Morgenausgabe Nr. i73 AST 47. Jahrgang WSch«nlNch 8S$|, monatlich 3,60 Li. im voraus zahlbor. Postbezug �,Z2 Dt. einschließlich 6VPfg.PostzeitunZ». unb 72 Pfg. Poltbestellgebühren, Huslanbv »bonnemeiU 6.— M. pro Monat. Per„Porwärrs' erscheint wochentSg» lich zmeimai, Sonnlogs und Montag» einmal, die Abendausgaben für B-riin und im chandei mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt unb Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen",.grauen- stimme"„Technik".Bii» in die Bücherwest" und.Jugend-Dorwarts" IPG'». Berliner Vowsbla« Sonnabend 12. Api il 1930 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Dte c I n t P« 1 1 1 g« Nonporelllrzeil» 80 Pfennig. Reklame eile S.— Reichs. mark.„Kleine Anzeigen' das ettge» drulkte Won 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), zedes wettere Wort 12 Pfennig. SteUenSesuche das erste Wort lü Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmaikt teile SO Pfennig. Familienanzeigen Ze le v Pfennig. Anzeigenannahme imj)aupl. «tlchäfl Lindenstraße 3. wochenläglich von S»/z bis 17 Uhr. Jenteaweaan der GozialdemoSratifchen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 krernsprecher: Dönbost LS 2— 297 Telegramm-Adr,: Sozialdemokrai Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Posticheckkonio: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr 65 Dt B u DiSr-Gei Devosilenkasle Lindenstr 3. Auflösung oder Demission? Die Regierung ohne Vertrauen. Die Regierung Brüning, sagt man. will heute den Reichstag auflösen— ganz schnell, bevor sie sich selber auflöst. Im Zentrum ringt man die Hände.„Die reaktiv- närste Regierung der Republik!" rief gestern der Zentrumsabgeordnete Schlack in offener Reichstagssitzung verzweifelt aus. Es ist nicht nur die reattionärste Regierung, es ist auch die unmöglich fte. Georg Michaelis war«in ausgezeichneter Berwal- tungsbeamter. ein glänzender Ruf ging ihm voraus. Aber als Kanzler war er eine Katastrophe. Heinrich Brüning ist ein gelehrter Sozialpolitiker, ein Finanzsachverständiger von vielen Graden. Aber er ist der Michaelis der Republik. Keine Junge kann sagen, keine Feder schreiben, was dieser Unglückskanzler binnen 14 Tagen an Kuddelmuddel angerichtet hat. Er kam, um zu führen, aber seine Regierungspartelchen spielen, mit ihm Blindekuh. Je kleiner sie sind, desto mausiger machen sie sich, und allen muß er es recht tun. Dazu iommeii. dann noch die Deutschnationalen, ohne deren Stütze sein Kabinett auf parlamentarischem Boden keinen Schritt tun kann...... Mit finster entschlossener Miene hatte die Regierung ver- kündet, sie wolle 75 Proz. Erhöhung der Biersteuer und kein Prozent weniger. Schließlich einigte man sich mit der Bayerischen Volkspartei freibleibend auf 46. Die W i r t s ch a f t s p a r t e i sah die erwünschte Gelegen- heil, den Konsumvereinen mit einer Erdrosselung?- steuer an den Kragen zu gehen. Der geschickten Taktik der Sozialdemokraten im Ausschuß gelang es zunächst, den in- samen Plan zu vereiteln. Jetzt rast die Wirtschaftspartei. Sie will, sagt sie, jetzt alles kaputt machen! Die Wünsche der volkskonservativen Gruppe liegen wieder auf einer anderen Ebene. Nicht umsonst spricht man im Reichstag von ihr als von dem„Gardestellenjäger- Bataillon". Und dann die Deutschnationalen! Um sie zu ködern, hat man den S p e ck z o l l nebst allen anderen Delika- testen breit hingelegt. Man schämt sich nicht, ein neues „Junktim" zu verkünden und zu erklären, daß der Landbund, die Zölle, die er will, nur dann bekommt, wenn die Deutschnationalen der Regierung die Steuern, die sie will, bewilligen! Damit gibt man zynisch zu, daß der neue Agrarschutzzoll nicht das Resultat sachlicher Erwägungen, sondern bloßes Tauschobjekt eines Handelsgeschäfts zwischen den Parteien ist. Herr Brüning ist als Mensch vom Kopf bis zur Fußspitze sauber. Seine persönliche Integrität ist unbestritten. Trotz- dem verbreitet sich um ihn eine Atmosphäre politischer Un- moral. Jetzt dreht sich nämlich alles um die Frage: Wer leistet zuerst? Keiner traut dem anderen über den Weg. Die Deutschnationalen wollen nicht die Steuern bewilli- gen. ehe die Zölle beschlossen sind. Die Regierungsparteien wollen nicht die Zölle annehmen, solange nicht die Steuern beschlossen sind. Der Gast will nicht zahlen, ehe ihm serviert worden ist. Der Kellner will nicht servieren, wenn ihm nicht im voraus bezahlt wird. Feine Wirtschaft! Die deutsche Innenpolitik binnen vierzehn Tagen soweit zu bringen, ist schon ein Kunststück. Da beschwert man sich im Zentrum über den„verhetzen- den Ton" der sozialdemokratischen Presse. Als ob irgendeine Presse der West durch irgendwelche Töne einen Zustand schaffen könnte, wie er ist! Nein, dieser Zustand gegenseitiger Verhetzung, allseitigen Mißtrauens und voll- ständiger Kopflosigkeit, wie er jetzt besteht, ist nicht von hos- haften Journalisten verursacht, sondern er ist nur ein Produkt des gegenwärtig an der Regierung befindlichen Unvermögens. Es ist ein offenes Geheimnis— und der Zentrums- abgeordnete Schlack hat es ja in alle West hinaus- geschrien—. daß diese Regierung in ihrem eigenen Lager schon auf schärfstes Mißtrauen stößt. Was eine andere Re- gierungspartei, nämlich die Demokratische, heute in ihrer offiziellen Korrespondenz ausspricht, dürfte wohl die Meinung aller sein: Mangel an Führungswillen, zu westgehendes Eingehen auf Frakkionswünsche— das waren die Hauptvorwürfe, die man der vor- angegangenen Regierung machte. Aber diese Vorwürfe sind noch nie so berechtigt gewesen wie gegen das Kabinett Brüning. Keine frühere Regierung ist so leicht vor Parteienforderungen zurückgewichen, keine hat so sehr den offenen Kampf mit widerstrebenden parlamentarischen Gruppen gescheut. hat die Regierung überhaupt noch eine llebersicht über das, was aus den täglich wechselnden Verhandlungen der Parteien herausgekommen ist? Weiß sie überhaupt noch, welche Mittel ihr schließlich in die Hand gegeben seilt werden? Es ist deshalb selbstverständlich, daß man beiden Parteien, die dieses Kabinest stllgen, allmählich selbst ernst- hafte Bedenken gegen die Ergebnisse der letzten sl i Ta ge hegen muß, daß sie sehr ernsthast nachprüfen müssen, was in diesen 14 Tagen geschehen ist. Das Ägrarprogramm bedurfte von vornherein solcher Nachprüfung, sie wird sich setzt auch auf das so stark veränderte Steuerprogramm ausdehnen müssen. Statt des Weges ins Klare, auf den das Kabinett Brüning führen wollte, hat man also einen Weg ins Ungewisse angetreten, man hat sich ln Abhängigkeil begeben, von der man kaum Vorteil hat, man steht unter dem Druck, den man nicht abschütteln kann. Ob nach den Ereignissen der letzten zwei Wochen der Reichstag bleiben kann, wie er ist, das ist eine offene Frage. Jetzt ist alles so durcheinander gebracht, daß wahrscheinlich Neu wählest notwendig sind, um wieder regierungsfähige Gruppierungen möglich zu machen. Keine Frage aber scheint uns zu sein, daß diese Regie- rung nicht berufen ist, den Reichstag aufzulösen. Eine Regie- rung, die viele Wochen lang ohne Reichstag regieren soll, bedarf mehr alz jede andere starken Fündaments an V o l k s- vertrauen. Die Regierung Brüning hat in vierzehn Tagen das Vertrauen selbst der Minderheit, auf die sie sich stützt, so gut wie restlos verspielt. Sie kann Nur noch durch e i n e Handlung dem Geiste der Verfassung genügen, nämlich indem sie dem R e i ch s p r ä s i- denten ihre Deniission gibU Sie reaktionärste Regierung Erklärung des Zentrumsabgeordneten Schlack im Reichstag. In der gestrigen Reichstagssitzung wandte sich der Zen- trumsabgeordnete Peter Schlack, Verbandsdirektor des Reichsverbandes deutscher Konsumvereine in Köln-Bayental — der christlichen Konsumvereine— mit der größten Schärfe gegen die geplante Sondersteuer gegen die Konsumvereine. Schlack führte aus: Das Regieningsprogramm belastet schon die breiten Masjen weilgehend, aber der Antrag der Reglerungsparteien ist für die breiten Massen geradezu unerträglich. Die Umsatzsteuer belastet am meisten die armen kinderreichen Familien. Auflösung cn Sicht. Kein Ägrarprogramm ohne Zinanzprogramm. Das Nachrichtenbüro des VdZ. teilt mit: Im An- schlust an die Sitzung des Reichskabinetts am Freitagnachmittag hatte eine Besprechung des Kabinetts mit de« Parteiführern der hinter der Regierung stehenden Parteien stattgefunden. Als Ergebnis dieser Besprechung erfahren wir, daß einmütig die Meinung dahin ging, daß das Ägrarprogramm nur gemeinschaftlich mit dem Finanzpro- g r a m m in Kraft treten könne. Dementsprechend werden die Regierungsparteien einen Antrag einbringen, durch den das I u n t t i m zwischen beiden Fragen formell hergestellt wird. Dieser Antrag wird als K 1a zu dem Gesetz über den Mineralölfonds, mit dem das Ägrarprogramm ver- bnnden ist, gestellt und vom Reichskanzler befürwortet werden. Wird das Junktim oder werden die Vor- lagen selbst abgelehnt» so behält sich das Reichs- kabinett die weiterS Entscheidung vor. Das gleiche soll gelten, wenn die Finanzvor- lagen in ihren Erträgen beeinträchtigt werden. Wie wir zu diesem Ergebnis der Parteiführer- besprechung ans parlamentarischen Kreisen weiter hören, wird die vom Reichskabiuett zu treffende Entscheidung dahin fallen, daß der Reichstag am Sonnabend anfgelöst wird. Die Regierung wird also nicht erst um ein Ermächtigungsgesetz bitten. Dazu kommt die Sondersteuer, die ein Ausnahmegesetz gegen die Selbsthilse der Verbraucher darstellt und die viel schlimmer ist als die frühere Warenhaussteuer. während man die Genossenschaften der Landwirte mit vielen Millionen subventioniert, sollen hier die Genossen. schaflen der Arbeiter erdrosselt werden. Für die Land- Wirtschaft aber wird ein Hilfsprogramm gemacht, das wiederum die Lebenshaltung der Arbeiter verteuert. Das Gesamtprogramm ist so gestaltet, das, von den Arbeitern, auch von den christlichen Arbeitern, diese Regierung als die reaktionärste seit der Revolution bezeichnet werden müßte, falls die Regierung auch der Sondersteuer zustimmt. (Hört! hört! links), wir sind überzeugt, daß Minister Steger« w a l d diese Steuer nicht mitmacht. Die vielen hunderttausend Mit- glieder von Konsumvereinen, die flch au« ollen Parteien zusammen- setzen, werden denjenigen Partelen, die für diese Sondersteuer sind, beidenwahlendieAntivortertelle» (Beifall links). Die Hoffnungen des Herrn Schlack auf seine eigene Fraktion, auf Stegerwald und die Regierung sind noch am gleichen Abend enttäuscht worden. In der Sitzung des Steuer- ausschusses gab der Zentrumsabgeordnete Herold die fol- gende Erklärung ab: „Herr Kollege Schlack hat in der Plenarsitzung das Wort er- griffen, ohne daß die Fraktion befragt worden ist. Er hat ober in vielen Punkten seiner Ausführungen zum lebhaften Bedauern der Fraktion eine von den Anschauungen der Fraktion abweichende Stellung genommen. Die Fraktion steht auf dem Boden des Kompromisses." Die Regierung Brüning und die Reichstags-« fraktion des Zentrums stehen also auf dem Boden der Steuer gegen die Konsumvereine! Die Voraussetzungen, an die Herr Schlack seine Charakterisierung des Kabinetts Brüning geknüpft hat, sind erfüllt, und sie besteht zu recht: Diese Regierung ist die reaktionärste seit der Revolution! Der christliche Reichsverband deutscher Konsumvereine in Köln umfaßt 866660 Mitgliederfamilien. Für sie gilt der Ruf des Herrn Schlack: Gebt der Regierung Brüning und ihren Parteien bei den Wahlen die Antwort! Ein Hilfeschrei. Der Hansabund toit retten. Wlr lesen im„Berliner Tageblatt": „Es muß Befremden erregen, daß der H a n s a b u n d sich gegen» über dem, was jetzt im Reichstag vorgM, vollkommen pajjiv verhält� Der Reichsverbaiü> der deutschen Industrie hat gegen ein Atzrarprogramin Protest erhoben, das einjei.ig einem Teil eines einzelnen Standes auf Kosten der Gesom.hslt nnge: echtsertig:e Vortsile zuwenden will. Auch die b a y e r i s che I n d u st r I e äußert ihr Bedenken. Gerade der chansabund, der seinerzeit zur Derteidi? gung der berech.igten Interessen von chandsl und Industrie gegen die matzlosen Forderungen des Bundes der Land. wirte gegründet worden ist. hat die historische und aktuelle Mission, in der heutigen Stund«, da der Reichsland- bund seine«inseitigen und für die Gesamtheit des Volkes Verhängnis» vollen Ansprüche durchsetzen will, für die bedrohten Interessen der übrigen Wirtschaft einzutreten. Warum schweigt da» Prä- sidium des chansabundes, das sonst so redselig ist? Das ist ein verzweifelter Schrei nach Hilfel Aber warum ruft das„Berliner Tageblatt" nach dem Hansabund? Es wäre einfacher, wenn es nach der demokratischen Reichstaggfrattion rufen würde! Was tut die demokratische Reichstagsfraktion, was Minister Dietrich gegen das Schlelesche Agrorprogramm? Sie machen es mit!_ Hitler, Hugenberg und Stahlhelm. Die Gründe für den Umfatt Hitlers.- Stahlhelmultimatum an die Ttationalsozialisten. „Der Iungdeutsche" leuchtet in die Beziehungen zwischen Hitler und Hugenberg hinein. Er enthüllt, daß im Hugenberg-Kreise die Absicht bestanden habe, mit Hilfe der Alldeutschen die Nationalsozialisten zu spalten und einen Teil der Hitler-Leute als Ersatz für die Schiele-Gruppe an die Deutschnationale Volkspartei heran- zuziehen. Vor dieser Wendung sei Hitler sofort um» gefallen. Zur Bekräftigung seiner Enthüllungen zitiert ,L>er Jungdeutsche" die folgenden Ausführungen aus der Bundeszeitung des Stahlhelm: „Adolf Hitler bekommt die Macht der Hugenberg- Clah-Gruppe zu spüren, wenn er von ihrer Linie abweicht. Eine Probe Hot man jetzt gemacht. Adolf Hitler ist sofort umgefallen, macht der Reaktion«in« tief« Verbeugung und er- klärt den Gehdmrat Hugenberg, dessen Schwankung von der nationalsozialistischen Presse eben erst mit aller Schärfe angegriffen wati für weiter bündnisfähig. Für die innere Zerrissenheit der Nationalso- ziolistischen Deutschen Arbeiterpartei aber ist be» zeichnend, daß trotz des Hitler-Artikels der Abgeordnet« D r. Goebbels eine Versammlung gegen die Deutsch- nationalen ankündigt, und zwar mit dem Thema„M a m p e halb und halb.— Abrechnung mit den Umsall-Patrioten." Auch der Abgeordnete S t r a s s e r schlägt weiter in seinen Blättern gegen die Deutschnatlonolen los. Das Reben» und Gegenein- ander der drei größeren nationalsozialistischen Blätter in Berlin, der Berliner Auegabe des„Völkischen Beobachters"(Adolf Hitler), des„Angriss"(Dr. Goebbels) und des „Rationalen Sozialiften"(Gregor Strasser) wirkt allmählich geradezu komisch. i;'•"'' Ter Stahlhelm richtet an die Leitung der Ratio- nalsoziall st Ischen Deutschen Arbeiterpartei die Frage, pb sie ein solche» Lügengewebe, wie es in der Zestung des Reichstagsabgeordneten Gregor Strasser gesponnen wird. billigt oder ob sie sich nicht vielmehr eines solchen Benehmens eine? ihrer maßgebenden Führer bis in den tiefsten Grund ihrer Seele schämt. Die A u t w o r t auf diese Frage wird für das künftig« Verhältnis zwischen Stahlhelm und nationalsoziallstischer Bewegung von einiger Wichtigkeit s-in." Da sind die Bundesgenossen vom Volksbegehren sehr schön durcheinander! Der Hugenberg-Block ist feines Meisters würdig!__ Partei Mampe Halb und Halb. Goebbels über Bundesbruder Hugenberg. Unter dem Motto„Partei Wampe Halb und Halb", das er der marxistischen Sozialdemokratie k!au:«. hatte Herr Goebbels vor etwa einer Woche seine Hakenkreuzler für gestern Abend«n das Krieger» vcreinshau» befohlen. Inzwischen hat Molf Hitler die bekannte Ehrenerkläruug für Hilgenberg abgegeben, und so schmeckt« die Rede des Unterführers Goebbels auch ziemlich nach„Halb und Halb". Immerhin sind oinige Sätze wert, festgehalten zu werden. Goebbels sagte:„Die Konservative Partei, die sich unter Ver- leugnung ihres Namens nach dem s. November deudschnatianal vaimte, hat Deutschland vor dem Krieg« sozial verkommen lassen. Sie ließ Deutschtand auch national verkommen, weil sie ihr Vater» landsgefühl in Hurrahgeschrei und„Heil Dir im SiegerkrSingen erschöpfte. Sie maßt sich heute wieder die Führerstellung an. ohne hierzu moralisch und politisch berechtigt zu sein!" Und weiter: ..tocheni». schlingernd, aus allen Rohren kläglich pustend, fährt der deutschnationale Schlepper mühsam seinen Weg. Der asthmatischen Mannschaft vom Landbuid und vom Deutschnationalen Handlungs» gehilsenverband ist auch dieses Tempo noch zu rasch. Wir sagen: Lebewohl! Wenn wir uns wiedersehen, gutl Wenn wir un» nicht wiedensehen, um so Hetzer!" Hochverratsprozeß gegen Hampel. Die hysterischen Artikel ber„Noten Jahn«" vor Gericht. Leipzig, den 11. April. Vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts begann heute der Hochverratsprozeß gegen den früheren sächsischen Lehrer und späteren Redakteur der„Roten Fahne", Hampel in Berlin. Unter seinein Pseudonym„Slangs ist er bekannter, als unter seinem wirtlichen Namen. Zur Last gelegt ist ihm, sich in etwa 25 bis 30 Artikeln fortgesetzt hochverräterisch betätigt zu haben mit den, Ziel. die Massen reif für einen gewaltsamen Umsturz der Verfassung s» mäßigen Staat-form zu machen. Diese Artikel, für die Hampel die preßgesetzliche Verantwortung trägt, erfchienen in den Monaten Mai und Dezember 1S2g. sowie im Januar dieses Jahres in der„Roten Fahne" und ihren verschiedenen Kopfblättern. In einem dieser Ar. tikel„2>ie Reichswehr hinter den Tscherwonzenfälschern" erblickt die Anklage auch den Tatbestand des Landesverrats. Hampel war im Juni 1923 in Haft genommen, dann aber gegen Stellung einer Kaution wieder freigelassen worden; seit Februar 1930 ist er wieder i» Untersuchungshaft. Im Laufe des heutigen Nachmittags erging ein Beschluß dahin, daß das Verfahren wegen Landesverrats abge- trennt wird. Das Urteil wegen Vorbereitung zum Hochoerrat wliv am Sonnabend vormittag zu erwarten sei». Zentrum und Zollpläne. Das Agrorprogramm im Handelspolitischen Ausschuß. Im Handelspolitischen Ausschuß wurden gestern bis ipät in die Nacht die Zolländerungsvorschläge de, grün- schwarzen Regierungsblocks verhandcll. Genosse Tornow zeigt« der derzeitigen Regierungspartei, welche Auswirkungen die geplanten Zolleyhöhungen aus die Löhne haben«erden. Er fragte im besonderen die Vertreter des Zentrums und der Demo- traten, wie sie sich in dieser Frage die Zukunft dächten. Genossin Tony Sender verhandelt die Sluswirtungen der geplanten Zollänherungcn auf unser. ganzes Handelsvertragssystem. Der Crnöhrungsnrinister Schiele bestritt, daß seine Zollpolitik sich irgendwie aus die Lebensmittelpreise und damit aus die Löhne auswirken könnt« Er wurde sofort durch den Abgeordneten Dessauer vom Zentrum widerlegt, der einen Antrag einbrachte, daß dann, wenn der Er» n ä h ru n g s I n d ex um mehr als 15 Punkt« steige, die Regierung sofort zum Abbau ihrer Zollmaßnahmen schreiten müsse. Genotze Heinig wies daraus hin, daß die Deutschnattonolen diesen Antrag nicht mit unterschrieben hätten. Dann zeigte er im einzelnen die falschen Voraussetzungen des Antrages Dessauer, der wegen seiner Wirkungslosigkeit bei den Arbeitern als weiße Salb« empfunden werden würde. Der Ernährungsminister Schiele erläuterte im einzelnen, wie er mit Hilfe der CInsuhrscheine die Ausfuhr bis zu 100 000 Schweinen, 20 000 Rindern und 200000 Doppelzentnern Kartoffelfabrilaten durch Gewährung von Einfuhrscheinen(Ausfuhrprämien) fördern wolle, um das innere Preisniveau hochzuhalten. An die Stelle der wegfallenden Gefrierfleische infuhr wolle die Regierung den Verkauf billigen Fleisches setzen, er könne aber noch nicht sagen, wie das im einzelnen gemacht werden solle. Der Vertreter des Zentrums, der Abg. Dessauer. erklärte dann, daß das Zentrum die Zolloorlagc mitmache in Rücksicht auf die bald kommenden Wahlen, es beziehe seht seine wahlposlkion— ebenso wie die Sozialdemokratie. Zm übrigen könne er er» klären, daß dann, wenn am Sonnabend der Reichstag aufgelöst werde, aus Grund des Art. 48 das Gesetz über Zolländerungen aus keinen Fall gemacht werde. Der deutschnationale Abg. Reicherl erklärte dazu durch nnen Zwischenruf, er habe oerstanden, was das heiße. Im ganzen zeigten dt« Beratungen, daß das Zentrum sich in seiner zwangsweisen Hilfsstellung zugunsten der großagrarischen Wünsche immer weniger wohl fühlt, daß es sich aber nicht mehr befreien kann, so sehr es auch nach Auswegen sucht._ Hugenbergs Zunkerschuhgefeh. Ein Moratorium für ven Osten, daß den Kredit der ganzen Lanowirlschaft zerstört. Hugenberg fleht sein« Stund« zur Rettung der Iunker gt kommen. Di»- d« u t s ch n a 4 i» n a 4«' R e i chet�ug ssra tti on hat ein Besitzerhaltungsgesetz.für den Osten(Äksttz betreffend/ Zählung»- oUsschub'Dr'geföhrdete iandwirtschaftltck� Betriebe) mit sieben Para» grophqn einsobracht mit folgendem Inhalt: In den Gebieten östlich der Elbe dürfen öffent» lichc Kassen bis' zum Inkrafttreten reichsgefetzllcher Umschul» diings- und Entschuldungsmaßnahmen aus ihren Forderungen weder in land» unid forstwirtschaftlichem Grundbesitz, noch im Wirt» scheftslnventar und Vorräte Urteil« vollstrecken. Oeffentlich-reckstllche Kreditinstitut« und Verslche» rungsan st alten, aus die Reich und Staat maßgeblichen Einfluß haben, oder die Aufsicht ausüben, stehen öffentlichen Katzen gleich. Auch aus Forderungen, die solche Institute gegen landwirtschaft» liche Genossenschaften und genossenschaftsähnliche Einrich» tungen haben, darf nicht vollstreckt werden. Ausnahmen fmd nur im öfßmtlicljcn Interesse, und dann nur durch das örtlich zuständige landschaftliche Realkreditinstitut zulässig. Der Relchsjustiz- und der Reichsernährungsminister erlatzen die Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz, das sofort i» Kraft tritt Dieses Hugettberg-Gesetz zum Schuß der Ostjunker wird njeinKrafttreten, denn ein allgemeines Moratorium für Steuer-, Kredit-, Hypotheken- und Versicherungsschulden ist vollendeter Wahnsinn. Selbst für die Parteien dickes Brüning-Kabinetts. Ein solches Gesetz wäre die restlose Zerstörung des landwirtschaftlichen Kredits überhaupt, den noch kein Mensch in Deutschland so schlecht gemacht hat, wie es in diesem deutschnationalen„Gesetz- entwurf" geschieht. Wo wäre das Kreditinstitut, das nach dem Erlaß eines solchen Gesetzes dem landwirtschaftlichen Osten auch nur noch einen Pfennig borgen würde! Protest der Kleinlandwirte. Gegen die Schieleschen Hochschuhzollpläne. Osnabrück. 9. April 1930. Der Heuerlcujc- und Kleinbcruernbuni» e. V. Osnabrück hat folgendes Brieftelegramm an den Reichskanzler gerichtet: Taufend westdeutsche Kleinbauern bitten die Reichsregierung dringend, den überspannten Zollforderungen ge- wisser landwirtschaftlicher Kreise nicht nachzu- geben, da jede weiter« Verteuerung der Futtermittel zum Ruin der Edelproduktion treibenden Landwirtschaft sichren muß. Wir bitten die Reichsregierung, den ermäßigten Zollsatz von 2 M. für Gerste sofort in Kraft zu fetzen und dem Herrn Reichsernährungs» minister in Zollfragen keinerlei Blankovollmachten zu geben. Wir weisen aber auch gleichzeitig darauf hin. daß bücher jede Ver. teuerung landwirtschaftlicher Produkt««ine Erschwerung der Lage der Pächter im Gefolg« hatte, da die heutigen Pachtschutzbestimmungen nur einen völlig unzulänglichen Schutz gewähren. Wir vertrauen der Reichsregie- ÄÄlsrzngüN» eftlzelser landwirtfcbaftlicher Kreife- nichb mehr flatlfindet mW in erster Linie' die' Interessen der immer' vttnachkissigttN Kletnkandwirtfchost und Edelproduzenten gewahrt toerderv Konsumsteuer im Ausschuß gefallen Gegen die Giimmen der Regierungsparteien. Der Kampf gegen die Ausnahme st euer auf die Konsumvereiae. den die Sozialdemokratie in der Freitagflhung der Vollversammlung des Reichstags mit größter Wucht begonnen hatte, fand am Abend fein Nachspiel im Steneransschnß. Dort standen die Anträge der Regiernngsparteien über die Erhöhung dxr Umsah» steuer von 0.75 auf 0,85 Proz. und die Einführung der Sonderumsaßsteuer von 1.55 Proz. auf Warenhäuser, Großbetriebe des Einzelhandels und Konsumgenossen- schaften zur Entscheidung. Die stundenlange Debatte, an der sich die sozialdemo- kratischen Abgeordneten Remmele. Peine. Dr. Hertz und Biedermann beteiligte», endete mtt der Ablehnung des Antrages der Regierungs- Parteien auf Erhöhung der Umfatzstener. dagegen wurde ein devtschnationaler Antrag auf Einführung einer Warenhaus st euer in gleicher Höhe angenommen. Die Sonderstener gegen die Konsumvereine ist damit gefallen. Die dieser Abstimmung vorausgehende Debatte war sehr lehr» reich. An Ihr beteiligt« stch von den Regierungsparteien nur der Vertreter der Wirtschaftspartei.. Alle übrigen Abge» ordneten der Regierungskoalit'on schwiegen. Anscheinend w:Il ste das Gefühl der Scham über dieses„Dokument wirtschaftlichen Unverstandes" nicht los werden konnten. Zu Beginn der Aussprach« hatte lediglich der Abg. Herold(Z) eil« Erklärung abgegeben. daß sein Fraklionskollege Schlack ohne Auftrog im Plenum de» Reichstags gesprochen habe, daß die Fraktion sein« Ausführunpen mißbillige und zu dem Antrag« der Regi»rungstoalltion stehe. Da auch die Reichsregierung jede Aeußerung darüber, wie sie zu dem Ausnahmegesetz gegen Warenhäus.'r und Konsumverein« steh«, ver. mied, stellte Abg. Herh folgende Fragen an den Reich». finanzmini st er Dr. Moldephauer. l. Sind Sie sich bewußt, daß eine Sonderumsahsteuer von 0.5 prvz. bei deu Sonsumgenossenschaskeu ein« Besteuerung de. Rein» ertrag» in höhe von SO proz. ist? 2. Halten Sie einen solchen Steuersah bei der Privatwirtschaft für erträglich? Z. Wenn Ste ihn nicht für erträgltch Hollen, wie rechtfertigen Sie e». daß er bei der Besteuerung der sionsumgenossenschoslen eintritt? 