Morgenausgabe Donnerstag äfÄ«.«.., U«M MOOchG«21«» I?öchamch»v,. m«n�nchz.«>m.»> M M H M Wf �. Auswaris is Pf. w, P°ft>>-i>ug«�zU MI I> M> HM Hfl H#7 H H HB» HEB MM H yx Da— ri?!ch!i«8Iich SV Mg. Poftz-iwag». un» I�HHH Hfl Hfl Hfl W) HM HP HH HB flB HB f C HR Hol>—-f/ 7Z Lf» Poftbtstellz-diihreii.»u»Iand» MMHS DM Hfl Hfl KB HB ES HR Hfl Hfl M) flH M>/ Sit,> l> I p a III«, Ronp-rrillez- -»«««. HM ssM SA A DMiW WA» W »-i Hnf 1 WM Hfl �flflVMB��B» Hfl��Mv MH wB dru-ni Won zs Pt«nnig izuläiftg zn m■ MM M> M'W-� M E$J5�5aif£«II mLÜ i�&\ h�ev /y �fl«°ri IS Mnnig. i-d» w.iin. W s iV- Ml towennig. Won. übrr 15 Sudjftot J,"™ �aü r."1 �• e' �"' �W/ Mlll.n für jirtt Won. ilrb.ilemo �h l.iV-�nh o l 5' 5in nT__ �_. V � g.il. 60 �f.nnifl. gamilienonjeig.n 3' ckiÄMD Vevkuev NvMblatt»®hs» Aentvalorsan der GozialdemsSrattfchen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag! Berlin SW 68. Lindenstrahe 3 fternsprecheri Dönhoff 292—297 Teleftramm-Adr: Softalbetnoliat Berlin. Das Das Rctchskabinctt hat sich gestern nachmittag in seiner letzten Sitzung vor der Lsterpause cnt- schieden, die Beschlüsse des Rcichsrats. die erste Baurate für das Panzerschiff B in den Etat für ZS3V einzustellen, dem Reichstag als Grundlage seiner Beratung zuzuleiten. Das Rcichskavtnctt hat damit von der Ein« bringung einer Doppelvorlagc abge- s e h e n» es stellt sich hinter den Beschluß des Reichs- rats. * Ms die ersten Mitteilungen über den Beschluß der ver- einigten Reichsratsausschüsse in die Oesfentlichkeit gelangten, ließ die Reichsregierung mitteilen, daß sie dem Reichstag eine Doppeloorlage zuleiten werde. Mit dieser offiziösen Mitteilung sollte der Eindrück erweckt werden, daß die Rcichsregierung durch die Beschlüsse der Reichsratsaus- schösse überrascht worden sei, und daß sie auf einen solchen Beschluß nicht hingewirkt habe. Ganz in diesem Sinne nahm die Presse des Zentrums und der Demokraten, der stärksten und. der drittstärtsten Regierungspattei, zu der Angelegenheit Stellung. Besonders das Organ der Partei des Herrn Reichskanzlers, die„G e r m a n i a", gab mit großer Ent- schiedenheit zu verstehen, daß die Reichsregierung nicht wünsche, den Etat für 1930 mit einer ersten Rate für Panzerschiff B zu belasten. Die„Germania" schrieb noch gestern abend: „Wenn außerdem der Rcichssinanzminister zur Kenntnis bnngt, daß die Regierung sich nach Verabschiedung des Haushalts durch den Reichsrot mit der Frage«an Doppelvorlagen befchöf- tigen will, so wird darin deutlich und klar angelündigt, daß die Re- gierung sich von einigen Veschlüssen des Reichsrats zu dif f e- renzieren wünscht. Das bezieht sich nach unserer Kenntnis der Dinge in erster Linie aus den Beschluß, den die Reichsrats- ausschüsis gestern über den Panzerkreuzer„B" gesaßt hoben. Di« Sozialdemokratie und ihre Presse hatten natür- lich nichts Eiligeres zu tun. a l s ü b- r di e Regierung B r ü. ning herzufallen, als ob sie. wie der„Sozialdemokratische Presiedienst"' so stimmungsvoll sagt,„im Begriff sei. den, deutschen Volke nach den Steuer- und Zollvorlagen noch ein weiteres Osterei zu bescheren". Die Regierung Brüning steht, we„Der Deutsche" in seiner Rr. 90 vom Mittwoch ganz richtig ausführt, mitten in politischen Maßnahmen, die„nicht populär sein" können.„Die Hinterlasien- schoft des alten Kabinetts sind: zerrüttete Finanzen, Schulden, schlechte Wirtschafislag«, ein Heer von Arbs-tslofen, verzweifelt« Bauern und ein gefährlicher Radikalismus, besonders unter der Jugend... Das Kabinett muß zur Ordnung der Finanzen di« Steuern erhShen, muß sparen und einschränken." Unter diese« Umständen wird und kann sich die Regierung nicht zu R! aßnähmen verleiten lasten, die seht nun einmal nicht getrossen werden können. Dazu gehört auch der Panzerkreuzer„B".•' Das war gestern nachmittag. Inzwischen konnte die Presse der Rechten bereits mitteilen, daß das Reichskabinett sich hinter den Reichsrat stellen werde. In der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" war zu lesen, daß die übergroße Mehrheit der Kabinettsmit- glieder gleichfalls für den Neubau sei. Die deutschnationalen„Hamburger Nachrichten" kündigten dos gleiche an. Die Presse der Rechten war besser informiert als das Organ der stärksten Regierungspartei. Am Abend stellte sich heraus, daß das Reichskabinett keine Doppel- vorlag« einbringen würde, daß es vielmehr vor dem Reichstag den Beschluß des Reichsrats vertreten will.� Das Vertrauen der„Germania" auf eine ablehnende Haltung des Reichskanzlers ist sehr rasch enttäuscht worden. Indessen handelt es sich bei dem Beschluß des Reichs- kabinetts k«im e s w e g s u m eine lleberrafchung. Es ist nicht so, daß das Kabinett noch am Montag und Dien?- tag den Willen zu einer Doppelvorlage gehabt hätte' und «* heute erst ja einer anderen Entscheidung gekommen Vonvärts-Verlag G.m.b.H. sei. Es ist vielmehr so, daß der Beschluß des Reichsrats init Wissen und Willen der Reichsregierung erfolgt ist, ja, daß die eigentliche Verantwortung für diesen Beschluß bei der Reichsregierung liegt. Groener für Panzerschiff. Wie kameszudiesem Beschluß desReichs- rats? Als die Verhandlungen über den deutschpolnischen Handelsvertrag zu einem Ergebnis geführt hatten, faßte der o st preußische Provinziallandtag eine Ent- schließung, die die Einstellung einer ersten Rate für den Panzerkreuzer B in den Etat für 1930 forderte. Die�e Entschließung gab der Forderung eine ungewöhnliche politische Begründung. Sie behauptete, daß der Bau eines zweiten Panzerkreuzers notwendig fei, um die Provinz Ost preußen vor polnischen Ge- lüften zu schützen. Der ostpreuhische Provinziallandtag nahm damit nicht nur Stellung gegen den Beschluß der damaligen Regierung, die auch die Einstellung einer söge- nannten Anertennungsgebühr in den Etat für 1930 abge- lehnt hatte, er wandte sich zugleich sehr stark gegen die all- gemeinen p o l ist i s ch e N' R i ch t l i n i e n. die Reichs- außenmini st er Curtius bei seinen Verhandlungen über den. Bertrag mit Polen vertreten hGtc. Freiherr v. Gayl hat einen der Entschließung.des Provinziallandtagcs für Ostpreußen entsprechenden A n- trag in den vereinigten Reichsratsaus- schüfsen gestellt. Dieser Antrag wurde am Montag in zweiter Lesung in den vereinigten Ausschüssen d«s Reichsrots beraten. Der Antragsteller, Freiherr v. Gayl, war s e l b st n i ch t anwesend. Dennoch wurde der An- trag begründet und mit aller Kraft vertreten, und zwar— vom Reichswehrmini st er, Herrn Groener, s e l b st. Herr Groener erklärte, daß er die Annahme des Antrages begrüßen würde, und daß er Anlaß zu der Mitteilung habe, daß dies auch der Standpunkt des Reichskanzlers Brüning sei. Er teilte den Ausschüssen ferner mit, daß der A u ß e n m i n i st e r, Herr Dr. Curtius, keinerlei außenpolitische Bedenken gegen den Antrag habe, und das R e i ch s f i n a n z- Ministerium sei ja selbst vertreten. Die vereinigten Ausschüsse haben dann in sehr ein- gehender Aussprache die finanziellen, innen- wie außest- politischen Gesichtspunkte durchberaten, die zur Beurteilung des Antrages in Frage kommen. In diesen eingehenden Beratungen hat sich der R e i ch s w e h r m i n i st e r mit Material und Gründen und großer Beredsamkeit für den Poslscheckkonto: Berlin 3753(5.— Bankkomo: Bank der Arbeiter. Angestellten nnb Beamten. Wallstr SS Dt B» Di»c-Gel. Depoliienkaste Sindeuftr. 3. Antrag eingesetzt. Er hat ferner zu verstehen gegeben— bereits am Montag!—, daß bei einer Annahme des An- trags die Reichsregierung keine Doppelvorlage ein- bringen würde. Länder folgen der Rcichsregierung. Unter diesen Umständen gaben in der Sitzung der ver- einigten Ausschüsse einige Länder die Erklärung ab, daß sie ursprünglich nicht die Absicht gehabt hätten, s ü r den Antrag zu stimmen, daß sie aber, nachdem die Reichsregierung sich in dieser Weise für ihn einsetze, ebenfalls ihre Zustimmung geben würden. So kam es zu dem Beschluß der Reichsratsausschüsse. Im Plenum des Reichsrats teilte daraufhin am Mittwoch der Berichterstatter Dr. Brecht mit, daß sich in der zweiten Lesung eine neue Situation dem Antrag gegenüber ergeben hätte, weil die Regierung er- klärt habe, daß sie die Annahme begrüße und sich mit Material und Gründen für diesen Antrag des Reich», rats einsetzen werde. Im Plenum des Reichsrats waren sowohl Herr Groener als auch Herr M o l d c n h a u e r anwesend. Diesmal schwieg Herr Groener und Herr Molden- Hauer redete. Er erklärte, die Reichsregierung werde keine Ini- t i a t i v e entfalten. Sie bäte aber den Reichsrat, nach fach- lichen Gesichtspunkten zu beschließen und sich von der Reichsregierung nicht beeinflußt zu fühlen. Nach-den Vorgängen am Montag wurde diese zweideutige Erklärung im Reichsrat mit Heiterkeit und Kopf» schütteln aufgenommen. Gutgläubige Ausleger aus den Reihen der Regierungsparteien wollten wissen, daß diese Er« klärung eine Desaoouierung des Reichswehrministers dar- stellte. Sie war indessen nichts anderes als der Versuch, die Mitwirkung der Reichsregierung zu verdunkeln. Die einfache Darstellung der Vorgänge zeigt, daß der Beschluß des Reichsrates nicht von den Ländern, sondern von der Reichsregierung— zumindesten vom Reichswehrministerium— unter starkem Druck auf die Länder herbeigeführt worden ist. Wir stellen dies fest, damit nicht etwa durch die Erklärung des Herrn Moldenhauer im Reichsrat die Verantwor» tungunddieInitiatioederReichsregierung verdunkelt werden. Wer führt wen? Die Stellung, die Herr Moldenhauer gestern im Reichs- rat eingenommen hat, ist sehr merkwürdig. Es gibt dafür Gtaatsschiff und„Geekadett". Die Zeitschrist von Brüning und Treviranus stänkert gegen Wirth und Cturiius. Die von Brüning und Treviranus patronifierte Zeitschrift„Das Staatssch'ff" bringt gegen die Mitminister Curtius und Wirth folgende ausgesuchte Liebens- Würdigkeiten: Ob das mit sa schrvaukcuder Last beladen« Schlsslcin Brünings reüssieren wird, wissen wir aichl, aber geht es unter, so werden, wie das Fett auf einer Flüssigkeit, die Innen- und Außenminister wieder oben schwimmen — de« kann man gewiß sein. Zwar isi die presse, die früher zu Wirth hielt, nun sehr erbost über den republikanischen Säulen- helligen, der wiederum umflel, aber»- weich nämlich in einen anderen Ministersessel. lieber Eurtius jedoch, den glatten Epigonerich eine« nicht großen Vorgängers, ist immer noch eitel Freude in den Mische« Vcrlagshäusern. vielleicht bekommt er schon zu Deb- z eilen seine Eurkius- Straße... Leider aber sind einige Diuge auch im Reiche überhaupt nicht mehr gutzumachen, und al, lebendiges llodenkev dar«, schörw diestw stabiaell vielleicht wir zum ab- schreckenden Beispiele, der Außenminister und sein s a n k l i o. uierter Gehilse an. Dazu bemerkt die Zeitung„Der Iungdeutsche": Der Artikel erinnert ein wenig an das rasche Wort des volks- konservativen Führers Treviranus, daß Dr. Curtius nur vorläufig Außenminister des Kabinetts Brüning ge- worden sei. Zu allem Uebcrsluß ist der Artikel des„Staatsjchisi" auch noch mit jenen ominösen drei Sternchen ge, zeichnet, unter denen sich früher nach allgemeiner Ansicht die Feder des Ali- geordneten Treviranus verbarg. Wir wollen mm nicht daraus schließen, daß' Minister Treviranus oder Reichskanzler Brüning die Ausfälle gegen ihre Ministerkollegen Curtius und Wirth im „Staatsschiff" selber geschrieben oder diktiert hätten. Immer- hin zeigen diese Zlngrifsc, rmc wenig einheillich das Kabinett Brüning' ist und welcher Parteizwist in seinem Lager herrscht. Wir meinen, die Herren Curtius und Wirth solltea ernstlich überlegen, ob sie nicht gegen ihren Kollegen T r o v i- r a n u s Anzeige wegen Uebertretung des Gesetzes zum Schutze derRepublik erstatten sollen. Unsere stiristtsche Sprechstunde gibt ihnen genauere» Bescheid. Wer führt wen? Panzerschiff B und die Geheimnisse seiner Geburt. nur eine Erklärung: die Regierung Brüning, die uns zu wiederholten Malen als das Kabinett der starken Führung vorgestellt worden ist, legt den größten Wert dar- auf. daß in diesem Falle ihre Führungmicht erkennbar wird. Allerdings ist es mit der Führung in dieser Frage eine sehr eigenartige Sache. Werführt wen? Wer führtund wohin? Der Reichskanzler bestimmt nach der Verfassung die Richtlinien der Politik. Und mehr als einmal haben wir gehört, daß Herr Brüning der starke Führer sei, der diesen Satz der Verfassung zum ersten Male durchgeführt habe! Es scheint uns jedoch, daß hier nicht der Reichskanzler, sondern Herr Groener, der Reichswehrminister, die Richtlinien der Politik bestimmt hat. � Es ist mit der Führung durch die Regierung Brüning eine eigene Sache: bei den Agrarvorlagen hatten die Deutschnationalen die Führung, sie zwangen das Kabinett hinter ihre Forderungen. Bei den Steuer vor- lagen waren es Bayerische Volkspartei und Wirtschaftspartei, die ihren Willen durchsetzten. Es scheint das Geschick der Regierung Brüning zu sein, daß sie in jeder Frage von jemand anderem geführt wird, niemals aber von ihrem Chef! Herr Brüning hat in der Panzerschiff-Frage gewiß nicht die Führung gehabt. Aber war Herr G r o e n e r wirtlich a l l e i n der Führer? Es erhebt sich die Frage: wer war m i t ihm, nicht nur mit der Sympathie, wie Herr Brüning, und mit Abwesenheit von Bedenken, wie Herr Curtius, sondern wollend, drängend, aktiv? Es ist kein Zweifel, daß, von anderen Persönlichkeiten abgesehen, Herr Groener sich der aktiven Unterstützung des Ministers der besetzten Gebiete sicher wußte. Herr Trevt- r a n u s hat sich schon am Tage der Gründung des Kabinetts Brüning in der Oeffentlichkeit in den Vordergrund geschoben. Er hat Erklärungen für die Reichsregierung abgegeben, die überall die größten Bedenken hervorriefen und die dennoch nicht vom Reichskanzler und vom Reichskabinett desavouiert wurden. Der Reichskanzler hat damals seine Haltung so ge- nommen, als ob ein Reichsminister Treoiranus nicht existiere. Solche Haltung hat ihr Borbild. Als seinerzeit T i r p i tz auf eine große Flottenvorlage hinzudängen begann, schob die kaiserliche Regierung die Verantwortung für seine Aktion zur Seite mit der Erklärung, es handle sich um die Meinung eines Flaggoffiziers in unverantwortlicher Stellung. Die politische Bedeutung zeigte sich bald. Hinter Tirpitz stand S. M. Wer steht hinter Groener und Treoiranus? Die amtliche Mitteilung. Amtlich wirb mitgeteilt: Unter dem Vorfitz bes Reichskanzlers Dr. Brüning fand am gestrigen Nach- mittag in der Reichskanzlei die letzt« Kabinettsfitzung vor der Osterpause statt. Das Reichskabinett beschäftigte sich neben einer größeren Anzahl laufender Fragen in erster Linie mit dem vom Reichs rat verabschiedeten Haushaltsplan für das Jahr ISS». Hinsichtlich der vom Reichsrat dewilligte« einen Million Mark für Kinderspeisnng und der an Ttelle anderer Ans- gaben b«S Marineetats eingesetzten erste« Banrate für das Panzerschiff s beschloß das R-lchskabinett. die Reichsratsbeschlüsie demReichstag«lS Grnnd» läge seiner Beratungen zuzuleiten. Weil er Franzose ist! Darf ein Franzose nicht vireltor der Reparationöbanl sein? Seit Monaten wird hinter den Kulissen der internatio- ualen Finanz- und Staatsdiplomatie heftig um den Posten des Generaldirektors der Bank für internationale Zahlungen gekämpft. In der allernächsten Zeit soll die Entscheidung fallen. Es ist bekannt geworden, daß mit Ausnahme Deutschlands die an dem Verwaltungsrat der Bant für Internationale Zahlungen beteiligten Länder in erster Linie den Direktor Q u e s n a y aus der Bank von Frankreich zum Generaldirektor ernennen wollen. Dagegen sträubt man sich in Deutschland, weil man keinen Franzosen, sondern nur einen Neutralen auf diesem Posten sehen möchte. Vor- ftellungen, die vom amerikanischen Präsidenten der neuen Bank Mac Garrah' beim Reichsbankprästdenten Luther dieferhalb erhoben worden sein sollen, blieben ergebnislos. Auf diese Weise wird man zwar die Wahl Quesnays nicht verhindern, aber viel Verärgerung schaffen. Wir halten die Bemühungen für durchaus gerechtfertigt, auch Deutschland als Partner an der Internationalen Zahlungs- bank, entsprechend seinem materiellen Gewicht, an der Zentralverwaltung zu beteiligen. Diese Bemühungen stehen aber unter keinem günstigen Stern, wenn man sie zu einer nationalen Prestigefrage macht, die letztlich sich gegen die Anbahnung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich auswirken muß. Die Person Quesnays ist uns zunächst gleichgültig. Nach der durch die Haager Verträge geschaffenen Sachlage sind die Aufgaben der Internationalen Zahlungsbank klar umgrenzt. Diese Bank hat in der Zukunft selbstverständlich auch die -Reparationen zu empfangen und zu verteilen. Das aber ist bei weiten: nicht die wichtigste Aufgabe der Bank. Sehr viel wichtiger ist die Emissionsfunktion der BÄZ. und die Rolle. die eventuell der französisch« Kapitalmarkt auch für die deutsche Kapitalbeschaffung gewinnen kann. Es braucht dabei nur daran erinnert zu werden, daß die Auf- legung der Reparationsanleihe zu einem entscheidenden Teil auf dem französischen Kapitalmarkt erfolgen soll. Darüber hinaus ist es kein Geheimnis, daß f>is französischen Finanz- mächte an der deutschen Kapitalversorgung ein steigendes Interesse haben, wobei es für Deutschland durchaus wichtig sein kann, aus der Konkurrenz des französischen und des amerikanischen Kapitalmarktes bei Gelegenheit zu profitieren. Die Bestellung des Generaldirektors der Bank für inter- nationale Zahlungen darf daher nicht aus Gründen der nationalen Sympathie oder Antipatbie, sondern nur nach Zweckmäßigkeitsgesichtspuntten beurteilt werden. Wenn daher das„Berliner Tageblatt" beispielsweise schreibt:„Deutschland ist einmütig gegen die Wahl eines Franzosen�, so scheint uns eine derartige Stellungnahme Schlacks schmerzlichstes Erlebnis. Zentrum gegen Kousumgenoffenschasten. Der Zentrumsabgeordnete und Führer der christlichen Konsumvereine, Peter Schlack, hat in öffentlicher Reichs- tagssitzung die Regierung Brüning die reaktiv- n ä r st e Regierung seit der Revolution genannt. Das Zentrum hat ihn dafür öffentlich abgeschüttelt. Run hat Herr Schlack in dieser Angelegenheit an die Zentrumspresse «inen Brief gerichtet, dessen Abdruck ihm, wie es scheint, verweigert wird. Wir fanden bisher wenigstens dieses Schreiben nur im„Deutschen" teilweise abgedruckt und geben es von dort wieder. Herr Schlack schreibt also: In den Zentrmnszeitunyen vom 15. April ist ein Bericht über dl« Sitzung der Zentrumsfraktion wiedergegeben. In diesem Be- richte ist ein Brief von mir erwähnt. Angesichts dessen, daß die Wiedergabe jedoch mir einen kleinen Teil des Inhalts darstellt, seh« ich mich im Interesse der Wahrheit verpflichtet, den ganzen Brief zu veröffentlichen: „Au die Zentrumsfraktion des Reichstag». Infolge der seelischen Erregungen der letzten Tag« ist mein Gesundheitszustand so«rschüttert, daß ich heute nach Hause fahren muh, um einen Zusammenbruch zu vermeiden. Ich kann von meinem sachlichen Standpunkte, daß die Zentrumssraktion und der Herr Reichskanzler Dr. Brüning diese Ausnahmesleuer gegen die Äenossenschaslen, der am schlechtesten gestellten Volksgenossen, nicht machen darf, nicht abgehen. Wenn ich bei diesem Kampfe Schärfen gebraucht habe. so bedaur« ich das sehr, angesichts der Tatsache, daß ich gerade in die Person des Herrn Dr. Brüning unbegrenztes Vertrauen setze. Dieses Gesetz trifft die G«nossenschaftsbewegung der christlichen Arbeitnehmer am schwersten. Sie ist zahlenmäßig nicht so stark und die Umsätze betragen nur ein Drittel der der sozialistischen Richtung. Außerdem ist die letztere in- folge ihres Alters der ersteren bezüglich der finanziellen Stärke sehr überlegen. Ich habe ein Menschenleben unter den schwierigsten Verhältnissen für di« Zentrumspartei gekämpft. Wenn dieses Gesetz zustande käme in dieser Fassung, mit Hilfe der Zentrum-partei, würde dies mein schmerzlichstes Erlebnis feit meiner öffentlichen Tätigkeit sein. Ich beschwöre deshalb d!