Morgenausgabe Nr. 177 A 69 47.Zahrgang Wöchentlich SSPf� monatlich Z,6l)M. tni voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschließlich 60 Psg. Postzeitungs. und 72 Pfg. Postbestellgcdühren. Ausland»« abonnemeiu 6,— M. pro Monat. Der„DannSrts� erscheint Wochentag« lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für BerUn und im 5)ondel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und„Kindersreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen",„Frauen» stimme".„Technik".„Blick in die Lücherwelt" und„Iugend�Vorwärts- tT* f. Bierliner Soltsblatt Dienstag 1.5. April 1930 Groß-Scrlm 10 Pf. Auswäris 45 Pf. Die e t n s p alttg, NonporelllezeN, 80 Pfennig. Reklame'.eile 5.— Reich». mark.„Klewe Anzeigen� da» lettge- druckte Wort 85 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erjte Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben »ühlen für zwei Worte. Arbeitsmartt Zeile 60 Pfennig. Familienonzeigen Ze le 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchoupt» «eichätt Lindenstraße 3. wochentäglich von SV, bis 17 Uhr. Jentealsvsatt der GozialdemotvatisOen Partei DeutfOßands Redaktion und Verlag: Berlin EW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dörchoss 232—227 Telegramm-Adr.: So,iall>emokrai Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Posischecklomo: Berlin S7öZS.- Banttonio: Bank der Arbeiter. Angeslclllcn und Beamten. Wallstr. LS. Dt. B.». Disc.-Ges.. Depositenkalle Lindcnllr Z. 4-Stimmen-Sieg Brünings. Was bedeutet er?— Was kostet er? Die Deckungsvorlage und die Agrarvorlage der Regierung Brüning sind gestern im Reichstag in dritter Lesung verabschiedet worden. Tic wichtigsten Llbstimmungcn statten folgendes Ergebnis: Rgrarprograuim...... Ä..V Ja 204 Nein Tabak- und Zuckcrstcuer... 230 ,. 224„ Bier-, Umsatz- und Konsumstcuer 220». 224„ Mincralwasscrsteucr..... 229„ 225„ Tic Herabsetzung der Zuweisungen für die In- validcnvcrsichcrung wnrdc mit 249 gegen 294«tim- mcn beschlossen, die übrigen Vorlagen in einfacher Abstimmung. Nach der Abstimmung vertagte sich der Reichs- •tag bis zum 2. Mai. * Die Regierung Brüning hat ihre Gesetzesvorlagen in dritter Lesung mit einer ganz knappen Mehrheit durchge- bracht, die bei der Entscheidung über die Mineralwassersten�r bis auf 4 Stimmen heruntergegangen ist. Sie oe. dankt diese Mehrheit der Tatsache, daß mit großer Sorgfalt sich von der Gruppe der unentwegten Deutschnationalen von Fall zu Fall so viele auf die Seite der Regierung geschlagen haben, als nötig waren, um den Zuwachs der Opposition auszugleichen. Durch das aufregende Zahlenspiel der Be- rcchnungen und Abstimmungen im Reichstag hindurch wurde als wichtigstes politisches Moment klar erkennbar: Selbst in der chugenberg-Gruppe will m a n die grundsätzliche Schwenkung der deutschen inneren Politik nach rechts behaupten und will den neuen Bürgerblock nicht durch die unsicheren Aus- sichten einer Reichstagswahl gefährden. Auf unsicherer und schwacher Grundlage ruht diese Rc- gierung— aber sie hat Reserven noch bei den D e u t s ch n a t i o n a l e n, auf die sie immer rechnen kann, wenn sie den jetzigen Kurs festhält und noch weiter nach rechts dreht. Sie amtiert jetzt vierzehn Tage— in diesem Zeitraum hat sie eine so entscheidende Rechtswendung voll- zogen, daß über ihr Wesen nicht der geringste Zweifel mehr besteht. Pessimisten haben schon im Sommer des vergangenen Jahres vorausgesagt, daß diese Wendung noch rechts in der inneren Politik erfolgen würde, sobald die Doung-Gesetze mit Hilfe der Sozialdemokratie verabschiedet sein würden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hak sich bemüht, das Spiel der Kreise, die aus eine derartige Wendung drängten, zu durchkreuzen. Sie hat die Rücksichten auf die Gesamtintercsscn der Arbeiterschaft und der deutschen Volks- wirts6)ast über agitatorische Chancen gestellt— bis die Zumutungen der Gegenseite immer stärker und die psychologi- schen Belastungen für sie und die freien Gewerkschaften un- erträglich wurden. � An diesem Punkte wurde das Gegenspiel der nach rechts drängenden Kreise aufgedeckt. Wie und zu welchem Zeit- punkt jene politische Willensbiloung zum neuen Bürgcrblock in seiner heutigen Form erfolgt ist, wieweit Kreise der bürgerlichen Mitte unter Verletzung der Loyalität gegen- über der großen Koalition sich daran betelligt haben— das wird wahrscheinlich in der Zukunft noch ebenso aufgeklärt werden wie die Frage, in welcher Beziehung die Hindenburg- Kundgebungen zur Unterzeichnung des Young-Plcmes und des deutsch-polnischen Handelsvertrages zur politischen Vor- bereitung des neuen Rechtsbkcks stehen. Die bürgerliche Mitte sucht diese einfachen Linien zu verwirren durch den Hinweis auf die Spaltung der Deutsch- nationalen. Das Spiel der Abstimmungen im Reichstag be- rechtigt zu der Frage: wo ist diese Spaltung? Diese Spaltung besteht darin, daß unter vorübergehender taktischer Trennung von der immer schwächer werdenden Hugenberg- Gruppe die Deutschnaiionalen sich als starken Bundesgenossen für jeden reaktionären Sinjchlag einer Rechtsregierung zur Verfügung stellen! Die Entwicklung in ihren Reihen besteht lediglich darin, daß die agitatorischen Ueberbleibsel der „nationalen Oposition" über Bord geworfen werden, um an der Willensbildung gegen die Arbeiterschaft teilnehmen zu können. Am reaktionären Charakter dieser Partei als Per- treterin des ostelbischen Großgrundbesitzes und als Feindin des politischen und sozialen Aufstiegs der Arbeiterschaft hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert! Wer wollte behaupten, daß sich die Schiel e und W e st a r p zur bürgerlichen Mitte hin entwickelt hätten! Das Gegenteil ist richtig: die bürgerliche Mitte hat sich dem Druck und den Forderungen dieser Kräfte unterworfen, um ohne und gegen die So- zialdemotratie regieren zu können. Das ist eine entscheidende Wendung, die nicht verdeckt werden kann durch die Behauptung, daß im Grunde das Finanzprogramm der Regierung Brüning dem Finanzprogramm der Regierung Müller ähnlich seil An zwei entscheidenden Punkten tritt diese Wendung im Deckungsprogramm hervor: in der N i ch ts an ier un g der Arbeitslosenversicherung mit dem Kurs au f denLeistungsabbou und in jener Besteue- rung der Konsumvereine, die aus borniertem Haß der sogenannten Wirtschaftspartei gegenüber der Arbeiter- schaft geboren und von der gesamten Rechten unterstützt.vor- den ist, weil man der Arbeiterschaft die Faust d e s�B ü r g e r b l o ck s zeigen wollte! Diese Steuer weht wie eine Fahne über dem neuen Bürgerblock, die die Absicht der Bedrückung der Arbeiterschaft zeigt! Das Finanzprogramm der Regierung Hermann Müller ist nicht vergleichbar mit dem nun beschlossenen Programm der Regierung Brüning, das ein unteilbares Ganzes mit den neuen Agrarvor lagen bildet. Finanzprogramm und Agrarprogramm, die jetzt in Kraft sind, werden eine gemeinsame Auswirkung haben. Sie werden beide eine verhängnisvolle Steiger ring des Prei-'- Niveaus hervorrufen. Diese Wirkung trifft das ganze Sie haben es nicht gewollt! Eine Kn'egsschuldlüge gegen die Sozialdemokraiie. Statt der Großen 5?oalitian der Bürgerblock von Koch bis W e st a r p. statt Bauernschutz Großgrundbesitzerpolitik mit plötzlicher phantastischer Uebersteigerung der Zölle, .steuerlicher Erdrosselungsangriff auf die genossenschaftliche Selbsthilfe der Arbeiter, kurz und gut, wie der Zentrums- abgeordnete Schlack schon sagte,„die reaktionärste Re- gierung der Republik"— wie ist das alles so auf einmal gekommen? Keine der Parteien, die mit der Sozialdemokratie in der Regierung saßen, bringt den Mut auf, für diese Wendung der Dinge die Verantwortung zu übernehmen. Also weisen sie alle auf die Sozialdemokratie mit dem Finger und sagen: „Die hat schuld!" Die 152 Mann starke sozialdemokratische Reichstags- fraktion hatte nämlich am 27. März die Dreistigkeit gehabt, einen Kompromißantrag Brüning- Meyer zur Aende- rung der schon vom Reichsrat angenommenen Regierungs- vorläge über die Arbeitslosenversicherung abzu- lehnen und an der Regierungsvorlage festzuhalten. Darum weigerte sich M o l d e n h a u e r, die Steuervorlagen vor dem Reichstag zu vertreten und wurde die Regierung Müller, noch ehe sie an das Parlament appellieren konnte, im Halb- dunkel eines Konferenzzimmers gestürzt. Was die Sozialdemokraten am 27. März taten, war nach der strengen Kritik der Volkspartei und des Zentrums ein Verbrechen, während die Demokratenpresse mit einer Milde, für die wir dankbar sind, von einem„Irrsinnsanfall" sprach.(Es kann halt nicht jede Fraktion eine so geniale Politik treiben wie die demokratische.) Nach dem Verbrechen oder dem Jrrsinnsanfall der Sozialdemokratie kam nun die Regierung Brüning, der in ihrer Presse sofort nachgerühmt- wurde, ihre Parole sei nicht verhandeln, sondern handeln. Sie begann auch alsbald zu„handeln", nämlich wie mit alten Hofen. Ueber den Handel, den sie getrieben hat, zitieren wir als unterrichtete und gewiß unverdächtige Quelle die„Nationallib. Korr.". Dieses volksparteiliche Organ spricht zunächst von der zahlen- mäßigen Schwäche des Koch-Westarp-Blocks und fährt dann fort: „Diese Schwierigkeiten liegen nicht bloß in der zifsernmästigen Schivoche der hinler der Regierung stehenden Parteien einer starken Links- und Rechtsopposition gegenüber begründet, sondern auch— wie offen zugegeben werden muß— in der weniger slgatspolitisch als inte reisen mäßig eingeskcllten Haltung der Nelneren Parteien, vor allem der Bayerischen volkepartei und der Wirlschaslepartci. Hieraus erklärt sich die sonst nicht verständliche Verschiebung des Kampfes von den Zentralaufgaben weg auf Fragen untergeordneter Bedeutung, wie es i n diesem Z u j a m m en h a n g die Aus- gcsialtung der Biersteuer und der Umsatzsteuer ist. Die Stur- heit, mit der sich die Bayerische Volkspartei über olle Reichsinteressen hinwegsetzte und gegen eine Erhöhung der Bier- steuer wandte, war geradezu grotesk. Sie gab sowohl der Wirtschaftspartei wie Hugenberg eine willkommene Gelegenheit, auch ihrerseits neue Wünsche anzumelden und die Zielarbeit des Kabinetts zu stören. Die Wirtschaftspartei trat zum Teil hinter die Forderungen der Bayern und bot als Ersatz für den Steueraussall die Erhöhung der Umsatzsteuer an mit der Bedingung, einen Sonderaufschlag für Großunternehmen mit Millionenumsatz einzuführen. In der Hoffnung, die hierdurch ent- standenen neuen Schwierigkeiten schnell überwinden zu können, gab das Kabinett diesen Forderungen nach. Also weil die 152 Sozialdemokraten an der Regierungs- vorläge über die Arbeitslosenversicherung festhielten, mußte die Große Koalition gesprengt werden. Das Festhalten der 152 Sozialdemokraten an der Regierungsvorlage war Irrsinn und Verbrechen— und an alledem, was dann weiter ge- fchehen ist, haben nur die Sozialdemokraten schuld. Aber— holdes Ofterwunder— wenn die 17 Bayerischen Bolksparteiler vom Hauptstück der Finanzreform, der Bier- steuer, die Hälfte herunterschlagen wollen, wenn die 23 Wirt- schaftsparteiler das Gelüste verspüren, an den Arbeiter- tonsumoereinen ihr Mütchen zu kühlen, so ist das weder Ver- brechen noch Irrsinn, deswegen fliegt auch keine Koalition auf, sondern man macht eine tiefe Verbeugung und sagt: „Aber, bithe. meine Herrschaften, bedienen s i e s i ch!" Hält man das, was am 27. März gegenüber den sozial- demokratischen Arbeitervertretern geschehen ist, damit zusammen, wie sich die bürgerliche Mitte ein paar Tage darauf gegenüber den Wünschen des Großagrarier- t u m s und des Kleinbürgertums verhielt, so bleibt von der K ri e gs sch u ld l ü g e, die die bürgerliche Mitte gegen die Sozialdemokratie erfunden hat, nichts übrig. Hätten die bürgerlichen Parteien der Sozialdemo- kratie auch nur einen Teil des Entgegenkommens be- wiesen, das sie den bürgerlichen Splittern von rechts zeigten. so wäre die Große Koalition noch am Ruder und die Steuern wären bewilligt worden ohne neue Hochschutzzöllc, ohne Attentat auf die Konsumvereine und auch ohne Drohung mit Auflösung und Artikel 48. Der Versuch, die Sozialdemokratie zu Schuldigen der neuesten Entwicklung zu machen, ist zusammengebrochen. Volkspartei, Zentrum und Demokraten haben für all das, was sie in den letzten drei Machen angerichtet haben, allein die Verantwortung zu tragen— ihr kläglich mißlungener Versuch, einen Sündcnbock außerhalb ihrer eigenen Reihen zu suchen, ist nichts als ein Beweis für ihr schlechtes Gewissen und ihre Angst.„u.,/ schaffende Soff, nicht nur in seiner Einkommenshahe und Lebenshaltung, sondern auch in seinen Arbeits- m ö g l ich f eit e n! Mit plumper Hand greifen die neuen Gesetze in die deutsche Volkswirtschaft ein. Sie gefährden die Handelspolitik und die Exportmöglichkeiten, sie unterbinden die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft zur Ver edelungsproduttion, sie hemmen die Ueberwindung der Krise der deutschen Wirtschast. Di« Perspektiven sind traurig Druck auf die Lebenshaltung des Volkes Fortdauer, ja Anwachsen der Arbeits- lofigkett! Statck des Weges aus der Krise heraus die künstliche Verlängerung der Krise! Die Verantwortung dafür fällt mit voller Schwere auf die bürgerliche Mitte. Unter den Schlag' worten: Kapitalblldung, Steuersenkung, Abbau der Sozial lasten wollte die Deutsche Volkspartei Prestige und wirkliche Macht gewinnen gegenüber der Arbeiterschaft und ihrer politischen Vertretung, wollte die Vormachtstellung der großen Industriemächte in Politik und Wirtschaft errichten und verankern. Sie hat in der Krise die Führung verloren an das Z c n t r u m, und das Zentrum wieder hat sich unterworfen den Forderungen der Großagrarier, ohne die die bürgerliche Mitte gegen die Sozialdemokratie ohnmächtig war. Die Folge ist die Wiedererrichtung der Vor- Machtstellung des ostelbifchen Großgrund- befitzes in der deutschen Wirtschaft. Als der Zentrumsabgeordnete Schlack das Wort von der reaktiv närften Regierung feit der Revolution geprägt hat, da hat er das wahre Wesen der neuen Regierung ahnungsvoll dar gelegt. Die reaktionär st e Regierung— nicht nur wegen ihrer Wendung gegen die Arbeiterschaft, sondern vor allem auch wegen ihrer Wendung gegen die Ent Wicklung der deutschen Volkswirtschaft seit der Revolution, wegen ihres Versuches, die Wirt- schaftskräfte, auf denen Deutschlands Zukunft ruht, zu hemmen und zu belasten zugunsten der künstlichen Erhaltung rückständiger Wirtschaftserscheinungen! Die bürgerliche Mitte ist über diesen reaktionären Charakter ihrer Gesetze nicht im unklaren. Die Deutsche Volkspartei wie der Reichsverband der beut- scheu Industrie haben aus ihren Beklemmungen kein Hehl gemacht. Ebenso die Demokratische Partei. Die Demokratische Partei hat bei dieser Wen- duug zur neuen Vürgerblockpolitik die traurigste Rolle gespielt. Sie hat dieser Politik die entscheidende Unterstützung gegeben wider besseres Wissen. Ihre Presse hat die Un- sinnigkeit und die Kostspieligkeit dieser Politik mit scharfen und treffenden Worten gegeißelt— aber ihre Fraktion hat sie bis zum letzten mitgemacht. Die Angst vor der Isolierung vom Bürgertum, die Angst vor der Wahl hat diese sterbende Kleinpartei, die fast nur noch ein Splitter ist, zu schmachvoller Selbstaufgabe geführt. Die Entmachtung der V ulk spartet und die S e l b st e r l e d i gu n g der Demokraten— das ist der Preis, den die bürgerliche Mitte für den Kurs gegen die Arbeiterschaft bezahlt! Die Regierung Brüning wird dem Vaslke ungeheuer l e u er zu stehen ko mme n! Das Volk wird sich wehren — und auch der Kamf gegen die Belästung wird der dcut- scheu Volkswirtschaft wieder Ofer kosten! Die Sozialdemokratie wird den Kampf gegen die reaktio- näre Regierung Brüning unerbittlich fortsetzen. Sie ist sich ihrer Stärke in der Opposition wohl bewußt. Die Wendung des neuen Bürgerblocks gegen die Arbeiterschaft gibt ihr glänzende agitatorische Chancen. Sie begnügt sich jedoch nicht mit glänzenden agitatorischen Chancen, die ihr aus reaktionären Maßnahmen des Bürgertums er- wachsen! Ihr Ziel ist die Arbeit für den Vorteil der Ar- beiterschaft, für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft, die Teilnahme an der Regierung, um die Verhältnisse in Deutschland in fortschrittlichem Sinne zu gestalten. Eine Partei von der Stärke der deutschen Sozialdemokratie ist nicht dazu da, um nur zu wachsen, sondern um zu w i r k e n! Sie wird wachsen, um neu zu wirkend Sie sieht mit Besorgnis, welche schwer« Schädigung der neue Bürgerblock- kurs dem deutschen Volke zufügt—- aber sie ist gewiß, daß er ebenso enden wird wie der Bürgerblockkurs, der in den Mai- wählen von 1928 zusammenbrach. Diqsen Zusammenbruch herbeizuführen, um selbst wieder die Hand ans Steuer zu legen— das ist ihre nächste Aufgabe! Die fehlenden Abgeordneten. Bei der Abstimmung über das Tol-ok- und Juckersteuergesetz wurden 454 Stimmen abgegeben. Es haben von den 4SI Reichs- tngsabgeordnetcn also 37 gefehlt. Davon entfielen auf: Sozlaldemotratische Partei: 10 Abgeordnete. Bock, Eggerstedt, 5)ostmann.KaiserÄautern, Jaecker, Müller-Lichtenberg, Frau Pfülf, Dr. Ouessel, Schmidt-Berlin, Schreck-Bielefeld unö Staad. Deutschnationale volkspartet: 8 Abgeordnete. Biemer. Graf zu Eulenburg, Gok, v. Goldacker, Grüf-Thüringeii, Frau Müller- Ottfried, Wege, Wolf-Stettin. Zentrum: S Abgeordnete. Imbusch, Kaas, Schlack, Tremmel, Ulitzta. Deutsche Volkspartei: 1 Abgeordneter. Kempkes. Demokralen: 3 Abgeordnete. Erkelenz. Haas, Meyer-Bervn. Mirsichaslspartel: 1 Abgeordneter. Köster. Deutsch« Bauernpartei: 3 Abgeordnete. Ederer, Fehr, Hai»dl. Kommunisten: 3 Abgeordnete. Heckert, Pfeiffer, Thälmann. Von der Bayerischen Volkspartei, der Christlich- Nationalen Arbeitsgemeinschaft, den Deutsch-Hannoveranern und der Volks- rechtspartei fehlte niemand._ Tietz verläßt die Demokraten. Der Warenhausbesitzer Tietz Ist aus der Demokra tischen Partei wogen ihrer Haltung zur Warenhapsumfatzsteuer ausgeschieden. Sigurd Ibsen gestorben. Der frühere norwegische Minister- Präsident Sigurd Ibsen Ist in Freiburg im Alter von 71 Jahren g«. starben. Er war ein Sohn des Dichters Henrik Ibsen. Spannende Stunden. Der Tag der Abstimmungen im Reichstag. Seit Iahren leiern die Kommunisten ihre Oppositionsredan im Reichstogssaal« herunter. Niemand hört ihnen zu. Seit Jahren tönen auch die Deutschnationalsn in Opposition. Niemand regt sich darüber sonderlich auf. Seit ober die geeinte und stark« Sozialdemokratie in Opposition getreten ist, gestaltet sich das politische Leben in Deutschland spannend. Selt 10 Tagen steht der Reichstag im Mittelpunkt des gesamten politischen Interesses in Europa. vom Sonnabend mittag bis in die Nachmittagskunden de» Alo»- tag wurde der Reichstag von einer ungeheuren Hochspannung beherrscht. Bielleicht hat er in den 00 Iahren seines Bestehens kaum jemals ein so hartes Ringen um die letzte Entscheidung, auch um die Frage, ob Auslösung oder nicht, erlebt. Vom Sonnabend vormittag an gaben sich alle Fraktionen die erdenklichste Mühe, jeden Abgeordneten heranzuholen, desien Ge- sundhellszustand die Reise erlaubt. Am Montag war das ganze Haus in ständiger lebhafter Bewegung. Die Wandelhalle war über- füllt von Abgeordneten, Journalisten und Besuchern. A l l e s r e ch- nete, alles zä-hlte. Mit jedem neu in Berlin einlaufenden Zuge verschoben sich die Chancen eirnnal zugunsten, einmal zu un- gunsten der Regierung. Allmählich rechnete man eine Mehrheit van drei, von fünf oder gar sechs Stimmen für die Negierung Brüning heraus. Gegen 1 Uhr war die soziatdemotratifch« Fraktion bis auf 11 fehlende Mitglieder ver- sammelt. Um 2.10 Uhr heulen die Sirenen durch das Haus. Di« erste namentliche Abstimmung beginnt. Es handelt sich um die Zollposttion Roggen. 