4. Sind Sie der Meinung, daß da» Belastungsverhältni» von Groß, und Kleinbetrieben im Handek-gewerbe ander, sein muß und ander, sein darf al, in anderen Virtschast, zweigen? 5. Venn da» der �all ist: wann wird die Rcich»rcgleruag diese« Maßstab auf die anderen Wirlschastszweige auszudehnen versuch-;* uud dem Reichstag entsprechende Geseheutwürfe darüber vorlegen? Staatssekretär Schässer sagt zu, daß der Reichsfinanzminister dies« Fragen im Plenum beantworten werde. Die Annahm« de, de u t schn a ti o na l en Antrags auf Einführung einer Waronhaussteuer erfolgte g« g e n d i e S t l m- men der Regierungskoalition. Die Sozialdemokraten stimmten nur für ihn, weil er da, einzige Mittel war, da» drrchend« Ausnahmegesetz gegen dl« Konsum- vereine zu verhindern. Sachtich ist selbstverständlich die Sozialdemokratie ebenso gegen ein Ausnahmegesetz gegen die Waren Häuser, wie das hie Rede des Abg. Dri H e r tz im Pttimm de» Reichstags deitt» lich gezeigt hat. Das endgültige Schicksal des Vorstoßes der Nelnen Gruppe demagogischer Znleressentenpolitiker gegen Warenhäuser und Konsumvereine wird erst sn der Vollversammlung des Reichstags be- stimmt werden. Reaktionärer Kurs gegen die(Städte. Oer vürttembergische Etat.— Demokraten ge men. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis fand auch das Gesetz über den Interkommunalen Lostenausgleich Annahm«, das die Steuereinnahmen der Städte verkürzt, um die kleinen rely agrarischen Landgemeinden reicher ausstatten zu können. Die Sozialdemokratie erkennt die Notwendigkeit eines Lastenausgleichs an, bezeichnet sie aber in der beabsichtigten Form für untragbar, da die Städte durch die infolge dieses Gesetzes eintreten- den Einnahmenkürzungen an der Erfüllung der ihnen auf dem G«- biete der öffentlichen Gesundheitspflege, des Fürsorgewesens und der Kulturpolitik liegenden Ausgaben geh ndert werde». Das Wettrüsten eingestellt. Oer Erfolg der Arbeiterregümna. Dle Londoner Marinekonferenz, dl« seit fast l»i«r Monaten tagt, ist noch nicht zu Ende, aber ihr Ergebnis steht bereits fest. Zwischen England, Amerika und Japan wurde ow DreimSchte» abkommen abgeschlossen, das nicht nur in Schlachtschiffen, sondern in allen Kriegsschiffskategorien ein Ende macht mit dem Weit- rüsten. Für ein« Reihe von Iahren sind fest« Rüstungs Verhältnisse zwischen den drei größten Seemächten festgelegt. Darüber hinaus wurde vereinbart, daß keine neuen Schlachtschiff« mehr ge- baut werden; die Zahl und Größe von Kreuzern und U-Booten wurde nicht unwesentlich unter das heutig« Matz heruntergefetzt. Die britische Arbeiterregierung hat damit einen großen Erfolg davongetragen. Ihre konservative Vorgängerin war 1SS7 eben an dieser Aufgab« gescheitert. Die seitdem bestehende, immer größer werdende Gefahr, daß Amerika und England in ein Wettrüsten im Kreuzcrbau hineintreiben würden, ist beseitigt. Das stärkste persönliche Verdienst daran trägt der britische Premierminister, der Arbeiterführer Macdonald, selbst. Zum erstenmal seit dem aus die Vernichtung der deutschen Flotte folgenden Abrüstungscb- kommen von 1621/22 ist die Abrüstung auf einem Teilgebiet tat» kräftig vorwärtsgebracht worden. 5)ingegen ist es aus der Londoner Konferenz nicht gelungen, Frankreich und Italien in das Abkommen mit einzube- ziehen. Das Prestigebedürfnis des saschlstischen Italien hielt den Anspruch auf die formelle Parität mit Frankreich aufrecht. Aus ähnlich unberechtigten Motiven hat die französtsche Rechtsregierung Italien diesen Anspruch nicht zugestehen wollen. Abgesehen von Schlachtschiffen, in denen auch diese beiden Mächte keine Reubartten beginnen werden, sind Frankreich und Italien formell frei geblieben, ihre Kreuzer, und U-Boot-Programm« auszuführen. Jedoch sind die finanziellen Nöte des Faschismus so groß, daß er auf absehbare Zeit hin wohl nicht den Versuch machen wird, in einem Martnewett- rüsten den französischen Vorsprung einzuholen. Di« französische Regierung hat in den monatelangen Verhandlungen den Druck der anderen Mächte und der öffentlichen Meinung der Welt so stark empfinden müssen, daß auch sie wohl zögern wird, eine Willkür- licho und unnötige Aufrüstung vorzunehmen und dadurch das Ab- rüstungsabkommen der anderen Seemächte zu ge- f ä h r d e n. Ein« formelle Sicherheit freilich ist nicht geschaffen, es wird daher auch weiterhin des stärkste» internationalen Druckes be- dürfen, um die beiden nicht gebundenen Seemächte zu einem Ver- halten zu veranlasien, das keine neue Unruhe schafft und schließlich dieselbe Wirkung hat wie ein internationales Uebereinkonmien. Die Londoner Marimlonsercnz hat gezeigt, daß die einzige politisch« Kraft, die in Europa zur Abrüstung führt, die sozialdenio- tratisch« Arbeiterbewegung ist. Erfolg und Grenzen des Erfolges der Londoner Marinekonserenz zeigen gleichermaßen, daß die Ab- rnstung abhängt von dem Ausstieg der Arbeiterschaft zur internatio- nalen politischen Macht. Rückiritt Seipels als parieiführer. Ehristl'chsozialeS Durcheinander. ztLien. 11. Ahr it. tGigcubericht.) Heute ist ein vom 10. März datiertes schreiben Dr. Jguaz SelhelS veröffentlicht worden, wonach er sein Amt als Obmann der christlichsozialen Bundes- Parteileitung niederlegt. Seihel begründet seinen Schritt damit, daß er sich einer Kur unterziehen müsse und der vielen Arbeit, die seine Funktion dringe, nicht mehr ge- wachsen sei. Gleichzeitig aber wird mitgeteilt, baß Dr. Seipel sich ins Saargebiet begeben und dort Ber» sammlnugeu abhalte« wird. Das stärkt wieder die Meinung, daß Mißstimmung über die innere« Partei- zustände der Hauptgrund des Rücktritts ist. Seipel hat die PaiKeiführung längst den Ganzradikale» a la Vaugoin überlasse», scheint ober mit ihnen ebenso unzufrieden zu sein wie mit dem Bundeskanzler Schober und mit der ganzen Welt. Treffende Antwort. Di« 5)cimwehr in Ni-ederösterreich soll jetzt auf den Landes- Hauptmann Dr. Buresch(Ehr.-Soz.) vers'ldigt werden, also einen halblegalen Charakter erhalten. Geschieht das. so wird— nach Ankündigung des Landesrates Gelmer(Soz.)— der Republikanische Schutzbund in den Orten mit sozial- demokratischen Bürgermeistern auf diese vereidigt werden! � Obstrukiion in Pommern. Halfern genehmig«, S>moi?S abaelebnt. Steffin, 11. April. sEigenbertchf.) Der provinzialausschuß der Provinz Pommern hat die vom Staalsmlnlsterwm erforderte Zustimmung zur Ernennung de, Regicrungepräsidenten von halsern zum Oberprästdenlen elv- stimmig erteilt, dagegen die gleichfalls erfordert« Zustimmung zur Ernennung de, sozialdemokratischen ZNlnisterialral» Dr. Hans Simon» zum Reglerungspräsideuleo io Stettin mit einer Stimme Mehrhes! abgelehnt. Durch dies« Entscheidung des Provinzialausschusses dürft« die preußische Staatsregie'run g pvr eine vollkommen neue Situation gestellt sein. Ls ist bekannt, daß die Be- segung des Oberprästdiunw mit dem Volksparteiler von halfern nur im Zusammenhang mit der Bcfetzung des von ihm bisher inncglchobten Regierungspräsiduims durch einen Sozialdema. traten beabsichtigt war. Da gegen die Persönlichkeit Dr. Simons. der bekanntlich ein Sohn des früheren Reichsgerichtsprösident-n ist, auch von dm Rechtsparteien kaum etwas eingewandt werden kann. so ist nur anzunehmen, daß die Verweigerung der Zustimmung ausschließlich auf parteipolitische Erwägungen zurück- zuführen ist. Diese Ablehnung bedeutet also eine offene Kamps- ansage gegen die berechtigten Ansprüche der Sozialdemokratie, die in Pommern die zweitstärkste Partei darstellt und unter zwölf Mitgliedern des Provinzialausschusses nicht weniger als fünf zu den ihren zählt. Bieher war sie in den obere» Verwoltungsäntter» der Provinz gar nicht vertreten Mon darf daher erwarten, daß die Staatsregierunq aus dem Vefchluß des Provinzialausschusses die notwendigen Folgerungen zieht und die Ernennung des Herrn von halfern so lange suspendiert, bis die Sozialdemokratie auch i» Pommern als gleichberechtigt an- erkannt wird. Steuerjongleur Brüning. „Mit diesem Programm stehe und falle ich." Oer Ziiesenskandal um Busch. Busch und die Wirtschastspartei schwer belastet. Die im llntcr-suchungsmisschuß zur Prüfung der Mißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung am Freitag nach der Pause vor- genonmiene Gegenüberstellung von InstizratLubschinskl mit Dr. Büß ergibt nichts Wesentliches. Der Oberbügermeifter betont aber mit großer Entschiedenheit, daß der Ankauf von Düppel für die Stadt ein gutes Geschäft gewesen ist. Liegenschaften, die viel weiter entfernt sind, seien viel teurer angeboten worden. Die Tat- fache, daß die früher umzäunten, prinzlichen Wälder heute der Berliner Bevölkerung zur Verfügung stehen, sei ein großer Gewinn. hierauf äußern sich als Zeugen die Rechtsvertreter des Prinzen Sigismund, die Anwälte Dr. Font he im und Dr. Fried- l ä n d c r. Danach wird unter großer S;>annung der Zeuge Felix Günther vernqmmen, dessen Aussoge Stadtrat Busch sehr stark belastet. Der Zeuge hat mit Busch lange Jahre in dessen Gesellschaft Petrolea zusammen gearbeitet. Es will ihm nie zu Ohren ge- kommen sein, daß in Maklcrkreisen das Gerücht verbreitet man über ihn seien Grundstücksgeschäste mjt der Stadt zu machen. Er tonn sich auch nicht datoui enstimrnen/'jenwls etwas mst der SparW? zu tun. geholt zu haben.'Es ist ihm' zwar ecknnetftch, daß er inst C r a s verschiedentlich, unter anderem auch wegen Düppel oechanÄelt hat. In ber Angelegenheit Marienfelde sei eines Tages der Makler Wulfchner zu ihm gekommen, der angeblich vom Besitzer Kiepert den Auftrag hatte, das Gut zu verkaufen. Wulfchner Hab« ihm angeboten, falls er das Geschäft mit der Stadt zustande bringe, die Provision mit ihm zu teilen. Er habe dann allerdings wulschner ansgefordert, den perkauss- oufkrag zu bringen und ihm 2ßlMV0 Hl. Provision zuzusichern. Außerdem habe er auch einen Beitrag von 5000 Hl. für die wlrtschaflsparlci verlangt. Mit der Forderung von 200000 M. will er es ober nicht ernst gemeint haben. Wohl fei das der Fall gewesen mit de,, 5000 M. für die Wirtjchaftspartei. Um solche Wahlspenden habe er sehr vjele Leute angekeilt: bei Wulfchner Hobe ihm das be- sonders Spaß gemacht, wetl er wußte, daß er politisch anders steht. Der Zeuge äußert sich sodann über die Wechsclgcfchäfte. die Stadtrat Busch mit hiller gemacht hat. Unter anderem hat es sich dabei einmal mn diskontierte Wechsel in höhe von 100 000 M. gehandelt, zu deren Rückzahlung an hiller ihn Busch ins Zimmer gerufen hat. Er ist der Ueberzeugung, daß es sich hierbei um ein frisiertes Geschäft handelt, daß nämlich vorher hiller die 100 000 M. Busch in die Hand gedrückt hat. Damals stand die Petrolea finanziell sehr schlecht. Er ist auch überzeugt, daß zwischen Busch und hiller eine ver- abredung bestand, daß der llcberpreis. den Hiller beim verkauf von Düppel an die Stadt erzielen würde, geleilt werden soll. Der Zeuge Günther gibt zu, daß er auch in anderen Fällen Provisionen erhalten hat, so für seine B e m ü h u n- gen beim Stadtrat Busch für den Ankauf vo» Ziechen 15 000 M. und beim Ankauf der Albatroswerte 10 0 0 0 M. Für die Tatsache, daß Stadttat Busch an Grundstück. geschaften der Stadt beteiligt gewesen ist. spricht nach seiner Meinung auch der Umstand, daß Busch jedesmal nach solchen Transottionen über größere Geldbeträge ver- fügte. Unier anderem werde auch in Maklertreifen erzählt, daß er bei der Grundstückstransaktion Potsdamer Platz-Bellevuestraße (Laffayette) 250 000 M. verdient hat. Zeug« Makler Wulschuer bestreitet die Darstellung Günthers ganz entschieden. Er habe leine Provision angeboten, solchem Günther habe sie ausdrucklich von ihm verlangt. In der ausgedehnten Befragung des Zeugen Günther werden die Wahlgelder für die Wirtschastspartei ausgiebig erörtert. Fast allen peinlichen Fragen weicht er aus. Er beschränkt sich immer wieder daraus, daß er von vielen Stellen Mahlgelder gefordert und bekommen hat. Er will sie zunächst dem Verband der Benzinhändler zur Verfügung gestellt habe», der sie aber nicht haben wollte und ihn aufforderte, sie unter gewissen Voraussetzungen an die Wirtschastspartei abzuführen. Di« Wirtschaftspartei will aber von ihm keine Beträge erhalten haben. Der Zeug« gibt dann an. daß er sie anderen Parteien zugeführt Hot. Er kann sich aber obfalut nicht daran erinnern, welche Parteien das gewesen sind� Er Hai auch darüber nicht Buch geführt. Selbst aus die peinliche Frage, ob er sich dann vielleicht erinnern lönne. daß er das Geld für sich verbraucht hat, antwortet er unter großer Heiterkeit des Ausschusses:„Das glaube ich nicht!" Posittv gibt er aber an, daß Bufch größere Beträge der Wirtschasts- parket hat zukommen lassen. Sa habe dieser damals»ach den Wahlen das belrächlliche Defizit in der Kasse der Wirlschaslsparlei aus eigenen Mitteln gedeckt. In der weiteren Befragnnz gesteht der Zeuge Günther«in, daß er an allen Geschäften des Stadtrat Busch mit 10 Proz. bereiligt g e w es e n i st. Für den Verkauf von Düppel an die Stadt hat er von Busch insgesamt 2,">000 Mark erhalten. Danach muß Busch 230 000 Mark bei dem Geschäft„verdient" haben. Er glaube aber, daß Büschs Verdienste in diesem Fall höher gewesen sind und dieser ihn bemogelt hat. Günther weiß auch auf Befragen nicht, ob er vorbestraft ist. Schließlich gibt er zu, wegen Steuerhinterziehung bestraft zu sein, daß aber das Verfahren in der Beru-fungsinstanz noch schwebt. Er kann sich aber daran erinnern, daß er schon den Offenbarung seid geleistet hat. Schließlich ist er mit Stadtrat Busch ousefnandergekmmnen. Krach will er mit ihm nicht gehabt haben. Busch hätte ihn weg-' geschickt, vermutlich, weil er zuvtei wußte. Er hat. dann von Busch noch eine. Abfindung von IZOVO M. bekommen. hierauf wird Rechtsanwalt Fuhrmann vernommen, der dex Stadt das merkwürdige Angebot gemacht hat, für die Uebereignunz von Material, das Dusch und andere Äagisttatsmitglieder belastet, an ein Konsortium, an dessen Spitze Günther steht, 10 000 M. zu zahlen. Der Zeuge erklärt sein Verholten damit, daß er als Rechts- Vertreter einer Spsditeurinieresientengruppe daran arbeit«, den Vertrag mit der„Behala"(Berliner Hafen- und Lagerplatz Aktien- gsfellfchaft) rückgängig zu machen. Es sei seine Aufgabe, nach- zuweisen, daß seinerzeit bei der Lerpachiung der städtischen Häsen an die Firma Schenter Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Vor» läufig aber wolle er nachweifen, daß bei den Gvundstücksgeschästen unzulässige Geschäfte gemacht sind. Deshalb betrachte er sich auch nicht als Mandatar einer bestimmten Interesientengriippe, sondern et wolle sich lediglich an der großen SäUberungsattion beteiligen. Er habe das ihm von Günther übergebene Material genau geprüft, che er damit zum Magistrat gegangen ist. Man habe ihm zuerst auch bereitwillig die Zlkten über den Gutsankaus Düppel überlajsen. Er habe dabei festgestellt, daß die Angaben von Günther zohnradartig eingriffen in die Aktenbclege. Er ist davon überzeugt, daß z. B. Hiller sich des Kreditbetruges schuldig gemacht hat. Er sei der Ansicht gewesen, daß man so wertvolle? Materiol nicht beiseite schieben dürfe. Er habe dem Magistrat das ungewöhnliche Ansinnen gestellt, 10 000 M. an die Gewährsmänner für dos Material zu zahlen, da höchst« Gefahr bestand, daß das Material der Gsgeirseite(also wohl Dusch?) angeboten und von dieser zprück- gelaust wird. Anfänglich sei man im Magistrat darauf eingegangen, schließlich sei er aber ans eine Atmosphäre des Widerstandes gestoßen und endlich habe man das Material definitiv abgelehnt, nachdem es bereits in die Hände der Staatsanwaltschast gelangt sei. Rechtsanwalt Fuhrmann gibt dann noch aus dem Gedächtnis die dem Magisttat vorgelegten Entwürfe der Güntherschen eides- stattlichen Versicherung wieder, die die Angaben Günthers vervoll- ständigen. Es geht«. a. daraus hervor, daß die Gesellschaft Petrolea von Busch als Deckmantel für seine Grundstücksgeschäste bezeichnet wurde. Zum Schluß meldet sich noch der erkrankte Zeuge Guts- Pächter Bernau, der Düppel bewirtschaftet hat und der als Entschädigung für seinen Pachtvertrag pon Hiller 105 000 M., und als Provision für seine Bemühungen um das Zustandekommen des Geschäfts(er ist einige Male beim Prinzen Sigismund gewesen) die Kleinigkeit von 300 000 M. bekommen hat. Nächste Sitzung Sonnabend 9 llhr. Bambushiebe— Gieinwürfe. Indischer Straßenkrawall. Bombay über London, 11. April.(Eigenbericht.) Vor dem Gerichtsgebäude in Bombay kam es zu Kra- wollen, als die am Donnerstag im Hauptquartier des indischen Nationalkongresses verhafteten Anhänger Gandhis zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Di« Demonstranien versuchten die Per- urteilten aus dem Polizelwage» zu zerren. Als sie von der Polizei in der Abwehr mit den langen B a m b u s st a N g e» bearbeitet wurden, erwiderten sie mit S t e i n w ü r s e n. 22 Personen.■ darunter 10 Polizeibeamte, wurden verletzt. Skandal der Arbeitsämter. Scharfer Protest der Angestellten Mit den skandalösen Zuständen in vielen Dienststellen der Berliner Arbeitsämter beschäftigte sich Donnerstag abend in den Saphiensälen eine von etwa 1500 Personen besuchte Protest- nersammlung der freigewerkschaftlich organisierten A r b e i t s o in t s a n g« st e l l t e n. Allein schon dieser starke Per- sammlungsbesuch bewies, bis zu welchem Grad die Empörung der Arbeitsamtsange st eilten gestiegen ist über die völlige Passivität der Reichsanstalt bei der not- wendigen Veschaffung menschenwürdiger Räume für die Angestellten und Arbeitslosen und über die„Aktivität" der Reichsanstalt in der Erfindung immer neuer bürokratischer Verfügungen. Genosse Zeitz vom ZdA. bezeichnete es mit Recht als eine wirklichkeitsfremde Z ch r« i b t i s ch» e i s h« i t, wenn die Reichsanstalt in einer Zeit größler Arbeitslosigkeit und angeipaniitest.'r Arbeitsleistung eines jede» einzelnen Arbeitsamtsangestellle» zu der Feststellung konimt, daß in Berlin in der Arbeitslofenversicherung „zuviel Arbeitskräfte" vorhanden feien. Wenn in B e r- l i n has ganz« Getriebe der Arbeitslosenversicherung noch nicht zum Stillstand gekommen ist, dann nur deshalb, weil die An- gestellten ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit das letzt« ihrer geistigen und körperlichen Kräfte hergeben, lieber stunden leisten und teilweise sogar noch Arbeit mit nach Hause nehmen In einer Zeit, wo die Arbeitslosen in stickigen Räumen Schlange stehen müssen und chre gleichfalls berechtigte Erregung über diese Mißstände oftmals über die Angestellten entladen, fäiigt man in einzelnen Arbeitsämtern mit Organisations spiele- re i e n an, durch die der ganze Betrieb noch mehr ins Siocken ge- bracht wird. Gleichzeitig aber werden die Arbeitsämter gezwungen, noch Personal zu entlassen, ohne Rücksicht auf den weiteren Gang des Betriebes. Jedenfalls ist das Maß des Erträglichen bei den Angestellten jetzt zum Ueberlaufen voll. Kommt, es in den nächsten Woche» auf den Arbeitsämtern zu einer Katastrophe, dann trägt daran nicht die Angestolltenfchaft, sondern die Rcichsanstalt die Schuld. Der soeben veröffentlichte Geschäftsbericht der O r t s v« r w a l- tung Berlin des Deutschen Metallarbeiteroer- b a n d e s für das Jahr 1929 beansprucht diesmal ein besonderes Interesse, weil er nicht nur die lohn- und tarifpolitische Tätigkeit dieser größten Verwaltungsstelle des Metallarbeiterverbandes wider- spiegelt, sondern auch die Kämpfe, die gegen den Bestand der Organi- sation von der KPD. geführt worden sind. In dieser Beziehung ist der Jahresbericht gewissarmaßen ein Zeitdokuincnt. Das einzig Erfreuliche dabei ist, daß die Organisation diese Angriffe nicht nur gut pariert hat, sondern aus ihnen noch gefestigter als zuvor hervorgegangen ist. ' Trotz Spaltung der Rohrleger- und Dreherbranche durch die KPD. und trotz denkbar ungünstigster Werbcmöglichkeiten infolj�! der großen Arbeitslosigkeit ist der Mitgliederbestand nicht nur gehalten, sondern um fast 1700 auf 82007 Mitglieder erhöht worden. Aufschlußreich ist ein Vergleich der Mitgliederzahlen der gespaltenen Dreher- und Rohrlegerbranchen mit den abschießenden Mitgliederzahlen von 1928. Die gesamte Dreher- b ran che zählte Ende 1928 insgesamt 7522 Mitglieder: am Schluß des Jahres 1929 aber 7175, also nur 349 Mitglieder weniger als Ende 1928. Wenn man berücksichtigt, daß noch ein Teil Dreher aus diesem so aussichtslosen Berus abgewandert ist, kann man Schwierige Verhandlungen im Baugewerbe. Für und gegen Lohnabbau. Die Dohnverhandlungen im Vaugewerbe vor dem haupltarisamt, die am Dounerslag im Rcichsarvcitsministrrium begannen, werden voraussichtlich erst am Sonnabend zu Ende kommen. Die Unternehmer haben bei den Verhandlungen ihren Dohnobbauanträgen streng festgehalten. Soweit man im Augenblick übersehen kann, dürste es bei der schon in einzelnen 23e- zlrkcenlschcidungen eingeschlagene« Linie bleiben, d. h. die Eolschei- dung des haupltarisamls wird auf eine Verlängerung der bisherigen Löhne hinauslouseu. VerlinerSchneidergegen Schiedsspruch Zorttehung des Kampfes. Der Schiedsspruch für das Maßschneidergewerbe, der vom Tage der Arbeilsausnohme an bis zum 28. Jebrnar 1931 für Berlin eine Cohnzulage von 2 Pf. pro Stunde vorsieht, wurde gestern abend von den Berliner Maßschneidern in geheimer Abstimmung mit 930 gegen 54 Stimmen ab- gelehnt. Der Filialleiter Genosse Lehntann gab in der Versammlung der srelgewerkichastlich organisierten Maßschneider in den Sophiensälen einleitend einen kurzen Bericht über die Streiklage in Berlin, die nach fast vierzehntägiger Kampfdauer noch genau so günstig ist wie zu Beginn des Streiks. Auch im Reich« ist die Streikfront noch vorbildlich geschlossen. In dieser außerordentlich günstigen Situation sind die Orgonisationsvertreter am Mittwoch nach dem Rsichsarbeits- Ministerium gegaugeii, nachdem ihnen am Montag bereits zugesichert wrndcn war, daß der Brauuschwsigcr Schiedsspruch als Berhand- lungsgrundlage nicht mehr in Frage koiume. Es mußte erwartet werden, daß die Unparteiliche» einen Schiedsspruch fällen würden, In der mehrstündigen Diskussion entlud sich ein wahrer Gewit.ersturm auf die Häupter der leider nicht anwesenden leitenden Personen der Reichsanstali. Wer die Zustände in den meisten Dienststellen der Bevliner Arbeitsämter kennt, konnte sich darüber nicht wundern, daß Männer, die teilweise jahrzehntelang in den Reihen von Partei und Gewerkschasl stehen, so scharfe anklagende Wone gebrauchten. Und alle diese Vorwürfe wurden nicht nur im Interesse der Arbeitsamtsangestellten, sondern in erster Linie im Interesse� der Arbeitslosen erhoben. Ein Entrüstungssturm ging durch den Saal. als«in Vertreter des Neuköllner Arbeitsamtes mitteilte, bei einer nur flüchtigen Stichprobe sei festgestellt worden, daß Arbeitslose 7 bis S Stunden In einer Zahlstelle hin- und hergeschickt wurden und danach nur etwa die Hälfte von ihnen ihre Unterstützung bekamen, die anderen unverrichteter Sache wieder nach Hause gehen mußteir. Zum Schluß der Versammlung, die bis uni Mitternacht dauerte, wurde einstimmig ein« Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: „Die Arbeitsfreudigkeir der Angestellten wird durch die bürokratischen Mahnahmen der Reichsanstalt systematisch unterdrückt.' Besonders die planlose Umorganisa- tion in einigen Arbeitsämtern, die Aenderung der Meß- ziffer gegen den ausdrücklichen Beschluß des Verwaliungsaus- schusses des Landesarheitsamtes, die M a s f e n e n t l a s s u» g e n, die eine Arbeitsüberlastung der. vorhandenen Angestellten, bei denen sich die Nervenzusammenbrüche häufen, herbeiführt, die Ber- Weigerung der tariflichen Ansprüche der nach dem 1. Oktober 1927 eingestellten Angestellten, die Verweigerung der U e b e rn a h m« r e ch te gemäß � 228 AVAVG. stehen im krassesten Widerspruch zu den Versprechungen des Präfidemen der Reichsanstakl, die vor der Eingliederung der Arbeitsämter den An- gestellten gemacht worden sind. Die Versammlung erwartet von den sreigewerkschoslllchen ver- krelern in den Verwaltungsausschüssen und im Verwollungerat, daß durchgreifend« Abhilfe geschossen wird..." ermessen, wie kläglich der Versuch der Spaltimg dieser Branche gescheitert ist. Die Rohrlegerbranche weist sogar einen Zugang von 342 Mit- gliedern ans und zählte am Schluß des Vorjahres 4148 Mitglieder. Daran sieht man am deutlichst«», welchen„Anklang" die �Spaltungsparoleii der KPD. bei den organisierten Arbeitern gesunden haben. Aber auch in f i n a n z i« l l e r Beziehung sit das Berichtgsahl� befriedigend verlausen. Der Kassenbestand der Lokalkols« hol sich fast um 17 Million Mark auf 1 308 509 M. erhöht. Zur Ver- dessemng der Lohn- und Arbeitsbedingungen wurden 190 Be- wegungen geführt, von denen 78 mit vollem Erfolg, 93 mit teilweisem Erfolg und 25 erfolglos endeten. Di« Erfolg« waren je nach der organisatorischen Stärke der daran Beteiligten und den Konsunkturverhältnissen entsprechend verschieden. Soviel steht jedenfalls fest, daß manches Ergebnis trotz der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse besser K? wesen wäre, wenn die Arbeiterschaft der betreffenden Iikbustrie oder Branche straffer organi- stet wäre. Dies« organisatorischen Lücken aufzufüllen muh weiterhin das Ziel aller Funktionäre und Mitglieder fein, die im vorigen Jahre gegen den Sturm der KPD. erfolgreich ihren Mann gestanden haben. der nicht nur den Abbau der Arbeitszeiten, die der Braunschweiger Schiedsspruch vorsah, aufhob, sondern den Maßschneidern auch ein« annehmbare Lohnerhöhung zusprach. Wenn der Schieds- spruch auch die Arbeitszeitenverkürzung aufhebt, ist jedoch die„Lohn- erhöhung" um 1 und 2 Pf.