Morgenausgabe Nr. 185 �, A 93 47.Ichrgang SSch-oWch SS 91. nonctlUl SM 9t. tm oaraus zahlbar. Voildrzug 182 TO. BwIckÜeßlich«0»fg.»oftzriluRQfl. und 72»fg.»aftdeftellgrbüdrrn. Buslanb». aSoniumtat 6.— TO. pro Munal. »er.»omdrts*«rldjeinl machantS» lich zweimal. Sunnlags und MaulagH einmal, die Abendausgaden für Berlin und im Kandel mil dem Tilel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Boll und Zeit" und.Kind-rfr-und". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen- famme"..Technik"..Bll« in die Bucherwelt" und.Jugend-Larrrarls" P- Aerlinee Voltsblatt Sonntag 20. April 1930 Gkoß-VerUn 15 Pf- Auswärts 20 pf. «e � 80 Pfennig. Rel mar!.„Kleine An�eigea� da» ettge. « t a f p a l», g, NonpareillexeN, Reklame'eile 6.— Reichs» druckte Wort 2ö Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte),»edes weiter- Wort l2 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes wettere Warf 10 Pfennig. Worte über 15«Buchstabe* »ähien für zwei Wone Arbeitsmai tt R-ile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze l« 4l) Pfennig. Anzeigenannahme im�)aupl» Geschäft Lindenstrahe 8, wochentäglich von 8»/, dt» 17 Uhr. Jentvawvsa« der Gozialdemoevattfchen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Ljndenstraße 3 ksernsprecher: Dönhoff 282—237 Telegramm-Adr.: Sozialdtmokra» Berlin. Vorwärts-Berlag G. m. b. H. Poftltbecklonio: Berlin 37536.— Banfkonio: Bank der Arbeifer. Anpeslellie« und Beamten. Wallsfr 65 Dl B u Disc-Ges. Deposifcnkalie Lindenstr 3. Ostern 1930. Von?atU I-dbo. Hat irgend jemand in Deutschland Anlaß, dem politischen Ostern von 1930 besonders zuzujubeln? Etwa die knapp gerettete Regierung oder die„hinter ihr stehenden Parteien", wie sich der neue Reichskanzler gern auszudrücken beliebt? Es sieht nicht so aus.� Es ist schließlich das GegenteU von all dem eingetroffen, was die Herren mit der Parole„Los von der Sozialdemokratie" erwartet haben. Eine von Bindungen freie, von den Parteien unab- hängige Regierung— das war ihr erstes Ziel. Wie aber die Regierung selbst in den letzten Tagen g e führt und a n geführt worden ist von den zwölf Splitterparteien der Rechten, dafür ist selbst in den Zeiten der größten Mängel aus diesem Gebiete kaum ein Borbild vorhanden! Jeden Tag durfte der Reichsfinanzminister für eine Borlage ein- treten, die«r gestern noch nicht kannte und die über Nacht von irgendeiner Partei, einer Bayerischen oder Deutsch- nationalen Volkspartei, ausgearbeitet worden war, statt von seinen eigenen Räten.„Das ist zwar etwas ungewöhnlich", pflegte er dann schmerzhaft von der Regierungsbank aus einzugestehen,„aber um Gutes zu erreichen, gehe ich auch den ungewöhnlichen Weg." Schwde, am nächsten Tag sah das Gute wieder anders aus, als er es gestern vertreten hatte. Die„Führung" wird auf alle Fälle in den Oster- predigten nicht nur sehr laut gefeiert werden können. Ersparnisse sollten gemacht und Steuersenkungen vorbereitet werden— das war das zweite Ziel. Ersparnisse möglichst viel beim Sozialetat, besonders bei der Arbeits- losenoersicherung. Nicht„allgemeiner" Abbau der Leistungen, wie Herr Pfeffer von der Voltspartei versicherte, sondern Stück für Stück, erst hier, dann dort, wie man im Herbst 192g schon anzufangen versucht«. An den 79 oder 196 Mil- lionen Mark,'die für die Arbeitslosenversicherung nicht mehr übrig waren, gingen angeblich die deutschen Finanzen zu- gründe. Jetzt wird die Regierung Opfer von 799 Millionen Mark direkt oder indirekt für die ungebärdigsten Bittsteller aus dem Großgrundbesitz und dem Osten bringen müssen! Ein Jahr lang war die demokratische und volkspartei- liche Presse voll von dem Geschrei nach sofortiger Steuer- senkung zur Kapitalbildung. Jetzt sind gerade d i e Steuern erhöht worden, die das Gegenteil am sichersten herbeiführen, nämlich die Umsatzsteuer. Die Sozialdemokratie mit ihrem verschrobenen Marxis- mus sollte das Hindernis der Steuersenkungen und Kapital- bildung sein; jetzt hat man Agrar- und Steuergesetze gegen sie gemacht, aber mit dem umgekehrten Resultat, als es die Weisen des Hansabundes lehrten. Gegen die.Kostgänger des Reiches" hatte sich die satte Front von Schacht bis Mosich gewendet und eine zahlreiche Sippschaft ganz anderer„Kostgänger", viel un- ersättlicher und kostspieliger, als es die beschimpften Erwerbs- losen sind, hat man dem Reiche zugeführt. Wahrlich, auch wenn man die äußeren Umstände und die imposanten Stimmenzahlen dieses Sieges der„Anti- Marxisten" außer Betracht läßt, die Ostereier sind faul, die der Bürgerblockhas« diesmal gelegt hat. Eines freilich haben die Ereignisse der letzten Wochen auch für die Arbeiterschaft bewiesen. Die Redensart: „Schlimmer kann es doch nicht kommen", auch wenn wir aus der Regierung heraus sind, die ist gründlich widerlegt. O ja— es kann schon schlimmer kommen! Die Drosselungssteuer, die den mühsam erarbeiteten und er- sparten Reinertrag der Konsumverein« raubt, sie ist der erste Beweis. Die rückhaltlose Entziehung des billigen Gefrierfleisches, das der armen Bevölkerung doch «in gewisses Aushilfmittel für ihre Ernährung war, ist die zweite. Die Erhöhung der Zölle, nicht nur auf Roggen, Weizen und Schweine, bei denen der Weltmarkt gewisse Schutzmaßnahmen nötig machte sondern auch auf'Milch, Butter, Eier usw. und über alle b'cherigen Grenzen hinaus, ist der dritte Beweis. Die ganze Bertcilung der Steuern und Zölle ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der arbeiten- den Bevölkerung, die Entziehung der Mittel für die Arbeits- tosenoersicherung, die eine Herabsetzung des Kreises der Ver- sicherten oder der Leistungen in bedenkliche Nähe rückt: alles das zeigt, daß es schlimmer kommen muß wenn die Gegner der Sozialdemokratie allein die politische Entscheidung fällen. JPazu kommt die große Gefährdung unserer Aus» fuhr, die nach der Meinung des Auswärtigen Amtes«ine Folge der deutschen Agrarzölle sein muß und die wieder Hunderttausenden von Jnustriearbeitern die Beschäftigung entziehen tan». klm l. Mai>8?0 erhob sich der Vortrupp des blassen. bewußten Proletariats und rief den kjerrfchenden und ve- fitzenden aller Länder die Forderung zu: Völkerverständigung und Völkerverbrüderung, Schutz der menschlichen ArbeitSkrast, Achtstündiger Maximalarbeitstag. verhöhnt und oerspottet wurden die vorKampfer des Proletariats, ver wilhelminische GbrigKeitsstaat ließ alle Machtmittel spielen. Ein brutales Unternehmertum oerhängte über die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft den Wirtschaft- lichen Boykott und warf taufende kämpfender Arbeiter auf die Straße. Wohl haben die Maßnahmen der Unternehmer viele schwer getroffen. Aber proletarische Solidarität und sozia- listischer Kampfeswille blieben doch Sieger über den Klassenfeind. vie Republik wurde geschaffen. Mit zielklarer Eni. fchlossenheit ging die deutsche Arbeiterklasse an den Ausbau des neuen Staates, vie von den Kommunisten nach wi« vor oerfolgte Politik und Taktik, die deutsche Arbeiterbewegung zu zersplittern, hat der schwarzwetßroten Reaktion und dem Nationalsozialismus willkommen« heiferdirnfte geleistet. vaher konnten noch nicht alle Forderungen auf sozialem und kulturellem Gebiet« erreicht werden. So lehnten die Kommunisten 1927 das Gesetz über die Arbeitslosenoerstcherung im Reichstage ab und im«ampf um die Erhaltung»er Rechte erwerbsloser Proletarier fielen die Kommunisten den Sozialdemokraten immer wieder in den Rücken. Seit 40 Fahren feiert das internationale Proletariat am l. Mai den Weltfeiertag der Arbeit. wir rufen das Berliner Proletariat auf, am l. Mai lSZS seine Stimme zu erheben: Gegen den sozialreattionSren Kurs der Reichs- i reglerung Vriming, für ausreichenden Arbeiterfchutz und Verkürzung der Arbeitszeit, für die Erhaltung und den Ausbau der Arbeits- lofenversicherung. Der Weltfeiertag der Arbeit darf nicht der Bekämpfung der Proletarier untereinander dienen. Sammelt euch unter den roten Fahnen der Sozialdemokratie und freien Gewerkschaften im Anschluß an die Gewerkschastskundgebungen zu einer wuchtigen vemonstration im Lustgarten, 13 Ahr(mittags 1 Uhr). Arbeiter, Angestellte und Beamte!! Folgt dem Rufe der Sozialdemokratischen Partei! Zeigt dem Bürgertum die Geschlossenheit der Berliner werktätigen Bevölkerung? ver 1. Mai l9Z0 muß zu einem großen Tag der prole- tarischen Einheit und Geschlossenheit wenden. ver vündesoorsitzend« des AVGV. Genosse Peter Graßmann, M. d. k., wird zu den Berliner Arbeitern sprechen. Der Bezirksverband Berlin der SPD. Franz Künstler, Carl Lille. Gustav Sabaih. Es bleibt also dabei: Biete Dinge, die wir in einer Koa- lition hintanhalten können, werden rücksichtslos durchge- führt, wenn wir unsere Partner allein lassen. Viele Dinge, die durchgesetzt werden können, wenn wir mit von der Partie sind, unterbleiben, wenn wir uns in der Opposition befinden. Trotzdem war die Trennung v o'ni 2 7. März und das Auffliegen der großen Koalition unvermeid- lich und nötig. Soweit nachzugeben, als es die Koa- litionspartner, besonders die Deutsche Volkspartei, verlang- ten, war unmöglich. Die Sozialdemokratien hatten sich zu manchem unpopulären Zugeständnis bereitgefunden. Sie halten landwirtschaftliche Schutzzölle in beschränktem Maße gebilligt, weil sie wußten, daß ohne Kaufkraft der Landwirt- schaft auch der industrielle Absatz nicht florieren kann, sie hätten Massensteuern auf Genußmittel zugestimmt, wenn sie damit Sicherheit für die Unterstützung der bedauernswerten Opfer der Arbeitslosigkeit erwirken konnten. Beides aber zu tun, Steuern und Zölle zu bewilligen, ohne die Arbeits- losen zu sichern, das war eine unerträgliche Zumutung. Das überstieg alles, was die Sozialdemokratie hätte jemals zu- gestehen dürfen trotz der drohenden Verschlechterungen des Arbeitsschutzes nach unserem Austritt aus der Regierung. Statt zu bedauern, daß es zu diesem Austritt kam, sollten die Genossen im Gegenteil aus den Verhandlungen der neuen Koalition entnehmen, wie nötig es ist, diese eigenen Forderungen mit Energie zu ver- treten. Was die 21 Mann der Bayerischen Volkspartei beim Bier, was die 23 Abgeordneten der Wirtschaftspartei bei der Konsumvereins- und Warenhaussteuer durchsetzten, das muß der 152 Mann starken sozialdemokratischen Fraktion bei ihren Forderungen erst recht möglich sein. Dabei haben diese Gruppen doch wahrlich viel engere Berufs- und Standesinteressen zu vertreten, als die Zehnmillionenpartei der Sozialdemokratie, die mit ihren Familienangehörigen mehr als ein Drittel des deutschen Volkes umfaßt. Unser Austritt aus der Koalitionsregierung kann des- halb nicht nur eine Episode bis zum nächsten Eintritt sein, nein, die Zeit der Opposition ist dringend nötig zu einer ? rundlichen Erneuerung unserer politi- chen Taktik. Die Republik ist durch unseren Austritt so wenig gesähldet worden, wie vor fünf Jahren durch die Wahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg. Es gibt einfach für das Deutschland der Gegenwart keine andere Staats- form. Jeder Bersuch, sie zu zerschlagen, wüßte mit einem Chaos endigen. Wir können also frei unsere politische Po- sition beziehen. Wir können unsere Mitwirkung in einer zukünftigen Regierung von der Erfüllung gewisser Forderungen abhängig machen, die zwar nicht in einen Rattenkönig von Richtlinien verschlungen zu werden brauchen, die aber unerläßlich bleiben müssen, wenn man unsere Mitwirkung braucht. Nehmen wir das Notopfer der Besitzenden, das unterm 14. April abgelehnt worden ist. Wäre dafür etwa keine Mehrheit im deutschen Volke vorhanden gewesen. wenn es selbst darüber zu bestimmen hätte? Nehmen wir die Kürzung der hohen Gehälter und Pensionen, mag sie finanziell für den Gesamtetat noch so wenig ins Gewicht fallen. Wird sie nicht von einer erdrückenden Mehrheit des Volkes einfach für einen Akt der Gerechtigkeit angesehen? Nehmen wir die weitere Verminderung des Wehr« etats. Lohnt es sich nicht, solche Beschneiduvg zur Be- dingung unserer Mitwirkung zu machen, nachdem die ande- ren Kürzungen an allen übrigen Staatsausgaben für nötig halten? Muß dieser Wasserkopf von Admirälen, Generälen und hohen Offizieren, der über einer geringfügigen Armee thront, unantastbar bleiben? Muß nicht in einer Zeit, in der so viele junge Menschen arbeitslos umherirren, die Herabsetzung des In- oalidenalters auf 69 Jahre und die Erhöhung der Renten ein ernst zu erstrebendes Ziel fein, das auch für die Erleichterung unseres Arbeitsmarktes unumgänglich wird? Gewiß, auch etwaige zukünftige Koalitwnsfreunde wer- den uns dies, wie in der Vergangenhest, zunächst nicht gewähren wollen. Gut, dann bleiben wir draußen und ringen im Volke für diese und manche andere Forde- rungen, die ja noch lange kein„sozialistisches Endziel" sind, für die aber auch in Kreisen Verständnis herrscht, die partei- mäßig heute noch in ganz anderen Lagern stehen. Stellen wir Parteien, wie die Nationalsozialisten, die Wirtschaftsparteiler, die Bauernparteien, alle die„jutunsts- frohen" Splitter, aber auch alle anderen, die sich draußen # Warum Veutschnaiionale für Brüning eintreten. Der Arbeitsausschuß deutschnationaler In- d u st r i e l l e r verbreitet eine Darstellung über die Vorzüge in der deutschnationalen Reichstagsfraktion, die das Ver- halten der Mehrheit begründet. Die Quintessenz der Dar- legungen lautet: „Die fünf beutschnatianalen Industriellen Haßlacher. Hampe, Leopold. Rademacher und Reichert haben g e- schlössen für„Ja* gestimmt, ohne daß sie ein Opfer in ihrer grundsätzlichen pmatmirtschaftlichen und politischen Auffassung hätten bringen müssen. Die ermähnten fünf industriellen Abge- ordneten haben sich bei ihrer Entscheidung auch von der lieber- zeugung leiten lassen, baß das Kabinett Brüning als Bürgerblockregiernng den Weg z« neuer antimarxistischer Politik ringe- schlagen hat. eine Politik, die auf die Dauer ihre Wirkung auf die Führung der gesamten Staatsgeschäfte in den Ländern haben wird. Schon jetzt ist offensichtlich, daß die Sozialdemokraten es gern sehen würden, wenn die neue Bürgerblockregierung bald wieder zusammenbräche. JIokH alledem handelt es sich seht um eine Machtprobe des Bürger- tums gegen Sozialismus und Kommunismus.� Hier ist brutal herausgesagt, was die Regierung Brü- ning ist und was sie bezweckt. Nur wird dieser Wahrheits- fanatismus keine Freude in den Reihen der stärksten Re- gierungspartei hervorrufen! Wachsende Bedenken im Zentrum. Als das Kabinett Brüning seine Vierstimmenmehrheit im Reichstag erhielt, rief die„Germania" laut: Sieg! Sieg! Seitdem ist es damit still geworden, und eine kritische Stimme um die andere wird in der Presse des Zentrums laut. Namentlich die deuffchen Gewerkschaften äußern ihre Be- denken. Auf Herrn Schlack folgt— zwar weniger temperamentvoll, aber deutlich genug— Herr Bernhard O t te, der Vorsitzende des christlichen Deutschen Gewert- schaftsbundes. Er stellt im„Deutschen" fest, daß einige Beschlüsse des Kabinetts Brüning keineswegs die Billigung der christlichen Gewerkschaften finden: „Wir sprechen ganz offen unsere Meinung dahin aus, daß inner- halb der Gesamtlösung, die zur Sanierung der Reichssinangen und zur Hebung der Lage der Landwirtschast getroffen wurde, Einzelmnsinahmen enthalten sind, die vom sozialen Standpunkt und auch vom Standpunkt einer gesvudeu Wirtschaftspolitik nicht bejaht, sondern abgelehnt werde» müssen. Die Eimmrtung der angenommenen Zölle auf bereits abgc- schlosiene Handelsverträge, der Forffall des Gefrier» fleischkontingents(der allerdings durch die Zurverfügung- stellung von oerfrifligtem Iniandsstesch wieder ausgeglichen werden soll), die Reduzierung der Biersteuer und die dafür«in- getretene stärkere Massenbelastung sind iu diesem Zu- sammenhang zu nennen. Die Krstik der christlichen Gewerkschaften richtet sich also gegen das, was das wesentlichste und charakte- r i st i s ch st e an der Gesamtlösung der Regierung Brüning ist! Die Kritik ist durch den Panzerschiffbeschluß neu belebt worden. So schreibt die auf dem rechten Flügel des Zentrums stehende Dortmunder „Tre m o n i a": Unserer Ansicht nach ist zum Schutze Ostpreußens jetzt und auf eine Roche von Jahren hinaus wirtschaftliche Hilfe und kein Panzerkreuzer notwendig... Der in der Ka» binettssitzung gefaßte Beschluß lautet leider auf Verzicht auf Doppel- vorläge. Das Kabinett, in dem bekanntlich Zentrum und Demo- traten von zwölf Ministern fünf stellen, hat sich also den Reichs- ratsbeschluß zu eigen gemacht. Das ist im höchsten Maße zu bedauern. Mit Sparen, Einschränken und Steuersenkung ist ein «euer Pauzerschisfdan. für den es zmn jetzigen Zeit- Punkt keine vernünftige Begründung gibt, nicht zu vereinbaren. Wenn einmal unsere finanziellen und wirtschaftlichen Vechöltnisie sich gebessert haben, wenn der Steuerdruck nicht niehr so ungeheuer stark ist wie jetzt, wenn von einer sozialen Notlage breitester Be- völkerungsschichten nicht mehr gesprochen werden kann, dann möge man die Kriegsflotte erneuern. Aber jetzt ist nicht die Zeit d a f ü r d a. Und ein schwerer psychologischer Fehler ist es, da eine wenn auch nur geringe Summe als Anerkennungsgebühr zu fordern. Bei den letzten Entscheidungen im Reichstag hat die Reichsregierung zum Teil mit nur vier und fünf Stimmen die Mehrheit erhalten. Glaubt sie jetzt, noch mehr Stimmen von der Rechten erhalten zu können? Wir sind der Weinung, daß mit dem neuen Panzerkreuzer doch für das Zentrum und die Demokraten der Bogen überspannt wird." Das klingt nicht nach Begeisterung! Dem Jubel über dem Retter Brüning und seinen„Sieg" folgt der Katzen- j a m m e r unmittelbar auf dem Fuße'! Schiele und Hugenberg im Kampf. Reichslandbund und Hilgenbergs Geschäfts- stelle bekämpfen sich mit Rundschreiben und Preßveröffent- lichungcn. Ein Rundschreiben Hugenbergs gegen die Jasager wird von dem deuffchnationalen Reichslandbundpräsidenten B e t h g e mit einem Briefe beantwortet, der gleichzeitig in der„Deutschen Tageszeitung" oeröffentlicht wird. In diesem Schreibeil wirst der Landbund den Hugenberg-Leuten vor, daß sie gegen das Schielesche Agrarprvgramm demagogische Uebersteigerungsanträge eingebracht hätten. „Nach der sachlichen Seite muß ich mit Bedauern und Be- fremden feststellen, daß die von dem Abg. Stubbendorff verfaßten Anträge(Reichstagsdrucksachs 1940 und 1941) so lücken hast und sachlich unrichtig waren, daß bei der entscheidenden Beratung im Handelspolitischen Alisschuh sich die Vertreter der Deutschnatioiralen Volkspartei selber zum Verzicht auf Durch- be ratung und Abstimmimg veranlaßt sahen." Di« Kritik ist berechtigt, ober es ist noch kein« drei Wochen her, daß der Landbund selbst das demagogische Handwerk der U obersteige rungsanträge übte— und unter den tollsten diese? Anträge stand der Name Schiele. Die Hilgenberg. Leute lassen dies Herrn Schiele empfinden, und so klagt die„Deutsche Tageszeitung": „Wenn es möglich ist, daß der Führer des Vismarck-Dundes der Deuffchnationalen Volkspartei, Sieoeking, vor der Oeffentlichkelt einen Mann wie den Minister Schiele als „Ueherläufer aus der nationalen Front" bezeichnet, ohne daß dagegen von maßgebendster Stell« der Partei umgehend Protest erhoben wird, wenn es möglich ist, daß fortgesetzt die Fraktionsmehrhett der Deuffchnationalen wegen ihres Verhallens bei den Agrar- und Steuergesetzen in der Partei presse als«in Haufe bemitleidenswerter Schwächlinge hinge- ste'llt wird, die einer Augenblickspsychos« unterlegen seien, so � sind das Methoden des Kampfes im eigenen Lager, die mit größter Besorgnis erfüllen müssen." Reine Freude am neuen Bürgerblock gibt es nirgends— weder in der Mitte noch auf der Rechten, am alleru'enigften bei den Deutschnationalen. Ueberoll ruft er Krisen hervor! so uiibäntilg vokksfreuntzNch gebärden, vor diese Entscheidung — schon-in der jetzt beginnenden Etats- b e r a t u n g! : Heraus aus der Defensive, hinein in die Offensive, nicht nur wenn wir in der Opposition sind. sondern in jeder politischen Lage! Erst recht, wenn uns die schwierige Aufgabe gesteM wird, das von uns Geforderte auch bei Koalstionsfreunden durchzusetzen. Zwang ups die hinter uns liegende Situation öfter, kurz zu treten, so ist jetzt der Augenblick gekommen, wieder energisch vorwärts zu marschieren. Die mühsam gekleisterte Front der Antimarxisten und ihre numerische Schwäche gibt uns die Gewähr, daß wir Erfolge erzielen können, wenn wir unser Ziel unverrückbar vertreten. In dieser Osterstimmung bereiten wir uns vor zu neuem Kampf. Ach«u:g � Organe' der politische� Polizei in den Sekretariaten der Kommunistischen Partei uiid im Vertag und in der Redaktion der«Neuen Zeimng erschienen, um H a u s s u ch um g e n durchzuführen. Dies« Haussuchungen waren noch Angabe des Blattes vom Magdeburger Amtsgericht angeordnet worden, das die Mai- Zeitung der Kommunistischen Partei beschlagnahmte. In Nürnberg' wurden außerdem noch bei etwa 20 Funktionären der Partei Hans- fuchuugen muh der Roffront-Jeitung veranstaltet. Eröffnung de» 5)auploersahrens gegen Fahlbusch. Die Straf- kammer des Landgerichts III hat das Hauptoerjahren gegen Fahl- imsch eröffnet. Der Hauptverhandlungstermin wird voraussichtlich i in den nächsten Tagen anberaumt werde«.! Vom„Vorwäris" zum Völkerbund. Berufung unseres Londoner Korrespondenten noch Genf? Oeutschnationales Wutgeschrei. Die„Kreuz-Zeitung" beschäftigt sich mit der— uns noch nicht bestätigten— Meldung, daß der Korrespondent des„Bor- wärts" und des„Soz. Pressedienstes" in London, Genosse Dr. W e r t h e i m e r, auf den Posten eines deutschen Mit- gliedes der Informationsabteilung des Völkerbundes in Genf berufen werden soll. Das dem regierungsfreundlichen Flügel der Deutschnationalen angehörende Blatt verbindet diese Meldung mit wütenden Angriffen auf den Außenminister Dr. C u r t i u s, der durch sein Verhalten in dieser Angelegenheit beweise, daß er„den alten unmöglichen außen- politischen Kurs, der von der Sozialdemokratie inspi- riert ist. weitersteuern will". Die Berufung Wertheimers nennt sie einen„ungeheuren Skandal". Jetzt, da die Sozial- demokratie aus dem Kabinett ausgeschieden ist, einen der Ihren mit einem so wichtigen Posten zu betrauen, sei gerade- zu grotesk. Rechtlich liegt die Sache so, daß die Ernennung durch den Generalsekretär des Völkerbundes erfolgt. Die oeutsche Regierung hätte allerdings die Möglichkeit gehabt, gegen die Kandidatur Einspruch zu erheben, dazu lag aber kein Anlaß vor, da Wertheimer glänzend qualifiziert ist. Auch die„Kreuz-Zeitung" weiß ja gegen ihn nichts einzuwenden, als daß er Sozialdemokrat ist. Sie wünscht, daß das Außenmmisterium die Berufung von Sozialdemokraten in außenpolitisch wichtige Stellen grundsätzlich verhindern und damit eine Abtehr von seinem bisherigen außenpolitischen Kurs bekunden soll. Ob Herr Dr. Curtius die Ab' cht hat, solchen Wünschen entgegenzukommen, muß sich bald zeigen. Die Sozialdemo- kratie wird im Reichstag dafür sorgen, daß darüber die un- bedingt notwendige, jede Zweideutigkest ausschließende volle Klarheit geschaffen wird!_ Angelsächsischer Linksradikalismus. Maxton attackiert Sie Labour-Begierung. Birmingham, 19. April.