454 Abgeordnete sind anwesend, 103 Kommunisten und Sozial» demokraten stimmen mit Nein. 261 der bürgerlichen Parteleu mit Ja. Es ist nur eine Abstimmung, aus der die Zahl der an- wefenden Abgeordneten zu erkennen ist. Eine entscheidende Abstimmung ist es doch nicht. Es fehlen also 30 Abgeordnete. Die namentlichen Abstimmungen folgen in großer Zahl. Die Spannung im Hause wird fast unerträFich. Bei der Abstimmung über die Biersteuer kann die Entscheidung fallen. Um 3.35 Uhr entwickelte sich die erste Kampf- a b st i m m u n g. Es handelt sich mn die Zahiungsfnsten für Tabak- und Zuckersteuer. Hugenberg beantragt namentliche Abstimmung. Es zeigt sich, daß die Anhängerschaft des Partei- dittators o. D. nicht mehr ausreicht, um die Unterstützung für namentliche Abstimmung zu schassen. In dem Augenblick, als Prä- fident Lüde Hammelsprung anordnen will, erklären sich die Mittel- Parteien zur Unterstützung der namentlichen Abstimmung bereit. Die Spannung steigert sich, wenn dies überhaupt noch denkbar ist: denn es wird sich zum ersten Male zeigen, wieviele von den Deutschnationalcn gegen die Regierung stimmen. Tie Abstimmung ergibt 2S4 Rein»«nd 2?v Ja- Stimmen- also die knappe Mehrheit von« Stimmen für die Regierung. Nun ruft der Präsident Lob« die Bier st euer auf. Eine g«- waltige Bewegung geht durch Haus. Hinter dem Reichs- kanzler steht der Staatssekretär des Reichspräsidenten, Dr. Meißner. Das ist die Abstimmung, die dos Schicksal herausfordert. Die Ent» scheidung liegt bei den Bayern. Der Führer der Boye- rischen Volkspartei, Prälat Leicht, erhebt sich und schwingt die weiße Ia-Karte. Also ist die Vayernfroni vor der Relchstogsauslösung zu» sammengebrochen. Die Bayerische Dolkspartei stimmt geschlossen bis auf den letzte. Mann für die Erhöhung der Biersteuer. Im Hintergrund« des Saales aber sitzen die drei Mann des Bayerischen Bauernbundes. Wie werden sie stimmen? Plötzlich vereinigt sich das Interesse tief ganzen Reichstages auf diese Splittergruppe. Die Herren Elsen barger und Gandorfer aus den ober» bayerischen Vorgen bestimmen in dieser Stunde die Entscheidung über die deutsche Politik. Dicht umringen scharenweise Abgeordnete die bayerischen Bauern. Diesen ist bei ihrer Abstimmung nicht woKL Minutenlang versuchen sie die Entscheidung dadurch zu verbergen, daß si« weiße Ia-Karten, blaue Enthaltung?» Karten und rot« Nein-Karten neben«! n ander in der Hand halten. Einige wilde Nationalsozialistan reden gestikulierend auf die bayerischen Bauern ein. Sie verbitten sich in groben Worten, daß diese, wie sie sich ausdrücken, Lausbuben in eine solche Entscheidung hineinreden wollen. Plötzlich klatschen einige bürgerliche Abgeordnete erlöst in die Hände. Die baye- rischen Bau e rn b ü nd l« r haben weiße Ia-Karten abgegeben. Die bürgerliche Rcichstagsmchcheit und der Reichskanzler Brüning sind gerettet. Es ergeben sich 232 Ja- gegen 223 Nein-Stimmen bei der ersten Abstimmung über die Biersteuer. Bei der Schlußabstimmung über das gesamte Biersteuer- geseh schmilzt die Regierungsmehrheit auf IS Stim- mcn zusammen. Es beteiligten sich nur 452 Abgeordnete an der Abstimmung, und zwar 22S mit 3a und 224 mit Nein. Die erhöhte Biersteuer ist mit dieser außerordentlich knappen Mehr- heit angenommen. Präsident Löb« kündigt infolge der ganz geringen Mehrheit an, daß noch im Laufe dar Sitzung das endgültig« Ergebnis dieser Abstimmung festgestellt werden soll, weil immerhin«in Zählsehler im Bereich der Möglichkeit liegen könnte. Die Abstimmung über die Mineralwasser- steuer läßt zur allgemeinen Ueberraschmrg die Regierungsmehr- heit noch mn eine Stimme sinken. Es stimmen 228 für die Mineralwassersteuer, 22S dagegen; ein Abgeordneter hat sich der Stimme ent- halten. Zu einer bösen Biertelstunde für das Zentrum und für die christ- lichen Gewerkschaftsführer wird die namentliche Abstimmung über die Absicht des Regierungsblocks, die Ueberweifungen aus den Zoll- einnahmen für die Invalidenversicherung um 20 Millionen Mark zu kürzen. Im Jahre 1025 hat dss Zentrum diese Ueberweisungei« eingeführt, um sich vor seinen Wählern für die Zollerhöhungen zu rechtfertigen. Jetzt, wo unter Führung des Zentrums und des Landbundcs die Zolleinnichme» um viele hundert Millionen Mark gekürzt werden, wollen das Zentrum und die übrigen bürgerlichen Paktoien die Uabe rwesinn gen an die Invalidenversicherung aus den Zolleinnahn�en um 20 Millionen Mark kürzen. Es ergibt sich, daß 240 Abgeordnete für, 204 Zlbgeordncte gegen dies« soziale Verschlcchierunq stimmen. Inzwischen hat Präsident Löbe festgestellt, daß sich sowohl bei der Abstimmung über das Mimralwasser wie bei der Schluß- crbsti mrmmg über die Biersteuer die Regienmgsmchrhsit bei der endgültigen Zählung um erv e S Um IN t»isthöht Hot.: Ein minutenlanges Durcheinander gibt es im Regierungslager, als über eine Entschtteßung abgestimmt werden soll, die von der fr- Rcichsregierung die Einleitung von Verhandlungen über höhere Vertragszölle für Erzeugnisse des Weinbaues, des Gartenbaues usw. verlangt. Also die'Absicht einer weiteren Erhöhung der Lebensmittelzölle auf breitester Grundlage. Eine Anzahl Zentrumsabgeordnetcr und Demokraten schämen sich zu» nächst, sich für diesen Antrag zu erheben. Schließlich ober steht fast das ganze Zentrum für diesen Zollairtrag ans. Auch die Demo- traten erheben sich allmählich. Damit sind die wesentlichen Abstimmungen geschloffen. Präsident Löbe schlägt als nächsten Sitzungstag den 2. Mai vor. Dr. Scholz von der Deusichen Volkspartei wünscht den 5. Mai; Sozialdemokraten, Kommunisten und Teil« der Mittel Parteien bringen ein« Mehrheit für den 2. Mai auf. Kurz nach 17 X Uhr ist diese geschichtliche Sitzung des Reichstages geschlossen. Wie der neue Bürgerblock stimmte. In mehr als einem Dutzend namentlichen Abstim- mungen ist das Schicksal der Regierung beschloffen worden. Bei den wichtigsten dieser Abstimmungen losten sich drei Gruppen unterscheiden, die den neuen Kurz überaus deutlich erkennen lasten. In dl« erste Gruppe fallen die Ensicheidungen über die Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel. Hier war die Mehrheit für die Regierung beträchtlich, mit 250 gegen 204 Stimmen wurde das Zollgesetz angenommen. Der Bürger- block von Hugenberg bis Bernhard trat in Erscheinung. Di« Opposition setzte sich aus Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationaisozialisten zusammen. Obwohl die Ermächtigung für die Reichs vegierung. die Zölle beliebig hinauf- und hinabzusetzen, die größten Gefahren für die Lebenshaltung der Derbranche? enthält, ohne der Masse der Bauern zu nützen, dafür aber die industrielle Erzeugung bedroht, das Sinken der Arbeitslosigkeit verhindert, haben alle bürgerlichen Parteien das Programm der Grünen Front angenommen. Bei de» Entscheidungen über die Steuererhöhungen hat sich die Hugenberg-Opposttwu vom Bürgerblock ferngehalten. Di« Erhöhung der Biersteuer, die Einführung einer Mineralwasser- teuer, die beide innerhalb der bürgerlichen Parteien heftig um- tritt« n waren, stich daher nur mit einer knappen Mehrheit durch. gegangen. Am deutlichsten trat die Klassensront des Bürger- t u m s bei einigen anderen Abstimmungen hervor. Der sozialdemo- kratische Antrag aus Erhobung eines Notopfers in der Form eines Zuschlages zur Einkommensteuer der höheren Einkommen fand wiedermn Gegnerschaft aller bürgerlichen Parteien und wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Ausnahmegesetz wurde ebenfalls von allen bürgerliche« Parteien beschlossen, Demotraten und Deutsch« Volkspartei, die lautest«» Rufer sin Streit um die Steuersenkung, gaben ihre Zustimmung zu einem der ungerechtesten Ausnahmegesetze, das sich denken läßt. Lehrreicher noch ist die Abstimmung über den Antrag der Re- gierungsparteien gewesen, di« Zuweisungen aus den Zoll» «rtrögnissen an die Invalidenversicherung zu strecken. Nirgends zeigt sich die Bereitschaft des Zentrums. mit der Rechten den Abbau der Sozialpolitik vorzn- nehmen, deutlicher als bei diesem Punkt. Als sin Jahr« 1925 das Zentrum den neuen Zolltarif mit schaffe» half, wurde auf seinen Antrag beschlossen, aus den Mehrerträgnisteir der Zölle 40 Millionen söhrlich für Zwecke der Invalidenoe.rsiche- rung zu verwenden. Die unsozialen Folgen der Zollerhöhungen sollten auf diesem Weg« gemildert werden. Jetzt aber handelt da» Zentrum entgegengesetzt. Obwohl die Zölle wiederum erhöht werden und den Verbrauchern schwere Gefahren drohen, werden die im Jahre 1025 bewilligten Mittel von 40 aus 20 Mit- lionen Mark jährlich verkürzt. Zwar sollen diese Beträge vom Jahre 1035 ab der Invalidenversicherung gewährt werden. Aber kamt man auf dieses Versprechen irgendwie bauen, wenn bisher die Bcr» sprechungen schon nicht lim ege holten werden? Die 20 Hugenberger. Bei den namentlichen Abstimmungen hat ein Häuflein von zwanzig Unentwegten stets mitHugenberg gegen die Regierung gestimmt. Und zwar: Agena, Bang, Bernd t, v. Barten» w e r f f« r, Everling, o. Freytagh-Loringhoven, Hannemann, Hugenberg, Laverrenz, Frau Lehmann, Oberfohren, O u a a tz, Rieseberg, Schmidt-Hannover. Soth, Spahn, Steiniger, Stubben- dorff, v. Troilx», Mienbeck. Mit den Regierungsparteien stimmten 36 Deutschnationale. dagegen die Deutsche Bauernpartei, die Deusichhannoversche Partei. die beiden Mitglieder der Volksrechlsportei und der fraktionslos« Bruhn, Die Konsumvereinsieuer. WILDUUO DeLwatessen ceocos&ffo »Kassieren Sie die Gondersteuer im Konsum ein. Die Leute, die im Oelitateßgefchöst laufen, zahlen ohnehin soviel, daß ich ihnen eine Sondersteuer nicht zumuten kann."* Hohes Einkommen belastet. Wie Snowden den Zehlbeirag von SOV Millionen deckt. London, 14. April.(Eigenbericht.) Am Montag legte Schatzkanzler 6 n o m b c n dem Unterhaus das Budget vor. Vom frühen Morgen an umlagerten große Menschenmassen die Dienstwohnung des Schatzkanzlers. Der Sitzungsssaal war so überfüllt, daß Hunderte von Abgeordneten auf der Tribüne Platz nehmen mußten. Die dem Publikum zu- gänglichen Sitz« wurden größtenteils für die H ö'ch f i n a n z und die führenden Männer der„Wirtschaft reserviert. Von der Arbeiterpartei mit lebhaftem Beifall begrüßt, verlas Snowden feine ungewöhnlich kurze Budgetrede, mit einer fachlich ruhigen Präzision, die in merkwürdigem Gegensatz zur Aufregung des Parlamentes stand. Die erwarteten Ueberraschungen und Steuersenfationen brachte Snowdens Budget nicht. Der Schatzkanzler entfernte sich von der herkömmlichen Linie der bri- tischen Budgets am Montag noch weniger als im Jahre 1924. Der Ausgangspunkt seines Budgets ist ein Defizit von 290 Millionen Mark. Er hat sich deshalb gezwungen gesehen, verschiedene Steuercrhöhungen vorzunehmen, obwohl das Budget an sich mit 13 799 Millionen Mark balanciert und es damit aus dem Wirtschaftskörper 500 Millionen Mor-k. wemt g er herauszuholen sucht, als das letzt« konservative Budget.' Di« iwtwendizs Mehr- besteuerung nimmt Snowden in seinem Budget auf ein« steuer- politisch durchaus„orthodoxe" Weif«. Die wichtigste Maßnahme ist eine Erhöhung der Einkommensteuer um 2,5 Prozent. Snowden hat diese Steuer jedoch so veranlagt, daß sie dreiviertel aller Einkommensteuerpslichtigen, also die Personen mit kleineren Einkommen, überhaupt nicht berührt. Eng verknüpft hiermit ist eine geringfügige Erhöhung der Besteuerung für olle Personen mit einem Jahreseinkommen von über 40 000 Mark. Auch die E r b s ch a f t s st e u e r hat Snmvden in dem Maße erhöht, wie man erwartet hatte. Lediglich bei einem Erbgut von 40 Millionen Mark und mehr tritt eine Steuererhöhung, und zwar von 40 auf 50 Prozent ein. Daneben hat der Schatzkanzler eine kleine Er- höhung der Bier st euer vorgenommen, die allerdings nach seiner Auffassung nicht aus die Konsumenten abgewälzt werden wird. Die ohnedies lächerlich niedrige Steuer auf Rennwetten, Totoli- satom» und auf Telephone der Buchmacher wird völlig q b g e- schaf-ft. Die Gründe Hiersur liegen in der Auffassung der Ar- beiterpartci, daß der Staat aus der unmoralischen Wettleidenschaft leinen Prosit ziehen darf. Im übrigen zeigt sich der Wunsch noch einem möglichst soliden Budget in der Tatsache, daß Snowden die Jndustrieschutzzölle und die sogenannten MacKenna-Zölle auf die Einfuhr von Uhren, Automobilen und optischen Instrumenten nicht abgeschafft hat. Alles in allem genommen dürfte das Budget lediglich wegen d e r E i n k o m m e n st eu c r c r h ö hu n g« r n st h a j t e M i iur*-. stände auf bürgeKcher-Teite wecken. Ez� kann jedoch als wahr- scheinlich gellen, daß Snowden sich in dixscr Richtuüg melleichiP� sogar der Zustimmung des liberalen Führers von vornherein oersichert hat. Snowdens Budget ist dos Budget einer Regierung, die über da? gegenwärtige Finanzjahr hinaus im Amte zu bleiben gedenkt und keineswegs durch«in soziales Kampsbudgct eine Wohl- Parole zu finden wünscht. Steuer auf Armut. Konsumverbrauchssteuer— höchste Ungerechtigkeit. Di« gestaffelte Einkommensteuer belastet die Reichen starker als die Armen. Die meisten Verbrauchssteuern belasten den Annen ebenso hoch wie den Reichen, also relativ höher. Di« vom Reichstag besch'ossen« Konsum vereins st euer ist der Gipfel aller Ungerechtigkeit: ste belastet nur die Armen, wöh« rend die Reichen von ihr g ä n z l i ch f r e i bleiben. Ein Beispiel möge das belegen: Der Wohlhabend«, der im Delikateßgeschäft Rollschinken, Gänseleberpastete, Mayonaise, feinen Aufschnitt und ähnlich« für dos Proletariat unerschwingliche Deli. katcsscn kaust, braucht hierfür keine erhöhte Umsatzsteuer zu zahlen. Ebenso ist frei davon, wer ein Pfund Kaviar im Spezialgeschäft, wer Helgoländer Hummern oder wer französischen Sekt kaust! Dagegen der Arme, der im Konsumverein sein Brot, sein Fell, sein« Flasche Bier oder Sellers, seinen Kaffee billigster Sorte einkauft, der wird hierfür mit einem Straszuschlag in Gestall der erhöhten Umsatzsteuer belegt. Für je 100 Mark seines Verbrauchs soll er 30 Pf. an den Staat extra cntrichien— weil er nur ein Armer ist. Die Zehntausende, die der Millionär vom Kursurstendom-m jahraus, jahrein für Luxuseßbedarf oerschleudert, die sind von der Extrasteuer befreit. Eine Steuer lediglich auf die Armut— das ist das Skandalöseste, was bisher dagewesen ist. Wir verstehen, warum sogar der Zentrmnsabgeordnete Schlack die Regierung seiner eigenen Partei, die diese Steuer fabriziert, als die„r e a t t i o- närst« Regierung seit der Revolution"' bezeichnete. Mit Recht, Di« Antwort aus die Sonderbesteuerung der Konsumvereine muß eine erhöhte Werbe- und Propagandatätig' keit für den Gedanken der genossenschaftlichen S e l b st h i l s e sein. Neue Entdeckungen. In der»Dstvten Jahne" und im Hugenberg«,Tag'. Die„Rote Fahne" hat wieder einmal ein« Entdeckung gemacht: „SPD. rettet den Bürgerblock." Mit großer moralischer Entrüstung stellt das Berliner Bolschewistenblatt fest, daß bei den Abstimmungen am Sonnabend 25 soziaidemokrotiische Abgeordnete gefehlt haben, davon eine Anzahl unentschuldigt. Selbstverständlich weiß die 8 kommunistischen Abgeordneten abkommandiert, waren, um das Kabinett Brüning zu reiten. Dann aber entsteht eine schwierige Frage: wer hat die 8 kommunistischen Abgeordneten a b k o m m a n d i« r t, deren Fchlen genau so gut Brüning gerettet hat und deren Anwesenheit zum Beispiel ausgereicht hätte, um die nur mit 6 Stim- men Mehrheit erfolgte Annahme der B i e r st e u e r zu vcrhinfixrn?: Wir rechnen nach: die kommunistische Fraktion hat einige fünfzig. die sozialistische Fraktion einig« hundertundfünszig Mit- gliederstarke, das Stärteverhältnis zwischen beiden ist also fast genau wie 1:Z. Acht fehlende kommunistische Abgeordnete entsprachen daheraussHaar24fehlenden Sozial- demoiraten. Im Verhältnis zu ihrer GZamkzIffcr ist also die kommunistische Fraktion nicht stärker vertreten gewesen als die Sozialdemokratie. Wer also auch berechtigt wäre, die Fehteichen in der sozialdemo- t ratischen Fraktion zu rügen, die Kommunisten hoben bestimmt kein Recht hierzu, da bei ihnen die Fraktioneinsziplin keine höhere gewesen ist. Die Dreistigkeit der„Ratest Fahne" wird nur noch übertroffen durch die des Hugenb«rg-„Tag", der auch ein« Rettung