Morgenausgabe Freiiag ÄSÄiSS:■■ MM Uum 11 1» uWwP Auswärts 15 Pf. cinlch!,. blich 60 P-g-P-stzeilunzs. und JKJI! k-s»! Ka B■ W) H H WW W W» // B y,SB i�/7 ,2 Pfg� P°,tbest.llg-d2hr.». Au.I°nd» jtmM I IHM!■■ H H H H BH B V) B M/ m.-,n,p-lllz. N°np°ttM-z� »bonnemerU S.— M. fto Slonal. WWW j kW B B B B B B B B B B üM v M Pfennig, RkNc>m-,-iI- 6.- Reich« * m■■ fl M MJLJK Ml Ml M■' WM' ?«r.Sonnlr!»* erfchelnt DochcntSg. BH I I BH BH X- ftltgtbruitte morfe).|rb» meitere fflort I-ch jmeimal. Sonntag» und Montag, BH I I JHL\ B« Vftnnig, Si-ll.ng.iuch. da» trft, einmal, die SIl>«abau»gabm für Striin BiLSl B� JmLV WH«Ott lS Pfennig, jtdt» mtlltr« Won' „nd im chandti mit dem Titel Dtr 1 1 1■. BS£, 10 Pfennig. Worte übet 15 Buchstabe» Abend'. Illustrierte Beilagen Lall X' jöblen für zwei Warte.«tbeilemotU ÄSÄte'äS: 4flLe*BÄaifc< feSÄKSSZÄ .BrCItttBg WWWWW-• fcateftBr*"* Äentrawrsan der Goziawemoßratischen Partei NeutsOlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Kernsprecher: Dönhott 292—297 Telegramm. Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Wer ist's? „Das Etaaisschiff" und sein Herausgeber. Die Herren Brüning und Treviranus sind von der Zeitjchrist..Das S t a n t e i d) i f t" abgerückt, die eine gehäffige und beleidigende Polemik gegen ihre Miiiisterkollegcii Curtius und Wirth geführt hat.„Das Staatsjchiff. Halbmonalsschrift sür Politik und Kultur", ersch-eint nn Berlog der Deutschen Rund- schau.?lls Herausgeber zeichnet der verantwortliche Innen- Politiker des„Deutschen", also ein Redakteur des amtlichen Organs des Deutschen G e w e r k s ch a s t S b n n d e s. dessen Geschäfts- jührer bis vor kurzem der Reichskanzler Dr. Brüning war. „Ketie Posten sür Polenvertrag." Hinter den Kulissen des Kabinetts Brüning. Die Wünsche der Herren vom..Gardestellenjägerbataillan" noch Gesandteilposten können vorläufig nicht erfüllt werden. Herr von Lindeincr-Wildau muß warten. Das große Revirement im diplomatischen Dienst ist aus den Herbst vertagt. lieber die Hinter- gründe der Vertagung erzählt die Hugcnbergsche„München- Ä u g s b u r g e r A b« n d �e i t u n g": „Hinter diesen Dingen spiell sich e üi großes Spiel ob. Die volkskonserotive Gruppe, verstärkt um einige Per- sönlichkeiten aus der Mitte, wünscht noch wie vor den Sl b g e- ordneten Treviranus an die Stelle des A u ß.« n- Ministers Curtius zu sehen, um dann das Revirement nach ihren Wünschen, die vielfach persönlicher Art sind, durchführen zu können. Curtius, der mit seiner Gruppe dieses Spiel durch- schaut und.zu durchkreuzen gedenkt, ist im Augenblick jntjeiner Abwehr behindert, da er der Gruppe Treviranus im Ka- binett zur Annahme des deutsch-polnischcn Hau- delsvertrages und einiger anderer der Oesfentlichkeit wahr- scheinlich noch unbekannter Abmachungen bedarf. Infolgedessen ist man dazu übergegangen, die Reform des Auswärtigen Dienstes, die schon längst eine Ztotwendigkeit ist, bis in den Herbst M verschieben." Daß die Gruppe Treviranus ihr« Treibereien gegen Curtius nicht eingestellt hat, ist bekannt— stehe„Staatsschisf". „Fette Posten mir Pvlcnvcrtrog"— so überschreibt die„Min- 'chen-Augiburger" ihre Enthüllung. Das ist eine Prägung, die sich würdig dem vorhergehenden anschließt:„trpeckzoll für National- IjjioRtit" tnrb„Schutzzölle für Elsaß". Vorwarts-Verlag G. m.H.H. Sorge im Brüning-Block. Angst um Westarp. Graf Westarp hat in der„Kreuzzeitung" die Haltnng der deutsch- nationalen Fraktionsmehrheit erläutert und dabei erklärt:„W i r bleiben in der Opposition. gegen dieses Kabinett." Dazu bemerkt die„B ö r s e n- Z« i t u n g" mit großer Besorgnis: „Wir wänden es bedauern, wenn Graf Westarp im Sinne obiger Ausführungen etwa den Versuch machen soll«, die bisher zu positiver Staatspolitik geneigten Teile der Deutsch- nationalen Partei wieder in ein« unfruchtbar« Oppo- s i t i o n zurückzuführen. Wir glauben auch nicht, daß ein solcher Versuch bei asten den Abgeordneten, die kürzlich sür die Regierung gestimmt haben, oon Erfolg begleitet sein würde." Hier spricht die Sorge uni den Bestand des Kabinetts Brüning! Aber nicht nur das ollein. Was soll aus der Gruppe um 5gerrn Treviranus txn den nächsten Wahlen werden, wenn nicht Zu- zug zu ihnen stößt?__ Schieles Ostergefchenk. Wirtsschaststonflikt auch im Völkerbund. Warschau, 17. April.(Eigenbericht.) Der polnisch« Delegierte beim Völkerbund hat von seiner Ac- gierung den Auftrag erhalten, Protest gegen die vom Reichstag beschlossenen Jollerhöhungen zu erheben. Die polnische Presse glaubt, daß der polnische Schritt von einer ganzen Reihe anderer Staaten unterstützt werden wird und deshalb in Genf nicht un- berücksichtigt gelassen werden könne. Der Verband der Landwirtschaftsorganisationen hat der Regierung ein Memorandum überreicht, in dem darauf hingewiesen wird, daß sür den Fall des Inkrasttretens des A g r a r- Programms der Reichsregierung der deutsch-polmsche Handels- vertrag für die polnisch« Landwirtschaft seden Wert verliert. Di« Regierung wird deshalb aufgefordert, entsprechende Maß- nahmen zu ergreifen. Die halbamtliche Agentur meldet, es stehe noch nicht fest, ob die polnische Regierung auf die Antastung des wirtschajtlichen Gleich- gewichte durch Deutschland mit der Ablehnung der Ratifizierung des Handelsvertrages oder mit entsprechenden polnischen A Ii s- g l e i ch s z ö l l e n antworten werde. Postscheckkonto: Berlin 37539.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr 65. Dt. B u. TiLc-Ges.. Tepofitenlast« Lindenstr. 3. Gnowdens Budget. Angriffe von rechts und links. (Voq unserem Londoner Korrespondenten.) E. W. London, am 15. April 1930. Nur Primadonnen, Filmstars und Boxer atmen die Luft, die Jahr für Jahr am B u d g e t t a g den britischen Schatzkanzler umweht. Wer immer er sei— was immer er plane.— er ist vom Zauber des Geheimnisses umgeben, von Zeitungsleuten eskortiert, von Kamera- männern verfolgt und von Neugierigen umdrängt. Menschen sammeln sich vom frühen Morgen an vor seiner Dienst- wohnung in Downing Street, Menschen begleiten ihn auf dem Weg zum Parlament, Menschenmengen überfüllen die Galerien und Tribünen des Unterhauses. Wie er sich räuspert und wie er spuckt, wird an diesem Tag beobachtet. verzeichnet, glossiert und gedruckt. Ist es W i n st o n C h u r ch i l l, konservativer Schatzkanzler in den Jahren 1925 bis 1929, so wird die Oesfentlichkeit mit all den kleinen, der Nation ach so teueren Zügen vertraut gemacht, die diesen ewigen Schulbuben kennzeichnen. Die ganze Nation wünscht, so scheint es, einen Tag lang waghalsig, kampfmutig und verantwortungslos zu sein wie er. Die Nation trägt Churchill. Ist es P h i l i p S n o w d e n, so ist das Land an diesem Tag aller Tage auf kaustischen Humor, auf Porkshire-Bieder- keit und-Fanatismus der Ehrlichkeit gestellt. Die Nation trägt Snowden. Der Fremde mag zuerst glauben, dies sei nichts als eitler Firlefanz. Aber er wird vielleicht später entdecken, daß solcher H e r o e n t u l t des Schatzkanzlers mit seiner Eintags- glorie eines tieferen Sinnes nicht entbehrt. Nicht ganz um- sonst steht der britische Schatzkanzler stärker im Brennpunkt als feine Kollegen in Deutschland, Frankreich oder Italien. Ist er doch ganz anders das Subjekt seines Budgets als irgend ein kosttinentaler Finanzminister. Keiner unter ihnen ist frei. Jeder ist von den polittischen und sozialen Grund- lagen seiner Regierung, der Wirtschafts- und Finanzlage seines Landes und den Mehrheitsverhältnissen seines Parla- ments bestimmt. Aber der englische Schatzkanzler ist traditionell innerhalb der gegebenen Grenzen souverän. Cr hat bestimmte Summen zu finden, in denen sich die Finanzlage und die Politik seiner Regierung spiegelt. Aber er ist beinahe frei darin, w i e und w o er sie findet. Sein Budget entspringt keinem Kompromiß der Frak- t i o n e n und auch das eigene Kabinett wagt nicht, sich ein- zumischen. Selbst der Ministerpräsident, so unglaublich es klingen mag, wird vom Schatzkanzler e r st am Vorabend des Budgets nur von ungefähr unterrichtet: das Kabinett selbst aber erfährt die Geheimnisse e r st a m Budget morgen, an dem nichts mehr zu ändern ist. Der britische Finanzminister schwebt nicht nur darum hoch über allen seinen Kollegen, weil er selbst entscheidet, sondern auch, weil dem Parlament so gut wie keine andere Wahl gegeben ist, als Ja oder Nein zu sagen. Es kann die Regierung über dem Budget stürzen, aber es kann keinerlei Etatserhöhung vornehmen, kann nicht mit ihm feilschen oder ihn erpressen. So ist er wahrhaftig der H e l d d e r S t u n d e. wenn er au der Dispatch-Box stehend zur Budgetrede ansetzt. Snowden s jüngstes Budget spiegelt denn auch den Mann in höherem Grade persönlich wider als irgend ein anderes europäisches Budget seinen Finanzminister. Es ist ein anständiges Budget. Churchill pflegte mit der Freude eines kleinen Jungen mit Ziffern und Posten zu jonglieren, Fehlemnahmen durch kleine Tricks wegzuzaubern und rück- sichtslos Fonds zu plündern, die für andere Zwecke' ge- schaffen waren. Aus Snowdens Budget strahlt das Sl n t l i tz eines ehrlichen Kaufmannes. Er sucht nichts zu verbergen, er kennt keine Ausflüchte. Er hat ein Defizit von seinem Vorgänger übernommen, hat mit sinkenden Einnahmen gewisser Steuern zu rechnen und für die gesteigerte sozialpolitische Tätigkeit seiner Negierung Mittel zu finden. Snowden sucht nichts zu verheimlichen. Er geht daher direkt auf die Ein kommen st euer, diese Säule der britischen Finanzpolitik zu, erhöht die Zusatz st euern für die Rieseneinkommen und holt sich durch eine stärkere Staffelung der Erb- s ch a f st e u e r n das Nötige. Dabei verfährt er keineswegs mechanisch. Er schont die kleinen und mittleren Einkommen und packt dafür die großen stärker an. Er schont innerhalb seiner Steuererhöhungen die Arbeitseinkommen und zieht die Schraube für die arbeitslosen Einkommen an. Seine Steuer- erhöhungen treffen kaum jemand, der unter tausend Pfund Sterling(also 20 000 Mark) verdient, sie fordern von dem Unverheirateten mehr als von den Verheirateten, von den linder armen Familien mehr als von den kinderreichen. Sie treffen keinen Menschen beim nötigsten, nicht einmal bei seinem Spartrieb. Drei Viertel aller Bürger werden überhaupt nicht berührt. Snowden setzt erst dort an„ wo der höhere Luxus- k o n j u m beginnt oder die Sparsamkeit zur Investition von Weiter! GewerkscMtsiHitgliederl Der Schrittmacher des Achtstundentages, der 1. Mai, kommt heran. Und wieder fordern wir euch auf, ihn würdig zn empfangen. Noch immer kämpfen wir um die Ziele, für die der 1. Mai symbolisch geworden ist: gesetzlicher Achtstunden- tag, Arbeiterschuh, Weltenfriedc. Es sind die alten Worte, die seit 40 Jahren zu Parolen der Arbeiter aller Länder geworden find: aber im Laufe der Zeit haben sie einen viel größeren Inhalt bekommen, als die ersten Demonstranten vor 40 Iahren ahnen konnten. Die Welt hat ihr Gesicht verändert Staaten find zusammengebrochen, andere entstanden. Monarchien verschwunden, die unentwurzelbar schienen. Die Demokratie zog in den Ländern ein, die Masten wurden politisch zu Bildnern des Schicksals. Auch die wirtschasllichen Organisationen der Ardeitenden wuchsen. Millionen und aber Millionen formen heute im Klasienkompf die Lohn- und Arbeitsbedingungen. Aber auch die Fabrik von heule ist neu, und neu sind die Produktionsmethoden, die in ihr angewendet werden. Immer entbehrlicher wird der Arbeiter. Massenarbeitslosigkeit, früher eine vorübergehende Er- scheinung, wird zur Regel. Millionen, die mit dem besten Arbeitswillen ausgerüstet find, bevölkern arbeitslos die Straße. Die Unsicherheit der Existenz wächst in bedrohlichem Maße. Diese neue Situation zwingt zu viel umfassenderen Maßnahmen als bisher getroffen wurden. Die neu gewordene Welt wird sozialpolitisch sein� oder sie wird nicht sein. Arbeiterschuh, gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit, überhaupt Sozialpolitik in weitestem Umfange werden die Pfeiler sein, die das Staalsgefüge nicht entbehren kann. Arbeiter! Gewerks chaftsmitglieder! Ihr seid die Träger des demokratischen Staates. Ihr könnt euch den Einfluß erkämpfen, den ihr braucht, um bestimmend zu sein, wo es sich um Gesehe Handell, die euer Wohl und Wehe betreffen. Euch sagt der 1. Mai: Nutzt die Macht, die ihr habt! Benutzt sie nicht nur politisck). Stärkt eure Gewerkschaften. Ohne Gewerkschaften keine Demokratisie- rung der Wirtschaft. Starke Gewerkschaften sind die starken Grundlagen eurer Rechte und eurer Freiheit! Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Die Bombenverschwörung. Ausklärung der letzten Gprengstoffanschläge.— Eine dritte Bombe gefunden. Kapital geworden ist. In seiner Zollpolitik bleibt er Freihändler. Aber seiner Wirksamkeit ist hier durch das Defizit eine enge Grenze gezogen. Er hat die Mac» Kenna-Zölle nicht aufgehoben: die Industrieschutzzölle wird er nicht erneuern, wenn sie ablaufen. Es ist eip K o m- p r o m i ß, aber verständlich genug in einer Zeit, in der der Protektionismus wuchert und den Freihändlern durch die Haltung der Regierungen der übrigen Staaten das Leben erschwert wird. Hier setzt die Kritik ein. Die Schutzzöllner toben über Snowdens freihändlerische Prinzipien, wiewohl er ihnen praktisch im Budget keinerlei Ausdruck oerleihen konnte. Die Presselords und ihr Anhang sind über die Steuererhähungen erbost. Snowden, so heißt es, drossele die Kapital- a n l a g e, er rühre an den Kapitalhintergrund der Nation. Es ist das alte, alte Argument. Aber der Schatzkanzler lächelt. Er ist ein zu guter Oekonom der Nation, um nicht das Für und Wider sorgfältig gewogen zu haben. Er weiß, daß sich, abgesehen vom inoralischen(das sich für ihn von selbst versteht) auch ökonomisch die gesteigerte Kaufkraft der Millionen infolge gesteigerter Sozial- Politik gegen die Fanatiker der Kapital- b i l d u n g verteidigen läßt. Die führenden Männer der City haben es oft genug selbst betont, daß mehr Geld als je nach Anlage sucht und daß für jede aussichtsreiche Produktion das notwendige Kapital vorhanden ist. Der konservative Eni- rüstungssturm ist kurzlebig wie ein Aprilschauer. Er ist kü n st l i ch wie Theaterdonner. Er ist unehrlich wie die Leidenschaft im Film. Kaum ist die Empörung aufgerauscht, so ist sie auch schon wieder vorüber. Snowden hat sich keine finanzpolitische Blöße gegeben. E r n st e r als dieser Angriff von rechts ist die Attacke von links. Die Radikalen im Arbeiterlager tadeln die Snowdensche Orthodoxie, die Rechtgläubigkeit seiner Finanz- Politik, die die soziale Entwicklung und sozialistische Verwirk- lichung der Entscheidung des Parlaments überläßt und das Budget zum Ausdruck der politischen Kräfte und nicht zum selbständigen Hebel für die Umformung der Wirtschaft macht. Diese Gruppe hat Snowden den Krieg erklärt, weil er die Reichen nicht stärker belastet, die Einkommensgliederung nicht stärker verändert, den Sozialismus nicht durch die Hintertür des Budgets eingelassen hat. Aufassung steht hier gegen Auffassung, und niemand wird den Männern von der Clyde das Recht zu ihrer Ueber- zeugung absprechen. Nicht das Recht zu ihrer Ueberzeugung— wohl aber die Berechtigung ihres Tadels! Das Parlament ist in seiner Mehrheit nicht sozialistisch, es hat dem Schatzkanzler keine sozialistische Aufgabe gestellt. Snowden ist der Sach- walter der parlamentarischen Beschlüsse. Weigerte er sich, diese Situation anzuerkennen, handelte er nach dem Rezept der Linken, so risie er die Führung der Politik an sich, so usurpierte er die Rolle des Ministerpräsidenten, der Fraktion, der ganzen Partei und stürzte das Land Hals über Kopf in Neuwahlen. Snowden hat darauf verzichtet, sich zum Diktator aufzuwerfen. Er hat auf Sicht budgetiert. Er gibt der Regierung, was der Regierung ist, und was sie bei den Liberalen durchsetzen kann, er überläßt es, feinen demokrati- schen Grundsätzen getreu, der Gesamtheit der Berufenen, das Ausmaß und Tempo der sozialpolitischen und sozialistischen Entwicklung zu bestimmen. Er hat in seinem Budget als ein ehrlicher Makler zwischen seinem Gewissen und der. politischen Forderung der Stunde ge- handelt._ Preisgabe der Emelka. Oa6 Brüning-Kabinett will es.— Wer wird Käufer zu welchem preis? . Das Reich hat feint Vertreter aus der Gtnclfa zurückgezogen. Dadurch ist das Schicksal des zweitgrößten deutschen Film- Unternehmens entschieden. Als dos Reich vor Monaten die Aktien der Emetta übernahm, ließ«s sich hauptsächlich von politischen u>ll> kulturellen Gründen leiten. E» wollt« die Cmelka nicht tu die Hände Hugcnbergs sollen lassen. Außerdem sollte das Unternehmen vor ausländischer Ueber- sremdung bewahrt und zu einem erstklassigen kulturpolitischen Instrument ausgebaut werden. Aus dielen Plänen wird jetzt nichts. Das Reich hat sich gegenüber der Cmelka desinteressiert und hat dem durch die Zurückziehung seiner Vertreter Ausdruck verliehen. Dieser Schritt ist aus etne Entscheidung des Reichs- k a b i n e t t s zurückzuführen. Di« Regierung hatte sich dieser Tage über die vorliegenden Pacht- bzw. Verkaufsangebote schlüssig zu weiden: u. a. tag das Angebot einer Gruppe vor, die vorzugsweise aus-kulturpolitischem Gebiet arbeitet. Sie war bereit, lmter Bürg» schast einer Großbank einen großoren Betriobstredit zur Vevfügung zu stellen und dem Reich ein« ltprozentige Dividende zu zahlen. Das Angebot ist-finanziell alsäußerstgünstigzu bezeichnen. Außer- dem wollte di« betrefsend« Gruppe Sicherheit dafür bieten, daß sie im Sinne der Weimarer Verfassung wirken würde. Das Pacht- angebot wurde jedoch abgelehnt. Dagegen wurde ein Angebot an- genommen, das den Verkauf der Cmetka vorsieht. Der Verkauf des Unternehmens ist Sache des Re ichsfi nanzmi ni ste riums. Wahrscheinlich wird di« Emclla inausländischeHände fallen, und wir oermuten, daß die vielen Venrüttler bei diesem Geschäft sehr gutoer.dienen werden. Oder-intevessiert sich noch dem politischen Systemwechsel jetzt Herr Hugenberg für das vom Reich mit großen Berluston sanierte Unternehmen. Das Reich, in dessen Hände die Cmetka zu einem aussichts- reichen Unternehmen hätte werden können, erleidet bei dein Verkauf zweifellos MiHionenverluste. Die Steuerzahler haben schon deshalb das Recht, möglichst bald zu erfahren, unter weichen Be- dingu ngen der Zlertauf vor sich gehen und wer der Käufer sein soll. Sie haben weiter da» Recht zu evsahren, weshalb man dos Pochtangebot abgelehnt hat. hindenburg» Reise an den Rhein. Die vom Reichspräsidenten nach der Räunmng beabsichtigte Reise in die zu>eit« und dritte Zone des besetzten Gebietes ist für di« Woche vom 20. bis ZI. Juli vor. gesehen. Als Hauptort« für den Besuch des Reichspräsidenten sind der Reihenfolge noch Speyer, Mainz. Koblenz, Trier und Aachen in Aussicht genommen. 3a Dänisch- Rordschleswig haben die Vorsitzenden der vier deutschen.Kreisschulvereine beschlossen, drei zum Abitur führende Gymnasialtlassen In Apenrad« einzurichten: es soll sofort noch Ostern mit der untersten Klasse begonnen werden. ' 3n Rom wird zu Ostern ein Museum eröffnet, das Gegenständ« rnis den Jahren 110 v. Chr. bis 1900 n. Chr. enthält. Soweit, sogut Aber alle diese Gegenstände tragen—„das faschistische Liktoren'. bündel". Dabei ist dos altrömische Zeichen erst vor knapp zehn Jahren zum Abzeichen des Faschismus erniedrigt worden, der selbst lmnn älter ist. Also ei« Rekords chtr-iadel mehr! Altono. 