BERLIN Sonnabend 19. April 1930 10 Pf. Nr.1S4 B 92 42. Jahrgang ersSetattS«lichavterS»»«tass. Zugleich Abeudausgabe de«.VorwSrtt'. Bezuzsxrei« beide Auezaden«5 Pf. pro Woche. S,mM. pro Monat. Vledaktiou uud Expedition; Berlin SW 63, Lindcnstr.S „ybwwdl 5 UleigenpreiCDie einspaltige Nonpareklleieil« 00 Pf.. Reklameieile b M. Ermäßigungen nach Tarif. »ftscheerkonto- VorwärtS-Verlag G. m. b.H« Berlin Nr. sisss. Fernsprecher: Dönhoff 292 bü 297 Achtung: neue Partei! Demokratisch-liberal-konservativer Mischmasch im Werden. Massentod in der Kirche. 460 Kirchenbesucher schauerlich verbrannt. Bukarest. IS. Ststril. Ja der Gemeinde 51 o st e st i tut Bezirk Arges ereignete sich am Llarsreitag ein Brandunglück, bei dem fast 150 Personen. Männer. Frauen und Kinder ums Leben kamen und 10 schwer der- letzt wurden. Zum Karfreitags-GotteSdienst hatte sich in der hundertjährigen, ganz aus Holz gebauten Kirche eine große Menschenmenge versammelt. Plötzlich sing einer der aus künstlichen Blumen bestehenden Kränze an einer Kerze Feuer und in einigen Sekunden brannten alle Kränze lichterloh. Dadurch fing die Kanzel Feuer, das mit riefiger Geschwindigkeit um sich griff und das Gebälk entzündete. Unter den Kirchenbesuchern entstand nun eine Panik. Alle An- wesenden drängten dem einzigen Ausgang der Kirche zu. wo sich die Menge staute, da die Tür nur nach innen ging und nicht geöffnet werden konnte. Es spielten sich jetzt die entletzlichsten Szenen ab. Die Priester im Ornat ver- suchten vergebens, die tobende Menschenmasse zur Be- sinnung zurückzurufen, bis sie schließlich selbst, vom Rauch erstickt und von den Flammen erfaßt, zu Boden sanken. Nur drei Personen vermochten sich zu retten nnd Hilfe herbeizuholen. Da die Kirche außerhalb des Dorfes liegt, war von der Katastrophe nichts bemerkt worden. Als Feuerwehr und Rettungsmannschaften aus der benachbarten Stadt P i t e s c i eintrafen, war die Kirche nur mehr ein rauchender Trümmerhaufen, unter dem hundert Leichen lagen. Nach den letzten Nachrichten sollen 150 Personen, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, ums Leben gekommen sein« Wahnsinnsiai eines 54iährigen. Sie Frau erschlagen und sich selbst erhängt. Die schreckenovotte Tragödie eine» älteren Ehepaare» Hot sich in der Nacht zum Freitag im Hause A l t- M o a b i t 125 abgespielt. Im dritten Stock de» Seitenflügels lebten dort der M Jahre alt« Arbeiter Max hellmann mit seiner sechs Jahre jüngeren Ehefrau und seinem 24 Jahr« alten Sohn Hans. Obwohl die Familie in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen lebte, zeigten sich in letzter Zeit bei dem Manne Spuren gei st iger Trübung. Er war auch, und zwar ohne Grund, sehr eifersüchtig aus sein« Frau. Am Donnerstag abend war der Sohn ausgegangen und kehrte erst gegen 3 Uhr nachts zurück. Beim Betreten des Zimmers bat sich ihm ein furchtbares Bild. Der Bater hatte sich mit einer starken Schnur am Fenstertreuz erhängt. Als der junge Mann nun in die Küche eilte, fand er dort auch die Mutter vor einem Waschtisch tot daliegen. Ihr war von rückwärts mit einem Beil der Schädel zertrümmert. Ohne Zweifei hat Hellmann feine Frau, die sich gerade waschen wollte, zuerst erschlagen und dann durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemocht. Ob hellmann die grausige Tat in einem Ausbruch von Wahnsinn verübt hat oder ob ein Eisersuchtsstreit vorausgegangen ist, wird man wohl nie erfahren. Explosion fordert Opfer. Eine Fabrik in die litst geflogen. pari«. 19. MpriL Nach einer Meldung au» der porkugteflschen Kolonie Macao ereigaeke sich am Freitag in einer Fabrik auf der Insel Tapla riue furchtbare Explosion, die das ganze Gebäude in Asche legte. ZS Personen, zum gröhlen Teil Frauen, kamen um» Debea. Außerdem erliltea zahlreiche Arbeiter zum Teil schwere Berletzunjjeu. Oer deutsche Osterhase (O. R. p. Schiele 615151) Amokläufer in Hamburg. Mit Revolver und Messer aus die Straßenpassanten. Hamburg. 19. April. Ein aufregender Vorfall spielte sich am Donnerstag abend zwischen 20 und 21 Uhr an der Steiutor» brücke in Hamburg ab. Ein irrsinnig gewordener Seemann zog Plötzlich einen Revolver und feuerte wahllos in die Straßenpassanten hinein. Als der Revolver leergeschofsen war, stach er zum Entsetzen der Vorübergehenden wild um sich. Zwei Frauen wurden durch Messerstiche uud Schüsse in den Fuß schwer verletzt. Vier weiter« Personen erlitten ebenfalls Verletzungen. Der Täter, der ISjährige Seemann Räfch. konnte erst nach Hinzukommen mehrerer Ordnnngspolizeibeamter über» wältigt werde«. Die schwerverletzten Personen mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Der Seemann wurde, da er offensichtlich geisteskrank ist, der Staatskrantenanstalt Friedrichsberg zugeführt. SchweresEifenbahnunglückin Spanien Bisher 12 Tote und 16 Verletzte. pari». 19. April. wie au» Valencia gemeldet wird, ereignete sich bei S a g u u t in Spanien ein schwere» Eisenbahnunglück. Ein Güterzug überfuhr bei einem Elsenbahnübergang in voller Fahrt einen Autobu», dessen Insassen in wenigen Sekunden größten. kell» zermalmt wurden. Bisher konnten 12 Tote und 16 Verlebte geborgen werden, linker den Toten befindet ssch auch der Schrankenwärter. Vuenos-Aires, 19. April. Bei einem Zusammenstoß zwischen dem internationalen Zug Argentinien— Chile und einem Güterzug in der Nähe von Washington Im Staat« C o r d o b a wurden von den vier Lokomotio- führern und Heizern der beiden Züge drei getötet und einer schwer verletzt. Zahlreiche Reisende erlitten leichtere Berletzungeu. Ein evangelisches Zentrum. Von Wildvim Dittmann. Der Biclgestaltigkeit und Gegensätzlichkeit der Interessen kapita- listffcher Wirtschaftsgruppen entsprach bisher die Vielheit„bürger- licher" Parteien im Reichstage. Handel und Verkehr traten politisch als„Demokratische Partei� auf, Industrie und Gewerbe als„Deutsche V o l k s p a r t e i", Landwirtschaft und Grundbesitz als„D e u t s ch n a t i o n a l e V o l k s p a r t e i." So war seit der Revolution die Rollenverteilung. Aber das Schema galt' nur im Kern und auch nur sür die wesentlich e v o n g e- tischen Landesteile, für die katholischen Gebiete bildete das Zentruni die politische Universalpartec der bürgerlichen Interessengruppen und eines relativ starken christlichen Arbeiterflügels. Auch die„evangekfchen" Par- teien des„Bürgertums" haben sich mehr oder minder große Arbeiter- s lüget anzugliedern verstanden. Di« soziale Älassenscheidung geht durch alle„bürgerlichen" Parteien hindurch. Der Klassenkampf spielt sich in versteckter und verschleierter Form innerhalb aller „bürgerlichen" Parteien ab. Nur die Sozialdemokratie kenist ihn nicht als innere Erscheinung, sie führt ihn lediglich nach außen. Daher ihre große Einheitlichkeit und Geschlossenheit, die im„Bürger- tum" fehlt. Diese politische Rollenverteilung im„bürgerlichen" Parteiwesen ist ins Wanken geraten. Fast alle „bürgerlichen" Parteien sind von innerer Unruhe ergriffen. Absplitterung, Auslösung, Umgruppierung, Neubildung, Zusammen- fassung sind die Merkmale dieser Erscheinung. Nachdem die rein politischen Fragen der Republik und der parlamentarischen Demo- kratie sowie die außenpolitische Befriedung nicht mehr so stark wie im ersten Jahrzehnt nach der Revolution auf den Nägeln brennen, und die Angst vor dem„groben Lümmel" Proletariat gewichen ist. drängen sich die gemeinsamen wirtschaftlichen Klassen- Interessen in allen„bürgerlichen" Parteien wieder in den Vordergrund. Ihre Gegensätzlichkeit zur Sozialdemokratie als der Interessenvertretung der Arbeiterklasse kommt ihnen verstärkt zum Bewußtsein. Sie sehen die Sozialdemokratie als starken politischen Block vor sich, sich selber aber in rivalisierende kleine Parteien gespalten. Eni- täuschte Wähler haben bereits in der Wirtschaftspartoi, der Auf- wertungspartei und den Nationalsozialisten Konkurrenzparteien ge- schaffen. Verfall, Zersplitterung und Machtlosigkeit bedrohen sie alle. Sie fürchten Neuwahlen, in die sie mit gebrochener Front gehen müßten. In dieser Situatton erwacht der fett Iahren ventilierte Gedanke einer Zusammenfassung der politischen Kräfte des„Bürgertums" zu neuem Leben. Demokraten, Wirtschaftspartei, Deutsche Volkspartei und Volkskonservative Vereinigung znsammenzu- schließen zu einer„Deutschen Staatsbürgerpartei" unter dem Patronat des Reichspräsidenten v. Hinden- bürg, das schwebt maßgebenden Politikern der „bürgerlichen" Mitte als das große, zu erstrebende Ziel vor Augen. Im stillen und unter der Hand wird seit Wochen dafür ge- warben, in der Demokratischen Partei und in der Deut- schenVolkspartei besonders eifrig. Das Zentrum war darüber im Bilde. Es sah die Verschmelzung der„evangelischen" Mittel- Parteien als unausweichliche Notwendigkeit kommen. Kommt sie ohne oder gar gegen das Zentrum, so kann sie ein gefährlicher Kon- kurrent worden. Leiht dagegen das Zentrum der Fusion seine wohlwollende Unterstützung, so kann sie ihm nicht schaden. Das Zentrum gewinnt einen Partner, mit dem es politisch zusammengehen kann. Da» war die politische Atmosphäre, durch die und in der bic Regierung Hermann Müller über die Arbeitslosenfrvge zu Bruch ging. Das Zentrum. führt durch Brüning die„evangelischen" Mittelparteien zusammen in einer gemeinsame» Re- gierung und einer tatsächlichen Parteien-ttoalition» durch die sie auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind und die die Vorstufe der kommenden Parteienverschmelzung ist. Darum war man so leicht und schnell bdi der Hand, den sozial- demokratischen Bcschlu�, das Kompromiß Brüning-Meyer in der Arbcitslolsenfroge abzulehnen und sich aus den Boden der Regierungsvorlage zu stellen, alz Grund sür die Sprengung der Großen Koalition auszugeben und darum stand Brüning schon parat, die Kanzlerschast anzutreten. Sicher gibt es noch manche Kreise in den fraglichen Parteien, denen dieser Sinn der letzten Entwicklung der politischen Situation noch nicht klar geworden ist, sicher wetden auch nvanche Kreise und Personen die Fusion nicht mitmachen. Aber die Reise geht unaufhaltsam zu einem„e v a n- gelischen Zentru m". In der Regierungskoalition wird man die Dinge vorbereiten und den Sommer benutzen zur Konsolidierung des kommenden Parteigebildes, um im Herbst oder Winter sich eine zugkräftige Wahlparole zu schaffen und dann den Reichstag aufzulösen« Wir Sozialdemokraten können der weiteren Entwicklung der Dinge im bürgerlichen Parteilager mit Ruhe und Gelassenheit entgegen- sehen. Wir sind zu jeder Zeit und Stunde gerüstet und bereit! Gemeinsam im Ltrlaub. Die Mitglieder des Reichskabinetts sind über Ostern in Urlaub gegangen. Reichskanzler B r ü n i n g und Minister Trcviranus verbringe» gemeinsam ihren Urlaub in Badenweiler. Auch Reichs- minister Dietrich wird über Ostern in Badenweiler sein. GchwiegervaiererschießiSchwiegersohn Jamilientragödie in Aasdorf. Eine blutige Familientragödie hat sich in der Rächt zum heutigen Sonnabend in dem Dörfchen Basdorf bei Wandlitz in der Mark abgespielt. Dort ist der 48jährige Gemeindevorsteher Willibald Habel von seinem 70jährigen Schwiegervater Friedrich W o j a h n er- schössen worden. Der Gemeindevorsteher Habel, der bei einer Firma in der Andreasstraße angestellt war und zugleich ehrenamtlich Posten eines Gemeindevorstehers in Basdorf bekleideie, lebte seil Jahren mit seiner Familie ln Unfrieden. Zwistigkeiten zwischen dein Ber- storbenen und seiner Frau sowie deren Vater waren an der Tages- ordnung. Die Verhältnisse spitzten sich in der letzetn Zeit sehr stark zu, nachdem aus Wunsch der Frau Habel der Schwiegervater in das Haus seiner Kinder gezogen war, wo er die obere Etage bewohnte. Habel, der öfter betrunken nach Hause kam, geriet dann mit seinen Angehörigen in Streit, so daß wiederholt Nachbarn schlichtend eingreifen mußten. Auch in der Nacht zum Sonnabend kam Habel schwer bezecht um%.3 Uhr in sein Haus. Er holte sich aus einem Schuppen einen schweren tjoizhammcr und ging dann die Treppe zu der Wohnung seines Schwiegervaters hinauf, wo er die Türsülluag einzuschlagen begann, nachdem der alte Mann sich geweigert hatte, freiwillig zu öffnen. Wojahn fürchtete, daß der Betrunkene ihm ein Leid antun werde, und rief seinem Schwager- söhn zu, er soll« sich sofort in seine Wohnung begeben, andernfall er, der Schwiegervater, von der Waffe Gebrauch machen werde. Der Bekrunkene Hörle nicht aus die Warnung, sondern fuhr fort, die Tür weiter zu zertrümmern, obwohl inzwischen der LOjähnge Sohn des Gemeindevorstehers, der von dem furchtbaren Lärm" geweckt worden war. die Treppe hinauf geeilt war, um seinen Vaier an seinem Vorbaben zu hindern. In dem Augenblick, als der Ge° meindevorsteber die Tür zertrümmert hatte und in die Wohnung des alten Mannes eindringen wollte, kragte ein Schuß. Habel stürzte, in den Kopf getroffen, rücklings die Trepp« hin- unter, wobei er das Genick brach, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. � Der Schwiegervater des Getöteten wurde von der Gendarmerie in Haft genommen und in das Amtsgefängnis Wandlitz eingeliefert, da zunächst das Amtsgericht Oranienburg die Frage entscheiden soll, ob Wojahn in Notwehr gehandelt hat oder nicht. Die Leiche wurde vorläufig beschlagnahmt. Zwölftes Todesopfer in Gtuiiqari. Slullgark. 19. April. sElgenberichl.) Am S a r f r e l k a g ist ln Sknklgart die Frau des bereits vor Wochen verstorbenen Edelstelnhaadlers Drehle aus Schwäbisch. Gmünd ebenfalls ein Opfer der Värenkrichinose ge» worden. Die Seuche hal damii ihr zwöl-ies Opfer geforderk. Zusammenstoß in der Gchioßstraße. Auto fähit auf Motorrad.— Gin Toter. Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Aula und einem Motorrad ereignete sich heute mittag in der Schloß- straße in Charlolkenburg. Dabei wurde eine Person gctölel. ein Mann wurde schwer verletzt und mußlc ins Krankenhaus gebracht werden. Neue Flugzeugkaiastrophe. Oerpräsisent des inteniationolen�ustfahrtverbandLs getötet Jersey Tily. 19. April. Ein Achlpersonen-�lugzeug der Colouial Airways, das von Albany nach Newark unterwegs war. stürzte, nachdem es Jersey Elly in 30 Meter Höhe überflogen halle, über der tn der Nähe der Stadt gelegenen ekekkrischeu Sraflstallon ab und geriet in Brand. Drei Passagiere, darunter der Präsident des iniernakionalen Lnftsahrlverbandes, Graf de la Vaulx, und der Pilot wurden gelötet. Wie kam es Severins über die Entf Bielefeld, 19. April.