Morgenausgabe TJr. 179.., ' A 90 ��-�brgang Wöchentlich 82 Pf, monatlich Z,6Y M. lm voraus zal,lbor. Postbezug 4.32 M. einschließlich 60 Pfg.PostzeitungS' und 72 Pfg. P ostbeste llgel-ühren. Auslands» abonnemeM 6.— M. pro Monat. Der.Vorwärts' erscheint wochentäg» lich zweimal. Sonntags und Montaps einmal, die Abendausgaden für Berlin und im chandel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und..Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen"..Frauen. stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Vorwärts� Berliner VoltÄvlatt Mjtiwoch 16. April 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die einspaltige Nonparelllezeit» SO Pfennig. Reklame'.eile b.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen' dos enge» druckte Wort 25 Pfennig lzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort IV Pfennig. Worte über 15 Buchstaden »ählen für zwei Worte Arbeitsmoikt Feile 60 Pfennig. 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Die Regierungskrise, die die Freie Stadt Danzig zur Zeit durchzumachen hat, ist mehr als.ein parlamentarisches Zwischenspiel. Bei dem Austritt der Sozialdemokratie aus der Linksregierung, die über 2V1 Jahr am Ruder war, handelt es sich um eine mit den bürgerlichen Koalitions- partnern notwendig gewordene Auseinandersetzung, in der es um nichts mehr oder weniger als um die zukünftige Existenz des Freistaates geht. Wenn dieses Zwangsgebilde des Verfailler Vertrages auch bereits auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann, so muß doch fest- gestellt werden, daß sich die Grundlagen seiner Entwicklung im Verlaufe dieser Zeitspanne eher verschlechtert, denn verbessert haben. Zu der immer schärfer in Erscheinung tretenden Ab- ziehung des Hafenverkehrs von Danzig durch den polnischen Konkurrenzhafen Edingen ist neuerdings ein weiteres sehr ungünstiges Moment getreten, nämlich eine außer- ordentlich starke Ueberfremdung des Arbeits- Marktes, die nicht nur der ansässigen Arbeiterschaft zum Verhängnis wird, sondern auch zu einer Katastrophe für die Staatsfinanzen auszuwachsen droht. Wenn, wie es jetzt der Fall ist, 23 600 einheimische Arbeiter.(bei einer Bevölke- rmtjjszahl von 400 000) erwerbslos sind, während über 30 000 zugewanderte ausländische, meist polnische Kräfte Beschäftigung gefunden haben, so.zeigt das die eine Seite des Problems. Die andere, nicht weniger folgenschwere ist die dadurch bedingte, ständig steigende Aufwendung öffent- licher Mittel für die Erwerbslosenfürsorge, für die bereits jetzt der achte Teil der gesamten Staatsausgaben erforder- lich find. Daß durch diese Entwicklung mancherlei Gefahren für die„Freie Stadt" heraufbeschworen werden, braucht ange- sichts ihrer in mehrfacher Hinsicht als außerordentlich prekär anzusprechenden Stellung nicht näher dargelegt zu werden. Daß die immer wieder als höchstes Postulat betrachtete Er- Haltung der deutschen Kultur einer solchen ausländischen In- vasion gegenüber auf die Dauer ungeschmälert möglich sein wird, muß zum mindesten eine offene Frage bleiben. Vor allen Dingen auch schon deshalb, weil diese Entwicklung durch eine für die Danziger Arbeiterschaft sehr ungünstige Begleiterscheinung verstärkt wird, die auf eine Herunter- drückung der Löhne auf das wesentlich niedriger� polnische Lohnniveau hinausläuft. Diese Auswirkung ist aber auch gleichzeitig Erklärung dafür, daß die Unternehmer- schaft Danzigs diesen Borgang eher gefördert als gehemmt wissen möchte. Und wenn der englische Außenminister Henderson bei den anläßlich der letzten Völkerbundsrats- tagung in Genf zur Eindämmung der Ueberfremdung ge- führten Verhandlungen dem Führer der Danziger Delegation, dem bisherigen sozialistischen Senatsoizepräsidenten Julius Gehl, die Frage stellte:„Ja, was machen denn Ihre Arbeit- geber?", so ergibt sich ihre Beantwortung daraus, daß eben die Danziger Unternehmer schon seit langem aus der Ver- bundenheit des Danziger Wirtschaftslebens mit dem polni- schen die Folgerung nach einer Anpassung der Löhne— der Danziger an die polnischen natürlich— aus Gründen einer „besseren Konkurrenzfähigkeit" gezogen wissen möchten. Es kann darum auch nicht wunder nehmen, daß die unter dem Motto„Arbeitsmarktbereinigung" von der Linksregierung eingeleiteten Maßnahmen gegen die Ueberfremdung des Danziger Arbeitsmarktes in dieien Kreisen ihren stärksten Widerstand fanden, dem sich schließlich auch die beiden bürgerlichen Regierungsparteien(Zsntmm und Liberale) beugten. Zwar hatten diese Parteien ur- sprünglich die Notwendigkeit der Arbeitsmarktbereinigung anerkannt, doch benutzten sie die damit drohende Aufhebung ihrer gewerkschaftlichen Stellenvermittlung, um das gemein- fam vorbereitete Gesetz zu hintertreiben. Das war um so gemeingefährlicher, als sie damit auch das Ergebnis oo». sehr schwierigen Verhandlungen, die auf Grund vertrag- licher Bestimmungen mit der polnischen Regierung geführt werden mußten, völlig in Frage stellten. Es muß dabei auch darauf verwiesen werden, daß die polnische Regierung m eine Beschränkung der vertraglich gesicherten Gleichbere hti- gung der Polen in Danzig nur unter der Voraussetzung ein- zuwilligen bereit war, wenn eine entsprechende Abstoppur.g auch des de u t s ch e n Zuzuges von Arbeitskräften unter- bunden werdcn würde. Wenn demgegenüber von bestimmten deutschen Stellen jedoch gegen alle Maßnahmen, die zur Das Ostprogramm. Eine Oenkschrist der Neichsregiemng. DoZ Rcichstal>in«tt tritt im Lcwfe des Mittwoch zu einer Sitzung zusammen, um sich mit laufenden Angelegenheiten zu beschäftigen Das Ost Programm steht noch nicht zur Beratung, da die vom letzten Kabinett ausgearbeiteten Vorschläge zunächst noch einnwl von den Ressortministern geprttst und überarbeitet werden. Auch die Frage des Revirements im deutschen diplomatischen Dienst ist zunächst noch nicht auf der Tagesordmmg. Die eigeirtliche O st Hilfe-Vorlage des Kabinetts Brüning liegt noch nicht vor, um sie wird noch gehandelt. Das Finanz- Ministerium hat inzwischen dein Reichsrat eine Denk- s ch r i f t vorgelegt, deren Vorschläge zum großen Teil noch aus die Regierung Müller zurückgehen. In der Denkschrift heißt es: Der vorliegende Plan einer Osthilfe kann wegen der Abgrenzung seines Aufgabenkreises, für welche die Finanzlage des Reiches ent- scheidend mitspricht, nicht alles umfassen, was zum Wiederaufbau des Ostens notwendig ist und geschehen müßte. Vielmehr wird d i e Gesamtpolitik der deutschen Reichs- und der preußischen Staatsregierung und die Bewirtschaftung aller Haushalte der Reichs- und der preußischen Staatsressoris als leitenden Gesichtspunkt den berücksichtigen müssen, die Widerstands- traft des Ostens so zu stärken, daß die sich hier auftuonde Wirtschaft- liche und nationalpolitische Gefahrenquelle verstopft wird. Die Ostprovinzen müssen in die Lage versetzt werden, auf gleicher Stufe mit anderen Landesteilen wettbewerbsfähig zu wer- den. Es ist uiwermcidlich, daß die anderen Landesteile zur Erreichung dieses Zieles Opfer werden brin- gen müssen, sei es beispielsweise auf dem Gebiete der Steuer- gesetzgcbung oder!n sonstiger Werse, durch die der umnittel- bor vor dem Zusanimenbruch stehende Osten wenigsten, aus eins Reihe von Jahren bewußt vor anderen Gebietsteilen bevorzugt wird. Es werden noch diesem Progranrm zu betreuen fein ganz Ost- preußen, die vier Kreise Lauenburg, Bütow, Stolp und Rummels- bürg des Regierungsbezirks Köslin, die Kreise Züllichou-Schwiobus und Fviedeberg, Landsberg und Arnswalds der Provinz Branden- bürg, die ganze Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, von Rieder- lchlesien die Kreise Gichrau, Militsch, Ramstau, Gr.-Wartenberg, Glogau, Freystadt und Grimberg und ganz Oberschlesien. Di« Denkschrift enthält zum Schluß eine Zusammenstellung über die bel>ar.dcltcn Einzelausgaben. Donach erfordern die Be- dürsnisse des Ostens einen Gesamtbedars innerhalb der nächsten zehn Jahre für die Zwecke der Landwirtschaft(Entschuldung) SS, 3, Erhaltung bäuerlicher Betrieb« 4, Lastens«nkung(auf IS Jahre) 70, Frachtenerstanung für Hinterpommern(auf S Jahre) S, Pro- duktionsfördemng 5, Meliorationen 7,3, Bartschregulierung OB, Seß- hastmachung von Landarbeitern(Umschulung usw.) 0,7S, Instand- setzungssonds für Stadt und Land 10. Kleinbahnen 2, Chaussee- bauten 73, Wasserstraßen und Verkehrssörderung 3,4, Elektrizität 2S,8. Gewcrbefördcnmg 2,7, Kindergärten 10, Jugendeinrichtungen 8, Schrvesternstationen 6, Krankenhäuser 15, Reserve 29 Millionen Mark. Der Gesamtbetrag beziffert sich nach dieser Ausstellung aus 350 Millionen Mark. Dieser Betrog ist aber nur als vorläufig zu be- trachten. Reichsrat und Brüning-Gesetze. Ohne Einspruch zur Kenninis genommen. Entlastung des Danziger Arbeitsmarlles beitragen sollten, protestiert wurde und für jede Benachteiligung reichsdeutscher Kräfte in Danzig sogar Repressalien angedroht wurden, so zeigt das, welche Bärendienste damit dem im schweren Selbstbehauptungskampf stehenden deutschen Danzig geleistet wurden. Aber Danzigs Not bleibt auf die unhaltbaren Zustände des Arbeitsmarktes leider nicht beschränkt. Seit seiner Gründung seufzt es unter einer Uebersteigerung seines Beamtenapparates, der in geradezu unverantworl- licher Weise von den damals ausschlaggebenden Deutsch- nationalen als ausgiebige Parteipfründe zur guten Per- sorgung von Tausenden ihrer Anhänger dienen mußte. Wenn eiuch dieser aufgeblähte Verwaltungsapparat im Laufe der letzten Jahr« um etwa 3000 Köpfe verringert werden konnte, zum Teil sogar auf Geheiß des Völkerbundes mußke, so ist auch der jetzt noch allein auf Beamtcngehälter entfallende Anteil von 53,3 Proz. der gesamten Staatsausgaben auf die Dauer völlig untragbar. Da außerdem die Staatsein- nahmen aus Zöllen und der Post, bei dem infolge der wachsenden Konkurrenz des polnischen Postunternehmens — eine rückläufige Tendenz zeigen, sind die Staatsfinanzen in einer Weife angespannt, die bei weiterer Verschlechte- rung der ungünstigen Wirtschaftslage leicht zu einer K a t a- st r o p h« führen kann. Bereits für das neue Etatsjahr fehlten zum Ausgleich etwa 10 Millionen, die aufzubringen sich fast als unmöglich herausstellte. Ein von der Links- regierung aufgestelltes Sanierungsprogramm, das eine Er- höhung der Spiritusverbrauchsabgabe von 4 auf 8 Gulden pro Liter,«ine Lohnsummensteuer von 1 Proz., Erhöhung der Einkommensteuer um 1 Proz. und Einführung eines Streich- Holzmonopols vorsah, war außerordentlich stark umstritten. Für die Sozialdemokratie war es nur im Rahmen einer Per- bindung mit der Arbeitsmarktbereinigung tragbar: nur da- durch können die Voraussetzungen für eine Gesundung der wirtschaftlichen und finanziellen Berhältnisse geschaffen werden. � Es liegt eine gewisse Tragik darin, daß das vom fozia- listischen Finanzminister Dr. Kamnitzer«ingeleitete Same- rungswert kurz vor feinem Abschluß gescheitert ist, weil die bürgerlichen Parteien auch in der teilweisen Ablehnung der Steuerpläne ihre Sonderinteressen über das Allgemeinwohl gestellt haben. Wie die Dinge jetzt ihre Lösung finden sollen, erscheint noch völlig ungewiß, zumal die Deutschnationalen, die immer wieder den Rücktritt der Linksregierung for- derten, keine Neigung zeigen, ihre„Staatsverantwortlichkeit" durch den Versuch einer Meisterung aller gekennzeichneten Schwierigkeiten unter Beweis zu stellen. Sie wären aller- dings für die Lösung der vielfach in die Außenpolitik herüber- spielenden Probleme gerade auf Danziger Boden sehr un- geeignet, wie es die Vergangenheit sehr zum Schaden des Staates immer wieder gezeigt hat..Wenn jedoch die bürger- lichen Mittelparteien nicht endlich das Verständnis für die dringenden Aufgaben aufbringen, die zur Erhaltung der wirtschaftlichen und finanziellen. Existenz des Freistaates ihr« Erfüllung erheischen, muß die Zukunft Daiizigs als sehr un- günstig beurteilt werden. Ito'ch und Thüringen. Kabinettsfihvng in Weimar. Weimar, 15. April. Die thüringische Staatsregierung hat heute eine ausgedehnte Kabinettssttzung abgehalten. Sie befaßte sich vor allem mit den Differenzen, die noch immer zwischen dem Reich und dem Lande Thüringen bestehen. Minister Baum erstattete einen erschöpfenden Bericht über seinen Berliner Besuch, und die Kabinettsmitglieder nahmen mit Genugtuung davon Kenntnis, daß der Ausräumung der Schwierigkeiten nichts mehr im Wege steht. Nach ausführlicher Beratung legte die Regierung«ine neue Antwort fest, die morgen dem Reichsinnenminister Dr. Wirth übermittelt werden soll. Ihr« Berösfenttichung ist erst für morgen zu erwarten. Man kann jedoch annehmen, daß die Regierung nach wie»or den Standpunkt aufrechterhält, daß das Ermächti- gungsgefetz keinen verfassungsändernden Cha- ra kt c r hat und daß sich die Regierung mit der Klärung dieser Frage vor dem Deutschen Staats gerichtshof einverstanden er- klären wird. Im übrigen befoßl« sich die Regierung in ihrer Sitzung noch mit anderen Fragen, ü. a. mit dem Problein, wie man der Tilgung der schwebenden Schuld nähertreten könne. Sie sind es wieder nichi gewesen. Die Freunde der Vombenattentäter. Die Äunbenattentäter pon Oldesloe sind verhaftet worden. Es hat sich Herausgestellt, daß es Angehörige des in Hamburg ver- botenen Bundes„W c r w o l s" sind. Dieser Bund teilt einerseits mit, daß der Rechtsbeistand des Bundes versucht habe, die In, hasticrten aufzusuchen, andererseits„weist er den Versuch zurück, den„Werwolft mit Cinzetaltionen zu identifizieren". Sie erkennen also die Täter an und erkennen sie doch nicht an! Die intellektuelle Mitschuld werden sie nicht von sich abwenden koimcn, mögen sie auch noch so sehr die Abschüttelungs- und Ab- leugnungstaktik befolgen, die ihnen seinerzeit die Nationalsozialistcii vorgemacht haben. Ein fünfter Täter verhaftet. 5)omburg. 15. April. Wie der„Hamburger Anzeiger" erfährt, ist heute vormittag außerhalb Hamburgs im Zusammenhang mittlen Bombenanschlägen in Bad Oldesloe und Neumünster die fünfte Person ver- haftet worden, die zur Zeit einem eingehenden Verhör unter- zogen wird. Von zuständiger Seite wird erklärt, daß man sich über die Angelegenheit vorläufig nicht äußern könne. Der Reichspräsident empfing den Rcichskaitzlcr Dr. Brüning zum Vortrag. Der Fememörder Eckermann ist gegen ein« Sicherheitsleistung von 20 000 Mark und die Berpflichtung, sich täglich auf der Polizei zu melden, aus der Haft entlassen worden. Im wöhrdener Landfriedensbruchsprozeß hat nicht nur der Verteidiger der kmmnunistifchen Angeklagten, sondern auch die Staatsanwaltschaft gegen das von, Alionaer Schwurgericht in Mcltdorj gejälllc Urteil Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der Reichsrat beschäftigte sich am Dienstagabend mit den am Montag vom Reichstag verabschiedeten Steuer-, Finanz- und Zollgesetzen. Der Reichsrat nahm bei Stimmenthallimg Thüringens und gegen die Stinnne von Niederschlesien alle diese Gesetze zur Kenntnis, ohne Einspruch gegen sie zu er- heben. Zu diesnn letzten Gesetz führte der Berichterstatter der Reichs- ratsausschüsse, preußischer Ministerialdirektor Dr. Brecht, aus: Der Reichstag hat den Artikel 1 dieses Gesetzes, der sich auf die Arbeitslosenversicherung bezieht, umgearbeitet. Di« Reichsrats- ausschüsse beantragen nicht etwa, Einspruch zu erheben. Preußen hat sich allerdings folgenden Gedankengang vorbehalten: Preußen hätte es an sich gern gesehen, wenn der Entwurf schon weitere Deckung und weitere Maßnahmen getroffen hätte. Aber das Gesetz hat ja d?n Bortest, daß. es ein« Balance, ausstellr.. wir halten es jedoch insofern für ein gewöhnliche» Gesetz wie jede» andere, ol» c» späterer Abänderung unterworfen sein motz, daß also die Beilrägc erhöht und die Zuschüsse anders de- messen werden können, eventuell auch au» der Initiative de» Reichsrat» heraus. Diesen Standpunkt haben wir in den Ausschußberaiungen für Preußen geltend gemacht und haben infolgedessen davon abgesehen, ..... Warum es so kam. vi« Kriegsschuldlegende der„Germania". Das Berliner Zentrumsblatt, die„Germania", setzt den aussichtslosen Versuch fort, für das Unheil der letzten drei Wochen die Sozialdemokratie verantwortlich zu machen. In einer Polemik gegen unsere gestrigen Ausführungen zu diesem Thema schreibt sie: „Hat der„V o r w ö r t s" immer noch nicht begrisfen, daß es bei diesem Koinpromißantrag damals(dem Borschlag Brüning— Meyer zur Arbcitstascnvcrsicheruug) wirklich um die politische Entscheidung ging? Dieser Antrag war die Brücke für den weiteren Zusammenhalt der„Großen Koalition". Er war das letzte Stück, das an dem Sanierungsprogramm noch fehlte, und legte der Sozialdemokratie weder eine» sachlichen,»och einen politischen Verzicht auf. Im Gegenteil: er gab ihr sogar die Möglichkeit, um die Arbeilslascnvcrsichcrung in ihren: Sinne weiter .zu kämpfen. Es handelte sich also darum, ob diese politische Brücke für den Zusammeichalt der Koalition von der Sozialdenw- kratic betreten wurde. Schon Dr. Brün! n g hat auf den: Partei- auxschich d:s Zentrums diese Frage ganz ausführlich behandelt, und er l>at mit Recht festgcstcllt, daß der Sozialdemokratie die politische Bedeutung dieses Antrages nicht klargeworden ist, daß sie die Konsequenzen nicht übersah, die sich aus einer Ablehnung ergeben mußten. Wenn die Sozial- demotratie jetzt den Dcnkfchlek dahin verkehrt, daß sie den Koali- tionzfreundcn von früher die Verantmortimg in die Schuhe schieben will, so ist dos ein Toschcnspielerkunststück, das mir die eigene Naivität der damaligen Haltung verdecken soll." Arme Sozialdemokratie! Sie hat die Weisheit des politischen Wunderkindes Brüning einfach nicht kapiert— daher das ganze Elend! Sie war so„naiv", ein neues Kompromiß abzulehnen und an einem alten, auf das man sich schon zuvor im Kabinett geeinigt hatte, festzuhalten. Sie „übersah", daß sich aus dieser Ablehnung folgende Konse- q Uenzen„ergeben mußte n": 1. mußten die Parteien der Mitte die Regierungs- vorläge im Stich lassen, 2. muhte n die bürgerlichen Minister davonlaufen, ehe noch der Reichskanzler Müller Gelegenheit hatte, vor den Reichstag zu treten, 3. mußten die ausgeschiedenen Sozialdemokraten durch Mitglieder der Rechtsparteien ersetzt werden, 4. mußten auf Wunsch der Deutschnationalen die Lebensmittelzölle nochmals erhöht werden, 5. mußte auf Befehl der Wirtschaftspartei ein steucr- liches Attentat auf die Konsumvereine unternommen werden, 6. mußten auch die Befehle der Bayerischen Volks- parte: zur Herabsetzung der Biersteuer ausgeführt werden. dcn Antrag zu stellcn, daß gegen das Gesetz Einspruch erhoben werde. * Der Reichspräsident hat am Dienstag nachmittag die vom Rcichsrat verabschiedeten Steuer- und Agrargesetze durch seine Unterschrist vollzogen._ Sonderkonferenz der Jasager. Sie Lag« bei den Oeutschnationalen. Im Anschluß an die Montagssitzung des Reichstags versammellen sich, wie die deutschnalionale„Deutschc Tageszeitung" meldet, iilri Rdfcytaä T3 M j.l.q R'Cd c r d-er d l�t.t s ch i: a t.ftv- n a l c n Frakti o n»:n c h r h e: t— eine Reihe- anderer war bereits abgereist— unb übefchloffen, nnigeheiid Maßnahmen zu trefsen, um gegenüber jalschen und irreführenden Darstellungen der politischen Vorgänge der letzlen Tage in der Partciprcsse und in offiziösen Rundschreiben die wirklichen Zusammenhänge und die Beweggründe ihres ZZerhaltens zur Geltung zu bringen. Die Mehrheit der deuischnationrlen Fraktion hat f ü r die Agrar» und Steuervrlagen der Regierung gestimmt.