17. April. Den Bemühungen der Polizei ist es. wie das hiesige Polizei» Präsidium mitteilt, gelungen, in den Bürormmren der Papierwaren- fab-rit von L. W. Treu u. Co. einen dritten Koffer mU Sprengladung aufzufinden. Die Sprengladung war ebenso wie die, über deren Beschlagnahme bereits bericht-et worden ist, von Dr. Hellmann u. Koch angefertigt worden. Den Koffer hatte der Prokurist der Firma Treu u. Co., Karl Kienitz, von dem Kaufmann von Wilamowitz-Möllen- darf im Auftrage von Dr. Hellmann erhalten. Der Koffer hatte die gleiche Anordnung wie die bei den Sprengstosfanschlägen in Bad Oldesloe und Neumünster verwendeten, das heißt er war bis auf die Zündvorrichtung vollkommen montiert, und der Kanister war mit über zehn Psund einer gefährlichen Sprengmasse gefüllt. Diese dritte Sprengladung war für einen weiteren Anschlag vorgesehen. Oer Rückzug Wirths. Eine amtliche ErNanmg. Amtlich wird mitgeteilt: Nachdem die Mischen dem thüringischen Stoatsministerium und dem Reichsministerium des Innern bestehen- den Meinungsverschiedenheiten in schriftlicher und mündlicher Cr- örterung eine Klärung gesunden haben, insbesondere nachdem das Thüringische Staatsministerium die bestimmt« Erklärung abgegeben hat, daß Nationalsozialisten in die Thüringische LandeSpolizei nicht aufgenommen und auch sonstwie die Bedingungen für die Gewährung von Reichszuschüssen für Polizeizwecke nicht verletzt worden seien, hat der Herr Reichsmi-nister des Innern sich in der Lage gesehen, die bisherige Einstellung der Ueberweisungen des Reichsministerluins des Innern für polizeiliche oder andere Zwecke auszuheben. Di« Meinungsverschiedenheit über die Der- saffungsmäßigkelt des 8 2 Absatz 1 des thüringischen Ermächtigungs- gssetzes wird auf dem in Artikel 13 Absatz 2 der Reichsverfassung vorgesehenen Wege durch einen gemeinsamen Schritt der Reichs- regierung und der Thüringischen Regierung einer Entscheidung des Reichsgerichts zugeführt werden. Wegen der Vereinbarung eines Zeitpunkts für den in Aussicht genommenen Besuch des Staatssekretärs Zweigert wird sich dieser mit der Thüringischen Regierung unmittelbar in Ver- bindung setzen. Bei diesem Besuch wird auch die Art und Weste der gemeinsamen Anrufung des Reichsgerichts aus Grund des Artikels 13 Absatz 2 näher zu erörtern sein. Die Thüringische R«< gierung hat zugesagt, daß bis zur Enstcheidung des Reichsgerichts solche Bersetzungen in den Warte st and, die ihr« Grund- tage nur in ß 3 Absatz 1 des Ermächtigungsgesetzes finden, unter- bleiben. Trost bei Hugenberg. Gespendet von der»Roten Zahnes Es ist keine angenehme Situation, dauernd von Spaltungen In der eigenen Partei berichten zu müssen. Es ist gewiß peinlich jür einen Chef, namens Hugenberg, die Jeder zu hantieren, der es fertiggebracht hat, sich vom Führer der zwdtstärksten Rcichstags- sraktion zum Häuptling einer Splitterpartei herunterzuwirtschasten. Wir begreifen daher vollauf, daß die Redaktion des Hugenbergschen „Lokal-Anzeiger" sich nach Ablenkung und Trost umsieht. Sic findet beidos in der„Roten Fahne' und druckt eifrig deren Meldung nach. wonach„eine Gruppe der Sozialdemokratischen Partei Oesterreichs goschlossen ihren Uebertntt zu den Kommunisten' erklärt habe. Innnerhin lag aber zwischen der Meldung der„Roten Fahne' und threr Weiterverbreiiung im ,�okal-Anz»iger' unsere Richtigstellung, wonach die aus der österreichischen Sozial- demokrati« ausgetretene Gruppe der„revolutionären Sozialisten' ganze fünf, wenn nicht gar sechs Mann zählt. Es ist jedoch verständlich, daß der.Lokal-Anzeiger' von unserer Richtigstellung nicht gern Akt nimmt. Wo ist der Ertrinkende, der freiwillig seinen Strohhalm fahren ließe? Warum soll sich Hugenberg, dem allein. sechs mal sechs gleich 36 Reichstagsabgeordnete davon- gelaufen sind, nicht an sechs bedeutungslose Männlein klammern, die au» der österreichischen Sozialdemokratie austreten?! Als nächsten Trostbecher empfehlen wir dem„Cckal-Anzeiger' die riesengroß ausgemachte Meldung der„Roten Fahne' über die 16 Auegetretenen von Kitzingen. Sie dürfte auch dazu beitrogen, die Aufmerksamkeit der„Lokal-Auzeiger'-Leser von den Vorgängen in der Deustchnationolen Partei etwas abzulenken. Hellmann hatte sich in verschiedenen Orten der Provinz Schles- wizand in chond mit der Arbeiter« fchaft zu führen. Als Redner aus der benachbarten Schweiz sprach Nationalrat Robert Grimm, Bern, insbesondere über die Not- wendigkeit der A b r ü st u n g. Selbst die friedliche und neutrale Schweiz verwende«in Viertel ihrer Einnahmen für Rüstungs» zwecke und ein weiteres Viertel für die ebenso unproduktiven Aus- gaben der schwebenden Schuld. Der Völkcrbimd müsse an die Aus- gäbe der Abrüstung energischer als bisher herangehen. Der zwischen zwei wichtigen Parlamentssitzungen aus Brüssel herbeigeeilte belgische Abgeordnete Louis Pierard wandte sich insbesondere an die anwesenden Intellektuellen und«rmahnie sij, ihr« Pflicht dar Solidarität gegenüber den Opfern des F a s ch i s- in u s in Italien und in anderen Ländern um so mehr zu erfüllen, als der Faschismus d i e größte Kriegsgefahr der Gegenwart dar- stelle. Nachdem ch i n z i n g e r- Wien, als Vertreter der österreichischen Studenten herzlichst begrüßt, die international« Bedeutung des Kampfes der Wiener Arbeiter gegen die safchistischa Heimwehr be- tont hatte,«rgrifs ols letzter Redner �AbgeoriMeier L c gn Blüm dos Wort. Di« maßlosen. Illusionen bei den Siegern seien zerron. neu, aber um welchen Preis! Welche kostbare Zeit sei durch di« wirftchostkichcn Phantasien der„Staatsmänner" und„Sachverstän. digen" der Friedenskonferenz verlorengegangen, weich moralischer Schaden durch die Gewaltpolitik angerichtet worden! Beim Ruhr- «inmarsch habe sich Poincare„wie Siegfried gefühlt, der wähnte, durch seinen Schwertstreich gegen Fasnir das Rhsingold (oder wenigstens etwas Ruhrkohle) zu erobern". Als er. Blum, an jenem Tage in der Kammer Protest gegen dieses Abenteuer er- hoben Hab«, hätte ihn die Mehrheit als„Verräter" beschimpft und Niedergeschrien. Die gleichen Nationalisten hätten jetzt in der Kammer die Ergebnisse vom Haag als die größte Selbstverständlichkeit der Welt ratifizieren müssen, und es fei ausgerechnet Herr Maginot, der als Kriegsminister die Rheinlandräumung werde durchfiihren müssen. Di« Fortschritte des Friedens- und Versöhnungsgedankens im be» siegten Deutschland seien bewunderswcrt. Nach seiner tiessten Ueberzeugung stehe die deutsche Republik nun« mehr unerschütterlich fest. Jetzt gelle es, den Kampf für die Abrüstung zu führen. Die Haltung der Labourregierung auf der Londoner Konferenz fei ein leuchtendes Beispiel dafür, daß der Sozialismus auch auf diesem Gebiet» allen anderen vorangehe und positive Erfolge zu erzwingen fähig sei. Eine stürmische Ovation dankte Leon Blum, dessen Rede der er- wartete Höhepunkt dieser großartig verlaufenen mehr als drn- stündigen internationalen Kundgebung gewesen war. Kabinett und Panzerschiff. Die Scheu vor der Verantwortung. Es wird eine Legendenbildung versucht. Die Presse der stärksten Regierungspartei sucht die Meinverantwortung für die Einstellung der ersten Rate für Panzerschiff B in den Etat für 1S3Ü dem Reichs rat zuzuschieben und die Per- antwortung für den endgüstigen Beschluß dem Reichstag. Wo bleibt die Reichsregierung? Sie wird sowohl in der„G e r m a n i a" wie im„Deutsche n" als Brief- träger zwischen Reichsrat und Reichstag hingestellt, der keine eigene Meinung hat. Die Stellung, die damst der Reichs- regierung zugewiesen wird, ist nicht gerade würdig— namentlich gemessen an den Ansprüchen auf absolute Füh- rung, die ihre Vertreter in der Theorie erheben. Die starke Regierung der Führung als Briefträger ohne politischen Willen— das ist der Presse des Zentrums immer noch lieber, als sie mit der Verantwortung für den Panzerschiffbeschluß belastet zu sehen. Indessen ist es obfektiv unrichtig, die Regierung Brüning in dieser Rolle zu zeigen. Der„Deutsch e" nennt den Beschluß des Reichsrats„einen törichten Beschluß". Wir teilen diese Ansicht. Aber dieser Be- schluß ist nur von einer Zufallsmehrheit gefaßt wor- den, und diese Zufollsmehrhest wieder ist nur dadurch zu- standegekommen, daß die R e i ch s re g i e r u n g sich für ihn stark gemacht hat. Es ist eine Zwecklegende, daß die Reichsregierung in dieser Frage neutral sei: sie hat den „törichten Beschluß des Reichsrats veran- laßt. Unsere Darstellung der Geburt des Panzerschiffs B und der Rolle der Regierung ist unbestritten. Im R e i ch s r a t war die Regierung für den Beschluß. Was wird sie im Reichstag tun? Der„Deutsche" erwartet vom Reichstag, daß er die Panzerschiffrate ab- lehnt: „Die Entscheidung, ob mit dem Bau des Panzerkreuzers B begonnen wird oder nicht, liegt also beim Reichstag. Wir sind überzeugt, und wir hatten es für notwendig, daß die Mehrheit des Reichstages den Beginn des Panzerkreuzerbaus ablehnen wird. Wir haben letzt, weiß Gott, andere Sorgen." Aehnliche Hoffnungen, wenn auch vorsichtiger formu- liert, äußert die„G e r m a n i a". Zur Ablehnung gehört eine Mehrheit, und zu einer ablehnenden Mehrheit ge- hört die Sozialdemokratie. Nachdem der Reichswehrminister mit Rückendeckung durch den Reichskanzler im Reichsrat die erste Rate durchge- drückt hat, und nachdem das Reichskabinett den Beschluß zu- stimmend dem Reichstag unterbreitet hat, hofft die Presse des Zentrums, daß eine Mehrheit g e g c n den R e i ch s r a t, gegen den Reichswehrminister, gegen den Reichs- kanzler und gegen das Kabinett entscheiden werde. Eine Mehrheit, bestehend aus Sozialdemokratie, Kommu- nisten— und wem noch? Der ganzen Zentrums- f r a k t i o n oder Teilen der Zentrumsfraktion? Es gibt dafür einen Präzedenzfall. Am 15. und 1K. November 1928 kämpfte die sozialdemokratische Reichs- tagsstaktion im Plenum des Reichstags für ihren Antrag, den Bau des Panzerkreuzers A einzustellen. Dieser Antrag und seine Vertretung veranlaßten damals das Zentrum zu einer-Drohung mit einem Mißtrauensvotum. Am 16. November erklärte Herr Wirth im Reichstag: „Im Namen meiner politischen Freunde hoben wir uns um dieses Staates willen gestern gegenseitig gelobt, daß«in zweiter Vorfall wie der gestrige(Rede von W«ls gegen Panzerschiff A. D. Red.) durch«in Mißtrauensvotum in Form eines An- iroges aus der Mitte Et«(zu den Sozialdemokraten) oder andere überraschen wird." Ein zweiter Porfall wi� der von damals wird aber jetzt von der Zentrumspresie gewünscht! Es ist aber ein Unterschied: Die Regierung Hermann Müller hatte den Baubeginn von A nicht veranlaßt, sondern die vorhergehende Regierung des Bürgerblocks I Der Bau- beginn von B aber ist durch stärkste Intervention der Regierung Brüning oder doch ihrer führenden Männer im Reichsrat eingeleitet worden! Der zweite Vorfall dieser Art hätte also unstreitig noch schwerwiegendere Bedeutung! Der zweite Unterschied ist der: damals wandte sich das Zentrum gegen die Sozialdemokratie— heute-nrd aani ostensichtlich gewünscht, daß die Sozialdemokratie dem Zentrum zu einem zweiten Borfall dieser Art Unter- stützung leihe. Was wird das Zentrum sagen, wenn sich eme andere Gruppe— etwa die der Herren Treviranus und S ch i e l e— an die Drohung des Herrn Wirth vom 16. No- vember 1923 erinnert und sie etwa wahr machen Demokraten und Panzerschiff. Der„Demokratische Zeittmgsdienst' teilt mit: Wie die Entschei- dung des Reichstags aussallen wird, ob überhaupt ein« endgültige Entscheidung sollen und di« Angelegenheit nicht vielmehr wegen der obwaltenden Schwierigkeiten um ein Jahr verschoben wird, darüber schon heute Vermutungen zu äußern, erscheint verfrüht. Was die demokratische R« i ch s ta g s f r a k t i o n anlangt, sie ist ja der Osterferien wegen nicht versammelt, doch dürste«s keinem Zweifel unterliegen, daß die demokvatische Fraktion sich wu f dem Boden der ursprünglichen Regierungsvorlage stellt. Panzerfchiff-Echo in England. London, 17. April.(Eigenbericht.) Der Beschluß des Reichsrats, w den Reichsetat eine höhere Summe für den Bau de« Panzerkreuzers B einzusetzen, hat in London ebenso überrascht wie der Beschluß des Kabinetts, die Entscheidung des Reichsrais hinzuirehmen. Die Vlättak beschränken sich bisher aus Meldungen ihrer Bcr- liner Korrespondenten, die teilweise der Meinung Ausdruck verleihen, daß der Vorstoß im Reichsrat nicht ohne Wissen der Regierung erfolgt sein könne. Der„Manchester Guardian" berichtet, daß di« Err-egung innerhalb der deut schcn Arbeiterschaft über den Reichsratsbeschluß verständlich sei. wenn man bedenke, daß die Regievung wegen des Defizits die Auf- lösungsdcohung über den Reichstag gehalten habe. Im„Daily Telegraph", der die Meldung feines Korrespondenten„Die deutsch« Flotte am Scheidewege" überschreibt, heißt es, daß mit dem Beschluß de» Reichsrats wiederum die Frage ausge- warfen sei, ob Deutschland zum zweiten Mal« im Sinn« von Tirxitz und Wilhelm II., sckine Zukunft aus dem Wäger fuch«.___________________________ Steuersenkung in Frankreich. Im Zeichen der Reaktion. pari«. 17. April.(Eigenbericht). Die seit Monaten von Tardieu angekündigten„massiven Steuertr Mäßigungen" sind inzwischen in der Kommer ein- gebracht worden. Sie bilden dos dritte Kapitel in der wenig rühm- lichen Geschichte der sranzösischen Steuerreform, di« von der Bevöl- kerung und den Linksparteien seit dem Regime Poincarts gefordert, von der Regierung aber immer wieder hinausgezögert worden ist. Die unsinnig« Saarpol itit des früheren Finonzmi- nisters C heran hat die Steuerzahler zugunsten der Staatskasse, die an die 20 Milliarden stille Reserven aufstapeln konnte, derartig ausgepowert, Handel und Wirtschast so weitgehend lahmgelegt, daß sie schließlich Ehöron und mit ihm dem ersten Kobi- nett Tardieu den K»pf kostete. Als dann das zweite Kabinett Tardieu ans Ruder kam, mußte es, um den wiederholten Versprechungen zum Schein wenigstens gerecht zu werden und um der dringenden ösfent- lichen Meinimg zu folgen, eine Senkung der Steuerlasten bewerkstelligen, vi« zusammen Mit der ersten Steuersenkung im Herbst etwa 31« Milliarden Fronton ausmochte. Di« jetzt eingebrachte Novell« sieht weitere Steuersenkungen im Gesamt- betrage von 1,9 Milliarden vor, die aber ebenso wie die voran- gegangene fast ausschließlich den Börfeufpekulanlen. ftapitalisieu und dem Lvxusgemerbe zugute kommen. Di« Steuersenkung erstreckt sich nämlich ausschließlich auf folgende Abgaben: Kapitalertragssteucr, Börsenumsatzsteuer, Steuer für Auto- mobil«, Pelze, Edelsteine, Gold- und Silberworen, Parsümerien, ijotelreckjoungen usw.••,. �,,. I Ein Verbraucherrat in England. Zur Kontrolle sämtlicher preise. London, 17. AprS. Handelsminister Graham teilte am Dienstag im Nn- terhaus mit, daß in kurzem«in Verbraucherrat in Großbritannien geschossen werden soll. Der Verbrailcherrat soll das Recht zur Kontrolle sämtlicher Preis« von den Rohstoffen bis zu den Fertigfabrikaten erhalten. Schiffbruch an Oesterreichs Küste. Konzlisteneifer gestrandet. Räch jahrelangen Verhandlungen ist«in Handelsvertrog mit Deutschösterreich vereinbart worden. Im Artikel 27 dieses Vertrages heißt es: Im Falle des Strande ns, des Schissbruchs und der Seenot an den Küsten des«inen Tecks genießen die Seehandels» schiffe des anderen Teils wie auch deren Bemannungen, Reifend« und Ladungen Hilfe und Beistand in gleichem Umfang und die gleichen Begünstigungen und Vefrewngen wie die eigenen Schifte, ihre Bemannungen, Reisenden und Ladungen. Den beiderseitigen Konsularbehörden ist gestattet, di« Ausbesserung, die Wiederverproviantierung und den Verkauf der durch Stranden oder Schissbruch verunglückten Schiffe ihres Landes zu überwachen. Es sollen zwar ein oder zwei Seeschiffe unter der rolweißroten Flagge fahren. Aber ein« Seetüst« hat Deutschösterreich höchstens an feinen Seen. Man hat da gar zu bequem— abgeschrieben., Betnebsraiewahlen. Bemerkenswerte Ergebnisse aus Berliner Betrieben. Bei den Wahlen im Elmowcrk der Siemens-Schvckerk-IVerke entfielen auf die freigewerkschafllich« Liste l?« Stimmen fim Bar- jähre 2c>?.9) und damit 7(11) Mandat« im Betriebsrat und 3(13) im Arbeiterrot. Die Kommunisten, die zum erstenmal eine „revolutionäre Liste" ausstellten, erhielten 479 Stimmen und „eroberten" je Z Mandate im Betriebsrat und im Arbeiterrat. Der Lelbe RivA. bekam 205 Stimmen(204) und behielt je 1 Mandat. Der nicht minder gelbe NVA. erzielte 269 Stimmen(240) und damit 1 Mandat im Betriebsrat und 2(1) im Arbeiterrat. Die Angestellten gaben für die Lift« der srcixn Gewerk- fchasten 267 Stimmen(290) ab, auf die 2 Mandate im Betriebsrat l'nd 4(?) im Angestelltenrat emfollcn. Der GdA. bekam 102(67) Stimmen und 1 Mandat im Angestelllenrat� der Gedag 287(239) Stimmen, 2 Mandate im Betriebsrat und 4(3) im Angeftelltenrat. Das Wahlergebnis bei der A r b e i t c r f 6) a f t ist immerhin nach als günstig zu bezeichnen. Die Gelben haben am Wahltage die Belegschaft mit dem Fricdcricus-Rcx-Morsch, ausgeführt von einer grasten Kapelle, vor dem Betriebe empfangen. Di« Äommu- nisten haben deshalb so wenig Anhang im Betriebe, da Dauer und Dubrau, die Spitzenkandidaten der freigewerkschaftlichen Liste, vor einem Vierteljahr aus der KPD. ausgeschlossen wurden, well sie es ablehnten, Sondcrlisten aufzustellen. Die Wahl im Technischen Büro Berlin, Siemens- Echuckcrt, drehte sich um die Lift« der.stakcnkreuzler und die des„Z n d u st r i« v c r b o n d e s" für dos Metallgcwerbe(Richtung Kaiser). Gine freigewerkschoftliche Liste war nicht eingereicht. Der Lndustrieverlmnd erhielt 135 Stimmen und je 3 Mandate im Be- triebsrat und Arbeiterrat, die Hakenkreuzler 182 Stimmen, 4 Man- daie im Betriebsrat und 5 im Zlrbeiterrat. Bei den Angestellten war nur eine Liste des DHB. eingereicht. In diesem Betriebe sind Arbeiter nur als Monteur« beschäftigt. Eingestellt werden hier nur Mitglieder der gelben Or- gauisotionen zu dem niedrigsten Tariflohn in der Berliner Metallindustrie. Deshalb gilt es auch als nebenfächlich, ob ein abgeschlossener Lehrgong nachgewiesen werden kann oder nicht. Der drohende Abbau mag mit dazu beigetragen hoben, daß weder «ine f r e i g e w e r k s ch a s t l i ch e Liste der Arbeiter, noch der An- gestellten aufgestellt wurde. Das muß anders werden. Freigewerkschafter bei den Osrain-Werken unerschütterl. Bon den Osram-Betriebcn liegt jetzt das genaue Gesamtergeb nisderBeiriebsratswahlen vor. Der „Opposition", die in zwei Fabriken des Konzerns und zwar in den Fabriken A und B in diesem Jahr zum ersten Mol« eigene Listen aufstellte, ist der Erfolg versagt geblieben, den sie sich von diesem„revolutionären" Sonderoorgehen versprach. Im vorigen Jahr waren von den 54 Arbeiterrälen 44 Sozialdemokraten, 8 Kommunisten und 2 kommunistische Syndikalisten. Jetzt setzt sich die Gesamtzahl der Arbeiterrätc, die infolge der Bclcgfchoilsvcr- Minderung nur 49 beträgt, aus 38 Freigcwcrkscho'tler und 11 Kommunisten zusammen. In den einzelnen Werken war das Ab- stimmungsergebnis folgendes: In der Fabrik.5, S i ck i n g« n str o ß e, wurden von den Arbeitern für ,di« freigcwcrkfchaitliche Liste 2409 Stimmen und für die.Opposition" 1532 Stimmen obgegebco. Der Arbeiterrat, der im vorigen Johr aus 19 Personen bestand, hat jetzt nur 17 Mitglieder. Davon sind Sozialdemokraten 11(15) und Kommunisten 6(4). Di« Angestellten hatten wie im Bor- jähr imr eine freigeuxrrjchoflliche Liste aufgestellt. Der Angestellten- rot besteht aus 8(8) Asa-Mitgliedern. Der auf 18(20) Personen geblldete Betriebsrat fegt sich demnach zusammen aus 12 Freigcwerkschasller und 6 Kommunisten. In der Fabrik O, Rother st raste, erhiell die frei- gewerkschaftliche A rh e i t e r r a t s l i st e 1539 Stimmen. ine„Opposition" 886 cstlniinen. Der 14(15) Kops« starke Arbciterrot besteht aus 9(11) Freigewerischasller und 5 Kommunisten(2 Koni» munisten, 2 Syndikalisten). Während die'Angestellten im vorigen Jahr nur eine sreigewerkschastliche Liste ausgestellt hatten, kam �diesmal der DHV. hinzu. Die Afa-Lift« bekam 325 Stimmen und 6 Angestelllenmondatc von iusgesarut 8(9), die DHB.