Brünings durch die Saziakdemokratie feststellt. Durch di« Sozialdemokratie— nicht etwa durch die 32 deutschnationalen Abgeordneten, die sich von hugenberg getrennt und offen für Brüning gestimmt haben. Bei Hilgenbergs scheint man sich mit der Hoffnung zu tragen, daß die Leser am Ende die dcutschnationale Spallung nicht b e m e r- k e n würden! In dieser Einschätzung seines Lesepubkikums wollen wir dem„Tag" nicht widersprechen. Thälmann Hilst Brüning retten. Bei den gestrigen Abstimmungen haben drei Kommunisten und zehn Sozialdemokraten gcsehlt. Das Verhältnis zur Gesamt- zahl der Fraktionen war wieder das g l e i ch e. Der Untersck'ed war nur der, daß bei den Sozialdemokraten sämtliche Abwesende durch Krankheit entschuldigt waren, während von den abwesenden Kam- munisten mindesten« Thälmann in Moskau ist— also auf höheren Befehl die Regierung Brüning retten hals. „Zum Speien." Nationalsozialisten über Hugenberg. Der„National« Sozialist", das Blatt de» nationalsozialistischen Abgeordneten Strasser, schreibt folgendes: „Der letzter, Folge des parteiamtlichen„Illustrierten Beobachters", der einzigen Ailderz-itschrrft der rsotionalsvzia. listischen Bewegung, wrtnehmen wir folgende« köstliche Hohn- gedicht aus den Unrfoll der Hugenberg Partei, das in auegezeich. neter Weis« unsere scharfe Beurteilung des Bürger« Hugenberg ergänzt: Das ist schon direkt, schlicht gesagt, zum Speien. Wie sich die umsallfeigsie der Parteien, Sowohl beim Dawes- wie beim Poung-Verrat, In ihre Fresse selbst g« ohrfeigt hat. Man kann es fortan schon den Kindern pred'gen: ..Dsutfchnatioiwl" sein, heißt: sich selbst«led'gen! Ein jeder Ind hält ja auf Wort und Ehr', In solchem Fall schon bald noch mehr. Ist da« ein Führer noch, muß man sich fragen, Der so die Seinen selbst aufs Maul geschlagen? Steht nicht verfchrumpit und klein Herr Hugenberg Heut' vor uns da als schiel er Zwerg? Es ist Pflicht jedes Natioimstozialisten, den Kampf des„J. B." für die imtionatsozialistisch« Revolution dixrch eifrig« Werbung zu unterstützeil. Segen den illustrierten Bilderfchnrock und Magazin- dreck der jüdischen Presse von Btüngenberg b i s S ch« r Inker parlamentarische Union in London. In einer Sitzung der deutschen Gruppe der Interparlamentarischen Union gab Präsident Löbe vi« Einladung der britischen Gruppe zur diesjährigen Tagung vom IS. bis 22. Juli m London bekannt. Zel tu nasverbot ausgehoben. Dos durch Verfügung de» Ober- Präsidenten der Provinz Hannover wegen Verstoßes gegen das Re publi kfchu tza« setz erfolgte Verbot der deutschnntionalen„Niederdeutschen Zeitung" ist mit Wirkung vom 13. April ob aufschoben� worden, st» daß die Zeit,«» am Dienstag wieder erscheint. � � Bauernregierung gegen Journalisten. Oer Vertreter des Sozialdemokratischen Pressedienstes in Rumänien ausgewiesen. Bukarest, 14. April.(Eigenbericht.) Dem Korrespondenten de»„Soz. p r e s s e d i e n st" in Bukarest Dr. Meißel wurde am Montag von der Bukarcster Sicherheilspolizei mitgeteilt, daß er Rumänien innerhalb drei lagen zu verlassen habe. Irgendein Grund zu diesem Schritt der rumänischen Polizei wurde nicht angegeben. * Wir möchten bis auf weiteres annehmen, daß dies« Ausweisung «inen Mißgriff der Bukarester Palizeiorgane darstellt und nicht aus Weisungen rumänischer Zentralbehörden zurückgeht. Dl« Be. richte des Vertreters des„Sozialdemokratischen Pressedienstes" in Bistareft sind stets sachlich gewesen, allerdings hat dabei die ruinä- Nische Polizei in der letzten Zeit nicht gerade gut abge. schnitten, da bekanntlich die unerhörte Spionage- und Landes- verratsaffär« leitender Persönlichkeiten aufgedeckt wurde. Da eine Angab- über die Gründe der Ausweisung nicht erfolgte, ist sie wohl als ein Rocheakt der Polizei an dem deutschen Korrespondenten zu werten, dessen Berichterstattung an das Ausland sie zu hintertreibe» wünscht. Im Interesse der deutsch-rumänischen Beziehungen muß verlangt werden, daß diese nicht einmal mit Gründen versehene Ausweisung sofort wieder aufgehoben wird. Zentrum und Reichsbanner. Oer DundtsvorstanS einmütig im llrteil über die politische Lage. Magdeburg, 14. April.(Eigenbericht.) Der Bundesvorstand des Reichsbanners beschäf. tigt« sich am Montag mit der p o l i t i s ch e n L a g«. Di« Aussprach« ergab völlig« Einmütigkeit besonders hinsichtlich auch jener Frage, di« in letzter Zell von einigen übereifrigen Zentrmnsblättern zur Debatte gestellt worden war. Nach Ostern wird der Bunde-- vorstand des Reichsbanners mit einem A u f r u f vor die Oeffentlich- keit treten. Die D-rtreter des Zentrums und der Demokraten waren zu den Beratungen vollzählig er- schienen.___ Verleumder verurteilt. Oie Erfindungen über das Haryburger Gewerkschastsbaus Hamburg, 14. April.(Eigenbericht.) Der verantwortlich« Redatteur der kommunistischen Hainburger „Voikszeitung" wurde am Montag wegen Beleidigung und Verleumdung zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Im Januar hatte die Hamburger.Volkszeitung" behauptet, bei der De'-. woltung des Hamburg«? Gewerkschoftshausts seien große Unterschlagungen usw. aufgedeckt worden, eine Aufsichtsratesitzung der Gewerkschaftshous G. m. b. H. habe sich mit dem soztalsasehistischen Korruption», und Parteiskandol beschäftigt. Tatsächlich hat ein« der. artige Sitzung niemals stattgesunden. Maßgebend« Persönlichkeiten der Hamburger Gewerkschaftsbewegung wurden gleichzeitig in der gemeinsten Weis« beleidigt und verdächtigt. In der Begründung des Urteils wird festgestellt, daß di« verleumderischen Beleidigungen völlig aus der Luft gegriffen sind. politische Schlägereien in Paris. Zwei Italiener getötet. Paris, 14. April. Heute abend ist es in der Umgebung von Paris zu einer Schlägerei zwischen Italienern gekommen. Zwei Italiener wurden getötet und einer schwer verletzt. Die Polizei hat ein« Vor, Haftung vorgenommen. Es soll sich um politische Streitigkeiteft handeln. � Es kracht in Hindostan. Bomben in der Näbe von Bombay. Bombay. 14. April.(Eigenberlcht.) In einem Lokalzug explodierte eine Bombe, ein« halb« Stunde später geschah in dem Wartesaal einer unweit gelegenen Station ebenfalls«in« Bombenexpplosion. In beiden Fälle» wurde je«in« Person verletzt. Die Polizei bringt die Attentate mit dem Eisenbahnerstreik im Zusammenhang. Der Bürgermeister von Kalkutta, Sen Gupta, der gerade erst ein« zehntägige Gesängnisstrafe abgabüßt hat, wurde beim Borlesen verbotener Literatur in einer Studentciwersainm-� lung wieder verhaftet. Etwa 1000 Freiwillige ziehen durch die Straßen der Stadt als fliegende Salzhändler. Boykott britischer Waren. Amritsar. 14. ApxiL I» einer Konserenz indischer Importeure wurde befchlossen. ein Jahr long keine britische» Waren zu kaufen. Man verpflichtet« sich außerdem, ausländischen Waren in Karatschi, Delhi, Bombay und Kalkutta zu kaufen. Nein! Die„Berliner Börsen-Zeitung" brachte im Januar di» Mitteilung, daß der Preußische Staat die Ko rr e s p o n d« nz de, Dr..Riidolf-Da m m e rt- V e r l a ge s sowie den Reichsdienst derDeutschen Presse und di« Konjunkturkorrespondenz erworben Hobe. Diese Vehaupiung wurde zum Gegenstand einer Kleinen Anfrage im Preußischen Landtag gemacht. Der Finanz- minister beantwortete aber die Frag«, ob die oben wiedergegeben« Nachricht zutrifft, kurzerhand mit nein. Damit erübrigt sich die Beantwortung der weiteren Frage». Verschwendung der Reichsanstatt? Für Arbeitslose ist den„Oemokraien" jede Mark Verschwendung. Zu dem skandalösen Hetzartikel gegen die Arbeltslosen lm .Berliner Tageblatt" vom Sonnabend, zu dem wir bereits in unserer Abendausgabe vom Sonnabend Stellung genommen beben, wird aus dem R e i 6? s a r b e i t s m i n i st e r i u in eine aussührliche Er- widerung verbreitet, deren Kern wir nachstehend wiedergeben: Die Behauptungen über eine angebliche.verschwenderische" Verwaltung der Reichsairstalt müssen zurückgewiesen werden. Zu der Behauptung, daß die Durchführung der Arbcitslosensürsorge und der Aufgaben aus dem Gebiet des Arbcitsnachweiswesens durch die Gemeinden vor dem l. Oktober 1327 nur ein Drittel von dem gekostet habe, was die fetzige Regelung erfordert, ist zu bemerken, daß ein Vergleich der Ausgaben der Reichs anstatt außerhalb des reinen UnterMtzungsaufwandcs mit den entsprechenden Ausgaben der Arbeitsämter vor der Eingliederung schon deswegen kaum durch- führbar ist, weil die Höhe auch dieser Ausgaben je nach dem Umfang der Arbeitslosigkeit schwankt. Dasselbe gilt für einen Vergleich der Zahl der A r b e it s k r ä s t e, die jetzt bei der Reichsanstalt und früher bei den gemeindlichen Arbeitsämtern beschäftigt waren. Zu berücksichtigen ist auch, daß die Gemeinden früher gewisse Verwaltungsgeschäfte der Arbeitsämter, z. B. Personalangelegenheiten und Kassen- und Rechnungswesen, durch Organe ihrer allgemeinen Verwaltung außerhalb des Arbeitsamts erledigen ließen. Vor allein müßte aber einem Vergleich der beschäftigten Arbeitskräste und der Ausgaben ein Vergleich der tatsächlichen Leistungen der Arbeitsämter jetzt und früher gegenübergestellt wgrden. Einmal bringt die Durchführung der Arbeitslosenversicherung gegenüber der Erwerbsloseniürsorge eine erhebliche Mehrarbeit, weil die gesetzlichen Bestimmungen gegenüber der früheren Regelung sehr viel schwieriger zu handhaben sind. Auf der anderen Seite hat die Reichsanstalt, was unbedingt notwendig war, die A r b e i t s v e r- mittlung gegenüber dem früheren Zustand stark ausbauen müssen. Im übrigen wird die Geschäftsführung der Arbeitsämter durch Prüfer des Rcichsarbeitsminiftcriums, der Hauplstelle und der Landesarbeitsämter ständig überwacht. Eine verschwenderische Wirtschaft ist dabei bisher in keinem Falle festgestellt worden. Auch der Rechnungshof, dem nach dem Gesetz die Prüfung der Eiimahinen, Ausgaben und Belege der Reichsonstalt obliegt, hat bereits sämtlich« Londesarbeitsämtcr und eine große Zahl von Arbeitsämtern durchgeprüft und dabei keinen Anlaß zu irgend- wie schwerwiegenden Beanstandungen in dieser Richtung gefunden. Sein Urteil über die Verwaltung der Reichsanftalt ist vielmehr durchaus günstig und anerkennend ausgefallen.. Entscheidend für die Beurteilung der Frage, ob der Vermal- tangsaufwand der Reichsanstalt zu hoch ist, dürfte die Feststellung sein, daß von den Gesamtausgaben der Reichsanftalt im Kalenderfahr 1923 auf den Personal- und Sachbedarf ihrer Aemtcr nur GM Proz. entfielen(im Kalenderjahr 1328 7,2 Proz). Darin sind aber auch die Ausgaben für die A r b e i t s v e r m i t t- l u n g und Berufsberatung enthalten, die nicht als Verwal- tungskosten angesehen werden können. Nach Abrechnung dieser Ausgaben verbleiben ai.i. reinen V c r w a l l u>i g s k o st e u n u r Pro i-, was als angemessen bezeichnet werden darf. Der Verfasser des Artikels äußert sich endlich noch über die Haushaltsüberschreitungen der Arbeitsämter im Haus- holt 1323/30 und die Mehranforderunaen der Landesarbeitsämter für die Arbeitsämter im Haushalt 13Z0 sowie über die Zahl der Arbeitskräfte bei den Landesarbeitsämtern selbst. Die Ueberschrei- tung, deren Ausmaß noch nicht genau feststeht, wird aber nicht 12, sondern meherere Millionen Mark weniger betragen. Sie erklärt sich ohne weiteres daraus, daß bei der Ausstellung des Haushalts der Reichsanstalt für 1923 mit einer viel geringeren durch- schnitllichen Arbeitslosenzahl gerechnet werden konnte, als sich tatsächlich nachher ergab. Die Notwendigkeit der Ueberschreitung ist im Vorstand der Reichsanstalt eingehend geprüft worden mit dem Er- gebnis, daß sie als unvermeidbar und berechtigt anerkannt werden mußte. Wenn weiter von dem Artikelschreiber hervor- gehoben wii�, daß die Anforderungen der Landesarbeitsämter für den Haushalt 19 3 0 eine nicht unbeträchtliche Erhöhung gegen- über den Ansätzen des Haushalts 1929 vorsähen, so vergißt er aber zu berichten, daß Vorstand und Verwaltungsrat der Reichs- anstalt diese Mehrforderungen nur zu einem ganz ge- ringen Teil, und zwar nur da genehmigt haben, wo sie nach sorgfältiger Prüfung wirklich eine dringende Notwendigkeit an- erkennen mußten. Was endlich den Personalbedarf der Landesarbeitsämter betrifft, so ist er von der Reichs- anstalt genäu durchgeprüft und auf das geringstmögliche Maß be. schränkt worden: eine Vermehrung der Arbeitskräfte ist hier im Haushalt 1920 überhaupt nicht vorgesehen. -e Wie die von der Vereinigung der Deutschen Ar- beitgebervor bände inspirierten„Demokraten" zur Arbeits- losenoersicherung stehen(ohne daß weder die Vereinigung noch das BE. den Mut aufbringen, mit offenem Visier zu kämpfen), ist bekannt. Wie das Urteil der Oeffentlichkeit über diese(mit ftzecht) lichtscheue Hetze lautet, steht nicht weniger fest. Diese„Demokraten" bewilligen den ostpreußischen Großgrundbesitzern Hunderte von Millionen. halten ober jede Mark, die für die Arbeitslosen ausgegeben wird, für Verschwendung. Nicht darin liegt aber der eigentliche Skandal: denn die Hetze ist so grotesk, daß sie verpussen muß. Der Skandal ist vielmehr, daß z.B. in Berlin Arbeitslose und Arbeitsomtsangestellte teilweise in gesundheitsschädlichen Räumen zusammengepfercht sind, daß die Aibeitsomtsangestellten unter unwürdigen Umständen eine ncroenzcrskorende Tätigkeit ausüben müssen, in unglaublicher Weise überanstrengt sind, dazu noch Ucberarbcit leisten müssen und daß bann die Vereinigung der Deutschen Arbeitgebcroerbände durch das„Berliner Tageblatt" der Reichsanftalt noch Berfchmendung vorzuwerfen wagt. Der Skandal ist, daß die Selbstverwaltung der Landesarbeitsämter praktisch ausgehoben ist, daß Vorstand und Verwaltungsrat fetbst die notwendigsten Aufwendungen der Ämter einfach streichen und daß dann hinterher die Vereinigung der Deufcken Ar beltgcb e r Ne rbä nds einen Anonizmus über Ver- schwendung schreiben läßt. Und so erscheint— hier liegt der eigcnl- liche Skandal— die unsoziale Spar- und Abbciuwut der Reichsanstalt noch als Verfckiwendung! Heute Arbeitsaufnahme der Schneider Beschluß mit großer Meßrheit. Gestern nachmittag traten die Funktionäre der im Kamps stehenden organisierten herrenmohschneider zusammen und beschlossen mit übergroßer Majorität, der im Neichsarbeilsminislerium getroffenen Vereinbarung ihre Z u st i m m u n g zu geben. Entsprechend dieser Entscheidung der Funktionäre beschloß gestern abend eine überfüllte Strcikversammlung der Maßschneider nach vornusg gangener ausgiebiger Diskussion gleichfalls mit erdrückender Mehrheit, den Kampf zu beenden und heute die Arbeit wieder auszunehmen.! Ivo jedoch entgegen den klaren Bestiinmungen der Vereinbarung von den Unternehmern Mohregelungen vorgenommen werden, wird der Kamps weitergeführt. Das Ende der Filmgewerkschast. Oie KPO. behält den Reil. Wie in Nr. 169 des„Vorwärts" bereits berichtet, befindet sich üie Fitmgewerkschast in der Auslösung. Ihre Mitglieder können zum Gesomtverband übertreten, wobei ihnen die bisher er- wordenen Mitgliederrcchte gewahrt bleiben. Di« unter kaminunistischem Einfluß stehende Ortsgruppe Berlin, die diese„revaluiionäre" Orgmnjäiian sür die KPD. annektieren möchte, hielt am Sonntag eins Generalversammlung ab. Der Gruppenjührcr des ehemaligen Rotfrontkämp)erbunde?, der Vorführer Otto Tugend, hotte ein Rollkommando aus der Langen Straß« bestellt. Die Mitglieder des 5z a u p t v o r st a n de s der Filmgcwerkschast wurden als ausgeschlossen erklärt und den so„Aus- geschlossenen" der Zutritt zur Versammlung verweigert. Um jedoch ganz sicher zu gehen und eine Mehrheit zu bekommen, lzatton die Leute, die nach jeder Abstimmung in einer freien Ge- werkschast mit der Verdächtigung einer„zusomtncngeschobcnctt Mehr- heit operieren, sich wirtlich eine Mehrheit zusammen- geschoben. D:e„revolutionäre" Ortsvcrwaltung hat zur Lorberei- tung ihrer Generalversammlung unter die„klassenbewußten Unor- ganisterten" aus den Arbcitsnachtvoiseii 50 Mitgliedsbücher verteilt, teils unentgeltlich, teils zum Preise von 20 Pfennigen. Diese„neu- gewonnenen" Mitglieder wurden gegen die„Reformisten" nis Feld geführt. Wirklichen Mitgliedern, die seit Jahren ihre Beiträge bezahlt haben, wurde der Zutritt zu der Versammlung verwehr� darunter auch der Sekretärin der Ortsverwaliung, die länger als 10 Jahre in der Organisation ongestellt tst. Im Verlauf der Debatte, die sich Hauptsächtich mit der Person des Bevollmächtigten Luit er befaßte, wies dieser nach, daß die KPD. selber bereits vor einem Jahr den Atrschluß der Film- gewerkschaft an eine größere Gewerkschaft empfohlen hatte. Auer und Pech von der Reichsleilung der KPD. sowie ein Teil der Mit- glieder der KPD. sind wiederholt für diesen Anschluß eutzetret-it. Kuhns(Elsen) zog gegen den SlDGB. los und such e die Auslführunzen Luttcrs zu widerlegen. Der wiederholte Gitck.