«in Zugeständnis an die Unternehmer. Angesichts dieser unverständlichen Entscheidung der Unparteiischen gilt es, den Kampf mit unverminderter Schärfe fort- zusetzen. In der neuen Branchenoeriammlung am Montag, um 19 Uhr in den Sophiensälen werden dann auf Grund des Ab- ftimmungsergebniffes im gesamten Reich die weiteren Beschlüsse gefaßt werden. Nach einer kurzen Diskussion wurde«ine geheime Abstimmung vorgenommen, die das eingangs erwähnte Ergebnis hatte. Rückgang der KpO. im Wernerwerk. Ergebnisse aus dem Blockwert und Verwaltungsgebäude. Aus dem W e r n e r w e r k des Siemens-Konzerns wird uns nunmehr das Ergebnis der Betrisbsratswahl mitgeteilt. Die freien Gewerkschaften erhalten von den 30 Mandaten im Arbeiterrät 17(bisher 15), die kommunistische„Oppo- sition" 9(bisher 13, außerdem ein syndikalistisches), die Haken- treuzler 2(bisher keine Lifte), die Gelben 2(1). Die Kommunisten haben also 4 Mandate, die Syndikalisten 1 verloren, wovon 2 die freien Gewerkschaften gewonnen haben, die nunmehr über die Mehr- heil im Arbeiterrat verfügen, während 2 Mandate den Haken- treuzlern und 1 den Gelben zugute kam Wir wollen hoffen, daß dieser Gewinn der Nazis und der Gelben nur vorübergehend ist. Diese Mandate müssen geholl werden. Bei den Angestellte» erhielten die freien Gewerkschaiten 1>17(2025) Stimmen,?(4) Sitze im Betriebsrat und 8(ll) im An- gestelltentGt Der GäA. 700(553) Stimmen, 1(l) Siy im Betriebs- rat uns 3(3) im Angestelltenrat, der Gedag 852(1004) Stimmen, 1(2) Sitze im Betriebsrat und 4(5) im Angestelltenrat, die älleren Angestellten 719(685) Stimmen, 1(1) Sitz im Betriebsrat und 3 (3) im Angestelltenrot. Die Hakenkreuzler 938(0) Stimmen. 2 Sitze im Betriebsrat und 4 im Angestelltenrat. Hier sind also die eigent- lichen Gewinner die Hakenkreuzler. Die hoffentlich vorübergehende Schwächung der freien Gewerkschaften bei den Angestellten wird mehr als wettgemacht durch den Gewinn bei den A rb e i te r it. * Die Betriebsratswahl in dem Bereinigten Eisenbahn- Signälwerk- Blockwerk zeitigte bei den Arbeitern folgendes Ergebnis: Lifte der freien Gewerkschaften 449(508) — 0 Sitze im Betriebsrat, 9 Sitze im Arbeiterrat. Liste der Gel- b e n RdA. 79(0) Stimmen. 1 Sitz im Arbeiierval. Lifte der Gelben RdA. 43 Stimmen, kein Mandat. Die christliche Liste erhielt 39 (55) Stimmen, kein Mandat(0= Ol. Bei den Angestellten erhielt die freigewerkschaftliche Liste 198(208) Stimmen, 3 Sitze im Betriebsrat und 5 im Angestelltenrat(2 u- 3), die Firmenlisten oder bürgerlicher Mischmasch 125 Stim- men(123), 1 Sitz ün Betriebsrat und 3 Sitze im Angestelltcnrat (1 m 2). * Die Angestelltcmvahl im Verwaltungsgebäude Sie- m eil s u. H a l s k e hatte folgendes Ergebnis: freie G e w e r k- schafte n 123 Stimmen(0), 2 Sitze im Betriebsrat. 3 Sitze im Angestelltenrat. Die Liste der Bürgerlichen 253 Stimmen im Be- triebsrat, 0 Sitze im Angestelltenrat ebensalls. Es muß dazu bemerkt werden, daß es das erstemal nach 5 Jahren ist, daß in diesem Be- triebe eine freigewertschastliche Liste zustande kam. Au diesem Be- triebe gehört nämlich die bekannte„Sozialpolitische Abteilung des Siemens-Konzerns. die allein schon 150 Personen umfaßt und deren Einstellung ja als ehemalige Offiziere bekannt ist. Fortschritt in der AEG. Ackerstraße. Rückgang der KpO. Die Betriebrätewahlen in der AEG.-Ackerstraße brachten der freigewerkschastlichen Liste einen erfreulichen Erfolg. feü- steigerte ihr« Stimmen gegenüber dem Borjahr von 1050 auf 1172. Die..opposiitionelle" Liste verlor dagegen 190 Stimmen. Die MaudatsveNeilung ist folgende: Die Kommunisten im Vorjahr 8 diesmal 7 Vertreter im Betriebsrat. Die freigewerk'chaftliche Liste diesmal 7 im Borjahr 0 Vertreter. Der Rückgang der KPD. ist also allgemein.___ Die harinäckigen Schwerindustriellen. Immer wieder vergebliche Verhandlungen. In Essen fanden am Freitag zum dritte,»nal Berhandl, ingen der Angestelltenorganifationen mit dein Arbeitgeber- verband der nordwestlichen Gruppe über einen neuen Rahmentarifvertrag statt. Sie verlieien wiederum er- gebnislos, da die Auffassungen der Arbeitgeber über die ein- zelnen Besti nmungen des Vertrages von denen der Angestellten- organisationen weit abwichen. Kür die Invaliden. Sie ttntnstühung durch die Gewertschasten. Di« in den meisten Verbänden schon entschiedene Frage der Ein- führung der In v a lid e nu n t e r st ü tz ung.steht im Augenblick bot den Steinavbeitern zur Enlscheiduiig. Der Zeittralverband der Sieinarbeiter Deutschlands hatte am" seinem letzten Verbandstag« im September 1929 in Verl in beschlossen, die Verhairdsmilglieder in einer Urabstimmung zu befragen. ob sie in ihrer Mehrheit für oder gegen die Eimührung der Invaliden unieritützung sinö). Dies« Uvobstinimung ist beretts im Gonge und. geht bis zum 13. April. Die Zahlstelle Berlin hat beschlossen, die Abstimmungen in den einzelnen Bezirken vorzunehmen, und zu diesem Zweck besondere Dersammlungen einberufen, die zum über- großen Teil in der nächsten Woche stattfinden und in der Rr. 13 des. Lerbandsorgans„Der Steinarbeiter" bekanntgegeben find. Zahlstellenleitung und Verbondsvorftand fordern die Mitglieder am, sich restlos an der Abstimmung zu beteiligen, um einen klaren Willen sau sdr u ck in dieier wichtigen Frage zu erhalten. Der Berbandsvorftand richtet an die Verbandsmitglieder den Appell, in ihrem und im Interesse einer gedechlichen Weitcrentwicküing der Organisation für die Einführung der Inoalidenuiiterstützung zu stimmen. Auch im Textilarbeiterverband steht die Invaliden- Unterstützung jetzt zur Diskussion. Aus dem letzten Verbandslage in Hamburg, dem verschiedene Antröge dieser Art vorlagen, vertrat die Mehrheit der Delegierten die Auffasiung, daß der Zeitpunkt zur Einführung der Jnvalidenunterstützimg noch nicht gekommen sei. Der Derbandsoorstand wurde aber beauftragt, dem nächsten Verbandstage ein Regulativ für die Invaiideitunterstüszung vorzulegen. Vorstand und Beirat haben sich eingehend mit der Frage beschäftigt und einen Entwurf ausgearbeitet, der zunächst-der Mitgliedschaft znr Diskussion unterbreitet wird und dem im Juni in Stuttgart staltfindenden Ver- bandstage zur endgüttigen Erascheidung vorgelegt werden joIL fKreieGewertschasts-LuaendVerlin Seine, U!N.IS'j wir. taat hie«eUerex-Arbeit�emeins�-it im Iuvod-- deim des Geiamwertxrnde». dewerlschoftsldiiiz, Cnüeluicr 24—25, Auf. «ona B. nort. Sbtma;.Gewertfchafllich«(Seaeninattsfuiaen". Rtferonl ®.-raibie. t M>r»en. connioq. foUienie Setanftalhinatn: Siidtrei»! Um 19 Uhr im StSurtQäfaal des Keiortsamtes, dorckstr. ll. Werbeabend des Eiid- kreifes. �raaramm: zum:„Die Bunder Alien e", Muül. Scher, film. lln. koftinbeirraa 30 Vi.— Osll»'»: Um tS Uhr im Iuaendbe-m Suntrrftr. 44, Ssttcra- und Wcrbeabend. Prnaramm: Muiik.?!e,it Uhr. iZniamm-ntuntt aller «brupyenteitunaen im Äinunassaal des Deutschen Melallarbe ierverbandes. Berlin Z!.. Libi-nftr.*4-«*, I. barlal. 2 ffr. 1. Unser« Arbeit 1929J90. 2. Wahlen. 3. Milteilunacn. Um 30 Uhr veranstalten die Zreunde inter- nationaler»leinarbeit in der Aula de»«Sllniseben Gnmnaliums. Insel- a-ke Ballitrahe, einen Lichlbildervorlraat»Eine Reis« quer durch das britische Inselreich'. Iuoendorvvve Pes'Zei'lralverhondeS der Anaesixklten Leute. Sonnabend, ab 20 Uhr. LolkstanUursus im Iuexndheim Lehrter Strafte 18—19 und ad AI Uhr Bunter Abend b,w. Zollstanaabcnd im Iuaendbeim Wrana-lstr. 128. Bon 18 bis 20 Uhr Uebunasatend ber Sinac» armeinschoft und von 20 bis 22 Uhr Anbeitsaemeinschaft„Soiialismus". Beraniworllich'iir Politik! Tr. Surt Seqer: Wirtschaft: 9-«linqeih-it»,: Gewertschaltsbewequng: 3. Steinet; Feuilleton: Ä. S. TLicher: Lotaie» und Souftiaes?ri»»»ettädt: Anleinen: Td Sioete: siimtlich in Bertin. Berlaq: Borwarts-Beeiali®. m b. S Berlin Bruck: Bormärts-Buchdruckerrt und Berlaasanstql! Baut Sinaer'"■.■————--;-—-:- Hevien-Stoffle-- Hoch& Seeiattd für ClH$üg«, UCbter, PaCeteis etc. 6fllBtesTü[li-Haus modernster Rlihtuna SexhaudteHAtr. 20-11 Jlr.lZS ♦ 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 42. April 4930 Eisenbahnkatastrophe in Frankreich Militärzug bei Besancon entgleist.— S Tote, AS Schwerverletzte. PariS. 11. April. Eis furchtbares Eisenbahnunglück ereignete sich gestern mittag in Laissey in unmittelbarer Nähe von Besanxon. Ein Militärzug entgleiste und ging vollkommen in Trümmer. Visher konnten 8 T o t e und 38 zum Teil sehr schwer Verletzte geborgen werden. Ein weiteres Telegramm meldet folgende Einzelheiten: Der Militärzug, der die Reservisten vom Militärübungslazer Valdahon in ihre Heimatstädte Belfvrt und Colmar zurückbringen sollte, hatte Besan?on verlosten und fuhr mit 70 Kilometer Geschwindigkeit die kurvenreiche Strecke nach Laissey zu. als einer der Wagen aus den Schienen sprang und den ganzen Zug mit sich ritz. Tn wenigen Sekunden bot die ganze Strecke das Bild einer furchtbaren Verwüstung. Sämtliche Wagen hatten sich buchstäblich in- emandergcfchoben und waren nicht wieder zu erkennen. Lautes Schreien und Todesstöhnen drang aus dem Trümmerhaufen, an dem sich die weniger Schwer, und Richtverletzten bemühten, ihre Kameraden zu retten. Von Besamjon wurden sofort 80 Tragbahren uird die notwendigen Hilfsmannschaften entsandt, die im Augenblick noch mit den Bergungearbeiten beschäftigt sind, da immer noch Tote und verwundete unter den Trümmern liegen. Auch aus den be- nachbarten Ortschaften strömt die Bevölkerung zu Hunderten herbei und bemüht sich, an den Retwngsarbeiten teilzunehmen. Di« Leichen wurden vorläufig an dem hohen Bahidamm. der den Doubs entlang führt, gebettet, während die Verwundeten sofort nach Lesan�on überführt wurden. Von D i j o n ist ein schwerer SO-Tonnen-Kran an die Unglücksstelle geschickt, da ez zum Teil nicht möglich ist, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln an alle Verlehlen und Toten heran- zukommen, da sie gröhtonteils zwischen schweren Wagenteilen ein- geklemmt liegen. Die Unglücksstelle bietet einen grauenerregenden Anblick. Teile menschlicher Körper liegen wahllos umher. Es war noch nicht müglich, all« Toten zu identifizieren. Der Kriegsministcr hat sofort eine eingehende Untersuchung angeordnet. Von bahn- amtlicher Seite konnte die Ursache der Katastrophe noch n.cht fest- gestellt werden. Das Unglück ist um so bedauerlicher, als die Refer- sisten ihre Uebung beendet hatten und zu ihren Familien zurück- kehren wollten. Es handelt sich fast ausschließlich um verheiratete Männer, die Frauen und Kinder zurücklassen. Paris, 11. April. Wie zu dem schweren Eisenbahnunglück bei Besan>:on ergänzend gemeldet wird, befinden sich unter den 18 Schweroerlehlen eine ganze Reihe, die kaum mit dem Leben davonkommen dürsten. An der Unglücksstelle wird immer noch fieberhaft gearbeitet, da man weiters Tote und Verletzte unter den Trümmern vermutet. Das Unglück ereignete sich bei der Ausfahrt aus einem kleinen Tunnel. Glücklicherweis« führt die Eisenbahnlinie an dieser Stelle zwischen zwei hohen Felswänden hindurch, so daß der Zug, als er m M Xausboot macht Frühling. Die Hausboote an den noch stillen Ufern der Berliner Seen erwachen zu neuem Leben. Das Winterquartier ist zu Ende und die Boote, noch grau von Wind und Wetter der schlechten Jahreszeiten., merden überholt und aufgefrischt. Sie harren der Wohn- gaste, um mit ihnen in jene ver* rountchenen Winkel zwischen Schilf, Wiese und Wald zu reisen, die nun mal das Ziel jeder Schwimmenden Wassermohnung sind. entgleiste, auf dem Bahndamm blieb. Die Folgen des Unglücks wären ungleich schwerer gewesen, wenn die Wagen auf offener Strecke den hohen Damm in den Fluß hinuntergestürzt wären. Die Ursache des Unglücks ist in Bauarbeiten zu suchen, die aus diesem Teil der Strecke ausgeführt werden. Unoerständlick)erweise war die Baustelle nur durch eine kleine rote Fahne bezeichnet, so daß der Zug mit voller Geschwindigkeit darüber Hinwegsuhr. Bewag'Anleihe perfekt. 15 Millionen Dollar zu günstigen Bedingungen. Die Verhandlungen der Bewag mit dem amerika- nischen Vaukhans Dillon, Read n. Co., Uber die der „Vorwärts" bereits vor einiger Zeit berichtete, sind jetzt znm Abschluß gekommen. Das New-B?rker Bankhaus gewährt der Bewag einen langfristigen Kredit in Höhe von fünfzehn Millionen Dollar. Die Anleihe ist s c ch s P r o z e n t i g mit Zinsterminen am 1. April und 1. Oktober und hat eine Laufzeit von 23 Jahren. Man rechnet mit einem Emissionskurs von 90\i Prozent, sollte das Bankhans in New Dork einen höheren Kurs als OOVa' Prozent erzielen, so soll die Betvag an dem dann eintretenden Gewinn Anteil habe». Tie Anleihe wird in erster Linie zur Abdeckung der kurzfristigen Kredite benutzt werden, die rund 23 Mil- lioncn Mark betragen. Der Rest wird für den Ausban des Verteilungsnetzes und zur Fertigstellung des neuen großen W e st k r a f t w e r k e s Verwendung finden. Beachtlich au dem Vertrage ist, daß an Stell« eines üblichen Tilgungsfonds nur ein halbjährlich aufzufüllender Ankaufsfonds vorgesehen ist. Rückkäufe aus diesem Fonds erfolgen nur, falls Stücke zu einen, Preis unter 100 Proz. am Markt erhältlich find. Der Fonds wird so dotiert, daß maximal SO Proz. des Anleihe- betrages während der Dauer der Laufzeit zurückgekauft werden können. Die Anleihe ist auf die Dauer von fünf Iahren unkündbar: während der anschließenden fünf Jahre ist bei Kündigung ein mit 23 Proz. beginnendes, in jedem Jahr um ein halbes Prozent sinkendes Agio zu zahlen. Irgendwelche besonderen Sicherheiten sind seitens der Bewag nicht gegeben worden. Die Anleihe, deren Einführung an den Börsen von R c w P o r k, Boston und A m st e r d a m beabsichtigt«ist, bildet einen erfreu- lichen Fortschritt in der Finanzierung der Bewag..Es ist der Bewag nämlich erstmalig gelungen, eine Emission auf der Basis von sechs proz. vorzunehmen, während ihre Schweizer Anleihe von 1925 mit 7 Proz. und die beiden großen Dollaranleihen von ISA und 1929, die gleichfalls mit Dillon, Read& Co. abgeschlossen wurden, mit(vö Proz. belastet sind. Zum deutschen Treuhäicher für du» Anleihe wird die Deutsche Kreditsicherung A.-G., Berlin, bestellt. Kein Verkauf der Migers-Aktien. Die Meldung, daß die Stadt Berlin oder die Städtischen Ga?« werke di, in ihrem Besitz Hindlichen Rüt g er s- Aktion ver- kauft hätten, trifft nickst zu. An einen Verkauf dieser Aktien wird nichr gedacht. ?m ftutzbach-prozeß wurde gestern die Beweisaufnahme geschlossen, nachdem etwa 150 Zeugen vernommen worden sind. Am Dienstag beginnen die beiden Staatsanwälte ihre Plädoyers. „Warum hat sie denn nicht schon früher roaz gesagt?" „Die hat sich gefürchtet." «Sind Sie so streng?" „Das will ich glauben. Wie sie zum erstenmal in der Hoffnung war, das Luder, das Mensch—" „Da hat also ihre Tochter schon ein Kind." „Natürlich, die Kleine, die Pia, zwei Jahre ist sie schon. Und wenn die Frau Delius nicht so gut gewesen war, ihr macht das gar nichts, sagt sie, wenn es nur aus Liebe ist, lagt sie „Was hat denn die Frau Delius damit zu tun?" „Die Frau Delius. das ist doch unsere Wohltäterin. Die hat doch die Dyveke ins Haus genommen und die Pia gleich mit, sckön ist das Kind, sag ich Ihnen, wie eine Kirschblüte— „Ihre Tochter ist-also das Dienstmädchen von Frau Delius." „Ja, und was ihren ersten Fehltritt betrifft— „Hören Sie auf. das gehört nicht hierher. Da Ihre Tochter zweiundzwanzig Jahre ist, also ein erwachsener Mensch, wird es am besten sein, sie meldet sich selbst zur Ein- vernähme. Und passen Sie auf, Hansen, wenn ich Ihnen einen Rat geben darf. Ihre Tochter soll zu niemandem ein Wort reden, zu niemandem, haben Sie wich verstanden?" „Ack, das arme Ding, die fitzt ja ohnehin nur den ganzen Tag in der Küche und plärrt. Wenn nicht das Fräulein Hasting war—" „Das Fräulein Hasting?" „Ja doch, die von der Zeitung. Eine gut« Dame, eine edle Dame." � „Schon gut, schon gut. Schicken Sie mir also dt« Dyoele, Hansen. Und warten Sie noch einen Augenblick. Was ist das für eine Geschichte mit der Gräfin, ach, Sie wissen schon, mit der Gräfin Aaresund?" „Ja, das ist nämlick) so: ich red' nicht gern über die 5ierr- schaften." „Ob Sie gern reden oder nicht, ist gleichgültig. Hier haben Sie die Wahrheit zu sogen." „So wahr mir Gott helfe. Herr Richter, die Gräfin ist mit ihrem Auto aus dem Puchemvald rausgetommen und der Herr Rist war drin im Auto, und dann ist der Herr Rist ge- schwind rausgesprungen, und sehr verlegen war er. das kann ich beschwören, und auf meine Fähre rüber und die Gräfin fort, davon, als wär der Teufel hinter ihr drein, ihr großes Auto wars, der Tourenwogen, und einen grünen Hut hat die Gräfin „Schon gut. Ich schließe das Verhör." Kgl. Amtsgericht Sandrup, 26. Juni. gez. Christian Hansen. H. G. Iakohsen. Protokoll aufgenommen mit Dyocke Madscn, geb. 1907 in Sandrup, roan- gelisdi, ledig, derzeit Ditntfmäddien im Hause der Frau Delius auf Lynii. „Ich bitte Sie. so schwer es Ihnen auch fallen mag, ganz offen zu uns zu sprechen... Weinen Sie nicht... Aber so weinen Sie dock) nicht so furchtbar... Hier will Ihnen doch wirklich niemand was zuleide tun... Liebes Frau- lein Madsen, nehmen Sie Vernunft an... Das kann dock nicht so weitergehen... Da kann ich Sie gleich wieder naa) Hause schicken..." „Ich schäm mir so, ich schäm mir so..." „Vor uns brauchen Sie sich doch nicht zu schämen. Uns kennen Sie ja gar nicht. Wir sind doch sozusagen nur Amts- Personen... Rein, mein Kind, so geht das nicht weiter... Wenn Sie nur hergekommen find, um zu weinen—" „Ich schäm mir aber doch so furchtbar..." „Schaun Sie, Dyveke, das hat doch keinen Sinn... Haben Sie mal den Kopf— „Ich furcht mir aber so... Warum hat denn Vater nicht auch mit rein dürfen..." „Was ist das für ein Unsinn? Sie werden sich doch vor mir nicht fürchten." „Nein, aber vor ihm, er ist doch auch da!" „Vor Torben Rist? Da brauchen Sie keine Angst zu haben. Den werden wir nicht hereinrufen." „Aber er ist doch hier. Ganz dicht daneben. Ich spure, ich spure. Mein Hals wird ganz steif." „Was soll denn das wieder heißen?" „Cr ist da. Dort hinter der Tür. Ich spüre, ich spüre. Gleich wird er hereinkommen—" „Halt, hast, sind Sie denn ganz verrückt? Sie werden mir doch nicht davonlaufen. Donnerwetter noch mal, bleiben Sie stehen!" „Das ist kein Christ nicht und überhaupt lein Mensch. Das ist«in Katholischer und ein Deuwel. Wenn der uochmal in meine Nähe kommt, mich rührt auf der Stelle der Schlag." „Fräulein Madsen, wenn Sie hergekommen sind, um uns Szenen vorzumachen, so gehen Sie nach Hause und nehmen Sie«in kaltes Bad. Meine Geduld ist erschöpst. Gehen Sie!" „Dann wird Vater aber böse sein. Cz ist doch wegen der Anzeige." „Na, sehen Sie. Sie sind ja gar nicht so dumm. Setzen Sie sich mal ruhig nieder und erzählen Sie, was— also was Herr Rist Ihnen getan hat." „Der hat alle? getan, der ist die Schuld, der ist kein Mensch nicht.- „Ruhig, Fräulein Madsen. Passen Sie mal gut aus- Wir wollen etwas wissen. Sie erwarten«in Kind?' „Ich schäm mir so. ich schäm mir so.. „Ja, aber zur Sache. Von wem ist das Kind?" „Na. von ihm natürlich, von dem Deuwel." „So wie Sie sprechen, scheinen Sie Herrn Rist ja nicht besonders zu lieben. Wie kommt es also, daß— daß Sie jetzt ein Kind von ihm erwarten?" „Ringeschmissen hat er mir in den Straßengraben." „Wann?" „Nach dem Tanz im Krug. Ich ging zeitlich zu Hause, weil Frau Delius wollte große Wäsche machen nächsten Tag, da heißts immer schon früh aus dem Bett, und auf einmal— o Gott, o Gott, ich schäm mir so." „Wissen Sie noch das Datum?" „Am Sonntag." „An was für einem Sonntag?" „Ich schäm mir so, ich Hab solche Angst." „Jetzt geht die Heillcrei wieder an. Hören Sie zu. Dyveke, ich will Sic nur noch etwas fragen. Hat Herr Rist, auch abgesehen von dem bewußten Sonntag, Sie— Herrgott, Sie sind doch schließlich eine Frau mit einem 5tind, Sic werden schon wissen, was ich meine." „Das mit dem ersten Kind, das ist ganz was anderes, das war die große Liebe, sagt Frau Delius, und da ist es keine Sunde nicht." „Ja. aber davon sprech ich doch gar nicht Ich meine nur, ob Herr Rift zum Beispiel auch schon vorher einmal mit Ihnen zärtlich gewesen ist?" „Der? Alle Augenblicke ist er dagewesen mit seiner Geige und wenn er einen nur angeschaut hat, auf den Hals geschaut, ganz steif ist man geworden, hat den Kopf gedreht, wie er nur wollen hat, das ist ja kein Mensch nicht, das ist ein Deuwel, kein Christ ist das—" „Ich schließe das Verhör" Kgl. Amtsgericht Sandrup, 26. Juni 1929. gez. Dyveke Madsen. H. G- Iakobsen. (D?rtsetzung folgt.) Autobus zermalmt! Von einem Schnellzug erfaßt!