(Eigenbericht.) Der OsterparteitagderUnabhöngigeN'Arbeiter- Partei(ILP.), der am Sonnabend nachmittag in der Stadthalle von Birmingham eröffnet wurde, darf das besonder« Interesse der internationalen Arbeiterbewegung beanspruche«, da die Beziehungen zwischen der Arbeiterpartei und der ILP., die der Arbeiterpartei korporativ angeschlossen ist, gegenwärtig äußer st gespannt sind. Der Parteitag wurde durch Begrüßungsreden der örtlichen Arbeiterorganisationen erössnet. Ein Vertreter des Birminghamer Gewerkschaftskartells, ein Kommunist, hielt eine im höchsten Grade taktlose Rede. Di« eigentlichen Verhandlungen begänne« mit einer programmatischen Rede des Parteioorsitzenden M a x t o n, der als Führer der sogenannten schottischen Rebellion im Unterhaus der Arbeiterregierung im Lauf« der letzten Monate erhebliche Schwierigkeiten bereitet hat. Maxtons Rede bewies, daß er ent- schloffen ist, seinen Kampf gegen die Regierung und die Leitung der Arbeiterpartei mit unverminderter Rücksichtslosigkeit fortzusetzen. Nach einem Ueberblick über die geschichtliche Sendung der Unabhängigen Arbeiterpartei kennzeichnet« Maxton die Grundlagen der Politik der Unabhängigen Arbeiterpart« wie folgt: Die ILP. stehe imGegensatz zum Glauben an die s chrt tt. weise Entwicklung, wie sie von den Führern der Arbeiter- parte! vertreten werde; sie lehne jedoch auch die Katastrophen» t h« 0 r i e der Kommunisten ab. Die Arbeiterklasse wünsch««ine baldig« Verwirklichung der sozialen und ökonomischen Gleichheit. Sie verlange jedoch, daß diese ohne Grausamkeit und unnötig« Leiden geschehe. Von der gewerkschaftlichen und poli» tischen Führung der Arbeiterbewegung se, die Macht und das An» sehen der Arbeiterbewegung, in jüngster Zeit sogar die Staats- Maschine eingesetzt worden, um die Rationalisierung der britischen Industrie zu fördern. Es sei nicht die Aufgab« der sozialistischen Bewegung, bei der Entwicklung und Verbesserung des Kapitalismus zu helfen. Man müsse es als«ine Schande bezeichnen, daß die Arbeiter der Woll- und Baumwollindustrie sich in einem Zeitpunkt Lohnkürzungen gefallen lassen mühten, in dem eine Arbeiterregierung am Ruder sei. Auch S n o w d e n habe in seinem Budget die Kapitalinteressen n> ch t ä n- zu tasten gewagt. Die Arbeiterregierung entsend« überhaupt zu- viel„Eisenbahndirektoren. Textilmagnaten und Finanzleute" anstatt 'Vertreter der Arbeiterbewegung in die zahlreichen Untersuchüngs. kommissionen. Im übrigen gebe die Regierung den übrigen Nationen kein Beispiel für ein« erhebliche und radikale Abrüstung. Charakteristisch für die Rede Maxtons war, daß die Sozia» listische Arbeiterinternational« mit keinem Wort erwähnt, dagegen der S o w j e t r e g i« r u n g bei ihren, Ver. such, die Bauernwirtschaften in eine gemeinwirtschastlichc Produktion umzuformen, voller Erfolg gewünscht wurde. Zu Nicaragua ist ein« neue Revolution ausgebrochen. Große Landesteile sind angeblich von Rebellen besetzt, denen sich unruhige Elemente über die Grenze von Costarica her anschließen. Die Landes- behörden leugnen die Bedeutung des neuen Ausstandes. Spaltpilze in der Volksbühne. Parolen ans dem Karl-Liebknecht-Haus. Die kommunistisch-syndikakistischen Radikalinfti? te der Volks. büh-re haben dem Borftonb gedroht, aus der Volksbühne auszu- seiden und einen eigenen Laden aufzumachen. Durch verschieden« bürgerliche Linlsblätter. die ihnen bisher„unter dem Strich" IZobe- volle Behandlung gemährten, lassen sie auch weiter chren Austritt und die Gründung einer neuen Organisation ankündigen. Das hindert aher die„Rote Fahne" nicht, nach bewährter konnnuni- sLscher und Strolchmanier in hysterischen Worten.galtet den Dieb!" zu brüllen.„Legt den reaktionären Spaltern im Borstand der Volksbühne das Handwerk!" liest man da in großen Oettern. Es scheint uns, daß der Borstand der Volksbühne allen Anlaß hätte, die kleine Gruppe der ewigen Skänkercr au die Lust zu setzen. nicht aus reaktionärer Gesinnung, aber um die Volksbühne endlich von einem Ballast zu befreien, der ihre gesund« Entwicklung heimnt und gerade auch viele fortschrittliche Clement« von einer inten- siveren Mitarbeit abhält; denn es ist nicht jedermanns Sache, für eine Kulturorganisation zu arbeiten und sich dann ständig von einem kleinen Klüngel beschimpfen zu lassen, der nichts als politische Schlagworte kennt und sein« Parolen aus dem Karl- Liebknecht-Haus holt. Aber der Vorstand der Volksbühne will offenbar den paar Schreihälsen nicht einen Dorwand geben, sich als Märtyrer aufzuspielen. Er will nicht den Anschein erwecken, daß er eine Kritik, und sei sie noch so sinnlos, zu scheuen hätte. So hat er den Radikalinskis gegenüber wieder und wieder Geduld geübt, ja, er hat ihnen mancherlei Konzessionen gemacht. Sie haben in der Volksbühne eine Behandlung erfahren, die wahrhaftig von Wohlwollen getragen war und vielen Mitgliedern wie Funktionären gegen den Strich ging. Um so bezeichnender ist es, daß man jetzt gleichwohl, während man schon die Gründung einer Konkurrenz- orgonisation vorbereitet, über den Vorstand wegen seiner angeb- lichen Spaltungsgelüste zetert. Die bereits erwähnten Forderungen des Arbeitsausschusses der Sonderabteilungen, d. h. der von den Kommunisten beherrschten, in den Satzungen der Volksbühne Überhaupt nicht existierenden, nur auf einem Entgegenkommen des Vorstandes beruhenden Vertretung der Radikalinskis, haben nach unseren neueren Informationen noch eine Vorgeschichte. Sie ist interessant genug, um sie hier festzuhalten. Schon Mitte März überreichte der Arbeitsausschuh dem Vorstand der Volksbühne eine Resolution, die auf seinen Antrag in einem Ausspracheabend der Sonderabteilung beschlossen worden war. Diese Resolution enthielt neben dem üblichen Geschimpfe auf die Führung der Volks- bühne und dem Verlangen nunmehriger sofortiger und endgültiger Revolutioniening der ganzen Organisation und ihres Spielplans auch eine Reihe von Spezialforderungen. Eine davon lautete: So- sortige Hm.zunahme eines zweiten Theaters durch die Voltsbühne i'nd freies Vestümnungsrecht des Arbeitsausschusses über den Spiel- plan, die Perfonalzusammensetzung, die Dramaturgie und die Regie(!) dieses Hauses. Man weiß, was heute«in Theater lostet; die Volksbühne hat Sorgen genug, um ihr Unternehmen am Bülorv- platz durchzubringen. Aber hier wurde mir nichts dir nichts die Forderung gestellt, daß die Mittel der gesamten 9» 006 Volksbühnen- Mitglieder eingesetzt würden, um den vielleicht 3000 Köpf« starken Anhang des Arbeitsausschusses eine besondere Bühne zu schassen. Und die Herrschaften hatten die Frechheit, auch noch ausdrücklich zu betonen, daß bei der Leitung dieses Hauses der Vorstand. d. h. die Vertretung der Gesamtheit der Mitglieder, a u s g e- schaltet bleiben sollte. Ja, sie»erlangten für sich nicht nur das Recht unbeschränkter Spieplonbeeinflussung, sondern auch das eines Hinewrsdens in die Ausgaben des künstlerischen Leiters, nämlich die der Regie und Dramaturgie. Aber es kommt noch besser. Eine weiter« Forderung jener Resolution wünschte Hinauf. setzung der Sonde rabteilungen aus 2S 000 Mitglieder, d. h. auf das Dreifache der heutigen Zahl. Natürlich konnte mau keinerlei Sicher- Heft bieten, daß diese Zahl zu erreichen sei; gleichwohl mutete man dem Vorstand zu. für eine derartig« Mitgliederzahl schon jetzt Plätze zu belegen, d. h. einen Betrag von etwa 150 000 Bl. zu riskieren Eharakteristisch auch«ine weitere Forderung, nämlich die der Z u> fammenarbeitderVoltsbühnemitderOpposition in der Deutsch en Bühnengenofsenschaft; man ver- langte also von der Volksbühnenleitung nicht mehr und nicht weniger, als daß sie sich mit den Gewerkschastszersplitterern verbünde. Ferner hieß es, die Volksbühne solle die radikalen Dilettantenvereine des Arbeitertheaterbundes durch Hergäbe von Räumen und in anderer Weife unterstützen. So ging es noch eine gute Weile weiter. Daß man es wagte, eine solche Resolution vorzulegen, zeigt nwhl am handgreiflichsten den Geist dieser söge, rannten Opposition. Natürlich mußten Vorstand und Verwaltung der Volksbühne jene Resolution ablehnen. Gleich daraus erschien in der„Roten Fahne" der schon erwähnte Ausruf der Bezirksleitung der KPT>. zum Besuch einer„Fraktionssitzung der oppositionellen Volksbühnen- Mitglieder" im Karl-Liebknecht-Haus. Und wenige Tag« nach dieser Sitzung war der neu« Antrag des Arbeitsausschusses da, der von der Bolksbühnenlertung wieder etwas Unmögliches verlangte: die Umstoßung des fertigen Orgarnsationsplanes für das nächste Jahr, Einsatz von 150 000 Mark und mehr für die Erweiterung der S o n d« r a b t e i l u ng e n ohne jede Sicherheit eines Wachstums, dazu die V«rpslichtung. einer neuen Piscator-viiHn« täglich 500 Mitglieder zuzuschicken. Di« Herrschaften wußten, daß die ganze Sachlage die Rückweisung dieser Anträge notwendig mache. Aber deshalb stellten sie sie doch,— vielleicht gerade deshalb. Und nun erheben sie in den ihnen nahestehenden Blättern dos übliche Geschrei über ihre„Ver- gewaltigung" durch den„reaktionären" und„vcvtalkten" Volks- bühne nvorstand. Aber allmählich werden ja wohl die Dummen alle werden, die auf den Schwindel hinemfallcn. Jedenfalls ist es zu begrüßen, wenn di« Volksbühne erklärt, sich durch alles Geschrei nicht verwirren zu lassen. Besonders erfreulich ist die Mitteilung, daß ein eventuelles Ausscheiden des radikal«» Flügels auch die Fortführung der Sonderabteilungen� nicht bc- einträchtigen würde. Es gibt genug Interessenten an Experimenten einer noch unerprobten Kunst, genug Interessenten an einem die sozialen und politischen Zeitprobleme in den Vordergrund rückenden Theater, um eine Fortführung der Sonderabteilungen zu ermöglichen, auch wenn di« Radikalinskis von der KPD. draußen sind. Die Volksbühne hat die Möglichkeit, diesen Sonderabteilungen genügend interessant« und bedeutsam« Ausführungen zu bieten, auch wenn sie kein« Piseatvr-Vühne beinutzt. K. H.. Martin als Leiter ��ters ein Vülowplatz hat gemeinsain mit dem Vorstand der Volksbühne bereits die erforderlichen Vorbereitungen getrosten. J Fabrikant Unke versteckt Ostereier. f Anna.. Mi rin.au,| 1 z'etejt Si'rul Sie dran J Pdn. dockte r nur gleich/ , da» Sic Sic flicht findUtn. wurden, ich hatte sie in der Westentasche H-AagM.!"*-* Bukarester Reaktionswillkür. Warum unser Korrespondent ausgewiesen wurde. Wie bereits mitgeteilt, ist der Bukarester Korrespon- deut des„Sozialdemokratischen Pressedienstes" ans Ru- mänien ausgewiesen worden. De« unmittelbaren Anlaß dazu bildete ein Telegramm dieses Berichterstatters au den„SP." Dieses Telegramm ist niemals in Berlin ein« getroffen und wie andere Telegramme beschlagnahmt worden. Es berichtete über gewisse Vorgänge anläßlich einer Kriegsbeschädigtentagung in Bukarest. Die Vor- gänge spielte« sich nach einem uns inzwischen ans Bnka- rest zugegangenen briefliche« Bericht wie folgt ab: >Mm 11. April tagte in Bukarest ein Kongreß der Kriegs- invaliden und Kriegerhinterbliebenen Aus ganz Rumänien. waren Teilnehmer erschienen. Die Regierung Maniu hat diesen Kriegsopfern vor Wochen nicht nur ihre bisherigen lächerlich niedrigen Renten gekürzt, sondern ihnen auch die Freifahrt auf den Staaisbahnen entzogen. In höchster Erbitte- rung beabsichtigte der Kongreß desHall» die Entsendung einer Dele- gation zum Ministerpräsidenten. Als der Zug aus mehreren kaufend tellweife entsetzlich verflümmeltett Invaliden sich dem Stadtzentrum näherte, befahl Maniu die Absperrung der inneren Stadt durch starke Militäraufgebote und Feuerspritzen. Da die Menge sich nicht zerstreute, schlugen die Soldaten auf Besehl ihrer Ossiziere mit Kolben auf die Kriegsbeschädigten ein, die vfsiziere mit den Säbeln und die Spritzen schleuderten drei Stunden long gegen diel Kriegsbeschädigten Wasser. 20 Kriegs- invaliden wurden bei einem Handgemenge durch Kolbenschläge der- art schwer verwundet, daß sie in Rettungswagen in Spitäler übergeführt werden mußten. Jedes Verhandeln mit den Kriegs» beschädigten lehnte Maniu ab. Alles das— nicht mehr— stand in dem Telegramm, das be- ichlagnahmt wurde und zur Ausweisung des Korrespondenten suhrte, obwohl jeme Angaben durch die rumänische Presse oollinh.alt- sich. bestätigt werden: Aber dos'•c Ausland darf nicht erfahren, wie es in Rumänleu wirklich aussieht; deshalb zunSchfl die Verhaftung des Sorrefpondeuten, der wenige Stunden darauf auf Beschluß de» Ministerrat» die Ausweisung folgte. Dieser Beschluß ist unwiderruflich, so daß der Korrespondent am zweiten Osterfeiertag Rumänien verlassen muß. Wir aber werden nicht aufhören, über die Zustände in Ru- mänien so zu berichten, wie sie sind, und nicht, wie Herr Maniu es wünscht! Oer polnische proiest in Genf. !lnd die Erwiderung der Schiele-�egierung. Genf, 19. April.(Eigenbericht.) Der ständige Vertreter Polens beim Völkerbund hat dem Völker- bundsekretoriat eine Rote überreicht, in der auf di« vom Reichstag beschlossenen Landwirtschaftszölle hingewiesen und erklärt wird, daß diese Zollerhöhungen die polnische Aussichr schwer belasten und für Polen in bezug auf die Unterzeichnung und Ratifizierung der Handelskonvention sowie für die Verlängerung der Handelsverträg« eine völlig neue Lage schaffen. Die polnische Regierung hat die Handelskonvention am 12. April mit d«>n Vorbehalt unterzeichnen lassen, daß die anderen Vertrags- partner in der Zeit vom 1. April bis mn 1. Noveurber, d. h. bis zur Inkraftsetzung der Konvention, keine Zollerhöhungen beschließen, die eine Benachteiligung der polnischen Ausfuhr nach sich ziehen würden. Zu dieser Meldung»nacht WTB. di« Anmerkung: Bekanntlich ist di« Genfer Uebereinkunft bisher weder für Deutschland noch für Polen verpflichtend. Die Frist für die Hinterlegung der Ratifikationsurkunden läuft am 1. November 1930 ab. und erst in einer für die Zeit zwischen 1. und 15. November geplanten Konferenz soll über die Inkraftsetzung des Abkommens ewfchieden iverden. Aber selbst wenn die Genfer Beschlüsse schon Gültigkeit hätten, würde di« polnische Regierung keinen Anlaß zun, Protest haben, da der Abkonrinensentwurf vom 24. März 1930 keine Festlegung auf die bestehenden Zolltarife bedeutet, son- dern die Staaten»mr zur Mitteilung von Zollerhöhungen anhält, worauf neue'Verhandlungen erfolgen sollen Uvberdies be- stätigt die Konvention ausdrülckllch die Handlungsfreiheit der Staaten b'ci„unvorhergesehenen dringenden Umständen". Von deutscher Seite»st schon bei den Genfer Derhandlungen der Standpunkt vertreten worden, daß Maßnahmen zur Linderung des Notstandes der deutschen Landwirtschaft unter dieses Merkmal fallen. parteiiag in Holland. Groningen, 19. April(Eigenbericht.) Auf dem Parteitag der holländischen Sozialdemokratie stellte der Parieivorsitzende. Oudegeest, fest, daß die Mitgliederzohl der Partei in den letzten zwei Iahren um 15 000 auf über 65 009 gestiegen ist. Außer„Hct Volk" in Amsterdam und dem„Voor- waarts" in Rotterdam werden spätestens am 1/ Januar 1932 noch fünf andere Tageszeitungen mit. eigenen Druckereien in verschiede- neu Tciteu Holland- für'die Sozialdemokrat� werben, Todesurteil an podmore wird vollstreckt Unverständliche Entscheidung des Innenministers Elynes Londsn, 19. April.(Eigenbericht.) Der Versuch, den Innenminister C l y n e s zu einer Umwand» lungtzder Todesstrafe Podmorcs in lebcnsläng- liches Zuchthaus zu veranlassen, ist gescheitert Der Initenmirristcr hat, wie offiziell mitgeteilt wird, das gefomte vor-- liegende Material„in vollem Bewußtsein seiner schweren Verant- wortlichkeit geprüft" und sich überzeugt, daß an der Schuld des zum Tod« verurteilten Podmore nicht der Schatten eine» Zwei- f e l s bestehe. Der Innenminister habe unter diesen Umständen keinen Anlaß gehabt, in den Gang der Ereignisse einzugreifen. Danist ist jede Möglichkeit einer Verhinderung de: Vollstreckung d«s Todesurteils geschwunden. Podmore wird deshalb am Dienstag. morgen gehängt werden. Der Entschluß des Inuennrimsters wird in weiten Kreisen der Arbeiterpartei und Hunderttaufcnden von Gegnern der Todesstrafe in England aufs lebhafteste bedauert. Raubüberfall bei Ruhleben. Eine Frau niedergeschossen und beraubt. Zn den gestrigen späten Abendstunden wurde aus die ISjährige Frau Marie Sroffe, deren Mann Betriebsleiter im Kraftwerk Unter. fpr« ist. ein schwerer Raubüberfall verübt. Frau G. hatte in Ruhlebea eingekauft und befand sich gegen 20 Uhr aus dem Rückweg zum Kraftwerk. Unterwegs wurde sie von einem Radfahrer angesallen. Der Täter versehte der wehrlosen ml» einem dolchartlgen Messer einen Stich in den hat» und seuerte dann aus sein Opfer«och zwei Schüsse ab, die den Oberkörper trafen. Die Uederfalleoe brach blutüberströmt zusammen, ver Täter flüchtete unerkannt, nachdem er die Geldbörse und die Einholclosche. in der sich Eßwaren befanden, geraubt hatte. Die Schwerverletzte wurde später von einem Passanten bewußt- los ausgefmden und ins Westend-Kraukenhaus gebracht. Der Täler ist etwa 25 bis 50 Jahre alt, schmächtig und bartlos. Er trug einen duulleu Anzug. Ostergeschenk für Agrarier. Die Ermächtigung funktioniert.— Rumänische Maximalzötle für Deutschland. Bürgerblock gegen Versorgungsbetriebe Die Gteuerkre heit soll ihnen genommen werden. Seit Jahr und Tag erstreben die privaten Erzeuger von Elektrizität und Gas die Beseitigung der Steuerfreiheit der V e r so r g u n g s b e t r i e b e der öffentlichen Hand, die die Bevölkerung mit Elektrizität, Gas und Wasser beliefern und Berkehrsleistun- gen ausführen. Alle derartigen Absichten sind bisher an dem entschiedenen Widerstand der Sozialdemokratie gescheitert. Auch der letzte Versuch, der im Jahre 1S29 unternommen worden ist, mißlang, weil die Sozialdemokratie ihn nicht mitmachte und weil der sozialdemokratische Reichsfinanz- minister Dr. H i l f e r d i n g diesen Standpunkt teilte Um nachzuweisen, daß die Besteuerung der öffentlichen Versorgungsbetriebe sozialpolitisch und wirtschaftspolitisch schädlich und finanziell nicht so bedeutungsvoll sei, wie die Befürworter der Steuerpflicht annehmen, wurde auf Antrag der Sozialdemokraten vom Reichstag eine Entschließung angenommen, die die Re'chsregierung aufforderte, zunächst durch einen Gesetzentwurf die Grundlage für eine Vor- erhebung über die tatsächlichen Verhältnisse der Ver- sorgungsbetriebe zu schaffen. Ein solcher Gesetzentwurf ist im Reichsfinanzministerium ausgearbeitet worden. Die Verzögerung dieses Gesetzentwurfes wird nun von den privatkapitalistischen Interessenten als eine Möglichkeit betrachtet, ohne eine Vorerhebung die Stcuerpflicht der Der- sorgungsbetriebe durchzusetzen. Bereits am 2 April, also wenige Tage nach dem Regierungswechsel, hat der Bund der Elektrizitätsoersorgungs- Unterneh- mungen Deutschlands ein Geheimrundschrei- den versandt, das von dem Generaldirektor Dr. Heck, dem Leiter vieler großer privater Versorgungsunternehmungen, unterzeichnet ist. Dieses Schreiben ist außerordentlich mter- effant, weil es die unterirdische Wühlarbeit dieser Leute und ihren großen Einfluß auf das Reichsfinanzministerium zeizi, besonders dann, wenn � ein sozialdemokratischer Einfluß nicht im Wege steht. So wird zum Beispiel über die Situation im Dezember 1829 nach dem Rücktritt des sozialdemokratischen Finanzministers Dr. Hilferding fol- gendes gesagt: „Wir glaubten schon ziemlich unmittelbar ver dem Erscheinen de? Gesetzentwurfs zu stehen, als die bekannte Krise im Finanz- rmnisterium mit Ministerwechsel und vielen frisch austauchenden brennenden Fragen sich ergab. Der Mini st er Wechsel schien uns genügenden Anlaß zu bieten, um wieder aufs neue das erste Ziel, nämlich die Aufhebung der Privilegien ohne weiteres zu verfolgen. In diesem Sinne spannten wir auch die mit uns an«wnn Strang zliheaden Abgeordneten und Verbände an.* Es wird dann mitgeteilt, daß das Reichsfinanzministerium sich damals geweigert habe, von der Borerhebung abzu- sehen. Man habe deshalb namhafte Abgeordnete der bürger- lichen Parteien und. den Reichsverband der Industrie an- gespornt, sich„energisch im Sinne unserer Interessen* zu bc- tätigen. Das ist mit Erfolg geschehen, denn der Rel�sfinorz- minister Dr. Moldenhauer hat am 22. März Herrn Dr. Ä a st l vom Retchsverband der Industrie.zugesagt, den fertiggestellten Gesetzentwurf über die Dorerhebung unver» züglich dem Reichstag zuzuleiten. Das war vor dem Re? gierungswechfel. Am interessantesten ist deshalb die Stelle Wie die„Deutsche Tageszeitung" meldet— im „Reichsanzeiger" steht noch nichts davon—, wird durch ein« am 2 5. April in Kraft tretende Verordnung der Zollsatz für Weizen von 12 auf 15 Mark je Doppelzentner erhöht. Der Zollsatz für Futtergerst« bleibt wie visher 10 Mark pro Doppelzentner. * Die am 15. April der Reichsregierung erteilte Ermächti- gung beginnt also zu funktionieren. Herr Schiele hat nicht gezögert, seinen Agrariern zu Ostern noch das fällige Geschenk zu machen. Er hat den bisherigen Höchstzoll für Weizen, der eventuell auf 1,50 Mark zu senken gewesen wäre, von 12 Mark gleich um 25 Proz. auf 15 Mark erhöht. Der Zoll für Braugerste mußte— damit auchBayern seine Freude hat und entsprechend einer Kannoorschrist des Ermächtigungs- gesetzes— auch gleich auf 15 Mark miterhöht werden. Natür- sind das Willkürzölle und echte Agrargeschenke, denn für Weizen steht schon seit Wochen der Inlandspreis über des Rundschreibens über die Situation nach dem Ausscheiden der Sozialdemokratie. Sie lautet: „Alle Dinge sind im Fwß! In dem Zeitpunkt, wo wir dieses schreiben, ist die Sozialdemokratie, die damals sich aufs äußerste der sofortigen Aufhebung widersetzte, ausgeschifft. Sofern die jetzige Regierung sich hält, werden wir aufs neue wieder oersuchen können, die alsbaldige Aufhebung— ohne das Dor- erhebimgsgssetz abzuwarten— in Anregung bringen. Die Dinge liegen nämlich insofern jehl anders, als damals, wo uns bedeulei wurde, man müßte das vorerhebungsgefeh abwarlen, die Sozialdemokratie noch in der Regierung war. während wir es heule iu der Regiernag nur mit Parteien zu tun haben, die teils l00prozentlg. teils überwiegend mit uns der Ansicht sind, daß mit den Sleuerprivilcglen der öffeotlichen Hand sofort auszuräumen sei." Gibt es einen deutlicheren Beweis für die unsachlichen Motive der Privatinteressenten im Kampf gegen die öffent- lichen Versorgungsbetriebe? Trotzdem scheint Herr Dr. Mol- „Napoleon greift ein." Tbeaier in der Stresemannstraße. Walter Hasenclever läßt ein« famos« Idee wirkungslos oerpuffen. Napoleon hat fein« Rolle als Wachsfigur eines Panopti- kiims satt, wird wieder zu Fleisch und Blut und greift in die europäische Politik«in. Aber leider nicht im geringsten nopoleonrsch, ton- dern bloß hasencleverisch. Das anfangs lustige und geistvoll« Spiel zerslatrert zur leeren Posse. Werner K r a u ß rettet das Stück einiger- maßen, Indem er die Operettenfigur des Napoleon ins Tragische transponiert.. � Dgr. lenen260Mark, die Herr Schiele als Richtpreis in An- fxruch nimmt. Damit aber die Bauern wissen, daß Schiele wirklich nur Großagrarierpolittk macht, wird der Futtergerstenzoll, der der Veredelungswirtschast dient, nicht herabgesetzt, obwohl das nach dem Ermächtigungs- gesetz möglich ist. Schiele-Zollkrieg mit Rumänien. Bukarest. 19. April. Der oberste rumänische Wirkschafksrat beschloß für sämtliche Staaten mit Ausnahme Deutschlands die Anwendung von Minimalzöllen. Deutschland soll künstlg Marlmal Zölle zahlen. Da» bedeutet praktisch einen Zollkrieg zwischen Rumänien und Deutschland. Diese Antwort aus die er. höhlen deolschen Setrcidezölle war seit Tagen zu er- warten. Bei Brüning. Schiele werden noch mehr Sriegserklä- rungeo entgegengenommen. denhauer auch diesen unsachlichen Ansturm zum Erfolg oerhelfen zu wollen. Man beachte folgende Tatsachen: Am 2 2 März sagte Herr Dr. Moldenhauer zu, daß der Gesetzentwurf über die V o r e r h e b u n g bei den Ver- sorgu~!gsbetrieben zusammen mit den übrigen Steuergesetzen dem Reichstag zugeleitet werde. Die übrigen Steuergesetze werden dem Re:chstag zugeleitet, der Gesetzentwurf über die Vorerhebung bei den Versorgungsbetrieben aber nicht. In- zwischen ist nämlich die Sozialdemokratie aus der Regierung ausgeschieden und die Interessenten verlangen von Herrn Moldenhauer statt der Ausführung eines vom Reichs- tag gefaßten Beschlusses die radikale Befeiti- gung der wohlerworbenen und berechtigten Steuerfreiheit der öffentlichen Versor- gungsgebiete. Und warum lollte Herr Moldenhauer, nachdem er sich bei der Arbeitslosenversicherung Herrn B o r s i g, bei der Ausnahmesteuer gegen die Warenhäuser und Konsumvereine Herrn Drewitz willenlos gebeugt hat, jetzt dem viel mächtigeren und viele kapitalistische Großunternehmungen und Aufsichtsräte beherrschenden Herrn Heck Widerstand leisten? Schließlich hat man doch auch als Reichsfinanz- minister Rücksichten zu nehmen! (Gewerkschaftliches stehe Z. Beilage.) verantwortlich wr Politik! Dr. CbH Geyer! Wirtschaft!#. lU>»»«lbSser, Sewerlichaitsbeweaung: Z. Steiveei lZeuilleion: S.&. Zlöscheri Lokale» und souniace iiri» itarkiädt: Aneeiaen: Td Glocke: sünuiich in Berlin. Bcrlofl: Ziorwärto-Berlal! G. m d. S. Berlin Druck: Lorwärio-Buchdruckeret und Lerloasauslalt Paul Tinaer u. Co.. Berlin SW 68 Lindenkratz«*• Si«»»n S B-Ilaarn»nd„llnterdalt»»» nn» Wiks«»'. vogüe 1!, O i t Äs---?"" 29- jEORUOa.fO�.-» �3»- 2- cnles 5« �pprUCKT� 62. % mnrffgBI iil MBr""»o»"» pnii. O � � K Kl K 0750 I fTuSSTE' 9.