ä-ts- vrdnungsatürag auf Zulassung der. Mitglieder des Hauptuorstandes und der übriglUt ferngehalten an Mitglieder wurde nicht zur Abstimmung gcbraa'st. Kuhns vertrieb durch sein Gerede noch den weitaus größten Teil der Versammlungsteilnehmer aus dem Saal. D'e Ort- Verwaltung mit ihren Zwanzigpfennig-Mitgliedern blieb unter sich und das Rollkommando brauchte nicht in Fnnktion. zu treten. Was jetzt die KPD. von der Nlingewerktchast als„reaolutio- näre" Gewerkschaftsgruppe übrig behält, darum ist sie nicht zu beneiden. Verhandlungen für Anwaltsangestetlte. X>u Berliner Anwälte wollen keine Erhöhung gewähren. Vor einiger Zeit ist vom Z e n t r a l v e r b a nd der A n g e- stellten der Berliner Anwalisoerein ersucht worden, in Anbetracht der eingetretenen Verteuerung der Lebenshaltung die Gehälter zu erhöhen. Diese Erhöhung ist um so notwendiger, als die Gehälter der Angestellten bei den Anwälten außerordentlich niedrig find. In einer Verhandlung, die vor einigen Tagen mit den Vertretern des Berliner Anwoltvertiins stattgefunden hat, ist von diesen jegliche Erhöhung der Gehälter abgelehnt worden. Der Zentralverbaotd der Angestellten hat deswegen beantragt, daß ein Schiedsgericht über den Antrag auf Erhöhung der Tarifgehälter ernscheiden soll. Es ist im übrigen bemerkenswert, daß die Anwattsangestellten in anderen Großstädten weit höhere Gehälter erhalten als in Berlin. Die Beplinr Anwaltschaft, die sich sehr gern als sozial denkend bezeichnet, würde gut tun, von sich aus den berechtigten Wünschen der Berussorganisationen zu entsprechen und die an sich niedrigen Gehälter zeitgemäß zu gestalten. Wie man mii Angestellten umspringt. Wenn der Angestelltenrat gefügig ist. Vom Zcntralvenband der Angestellten wird titts geschrieben: Erst nach langen Bemühungen gelang es dem Aentralverband der Angestellten, die Firma I o n a ß it. E o. zur Anerkennung des Tarifvertrages für den kreditgebenden Einzelhandel zu veranlassen. Aber wie geschieht nun die Durchführung dieses Tons- Vertrages? Unter dein Druck eines Abbaues von mehreren hundert An- gestellten wird den einzelnen Angestellten ihre Gruppierung und die dementsprechend« Gehaltszahlung ab 1. Dezember 1929 mitgeteilt. Schon diese Mitteilung geichicht in tarifoa-trags- widriger Wei'c. Run werden aber fast sämtliche Attze- stellten rücksichtslos noch der untersten Gruppe des Tarif- Vertrages gruppiert. Sind die Angestellten mit dieser Gruppierung nicht einverstanden, so werden auf einmal Leistung und Führung „schlecht", und sie erhalten die Kündigung. Besonders merkwürdig muß es aber berühren, wie wenig der Angestellten rat bei Ionaß u Co., dessen Vorsitzender sich rühmt, GdA.-Mitglied zu sein, sich darum bemüht, den Angestellten zu einer richtigen Gruppierung zu verl>elfett. Im Sommer dos vergangenen Jahres hatte der Aagestcllteitrat mit der Firma eine Arbeitsordnung vereinbart, die geradezu unglaubliche Bestimmungen enthielt. Na6> dem Einspruch des ZdA. gegen diese Arbeitsordnung mußte der Angcstelltenrat bzw. fein Lorsitzender selbst zugeben, daß die mit ihm vereinbarte Arbeits- ordmrng Bestimmungen enchisll. die offensichtlich wider die guten Sitten und gegen Treu und Glauben verstießen. Der ZdA. stellte dann eine Roche von wesentlichen Ab- ünderungsforderungen auf. Diese Forderungen wurden von dem Angestelltcnrot fast restlos als berechtigt anerkannt. Der Angestellleitrat versprach, die Verhandlungen um eine neue Arbeitsordnung gemeinsam mit den Vertretern der Gewerkschnftcn zu führen. Jetzt erfahren wir ober, daß die Firma wieder allein mit dem A n g e st e l l t e n r a t bzw. der gesetzlichen Betriebs- Vertretung verhandeln will. Wir zweifeln nickst daran, daß die Firma genau weiß, warum sie mit dem Angestelltenrat ollein verhandeln will: ober wir bc- zweifeln auch, daß bei diesen Verhandlungen die Interessen der Angestellten wirklich wahrgenommen werden. Es ist höchste Zeit, daß die AngesteMen von Ionaß u. Eo. größere gewerkschaftliche Altivität an den Tag legen als bisher, sonst bleibt die Gefahr bestehen, daß die Firma auch weiterhin die Notlage der Angestellten weitgehendst ausbeutet. Auf die Spaltung kommt es an! Mit und ohne Merker. Halle, 11. April.(Eigenbericht.) Die von der KPD. aufgezogene„Reichsleitung der revolutionären Gewerkschaftsopposilion der Fabrikarbeiter" ruft die in der ch e in i- schen Industrie beschäftigten Arbeiter zu einem Kongreß auf, der am 18. und 19. April in der unmittelbaren Nochbarschaft der Leunawerke in Merseburg stattfinden soll. Zu diesem Kongreßrummel nahmen über 200 Funktionäre der freien Gmerk- schaften des Lcunawerkes folgende Entschließung an: „Die freien Gewerkschastsfunktionäre der Leuna-Arbetterschast nehmen mit Entrüstung Kenntnis von dem neuen schändlichen Verrat der Kommunistischen Partei. In demselben Augenblick, in dem die freien Gewerkschaften in Mitteldeutschland sür die chemische Industrie den Bezirks in anteltorif ge- kündigt haben und sie die mitteldeutschen Chcmlciarbcster zur größten Einheit aufruien, in diesem Augenblick ruft die KPD. die Chemiearbeiter zu einem Sondcrkongreß auf. Dieser kommunistische Sonderkongreß soll die„Soziolfaschisten" entlarven d.h. auf deutsch, das Vertrauen zur freigewerkschastlichni Führung soll im Augenblick des Kampfes zerschlagen werden. Damit- gibt die KPD. wieder einmal ein Schulbeispiel, wie man systematisch und plänmäßig die Arbeiterschaft spaltet. Erst vor wenigen Wochen hoben die Kommunisten im Leunowerk bei der Betriebratswahl fast 2000 Stimmen und fünf Sitze im Betriebsrat verloren. Das war eine deutliche Absage der Leuna- belcgschaft an die kommunistischen Kamptmethoden. Seit dieser Zeit ist der Kamps der KPD. gegen die freien Gewerkschaften noch schärfer geworden. Der Ausruf zu einem kommunistischen Chcmicarbcitcrkongreß nach Merseburg ist ein neuer Anschlag gegen die gewerkschaftliche Einheit der Chemiearbeiter. Von der Solidarität der deutschen Ehemiearbeiterschast wird erwartet, haß sie diesem neuesten Spaltungsmanöver ganz entschieden e n t- g c g e n t r i t t!" Eine gemeine Verleumdung eines tinserer Genossen in den O s ra m- W e r l e n leisteten sich die„Roten Osrmn-Nnchrichten" vom 22. März, für die der immune koyitmttt istische R ichsta's- obgeordncte Pfeiffer verantwortlich zeichnet. Am 28. März richtete unser. Genoöe an den tommtitiistischen Abgeordneten cm Schreiben mit dem Ersuchen, die Gewähismänncr zu nennen, dankt die Bchauptungen vom VorjleinS der Bctriebskrankcnkasfe n'a ch.- geprüft werden könnten. Auf die Antwort des tomittumstischen Verleumders wartet unser Genosse noch heute. Aufgehobene Sperren! Wie uns der Zentralverband der 5)atel-, Restaurant- und Cafeangestellten mitteilt, sind die Differenzen in iolgcndcn Betrieben beigelegt und die Sperren aufgehoben: Norden: Großdestillolionsbetriebc Mar Rakan.d, Ehausiee- strahe 109, Elsosser Str. 16z. Süden-Neukölln: Elubhaus, Ohmstr. 2, Inhaber Quorkschlteß. Die Arbeilslosigkcil in Oesterreich ergab Ende März eine 2l u- nähme um rund 30 600 Unterstützte im Vergleich zur letzten Zählung. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen beträgt noch 239094. Ohne Unterstützung sind außerdem rund 20 000 Arbeitelose. Achtung? tSenossen tzcr BVG. Die qemeinsome Werbeluud�cbnnn alle? SPD.-Eenossen der BVG. mit Sqmpat!,i)ie?rndcn findet!»cute. Z9V. Uhr. in den Germania-Solen, v lzausice- skraße, statt. Ncickistageabneoildnete? Genosse Tixartu Künstler sprils-t über d2? Thema:„Der so�.ialreaktionäre Kurs der Reqierunq Brünings. Alle Genossen müssen üch au der Kundgebuuq betciliqen. besoudc.s auch die ssadrer und Sr�affuer. Der �ratimnsvorsiaud der Eeiamtfrakt'an. K' �'''''''. sl Gesamtserband der Gasbrauch« �Städtische Gasmerke). Mittwoch. II 19 ITör. in den Germania-�estsalen, Verlin. Ckausscestr. 119. af/qeiminr IT-i GasarbcitcrDcrfammlmin. Tafle>-o-dnuna: 1. Dew Kampf um die kom-£3 W muna'e Wirtschaft. Referent: Aolleae Orlopv. 2. Tariffraqcn. Stel- 13 I unauahme auz Maifeier Das Erscheinen aller in den Berliner ffs W städtischen Gaswerken beschästiqten Kollegen ist unbedingt erforderlich, i- W Das Mitalied�buch ist am Saaleinaanp vor�uZeigen. Aolleqen der ö Gaswerke anderer freiet SeVertschasten haben geaen BorZeiqnna M W ihres Mitaliedsbuches ebenfalls Zutritt. Die Branchculeituna. I. A.:. Gessner. i-'i Arbeitsamt West. Mttwoch. Ist'? Uhr. s?raktionsver,'ammluna in � §3 der Sünaerkläus«. Kaisecin-Auausta Allee. Genosse K. Dressel spricht ff? � über:„Die politische und wirtschaftliche Situation"..?ablrcich'-n Besuch. W erwarbt Der Frattion.-.norstand. W SVD.-Aroktiou Arbeitsamt Nordost. Mittwoch. 19!~ Uhr, L-chf. lg dildervortrao: �Lnst fahrt uud Siurmvoacl". Bortraaender: Genosse ff? M Liebia. Lokal..Wirtshaus 5 um Vferdrmorkt.".� Weissen>>0, Schön- ff? � it, äste 84— �6. Au'6)liessend«esclliaes Beisammensein. Erscheinen oller m Genossen ist Deicht. Der Ivratbionkrorstayd. fA Brbeltsamt Nord. Benfammluna aller Varteiaenossen Donnerstaq 2 16 Uhr. in d«r �Svortklaufe", Neinichendorf-Ost, Renden�str 78 Ge- ffZ � nasse S. fächert, M» d. L., spricht über:..Volitischv Toqessr«o-i" Bi S voll,,ädlilz-'r Besuch erwartet. D«r �raktionsvorstand.' ff? ff? Arbeitsamt Süd! Mittwoch. 29 Uhr. bei Weple, Urban str s*cr» PJ Fj sammluna aller Bartciaenosscn. Stadtverordneter Genosse-"Mio Ä c| spricht über«Die Berrialtunasresorm der Stadt Berlin" Gs w-rd'voll« � Aahlwcc Besuch erwartet.>. Der �rchktion'svorstand. ß/ lFreieGewerkschafts-Iuaend Berlin Sl-utc. Dicnstoa. 194 Uhr toaen dir(Sruecfn; Trcvtow:®rin>pcn. b°'w. S-imI- Wllb-nbruckltr. fSsitzimmer,. L-rdcrabknd.- Lu-'boldt! IimkuSIkun Srann- Eck- Eorttinuftrofif Di- n-it- Trot-v- komnit.— M-li-ado-I: g-ia-ndli-im Doriste. 7 t'ANe Lchuicl Buntcr Äb-nd. Zab'Ncnbcslü-ccktuna.— So-ndau: GruvvknltcUn. S'adt Zua-ndb-w,. Lindkn» in'.-!: 1. fottmonn bnnflt uns wo? R-UkZ.— gtfl'nlfBrtcr Allrc! ctübl. tzuaentttzetm Silsucc ctt. 18. Sickttbilbcccortiack- SürftfiM:» �chw-x" unb SbbrtbcrncrJiijiin— Sinbsbcrqct PI«,,: öinöwiibciin Di-ft-Im-ncrilr. Z. ttiifccc!\fl!irtlritrc«teb-ti r6chc.m-Ar. bcttseriM".— acu-eid.ttnbctu; Sustcitbbcim(SuntctfU.!i. Vortrag:„®orJictii und Sdtau-u. .luoendsrupve des'Zentralverbandes per Anaedettten *£4 Heute. Di-nswa. finben folgenic V-ranswltnnacn liatt: Licht-ub-r,: «bunt-rstr. 44. Austprackeab-nb:..Wir uitb die Scrufs. fAtirt'.— Rorbwcsti Wir besuchen d-n W-rbc-b-nb in bcr Aula bcr M. Voüz. schule. Neues Uscr«.— Ab 20 llbr vrobt unser Spr-cki- unb B-wrqunq?chor in bcr Dnrntiall- b-r Echnl» Varutber?tr"0— W(Postscheckkonto: Köln 33 0331 gegen Einsendung von l,2S Mark bezogen werden. W SozialistischeArbeiterjugendGr.-Verlm Kinsendimqen für diese Niibctt mir an du* Zozendsekretarlal 3erlin©1568. Xindenfirale 3 Abteiluua»lcit«r! Mai.Proaraimne. die nicht bis Mittwoch dieser Boche im Brill! de» Srkretariatz sind, können nicht mrbr brriicklichtiat werden! Heule Dienstag. 15. April. 19 Uhr: Gewcrkscholt�an»: Frnrvcnabevd sollt aus. Die Genossen, die die Sstrr- fabrt miwiachrn. trefsru lich WV, Übe beim Gcnogen Zu, Nr. Adakbertstr. 5«. Äof IV, Sur lebten Belvrechuna.— Siilluischer Pari: Leun Waisenstr. U. Bekvrechuna der OfteefachEt— Si-sr-tchaler Boritadtr Stirn Elisas« thkirchitr. IS. uSracct--d fimifc.« Zätftau ZktiosaSök. SöfauftsaSe. �SsiaMe»— ftommunrlien."— Btuiutcnrlaii: Schule Dank- Site Wrekenstroße. ,©515.—> (Sciunübiunncn I: Schule Eo'enbura-r Sit. 2. Sinfübrungsabend.— Laopold. platt: Schule Utr-chicr Sie Surincr SttaRC. Einfllhrunasabend.— Schmer. pari: Schule Lckiöiiinaiir. 17. EiuMbrunasabenö.— Weddioa(R.-5.1: Heim Lütnch-r Str 4. Siniiiliamasobcnd.— Wcddias-R-rd: Seim Turuicr Ecke Sfcftrafcr.„Semeii'.schaftrrrnichuna."— Arnimpiott: Schul« Eonncnburacr „Uiircrc ORcrfafirt."— EÄöncbrra N'! Seim Sauptftr._ lü. gahribeiprechuna. — Schönebera V: Seim Sauoistr. 15.„GiiiFiUicur.cc in den Sozialismus, II Teil.— Cbarlottenbura: Seim Roünei sir. 4...'Arbellerbeweaum, in Ena- land."— Sieuienspadt: 11. Volksschule, Echulstraste.„Die politischen Eir'ö- muuften in Deutschland", II. Teil.— Liebieeselde: Seim Aibrechtsir. II-. ssabrtbesprechnna und Ausiprackie.— Mariendors(R.-5.,: Tille Schule, Dore- stras!« 7.„galkenarbeit."— Mariendors II: Seim Cledluna, Daheim loll— 120. „Die Internationa!«."— Steqllli: Aldrechtsir. 47..Ziunland einst und lettl", III. Teil. Annilldmiaen ,-ur Osterfabrt im Seim.— Zehleadors-Dablepi: Ostersabrtsbesprechuna im Sebn geMendorf. Dabnbokstr. 3.— Brin I und ll: Seim Cliausseestr. 58.„Iunae und Mädel."— Reulölln I: Heim©ander- Ecke Sobreckiistrast«. Giniübrunasabend:„Was will die©All?— iRetnlolln U: Sem Sterqftr 29 Eiusichrunasadend.— Reulölln III: Seim giekhcnstr. 08. Werbe- adend. Reaiölln IV: Beieiliauna an der Beransialtun, der Dariei in Beekrrs gesiiöleii. Brib. Trekspunkt 19'i Ubr am Seim.— Reukölln VI: oeiin Trepiower Sir 95- 90.„Seiieres aus der Reit des Sotuilifteiraciefecs.— Ren. Iclln Vit;«arI.Morr.Sch»ie.„Was nedt in der Po Mit uor?"— Reulölln vni: Rütii. Schule. Toaespoliiil.- Reulölln.V iR..srR: Heim Vermtr. 29«e. lprechrma der Ostersahrt.- Reulölln IX: Schule Mar>eudorfer Wea I? Mr Besprechuna der Osieriabrt.- Reulölln XI: Seim gluabafenür. 08...Geschichte der Arbeiterbeweauna."— Reiniekcudors-Ost: Seim �indouer Straste. II alle. — Teael: Seim Bahnhoistr. 15. TaaespoMik.— Reulölln Sem So&miichc Siraiie 1—4.„Zweck und Rielc der©AI.",.... Werbe beaul Westen: Die(Stuppcn Westend und Wilmersdors betcrliaen stch aeschloste»-in der Versammlnun„Reichsbanner nnd Sotmldemolratie" in der Kochstr. t3. Westend: Tresipunlt 1»"- llbr Lopbi-.TbarIstte.BloI>. Sil- mebcdorf: Trcüpunlt 18": I!!-r„Sszialislrn-Ecke". 'k Tcltowkanal: Morgen, Mitiivock), 191/2 Restaurant Lindenkzof. kleiner Eaal, Zelllendorf, Berliner Str. 8, politischer Inform«ti on s« abend. Polixeivrästdcnt Genosse Zörgiebel spricht über„Ausstaben der BouFel. im monarchistischen, deinokratisch�kapitnlistischen und soFialisnschcn Staat. Eintritt nur mit Miialicdsbuch. Unkostcnbcitraa 20 Bf. Allgemeine Wetterlage. •14,-Appii 4930, sbds. 6>' �£7""'- w ��■'215 f" \ O n 3w6lk6rvlos,(5 iiei/er.aialiibedfick' awdBcig.CbeÖeckCtSejsr/iGaspelr, Der größte Teil Deutschlands liegt zur Zeit im Bereiche eines kühlen nordöstlichen bis nördlichen Lufistromes, der auf der West- feite eines das mittlere Europa bedeckenden Tiesdruckssystems tiegt. Abgesehen voni Osten des Reiches herrschte daher am Montag kühles Wetter mit verbreiteten, vicifach iandregenartigen Niederschlägen. Da die erwähnte Depression nur langsam nach Südosten weiterzieht, so ist in unserem Bezirk mit einer baldigen, wesentlichen Besserung des Wetters nicht zu rechnen. Mit der weiteren Ausbreitung des westeuropäischen Nordftroms nach Osten wird sich jedoch später bei uns veränderliches Wetter mit zeitweise ausreißender BeWölkung einstellen. � Wetteraussichten für Berlin: Weiterhin kühl nnd noch einzelne Rcgenfäll«, mäßige nördliche Winde.— Für Deutschland: In der westlichen Hälste ilcbergang zu veränderlichem Wetter mit Abnahme der Niederschläge, stärkere Niederschläge noch im Süden und Osten, überall kühl. Als Osterhase durch Berlin. Ais der Lusthansa-Wcihnachtsmann per Flugzeug am Tempel- hoscr Feld anlangte und seinen Gabensack aujtat, ward er freudigst von groß und-klein begrüßt, und als der Kar siad t- O st c r- Hase Sonnabend nachts per Auto durch Berlin raste und an allen mägiichcn Ecken und Enden Eier versteckte, da ward er auf seiner Tour verschiedcntlichst schon sehnsüchtigst erwartet. Natürlich schlug er diesen Pointcnräub;.» ein Schnippchen und gab sich einfach nicht zu erkennen. Und was taten die anderen-„eiorjüchiigen" Ber- lincr Frühaufsteher? Sie schwärmten schon in Aller Herrgottsfrühe, allem wohlverdienten Sonntagsschlaf zum Trotz, nach allen Himmels- richtungen aus, suchten und fanden— meist nichts. Denn so etwas spricht sich bei den BerUiieni- schnell herum: und da waren«den- gute Freunde noch früher da»nd suchten noch geschickter. Der Lege- akt vollzog sich in aller Stille und Heimlichkeit; wo eben schon weiche standen um abzugrasen, da ward einlach nicht gelegt; im tiefverschwiegenen Plänierwald in Treptow, im Lichtenberger«chlvß- park nnd am Friedrichshain ward fleißig„gelegt". Eine Kleine, die inutterseeiciiallein auf der nächtlichen Straße stand, bekam sogar ein Ei gleich in die Hand gedrückt. Aber mißtrauisch, wie die Mcn- schen nun einmal sind, traute sie zuerst dein Frieden nicht, besah sich das Geschenk von vorne und hinten, prüfte pessimistischen Blickes den Inhalt und stotterte dann, mit der Frage st» den'Augen„na, ihr habt ma ja doch bloß vaäppeit" ein zögerndes„danke".'Auch auf allen anderen„Legeplätzen", am öhumboidihain, im Tiergarten usw. konnte der Osterhase ungestört sein Werk vollbringen. Sans Vaterland im April. Wällrend im Palmensaal die Revue..Serviis 1930" in diesem Monat ibrer liuildertste» Wiederlioluna entaeaenqebt, bat auf der Rbeinterrasse das neu erösfnete Mitternachis-Nattzlrett aleichssalls einen vollen Ersola»u oer.teichnen aebobt. Prominenie Namen der deutschen Klein- kviist wie tSuido Dialdini, fficoc« Tucher. Erich Äestin, Grete Bernon wet!- eifern mit den Reuerscheinunqcn im Berliner Brettl-Leden, unter denen Ternowa u. Stiv an der Spiite des Interelses stehen. Diese Künstlerin, die von. ili rem Gatten am Rliiqes beateitet, reizvolle Edansons tum Variraa'brinai, ruft webmiitiae Srinnerunaen an die io i-üd daliinaeschiedene Josma Selim wach, deren Bortraueart sie mit Geschick übernommen hat. JEa • Das ideale AbMur-Kanleki t DORTMUNP ESSEN DU1SBURÄ MAGDEBURG FRANKFURT«/m IsAsFHÄZAH 1930 Cie-wid.33a.ei allen I�eunden. unseres Hötirses und denen, die es-werden wollen. Copyright bu Kurt Lisser Reklame 1930_ Nachdruck von Wort und Bild verboten! Niautmxter 10 Der Schreiber dieser Zeilen hat eine entzückende kleine Schwägerin: jung, modern, leidlich hübsch, ein richtig modernes Mädel! Neben der Ausübung ihres Berufs und manchen anderenDingen, die ein Junges Mädchen von heute zu tun hat pflegt sie auch einen Sport, dem sie mit Eifer obliegt: sie schneidert ihre Kleider selbst. Neulich kam sie wieder glückstrahlend mit einem neuen Crepe- Georgette-Kleid, in dem sie bewundert werden wollte.„Und"- setzte sie voller Stolz hinzu- „denke nur, es hat mich nur M. 28.- für den Stoff gekostet." a — so leid es mir tut— auf den gewilnsdtten Sportanzug vor. l&uflg wini verzichten müssen, da Ich Dir beim besten Willen nur SO Mark extra schicken kann. Und ein glücklicher Sohn antwortet: *.... also letzten Mittwoch kam das Geld and— was sagst du min, lieber Vater— steht Dein Sohn nicht famos aus In dem neuen Spoet-ZJnzug f Denke nun aber nicht etwa, ich hStie vielleicht einen Pump aufgelegt, am zo meinem Anzog zu kommen, O nein, aber ich bin tu C.& A. gegangen, und da habe Ith den Anzug bekommen, genau so, wie Ich Ihn mir gewünscht hatte: mit einer Knitketbocherhose nach letztem Schnitt/ Der Stoff Ist gemustert, so, wie die englischen Anzüge aussehen, und er soll sich— wie man mir sagte— sehr gut tragen. Und passen?!— als ob er für mich gemocht wäre! (Du siehst es Ja auch aus der Photographie, die Ich Dir schicke.) Und A A50 das alles tatsächlich für£9 Dabei gibt es schon In dieser Preislage eine tltslgt Auswahl.