— Bisher 22 Tote. New Hork. 11. April. Am Freitag ivurde ein vollbcsckter lieber- lanbantobus an einem Bahnübergang, rtilometcr i i üblich der«tadt Albuquergue im Staate Neu- Mexiko von einem Postschncllzug ersaht und form- lich zermalmt. Das Unglück forderte 22 Tote und viele Tchwcrvcrlebte. Tic zerstückelten Leichname neben dem Schienenstrang geben einen grauenvollen An- blick. Beim Zusammenstost fing der Autobus Feuer, wodurch viele der Lpfcr bis zur Unkenntlichleit ver- brannten. Fünf Hilfszüge sind an die UnglückSstclle zu Aettungsarbeitcn geeilt. Die Abeidcner des RebeliensdUfies. Unter vcnczolanisdier� roter und einer deutschen Flagge. GroKfeuer auf einem Reubau. Fünf Löschzüge an der Brandstelle. In später Abendstunde brach gestern aus dem ft c n b a u- g e l ä n d e in der Z c l t e r st r a h e im?!ordosten Verlins ein Brand aus. der sich in kurzer Zeit zu einem Grogfeuer entwickelte. Fünf töschzügc unker Leitung des Berliner Oberbranddircktors Gcmpp erschienen aus der Brandstelle. Gegen 22 Uhr geriet, vermutlich infolge zu st a r k e n ch e i z e n s, .eine Baubude in Brand. Di« Flammen griffen auf die angren- zenden Holzschuppen über und crfasiten auch das den Neubau um- gebende hölzerne Gerüst. Als die Feuerwehr an der Brandstätte eintraf, sah die Situation sehr kritisch aus. Der umfangreiche Brand- Herd erleuchtete die Umgebung weithin taghell. Sechs Schlauch- Leitungen größten Kalibers wurden sofort in Tätigkeit gesetzt. Di« 2k u f r ä u m u U g s a r b c i t e n dauerten bis lauge nach Mitternacht. OachftuHlbrand in Spandau. Ein gefährlicher Dachstuhl brand beschäftigte gestern die beiden Loschzüge der Spandauer Feuerwehr mehrere Stunden lang im.Hause Am Markt 1. Das Gebäude ist van der Spondaucr Bank an der Stelle der alten Rathauses neu errichtet worden. Im Dach- gefchoß waren nun gestern Handwerker mit Schweiß- arbeiten beschäftigt. Offenbar sind hierbei Funken in das Dachgebälk geflogen und haben das Feuer entfacht. Aus mehreren Schlauchleitungen mußte längere Zeit Wasser gegeben werden, che «s gelang, den Brandherd einzudämmen. Der Schaden ist erheblich. Diede schlachten im Zoo. Zwei Rehe im Gehege geiötet und ausgeweidet. Was sich in der Nacht zum Freilag im Zoo erciguekc, gehört zu den einzigartigen, wohl nur aus wirklicher Noi geborenen Fällen, wie sie bisher nur die Notzeit im Kriege und dir Inflation hereorgcbrachl haben. Bekanntlich wird das Gelände des Zoo nach der Tier- g a-r t c n f ei te hin erweitert. In einem Zaun, der dos Lachdstück ' umfaßt, �besteht ein« Lücke) durch die di? Diebe unbemerkt htnein- geschlüpfs sind. Nicht welk von dein Zaun befindet'sich ein Gehege '" für Rehe!--Dort waren vier-Tiere untergebracht, schwächere, die von 'den großen Rudeln abgetrennt waren, weil sie besonderer Pflege bedursten. Bon diesen vier Rehen haben die Diebe zwei an Drt und Stelle abgeschlachtet. Sie trennten die Köpfe und Läufe ab und ließen sie liegen, während sie die Fleisch- 'stücke mitnahmen. Es war ihnen also offenbar um dos Fleisch zu tun. Das eine Tier ist ein einheimisches Reh, das andere �ine sibirische Ricke mit filbergrauer Decke, die einen Wert van etwa -IlKM Mord. Hat. Zum Abtransport haben die Einbrecher wahr- s-cheinlich einen Handwagen bereitgehalten. r 3m Fahrstuhl ioigequeischi. Furchtdarer Tod eines �IS jährigen Zeitungsjungen. Aus c n k s e lz l i ch e Weise kam gestern am Späluach. miklag der ldjährigc Willi Bich aus drr Spenerftroße 5 ums Leben. Gegen 17 Uhr trug der junge Mann im Hause 2llt-Moabit S6li Zeitungen aus. Um nicht aus dem vierten Stockwerk hinunter- laufen zu müssen, bestieg er den Fahrstuhl. Da er mit der Be- dienung Nicht richtig Bescheid Wichte, gelang es ihm nicht, den 'Fahrstuhl im Erdgeschoß zum Halten zu bringen. In, seiner A n g st sprang der Junge hinaus und geriet dabei zwischen Fohrstuhl und Schachlwand. Auf die Schmerzensschrcio des Verunglückten eilten ftausbewohner hinzu, die sofort die Feuerwehr alarmierten. Der Bedauernswerte konnte jedoch nur noch als Leiche geborgen werden. » In der Cipsstraße ereignete sich gestern ein tödlicher Straßenunfall. Beim Spielen geriet der siebenjährige Willi Barth aus der Gipsstraße 30 unter ein Lastauto und wurde überfahren. Die Räder gingen so unglücklich über den Körper des Kindes hin- wcg, daß der Tod auf dcr Stelle eintrat.. Die Möbelfchau am Funkturm. Die Möbelausftellnng in den Funkturmhallen, über die wir bereits im gestrigen„Abend" ausführlich berichteten, imirde gestern normittag vor einem großen Kreis von Vertretern dcr Vcrwaltnngs- behörden, der Wirtschaft, Kunst und Presse eröffnet. Die B<- grüßungsworte der Stadt Berlin sprach Stadtrat Ezeminski, der Dezernent für das Ausstellungs- und?Nessewcscn. Er betonte, daß seit sechzehn Jahren erstmalig wieder in Berlin eine Publikums- möbelschau stattfindet und wies auf die enge Verbindung des Wohnungsbauproblems mit der M ä b c l g c st a l t u n g hin. Roch Reden des Vertreters des Deutschen Möbelsochvcrliandes und der Industrie, und Handelskammer fand ein Rundgang durch die Hallen statt. Masieakonzerl dcr Arbeitcrsängcc im Großen Schauspielhaus. Am Sanntag, dem 13. April, findet um 11 Uhr im Großen Schau- sptelhaus ein Sondsrkonzert des Deutschen Arbeiter- S«in ge rb und e s. Gau Berlin, statt..Mitwirkende-. Berliner Polkscho?, Mannerchor F-chte-Geopstmia. Berliner Söngerchor. l'yp.-wophia und das Berliner LiMsonir-vrch-ttrr. Leitung: Dr. Zunder und Wllhelm Knöchel. Zur Uraufführung kpimnen unter anhum zwei moderne Toirden.pKomxpsiuoncn. Etattitts« karten» 1J50 kDM&fc nach«l der«tfse zu Hoden. Hamburg. 11. April. Im Prozeß wegen des Alenschcnranbes aus dem Dampfer ..Falke" gaben einer der Heizer und dcr Zeuge Zucal anschauliche Bilder übcr ihre Erlebnisse an Bord des scllsamen piralenschiffcs. Der Heizer Jäger, Z.Z Jahre alt, wurde vom Seemanns- amt in Hamburg für unbestimmte Zeit angemustert. An Bord, sagt Jäger aus, habe man i allgemein von Filmaufnahmen ge- sprachen. Prcnzlau und Zipplitt hätten freilich, direkt Derartiges nicht gesogt. Der Schornstein hob« erneuert werden müssen. Zu- nächst sollte die Fahrt noch Danzig gehen, man sei aber dann, wie ja bekannt, nach Edingen gefahren, blieb dort auf der Reede und nahm eine auffallend große Menge Kohlen ein. Das Schiff habe 11 Knoten gelaufen. 2t a ch t s wurden am K a i M u n it i o n s- listen geladen. Einzelne Kisten waren schadhaft, so daß man den Jichalt erkennen konnte. Jäger ging zum Kapitän und verlangte wegen der gefährlichen Ladung Sonderbezahlung für die Mannschaft. Es gab einen Streit. Jäger gründete den von ihm erhobenen'Anspruch auf allgemein üblichen Gebranch in der Sprit- und Waffenfahrt. Zipplitt sprach zunächst mit Prcnzlau und seinen Teilhabern, die aber die Forderung auch ablehnten. Die Heizer hatten bereits gekündigt und wollten an Land. Dann griff Zipplitt vermittelnd ein. Prcnzlau— nicht del Godo— bewilligte dann die doppelte Heuer und S00 Mark Prämie, verweigerte aber schriftliche Bestätigung. Dcr Zeuge hat bekanntlich diese Beträge später eingeklagt und 73 Prozent auf dem Vergleichs- wege erhalten. Da ausdrücklich versichert wurde, die Ware gehe ordnungsmäßig deklariert von Regierung zu Regierung, wurde die Reife dann angetreten. Roch der Durchfahrt durch den Kanal habe militärisches Leben an Bord begonnen. Es wurde mit Karabinern geschossen und Tag und'Nacht gingen Wachen. Unter der Mannschaft waren nur wenige gediente «oldaten, so daß bei Gewaltanwendung dcr anderen die„Falke"- Besatzung kaum Gelegenheit gehabt hätte, an die Waffen heranzu- kommen. Jäger verlangte Anlaufen eines Hafens, in dem ein deutscher Konsul tätig sei. Zipplitt redete den Leuten gütlich zu und versprach Jäger eine Heuer als Oberheizcr und 100 Dollar Zulage. Jäger ging aber nicht darauf ein. Verabredungsgemäß sollte die Mannschaft im ersten Hafen ihr Geld bekommen. Zipplitt aber zahlt« nichts aus. Auf der Insel Blanquilla seien nur fünf Menschen gewesen. Diese wurden an Bord geholt, einer davon aber als Gefangener gehalten. Ein Schoner kam längsseits und übernahm Waffen, und Munition. Der„Falke" rührte die venezolanische Flagge, eine rate Flagge und die deutsche Flagge. Später, bei Punta Araye, brachten Boote gegen 300 Mann an Bord, die sich Waffen und Ausrüstung Hollen. 130 blieben aus dem„Falken" und fuhren nach Eumana. Ihre Schaluppen wurden ins Schlepptau genommen, zwei davon gingen verloren. Mit abgeblendeten Lichtern fuhr man auf den Hafen zu. Zipplitt hatte ein Maschinengewehr ausstellen lassen. Jäger hatte immer Differenzen gehabt, aber sich immer wieder vom Kapitän ichxrrcden lassen. Bei. der Slpkunst wurden die Bäote üb ergesttzt und bemannt. /Heizer und. Watrosen sollten, die Revolutionäre' an Land.'. rudern. Dafür wurden- hohe Ver- sprechun'gen gemacht. D'el Gada wollte in Eumana einen Scheck ein- lösen und Belohnungen auszahlen. Einige Leute der Besatzung sowie Zucal machten die Landung mit. Aber noch bevor die Boote das Ufer erreichten, wurden sie beschossen. Die heftige Schießerei dauerte mehrere Stunden. Dcr Landungssteg soll bereits von Re- gierungstruppen besetzt gewesen sein. Die„Falke"-Mannschaft drängt« nun auf schleunigste Zlbfahrt nach einem englischen Hasen. Die Führung übernahm der erste Ossizier. Zipplitt wurde von der Besatzung nicht mehr als Kapitän anerkannt und ließ seine Leute gewähren. Der erste Ingenieur hatte seinen Sohn als Assistenten an Bord und soll geäußert haben: Wenn ich das geahnt hätte, würde ich meinen Jungen auf keinen Fall an Lord genommen haben. In Port os Spain war der„Falke" schon als Rebellcnschisf avisiert. Was noch von Sachen der Rebellen an Bord war, verteilte der Kapitän unter die Besatzung. Zipplitt muß nach Ansicht Jägers genau gewußt haben, um was es ging, hat jedoch an- scheinend BestimnNes nie geäußert. Das Maschinengewehr habe er auf Protest der Mannschaft wieder vom Deck entfernen müssen. Jäger bestreitet, mit anderen Leuten einen Verz'stichtungsschein unterzeichnet zu haben. Er bestätigt nochmals, Prcnzlau und Zipp- litt hätten vor der Abfahrt aus Gdingcn ausdrücklich versichert, es handle sich um einen Transport von Regierung zu Regierung. Die Mannschaft Hobe sich daraufhin überreden lassen, zumal sie froh war. endlich einen Verdienst zu haben. Jäger will freilich immer gefürchtet haben, mjt den Behörden in Äonflill zu kommen. 2!ach einer Paus« beginnt die Vernehmung des Zeugen Zucal. Zucal ist 38 Jahr« alt, Büchscinnachcr, und war Angestellter (2tichweamter) der Ordnungspolizei. Ich war damals bei der Polizei in �Wandsbek, berichtet er, als Ende Juni 1920 ein Herr namens Hofmeister zu mir kam und mich fragte, ob ich mohl für sechs Monate nach Südamerika wolle. Es sollte sich»in Bolivien handeln und um die technische Ausbildung neu auszustellender Truppen. Zucal erklärt« sich bereit, wenn man ihm 300 Dollar zahle. Hofmeister machte ihn dann mit dcr Firma Prcnzlau bekannt. Prcnzlau engagierte ihn. Dcr Vorsitzende fragt:«ic sind doch Wasscnmcistcrgchilfc bei dcr Schupo gewesen. Do geht man doch nicht einfach so ohne Urlaub wcg? Zucal: Mir war ja hoher Verdienst zugesichert.— Der Zeuge erzählt dann weiter, wie er nach Gdingcn geschickt wurde und erst ziemlich im letzten Augen- blick an Bord kam.?luf offener See lieh der Kapitän ihn rufen und fragte ihn, weshalb er sich nicht bei ihm gemeldet habe. Dcr Zeuge erklärte, er habe als Angestellter der Firma Prcnzlau mit dem Amüsante Nachmittagsmusik führte uns vom unsterblichen Wiener Walzer über Satzburgsiche Jodler und Schnaderhitpfcln zu einem vom Breslauer Sender übertragenen Konzert von Opernballettmusik: das dortige gunkkammerorchester brachte nnt Schwung und viel Musikalität die graziöse Musik aus„Faust", „ßakme",„Zar und Zimmermann" zum Vortrag. In der stunde des Buches besprach Merander K n o l l der neue Werl W i s s e l l s: „Der soziale Gedanke im alten Handwerk." Anna Maria Steen l'-v«et.« Koloraturen: im stbrio»» ist die Stimm- iedoch wenig kultiviert. Zum Thema«Abenteuer und Dichtung" be leuchte!« Felix S ch« r r e t die Qejtals des Abenteurers nnt und ohne Willen uch'seine dichterische Ansajertung. Zigeukermustk, vom Budapester Sender übertragen, beschloß de» Abeno, C. K,. Kapitän Zipplitt gar nichts zu tun. Heber das Reiseziel herrschte völlige Unklarheit. In dcr Biskoga mußte Zucal den Osflzicren del Gados mit Dolmetscherhilfc Wafscnuntcrricht geben. Die Uebungs- wafsen'lagcn in dcr Kammer des Generals. Die Ausbildung erfolgte zumeist im Salon. Nach dcr Instruktion' mit der Parabellum- Pistole folgte Unterricht am Gewehr Modell 88. Es wurde mir An- schlag gezeigt. Das Exerzieren besorgten del Gados Beglcllcr jcll'st. Daß die Venezolaner unterwegs Uniformen anlegten mit Säbeln, Pistolen, und später mit Karabinern Herumliesen, das fiel Zucal auf, ebenso die jetzt eingeführte Wachtdicnstcinteilnng. Das- ganze-Schiif wurde bewacht. An die Ladung hcranzukommen wäre dcr Besatzung nicht möglich gewesen. Anfangs nahm man die Sache als Theaterspielerci, bis man den Ernst der Situation erkannte. Dann war es zu spöt. Von dem Schoner, dcr den„Falke" bei Blanquilla erwartete, sowie von den später getrosicncn Schaluppen kamen so viele Rebellen an Bord, daß die Maunschaflen überhaupt nichts mehr tun konnten. Del Gado spielte sich als Herr des Schisses auf. Vor dcr Landung in Eumana wurde gefragt, wer mit an Land gehen wolle, um den Einzug mitzumachen, und zwar von dem dritten Offizier. Die Leute, die einverstanden waren, trugen, sich in eine Liste ein. Sie ruderten mit Booten an den Landungssteg. Alle Insassen der Boote stiegen an Land, als plötzlich Gewehrfe�uer einsetzte. Etwa 30 Meter vom User erkannte Zucal eine aus Sand» sacken gebaute Feldstellung, aus. der Schüsse sielen. Nach 2lngabe del Gados sollte in Eumana nur eine Art Proklamation abgehalten werden. Niemand wäre ihm gefolgt, sagt Zucal, wenn man geahnt hätte, daß es in einen Kamps ginge. Die Verteidiger der Küste zogen sich schnell zurück. Die Landungsabieilung des Generals begab sich in die Stadt, weil del Gado sagte, nicht schießen, das sind doch Freunde. In der Stadt gab es aber von allen Seiten heftiges Ge- wehrfeuer, und nun schoß auch Zucal mit dem Maschinengewehr, „um eine moralische Wirkung zu erzielen", wie er sagt. Da? Gewehr versagte nach 8 0 Schuß. Beim Nachsehen wurde Zucal selbst getroffen. Ein Pole und ein Steward halsen ihm aus und brachten ihn mit einem Boot an den bereits in Fahrt befind- lichen Dampfer„Falke". Er wurde in einem Korb an Deck geholt und von dem Arzt verbunden. DK Verletzung, ein Brustschuß, mar nicht gefährlich. Zucal blieb in Port of«pain und lehrte am 30. September zurück. Erhalten hat er 1300 M., um den Rest klagt er noch: denn nach seiner Auiassung sei er von Prcnzlau sür sechs Monate engagiert worden und erst nachdem hätte er evtl. in den Dienst del Gados treten sollen, der ihm monallich 1000 Dollar- zu- gesichert hatie. Stach dem Bericht Zucals ist del Gado ausgerüstet mit Pistole. Reitpeitsche und einer Fahne zu seiner angeblichen Proklamation vorangegangen. Vor seinem Tode hat del Gado nach Wissen des Zeugen keinerlei Anordnungen mehr gegeben. Zucal nimmt es auf seinen Eid, daß er von dcr geplanten Revolution nichts gewußt habe. Er habe geglaubt, Prcnzlau und del Gado seien Bcvollmächigte einer rechtmäßigen Regierung. Dcr Vorsitzende schließt dann die Sitzung mit dcr Bemerkung: Ich glaube, wir müssen diesen Zeugen für heute erläsen. Weiler- vcrhändllwg: Sonnabend._.__ Zuchthaus wegen Abtreibung. Oer Ausgang des nichtöffentlichen Prozeffes. Das Schwurgericht II, das in dem unter völligem Ausschluß dcr Sessentlichkeit gegen den Kellner pol iß und die Krankenschwester Auguste K r a x f k wegen gewerbsmäßigen Eingriffs nach Z 218 und wegen fahrlässiger Tötung verhandelt hatte, fällte gestern nachmittag das Urleil. Wie bereits berichtet, handelt es sich bei diesem Prozeß um den Tod dcr 25 Iahre alten Helene v. I.. deren Leiche in der Wohnung des Angeklagten Pölitz gefunden wurde. Das 11 r t e i l lanlele gegen Kraeft auf l Iahr g Monate Zuchthaus. gegen Pölitz auf Z Monale Gefängnis, gegen Lemke aus 2 Woche» Gefängnis und Hoff mann wurde freigesprochen. lieber das Urteil kann nichts gesagt werden, da die Verhandlung unter völligem Ausschluß dcr OcsicntUchkcit stattgefunden hat. Waren ober die Abtrcibungsmethoden der Angeklagten Kraeft derart gc- mein gefährlich, daß das äußerst harte Urteil gerechtfertigt erscheint, so wäre es um so notwendiger gewesen, öffentlich zu verhandeln. Dann wären die vielen Frauen, die durch die Ungunst der Verhältnisse und durch den mörderischen Paragraphen gczwun- gen sind, sich in ihrer Not nach geheimen Helferinnen umzusehen. noch einmal ermähnt worden, in ihrer Wahl so vorsichtig wie. möglich zu sein. Hoffentlich erlebt man in Moabit nicht so bald wieder einen Abtreibungsprozcß hinter verschlossenen Türen. Die Zeit dieser sinnlosen Geheimnistuerei sollt« doch wohl ein für ollemajl vorüber sein! Ter Clown aus Amerika. Di« Scala wartet diesmal mit Toto auf. Er gehört zur Reihe dcr großen Spaßmacher von Beruf und Sleigung, die uns Amerika, sozusagen ungefessclt, serviert. Grogk, der Konkurreni, macht sein« Sache mit breitem, fast gemütverticstem Humor, er hat Zeit und läßt sich gehen. Toto strengt sich mehr an. ist ein lächelnder, sabclhast geivandtcr Equilibrist, dcr zu parodieren meint: aber wir stellen uns ein« Parodie witziger vor. Es scheint, daß er sein großes Programm etwas umarbeiten muß, um hier zur vollen Geltung zu gelangen.— Auch ioistt kommt im Programm die Akrobatik nicht zu kurz: die D c v c r Brothers, Man und T h i t und ein plastisch-gymnastischer Akt„Mirado"(das ägyptisch-assyrisckX! Em tree kannte man sich sparen). Unterhaltsam und gut anzusehen auch die 2 Jllusionsszcnen der Ninov Co. Das Rätsel um den«Schimpansen D a p h ne soll nicht gelöst werden: sicher ist ein als Affe agierender Mensch ein vergnüglicheres Objekt als ein Affe, der einen Menschen darstellt. Die Frage ist nur: wem fällt es schwerer? Die ..Revue auf Höchrädern" dcr 1-0 Deblars steht wirklich turmhoch übcr allem, was die Varietebühne sonst auf diesem Gebiet zeigt. IubilSen bei der Feuerwehr. Die Parteigenossen Oberscuerwchr. männer: Stanislaus Klutowski, Feuerwache Lmienstr. 128/29 (Wohnung Wattstr. 18); Friedrich Will, Feuerwache Reichen- berger«traße(Wohnung Ratiborftr. 10) und Hans Trappe, Feuerwache Limercsir. 128/29(Wohnung Wattstr. 20) begingen ihr .Ajähriges bzw. 23jähriges Dienstjubiläum, ebenso der Brandmeister Ernst Wulf/ Feuerwache Pankow(Wohnung Lindenpromenade 3, Pankow). Der Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Otko Hörsing, spricht am Sonnabendabend in der Reuen Welt, Hosenheide, aut der Bunkesgriindungsseier de» Neuköllner Reiche- banners. Im weiteren Programm wird Aljred V c i e r i e rez- tieren und der sprechchor sür proletarische Feierstunden unter Lei- tung von Albert Florath und Mitwirkung von Heinrich Witte di« Sprechchorsmsome»Vorwärts! Hinank" ausführe». Zw Berliner Verfassongsreform Utbereillt ¥ei l i n s k t begründete. Dieser Antrag forderte, künftig Vorschlage der Nazis für Ehrenbeanits nicht mehr zu berück- sichtigen. Diesem Antrag lag folgender Tatbestand zugrunde: im Wahlausschuß hatte der Vertreter der Nazis erklärt:„Seine Partei lehne es ab, einen Juden in eine städtische Wohlfahrt»- deputation zu wählen, da sie Personen jüdischer Rasse die Fähigkeil zur Mitwirkung in städtischen Ehrenämtern abspreche". Die Nazi« stellten sich außerhalb des politischen Anstondes. Die Versammlung mißbilligte mit großer Mehrheit das unerhörte Verhallen der Nazis und überließ«s dem Wahlausschuß, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Die Schützer des Kapitals. 10. Bezirk— Zshlendorf. Nach Einführung der unbesoldeten Stadträte und Erledigung einer Reih« von Vorlagen und Wahlen zu den Deputationen und Ausschüssen kam es über die Ausweisung von Freiflächen in dem Ausflugsgebiet um den Kleinen Wannsee, Stölochensee, Teltow- kanal, FrieÄüch-Leopold.'Kanal, Düppel und Klein-Machnow zu einer ausgedehnten Debatte, die der Nationalsozialift Mückler eröffnete. Verständnisinniges Schmunzeln bei den andern bürgerlichen Par- teien und starke Heiterkeit bei unserer Fraktion erregte die Groteske, als Mückler sich zu dem mehnnals wiederholten Satz verstieg:..Ick) erliäre hiermit nachdrücklich und öffentlich, daß ich mich schätzend vor das Privalkapital stelle." Auf Zwischenruf, er nenne sich doch wohl Sozialist, bemerkte er:„Solange das Privateigentnm nicht dem Gemeinwohl und Volkswohl nutzbar gemacht werden kann, solange stelle ich mich schützend vor das Privatkapital."— Genosse D r a e, ni e r t gab in der Erwiderung gewisse gelegentliche Härten des Frei- flächengesetzes zu, die Bezirktversammlung habe aber nicht die Staat«- gcsetze zu verbessern, sondern auszuführen. Sobald zur Frag« stehe, wie in vorliegendem Falle, ob das Interesse einiger Privat- lente oder dos Wohl der Allgemeinheit zu fördern sei. gibt es für einen Sozialdemokraten kein Schwanken, und unsere Fraktion stimme für die Freiflächen. Im übrigen sei dieselbe Vorlage im vorigen Jahre von der Bezirkoversammlung angenommen, und es handle sich jetzt nur um geringe Aensterungen, die vom Minister als notwendig bezeichnet werden. Die Abstimmung ergab diesmal die Ablehnung der Vorlage und damit wieder einmal die Stellungnahme der bürgerlichen Mehrheit der Bezirksversammlung gegen ihre eigene bürgerliche Mehrheit im Bezirksamt. Es ist wohl anzunehmen, daß diese sonderbare Leistung durch eine andärs Instanz berichtigt werden wird.— Sparsamkeitsanträge gehören zum wo- dernen Rüstzeug nationalsozialistischer Voltsfreunde. Deshalb brachte der erwähnte Herr Mückler den bekannten Antrag betreffend Aus- Hebung des Ortsgesetzes über den Ersatz barer Auslagen und ent- gangsnen Arbeitsverdienstes an ehrenamtlich tätige Bürger auch hier ein. Während seiner Begründung erwiderte er auf Zwischenrufe, Entschließen sich die zentralen städtischen SLrperschafken dazu. die verwalkung>m Sinne und in der Absich» des Gesehgebers zu führen, sehen sie ab von der Vevarmundung der Bezirke. beschränken sie sich auf die Aufstellung allgemein gültiger Gesichtspunkte und aus die Sorge für die Einheitlich- keit der Verwaltung, dann werden manche heute nur allzu berechtigte Klagen verstummen, dann werden die Berliner Bürger freudiger als bisher an den Geschicken ihrer Stadt mitarbeite», dann wird das Ziel, das der Regierung vor Augen schwebt, erreicht wer. den auch ohne eine Aenderung des Gesetzes, dos sich. wie die Entwicklung der Relchrhauptstadl in der hinker un» liegen- den schweren Zell beweist, im großen und ganzen bewährt hat uod an dessen Grundlagen zu rütteln eine größere Gefahr be- deutet als die hinouxschiebung der notwendigen Reform bis nach Verabschiedung de» allgemeinen Selbstverwaltungsgesetzes. it der Bezirke. weshalb er und seine Freunde nicht mit gutem Beispiel vorangingen und die Annahme dieser Gelder verweigerten:„Wir führen die Gelder an den Fonds für den Freiheitskampf des deutschen Volkes ab". Auf stürmiiches Gelochier und di« Frage, wo dieser Fonds depo- viert sei, schwieg er. Genosse D r a e m e r t geißelte zunächst den Takt und�Geichmack Mücklers, daß gerade er solchen Antrag begründe, der als S t a d t s« k r« t ä r in Zehlendorf von Amts wegen ssglichsn Urlaub zur Wahrnehmung seines Amtes als unbesoldeter Stadtrat In Steglitz erhalte, während der Arbeiter, Angestellte und klein« Ge- werbetreibsnde unter ganz anderen Lebens- und Benifsumstonden schwerste ideelle und materielle Opfer für die Ausübung seiner Ehren, ämter zu bringen habe. Bei Aufhebung der Auswairdsentsckädigungen könnten künftig nur noch wohlhabende Leute oder Beamte solchen Ehrenämtern vorstehen. Mücklcrs Antrag wurde gegen seine Stimme und die der Deulschnationalen abgelehnt. Der Antrng unserer Fraktion, die öffentlichen Märkte im Bezirk Zehlcndorf nicht mehr an schwerreiche Generalpächter zu oerpachten, sondern in s'ädtische Regie zu übernehmen, wurde abgelehnt. Die Zehlendorfer Märkte wurden wieder an den alten Pächter vergeben, obwohl der Verband der Standinhaber ausdrücklich dagegsn protestiert hatte und andere im Bezirk selber wohnend« kleinere Päckster auch vorhanden sind.— lieber Verkehrs- und Pflasteningsfragen und Ausbau von Ortsamtsstellen svrach Genosse Holtz. Zu letzterem Thema hatte der Nationalsozialist Mückier die von Sozialdemokraten betreuten Amts- stellen in Köpenick und Treptow als vorbildlich hingestellt und Ent- sendung einer Studienkommisston dorthin angeregt. Der Anregung wurde nicht stattgegeben.