-Liste 155 Stimmen und 2(—) Sitze. Der Betriebsrat setzt sich zusammen aus 8(8) sreigewerkschasrlichen und 4(2+2) kommu- nistischen Arbeitern, 3(4) sreigewerkschaitüchen Angestellten und 1(—> DHP.-Mann. Im M a s ch i n e Ii g l a s w e r k S i e in e n s st a d t gab es nur eine freigewerkschaftlich« Arbeiterratslift«. Demzufolge besteht der Arbeiterrat aus 8 Freigewertschoftleni. Der Ange- st e l l t e Ii r a t besteht oi-s 2 AfZl-Mitglieder und 3 Unorganisierten, der Betriebsrat aus 6 Frcigewcrkschaitlern und 2 Unorganisierten. Für die Fabrik S, H e l in h o l z st r a h e. wurde ebenfalls nur eine sreigewerkschastliche Arbeiterratsliste ausgestellt. Gesamtzahl der freigewerkschastlichcn Arbeiterräte 8. Der Ange- st« l l t e n r a t besteht aus 1 Gelben und 4 Unorganisierten, der Betriebsrat aus 6 Freigewerkjchastlern und je 1 gelben oder un- organisierten Angestellten. � Im• Hauptgeschäft besteht der 2l r b« i t e r r a t aus 4 Freigewerkschaftlern und 2 Unorganisiertep, der Betriebsrat aus 5 Freigewerkschostlerii, 4 GdA.-Mitgliedein und 2 DHB.-Leuten Wenn auch die Mandatsverleilung im A n g e ste l l l e n r o t mit 3 Afa-Mitgliedern, 4 GdA..Mitgliedern und 2 Deutschnotionolen die gleiche geblieben rsk wie im Borjahr, so haben doch die Asa-Gewerk- schosten ihre Stimmenzahl ganz ansehnlich erhöht. Es erhielten: Afa 256(210). GdA. 334(325) und DHV. 183(194) Stimmen. Fortschritt bei der General ZNolors. Bei der General Motors herrschte die KPD. bisher fast uirnrn- schränkt. Nur ein einziger unserer Parteigenossen war Mitglied des Betviebsrats. Die KPD. versuchte durch eine Wahstä sichung ihre Liste als die der freien Gewerkschaften auszugeben. Sie erhielt zwar mit 298 Stimmen 4 Sitze im Betriebsrat und 6 im Arbeiterrat noch « in« knappe Mehrheit, die jedoch von unseren Genossen stark berannt wird. Die Liste der.freien Gewerkschaften erhielt 196 Stimmen und je 3 Sitze im Betriebsrat und rni Arbeiterrot..Es fehlten nur 3 Stimmen zu einem oierlen'Mai»dat im Arbeilerrot. Die Hakenlreuzler erhielten 38 Stimmen, aber kein Mandat. Auch hier wird das ziolibewustle Arbeiteil zum endgülugeit Erfolg führen. Lei der C. Lorenz 2l.-G.. Tempelhof. bestand derArbeiterratbishernurausKommunisten, die von hier aus immer wieder das Wetterleuchten der Westreoo- liitton aufflammen liehen. Die KPD. scheute weder Kosten noch Schmutz für ihre Flugblätter, um diese Hochburg zu halten. Es gast hier Bresche zu schlagen, und das ist gelungen! Abgegeben wurden für die frewewerkschoftlichc Liste im Haupt- pxrk 69ö Stimmen und m der Ballonhülle 179 Stimmen, zusammen 874 Stimmen. Die„revolutionäre Opposition" erhiell im Haupt- werk 1072 und in der Ballonhülle 276, zusammen 1348 Stimmen. Damit ist der Bann gebrochen: in den von den Kommunisten gänzlich beherrschten Zlrbeiterrat kommen nach 9„Revollitionäre" und 5 Gewerkschafter. Die Angestellten gaben 376 Stimmen ab für die steige- werfschasttiche Liste und 105 Stimmen für die GdA.-Liste, so daß der Betriebsrat fortab aus S Freigewerkschaflern, 7„Rcvolu- t i o n ä r e n und 1 GdA.-Mann besteht. Aus diesem erfreulichen Ergebnis, dos im ersten Anlauf erzielt wurde, ergibt sich für unsere Gewerkschaften die Pflicht, im nächsten Jahre der Gewerkschastsliste zum vollen Siege zu verhelfen. Bei Stock. Marienfelde. wurde diesmal eine Oppositionsliste eingereicht, aus die 373 Stimmen entfielen und damit 5 Mandate im Arbeiterrat und 4 im Betriebsrat. Die sreigewerkschastliche Liste bekam 520 Stimmen und 6 Mandate im Arbeiterrat uich 5 im Betriebsrot. Im vorigen Jahre waren auf der freigewerkschaftlichen Liste 4 Kommunisten in den Arbeiterrat gekommen, während die KPD. bei der Zersplitterung der gewerkschaftlichen Einheitsfront ein Mandat mehr„erobert" hat. Die erste Sitzung des Arbeiterrats mit der Direktion. Direktor I. fragt« die rote Fraktion, wie sie sich zu den Schimpfereien in der„Roten Fahne" vom 3. April und dem Stockproleten stellt. Der Führer der roten Liste aitt- wo riete: „Herr Direktor, wir sind keine Kommunisten und lese« kein« „Rote Fahne". Von dem Inhalt des„Stockproleten" weist ich nichts, dieser ist ohne unser Zntiin gedruckt worden." Daraus der'Direktor:„Meine Herren, soviel Geist hätte ich Ihnen aber zugetraut, dost sie Ihr Flugblatt ohne Hebamme fertig- bekommen. Außerdem habe ich mich gewundert, daß man dos Or- ganisatiansuerhäUnis im Betriebe durch Flugblätter an die Laterne hängt. Früher hat man den Unternehmer darüber im Dunkeln gelassen. Soviel Dummheit ist mir noch nichk vorgekommen." Der Froktionsführer der roten Liste unterzeichnete schließlich folgendes Schriftstück, das am anderen Tage im Betriebe als B e- kanntmachung erschien: „Bei der heutigen Vorstellimg des Arbeiterrats erklärt die Fraktion der roten Liste bezüglich der Artikel, welche die„Rote Fahne am Z.April 19:30 und der am Wahlloge verteilte„Stock- prolet" gebracht haben, daß sie zu den dort verSfientlichten Mit- tsilungen nicht steht und st« in vollem Umfange fallen läßt, da sie auf Unwahrheiten beruhen. Berlin-Marienfelde, den 12. April 1930. gez.: Der Obmann der Roten Fraktion. Wir bringen diese Erklärung hiermit unserer Belegschaft zur Kcniltii's. ge.z.: R. Stock u. Co., Att.-Ges., Berlin-Marienfelde." Die Folge davon war, daß der Listenführer der roten Liste zurücktrat._ Die Berliner Baugewerkschast. Ihre Erfolge im Fahre �929. „Die Baugewerkichaft Berlin des Deutschen Baugemerksbundes ist auch im Jahre 1929 der Fels der Berliner Bauarbeiter gewesen. an dem alle Angriff« der Unternehmer, ober auch alle Anstürme der sogenannten Oppofttion zerschellten." Mit dieser Feststellung schloß der 1. Vorsitzende der Baugcwerk- schait Berlin, Genosse Drllgeinüller, in der Generalversammlung am Mittwoch seine ergänzende» Ausführungen zu dein ge- druckten Geschäftsbericht für das Vorjahr. Daß dies« Worte keine Uebmreibung sind, beweist der Rechenschaftsbericht Seite für Seite. In einer Zeit rapid absinkender Konjunktur mußten die Ber- Handlungen zum Abschluß eines neuen Reichslarisveriragcs für das hoch-, Beton, und Tiefbaugewerbe geführt werden. Wenn diese Verliandlungen sowie die daran anschließende» für den Bezirk zu einem befriedigenden Ergebnis führte», so nur deshalb, weil die Schlagkraft der Organisation durch die Krise nicht beeinträchtigt wurden Für die Stukkateure und Gipser wurde eine Lohn- erhöhung von insgesamt 6 Pf. durchgesetzt, für die Töstfer um 8 Pf., die Fliesenleger um 10 Pf., die A s p ha 1 t e u r« nach einem zweiwöchigen Streik um 10 Pf., für die Kunststein- versetzer um 11 Ps., die Rohrer um 10 Pf. usw. Der von den Unternehmern geplante Abbau der Aktordgruiid- preise der Akkordmaurer um 30 Proz. konnte fast restlos abgewehrt werden. Ebenfalls auch der in der gleichen Richtung liegende Antrag auf Herabsetzung der Atkordpreise für die Akkord- steinträger. Jedenfalls hat sich die Tarifpolilik der Organisation als richtig erwiesen. Gerade jetzt zeigt sich am deutlichsten, wie falsch ein« Tarifpolilik wäre, oie nur aus die Zeiten der Hochkon- junktur abgestellt ist. Bon der Werbekrajt der Organisation zeugt auch der Aufschwung in der Mitgliederbewegung. Mit einem Bestand von 27 968 Mitgliedern am Schluß des Berichtsjahres verbucht die Baugewcrkschait Berlin 3328 ZNilglieder mehr als zu Be- ginn des Vorjahres. Domir ist der höchste Mitgliederstond der Nachkriegszeit, der im 3. Quartal 1922 mit 26 396 Mitgliedern er- reicht wurde,, bereits beträchtlich überschritten. Allein der ässentttche Appell an alle Berliner Bauarbeiter zur oiganisatorischen Einigkeit, der von der 51PD. und dein Kaiser- Verband in der gemeinsten Art bekämpft wurde, brachte der Orga- nisation durch Ilebertritt« aus gegnerischen Verbänden einen Gewinn von 556 Mitgliedern. Die ungewöhnlich starke finanzielle Bean- spruchung der Oraonisatio» durch die aiihaltendc Arbeitslosigkeit kommt darin zum Ausdruck, daß schon im 1. Ouarlal des Berichtsjahres fast ebensomrl a» Arbeitslosen- und Krankenunterstützunq ausgegeben wurde wie im ganzen Jahr 1928. Insgesamt wurde» 765 397 Mark für Sraukeu., Arbeilelosen- und Invaliden- Unterstützung ausgegeben, wovon allein 523 056 M. Arbeitslosenunterstützung waren. Der Bestand der L o k a 1 k a s s e hat sich um 134 560 M. auf 677 038 M. erhöht. In der zweiten Jahresgeneralversammlung am 7 Mai wird über die Dorschläge zur Neuwahl des Vorstandes ent- schieden, die jetzt in den Bezirken gemacht werden müssen. Die Bezirke, also damit die Mitglieder, haben-dann über die Täiigkest des Vorstandes zu urteilen. Oie Eisenbahner in Tempelhof. Protest gegen Abbao. Weit über 600 organisierte Eisenbahner waren am Dienstag ztt einer Protestoersammlung gegen die Abbaumaßnahmen der Reichs- bah» in der Schloßbrouerci in Schöneberg versammelt. Noch e'me-m Bericht eines Mitgliedes des Hauptbetrisbsratcs und nach lebhafter Aussprache wurde folgend« Entschließung angenommen: „Die vorgesehenen Schließungen und der Personalabbau in den Rcichsbahnausbesserungswerken dienen lediglich zum Ab- stoßen von Reparaturarbeiten an das profichungrig« Privat- umernehmertum, um den Reichsbahnbelricb völlig zu prrvatt- sicren. Di« Ortsvcrwafiung wird ersucht, aus den Vorstand des Ein- heitsverbandcs der Eisenbahner Deutschlands einzuwirken, nichts zu unterlasüm und erneut mit der Rcichsbohiihauptverwoltung zu verhandeln, daß die halbe Stunde für die Ausbcsieningswerke und eine ganz« für den Betrieb täglich eingespart wird, um die ungerechisertigren Entlastungen zu unterbinden. Bei diesen Verhandlungen muß immer wieder aus die Der- schwendung von Millionen und ober Millionen Mark für Leiswngs- Zulagen hingewiesen werden sowie aus die unerhört hohen Ge» hälter von 300 bevorzugten leitenden Beamten und aus die Aus- Wendungen für Sportvereine ui'd Bahn-ichutz. Von den Funktionären und Mitgliedern des Einste itsvcr» ba ndes wird verlangt, daß st« sämtliche Ilnorganisierte auffordern, mit der Arbeitskrast houszichalten und jede lieberstunde abzu. lehnen, bis normale Arbeitsverhältnist« bestehen." Der Verlauf der Veriaimnlung zeigte den festen Willen der organisierten Eisenbahner, den Angri-s der Reichsboihn-Gesellschast aus ihre Arbeitsbedingungen nrit ollen Mitteln abzuwehren. In voller Einmütigkeit stellten sich die Versammelten hinter die von der Organisation und den Vettiebsoerttewngcn vorgeschlagener- Maßnahmen, und sie brachten auch teilweise recht drastisch ihr«?»« Umvillon zum Ausdruck über die Verräterrolle der KPD. Di«?� Izas sich nämlich nicht gescheut, in ihrem sogenannten„Roten Eisen- bastner" die Maßnahmen, die der Betriebsrat zum Schutze seiner Kollegen durchführte, öffentlich zu denunzieren. Jstr war es sicherlich unangenehm, daß cs das Geschick der Veinebsrät« verhinderre, Arbeitsbrüder brotlos zu machen. Die überfüllte Versammlung war sich auch darüber einig, daß in diesem Vctricbsrätewahlkomps den sogenannten„roten Betriebsräten" die gehörige Quittimg aus- gestellt wird. Klare Front der Berliner Ehemigrapheu Für KPO.-Parolen ist kein Raum. In dem an sich verhältnismäßig kleinen, aber festgefügten Ver- band der Lilhographcn und Steinbrucker ist für die gcwerkschosts- feindlichen Parolen der KPD. kein Raum. Die wenigen kommu- ntstischen Mitglieder dieser Organisation waren nicht„l i» i e n- treu" genug, um die Befehle der Moskauer Filiale im Karl- Liebknecht-Haus gegen den Verband auszuführen. In der C h e m i g r a p h e n g r u p p e ist es der kommunistischen Gewerkschaslsze::- trale nunmehr gelungen, in das bisster still plätschernd« Opposilions- wästerchen etwas Bewegung zu bringen. Das Mitglied der Gruppen- leitung der Cheinigraphen D u r n i ck hat entgegen den Beschlüsten und Richtlinien des Leipziger Gewcrkschaitskongrcstes und der Ver- bandsinstanzen im Scheribetriebe aus der„roten" Betriebsratstist« kandidiert und ist dcmzusolgc aus dem Verbände aus- geschlossen worden. Dieser Borsall führte zur Einberusung einer Ehemigrapheu- Versammlung, die Donnerstag abend im Gewcrkschaftshaus bei starkem Besuch abgehalten wurde, um die Wahl eines Ergänzungs-. Mitgliedes zur Gruppenleitung für den auszeschlosienen Durnick vorzunehmen, Ter Vorsitzende der Gruppenleitung der Ehemigrapheu, Hehr, beleuchtete kurz den„Fall" Durnick, der in der gesamten Orgonisalion des Verbandes der Lichographen und Steindrucker einzig dafteht. Er verurteilte auf das schärfste das Sondervargehen Durnicks und wandle sich entschieden geg�i die Versuche der KPD., den Klassen- kampsgedanken so umzubiegen, daß die Gewerkschafter, die politisch nicht übereinstimmen, sich als„Klassengegner" betrachten sollen. Die Ausführungen des Gruppenleiters klangen aus in den Appell, nicht die bisher vorbildliche Einheit der Cheinigraphen- gruppe zu zerschlogen, wovon lediglich die Unternehmer ciiicn Nutzen hätten. Trotzdem in der ausgiebigen Diskussion über de» Fall Durnick die Meinungen oftmals scharf aufeinanderprallten, muß anerkannt werden, daß sich das Auftreten der„Opposition" oortcil- hast von der Form unterschied, die sonst in manchen Gcwerkschajien in die Erscheinung tritt. Mit übergroßer Mehrheit entschied sich die Versammlung dafür, nicht nur die Ergänzungswohl für das ausgeschlossen« Mitglied der Gruppenleitung oorzunehinen, sondern die gesainte Gruppen- leitung paritätisch z u s a in in e n z u s c tz e n, die bisher aus drei Parteikominunisteu nebst einem Sympathisierenden und dem parteipolitisch neutralen Gruppenleiter bestand. Gegen eine geringe Minderheit wurde die Gruppenleitung aus dem unparteiischen Gruppenleiter Hehr, den beiden Mitgliedern der SPD., Zi i t s ch k c und Pape, sowie dein Pa�eikommuiiisten W e n g l e r und dem Sympathie-Kommunisten Härtung zusammengesetzt. Damit ist in der Ehemigrophiegruppe eine klare Entscheidung gefallen, die den Weg freimacht für eine zielklare, positive Gewerkschaftsarbeit. Bei Leineweber geht der Kampf weiter. Die beteiligten Ge» werkichaiten wenden sich mit einem Aufruf(siehe Inseratenteil) an die werktätige Bevölkerung mit der Bitte, gegenüber den Aus- gesperrten Solidarität zu üben. Die Eleklromonkcure und Helfer der Firma lvefot. Lynarstr. 5/6. befinden sich seit Mittwoch im Streik, um den Abschluß eines Manteltarifvertrages zu erreichen. Zuzug ist sernzuhoiten. Die Ortsverwallung des Deustchen Metallaibeitcroerbandes. Die Leipziger Tapezierergehilsen stehe» seit dem 16. April im Streik. Die dortigen Unternehmer versuchen nun. Arbeitskräfte aus Berlin z» erhallen. Wir warnen daher vor Arbeitsannahme, und ersuchen besonders die Kleberkollegen, keine Montage- arbeit für Leipzig anzunehmen, da es sich nur um Streik- aibeit Handel» kann. Sattler-, Tapezierer- und Portefeuillerverband. Gewerkschafis-Jugend Nerlin xStj Gruppe Moabit: Treffe» zur Ofteriahri um Ufte am Votsdamec Xjr Labuhof. Verantwortlich üir Politik: Dr. Curt Geyer; Wirtschaft: G. Aliugelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: 9L H. DSfcher; Lokale» und Sonstiges Tri» Tarftädt: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Lerlag(S. m d. Berlin Druck: Lorwärts-Buchdruckeret und Verlaasanftalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68. LindniffraKe& Sienn 3 Beilagen,„Stadtbeilage".. Unterhaltung und Siffea" und „Blick in die Bücherwclt". UM-sa-Mal» a*> qu Orchester und emzelne FlIflBKCB 0017-- 9.31 oür 7!r. 183» 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 18. April 1930 Schauspieler und Hausierer Die Geschichte eines alten Vaganten An der Tür dnmfccn steht ein Hausierer. Diesmal ist's einer, der es mit Nisiikarten versucht.„Alter erwerbsloser Schauspieler. Dies« hiugemurmclten Worte und dos zerhunzte Schauspielsrgesicht erwecken Interesse. Es bedarf keiner zweiten Auf- forderung, um dem alten Mann die Zunge zu lösen. Die Bestellung, die ihm vielleicht eine Mark einbringt, genügt, um sein Vertrauen zu gewinnen. Er erzählt: Ich bin«in Theaterkind, spielte immer kleine Rollen, habe bei Schmieren gespielt und viel« Pleiten mitgemacht. Meine Mutter, damals am Alexandcrplatztheater in Berlin, hatte zum zweiten Male geheiratet. Mein Stiefvater trat mich mit Füßen und tagte, er wäre nur der Gatte meiner Mutter und nicht mein Papa. In Zürich, wo meine Mutter ein Engagement angenommen hatte, lief ich mit 13 Iahren von Hause weg zu einem Schloster in die Lehre; nach sechs Wochen sollte der Lehrvertrag von meiner Mutter unterzeichnet werden, die mich schon in der ganzen Schweiz von Gendarmen hatte suchen lassen. Der Vertrag wurde unterzeichnet und ich blieb drei Lahre in der Lehr«. Nach den damaligen Zunft- Vorschriften durste ein ungelernter Lehrling nicht als Geselle be- halten werden. Ich mußte auf die Wanderschaft, bekam Ungeziefer, Mutter schickte Kleider und Wäsche. Darauf arbeitete ich in Augsburg und Nürnberg als Fabritschlosser, in Düsseldorf als Kranführer in einer Schiffsmaschinenfabrik. Kam auf Mutters Anroten nach Lübeck, wo ich im dortigen Theater als Ehorfänger und Statist auftrat, zur selben Zeit als der große Otto Sommerstorf fein« ersten Erfolge hatte. In London war ich als Opern-Inspizient an der beutsch-frar�osischütalienischen Oper am Eorent Garden tätig. Einmal sah ich in einem Schaufenster eine Dome, die aus Double-Draht Filigranbroschen herstellte. Das gefiel nur. Ich macht« es nach und noch monatelanger Hebung beliefert« ich das ganze Theaterpersonal mit solchen Broschen. Als ich mein Engagement verlor, ging ich noch Berlin und«s gelang mir. im Cafe Skandinania in der Friedrich- stroße g?geu mäßige Pachizahlung für di« Gäste solche Broschen herzustellen. Davon lebte ich drei Jahre. Dann gab es wieder ein kleines Engagement am Theater des Westens. Mit einem Vorschuß von 100 M. besuchte ich die Pariser Weltausstellung, wo ich eben- falls meine Broschen vorführen wollte. Hatte aber kein Glück und war bis auf den letzten Fronken abgebrannt: Uhr und Ring wurden versetzt, um die Hotclrechnung zu bezahlen. Ich beschloß, für meinen letzten Franken Ansichtskarten zu kaufen und sie an der Seinebrücke am Place de la Rcpublique den Passanten anzubieten. Damit verdiente ich ober so wenig, daß ich mich nicht einmal sottessen konnte und in meiner Wut warf ich dos ganze!paket Ansichtskarten in die Seine. Ein glücklicher Zufall führte mich in den Deutschen Spaten- bräu-Palast in der Pariser Ausstellung. Saß bei einem Glas Bier, da klopft plötzlich jemand auf meine Schulter und sagt:„Karl, was machst denn du hier?" Em all« Schulkamerad war es, der in diesem „Bierpalast" als Geschäftsführer angestellt mar. Durch seinen Di- rcktar bekam ich die Erlaubnis, im Lokal mein« Broschen anbieten zu dürfen. Nur wurmte es den Direktor, daß ich das verdiente Geld nicht bei ihm, sondern nebenan in einer französischen Kantine verzehrte. Als ich ihm erklärte, daß es dort bedeutend billiger fei, verbot er mir den Besuch der Kantine und ließ mir Anweisung auf das Kcllnercssen geben. So ersparte ich eine Menge Geld. Nach Berlin zurückgekehrt, fpiclre ich kleinere Rollen am Theater des Westens, in den folgenden Iahren in Königsberg, Altenburg, Revol, Riga und in der Schweiz. Drei Jahre nach dem Krieg machte ich einen Bijouterie-Laden in der Chausseestraße in Berlin auf. Eines Tages wurde ick) da von einer großen Scunenhandlung ausgemietet. Housieri« nun mit Feuerzeugen, denn mit dem Schauspielen, war nicht mehr viel los, da ein Theater nach dem andern geschlossen wurde und viele hundert engagementslose Schauspieler herumliefen. Nun bin ich Reifender für Bisitkarten, der Verdienst ist kärglich, aber die Aussicht auf eine kleine Rolle in einem neuen Stück„Die Straße", dos demnächst in Verlin herauskommt und wobei ich für ein bis zwei Monate 300 M. pro Monat verdiene, läßt alles er- tragen. Mit dem ersparten Geld bereise ich dann wieder die großen Ausstellungen wie di« Hygiene-Ausstellung in Dresden und die Stockholmer Ausstellung, um meine Broschen an den Mann zu bringen. Das Gesicht der Landstraße \ i UM Die Weltstadt Berlin mit ihrer Riesenflüche von annähernd 900 Millionen Quadratmetern weist an der Peripherie jene schönen, langgestreckten Straßen auf, die sich ihren ländlichen Charakter noch völlig erhalten haben. Unser Bild zeigt eine solche Allee in der Nähe von Pichelsdorf. Noch ragen die Bäume kahl in die Luft, aber schon zeigen sich die ersten grünen Knospen. Sehr bald wird die Allee ihr ernstes Gesicht verloren haben und die hohen, schlanken Bäume werden ihr Frühlingskleid anlegen. Achtlos gehen wir meist an diesen Baumreihen vorüber, um plötzlich ihre ganz besondere„Schönheit" zu entdecken, die ihnen selbst im Winter und im grauen Vormärz erhalten bleibt. Zwei Städte in Flammen. Zwölftausend Menschen auf den Philippinen obdachlos.