-- Ich bin einfach begeistert/ IVaa werden das fetzt für feine Ostern werden! vor allem gehört Dir, lieber Vater...." usw. Aber Dies Ist nur«ine von tausenden ähnlichen Erfahrungen. Immer ist's dasselbe: die Leute glauben gar nicht, wie wenig dazu gehört, um bei uns gute Kleidung zu kaufen. Komme» Sie zu uns und überzeugen Sie fich! Auch Sie merden überrascht sein. �§§ Das �5. Gebot des Selbstfchneidetn«: .Laß die Finger davon!' Fertigkleidung ist besser und billiger. Besonders bei de» E.& A.-Preisen, Die Freude über seinen Sieg hat den großen Hut zwar noch „ausfallender� und breitrandiger gemacht, ober sie ist ihm nicht so zu Kopf gestiegen, daß er vor Würde nun ganz steif ist. O nein, begeistert hat er die„schwingende Linie" aufgegriffen, und lustig wippend setzt er seinen Siegeszug fort. Vor Übermut hat er sich noch ein zartes Band um den Kopf ge- schlungen, und man muß es ihm lassen: so aus- gerüstet macht er aus jeder Trägerin eine an- mutige, graziöse Erscheinung. Und das. Schönste an dieser„be'schwingien Mode: sie ist auch durchaus zu„«'schwingen, Das zeigt Ihnen ganz klar diese entzückende Glocke au» einem aparten Phantasie- Geflecht tu moderne» Farben. Sie ist mit Rips- »nd Atlasband reich garniert. Und der Preis? Sie 290 kostet nur• und sie wünscht sich nichts schnlicher, als Ihr Osterhut zu werden. Aber nun müssen Sie sich wirklich beeilen— in 4 Tagen ist's so weit! kennen 8ie f Cirektion Dr. Robert Klein Deiilsehss (Dostler-Theai Barbarossa 3937 «>/- Uhr Sex Appeal Lnbp. i. FrcM Lairdrli hjii: Fintn liniingi AIDort Basseroiana, Mafl» Christians Berliner Itieater Dönhoff 170 8 Uhr Ende lOV« Uhr „Eins, zwei, drei" von FraneMolnar mit Kn Pallsolisig. Senle: Bast.BartuaD Virtir: Souper Regie; Heina Hilpert. BIr. Dr. Horfi« Zlfiil Komtsone Oper Friedrich8tr.l04. Merkur 1401/4J30. Täglich 8V. Uhr HpJestSt läßt bitten... Musik toi Walt« Kollo. Lustspioihaus Fried richstr. 236. Bergmann 2922,23. Täglich 8't, Uhr GtschfiflniU Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld Triaoon-Maler isitaog: Dir. Arnim Georgenstr. 9 Täglich 8'/« Uhr Revue Das lebeodc Magazio Preise v.sOPf. an. Vouisvmme Tbcater am Mbwplatz. 8 Uhr Das Lied von Hoboken Ein Negerstflck v, Oold-Wclsenborn Musik: W. Gross Rrjii; BiittlürtrldiFnild Staat!. Sdiiiler-Hi. 8 Uhr Der G'wisseflswiiriii (Volmer- Theater) 8 Uhr §218 Frauen io Not Staatsoper Am PI. 4. Republik 8 Uhr Dentsiiies Itieater B 2 Weiden dämm 5201 SV« Uhr Oer Kaiser v.Amerlka von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt itaminerspieie 0 2 WeldeodaiW 5201 SV. Uhr Die liebe Feindin InmHh ra 1. P. intohm Ihzi»: CnM Grfatgni Kflnstl. Leitung Gasten Briese Täglich SV« Uhr Sonntag 4 Uhr Elsrleke Baedtaekh. haue Pr. �hheffakeä- duiTanzehin, 1 Rokoko-Operette. Mitli: Willpr W.GuLm. 1 äglich 4.15 Uhr, Sonn- u. Feiertags 5.15 u. 9 Uhr. Jeden Sonntag (auch an den beiden Osierfeier- Tagen) um 230:„DcrMusUrdOtlS". Billettkasse tür den 7-tg. Vorverkauf: Alexander 3422 u. 3494 Berne 0. Bielakiaeklailor Sir. 132. Bamowsky-ßBlineo Theater In der Slreseinaoosrr. (Hhii Räoljsrltnnti.) 8V. 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Es ist grotesk, daß die Verwendung von Uebcrschüssen aus Lohnsteuer uich aus Zöllen, die heute abgebaut werden solle», auss engste mit den Namen «tegerwald und Brüning ocrknüpit sind. Wenn heut« diese beiden Manner ihre Nomen unter die Abi'ouoorlagcn setzen, so zeigt das die Wandlungsfähigkeit des Zentrums in sozialen Dingen. Die Zollmillionen sind damals der Lnoalidcnversicheruitg gegebeu worden, um die Gesundheitspileg« großzügig auszugestalten. Die Richtlinien ,dazu sind im April v. 3. in Krast getreten. Die nalidenuersichcrung hat eine klare gesetzlich sestgelegtc Ausgab«. Alle Maßnahmen sind eingeleitet und in diesem Augenblick erklärt das Reich:„Aber das(tzeld könnt ihr nicht kriegen," (Zuruf«; Unerhört!> In einem Briefe des früheren Kollegen Andre, der jetzt Leiter der Landest'ersicherungsanstali in Würt- ternberg ist, an seinen Portciireund« t c g e r w a I d wird daraus hingewiesen, welche«chwicrigkeiten durch diese Maßnahm« für die Laiidesversicherungsanstalte» eintreten müssen. Herr Andre sagt: „Es widerspricht den Grundsätzen von Treu und Glauben, wenn diese Mittel für 1929 den BersicherungsonstaUen vorenthalten werden sollen. Dann soloi ein herzerschütternder Schrei an den Freund Stegcrwald;„Nun hils endlich!" Och will an Herrn >stegerwald einen legten Appell richten, da'ür zu sorgen, daß die Ding«, die Herr Andre voraussieht, nicht eintreten. Wenn es uns gelingen sollt«, durch die Heranholung unserer letzten Reserven diese Regierung und ihre Plane zu stürzen, dann mag Herr Brüning seine rote Mappe schwingen. Wir schwingen unsere Fahnen und gehen mit Siegeszuversicht in den Wahlkamp', Abg. Pieck(Komm.) hält eine heftige Agitationsrede, die sich ugr allem gegen die Sozialdemokratie richtet, Damit' ist die Aussprache über sämtliche Deckungsvorlageu beendet, Es folgen um 2 Uhr die Abstimmungen. Zum Gesetz über Zolländerungen, das die Mineral- älzölle und dos Agrarprogramm«nrhält, werden zunächst nerichie- dene sozialdemokratische und kommunistisch« Aenderungs- antrage abgelehnt, Di« Mineralölzölle und die ersten Zlrtikel des Zlgrarprogram-ms werden in einfacher Absthmrmng gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Konimunisten, der� National- soziasisten und bei einigen Artikeln gegen einen Teil der Deutschnationalen angcnonnnen, darunter auch die sog«- nannte Zunktim-Vestimmung, wonach die Agrarvorlage nur in Kraft trete» kann, wenn auch sämtliche Deckungsvorlagcn angenommen sind. Die erste namentliche Abstimmung wird vorgenommen liei der Roggenposition der Agrarvorlage, Hierbei wird ei« kommunistrscher Aenderungsamrag mit Stil gegen 193 Stimmen abgelehnt. Nach Ablehnung aller weiteren Aenderungsanträge gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten wird dos Agrar- Programm in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Fn der namentlichen Schluß alsttimmung wird das Gesetz über Zolländerungen, erithalteud Miueralölzölle. Junktim und Agrar- vorläge, mit gegen LEI Stimmen angenommen. Dagegen haben die Sozialdemokraten, Komnw nisten und Nationalsozialisten, dafür' mit den Übrigen Parteien auch die D e u i s ch n a t! o n a l e n' gestiinnrt,' Die Aenderunzen des Tabak-» n d de s Z ri ck e r st e u e r- Gesetzes werden in namentlicher Abstimmnng mit 230 gegen 224 Stimmen qnoenomnim. Gegen die Vorlage stimmte init den Sazia'demo- traten, Kommunisten und Nationalsozialisten auch die Minderheit der dentschnationalen Fraktion. Die dann iolgende namentliche Abstimmung über den Artikel I der Borlag« über die Erhöhung der Bierslener vollzieht sich unter Lärm und Gelächlcr. Der Bäuerische Lauern Hund bildet hier dos Zünglein an der Waage. � Der Naiionalsozialist Dr. Goebbels stellt sich in der Nähe dieser Gruppe auf und schwenkt ein« rote Nein-Karie. Als aber der S timmk arte ns a mmler mit der Urn« kommt, wcricn die Bauernbündler weiße Ja- Karren ein umer Pmi-Rujen der Nationolsogiaiisten und �Beifallklatschen der Nachbarn aus den Mittelvarteien. Mit den Sozialdemokraten. Kommu- nisten und Natioiloliozialilten stimenen auch einig« Deutsch- nationale gegen die Vorlag«. Artikel T. der die neue Biersteuerstaffelung enthält, wird mit 232 gegen 223 Stimmen angenommen. (Psui-Ruse.) Zum Artikel VlI, der die Ii m s o tz st« u e r« r h ö h u n g be- trifft, wird ein Antrag der Regierungsparteien angenmmne». der Makler und Handelsagenten bis zn einem Einkommen von 18Wl> Mark von der llmsatzstener befreit. Ein sozialdemokratischer An- trag, der auch die freien Berufe von der Umfatzsteuer befreien will, wird abgelehnt. Zur gestaffelten Nm satzsteuer, der sogenannten„Warenhaus- st e u e r" wird ein sozialdemokratischer Antrag auf Herausnahme der Konsumvereine aud der Steuer» Pflicht mit 2V2 gegen 192 Stimmen abgelehnt. Die namcnlliche Schlußabstimmmig ilb«r die Biersteuervorloge, mit der mich limsatzsteuer uiid Warenhcmssteu«r verbünd«» siud, ergibt die Annahme der Borlog« mit 228 gegen 224 Stimme« der Sozialdemokraten, Kommunisten, Nationa lsazia l i st« n und der Minderheit der deutsch» ationalen Fraktion. Präsident Lobe erklärt? er werde noch im Lauie der Sitzung das endgültige Ergebnis dieser Abstimmung feststellen lassen, da es sich bisher nur um eine vorläufige Feststellung handele. Die Aenderuiigeit zum B r a n i, t w e i u m o n o p o l werden mit großer Mehrheit angenommen. Die Mineralwassersteuer wird mit 228 gegen 223 bei einer Stimmenthaltung angenommen. Angenommen wird auch die Aufbringungsumlage unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags aus Erhebung eines 9i o i o p s c r s. Iii einfacher Abstimmung wird weitcr die Hinousschiebung der Bindung der Länder und Gemcii«den an die Reich--Ein- Heu- mens beschlossen,> , Äcmz Gesgg � BorberejtMlg dß, j�iSüu�r«jot» iwa?» den die sozialdrmokrotischen Acnderun-isanträg« zur Sanierung der Zl r b c i t s l o s c n ne rs ich e r un g obgelohnt, Artikel II, der die Zuweisungen für die Invalidenversicherung von-i» auf 20 Millionen herabsetzt, wird in namentlicher Abstimmung mit 249 gegen 294 Stimmen angenommen. � Der Artikel III über Steuers«» kung und Ausgab« n- «rspornis wird in einfacher Abstimmung angenommen, ebenso das ganz« Gesetz zur Vorbereitung der F i n a n z r e f o r m in der Schlußabstimmung. Damit sind alle Deckuugsvorlagen der Regierung in dritter Beratung endgültig angenommen. In nament'icher Abstimmung wird noch ein kommunistischer Antrag aus Aushebung der Lohnsteuer mit 388 gegen 62 Stint- men der Kommunisten und Nationalsozialisten agbelehnt. Gegen«ozialdemakraten und Kommunisten wird eine Eni- schlicßung der Deutschnationalen angenommen, in der ausreichende Zollsätze für den Weinbau, Obst- und Gemüsebau gewünscht werden. Eine iozioldcmokraiische Entschließung auf Herabsetzung der Zolle für Futtergerste wird abgelehnt. Präsident Lobe teilt mit, daß das endgültige Abstiinmungs- ergeh» is für Bi«rstcuer und Mineralwassersteuer nunmehr vorliege und bei beiden Abstimmungen sich die Zahl der 3a- Stimmen um eine erhöhe. Uin 5% Uhr vertagt sich der Reichstag auf Freitag, den 2. Mai, 2 Uhr. Aus der Tagesordnung steht die erste Beratung des Etats für 1930. Die Buschwirtschasts-Partei. �iefengefchäsie in Kriegsschweinen/ Oer Anstand des Schiebers/ Bargeld für Stadiraisposten Der Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Mißwirtschast in der Berliner Stadwcrwoltung vernahm am Montag den K ausmann B l o b e l t, der»ach Aussage von Günther Busch am besten kennen soll und über seine Geschäfte am genauesten inforniiert ist. Blobelt hat mit Futter in itteln, Mais, Roggen, Heu, Schweinen, Petroleum und Grundstücken gehandelt. Seine Beziehungen zu Busch reichen bis in das Jahr 1917 zurück. Er hat mit ihm einen Jnteresfenvertrog abgeschlossen, der jetzt noch läuft. Donach hat er für jedes Geschäft Busch einen Anteil abzugeben, und umgekehrt sollte Busch für jedes von ihm abgeschlossene Ge- schüft einen Anteil an den Zeugen zahlen. Blobelt beschwert sich bitter darüber, daß er an Busch immer ehrlich gezahlt hat, so u. a. während des Krieges für eine Lieferung von 50 000 Schweinen allein einen Anteil von böv 000 211. Dagegen hat Bufch immer behauptet, er habe nichts verdient und könne ihm auch nichts abgeben. Nach einer Lockerung der Ge- schäftsverbindung sind die beiden dann wieder zusammengekommen, um mit Petroleum zu handeln, und auf Initiative von Busch wurde dann die„Petrolea" gegründet. In dem Disziplinoroerfahre» gegen Busch, dos seinerzeit beim Oberpräsidium schmebte, hat Günther ihn als Zeugen unter Hinweis aus den Jnteressenvertrag zu b e- e i n f l u s s e n versucht. Später versuchte Busch den Interessen- vertrag zu lösen, als der Zeuge ihn dräugic, daß Busch seine An- teil« an ihn abgeben solle. Als er davon hörte, daß die Stadt über Hiller Düppel kaufen wollte, hat er Busch vor Hillcr g e- warnt, der nicht zuverlässig sei. Hiller hat ihn, den Zeugen, bei srüheren Geschäften ausgeschaltet. Hiller hat dann über Busch au den Zeugen einmal 5000 M. und dann nach einmal 10 000 M. gezahlt. Der Zeuge schildert dann, wie Günther im vorigen Jahr zu ihm gekommen ist und ihn davon in Kenntnis setzte, daß mau dos Material über Stadtrat Busch der Stadt verkansen solle. Busch habe zweifellos Millionen verdient, sich ober weder gegen Günther noch gegen Blobelt„anständig" gezeigt. Günther habe sich die Sache so vorgestellt, daß er mit 10 Prag, an den Summen beteiligt werden will, die die Stadt eventuell wieder zurückbekommt. Gümher hat dann mit Iustizrot Lüdick« verbandelt, der auch deutschnativnoler Stadtverordneter ist, der das Material der Stadt anbieten sollte, Lüdicke hat dann aber 2000 M. Kosten- Vorschuß verlangt, den er, der Zeuge, bezahlen sollte. Das hat er nicht getan; daraufhin Hab« Lüdicke die Lertrctung nicht über- nammen. Im übrigen behauptet der Zeuge, daß er b«i Grund- stücksoerhandiungen mit der Stadt nichts verdient hat. Es s«ien kleinere Geschäfte im Norden in Aussicht gewesen, die sich aber zerschlagen haben. Bon Wichtigkeit ist aber die folgende Begründung des Zeugen: Er kennt nicht nur den Stadtrat Bufch, sondern auch den dcmo- ! kratlschen Stadtrat Satz. Eines Tages sei er in das Büro der I„Petrolea" bestellt worden, wo eine Aussprache zwischen Busch und Kotz stattgefunden hat. Es hat stch dabei um einen Gmndstückskauf zwischen der Stadt und dem Kaufhaus Wcrtheim gehandelt. Der Zeuge Blobelt gibt nun ganz positiv an, daß er damals von den beiden Stadträten beauftragt worden ist. das Geschäft zu machen und die Provision, die Wertheim geben sollte, mit den beiden zu teilen. Deshalb habe nran ihn ausdrücklich hinzugezogen. Aus dem Ge- schwt sei aber nichts geworden. Als der Zeug« weit«« nach Einzelheiten gefragt wird, gibt er noch an, daß Katz ihn einmal sogar aufgesucht Hot deswegen und ihn aufgefordert hat, für solche Geschäfte eine Firma zu gründen, die als Deckmantel diene» soll. Das habe er abgelehnt. Stadtrat Katz bestreitet dies« Darstellung mit großer Eut- schiedenhelt. Mit'diesem Material habe man schon vor einem halben Jahr einen E r p r c s s u n g S v c r s u ch an ihm unternommen. Es fei wohl möglich, daß er mit Bufch über die Angelegenheit Wert- heim gesprochen hat. Aber seinerzeit sei Busch nur als oachver- ständiger in Frage gekommen. Das Grundstück hätte damals von der Straßenbahn direkt gekaust werden können. Wobelt bleibt dagegen bei seinen Angaben und Günther be- stätigt, daß ihm schon vor Iahren Blobelt dieselbe Darstellung von der Unterredung Bufch-Katz in der Angelegenheit Wertheim gegeben habe wie heute. Zeuge Stadtverordneier Dr. Falh(Duai. Bp) erklärt, daß er den Bekundungen von Günchcr keinen großen Wert beimesse. Günther sei zweimal beim ihm gewesen, habe aber seinen Namen nicht genannt, sondern sich als Schriftsteller E a r u s vorgestellt, der Material gegen Busch hätte und dasselbe der Stadt anbiete» wolle. Er habe davon gesprochen, daß die Stadt dadurch fünf Millionen zurückbekomme» würde und daß er von dieser Sumnic für seine auftlärcndc Arbeit 10 Proz., also 500 000 M., verlange. Er habe daraushi» sein Erstaunen geäußert, daß jemand, der aufklären will, solche hohen Summen dafür verlangt. Daraufhin Hot Earus alias Günther zu ihm gesagt:„Ich nehme selbstverständlich soviel, wie ich kriegen kann, und auch Sic würden nicht anders handeln." Aus der weiteren Bernehmung geht bann noch hervor, daß Blobelt in dem Dtsziplinarversahren gegen Busch als Zeuge auf- getreten ist, ober damals nichts von den angeblichen Abmachungen zwischen Busch und Kotz über eine Provision von dem Weriheim- geschäii gesagt hat. E- wird weiter festgestellt, daß Busch vor der Stadiocrardnctcuwahl, es sich große Summen koste« lassen wollte, wenn er wieder S ladtrat werden känole.> Er hat damals Fühler ausge st reckt zu den Sozialdemokraten, der Aolksparici, den Demokraten und auch der Wirifchaftspartei. Er hat ober überall einen Korb bekommen. Zum Schluß äußert sich noch der Zeuge Dr. Faltz über Grundstückskäuse m Schöneberg. Dabei ist aber völlig einwandfrei verfahren worden, und es sich auch keine Provisionen gezahlt worden. Die nächste Sitzung findet nach den Ostcrfericn statt. Die Verhandlungen des Stadtsyndikus. Bei feiner Vernehmung vor dem Untcrsuchungsaussck'uß des Landtags hat der TevoUmächiigte des früheren Privatiekrctärs Günther. Rechtsanwalt Dr. Fuhrmann, noch Pressemeldungen erklärt, der Stodtsyndikus Lange habe sich dahin geäußert:„Wenn das Material verschwindet, wird es am besten sei»." Diese An- gäbe ist nach einer Erklärung Dr. Langes falsch. In Wahrheit soll sich der Borgang wie folgt abgespielt haben: Rechtsanwalt Dr. Fuhrmann drängte bei den Sachbearbeitern auf Aushändigung der von seinem Mandanten verlangten Zusicherung des Magistrats auf Zahlung von 10 000 M. In der im Dienst- zimmer des Stadlsynditus darauf stattfindenden Verhandlung wurden, wie immer in solchen Fällen, Zeugen hinzugezogen, nämlich der Magistratsrat Dr. D i t t r i ch und Dr. M ü l l e r. Herr Rechts- onwalt Dr. Fuhrmann erklärte, es sei höchste Eile geboten, da die Gefahr bestünde, daß feine Mandanten ihr Material der Gegenseite anböten. Der Stadtsyndikus beantwortete diese Drohimg mit einer abweisenden Handbcwcgung und der Bemerkung: „Wenn schon!" Denn diese Gegenseite konnte nur Stadtroi Busch selbst, sein, bei dem»ach seiner in der Presse verössenllichten Er- klärung die Mandanten von Herr Rechtsanwalt Dr. Fuhrmann eine» erfolglosen Erpressungsversuch gemacht halten..,. % fum Kashafarbiger Schlei fenpumps, feinnarbiges echtes Chevreaux Melange mif haselbraua feines zorfes Chevreaux scnuniflOF IST Ii n Ks fr 11 ♦ Wi I me rsdoifersfnll/ TurmslT.45*Müllerslrasse14.3a äoaruifliu BißUssttas&s 22 Die Arbeitslosigkeit in LlGA. Von Georg Decker. „Scfct,»fr nicht mehr durch da« Geschrei üb« die fort, währende Prosperität hypnotisiert iperden..." so baginm«in Üe-t? artjkel in„Cormnerciol ond Fii«nciol Chronicle" vom 2ti. Febmor, also in einer u in« ri konischen wirtschaftlichen Wochenschrist, Heren«in, uxindsrei« kapitalistische Einstellung ausser Zwei sei steht. Was Hot nw die in UTA. gusgebrochenc scharf« Krise beep!