« Zentrumssraktion, das Gesetz m dieser Form nicht zustand« kommen zu lassen. Der Ankrag Breilscheid, Kr. 1S7S. zeigt den wtg, den muh die Zenlrumsparkei beschrellen kann. Mein Dank und auch der Dank der christlichen Arbeiter meiner Be- wegung würden der Zentrumssraktion sicher sein. In alter Zentrumstreu«: Peter Schlack." Diesem Briefe ist am Sonntagmorgen, dem 13. April, eine Besprechung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Zentrums- fraktion, Csser, voraufgegangen. In dieser Besprechung habe ich unter starker seelischer Erregung Esser nochmals ansewandergesetzt, daß ich diesen Kampf nicht aus Freude an Auseinandersetzungen kämpfte, sondern von dem Gesichtspunkt« aus. daß die Zentrums- fraktion ein solches, di« Senossenschastsbewegung der christlichen Ar- bsitnchmer schädigendes Gesetz nicht machen dürfte. Wenn dieses Gesetz durch die Fraktion angenommen würde, wäre ich es meiner Ueberzeugung und meiner Vewegung schuldig. den Kampf gegen die Zentrumspartei weiterzuführen. Dieser Kampf würde eine Schädigung der Partei bedeuten, die ich nicht wolle. Esser erklärte mir dann, daß in der Mappe für di« Montagssitzung des Roichstages«in Antrag läge, der di« Er- werbs- und Wirtschaftsgenossenschaften aus diesem Sonder-Umsatzsteuergesetz herausnehmen wolle. Er wolle sich dafür einsetzen, daß di« Fraktion die An- nahm« dieses Antrages wenigsten» nicht hindere. Er bat mich, di« Fraktion brieflich von meinem Standpunkte m Kenntnis zu setzen. Auf Grund dieser Besprechung ist mein Brief zusto«* gekommen. Angesichts dieser Vorgänge wäre es loyal gewesen, meinen Brief der Fraktion vor der Abstimmung zur Kenntnis zu bringen, und mein Schreiben, wenn man es erwähnen wollte, voll- ständig wiederzugeben." Peter Schlack, M. d. R. Der Antrag, dessen Annahme nach der Erklärung des Herrn Esser die Zentrumsfraktion„wenigstens nicht hindern" sollte, war eben der erwähnte sozialdemokratische Antrag Breitscheid. Herr Esser war jedoch offenbar nicht imstande. das Herrn Schlack gegebene Versprechen zu halten, denn das Zentrum h a t am Montag die Annahme des Antrags Breit- scheid verhindert und Mann für Mann gegen den Antrag, derdieKonsumvereinerettensollte. gestimmt. An dieser Abstimmung nicht teilgenommen haben vom Zentrum die Herren Imbusch, Kerp, Schlack, Trem- m e l und U l i tz k a. Teilgenommen an ihr, also gegen die Konsumgenossenschaften gestimmt haben sämtliche Zentrums- minister und— der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Esser. Dies geschah offenbar deshalb, weil die W i r t f ch a f t s- Partei nicht locker ließ. Schon im Ausschuß hatte sie mit dem Austritt aus der Regierungsmehrheit ssedroht, falls ihr Streich gegen die Konsumvereine mißglücken sollte. Darum ließ sich das Zentrum durch den seelischen Zusammenbruch Schlacks nicht rühren, sondern tat, was Herr Drewitz befahl. geradezu unmögllch. Das ,, Berliner Tageblatt" ist nicht autorisiert, im Ramett Deutschlands zu sprechen. Hat man etwas gegen Quesnay persönlich, so soll man e« offen sagen. Wer ihn ablehnen, nur weil er ein Franzose ist, das ent- spricht weder dem gegenwärtigen Stand der deutsch-französi» schen Beziehungen, noch hat es mit politischer Klugheit irgend etwas zu tun. Was der Ivorwäris" verschweigt. Und was die„Germania" alles weiß. Die„Germania" schreibt: Di« Antwort, die der„Vorwärts" auf unser« Ausführungen zur „Kriegsschuldlüge gegen d!« Sozialdemokratie" heute früh(Nr. 17?) erteilt, ist keine Antwort. Zunächst verschweigt das spzialdemo- tratst che Zentralorgan seinen Lesern schamhast alle«, was von uns über die Vorgänge im sozialistischen Lager selbst berichtet worden ist, und esbewei st dadurch nur die Schwäche seinereigenen 'Position. Aber es Ist natürlich f ch w e r, den Lesern milzuteilen, daß die wirtlich politisch führenden Köpfe in der sozialdemokratischen Fraktion bei der danioligen Entscheidung von den sogenannten„Fach. leuten" überstimmt und überschrien worden sind, und es ist auch ni-Ä leicht, einzugestehen, daß die Partei im Lande für die Haltung der Fraktion kein Verständnis fand. Nun ja,— wir haben jedenfalls Verständnis dafür, daß der„Vorwärts" über diese Dinge schweigt. Die„Germania" hat vergessen, daß sie alles, was sie über die Si�ung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vom 27, März weiß, aus der M o r g e n n u m m e r des„Vor- wärts" vom 2 8. März erfahren hat. Wir haben das nämlich dort— Beweis unserer Schwäche— ganz genau erzählt. Die„Germama" kann diesem Bericht auch genau entnehmen, was Wahrheit und was agitatorische Aus- schmückung ist. Tatsächlich hat damals eine Minderheit der Fraktion vorausgesehen, daß die bürgerliche Mite die Ablehnung des Brüning-Äompromiffes als Sprungbrett zum Bürgerblock bxnüßen würde. Wie aber di�le Voraus- ficht der„wirklich politisch führenden Köpfe" zum Blweis dafür dienen kann, daß die Sozialdemokratie die eigentlich Schuldige an dem ganzen Skandal dieser neuen Regie- rung ist— das haben wir noch immer nicht begriffen. Viel- leicht erklärt die„Germania" es uns noch einmal. Ministerkrise in Bayern? Rückwirkungen der Reichstagsabstimmuug. München. 1«. April.(Eigenbericht.) Die Tatsache, daß der Führer der bayerischen Bauernbündler F« h r im Reichstag an den entscheidenden Abstimmungen nicht teilgenommen hat, sondern sich vorher auf sein Landgut Lindenberg im Allgäu begab, scheint sich in Bayern zu einer Ministerlrise auszuwachsen. In maßgebenden Kreisen der Münchener Regierung, ins- besondere in der Bayerischen Volkspart«!, wird gegen Fshr der Dar- wurf erhoben, daß er, trotzdem er von„wohlmeinenden Abgeord- neten" aller bürgerlichen Parteien sozusagen angeflebt worden sein soll, in Berlin zu bleiben, nur deswegen in Ferien fuhr, weil er nicht für die Bicrsteuererhöhung stimmen wollte. Dieses Verhalten wird ihm um so heftiger angekreidet, als er außer fetner Eigenschaft als bayerischer Landwittschastzmtnifier Mitglied de» D-.er-Männer-Kollegium» der Grünen Front(Brand-'S, Hermez, Schiel« und Fehr) ist, das alles getan hat, um die Forpe- rungen der Agrarier innerhalb der neuen Äiirgcrblock-Regierung durchzusetzen.' In ber offiziellen Korrespondenz der Bayerischen Volkspartei wird deshalb die Frage gestellt: „Hält es die bayerische Landwirtschast für erträglich, daß dieser Mann. noch weiterhin bayerischer Land- Wirtschaft» mini st er bleibt. Hält die deutsch« Landevirtschoft e» für erträglich, daß er weiterhin noch Führer der Grünen Front bleibt? Von sich aus wird i)err Fehr keines ferner Aemter nieder. legen, den er hat schon zur Genüge bewiesen, wie fest«r an seinem Ministersessel klebt." Man wird abwarten müssen, was Minister Fehr und der Baucrnbund auf diesen ungewöhnlich derben Angriff zu sagen haben. Vorblick auf-1934. Keine Aussichten für Steuersenkung. Im Reichsrat gab der preußische Minssterialdirektor Dr. Brecht folge"den Heb erblick über die Etotslage: Der Haushalt ist solide aufgestellt/ ober große Ersparnisse bringt er nicht. Die Gesamtausgab« wächst für 1?30 im Vergleich mit 19W um 3 5 4.8 Millionen. Mohrausgaben gegenüber 192? eiüsollen u. a. auf: Wehrmacht einschl. Versorgung.., 47.9 Millionen Landwirtschast......... 24,1. Wasserstraßen......... 24,1„ Finanzverwaltung einschl. Versorgung 19.1» Wohnung und Siedlung..... 13.1, Luftfahrt..........» 7,1„ Da» G« samtbild kann dahin charakterisiert werden, daß der Haushalt die Wiederkehr des Vertrauens zur Solidität de» Haushalts rechtfertigt, aber vom Standpunkt der Sparaklion wenig ermutigend ist. Welch« Aussichten ergeben sich für 1S31? Im Weg« bloßer Haushaliskritik können 1931 außer den von selbst wegfallend«» Posten aus dem Hausholt größere Beträge nicht her- ausgeholt werden, irnrn sonst wäre das auch heute schon möglich. Auf der anderen Seite kehren von den Einnahmen 445,8 Mit- lionen nicht wteder. Also bleibt nur ein besseres Saldo pon 135 bis 155 Millionen übrig. Hierzu kommt der Mehrertrag, den die neuen Steuern bei vollem Iahresergebnis gegenüber dem diesjährigen verspäteten Inkrafttreten ergeben. Kur iu höhe von rund 200 Millionen ist daher di« Eullastuvg da Haushalt» von 1931 schon jetzt wirklich sundierl, und auch da» nur unter der Voraussetzung ausreichender Arbeitslosenversicherung. Alle» weitere hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung, von An» leihemöglichktltcn und von dem Sparprograinm auf lange Sicht ab. Grenzlanöforderungen. Im Reichsrat gab es gestern Auseinandersetzungen über Grenzlandforderungen. Bayern forderte 5 Milltsnen für die südöstlichen und nördlichen Grenzgebiet« des Reiches. Der Vertreter Schleswig-Holsteins verlangt« 750 000 M. für di« nö rd- lichen Grenzgebiete. Der Vertreter der Rheinprovinz be- aMrogte, d-n Westfonds von 10 auf 20 Millionen zu er» höhen. M* Anträge worden fthOeßfich ttgMfaL Oer verlassene Fahnenträger. Treue der Kahne bis in den Tod!- Als aber der Ruf.Essen holen!' ertönte, da verließen die Mannen ihren Fahnenträger. MOEti&zG polen und Deutschland. Zum polnischen Protest gegen die Gchiele-Zölle. Wie wir gestern schon mitteilten, hat die polnische Regierung In Berlin auch offiziell in einer Not« gegen die vom Reichstags- bürgerblock kürzlich beschlossenen Agrarzöll« p r o t e st i« r t. Die polnische Regierung begründet ihren Protest einmal mit dem Hinweis, daß die deutschen Zollerhöhungen und die Ermächtigungen des Kabinetts dazu dem Geiste des Zoslsriedensadkommens widersprechen. Zum anderen erklärt Polen, daß das Agrarprogramm des Bürgerblocks auch sachlich den Bestiinmungen des deutsch-polnischen Wirtschaftsabkommens zuwiderlaufen. Die polnische Note beschränkt sich nach unserer Kenntnis auh diesen Protest und kündigt ihrerseits noch keine Gegenmaßnahmen an. Aus der polnische» Presse muß aber der Schluß gezogen werde», daß einflußreiche Kräfte die deutschen Agrarmaßnahmen mit der Erhöhung polnischerJndu st riezöll« beantwortet wissen wollen. Don der Rechten ist eine solch« Situation gewünscht tocrben, um das Inkrafttreten des deutsch-potnsschen Wirtschaftsabkommens zu verhindern, und weder der deutsche Außenminister Dr. C u r t i u s noch der jetzige Wirt- schaftsminister Dr. Dietrich haben die Kraft besessen, sich dagegen zu wehren. Es kann vielleicht mit Recht aesagt weichen, daß die deutsche Erhöhung der Agrarzölle dem W-ortiqut der Genfer Abkoiwuen nicht widerspricht. Dennchteser Wvrtkaut gestottct� daß hu« Dringen. den Umständen" jeder der unterzeichnenden Staaten berechtigt sein soll, zur Abwendung lebenswichtiger Gefahren auch Zoll- erhöhungen vorzunehmen, wobei allerdings das Kündigungsrecht der sich davon betroffen suhlenden Staaten gegenüber. der Koiwention unberührt bleibt. Gerade die Wahl des Mittels ausschließlicher Zoll- erhöhungen und der Umfang der zu diesem Zweck erteilten Ermäch- tigungen sind aber in Deutschland in höchstem Maß« strittig, selbst wenn ein Notstand und die Notwendigkeit besonderer Maßnahmen anzuerkennen sind. Dem Geist des Genfer Abkommens ist durch das Ausmaß der deutschen Zollcrhöhungen sicher nicht entsprochen worden. Auf der anderen Seite darf man nicht übersehen, daß in der Tat die Beschlüsse des Bllrgerblocks Polen auch dann sehr oer- ärgern müßten, wenn Polen in seinem eigenen Lande nicht auch mit Widerständen gegen die Ratifizierung des deutsch-polntschen Wirtschaftsabkommens zu kämpfen hätte. Dennoch stehen wir auf dem Standpunkt, daß sowohl Deutsch. land wie Polen auch jetzt die äußersten Anstrengungen machen müssen, um die Ratifizierung des beider- seitigen Wirtschaftsabkommens sicherzustellen. Zweifellos bietet der deutsch-polnische Wirtschaftsvertrag Pälen auch heute noch, trotz der durch die deutschen Agrarzölle und die der Ac- gierung gegebenen Ermächtigungen geschaffenen Unannehmlichkeiten, noch so große Vorteile, daß es das denkbar verkehrteste wäre, wenn Polen jetzt an Repressalien irgendwelcher Art gegenüber Deutichland denken wollte. Die Fortsetzung des wirtschaftlichen Kriegszustandes zwischen den beiden sich ergänzenden und aufeinander angewiesenen Ländern ist heute ebensowenig wie früher wünschenswert, weder für Deutschland noch für Polen. Auf der anderen Seite hat Deutschland die Möglichkeit, dl« von ihm gewünschte Ratifikation des Abkommens von sich aus zu fördern. Bei den wichtigsten Polen betressenden Zollpositionen.liegen nur ErmSchiigiiftgeir der Mtichsregierüng dov, über deren Anwendung innerhalb des Kabinetts und zwischen Deutschland und. Polen vöch verhandelt werden kann. Es kann nicht darauf ankommen, durch ein mehr oder weniger geschicktes Spiel der diplomatischen Kräfte den «inen oder anderen Portner mit der Derantwortung für das Nicht- Zustandekommen des Abkommens zu belasten, sondern die Derant. wortlichen in beiden Ländern müssen auch jetzt noch da s Ziel Ins Auge fassen, unter Anwendung vernünftiger Methoden und Mittel den Wirtschastsfricden herzustellen. Frick und Wtrth. Die Thüringer Regierung an den ReichSinnenminisier. Weimar. IS. April. Das Schreiben der Thüringer Regierung an den Reichsinnen. minister ist am Mittwochabend veröffentlicht worden. Di« Landes» rcgieruyg hält darin das ThüringerErmächtigungsgesetz durchaus mit dem Reichs recht vereinbar, sie sei aber bereit, angesichts der zwischen dem Reiche und dem Land« Thüringen bestehenden Meinungsverschiedenheiten die Entscheidung des Staatsgerichtshose s anzurufen und diesen Schritt auch gemeinsam mit der Reichsregierung zu wn. Nachdem bei der Besprechung zwischen dem Reichsinnenminister und dem Borsitzendcn des thüringischen Staatsministeriums von feiten Thüringens eingehend dargelegt worden sei, daß bei der Landespolizei Thüringen eine Verletzung der Bedingungen für die Gewährung von Reichszuschüssen für Polizei zwecke niemals stattgefunden Hobe, glaub« die Landesregierung Thüringen sich zu der Erwartung berechtigt, daß der Reichsinnemnimster sich d u r ch diese Darlegungen für befriedigt erklären werde. Sie spricht deshalb das Ersuchen aus, daß die in dem Schreiben des Reichsinnemninisters vom 18. März 1930 ausgesprochene, nicht begründete Sperr« derZuschüsse fürPo. lizeizwecke an Thüringen alsbald nach Empfang des gegen- wärtigen Schreibens aufgehoben werd«, damit das Land Thü- ringen vor weiterem Schaden bewahrt bleibe. Ebenso müsse die Landesregierung Thüringen die bestimmte Bitte aussprechen, daß die in dem Schreiben des Reichsinnenministers vom 18. März 1930 weiter ausgesprochene einstweilige Einstellung von Ueberweifungen aus Fondsmitteln des Reichsinnen- Ministeriums an Thüringen zurückgezogen werde. Bei Gelegenheit des Besuchs des Staatssekretär»� weigert werde die vom Reichsinnenminister gewünschte Unterredung mit Minister Dr. Frick stattfinden können. Die Landesregierung Thü- ringen bedauert es überdies lebhast, daß neuerdings in der Presse dem bevorstehenden Besuch des Staatssekretärs Zwetgert der Cha- rakter einer amtlichen Kontrolle beigemessen werde. Ministerpräsident a. v. Frölich über den Putschisten Frick. Im ehemaligen Herrenhaus sprachen In einer Kundgebung der Deutschen Liga für Menschenrechte zu der Frage„Thüringen und da» Reich" Ministerpräsident a. D. August Frölich und der Dorsitzende des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, Albert Falkenberg. Frölich führte aus: Als 1923 die Reichswehr in Thüringen ernmarschlerte, erklärte der Reichskanzler Streiemann, daß eine Regieningsgemeinschaft mit den Kommunisten aus verfassungs- rechtlifhen Gründen für ein Land nicht mehr tragbar sei. Mit den Konununisten von heute ist eine Koalitionsgemeinschaft unmöglich, aber es treffen für die volksparteiluh-nationaisoziaüstische Gemeinschaft Baum-Jrick die Voraussetzungen von 1923 in weit höherem Maße zu. Wer ist Frick? Er ist des H o ch o e r r a t s und des Bruchs des Beamteneides im November 1923 überjührt und deshalb sogar von einem bayerischen Bolksgericht zu IS Monaten F e st u n g verurteilt worden. Cr hat als Reichstagsobgeordneter die Feme- Mörder verherrlicht und den toten Stresemann geschmäht durch die Behauptung, daß er mft dem Nobelpreis vom Auslande bestochen sei. Frick ist Innenminister geworden, weil die Große Koalition in Thüringen durch die Erklärung der Deutschen Volks- partq,.doß sie wcftanichaulüd den Nationäliozialsstm näher stäupe als den Saziuldemo traten, oerhindert wurde. In der Tgb steh! auch die großkapitalistische Dolkspartei den völkischen Kapitalsdienern näher als un». Deshalb ober ist sür den Kulturabbau, für den Sozialabbau. für den Beamtenabbau und die ungerechte Steuer- Verteilung In Thüringen die gesamte Regiemngstpalition von Baum bis Frick verantwortliche Thüringen ist nicht in dem Maße haken- krouzlerisch verseucht, wie im Reiche angenonvuen wird: 18 Sozialdemokraten stehen im Landtag 6 Nationalsyziolistcn gegenüber. Der Reichsinnenminister Severing hotte recht, als er seine An- fragen nach Weimar richtete. Der Wanderbund„Adler und Falten', der bi» zum Amtsantritt Fricks in den thüringischen Schulen verbaten war. stellt ein politische Vereinigung dar: Er hat sich öffentlich 1929 zum nationalsozialistischen Parteiprogramm be- kannt. Es ist festgestellt, daß nationalsozialistisch« Zellen in- der thüringischen Londespolizei gebildet nnirden. Der Jubel in Weimar über den Rücktritt Seoerings ist begreiflich. Wenn der Reichsinnen- minister Dr. Wirth noch heute zu seinem Worte bei der Ermordung Rathenaus hält, daß der Feind rechts steht, muß er den Weg weiter oerfolgen, den Severing betreten hat. Wir Sozialdemokraten sind in Thüringen auf der Wacht. Wenn Frick gesagt hat. daß«r nicht mit Marxisten paktiere, so rufen wir ihm zu,: W i r p a k t i e r e n nichtmitvölkischenHochoerräternanderdeutschen Republik! Reichstagsabgeordnetcl" Falkenlerg beleuchtete die Derfassungs- Widrigkeit des thüringischen Ermächtigungsgesetzes. Breiischeid gegen den Brüning»Block. Neuwahlen kommen noch zeitig genug. In der Koeismitgliederversammtung de, Kreis«, Wilmersdorf sprach gestern abend Genosse Dr. B r« l t s ch e i d über die Ereigniss« der letzten Tage. Er schilderte anschaulich die Zusammensetzung der Regierung Brüning au, den rorschisde»artigsten kleinen und Ileinsten Jnt«res!entsngniz>pen und die katastrophale Auswirkung, die dieser Intcressenteneinstuß aus die Gestaltung der neuen Steuer- und Zollvorlagen gehabt hat. Breitscheid hielt e» für wahrscheinlich, daß die deutschnatioiwl« Regie eine Entscheidung gegen Brüning auch dann verhindert hätte, wenn es der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion gelungen wäre, ihren letzten Kranken zur Abstimmung heranzubringen. Neuwahlen jetzt hätten in ei,»er großen Berwir- rung stattgefunden, und es wäre schwer gewesen, den Wählern Ihren Sinn klar zu machen. Das aber wird viel leichter werden, wem, dies« Regierung noch einige Zeit am Richer bteibt und die unvermeidlich«» Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Interessenten- gruppen der Landwirlschast und Industrie sich weiter fortsetzen. Di« Regierung Brüning wird den Arbeitern und denBauerndesZentrumszeioen.daßeinBLrger- block nur den G r o ß ko p i ta l i st e n und den Groß- ograrierndient. Sie wird so für eine spätere Neuwohl eine wesentlich günstiger« Situation schoflen. Di« Sozialdemokratie wird bis dahin die jachlich schärfst« Opposition treiben, in dem Bewußtsein, daß ohne und gegen sie, wie selbst de, Dolksparteiler Scholz in Mannheim sagt«, auf die Dauer nicht regiert werdrn kann. Sie wird verstärkt in den Reichstag einziehen und sich mit erhöhter Kraft ihrer großen Aulgabe zuwenden können, aus der Deutschen Republik einen wahrhaft sozmlen Bolkestaat zu wachen. Ersparte Zlottenmilliarden. Das Ergebnis von London— Die Tonnage der drei Seemächte. London. 16. April.(Eigenbericht.) Der erst« Lord der Admiralität(Manneminflter). A- B. Alexander, teilt« am Mittwoch im Untcchaus mit, daß die Er- gebnisse der F l o t t e n k o n f e re n z für Großbritannien eine E rs sparnis von vier Tiltlltarden Akark im Flottenbaupro- gramn, mit sich bringen werden. Alexander gab zu dieser Ziffer, die ein Dreifaches der bisherigen Schätzungen beträgt, keine nähere Begründung. Die im Lauf« des Nachmittags aus Deutschland«Ingetrofsenen Meldungen über den Beschluß des Reiche rots, die erste Rat« sür «inen zweiten deutschen Panzerkreuzer zu bewilligen. Hot in London großes Aufsehen erregt und zu lebhaften Kommentaren Anlaß gegeben. Ii, einem an, Mittwoch der Orfsentlichkeit übergchenen Memorandum über die Ergebnisse der Fiats«nlonferenzj wird betont, daß zwischen fiins Mächten völlige» Einverständnis hinsichtlich der Schlachtschiffe erzielt worden sei und keines der Länder jene Ersotzbauten oornehimn werde, zu denen f? nach den Beschlüssen der Washingtoner Konserenz berechtigt war. Groß- britannien, die Vereinigten Staaten und Japan verpflichten sich, sofort die Anzahl ihrer Schiachtschifle auf IS bzw. S herahzu« setzen. Frankreich und Italien beha-lte» sich dos Recht vor, Ersatz- bauten, zu denen sie zwischen dem Abschluß de» Washingtoner Bar- trage, und der Flottenkanferenz berechtigt waren nachträglich opr- zunehmen. In, Hinblick aus die Klassifizierung der Eöhiflpiypen und des beschränkten Transferrechts zwischen Kreuzern und Zerstörern ist eine völlig« Einigung zwischen England. Amerika und Japan hergestellt worden. Die G e s a in t to n»a g« Großbritan- niens wird S41 700 Tonnen betragen, die Amerikas S26 M Tannen und die Japans 367 050 Tonnen. 