______ Köpenick-Trepiow-AeuköLln,em Bezirk? 16. Bezirk— Köpenick. Von allen Parteien waren Anträge zu dem Entwurf eines e lb st v« r Iva ltu ng» g e s o tz es für die G'adtgemeide Berlin gestellt. Unt«r Ablehnung der Anträge aller anderen Fraktionen gelangte der Antrag der Sozialdemokratie, in dem gegen die geplante Gestattung protestiert wird, zur Annahme. Es heißt dann weiter:„Gegen die geplante Neueinteilung her Hauptstadt Berlin in 9 Bttwabungsbezirke, wonach Köpsn-ck mit Treptow und Neukölln zusammengelegt werden soll, erhebt die Bezirks- Versammlung Köpenick schärfsten Protest." Zur Annahme gelangte weiter«in Antrag betr. Zurücknahme der Kündigungen für die Siedler im Crpetäl, daß die städtische P a u p o l i z e i die Näumungsauffprderung solange ruhen zu lassen hat, bis c# den Zisdlern möglich ist,«in« Wohnung zu erhalten. Weitere Anträge betr. Siedleriragen(Kämmerei, und Wend'erchetd») werden quf sozialdgmokratiichen Antrag dem Erpetolausichuß zur Bshandlung Überwisssn. Ein weiterer Antrag der Partei beir. rechtzeitige Fertigstellung de» Freibades Müggelsee und Schaffung von Zugangswegen erfuhren einstimmige Annahm«. Bewegt« sich hie Erledigung dieser Veratungsgegenstände in einigermaß-n ruhigen Bahnen, so kam es bei der Beratung eines Dringlichkeit». antrages der Kommunisten, der die ausschließliche Bsschästizung ihrer Parteiangehöriaen bei der städtischen Parkverwaltunz zum Ziel hatte, zu Tumultszenen. Ihr Vertreter Klein« glaubte, s«in« besondere Befähigung als zukünftiger Stadtrat damit besonders beweisen zu müssen, daß er artlärtc,„ihm komm« es gar nicht darauf an, die ganze Bezirksoerordnetenveriammlung zu ohrfeigen"! Oer Kampf um die Selbstverwaltung. Sozialdemokratische Versammlung in Lichtenberg. In einer stark besuchten sozialdemokratischen Versammlung in Lichtenberg sprach Genosse Bürgerineiiter Dr. Siggal liber das neue Selbstverwalmnzsgejetz für Berlin. Die sehr beachtlichen Ausführungen des Referenten gipfstten darin, daß es gegenwärtig. weder vom oerwattungstechnischen noch vom parteipolikischen Stand- punkt au« zu verantworten sei. Bertin neben de? Finanzkris«»och eine Vermalt ungskrise Zu bringe». Der Entwurf des Selbst- verwaltunasgesetzes stellte unzweifelhaft«ine Abkehr von der wirk- lichen Selbstberwaltung dar. Die flüchtige Betrachtung erwecke den Anschein, als ob hicu im S'11'1« moderner sozialdemokratischer Forde nmgen ein Einkawmer- oder sogar ein Einkörpersystem gesehäffen werde- Tatsächlich habe man es hier jedoch mit einer A trapp« der Bürgermaistsreioerfassung zu tun, selbst bei der Funktion des Be- zirksrats könne man nicht von einem Einkörpersystem«prechen. Schon über die Bezirfsobgrenzungen zu beraten, sei verfrüht. Bor allein aber gelte segt die Forderung: Kein Sondergesetz für Berlin vor Erlaß des allgemeinen Sckbstoerwattungsgesetzcs für Preußen. Und dann an erster Stelle der Grundsatz: Beschränkung der Staatsaufsicht aus ein erforderliches Mindestmaß und weitgehender Aufbau der Selbstverwaltung. Nach Schluß des Referals nahm die Versammlung«instimmig«ine Entschließung an, d i e den Entwurf eines e-clb st Verwaltungsgesetzes für die Haupt st adt Berlin in der vorliegenden Form ablehnt. * In der äußerst stark besuchten Mitaliederperjammlung des 18. Kreises W e i ß« n f e e sprach Genosse Dr. Kurt Löwen st«in über den neuen Gesetzentwurf Groß-Berlin. In 1?tstündtgen Aus- fährungen legte er die Grundzüge der verschiedenen Kommunal- Verfassungen im Deutschen Reiche dar und beschäftigte sich eingehend mit dem Kommunalprogramm der Partei. Der neue Gesegeniwurs wderlprsche den Grundsätzen unseres Koimnunal p r agramitzs, da er die Selbstverwaliunq stark einschränke und dein Oberbürgermeister ein« diktatorische Machtstellung verleihe. Eine Entschließung, die sich gegen das neue Gesetz wendet, wurde angenoinmen. „Freie Scholle" a« der Arbeit. Tkach Beendigung dieses Baujahres 161 Heimstätten. Di« Laugenosseaschafl„Freie Scholle" hielt kürzlich ihre diesjährige Generalversammlung im Strandschloß in Tegel ab. Au» dem G s s ch ü f t s b e r i ch t ist zu entnehmen, daß auch im oerslossenen Jahr« die Bautätigkeit dieser gemeinnützigen Ge- iwssev.schaft eine sehr lebharte war. So wurde der Lilisnthal- h o f mit einer schönen Parkanlage beendet. Insgesamt wurden 102 Stockwerkwohnungen. 7Z Cinfamüienhäuser mit Gärten und •. Lädeit sowie«in neuer Büroraum nebst Sitzungssaal errichtet. Der Bestand der Wohnungen ist zur Zeit SA) gegen 172 vor dem Kriege. Für da» lausende Baujahr 1930 ist die Erbauung von 190 Wohnungen vorgesehen. Aussicht für die Bewilligung der Hypotheken besteht. Diese 190 neu zu errichtenden Wohnungen»er. teilen sich wie folgt: K2 als 114° bzw. 2f4-Ziimnerwahnungen in Stockwarthäusern. Die übrigen 123 Wohnungen werden als 2�- bzw. 3 �-.Zimmer-Wohnungen in Reihenhäusern mit Gärten untergebracht. Die„Freie Scholle" wird dann mit der Zahl von 761 Heimstätten in den Kreis der Großsiedlungen eintreten. Die Entlastung des Vorstandes für die-geleistete Arbeit wurde von der stark besuchten Versammlung gegen zwei kommunistische Stimmen erteilt, die es nicht fertigbrachten, dem„sozialfaschistisch" orientierten Vorstand das Vertrauen zu geben. Den Bekennermut in feiner ganzen Konseguenz zeigten die Moskaujünger aber, als sie bei der Festsetzung des Höchstbetrages der aufzunehmenden An- leihen, also für den Weiterbau, diesem V o r st a n d Vollmacht in der geforderten Höhe erteilten. Auch der Versuch, den wilden Rohrlegerstreik, der die Genossenschaft nur schädigte, agitatorisch aus- zunützen, scheiterte am gesunden Sinn der Baugenossen. Die national« Opposition bzw. sogenannten„Köpfe" sandon mit geradezu oorsiittslutlichen Anschauungen überhaupt keinen Anhang. Der Uebergang zur Tagesordnung zeigte ihre ganz« Ohnmacht. Auch die Aufsichtsratiwohl maeht« dem linken und reästen Spuk «in Ende, indem Baugenossen gewählt wurden, die ihre Tätigkeit in dem weiteren Aufbau der Vaug-enossenichaft„Freie Scholle" erblicken. Für die„Freie Scholle" wird auch künfiig das Leitmotiv lauten:„Wir sind das Bauvolk der kommenden Welt." Rufe nach verstärktem polizeilichen Schutz. Die Siedlung, die meist van Angestellten und Arbeitern be- wohnt wird, ist seit einiger Zeit wegen immer wiederkehrender Ein- bräche in Aufregung. Die Spitzbuben zeigen genaue Ortskenntnisse und gehen meist von der Straße aus durch die Kellerfenster in die zu«bener Erde gelegenen Räume. Unter anderem stahlen sie einem arbeitslosen Bauarbeiter einen photographischen Apparat und 10 Mark Kostgeld aus der Geldtasche, einem anderen neue Wäiche und ein NSU.-Motorrad. Schreibrisch« wurden er- brachen und Meidungsstiicks nach Geld durchsucht. An einer Stelle schatteten sie sogar das elektrisä)« Licht ein und«rgriften nach dem Steinberxgelände zu die Flucht, als sie entdeckt wurden. Die Beute ging mit. W>« bereit» im Herbst 1923 scheinen auch jetzt wieder serienweise Einbruch« zu»rso'gen. Es wird höchste Zeil, daß mindestens des Nachts die bisher immer noch fehlende polizeiliche Ueberwachung erfolgt. In Kreisen der Siedler wird bereits erwogen, zu einem tailrästizen Selbstschutz zu schrsiten. Oie AuegesiaZiung des EngelSscksns. Rasenfläche an Stelle des geplanten Wasserbeckens. Der starke Frost d«» Winters 1923/29 und die schweren Finanz. sargen haben di« Absicht der Stadt, das ehemalige Engelbttk-n ynd den anschließenden Luisenstädtischsn Kanal in einen besonder» schönen Park mit Wasserbecken zu verwandeln, zerstört. Als im vergangenen Jahre das Becken mit Wasser gefüllt wurde, stellt« sich heraus, daß infalge des Fraffe» die Betongrunddecke rissig geworden war, so daß das eingelassene Wasser wieder oersiegte. Da zurzeit keine Mittel zur Reparatur der Betondecke.zur Verfügung stehen, wird dos Engelbecken jetzt in i t E r d« ausgefüllt: es wird«ine von Beeten mit Schwertlilien eingerahmte Rasenfläche erhalten. Auch in dem anschließenden Luisenstädtischen Kanal werden— soweit es die weiteren Herstellungcarbeiten erlauben— Raienbeet« angelegt. Dadurch wird vor allem die im vergangenen Sommer aufgetreten« Staubplagg beseitigt. Später soll das Becken sein« ur- iprünglich vorgesehene Anlage, das Wasserbecken mit modernem Springbrunnen, erhalten. Kreismitgtiederverfammlung in Aehlsndorf. Ein» ioziaTemotratischs KreismUgliederoersammlung de» 10. Kreiies Ze Hiendorf beschäftigte sich mit der Vorlage des neuen Gesetzes über die Verwaltung Groß-Berlin». Nach einem Lortrag d«s Laiidtagsabgeordnctsn Genossen Fechner von der Kommunalpolstischen Zentralstelle wurde nach eingehender Aus- sprach« eine Entschtießimg angenommen, in der es heißt: „Eine Neuregelung der kommunalen Verwaltung der Stadt Berlin ist nur gleichzeitig mit der in Aussicht genommenen allgemeinen Verwaltungsreform möglich. Der vorliegende Entwurf gibt auch leine Grundlage für eine gedeihliche kommunale Arbeit, da er dem Gedanken der Selbstverwattung widerspricht, di« ehrenamtliche Mitwirkung der Bevölkerung ausschaltet uird die Allmacht des Oberbürgermeisters sestlegt." Pfarrer Heumann's HeiSmittel bewährt bei lahireichenKranhheiten./ 180000 Dankschreiben./ Da« Pfarrer Ufumann-Buch (272 S, 150 Abb.) erhält jeder, der«ich auf die- tes Inserat beruft, vSlllx umsonst und portofrei durch Ludwig HeumaQn& Co., Nürnberg S 10 Die Pfarrer Hcnm.inn-Kei'mittel erhe'tcn Sie in eilan Apotheken Berlins bestimmt Zions-Apothska. Berlin N 81. Än- blamsr StraDo 39, Nähe Kosenthaler Platt. Adler.Apolhake, Berlin-IViedanau. Kbeinstr. 16. Hoojos-Apot icko, Herlin O. Gubener Str. 03. Nähe Warschauer Brücke. Schweizer- Apotheke, Berlin\V8, Friedrichstr. 173. Friediich-Wllhelm. Apotheke, Charlotteuburs:, Loibnizstraße 106. Krohnen-Apotheke, Spandau, Scbönwaldtr Straße 36. Rosen- Apotheke, Kiohwalde-Berlin. spricht heute ebene! in der„Neuen Wer Bundesgrondungsfeisr des ReicftsDaniteps, ortsverein neuHonn Anfang 19 Uhr Eintritt 1 m. 7tr. i75* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 12. April 1930 Bilanz der Agrarhilfe. Was die Landwirtschast bekommen— was das Volk geopfert hat. Schiele, der Retter, ist da. Jetzt wird endlich etwas für die Landwirtschoft geschehen. Jetzt wird die Rentabilität der Landwirt- schast gesichert werden. Er wird das„Unrecht", das bisher der Landwirtschaft von der Deutschen Republik zugesügt worden ist, wieder gut machen. Dies ist die Stimmung im deutschnationalen und im Landbundlagcr. Es ist demgegenüber notwendig, einmal festzustellen, welche Maßnahmen in den letzten Jahren zugunsten der Landwirtschaft ergrifsen worden sind, und wieweit es wahr ist. daß bisher zugunsten der Landwirtschaft die Allgemeinheit zu wenig Opfer gebracht hat. Dabei wäre es besonders wichtig zu unterscheiden, welche Maß- nahmen mit dem Ziele der allgemeinen Produktions- und Absatzförderung und der Rationalisierung vorgenommen wurden, und welche Maßnahmen sich lediglich als Subvention für bestimmte landwirtschaftliche Kreise ausgewirA haben. Eine genaue Unterscheidung zwischen Subventions- und Produktionsföroerungsmaßnahmen ist freilich nicht überall möglich. Die direkten Reichsaufwendungen für die Landwirtschaft feit 1925 betrugen: lS?ö auf...... 26 Millionen Mark 1926 auf...».. 141,4* 1927 aus.....•' 67,/«,» 1928 aus» 127,4.,„ 1929 aus..',,.. 72.7 Borsnschlag 1989 auf... ca 129„„ Zusammen 535 Millionen Mark Nach Weglassung der Siedlungsauswendungen in Höh« von etwa 228 Millionen ergibt sich im Durchschnitt der Jahre 192ö bis 1939 ein jährlicher Aufwand für landwirtschaftliche Zwecke von rund Sä Millionen Mark. «Für wirklich produktive Zwecke'ist allerdings unter diesen außerordentlich hohen Aufwendungen nur ein kleiner Teil verwendet warben. Verloren« Zuschüsse für Sanierung der Genossenschaften(Raiffeiien), verlorene Winzerkredite und ähnliche Subventionen dürften einen sehr großen Teil der Ausweirdungen verschluckt haben. Zu diesen Ausgaben kommen speziell für die ostelbische Landwirtschaft riesige Summen. Die erste Ost preußenaktion brachte der ostpreußischen L«md- Wirtschaft 75 Millionen Mark, die Ostpreußenaktion 1929 brachte 1929 Zuschüsse von etwa 41 Millionen Mark und sieht für 1939 und 1931 je weitere 17 Millionen Mark vor. Außer- dem sind der östlichen Landwirtschaft und besonders der oft- preußischen etwa 199 Mtllionen Mark Umschuldungs- k r e d i t e gegeben worden, von denen infolge von Mißbräuchen und Schiebungen bei der Vergebung an die einzelnen Landwirte fetzt bereits mehrere Millionen Mark voll verloren sind, der Verlust van mindestens wetteren 39 bis 49 Millionen ist Zu erwarkeit. Das tpmmende Ostprogramm föllbiefe Suboenkionen noch weiter steigern. Ebenfalls hauptsächlich der ostelbischen Lairdwinschaft, d. h. in der Hauptsache nur zweitausend Großgrundbesitzern kommen die großen Subventionen aus der deulschen Dranntweinwirtschasl zu- gute. Obwohl oer Spiritusbedars für Trinkzweck« nur etwa 799 999 Hektoliter beträgt, ist die deutsche Spirituserzeugung in den letzten Jahren nicht gedroiielt, sondern durch Hochhaltung der Uebernahme- preise seitens der Monopolverwaltung starr gesteigert worden. Der größte Teil der den Trinkbedarf übersteigenden Spiritusmengen muß mit Verlusten von rund 59 M. pro Hektoliter als Motortrelbstoff für. technische Zweck« verkauft oder ausgcfiih'rt werden, woraus sich eine Liebesgabe für diese 2999 Betriebe von jährlich 69bis89 Millionen Mark ergibt. Anstatt endlich durch eine grundlegende Reform mit diesem Unfug Schluß zu machen, soll diese Verschleuderung nun noch durch die Beimischung von Spiritus zu Benzin ausgedehnt werden. Noch viel größer als diese direkten Zuschüsse aus Reichsmitteln sind die Vorteile, die der Landwirtschaft durch die in den letzten Jahren wiederHoll erhöhten Zölle zufließen. Es ist Zwar sehr schwer abzuschwätzen, welche Verteuerung ein Zoll in bestimmter Höhe mit sich bringt, denn der Zoll allein ist nicht bei allen Erzeugnissen bestimmend für den Preis. Zahl- reiche andere Faktoren, wie Qualitätsumerschiedc, Bedeutungqlosig- keil der Einfuhr. Ueberwolzung des Zolls auf das Ausland, er- schweren einen Ueberblick über die tatsächliche Zollbelastung. Wenn jedoch von dem(Brüne-Front-Führer Hermes vor einem Jahre geschätzt wurde, daß die Zölle sich während acht Monaten des Jahres zu 49 bis 59 Proz., während vier Monaten des Jahres mit 79 Proz., also durchschnittlich mit rund 55 Proz. auswirken, so kann man diese Schätzung wohl als Minimum der tatsächlichen Zoll- auswirknng annehmen. Danach hätten die deutschen Agrarzölle der Landwirtsibaft im Jahre 1928'29 einen Vorteil von rund 609 bis 890 Millionen Mark gebracht. Da sich die letzte Koalitionsregierung und auch die Sozialdemokratie angesichts un- erhörter Preiszufcrmmenbrüche auf dem Weltmarkt zu weiteren ge- wissen Stützungsmaßnahmen für den Augenblick gezwungen sah, um eine gewisse Stabilisierung der agrarischen Erzeugnis- preise zu erreichen, hat sich diese Summe, allerdings ohne eine neue Verteuerung der Lebenslmltuug zu bringen, noch erhöht. Damit ist aber die Reihe der Vergünstigungen, die die Land- Wirtschaft auf Kosten der Gesamtheit genießt, bei weitem noch nicht erschöpft. Es wurden der Landwirtschaft nicht nur in den letzten Jahren Subventionen gegeben, sondern es ist ihr auch ge- stattet, einen Teil ihrer Produktion mit dem Zweck der inneren Preishebung zu verlustprelfen im Ausland auf kosten der Gefamkheik zu verschleudern. So übersteigt die deutsche Zucker- Produktion den deutschen Zuckerbedarf bei den gegenwärtigen Preisen um 19 bis 29 Proz. Infolge der Kartellierung der deutschen Zuckerinduftri« ist diese in der Lage, die den deutschen Bedarf über- steigende Zuckerproduktion zu 35 Proz. des gegenwärtigen Inlands- Preises im Ausland zu verschleudern. Bei dem im Auslande er» zielten Zuckerpreis werden gerade die Verarbeitungskosten in ven Zuckerfabriken gedeckt; die Zuckerrüben werden jedoch verschenkt. Dieser Export wird in diesem Jahre der Zuckerwirtschast einen Ver- lust von 69 bis 79 Millionen Mark bringen,«in Verlust, der jedoch keineswegs auf die Zuckerwirtschaft. sondern auf die inländischen Zuckerverbraucher umgelegt wird. Wieviel vorteilhafter wäre es. anstatt die Zuckerrüben zu verschenken, sie im Inlands zu verfüttern! Die Geschenke aus Einfuhrscheinen. Nicht viel kleinere Geschenke werden der Landwirtschaft auf Kosten der R e i ch s k a s s e durch die verlustbringende und durch ein besonöeres Exportprämien sy st cm(Einfuhrscheine) subventio- nierle Ausfuhr von Getreide und Hülsenfrüchten gemacht. Teilweise sind allerdings die Einfuhrscheine lediglich als Zollverrechnung für ausgeführten deutschen und eingeführten überseeischen Weizen an- zusehen. Besonders bei- Hafer und Roggen sind die Cinfuhrscheine jedoch ausgesprochene Exportprämien. Die Einfuhrscheine haben insgesamt 1938 den Betrag von 69 Millionen Mark er- reicht, 1929 dürften sie sich, auf 79 bis 89 Millionen ge- st e i g e rt haben. In den letzten Jahren ist, wie alle diese Zahlen zeigen, für die Landwirtschaft ungeheuer viel Geld ausgegeben und der Gesamtheit aufgebürdet worden. Dabei umfassen die aufgeführten Aufwendungen der Rcichskasfe und die Belastung der Verbraucherschaft noch lange nicht die gesamten Geldausgaben zugunsten der Land- Wirtschaft. Länder nnd Gemeinden haben gegenüber der Vorkriegszeit ihre Aufwendungen zugunsten der Landwirtschast wesenllich gesteigert, so beispielsweise Preußen von 58,3 Millionen im Jahre 1913 aus 139,2 Millionen im Jahre 1927. Trotz dieser enormen Opfer ist die Landwirtschast immer noch unzufrieden, trotzdem verlangt sie immer neue Staatshllse und Subventionen, trotzdem hat sich chre Lag« noch immer nicht so ge- bessert, daß sie ohne Krücken glaubt auskommen zu können. Wir verkennen nicht, daß die Lage der Landwirtschaft teilweise ungünstig und ihre Kaufkraft geringer ist, als es wünschenswert wäre. Diese Schwierigkeiten können jedoch keinesfalls auf eine zu. geringe Unterstützung der Landwirtschaft durch den Staat in den letzten Jahren zurückgeführt werden, das beweisen obig« Zahlen schlagend. Ja, wir sind der Meinung, daß es teilweise mit die Folge des Subventionssystems ist, daß sich die Schwierigkeiten in der Land- Wirtschaft noch nicht haben beheben lassen. Denn das Subventions- wesen trägt zur E r h a l t u n g r ü ck st ä n d i g er P r o d u k t i o n s- und Absagmethoden' bei. Die Aufwendungen für die Landwirtschaft waren eher zu hoch als zu niedrig: und vor allem sind sie falsch> angewendet worden. Gewiß sind durch die obigen Ausgaben auch zahlreiche Maßnahmen zu einer wirk- licheu Produktions- und Absatzförderung in der Laudwirischast finanziert worden. Wie vollständig untergeordnet jedoch innerhalb dicscr Belastungen der Gesamtheit die Ausgaben f ü r wirklich produltionsfördcrnde Maßnahmen sind, zeigt sich beispielsweise daran, daß für das landwirtschaftliche Schul- und Beratungswesen, dessen Ausbau das beste Mittel zur Förderung der Landwirtschaft darstellt, in Preußen 1927 nur 4,4 Millionen Mark aufgewendet werden konnten. Die Sozialdemokratie hat stets ihre Bereitschaft betont, erhebliche Mittel für wirkliche Fördernngsmaßnahmen der landwirtschaftlichen Produktion und des Absatzes in die Reichs- und Landerhaushalte einzustellen. Wenn allerdings immer wieder zwei- und dreistellig« Millionensummen für Subventionen ausgeworfen werden, kann für wirkliche Fördern ngs maßnahm«» kein Geld übrig bleiben. Solange jedoch in dieser Beziehung nicht ein grundlegender Wandel vollzogen ist, solange nicht intt aller Energie bei gleichzeitiger Abstoppung unproduktiver und die gegen- wärrigen Produktionsverhältnisse nur konservierender Zuschüsse energisch an der Verbesserung und Verbilligung der landwirtschaft- lichen Produktion gearbeitet wird, solange werden die Schwierig- leiten der deutschen Landwirtschaft nicht verschwinden. Hohe Kabeldividenden. Norddeutsche Kabelwerke steigern Aktionä'rsgewinne von TO auf 12 Prozent. Die Norddeutsche Kabelwerke A.-G. in Berlin- Neukölln kann Jahr für Jahr Hölzer« Gewinne ausweisen. So hat sich der R o h g c w i n n seit 1927 von 1,3 aus 1.8 Millionen erhöht, während zu gleicher Zeit infolge der Auswirtungen der Rationalisierung die Unkosten von 596 999 auf 485 999 Mark gefenkl werden konnten. Dementsprechend wurden die Aus» Zahlungen an die Aktionäre von 8 Proz. im Jahre 1927 aus 19 Pxoz. im folgenden Jahre erhöht und erreichten für das letzte LetrM>sjahr 12 Proz.-. Her Äßs-Mitsberichl Mxt�ans� Satz un.Inland« vernngene Umsatz durch'ö er stärkte n Export' besonders nach Uebersee fast vollständig, a u s g« g l i ch en werden konnte. Es war daher möglich, während des ganzen Betriebsjahres eine einigermaßen gleichbleibende B e i ch ä s t i g u n.g ausrechrzuerhalten. Mit flüssigen Mitteln ist dos Unternehmen reichlich versehen, denn allein die Bankguthaben konmen im letzten Jahr mehr als verdoppelt werden und stiegen über 999 999 Mark. 2luf der Generalversammlung teilte die Verwaltung mit, daß zwar im Inlands noch k«ine Besserung des Auftrags- einganges festzustellen sei, daß jedoch der Auftragsbestand infolge zählreicher Auslandsaufträge durchaus befriedigend sei. Eine neue Hypoihekenbank-Kusion. Gothaer Grund-Credit und preußische Eeutral-BoSen. Jin deutschen Hypothekenbankwesen wird demnächst eine neue Fusion erfolgen. Die Preußische Aentralbodenkredil-2l.