(Eigenbericht.) Genosse Severing befaßt« sich in Bielefeld in einer Ber- trauenslcuteversaminlung der Sozialdemokratischen Partei u. a. mit den Ursachen des Rücktritts der Regierung Müller. Severing führte aus:,. „Anfänglich sah es in der Oeffentlichkeit noch so aus, als ob die Arbeitslosenversicherung der Grund für die Auslösung der Koalition gewesen wäre. Wir Sozialisten wollten, daß die Summen unbedingt gesichert würden, die nach den Arbeitslosen- Ziffern des vergangenen Winters notwendig erschienen. Es lag nicht in unserer Absicht, uns mit Vertröstungen absperseu zu lassen. Wir wollten Sicherungen haben, die uns und die Arbeitslosen vor einem Leistungsabbau schützten Im Kabinett glückte eine Einigung, der auch Moldenhauer als Finanzminister zustimmte. Das war jedoch in einer Zeit, in der die Toung-Gesetze noch nicht angenommen waren. Man hat uns gefragt, weswegen wir keine Verknüpfung der Aoung-Gesetze mit den Steuergesetzen erstrebt hätten. Eine Partei, die neben ihren nationalen Aufgaben so große inlernalionale Ziele aufstcllk wie die Sozialdemokratie, durste die Zoung-Gesehe nicht zu einem Schacherobjekt machen. Es war abwegig, einen derartig großen weltgeschichtlichen Plan mü steuerlichen Maßnahmen zu verknüpfen. Im Reichstag hätte sich wahrscheinlich eine Mehrheit für den Rcgierungsvorschlag�in der Frage der Arbeitslosenversicherung gefunden. Aber in den inter- fraktionellen Besprechungen der Parteiführer und der Fraktionssachoerständigen erfuhr der Vorschlag eine Verwässerung. die im Effekt die Entscheidung über die Arbeitslosenversicherung bis in den Herbst hinaus verzögerte. Interfraktionelle Besprechungen in allen Ehren! Jeder Minister hat selbstverständlich die Pflicht, die engste Verbindung mit deik Volksvertretung und seiner Fraktion aus- rechtzuerhalten und seine Entscheidungen entsprechend abzustimmen. Aber schließlich muß er seiner Einsicht und seiner Ueberzeugung folgen. Die interfraktionellen Besprechungen haben im Reichstag allmählich eine Ueberschätzung gefunden, die sich mit dem richtig verstandenen Parlamentarismus nicht mehr in Einklang bringen läßt. Ich war nicht gesonnen, diesen Zustand mitzumachen. Gibt es in den Fraktionen Männer, die es besser machen können, als die Minister, dann soll man sie berufen und die Minister zurückziehen. Solange das nicht geschieht, muß man dem Kabinett die Möglichkeit Adolf Albrechi| halle, 19. April.(Eigenbericht.) Der frühere sozialdemokratische Reichsiag-abgeordnele Adolf Albrech k, langjähriger Vertreter des Reichstagswahlkreises Kolbe-Aschersleben, ist am Karfreitag im Alter von 75 Jahren ge- starben- Mit Adolf Albrecht ist einer der Veteranen der Partei dahin- gegangen. Albrecht, ein geborener Leipziger, von Beruf Schneider, mochte sich im Jahre 1884 in Leipzig selbständig. Mit Feuereifer warf, er sich in die sozialdemokratische Bewegung, mit dem Erfolg, daß er auf Grund des Sozialistengesetzes im Jahre 1889 aus Leipzig und Dresden ausgewiesen wurde. Von 1898 bis 1993 vertrat er den Wahlkreis Anhalt II im Reichstag« von 1993 bis 1918 Kalbe-Afchersleben, von 1929 bis 1924 als Vertreter der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei den Wahlkreis Magdeburg. Sein Ranis gehört der Geschichte der Sozialdemokratie an. er gehört zu denen, die die Fundamente ihrer Größe gebaut haben! Fragebogen über Europa. Briand sür Zotlabbau und europäische Polizei. Paris. 19. April.(Eigenbericht.) Außenminister Briand beabsichtigt— wie Sauerweia im „Rlallu" berichtet—. in den nächsten Tagen ein umfassendes Memo- randum über die Gründung der vereinigten Staaten von Europa an alle 2ö europäischen Mächte abzusenden. Das Doku- mens enthalte jenen Fragebogen, mit dessen Abfassung Briand in Gens im Seplember des lehleu Jahres beauflragk wurde. Zu jeder Frage liefere Briand einen ouesührlichen Kommentar. Sr schließe sein Memorandum mU einer kritischen Würdigung der praktischen Möglichkeiten zur Durchführung de» euro- päischeu Staatenbundes. Briand komme zu der Annahme, daß zu- nächst vor allem die Zollmauern abgebaut und eine„euro- päische Lundespolizel" gegründet werden müsse. Er rechne auf eine einstimmige Annahme seine» Projektes, zumal alle europäischen Skaalen. wenn auch nlchl aus politischen, so doch zumindest au» wirtschaftlichen Gründen der Einheilsideee zustimmen würden. Briand fünf Jahre Außenminister. Paris. 19. April. Heute vor fünf Jahren hat Briand das Außenmwisterium über- nommen. Mii Ausnahme der vier Tag« des interimistischen zweiten Kabinetts Herriot liegt seitdem die Leitung der französischen Außen- Politik in seinen Händen. Nur drei französische Staatsmänner, nämlich Talleyrand(1793 bis 1897), Guizot(1849 bis 1818) und Delcasse(1L3S bis 1993) haben ein« längere Amis- zeit als Außemninister zu verzeichnen. Waffenkager angesteckt. Aufdubr bei Kalkutta K a l k u k t a, 19. Aprll. Zn einer amtlichen Mitteilung über die Unruhen in Thltlaoong wird erklärt: Etwa hundert Aus ständische grlssea gestern abend die Massenlager der Polizei und der Eisenbahn an und schien sie in Brand. All« Elsciibahnangt stellten kannten sich mii ihren Frauen und Kindern in Sicherheit bringen. Die Polizei und die Truppen der Garnison sind bemüht, die Austiäudischen ein- zukreisen. zu Brüning? ehung des Bürgerblocks. geben, seine Vorlage vor dem Parlament zu vertreten. Bei den bisherigen Gepflogenheiten wußte seinerzeit schließlich kemer, wer Koch oder Kellner war. Die sozialdemokratische Fraktion lehnte die Kompromißlösung der Frakiionssührer ab und die Volkspartei weigerte sich, mit der Regierungsvorlage vor den Reichstag zu treten. So erfolgte die Demission des Kabinetts. Die kundigen wissen jedoch, daß die Arbeikslosenversichcrung wohl das Absprungcbretl, nicht aber das Sprengpulver der Koalition gewesen ist. Es rauschte wochenlang vorher in den Schachlelhaimea der„Grünen Front" und in den Kreisen der „Seekadetlen". Severing befaßte sich dann noch mit dem Panzerkreuzer- beschluß des Reichsrats und der Stellungnahme der Reichsregierung zu diesem Beschluß.„In diesem Jahre wäre— so führte er aus— in den Etat der Regierung Müller n i ch t« i n- mal ein« Anerkenn ungsrate zum dem Panzerkreuzer 1Z eingesetzt worden. Aber wie wäre es im Jahre 1931 geworden? Die Etatsmeldungen der Ressorts müssen bis Oktobe'. jeden Jahres beim Finanzminister eingebracht sein. Hatte Herr Brüning diesen Termin im Auge, als er seinerzeit in Breslau davon sprach, daß er nach Erledigung der Steuergesetze dem Kabinett Muller noch einige Monate Chancen gebe? wußte er. daß die Sozialdemokratie für panzerkreu, erbauten in einer Zelt, in der wichtige Kultur- und sozialpolitische Aus- gaben zurückgestellt werden müssen, nicht zu haben sein würde? Diese Frage stellen, hahl sie beonlworlen. Dorum muhte ein anderes Kabinett heran. Wir- können und wollen uns nicht grundsätzlich gegen Ersatzbauten wenden. Mit dem einseitigen Verlangen nach deutscher Abrüstung im Sinne unserer Nur-Pazisisten haben wir nichts zu tun.?lber die Panzerkrcuzerbauten jetzl fortzusetzen, mit ihren sinanziellen und pulitischen Konsequenzen, ist nicht nur«ine Provokation, sondern auch ein Fehler.„Die Gelegenheit ist günstig." hat die Regierung Brüning offenbar gedacht, wenn sie sich überhaupt etwas gedacht hat, als sie dem Beschluß des Reichsrats zustimmte, sür das ticke Ende werden andere zu sorgen haben." Severing» Ausführungen wurden von der Versammlung mit stürmischem Beifall aufgenommen. Trotzki soll Stalin herausreißen Verhandlungen haben schon stattgefunden. Paris, 19. April. Nach einer Mitteilung der„Agence Diplomatique" aus K o n st a n t i n o p e l ist dort ein Beauftragter Rodels eingetroffen. um mit Trogki über dessen Rückkehr nach Moskau zu ver- handeln. Die Sowjetregierung soll die Absicht haben, Trotzki mit der Führung der Landwirtschaftspolitik zu beanftragen, die sich infolg« des Widerstandes der Bauern immer schwieriger gestaltet. Trotzki soll die Annahme dieses Postens jedoch von der Erfüllung gewisser Bedingungen abhängig gemacht haben. Sowno, 19. April. Im Zusammenhang mit der Beröfseittlichung von Nachrichten über die Rückkehr Trotzkis noch der Sowjetunion wird aus Moskau berichtet, doch diese Meldungen den Tatsachen nicht entsprechen. Selbst wenn Stalin jetzt den Wunsch ausgesprochen hätte, daß Trotzki nach Moskau zurückkehren solle, so bedarf es hierzu der Genehmigung des Parteikongrefses. Trotzki stellt für feine Rückkehr folgende Bedingungen: 1. sofor.ige Freilassung seiner sämtlichen Mitarbeiter, die w gm ihrer Zugehörigkeit zur trotzkistischen Opposition nach Sibirien ver- bannt sind und 2. Rehabilitierung seines Namens durch die Partei. Aus plößenfee geflüchiet. Während des Spazierganges mit Hilfe von Nachschlüsseln. Aus der Strosanstall in Plötzense« ist am Freitag vormittag um 10yi Uhr, wahrscheinlich während des Spazier- ganges mit Hilfe von Nachschlüsseln, der Gefangene Albert Weinberg, der am 29. Juni 1997 in Metz geboren ist und noch bis zum Juni 1931«ine Strafe zu verbüßen hatte. Weinberg, der in A n st a l t s t 1 e i d u n g entwichen ist, ist 1,63 Meter groß und dunkelblond und hat auf der rechten Wange und unter dem rechten Auge Narben. Er war vor zwei Jahren festgenommen worden, nachdem er in zahlreichen Dillen in Lichter- felde, Dahlem, Nikolassee usw. Diebstähle verübt und erhebliche Beute g«»nacht hatte. Nachgewiesen wurden ihm damals 26 Diebstahle dieser An. Weinberg halle meist ein« Aken- mappe bei sich und spielte den Abonnentenwerber für illustriert« Zettjchristen. Davon»nachte er aber nur Gebrauch, weim man ihn ertappte, sonst schlich er sich lautlos in die Wohnungen ein und stahl, was ihm zur Hand lag. hauptsächlich bares Geld und wert- volle Schmuckstücke. Zusamrrren mit seiner Braut fuhr er nach Hamburg und versetzte dort die Beutestücke. Da man ihn häufig gar nicht gesehen hatte, so siel der Verdacht des Diebstahls aus die Hausangestellten, die so ihre Stellung verloren. In Wirklichkeit »oaren nicht die Mädchen die Schuldigen, svi-dern Weinberg. Nach seiner Festnahme konnten in Hamburg»rock) einig« versetzte Schmuck- jachen aufgefunden und beschlognahntt werden. Der Flüchtige wird jetzt von der Dienststelle B 2 der Kriminal- Polizei gesucht, die Mitteilungen über seinen Aufenthalt ctrtgexea- nimmt. Vier Feuerwehrleute verschüttet. Eljeuach, 19. April. Aus dem Rittergut Madelungen(Kreis Eisenach) war ain Dienstag ein Großfener entstanden, durch das die Wirtschosts. gcbäude vernichtet wurden. Bei den Ausräuimingsarbette�r stürz.' e nu» plötzlich o.n Teil der Fruchtbodendeckc ein urrd begrub vier Feuerwehrleute unter sich Ein Oberfeuerwehrmann konnte nur als Leiche geborgen werden, ein Feuerwehrmann wurde schrver oerletzt, die beiden anderen kamen mit leichten Der- letzungen davon. 136. Ablellung Reinickendorf.Osk Di« Besichtigung des Frauen- kundemufeums kann nicht stattfinden. Näheres im Frauennbend. Tanz und Theater. Eisballett. Erssauiführung ,m Sportpalast. 23!e lange ist es her. daß im„2U>mlralsgart«n" das erste Eis- ballet! gegeben wurde?„Futuristisch" nannte man es, Rudolf Belling hatte die Ausstattung erdacht, und der Stern des Ensembles war die kleine Dora, die wenige Tage, nachdem wir sie gesehen, einer Grippeepidemie zum Opfer fiel. Sechzehn Jahre war sie alt ge- wesen. Wie lange ist das her? Wahrscheinlich nicht mehr als ein Jahrzehnt. Und doch— wie endlos erscheint die Z«it! Was haben wir in ihr auf tänzerischem Gebiet erlebt und gelernt! Jetzt produziert man in der Arena des S p o r t- P a la st« s ein neues Eisballett. Daß es„futuristisch" ist. oersteht sich von sell'st. Und der Stern des Balletts hat auch nur einen Vornamen: Charlotte heißt er. Ein wirklicher Stern erster Größe, der das übrige Ensemble weit überstrahlt. Leicht, von fabelhafter Technik, originell und efsekt- reich.* Zwei Ballett« wurden gegeben:„C a r n a v a l", Tanzsuite von Robert Schumann, arrangiert vom Ballettmeister Viktor G s o o s k y, mit Kostümen und Dekorationen, die Ludwig K a i n e r entworfen hat. Schauplatz: Venedig. Die Markuskirch« delikat glitzernd wie Speiseeis in sllbernen Kristallen und sanften Limonadesarben. Charlotte als Kolumbine hielt ihre Trümpfe zurück. Die Tänze motiv- und phantasiearm, eintönig, lang- weilig. Danach, als Hauptstück, das vieraktig« Ballet„Die roten Schuhe" von H. Regel, inszeniert von Leo Bartuschek, die Tänze wieder von G s o o s k y. Ueber den Inhalt kein Wort zu verlieren: Platitüden, wie sie als„geistige" Grundlagen des Balletts von altersher üblich sind. Das Ganze durchaus Variete. Seelische Gestaltungen sind dem Ballett umnöglich. Was es geben kann, sind technische Knoller und dekorativ« Effekt«. Und an diesen mangelte es nicht. Charlotte ließ«in ununterbrochenes Feuerwerk von raffiniertester Schlittschuhakrobatik prasseln und leuchten. Blendete, begeisterte und entfesselte Beifallsorkane. Aber das eigentliche Problem, mit dessen Lösung das Eisballett steht oder fällt, wurde kaum berührt. Es liegt hier die Ausgabe vor, tän- zerische Motive aus der Technik und der besonderen Eigenart des Eislaufs zu entwickeln. Statt dessen wurden Ballettmotlve in die Technik des Schlittschuhs gepreßt. Die Bravourstücke, die in den Soli immer wiederkehrten, waren rasende Pirouettenwirbel. Auch Battements wurden schüchtern versucht und ein paar primitive Entrechats. Man zeigte, daß sich Ballettartiges zur Rot auch auf Schlittschuhen nachahmen läßt. Man hüpfte und sprang,, wirkte damit aber schwer und steif, statt uns Gewichtslosigkest zu suggerieren. Denn darin liegt's: die Leichtigkeit des Balletts zeigt sich im ver. tikalen Aufwärtsschwingen, im komplizierten Hochsprung. Der Eis- läufer scheint aber das Schwergewicht aufzuheben, indem er im horizontalen Hingleiten über die Fläche, die Reibungswider- stände unsichtbar— richtiger unfühlbar— macht. Daher dos Hin- ausglesten der geschlossenen Gruppen aus der Arena mit unbewegten Beinen und Armen stets den stärksten, well stllreinsten Eindruck hinterläßt. Die Berücksichtigung dieser charaktersslischen Eigenart müßte bei jeder künstlerischen Gestallung des Schlittschuhtanzes die Grundlage bilden. Möglich, daß sich dann mit der Zeit ein neues Genre des Kunsttanzes entwickelt. In den Balletts des Sport- Palastes mangelten die primitivsten Anfänge. Sehr schön waren zum Tell die Szenenbilder. Märchengärten mit projizierten Riesenblumen im Prospekt und auf der Eisfläche, Bäume unter Schmiedecken und schwer niederrieselnde weiß« Flocken, große, sanft leuchtend« Sterne am hellblauen Himmelsgewölbe. Solche Bilder stnd stilecht. Sie harmonieren mit der Kunst des Tanzes. Naturalistische Nüchternheiten, wie sie der erste und zweite Akt brachte, widerstreben, auch in stärkster„Stllisierung". dem Stil der Tanzkunst, die immer überirdisch wirken will. John Schikowski. Iwan Heilbut:„Bürgeriragödie". Rachtvorstelluvg im