—- Explosion eines Oynamitlagers. London, 17. April. In Sa gah auf den Philippinen wütet feit 36 Stunde» ein Großfeucr, das sich nun auch ans die Stadt F a b r i c i a ausgedehnt hat. 12 000 Personen sind obdachlos geworden. Man befürchtet, dasi die Zahl der bei dem Brand ums Leben gekommenen Personen sehr groß sei» wird. Tos Feuer brach i» einem Holzlager aus und breitete sich mit großer Ge- schwindigkeit aus, obwohl sich sofort Hunderte von Per- fönen an den Löscharbeiten beteiligten. Als die Flammen ein Dhnanritlager erreicht hatten, bemächtigte sich der Bevölkerung eine Panik. Tie Explosion des Thhnamitlagcrs erschütterte die ganze Stadt. Brennende Holztcile wurden nach allen Richtungen ge- schleudert und übertrugen das Feuer auf die Stadt Fabricia. Berlins neue Großtat. Die Sirecke Gesundbrunnen-Neulölin ab heute in Betrieb. Die heule erfolgende Inbetriebnahme der neuen Untergrund- bahnstrecke Ncanderstraß c— G csundbrunncn, die eine direkte Verbindung zwischen den dicht bevölkerlslen Bezirken Neu- k ö l l n und W e d d i n g aus schnellstem Wege schassi. wird von der Berliner Arbeiterschaft als eine neue kommunalpoli- tische Großtat anerkannt und begrüßt, wir haben bereits in unserer gestrigen.?lbenZ>"-1Neldung auf die hohe Bedeutung der neuen Linie hingewiesen. Die Fertigstellung der Gll.-Bahn in einer Zeil, in der Berlin unter höchst« sinanziell« Bot und schwersten Erschütterungen zu leiden hatte, ist ein Beweis für die unbeugsame Tatkraft dies« Riesenstadt der Arbeit. Von besonderem Interesse ist, daß der Gedanke einer elektrifchsi, Schnellbahn vom Gesundbrunnen über den Alcxandcrplatz bereits vor 2Z Jahren erwogen wurde. Damals wollte man sinr Schwebebahn, ähnlich der in Elberfsld-Varmen bauen. Dieser Plan scheiterte, aber 1913 begann die AEG.«ine unterirdischa Schnellbahn in Angriff zu nehmen. Infolge des Krieges kam der Vau zum Stillstand, mit Ausnahme der Spreeunterfllhrung. 1926 übernahm dann die Stadt die weitere Fortführung und endgültige Fertigstellung des bedeutsamen Projekts. Für die Stro in Versorgung der GR.-Bahn sind die drei Ilmfovn,«werke Hermannplatz, Alexanderplatz und Pank stroße errichtet worden, die von der Berliner Städtisch« Elektrizitötewerk« A.-G. mit Drrhstrom von 6000 Volt 50 Hertz versorgt werden. Die in diesen Umformerwcrken aufgestellten Graß- gleichrichter von zusammen 17 500 Kilowatt wandeln den Drehstrwn für den Bahnbetrieb in Gleichstrom van 780 Volt um. Ferner liegt auk der GN.-Bahn ein sogenanntes N o t l i ch t k a b e l, das von den in den Unterwerken untergebrachten ständig aufgeladenen 220-Volt- Batterien gespeist wird. An dieses Kabel ist ein Teil der Bahnsteig- beleuchtung und die Hälfte der Tunnelbeleuchtung angeschlossen, io daß selbst beim völligen Ausbleiben des Stroms der städtischen Elek« trizitätswerke und der dadurch bedingten Stillegung des Betriebes «in« hinreichende Beleuchtung der Bahnanlage für die Dauer von etwa 1 Stunde gewährleistet ist. Die Baukosten der 10,2 Kilometer langen GN.-Bahn v«n nördlichen Endpunkt in der Badstrahe, Ecke Grünthaler Straße, bi* zum südlichen Endpunkt in der Hermannstraße, Ecke Leinestraßc, werden ohne Hinzurechnung der für Kraslwcrl'e, Betriebsmittel und Grundstück« aufgewendeten Kastei, rund 12 8 Millionen Mark betragen, das find rund 12,5 Millionen Mark pro Kilometer. rrenen „Nun. was wollen Sie noch. Das Ungeheuer hatte mich eben überfallen." „Und—" „Sie sprechen mit einer Dame, Herr Lakobsen!" „Nahm er Ihnen bei dieser Gelegenheit den Schlüssel oder nicht?" „Ob er mir den Schlüssel nahm? Er erstickte mich fast mit seinen Küssen. Wenn ich ihm den Revolver nicht«nt- munden hätte, wenn ich mich nicht gewehrt hätte bis zum Aeußersten und ihn mit vorgehaltener Waffe bei der Fähre abgesetzt hätte— oh Gatt, Herr Untersuchungsrichter, zwingen Sie mich nicht, diese Szene zu schildern. Die Erinnerung daran verpestet meine Nächte. Icki lebe von Betäubungs- Mitteln. Oh Gott, oh Gott, wie Sic mich quälen!" „Wir wollen das. Berhär abbrechen, Gräfin. Es tut mir leid, dos alles wieder in Ihnen wachgerufen �zu hoben. Nur eine Frage gestatten Sie mir noch: Hatten Sic damals den Schlüssel bei sich oder nicht?" „Schon möglich. In meiner Handtasche." „Und dcel'e Handtasche?" „War verschwunden, als ich in Sandrup mein Auto verließ." „Ich danke Ihnen, Gräfin. So wenig erquicklich diese Viertelstunde für Sie auch gewesen sein mag. Sic werden einsehen, wie notwendig es für dos Gericht war, auf Ihrer Einvernahme zu bestehen." „Emen Augenblick noch, Herr Untersuchungsrichter. Be- kommt Fräulein Birgit Hosting auch solch«in Protokoll in die Hand?" „21a sei Gott vor! „Dann will ich Ihnen nur noch sagen, lieber Freund, dag ich, daß ich—" • „Herr Rist hat uns aber mitgeteilt, daß er an diesem Abend doch nicht die ganze Zeit zu Haus« war." „Dann ist er verrückt!" „Wie— wie meinen Sie?" „Daß er verrückt ist. Und ist das ein Wunder? Da kann einer ja nicht seinen Kopf beholten, wenn er den ganzen Tag so ausgefragt wird. Das ist.ja keine Gerechtigkeit nicht. Das ist Tortur, so wie im Mittelalter." „Frau Fredriksen, mäßigen Sie sich." „Und so ein seiner, lieber Mensch! Keiner Fliege hat er was zuleide getan. Das ist zu arg. Ich lag es nicht länger zu. Ich fahr nach Kopenhagen. Ich geh zum König." „Schaun Sie, liebe Frau Fredriksen, ich begreise ja gut, daß Ihnen das alles so nahe geht. Sie sind ja nicht die ein- zige, die Herrn Rist in ihr Herz geschlossen hat—" „Richter Iakobsen, Sie sind ein junger Mensch, und ich bin eine alte Frau, und wenn Sie mich jetzt auf der Stelle ins Gefängnis stecken, wir haben ja schon so dreckige Gesetze in Dänemark, das seh ich erst jetzt—" „Frau Fredriksen!" „Und wenn Sie mich auf der Stelle ins Gefängnis stecken, und meinethalben zehn Jahre lang, ich jags, was ist, das, was Sie jetzt gemeint haben, ist eine gottverfluchte Schweinerei." „Um Himmelswillen, Frau Fredriksen, ich schließe auf der Stelle das Verhör." „Sie können schließen oder nicht, ist mir ganz egal. Aber da war gestern erst dieses vermaledefte Frauenzimmer, diese Zeitungsschreiberin, bei mir, keine Ruhe hat sie gegeben, bis ich sie hereingelassen bab, und die hat dasselbe zu mir gejagt. Und wenn ihr alle schon so schmierige Gedanken hobt, daß ihr einer alten Frau, dig seit zehn Iahren um ihren Jungen weint—"(Fortjetzunz folgt.) Wieder Eiedlungsschwindler. Oer Herr„Generalöirekior" des Heimstättenbaubundes. „Gcnnaldircllor- Tcrhorst, der Gründer des heimställe». bundes Halle, ist verhaftek worden. Zlls Gummibondreisender kam der frühere Zuchkhäulser Terhorfl im Oktober 1927 nach Halle. Begünsligl durch die große Wohnungsnot, warb Terhorst für feine Siedlungsgcfellfchof! durch Vorspiegelung falscher Taljachen zahlreiche Mitglieder. Der Verein verwandelte sich in eine Ge. n o s f e n s ch a s l. der Guntmibondreisende wurde Generaldieklor. 3n ganz Mitteleuropa machte die seltsame Gesellschaft Propa. ganda. Auch Tochtergesellschaften wurden gegründet. Sogar eine eigene Dank, die S p a r- u n d K r c d i l b a n k G. m. b. h., Halle, wurde zur Ainanzierung der Pläne errichtet. Die Mitglieder der Genossenschaft— ihre Zahl stieg aus 450 000, hatten 50 M. Anteil einzuzahlen. Tatsächlich wurden auch eine Anzahl Häuser gebaut. O e i f e n t- liche Stellen gewährten dem heinistättenbaubund sogar hnpo- t h e k e n. In der Mitte des vorigen Jahres traten bereits Zahlungsstockungen ein. Aachdem zahlreiche Unternehmer sich gc- weigert hatten, für die Gesellschaft weiterzuarbeiten, wurden die Mitglieder stußig, ließen sich jedoch zunächst durch Ausflüchte Ter- horsts hinhalten. Zu dem großen Skandal kam es am 2. März dieses Jahres, als sich bei der Generalversammlung der Spar- und Kreditbank Halle herausstellte, daß Terhorst große Schwindeleien verübt hat, indem er einen Teil der eingezahlten Gelder in seine Taschen hatte fließen lasten. Cr wurde fristlos entlasten. Die Stnatsonwalk- schaft stellte bisher 169 000 Marl Verlust fest. Es ist sraglich, ob der Heimstättenbaubund seine Tätigkeit sortseßen kann. Brünings„Erfolge" wirken sich aus. Die Flasche Bier zwei Pfennige teurer. Am Donnerstag wurde der neue preis für Flaschenbier vom pereiu der Brauereien Berlins und Umgegend fcstgesehl. Die Erhöhung ist derart bemessen, daß der neue Wiederverkaufs. preis 2 2 Pfennig statt bisher 20 Pfennig sür die Flasche bc- tragen wird. Oer große Kunstraub in Madrid. Neue Mitteilungen der spanischen Behörpen. Der große Kunstdiebstahl in der N a t i o n a l b i b! i o t h e k in Madrid hat zur Festnahme des Antonio Lopez g«> führt. Der Mann ist in der Tat Bibliothekar und hat seine Stellung zu den Diebstählen mißbraucht. Wie aus Madrid weiter gemeldet wird, hat man bei einer Revision in der Bibliothek auch noch das Fehlen von 32 wertvollen Büchern festgestellt, die Lopez vermutlich ebenfalls beiseite gebracht Hot. Bor seiner Verhaftung, die er allem Anschein nach nicht ahnte, hatte Lopez noch zwei S«n- düngen an den Berliner Kunsthändler auf den Weg gebracht. Die ein« traf am Dienstag, die letzte am Donnerstag ein. Wieder waren es wertvolle Stiche, ain Dienstag 3, am Donnerstag sogar 44 Stück, alles von Rembrandt. Es handelt sich dabei um Doubletten der früher bereits aufgeführten Kunstwerke. Es wurde schon er- wähnt, daß der Kunsthändler aus der Rückseite der ihm übersandten Stiche einen sorgfältig ausradierten Steinpel entdeckt hatte. Mit chemischen Hilfsmitteln ist es jetzt gelungen, die Stempel wieder so weit sichtbar zu machen, daß man den ursprünglichen Aufdruck lesen kann. Danach stammen alle die Radierungen und Stiche aus denc„Sa m ml u n g h�a r a de r a", dem Besitz einer vornehmen spanischen Familie, die sie im Jahre 1867 der Rationalbibliothet schenkte. Der B ü ch« r d i e b st a hl des ungetreuen Bibliothekars läßt die Vermutung auskommen, daß er die Werke ebenso wie die Radierungen einem Berliner Sammler oder Händler angeboten, vielleicht sogar übersandt hat. Wer nach dieser Richtung hin auf- klärende Mitteilungen machen kann, wird ersucht, sich bei Kriminal- kommissar Thomas, Dienststell« B 3 im Polizeipräsidium zu melden. Die Flucht aus dem Ruffenparadies. Wieder 350 Deuifchrussen nach Südamerika eingeschifft. Hamburg, 17. April. Mit dem hapogdampser„Gcueral Belgrano" traten heute weitere 350 Deulschrussc» die Reise nach Südamerika an. Es handelt sich um Flüchtlinge aus dem Lager Mölln, die zu- nächst noch Buenos Aires und von dort mit Sonderdampfcr nach ihrer zukünftigen Heimal Paraguay fahren werden. Die„Rasselbande" auf dem Falken Was die Mauuschast über das Revolutionsschiff berichtete. Ostergeschenk für die Neuköllner. Gutspark Britz als Erholungsstätte für alle. Nachdem im Borjahre der Magistrat, den Wünschen der Be- pölkerung entsprechend, die F r e i g a b e des früheren G u l s p a r k s Britz in Aussicht gestellt hatte,- sind vom Neuköllner Gartenamt die Arbeiten nunmehr so weit gefördert morden, daß die Eröffnung und Uebergab« an die crholungsuchende Bevölkerung noch zu Ostern erfolgen kann. Obwohl der alle, schöne Park mit seinem wundervollen Baum- bestand in seinem bisherigen Zustande schon sür Erholungszwecke geeignet war, so mußten doch noch kleinere Arbeiten ausgeführt werden,«in ihn in einen öffentlichen Park umzugestalten. Die Unter- Pflanzungen wurden gelichtet, teilweise ergänzt und die Parkweg« ausgebessert. Außerdem wurde der Obst- und Gemüsegarten durch einen Drahtzaun abgegrenzt und Partbänke aufgestellt. Der Ein- gang zum Part liegt an der P a r k st r a sz e in Britz. Er ist entsprechend vergrößert worden. Vom 20. April 1930 ab gilt der Park als öffentliche Grünanlage und ist bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet. Die Anlage wird dem Schutze der Bevölkerung besonders empfohlen. Mibnmac» durch Alt-Berli». M!t Niichickit deraiif. dan Ju Ostern viel Zircmde in Berlin«eilen, vcranstalict das Bejirke-aini Schoncderu auch am Oltrrsonntaq«ine lZilliruiur unter der l-ewälirten Leitnnn des Schriftstellers «Scora Bamberaer. Zreffpnutt: io1; Ustr auf dem Cpittclmarll, Ausqaug Lnterarundbali». Teilnahme!X> Pfeunia. Hamburg, 17. April. Der 7. pcrhandlungstog brachte weitere veruehmungen der Mannschaft des vampfers„Falke", soweit sie sich zur Zeit nichk aus See befindet. Die Slaalsanwallschast hat den Zeugen Z u c a l noch einmal vor Gericht zikierk, um feststellen zu lassen, ob es sich bei der ominösen Lrillanlnadcl um diejenige handelt, die Solling in Port os Spain an sich genommen hat. Der Zeuge erkennt sie als solch« wieder. Kapitän Z i p p l i t l. der vorgestern ihre Zdenliiät bestritt und behauptete, er habe mit dem Original Glas gefchnilien, sie müsse also echt gewesen sein, bleibt bei seiner früheren Behauptung. gibt jedoch die ZNögiichkeik cincs Irrtums zu. Wasfenn'.eister Z u c a l wird entlassen und der erste Ingenieur B o t h e tritt in den Saab Er ist 52 Jahre alt und aus dem„Falke" leitender Ingenieur gewesen. Der Zeuge sagt unter Eid etwa folgendes aus: Er ist am 21. Juni in.Hamburg angemustert worden für Fahrt Hamburg— Danzig und dann weiter für die Order. Bothe war zugegen, als in Edingen die Mannschaft wegen Verdoppelung der Heuer mit Prenzlau u. Co. etwa 20 Minuten lang verhandelte. Die Leute sind beruhigt worden mit den Worten: Die Sache ist ab- solut eimvandfrei. Bis Cumana bestand für ihn keinerlei Anlaß zur Beunruhigung, selbst bei Blanquilla und Rcgroes Point noch nicht. Auch Bothe wurde gefragt, und zwar vom Kapitän Zipplitt, ob er in vcnszolamsche Dienste treten wolle gegen eine Heuer von 600 Dollar monatlich. Diese sieht er als normal an und gibt zu, sich bereit erklärt zu haben, bei del Gada zu bleiben. Sluch Bothe hat in Tri- nidad einen Bericht vcröfserrtlicht, um die Interessen der Reederei wahrzunehmen. Cr will es getan haben, weil er es für absurd an- sah, daß eine englische Behörde(in Port of Spain) sich das Recht anmaßte, einen deutschen Kapitän abzusetzen. Der Aorsitzende versucht nun, Widersprüche aufzuklären, die zwischen dem erwähnten Bericht und der heutigen Aussage be- stehen. Da verabredungsgemäß im ersten Hafen, also Blanquilla, die Ladung gelöscht werden sollte. weigerte sich hier die Mannschaft, noch lveiler zu fahren. Del Gado versprach dann erireut hohe Belohnungen, die am 19. Zlugust ausgezahlt werden sollten. Rur dadurch hat die Mann- schaft sich zu weiterer Arbeitsleistung an Bord bewegen lassen. Gc- wandert hat sich Bothe über verschiedenes, aber«r hält es für aus- g«schlössen, daß die Besatzung sich gegen del Gado und seine Leute durchsetzen konnte. Der nächste Zeuge ist der Matrose B a u m g ä r t c l. Er er- zählt: Wir sind von der Hanttmrger Heucrstelle angemustert worden sür eine Filmgesellschaft aus die Dauer von zwei Jahren. Aus diesen Leim sind wir ja dann auch gerutscht, weil uns überall gesagt wurde: Ja, das ist richtig. Fortfahrend schiwert er das über, die sonderbaren Passagiergepäckkisten schon in Hamburg entstandene Mißtrauen. Mst dem Matrosen Knoche zusammen hat er sich Gewißheit ver- schaffen wollen, es glückte ihnen aber nicht. Man glaubte zunächst, es seien die Apparate. Del Gado bezeichnet Baumgärtel als einen ernsthaften, zuverlässigen, vertrauenswürdigen Mensche n.„Die andere Rasselbande ober taugte gar nichts!" Da sie bewaffnet waren bis an die Zähne, fühlte sich ihnen die Mannschaft wehrlos ausgeliefert. Zum Essen wurde Signal ge- blasen. Es ging auf dem Schiff zu wie in eitler Kaserne. Es ist der Mannschaft ausdrücklich gesagt worden:„Ihr habt nur die Passagiere an Land zu setzen, damit ist Eure Arbeit getan!" Nach Anficht Baumgörtels würde es unter Umständen«in leichtes gewesen sein, die Mannschaft zu bewaffnen, aber es lag eigentlich kein Anlaß dazu vor: denn zunächst wurde ja Unrechtes nicht ver- langt. Wohl aber traut er den Insurgenten zu, daß sie jeden nieder- geschossen hätten, der es wagte, ihre Pläne zu durchkreuzen. Del Gado sei bestimmt.Herr des Schiffes gewesen. Zipplitt habe sich ihm in allem untergeordnet. Bei Eumana erhielt die Deckmannschaft Befehl, mit ins Boot zu gehen. Er habe sich hierbei nichts gedacht, weil das zu seinen Pflichten gehört. Als alter Marinesoldat hatte er aber Lunte gerochen. Da sein Befehl lautete, das Boot an Land zu rudern, durste er sich nicht weigern. Er hatte seine Pflicht zu erfüllen und Passagiere an Land zu setzen. Die Boote sollten sofort wieder zurückkehren. Der Vorsitzende fragt: Wieviel Gegner sahen Sie bei der Landung vor sich? Zeuge: Sie waren ja auch so schlau, daß si« sich nicht s e h e n l i e ß e n, aber fünf Zollbeamte können eine solch« Schießerei. wie sie dort gemacht wurde, ganz bestimmt nicht ausführen. Es sollen auch noch zwei Flieger über Cumana gekreuzt und später einen holländischen Schoner mit Bomben belegt haben.