730000 minus 6. Sin Wiener„Ereignis"— und was die»Rote Fahne" daraus macht. In großer, fetter Aufmachung verkündet« am Dienstag die „Rote Fahne" aus Wien, daß die„Opposition der revokutio- nären Sozialdemokraten" Oesterreichs beschlossen habe, aus der So- ziaibemokratischen Partei auszutreten und der K o m m u n i st i- schen Partei Oesterreich» beizutreten. Der Beschluß sei«in- stimmig gefaßt und von„sämtlichen Arbeitsgemeinschaften(in- wütig bestätigt" worden. E» werden roeit« pioc Reche von „Massenversammlungen" angeküickigt, eine Resolution wird oH» gedruckt— mein Herz, was willst du noch mehr? Also ein« regelrecht« Spaltung nach den, Herzen der Toyn» nischtschi in Moskau, die ob dieser frohen Kunde pi-eiieicht milde» gestimmt sein könnten und einige drohende Maßregelungen in Zentraleuropa unterlassen würden? Inzwischen erfahren wir aus Wien, daß es sich bei dieser „revolutionären Opposition" um ganze fünf Mann handelt, v i e l l e i ch t um s e ch s. Die österreichische Sozialdemokratie zählt in Wien allein rund 420 00 0 und in der gesamten Republik 730 000 Mit- g Ii« der. Fünf, vielleicht sechs Querullmten sind nun glücklich ausgeschieden. Ihnen widmet die„Rote Fahne"«'be doppelt« Schlagzeile„Sozialdemokradische Arbeiter zur KPD. Oesterreichs übergetreten", sowie einen Bericht von elf fetten und einundzwanzig gewöhnlichen Druckzeilen. Wie bescheiden man bei den Kommunisten geworden ist. Oder vielmehr: Bor welchem Schwindel schreckt man"nach zurück, wen» n gilt, seine Moskauer Brotl�emn zu beschwindeln! /_ Englisch-russischer Handelsverirag. Wieder Handelsdelegationen London. London, 16. April.(Eigenbericht.) Der Außenminister H e n de r s o n und der sowjetrusstsch« Botschafter S o k o l u i k o s f u>ü«rzeichnele» am Mittwoch in. Außen- omt den provisorischen englisch-russischen Handel«- vertrag. Dieses Abkommen wird die Gnindlage zu einem end- gültigen Handelsvertrag bilden. Es sieht die M e I st b e g ü n st i- g u n g für Rußlaird und England vor. Die sowjetrusstsche Regierung erholt die Erlaubnis zur Wiedererrichtung einer Handelsdelegation in Landow Drei Leiter dieser Handelsvertretung werden diplomatische Immunität genießen. Ihr Gebäude wird exterritoriale Rechte erhallen. Sie haben es eilig! Wie die Deutschnationale Pressestelle mit» teilt, ist der Parteivorstand der Deutschnotional»,, Volkspartei zum 25. April(nickst zum 1. Mai) um 11 Uhr vormittag nach Betlin einberufen worden. Die llmsahsteuerpsltchl der freien Berufe. Noch den Beschlüssen des Reichstags über die neue Umsatzsteuer sind die Angehörigen der freien Berufe ebenso wie Handelsagenten und Makler von her Um» st-tzsteper betreit, wem, der steuerpflichtige Umsatz nicht mehr äl, 18 000 M. jährlich betrogt. Bisher war die Steuerfreiheit auf eine» jährlichen Umsatz bis zu 6000 M. begrenzt. Ein blutiger Zusammenstoß in Bukarest zwischen einer In- vattdendemonstration und dem Militär forderte etwa zwanzig Opfer, barmster einen To ton. v WERTHEIM Leipziger Str. CVereand-Abt.) Königstraße Fleisch Rosenthaier Str. Moritzplatz Meute(Donnerstag htttige£*ehenstmttel So a eil D errat, mengenabgalie norbeluIteiL Obst u. Oemlhe DRdea nfiU ngesaadL Frisches Rinderkamm.pw°a 0.86 Rinderbrust..Pfund 0.86 Gulasch...... piund 0.95 Querrippe.... Pfund 0.85 Sdimorfl. I.IOo L.ZO Roastbeef m. Kooch., Pfd. 1.1 0 Rinderzungen ptund 1.25 Kalbskamm..ptund 0.84 Kalbsbrust... Pfund 0.84 Kalbsnierenbraten 0.94 Kalbssdmilzcl piund 2.20 Hammclvorderfl. pw. 1.02 Liesen....... ptund 0.75 Gehacktes.... Pfund 0.85 Scfawcineiücken... mit veiisxs, Pfun6 Zchveinesehinken... KsuvR» o. Blatt, mit Beilage*»ü Kaller mild gesalzen Pfd. 1.32t Nierentalg«usgtio�Pid. 0.50 Prima Oafrlarflalsch Suppenfleisch.ptu«, 0.80 Rinderkamm Ptund 0.85 Rinderbrust.. ptund 0.85 Wurstwaren Dampfwurst.. Pfund 0.96 Rotwurst..... Pfund 0.98 Leberwurst lousauiAtri 1.20 Fleisch wurst..Pfund 1.20 Wiener Würstchen 1.25 Jagdwurst.... ptund 1.40 Mettwurst BraunsdiDell. Ort 1.40 Bierwurst..... piund 1.50 FilctWUrst....Pfund 1.70 Schinkenpolnische 1.70 Tee- b. Leberwurst Mn 1.75 Zcrvelat u. Salami.__ holsteinische, Pitiod 1.X3 Teewurst grobe..Pfund 1.90 Speck leff.Pld. 1.10 mnger 1.45 Schinkenspcck. Pfund 1.85 Nußschinken � ÄÜS 210 Kaalgstr., RosEnfhalrr Sir, ntarltzpL: Speckwurst... ptund 0.90 Bcrl. Mettwurst Pfd. 1.20 Konserven UOfcC Stangenspargel sun�. 2.20 Ries. Stangensparg. 2.90 Bruchspargel dann.. 1 95 Biuchspargel">»»<� 2 50 Kaiserschoten.... 1.60 Erbsen i«w....... 1.20 Gem. Gemüse(ex>ra 0.67 Pflaumen 0.55£*1�. 0.75 Mirabellen....... 0.95 Birnen halbe Frucht, eilra 1.45 Kalif. Pfirsiche____ 1.45 Kalif. Fruchtsalat.-1.90 Kaffee Konsum-) soite». Pfd. 2.00 Mischung/ Sorte i. Pfd. 2.40 Haushalt-Misch. Pfd. 2.80 frlid» gebraont, eigcDe Röttcrcl Sonder Misch. Pfund 3.20 Olympia-Misch. Pfd. 3.60 GlobUS-MiSCh. Pfund 3.80 gafroran, Pfund von . Pfund von 0.85 Puten••• von o.98 Suppenhühner n frisch geschlachtet, Pfd. v. Enten....Pfund von 1.18»« 1 8 frische Eier von 0.88»» an an Kabellau ohne Kopf, Pfund von Bratschollen 3 Pfund von Kabeljau-Filet rfund von Schellfisch Zander n'�Tton Frische Hechte 0.10«" 0.28 an 0.28 an 0.28 an 0.55 an 0.88 an lebend, pluncf von 0.98an Labende Aa e, Seh eie u. Hechte Kolonialwaren Gemischt. Backobst-Pfund 0.48 0.68 0.80 Pflaumen........ Pwu-i 0.54 0.68 0.78 Kalif. Aprikosen...Pfund 0.74 0.98 1.15 Kalilornische Birnen pw. 0.74 0.98 1.15 Amerikan. Ringäpfel... Pfund 0.74 0.98 Tafelreis......... Pfund 0.22 0.28 0.32 Eier-Makkaroni Pfund 0.65 Bruch, pm. 0.48 Puddingpulver Vinlile-ay.»udel<5esci:rtuck 0.55 Schokoladen-Pudding-.Hund c.76 1.10 Obst Tafeläpfel.... Pfund 0.28 Boskop-Rcncttcn 0.36 Kaliforn.Acplcl P'und 0.45 Zitronen Dunend 0.30 0.38 Apfelsinen Dunend«.«» 0.45 Blutapfelsinen»>?« 7° 0.50 Jatta-Drangen 0.45-01 Ananas frisch-, Pfd. von 0.85 an Gemüse Weißkohl boiund, pfd. 0.05 Mohren eewasch. 5 pw-d 0.20 Rote Rüben 5 Pw-d 0.20 Rot* u. Wirsingkohl 0.12 Salat gro&et Kopf..... 0.15 Blattspinat frische. 3 Pfd. 0.85 Schwarzwurzeln Pfd. 0.20 Nieren- Karlotteln n,. neue italienische, 1 Ptund Käse u. Fett Camembert..voi tett 0.20 Schachtel O Portionen O.öS Limburger 0.46 voiite« 0.84 Edamer'f-f. 0.72 voiueK 0.94 Emmen thaler Art_. ohne Rinde, Schachtel ö Port"•X'z Tüsstcr vollfett..Pfund 0.?8än Stcinbuschcr«uf, Pfd. 0.90 Münster Art voiue«, pid. 0.90 Schweizer dinfsd»,«-efc« 0.82 Holländer voiitett, ptund 0.94 Schweizer voiit 1,35»» Kokosfett• I-Plund-Tafel 0,50 Margarine Pfund 0,50 0.58 Mo.kereibaitcr Pfund 4,36 Tafelbutter pfd. 1.48 1.58 Dän. Butter 1« Omiiin 1,68 Bücklinge Pfund von 0.24 an Flundern-. Pmud von 0.30 an Dorschrogen.. Pfund 0.35 Sprottbücklinge Pfd. 0.38 Räucherwaren Seelachs W Stockei Pfund 0.38 Flcckhcrüiöc.. 0.45 Lachs m Stucken, Pfd. v,"1.30 an Aale Wd. V. 3.00» Bund 0.35 Pieise für ohne Vi Fl/ Q1 ab Flasche 1929 1929 1928 1929 1927 1928 1928 1921 1925 Wein Oberhaardtcr T.sch- und Boniemvein........ Bergzabemer Letten h--ni?. tri.-ch....... WöHstcincr Hollbcrg gut« Tischwem...... Licbtraumilch(Golikapsell sehr Ueblicb....... 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Parteiaenassen und Sewetlschaftler erhalten 10 Bro.«nt Rabatt.__* ßBütsdier Metallarbeiter- Verband V'ervaltunrsstelle Berlin Todesa nsalgen Den Mitgliedern»ut Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner Hugo Pelikan geb. I. April 187L am 14. April grstorden ist Die Etnäichorulig findet am Diene- lag. den» 2?. April. Iii>4 Uhr. im Krematorium Baumschalenweg statt. Am In. April starb unser Aallege. der Alempiler Karl Brodel geb. 8. Januar 18B7 Die Tinits cherung findet am Dien«- tag. dem 2i Ap-il. 17 Uhr. im Are- matarium Baumschuienweg statt. Rege Beteiligung ipird erwartet. Nachruf Am 0. April stard unser Aollege. der Echiofiee fheo Frese geb..«. Sk-pdir 1003. Die. Beerdigung Hat bereits statt- gejundeir. SHre ihrem Andenfen! VI« Ort»v«>-»alt»-»S. Wenig getragene Äanaliergardrrode 00» Millionaren. Ser>tei>. Anwlifte». isabelhast liillige Preise. Tmpiehle Zaill'nmöirlel. Paletot». Pracks, Sino- liiigs. iSehrodanritge. Hosen. Sport-. iSehpelze. Helegenheitekause tu neuer Darderobe. 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WllheiminenhofStr. 40. Grotter Umatz kleiner Nutzen Nr. 181* 47. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Oonnerstag, 17. April 1930 Für«ine mehriSgige Osterfahri bieget auch di« Mark Branden- »urg Schönes genug! Zum Beispiel ist das S ch l a u b e t a l ein Kleinod im Perlenkranz märkischer Naturs6)önheiten. Krankfurt a. d. O. Mit einer Wanderung zum Schlaubeial läßt sich gut ein Be- such der alten Handelsstadt Frankfurt an der Oder ver- binden. Diese Stadt war vom 13. Jahrhundert an neben Breslau und Stettin einer der Hauptplätze am Oderstrom. Frankfurts Grund- lag« ist von Anbeginn an der Handel, und so nennt sich die Stadt heute noch.Handelsstadt". Als jedoch mit dem beginnenden Eisen- bahnverkehr die Bedeutung Frankfurts für den Handel nachließ, waren es die zahlreichen Behörden, die der Stadt mehr und mehr das Gepräge einer B e a m t e n st a d t gaben. Als nach dem Welt- krieg« die Reichsgrenze bis auf etwa 12 bis 1Z Meilen an Frankfurt herangerückt war, gewann es durch den Zuzug zahlreicher aus dem Osten verdrängter Behörden und als ästlichster Hau del;cf noten, punkt wiederum an Bedeutung. Frankfurt wurde zu einem Haupt- ort für den Osten des Reiches. Ein alter Chronist aus dem 18. Jahrhundert preist das Lob Frankfurts mit folgenden Worten:„Die Gegend, in welcher di« Etat Legat, ist ohnestreitig eine der allerqngcnehmsten Gegeuhen. welche die Mark aufzuwelsen hat. Die Etat ist vor anderen Oer- tern oermögend, insonderheit im Frühling, dos Gemüht zu ge- neueren Nachdenken und zum Löhe des allgütigstea Stifters diefes Bergnügens zu erwecken."-. Die Bahn führt von Berlin bis hinter Fürstenwald« im Berliner Haupttal entlang, das sich durch ausgedehnt« Kiefern» walder auszeichnet. Sodann geht es über die Hochfläch« des Lan- de» Lebus bis Rosengarten. Hier beginnt der Abstieg der Bahn in da« O d e r t a l. Jahrclangc Arbeiten hat di« bei Kriegs- ende begonnene Newerlegwng der Bahn erfordert, um das locker« Erdreich zu befestigen. Immer wieder rutschte der Berg noch und zerstört« den begonnenen Bau. Die Bewältigung des märkischen Sandes hat mehr Mühe und Arbeit gekostet— und auch Geld— als«in gleicher Bau im festen Fels der Gebirge. Der Bahnhof in Frankszuck ist nar einigen Jahren erneuert worden. Er bietet ein städtebaulich schönes Bild. Di« strenge Nüchternheit— und »M mitunter Geschmacklosigkeit— von Bahnhofsbauten aus früherer Zeit ist verschwunden. Einfache, aber dennoch schön« Gebäude er- heben sich hier und vereinen sich zu dem anheinielnd wirkenden Bahnhof. Auch bei dem Erweiterungsbau des Rathauses hat man es ineisterhast verstanden, den Anbau mit dem Stil des alten Gebäudes in Einklang zu bringen. Wir wandern vom Bahnhof hinunter zur Stadt. Ein Teil der alten Wallanlagcn ist in Parkanlagen umgewandelt worden. Bon der großen Oderbrücke hat man einen schönen Blick auf die alte Stadt. Zur Zeit des Sonnenaufgangs ist es hier besonders schön. Scharf heben sich die Türme und Umrisse der alten Kirchen von dem hellen Abendhimmel ab. hoch di« Häuser der alten Stadt überragend. Im Schlaubeial. Der Zug bringt uns weiter über M ü l l r o s e nach M i x- darf. 10 Minuten östlich vom Bahnhof liegt das Dörfchen. Wir wandern hindurch und folgen alsdann südöstlich den Weg nach Kupferhammer. Die Straße senkt sich allmählich, sie führt in dos Schlaubeial hinab. Wie Kulissen schieben sich die bewaldeten Hänge vor. Noch eine Biegung des Weges, und Kupfer- Hammer sowie die Schlaube liegen vor uns. Der Name dieser Siedlung deutet darauf hin, daß sie angelegt wurde, um Kupfer zu verarbeiten. Wir wandern den Wassern der Schlaube entgegen gen Süden. In einem engen waldigen Tal zieht das Fließ dahin. Von ganz besonderer Schönheit sind die Wege, die hier entlang führen. Der Lauf der Schlaube wird durch größere und kleinere Seen unter- brachen. Ain Schulzen-Wasser. Langen See, Großen Blick Muf einen der»chöoen Seen im Lnafe der SchUvft» nnd Kleinen Schinkensee vorüber kommen wir zur Oberförsterei S i e h d i ch u m, die oben auf der Uferhöhe liegt. Wr bleiben im Tal. Der Weg, der bis hierher auf dem Oft- ufer der Schlaube entlang führte, geht jetzt zum Weftufer hinüber. Bald haben wir den Hammersee erreicht. Einen besonders schönen Waldsee. Dann wieder ein Stückchen am Fließ entlang, und vor uns öffnet sich der Blick auf den langgestreckten, an Buchten reichen Großen Treppelsee, den größten See im Lauf des Schlaubefließes. Auch dieser See ist rings von Wald umgeben, keine Siedlung stört die erhabene Ruhe der Einsamkeit. Wir bleiben am Großen Treppelsce bis zu seinem Siidend». Auf der Chaussee kommen wir östlich zur Brems darf er Mühle, wo wir die Schlaube wieder erreicht haben. Jetzt wan- dern wir auf dem Ostufer des Fließes weiter. Das Tal wird eng, die Seen sind verschwunden. Bald begleiten jedoch Wiesennied.'- rungen, von den bewaldeten Uferhöhen eingerahmt, das Flieh. Aus den Berghängen rieseln häufig Quellen. Schön und abwechslungc- reich sst die Wanderung durch diesen Teil des Schlaubetals. Ufer- vorspränge und TaLbinbuchtungen schaffen ständig neue Landschafts- biider, und auch der Rückblick auf den durchwanderten Teil des Tales ist äußerst reizvoll. Gemächlich schreitend, nicht stramm mar- schierend, müssen wir vorwärtsgehen und oft rückwärts blicken, nur dann können wir die Schönheit dieser Landschaft recht auskosten. So kommen wir zur K i c s e l w i tz e r Mühl e.- Das Tal wird jetzt ganz eng. nähern wir uns doch dem Ursprung der Schlaube. Einige teichartige Erweiterungen zeigt sie uns hier, zur Seenbildung reicht das Wasser noch nicht aus, dazu ist die Schlaube zu jung. Mr haben die Schlaubemühle erreicht. Jenseits der Chaussee erstreckt sich der reich gewundene Wirchensee. Wir stehen hier an der Wieg« der Schlaube. Dieser See sst der Ouellsee des Fließes. Hier ninunt die Schlaube ihren Ansang, um als«ins der schönsten märkischen Fließb gen Nord zur Oder zu eilen, in die sie sich an der Steilen Wand bei Lossow ergießt. In ihrem Unterlauf ist der M ü l l r o s e r Kanal angelegt worden, wodurch hier das Schlaubefließ verschwunden ist. Auch der neuere Oder-Spree-Kanal benutzt einen Teil des Unterlaufs der Schlaube. So trägt sie auch an der Ausgestaltung des märkischen Wasserstraßennetzes bei. Die Freud« des Wanderers biidet sie jedoch in ihrer Jugend, wo sie zwischen waldigen Höhen und durch saftige Wiesen sich dahinschlängel! und liebliche Teiche und leuchtende Seen bildet. Wir können jetzt wählen, ob wir gen West über C h o s s e w i g zum Bahnhos Weichensdorf(etwa 10 Kilomeier) oder gen Ost nach Kloster Neuzeile(etwa 13 Kilometer) wandern wollen. Der letzter« Weg sst empfehlenswerter, bietet er uns doch Gelegenheit, dieses Kloster zu besuchen. Nach Neuzelle. Vom Oftufer des Wirchenfees führt ein Gastellweg gen Ost durch den Wald. Am Waldend« erreicht er die Chaussee, und npn geht es auf dieser nach Treppeln, durch das Darf Hindurch und dann östlich weiter über hügeliges Gelände zum Wald. Nach rtayj 40 Mimiten rechts ob, zuerst noch durch Wold, dann über d'« Fuchsdiele,«in sandiges Acker/and, nach dem hochgelegenen Dorf Schwerzka. Don hier wandern mir durch das schöne Darchctäl nacd Norden. Der Weg führt atv einigen Mühlen vorüber, die van dem kleinen Fffteß getrieben werden. Wir kommen nach Kummro und «andern östlich nach dem nahebei gelegenen Darf Schlo b e n. An dieses schließt sich das Stift Neuzelle an. Das Klöster wurde 1268 gegründet. Di« Klosterkirche sst auch setz? noch katholssch,'br Inneres sst reich geschmückt. Bon den alten Klostergebäuden sind nur noch einige erhalten. Ein Teil fiel 1802«inen, Brande zum Opfer. Bon 1817 bis 1922 befand sich in den Klostergebäuden ein Lshrsrfenünar. Bon der Oftseit« des Klosterhofs komm« man zum ehemaligen Klostergarten, der terrassenförmig angelegt ist. Hier stehen einige Eiben, Vertreter einer in Deutschland jetzt fast gänzlich aus- gestorbenen Nadelbaumart. Sie sind etwa 1o Dieter hoch und haben I!..1!!.!'.',..... g Protokoll auf genommen auf Schloß Aaresund mit Gräfin. Ebba Aarerund geh. Baronin Lilien st jerna, geb. 1800 in Stockholm, eoangelisch, verheiratet. „Die Umstände zwingen mich, ans Einvernahme zu be- stehen, Frau Gräfin. Ich werde jedoch nur einige wenige Fragen an Sie stellen." „Aber bitte, bester Herr Untersuchungsrichter, ich stehe selbstverständlich zu Ihrer Verfügung. Ich märe�am liebsten selbst zu Ihnen in die Stadt gekommen, ober Sie sehen ja, in welch einem Zustand ich mich befinde. Es war mir«in- fach unmöglich, das Bett zu verlassen." „Sie kennen Torben Rist, Gräfin?" „Torben Rist? Diesen Ladykiller im wahrsten Sinn des Worts! Jetzt sagen Sie mal, bester Herr Jakobsen, wie stellen Sie sich dos eigentlich vor. Wa sollte ich, Gräfin Aaresund, mit solch einem Individuum zusammenkommen?" „Herr Rist behauptet, Ihnen einmal im Jjause von Frau Dclius begegnet ,u fem." „Das ist nicht unmöglich. Ich bitte Sie. wer und was verkehrt dort nicht alles. Künstler und solche Leute. Wie soll ich mir da irgendeinen Menschen merken können." „Sie waren also einmal zum Tee bei Frau Deliup?" .La, ja. ick war einmal oder zweimal in den letzten Iahren dort. Wann und wie kann ich micki nicht mehr er- innern. Ich war vielleicht auch diesen Frühling dort. Man will doch nicht unfreundlich sein mit den Leuten." „Rist behauptet ferner, Si« hätten ihn einmal in Ihrem Auto vom Aaresunder Buchenwald bis zur Fähre mitge- nommen." „Das ist eine unverschämte Lüge." „Fährmann Hansen erzählt ober, er hätte gesehen,«i« Sie eines Nachmittags Herrn Torben Rist vor ferner Fähre Metzten und dann gegen Sändmp zu meiterfuhren." „Halten Sie einen Lustmördcr und einen Trunkenbold für glaubwürdiger als die Gräfin Aaresund, Herr Unter- suchungsrichter?" „Frau Gräfin, in Ihrer nächsten Nähe ist ein Unglück, vielleicht sogar ein entsetzliches Unglück geschehen. Sie wissen, was ich meine. Es ist Aufgabe des Gerichts, herauszubelom- men. wer den Schlüssel des Aaresunder Badehäuschens, der erwiesenermaßen in ihrem Besitz gewesen war— den andern hat ja noch der Verwalter—, an sich gebrocht hat." „Warten Sie,— das verstehe ick nicht alles—, wollen Sie damit sagen, daß vielleicht ich selbst mein kostbares und geliebtes Bodehaus in die Luft gesprengt habe. O Gott� o Gott, mein Kops droht zu zerspringen." „Ich weiß nicht, wie Sie auf diesen Einfall kommen, Gräfin. Torben Rift ist. wie wir mit Sicherheit annehmen können, an dem bewußten Abend in dem Badelzaus gewesen. Ja, er hat es. und das gibt er sogar selbst zu. schon vorher einmal mit Fräulein Monstow aufgesucht gehabt." „Du lieber Himmel, dann. ist er also ein Einbrecher." „Kannten Sie das junge Mädchen?" ..Nicht, daß ich wüßte. Vielleicht war sie auch damals bei Frau Delius. Ich habe so ganz und gar kein Physiogno- miengedächtnis." „Sie halten es also für ausgeschlossen, daß Fräulein Moriflow Ihnen den Schlüssel— sogen wir weggenommen hat." „Ich kann es mir nicht vorstellen." „Dann bleibt di« Sache rätselhaft. Denn nur ein Mensch, der mit Ihnen persönlich in Verbindung war. kann Ihnen den Schlüssel entwendet haben." „Herr Untersuchungsrichter, mir schwindelt. Bitte, läuten Sie doch sofort meiner Zofe. Ich mutz ein Pulver haben. Oh, diese Schmerzen! Können Sie denn nicht zehn Minuten aufhören, mich zu quälen. Ich erstick«--" (Die Einvernahme wird für zehn Minuten unterbrochen.) „Können wir fortfahren?" „.Herr Iakpbsen, ich will Ihnen ein Geständnis machen. Sie sind ja doch auch kein brutales Ungeheuer, so sehen Sie zumindest gar nicht aus. Sie sind doch ein Mensch, wenn Sie auch Richter sind, und sehen Sie, ich bin eine schwache Frau." „Wie bitte?" „Ich leide schon seit meiner frühesten Kindheit an einer sicher patbologischen Sensibilität. Ich kann nicht sehen, wie man ein Pferd schlägt, ein StückHen Wegenpapier bringt mich zu Weinkrämpfen, ich, ich»— „So beruhigen Sie sich doch. Frau Gräfin." „Sie zwingen mich, einen Menschen ins Gefängnis zu bringen. Richter Iakobsen. Denn, mag er ouss) ein Verbrechet sein, ich werde keine Stunde, die der Unglückliche um meinet- willen zu verbüßen bat,«in Auge schließen können. S'e bringen mich zum Wahnsinn. Richter Iakobsen." „Ich versuche nichts, als meine Pflicht zu erfüllen. Und glauben Si«, diese Pflicht fällt mir nicht immer leicht. S'e geben also zu, Torben Rist gekannt zu haben." „Sägen Sie mal, bester Herr Iakobsen, könnten Sie dos Fräulein da nicht hinausschicken? Man mutz Sie doch auch einmal unter vier Apgen sprechen können. Oder fürchten S'e sich vielleicht vor mir?" „Dem Gericht ist nur mit einer zu Protokoll genomme- nen Aussage ged'ent. Uebrigens ist Fräulein Nielsen in ihrer Amtstätigkeit zum Schweigen verpflichtet." „Sie sind wirklich schrecklich mit Ihrer Strenge. Und was geschieht, wenn das jetzt alles in die Zeitung kommt?" „Sie scheinen mich zu verwechseln, ich bin kein Reporter." „Ach, ich kenne das. Da wird immer geschwiegen und geschwiegen, und auf einmal kommt doch alles heraus." „Ihr Mißtraqsn ist beleidigend, Gräfin!" „Und mein Mann— Sie wissen ja, mein Mann ist nicht mehr jung. Ihn trifft auf der Stelle der Schlag, wenn er hört, was mir begegnet ist. Der läßt mich überhaupt nicht mehr allein durch den Wald chauffieren. Und Kai, mein Kai, mein lieber, süßer Junge..." „Frau Gräfin, wir müssen zur Sache kommen. Sie kennen alsp Torben Rist." „Ja." „Sie gehen zu, mit ihm die gewisse Autofahrt gemacht zu haben?" „Eine Autofahrt nennen Sie das, wenn einem im Wald mit vorgehaltenem Rovalper aufgelauert wird? Ich danke." „Sie wollen damit sagen, daß Torben Rist Sic über- fallen hat." „Ich ssthr eben durch die schlechteste Stelle im Buchen- mald. ganz langsam, die Straße ist ein Skandal. Nichts als Wurzeln und Löcher, ich sagte immer schon zu meinen' Mflv", Kai, jagte ich. die Straße muß einmal repariert werden, aber der hängt ja so an jeder seiner asten Buchen, da kann auch seine eigen« Frau kaputt gehen, was liegt ihm schon dran™" »Zur Sache, Grafts, wenn ich dstten darf." (Fortsetzung folgt.) ehfett Ttammimrchmesser von ehtw 40 Zentimejem m Avim Re�or Höhe über ibem Baden. Vom Dorf Schladen führt emc schöne S n ft a it t e a a 1 1 e e jma Bahnhof Neuzelle, von dem aus nur die Heimfahrt über Frankfurt antreten. -A- Die Wanderung lügt sich in zwei bis zweieinhalb Tagen bewältigen. Zur Verbillige ng benutzen wir bis Frankfurt ein« Sonntags� /ückfahrkarte(3.