Zeugen gegenüber. Sein Manager, der ihn um Zehittaufende von Mark.betrogen hatte und deshalb von ihm angezeigt worden war. veranlaßt« ä�rrn.K., der ihm eigen- händig die Schokolade tagein-tagaus verabreicht hatte, die�Imstiz. behörde gegen ihn wegen D e truges in. Bewegung zu setzen. Die Benifungsinstanz erklärte indessen: Iolly. hat zwar Scho-kolad- gegessen, ein Betrug liegt ober nicht vor. da sich nremand.b.e- trogen Mit: die 500 000 Menschen, die bei der Iolly-.siunger- sckauftellung je 50 Pst gezahlt haben, sind auch trotz des.Schokolade- essens auf ihre Kosten gekommen. AÜso: hu-ngerrekord mtt' Schoko- lade ist' kein' Betrug!''. Vom Sachverständlgen Dr. Dnrenfürth erfuhr-man ober manches Interessante über Jollys Vorläufer. Da faltete Rieeardo Saeeo im Jahre 1003 in Wien 21 Tage/.der� Italiener Sur c i 30 Tag«, ein Pr. Tann er 10 Tage, Merlaiti 50 Tage, und der Bürgermeister von Cork. Mae Swiney, starb im englischen Gefängnis nach 73 Hungertogen. Betrügerischer Bankier verhaftet. Der Bankier Georg Scheuch! in-Fwiedberg in Schwaben wurde wegen Verdachts des betrügerischen Bankrotts auf Veranlassung der Augsburger Staatsanwaltschaft verhaftet. Die Ueberschuldung des Bankgeschäfts Scheuch! beträgt etwa 640000 Mark. Bei den geschädigten Gläubigern handelt es sich in der Hauptsache um den gewerblichen, und bäuerlichen Mittelstand. ' Berlins hunderttausendster Kraftwagen. Das Berliner Kraftverkehrsomi in der Blücher- ftraße hat gestern das hunderttausendste Krastfahrzeuz zugelassen und dieses verkehrspolirifche Ersignis durch einen kleinen Festakt begangen. Oberregierungsrat Hay überreichte. dem. Besitzer,.einem Berliner Geschäitsmann, die Zulofsungspopiere. wobei er'in einer launigen Anspräche auft die Bedeutung des- Geschehnisses hinwies. iiebrigens trägt der Jubilämnswagen nicht etwa die Rummer hilft 100 000,..berat die Numerierung«folgt nicht fortlautend, sondern es. werden immer wieder die in der Awischenzsit erloschenen Johlen neu herangezogen. Wir haben also noch eine Weile Zeit, bis die Nummer 100 000' und anders sechsstellige Ziffern an den Schildern der Berliner Kraftwagen erscheinen. Telephon Genua- Argentinien. Jene drahtlose Experimente Marconis gegluckt. Genua. 10. April. Senator /. M a r c o» i hat von seiner Jacht El eotr a. im hiesigen Hafen aus gestern nacht drei drahtlose Telephon- verbindung.en mit Argentinien hergestellt. Im Abstand eine? Siunde konnte er sich zweimal mit-Beamten der Radiostatton ran Buenos Aires und später mit einem Redakteur der Zeitung „Pratfa* unterhalten. Die Verständigung war ebenso gut wie mit Australien. Die Versuche werden fortgesetzt. Es ist Marconi auch gelungen, drahtlose Verbindung mit Montreal in Kanada herzustellen. Gluhofenexplosion im Rheinlanö. Solingen, 10. April. In der Aluminium- und Metallgießerei von Rudölf Routen- stach in Mängenberg explodierte im Gebäude der Mischerei- abteilung vor Beginn der Morgenschicht ein elektrischer Glühofen. Glücklicherweise ereignete sich dos Unglück in einer Zeit, wo die Belegschaft noch nicht erschienen war.. Rur vier Personen befanden sich im Mischgebäude. Davon wurden, zwet leicht verletzt. Die Ursache der Explosion, durch die das Mischgebäude zerstört und zahlreiche Häuser in der Nachbarschaft schwer beschädigt wurden, konnte noch nicht auf- geklärt werden, doch nimmt man an, daß die automatische Regit- lierung des Glühofens versagt und der Ofen sich infolgedesten über- hitzt hat. i Zugzusammensioß in Belgien Ein Zuglufonimenstoß ereignete sich Donnerstag morgen im Bahnhof von Thielen auf der Strecke Antwerpen-Turnhourt. Ein Güter- und ein Personenzug stießen auf einer eingl'eisigen Strecke zusammen. Di« beiden Lokomotiven wurden voll- ständig z e r st.ö r t. Die Lokomotivführer uitd die si e i Z e r der beiden Züge und etwa lORcisendc erlitten schwere Verletzungen. Randalicreudc Nazis. In einer Versammlung der Deutschen Demokratischen Partei in der Belziger Straße zu Schön ob erg. in. der die Abgeordneten .Nu s cht« und Richthofen sprachen, kam es gestern astend zu tumultartigen Zwischenfällen. Der Hakenkreuzler- führ«? G o e b b e i s war mit starkem Anhang in dem Aersammlungs- lokal erschienen, und durch lärmende Zwischenrufe versuchten die Jünger voni Hakenkreuz die Referenten am Reden zu verhindern. E» drohte zu einer allgemeinen Schlägerei zu kämmen. Di« alarmierte Polizei griff aber so rechtzeitig ein, daß es dazu nicht erst kam. 14 nationalsozialistische Krakeeler wurden zwangszesiellt und einAeliefcrt.. „Homöopathie Dr. Madaus" Kübel ohne Anzahlung 24 Monatsraten Komplette Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Wohnzimmer KQchen Teppiche Gardinen LäuferstofTe Decken Federbetten Bett- Wäsche Leib- und Tischwäsche Wollwaren Trikotagen Oberhemden Baumwollwaren Inlette, Drelle Kübel ohne Anzahlung 24 Monatsraten Sämtliche Einzelmöbel Polsterwaren Metallbetten Korbmöbel Homöopathie Dr-TViadaus Um eine stehen gebliebene Pendeluhr . wieder in normalen Gan$ zu bringen, werden Sie dem Bsndel mit dem Finöer einen leichten Schwung«geben. Nie würde'n Sie heftig mit dem Fuss da�e- �cn stosseadenn solch grober Eingriff vtmrde das komplizierte Werk besoia- di�en. Der menschliche Organismus ist nodi ungleich komolizierter. ungleich zarte: er muss darum bei Erkrankungen äusserst behutsam und sorgfältig behandelt wsrdm Er darf nicht mit starken Giften �esdiädiet oder durch vorzeitige Operationen in wich- ti�en-Funktionen oestört werdeaEr ist ja auch$o empfinalichdass er soionauf die feinsten homöopathischen Verdünnun gen reagiert. Verlangen Sie darum bei allen organischen Erkrankungen eine Behandlung mit- Homöopatnie Dr. Madaus. Diese so erfolgreiche Heilmethode geht den Weg. den die Natur vor�ezeichnet hat, sie unterstützt wirksam die Selbstvertei- di�unö Ihres Korpers und führt so zu einer Gesundung, die Bestand hat. Genossenschastsaufbau geht vorwärts. Eine neue Niederlage der Kommunisten. Am 2. März faiiöen die Wahlen der Abgab« stellen» delegierten in der Konjum-G«nossenscl)aft Berlin und Um- gegend statt; aus der Wahl gingen hervor: 685 delegierte der Gruppe Genossensck)astsaufbau, 92 Delegierte entfielen aus die Liste der„Opposition"(Kommunistische Partei). Die Zl b g a b e st e l l« n- delegierten hatten am 7. April obteilungsweise die W o h l d e r Gcneralversammlungovertreter zu vollziehen. Nur in S Abteilungen brauchte zur Wahl geschritten zu Vevdcn, da für die restlichen 3 Abteilungen nur ein gültiger Wahloorschlag von der Gruppe Genossenschastsaufbau eingereicht worden war. der die in Frage kommenden 70 Mandats zufielen. Die Wahl von 230 Per- tretern in den übrigen Abteilungen hatte folgendes Ergebnis: Gs- noffenschoftsaufbou JA Stimmen, 200 Vertreter;„Opposition" 75 Stimmen. 30 Vertreter. Di« auf 3 00 bemessene Der- treterzahl der konsunigenossenschoftlichen Generalversammlung wird sich demnach für die nächsten 3 Jahre zusammensetzen aus: 27Q'Angehörigen der Gruppe Genosscnfchafts. a u f b a u und nur 30 Kommunisten. Die Generaloersammlung bietet in ihrer neuen Zusammensetzung unbedingte Gewähr sür ein« gedeihliche Arbeit am weiteren Ausstieg des Werkes der Berliner organisierten Verbraucherschost. Allgemeine Wetterlage. iqAppil 4930,85(1» ® wptkenlo&O heimr.O Hslbbcdeckt ® wolkig,® bedeckt* RegeoACrwipeln 'Sdiweftältehol.TtGewinetlgiWwletill« Born östlichen Rußland erstreckt sich jetzt ein Hoch(jis zur Nordsee. An seiner Südseite ist eine Störungslmie durch Deutschland gezogen und har im mitileren und östlichen Deurschland leicht« RegentäLe gebrach» Im Harz und im Erzgebirge hat es etwas geschneit; auch in den höchsten Lagen des Riesangebirge» ist der Niederschlag als Schnee gefallen. Da dos Barometer über Deutsch- land steigt und gleichzeitig über Skandinavien fällt, wird sich die Achse des hohen Druckes nach Sähen verschieben, also unserem Gebiete sich nichern. Es ist nicht ausgeschlossen, dag wir am Ende der Woche sogar zeitweise aus die nördliche Seite des Hochs gelangen. * Wetter sür Berlin: Teil» heiter, teils wolkig, etwas höher« TogeStemveroturen, östlich« Winde.— Für Deutschland: In West- deutschland etwa» Bewölker?tng«zunahme. im Sudelt wolkig, stellen- weise etwas Regen, in Mitteldeutschland vielfach heiter und am Tage etwas wärmer, im Nordosten keine Aendcrung, i:n Südosten ziemlich trübe mit Neigung zu Niederschlägen. llmorientierung des Lebens tut not! Ein Vortrag Wilhelm Osiwalds in Verlin. Professor Wilhelm O st w a l d, der berühmte Verkünder des energetischen Imperativs, der S6)opfer der Farbenlehre und lang- jähriges Oberhaupt des Monistenbundes sprach in der„Gesellschaft für empirische PhUoscphi«" über seip« neuesten biologischen Forschungen:„U eb erh« i lung— ein biologisches Ur- phänomen". Was der Forscher unter dem s-llsovi klingenden Ausdruck der lleberheilung versteht, erläutert er unter dem Bilde dos Organismus als einer Reparaturwerlstatt: Es könnte in einer solchen Werkstatt ungenügend repariert oder überrepariert werden. Es wird aber überrepariert, d. h. uberheilt. Die ganz« moderne Serum- therapie beruht auf diesem Prinzip der Ueberheilunz Spritzt man einem Pferd Diphtheriegist ein, so bildet sich in seinem Blut ein Gegengift, und zwar nicht nur so viel, um die Gift- Wirkung aufzuheben, sondern ein Uebcrschuß, den wir ja auch prok- tisch in Form des Diphlherieserums verwerten. Diese Eigentümlichkeit, Verluste nicht nur auszugleichen, sondern uberzukompensieren, hält Ostwald für eine allgemeine Eigenschaft d«r organisierten Materie, die dos Individuum mit dem Zellenwachstum mitdetommt. Mit einer Wendung ins Philosophische, und zwar einer sehr lebensnahen, den Zielen der„Gesellschaft für empirische Philosophie" entsprechen- den Philosophie, beschloh der Dortragend« seine anregenden Aus- sührungen: Jedes Geschehen in der anorganischen Welt ist adhan�.g von Vergangenheit und Gegenwart; das lebendige Geschehen da- gegen, besonders aber dos Geschehen im Menschenleben ist auch von der Zukunft abhängig. Diese ist menschlicher, bedeutsamer für uns als die V-:rgongcnl)«it. die desto unwichtiger wird, je weiter sie zurückliegt. Ein« llmorientierung des Lebens tue not. Nicht den Kopf noch der Vergangenheit richten, sondern um 180 Grad drehen, mit Rücklicht auf die Zukunft! Erziehung für Zoobesucher. So sehr bei einem Zoobesuch eine große Tüte mit Brotabfall und anderen schönen Sachen als Zeichen der T i e r l i e b e einem guten Herzen alle Ehre macht, so sehr ist es aber auch nötig, daß man die Tafeln„Nicht füttern!" beachtet. Das Zitat„Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht!" läßt sich leider nicht auf alle Tiere anwenden, und es gibt öfter als man glaubt Krankheits-, ja sogar Sterbesälle unter den teuren Zootieren, die infolge sreni- der, unbekömmlicher Nahrung entstanden sind. Das Remitier zum Beispiel, das sich ausschließlich von Renntiermoos nährt, ist vor Schrippen und anderen Leckerbissen zu bewahren, ebenso alle jene Tiere, an deren Käfig die bekamüe Warnungstafel steht. Schließ- Uch werden solche Verbote ja nicht aus Uebermut angeschlagen, sondern aus der Erfahrung der Tierhalter, die die Lebensbedingun- gen jedes einzelnen Tieres genauestens kennen. Zllfo zähmt eure liebende Fürsorge in diesen Fällen und seid verstchert, die Tiere werde» bestimmt nicht Hungers sterben! Katzen sehen dich an. Der„Nationalhof" in der Dulowstraß« sah bereits die zweite Katzenausstellung in diesem Jahr; beide waren von morgens bis abends überfüllt. Di« Bereinigung der Katzenfreurde Deutsch« land»«. V- und„Unser« Katze" ließen diesmal der Hauskatze und ihr allein, alle Ehren angebe i he n. Di« hochgezüchteten Angara, Perser und Siomesen sind Luxusgeschöpf«, ihr« Schönheit ist nicht nur anerkannt, sie ist direkt sprichwörtlich. Darum galt es nun, die Beschauer auf die Schönheit der e i n' a ch« n Hauskatze aufmerksam zu machen, die ein anhängliche? Kamerad a r M e r, gequälter Menschen ist. Ueberdies wollte man durch die Katze sür die Katze werben, der sehr oft nicht die richtige Behandlung zutoll wird- Zu diesem Zweck waren über hundert Katzen ausgestellt, unter denen sich auch Findlwgg befanden, die um Aufnahm« baten. Ein Bild von ganz soltener Schönheit baten di« T i« r- freundschaften. Unter ihnen sah man iirrkigst erneincmider gewöhnte Katzen und Hund«. Einen Affen, einen Hund und eine Kotze und«n» Katze und einen Vogel, die nur schlafen können, wenn sie beide auf demselben Kissen ruhen. Gegen«ine geploolc Wocheuend- und Vciscschau. Der Berliner Wochenendausschuß beschäftigte sich in seiner Ätzung mit der von einem privaten Beranstaltungsburo eingeleiteten Werbung für eine Reifeschau„Wochenende und Sommerreise", die im Mai in einem Berliner Restaurationssoal stattfinden soll. Der Wochenendausschuß ist der Auffassung, daß die für die Durchführung einer solchen Schau in Frag« kommenden Voraussetzungen Hinsicht- lich der Mitwirkung aller maßgebenden Verkehrs-, Wirtschafts- und Publtkumsverbänd« bei dieser Veranstaltung in keiner Weise gc- geben sind; nach seiner Feststellung steht auch das Aus- stellungs- Welse- und Fremdenoerkehrsamt der Stadt Berlin diesem Reiseschauunternehmen fern. Die vor einigen Jahren mit viel Geschrei angekündigte und dann kläglich mißlungene privore Hygiene-Messe sollte noch in warnender Eoinnenmg sein._ Voltstanzfest in Neukölln. Di« freundschaftlich zusammenarbeitenden Volkstanzkreise Neukölln und Lichtenberg, die in Berlin nahezu 600 Mit- glieder haben, hielten im Orpheum in der Hafenheide ein Volts- tänzlest ab. Absichtlich hatten sie nicht zu viele Eintrittskarten verkauft, damit das Varkett in des Wortes vollster Bedeutung der Jugend gehörte. Für all«, sowohl sür di« tanzende Jugend wie für die mir zuschauenden Erwachsenen wurde dieses Fest zu ein paar Stunden köstlichster Entspannung. Wie geschicki und reizvoll bewegten sich die Jungen urd Mädel in ihrem vernunftgemäßen Schuhwerk, während die einfachen bunten Kleider wirtlichen Froh- sinn hervorriefen. Die«inzelnen Tänze selbst aber ergaben sehr eindrucksvoll« Gesamtbilder. Dorum ist es recht be- grüßenswerl, daß diese in würdiger Form sich gebende Lustigkeit ParteifcfHichfciten, Iubilarfeiern usw. verschont. In Berlin wer- den die Kurse uiiter Mitwirkung der Bezirksämter abge- kalten; doch wind die hier erlernt« Kunst auch außerhalb gezeigt und die Neuköllner V a lk s ta n z s ch a r und die Arbeits- gemeinschaft proletarischer Volkstanz kreis« haben inimentlich zugunsten der Jugendherbergen schon viel und erfolgreich getanzt.