— Baumgärtel hielt sich mit seinem Boot in der Nähe der Landungsstclle aus, um seine an Land gegangenen Kameraden zu erwarten, bis er plötzlich den„Falke" abdampfen sah. Es gelang ihn, mit genauer Not, noch das Schiff zu erreichen. Auf eine Frage des Referenten sagt der Zeuge: Hälkeu wir gewußt, daß wir Revolutionäre rüberbringen sollten, dann wäre bestiuunk keiner von uns gefahren. Zeuge Sckiiffsmann D o l l w e tz c l sagt über die Ausmusterung dasselbe wie die ersten Zeugen. Von wein dos Gerede über die Filmexped tion gekommen ist, weiß er nicht. Er kann auch über die Mumtionsladung nichts sagen, weil er zur Zeit der Uebermchme an Land gewesen ist. Unterwegs hat auch dieser Zeuge sich st ä n d i z bewacht gefühlt und immer unter Aufficht gestanden. Die weiter vernommenen Mitglieder der Besatzung schildern im allgemeinen die Vorgänge an Bord des„Falke" und bei der Landung wie die anderen Zeugen. Paul Wessel s, Bäcker und Kochmaat des„Falke", weiß auch nichts Besonderes zu sagen. Er war ängstlich wegen der gefährlichen Ladung: hat sich aber ebenso wie die anderen beruhigt. Anläßlich der„Flottenparade" hat Zipplitt Orden und Ehren- zeichen angelegt und begeistert mitgefeiert. In Venezuela wollte der Zeuge nicht blöden, denn er habe ja gar nicht gewußt, was dort los war. Zipplitt sagte ihm damals wörtlich: Bäcker, daß ich manchmal etwas grob war, dürfen Sie nur nicht nachtragen, das bringt mein Beruf so mit sich, aber wenn Sic bei mir bleiben(in Venezuela dienen), dann haben Sie es gut. Der Zeuge wollte ober trotzdem nicht bleiben. Jede Verabredung unter der Mannschaft stellte er enffchiedcn in Abrede. Die Verhandlung wird darauf aus Sonnabend vertagt. Die pauke wird neu unierführt. Zwischen Karow und Auch. Im Zusammenhang mit der von den städtischen Körperschaften bereits genehmigten P a n k e r« guli erun g ist fetzt ein Vertrag zwffchen der Stadt Berlin uni» der Reichsbahn festgelegt worden, der der Stadtverordnetenversammlung nach den Osterseiertagen zur Beschlußfassung vorgelegt wird. Der Vertrag regelt die Eigentums- Verhältnisse an dem Bauwerk und fetzt die Lasten der beiden Ver- tragsparteien fest. Di« Herstellung einer neuen Pankeuntersührung unter der Reichsbahnstrecke Berti n— B« r n a u zwischen den Stationen Karow und Buch ist erforderlich geworden, da das bestehende alt« Unterführungsbauwerk in seinen G röh enabmessungen nicht mehr ausreicht. ,/- sasseudeu Fabrikgebäude stehen jetzt große Räum, lichkeiten zur Versügung, wodurch eine unübcr- troffen« Auswahl geboten und eine prompte, sorgfältige Lieferung auch der mnfangreichst»« Aufträge gewährleistet wird. Auch Zahlungs, erleichterunz ganz nach Ihren Wünschen, ohne Anzahlung. Illustrierter Katalog A kostenlos. Auswahl, Preise und Qualität sind nirgends günstiger. $*142 l Messingspäne statt Platin. Kommerzienrat fällt auf falsche Sowjetemissäre rein. Einem raffinierten Gaunertrick ist ein Geheimer ßom- mcrzicnrat JJ. zum Opfer gefallen. Durdj einen angeblichen Schriftsteller v. Sotany. der aber bis jcht nicht ermittelt wer- den konnte, wurde der Geschäftsmann daraus aufmerksam gemacht, daß zwei russische Sowjetemissöre iu Berlin seien, die für ihre Regierung und teils auf eigene Rechnung ZO Kilo Platinfpöne verkaufen sollten. ZNerk- würdigerweise fiel der gewiegte Geschäftsmann auf den Gaunertrick— denn um einen solchen handelte es fich tatfäch- lich— glatt herein. Der Kommerzienrat traf mit den beiden„Russen" im Hotel Kaiferhof zusammen und erfuhr von ihnen, daß sie nicht nur für die Handelsdelegation Platin zu oerkaufen hätten, sondern dag sich unter dem Posten auch 12l: Kilo befänden, die sie selbst sich„hintcnherilin" in Rußland beschafft hätten. Der Kommerzienrat wollte diesen Platinschatz zum komnnssionsweiscn Perkauf übernehmen und t> Mark pro Gramm an sie abliefern. Bei einer späteren Be- sprechung aber im Hotel Kaiserhof verlangten die„Sowjetennssäre", die sich Grepow und Popow nannten und sehr elegant austraten, daß der Geheime Kommerzienrat den Platinposten direkt käuflich übernehme. Er wollte zunächst ober nur einen Posten van 67(K) M. erwerben. In einem Cafä am Reichskanzlerplatz erschienen die „Russen" mit einem Koffer, der angeblich die 12 st. Kilo Platinspäne enthielt. Der Kommerzienrat wollt« sich vorsehen und erst«ine Platinprob« oornehm-n lassen. Popow wühlte mit der Hand in dem Platin herum und übergab dem Kommerzicn- rat eine Probe. In Begleitung von Grepow fuhr er zu einem Sach- verständigen, während seine Sekretärin im Cafe zurückblieb. Die Probe ergab, daß es sich um einwandfreies reines Platin handle. und daraufhin kaufte der Kommerzienrat den Posten für 6709 Mark und bezahlte auch gleich bar. Slls er dann nochmals bei seinem Sachverständigen eine Probe machen lieh, stellte sich heraus, daß er v e r- n ickelte Messin gspän« eingehandelt hatte. Durch ein ge- schickte? Taschenspielerkunststück müssen die Gauner die Probe ver- tauscht haben. Beide waren natürlich aus Berlin verschwunden. Die Ermittlungen ergaben, daß„Popow" in Wirklichkeit Ka tz hieß, und sein Spießgeselle war ein aus Bayern stammender beschäftigungsloser Hermann(Brei mann, der nach einiger Zeit ver- hastet wurde. Er hatte sich vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wegen gemeinschaftlichen Betruges zu verantworten und wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ein Hafteatlassungsantrag wurde abgelehnt und Bewährungsfrist wurde ilgu mit Rücksicht auf die Raffiniertheit der Tat versagt. Katz ist bisher noch picht«mittel: pwrdcu.,"' Drei Seltenheiten im �Zoo. Drei zoologische Seltenheiten sehr verschiedener Art habe» im Zoo ihr neues Heim gefunden. Im Bärenzwinger hat ein Riefeubär aus Alaska feinen Einzug gehalten. Dieses Tier befindet sich sonst m keinem anderen Exemplar in der pflegenden Schutzhaft eines Zoologischen Gartens. In Berlin hat bislang ei» einziges Mal«in Jäger aus Elberfeld einen solchen Riesenbäre» als Jagdtrophö« gezeigt. Die anderen Zoo-Bären, die wahrlich nicht klein sind, verschwinden jetzt nahezu neben dem Koloß. Er ist, wenn er sich hochstellt, über drei Meter. Und er stellt sich gern« hoch, sobald sein Wärter ihm«ine Süßigkeit auf einer langen Stange reicht. Dann kam. noch ein Mähnenwols hinzu,. deren Der- wandte in Südbrasilien, Paraguay und Rmdargentimen zu Hmtie sind. Dort jagen diese Wölfe die wilde Art unserer Meerschweinchen. Im Zoo bekommt der Mähnenwolf morgens Bananen und andere Früchte und abends Fleisch. Die größte Sehenswürdigkeit aber, die sonst noch nie in der Gefangenschaft gezeigt wurde, ist«in« Bartrobbe. Sie stamnit aus den Tiergrotten in Bremerhaven. Eine Fischdarnpfermannschaft hatte dieses seltene Tier mit dem Netz hochgezogen. Die Fänger dachten sofort an die Tiergrotten, ver- stauten die Robbe an Bord, die, obwohl sie zu ihrem Leidwesen nicht fraß, doch heil und gesund von ihnen eingebracht wurde. Jetzt fühlt sie sich hier im Zoo sehr wohl. Wenn ihr aber«in Mensch zu nahe kommt, steckt sie ihren Kopf unter Wasser, und dos ist für den Be- trachter bedauerlich: denn gerode der lange, schöne Bart, der dann vollends untertaucht, macht die Seltenheit dieses Tieres aus. Erweiterung der Zehlendorfer Gchag-Tiedlung. Die Gehag, die von den freien Gewerkschaften gegründete gemeinnützige Baugesellschaft, hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens ein umfassendes Bouprogramm durchführen können. 6699 Weh- nungen hat sie bisher erstellt, davon allein 2999, die in der Groß- siedlung Britz liegen. Neuerdings hat die„Gehag" das Bötzow- Gelände in Weißensee gekaust, um dort mehrere tausend Klein- wohnungcn zu errichten. In Britz und Zehlendorf sind in die Reihen. bauten der Stockwerkswohnungen auch Einfamilienhäuser mit eingebaut, die zum Teil vermietet oder auch verkauft wurden. Die Eigenheimsiedlung in Zehlendorf ist jetzt um 418 Einfamilien- reihenhäuser erweitert worden, die kürzlich besichtigt wurden. Jedes Haus hat neben den reinen Wohnräumen auch ausreichende Boden- und Kellergelass«, dazu einen eigenen Garten Die Verbindung zwischen Garten und Haus ist eine glasüberdeckte Veranda. Leider werden diese Einfamilienhäuser zur Zeit noch nicht den breiten Volks- schichten zugute kommen, da Bauindex und Hypothekenzinsen die Anschasfungs- und Bewirtschaftungskosten zu teuer stellen. Bei der Besichtigung erläuterten der Geschäftsführer der„Gehag" Franz Gutschmidt und Stadtbaurot a. D. Bruno Taut die Pläne und Bauten der Gesellschaft. Ostermontag, Flugtag in Tcmpelhof. Am Ostermontag, dem 21. April, veranstaltet die Berliner Flughafengesellschast im Flughafen Tempelhof ihren ersten dies- jährigen Flngtag, der vor allem im Zeichen schmieriger Flug- akrobatik stehen wird. Der„fliegende Künstler" �riß Schindler wird gynmostische Spiele an einem Mast zeigen, der über das obere Tragdeck eines seiner beiden Flugzeuge weit hinausragt, ferner Kunstturnen an einem vom Flugzeug herabhängenden Trapez, Spaziergänge aus Tragflächen und Rumpf eines Doppel- deckers und schließlich als akrobatischen Höhepunkt das Ueber- steigen von einem auf der Afphalibahn des Flugfeldes dahin» saufenden 199?S-Mcrc«deswagenz auf einer darüber hinweg- stiegenden Maschine. Diese Vorführungen erfolgen in nächster Nähe der Zuschauerplätze. Ein Fallschirmabsprung von Fräulein Schu- mann und der Abschuß von vier Fesselballans vervollständigen das Programm, das sich.zwischen 1Z und 18 Uhr abwickeln wird. In den Pausen ist m zahlreichen Flugzeugen der Lufthansa und des„Sturmvogel" zu verbilligten Rundflügen über Berlin Gelegenheit gegeben._ Mercedes-Palast, Neukölln. Das Cröffnungsprogromm des Merccdes-Palast, des neuen V o l k s oo rie te s, bat ein« ganze Reihe wirklich erstklassiger Darbiewngen. Da ist die Chinesen- feröe£4» ifrcn, Tfach». i« ihrg heimische» der Illusionen, des Messerwenens und Tellerjvnglierens meisterhaft be- herrscht. Golemann führt einen dressierten Zoo vor, in den, sich Hund«. Katzen und sogar Füchse als Springer, Zirkusreiter und Clowns produzieren. Di« Count d«! Ray Maids sind fünf graziöse Girls, die hoch oben in den Lüften graziös tanzen und Kollegen derselben Fakultät, dos Matray- Ballett, zestjen in kostümlich m\i> technisch wohlgelunzenen Tanzspielen lustwe tänzerische Szenerien. Vier Gracianos sind stimos« Springer, die elf Grells meistern geschickt das Bandonion und Chas Gibbs imitiert vortrefflich alles Mögliche und Un- mögliche an Geräuschen. Den Humor vertreten Palo und Onyx in ihrer Szene„Polo will springen". Diese künstlerische Neugestaltung des Progrommes, das für wenig Geld wirklich Gutes bringt(der Einheitspreis für die erste Vorstellung beträgt 69 Pftnnig), berechtigt zu den besten Hoffnungen. Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, dem 19., und vienslerg, dem 22. d. Rl., aus. Funszigjähriges Angcstellienjubisäum. Am 19. April feiert Herr Alfred Hahn sein fünfzigjähriges Jubiläum als Angestellter der S. Schroppfchen Landkartenlzandlung, Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 33. „Ein ungetreuer Poskbeamker." Zu dem unter dieser lieber- schrist erschienenen Artikel werden mir um Abdruck folgender Zeilen gebeten:..Mit dem Postschaffner� Klose, von dem in ihrem Artikel vom 2. April gesprochen wird, bin ich nicht identisch.� Bin am 16. September 1896 geboren, wahnhaft Ereifenhagener Str. 12 l. und bin auf dem Postamt SW. 19 beschäftigt." Da, vg»»»»»««» der Stödtischr» N»a«i>!>büd»« SUMraict«. W Cimn- akxr.d. 19. Steril, ins-Inscklieälich Donnki-iag, 24. Arril. läukt in der Iust'nd. biidne d« neue Wildelm-Dieterie-isilm:.Da» D-bn-eiqe» im Wald«-, e Akte, nach den, bekannten Roman von tbanabo-er. AnSerdem b rinnt die»Sichten. ttntr chllderZchan- Mieder eiaenc AuwabrneN!»Mit Berliner Sindern in di« Mmn' nn».Sine gab««vi de« Tdnaer See van Tbnn»ach Jnterlak«»-. Dkowzraplli« 3ÜS Srirve. Jeginn der Boritellunaen tiialich um 19 und 21 Übt. Aus der Partei. Warnung vor einem Schwindler Das Dezirkssekretariot Niederrhein der Französifche« Sozialistischen Partei in Straßburg schreibt uns: Ein gewisser Franz B rahm er, angeblich ungarischer Emigrant und, wie er behauptet, aus Italien wogen seiner sozio- listischen Tätigkeit ausgewiesen, juckst im letzten Jahre mit Vorliebe Parteigenossen aus, um von ihnen unter Vorspiegelung falscher Tat- fachen größer« Beträge als Darlehen zu entlocken, um dann spurlos zu verschwinden. Da er es meisterhaft versteht, sich als Märtyrer der sozialistischen Sache hinzustellen, glückt ihm dieser Trick öfter Er taucht abwechselnd in allen mitteleuropäischen Ländern auf, um seine betrügerischen Manipulationen zu betreiben. Die Nachforschungen, welche nun seit Januar dieses Jahres über diesen Franz Brehme r vorgenommen wurden, haben einwandfrei ergeben, daß er«in Schwindler und Betrüger großen Formats ist. Wie wir ermitteln konnten, ist Anzeige wegen verschiedener Betrügereien gegen ihn imter dem Namen Franz Brohiner erhoben worden, und Zwar� bei der Polizei in Wien (Oesterreich), in Zürich und Bern(Schweiz) und in Straßburg (Frankreich). Brahmsr ist etwa 1,80 Meter groß, schlank, blondes lmduliertes Haar, sicheres, ruhiges Auftreten, gut gekleidet, spricht die deutsche und französifehe Sprache mit starkem slawischem Akzent. Rühmt sich gerne seiner Bekamrischafr mit einer Reihe von Fuhrern und Abgeordneten der Sozialistischen Internationale und seiner Mil- arbeit an großen Weltblättern. Sollte'irgendein Parteigenosse diesem Betrüger schon begegnet sein, möchte er dies umgehend dem jozialistifchen'Parteisekretariat des Ulsterelsaß(Frankreich), Straßburg, Bielerstr. 1, mitteilen. Öfter» steht»»r der 28»! plutfi Sit»ollen ju den Scitttaftcn qut anatssa'« fein! Sontmcn Sie ju S. Adam. Scinjiscr ffckt Zrirdrichstratt, denn S.-Atmi» ttteldun« ist tioea Bt.fonbttea... und f o billig! Sie»erden deftimmt das Richtiae finden! D<«„®rnnius''Hu«fteDu»a" am Saijrctamin rnüiTcn Sie»esehrn haben. Sictfäumcn Sie daher auf keinen stall den Auostellunaostand des dekannien Berliner Srediihaulez B. steder auf der Miidet. und EinrickNunasichau am ttaiierdamm. Salle> UI, Rr. 12,»u llesiebtinen. Tann an diesem Stand»erden die von Brofellvr Dr.-gno.<■. b. 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Technische Moment«, die die Entlassungen begründen könnten, sind aber nicht eingetreten. Des- halb führt man die Entlassungen auch auf politische Motive zurück� Die B e r l i n e r B ö r s c ist seit Tagen der übereinstimmen- den Auffassung, daß es sich sowohl bei Siemens als auch beim Stahltrust um eine politische Demonstration hairdele. Die Entlassungen sind noch Zluffassung der Bors« sachlich nicht begründet. Man will, so meint die Börs«, durch Arboitevenllassungen die Regie- rungestellen.beeindrucken�, um di« Praxis der Schiedssprüche ent- scheidend zu beemflussen. Schließlich hat man nicht umsonst ein sozralreaktionäres Äabinett Brüntng-Schiele, und wo die Agrarier auf ihre Kosten kommen, will die Industrie nicht zurückbleiben. Dem entspricht, daß die von der Industrie ge- schaffenen Stellen die Ankündigungen der Arbesterentlassungen sehr geschickt in die Presse zu lancieren verstanden. Dos Kabinett Brüning-Schi ele wird sich gern beein- drucken lassen. Es ist eben das Kabinett, das nicht nur unsere Agrarpolitik heillos verwirrte und unvernünftige und unwirtschait- liche Steuern schuf, sondern es will auch die Lohnbewegungen völlig abstoppen. Die Agrannaßnahmen bedeuten eine Kaufkraftoerlage- rung großen Stil», die von den breiten Massen W Arbeiterschaft, der Angestellten und der Beamten bezahlt werden soll. Das kann nur gelingen, wenn man Lohnerhöhungen vollständig unterbindet. Mit der entsprechenden negativen Einstellung in der Lohnschiedsspruchspraxis will man den kommenden Dingen,!xr allgemein«: Perteuerung der Lebenshaltung vorgreifen. Gnglisch-russischer Wirtschafiverirag. Vorläufiges Abkommen in London unterzeichnet. Der Handeksoerkhr zwischen England und Sowsetruhland war vier Jahre lang unterbrochen. Wenn auch der Waren- austausch zwischen den beiden Ländern nicht gänzlich unterbunden war, so konnte doch seit der Arco-Afsäre, die mit einer Razzia in der Russischen Handelsvertretung in London endete, von normalen Handcksbeziehungen zwischen den beiden Ländern nicht mehr dt« Rede sein. Nach der Ilebernahme der Regierung durch die Arbeiter- Partei sind zwischen Großbritannien und Sowjetrußland alsbald die DechaNdlimgen zur Wiederherstellung eines m:or malen Wirtschaftsverkehrs aufgenommen worden. Dies« Ver- handlunzen sind jetzt mst der llnterzeichmliig eines provisorischen Wirtschaftsabkommens beendet worden. Der jetzt in London unterzeichnete Vertrag. bleibt bis zum Abschlpß eines endgültigen Handels- und Schisfohrtsabkommens. in Kraft., . Beide Länder gestehen sich in der Behaichlung ihrer Staats- bürger, Waren und Schisse unter Anerkennung des russischen Handelsmonopols grundsätzlich die gegenseitige Meist- bcgünstigung zu, wobei zugunsten Rußlands von der Meist- begünstigung die Abkommen ausgenoimnen sind, die Sowjetrußland mit verschiedenen asiatischen Staaten imd ferner mit den Ländern abgeschlossen hat, die früher zum russischen Reiche gehörten. In der mqlumstrittcnen Frage der Exterritorialität wird Großbritannien auch den sür die rufsisel)« Handelsdelegation tätigen Behörden künftig die Jmmumiät gewähren. All« wirtschaftlichen Streitfragen sind aber vor englischen Gerlcksten zu entscheiden. Die Bestimmungen des Abkommens können ferner aus dt« britischen Dominions, mit Ausnahme Südafrikas und des Irisch«: Freistaats, und auf die britischen Kolonien ausgedehnt werden. In einem Zusatzprototoll wird ausgeführt, daß beide Länder auf jede unterschiedliche Behandlung verzichten rnid sich bei ihren Maßnohmen nur durch finanz- urtd handelspÄsttsche ErioaguiHgen leiben lassen. Ungeklärt bleibt auch jetzt noch die Regelung der russischen D o r k r i e g s s chuld e n an England. Wirtschaftsboykott gegen Thüringen. Wegen einer Extrolandesstever auf Warenhäuser. Die neue Reichstagsmehrheit hat den verrückten Beschluß ge- faßt, �zun: Schutze des Mittelstandes� Warenhäuser und Konsum- verein« mit 6 Prozent Umsatzsteuer extra und besonders schwer zu belasten. Thüringen hat den Wunsch— wer wundert sich darüber — diese wirtschasttiche Veirücktheit noch zu übertrumpfen, und zwar durch Erhebung einer erhöhten Gewerbesteuer sür olle Großbetrieb« des Einzelhandels. Die Warenhauskanzerne Deutschlands werden, wie gemeldet wird, sich das voraussichtlich nicht gc- fallen lassen. Man denkt daran, die Beziehungen zur Thüringer Staatsbank abzubrechen, in Thüringen erzeugt« Waren nach Möglichkeit durch andere inländische oder ausländische Giaiiftische Beobachtung derMolkereien Während im Reiche Herr Schiele Agrarpolitik nur mit Zollerhöhungen macht, bemüht sich Preußen weiter um die Förderung der landwirtschaftlichen Edelproduktion. Dem dient auch die für Januar ISA) zum erstenmal in Preußen durchgeführte Statistik der Milchanlieserung und Milchvcrarbeitung in den Molkereien, bei der in den erfaßten 1183 Molkereibetrieben die Anlieferung von rund 220 Millionen Liter Boll- milch— ein Viertel der in ganz Preußen im Januar erzeugten Milchmenge— festgestellt wurde. Don diesen 220 Millionen Litern wurden 35,8 Proz. als Frischmilch abgesetzt, wobei ein Sechstel auf den Verkauf von Schlagsahne und Kaffeesahne zu rechnen ist. 55,8 Proz. der angelieferten Milchmengen wurden verbuttert, zur K ä s« sabrikation wurden mm 4,5 Proz. der angelieferten Vollmilchmengen verwendet. Aoch mehr Gold bei der Reichsbank. Nach dem Reichsbankausweis vom 15. April haben die Wechsel- bestände der Reichs dank um 261,3 ans 1765,7 Millionen abgenommen und die Lombardbestände um 11,0 aus 67,4 Millionen zuge- nomnwn. Die End« der Vorwoche noch vorhandenen 17,1 Millionen Mark Reichsschatzwechsel wurden ausverkauft. Die unverzinslichen fremden Gelder aus Girokonto nahmen um 118,9 auf 638,3 Millionen zu. Der Umlauf an Reichsbanknoten ging um 256,7 auf 4308,7 Millionen zurück. Di« Goldbestände haben sich wieder um 5,7 aus 2550,1 Millionen Rlark erhöht.