-Klasse von der Stadtbahn 4,40 TO., vom Schlesischen Bahnhof 4,10 M.>. Empfehlenswerte Karten: R e i ch s- karte 1: 400 000, BlaN 320, F ü r ft c n 6 c r g an der Oder, Meßtischblätter 1:"25 000, Blatt 2117 G r u n o w, 2113 F ü n s e i ch e n, 2184 G r o h- M u ck r o w und 2185 N e u z e l l e. Die Pleite der„Großsiedlung". Lvyll Mitglieder um ihre Einzahlungen betrogen. Umi ist die Pleite des mit soviel Geschrei ins Leben gerofenen Vereins ,,G r o ß s i e M u r. g" Talfache geworden. Frühzeitig hat der„vorwärts" bereits die Utopie des Plans nachgewiesen, fiir den sich anfangs ein so bedeutender Ulann wie Professor(3 r o p i u s einsetzte. Die(5 e f ch ä- d ig t e n der„Aktion", in die jetzt auch noch kriminelle Dinge hineinzuspielcn scheinen, ober sind wieder zum größten Teil Arbeilcr, Angestellte und kleine Beamte. Dar dem Arbeitsgericht Berlin fand jetzt eine VerHand- l'-mg gegen den Verein„Großsiedlung" statt. Kläger war der bis- beng« Gefchaftssührer Dipl.-?>ig. Stefan Fischer, der fristlos entlassen worden ist, angeblich weil er sich schwere Verfehlungen hak zuschulden kommen lassen. Die Staatsanwalts cl>a0 Hot gegen .Fischer eins Voruntersuchung eingeleitet, aits• diesem Grunde wurde auch der Prozeß vor dem Arbeitsgericht nicht zn Ende geführt, sondern his zur Erledigung der Strafsache a u s g e s e t�t. Die Verhandlung hat jedenfalls gezeigt, daß der Verein völlig mittel- l as ist. Was eigentlich bei dem Verein..Großsiedlung", der von Professor Wolter Grovius ins Leben gerufen ist, vorgegangen ist, dürfte auch die Staatsanwaltschaft kaum klaren. Fest steht, daß Professor(Bwp.ius aus irgendeinem Grund? den aus Ungarn kommenden Diplomingenieur Fischer— dessen Diplom übrigens angezweifelt wird— zum Geschäftsführer gemacht hat. Fischer soll es nun verstanden haben, den Rechteomvalt Dr. S) a»er und den Kaufmann Peine zur stärkeren Mitarbeit heranzuziehen. Die drei drückten die Vorstandsmitglieder des Vereins und auch den göfchäft- lich vielleicht etwas unbeholfenen Professor Grophis an die VKind. Dieser zog es dann auch schon vor langerrr Zeit vor, seiner„Groß- siedlung". den Rücken zu kehrest. Das Zlmtsgcrielst" hat inzwifehen zloangsmeije einen neuen Vorstand bestellt, und zivar di«.Herren Galler und Günther, die auch den Verein vor dem ArbeitsgerieHt vertraten. G oller crtlnile, daß dir 5000 Mitglieder sämtlich um ihre Ein- Zahlungen betrogen seien, daß nur noch Schulden vorhanden seien und der ganze Verein lediglich noch in der Luit eristiere: Inzwifchni soll Herr Fischer auch dos gesamte Büromobiiiar ausgeräumt und beiscitegeschaift haben. Fischer selbst behauptete, daß der Zusammen- Bruch des Vereins eine Folge des Konkurses der Banktirma L e h n- heim u. E o. sei. Das gesamte Vermögen des Vereins soll, mie in der Verhandlung cor dem Arbeitsgericht erwähnt wurde, v e r- schoben sein, angeblich an«ine von Häver, Peine urch. Fischer gegrüirdet« GmbH./ die die Geschäfte des Vereins führen. sollte. Erneut« Obduktion auf dem Kriedbsf Weißens««. ?lus Ersuchen des Schweizer Untersuchungsrichters in Dellinzcna wunde auf dem Jüdischen Friedhof in Weiße nsee die Leiche der in AsRma bei Lorarna van tbrem(Saiten getöteten Gna Koppel-Cecchini wieder exhumiert. Entsprechend den Wünschen der Schweizer Behörden nahm Gerichlsarzi TO ed.-Rat Dr. Dyrensunh eine nochnwlige Obduktion vor, die gleich im An- tchluß an die Exhumierung in der Leichenhalle des Frieldhoss statt- Mid und sich insbesondere aus die Feststellung bezog, aus welcher Entfernung die tödlichen Schüsse nach-dem Vefunde der Verletzungen abgefeuert fein müßten. Ein Geschoß wurde dabei nach im Körper der Geröteten vorgefunden, im übrigen tonnten vorW-tig zwei Einschußöffnungen festgestellt werden. Die bctrefien- den Leichenteile wurden sichergestellt, damit an Hanid langwieriger mikroskopischer und chensifchor Anterstichungen die notwendigen Fest- stellungen getroffen und in einem ausfichrllchen Gutachren dem Untersuchungsrichter in Bellinzana übermittelt wenden tonnen. Die Leiche selbst wurde nach beendigter Obduktion wieder der Erde übergeben. Ein vorläufiges Gutachten beschränkt sich zunächst aus Ang-a. den über die vermutlichen Schußrichtungen und die nach dem ersten Augenschein vorgenommene Schätzung der Entfernungen, in denen sich der Täter Hohn Abfeuern der Watte auf sein« Frau b.csand. Bekanntlich soll nach aus di« am Boden Liegende ein zweiter, wenn nicht sogdr ein dritter Schuß abgegeben worden sei. Orei.Schwerverlehie bei einem Zusammenstoß. Gestern nachmittag. fuhr ein.mit zwei Personen besetztes V r i o a t a u t v der Tele funken- Gesellschaft in der Chaussee- stroße-in TOarieridors mit einem Lieferauto zusamrnen. Dabei erlitten der Oberingeiiieur Paul M ü l l e r aus der Teltower Straß« 10. der Ängenicur Franz G r aß n i ck, Tempelhofer Ufer 10, und der Führer des Wagens» Alfred Ließt» ans der Perleberger Straße 57. so schwere Verletzungen, daß sie ins Urban» Krankenhaus gebracht werden mußten. Das ftarkbeschädigte Privat- outo mußte später abgeschleppt werden. Oer fidel« Gefängnisklub. Beamte und Gefangene unter sich. ?n der gestern mittag begonnenen Verhandlung gegen die vier Strafanftallsoberwachtmeistcr wegen Gefangevcnbcsrciung und Bestechung und gegen die Kausieute Albert F r c N und Ulilly F n k e r wegen aktiver Bestechung widerriefen die Beamten ihre vor der Polizei gemachten Geständnisse. Sie behaupteten, daß sie von dem Srimlvalkom- misiar goradezu vergewaltigt worden seien und alles unter- schrieben hätten, bloß um loszukommen. In dem Ermittlungsverfahren hatten die Beamten angegeben, daß sie bei den Ausführungen Frey hätten seiner Wege gehen lassen, während sie in Lokalen saßen und zechten und auf Kosten von Frey aßen. Es soll auch vorgekommen sein, daß sich, da die Ausführung immer von zwei Beamten vorgenommen wurde, der dritte einfand und daß sie Skat spielten. An diesen 9lus- führnngen waren die Angeklagten Franicken, Werner und H ei tm o n n beteiligt.' Der'Angeklagt« Max Werner ist, wie sich bei der Feststellung seiner Personalien ergab, früher Gerichts- v all zieh er in Beelitz gewesen und wurde 1925 wegen Unterschlagung von 500 TO. zu sechs Manoten Gefängnis verurteilt. Er hatte damals behauptet, daß ihm der größte Teil des Geldes auf einer Bierreste gestohlen worden fei. Auf einer zweiten Bierreise wollte er das Op'er eines' Raubüberfalles gewarden sein. Das Ge- richt hatte'ihm seine Erzählung aber"nicht geglaubt. Werner ist dann aber im Wie'derautnabmenerfahren auf Grund des 8 51 t«I- gesprochen morden, abmahl auch dieses Gericht denselben Tatbestand wie die früheren Gerichte als varliegevd angenommen hatte. Später wurde Werner im llntersuchungsgetängnis als Oberwachlmeister aijcpcftcfU. Dem Frey Hobe er aus Gefälligkeit immer wieder Geld geliehen und dieser, schulde ihm noch über 350 TO. Landgerichts- direktor Rücker bezeichnete es als ein unglaubliches Verhallen van Beamten, einem Getängenen, der wegen Betruges in ilntersuchiings- Höft saß, auf diese' Art Gefälligkeiten zu erweisen und sich mit ihm derart einzulassen. Der Anae klagte erwidert« daraus, daß auch alle anderen Beamten. Frey gefällig gewesen seien, weil er einen so guten Eindruck machte. Weiterhin hicll der Vor- sitzende diesem Zlngellaaten vor. daß durch seine Begünstigung e- ermöalicht warben war, daß sich einer der Sklareks mit dem Buch- lxllter Lehmann auf der Treppe troffen und mit diesem sprechen fornite. Der Angeklagte bestritt das, ebensa bestritt er, daß er Kassiber des Frey an dessen Freund Jahn in der Krosclder Straße besorgt habe. Schließlich hielt der Vorsitzende dem Angeklagten vor, daß ihm Frey dach eine Speiseziimnereinrichtung für seinen Dienst versprachen hätte. Der Angeklagte behauptet aber, daß das Speise- ziimner als Sicherheit für das geliehene Geld dienen sollte. Dem- gegemiber wurde dem Angeklagten ein Brief van Frey an dessen Frau vargel�llen, in dem es heißt:„Ich weiß, wieviel ich den Ge- talligkeiten Ihres Mannes verdanke, die sich allerdings stets im Rahmen des Erlaubten gehalten liafaen. Als Entschädigung dafür fallen Sie gratis ein vollkommenes Speisezimmer .n a ii mir bekommen. Sie sollen sagen, daß ich vollkommen Kavalier bin."(Heiterkeit.) Nach Schluß der Beweisaufnahme bezeichnete Staatsanwalt Wagner das Verhalten der angeklagten Beamten als geradezu unerhört. M.ldervd kämm« nur in Bettacht, daß ihre Pflichtmidrig. keilen keinen zu großen Umfang angenommen haben und ein großer Schaden nickst entstanden sei. Er beantragte gegen die Sttas- a.nstaltsaberwachtmeister Frohnicke und Werner wegen Gefangenen. betreiung und Bestechung je ficlien TO anale Gefängnis, gegen Stroi- anstaltsoberwachtmeister Heitmann wegen Getaugenenbesrelung zwei Monate Gejängnis, gegen Strafanstalt; plierwachtmelster Müller wegen Bestechung zwei Monate Gefängnis, ferner gegen den Kau'- mann Albert Frey wegen aktiver Beamtenbestechung sechs TOanate und gegen Willi Vater zwei Monat« Gefängnis. Das Tckstitfengreicht vwmrleilte wegen Gefangcnenbcsreiung d'c Strafanstattsoberwachtmcister Arobnicke zu drei TU o n a te n, Wagner und Heitmann z u je zwei ZUonaten Gefövg- ni». Die Angeklagten Müller. Frey und Vater wnrdm frei. gesprochen, da Bromtcnbeflechung nicht ausreichend crwiesen rr- schien. Vor dem Hause Potsdamer Straße. 3 2 wurde am TOitt- wach nachmittag■ der 15jährige Hans Bärschmidt au, der Brarterburgstraße 5. der auf seinem Rade dicht an der Bordschwelle fuhr, von einem A u t o b u s der Linie 5 engßt und überfahren. Schwerverletzt wutzdc der Verunglückte ins Elisadeth-Krankenhaus gebracht, wo er kurze Zeit nach feiner Einlieferung starb. Boß' Nechiferiigungsschnst. veim Bezirksausschuß Berlin ist die Verteidigungsschrift de» Oberbürgermeisters Büß durch seinen Anmalt. Rechtsanwalt Dr. Fischer, eingereicht worden. Der Verteidigungsschrift sind auch mehrere Anträge beigefügt worden, deren wichtigster der ist. das Verfahren gegen den Oberbürgermeister eventuell solange zn vertagen, bis das Slrafversahren gegen die Gebrüder Sklarek seine Erledigung gefunden hat._________...... In seiner Rechtfertigungsschritt geht Oberbürgermeister Büß aus den Fall Sklarek ziemlich ausführlich«in und schildert, wie und bei welcher Gelegenheit er die Inhaber der KBG. kennengelernt habe. Heber das Pelzgeschast sagt die Rechtsertigungsschritt, daß der Ober- dürgermeifter in gutem. Glauben gehandelt lzabe, da er nicht gewußt habe, wie hoch der wirkliche Wert des seiner Gattin gelieferten Pelzes gewesen sei. Cr habe der-ganzen Angelegenheit auch leine über- große. Bedeutung beigemessen, da er damals nach geglaubt habe, daß die Sklareks seriöse Kaufleute gewesen seien, und daß er nie auf den Gedanken Hab« kommen können, daß ihm etwa in versteckter Form ein« Vergünstigung angeboten werden könne..Weiter äußert sich der Oberbürgermeister zu dem Vorwurf, daß erjjan einem Berliner angesehenen Kaufmann bereits lange vor der Auf- rallung der Sklarek- Affäre vor den drei Brüdern g« warnt worden sei. Der Oberbürgermeister betaist, daß bei der ungeheuren Fülle feiner Dienstobliegenheiten ihm diese Angelegen- lzeit offenbar entgangen-sein müsse. Der Magistrat erholte zu- dem fast täglich unterzeichnete und anonym« Schreiben von Leuten, die aus K o n k u r r e n z r ü ck i i ch t e n gegen Lieferanten der Stadt etwas vorzubringen wünschten. Er habe bei den Geschäften der KVG. sich in erster Reihe auf die Stadtbank und auf die lieber- wachungsstelle des Magistrats verlassen, die olle städtischen Kasten, Dienststellen und die unter der Kaistralle der Stadt stehenden G et eil- tchasten zu kontrollieren habe. Ein« Begünstigung der Gebrüder Sklarek sei durch ihn niemals erfolgt, zumal er auch auf die Kredit- geschatte keinen Einfluß gehabt habe. Ueberteitend wird dann weller erklärt, daß bei der ungeheuren Verzweigung der städtischen Dienststellen der Oberbürger. meister unmöglich jeden einzelnen Zweig der Ber- m a l t u n g übersehen konnte. Bereits 1925 hobt er mit dem damaligen Stadtkämmerer Kardivg und dem Geschä'ts'ührer Schmidt der Berliner Stadtbank in einer langen Kanferenz vereinbart, daß die Stadtbank, die immer gewisse Ueberlastiing gezeigt Hab«, keine großen Kredite an Privat« geben solle. Die Kantralle der Stadtbank sei im übrigen auch weniger die Sache de? Oberbürgermeisters als anderer Stellen gewesen, die- direkte Einwirkung aus die Finanzen Berlins hatten. Es wird hierbei auf die Aussagen der leitenden Magistrats- beamtest Bezug genommen, die von Oberregierungsrat Tapalski seinerzeit verhört worden sind. Ob der varläufig für den Mai d. I. angesetzte Verhandlungstermin eingehalten werden kann, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. -15 Jahre Zuchthaus für Butzbach. Oer Mithelfer am Morde zu TV- Zahren Zuchthaus verurteilt Vach dem Wahrspruch der Potsdamer Geschworenen wurde der Angeklagte, Arbeiter Waller Kuhbach, wegen Totschlages in Tateinheit mit Vaub znl53ohrcnZuchkhoug und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der vlilangekiaglc, Arbeiter Ewald hummbeulcl, wu''de wegen Personenhehlerei und Diebstahl zu 2 Jahren 6 M o n a t Zuchthaus und 5 Fahren Ehrverlust verurteilt. Beide Angeklagten verzichteten auf Rechtsmittel. Kuhbach hotte am 25. Februar 1027 den Potsdamer städtischen Sasscnbolcn Hammer meister erschlagen und beraubt. ..�We Einzelhcllen. der Airklage gegen Kutzbach. such—.trotz der vierwöchigen Dauer des Prozesses— noch in Erinnerung. Gegen 'Al Uhr am 27. Februar 1927 fand man den siebzehnjährigen. Kässenboten H a m m e r m e i st c r mit tödlichen Kapsverletzungen ans dem R u i n e r» b e r g bei Potsdam. Der Verdacht fiel sofort auf Walter Kutzboch: er konnte jedoch sein Alibi nach- weisen und wurde aus der Haft entlasten. Seine großen Geld- ausgaben machten ihn«rneut verdächtig, er wurde wieder verhaftet und wieder enttasten, bis er endlick), zum drittenmal verhaftet, ge- ständig war, den Kassenboten in der Notwehr getötet zu- haben. Eine große Zahl Indizien sprachen für einen Mord. Verdachrig war es allerdings, daß der Katsenbatc, anstatt die abgehobenen 3000 Mark abzuliefern, Kutzboch zum Ruine nberg gefolgt war. Der Angeklagte blieb in der Gerichtsverhaichlung bei seiner ursprünglichen Erklärung, er und Hammermeister Höllen gemeinsam«Nnas vorgehabt: der Letzter« sei plötzlich über ihn hergefallen, er habe sich gew-ehrt und dabei die tödlichen Verletzungen verursacht. Obgleich die Gerichteverhandlung für Kutzbach einen derart ungünstigen Verlaus nahm, daß der Staatsanwalt die Todesstrafe beantragen zu können glaubte, konnte sich das Gericht jedoch nicht entschließen. in diesem Indizien prozeß zu einer Verurteilung wegen Mordes zu gelangen. Auch die Richter wird wähl die Tatsache stutzig gemacht hoben, daß• der junge Hammermeister dem Angeklagten auf den Ruinenberg gefolgt war. Sie werden wohl angenommen haben, daß es zwischen beiden vielleicht dach zu einem Streit ge- kommen war, in dessen Verlaus Kutzlmch Hammermeister getötet hat. Zeppelin über Sevilla. Glsft gesa«d?i. Madrid. 13 April. „Graf Zeppelin", traf um 13.10 Ahr über Sevilla ein. Das Luftschiff funkte ein Grußtelegramm für Sevilla und teilte mtl. daß die Fahrt sehr glückllch verlaufen fei. Als dos Luftschiff um 11 Uhr über spanischem Gebiet erschien, sandte es dem König Alfons ein Telegramm. Der König ließ durch Funkspruch herzlich daraus erwidern. Augenblicklich kreist der Zeppelin noch über Sevilla und der näheren Umgebung, insbesondere über dem vsefs OsferArfikel Hasen Eier Küken und venschiedenG andere OsfsrarfikeJ ausfeinsferSchakoktde u.echfcmAbrdpan #/=!CHE AUSWAHL /N JEDE P PREISLAGE AUS e/genen schokolaöBn-fabpiken % HAB/KTT IN MARKEE KAtSEMSCHOKOlADENPRAUMEN UJfOCSE� GelSnde her Zbera-ilmerttaukschen ilusst-Vung. Auf dem Zlugplah. der über 20 Kilometer von Sevilla entfernt liegt, steht alle? bereit, damit das Loftschiff die Landung jederzeit vornehmen kann. Nach einer weiteren Meldung aus Sevilla ist das Luftschiff „Graf Zeppelin' ans dem Flugplatz in chuelna glatt gelandet. Lltigültiges Berliner Orisgeseh? Um die Erhebung der Verufeischulbeiträge. Der Magistrat Verlin hatte für die Steuerjahrc INZZ und 1926 Verufsschulbeiträg« erhoben, die sich für 192S auf 50 Proz. und für 1926 auf 45 Proz. des Gcwerbestcucrgrundbetragcs beliefcn. Die Berliner K o k s h a n d e l G. m. b. H. hatte die Gr- Hebung dieser Zuschläge alz ungesetzlich angefochten. Der Magistrat halte zunächst den Einspruch dieser und anderer Firmen, die sich gegen di« Zahlung wegen der Höhe der Zuschläge sträubten, mit der Begründung abgelehnt, daß«in Einspruch unzulässig ici, weil er in das Haushaltsgebaren des Magistrats eingreife. Die Firma erhob deshalb vor dem Bezirksausschuh Klage unh dieser hat jetzt ein Urteil gefüllt, nach dem jetzt der Klägerin die zu viel go-ahlien Stenern nebst Zinsen zurückgezahlt werden müssen. Es ist leicht möglich, dag in zahllosen anderen Fällen auf Grund dieser Entscheidung ebenfalls erhebliche Rückzahlungen der Zuschläge erfolgen müssen. Der Magistrat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung neben laufenden Derwaltungsgeschäfren mit de? Entscheidung des Reichsgerichts über die Entschädigung der Grundeigentümer bei der Festsetzung von Fluchtlinien, über die wir bereits mehrfach berichteten. Äm Magistrat ist inon der Ansicht, dah ein« gesetzliche Neuregelung aus lchnellstein Wege erfolgen muh. Nach diesem Reichsgerichtsumil wurden zahlreiche Städte für die von chnen vorgenommenen Freiflächenauswetsungcn riesige S u m- m« n zu zahlen haben, die ihre wirtscheuftliche Leistungs- fähigkeit überschreiten könnten. Werbeabend der Schwerhörigen. In der Aula der städtischen T a u b st u m m c n a n it a l t, Albrechtstrahe, veranstaltete der Schutzoerband der Schwerhörigen, Ortsgruppe Berlin, einen Werbeaberd. Der 1. Vorsizzende, Reppner, begrüßte die Anwesenden und teilte ihnen allerlei Wissenswertes mit: neben den Verbandsintorefsen ifi die Pflege der Geselligkeit eine der Hauptaufgaben der Gemeinickjost und es wird immer wieder versucht, den allznklainen M>l gliederstand von .150 Teilnehmern— bei einer statistisch erfaßten Zahl von etwa GM Schwerhörigen— zu heben. Gerade Menschen, denen der Verkehr mit der Außenwelt aus irgendeinem Grunde erheblich erschwert ist, sind ja letzten Eudes, wollen sie nick-t der Einsamkeit ver- iallen, auf ihren eigenen.Kreis angewiesen. Nach der Begrüßungs- anspräche lief der Kulturfilm ,.Lava", der Italien und sein viel- aestaltiges Naturschauspiel— üppigstes Blühen neben grausamer Vernichtung— in gutgeseheiren Bildern zeigte. Schließung städtischer Friedhöfe. Der Polizeipräsident hat die Beschlüsse des Magistrat- und der Reinickendorfer Bezirkskörper- 'chaften von AufstchlS wegen genehmigt, wonach die städtischen Fried- Höf« in Berlin-Borsigwald«. Tegeler Straße, und Ber- lin-Hermsdorf, Cchulzendorfer Straße, für Bestatwngszwcckc geschlossen werden. Kampf dem Lärm! Die„Antl- Lärm- Liga' Halle«ine von Aerzlen, Rcchtswissenschaftlern und Behördenoer tretern stark besuchte Versammlung im Cafe Wien elnberusen, ln der Wohnahmen zur Lärmbekämpfung eröriert»vurdcn. Mar O p p e n h e i m e r, der Präsident der Liga, fordert« eine Verbesserung der AutoHupe, die zü longtönend und viel zu laut ist. Ueberdies ist das Hupen keine Lebensversicherung. London ist lclje geworden, weil die dortigen Geschäftsleute das Lärmen der Autmnobrliften als gefchäftsflörend empfunden haben. Auch die Ruhe in der Wohnung müsse gesichert werden, die durch das berüchtigte Teppichklopfen oft stark gestört wird. Man solle den Hausbesitzern auferlegen, Staubsauger zur Derfügung zu stellen. Der Lärm, den die Müllabfuhr verursacht, aber kann dehoben werden, wenn die Kästen mit Gummiunterlagen versehen find. Am diese Weise hat- man in Paris den Lärm der blechernen Milchkannen abgedämpft. Dr. med. Hans Glldcmeistcr wies auf die Schädigungen hii«, die der Organismus durch Lärm erleidet. Auf Grund der Er- sahrungen, die er als Arzt an Patienten machle, die in lärmerfülllen Betrieben arbeiteten, mußt« er mitteilen, daß die erlittenen Schödi- gungcn dauernde sind und hochintelltgente, wertvolle Arbeitskräfte in Massen verlorengehen. Sanitütsrat Dr. Alfred