-G. hat der Gothoer Grundkreditbank, entsprechend dem gegenwärtigen Kurz- stand der Aktten(189 bzw. 129 Proz.) pinen'Aktienumtausch im Verhältnis von 2:3 und damit die Fusion angeboten. Auch diese Fusion im deutschen Bankwesen ist leider kein Zeichen der Stärke, glücklicherweise im Bereiche der Hypotheken- danken aber doch ein Ausnahmefall. Die Gothagr Grundkreditbank hat in den Jahren 1925/27 Hypothekengeschäfte gemacht, die wirt- schoftspolitisch zwar gut gemeint waren, aber doch zu einem M i ß- erfolg geführt haben. Dem Drängen der Industrie nach In- dustriehypvtheken nachgebend wurden Fabrikgrundstücke bc- liehen: ein Teil dieser Beleihirngen ist infolge der besonders für Thüringen ungünstigen Konjunkturentwicklung bei der Fertig- industne notleidend geworden. Von den etwa 89 Millionen Neu- Hypotheken der Golhaer Grimdkreditbanl entfallen etwa 28 MU. lionen aus derartige Jnduslriehypotheken und von diesen 28 Mil- lionen sind die Zinseingänge bei etwa 6 bis 7 Millionen Mark Hypotheken unsicher geworden. Da insolgedessen Abschreibungen notwendig geworden wären, hätte die Dividende bei der Gothoer Grundkredit fortfallen müssen Das ist ein Ereignis, dos angesichts des Ausnahmecharakters dieses Falles unter Umständen eine größere Beunruhigung Höfte herbeiführen können, als es her Sachlage angemessen ist. Der Fall Gothaer Grundkredit wäre nicht möglich gewesen, wenn die thüringische Staatsaufsicht nicht versagt Hütte. Es ist höchste Zeit, daß für die deutschen Hypothekenbanken die Reichsaus ficht nach einheitlichen Gesichtspunkten eingeführt ivird. Billige Autos. Personenwagen bis zu 15 proz. herabgesetzt. Die Preise für Personenkraftwagen, die in der zweiten Hälft« des vergangenen Jahres unverändert geblieben sind und gegenüber einem Index von 1913 gleich 199 sich auf 61,4 Proz. stellten, sind in dem ersten Bierteljahr 1939 auf den bisher t i e f st e n Stand von 59,9 Proz. gesunken. Zu Beginn der Frühjahrskampagne sind bei verschiedenen Werke» die Preise in Einzelfällen sogar u m 1 6 P r o z. h e r a b- gesetzt worden. In erster Linie erstrecken sich die Preissenkungen auf mittler« G e b r au ch s w a g e n, so daß die Preisdiffe- renzen zwischen deutschen und ausländischen Wagen in einigen Kategorien sich zugunsten der deutschen Autoin du st rie verschoben haben. Die Preise für Lastkraftwagen hasten mit einem Index von 65,8(1913) seit über einem Jahr« eine g eiw i s s e S t a- b i I i t ä t erreicht, die voraussichtlich auch längere Zeit anhalten dürfte. Während also aus fast allen Gebieten die Preise weit über Friedensftand und der deutsche Lebensboltungsindex noch auf 148,7 Prozent(1913— 199) liegen, sind di« Autopreise in Deutschland in diesem Frühjahr mit ihrem Index von 59,9 Proz. bald aus die Hälfte der Preise von 1913 gesunken. Die europäische Zollfriedenskonferenz. Robert Schmidt im Rnndwnk. Auf der Deutschen Welle sprach gestern Reichswirtschafts- minister a. D. Robert Schniidi über die Genfer Zollfriedenskoiiscreirz. Er sührl« aus:. Eine wirtschaftliche Verständigung der europäischen Staaten ist auch für Deutschland von besonderer Bedeutung, da zwei Drittel' seiner Aussuhr nach europäischen Ländern gehen. Die erste An- regung zu einer Zollsrisdenskoiiierenz gab ein engllsch-irapzüsisch- belgijcher Antrag auf der 19. Völkerbundsorrisammlung vom September 1929. Die Konferenz trat am 17. Februar 1939 zu- sarnraen. Alle Delegierten sprachen sich für eine wirtschaftlifhe' Zusammenarbeit aus, nur der italienische Handelsniinister erklärte die Konferenz für verfrüht. Ii: zwei'Ausschüssen beschäftigte man sich mit dem Zollsriedeuzabkommen und der Vorbereitung weiterer Maß» nahmen zur Zusammenarbeit. Im Vordergrund standen die Ver. csnheitlichuiigj der Zallnoinenklatur und die Beseitigung der Handels- Hemmnisse, die man indirekten Prorektionisnius nennt. Verhaiid- lungen waren vor allen: in der Frage des Ausgleiches zwischen Industrie und Agrarstaaten sehr schwierig. Das Handelsabkommen vom 24. März, das von den vier euro- päischen Großmächten und zahlreichen anderen Staaten gezeichnet wurde, legt fest, daß die bestehenden Handelsverträge vor dem 1. April 1931 nicht zu kündigen sind. Dabei aber wurde vereinbar:, daß dieses Zlbko�mnen nicht vor dem 1. November 1930 in Kraft gesetzt wird, so daß bis dahin die europäische Winichaftsbefriedung von den: guten Willen der einzelnen Länder abhängt. Im gänzen erreichte die Genfer Konferenz keine Milderung, sondern nur eine Stabilisierung der Zölle. In fast ganz Europa ist eine neue Schutzzollwelle bemerkbar. Bei einer Ratifizierung des Abkommens liegt der Vorteil darin, daß diese Welle. aufgehalten wird. Will Europa seifte Stellung in der Woltwirtschast behaupten, so muß es zuvor zu einer wirtschastlicheil Verständigung kommen.'Dos verlangt Opfer von allen Staaten. Das Ergebnis der Genfer Konferenz ist nicht befriedigend, aber es ist ein Ansang. Vor allem auch die Arbeiterklasse hat«in Interesse an d«r Stetigkeit der Handelsbeziehungen zwischen den einzelnen europäischen Ländern., Schwache Eifenproduktion im März. Wie die Zeitschrift„Stahl und Eisen" jetzt mitteilt, stellten sich die'P r o ö ti k't i o n sl ei st u>: gen der deutschen Hoch- äsen im Monat März auf 1997 576 gegen 964 517 Tonnen im vorhergehenden Monat. Im März wurden also 43 059 Tonnen Roheisen mehr«rblasen als im Februar. Da der Berichtsmonat jedoch 31 gegen nur 28 Arbeitstag« im Februar aufweist, ist die a rb e i ts tä gl i ch e D u r chs ch n ittsle istu ng im März von 34 447 auf 32 592 Tonnen zurückgegangen. Reue Reutcnpopiere. Die Preußische L a n d e s p f a n d- briefanstalt in Berlin, die sogungzgemäß Darlehen zur Herstellung und Erhaltung von Klein- und Mittelwoh� nungen gewährt, wird in der Zeit vom 12. bis 39. April 1939 einen Teilbetrag von 4 Millionen Goldmark ihrer achtprozentigen Goldmark-Kommunal-Obligationen, zum Vorzugskurse von 94,59 Prozent zur össentlichen Zeichnung auflegen. Die Kommunnl-Obli- gaiiouen sind reichsmündelsicher. Alle durch den Verkauf der Papiere auskommenden Betrage werden ausschließlich für den Wohnungs- bau verwendet werben. Die amerikanische FordaeWlschasl meldet für das Jahr 1929 einen Gewinn von 81,8 Millionen Dollar oder mehr als 343 Millionen Mark. �*'111'**''V-'»|« th/1 1 1 1 u/>ail �ItiX Sonnabd*. 12 4 Steats-Oper Untei d. Linden Teil-lb. D. Sa. Ho. 9 JabrK-Ab.-V. Ho. 93 20 Übt DerBartiira Sevilla Ende 22» Uhr Staats-Oper Am Platz dii RtpuPllk R.-S. 34 20 Uhl Fidelio Ende n. 22'*t U. Die kvWtW aus dem Serail Ende 21' i U Staatl. Sdiausph. - am Gendarmenmarkt St. Hl So. Ho. 7 Jahm-Ib.-Y. Ho. 68 20 Übt Boten morgen Herr Fischer I Endeg 22V« Uhr Staatl.Sdiiller-Tlieater.Cliarltbs. 20 Uhr Q'wissenswurm Ende 22'/« Uhr Hieaterl. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 SV* Uh» Dtreküon Ralph Arihar Roberls ... Vater seln.dsgegett sedr Lvnnrss such nschm. 4 Uhr Ihslbe Pri Tügl. Su.S1;. Uhr. H 3 BnrD. B256 Pr. 1-6 M. Wochentq. 5 U. SO Pf.-3 M. Amerikas I wf O berühmtester Clown und 9 wehere Vorlete-Neuheilen MW pr# Aza lägt. 5 u. 810 Sonnt. 2., Sa. 8" Alex. E 4, 8066 llNTERNAT. VARIETE Zfah&fiohßii- di&Tcirizßhins 1 BoSokO-0ncri,tle. Musik: Wittir V.Coetrt. Heute Premiere! | Täglich 8.15 Uhr(Sonn- u. Feier- I tags 5.15 u. 9 Uhr. Jeden Sonntag 1(auch an den beiden Osterfeier- j tagen) um 2.30:„DorMuSlerStltle". Berlin 0. GroBeFianhiurirr str.iaa. GROSSES SCHAUbPIELHAUS 8 Uhr» Nor nocb 19 Vorstellungen! 3 Musketier« Regie: ERIK CHARELL 3 SOBhlig aaffim. nngsk. nnlbe Pt. Vouubtttuie Thutir an BHHnmltti. 8 Uhr Das Lied von HoboKen Ein Negerstück v. Oold-Weisenborn Musik: W. Gros?. Rigit: Hiinz DietridiRintcr itaatl.toiller-Tli- 8 Uhr Der G'wissßDswiiri Pittator-BQboe (Wallner- Tbcaler) 8 Uhr §218 FraoeniDNot Deuiioies laeater B 2 Weidnitann 5291 ragi. 8';« Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Res.: Ma* Reinhardt Kammerspiele 1 2 Wiideodann 5291 8'/« Uhr Die liebe Feindin RimMie n» A. P. AjtolM Rwl»: Gntzt triiiiikim Die Komödie II Bismck. 2414/7516 8'/« Uhr Die Krealnr Sdunpiil m Firt. Bradarr Bede: Max Beldurti CASINO-THEATER s''Uh' Lothringer Strafe 57. Nor nöcb wenige Aoiifihiangcn Der wahre Jakob bun das grobe Oster-Prbgramm. OUJVctffclfiF'tOr 1—4 PerSB rrfp Fauteyll nur 1,�5 M., Sessel(.75 M, Sonstige Preise- Pqrkert u,»ans 0.8061 MM Direktion: Dr. Martin Zickel WMM Komische Oper Frtadrtdiitf.1 04. Merkur 1401/4330. ' Täglich SV« Uhr Majgstätlässt bitten Musik Ton Walter Kolla Lustspieihaus Wedilehstr. 236. Bergmaan 2922/23. S'/a Uhr Geschäft mit Amerika, Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Hesidenz-Ttisam Künstl. Leitung Gaston Briese Täglich SO« Uhr Sonntag 4 Uhr Eisriehe Hunüloniin. halbe Pr. ioeai. a. itailb.lt» Kottb. Str. 6 Tägl. S Uhr auchSonnt. nachm. 3U. Sftfe- Sänger. gis pbönoa Osferprognumii mit iL belioblsn Oasttenor Kurt Wanger Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral- Thealer) Dönh. 2047 Täglich 8-/« Uhr Hotel Stadl Lemberü Preise I, 2. 3 M. Triaoon-Theater LdinngiDlr. Arolm Georgenstr. 9 Täglich 8'/« Uhr Revue 935 lebeode Magazin Preise v.50 PL an, 9i;. 9r. Magill Zickel Komiäcne Oper ' Friedrichsfr.'ftt, 1 Merkur 1405(4336 Täglich 8-/. Uhr Majestät läßt bitten... Musik von Walter Rollo. Lustspielhaus Frledrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich S'/a Uhr Geschäft mit Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld Rennen ru Strausberg Sonnabend, d. 12. April nachmittags SVt Uhr Reichshallen-Theater Abends El sonnlas nsivm. El Bas öherrasdiemie April Progr. der Stettiner Sänger RadunhalbePriisiiZiiitr. 11263. Dönhoff-Brettl: Tarletd, Tanz, Falkner- OrdJesler KARFREITAG 8 Uhr; KONZERT Richard Tauber mit grossem Chor und Orgel ' POPUI.»BE PBBISE Der Vorverkauf hat begonnen GROSSES SCHAUSPIELHAUS Sannmer-hkiie Tbcaler In «er SticseauMMir. (fräher Rümjjrjtzirjlr.) Uhr: Premiere Der gevaltioe Hahnrei Xontdii«10 Cnmstlrii Komödienhaue Täglich 8-/« Uhr Meine Sdiwester und ich Mianiv.llaipbBdiatzky Meiropol-Th. Täglich 8>J« Uhr Der Oettelstudent Pattlera, Alper, schützendorfjöken Direktion Dr. Robert Klein Deulsebes Hansller-The»! Barbarossa 3937 8'/i Uhr Sex Appeal Uthp.«. Fudtrik Uoidali Rtgie: Finttr Larriiuik Alben Bassermann. uadf Qbrlstlu» Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10V« Uhr „EiHJ. zwei, drei" von FranzMolnar mit Mai PalltiibRig. Deglc:Gast.SartnnB Vort«r: Souper Regie: Heinz Fl i I p e rill. Täglich 8'/. Uhr: Das Land des Lieheins Sonntag 4 Uhr: Wiener Blnf Jeder Wiis. daß seine Itagödie hier gespielt wird" H S o u r t e i 1 e n: „Der Vorwärts-': Niemand kann sich der Gewalt dieser Inszenierung entziehen „Der Abend": Ein erlebnisreicher Theaterabend „Oer AnlWärlt": Das Publikum wird mitgerissen über die Aufführungen des Kampfstöckes §218 REVUE jSERVUS 1930* BETRIEB/ KEMPINSKI* Kleines tuest Merkur 1624 Heuie 8 Uhr Premiere Gastspiel Gisela Werbezirk in iU SBlJitWE Schwank von Fihz PrledmannFrcdrich LPIscalor J» EWiscatf or-BimEKne tagiicn« Uhr, Spnn'ag nacimiiiiag G Uhr zu ha ötn Prüfen im WaUner-Theater. Lessing-Ilieater Wefkindamn ZM-.0««» Täglich !>>/. Uhr Flamme mit Kätc Doncb Franz Lederer KS PREUSSISCHE LAN DES PFANDS RIEFANSTALT Körperschaft des öffentlichen rechts MOH RKNSTR ASSE 7-S BERLIN W 8 FBFNSPRj*«rtr.«088-87 GRUNDKAPITAL UND OFFENE RESERVEN OBER 31 MILLIONEN RM NEUE MAINZER STR. 25 ZWCiSSTEUE IN FRANKFURT A M. FERNSPR. i HANSA 28767 ZEICH NU NGS- EINLADUNG IN DER ZEIT VOM 12. BIS 80. APRIL 1030 LEGEN WIR ZUR ZEICHNUNG AUFt REICHSMÜNDELS1CHERE GM 4 000 000.- SVqe goldmark« KOMMUNAL-OBLIGATIONEN REIHE XX ZUM VORZUGSKURSE VON 94,so% Q KS AMTKON DIOUNG BIS ZUM I.JULI 1935 AUSGESCHLOSSEN IM FALLE DER KONDIQUNG ODER AUSLOSUNG RÜCKZAHLUNG MIT 100°/, DIE NOTIERUNG DIESER REIHE AN DEN BÖRSEN ZU BERLIN, FRANKFURT A. M., KÖLN, DÜSSELDORF UND ESSEN IST MIT BS*/, IN AUSSICHT GENOMMEN. DIE LOMBARDFAHIQKEIT BEI OER REICHSBANK IN KLASSE A WIRD ALSBALD BEANTRAGT STÜCKE ZU GM 100.-, 200... 600.-, 1000,- UND 5000.- zeiCHNUNOEN NEHMEN ALLE BANKEN, BANKIERS, KREDITGENOSSENSCHAFTEN. SPAR- UNO 0IR0KAS8EN, SOWIE DIE ANSTALT UNO DEREN ZWEIGSTELLE IN FRANKFURT A. M. DIREKT ENTGEGEN.— AUSFÜHRLICHE PROSPEKTE UND ZEICHNUNGSSCHEINE SIND BEI DIESEN STELLEN ERHÄLTLICH.— HÖHE DER ZUTEILUNG UND FRÜHERER ZEICMNUNQSSCHLU38 BLEIBEN VORBEHALTEN. Ztedtcld. 22(iahte SabltroRc 34. Saus. inimmcr achten Sdllafkimmet, edit Eiche. 475,-. 590,—. 180 breit 675,-. Ccht Bitte poliert mit Ätifiettailelte,' schwer acarbeitet. 180 breit. 795,— Au» aebet nur furae Seit.__• Rrukni- nnd Sterbekasse fOr das Deatsdu; Reim („Lichterfelder Ersatzkasse") Enatüassi w sSstliGi Infsniige:: Tewaltingsstiüi ünl-Beüa m Elnladntf zp der am Mittwoch, dem 16. April 19S0, 10 Uhr, in den SophleB-SAlen Berlin N 54, Sophlen- rtragc 17-18(Nähe Hackescher Markt), staufuidenden Hltsfieder-Versammluaig Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht des VenraltungsstelUn- Vorstandes 2. Bericht der Revisoren. 3 Entlastung des Vorstandes. 4..Welche vorteile bringen die neuen Satzungsänderungen." Referent; Cieschitinführer Reps. 5. Wahl von Vorstandsmitgliedern. 6 Wahl von 2 Revisoren. 7. Verschiedenes. AI» Ausweis dient das Mitglied, hueh. Vorzubringende Beschwerden sind zweckmäSig späte- s'ens 3 Tage vorher derVerwaltungsstelle bekannt zu geben, damit das Material zur Stelle sein kann. Berlin, im April 1930. Oranienburger Str. 67:: PostschlleBfach N. Der Vontand der Verwaltungtitelle Grod Neriin III Kort Skiba, 1. Vorsitzender. anltlangs-.Rtball- u.Reklamtmtrken gegen Nachahmung gesetzl. gesöh. fertigt seit 45 Jaht als Spezialität. Conrad MBller Leipzig■ bcUkeudltJ Verkäufe Bekleidungsstücke, Wäsche usw. halbnmlDaft verkauft neue Serrenan» tünc(SenalTe Silbe rfchlaa. Cottumllc. 3. noen 3 Treppen(Sdiijnbauser Zar)._ � verleib hocheleganter(Sefeflfdxtftj. «nAÜae. Leihhaus LowickL Vrituea. lirake I9Z.________________ feien iq aetraaene ftanaiietoarbecBb) oen MillionSrrn, feeuten, fenmätten ffabelhaft biniae Preise. Gmoiehl« TaMenmintel. Paletots. Trais, Smo- finge, öchrodanüüae, Losen. Sport. ig«.----------..... (SehrelM,(gelegertbettofäufe tu neuer Darberobe, Weitester Weg lodnenb von«aoaliere» wenig getragene, teil« auf Sei!», und neue Iackettanüllge, Smokingan»i>ge. febenbanzitge, iirgck, anniige. Ulster. Paletots. Bauchanzüge, ietgt Figur passend, Serren- und Damenpeüe. enorm billig, steine Lom. darb wäre. Leihhaus üriedrichstrake 2. Sallesches Tar* Wenig netragen», teils auf Seide gearbeitete, erstklassige SadcttanMlgc, ilrad- annüge, Smofinggn�Uge. Dehrockan-üge, Souehanjüflt, Sommermänlet und Pale- tot»,, für jede ffiaut»gssend.und m srder �Orm stets narrätree; avsterdem hdcheliganle neue Dar, herobe, von.erstklassigen Schneidern gr» arbeitet. ,u staunend hilliaen Preisen. Lomharbware. Dettogcne feeitgngatbeiobc jeder Art, atöke Auswahl pothonben. verianit spottbillig Schizurmacher. Neulölln, Weserftraste 204 I, am Sermannplab,_• hccecngatbctabc kauft man gut unb billig beim stgchmann LubUnffi, Bertin. Borden. S<6Ieodl strafte 28, vorn I(nahe Stettiner SabnAof). Parteigenossen unb Dewerkschastler erhalten 10 Prozent Jabakt. Sctieitlleibco-nabti«, Reue Friedrich. strafte stebtia. I, Diiuelveelaus Ahonne- nients-AnMge. Mäntel, Smokinas. bar. unter feinste stavalieraiuiiige. Ersah für Maft. stein Awischenhonbel, daher sahekhost billig.. Weitester Weg fohnenb. 8!ahc Bahnhof Börse. Bio 7 llhr geöffnet. Möbel- Schragpr. stastgnienallee 45—49, Lalteftelle Rpinstitchplak. Achlung! Tos oetfaunte niemand. Rur»och lur« Zeit. SeblasjPnmer Mahagoni, Birke. Rnftbaum. EAie,«ntaüetenbe Modelle, mit SeidenpeSsterstUhlen. nur 445,—. Speise, immer mit Bittine 335,—. Serren, immer, 266,—. flüdien, lasiert und emailliert nur 72,—. Standuhren, Rufthaum-Sebränke. 68.—, mit Spiegel 96,—. Sämtliche Erggntungsmöbel tu Spottpreisen. Trok hilliger Preise strr dit 24 Woiiote. Bitte henchttgen Sie meine beheuienb erweiterlen Au. itellungttäumc.__ i Röbet.stwmerltng.«astanienollee 56, RuftbauM-ZSaschkoinmoden. englische Bell. stellen, Nachttische. Riesenauswahl tma ebne llaMtlnsa. 24 Mona!» stredi! unb bgcUber. Koorpictte Zimmer, stüchen. Einzelmöbel. P�zhilhaus Lum. bolbt. An der Agl�romiftbrücke 3—4. Lriinnrnstrafte 83�____ 5— Mark Wörde nrete. frei Saus: Melalldei! stellen. I>haiieiangues. starb. möbel. llllöbXbous Prenülaner. Rei. iiig»nborfett/f. 117 unb Linbenslt. 11. MöbrNänker merke steedil und bar Möbelbatar. arefte AuewahL »eine Preise! Beispielsweise: Schlakimmcr 433,—. gpcifcsirnntcz 517,—, Serrenzimmer 389,- Spiigel» rchrSnfj IIS,— Ticlengatnitut 38,—, Anrichteillche 99—, Messtngbrttstclle 66.— stleiderschranle 48,-. Chaise. longues 28.-. Metallbettstelle 18.—/ Auflegematrake 18.- Sonstige Möbel angemessene Preise Tei.'iah'ung auf. schlggrrei. Wochenraten Monatsraten, stgssaradnlt bis zehn Ptotent, auch auf fentahlüngen Kleine auch ohne Jlniob. Ii: n gen. Rcebite bis ,wei Zahre Möst. Zins, Sauptaelchatt: Stegl:», Schloft» strafte 107: 2. fficsdidft: Seutölln, Ser. mannplah 7: 3. Eefthäft: Belle.Allianee. Strafte 95, Untergcunb&ahn; 4. Geschäft: Echöneherg. Lauptstrafte 149. neu erösf. net. gegenllhee Sauptpost: 3. Eefchaft: stottbusser Strafte 23, gegenüber Elite. siinger. Katalog franko_ Schfelb, 22 Jahre Badstrafte 34. Saus. Nummer achten. Ankleideschränte. Ziiist.. haum, Eiche, weift, 125,—, 160.-'usw. Diplomaten-Cchreihtische 79,-. Schee io. feficl, echter Ledersessel. 29,— Aiut. garderohen 29,50, Plllsdisofas Ruhebette». Ia Material, 39,— Ausziehtische 39,—. Rohrstühle Englische Bettstellen 86.—. 48,—. Angehot nur kurte Zeit.____ � Rehteld, 25 Jahre Badstrafte 34. Saus, nummer aditen Anrichteküdien. Ernaillelad, 115.—. 148,— bis 350.—. Clbte westfälische lasierte Küchen>60 breit, 275.— Me'allbetten Messingner. Sictunq, extra stark, 23,—, 27.—. Ped. dlgsessel 12,—. 14,— bis 28,—. Kataloge werden nicht perfandt. bc die Preiie sehr htrabgeseftt. Lieiernng erfolgt bis 100 Kilometer mit eigenrn Autos i'ret Saus. Sehen und ftgunen. Schriktliche Garantie au' iedes Stück.• 98,-* 45.—, 5,33, 60.-. Sehftlb, 22 Zahre Badstrafte 34. Laus. Ii uminer achten. Speise, Immer. Büfett mit runder Bifrlne. atoften Aus, i eh- tisch. Kredenz, echte Lederstühle. 495.5», 575.— 685.— Angebot nur kurte Zeit. Sehfeld, 22 Jahre Badstrafte 34. Sau». Nummer achten. Serren, immer, grofte Bibliothek mit kaukgstsch Rnftbaum, Tinlomat mit englischen Sögen tunbec Tifd), Lederstühle. Ledersessel, 475,—, 590,—. Angebot nur tut« Seit" Musikinstrumente Linlpianos, überaus preiswert. Piano* tpbrik Link Briinnenftroft» 86_• Soffmanu Pianos. Stammhaus ai gründet 1887. Pianos Siüflel Lac» moniums, 100 Instrumente. Auswahl, inerkannte Tonlchönheit. PreiswÜrdig» eit. günstige Teiliiahlungen.NeuePtanos 900 Mark, gehranchte 400 Mark an, stets Deleaenheitskäute. Alte Instrumente Gegenrechnung. Pignotortc» sgbrik Georg Soismann D. m. b s< Berlin SW. 53. L«iP,tgerNrafte 57 iSpittelmarkt)._ -«Ina— 175,—.' 290,-, 225.— 275,—. 425,—. gebrauchte, grofte Auswahl in neuen: längjährige Earanti«. Serer. Drunnenstrafte 191, 1 Trepp». Rosenthalrr Plaft. Teilzahluns. Fahrräder Eebrauchfe. Riesenguswahl. Schsawc, Beinmeiftersfrafte vier._ J_ Zeil,ghlnng, 10,— monallicku erft- klasstge Marlenfahrräber. Kassaräder 37.—. Schlawe. Wcinmeisterstrafte picr. Lrundskücksverksuze Pargellen, schöne Lage, billig, stie» witt. Oranienburg, Berliner Alle» (-Auto. Bahnhof Lehnill).* Kaufgesuche gahngebiffe. Plalinahsälle. Lötzinn, Blei, Qneckstlher. Silherschmelze, Sold- lchmelzerei Ehristional. Köpenicker- strafte 39(Kalteftelle Adalhertstrafte),' Unterricht Abiturium, Einjähriges. Dirctior Dr. isgdelmauns Anftoit. Sohenzollerir- dämm 498.* Wäschereien Dcnolfen, die Wäsche nur tut. Dampf- Wäscherei„Merkur�. Berlin 0.- 112, Stnnliuttct Allee 307, Andreas 2820. Preististe perlanacn. lsreie -—-- Automobile. ireisüftc»ctlaiigen. täglich durch SPD. und RS. lsreir Abholung Milglied » Verdiinli der Dumölnfier und Papierverarbeiter Deulsdilands Ortsvcrwaliung Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern ,ut Nachricht, daft unser Kollege, der Buchbinder Louis Lemmiein Meper Str 39, gestorben ist Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 15 Aoeil, nachmittags l Uhr, aul dem IUbilchm Kirchhos, WeiNensee, Zieue Halle, statt Ehre seinem Andcnkenl Rege Beteiligung erwartet VI« Vrtovarwnltunjx Am Donnerstag, dem 10. April, entichlie' nad) schwerem Leiden meine liebe Zran, unsere gute Mutter, Ed: wieger mutter und Droftmutter. grau Auguste Kgloozds im 71, Lebenslahre, Dies zeigen, um stille Teilnahme biltenb, tlefbetrübt an Martin Galontka nebtl Kinder und Enkelkinder. Neukölln, Mahlower Sic. 3 Peerdiguug: Dienstag, 13. April, >6>, Uhr, aus dem Renen Ierusalemer griebhos, Neukönn, Hermannstrafte. Tlr. 173* 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonnabend. 12. April 1930 Die Pfuscherei des Schiele-Blocks. Nur die Arbeitervertreter dagegen! Äft tw gestrigen ZleichstagssttzuNff bsksm?ste Um'ätzsteu.'r vom Viersteuer- aesstz, zu dem sie beanträgt-sind, zu trennen iind erst noch den Sleuerausschuß darüber beroten zu lasten.(Beifall der Soz.) Wg. willikcns(Nä tsoz.il Genau wie 1024 unterstützen die Lanhmirte um nermeinttich« Hilfe willen die Eriüllungspolstik. Abg. Schlack(Z.i hält üttter lebhaftem Beifall der Söz'äldetn� freien eine schürfe Rede gegen die Höherbestellerung der ÄonsüM' vereine und gegen di« ganze Steuerpolitik dieser Mehrheit und ihrer Regierung, hie man, wenn sie das mitmacht, als die reaktionärste Regierung säst der Vorkriegszeit zu bezeichnen sei. Um Ende der Vefprechung kündigt Präsident Lüde an, daß vor der Abslintmutta der Ausschuß nachtnals züsanlfluntrctcit soll, womit der«ntr'äg Herz wohl erledigt sei. ZUR BtgttntBeinnionopolgesetz führt Abg. puchia(Soz): aus: Dir Vranntweinverbrauch geht außerordentlich stark zurück. Dadurch kommt vi« Monopolverwallung in eine schwierige Loge. Bielsach ersitzt stark ältohölartiger We!» den Monopolsprit. Das soll durch eine hohe Ausgleichsabgäve verhindert nxrden, wird es äblr stichi tun. Die Schwierigkeiten da» Branntweinmonopols können mit durch AettSerung seiner Grundlagen und seines AufSaüs bö- yosen werden. Zjjffl BlifteföIWaffersteuergefetz spricht Abg. Sottmann(Soz-): Dil Reichsregierung ist bei ihrem Stetierprogramm onschcitiend v... �Meifinn/-nrtj\�«ff- nar- "bn der Absicht auggeganpen. alle V-völksrungsschichten� zu ver� ärgern Hier liegt eine richtige Verärgerungesteucr vor. Im Jahre 190S sei die Mineralwassersteuer neben einer Weinsteuer vorae- schlagen worden. Jetzt aMf läßt man den W«in, auch den teuersten Luruswiin, sl«uerfkti uns sesteure jedes»Flüschchen Limonade, das ein Kind an einer Xkintwasserbude sich kaust. sta« Ktssche vttlksflee Sti-Mimsnavr. mi? sie che Arbeiter sie. niesten, wird doppelt so hoch besteuert, wie eiwa die Antsche Aachingcr im Luxushotel ober im Speisewagen. Ein Schwerarbeitei-, der in einer Fabrstkgntins tügliä) eine Flasche Brause genieße, wird allein durch diese Sien-r mit 15 Mark jährlich belastet. Hä die Naturlimonaden steuerfrei bleiben, wird die Steuer «S eine Begünstiguna der Einfuhr von Zitronen und Orangen chittzen. Sa str sie auch ianchoirtschasts'eindllch und antinational.— Hollman« Beffünb« einen«ntraa für den Fall tut Annahme de» Gesetzes, die Äteuersötzs zu halbieren und oll« Mineralwaster und Limonaden steuerfrei zu lassen, die gemeinnützig in Kantinen, auf Sportplätzen, in Krankenhäusern usw. abgegeben werden. Die Steuer wirkt In ihrer jetzigen l Alkoyolisierun Millionen. Dil.durchschnittliche Oehrbelästunz A? Prgz.. Moiorrödetn 25 Prä;., Krosi. zroz., Krastöninibussen und LäsMoge« 170 Pröz.! Form als ein Zwang zur mg. Es ist«ine SieUer gegen die Volksgesundheit, Sie von jedem Bölks- freund abgelehnt werden muß. Dr. Hilsetding hatte sie In sein Sieuerprögramnt nicht äufgenomtnen. Auch wenn jetzt noch sozial i- stische Minister in der Regierung säßen, würde(ich die Fraktian gegen die Mineralwässersieuer erklärt und unser« Minister würden sich gefügt haben. Abg. Vlenkle(Komm.): Die Sozialdemökralen haben genau das gleiche Gesetz eingebracht und vertreten, das sie jetzt bekämpfen. Die Vorlag« ist ein Gesetz zur Sieigeruiig des AlkoyÄkönsnms jnf Interesse des Zllköholkapitäls. Wir itcäntragen Namentliche Ab- stimmüng. Zur Erhöhung der A u f b r i n g u n g s u m l o g e begründet Abg. Me5St--Saden(Soz.) einen Aenderüngsantrag. wonach 10 Praz. Zuschlag eingesührt werden soll. Bei der Käfseniage des Reiches känn keine Rede fein von Senkung direkter Steuern. Deshalb lehnen wir die dahin- gehende Bestimmung der Vorlage ab. Man kailn nicht 500 Mistlönen Massenverbrauchssteüern beschließen und zugleich BesitzsteUern senken. Wir beantragen deshalb, ein Rotöpfer von dem höheren Einkommen zu erhoben, deren Bezieher vielfach nicht die große Not in unserem Volke kennen und beachten. Mit der Aufbrtriguttgsumlag« kann doch die Sleverpslicht der Besitzenden nicht erfüllt sein, nnd die will mun in ß 4 auch noch sinken! Wir machen Geschenke, an den Besitz nicht mit.(Lebhafte Zu- stimmüng der Söz.) Die Käpitalslucht, deren amtliche Bestätigung kein Ruhmesblatt für die deutschen Kapitslisken ist, kann doch kein Grund sein, diesen Leuten noch Begünstigungen durch Steuersenkung zuzuwenden. Wo bleibt die Kritik Lös FinänzMinisters an diesen Kapitalisten, die ihr Geld dem Vaterland entziehen und ins Allskand schleppen?! In dsisin Skeuervorlagen spiegell sich politischer Slasskn- «goismus, Die Sanierung der Reichskäste nur durch Verbrauchssielte'Frunz, diesör brutale kapitalistische Egöismus erfordert den Ausgleich durch dä? von ittzs beantragte Nötopfer. Lehnen Sie unseren Antrag ab. so werden Mir die erste Gelegenheit benutzen, um dieses Unrecht wieder gut zu mächen.(Beifall der Soz.) Zum Benzinzottgesetz und?eM„Aufätzantroz� Ägrtllfe Programm führe Abg. Hünlich(Soz.) aus Mit ksk... um mindestens betrögt bei drchHen li WWWW»WW> WWWWW Der BeiMischüngSMänä SSii Spiritus zum Bretinstöfs bringt eine meuere Belastung des KrosiwagennerkehrS. isuh bosür tritt die--- Wirtschastspartei eilt! Die Richterhöhung dir Umsdtzfteuer der Krastdröichken ist nur ein ganz geringfügiger Ausgleich für alle diese SWWfftWgetf; MMistkenz für die Autdöuste wäre doch das gleiche zu verlangen. Sogar Sie Aermslän der Arnien, nämlich jene die heule noch mit VälköleUm beleuchten, wollen Sie besteuern. Ini Ausschuß höben wir mit Unterstützung d«r Deutschngtipnolen menigstöns diese Steuer gestrichen, ober in dem neuen Antrag der Regierungsparteien ist dsise Steuer wteöer enthalten. Wir werden ja setzen, ob Ihnen die Großgrundbesitzer lieber sind als selbst diese armen Teufel.