«>. Das alles mußte kommen— warum? Weil die Sozialdemokratie die politische Weisheit des Wundertanzlers nicht begriffen hatte! Wer zweifelt noch daran, daß die Sozialdemokratie an diesem ganzen Malheur, das Kabinett Brüning heißt, die Alleinschuld trägt? Liberaler Katzenjammer. Der Eeldflmord aus Angst vor dem Tode. Volkspartei und Demokraten haben unter Brünings Führung dcn Sprung aus der Großen Koalition ms Ungewisse gewagt. Nun sinden sie sich auf cinnial in einer konscrvatio-agrarisch-mittetstäud- lerischen Gesellschaft, in der sie sich nicht ganz wohl und ihrer Brief- lasche nicht ganz sicher jühten. Die Stimumng, die in liberalen Kreisen herrscht, ist mit dem Wort.Matzenjammer" noch viel zu gelinde bezeichnet. Es ist manchmal schon wilde Verzweiflung, was aus den Spalten ihrer Zeitungen spricht. Die„Kölnische Zeitung" veröffentlicht einen Artikel mit der Ueberschrist„Erfolg?", in dem sie darlegt, daß der Inhalt der in den letzten Tage» abgeschlossenen Kompromisse vor einer sachlichen Kritik nicht bestehen kann. Den Glaube::, daß Oschilfe ohne Stcuerbelastung möglich sei, kann sie nickst teilen, also siirchtot sie, daß durch die Oskhilfe alle Steuersenkungspläne wieder über den Haufen geworfen werden. Die Aussicht für ein« durchgreifende Finanzreform von der Ausgabescite her findet das volksparteiliche Organ„eher verbaut als gefördert". In über» aus häßlicher Weise zeige sich der starke Einfluß kleiner Inleresirnlengruppen bei der Ivorcn- haussteuer und der Bierstever. Hier sei gruppenegoistischen und partikutaristischen Wünschen bedauer- licherweije zu leicht nachgegeben worden.„Die Regelung der Bi ersten er", ruft die„Kölnische Zeitung",„bedeutet schon einen Skandal." Der ganze künftige Finanzausgleich werte durch sie ruiniert. In handelspolitischer Beziehung sieht die„Köl- ncsche Zeitung" aus den neuen Zollcrhöhungcn schwer-« G e. fahren aufsteigen. Schließlich macht sie sehr interessante grund- sätzliche Ausführungen über den agrarischen Staatssozia- ki»mus, der von:„Ethos der Privatwirtschaft" abweich«. Solchen Staalssoztalismus, meint die Kölnerin, bekämpfe man als Marxismus, wem: es sich um Einrichtungen für die A r b e: t e r- s cha st handele, aber man beweise„wisscistchafttich" seine Richtig- kcit, wem: er den Unternehmern und besonders der Landwirtschost zugute kommt. Die Ausführungen der„Kölnischen Zeitung" werden, soweit dos noch möglich ist, durch einen Artikel des demokratischen Landtogs- abgeordneten Günther Grzimek im..Berliner Tageblatt" an Schärfe überboten. Die Ueberschrist tautet bezeichnenderweise: „Selbstmord aus A>: g st vor dem Tode", Di« Erde sei ihnen leicht._____ Gerettet! Bri/nin� „Gottlob, das Geil hat gehalten! prager Konzertnachwehe«. Kulturzusammenhänge in der Tschechoslowakei. Prag, Mitt« April 1930. Heber die Präger Konzertaffär« wächst sä)on reichlich Gros. Die von der Berliner Staotsoper getrofscne Beilegung dieser peinlichen Angelegen1)eit wurde stillschweigend hingenommen, und ouch dos Orgo» der Lkroniarsch-Partei, das alles dies verschuldet hatte, ist möuscheiistill geblieben. Die gesamte tschechische Presse hat den kleinlichen Chauvinismus der„Narodni Listy" auf dos ent- schiedenste abgelehnt. Wo ouch immer in Prag über den Fall Z e in l i n s k y- N o v o t n o debattiert wurde, überall hörte itwn scharf« Worte gegen«inen Nationalismus, der soweit geht, doh er sich ins eigene Fleisch schneidet. Diese Affäre hat aber auch gutes gebracht: man wurde sich wieder der kulturellen Beziehungen zwischen Tschechen und Deutschen bewußt- Dem Tschechen steht trotz aller neuen Bestrebungen die deutsche Kulturwclt viel näher als jede andere. Fast ein jeder gebildete Tscheche versteht deutsch, und das Leben des tschechischen Volkes unterscheidet sich wenig von dem des- deutschen. Die Tageblätter, in Prag— auch die Wtremnationalen— entnehmen ihre Nachrichten, über düs Ausland'fast durchweg Berliver oder Wiener Blättern. Der Gelehrte Josef Dobrovsky. dessen 100. Todestag vor«inem Jahr gedacht wurde, schnob sein« Werke, durch welche die tsäiechische Sprache aus ZOOjährigem Schlaf zum neuen Leben wiedcrermeckt worden ist, zumeist deutsch. Jon Zlollar, der während seiner Studienzeit in Jena snach den napolconischen Kriegen) zum Anhänger der deutschen Philosophie wurde, besang eine deutsche Postorsiochter Friederike als Sinnbild des Slawentums. Svatopluk C e ch, der nationalste Diöster, forderte kurz vor seinem Tode im Jahre 1908 geistesverwandte und gleich- gesinnte Brüder in Deutschland(„jenseits der Schneekoppe und des Böhmerwaldes") auf, gemeinsam mit ihm und allen Freihcitz- kämpsern in der ganzen Welt für eine neue Gesellschaft tätig zu sein. J. S. M a ch n r zeigt in seinem Gedichte„Nationalismus", wie der nationale Haß nur Soche der Bourgeoisie und nicht des armen Volkes ist.(„Warum kämpfen? Arme Teufel sind wir alle, ob deutsch, ob tschechisch wir nun sprechen.") Jm vergangenen Jahr erschien ein Roman des Schriftstellers F. V. K r e j c i, in dem die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit der Tschechen und Deutschen in der Tschechoslowakei betont und deren gegenseitige Abhängigkeit nachgewiesen wird. Auf Bühnen in Deutschland werde» ojt Stücke der beiden be- deutcndsten tschechischen Drauratiker Karel Capct und Frantis«? Langer gespielt. Die aus dem Leben des tschechischen Landvolks geschöpste Oper 6 m et alias„Verkaufte Braut" hat in Berlin dauernd Fuß gesagt und wurde von dou aus am 10. April mitiels Nundsu uk verbreüet, während Bemühungen, si« in gleicher Weise auch in Paris heimisch zu machen nicht den gewünschten Erfolg haben. Auch die Musik D v o r a k s und Janaceks fand in Deutschland Eingang. Die Prager deutschen Dichter, deren Namen in Deutschland einen sehr guten Klang haben— R. M. R i l k e, Hugo Salus. Gustav M e y r i n k, Max L r o d, Franz Werfet und viele ander«—, schildern in sympathischer Weise das tschechische Leben, und einige von ihnen verdolmetschen ouch durch treffliche Ucbersetzungen tschechische Literaturerzeugnlsse : den-. Deuticheis...Jir Anbetracht- ftitd- aller sonstigen Kultur- beziehungen zwifä>en beiden Nalioncn mußten olle vernünftigen tschechischen Leicke üüSedmgt �Äe��hig'lultürseindliche Hetze hsir „Narodni Lisiy'''entrüstet sein. � Di« große Blamage, welche die Notivnoldemokraten in der Konzertasfäre sich geholt habe/i, hat auch zu der jetzt in ihrer Partei sich vollziehenden Scheidung der Geister beigetragen. Der linke, um das Blatt„Demolratisches Zentrum" gescharte Flügel der Partei, Hot bei dieser Gelegenheit aus die Unmöglichkeit der bisherigen Pvtitik der Partei hingewiesen. Während diese Fraktion den Führern Liebäugeln mit dem Faschismus und unverbesserlichen Romantismus dem Dr. K r a in a r j ch vorwirfe, verlangt der rechte Flügel eine noch nationalistischere Politik. Bei der vor«inigen Wochen in Prag abgehaltenen Landeskonferenz haben diese Rechts- vrieillierten sogar von einem Erlahmen der Parteileitiing im Kampfe gegen die„Burg", d. h. gegen M a s a r y k, gesprochen Sic habe» jetzt das in Prag-Weinberge erscheinende narionaldeinokratische Lokalblatt an sich gcrissen, un> in ihm ihren Standpunkt zu vor- treten.» Kromarsch hat es für notwendig gehalten,' in einer Rede gegen die Behauptung zu posemifieren, daß er als Führer bereits auf ein Nebengleis abgeschoben sei. Uucloll /llovv.- Frick gegen Jazz. Wo bleiben die tapferen Slotariel Lettow-Vorbeckel? „Na, mal wieder schief geladen?" Lächelnd sprach der Kammermohr.. Viktor v. Scheffel. �err F r ick wütet im Land« Thüringen gegen die„Neger- k u l t u r". Das Ländchen mit 1 si» Millionen Einwohnern soll Ex- perimentierfeld für nationalsozialistische Jdeen werden, sozusagen ein drittes Reich in der Westentasche. Theotcrbesitzern. die Jazzmusik in ihren Hallen dulden, wird wegen mangelnder moralischer Zuver- lässigkeit die Spielkonzession entzogen. So will es der Utas des Herrn Frick. Natürlich ist die Vorliebe für das Exotische ein Kennzeichen republikanischer Degeneration. Aber wie wird uns? Hatte nicht im absoluten Zeitalter jeder Fürst, sogar jeder Hochodtige, der auf zeitgemäßen Lebensstil Wert legte, seinen schwarzen Kammerdiener? Auch Kurfürst Friedrich von der Pfalz, den der Dichter Scheffel sich„wütend einst im Bette" wälzen läßt, wird von einem Kammermohren über seinen hochsürsllichen Katzen- jammer hinweggetröstet. Selbst unser verflüchtigter Wilhelm gab noch viel auf hie alte Sitte. Es ist bekannt, daß er bei seinem Potsdamer Garde du Korps sich einen schwarzen Tambour- i» a s o r hielt, mit dem er beim E-npsang ausländischer Gäste zu protzen pflegte. Also: ganz streng genommen, ist Wilhelm II. der erste Vera» st alter von Negermusik in Deutsch- l a n d, und Herr Frick mühte es für hochberechtigt erklären, daß diesem Theaterdirettor das Volk am 9. November 1918 wegen moralischer Unzuverlässtgkeit die Konzession entzogen hat. Aber, wer weiß, Hüler ist ja seit seinem Bruch mit Ruprecht höchst eigenhändig unter die Republikaner gegangen.... Doch noch etwas fällt uns ein: bei den Deutjchnationalen sitzt im Reichstag, nicht sehr entfernt von Herrn Frick, der General von Lettow-Borbeck, der berühmte Ostafrikaner. Wir haben nun gerade in nationalsozialistischen Blättern immer wieder be- geisterte Schilderungen darüber gelesen, wie Lettow-Borbeck an der Spitze seiner treuen Askaris sich gegen gewaltige Uebermachten der Engländer bis zum Kriegsend« behauptet habe. Wer sind aber diese treuen Askaris? Mit Verlaub: Neger- s o l d a t e n in deutscher Kolonialuniform. Da sie unter d e u t- schem Konmiondo gekämpft haben, so sind diese Ncgersoldaten leine„schwarze Schmach"— das sind nur Negersoldaten in f r a n- zösi scher Kolonialuniform— sondern sie sind Helden, die ourchaus in einem Atemzuge mit Armins blondäugigen Cheruskern, Friedrichs des Großen Grenadieren und— wir hätten beinahe ge- sagt, mit dem Helden Frick zu nennen sind, wenn nicht Herr Frick bedauerlicherweise aus Befehl seines bayerischen Königs den Krieg nur in, Hinterlande erlebt und dort standhaft ausgeholten hätte, wohin ihn sein König gestellt hatte, nämlich in Pinnasens. Wie ist es nun? Jst die Negermusik Oer Askaris für Deutsch. lond erlaubt? Oder sind nur die Askaris erlaubt, aber nicht ihre Musik? Darf die Vernegenrng durch die patriotischen Lesebücher über Lettaw-Vorl'ecks Toten gefördert werden? Wehe, wehe, in welche rassisch« Zwickmühle ist der arm« Frick geraten! Weitere Fragen: Darf ein Thüringer Theaterdirettor noch den Othello Shakespeares geben oder den Fiesko Schillers, in dem gleichfalls ein Mohr eine beträchtliche Rolle spielt. Dürfen die Räuber noch aufgeführt werden, wo doch gleich eine ganze Fg.milie Moor peinliche Reminiszenzen erweckt? Wird Herr Frick fauch den. jKandilameu �,.GastwirtslM)cH»i' in denen Mohre irth.pse fellgeboten werden? Probleme'über Probleme. Jonathan. Oie Wormser Lanuarunruhen. OaeigerichtticheNachspiek./SirafaniragdtsStanisanwalis Darmsladl. 13. April Jn seinem Plädoyer im Prozeß gegen die wegen der W o r in- se r Ja n u a r u n ru h e ii als Rädelsführer beteiligten Angellag- tcn beantragt« Oberstaatsanwalt Dr. May heute folgende Strafen: Gegen den kommunistischen preußischen Londtagsabgeordneten Oskar Riüller ein Jahr vier Monate Gefängnis: gegen die Wormser Stadträte 5) aas und H a b e r ni e h l neu» bzw. sechs Monate Gefängnis: gegen vierzehn weitere Angeklagte G c f ä n g n i s st r a f e n von zwei bis zu neu» Monaten: für drei Angeklagte beantragte er Freisprechung. Bei der Verlesung der Strafanträge brachen wieder drei An- geklagte unier Krämpsen zustimmen, so daß die Sitzung un«- brachen werden mußte. Ein Teil der übrigen Angeklagten erging sich in Beschimpfungen gegen das Gericht und die anwesenden Poli- zeibeamten. so daß zum Schluß der Ausführungen des Staatsan- ivalts von den zwanzig Angeklagten nur noch neun im Saal waren. Das Urteil dürste erst am Mittwoch zu erwarten sein. Gie bedauern. Aufhebung des Verbots der»Niederdeutschen Zeitung". Nachdem der Verlag der„Niederdeutschen Zeitung" und der Verlag des.Hildesheimer Abendbloites" ihr Bedauern über den in der Verössentiichung des Artikels„Und die gemaßregelte,, drei Landräte"(in Nummer 87 der gengnnteu Blätter) liegenden Ber- stoß gegen dos Gesetz zum Schlitz der Republik ausgesprochen ilftd zugesagt haben, dies auch ihrem Leserkreis durch Abdruck einer entsprechenden Erklärung des Bedauerns initzn- teilen, hat der Obcrpräsidcnt in Hannover im Einverständnis niit dem Minister des Jimern da« am 12. April 1930 wegen des erwähnten Artikels ausgesprochene Verbot des Blattes und seiner Kopfblättcr ausgehoben. Oer Prozeß gegen die Atieniaier. Termine noch ungewiß. Altona, 18. April. Zu dem Bombenaticntätcrprozeh ist ein Tennin bisher nicht anberaumt worden. Entgegen der Meldung, daß die Verhandlung wahrscheinlich noch vor Psingfte» in Altona beginnen würde, wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß der Termin ein st- weilen noch völlig ungewiß sei. Die umfangreichen Akten werden gegenwärtig noch von der Siaatsamvaltschast bearbeitet. Erst wenn das Attenmaterial dem Gericht wieder zugeleitet sein wird, kann entschieden werden, ob dasj£chwurg«richt sich in ordentlicher oder in einer außerordentlichen Sitzungsperiode mit dem Ver- fahren beschäftigen wird. Da für den zweiten Fall der Vorsitzende durch den Oberlandesgerichtspräftdenten in Kiel zu bestimmen ist, und Vorsitzender sowohl wW Derleidiger mehrere Wochen gebrauchen werden, üm sich in dos Aktenmalerial einzuarbeiten, so ist eine inimdlichc Verhandlung jür die nächste Zeit noch nicht zu erwarten. Churchill und Maxton gegen Gnowden. Angriffe auf ven Vudgetentwurf. London, 13. April.(Eigenbericht.) Der konseroalive Kampf gegen Snowdens Budget wurde im Unterhaus durch Churchill eröffnet, der als Bor- gänger Snowdens in den Jahren 1923/29 das Amt des Schatz- kanzlers bekleidete. Churchill bezeichnete Enalanü als die fteuer- lich am s ch w e r st e n belastet« Nation. Währcnh die Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland ihr« direkten Steuern ge- wältig herabsetzten, drossele Großbritannidu seine Wirtschaftskraft durch zusätzliche Steuern. Der einzige Gnind der Mehrbestcuerung, die 94 Millionen umfasse, seien die Mehrausgaben der sozialisti- schen Regierung. Churchill bezeichiicte die neuan Steuern als eine» schweren, gegen die Jndustri« geführten Schlag. Der Kampf des linken Flügels der Arbeiterpartei gegen das Budget, der bereits uumiltelbar nach Snowdei« Rede onge- kündigt wurde, setzt« am Dienstag mit einer Rede Maxtons ein. Der radikale Führer der Linken bchauptete, daß das Budget mehr den konservativen als den sozialistischen oder liberale» Grundsätzen entspreche. Es ziele, klar und deutlich auf eine Wieder- derstellung des kapitalistischen Handels und der kapitalistischen Produltion ob. Maxtons Rede dürfte ein Vorspiel für weitere Angriffe gegen S n o w d e n von feiten des linken Flügels bilden. Es kann sogar als zweifelhaft gelten, ob die radikale Linkogruppe der Arbeiterpartei mit der. Regierung und den Libc- ralen für das Budget sttmirten wird. Keine Kundgebung am Oiennii des Dames Paris. 15. April.(Eigenbericht.) Die für den Soamner dieses Jahres geplante groß« pozi- f i st i> ch e K u n d g e b» n g der Verbände einstiger Frontkämpser am Chsniin dos Domes soll nach einer Vkrainborung zwischen den zu- slüitigen deutschen und französischen Verbänden auf das nächste J a h r v e r j ch o b c ii werden. Geipel gegen die parieien. Oer neue Führer der He!mwehrfront Wien. 13. April.