Penser, Bor- sitzender des Ausschusses zur Bekämpfung gewerblicher Lärmfchwer- Hörigkeit, teilt« mit, welche«schritte bereits geichchen seien, u m Metallarbeiter, die sehr oft durch Betriedslänn Gesundheitz- schädigungcn erleiden, zu entschädigen. MagistroiZbaurot Heinrich H ö l t j« fordert« auf zum planmäßigen Kampf gegen den Lärm, wie Das Programm bringt zwei instruktive Vortroge. Max West- phal nenm steinen Vortrag„Gedanken zur Schulent- l a f f u n g". Seine Ausführungen beruhen darauf, die«schulentlaffc- nen zu erinnern, daß der Abgang von der Schule und der Eintritt in das Erwerbsleben noch nicht ein besonderes Glück bedeute. Vor allem betont er, dah sich jeder Erwachsene und auch jeder der neuen Schulentlassenen für die Idee einsetzen müßte, das Studium finanziell zu erleichtern, es endlich des Vorrechtes für die besitzende Klaffe zu entkleiden. Dann spricht Wilhelm Flügel über„Sinn und Zweck d c r J8 eamtenarbei 1". Er sieht sie in der Verbundenheit mit der Staatsidee, die er in erster Linie jenseits jeder Partcipolitik ver- ankert erblickt. Gerade die Beständigkeit dieser Institution, ibr Uebcr- geordnetscin über andere Dinge verlangen ein ständioes Beamten- tum, das nicht jeden Augenblick der Gefabr der Entlassung und des Wechsels ausgesetzt ist. Allerdings liegt hier auch eine Problematik verborgen, da sich im Beamtentum ebenfalls eine Fronde gegen die Staatsform entwickeln kann. Der Bortrag gibt sonst einen anschau- lichen Uebcrblick über die Pflichten und über die Struktur des Beamtentums. Im Rahmen der Veranstaltung„Wovon man spricht" erörtert Dr. Ernst Feder erschöpfend und geistreick formuliert den Fall des Ljandelsdaimpsers„Falke". Er rcbruziert ihn unter das Kapitel der ewigen menschlichen Dummheit. Beim drahtlosen Emp- sang ferner Stationen hört man etwa Toulouse oder schwedische Sender oder Musik, lieber dos Hörspiel von„Analysen" von Friedrich Wendel ipird an anderer Stelle berichtet werden/ F. Sch. er in Wiesbadem von dem Lärmabwehrousschutz unter dem Vorsitz der Polizei geführt würde. Er empfahl die Angliederung eines solchen Ausschusses an das Heinrich-Hertz-Institut. Als Vertreter dieses Instituts sprach Dr. Meyer über die wissenschaftlichen Unter- suchungen der Lärmerscheinunaen und der Lärmquellen. Professor Johannes Viehle, Leiter des Instituts für Raum- und Dauakufttk an der Technischen Hochschule, Berlin, betonte, daß man genau unterscheiden müsse zwischen Bodenscholl und Luftschall, wenn einem diese Unterscheidung nicht klar wäre, käme nämlich nur Verwirrung in die Lärmbekämpfung. Man ist jetzt schon so weit, ein Baumaterial ohne wesentliche Mehrkosten herzustellen, dos scholl- hemmend wirkt. Rechtanwalr Gustav Fried mann forderte konkrete Bestimmungen zur Bekämpfung des Straßeulärms. Syndikus Mar F. Auerbach erklärte, ganze Straßenzüge würden entwertet, Hotels blieben leer, wirstchafiliche Werte gingen verloren und wie schon ausdrücklich vorher betont wurde, viele menschliche Arbeitskräfte werden geschädigt, wenn wir uns nicht energisch stir die Lärmbekämpfung einsetzen. Nach 11 Lahren selbstgestellt. Um einen Raubüberfall vor der Verheiratung zu sühnen. Wik der Selbstbeschuldigunq. einen schwere« Raub verübt zu haben, skellke sich aus dem Polizeipräsidium ein ZZ Jahre alter Techniker. Wie der Mann erzählte, überfiel er im Juni 1919 m einem Cchokoladengeschäst in Charlottenburg die allein anwesende Frau kurz noch Goschäftsschluß. Unter der Bovfpiegelung, eine Täsel Schokolade kaufen zu wollen, hatte er sich Zutritt verschafst. Als die Frau sich umwandte, packte er sie am Halse, würgte sie, bis sie dos Bewußtfein verlor und raubte dann aus der Ladentosss 7 50 Mark, mit denen er flüchtete. Eine Nachprüfung diäser Selbstbefchuldigung ergab, daß sie in der Tat zutrifft. Der Tech- niker hat sich aber in den folgenden Jahren nichts mehr zuschulden kommen lassen und ständig entweder in seinem Berus oder als Loko- motivführer in einem Privatbetrieb gearbeitet. Jetzt wollte er He,- raten und befürchtete, daß, wenn seine Tat doch auf ihn zurück- geführt würde, seine schuldlose Frau in Not geraten könne. Deshalb stellte er sich freiwillig und wollte feine Straf« vorher verbüßen. Der Techniker wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, dem 19., und Dienstag, dem 22. d. M.. aus. Bose-Theaicr: Ihre Hoheit, die Tänzerin. Goetzes quickleven- diges Opcrettenwerk von der verliebten Herzogin, dst. ihres Liebsten Treue prüfend, in das Gewand ihrer Vorgängerin, der tanz- and kiebestollen Tänzerin Marictte, schlüpft, feierte im Rose-Theater fröhlichste Wiedergeburt. Der Prüfling Hans von Mayburg.«in äußerst sympathischer und obendrein gut singender Londfunker — olio ein« Mesalliance Ihrer Hoheit— bestebt sein Examen, und es gibt demnach ein stimmungsvolles Ksppr-end. Traute Rose, der strahlende Stern der Großen Frankfurter, deren gesangliche Qualitäten, jeder großen Bühne Ehre machen würden, war eine liefen?- würdige Herzogin, ihr Beau(Kail Güll ich) ein sympathischer Kavalier; Erna Kerftens ein reizend-kokettes Rotokoboroneßchen und Edgar Kanisch als Baron von Stein ein wirklich komischer herzoglicher Trottel. ■i.iC . :'- EIN EREIGNIS FÜR BERLIN Die neuen Hess-Schuh- Geschäfte für schöne Schuhe ZU Einheitspreisen: Damen m 16,60 Herren rm. 18,80 An den neuen Hees. Schuhen wird Ihnen sofort auffallen; eine Eleganz und Vornehmheit des Stils, die man sonst nur hei sehr teuren Schuhen findet, und eine Qualität, die zu diesem Preise nur durch die vereinfachten Fabrikations- und Verkaufsmethoden der Hess-Schuhfahrik erreicht werden konnte. 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Di« Mahlsdorfer Genossen gtz Uhr. Wir iahien am 18. und 17. Srei» Lichtenberg. Gruppe Sotb Osterfahrt nach S-tecklin. Sechliner Hütt». und Iunafalken. Treffpunkt: Gruppe Rord Gruvve Reu-Lichtenhera Rote Insel um kommen nach dem Stettiner Bahnhof um kommen am A. abends«urüch��M wbW' Seulöl».■■ sermannplatz. Treffpunkt Kur Fahrt morgeit lüriesener Bahnhof. Gruppe mch:- Freitag u« in Uhr pünktlich am Srei, SeuköBn. Gruppe..... pünktlich um 74i Uhr, nicht um 8 Uhr, kiimpfer. Alle Fahrtteilnebmer Müssen am Ringbahnhof Neukdlln sein. Geburtslage. Jubiläen usw. 32. Abt Unserem Geuesscu Stantslan» Flgiel, Andrea chtr. 73. die her,- li-l.ftea Glückwnaiche«u seirem 63. Geburtstagc. möge es unierem Genossen Figiel vergönnt fei«,»och recht lanoe I-Ht- mit NN» I» Neih nad GliÄd für die«efeeiaag der Arbeiterklossc M tampicu, wie er et bisher schon 39 Zahrc getan hat. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation s IS. Abt. Am Montaa. dem 14. Avril. starb nach lanaer AvanQeit unser alter ParLeioeteran. der �nrmerer Emalb Petermann, Berlin N. Ko, Neimckuk' docfer Str. 117. Wir verlieren an ikzm einen Genossen, der schon unter dem SoraliftengeseN seinen Mann aeftanden bat. Ebtt seinem Andenron.«in- äscherung Sonnabend. 19. April, 13»� Ufte, im Ärematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung erwartet die Ableilungsleitung. »OefUMM-IM!! VSPwSNUNgSMNgiiSllSl'! Am Freitag, dem 18. April 1930. keine der Mittle«» Ortsoerwaltang. «Idnng Achiung, AuBenmonteurei Soanabenb, Ben IS. April. »achm. 5 Ahr. in den SopHien-Saiea (Sangerfoal). Sop hlenftrahe 17/16 Versammlung aller euherbalb aoi Montage bc- fiBdlicben Kollegen der Metall. induMrfe mit Aoreahme der Rohrleger n. HeUang-monteore. Tazesordnang: Manteurangeligenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Da» Erscheinen aller Kollegen wirb er- Marter.___ Achtung I Oer Ofioefaloetag« mögen bleiben ble Büros» am Zreltag. bem 16., Sonnabend, bem 19. and Montag, bem 21. Apr.I, geschlossen. Ple Ortsre r woltnng. '"Ty�VrY?� I bester l.d.Behrenstr. 53*54 A 4 Zentrum 926-727 gv« übt Direktion Ralph Arihnr Robert» ... Vsker 8els. llsgegen 8ebr Sonntag auch nachm. 4 Ubr(halbe Pr.) gpg Direktion: Dr. Martin Zlofcol«WM Komische Oper fneOticbstf.lW.«erkot 1481 4330. TSglicb S"- Uhr Majestät lässt bitten Jlusik von Walter Eöllo. Lustspielhaus fnedrichstr. 2Jt» Bergmann 2922-25. 8>l- Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorvorkauf In baiden Häusern ab 10 Uhr un�nterbroohen. Theater, Lichtspiele usw. ia 'sie SCAtÄ -r B», barbarou« 9tfb— Täglich uhd»n beiden Osler-Peler- lagss 5 and 61, Uhr Pr 1-8M. Wonhentg S U. 50Pf, 3 M. VemGa» Amerika, I WC9 berühmtester Clown und S weliere Varietb-Neuheiten Tägl. S u. Uli Sobbi. 2,5b 8U Alex. E 4. 8066 INTERNAT. VARIETfe An beiden Oster-Feierlagen fe Z VorrtcUnngen«m 2, 5 önd 6 14 Karfreitat!««sehloasen! »■'■ 1 1 i GROSSES SCHAUSPIELHAUS 6 Uhr: Rur ooeb 14 Torsleliangen! 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 5088140 naflini. engen. Ulbe Pr. Relchshallen-Theater Uenb|T|« beW« Frärtif« IbdiBi. Q] Dat lieirlidie Oster Pfogranio) der �„Stettinep" ÄU Nsdin. Wta PreiM. volles PrajjJ *•** Dönhoff- Brettl- Hl IwUn Osterfeiut. vuiLPregr. FalkuMWL TolKsbllhne Ttmler in fffilowjlatL 8 Uhr Dasuedvon HoDoken Ein Negersiück v. Gold-Weisenborn Musik: W. Grosz Sijic Bliii OiiträKntn Staatl.SAiller*TI). 8 Uhr De, Friedensfest Piuator-Bötuie (Valber- iBwief) 8 Uhr §218 Fraoeniotlol D 2 Wiliwiijmp 5201 8»4 Uhr Kammersplele D 2 WiWMtemB 5201 fit Uhr Die li�be Feindin iimUi, m L f. libiu Htgu. Gislil iriidpn Die Komödie smck.2414/7510 SV. Uhr Die Krealnr Ä«»!p>d im fei. t-utte-r legte: Rex Belntargi Direktion Dr. Robert Klein Oeotsebgs KOuller-TheM Barbarossa 3937 8V» Uhr Sex Appeal Imch.T.frvItriklnklili Regii; Font» lirriBije Albert Bassermenn. Mocv Ckrtuttns Wim Theater Dönhoff 170 t Uhr Ende 16 V. Uhr Jns,mi,dra" von FranrMolnai mit Mar Pallfnierj. Regle: BBetBeitang Vwkw: Souper Regie. Heinz Hilpert. REVUE LSERVUS 1930' iilMllliPll I. G. Bienttr REICHSAUSSCHUSS FÜR GfFLÜGEL UND CIERVERWERTUNG "'vbr CASINO-THEATEB•***»• Lothringer Strebe»7 Nor so«h W» so. Aprt! Der wahre Jakol» Jonsersiag. des t. Mal rnn» 1, Male Di« Berliner Posse Rentier Mgdleke Quiscnein lOr 1— 4 Personen Fauteuil nur 1G5 M., Sessel 1.73 M, Sonstige Preise. Parkett u. Rang 0.89 M Lesslng-ThEalEr ffiifnrfjo, 2717 1.0311 Tiglieh 8V« Uhr Plamme mit Kbie Oondi Frans loderer Oarfreibg josdilnisf 0! Dir. Hr. Mirdo liiktl Nomiscne Oper Prl«drichstr.i04. .Merkur 1401/4350. Täglish a>/i Uhr Idlest» läßt bitten... UM voi Viitir lo Ho. uistspisinaus Fried richstr. 236. Bergmann 2922/23. Tiglieh 8>', Uhr fiesdiatlnül AmerlKa Lustspiel von Frank nnd Hirschfeld Baisowsky-Slte Tbealerie der StreseniiBOStr. (frtiwneinrttardr.) 8<ü Uhr: Der oevaitige fjmMia™ r.i«iauljf>4 Komödienhaus Täglich SV» Uhr Meioe Sdiwostor und ich Kosikv-Salpiillioitzki Tlieafgr d. Westens Täglich 8'/. Uhr: Das Land des Läebeins Ah Ösiern Paganinl R.Tau ber.V Schwarz Ii WdM OttirfeiertagpB 4 Uhr Das Land des LOchelns Tbeilerani SdUflbaoerdemin Qasünie! d.ltloinen Thealer» Hente 8>h Uhr Zum 50. Mgle rnaaeme hei Ausgang v Tklloj««. airbijtr. WalitMi. Irmki Vorverk ununterbr Norden 281 u 1141 Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8>- Uhr Gastspiel Gisela Wcrbealrk in Hever'j sei. Witwe Sehwank von Fritz FriedreannFregrich Residenz-Theatoi Künsü. Leitung Gasion Brtese Täglich S»i Uhr As beiteo W»rlsicrta|{D 4 und 8V» Uhr Elsricke BundianktL baib« Pr. Olympia-Korrespondenz'ScFtreibmascKme Buchungsmaschine mitRechenwerk»SaldomaU BERLIN N 24 Fnecjrichsfraße 110-112 fHoos dar Technik) Fernspr.; D 2, Weidandamm 5421 B 0 R O S z bEtUN N 24. Friedridistr. 110-112(Haue der TadtniV), BRiSlAU. ICai.er-Wühelm-Str. 85-90; DORTMUND, Süd. wall 39; DRESDEN. Namtidr«- Markt 11; DDSSELOORF. Vfilholmplotr 12; ERFURT, Moinrorhofalaii 13; FRANKFURT M, Friedenutrafie 2; HAMBURG, Kaisar-Wilhalm- Str.25-3I, HANNOVER. Am Srtuffgrabon 15; KÖLN, WaiConborgstr. 78(Edt« Reirfierjperaa-platri j LEIPZIG, Nicolaiii,-aßa 10, II; MAGDEBURG- Otto von Goeridce- StraOo 11, MANNHEIM, Q 7, 23; MÖNCHEN, Kauflngar M�/�A�'rvLn�W sT"1" Verlangen Sie von unserem nächsten Büro Aufgabe des für Sie zuständigen Bezirksvertrefers Operettenliaus Alte Jakobstr. 30/3? (Zentral-Thealei) Döhh. 2047 Tiglieh 8'/» Uhr Höfel Sffidl Lemberg Preis« I, 2, 3 M. Metropol-Tti. Täglich SV, Uhr Der BeUelsludent Alpar.Schützendorf, JSken. LfcbtenstelB Tdul a. KBitb.Tor Koub. Sir. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nachni.JÜ.; Elite- SEnger. 0s phiooig. Oifaugmofanni mit 1 twIssOtun Cnttnor Kurf Wanger ■ wo npotet man> 9« uno billig T N u t Sn In der Gesamlaufleg« den.YorwCrt»' sind bMondera«irkMi» «nd trotzdem MW Zlhtefiohdi- dißlcutzßhiru ■ Rskoka-Ogertue. mhü: WüHrw o�ia. I Täglich 815 Uhr. sonn- u. Feier- | tags WS u. 9 Uhr. Jeden Sonntag I(auch an den beiden Osterfeier- tagen) um 2 30:„DcrBaslerga««-, | Biilenkasse für den 7-tg. Vör I verkauf: Alexander 3422 u. 3494 Berlin P, Grate PianRtarl«; Sir. 19t. THEATER Hernien z« Karlsliorst Donnerstag, den 17. April nachmittags Z Uhr, sehrbiUtü) Hiirdeiirennead.Yleriaiirlßen� Ziehung 1. Klasse 35. und 36. April Preoli. Staatslotterie Gesamtgewinne In 5 Klassen über 62 Nülioiien RH. Höchstgewina im gl. Falle: Eine Hlllion Hauptgewinne i 5O0OOO 3m®m 2mm® mmmm ww. Popp*- � Vi Vp Use zu 4S.- 24.- 12.- S.- 3- M P©rto«nd tJ«te M Pf. extr« Schwarz su�»�r,e Berlin Neue Königsir. 86 2. Geschäft: Neanderslr. 38 1 I PAstachecV-Kopto: Berlin JUSO Telegramm-Adresse: QLCcKSGOTT Berlin Fr. �64» 4?. Jahrgang 2� Oonnersiag, 17. April 1930 Arbeitsmarkt Ende März. Saisongruppe entlastei/ Konjunkiurgruppe unverändert/ Günstigere Anzeichen. Der März hat dem Arbeitsmorkt eine leichte Er- h o l u n g gebracht: die Arbcitslojigkcit ist immernoch sehr hoch, die Deschästigtmg ist unbefriedigend. trotzdem aber latzt sich die im Arühjahr übliche Belebung der Bautätigkeit suhlen, während in der Konjunktur. gruppe die seit Monaten dauernde Abwärtsbewegung der Beschäftigung endlich durch den S t i l l st a n d abgelöst wurde. Um die Bedeutung dieser Veränderungen richtig beurteilen zu können, mutz man die Zahlen der letzten Monate mit den ein» schlägigen Angaben des Vorwinters oergleichen. Von IVO Gewerkschaftsmitgliedenl im Jahre 1928/20 „,(n der Monats» Sotzon. ende 9 nippe Pro». Oktober November Dezember Januar Februar März Iv.Z 18,0 46,7 58,4 68,1 45,3 te der Ztonjunk» turflruppe Pr-Z. ' 6,5 Vi 9,3 10,3 11,4 10,6 8«* kommen Pro,. 7:5 9.4 16.7 19.4 22.5 16� waren arbeitslos im Jahre 1929/30 fn der Saisongruppe Proz. 17.7 28,6 51,1 55.5 59,5 50,0 In der Sonsiink. tUMUippr Pro,.. 9,2 ., 10,2 12,8 14,2 15,0 15,1 S» fom. me« ?ro� 11,0 15,8 20,3 22,2 23.7 21,8 Im Durchschnitt für fätiifltche Berufe unterschied sich Ende Februar die Auswirkung der wirtschaftlichen Depression 1930 nur wenig von der niederdrückenden Wirkung der Äältekatostrophe im Vorwinter: einer Arbeitslosigkeit von 22,3 Proz. im Jahne 1929 standen in diesem Jahre 2.3,7 Proz. Arbeitslose gegenüber. Im März erweiterte sich die Spanne. Ende März 1930 war die Arbeits- wsigkeit unter den Gewerkschaftsmitgliedern fast um ein Dr i t t e 1 höher als zu derselben Zeit vor einem Jahre. In diesem Winter lagen die Bauarbeiten nicht deshalb still, weil sie durch die Witte- rungsverhältnisse verhindert wurden, sondern vielmehr weil den Bau- Herren das Geld für die Verteilung der Auftrage fehlte: dement« sprechend wird die Frühjahrsbelebung auf dem Boumarkte nicht so sehr durch die Kalenderdoten, als durch die Lage auf dem Geld- und Kapitalmarkt bedingt. Was die Konjunkturgruppe betrifft, so läßt sich hier das Bingen. von entgegengesetzten Tendenzen erkennen. Im Durchschnitt für sämtliche Verbände dieser Gruppe wies die Logs Ende März keine Voränderungen im Vergleich mit dem Vormonat auf. Wenn man diesen Stillstand mit dem Anstieg der ArbeitSlosenzahl in den vergangenen Monaten vergleicht, der oller- dings bereits im Februar sich zu verlangsamen begann, gewinnt man den Eindruck, daß hier der Tief st and der Beschäftigung e r r e i ch t ist. Für die Zeit, wo die Wirtschaft sich einem Umschwung iu der Entwicklung der Konjunktur nähert, weisen in der Regel ei»- zclne Wirtschaftszweige e n t g e g e n g e s e tz t e Veränderungen aus. Eine weitere Verschlechterung war im März bei den M e- t a l i-. T« x t i i- und Lederarbeitern festzustellen: Von 100 Gewerkschaftsmitgliedern waren arbeitslos standen in Kurzarbeit De,br. gan. Fekir. Mär, Tr»hr. Jon. Febr. Mär, Metallarbeiter. 13,2 11.7 15,7 16.5 13.1 17,0 19,4 19,6 Textilarbeiter.. 12,2 12.6 12,8 13,8 21,7 25.6 26,8 30.3 Leöerarbeiter.. 15.8 18,3 18,7 21,9 9,1 12,5 18,5 20,5 Bei den Bergarbeitern, in der Glas« und chemi- sch c n Industrie, sowie bei den Sch uhmach Srn und Tabak- o r be i t e r n nabm Vollarbeitslosigkcit zu, gleichzeitig ober ging die Kurzarbeit zurück, so daß der Beschäftigungsgrad hier im ganzen keine Verschlechterung, eher sogar eine Verbesserung auswies. Kein« nennensmcrte Veränderung läßt sich im V e r f i e l f ö 1 t i- gungsgewerbe und bei den Holzarbeitern erkennen. Eine Erholung macht sich in den meisten Sektionen des F a- brikorbeiterverbandcs, im Nahrungsmittel- und Geträ'nkegewerbe, im Bekleidungsgewerbe und im Organisationsbereich des G e s a m t v e r b a n d e s der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs fühlbar. Zum Teil handelt es sich hier allerdings um eine f a i f v n- üblich« Belebung. Die Aufkurbelung woo aber stark genug, um den entgegengesetzten Einflüssen in der Konjunkturgruppe die Waage zu halten. Was die wahrscheinliche weitere Entwicklung auf dem Arbeits- markt betrifft, so erkennt man, daß die günstigen Anzeichen sich in der letzten Zeit vermehrt haben, obwohl das politische Durcheinander ihre volle Auswirkung verhindert. Abgesehen vom Z w eck p e ss im i sm u s des Unternehmertums sowie von der Wirkung der Unsicherheit der allgemeinen politischen Loge, ist be- kanntlich die Depression, die in den letzten 6 Monaten in der deutschen Wirtschaft herrschte, auf die schweren Störungen auf dem Kapital- markt zurückzuführen. Ohne noch einmal auf den Ursprung dieser Störungen einzugehen, genügt es hier, zu erinnern, daß nicht nur die Bauarbeiten, sondern auch die normale Funktionierung der gewerblichen Betriebe und ihre Erweiterung durch die Geldknappheit und den hohenZinssuß verhindert wurden. Vom November an wurde aber der amtliche Zinsfuß viermal, und zwar von 7,5 Proz. auf 5,5 Prvz. gesenkt. Das Geld wurde also flüssiger und billiger, die Wirtschaft erhielt eine Erleichterung, die in der Belebung der wirtschaftlichen Tätigkeit ihre Auswirkung finden mußte. Es vergingen ober Wochen und Monate, ehe die Venlüssi- gung auf dem Geldmarkt eine Entsponnung auf dem Kapitalmarkt hervorrief. Erst in seinem Wochenbericht vom 2. April konnte das Institut für Konjunkturforschung erhebliche Fortschritte der Ent- spannnng auf dem Kapitalmarkt feststellen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt noch recht gespannt. Man darf aber mit ihrer baldigen nicht nur saisonüblichen, sondern z. T. auch konjunkturellen Entlastung rechnen. Wladimir Woytinsky. Leineweber sperrt aus! Bruch des Tarifvertrages. In allen Betrieben des Maßschneidergewerbes in Berlin und im Reich vollzog sich die Arbeitsaufnahmö der Maßschneider auf Grund des in freier Vereinbarung abgeschlossenen Tarisvertrages ohne Reibungen. Mit einer einzigen Ausnahm«: die Firma B e r n- hard Leineweber in der Gcrtraudtenstraß« maßregelte sämtliche 138 Schneider. Die am Tarifvertrag beteiligten Organisationen haben deshalb über die Firma die Sperre verhängt. Der Kampf ist beendet, m't Ausnahme der Firma Bernhard Leineweber, wo er um die Wicdereinstellung der Gemaßregelten und die Zlnerkennung des Tarifs mit größter Schärfe weitergeführt wird. Die bete�iz- ten Organisationen ersuchen, gegenüber den Ausgesperrten Solidan- tat zu üben.__ Holzarbeiier halten fest zusammen. Kommunistische Minderheit gegen Arbeitslose. Das Jahr 1929 bot für die Berliner Ortso-rwaltung des H o lz° arbeiter- Verbandes die denkbar ungünstigsten Dar- oussstzüngen, um eine erfolgreiche Lohn- Und Tärifpolitik treiben zu können. 9331 arbeitslose Holzarbeiter war die niedrigste Zahl, die auf dem Nachweis(im Oktobers festgestellt wurde. A.n Jahresschluß gingen bereits 13 000 Berliner Holzarbeiter ftem- peln. In einzelnen Branchen sah es hinsichtlich der Boschästigung geradezu t r ost l o S aus. Die K l a v i e r a r b« l e. r standen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, fast das ganze Berichtsjahr über in Kurzarbeit: van den Modelltischlern waren am Schluß des Berichtsjahres fast 50 Prgz. arbeitslos, von den Bodsnlegern im Oktober etwa 40 Proz. usw. Trotzdem ist es der Organisation gelungen, wie der Gcsiftästs» bericht der Ortsverwaltung für dos Jahr 1929 ausweist, in einigen Branchen die Lohn- und Manteltarife zu verbessern. So wurde z. B. für die Knnpfarbeiter«ne Lohnzulgge van 4 Pf. je Stunde und nach sechsjähriger Tariflasigkcit wieder der Abschluß eines Mantellarifs durchgesetzt. Für die Maschi- nenarbeiter und Söaev wurde eine Lohnerhöhung von ins- gesamt 8 Pf. erwirkt, für die Modelltischler in den VBMJ.