Deutschen Volkstheater. Dieses Stück muß vor jene, für die es bestimmt ist: vor die Bürger. In dieser Premier«, die somit schon äußerst bemerkenswert war. saß ein für Heilbuts stille Tragödie zu lautes Publikum: Menschen, die noch nichts(Bohemiens) und Menschen, die nichts inehr (Arrivierte) mit jenem Bürgertum gemein haben, das hier gezeigt wird. Den Schlag eines schlichten Herzens wird nur«in schlichtes Herz erkennen können. Die Fanfaren der Einsamkeit kllngen nur in den Ohren jener nach, die ans Alleinsein gewöhnt sind. Allzu viel brüllen, krächzen die Theaterhelden neuer Zucht und dos ist recht so, denn wo immer ein neuer Quell entspringt, hüpft und springt er über Sternchen und Steine, zischt als Wildbach über ge- zackten, ungeschliffenen Weg. Aber auch er trägt die Sehnsucht nach majestätischen Strömen in eingedämmtem Bett sanft fallender Ufer in sich. Und das heißt dann„klassische Zell des Stromes". Später verliirt er sich ins Meer. Hier haben wir«inen neuen Dramatiker, Iwan H e i l b u t, der nicht brüllt, sondern redet, nicht hämmert, sondern modelliert. Hier wagt wieder einmal einer, in das täglich« Leben zu greifen, das in Millionen Körnchen vorbeiriefelt deren jedes bestimmend werden kann sür ein Sch cksal. Mannigfach« Einwände können er- hoben werden. Es kann gesagt werden:„welch ein Anfänger," „da sterben gleich zwei Menschen knapp hintereinander und einer davon auf offener Bühne". Dieses Stück muß vor«infachen Menschen grspielt werden. Denn es sind erste Gehversuche eines Dichters, aber in neuer Richtung: oder besser: in immer wiederkehrender, ewiger Richtung. Auftakt zum klassischen Drama. Kleines Schicksal, immer wiederkehrendes Schicksal, im Meer der Gleichgültigkcll kaum be- merkenswertes Schicksal. L h e r m a n trat mit dieser Inszenierung aus seinem bisherigen Programm— Regie des Unfertigen— heraus, denn unendlich be- hutsam formte er hier aus 5)eilbuts„B ü r g e r tr a g ö dt e" den Uebergang zur klassischen Inszenierung. Jakob Grahl, Kassierer einer Firma, Tag für Tag übe? sein Pull gebeugt, neben dem männlichen Uri, der niederen Beamtenseele des Kontoristen Riecherts und dem leichtsinnigen Lehrling Kroll erlebt den Zusammenbruch seines Daseins. Anna Grahl, die Gattin, wird durch eine unbedachte Tat, einen kleineü Betrug, den sie halb unbewußt an ihrem Mieter begeht, eingesponnen in ein Netz, aus dem es in dieser Atmosphäre kein Entrinnen gibt. Paul Günther gibt Jakob Grahl. einen einfachen, verwirr- ten, bis ins tiefste aufgewühllen Menschen. Seine Stimme allein fessell, sein Spiel ist bewunderswert. Grete Kaiser ist als Anna Grahl von einer verbissenen, abgründigen Einfalt, hart, besessen, oerbohrt. Sie bewältigt die schwerste Rolle des Stückes. Ingeborg Klein als Elise Grahl, die Tochter, mädchenhaft spröde, ernst, empfindet tief und stellt einen feinen, stillen Menschen dar, schlicht und erschütternd. Breit, wuchtig ist Rudolf T e u b l e r als Moerk, Spießer mit Herzton, packend geformt. Wolf Trutz als Uri un- gleichmäßig, zu betont in der Bewegung. Mehr Zurückhaltung wäre wirksamer gewesen. Erfrischend Martin K o s l e k als Lehr- ling Kroll in seiner natürlichen Iungenhaftigteit, ausgeglichen im Spiel, ein Junge, dem man Größeres zutraut. Josef Karma als rückgratlose, bürokratische Kanaille Riecherts eine ganze Leistung. Lotte Fließ, die Braut, zu weich, zerslteßcnld in der Wirkung. Hans Mailand als Chef gutes, altes Theater. Di« Bühnenbilder von P. P. Cr kons waren zum Tell ver. blüftend wirksam, durch Einfachhell und klare Gliederung. Die Szene zwischen Uri und der Braut wirkte unfertig und hätte ruhig gestrichen werden können. Qhermon verdient für diese Inszenierung, insbesondere für die Wahl des Stückes den Beifall, den das Publikum schließlich doch spendete. Alexander von Sachcr-Masoch, parfifal.. Lmden-Oper. An vier Abenden, von Karfreitag bis Ostermoillag, gibt die StaatsoperUnterdenLind«nWagners„Parsioal". Im Dezeinber, als Weihnachsgeschäft, das war wohl doch nickst dos Richtig«: nun also wieder frommes Osterspiel des Openitheaters. Viermal in teilweise wechselnder Besetzung. Gestern war es unter Leo Blech eine sehr schöne Aufführung, sehr schön auch in ihrem orchestralen Teil. Neu sür Berlin ist Fritz Wolfs in der Titel, rolle. In seiner reinen, erfüllten Jugendlichkeit, fugendlichen Echt- heit ein idealer Parsival— wenn er auch schon als Sänger in allem bestünde. Wieder beherrscht der wundervolle Amfortas Herbert I a n f s e n s die Gralsszenen. Dazu die Kundry der Frida Leider, Lifts Gurnemanz, wir kennen die ausgezeichneten Leistungen. Man gibt Parsival m der Osterzeit, man hält das Ausnahmewerk vom Repertoirealltag fern, man betont den Charakter, den Wagner mit dem Namen„B ü h n« n w e i h f e st s p i e l' ein bißchen um- ständlich angedeutet und im Bayreuther Vorbild festgelegt hat. Der Charakter wird betont, aber nur halb gewahrt: Klang und Anblick des offenen, nämlich unoerdeckten Orchesters tun das ihre, ihn zu zerstören. Auf eine fromme Verzauberung der Menschen ist es abgesehen. Aber die Aufführung fällt aus ihrem Stil, das Publikum aus seinen Illusionen, wenn mittendrin, weil auf der Bühne um- gebaut wird, sachlich nüchtern der Borhang fällt. Das eben wollte Wagner vermeiden, und er hat genau vorgeschrieben, wie. Unver- ständlich, nun vom Standpunkt des Operntheaters, daß die Regie sich eine solche Gelegenheit, Phantasie und Technik zu bewähren, ent- gehen läßt. l!. P. Meyerholds System. „Die Berliner Kritik hat. Meyerholds Bedeutung nicht erkannt! Sie hat seine große revolutionäre Tat nicht begrissen! Dechalb ist dieser Vortrag mit Uebungsvorführungen notwendig!" Das war die Begründung für die Einladung der Internationalen Tribüne und der Gesellschaft der Freunde des Reuen Rußland am Karfreitag in das Theater am Schiffbauerdamm. Was haben nun Meyerholds Vortrog und die Vorführungeil gezeigt?— Daß die evolutionäre Entwicklung der Körperbildung in Deutschland die revolutionäre Anschauung Moskaus um gut ein Jahrzehnt überflügelt hat. Meyerhold macht seinen Schauspieler zu einem Bewegungsmenschen— unser expressionistisches Theater der zwanziger Jahre hatte dasselbe getan. Nur haben wir rechtzeitig erkannt, daß ims Wesentlichste beim Theater doch das Stück ist. und Unsere besten Schauspieler oerbinden den körperlichen Ausdruck mit dem Wort— Mryerh ild ist in der körperlichen Sphäre stecken geblieben. Er ließ die Elllcgruppe seiner Schauspieler„Trainings- Exerzitien" vorführen, die verzweifelt an die ersten Uebungen der Wigman-Schul« erinnerten— nur daß man bei den russischen Schau- spielern weniger schöne Bewegungen sah Man wird mir einwendsu es waren keine Täuber, sondern Schauspieler, aber ich verpflichte Mich, ans dem Ensenidle d?r Reinhardtbuhiien ein« Gruppe von acht Personen zusammenzustellen, die ohne vorherigen Drill diese Exerzitien viel schöner, eindrucksvoller und— vor allem: persönlicher wachen. Und außerdem: diese Bewegungen, diesen gedrillten Be- wegungsausdruck haben wir genau so in den Vorstellungen Meyer- holds gesehen, während unsere Pausten, Bois, Halmay, Maria Bard und schon vor Jahrzehnten Tills Durieur niemals das körperliche Werkzeug als Hauprsache präsentierten, sondern es nur als ein Tell- mittel der schauspielerischen Kunst beimtzteiu Aber nicht nur darin sind wir Meyerhold voraus. Er benutzt für feine Uebungen eine Musik von 1840— die Musik von heute ist ihn zu sehr Jazz und«r glaubt noch, daß wir davonlaufen, wenn er Geräuschmusit verwendet. Er steckt mit seinen Uebungen noch in den Grundelementen des körperlichen Bewußtseins,— ein Standpunkt auf dem wir vor 15 Iahren standen— und er be- hauptet, daß wir vorerst die konstruktive Bühne haben müssen, und erst in zwanzig Jahren zu der Farbe kommen werden. Er weiß nicht, daß wir die Gefahr der Artistik beim Uebermah der Konstruk- tionen schon erkannt haben und längst wieder bei der Farbe sind, und sowohl die Konstruktion als auch die Farbe nur als Instrumente im Dienste des Wortes anerkennen. Weil er das alles nicht weiß, well er den Weg, den unsere Theater- und schauspulerische Kunst im letzten Jahrzehnt zurückgelegt hat. nicht kennt, glaubt er sich von der Kritik benachteiligt. Aber er vergißt, daß die deutsche Kritik nicht das beurteilen darf, was er für die Erneuerung hes russischen Theaters geleistet hat, sondern nur, was er uns zu sagen weiß: Er wandte sich in seinen l Ausführungen an das Proletariat und sagte, daß er«inen naiven | Zuschauer will, aber weiß noch nicht, daß auch der deutsche Pro- lemrier sich sehr stark von dein russischen in bezug auf Geistes- bildung uitd Kritikvermögen unterscheidet. Ein« schwache Ahnung davon hat er in den an ihn gestellten Fragen bekommen, so z. B. warum er dann, wenn er zu dem Proletariat sprechen will, nicht in ein Gewerkschajtstheater gekommen ist, sondern zu Banwwski und vor einem Publtkum spielt, daß fünf bis zwanzig Mark für einen Platz zahlen muß? Lider: was denn feine Kunst mit der morxisti- ichen Weltanschauung zu tun habe?— Ja, er hat auf diese Fragen nichts zu erwidern gewußt und nur versprochen, eine schriftliche Antwort zu veröffentlichen. Man wird sie in Ruche abwarten können. We sie auch theo- retisch ausfällt, die Praxis hat gezeigt und wird es noch den Proke- tariern, die Meyerhold erst im Wallnertheater kennenlernen werden, zeigen, daß das revolutionärste Theater Moskaus in seiner gesamten künsilenschen Einstellung primitiver und weniger fortschrittlich ist als die evolutionäre Bühoenkunst Berlins. Qu J „Die heiligen drei Brunnen." Uia.palast am Zoo. Ein Luis-Trenker-Film noch einer Idee von Arnold Fanck erweckt die Vorstellung: Bergabentcuer, glänzend« Stisahrten und dergleichen. Die Berge stehen steilich auch diesmal im Mittelpunkt der Handlung, aber ihnen ist eine neue Seite abgewonnen, die Arbeit des Menschen macht sich ihre Kräfte dienstbar. Die Technik greift mit Großtaten in das entlegene Gebiet ein, erschlicht m einem Höhlensystem verborgene Wasserkräsle und beutet sie für Verkehr und Industrie aus. Der Bau eines Staubeckens, der mit unerhörten Mitteln ausgeführt wird, gibt Gelegenheit, alle Wunder der Technik mitten im Hochgebirge zu entfallen. Wenn schließlich die letzte Sprengung vor sich geht, ergießen sich wahre Katarakt« von Wasser» Massen durch die Schluchten und erfüllen das Becken. Mario Bon- n a r d s Regie weih mit herrlichen Bildern das wilde Element in seinem weißen Gischt aufzufangen. Großartig sind auch die Auf- nahmen aus der weitverzweigten Tropfsteinhöhle. Weniger gefällt mir der in diesem Milieu versetzte Rummelplatz. Dem Premierenpublikum schien diese Mischung ans Rcttur und Technik allzu brest geraten zu sein. In dieser Voraussicht ist natür- lich eine gesuchte Handlung hineinkomponiert, die für Sensation sorgt. Der Ingenieur, der in sein verschlafenes Heimatdorf den— kapitalistischen— Fortschritt verpflanzt, gewinnt, ohne sich dessen bewußt zu sein, die Liebe der Pia, der Frau seines versoffenen Jugendfreundes. Aus Eifersucht will dieser den Ingenieur in der Höhl« ums Leben bringen, als er vor der Sprengung sie noch einmal inspiziert. Es gibt die erregendsten Augenblicke, als nun wirklich die Sprengung erfolgt, die Wasser sich ergießen und der Ingenieur nicht zurückkann. Aber seine Tatkraft uberwindet alle Gefahren: er seist sich zum Schluß in einer grandiosen Szene mitten durch einen Wasserfall ab. Dem Lichte wiedergegeben, findet er di« Frau, die zu seiner Rettung herbeigeeill ist. Der hanntückische Ehemann aber ist selber ein Opfer seines Anschlags geworden. Luis T r e n k e r ist der kühne Bergsteiger med Held. Er zeigt wie immer iu seinen Zügen dos Bild kalter Entschlossenhckit. Betty Bird ist die schöne Pia. Doris de Fas zeichnet den vom Suff mitgenommenen Ehemann. O. Heinrich Grünseld, der berühinte Cellist, vollendet am Oster« montag sein 75. Lebensj>hr. Geborener Prager, kam er. der jüngere Bruder des Pianisten Alfred Grünfeld, 1876 nach Berlin und hat hier künstlerisch und gesellschaftlich seine Heimat gefunden. Im vorigen Jahr konnte er das 50jährige Jubiläum feiner Berliner Konzerte feiern. vr. Adolt Sebile gibt am 25, AZ Uhr, einen„Kritischen Querschnitt durch die heutige Kunst", mit Lichlbilbern, in der Dorolheensttabe 12. Ostern im Winiermaniel. Man könnte auch sagen: am warmen Ofen. Mit der Freude im izerzen über die eigene Klugheit, daß man auf alle Ausflugs-- oder gar Reisepläne verzichtete, und voll einiger Schadenfreude darüber, daß der und jener hinausgezogen ist, obgleich er es gar „urcht so dicke" hat. Aber so sind die Phillster, wen sie mit ihrem Hasse beehren, der mag tun, was er will, stets tut er das in ihren Augen Falsche. Unsere Jugend ist aber heute über Rückstchtnahme auf das Wetter hinweg: die muttge Devise einiger wetterfester Männer und Jünglinge von ehemals: bei schönem Wetter wandern ist kein Kunststück, aber bei schlechtem! ist heute Gemeingut ge» worden... Und bietet denn etn Marsch bei Regenfeuchte nur Un- angenehmes? Hat die Natur nicht auch an solchen Tagen ein eigen-- artiges Gesicht, in das einen Blick hineinzuwerfen schon lohnt? Wir sind M nicht im Hochgebirge, wo die Nebelschwaden von der Berg- kuppe bis ins Tal herunterhängen. Unsere verschiedenen„Sch weizen" sind nicht so grausam, sich den Blicken zu entziehen, und sollte es wirklich zu toll kommen, so gibt es gerade in der Mark so viele hübsche kleine Städte mit künstlerischer Eigenart, daß auch an- scheinend trostlos« Stunden vergnüglich dahingehen. Und dann gjiü es auch noch die Hoffnung, daß„es stesser werden" könne. Mso frisch hinaus ins Nasse— die Alltagssorgen werden lim so rascher fortgeschwemmt. Im Anzug soll man Vorsicht walten lassen— zum Krostmeiertum, womöglich mit Baden im See, ist es Zeit, wenn die Sonne ihre Strahlen herniedersendet. Thsaier der Woche. Vom 20. bis 2S. April. Volksbühne. Tbr-tcr a» miawvM: Das Lied von Sobok-n. 27., 1114 Uhr:-Sioft". Staatstheater. Ove» Unter Ken Lind-n: 20. und 2t. TacTifoI. 22. 9?crtUt von Sevilla. 23. Wadamr BucterNv. 2t.(lovalictia Suftcano. Palaui. 25. ffüelte. 20. Ser. dost llon von Lonlnmeau. 27. SVinndirnser. 28. Travia'a 0v« am Plai, d«r Revublik! 20. Ipdigonic auf Tauri». 21. ZauberflZIk. � Sctm£1XY Hlünne. 24. und 27. Die Stumm« von Port Vortiel. ***** �~tm T'.vvmlni. 28. Der flicßciiiw Lolländcr. städtische Orcc: 30. DnnnWitfct. 21. Ciwn Oiwain. 22. Samson wjö iNoIUo. 28. und 27. Maschinist LoMino. 24. Troubadour. 2ö. Minnen. • 2A3cai 28, Entfübrun» aus dem Serail Schansvirlhan» am Grildarmrnwarit: 20. ffauft. 21., 22. und 20 Liebes Leid und Lust. 23. Prin, ssrirdrich von Lombur«. 