__ lypsar-phlo! Fieilag. de» 1l. April: Generalprobe ,um Bezirk«« konzeri bei ftifetti Beginn pünltliib 7 Ubr.— Sonntag, den 13. April: Konzert im Großen Schauspielhau«. Die Sänger treffen sich um'1,10 Uhr im Theaterrestaurant, Eingang vom Schiffhauerdamm, lMAIMMM veruisitungsmltgsiederi Um$»llag, 6»ra 11. April 1930. uochmlilog» 6 Ahr, Sihuog der MUIlere» 0rl»veru-a«vog. Sa wir» ousdcfliflUH darum 0«- »elSB, ja dieser Sihnng püuMich zu«rschetueu. vir OriirerveUantz. Brandenburgischer Mschinensetzer-Berein Achtung! Die Bereinsocr- sammlung am Sonutap. dem tZ. April 1930. fällt aus. Der nächste verfammwngskermin wird noch bekanukgegeben. Der vorstand. Die Aktionlre unserer Oesellscheft werden hierdurch zu deram 10. April loio, rormlilagt II Uhr, in unserem Dankgebäude, Eingang Kancmtcntralgc 2t. IS, siatifindemien ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Ahüonär«, welche ihr Stimmrecht nach MaSgabe des g 1« der Satzung ausüben wollen, müssen ihre Aktien oder die über diese lautenden Hinteriegungstchei-e einer demachen Effektengirobank spllieitcnt am 26. April 1930 bei unterer Efteklenkatte in Berlin, Mauer»ir.26»ZZ oder einer unterer Zweigniederlattungen während der üblichen Oeachäftestunden oder bei einem Notar hinterlegen und bis nach«er Oeneralver-ammlung belassen. Im Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Bescheinigung dnsselhen Über die erfolgt« Hinterlegung in UrsChilft oder in beglaubigter Absehrih spätestens tm ergten Werktage nach Ablauf der Hinterlegungsfrist bei der Gesellschaft einzureichen Stimmkarten werden bei den Hinterlegungsstellen ausgehändigt Soweit sieh noch Aktienurkunden, di« auf.Deutsche Bank" oder-Direetion derPistonto-Cesellschafi" lauten, im Besitz unserer Aktionäre befinden, fordern wir die Besitzer auf, solche Aktien mit Dividendenscheinbogen gleichzeitig zum Umtausch In neue, auf-Deutsche Bank und Ulsconto-Qesellschaft" lautend■ Aktienurkunden einzuliefern, weil die Dividende für das Geschäftsjahr H?« lediglich auf die neuen Dividendenscheine zur Auszahlung gelangen wird Tagesordnung: 1. Jahresbericht über die Geschäfte der Gesellschaft. !. Jahresrechnung mit den Bemerkungen des AufsicMsrafs, 3 BeschluBlatsung über die Genehmigung der Jahresbilanz, die Gewinnverteilung sowie über die Entlastung des Vorstandes und des Aulsichtsrats, 4. Wahlen zum Aufsichtsrat Berlla, den 10. April 1930. MM UN IM OISCOlHO-fiESElLSCHAFT Sdsiiticr Solznssen rtovtsevven .......................■'i 1 Stangen-Spargel V» o» 2.63 Stangen-Spargel � v» 4.9S Brechspar gd diM* d*. i.SS Spargel- Abschnitte v» dl SV Spargelköpfe rtm.....«.i!>-- 2.30 Junge Erbsen........'i P- 0.33 Erbsen"«ttwj-M->-. Xar...>/, d*. ü!.00 Gemischtes Gemüse lU d» 0.83 Junge Karotten...... hD* 0.70 Grünkohl........... � ru 0.30 Spinat..............."4 d* O.SO Preiselbeeren........<4 D-- 4.00 Pfmiche k«w.«nca.....Vi ca 4.30 mmen SeW-urg»....... d» 4.60 Pßr siehe emukm.......'A ix■i.ßtt Apfdgelee...... i Pfi ci« 0.30 Pflaumen' MarmeiaiU ai. iPiea 0.30 Aprifeosen-MatmttKf. ai.iPid.Gi 0.30 Orangen- Minndadt o»-..Pid. 0.30 Wuvsitvaren Br schür. Zcrvelaiw.< FiMPfd 2.30 Schinkcnspeck........'Pld. 4.S8 Nußschinken......... Ptd. 2.ck0 Hamburger Mettwurst Pld- 2.Q0 Grobe Teewurst Pfd Hannov.Landmettw.. Ptd. 4.98 Filetwurst............ Pld. 4*68 Bierwurst............. Pid 4*88 Schinkenpolnische....Pld. 4.48 StreichmMwursl..... n 0.70 SuppenhUhn*™ i.05 Brathühner i.73 Enten......... m 4.2s Puten......... Pfd. an 4.0s Wolgahühner™0»S8 Fische Kabeljau mtui«« k*h Pid. 0.22 Dorsch. Ptd. 0*80 Fischfilet............. 0.30 Seelachs-im. K*pi....... Pld. 0.23 Heringe r«*»......... sFid- 0.80 Hechte w*»«...........Pld. 7.23 Schleie Uind...........Pid. 4.80 Aländar od. Fletzen.-Pfd. 0*80 Weine u. Spirituosen h&ß: y .!>-, 5; Äfi,".»;; tfa;■.*♦« ?. W■■tili f Butter und Käse Konfitüren Delikatessen Frkf. Apfelwein.... Edenkoberur....... St Martiner CcUwt** Liebfraumilch...... Nier steiner......... Tarragona......... Samos.............. Malaga............ Muskat............ Douro Portwein.... Wermuth-Wein... Dürkheimer........ Johannisbeerwein.. Reiner Wcinbr. Spezial. fi Weinbrand- Verschn...n Rum-Verschnitt•. tlu-n Aller Nordhäuser.■ t-Ltr-ja Obstschaumwein...... Fi Alkoholfreier Apfelsaft Fi u* Uj. Im Im Im 'S Ltr. i»e, I 5 Lt,- ItM. IM Im. IM. Im. 0.73 0.90 7.00 7.70 7.30 7.00 7.70 7.20 7.70 3.00 4*80 0.90 0.73 7.30 7.00 7.80 7.30 7.00 7.00 Kolonialwaren Molkereihutter....... Pid. 7.28 Finnische Butter..... nd 7.52 Dänische Butter...Pid. e-s» 4.48 Margarine od. rflanamMi ptd 0,80 Bratenschmalz........ Pld 0*88 Frische Eier......»stA-» 0.68 Camembert wW««......•/, 0.38 Dänischer Schweizer■.Ptd- 0.88 Holländer........*>»/« Pfd 4.03 Frühstückskäse....... n-u« 0*48 Dragee-Eier buM....... Pfd. O.SO Dragee Eier«mut...... pid O.SO Dragee-Nougat- Eier..Ptd 0.80 Milch-Dragee-Eier-...Pid- 0.70 Burgm-VoUm. ScäoW lootrTii 0.25 BuTgm...it btri.SthntlOOp.Til O.SO Burgm-Pralinen a»«r. Ah» 0,30 Herrenkringel......... Pld. 7.00 Teegebäck............. Pld 4*00 Kokosmakronen...... Pid 4.00 Fettheringe(«To-noun d-o.w Briesltnge<-> o«i D-. Salm............... t, 0. Krabben m CeUe... 4» f.. D» EdtL-Räucherlachs t s«wd» Seelachs»&!>*&**...d*.»m Ochsenmaulsalat eoo g. a. Eisbein i" ca*-k-«, KnocWO* Flundern............. PH Bücklinge............ ph 030 0.30 0.73 7.70 0.98 0.88 0.93 7.00 0.78 0.23 001 J) Kaiser- Auss. Mehls Pfd sa 4.80 Diamant-Mehl...sPfdBti 4.B3 Grieß.................. 0.30 Sultaninen.......... m 0.32 Korinthen............. Pfd 0.60 Rosinen«.Sut»........ Ptd. 0.33 Mandeln mt* Pld. t-oo ph 4*80 Zitronat.............. Pld. 7.70 MandelersaJtz........ fti 0.63 Kaffee-Auslese........ ph 7,93 Kaffee-Konsum....... Pid. 2 70 Nr. 474. 47. Jahrgang 2. Krettag, 44. April 4930 ocii78v»c»an« m discohto-besellschaft Oesclftiifisberfiatrt fair das Jatar 19S9. t�cberprodufcuon m den Agrar- nnd Rohstoff ländcm hat im Jahre 1929 nicht nur die Wirtschaft der Prodaktionsländer selbst, sondern auch der Länder, die den Handel vermitteln, ungünstig beeinflußt. Die.imematio- i'a'C.5onku"e.?zf. uin den Absatz der überschüssigen Erzeugungsmengen hat sich verschärft und zu ungewöhnlich großen Preisrüdegängen aller vridi- tigen\v elthandelsarükel geführt, soweit der Preis nicht aurdx nationale oder internationale Regelung der Produktion und des Abatzes bestimmt wird. Die Wirkung des Preisrückganges und der daraus entstandenen KaufkraJiverschicbung ist so tiefgebend gewesen, daß sich zum Ausgang des Jahres die Wirtschaft aller am Welthandel stark beteiligten Länder in mehr oder minder ausgeprochener Depression befindet. In Deutschland bat sich die wirtschaftliche Lage während des Jahres 1929 besonders ungünstig gestaltet. Nach empfindlichem Ausfalle, den Arbeitskampf zu Ende 1928" und uifgewöhnlicb lauge Liostcriode in den ersten Monaten 1929 gebracht hatten, konnte die Güterprodukiion bis in den Herbst die Vorjahrshöhe behaupten, sank dann aber immer mehr ab. Der Beschäftigungsrückgang erfaßte allmählich alle Wirtschaftszweige. An diesem Niedergange ist die allgemeine Wirtschaftslage nur zum Teil schuld, ausschlaggebend allerdings für den besonderen Notstand unserer LändwinschafL Für die landwirtschaftliche Bevölkerung, die 23% der Einwohnerzahl beträgt,, hat der geringe Erlös ans einer ziemlich guten Ernte bei gleichgebliebenen oder gar noch gesteigerten Erzeü�ungskosten eine unertrag- von rund 2 Milliarden Reichsmark, im In lande©r zeugbarer Agrarprodukte kann dadurch allmählich verringert werden. Es ist daher von größter Wichtigkeit, daß der Landbau'wieder ertragfähig gestaltet werde. Nicht viel anders als bei den Agrarprodukten hat sich bisher der j----- J-- J----- s-w o-v-..i/r-,—•■-1-* T-— ganz RRP. SfSP— seichten haben davon noch wenig Vorteil gezogen. Ebensowenig aber auch Fabrikanten und Händler; denn Höhe der Steuern, Höhe der Löhne und Höhe der Zinsen zwingen, die Verkaufspreise hochzuhalten. Wenn trotrdem unsere Ausfuhr an Fertigwaren, allerdings oftmals unter Verzicht auf jeden Gewinn, im abgelaufenen Jahre abermals utp EM. 952 Millionen gesteigert werden konnte, so legt das ein rühmliches Zeugnis ebenso für die Geschicklichkeit unseres Exporthandels wie für die Wertschätzung ab, deren sich das deutsche Fabrikat im Auslande erfreut, und zeigt deutlich, wie sich unsere Ausfuhr hebeu könnte, wenn die Preise, die wir stellen, sich elastischer der"Weitmarktlage anpassen ließen. Die Errielijpg genügenden Ausfuhrüberschusses, um Reparationszahlnn- geo und Zinsverptfichtungen regelmäßig an das Ausland übertragen zu Können, ist aber für Deutschland gleichbedeutend mit wirtschaftlicher und politischer Freiheit. Auslandsanleihen sind nur ein vorübergebendes Aus- hllfsmittei; sie machon uns nicht frei, sondern unfreier. Aber für Deutschland gebt es weit über die Bekämpfung einer trotz aller Schwere doch vorübergehenden Wirtschaftskrise hinaus, es geht um das auf die Dauer Eutscheidende, wenn endlich das Nötige und Mögliche in Angriff genommen wird, um vermeid bare Hiudernisse zu beseitigen, die der Entwicklung unseres Außenhaudels wie unserer Windjaft überhaupt im Wege sieben. Zu diesen Hemmnissen gehört insbesondere unser Steuersystem. Eben- so he.n tuend wie da? Steuersystem wirkt sich die Lohn- und Gehahshölie aus. Nicht als ob, absolut und individuell betrachtet, das Einkommen des Beamten, Angestellreu oder Arbeiters zu hoch oder auch nur hoch genug sei; aber diese Einkommen haben sich in den letzten Jahren nicht mehr aus Mcigendrr Wirtschaf tsrente. heraus entwickelt, sondern sind der Wirtschaft als etwas Gegebenes diktiert worden, womit sie sich abzufinden habe. Das kann sie vielfach nicht. Wäre die Norainalhöhe der Löhne uncj Gebälter in* Deutschland 10% niedriger— das ist die Steigerung der " Inzten zwei Jahre, die sich als untragbar erwiesen hat—. so ständen wir nicht so unter dem Druck der Arbeitslosigkeit. Die Produktion könnte gesteigert und damit verbilligt werden, so daß, abgesehen von der Wir- Außenhandel— und■ Zahlunpsbilftayr- tim-ch— yrrrkende— Preise der He�ÜQhn. auf den es doch letztlich ankommt, bald nur wenig vom heutigen abweichen würde. Einen, wenn auch nicht gleichwertigen, so doch genügenden Ersatz einer Lohurcduktion, die in Deutschland aus politischen Grühdcn wenig Aussicht auf Verwirklichung hat, würde eine Verlängerung der Arbeitszeit bieten. Es unterBfigt keinem Zweifel, daß die Höhe des Zinsfußes, das drifte große Hemmnis unserer W irtschailsentfaUurjsf, sieh erheblich ermäßigen würde, wepa eine rationelle Wirtsdjafts- und Finanzpolitik die Kapital- biiß�ng bei den L'nte.rnehmungeu wieder ermöglichte und dadurch deren übermäßiges Kreditbegehreu milderte. Die geschilderten Verhältnisse in Verbinduag mit unbefriedigendem Läufe"der Außen- und Innenpolitik nährten En behagen und Mißtrauen und schwächten die Widerstandskraft des Wirtschai iskorpers gegen äußere Einflüsse. Das zeigte sich bereits im Frühjahr, als der zeitweilige Abbruch der Reparätioas Verhandlungen in Paris eine durch innere politische Agitation- verschärfte Vertrauenskrise hervorrief.. Diese Krise» die in die bekannten RcstrLktionsioaßnahmen der Reich bank /.um Schutze d«r Währung mündete. blieb eine Episode; aber auch seither zeigte die deutsche Konjunkturentwicklung ein ungewöhnliches Mail der Abhängigkeit von vimmungseinflüssen. Vor allem wirkte sich der über das ganze Jahr dauernde Schwebezustand der Reparationsverhandlungen als mächtiger Fak- t6r der Depression aus. Naturgemäß spiegelte die Börse sowohl die sachlichen als auch die psychologischen Einwirkungen besonders deutlich wider. Zweifellos schießt auch in der jetzigen Krisis das allgemeine Mißtrauen weit über das Ziel, bei aller Depression hat die deutsche Wirtschaft im ganzen auch im vorigen Jahre große technische und organisatorische Fortschritte HSPHRR«4c I_________.__________. WMWMW S9i7e SU der Rationalisierung, die den Ersatz der relativ teuren Arbeitskraft durch Maschinen anstrebt; bedeuteten wichtige Zasammansdilüsse des ver- ian-enen Jahres organisatorischen Fortschritt auch zwc4ts Kostcpsenkung, ab« r ohne Kapitalaufwand. Dazu gehören freiwillige Zusammenschlüsse in Industrie, Handel und Bänkwesen, während die Fusionen üp Versicherung?- gewerbe primär eir.e Aufnahme der durch\crluste geschwächten Gesellschaften durdi die stark gcblicbeuen Konzerne darstellen, sekundär aber wold auch zu Ersparnissen führen. In weichein Maße die bevorstehende Gründung der Bank für Internationale Zahlungen eine neue Aera internationaler Zusammen- arl>f.it eröffnet, die ups zugleich* die Erfüllung unserer schweren Boparations- oie anve nouentiicp oan uaunuip«," 7"— � schätzt wird aber auch die über Ko�mnktui-chwaukungen hjnweg für dje wirtschaftlich« Entwicklung maßgebende Kapitalbiidung. M ar sie. im vergangenen Jahre auch geringer als früher* s«> handelt es sich im ganzen doch um hohe betrage,' die tjur deshalb auf dem Kapital- und Geldmarkt« nicht roe.hj in Erschein'mg treten, weil sie im Gange unseres vVjcderaufbaües sofort investiert werden mü?