- Betrieben von 4 bis 6 Pf. und in den Jnnungsbetricben von 7 Pf. in der Spitze, für die Stellmacher und Karos feriearbei- ter von 5 Proz.. für die Vergolder und Rahmenmacher um 4 Proz. usw. Jedenfalls erreichte die Organisation zu einem beträchtlichen Teil das Ziel, das sie sitz nach dem erfolgreichen Ab- schluß der Lohnkämpfe in der Holz- und Klavierindustrie im Jahre 1928 gesteckt hatte, nämlich die Branchen nachzuholen, die Mit ihren Löhnen«twas zurückgeblieben waren. Di« Erfolge zeigen aber auch, daß dem Holzarbeiter-Verband ein« Schlagkraft innewohnt, die in ivirtschastlichen Krisen, Zeiten zwar gehemmt, aber nicht lahmgelegt werden kann. Die große Arbeitslosigkeit hat naturgemäß die Organisation auch f i n a n» z i e l l schwer belastet. An Mitglieder, die aus der Hauptkasse ausgesteuert waren, wurden aus der Lokalkasse 165 921 M. Sonderunter st ützung gezahlt, wozu noch 21 508 M. für ausgesteuerte Kranke und 32 356 M. Weihnachtsunter- st ü tz u n g(amen. Für diese drei Unterstützungsarten wurden allein 4 3,6 Proz. der gesamten Lokaleinnahmen ou-ge- geben. Trotzdem ist noch eine geringe Zunahme des Lokolkassen- bestandet um 4293 M. auf 144193 3N. zu verzeichnen. In der Generalversammlung" der Berliner' Holzarbeiter cm Dienstag, in der der Bevollmächtigte Genosse F r e i g a n g den ge- druckten Geschäftsbericht eingehend erläuterte, wurde die Tätigkeit der Ortsverwalmng von der übergroßen Mehrheit der Delegierten vallaus anerkannt. Was von der sogenannten„Opposition" als Kritik vorgebracht wurde, war so lächerlich und an den Haaren her- beigezogen, daß es keine Erwähnung verdient. Das Vertrauen zur Führung kam am besten zum Ausdruck in der Wiederwahl sämtlicher Mitglieder der engeren Ortsverwaltung, der Angestellten und Revisoren, mit übergroßer Mehrheit. In solidarischer Verbundenheit mit den orbeits- losen Verbandskollegen beschloß die Generalversammlung gegen die Sti Mm e n der Kommunisten, den Lokalzuschlag in den ersten drei Beitragsklassen um 19 Ps. und in der vierten(75-Pf.<) Klasse um 5 Ps. zu erhähen, damit die Sonderunter- stützunsten an ausgesteuerte arbeitslose und kranke Mitglieder aus der Lokalkässc wegen der starken finanziellen Belastung nicht reduziert zu werden brauchen. Stabile Organisation der Sattler. Kommunistische Fadaupolitik. Die Ouartolsversammlung der Berliner Orisvermaltung des Verbandes der Sattler. Tapezierer und Partefeuiller am Dienstag im Gewerkfchast-Haus litt wieder unter den planmäßigen Störungen der sogenanitien„Opposition". Nachdem die wegen organisationcschädigenden Verhaltens vor einiger Kit Ausgefästofsenen vergebens oerüichr IM-n, sich gswalt- sai» Zutritt zu der Versammlung zu verschaffen, versuchten ihre Anhänger in der Versammlung selbst deren Sprengung. Programm- mäßig wurde der Antrag auf Zulassung der Ausgeschlossenen gestellt, der mit«mem Gegenantrag ans liebe rgang zur Tagesordnung beantwortet wurde. Obwohl in zweimaliger Zlbsiimimmg zweiiels- frei festgestellt wurde, daß die Mehrheit der Versammlung für den Uebergang zur Tagesordnung war, erhob die..Opposition" unter Schreien und Pfeifen Widerspruch gegen diese Feststellung. Der Bevallmächtiate, Genosse Osten, wurde während der Er» stattunz seines Geschäftsberichts durch Radau fortwährend zefiört. Aus. dem-Bericht ist zu entnehmen, daß trotz der riesigen und hartnäckigen Zlrbeitslosigkeit die M i t a l i c de r z a h l am Ouartalsschwß mit 5015 stabil geblieben ist. Fast ein Drittel war arbeitslos. Die größte Branche, die der L e d e r w a r e n a r b e i t e r, be- findet sich'gegenwärtig in einer Lohnbewegung. In der Branche der Tapezierer ist im abgelaufenen Quartal auf Grund vorjähriger Bei cht ii sie der M i n d e st st u n d c n l n h n von' 1,36 M. aus 1,38 M. gestiegen: ebenso ist bei den Geschirrsattlern der Lohn um 2 Ps. erhöht worden. Die Hauptkasse bilanzier!« mit 53 000 M., wovon 33 000 M. in Form von llnierstützungen on die Mitglieder zurückflosien. Trotz schwerster Belastung durch die Krise ist der Bestand der Lokalkasse von 121 205 ans' 127 053 TO. gestiegen. Infolge der systematischen Störungen faßt« sich Osten sehr kurz. Aus der Versammlung heraus wurde nunmehr der Antrag gestellt, angesichts dieser skandalösen Vorgänge, die sich zum zweitenmal wiederholten, zu beschließen, der F u n k t i o n ä r v c r s a m m l u n g die Vollmachten der Generalversammlung zu Überträgen. Dieser Zlntrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, was die„Opposition" jedoch wiederum nicht anerkennen wollte und mit einem ohrenbetäubenden Krakeel beant- wartete. Die Generolversammlung mußt« schließlich kurzerhand geschlosse.» werden, um zu oerhindern, daß es.zu Tätlich- k e i t« n zwischen den Vcrhondsrnitgliedern kommt, die die kommu-- niftischen �Drahtzieher in zwei feindliche Lager zu spalten sich be- mühten. Die Schuhmacher zum Verbandsiag. In der Mitglied« rversamizlung der Berliner Zahlstelle des Zen- trolverbandes der Schuhmacher wurde zum kommenden Vcrbandstog, der im Juni in Magdeburg stattfindet, Stellung genommen. Es wurde beschlossen, den Antrag zu stellen, die Arbeits zeitfrage gesondert zu behandeln und daneben das Erwerbslosenproblcm und die Ueberstundensrage. Desgleichen soll auch die Lohnsrage, die Herabsetzung der Altersgrenze auf 20 Jahre, die Erhöhung der Streik- und Maßregelungsunterstützung behandelt werden. Dazu wurde ein« vom Genossen S chül« r eingebrachte Entschli>ßung ein- stimmig angenommen, die sich mit der Rationalisierung in der Schuhindustrie und ihren Folgen beschäftigt saw'e den Sieben» stundenlag und die Beseitigung der Ueberstundcn fordert. Bei der A u s st e l l u n g d« r K a n d i d a t e n erhielt die kam- munistische Liste 140, die unserer Genossen 70 Stimmen. Da diese damit nicht zur Wahl gestellt wird, bleibt unseren Genossen nur die Wohlbeteiligung durch Abgabe eines weißen Stimm- zettels übrig. Mit demselben Stimmenverhältnis wurden die Delegierten zur Bezirkskonscrenz gewählt. Es ist bedauerlich, daß von 3000 Mitgliedern so wenig an der Versammlung teilgenommen haben. Tagung der Polizeibeamten. ...,.Am,. 2. BerhaNdliungstage des Verbonidstagcs des-'ÄUgentznnsn PrÄäßifchen Pokizeibeämteil-Verbandes wurden der Geschäfts� und Kassenbericht erstattet. Ans den Berichten eist- nehmen, daß die M i tg l i ed e rzi f f e r um rund 50 Proz. und das Vermögen um 12000 M. gestiegen ist. . In her weiteren Beratung wunden die Anträge behandelt, die eine Verbesserung der Rechtslage der Beamten und der Besoldung erstreben. Di« Vorstondswaht ergab mit geringer Aenderung die Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder. Postler gegen Spalter. Am Sonntag fand im Festsaal des Preußischen Landtages die Bezirkskorrferenz der Allgemeinen Deutschen Post- g c w e r k.s cha s t, Sektion des Gesamlnerbandes, statt. - Der von Sieb'ert und Döring erstattete Geschäfts» bericht gab ein lebendiges Bild von der vielgestaltigen Arbeit der AD.P. In einer ausgiebigen, von. großer Sachlichkeil getragenen Debatte nähmen die Delegierten der verschiedenen Gruppen zu dem Bericht Stellung. Einmütig rückten die Diskussionsredner von dem Treiben der sogenannten„revolutionären Opposition" ab. Dieser Ansicht verschloß sich selbst ein der KPD. angehörender Delegierter nicht. Nach der Mittagspause nahm die Konferenz ein Reserat des Genossen O r t m a n n über„Der Gesamtvcrband und die öffentliche Wirtschaft" entgegen. In anschaulicher Weise legte Kolleg« Ortmomi die Stellung des Gefamwerballdes zur öffentlichen Wirtschaft dar. Bauten sperre. Wegen Differenzen sind für-Einsetzer und Tis. h- ler die Bauten der Finna Holz mann, Afrikanisch.c Eck« Müllen siraße, gesperrt. Deutscher Holzarbeiter verband. 3>twtfiha BtrtmeiUnvnbön*. bes. Pesirk X. Wi-qen b'5 Tiftiortegcpbcti oftertefie« bleiben Me Mitos pftm 2omt|riina. Mm. 17. April, 17 llbr. bli ipm Dienste«, bem 92. April. 9 Mir,«r schtotien. f Kreie Gewerkschafts-Zuaend Berlin Keilte. Dsnnersta«. XtVi Mir, fsloenb« Bersmtqltub««»: KSpenlck! Vir .>e«!linen unsere Oslerfabrt. aAbnettrcibc; Wir ftnb am Trabet. � exiucbbrnuae»! Pralnit Unserer Sdrs-afirt.— TUbosten' Ab-abpt Hur ! Oftersqbe:.— Tempelbot: iStuppeiibeim. StrväiflB ffietmanioftr. 4-«. PorlrU«: 1„Tie(Senner der freien Eewerts(s'a!ten7.— Sebihicfcet«; SttqcnMietm Saupt- 1 fträfte" ti. Kunter Abcnb.— Moabit: See Gruppenabend fällt aus.— Loib.» i fcetaet Wo*: Sei Lruppenckbettd fällt aus. Wir gehen auf Itabrt.— Lichten, l>«ea und Zlen-Lichtenbei«: Wir neben auf Olte-.fabrt.— ftrantfueter Allee: Wie«eben au' Ollerfabrt.— Schinbaufee Tor: Um 19 Ubr Treffen am An« balfer tvabnbof zur Dfterfabrt.» lliuaendaruppe i>««�eniralvcrbandes der Anqesiettten Heule.?«luiersta«. finden folnenbc Beranstaltunae» statt: Paolo»>- Afederschönbaule»: Iuqendbeim CSrschftr. lt l«rof,e! Sinunec). Bunter Abend.— Torptow: Iuaendbeibi der öchule Wüdenbruchfir. S8 1 3a«a>>« pon d.r(»raetrstrgKe t» Treptow!, sin Treptow«ebt s bunt bec.— Berbeabend in »er Ania de» Perejoialen A.lanifche» und lempelhosee«nmnafiu,»». Wittel«. bacher Aorf» tSiedinna Tempeld-s). Beainn 9» Ud».— Ab ISle Ubr Ldlts- tairiiursus im Pefta!».vu»2wum. tüchtcnbec«, PrinZ-Alb«rI,Str. 44. Gutes Lahr der Arbeiterbank. Trotz allgemeiner Giagnaiion bei Wirischast und Ranken. Das Jahr war Im allgemeinen für die deutschen Banken schlecht. Der Rückgang der Konjunktur, die Ungewißheit während der Reparation- Verhandlungen, die allgermine internationale Geld- und Kapitnlteuorung, dar Zusmnmenbruch der New-Torker Bors« haben das Wertpopiergeschäst der deutschen Privatbanken vollständig zum Erliegen gebracht und darüber hinaus die Kreditgewährung kaum weiter«irtfalten lönncn. Demgegenüber kann die Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten AG., unsere deutsche Zentral- dank der freien Gewerkschaften, auch niit dem vergangenen Jahre sehr zufrieden sein. Die Arbeitcrbank will ein sorgfältiger Treuhänder für das bei ihr gesammelte Arbeitervermögen sein; sie hält sich infolgedessen der Spekulation fern, sie arbeitet nicht mit ausländischen Geldern, sie fördert nur öffentliche und wirtschaftliche Interessen der Arbeiterklasse. Das weiß man in den breiten Massen des Volkes imnier deutlicher. Ohne auch nur entfernt die volle Werbungskraft schan entfaltet zu haben, lann die Ärbeiterbank im Jahre 1S29 auf einen neuen A u f st i c g zurückblicken, der eigener Kraft und— auch bewußter vorsichtiger Zurückhaltung vor einem allzu schnellen Expansionstcmpo zu danken ist. Enfwicklung 1924 bis 1929 (in Millionen Mark) 1924 1325 1326 1327 132S 1323 Aktienkapital... 0,75 4,00 4,00 4,00 12,00 12,00 Reserven.....— 0,10 0,20 0,65 1,10 1,70 Einlagen laufend'.. 5.04 8.10 15,41 21,50 32.00 30.81 befristet.. 5.47 1S.11 20.73 57,52»4.30 123.37 Gesamte Einlagen Gewährte Kredite. Wechsel u unoerzinsl. Schatzanweisungen Wertpapiere... Kasse und Guthaben bei Banken Umsah . 175.00 448,00 716,00 1350,00 2036,00 2787,00 Gewlnnrechnung-1924—1929 in Mark. 1324 1325 1326 1327 1328 1329 Ginnahmen 229 061 505 360 1 468 974 2 015 181 2 821 156 4 456 653 Unkosten u. Steuern. 80 505 306 463 616 001 1 139 332 1 750 648 2 366 850 Reingewinn 139 533 200 953 878 026 903 875 1 060 508 2 109 802 Dividende. 10% 10% 10% 10% 10% 10% Wie unsere Tabelle zeigt, wurden auch im Jahre 1929 die Geschäft« stark srweitert.-Di« gesamten Einlagen sind w«iter van 117 auf rund 163 Millionen Mark gestiegen; ein außerordentlich beachtliches Ergebnis angesichts der Tatsache, daß zum mindesten die inländischen Kreditor«» bei allen deutschen Privat- danken eher«inen Rückgang als eine Steigerung aufzuweisen hatten. Besonders erfreulich ist es, daß die eigentlichen Spar- ein lagen in noch schnellerem Tempo gewachsen sind als die Gesamtsumme der fremden Gelder. Dem entspricht es, daß trotz der absoluten nicht unbeträchtlichen Zunahme der g e w s r t s ch a s t- lichen Einlagen der Anteil diaser Einlagen an der Gesamt- stimme projenti'al weiter zurückgegangen ist.. Die Zahl der geführten Koncken hat sich von 48300 auf 66661 erhöht. Di« Liquidität der ganz kurzfristig der Slrb«iterbqnk Anvertrauten Gelder(rurü 40 M:l- lioncn find innerhalb sieben Tagen fälligl hat sich gegenüber dem Vorjahr noch verbessert. Der Umsatz der Arbeiterix-mk ist weiter gewachsen, urd zwar von 2,04 aus 2,79 Milliarden Mark. Der Hauptbetrog dieser nmd 163 Millionen Einlagen ist natür- lich i» laufenden Krediten angelegt, und zwar im Betrage von 95,5 Millionen gegen 62,3 Millionen im Dorjahr. Wie schon im vergangenen Jahr, so wird mich jetzt der Oessentlichkeit klar ge- sagt, an ivelcher Stelle und in welchem Verhältnis diese Kredite ausgeliehen sind. Darüber solgende Ausstellung: Kredite waren gewährt jeweils am 31. Dezember 1928 1923 In Prozenten An össen Nch-rechlNche Institutionen. 43,63' 56,60 und zwar an: staatl. Stellen.. 4,22 3,63 Provinz S kellen.. 5,30 3�00 komm Verbände 27,23 44,33 komm Wirtichaftsbetr. 4,20 3,74 ' Soz.'Bersich-Institute 2,08 1,84 An Betriebe u, Organisal. der ArbeUer 53,58 33,33 und zwar an: Bauherrennrganisat. 23,64 28,0l Bauproduktiabelricbe. 1,16 2,34 and Produktions- und Verteilungsbetriebe. 28,78 8,98 An sonstige Sreintneymer..... 2,73 4,07 Aus dieser Ausstellung ergibt sich, daß in der Tat öffentlich« Stellen, und zwar in erster Linie Kommunen, soipi« die Eigenbetriebe und Organisativiren der Arbeiterschajt, und zwar in er st er Linie Baugenossenschaften, die Hauptkredit- nehnrer der Arbeiterbank sind. An sichere Stellen waren insgesamt Ende 1929 nur 4,07 Pro,;, der ausgeliehenen 95 Millionen Märk begeben. Selbstverständlich, daß die Ärbeiterbank auch den Woh- mlngsbau weiter gefördert hat. In, Wege des Zwischenkredits wur- den 10 117 Wohnungen von der Arbeitcrbank si- nanziert. Die Gesamtsumme der flüssig gehaltenen Mittel de? Arbeiterbank ist von 51,6 aus 60,1 Millionen Mark gestiegen, ohne die Wechsel und unverzinslichen Schatzanweisungsn, die von 3,9 auf 6,1 Millionen, ohne die Wertpapiere, die von 12,0 auf 13,1 Millionen erhöht sind. Dabei ist zu beachten, daß das Portefeuille der Wertpapiere fast lOOprozentig aus besten fe st verzinsliche n Effekten besteht, die hoch be- leiht, ar sind uad ein Kursrisiko durch die Art ihrer Auswahl und Bewertung nicht i» sich schließen. Die lanfend gewährten Kredite sind» mit fast 100 Proz. noch besonders gedeckt. Im Jahre 1329 waren effektive Verlust« aus den laufenden Geschäfien, die an sich in jedem Bankg.>sck)äft kaum vermeidbar sind, in einem irgendwie n«ime»SVert«n Umfang überhaupt nicht abzuschreiben. Erfreulich ist auch die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Z i n s e i n n a h m e n sind gegcnül?er dem Vorjahr von 1,71 auf 3,03, die Einnahmen aus Provisionen von 0,73 auf 1,03, sonstige Einnahmen von 0,32 auf 0,33 und die Gesamt- einnahmen(einschließlich des Vortrages) von 2,82 ans 4,46 Millionen Marl gestiegen. Demgegenüber find die Handln ngs» u n k o st e n von 1,36 auf 1,97 Millionen angewachsen, die Summe der gezahlten S t e u e an ist— nach im Jahre 1928 geleisteten Bor- auszahlungen— von 0,40 auf 0,37 Millionen gestmken, und der Reingewinn hat sich mit 2,11 flogen 1,06 Millionen im Vorjahre fast verdoppelt. Aus diesem Reingewinn wcrden an die gkwerkschafilicheu Aktieninhaber, wie schon Sinnier seit 1924, zur Stärkung des Kewerkschaftsoer mögens wieder 10 Proz. Dividende auf das volle Aktienkapital von 12 Millio- neu Mark verteilt. Den offen ausgewiesenen Reserven werden außerdem neue 600 000 Mark zugewiesen, so daß für 1930 die offenen Reserven mehr als 20 Proz. des Kapitals erreiche�. Die Tendenz der offenen Reserve ftärkung ist begrüßenswert, da die wachsende Machtstellung der Arbeiterbank eine entsprechend« Höhe des Eigenkapitals auch bei den Reserven verlangt. Unter den Filialen hat die neueröffnete in Bochum sich be- sonders günstirg entwickelt. Das Jahr 1930 brachte bisher nur eine Fortsetzung des A u f st i c g s. Auch der wichtigsten Beteiligung der Arb atterdank, der Hau- nooerschen Bodenkreditbamk in Hildesheiin, ist es 1929 und 1930 gut gegangen: sie hat 12 Proz. Dividende erwirt- schaslet, hatte unter den deutschen Hypothekenbanken 1929 den größten prozentualen Goschäftszuwachs im Umlauf und hat 1930 ihre Emissioitsbcstände ousverkaust. Den wohnungsbaulichen und den kommunalen Finanzierungsinteressen tonnte die Arbeiterband durch diese„Tochter" wachsend große Dienste leisten. Der öffentlich bekann'gegebene Vorstandsbericht verwahrt sich nachdrücklich gegen jene Veffimislen. die 1929 als ein Jahr ausgesprochener Krise bezeichnen: Produktions- inder, Außenhandel, die mit der.Kopfleisttmg gestiegene industrielle Leistungsfähigkeit, in dieser Richtung zweifellos porhandene Ratio- nalisierungssdrtschritte sprechen dagegen. Mit Recht wird das Un- befriedigende der Reinentwicklung unterstrichen:„volkswirtschaftlich bedauerlich ist e». daß diese Rationalisierung sich keineswegs In einer entsprechend«» Senkung der Preise ausgedrückt hat. Die Preise»:- Wicklung zeigt vielmehr, daß lediglich dort, wo eine Durchorganisic- rung der Wirtschaftszweige nicht erfolgt ijt, also vor allen Dingen bei den Verdrauchsgüterindustrien, die Preise sich dem Konjujnkturvcrlauf angepaßt haben, während bei den organisierten Wirtschaftszwer-zen die einer Gesamtregelung unterworfenen Preise dauernd im Anstieg sind," Daß die Depression einen kritischen Charakter annehmen konnte, ergab sich nicht aus innerwirtschaftlichen Faktoren, ' sondern aus der besonders starken Stockung der Kapitaleinsuhr, die durch unzweckmäßige Haltung der Beratungsstelle noch zu- jätzlich verschärst wurde. Auch kam es durch Feh'verwendung ein- geführter Kapitalien selbst, da auch die Entwicklung der Konsum- inögfchkeiten keine Rücksicht genommen wurde, vielfach zu einer F e h l r a t i o n a l i s i e r u n g. Die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A-G. wird weiter ihren Weg machen. Sie braucht um Ausdehmingsmöglich- leiten nicht bange zu sein. Diese Möglichkeiten sind kaum abzusehen; für ihre Ausschöpfung in der Zukunft ist durch die vorsichtige Politik in der Vergangenheit die beste Vorarbeit geleistet worden. Die Arbeiterbank kann und darf deshalb jetzt auch stärker daran gehen, ihre volle Werbekraft zum Ausbau ihrer Machtposition einzusetzen. Der Kampf gegen die Kommunen und der neue Kurs gegen die Ar- beiterschaft verlangt eine finanzielle Machtstärkung der Arbo terklasse. Die Patentgesetzreform. Mehr Grrechtigkelt dem Erfinder. Patentanwalt Georg Neumann schreibt yns: Im Rechtsausschuß des Reichstags wird bald die B e- ratung der Patentgesetzreform erfolgen, von der die meist in wirtschasilicher Bedrängnis lebenden Erfinder hauptsächlich solgende Derbesserungen erwarten: 1. D e Herabsetzung der Patentgcbühren von ihrer jetzigen, 7l20 M. betragenden Höhe, die den Armen erdrückt, unter schneller, grund- und rücksichtsloser Wiederentziehyng des mühsam Und unter Opfern erworbenen Patentschutzes. Da Amerika für den mindestens 1? Jahre währende» Patentschutz nur etwa 175 M.« fordert, so müßte auch für Deutschland die Patentgebühr mindestens auf die vom einstweiligen Reichswirtschaftsrat vorgeschlagene Höhe, nämlich 1045 M.(verteilt� aus 18 Jahre) ermäßigt werden. 2. Den Anspruch auf den Patentschutz darf künftig nur der Erfinder oder sein Erbe haben; c.n« alte Forderung, die jetzt auch vom Reichswirtjchajtsrat anerkannt wurde, und für die Amerika ebenfalls das Vorbild ist, wo dieser auzschlietzlichc Anspruch streng durch die Bestimmung gewahrt wird, daß jeder Patentnnmelder durch einen Eid sich alz der Erfinder der apgeinel- deten Erfindung ausweisen muß. 3. Zu st r e i ch e n ist die seit 1691 durch ß 28, 2 Gesetz gewor- den« Bestimmung, betr. die sogenannte„Präklusivfrist". Sie erschüttert das Fundament des Patentschutzes, der nur neuen Erfindudgen gebührt. Wo dennoch einmal eine alte Erfindung patentiert wurde, da soll nach einer in der ganzen Welt gellenden Vorschrift das zu Unrecht erteilte Potent wieder vernichtet werden können, da allgemein bekannte Erfindungen nicht mehr zum Eigen- tum eines Patentanmelders wcrden dürfen. So wurden auch in Deutschland manche Patente als zu Unrecht erteilt erkannt und im Klagewege vernichtet. Aus Verdruß hierüber forderte und erreichte 1891 die industrielle Plutokxatie unter dem Titel„Präklusivfrist" eine Bestimmung, nach der Patente, auch wenn ihr Inhalt längst bekannt, ihre Erteilung daher irrig und rechtswidrig war, n n v e r- n i ch t b a r bleiben sollen, sobald 5 Jahre seit ihrer Erteilung verflossen sind. 4. Ueber die Erteilung des Patentsch u)se s entscheiden bisher zwei Instanzen: die Zlnmelde- und die Beschwerdeabteilnng de« Patentamtes. Da die Entscheidungen oft großen Einfluß aus Wirtschaft Und Industrie haben, wirkt das Fehlen einer dritten Instanz wie eine Beschränkung des Rechtsweges, die jedoch nur den um die Patenterteilung kämpfenden Erfinder trifft. Ihre Hintertreibung ist in vier Instanzen möglich: in der Anmelde-, der Beschwerde-, der Nichtigkeits-Abteilung des Patentamtes und zuletzt am Reichsgericht. Versagen Anmelde- und Beschwerte- Abteilung die Patentierung, was gelegentlich mit anfechtbaren Gründen geschieht und zu ernsten Erschütterungen der Wirtschaft- lichen Existenz des Erfinders führen kann, so muß er sich bescheiden; wogegen bei gewöhnlichen Rechtsstreitigteiten gegen die Bersägung in zwei Instanzen noch die Revision in dritter Instanz möglich ist, die daher auch dem Patentanmelder nicht länger vorenthalten wer- den darf. Ausfuhr bleibt stark. Im März 170 Millionen Ausfuhrüberschuß. Das wichtigst« Kennzeich«, für die jetzt veröffentkichte Au ß: n» Handelsbilanz im Monat März ist, daß die deutsche Aussuhr trotz der weiterhin verschlechterten Konjunktur auf dem Weltmarkt ihren hohen Stand behauptet hat. Während die Einfuhr mit 883,6 Mill. sich gegenüber dem Februar nicht vcr- ändert hat, stieg die Ausfuhr um rund 80 Mll. auf 1104 Mill. Ma-k. Da der�Monot März drei Arbeitstage mshr zählte als der vorher. gehende Monat, ist die Ausfuhr, auf den Arbeitstag umgerechnet, nahezu unverändert geblieben, während sich bei der Einfuhr orbeitstäglich eine Senkung um annähernd 10 Proz. ergibt. Aller- dings ist hierbei zu berücksichtigen, daß, wie in den beiden vorher- gehenden Monaten, auch die Einfuhrzisfern des März infolge des noch nicht gemeldeten Zollabrechnungsverkehrs um etwa 50 Mill. Häher liegen. Der Ausfuhrüberschuß beläuft sich danach im Berichtsmonot auf 170 Mill. und für das abgelaufene erste A> e r t e l j a h r 1330 nach Berücksichtigung der durch die Zoll- abrechnungen erforderlichen Korrekturen auf rund 230 Mill. Marl, «klnsuhr 1030 Auslohr 1030 Warcngruvpen Marz Zan/Miir, Mär, Zan/Mär, in lovo M. 1. Lebende Tiere... 