24.. 25. und 27. Wird ÜiU amnestiert? 28. Peer Sunt. Schiller, Ideattt! 20., 21.. 22.. 25. und 27. Der S'uussenswurm. 23.»>d 28. Doudouroche— ffieo«» Dandin. 24. und 28. Das IWedcnsMt. Theater mit festem Spielplan: Tbevd« am Schiffbancrdamm: Madame bat Ausaann.— Dentsched zaeater: Der Kaiser van Amerika.—«ammerspielr! Die liebe ffeindin.—®te Komibie: Die Srcatur.— Theater am R-llendorsvInst: Der Streit um den Leeaeailten©riscfm.— Theater in der Stetseatoanftrofir: Nava'eon actis ein— «omödienbou«; Meine Schwester und ich.— Sros-e, Schaasvielhaas- 3 Muske. iiete.— Theater dc» Wetten»: Mroanini.— Mtttapvl.Zb«atet: Der Bettel- «udent.- Komische vxcr: Maiestat labt bitten.- LnMptelhau»: cneschäit inte Amerika.— Deutsche» JlfinKIcr.Shcatet: Set Avveas.— stentral-Sheatet lvoerrttenbau,): Da» Land des Lächelns.— Tirotcz in der SBcbtcnstr. 53-34: .., Sater sein, daaeaen fcfitl— Lesklno-Tbeatm stamme.— T'ianon» Tbeaier: Das lachende Berlin.— Die Tribüne:.Tr".— WaHner-Tbeaier: S 218(fftauen in Not).— Nosc-Tbcater: Ihre La fielt Ire?«n.,eew.—««(tno. Theater: Der wahre Jakob— Theater in der j'lostersirahr: Sech- B-rsoi.en suchen ein-n Autor.— Schloftveel. Theater Stealih: Liebe aus den»weiten Blich.— fflintetflorten. Slcja. Seal«; ltntrrnationales Bartete._ Reich». hallen-Theater: Stettiner Sänaer.— Theater am ksltbusser Tor: ClUe-Sim. Theater mit wechselndem Spielplan. 21- ein».*»el, itel und Souvct. 22. Geschlossen. Ab 23. Dar Scufelsfchülcr. Nochmtttagsvorslellungeu: Battaiühne. Theater am Biilov-vlach: S7. Da» Lieb von Lobol-n.— Theater de» Westen»: 20., 91. Da» Land des L-ichelns.— Mrirov-I.DH-aie': 20.. 21.. 2-7.. Uli Uhr: Du Fledermaus: 17 Uhr: ffitebirifc,- Zerj-al- Theater sOfxtrlteiüjan«): 20. S1 Friederike.— Trian-n.Theater: 20., 21. Das lachende Berlin.— Dtell-ter-Theeter: 20.. 21. s 218«Trauen in Ns:).— Rose. Theater- 21.. 27. Uii Uhr: Der Miteteraatte: 17Vi Uhr: Ihre Loheit die DSnterm.— Theater, in der Tloster'trahe: 20.. 21.. 15 Uhr: Der«estl-fell» Kai er und da? OsterhS-ch-n: 17 Uhr: Büchtee der Dandora. 25.. is Uhr und 27.. 15 Uhr: Der aesttefelte Tater. 27.. 17 Uhr: Büchse der_ Schlodvarl.Theater Sttali»; 20.. A. Schneider Wibbel.—«interearieir: 30.. 21., 26., 27. Internaiiorafe» Variete.— Pla»a, Seola: Interna? 0 lal- Bariot».— ZW if-ehellen-T Vater: 20., 21.. 27. Stettiner Sännet.— Thea!- am Nattbussee Tor: 20.. ZT.. 37. Ettte-Sanarr. Erstaufführungen der Woche: Wkttnwch. Berliner Theater: Der Teufelsschüler.— Sann«». tan. Republik, Over: Die Stumme von Vortiri.— Schauspiel, bau,: Wird Sil! amnelttett?— Sonntag. BolkobLhne: Rost svo mittaas U1* Ute). Allgemeine Ortskrankenkasse Verlin-Weißensee. Einladung. Die Vertreter tcr Arbeitgeber und Verslcherte» im Ausschuß werde» bier- mit iiu der am R-nt-a. dem ZÜ. April UM. abend, 7 llbr. in unlerem Benvaltungsgebäud«. hier. Cbarlottenburger Str. 27—2». stgti- findenden ordentlichen AuSschuMung «rgebensl eingeladen. Tagesnrdnung: 1. Bericht der Iabrosrcchnunaavrtlfer, Entlastung des Borstande» und des Rendanten. a 2. Bericht de» Beistände». S. Bortrag über.Di« Berufskronkbeitrn tn der Lo»ialvcrstcheruna�. 4. EoKunasänderung. S. stossenangelegenbeiten. Sinn Eintritt berechtigt sind nur die mit schriftlicher Einladung versehenen Ausschußvertreter. Berlia-Weißevsee, den 17. April ISN. Der Verstand: N. Brllbmllller. Borstdender. D. Schräge, Echriftfitdrer. AllgemelneOrtSkrankenkaffe für Berlin-Eteglitz. Bekanntmachung. fl>tf btt Arbeitaobcr nnb Bttsscherten im Ausfckiust werden bier- mit der cm Dienstoa, de» 2».«prU KfSk. abend« 8 Uhr. im Kassen lokal. alersesbst, Körnerstr. 55, stattfin�nden ordentlichen AusschußMng bdfNcht eingeladen. Tagesordnung: l. Deschöftsbericht Mr da, Iabr lstZS. 2. Abnobme der Iabresrechnung fitr 1S2S. il. SadunasSnderung. 4. Verschiedenes. SecllB'StMlUi. den 17. April Ist». Der Birflandi .L i e h r. Borststender. N o g l i n. EchriftMbrer. Allgemeine Ortslrankenkaffe Serlin-Ächterfelde. Am Dienstag, dem 2g. April lSAI,! abend, VA Ubr. findet im«gssenlolal Berlin-LIeK-rfelde. R-onstr. 1Z.«in» ordentliche AvSschvßfihung statt, mit folgender Tagesordnung: J.<»-schöftÄ>«richt fitr 1929. K 2. Bericht der Ägstcn prüfet und Ab- nabm» der Iahreerechnuna 1929. 3. Sadungsändcrung. i. kiafsenangelegenheiten. Berlin-Lichterfeld«. den 17. April 1999. Der Vorstand: itarl Brandenburger, Borstgeuder. Sonnadd, 19. 4 Stssls-opei' linier d. Linden Teil-U. L So. Ho. S JalirK-Aii.-T.llo. 105 181/S Uhr Parsifal Ende 23>/> Uhr 1b Flitz cht Rtpsillk R.-S. 36 20 Uhr »llllZM Enden. 22VaUhr Sonnabd. 14.4.1 staut, oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Madame BatterOv Ende 22>b Uhr Staatl. Sdiausph. ib Ondinsmurkl Jahm-Ab.-T. Ha. SJ| 19 Uhr Vird Hill amnestiert? Ende 21% U. J DAS ALKOHOLARME L STARKBIER Aoefi■nvlstigsi appetKlese aQndgr Ondan Oroterjan.lecker-! Seine anregende Wh» •tung, die hohe Nihrkraft und leichte Verdaulichkeil jnacltf aio munter und krUtigt sie zusehende Staatl. Sfliiller-IliBater.niafltlig. 20 Uhr G'wissenswurm. Ende 22% Uhr Ostersonntag, 20. April nachmittags 3 Uhr VplKsbUhne Ttwatei am Bölowplali. 8 Uhr Oasüeduon Hoboken Ein NegerstOck v. Gold-Weisenborn Musik: W. Grosr ai9it:fl«iiiDlitrid:Intir Staatl. Sdiiller-Tii. 8 Uhr Der K'MMMW Pistalor-Bölme (Wallner- Ttcaicr) 8 Uhr §218 MetropoMh. Täglich 8% Uhr Bettelstudent Alpar.Schülrendorf, Jöken, Llchienstein Sarnowsky-BBtiBen Theater lo der SUDsemannslr. (trüher üinijjritimh.i Heute 7% Uhr Zum 1. Male: Napoleoai 9 reift ein 700 Walter Hamclms Komödienhaus Täglich 8Vi Uhr: Kleine Sdiwester ond Ith Mosilt.ltalphBiiutü] REVUE iSERVUS 1930' MjAMl Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8»» Uhr Gastspiel Gisela W erber Irk in Mever's sei. Witwe Schwank von Fritz Fritiiiiiano-FrBiiridi LessiDg-Ttiester Weitodimm 2191 1.0046 Täglich SV. Uhr Flamme mit KÄtc Dorsch Franz Lederer Taeai. e. koiiu.toi Kottb. Str. 6 Tägl. S Uhr Ad deich,(Wir- Mitt«echZildt aeiBiCiitnFr. Elitesanger. Oajphäoonunaje Osfirprogramin mit 1 tielkMeo Qasttenor Kart Wanger Direktion Dr. Robert Klein Deutsches mostler-Theat Barbarossa 3937 8", Uhr Sex Appeal Inhp. t. Fidtnl ladile Ftgli; Finttr Urrinia Mbcit Baiscmein, Uadf Christians Berliner Tbeater Dönhoff 170 8 Uhr Ende 10'/. Uhr Jes, zwei, drei" von FranzMolnar mit Hai Palleolnr;. Home: Snsi.Bartnng Vorher: Souper Hei Regie: nz HII perl. tmm DlrekUo»; Or. Martin Zickel WWW Komische Oper Fneiinchsb.184. Merkur 1401/4330. Täglich 8>/. Uhr Majestät läset bitten Musik von Walter Kollo. Lustsplelhaus Friedrichatr. 236. Bergmaim 292�25. »-/, Uhr. Geschäft mit Amerika, Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Operettenhans Alte Jakobstr. 30/32 (Zeairal- Theater) Dönh. 2047 Täglich SV, Uhr Höfel Sfadf Lemberg Preise 1. 2, S M. Theater am Sdüllhauerdamm Gastspiel d. kleinen Theaters 8>b Uhr Madame hat Ausgang t. Ibtnuinn, Biibijer, WaSraaQB, Lvonkl Vorverk.ununterbr Norden 281 u 1141 Thealer d. Westes Täglich»'/. Uhr: Das Land des Läehelns Ab Ostern Paganini R.Tauber, V�chwarz Ali baidaii Dslerieicrtagen 4 Uhr OasLand des LUchelns Die Komödie II Bismck.24I4/7SI6 »>/. Uhr Die Krealar Scbau�id von Firt Bnckur Reoie:Maz Relonanli S esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIOEN Im „Vorwärts" und trotzdem Nbiuidn Residnz-Theater KünstL Leitung Gaaton Briese Täglich»>/« Uhr An beda Dstcrfeierfagea 4 und 8'/. Uhr Elsrfeke Bnndlnakh. halbe Pr. Frankfurter Alfee 313-314 Sonnabend, 19- b. Hontas. Zl.fiprU 1930 Das drofte Oster-Feslproeramm! Barter Kealon in seinem größten Filmertolg: „Wasser hat Baiken" Auf der BOhne i 1. ranf Connt Gel Ray. die grobe Damen- Luita iraMllon. 2. Zebn dreU'S, die InstUen accordeon- Matrosen. 3. Breun m. sein. weUber.WnnderbOren. Jii8udl.hibtii Zutritt I Bt], Woduatigs E, a. i Furiajta 3 Ubr. scai-a — B 4, Barbarossa 92S6— TtgUdi und an beiden Oaier-Feter- tagen 5 und SVs Uhr Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.-S M. VäSä Amerikas I wkCr berühmtester Clown und 9-wettere Varietä-Neuheiten PLAZA Tägl. 5 u. 815 Sannt. 2-, 5 n-t u Alex. E 4. 8066 INTERNAT. VARIETE An beiden Oster-Feiertagen je 3 Vorstellungen um 2, 5 und 8" »■/.Uhr CAS1N0-THEATEH _ Lothringer Strafe 37._ Nor Bodk bis SO. April Der wahre Jakob Jonnerrtag, den 1. Mai ztxm 1« Male Die Berliner Posse Rentler Mudicke Guiscnem idr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang n.8ci M. G es un d brunnen Täglich gfi�fs�fFn Wagner- Festspiele jDef Ring der; Nibelungen 10 Opemszeara nadi 814. Wagom s49Dsten Motivea I Bildfolgi: Rbeingold.«aldatbn., Der Kinpl nit dm hnttan. ) Vaiicürt, tnirauher. Siegfrieds( lud. Gätterdiamermj g. l , Ig dn denginllen: Siegfried isBlankmlur« v. Or.Sdinstielli), J T!rsDliild«(KraiiMngHrDBnr" ! leim), RrienhilMsAnceraJri«' JanDiduli). Kim«(Kaarnir- f { sügtr Werner Alberti a. 0.) g V«mtt.tlgLv.tl-22II.. GROSSES SCHAUüPIELHAUö 8 Uhr: Hur noch 14 Yorsteilangen 3 Htuättrtim Regie: ERIK CHARELL 3 Seontai aadun. nageh. haue Pr. thealer LOettrenstr. 53-5d A 4 Zentrum 926-927 81/« Uhr Dlrektioii Ralph Arthur Roberls Sonnabeml. das Ii Im 30. Lallte Aaffütmingni ... Vater sein, dagegen sehr Beide Feiertage nachm. 4 U.(halbe Pr.l WM Thealer 0 2 Weidandanim 5201 6V. Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg�Max Relnhardi Rammerspiele 0 2 WjitlendaiMi 5201 »>/, Uhr Die liebe Feindin RDgilldie in i. P. letDln bglc: Sütel Crindgtns Dir. Or. Marfii Zickai Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich SV, Uhr Majestät läßt bitten... Musik ran Waller Hollo. Lustsplelhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8-/> Uhr ««cHSfimU Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld MW �Jhhßfiohßii- dialanzehlru i Bokoko-upcrtlle. Ruit: Willv W. UMtn. I Täglich 8.15 Uhr, Sonn- u. Feier- 1 tags 5.15 u. 9 Uhr. Jeden Sonntag I I(auch an den beiden Osterfeier- 1 tagen) um 2J0: JIsrUBIIergiao*'. 1 Billettkasse für den 7-tg. Vor- I I verkauf: Alexander 3422 u. 3494[ Berlin 0. BroBeFrarkfnrler SU. 132. V�-THEATER PROGRAMM für die Zelt vom 19. bb 21. April ICINO-TAFiL PROGRAN N für die Zeit vom 19. bb 21. April ©IO ta Potsdamer Strafe 35 Ton- und Sprechfilm t Der uneierbltdie Lump Jugendliche haben Zutritt Rhcinsira�c 14-(An-der Phantome des ClOcks Oer Traum von Liehe Kai».-Eichel Odeon, Potsdamer Str. 75 O Haddien, mein Mädchen——— mit Harry Licdike Turmstra�e 12 Oaa Mldel ans USA. mit Ann? Oudra Jugendliche haben Zutritt Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet Phantome des Glücks Am großen Strom 0 Frlattrlctiaf ttt> Die Kamera 3, uhr Unter den Linden 14 2 Woche verlängert! Flucht nach Yedo (Original Japan-Film) PassagcLidiispiclc Unter den Linden 22(Passage) Das groSe Lichtspielhaus der City Beginn ah 2 Uhr Zentrum 6082 Der lOoprozentige deu sehe Tonfilm Der nnslerblicne Lump mit Liane Ha d, Goal, rröbllch Ju-'endiiche haben Zmritt_ W eidenhof-Liditsp. An der WeidendammbrQcke Friedrichstr. 136 Woch. 12, SonnL 3 U. Phantome des Glüdcs ,T e Pilorlm" und.Feine Leute* mit Charlie Chaplin « Moabit B A. iushof-L:chtspiclc Film- und Bühaeasehau Pevlebcrger Str 29 und Stendaler Stt Schlcksalsvrttrfel m. Himaushu Rai riSnlein Lausbub m. Dlna Graila Wg>if�Kinn Be8- iAi- 1'a-'■05 W CU'IVmO i. und ri. ab 4.1 s Alt-Moabit 99 S. 3. 5. 7, 9 Uhr Gefahren der Brautzeit mit Marlene Diefrleh Jouww braucht Geld mst Rod la Roqvw g Chariotta nbura"ä Schlüter-Theater Schlflterstr. 17 W. 6.30. 9 Uhr. Beide Feiertage 3 Uhr: Jugend-Vorst Melodie des Herzens(mit Gesang) ml! W. Erlisch. O. Pario Kompagnon des Banditen W WHimaractorF Atrium Bebe-Pelest Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Zwei Uraufführungen: Blockade (Die geheimnisvolle Flotte) Der Unglücksrabe mit Charlie Chaplin Jugendliche haben Zutritt �■mi. A Ii» finw Ozi* ra Sonnab 5, 7, 9 Uhr mnamora und II. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr- W Tonfilm: Der weife Teufel mit Iven Mo.fnkln. Lil Dagover Beiprogramm lugendliche haben Zutritt Titania(ut, slhanUerg) Hauptstraße 49 Beginn 6.30, 9 Uhr Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Der lOOprozentige Toniilm: Der Licocswalzer mit Ullan Harvey, Willy F ritsch Kroncn-Lichtspiele Rhcinstr. 65 Woch. 7. 9. Feieit rt, 5U. Zigeanerbaron mit Lye Mere» Wilhelm Dleterle Oer Iraam des Reservisten ■ St«gllt»■ Tüania-Palasi Steglitz, Schioßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beg'nn der Vorstellung 630. 9 Uhr Sonn- und Feiertags 4, 630. 9 Uhr. Vorverkauf 11—2 unt ab 5 Uhr Der erste Farben- und Tonfilm; Cilly mit Marylin Miller VI n I ä fcariendortcr Sonnt 3 l IO* ä.1 Lichtspiele mp.-Vorst. ChausseestraHe 305 W. 7, Stg. ab 5. O Mädchen, mein Mädchen mit Harry Licdike Bühne: Premiere(Austatt-Revue) ..... SOdwatam � 1 � FUm-Paiast Kammcrsäie Teltower Str.> W. 6. Sbd. 5, Stg. 4 Uhr Die Jagd nach der Million mit Luciano Alberthal Schicksals Würfel Jugendliche haben Zutritt Südostan Filmcck Be«inn l � Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Das Mldel ans USA. mit A. Ondra Bühnenschan Jugendliche haben Zutritt Luisen'Theaier �nt'a'u: Reichenherger Str. 34 Ver- hnlag— Anf dem Lande 6gte 3 ;sU> BOhnens cheo Jugendliche haben Zutritt �nfigle Steuden ni.Charlte Chaplin Siella'Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der ersten Vorstellungen: Sbd. 5.30, I u 2. Feiertag 3 Uhr Die große 100 prozentlge Tonfilmoperette: Ucbetwalser mit LUlan Harvey. Willy Erlisch Dazu das tönende Beiprogramm Sternwarte— Treptow Sbd. 8 Uhr. Stg., Mo. 4, 6, 8 Uhr Oer Elbstrom Primus-Palast w.?. 9.15 u Am Hermannplatz Stg. 4.45. 7. 9.15 U. Der große lOOprozentige Tonfilm; Zwei Herten im DrcivierteUaki ITiilnilv Wochent 5, 7, 9 U. IVUKUK Sonnt. 3, 5, 7, 9 U Kottbusser Damm 92 Tonfilm I Es gib! eine Fraa, die dich niemals verglfl mit LH Dagover f?wF.F»f avraw Wochent 5, 7, 9 U CfACClSlOr Sonntag 3, 5, 7, 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Oer Liebeswalzer(Tonfllmopereltel mit Lilien Harvey, Willy Fritseh Stern, Hermanns trafje 49 Vochem. 5, 7, 9 U. Sonntags 3, 5. 7, 9 U. Der Liebeswalser(Tonfiimoperette mit LUlan Harvey, WUU Fritseh ■ 0'te''■ Concordia-Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5, 7, 9 U, Sonnt ab 3 U O Mädchen, mein Mädchen mit Harry Lledike Du Land ohne Redst Bübnenscbaa Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Sbd. 6, 1. u. 2. Feiertag 3 Uhr Wasser hat Balken mit Bnsler Kealon Beiprogramm— Gr. Varlefäsdian lugendliche haben Zutritt_ Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Trotten, glelchzeitfg mit der Uranff. Tonfilm mit Gesangseinlo�cn Olga Tschedhowa, Hans A. von Scfalcfiow,Mich. Tsefaechow n. a. m. Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3. 