-!«»: nu�. haß «S in USA. keine fortwährend«, gegen all« lrifenhast«» Erschütterung«» gesicherte, oder daß«S dort überhaupt feine Prosperität gibt? chnt Zlmerika«z wirklich besser als wir, oder ist di« oerlireitete Aorftellung von der am«ri konischen Prosperität nur ein« Legende? Wir haben im Artikel„Amerikanische Wirtschastokrise� gezeigt. daß in USA, nach dem Bövseirkrach«in« scharfe W!rtschafl?krise auo- gebrochen Ist. Eine nächcre Betrachtung würde zeigen, datz diese Srlse k-ineoweg» bloß ein« Aolge des Börsenkrachs ist. Dom Abstieg der Konjunktur ist ein stürmisch«? Aufschwung vorangegangen, zum erstenmal seit 1923. Der Produktisnsindex für die oerarbeibende Industrie ist»ach der Erholung von der Depression in den letzten Monaten 192? zunächst vmn Februar bis Dezember 19?8 langsam von HO aus 114 gestiegen, stand aber schon im Äuni 1929 mit 128 Praz. qus dem chächstpunkt des Aus? schwunges(der Index ist unter Ausschaltirng der saisomuäßigen Echwankunzen berechnet). Für die erst« chälste des Jahres 1929 (Januar bis Juni) betrug der Diirchschnitt schon 1 2 Z. Am stärkst«» der Ausstieg in der Eisen- und Ttcchlindustn«(von 117 im Januar aus ISS im Juni), Hier, sowie in d«r Zlutoniobilindustri«, war. w>« wir gesehen haben, auch der Absti«g am schärfsten. Wir haben also vor uns ein typisches Bild der Ileberproduk- t i o n, wie wir es aus der Geschichte früherer Krisen kenne». Trotzdem ist der Ausbruch dieser Krise kein Grund, um die amerikanische Prosperität überhaupt zu leugnen. Die Bevölkerung,.der USA. ist im großen Durchschnitt oh»? Zweifel viel wohlhabender als in allen europäische» Ländern. Nicht im gleichen Maß«, aber mehr oder weniger gilt das auch für jede einzelne Schicht der Bevölkerung. Es gibt freilich auch viel« Notleidend« drüben. In der Mehrzahl her Fälle ist diese Not zwar sehr schwer nach den amerikanischen Begrlsscn van Wohlstand, zeugt ober im Vergleich mit den entsprechenden Zuständen in Europa von einem allgemein wesentlich höheren Lebensniveau. Die amerikanische Prosperität ist aber kapitalistische Prosperität mit allen ihren Widersprüchen. Deshalb war diese Prosperität nicht ..für all« gut", deshalb blieb die Kouskrast der Konsumenlenmossea hinter der Entwicklung der Produktiokräsle stark zurück, und der loirtschastliche Ausstieg trug in sich die Seime der tünsttgen Srlse. DaHer auch die große lang andauernde Arbeitslos ig- keit. In Amerika wird sie wie bei uns ans die Nation oli- siernng zurückgeführt, und man pflegt dort von einer„techno- logisch«»" Arbeitslosigkeit zu sprechen. Bei uns begegnet man jetzt häusig einer geradezu fatalistischen Einstellung zu diesem Problem: der technische und organisatorische Fortschritt In der Industrie setzt Arbeitskröste frei, dieser Fortschritt ist unvermeidlich und nottveirdig. also sei auch die große ständig« Arbeitslosigkeit unver- me i dl ich und notwendig. Das ist aber ein Trugschluß. Richtig ist, daß Arbeitskräste durch den technischen� und orga, nisatorischen Fortschritt, also durch die Rationalisierung, freigesetzt werden: dadurch wird aber nur dann Arbeitslosigkeit bewirkt, wenn nicht zugleich neu« Beschastigungsmöglichkeiten entstehen— und da? heißt: wenn nicht«ine neue zahlungsfähige?lachfroge entsteht, wenn di« Entwicklung der Kauskrast hinter der der Produktiv- krirst« zurückbleibt. Di« Rationalisierung ist ja keineswegs eine neu« Erscheinung, sie gehört niel-i!t«br zu den beständigen Erscheinungen, ja zum Wesen der kapitalistischen Entwicklung. Diese Entwicklung setzte immer viele Arbeitskräste frei, saugt« ober noch mehr auf. Di« kapitalistisch« Industrie zog in Europa den Ueberschuh der läitdlichen Bevölkerung an, in Amerika haben in ihr Millionen von Einwanderern B«- schästiguvg gesunden. Es war zwar immer eine Rejerrsormee von Arbeitslosen vorhanden, sie wurde aber in den Zeiten der Hoch- konsunktur fast restlos ausgesaugt, und die Gesamtzahl der Beschäftigten nahm ständig von einer Konsunkwrpcriod, zur anderen z u. Jetzt beobachten wir in Amerika eine ständige absolut« Abnahm« der Zahl her in l«r Industrie Beschäftigten Ist das jetzt zu einer unvermeidlichen und notwendig«« Folgeerscheinung des technischen und organisatorischen Fortschritts geworden? Ein historischer Vergleich. Bor einem Jahr« hat B« n I a m i n Andersen, ein Volks- wirt einer der amerikanischen Riesenbanken(Ehas? Natimwl Bank). einen sehr ausschlußreichen Bergleich zw i schon den beiden„neuen Acren" der amerikanijchen wirtschaftlichen Entwicklung gezogen. Er Hot nämlich di« Entwicklung in zwei siebenjährigen Perioden, von 1897 bis 190Z und von 1922 bis 1928 verglichen. Dieser Vergleich zcigie, daß die wirtschastliche Expansion in den 'letzten Jahren gar nicht so„neu" war. yzia«? allgemein angenommen wurde, daß sie vielmehr in mancher Beziehung die größte Ashnlich- kett mit der Entwicklung von 189? bis 1993 hat. Der wisonlliche Unterschied besteht aber nach den Berechnungen von And«cs:n darin, daß in d«r zweiten der beiden Perioden die Produktion nicht so stark zugenommen hat wie in er ersten. Dieser stnterschied ist allerdings dntzch den Produktionsausstieg In der ersten S)älst« von 1929 ausgeglichen worden, so daß die Entwicklung von 1 9 2 3 bis 192 9 in dieser Hinsicht ungefähr dop gleiche Bihd bietet wie das von 1897 bis 1903. Augegabe», daß alle solche Berechnungen, namentlich in be.zug ans dl« Vergangenheit, nicht einuvmdsrei sind, in großen Zügen erscheint der Vergleich durchaus stichhaltig. Am Schluß der beiden Perioden stand ei» gewaltiger Ausstieg, der. was übrigens An- dersen nicht betont, in beiden Fällen t�s Wißverhältnis zwischen der Entwicklung her Produktivkräfte und der Absatzmög- lichkeiten, also der Kaufkraft d-s Markt», osfenbarte. Andersen macht darauf pusmerksam, daß in der ersten der beiden Perioden alle wesentlichen Zweige der Wirtschajt, insbesondere auch die Landwirtschaft, cm der Prosperität beteiligt waren, währeich sich in der zweiten die Land Wirtschaft in eiiier Depression befand. In diesem Umstände liegt ohne Zweifel«in sehr wesent- (icher Grund für das Zurückbleiben der Kaufkrast am Schluß der letzten Periode. Ein gewisser Ausgleich wurde durch stark« Steige. vung der Löhne eines Teils der Arbeiterschaft geboten. Diese Steigerung der Verdienst« mar aber nicht allgemein genug, ihr gegenüber blieben die Verdienste der breiten Schichten der ungelernten Arbeiter und auch eines graßen Teils der Auge- stellten stark zurück. Dagegen waren sozusagen der Bedarf an steigender Kauf- kraft in der zweiten„neuen Aera" bssonder» stark, da, was Andersen wiederum nicht berücksichtigt, der Produkiiooeapparot in den voran- gehende» Jahren wegen der infolge d«, Krieges entstmdenen Abscilzmöglichteiten stark erweitert wurde. Hier haben wir u- E, die Erklärung für die Besonderheit der letzten„neue»?lero", nämlich dl« Erklärung für das Entstehen der dauernden Arbdlz- losigkeit insolg« der absolut«» Abnahme der Zahl der Beschältigten. Di« Periode des wirtschastlichsn Aufstiegs fing schon mit der vorHan- denen Ueberkapazität der Industrie an, die doburch bewirkten Unkosten wurden durch hi« rationellere Verwendung der Ar- Nitskräste zwar vermindert, die Kanskrast dep Marktes ist oder nicht in Einklang mit der Entwicklung der Produltions- Möglichkeiten gebrach« worden. Deshalb nicht nur«ine Reih« von Rücksckzlägen und schließlich di« scharfe Krise End« 19Z9. sondern auch ständige Zunahme der Zlrbcitslosigkeit während di.-ser Entwicklung mit allen Kennzeichen einer guten Konjunktur. Die Folgen: damals nach einem Rückschlag eine„milde Depression" und erst 1907 eine akute Krise, jetzt ein« solche Krise gleich nach dem großen Aufschwung. Die Hoffnungen, die mit der neuartigen Rationalisierung der Wirtscholt verbunden waren, Haben getäuscht. Diese Rationali- siernng erstreckte sich nämlich nicht bloß aus di« Zlrbeitsmelhod«» In den Betrieben, sie umfaßt« auch di« Marktpolitik, die Hand- habung der Vorräte, die Verfolgung aller Schwankungen der Waren- und Geldmärkte mit verfeinerten statistischen Methoden, ein« weltgehend« organisierte Einwirkung aus die Bestimmung des Um- fange» der Produktion, dann auch von der anderen Seite eine ziel- bewußt« Kreditpolitik. Man erwartete po» allen solchen Maß- itahme» eine Stabilisierung der Vesckzäftigung. ekne festere Fun- dievung der.dauernden Prosperität. War alles dies bloß vergeblich« Mühe? Sind alle genannün Mittel völlig unwirksam? Zeinessalls! Si« reichen aber nickst aus. wie wir noch sehe» Warden, um di« mit elementarer Macht wirkenden Triebkraft« de? kapitu- listischen Wirtschaft zu bandigen, und sie müßten deshalb letzten Endes ihre Wirkung verfehlen, weil kein« noch so durchgreifend« Rationalisierung der Produktion, der Zlbsatz- oder Kreditpolitik ein« ousmchende Erweiterung der Beschäftigung sichern kann. solange bei der Verteilung des Einkommens immer noch die krastsfien Widersprüche bestehen, infolg» deren das Gleichgewicht zwischen der Entwicklung der Produktiokräste und Kaufkraft, Zwilchen der Produktion und dem Absatz immer wieder zerstört wird. Di« Rationalisierung, diese unerläßliche Vor- aussehung de» steigenden Wohlstandes der Pevölterunz. bewirkt da» furchtbare Hebel der massenhaften und lang an- dauernden Acbeilzlrligkeil. wenn sie Arbeitskräfte sreisehl, ohne neue Arbeitemöglichteitrn zu schassen. Ihr wirtschaftlicher Sinn, die billigere Massenproduktion zu för» dein, wird zu einem wirtschaftlichen Unsinn, wenn nicht di« eiitspvechend steigende Ka» straft der Massen di« Zahlung», ahlige Nachfrage nach dieser Massenproduktian bewirkt. Die Flucht des Kapitals von der Produktion in die Spekulation ist wiederum eine Folge der Widersprüche der Einkommensoerteitung und der daraus entstehenden kapitalistischen Triebkräfte. Kein Wunder deshalb, wenn im kritischen Zeitpunkt die Zuspitzung der Lag« äußerlich in der Form des Kopttalmanßll» noch in phantastisch hohen Zinssätzen in Erscheinung tritt. Schon hier iei aber bemerkt, daß diese Erscheinung etwas gaiy anderes tst als d>« K a p i t a l u o t bei uns, so daß wir sorgfältig prüfen müssen. wo di« Grenzen des znlässigen Vergleichs(Wirkungen d-r Ratio, nalisicrung) zwischen der ameritonischcn und unserer Entwicklung liegen. Oer deutschtösterreichische Vertrag. Einzelheiten aus dem Wirtschafielabkommen. lieber den Inhalt des am Sonnabend abgeschlossenen deutsch- österreichischen Handelsvertrags sind jetzt näher« Einzelheiten bekannt geworden. Die Grundlage de» neuen Vertrags bildet die gegenseitige M« i st b e g ü n st i g u n g. Außerdem haben sich die beiden Länder durch die Herabsetzung verschiedener Zolltarife gegenseitig weitgehende Zugeständnisse gemacht. «vo hat Deutschland Zpllermäßigungen für Schnittholz und noch weitergehende Zugestanvnisse für die im Grenzbezirk gelegenen österreichischen Sägewerke gemacht, denen die Verbindung mit dem eigenen Hinterland sehlt. Ferner werden die Emiuhrerleichterungcn für österreichisches Zucht- und Nutzvieh noch Baizern erweitert. Die schon bisher bestehenden Verträge über die Einfuhr von Baum- Wollgarnen nqch Deutschland bleiben unverändert, während die Wirkworenkleider- und Mänteleinsuhr von Oesterreich nach Deutsch- land gleich fall, erleichtert wird. Deutschland erhält von Oesterreich dafür wertvoll« Zugeständnisse in der E i n s u h r van Maschinen. So wird in Zukunft aui Grund einer vereinbarten Freiliste für ein« große Anzahl deutscher Spezlalmgschinen der Zoll gänzlich sortsallen. Außerdem hat Oesterreich weitere Zugeständniste für dletoeutsche Iirlmstrieavsstihr bei Textilien und Lederwaren und für die deutsche Agrorousfuhr bei frischem Fleisch, Molkerei- imd Sartenpraduklen gemacht. Schließlich hoben beide Vertrags portner Zollermäßigungen für chemisch« Fabrikat« sich gegenseitig zugestanden. Di« zugleich mit d«m Handelsvertrag unterzeichneten Sonder- abkommen regeln einmal den sogenannten kleinen Grenzverkchr und die eng« Zusammenarbeit der deutschen und österreichischen Behörden in Fragen der Rechtshilf« bei Zollsachen. Diese beiden Sonderobkommen stellen ein Wiederaufleben des alten deutsch- österreichischen Zollkartells von 1891 dar. dessen Be- stimmungen den Erfordcrnisten der Gegenwart angepaßt sind. So befriedigend di« rasche wirtschaftspolltische Einigung der beiden deutschen Länder nach der Aussprache der Regierungschefs wenig« Wochen zuvor auch ist, so sehr wird die Freude über das Erreicht« durch di« gegenwärtige inncrpolitische Situation in Deutschland gedämpft. Di« userlose Zollpolitik der Regierung Brüning-Tchiele hat, wie in andern Ländern auch in Oesterreich größte Beunruhigung wegen der künftigen Entwicklung dc, Außenhandels der beiden Länder hervorgerufen. Es ist auch nicht zu bezweifeln, daß die durch Zolltarissenkungen in dem neuen Handelsvertrag erreichten Erleichterungen des Wirtschaftsverkehrs zwischen Deutschland und Oesterreich durch die Aufstockung der AgrarM« völlig wertlos werden. Preiserhöhung innerhalb 24 Stunden. Rech der Gründung deck Feinblechsyndikatck. Da» om Sonnabend nach schweren Geburtswehen endlich zu- standegekommene F, i n b l« ch s y» d i k a t will onevbar beweisen, daß es dl« elementaren Regeln der Syndikatspoliilk von Anbegin» vollständig beherrscht. Ander, ist e» kaum zu erkläre», daß 24 Stunden nach der Gründung die neugebackenen Syndikat-herren bereits dl« Prei, schraub- anziehen und den Tonnenprei» von 183 qus 172 Mark heravfg«s«tzt haben Di« gairz« wirtschastliche Wei«h«it unserer Karlellherren osfen» bort sich hier wieder einmal in der Ausbeutung des In- lande» durch Preiserhöhungen, während dem'Ausland natürlich die gleichen Fabrikat« zu den weit niedrigeren Konkurrenzpreisen gelieiert werden. Die Stahl- und Walzwerksherren kümmert es auch herzlich wenig, daß sie mit ihrer engstirnigen Prositpolitik der verarbeitenden deutschen Metallindustrie, die den wichtigsten Aktivposten unser«» Außenhandel» darstellt, da, Wasser abgralnen.__ Hm Oesterreichs Wafferkräste. AWE. und Vrown Aoveri. Nachdem di« AEG. nslt«ingeheichen Vorarbeiten für den Aus- bau der Täuern- Wasserkräfte seit Jahresfrist begonnen~ der Ausbau soll rund 1 Milliarde Mark kosten und jährlich V.S Milliarden Kilowotlstunden erbringen— und imt dem Bundesstaat Salzburg hierüber Verhandlungen eingeleitet hat, entbrennt um den Ausbau der Westtirottr Wosserlräfte«in immer heftigerer Wettkampf.-Van 1918 bis 1928 stieg die Lerstung der ausgebauten Wasierkröst« in Tirol von 83 000 aus 227 000 FS. 1928/29 sind weitere Anlogen aiwgebPit unh teilweise durch 220 000-D»lt-Lcitungen mit dein Rheinisch-Westsälischen Elektrizitätswerk(RWE.) verbunden. Da» RWE. hat jedoch noch viel weitergehend« Absichten und schlägt der österreichischen Regierung gemeinsam mit Siemens- Schuckcrt und dem Wiener Bankverein(der der Deutschen Bank und Oisconto-Gesellschast nahesteht)«inen umfassenden Ausbauplan vor, wonach jährlich 3,3 Milliarden Kilowattstunden, etwa cin Zehntel der gesamten deutschen Stromerzeugung, gewonnen werden könnten. Diesem Vorschlag steht ein anderer gegenüber. den zwei österreichische Großbanken(Oesterreichische Kreditanstalt und Niederösterreichische Escomptegesellschaft) finanzieren wollen und an dem der B r o w n- B o v e r i- K o n z e r n interessiert ist. Dieser zweite Plan sieht dl« Erzeugung von 1,4 Milliarden Kilo- waltstunden vor. Nachdem das RWE. seine ursprüngliche Forderung, von der zu gründenden Gesellschaft die Aktienmehrheit zu besitzen, ousyegeb«,, hat, sind die Zlbsiciste» für den erste» Plan erheblich günstig«? ge- worden. Dos RWE., dessen Stromerzeugiiug größtenteil» auf Biaunkohlevcrarbeitung beruht, Hot in den letzten Jahre» immer stärkeres Interesse om" Ausbau der alpinen Wasserkräfte gezeigt- außer Westtirol(Borakberg) ist seine Bcteeligung am schweizerischen Wasserkraftwerk Klingnav zu erwähnen. Oer Kamps der Riesen. Zord schlägt Seneral Motors vteder. 1927 und 1928 halt« General Motor, Eorporatto« bi« ffittA Motor Company überflügelt,«ähreod Ford sich auf«In veue« Modell umstellt« und für einige Monate stillag. 1928/29 erfvlgta der n c u e D o r st ö ß Ford», und gegenwärtig ist Ford wieber»» größter Autoproduzent der Bereinigten Staate». Di« Automobilprodukiion der Bereinigte« Staat«« flieg sau 1928 bis 1929 von 4 600 000 auf 5 620 000 Wagen. Dieser ZnmachA entfällt allein ans Ford. Der Anteil der General Motor, am Autoabsatz der Vereinigten Staaten und Kanadas ging zurückz er betrug: 1927-»»». 44 Proz. 1928-»... 40 p 1929..,,, 34. Der eben veröffentlicht« Geschäftsbericht d«r General Motorv teilt daher mit, daß für 1930 keine Srmclterunq der Produktton»» anlagen vorgesehen ist. Andererseit, sind ober die Beteiliguu. gen an ausländischen Unternehmungen stark erweitert; die wich- ligste Expansion ist die mit 26 Millionen Dollar(109 Million«« Mark) ausgewiesene Beteiligung an den Opel werken, Bon wei. teren Interess«nausdehn»ngen he, letzten Jahr«, sind hervorzu. heben: die General Motor, Radio Corp.(zusammen mit elektrotechnischen Firmen),«ine Gesellschaft zur Herstellung und Ein- richtung von Radioapparaten, insbesondere in Automobilen, ferner Beteiligungen an Flugzcugsirmen. Der Reingewinn des Konzerns, dessen Aktienkapital 435 Millionen Dollar beträgt und der 233 000 Angestellte beschäftigt. belief sich 19Z9 aus?48 Millionen Dollar, mehr al» eine Milliarde Mark, aber doch 118 Millionen Mark weniger als 1928. Di« F o r d M o t a r C o.. die 1928 einen Aerlust von 72,2 Mit- liänen Dollar auswies, zeigte 1929 einen Reingewinn von 81,8 Millionen Dollar(344 Millionen Mark). Ihr Gesamtvermögen stieg von 689 auf 761 Millionen Dollar, das sind 3,2 Milliarde» Mark. Die Produktion von Fordautomobilen betrug 1930:> Januar Februar März. 98 000 Wagen 131 000. 