2. Lebenimillel und De- irtinke...... 3. Rehiloffe und halb» leriiae Waren... 4. Fernge Waren... 0131 36157 3102 8530 213 IM 07286?«248 136 420 493 417 1 651 459 167 464 509546 230748 693084 833 474 2 38,597 Reiner Warenverkehr davon Steparatioao- Sachiielelungen.. 883»10 3 160 060 1 103 962 3 222 640 —— 61 230 184 622 Der wichtigste Aktivposten der deutschen Ausfuhr, der Fertig, waren-Export, bestreitet auch diesmal fast ausschließlich den Zuwachs der Ausfuhr. Da die Slufnahmefähigkeit des Weltmarktts besonders für Maschinen infolge der allgemein verschlechterten Wirt- schastslage stark nachgelassen hat, gewinnt die Höhe des deutschen Fcrtigwaren-Cxporls ein« besondere Bedeutung. Entgegen den ständigen Behauptungen der Unternehmer, daß der Lohnstand und die Abgaben in Deutschland ihre Exportfähigkeit drosselten, ist alsa der Anteil der deutschen Exporttichusttten an dem gesunkenen Welt- absatz weiter geitiegcn. Insgesamt ist im März die Fertig- Warenausfuhr um 77,6 auf 833,5 Mill. gewachsen. Auf den Ar- b e i t s t a g umgerechnet, entspricht die Fertigwaren-Ausfuhr fast genau dem Stande des Februar. Die auf der gleichen 5)öhe gebliebene Einfuhrmenge stellt dagegen, wieder auf den Arbeitstag umgerechnet, ein tatsächliches Sinken des deutschen Imports im März dar. In erster Linie ging der E i n f u h r r ü ck g a n g zu Lasten der Lebensmittel, deren Im- pari sich um 20 Mill. verringerte, während dl« Rohftoffeinfuhr gegenüber dem Februar wohl absolut gleichgeblieben ist, a r b e i t s, täglich jedoch eine Verringerung aufweist. Gegenüber dem März vergangenen Jahres mit einem Einfuhr- wert von 1023,4 und noch mshr gegenüber dem März 1328 mit 1223,2 Mill. Mark Einfuhrwert weist der Wareminport im Berichts- monat allerdings einen großen Tiefstand auf, jedoch wäre es falsch, daraus besondere Schlüsse auf den Grad der wirtschafllichen Dspression in Deutschland zu ziehen, weil bei diesem Vergleich die sehr st a r k gesunkenen R o h st o s s p r e l s e in der Welt zu berücksichtigen sind.__ Ltngünstiger Reichsbahnverkehr. 7?ur schwache Belebung im März. Die Entwicklung"� Güterverkehrs auf der Reichsbahn blieb im Monat März weit hinter dkn Erwartungen zurück. Gegen- über dem Februar erhöht« sich die a r b e i t s t ä g l i ch e Wagen, siellung nur von 124 531 auf 131 300 Wagen. Gegenüber den beiden Bsrgleichsrnonatcn im Vorjahr und im Jahre 1928 ergab sich im März d. I. ein Minderbedarf an Güterwagen von 18000 bzw. 13 400 Wagen. Die Wirtschastsdepression hat also auch für den Reichsbahngüterverkehr einen starken Rückschlag gebracht. Der Personenverkehr hat sich im Berichtsmonot zwar belebt, erreichte jedoch nicht den Stand des Vorjahres, was ganz zweijellos mit den höheren Fahrpreisen zusammenhängt, die die Masse bei ihrer verringerten Kaufkraft zur Einschränkung der Reise, tütigkeit zwingt. Herr Dorpmllllcr sollte aus dieser Eittwicktunz lernen und nicht das Allheilmittel für die Beseitigung der Finanz, schwierigkeiten bei der Reichsbahn in dem mechanischen Anziehen der Tarisschraube suchen. Die Einnahmen für den Monat Februar werden mit 340 Millionen ausgewiesen. Di« Ausgaben stellten sich auf 373 Mit» lionen, so daß sich der Eiiinahmcausfall in den beiden ersten Mo- »aten dieses Jahres nach der Berechnung der Reichsbahn aus 55 Millionen stellt. Wie der Bericht hinzufügt, hob« die Reichsbahn auf der Auegabeseite Sparmaßnahmen auf dem Personal- und Sach- gebiet einleiten müssen, wodurch insbesondere die Betriebs- und Aerkehreleistungen dem gesunkenen Verkehr angepaßt werden sollen, Nähere Angaben über diese Maßnahmen fehlen jedoch. Gegen den Eisenwucher! Die Blech verarbeitende Industrie ist erfreulicher» werso nicht gewillt, sich widerstandslos dem Dittat des neuen Feinblechs yndikales zu unterwerfen. Dieses soeben erst gegründete neue Eisensyndilat hatte, wie wir bereits berichteten, innerhalb 24 Stunden die Feinblechpreife von 165 auf 172 M. herausgesetzt. Gegen diese Maßnahmen werden die Berbönde der Blech- verarbeiter gemeinsam vorgehen. Es ist weiter damit zu rechnen, daß auch die Arbeits» g e.in e i n s cha j t der Eisen verarbeitenden Industrie(Aoi) zu der Preisaktion des Jeinblechsyndikates Stellung nehmen wird, da hier- von ja nicht allein die Blschverarbeiter getroffen werden. Ein Vor« gehen der Zloi ist um so eher zu erwarten, als sie ein starkes Interesse daran Hot, sich ihr M i t b e st i m m u n g s r e ch t bei der Festsetzung der Eisenpreise nicht beschneiden zu lassen. Statistik dcr industriellen Ausfuhr Deulschlands 1325 bi« 1323. Unter obigem Titel ist letzt vom Reichsverband o«r dcut» scheu Industrie eine Untersuchung herausgegeben, die«inen Uebcrblick über die Entwicklung der deutschen Aussuhr von der Zeit org bt, in der Deutschland jeine Handelspol ilijcho Freiheit wieder erlangt hat. Die Statistik erstreckt sich auf 40 Länder und lrerücksichligt olle industriellen Warengruppen. In dem oll- gemeinen Teil sind Tabellen über Deutschlands Stellung im Welt. Handel den deutschen Tlußcnhandcl nach Erdteilen, Ländern und Warengruppen, sowie über die Reparationslieferungen enthatten. Die Schrift kann beim Rcichsverbond der deutschen Industrie be- zogen werden. Die dänische Arbeitrr-Laiidetbank. die von den däiiischen Ge» w e r k s cha s te n gegründet»»4» betrieben wird, hat un letzten Jahr einen lieber jchnß von 463 000 Kronen erzielt. Es wurds beschlossen, das Aktienkapital von drei auf vier Millionen Krone Nl zu erhöhen. Donnerstag April 1930 Unterhaltung unü Wissen Beilage des Vorwärts SDas(Urbild des Julien Sovel Frankreich rüstet zu einem literarischen Jubiläum, das diesmal nicht einem Dichter, sondern einem Buche gilt: in diesen Wochen ist ein Jahrhundert v»rqangen, seitdem S t e n d h a l s berühmtester Roman„Rot und Schwarz" vollendet ward, einen Verleger fand und in die Druckpresse ging. Das Werk, das zu den bedeutend- sten Schöpfungen nicht nur der französischen, sondern auch der Welt- literatur gehört, hat längst In Uebersetzung auch in Deutschland seinen Weg gemacht, well es nicht nur eine Gipfelleistung psychologischer Tiefseeforschung darstellt, sondern auch einen lebenswahren Aus- schnitt aus der Proohizgesellschaft der Restaurationszeit umschließt. Weniger bekannt dagegen ist, daß die äußere Handlung des Romans, wie bei Flauberts„Madame Bovary", vom Dichter getreu nach der Wirklichkeit durchgepaust wurde; das Stoffliche stammt aus dem Ge- richtsbericht, das Seelische von Stendhal. Der Julien Corel, um den sich der Roman dreht, hieß in Wirklichkeit Antoin« Berthet und war ein Hufschmiedssohn aus dem Dorfe Brangues im Departement Jsere. Jart, schwächlich, träumerisch, aufs Lesen versessen, taugte er wenig zu dem Muskelberufe seines Vaters, aber da der Ortsgeistliche seine ungewöhnlichen geistigen Anlagen erkannte, nahm er sich des Knaben fördernd an. Musset hat einmal geschildert, wie in der Epoche nach Revolution und Napoleon allen aufstrebenden klugen Köpfen aus dem Bauern- und Klein- bürgertum das erbarmungslose Gebot entgegenklang: Werdet Priester! Auch für den jungen Berthet gab es, da er weder zur begüterten noch zur herrschenden Schicht zählte, keinen anderen Ausweg: er mußte Prieste* werden. 1818 trat der Fünfzehnjährige in das kleine Seminar von Stendhals Geburtsstadt Grenoble ein, aber ob er auch Vorgelegten und Mitschülern sanst und unauffällig erschien, so brannte doch die Flamme unbestimmter Sehnsucht in seiner Brust und ließ ihn in den kleinen Zellen und stillen Gängen der Kleriker- Pslanzenschule nicht zur Ruhe gelangen. Unfertig in jedem Sinne des Wortes kehrte er unter dem Vorwand« zerrütteter Gesundheit nach vier Jahren geistlichen Studiums in die Heimat zurück. Da der Vater Berthet nicht daran dachte, einen Herumlungerer durchzufüttern, erwirkte er für Antoine in der gleichen Gemeinde eine Hauslehrerstells bei der Familie Michoud. Der nur in aller Duchweisheit beschlagene Seminarist trat hier in einen ganz neuen Lcbenskrcis ein, denn die Michouds fühlten sich als Teil der Frank- reich beherrschenden Schicht. Der Hausherr war ein wohlhäbiger Bourgeois, der den Landedelmann heräusbiß: mit Vorlieb« berief er sich auf den Vetter Gerichtsrat in Grenoble, der bald in der Pariser Kammer unter den Gesetzgebern des Landes sitzen sollte. Aber das Herz schlug Antoine bis zum Hals hinauf, als er Madame Eulalia Michoud im Zauber ihrer fraulichen Reise vor sich sah, und auch die verwöhnte Dame blickte mit angenehmer Verwuichcrung auf den neuen Hausgenossen, der nicht, wie erwartet, �in linkischer Dorf- tölpcl war, soirdern mit dem edlen Schnitt des bleichen Gesichts und dem Feuer der dunklen Augen wie ein junger Heiliger der Legend« wirkte. Nach ewigen und unveränderlichen Gesetzen fanden sich die Fünsunddreißjgjährige und der Zwanzigjährige. Fünfzehn Monate voll heimlicher Süße— dann kehrte, da auch der Ehrgeiz in seiner Seele bohrte, Antoine in das Seminar, diesmal nach Bellay, zurück. Aber unerträglicher noch war es als in den Jahren 1818 bis 1822: die Mauern des alten Konvikts drohten ihn zu ersticken, und Sehnsucht nach der toller denn je Begehrten, riß ihn im August 1825 nach Brangues zurück. Katastrophe, Zusammenbruch. Weltuntergang, da— zwei Jahre Trennung sind eine lange Zeit— Madames Blick ihn nur kühl streifte, und er überdies unterm Dache der Michouds einen Medizinstudenten gewahrte, der sein Nachfolger nicht nur beim Unterrichte der Kinder zu sein schien. Dieser Tag warf Berthet für immer aus dem seelischen Gleichgewicht. Wie vor sich selber auf der Flucht, klopfte er noch einmal an das Tor des Priesterseminars, aber der feine sündigen Beziehungen zu einer Frau beichtet«, war nicht mehr würdig des Priesteramtes. Sein Vater jagte ihn mit Stockschlägen von der Türe. Eine Hauslehrerstelle auf dem Schlosse von Cordon, wo er eines Abends unter Mond und alten Parkbäumen mit dem Fräulein Schwüre tauschte, blieb Episode. Auch als Erzieher im Haufe eines Notars ward er der inneren Rast- losigkeit nicht Herr. Täglich gewann der Wahngedanke mehr Macht über ihn, er müsse die verlorene Geliebte, die aus Erden ein Wall fremder Menschen von ihm absperrte, vor Gottes Richterstuhl laden und dort Rechenschast heischen für sein Leben, das ihr verfallen war. Am Sonntag, dem 22. Juli 1927, sieht er sie in der Kirche von Brangues im Gebet knien, richtet die Pistole auf sie, drückt ab. Doch er verwundet sie nur, wie auch die zweite Kugel, bestimmt, ihn selber zu töten, ihm lediglich die Kinnlade zerschmettert. Er wird sofort verhaftet. Auf die Kunde des ungewöhnlichen Ereignisses hin nahm alles in hitzigem Für und Wider Partei. In dieser bleiernen Zeit, da die Gewalt der royalistischen Ultras und der allmächtigen Jesuiten jede Regung des öffentlichen Lebens erstickte, wurde die Liebes- und Kriminalaffäre fast zur politischen Angelegenheit. Da die Michouds zu. den berühmtesten Pfeilern von Thron und Altar in der Provinz zählten, und Madame Euloli« der angesehensten Familie des Kantons entstammte, tat die Gerichtsbarkeit Verständnis- voll alles, ihre Gefühle und ihren Ruf zu sfyonen. Die Untersuchung stellte keine unzarten Fragten, und das Schwurgericht zu Grenoble oerzicktete, da sie Krankheit vorschützte, großmütig auf ihr Zeugnis. Den Geschworenen aber klang aus der sebbstsichercn Verteidigungsrede des Hufschmiedssohnes die Revolte eines Plebejers gegen die überlieferten und anerkannten Mächte heraus. So setzte es für ein Vergehen, das bei den tausend mildernden Umständen dem Täter heute ein paar Monate Gefängnis eintrüge, ein Todesurteil. Nicht wenige Bitten um Gnade flogen Karl X. zu, aber das, was sich die Gesellschaft nannte, wollte Rache an einem Eindringling. Am 23. Februar 1828 starb Antoine Berthet auf dem Schafott, freilich nur, um zwei Jahre später, da Stendhal den Prozeß mit leidenschaftlicher Teilnahme verfolgt hatte, als Julien Corel zu literarischer Unsterblichkeit aufzuerstehen.� Ilerwonn Wendel ArsnÄ jofl; Oilfe©!*/llf i90Cl öiifcl Alfred war k. u. k. Oberst. K. u. k. Oberst a.-D. Früher stand er als Oberstleutnant beim Train. Aber er unterschied sich ganz wesentlich von seinen früheren Kameraden. Er war ausgesprochen AntiMilitarist. „Aus.zwei Gründen haben wir den Krieg verloren. Erstens hat mau mich bei den wichtigsten Ereignissen nicht um Rat gefragt und zweitens sind wir alle zu grob mit der Mannschaft gewesen. Hätte man die Laute mit„Mein Herr" angesprochen, mit doppelter Freude und'Heldcnnrut hätten sie sich dann totschießen lassen!" Höflichkeit predigte er nun immer und ewig. Zu Hause und ans den Straßen. Zu allen passenden und unpassenden Gelegen- hellen. Sa fuhr er eines Tages mit Tante Elfriede auf der Stadtbahn. Linie WD nach Hlltteldorf. In Hättelöorf schrie der Schaffner, wie es seine Pflicht war:„Alles aussteigen!" Onkel Alfred und Tante Elsriede stiege» ans. Onkel Alfred stelzte auf den rufendett Schaffner zu. Der Beamte blieb mit einem Auslug von Aufmerksamkeit stehen. denn er war»och jung und war nach nicht ganz durchdrungen von der Wichtigkeit seines Amts- charaktcrs und der Minderwertigkeit des Pudlikuins. Blieb also ruhig stehen. Onkel Alfred ficllte sich vor:„Oberst van Jrst!" Erwartungsvoll wartete der Schaffner, was nun kommen würde. Er stand sozusagen Habtachl.„Wissen Sie. junger Mann, warum wir den Krieg verloren haben?" „Ich bin nicht dazu da, Rätsel zu lösen. Was wünschen Sie?" „Hören Sie. erstens.... das tut ja nichts zur Sache. Zweitens weil wir Offiziere nicht höflich genug zur Mannjchajt waren. Hätten wir„Herr Gemeiner" oder„Herr Infanterist" gesagt, if.t Kerle hätten sich mit Leudenschafi totschießen lassen!"' Der Beamte glaubte es.mit einem Irrsinnigen zu tun zu haben und sich sich um Hilfe mn. Tante Eis riebe winkte ihm verstohlen zu, er möge Onkel Alfred gewähren lassen. „Sic, junger Mann, sind auch nicht genugsam Höfbich." Sie schreien:„Alles aussteigen!" und fertig. Das ist ein Befahl, mein Herr und dazu haben. wir nicht den Militarismus überwunden. Könnten Sie nicht sagen:„Sehr geehrt« Damen und Herren, der Zug ist bei der Endftatio» angelangt und ich ersuche die Herrschaften onfs freundlichste, die Waggons zu verlassen, sonst würden Sie wieder zu Ihrer Ausgangsstatüm zurückbesördert werden und es könnte Ihnen sogar passieren, daß Sie überdies Strafe zahle» müßten. Da ist es doch viel gescheiter. Sie steigen hier aus!" Damit wäre dasselbe in hösllcher Art und Weife erreicht. Der Schaffner hatte einstweilen, van Waggon zu Waggon gehend, die Türen geschlossen. Onkel war ihm im Eifer der Predigt gefolgt, dann fuhr der Zug zur Stadt zurück und der nächste kam in die Holle. Der Beamte hatte dos Abfahrtszeichen, wie auch das Signal für freie Fahrt gegeben und scherte sich nicht um Onkel Alfred. Aber Onkel Zllfred gab nicht nach, ihn verdroß das Jntereise des Schaffners für die gleichgültigen Bohnangelegenheiten. Er stellte sich mitten aufs Geleise und sprach weiter: Tante Elfriede schrie auf. em neuer Aug rollte in die Station. Der Schaffner xacktc Onkel Alfred bei der Schulter mid riß ihn wieder zum Bahnsteig. Dann schüttelte er ihn ein wenig und schrie ihn an:„Haltens mich nicht auf! Dort ist der Ausgang!" Onkel Alfred sah sich betroffen um. Der Beamte kümmerte sich nicht weiter um ihn, schrie um ein weniges unhöflicher fein„Aaalles ausfteigeeen" und schloß die Waggontüren, gab Abfahrts- und Ein- sahrtssignalc. Da nahm Onkel Alfred Tante Elsriedens Arm.„Komm", sagte er und steuerte dem Ausgang zu. Er brauchte chre Hilfe, denn der Schreck war ihm in die Beine gefahren und hatte sein altes Zipper- lein aufgeweckt. � „Alfred", sagte Tante Effriede energisch. Denn wenn Onkel das Zipperlein plagt,..ist Tante Elfriede>der Herr ün Haus.„Alfred, das war dach jxmnm von dir, warum hast du dem Schaffner einen so langen Bortvag gehalten. Stell dir mir vor, wieviel Zell er vcr- lieren würde, wenn er rusen wollte:„Sehr geehrte Damen und Herren, der Zug ist bei der Endstation angelangt und ich ersuch« die Herrschasten aufs freundlichste, die Waggons zu verlassen, sonst würden Sie zu Ihrer Ausgangsstation zurückbefördert werden und es könnt« Ihnen passieren, daß Sie überdies Strafe zahlen müßten. Da ist es doch viel gescheiter, Sie steigen hieH aus!" Fünf Minuten würde jeder Zug länger in der Station bleiben. Verspätungen, Zu- sommenstöße wären die Folge...." Da fiel Onkel Alfred wieder in den militärische» Befehlston und rief ihr zu:„Halt den Schnabel, alte Scharteke" in so wüteichen, Tone, daß Tante sein Zipperlein und feine Wohrlosigkeit vergaß und erbittert schwieg. Seither ist Onkel Alfred hie und da wieder sür Grobheit. Be- sonders im Verkehr mit Tante und Stadtbahnfchaffnern. lind wußte mir mehr einen Grund für den Verlust des Krieges, das war, daß man ihn nicht bei den wichtigsten Ereignissen.. doch das Hab« ich ja am Anfang erzählt.________ Jllle 8 IWimlen ein Jlulo Die Berliner können also das Schaflspiel genießen, alle acht Minuten einen Ford-Wagen vom Band abrollen' zu sehen. Man sollte ineinen— ober was meint man nicht alles! Diese rund 18090 Autos jährlich mehr als bisher— sind sie nicht zuviel für den kapltalschwachen deutschen Markt? Bitte gehen Sie doch hinaus nach dem Wefthafen, Hie werden dort nicht nur die Händler aus allen Teilen Deutschlands finden, die auf die Wagen warten wie auf frische Semmeln, sondern auch Käufer selbst. Ganz im Gegen- satz zu den Gepflogenheiten deutscher Fabriken steht die Besichtigung der Montagehall« jedem frei. Die Motoren werden aus Detroit be- zogen, in Berlin erfolgt nur die Zufammenfetzung aller Teile. Ford hat aber ein großes Gelände bei Köln erworben, un- mittelbar am Rhein, wobei ihm die Stadt im Preise sehr entgegen- kam, da sie auf lohnend« Slnstellutig für die vielen täusend Arbeiter hofft. Dort will Ford daran gehen, auch die Motoren selbst herz». stellen, um so von der billigen deutsche» Produktiousinöglichkelt vollen Gebrauch zu wachen. Sin ausf lerbendes SEitergvolk Die Jnselgnippe der Andamanen in der Lai von Bengalen verdient, wie kaum ein anderer Winkel der Eide, den Namen der „weltvergessenen Inseln", den» die Bewohner, dunkeklMtige, kraus- haarige Zwerge, haben durch Jahrhunderte alle Fremden unnach- sichtlich getötet, und als die Engländer 1858 auf einer der Inseln eine Strafkolonie gründeten, war das auch kein Grund, um Fremde anzuziehen. Keine Raffe der Erde hat sich daher so lange ab- geschlossen erhalten können, wie die Negntos, die schworzen Zwerge der Andamanen, die noch eine große Anzahl eigenartiger altertüiiv- licher Körpermerkmale ausweisen. Aus seiner Indienexpedition hat Dr. Egon von Eickstedt diese weltvergessenen Inseln besucht und ge- funden, daß diese Zwerge besser sind als ihr Ruf und ganz zu- traulich werden, weiiii man ihnen freundlich begegnet. Sein« Erlcl'» nisse unter diesen Zwergstlinffnen, dif zum Teil in den deutschen Besuchern die ersten Europäer sahen, schildert er in der Wochen- schrift„Die Umschau". Zunächst ließ sich die Expedition an der Westküste der Insel Rutland nieder, auf einige Wochen ganz von der Außenwelt ab- geschniiten. Man mußte alle Waffen weglegen, um das Vertrauen dieser Andamanesen, die zu dem Stamme der Ongis gehörten, zu gewinnen. Sie ließen sich aber dann gegen Geschenke durch Blut« Untersuchungen, Messungen, Staminbaumaufnahme und ähnliche Forschungen ein wenig quälen und waren stets freundlich und liebenswürdig. Die Ongis stehen noch auf der Stuf« der Nomaden und leben unter Windschinncn in kleinen Hütten, die aber mit allerlei hübsch gefertigten Krügen ausgestattet sind. Besondere schmale HolMfäße dienen dazu, das köstliche Schildkrötenfett auf- .zunehmen, das sich jung und alt zu jeder Tageszeit mit einem Lutschstengel herausholt. Die Kinder besitzen alles, was die Er- wachsen«» haben, in Miniattirform, Bogen und Pfeile, auch Beile, Körbe, Boote und die Zierbüschel, die die Frauen als einzige Klei- düng tragen. Sie sind ein fleißiges Völkchen. Die Frauen bereiten mit den Zähnen das Rohr für die Matten vor, drehen Schnüre aus Bast und uq�sn die Matten, sie kochen, malen sich an, warten die Kinder und rasieren den Männer?, mit Quarz- oder Glasscherben das Pfefferkornhaar ab. Die Männer sind den Tag über und oft auch»uihrend der Nacht auf der Jagd, für die sie ihr« Ausleger- boote einrichten und Harpunen verfertigen. Besonders interessant sind di« Tänze der Ongis.