(Eigenbericht.) Das.Liiizcr Boltsblatt", xines der führenden christlich- sozialen Provinzblätter, erklärt zn dem Rücktritt Seipcls vSn der Führung der Christliäzsozialcii Partei, daß Seipel vor die Wahl gestellt worden fei, sich entweder für die Führung der Partei oder für eine über die Porleitätigkoit h i n a» s g e h e n d e Tätigkeit zu entscheiden. Seipel habe dann der Partei«ine Absage ortellt. Er wolle für die Partei keine Verantwortung mehr trogen und um- gekehrt die Porte, jür die Tätigkeit, die er jetzt auszuüben beab» sichtige, nicht mit der Verantwortung belasten. Scipel vertrete den Standpunkt, daß zur Bcrämpsuiig des Sozialismus eine E i ii h e i> s s r o n t aller Nichtsoualdemokz:aten notwendig sei. An dem Zustandekommen dieser Einhcitssront wolle er arbeiten. Da aber Sie anderen Parteic»«ine solche Eiiiheit-sront niil den Christ- lichsozialcn„blehnlen, sei Seipel der'Ansicht, eine solch« Einheitsfront nur außerhalb der Parteien, also gegen die Parteien, bilden zu können. Seipel wolle der Christlichsoziasen Partei nicht zumuten, ihtii aus dicsciii Weg« zu folge», und habe deshalb seinen Posten als Parteiführer niedergelegt. Konsumvereinler verhastet. Neun Direktoren des„Centrosoi'us" ei warten Todesurteile. K o w n o, 15. April. Wie aus Moskau gemeldet wird, wurden dort am Monlag mehrere leitende Angestellte der russischen Genosienschasl„Ceulroso- jus" mit dein Direkior Schkolnik an der Spitze verhaftet. Die verhafteten werden der wirlschaskllchen Gegenrevolution beschuldlgl. Insgesamt wurden neu» Direktoren verhaftet, dle durch das Oberste Gcrich! der Sowjetunion abgeurteilt werden. Schkolult war früher Holzindustrieller und soll noch bi» jetzt vezietungen noch dem Auslände unterhalten haben. Der Prozeß wird in lUosk- ftattjindcn. Lm Geist der Vorkriegszeit. Feuerschuhwoche ohne Berufsfeuerwehr. IZom 27. April bis 4. Mm wird im ganzen Reich? mit linier- stützung der Behörden eine Feucrschntzwoche durchgeführt, deren Zweck ist, in allen Beoölkerungskreifen 5en Gedanken des vorbeugeirden Feuerschutzes wachzurufen und gegen das Gespenst des Feuers genau ja mobil zu mache», wie gegen den Unfallteufel bei der Reichs-Unfallocrhiitimgs-Wochs I9£9. Diese dem amerikanischen Vorbild eiitl'ehcne Idee ist durchaus begrüßenswert, zumal, wenn man berücksichtigt, daß in Deutsch- land jährlich für rund eine halbe Milliarde Mark Such» werte in Nammen ausgehen und etwa 149 9 Menschen bei Bränden ums Leben kommen. Ohne Zweifel hat das Personal der Beruf sfcuerwehren ein Jn.crefse an der Feuerschutz- Propaganda. Auf die Mitarbeit der Berufsorganisation der Feuerwehrmänner, die die große Mehrheit der L.'rufsseuerwchrniänner umfaßt, haben aber die Veranstalter dieser Feuerschutz-ZLoche, die„Arbeits- und Jiitcresscnzcmcinschaft deutscher Feuerwchrorgane", sonderbarerweise verzichtet! Diese„Interessen- geineinfchaft". scheint überhaupt eine merkwürdige Echen vor den freien Gewerkschaften zu habe» und noch nicht zu wissen, daß die Gewerkschaften seit 1918 als gleichberechtigte Faktoren im deutschen Wirstchafts- und Staatsleben an- erkannt sind. Seit ihrer Gründung, im November 1928, trägt die„Intcrefsen- gemeinschaft" eine gcwerkschaslsfeindliche Einstellung zur Schau. Am 18. Februar 1929 hatte der freigewcrlschaftliche Verband Deutscher Berufsfeucrwehrmänner bei der Intereffen- qemoinschaft um seine A u f n a h in e nachgesucht, mit der Begründung, daß auch er, genau wie es sich die Intercsscngcmeiiischaft zur Aufgabe gemacht habe, an der Förderung und Vervollkommnung des Feuevlöschwesens mitarbeite. Nach fast sechsmonatigem Worten, am 9. August 1929, wurde das Ausnahmcgesuch des Verbandes der Bcrufsfeuerwehrmänner abschlägig beschieden, und zwar mit der Begründung,„daß die Arbeits- und Interessen- oemeinschaft nur aus Verbänden bestehen kann, die keine gewerk- schaftlichen Interessen wahrnehmen... Ein nochmaliges Bci- trittsgefuch wurde überhaupt nicht beantwortet, dafür aber an die Organisation am 1. Februar d. I. die A u s s o r d c- rung gerichtet, für die Feuer schütz- Woche zu werben! Daraufhin wurde sowohl vom Verband Deutscher Berufsfsuer- wchrmänner als vom B u u n d e s v o r ft a n d des A D G B. noch- mals an die Vernunft der führenden Köpfe in der„Interessen- gemeinsthost" appelliert und auf die. II n m ö g l i ch k e i t hinge- wiesen, eine wirksame Feuerschutz-Wochc unter Ausschaltung der führenden Organisation der Berufsfeuerwehrmänncr durchzufühlen. Die„Interessengemeinschaft" verharrte aber auf ihrem ab- lehnenden Standpunkt, der airscheinciid der Ausfluß natio- n a l i st i s ch e r E n g st i r n i g k e i t einiger tonangebender Person- lichkciten in der Jnlerejsengcmeinschaft ist. Ganz konsequent hat der Bundesvorstand des ADGB. erklärt, daß er keine Propaganda für die Feuerschutz-Woche treiben könne. Für das gewerkschaftlich organisierte Personal der Berufsseucr- wehren ist es ganz selbstverständlich, daß es sich nur an solchen Veranstaltungen der Feuerschutz-Woche beteiligt, zu denen es dienstlich verpflichtet ist. Ganz im Gegensatz zur vorjährigen Unfallverhutuirgs-Woche wird also die Feuerschutz-Woche«ine Veranstaltung werden, die sich in bewußtem Gegensatz zur orgonisierlcn Beamtenschaft stellt und deshalb auch von dieser entsprechend behandelt wird: Man wird die Veranstalter unter sich lassen. Eine Veranstaltung, die sich zum Nutzen der Volksgesamtheit hätte auswirken können, wird also fast unter dem Ausschluß der Oefscntlichkcit stattfinden, weil es einige der Herren Arrangeure anscheinend unter ihrer Würde halte», m.t einem freigcwcrkschaitlich organisierten Benifsieuerwehrmann in Tuchfühlung zu komme». Die Mitglieder der freien Gewertsthaf» ten, die in«den freiwilligen oder Pflichtfeuerwehren tötig sind, wer- den bei den Zusammenkiim cn mit ihren Fcuerwehr„ofsizieren" wegen dieser skandalösen Mißachtung der Gemerkschaft der Berufs- feuerwehrmänner ein ernstes Wort zu reden haben und ebenso hoffentlich auch die Behörden, die an der Feucrschutz.Wochc mit beteiligt sind. Maiaufruf des ZGB. Für Frieden und Achtstundentag. Amsterdam, 15. April.(Eigcnberia'st.) In einem Maimaniscst an die Arbeiter der well weist der Znlernalionale Gcwcrkschastsbund daraus hin, daß die beiden großen Ziele der Arbeilecllasse für den Frieden und de» Achtstundentag in dem vierzigjährigen Bingen ihren revo- tutionären wert keineswegs eingebüßt hoben. Trotz Völkerbund und sonstiger Abkommen werde der Krieg die menschliche Gesellschast so lange bedrohen, bis der Wille und die Krasl eines unerschütterlichen wellproletarials alle wirtschaftlichen und nationalistischen Gegensätze der kapitalistischen well zu beseitigen vermocht haben, vkehx als je sei es nötig, daß die Arbeilermasie» ans der Straß? ihre,« £j ah gegen den Krieg Ausdruck verleihen. Die Losung: Tlic wieder Krieg. müsse überall ertönen. Das Zahr 1330 werde jedoch auch ein Hahr der erbittertsten Kämpfe um den Achtstundentag werden. Das inl«r- »ationalc Unternehmertum habe seine Ansprüche aus wirlschastüchc Diktatur und Ausbeutung noch nicht preisgegeben. Zn diesen Kämpfen für das Zdeal des Friedens, der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit wurden Millionen zielbewußter und entschlossener Kämpfer den Kräften der Bcoktion und de» Kämpfern eines gc- hastigen Rationalismus eine heitsamc Warnung erteilen. Polizeibeamten-Tagung. Ansprache Zörgiebels.— Ziationalisierung der Polizei. Dienstag vormittag begann!n den„Kammersäle»" zu Berlin der Dritte Ordentliche Verbandstag des sreigcwcrkschaftlichen All- gemeinen preußischen polizeibcamteu-verbandes. Unter den vcr- fasfungemäßigcn Farben des Reiches. Preußens, Danzigs und Ham- burgs hatten sich außer den Vertrauensleuten der organisierten pren- ßischen Pelizcibcamten auch zahlreiche Äcrtreier der Behörden, des Reiches uitd Preußens, der befreundeten Arbeiter-, Angestellten- und Beamtengcwerkschaftcn, der sozialdemokratischen Lcmdtagssraktion usw. emgesunden. So sah inan die beiden Ehest! der Berliner Po- ljzci, Zörgiebcl nud Weih, als Vertreter des preußischen Innenministeriums Ministerialrat Bachmannn, die sozialdemo- krätischeu Landtagsabgcordneten Zache rt und S a b a th» das Vorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen Beamten- Bundes, K o tz u r, und andere. Die Begrüßungsansprachen wurden erösinet durch den Berliner Polizeipräsidenten Z ö r g i e b e l. Er sprach znmichst den Wunsch aus, daß der Verbandstag Beschlüsse fasten möge, die dazu bei- tragen, nicht nur die Organisation der Polizeibeamten zu festigen, sonderst die auch dazu dienen, die Polizei im Volksstam noch fester ols bisher zn verankern und den Gedanken der Voltspolizer noch nrehr zu vertiefen.> Der Polizeipräsident schloß seine mit starkem Beifall aufgcnom- meree Ansprache Mit dem Wunsche an die Organisationsleitung, weiterhin mit starker Hand dos Gefüge der Organisation zusammen- zichalten im Interesse des Verbandes iiiid der gesamten Polizei- beamtensck'oit. Lebhast begrüßt wurden auch die Ausführungen der sozialdemo- kiaiischeii Landtagsabgeordnetcn Zachert und Saboth, die die Notwendigkeit der Verbuirdenheit der Palizeibeamtcn mit der repu- blikanischen Bevölkerung betonten und den Unbelehrbaren an der Tatsache, daß diese Tagung iin Beisein von Bohördcnvertreteri, lind sozialdemokratischen Pnrlnm»laneni slatiiindet, vor Aiigen führten, daß sich seit 1918 in Deiüsck land doch v'eles geändert hat. Der Rest e�r Aormittagssitzüi.g wurde aneaefülll von«nein Re- �ieute VVsiil im �Imo-Wsi'k ieder Arbeiter, jede Arbeiterin wählt die Liste i der freien Gewerkschaften! Jeder Angestellte wählt die Liste IV des AfA-Bundes! ferat des Miiristerialsrats T c j e f f y vom preußischen Jnuenmini- sterium über„Personalakten und SIraslöschuugscrloß". Im Mittelpunkt der R a ch m i t t a g s s i tz u n g stand ein Referat des Oberregicrungsrals. P r ü tz pom preußisthen Imren- mimsterium über«d i e.R.at iL rralij.! e r ri n g beider.Po- l i z e i". D?r'R?kcKist Pertrat kostiegiient die Aii'IcklliiNgT T-nß die staatliche Polizei von allen Funktionen entlastet werden müßte, die mit polizeilicher Tätigkeit gar nichts oder nur sehr wenig zn tun haben. Diese Funktionen müßten endlich den Behörden übertragen werden, in deren Aufgabengebiet sie lallen. Vor allem aber mußte das Nebeneinanderbestehen und-arbeiten der staatlichen und städii- scheu Polizeiverwaltung aufhören. Das preußische Innenministerium hat aus dem Gebiete der Vcrwallung schon beachtenswerte Reform- arbeit geleistet. Der Referent zeigte an verschiedenen Beispielen aus der Praxis, daß viele bürokratische Einrichtungen heute schon beseitigt sind und in der Polizeiverwaltung schon»ach modernen bürctcchnischen Gesichtspunkten gearbeitet wird.(Normierung des Meldewescns, eüiheirliche Regelung der Zuständigkeit der Polizei- Verwaltungen, sizstematische Glicderiing usw.). Alle diese Bestrebungen dienen der Bereiniachunz des Verkehrs mit dem Publikum und dein Zweck, inehr Beamte für den Straßendienst freizubekommen. Wenn auch in der Diskussion noch so mancher bürokratische Zopf ausgekämmt wurde, mußte doch anerkannt werden, daß das preußische Innenministerium aus dem besten Wege ist, den viel be- fpötlelten Biirckratismns aus der Berwaltung auszurotten. Die Diskussion fand chren Niederschlag in einer einstimmig an- l genommenen E n l s ch l i e ß u Ii g, in der die Rationalisisrung bei der preußischen Polizei begrüßt und erwartet wird, daß sie nicht nur aus den Verwaltnnzsdlenst beschränkt bleibt, foirdern alle Zweige der Polizei bald erfaßt. Diese Rationalisierung soll aus- räumen mit überlebten militärischen Einrichtungen und Formen der Polizei, mit komplizierler, schwerfälliger Büro- kratie, verstaubten, unzeitgemäßen Paragraphen und zu einer zweck- mäßigen Kräfteverteilung der Beamten führen. Sie soll ein Dienst sein an der Bevölkerung und vor allem für die Erreichung eines wirklichen Volksstaatcs. Wachsende Einheiissroni. Generalverjammlung der Metallarbeiter. Die Berliner Metallarbeiter hielten gestern abend in den Mi'silersälen ihre Jahresgenerolversammliing ab? Der Bevollmäch- iigte Genosse 11 r i ch legte an Hand des gedruckten Geschäftsberichts, der iiii„Vorwärts" eingehend behandelt wurde, dar, wie schwierig, aber auch erfolgreich die Arbeit der Ortsoerwol- iiiiig im vorigen Jahr.nis lohn- und tarispolilischei» Gebiete wor. Besonders erwähnenswert find unter d?» vielen Lohn- und Tarif- beioegungen die Tarifabschluise mil den amerikanischen Aulomobilfabriken, die sich seit Jahren dagegen gesträubt haben, das deutsch-? Tarif- und Arbeitsrecht anzuerkennen. Besonders erschwert wurde die Arbeit der Organisation durch die Quertreibereien der KPD. Jede Gelegenheit wurde von deiz Moskauer Ordonanzen wahrgenommm. um t?r Organisction Hindernisse m t?» Weg zu legen. Wenn trotz des Zweifrontenlai.ipies gegen das Unternihmertum und die falschen Freunde von links auch noch agitatorische Erfolge erzielt werden konnten, ist das ein Beweis dafür, daß der gewerkschaftlichi? Gedanke in den Massen der organisierten Arbeiter so tief verwurzelt ist, daß der Kampf der KPD. gegen die Gewerkschaften ein Kampf gegen windmühlenslügel bleiben muß. Genosse U r i ch rechnete in scharfen Worten mit den Gcwerkschostsspaltern ab und appellierte an alle Metallarbeiter, angesichts der sozialreaklionären Wendung infolge des Kegienings- wechfels die organisatorische Front zu schließen, um die von den Unternehmern bereits angekündigten Auseinandersetzungen erfolgreich bestehen zu können. Was der Sprecher der„Opposition" als Kritik an der Tätigkeit der Orisverivaltung vorbrachte, war so lendenlahm und lächerlich, daß selbst tie Fraktion der immer Linientreuen sichtlich darüber enttäuscht war. Nach einigen weiteren schüchternen Opposition-- versuchen, denen jede sachliche Grundlage fehlte, wurde die Reuwahl der turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder der Ort-vcrwaltung vorgenommen. Gegen etwa sürnz-ehn Stimmen wurden die Genossen U r i ch, Wilhelm Schmidt, Köhler, Groß mann, G r a i l »lud Otto Schmidt wiedergewählt. Von den Beschlüssen sind zwei besonders erwähnenswert. Die Orisverwoltung wurde beauftragt, sich durch den Hauptvorstand an den ADGB. zu wenden zwecks gemeinsanicn Borgchens zur Bekämpfung der Arbeitslojig-. keit. Weiter will der Beschluß, daß jetzt mit allem Nachdruck ver- sucht werden soll, endlich die ini Artikel 165 der Rcichsocrfassung vorgesehene Schaffung der Bezirkswir-schastsräle und des endgültigen Reichswirt schaftsrotes durchzusetzen. Der andere Beschluß ändert den Z Za des Orlsstatutes dahin ab, daß die Wahl der B r a n ch c n k o m m i s s i o n e n in den Branchen bis zu 1999 Mitgliedern wie bisher in den Branchen- Versammlungen-und in den Branchen mit mehr als 1999 Mitgliedern in den Bertrauensmänneroersammlnngcn erfolgen soll. Die Wahlen bei der AEG. praktische Arbeit führt KPO. zu Niederlagen. Große Anstrengungen machte die KPD. bei de» Betriebs- röte wählen inder AEG., besonders aber in der Brunne n- straße, wo es ihr im Vorjahr gelungen war, die endrückende Mehrheit, zu gewinnen. Zwar gelang es ihr diesmal noch, die Mehrheit im Arbeiterrat zu halten, doch büßte sie erheblich an Stimmen ein. Obwohl die Belegschaft um mehr als 1999 Mann zurück- gegangen ist, entfielen auf die Liste der freien Gewerk- s ch a s t e n 1828 Stimmen-und 8 Mandate im Arbeilerrat(im Vorjahr 1815 und 7 Mandate), während die„Opposition" auf 2939 Stimmen-und 13 Mandate(4023 und 15) zurückgeworfen wurde. Unsere Genossen werden jetzt mit verstärkter Cnerzie arbeiten, um bei den nächsten Wahlen die KPD. endgültig zurückzuwerfen. Sehr scharf war der Kämpf auch-in der A E G- T u r b i n e n- fabrik, wo die„Opposition" im Vorjahr eine Mehrheit der Stimmen und die Parität der Mandate erreicht hatte. Sie wurde diesmal entschieden geschlagen. Auf die Liste der freien Gewerkschaften entfielen 1226 Stimmen und 9 Arbeitcrräte (im Vorjahr 1097 und 7), die KPD. brachte es nur a»f 637 Stimmen und 4 Mandate(im Vorjahr 1237 und 7). Die KPD. hat also hier d i e H ä t j l c th r e r, S t i m m e u eingebüßt. '-Diese beide« Wahle» b«v«s«n aui» neue, daß die Komm-ii- nisttsch? P ärt ei. g oWt d sie p r�a k t i j ch e 2fr 6 eil zu leisten versucht und ihre Anhänger in Gegensatz zu der großen'Masse der organi- sielten Arbeiterschaft stellt, sehr lchnell abwirtschaftet. Rur wo die KPD. bisher ihre Unfähigkeit noch nicht zu beweisen Gelegenheit hatte, gelingt es ihr, vorübergehende Erfolge zu erzielen. Das beweisen die Wahlen in der L o k o ni o t i o e n s a b r i k und in der I s o l a l o re n fa b r i k der AEG in Hennigsdorf. I» beiden Werken ging die KPD. zum erstenmal selbständig vor. In der L o k o m o t i v e n f a b r> k erhielt die Liste der freien Gewerk- schäften 474 Stimmen und 5 Arbeiterräte(im Vorjahr auf der gemeinsamen Liste 6f, die„Opposition" 649 Stimme» un-d 7 Man- date(6). In der I s o l a t o r e n i a b r i k erhielt die Liste der freien Gewerkschasten 542 Stimmen und 5 2lrbeiterräte»<7), die Opposition 724 Stimmen und 7(5) Mandate. Nicht unwesentlich zu diesem ungünstigen Ausgang haben persönliche lin-zuträglichkeiten bei- getragen. Ausdehnung bei Schnbmnchcrslreiks. Die sechs Arbeiter des Betriebes für orthopädisch«-Lchuhmarcii oo» I a c o b y�Bcrlin, Maode- burger Straße 13, haben sich am 15. April dem Streik der Maßschuhmacher angeschlosien. Alle Schuhmacher werden erneut zur strengsten Solidarität aiifgesordert. Kein Kollege darf Verräter an seine» Arbeitsbrüdern sein. �reie Gewerkschafis-Luaend Berlin .Unsere Iuqendberätllnns stelle im OcwckksäNiftshaus, Enqelufer 24 Zo, Zimmer 26. ir Treppen, ist jeden Mttwoch von IS'-j bis 20 Ubr fle- öffnet.— Keule. Mittwoch. Ui'.- Übe. tonen sollende Cruppen: Baum- schulcnwcg: Iuoei'dljc'm Ernstste. Ii;. Tos Keim bleibt geschlossen.— Rordri-iq: Iunettdbe.m. Echule Sonnen durnee Str. 2). �ilmobenÄi„kulturelles— So- ,;'ales— Kci'crrs".— Schönbanscr Tor: Iuaendmim Zebdeuicker Str. 24— 2.1. Alles in �cchrtenstimmung.— Weibensce: G.ruvvenbeint Weiftoni'ce. Psrkstr. 3V. Bortraq:..Gemeinschaftsleben in der Ium'ndbcweouna".— Neulelln l: Grup- p'i beim Norqstr. 29 itzof). Lichtbildervortraa:„Die Mark Brandenbnra".— Süden. Südwesten: Stödt. �uaendheim Vorcistr. N lFabr kacbaude). Das schöne Deutschtand im Lichtbild:„Strcinüae durch die deutschen Alpen".— �luqhascn: Iuaendhe'.m Z?!uqbakeuftr. 06. Keitcrer Abend. � Inaendaruppe 0eo?eilralvcrbondes der Angestellten Wji Hcule. Miltwoch. fu\bia solqcndc Lcransiaiiiinac» siatt: Ecfurtibriinnc»: � Iual-Ndlicim Ortkiklr. 10. PI. SUrtcfficc im cdiraiicr-caal, Maivloqur:. Itrofif,- R»ld»s«! Iuoondhcim Tomiqct Sir. 62(«arartc 3). S'ichttiildcrvor. (ton:„Ta-j nrue Birn".-»trbcafccitb im Schr-drr.za»,.«cfunbbtunncn, »olbloamtftroSc.-Bcqinn 20 übt.— Otlcn: Suntnifttim t-cc Schuir Liiaurr Stroftr 1U.-?orir-a: ,.?uqfnb, Brr»f. C-raanifatiqu'-. iDcirvfnt- Wrrnrr'T-rckrr — Schönboulcr P°is,qb: guqcnbbc m dcr Schuir aqslanirnqllr« 8l Lortrqq: »ruc Schuir", �cfrrrui: Ariur S'qchom.- Stroln»: guqrubbrim brr Schul» e-ob'crltr. l. S.rufclundiichr-?lr°-r>Isqcmr!»sq'-qi!- Dcr modrrnc Norrr- -unudrui". iici'rri j»ciiii Mann.- Sici-lrllq: 5uqrudbr!i!i' Dobmi-chr ötr.'>. Ccfc fqniift Slraftf.„fit rrqciibiicfcr im Krir'cb" yc'rrenf Willi Drrtor.'. - Siibqft: Iuqrndbriw Wraiiqrltlr. I?8. SchqUviq'.truub-Drqq-..-Zrb�trrb ck- tunqru".- Eu-rboii! guqcudbrim>!inbcuufrr l. iiqrirqq-.coüalc Rar» n". �trfccitt;?bcq Marrt.-«olfbom-Sowomcs; guqcndbcrdrrqc in Rornnw.--. Prltiirrltrqnc. Wir. lldr» ncuc Licdcr. Z-crqulwqriiich wr Voliliki Dr. Curt Scyrr- WirNchqfi-«.«linqrlbSIcr! Srwrrk-chq'X-brwrqunq: z. Sirincr:-rcuMcion- jf s Di-lchcr: i.'bkqlcs und Sbiiblbr? tf.n florftöbl: Zlnviarn: ib.«loiTc tiiiniach in B-rli». Prr.qq.?'0rivqri»,Z)rrlbq ib. m d. h. Vrriiu Dru-k'?iqrivuri.--'1ulchd7uckrrcl nui--j-rria.,->»!,»-!, P-.iI Ziuqrr u. ko Z'cblin SW 6b ein»"iiro», 3 S:cr?u 3 r-.lqqcn,.Unirrbaliunq imb«iffc»" Urb.B-ick IN bic Büchrrwcli�. Essen �öte Hände und des Gesichts, Aufspringen der Haut, unschöne Hautfarbe und Teintfehler verwendet man am besten die sdineeig- weiße, fettfreie glyzerinhaltige Creme Leodor, welche den Händen.und dem Gesicht jene matte Weiße verleiht, die der oornebmen Dame so sehr erwünscht ist. Ein besonderer Voneil liegt auch darin, daß diese unsidubare malte Creme wundervoll hühlend wirkt bei]ud:reiz der Haut und gleichzeitig eine vorzügliche Unterlage für Puder ist. Der nachhalfige Duft gleicht einem taufrisch gepflückten Frühlingsstrauß von Veilchen, Maiglöckdien und Flieder ohne jenen berüchtigten Moschusgeruch, den die vornehme Weit verabscheut.— Creme Leodor; Tube 60 Pf., große Tube l Mk— Leodor-Edel-Seife Stück 50 Pf.