(Der nächsle Ausweis wird nach den kürzlich gemeldeten Goldkäusen der Reichsbaick noch erheblich größere Zugänge zeigen.) Die ausgewiesenen Deckuiu,»- devisen sind um 7,1 auf 357,4 Millionen Mark gestiegen. Die Reichsbank hat zwischen 80 und 90 Millionen Mark mehr Devisen eingenommen, und zwar aus dem Lorschuß auf dl« Kreuge ranleih« des Reiches, die in den Dcckuugsdevisen nicht erscheinen. Die um- lausenden Noten sind jetzt durch Gold allein zu 59,2(gegen 55,7) Prozent gedeckt, durch Goid und Devisen zusammen zu 67,5 gegen 63.4 Prozent. Diese Deckung ist enorm hoch: nach«in«? süwsmaligei: Diskoniermäßigung und bei einem Diskont von 5 Prozent ein Zeichen, daß die deutsche Wirtschaft leider die R«: ch S � b a n k zur Inanspruchnahme von Krediten noch innner nicht nötig hat. Kommunale Werks-A.-G. in Krankfuri. Die Stadtverordnetcnverscmmllüng Frankfurt am Main hat die Herouslösung der städtischen Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerke aus dem Komnmnaletat und ihre Einbringung in eine kommunal« Aktiengesellschaft beschlossen. Das Grundkapital der neuen Gesell- schaft wird 20 Millionen Mark betrogen. Güterverkehr der Reichsbahn bleibt gering. Nach den letzten Veröffentlichungen der Reichsbahngesellichast zeigt die Woche zum 5. April mir ein« arbeitstägliche Wagengestellung von 135 000 Wagen gegen 153 000 in der gleichen Woche des Vorjahres. Im ganzen Monat März ist zwar ein allmähliches Ansteigen des Güterverkehrs zu beobachten— der tiefste Punkt lag in der ersten Fe- bruarwoch« mit täglich 123 400 Wagen—, aber dos Niveau des Güterverkehrs blieb im März 1930 erheblich, und zwar um 13 WO bis 18 000 Wogen täglich, hinter der gleichen Zeit des Vorjahres zurück. Es ist zwar zu berücksichtigen, daß die diesjährige restlose Eisfreihcit der Binnenwasserwege den Eiseubahnoerkehr im Gegensatz zum Borjahre auch im März noch künstlich niedrig hielt: die sich noch stark auswirkende Wirtschasisdeprefsion ist in den Gülerorrkehrszisfern aber nicht zu verkeimen. höhere Dividende sür Gelränkemaschinen. Di« E n z i n g e r Unionwerke in Mannheim können für 1929 ihre Dividende von 6 aus 8 Proz steigern. Von der Hochkonjunktur im Brau- gowerbe hat das Unternehmen, das hauptsächlich Maschinen und Einrichtungen für die Brau- und Getränkeindustrie baut, also kräftig profitieren können. Gründung der englischen Rakionalificrungsbank. Mit einem Gesamtkap'tal von 120 Millionen Mark ist jetzt in London die Rationalffierungsbank gegründet worden. Die Ausgabe dieses In- stitutes, dessen Aussichtsratsvorsitzenber der Gouverneur b«r Bank von England Norman ist, liegt in der Kred�tvermittluiig sür die kapital- und ratioimiisierungsbedürflige«ngiffche Industrie. Ihre Kredite dürften in allererster Linie von der stark not- leidenden Textilindustrie:md von dem in der Um- stellung besiiidiichen Bergbau in Anspruch genommen werden. Frankreich erhöhl seine Aulomobilzölle. Di« sranzösische Kanwner hat jetzt eine Neuregelung der Autozöll« be- schlössen. Bisher wurden die Zölle mit 45 Prozent des Werte? der emgefiihrten Automobil« erhoben, während die Neuregelung eine Verzollung nach dem Gewicht der Wagen und Einzelteile vorsieht. Von sozialistischer Seite wurde die Neuregelung scharf bekämpft, da hiertnrrch die effektive Zollbeiastung sich um 5 0 Prozent erhöht. Wen» Schmerzen....... Togal-Tabletten! 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April 1930, die Arbeit wieder aufgenommen worden. Die Firma Leinewfeber glaubt aber, nun einen Herrenstandpunkt hervorkehren zu müssen, indem dieselbe die am Streik beteiligt gewesenen Schneider maßregelt. Arbeiter. Angestellte, Beamte! Uebt Solidar ität gegenüber den gemaßregelten Schneidern der Firma Leineweber! DButscher BGhieitfungsarbeliar-uemanii. Filiale Benin fisiverkvarein dar samaidüflgsamaiier, HlrsciiDiinciiar DaichsaaMi] ciMiciier nmeitnaliiner des Bemaidinigsgeivanies mm Kinder- für Knaben n. Mßdcbea BntftQekeüde Neuheiten in großer Auswahl Schuhe' f«T O. KimAe* ta Bleus- amiwUÜ eateCM., kat«. B«»t« raJto- Vir«Igen p-Mt. in ollen unseren Abtelhogat Neuheiten Kr da» Früh|sdr!� Elegante Damen-Mäntel mm Rips. Chonndatefc Voll- Georgette, Fleur de WM, Kimm- gaaw Herrenstoff, Tweed und FanmrimöflbB Kegop- nod Spert-Aifintel •w Solde, Knnstaeido, Voll-«nd Baumwollstoffen Elegante Straße a- n. Gesellscl*fts Kleider in Volle n. 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Von Otto Meier lieber einen Teil der Gntsankäiise der Stadt Berlin hat der Untersuäiungsansschuß des Preußischen Landtags die Mten ge- schlössen. Je grüirdlicher die Geschäfte durch die Vemehnrung daran beteiligter Zeugen nachgeprüft wurden, uni so niehr ergab sich ein groteskes Bild von Schiebungen, die Hunderttausend«, ja Mit- lionen einbrachten. Und je größer die Aal)l der Zeugen wurde, die als Verkäufer, Rechtsberater, als große und kleine Dennittler, alz mehr oder weniger ehrliche Makler auftraten, die der Stadt Grund- besitz anboten, um so mehr oerdichtete sich der Verdacht, daß jedesmal Stadtrot Busch, ehemals von der W i r t s ch a s t s p a r t e i des Deutschen Mittelstandes feiner„Fachkenntnisse" wegen als Grund- stücksdezernent präsentiert, seine Hand im Spiele hatte. Der saß in seiner Prioatsinna„P e t r o l e a" über den Weinstuben von Lutter u. Wegener und verholf dem ehrwürdigen Haufe, in dessen Keller einst E. T. A. Hoffmann beim funkelnden Roten phantastische Träume spann, zu neuem, zweifelhaftem Ruhm. In dieser Petrolea waltete neben ihn? sein Mitdirektor und Mitbeteiligter an den dunklen Ge- Ichäften Felix Günther, der geschäftige Zwifchen-mann. Ein Biedermann vom Scheitel bis zur Sohle, der sich schließlich bemogelt fühlt und dann seinen Beruf als Reiniger entdeckt, der dem Magistrat feine Enthüllungen gegen gutes Geld anbietet und danut gleichzeitig wieder Busch unter Druck jetzt, mit dein er über Rücktauf des belastenden Materials verhandelt. Das ist das Milieu, in dem die Gutskäufe Biesdorf, Düppel- Dreilinden, Neukladow. Britz, Marienfelde und Staaken perfett wurden. In den allermeisten Fällen wurde die direkte Verbindung Nerkuufer— Stadt Berlin sabotiert, weil Busch die Angebote zu hoch fand, und jedesmal kamen die Gofchäfte erst zustande, nachdem die Grundstücksvennittler Zeit gefuirden hatten, sich dazwischen zu schieben und den Kaufpreis um ihre Provisionen zu erhöhen. Und damit das Allemnw ihrscheinlichste lächerlich« Wirklichkeit wurde, drückte im Falle Düppel die. Stadt als Vermittler Hiller im voraus Z Millionen in die Hand, damit dieser, der auf„eigenes Risiko" han- delt, dem Verkäufer eine Anzahlung leisten kann. Busch und Günther partizipieren an dein Gewinn: aber sie sind uneigennützig und dankbar:. sic schnorren von den Dermiltlern Wohlgelder für die Wirt- schast?parlei bis zur höhe von 15 000 Wart. Alles lief, über die Petrolea, die„S ch M t« r ö I f i r w a", wie sie bissiger Witz getaitst hat. Uno dennoch: So tief bedauerlich und empörend es ist, daß ein Repräsentant der Rsichshauptstadt sein Amt schnöde mißbrauchte: es ist die grobschlächtig«, aber altbekannt« Praxis der Grund- siücksichiebungen, die als kleiner Teil jener kapitalistischen Wirtschaft krittsch unter die Lupe genommen wurde, die dem unze» schri ebenen Moralgesetz huldigt, schnell und mühelos möglichst viel Geld zu verdienen. * Jeder Skandal hat seine Wurzel in dem absolut sicheren Gefühl für dos llnmoralisihe, sagt irgendwo Oskar Wild«. Wenn jetzt die Deutschnatianalen im Ausschuß entsetzt die Hände über den, Kops zusammenschlagen, so dämmert ihnen entweder zum erstenmal die Erkenntnis über die sumpsigen Begleiterscheinungen des Kapitalismus, oder— sie tun nur so. Wollen sie vielleicht beweisen, daß «in soleher Riesenskandal nur in dem von ihnen so viel gelästerten „rcten Berlin" möglich war, daß er eine nachrevolutionäre Erscheinung und deshalb etwas Erstmaliges ist? Aber selbst Deutsch- nationale sind nicht so»nbelefen. dos, sie nicht den zweiten Band der Rmigon-Macquardt von Zola kennen, dieser grandiosen Schilderung der schamlosen Grund- und Bodenspekulation im zweiten sranzösischen Kaiserreich»ird die deutliche G r ü n d« r p« r t ö d e nach dem Kriege 1870/71. Auch sie werden schon etwas gehört haben von den Schöneberger Millionenbauern. Es war nicht allein das rasche Aufblühen der Stadt Berlin, das die Grundrente steigerte, es war Spekulation und Bauschwindel, es war dasselbe kapilalisllsche System wie heule, das in Ehar- lollenburg den Wert des gesamten Grund und Bodens von tSSS bis 1897 von 45 auf ZOO Millionen hinauftrieb. in 11 Iahren um 567 Prozent. Damals gab es keine sozialdemo- kratischen Stadträte, damals wurde noch nicht uutersucht. Aber sie mögen schon recht haben, die professionellen deutsch- nationalen Säuberer, daß es sich diesmal um einen„S y st e m- fehler" handelt. Nur nreinen wir ein anderes System als sie, das nicht durch hermndoktern an Symptomen zu kurieren ist, das heute genau so faul Ist wie damals. it Wäre man freilich nach dem Rezept der Deutschnatianalen ve» fahren, überhaupt keine Grundstücke zu lausen, hätten wir heute keinen Skandal, keine Untersuchung und für die Bouleoardpresse (einschließlich der rechtsradikalen) keine Sensationen. Diese Logik ist ebenso richtig, wie das Rezept falsch war. Die Deutschnationalen und ihr reaktionärer Anhang können nicht begreisen, daß die W o h- nungspolitik für Berlin so lairge ein ungelöstes Pro- b l e in bleibt, als der jährliche Neubedarf an Wohnungen in Berlin auf 40 000 veranschlagt wird. Gegen Ende des vorigen Jahres betrug der Fehlbedars noch 225 000 Wohnungen. Für die Bebauung an der Peripherie der wachsenden vier. Millionenstadt durch eine großzügige Bodenvorratspolilik Raum zu schassen, durch rechtzeitige Grundslückeköuse die spekulative wilde Siedlung zu verhindern, war als vorsorgliche Maßnahme absolut richtig. Daß man dabei hätte ine Riesenprovisionen sparen können, ist eben- falls richtig. Aber unrichtig ist die Behauptung, daß die Stadt im großen und ganzen ungünstig gekauft hätte. Das ist trotz alledem zuni Glück nützt der Fall. Wenn«in Stadttat Schiebungen aus materiellen Interessen begünstigte, wenn er Versuchungen nicht widerstand, so liegt der Grund weniger in einem Fehler des kommunalpolitischen Systems als vielmehr in seiner Person, in einem moralischen Defekt seines Charat- t e r s und darüber hinaus in der mehr als fahrlässigen Art, wie die nicht zuletzt von sozialdemokratischer Seite kommenden Warnungen vom Oberbürgermeister behandelt wurden. Es wäre deshalb grundfalsch, unter Hinweis auf die«ner- treulichen Erscheinungen von einer Krise der Selbstverwal- tung zu sprechen. Die Begleiterscheinungen der Grnndslückskäuse von Berlin sind neben vielem anderen mit ein Beweis für die durch Krieg und Inflation absinkende Moral. Daß dagegen S i ch e r u n- gen geschaffen werden müssen, haben die Ergebnisse der Landtags- untersuchnng bewiesen. Daß aber solche Sicherungen durch Ei». schränkung der Selbstverwaltung zu erzielen sind oder durch diktatorische Machtstellung de» Oberbürgermeisters, bleibt zu bezweiselu. Gegenüber den schmutzigen Begleiterscheinungen der kapitalistischen Wirtschaft, die in der Kommunaüvirtsckzast einen der gefährlichsten Konkurrenten sieht, gibt es vorläufig nur einen wirksamen Schuh: das d e m o. kratische System ö f f e n t l i ch e r Kontrolle durch die Selbstverwaltung. Oeff entliche Bausparkasse für Berlin? Zur Abwehr gegen die privaten Gründungen f Keine übertriebenen Erwartungen ü In den letzten Jahren sind in Deutschland eine Reihe privater Bausparvereinigungen ins Leben gerufen, die teilweise bereits einen erheblichen Geschäftsumfang aufweisen. Da ein Teil dieser privaten Gründungen recht zweifelhafter Natur ist und dem Sparer keine Gewähr gegen unangenehme Ueberraschungen bietet, hat es der De utscheSparkaffe n» und Giro verband für seine Pflicht gehalten, sich dieser Idee des Bausparens ainuiiehmen, um die Sparer öffentlich-rechtlichen Institutionen zuzusühren. Er hat einen Sonderausschuß für Bauspareinrichtungen eingesetzt, der Grundsätze für die Errichtung öffentlich-rechtlicher Bausparkassrn entworfen hat. In Gemähheit dieser Grundsätze sind für em« Reihe von Provinzen öffentlich-rechtliche Balisparkossen errichtet worden, z. B. mpch für Ve Proölnz'NktittSettböitg.' Dachierdurch'der S p trr* lasse der Stadt Berlin nennenswerte Sparsummen entzogen sind und da die privaten Bereinigungen ihr Tätigkeitsfeld Mehr und mehr nach Berlin verlegen, hat es der Vorstand der Berliner Stadt- dank und Sparkasse für feine Pflicht geHallen, der Einrichtung einer derartigen Institution für Berlin näherzutreten. Zum besieren Verständnis sei vorausgeschickt, daß die Bauspor- lassen sich von den Baugenossenschaften dadurch unterscheiden, daß sie den Bau nicht selbst durchführen, sondern sich nur mit der F i- nanzierung befassen. Im Unterschiede von den gewöhnlichen Sparkassen stießen ihnen die Gelder aus Grund einer vertraglichen Sporpslicht der Einleger zu, und die Spargelder dienen aus- schließlich dem Wohnungsbau für die Sparer. Das System der Bausparkassen. Schematisch läßt sich der Sinn einer Bausparkasse aus folgendein Beispiel erkennen: Es sei angenommen, daß 15 Siedlungslustig« je 15 000 Mark zum Bau eines Hcmses benötigen und sich zu diesem Zwecke jährlich je 1000 Mark ersparen. Ohne Bausparkasse müßte jeder— wenn man der Einiachheil halber von den Zinsen absieht— 15 Jahre sparen. Bis dahin würde dos gesparte Geld sür den Woh- nungsbau brach liegen. Werden diese Sporer in einer Bousparkasse zusammengefaßt, so würden die jährlichen Ersparnisse von zusammen 15 00«) Mark ausreichen, um in jedem Jahr für einen der Sparer ein Haus zu errichten, so daß bereits nach Ablauf des ersten Jahres das erste Haus gebaut werden kann. Nach den von der Verwaltung vorgelegten Satzungen hat sich der Bausparcr zu verpflichten, innerhalb einer von ihm zu bestimmenden Frist von 6 bis 12 Jahren einen seinen Einkommensverhältniffen angepaßten Betrag zu ersparen. Tics ist die sogenannte Bausparvertragsf u m m«. deren Mindestbetrag 3000 Mark ist. Es bleibt dem Sparer über- tasten, ob er die ganze für den Bau erforderliche Summe bei der Bausparkasse ersparen will. Es ist vorgesehen. Saß den Bausparern neben der Vertragsfumme Hypotheken von der Sparkasse gewährt werden, so daß sie nur einen Teil der Bausumme zu ersparen haben. Die Zahlung der Svorbeträge erfolgt in monatlichen Raten, deren Höhe sich nach der Höhe der Vertragssumme und der Länge der Der- trag-, zeit bemiht. Je länger die Vertragssparzeit ist, desto kleiner sind die Raten. Die Verteilung der eingehenden Sparsummen unter die Bau- sparer erfolgt bei den privaten Baufparvereinigunzcn regelmäßig nach dem System des sog. W e t t s p a r e n-. d. h. derjenige Sparer, der neben seinen vertraglichen Pflichtleistungen die größten frei- willigen Extrazahlungen leistet, wird zuerst berücksichtigt. Dieses System führt zu einer Bevorzugung der leistung-'sähigsten Sparer und benachteiligt die wirtschastlich weniger gut situierten. Die öffentlichen Bausparkasien haben deshalb an die Stelle dieser plutotratischen Zutsilungsmethodc die Zuteilung durch das Los gesetzt. Der Berliner Plan sieht vor, daß die Bausparer je noch der Dauer der noch laufenden Dcrtragszeit und der Vertrags- summe in Gruppen einzeteilt werden, deren Ainvärter gleichberech- tigt an der vierteljährlich stattsindenden Verlosung teilnehmen. An den vom Glück begünstigten Sparer kann also bereits nach drei Monaten die Zuteilung erfolgen. Wer Pech bei der Verlosung hat. muß damit rechnen, erst gm Ende der Dertragszeit die Zuteilung zu erhalten.. Nach der Zutellung«rhätt der Äporer die voll« V ertrags- fum me, und zwar wird derjenige Teil, der nicht durch das Spar- guthaben gedeckt ist, als hypechekarisch zu sicherndes Darlehn ge- geben. Das Sparguthaben wird dem Sparer mit 4 Progent ver- zinst. Denselben Zinssatz muß er für das ihm gewährte Darlehn zahlen. Hierzu treten noch Adzahlungsbettäg« zur Tilgung des Darlehns. Für alle Bausparer wird eine Lebensversicherung abgeschlossen. Dies« geht nur dahin, daß zugunsten der Erben eines Sparers, der noch der Zuteilung aber vor der Ab- Zahlung des Darlehns stirbt, der noch nicht abgezahlte Darlehns- bettag an die Dausparkasie zurückgezahlt wird. Die Erben sind also von weiteren Zahlungen befreit und die des Ernährera beraubte Familie der Sorg« uan das Eigenheim enthoben. Gleich- zettig ist die Bausparkasse hierdurch vor Aussällen geschützt. Di« Versicherungsprämien sind nur geringfügig und werden bei der Verzinsung, die nicht bar ausgezahlt, fondern dem Guthoben zu- geschrieben wird, in Abzug gebracht, ebenso«in mäßiger Berrroi« tungskostenbeittag. Die praktische Auswirkung des Sparvertrages. Ein auf Grund der von der Verwaltung der S t a d l b a n k vorgelegten Unterlagen errechnetes Beispiel mag die praktische Auswirkung des Sparvertrages dartuu. Es sei angenommen, daß der Bausparer sich zu einer Bau spar stimm« von 15 000 Moik und einer Vertragszeit von 12 Iahren entschließt. Er hat alsdann monatlich 90,15 Mark zu zahlen imd kann aus Zuteilung durch das Los in frühestens 3 Monaten und spätestens 12 Jahren rechnen. Die mittlere Wartezeit bettägt 6% Jahre. Nehmen mir an, daß der Sparer nach 7 Iahren ausgelost wird. Er hat bis dahin ein- schließlich der ouigelaufeiien Zinsen und abzüglich der Verwalnings- beittäg« und Versicherungsprämien 7813,50 Mark gezahlt erhalt jedoch die volle Vertragssuirmie von 15 000 Mark, also außer der Sparsumme einen Baugo'dkredit von 7186,50 Mark. Er bat von der Zuteilung an keine Einzahlungen nvchr zu leisten, muß jedoch den Baugeldkredtt mit 4 Prozent verzinsen und in der resttichan Verttogsgett, das sind in unserem Beispiel 5 Jahre, tilgen. Dies bedeutet für 5 Jahre«ine monatliche Belastung von 140,10 Mark. Nach Älblauf dieser Zelt ist die Vertragssumm« amortisiert und der Sparer ist lastenfreier Besitzer eines Eigenheims, soweit er nicht zum Zweck« des Baues desselben weitere Schulden auf- genommen hat. Weim der Bausparer vor Zuteilung stirbt, so er- halten sein« Erben, wenn er wegen Zahlungsmis ähigkeit oder aus anderen Gründen kündigt, so erhält er selbst den eingezahlten Be- ZUM OSTERFESTE tvag«t Forni einer �ahrKchen Zeitrsme bis qeon Vbteaä ber i&et- iragsaeit verzinst zurück. Die Sparsumme kann<üso dem Sparer keinesfalls verloren gehen, Di« Auszahlung der Dertragsfirntme enfalgt erst, sodald der Sparer nachgewieseil hat, daß er über 20 Prozent der Sausunwnc verfügt. In der Regel wird hierzu das Sparguthaben ausreichen. Andernfalls n»uß der Spätrer sich den '«hleiüxn Betrag anderweit beschaffen. Lediglich für bestbezahlie Arbeiter und Angestellte. Vor Abschluß des Vertrages wird der Sparer sachkundig b«- raten, u.m zu verhüten, daß er Verpflichtungen eingeht, die seine i inanzielle» Möglichkeiten Uberschreiten. In der Praxis wird der Abschluß eines Bausparvertrages mir sür gehobene wirt- »chastliche Existenzen in Frage kommen, bei Arbeiter» und Auge- ftellten nur für die best bezahlt« Oberschicht>n gesicherter Stellung. Änrnerhin zeigt die Tatsache, daß bereits mehrere 100 Anträge auf Abschluß van Bansparverträgeii bei der Sparkasse vorliegen, daß in Berlin ein Bedürfnis zur Errichtung einer öffentlichen Bausparkasse vorhanden ist. Es war ursprünglich geplant, die Bausparkasse mit derjenigen der Provinz Brandenburg zu ver- einigen und sie als selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts auszugestalten. Der vom Aussichtsrat der Sparkasse und dem Per- walwngsrat der Stadibank zur Vorberatung der Borlogon eingc- setzte Unterausschuß hat das Projekt dahin abgeändert, daß die Kaste nur als Abteilung der Berliner Stadtbauk und ohne Vor- bindung mit der Provinz Brandenburg errichtet wird. Wenn die sozialdemokratische Sladtoerord- n e t e nfrak t i o n sich nach eingehender Beratung entschlossen hat, dem Plan grundsätzlich zuzustimmen, so ist sie hierbei in erster Linie von dem Gedanken geleitet gewesen, den Bürgern unserer Stadt die Möglichkeit der Baufpartätigkeit zu eröffnen, ohne sich dem Risiko auszusetzen, das mit der Beteiligung an den p r i- varen Gründungen verbuirdcn ist. Ueberschirenglichc Erwortu»- gen knüpft sie nicht au das Projekt.' Stadtverordneter Dr. Siegfried Weinberg. Aus der Arbeit der Bezirke. Wieder im Lärm untergegangen! t. Bezirk— Mitte. Um überhaupt eimual einige dringende Personalfragen erledigen zu können, begann die letzte Bezirksversamnilung mit eiirer nichtöffentlichen Sitzung. Sobald aber die Oesfentlichkeit her- gel teilt wurde, setzte das im Bezirk Mitte schon übliche kommunistische Theater ei». Die KPD. verlangte, daß sämtliche vorliegenden An- träge(darunter allein 11 Anträge der Koninmnistens noch in dieser Sitzung erledigt würden. Als der Borsleher. Genosse Riese, sich den K a s ch e in m e» t o n der Komniunisten verbat, besaß der kom- »nurristische Stadtverordnete Droit sog-ir noch die Geschmackldsig- teit, den Vorsteher wegen dieser Aenßcrung zur Ordimng zu rufen, mos natürlich einen ch e i t e r kei t s st u rm hervorrief. Schon bei der Beratung des ersten kommunistischen Antrages kam es zum Krach im Sitzungssaal und aus der Tribüne. Der kommunistische Bezirksverordnete drang auf de» Genosten Thomas«in. Auf der gutbesegten Tribüne erhob sich«in Sturm der E n t r ü st u n q über diese kommunistischen Flegeleien. Die Sitzung flog wieder auf. Um ihre Niedertage wenigstens ein klein wenig wieder gutzumachen. wandten sich die kommunistischen Bczirksverordnelcn im Vorraum des Sitzungssaales gegen den Berichterstatter des„Vorwärts�, der vmr ihnen beschimpf, nnd bedroht wurde. Bette-ANiance-Siraße wird verbreiieri. 