- 62 A Nr.» 4?. Jahrgang Sonntag, 20. April 1930 Späte Ostern— man glaabfe diesmal sicher anter blühenden Bäumen lustwandeln tu können. Der Wetter gatt hat die Hoffnung runichfe gemacht— begnügen wir in der Stadt Zurückgebliebenen ans daher mit dem, was ein so kolossales Gemeinwesen wie Berlin an Natur— an Zweigen und Blüten aufzuweisen hat... Wie her Rasen die Disitentorte des vnm Garten umgebenen Hanfes ist, so sind die gärtnerischen und Parkanlagen die Visitenkarte einer Stadt— mag sie groß oder klein sein. Zahlreiche Städte, die abseits von den großen Verkehrsstraßen liegen, haben in den Jahren, die die Verdichtung des Schienen- netzes durch Nebenbahnen brachten, Sfitfchlüife an weit entfernte Vahnhöse suchen niüsssn, und die typische„ElsenbnHnsiraße� zeigt gleich, wie der Cha- rakter der Stadt beschaffen ist. Für Berlin war nun diese Anschlußfrag« ine praktisch geworden— seine Bahnhöfe lagen und liegen im Stadtinnarn und der erst« so wichtige Eindruck zeigt mir Großstadt' und Weltverkehr. Alie und neue Zeit. Rehbergcavlagen. Prenzla dem gleichnamigen Park, und Dann folg«» Charlotten dau, Wilmersdorf, Steglitz, Tempelhof, nick, Lichtenberg, Wa n i ck e n d o r f. Parilow hat Volkspork Schönholzcr Heide. ner Berg und Iriedrichshai« mit Kreuzberg mit dem Viktorlapork. bürg mit Jungfcrnheide, Span- Zehleudorf, Schöneherg, Neukölln, Treptow, Köpe- ißansce, Pankow und R e i- nicht nur etliche Parks: Vürgcrpark, Drofc-Park, Riederschönhoufen. som- Betagte Berliner werden sich noch des Zuftandes erinnern, da der Rinnstein den Bürger- st«ig flankierte und die Wochenmärkt« im Innern der Stadt aus den Plätzen abgeholten mur- den. Der Tiergarten wurde wegen„modriger Lust" von zart bcsaitelm Personen morgens und abends gemieden. Erst mit dem Wachsen von Berlin, mit der Einsühriing der raschen Verkehrsmittel und der sanitären ZZerbcsscrungen, dann aber auch durch die U Übersiedlung großer Teile der Bevölkerung in die von Gärten durchsetzte», von Promenaden durchzogenen und vielfach an Wasserläufen ge- legenen Vororte regt« sich auch der Schönheits- und Natursinn dar Bewohner, und die Frage, ob dieser oder jener Baum dein Ver. tehr zum Opfer fallen müffe, kimnie nicht nur die nächsten Ansiedler interessieren... Ihr eigentlicher Beginn fällt mit der Schöpfung jenes Graß-Borlin zusammen, das weite Flächen an Neuland, an Wald und Wasser der Wohn- und Verkehrskultur erschloß. Fast jeder der eingemeindeten Vororte brachte der neuen Mutter Berlin ein Garlenaml als Morgengabe, und so entstand eine organi- satorische Schöpfung ersten Ranges, die jedem Teil jene Freude an der eigenen Arbeit gewährleistet, die das Geheimnis des Erfolges ist. Und wenn nunnreuerÄings von Kreisen der Beruf sgärtycrfchast— Aasteigende Oartcaterrasseo in der Landauer Straße (Wilmersdorf). Hauptsächtich wohl van solchen, die der„Grünen Front* des Reichstags nahestehen—.Sturm gegen diese Betätigung der„öfscntlichcn .Hand* gelauscn wird, so zeugt dies van mehr Eifer als Erkenntnis: die Vergebung jener vielfachen Arbeiten, die Garten- und Parkkuiwr erfordern, in Prinatouftrag würde statt der jetzigen straffen Organi- sation höchstwahrschernlich einen Zustand der Unsicherheit hervorrufen, zu dessen Kontrolle wiederum städtische Kräfte berufen sein müßten. Ein so gigantisches und so fein verzweigtes Werk wie Berlins Ausschmückung mit den Kindern Flora? dem berühmten „Spiel der freien Kräfte* ausliefern, hieße. Krähwinkelpolitik treiben. Charakteristisch für die Art der Bekämpfung der„öffent- lichen.Hand* ist der Unistand, daß bei der Kritik an der Friedhos- Verwaltung die kirchlichen Friedhofsbehörden außer acht gelassen werden. Zwanzig Bezirksgartenämier. Ein« Schar von?0 erprobten Gartenbau! eitern steht den A) Bezirksgartenämtem vor. Im ölten Berlin sind 6 Kreis«: Mitte. Tiergarten— ober ohne den eigentlichen Tiergarten. der nicht Sladtbesih ist—, W e d d i n z mit hvmboldthain und Hosenplatz am Preußenring in der Siedlung Tempelbot. dern verwaltet auch den großartigen Schulgarten in Blankenfelde. Dioser oersorgt die Unterrichtsanstallen mit Lehnnateml und sorgt auch für die Bcreitstelluiro der Blumen, die den Schülern zur Pflege gegeben wcrdcp. Er wird mit Recht der„Botanische Garten des Berliner Nordens* genannt und besitzt Tropephäuser, Frei- landonlagcn, Darstellungcn der deutschen Pflanzenformationen. Auch verwaltet Pankow in Buch eine Bmimschule von etwa 80 Morgen. Jedes Gartcnamt— mit Ausnahme nan Mitte— hat feine Gärtneret. Die halst« der Leiter fuhrt den Titel Gartendirektor, die andere Gartenobqrinfpektar bzw. Garteninspektor. Einige Zahlen werden die zu leistende Arbeit veranschaulichen. Die Zahl der Pflanzen geht weit über eine Million hinaus 60 000 Pflanzen werden in einem einzigen Amt, wie z. Bi Pankow, in, Laufe eines Jahres verweillZct. Die Fläche, die gärtnerisch behandelt wird, bc- läuft sich auf 18 Millionen Ouadratmetcr. dazu treten 480 000 Stück Stroßenbäuine. Ein ständiges Arbeitspevfonal von 2000 Arbeitskräften ist tätig. Zur Anzucht dienen l6 000 Quadratmeter Gcmächs- hausfläche und 30 000 Quadratmeter Mistbeetfläche. In Pflege stehen nicht nur die Schmuckanlagen, sondern alle Straßenbcpflan- zungen, die Parks und die Sportplätze.> Anzucht und pflege. Wie schon bemerkt, wird der Pflanzenbeda rs in eigener Anzucht erzeugt. Der Baumschulbetricb sorgt für das zahlreich verwandte Gebüsch— als Abschluß, Hecke, Wand allenthalben verwendbar. Alle Bäume werden dagegen durch Kauf erworben. Di« Sparsam- keil, die Berlin jetzt übt, Hot auch bei dein Blumenschmuck Eingriffe gezeitigt: statt der einjährigen Sommerblume,, werden mehrjährige Stauden bevorzugt: der Bezug der teuren.Holländer Tulpenzwiebeln ist eingeschränkt und man sucht, wo Blumenzwiebeln notwendig werden, diese in den deutschen Blumenzwiebelanzuchtgebietcn zu kaufen. Die Bepjlanzung crsolgt dreimal im Jahr: im Frühlinz, Sommer und herbst. Van den Frühlingsblumen seien genannt: Stiefmütterchen, Primeln, Tulpen, Krokus, Schneeglöckchen. Scilla, früher Phlox, Bellis. Der Somnwr beschert uns Salvicn, Geranien, Lobelien, Canna, Gladiolen, Knollenbegcmicn und andere Begonien, Päonien— in den Parks treffen wir auf Staude� wie Phlox, Carnpainila, Rittersporn, Lupineck�A qu ilegi en. Wo Erlenbüschs sich vorfinden, fetzt man passende Pflanzen ein, so Callha, Myososts, Farn«, Iris m verschiedenen Arten usw. Rosen geben den Beeten große AnzielTUNgskrast, aber auch andere leuchtende Farben finden Be- wunderer— hat doch fast jeder— glücklicherweise!— ferne eigenen Lieblingsblumen und ist glücklich, wenn er sie verwendet findet. Als allge- meine Regel für die Bepflanzung gilt der Grupd- jatz: weniger Gewicht legen auf besondere Einzelleislungen als auf guten Durchjchoilt! Und dieser „gute Durchschnitt* steht auf einer stattlichen höhe: Berlin kann stolz sein auf seine Schmuckanlagen— um so mehr, als Natureinflüsse, Kälte, Winde und Berkehrseinwirkungen: Staub, Schädigung durch Röhrensysteme, Ruß usw. sich als schlimme Feinde der Blumen im Etodtweichlülde erweisen. Das neue Berlin hat von dem Sachlichkeitseiser der Gegenwart im Bauwesen unleugbar profitiert. Man schuf«ine offen«, Luft und Licht einlassende häuseranlage, der der Schmuck von Rasen, Blumen und Bäumen, oft sogar der des plätschernden Brunnens nicht fehlte. Straßen mit ansteigenden Garlenterrassen. denen die Häuser als Bc. krönung dienen, rmirden geschaffen, Plätze in cinein bisher nickst ge kannten Ausnaße gestaltet. Und dies geschah und geschieht nach immer nicht nur in den ,, feinen* Wahnvierteln, sondern auch in Siedlungen, die bescheidenen Barsen zugänglich sind. Neue?lu'- gaben für die Gartenämter, die gerade hier Mustergültiges geleistet haben. Nickst ein steifer holz-«der Steingarten schiebt sich zwischen die Flügel. der Hochbauten— lebendiges Grün und Farbenpracht und weit ausladende Bau mwipfcl..bieten sich dem Auge in. vollem Sonnenglanz dar. Berlin im Blumenschmuck— als Blütenstadt! Noch ist trotz des späten Ostertennins die Natur nicht in ihrem Zauberkleide, aber die Ahnung van dem Kommenden erfüllt schon die herzen! Die ersten Blumen blühen— die Zweige schaukeln grün behaucht im Winde— die Füße schreiten den Weg ins Freie— der Mensch stichst die Natur und ihr« künstlerische Gestaltung. Das winterliche Berlin ist»ergessen— die nahe I n k n n f t gehört der Stod! im Blütcnkleid! Schlechtes Wetter Starker Osterverkehr 96 Vor-, Nach- und Sonderzüge Trotz des ungünstigen Melters hat der diesjährige Osterverkehr sich recht lebhaft gestaltet. Nachdem am Gründonnerstag 6 5 Vor- und Nachzügc sowie Z Sonderzüge eingelegt werden mußten, um den lebhaften, teilweise sogar sehr starken Verkehr zu bewältigen.. sind auch noch am Karfreitag 2? vor- und Nachzöge und 1 Sonderzug abgelassen worden. Vormittag war der Verkehr mit einer Besetzung der Züge bk� zu 80— 90 Prozent recht lebhaft, nachmittags schwächte er dagegen ab: die Züge waren nur noch bis zu bO Prozent beseht. Schneefälle überall. Frciburg i. Br., 19. April. Auch die letzten 24 Stunden brachten dem Schwarzwald weitere Schneefälle. Di« Wetterlage deutet daraus hin, daß auch über Ostern mti einem Anhalten der Schneefälle. zu rechnen[ciir wird. Die Schneedecke beträgt im nördlichen Schwarzwald durch- weg einen Meter, während der südliche Schwarzwald eine geschlos- seine Decke von 70 Zentimeter Hot..Die Stürme haben in den Wäldern erheblichen Schaden angerichtet, so wird aus Badcnweiler berichtet, daß im Hochblaucn-Gebiet ein außcrordenllich starker Wind- und Schneebruch in den Waldungen zu verzeichnen ist. Auch zahlreiche Leitungsmasten sind umgestürst, sa daß im Tele- phonverkehr Störungen eintreten. Der Postkrastwogenverkehr ist durch den erneuten Schneefall.stark gehemmt worden. Mit hoch- Wassergefahr dürste nicht zu rechnen sein, da der Rheinwasserstand in dieser Jahreszeit verhältnismäßig gering ist. ljirjchberg. 19. April. In den letzten Tagen sind im Riejengebirge von etwa 1000 Meter ansinärts nahezu Hehn Zentimeter Neuschnee ge- fallen. Osterlachen. Ostern war stets ein Fest der Freude. Die trübe Jahreszeit ist vorbei. Der wetterwendische April hat seine Launen ausgespi«lk. Der Städter atmet freudig auf. Dies zeigt sich in den Öfter- auslagen und in der Ucbcrxangsmodc. Aber auch die Altvorderen Istilten ihre Osters rciiden, ihr Osterlachen. Ein« Reihe von Annalen gäben Bericht über das„Osterlachen in der Kirche", das heute merkwürdig anmuten mag, aber aus den Porjahrhunderten zwang?- laufig herausgeboren ist. Nach dein Sprichwort„Des Landes Sm' — Des Landes Ehr'—* ist auch das kirchliche Osterlachen zu be urteile», ohne Unterschieb img von Dingen, an die man damals nicht dachte. Die Harmlosigkeit dieses einstigen Osterlachcns, dieser in der Kirch« wiedergegebenen„Osterwitze", ist u. a. aus dein Jahre 1599 wie folgt berichtet:„Die seierlich« Ofterpredigt schloß der Pfasfe mit den Worten:„Ehrbare christtiche Männer, wer von buch Herr über seine Frau i st, der hebe beide Hände hoch und riche jucheh.— Di« ehrbaren christlichen Männer guckten ihre ehrbaren christlichen Eheweibchcn an und blieben stumm. Da hob der Pfarrer selbst beide Arme und schrie krästtglich: Jucheh! Nun faßten sich die starken Männer ein herz imd riefen ebenfalls ein kräftiges Oster- Jucheh.*— SÄ ■�65- "Sb89- MWuttMMin hochfloriqe Qual'ickr Perser- musier mBrarse_. ''M?s.- '$1105.- eabO Brückeriiaso 90- 190 U- Diwan decke* ..... wisaum Gobelin, noa Mus/er „ Verkauf nur > Spandauer Str. S2 Tä uTersföffe rein Hoorgornrür HuraTreooe �6.�5.10 s�S.65 Mahal-Teppiche K �92-m ymmm In unserer sehensiuerhen ismim-ABmuiHS', Oekorobion en u. Qardineai vollen detin Fj}rm und Farbe n 7 Jim i n ea/ spsU Krach im Krauenkrankenhaus. Llm einen weiblichen Kürsorgezögling. Im Städtischen �rauenkrankenhaus in der Berliner Strohe lZS in R c i n i ck e n d o r s- W e st kam es gestern nachmittag, als ein weiblicher Fürsorgezögling entlassen werden sollte und zu diesem Zweck vom Fürsorger abgeholt wurde, zu einer Art Revolte. In einem Saal sür Leichtkranke befanden sich 18 Patientinnen, hivuntcr auch ein ITjährtgcs Mädclzen, das der Fürsorge untersteht. Für gestern nachmittag war nach seiner Wiederherstellung die Ent- lasfung aus dem Frauentrankenhaus angesetzt. Als der Fürsorge- beamte erschien, um da? Mädchen abzuholen, fanden die Kranken- Hausangestellten in den Krankensaal keinen Einlatz. Die Insassen hatten die Tür mit Tischen, Stühlen und Betten verbarrikadiert und führten einen Höllenlärm aus. Die herbeigerufene Polizei schaffte mit Hilfe eines Hydranten wieder Ruhe und übergab das Mädchen der Obhut des Fürsorgebeamtcn. ★ Eine überraschende Aufklärung hat der„R a u b ii.b e r fa l l* auf die 16jährige Kontoristin Elisabeth B.. worüber wir vor einigen Tagen berichteten, gefunden. Gestern vor acht Tagen wurde das Raubdezernat der Kriminalpolizei benachrichtigt, daß im Flur hes Hauses Alte Jokobstraß« 20/21 eine 16jährige Kontoristin über- fallen und ihrer Aktentasche mit 1250 Mark beraubt worden sei. Nach tagelangem Leugnen bequenite sich das Mädchen gestern endlich zu dem Geständnis, daß die Geschichte von A bis Z erfunden war. Die Sechzehnjährige hatte einen Freund, der 18 Jahre zählt und ebenso wie sie in der Lairgestraße wohnt. Dieser junge Mann hatte einen 15jährigen Bruder dem Mädchen mit dem Rade entgegengeschickt, als sie von der Bank kam, und ohne den geringsten Widerstand hatte sie dcy, Jungen die Tasche mit deni G c l d e ausgeliefert. Der Aeltere nahm dann das Geld heraus und warf dann die Tasche von der Brommybrücke in die Spree. Todessprung aus dem 3. Stock. Selbstmorde vor den Ostertagen. Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern nachmittag im Hl o t e l ,Ka i s e r h o f" ab. Aus einem iin 3. Stockwerk des Hotels gelegenen Zi-miner st ü r z t e sich die böjährige Witwe Frieda N ö in- l e r aus der Berliner Straße 27 in Lichterfeld« auf den Hof hinab, wo sie mit zerschmetterten' Gliedern leblos liegen blieb. Das Motiv zu dem Ve rzweif 1 u ngsschri I t ist unbekannt. ★ In seiner La ub e in der Kolonie Ruhlcben verübte der 47sährige Rohrleger Otto Iwan aus der Wipperstraße 23 Selbstmord durch Erhängen. Als die Tat von Angehörigen entdeckt wurde, war der Tod' bereits«ingetreten.— Wirtschaftliche Sorgen trieben den 48jährigen Installateur Johann Köpern ick in den Tod. Als er gestern nachmittag allein in seinem Laden in der Wastciiicr Straße 33 weilte, drohte«r in einem kleinen Raum hinter dem Geschäft die Gashöhne auf. Di« alaviniertc Feuerwehr bemühte sich lange Zeit um den Lebensmüden vergeblich.— Auf dieselbe Weise schied die 40jährige Frau Ida Hoffmann aus der Räuschstraße 73 in Borsigwalde aus dem Leben. Sie wurde von ihrcm heimkehrenden Mann in der gaserfiilltcn Küche t o t aufgejunden. E he z w istig k c!t en find in diesem Falle der Grund zur Tat. Mieter gegen neue Mieterbelastnng. Eine Bertreterversammlung der im Reichs�und Deutscher Mieter Verband Berlin e. B. organisierten Mieter protestierten aus' das Schärfste gegen die neuerdings wieder vom Magistrat geplante Er- höhung der Zuschläge zur Grundvcrmögens- steuer, die eine Neubelastung der Mieterschast um 44 Millionen Mark bedeutet. Wenn jetzt nach der Erhöhung der Werktarise sür Gas, Wasser, Elektrizität und der Tarife sür die Verkehrsmittel aber- mals eine neue Belastung derselben Bevölkerungskreise eintritt, die ohnehin schon in der Verteilung ihres Einkommens aufs höchste an- gespannt sind, so wird dadurch, bei Beibehaltung des jetzigen Lohnniveaus, ein unhaltbarer Zustand geschaffen. Di« Vertretung fordert daher Ablehnung der vom Magistrat vorgeschlagenen Erhöhung der Zuschläge zur Grundvcrmögenssteuer. Mexiko statt Marokko. Wie Onkel und Tante sür den ,/Kalke" Abenteurer als Matrofen suchten. Der achte Vcrhandluvgstag im„Falke". Prozeß wird mit der Verlesung von Protokollen ausgefüllt. Zur Zeil ans See und deshalb nicht erreichbar sind der erste Ossizier K ö l l i n g. der Matrose Knoche, der Heizer Hermann, der treizer hüte(diese sind bereits aus Ihre Aussage« vor dem Untersuchungsrichter vereidigt). Der Steward Fischer ist mit Kapitän Zipplitt verwandt, jedoch nicht im �nne des Gesetzes: denn Frau Zipplitt ist seine Kusine. Fischer ist dos erstemol zur See gefahren, und s e i n e T a n t« hat ihm gesagt: Wir fahren nach Marokko. Vorsitzender: Und was hat Ihr« Tante Ihnen sür«ine Heuer zugesichert?— Zeuge: Darüber hat ineine Tante nicht mit mir gesprochen. Der Zeuge sagt fernor aus, Zipplitt hätte einige junge Leute aus seiner Verwandtschast gefragt, ob sie Lust hätten, mit ihm zur See zu fahren. Er sprach darauf mit Frau Zipplitt und anderen Frauen aus der Verwandtschast, die ihm sagten, in Marokko sei Revolution und Onkel Zipplitl müsse Munikion hinbringen. Er lwtte damals van der Seefahrt gar kein« Ahnung und hat über die Borgänge an Bord nicht nachgedacht. Ucbcr die Vorgänge in Edingen sagt er, die Mannschaft hätte gestreikt, weil die M u» Nition auf den Kohlen lag und befürchtet wurde, der„Falke" könne dadurch in die Lust stiegen. Den Verlaus der Fahrt schildert Fischer genau wie die Müderen Zeugen. Auf See hat Zipplitt ihm gesagt, es gehe nach Las Palmas. Briefe, die er dem Kapitän zur Beförderung übergab, sind nie an die Adresse gekommen. Auch er sollte in Venezuela bleiben, und zwar als Buvsche beim General del Gabo. Bei Negroes Point lagen elf Boote. An Land wurde exerziert. Bor Cumana fragte Zucat, ob der Zeuge mit an Land gehen wolle, um das Mafchinengeivehr auszuprobieren. An. eine Teilnahme an revolutionären Handlungen hat er absolut nicht gedacht. Außerdem habe ihm der Kapitän untersagt, mit an Land zu gehen. Der Kapitän lief mit einem Karabiner auf dem Rücken, die Hand am Riemen, auf der Kommandobrücke hin und her. Kapitän Zipplitt: Das mit dein Karabiner ist eine Phon- tasie des Zeugen.— Steward Fischer: Ich kann das be- schwören.— Rechtsanwalt Dr. L e v i: Haben Sie nachträglich noch mit der Familie Zipplitt verkehrt? Zeuge: Ich habe nur Sachen abgeholt, die ich«och dort hatte.— Die Anzeige des-Kapitäns wegen Diebstahls an Bord richtet sich gegen meinen Bruder Alfons Fischer, der zur Zeit auf See ist. Ich heiße Robert Fischer. Ueber die nicht angekommenen Briese weiß der Angeklagte Zipplitt nichts zu sagen. Der Zeuge erklärt noch, feine Tante Hobe ihm gesagt, er solle den Kapitän nicht joviel fragen, denn er könne die Fragerei nicht leiden.— An Bord ist er eigentlich nicht Steward, sondern Messejunge, also Helfer, gewesen.— Rechtsanwalt Dr. L e v i: Berwechseln Sie vielleicht Marokko mit M e r! k o? Der Zeuge: Nein, meine Tante hat ausdrücklich gesagt Marokko. — Auf Befragen durch Staatsanwalt Rose sagt der Zeuge. Zucal wollte drüben eine Büchfenmacherei einrichten. Ich fragte ihn, ob ich dort irgendwie beschäftigt werden könnt«, imb er sagte damals: Wenn es klappt, ja. So gab ich meine Unterschrist. Der dritte Offizier mrd auch Zipplitt fragten ihn, ob er gern Soldat werden wollte. Er sagte ja. weil«r hoffte, Unteroffizier zu werden. Die Revolution sollte nach seiner Auffassung erst viel später vor sich gehen. Zunächst dachte er nur an eine Ausbildung im Heeresdienst. Es wird dann nochmals der dritte O s s i z i« r Esser vorgerufen und gefragt, ob Zipplitt auf der Brücke einen Karabiner gehabt habe. Er erklärt: Ich habe nichts davon gesehen. Was nach Beginn der Landungsaktion auf der Kommandobrücke geschehen ist, kann ich nicht wissen.— Staatsanwalt Rose stellt dann aus dem Schiffstagebuch fest, daß d«r„Falke" ganz geraden Kurs auf Blanquilla genommen hat. Auf Befragen durch Rechtsanwalt Bachmann sagt der Zeuge Esser noch: Einige Leute haben mich gefragt, ob Gefahr sei, aber ich habe ihnen geantwortet, ihr wißt doch, daß wir mit dem Präsidenten gehen, und der geht doch ganz bestimmt nicht dorthin, wo geschossen wird. Es wird von der Staatsanwaltschaft und von der Verteidigung sodann die V e r le s u n g>d e s Protokolls der Vernehmung des Zeugen Heizer Herzmann beantragt Herzmanns Aussage deckt sich mit denen der übrigen: ebenso ergibt die Verlesung der anderen Protokolle nichts wesentlich Neues. Nach Ablehnung eines Antrags des Verteidigers Dr. Äevi, der die Ladung einer Reihe von Persönlichkeiten aus Port of Spoin (deutscher Konsul usw.) fordert, wird die Verhandlung a u f D i e n s- ta g v e r t o g t. Ueber-120 Tote im Kirchenschiff Die rumänische Ärandkaiastrophe. Costesci, ZV. April. Nach den letzten Meldungen sind von den nnter den Trümmern der niedergebrannten Kirche gefundenen Leichen llv identifiziert worden. Man glaubt. daß sich unter den Trümmern noch etwa lv Tote befinden, deren Persönlichkeit man nicht wird fest- stellen können. Die Kirche wnrd« in weniger als einer Stund« eingeäschert. Die Mehrzahl der Qpfer sind junge Leute und Kinder. Jede Familie von Costesci ist durch die Katastrophe in Trauer verseht worden. Das Dorf bietet einen geradezu tragischen und furchtbaren A n b l i ck. Während des Brandes kam es zu Szenen, die an Wahnsinn grenzten. Gendarmen bemühen sich. Ber- zweiflungsszenen der auf dem Friedhof versammelten Verwandten der Qpfer zu verhindern. Der Minister des Innern und dct Wohlfahrtsminister haben an Ort und Stelle ein Hilfswerk eingeleitet. Die Opfer der Kata- strophc werden morgen in einem gemeinsamen Grabe auf dem Plahe beigeseht werden, auf dem die Kirche stand. Die nächste Ausgabe des. vorwärts" erscheint am Dienstag, dem 22. April, früh. Von Batten angefaNen. Wie ein Arbeitsloser mit seiner Familie Hansen muß. Don einem Leser erhalten wir folgende grauenhafte Schilderung: In dem nördlichen Vorort Niederschönhcnrsen in der Bismarck- strahe 31 bewohnt der Arbeiter I. mit seiner Ehefrau und vier Kindern.im Alter von 4 bis 14 Jahren eine Wohnung, bestehend au« Stube und Küche, im Seiteistlügel des Hauses. Die Familie sind Flüchtlinge aus Aromberg. Der Arbeiter I. ist seit eineinhalb Jahren arbeitslos, die Ehefrau ist in einer größeren Firma als Arbeiterin beschäftigt und kann sich nicht um den Haushalt und die Erziehung ihrer Kinder, wie es erforderlich wäre, bekümwern. Der Austand dieser Wohnung gleicht, einem Stall. Der Fich- boden ist durch, den bekannten, Hausschwcunm zum Teil zerfressen und«s sind 3 bis 4 Löcher im Durchmesser von 25 bis 30 Zentimeter vorhanden. Durch diese Löcher spazieren die Ratten, die sich dort oingemstet haben, ein und aus. Wo sie etwas Genießbares entdecken, wie Brot, Kortoffeln usw., werden diese Lebensmittel fosort angefressen und weggeschleppt. In der Nacht, wenn die Familie in ihren Betten schläft, vollsülhrcn die Rotten rinen un g e h e ur e n Lärm, laufen unk» springen den Schläfern über den Kaps. Ja, c» ist schon wiederholt vorgekommen, daß die Ratten da« jüngst« Kind der Familie angefallen und gebissen haben. Für diese Wohrwng muh im Monat 23 M. Miete gezahlt werden. Wenn nun die abgearbeitete Mutter des Abends von ihrer schweren Arbeit müde nach Haus« kommt, hat sie kein« Ruhe, weil die Ratten ihre Tätigkeit beginnen. Sie ist schon der Verzweiflung nahe und trägt sich mit Selbstmordgedanken. Es ist die höchste Zeit, 9 v0* Esther Gresusn „Aber Frau Fredriksen, ich schwöre Ihnen, daß Sie mich ganz und gar mißverstanden haben. So regen Sie sich doch nicht so furchtbar auf, Frau Fredriksen. So hören Sie doch. Ich wollte mit keiner Silbe andeuten, was Fräulein Hasting — um die handelt es sich doch— vielleicht zu ihnen gesagt haben mag, ich weiß selber nicht rech., was Sie meinen—" „Steckt ihr denn nicht alle unter einer Decke?" „Frau Fredriksen, Sie stehen hier vor einer Behörde." „Ja, ja, ich weiß. Aber die Hasting gehört doch auch zu euch." „Keine Spur, was reden Sie da für Unsinn. Ich habe die Dame in meinem Leben noch nicht gesehen." „Schöne Dame, das! Eine Schlumpe ist sie, die was keinen Mann nicht gekriegt hat."' „Frau Fredriksen, so können Sie hier nicht sprechen." „Aber sie kann sprechen, sie kann reden.zu mir, was sie will. Kommt da in mein ehrliches Haus und wirft mich in einen Topf mit diesem Dreckfink von einer Dyveke, ich sag Ihnen, das Mädel kann eine Hose nicht von der andern unter- scheiden." „Frau Fredriksen!"