— In allen Chlorodont-Verkaufsstellen zu haben. 'S» Höf;> r-VV-..'»-; Nr. 479» 47. Lahrgang 01�1� 01*�0 Mittwoch, �6. April �930 Wohnungsstil und Wohnungskultur Was lehrt die Möbelschau auf dem Messegelände? 2Bsr durch den schönen Barockgarten der Mobelischau in den Junkturachollen wandelt, wird bei Betrachtung der Sonderjchau „Möbel und Moden im Wandel der Zeiten" mit Erstaunen sest- stellen, wie wenig uns die Stilsormen vergangener Epochen heute noch zu sagen haben. Es ist vor allem kunstgsschichtliches Interesse, was uns an den sarbigen Dioramen reizt. Das hat seinen Grund darin, daß jeder Stil aus der Kultur seiner Zeit entstand, die söge- nannte Kultur aber, auf Moral, Sitten und Anschauungen beruhend, in ständigem Wandel begriffen ist. Betrachtet man das Bild„Aegypten, 2000 v. Chr.", so braucht man kein Aegyptologe zu sein, um zu erkennen, wie eine ausgesprochene Herrenkaste mit den kostbarsten Erzeugnissen des Kunstgewerbes in ihren vier Wänden lebt, die ihren Freuden- anteil am Leben auf dem Rücken der Sklaven aufbaut.„Alt- Kreta" 1500 n. Chr. zeigt ebenfalls die Kultur der Eroberer im Wohn- und Modestil, verschwenderisch und zum Extremen neigend, mit barbarischen Anklängen. Ganz anders dagegen wirkt das Spie- lerische des pompejianischen Stils, wo Maler und Architekt den Illusionen der Genießer die farbige Perspektive unterlegen mutz. Das Romanische mid Gotische als Uebergäng« zum mittel- europäischen Kulturzentrum ist nüchtern, besonnen und nach Per- innerlichung strebend. Es wird durch die Blüte des Rittertums und später durch höfische und päpstliche Prachtentfalwng zu einer Ge- schmackskultioicrung geführt, die sich in der Pracht der Hoch- renaissance auslöst, wo Kunsthandwerk und Architektur auch in Deutschland ihr« höchste Blicke finden. Da aber Kunst- und Sick- ausdruck ein Adelsprivileg waren, wobei wohl bemerkt werden soll, wohnte" man um 1880. das reiche Bürgertum nicht abseits stand, zeigt das von Frank- reich herübergekommene Barock und Rokoko, mit dem sich der preußische Kastengeist am liebsten heut« noch identifiziert. Es war die Zeit der ärgsten Bedrückung der arbeitenden Schichten: die euro- päischen Höfe gefielen sich im überladenen Prunk, aber die vor- nehmen Damen hatten Läuse in ihren turmhohen Frisuren. Di« Ab- Wandlung der Feudalrechte in die Härtde des Bürgertums brachte für das kaiserliche Frankreich den gefälligen Directoirestil, während sich der sinnige Dichtergeist Deutschlands im Biedermeier konservierte. Immer noch konnte die Gesellschaft in ihrer gennschten Gestol- tunz zu keinem einheitlichen Stilcharakter komme«. Die Ausstellung zeigt leider nicht, wie das arbeitende Volk wohnte. Erst als die Maschine begamr, eine gleichförmig« Uniformierung den äußeren Dingen des Lebens anfzuzwingen, kommen auch allmählich die Ar- bciter zu einigermaßen anständigen Wohnungen uick» Möbeln. Roch muß die Entwicklung durch die furchtbaren Zeiten des Ungcschinacks, die wir bis zum Ausgang des vorigen Jahrhunderts finden.„A l t- deutsch" nannte sich der Stil der wildgcwordcnen Gründerzeit, sinnlos und überladen init Zierrat waren die Möbel jener Periode. Mit Nippes, Tapisserien, Bordüren, künstlichen Sträußen und Wedeln, Trinkhörnern, Photographicalben, gewundenen, geschnitzten Zimmereinrichtung mit Stahlrohrmöbeln. und gedrechselten Möbeln standen die Stuben voll. Der„Jugend- st i l" um 1900, von dem das letzte Bild Kunde gibt, ist gewiß auch nicht nach unserem Geschmack: man muß aber nicht vergessen, daß er der ebenso mutige wie erfolglose Versuch war, init den alten Traditionen zu brechen. Die neue Technik schafft den klaren Ausdruck sür die Form, die Maschiiis formt das flächige und durch Material und Farbe belebte Bild der Wohnung. Wohin diese Entwicklung führt, das zeigt das andere Bild der Ausstellung, die Möbelnresse selbst, die in ihrer Gc- schlofsenheit und bildmäßigen Wirkung allein schon von diesem Wandel der Dinge Zeugnis ablegt. Schon drängt sich der Stahl als B a u st o f f an die Stelle der schönen Hölzer, die mit ihren geflammten oder gedämpften Fournieren noch das Feld behaupten. Industrie und Technik suchen nach dem Masseninstinkt des großen Käufcrpublikums: je mehr sich aber der einzelne Mensch mit den Dingen der Mode und des Geschmacks beschäftigt, um so mehr wird er richtungweisend für die neue» Ideen des Fortschritts im Woh- nungswsscn sein. Bewag-Anleihe überzeichnet. New Jork, lS. April. Die lS- Millionen-Dollar. Anleihe der Berliner Elektrizikölswerke AG. wurde überzeichnet und die Zeichnungs- listen geschloffen. „Ein Leid zugefügt— er hat sie betrogen, zum Narren gehalten. Er Hot dem unschuldigen Kind die Ehe versprochen, und dann auf einmal hat er sie auf der Straße nicht mehr erkannt. Ich selbst war dabei. Ich Hab es mitgemacht. Wir gehen gerade vorbei an Niels Iörgensens Bäckerei, wissen Sie, rechts von der Kirche, und da steht noch Frau Bruns mit ihrer Ritte, ich weiß es noch, als wärs gestern gewesen, und spricht mit Lehrer Lund. Und auf einmal kommt der Mensch um die Ecke, mit der kleinen Schlumpe, der Ossipowna — Gott Hab sie selig— und meine Marie-Louise wird so weiß wie ein Tischtuch sind fällt mir beinahe um. gerade daß ich sie noch stützen kann, ohne daß die Leute v)as merken, das hätt ja einen netten Klatsch gegeben, und ich bring sie nach Hause, nur rasch ins Bett und Kamillentee und ein« Woche später— o Gott, o Gott, wenn ich nur auch schon bei meinem lieben Kind im Himmel mär!" „Arme Frau, weinen Sie nur, ich warte." „Herr Untersuchungsrichter, ich halt das nicht aus, ich geh nach Haus— und mein armer seliger Mann, der immer so auf die Ehre gehalten hat!" „Aber, Frau Jensen, was Sie mir da erzählen, ist doch nichts, worüber Sie sich schämen müssen. Jedes junge Mäd- chen verliert manchesmal ihr Herz." „Manchesmal? Meine arme Marie-Louise hat ihr Herz nur einmal verloren." „Gewiß, Frau Jensen, ich meinte auch nichts anderes. Und als Sie sie damals zu �Bett brachten, da hat sie Ihnen wohl Geständnisse gemacht?" „Da hat sie mir gestcmden, daß sie mit dem Ungeheuer spazieren gegangen war, bis zwei Uhr nachts, im Mond, am Strand, o Gott, o Gott, wenn das nur nicht in die Zeitung kommt!" «Und da hat er ihr wohl die Ehe versprochen?" «Marie-Louise Jensen ging mit keinem Mann im Mond- |chets spazieren, der Ihr nicht die Che versprochen hatte.- „Ja. ja, regen Sie sich nur nicht von neuem auf. Kein Mensch bezweifelt, daß Fräulein Marie-Louise ein tadelloses junges Mädchen war. Sagen Sic mal, wie alt war denn Ihre Tochter?" „Im August wäre sie dreiunddreißig geworden." „So... Meine liebe Frau Jensen, ich bin Ihnen sür Ihre Ausführungen sehr dankbar, sie werfen ein bezeichnen- des Licht auf den Charakter unseres Häftlings. Ich will Sie aber nicht länger quälen und schließe deshalb die Einvcr- nähme." Kgl. Amtsgericht Sändrup, 25. Juni 1829. gez. Petnne Jensen. H. G. Iakobsen. Protokoll auf genommen mit Graf Kai Aaremnd, geb. 1912 auf Schloß Aaresund hei Sändrup, evangelisch, ledig, Sohn des Grafen Aaresund.(Der Zeuge bestand auf seiner Einvernahme.) «Fassen Sie sich kurz, Graf Kai!" „Herr Iakobsen, ich höre, daß Sie es sich nicht nehmen lassen, meine Mutter, die Gräfin Aaresund, zu verhören. Ja, wenn ich nicht irre, sind Sie sogar fest entschlossen, bis in ihr Schlafzimmer zu ihr einzudringen." „Graf Kai, wenn Sie nur deshalb gekommen sind..." „Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß dies nie und nimmer geschehen wird. Und wenn ich mit meiner Leiche die Schwelle der Gräfin decken sollte." „Ich fürchte, auch das wird mich nicht hindern— die Gesetze Dänemarks—" „Was kümmern mich die Gesetze Dänemarks. Ich hal.e mich an die Gesetze des Adels. Wenn Sie, Herr Iakob.en, auch als Jude von diesen Gesetzen keine Ahnung haben können—"._„„ n- „Graf Kai. ich befehle Ihnen, auf der Stelle das Zimmer zu verlassen. Wenn Ihr Benehmen keine wetteren Folgen nach sich ziehen sollte, so verdanken Sie das einzig und allein Ihrer Jugend." „Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Herr Unter- suchungsrichter. Sie haben mich mißverstanden. Bei Gott, ich bin ein großer Freund der Juden. Ich dachte nicht daran. Sie zu beleidigen. Ich liebe Spinoza, ich—" „Ich habe Sie vorgelassen, Gras Kai. weil Sie mir an- gablick) etwas Wichtiges mitzuteilen hatten. Ihre Ansichten über Spinoza interessieren mich nicht. Sollten Sie jo fort- fahren, so schließe ich die Einvernahme." Das entlarvte„Nachtgespenst". Oer Typ des„sympathischen Verbrechers". Das vor einigen Wochen überraschte, angeschossene und vec- hastete„N a ch l g c s p e n st" Ioseph S o st r o w hat bisher etwa 20 Einbrüche zugegeben; nicht weniger als 300 werden ihm zugeschoben. Das Nachtgcspenst, ein wann im Alter von 35 Zähren, der zur Zeit noch im Krankenhaus liegt, wurde am Dienslagnach- mitlag zum erstenmal über seine persönlichen Vcrhältnisie vernommen. Kostrow, der aus bürgerlichen Kreisen stammt, geriet frühzeitig auf die schiefe Bahn. Mit 12 Jahren kani er in Fürsorge- e r z i e h u n g. Die ersten Einbrüche liegen schon sin« lange Zett zurück. Sie waren in ihrer Methode vollkommen„normo l". Als Nachtgespenst betätigte sich Kostrow zum erstenmal vor V/s Jahren. Die Angewohicheit, den Frauen, die er ungebeten besuchte, die Bett- decke fortzuziehen, lzat ihn allmählich so gut gefallen, daß er nicht mehr von ihr lassen konnte. Es ist indes nicht anzunehmen, daß diese Angewohnheit auf einer trankhaft sexuellen Ber- a n la g u n g beruht. Der das Nachtgespenst vernehmende Kriminalkonnnissar Dr. L ü d t k« berichtet, daß Kostrow dialektisch sehr gewandt, scharf. sichtig, schlagfertig, eben der Typ des„sympathischen Ver. b r e ch e r s" wäre. Einmal hat Kostrow einen erfolgreichen Fluch:- versuch aus dem Juchthaus Sonnenburg unternommen, indem er den Pfarrer seiner Kutte und seines Gebetbuches beraubte und dann im Dämmerlicht floh. Kostrow wurde von einem Polizeihund verfolgt und gestellt. Er schnürte jedoch dem Tier oberhalb der Rippen die Luft ab und ließ ihn in seinen Händen verenden. Vier Wochen später faßte inan Kostrow. Mutter und Kind verschwunden. Selbstmord oder planloses Llmherirren?. Das geheimnisvolle verschwinden einer jung verheirateten Frau gibt zu der traurigen Annahme ver- anlasjung, daß die Vermißte mit ihrem Kinde freiwillig den Tod gefncht hol. Es handelt sich um die erst 22jährige Frau Maria Laste, die in der Schöneweider Straße in Neukölln wohnte. Sie hat sich am Montag mit ihrem einjährigen Kind« Lieselotte aus der Woh- nung entfernt und ist seitdem spurlog verschwunden. Da die junge Frau Bekannten gegenüber mehrfach Selbstmord- gedanken äußerte, befürchte» die Angehörigen, daß sie sich und dem Kinde ein Leid angetaii hat. Es besteht aber auch die Mög- lichkeit, daß die Vermißt« irgendwo planlos umherirrt. Frau Laske ist 1,60 groß und schlank, Hot dunkelblonden Bubikopf, Stumpf- nase, blaue Augen und trug zuletzt einen schwarzen Ottomonmantel mit Scalkragen,«in weinrotes Mantelkleid, helle Strümpfe und modefarbene Halbschuhe. Die Wäsche ist mit I. dl. gezeichnet. Das für fein Alter ziemlich kräftig entwickelte Kind trug unter einem Mäutelchen von blauem Waschsamt ein rotes Wollkleidchen. Alle Mitteilungen über den Verbleib der Verschwundenen sind an die Bermißtenzentrale des Berliner Polizeipräsidiums zu richten. Aus dem dritten Stockwerk gestürzt. Ein aufregender Borfall, der in seinen Einzelheiten noch un- geklärt ist, spielte sich in der Dienstagnacht im Hause Helm- stedterStraße 19 in Wilmersdorf ab. Gegen i4i Uhr ertönten aus einem Fenster des dritten Stockwerkes plötzlich laute Hilfe- rufe, denen fast unmittelbar ein dumpfer Fall auf dem Hose folgte. In einer großen Blutloche lag aus den Steinfliesen eine junge Frau, die trotz schwerster Verletzungen noch Lebenszeichen von sich gab. In bewußtlosem Zustand« wurde die Frau, die als eine 27iähngs Susanne 33. aus der Kaiscrin-Augufta- Allee ermittelt wurde, in das Wilmersdorfer Krankenhaus der Achenbachftrahe gebracht. „Gut, Herr Iakobsen. Ich wollte Ihnen mitteilen, daß meine Mutter erwiesenermaßen überhaupt keinen grünei: Hut besitzt. Keine grüne Mütze, überhaupt nichts dergleichen." „Was soll nun das wieder heißen?" „Was das heißen soll?— Daß ein Verhör mit der Gräsin Aäresund überflüssig ist, daß Sie damit nichts erreichen kön- nen, als sich lächerlich und unmöglich zu machen." „Graf Kai!" „Ehrenwort, Herr Untersuchungsrichter. Ich habe die Garderobe meiner Mutter bis ins letzte untersucht, meine Mutter hat keinen grünen Hut." „Ich weiß nicht, was Sie wollen. Ich hatte nicht die Absicht. Ihre Frau Mutter über Ihre Garderobe zu ver- hören." „Aber Fährmann Hansen behauptet doch—" „Du lieber Himmel, jetzt gehen Sie auch schon auf Re- portage aus?" „Gewiß. Herr Iakobsen. Sehen Sie, ich liebe nieine Mutter, ich bete sie an. Als ich die schändlichen Anwürfe im „Astcnbladet" las— die Kerle stecken sicher mit den Sozia- listen unter einem Hut— da war ich. nahe daran, die ganze Redaktion in Brand zu stecken. Dann aber überlegte ich mirs und dachte, was die können, das kannst du auch, und ging zu dem alten Saufbold. Wenn er Ihnen auch nichts von dem grünen Hut meiner Mutter gesagt hat, mir hat er es gesagt, und daraus geht doch klar hervor, daß die ganze Geschichte nichts ist. als eine Phantasie, eine Art Trunkenheits- Halluzination, und daß—" „Schon gut, Graf Kai. Ich bin Ihnen für Ihre Mit- teilungen sehr verbunden." „Sie werden meine Mutter also nicht verhören?" „Das wird sich tapm vermeiden lassen." „Sie werden die Folgen tragen müssen. Herr Iakobsen. Sie wandeln auf falschen Spuren. Wenn Sie durchaus was über diesen Schurken erfahren wollen, dann wenden Sie sich nicht an meine Mutter, dann fragen Sie doch mal nach bei Betten Manke—" (Da der Zeuge mitten im Gespräch aus dem Zimmer stürzte, muß auf fein« Unterschrift verzichtet werden.) Kgl. Amtsgericht Sändrup, 25. Juni 1829. gez. H. G. Iakobsen. (Fortsetzung folgt.) Kein Raubmord im Gpreemald Appelt hat sich setbst umgebracht. Der mulinahliche Mord an dem Inspektor der Genossenschaft!). Molkerei Appelt in Burg i. Spree wald, über den wir im ..Abend" berichteten, hat eine überraschende Aufklärung ge- funden. Appell ist nämlich nicht einem verbrechen zum Opfer ge- satten, sondern er hat in der Nacht vom Alonlag zum Dienstaz selbst Hand an sich gelegt. Der erste Befund ließ zunächst vermuten, daß ein Raub- m o rd vorliegt. Appelt hatte am Montag 20 000 Mark L o h n- gelber erhalten, die der Inspektor mit einem Gehilfen zur Aus- Zahlung fertiggemacht hatte. Die Lage der Leiche und auch die Ein- schußöffnung ließen den Verdacht berechtigt erscheinen, daß'Appelt von Räubern niedergeschossen worden ist. Voni Berliner Polizei- Präsidium war Kriminalkoinmissar Li ss ig feit nach Burg gefahren, um im Verein mit den Ortsbehörden die Untersuchung zu führen. Der Berliner Kriminalist kam bald zu der über- raschenden Feststellung, daß überhaupt kein Verbrechen in Frage kommen könne. Es muß jehl mit Sicherheit angenommen werden, daß Appelt sich aus noch unbekannten Gründen selbst er- schössen Hai. Der Selbstmörder war, wie erst spälcr bekannt wurde, Linkshänder. Da der Schußkanal von links nach rechts durch den Körper ging, entstand der Eindruck, daß Appelt das Opfer eines Verbrechens geworden mar. Die Waffe ist inzwischen wenige Meter von der Leiche gefunden worden. Auch die Kassenschlüssel haben sich angefunden und bei der Ilcberpriifnng des Geldbestandes stellte sich heraus, daß nichts fehlte. Appelt war oerheiratet und hatte zwei umnllndigc Kinder. Er war allgemein sehr angesehen. Noch allem Hot es den Anschein, daß ein Raubniord van Appelt vorgetäuscht worden ist. Man forscht nun nach den Gründen, die den Inspektor zu seiner Tat bestimmt hoben. Nach Gerüchten sollen etwa 2 3 0 0 0 M. an dem Gesamtkassenbestand fehlen: für heute war eine Revision angesetzt. Dies hohe Manko konnte Appelt natürlich im Augenblick nicht decken. Außer- dem hatte der Molkereiinspektor eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen. Da jedoch von der Versicherung bei Selbstmord der Betrag nicht so ohne weiteres gezahlt wird, hat A. vielleicht«inen Raubmordvortäuschen wollen, um seine Hinterbliebenen in den Besitz des Geldes zu bringen. l präfektursystem für Berlin? £'.! � In cincr Versammlung der Fachgruppe Gemeindelechnikcr j des Butab refericrkc der Vorsitzende der sozialdcmo- ! kr a tischen Rolhaussraklion Erich Fla lau über das „neue Selbstverwaltungsgesetz für die Stadt Berlin". Der Redner ging zunächst auf die verschiedenen in Deutschland bestehenden Gemeindeverfassiingsgesetze und ihre besonderen Kenn- zeichen ein und zog Bergleiche mit der Bersassung anderer Städte von der Größe und Stellung Berlins, wie z. B. Paris, London, New Park. Im einzelnen behandelt« er dann die Bestimmungen des Gesetzentwurfes, wie er vom preußischen Innenministerium dein Staatsrat vorgelegt ist. Als K e r n st ü ck des Gesetzes sah er die Minderung der Rechte der Stadtverordiietenuersammlniig(Stadtvertreter) und die außerordentliche Erweiterung der Befugnisse des Oberbürgermeisters sowie der Aufsichtsbehörde an. Wenn man noch beachtet, wieweit die Rechte der'Aufsichtsbehörde ..... erweitsrt�seicn, käme chwir zi,' dem Schluß,. baß. Präs ekk WP&SBSt Berlin in Wahrheit nicht der Oberbürgermeister, sondern der Oberpräsident wäre. Genosse Flatau schilderte dann weiter die Beratungen iin Staatsrat, der verschiedene Aenderungcn vor- genommen lzabc und dessen grundsätzliche Stellungnahme dahin ginge, daß das Selbstverwaltnngsgefetz sür die Stadt. Berlin nicht vor Verabschiedung der allgemeinen Reform durchgeführt werden dürfe. Gerade die Sozialdemokratie sei Träger des Gc- dankens einer einheitlichen Reform der Selbstvcrwaltungsgcsctze und habe ein Interesse daran, daß für Berlin nicht ein Ausnahmegefetz geschosten werde.. Der Vortrag des Genossen Flatau fand die geschlossene Zu- stimmung der Versammlung. „Zeppelin" auf der Spanienfahrt. Das Lustschiff„Gras Zeppelin" ist Dienstag. 