6. Bezirk Kreuzberg. 3ii der letzte» Bezirtsoersammlung holten die Nationalsozialisten in einer'Anfrage zu einem„kräftige»* Schlage gegen das Bezirksamt aus, doch ging dieser Schlag in die Lust. Vor eineinhalb Iahren stellte das Bezirksamt auf Vorschlag der deutschen Montessorigcsell- schait für die Leitung de- Kinderheims in der Norckstroße eine O e st e r r e�i ch e r i ii an, die in Deutschland groß geworden, die deutschen Schule» besucht lind auch inzwischen die preußische Staats- angehörigkeit erworben hat. Was machen die Nazis aus dieser Sach- luge? Sie sprechen von der Hortleiterin als einer feindlichen Ausländerin, die deutschen Lehrern das Brot wegnähme. Dein Bürgermeister Genossen Herz war es ein leichtes, den Aniragern nachzuweisen, daß sie von den tatsächlichen Verhältnissen keine Ahnung haben, und iertigte sie geschickt mit dcni Argument ab, daß man inil demselben Recht auch den Heros der Nazis,'Adolf Hi t l e r, als feindlichen Ausländer bezeichnen miißte, den ihr thüringischer Minister Frick sogar zum Beamten machen wollte, während es sich in oorliogeiidem Falle ja überhaupt nur um eine Tarisangestellte handle, die keine Beaimenstellung habe und außerdem allseitig als außerordentlich tüchtig anertanm werde. Einer Lorlage des Be- zirksamts, für das Stück Lelle-Alliance-Strahe vom Blücherplatz bis Teltower Straß« eine neue- B a u f l u ch t Ii n i e fesizusetzen, dergestalt, daß die Straße auf 40 Meter verbreitert wird, noch der Seite, aus der das Tietzsche Warenhaus steht, stimmte die Per- sammliing nach langer Debatte zu. Die Deutschnattonalen stimmten dagegen, trotzdem gerade der deutschnationale Stadlrat B r a n d t sich für d'e Vorlage besonders einsetzte. Die Versaininlung nnhni ferner eine Vorlage des Bezirksamts zur Kenntnis, wonach die bisher in Kd-euzberg bestehenden W o h n u n g s k o in in i s s i o n e n— zusammengesetzt aus Bezirksoerordncten und Biirgerdcpntierten— auf Anordnung des Magistrats noch Anhänmg der 20 Wohnungsamts- dezerneiiten anfzulösen sind. Diese Anordnung wurde veronlaßt durch eine Entscheidung des Oberoerwaltungsgerichts, wonach die Arbeiten der Wohnungskominissionen als Angelegen- heiten der Wohiiungszwangswirtschaft, also als staatliche Anstrags- angelegenheiten, zu betrachten sind, die keiner Kommissions- oder sonstiger Kollegialbeschtüsse von Bezirksorganen bedürfen. Alle an das Wohnungsamt gelangenden Angelegenheiten, also auch die Be- schwerde», werde» in Zukunft auf dem Dezer natsweg« erledigt. Die Kommunisten leisteten sich einen bösen Schnitzer in einem Antrag, der das Bezirl-arm ersucht, Anweisung zu geben, büß ain j 1. Mai alle Dienststellen sowie Bureaus geschlossen sein sollen. Es heißt in dem Antrag, daß das klassenbewußte Proletariat gegen die Unterdrückung und Ausbeutung der Wellbourgeoisie demonstriere. Wären sie nicht von Sozialdemokraten daraus aufmerksam gemacht worden, so hätten sie diele Sinnwidrigkeit nicht gemerkt. Sachlich ist zu der Forderung der Kommunisten zu sage», daß das Bezirksamt allen Arbeitern,'Angestellten und Beamten, die den 1. Mai feieni wollen, entsprechend den zentralen Anweisungen nichts in den Weg legt. Das entspricht auch unserer Auffassung, die der Bedeutting des 1. Mai als Kainpstag Rechnung trägt. Sie vertrauen den Bürgerlichen. 11. Bezirk— Schöneberg. Ju der letzten Bezirksversammlnng wurß« an Stell« des zinn niibeioldeten Stadtrat gewählten Genossen Buth der Genosse P e t e r s o n in die Bezirtsoersammlung«ingesührl. Anschließend sanid die Einführung der unbesoldeten Stadträte statt. Bei dieser Gelegenheil hielt Bürgermeister Berndt ein« Rede,«n der er jchars gegen den neuen Gesetzentwurs über die Verwaluingsresonn Berlins Stellung nahm. Bon unserer Partei wurden die Genossen Bnth und Mendt als unbesoldete Stadträte eingesührt. Der deutsch- national« Stadtoerordnele W o d l i und der Nationaliozialist Dr. L o p e l m a n n sind nicht bestätigt worden. Der erster« weil er nicht R«ichsa»g«höriger war. der letztere wegen seiner gehässige» Aanipiesweis« gegen die Republik. Ferner nahm die Bezirks- Versammlung Kenntnis von der Lerlangerung der Amtszeit der be- foldeten Stadtrat« Lassen und Hairnsnian.ii. Em volk sparteil icher Antrag verlangte die unentgeltliche Ueberlassung der Rathausfestsäla an überparteilich« Organisationen. Genosse Buchholz lehnte diesen Antrag mit der Begründung ab. daß über den Begriff„lieber. Parteilichkeit sich wohl kaum eine Einigung erzielen lassen würde. Interessant war, daß die KPD. für diesen Antrag stimmte und der Kommunist Globig erklärt«, sie hofften, daß das Bezirksamt die „Ueberparteilichkeit* wahren würde. Ein solches Maß von B«r- trauen gegenüber dem stark rechts eingestellten Bezirksamt Schöne» b«rg können nur„überparteiliche Klassenkäinpser* wie die Komma- grste»«warte«. Die KPD. hatte zum ziveüen Mche eineq Protest gegen den neuen Selbstverwaltungsentwurf eingebracht, über de» die Bezirtsoersammlung zur Tagesordnung überging und einem Abänderungsantrog unserer Fraktion einstimmig zustimmte, der sich dein Protest der Berliner Stadtverordnetenversaminliing anschließt. mn Ehrung für den Sechzigjährigen. 13. Bezirk— Tempelhof. Die letzte Bezirksversammlnng wurde durch den Vorsitzenden einer Ehrung unseres Genossen Huhn eröffnet, der am 18. März 60 Jahre alt geworden ist. Genosse Huhn ist seit 1908 ehrenamtlich tötig und zwar erst als Gemeindevertreler und dann bis 1921 als stellvertretender Amts- und Gemeindevorst eher in Mariendorf. Seit 1921 gehört er ununterbrochen der Bezirksversammlung an.— Dann erfolgte die Einführung der nachgerückten Bezirksverordneten Sprie und Hermann(Dnat.) und des Polksparteilers Dr. Berthold.— Der Bericht aus dem Haus- hoitsausschuß ergab, daß deni Antrag B u r g e m e i st e r, vom Bezirksamt eine aussnhrliche Auskunst über die Fmanzkrise der Stadt Berlin zu lordern, stattgegeben worden ist. Das Expose log der Versammlung bereits vor. Alle Antröge der Kommunisten waren im Ausschuß abgelehnt worden. Nun brachten sie alle An- träge im Plenum erneut vor, begründeten sie langatmig mit den unvermeidlichen Ausfällen gegen die Sozialdemokratie, mußten sich dann aber wiever Ablehnung gefallen lassen.— Die Umorgarii- sierung von Groß-Berlin stand als nächster Punkt zur Debatte. Der Organisationsausschuß legte eine Entschließung vor, in der dagegen protestiert wird, daß weder zentrale noch Bezirk-körper- schasten über die Einwürfe gehört worden sind. Der Ausschuß fordert die Aufrechte! Haltung der Selbstverwaltung, Dezentralisierung derselben aus möglichen Gebieten, Oesfentlichkeit der Tagungen und Erhaltung der Selbständigkeit der Bezirke. Diese Enifchließung fand eine Mehrheit.— Ein deutschnationaler Antrag, die Einkäufe des Bezirksamts bei deiz Kleider-Vertriebs-Gescllschait ganz einzu- stellen, rief eine stllnnische Debatte hervor, in die selbst der Bürger- meister eingrisf, weil der Begründer des'Antrags von„artigen* (Tempethos) und„unarligen"(Schöneberg) Bezirksäiiilern gesprochen hatte. Es erfolgt Ablehnung. Noch lebhafter wurde es, als der kommunistische Antrag ver- handelt wunde, der finanzielle Unterstützung der oppositionellen Arbeitersportler vom städtischen Ausschuß für Leibesübungen forderte. Sprach schon der Wortlaut des Antrags von„s o z i a l d e>n o k r a- t i s ch e r Spaltungspolitik im Arbeitersport*, so fuhr der Redner noch gröberes Geschütz aus, mußte sich aber eine wohl- gelungen«, oft vom Beifall unterbrochene noch schärfere'Absuhr von dem Genossen Braun gefallen lassen. Die Vorlage des Bezirksamts, ie eine Schulbaracke im Industrie- viertel und aus deni Teniprlhoier Feld sofort zu errichten, fand?lii- nähme gegen die Stimmen der Kommunisten. die Wahl des sozialdemokratischen Bezirksverordneten HäudckC. Dann erhielt Bezirksverordneter Harnisch(Soz.) das Won zuck Begründung der Abänderungsantröge der Geschäftsordnuiig den Bezirksversammlung. Die Kommunisten hatten eingesehen, daß dir Aenderungen der Geschäftsordnimg eine starke Mehrheit finden würden und beschränkten sich aus zahme'Agitationsreden. Mit zur' Tribüne gewandtem Gesicht verkündete der Kommunist Bull er- j a h n: sie würden sich dieser neuen Geschäslsordnung nicht fügen und sich„lieber von den Zörgiebel-Landen einzeln aus dem Saat fchleiscn lassen und dabei keinen Finger breit zurückweichen". Zur besseren Vorbereitung der Bezirksnerordneiensitzung wurde ein A e l t e st e n a u s s ch u ß gewählt. Dann kamen drei'Anträge zur Beratung über den Neuköllner S ch» l st r e i k. Herr Longe wollte weismachen, daß die Kommunisten gar nichts mit dem Schulstreik zu tun hätten! Er habe erst im„'Vorwärts* darüber gelesen und sei ganz überrascht gewesen. Syndikalisten und andere wilde Leute hätten den Streik inszeniert. Stadtrat Dr. Löwen- stein wies an sehr umiaiigreicheni Material nach, daß die Koni- munistcn bereits im März mit Flugblättern zum Streik gehetzt haben. Er hob hervor, daß er selbst gegen die SÄulsparmaßnahmen protestiert habe, und daß es auch gelungen sei, die größten Härten dieser Maßnahmen zu lindern. Jetzt, wo die Kommunisten sehen, daß ihre Aktion zusammengebrochen ist, wollten sie plätzlid, nichts mehr domit zu tun haben. In seiner Antwort behauptet« Herr Lange i die Führer des Schulstreiks hätten auf ihren Flugblättern den Namen Gohlkc ohne vorheriges Einverständnis verwandt. Der Deutschnationole Langula war besonders spitzfindig: Der Streik sei an den weltlichen Schulen ausgebrochen! Wer hat die weltlichen Scbulen geschaffen? Dr. Löwenstein! Also ist er schuldig am Streik! Diese Logik wurde mit Heiterkeitsousbrüchen ausgezeichnet, die sich noch steigerten, als Langula mitteilte, sie würden trotz dieser Kritik für den sozialdemokratischen Antrag stimmen. In diesem Antrag wurde das verantwortungslose Treiben der Kommunisten mißbilligt und von dem Bezirksamt verlangt, daß es in Zukunil alles tun solle, um derartige Streiks zu verhindern. Dieser'Antrag wurde angenommen: außerdem nach ein sozialdemokratischer'Antrag, der verlangt, daß die Orte Groß- und Klein-Aiethen, Wpßmamis- darf, Rudow und Buckow eine Kreisvcrbindung durch eine'Autobus- linie erhalten sollen.__ Die erste„Gustav-Siresemann-Schule" 15. Bezirk- Treptow. Eingehend beschäftigte man sich mit den Berkehrsverhält- niffen. Bezirksverordneter Strieder(Soz.) betonte, daß die Ler- kehrsoerhältnisse im Bezirk Treptow, gemessen an den Verhältnissen von 1920, bessere geworden sind, wenn natürlich auch nicht verkannt wcrdrn dürfe, daß eine weiter« Fortentwicklung infolge der größeren Einwohnerzahl unbedingt notwendig ist. Eine Reihe von Er- werbslosenanträgen wurden auf Vorschlag des Bezirks- verordneten Becker abgelehnt, weil die Stadtverordnetenoersanimlunq bereits in dieser Frage entschieden hat. �Ein Mißtrauensantrag der KPD. gegen den sozialdemokratischen Stadirat K i s s n e r wurde durch„Ucbcrgang zur Tagesordnung" erledigt. Aus Vorschlag des Bezirksamts beschließt die Versammlung, der Realschule in Adlers- hos den Namen„Gustao.Stresemann.Schulc";v geben. Dem Um- und Erweiterungsbau im Kindererholungsheim in Earlshagcn wird zugestimmt. Die Kommunisten erhoben zunächst bei der Beratung dieser Angelegenheit unbegriindcle Angriffe gegen das Bezirksamt. Stadtrat P e t c r s schilderte die totsächlichen Verhältnisse und empfahl dringend, im Interesse der Treptower Kinder, der. Vorlage zu- zustimmen. Ein'Antrag der Fraktion der KPD. ans Entlassung�eines Oberschönewcidcr Polizeiosfiziers wurde durch„Uebergang zur Tages- ordming* erledigt. Für die Schaffung von Aborten in der 18. Volks- schule in Riederschöneweide werden 8000 Mark bewilligt. Von unserer Fraktion wurde ein Antrag«ingebracht, der gegen die Dar- lag« der preußische» Regierung aus Abänderung des Gesetzes Groß- Berlin protestiert. Die Bezirksversammlung beschloß, zur BeHand- lung dieser Frage«ine außerordentliche Sitzung am 16. April 1930 stattfinden zu lassen. Oer zusammengebrochene Schulstreik. 14. Bezirk— Neukölln. In der Neuköllner Bezirksoersani m lung wurden die vom Oberpräsidenten bestätigten unbesoldeten Stadirütc, dar- unter die Sozialdemokraten Kühn, G e h r k e und Al b r e cht von Bürgermeister Scholz in ihr'Amt eingeführt. In die Bezirks- oersammlnng trat neu ein der Toziaidemokral G a l o» s k n. Die Ersatzwahl für einen ausgeschiedenen Beisitzer des'Vorstandes ergab Oer Kampf um die Arbeitslosenversicherung. In einer sehr stark oesuchten sozialdemokratischen Kreisinit- glicderversammlung am Montag, dem 14. April dieses Jahres, sprach Genosse Rudolf Wissel! über die gegenwärtige polttische Lage und den Kamps um die Arbeitslosenversicherung. Der Referent streifte kurz die letzton Reichstagskämpie um die Zoll- und Steuer- überblick über den sazialpolirischen Aufwand in der Bartriegszeit und den Iahren 1928/1929. Wissell kam zu dem Schluß, daß die Entscheidung der Frattion vom 27. März richtig gewesen sei. Das hätte die kurze Zeit der Tätigkeit des Kabinetts Brünina bereits klar bewiesen. Die Vorarbeiten tür diese Regierung sind schon wähnend der'Amtsführung des 5lobine!ts Müller geleistet worden. Zum Schluß forderte Wissell unter stürmi schem Bei lall der Bersammiunz zu einem geschlossenen nnd einheitlichen'Abwehrkampf auf. Nsschrut! Am Mitbroch. 16. April, verstarb unser lieber Mitarbeiter, der- Leiter uuaerer Ausgabestelle Kaulsdorf, Genosse Felix Vogt im Aller von 17 Jahren. In langjähriger Zusammenarbeit war uns der Verstorbene ein treuer Freund. dessen Andenken wir in Elirev halten werden. Vorwärts Verlag G. m. b. H. Einäscherung Mittwoch, den 23. April, II1/, Uhr, Krematorium Baumschnlenweg. Am 16. Avril, adknds S1, Uhr. ent. schlief naii loiiflcr, schwerer Sttontbeit mein lieber Mann, inrin guter Siattr, Bruder. Schwager und Onkei Felix Vogt kurz vor seinem 47.(öeturtstage. Dies zeigt liesbetrüi t an im Namen der Hiirtemiedeimt Wand, Vogt. Die Einascherunq findet am Mitt« woch. dem 23 April, nachmutags 1 33 Uhr, im Krematorium Baum. schulenweg statt. M' amm ArconaRader Die Präzisionsmarke Ntudte Medilli mit BillonbereHun| Fahrrad-». liolorrail-ZuhehörUlla Versand überallhin. 2 Hillionen zufriedener Kunden in las' a'len Ortin Oeutsciilands PraiJil-üatal(isS6j09Ssrttrt,.ir. Dtisslbs snlUit süss, ms Sie brabiAefl Danksagung Sur die vielen Beweise autrichtiger Teilnahme heim Hintcheiden meine« lieben Manne« und Batet« Faul Paritschke sagen wir mit diesem Wege allen Kolleginnen nnd Kollegen des Arbeits» amts Sstdost sowie allenFrennden und Bekannten unteren herzlichsten Dank. Ella Paritschke u. Sohn Werner Rennen zu iStrauiberQ Sonnabend, d. 19. April nachmittags 3v« Uhr lahrenumsatz 35000 Fahrräder. Ernst Machnow Cirbsstps FahrradHaus Orutschland« ner gute Kapitän' Kaalateah��Ä C. Köck er. Berlin lUHtudieuer SUbAb 22. KMttnuaBOl, LOOSE der PreuSiscii-SüddRihclien Rlimm-Umrie Ziehung 1. Klasse 4 6. 36. April ', M a—, 1, M. 6.-.■• M. 12' i M. 24.— .»..A_ I J—— Staatl. Lotterie- Einnahme| neureiaer«,»>» wu, oberweiistrsa«>?-{ Tel. Merkur 7922— Poatscheck Berlin 4560 PlusiK« aefl aber die Enget im Himmel singen hören vor Hühneraugenschmerzen, ist nicht jedermanns Sache. Darum:„Lebewohl") auf die Hühneraugen. *) Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Aerzten empfohlene Hühneraugen-Lebewohl und Lebe- wohJ-Ballensüheibcn, Blechdose(H Pf'aster) 75 Pfj*., Lcbewohl-Fa�bad eegen emofindÜChe Füße lir.d FuJ- schweiß, SchachieS(2 Bäder) 50 Ptt«., erbältlicn in Apotheken imd Diogerien. AVenn S e keine Enttvjschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdriicklicb das echte Lebewohl in Blcduloae* und weisen andere» angeblich„eben�ogui� Mittel xurück. ?!f.itSA»47. Jahrgang Freitag, 4 S. April 4930 Dreißig Eide um einen Kohlkopf. Ein lehrreicher Beiirag zum Kapitel„Meineidsseuche". Im Juli des Jahres IZZS verkaufte eine Frau in der kleinen holslcinischcn Stadt Cutjenburg einem achtjährigen Jungen etwa 10 bis lt Pfund Weißkohl. Dieser Weißkohl im Werte von 20 Pf. gab die Deranlafsung;u einem ausgedehnten WeineidZverfahren gegen die Arau, die im Povcmber 1923 zu einem Jahr Zucht- Haus verurteilt wurde. Gegen dieses Urteil leglc sie Berufung ein. Die Kieler Strafkammer verhandelte am 14. April in Cütjenburg über die Berufung, vierunddreihig Zeugen waren geladen. dreißig Eide wurden geleistet, zwei Rechtsamvölle verteidigten die Zrau, die ganze Kleinstadl Cütjenburg war in Aufregung, der Andrang des Publikums war ungeheuer— kurzum, es war eine ganz große Sache. Die Berufung der Angeklagten wurde schließlich v-rworsen. Es bleibt bei einem Jahr Zuchthaus. Der Gang dieser Meineidsgeschichte ist typisch für Meuieide- geschichten überhaupt. Die Frau hatte also dem Jungen den Kohl- köpf verkauft. Der Polizeihauptlvaäztmeister beschlagnahmte am nächsten Tage die ch a u s st a n d s w a a g e, die im Schlafzimmer der Frau stand, mit der Begründung, daß die Frau im Verdacht stehe, die Waage zum Abwiegen von verkauftem Gemüse benutzt zu lMbcn. Um Beweise für die Behauptung zu haben, suchte er sich Zeugen und stieß dabei auch auf den Jungen, der den Kohl gekauft hatte. Der Junge gab an, daß der Kohl aus der genannten Waage abgewogen sei. Drei Monate nach dem Borfall bekam die Frau einen Strasbefehl über 19 Mark. Gegen diesen Strasbesehl legt die als schwer herzleidend und hysterich bekannte Frau Einspruch ein. Sie ist der Meinung, daß sie den Kohlkops nicht adge- wogen Hot und daß«ine Mitbewohnerin des Hauses gesehen haben müsse, daß sie dem Jungen den Kohlkopf»inabgewogen übergeben habe. In der bei hysterischen Personen bekannten Weise bedrängt die Frau die Mitbewohnerin, sie müsse doch aussagen, daß sie es gesehen habe. Die Mitbewohnerin ist bereit, in dem Einspruchstermin als Zeugin aufzutreten, wird aber gar nicht benötigt, da das Amts- gericht Lütjenburg sagt, daß auf den bloßen verdachk hin eine Bestrafung wegen lieber- trelung der Eichgrfehe erfolgen könne. Es ermäßigt den Strasbefehl auf fünf Mark. Die Hausbewohnerin, ein achtzehnjähriges schwangeres Mädchen, Allgemeine Wetterlage. Das Tiefdruckgebiet, dessen zentrale Teile bisher etwa über unseren» Bezirk lagerten, wandert nun langsam nach Nordosten. Diese Bewegung wird durch kalte Lust unterstützt, d'e vom nörd. lichsten Europa nach Südschweden fließt. Wir werden am Karfreitag wahrscheinlich im Bereich van Lusimasscn nördlichen Ursprungs liegen. Das Wetter dürste infolgedessen nicht mehr anhaltend trübe, wie in den letzten Tagen, sein. * Wolicrausiichlcn für Berlin: Größtenloils bewölkt, schauerartige Niederschläge, Temperaturen ziemlich unverändert.