........... „So lassen Sie doch. Ihr macht da selber nichts gor sv feines, und dann soll unseroiner noch vornehme Redens- arten machen. Und was diese Zeitungsfchlumpe erst von Jensens Marie-Louise erzählt hat, da lachen ja. die Hühner, Herr Richter, dieser Hopfenstange soll er die Ehe versprochen haben! Jh du meine Güte, der hat nen anderen Geschmack. Und die Marie-Louise ist gar nicht seinetwegen ins Wasser, da brauchen Sie nur Lehrer Lund zu fragen—" „Was? Wen?" „Lehrer Lund. Ole Lund. Die ganze Insel weiß,, daß er sich aus ihr nichts gemacht hat� der rannte ja immer nur hinter Kamma Schmitt her, und auf einmal soll die Marie- Louise ausgerechnet wegen Herrn Rift ins Wasser sein. Fragen Sie ihn nur. Oder kennen Sie ihn am Ende gar nicht." „Rein." „Sehen Sie, so sind Sie. Da werden immer nur alle gefragt, die was Schlechtes sagen über den armen Herrn Rist. Aber wenn einer mal nur gutes zu sagen hätte—" „War Lehrer Lund mit Herrn Rist befreundet?" „Und wie. Bücher hat er ihm gebracht und Roten, und immer wieder was vorgelesen." „Gut, daß Sie mir das sagen, Frau Fredriksen, ich werde sicher Herrn Lund auch vorladen lassen. Ole Lund, Lehrer auf Lynö, das stimmt doch? Nun möchte ich aber nur noch eine Frage an Sie richten. Sie sagten vorhin, Sie erinnern sich doch, Herr Rist müsse verrückt sein. Was meinten Sie damit? Wollten Sie damit sagen, daß Sie auch schon vor- her Dinge an Herrn Rist wahrgenommen haben, die Jhnen�— nun, die Ihnen eben nicht ganz geheuer schienen. Daß Herr Rist vielleicht nicht ganz und gar so ist, wie wir alle, und—" „Ach, du grundgütiger Himmel, jetzt wollt ihr ihn mir gar noch ins Irrenhaus sperren, so wie Knud Hansen von der alten Mühle. Nein, nein, das sag ich gleich, daraus wird nichts, dazu gibt die alte Mette nicht ihre Hand her. Herr Rist ist gesund, Herr Rift ist nicht wahnsinnig, schreiben Sie das nur ordentlich auf, Fräulein Nielsen, Herr Rist ist fo klar bei Verstand wie nur irgendeiner." Kgl. Amtsgericht Sandrup, 30. Juni 1929. „ gez. Mette Fredriksen. H. G. Iakobsen. Prr>ioko1l aufgenommen mit Doktor Karl ilrnrlk Mauke.(Der Zeuge suchte, selbst um seine Einoernahme an.) „Herr Iakobsen. ich hatte mir eigentlich geschworen. diesen Raum nicht wieder freiwillig zu betreten. Aber es gibt' Umstände"— „Zur Sache bitte, Doktor Manie." „Sie reden mit mir, als ob ich etwas auf dem Kerbholz hätte und nicht, wie man mit einem Akademiker spricht. Ich habe schonTetztesmal bemerkt, 5)err Iakobsen, daß Sie wenig geneigt sind, mir Glauben zu schenken. Leider Gottes, kann ich nur sagen! Denn wenn der' Stunk auf unserer Insel kein Ende nimmt, wenn man ganz Lynö. eines Tages zu- fammenpacken und in eine Neroenklinik schicken kann, so sind Sie, nur Sie ollein schuld. Herr Iakobsen. Ich aber werde mir das nicht länger gefallen lassen. Ich werde Klage erheben bei Ihrer vorgesetzten Behörde. Ich werde, ich werde—" „Tun Sie das doch sofort, Doktor Manke. Und wenn Sie im übrigen gekommen sind, um mich zu beschimpfen—" „Ach was, werden Sie mir jetzt nicht gleich wieder emp- findlich. Um Sie handelt es sich gar nicht. Die Sache ist die: Das Frauenzimmer muß weg, die Kanaille muß ver- schwinden, sonst passiert ein Malheur, sonst geschieht«in Ber- brechen, jawoh ein Verbrechen, Richter Iakobsen, und da werden Sie nicht erst lange nach Zeugen suchen müssen, denn ich sage Ihnen gleich, ich erwürge diese Person, ich, ich Karl Henrik Manke—" „Um Gottes willen, von wem reden Sie denn da?" „Haben Sie heute schon Dagens Ryheder gelesen?" „Nein."' „Dann sehen Sie mal her, dann will ich Ihnen etwas zeigen. Lesen Sie mal. Wissen Sie. wer das ist, die Drei- zehnjährige, die da das Köpfchen in den Schoß legt? Na, ich werde es Ihnen gleich sagen. Meine Betten ist das. meine älteste, diese vermaledeite Range. Muß doch überall dabei sein, der Fratz. Und da kommt dann noch diese unverschämte Vettel— ich erwürg sie, wenn Sie mir noch einmal unter die Augen kommt— und nimmt das Kind beiseite, und dann geht? Liebchen und Schätzchen und hast du nicht und weißt du nicht, und willst du mir deinen Schmerz nicht anver- trauen: sehen Sie nur her, da steht» ja vom Schmerz und das Mädel, Gott wie halt fo ein Mädel einmal ist, da» denkt sich, da komm ich vielleicht auch noch zum Gericht, das ist jetzt nämlich das feinste auf Lynö, und erzählt irgendeine blödsinnige Geschichte von Friedhof und Küssen, und daß er sie gar nicht wieder loslassen wollte— greifen Sie ein, Iakobsen. greifen Hie rechtzeitig ein', ich erwürge die Person—" „Halt,. halt, Doktor Manke, nicht sa geschwind. Wenn ich Sie recht verstehe, so vermuten Sie. daß mit der. Drei- zehnjährigen Ihre Tochter gemeint ist?" „Was heißt vermuten? Was sind das für juridische Spitz- findigkeiten? Ich weiß es. Die Vettel ist doch auch zu mir gekommen. Ich soll sofort die Anzeige machen. Die Treppe Hab ich sie ruutergeschmissen." «Und Ihre Tochter?"(Forksetzung folgt.) daß dwsen imßöttJxtrm Zuständen EmhaN geiboten wird und daß die Behörden im Interesse der V o l k s g e s u n d h c i t einsetzen und mit Energie schnellstens diese Mihstaiche beseitigen. Der Herr Hrrusdesitzee. Mitglied des E t a h l h e l m s, sagte dem' Mieter, er solle doch ausziehen, wenn ihm die Wohnung nicht gefalle. Ltm die Kreiflächenausweifung. IieichSgerichtsurteil allen Behörden zugeleitet Der Magistrat hat in seiner letzten Sitzung nach eingehendem Vortrag über das Urteil des Reichsgerichts bezüglich der Entschädigungspflicht bei Areiflächenaus. Weisungen beschlossen, das Urleil den Reichs- und Staats- behörden zuzuleiten, damit diese durch geeignete Maßnahmen die sür die Gemeinden aus dem Urteil entstehenden Schäden abwenden. Auch dem Slädtetag wird das Urteil zur Stellungnahme zugeleitet. Innerhalb der Eiadiverwaltung wird die Wohnungs- und Siedlungsdeputation mrter Hinzuziehung der Bürger- mcister Dr. Herz, Simbritzki uich des Stadtrats Rieß ebenfalls zu dem Urteil beschleunigt Stellung nehmen. Briefe, die man nicht schreiben soll. Aus der Praxis der AbzahlungSgeschäfle. zwecke und sportliche Hochleistungen in Frage.' freie Sozialistische Hochschule Sonnabend, den 26, April, lO1? Uhr, im Plenarsaal des ehemaligen Herrcnhanses, Leipziger Straße 5 Vortrag des Genossen Prot. Dr. Hugo Sinzhciraer-Frankfuria.M über ..cer mensch im neuen Arnestsrecht" Karten zum Preise von 50 Pf.(einschl. Garderobe) sind an folgenden Stellen zu haben: Büro des Bezlrksbildungsausschusscs, Lindenstr 3, 2. Hof links, ZTrepren; Arbeiterjugend Groß-Berlin. Lindenstr. 3, 2 Hof links, 2 Treppen; Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2; Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Deutscher Holzarbeiter-Verband, Am Köllnischen Park 2 u. Rungestr 30; Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Ritterstraße Ecke Luisenufer; Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25: Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker. Drcibundstr.5; Zentralverband der Angestellten, Hedemannstraße 12; Verlagsgcscllschaft des ADGB-, Abteilung Sortiment. Inselstr. Ca; Fraucnsekrctariat der SPD., Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppen; Bezirksausschuß für Arbeiterwoblfahrt, Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Trepp.; Geschäftsstelle d. Touristen Vereins„Naturfreunde", Johannisstr. 15; und an der Abendkasse. Unterstützung noch ein Selbstanschlußamt Oberbaum erhält. Ferner sind die Umstellungsarbeiten beim Amt Köpenick in An- griff genommen. Die einzelnen Termin« der Bctriebsaufnahme stehen noch nicht fest, da sich die Abwicklung der Bauarbeiten, nicht überblicken läßt. Augenblicklich besitzt die Reichshauptstadt 28 Selbstanschlußämter, deren Zahl sich End« des Jahres auf 36 erhöhen wird. Urlaub des Rürgxrmcisters. Bürgermeister S ch a l tz ist vom 23. April bis 25. Mai beurlaubt. Die Vertretung des Bürger- Meisters übernimmt Stadtrat Wntzky, der seinerseits im Be- hinderungsfalle vag Stadtbaurat Hahn vertreten wird. Die Ver- trctung des Bürgermeisters' im Dezernat für Kunst und Bildung und in Finanzsachen übernimmt der Stadtsyndikus Dr. Lange. keine Ädrlängcrung der Möbelausstellung«Sglich. Trotz eines von Tag zu Tag steigenden Besuches muß die M ö b e b- u iflv Einrichtung s f'ch a u in den Funktunnhallen am tominendcn Dienstag, dem 22. April, ihre Psortcn unwiderruflich schließe», da eine Verlängerung im Hinblick auf die Aarbereitunasarbeiten für die bereits am 23. Mai beginnende große Sommerschau„A lies Berlin" ausgeschlossen ist. Die ivtöbelschnu ist bis zu ihrem Schluß auch an den Feiertagen täglich von 10 bis 20 llhr geöffnet. Der verband für Freidenkerlum und Feuerbestattung E. v. feiert in diesem Monat sein 25jähriges Bestehen. Seine söllig« Generalversammlung hält er vom 26. bis 2». April in Berlin (ehemüliges Herrenhaus) ab. Ein künstlerisch ausgestalteter Abend findet am 26. April,»in 20 Uhr, in der„Neuen Welt" in der Hafen- Heide statt. Unter Mitwirkung des Berliner Sinfonieorchesters, des Gesangvereins„Fichte-Georginia, des Doppelquar- t e t t s des Verbandes, des Boritonsängers D r i s s e n und der Rezitatoren Tyndall(Wien) und Sief sahn gelangen neben dem großen nielodramatischei» Werk„Eiserne Welt" eine Reihe musikalischer Schöpslingen. wie �Siegreich fliegt unser Banner", ..Die Kirche",„Kampflied" usw. erstmalig zur Aufführung. Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Musikdirektor Wilhelm Knöchel. Zahresversammlung des hilfsvereins der Juden. Aus den Be- richten, die in der Jahresversammlung des Hilfsvereins gegeben wurden, ging hervor, daß man im letzten Jahre aus alleck Gebieten mit verstärkter Intensität gearbeitet hat. Durch die traurige Wirt- schastslag« wurde der Bercin besonders stark in Anspruch genommen. Auch auf seinem Spezialgebiet, der jüdischen Auswanderung nach Uebersee, konnte der Verein erfreuliche Resultate erzielen. Im An- schlnß an die Geschäfts- und Tätigkeitsberichte sprach Dr. Ernst Feder über„P o l i t i k u n d H u m a» i t ä t". Er entwickelte dabei die bekannten Gedankengänge, wie sie». a. Lessing in seinem „Nathan" verkörpert hat. Dr. Feders Ausführungen entbehrten im Hinblick auf die allgemeine politische Lage nicht einer gewissen Aktualität: sie wurden beifällig ausgenonnnen. Schulsragen in der verwallungsakademie Berlin. Im konunen- den Sammersemester wird an der Vsrwaltungsakademie Berlin Stadtschuirat Genosse N n d a h l eine Vorlesung über Fragen des Schulverwaltunosrechts(Konoersotoriuni zugleich Besprechung der im Winterseniestcr behandelten Themen) abhalten. Zwe>i Stunden vierzehntäglich. Mittwochs von 17 bis 19 Uhr. Beginn: 28 April 1930 in der Universität(Hörsaal 150). Windhundrennen. Nach regem Wintertraining wird der Wind- hundverband am Montag, dem 2. Osterseiertag, um 3 Uhr nach- mittags die Eröffnungsrennen aus seiner eigene» Rennbahn zu Niederschönhausen, Bismarckstr. 44, abhalten. Im Jnslitul sür Sexualwisjenschast. I» den Zeiten 10, beginnt am Mittwoch, dem 23. April, 20 Uhr, ein neuer sexualwijscnichost- lichcr Kursus, der sechs Atzen de umfaßt. Es�wcrde?? u. a. behandelt: Innere Sekretion und Entwicklungsaller: Schrift als sexuelle Aus- druckssorin: Sadismus und andere Triebabwcichungen: Ssxuäl- strafrecht. Die Kosten sür den ganzen Kursus betragen 2,50 M. Nähere Auskunft und Karlen sind im Büro des Instituts, Beethoven- straße 3, zu-Izabcn. Im Dienste des„Vorwärts". Die Leiterin der„Vorwärt»"- Ausgabestelle Berlin, Steglitzer Str. 37, Genossin August« St a l pma n n. begeht an! heutigen Tage ihr 25jähr!gcs Dienst- jubiläuni. Wir gratulieren! cfiro? führt ab, es wirkt sehr & fSpS) milde, versuch es, und wislSrDu bist im Bild« ZUM SCHULANFANG I Mädchen-Kleider a. Baiderwand, mod., römische Streifen, reiz. 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Zahlreicher Besuch wird erwartet. vanneratag. den 24. April, nachm. b Ahr« in» total nau Gustan Greifen- derper»»itirrftraka&9(Meßpaiaft) Versammlung der Sold- und silberschmiede Tagesordnung 1. Neuwah! der Branchenleitung. S. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Verjaw.miung zu erscheinen. vonuerrtog, ben 24.«»r»t, »bd». 2 Ahr. int Cofal MoNsihtdgor, «vaibertstrohe 21 Branchen- Versammlung der orahtarbeiter Tagesordnung: t DieAu-w:�ng des Äikordabsommens. 2. 3. l. Mai. Zahlreicher Besuch wind erwartet. Versammlung sämtlich er In denSlempcJbclrlr.bca bcschättigtcn Gr.vcnrc, besonder* die von den Firmen Bernerl, Char- loUenborg, Ancrbacfa. GrOnancr Strahn, Thie'e, Miehaelktrdistrahe, B. Kahler, Wasserlorstrahe, Krebs. Blnmenatrahc, Tb. Kaiser, Char- lottcnstrahc Tagesordnung 1. Lohn» und Bcrufsfragcn im Gewerbe 2. Diskusston. Ahe Kollegen werden ersucht, b�timmt zu erscheine». > vonoerotag. den 24.«prN. odends T Ahr. ImtSewrrtichottnHonn, Engel- nter 24 26 tSrohrr Soot) Branenan- Versammlung der Rehneger und Heiter Tagesordnung, 1. Verbands- und Bronchenangelegen» detten. 2. Verschiedenes. Mllgliedsbuch legUimieri. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Spielplsn unserer Snlkorobteilnog. Z» ber»ach« now 22. bis Zck.April: l. Der tanzende Tou . 2. Mary macht eine Hochzeitsreise S. Die deutsche Apolhete. Zu her Woche nom 28. Svrll bis 4. Ztzai: t. Mein Feld ist die Welt. 2. SStntt einer eine Reise macht. 3. Technischer Film. Z» der Woche»n« ff. bis 1s. Mai: l. Blutschande ?. Ku oiel Dunst Z. Technischer Film. Anfragen wegen lleborlaffung und Beiuch der Adteiiung sind telkphonisch oder schrittlich an d>e Kultnradteilung sBtiro: Lioienftratze 8S 86. Zimmer 20> zu richten.' i Unlere'KuIturabteitung bleibt am Mon. lag. dem lll April. außerdem am Dop' nerstag. dem t. Mai. geschloffen. Nie Ortsverwaltuug. KIeüllsFVöltiisIi-lZesöllscIlsst IlZibi. Zilsieij Kommundsnfenstr. 80-81, 1'Fseppa.» Nähe Dönhoffplzf? 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Bitte um kostenlose Zuscndurg Ihres KatalogesNr. 33 Name:___________ Ort:______ Nr. 155* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Gonniag, 20. April 19Z0 Zum 1. Mai-1930. An die Arbeiter atter Länder! Dos Büro der SW> richtet folgenden Zlufruf an die Arbeiterschaft: Vierzig Jahre sind oerflofsen, seit die Arbeiterklasie zum ersten- mal ihren internationalen Festtag gefeiert. Gewalkig sind die Er- nberungen, die der Sozialismus in diesen vier J>ihrzehnten gemacht bat. entscheidend ist die Stellung und Lage der Arbeiterschast" in der Gesellschaft geändert morden, ttttm'cr näher rückt die Zeit heran. da der Sozialismus die Mehrheit im Palkc erobert haben und dos Leben oller Werktätigen im Sinne seiner Prinzipien umgestalten wird. Angesichts der outzerordentlichen Fortichritie, die wir bei der Pe- trachtung des historischen GesanUprozesse- wahrnehmen, verkennen mir keineswegs, daß die internationale Neoktinn sich von ihrer Niederlage im stsefoige des Weltkrieges erholt hat und sich anschickt, einen Teil der Eroberungen der Arbeiterklasse rückgängig zu machen. Ire drei Gestalte» tritt der Arbeiterklasse vor allem der Fciad eatgcgen: Faschismus, �ricgshedc und soziale Reaktion unternehmen immer von neuem den Versuch, die Arbeiterklasse zurückzuwerfen. Die Herrschaft der Diktatur, das Reich des weihen Schreckens hat zwei schwere Niederlagen erlitten: der spanische Diktator, Primo de Rwera, und der blutgierige Herr von Litauen, Woldeniaras, sind gefallen. Aber noch kämpfen in Spanien wie. in Litauen die alten oligarchischen Gewalten gegen die junge mifftrebendc Demo- kratie, noch steht in beiden Ländern die Arbeiterklasse in schwere!» »ampf, die Fortsetzung des Systems der Diktatur zu verhindern, den Sieg der demokratischen Kräste ZU vollenden und zu sichern. Geht in diesen Ländern der Kamps darum, die Demokratie zu erobern und die Desentive des Faschismus zu brechen, so gllt es in anderen, die Demokratie zu behaupten, die O s f e n s i v c des Faschismus abzuwehren. Mit leidenschaftlicher'Altteilnahme und brüderlicher»Solidarität haben die Arbeirer aller Länder die Helden- hosten Abwehrkämpso verfolgt, die die Proletarier Oesterreichs und Polens gegen den Ansturm des Faschismus geführt haben. In Oesterreich ist der Hauptangrifs der Heiznehran. gegen die demokratische Verfassung gescheitert, ober es ist noch nicht gelungen, die innere Abrüstung durchzusetzen, die Gefahr blutiger Zusammenstöße und die'Notwendigkeil, die sozialen Errungenschaften un- ermüdlich zu verteidigen, bestehen weiter. In Polen ist die erste Attacke Pilsudskis gescheitert, aber noch ist die endgültige Entscheidung nicht gefallen, noch ist die Oberstenetique am Ruder, die den Kamps regen die Demokratie fortführt. Noch bedarf es der werktätigen Solidarität der Arbeiter aller Länder für ihre Klaifengeuosfen, die in unmittelbarem Kampfe gegen die faschistischen Gewalten stchen. Mit grwster Freude Hut das internationulc sozio- liftistche Proletariat erfahren, das, ein großer Schritt zur Einigung der sozialistischen tträfte Italiens bc- vorsteht. Dir Vereinigung der beiden solang« durch Bruderzwist getrennten sozialistischen Parteien Italiens bedeutet eine verheißungsvolle Steigerung der Äampffäliigkeit- gegen den gefährlichsten Feind der Arbeiter aller Länder, gegen das Zentrum der Angriffe auf die Demokratie, gegen den blutbefleckten Faschismus Italiens. Darum senden wir am 1. Mai den Arbeitern in allen Ländern de/ Diktatur unseren Gruß und geloben den Opfern ihrer Aeber. -eaunci. mögen sie in den Kerkern cilauens. aus den Znsein Mussolinis oder in einer anderen Hölle schmachten, zu der die Diktatoren ihre Opser verdammen, unsere werktätioe Solidarität! Darum danken wir am l. Mai den Sozialisten der vom Faschis- miis bedrohten Länder für den Mut und für die Entschlossenheit, mit dar sie sich den Feinden der Demokratie und des Sozialismus cntgeoengestellt haben!' Darum demonstrieren wir am 1. Mai: Gegen Faschismus und Diktatur! Für die Befreiung aller politischen Gefangenen! Für Freiheit und Demokratie! Arbeiter aller Länder! Der Verlauf der Londoner Verhandlungen überdie Seeobrüstung hat neuerlich bewiesen, daß der Faschismus nicht nur der Todfeind der Arbeiterklasse, sondern auch der Feind aller Friedens-, oller Abrüstungsbcstrebungen ist. Aber zugleich mit der faschistischen Regierung I t a l i e n s. stellt sich auch die reaktionäre Regierung Frankreichs den Bemühungen der britischen Arbeiterregierung entgegen,. eine Herabsetzung der Rüstungen zur See zu erzielen und damit den Weg für die allgemeine Abrüstung aller Länder frei zu machen, während Japan und die Vereinigten Staaten nur eine Begrenzung der Aufrüstung, nicht aber eine.Herabsetzung der Rüstungen anzunehmen bereit sind. Tie dänische Arbeiterklasse stößt in ihrem Kampf für die Abrüstimg ibrcs Landes auf den Widerstand der Reaktion. Mit unwiderleglicher Klarheit zeigt sich damit, daß die Reaklion nicht willens ist, die feierlichen Abrüstungsversprechen, die im Angesicht der Wirlungen des Krieges aus Furcht vor dem. Proletariat in den ersten Nochkriegsjohnm gemacht wurden, zu erfüllen Rur die Arbciterregieningen kämpfen unentwegt für ein« wirkliche Abrüstung oller Länder, nur das internationale' Proletariat«st die Kraft, die der Welt Frieden und Abrüstung zu bringen vermag. Darum grüße» wir am 1. Niai die Vertrauensmänner des britischen Proletariats, die an der Spitz« des Kämpfes für Frieden und Abrüstung stehen! Darum grüßen wir am k. Mai die Sozialisten Dänemarks, die sich anschicken, die'Abrüstung ihres Landes durchzuführen! Darum demonstrieren wir am 1. Mai: Gegen daS Wettrüsten und gegen den Militarismus! Für die Abrüstung und für den Frieden! Arbeiter aller Länder! Eine schwere internationale Wirtschaftskrise hat Millionen von Arbeitern aus den Betrieben geworren und dem mrchtliarste» Elend überantwortet. So überwälzt die lapitolistilche Gesellschaft die Kosten der Rationalisierung, die Folgen toller Barsen- spekulationen auf die Arbeiter aller Länder. Zugleich aber wehrt sich die soziale Reaktion gegen die Ratifikation des Washingtoner A ch t st u n d c n t a g s o b k o m m e n s, sucht sie den Arbeitslosen das kärgliche Brot der Arbeitslos numterstützuug zu rauben, durch Angriffe auf die Koalitionsfreiheit die gewerkschaftliche Kraft der Arbeiter zu schwächen. Darum gedenken wir am 1. Mai der Millionen Arbeitsloser. die den, Hunger ausgeliefert sind, und geloben, in dem Komps für diese Opfer der kapitalistischen Gesellschaft niemals zu erlahmen! Darum ieudeit mir den Arbeitern Deutschlands, die gegenwärtig im Vardertreffen des Kampfes für die Verteidigung der Rechte der Arbeitslosen stehen, uirseren Gruß! Darum demonstrieren wir am 1. Mai: Gegen hie fozialc Reaktion! Für die Ratifikatwn des Washingtoner Abkommens! Für Arbeit und Brot für die Arbeitslosen! Für die volle Koalitionsfreiheit der Arbeiter! Arbeiter atter Länder! Mit schwerster Sorge erfüllt olle, sozialistisch Fühlenden das S ch i ck s o l d e r russischen Revolution. Die bolschewistische Diktatur ist in immer schärferen Gegensatz zur Bauernschoit geraten und legt der Arbeiterklasse, in deren Namen sie regiert, immer schwerere Opser all ihren Rechren und in ihrer Lebeiwhnltung aus. Indern sie sich die beide» trageirderi Klassen der russischen Revolution enrsrcmdcl und gleichzeitig durch ihre Spaltungspolitik die internationale Arbeiterbewegung schwächt, steigert sie die Angriffslust der snternätionolcn imperialiftischeu Reaktion, beschwart sie die 13 e- f ah r der Konterrevolution in Ruhland herauf, die «ine Katastrophe für den gesamten internationalen und proletari- schon Befreiungskampf siir den Frieden und die Demokratie in der ganzen West bedeuten würde. Darum grüßen wir die sozialistischen Arbeiter Rußlands in ihrem Bemühen, die große russische Revolution durch die Demokrati- sierung des Sowjetstaates vor den drohenden konterrevolutionären Gefahren zu retten und damit zugleich die Grundlage zur Wiederherstellung der Einheit der internationalen proletarischen Klassen- bewegung zu schaffen. Darum demonstrieren wir am 1. Mai: Für die Rettung der rusfischcn Revolution vor der ihr drohenden konterrevolutionären Gefahr! Die weltgeschichtlichen Bewegungen, in denen die unterdrückten Völker Asiens und Afrikas um ihre Gleichberechtigung ringen, finden eben jetzt in großen Demonstrationen ihren Ausdruck. Im Sinne unseres großen Maigedankens rufen wir die Arbeiter- Massen in den Ländern neuentwickcllcr Industrie au», sich international mit den Arbeitern, die bereits vier Jahrzehnte organisierter Kämpfe Himer sich haben, zu verbrüdern. Darum grüßen wir am 1. Mai die Arbeiter in allen Ländern, die mit uns noch nicht organisatorisch verbunden sind! Darum demonstrieren wir am l. Mai dafür, daß unter der Fahne der Sozialistischen Arveiter-Iiiternational« sich alle sammeln, die köinpfen wollen: Gegen den Bruderzwist in der Arbeiterschaft! Für die sozialistische Einigung der proletarischen Massenbewegung! Gegen den FaschiSlnus! Für die Demokratie? Gegen daS Wettrüsten! Für Frieden und Ab- rüstung! Gegen die soziale Reaktion! Für den Sozialismus! Zürich, im April IS.Zll. Das Bureau der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. «-* ch Tagungen der SAL. Vom 5. bis 13. Mai werden in Berlin eine Reihe Differenzen der Sozialistischen Arbeiter-Internationale stottsindeii. Vom 11. bis 1?. Mai: tagt die Exekutive der EAI. unter dem Vorsitz von Vandervetde(Belgien). Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildet die allgemeine politische Lage, wobei insbesondere der Stand des Abrüstungsproblems nach der Londoner Seeabrüstungskonferenz und die Lage in Rußland zur Behandlung kommen sollen. Weiter der„Achtstundentag" und das„Asylrecht". Die Exekutive wird sich auch mit zahlreichen organifatorische» Fragen sowie der Neurege- lung des Beitragssystems der angeschlossene» Parteien beschäftigen und ferner über Zeit und Ort der Abhaltung des nächsten intcr- nationalen Kongresses beraten. Der Tagung der Exekutive geht eine Sitzung des Büros der SAJ. am Iii. Mai zur Verbreiterung ihrer Derhmidlungen voran. Ferner werden in der Zeit vom 5. bis 10. Mai mehrere Rom- uiifsioncn tagen, so die A b r ü st u n g s k o m m i s f i o n der SAJ., die am 7. Mai zusammentritt. Im Zusammenhang mit der Tagimg wird am 12. Mai ein- große Aiassenversammlung der Berliner Arbeiterschast stattfinden, bei der Redner der Internationale das Wort ergreifen werden. Abonniert den„Vorwärts", das Blait der Kopf- und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen der Arbeiterschaft rückhaltlos und zielklar vertritt, das ist der „Vorwärts". Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist, der holt diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den„Vorwärts"(und die Abendausgabe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeil" und„Kindersreund", foroic den Beilagen„Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme".„Technik", „Blick in die Büchcrwclt" und„Fygend-Vorwärts" in Grqtz- Berlin täglich frei ins Haus. (Monatlich 3,60 Mk., wöchentlich 83 Pf.) Name: Wohnung: -Straße Nr.- Hof— Ouergeb.— Seilcnfl.— Tr. links— rechts 'Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„Vorwärts", Berlin SW öS. Lindenstratze 3. Aparte MM- Hleiöer ans elegaoten, modern bedruckt n neuen Stoffen, mit schön. Kragen-« prarnilur, weit geschnittenem Glockenrock, Bindegürtel, modern. Acrmel, in vielen JFarben u. Mustern und all. 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APRIL/ VON 10—20 UHR GEÖFFNET V�?-THEATER Direktion Dr. Robert itleln Ceaisehfcs Rflnstler-Theai. Barbarossa 3037 S'.a Uvr Sei Appeal Unhe. v. fmkrik Lmsiii» bg'w: hnivUnioiga Alkeil Easserman», Madv Cbrlsiians Berüser Kieaiet Dönhoff 170 t Uhr Ende g 16V« Uhi Hur bis ktoBontag JEins, 2W8i. diel" von Fram Molnai Bit Mai Palteebeia. Vnt»; Souper Mi'twpch, den 23 abends 7v» Uhr Zum i. Male ler logt tssdtiler! Philharmonie 1. a.». gtttr.'eieriag 1 V- Uhr KONZERT desPhilhaim Oreh Virig. Prot. I. Prüver Elniriit t.-. M. Frankfurter Alfas 313.314 Sonnebend, 19. bis Montag, 21. April Das Mkk Osterfestprooramffl! Düster Keaton i.»einem gröfct Filnierfolg *>* üb» CASHiO-THEÄTEß 8,4 uhi _ uothrinRcr Strakc 37_ Nur noch bis SO. April Oer wahre Jakob Zons er«lag, den t. Mai znm 1. Male Die Beriiner Potse Rentler Mudicke Q u i& c n e i n iflr I— 4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M.. ionstice Preiser Parkett u. Ranff o.Rfl M. «— i Direktion: Or. Martin Zickel qjgm Komische Oper Fnodruhstr.l 04. Merkur 1401,4336. Täglich SV« Uhr Wasser hat Balken I Majestät tässt bitten Auf der bUmes 1. Fünf Couni del Ray, die große Dajnen'Lufiattrakiion. 2. Zehn Grell'«, die luftigen Accor- deon-Matrokep. 9. Breka mit»einen weltberühmten Wunderbären. lugendliche haben Zutritt 1 Beginn Wochentag» S.e-d. Festtagen 3 Uhr Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus f ncdrichstr. 25b. Bergmann 2922/23. 8»j Uhr; Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in ueiaen Häusern ab 10 Uhr ununtarbrochen. Kleines ineat. Merkur 1624 Täglich«'b Uhr Gastspiel Gisela Werbcxtrk in Meyet'i leiJifwe Schwank von.Frllz FrisilnuM-fieiirliii Lessinji-Theater Vtltedanu 2791 o.0t«( Täglich »V, Ubi Flamme mit K&te Dorsdi Franz Lad er er RICHARD TRÜBER Wj(hm SplÜhU- DPS LOCKENDE ZIEL /iß* MiJtoUw, t/15 yi5 CJK Hotel FYrFk|�inrBerlin £i|onilim. Curt tl»thn»r HRHi#\ VlF I 4b#|\J I aat Anhalter Bahnhot Größtes Hotel des Kontinents 600 Zimmer/ 600 Betten- Zimmer von Mark 8.— an(ntclualvo (keine Zuschläge, keine Prozente)' SItrfläehe lOr c». 2000 Personen Sehenswürdigkeit Berlins Russisch'Römische Bäder/ Heilbäder direkter Zugang vom Hotelilmrner pr. Dr. Nirtlii Zickel Komiscne Oper Priedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8>.< Uhr Majestät läßt bitten.. Musik von Walter Kollo. uistspieinaus Friedrichsir. 236. Sergmqon 2622/23 Täglich 8'«- Uhr Qeschaflmll Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfcld Ein 2. Preis M. 70,- Ein 3. Preis M- 30,— RBsideaz-Iheatfi Kiinsil. Leitung Geatoa ttrloe Täglich 8"t Uhr Au beidn OstirlslirtajH 4 und A>.« Uhr £i$rieke (undliuUiB. tui'.D« Pr. Theater am SdiiHbauerdamm Qasuplel d. Kleinen Theaters S'e Uhr Madame hat Ausgang », Wiew«. Will!]!!, IvBYjki Vorvcrk unonierbr. Norden 281 U.Nll ihre Kochhunsi kommt ans Tagesiicht 'lilesermunile-rreistiirFisGiigericiite! Es gibt eine Menge guter einfacher Seefischgariohte. die leider nur darjonige kennt, der sie erfanden bau Wir wollen dia besten, bisher nicht allgemein bekannten Rezepte prämiieren. Sehr gesucht sind auch Fisehgerichto, die die arbeitende BevulKorung aufgewlmrt an der Arbaitastätte genießen kann. Wir suchen für solche Fischgerichte aber auch die besten Namen, dia auf Wasermiinde hinweisen müssen. A) Für das beste Flschgaricht; B) Für den besten Namen: Ein 1. Preis,... M. 1Ö0,— Ein 1. Preis M. 100, .... m. loo,— BHmm Kill H. Preis..., M. 50,— Fünf Preise ä>l.20.— M. 100,— Kehn Preis««M IO,-- M. 100.- Sdehn Preise» M. 6,— H. 60,— Hie Beteiligung an diesem Wettbewerb steht jedannaun frei sowohl um den Preis für liezspte eis such für Namen. In jedem Falle darf aber nicht mehr aU ein ßeeept bez-.v. ein Name eingesandt werde«. Pie Einsendung bat an uns bit»unj t. Juni 1030 c« erfolgen. Die Entscheitfang des Preisgeriobts Igt endgültig und eehließt jeden Bechtifweg aas. �Ue Rechte an den prHmiiertea Rerepten be»w. Kamen geben. auf uns über j)ie«iaht prümiierten Einaendungen werden in keinem Falle surückgeeandt Die Zuteilung der Preise erfolgt im Reisein eines Notar»- Die Namen der Preisträger worden durch die Presse bekanntgegeben.— Dee Preisgericht besteht unter unserem Vorsru aus je einem Vertreter der runnverwaii nft d. sianl PumereUBlaDi wesermdaae des Damplsee isdierePTereio« Oalerwsier, Weser mOBde der W.serinflnder Neues en.«mrimien. MretermdMe eines WnneiHftnaisdien Banstreaenvanini Marktverwaltung des staatl. Fischereihafens Wesermünde Fischereihafen-Befriebsgenoseenschaft 1950 �Tvfach vielen Wochen harter U V Arbeit und heißen Bemühens� ist nun- diesmal später als je- das Osterfest da. Ein paar Tage des Ausruhens- ein paar Stunden behaglichen Verweileas in Feststimmung Die wollen wir nicht stören, und wir verzichten deshalb heute darauf, ihnen irgend welche An> geböte zu machen. Wir bringen Ihnen statt dessen eine ganz kleine Auslese aus den unzählig vielen Briefen, die uns auf unsere Anregung hin zugegangen sind, und wir hoffen, daß auch Sie der gleichen Ansicht sind, die in diesen Briefen zum Ausdruck Kommt. Draußen grQnt's und biuht's, Auf ein paar Tage wenigstens ist Frieden und Freude die Losung. Doppelt schön, sie zu genießen im Gefühl, seine Pflicht erfüllt zu haben, zur Zufriedenheit derer. > denen alles Mühen gilt Auf Wiederlesen am nächsten Sonntag! Wir wünschen Ihnen recht Fröhliche Osternl Sab Godesberg, den 23.3. 30. Zw Frühjahr 1926 taufte Ich mir bei Ihnen einen prachtvollen Mantel zum Spott. preise von 24 Mark. Als ich damit nach Hause kam, meinte meine Mutter lächelnd: „Na. da» wird was Rechtes seinl' Und es war wirtlich«was Rechtes' und Noch dazu was sehr Schöne», denn diesen Mantel trage ich heute noch und bin sogar recht stolz damit, weil' ich weih, daß er mich vorzüglich kleidet und meine Bekannten mci« vcn..neuen' Mantel bewundern. OOR™uk>lO ESSEN DUISBURG. MAGDEBURG FRANKFURT'Ym mit ich s zufriei !f"> Frau den ir preis! erhalten bin ich überzeuj ich in Iuku! liche Klei! nur t Ihre Auch ich habe schon viel von Ihren Sache getragen, soweit ich es nicht selbst gemacht habe, und war immer zufrieden. Da ich speziell Hosenmaßschneider bin. war es mir nicht möglich, direkte Maßkleidung zu tragen, zumal der Arbeitslohn für einen Maßanzug höher liegt, wir ich den ganzen Anzug bei Ihnen kaufte, und ebensolange ge. halten hat. hat man noch den Borteil, öfter was Neues anziehen zu können. F.».. H. Mit besonderer G.& A.• Seite. Trier, den 24. 3. 30. Freud« lese ich Ihre Neukölln, den 26. Mörz 1930. »Was mir an Ihrer Annonre gefällt', will ich Ihnen wunschgemäß mitteilen: Sie versprechen nicht mehr, als Sie wirk- lich halten können. Das habe ich zu meiner Freude feststellen können, als ich mit meinem 17jährigen Sohn im vergangenen Jahre mit 130 Mark losfuhr, um«inen Anzug zu kaufen. Durch Ihre Anzeigen neugierig gemacht. fuhr ich mit der U-Bahn in Ihr Heschäst Chausseestraße. Dort kaufte ich mit dem Geldc. das ich sonst für einen Anzug anlegen mußte, zwei Anzüge: blau Kammgarn. Preis 49 und 59 Mark. Mit der Qual, tat bin ich durchaus zufrieden. O.... O...... Schade, daß es bei uns in Trier kein solches Geschäft gibt. Ich hatte im vorigen Jahre in Köln geschäftlich zu tun, und durch Zufall komme ich an Ihrem G. tc A.- Geschäft vorbei. Dort entdeKe ich ein paffendes Kleid für meine Frau, ging hinein und kauft« dieses Kleid für 9,50. Meine Frau war darüber sehr erfreut. Ende Februar ging ich an einem Trierer Geschäft vorbei, und dort war da» gleich« Kleid für L? Mark ausgestellt. C. L... Auswahl. besonder» is ist die frieden, den Tochter seit 926 und die Klei- noch wie neu. Fr. A...... s Vsterwunsch: Oll lieber, guter OsterHaf, Oeing' mir öoch bitte bolö etwas, Möcht' oieie bunte Ostereier, Ein Kieiöchen auch von Vrennlntmeger, Senn Mutti kaust bort wirklich gutl Mächt wohl auch einen neuen Hut! Doch, merke Sic, bei« größte Befriedigung aus. Schon nach kurzer Wahl erstand ich mir einen gut paffenden Kamm- garnanzug. den mir ein Schneidermeister auch nicht besser hätte anfertigen können. G.... P..... Berlin, den 3. April 1930.. Die ungemein oorteilhasten Inserat-Ange- böte der Firma G.& A. veranlaßten mich. mit Frau und Tochter das Geschäft am l�ra- nienplatz zu besuchen, um einen ganz be- stimmten Gegenstand, auf den sich meine Tochter kopriztcrt hatte, zu kaufen. Dieser war nun zufällig(was ja überall vorkommen kann) nicht In der paffenden Größe vorrätig, und nun ereignete sich etwas, das nicht über» aü vorkommt. Di« Verkäuferin versuchte nämlich nicht» wie es in vielen Geschäften geschieht, uns irgend etwas anderes aufzureden, zeigte auch kein unfreundliches Gesicht auf meine Be- merkung. daß der betreffende Gegenstand doch wohl wieder hereinkommen würde und wir wiederkommen möchten. Vielmehr er» klärte das Fräulein höflich und zuvorkam» mend:„Aber gewiß, meine Herrschaften. wenn Sie sich vieleicht in ca. 8 Tagen wieder l)crbemühen wollen, werden Sie sicher das Gewünschte finden." Wir gingen zwar erst nach 14 Tagen wie» der hin, fanden aber, was wir suchten und wurden zur gufriedeuheit bedient. E. N. Berlin, den 24- Mörz 1930. Ich möchte Ihnen nämlich heute als treu» Kundin für etwas, was ich bisher in keinem anderen Geschäft fand, danken:— nämlich für die Einrichtung Ihrer Hut-Abteilung. die es Ihrer weiblichen Kundschaft in vorbilh» licher Weise ermöglicht, vollkommen zwang» lo« und in oller Ruhe für wenig Geld nach dem richtigen Hütchen zu suchen, ohne daß eine Verkäuferin diese Freude am Euchen stört. M... S ch... Vingst, den 26. 3. 1930. Ger» teile ich Ihnen mit, daß mir die G. � A.- Seite in Ihrer Sonntagsnnmmer ausnahmsweise gut gefallt. Das ist nicht Übertrieben. Ich kann Ihnen versichern, daß ich gut und sehr gern bei Ihnen taufe. Ein Mädchen» kleid, marine, zu 23,50, trägt mein Kind i» 8. ZoHh und es ist noch tabello» im Eitz. Ich bestätige bierdarch, daß die oben abgedraokten Urteile wortgetreu Briefen entnommen sind, die der Firma C&A. Brenninkmeyer eugegangea sind und die Original vorgelegen haben Der Notar ,3 Registers für 1930 16. April 1930 Berlin, den 24. 3. 1930. , Ich brauchte voriges Jahr sehr schnell einen Sommermantel, bin in fast allen großen Warenhäusern gewesen, ohne Erfolg, Mit bittirer Miene will ich nach Haus« fahren. Am Alexanderplatz fällt mir E.& A. ein. Noch ein letzter Versuch, denke ich. Und was soll ich Ihnen sagen, der erst« Mantel, gebracht von einer sehr freundlichen Berkäuserin. paßte wie nach Maß. Hocherfreut trug ich einen feinen, guten Wollrips-Mantel auf Seide nach Haufe, für sage und schreibe 59 Mark. Man darf nicht vergessen, ich bin 1,7ö groß, diso die Nummer 54.' Fr. P...... ftUHDUNO Oranienftr.40 Am Oranienplatt Chaus(eettr.113 Königrtraße 33 Mm Slttilnar eahnhoi AmMhnhoiAlexandcrpia» ticrw»* bnr- K©«bcn-lOmdoö# fo beides OesAaften» Ktaifstr./ FRUHJAHRSSTOFFE BESONDERS BILLIG! SEIDENSTOFFE TabI� dfä CÄ Sä reine Seide, neueste Pastell- Ä 85 I MIII» tönungen., ca. 80 cm breit, für Sport und Straße.............................. Mtr. M. 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Avril. vormitlag» 8 Uhr. enilchliei nach lurzem. schwerem Leiben meine videßrau, nnsere liebe MuUer und Schw:egernui!!er. Frau Anna orale, gen. bodbi im illter von Sl Jahren Die»»etat tiesbelriidt an im»amen der jiinierbliebencn . Ltvil Kral« Marienbabcr>älr. 3 Die Beerdigung findet Mlitwoch.hea 23. April, Ntzchmlltag» 4>.', Uhr. aus dem Schmaraendotler Friedhol statt. Am 16. April. 5 Uhr Itüh, emfchlles nach langer Ichmerer Krankheit meine liebe Frau und gute Mutter Anna Pölitz im 41. Lebensiahre Dies seist tieidetriibt an Robert Poliii und Sohn. Die Cinidchernng findet am Diene- tag. dem 22 Aval, mittags 1 Uhr. im strematarinm Äastmichuienmeg statt. Am Mittwoch, dem 16. April, verschied»nerwattet unsere liebe Frau 1 und gute Mutter Vdsrlottv IWsH geh. lehener Diese««eigen nelbetriidt an Karl Teil.ei, und Sohn. Berlin A.6Z. Triftstratze 38. Die Bestattungsfeier findet am Mit!- ! wach, dem 23. April,»achm 4''2 Uhr, Krematvrium Gerichtstraße 6-38 statt OiRN>«»»«, UN g. Für die her ltche Anttilnahme an dem uneiwarletenLiinscheiden meines lieben Mannes und unieres guten Baiars spreche ich allen Kollegen und Balanuien heermil meinen iiiUigllen Dank au». Sd,«»«. geb. Lau uedft Rinder». Beelin, im Avril 10'6 ÄS Alexanderplatz Neue Königstr.43 i ülumpnspsaden jeder Art tefert preiswert i�UU I Gollctzi jorm. R), en ist yer lorlcnnenstra he 4 Eck« Naunynstraße !mt Moritzpl 1 636.1. f i'-'o jgtm raan> gai und tiiüg? Nur aross-senin Alexond*rplatz Tlv. 185» 47. Jahrgang Sonntag, 20 JWprll 1930 Mehr Macht d« Wirtsthastsvemunst muß siegen. Am 1. Mai wird die organisierte deutsche Arbeiterschaft für ihr« historischen internationalen Kampfziele demonstrieren. Die Menschen sollen nicht länger arbeiten, als es für das Maß des Wohlstandes, das sie sich selbst beftirnmei� er« forderlich ist. Die Arbeit soll dem Leben dienen, nicht das Leben allein der Arbeit gehören. Dos ist der tiefere Sinn der alten Forderung des Achtstundentages. Innerhalb der Völker soll dem Masienkrieg ein Ende gesetzt werden, damit zwischen den Völkern der Völkerfriede möglich sei. Dieser Satz des Kommunistischen Manifestes von Marx und Engels muß Wahrheit werden. Aber die Demonstration der deutschen Arbeiterklasse arn 1. Mai hat dieses Mal noch eins besonder« Bedeutung. In Deutsch- land regiert die wirtschaftliche und soziale� Reaktion, und die Arbeiterklasse wird durch die Entfaltimg ihrer Macht für die Stärkung ihrer Macht werben, um die herrschende soziale und wiltschastliche Reaktion zu stürzen und der wirtschaftlichen Vernunft, die jetzt mit Fiißen getreten wird, in Deutschlond wieder zum Siege zu verhelfen. Mit stener- und zollpolitischen Ausnahmegesetzen gegen die Arbeiterschaft, wie sie jetzt beschlossen wurden, mit Lohn- druck und Arbeitszeitverlängerung, wie sie das dunstige Jiel dieses Bürgerblockes sind, ist die deutsch« Wirtschaft aus der gegenwärtigen Depression nicht zu neuer Blüte zu führen. Es muß der Arbeiterklall« wieder nwglich werden, ihren bestimmenden und regulierenden Einfluß in der deutschen Wirtschaftspolitik durchzu- setzen. Und dazu bedarf es einer Stärkung ihrer Macht. Gewih hat die deutsche Wirtschaft und hat auch die Arbeiterschaft gegenwärtig schwere Sorgen. Aber de? Wog der wirtschaftlichen Bemunst aus diesen Sorgen war keineswegs verschlossen. Di« deutsche Wirtschaftskonjunktur ist seit anderthakb Iahren schlechter geworden, und gegenwärtig herrscht in Deiltsttstand eine bedrückend große Arbeitslosigkeit. Die riesenhafte amerikanische Börsenspekulation hatte in der ganzen Welt das Kapital verteuert, in der ganzen Welt hatte ein« lang andauernde Konjunktur Ueberproduktion zur Folge, und der sich daraus ergebende Rückschlag hat auch die deutsch« wirtschaftlich« Arbeit empfindlich zurückgedrängt. Dazu kam in Deutschland selbst eine uirvernünftige Politik der Kapitalzufuhr und KapitaLenkung, die die Ausnutzung und den Ausbau der Rationalisierungserfolg« oerhindert«. Dazu kam ferner eine beispiellose Kapitalslucht, die in Deutschlond den Kopitalpreis noch einmal besonders verteuert«. Es war unvermeidlich, daß diese außergewöhnliche Entwicklung der Dinge eine außergewöhnlich starke und zunächst auch andauernde Arbeitslosigkeit mit sich bringen mußt«. Aber wie alle Krisen, trägt auch. diese die Voraus» s«tzun gen der.ß eilung in sich. In der ganzen Welt ist das Kapital schon sehr viel billiger geworden; es lohnt sich wieder m rnvestierein. D» Diohstofipreis« sind gesunken, es lohnt sich, wieder auf Lager zu afüeltox. Und. wenn auch in Deutsckland die industrielle und finanziell« Kartellorganisatum Rohstoff» und Kapitalpreise unangemesien hoch gehalten hat, so hätten sich die Wirtschoftsgefetz« des Marktes auf die Dauer doch durchsetzen müssen. Dazu kommt, daß die weltpolitische Situation Deutschlands durch die Lösung der Reparotionssrag« für die Kapitalzufuhr sehr günstig geworden ist, daß Deutschland besondere Reparations» onleihen erwarten darf und daß zu hoffen war, daß nach der Be- feitigung Schachts auch in der Kapitalbeschaffung die wirtschaitl-iche Vernunft zur Geltung kommen konnte. Die Arbeiterschaft war in der Regierung und unterließ nichts, dem sicher zu erwartenden Wiederaufstieg die Wege zu ebenen. Sie tat das mit demselben Verantwortungsbewußtsein, mit dem sie in den schweren Zeiten der Rationalisierung der Industrie die größten Opfer auf sich genommen hatte. Sie war auch jetzt bereit, Opfer auf sich zu nehmen, soweit die wirtschaftliche und sozial« Vernunft solche Opfer nur rechtfertigen konnte. Leider war die Arbeiterschaft-in der Regierung noch nicht stark genug, um der deutschen Kapitalisten klasse ein für all« Mal« schon r Arbeiterklaffe! - Diese Ostern sind Kampfostern. jetzt zum Bewußtsein zu bringen, daß der endgültige wirtschaftliche Wiederaufbau Deutschlands auch oon der Kapitalistentlosse in der Gegenwart Opfer oerlangte, wenn das Ziel der Erhöhung des Gejamtwohlstandcs auf die Dauer erreicht werden sollt«. Di« Unternehmer waren nicht vernünftig genug«inzu- sehen, daß im hochkapitalistifchen System der zunehmenden Markt- organisierung und der zunehmenden Beseitigung des Kapitalrisikos auch die Risikosicherung der Arbeitskraft gegen die Arbeitslosigkeit entsprechen muß. Den deutschen Unternehmern fehlt« die Einsicht, daß im hochkapitalistifchen System, wo Masten- Wohlstand und Mastenumsatz allein das investierte Kapital rentabel halten können, Steuer- und Kriegslast« npolitik nicht auf dem Rücken der Arbeiterschaft, die den Mastenverbrauch repräsentiert, gemacht werden dürfen. Da Sozialdemokratie und Gewerkschaften noch nicht mächtig genug waren, da kommunistische Unvernunft, Unaus- geklärtheit und wirtschoftssriediiche Illusionen breiter Arbeitnehmer- massen die MachtoerhAtniste immer noch gegen Sozialdemokratie und Gewerkschaften beeinflusten, konnten die Unternehmer nicht zur mirtschaftlichen Vernunft gezwungen werden Und sie machten den Versuch, gegen die Arbeiterschaft die Wirtschaftsführung in die Hand zu nehmeir. Das Ergebnis ist die wirtschaftliche und soziale Unvernunft. mit denen gegenwärtig in Deutschland regiert wird. Das Ergebnis ist eine Rebellion der Junker, deren Zollpolitik die erfolgreiche Eingliederung der deutschen Wirtschaft in die Weltwirtschaft verhindert und die Gesundung der Landwirtschast mit schweren Gegenwartsverlusten auf die lange Tank schiebt. Das Resultat fft ein« Revolte des Kleinbürger» t u m s, das mit sinnlofer Steuerpolitik einer rationelleren und verbilligenden W-arenverteilung in den Arm zu fallen sucht. Das Ergebnis ist, daß jede oernü-nftige Wirtschaftsführung in Deutsch- land, die unter den gegebenen Machtverhältnissen nur durch einen vernünftigen Ausgleich der dem Fortschritt zugewandten Teile der Unternehmer und der Arbeiterklasse gewährleistet werden kannte, unter dem Druck reaktionärer Mächte unmöglich gemacht wird. Die Arbeiterschaft war nicht zirftisden und konnte nicht zufrieden sein mit den Ergebnisten der Politik jener aus den Macht- Verhältnissen erzwungenen si-aaispolitischen Arbeitsgemeinschaft, die man die Große Koalition nennt. Aber unter der Führung der Sozialdemokratie konnte der Grundstein gelegt werden zu einer Politik, die die Wirtschaft und den Staat wieder hätte aufwärts führen müssen, wenn die Ilnternchmerktasse dem Druck ihrer eigenen reaktionären Fronten nicht aachgegeben und den mirtschaftlichen und sozialen Notwendigkeiten sich nicht verschlossen hätte. Dos Experiment der Großen Koalition ist an der Unfachlichkeit und dem. einseitigen Herrschaftswillen der Unternehtnerklaise zusammengebrochen. Das neue Experiment des Bürgerblocks wird und muß an den Gesetzen der Wirtschaft scheitern. Es wird an den Widersprüchen scheitern, die die von ihm- verfolgt« Wirtschas». und Sozialpolitik in sich trägt. Für den Augenblick, wo dieses System scheitern wird, muß die Arbeiterklasse gerüstet sein. Jeder Versuch muh in dar Zukunft zur Hoffmingslosigkeit verurteilt sein, gegen die Arbeiterklasse zu regieren, wie es jetzt versucht wird. Darum muß auch der 1. Mai eine Heerschau sein. die nicht nur die Macht der Arbeiterklasse demonstriert, sondern auch den Willen in sich trägt, die Macht der Arbeiterklasse in Deutschland zu stärken und zu vermehren. Machtpolitik der Arbeiterschaft ist mehr als je Voraussetzung für gesunde Wirtschofts- Politik in Deutschland. Mehr Arbeit Air die Massen ist heute nicht zu schaffen ohne größere Macht der Massen. Dessen muß sich jeder Arbeiter am 1. Mai in Deutschland bewußt sein. Die Ostern, die heute gefeiert werden, sind Kainpfostern für die Arbeiterklasse. Kohlensyndikat ans ein Jahr. Jechenselbfiperbrauch nur mit 70 proz an der Syndikats- umlage beteiligt. Der Kamps zwischen den reinen und den Hüttenzechen im deut- schen Kohlenbergbau ist durch ein Kompromiß vorläufig be» endet. Die Zechenbesitzer oon 82 Proz. der Desarntbeteiligung halien einen Vertrag unterzeichnet, der formell ein« Syndikats- Verlängerung auf zehn Jahre festlegt, praktisch aber mir ein« Der- längerung aus ein Jahr darstellt. Die Umlage der Hüttenselbst- ocrbraucher wird für dieses eine Jahr so gerogelt, daß der Selbst- verbrauch nur 70 Proz. der Syndikatsumlag« zu tragen hat. Als Höchstsatz sollen die Selbstverbraucher eine Umlage von 1,50 M. pro Tonne zahlen, woraus zu schließen ist, daß mindesten» auf«in Jahr die gegenwärtige Umlage oon 2,15 pro Tonne nicht erhöht werden soll. Gleichzeitig würbe festgelegt, daß eine Erhöhung der Beteiligung bei Hüttenzechen erst erfolgen darf, wenn die betressenden Hütten über 81 Proz. des Zechenkapitals verfügen gegen bisher Sl Proz. Früher erfolgte Verleihungen bleiben dqfton unberührt. Dem Vertrag sind nicht beigetreten die Stinnes-Zechen, die Zechen des RWE. und der Deremigten Elektrizitätswerte Westfalen, ferner die Zechen der Stumm-Gruppe und zehn weiter« Zechen. Das jetzt be- schlössen« Syndikat soll am 31. März 1931 bereits sein End« haben, falls nicht bis zum Abschluß dieses Jahres mit 90 Proz. aller Stim- men ein« definitive Neuregelung der Umlagefrage erfolgt ist. Die Lage der Schwerindustrie. Noch qünflige Produktionsziffern im März. Die Kohlenförderung ist im Ruhrbergbau im Monat März relativ zurückgegangen. Sie ist mit 9,64 Millionen Tonnen zwar noch etwas höher als im Februar, der eine Kohlen- sörderung von 9.38 Millionen Tonnen brachte; arbeitstäglich ist sie aber gesunken, und zwar von 391 000 auf 371 OpO Tonnen. Dennoch tst im Monat März, verglichen mit dem Vorjahr, zum erstenmal «in Absinken unter die entsprechend«» Monate de» Dorjahves ein» getreten. Die Zahl der Feierschichten wegen Absatzmangels ist be- lrächtlich gestiegen, und zwar auf rund 1,18 Millionen Die deutsche Rohstahlproduktion betrug im März 1,20 Millionen Toimen gegen 1,18 Millionen Tonnen im Monat Februar. Die arbeitstäglicho Erzeugung ist von 49 016 auf 46 200 Tonnen zurückgegangen Di« Märzerzeugung liegt mengenmäßig aber noch über der Dezembererzeugung, und auch der arbeitstägliche Rückgang beträgt gegenüber dem Monat Dezember erst etwa 4 Proz. Beträchtlicher ist der Rückgang der Leistung der deutschen Walzwerk«. Gegenüber Februar mit 24 Arbeitstagen ist sie im Mörz mit 26 Arbeitstagen zwar von 799 000 auf 834 000 Tonnen gestiegen; die atbeitstägliche Leistung zeigt aber einen Rückgang oon 33 308 auf 32 090 Tonnen Gegenüber dem Dezember 1929 be, trägt hier der arbeitstäglich« Rückgang immerhin schon etwa 12 Proz. Ausnahmegefeh gegen Konsumvereine. Sine Ausführungsverordnung des Reichsfinonzmin sters. Der Reichsfinanzminister hat bereits eine Ausführungsverard- nung zu der Sonderbesteuerung der Warenhäuser und Konsum- vereine erlassen Die»Frankfurter Zeitung" gibt daraus folgende Einzelheiten: Diese Sondersteuer von einhalb Prozent trifft die Umsätze im Einzelhandel über eine Million Mark. Umsatz im Einzel- Handel liegt nach der Verordnung vor, wenn das Unternehmen an einen Abnehmer liefert, der die Gegenstände weder zur gewerblichen Weiterverarbeitung noch zum Verbrauch bei der gewerblichen Her- stellung anderer Gegenstände oder zur Bewirtung gewerblicher oder beruflicher Leistungen erwirbt. Unternehmen, die überwiegend im Einzelhandel umsetzen, sind diejenigen, bei denen im vorangegangenen Steuerabschnitt oon dem Gesamtumsatz einschließlich des steuerfreien Umsatzes mehr als 7S Prozent auf Liefe- rimgen der vorgenannten Art entfallen. Für die Ermittlung des Gesamtumsatzes des vorausgehenden Stcuerumsatzcs ist maßgebend der Umsatz, der sich aus den Voranmeldungen oder Vorauszahlungs- festsetzungen für die Umsätze dieses Slenerabschnittes ergibt. Bei de» Uoleraehmongen. die überwiegend im Einzelhandel umsehen» unkerNegk nur der eine Million Mark übersteigend« Teil des gesamten steuerpflichtigen Umsatzes der erhöhten Steuer. Bei den vierteljährlichen Voranmeldungen oder Vorauszahlungefestjetzungen ist daher jeweils ein Betrag von 250000 Mark lediglich der Umsatz» steuer in Höhe von 0,85 Prozent(statt 1,35 Prozent) zu unterwerfen. Die Unternehmungen, die nicht überwiegend im Einzelhandel um« setzen, aber für ihre Einzelhandelsumsätze der erhöhten Steuer von 1,35 Prozent unterliegen, haben in ihren Auszeichnungen die Ent- gelle nach den Umsätzen im Einzelhandel und außerhalb des Einzelhandels zu trennen. Alle diese Borschriften gellen ebenso wie die erhöhten Umsatzsteuersätze mit Wirkung vom 1. April 1 930 an. Gewinne der LlGA.