2.12 Uhr unter Führung von Kapitän Lehmann zur Spanicnfahrt aufgestiegen. An Bord befinden sich 1 0 P a s s a g i e r c, darunter sechs Gäste. Der Start wickelte sich bei strömendem Regen sehr rasch ab und das Luftschiff entfernte sich sogleich in westlicher Richtung. Aller Aaraussicht nach wird das Lustschisf seinen Weg über Slldfrankrcich, die Biskaya, Kap Finistem und dann entlang der Westküste Spaniens nehmen. Mörder Fahrdamm. Am Dienstag nachmittag wurde der fünfjährige Wolfgang Meyer aus der Monumentenstraße 2ö in Schöncberg beim lieber- schreiten des Fahrdannnes vor dein Haufe Katzbachstraße 17 von einem Lastauto überfahren und schwer oerletzt. Das Kind wurde in das Tempclhofer St. Josefskrankenhaus gebracht, wo es kurze Zeit. nach seiner Einlieferung gestorben ist. Das neue Todesurteil. Nachwort zum Jakubowski-Nogens-Prozcij. In Reustrelitz ist, wie wir meldeten, gegen August Rogens ein T o d e s u rt e i l. wegen Mordes an seinen: Halb- bruder gefällt wanden. Frau Köhler und der jugendliche Fritz wurden zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt. Wir Sozialisten haben dieses Urteil vom menschlich-politifchen und vom staatlich- politischen Standpunkt ans zu prüfen. Wir sind Gegner der Barbarei der Todesstrafe schlechtweg und, solange die Todesstrafe gesetzlich besteht, Befürworter der Be- gnadigung bei jedem Todesurteil. Wir muffen darüber hinaus Begnadigung als unerläßlich bezeichnen, wenn ein Mensch auf Grund von Indizien zum Tode verurteilt worden ist. Die Vcr- urteilung von August Nsgens erfolgte auf Indizien hin. Es liegt weder ein Geständnis noch ein schlüssiger Tatbeweis vor. Warum konnte in Nenstrelitz der Tod des kleinen Ewald Rogens nicht geklärt werden? Weil einer der Hauptzeugen, inaz er nun Mittäter, Mit- misser oder unschuldig sein, der Russe Iaknbowski, auf Grund von Indizien hingerichtet worden ist. Es ist billig sür das Neu- strelitzcr Gericht, zu sagen, daß„es der Uebcrzeugung sei, Ioku- bowski sei Mittäter" und deshalb zu recht hingerichtet worden. Die Urteilsbegründung bleibt den Beweis schuldig. Was heißen Redensarten, wie die, daß„manches sür Iaknbowski als Haupttätcr spricht"? Was heißt überhaupt die Begründung der Schuld eines Schweigenden, eines Toten auf Aussagen von Menschen hin, die der Vorsitzende selbst in den ersten Sätzen seiner Urteilsbegründung als pathologische Lügner bezeichnet hat? Es sind Geständnisse gemacht, es sind Geständnisse widerrufen worden. Nichts ist geblieben als ein wüstes Durcheinander, in dem heute weder Richter noch Zuhörer zurechtfinden. Einer könnte vieles erzählen, wenn ordnungsgemäß unter Heranziehung eines Dol- metschcrs, ohne Vorurteil, gegen ihn als Angeklagten oder mit ihm als Zeugen verhandelt werden könnte. Diesem aber ist der Kops abgehackt worden, und er ist für alle Zeiten stumm. Wir So- zialistcn sind vom Sittlichen ans Gegner der Todesstrafe. Der Fall Nogens-Jakubowfki aber zeigt daneben die Richtigkeit des Standpunktes des uns weltanschaulich fernstehenden greisen Rechts- lehrers Kahl, der im Strafrcchtsausschnß des Reichstages die Todesstrafe ablehnte, weil sie irreparabel, nicht wieder gut- zumachen ist und deshalb Unheil anrichtet. Stoatlich-politifch beleuchtet der Fall Iaknbowski das Elend der deutschen Kleinstaaterei. Der Zwergstaat Mecklenburg- Strelitz hat eine Exklave, die zwischen dem preußischen»nd lübecki- scheu Staatsgebiet stundenweit von der Landeshauptstadt entfernt liegt. Die Untersuchung des komplizierten Falles wird notdürftig durch einen gewiß redlich bestrebten Lairdjägermeistcr geführt, das ganze Brennender Grubenschachi. Die Belegschast konnte vor Schaden bewahrt werden. ü a l l o w i tz. 15. April. Am Montag abend geriet auf der O h c i m- G r u b c bei Kattowih die Schachtanlogc in Brand. Sic wurde zum größten Teil z e O—#wiwwli—»-auA- der. Umgegend Hallen mehrere Stunden lang angestrengt zu tun, um Seit Brand zu bekämpfen und ein weiteres llmsichgreisen zu verhüten. Die in der Grube befindliche Belegschaft von 150 Mann wurde angewiesen, den Schacht aus einem anderen Wege zu verlassen, da Rauchvergislungsgefahr befkand. Der Sachschaden ist sehr erheb- lich. Der Betrieb auf diese,» Schacht mußte vorläufig eingestellt werden. Hilfe unseren Erwerbslosen! Der Kreis Prenzlauer Berg der Berliner Sozialdcmo- krakie hatte als einer der ersten feine erwerbslosen Genossen zusanmiengerusen. Viele waren dem Rufe gefolgt: junge Menschen, deprimiert über das charte Los der Arbeitslosigkeit, Grau- köpfe, denen die Not und Sorge im Gesicht geschrieben stand. Ge- nasse Scelbinder leitete die Vcrfaminlung, die von einem Referat des Genossen Paul Z i p p e l vom ADGB. eingeleitet wurde. Er sprach über den„Kampf um die Sozialpolitik". Trotz aller Schwierigkeiten sei es doch gelungen, die grundsätzliche Anerkennung des R e ch t s auf Arbeitslosenversicherung ausrechizuevhalten. An die kenntnisreichen Ausführungen des Genossen Zippel schloß sich eine ausgedehnte Disküssion. Man spürte es den Genossen an, daß es ihnen Bedürfnis mar, über ihre Erlebnisse als Erwerbslose zu sprechen. Noch fruchtbarer würden sich derartige Versammlungen wohl erweisen, wenn man konkretere Themen aus dem großen Gebiet der Sozialpolitik herausgreifen würde und darüber referierte. Die erwerbslosen Genossen brachten einstimmig den Wunsch zum Ausdruck,, daß der Bezirksvorstand häufiger derartige Versammlungen veranstalten möge. Praktische Erfahrungen, die sich aus solchen Aussprachen ergaben, können dann bei der Gesetzge- staltung fruchtbar werden. Ländchen verfügt ja überhaupt nicht kriminalistisch über die Kräfte, einen so verwickelten Mordsall aufzuklären. Es herrscht der Stumpfsinn de r.K r ä h w i n ke le i. Don den allzuviclcn Be- Hörden des lebensunfähigen Staatsgebildchens, die alle miteinander verklcttek, versippt oder verfeindet sirtd, tritt eine der anderen auf den Fuß: Einmal will der Oberstaatsanwalt Müller gegen den Po- lizcichef, der die jetzt verurteilten Rogens verhaften wollte, ein Bsr- fahren wegen Freiheitsberaubung einleiten, jetzt soll gegen denselben Oberstaatsanwalt wegen Amtsverbrechens vorgegangen werden, das letzte Urteil aber gibt ihm eins Ehrenerklärung. Den landfremden Beamten, die aus Berlin kamen, wurden Steine in den Weg ge- warfen, ja es geht soweit, daß man im Laude MeckleiGurg-Strclitz von Parteien spricht, von denen die eine für, die andere gegen Iatubowski ist. Hier kann man nicht mehr von einer einwandfreien Rechtsprechung reden, man ist beim Lesen dieser Urteilsbegründung versucht, anzunehmen, daß Iaknbowski auch noch unter der Erde für schuldig erkannt wurde, weil das Gericht allzusehr von der Un- fehlbarkeit der mecklenburgisch-strekitzichen Justiz überzeugt war. Wir Sozialisten sind auch aus Sorge um eine cinwanbsreic, allen Beschuldigten alle Rechte sichernden Rechtsprechung Anhänger des Einhcitsstaaics und Gegner der 5kleinstaaterei, die eines der übelsten Vermächtnisse der Dynastien ist. So mahnt der Fall Jaknbowski-Nogens in.zwiefacher Hinsicht, vor allem aber bestätigt cr wiederum und hoffentlich bald zuletzt unsere Forderung: Fort mit der Todes st rase! ♦ Die verurteilten Angeklagten August und Fritz Rogens sowie Frau Kühler worden, wie uns aus llieustrelitz gemeldet wird, gegen das Urtei-l Revision beim Reichsgericht ehrveichen, j Vom Reichsgericht bestätigte Todesurteile. Der IV. Etrafsenat des Reichsgerichts b c st ä t i g t e heute durch Verwerfung der Revision das Todesurteil des Schwurgerichts Lyck vom 18. Dezember gegen den verheirateten Werksgehilfcn W i t t k c aus Angerburg, der in der Nacht zum 5. August 1920 ein 15 Jahre altes Mädchen mit cinein Hammer erschlagen und die Leiche auf den Bahnkörper gelegt hatte.— Ferner wurde in der RcvisicmsverHand- lung im Mordprozcß Paschold-Werner vor dem I. Strafsenat des Reichsgerichts die Revision Werners antragsgemäß nach etwa einstündigcr Beratung verworfen.» Der 57 Jahre alte Dachdecker Werner war am 0. November vorigen Jahres vom Schwurgericht Leipzig zusammen mit seiner 21 Jahre allen Braut Paschold wegen Raubmordes an dem 45 Jahre alten verheirateten Straßen- Händler Kirschberg, sämtlich aus Leipzig, zum Tode verurteilt worden, Todesstrafe im Prozeß Kuhbach? Oer Antrag des Staatsanwalts. Nach 3�wöchiger Verhandlung beantragte Staatsanwaltschasts- rat Stargardt gegen den Angetlagten Arbeiter Walter K u tz- b a ch wegen des Raubmordes am Ruinenberg in Potsdam die Tbdcsstrose und dauernden Berlnst der bürgerlichen Ehrenrechte. plMMö Ewat�Hum. beutel.____ Abschiedskonzert der Schupo-Musiker. Mit einem wohlgelungenen Programm verabschiedet« sich das Schupo-Orchester in der staatlichen Hochschule für Musik sür diese Saison von seinen zahlreichen Freunden. Goldmarks „Frühlings-Ouvertürc" leitete den Abend ein, dann folgte eine fein cnipsundene„Lyrische Phantasie" des Dirigenten-Komponisten Camilla Hildebrand, die in dem Geigensolisten Konzertmeister Schnieder einen feinsinnigen Interpreten hatte. Graingers„irische Volkstänze" fanden in ihrer überaus bunten Lebendigkeit starken Beifall. Joseph Schmidt, der wohl stark indisponiert, gab in Arien aus„Troubadour",„Afrikanerin" und„Rigoletto" Proben bestkultiviertcr Gesongskmist. Die Ouvertüren zu„Fra Diavolo" und„Tannhäuser" beschlossen den Zioixzertabcnd.— Unter den zahlreich erschienen Gästen sah man viele Mitglieder der Ministerien, den Potsdamer Potizeipräsidentei», Polizeivizepräsident Dr. Weiß, Polizeiobcrst Gcntz und andere. „Sterbcrcklame" in der D-Bahn. Klappern gehört zum Handwerk und Reklame ist das halbe Geschäft, jagt sich der Kaufmann von heute. Zugegeben und ein» verstanden: nur scheint uns, daß es den Fahrgast etwas seltsam an- mutet, wenn man U-Bahnwagen auf beiden Wandseiten mit ,,S t e r b e r e k l a m e" beklebt. Eine Sargfirma blickt voll Stolz auf ihr Geschäftsjnbiläum. Der Wagen ist nun voller Bildchen, die stets und immer van einem Särglein geziert find. Auf einem Plakat wird freundlichst„unverbindlicher Vertreterbesuch" angeboten. Etwas weniger Reklame wäre in diesem Falle entschieden ge- schmackvoller. Not und Elend grinsen uns sowieso täglich und stund- lich aus allen Ecken und Enden ins Gesicht. k Kaiser's IM GESCHENKBEUTEL MK.2P0bis MKtfiQdW. INGESCHENKDOSEN MK#?» dPPd O 'RABATT / Die„grolje Fahrt" des Falken Sollte angeblich eine Filmexpedition sein. Am scchston Verhandlungstag« mird in dic Vernehmung u.'s H«uerbeamten Ja n« ck e eingetreten. Er ist Sekretär bei der Haui- burgcr Hcuerstelle. Der Kapitän hat, wie er sagt, die Leute s.ibst ausgesucht. Die Gcschäftsleitung der cheuerstelle sagte:„Große Fahrt »ach Brasilien." Dies wurde in die Musterrolle eingetragen. Hier- auf wird der Zeuge Gastwirt H o f s m e i st e r vernommen. Er betreibt in Hamburg-Rotcnburg Ort«ne Gastwirtschalt. Eines Tages wurde er vom Stadthaus durch einen Kriminaloberwacht- meister angerufen, der ihn fragte, ob er einen Waffenmeister w.fse. Er könne dabei schönes Geld verdienen. So wurde er privatim mit Prcnzlau und Kramarski bekannt, mit denen er nach Liutich fuhr und dort, da er 12 Jahre Waffenmeister beim Militär gewesen ist, van der Finna gekaufte Waffen, dreitausend ZNafchinengcwehrschlvster und fünfzig leichte Maschinengewehre, begutachtete. Später fuhr er mit Kramarski nach Posen, wo in der polnisch«» Jnfanteriekaserne ein großer Posten abgenutzter, aber zur Not noch brauchbarer Gewehre abzunehmen war. Den Preis kennt er nickst. Ueber den Verbleib der Waren weiß er nichts. Nun er- hieft er den Auftrog, einen Instrukteur zu besorgen. Er wandte sich an Zucal. Geboten wurde für etwa sechs Monate je ölig M. iür seine hiesige Familie und 3000 Dollar als Gefamtzahlung nach Beendigung des Dienstverhältnisses, das in der Ausbildung junger Rekruten in der Waffenhandhabung und Waffcnbehandlung bestehen sollte. Bei Zucals Rückkehr war der Zeuge sprachlos über dessen Erlebnisse. Vorsitzender: Herr Prcnzlau, wer zahlte hier die 500 M. für die Familie? Prcnzlau: Ich! Das andere ober, die 1000 Dollar pro Monat, hat jedenfalls del Gada ver- sprachen. Der sodann vernommene cheuerbüroangestellte techiirpcr hat im Auftrage der Bürolcitung für Kapitän Zipplstt dic Leute auf „große Fahrt, ungefähr Drcimonatsreisc nach Brasilien" an- genommen, zwar nicht am Schalter, aber unter den Arbeitsuchenden, im Büro wurde von einer Ailmcxpedition gesprochen, aber erst nach der Anheuerung. Frau Knoche, die Ehefrau eines angeheuerten Matrosen, war zu der Firma Prenzlau gegangen, um sich über die Reise ihres Mannes zu erkundigen. Der Prokurist Kramarski, der Bruder des Angeklagten, beruhigte sie und sagte, es handele sich um eine Filmcxpcdition. Sie solle sich nur kein« Sorgen machen, ihr Geld bekäme sie schon und Briese besorge die Finna. Staatsanwalt Rose: Angeklagter Prcnzlau, Sic kannten doch Port os Spain als letzten Bcstimiinnigshafcn, wann» leiteten Sie nickst die Post der Mainischaft dorthin? Angeklagter Prenzlau findet keine rechte Antwort. Nach der Pause beginnt der Vorsitzende mit der Verlesung der Aussage des ersten Offiziers Soclling, der sich zur Zeit auf See befindet und deshalb nicht vor Gericht erscheinen kann. Der eidlichen Vernehimmg haben die Verteidiger beigewohnt. Bei diesen: Protokoll befindet sich dic Liste der ver- sprochcnen Gratifikationen. Koelling nimmt an, daß sowohl Prenzlm Allgemeine Wetterlage. wie auch Zipplitt über das Unternehmen im Bilde waren. Man hatte f ihm aber keine Auskunft gegeben." Sogar dic mitgenommenen See- 1 karten hat der Kapitän vor ihm verborgen geHallen. Im übrigen � bestätigt er die Zeugenangabcn der Mannschaft vollinhaltlich. Er wäre nie gefahren, wenn er das Ziel der Reise gekannt hätte. Iustizoberinspektor Tolksdorf hat die erste Vernehmung Koellings vorgenommen und macht hierzu einige Bekundungen. Eine Schreibmaschine sowie eine angebliche Brillantnadel Hot er als ver- meintlich herrenloses Gut au sich genommen, weil alles, was del Gada? Eigentuni gewesen mar, an Bord ausgeteilt wurde, um die Mann- schalt für ihre Verluste schadlos zu halten. Dann wird eine Depesche Koellings aus Port os Spain an das Hamburger Seeamt verlesen: Firma Prcnzlau war von ollem unkerrichlel. ebenso Kapitän, der den Rebellen Treueid geleistet hat. Kapitän mit Karabiner befahl, Rkafchinengewehrc an dic Rock. Ich bin der Herr aus dem 5chifs." Rechtsanwalt Dr. Lcvi: Wenn der Zeuge Koelling hier gewesen wäre, hätten Sie einige Uebcrraschungen erleben können! Morgen, Mittwoch, findet keine Sitzung statt. Nächste Sitzung Donnerstag. Tloch einmal: Ali- oder Zungflieger. Oer Fall Wessel. Wir haben über die Erklärungen, dic dic Leitung der Luithansa zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen gegeben hat, bereits berichtet. Die Rechtfertigungen wirkten nicht recht über, zeugend. Auch berührte es eigentümlich, daß die Leitung der Lufthansa kein Gewicht darauf legt«, eine Abordnung des„Berufsverbandes deutscher Flugzeug- sührcr" zur Besprechung und Klärung der Angelegenheit hinzu- zuziehen, obgleich sich Piloten bereit erklärt hatten, die in der Oefsenl- lichkeit erfolgten Angriffe zu vertreten. Wenn Direktor Milch de- hauptcte, daß der Iungflieger Wessel monatelang N a ch t f l ü g e absolviert habe, so wissen wir, daß Wessel zwar vor längerer Zeit für eine Berliner Tageszeitung die Strecke Berlin— Hamburg flog, daß aber der Start 4 Uhr früh erfolgte, also zu einer Zeit, wo es>n den Sommermonaten bereits ansängt hell zu werden. Diese Flüge können nicht als Nachlflüge angesprochen werden und waren durch- aus keine genügende Vorbereitung für das Bestiegen der Nachtstrecke London— Paris. Auf unsere Anfrag« erklärte uns der„Berufsverband deutscher Flugzeugsührcr", daß er die gegen die Lufthansa erfolgten Angriffe für berechtigt halte, obgleich er dic Veröffentlichung bcdaure. Wir Holsen, daß die Leitung der Lufthansa ihre Untersuchung so schnell wie möglich vornimmt und der Ocffcntlichkeit das Ergebnis bekannt gibt. Es muß unbedingt Klarheit geschaffen werden, ein Vertuschen liegt nicht im Interesse der deutschen Handelsluftsahrt. Wenn es in der Lufthansa Personen- geben sollte, die gegen die elementarsten Grundsätze der Handelsluftfahrt verstoßen, dann müssen sie eben e n t f c r n t werden. <3«eN:«o>ae.S b«iwr.!5 delbdeck«!» iQvvoikig.OtalEckt�Regen�iGrsupsln Sehne�sNsbeljdGewiUee�Wwfctil!» Das Wetter war am Dienstag in last ganz Deutschland weiter- hin recht uinreundlich. Die stärksten Reger, fälle ereigneten sich in Süddcutsckstand, wo stellenweise 15 Millimeter Reger, hohe gemessen wurden. Während es-im allgemeinen sehr kühl war, war es in Ost- preußen, das unter dem Einfluß warmer südöstlicher Winde stand, recht warm(Höchsttemperatur IS Grad Celsius). Das initteleuro- päische Tiefdruckgebiet bewegt sich nur sehr langsam ostwärts weiter. wobei es sich etwas verstacht. Daher wird sich das Wetter voraus- sichtlich auch in den nächsten beiden Tagen nicht wesentlich besten:, wenn auch die Nicderschlagsnciguug oUmählich abnehmen wird. "k Wclleraussichlen für Verl:::. Weiterhin kühl, bewölkt bis trübe. noch einzelne Rcgcnföttc.— Für Deutschland. Im Süden und Osten trübes Regenwetter, im übrigen Deutschland stark bewölkt mit ein- ze'.nen Regenschauer», kühl. Tburinqeu und da» Jicich. Im Robmc» einer Sundaebun» der D c II: s ch e n £ i« a fiirMeirschcnrechte sprechen am Mittwoch, dem 15. Äpril, 2V Utiv. im eknwliacn Äerrenbaus. Leimioer Etr. a. über TdUringen und da» Reich der triilirrc tdiirinaische Ministerpräsident Äuaust IZ r ü d Ii ch. M. d. R., der ll'iieinaische Landtaa�abaeordneic Tr. Paul S ich, Odersvidiendireltor?r. Boliner. M. d. L.. und der Poriidcnde des Allaeineinen Deutschen?e» anttenbundea Ätdcrt s? a l t c n d e r a. M. d. R. Pnrfifc: Hcllmut v. G c r l a ch. Karten nur an der Abendkasse. Internationale Suaiencausstellima Dresden ie'5. Iiir den einsäe», uo» der Ausstellunaslcituna derausaeacHenen amtlichen Kataioa und Iiidrer durch die Internationale Snaieneauostelluna ist der An.,eioenschluft aus den April seitarsetit. Die alleiniac An.niaenonnalnne erfalat durch die Ala Antciaen Aktienoesellschait Dresden-.:. 1, WIsdrufser Str. 1. lRus: Dresden.21159 und 21509.') S&K Heute 3 Uhr Unerhört günstige Angebote Jeder Käufer erhält ein beschenk parteinachrichien für Groß-Verlin Oinsesdungen für dies« Rubrik find « e r I i» SS U. Linden:! rabc Z. stet» an dos fSejitltfefwlatliU : Treppen recht«, zu richten Funttionärkarien für das Aohü 1930{tiüi tut Bezirkssekretariat. Liade«» ftccftc 3. Zimmer 5, erhältlich. * Am Cftecfonna&cnfe, dem 19. April, dleidt das Be- zirkssekretariat geschlossen. N l. Zirei, Mitte. Tonnerstap. 17. April. 1»� Wir, im Zarkeschen S S Sof, Aolcnthalcr Str. 40— 41. ÄreiamitflUtderoetfammlii»«. Vortrag: W D»Di« Parteiarbeit im Betriebe". Referent! Emil Barth.— Aeitnirg». W K kommissiau! Sitzung gm Miitmoa), beul IK. April, WA Uhr. bei Sür.. t-z W nMlbe, Schlegclstr. 8. Alle Abteilungen müssen vcrtrcten sein. Tie M Abteilungsleiter find gleichfalls dazu eingeladen. « 19. flrti« Zehlendarf. Serie, Mittwoch. 