— Für Deutschland: In Mittel- und Ostdeutschland zeitweise Aufreißen der Wolken- decke, einzelne leichtere Schauer. Im Westen und Südwesten wolkig bis heiter, im Alpenvorland noch regnerisch. trifft ain Tag« noch der Einspruchsverhandlung den Polizei- w a cb t m e i st e r des Ortes und fragt ihn, was sie machen solle. Sie erzählt ihm den Hergang de? Versuchs, sie zu einer bestimmten Aus- sage zu bewegen. Der Polizeihaiiptwachtmeister, ein außerordentlich korrekter und erst seit kurzem im Polizeidienst stehender Mann, tippt sofort: versuchte Berleitung zum Bleiueid. Er nimmt darüber ein Protokoll auf. Stellt von sich aus weitere Ermittlungen an und übergibt die Sache erst noch weiteren drei Monaten der Staatsanwaltschaft zur weiteren Untersuchung. Die Frau, die den Kohlkops verkauft hatte, spricht in der Zwischenzeit nochmals mit ihrer Hausbewohnerin mit dem Erfolg, daß die Hausbewohnerin die Anzeige wegen Verleitung zum Meineid widerruft. Angeblich bekommt sie jetzt G-swissensbisse, und nach einer erneuten Aussprache mit dem Polizeihauptoachtmeister widerruft sie den Widerruf. Nunmehr erhebt der Staats- onwalt Anklage, das Schöffengericht in Kiel verurteilt die Frau zu einem Jahr Zuchthaus. Seit acht Monaten sitzt die Frau in Untersuchungshaft. An ihrem 69. Geburtstag findet die Bcrufungsverhandlung statt. Vergeblich bemühen sich die Rechts- anwälte Rautenberg- Kiel und Springe- Hamburg unter Verwendung von ncrvenärztlichem Fachmaterial, dem Gericht klar- zumachen, daß«ine hysterische Frau oft Handlungen begeht, von deren Richtigkeit sie überzeugt sei. Das Gericht folgt den Anträgen auf Herbeizielzung von Sachverständigen nur bedingt, indem es sagt: Entweder Schutz durch§ 51 oder keine Sachverständige,». Dieser ganz unmögliche Standpunkt veranlaßt die Rechtsoiewälte, ihren Antrag zurückzuziehen. Dos Gericht verwirft die Berufung und beläßt es bei dem Urteil: ein Jahr Zuchthaus. In der Urteilsbegründung heißt es, daß es sich nicht um eine Lappalie, nicht um den Kohlkopf, sondern um die Heiligkeit des Eides gehandelt habe. Was aber ergab die Berhandlung? Zeugen traten auf und schworen: Ich weiß, daß ich nichts weiß. Eine laude Frau sollte schwören. Sie wußte und verstand kaum etwas von der Verhandlung. Die Rechtsanwälte retteten die Ehre des Gerichts, indem sie den schon begoimenen Eid unterbrachen und auf die Vernehmung der Zeugin verzichteten. Dos ist die Heiligkeit des Eides, die mit Zuchtlms geschützt werden soll. Das Urteil ergeht im Nam'.-n des Volks. Das Volk aber will mit dieser Buchstabenrechtsprechung nichts zu tun haben. Deshalb würde es sich dringend empfehlen, daß sich das preußische Justizministerium mit der Rechtsprechung des Amtsgerichts Lütjenburg einmal beschäftigt. Di« Strafrechtsresorm für Meineide ist dringend notwendig. Dieser typische Kleinstadtfall ist«in neuer Beweis dafür. Spori- Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, dem 17. April. 1. Rennen, i. Sigmar(llnterbolzncr). 2. Euterve. 3. Enkel. Toto: 17: 10. Platz: 13, 18:10. Ferner liefen: Gallina, Kmiiilerin. U. Renneu. 1. Mariy(v. Götz), U. Ba ladin, 3. Tornado. Toto: -18:10. Platz: 24. 71:10. Ferner liefen: Sonntagmorgen, Sevousfi, Vigor. 3. N e n n e n. 1.(ihen(H. Hecker), 2. Spala, 3. Eastcr Liiii. Toto; 79:10. Platz: 23. 16:30. Ferner tiefen: Neuland, Lobredner, Sternkunde. 1. Rennen. 1. Hcluon(Raufet), 2. Stennot, 3. Cbttjäflfv. Xolo: 11: 10. Platz: 12, 18: 10. Ferner tiefen: Myron, Ereme de Menlhe iaef.), Manoir(gef.>. 5. Rennen. 1. Parademarsch(Doisf), 2. Midgard, 3. Honeska. Toto: 16: 10. Platz: 11, 28: 10. Ferner lies: Paiuüeri. 6. Renne n. 1. MiihridatcS(KukulieS), 2. Wie-Zbaden, 3. Kern. Toto: 22:10. Platz: 11, 17:10. Ferner tiefen: Jrriiiapp, Senta tges.), Gunlnida(angeh.). 7. R e n n e n. 1..ikamtichatla(v. Metzsch), 2. Rheinland. 3. Mosellancr. Toto: 30:10. Platz: 17, 17. 22:10. Ferner liefen: Gerwin, Zllnreido, PiaSli, Sömmerflor, Mimi, Emigrant, Labara, MivelaoZ. Die Frag« des Wochenendes ist wieder akut geworden.. Karl Letter zeigt in einem kurzen Bortrag, wie die Schönheiten in de� Näh« Berlins aufzufinden sind. Man kann sagen, daß ahn- iiche Dinge bereits öfters- erzählt worden sind, trotzdem bleibt es ncrdienstvoll, daß der Berliner auf die Reize der näheren Um- ecbuiig seiner Stadt hingewiesen wird. Der Spandaucr Lchrergesangoerein bringt ernste Gesänge zum Vortrag. Ein paar verschollene Komponisten werden zu neuem Leben erweckt. Sonst lastet über dem Programm tisse Trauer. Umsonst erwartet man irgendeine Auflichtung. Ist es denn tatsächlich notwendig, daß an einem Tage, an dem in Kabaretts und Dielen mehr oder minder geistreiche Tanzmusik erklingt, der ganze Rundfunk, besonders im Abendprogramm, auf Moll gestimmt Ist? Damit soll nichts gesagt werden gegen den Vortrag Rilkescker Gedichte und auch nichts gegen Kompositionen von Haydn. Hier handelt es sich ober um eine prinzipielle Frage. Es ist nicht nötig, daß in einer ousgellärtcn Zeit jeder Hörer unter den religiösen Bekundungen zu seuszen hat. F. Sei». elafenbitnam für tiefe KotrU find • C 1 1 1 a es 63, Sintcafcotze 3, parteinachrichten für Groß-Verlin stet» ca»a»«ejirlefelretatiat !. Hof, z Treppe» recht», zu richtea. SPiD.-Freidcnrcr-Fraktion Berlin. Aaliklich de» lölatriaea Bxsteben» bcn Berbante» tat isreiteakerta» aat Teuerbestattaaa 9. B. fiatot am Saanabeab, dem 26. April. 2» Uhr, im arohen Saal der Reaea Welt. Hasenheide, ei» hochtünMerifchee stbend statt. starte»»» 1 R. Nkdsi Proaramm sind bei allen KraMonilcitern sowie bei den Haaaialiierern der Zablarapae» ad 1». April ui haben. Reckt regen Besuch leite»» der Partei erwünscht der Araktiaaaaarstaad. * 1.«tei» PrealNaacr Bera.«>ldnaa«aa»Ichnh. Am ftmloa, dem 25. April. lSZH Uhr, deainnt im?e»irksamt, Daiwger Str.&4. d-r fturfns de, Genossen Professor Penicke tider:„Imperialismus und stolonialvalitit". Der sturfus findet an vier aufeinanderfolaenden Ircilogen statt. Jede Adteiluna delegiert vier Teilnehmer. Intcrcsliertc Genossinnen und Genossen sind her,I!chft eingeladen. 7. strri» Tbaelottcabueg and Dpaadaa. Donnadend, 19. April, findet fcia« Juristische Sprechstunde statt. Morgen, Sonnabend. IS. April: 121. Abt. MahUdors. 18 Uhr michtige sZunktionärsillung bei Ander», Dahn» hofstr. 37. Daselbst Ausgabe der Mgifeiertorten. Zrauenveranstoltuna. lZ. Abt. starten für das Wgllner-Theater„ii 218"«im 19. April find im Lokal Schmidt. Birlefstr. 17, abzuholen. Jungsozialisten. Gruppe llharlottcnbarg. Treffpunkt ,ur Iahet nach dem Werdellinser morgen, Sannabend. 19. April. 19dl Uhr. am Wilhelmvlgii. Geappe Tempetbof-Mariendorf. Heute, Ire! tag. Jährt nach dem Sirten. graben. Treffpunkt 8 Uhr Attiigplgti. Am Sonntag, dem A>. April, 7 Uhr. Treffpunkt Bahnhok Tem»>elhoi hur Osterfohrt nach Erkner. Märkische Schwei». Instrumente mitbringen. Arbeiksgemeinschaft der kinderfreunde Sroß-Verlin. »rappr Zaagvoll. Alle Dsterfghrer treffen sich gm Sonnabend, d«« 19. April. 17 Uhr, vor dem Rathaus Reukölln. Seid pünktlich. Anhangen an Reichsbanner!! Gruppe tzehieadorf. Am Treitag. dem 18. April, lö Uhr. treffen sich all« Jung- und Roifalken»um Spielngchmittgg Sven-Hedin» Hdt Alfenstrasie. Besonders die Teilnehmer an der Osterfohrt müssen da fein. Treffen»irr Osterfahrt nach llehdorf am Sonnabend um 17 Uhr Potsdamer Ecke Hauptstraße. | Sterbetafel der Groß« Berliner Partei«Organisation� 81. Abt. Saatwih. Am Montag, dem 11. April, verktarb der allen Genossen hekannte Gastwirt, Genosse Oskar Lehmann. staiser-äBilhelm-Ztr. 29— 31. Ehr« feinem Andenken. Beerdigung gm Sonnabend, dem 19. April, 17 Uhr. auf dem Friedhof in Lankmi«. Wir bitten um rege Beteiligung. 12Z. Abt. Weisiralee. Am Sonntag, dem 13. April, verstarb unsere Ge» nolsin Lina Pomvlum. Lehderftr. 113. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung ho: bereits stattgefunden. �iSozlaMscheArbetterjugendGr.-Verliu «nsendungen füe diese Rubrik nur an das Zulleadflkreiariat Zierlw«DöS, Ttndenfiraße S Heute. Freitag, 18. April, Treffpunkte für Osterfahrten: Gefnabbranae» IT: 5% Uhr Babnliof ffriebrichstrasie fgegenüber deat Wintergarten).— Schöaederg IV anb V: S'4 llbr Bahnhof Ecköneberg. Sonn- abend IdtZ Uhr Bahnhof Schönebcrg.— Dteglih: 7 Uhr„Rote-Sturm.Ecke". Sonnabend ebendort 20 Uhr.— Rcalölln XI: 6 Ubr Selchower Straße. Sonn. gbsnd 20 Uhr edenbort.— Lichtenberg-Rord: Zi) Uhr Stettiner Bahnhof iRoraealuhrl.—»achbol»: sie Uhr Dahnhof-Blankenburg oder 6% Uhr Schlesifcher Bahnhof. * Mariende rf kR.-T.): Heim Dorfftr. 7...Berliner Humor."— Paolo» III lR.-F.): 19)» Uhr Tohrtbesprechung der Auto- und Eilenbahafghrer. Morgen, Sonuabeud, 13. April, Treffpunkte für Osterfahrten: Toltplah N: 20», Uhr Bahnbas Danziger Straße.— Schönhauser Borftadt: 21 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen.— Schöneberg III: 18% Uhr Stettiner iZernbghnhof tHarpttrepne).— Rarieafelbe-Lichieurgde: 181? Uhr Pot-domer Bahnhof.— fjehIendaif.DahIem! 2 Gruppe. IS1'. Uhr Bahnhof stehlendori- Mitte.— Sri» I»nd II: 19 Ubr Jahn- Eck? Nudower Straße.— Reaköll» I; IS'j Ubr Zienrerplgtu Rach»ügler 20 Uhr Stettiner Bahnhof.— Realella II: 181, Uhr U-Bahn Rathaus.— Reutölla V: 18 Uhr Bahnhof Reukölln. Vortrage/ Vereine und Versammlungen. D Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 11. Eebastignstr. 37—88. Los Z. Lü. Gauaorftaad. Das Gaubllro ist am Sonnabenb, dem 19. April, gesch'ossen. und gm Dieustoo. dem'22. April, bis 13 Uhr geöffnet. — Peeailaaer«erg. Sonntag. 20. April, ab 17 Uhr Irühlingsfeft im Egal- bau tzriedricksbgln. stonzert. Qäcsang u. Tan». Eintritt I M. einschließlich Tan». — Svaatag, Lll. April. Pankow, stameradsäiaft Riederschönhaufen. 17 Uhr Iomilienabend im Restaurant stlcmm. Riederschönhaufen. Blantenfeider Straße 20. Rarineabteilaag. Treffpunkt 10 Uhr Bootshaus. Ausfahrt»ur inortlichen U-bung.— Montag, 21. April. Rentölln-Bei». 1. stamergdfchaft. Oilenousflug noch Schönefeld. Treffpunkt lOih Uhr Reuter- Ecke staifer-lrried- richitraße. 2. stamerodschaft. Morgeutreffen tn Rudow um 10% Uhr im Lokal van Krüger. Bendastr. 31. Bundesklcidung. Teilnahme stgmeraden anderen Komeradschasten dringend erwllnscktt. Treptow. Musittorpz. Ab 18 Uhr tzrüh- lingsieit im»Spreepalgst Kvffhäuser". Nicdcrschöneweide. Äon»vt und Tan». Eintritt 7ä Pi. Alle Kameraden sind hcritich eingeladen. Rarineabteilang. Turnen und Svoel im Bootshaus ab 9 Uhr. Ifriedrichahaln. Btitfertorps. Die Uebungsstunde fällt in dieser Koche aus. Nächster Uebungsabcnd am Freitag, dem 23. April, 20 Uhr, bei Reumanu. Gubener Str. lä. Reichslartell Republik. Sportplatt T ei ehrich kleide. Sonnlag. 20. April, ab 13 Ubr Piftoicnübungsfchjeßen für olle Eauoereiiie. Piswlen»ur Stelle. Leitung Kamerad Iepmeisel. Teeieeligiöfe Gea-eiade. Sonntag. 11 Uhr. Pgppelallee 1.1. TeitvortpaT de» Herrn A. Domden:.Sinngebung". Harmonium: Largo(Händel). «eeeiaioaag der itzeeanbe von Religiaa and Dölleriricben. Genosse Pfarrer Bleier snrlcht am Karfreitag um 18 Uhr und am Ostermontag um 10 Uhr in der Trinitgtiskirche. Eharlottendurg, Karl-August-Plott, im Rahmen einer religiösen Teierswnde. tynif/tfciiicn' 7 71.y&&itf4S fflf&fkuflf BO Ja ff my m fast nft nord v;;.;• r«ijt• i»* A-r-v-« v-ry---.•• �».r.-•■. FOR KARFREITAG UND DIE OSTERTAGE GILT DIE LOSUNG DBS ZIEL FÜR v.•;'•.______.. F U N KT U RM H A LLE N AM KAISERDAMM, VON 10 BIS 20 UHR GEÖFFNET | Xliealec, Lidtlspiele usw. �sei:aß. 18. 4. Slaais-Gper Unter d. Linden Tiil-Ib. L Fr. Ho. 9 Jahros-lii.-V.tlo. 104 ISV2 Uhr Parsifal Frei lag, IS. t Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr orpneus uEimike EndeZd'/sUhr Ende 22�2 Uhr staata-opei' An Pill! ihr Rtpublik Vorst 65 20 Uhr Fidelio Enden.22>ÄUhr Staat). Sttiauspli. cpi Ccaiarnttniarkl Gesdilossei! Staatl.Jöiülür-Tfißalßr.tlarlllig. Geschlossen I LICHf BURfii Gesundbrunnen Karfreitag, d. 1 S. April | 6'°[ Uhr|e"| 2 ElifeKonzerte des Berliner Symphonie-Orchesters 60 Musiker unter Leitung Franko Fcdeli Solisten: Lilly vreytnh, Paul Scebadi Eintrittspreise nicht erhöht •viUbr CASINO-THEATER 81 Lofhrindcr Strafe 37. MW �iMiafiohßit- di&Tanzehüv I RokoM-OponillB. Mosik: WllttrW.Gwia.. 1 Täglich 8.15 Uhr, Sonn- u. Feier-( I tags.5.13 u. 1 Uhr. Jeden Sonntag[ I fauch an den beiden Osterfeier- tageii)uni2�0:„DerMüSlerBBlIS". BiTlcttkasse für den 7-ig. Vor- 1 | verkauf: Alexander 3422 u. 3494 vcrlin 0. Grüne Frankfuiier Rir.132. WWW Direktion: Dr. Martin Zickel— Komische Oper Frieilrlchstr.104. Merkur 1401,4330. Karireitag gescblosscnt Täglicli 8V« Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichsur. 236. Bergmanu 2922/23. Karfreitag geschlossen! SVa Uhr Geschäft mit Amerika. Vorverkäufen beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Nor noch bis 30. April Der wahre Jakob Jonoerstail. den I. Mai zum 1. Fiale Die Berliner Posse Rentier Mudicke Gutscnein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M. äonstiee Preise; Parket�u. Rang 0.80 V. 'WM Tiieittr D 2 Weiiieiiianin 5201 Heute aetöiloitcn. «V. Uhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Mar Reinhardt Direktion Or. Robert Klein Deutsches Kfiusller-Tbeal. Barbarossa 3937 jiarfriila; gcsdilossen! S'.2 Uhr Sex Appeal Usisp. n.rndtnk Umdäli Regit; Fcnttr Urrimga Albert Bassermona. Mady Christians Wim TiiealEr Dönhod 170 Karfreitag gesülossjo! 8 Uhr Ende 10'. Uhr „Eins. zwei, drei" von Franz Molnar mit Mai Paileoberg, Reolc: Gusl.üartcDD Vorher: Souper Regie: Heinz Hilpert Kammerspiele D 2 Weidraiianiiii 5201 Heule oeldilonen 8V« Uhr Die liebe Feindin Romfidia nn k. P. Antoini Ptqic: Ccstsf OrludQins Der ZOO im:; neuen Gewandj; erwartet Euchlj; d) An beiden Osler feieriagen �, Gr. mnmir- Konzert!: Bei schönem Weiter im Freien «»»GGGGVGOBGGSGGGGOO» Reichshailcn-Theater Abends 0 an beiden Feiertagen Hadim.|T1 Das tierriidie Osler- Progranini , Stettiner" >. balbe Preise, volles Progr.l Abends 0 an beid � Das Mi Mi önhoff. Brettl; Kl beiden Osterfeld, veist. Pingr. Fallwer-Drdi. ßarnowsky-Sahneo Tbeatsr In der Stresemannstr. (frülMr KSnijjrlhCTstr.) Heute gesdilossen! Morgen 7"2 Uhr Zum 1. Male; Napoleon greift ein vnn Walter Basentlcver Komödienhaus Heute gesdilossen! Ab morsen tägl. 8'.« Uhr Neioe Sdiwsster und ith Musik».HalpbBenatrky Die Komödie 11 Bismck.2414/7516 Heute Gßtüiloüen. 8';. Uhr Die Krealnr Sduiisnlil tos Fori Rmkiiii Kenia; uax Kcinbardi Operettentiaus Alle Jakobstr. 30/32 (Zentral-Thealer) Dünh. 2047 Täglich 8V« Uhr Solei Stadl Lemberg Preise 1. 2. 8 M. Theater d. Westeos Täglich SV« Uhr: Das Land des Lächelns Ab Ostern Paganinl R.Tauber.V Schwarz in beiden Dslerfeiertagen 4 Uhr Das Land das Lächeins ©o na Potsdamer Strohe 36 Karfreitag: Lntber. Beginn 6 Uhr Ab Sonnabend: Ton- u. Spvechfiim Der nnsterbUdbe Lamp Jugendliche haben Zutritt Rheinstrahe 14 lÄlche) Phantome des Glücks Der Traom von Liebe Odeon, Potsdamer Sh-. 75 Karfreitag: Luther. Beginn 6 Uhr- Ab Sonnabend: Harry Liedtke in O Mädchen, mein M&dchen——— Turmstrahe 12 Kartreilag: Jobanna von Orlean« Ab Sonnabend: Anny Ondra in Das Mädel aus USA. Jugendliche haben Zutritt Adexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Phantome des GltScks Am groSen Strom TolKsüttline Tbealer am BQIowplati. Geschlossen Staat). Sdiil!er-Tli. Geschlossen. PiiEator-Böiuie (Wailntr- Tbealer) Geschlossen. Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Fidelio Tbeat. a. Railb.Toi fS Kottb. Str. 6 /S\ Heute a/sh gesdilossen! Tägl.»Uhr mltjh teidn Oiltr- RW filitt. ndi 3 Uhr ■ B 10 irmlügln Fr. " Elite- Sänger. Dasptiänoraenals Oslergtogramni mit 1 beliebten Gasttenor Kurl Wang er Frankfurter Allee 313*314 Karfreitag, den 18. April 1930 Der große Monumental- Film „LUTHER" Anf der Bühne; Das Berliner Solo-Ou artet! JugeadiidK haben lutrittl Beginn 6. Xassenernffnung 5 Ohr. SonnGbend, 19. b. Montag, 21. Aprit 1930 Das grvfte Oster-Festprogramm! Bostcr Keaton in seinem giSHten Filmerfolg> „Wasser hol Balken" Anf der BQbne: l. Fflnf Connt öel Boy, die groire Domen- Luits i trab ff or. 2. zehn fireU'S, die InftUden accordeos- Nonroaen. 3. Dreba tu- sein. Weimer. WonderMren. Jugendl. haben Zutritt! Ben. Wndienlags 6. a. d. Festtagen Z Ohr. DAS STARKBiER DAS NIE BERAU Iheaterl. fl. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 SV« Uhi Direktion Ralph Aribnr Roberts Snnnabend. den 13. bis 30. letzte KMIuungen ... Vater sein, dagegen sehr Beide Feiertage nachm. 4 U.(halbe Pr.) Metropol-Th. Täglich 8V« Uhr Der Bettelstudent Alpar.Schiitzendorf, Jökea, Licbtenstein Theater ani SfhiHhauerdemm Gastspiel d. Kleinen Theaters 8'� Uhr msasms hat ousyang ,. Ttnllmiiio, fiSrbiijn. Wtlnni. Uenk: [ Vorverk.ununterbr. Norden 281 u 1141 PhlTharinonle 8 Uhr KONZERT von Solisten des Philharm. Orch Forellen-Quisteft-Sdiubert SRjtett-Beethoven. Eintritt 1 Mk. I Dir. Dr. Martin Zicke! Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330- Karfnutag gcsditecn! Täglich SV« Uhr Majestät läßt bitten... Musik van Waltet Kollo, Lustspiainaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922 23. Karlraitag gesdten! Täglich ä'.a Uhr äeschäfimi! Amerika Lustspiel von Frank jnd Hirschfeld I Kleines Theat. Merkur 1524 Täglich 8'- Uhr Gastspiel Gisela Werbezirk in Kleyen sei. Witwe Schwank von Fritz Friidmann-Fredridk Residfini-Tl Künstl. Leitung Gaston Briese Täglich 8'.'« Uhr tin beiden Osterieierlageu 4 und 8V« Uhr Eisrlette aunuiansa. Halbs Pr. Lessing-Theater WeiUnCiom 2797 1.1246 Täglich SV« Uhr Flamme mit Käte Dorscb Franz Lcder er Karireitag gesdilossen! AüSVAIERlÄND KU Kr-UKöf /WJ' REVUE jjSERVUS 1930 brsBisnea H'pVf'' V" SÄiioo DaAK.-.:! Qoitlangs-.Bsbalt- u-BeUamemarkeii gegen Nachahmung geseul. gesch. fertigt seit 4» Jahr als Spezialität. Conrad Müller Leipzig■ Schkeuditz �..... �ttJDzellcn und Wohmumgen Ml Achtung, Siedler! DerVerKauf In unserer neuen Siedlung Priort-NfeerHz hat begonnen. Wohnparzellen, OSrtnereien, HOhnerfarmen qm von 0.70 M. an Bahnfahrt bis Priort(Wustsrmark-Orf um. stalgan) oder bis Wustermark. Verschiebe- bahnhol, dann Futwag durch Kolonie Elstal. Verkäufer auf dem Gelände Zentralbdro: Dr. Ascher, Dr. ing. Runge, Berlin W8, Französische Str.17. Zentram 329,10939 (Landsberger CltausseeJ (Ecke Genslerslraße) | in freier, gesunder Lage| geräumige neuzeitliche r/r, 2Vr und |3-Z.-Wolinungen| I-ISHfge Miete, provisionsfrei, direkt vom Bau-I Herrn. Beziehbar Anfang Mai.l | Verbindungen: Linie 66 undl 1 174 bis Werneuchener Straße,! 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