-Großchemie. Wert der Produktion: 12,5 Mil'iardrn Mark. Don 1914 bis 1928 ging zwar in den Dereinigten Staaten die Zahl der chemischen Betriebe von 9848 auf 7597 zurück, doch stieg in dieser Zeit der Wert ihrer Produktion auf das Drei» fache, nämlich von 1047 Millionen Dollar 1914 auf rund 3 Milliarden Dollar(1214 Millionen Mark) 1928, In diesen Ziffer» drückt sich außer dem gewalti-gen Produktionsauffchwung auch die fortgesetzte Zentralisierung der Industrie aus. Im Jahr« 1929 hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. Die ameri- konische Chemikalien ausfuhr stieg um 13 Proz., die Herstellung von Anilinsarben ebenfalls um 13 Proz. Besonders günstige Ge» schästsergebniss« zeigen die Heiden größten Ehemietruste, wie die folgende Gewinnentwicklung veranschaulicht: Reingewinne bei: vuponi de Remour Mied Chemical«fr Dye Corp, 1926.,. 37,2 24,1 Millionen Dollar 1927-.. 41,3 24,6 1928.. 58,7 27.0.., 1929... 72.3 30,2 Der Dupont-Konzern. dessen GesamwermLgen sich von 463 auf S42 Millionen Dollar(2,28 Milliarden Mark) erhöht hat, iit zu fast einem Viertel am Kapital der General Motors be- teiligt; allein diese Beteiligung warf im Jahre 1929 fast 43 Millionen Dollar ob. also mehr als die Hälfte des gesamten Reingewinns. Tie glänzende finanzielle Lage erlaubt« es der Gesellschaft, sich an zahl- reichen Gefellschaften des In- und Auslandes zu beteiligen, u. a. auch in Deutschland(Deutsche Dupont-Gesellschaft, ent- standen aus der dem O b e r k o k s- Konzern nahestehenden Oscar Mosebach A.-G. in Riesa). David Grove nach der Sanierung. Oer Abschloß für 1929. Das große Berliner Brnünstallatlonsunternehwen. die David Grave A.- G., deren Aktien sich zum größten Teil in den Händen der Stadt Berlin befinden« hat zur Wiederherstellung ihrer Reinaöilität ei»« scharfe finanzielle Sanierung vor- genvmnten,'- Z s i...... Nach einem Gewinn von omiähervd 700 000 M. im Jahre 1928 traten 1929 größere Verluste ein, die in der jetzt oeröfient- lichten Bilanz für 1929 mit insgesamt 1,34 Millionen ausgewiesen werden. In ihrem Jahresbericht weist die Berwaltung darauf hin. daß die finanzielle Anspannung, die schon 1928 vorhanden war, dem Unternehmen dn abgelaufenen Betriebsjohr zum Verhängnis geworden ist. Die Lage spitzte sich besonders während des zwölf» wöchigen Rohrtegerstrei-ks zu, da die Gesellschaft zur Deckung der laufenden Unkosten gezwungen war, ihre Forderungen ein, zu- ziehen, während neu« Werte in der Streikzeit nicht erzeugt wurden. Nach Beendigung dieses Streiks hat die Gssellschaft ein Ver- gle ichsverfahren eingeleitet, nach welchem die Gläubiger bei monatlichen Teilzahlungen von 5 Proz. voll befriedigt werden. Da sich herausgestellt hat, daß-das Kapital gegenüber dem Betriebsumfang des Unternehmens zu gering war, hat die Gesell« schuft wesentliche Bestandteile ihrer Substanz abgestoßen und wird sich künftig aus das reine I n st a l l a t i o n s g e s ch ä s t in Berlin beschränken. Zur finanziellen Sanierung wird das Kapital von 1,6 auf 0,26 Millionen Mark zusammengelegt und zur Be- schaffung neuer Mittel auf 0,76 Millionen Mark erhöht. Es ist zu hoffen, daß die Gesellschaft auf dieser neuen Grundlage ihre Wirtschaftlichkeit wieder erreicht. Bank für Deuische Beamte. Qsterhoffnungen der Gläubiger sind enitäuschf. Den Gläubiger-n der Bank für Deutsche Beamte soll die erste Quote für ihre Forderungen au&geschüttct werden. Wie die Liqui- dationsoerwaltung der Bank mitteilt, werden Ansang Mai 1930 10 Prozent der Forderungen an die Gläubiger ausgegihlt. Tie Ausschüttung der Quote Hab« sich durch die dazu notwendigen B«r- arbeiien, durch die Ferrigstcllimg der Kontoauszüge und die Berech- nung der einzelnen Quoten verzögert, so daß ein« Ausschüttung vor Ostern nicht mehr erfolgen konnte. Die Ausschüttung der zweiten Quote in Höhe von 10 bis 15 Prozent werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 1930 erfolgen. Cin iniernaiionales WaggonkarieN. Wie die französische schwenndiistrielle Zeitschrift.L'Usine� meldet, können die Verhandlungen zur Bildung eines internatis- nalen Kartells der Eisenbahnwaggomabriken als abgeschlossen gelten. Be'gien soll in diesem Kartell eine Quote von 32 Prozent, Deutschland von 2 8,6 Prozent, Frankreich von 13,5 Prozent, Italien von etwa 10 Prozenit, Tschechoslowakei und Ungar» von etwas über 6 Prozent, Oesterreich von 2 Prozent und die Schweiz«ine Quote von 1 Prozeitt erhalten. England ist an dem Kartell nicht betciligr; das Abkommen soll zunächst auf ein Jahr geschlossen werden. 10-Millionenkredit für Junkers. Wie gemeldet wird, ver» handelt der Junkers-Konzern über die Aufnahm« einer Anleihe Im Betrag« von 10 Millionen Mark. Dieser ziemlich erhebliche Kvedft soll durch die deutschen Großbanken ausgebracht werden, so daß eine Ausländsbeteiligung an Junters nicht m Frag« kommt. Dia Gesellschaft arbettel gegenwärtig mit einem Kapital von 3 Mil- lionen Mark und soll zur Finanzierung des Motorenbaues nicht mehr in der Lage sein, nachdem allein der Umsatz für Stand- motoren von 400 000 Mark im Jahr« 1926 auf 6,7 Millionen Mark im Jahr« 1929 gestiegen ist. Oer Kompromiß-Antrag war unmöglich! Ja ben» neujTen Heft der„A r b e l l" veröfsenMcht .odolf wissell unter der lleberschrift..einundzwanzig Monate Reichsar beilsminister" eine Bilanz feiner Tätigkeit. Er führt darin aus: Die Entwicklung des Anbeitsmanktes im letzten Winter ist nach in frischer Erinnerung. Ich habe von vornherein zu denen gehört, die die auch aus den Reihen der freien Gewerkschaften oft als zu hoch angegriffene Arbeitslosendurchschnittszahl von 1.1 Millionen, die der Sachoerftändigeirausschuh seinen Berechnungen zugrunde gelegt hatte, eher für zu niedrig als zu hoch angesehen haben. Leider hat die Entwicklung mir recht gegeben— bedauerlicherweise in einem Ausmaße, das ich selbst nicht für möglich gehalten hatte. Es zeigt«.sich sehr bald, daß das Gleichgewicht von Ein� nahmen und Ausgaben auch nach der Novelle vom Ottober 1929 und nach der Beitragserhöhung um Vi Proz. nicht herzustellen war. So wurde mehr und mehr der Koniplex der Fragen, die mit der Avbeitsioseiwersicherung zujaminenhängen, aus einem Versicherungsproblem zu einem Arbeilsmarkl Problem. Jeder, der sich nur einigermaßen auskemrt, weiß, daß alle Jlk» formen* in der Arbeitslosenversicherung, aiso etwa Senkung der Verwaltungskosten, völlige Ausschaltung aller Mißbräuche Usw., auch nicht entfernt soviel Evsparttisie«inbringen können, wie nötig wäre, um daraus ohne Defizit die bisherigen Leistungen an die Arbeits- losen aufrechtzuerhalten. Nur darum handelt es sich noch: Abbau der Leistungen oder nicht, lind man kann es doch un- möglich einem sozialdemokratischen Arbeitsminister verdenken, wenn er sich weigert, die sozialpolitischen Leistungen eines Gesetzes— die sowieso schon an der unteren Grenz« des Erträglichen liegen— abzubauen, das van einem Rechtskabinett beschlossen worden ist. Und das gilt für die Gegenwart, die uns mit er- schreckender Deutlichkeit den Charakter unserer Arbeitslosigkeit offen- bart hat, mehr als je. Schon der geringe Leistungsabbau. den die Novelle zum AVWG. vom Herbst des Borjahres brachte, war ein« schwere Belastung für die SPD. Aber damals war die Situation insofern anders,.als das Wesentliche der Reform die Rationalisierung der Versicherung und die Bekämpfung von BÜß- brauchen und MiWändeu war, an deren Beseitigung auch unsere Bewegung lebhaft interessiert war. Aber jetzt konnten wir ein weiteres Spielen mit verdeckten Karten nicht mehr zulassen. Das Kompromiß in der Regierungsvorlage zur Arbeitslosenversicherung, dem seinerzeit auch ich zugestimmt habe, war gewiß keine ideale Lösung. Immerhin waren drei wichtige Punkte darin unzweideutig enthalten: Erstens eine Beitragserhöhung auf 4 Proz., die auf alle Fälle in absehbarer Frist erfolgen sollte, und zweitens die Feststellung, daß Aenderungen der gesetzlich festgelegten Leistungen nur im Wege der Gesetzgebung.erfolgen können. Das wichligfle jedoch war. daß die Varlehuspfilchl des Reiches unangetastet blieb. Anders dagegen der Kompromißvorfchlag Brüning-Meycr. Dieser läßt im Grunde genommen zunächst alles beim alten. Er sieht keine Beitragserhöhung vor, zwar will er einen festen Zuschuß von ISl) Millionen Mark an die Arbeitslosenversicherung gewahren. Wer der darüber hinaus erforderlich werdende Geldbedarf soll— und das ist der Hinkefuß— im Wege der Da r loh nsge Währung gedeckt werden, die nur unter bestimmten Aaraussetzungen gegeben werden sollen. Er bestimmt, daß die Reichsregierung nach Prüfung weiterer Ersparnismöglichkeiten auf dem Wege der Gesetzgebung als- bald ein Gesetz vorzulegen hat, das entweder durch Beitrags- erhohungen die Rückzahlung notwendig werdender Darlehen er» möglich: oder durch sine Reform des Gesetzes über Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung den Ausgleich zwischen Ein- nahmen und Ausgaben herstellt oder zur Deckung der für die Darlehen auszunehmenden Beträge dem Reich die notwendigen Mittel zuführt. Mir ist nicht recht verständlich, wieso in gewissen Teilen der Presse, namentlich der demokratischen Press«, ein Erstaunen darüber zum Ausdruck gebracht wurde, daß ich dieses Kompromiß nicht mit- gemocht habe. Die Verfchlechtmmg, die dieses Kompromiß Brüning- Meyer gegenüber dem ursprünglichen Kompromiß der Regienmgs- vorlag« darstellt, springt doch rn die Augen. Es bedeutet zunächst keinerlei Lösung der Schwlerigkeilen, sondern lediglich eine Vertagung. Darüber hinaus weist es aber unzweideutig deu weg des Leistungsabbaues: außerdem erscheint es mir geradezu absurd, wenn es eine Beitragserhöhung zu dem Zweck ins Auge saßt, um die bisherigen Darlehen, die die Reichsanstalt vom Reich erhalte,» hat, zurückzuzahlen. Daß die Reichsanstalt auf absehbare Zeit nicht in der Lage sein wird, Darlehen von dem Ansnmße, wie sie gemährt werden mußten, zurückzuzahlen, sollte doch jedem Einsichtigen Nor sein. Bei der bürgerlichen Press« bin ich als verbohrter und eingleisiger Starr- köpf kritisiert worden, weil ich das Kompromiß nicht mitgemacht habe. Ich gianbe auch jetzt noch, daß ich richtig gehandelt habe. Das Kompromiß Brünrng-Meyer öffnet dem Leistungsabbau Tür und Tor. Hätte ich es als Reichsarbeitsminister mit unterfchricben, so wäre auch dieser Abbau, falls er später erfolgt, der Sozial- demokratt« in die Schuhe geschoben worden. Nunmehr, wo die Sozialdemokratie wieder in der Opposition steht, wird und kann— davon bin ich überzeugt—• das Zentrum keinen Leistungsabbau vornehmen. Einmal kommt eben immer der Punkt, wo es heißt:„Bis hierher und nicht weiter." Schon bei den Anfang des Jahres 1930 im Kabinett einsetze, chen Perawngen über die künftige Etatsgestaltuibg uzar dieser Punkt für mich beinah« erreicht, nämlich, als beschlossen wurde, hi» Reichszuschüsse zur Familien- w och e nh ilf e von 29 auf 15 Millionen Mark zu kürzen und die der Invalidenversicherung als. Reichszüschüss« zu- stehenden Beträge in Höhe von 22 M- Millionen Mark aus dem Teil des Aufkommens der Lohnsteuer' zu decken, der nach der Lex Brüning sowieso der Invalidenversicherung zufließen mußte, also bei richtiger Betrachtung insoweit der, Invalidenversicherung per- loren gehen sollt«. Damals habe ich mich, un, die Koalition nicht zu sprengen, mit der Erklärung begnügt, daß ich es ab lehn«, diese m�erechtfertigten Streichungen im Reichstag zu vertreten. Und das habe ich auch abgelehnt für die vom Kabinett befchiosiene durchaus nng einigende Höhe des Ausgabenfatzes für die wert- schaffende Arbeitslosen fürsorg« und die Kapidalabsindung der Kriegsbeschädigten und chrer Hinterbliebenen. Aber bei der Arbeitslosenversicherung konnte Ich einfach nicht mehr mitmachen. Wenn ich auch nicht verkem«, daß ein« Reihe von Momenten upseren Aaistritt aus der Regierung gegenwärtig nicht erwünscht erscheinen ließ, so müßte' doch die SoziÄdechokäKe da» feierliche''Gelöbnis des Parteitages von Magdeburg, einlösen,■ an deb ArbeltÄosm- versicherung nicht rütteln zu tassen. Daß die Avbeilsiosenversiche- rung, ebenso wie di« ganze deutsche Sozialdemokratie auch m der Oppositionsstellung sorgen. Guter Aufstieg des Butab. 1545 neue Mitglieder im I. Quartal. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten(Butab), der schon im vorigen Jahre einen ungeahnten Ausschwung in der Mitgliederbewegung genommen hat, schließt auch das. 1. Quart-ck 1939 mit einem unerwartet günstigen Mitgliederzuwachs ab.. Er hat in der Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1930 1545 neue Rlit- glieder gewonnen, so daß er am Schluß des ersten Quartals 68 421 Vkitglieder zählte, wovon bb 876 ordentliche Mitglieder waren. Don den 1545 neuen Mitgliedern verbucht die Gruppe der ordentlichen Mitglieder 1959 als Gewinn, die der Hospitanten 319 und die der Jugendlichen 195. Dieser Werbeersolg ist um so be- merkenswerter, als er in einer Zeit größter wirtschaftlicher Depr.-s- sion erzielt wurde, die auch auf der deutschen Technikerschaft schwer lostet. Der Bund hat im Jahre 1929 für seine Mitglieder auch ansehn- vche Rechtoschutzerfolge erkämpft. Sie bestehen in rund IL Milkionen Mark an ausstehenden Gehalten,, Provisionen usw., und 19 mit Erfolg zur Wwehr von Freiheit?- bzw. Geldstrafen durchge. führten Strafverfahren. Don 1924 bis 1929 hat der Bund über 5)4 Millionen Mark an vorenthaltenen Gehalten, und Provisionen für seine Mitglieder herausgeholt. Lohnbewegung der Kämmereiarbeiter. Oer Zentralausschuß soll entscheiden. vyr kommunale Arbeitgeberverbcmd Verlin hat den S ch l e ds- spruch für die Kämmereiarbeiter, der ab 1. April bis 31. März 1931 eine Lohnerhöhung von 3 Pf. pro Stunde vorsieht, abgelehnt unb Berufung dagegen beim Zentraiausschuh für Arbellertarlfsachen eingelegt. Der Zentralausschuh ist ans Gmnd einer Vereinbarung zwischen dem Arbcilgeberverband Deutscher Gemeinden und Sommunalver- bände und deu gewerkschaftlichen Spitzenorzanisotlonen di« letzte Schlichtungsinslanz in Arbeitertarifsachen. Er wird voraussichtlich Ende dieser oder Anfang nächster Woche zusammentreten. Gemaßregelt. Weil sie die Betriebswahl vorbereiteten. Im Kaufhaus Tempelhof, Inhaber Elend, gibt es keinen Betriebsrat. Ansang dieses Jahres unternahmen vier Angestellte im Austrage ihrer Orgamsativn(GdA.) die vorbereitenden Arbeiten zur Wahl eines Betriebsrats. Die vier Angestellten nebst sechs anderen Kollegen wurden gekündigt. Die«rsteren erhoben Einspruch beim Aibeitsgench, mit der Begründung, sie.seien wegen ihre» Eintretens für die Vetricbsrals- wahl gemahregelt. Die Firma behauptet«, sie Hab« wegen Rück. gang ihres Umsatzes den Personalbestand verringern müjsen. Das Gericht erachtete eine Maßregelung für vorsiegend, und er- klärte di« Kündigung für unwirksam. Neuerdings hat die Firma dieselben vier Angestellten wieder zu Ende April gekündigt. Es gab eine neue Klag« beim Arbeitsgericht. Wieder berief sich die Firma auf die angebliche Notwendigkeit eines Personalabbaues. Der Borsitzende bemerkte, wenn die Firma nicht nach» weisen könne, daß gerade die vier Kläger, deren Kündigung das Gericht erst in, Januar für unwirksam erklärt hatte, abgebaut werden mühten, könne man nichts anderes annehmen, als daß eine Maßregelung vorliege, weil die Kläger in, A uftra g e ihrer Gewerkschaft sich für die Wahl des Betriebsrats ein» setzten. Das sei um so mehr anziinehmen, da die(füma in dieser Angelegenheit mit einer noch nie dagewesenen Gehässigkeit auch gegen das Gericht vorgegangen sei. Sic Hab« ihn, den Bor- sitzenden, mit Hinweis aus den Vorprozeß wegen Befangenheit ab- gelehnt und Beschwerde erhoben, weil im Borprozeß, angeblich auf Veranlassung des Richter?, Pressevertreter anwesend waren. In einem früheren Prozeß sei festgestellt worden, daß die Firma«ine Verkäuferin, di« eine ärztlich sestgestellt« plötzlich auftretende starke Unterleibsblutung mit einem Staub- tuch im Werte von 25 Pf. gestillt habe, wegen Diebstahl des Staubtuches fristlos entlassen habe. Wer so rücksichtslos gegen seine Angestellten vorgehe, dem sei auch zuzutrauen, daß er die Kläger lediglich deshalb gekündigt habe, um die Wahl des Betriebsrats zu oerhindern. Da die Firma die Angabe der Kläger, daß ihre Kündigung eine Maßregelin� sei, nicht entkräften konnte, erklärte dos Gericht auch diese Kündigung für unwirksam.' Weberaussperrung in Wittenberge. Dereinigte Märkische Tuchfabriken A-G. Streitigkeiten über di« Akkordlöhne in der Weberei dieser Firma in Wittenberg«(Bez. Potsdam) führten zu einem ein- stimmigen Spruch der van den Arbeitern angerufenen zustän- digen Tariskonnntssion..Während die Arbeiter diesen Spruch an- „ahmen, lehnte ihn der Generaldirektor Müller in Berlin als un- annehmbar ab. Die Tavifkommijsiön trat am 14. März noch«in- mal zufammey, wobei die Ärbeitnehmerbeisitzer erklärten, daß ste i-Vel>iesan?— llriimer— Bönow— ZNoch. brücke— Deusclsbruch— Äeiliaenfee. Treifen um 18 Ute vor dem Stetlincr 'Borortbahnbok., Ducken darupp« des Zentralverbandes ver Anaeffettten Am Dienstag find folaenfce BtranslaNunaen: Lichtender«! Iuaenddeim Gunterllr. 44. Lichtbildervortraa:..Iuaendwavfcern und Zuaendlcben". Zleferent: Seora Sellbrunn.— Nordwest: Zuaenddeim Leljner Str. 18—19. Dortraa:»greie Balm dem Tllckitiaen". Referent: Artbur Bachow.— Ab 20 llbr probt unser Sprech- und Bcweaunaschor in der Turnballt der Echui« Baruther Str. 30. Musiker Orchester und einzeine Wcldcadama 0017 9 21 Uhr SozialisiischeArbetterjugendGr.'Verlin «nsendungen für diese �ubrtt nur an das Iusendsekretaria« Serlin SW68. Qnden,?raOe Z Diensiag. 22. April. 19� Uhr: Aehrkenbericht«: Gorr>!sS<»?t,im>»! Sdjule Kövknlckcr SIT. 125(SBtcJraural.— RöSatfÄ« Durl: Keim SPaifciißr 18.— Oronienbuifl« Sets Keim Tteckllr. 18.— tbaler Vorvadti Seim Elisabelh! rckktr 2.5.— Schivmpiirki Sdtu'.t<5F.>: Seim Torfstr. 7. .Was ist Soiialismus?"— Mariendarf Ii: Bcieiliauna am Ke'madeird der Gruppe I.— stcdlendarf-Dadlcm: Stimabend fällt au».— Ldeuiölln It Seim Sander. Ecke SobrsckMrafte.»SPD. einst und iestt."— Reulöllu Ii! Seim Bersstr.?d..Varl Warr und seW« Bedeutün» fßr die ÄrbeiferNaste*— Me». löllu LIT: Leim eiietdenstr. 58. Lich'bilter:..Las rote Wien".— Ncvlrlln 15': Seim Sch> eckest?. 44...Wir und die Kirch«" Renlölln Vi Seim Biidmilch«. Strafte 1-4.„Allofel und Nikotin."— Reufälln VM: Bunter Abend im Seim Beraitr. 29. Treffpunkt it'i Vir Kaifer-Ariedrickv Ecke Weichi-istrafte.— Benköll» XI: Seim ifluadafenstr. 88. Ill-Minuten-Neferate.— RcukSlku X Sva-iieraana. Treffpunkt 19'i Übt vor dem Seim Berastr. 29. 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Berliner liebt diese Flüsse, und de- sonders die Hovel. ihre schönen Seen und bewaldeten Hü< gel. die er stolz ..Berge' nennt, ha- den es ihm angetan. Wie viele Berliner aber mögen wissen, daß sie„da oben irgendwo m Meck. Kirburg" ihren Ansang nimmt. Aber wie dieser Ansang aussieht, wo die Quelle wirklich liegt, das bleibt Geheimnis— Grund genug, die Hovelquellen zu besuchen und so einen Vorstoß in dos so wenig bekannte Deutschland zu machen. Der Faltbootfahrer macht sich die Sache bequem. Er folgt einfach dem Havellaus aus- wärts, über Spandau, Oranienburg. Zehdenick, Fürstenberg, Wesen- berg bis nach Äratzeburg. Kratzeburg liegt als Eisenbahnstotion an der Strecke Berlin— Waren, und wer die Haoelquellen direkt besuchen will, der tut gut, sein Boot daheim zu lassen, denn von Kratzcburg aus muß er zu Fuß nordwärts wandern, da die Havel besonders in heißen Sommertagen ein so schmales Rinnsal ist, daß sie für das Boot zu wenig Wasser hat. Auf StraubesWanderkarte machte man sich die Bezeich. nung der Havelquclle sehr leicht. Man schrieb einfach hinter Kratze. bürg ,F>av«lquellen' hin und ist damit der Wahrheit leider nicht sehr nahe gekommen. Die Hovelquellen liegen noch weit entfernt. Zunächst schlängelt sich die Hovel von Kratzeburg etwa einen Kilometer lang als ein zeitweilig mit Strimchern und Bäumen innstandenes Räch lein durch ein entzückendes Wiesenthal. Rechts und links sind Anhöhen, die so stolz und erhaben auf das kleine Bäch'.ein im tiefen Grunde herniederschauen, als ob es gar nicht für sie vorhanden wäre. Mau tut gut, rechtzeitig den Hovellauf zu verlassen, um die Chaussee nach Dam deck oder nach P i e v e r s d o r f zu er- reichen, denn das Gelände ist moorig, es schwankt bei jedem Schritt. Man erkennt unschwer, daß hier früher, als die Wasser der Havel sich noch nicht so verlaufen hatten wie heute,«in flacher See gewesen ist, von dem der kleine Havelbach als ein sckläbiger Rest zurückblieli und dessen Grund heute die Nahrung für dos Vieh der Umgebung liefert. Dann weitet ssih das bescheiden« Bächlein wieder zu einem etwa«inen halben Kilometer langen See. dem R ö t h s« e, der durch ein schilfbestandenes Fließ mit dem etwa Vi Kilometer langen Am Quellsee der Havel in-63 m über dem Meere. Dambecker See verbunden ist. An diesem Fließ liegt der ver- wildert« Schloßpark des Gutes Dambcck. Brennesseln und anderes Unkraut wachsen in Massen, und der ganze Park sieht aus, als ob er Von Willi Möhns zu einem verwunschenen Schloß gehöre. Am Südwestrand des Dam. becker Sees.liegen die Gutshäuser. Warntafeln weisen auf bissige Hunde hin, zwei gewaltige«isern« Tore können die Chaussee von Kratzeburg nach Dambeck versperren. Frauen tragen Milchkannen. und wer sie nach den Haoelquellen fragt, wird einen verständnislosen Blick erhalten. Etwa einen halben Kilometer hinter Dambeck be- gnmt die Dambecker Forst, und daß wir es hier mit einem Privatwald zu tun haben, dos beweist eine Tafel, die das Betreten der Dambecker Forst, die teilweise anmutet wie ein Urwald, bei 5 Mark Strafe verbietet. Kurz vor dem Wald« liegt links von der Chaussee ein« ansehnlich« Höhe, von deren Gipfel man einen wunder- baren Dreifeenblick hat. Man sieht Dam becker sowie den Röthsee, und am Horizont einen feinen Strich des von Bergen umgebenen Käbelicksees. Die Havel ist überhaupt«in merkwürdiger Fluß. Während die Elb«, die Oder, der Rhein und die meisten Flüsse aus irgendwelchen kleinen Rinnsalen ihre Quellen bilden, aus denen dann das Bächlein, der Bach und endlich der Fluh entftsht, ist die.Havel nichts anderes als eine Perlenkette von Seen, die durch die Schnur des Flußlaufes unterbrachen wird. Kurz nach dem Betreten der dichten Dambecker Forst haben wir einen herrlichen Blick auf den kleinen Tannen- Hinter diesem Wall von Blättern schläft die Harelquelle. f««, der äußerlich mit der Hovel nicht in Derbindung steht. Es ist ein«ntzückender kleiner Woldsee, wie man ihn zuweilen in Gebirgs- wäldern antrifft, eingerankt von Schilf, Laub- und Nadelbäumen. Und wenig« Schritte nur vom Nordend« des Tannensees finden wir «in« Art Brückengeländer, ein hoher Busch schmiegt sich daran. Dieses dicht bewachsen« Fließ, über das man mühelos hinwe-gschreiten kann, dos man kaum für die Havel holten würde, strebt in fast geradem Lauf durch das Gelände. Es verbindet den Dambecker See mit«inein winzigen, in 63 Meter Höhe gelegenen W a l d s e e. Dichtes Unter. holz, mooriger Boden und Schilf erlauben an dieser Stell« kein weiteres Nordringen. Und nun wird die Landschaft phantastisch hügelig. Fn großen Wellenlinien schwingt das Gelände dahin. Man muh schon über den Acker schreiten, wenn man zu diesen, kleinen See vordringen will. Endlich erhascht man zwischen Schilf und Erlen inmitten einer unsäglichen Einsamkeit den zweiten See, den die Havel auf ihrem 3-tl Kilometer langen Lauf durchstießt. Wenige Schritte hinter diesem kleinen See liegt, durcki«in winziges Rinnsal mit ihm verhunden, ein fast ebenso winziger See, der eigen tlicheQuellsee, aus dem die Havel ihren Lauf südwärts nimmt. Diese beiden Seen, der.große' D i c k s e e und der M i d d e l- s e e, sind eingehüllt von Hollunder, Erlen und Eichen. Sie mögen srüher einmal mit dem Dambecker, dem Röthsee und dem Käbelicksee ein einziges Wasser gebildet haben Hinter ihnen erhebt sich als sirenge Wasserscheide hügeliges Gelände, und hinter diesen Hügeln liegen Seen, die wie Juwelen in die Landschaft eingestreut sind: Der Mühlensee, der Wittsee, der Trinnensc« und eiüZlich der Born see. Ihre Abflüsse wenden sich nicht wie di« Hovel nach Süden, sondern nach Westen und Norden. Auch diese Seen liegen in einer Höhenlage von 63 Meter, aber sie gehören nicht mehr zum Quellengebiet der Havel.'Rings um die Havelquellen herum gibt es zahlreiche klein«, aft non Bäumen umstandene Weiher, Ueber- In der Dambecker Forst. bleib sel aus einer lang« hinter uns liegenden Epoche der Erde.