Ä:n. Den Erfordernissen diese* w icderaiü bauen kaT,n ler Leber�huß onsarv Wirtschaft freilich noch uiqif gcrcchf werden; wir ijüsaen no«h immer susländisdie?. Kapital in Anspruch nehmen. Daß wir la« zum größten Teil nur quph k u r z f ä 1 1 i gjs\ er�diuldung erhalten " größte C nd dartzn uchwierig und laßt vie�e Zweifel. Genügend klär uncT vervnut lifh überzeugender i«:t f tilgende Betrachtung; Die gesamte- A usiav dsy er SCPU> düng Deutschlands. Itmg. und kurzfristig, beträft auf Grund der höchsten Schätzung nach Abzug der deutschen Handel sgutlianep im Ausland« 1 mindestens RM 3 Milliarde,,) Ende 1929 rupd 15 Milliarden Peichsranrk. Es entspricht oies ziffennaßig dem Befrage, den wir seit Beginn der Stabilish rudiT allnn ira Wohnungsbau f habep("RM 14.9 Milliarden). Daraus folgt.' daß ein Betrag, der L____ deren Zahlungen und Anlagen entspricht, also der Neuauffrisdinng der privaten Haushaltungen tute) der ILondelalagcr noch oer Inflation, der ganzen Rationalisierung mit Fabrikbauten und maschineller Neueinrichtung. Verbesserungen im Eisenbahn- und Verkehrswesen. Bau neuer und lostandsetzum? aftcr Slraßcn. der nicht gerade zu sparsamen Errichtung und Ausstattung investiert habe; allen anderen" öffentlicher Gebäude seit 1924 und endlich den RM 8 Milliarden Däwes- Zahlüngen, au? eigener Kraft geleistet worden ist. Die Transferierung der Reparationszahlungen ans Ausland freilich konnten und können wir" npch nidit aus eigener Kraft bewirken. Dieses Problem kann nur durch genügende Aktivierung unserer Handelsbilanz gelöst werden. Die Effeklenküufe und Beteiligungen des Auslandes in Deutschland werden durch die große, aus Verkennung der wirklichen Lage stammende-Kapitalfludu reichlich aufgewogen. Unsere Wirtschaft ruht also auf fesler Griindlage. Das auszusprechen. wird gerade jetzt nötig, wo.das Selbstvertrauen so gesunken ist. Die augenblickliche Erkrankung des Wirtchaftskörpers ist durchaus heilbar. Vieles. wenjj nicht alles, hängt für unser zukünftiges Schicksal von unserem eigenen Willen; ab; es liegt in unserer" Macht, durch zweckdienliche SffenRhhe und private Wirtschaftsführung, wozu heute vor allem eine weise Selbstbesch räqknug zählt, Krisen zu überwinden und trotz der schwer auf uns lastenden Heparafionsverpflichtung den weiteren wirtschaftlichen Fortschritt zu erkämpfen, auf den wir das Recht haben. Das einschneidende Ereignis des Berichtsjahres für unsere Bank wir die Fusion mit derDisconto-Gesellscbäft. Dir Gründe, welche beide Institute zum Entschluß geführt haben, ihre Zukunft zu vereinigen. sind in den Generalversammlungen, welche über die Verschmelzungsanträge zu beschließen hatten, ausführlich dargelegt worden. Wenn auch seit der Zusammenfassung beider Banken erst eine kurze Zeitspanne verflossen ist, so haben doch die in ihr gemachten Erfahrungen bereits erwiespn, daß unsere Erwagungan richtig und unsere Erwartungen gerechtfertigt waren. Es hat WPSWWWWWWWWWW>WSWW>WWM_____ oge... IWSWW... Organisationen zu einem homogenen, in ihrer beider Vergangenheit wurzelndem Ganzen zusammenzuschweißen. Aus der Verschmelzung mit der Disconto-Gesellschaft ergab sich zuglekh die Aufnahme der Norddeutschen Bank in Hamburg, des A. Schaaffhausen'se hen Bankverejps A-G. ip Köln., der Rheinischen Credit bank und der Süddeutsch eu Dis- conto-Geselfseh. alt A.- G. in Mannheim. Die Fusion irfU der Osnabrücker Bank, die wir im vorigen Jahresbericht angekündigt hatten, ist im März 1929 durchgeführt worden. s Im laufenden Geschäftsjahre ist die uns seit Jahrzehnten eng befreundete Firma L. Pfeiffer Kassel, mit unserer dorfigen Filiale vereinigt worden. Des weiteren haben wir in diesem Jahre die uns freundschaftlich uahpsfhcdende Bankfirma I. Frank de G i e., Krefeld, deren Inhaber Herr Hugb'Vasen unserem Aufsichtsrat angehört, übernommen Und mit unserer Krcfelde.r Filiale zusammengelegt. Am I.Juli 1930• werden.wir die alt- angesehene Firma.Bankhaus Doertenbach& Cie.. Stuttgart, deren Inhaber Herr Max Doertenbach Mitglied unseres Württe.ra bergischen Landesausschusses ist, durch unsere Stuttgarter Filiale übernehmen. Der Geschöftsumfang sämtlicher in die Fusion einbezogener Institute ist im abgelaufenen Jahre gewadtsen. Die Zahl der Konten betrug am Ende des Berichtsjahres rund 800 000, eine Zunahme von rund 72 000 gegen das Vorjahr. Unser Personalbestand stellt sich zurzeit auf 21 600 Köpfe. Wir unterhalten an 2S9 Plätzen Niederlassungen» daneben 177 Stadtdcpositenkassfu, von denen 57 auf Berlin entfallen. Unsere in- und ausländischen Filialen haben zu unserer Zufriedenheit gearbeitet. In A m s te r d a m wirkte sich die Fusion dahin aus, daß die Hand« I- M a a t s c h a p p i i H. Albert de B a r y& Co. N. V.-die laufenden Geschäfte unserer Amsterdamer Filiale übernahm. Eine derartige Zusammenfassung unserer Interessen bietet die Gewähr, daß wir in Amslcrdara m einer den geschäftlichen Erfordernissen gerechtwerdenden Form vertreten sind. Das Bankhans E p h r u s s i& Co., Wien, hat• sich mit Rücksicht, auf die unerfreuliche Lage, der sich das österreichische Bankgc�verbe ira abgelaufenen Jähre gegenübergestellt sah.' nn. laufenden Geschäft••eine- gewisse Zurückhaltung auferlegen müssen. Dagegen hat. der Ausbau seiner inter- natiohäl'en Beziehungen eine erfreuliche Weiteren twitklung erfahren, Zwischen der Deutschen U-e b e r s e e i s c h e n Bank und dem B a p cxr B r a st l"et rrr'ArLlerTp-nr'tr ffrüb�r-BTH-sifraidsdie Bank-•für Deutsrir- länd) ist die Ueberleitung des letzteren auf'die erstere vereinbart worden. Das Ergebnis der Deutschan U eher sc ei sc he Bank war auch für 1929 befriedigend und setzt sie in' die Lage, nä«h Vornahme reichlicher Rückstellungen wiederum.eine Dividende von 7 60- zur Verteilung zu bringen. Der Elberfelder Rankvereio, Elberfeld, der auch im Berief tsjshre zufriedenstellend gearbeitet hat, wurde im laufenden Jahr« mit der uns befreundeten Firmq J. Wichelhaus P. Sohn. Elberfeld, unter qer kirraa J. Wichel haus P. Sohn A.-G. vereinigt. Dos Aktienkapital wurqe zu diesem Zweck von RM 500 000,— auf RM 1:»00 000,— erhöht. Zu den einzelnen Positionen' der B i Lg n z- nnd der Gewinn- und V c r l u s t- R e c b au n g bemerken wir folgendes- Nach Durchführung der ira Zusammenhang mit der Fusion von der anßor- ordentlichen' General versa ni ml un� vom 29. Gktohe.r 1929 gefaßten Besdilüsse betrügt unfcer Aktienkapital RAI 28? 000 000. Unsere Reserve haben wir, der Ue.bung der Disconto-Gcscll- schaft folgend, unteneilt. Der All gemeinen Reserve wurden RM 142 500 600.— 50% des Aktienkapitals überwiesen ond RM 17- 500 000,— aus früheren freiwilligen Zuwendungen.vom Reingewinn einer Besonderen Reserve zugeführt. Das eigene Vermögen der Bank stellt sich somit auf RM 445 000 000. Der Anteil der Ausländer an der vGe.samtsmnme der Gläubiger unserer inländischen Niederlassungen ist von 5?% auf 40% gestiegen, fast an.sMhlie.ßlich dimh das Anwachsen d«P Remboursgs»558 Fellen von RM 5 000.... 20 000..„.. 14 024 ...... 20 000...... 50 000.... 6 244 gegeben. Die Vorschösse auf verkrach tete oder eingelagerte Waren enthalten 97�% Valuta-Vorschüsse. . Unsere Nostrogut haben bei Batiken und Rauk- firmen besteben zu über 75% aus fremden Währungen. Die R e d o r t s und L-o m b a r d s haben sich den Börsenrerhält« nissen entsprechend ungefähr auf die Hälfte des Vorjahres ermäßigt. Trotz der stillen Geschäftstätigkeit auf dem Emissiousraarkte konnten wir und die mit uns vereinigten Institute uns an 185 Gemeinschaftsgeschäften beteiligen. Den daraus erzielten Gewinn haben wir zu Abschreibungen auf unsere Effekten bestände verwandt, Unser 1 m m o b 1 i a r h e s i t z hat sich infolge der Fysion sehr wesentlich erhöht. Sein Buchwert beträgt am Ende des Berichtsjahres RM. 111906 025.28. Wir besitzen■ zurzeit an 229 Plätzen 548 Bank- gebende, von denen 265 dem Geschäftsbetrieb Mienen Der sonstige Grundbesitz verteilt sich auf 98 Plätze und umfaßt 194 bebaute und 26 unbebaute Grundstücke., Für den Dr• Georg- von Siemcps- Wohlfahrt sfonds haben wir wiederum eine Zuwendung von RM. 1 500 000 vorgeschlafen, so daß sein Vermögensbestand nunmehr die-Hohe von RM. 9 75S 75j,S5 erreicht. Zum Andenken an den Gründer der Discopto-Gescll schalt haben wir von den auf uns übergegangenen Wohlfahrtsfonds RM. 5 000 000 auf eineu Davjd-H ansema n"n• W ohlfahrtsfonds abgezweigt. Der Gewinn aus Zinsen ist trotz der höheren Schuldner- und Gläubigerziffer nicht gestiegen, weil die Zinsspanne gegenüber dem Vorjahre noch weiter abgenommen hat. Befriedigend ist. daß däs Erträgnis aus Gebühren ungeachtet der Stagnation im Effektengeschäft keine Ab- Dahme erfahren bat. Das Erträgnis der Dauernden Beteiligungen1 stellt die Einnahme aus den Dividenden für ,1928 dar. Einschließlich des Vortrags aus dem Jahre 1928 vofi RM, 2 027 686.91 und nach Vornahme der■ Ab s c h 1 e i b u n g auf M o b M i c n von RM. 985 443,97 beläuft sich das Erträgnis des Jahres 1929 auf.. RM. 34 182 155,51 Hiervon erhalten zunächst die Aktionäre in ach �?7b der Satzungen) 4% Dividende auf RM. 285 000 00t).— 11 400 000,— Von den verbleibenden........... KM. 22 782 153,51 beantragen wir. dem D'r.- Gcorg-vcn-Sicmcus-W ohl- fahrtsfond.............. 1 500 ono.— zu überweisen. Von dem übrigbleibenden Betrage von..... B-M. 21 282 135.51 abzüglich RM. 2 895 058.55 Vortrag auf nope Rechnung erhält inach 5 27d der Satzungen) der A u f• sieblsrat...............». 1 287 096,78 Wir schlagen, vor. von den restlichen.... b% Superdividende auf RMl 2S5 000 000, mit.................- zu verteilen und den Ucberschuß von... auf neue Rechnung vorzutragen. Es wör�e demnach erhalten jede Aktie von nom. RM. 100,—: R>l. 10.— I »,...... 1000,—:... 100,—/ Berlin, den 9. April 1930. RM. 19 99? 058.55 .. 17 100 000.- RM.: 895 058.53 10% Dividende.. Der Vorstand der Deutsdien Bank und Dlsconto-Gesellsdiaft A. Blinzig F. A. Boner P. Bonn S. Fohr Th. Frank W. Kehl E. Moslcr G. Sdilicpcr O. Sch litte? G. Solmssen E. G. v. StouB Ö. Wasacrmaim _ Stellvertretend: Ol.Abshagea, J— Berne--F. Bruck.. P.-Brunswig K. Burghardt F. tlcinrichsdorlf J. Kieül E. A. Mandel O. Eöslcr . K. E. Sippell O. Sperber K. We igelt F. Wintermantel Lehrerin Frauiein C. wird von den Kleinen, die mit einer beinahe zärtlichen Verehrung an ihr hingen,„unser Fräulein" genannt. „WciSt Du, Mutti, unser Fräulein trinkt immer Kaffee Hag. Sie hat gesagt, dal) Kaffee Hag sogar Kindern nicht schadet Das Coffein, das sonst im Bohnenkaffee drin ist, wird aus dem Kaffee Hag heraus* gezogen. Dabei schmcdct er genau so, wie derallerfeinste andere Kaffee. Und dann ist in jedem Paket ein Gutschein für schöne Wappen. marken. Eüy hat sehen'ne ganze Menge.- Mutti, nicht wahr. Du kaufst jeht auch Kaffee Hag? Soll ich gleich welchen holen? Das große Paket kostet RMl.80, das kleine nur 90 Pfj." ZUM OST ANDER Schuhe kaufen,heiss+ sich selbst das schönste Fest bereiten Dazu Strümßfe aSoctea in allen mod. Farben garantiert I.Wohl. Auf jedes � Pfund käffee 2.10• 1.90 Oder 1.60 sowie Auf jedes Pfund ßeichelt'5.öberalles" prd l20 oder ßeicheH 5.Allerfeinste' prd I.00 DelikateP»- Margarine ein gefülltes fchotoladen-Osterei Oeotsdier Metallartielter-VerliaDil Verwallunpttlelle Berlin Todesanzeigen D«n 9BitflIiebern»ur Nachricht, daß unlet Aollege, der Arbeiter «lldelm Mraszm aeb 26. Marz IDOt am 5. April gl- liorben ist Die Beerdigung findet- am Sonn- abend, dem>2 April, lk Ubr, von der Leichenhalle de» Städtischen Airchho'is in Echiineberg, Blanke Hijlle, au» statt. Am«. April starb unser Kollege. der Schiofiec llsmsov l.edil!Sllll geb. 20. Januar 1873. Die Emilicherung findet am Sonn- abend, dem IS April, I6>', Uhr, im Krematorium Wiimeredors statt. Reg» Beteiligung wird erwartet. NaeKr»? Km 27. ZIlljrz starb unser« Kollegin, die Atbeiterin Avos VollkäS geb IS. Zanuar l87Z. Di« Smascherung hat bereit» statt- gliunden. Ehr» ihre« Andenke» I VI« Orte vervaltung. Todesanzeige. Am Dienstag, beul 8. April, vor- mitlag» 9.30 Uhr, entschlief sanft nach einem langen qualvollen Leiden meine liebe Tochter, unsere innig- geliebte Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin u Tante, Witwe Iderese Wollaaciri geborene Red�buc im 52. Lebensjahre.* Dies zeigen, um stille Teilnahme bittend, tiefbelriibt an Witwellobann» sterlrlebeiealsMutter st-lnhoilt Vollaucstl und Frau Herl» tVolleucdi Berlin St?., Srvnauer S trotze 6. Die Trauerfeier findet am Montag, dem lt. April, nachm. S>-, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. JtmesM Am Mittwach, dem 9. April 1930. ist nach langem Kranteniager sllr UN» alle unerwartet der Kollege Paul Parilsdihe Angestellter im Arbeitsamt Berlin- Sii b-Qst, verstorben. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen aufrichtigen Kollegen und edlen Menschen. Im gentralverband der Angestellien war er«in treuer che- werksch, tler. Ehre seinem Andenken! cir iloiieKenidialt des arbeU-anis Btn�.fld Osl. Die Beerdigung findet Moniag, usom KeLvPüiivn uno oivvii bei' Familie am Herzen liegt, der taufe eine Parzelle in allernächster nahe Berlins! (ca. 30 Min. ab Schieflichen Bahnholl, Stedlerkarfe, � stUndiger Verkehr) Preiswert!t vir«»! vom Eigcnttimer, i. ll. dsstkipiiiliid zenostwiitoo Zieeiiung GarMaill Fredaradort bot Berlin. verKsul ugilch l Fernrut: fleuennagon 63 und 29« FrelautoIalirtlörlDteresseBtEn SoflotaisIDiirati Schlesiselien Baiioboi Ziehung 1. Klasse 25. und 26. April Prea�.Staatslo(lerie Gesamtgewinne In 5 Klassen über 62 Hillionen RH. Höchstgewinn im gl. Falle: Eine Hillion Hauptgewinne 1 2GGOGO KOOGGG usw. | Pof>P6l- Vt V2 V< Ve Loop 1 su 48.— 24. 12.— 6.— 3.— M Porto and Liste 30 PI extr* Schwarz Berlin Neue Konigsir. 86 2. Geschäft; NcandersJr. 38 1 Postscheck-Konto; Berlin 31150 Telegramm-Adrcsse: GLÜCKSQOTT Berlin Sil In der Getamtaueaf« de.«VorwÄrU* lind buonden«irkMS and trotzdew lehrbllllh) Verleib hochelegantcr Gefellliliasls- Ansüge. Leihhaus Lowilli, Pringcn- strafic 105.__ Wenig aciragene, teils auf Seide gc» arbeitete, ersttlalfig« Iackettauzllge,(sraik- onsllge. Smokingantuge.»i-hcockanrllne. Bauchaniillge. Sommermilntsl und Palc, tols, filr jede Rigur pafiend und in jeder Rorm fieis vorrlltia: autzerdem horhcleganie neue iSar. derobe. von erstklasfigcn Schneidern ge- arbeitet. ,u staunend billigen Vrcisen. Geleaenheiiskijufe in chcrren- und Damenvelgen. Leihhaus Lowicki, Priii- genlttane 10u. eine Treppe. Keine Lombardware._* KARSTADT U-BAHNHOF H( ft/d AN N PL AT Z■ D F R K> R STADT BAHNHOF >1V»,2,2V»b,3< icr- Wohn. Warnttxofler, Ofenheizung ab Tool b.jUhbat, in fän Wa ab D Hohenscliönliaüseii Hj Berliner' Ode Behnhefftr. | 20 Rintn von IlixaDiierplatz M Landschaftlich Herrsich gelegen Berechttgunaeschein erforderlich I Mi MVe.hiil him\ n Vennietnng oor aaf dm 1» A I rim)Pii Werktiialich von 10—5 iSonnabend» 2 Uhr» M Soontagi 12-4 A Centiigitzige laignotsnsdHR [Steglitz 9842 0.6671 f Verkäufe Teppickkanf Verirauenssache. Nur Qualititsteppich« haben meine»«Sjähri- n Kundenkreis vergritzert. Einig« ispiel«: BoucIS mit Restriicken, 1x200.«5 Mark. Smnrna. 