5, 7 u. ca. 8.45 U. Sie sehen und hören den großen Tonfilm Liebeswalzer mit LUlan Harvey, Willy Fritseh Hervorragende« Beiprogramm Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 Anf 6, 8'!, U Beide Feiertage ab 5 Uhr Katharina Kaie(Die Tochter des Seiltänzers) mit Carmen Botet und Engen KI6p er Menschen am Sonntag der hervorrasende Großfilm d Neu-Llchtant>erg"ä Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraße 70 Spielereien einer KaUerin mit Lil Dn'ovcr Menseben am Sonntag Auf der BQhne: Rasch ein Kind ä Frlednchtfelda> Kino Busch Alt-Friedrichsfelde i Donanwalzer mit Hnrry Licdike, Ernst Verebes Der Cowbovkönig von Chika�o mit Hoot Gibion � NieclcrachöneweklR Elysium(fu�pS�) Hasselwerdcr Straße 17 O Mädchen, mein Mädchen mit Harrv Lledtke, Frilx Kempers Das Land ohne Recht Revue Fasse dich kurz ßflhnenschaa d Kof«s;«a~b «Elysium" Prenzlauer Allee 56 W 5 15. S 3 15 U. Zwei Herzen Im DreivlerteUakt (Tonfiimoperette) Beide Feiertage Jugendvors'.ellung J Weiflcnsec A Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Rkhard-Tanbcr-Tonfllm I Ich glaub nie mehr an eine Fraa Norden Alhambra Müllerstraßc 136, Ecke Seestraße lOOprozentige Toniilmoperette: Der Liebes walzcr mit Litten Harvey, W. Fritseh Pharus-Lichtspicle Müllerstraße 142 W. SVc U. Stg. 4 U. Gankler mit Käthe von Negy Der Sieg des Herzens Marga-Licfatspiele Schulstraße 29 Die nicht betraten dürfen Die Bnddenbrook». nach dem Nobelpreisroman von Th. Mann Bühnenuhaa Gala-Lichtbuhnc Uscdomstr. 14 Anf. 6, 8.30. S. 5, 7, 9 U. Das Recht auf Liebe mit Eveline Holt Fleck auf der Ehr* nach Anzengrnber Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 5, Stg. ab 4 U. Du Llebeaklecblall Wer hat Robby gesehen? mit C. Aldini Auf der Bühne: Vldcy und Luise Werkmeister Prater-Lichlspiel-Palast Kastanicnallee 7-8 Wochenugs 5,30, Sonntags 4 Uhr O Mädchen, mein Mädchen mit Harry Lledtfce Rand am die Kaktnsfarm Bühne: 6 lastige Vagabanden Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Sbd. 5. Stg. ab 4.30 U. Die drei nenerten Chaplin-Filme Das Ladenmädel m Mary Pickford Colosseum ZA- UÜf Schönhauser Allee 123 Die große Tonfiimoperette: Zwei Herzen im DreivierleUakl Jugendliche haben Zutritt «Alhambra" Badstraße 58 Mädel an» U.S.A. mit A. Ondra Dlamantendtebcabl mit Tom Mix Grobe Bühnemehan Humboldt-Theater Badstraße 19 Du grobe Oaterprogromm und die ausgesuchte Bühnenschan Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5, 7, 9. Stgs. 3, 5, 7, 9 U. Der lOOprozentige Tonfilm: Uebeswalzer mit LUlan Harvey, Willy Fritseh Grote Bühnenschan ■ Pankow 8 Palast-Theater sÄ'"; Breite Straße 21 a Der lOOprozentige Tonfilm: Oer unsterbliche Lump mit Liane Held, Gustav FrühUth Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Beg 7, 9 U-, Sbd. n. Stg. ab SU. Der lOOprozentige Tonfilm: Liebeswalzer mit LUlan Harvey. Willy Frtlsch fl Wlnetenchönhamen ä Film-Palast MaI":— Blankenburger Straße. W. 6.30, 9 U Stg. 430. 6.45, 9 U Die Tagd nach der Million mit Lndano Albcriini Jennys Bummel durch die Männer ■ T«g" ß Filmpalast Tegel Bahnholstr. i W.6.8'tj, Stg.41/«.6ste.8». Sonnt 2 Uhr lugendvorstellung Sind. ehem. Helene WUUficr mit Olga Tschechowa Bühne: Gastspiel russisch. Künstler- theater Karussell «Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 Der 100 prozemlge Tonfilm: Oer unsterbliche Lump mit Liane Haid Bübnengulsplel Inge Range Balis ehmieder- Lidiisp Badstraße 16 Der lOOprozentige Tonfilm: Llcbeswalzcr mit UUan Harvey, Willy F ritsch Grobe Bühnenschan Union-Theater Hauptstraße 3 Bog. Wtg. 6, 8t� U Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. Ol,. 6>,z SAt U Madame Im Schlafwagen Du letzte Fort Filmpalast Stg � Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.-Vorst 5 Tage auf Leben und Tod mit C de Vogt Beiprogr. X älelVage Sonnabend, 19. April 1930 SprAbsmS StmJaaXqaf» d** Ibutdrü ftlusih und. Technik Dtts Problem einer kommenden Dlusik Von Hobovl Hoyel? Die Aechenvellenmusit des Russen Therem,n hat seinerzeit. vorgeführt vor einem Parkett von Fachleuten, außerordentliches Auf- sehen erregt. Vor allem interessierte die Frag«: was bedeute: die elektrische Tonerzeugung für eine künftige Entwicklung der Musik? Ueber die handgreifliche Aktualität hinaus entwarf man Zukunftsbilder von einer ganz neugearteten Musik. Wir sehen da- von ab, wie diese Vorstellungen inhaltlich im einzelnen beschaffen waren und fragen: sind überhaupt sachliche Voraussetzungen vor» Händen, die Idee einer neuen und kommenden Musik zu rechtfertigen und ihre Verwirklichung zu garantieren? Oder— stehen wir mit Ansprüchen dieser Art auf den: Boden einer haltlosen Spekulation? Diese Frage ist im eigentlichsten Sinne kritisch. Von ihrer befriedi» genden Antwort hängt es ab, ob und in welchem Umfang sich mit dem neuen instrumentalen Mittel Vorstellungen von einer neuen Klanggestaltung oerbinden lassen. Vorläufig steht eine Verwirklichung solcher Ideen noch aus. Wir sagen„vorläufig"'. Es scheint ein soziologisches Gesetz zu sein, nach dem sich alles Neue erst in die traditionelle Form hüllt. Das junge Auto will möglichst eine Chaise sein. Di« jung« elektrische Tonerzeugung will möglichst das bisherige Instrumenta» r i u m kopieren. Wie schon angedeutet, wird nur ein„vorläufiger" Zustand bezoichnet, gleichsam der augenblicklich praktische Stand des Problems.Musik und Technik". Oder denken wir an den Tonfilm — Ort, wo die Berührung van Musik und Technik aktuelle Wirklich- keit ist. Auch hier ist die Maschine Reproduktionsmecha- n i s m u s, wiederholt sie die Leistungen b i s h e r i ge r Musik. Die Voraussetzungen der neuen Musik Die sachlichen Voraussetzungen sind zunächst dort zu suchen, wo das eigentilch Neuartige beginnt, nämlich bei der Apparatur selbst. Da alle technischen Einzelheiten für die folgenden Ausführungen unerheblich sind, uns vielmehr das Besonder«, das die Maschine leistet,„an sich" interessiert, also das, was mit den instrumentalen Mitteln und Möglichkeiten der bisherigen Musik nicht mehr vollbracht werden kann, können wir die heute so aktuelle Tonphoto- graphie in den Kreis unserer Betrachtungen miteinbeziehen. Zumal beiden Verfahren das gemeinsam ist, was ihr spezifisches Leistung?- *•_ vermögen erst ausmacht, die Umwandlung elektrischer Energien in akustische, umgekchrt die Umwandlung akustischer Energien in elektrische. Wir müssen uns vorstellen, daß erst aus einer eigen- artigen Verbindung der beiden Verfahren— elektrische Tonerzeugung und Tonphotographie— das Instrument der Zukunft, von dem die Verwirklichung einer ganz neu- gearteten Musik zu erwarten ist, entstehen wird. Di« so gedachte akustische Maschine ermöglicht zweierlei, das für eine kommende Musik wichtig sein wird. Einmal die bewußte Konstruktion von Klangfarben. Das ist so zu verstehen. Ein jeder Klang bestcht aus einer Reche von Teiltönen, die in einem bestimmten Stärkeverhältnis zueinander stehen und so charakterisiert seine spezifische Klangfarbe ausmachen. Bisher war die Anzahl der Klangsarben gebunden an die natürlichen Bedingungen der k ö r p e r» * gebundenen Tonerzeugung. Nunmehr wird es möglich, in die Teillonstrukwr und chren Aufbau direkt gestallend einzngrssen, dadurch. daß sich dort, wo alle Akustik elektrische Schwingung ist. elektrische Verfahren einschallen lassen, wie z. B. das elek- irische Wellenfilter. Bestimmte Teiltöne lassen sich mit ihm aussieben und damit die vorgegebenen Klangsarben abändern, umfärben. Kurz, mit diesen und ähnlichen Methoden wird es möglich, den Klang zu a t 0 m i s i e r e n. aus seinen Atomen neue Klangfarben auf- zubauen, die Klänge zu mischen, wie man Farben mischt, ein Klang- farbenreich von fast kosmischer Weite zu durchlausen, das über die bekannten Grenzen weit hinausgeht. Zum anderen läßt sich der R a u m, in dem eine Musik sich abspielt, zugleich mit ihr ausnehmen. Zum erstenmal klingt durch die Maschine in die Biusitwelt„real" der Raum hinein. Denn wir hören bei einer Raumtonaufnahme, wie die Musik in einem anderen und fremden, scharp von uns geschiedenen Räume abläuft. Das be- deutet: der raumtonal gefärbte Klang ist nicht mehr un- mttelbar und leibhaftig bei uns im Räume, wie im Konzertsaal oder in der Oper, sondern er steht uns objektiv, als ein räumlich in sich geschlossenes Klangbild gegenüber, und ist uns ebenso fern wie der lebendig« Schauspieler im Filmbild. Um das Wichtigste und Verständlichste zu sagen: Durch die Maschine wird es möglich, den real mitklingenden Raum wie die Klangfarbe, die bisher in der Musik eine untergeordnete Rolle spielle, als wesentliches G c- st a! t u n g s e l e m e n t in die Komposition cinzubeziehen. Eine Klangwell vennag nurnujfrr lebendig zu werden, wie sie bisher noch nicht gehört wurde. Was uns die Maschine heute bietet— In ihren Möglichkeiten durch einen gänzlich falschen Ausgangspunkt ge- hemmt, ist gleichsam nur ein Vorwort zu allem dem, was uns noch erwartet. Das Mißverständnis der jetzigen Musik Entscheidend bleibt, ob die Musik selbst das Bedürfnis hat, sich der neuen instrumentalen Mittel, die vollkommener sind als unsere Phantasie, zu bedienen. Denn die Maschine an �sich ist nur Möglichkeit. Die Gebrauchsanweisung, wie die neuen Formniöglichkeiten zu verwerten sind, liefert erst das Sachgebiet„Musik". Nun be- findet sich die Musik in einer Krise. Die Mittel und Möglichkeiten ihrer klanglichen Entfaltung sind problematisch geworden, aus einem Streben nach neuen Ausdrucksformen. Dieser Vorgang stellt sich in großen Zügen so dar: Die Musik hat zur Zeit der Romantik ihren Höhepunkt erreicht. Seitdem befindet sie sich in einem Zustand all» gemeiner Auflösung und tiefgehender Zersetzung mit allen Begleit- erscheinungen des Radikalismus. Die treibende Kraft aber, welche die bisherige Grundgestall der Musik ausstrahll und zwangsläufig zu ihrer vollständigen Destruktion führt, ist die Tendenz, einer neuen Klangwirklichkeit Raum zu schaffen. Wir nennen das„Neue", M»»»»»!»>! i Max Barthel: D€*FSchB*Gt Holzschnitt von Setla Hasse Der Werktag neigte sich dem Ende, Der Abend zeigt« sich, die Ruh, Schon sehnten sich die müde» Hände Dem goldnen Licht der Stille zu. Maschinen gingen schnell und singend, Elektrisch gleiste grelles Licht. Die Werkband war Metall und kllngend. ... Ein Schrei! Es saust und klirrt und bricht! Wir hörten jenen Schrei und brausend Wuchs er durch den erhellten Raum, Der Motor ging noch dunkelsausend Wie Brandungsschlag im letzten Traum. Ein Mensch sank hin ai» der Maschine! Alarm! Wir ließen unsre Bank... Der Splltter einer Eiscnschiene Dem Bruder in das Antlitz sprang! Zerriß das strenge Schild der Stirnc, Der Augen Licht und Harmonie. Zerschlug die Wunder im Gehirne, Zerschlug des Daseins Melodie! Das letzte Wunder wurde sichtbar: Ein goldncs Strahlennetz zerriß! Wo Freude, Lebenslust und Licht war, Fiel Schatten hin und Finsternis! Der Mann mit feiner Sterbewundc Ward fortgetragen, und fein Blut Erfüll� jene Arbeitsstunde, Erfüllte uns mit Haß und Wut! Noch ging die Arbeit dunkel brausend Durch Wut und Blut. Doch ihr Akkord Schwoll an und wurde groß und sausend, Rebellenschrei wie: Brudermord! Wir hörten ihn verstört. Und weiter Ging aüfs. Feierabend kam, Der uns als tröstlicher Begleiter In seine Bruderhände nahm. wenn wir sagen, die musikalische Entwicklung der letzten Jahrzehnte wird wesentlich bestimmt durch das Erscheinen der„Klangfarbe". Die Klangfarbe, bisher ein untergeordnetes Ausdrucksmillel, wird oinmal so wichtig im Impressionismus(Debussy) und Expressionismus. Schönberg hat in seiner Harmonielchre die Klangfarben- Melodien vorausgesagt. Der Wille, die Klangfarbe zu verselb- ständigen, führte zu einer Erweiterung der tonalen Beziehungen und letzten Endes zur Atonalität, wo eben zugunsten der be- ziehungs- und rücksichtslosen Herausstellung des Klanges, der Farbe an sich, der bis dahin tonal kadenzierende Tonraum gesprengt wird. Das künfUerifche Denken, das die atonal« Situation geschaffen hat, ist zwiespällig. Einerseits ist es stark genug, um die tonalen Materialbeziehungen zu zerschlagen und die musikalische Form bis an die Grenzen des Sinnvollen zu zerfasern. Andererseits ist es zu schwach, um ein positives Klangbewußtsein wiederherzustellen, um zur Form zurückzufinden. Es fei denn, daß man sich mit dem zufriedengibt, was die heutige Musik leistet. Um das aus seinen �ursprünglichen Zusammenhängen her- ausgenommene Material wieder formal zu binden, blieb nichts anderes übrig, als die überlieferten Stilprinzipe und Formschcmata zu kopieren und mit den atonalen Errungenschaften zu durchsetzen. Schließlich kann man mit den Praktiken des Kontrapunktes und der Harmonie nicht mehr verarbellen, was nicht vom Standpunkt der Tradition betrachtet werden kann. So entsteht die paradoxe Situa- tion, daß man die Musik des Mittelalters und der folgenden Jahr- hunderte wieder pflegt und ihre Stilelemente als formales Binde- mittel in das beziehungslos gewordene Tomnaterial einführt, zu- gleich aber sich Jazz und Geräusch nicht entgehen läßt. Was heraus- kommt, ist ein ungeheuerlicher Stilmischmasch, trägt die Züge einer kranken Spätzeit an sich. Zur Form zurückfinden kann nur heißen, die Form nicht aus der Vergangenheit, fon- dern aus dem Zustand der totalen Veränderung ableiten, aus dem „Neuen", was hinter der Destruktion steht und zur Verwirklichung drängt— heißt, ein« neue und höhere Form statuieren, die sich zur allen, zerschlagenen einstellt als nächste Stufe einer einheitlichen Treppe der Aufwärtsentwicklung, heißt zuletzt, das Formgesetz der Klangfarbenmusik verwirkllchen. Perspektiven Daß der Versuch schellern mußte, liegt nicht daran, daß die Zielsetzung„Klangsarbenmustk" falsch ist, sondern daran, daß das künstlerische Denken sich nicht„grundlegend" geändert hat, ent- sprechend der neuen Problemstellung. Man ist auf halbem Wege stehen geblieben, anstatt auch noch mit dein letzten Rest an Tradition aufzuräumen— und dies, um den Geschmack der Moderne mit dein des Publikums zu versöhnen. Klangfarbenmusik ist von vornherein Zielsetzung aus einer neuen und anderen Stufe. Die bisherigen künstlerischen Denkmittel und instrumentalen Darstellungsmittel der Musik reichen zu ihrer Verwirklichung nicht mehr aus. Es muß sinnlos bleiben, ein Klangfarbenreich von fast kosmischer Weite wie die rein qualitativen Beziehungen der Klangfarben zueinander noch in einem vierstimmigen Satze vollenden zu wollen. Man kann sagen, daß die Idee der Klangfarbenmusik schon auf die M a- s ch i n e und ihre Möglichkeiten hin entworfen ist, auf den atomi- sierten Klang, auf den real mitklingenden Raum, nicht mehr