— Früher sollen übrigens auch der Mühlensee, der Trinnense« und der Bornsee mit dem Middelsee in Ber- bindung gestanden haben. Da aber die in der Nähe des Mühlensees gele- gene Ankershägen er Mühle zu wenig Wasser haste, wurde der Abfluß zum Middelsee zugeschüttet und damit«ine künstliche Wasser- scheide aufgerichtet. Die Wasser der drei Seen fließen nun zur Tollense und sonnt in die Ostsee, während das Wasser des Middel- fecs durch di« Havel zur Elbe und damit in die Nordsee gelangen. In der Schule wird gelehrt: Die Havel entspringt aus der meck- lenburgischen Seenplatte. Das ist richtig und ungenau zugleich. Die Havel entspringt aus dem misten in der Dambecker Privatforst in 63 Meter Höhe gelegenen kleinen Middels««, genau 4 Kilometer nördlich von Kratzeburg. Wenn man will, kann man noch einen im Südosten in den Käbelicksee mündenden Bach, den Boden dach, der aus den, Kleinen und dem Großen Bodensee kommt, als zweite Quelle der Havel ansprechen. Sie nimmt auf ihrem Laus zahlreiche Fließe auf. Nielleicht gibt es auch in den Seen unterirdische Quellen, die noch nicht erforscht sind. Schon Ist Kilometer nach ihrer Entstehung ent- wickelt di« Havel in der Granziner Mühle 17 Pferdestärken, und nach weiteren 15 Kilometern treibt sie in der hochragenden Useriner Schneide- und Mahl mühle eine Turbine von 75 Bis hierher kommen auch die größeren Kähne. Die Havel trägt jetzt auf ihrem immer breiter werdenden Rücken schwere Lasten. Aber immer wieder bleibt das alte Spiel. Sie eilt von See zu «ee, sie ist der deutsche Seenfluß. � Wenn einmal die Mark Brandenburg als die Streusand« büchse des Deutschen Reiches bezeichnet worden ist, so tut man ihr wirklich unrecht. Davon legt euch die Havel Zeugnis ab. Die märkische Landschaft hat Reize wie nur je eine Landschaft Deutschlands, und an Abwechslung fehlt es ihr nicht. Dieses Hin und Her zwischen Seen und Flüssen, Hügeln-und flachem Land, Wald, Wiese, Sand und kultiviertem Boden— man findet es in dieser Mannigsältigkeit schwerlich wieder. lind wenn man mst der Granziner Mübie: 10 hm nach ihrem Ursprang treibt die Havel hier eine Turbine von 17 PS. „Streusandbüchse' einmal die Unfruchtbarkeit Brandenburgs bezeich- nen.wollte, so stimmt auch dos längst nickst mehr. Menschcngeist und Menschenfleiß haben auch hier die spröde Natur bezwungen. Sie legen Ihr Geld vorteilhaft an Wenn Sie es für eine Lebensversicherung einzahlen. Gerade dann, wenn ein größerer Betrag dringend nötig ist, z. B. für die Ausbildung und Ausstattung Ihrer Kinder, für Ihr Alter oder beim Ableben für Ihre Familie: in allen diesen Fällen erweist sich die Lebensversicherung als zuverlässigste und zweckmäßigste Geldanlage, und oft zahlt sie ein Vielfaches von dem Eingezahlten aus. Fragen Sie einen Versicherungs-Fachmann1. I Ausstellung der Nerufsschuken. Anläßlich des?5zöhtignd erklärten Arbeiten geben gegenüber den fr'iihercn Äerhältnisten»in Miltes Bild-'von der Entwicklung des heutigen Berufsschulwesens, das an dkl:' sachliche Be-- rufsbildung de» Schülers die höchsten Anforderungen stellt. Ins-, besondere Stäben die(Zebictc des Bauhanchwerrs,' M a u r e r inid Dachdecker ei, werdvolle Leistungen aufzuweisen. In Werk- statten, die zum Teil in K e l l e r r ä u m e n liegen, decken Dach- decker komplizierter Dachsormen in Schiefer, Schindeln oder Ziegeln. die sie oben in den Schulräumen in kleinen Modellen vorher- aus- geführt haben, chic- töpftrn auch die" Ofensetzer ihre wirtlichen Dcfcn und halbjährlich kontrollieren die chairdwerkerverbaudc. ob.die Ausbildung der Lehrlinge fortschreitet. Die Steinsetzer, Fliesenleger und andere nerwaiddie Gewerbe haben ihre eigenen Ucbuugsriiüme, wo aufgebaut und wieder eingerissen wird. Die Maprcr hoben! kunstvolle Portale und Tonnengewölbe aus kleinen Modellstciiichen gebaut, das Material wurde aus alten Schulbänken geschnitten. Einer hat sogar den berühmten Z ähri n g'e r L ö uj'c n von choger in Backstein nach einer.Photovorloge nachgebaut. Maurer und Zimmerleute schufen sorinvollcndete. Paddelboote und ein großes Segelflugzeug wartet auf den.Probeflug. Im Metall- gewerb« fallen die reichen chilfsmittel an technischen Apparaturen und Maschinen ins Auge, die desn- Schüler den Zpfammeiihang seiner Zlrbeet mit der Ausgabe des Werkstücks erklären helfen. Zu vielen Fächern der Berufsschule drängen sich auch freiwillige, Schüler, um z. B. die schwierige Kunst des Mctalltreibcns zu erlernen. Die ganze Tendenz der Schule zielt dahin, das Praktische und die-Fei»- Helten des Berufs, die zu erlernen der Schüler ost nicht Zeit und Gelegenheit hat, ihnen zu vermitteln. Auswahl und Pflege der Balkoupflanze»,- Die D e u t s ch e' Gd r t c n b a u g c f e 5l°s ch a f t, die- seit vielen Jahren unter Mitarbeit' tandere'r'Fachotgonisotionen rstu' P r a m i i e r u n g der besten Balkone.in Berlin durchgeführt Hot, wird ihr« Monatsoersammliing am Donnerstag,': dem Lä. April, abends' ..SeKUKS" Mvtgl'I'Wg!' oll! M o!ZSIizL8!öIISI'lölI!tz.lZiks>t!M!0s' z» deiieden ckurcli tlLmn,«!-«»& Dukat, Berlin O, Gr. Frarfklufler Str', J Ernst Helnold, Berlin MO, Greifswaldcr SiraSc 3 Richard Neuendorf, Berlin-Lichtenberg, Haup!>tr.'S8 Paul Sawallisch, Berlin N31, Putibusscr Straße 16 leS Uhr, als Wcrbeabcnd für den Balkonfchinuck ausgestalten. Ueber die Auswahl und Pflege der besten Balkonpflanzen wird der Direktor der Gärtncrlchraiistalt Oranienburg, Landwirtfchastsrot Karl Schmidt, sprechen. Durch Vorführung der geeignetsten Balkonpflanzen, wird dieser Vortrag ergänzt und veranschaulicht werden. Die Leraiista!- tung findet im. fjöriaal 10 der Land wi rtf.chastlichen. Ho chschule, Invalidenstr. 42, statt und ist für jedermann cintrittsfrei. Eines Gesangenen Osterwunsch. "(Sr bittet um ein altes Violoncello. Ein Z n chthausge fangen er wendet sich an uns mit einer' Bitte, die wir hiermit an unser« Leser weitergeben, ib der chosfnung. daß es gelingen' möge, sie zu erfüllen. Der Gefangene schreibt: „Ich bin seit t!Zlk in.Haft, weil ich damals als Soldat im Felde die Achtung vor dem Menschenleben verloren hotte und als Berwun- dcter in der Garnison eine Zivilperson in der Aufregung tötete. Das liegt nun weit hinter mir. Ich habe mich darein Huden müssen, meine Jugend hinter Kerkerinouern zu begraben. Ob ich bald wieder die Freiheit s�mie» darf? Ick) weiß es nicht.(Der Mann ist erst vor kurzem zu einer befristeten Zuchthausstrafe begnadigt worden. D. Red.) Vorläufig flichc ich mich geistig auf der 5)öhe zu halten... im Nahmen des modernen Strafvollzuges. Ich widme mich der Musik... Da ich zu der Uebcrzeuguiig gekommen bin. daß aerad» die Musik so erzieherisch auf einen Einsamen ivirkt, Herz und Gemüt erhebt, versuche ich, es darin zu etwas Brauchbarem zu bringen.. Auch für die Zukunft. Wir haben hier eine Ha u sko pelle ge- grüichet, alles Leute mit langer Straidauer, und unsere Instrumente sind fast durchweg von edelmütigen Menschen geschenkt worden. Zu Weihnachten hoben wir sogar ein Klavier bekonnnen. Auch eine schaue Troinmel. ist dem.Tambour von einer Vereinigung geschenkt worden. Nun fehlt uns liiir noch ein Violoncello und dw: mächte ich Sie bitten: Können Sie nicht ein gutes Werk für mich tu» und mir zu einem Cello verhelfen? Ich habe so große Lust mid Liebe dafür. Selbst mir eins kaufen, dos geht weit über meine Mittel, da ich doch nur drei Mark monatlich zur Bcrsügung habe. Sollta es nickst möglich fein, gute Menschen dafür zu interessieren? Iii einem Musikkatalog sind mittelmäßige für 8f> bis 100 Reichsmark abgebildet. Gewiß eine riesige Summe für den einzelnen: ober wen» sich mehrere Menschenfreunde zusammentun, würden sie mich zu einem glücklichen Menschen, machen. Hier habe ich Zeit, etwas Ordentliches zu lernen. Bitte, versuchen Sie es einmal. Sie geben memein Leben dadurch neue. Freude und Inhalt... Wir habe» den Brief mit kleinen Kürzungen wörtlich wieder- gegeben in der Hoffnung, daß der»ine oder andere unserer Leser dazu beiträgt, diesem Zuchthausgesangencn seinen Wunsch zu er- füllen. Vielleicht meidet sich auch jemand, der«n altes Eello hat und ein Instrument für billiges Geld zur Verfügung.stellen kann. Wir haben über den Mann Erkundigungen eingezogen und fest- gestellt, daß er der Erfüllung seines Wunsches würdig ist. Die Plaza bringt in der zweiten Monatshälft« ein großes Prz- gramm, das mit Freiheitsdresfurcn Miß M i ch a l i t t a z eingeleitet wird. Format Hot der Excentrik-Meiangc-Akt der drei„Bur- l e y s". Daneben haben wieder alte Bekannte im Ostbabnhof Ein-. zug«halten: so die vier..S er ras', über deren feine? Können aus dem Gebiete der Gymnastik nichts näheres qcsaat zu werden braucht, und Paul G o r d o n,'dcr obne Bälancebilssmittel auf dein Drahtieil arbeitet. C l i f f o r d und Gray find Jongleure aus England, die in wirbelnder Folge mit Dutzenden Reisen spielen. Der„l o n g c L i e-bät" hat schnell die Sympathie des Haufes erworben, während es bei den Darbietungen des llhren-Illufionisten John Okm» an verblüffien Gesichtern'nicht mangelt. Gute Balanceleistungcn voll- bringt auch die Georgc-N a r o w- Comp, aus Fahrrädern..Bleiben noch der Gcsangsakk der A l- B o- T e- S o! s-und die-iBallett Divertissement? der Fiametle Hildegarde, die iinmer ein bei- fallsfreudiges Publikum.finden..-■--" Allgemeine Wetterlage. >i9.AppiH93(Xabcfe. vwüesnteaöhsifBr.Otalbbedakt i wolkig,# baleclt*l?egerusGrai;pe(n iSdMMNailTGMtte�Mhtefc Am Sonnabend herrschte in einem großen Teil Deutschlands etwas freundlicheres Wetter, jedoch war es bei kalten, meist Nord-' östlichen Winden weiterhin sehr kühl. Zur Zeit liegen wir zwar noch im Bereich des europäischen Tiefdruckgebietes, das uns bereits eine Woche lang schlechtes Wetter brachte, jedoch bot es sich ziemlich stark ocrflacht. Da über Mitteleuropa und Skandinavien der Druckanstieg noch andauert, so dürfen wir für Dstcrjonntag mti öincr leichten Besserung des Wetters rechnen'.' Infolge des kalten nordöstlichen Luftstromes nach unserem Gebiet wird es jedoch noch sehr kühl bleiben......-...•. *••:., Welteraussichten für Berlin. Sehr kühl, wechselnd bewöttt, keine oder nur geringe Niederschlüge, schirxiche Winde aus nordöstlicher Richtung.— Für Deutschland. Im Süden und vielen Gebirgen noch verbreitete Niederschläge, aber stlrerall Temperaturen weiterhin recht niedrig. Wenn der Magen nichs in Ordnung ist, leidet Ihr ganze» Wohl-- befinden darunter. Rehinen Sie iasort die echten„Reichels M o ge n t r o p s e n". Flasche Mt. 1,10 u. 2,75. 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Beil— er muß das Dach des Schuppens reparieren, der Wind Hot vor ein paar Tagen ein Stück abgerissen. Der Ozean klatscht rauhe Herbstbrondung gegen das Ufer. Ilsberall liegen trüöe, matte Farlxir. Tot« Leer« aus dem vom Wasser halb umgebenen Feßen Erde. Das Gros ist erfroren, die Vögel sind fortgcslogen, seit zwei Wochen zeigt sich die Sonne nicht mehr, bald beginnt die monatolange eisige Polamacht. Troßdem ist William g Itter Stimmung. Gestern fand er in der Falle einen schönen Rotfuchs. Hätte er schon seinen Winterpriz— das war« ein kostbares Ding. Aber was liegt daran. Die Haupt- jache das große Tier ist von selbst, ohne Köder in die Falle gegangen. lind heute früh, als William zum Wasser hinunterging— plöfclich Über seinen Kops ein Adler. Wie kömmt der hierher, in diese Gegenden?— William hob das Gewehr... Der tote Vogel liegt jetzt aus dem Hof. Was soll man mit ihm?— Aber ein ausgezeichneter Schuß... Und das macht Williams Laune so gut. Auf der Schwelle erscheint sein kseiner Junge: „Pa! Komm frühstücken!" Heute ist Feiertag, und auf dem Tisch liegt ein« gebratene Gans und steht schwarzer, duftender Kois.ee. Vera sagt:„Was hast du denn für eine eilige Arbeit? Heute könnlest du doch ausruhen." Und der Aeltefte, Sjon«, bittet:..Papa, komm zu den schwarzen Felsen Bageleier suchen!" „Ich komm« mit, ich komm« mit!" jubelt Mitja, der Jüngere. Die Loppländerin Marina kommt herein und berichtet aufgeregt, daß plötzlich im»Schuppen, auf dem Hos, in der Vorrats- immner ein« Menge Mäuse hevumlausen., � William geht hinaus. Ueberall wimmelt es von den Tieren, sie zernagen die Socke mit Mehl und Grütze, balgen sich um die Robbenfelle, Fässer'mit Pökelfleisch. Er erkennt die Art: es find imrdifche Leemninge. Wanderratten. Sjhn packt das Entsetzen, er weiß, was eine solche MassenwonderuNg bedeutet..- Er, die Frau, das Mädchen, die Kinder stürzen in die Vorrats- kammer, arbeiten schweigend, sieborhaft, über die Kraft. Die Kinder können nicht mehr, Vera sind die Kräste auegegangen. William sind die Finger von den Ratten zerbissen, aber er und Marina schleppen weiter Kisten und Kästen in die Zimmer. Die Schuppen, sind immer noch voll, dort liegt der ganze Lohresvorrat, die Fuchsselle, die Fässer mit Fisch, das Futter für die Renntiere. All«, ist von der Vernichtung bedroht.'> Die Nacht kst wie ein Albdrurf. Taufende von Rattenzohnen kratzen und nagen unter den, Boden, im Flur, draußen am Haus. Die" Kinder weinten vor Angst. Vera wurde mehrmals ohnmächtig— es schien ihr, daß die Ratten eingedrungen waren und sich auf die Aiechchei, gestürzt hatten, Im Hos brüllten die Renntiere, bellten die Hunde. �........ Am Morgen ging MWam. hinaus. Der gattz« Hof war voll von Ratten. Die Renntiere trampelten in der Hürd«, die Hunde heulten in ihren Ställen. Man mußte sie hinauslassen. Kaum öffnete er das Gatter, als olle sieben Hirsche mit blutunterlaufenen Augen hinausstürzten. Ihr« Bein« war«n mit Blut bedeckt, am Fell hingen verbissen die Ratten. Wie wahnsinnig rasten sie in den Wald. Die Hunde wollten, nn Lauf die Ratten beißend und zer- trampelnd» in das Haiis. In ihren Augen bramtte auch die Todes- angst vor dieser furchtbaren, uirbekonnten Kraft. Sie quietschten vor Schmerz, fletschten die blutigen Zähne und stürmten, als sie beim Menschen keine Hilf« fanden, den Hirschen nach. William faßte einen Plan. Zum Glück war genug Hos; da. Er legte um das Haus euren feurigen Ring, blieb mir Marina hinter der Linie der Scheiterhaufen und nährte ununterbrochen das Feuer. Da? war die einzig« Rettung. Schon nccht« vom nächsten Hügel ein graues Band, ein ununterbrochener Strom. Es war furchtbar in i'einein Lauf zu stehen— wird er überfluten, erdrücken, vernichten... Die lebendige Lawine rollt« heran. Sie bewegte sich mit einem verhaltenen, schaurigen Rauschen... Jetzt ist sie direkt vor den Scheiterhaufen. Eine Verwirrung der vordersten. Piepsen. Aber die hinteren drängen nach. Äm»ner stärker knistert das Feuer. Es beginnt nach versengtem Fell und bremsendem Fleisch zu riechen. Aber der Strom wird zur Seite obgebogen. Nur einzelne Bäche dringen zwischen die Scheiterhausen durch und fressen sich in die Gebäude hinein. Schwärme von großen und kleinen Vögeln erscheinen. Hiesige «ist) fremde, die Hunderte von Kilometern gesloge» sind: Möwen, Raben, Polareuten, Habichte, Adler. Sie fliege« nur einige Meter über dem Erdboden und füllen die Luft mit Schreien, Pfeifen, Kreischen. Sie schießen auf die Beute hinunter, fressen sie auf dem • nächsten Hügel und stürzen sich auf die nächste. Genau wie die Wanderratten hoben diese Vögel nicht die geringste Angst vor dem Menschen, und William denkt gar nicht daran, sie zu vertveiben— jetzt sind sie seine Freunde. Denn der droue Strom fließt, von einer oel/eimnisvollen Kraft getrieben, unimicrbrochcn weiter, Tag und Nacht unterlzalten William und Marina die Feuer und führen erbitterten Krieg gegen die eingedrungenen Nager. In der Nacht hört man andere Töne, durchdringend« Schreie wie von kleinen Kindern, Heulen der Wölse. Mde."- William und Marina säuberten sorgfältig den Hof und die Hundeställe, schüttete» überall Kalk, brechten Sand vom Meer, reinigten die Schuppen und di« Vorratskammer von den letzten Spuren dev Ratten, dann ging William zu seiner Frau:„Vera, ich fahre am Freitag mit dem Dampfer nach Archangelsk," Zwei Wochen später kam er aus demselben Dampfer, mit: fünf mageren, grindigen Hunden, die er sich von den Stadtjungons fangen ließ, weil er kein Geld»für gute Hunde hatte, zurück. Jeden Tag .wusch er sie, behandelte sie mit Salben,, fütterte sie, und sie be° ganmn sich, schnetl zu rrhoscn..>.......... � Eines Tages erschien ein William bekannter Lappländer 'Wassili mit ei nein Viergespanu von Renntiereitt■> „Ich habe gehört, dein Reimtier flot,' dein Hund« tot. Gib dein Maschine, nimm, zwei Renntier." „Welche Maschine?" wunderte sick) William.-•- „Dein kleip Weiischenmaschine, mit Rohr.",, �„Aha, das Grammophon!" lacht« William auf.„Ich muß meine Frau frage, i,' es gelhirt ihr." Vera hatte-nichts dagegen:„Dann werden unsere Kleinen wenigstens Milch haben."'• Eine halb« Stunde später fuhr der Lappe Wassili auf seinem Schlitten,, vor dem jetzt nur zwei Reiichiere eingespannt waren, noch 5)airse und hielt im Schoß hetz. Sack' mit-dem Grammophon. ' lind Williäilts Wirlfchast begann sich wieber zu ordnen. ---(Urtiuliwn boh OT/ iTfiat#1.) 7 raus ftoUtetif eider: JlttferHehung Ott Volk bist wund am Kreuz gehangen. Hell in den sonnenlose« Tag warf Glut der heißen Not verlangen. verblutend hielt dein Schmerz umfangen vis Lust, die fremd in Tiefen lag. vu hörtest endlos weh ermattet Zu deinen fitßen Klang und Spiel Und schautest, noch vom Tod umschattet, wie. um dein Kleid der Würfel fiel. Sie haben dir das Glück zerschlagen, vu krbeltsvolk der müden Pein. vie Erde brüllte Zorn und Klagen. Sie haben dich zu Grab getragen Und wälzten- schwer auf dich den Stein. Gebrochene starrten noch in Sauden, Die Waffen hielten Totenwaeht, Und du bist dennoch auferstanden Und warfst von dir das weh der Nacht. Volk, das Jahrtausende der Zähren Und aller Kreuze Elend trug, vu yiobsoolk unseliger Schwären, Oer Tag will Leuäften und verklären, Der deiner Feinde würgen schlug. Es ist noch nicht das Kuferstehen, Was knirschend Kreuz und Stein Zerbrach. Erst wenn wir frei auf Erden gehen. ...Sind wir erlöst von Leid und Schmach. Vu musjtz mit hellster Kraft erfassen Den Tag, den deine Macht erzwang. Es darf nicht ruhen und verblassen vie leuchtende Gewalt der Massen, Ein jeder Schritt ist wuchtiger Gang. Kein Kreuz für Schacher und Gerechte, Ven Menschen allen weg und Licht, Und einem mutigen Geschlechte ves Kampfes heilige Erdenpflicht! 7* Wallher Seit ich von jeiyonbM gelesen habe,.-Jjaß er infolge ständigen. Äheuzworträtsefrateiis-«tu Elmnen;iittz» davon nach'Haufe brachte, ging es mich an. Die Sache nahm nur wenig« Stunden; täglich in-Anspruch. Heber diese Zahl bin ich längst hina»?.- Es gibt für wenige Groschen ganz« Heft« rnft w, 100, 500 Kreuzw-yrträtseln zu sausen., Seit- dein axbeike ich Mbewüht an mriner Bildung. Meine Frau denkt, daß. ich ein großes Werfc.'schreibe. Die Kinder müssen-.besonder?,. fein.' Den ganzen, Dig sitze ich a'm Schreibtisch. llMtirn LeKn iMb« ich geschuftet, wie ss-tzt. Ick>.'-verleibe das Gnu und die. Glyzinie, die Aar und die Lauge, Nätien und Melasse TneiUrr- Bildung ein. Eine Zeitlang habe ich'mlt mir gerungen, um ins Lebe» zu- rückzukehren. Vergeblich! Mir befreundete Psychiater haben inich mit der Uiihkil barkeil der Kreuzioorträtselkraiiklzeit nemiene-werf beruhigt. Sie loben den häusliche» und geräuschlosen Charakter dieser Krankheit. Sic rechnen mein Leiden zu den harmlosen� wenn auch chroili'schen, wie etwa die Lektüre von Edgar Wallaee,' Angeln oder Briesmarkenjammeln. So zerreibe ich mich denn nicht länger in lNnere» Kämpfen, fondern rate weiter..Es gibt meinem Leo«» «inen Inhalt. Man kann nicht aufhören. Sieben, acht, zwanzig Rätsel liege« noch auf dem Tisch. Man wild nicht Ruhe geben, bis sie alle gelöst sind'. Die Falten i» der Stirn vertiefen sich, das Auge loht in steberijchem- Glanz. Todmüde schleppe ich mich lies in der Rocht zum Lager und sind« auch dort Nicht Ruhe.„Griechische Göttin" ous sechs Buchstaben,.Dnsel im Stillen Ozean" mit S anfangend und einem G in der Mitte,„Eagenstolz der deutschen Vorzeit"! Noch long« wälz« ich mich schla-slds. Do» Leiden, frißt automatss'ch weiter.' Was auch gesprochen wird, du stellst die Worte kreuzweise mit den gleichen sich deckenden Buchstaben übereinander. Du hörst von„Brücke" und„Uckermark" und stellst sie als 2. waagerecht und 6, senkrecht(in. Längst habe ich jenen Mann in der Elektrischen erreicht, vv» dem ich einst Uz und Araukarie abschrieb. Der Blaustift fliegt förmlich über das Papier. Immer weniger Fragen machen Kopfzerbrechen. Heb Hohepriester ist Natürlich Eli. bei der biblischen Gestalt triffst du die schnelle Ausroohl unter Adain» Hiob, Nabob.. Dt« Gestast- aus emer Oper vön Wogner ist/— tausend gegen eins»zu wetten-b Sentä,' Der deutsche Fluß ist gewohnlich Isar, die ägyptisch». Gott« heit Ainmon oder Isis, der deutsche Maler Thoma oder Menzel, der Fkauennaiite Berta-oder Irene, der Mädchenname Elli. Du fällst bei der deutschen Hasenstadt mit sieben Buchstabe» nicht mehr airs Hamburg oder Lübeck herein, sondern schreibst sofort Stettin hink E» ist immer Stettin!> Das- bekommst du allmählich alles heraus. Du lernst da» Priini. rista dos Kreuzworträtsel».- Und wenn du etwas picht weißt, dann wälze die Lexikonbönde.