390 X 299, Mark. Belvetplsts«. 850 X250, 88.- Wark. Eliir. handgewebt. 429 X 309, 125.— Mark. Biesenauswabl: Läufer. stofk«. Sardinen, Divandeiken. Seit >884. Teppich-Rischer. Votsbamer- straii« 105». an SurMrstenftrafi»..Vor- waris"lel«r Srirarabait. ommer- 'prosssn auch in den hart- nädiglten Fällen. werden in einig«» Tagen unter«»- rantte durch da, «cht« unschädlich» Teint- Berichäne- rungemittel .Ben»«" Stär!« B b-seitizt. Kein« Schälkue. Preis Mk. 2,15. Segen IMcl««!, WMemoosr Stärke A. Drogerie Adelt Neumann,», Oranienstraje 45. Drogerie Th. Hin», dl, Schönhauser Alle« 129. Drogerie Otto Schul«. FL. Shausseestratz« 87. Drogerie E. W. Weirich.»W, Villcherstratze L Drogerie Deorg Kunze, dlV, Bochumer Strahe B, edler-Iepviche. m. Webfehler-Trvvich« 2x3 18,— Zllari ,, 2X3 21,— Mark ,. Z'.bXS'-l 40,— Mark 3 X 4 52,- Marl Werbach. Rriedrichstratz« 163. 1. Etage. Eike Bchrenstrahe..Vorwärts"-Leser 5 Troe-ut Radatt.' kekleillunflzstiiclce, V/üsche usw. Seteaaeae Kerrenaarderobe jeder Art gpohe Auswahl vorhanden, verkauft fpottbilli« Schnurmacher. Neukölln. Weserfleafi« 20« l. d« Kermannvlatr._ Leihhen» Roeigplo« 58» verkaust big liest Kavalier-Garderobe, teils auf Seide. Sabardinemäntel, Paletois, An- .«llg» von 25.—, Banchanfilge. Gelegen- beitskäuf« in V-lgmänteln, Jacken, Rllchf, von 29,—. Keine Lombardware. Verleih von Rrack- und Smoking- an Algen._• .. g_______.______________ «ialität blau,»weireihia. aul Seide 40.— Emokinganiillge. Bauchaniillge. Taillenmäntel Valeiot». alles»u Tvott- »reifen Eelcaenhcilskäui« in neuer Serrengarderobe. Leihhaus Nalenthaler Tor. Linienftrafie 208—204 lEck» Bosen- thaler JSirafie»_ Keine Lombardware. Haldnmsonft verkauft neue Serrenan- ,Uge Genosse Silbersdilaa. Lottumstr. 3. vorn 3 Treppen ISchönhauser�Tor»._» Serrevqaeberobe kaukt man Sttt u::d billia beim Rachmonn Ludlinsti. Berlin- Norden. Schleaelltratze 28, vorn l(nahe Stetttnee Babnhof). Varieigenoflen und Gowerkschatblcr erhalten Nabatt. Ilöbcltäutee ilek» Kredit Merl« und bar Mäbelbazar. arahe«nswadl. kleine Vreiie! Beifpieleweiie: Schlaf/timmer 455,—. Epeiseeimmer 5l7.—, Seercnitimmcr Z89.—. Spiegel- schränke 118.—. Dielengarnitur»8.—. Anrichtekliche 99.—. Mesfiiiabettstelle 66,— Kleiderschränke 48.—. Ebaife- lonaues 28,—. Metallbetistell« 18,—, Auflracmotrate 13,— Sonstiae Möbel angemessene Breife. Tcilmbluna auk- fchlagteci. Wochenraten. Monatsraten. Kassaradatt bis zebn Vro.rent. auch out Aneablunaen. Klein« auch ohne An«id. iunaen. Kredite bis ewei Aahre. Mäß Kins. Seuptaelchäft: Steali«. schlofi- stratze>07: 2. Geschäft: Neukölln, Ser- mannvla« 7: 3. Geschäft: Belle-Allianee- Stratze 95, llnlergrundbabn: 4. Geschäft: Schönebera. Lauptstratz«>49. neu«rösf. net, aeaenllbev Hauptpost: 5. Geschäsl: Kattdusser Stratze 23, gcgenllbcr Elite- sänaer. Katalog keanlo._• Ohne Anzahlung bis 24 Manatsraten. Schlafzimmer. Kilchen, Ankleidelchränlr, Metallbettstellen. Chaifelangue«. Solas, Rcberbeilcr. Antel. Große Rranklurtcr- siratze 34(Strausbergerplat,).___ Möbei-Schraaer, Kaftanicnalle« 45—49, Salteltelle Zionskirchvlafi. Achiuua! Dos versäume niemand. Nur noch kurze Seit. Schlafzimmer Mahaaoni, Dirke. Nutzbaum. Eiche, entzllckendc Modelle, mit Scidenvaisterstllhlen. nur 445,—. Speisezimmer mit Vitrine 335,—. Lcercnzimmer 26ö�-. Küchen. lasiert und emailliert nur 72,—. Standuhren. Rutzbaum-Schränke. 68,—. mit Spiegel 96.—. Eänitliche Ergänzunasmöbel zu Svoitvreilen. Trotz billiger Preise Kee. dit 24 Monate. Brite belichligen Sie meine bedeutend erweiterten Aus- stellunasräume._ I Wichtia filc jedermann: Täglich werden verlauft: auterhallene Kleider- Iviuden, Vertikos 24,—, Bettstellen 22.—. Rlurlchränke. Wafchtoilelten 24,—. Ehaiselonaues 24.—. Kam- moden 19,—. Vücheefpinden. Schrei!'» tische 32,— Büfett» 73,—, Tru- meaus 28,—. Standuhren 68,—. Grotzd Auswahl in Klubsesseln, RlÜgeln. Piano». 300 T'vviche, Küchenernrichtun- aen 48,—. RielenauZwabl, alle» spatt- in oi.-JSliJ111'«- öoeifezimmer, auterhal'en. 10 Prozent ivmvlett 22».—. Serrcnzlmmer. soft nezi. komvlett 225,—, Sneisezlmmer, wenig gebraucht. Drel-Meter-Büset«. komvlett. 399,—. Echlaszünmer. fadrik. neu. komvlett 268.—. Bobnsalon, wenig benutz«. 193,—. Ant'ke Möbel. darvn«-r Biedermeier». Barock- und ander« Stil- Möbel, sowie. komplette« Biebermeier- zimmer svottbillia. 199 Küchen, ent. zückende Modelle. Gebraucht« 48.—. Staraordts Möbel- und Lombardspeicher. Prenzläuerstrotze sechs.• «ehseld, 22 Jahre Badstratzc34. Sau». nummer achten. Antieidelchränke, Nutz- bäum. Eich«, weitz, 125,—, 100,— ulw. Diplomaien-Schreibtische 79,—. Schrcid, stssel. echter Ledersessel, 2?.—. Rlur- garderoben 29A0. Plülchsvlus 98.—, Nubebetten. I- Material. 39,—. 45.—, Ausziehtische 39.-. Aohestühle 5.95 Englische Bettstellen 36,—. 48.—. 80.—. Angebot nur kurze Zeit.* Siebselb. 22 Jahre Badstratze 34. Sau». nummer achten. Anrichtetüchen. Emaillelack, 115,—. 148,— bis 330.—. Echte westfälische lasier, e Küchen. 160 breit. 275.— Mctallbetten. Messtuaoer- zicrung.»cira start. 23.—, 27.—. Beb- digsessel 12,—. 14.— bi» 28,-.«ataloae werben nicht versandt, da die Preise sebr heradaesetzt. Lieleruna erlolgt bi» 109 Kilometer mit eigenen Autos irei Saus. Erben und staunen. SchrilUtche Gardntie�au� iedes Stück._* Neblcid, 22 Jahre Badstratze 34. Saus- nummer achten. Schlafzimmer, echt Eich«. 475.—. 590,—, 180 deeit 675.—. Echt Birke poliert mit Rrisicrtoilette. schwer aearbeitet. 180 brrit. 705.—. An- gebot nur kurze Zeit. Husikinstrumcnte Lintpiano», überaus vreiswerl. Branv» •abrif Link Bniunenstratz» 85__• 9c f' mar n Piano». Stammbaus ae- arüudet 1887. Pianos. Rliiael Sur- moniiims. 100 Instrumente. Auswahl. anerkannt« Donlckönbeit. Preismürdia» k-it. allnstige Teilzahlungen. NeuePiano, 900 Mark, aebrauchte 490 Mark an, stets Geleaenheitskäule. Alte In- strumente Segenrechnung. Pianokorte- l-drik Georg Sollmann G. m. b S. Berlin EW. 53. Leipziaerstratze 5k (jS»i ttelmarkt)______ «laviere. 136,—, 175,—. 200,—. 275,—. 425,—. gebrauchte, protze Auswahl auch in neuen. Langjährige Garantie. Be. stchiigung lohnend. Teilzahlung a». stattet. Lerer. Brunnenlttatze>91. 1 Treppe lZiolenkbaler Platz).__ Gelegenheiten, neue Piano», ge» zrauchte 300.—. Teilzahlung. Lerer. Prinzenstratze neunzig.___• Sarantiepiavo, 750.—, gebraucht« 300,—. Monatsraten 20,— an. Piano. fobrik. Brunnenecke. Jnvalidenstratzr U. Peachtpiono» 750,—, gebrauchte 300,—. Monatsraten 20,— an. Piano. fabttl, Grefte Rranifurtersteatze 48«. Kirch durchgäng.• Fahrräder Gebranck-t« Rahrräber allerbilligst. Werner, Adalberlstratz« 9,_ Markeniahrräber. kleine Wachcnraie». Werner�Lbalbertssratze 9.« 360 gebrauchte Rahrrädee 13.—. 25,—, 30.—, 35,—. Machnow. We.n» meisterstrotze 14. Kaufgesuche . ZaHngebifie. -jBlei. Oaecksilber. Silberlchmelze Platinablälle. »a-alieee» von«-»-lieeeN wenig getragene. teil» auk Seid«, uitb neue Jackettanitllge. Smdtinganzüge. Abendanzüge. Rrack. anzlla«. Ulster. Palelot». Bauckanzllge. iede Pgur passend. Lerrcn- und Domenpelze, enorm billig. Keine Lom- bardware. Leibbau» Rriedrichstratze 2 Salleich«» Tor__• Gelegenheit»!!!"!» neuer Garderoben. all« Weiten, fabelhaft dillig. Echendel. Lötzinn. Nehielb, 22 Jahre Badstratze 34. Sau», i fckmelzerei Ehrifttvirat. Köpenicker- nummer schien. Speisezimmer. BUiett. strafte 39 ISalteltelle Adalbertstratzei'M mit dj> Mf til». IVteseNst sivr« mit runder Vitrine, großen Auszith. 1» tisch, Kredenz, echte Ledcrstühle. 495.—..I 575.—. 885.—. Angebot nur kurze Zeit. � Nchscib, 22 Jabre Badstratze 34. Sau». die Wäsche nur zur Damvl- nummer achten. Serrenzimmer. protze ��"ei„Merkur.Berlin O->12. Bidliotbek mit kaukastlch Nutzbaum. �«ankturter AS-e 897.«ndreas 2820 Diplomat mit enqlilchen Zllgcn. runder �">«l>st-°crla:igcn R°'c Abholung Tisch. Lederltühle. Ledersessel. 475.-."«H» durch Automobile. Mitglied 590.—. Angebot mir kurze Zeit.« EBD. und NB frei M2,— Mark Woihenraie. frei Saus: Metalläettstellen. Ebailelongues. Korb möbel. Möbelhaus Pecirzlaucr. Bei. Nickendorfe rste. ItT�und__ Lindcnste. il. Zahlunge-Erleichterung ebne Prcieani fchlag. Schlafzimmer 550.—. Speisezimmer 450.—. Serrenzimmer 300.—. Ankleide. schränke mit Spiegel 95.—, Küchen. Polstermöbel Möbelhaus Stein. Wein. berasweo�Rr. 24.______ Patentmatratzen„Primilnma". Me- tallbeiten. Aickteaematratzen. Ehailelon- gues. Walter, Stargarderstraße ach!- zehn. Kein Laden.___ «Ibel-Ktzmerlitzg,«astanienallee H, Nutzbaum-Büfetts. Kredenzen, Schreibtische. Sasaumbaue Niesenauswahl Spottpreise. Sahlungserleichtenrug. Grotzwälcherei und Reinplätterei Wal- ier Unruh. RvanffutttroDec 271, Tele. »hon Andreas 5937. veewende! niu« Siinlichlssocken, wäscht mit Masch.»:», die in 28iähriaer Rachkenntni» auspro- diert. plättet feine Wäsche, da am schonendsten, nur mit der Land. Großer Umsatz, äutzerst kalkulierte Preise. Keine vhan tasteartige Versprechung, strengste Nccllltät. Abholung dreimal wöcheni- lich von S Mark an. Bettbezug 39. Laken 29. Kopfkissen, Damenbemd 15. Oberhemden 05. Kragen 15.» Genolftn sucht zum 15. April möblier» tes Zimmer. Gegend� Neukölln. Ange» I bot« unter stratze S. Vorwärts, Lritdcn- KARSTADT PARFUMERIE Toilette-Seife >Sonderklasse<, ca. 115 gr oder OJC »Lisa«, ca. 150 gr Stück... Pf. ToiSetle-Seife Flieder, ca. 190 gr Stück.. Pf. 35 TosEette-Seife Lavendel od. Tanne, ca. 190 gr Stück.............. Pf. Toilette-Seife Kölnisch Wasser, cirka 380 Qf QE 4 Stück in Cellophan.... Pf.*** Eau de cologne Maria Farina Jülichsplatz Nr. 4 QB Flasche 275, 2.75, 1.75... Pf.*** Eau de cologne Geschenkpackung(1 Fl-, 1 Seife) ODO Maria Farina Jülicnspl. Nr. 4 Mk. KARSTADT MODEWAREN Selbstbinder für Damen, reine Seide in mod. �E Farben Stück.......«, Pf.# Cachenez Crepe de Chine, aparte Früh- �75 jahrsfarben Stück Mk. � Cachenez weiße Kunst-Seide, durchgehend I43 gemustert, Stück....... Mk.' Fichukragen Kunstseidenrips mit Schlingen- �E börtchen garniert, Stück.. Pf.' � Plisseeschal Cröpe de chtne, das Neueste für Mäntel und Kostüme, Stück Mk." Fischukragen doppelt Georgette plissiert, sehr 080 kleidsam, weiß, Champagne Mk. � KARSTADT BIJOUTERIE Perlchoker Original franz. Massivperle mit 125 apartem Drehschloß, Stück Mk. Bogenkollier Beste Vergoldung, in aparten lg» Emaillefarben, Stuck.... Mk. 1 Tweed-Kette die große Frühjahrsmode, OjJO diverse Farben, Stück.., Mk. Brochette echt Silber mit Markasiten, OE Stück---- Mk. 1.75, 1.45, Pf. Brochette echt Gold, in modernen Mustern'025 Stück...... Mk. 4,50, 2,90,~ Armband ut vergoldet, moderne Glieder H 80 .-.1. Mk. 3.50, 2.75■ Stück KARSTADT Freitag, 11. 4 Staats-Oper Unter d. Linden TiiVU. D.Fr.lo.1 Jahra-Jb,-!. Hl. 91 20 Uhr Sdiwanda, der Oadelsackpteifer Ende 22�» Uhr Freitag, II. 4. Stadt Oper Bismarckstr. Turnus I IVh Uhr Masdiinlst HopKtas Ende g. 22'/» U ha PIili ihr Btpublik Vorst. SO 19' Uhr Hkjestit ISBt bitten... Muik m Wall« lolls. Lustspioihsus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Tiglich 8«/» Uhr Gesch&llinii Amerika Luttspiel von Frank und Hirschfeld Frankfurlar Allee 3,3 314 Vom Frclf«8. dem 11. April bis Montag, den 14. April 1990 Film: MARIA PAUDLER in Ihrem grösstan Fllmerfolg: Ehestreik (Eine lustige Geschichte um füniMensdien) mit Hann! Weihe, Julius FaUceneieln, LIvlo PavanelU, Georg Alexander. Auf der Bühne: Oaa velMntelliustattoiigi- o. SchSnhsitsliallett IVEN ANDERSEN unier persönlichem Auftrcien von Iren und Karin Andersen Itgin: VodMirtiL C Dir. SsuiMl 5 JO Blir. SmkIjji] Ihr Direktion Dr. Roberl KIcIb Dentsebss Ilinsller-Theil Barbarossa 3937 8'/» Uhr Sex Appeal lishp. x. Fndtrlk lonfih bgli; Fsntir Lirrioq» Albtit Basscnnann, Uad; Ckriitlui BsriinerUiiater Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10'/» Uhr .Iiis, zvai.diei" von FranzMolnar mit Mai Pilhnbirg. Regle: aasLHaning tirtsr: Souper Regie Helm Hilpert. Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral» Theater) Dönh. 2047 Täglich 8'/» Uhr Hotel Slam Lemberg Preise 1, 2, 3 M. TfiaQOQ'Mi LcllUO; DU. irulB Oeorgenstr. 9 Tiglich 8V» Uhr Revue In Itbudt Majuia Preise v. 60 Pf. an. Kleines Theat. Merkur 1624 Tiglich 8V« Uhr madame hat Ausgang Erika von Tcllmann Paul HSrblgcr Hermann SchaufuS LvoTskl, Braut Sarmmb-Mm TDeaier w Kr stnitmuiBitr. Out spiel Hrjtrtiold! Maskraer StutitPuter SV» Uhrt Der Wald bnMI» m Ortnntr Komtidianhaut Täglich 8V» Uhr Naiae SAwester oej idi MinikT.lialpliBiMtlky Metropol-Th. Täglich SV» Uhr Der Betteistndent Pattlera, Alpar, Schiltxendorfüöken Lessing-Tbeater eilMan 27S7,»« Tiglich •8V» Uhr Flamme mit Kiie Dorsdi Franz Lederer HAüSVATEfilAND REVUE tSERVUS 1930' BEIRIEB KEMPIN5KI9" Whschtag morgen? Nur keine Sorgen eschen wird Spiel-durch Ozonit QMDCHG. das selbsttätige Waschmittel bringt nach viertelstündigem Kochen einen verblüffenden Reinigungs- und Bleicherfolg Osonil schont die Wäsche ALUINIOI HERSTE Ll?JiTa�&£pKlKEN VON Dr.THOMPSON'S SEIFENPULVER. DÜSSELDORF .... Es ist der liebe alte > I■ Mitten Im AprnproorBrnm stem er. In einem Pro- cramm. das sim sehen und boren lassen Kann. Morgenpost v. 3 4 Bas lOhrende Variete Leiste Woche I j Rar oodi bis Freitag, II. April 1930 J Tiglich 8 16 iDIe pldns Meisterin) 8U Uhr- ztr 2810— Raachen erlaubt Sonnoband una Sonntag)• 3 Vorstallungen 4 Uhr»nd 8".- 4 Uhr kleine Preiae Reichshallen•Theater AhenOsm Sonniag naöim. E] Das üliinasdieiiiie April Progr. der Stettiner SSnoer HidioLtiltaNlnl Zntr. 11253. Dönhoff. Variete. Tanz. Falkner-Orffiesler Tktat. i. Kolik. Tur 1 Kottb. Str. 6 TägL S Uhr ■uchSonnt. nachm. 3 U. Elite- Singer. DepliiiioB. üslirBrograniD mit d. Mibtn Qjsttnor Kurt Wanger Traute Kos© im Ros�-Theater laroSe Frankfurter Straße 13/1 I Billettkasse: Alex- 3422 und 34941 | Ab Sonnabend, d. 12. April, 8 13 1 die Rokoko-Operette I Ihre Hoiiait die Tänzerin) I in 3 Akten v. Walter W. Coeütel 1 Sonntag, 13 April, nachm. 