169 000. Im April sollen 9000 Wagen täglich herauigebracht werden, entsprechend einer Monoiszisser von etwa litt) 000 Wagen. Da im vergangenen Jahr di« General Motors. lm Monatsdurch- schnitt etwa 160 000 Wagen herstellte und im Jahr« 1930 Ihre Pro- duktion kaum vergrößert hat, dürft« sie seit dem März von Fard überflügelt sein._ 20 proz. Vividende für Gchallplaiien. Der P o l y p h o n- K o n z« r n in Leipzig, der In der deutschen Schallplatteinndustri« eine führende Stellung einnimmt, stellt mit seinem jetzt perössentlichten Iohre�lbschluh für 1929 di« Rekord. gewinn« de» Vorfahr«, weit j n den Schatten. Zwar bleibt die Dividende mit 20 Proz. unverändert jedoch erhöhte sich der Detriebsgewinn bei fast unveränderten Generalunkosten von 6,5 auf fast 7.4 Millionen. Daß dl« Gesellichast im letzten Jahr auch sc Einheit ihres Fabrikates mehr aus den Per- brauchern herausgeholt hat. beweist die Tatsache, daß der Umsatz sich»ur um 19 Proz., der Reingewinn dagegen um mehr als 1 6 P r o z. gestiegen ist. Nach Verbssentlichung d«, Geschäftsberichtes kommen wir auf den Abschluß de» Unternehmens noch zurück. Dienstag 15. April 1930 Unterhaltung unü Beilage des Vorwärts sss Wandetille- derAuffckneideir Uns alleil ist in Erinnerung geblieben, welch ein großer Lärm sich erhob, als plötzlich ruchbar wurde, daß Kqrl Aioy. der groß« Reiseschriflsteller, olle seine Reisen nur in der Phontoste gennzcht fc-oben soll«», daß alle Erlebnisse seiner Bücher„nur" erdichtet waren. Man nahm es ihen sehr übel, besonders weil er sich stet» als der «groß« Reisend« hingestellt hatte. Doch auch Kat May ,st nicht ohne Vorgänger. Vor nahezu KOY Iahren lebte in Belgien ein Mann, der cz sast noch besser pcrstoild. abenteuerliche Reisegeschichten zu erdichien, Sein wirflicher Nam, war Jean d« Bourgogne und er war als Arzt in Lüttich gewesen. Als Schriftsteller aber nannte er sich John Man- d-ville. Iohrhundertelai»g war man des festen Glauben», bah seine Erzählungen alle auf Wahrheit beruhen und daß die Welt wirtlich so oussähc. wie er sie schilderte. Die Billdcr wurden ursprünglich in französischer Sprache geschrieb.m. dam, aber pon dein Borsosser selber in» Englische, Lateinische und Deutsch« übersetzt. Di« Wahr- lj«eit dürste sein, daß«r wirklich verschieden« Länder gesthen Hot und auch In Aegypten gewesen ist, in seinem Buck>e aber nimmt alles ganz andrr« Dimensionen an, er ist einer von den ganz großen Ausschneidern, die Weltrvhm erlangt haben. Es ist sehr sessclnd, in diesem alten Buch« zu blättern und zu hären, was dieser„englische Baron Mandeville" alles erlebt haben will. Er erzählt,«r wäre In der Wüste gewesen, in der der Turm zu Babel noch heut« stönd«: er hätte ihn von fern gesehen, aber nicht nahe herankommen können, da die Wüste wimmelt« von Drach«n und anderen giftigen Tieren. Besonders hübsch sind die Geschichten, dt« er von dem Bogel Phönix berichtet. Im Innern Aegyptens würde von den Priestern alle 500 Jahr« ein Altar er» baut, auf den sie Schwefel und andere brennbar« Stoff« legten. Dann käme der Phönix geflogen, zündete selber ein Feuer an und verbrenne sick)! am nächsten Tage fänden die Priester in der Asche eine Schlange, am Tage daraus wäre aus der Schlange ein Bogel geworden, doppelt so groß wie ein Adler, und mit schimmerndem Gefieder. Das war der neue Bogel Phönix, der dann am dritten Tage wieder seines Weges flog, um eist nach abermal» 500 Jahren zur neuen Berbrennung zurückzukehren, denn so lange währte sein Leben. In Aegypten hatte Mandevill« auch Aepsel vom Baum der Er- keimtnis gesehen. Wem» man sie durchschnitt, zeig« sich in ihnen ein Bild des Erlösers. Auch auf dem Berge Sinai trugen sich seit- some Ding« zu. Zu den Mönchen de» dort stehenden Moster» kamen Raben mit Oliven im Schnabel geflogen, die si« den Mönchen brach- tcn, damit diese aus den Oliven Oel für die helligen Lampen pressen sollten. Mattdevllle berichtet. Titus hätte Jerulfakem mir deshalb ,«r- stört, weil die Juden Christus gekreuzigt hatten, und um sie zu straf«n, verkaust« er sie als Sklaven für dreißig Silderlinge, die gleiche Summe, für d« Judas den Herrn verraten hatte. �•. Das Tot« M»«r ist diesem R«is.>nden im Land, d«r Phantasien mm besonderer Gegenstand de» Staunens. Diese» Meer ist so felt, sam, daß eine Feder in seinem Wasser untersinkt, ein Stück Eisen aber an der Oberfläche schwimmt. Auch wachsen an den Ufern des Toten Meeres Früchte, die wie Aepsel aussehen. Schneidet man sie aber durch, sa sind sie innen voll Asche und Schwefel, und das ist ein Zeichen dafür, daß die blühenden Städte, die«inst hier lagen. So- dom und Gomorrha. den Weg der Bechammnis gegangen sind. Dos Meer an der südafrikanischen Küste kocht, so daß kein Fisch darin leben kann. Fällt«in Mensch hinein, so ist er gleich verbrüht. Seltsam ist auch, daß auf dem Berge Ararat noch immer die Arche Nooh steht, die man bei klarem Wetter aus sehr weiter Ferne sehen kann. In Arabien hat Mandeville Täler getroffen, deren Selten mit goldgefaßten Diamanten besetzt sind. Ehe man aber dorthin kommt, muß das Schiff an dem berühmten Magnetberg vorbei, der alle Nägel aus den Planken zieht. Auch ist das Diamantental voll von Löwen uild Elefanten, und es gibt dort Natten, die so groß sind wie große Hunde. In Malarbar aber ist da» Allerwichtiqst« zu finden, nämtich di« „Quelle der ewigen Jugend� Da» Wasser dieser Quelle hat einen wunderbar würzigen Geschmack, und jeden Tag hat es einen neuen Duft und eine andere Farbe. Wer dreimal auf nüchternen Magen von dlesom Wasser trinkt, wird, von ollen Krankheiten geheilt, wieder jung. Diese Quell« entspringt dem Garten Eden. Auf Java steht ein Königsschloß, besten Treppen und Fenster aus purem Silber und Gold sind. Das Merkwürdigste aber sind die Bäume auf dieser Insel, die Fleisch, Honig und Wein tragen. Es gibt aber auch Bäume, von denen man Gift erntet. In der See schwimmen große Fische, und wenn der König an da» Ufer kommt, schwimmen dl, Fische heran und machen ihm ihre Reverenz. Dort sind auch so groß« Schnecken zu sindeii, daß die Menschen in den Schneckenhäusern wohnen köimen. Dos Merkwürdigste auf Java aber ist der See, der sich aus dm Tränen gebildet hat, die Adam und Eva nach ihrer Bertreibung aus dem Paradies geweint hod.m. Dieser See wird von Drachen und Krokodilen bewacht. Auf Java gibt e» auch sehr seltsame Menschen, manche haben einen Hundekopf. andere nur ein Aug« auf der Stirn, aber sie sind von ungeheurer Größe. Manche haben auch ein Auge in der Schulter, andere wieder eine so lange Unterlippe, daß sie sie beim Schlafen wie einen Sonnenschirm spannen können. Daß die Ohren bis auf die Knie hängen, ist nichts Ungewöhnsiclies. Mandeville traf bei seinen Reisen auch aus Inseln, hie zweimal Im Jahr« Sommer und zweimal Winter hatten: auch begegnete er einem Liliputvoli, besten Angehörige nicht größer waren als zwei- jährige Kinder. Mandevilles Buch, das den Titel hat„Reisen und Entdeckun- gen", gehört zu den meistgelesenen Schriften des spatm Mittelottars und wahrscheinlich trug dieses Buch dazu bei, die Lust att Reisen und Entdeckungssghrten zu wecken. Biel« spätere Schriststellsr, wie zum Beispiel Swift in seinen.„Gullivers Reisen.'.', haben-u, dieser ergiebigen Quest« geschöpft.. Friedrich Zobel. MM �Hermann Storn: 3)aS Ws es schon dem Morgen zuging, kam Peter zu dem Leicht- »natrosen. „Guck her", sagfe er,„kannst du dos Feuer dort nicht sehen?" .Wo_ ach ja erwidert« her Angesprochene, und gewahrt, ein rate» Pünktchen in der Nacht glühen, da» aus und nieder schwontt«, dem, es war nun ganz still geworden und hohe Dünung rüttelt« da» Schiff stärker dem, je. „Urtb da>s noch eins", begann Peter von wuem, und zeigt« „ach einem grünen Licht zur Linken. „Die kommen auch in der Stille nicht weiter.— Nu r»gt sich ober auch kein 5)auchN „3a", erwidert« der Leichtmatrose, und horchte in die Nacht, bis plötzlich das Schifs überholte, erst nach rechts tief abwärts, dann nach links. Im Mannschaftsrmrm und in der Kchüte rostelt« das Geschirr, uick man Hörle eine Klcchschüssel fallen und über den Boden rollend alle Bewegungen nütpaltcru. Als dies will»« Schlängeln wieder aufgehört hatte, richtet« sich der Leichtmatrose plötzlich cmf und lcurscht«. Es war. als rinne vor ihnen Wasser aus der Luft plätschernd auf die Meeresfläche. Und nun sahen sie dicht neben sich aus der Höhe eine» Dienen- Hügels etwas riesig Dunkles wie einen ungeheuren Fisch auftauchen und langsam wieder verschwinden. „Was war das?" fragte Karl, der Leichtmatrose, bleich vor Er- re�un�. „Ich weiß nicht-- Jung«, da« vmß'n Wrack seinl Gott verdamm mich, weck den Akten— hat die attder« Wach« an Deck— di« Dorluck auf, daß wir an d!« Fender» kommenl— Wenn«» wieder- kömmt, haut es uns in Stücken." Der Leichtmatrose sprang mit beiden Füßen in die Höhe, wie ein aufgeschreckter Hase aus der Sasse saust, drehte sich, und war gleich daraus ln der halbdunklen Kajüte, wo es von Uhren tickte. ..Kapitän!" rief er. Kapitän—!" „Was i»— was is—?" Wrack——" Er sah noch dm Schifter von, Sofa aufspringen, dann jagt« er schoy wieder nach vorne, brüllt« ins Logis:„An Deck alle an Deck!" Härte sich gleich barrnrs hi« Keil« von der Botzderluk« schlagen, warf Eifenftangen umher und riß dir geteert« Leinwand von den schweren Bohlen, die ihm der Segchnacher nun schon abheben helfen konnte. Er griff in den dunklen kftaurn hinab, fühlte sogleich die Hölzer mit den Stricken unld warf zwei über die Schütter und schteppte sie davon. Da» Deck war voll von Leuten, dt« in Unterhosen und im Hemd im Zwielicht« des Morgens mit ängstlichen Fragen umher- 'schwankten. „FeNder««i« der Dorluck!" schrie er ihnen zu.„'n Wrack Sicht bei an Packbord!" Er ließ eines der runden Holzstück« über Bord und machte e» an seinem Stricke fest. Peter hatte all« Bvassmbündol zu!aum�n<>estt,nü,-t und hing si« üb« Bord, und der Scheft« siöHb dad«i und statt«et«:„Wa— wa was macht chr da r-V Der Matrose sah iwch. ob auch die Toubündel so tief hingen, um bei eiiwin Zusainmenstoße den Dvuck auf die Planken zu mil- der», und strich sich den Schnurrbart. JUi war dicht bei aus der Dünung", mltwortete er dem Kapitän. „Wo— wo—• ich kann nichts sehen!" „CE» war n gan,e» Schiff", antwortet« Peter,„es muß aus der Ladung treiben, da kömmt's all wieder!— Fix die FeiDers— die Fender»!". Da kam di« schwere, dunkle Masse wieder hoch oben aus dem nächsten vüneichüßel und schaukelt« zu ihnen vorüber. Ihr Schiff holte jetzt gewaltig über, daß das glatte Wasser bis an den Rand der MeCing stieg, und taumelt« langsam von dem schwarzen Ungetüm weg, das ihnen nachgeschwommen kam, wie ein dürres Blatt auf stummem See dem anderen imchtreidt. „Es spielt mtt um", sagte Peter ausatmend,„und wem, wir näher an Land wären, könnten wir ein hübsch Stück Gold machen." Der Schiffer schüttelte mit dem Kopf und sah aus das Wrack hinüber, das kaum fünszehn Meter von ihnen schwärm» und mm deutlich sichtbar wurde, denn der Himmel hatte sich mit weitglänzen» den Wellen rostbrauner Wolken überzogen, hie das fahle Licht der Nacht begleiteten, das aus der Nacht über die grauen Waster glitt. Mit dem Morgen gewahrte man auch rechts und links die hohen, fast noch dunklen S«g»l mosten von Schiften, deren eines ge- rade auf einer Dünung feinen schlingernden Tang aufführte, als kehre es trunken von nächtlichen Ausschweifungen heim. Da« Wrack aber lag mit zerschlagenen Relinqen fies gebettet, und seine Masten waren au« dem Deck gebrochen. Man sah dos Master in seinen offenen Luken spielen und wi« bei einem Flosse über da, geborstsne Deck quellen. Mitunter drängt««» in Strahlen aus Oefftumge» dt» Achterdecks, wenn die Dünung den schweren Bau aufhob, und es war traurig und einsam anzuhören, wenn e, aufs Meer hernieder- plätschert«. E» blieb immerzu«in Wellental breit seitwärts und mochte ernster, stiller Ito Bewegungen auf der Dünung mit. „Ein oustralyche« Schiff ist gegen so'ihn alten Kost«, gerannt und bis auf zwei Mann ertrunken, lieber tausend waren au Bord", sagte Peter.„Und jelx» Kriegsschiff muh so n Wrack in wtücke schießen." Daun sah man auch, daß das Ganze«inst mit blauer Farbe gestrichen gewesen war, und sie meinten, e» sei wohl«in Norweger der Bauart nach- Mtt dem Tag« könnt« man auch am Heck den Namen„Autasagasta" lesen, aber keinen Hasen dabei. Die„Autosagasta" ist'»', sagt« Peter, und plötzlich stand Jan. ein anderer Matrose he» Schisse», mit bleichem Gesicht neben»hm und sagte: „Dann ist sie von Ehristiania und vor zwei Jahren von Guate- mala mit Zedernholz fort. Ich halt' einen Bruder ans, er is nicht wiedergekourmen." „Gott v« chamin mich", sagte Peter,.das Meer ist'ne bannig große Taste. Wehn du daraus trinkst, kömmst nicht mehr reu»!" Später befahl der Schiffer, ein Boot klar zu machen und aus- zusetzen. Sie spamtten Trosse urtb ruderteu das Schiff von dem tu* hmHichm Saite weg. Qule und ichlechle Wem, uns der Lenz außer Frühlingsgrün und Biütcnpracht noch die lang« vernüßte,, Sänger beschert, ist es den meisten Natur- freunden der höchst« Genuß, in Wald und Feld dem vielstimmigen Vogelkonzert zu lauschen, als dessen Primadonna seit undenklichen Zeiten di« Nachtigall gilt. Für denjenigen, der sich eingehend i»it Bogelgesang beschäftigt, ist es kein Geheimnis, daß nicht allein der Wohllaut des Gelange? oder des Schlages, sondern auch die Melodien der Lieder höchst verschieden sind. Ja, man kann den Gesang ein und derselben Art unter Unsttändci, nach Gegenden unterscheiden, so daß man von verschiedenen Dialekten in der Vogelsprache reden kann. Das Lied des Bogels ist nicht unbedingt ererbt, es muß zum Teil bei manchen Vogelartci, sogar ganz vom Bater erlernt werden, oder aber es bleibt stümperhaft. Ein kunstlich ausgezogener Baumpieper, der den Song seines Aaters nie gehört hat, bringt später das reine Baum- pieperlicd. ivahrend hingegen ein« jung« Nachtigall, ein Buchfink, die nie ihren Vater oder einen guten Artgenostcn gehört haben, gewöhnlich minderwertig im Gesang sind. Junge Vögel ohne Bor- sänger lernen von irgend fremde» Genossen, was manchmal ganz schnurrig, aber selten gut klingt. Dies« Fähigkeit haben sich die Bewohner des Fichtelgebirges, Thüringen-, des Harzes"ich anderer Gegenden zunutze gemacht, indem sie„Lieder pfeifende Domviaisen" in den Handel bringen. Unser bekannter Dompfasf, der stattliche, ruhige Vogel mit der roten Brust und der schwarzen Kappe, ist von Hanse aus ein Stümper, kernt aber, sung aufgezogen. Liedchen nach* pfeifen, ebenso di« Haubenlerche: während 2l>njel, Star und Häher mit Vorliebe Signale aufnehmen. Da Iungvögel nach dem Winter- ausenthalt meist ihren Geburt-ort wieder oussuchen. um sich in der näheren Heimat anzusiedeln, ist es kein Wunder, daß sich Oertlich- keitsrassen herausgebildet haben. So gilt die rheinische Nachtigall bei den Kennern als die beste. Jenseits der Weichsel, an der Donau, in Rußland, Siebenbürgen, Polen usw. lebt der Sprosicr oder die graue Nachtigall, so benannt zum Gegensatz zu unserer rostroten. Der Sprossergesang, den viel« über das Lied unserer deutschen Sängerm stellen, ist mächtiger, kunstvoller, aber es fehlen ihm die schmelzenden Klagen. In den Grenzgebieten, wo beide Arten zusammenstoßen, gibt«s sogenannte Zweischaller, die beider Gesang zu Gehör bringen. Einen riesigen Ilntevfchied finden wir auch beim Edelsinke», da trifft man ganz elende Stümper und große Meister, die das.flenn- r> ohr entzücken, Tief« linterschiede im Finkenschlog hat leideuichoit- lieh« Liebhaber henrngeziichtet, und man erzählt, daß z. SB. in Ruhla il, Thüringen ein Finkensreund«ine Klih gegen«inen Finken mit einem bestimmt«', Schlage eingehandelt habe. Ein sehr beliebter und gesthätzier Vogel, dessen Schlag«be-nfalls sehr variiert, ist die schwarzköpsige Grasmücke oder der Mönch-, da findet man leiernde Bogel, deren Lied nicht viel sogt, andere derselben Art singen so melodisch und feurig, haß es dem Lied der Nachtigall kaum nach. steht. In«inen, Privatpark unweit"»einer Wahnung. gib! es Mönche, welche ganz anders singen als ihre etwas weiter«ntiernt hausenden Brüder, eigentünchich melancholisch(«ierrd, während sonst der Gesang des Schwarzplättchens jubelnd ansteigt. Daß Vögel, di« nicht Originalsanger.»nd deren Lied sich aus den Gesängen der Nachbarn zusamn, ersetzt, unteischiedlich sei" müssen, ist oh.« weitere, zu verstehen. Der Gelbspöiter, der erst Mitte Mgi erscheint, ist ein wundervoller Jnjitotor. der nur zuweilen zu viel des eigenen, unschönen, quetschende» Gesanges unte.