(Beifall der Svz.) Abg. Dr. Bademscher(DNat): Der BrnZinzöll schützt bis in- ländische Produltion. Eine Preissteioeruna des.Benzols kann und wird nicht eintreten, weil sich dös. nach dem BetiZinpreis richtet. 100 000 Tonnen mehr inländische ErMßung vdn. Benzin, Benzol oder Spiritus, bedeutet Bröl ihr lausende deutsche Arbeiter. Abg. hörnte(Komin.): Der Schleier de» Betrugs wird zerrissen. Der Bäuernkongretz in Betlin, den die Schergen ZöreiöiKl» hu sprengen versüchten, war ein Zeichen däftjr. Nu? fite Sozialisterttiig inte jetzt irt Sowjetrußländ, kann dcN Bauerii Helsen, darum dit Hetze gegen Rußland. Abg. Tempel(Soz.): Die Ksiftiitltnistische Partei i>al den Mut. a(e Beispiel für ihre Agrorpö'.itik auf, Rußland.zu verweisen. Der B ä n k r ö t i der Experimente Stalins liegt so klar odr Aügen. �aß wän darüber kein Wort Mehr zu verlieren braucht. Im übrigen hat die Satiimuttistische Partei längst da» Recht verwirkt, einer ernst. hasten Antwort gcivürdiat zu werden. Die Walze„Arbeiterverrat" ist ausgeleiert. Zwischen utlö Inifi dem Kommunismus liegt der Abgrund, der zwischen Verantwortung und (Newissenlosigkeit besteht.(Lebhafte Zustimmung der Soz.— Geschrei der Jtoinm.) Die Sozialdemokratie fühlt sich öerpflichiet, ihre ägrarpülitischc Haltung fluss schärfste gegen die Forderungen a h z u z r e N z e n, die die Grün« Front erhebt. Kein« Regierung hat sich sö um die Konstruktion neuer Wege bemüht, hie der Londwirtschost lotsen jolllen, wie die Regierung Müller. Ich erinnere an dll Zltckäf- prcisrogulierung, oh unseren Versuch,«i« G et r« Idee Monopol zu errcicheit, sowie an das Siistent der G l e I t z ö l i e. Diese unsere Bereitwilligkeit, einen Ausgleich Mischen S!äok llitfi Land herzustellen, dieser Unser Mut. dabei ällch vöN dett KöN- jumenten Opfer zu fordern, ist in diesem Hfifisi öitch voll dkN Mittel- Parteien wiederholt anerkannt worden. Der Sinn unserer Maßnahmen war, dem Großgrundbesitz und dem Getreidebau eine Atempause zu gewähren, innerhalb deren er die Umstellung auf rationellere Wirtschaft vornehmen söllie. Unser Ziel war stets die Eehälwng und Förderung der bttuekllchen wirlschäfl. Deshalb haben wir die Schaffung von Reusiedlutchen, Amieaer- sieslüitgen und Arbeitstsiedlungen mit großen Opfern gutgeheißen. Deshalb haben wir utls um ciit soziales Pacht recht für vis Millionen Pochtbetrieb« bentüht. Deshalb sordern mir eine solche Gestaltung des M o! s m ö n o p o 1 s und des Gerstenzalls, daß die Biehhältuug des kleinen ManNrs nicht belastet ivird,(Lebhafte Zustimmung der&>*■).. �., Zwischen dieser sinnvollen Agrarpolitik, diesem Versuch eines Ausgleich» der Ärdeilsr- und der Bauernintsressen, dieser wahrhast und staatspölstisch oerankwortkichstr wirlfchaftspolitisch HätkuNg und der Einseiligkcil, Rücksichtslosigkeit und Srukalität der Grünen Front klafst ein Abgrund. Hier gilt das Wort,„BernuNst wird Unsinn, Wohltat Plage".(Sehr gut! iinks.) Die neuen Maßnahmen dteiten bestenfalls nur dem Getreidebau, sie schädigen.,»ber vsi Peredelungstmrtschait aufs schwerste, förrieren die D S r s ch I c t, d e ru ng deutschen Getreides und deutscher Btehprodickke an das Ausland, leiten eine Periode von Lohnkämpfett und Handklsvettragskriegen ein und bedeuten alles iir allem eine vnerhSrke Belastung der Verbraucher: 200 Millionen Mark beöenkek die Erreichnng eines Roggenpreisis von 2ZY Mark pro Tonne, ISO Millionen Mark die Erhöhung der Eierzvve. Man verteuert Sie SchweinehÄkitng, während im gleichen Augen- blick dt« Schweinepketje sirtkerf. Das Ganze wirkt M Grunde au>f. «ine Zekstvrung des von uits angestrebten Gleichgewichtes zwischen Landwtrtfchvft und Industrie hin und auf eine ungeheuerliche Teuerung und entsprechende maßlose Verbitterung der Massen. (Lebhäfte Zustimmung der So;.) ©ie selber, meine Herren von der.Mitte, stehen sachlich nicht zu bidem Programm. Sie beugen sich lediglich dem Terror der Grünen F r o.ti t. Einer der Ihren, der heute die Minister- liänk ziekk, hat Ihr Verhältnis zur Griinen Frotii richtig gekenn- zeichnet. Als wir ihnen zuriesen. sie leben von Hugenderg, hat er uns erwidert:„Rein mein« Herren, wir sterbe» an hugenbergj" Niemand wirb bestreiten wollen, daß diese Koalition diesen Tod löOprttzenttg verdient hat.(Anhaltender Beifall der Sozialdemokraten.) PräliSent Lobe verliest einen neuen Antrag des Re» gsiruitgMocks Über die Umsatzsteuer.(Zuruf der Komm.:„Die Anträge stammen wohl aus dem Harz, sie komnicn jo bröcken- weise."— Ledh. Heilerkeit.) Die verschiedenen neuen Anträge gehen an den Steuerausschüß und Handelspolitischen Ausschuß. Staatsverträge mit der«chweiz und Bulgarien werden ohne Debatte angenommen. Hellte, Sannabend, 12 Uhr: Wciterberatung der Deckung?- vorlägen und Äbstiinmitng in der ziveiten Lesung, darauf zweite Bc- rätünz der Finanzresörnn— Schluß l6?t Uhr. Gearg kchweitzee, der Aorsitzends der ständigen Kerliner Presse- köNscrenz, lpird lMüte achtzig Jahre alt. Urtier den meiert, Sie ihn beglückwünschen, wollen wir Nicht schien. Er ist als Ivurnälistetisohn schon früh Zeuge histSkifcher Ereignisse gewesen und mit großem Interesse dar jungen Arbeilerbswegung gefolgt, vört deren Urkunden und Druckwerken«r viele in seiner Sammlung hat. Wik wünschen viosem allen Berliner noch vicls Jahrs gleichcr Rüstigkeit, ürie er sie ungebrochen zeigt. Selb wählt einen kommunistischen Bürgermeister. Nechfent die Stadt Selb in Odsrsranken dreimal erfolglos ein« Nürgermeister« Mahl, vorgenommen hätte, ordnete die Regierung von Obersrank.'N als Staatsaufsichtsbehßrde ein« viekt« Wahlhandlung an. Dabei wükde b«r körtimurtistische Reichstügsatzgeorfinete Rechtsanwall iftid Notar Dr. Alexander. Berlin mit 11 von 21 Stimmen geivählt. Dr. Alexander dürfte äb«r nicht bestätigt werden. — r~--'■ v'viErtOjuewrm Sewissenhqftl prüft dos Auge die ftohsfofte K für den U SlCHERBBITS-REirEN DUMtOP' Das neue Gesicht der Alten Liebe. Der Vesuchcr des Nordseebades Cuxhaven wird, wenn er. feine Schritte zur Alten Liebe lenkt, in diesem Jahre in der nächsten Umgebung des alten Bollwerks wesentliche Veränderungen vorsinden. Vielfach sind in diesem wichtigen Hasenabschmtt in letzter Zeit Veränderungen erfolgt, meistens durch Neubauten. Nur der älteste Bau bei der Alten Liebe, der wichtige Leuchtturm aus dem Jahre 1803 wird unter Denkmalschutz stehend, allen Reformen trotzen. Am ausfälligsten ist der Umbau des bisherigen Telegraphen- a m t e s. Zlus dem grauen, nüchternen Hause ist ein modicmes, kantig-gestuftes Gebäude geworden, in dem jetzt die Marmesignal- stelle Unterkunft gefunden hat. Ein Flaggenmast überragt das Haus, auf feinen Zweck hindeutend. Im Obergeschoß befindet sich der Wachraum, von dem aus der gesamte Schisssverkehr der Elb- Mündung übersehen und der Signalaustausch mit passierenden und auf der Reede liegenden Fahrzeugen vorgenommen wird. Zur Signaleinrichtung gehört auch ein Scheinwerfer. Die übrigen Räume des Gebäudes dienen zu Wohn- und Wirtschaftszw ecken für die Besatzung, die sich aus dem Stationsvorsteher, dem Nachrichtenossizier und einer Marinemannschast zusammensetzt. Die neue Signalstello besitzt eine direkte Telegraphenleitung nach Hamburg. Der alte weißrote Signalturm, erbaut 1901 und im Jahre 1900 aufgehöht, ist verschwunden. Auch der 42 Meter hohe Signalmast ist niedergelegt worden. Er stand auf einer mächtigen Betonplatte, die nun, mit einer Brüstung versehen und nnt Bänken ausgestattet, den Badegästen Cuxhavens als Aussichtsterrasse dienen soll. Wegen Durchführung der Platzregulierung mußte serner der große braiine Wohnschuppen bei der neuen Signalstelle abgebrochen werden. Die ebenfalls in diesem Schuppen befindliche Bootsbauerci der hambiirgtschen Marinevcrwalwng wurde auf der Tonnenwurt untergebracht. Der so übersichtlich gewordene Platz wird bis zum Saisonbeginn mit grünen Rasen belegt werden. Durch diese gründ- Ii che und zweckmäßige Umgestaltung wird die Gegend bei der Mten Liebe noch mehr als bisher Ziel der Cuxhavener Badegäste sein. Dem damit zu erwartende» gesteigerten Verkehr will der Fremdenoerkehrs-Verem durch Schaffung eines Verkehrspavillons <>nit Auskunft, Fahrkartenverkauf und Gepäckaufbewahrung) cnt- sprechen. Oer periodische Harzer See. In den Vorbergen des Harzes, vor steilem Gipsselsen, um- rahmt van dunklen Tannen, liegt der geheimnisvolle„Bauern- graben" oder, da er unabhängig von Regenfällen abwechselnd mit Wasser gefüllt oder vollständig'trocken liegt,„periodischer See" genannt. Cr ist aus abwechslungsreichen Wegen in einer halben Stunde von Roßla zu erreichen. Unterwegs treffen' wir auf die Grenzeiche, einen inehrhuNdcrljährigen Baum nnt breitausladender Krone. Unter dieser Eiche wurden in vergangenen Tagen viele Feste gefeiert. Auch heute noch laden Tisch und Bänke zur Rast ein. Der„Bauerngraben" bedeckt eine Fläche von etwa 12 preußischen Morgen. An einigen Stellen verwittert der Gipsselse» stark und stürzt zusammen. Ein geheimnisvoller Reiz liegt über dem Bauern- graben, wenn er mit Wasser gefüllt ist. Das Auftreten und Verschwinden des Wassers ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden. Auch die Witterungsverhältnisse sind nicht von ent- scheidend ein Einzluß aus das Kommen und Gehen. Cr hat mit seinem Wasser schon Trockenperioden überwunden, andererseits füllt er sich nicht etwa durch heftigen Regen. Das Steigen des Wassers geht in der Weise vor sich, daß es durch«chlolten am Rande des Sees aus der Tieie hervorbricht und das Bett ansfüllt. Ebenso verschwindet es oft ziemlich schnell im Innern des Berges. Augen- blicklich ist der S-e wieder ohne Wasser. Es ist anzunehmen, daß in dem Bergzuge große unterirdische Hohlräume vor- standen sind,'die bei den» Steigen und Fällen des Wassers mitwirken. In welcher Weile das geschieht, ist unbekannt. In früheren Zeiten hat man angenommen, daß der bei Roßla zutage tretende Zollbach Wasser aus dem Bäucrngraben enchielte. Es sind Versuche mit gslärblem Häcksel genmcht worden, die aber zu keinem Ergebnis geführt haben. Die Tatsache, daß der ZoWach auch bci der größten �rackcicheit gleich stark läuit, selbst wenn der Vauerngroben kein Wasser enthalt, spricht gegen eine Verbindung des Bauerngrabens mit dem Zolldach. Erforscht ist das Wunder des Bauerngrabens noch nicht. Alle Leute erzählen, nachdem der See mehrere Jahre ohne Wasser ge- wese» sei, hätten die Bauern das Gras gemäht und Heu gemacht. Da fei in einer Nacht der See plötzlich mit Wasser angefüllt ge- wesen, so daß das Heu daraus geschwommen habe. Die Bauern, die mit Fuhrwerken zum Einfahren gekommen wären, hätten um- kehren müssen._ Neuerungen in Bad Altheide. Bad Altheide hat seine Kur- betriebe bereits m vollem Umfang crössiiet und eignet sich wegen seiner geschützten Anlage in ausgezeichneter Weise für die Durchführung von Frühjahrskuren. Altheide ist �ein Herzbad von Weltruf geworden. Dank der heilkräftigen isprudel und Quellen und der tatträfligen Mitarbeit feiner Äcrzte. Mit Beginn der Saison gelangt die großzügige Erweiterungsanlage des neuen Badehauses zur Eröffnung. In dem Neubau befinden sich 60 aus madeniste Weise eingerichtete Vadszellen für Sprudclbäder, ein Inhalatorium (System Hcizer-Ems) und große Liegehallen zum Ausruhen noch dem Bade. Ferner wurde der modernste Apparat zur Sichtbar- machung und Aufzeichnung der Aktionsströme des Herzens(Elektro- kardiograph) angeschoiit. Einen weiteren Echritt in der Entwick- lung Altheides als Spezialbad für 5)erzcranke unternahm die Kurverwaltung durch die Schaffung einer diätetischen Kur- anstalt unter Leitung des bekannten Diätikcrs Dr. Curt Povifer- Homburg, von dem Gesichtspunkt ausgehend, daß nicht nur die An- Wendung der üblichen Badekuren, fondern auch eine individuelle, an» gcpaßte Diät notwendig ist. Auch im Kurhaus, im Sanatorium und in fast ollen Logierhäusern des Bades werden die Diät- Verordnungen der Badeärzte sorgfältig durchgeführt. Bad Kreuznach. Das Kurhaus-Palasthotel, in dein in diesem Winter ganz bedeutende Erneuerungen und Berschöncnmgen aus- geführt sind, wird am Gründonnerstag, dem 17. April, eröffnet. Die Leitung des Hauses liegt in Händen des langjährigen Direktprs des Hotels Bristol. Berlin und Axelmannstein. Reichenhall. Herrn Hipler. Das Kurhaus-Palasthotel gibt für die Ostertage auch für kürzesten Ausenthalt Pension ab 12 Mark. Bad Orb. Der Frühling hält seinen Einzug in den schönen Spessarttälern. Bod Orb,' das aufblühende 5>silbad sür Herz- und Rheumaleidcn, schickt sich an. sein Feierkleid anzulegen. Bereits am 19. April beginnt die osfizielle Kursaison. Auch das Gradierwerk wird um diele Zeit in Betrieb aenommen. Die idyllische Lage und das milde Klima lassen gerade hier eine Frühjahrskur cmpfehlens- wert erscheinen. Lon mit teincn SfrtTidjen Daldunq«» bietet Ctlioliinft uttb Getunbun» liiz jeden, der mädrend seiner gerien neue Gräfte sammeln mill Dazu ge- bort ein Cef, der fernab vom Äeltaetriede lieat. ben Dald. die Berqe, areii- bar nor fi&i. also Rube und Gcsundbeitsfijrderunj, inni« nercinend. Unter den meniflen. diese Vorzitae bietenden Llrten siebt wobl Abbenrode am Nord- bara a.i erster Stelle. Der Eremdenbesuch stciacrtc sich von gabr au Iabr. ein.Zeichen seiner Ledeutuna filr seden Interessenten. Angenehme Babnner- biilbuna ist vorbanden in der Waldilatwn„Eckertal" und Vienenburg als Saltcsl essen von Schncllallgen. SS2-S7S m a. d. M. Saison Mai bis September Schönstgeleoener.winilstillster Kurort des Fichtelgebirgs Kneippbad mit moderner Kurbadeanstalt unter fachärztlicher Leitung(ganzj. Batrieb) Prospekte und Wohnungsverzeichnis unentgeltlich durch StSdt. Kurverwsltuna. Siaailiches Bad Rehburg bei Bannover Klimat Lukiburort für Luiigcnschuichc, Asthmatiker, ■ Bronchitikcr inmitten schöner Waldungen nahe dem StcinhuderiMcaere/ Modekuren und rr.ediiinischeB�der. Täglich tweimal KunnusiK/ Unierbringung mit' recht guter Verrfiegung rum Preise von M. 4.50 bis M.(k-. noch möglich. Kechtreitige Anmeldung vorteilhaft Geringe Kurabgabcn./ Progpeltte Sra II» durch die Badeverwalinnd. Ostseebed Heiiigenhafen in Holstein Pension 4.— bi* 0.— HM- Ftthrer dnrdt dte Bsderenralhmg. Abbenrode - Regensb«. Saststitte u. Pens. Schloßberg. Lei.S-n.Srieb Reuz kUnstl.debagl einger. m. 30 Betten. Waldr Segend. selten schöne Fernficht Zreibadgel Ruhig, staudlr. Lage. Sule reicht. Berpfleg. Bolle Pens. 450 M. Prospello gratis. Zanatopium �Itiieicie ist neu einjzericktet unä xante mociern au8Le8tattet worden Fließendes Wasser in allen Zimmern. Behaglicher Aufenthalt. Anerkannt vorzfigl. Kfiche. Individuelle diätetische Verpflegung SprudelbSder Im Uause Herzkuren Leitender Arzt: O r. S e h m a I d I• r Auskünfte und Prospekte durch das Sanatorium Altheide./ Fernsprecher: Bad Altheide 21f Schlesien Das 400 m hoch srn Keilbad fürs Herz Der Jungbronn für die Nerven Das unübertroffene Frauenbad Neuerbaute Wandel- und Trinkhalle Erosoekte durch Reisebüros und Badeverwaltang Bamaram-»>>«» Befreionosfeier 30. Inniii. Ais Genossen empfehlen Zimmer mit Frühstück 2,S0—t.7S M.. volle Pension 5,50 M., Bad im Hause HerrlUfce Aiusldit auf den Rhein. Adolt BOSQUI! Bacharach. An der Straße des berühmicnWeln- ortesSteeggeleg. Bacharach. und KyffhäiiS& Bad Frankentiausen, Kyffh. Das altbewährte Heilbad am Kyff- häuser. Ausk. d. die Badedirektion. b»etei 3hnen ollebgi-Jckhcfd ver«rW vue� Sfc indenfenfn wehen: iandictiafH Znize.Qe- seiiigei Kurleben. vorzüqliche Küche.(jewnüg onLe»b u-Se«'«. Proipekt durch Kurdirekrion. Benneckenstein Süd Hochharz*00 N. N. Der Kurort fttr UcbcrsrbcUete EttiDflerofle-fiarz BÄn- 500 m.— Dir Wiett« tiUije ilftrainfthnirt. Oerrlid« Freibd. icgedeeiiti«ildugn. Blankenburg i. H. (254 in mittlere Höhe) entzückend gelegener Luftkurort, mildes Gebirgsklima, viel Sonne, herrl- Wälder, großes Frtibad. Der Ort der Erholung I " prachtvoller Läge } 30G/n. Unrrittelbir an herrlichen, mtl /enwtüen ßoebeo-a Fiehtsa-Wä! düngen.- Ausgangspunkt schönster Harzparficn. Z Treis chw:. Tim beider. IZTochterhemsee Idealer Wochenendplain. f Mäßige Preise*Neine Hurfaxe der Luftkurort am jLissiioiirg Fuße des Brockens Cebfrgs-Luftkurort- • ohne JCurtax« Der Schlüssel zum Marktfesivpi sie_ Schriften kosten frei tr Vtrkehrsomt. Bad Lauterberg i. Harz iiiiiiiiniiiiiiiiimiiiiniiiiiuiiiiinniiMiniiuniiiiinnniiii Luft- und Wasserheilbad. Vom Kneippbunde anerkannt Kneipp'Kurort fürMittel-u Norddeutschland ll»Ü muß jed.Harzbesuchersehen. Führer in allen Reisebüros und durch das Städtische Verkehrsamt Nordhausen. chierke ■Ansirtiiiiig n. Wemwarinwi aartbai 5? geistliiirDs. üBirerwaimnc-B ß.Bari, Ynr'q'brr, verDana e. Y,,.airnaerofl? Sommerfrische BPüüisctie Teppasse Schöne Lage, herrlich. Rundblick. Liegewiesen, Liegestühle, gr.Glasveranda usw. Gute Verpfleg. Voller Pensionspr. 4,50 M. Luft- Kurort Rasieimepg (Thüringen) Kr. Weimar, Hetrl., weitge- dehnte Waldung. Eins der schönst Wald- schwlmmbäderMitieldeatschl.(5000qm). Gute Unterkunft, preiswerte Verrfiegung. �Prospekte durch die Stadt JKurverwaUong V�11 V.,,■'T' HEILT FRAUEN Das aufblühende Heilbad für Herz und Rheuma In seiner herrlichen Luge— mit seinem angenehmen und milden Klima wird Bad Orb geschätzt al s ein Mustcrbad für Herr-, Rheuma-, Gallen- undl-cberlcldende.- Der hohe Kohlensäure- und Lithiongehalt der stark radioaktiven Quellen ist auch besonders gegen Gicht, Nerven- undRQdtenmarklciden wirksam.— Der Jod- und Bromgehalt der Quellen aber bringt Blutannen und Bleichsüchtigen Gesundheit. Bad Orb im Spessart Nihum Auskunft und Frospukt durch diu KurdirekHoa. jl5Schne!lzugsmin.von Bingen a.Rh., wird besafzungsfrei KURHAUS-PALASTHOTEL eröffnet 17. April_ RHEUMA/GICHT KINDER/ ALTER scmnaraiai as l'ÄÄfü waldreich Bergen um- I eb., Bahn- u.'Peststar. Arzt. Preiswerte u. gu»» N'erp'legurg in Oasrhätse-n u- Privji, Aastuntl o.vtroeorjvsrsla u. die Gaststitten seiost. Sllzenipi h�ST i iSSäsJl Pension I Pension Bodtschmlede Bei Rheumatismus, Gicht Ischlas.Frauenleiden hier- venkrank helfen. Alterserscheinungen, Hautleiden. Unfallfolgen sowie be< Kriegsverletzungen hilft mm _ JHUES. Stark radioaktive Schwe-] felthermen, Moorbäder, R&dium-Emana.torium Herrliche Sommerfrische Auskünfte, Prospekte durch die Badeverwaltunp u. ReisebOros Eisenmoorbad Pretzsdi Elbe Beste Erfolge bei Gicht, Rheuma, Ischias, Nerven-, FrauenlekL usw. Das Bad Ist das ganze Jahr geöffnet/ Fenupr. 69 Näheres durch kostenlos. Prosp. d. Bad everwal hing Bad Hersfeld& Lulluserunnen UnggbruniMin Heiianreif: MrsvluwßM flpfVßnlmumflsnraaflp, des Hßriens imd tfer BlofBelefis, Siolfweiüsci- UranRüeilea, Frauenleiden. ScBsacsgapftwm« WSsgCtcssrasEmöStC Di&icL KöFSÄStdit Sonnabend 12. AprU 1930 Unterhaltung und AAssen DeNage des Vorwärts ü)r. N. Weiteel: und fflUckfickinahme Man könnt« di« Griinöe an den Fingern herzählen, worum sich bei den heutigen wirtschastlichen Verhältnissen so manche, Ehepaar nur e i n Kind„leisten" kann. Jedensolls muh man dieses einzig« Kind bedauern: denn so sehr die Eltern sich bemühen mögen, die auffälligsten Nachteil«, die dieser Zustand für das Kind mit sich bringt, zu beheben: c» ist und bleibt ein Naturgesetz, dah jedes Geschöpf in Gemeinschaft mit seinesgleichen leben will: erst dann wird es seiner selbst ganz froh, erst dann wird sei» Dasein von jener Frische, Ursprünglichkeit und inneren Lebensfülle getragen, die das Schönste am Menschen ist. Vor ollem aber: das einzige Kind wird ein -Egoist. Wohl ihm, wenn sich rechtzeitig ein Brüderchen oder Schwestercixn dazu gejelli. Jetzt merkt es, daß das Interesse der Eltern nicht mehr ihm allein gehört, es wird angehalten, in Spiel gnd Lärm auf das Kleine Rücksicht zu nehmen, es muh sich trotz aller anfänglichen Abwehr in die Spielgemeinschaft einfügen und dem anderen unter Umständen von seinem Eigentum abgeben. .Leider Unterlasten es Eltern meist, an diesen ersten Zwang zur Rücksichtnahme, wie er sich für das Kind bcinr Auftauchen von Ge- fchwistern ganz von selbst ergibt, anzuknüpfen. Sie versäumen es, den Kindern in jenen Jahre», wo sie mit einem outen Wvne und einer ruhigen Erklärung so leicht zu lenken sind, innerhalb der Fgmilie jene selbstverständliche Rücksichtnahme, des einen auf den anderen zu einer Lebcnsgewohnheit werden zu lassen. Gerade in Familien, wo in der Fürsorge für-die Kinder allzuviel des Guten geschieht, wo ihr Wohl und Vehage» den einzigen Gesichtspunkt für die Eltern abgibt und die Kinder daher verzärtelt und unselbständig werde», lernen sie die Notwendigkeit, ihrerseits auf ander« Rücksicht zu neh»i«n, Nicht kennen. Ist es dann ein Wunder, ivenn sie die Mutter fortwährend mit ihren Anliegen belästigen, wenn sie Türen werfen, lärmen und streiten, ihre Launen aneinander auslafstn, jeden Austräg nur unwillig erledigen und die Jungen es für selbst- verständlich ansehen, dah sie in allein von Mutter öder Schwester bedient werden? Nein, Kiitder sollen sich«in ordnen und nicht sich als Mittelpunkt fühlen. Sie sollen daher auch von klein auf im 5)ai!shalt mithelfe», zu Aufgaben und Diensten herangezogen w»rdcn, dadurch beizeiten über ihr eigenes Ich hinauskoiiimen und sich als iätiges Glied der Familie und damit eines größeren Ganzen fphlcn. Nur so kann eins der Endziele der Erziehung, jen« Ritterlich, k e i t im Verleiten der Jugend zu Eltern, Geschwistern und Fremden sein, die man bedouerlicherwetss heut« an der männlichen Jugend imnrer niebr vcrmiht. Dies« Ritterlichkeit ist mehr als außer« Go- ianterte und begreift Entsagung und Rücksichtnahme, Selbst- bcherrschung und Wohltun in sich. Doch nicht genug damit! Die Familie soll ja keine egoistisch« Jnteressengemeinschast sein, sonder» die Zelle des Staates. Sie ist die erste Geineinschaft, von der aus der Jugendliche in» Leben hchauige'mieseii üffijÖBOtoi bekannt gemächs werden M, sie'ist Mmeinschaft.sdie'IM'sekks« Ssellung zu den Mitmenschen. vor. -dlchnen soll. Eist kleines Beispiel. Estern begegnen Mit'ihren Kindern auf- der- Straße einem Trunkenbold. Dürfen sie sich damit begnügen, in den Kindern Abscheu oder gar Pharisäerstolz zu wecken? Nein, man wecke die- Fähigkeit, sich in ander« Menschen hineinzudenken, man last« das Kind einmal in den Lobenskrejs des Kummers nird Elends sehen, man appelliere an sein Nachdenken und lasse es in das Inner« eines Mitmenschen blicken, der durch schlechte Umgebung und Mangel an Sel-bstbcherrschunz aus Abwege geriet. Oder ein anderes Beispiel: Ein Bettler läutet an der Wohnungsiür. Wie verschieden verhalten sich da oft diese und jene Eltern. Gerade dos Herz der Jugend aber ist hilfsbereit und offen für fremde Not, gerade in diesem Alter ist es eine ebenso leichte wie dankbare Auf- gab«, sie bei einer derartigen Gelegenheit sehen zu lehren und ihr die Augen zu öffnen. Und gerade in der Krohstadt, wo wir Menschen eng beieinander wohnen, wo wir uns aber so serngcrückt sind, dah wir gar nicht ahnen, wer im Hinterhaus oder im Stock- werk Über uns seinen Lcbenskamps kämpft— gerade hier täte es not, daß die Eltern ihre Kinder hin und wieder in das Alltags- leben und in den Kreis der Mühseligen und Beladenen hineinblicken lassen. Sie lernen, er st hieraus kann fene Rücksicht- nähme auf Menschen fließen, die nicht auf der Sonnen- selte des Lebens geboren sind, jene Rücksichtnahme, die man wohl als„soziale Manieren" bezeichnet hat. Doch gehört noch etwas andcres zum Sehen: ein klein wenig Nachdenken. Wie sehr dies der Jugend, leider auch so manchem Erwachsenen fehlt, dafür bietet Bockes freie Natur das beste Beispiel: Papier und Flafchen- rest« dorr, wo sie am schönsten ist. ans dem Wege sinnlos ab- gerissene und weggeworfene Blumen, rücksichtsloses Stören des Aottesfriedens»nd der Mitmenschen durch Lärm und Brüllen! Müßte es nicht überflüssig sein, die Waldwege mit einer Menge von Warnungen und Verboten zu versehen, müht« es nicht überflüssig sei», das Schilder an der Straße um schonende Behandlung der Zugtiere bitten?