2.3h I | das entzückende amerlkanischcl Lustspiel Der Nuslergatte | Vorverkauf tigl. v. 11—1 vorm| und 4—9 jbends. «ZGR? lelstungsfähigkeit kennt keine grenzen gedieg«n verarbeitetes, neuzeitlich-forreentchönes Speisezimmer bestehend aus büfett, anrichte, 1 zweizug- tisch und 4 Stühlen mit leder- oder Stoff- polster, insgesamt nur freie, sofortige lieferung, zeitgemäß langfristige teilzahlung besichtigen sie noch heute unsere Schaufenster in der brunnenstraße 1 u. 2 kottbuser dämm 103 frankfurter allee 350 Wilmersdorf er Str. 165 Otto HOrsing spricht Sonnabend abend in der..Neuen Welt" BundesgrQndungsfeier des Reichsbanners, ortsuereln ReubOlin Anfang 19 Ohr Eintrrn 1 m. Oönse 70 gafronn....F{d. von M an Häliiiefgs. jefroren....Pfd. von an Enten 1 gefroren.......... Pfd. von■ 20 Mast- Wner...H ! triscb �eacUaclUet, v.■ 28! Wen GZ.. nefroree....Pfd. tod WT WSS? ar: V*rkMf mwo4I V«rral—-ro>>keh«IUii Eier, Fliehe, Oket uad Sem He, bleibet rem Ttreted eeegeeehieeeee I 00 IPfd. 96. Dampfwursf Sülzwurst.... Spedswurst...... j»#*#«. Fetter Speck...... Pfd. 1,08 Magerer Speck.. Pfd. 1,35 Leberwurst hibsb.»n pm. 1, 1 0 Knoblauchwurst.. Pfd. 1,1 5 Jagdwurst.......... Pfd. 1,20 Prmlsm nur Freitag and Sonnabend. Telephonische Bestellunsen werden bereits ab 830 Uhr entgesensenommenl Obst- und Gemüsekonserven E Grosse frische M> Eier" 85: Wurstwaren Mettwurst 8r.gaedm.Hrt.Ptt. 1,35 Feine Leberwurst pid. 1.45 Schinkenpolnische nd. 1,45 ZervelalederSalamiPU. 1,65 Teewurst............ pfd.1,80 Schinkenspeck....Pfd. 1 ,80 Corned bee} lo«, Pfd. 1,30 Gek. Schinken»/4pfd.50pt Käse und Fette Camembert Schachtel 1 8pt Allg, Stangenkäse ,, 20"J................... Pfd. 45pf. Blockkäse Tili.CrW�PH�Pf. Briekäse voUfett..Pfd.75pi. TilsilervoUfott Pfd.von78Pf.ea Dan. SdiweizeiwuPfd. 84pf. S!einbusch.Ts;i(eti Pid.t88pf.ta Münsterkase»afttt,Pfd. 90pt Edamer 40%, Pfd. von 98?/.« Margarine... Pfd. 50, 62?/. Molkereibulter..Pfd. 1,28 Tafelbulter....... pfd.1,54 Dänische Bulter I p/d. 1,68 | Kaukasischer Schweixer.......... pfd.1,15] Fische und Räucherwaren Kolonialwaren Elerfadennudeln..... Pfd. 48PL Haiigrlni-StückenmdkKar.Pfd.ddPt Kall|. Badeobst Pfd. von SSPtan Kalif. Pflaumen..... fU. 48 Pt Kaffee triecli gteruaC Pfd. ne 1 ,95»n Krümelsdiokolad.-Pulv.Plo.SOPf. «JiDoeo Stangenspargel»»» etuk 3,00 Stangenspargel eebrettrk.. 2,90 Stangenspargel emk...... 2,80 Stangenspargel mittel...... 2,70 Stangenspargel d&nn....... 2,20 Dunge Erbsen fei».........«.1,25 Qemüseerbsen.............. 55 n. Gemischt GemQse nehr fem 1,65 Dunge Erbsen fein,».Karotten 1 ,25 Dunge Erbsen m. guobcit!. Ei,«!!«» 73?!. 3eIIerie In..................... 1,10 Bote Beete................... 65pf. Span. Aprikosen halb« Fmctt 1 ,25 Birnen ganze Flicht............ 98 Pf. Sauerkirschen mit stein..... 1,30 Preisseibeeren.............. 1,20 Kalif. PfirSiChe halbe Frncht.. 1,45 Ananas 700 g, S Scheiben....... 1.25 KO N F1TU R E- STTTTiT ... SOpi.| Hlmbctr, Kirsch 1,30 Ananas........... 145 140 VlerfrUCh«. Marmel.de85pi_ Eimer ca. 2 Pfd. Pflaumen... Aorllcos�Zoflannlsb. 1.15! SrUbaar FrischsX Flsisch Kalbshaxen............... Pfd.68pi. Kalbskamm 0hne3eUage..P(d. 84pi. Kalbskotelett..... von 1,58« dammeivorderfl. pid. von 1,04 an Kalbsschnitzel..ptd. von 2,20 an Kalbsrouladen........ pfil.58 Suppenfleisch....pfd.vou 78?! Gulasch gemiecht........... Pfd. 98 PI. Schmorfleisch Keaieo�ptd. 1,28 Schabefleisch............ pw 1,30 Schweinebauch o�eiuge.pid. 98pi 0«f rlcrfialach Schmorflalsch ohne Knochen, Pfd. 1.20 Rlndcrlunsen frisch.......... Pfd. 44?!. Schweineschulterblatt Pfd. 1,14 Schweineschinken......?m. 1,20 Schwelnekammod.schBii e Big.Ftii.1,32 | EiSbeintn, 3puzbein,gep0k,Pld. 68?!. Pökeikamm miia........ rid. 1.30 Kassier mild......... Pfd. von 1,30 au Hackepeter genant...... pfd.1,12 Roastbeef ohne Knochen.. Pfd. 1.58 Rückenfett bratfertig...... Pfd. 80?! Rindernierentaig roh...P!d 38rt. Gulasch ohne Knochen....... Pfd. 98?!. Suppenfleisch........ Pfd. von 74PI. an Hammetvordcrflelsch FtAvon 88?/. an HammelrOcken.............Pfd. 98pi. Rinderbacken o. Knooin, frizch.pfd. 58?!. Rinderhersen friach.......... Pfd. 64?f Euter Mich.................... Pfd 32?!. Schwclncnleren tr!,cb...„..P!d. 1.12 Rindarleber gefroren......... Pfd. 1,18 Schweineleber frisch........ Pfd. 1,06 Schwe1nek6pfe mit Backe, frisch......... Pfd. 48?/. Backartikel Auszugmehl p/d. 24, 28?/. Süsse Mandeln...Pfd. 1,60 Bittere Mandeln p/d. 2.30 Zilronal............ p/d. 1,40 Orangeat....... Pfd. 1,10 Sultaninen.. Pfd. von 38pf.in Korinthen......... Pfd. 54?/. Kokosraspei..... Pfd. 54pt Maispuder....... p/d. 30?/. Karfo(felmehl....pfd. 18?/. Vanillinzucker i?ak. 20?/. 1 Glas Vanille istan«. 18pt 1 Glas Vanille 2stang. 35pt 2Glas Vanille sstang. 45?/. Rosinen...........p/d. 58?/. Kakao.............. Pfd. 58?/. Obst und Gemüse Kali|.Tafeläp[el..pfd.45pf. )a|{a-Äp|elsinen sm95pf. Apjelsinen...... 4Pfd.85pf. Blutapfelsinen..3 Pfd. 68pf. Bananen......... spfd.85?/. Weisskohl......... p/d. 4pf. Rolkohl............ Pfd.l2pf. Wirsingkohl...... Pfd. 1 2pl Spinal............ 3 p/d. 28?/. Rote Rüben...... spfd.20pf. Sellerie............ Pfd. 9pt Salat........... 2 Kopie 25pt Ostet-Antebote unserer Uelnobtellung Preise oline Flasche 1 SSBer Wiltinger Motel..... 1>, Fl.| IKBerSenhaimwlay......) V; Fl HJSartmlieim.«nainheise I<|00 j 1823»rMBtlciih.S«hlca»l>.Bat.> M40 1321er Dilrkhejm. Feuerosrg i 1 10FI 1923erWinningerEch»telo.. i BIOR Roter Tarregont.......... J 9,50 i Alu«chi»,:�si.1<.-irr.-DMS9rr»=ir) 13,{0 Foter süi»«r Johannlabeer-, Heidelbter- n. t'f,'V � IpF? Stachelbeerwein,.Lider", eflsser Ai felwcin/Fi»«#Pt 7,00 MerOgpenheimer, mit-V/iFUGFL 1 lOEBerUeeer Kiäderberg.V/.Fi.lOn. lelvollerTischwein..;• 1 19 1 1tSO! rassiger Mosel...... J-f 60 1CS0 OOsrTrtleerSretciiefl 1 III 1928erüppenli. Boldberg) 1 Iii —........1 1 1927er Wink. Rteensprpngi .}l«135a 1 1S�ÄJ2M2251 1928er OppenHeimsr, tel voller Tisch w 19298rTrel«er6rctciitii 1925er Liebfraumilch 1927er Haokenheimer Kirchberg........ Releriobtnnlibterwdff,| Rhelnpfalxer WeU9««lR. BÜtCeiroUe II. Quälit. begännt gute L�PLttnS" ur.rtttri.473 trlg. Ineel Samoe, i«dr fite le!ts6«M Qmiität 4M E 7M ttr. 1 Ltr,-Fl/ *** n/llinhrailli Rttkere Speiialitlt, vorzdgl. �60 NcluOrSul! abgelagerte Vuslitit... Liter-9 Sciiokoladen- Osterhasen I?» allen Preislagen ■ Oster-KonffitSren in grosser Auswahl Ostereier geiam, st 5. 10. 20. 30pf. Marzipaneier sttek 5. 10, 20. 50it Dragee-Eier.............«i.pfd. 35pt Geleemischung«/, pii 50pt Streuselkugeln pid. 50«. Gebrannte Mandeln....'/, p/d. 50pi Kokosmakronen........«/.pw, 50 pl Schmeizbork.>Schok...t/lpfd 65?!. Deilkatessschnitte.....>.,pfm.d 65?!, Mokkabohnen...........-/, p/d. 95?/. Rralinenrnischung.......'/,?», 95«. Sandgebäck.................. p/d. 95?/. MUchkroketten............ Eoue 25?!. TOffeeS in Blechdosaa......... Dose 35?!. 3 Tafeln Schokolade-«ri ei«, z 95« Geschenk» Ostereier In grosser Auswahl irlZlUn 10 Ltück.. Hauslialt- Gemilse VfDpse... 0.118 W«S unB Geflügel supoeniiöiiner ��1.05 Emen getrumi Pfand ab 1a25 uioigaliiliiner tä 0.88 Pülen gefroren... PM. 1.25 ßrsthonner,.. 8.� 1.25 Weine 1928er ß&erlisardterv.PL 0.75 l92BerinaiHamniepep. 1.15 l928erLiKi!rEiPaoIilx!rg. 1.30 1,50 ROWjein von und mild, lo« Llr. 1.00 joüannisDeeruoin.0.0 L«r. 0.75 APtOiiVCiO �loee.. UrO.75 KSfe und Fette Pfund Roinadour wo sack 0.20 sjaoqenHaso w.pid.o.48 Camemüarimict�iO.RO Karzer PM..p.k«t. o.zs Tilsiter voiKett, 0.82 BrtaHasa voikou..0.72 stainiiusc&ervoDfet. 0.95 Konserve«...uo» Harottan gwchnitten.,, 0.32 Junge Erbsen...... o.ss Leipzigsr Allerlei..... 0.88 1.90 2.10 0.68 0.60 0.60 1.10 0.86 1.10 0.65 0.60 1.08 1.25 1.35 Pralt« nur Freitag und Sennabend/ Verkauf soweit Vorrat/ Mengenabgaba vorbehalten Eilige Besfellangco— mUndUche. scbriitliche und leleioni.cho Brectispargsl ohne xspi*,, Brechspargel..... Kohlrabi l........ Schnittbohnen...... Brechhohnen...... Siangen-Brechbohnen... Junge Erbaen m...-..-«... Keiniccbtea bemliae»m.»«, Ptiaomen»h sieh...... Apletmus.......?.. Ananas ca. g...... Aprihosen........ Pftrstctie......... Pliaumenntüs� 2 » tlmer 0.95 FrßsweSSkeßsw� Schweinebauch, o. Beilage 0.9S Schwelneschlnkcn... 1.20 Kamm und Schuft... 1.30 Ketolelt....... ab 1.34 Kasseler....... ab 1.30 RUckonfatt, bratfertig... 0.80 Kalbskamm....... 0.84 Kalbsbug u. Brust... 0.94 Kalbskeule....... 1.C4 Hammelvorderflalsch. 1.04 Schmorfieisch...... 1.28 Suppanfl., Querrippen ab 0.75 Liesen.......... 0.72 PöMelkamm....... 1.30 Gesrier-Fketssö«-u Schmorfleisch oliDeKnochuul.20 Suppenfleisch.... ab 0.74 Hammelvorderfleisch. 0.88 flecke.......... 0.28 Clsbcln 01. SDitibeln.gepCkelt.Pld. 0.88 Schinkenbein« lriscb.. 0.S2 — werden durch die Lebensmittel»Bestellannehme bereite ab 8l/a Uhr ent'legen genommen I Dvst«no GeniMe . Phrnd 0.12 Pfund 0.12 Pfimd 0.05 Pfund 0.05 .. Kogl 0.15 Pfund 1.25 scbufPizar Kise FrQiiatbcKcUse 211 o/t, H ttück Vml» ffloimraibutter 1.32 Obn. Butter Irin». 1.68 lüargariQSiowvoo k 0.50 cocostatt 0-50 CTätK&ertooren BQckling«........ 0.24 Sprollan......... 0.38 Seelachs........ 0.48 Flundern(Riesen)..... 0.45 Seehaase........ 0.88 Ols3rdlnenlDo<:e 0.68, 0.45, 0.35 Bockwürste 6-Stück-Dose 1.35 BratiierInga.RoitnioßS.Disinarckiisrinat und Harlan in aaisa. grou« Dose o.rs kleine 0ose0.48 POkemeisGh. Konfitüren vooei-Eier... 0.15 liüB-Eler..... v,«d 0.35 TPöliei Eiep.,,, v, ptc. 0.40 Oster Packungen u. Geschenk-Eier in großer Auswahl murfitooren Blul-u. Leberwurst««d 0.64 Datupfwurst.. �0.95 Fieiscnwurs!...«�0.95 Haoiisatiiet-ltlierwDfSt«u.d 0.95 Jaotiuiurst.....«d. 1.18 liuBschinken.. �1.95 schinkenspeck. 1.78 Salamt......« dl.58 Cerueiat» Feudum.«d. 1.90 .'m Pfund 0.45 uiirsingkoni.. itDIHObl weiOkohl ntöbren SalSt Irischer bell, SPlIial Iriseber, hiesiger, Pfand 0.10 Sellerie____...«..d 0.10 Zitronen.... �4 0.38 Apieisinen.- 0.95 Biuiapieisinsn 3«�4 0.68 BonrienkaiieeRsrei�leOO Auszugtsehi Auszugntahl Zucher... Sultaninen. Korinthan.. �atfortifel Pfund ...0.25 winoi 1»20 .. 0.28 .. 0.42 .. 0.48 ntapdaiit niiMr/» 0,40 Pfund IRandeiersatz..0.58 cocosraapei.. 0.54 Cltronat.'. v. nd. 0.40 Orangeat..v• Milium 1 m Min m iim niiiitiiiir f Frühjahrs- Mäntel! Gabardine-Mäntel! Trenchcoats f Sacco-Anzüge =-...,..- � � � rnocjei-ne :»I« Ulstnr oder Ragrlan x bleu und farbig z mit und ohne Futier z prachtvolle Deesini I vonM39.-bisM155.- I vonM48.- bisM125.-[ von M 25.- bis M65.-| voniy535.-blsMl 10.-| "..................................................-?....................'"•<•••111 mihi luiimiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiuiimimiiiuiMmiiiiiitiimmimtimmim miiiiiiiiii i------ llllUmiMHIIIIIIM. — Sport-Anzüge— ifafSiidlÄ® Cc-traüdl'crnFratfc fi'O bn der Pcfrikirchg. X motorenfcau, sowie den Betrieben für Bergwerksmaschin�n, Walz- Werksanlagen und Zerkleinerungsmaschinen war ein« Belebung fest- zustellen. Verirufiung steigert Gewinne. Oer erste Abschluß des deutschen Papiertrusts. Die Feld mühle Papier- und Zellstoff-Worke A.-G. in Stettin befand sich schon seit jeher in der deutschen Drück- Papierindustrie an führender Stelle. Die im vergangenen Frühjahr vollzogene Verschmelzung mit dem gleichfalls bedeutenden rheinischen Unternehmen Zeisholz hat aber der Feldmühle innerhalb der deutschen Papierindustrie eine t ruft artige Machtstellung verschafft. Mit einer Jahresproduktion von über 170 000 Tonnen Papier besitzt sie im deutschen Druckpapierkartell ausschlug- gebenden Einfluß aus die Preispolitik des Verbandes. Schon der erste Iahresabsckzlutz nach der Verschmelzung weist erheblich« Mehrgewinne oust die aus der Rationalisierung erzielt wurden. Während Fcldmllhle und Reisholz zusammen in dem vorhergehenden Betriebsjahr einen Rohgewiim von 9,1 Mil- lioncn auswiesen, hat sich diese(Sewinnzifscr bei dem neuen Ein- b?itsuntern«hmen aus fast 10 Millionen Mark erhöht. Dagegen sind die Unkosten ganz beträchtlich, von 2,27 aus 1,64 Millionen, heruntergedrückt worden. Nach Zlbzug erhöhter Abschrei- 'bungen von 2,7o gegen 2,4 Millionen verbleibt ein Rein- gewinn von fast vier Millionen, der um onnöhernd 30 P r o z. über den Ertragen liegt, welckre die Feldmühle und Rcishol; A.-G. im norhcrgehenden Jahre erzielt hotte». Es kann daher aus das erhöhte Aktienkapital von 26 Millionen die gleich hohe Di vi- dcnde von 12 Pro z. ausgezahlt werden, ohne daß der Reingewinn dafür voll beansprucht wir». In der Bilanz sind die schon vorhandenen starken inneren Reserven im Berichtsjahr durch Slbschreibhng der Wcrtpapier- und Beteiligungspasten von 264 000 Mark auf dem bloßen E rinne- rungswert von 12 Mark beträchtlich aufgefüllt worden. Die Forderungen erscheinen mit 10,7 Millionen, darunter 2,8 Millionen Bankguthaben, während die Schulden einschließlich der Bauvcrpffichtungen mit etwa 0 Millionen ausgewiesen werden. Die Vorräte haben sich van 11 aus 14,6 Millionen erhöht, worunter sich 2,3 Millionen Halb- und Fertigfabritate befinden. Das Unter- nehmen ist auch' im laufenden Jahr in allen Abteilungen vollbeschäftigt. Die Aufhebung der Gefrierfleischemsuhr Sie schadet der �andwirtfchost. Der Fochausschiis; für Flcischverjorgung weist unter Benutzung van amtlichem statistischen Material daraus hin, daß die Aushebung der Gesrierfleischcinfuhr, wie sie in Schiele?„AgrorprogramM" be- abfichiigt ist, der Landwirtschost nicht nur nichts nützen, sondern ihr sogar schaden wird. Dafür sprechen alle Ersahrungen der Bcr- gangenhcit. Als am 1. Oktober 192,? die Kontingentierung der Gefrierjtcischeinfuhr eingeführt wurde, gingen die Preise für Rinder, Ochsen, Bullen und Färsen weiter zurück. Als das Emstchr- fotttingeiTt am 1. Oktober 1926 erhöht wurde, die Einfuhr sich also verstärkte, hat sich die damalige Aust»ärtÄ>cwegung der Vieh- preise fortgesetzt. Als ab 1. Februar 1928 eine Kürzung des Cinfuhrkontingents von 120 000 auf 102 000 Tonnen crsolgte, begann erst recht ein Sinken her Rindviehpreise, und als ab I. Mai 1928 das Kontingents güf pO 000 Tonnen eriitähigt wurde. sanken die Riichuiehpreifc weiter. Es ist also«in'Unsug. ganz. rrbgeiehlm' von dem dohintxrstichendcn Verbrechen an der minder- bemittelten Bevölkerung, von der Aushebung der Gesricrsleischeinsuhr bessere Tichpreise erwarten zu wollen. Finanzierung des Wohnungsbaues. Ein Programm des Reichswirtschastsrais. Der Rcichswirtschaftsrat(Ausschuß für Siedlung?