-. mengt. Aber auch bei dieser Vogelart gibt es große Unterschiede. Unter den Spöttern findet man originell« Künstler, die jetzt Roch- tigall oder Buchfink vortauschen,»im kurz daraus das Gackern einer .Henne oder dergleichen zu bringen. Daß der ewig vergnügt« Star in Gefangenschaft Wort«»nd Melodien lernt, ist bekannt, daß er ln Freiheit mit Vorlieb« den Pirolpfisf nachahmt, weiß nicht jeiler, und so wird oft von einem Pirol in einem bestimmten Garten gesprochen, wo sich gar keiner aufhält. Blaickehlchen bringen ebenfalls andere Nogelgesänge. doch füllt ihr Lied mir in den frühen Morgenstunde" ans, wenn olles noch still ist. Ebenso geht der Gesang des rotrückigen Würger» oder Neuntöter», d«r meisterhaft di« Gesang« fciiwr Umgebung imitiert, Im allgemeinen Konvrt verloren, sein Potpourriliod flt eben zu leise. Ist auch nicht jeder Bogel ein Meisterfänger, im Ehorn-. des großen Freiton, zertcs wirken doch alle Stimmen ans uns Menschen. Wa» wäre der schönste Lenzniorgen mit Bliitendnst ohne Bogel- gesang? Frstiz Fuchs. Tofgefehiclile einer ffeidniarh Bei der Wüstung Federtilz bei Ladeburg(Kreis Jerichow 1) wurden beim Tiespfvügen öfter vorgeschichtlich« Fundstellen ange- schnitten und zerstört. Die Rettungsgrabungen, die die Landes- anstalt für Vorgeschichte, Hall«, ausführt«, brachten interesianle.Ergebnisse über die Vor- und Frühgeschichte dieser Feldmark. Sie Zeigten, daß hier neben zwei nie versiegenden Quellen seit der frühesten Vorzeit Siedlungen bestanden ha-äe». Die ältesten Funde sind einzelne bearbeitete Feuersteinstücke aus der mittteren Steinzeit(von 10 000 bis 4000 v. Chr.). Aus der jüngeren Steinzeit wurde eine Gehöstcmlag« mit drei Herdstellcn freigelegt. Der Uitterbau des Hauses bestand aus einer Packung von Findlingen. Aus der frühesten Bronzezeit stammt«in einzelner Grabsund mit drei Gefäßen. Die jüngere Bronzezeit wird durch acht Leichenbrandurnei, mit schönen Beigesäßen vertreten, die auf dem ganzen Gelände verstreut gesunden wurden. Aus der frühesten% Eisenzeit stammt«ine größere, mtt Steinen umftellte Grab an jage in der Nähe der«inen Quelle. Daran schsießt sich ein größerer westgermanischer Fviedhos der Früh- und Mittelatenezeit. Hiervon wuichen 87 Gräber untersucht. Aus derselben Zeit wurde auch eine Haueanlag« ausgedeckt. Al, Fremdlinge treten im letzten Jahrhundert o. Ehr. drei oft- germanische Bra'chschüttnngsgräber auf. Es handelt sich um B e- stattungen oft germanischer St ä nw» e, die ans Ostdeutschland kommend im letzten Jahrhundert v. Chr. im mittlere» Elbgebiet austreten und dann noch Südwestdeutschland abwandern, wo sie gemeinsam mit anderen westgermanischen Stämmen am Rhein in den Kämpfen gegen Cäsar tcllnch-men. Aus dem ersten Jahrhundert nach Ehristt Geburt stammen pur einige vereinzelte Funde: dann hört die germanische Besiedlung aus. Zahlreiche sla- wische Gefäßrest«, auf einer größeren Fläche zerstreut, zeigen, daß auch die in das leergewordene Gebiet eingewanderten Slawen hier an einer größeren Siedlung saßen. Bei der Kolonisiening des Ostens wurde das Dorf wieder deutsch und bestand als deutsches Dorf bis in dos spät« Mittelalter hinein, wo es mit vielen anderen Dörfer» wüst mut*. parieinachrichien efnfnibimatn fBr diese Nu bell sind Nerli» ST«8, Lindenitratze 3, sürGroß-Berlin stet»«n du,«ciirlefelniatial S. Hof. 2 Treppe« recht», z» richten. Tie«ammelliste Nr. 7Ä zum Notopfer für Erwerbslose in«dem Bezirk Z, Webbiiig, ist in der 17. Abteilung verloren worden.— Bei einem eventuellen Versuch, darauf zu sammeln, ist diese Liste anzuhalten und an das Büro einzusenden. I. 21.: Alex P a g e l s. ★ is= 1. Srei, Ritte. Do«»tr»taa. 17. April, t»') Uhr, im K-ckeicheu Ms Kpf. Sofcniholct Sit. 41, strei»mitali«»er»crsaMmlu«g. vprtr«,! pz .Die Parteiarbeit im Betrieb«�. Nefereut. Emil Sarth. !Z i� m m». Kreis Wilmersdars. Miiimach, lt. April, Hl Uhr. im Piltpri»» m W qartc«, Äilbclmsaur lI4— llS, streiimitqliederpcriammluua. Bartraq: m .Die palittsch« itaqe". Neserent: Dr. Rudols Areiticheid, R. t. N. ..........-■—"~ m W l I I f i Gruppe Ttwpeldps.Rariettbprl. Umn: Kermabind Akt hrutr au». ZSir de- teMaen uns«schipssen an der Sesamweranstaltuna. Gruppe Wilmersdars. Unter Gruppenabend fallt beute au?. Wir beteiliaen »ir« aetchlpssen an der tsefanrtpcranslaltung der«o�ialdemalraiie und de» Reichsbanners. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. M Ritqlicdsduch mitl>ri«»en. BuchlaatroN». l I I rT�7r4-l=43�-Cini:t~4T:t-"tztSi.:l��T;jrPi27" ch Stets Tieraarten. Miitmoch. 16. April, 20 Abr, ctrociiertt streisvorstands- riRima bei Landow, isicnsburaec Ltr. 6. Seute, Dienstag, 15. Ztpril: 6. Abt. 20 Ubr bei Zürtcrt. Eteinmeiistr. Ms, Liniina des Riaitomitete. tü. Abt. Mainiarteu und Bilieiis zur Maifeier find vom Abteiiuiülskaisicrer absubolen. 6». Abt. Renlöll».«. Abt. Grit,.»»«»«. l»>e Uhr a»ker»rdenii!che R P! Mttalicbcrperfammlpua in Beckers SefeMchastsbau». Britz, ab-usse«. m fZ sttaiie 97, vortraa:.Reli,io» u«d Sotialismu»". Referent: Kenaspe m l7i?uch», Sisenach, und Stabtschalrat Dr. Sutt Liimenftci«.— Ohne Rit- W M aliebsbuch lein Einlaß. W MR. Abt. Johannisthal. In der Zei! oom Dienstaa. lo. April, bis Donners. taq, 17. April, laufen im..Silntiietn". Ltubenrauchste. 12. der IZilm! .Briider�...�rcie Jährt" und der Werbefilm des»Vorwärts". Die Ge»! nosseu weiden ersucht, iu ihren Berirken auf die Veranstallunst hin- Zuweisen und für rearn Besuch.tu soraen. ck?tz. Abt. Zleinickcndors.vst. Die Abrechnuna findet in dieser Woche nichi am Jreitaa. sonder» am Donnersian. dam 17. April, von U>— 19 Uhr, beim Genossen Meiser statt. Morgen, ZNittwoch, Ib. April: 21. Abt. Iff'« Uhr in der EeschättsslcUe, Utrechlcr Str. 21. Juiittiouarsitzuna. 22. Abt. Die»ächsie Zusominenlunft der iunaen Genossen- ist am Mittwoch um 19'- Uhr im Pfeilersaal der Äochichukbraucrei, Lee. La!e Amrumcr C'rake. «. Abt. Tie slir Millwoch, den 16. April, anaetetite Vertammlunie der iunaen Senosssnneii und iSenossen sälli aus. Die spätere jzusammenlunfr wird noch bekanniaeaebe». 27. Abt. Unsere stinbersreunbearnppe..Martha Demmnina" trifft sich um»lz Uhr am Peiersburqer Plan. Der hentiae Taq ist der Todeataa der Genossin Stadttätin Martha Demmninq. AI, Ramrnsttäaet will»ie Gtnppe ihre Grabstätte besuchen. Bit bitte» aü« Parteimitqlieder, die frei sind. mit idtcn Kindern daran teilzunthmen. Befreundet« Kindcrqrnppe« sind rinqeloben. 69. Abt. Schwerdöti»«. � Uhr im Juaendheim Llnbenstr. 4 ,. I, Mttalirder. »rrsammlunn. Vortraa:„Latialistischtr Aufbau". Referent: Gattlieb Reese. tS. Abt. Stealitz. 2» Uhr Riialiedernarsaiumsui»! im Lokal Schcllhasc, Ahorn» sirane lZa. Vorlraa:.Die. politisch« Laae". Refereitt: Genosse Robert Brauer. tzt. Abt. Lankwitz. 20 Uhr Ausspracheabend bei Lehmann, Kaiser. Wilhelm» Straße 29—31. 99. Abt. Beiß» Buckow. Betitle Gtoßsieblunq. Politischer Arbeiiskceis fallt aus. Wir beiriiiaen uns henie. Diensiaa, an der Miiqliedeioersanm>!u»a der Partei..» 199. Abt. Jtiebtichsbaqen. 20 Uhr Mitqliedtrvsriaimnlunq im Lokal Siadl- Iheoter am Marktplatz. Taaccordnnna: l. Vortraa Uber das Thema:„Die Berwaltunasreforni der Stadt Berlin". Referent: Bliracrmeister Genosse Dr. Ostrowski. 2. Berich! von der Krcisoer'.rctcrocrsammiunq und dem Betirksparteitaq. 727. Abt. Reinickendors-Best. 20 Uhr im Bollsliaus. Ccharnweberstr. 114. Mi!» aiicder»ersamnil»na. Vcricha vom Betirksparteitaa. Parlcianaeleaenheiten, Berschiedenes. , Donnerstag, 17. April: Abt. Lichterfewe. Alle' Bc.�irksAbrl'r und foitftiflen tätiqeil Genossen treffen sich um Ä) Uhr znr erweiterten AbtettnngsvorstandsMunn benn Genossen Qnandt, Moltkestx.:!l, Ccke HindenburtUan'.m. Erscheinen Pflicht. Wichtiac Taaesordnuna. W Oft«». Grnpve Demmninq" trifft sich um 8& Uhr am W Petersburger Plah. Dieser Tcrq ist der Todestag der Genossin Stodt- D � rätin Marlha Dennnninq. Als Namenträger besucht die Gruppe ihr« e=! W Grabstätte. Wir bitten die Eltern, daran teilzunehn�n. Befreundete � g Kindergruppen und herzlichst eingeladen. Arei« Kreutberg. Gruppe Südwest. Alle Iungfalken treffen stck» am Mitt- woch um 8 Uhr Porck- Ecke BeIle.AlIianee--Strasse �ur s?ahrt nach der Iugenb- Herberge Reu-Behlefan�. 1 Mark und Trinkbecher mitbringen. Unsere Rest- falten sind herzlich da.�u eingeladen. Die Restfa.'icn treffen sich um 1v Uhr an der gleichen Ecke zur??ahrt nach Svandäu.»>0 Pf. und Essen mitdringen. 5treis Tiergaeten. Restsalten I. Wir treffen uns am Mitimoch. dem Isi. April, 8 Uhr. Wald- Ecke Waldenserstraße. zur Fahrt. 30 Pf. Fahrgeld mitbringen. Geburtstage, Jubiläen usw. 7. Abt. Stadt rat Will» Zstiedländer 69 Jahre. Am 12. April 1679 t» OtanieRlmtfl acboren, erkonnte er schon in iunaen Iahte», paß die Laqe feinet Bt'tuiskolleacn nut dutch cnacn Zusammenschluß der Knud» und Kopiarbeiter ««bessert wetben kann, ober nicht nur t» der Gewerkschaft, sonbetn auch iu der Partei hat sich Will« Jriebländer betoottaqend beiöttat. Durch da« Per» trauen der?arte>acnossen wntde er tarn 1. Borsitzenbeit de« ehemaliaen >. Berliner Rcickstaaswadlkreile» aewäbit. Sier wirkte Genosse Jtttdiändrr bis»n feiner Einbernfuna tum Seerecpicnft. Im Jahre 1929 wutbc ihm dntch die Genossen de» 1. Kreise, das Mondai ol» unbesoldeter Stod'rat im Ber- wattunaebetirk Beriin-Mitte»berttaqe». Kier hatte er sein« Tatiakoit in der Kauptsache her Krieqoheschädiqtrn. nnb Stntetblicbenenfürsorqe qrwibmet. Air hearn den Wunsch, baß nn« die wertvolle Rittoirkunq de» Genosse» Tkrieb» landet»och recht lanqe erhalten bleibt. 26. Abt. Unserem Genossen und lanqiähriqen Junktionär Emil Riihl, Loihrinqer Straße, tut Silberhochtzeit dir bertlichft« Gtatttlatton. 29. Abt. Unserem lieben Grnassr» Kerinnn« Ander» und leinet Gattin tnr Silbethochtzeit ri» dreifach donoernde».Jeei Hell", daß dir aonte Ahlbecker Straße wackelt. 89. Abt. Schpneberq. Unsetem lieben Genosse» San» Brau» nebst Gattin die berzlschsten Glückwünsche»nr Silberhochtzeit. 106. Abt. Zolmnnistbal. Unserem Senoffen Lilbelm Mosel tum 79. Gr» burtstaqc die dertti äfften Glückwünsche. Vortrage, Vereine und Versammlungen. W Zrauenveranstaltungeu. 38. Abt. Eharlotienburg. Mittwoch. 16. April, 20 Uhr, im Rcuikehgus, Stauf«- ftrafc« 4. v. IV. Portrag:«Die körperlich? Perfassung des Proletariats und sein Kampf". Referent: Dr. Hans Graaz. W. Abt. Reuköll». Dienstag. IS. April, IS�- Uhr. im Bärwinfel, Siedlung Dammweg, Vortrag:..Soziale Gkecichtshitfe und Gefangencivfürsorge". Referent: Fürsorger Kodden. I3f. Abt. Tegel. Die Vorzngsbons für das Wallner.Th''ater 218� sind ab- zuholcn bei Frau Lenke. Marzahner Ltr. 4. 2 Treppen. Jungsozialistische Vereinigung Grost-Verlin. -st Sent«, Dieitoin». 15, April, sinket iu der Aula de* Friedrich. 0 Wilhrlnt-Gnmnassnm. Kochstr. 12, l9>- Uhr, eine Gciamtvcranftaltunq t� mit dem Thema:.So�ialdemokratir»nd Retchsbanner"«l» Aussprach«- is? abend statt. Der Rcsrrent für das Reichsbanner ist der Genosse Map sM W« ftp bol, Korreferent Genosse Kermann Jieißner-Deeede». Wir fotAern 0 assr Mitplieber der TAI. nn» dcr Berliner Paeteiaenossrnfchnft. die si"I infolqe ber oeeänderirn polittfche» Sitnatio» an bleser Zroqe intet- !- 7 rffiett ssnd. aus, ditse Vctanstaltunq tu besuche». Die b-foubeee Beteili» 1 a»np dc» Iunqbannets Mitte wird der SAJ. Geleornheit aeben, an, die Jraar de, Innqbanner, eintuqebrn. Tntlanttoll«. Mttallebsbuch lcaitimiert. Unlosi-ubeittaq 19 Pf. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Goid". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Cebastianstr. 37— 5os?. Tr Gauvorstond. Iungbanner. Der Ausspracheabend am Diem-tag. dem 1Z. Avril. 19� Uhr. im Aealqpmnasium, Kochstr. 13. ist eine Veranstaltung des Iungbannners Mitte. Alle Berliner Inngbannerqruppcn sind hiermit eingeladen. Mitgliedsbuch vorzeigen.— Bvenzlauer Berg. Kameradschaft Eenefeldervlat;. Dienstaa. 1ö. April, 20 Uhr, bfi Kofmann (früher Büttner). �Schwedter Str. 23. Versammlung. Bortrag:.-�"-tei und Reichsbanner". Referent: Kamerad Rosemann. Rao' �arfa™""fV rr'� eingeladen.— Mittwoch. IS. April. Friedrichshain. Kameradschaft� Warschau. 19�2 Uhr Kameradschastsvevsammlung bei öahn. Simon-Dach-Straste. Referat über Rußland. Erscheinen aller Kameraden Pflicht. Kameradschaft Andreas. 20 Uhr Kameradschaftsversammlung in Schmidts Gesellschaftsbaus. Fruckvl- strafte 30s. Referent: Kamerad Kreutlein:..Politische Taressragen". Gäste können eingeführt werden. Anmeldungen und nähere Auskunft über die Oster- fahrt nach Dubrom-Berg. Fahrgeld 1,60 M. Beteiligung ans anderen Käme- radfchaflen erwünscht. Neukölln. Brih. Iungbanner. 20 Uhr Mitgliedervcr- sanuulung im Idealkasino, Weichfelstr. 8. Erscheinen Pflicht. Prenzlauer Bcrq. Kamerad'chaftsversannnlungen um 20 Uhr: Donnerstag. 17. April. Kameradschaft Robert Blum bei Klug. Danziger Etr. 71. Kameradschaft Wörther Plaft in den«Berolina-Festsälen", Schönhauser Allee 29. Der Berliner Zitherklub übt seden Dienstag um 20'.iz Uhr im Clubhaus, Ohmstr. 2.... Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und Kriegerhiuter- bliebeneu. Gau Berlin. Ortsgruppe Norden 14. Donnerstag, 17. April, 20 Uhr. in den Kasinofestsälen. Pappclallco 1-5, Mitglieder-Wahl Versal. rm- lung. Wabl der Delegierten zum ö. Bundestag in Mainz. Reschluftsassnng über die Ortsgruppensaftung. Referat des Kameraden Mendo über:„Kriegs- opfer. Sparn'.aftnnhmen und Kommunalpolitik" � � I.anskeNov kinsli�b vedstinx �>ud-. Zd /.astnarrtebaus Kulk)�'- ztrsve 104, QutlmagnLaal: vaptle M.A und Mr.CZ. Klötzel:„On Travclling'4. Sport. Rennen zu Rlariendorf am ZNontag, dem 14. Apiil. l. K-»ne, i. 1. Lad» Tnssn MillSl. 2f.«nti dc Bnl. St P>-> T-aliia. loto; 85:10. Platz: 19, 17, 81:10. Ferner licjch; Jiiloma, Talire. Heureka, Maniorgen. 2. Zlei! neu. 1. Wysanka sE. Elias). 2. Natur, 8. FeueiliUc. Tato: 151: 10. Platz: 28. 22. 14: 10. Ferner liefen: Osterprlnz, Eppi, Blaustrumpf, Heideritt. Pascha. Morgan, Dianetie. Z. Reu n c ii. 1. Ereiecus IL. Kansmanni, 2. Baron Tusfy. 8. Sckilon- rote. Toto: 150:10. Platz: 00. 22. 40:10. Ferner liefe»: Dyewnschta, Pindar. Peranio. Lteiiikau;. Meislerich!!»!. RaU». 4. Nennen. 1. Espariette 5.aust jr.i. 2. Turteltaube, 3. Fdnss. Toto: 8Z: 10. Platz: 14, 14. 17: 10. Ferner licicn: Eäia Bella. Plide Ibe tt'-.eat. RIpenjeucr sll. diSss.SOProz. Platz zur). Naniiiiida. Eill» Tiilon. Hanna Archdale. 5. Nennen. 1. Peiseiiteilc(Faust jr.), 2. Qrla Watts, 8. Foka'tc. Toto: 80:10. Platz: 15, 15, 17:10. Ferner Uesen: Elruster, Eminenz, Lu-Lo, Boston, Earoi. 6. Renne n. 1. Earo Bube(Fang jr.), 2. Möcilich, 5. Goudster jr. Toto: 86: 10. Platz: 2S, 2S, 77: 10. Ferner liefen: Effi, Peter Harvestcr, Fredegundi?, Florian, Taivion Watte. 7. R e u n c n. 1. Silberpappel(F. Brandt�, 2. Rldssa. 3. Fabrcnbeit. Toto: 80:10. Platz: 1?. 28. 15:10. Ferner liefen: Piedcrniaun, Tritoma. Jlicnburg, Prachtpeler, Krotchcl. Nilsbaaa Bon. Propeller, Lrsoa. Modena. 8. Rennen. 1. Be>.gjcr IE. MillS), 2. Maioue, 8. Mary i»ui>. Toto: 54: tO. Platz: 42, 14: 10. Ferner tiefen: Teufelzburfch, Hexen» nicistcr, Lauifelte. �um Osterlest große Trauring-Fabrik fugenlose Trauringe direkt an Private 1 Ring 333 gestempelt nur 5 bis 8 Mk. 585 585 585 900 900 000 leicht 8.50 mittel 12.— schwer 14.80 leicht 16.80 mittel 21.80 schwer 28.— Ges. gcschülzf. Kalaltg sratis I sarantletcnein. Gravieran gratis sofort r, trmnahnieo st. AnillericsirBiie 30 w. Päfsaner Str. 12 S. Kottbosser Damm 2 Hermann Wiese Musiker Orchester und einzelne Wefdendamin 0017:: 9-21 Uhr 08Dts[li8[MljiMter-l8i6aiöi.#€5 Uhr, von der Leichenhalle des Wald-Kirchhofes in Ober-Lchönewelde aus stall. Am 13. April starb unser Kollege,| der JUcmpntc Karl Kaißer geb. 18. Februar 1876. Die Einäjchecuuq findet Donnersiag, dem 17 April, l-V, Uhr, im Kicma» lorium Gericht straße stali. Rege Beteiligung wird erwartet. ktackruk Am 6. April starb unfrr Kollege. dcr Mechaniker Kurt liimmig geb. 13. SIBij 1806. Sie efttSschcrung hat bereits flott» gejuiiben. Ehre ihrem Andenken! vi« vrtseerrrukiuoi!. � WWWWMUDnS p'rvitaT. lt. �pril. verstarb plötrliob unss nnerrvar- tet ruein lieber tztnuii und treusorgenderVater, derGastvrirt Franz Hahn im 46. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen Ww. Berta Hahn und Sohn Herbert. 41 eist in XO 35, Wörther Str. 15, den 14. April 1930. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 17. April. nachm. d')3 Uhr, im Krematorinm Gerichtstraßo statt. Mirke Stadien Pti von i Frisches Fleisch Schweinebauch»doe B,iueo m 1,04 Pöiceikamm«1,4............. m 1.32 EiSbeilt mit SpitUbeiu.......„.P(J. 68pf. Schweineköpfe mit pm. 44pt. RÜCkenfett bntkenig......... Pld. Ö4pf Berliner Bratwurst........ rw. 1,14 Hammeivorderfieisch p/j. v. 98; t»u Kaibskamm ohne Beiiige..... ptd 88f' kaibskotelett........ m.««» 1,58™ Suppenfleisch........ mwa 78pf»» Gehacktes.................... pa 88i>i. Rinderiungen............... ptd.36pi. Rinderherzen................ 60pt. Rinderbacken.............. pü SOpj. Rindersonwanze........... Pfd. 88?/. Euter........................... m 26p( Rinderleber gefroren......... ptd. 1,13 Hammeivorderflelsch�fr., Pfd.». 82 Plan Hühner �etroren Pfund von 85 Puten froren 98r. PtnndTon Frische Eier gro98e Obst u. Gemüse Wurstwaren Zilronen Datzend von 3 2 Pf. an Dampfwursl...Pfd. Apfelsinen........ apia. 85pl' Blulapfelsinen...3 Pfd. 68pf. jaffa-Apfelsinen 3 ptd. YZpi Bananen......... 2Pkd.78Pi Tafeläpfel u........ P(d.48pi WeissKohl............ Ptd. Spi. Rol- od. Wirsingkohl f.d. i 2pi Magerer Speck..m 1,32 iPf. 38« Rosinen........... ��58« KoKosrcspel........ m54pr. Maispuiler..........:.m30pt üönillezucKer.3mrto20pf. Käse Fische, Räucherwaren Camembert mmut, schii. 1 Srr."Leb.Spiegelkärpf. i«! ,05an i Tilsiler vviUeu.Pfd.v°» 78pf. an j Kabeljau x«. Fisch«, rtd. 1 dpi Sleinbuscliervoiifett.Pfd.88pi 1' Kabeljaufilet...... Pfd. 28pf. « Edamer 20%......... Pfd. 68p,. j Heringe 3 f"- Jagdwurst........... pm. 1,20 Edamer 40" m 98p.' ��»Ilen..........3 Pfd. 20rL Fleischwursi....... Pfd. 1.20 1' �" 1 �rd.nen�,.�: 9>t°e. 85pk. Fette Sudruss. Qobius 2 Itos. 95 Pk. SiilTWursI...... Pfd. Rotwurst?....... rid. Fefler Speck..vti. 98. 10 Slüok 85 Spinat.............. 5 Pfd. 20pi. Sellerie.............. Pill. IOpi. Radieschen..... 3vnnll 25pt. »mnm ea.i-Pid.-üim«rm»� Pfl»umen............................. 90pi. Aprikosen. Sohannlsbeer........... 1.15 Hlmbeer, Kirsch...................... 1,30 Erdbeer............................... 1,40 Ananas................................ 1,45 Vicrftijcht'Karmeladc.............. 83p/. Peine Leberwurst rill 1 45 Mb.kereibuller....Pfd. 1,28 ucklinge.. Pfd. 2, leiiieueuei wui m. 1 m. 1,�3* Riesen lundern....Pta. 40p(. Zer\'elat u. Salami m 1,65 1 Tafelbuller......... pu. 1,42 p p,d 35p, Rogen................... 35pf. Zervelal 1. letcdim, Pill. 1,88. Dänische Buller...Pill. 1,68> In alleo lliussrn tueecr fndreacstrane — KOLONIALWAREN«— Mischobst................. Pid.»on 58P(. an Pflaumen................. Pill, von 4ePk.an Asrllcosen................ Pid. von 75Pi.an B.rnen.................... Pid. von 75Pf.an Frisch gebrannter Kaffee Pld. VON 1.S5oo Kaste«...................... Pld. von 58Ff. an Oster- Konfitüren in grosser Auswahl