— Daß jede Handlung, die zwecklos Leben antastet oder gar zerstört, Roheit bedeutet, das können Eltern ihren Kindern auf jedem Spaziergange nahebringen. Wecken wir in der Jugend beizeiten Derantwortungsgenihl und Respekt vor dem Lebe» und zeigen wir ihr, daß jedes Leben im Reiche der Natur ebenso wichtig ist wie dos ihrige! Mit Recht freuen sich Eltern, wenn ihre herangewachsenen Kinder sich in Gesellschaft gut benehmen, das richtige Wort am rechten Flecke zu lagen wissen, wenn sie- hoflich sind und es verstehen, mit anderen Menschen, besonders mit älteren, umzugehen, ohne mit ihnen umzuspringen. Man pslegt das �„Takt" zu nennen. Er ist weiter nichts als Rücksichtnahme, als Verständnis und Gefühl für andere, für ihr« Berufe und Schicksale, ihre Rechte pnd ihr« Sonderart. Es gibt heute Kreise, in denen er nicht viel gilt, in denen vielmehr naioss Sichbreitmachen, gedankenlos« Nichtachtung fremder Rechte und fremden Behagens hoher im W-rt« stehen. Ge- wiß ist das Gefühl dafür, was taktvoll und was taktlos ist, bis zw einem gewissen Grade angeboren und Sache des persönlichen Empfindens: wird e? aber nicht von Jugend auf geübt, durch Umgang und Beispiel im Elternhaus geschult, s» verlüwmert es Bvmn&rPräpvng: iritief-jj'iniHfeii choheren Äiistür gsben. Können� wir ab'er'bei all den Jnterefscnlampfcn Und Gegensätzen der moder- nen Zeit jemals aus einem anderen Skge dem Ideale der Ber- söhnung näher kommen al» dadurch, dah wir di« heranwachsende Generatiyn onhqlten, auch die Existenzberechtigung der Andere- denkenden anzuerkennen und ihnen gegenüber Rücksicht und Ber- stShdnis zu üben?~ Xich. Muldfchiner: 3)CV Ofllillljfl Als wir vor Kob: lagen, kaufte der zweite Maschinist, mein Freund Peter Wörl«, für s ünhzehn Pe» ein« klein« japanisch« Bull- doggö, schwarz und weiß geflecki, mit langen seidigen Hagren und schlanggestrecktem Leib, ein häßliches, mißmutig dreinschauendes, galliges Vieh für meinen Geschmack ein Greuel, in Europa aber als Schoßhund sehr geschätzt. „Schau her!" sagte Wörl« freudestrahlend,„ein? Pracht! In HZvrc krieg ich mindestens vierhundert Franken dafür. Wenn ich ihn nicht' noch bis Hamburg mitnehme: da weiß ich Lenke, die käs Doppelte-zahlen.* „Ist's wohl ein Männchen?" „Der Händler hat's behauptet." Ich„ahm eine hochnotpeinlich« Inspektion vor, und es. stellt« sich heraus, dah es eine Hündin war. „Macht gar nichts", sagte Wörl« ciitschlossen.„im Gegenteil, Hündinnen sind jast beliebter. Ich neh-in sie bis Hamburg mit." Er trat ihr einen Teil semer Koje zum Wohnen und säkasen ab, schabte ihr. getrocknete Fisch«, die er gleich bei demselben LzimAcr saßweise erstanden hatte, trug sie an Deck, wem, sie Regungen der Darmperistaltik verspürt«, kratzte sie, wenn es sie juckte, gab ihr den schönen Nomen Lissy, kurz, er machte ihr das Leben zum Himmel- reich, ob schon sie auch für ihn nichts übrig hatte als ein giftige?, japanisches. Knurren und der Aerger über dieses Lebens Last nicht von ihren Gesichtszügen weichen wollte. Bier Tag« daraus— wir waren schon wieder aus hoher See— meldete Wött-, daß Lissy am Hals, unter den Haaren versteckt, einen eigentümlichen Knoten hätte und nicht fressen wollte. Ich unter- suchte sie und sagte ihm. daß sie trank sei, mehr wüßte ich nicht: er solle sie lieber schon m Hävre nerkaufen, wenn sie bis dahin aus- halte. Der Händler in'Kobe habe' ihn schwer betrogen. „Ausgeschlossen!" sag:« er cnlschicicri,„der Man» sah viel z» ehrlich aus. Und schließlich— dmlpjnfccrt Franken kann ich in jeden, Fall betoinmen, gezahlt hob« ich aber nur fünfzehn Yen. Wo ist da der Betrug? Und war's ein Mcrnnchen, so würde er jetzt vielleicht schon nicht nxchr lebe», HürtdinNen sind aus See viel zäher... übrigens IM dos bißchen Geschwür am Halse kaum was-zu bedeuleir. Im Gegenteil! Da konnnt mit einem Male alles Krankhafte heraus." Lijfy brach ihn die Koje voll: vor Fjöhen wußte er sich nicht mehr in seiner Kammer zu retten: Lissy keifte ihn mißmutig an. verlor zusehends ihre seidigen Haare mrd fahlhald wie ein Gespenst von einem Hund in den Delirien eines Alkoholikers. „Sie erholt sich von Tag zu Tag mehr", sagt« Wärst entzückt. '„Tie mußte sich.zuerst imr an den Wimawechsel gewöhnen. Paß auf, wenn dos überwunden ist, wird sie mir noch schöner und wert. voller." Er wusch ihr die Triefaugen mit Schwefelblüte aus. badet« und kämmte sie. band, ihr um den Hals- ein gcAifeidenes Band aus s stirer fcfeten Zigarren teste,.La flor de ia Jjabella" stand darauf.-- ——........ Aber am zehnten Tag bekam sie Krämpfe, legte sich auf die Seite, rerweigerte den ihr zugedachten Lössel Reziniuv und starb. Am Abend fand ich Wärt« damit beschästigt, ihr dos Fell ab- zuziehen. Er strahlte vor Freude über das ganz« Gesicht. „Mensch",. sagte ich,„und deine vierhundert Franken?" „Soviel ist das Fell allein wert... ich hatte mal einen Assistenten, der bekam für einen lunipige» Schleierschwanzfisch aus Yokohama von.Hageirbeck siebenundachtzig Mark." „Aber der Fisch war doch lebendig!" „Nun ja, oder er mar nicht größer als so..." „Immerhin, Lissy ist doch tot." „Dafür ist sie bei weitem größer als der Fisch. Und das mußt du doch zugeben, solang sie lebte, hatte ich eigentlich allerhand Arbeit inst ihr. Run trockne ich bloß mein Fell und dann— in die Kiste mit ihm, und das Geld ist so gut wie da. Vielleicht sollte man gleich von Ansang an nur die Felle kaufen..." „Na, denn man zii!" sagte ich. Zwei Tage darauf war Lissys Fell»rtschch-inden. Tic Rotten hatten es verschleppt oder unsere chinesischen'Matrosen hätten es, mit Reis garniert, gebraten oder auch, es war mir oeijetzcnrlich vom aufräumenden Steward über Bord geworfen worden. Ich war neugierig, was Wörle nun ivohl sagen würde. Ich er- wartete Offenborungen. „Siehst du." sagte er,„die Sache kommt nun freilich anders als ich gedacht hatte.'Aber zum Glück bin ich schlau flewcicii. Ich Ixihc gleich am ersten Tag gesehen, wie Lisiiz die chinesische Jwergdogg«, die dem Alten gehört, belegt hat Oos ist eine sehr gesuchte Kreuzung, und ich bin sicher, der Kapitän schenkt mir wenigstens.zwei von den Jungen. Und für eins von ihnen kann ich in Hävre oder Hamburg gut und gern meine»wechundert Franken verlangen." „Du bist ein Prachtkerl" sagte ich,„Gott mit dir! Die' Zwerg- dogge ist riire Hündin, und Lissy war eine Hündin. Auf d i e Kreuzung bin ich neugierig." Toten und Lebendigen zu führen scheinerr. Das starte Fortschreiten der Wissenschaft und Technik IM uns imrmr wieder auf diese Ge- biete gedrängt. So hat fich der Ingenieur nicht weiter damit begnügen wollen, was ihm[eine Baustoff« seit altereher boren. Er ging in den Anforderungen an sie über das Altbetoimte hinaus und erlebte dabei die interessantesten Ueberrafchungcn. Er lernte, selbst die„totesten" Stoff«, die Metalle, zu„vergüten", zu kräftigen, durch Zusatz« anderer Stoff« zu verbessern, zu Härten oder zu erweichen, so daß wir heutzutage im Besitz von Metallen sind, bk das Mehr- iach« von dem aushalten, was man ihnen ehemals zumuten zu dürfen glaubte. Dl« Untersuchung des imiereir Gefüges der Stoffe Hot uns dorm gelehrt, daß es von den verschiedenen Bearbeitung s- arten, ja von der Benutzung des Stoffes abhängig ist, daß es vor allen Dingen nicht unverändert bleibt, sondern daß Ümtag-rungen und Berändermigen in ihm eintreten. Es ist vielleicht bekannt, daß man Hölzer, die zu atiiftifchen Zwecken verwendet rverden soll«.,, zuerst gern als Füllungen der Trennwände in Eifenbahnperfonen- wagen einbaut, weil st« dort durch die ständigen Erschütterungen und Vibrationen günstige«lastische Eigenschaften erwerben. Änderer- feits hörte man vom„Altern" der Rietalle, worunter man allerdiirgs dle verfchtedenartigsten Erfcheimmgen zufammenfaßte: ZUrgriffe durch Sauerftoff-Fraß, dem ja in erster Linie auch die Gewebe unter- und erliegen, Angriffe, durch wechselnde Belastung, namentlich bei Metallen, und anderes mehr. Man spricht in diesem Zusammenhange von einer„Ennüdung" bei Stoffen und glaubte, daß sich durch befrimmte Beanspruchung das inner« Gefüge der Stoffe lockert. Ein« ganz neue Erscheinung hat tn-on in den letzten Jahrtn kennengelernt, nämlich die Verfestigung von Stählen durch pulsierende Be- und Entlastung. In Amerika, m Deutschland, aber mich sonst hat inan. beobachtet, daß man durch gewisse mechanische Behandlung,, namentlich durch pulsierer, de Schwingungen, Stähle fester machen kann, daß sie wertvolles technisches HÄfsmittel von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ausgenutzt werde» kann. Was aber ist es anderes als eine Art Leben im toten Stoff, das sich hier offenbart? Zwar wissen wir noch heule so wenig wie vor 1000 oder 5000 Jahren, was das Leben eigentlich ist und wie es mit dem toten Stoff z> santmenliängt. Aber hier scheinen dock) dt« ersten zarten Brucken der Erkenntnis geschlagen zu werde». Elektrische Crschetnunge» spielen dabei kein? unwichlige Rolle Und wenn wir in Analogie mit de» sonstigen iirnuer rascher erfolgenden Fortschritten der Wissenschaft hier einen Wahrscheinstchleitsschlnß wagen, so ist es die Hoffnung auf di« endliche Lösung des allen Problems, dos uns in der PhUefoplhe fest Jahrtausenden unter so mannigfachen Formen und Gestalten wie:„Monismus oder Duo- lisnms",„Kraft und Stoff"„Geist und Materie",„Thdsmrts oder Atheismus", ,Lt:6 und Seele" narrt und beschäftigt. frna XUflng: Brüste, der BifchoUer Jrttze wurde von einer Hündin gesäugt, aber Fritze blieb eni .........~ ,r________,...... I I Fischotter. Seine Urinstinkte führten ihn richtig in? Leben hinein. und poftd. der �«r�nlichkrit tv* nWmDs die.. D i.l. Df« nste. der LAMn.ll?_.AMn e Lg hm er. als eine ibm. ntitzlichb Bflix Jlinke' Auch die illalerie lebt! Seit malten Zeiten drängt sich uns der Unterschied zwischen Totem> nd Lebendigem ans. Wir haben ihn auf alles übertragen, was uns umgibt, und er scheint uns eine grundlegende Tatsache zu fein. 2« weiter aber unser Wissen in das buntls Gebiet des IIn- bekaimten vordringt, je mehr wir dort Neuland erobern, desto mehr Zwischenstufen stellen sich ein. Wie wir uns einstmals Über die flüssigen Kristalle wunderten, mit denen Prof. O, Lehmann die Welt «derroschte, wie zu Anlang des Jahrhunderts der Petersburger Arzt Martin Kuckuck künstliche Zellen Ijcrftelltc, die äußerlich ähnliches zeigten wie Emährlmg, Wachstum, Bewegung und Fortpflanzung durch Srti-sttiilung. und di? sich von den luedeftlen Grutzpen der übenden Zstll«, äüßeiljch gat! nicht»ni«fchetdfü, so haben wir m der Berjoistmtg der.ElgcnschasteN der.toten Marerie ondeberferls auch Tatsachen kenngelernt, dft ebenso zu einer Ueberbrückung des G�es»rthrst wlchr..drt hundliche Erziehui� jedoch prallt«,»a chn> oh. Er war ich, Fritze, der Fischotter. Das bedeutet für ihn, er letft ganz im glücklichen Sein. Für ihn besteht die Gegenwart ay» lauter restlos ausgekosteten Augenblicken. Schön ist die Sonne, pröchüg der Regen, angenehm der Wind, der dos Fell durchpuftet, famos ist das Fressen, herrlich das bauchbefchweronde Sattsein und köstlich ist der Schlaf.- Fritze führt ein von Gittern umhegtes, sorgloses Leben im Zoo, Mit seinen Kollegen spielt und tändelt er. Aus Uebermut macht er die tollsten Sprünge und er schwimmt und taucht, al» ob er dem Sprühregen der großen Fontäne Konkurrenz machen wolle, Fritz« ist der erklärte Liebling der Zoobefucher. Er ist furch'bor neugierig. Meistens stellt er sich hoch, um ja alles zu sehen und ojt kommt er„Bitte, bitte"»lachend ans Gitter. Fr.tze hat herrliche Zähne. Durch einen Biß töten sie einen großen, springlebendigen Fisch. Doch die Zuschauer süttern Fritze, nach echter Zoo-Pnblikum- Manier, mit ErbscnschaleN, Zucker und trockenen Brötchen. Fritze nimmt alles, schleppt es herum, zieht es durchs Wasser und ver- manscht dann derartig« Leckerbissen. Heute stand ein Herr Direktor vor Fritzens Grottenwohnung. Der Herr Direktor hatte seinen guten Tag. Darum war er jn den Zoo gegangen und hatte seinen Privatsekretär mitgenommen. Das war weniger ein Anfall von Menschlichkeit, als das Bestreben. Bilder herauszustecken. Der Herr Direktor ist nämlich groß und feist. Er hat einen repräsentativen Bauch, den er stark betont und heraus- fordernd zur Schau trügt. Auf diesem-Bauch wird, in großer Auf- machung, eine schwere goldene Uhrlette als Kundgebung der Wohl- hak?nheit ausgestellt., Ein jeder muß, ob er will oder nicht, die goldene Kette sehen. Diese Uhrkette ist Geldes wert. Ein durch die Wohnungsnot und die vergebliche Wohnungssuche schon halb meschugge gewordener Mensch: rechnet daher unwillkürlich aus, daß jedes Nhrkettenglied, in Papiergeld umgesetzt, ein Siedlungshaus- zimmer ergäbe. Reben bewußtem Direktor trottet, folgsamer und besser bei Fuß, als ein Hunb an der Leine, der Priuatsekretär. Er ist schwach und rückgratlos, wie ein leicht znsommenklappbares Taschenmesser. Dann und wo im sagt, laut und dröhnend, indem er den jungen Mann.mit Nachnamen ruft, der Herr Direktar etwas. Prompt antwortet dann der junge Mann:„Jawohl, Herr Direktor," Und einzig und allein um dieses devote„Jawohl, Herr Direktor", wurde der junge Mann mitgenommen. Weiß doch dadurch jeder. daß der, joviale Herr Direktor(einem Untergebenen auch eiimial einen guten Tag gönnt. Der Herr Direktor besiehlt dem jungen Mann, einen Apfel vom Fruchtoertaussstand zu holen. Geschwind wird der Apfel besorgt. Höchstpersönlich schneidet der Herr Direktor den Zipfel durch und überreicht den lzolben Apscl Fritze, dem Fischotter, während cr die andere Hälfte generös dem jungen Manne gibt. Der stammelt er- freiit sein„Danke schön, Herr Direktor" und beißt sogleich in den Apfel hinein. Fritze steckt ein Psölchen durchs Gitter, nimmt nut ganz spitzer Schnauze den halben Apfel und zieht ihn durchs Wasser. Dann setzt sich Fritze in Positur, nimmt das Apfelftück in feine Händchen, guckt mit den iieimmal klugen Fischotteraugen den Geber an. schüttelt sich vor Ekel, gibt«inen unwilligen Pfeiflaut von sich und— wirst de» Apsel ins Publikum. 'Alles lacht und di« Situation ist voller Hohn und deprimierend für den Herr» Direktor. Der geht eilenden Schrittes fort. Der junge Man» getreu neben ihm her. Roch schnell wirst er einen neidvollen Blick auf Fritze und während er den legten Bissen Apfel verdrückt, seuszt'et, beinahe vernehmlich:„Ach, möchte ich doch auch noch einmal so unabhängig werden, wie Fritze, der Fischotter." Gautagung der Arbeitersänger Zu der Generalversammlung des Gaues Berlin und Umgegend des Deutschen Arbeitersängerbundes in Eberswalde hatten sich 126 Delegierte eingefunden. Genosse Hilgert(Kupferhammer) erstattete den, gastgebenden 14. Bezirk den Jahresbericht, der ein anschauliches Bild von der Größe des Gaues gab. 228 V e r e i n« mit 11 535 singenden und etwa 3500 passiven Mitgliedern sind dem Gau angeschlossen. Nicht geringe Schwierigkeiten waren und sind zu überwinden: Not und Arbeits- losigkcit hemmen die Vereinsarbeit. Als positive Ergebnisse sind jedoch Rundfunk-Gesangsvarträge und das Mitwirken bei Beran- staltungen gemeinnütziger Art zu verzeichnen. Genosse Jaedicke hielt mit einer Kindergruppe des Bolkschors Ebers- walde einen Lehroortrag über neuzeitlichen Gesangs- Unterricht. Der Bortragend« zeigte, daß sich mit seiner Methode Heroorragende gesangliche Leistungen erzielen lassen. In der späteren Aussprache wurde einstimmig stärker« Unterstützung des Gesanges in den Kinder- und Iugendchören, von denen der Gau bisher 10 mit etwa 850 Kindern und Jugendlichen aufweist, ge- fordert. Die nun folgende mehrstündige Debatte über den Geschäftsbericht brachte wertvolle Anregungen über die Ab- Haltungen von Bezirksfängerfeslen, über Fahrpreisermähi- gungen für Kinder- und Jugendchöre und über die Jugendbeilage zur„Grünen Sängerzeitung". Bei der Aussprache über die Vorstandswahl kam zaghaft auch eine Lsste der „Opposition" zum Borschein. Die Wahl des Borstandes zeigte jedoch, daß im Deutschen Arbeitersängerbund für Zellenbildner und SpaltpilzekeinRaum vorhanden ist. Fast einstimmig wurden folgende Sangesbrüder gewählt: Schneider, 1. Borsitzender, K i« n a st, 2. Vorsitzender, Schulz, Schriftführer, Steffen, Reek, Lehmann und S e i k r i t Beisitzer. Der K o n t r o l l- Kommission gehären an: die Sangesschwester Eggers und die Sangesbrüder Witzke und Ianegki. Unter Verschiedenem berichtete der 1. Vorsitzende über die Vorarbeiten und die Ausgestaltung des 1031 stattfindenden Gaujubiläums. Die unter der Leitung des Genossen Schneider harmonisch verlaufene Tagung wurde mit einem Appell Schneiders an die Einigkeit der Arbeitersänger geschlossen.__ Will Meiscl bei b«« Elitrsa»acr». Will Menel, der lletamte Schlager. fornpontg, ist am connobevl), 12., und Eonntaa. 13. Ävril. mit seinem Eänacr Paul Erdmann bei den Eliiesiingern im Tbeater am ltattbuller Tor iia böten und mird dort seine neuesten Schlager persönlich am Kliigel bi- oleiten. parteinachrichien/W� fürGroß-Rertin Einsendungen fllr diese Rndrit sind«öt/l stet««n da*«ezirtesekretgria» •«Clin S« Lindenstratze 3.\SSOP 2. Hof. 2 Treppe» recht», zu richten. 7. Neri« lldarloitenburq und Spandau. Juristische Sprechstunde deute, Sonnabend. 12. Äpril, von.17—13 Uhr, im 3ug«nbbeim Rostnenstr. i. Geleqenbeit ,um Nirchcnauotritt! s! lb. strei» geblendors. Montag, 1«. April, 2a Ilde. streirMitglieder. W ß-1 Versammlung im Lindenparl, Berliner Ecke»artenktrod« in iZedlendars, r', � Vortrag de» Heuastea Emil Baetd. � U CrfTT-Ut-t-t �i�-l-l 1, la-.' t«« I| M I I ITTT Ii, ftwi« Neukölln. Die Abteilungen werden ausgelordert. die«arten gnr Veranstal'ung der Arbeiterturner am Sonnßtg im Mercedes. Palast sofort im Sekretariat abmrechnen. 17.«rei- Lichtenberg, eieituagpiommilston: Siguna am Montag, 14. April, um Iflij Ubr. bei Pflug, Leopoldslr. IL, Elte Emanuelstvasie. Heule, Sonnabend, 12. April. ?i. Abt. Die Be.rirsswbrcr, welche die Adressen der Nichileker des„Borwiirt-� nock» nicht abacliesert bade», wollen diese sofort beim AbtcilunaalallUrar abgeben. UOa. Abt. Wittenau. Achtung, Bezirkssstbrer! Die noch Im Umlauf befind. lichen„Notopscr"-Listen milssen— soweit dies nicht schon gescheden— restlos allen Genossen cur Zeichnung vorgelegt und dann abaeschlosse» werden. Die starten für unsere Maifeier stnd gleichsalls baldigst ollen Genossen und Svinpatbiücrendeir vor,ulege». Morgen. Sonniag, 13. April. 71. Abt. Kilmer-deri. Die Genossen werden aebeten, an der 10.Zahr4 Ubr am Halkeneck INeubau Engelbeckent.— Morgen. Sonntag, von 9—12 Uhr, Bastelkurfus fllr die Selier im Jugendbeim Waifenstr. 18. Bostelmaterial für Cinnvcldruck und Laternenklcden mitbringen. Geburtstage. Jubiläen usw. 77. Abt. Schöncberg. Unsere« liebe» Genossen Zuli», vi»»«»t keiner Sattin die herzlichften Gliickwiinsch« zur Silberbachzeit. Vortrage, Vereine und Versammlunge«. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Goid". G-schökts stell»! Berlin 6. 14, EebaNianstr 37—38,#of 1 It Mitte, Svvrtabteilung: Sonnabend, 12. April. 20 Uhr, Grilndung«. frier im Gewerkfchastshaus, Saal 3: anschlieftend Tanz. Gäste willkommen.— Lichtend« ra. Kameradschaft Rummelsdura: Sonntag. 13. April, Treffen mit Homilienongebörigcn K»S.-Sportvlag Hriedrichsfeld«. stanee. kochen gratis. Drtsperein: Bestchrigung des Hluabafens. Kamcradlchaft Bop- bogen um 13 Ubr. Kam c radschaft Gustav Tentpel um 14 Uhr. stleinkaliderschstgenpereia„Neimblil", Berlin Westen. Sonntag, 13. April, 15 Ubr, Lchieften auf den Schicftstönden im Schstftenhans Zehlendorf. Mach- uower Ehausscc. Es beteiliqt stch der ganz« Kreis daran. Rcichsbund der striegsbeschäbigten, striegsieilncharer»nd«riegerhinter. blieben»», Ort�m-»»« lldarlottenbnrg. Dienstag, lö. April, SO Uhr. in Eck- monns Jestsälen. Scharrenstr. 34. Monatsoersammlung. Wahlen zum Bunde»- tag und Referat über Sozialpolitik auf Grund der Bersassun». iiiiren von Wese conon prailsc Zum OsterCesi ist das beste Geschenk eine Armband' oder Taschenuhr Goldene D.mm- Armbanduhr, ukarätig, von 19.00 M. an Silberne H«rrrn�ArmOanduhr..... von U.— M- an Hrrren'Tasdbenahr.......... von».40 M. an Schriftliche Garantie Hermann Wiese& Haiclihaitig.Boido.8JiD8Puiar0niagepnup:S.JiOltdU8S8rDamm2 Passende Elnsctfnnnits�esdienKe SozialistischeArbeiterjugendGr.-Verlin CHnfenbunqm fir diese Hubrtf nur an da« Jugendfestei.eiat Berlin GW»8. linden ffrate» Welt werde froh! Iugenbseier«oege», Sonntag, in der Lichtdueg law Bahnhof Gesund- bruanen), Ruftk. Sprrchchor. Gelang, Nezitation. Hilm. Beginn 41 Übe. Ein- tritt 40 Pf. heule, Sonnabend. Kpttbnsser Tor: Seim Brifter Str. 27—30:»Unsere Stellung zu den gegneri. scheu Wanderorganisationen".— Wilwer-dors: Seim Wilbelmsaue 123: Licht- bilder aus der Wilmcrsdorfer Bewegung.— Wannse«: Beteiligung an der Parteiversammlung.— Haltender«, R. H.: Seim auf dem Gutsbos der Gartenstadt:„Unser Zukunftsstaat".— Pankow III,». H.: Generalprobe für den Wcrbeabend im Seim Kisstngenstr. 47, 18sz Uhr. Agi-Genossen edendort. Werdedczirk Prenzlauer Berg! Tanzkrei»: Polkslanzabend Ii!d Uhr im Heim Danziger Str. W. Werbedezirk Neulelln, Tamdonrkapelle: Ueben 19 Uhr im Heim Lahnstrafte. Werbebezirk Westen: Heim Rostnenstr. 4. 20 Uhr: W.-B.-H»»k. UZ M tiinärveriammlung. Alle Gruppen mllffcn vertreten sein. Werbebezirk Lichtenberg: Leim Guntcrstr. 44, kleines Zinuner, M anfterorbentliche W..B.-Borsta»>»»stgn»«. Erscheinen aller W..B.-V.- UZ Mitglieder ist Pflicht. g Morgen, Sonnlag, Treffpunkle zur Werbefeier. Köllnischer Park: 10 Uhr vor dem Seim Waifenstr. 18.— Sallesche» Tor: 1810 Uhr„Rote Ecke".— Reutölln II: 1018 Ubr Bahnhof Neukölln.— Ren- kill» IX: 10% Uhr Bahnhof Sermannstrafte. lDienstaa im Seim Besvrechung zur Ostersahrt.s— Pankow III, N. H.t 1018 Uhr„Roter Kreis". Markt. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Treffpunkt 10 Uhr Schönhauser Allee Ecke Danziaer Strafte. Hahnen mitbringen. Weebebczirt Lichtenberg: 108. ubr Bahnhof Hrankfurter Allee. Bilmersdors: Sew.l Wilhelmsaue 123: 19 Uhr Werbe-eier. Münk. Licht» bilder. Rezita-ionen.. Werbe brzirt Schöneberg: Grstndunasfeier der Abt. Lindenhof. Alle Gruppen treffen stch 13'8 Uhr Kaiscr-Wilhelm-Plag. Gruppen anderer Be- zirke stnd eingeladen. Die deutsche Tüllgard ne. Bei Kroll veranstaltet der Propagandaaus schuß der deutschen Tüllgordinenwebereien Plauen vom 10. bis 15. April eine Gardinenausstellung. Wirkungsvoll drapierl, in verschiedenartiger hübscher Musterung, präsentiert sich die deutsche Gardine in prächtigster Gestalt. Bei der Gardine, dem Helmschmuck, hat die Hausfrau das letzie Wort zu sprechen. So ergeht an sie der Ruf, ihren Bedarf in heimischen Erzeugnissen zu decken, die rest- los allen Wünschen und Fordeningen entsprechen. Der Propagandaausschuh zeigt im Rahmen seiner Werbewoche auch in den Kaufhäusern und einschlägigen Geschäften seine hochwertigen Erzeugnisse. Karstadt versteckt Ostereier. Der Tag des Ostereierverfteckens durch das Kaufhaus Karstadl ist der S o n n t a g v o r O st e r n. Die Gutscheine können dann bis Ostern an den Kassen des Warenhauses eingelöst werden. HLr Siedlee. Jeden Sonntag. 11 Uhr, verkehren vam Schlestschen Bahnhof lDroschrenhalievlaft Hirnbahnseite) fssr Interessenten Hreiautos zur Siedlung Gartenstadr Hredersdorf. Beachten Sie das Inserat in der Eonntagausgab«. Ein langgestrecktes Hoch hat sich langsam von Skandinavien nach Mitteleuropa verlagert. In seinem Bereiche herrschten fihwachs Winde ohne einheitliche Richlung. In Deutschland stiegen die Ten'- pcraluren am Tage bei heilerem oder wolkigem Wetter vieliach über 15 Grad, lieber England und dem Nordmeer sällt das Barometer zegt ziemlich stark. Wir werden infolgedessen am Sonnabend in dem Bereich südwestlicher bis westlicher Winde kommen. Zunächst wird damit wohl noch leine wesentliche Wetteränderung verbunden sein. Doch können uns eventuell später in dem Weststrow Störungen erreichen und uns Regen bringen. *"< Vetler für Berlin: Beständiges Wetter mit fortschreitender Er« wärmung.— 5ür Deutschland: Im Süden heiter, im Nordwesten Niederschläge, sonst im Reiche vorwiegend wolkig, noch etwas wärmer. ® V3 s o Ab Allgemeine Wetterlage. Jugendliche Glocke aas guter Haufbori» in vielen Mode- färben und ver- schiedenen Aus- ftthrungen...... Moderner Dampn-Hut ftlstckgaws Glockenform gas Crinol, mit Spitze abgetetzt. In ver- schiedenen mo- dernan Farben...• Fesche lugendliche Spitzenglocke 1u vielen ibodemen Farben mit hübsdher Atla�band- Garnitur