16. April. A> Uhr. Eihun« des Pildungs.russchusse» bei Schnorre, Zehlendorf. Potsdamer Str. t>. Die SRI. ladet alle Senaffinnen und Eenassen ZU ihren, heute. Zllittwoch, 191.' Uhr. im kleinen Saal des Lindenpark, Berliner Str.«. stattfindenden politischen Iniormalionsabend-In. Vorirag:..Die Aufgaben der Polizei im kapitalistischen und sozialistischen Staat". Referent: Polzeipräsident Senosse Zörgiebel. Einlast nur mit Mitgliedsbuch. lt. Krci» Renkölln. Der Termin für die Elternbeiratswahl ist sestgeseht. Die Listen müssen snfort Im Parteibüro adgegekuni werden. 17. llrei. Lichtender«. Die Abteilungen 114—120 stellen l« 4— 5 Genossen als Ordner zur Maifeier. Adressen ssnd bis zum 24. April an de» Se. Nossen Emil Richter. Berlin O. 112, Borbagener Str. 62, einzureichen. heute, Mittwoch, IL. Zlpril: 21. Abt. 19'4 Uhr Vorftandssistun«(nicht wie irrtümlich angegeben, TuiU- tioniirssbungl. in der Keschtiftsltell-, Utrcchter Str. ZI. 23. Abt. l!Ri Uhr Zusammenkunft junger Parteimitglieder bei Erunewald, llamcr-.mcr Str. 19. 2Z. Abt. Bezirksführer, welche die Z!icht'.,Porwirrts"»Leser noch nicht gemeldet haben, wollen diese Meldung umgehend beim Abteilungsleiter abgeben. 33. Abt. Achtunal Der Zabladend der Gruppe Mewes sinder heute um 19>Z Uhr bei Schnoerer. Voigtstr. 88. statt. Thema:„Doppelverdiener in der Wirtschlaftekrise". Referent: Bruno Theel. 46. Abl'. 20 Uhr bei Ballentin, Körliher Strasse. Diskusssansabend. Referent: Georg Albrecht. 19. Abt. schwerhörige. 29 llh» Ritgliedernersammlung>» Zngendheim Liadenstr. 4.». 1 Treppe. Vortrag:.Soz.otisriicher Autbau". Referan»: Sattlleb Rees«. Alle Mitglieder, sowie.Borwart«". Leser und Snnrpathi. sserende stnb freundlichst eingeloden. »1.«bt. Friedenau. Z0Z1 Uhr Bildungsgruppe jüngerer Parteigenossen bei slloM. Saudier ostr. 60—61. Thema:„Bictschaftsdemokratie". Alorgen. Donnerstag, IT. Zlpril: 47. Abt. Alle Eenofssnnen und Eenosscn, die an der Bsnchtigung des Ge. werifchastohouses teilnehmen wollen, treffen sich vor deu: Eewerkschafts. Haus pünktlich um IS Uhr. 131. Abt. starlohorft. 20 Uhr Mitglied eroenammlung im Deutschen Saus, Stolzenfelsfiraste. Bortrag:„Das neue Berliner Selbstverroaltungsgcsefi". Reiereni: Bürgcrmcistcr Dr. Eiggel. 12Zo. Abt. �llaulsdorf.Siid. 2« Uhr R! itglicde roersam mlung im Lokal Jäger« „Die politische Loge". Referent: Sottlieb Reese. heim. Portrag: Zrauenveravslaltung. 7». Abt. Schöncber«. 18VJ Uhr Bei Will. Martin«Luther»Str. 69, Gunter Abend'. Portragender: Henry Reifs. Iungsozialisten. Prenzlauer Berg. Heute. Z0 Uhr, weltliche Schul«, Danziger Str. 29. Ge« nosse Pfarrer Franke spricht über:„Religiösen Sozialismus". EAJ.« und lunge Parteigenossen als Gäste a«rn gesebe». Mitte. Am Donnerstag pünktlich um 20 Uhr im Heim. Genosse Potilister spricht über:„Die sozialistische Bewegung in England". Zur Ostersahrt treffen sich die Genossen am Freitag um 614 Uhr am Bahnhof Börse. Gruppe Friedrichehoiu. Am Donnerstag fällr der Heimabend aus. Troff« «unkt zur Fahrt nach Oderberg um 1» Uhr am Stettiner Fernibahnhof. Sonn. taoriickfahrkarte bis Nicder.Finpw lösen. Für die Sonnabendfahrer bleiben Trcsipunkt und Ziel die gleichen, wie für die Donnersiggfghrer. Gruppe Reulöllu. Heut«. Mittwoch, 16. April, 20 Uhr, Gruppenabend im Jugendheim Treptower Str. 95—96. Arbeitsgemeinschaft der Kiuderfreuude Groh-Verlin. Ätti» streu, berg. Gruppe Görlisier Strasse. Gruppe Wrangelstraste und Gruppe stottbusser Tor. Alle Short nsahrtteilnehmer treffen ssch Donnerstag, 17. April, 16 Uhr. Göriister Bahnhof. steci» Eharlottenburg. Die Rest« und Jungsalken treffen ssch zur Ostersahrt Donnerstag pünktlich um 14 Uhr am Bohnhok Zungfernheide. Die Eltern treffen ssch am 1.»reiertag zum Besuch noch Brieselang pünktlich um 8 Uhr Bahnhof JungsernKeide. der Zu» geht 8.1t Uhr. Hoheuschöuhanleu. Donnerstag, 17. April, im Jugendheim Freienwalder Strosse 6. von 17 bis 19 Uhr Ballspiel«. Tiergarten. Gruppe August Bebel. Wir tressen UNS zu unserer Osterfahrt am Freitag, dem 18. April, um 7 Uhr am Bahnhos Beussclstrgsse. Bitte alle pünktlich sein. streis Prenzlauer Berg. Donnerstag. 19 Uhr. Danziger Str. 62. Mussk« übungsstunde für die Feiern. Zrltlagerlisten bis zum 20. April an den Kreis« lriter senden, dg schon am 24. und 25. April die erste Untersuchung statt« findet. llO und 11 Uhr Schule Eberswalder Strasse,! Weiteres in 8 Togen. Gruppe Slilot Adler: Treffpunkt zur Ostersahrt am Freitag um 7 Uhr Stet« tiner Fernbadnhof lRote und Jungfallen.) Gruppe Loudsitkgtt Plah. Mittwoch. 16. April. Treffen zum Spielabend auf dem Eportplot, um 179i Uhr im Jugendheim. Donnerstag. 17. April. 18 Uhr im Jugendheim. Anmeldung zur Oitcrfahrt. Helirr tretien ssch um 19 Uhr im Jugendheim zur Fahr! nac, Dubrowberg, Nachzügler 191» Uhr Schlcssfchrr Bahnhof. ScklafsaS mitbringen. Sonnabend. 19. April. Gruppen- fahrt nach dem Grunewald. Trrfspunkt 8 Uhr Falienelte. Wontag. Tl.. bis Mittg'och, 23. April. Gruppenfahrt»ach Brieselang. 8 Uhr auf den Gruppen. sammelplahcn. Kossen illr Fahrgeld. Schlafen und Mittagessen 1 W. Schla'lack mitbringen. Ende Mittwoch, 18 Uhr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation ,, 28. Abt. Am 11. April oerssnrb unser Genosse Franz Hahn. Wörther Strasse 15. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Trauer. feier findet statt am Tonnerstag. dem 17. April, 18!» Uhr, im Krematorium Gerlchtssrasse. Zahlreiche Beteiligung erbeten. Sozialisiische Arbeiterjugend Gr.-Ver!m ckinlendungen für diese Rudrit nur«n dg« Jugendselretarigt Berlin<57868. Tlndenllrgiie} Abteilung, leitcrl Bis heule müssen unbedingt alle fehlenden Programms eingeliefert werden, da ne sonst nicht mehr berlickiichtigt werden können. Gebt ferner umgehend den Berichtsdogen für das I. Quartal ab. Da» Sekretorigt bleibt gm Oftersonngbend und»m 3. Feiertag geschlossen. heule. Mittwoch. 16. April, 19'u Uhr: Moabit UI: Heim Lcbricr Str. 18—19.„Bub und Mädel,"— Gesund» h runreu IT: Heim Christianiostr. 88.„Siltorischer Materialismus". H. Teil.— Rordeu: Seim Lorssing« Ecke Graunftrasse.„Was wir wollen."— Wcdding: Seim Turiner Ecke Seeftrasse. Einführung-gbenb.— Sobcnfchörhoufcn: Schule Dingelstadicr Strasse. Seiterer Abend,— Peckersburoer Viertel: Seim Tilsster Strasse 4,„Lehrlingsfragen,"— Barschauer Viertel: Seim Litauer Str. 18. „Freidenker und Kirche."— Reichenberger Viertel: Seim Prisser Str. 37'30. „Seruelle Fragen."— Eharlettenburg-Rord: Seim Olbergstrasse.„Die Ziele der SPD."— Friedrichaselde: Seim Gunterstr, 44.„Wir und die Berufs- sa'lule."— starlshorst: Seim Treskonmllce 44,„Junge und Mädel in der SAJ." — Kaulsdorf: Schule Adolfstr. 25—26.„Plattdeutsche Dichtuna."— Lichtenberg. Mitte: Heim Scharnweberstr. 29. Besprechung zur Osterfahrt.— Lichtenberg. Rord tAeltere): Heim Gunterstr. 44..Beriailles— Dgwes— Poung." Werbe bezirk Teltowkanal: 191» Uhr im kleinen Saal des Restau- rant„Lindenrark", Zehlendorf. Berliner Str. 8.„Politischer Jnsor« matiauaabenb". Polizeiprändent Genosse Zörgiedel spricht über:„Auf« gaben der Polizei im monarchistischen, demokratisch.kapitalistischen und sozialistisckren Staat". Eintritt nur mit Mitgliedsbuch, llnkoftenbeitrag 10 Pfennig. M? Morgen, Donnerstag, 17. April: Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". E e t ch S k t s st- 1 1 e: Berlin E. 1«. Scbastianstr. 87-88. L-i 2. St. Greuzmarksahrt. Pfingsten streistreffcn in der Grenzmark(Schloppcl. Äameroden. die daran t:i?ntbmen wollen, können sich nnverANy'.ich beim Kameraden Marten, Brunnensir. 137. melden. s?ahrpreis-AuLofabr.t n:n �-nd Zurück 7 M.— SPtthvoä, 1». April. Treptow(Kameradschaft), �ungoannev. iS�s Ubr Varlammluna ivl Hl'im Wildenbrnch strafte(Schul«). Erscheinen MUckt. Köpenick(Ortsverein). 20!!br Versammwng im kleinen Saal des.Stadl- tbrater�, ssriedrichst«. 6. Wichtiqs Tafl�sordnmrq. Nari»k«Mrilu»a. 10 llnr Turnen und Sport im Bootshaus Tegel.— Donnerstag. 17. April. Jnngbanner. Fahrt in die Böhmische Schwei,. Gruppe Schuhos« 16 llhr Anhalter Bahnhof« im Paterreeingang Möckernstrasse. Weddrng. 20 llhr. Sämtliche Sportler und SalberstaMfahrer Turnhalle Lütticher Str. 4. Fahrgeld mitbringen,»«tmektu■ dorf-Wesr. 30 Uhr Porstandsfissunq im Verkehrslokal. Alle Gruppen führer niüssen erscheinen— Freitao. 18. April. Wedbing. Kameraden der Gruppe Stahl zur Wanderung Finkenkrug—Grünefeld— Nauen Bahnhof Gesundbrunnen ah S'l llhr. Putlissstross« umsteigen..Hier Abfahrt 7?i Uhr. Bundesileidnng. Marineobiellnpg. 9 llhr Arbeitsdienst im Bootshaus.— Mitte. Mittwoch. 16 April keine Turnstunde.— WUmeredorf tOrtsverein). Tonners'au 17 April 20 llhr. erweiteris Borstandsüssung bei Lau. Hildegard« Ecke Schranunftrass».— ReuIölln.Briss. 1. Kameradschaft. Donnerstag. 17. April. 19 Uhr, Filmabend, Kottbusser Klause, jtotthusser Tamm 90. Angehörige und Somnalhisterende herzlich willkommen. Für Deckung der Unkosten werden 80 Pfennig Eintritt erhoben.____ Laudsmaunschaft der Schlcewig.Helsteiner zu Berliu 1892. Geschäitsstellc S. 14. Prinzenstr. 01. Donnerstag. 17. April. 20 Uhr. im Dresdener vlarten. Dresdener Sir 45. Generaloersommluna. Freitag. 18. April. Bcstchtigunss von Alt-Berlin. Treffpunkt 11 Uhr Spittelmorkt lll.Bahnhof). Ziach der Füll« rung Frübsckpppen im Restaurant-um„Nussbaum". Fische rsrraze. Landsleutc, Gäste, Damen und Herren lind willkommen. »rbcifer.Radio.Bund Deutschlands 9. B.. Gruppe Friedrichshain. Ton« ncrstag. 17. April. 20 Uhr.„Praktischer Unterricht" im Lokal Eadiner Str. 10. Gäste willkommen. Der Kinder« vnd Zugeudchor Rosebery d'ilrgni» übt jeden F r e j t g z von 6 bi8 8 im städtischen Augendheiin am Bellc-Alliance-Piatz 1. Ter Unterricht wird unentgeltltch erteilt. Anmeldungen jederzeit. Axtx 13. April rersoTiied nach kurzem, sclivrerera lbeiZs» mein ionissoliobter unversreßlicher Mann, unser jruter treusorerender Vater, Schxnegervater, Bruder und Opa, der Werkmeister August Ladentin im Alter von 3S Jahren. � ti6fen Sollmerz IVarths I.adcntin and Kinder. Die Xrsuerfeier findet am Donnerstag, dem 17. April, vormittags um 11.15 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße, kleine Halle, statt. Falkplass I: Treffpunkt zur Fahrt um iVi Uhr Danziger Strasse tRor« maluhr). Rackizügler 19� Uhr Anhalter Lahnhof.— Kclmholsspless: Treff. Punkt zur Fahrt um 19 Uhr am Potsdamer Bahnhof.— Schöneberg III: Teeffpunk: zur Fahrt um IS?! llhr om Etettine« Fernbabnhof< Haupttreppe). — Briss I und 1k: Tretipunkt zur Fahrt um 1891 Uhr Jahn« Ecke Rudower Strasse.— Schönhauser Borftodt: Tref'punkt zur Ostersahrt um W/t Uhr am Bahnhot Gesundbrunnen.— Reulrlln IV: Treffpuntt zur Osterfahrt um 17,50 llhr om U.Bahnhof Leine strassc lTIiomasstrasse) oder 18>« Uhr an: Stettiner Fernbahnhof. Auf ausgezeichneten Schiillpiatten genieht der chörer noch ein- mal die große Kunst des im Februar verstorbenen Pianisten Kon- rat» Ansorge, dem eine hslbe Stunde om frühen Abend ge- widmet ist. Es find kleinere Äoinpvsitionen oder Ausschnitte aus größeren Werken eines Schubert, Mq-ort oder Schumann. An, sorge ist der getreue Interpret der großen Meister. Auf einer öhn- lichen Linie bewegt sich die Geigerin Edith v. Vogtlänker beim Portrog der Regenchen Suite in A.Moll. Auch hier«ine große Ruhe in der Gestaltung, eine Uusgcglichenheit, die monchniol bei- nahe erkältend wirkt.— Sehr schön ist die Ueberlragung aus der Lindenoper von Adams„P o st i I l o n von L o n j u m c a u�" in erstklassiger Besetzung, wenn auch der Lertretcr der Titclpartie, Helge Rosweng«, in der Höhe stellenweise behindert erscheint und seinen prächtigen Tenor nicht immer srei entfalten kann. Ganz hervorragend das Orchester unter Bloch, der sogar verstaubte Stellen der Oper aus neuen Hoch glänz bügelt. Es fesselt beute noch immer die Fülle dieser improMematischen sangbaren Melodien, ihre Grazie und Liebenswürdigkeit.— Ministerialrat Trun erörtert die neuen Rundsimkbestimmungen, die om 1. Mai in Mirkung treten. Er tut das sehr klar und sachlich. Sollte es aber nicht möglich sein, daß auch dies« oder ähnliche rein referierende Vorträge etwas lebhafter gesprochen werden? L. Leb. Oeutsdier MgialMiter-ViM VcrvaUunfsstcllc Berliu Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Schmied .losek Nowczyk geb lt. Febluar 1875, am 14. April gestorben ist Die Beerdigung findet Donners- taa. den 17. April. 16 Uhr, von der Leichenhalle des Hedwigo-Kirchhotc« in Deißensee. Wörth«!., aus statt Rege Beteiligung wird rrwattrt. NacHnif Km 4. April starb unser Kollege, der Gürtler Reinbold Snobel geb. 13. Dezember 1849. Die Beerdigung hat bereite, statt» gesunden. Ehra ihrem Andcokeul via OrisverwaUung. Für die zahlreichen Beweise der Teilnahme, die uns aus Antass des plötzlichen Todes unsere» Saiten und Vaters Riedse! Mubouricz zuteil wurde, sage» wir auf diesem Wege unteren tietgesnhlten Dank Berlin. Lichlersc'.de, 15. April 1980 Ann» Jakubowicz nebst»Indern. Nach kurzem, schwerem Leiden per- starb am lö. April meine liebe gute Frau, unsere liebe Mutter. Schwicger» mutler, Großmutter u. Urgroßmutter FraaEmilieSdiniz geb. Bauer im 71. Lebensjahre. Dies zeigen in tiefem Schmerz an Die trauernden Hinterbliebenen Albert Scbulz uebst Kindern mEnkellslnderD. Die Einäscherung findet am Sonn abend, den: 19. April, II Uhr, im straße statt. vormittags Kremaloriupi Gericht» «hst 7..ÄÄ- B E S S E R E-SSEN• WENIGER D' A F U R A US-GEB EN D U R C K KAR S TA D T- 1 E B E N S MIT f. El ■.''. hi.;•.•*,;' A•..-•.... 1 V'-.>.-.'.--. 1-» Wuvsitvaren Sülzwurst........-Pfi 0.98 Dampfwurst.......... Pli 0.98 Speckwurst........... Pf* 4.08 hUischwurst......... Wi 4*08 Jagdwurst............ Ri 4*48 Wiener-Würstchen...PH ssk.M Hausm. Leberwurst..fh 4,28 Bauern-Lcberwurst...PH 4,80 Filetwurst............. Ri 4,68 Bierwurst............. PH 4*68 Streichmettwurst..... PH. 4.48 Grobe Teewurst..... PH 4»88 Zerwelatw.u Salami•-PH 4.68 Zervelatw.iF'tUarm.ph t.xo 4.88 Gek. Schinken........ PH 2.00 Gem. Aufschnitt...ph*h 2.00 Schinkenspeck........ Pfd 4.98 Hamburger Mettwurst PH- 2.00 Rollschinken t Aussdini« ph 2.80 Kongiiiiven Dragee-Eier hmt....... Pfd. 0.80 Dragee-Eier fluni...... PH 0.60 Milch-Dragee-Eier....ph 0.80 Kibitz-Dragee-Eier....PH 0.30 Schok.- Streufiel-Eier 3 stA. 0.28 Likör Eier........... Steh 0.28 Schokolad-Hasen•**i stA 0,28 Fondant-Eier«e Haun.sstA 0.28 Hiihncv ph.<-»> 0.83 MtuihUhn. 4.30 Brathühner;«. ph 4,43 GänSe gefrorm.... P/d. an O.SS Kai. Salat..... m 4.20 Mayonnaise.. ph 4,20 Kaffec-frrr.'r.�Tli 3.20 Butter und Käse Finnische Butter..... Pfd. Dänische Butter....... PH Margarine od. p/ian%mfttt ph Bratenschmalz........ Ptf. Dänischer Schweizer..PH Tilsiter.. 35°.b•.«» 20 o/o ph. Frühstückskäse....... Harzer-Käse•••• t-Pid-Kast™ 4.82 4.68 OJSO 0.68 0.88 0.63 0.48 O&O Eier......... to stA»n Moth.-Butter.ph. Kirsch-?:*'rrr£. St. Julien......... n Spargel �.vX Brechspar g.?� R ananas-VrrZZxw Weine a. Spirituosen Apfelwein......... Edehkobener....... Edesheimer Forst••• Niersteiner......... Tarragona......... Samos.............. Muskat............ Malaga............ Domo Portwein.... Dürkheimer........ Johannisbeerwein.. Bayer f. Schloßberg.■ »n Mahr. Schwarz!. Ae- Bosenheimer Berg 27.' Schloß Böckelh.•. 28" Uerziger Kießling Reiner Weinbrand.. Wcinbr.- Verschn.... Rum-Verschnitt... Ltr. 0.48 Ur. 0.90 u. 4.40 Ltr 4.80 Ltr. 4.00 Ltr. 4.40 Ltr. 4.40 Ltr. 4.20 Ltr. 2.00 Ltr 0.90 Ltr.O.38 PI 0.90 pl 0.95 Fi 4.00 n 4.40 fl 4.30 Ltr 4.80 Ltr 4.00 Ltr 4.80 Obst und Gemüse Wild und Gegtiiget Delikatessen Kaffee Ananas.............. Pid 0.83 Apfelsinen........... 4PH 0.83 Blutapfelsinen....... 3 ph 0.65 Blattspinat..........zeu 0.23 Kopfsalat............ ssfck 0.48 Julinieren(Kartaffeln)... 2 ph 0.33 Rehblättter............ ph 4.38 Hirschblätter.......... pfi 4.43 Junge ital. Tauben...stA 4.30 Junge Hbg. Küken.... stA 4.38 Puten............... an ph 4J08 Junge Hbg. Gänse....fh 4,60 Sardinen........... cua d. 0.83 Sardinen fiana......... v.d. 4.40 Craeb Mact�u Hmnm«.«».».*o4,40 Krabben....... v»«.»» 0.83 Mayonnaise.. ciu too. 0.»» 0.93 Senfgurfeen. v.«.«, v, d. 0.63 o* Schweineschinken ph 4.03, p' KaSbskeuten ph 4.68, p» LammkeutenPH 4.48 Auslese-Kaffee........ fh. 4J>3 Konsum-Mischung...ph 2.40 San tos IV............. ne. 2.30 Santos II.............. Pfd. 2.90 Caracas.............. Pfd. 8.40 Costarica............. W 8.60 Mischung 1........... Pfd. 4.20 Kaffee-Haag..... PaM<-»« 0�0 Pluß' und Seegische fttgtlcft friteh, billiga Pralra Besfolldiensi in der Osievwoche! Telefonische Bestellungen nehmen wir bereits ab 8 Uhr früh entgegen. Bestelldienst unter Baerwald 0012 Mittwoch gegebene Aufträge werden Donnerstag expediert, Donnerstag gegebene Aufböge werden Sonnabend expediert. Otierttvänz»...... Sick«.so 0.98 Osffcrscflilsscl Dessert...«.so fi-30 BerStnev Napfkuchen an O.SO 7tr. 129* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 16. April 1930 Amerikanischer Kapitalexport. Mr Milliarden Mark Auslanösanlagen.— Englisch-amerikanische Konkurrenz Ein Ausdrnlf der wirtschaftlichen Wektmachtstellung der Bereinigten Staaten ist die amerikanische Ausfuhr von Kapital. Wäh- rend im leisten Borkriegsjahr die Vereinigten Staaten mir über knapp 2 Milliarden Dollar(rund 8,ä Milliarden Mark) Auslands- anlagen verfügten, waren andererseits nir 5 Milliarden Dollar amer-kanstche Werte in Händen von Ausländern. Der Krieg und insbesondere die einstgartige Polle der Bereinigten Stachen als Kriegslieferant und-finanzier, brachte hierin einen grundlcgen- den Wandel. Bereits lllZ4 waren über 8 Milliarden Dollar amcrikan ichen Geldes in ausländischen Werten angelegt. Ende l 9 2 9 belies sich diese Summe nach Berechnungen eines amerikani- schen Statistikers auf 16,1 Milliarden D> o l l a r, d. h. etwa 79 Milliarden Mark. Hierzu kommen noch weitere 1 Z Milliarden Dollar(45 Milliarden Mark) Staatsanleihen an die Entente»rächte. l 1929 ein Rückschlag bei ausländischen Emissionen. Das Jahr 19Z9 hat für die wichtigste und zahlenmäßig am leichtesten erfaßbare Form der Kopitalausfuhr, die öffentlich aufgelegten Anleihen' an a ü s l'ä n d i f ch c Un'ter- nehmen und Körperschaften, erstmalig ckncN erheblichen Nüäschlag gebracht. Auch d>e englischen Airslandsanloihen gtngen zurück, aber nicht in so scharfem- Umfang. Di» im vergangenen Jahr überall herrschenden hohen Z in s-säche- hielten vielg Unter- nehmungen in der ganzen Welt, ab, Ausländsanleihen aufzunehmen. Ferner wandten sich in den Bereinigten Staaten, zahlreiche kleinere und größere Kapitalisten der Spekulation mit Aktien amerikanischer Firmen zu, so daß für die Zeichnung von Anleihen nur verringerte Mittel übrig blieben. Seit dem Börsenkrach im Oktober und November 1929 ist hierin ein Wandel eingetreten, auch sind die Zinsfüße allgemein wieder im Sinken begriffen, die. Kapitalausfuhr zeigte auch sofort wieder ein neues Anwachsen, Andererseits ist auch der Kapitalbedarf amerikanischer Gesellschaften sehr hoch. Insbesondere Gesellschaften mit großen ausländischen Interessen nehmen Kapitalien von ungewöhnlichem Umfang neu auf, um die direkte Beteiligung an nichlamcrikanische» Unternehmungen fortzusetzen. Es muß damit gerechnet werden, daß sich amerikanische Kapitalisten in einem großen Umfang direkt an industriellen Unternehmungen beteiligen (im vergangenen Jahr als Hauptbeispielci Opelwerke, Osram. AEG., Rheinisch Westfälisches Elektrizitätswerk usw.), eine Entwicklung, die lialürlich auf Kosten der Zlnlcihcvcrgcbung gehen würde. Das zweitgrößte Kapi-alausfuhrland, Großbritannien, feit einer ganzen Reihe von Jahren von den Vereinigten Staaten überholt, tonnte sich im Jahre 1929, weil seine Ausländsanleihe- Vergebung nicht so scharf zurückging, den Ziffern der Bereinigten Staaten wieder erheblich nähern. Eine interessante amerikanische Uebersicht(in den amtlichen„Commerce Reports") stellt die Aus- landsanlcihen beider Länder einander gegenüber. Die Summe der gewährten Ausländsanleihen betrug in Millionen Dollar: 1928 1929 . l,.. 