- und Wohnungswesen) Ixst ein großzügiges Wohnungsbau- finanzicrungsprogromm ausgearbeitet. Das Programm legt den Hauptweet darauf, möglichst schnell Kapital für den Bau- markt zur Dersügung zu stellen. In diesem Simie werden die Auf- Hebung der Ka pi t a l e rt r ag st e u e r aus Alt- und Reu- owissstmen festverzinslicher Werte zwecks Belebung des Pfandbrief- absatzes im In- und Auslande und weiter Maßnahmen gegen die Käpitalfiuchr verlangt. Der Umfang der Zwischen kredite soll dadurch gefördert werden, daß die durch Umwandlung in Dauer- kredite freigewordeven Mittel zur Zwischmtrediticrung benutzt werden. Außerdem soll das � Reich die bis jetzt. nicht zurück- geforderten Reichszwtschenkredite' den Ländern noch für das Jahr 1930 belasten. Im übrigen enthält das Programm die Aufforderung an die öffentlichirechtÜchsn Kreditanstalten usw., möglichst viel und rasch Kapital für den Vounrarkt bereitzustellen und eine Aufforderung an die Sparkassen, neben ihrer Mitwirkung an der Umschuldungsaktion der Kommunen den Wobnungsbau nicht zu vernachlässigen. Den Schwierigkesten bei der Beschaffung der zweiten Hypothek will man dadurch begegnen, daß man die H a u s zi n s ste u c r- mit fei er h ö ht. D-rr-on verspricht man sich auch eine Senkung d«r Neubaumieten. Der- Wa h nu n g s b a u 1 93 0 soll sich auch auf die Her- stellung von Wohnungen mit 2';? Räumen in Größe von 40 bis 59' Quadratmeter und die Herstellung von Wohnunzen mit Räumen in Grenzen des ortiichen Bedarfs bsfchränken. Außerdem wird oirgereot, die Bestimmungen der Länder über die Bcr- wendung eines Teils der Hauszinssteucrmiltel für B ü r g s ch o f t s- s i che r u n g und die Erhaltung reparaturbedürftiger Zlltivohnüngen zu erweitern. Der wichtigste Teil des Programms ist ein« Anregung an den Rcichsiinattzmmister, aus die B e r a t u» g s st e l l e für Aus- I a n d s a n l e i h c n dahin einzuwirken, daß sie die Ausnahme von Aiislandfgeld zu angemessenen Bedingungen auch für Zwecke des Wohnungsbaus und für Kvnrmunalanlechen erleichtert, di« der Um- Ichukdungsa'ktion und damit dem Zwecke der Bauwirtschast dienen. »ws-udonge» für dies« zwbrll sind Berlin SB LZ, Lindcaitraße Z. parieinachrichien/W� für Groß-Nerlin tet» nn da» Bezirinsekrriariai . Hof, 2 Trepp«» recht», z» richten. Große Auftrüge für Siemens und AEG. Für die Elektrifi- zierimg der Berliner E t a M- und Vorortbahnen hat die AEG. gemeinsam wjt den Siemeus-Schuckert-Wsrken weitere große- Aufträge auf Montage und Lieserung elektrischer Au?- rüstungstcOe sar 66 Triebwagen und 96 Beiwagen erhalten. Die AEG. erhielt außerdem noch Bestellungen auf 127 Motor e. Auch in Dolnisch-Oberschlesien schwere Wirtschaftskrise. Die Ab- satzstockungen in der polnisch-oberschlesischen Industrie haben sich im letzten Vierteljahr zuseheitds verschärft. In den Zech«nbetrieb>m sind seit Anfang Januar über 8000 Bergleute entlassen morden. Auch in den Zinkhütten, den Gsenbctriebsn und ben chemischen Werken setzen sich die Abbouinnfmälstnen in ver. fiärktem Maß« jo-st. Insgesamt hat im ostabcrschlesischen Industrie- rcoser die Arbeitslosigkeit vom Januar bis'Marz um mehr als 10 000 Personen zugenommen. Die neuen �unktionärkarten für das Jahr 1030 sind im Bczirkssckretariat, Liudcn- st raste 3, Zimmer 5, erhältlich. * Zum Notopfcr für die Erwerbslosen wurden aus dem Bildungskurfus des Allgemeinen Deutschen Beamtcnbundes in Buckow 53,30 M. und von der Betricbsfraktion der SPD. im Landesjugcndamt Berlin 75 M. gesammelt und an de Bezirkskaste abgeliefert, worüber hierdurch mit bestem Dank quittiert wird. I. 2L: Alex Page!?. •> 1. Nrei» Witte. Heute. Steiles, 11. an it. um l!Uz Uhr, Situns des tnarren .«tteisvotttcudes mit den Stjirlstesaielcsiccltn bei Dobwhtaw, Swine» mUnbet Sit. II. 4. Btei» Prenilonet Ber». tfie Orhner der Proletarischen Seierstunde treffen sich am Sonntas, 1Z. April.? Uhr..»im Dienst im Ewftcn Schaustriethaus. II. Brei» Srflönebets. Heute, Sreitaa, 11. April, 20 Uhr, Sihnns de» e nee reu Btliiuorstonde» mit hen Pciirtstasedelesierten hei Witt, Mart>»-Luther. Strohe«0.— Loran,eise! Montas, 14. April, 10>ä Uhr, Mitsliedervee- sammiunq im Lolal Pieeadilll grüher Wilbelmshosl. Sberdstr. 00. Voitro«: „Die politische Laae und der Bamps um die Sozialpolitil". Steserent Ztudols Wilsell, M. d. Zt. Türlontrolle: 70. Bbteiluua. IZ. Brei» Tcnipclhsf. Alle Genossen heteitisen stch heute. Sreitas. lt. April, um 10 Uhr an her Demonitration der 81. Adteilims. Die Venrlotass- delesierten teeifcn sich nach der Bundschuus im Lokal üommerenino. Berliner Str. 100. 14. Breis Reukölln. Heute, 10'A Uhr, in Neukölln. Bersstr, 20. Besinn des .0 lief Ii«..Berlin, die S'adt der Arbeit, die Stadt des Prosetariatz". Lrhrer: Greaor Biensioil. Anmeldnna im SchuUokal.— Tie Ben feil Oer Arbeiter» jnaend oeranstattet heule. Sreilas. eine gusend- und Echulcntlalsunssfeicr im Saalhau. Berustr. 147. Cinloh 19 Uhr. Besinn 10>z Uhr. Eintritt 00 Pf. Mullk, Silin, Rezitation. Sprechehor ilspo. Die Parteisenossen und Parteis-nokfinncn nierden sedt'en. ihre Kinder an der Seier teilnchmeii m lasten und nach Moslichkeit selbst ou ersäieincn. Heute, Freitag. 11. April. 82. Abt. Steeliti. Alle Genossen schicken die öchulentlafirnen zum SinWirunas» abend der SAI. um 20 Uhr im Saal des Susendhauses. Siemmlnsssr. 14b, Scke Peulsenstesüe. Auch Ernrachsene als Gäste willkommen. Gintritt frei. ---"' 8.1. Abt. Tewpelbet. Demonstrotion um 10 Uhr ab Ullsteiu-Ha»», «in Taltowsonal. Anschiiehend um 20 Uhr in der Aula de» Rcalgnmoa- stuui». Baileriu-Ausulio-Strohe, srohr Knndaehun«. Bortrasi»Di« notiaualistilche Gel« hl". Referent Zohsnuro vtellins. M. d. 3t. Sr. scheint in Zita Isen! r.--. j.; j j,. t-ä�chr» 88. Abt. Atariendsri. Alle Genossen beteiliacn sich an der Demonstration der 85 Abteiluna. 10 Uhr. ob Ullstein-Laus. 05. Abt. Neukölln. Dje arbeitslosen Genossen werden aebeten. die Theater- karten tiir die Bolksbühne, welche keine Berwenhuna finden, umsehend beim Genossen?ie.wrs. Ziethenstr. 71. abiluseben. ILO-. Abt. S-eie Schalle. Pünktlich 20 Uhr im DGollenkrus Zlliialiederaersam«» luna. Barteaa:-Bcrwaltunssresorm der Stadt Perlin nnd die politische Läse". Referent Büreerrleistcr Barl Leid, ts wird»ablicichrz Erscheinen erwartet. Morgen. Sonnabend. 12. April. 73. Abt. Bannt«. 20 Uhr Zadlabend im Lokal Reichsadler, Biniastrabc. Be- sprechuns der Raifeier. HZ. Abt. S>hmöck»>ii>.»airalirenhos und Rouchfonse Werder, zo Uhr im Eafe Landhaus. Schmöckwiji. au der Drücke, Witsliederversammluna. Zrauenveransialiuna. lZ8. Abt. Lermsdert. Heute um l» Uhr Besschtünma des Museum» sitr Srauen. künde. Gharlottenburs, Berliner Str. 137. Treffpunkt um 17U Uhr an der Eiidstalion des Omnibus. Hcrmsdorf, Zleue Bismarckltoahe. Iungfozialifien. Gruppe Temv?lbof-Maricudo?f: Seute, �reitaa, beteiliacn w'.r uns acfchlsssen au ber Demonstration der 85. Abtoiluna. Gruppe Südost: Heitte, �rritaq. It. Avril, um 20 Itlir, mi Iusendheim Wranaelstr. 128. Bortraa: �Alassensschetduna und Klassenkampf in bcc Ge- schickte". Rcfe'-fniin Dr. Dora Fabian. Gruppe Sifrsa: Heute. 20 UTir, im Iuacnicheim Dorckstr. 1.1., s?ort-sc�unq des ?bema«„D'e aeaenivartine Wirtschaftliche Lac,e und der Marxismus.". Referent Gcuossa Wosa'iü:--Söuutaa. IS.'Apml-,-treffen wir-uns 8?� Uhr- am Stettiner Borortbobnhk>k.,Ovv Mbrt-«ach Lshmtz?.-'- e. Gruppe Schr.vcScla: Heute, �reita� vLnkklick AZ' Iuqetidbemt' Schöne- borq. Hauptftr. V*, wicktiae Mi tq liederversanwUün q.-Ctscheinen. aller Mitglieder Vflicht.- 19 Uhr ssünktionärsshuna. Weddinq-Gesundbrunuen: Heute. 19� Ubr. in der AI?o7idlses Erscheinen erforderlich. Nachzüsler E-le Echönrhers. Hauptstrasse. Schönedcrs-Sriedeuau: 20 Uhr erster Bunter Abend des gunsdanncrs im srossrn Saal des Eafo Sehönebera. vaupt- Ecke AIa,wn. strahe. Alle Bameraden mit Ansehäriaen stnd her,l>ch emseladen. Tempelho« lOrtsoereini: Aütrcfen 19 Uhr Ullsteinstrasse ,«n Demonstratu>nsumu,s. An- schliessend Bundacduna in der Aula Baiserin-Auausta�trasse. Die Bamerad. schaftsslNuns in Lichtenrade sollt aus. Treptow. Svortabteil'MS; 2» �r Hand. höllfituna bei Winklcr. OberschSneweide. Wilhelminenhof. Ecke wchlohpackstrahe. Lichtenbera. Bamcradschasr TravcplaN: 10'- Uhr bei Sestonert wlchtises Referol. Sonnabend. 12. April. 20 Uhr, bei Seivkc. Bamkradschait-persammkuns.— SrkedrtGabaiü: Achums!' Sonnustend. 12/ Avrtt. Väsfiorscherne zum Spor-'plan Sfi Busch. Tilstter Str. S?. Zechen"«. und�««��Hbal«».—-Saupta«. 13. April. WeddiNS. gunadanner: 7 Uhr Abelen Bck«nbof G�ndhtnnuen ku Uniform nur Uehuns. Sabraeld 60 B'.■ Rückkehr!7 Uhr. TrepGw:Sondbell. spie Ir Mannsänift II seaen Breuicherq II, 0—10 Uhr, Wublheidc. Dberschboe- meide! MannW I ses?n Ti-rs-r.en 1. 10-11 Uhr. Wuhlkitide. Lichtenberg lS-tso-teinl: Besschtisuns hes Slushafens mit Ssmil:enanaest°r:s°n...Zwck m:t -Sunde snedel.— EHarlottenbura, Bsmeradschatt Wittenderg: 16. Apwl Barne. rud- schalt su ersammluna im Lokal Schön. Anabachct Str. 45. Erscheinen unbedinat PfliSlt._ Rpichskortell Republik. Sportplass Sriedrichafelde: Sonnabend. 12. April. Arbeitsdienst aller adtommsichen, Bameraden. Sonntas. 13. April, von 8 b!» 12 Uhr schiessen die Ortsoereine Pren, lauer Vera und Breuv>«rs: van 12 d:, 17 Uhr Deddina und Reinickendorf. Die folsenden Tase bis ernfchlirsslich ffreu tas bleiben den aenannten Ortsoeremen«leichlalls frei.. Swi« Arsteiter-Swerauto-Bereinisuna. Wichtiae B-onatsoersammluna am !I April 10U Ubr, im Metallardeiter-Berbandsbau,. Linienstr. 88— HZ, rm Bihliotbels, immer. Bortras de»»am. Bembe:.1� wznilo 6«»ümatlro. Im Reich-baod Deuticher Mieter. Verband Becki». e». Am Sreitas.ll. April. 20 Uhr. in L-dmanos Sestfälen. Lankwiss. Kmser.W�e�str.�-A. öfsesst. liche Mieteroeriammluns. Der Borsssscnde� Herr Dtto Tb-lr. unrd üher das üuCiinftme ScktrfmT der Mieter sprechen.— Montaa, U. April? 20 Uhr. juristischer Bortraa im Etadckwuo. Saal AS �o�rstpate». Das Referat hat Herr Ämlsaerichtsrat Auerbach über das Tbema.„In- wiewert bat das Mieteinisunasanck ither Rechtsirasen ,u entscheiden?«h, tiUtsfortcn stnd in der Hauptseschastsstrlle. Potsdamer»tr. 56. unentseltl!» e rnera nta- Gesellschaft Eharlattenbura. Montas. 14. April. 20 Ubr. Bond:. torci Wolter. Eisarlottenburs. Bismarckstr. 114 lBniel, Blub, immer, Bonperia» Zions- und Uebunssahend. Gbste Sport. Rcuricu zu Manendorf am Donuerstag- dem 10. AprU. 1. Rennen. 1. Morgengrutz 7 ungepflügtcn Gras- garten. Erst seitdem man dies« Zusammenhättge kannte, war es möglich, in der Bodenbearbeitung nicht bloß annähernd, sondern rationell zu arbeiten. Der Pflug windet große Schollen um und legt sie in Reihen: dadurch bringt er nicht nur den Dünger unter die Erde, sonder» auch die Bo-denbes tandteile durcheinander. Aber er tut es in allergröbster Weife und darum kann man ihn doch nur als ein unzulängliches und deshalb auch veraltetes Werkzeug bezeichnen. Er bedarf, eben zur Zerkleinerung und besseren Mischung der groben Schollen, eines Nacharbeiters. Das ist die Egge oder der Rechen. Wegen feiner nur annähernden Leistungen wird er denn auch immer mehr durch ein neues Werk.zeug in der Bodenbearbeitung ersetzt, Kmtfch durch istg welche jadjt nur SchoHgo. schafft, sondern sie auch durcheinander wirbelt und nachmals zerkleinert, also jedenfalls die Arbeit von Pflug und Egge bei gleicher Kraftanwendung vereint. Darum gehört der Bodenfräse, die man in kleinen Modellen auch für Gartenzwccke baut, jedenfalls die Zu- kunft und es ist nur das gerade bei dem Landvolk noch größere als sonst wirksame Schwergewicht des Herkömmlichen, das bisher ihre allgemeine Einführung verhinderte. Aber auch die Bodenfräse schafft noch nicht das Letzte, was die Wurzel braucht, ebenso wenig die Harke des Fcldarbeiters oder Gärtners. Sogar wen» man die Gartenerde siebt, hat man ihr noch innner nicht die Fcinkrümclung verliehen, die für das Wurzel- leben unentbehrlich ist. Da gehören immer noch Kleinarbeiter im Dunklen der Erdtiefe dazu und die �Lekanntfchaft mit ihnen ist die letzte große Entdeckung auf landwirtschaftlichem Gebiete. Eigentlich war cm Teil dieser unterirdischen Arbeiter schon von je dem Landwirt bekannt. Cr hat sie imr lange Zeit törichterweise für Ungeziefer geholten und zertreten, wo er ihrer hobhast werden konnte. Denn er hat bemerkt, daß Drohtwürmcr, d. h. die Larven des Saatschnellkäfers, die Gctrcidewurzeln abbeißen und Engerlinge an den Wurzeln nagen, und er hat diese Erfahrung etwas vorschnell auf olles übeckragen, was da im Acker in den Erdlöchern aus- und cinfchlüpft. Da kommen aber zehn Rützlmge auf einen Schädling. Auch der namentlich im Garten als arger Schädling grausam ver- folgt« Regenwurm gehört als Ganzes genommen zu den Der- mögcnswcrten der Grundbesitzer, er ist ein fleißiger Arbeiter im Dunkeln. Er ist der Riese unter diesen Kleinarbeitcrn, von denen es mehrere hundert verschiedene Formen im Boden gibt, die zu allen möglichen Tier- und Pflanzenklossen gehören. Wahlgemerkt, hier handelt es sich nicht um die allbekannten Bodenbakterien und Pilze, denn die sind nur chemische Arbeiter und haben mit der mechanischen Beschaffenheit der Ackererde nichts zu schassen, außer sie erzeugen Kohlensäur« und befördern die Verwitterung und dadurch den Zoe? fall. Die Arbeit, die hier gewünscht wird, ist Zerkleinerung, Mi- schung. Durcheinandertragen, wirklicher Transport. Der Erde fressende Regenwurm, der sie verdaut und verkleinert wiedergibt und ganze lange Gänge mit mechanisch verseinerter Erde füllt, leistet darin Mustergültiges, aber noch schafft er auch nicht das Letzte, was die Pflanzenwurzel braucht. Das, was er wieder- gibt, nnrß in noch kleinere Flöckchen ausgelöst werden. Es ist etwa vier- bis zehnmal zu groß. Da sind noch Blatt-, Wurzel- und Holz- svückchen dabei, die von Insektenlarven, Kleinkäfern, Tausendfüßlern, Springschwänzen zerschrotet werden müssen, um brauchbar zu sein. Was sie übrig lassen, geht noch einmal durch die Mühle des Lebens. Sie schlüpfen in kleinen, meist sclvstgegrabenen Gängen, Tunnels und Erdspalten aus und ein. In den zartesten Ritzen, die meist schon mit Wasser erfüllt sind, leben aber erst noch Borsten- und Fadenwürmer und Rädertiere sowie Wrticrchen von fast mikro- skopischer Kleinheit. Die längsten Geschöpfe dieser Art sind etwa einen bis drei Millimeter groß. Soweit sie sich nicht gegenseitig verfolgen, fressen sie wieder Erde wie der Regenwurm, nur diesmal schon zerkleinerte, feinste Sieberde, die in mikroskopische Krümelchen durch sie verwandelt