„Alle waren dabei", erzählt der Verfasser,„mit langen weißen Bast- streifen geschmückt. Beim Tanz um Arm und Kopf geschlungen, hoben sich die hellen, fröhlich flatternden Bänder wirkungsvoll von de» tiefdunklen Körpern ab. Meist bilden Tänzer und Tänzerinnen eine lange Reihe, und l»eini Takt eines eintönigen Gesanges werden rhythmische Bewegungen ausgeführt, die sichtlich das Paddeln oder Staken nachahmen. Die Männer klatschen mit den Händen bis- weilen den Takt airf den Oberarmen, die Frauen mit den Fußsohlen auf das Gefäß. Dieses ist wegen feiner Größe dazu sehr geeignet. Auch �anze, in denen Tiere nachgeahmt werden, Fruchtbarkcils- und Ruudtänz? kommen vor. Immer ist jung und alt mit größter Begcisteruirg unlu ftaunciiswcrter Unermüdlichkeit dabei." ' Di« Expedition besuchte dann auch die Insel jtain-AndttJnan, ein äußerst entlegenes Eiland, das noch nie von europäischen Gelehrten betreten worden war. Da einige ihrer Ongi- Freunde sie begleiteten/ war bald ein gutes Verlzältnis mit den Einwohnen, hergMellt, die zunächst sehr scheu waren.„Das sind dieselben Leute," ffhreibt Eickstedt,„die noch bis vor kurzem jede» Fremden erschlugen, der an ihrer Küste landete, dieselben„blut- dürftigen" und wie es hieß, riefenfüßigen Menschenfresser, die Ibährend vieler Jahrhundert« der Schrecke» der Seefahrer waren." Leider sterben diese freundlichen kleinen Menschen, von dem» die Männer 148 und die Frauen 138 Zentimeter im Durchschnitt groß werden, ollrmchüch aus. Auf Groß-Andaman ist die Kopfzahl von rund 6000 bereits auf etwa 120 zurückgegangen, von denen etwa ein Viertel noch dazu Mischlinge mit Sträflingen sind. Die einzige Möglichkeit, die so ungemein interessante Rasse noch sür einig« Zeit am Leben zu erhalten, wäre die Anlage einer Art-Schutzpark auf der weltvergessenen Insel Klein-Anterman. 3)ürien die Iritfche quaken? Manchen Leutep ist das Quaken der Frösche angenehm, anseren aber sehr zuwider, namentlich wenn sie es in unmittelbarer Nähe hören müssen. Da es nun sehr empfindliche Leute gibt, die sofort zum Kadi laufen, so haben die Gerichte sich schon bis in die höchste Instanz»üt der Frage befassen müsse», ob jemand in seiner Nachbarschaft das Quaken von Fröschen dulden muß. Es gibt hierüber«ine Entscheidung des Reichsgerichts i» Band 47 S. 164 der Entscheidungen dieses Gerichtshofes. Das Reichsgericht unterscheidet zwischen künstlich angelegten Teichen'und anderen Ge- wäsiern. Mit dem Halten künstlich angelegter Teich« ist die An- siedlung von Fröschen und der von ihnen ausgehende Lärm als voraussehbare Folge verbunden. Wird'hierdurch der Cigentüiner eines Nachbargrundstücks in einer das Maß des Gemeinüblichen, Gemeingewöhnlichen und Erträglichen Überschreilenden Weif« be» lästigt, so liegt nach Ansicht des Reichsgerichts ein ungebührlicher- weife erregter Lärm vor, weil der Teicheigentümer durch Ablassen des Wassers den Teich außer Tätigkeit setzen und auf diese Werse den Störenfried beseitigen kann. Ob auch bei natürlichen Gewässern eine solche Verpflichtung des Eigentümers besteht, hat das Reichsgericht nicht entschiede». Es wird bei einem natürlichen Wasserbehälter darauf ankommen, ob dem Eigentümer die Verpflichtung zur Rein- Haltung des Wasserbettes in dein Umfang« obliegt, daß bei Er- füll, mg der Verpflichtung eine übermäßige Ansammlung von Fröschen- nicht mehr möglich ist. Wird dann die Verpflichtung zur Reinhaltung nicht erfüllt und kommt es hierdurch zu einer unge- wöhnlichen Belästigung durch Froschlärn,. so wird in diesem Falle der 8 360, 11, des Reichsstrafgesetzbuchs, der berühmt« Grobc- Unfug- Paragraph, der den Fröschen aber leider nicht bekannt ist, An- wenduug sinden. Gistwirkung der Primel. Die Ziinmerprimel(Lriinula Sinensis) übt aus manche Menschen eine eigentümliche Wirkung aus. Wöh- reich viel« unbeschadet mit der Pflanze uingchen können, stellt sich bei anderen ein unangenehmer Hautausschlag ein, wenn sie der Behaarung dieser Pflanze zu nahe gekommen sind. Es scheint also die Behaarung der Sitz eines für empfindliche Haut wirksamen Giftes zu fein. Zlber nicht mir die Berührung, sondern schon ollein der Aufenthalt in einend Zimmer, wo solche Primeln stehen, kann bei besonders enip�in blichen Menschen einen Ausschlag hervorrufen. Eine positive Erklärung sür diese ins Gebiet der Idiosynkrasie fallende Erscheinung scheint noch nicht gesunden zu sein. f Allgemeine Wetterlage. U«ber Deutschland liegt»innrer noch ein Tiefdruckgebiet. Besonders ergiebig« und anhaltende Regeickall« sind in Mittel- und Süddeulischland gefallen. Verhältnismäßig wenig hat es dagegen ün Osten des Reiches und m den Küstengebietei, der Nord- und Osts«« geregnet. In.Schlesien riß di« Bewölkung sogar auf, wahr- scheinlich«ine ssolge von Föhn am Osiabhang der Sudeten. Es hat uunimehr den Anschein, daß sich das Zentrum des Tiefs langsam nöch Nordosten oerlagert. Infolgedessen wird sich bei uns umner mehr eine weltliche bis nordwestliche Luftströmung einstellen. * Wetteraussichten für Berlin. Bewölkt bis trübe und noch ein- gelire leichte Regemülle, aufkommende westliche Winde.— Für Deutschland. In den gebirgigen Teilen West- und Mitteldeutsch- tands und im Alpenvarlaild noch Landregen, sonst wolkig oder trübe ohne stärkeren Regen, Temperaluren wenig verändert. SozialistischeArbetterjugendGr..Verli« (NntaidiiNjun für dies« Ztubn» mn«el de« �«»oitsekketeflsl > N'ifln(S»68, llmdcnftradt S heule. Donnerstag. Treffpunkte für Osierfahrten: Ar»«»»»«, Via» 7: ISVi Uhr Etbineer Eik?«teifsBolhtt Strohe.— Zoll. »>»h I: lS>i Uhr Tanuqer Sirahe( äiorntaluht). Noch�üqler 19'-; Uhr An- holfct Bahnhof.- ÄolljiUli ll!» Uhr Spchbahnhot Äovdrinq.- S«l»h-l». »Iah: IS Uhr Potstomrr Sohnhof.— Strala«» Sier«elt l7»4 Uhr Hochbahn Warschauer Srllchr. Nach»llqler 18�0 Uhr Bot«do:uer Bahnhof. Schi»«- Sern Ulf 18"i Uhr Sleltine- gernbahnhof sSaiiprireove).— Sch»»h«us«r Bar- stacht: Iva, Uhr Bahnhof iSestmObrunne».— Wilmeradaif: 18 Uhr.Saria- liste, I�ieke".— stehlenOves-Dahlem: 1. tLrnpvr l»'-. Uhr Lahnhoi Lichterfeld«, Vit. Seinlabend fällt au«. Brih I»ach U: 18«, Uhr Sahn- EU« Rudower W; Uhr Kahnhos Schoneoera. Sonn- abend mii Uhr Bahnhof SchSnebera.— Btealil,: 7 Uhr.Rote �Sturm-Ecke". Sonnabenh ebenda rt 20 Uhr.— Reulöl» XI: 6 Uhr Selchower Strohe. Sonn. ffbench 20 Uhr ebendort.— Lichtenbera-Rord, S'j Uhr St-ttiner Bahnhof > Normaluhr).—»uchhal»�"------- Schlesifcher Bahnhof. ö'-j Uhr Bahnhof Blaickenburn ober 8?, Uhr Mari«,»«»!(R.-g.>: Seim Dorfstr. 7...Berliner Sumor.'— Panloi» Ml (R.-!?.): IS!« Uhr!7ahrid«svrechuna her Auto- unh Eisenhahnfahrer. Sonnabend. Treffpunkte für Osterfahrken: Zsalplah II: ZM-, Uhr Bahnhol, Saiui««» Strafe.— Schönhauser Barst» dt: 1W4 Uhr Bahnhof Gesunhbrunnen.— Schönebera M: l8Nj Uhr Stettiner gernhahnbof(Sauottrevve).— RarienselOe-Licht-nead«: 18' z Ubr Poi-bamer Bahnhof.— gehlendarf-Dadlr«: 2. Grurwe. 18", Uhr Bahnhos.g-HIenbart. Mitte.— Brich I unch N: 1» Uhr?ahn. Eck« Rudower Sirah«.— Reuläll» l: lStj Uhr Reute rvlach. Nachchllaler 20 Uhr Stettiner Bahnhof.— ReulSll» 11: 1814 Uhr U.Lahn Rathaus.— Neukölln Vt 18 Uhr Bahnhof Neukölln. Vorträge, Vereine und Versammlungen. FA» Reichsbanner �Schwarz-Rot Gold". «WM S-kchSkt-st-lle: Berlin S 14. S-bastiaustr. 37-38. Hot S. St Donner�aa, 17. April. Wilmeredaef(Ortsverein). 20 Uhr erweiterte _ Borstonhsstchuna bei Lau. Sildeaordt- Ecke Schrammstrah». Neulölln- Brich. L tlamerahfömfr. 19 Uhr ssilniabend in der �totrbuiser Klause", Korr- bnsser Damm.00. An«ehi>riae und Ernnpathisierende herllich willkommen. Zur Seckuna der Unkosten werden 30 Pf. Eintritt erhoben.— Feeita a, 18. A»ril. Mitte. Gruppe.». 814 Uhr Antreten Bahnhof Wuhiheide(Sadowa). Kreuchchera. Kameradschaft IU lZiiae 7 und 8). 10 Uhr Bcrfammluna im Reichenberster Hol. Reichenberaer Str. 147. Bericht non der Gauaeneralnersaiiunluna.— Senn- abend. 19. April. Znnabanner. Fahrt in di« Sächstfche Schweich. Gruppe Dau 18 Uhr im Erdaefchoh-Ginaanq Möckernstrahe des Anhalter Bahnhofs.— Friedoichahain. Blaserckwr. Di« Uebunosstundc lallt in diefer Woche aus. Nächster U-bunasabench am Freiraa. dem 28. April. 20 llhr. bei ZZeumann. Gubener Sirahe 5. Berliner Ma»doli nenne vefniaunp.Nordisch« Klänqe' 19«. Uedunasstunbe feden Donnerstaa um 2014 Uhr im Lokal Burmeifter, Berlin N.. Anllomer Strohe 29. Blattfvieler, auch Damen, willkommen. Band Berlin für Sinheitakneelchrift. Ueduna in allen Gefchwindiakeiten jeden Freitag von 20 bis 22 Uhr im ssranfwisischen Svmnastum. Reichstaas- ufer 6, am Reichstaasaebäud». und jeden Dicnstoq von 20 bis 22 Uhr im Echulhause Utrechter Str. 30—31. am Beddina. Anfänarrkurfe. sowie Ausnahm« neuer Mitchlieder ru jeder Zeit. Auskunft erteilt Frich Plauschinn. Berlin- Zehlendorf, Scharfe Str. 18. Bersammlunq s»»ialer Hauabestcher(Reichsveriband der Freien Kauobestcher DrutLchlands) am Rontaa. dem 28. April, 20 Uhr. im städtischen Ratskeller (Berliner Ralihau». KSniastrahe..Spandau«? Zimmer). Tanesordnunq: Bortran des Herrn Grah. Getchäftsfllhrer. der Berliner Gesellschaft. ,ur Forderung des Cinfamilienhorrses:»Die Mietaestaltunä bei Neubauwohnungen". Die Opel-Ballonjagd. Zahlreiche Besucher hatten sich aus der Nordichleise der Anns cingesunden und nachdem etwa UX) kleinere Ballons sich auf die Reis« begeben hatten, erhob sich der groß« gelb« Opel-Bollon, um schnell nach Norden abzutreiben. Die große Frage war. in welchem der in Deutschland ausgestiegenen Ballons sich der Gut- schein mit dem chauptpreis, einem k-PZ-Opcl-Zweisitzer, besindcn würde. Die Verfolgung der Ballons wurde sofort' aufgenommen. Automobile und. Motorräder steuerten nordwärts. Der Berliner Opel-Ballon platzte über Siemens st adt und ging auf der Laube eines Gartens nieder. Der glückliche Fänger war Herr Johann- S t ü b e r, Berlin- Charlottenburg,»chlütersrr. 10. Die Kapsel enthielll einen Gut- schein für«in Opel-Fahrrad. lieber die Landung des Ballons mit dem Hauptgewinn liegen bis jetzt noch keine Meldungen vor. Smger.prelsaosschrefvm. lltn M zeigen, welche Fülle von Möglichkeit« die Srngev. Nähmaschine samt ihren Hilssopparaten für geschickte Hände bietet. veranstaltete die S i n g e r- N ä hmas chi n« n A.-G., Leip- ziger Straße 92, wieder ein Preisausschreiben. Aus dies«- mal liefert ein« reichhaltige Ausstellung der eingesandte» Arbeiten den Beweis der vielsochen Verwendungsmöglichkeit. Man ist angenehm überrascht, in unserer Zeit der Sachlichkeit und des übersteigerten Tempos Proben von solcher Geschicklichkeit und liebe voller Ausdauer anzutresfen. Dabei dürfen aber— was Recht ist muß Recht bleiben— die Frauen dies Lob nicht einmal für sich allein buchen, denn auch männliche Geschicklichkeit feiert in ein paar preisgekrönten Arbeiten Triumph«. Das ist u. 0. ein großer bunt- bestickier Wandschirm, die» Arbeiten eines Siebenundsechzigiohrigen »nd als Gegensatz ein geschickt verfertigter Kinderruckiock. den ein Neunjähriger lieferte. Hübsche Soulacheorbeiten aus Kissen, Kleihern und Deckchen, Zierstich- und ander« Stickereien, Kleider, Blusen und Morgenröcke mit Hohlsaum, Säumchen- und Kräuselgan, ierung oer- vollständigen das bunte Bild. Gegen 7000 Einsendungen von Berlin und außerhalb liefen ein und über 1000 Trostpreise sollen all den Fleiß belohnen. Die Preise bestehen aus Näbniaschinen, Hilks- apparaten und anderen nützlichen Gegenständen. Die Preis« für die geschickten Kleider, die aus der Kindernähmaschin« ihre Künste zeigten, sind Puppen, Puppenwagen, Nähzeugkasten, Märchenbücher und Konsekt. Die Ausstellung ist ab 22. Apriljäglich bis aus weiteres von 10 bis'20 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Leiser-Kiliale Schönhauser Allee. Am Bahnhof Nordring, in der Sch ö»hau s« r A ll« e 90, hat dos Schuhhaus Leiter eine neue Filiale eröffnet. Das Erdgeschoß des Hauses, dos als Verkaufsraum dient, wurde durä, geschickte baulich« Veränderung und äußerste Raumausnützung seinen Zwecken dienstbar gemacht: so wurde der Flügel gekürzt, die Haus» wand abgefangen und 2 HO Meter weiter in den Hof hineingerückt. Durch Unterspannen wurden die llnterzugskonstruktionen um'ichtbor gemacht. Die architektonische Innengestaltung ist ganz im Rahmen moderner Sachlichkeil gel>alren, ebenso wurde auf jedwede prunkvolle Materiolverwendung verzichtet. Mit einer sehr hübschen Otter- Überraschung hat sich di« Firma hie Gunst ihrer ersten hundert kleinen Kunden gesichert. Hundert Paar Schulstiesel mit je einem farbigen Luftballon wurden an bedürftig« Kinder verteilt. Nen«®»i)-«uMo*« Bei Batadam. Fm Sijtwesten v»>! Berlin,-ckwa 10 Kilometer von Poloimm, liest dos Rittergut A1t-Lan«erwisch. Für tneir» wunderfckion aeleoen« Gut bot Professor Ianfen, der bekonnte Ätädl eoov.er. einen Siedlunqsvlon oufocftellt, der von den»uitänbioen Brbdrden qeneiimtqr wurde. G!eiä> out»eeionet für douernden Wobnssi, wie zum Wochenond» ouienibolr wird dir Wold- lind Gortensscdluno Alt-Lonoerwifck» ollen denen. die wirilick» Rube und Grboluna tuiben.«in kleines POroÜws fein. Eine toebelr er'Bi.-ner? Druckschrift Oidi Au'ichluss llbrr olle» Wissenswerte, ste ist koitewket rrbältlich NON der Funk'sä>en Gutsoerwoliuno. Alt-Lonoerwisch, Post M'.chen» dvrf oder deren Siodtbitro: Berlin RW. 7. Fri«drich-Et>«rt-S»r. 28. Bier Tone aeböre» Dir! Bon Korfreitoa bi» Dstermontoo wird der All'oq mit seinem bomn..Muk" ous seinen Rechten verdränot. Mon darf mal wieder Mensch sein und noch seinen Neiaungen leben. G« gibt auch keinen Finperotin:.Rauchen vrrtoteni" E» beißt vielmehr:»Kein Feierkog obre. Loefe? und Wolff-Zigorren. die ouch die Gäste gerne rauchen. Und jedem Monir ein Osterei mit L. und W..Zrgorrrn:" Die E»ro»o-Schreib»>oichinen-A.-E. bringt unter der Rr-eichnuna.Oirinn'.-.". Schreibingschin« ein neue» Modell ibrkr Klaviotur-Schrcidnioschine out d-n Morl:. Bei der Konstruktion dieses Modell» wurde besonder» ouf di« immer w-iter fortschreitende Rot!on«ltIi«rilNg im Büro- und Buchungowefen RtickstGt genommen. All« neuieitliSien Errobtunge» in Schteibmofchineniodrikotion und.tcchnik hoben Anwendung gefunden. Die neuorttgen konstruktiven Lo- simgen an der Olvinpio-Schreihnioschine bringen Zciter'porni, und angenehme Arbeitserleichierung. Dir Mpfchlne wird in verschiedenen Wooenbrcitcn folme ferner olo Buchnnosmoichin« mit Sptttolvorfiecksinrickitung und Reck>enwerk .SoIiOmat* geliefert.(Siehe dos heutige Inserat.) Verantwortlich tstr Politik: Dr. Gurt Gener: Wirttchaki!®. Klingelhölerz Gewrrkschoiksdewegung: I. Steiner: Feuilleton: K. H. Döicher: Lokole» und Sonstioes: Fri» Karstadt: Apre igen: Td.»lack«: sämtlich in Brrlin. Lerlao: Boiwärts-Verlgg D. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Verlogsonstält Pool Einger u. Sa., Berlin S9B 88. Ltndenstraßr I. Hier,» 2 Beilage» und �lnterhaltnng»nd Bissen". titJui/ußu* V•****<•*«•«« Vmremi-»«M»«»»»»»»» wwiwliBHee 0 Citr, f Uch»,•hat Iii lamlic lind vt« f arttad•HgcithltMaa 1 Telephonische Bestellungen werden bereits ab 8S0 Uhr entgegengenommen! 1 Oster-Konfitüren DBSsert-05lereier,#(ji!i.st.30.20.lOpf.> Proliieo-HüM..... pH yZx. BssiiBnk-DMereierst 5C0 3t# 2M l0' MoikabsiineD............. � 95pl SdioltöladBn6aienst.§5.50.30.10pf. Saadfiebäck..............'..pftQSpt GeleemlsdiaRd......... 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Eisbein mit Spttebeui, gepftkalt.........PM. 68pf. kalbsschnüzei. kaibsrouladen .Ptch ton 2,20 PM. tob 1,58 an Hammetvorderfleisch..... pm. ,0° 98pun Suppenfleisch................ m ron 78pf an SchntOrfieiSCh Keale ohne Knochen, PM. 1,28 Schabefleisch i..................... ml, 30 Hackepeter gewsm.................. pm.1.12 GulaSCh[reinieont......... Pich 98Pf. | ROaStOeet onne Kuuühen............ PM. 1,68 kalbskotelett............... p«d von 1.58.n Rindernierentats ron............... pm 38«. Gefrierfleisch Schmorileiscn ohne Knudien............. PM 1.20 QlllaSCh ohne Knoi-hen.............____ PM 9$Pf. Suppenfleisch.................... pfd. tod 74Pf.«n Hammelvorderfleisch........... Ptd. von 84Pstan HammelrUcken.......................... pid.»SP'. Rinderbacken ohne Knochen, friech..... PM. 50P'. Rinderherzen frisch...................... pti 60p(. Rinderlungen irisch....................„pm 36pi. Euter frisch........... Pich 26P'. Rlndcrleber gefroren..................... ptd. 1,16 Sehwelneköple mit Bach*, ittfch....... im. 44Pf- Dampfwurst Sülzwurst Speckwurst pich 92 pt Hühner gefror«* 85 Pfd. von' ' Pt an Enten gairorm «20 PM. von■ an Maslbiihner irisch geschlachtet 1** Ptd. von W an Puten gefroren Pfd. von Pk. an Frische Eier lOBtck. TFO von m mm Fi a» Wurstwaren Fetler Speck Pfd. ▼. 98Pk.an Leberwurst HMa«.4rt. püI.IO Jagdwurst.......... Pid.1,10 Knoblauchwurst.. Pfd. 1,15 Mettwurst IrumbnMPM. 1 ,28 Schinkenpolnische pu. 1,38 Feine Leberwurst ptd. 1.40 ZervelattövSalami Pfd. 1 ,58 Teewurst............pfd.1,75 Holst. ZervelaNodar,.. Salami wat....... Ptch t.LO Zervelatwurst, In Fettdara...........Pfd. 1,88 Schinkenspedc..,.«11,88 Backartikel Auszugmehl pJJ 26. 28pi. BaatalLSO, 1,60�6 2 P'- Kartoffelmehl...pm, I8pt Maispuder....... pm. 30p(. Kokosraspel..... pji 54pt Sultaninen Pfd. von 38p'.an Korinlhen........ Pfd. 54p(. Rosinen............ pw. 58pf. SüsseMandeln...pfi 1,60 Bitlere Mandeln.pm. 2.30 Zitronat......... ,.pfd. 1.40 Vanillezucker b pav. 20pt Vanille in Gläsern t siang»! 8, astg.35, 3£tj.50P'. Käse u. Fette Camembert Schachtel 1 8pt Allg. Stangenkäse,. 20%................. PH. 45pt B lock käse Tii«.irt,2o»;0.pfd.72pf. TilsilerroUlett Pfivon78p/.an Dän.Schweizerao»/ttPM.80pf. Slelnbusch.rtirlis. PfirSSpfm Münsterkäse«/»dt�tiSOpk. Edamer 40% pm. von 98?'. an Kaakailaeiiar Schweizer......... pfi 1.15 Margarine... m 50, 62?'. Molkereibutter„pm. 1,28 Tafelbutter....... pki 1.52 Dänische Bulter I pfi 1,68 Obst, Gemüse Ta|eläp{el I;— pm. 48?'. Jaffa-Aplelsinen»pm.95pi. Apfelsinen...... 4pm,85p'. Blulap|eJsinen..3P(i68p'. Bananen......... 2PM,85pt Ananas kriaob.Pkj.von 80?'. an Zitronen..Dut von 32?' an Erdnüsse.......... pji 38?'. Weisskohl.........p'i 5Pt Rolkohl............ pu 1 2pl Wirsingkohl...... Pii�Pt Spinat........ p'i24pt Sellerie............ m 9pt Salat........... 2 Kspfe 35pf. Elmar ca. 2 Pfd. KOHfltÜrö Eimar ca. 2 Ptd. Pflaumen................ 80P'. I Erdbeor.................. 1,40 Aprlkoaan, Johanniab, 1,1b Ananas.................. 1,45 Hlmbeer, Klmch...... 1,30 Viar'rucht-Wlapmelada 85?f. IBZZar ll.ilsti,. Mark/FI. I tülfi_ ndonlmhanor»orcttslioher Bowlen- nnJ V|B IvZOfif EUCllkUoCllCl kleiner Tibfhwrin. Piarchc B 3 i': 7,00 InJrL st, KI. lOfi. „teudak" Krim-Botwein l.ZS 12,00 .. Alü«cata"Y6r:. Cri.n-OeMertv.l ,40 1 3,80 Feiner alter Urrttcaa... 1,40 11,80 Origlaal laiel Samot....: 1,60 18,09 Zur Bowle: «data, Vitnviu Htm 1,00 d-Ur. pL 4,75 VersaebenSieans�r�n Schloss Ayier Herren- berg-Ausleee, vörzflcl Traubenschaum-weiii.; f 1. ggy-flgHeh 1,00 Btener nyo Fl�cn !0Z5 ivr D'.otsckl. J-U ifc;e Mte Für das Osterfest: Bowlen- und Tafelweine In nnsficu bekannt guten QualuJtca. Preise ohne flische.> ,PI. 10FI. 1329arTrei»tr Grctchan i-»90 1 ISHer Liuerar Niadarbarg 1,69 15,00 1938ar Oppenhaimar., J-Pi. I 19154r WlliinserEloiterhj. 2,19 24,Ci) 1928«rDlirkh. Faucrkerg I Infi. 10.50 1,??«r Ha. Ig. Mehrhölici. 2.26 21.00 1926,r Senheim, l»»,,»>25 l- rl lüller idm«. Hasen, p.'cng 2.60 22.50 ............ 1. 1 12,M i""■"------------ VorcOjL Ca,)• Dessertwein 2.59 22,59 1. i 1. IstF l. Sonnangartnw.......... 1,69 16,00 1921 irHtutS(ut gamt, pu 14pt "Kabeljau im gana, PM. 1 4P'. 'Zander ge'n. P(1 von 60pf. an 'Kabeljaujilet.... pu 2Spt 'Schollen......... apii 22pt 'Schellfisch........ P'd.22pt 'Rolbars........... pm. 38pt 'Grüne Heringe3PM.46pt *) In allen Htnieni aosaar Indnualr. Räucherwaren Bücklinge....p«. 24. 32pt Rogen.............. m35pt SeeladlSgerinchert, P'ch 36pt Riesenflundern., pm. 40?'. Sdiellflsdl geriuch.P'l 42pt Portugies. Olsardinen JÄr�pi, 85pt Kolonia! waren| Hartgriess........ pii 32pt Eier-BandnudelnpiiSOp'. Eier-Fadennudelnrid 52p' Palna-Reis........ p.m 28p!. Backobst.... 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