1487,9 796,8 Vereinigte Staaten Großbritannien. 768,3 541,5 Unter Berücksichtigung der Rückzahlungen, die von den cngli- schen Ziffern bereits abgezogen find, vermindert sich die amerikanische Zahl für das Jahr 1929 auf 671,2 Millionen Dollar. Diese Summen veNeiltc» sich nach Gebietsteilen folgendermaßen: aus den Beftimmungsgebiel Der. Staaten Europa........ 141,97 Lateinamerika...... 174,95 Ferner Osten und Ozeanien. 51,45 Afrika\.— Nordamerika...... 289,69 Kolonien der Ber. Staate». 13,17 nicht bezeichnet....,— aus Großbritannien 87,55 Mill. Dollar 75,16„ 157,19„ 65,47„ 67,76„„ 88,44 T I Insgesamt 671,23 541,47 Mill. Dollar Der finanziellen Vorherrschaft der Bereinigten Staaten in Lateinamerika entspricht die Großbritanniens im Fernen Osten und in Ozeanien, wovon der weitaus größte Teil auf Australien, Neuseeland und Indien entfiel. Die amerikanische An- leihevcrgebung an deutsche Gesellschaften und Körper- fchaslen ging von 292 Millionen Dollar 1928 auf 29,6 Millionen Dollar 1929 zurück, also auf etwa ein Zehntel. Größter Anleihemarkt der Bereinigten Staaten ist Kanada: nicht weniger als die Hälfte sämtlicher Ausländsanleihen der Ber- einigten Staaten gingen im vergangenen Jahr allein nach Konoda: für 289>7 Millionen Dollar: 1928 waren es nur 238, l Millionen Dollar. Kanada hat somit als einziges Auslandsgebiet feinen An- leihezufluß aus den Bereinigten Staaten gegenüber dem Vorjahr noch vergrößern können. Es sei hinzugefügt, daß diz� Ziffern nur die Anleihevcrgcbung umfassen, nicht aber die direkte» Kapitalbeteiligungen. Moldenhauers falsche Argumente. Oer Schlag gegen die Konsumvereine. Aus Konsumvorcinskreilen wird uns zu dem Attentat auf die Verbraucherorganisation cn gcschr eben: Die sozialdemokratische Rcichstagsfrgktion Hot hart darum ge- kämpft, die Sonderumfaßsteuer zu Fall zu bringen, die für die Einzelhandclsbetriebe mit mehr als eine iMillion Mark Jahresunifaß gelten fall. Als diese Bemühungen vergeblich waren, beantragte sie, die Konsumvereine von dieser Steuer auszunehmen. Dagegen ha: sich der Reichsfinanzintnifter M o l d e n h a u e r mit der Erklärung gewendet, die Großbetriebe müßten gleichmäßig betroffen werden, g l e i ch v i e l,. o b es sich um p r i v a t k a p i t a- listische oder um genossenschaftliche handle. Herr Moldcnhaucr schien so gleiches Recht für olle vertreten zu wollen, aber, was er sagte, war durch und durch falsch. Erstens werden ja von der Steuer gar nicht alle Groß- betriebe betroffen, die des Handels bleiben ineift und die der Industrie überhaupt frei, obwohl diese die leistungsfähigsten find. Die Steuer richtet sich auch nicht gegen alle Genossen- s ch a f t e n, sondern nur gegen diejenigen der lohnarbeitenden Be- völkeriing, nämlich die Konsumvereine. Hier liegt ein Unrecht gegen die Konsumvereine vor, das um so größer ist. als kein kapitalistischer Betrieb bei seinem Geschäftsverkehr ähnlichen Beschränkungen unterworfen ist wie die Konsum- vereine. Kein Gesetz begrenzt das Tätigkeitsgebiet eines Kapitalisten. kein Gesetz schreibt ihm vor, mit wem er Geschäjtc machen dars und mit wem nicht. Den Konsumvereinen sind aber Grenzen ihrer Be- tätigung gezogen: sie dürfen bei gesetzlicher Strafe ihr Ge- schästsgebiet nur auf Mitglieder erstrecken und nicht darüber hinausgehen. Bon dieser Beschränkung ist auch keine andere Gc- nossenschastsart betrosfen: sie gilt nur für Konsumvereine. Zweitens muß hervorgehoben werden, daß das neue Un- recht, das den Konsumvereinen durch die Sonderumsatzsteuer zuge- lügt wird, um so größer ist, als die landwirtschaftliche n G e n o s se n s ch a s t e n,.die von dieser neuen Belastung frei bleiben, aus Rcichsmitteln mit ungeheuren Summen unterstützt worden find. Die Konsumvereine haben nie solche Unterstützungen erhalten, haben auch keine verlangt. Drittens hat Herr Moldcnhauer davon gesprochen, daß die Konsunwercine von der K ö r p e r s ch a s t s st c u e r verschont ge- blieben seien. Auch das ist eine Berdrchung. Soweit das Körper- schastssteucrgeietz unter gewisse» Boraussetzungen eine Befreiung zuläßt, gilt diese Befreiung auch für die landwirtschast- l i ch e n Genossenschaften, für die Einkaufsgenossenschaften der Händler usw. ß Viertens müssen auch noch einige Worte über den Be- griff Großbetrieb gejagt werden. Aiuch die Warenhaussteuer ist wirtsck>aftlicher Wahnwitz. Aber ein Warenhaus und ein 51 o n j u m v e r e i n, die einen gleich hohen Warenumsatz haben. sind deswegen durchaus nicht als gleichartig« Großbetriebe zu betrachten. Das Warenhaus kann an alle verkaufen, der Konsum- verein nicht. Das Warenhaus kann seinen Betrieb an einer Stelle lmizcntrieren, da seine Käufer nicht nur in de» benachbarten Straßen, sondern in weiterer Umgegend wohnen. Diese Kon- zentration des Betriebes ist bei den Konsnmvcreinen, die in der Hauptsache Lebensmittel oertreiben, nicht möglich. Zum Warenhaus braucht niemand olle Tage zu gehen: Nahrungsmittel aber werden nicht für längere Zeil cingekauit. Das Mitglied des Konsumvereins muß den Weg zur Waren abgäbe stelle öfter gehen. Darum muß der Konsumverein seinen Berkaufsopparat dezentrali- sicren: er muß viele Abgabestollen hoben, wodurch mancherlei Laden- Unkosten notwendig sind. Diese Sonderumstände verschärfen das von Herrn Moldenhauer unterstützte Unrecht gegen die Konsum- vereine. Fünftens kann auch Herrn Moldcnhauer nicht unbekannr sein, daß die Mitglieder der Konsumvereine sich last ausschließlich aus der lohnarbeitcndcn Bevölkerung, aus Arbeitnehmern rekru- ticrc». Der Umsatz des einzelnen Mitgliedes kann im Konsumverein eine gewisse Hohe nie überschreiten. Der Konsumverein kann nicht wie die Großbetriebe in Handel und Industrie mit großen Um- sätzcn des Einzelkäuscrs rechnen. Im Gegenteil, die Um- sätze in den Konsumvereinen werden nur morkweise und groschen- weise gemacht, besonders jetzt, wo weite Kreise der Konsumvereins- Mitglieder arbeitslos sind. Den Konsumvereinen ist durch die jetzige Regierung und Reichs- tagsmehrheit schwerstes Unrecht zugefügt worden. Dieses Unrecht muß beseitigt werden. 15 L. Konjunktur bei Bergmann. Das AuslanbSgeschäst belebt sich wieber. Die Generalversammlung der Bergmann Elektrizitätswerke A G. in Berlin beschloß die Verteilung einer Dividende von 9 Proz. wie im vergangenen Jahr. Die Umsätze sind, wie bei Siemens und der AEG., auch bei diesem großen Elcktrokonzern im vergangenen Jahr bei verringertem Bclegschaftsstond erhöht worden, doch hat Bergmann offenbar olle Ursache, seine sicherlich de- trächtlichen Rationalisierungscrfolge vor der Oesscnllichkeit zu v e r- s ch l e i e r v. Diesmal verschweigt nämlich die Lcrwaltung im Gegensatz zum Vorjahr und auch im Gegensatz zu den Berössent- lichungen der beide» anderen Berliner Elektrokonzeruc die Umsatz- Ziffern des Unternehmens. Im Geschäftsbericht muß auch die Verwaltung zugeben, daß der schon im vorhergehenden Betricbsjahr uin 15 Praz. auf 115 Mill. erhöhte Umsatz im Jahre 1929 weitcrgestiegen ist. Man kann daher bei vorsichtiger Schätzung mit einem Gesamtumsatz non 125 Mill. für 1929 rechnen, so daß bei der durch die Umstellung der Betriebe erfolgten Verringerung der Belegschaft eine weitere starke Erhöhung der Arbeitslei st ungen je Mann und Schicht eingetreten ist. Im neuen Betriebsjohr hat sich nach den Ausführungen des Kon- zcrnlciters H i s s i n k die Konjunktur bei dem Unternehmen wieder gebessert. Der Rückgang der Sluftragseingänge, der im zweiten Halbjahr 1929 einsetzte, ist im lausende» Jahr zum Stillstand gc-. kommen und i m A u s l a n d S g c s ch ä s t hat sich sogar wiehcr eine Belebung durchgesetzt. Auch der Preisrückgang ist in de» letzten Monaten abgestoppt und für verschiedene Fabrikate komi- tcn bereits wieder höhere Preise erzielt werden. Bei der Gleichartigkeit des Fabritotionsprogromms wird sich bei Siemens und der AEG. eine ähnliche Entwicklung vollzogen haben, so daß sich die Konjunkturverschlechterung bei den Berliner Elektro- Großkonzernen nur auf einen ganz kurzen Rückschlag be- schränkt hat, der jetzt bereits wieder einer Besserung Platz macht. General Electric im Geschästsglanz. Umsah 1730 Millionen Mark. Die General Electric Co., Amerikas und der Welt größter Clektrokonzcrn, hat„das beste Jahr ihrer Geschichte� hinter sich. Ihr Umsatz im vergangenen Jahr zeigt eine Steigerung um 28 Proz., nämlich von 337 auf 415 Millionen Dollar(rund 1759 Millionen Mark). Ihr Reingewinn stieg von 54,1 auf 67,3 Millionen Dollar, d. h. auf nicht weniger als 283 Millionen Mark. Der Umjatzwert ist mehr als halb ja groß wie die gesamte deutsche elektrotechnische Produktion. Die Auslandsgesellschaft des Konzerns, die International General Electric Co., die sich vergangenes Jahr auch an der Osram-Gesellfchaft und der AEG- betelligte, verzeichnet eine Erhöhung der Beteiligungen von 35,4 auf 74,7 Millionen Dollar: ihr Reingewinn war jedoch mit nur 1,7 Millionen Dollar verhältnismäßig gering. Die genannten Ziffern der General Electric Eo. enthalten ledig- lich Angaben sür diese Gesellschaft, ohne Einrechnung der Tochter» gesellschajten und insbesondere der Ausländsbeteiligungen. Unter 4a kaufen. � ersj-kkissias. �ümaf e uncL Soctefl. in alisa Cinrcchmmg der von ihr mehr oder weniger kontrollierten Fabri- kationsgesellschaften in Deutschland, Frankreich, England, Japan, Italien usw. würde sich ergeben, das; etwa die Hälfte der Starkstrom- Elektro Maschinen- Produktion der Welt von der General Electric und den ihr nahestehenden Kon- zernen beherrscht wird. Hierzu kommen schwachstromtechmsche Interessen, insbesondere die Radio Corp. of America, deren Macht- stellung gerade in diesen Tage» gemeinsam mit der zweitgrößten amerikanischen Elcktrosirma(W-stinghouse Electric and Manusac- turnq Co.) veistärkt wird. Der Präsident der dem Bankhaus I. P. Morgan nahestehenden E nsral Electric, Owen D. P o u n g, gehört nicht nur Wirtschaft- lich. sondern auch politisch zu den allermächtigsten Personen des Erdballs. Fortschritte im Einzelhandel. Aetriebssorschungen zu Rationalisierungszwecken. Jahrelang hat sich der deutsche Einzelhandel zu seinem eigenen Schaden gegen die dringend notwendige Rationalisierung seiner Betriebe g c st r ä u b t. Letzt dringt aber auch in diesem so vielseitigen und zersplitterten Gewerbe mehr und mehr die Erkennt- nis durch, daß mit Hilf« der wissenschaftlichen Betriebs- s o r s ch u n g praktische Resultate der Rationalisierung erzielt werden können. Die jetzt erschienene neueste Beröfsentlichung der For- schungsstellc für den 5) andelin Berlin über den monat- lichen Betriebsoergleich im Wäscheeinzelhandel bringt wertvolle An- regungen über einen monatlichen Betriebsvergleich betreffs der Umsätze, Kosten, Lagerhaltung und Personalleistungen. Durch die fortlaufende Ausstellung von sogenannten Richtzahlcn, also Werten, die den meisten aller untersuchten Vctriebszahlen a m nächsten kommen, wird der Vergleich der monatlichen Bc- triebsergebnisse stark erleichtert. In den von den einzelnen Geschäftsinhabern monatlich auszu- füllenden Fragebogen werden sämtliche wichtigen Geschäftsvorgänge behandelt. Der Umsatz wird, mit dem gleichen Monat des Vor- jahres verglichen, die Z a h l d c r K u n d e n, und der Einkaufs- wert je Kunde, sowie die Zalst der im Betrieb beschäftigten Personen»nd die Zahl des reinen Verkaufsperion als geben in den Vergleichen niiteinander einen tlaben Einblick in die gesamte Betriebsentwicklung des Berichtsinonats. Zur Berechnung der Lagerberechnung wird die Summe der Wareneingänge an- gegeben, um bei der für den Einzelhandel äußerst wichtigen Frage der Lagerhaltung gleichfalls einen Ueberblick zu gewinnen, der sich kostenscnkend auswirken kann. Schließlich werden zur Berechnung der Kostenentwicklung die einzelnen Posten, wie Raum-, Personal-, Be'.euchkmgs- und Reklamekosten einzeln ge- gliedert. Die Forschungsstelle für den Handel leistet mit ihren wissen- schaftlichen Methoden hier in der Tat erfolgreich« Arbeit für die Wirlfchaftspraxis des Einzelhandels. Auch der wirtschaftlich weniger geschulte Einzelhändler wird nunmehr in der Lage sein können, sich ohne besondere Schwierigkeiten an diesen Beiriebsvcr- gleichen zu beteiligen und daraus praktischen Nutzen ziehen. Die Forschungsstelle für den Handel stellt bereits für oer- schieden« Zweige des Einzelhandels, bzw. für deren Verbände monat- lick)c Vergleichszahlen auf. Der Betriebsvergleich in weiteren Zweiqen ist in Angriff genommen. Daß sich her Fortschritt im Einzelhandel Bahn bricht, zeigt, daß sich beim W ä f ch e e i n z e l h ä n d e l hie an den monatlichen Be- triebsoergleicken teilnehmenden. Händler in wenigen Monaten ohne besonder« Werbeinaßnahmen per d.r e i f a ch t haben. Neben den rein privatwirtschaftlichen Borteilen, die sich der fortschrittlicbc Einzel- Händler durch den monatlichen Betriebsoergleich oerschaffen kann, wird die wissenschaftlich« Durchleuchtung des Einzelhandels auch volkswirtschaftlich von großem Nutzen sein. Höhere Mannesmann-Gewinne. Wieder 7 prolent Dividende. Als letzter fchwerindustriellcr Konzern veröffentlicht jetzt die M a n n es m a nngruppe in Düsseldorf ihren Iahrcsobschluß für IllZg. Wie die anderen Montankonzerne in Rheinlond-Westfalcn, haben auch die Mannesmann-Werke von der fchwerinduftriellen Konjunktur des letzten Jahres kräftig profitiert. Der Rohgewinn steigerte sich von 34,4 auf rund 41 Millio- neu, nachdem bereits vorweg für Mehrkosten bei den großen Werks- aielagen in Hückingen 4,4 Millionen Mark als Teuernngzabschlag abgesetzt wurden. Einschließlich dieses Abschlages hat also der Mannesmann-Konzern seinen R o h g e w i n n im letzten Jahr u m mehr als 30 Pro Z. steigern können. Obwohl für die Ab- schreibungon auf die Werksanlagen mit ll,S8 Mill. M. fast 1 Millio» mehr als im vergangenen Jahr abgesetzt wurde, liegt der Rein- g c w i n n mit 16 Mill. um mehr als 17 Proz. über den schon hoheir Gewinnergebnissen von 1gZ8. Die Dividende bleibt mit 7 Proz. unverändert, so haß vom Reingewinn mehr als 3 Mill. aus neue Lahrcsrechnuug übernommen werden können. Nach Veröffentlichung des Geschäftsberichtes und der Bilanzcinzclheiten kommen wir auf den Abschluß dieses Unternehmens noch zurück. Die Monalsüberficht der Preußenkaffe für Ende März zeigt gegen E»he Februar ein« faifonmäßige Steigerung her Krchitgc- Währung von 664,8 auf 721,8 Millionen Mark. Diese Stsigentng um 67 Millionen ist um 29 Million«» größer als in den Vergleichs- monat«» 1920. Absolut ist das Engagement her Preußenkaffe End« März ober noch mn 29,1 Millionen niedriger als im Vorjahr. Di« Mehnbcanlpruchung kommt fast ausschließlich auf die iänhiichcn Geiwsseiifchaften. Kräftige Steiger» ng des Zenienlabsahes. Ans Hein Baustoff- »uarkt hat sich im März die fchon längst iällig« Belebung durch- gefetzt. So stieg nach Hein Bericht des Deutschen Zcmentbunhes der Zemcntabfatz im März auf 671 000 gegen 294 060 Tonnen im Februar. Der Absatz hat sich also gegenüber h«m Vormonat f a st verdoppelt. In den ersten drei Monaten dieses Lahres stellte sich der Zemetttabsatz auf 1,18 Millionen Tonnen, während in der gleichen Zeit des Vorjahres infolge der katastrophalen Kälte nur 6.69 Millionen Tonnen verkauft werden konnten. Zwar liegen die Absatzz issern im 1. Quartal dies«? Jahres.nach erheblich unter dem Umsatz van 1928, doch läßt die weitere Auflockcruiia des Kopital- Marktes erhoffen, daß di« Bau Wirtschaft, für deren Entwicklung der Zementabsatz ein gutes Richtmaß gibt, noch kräftig enge- kurbelt werden ianm höchstumsähe in der kabelinduflrie. Die H a ck c t h a l Draht- und Kabelwerke A.-G. in Hannover hat in der guten Kabel- konsunktnr des vergangenen Jahres den höchsten Umsatz seit der 1906 erfolgten Gründung des Unternehmens erzielt. Der Bc- triabsüberfchuß, der schon im Vorjahre von 3,6 auf 4,3 Millionen gestiegen war, erhöhte sich im Berichtsjahr auf rund 5 Millionen. Der mit 0,81 gegen 0,79 Millionen Mark ausgewiesene Rein- gewinn ist durch hcche Sonderabschreihungen gedro den. Die Dividende, die im Borjahr von 6 auf 8 -sselt war- Proz. wurde, bleibt mwerändert. Gegen Ende 1929 ist die Geschäfts- Verkäufe Te»v>cht»u»«mit SeffsK. Berlin. seit 1882 nur Oranicngrcche 158. gah. Iuiifls«rlcid)tccuna ohne Aullchlaa. 9!cucr flatgloa fofleiiicci____' BiUe»»cilauI! Rkiir! Wegen Geld inanael svoUbillia! 12,501 15,— 1 Prach!- volle;fl,5n! 2Z,--! Bauernbetlcn 20,�-! 55.—!__ Lelhhans. Bcunncnfttafte 17__ Tepviche. Billige Luenahmeiaae. Wall- driissel ix'i 39,—, Bouel« 2» 8 44,—. 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Barstftender._[_ icfonden »Irksdm»fad 41« KLEINEN ANZEIGEN!« 4erG»samt au IIa 14 4», ..Varvdrls- un4 lraiegem »dwlgn Sommer Prossen Stgil» v beteitlUt. Kein« Schälkur „Penna" Gegen auch in den Hart näckigfien Fällen. werden in emiaen Tagen unter Ga raatia durch bat echte unschädliche Teint> Bertchöne- rungaw Ittel Schätkur. Preis Mt. 2,75. PIIK«»»«»- Stärke A. Schwanen-Grvgerie. N. Brüsseler Straft» 12. Gragerie Thiele, NO, Landsberger Allee 55. Träger ie P Neumann Ngchk.. C,«teranderstraftc i T>r4g«r>»£. chorn, W. Ltnkstrafte 48 L-]uergens Alcaandcrplalz Neue Könlgjtr. MMdhlilUT ßrosÄ-Venir Al»««wdnrp!at» Wilhelm de, Kaaihnaw, ...