auf die Möglichkeiten einer körpergebundenen Tonerzeugung und die damit zusammenhängende Kompositionstechnit. Gegenüber der vor- gegebenen Begrenzung muhte die Idee, die von vornherein außer- halb dieser Grenzen erfunden war, zur Destrukiton des bisherigen Musiklebens führen, zur Atonalisierung. Die Atonalität ist die letzte Etappe, wo versucht wird, m-it den bisherigen Mitteln und Möglich- teitcn der Musik die Klangfarbe zu verselbständigen. Die nächste Etappe ist die der kommenden Musik, der Klangsarbenmustk und der Gestaltung ihrer Grundlagen. Wir können sagen: Der Fortschrill der Musik geht Millen durch die Maschine hindurch. Das Problem, das sich heute stellt, ist das der llmschallung von einer handwerklichen Produktions» Methode aus eine technische. Seine Lösung bedingt eine grund- sätzlich neue Verkörperung der Idee„Musik", ebenso wie das Auto eine grundsätzlich neue Darstellung der Idee„Fahren" ist. Deshalb wird der Fortschritt, verglichen mit den bisherigen Jahrhunderten, so groß sein, weil zum ersten Male gänzlich neue Faktoren Träger dieser Idee sind, weil er mehr ist als ein Stilwandel iin Rahmen der bisherigen Grundform„Musik", wie z. B der von der Klassik zur Romantik, weil der Beginn auf einer gönzlich neuen Ebene ein- setzt, zu der es keine Brücke von dem jetzigen künstlerischen Hand- werk aus gibt. Nicht zuletzt süid der Musik ganz neue Aufgaben gestellt, wie das der Tonbildverbindung Die bisherigen Möglichkeiten reichen allenfalls aus, mn das Blld zu„begleiten", um sich selbst als schon vorgeformte Musik in Szene zu fetzen und rcgiemäßig be- handeln zu lassen. Sie genügen ober nicht, um den Klang der visuellen und stummen Musik des Films kontrapunktifch einzufügen. Das Toirbildproblem ist erst in dem Formgesetz her kommenden Musik aufzulösen. Heute ist der Tonfisin noch ein Außengebiet der Musik. Morgen wird er ihr organisch zugehören, dann, wenn die Musik schlechthin„kommende Musik" ist. Film und Tonfilm, die heut« nach als Kunstgattungen mll siner eigenen Problemattk neben den handwerklich produzierenden Künsten existieren, bezeichnen, von hier aus gesehen, imr die technischen Formen, in denen die Kunst weiter- hin sichidar und hörbar fortleben wird. (9. Fortsetzung� Dos turbulente Leben In der Nanklng-Road ließ sie unbeteil'gt. Tausende Reklamefahnen wehen von den Kaufpalästen. Ihre Farben schreien mit den Hälsen der Chinesen um die Wette. Der Gelbe unterbrach das Schweigen. Seme Finger zeigten unausfällig auf das Gegenüber der Straße.„Sehen Sie, Monsieur Marin, die beiden riesigen Türme?� Diese beiden Türme sind die größten chinesischen Warenhäuser Schanghais: Sincere und Wing-ou. „Die haben ihre Geschichte. Ihre Besitzer wollen sich gegenseitig an der Höl)e dieser Bauwerke überbieten. Wer weiß, wie das enden wird. Wehe, wenn sie dem Himmel zu nahe kommen! Die zu oberst sind, wird es schwindeln vor der Tiefe, die aber zu unterst werden sich durch die Höhe erdrückt fühlen. Es wird einmal eine furchtbare Katastrophe geben." Marin sah ihn an. Er hörte eine Stimme, die unheimlich warnend klang. Fühlte sich benommen. Viel Dunklem, Unbekaim- t«m war er mit einem Mole begegnet. Es mutzte sich erst alles in feinem Kopfe ordnen. In knapper Entfernung vom Tische, an dem die beiden Männer saßen, stand eine Frau. Blickte unverwandt nach Mr. Smilh. Dem Franzosen entging nicht die Unruhe, von der seine neue Bekannt- schaft ergriffen wurde. Er lenkte seine Aufmerksamkeit aus die Frau. Eine Tatarin, gedrungen, doch nicht ohne Schönheit und von un- heimlichem Ausdruck im Blick großer Augen. Ihre Kleidung war einfach, unauffällig. Smith bemächtigte sich Nervosität. Rasch, doch nicht ohne ficht- baren Zwang, erhob er sich und verabschiedete sich von Marin. .Wir werden uns gewiß noch treffen", sagte er mit Bestimmtheit. „Vielleicht besuchen Sie mich einmal", entgegnete Marin. Gab ihm seine Adresse. Dann ging der Halbchinese mit der Frau, die bereits von deutlicher Ungeduld erfüllt war. Der Abbruch der Unterhaltung war ein jäher. Sie hatte einen Schimmer von Unwirklichkeit und billiger Romantik. Als Marin zu seinem klaren, verstandesmäßigeu Denken zu- riickgelongte, kam er zu der Ueberzeugung, daß Zusammenhänge be- stunden. Es wurde ihm klar, daß in den Worten des Fremden, daß in der Begegnung Überhaupt viel mehr verborgen liege, als er zu ahnen wage. 10.', Diese Begegnung ließ in Marin Unruhe und Fieber zurück. Lillian gegenüber schwieg er davon. Um so aufmerksamer beob- achtete er sie. Hatte einen Blick, den sie an ihm bisher nicht ge- kannt hatte. Etwas brachte sie aus dem Gleichgewicht. Sie suchte nach Gründen. Konnte sie nicht finden. Bekam es wiöder mit der Angst.zu tun und war unsicher. Um diese Zeit war es auch, daß Kead ihr wieder öfter als sonst begegnete, sein Auge den dunklen unbestimmten Ausdruck annahm, der sie maßlos erschreckte. Ununterbrochen sah sie sich von ihm umlauert. Ging aus dem Hause. Eilte zu Marin. Es war gegen Abend. Marius Wohnung verließ ein dunkelhaarig,, schmierig zerlump- tes Frauenzimmer! die Augen glasig, tief in die Höhlen gefallen, der Mund wulstig, brutal, sinnlich, die Gesichtshaut ledern, schlaff her- abhängend, die Gestalt knochig und hart. Schwippte, taumelte, säsiich an Lillian vorbei, geduckt, verprügelt, feig und satt. Sah furchtbar armselig aus, erbarmungswürdig, ekelerregend. Zurückblieb ein fader Geruch ungewaschener Wäsche. Lillian wankte nicht. Hielt sich ausreckst. Stand unbeweglich. Sie hatte noch das Weib vor Augen. Dann stieg eine heiße Welle Blutes in ihr ans. In ihren Adern stieß und hämmerte es. Ein leichter Schwindel. Sie suchte nach Halt. Schloß die Augen für Sekunden. Schlug halb die Lider auf und stierte regungslos vor sich hin, in gähnende Leere. Kehrte um, stand wieder auf der Straße und wollte sich treiben lassen. Knapp vor ihr wieder das Weib; es führte lebhafte, aber unverständliche Reden mit einem Mann, der ihrer ebenbürtig war in Art und Aussehen. Die Aus- einandersetzung der beiden schien eine erregte. Lillian gewann ver- hältnismäßig rasch ihr klares, durchsichtiges Denken zurück. Bekam Interesse für die beiden. Ging scharf an ihnen vorbei, verstand nichts von den Fetzen Reden, die an ihr Ohr flogen. Russen, soviel konnte sie feststellen. Was hatte Marin mit ihnen zu tun? Welche Berbindunoen? Unruhe, Angst und Besorgnis um den Mann eriaßUn sie, wuchteten alle Gefühl«, wie Berzweislung, Demütigung und 5iaß in'hr nieder. Nichts mehr, was sie abhielt, zu ihm zu eilen, sinnlos, triebhast. Marin empfing sie, sorglos lächelnd. Charmicrte, scherzte und liebkoste sie. Lillian wich deni aus, ohne daß er es merkte. Fühlt« ein wenig seelische Erleichterung. Er war ahnungslos, spielte Un- besangenheit, war launig und beweglich. Lillian sprach kein Wort von dem, was sie zuvor erlebt hotte. Allmählich kroch es an ihr empor: eine namenlose Enttäuschung. Sie überschwemmten Berzweislung, Demütigung, Haß. In ihr stürzt« alles zusammen. Hohl und leer, ein lustloser Raum war sie. Sie lächelte zu Mar.» hinüber, ein gewöhnliches, inhaltloses Lächeln-, eine Entspannung der Muskeln. Der Mann war ihr fremd und unbedeutend geworden. Sie hatte jede innere Beziehung zu ihm verloren. Nun war sie Über sich hinweggetreten-, das erste» mal. Es war ein entscheidender Schritt. Sie lebte ihr Leben wie sonst, spiel!« Golf, Bvln, Tennis, ritt und tanzte, aber mit Aufwand von Energien, besessen davon, leiden. schafstich, sich daran besinnungslos oerschwendend. In dieser Zeit war es auch, daß Marius Auftreten in der Ge- sellschaft Schanghais zum ständigen Thema wurde. Seine Vertrau» JJc/zirte/tcr lichteten mit dem Polizei che f und Mr. Kead gaben reichlich Anlaß dazu. Noch war man sich Über seine künstige Position nicht Im klaren. Wohl aber spannen sich Fäden seltsamster Vermutungen und Bedenken. Manns Kredit wuchs. Am linken Ufer des Hwangpu, jenseits des französischen Se.'tle- ments, lebt das unvergängliche, tausendjährige China. Es drängt sich Haus an Haus: einstöckig, aus Holz oder Lehm. Darüber schaukeln windschiefe Dächer, baumeln zahllose Fähnchen und schmutzige Fetzen. Laden reiht sich an Loden, die als viereckige Höhlen auf die Straße münden. Vor den Geschäften brüllen, krächzen, kreischen backengebläht die Händler: eintönig, lähmend im Ton. In den engen, schmutzstarrenden Gassen hallt und bricht sich der Lärm. Rhabarbar, Moschus, Galläpfel, Seide, schmierige, stinkige, schwarze Seife, Figurinen, Töpfe, zweifelhaste Lebens- mittel, echte und falsche Steine, Opium, Morphium, Haschisch und billige Arbeitskräfte. Alles durcheinander. Dollar, Pfund, Tasi, Pen. Gaunerei, Geschäftstüchtig'eit, und vor allem eine stets über- triebene Höflichkeit, die den Käufer anlockt, einsängt, aussackt. Eine lange, endlose Straße. Am Ausgang liegen die unzähligen Opiumhöhlen. Inmitten dieser Umgebung ein kleines, zierlich ge- bautes Haus, unscheinbar, versteckt, als wäre es von aller Welt längst vergessen. Auf einem Sofa lässig hingestreckt, vor sich ein Schrif.stück, mit chinesischen Zeichen dick betuscht und mit dem Buchstaben B ge- zeichnet, log Mr. Smith, wie er sich bescheiden genannt hatte. Er stak In einem schwarzen, wenig bestickten Kimono. Die dunklen Haarsträhnen sielen ihm vor die»Stirn. In der matten, grünlich- gelben Beleuchtung nahm sein Gesicht einen seltsam schönen Aus- druck an. Wenn er sprach, schlössen sich halb die Lider. Die Frau, die jetzt mit turzen energischen Schritten den Raum abmaß, die Hände in die Hüften gestemmt, den Kops willensstark, trotzig in den Nocken geworfen, diese Frau war jene Tatarin, die Mr. Smith aus dem Cafe in der Nanking-Road abgeholt hatte. Sie hielt in ihrem Schritte inne. Richtete den Blick fest auf den Mann, der sie ansprach:„Maro, du wirst endlich reisen müssen." „Natürlich werde ich reisen." „Du wirst früher abreisen, als wir es ursprünglich planten" Er faltete das Schriftstück, übergab es ihr. Sagte mit skeptischem Lächeln:„Wir werden sehen, wie sich deine Regierung dazu vor- holten wird." Maro nahm, das Schreiben entgegen. Schob es in die Seiten- tasthe ihrer Khakijacke. „Du bist übelgelaunt, meine Kleine", spöttelt« der Halbchinese. Ohne aufzuhören, den Raum zu durchmessen, sprach sie zu ihm: „Du hast komische Ambitionen, mein Freund, dich mit diesem ehe- maligen Polizeiagentcn an einen Tisch zu setzen." Der Mann machte eine Bewegung, die sein Erstaunen über ihre Informationen ausdrückte. Maro lächelte, setzte fort:„Du brachtest in Erfahrung die pein- tiche Geschichte von Wassili Popkin.. Sie sah ihm mitten ins Gesicht.„Du weißt doch, wen und was ich meine? Die beiden Briefe, die meinem Landsmann dieser Monsieur Marin abgenom- men hat. Du überschätzt ihn, den Fall. Die beiden Briefe, deren Inhalt selbst Wassili und auch ich nicht kennen, spielen keine nam- hafte Rolle in unserer Aktion. Scheinbar weiß der Franzose nichts Rechtes damit anzufangen. Was aber machst du? Du folgst dem Franzosen auf Schritt und Tritt. Sprichst ihn endlich in dem Caie an. Unterhältst dich mit ihm. Hetzest ihm diese schmutzige Natoscha auf de» Hals. Wassili opfert sie, seine Geliebte, der Politik. Der Phantast! Du wunderst dich, daß ich das alles weiß?! Nun wisie, die dumme Geschichte mit den Briefen ist zu Ende. Marin kann sie nicht verwenden. Kein Mensch würde an deren Echtheit glauben und nur ein politisches Manöver dahinter vermuten. Wassili und Natoscha reisen heute noch noch Rußland. Jetzt staunst du? Du solliest doch schon längst wissen, daß ich meine Schule in Moskau genossen habe. Meine verwandtschaftlichen Beziehungen führen direkt zur Tscheka. Du hältst dich bloß auf. Alle Menschen holten sich im Leben auf, mit der Philosophie, Religion und Kunst. Dos waren und sind Privilegien der Besitzenden. Im Übrigen aber för» derten sie den Intellektualismus. Seitdem gibt es mehr Kuli unter den Menschen als Steine crus der Straße." (Fortsetzung folgt.) e Bush 3)ie Silbergrube Selma Lagerlös: Die Silbergrube. Erzählungen. 199 S. Albert Langen, Verlag für Literatur und Kunst, München. Die virtuose Erzähungskunst der Lagerlöf, ihr Reichtum im Finden phon- tastischer und märchenhafter Situationen im Alltag tritt in diesen Erzählungen besonders deutlich hervor. Teils Legenden, teils in der Art von Tagebuchauszeichnungen über die Entstehung ihrer Erst- lingswerke zeigen diese in ihrer hervorragend gesammelten und ge- drängten Art besonders eindringlichen Miniaturen weit deutlich« als die großen Romanwerke die Tendenz der Lagerlös:„Zu unter- halte n, zubelehrenundeinkleinbißchenzuchokie- r e n"— eine Absicht, die sie in einer der Erzählungen dem großen dänischen Literaturkritiker Georg Brandes zuschreibt. Nur um ein„klein bißchen zu chokieren", scheint jede der Ge- schichten in eine deutlich ausgesprochene inovalische Sentenz zu münden. Der Inhalt dieser Moral ist:„Praktisches Christentum". Sie erkennt die Mängel dies« rohen Welt und appelliert an den guten Willen der Menschen, um das wahre Gottesreich auf Erden zu errichten. Sie predigt die ehrliche Erfüllung der Christentugenden, wie sie sich der kleine Mann vorstellt, der die böse Welt verbessern will: Nächstenliebe. Demut, Sparsamkeit, Arbeitseifer, Mildtätigkeit und—„Man soll nie denken" ist sogar eine der Erzählungen Über- schrieben, nie wider göttlichen Ratschluß murren. Bei aller inneren Wärme und aller Gutgläubigkeit der Dichterin, die in einer Rede an das ökumenisch« Konzil 1925 die Menschen zu brüderlicher Liebe und Einigkeit in Gott aufruft, kann man sich ihr irdisches Gottesreich und ihren Himmel, den sie den Mühseligen und Beladen««, den Gläubigen und Demütigen v«heißt, doch nie anders vorstellen, als sie ihn selbst im„Traum vom Tagelöhner" beschreibt: Als etwas muffige, ober gemütliche gute Stube des wohlhabenden und wohl- wollenden Herrn Pastor. Heinrich Jakubowicr. Rätsel-Ecke des„Abend", Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Ein Tier, ohne das kein Ostern denkbar ist; 2 Osterbraten: 4. bei alt und jung beliebtes Ostcrgeschenk: 6. Friihlingssest: 8. bei alt und jung beliebtes Ostergeschenk: 9. das gleiche: 11. sranzösisch« Artikel: 12. hinweisendes Wort; 15. Eß- gerät: 18. wie Nr. 4; 19 Zahl; 20. deutscher Fluß.— Senkrecht: 1. schwäbisches Bad: 3. Gestirn: 4. lateinisch„und": 5. Diphthong: 6. Morgenland: 7. Gegenteil von„hoch": 8. arabischer Artikel; 10. Cselsschrei: 13. das Wesen, dem wir Nr. 4 wozgerecht v?rdouie:>: lt. Festgetränk: Iß. jranzössscher Artikel! 