wird. Den letzten Schliff ober erholten diese durch Wurzelfüßler und dodenbcwohnende Wimpertierchen, die das alles nochmals verdaue,: und in den Zustand bringen, der der Ge- treidewurzcl paßt. Sie olle zustmnnen sind aber auch die Mischer, die Durchlüster, Kohlenschireproduzenten. Groß- und Kleinwürmer, Küfer- und Fliege illarven, Spinnentiere, Tausendfüßler, Infusorien und Kieselalgen, das find die Kleinarbeiter im dunklen: die Heinzel- mäimchcn, von denen der Laichwirt nichts weiß und die das Wescnt- liche der Boden bereitung für ihn besorgen. Ohne sie wäre nie die Landwirtschast entstanden, denn sie sind eine der wichtigsten Bor- bedingungen der Fruchtbarkeit, und so bewahrheitet sich hier wieder einmal das Wort, daß die kleinsten Dinge bei große» Vorgängen die wichtigsten sind. eike: 3)ie QoUlchedin- eine Verkannte Man kann auch heute noch über eine so viel umstrittene litcra- rtsche Größe wie Gottsched, dessen Name gerade in diesem Jahr, in dem zwei Jahrhunderte seit dem Erscheinen seines„Versuchs einer kritischen Dichtkunst vor die Deutschen" vergongen sind, sehr gefeiert wird, verschiedener Meinung sein. Zwar bemüht sich di« in Bertin gegründete Gottschcd-Gcsellschaft, der Bedeutung dieses Reformators der deutschen Literatur gerecht zu werden und seine Verdienste in der Ocssentiichkeit bekannt werden zu lassen. Aber es gibt auch heute noch ablehnende Stimmen genug, für die Gottsched nur ein unbedeutender, hölzerner, trockener Pedant ist. Aber selbst seine Gegner können nicht leugnen, daß der Leipziger Prvsessor in Doutjchlqich eine Zeitlang umunichränkte literarische Autorität besaß und daß eine starke Wirkung von- seiner Persönlichkeit uird seinem Wevk.ausging..In diesem Sinne haben auch vor allen, neuere Der- ösfentlichungen versucht, der zweifellos anerkennenswerten litera- rischen Tot Gottscheds gerecht zu werden und feine großen Verdienste hervorzuheben. Um so überraschender ist es, daß überhaupt nicht oder doch nur in seltenen Fällen der„Gottschedin", wie sie damals genannt wurde, gedacht wird. Es ist nur dadurch erklärlich, daß sich die ganze Aus- merksanrkeit der Zeitgenossen auf den Mann wandt«, ganz abgesehen davon,'daß auch der leistungsfähigen, begabten Frau im 18. Jahr- hundert nur ein sehr beschränkter Kreis zugebilligt wurde, in dem sie sich auswirken konnte. So nur konnte es geschehen, daß Frau Gott- sched zur Zeit ihres Lebens bescheiden in, Himergrund stand und daß sie heute zu den vallkonnnen vergessenen Frauen gehört, deren Namen man höchstens noch in einer größeren Literaturgeschichte an- trifft. Aber selbst hier wird sie meist etwas herablassend und flüchtig behandelt und dient im wesentlichen nur dazu, die Bedeutimg chres Gatten, dessen treue„Schreibgehilsin" sie gewesen sei, zu unter- streichen. Und doch verdient diese außergewöhnliche, kluge, feinsinnige und dabei durchaus unverbildete Frau, daß man sie der Der- gesscnheit entzieht und daß man vor allem auch ihren Namen nemtt, wenn man Gottscheds Werk rühmt. Denn, man darf heute mit Sichccheit behaupten, daß sie ihren, Gatten nicht nur mit mechanischen Schreibarbeiten zur Hand gegangen ist, sondern daß sie auch durch ihr eigenes literarisches Schaffen und ihr klares Urteil Gottscheds Werk nicht unwefenilich beeinflußte. Luise Gottsched ciüstamime einer angesehenen Donziger Familie. Sie hotte eine ausgezeichnete Erziehung und Ausbildung genössen und stand musikalisch wie literarisch aus einer für eine Frau der damaligen Zeit ungewöhnlichen Höhe. Die bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs und Englands waren ihr im Urtext ge- läusig, und ihr« stark« Sprachbegabung wurde vertieft und erweitert durch die Lektüre oller Neuerscheinungei, auf dem englischen und französischen Büchermärkte. Als echtes Kind des 18. Jahrhunderts liebte sie vor allem die französische Kuittir, und die französische Sprache war ihr zur zweiten Muttersprache geworden. Sie bediente sich ihrer in ihren Briefen bis in ihre Bcrlobungszeit hinein, und erst der energische Einspruch ihres Bräutigams Gottsched, der sich in seinem patriotischen Empfinden verletzt fühlle, veranlaßte sie, sich der deutschen Sprache etwas liebevoller anzunehmen und sie fortan in ihrem Schriftwechsel onzuwcichen. Aber der französiichcn Literatur gehörte auch weiterhin ihre Liebe. Die Klarheit, der Witz und di« Geistesschärse des größten Lnstspieldichters Moliere, der beißende Spott und der scharfe Verstand Voltaires, die Grazie und Heiterkest des beliebten Komödiendichtcrs Destouches— dies alles kam ihrer eigenen ZZeranlagung entgegen. In diesen drei Atännern sah sie ihr Ziel und ihr Vorbild. Als Gottsched das Sarranelwerk „Die Schaubühne" herausgab, in den, oufführenswerte Stücke er- scheinen sollten, durch die ein« Berbesscrung und ein Aufschwung cher deutschen Bühne angestrebt wurde, da stellt« sich Luise Gottsched berettmillig in den Dienst dieser Ausgabe. Sie übersetzte sraiizeisischc Lustspiel« von Molierc und Destouches ins Deutsche, formte sie in «ine gelävfige Prosa um und verlegt« den Schauplatz der Ge- schehnisse nach Deutschland. Erwähnenswert sind auch vor allem ihre U Übertragungen der beide» Tragödien Voltaires:„Alzire" und „Zaires". Zaires Borbild war Shakespeares Othello, und der Grundgedanke, die Darstellung einer leidenfchcstlichen Lieb« und gleichzeitig der weltanschauliche Hintergrund(Zaire fällt als Opfer eines fanatischen chrtfttichen Dorurteils, weil sie Mohammedanerin ist) verfehlten auch in Deutschland nicht ihre Wirkung. Großen Beifall hotten auch das fein« Charakterstück„Das Gespenst mit der Trommel" von T�tauches und dch»Ee-mg" her Modimte de Grasigny, deren heiteres, sprühendes Temperament auf die Heber- setzerin einen so großen Eindruck ausübte, daß sie ihre Nachdichtung ebenfalls außerordentlich witzig und gefällig, in einer flüssigen, lustig dalhi»fließende, i Sprache gestaltete. Luise Gottsched versuchte sich auch in eigenen Dramen und Luftspielen, die allerdings ihr« Vorbilder nicht verleugnen können. Um fo mehr ist man Überrascht, wenn man ein heute vollkommen vergessenes, satirisches kleines Stück von ihr ausschlägt:„Die Pietisterei im Fischbein rock oder die doktor- mäßige Frau", denn hier spricht ein ganz selbständiger, reifer, selbst- bewußter Mensch, den man nach ihren übrigen Werken, wenn sie auch noch so graziös und gefällig sind, kaum vermuten kann. In einer scharfen, jast männlich anmutenden Weise, voll Spott und Witz, her sich vis zum bittersten Hohn steigert, greift sie hier den Pietismus und seine Auswüchse, eine ungesunde, unnatürliche Frömmelei an. Kein Wunder, daß dos kleine Werk damals großes Aufsehen erregte, daß man sich weidlich darüber entrüstete, zumal als bekannt wurde, daß«in„Frauenziumicr" es geschrieben hatte. Seine Lebensdauer war allerdings sehr kurz, denn als die Polizei 'darauf aufmerksam wurde, verbot sie es kurzerhand, um das „Aergernis" schleunigst aus dem Wege zu räumen. Eine außer- gewöhnliche Schärfe und Spottlust liegt auch in dem kleinen Noch- spiel Der Witzling", dos sie gegen Klopswck richtet«. Ihr Gatte gab es nach langem Zögern heraus, schwächte aber manches ab und bog die schärfsten persönlichen Spitzen um. Wie hat man sich diese seitsan« Frau nun in ihrem persönlichen Leben vorzustellen, und wie mag sie selbst als Mensch gewesen sein? Fast möchte man fürchten, daß«ine so große Gelehrsamkeit— sie las auch größere griechische und taleimsche Werke im Urtext und be- arbeitete wissenschaftliche Broschüren und Schriften— vermischt mit einer so ausgeprägten Lust an der Satire und der Ironie auch gewisse stark fühlbare Kanten und Härten der Persönlichkeit erzeugt hätten. Und es gibt Literaturgeschichten, die allerdings nicht gerade schmeichelhaft mit Luise Gottsched umgehen, die sie dünkelhaft und pedantisch, kalt und belcsenheitstrotzend nennen. Wer ober aus- merksam und gewissenhaft diesem Frouenlebcn nachforscht und sich durch kein Vorurteil beeinflussen läßt, der gewinnt ein anderes Bild. Denn die Briefe, die uns von ihr erholten sind, verraten einen äußerst liebenswerten, großzügigen Charakter. Wir wissen heute, daß sie es ablehnte, in die Deutsche Gesellschaft, die ihr Gatte gegründet hatte, einzutreten, mit der Begründung, daß es„einem Frciucnzmmier nicht ziemlich sei, nach Lorbeeren zu streben". Wir wissen auch, daß sie trotz ihrer Gelehrsamkeit ein frischer, natürlicher, heiterer Mensch war, daß sie an Weitsicht und Geschmack den Gatten zweisellos übertraf. Wz Gottsched immer mehr an Einfluß verlor und sich jeder neuen Strömung unzugänglich zeigte, da verhehlte sich Luise trotz allen Schmerzes und aller Enttäuschung, die ihr der Sturz ihres Gatten verursachte, nicht, daß dieses Herabgleiten von der Höh« literarischer Autorität innerlich tief begründet war. Sie war weitsichtig genug, die Fähiglkeften der Gegner ihres Gatten zu erkennen und ihre Angriffe nicht als Gehässigkeit und Ungerechtigkeit zu empfinden. Dies« Eharaktertstik wird ergänzt und vertieft durch eine Entdeckung allerjüngstcn Datums. Bisher nnoeröfsentlichte Briese die von Luis« Gottsched zwischen 1735 und 1738 geschrieben worden sind, sind vor kurzem durch Dr. Doris Dauber bekannt ge- worden, und die Entdeckerin hat ihren Inhalt in dem Urteil zu- fammengefaßt, daß nur eine genial« Frau, ein großer Mensch diese Briefe geschrieben haben könne und daß die Beurteilung.zweier Jahrhundert«, die Luis« Gottsched zur Schreibgehilfin ihres Mannes stemple, absolut einseitig sei. So steht das Bild der vergessenen, vcr- kannten Frau heute deutlicher und klarer vor rmferen Augen als jemals. Und wenn Gottscheds Werk in diesem Jahre besonders ge- feiert wird, so verdient es auch sein« Gattin, daß ihr Name zu- sanmren mit dem seinen genamck und daß ihre Persönlichkeit'dem Dämmerschein des Hintergrundes, in dem sie zwei Jahrhunderte hindurch gestanden hat, etwas entzogen wird. 2» Kopenhagen, de? Hauptstadt von Dänemark, wohnt«in Sechstel der gesamten dänischen Bevölkerung, in Wen über ein Viertel der gesamten österreichischen Bevökkermrg, in Darxzig drei Fünftel der Bevölkerung des Freistaates Danzig. In Berlin wohnen nur rund 6 Proz. der deutschen Bevölkerung. Die Arbeit des herzen». Das menfchliche Herz macht im Jahr« 36 Millionen Schläge und befördert bei jsdou Schlqge 100 Grannn- Lbtt. aJJp co aaem Sahne 0600 Ximnm.___________,. fk+S' Eine wirklich ernste Lehre! KommulzWsche Bei! lebsräie schwatzen, iun aber nichts. Die Aprlnummer dss„Parteiarbeiters", einer Monatsschrift für die Funktionäre der KPD., enthältl bemerkenswerte Ausführungen über die Ergebnisse der Beiriebsrätewahlen im Leuna- Werk und in der Berliner Verkehrs-Gesellschaft. In beiden Betrieben hatten die Arbeiter eine Zeitlang Gelegenheit, die„revolutionäre Opposition" bei der Arbeit zu sehen. Sie hatten genug davon und darum bereiteten sie ihr in Leuna wie in Berlin eine gründliche Niederlage. Der„Parteiarbeiter" zieht jetzt die Lehr« daraus. Für das Leu na-Werk wird zuerst festgestellt, daß die „Opposition" seit 1gZ5 20, L Proz. ihres Anteils an der Gesamt. stimmenzahl verloren, dagegen die„Reformisten" 1t, 7 Proz. ge- wannen haben. Zu gleicher Zeit konnten allerdings auch der Stahlhelm seinen Anteil um 1,7 Proz. und di« E h r i st l i ch e n den ihrigen um t,5 Proz. steigern, was sie zweifellos dem Wirken der„Opposition" zu danken hatten, lieber die Ursachen dieser Niederlagen wird gesagt, daß die„roten" Betriebsräte über Entlassungen von Arbeitern, über schädliche Lohnregelungen, Herabsetzung der Akkordsätze und Erhöhung der Unfälle und Er- krankungen wohl diskutiert, auch in der komrnunistlschen Zeitung hin und wieder darüber geschrieben hätten: aber sonst geschah nichts. Wörtlich heißt es: „Der Lohn und Akkord wurde gekürzt: in keiner Abteilung haben unser« Genossen oder die Anhänger der G?merkschastsoppositio» dos geringste dagegen unter- n o m m e n... Unsere Genossen hatten einfach kein B e r- trauen zu sich s e I b st und z» den Arbeitern, sie glaubten nicht, daß es möglich ist, erfolgreich aktiv aufzutreten." Die„revolutionäre Opposition" gesteht also selbst ein, daß sie wohl geredet, aber sonst nichts getan hat, daß sie also die Interessen der Arbeiter ausz gröblichste vernachlöffizt Hot. Die Qutttunz dafür hat sich bei der jüngsten Betriebsrätewahl erhalten. Achnlich sah es bei der Berliner V e r k« h r s- G e s e l l- s ch a s t aus, über deren Wahl unter der Ueberfchrlft„Noch eine ernste Lehre" berichtet wird. Hier hat man in Versammlungen wenigstens Vefchlusse gefaßt. Die„roten" Betriebsräte haben aber nichts getan, um sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Hören wir, was das kommunistische Funktionärblatt darüber sagt: „Der oppositionelle Betriebsrot machte eine Reihe opportunistischer Fehler, zum Beispiel den Beschluß. eine unbezahlte Feierschicht für das Fahrpersonal: Beschluß, den Achtstundentag zu fordern und einen Protest an den Obcrpräsidenten zu schicken, nachdem in Hunderten von Ver- sammlungen der Siebenstundentag gefordert war und die Forderung eingereicht wurde. Der 2. Arbeiterraisvorsitzende stimmte für die Erhöhung der Krankenkasscnbeiträge usw." Zu den„Hauptmängeln" wird schließlich gerechnet„die Ver- nachlässigung des Kampfes um Teilforderungen und Auslösung von Teilkämpscn". Was so viel heißt, daß die „revolutionäre Opposition" zwar in Hunderten von Versammlungen radikal« Forderungen aufgestellt hat, aber zu seige war, mn auch ihre Durchführung zu versuchen. In den Versamm- lungen hat man die Arbeiter beschwätzt, in der Wirklichkeit ober hat man sich vor dem Kampfe gedrückt. Aus diesen Selbsterkenntnissen können alle Arbeiter eine ernste. eine wirklich ernste Lehre ziehen. Leuna und BVG. sind zwei lebendige Be spiele dafür, daß die„revolutionäre Opposition", wie sie«ingesieht,„keig Vertrauen zu sich selbst und zu den Arbeitern" hat, und daß daher jeder, der noch an„rote" Betriebsräte glaubt, an sich selbst und an seiner Klasse Acrrat übt, Appell der Maschinenschlosser. Gesundungsprozeß in der Meiallarbeiierbewegung. Eine stark besuchte Branchenversommlung der Maschinenschlosser am Di«nstag abend in den Sophicnsälen hörte einen Vortrag von Engelbert Gras über:„Wellwirlschafiliche