>ch>ee»tr»de, de., ClffetyCtt®8TtS# Nr. 119* 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 16. April 19ZS Wie Meineide zustande kommen. Ein Richter vereidigt unnötigerweise einen Zeugen. Der 2?jähriz« Chauffeur A. macht mit dem ihm befreundeten iNjahrigen Kellner ß. eine kleine Vergnügungsfahrt zur Konditorei, auf der Rückfahrt bittet der Kellner, das Steuer nehmen zu dürfen und fährt einen Baum an. Der Chauffeur wird leicht verlegt, die Norderaxe und der linke Kotflügel werden befchäöigt. L. erhält einen Strafbefehl wegen Fahrens ohne Führerschein; er legt Widerspruch ein. in der Gerichtsvcr- Handlung bestreitet er, am Steuer gesessen zu haben: K. bestätigt diese Aussage unter dem Eide: es erjolgt ein Strafverfahren wegen Meineids, für den er sich gestern vor dem Landgericht III zu ver> antworten hat. Die Zuchthausstrafe, die auf die Anklage steht, wird durch den Umstand gemildert, daß K. durch die Angabe der Wahr- heit auch gegen sich selb st eine Strafverfolgung zu- gezogen hätte. Wer war nun die treibende Kraft bei der falschen Eidesleistung. K. sagte, daß beide darin einig gewesen seien, die Unwahrheit zu jagen. E r habe gefürchtet, den Führerschein zu verlieren, L. wollte einerseits nicht die Strafe zahlen, andererseits guch nicht für das beschädigte Auto aufkommen. Schon vor der polizeilichen Ber» nehmung hatten sie sich verabredet, falsch auszusagen. Bor der Ber- Handlung haben sie die Verabredung noch einmal besprochen. L. als Zeuge erklärte in der gestrigen Verhandlung, er habe nur aus Kameradschaft für K. gegen den Straföefehl Widerspruch erhoben, damit dieser nicht um seinen Führerschein komme. K. habe ihn immer wieder gebeten, dabei zu bleiben, daß er nicht am Steuer gesessen Hobe. Der Amtsgerichtsrat, der K. den Eid abgenommen hat, bekundete, es sei ihm angesichts der Aussagen der Zeugen klar geworden, daß K. die Unwahrheit sagt. Trotzdem vereidigte er ihn. chaben Sie gar nicht daran gedacht, fragt ihn der Staatsanwalt in der Verhandlung, daß der Angeklagte, der bereits bei der Polizei- lichen Vernehmung L. durch fein« falsche Aussage gedeckt hatte, sich der Begünstigung schuldig gemacht hatte uird deshalb unvereidigt bleiben konnte. Nein, jagte der Amtsgericht-rat. Woher aber die Leichtfertigkeit in der falschen Eldesleistung? Den Ausschluß gab Sanitätsrat Dr. Leppmann. Der fung« Mensch, unter äußerst un- günstigen Verhältnissen groß geworden, in seinen Vorstellungen nicht über das Knabcmilter hinausreichend, hatte überhaupt nicht das Bewußtsein, von der Tragweite dessen, was er tot. Cr hatte mit L. oerabredet, so und nicht anders auszusagen und so glaubte er, verpflichtet zu sein, sein Wort zu halten.... Das Gericht verurteilte den jungen Menschen zu 6 M o n a t e n Gefängnis und billigte ihm Bewährungsfrist zu. Der Fall, eine Illustration mehr dafür, daß der Richter die Möglichleit haben muß, einen Zeugen unbeeidigt zu lassen, wenn ihm aus den Aus- sagen der vorhergegangenen Zeugen offenbar geworden ist, daß seine Auesage nicht stimmen kann. Die Berliner Gerichtsverteilung. Woran krankt unsere Lustizorganisat on? Im Festsaal des ehemaligen Herrenhauses tagte der R e p u b l i- konische Richterbund Berlin zu einem Ausspracheabend über das Thema„Woran krankt die Berliner Justiz- o r g a n i s a t i o n?". Oberverwallungsgerichisrat K r o n e r begrüßt« die Gäste. Reichsgerichtsrat Härtung hielt das Hauptreferat. Die Ber- liner Gerichtseinteilung, so führte er aus, ist über dreißig Jahre alt, entstammt also einer Zeit, in der man an die Biermilionenstadt von heute noch nicht dachte. Zu Berlin ge- hören vier Land- und sunfzehn Amtsgerichts- bezirke, und es ergeben sich Schwierigkeiten, die Hauptsächlich auf organisatorischem Gebiete liegen. Der notwendigen Neu- organisation stehen finanzielle Bedenken entgegen. Trotzdem ist die Reform dringend notwendig. Spätere Ersparnisse werde» die Kosten wieder hereinbringen. Es muß je ein gemeinsames Land- und Amtsgericht für das gesamte Gebiet Groß-Berlin errichtet werden. Ist dies vorerst undurchführbar, so müssen die Bezirksgrenzen bereinigt und die Groh-Bcriiner Strafgerichte und Slaatsainoaltschasten im Rahmen des Möglichen zusammengelegt werden. In der Diskussion sprachen Rechtsanwalt Dr. Alter- ihum, Dr. Zielinski, Oberstaatsanwalt Köhler, Ober- . Präsident Dr. F a l ck und Landgerichtsdirektor Ziegel. Es siel auf, daß zwar das preußische Justizministerium,»ichr aber das Reichsjustizministerium des Wirtschaslsparteilers Dr. B re dt vertreten war. Entschädigungsstetle in Berlin. Kür Liquidotionklgeschädigte aus Polen. Auf Grund des deutsch- polnischen Liquidationsabkommens ist eine Entschädigungsstolle gegründet worden. Adresse: Berlin-Friedeneui, Rheinstr. 4S/4K in den Räumen des Reicheent- sthädiqungsamtes. Der Apsgadenkreis ist ein eng begrenzter. Ent.- schädigt werden sollen nur Personen, die von Polen zwangsliqui- tiert.oder entschädigungslos enteignet worden sind. Für die ent- jchädfgungslos Enteigneten Akstkht ein Anspruch bei der Enischäd!- gungsstelle nur dann, wenn sie rechtzeitig durch Klage ihr Recht gewahrt haben. Das ganz« Verfahren fall mit großer Beschleunigung durchgeführt werden. Fürs erste sind im Etat für diesen Zweck 2k Millionen eingesetzt. Die Gesamtsumme soll 299 bis 399 Millionen erreickzen. Es ist nötig, darauf hinzuweisen, daß berdits in zahircichcn Fällen durch zweifelhafte Existenzen ein Ankauf der Entschädigungsrcchtc betrieben wird. Davor wird gewarnt.» Markihändler im Kampf. Um die Gestattung der neuen ReichSgewerbeo« dnung. hunderttausende Sleingewerbetreibende. die sich als Marklhändler aus den srcicn Dochcninärklcn und als Skand- inhabex in den Markthallen eine bescheidene, selbständige Existenz geschaffen hoben, fühlen sich von drr Novelle zur neuen Reichsgewcrbcordnung bedroht. In einer großen Protestlundgebung im„Clou", die den Riesen- räum bis zum Erdrücken füllte, wurde von den Markthändlern noch einmal auf die Gefahren hingewiesen. In seinem Referat, das der Vorsitzende W. Wille vom Verband! der Mortthäudler Deutschlands hielt, meint« Redner, es Hab« den Anschein, daß man durch gesetzliche Maßnahmen einen ganzen Ecwerbezw-Ig abdrosieln möchte. Der Markthandel, der einen nicht zu»nterschätzcnden Faktor im Wirtschajtsleben bilde— Berlin besitzt etwa 69 öffentliche und etwa 69 Privatmärkte wirke preisregulierend. E» gelte, den Verfuck? des Großkapitals im Einzelhandel abzuwehren Ein« entsprechend« Entschließung wurde angenommen. In der Diskussion betonte Markthallendirektcr Boß, daß der Berliner Magistrat den Händlern in ihrem Kamps zur Seite stehe. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete P a s s e h l erklärte als Sachberater der Reichstagsfraktion, daß die berechtigten Forderungen der Händler genau geprüft und mit den /Berufsorganisationen durclzgef prochen würden, che die neue Gc- werbeordnung zur Entscheidung gelange. Der Interessenkampf er- fasse nicht allein die Kreise der Markthändler, sondern erstrecke sich noch aus ganz andere lebenswichtige Gebiet«. Darum solle man nicht allgemein Front gegen die neue Rcichsgewcrbeordnung machen: sondern sich bemuhen, nur die sozialen Mißstände auszumerzen. Auch in diesem Kampf wurdi die Sozialdemokratie, getreu ihrer alten Tradition, die wirtschaftlich Schwachen grzcn die Willkür der Großen zu schützen wissen. Reichsbanner und Partei. Im Kleinen Tiergarten marschierte kürzlich das Reick/sbonner auf. um mit einem Platzkonzert für eine Kundgebung .in den Arminiushallen, zu werben. Mit der Mnsikkapelle gingen dann auch Hunderte von Republikanern zur Bersaminlung, die bald überfüllt war. Der Gauvorsitzendc, Reichstagsabgeordncter Stelling zeigte in seinem Referat, daß gerade jetzt, wo die natio- nilen Wehrverbände van Tag zu Tag frecher werden, auch das Reichsbanner gestärkt werden muß. Den Nationalisten muß eine starke Abwehrsront entgegengestellt werden. Auch das Geschrei sür die Schaffung eines faschistischen Staats wird um so eher ver» stummen, je stärker die Reihen des Reichsbanners, der Schutztrupp? des republikanischen Staates, werden. Das Reichsbanner steht im Dienst« dcrrcpublikanischen Parteien und wird nie eigene Politik treiben. Wir verlangen aber von jedem Reichsbannermann, daß er sich einer politischen Partei anschließt und in ibr totfräftig mitarbeitet. An der Ueberpartcilich- feit des Reichsbanners, so sagte der Redner, lassen wir nicht rütteln. Die Sozialdemokratische Partei weiß genau so gut, wie die Zentrumspartei, daß eine Partei« gri'.ppe nickt die Aufgaben erfüllen kann, die dem Reichsbanner gestellt wurden. In der anschließenden Düfusfion wurde zum Ausdruck gcbrgcht, daß das Reichsbanner immer die Sammelstelle der republikanischen Kräfte bleiben werde. Wenn aber heute einzelne Parteien damit drohen, ihre Zinhängcr aus dem Reichsbanner I>erouszuziehen. so muß gesagt werden, daß damit das Reichsbanner nicht zu zerschlagen ist. Das Reichsbanner wird durch verstärkte Agitation in Stadt und Land.zeigen, daß es die beste Waffe der republikanischen Parteien gegen den Faschismus von rechts und links ist._ Wohin in den Ferien? Der vor einiger Zeit erschienene Reiseprospekt des Reich?- ausschuffes für sozialistische Bildungsarbcit für das Jahr 1939 ent- hält eine große Anzahl der interessantesten Reisen ins In- und Ausland und zwar nach Dalmatie», Paris, Corsica, Rivicra, Rhein, Südschweizer Seen, Adria, Norwegen, Normandie, Dornholm. Ostseestädte(Riga, Reoal), England, Wien— Klagenfurt, Krakau— Hohe Tatra, Hamburg— Helgoland, Budapest, Künsche Nehrung— Masurische Seen, Oberbayern— Nordtirol, Schweiz— Westalpen. Heidelberg— Schwarzwald, Spanien— Tunis. Außerdem sind für die Monate Mai bis September Ferienaufenthalte zu günstigen Bedingungen in Tessercte(Tcfsin) Rattenberg(Tirol) und Beiden (Kärnten) vorgesehen. Neben den ollgemeinen Ferien- und Gesellschaftsreisen finden vier wirts chaftspoiitische Studienreisen unter fach- männischer Leitung statt und zwar: Berlin als Wirtschaftsgebiet, Mitreldeutschland als Wirtschaftsraum, Finnland als Agrarland, das Rheinisch-Westfälische Industriegebiet. Um den weitesten Kreisen die Teilnahme an den Reisen zu ermöglichen, ist wiederum die Ein- richtung getroffen, daß die Kosten in monatlichen Raten- Zahlungen ausgebracht werden können. Je früher die Zah- lungen beginnen, um so geringer ist der Gesamtprois für die Reife. Der reichillustrierte Reiseprospekt ist gegen Einsendung von 33 Pf. in Briefmarken durch den Rcichsausschuß für sozialistische Bilüungs- arbeit, Berlin SW 68, Lindenstraß« 3, zu beziehen: ebenso ist er in der Buchhandlung D i e tz, Lindenstraße 2(Laden), bei Harsch, SO, Engelufer 24/25(Laden), Buchhandlung Büttner, SW, Feilener- straße 11, Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, S14, Insetstraßc 6, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, SO. Luisen- uier 37, Buchhandlung des Holzarbciterverbandcs, Am Köllnischcn Park 6, erhältlich. * Die Allgemeine Deutsche Gesellschaft sür Ferien- und Erholungs« Heime m. b. H.(Adese), hervorgegangen aus der Ferienheimgenossen- schast„Naturfreunde" mit dem Sitz Jena, Maricnstraße 4, erinnert ihre Mitglieder und Freunde, ebenso alle Touristen, Wanderer und Naturfreunde zur Osterzeit an ihre Ferien- undErholungs- heim e. Ii» schönen Thüringer Wald liegen die Heime Frauen- wald(am Rennsteig bei Ilmenau) und Friedrichroda, im reizvollen Erzgebirge das Heim in Kipsdorf und das „Mulden haus" in Raulenkranz(bei Aue i. Erzgebirge), in der Dübener Heide bei Eilenburg zwischen Wittenberg und Leipzig das Heim Eisenhammer und im märkischen Seengebiet unser Heim „R e i h e r h o r st" in Klein-Köris. Die Heime Steigerhaus und Siebehans sind bereits besetzt und können zum Osterfest keine Gäste mehr aufnehmen. Auch das Heim in Klein-Köris, zu erreichen auf der Göriitzer Bahn mit Fahrt bis zur Station Teupitz-Gr.-Käris, ist bereits belegt, aber da es dort von früh bis zum?lbend Per- pflcgung gibt, lohnt sich auch ein Tagesausflug. „Chinese Syncopators" im Kabarett der Komik--«» Im Kabarett der Komiker«rieben wir in diesem Monat eine Kabarett-Weltreise. Hellmuth Krüger und Paul Nikolaus sind die Führer, die jede„Station" gebührend begrüßen. Da- zwischen bringen sie ihre Gäste mit einer witzigen„improvisierten" Rundfunkdiskussion über die Vorzüge und Nachteile der Korruption zum schönsten Lachen. Aus Shanghai erfreuen uns die „Chinese S y n c o p a t o r s", herrliche Musiker, von denen be- sonders der jüngste und netteste„Boy" sich die Herzen des Kur- fürstendamms zu erobern weiß. Poris, London und Madrid hoben ihie Besten gesandt. Aus New Jork erringt Harry Moore, der amerikanische„Papierkönig" die Bewunderung des Berliner Publikums. Bevor das ganze Kabarett über S z ö k e in feiner Posse„Grolmannstraße 7* lacht, trägt Willy Rosen mit jedesmaligem energischen Rockaufreißen(„Text und Musik von mir!") seine neuesten Schlager vor. Gelähmter Genosse schwer geschädigt. Dem Genossen Werner S ch i m o n s k!, Kulmstraße 6, ist am Donnerstag, dem 19. April, während er in den Arminiushallen in der Bremer Straße 73 die Bersaminlung besuchte, der Rollstuhl gestohlen worden. Alle, die eventuell etwas über diesen Diebstahl auszusagen wissen, werden gebeten, dem Genossen Schimanski möglichst umgehend Mitteilung zu machen. Sprechchior für Prolelarifche Feierstunden. Mnlwoch, den 16. April, abends 8)4 Uhr, im Gesangssaal der Sophienschule, Weinnleisterstraßc 16/17, Uebungsstunde. L8iW Zigarren sind in jeder Preislage von unübertrefflicher Qualität! Nr. 8............... 8 Pf. Nr................... Pf. Große L& W........... Pf. Donna Lucia......... 20 Pf. Boyero............. 25 Pf. Wir wünschen Ihnen recht genußreiche Feiert age! Loeser& WolfF, Berlin Zentrale: Potsdamer Str. 34-25 Ich schlage alles Eine Spitzenleistung in der 15 Pf« Preisklasse! O Ntixii*'' VeLtit*' f O Mittwoch, 16. 4. 8{aa!s-0per Unter d. Linden Teil-ÄJj. A. Mi. Ho. 9 JahrrtAHo. 102 19 Uhr Paleütrina Ende a2',: Uhr Staats-Sper Am Platz der Rtpublii \;orst 63 20 Uhr liie verkaufte Braut Ende g. 22'.! Uhr Mittwoch, 16. SEadt. Oper Bismarckstr. Turnus II ISi/s Uhr Die Mslstersinger Ende 2.23'; Uhr Staotl. Sdiauspti. in Ecndirmccinutl St. R. 2 Mi. Hj. 7 Jahrss-Ili.-V. Wo. 90 20 Uhr Die Weber Ende nach 22 U. Tägl. S u.S'i* Uhr. n 3 Barl). B23B Pr. 1 v M. Wochentg. 5 U. 50 PI. Z M. Vmifs Amerikas H berühmtoster Clown und 9 weitere Variete-Neuheiten PLAZA Tägl. 5 u. 815 Snnnl. 2.5 b. 8U Alex, t 4, 81166 [INTERNAT. VARIETE Heute Premiere bebe Direktion: Or. Martin Zickel wra Kotnische Oper Friedrichslr.tOt. Merkur 1401/4330. Täglich S'.'i Uhr Majestät lässt bitten Musik von Waltor Kollo. Lustspielhaus FricdricliMr. 256. 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(frütieT Kooiggrähantr.) 8'.'« Uhr: Der oewafse Hahnrei XornüdiB von Crommelyndc Komödienhaus Täglich S'U Uhr Meine Schwester und ich Mosilv. Ralph Benalzlty Voms banne Thaater am Ehlowplatz. 8 Uhr Das Lied von HoboKen Ein Negerstück v. Gold-Weisen born Musik: W.Grosz Regie: Heinz OidridiKealer Staatt.Sdiillec-Tb. 8 Uhr Das Friedeusfest Pisutor-Böhne (Wallner■ Theater) 8 Uhr §218 Frauen in Not WM MM D 2 Weidenfemm 520t 8','. Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardl Kammerspiele D 2 Weidtniiaiiim 5201 «>/« Uhr Die liebe Feindin Remödie van A. P. Anloine Regie: Gustaf Gründgens Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Die verkaufte Braut Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral'Theater) Uönh. 2047 Täglich S>/. Uhr Höfel Stadl Lemberg Preise 1, 2, 3 M. Die Komödie |1 Bismck. 2414/7316 8'. Uhr Die Kreatur lihiiipiii van Ftrd. Bniihei Regle: Max Reiobardi KEMPINSKh KONZERT Richard Tauber mit grossem Chor und Orgel POPULÄRE PREISE Der Vorverkauf hat begonnen GROSSES SCHAUSPIELHAUS DUittl 1 UM! Täglich 8V. Uhr: Das Land des Lächelns Ab Ostern Paganinl R.T auber.V Schwarz An bciAcn Oiter'sitrfaijen 4 Uhr Das Land des LSchelns iJ" iMsWI MM dk TariZ&il/v ! Hokoku-flgcrttle. Rmik: WiIhrW.Boeln.. I Täglich 8.15 Uhr, Sonn- II. Feier- j I tags 5.15 U. 9 Uhr. Jeden Sonntag[ |(auch an den beiden Osterfeier- Lagen) um 2 J0:„DeriWusierflatie". I Biilettkasse für den 7-tg. Vor- 1 verkauf; Alexander 3422 u. 3tn! HcrllsO. Grone Fi ankfunorSir. 132. Theater 1. fl. Benrenslr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 SV* Uhr Dlrekiion Ralph Arihur Roberls ... Vater zelu. dagegen zelir SonntBt auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.» Reichsjraüen-Theater ADsnds Ui Ssnntao nafflra. El der Stettiner Sänger HitSmlHlHrcfes! Ztiitr. 112 53. Dönhoff.Br�tt«; Vanclö. TuB2, faJKner-ßiaesler Lessüig-Theater WEiMimn 2797 d.0346 Täglich «V. Uhr Flamme mit Käte Dorsdi Franjj Ledcrcr Dir. Br. Martin Zickel Komische Gper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8V« Uhr Majestät läßt bitten... Musik von Walier Kollo. Luszspseihaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922,23. Täglich S'fe Uhr Gescliäflmif Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld >!! iiliiiiiiiiiiiiiiiiiillii! Metropol-TP. Täglich 8V« Uhr Der Betteistudent Alpar, Schützendorf, Jakcn, Lichtenstein Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SKi Uhr Gastspiel Gisela Wcrbczirk in Wsysr's seLWitwo Schwank von Fritz FriedraannFredrich TBcal. a. HoiU).Tor Kottb. Str. 6 yf Tägl. 8 Uhr ä(fix aucbSonnt, raJ/S nachm.iUc M Elite- |n Singer. * Das phänoii!. OrtenuoürtFiin mit 4 bsfülitan BaJitonoi Kart Wangcr. Zum Osterfest— empfiehlt: Hausbackene Napfkuchen ff. Stollen- Torten Altdeutsche Napfkuchen Eisbomben— Baisertorten Marzipan, Oster brote in'U-.'ti-hi-Pfa.-GröSen. äPId. 3.20 Huchen-Torteneier/ Dessert-tlarzIpan-Eler In bester Qualittt F. W. 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Berliner Straße 31 Neukölln 29. Bergstraße 21 5. Uberdastraße 15 4. Siegfriedstraße 33 11. Weisestraße 35 35. Weserstraße 187/188 Oberschöneweide 43. Rathausstraße 52 Oranienburg 48. Königsallee 44 Pankow 34. Trelleborger Str. 46 Rahnsdorf 33. Fürsfenwald.Str.56/57 Reinickendorf 17. Berliner Straße 79 49. Graf-Macseler- Straße 18/20 47. Humboldtstraße 105 Spandau 42. Bayernplafz 22. Neuendorfer Str. 12 31» Pichelsdorfer Str. 37 Staaken 36 Gartenstadt-Markt 15 Steglitz 32. Forststraße 32 Südende 7, Albrechtstraße 53a Tegel 53. Babnhofstraße 15 24. Freie Schollp, Hermsdorfer Str. 66 Tempelhof 52. Germaniastraße 98a Weißensee 37. Buschallee 104 Zehlendorf 19. Schlieffenstraße 20 Die Abgabe der Waren erfolgt in der nur an Mitglieder Die Mftgliedsdiaft kann von federmann erworben werden Aufnahmegebühr 50 Pfennig Milglicdcr- Aufnahmen werden in sämtlichen Abgabe- steilen der Konsum-Genossenschaft Berlin vollzogen