17. chinesiich« Borna m«.» Dröhnen und Tönen. Im Kriege unentbehrlich sind„eins-zwei", Der Rcnnstall braucht von Zeir zu Zeit den„drei". Das Ganze hat als Opernwerk wohl allen. Die je es kennen lernten, sehr gefallen. Silbenrätsel. Aus den Silben a a a a al be ber b« bt che dar den di di die du e el eu je je fen ge go he ho in lar le li li lie ma mann nat nau neu ne ne ner ni ni no nuch ra ra re re rei recht rier ren sa sau sei sor ta las tau te ter tik tre ur ur ne ze sind 24 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und dritte Buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Zitat von Rückcrt ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. Schmuckstein: 2. Deutscher Mal«: 3. Münze: 4. Altes Längenmaß: S. Küchengerät: 6. Bergwerk; 7. Autorrecht: 8. Fluß in Frankreich; 9. Insel in Südaustralien; 10. Ort im Harz; 11. Schissahriskunde; 12. Borwellliche Ricsenechse; 13. Menschenrasse: 14. Nebenfluß der Donau; lö. Geldschrank; Iß. Blume; 17. Gefäß; 18. Kirchliche Handlung: 19. Stadt an der Mosel: 20. Haremswächter; 21. Juristische Person: 22. Schlangenart,- 23. Beweis der Unschuld; 24. Indischer Dichter,(ue_ ü).— ekn— Die fehlende Mittelfllbe. Aus den Silben a baut ber de de graph han ig ka tel la lin men mo mo nier nit phn pol rant sp> siz te ver witz za zin zin sollen 14 dreisilbig« Wörter gebildet Verden mit gleicher zu ergänzender Mittelsilbe. Wie heißen die Wörter und wie heißt die Silbe? ab. Verwandlungsaufgabe. Aus„Wolle" ist eine„Barke" zu bauen; und zwar ist in den Wörtern der neben- stehenden Figur der durch ein Kreuz ge- kennzeichnete Buchstabe so durch einen andern zu ersetzen, daß neue bekannte Wörter entstehen. hl. (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwach.) Auflösung der Rätsel aus voriger Rummer. K r e u z w o r t r ä t s e l. Waogerecht: 1. Redvute; 9. RuiZdr: 11. Al: 13. See: 14. Aa: 15 Sag«: 17. Tran: 19. E".z: 20 hat; 22. Iget; 24. Deka: 25. na; 26. Aue; 27a. Aa; 28. ßurch; 30. Musiker. — Senkrecht: 2.«; 3. Düse; 4. One; 5. Udet; 6. und 7. Tee: 8. Fasching: 10. Tanzsaal: 12. lo: 14. Aar; 16. Gate: 18. Red«: 21. Aga; 23. Laus: 24. Deck; 27. Uri: 28. Lu; 29. he. Ergä ii zungsrälsel: 1. ZNehl: 2. Oden: 3. Druck: 4. Eck: 5 Rot; 6. Seil; 7. Chef: 8. holz: 9. Ar:>,0. Um. Modenschau. Silbenrätsel: 1. Engodin; 2. Zndisin: 3. Natron; 4. Flanell; 5. Renette; 6. Orangeade: 7. Hilde: 8. Esperanto; 9. Safe: 10. herbeii: 11. Efsekten-, 12. Radius; 13. Ziege: 14, Geier.- 15. Erwin; 16. Samowar: 17 Ural; 18. Nelke; 19. David: 20. Eruption: 21 Siloanit; 22. Barrikade; 23. Leopard: 24. Ulme; 25. Leianie: 26. Ingwer; 27. Sanatorium: 28. Tapete; 29. Biene: 30. Elfe: 31. Sahara; 32. Seidel: 33. Erika: 34. Regisseur.- 35. Ananas; 36. Lido: 37. Saturn: 38. Venedig: 39. Zgel: 40, Ernc; 41. London; 42. Graben; 43 Efau; 44. Laden: 45. Dohli«: 46. Uhu; 47. Nauen; 48. Donau: 49. Gerhard-, 50. Unke; 51. Talar.— „Ein frohes Herz, gesundes Blut, ist besser als viel Geld und Gut." Magisches Quadrat: 1. Hirt:?. Idee; 3. Red«; 4. Te«. Füllrätsel: 1. Adler-, 2. Mainz; 3. Assen; 4. Liszt: 5 Knabe; 8. Nebel; 7. Probe; 8. Ernst. Lissabon. Aersteckrätscl: 1. Helena; 2. Ida; Z. Leoni«: 4. Dora; 5. Elfe; 6. Gerda; 7. Agnes; 8. Rosa; 9. Delila.— Hildegard, Nr. 184 47. Jahrgang Sonnabend 19. April 1930 Ein neuer 600 Im Vau luftgekühlter Motoren hmtten wir in Deutschland schon in der Zeit vor dem Krieg« bedenklich nach, da unsere damaligen verantwortlichen Stellen es verabsäurnt hatten, diesem Zweige der Flugmatorentechnik die Um gebührende Aufmerksamkeit in Gestalt von Unterstützungen ideeller und materieller Art angedeihen zu lassen. Zum Bau, d. h. zum erfolgreichen Bau luftgekühlter Motoren gehören soviel Erfahrungen und Kenntnisse, wie sie nur in jähr- zehntelanger Arbeit gesammelt werden können. Diese Erfahrungen PL-ElugmvI'sr wassergekühlter Motoren gleich, d. h. 220 bis 240 Gramm pro PS« Stunde. An Nebenapparateantvieben besitzt der Motor zwei An- triebsvorrichtungen sür Tachometer, einen für Lichtmaschinen, einen für Funkentelegraphie und einen für Betriebsstofspumpen. Bei der vom 31. Dezember 1929 bis 8. Februar 1930 durch die D e u�s ch e Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof vorge- nommenen Musterprüfung erzielte der Motor als Spitzenleistung bei 1900 U/min 600 PL. Die verschiedenartigsten Belastungen bei den Sölten aiulcta bedeutend leichter als andere Bohrmaschinen, da sie komplett nur 3,2 Kilogramm wiegt und so ohne jede Anstrengung, was sonst nicht der Fall ist, von der schwächsten Hilfskraft bedient werden kann. Man bohrt mit ihr Holz und auch alle Metalle— m Stahl Löcher bis 5 Millimeter Durchmesser. Bei Ueberlaslung schaltet ein« Ueber- lastungsktipplung selbsttätig aus, so daß auch eine große B e- triebssicherheit vorhanden ist. Besonders betnerkensiveri ist die außerordentliche Handlichkeit bei der Bedienung, die mit ihrer charakteristischen Gestaltung in Pistolcnsorm zusammenhängt. In- solgedessen erfolgt die Ein- und Ausschaltung in einlachster Weise bequem mit der hallenden Hand, und zwar durch Betätigung eines gefederten Hahnes mittels des Zeigefingers wie bei einem Pistolen- abzug. Der Antrieb der Maschine besteht in einem Universalnwtor mit hoher Ueberlastungssähigkeit und starkem Anzugsvermögen i er kann an jede Lichtleitung angeschlossen werden. nn. Arbeiten deutscher Ingenieure Der Film hat schon auf manchem Gebiete der Technik wertvolle Dienste geleistet, besonders wenn es sich darum handelte, einzelne Phasen der verschiedenen Arbeitsvorgänge im Bilde festzuhalten. Handelt es sich noch dazu um Vorgänge, die mit dem Auge gar nicht oder mir unoollkomnreii wahrgenommen werden können, wie Er- plostonsvorgänge in Verbrennungsmotoren, so wird uns bewußt, ein welch vorzügliches Hilfsmittel wir in den photographischen Auf- nahmen rasch bewegter Filme besitzen.— Dr.-Jng. Werner Lindner, Dresden, berichtet in Heft Nr. 326 über„M ehrfachfunken- aufnahmen von Explosionsvorgängen nach der Toeplerschen Schliercnmethode". Der Versasser streift zunächst die wichtigsten Methoden, mittels derer man bisher die Flammeitt>ewegung erforschte und die uns bereits wesentliche Kenni- nisse in der Art der Fortpflanzung der einzelnen Phasen brachten. Gleichmäßige Bewegung— schwingende Bewegung— Berthelotsche Explosionswelle. Untersuchungen sind auch bereits darüber angestellt worden, die Erscheinungen des Klopfens, über die, trotz ihrer großen Bedeutung für die wirtschafttiche Weiterentwicklung de? Per- brennungsmotoren, noch fast völlige Unklarheit herrscht, zu ergründen. Neben diesen richtigen Arbeiten sind die wertvollen Untersuchungen hervorgehoben, die von Ricardo angestellt sind und der durch An- bau von Ouorzfenster cun Zylinderkopf die Flammenausbreitunz mittels eines besonderen Verfahrens unter gleichzeitiger Aufnahme von Druckdiag rammen erforscht hch. Mit der Toeplerschen Methode ist man, durch Anordnung einer besonderen Blerche in der Lag«, optische Dichtcänderungen von Gas- gemifchen mit außerordentlicher Enipfindlichteit aufzuzeichnen. Sie wurde zuerst von Toepler zum Sichtbarmachen von Aenderungen der Dichte in optischen Gläsern, sogenannten Schlieren, benutzt und erkannte man bald die große Brauchbarkeit zum Auszeichnen der Dichteänderungen, hervorgerufen durch Druck- oder Temperaturver- änderungen in gasförmigen ober slüsfigen Medien. Den Nach-cher gibt in ganz ausfühlicher Weise seine in der TH. Dresden ange- stellten Untersuchungen und erzielten Resultate bekannt und ver- anschaulicht dies« interessante Arbeit durch Abbildungen der Versuchs- anlagen und der gewonnenen Ausnahmen. Inz. E. Hol?. Heißes Wasser aus der Wasserleitung In Häusern ohne Warmwasierversorgung verwendet man schon seit längerer Zeit elektrisch« Apparate, die das Wasser in wärme- isolierten Behältern erhitzen und für den Gebrauch aufspeichern. Das ist natürlich nur ein Notbehelf: denn erwünscht ist, heißes Wasser zu jeder Zeit in beliebiger Meng« zu erhalten. Solche Gefäß«, in denen auf Vorrat erhitzt wird, sind entiveder klein und das Neilfüllen und Erhitzen, das ja immer wieder Zeit beansprucht, nimmt kein Ende, oder aber die Gesäße haben die richtige Gebrauchs- groß« und dann sind sie ziemlich teuer. Dieses ganze Boilersystem wird von einer Neukonstruktion der Elektrotherm-Gesellschaft m. b. H. in Charlottenburg verlassen. Dieser neue Apparat beheizt das durchlaufende Wasser und zwar so intensiv, daß es je nach Ein- stellung, bis zu 80 Grad erhitzt wird. Da auch nur einige Sekunden vergehen, bis das Wasser nach Ausdrohen des Hahnes heiß heraus- läuft, so ist hier der Uebelstand vermieden, der bei den Boiler- apparaten so lästig ist, daß sich in ihm gelegentlich kein oder zu wenig Wasser findet. Der Wasserhahn ist mit dein eingebauten elektrischen Drehschaller Zwangsläufig verbunden— beide haben die Welle gemeinsam— und zwar derart, daß der Wasserhahn, auf- gedreht, dem kalten Wasser vollen Durchfluh gewährt: erst bei Fort- setzung der Drehung schaltet sich mich der elektrische Schalter mit den in der Grundplatte befindlichen Heizwiderständen ein, der so»or llederhitzung und Durchbrennen geschützt ist. nn. Vorderansicht aber besitzt die ausländische Motorenindustrie dieser Gattung in in reichstem Maße, während bei uns nur ein einziges Werk hierfür in Frag« kommt. Diese Versuche, Experiment« und Arbeiten kosten aber Geld, wie alle Pionierarbeit, so daß es unter den obwallcnden Verhältnissen nicht wunder nehmen kann, daß die wenigen Firmen, die mit wechselndem Erfolg luftgekühlte Flugmotoren im Deutschland der Vorkriegszeit herstellten, nicht die Früchte ihrer jahrelangen Ar- bekt ernten tonnten.— Die finanzielle Kraft entscheidet eben hier wie anderswo auch über den Erfolg. Das einzige größer« Flugmotorcnwerk für luftgetühlle Motoren »n Deutschland, die Sienrens u. Halske A.-G., hat mit dem Bau ihres neuesten Flugmotors Sb 20 eine fühlbare Lücke im deutschen Flug- Motorenbau ausgefüllt. Dieser Motor bringt unsere Luftfahrt wieder einen bedeutenden Schritt weiter in der Unabhängigkeit vom aus- ländischen Motoremnarkt, aus den wir bei Motoren dieser Stärke bisher immer angewiesen waren. Der neue LH. 20. ein Neunzyllndermotor in Sternform, ist mit 31,5 l Gesamthubvolumen der größte Motor der Welt seiner Bauart, ihm am nächsten kommen der englische Bristol- Iupiter-Motor mit 28,6 1 und der englische Hörnet von Pratt u. Whitney mit 27,8 1 Hubvolumen. Die Zylinder weisen 154 Milli- meter Bohrung und 188 Millimeter Hub auf, das Verdichtungs- Verhältnis beträgt bei einem Berdichtungsraum von 0,760 I je Zylinder 5,6: 1. Die Zylinderköpfe, die zwei Ventile und zwei Zündkerzen besitzen, sind mittels Gewinde aufgeschrumpft, was einen guten Wärmeübergang gewährleistet. Das Gehäuse ist im Gegen- satz zu anderen Motoren geschmiedet! Der Motor wiegt trocken 400 Kilogramm+ 2,5 Proz., auf ein PS entfallen also 0,750 Kilogramm Eenheitsmotorengewicht. Der Durchmesser beträgt 1,458 Meter, die größte Läng« 1,182 Meter. Die Zündvorrichtung besteht aus zwei Vierfunken-Bosch-Magnetappa- raten mit Zündmomentverstellnng durch Doppelschaiter oder Automat. Der Vergaser ist ein Zentth mit Höhenkorrektur und Spardüse. Als Brennstoff dient ein Gemisch von 80 Proz. Benzin und 20 Proz. Benzol, der Brennstoffverbrauch ist äußerst gering und dem Rüchanstcht 50stündigen Dauerläufen ergaben vollkommen zufriedenstellende Er- gebnisse. Hervorgehoben verdient noch zu werden, daß es hierbei gelang, mit einem Betriebsstoffgewicht von 212 Gramm pro PS» Stunde Benzin und 12,7 bis 13,5 Gramm pro PS-Sttmde Del auszukommen. diese Zahlen waren sür luftgekühlte Flugmotoren bisher unbekannt und bedeuten einen großen Fortschritt. Unsere Luftfahrt ist nicht aus militärische, sondern rein wirt- 'fchastüche Interessen eingestellt und muß es auch unbedingt bleiben, gerade deshalb ist das Prinzip der Erbauerin, ihre Zukunftsaufgab« im Bau langlebiger wirtschaftlicher arbeitender Verkehrsflugzeug- motoren höchster Zuverlässigkeit zu sehen, begrüßens- und unter- stutzenswert. Ein armes Land wie Deutschland nach diesem ver- lorenen Weltkrieg, beladen mit einer Schuldenlast, kann sür die Interessen seiner Luftfahrt nur geringe Mittel aufbringen. Diese Armut zwingt uns aber kategorisch dazu, die Mittel nur sür einen Zweck zu geben, der uns den größten Nutzeffekt verbürgt. IV. Usimsciilce. Eine handliche elektrische Bohrmaschine Elektrische Handbohrmaschinen sind bereits seit Jahrzehnten in Gebrauch und allgemein bekannt, also an und für sich nichts Neues. Was aber an der abgebildeten Bohrmaschine bemerkenswert ist,.das ist ihr« vordem nicht erreichte Handlichkeit und Bequemlichkeit, die «ine Folge ihrer Anordnung wie ihrer Leichtigkeit ist. Demr sie ist Hamburger Kimsthimkampf Berlin— Leipzig— Hamburg am Siart Zu dem gestern im Hamburger Gewerkschaflshaus stattgefundeaen Welkkamps im Sun st turnen der Arbeilersporklcr hatten drei Städte: Hamburg(3. firels), Leipzig(4. Kreis) und Berlin(l. Krci-) Mannschaften rorbercitet, die uollendetes kunst»urnen am Barren. Pferd(Seite) und Reck zeigten. Aujzcrdem muhte jede Blannschast zum ersten Male eine Gruppensrciübung zeigen. Der Ausgang des Kampfes war ungewiß. Das Endresultat läßt denn auch alle Mannschaften fast gleichwertig erscheinen. Der Gerätewettkompf begann mU dem Tunren am Barren. Di« Leipziger schienen zunächst vom Pech verfolgt, denn.hurtig und Götze muhten ihre Hebungen vorzeitig beenden. Beim zweiten Versuch hatten jedoch alle die anfängliche Nervosität überwunden und verbesserten durchweg ihr« Leistungen erheblich. Die Berliner Turner waren der Hamburger Mannschaft ebenbürtig. Baron er- zielte gleich Eggers 52 Punkte als Bestleistung am Barren. Leider gelang es Mielke beim zweiten Versuch nicht, seine Punktzahl zu verbessern. Durch diesen Umstand war das Ergebnis am Darren: Hamburg Z4S, Leipzig 247, Berlin 243 Punkte. Das Pferdturnen— unstreitbar das schwierigste Gerät— brachte ein: Ueberlegenheit der Hamburger, hoffmaim und Eggere-Hamburg halten durch fabelhaste Abgänge S2 und 56 Punkte! Stecher-Leivzig brachte es auf 52 Punkt« gefolgt vom Berliner Mielke mit 51 Punkten! Dah die Berliner Mannschaft mit zwei Ersatzleuten antreten muhte, machte sich deutlich benierkbor. Das Ergebnis lautete: Pferd: Hamburg 244. Leipzig 235. BcrNn 211 Punkte. Beim Beginn des Reckturnens führte Hamburg mit 492 Punkten. Leipzig folgt« mit 482 Punkten und Berlin stand an dritter Stelle mit 434 Punkten. Das Reckturnen zeigte besonders die Fertigkeit ker Berliner Mannschaft, die es an diesem Gerät auf 251 Punkte brachte, dabei war leider Graumann nicht in der Lage, sein erstes Ergebnis zu verbessern. Die Berliner Baron und Miel?