Strukturveränderungen und das Albeitslosenproblem". Die Ursachen der wirtschaftlichen Depression und die gewaltige Arbeitslosigkeit seien international zu betrachten. Alle Länder, mit Ausnahme von Frankreich, sind durch Arbeiislosigkeit mehr oder weniger in Mitleidenschast gezogen. Selbst in Rußland sind von 4 Millionen Jndustriearb«itern nach Angabe der„Prawda" etwa 40 Proz. arbeitslos. Nicht nur die Ratianali- sierung und die Konzentration der Industrie, auch die wirtschaftliche Strukturveränderung auf dem Weltmarkt übt einen großen Ein- sluß aus. Der Referent zeigte die Veränderungen der Bcrbrauchsgütcr- inhustrie sowie der Produktionsmittelindustrie in den einzelnen Labbern gegen die Vorkriegszeit. Die bevolkerungspolilische Entwicklung der einzelnen Länder sei edensolls von entscheidendem Ein- tluß aus die Wirtschast. Die Zunahme der Menschen gegenüber der Vorkriegszeit betrage 7 Proz., die Steigerung der Produktivns' kapazität jedoch 75 Proz. An mehreren Beispielen schildert Engelbert Gras dtc Anarchie in der topltallstischcn D�duktionsmelhode sowie die Absatzschwierigkeiten aus Gruird der mangelhasten Kauf- krast. Mit der Steigerung der Produktion in den Konzernen der Produktionsmittelindustric sei eine ständige Dermindernng der be- schäskiglrn Arbeiter verbunden und um so höhere Verdienste seien von den einzelnen Werken erzielt worden. Die Wirtschastsreaktion suche die ungünstige Situation in der sich die Arbeiterschast befindet, auszunützen, uni ihre Machtposition auf Kosten der Lebenshaltung der Werktätigen zu stärken. Die Arbeiterschast müsse ihre wirtschaftlichen und sozialpolitischen For- derungen in zähem Ringen erkämpfen, wozu erste Voraussetzung sei: Geschlossenheit der Arbelkcr und Stärkung ihrer Organisalion. Das ausgezeichnete, etwa zweistündige Referat, wurde mit spannender Ausmcrksamkeit von den Zuhörern oersolgt und Engelbert Gras fand reichen Beifall. In der Diskussion lieferte H ü n i ck e von d«r KPD. auch seinen eigenen Anhängern den Beweis, daß er nicht im entferntesten die Probleme, die der Referent behandelt hatte, erfassen konnte. Seine üblichen Angrisse gegen die Gewerkschaften fanden wenig Anklang. Malzahn schilderte die Stellungnahme Lenins zur russischen Wirtschastspalrtik. Sie bestätige, was Graf über die Entwicklung Rußlands sagte. Die KPD. habe sich mit ihrer verhängnisvollen Gelyerkschaststoktik in direktem Gegensatz zu den Lehren und Schriften Lenins gestellt. Er sonderte die kommunistischen Maschinen- schlosfer auf, angesichts der bevorstehenden Kämpfe, in gemeinsamer Front zu stehen und für die Stärkung des DTOB. zu werben. Gegenüber den Be- mängelungen der kommenden Neuregelung der Wahl der Branchen- leitung schilderte der Bevollmächtigte die Ausgaben der Branchen, die dem Ausbau der Organisation dienen sollen und forderte die kommunistischen Mitglieder auf, nicht nur zu kritisieren, sondern sich auch als Funk'.onär« für den Ausbau der Organisation zu betätigen. K o n e tz n y teilte noch mit, daß die Verwaltung den Rahmen- taris mit dem VBMI. gekündigt habe. Alle Mitglieder müßten des- halb ihre ganze Kraft einsetzen, um die Organisation zu stärken. Mit einem Hoch aus den DML. schloß die gut verlaufene Bcr- sommlung. Schiedsspruch für die Gemeindearbeiter 3 Pfennig Lohnerhöhung pro Stunde. Gestern trat das tarifliche Schiedsgericht für die Berliner K ä m m« r c i a r b e i t e r zusammen. Nach mehr als sechsstündigen Verl>indluiigen wurde ein Schiedsspruch gesälii, wonach der Lohnt« ri s der Gemeindeardeiter um ein Jahr ver» l ä n g e r t wird mit der Maßgabe, daß die S t u n d e n l ö h n e der männlichen Arbeiter über 21 Jahre um drei Pfennige erhöht werden. Die Löhne der Frauen und Jugendlichen sollen wie üblich in dem gleichen prozentualen Verhältnis erhöht werden. Der Schiedsspruch unterliegt nunmehr der Entscheidung der Tarif Parteien, die in den nächsten Tagen dazu Stellung nehmen werden. Gegen personaleinschränkungen. Die bei der Reichsbahn geplant sind. Die gemeinschaftliche Sitzung der Abteiliingsieitung Betriebs- und Werkstättenarbeiter am 10. April befaßt« sich«ingehend mit den in Aussicht gestellten Personaleinschränkungen bei der Deutschen Neichsbohn. Sie kam einmütig zu solgendem Beschluß: „Der Rationalisterungsprozeß ist bei der Deutschen Reichsbahn. schonungslos und planlos durchgeführt worden. Leute, die sich Wirt- schaftsfuhrer nennen und von d-.men einige führende Personen Im Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft sitzen, hätten genügend Einsicht haben müssen, d i« U m st c l l u n g in richtige Bahnen zu lenken und nicht aus Kosten der immer noch schlecht entlohnten Reichsbahnarbciter. Die vorgesehene Schließung von Reichsbahn-Aisdesseruizgs-Wcrk- statten dient lediglich zum Abstoßen von Reparaturarbeiten an das p r o s i t h ii n g r i g e Prioatunternehmertum, um den Reichsbahn- betrieb völlig zu privatisieren. Die Ortsverwaltung wird ersucht, auf den Vorstand des Ein- heitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands ein- zuwirken, nichts zu unterlassen, erneut mit der Reichsbahn- Hauptverwaltung zu verhandeln, daß die halbe Ucber- stvnde für die Ausbesfeningswerke nnd eine g�nz? 5!unde für den Betrieb l-glich eingesporl wird, um die ungerechtfertigten En:lassungen zu unterbinden. Bei diese« Verl/andlungen muß immer wieder hingewiesen werden aus die Verschwendung von Millionen und aber Millionen Mark sür Leistungs-(Korruptions-)zulagen, die unerhört hohen Ge- hälter von dreihundert bevorzugten leitenden Beamten und die Auf» Wendungen für Sportvereine und Bahn schütz, der ledig. lich auf Soldatenspielerei gegen die Republik aufgebaut ist. Bon den Funktionären und Mitgliedern des Einhcitsverbandes wird erwartet, daß sie sämtliche Unorganisierten auffordern, mit der Arbeitskraft hauezuhalten und jede lleberstunde abzulehnen, bis normale Wirtschaftsverhältnisse bestehen." Als«in Beispiel für die Mißwirtschaft bei der Reichsbahn wurde folgender Fall erwähnt. In einem größeren Ausbesserungswerk Groß-Berlin-s wurden Werkzeugmaschinen im Gesamtwert« von etwa einer Million Mark ausgestellt, die den von ihnen erwarteten Leistungen in keiner Weise genügen. AEG.-Turbine. Sieben zu drei. Die kommunistische Opposition hatte schon olle Arbeiter der Turbine aus ihrer Seite, einstweilen freilich erst auf ihrem Druck- papier. Ein Beispiel sür die Art der Wahlpropagairda der KPD. in der AEG.-Turbine lieferte das Moskauhlatt am Mittwoch. Es schilderte die Vorgeschichte einer Prioatbelcidigungsklage, die der Direktor Helm von der AEG.-Turbine gegen den kommunistischen Abgeordneten Koenen angestrengt hat. Nachdem der Kläger nach allen Regeln der 21 Punkt« zerzaust wurde, kam der Schluß: „Proleten der AEG.-Turbine! So sehen eure Ausbeuter aus, so sehen die Direktoren aus, mit denen die freigewcrkschaftlichen Vc- lr'.cbsräle in rührendem Wirtschaftsfriedcn die Rationolisierimg durchsühren und Prosite aus euren Knochen herauspressen." Die sreigewcrkjchastlichen Betriebsräte sollten durch diese un-' motivierte willkürliche Hineinzerrung verdächtigt und ver- l e u m d e t werden. Leider hat noch immer ein« große Zahl der Turbinenarbeiter das wahnwitzige kommunistische Treiben nicht durchschaut, sonst konnte die gewer kschaftsseindlichc Liste nicht mehr so viele Stimmen erhalten. Bon den 21l2 eingetragenen Wählern beteiligten sich 19!l an der Wahl, bei der neben 57 ungültigen Stimmen 1226 Stimmen für die Liste der freien Gerverkschastcn abgegeben wurden und 628 S t i m m c n für die Opposition. Im Betriebsrat haben die Gewerkschaften seht 7 Silz«, die ..Opposition" 3 SIHe und im Gesamtarb eitcrrat haben wir 9 und die „Opposition" 4 Sitze. Vor der Cnischeidung. Die Berliner Herrenmahschneider nehmen zu dem gestern im „Abend" bereits mitgeteilten Schiedsspruch heute, Freuag, um 19 Uhr. in den Sophiensälen, Sophienstraße 1748 Stellung. Um bei der entscheidenden Abstimmung den Willen der gesamten Arbeiter- ichast der Berliner Herrenmoßbranche feststellen zu können, ist es Pflicht eines jeden einzelnen freigewerkschaftlichen organisierten Maßschneiders, der im Streik steht, noch arbeitet oder arbeitslos ist, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Wenn die Abstimmung, woran nicht zu zweifeln ist, die A b- lehnung des Schiedsspruckics ergibt, dann muß diese Eni- scheidung nicht nur von einem Teil der organisierten Herrenmaß- schneider, sondern von ihrer Gesamtheit tzetrossen worden. Die Angestetlien in Kommunalbeirieben Die wachsende Bedeutung der kommunalen Betriebe bringt auch Veränderungen für die Arbeitnehmer, insbesondere für die An- gestellten in diesen Betrieben mit sich. Seit jeher widmet sich der Zentralverband der Angestellten dieser Gruppe unter den Angestellten und bemüht sich um eine günstige Regelung ihrer Arbeitsbedingungen. Zum 13. April ist noch dem Erholungsheim des Zentraloerbandes der Angestellten, Bad F i n k c n m u h l e i. Thür., ein« Reichskonseren, der Angestellten in kommunalen Belriebsverwaltungen (Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken) einberufen worden, die sich mit folgender Tagesordnung beschäftigen wird: Referat:„Das Ar- beitsrecht der Angestellten in den kommunalen Betriebsverwol» hingxn".— Dr. Otto Sulir, Leiter der wirtschaftspolitischen Ab- teilung des AsA-Bundes hält einen Vortrag über:„Die Stellung und Bedeutung der kommunalen Betriebe in der öffentlichen Wirt- schast", außerdem wird der Geschäftsbericht der Reichssachgruppen- leitung erstattet. Auch Organisations- und andere wichtige Frag?» kommen zur Erörterung. Wie in Miiieldeuischlanö... geht es der„Opposition� im rheinischen Braunkohiengebiet. von den vekriebsrälewahlen im rheinischen Braun. kohlcngebiel liegen die Ergebnisse aus 30 Belrieben vor'. Die s r e i e n Gewerkschaften erhallen im Betriebsrat 1 1 5 S i h e, die Ehrist. lichen 77 und die Unorganisierten drei. Der„Opposition" ist es nur in einem Betrieb gelungen, sieben Sitze zu erobern. Massenaussperrung in England. London, 10. April.(Eigenbericht.) Am Donnerslog abend sind in der Lradforder Wollindustrie etwa 100000 Zlrbeitcr ausgesperrt. Der volle Umfang der Arbeitseinstellung wird erst am Freitag morgen zu übersehen sein. Ulan rechnet mit rund 1S0000 Ausgesperrten. Die Industrie wird dann also zum größten Teil still stehen. Der größte Unterschied zwischen dem letzlen Angebot der Ar- bester und dem von den Unternehmern festgesetzten Lohn belrägt zwei Schilling die Woche, für Arbeiterinnen nur einen Schilling. Die Arbeiterschast scheint auch jetzt einem Kompromiß aus der Grund- löge einer Lohnkürzung um einen Penny die Stunde, gleich vier Schilling die Woche, nicht abgeneigt zu sein. Der Wollarbeiterverband ist jedoch nicht bereit, den sogenannten Marmillan-Berichl an zunehmen, aus den sich die llulmehmer stützen. was sie übrigens nicht hindert, in ihren Forderungen teilweise darüber hinauszugehen. In B r a d s o r d kam es am Donnerstag morgen zu einem leichten Zusammenstoß zwischen Streikposten und der Polizei. Es wurde niemand ernstlich verletzt, doch sind fünf Personen verhaftet worden. Gegen 45-GStunden-Woche oder 90stündige Doppelwoche einstimmig abgelehnt. Der Verband besteht auf der Durch- führung des Bergbaugesetzes in seiner jetzigen Form, die den Siebeneinhalb st undentag vorsieht. Er ist jedoch bereit. in Besprechungen über die Ausführung der neuen Bestimmungen im einzelnen einzutreten, sobald der Gesetzentwurs, der bekanntlich vom Unterhaus bereits oerabschiedet ist, auch das Oberhaus passiert hat. Es wird anschließend eine Landeskonferenz einberufen werden, um die Stellungnahme des Verbandes zu etwaigen Verhandlungen in den einzelnen Distrikten festzulegen. Der abgelehnte Dorschlag der Grubenbesitzer gewährleistete zwar einen durchschnittlichen Ar- beitstag von 71- Stunden, machte aber die von den Bergarbeitern verlangte Beibehaltung der Kurzarbeit an Sonnabenden so gut wie unmöglich. Auf eine Anfrage der Verbandsdelegierten lehnten es die Unter- nehmer entschieden ab, eine garantierte Arbeitswoche oder einen garantierten Wochcnlohn in Erwägung zu ziehen. Der Brandenburgifche Maschinenseherverein läßt fein« zu Sonn- tag anberaumte Versammlung ausfallen.(». Anzeigenteil.) fftreieGewerkschafts-Lugend Verlin firenrbe internst»onaler stteivarbcit! Am Montoa, 14. Whril. um 20 Uhr. in bcr Au's des Äöllnisckca Gymnasiums. Insel. Ecke Wall? strake. Lickt-bildcrvortraq:..Eine Reise quer durch das fcntische Inle!» reich".— Heute. sTreifan. 19� Uhr. tsaen folgende töruvpen: Znaerdaruvpe der Maler. Radieret, Tünch er nrb Weihb.uder im Sihuuassaal des Deutscheu Mctallarbciterveroand''s. Linienstr. LZ— 85, Voelracn„Das Berufesusbildunfls- aesek". Referent H. Ahlfeld.— Rordrias: Iuqendheim Echuie Gomienburqcr Strafte 20. Vortrag:„Wandern und Schauen'.— Hermaunplah: Gruppen- heim Sandcrstr. It. Elte Hpbrechtftrafte. Vortrag:..Die ardeUen-de Klasse in Amerika".— Süden, Südwesten: Gruppenheim Wasscrtorstr. 9. vorn part., Vortrag:..Die Berliner Zeitungen und was sie schreiben".— Eharlottenburg: x- Weddinq: Gri-Pvenheim Schule Pa'.rk- Ecke Wiesenstrafte. Vortrag:.Arbeiter- Iixaenb und Sport".— Schönhauser Tor: Iugenidheun Tieckstr. 18(�euermehr- aebäude). Bortraa:„V�as darf ich gur grosien Jährt nicht vergessen?"— Baumschulcnveg: Jugendheim Ernsts'.r. 16. Lehte Mitteilungen zur Osierfahrt. �uciendaruppe vcs Zentralverbandes der Anqestellten G Stut«. grcilafl. finJwii lolaend« ülcronftelhniflen Natt: Obersptt«: SuatnWKint Laukencr Sic. 2. Schallpi-ttenotmid eiflenee Äu-q-ftal. tun«.— giptnitt: 3uncnJ>I)ctm Eofilnrlfcec Str. Li nScsanftott om Aabnbof Könen ick). Sandballtviel. Wie tcktfen uns um£0 lNic om Bobnliof Köpenick. — efi&meft: Znaentilikim Rcrckstc. n 12. Sol. Querocd. I Tr.. Krminec öl. Sur». relerate. ircixinfeu-ur kliiaenöbewepung.— iSctbcalienb in der üulo öe, SlnM. ObccInKuma, Neukölln. Äerliner Sir. 9—10.— Ab 30 Ufte Deiufskund. liche Ärdeitsaemeinslftoft fter kluqeni-be.iirle Neukölln und Urbou im kluaendHe'M Neukölln. Bölilnisibe Sir. l—i. und der?ueir>idde,>rke Ollen und LiÄtenber« im kZuaent.fteini Seftae�nv.beille. 39, Zimmer 1. Orsbesler und einzelne WetdentfanKii 0017:: 9 21 Uhr Musiker V