« standen an der Spitze mit 54 und 53 Punkten, gefolgt von den Hamburgern Kutmholz und hoffmann mit 53 und 52 Punkten. Der Leipziger Rathner hatte sich durch Sturz vom Barren eine schmerzhafte Sehnenzerrung an der linken Hand zugezogen und muhte aus- scheiden. Das Schiedsgericht kam daraufhin überein, aus jeder Mannschaft nur die vier Besten im Endergebnis zu werten. Die Freiübungen wurden bei der Berliner Mannschaft am höchsten bewertet, mit 50 Punkten. Die Leipziger Feiübung zeigte reguläre Grundgymnaftik und erreicht« 48 Punkte. Di« Hamburger Mannschaft hatte sich die Sache wirklich sehr leicht gemacht: 32 Zeiten wurden viermal wiederholt! Sie Erreichten trotzdem 46 Punkt«! Nach dem Spruch des Schiedsgerichts ergibt sich— die Mann- schaff jh je Turnern gewertet— folgendes Resultat: Hamburg 643 Punkie Leipzig 643 Punkte Berlin 634 Punkte Mielke- Berlin erreicht« mit 153 Punkten neben Götze-Leipzig die zweite Kompfstufe hinter hofsmann-hamburg, der mit zwei Punkten Vorsprung an erster Stelle stand. Hamburg war vollkommen sicher, turnte am bekanntem Ort und eigenen Geräten. Di« erste Rangstuf« ist jedoch berechtigt. Die Leipziger Mannschaft schien noch größere Ersahrungen in derartigen Kämpfen zu besitzen. Di« Berliner Mannschaft tras erst 2'/i Stunden vor Beginn des Wettkampfes in Hamburg ein. Berücksichtigt man ferner, daß die Berliner zwei Ersatzleute mitnehmen muhten, muh das Ergebnis in jeder Beziehung befriedigen. Die Veranstaltung war von über 1599 Zuschauern besucht, darunter befanden sich viele„Fachleute" aus der ferneren Umgebung Hamburgs, Vertreter des Senats, des Amtes für Leibesübungen, der Sozialdemokratischen Partei, des ADGB. und der Kreisoorstand des 3. Kreises waren anwesend. Pferderennen zu Ostern. Karlshorst hat Nr den. tag ein abwechslungsreiches Programm ausgestellt. Da» ereignis ist der Osterpreis. Beginn der Rennen um 15 Uhr.— Am Sonntag, ebenfalls um 15 Uhr, startet Mariendorf fein Budden» brockrennen, das über 2699 Meter führt und mit 12999 M. dotiert ist. Am Dienstag beginnen die Trabrennnen um lohi Uhr. fiSE®.,®Miil Weiten. Am Z. vsterieiertaa fällt der Turnbetrieb au». Sonst ständiaer Uebunoobetrieb Dicnstaas und Donnerstaes in der Turnball« Kulmstr. 15.©Site stets willkommen. Wetter für Verlin: Sehr kühl, wechselnd bewölkt, nur noch ver- einzelt leichte Schauer.— Für Deutschland: Im Süden und im ge- birgigen Teil von Mitteldeutschland noch verbreitete Niederschläge, sonst leicht« Besserung, überall recht niedrige Temperaturen. in VI» Appia(an dmEimn msBALL Berliner auf Reisen Das Osterfest wird von einigen Bereinen dazu benutzt, den Berl ner Arbeitersport im Reich zu vertreten. Neukölln hat sich Mecklenburg ausgesucht. Am 1. Feiertag ist Wismar und am 2. Feiertag hagenow der Gegner. Beide sind Bezirksmeister im 3. Kreis. Union-Iempelhof fährt nach K y r i tz und nach R h i n o w, während Lichtenberg I eine Reis: nach Thüringen unternimmt. Am 1. Feiertag spielen die Lichtenbcrgcr gegen den Verein für Be- w.'gungsspiele in Gotha, am 2. Feiertag gegen die Freie Spielver- einigung in Waltcrshauscn. Die FTGB.-Pankow spielt gegen Neuenhagen und Freienwalde. Luckenwolde I besucht die Sportfreunde in Bad Salzungen und den Sportverein Sturm 97 in Magdeburg. Luckenwalde II hat den Burg er Sportverein Germania und den Ballspielllub E i s e n a ch zum Geg- ner. De Raihenower werden von Frijchauf-H c ckl i n g e n und Falke-N i e n b u r g erwartet. Auch einige Jugendmannschaften befinden sich aus Reisen. Jti Berlin findet nur ein Spiel statt. Der Freie Ballspiel- verc.n Weihensee spielt am Sonntag im Stadion am Faulen See gegen Eiche-Köpcnick.- Die Köpenicker haben sich in der letzten Z"it sehr oerbessert: der Kreisilassenoerein Weißensee muh sich daher sehr anstrengen, um zu gewinnen. Schon das eiste Spiel wurde un. entschieden beendet. Beginn des Spiels 16 Uhr. Vorher spielen die zweiten Mannschaften. *\ Der Futzballbezirk Karow der FTGV. sucht noch zum 1. Feier. tag für 1. Mannschaft spielstarken Gegner auf eigenem Platz: Rück- spiel zugesichert. Anfragen heute abend oder morgen vormittag :cl. Buch 82-18. Auch für den 2. Ostertag wird eine kombinierte Mannschaft auf eigenem Platz gesucht. Kiel— Berlin Das Fußballspiel auf dem Kynasiplaiz Aebcr dem Städlespicl der Arbcikersportler scheint ein Unstern zu schweben. Zcachdcni das Spiel schon einmal vom Karfreitag aus heul.' verleg! werden muhte, weil eine Verordnung aus der Bor» kriegszcit, die der Landtag bisher vergaß aufzuheben, Spiele au diesem Pecdienstausfalltagc nicht zuläßt, hat jetzt der Platziuhaber den Platz gcspcrr-. Das Spiel findcl jetzt also heule, Sonn» abend, auf dem Platz an der K y u o st st r c�ß c(Bahnhos Slralap-Rummclsbnrg) um 16 Uhr stall. .Arbeiterbandball von gestern Die 2. Männerabteilung von Vorwärts-Hcnnigsdorf lzatts sich die 1. Männer von Weihenjee-Schwimmer verpflichtet und muh e sich 5: 3 geschlagen bekennen. Gliicklicher war die 1. Mannschaft dran, die FTGB.-Wedding 2. Männer mit 4: 3 nach Hause schicken konnte. Wedding trat mit nur 19 Mann und Ersatzleuten an, was sich im Sturm sehr bemerkbar machte. Er fand keinen Zusammen- !:alt. Linksaußen schien nur als Statist zu dienen, so phlegmatisch spielte er. Die Verteidigung war fast immer fleihig in der Abwehr und zerstörte viele Angriffe. Die hcnnigsdorscr waren den größten Teil des Spiels die Ueberlegenen. Berichtigung. Di« am Donnerstag bekannigege+enci, Spiele in Wildau finden nicht am 2. Feiertag, sondern am 1. O st e r f e i e r- l a g sta>t. Bs» schöne Auio Der republikanische Deutsche Auto-Club hält seine dies- jährig« Automobil-Schönheitskonkurrenz Sonntag, 18. Mai, ab. Da sich die Grunemald-Re�nbahn bei der großen BeteiKgung im vergangenen Jahr als zu klein erwiesen hat, wurden für die diesjährige Aeraiistaltung die neuen Gartenonlagen am Funk- türm in Witzleben gewählt. Di« neuen Anlagen sind ein Schmuck- stück des neuen Berlin und dürsten mit ihren Rund-Zu-.und Ab- sahrtstrohen. ihren prächtigen Terrassen und Unterbunftsräumen wie kaum ein zweiter Platz in Berlin geeignet fein, den geeigneten Rahmen für eine derartig: autvmabilistijch-gesellschastliche Veran- staltung abzugeben. Nähere Auskunft erteilt die Reichsgefchäfjs- stalle des Deutschen Auto-Club, Berlin W. 39, Neue Winterfetdt- srraße 29(Telephon Barbarossa 8937). Mit Schwarzrotgold durdi Tirol Die Osf erfahrt des D\C. Innsbruck, 19. April.(Eigenbericht.) Die Ost er fahrt des Deutschen Auto-Clubs ist eine Freundschoftsfahrt nach S ü d t i r o l. In Halle starteten die Wagen und Motorräder nach Begrüßung durch Landrot Streicher. In strömendem Regen ging die Reise durch Fricks Thüringen und an den Hopfenstangen Bayerns vorbei nach der Stadt des Bieres: mit Schneesturm empfing München die Autos mit den sckiwarzrot- goldenen Wimpeln, und der April bescherte auch weiter Schnee und Matsch bis nach Tirol hinein. Die Fahrt durch Nordtirol soll ein Protest sein gegen die un- verständliche Boykotterklärung eines sich reichlich national gebärden- den anderen deutschen Autoklubs: weil die Tiroler für ihre neu- angelegten, wirklich guten Straßen in bestimmten Tälern einen Schilling erheben, regten sich diese Herren auf und brachten es fertig, sämtlich« Parteien Tirols zu einigen gegen den deutschen Automobilismus. Und dabei sind diese Täler keine Dirchgaugs- strahen. die besteuerten Straßen kann man etwa im Charakter mit der„Avus" oergleichen. So war auch der Empfang des Deutschen Auto-Clubs durch die Tiroler Landesregierung des onoers herzlich. Der Vertreter des Landeshauptmanns, Dr. Tragseil, begrüßte die Fahrtteilnehmer und wies aus die Empörung der Tiroler gegen den Boykott hin. der nebenbei ganz ins Wasser gefallen zu sein scheint, es ist im Gegenteil gute und kostenlose Propaganda für das schöne Tirol gewesen! Endlich scheint auch der Himmel Erbarmen mit den reichlich feucht gewordenen Fahrern zu haben, die Wolken haben sich ver- zogen, mit frischen Kräften werden die Motoren angeworfen— der Sonne entgegen! Grellov. Schwarz-Rof'Oold auf der Havel Im Rahmen des offiziellen Anfahrens des republika- nischcn„Deutschen Wassersportverbandcs" fand das Anfahren der beiden im äußersten Westen gelegenen DWB.-Vcreine. der Havel- aktiansgrupp« Schwar.z-Rot-Gold Potsdam und der Reichsbanner. wasiersportabtcilung, Zug Havel, statt. 35 Paddel- und Ruderboote, zu denen sich einige Motor, und Segelboote gesellten, im Schmuck ihrer schwarzrotgoldenen Vereins- und Verbandsstander legten be- redtes Zeugnis dafür ab, daß auch auf der Havel und im reaktiv- nären Potsdam der republikanische Gedanke im Wassersport sich erfolgreich durchsetzt. Tum?liegertod Nehrings Der Pionier der Segeiflieger Nach dem Ostpreußen Ferdinand Schulz ist nun ein anderer Pionier des Segelslugs, der Darmstädter Johannes Nehring, im blühenden Alter von 26 Jahren den Fliegertod gestorben. Nehring war wie Schulz einer der ganz Großen des deutschen Flug- sports. Besonders der Segelflugsport verdankt ihm außer- ordentlich viel. Auf der R h ö n war er ständiger Gast und stets einer der Ersten, wenn es galt. Großtoten zu vollbringen. Seinen ersten Weltrekord im Scgelflug schuf er am 39 August 19Z5 als Einundzwonzigjähriger mit einem Streckenflug von 21 Kilomerer in geroder Linie, zwei Monats später steigerte er m der Krim diese Leistung auf 24.4 Kilometer. Beim Rhönwettbewerb 1926 stellt« er mit 12 Kilometer einen Weltrekord im geschlossenen Rundflug auf. Am 11! Mai 1927 folgte in Rossitten«in« neue Höchstleistung im gradlinige, l Strcckeiiflug mit 45,6 Kilometer. beim Rhönwettbewerb 1925 schraubte er diele Leistung gleich aus 71,2 Kilometer heraus, um am 25. April 1929 mit einem Fluge von Frankenstein nach Ubstadt diesen Weltrekord auf 72.2 Kilometer zu oerbessern. Auch der h ö h e n w« lt r e? o r d für Segelflugzeuge gehört dem Verstorbenen, denn zugleich m-t dem letzten Strecken- flugwAtrekord erreichte er eine höhe von 1299 Meter Beide höchst. leistungen werden vorläufig wohl keine Bezwinger finden. Anfang April d. I. verbesserte Nehring den deutschen hohenrekard sü- Klein- flugzeuge der Kategorie Iii, indem er eine höhe von 8959 Meter erreichte. 8oimgdell6. 19. XprlI. Berlin. 16.05 W. C. Gornau; An der Ostküste der Adrit. 16.30 Unterhaltungsmusik 17.30 ca.: Von Rom: Fühlung durch die Katakomben Mikrophon: Dr. Paul Laven und Karl Stuebcr). 18.30 Von Köln: Das Geläut der Deutschen Glocke am Rhein. Anschließend: Das Geläut aller Glocken des Kölner Doms. 18.45 Alfred Mühr: 25 Minuten Zeitgeschiente. 15.10 Lieder(Albrecbt Linke. Tenor; Flügel: Julius Bürger). 19.30 Albert Ehrenstein erzählt sein Leben. 20.00 Orchesterkonzert. Leitung: Dr. llelmuth Thierfcldcr. Nach den Abendmeldungen: Abcndunterhaltung. 24.00 Aus Goethes„Faust", Studierzimmer. Königswusterbansen. 16.00 Prof. Fritz Jode: Anregungen für die Musikpflcge. 16.30 Nachmittagskonzert von Hamburg. 17.30 Prof. Dr. Stolze: Ostpreußens historische Sendung. 17.55 Schmidt: Die Auswirkungen des Young-Plans auf die Arbeiterschaft. 18.20 Prof. Dr. Jirku: Ein Ritt durch Palästina. 18.40 Französisch für Fortgeschrittene. 19.05 Stille Stunde„Heilige Saat". 20.00 Von Hamburg:„Der Trompeter von Säckingen*4, Oper von Viktor E. Ncßler. Sonntag, 20. April. Berlin. 7.00 Funk-Gymnastik. 7.15 Von Hamburg Hamburger Hafenkonzert. 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Schallplattenkonzert.? 12.00 Leichte Unterhaltung. 14.00 Von Leipzig: Eicrichieben und Osterreitcn in der Laüsitr. 15.00 Märchen.(Sprecher: Lisa Tetzner.) 15.30 1. Kouznctzow: Dritte Suite, op. 28. 2. Klengel: Thema und Variationen, op. 28(CcIIoquartett der Staatsoper). 16.00 Aktuelle Abteilung. 16.45 Teemusik.' N 18.00„Salon Pitzelbcrgcr", Operette von J. Offenbach. 19.30 Tagesglossen(gesprochen von Alfred Ken). 20.00 1. W. A. Mozart: Sinfonie Es-Dur(K.-V. 543).— t.„Jugend"(Mitv.: Erika Helmke, Eramy Burg, Phoobe Monnard, Ellen Schwaonecke, Marzella Salzer. Hildegard Wolf. Ernst Ballbaus, Otto Matthics. Rolf Müller). — Als Zwischenspiel: C. Goldmark: Aus der Sinfonie„Ländliche Hochzeit". op. 26.— 3. Mozart: Eine kleine Nachtmusik.— 4 Smctana: Ouvertüre zu„Die verkaufte Braut". Anschließend: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.-#*£%..• Königswusterbansen. � 8.50—14.00 Uebertragungcn von Leipzig. 11.30 Richard Timm:„Vom neuen Lebensabschnitt unserer Kinder*4. 19.30 Prof. Dr. Rdl Saitschick: Franz von Assisi! 20.00 Bayerischer Humor(Sprecher: Elisabeth Neumann). 20.30 Von Breslau:„Adams Tod", von Georg Friedrich Klopstock. 21.30 Loewc-Balladcn.(Julius vom Scheidt, Bariton. Am Flügel: Willy Jäger.) Montag, 21. April. B e r 1 i•. 7.13 Frühkonzert. 8.00 Für den Landwirt. 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Vcrsucbsübertragung von Rom: Konzert des Chores der Sittlnischen Kapelle.(Am Mikrophon: Dr. Paul Laven und Karl Stuebcr vom Süd- westdeutschen Rundfunk Frankfurt a. M.) 12.00 Von Leipzig: Konzert 14.00 Märchen.(Sprecher: Edith Herrnstadt-Oettingen.) 14.30 Blasorchcsterkonzcrt. 16.30 Von der Rennbahn Karlshorst:„Osterpreis". Jagdrennen über 3400 m. 17.00 Jos. Dclmont:„Die Sprache der Tiere". 17.30 Hörspiel:„Der Tag zweier Menschen." Ein Berliner Osterspaziergang von Max Kolpc. 19.00 Alfred Döblin erzählt sein Lehen. 19.25 Kroll-Opcr:„Die Zaubcrncte**, Oper von W. A. Mozart. Dirigent Fr;tz Zweig. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Königs wosterhaosen. 19.00 Prof. Dr. Robert Saitschick: Die Erscheinung Christi. 20.00 Von München: Sinfcnickonzcrt u.,W Ad�un� Berichterstatferl Der„vorwärts- erscheint am Dienstag. 22. Ap'il früh, mit der Sporlbeilage. Unsere Mitarbeiter werden gebeten, Berichte am zweiten Feierlag in der Zeil von 19 bis 20 Uhr aus der Redaktion abzulieferu. Die Sportredaktion. UfriUniD isk die Späiausgabe des..vorwärts". Das Blatt ist bei dea Straßenhändlern. an den Zeitungskiosken und in den Bahn- Hossbuchhandlungen zum Preise von 19 Ps. zu haben. Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des ..vorwärts", dessen Lesern der..Abend" ohne besondere ver- giitung ins Haus geliefert wird,„vorwärts" und..Abend", von denen 12 Hummern wöchentlich erscheinen, kosten zu- sammen nur SZ Pf. die v?o6ie oder Z.60 ZN. den Monat. Ich abonniere den„Vorwärts" lund die Abend- ausgab? iür Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Beilagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund",'owie den Be,- lagen„Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme".„Technik" „Blick in die Biicheiwelt" med„Fugend-Lorwärts" in Grefe Berlin löglich frei ins Haus «Monatlich 3,60 Mk., wöchentlich 85 Pf.) Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts". 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