- Du wirst die seltenen Metalle und den Teil des Aug«» irgendwo finden. Und nur etwas gibt es, was km ntemols finden wirst und woran du Monatelang verzweifeln kannst, falls du nicht so würdelos bist,- in der nächsten Nunnner die -Lösungen durchzulesen. Weißt du. wie der Berg in Tirol heißt? Du Zerbrichst dir den Kops mit dem Karwende'l, der Wildfpitzc, dein Hochfester. Weit gefehlt, dos ist es' alles nicht. Der Berg in Tirol ist immer der- Jfel-, Acht« darauf! Der Berg Jsel wird iinmer wieder kontmen. Er gehört zum ewigen Bestand wie das Gnu, dir Truhe, wie Berta und-Ulm«..; Wenn du aber den Berg Jsel heraushast, da Mi ist di« Kreuz» worträtselei nicht mehr akut, auch schon-fast nicht mehr chronisch, dann tritt. sie in das endemische Stadium. Sie hat damit Nickst aufgehört zu existieten, ober sie kann dir nichts mehr anhobeik. Statt sechs bis sieben Stunden am Tag beschäftigt sie dich nur noch ein«. Oder du irjttst in ein völlig neues Stadium, indem du ltegincht..selber Kreuzworträlfel' zu fabrizieren; Wenn dich diese ■Leidensehsit packt, dann hast du einen Lebensinhalt für iimncr ge- funden. Bon dort kchttv noch keiner lebendig zm-ück. Inzwischen werden- deine-Frau und deine Kinder oerhungern oder sich auf di« Wanderschaft begeben, während du' darüber nachdenkst, was du mkt „heottl"»der.chenft" anfangen kömtteft-'-. Jfeuri IBarbuSfe: Champion 3)ukedom Da stand es, schnvirz auf mctfi, her erste Sieger auf her diesjährigen Hundeausstellung ist der rotdraime ffaxterrierrüde Champion Dirkedom. Vater rief es Mutter zu:..Unser Dukq ist erster Sieger!" und sllgvll verbreitet« sich die Naclnicht, Frauen sind schon mal so, über die ganz« Gasse und drang auch zu Godard. dem dicken Schlächtenneister Godard. der eine Unmenge mehr oder mettiger reinrassiger Hund« besaß, die er alljährlich siege sgcw-iß zur Ausstellung schickte. Sei es. daß seine Hündinnen HiebHobcr aus anderen Valien vorzogen, oder sei es. daß die gute Kost der Linie der Champions verdarb, seine Hund« bekamen nie Preise. Diesmal hatte Godard im Gasthaus 5000 Franken auf seine Hund« gesetzt, daß der Sieger unbedrngt aus ssmem Zminger ge- wählt werde, und nun... Die ganze Gasse triumphierte. Am meisten triumphierte natürlich Vater. Gr verschwor es sich, und strich Duky zärtlich über den rassigen Kopf, daß er unser« Hund für kein Vrrmägen und auch nicht für olle Schätze dos Sultans von Marokko hergeben wurde. 'Da läutete es und herein trat... Herr Godard. Herr Godard persönlich Gr grüßt« nicht, denn das Stiegenstoigen hatte ihm den Atem geraubt, schnauft« wie ein Nilpferd und watschelte auf Voter zu. Vater stand verlogen auf und Mutter stammelte etwas von vergessener Bezahlung der Fleischrechnung. Godard winkte aber großzügig ab. Als er zu Atem gekommen war, es dauerte dies eine knappe Viertelstunde, sagte er: „Herr Genendel, Sie sind ein armer Teufel? Bitte, wider- sprechen Sie mir nicht. Die verteufelten vier Armeleutetreppen liegen mir noch verdammt in den Gliedern. Nun hat Ihr ver- sluchter Köter den ersten Preis erhalten und mein« Prachthunde haben das Nachsehen. Ich habe ein Vermögen auf die Körle ge- ivettet. Aber, das ist es gar nicht, das mich ärgert. Nur die Blamage fürchte ich. Und da müssen Sie mir helfen Herr Genendel!" Vater stammelte:„Aber sehr gern«... hohe Ehre... wetß zwar nicht wie. Berkauf unfercs Duky kommt gor nicht in Frage!" „Nä, so schenken Sie mir den Köter!" Wir Kinder brachen in Hohngeschrci aus. Unseren Duky sollte man dem Fettwanst schenken, wo wir doch mir nichts dir nichts die Schatze des Sultans von Marokko dafür kriegen könnten! Herr Godard sprach weiter:„Sie sehen mich so an, als ob ich verrückt sei. Ich bin verrückt, denn ich will Ihnen dafür dann mein N eines Landhaus in der Au schenken und die„vergessene" Fleischrrchnung unter den Tisch sollen lassen." Vater zog sich mit Mutter ins Schlafzimmer zu einer Beratung .zurück, wahrend Herr Godard den brummenden Duky zu streicheln versuchte. Um es kurz zu machon, er bekam den Hund. Einige Würste und ein saftiger Osterschinken gaben den Ausschlag. Mutter, die ja stets etwas gegen die Hundewirtfchast gehabt hatte, erschütterte Vaters eisernen Standpunkt. So sind die Frauen I Godard schritt vorsichtig. Über d* verdammten Stiegen fluchend, die Treppe hinab und zog den, sich mit aller Kraft wehrenden Hund hinter sich her. Langsam fügt« er sich in sein Schicksock und sah sich nur am Haustor noch einmal vorwurfsvoll und traurig nach uns um. Sonntag übersiedelten wir in unser neues Haus und aßen, trotzdem es noch lange nicht Ostern war, den saftigen Osterschinken. Herr Godard hatte den ersten Preis und die 50Ö0 Franken eingeheiinst, und die Sache schien in Ordnung. Wir vermieden, von Duky zu sprechen. Wir sprachen nur von .Haus, Garten und Würsten. Zlber irgendwie wußten wir alle, daß hinter all diesem Gerede die Sehnsucht nach unserem alten Freunde steckt«. In der Fern« bellte plötzlich ein Hund. Alle waren still und dachten dasselbe. Darm sichren sie fort von Schinken, Wurst, Garten und Haus zu sprechen, aber nicht ganz so fröhlich wie früher. Auf einmal sagt« Vater:„Er hat es gewiß sehr gut! Besser als wir!" „Ja", sagte die Mutter,„ich bin froh, daß ich chn los bin!" Und als wir Kinder traurig dasaßen, fügte sie vorwurfsvoll hinzu: „Es ist doch alles nur für euch geschehen, denn ihr werdet mehr von diesem Hause haben als eure Eltern." Da sing ich herzerweichend zu weinen an und schrie:„Es ist so, als oh ihr chn an einen Schlächter verkauft hättet, und mm fröhlich über den Schacher wäret!" Ich bekam von Mutter eine Ohrfeige und wurde strafweise ins Bett geschickt. In diesem Augenblick stieß etwas heftig gegen da» Gartentor. Es war Champion Dukedom, unser Duky. Ich hörte sein Freudegebell und Daters unwilliges Fortweisen. Ich stürzte zum Fenster und sah, wie Mutter chn mit chrem Regenschirm fortjagte. Meine Brüder warfen Steine auf ihn, bis er in der Ferne verschwand. „Der verdammte Kerl", hörte ich Dater sagen,„er ist durch- gegangen!" „Ja, und er hätte uns leicht um unser Haus bringen können!" „Wenn er wiederkommt, werden wir mit unserer Schleuder auf chn schießen!" Er kam nie wieder. Er gewann auch keinen ersten Preis auf der Hunde- ausstellung mehr. Er verweigerte die Nahrung und ging ein. Es sind seither Jahre vergangen, aber ich kann keinem Hund in die Augen sehen. Und vor rothaarigen Foxterriers habe ich ver- teufelte Angst. Denn es könnten Nachkonnnen unseres Champion Dukedom sein, den wir oerschachert und oerleugnet hatten, wie«inst Judas seinen Heiland. tDeutsj» von Ilse fftfunb.) S>ur Oefchichte des grühfornialismus Qeorg tßüchner Georg Büchner war fünf Jahre älter als Karl Marx. Cr starb 1537— v ierundzwanzigjährig— an einem heimtückischen Nerven- schber in Zürich, als der neinizehnjährig« Marx in Berlin schon ein Jahr studiert hatte. Georg Büchner mar kein Sozialist: aber er muß als Vorläufer des Sozialismus angesehen werden, wie dies schon von Eduard David, in einer 1590 erschienenen, in der Hauptsache wohl nur der älteren Generation bekannten Arbeit in der„Sammlung gesell- schaitswissenschastiicher Aussätze", gelegentlich der Neuherausgabe dos „.Hessischen Landboteu", dargetan ist. Die individuelle Leistung des jungen Marx wird unk so klarer, je allseitiger wir sie in den Rahmen seiner Zeitgeschichte einzu- ordnen versuchen.— Georg Büchner darf ebenso wenig wie Marx zum„jungen Deutschland" gerechnet werden, jener Be- wegung, die von Gutzkow, Börne, Heine usw. getragen wurde', von Männern, die durch einen liberalen Demokratismus die Macht der bii ro! raiisch-abjolu ti frischen Reaktion zu brechen glaubten. Büchner schreibt 1536 an seine Familie über sein« Siellung zu dieser Bewegung:„Uebrigens gehöre ich für meine Person keines- wcgs zu dem sogenannten Jungen Deutschland: der literarischen Partei Gutzkows und Heines. Nur ein völliges Mihocrkcnnen unserer gesellschaftlichen Verhältnisse konnte die Leute glauben machen, daß.durch die Tagesliteratur eine völlige Umgestaltung unserer religiösen und gesellschaftlichen Ideen möglich«sei. Auch teile ich keineswegs ihr« Meinung über die Ehe und däs Christen- tum: aber ich ärgere mich doch, wenn Leute, die in der Praxis tausendfältig mehr gesündigt haben als dies« in der Theorie, gleich moralische Gesichter ziehen und den Stein auf ein jugendliches, tüchtiges Talent werfen. Ich gehe meine Wege sür mich und bleibe auf dem Felde des Dramas, das mit all diesen Streitfrage» nichts zu tun hat: ich zeicht« meine Charaktere, wie ich sie der Natur und der Geschichte angemessen halt«, und lache über die Leute, welche mich für die Moralität oder Irnrnoralität derselben verantwortlich machen wallen. Ich habe darüber meine eigenen Gedanken..."(Vgl. Georg Büchners Werke und Brief«, Insel- veriag, Leipzig, Seite 391 f.) Dies« Zeilen lassen keinen Zweifel zu. Büchner sieht mit scharfen Augen die realen gesellschaftlichem Kräfte semer Zeit. Nicht um- sonst hat er va t u rivi j se ns chas Wiche Studien getrieben. Ein anderer Brief an feine Familie aus Straßburg, vom 5. April 1533, enthält Büchners grundsätzliche Stellungnahme zu den damali- gen gesellschaftlichen Verhältnissen. In Frankfurt, seinem heimatlichen Hessen benachbart, war es zu Unruhen g«- kommen. Es war die Zeit, als die Wellen der 1530er französischen I Ulirevolution nach Deutschland schlugen..„Heut erhielt ich Euren Brief mit den Erzählungen aus Frankfurt. Meine Meinung ist die: 'Wenn in unserer Zeit etwas Helsen soll, so ist es Gewalt. Wir wissen, was mir von unseren Fürsten zu erwarten haben. Alles, was sie bewilligten, wurde ihnen durch die Notwendigkeit obge, zwungen. Und selbst das Bewilligt« wurde uns hingeworfen wie ein? erbettelte Gnade und ein elendes Kinderspieizeug, um dem ewigen Maulasfon Volk seine zu eng geschnürte Wickelschmtr vergessen zu machen. Es ist ein« blechern« Flinte und ein hölzerner Säbel, womit nur ein Deutscher die Abgeschmacktheit begehen konnte, Svldatchen.zu spielen. Unser« Land stände sind eine Satire aus die gesunde Verminst, wir können noch ein Sökulum damit kerumziehen... Weil wir im Kerker geboren und großgezogen sind, merken mir nicht mehr, daß wir int Loche stecken mit ange- schmiedeten Händen und Füß-n und einem Knebel im Munde. Was nennt Ihr den gesetzlichen Zuswid? Ein Gesetz, dos die große Masse der Staatsbürger zum sfesieirden Vieh macht, um die un- nabirlieheit Bedürsnijjc einer uabedeuterden und verdorbenen Mm> derzahl zu befriedigen? Uid diese Gesetze, unterstützt von eine? rohen Militärgewalt und durch die stumme Pfiffigkeit seiner Agen- ien, dies Gesetz ist ein« ewige, rohe Gewalt, angetan dein Recht und der gesunden Vernunft, und ich werde mit Mund und Hand dagegen kämpfen, wo ich kaim. Wenn ich an dem, was geschehen, keinen Teil genonmten, und an dem, was vielleicht geschieht, keinen Teil nehmen werde, so geschieht es weder aus Mißbilligung noch aus Furcht, sondern nur, weil ich im gegenwärtigen Zeitpunkt jede revolutionäre Bewegung als eine vergeb- lich« Unternehmung betrachte, und nicht die Denblen- dmig jener teil«, welche in dem Deutschen ein zum Kamps für sein Recht bereites Volk sehen.(Don uns unterstrichen.) Diese tolle Meinung führt« die Frankfurter Aorfalle herbei und der Irrtum büßte sich schwer." Dix bleibende Leistung Büchners liegt in seinen Dichtungen. Don der revolutionären Flugschrift„Der Hessische Land- böte" ist das Büchnersche Original als verloren zu betrachten, je- dach auch die von dem hessischen demokratischen Pfarrer Weidig erheblich überorbeiieie Fassung ist eine mutige Schilderung der hessischen staallicheii und politischen Derhältnlsse, deren oUgenteine Grundzüg« jedoch bereits der schon mitgeteilte Brief entworfen Hot. Das Drama„Däntons, Tod", das dramatische Fragment „Wozzek", das Lustspiel„Leonce und Lena", das Novelleitfragment „Lenz" siitd die wichtigsten dichterischen Arbeiten des Frühver- storbenen. In der Aufgabe des dramatischen Dichters(vgl. a. a. O. Z. 353 ff.) sah er seine Berufung.„Der dramatische Dichter ist in meinen Augen nichts als ein Gefchichffchreiber, steht aber über letzterem dadurch, daß er uns die Geschichte zum zweiten Male erschafft und uns gleich unmittelbar, statt eilte trockene Erzählung zu geben, in dos Leben einer Zeit hineiiwersetzt, uns statt Charakteristiken Charaktere uitd statt Beschreibungen Gestalten gibt. Seine höchste Aufgabe ist, der Geschichte, wie sie sich wirtlich begeben, so nahe als möglich zu kommen. Sein Buch darf weder sittlicher noch unsittlicher sein, als die Geschichte selbst... Der Dichter ist kein Lehrer der Moral, er«findet und schasst Ge- stalten, er macht vergangen« Zeiten wieder aufleben, mtd die Leute mögen dann daran lernen, so gut wie aus dem Studium der Ge- schichte und der Beoltachtung dessen� was im menschlichen Leben um sie h«um vorgeht.. In dem Fragment„Wozzek" gelingt es Büchner seine sonst gelegentlich ms Geistreiche und Spielerische neigenden Kräfte zu gestaltender Meisterschaft zu sammeln. Mit„Wozzek" beginnt die proletarische Dichtung. Hier wfrd der Dichter zum Gestalt« und Ankläger. Seine Zell war für eine politische Umwälzung nicht reis. Klar und tiesblickend siebt Büchner in die politische Bedeutungslosigkeit der liberalen PmrjLN.„Das Verhältnis-wischen Arimen und Reichen ist das einzige renoluttonare Element in der Welt" schreibt er(vgl. a. a. O. S. 381) in überraschender Zuspitzung. Und ausführlicher an seinen Freund Gutzkow(vgl. a. a. O. S. 395):„Uebri- gens, um ousrichtig zu sein, Sie und Ihre Freunde scheinen mir nicht gerade den klügsten Weg gegangen zu fem. Die Gefellichast mittels der Idee, von der gebildeten aus, reformieren? Unmöglich! Uns«« Zeit ist rein materiell: waren Sie je direkter politisch zu Werke gegangen, so wären Sie bald auf den Punkt ge» kommen, wo die Reform von selbst ausgehört hätte. Sie werden nie üb« den Riß zwischen der gebildeten und' der ungebildeten Gesellschaft hinwegkommen. Ich habe mich Überzeugt, die gebildete und wohlhabend« Minorttöt, soviel Konzessionen sie auch von der Gewalt für sich begehrt, wird ttf« ihr spitzes Verhältnis zur großen Klasse aufgeben wollen. Und die große Älasie selbst? Für sie gibt es nur zwei HcheU tnatenelles Ctetd und religiöser FmMtiaaan. Jede Parte», bte dtese aofUht»tafe flogea. Qnfm Zeit braucht Eisen und Brot— und dann«an Kreuz od« sonst st, was. Ich glaube, man muß in sozialen Dingen von einem ab so- luten Rechtsgrundsatz ausgehen, die Bildung eines neuen geistigen! Lebens im Volke suchen und die abgelebte andere Gesellschaft zum Teufel geben lassen." Di« große Klaffe ist die Klaff« der Besitzlos«»: das Proletariat. Rüchner erkennt sie als„dos einzige revolutionäre Element in der Welt". Von dem jungen Marx ttnmt Büchner hier die fehlende Einsicht in die„materielle" Bedingtheit auch d« religiösen Ideolo- gien. Büchners Sozial isnrus ist noch ethisch, ntcht ökonomisch fundiert._ J. P. Mayer. to. Appeii: Of fergef dtidtleit Fausts Osterspaziergang Also, letzte Schdunde bamm mi« Faust» vsderschbazlevgang beschbrochen. Los, Schdeiaert, sagn mal her! „Foi, Eis« befreit sind Schdrom mm Vach«... durch des Friehlwgs beläwenden Blick... in Dahle grienet Hosfnungsglickl" Das iß mscht! Das mutzde fiel gefielfoller sagen. Dr Dahn liegt aus„grienet". Weil grien die Farw« dr Hoffnung iß. Das wißdr doch? Grien mm blau, Herr Lehrer! Wie kommstn da droff? Nu, wo meine Schwesder neilich gesagt hat, se mär in Hoffnung, da hat mei Fader gebläkt, er welldse grien mm blau bochen. Du willsd mr wohl hier meine gans« Klaff« frderm? Freekich, mach weider in Deklamiern! Los:„Der aide Wind«.. Ich habbs nich gelernt. Was, du fauler Limmel, du hasds»ich gelernt? Nee. Mei Fader hats mir frbohden. Unn ich soll Ihn enn scheen Gruß sagen, unn er wellde sich dein Direkder beschwern, weil Sie uns das offgegahm Hamm. Wegen der anschdeeßgen Schdelle. Wegen was? Wegen enner anschdeeßgen Schdelle? La.»os heeßt:„Unn sie sinn selwer auferschdonben aus Handwerks- unn Gewerwebanden." Das war enne große Be- leidigung. Das kenirden s« ftlleicht fon Zigeinern sagen, die Debbe einschdncken unn Ferde mausen. Awr nich fon enn anschdendgen Klembnermeesder! Das will der sein Imrungsforschdond melden, unn da dähden Sie schon sehn, wasse erlahm! Unn iemrhanbt... das Gedicht war ganz großer Schwindel. Kee Word fon Audos, unn in der Dorskneibe, da mißden se ä Grairmteson Hanum, daß Schdimmung werd! Dann war das wenigstens lähmsgedrei! Ihr habbt öhm keene Ahnung fon dr deidschen Liddsrodm! Sei eich isses schade mn die fiele Mieh«, die mr sich gtbbt! Daßrsch nr wißt: de Berln schmeißt mr sor de Sei«, wenrmer eich so ä erhahmnes Werk«rleidert. Unn so ä Dichder, d« kann«en leeö duhn, wenmter bedenkt, daß der ooch fr eich Hornochsen seine boedsche Ader ongeschdrengt hat. Anner Geede in dein nnschderb- lichen Himmel! Du weeßt, wie ich mich beschdrebt hobb sorge Schdunde... Herr Lehrer, seil wenn sinn Sie denn Schbiridkst, daß Sie mit Geisdern reden? Wolldr schdille sinn? Das mach ich doch, wie ich wHt! Htm jetzt nemmdr«ire Aufsatzhefte raus. Dohma: Was hat Geede mit fein' Osderfchbaziergang ft Gefiele ausdricken wolln?»)) fon M«nsck)en, d) fon Flansen, c) fon Diern, ö) fon der Nodithr in Allgemein, e) fon der Nodtthr in Schbezielln...? Kindergespräch über den Osterhasen Freist du dich ooch so off Osdern wie ich? Nu, das iß doch klar. Die sieln Osdereier, die schon iewvall in Schausimsdern liegen! Ja, mm die Oederhasen! Awr tmwr, das sinn bloß noch- gemachte? Aus Babbe oder so?- Dr rtchdg« Osderhas«, der de Eier bringt, der setzt sich doch in ke« Schausensder. Das fällt doch denn gar nich ein: unn iennchaubt gibbts doch bloß een. Obr mißden das einende alles seine Jung' sinn? Nee, dos geht ooch wieder nich Der legt doch Eier, mm die fressen'n doch de Menschen weg. Wie soll dn der da Junge Hamm? Horch«mal! Gloobst du denn wörtlich noch an Osderhasen? Nu, wo solln denn sonst die Eier herkomm unn die ganse andre Fresserei? Du suehst doch selw« ooch immer mtt an Grien- donnerschdag... lila, liegen lassen wer ich doch die fein' Sachen»ich, da mißt ich fcheene dumm in Kobbe sinn. Nu also. Was dn: nu also? Ich meene: was regsde dich denn da off? Weil du das noch gloobst, daß dr Osderhas« das Zeich frschdeckt. Wer solls denn sonst ftschdecken? Dr Battbo. Awr wo soll im der das hernemm? Das kooft der in Laden. Unn nachher geht'r dnnil naus in Wald oder in Garden, unn frschdeckts? Nadierlich Um, nachher sagt'r: So, im wolln mi« mal sehn, obb ihr gefolgt habbi. Seht ntal, obb'r was sindt! Du... das gloob ich drwegen nich. Warum dn nich? Nu. wie kam dn da dr Babba drzu, uns das foi, Osderhasen wcißzumachen? Weim'r sagen döht: Ich habb eich was gekooft, um, damit'r cire Freed« habbt, habb ichs In Garden frfchdeckt, nu sucht entall... da bähen inier uns doch fiel mehr frein. Da wißden ntr doch, daßrsch gut nnt uns meent, tum uns gern« mal ne Freide macht, wcmm« ooch monchntal nich folgen. Meensd« nich ooch? Der Aeltere weiß daraus irichts zu erwidern. Di« Urheimat der Eskimos In Frankreich. Nach ktvgeren Forschungen In den vorgeschichtlichen.Höhlen und Fundstötten der Dordogne in Frankreich ist der kanadische Paläontologe Dr. H. Ami mit d« Behauptung lteroorgetreten, daß Frankreich die Urheimat der kanadischen Eskimos gewesen sei. Er hat in Frankreich im Austrage der kanadischen Schule für Vorgeschichte gearbeitet, die b«eits feit acht Jahren die Spuren des oorgeichichtlichcn Menschen oerfolgt. Ueber 80 000 Fossil-en wurden durch Amis Expedition entdeckt, und der Gelehrte glaubt, in den Werkzeugen und Töpfereien der vorgeschichtlichen Menschen in Frankreich engst« Beziehuttge,, zu den Arbeiten der kanadischen Eskimos gefunden zu haben. Noch seiner Ansicht wurden die vorgeschichtlichen Menjcheit durch Veränderung der kluttatischen Bedingungen gezwungen, Frankreich zu verlassen und durch Europa bis nach Nordkanada zu wandern: sie sosgten den Tierzügen, die ebenfalls infolge der Witterung diesen Weg einschlugen. i>» �> Die erste tokomative hatte eine Länge von 4 Metern, eine mo- Herne Schvellzugslokomotioe ist mit Tender 23 Meter lang. Akch, rcnd die ersten Lokomotwen ein Gewicht vmt 6 Tonneit hatte«, haftca wodam! Lotomsüoell«g solches wo. 100 Zcanrn. Hr. �85» 4?. Jahrgang<�oimlag. 20. April 1930 Der Geheimdienst der AEF. Amerikas Spionage im Weltkrieg Slu�cr eutigün Chauvinisten weiß in Dcnrschland jeder, daß unserer Armee durch die Beteiligung Amerikas an, Kriege der Todessturz versetzt wurde. Wir' wissen, daß Amerika im letzten Kriegsjahre monaüich zwei- bis dreihunderttouseird frische, gutge- nährte Soldaten nach Frankreich's6)ilkle, daß Tausende von neuen, schweren Geschützen in Stellung gel'racht wurden und Hundertc neuer Fluazeuggoschwader startbereit ständen, um das Rheinland nüt Bomben zu belegen. Wenig aber wissen wir von der Rolle, die der Nachrichtendienst der- AGF.(American Expfriitionary Force;:) spielte, der uns im'letzten Kriegsjahre nicht unerhsblich ichäoigte. lieber deutsche, englische, französische Spionage sind in letzter Zeit iehr lesenswerte Bücher erschienen. Jetzt schildert uns auch der Amerikaner Thomas M. Johnson, der während des Krieges mi.Hauptquartier der AEF. faß. die Tätigkeit des amerikanischen Geheimdienstes, der in nerhaltnismäßig kurzer Zeil ausgebaut wurde und groß« Erfolge erzielte. Das Buch ist unter dem Titel „Dunkle Wege Amerikas im Weltkrieg" im Dieck- B erlag, Stuttgart,, erschienen und bietet eine Füll« an interessantem Material, obgleich der Bersaiser sehr�viel verschweigt, um nicht„über sein Land und andere dazu einen Sturm von Bitterkeit und Haß, van Argwohn, Skandal und Elend zu entfesseln". Nun, mir Sozialisten hatten auch die volle Wahrheit ertragen. Wir wissen, daß sich an allen Fronten ein Abgrund von Gemeinheit austat. Aber auch das, was Johnson mit Genehmigung der vier l5hefs des- atnerikamschen Nachrichtendienstes schreibt, genügt voll ständig, um jeden- vernünftigen Menschen mit Wscheu vor dem Krieg zu erfüllen. Oer Aufbau der Spionageabteilung. Kurze Zeit nach der Landung der erstell amerikanischen Truppen wurde im Großen Ho-uptquartjer die G2(2. Abteilung des G e n e r a l st a b s) ins Leben gerufen. Leiter des Geheimdienstes, der nach englischem Muster aufgezogeu wurde, mar der General- itabsafsizier N olan, der mit einer Schar ausgesuchter Leute oller Berufe eine gut« Spionageschule orrrchiete. Dort hinter den Türen, die mit den ominösen Zeichen G 2 A' oder S S(Secrct servier., Geheimdienst) bemalt waren, flössen aus tausend trüben Quellen die 'Nachrichten über den deutschen Gegner zusammen. Auf den Tischen lagen Feldpostkarten, deutsche Zeitungen, Soldbücher, Abschristen von Diviswnsbesehlen, abgehörten Telephongesprächen, aufgesangenen .Funksprüchen. Dort lagen Photographien von deutschen Befcsti- gungsanlagen. Industriewerken, Geschützen nnd dort läge.» vor allen Dingen die Bericht« einer Armee großer und kleiner Agenten. In diesen Büros wurde die Spreu vom' Weizen' gesondert, nrachte man sich«in. ziemlich klares Bild über die militärische, politische und wirb gastliche Lage Deutschlands. In diesen Büros wurden auch Gefangene oerhört.' Man nahm sie auf den Schmus, man köderte sie mit Lebensmitteln, vorsprach ihnen Erleichterungen Wollte ein Gefangener nicht aussagen, wurde er halbtot geschlagen. So mancher, der Hülle des Schlachtfeldes entronnen, wurde in die Hölle der G2 gestoßen. Sechzehn Monate nach Eintritt Amerikas in bell Krieg verfügte G 2 bereits über 2&7 Nachrichtenoffiziere und Zehntausende van Vertrauensleuten und Agenten. Die G 2 fabrizierte Greuel- Meldungen, weil der amerikanische Soldat nicht blutdürstig ge- nug war, sie druckte Flugblätter, damit Sammy auch wußte, warum er in den Krieg gezogen war. G2 fabrizierte Photo- Montagen.„Die Humen schiveiden amerikanischen Soldaten die Kehle durch" Giftgas der Verhetzung und Lüge, abgeblasen von den Nachrichtenbüros aller kriegführenden Staaten, verpesteten die vom Pulverdantpf durchstänkerte Luft vollends. Es war eine große, ein« herrliche Zeit! Eine Unterabteilung von G2 war die I L(Intelligence Police). Sie hatte sich hauptsächlich mit Spionageabwehr zu befassen. Diese I P's, die im Sergeantenrang standen, orbeitesen nicht in der Kampf- zone, sondern im 5)mterland. Diese I P's waren wilde, abenteuerliche Burschen, die drei bis vier fremde Sprachen beherrschten. Die ersten fünfzig I P's, die französischen Boden betraten, wurden sofort eingesperrt. Sie trugen nämlich wie die Militärpolizei zu ihrem Entsetzen bemerkte, grünweißc Hutschnüre. Aber diese Burschen. die zuerst so tolpelho st auftraten, entwickelten sich mit der Zeit zu ganz gerissenen S p i o ne n j ä g« r n, die nach dem Kriege ihre Tätigkeit in Deutschland fortsetzten. Lleberwachung jedes Soldaten. Die G2 hatte aber nickst nur Spione zu fangen oder zu werben, sie hatte auch die Ausgäbe, jeden amerikanischen Sol- baten zu überwachen. In den frairzösischen Häfeirstädten wimmelte es von I P's, das Personal der Hotels im Hinterland war mit Leuten von G 2 durchsetzt, die Zimmer, in denen sich ainerika- Nische Ossiziere mit hübschen Französinnen zu amüsieren pflegten, waren mit Diktaphonen ausgestattet. Mancher Offizier wurde Plötz- lich vgrsetzt und konnte sich isicht erklären, warum. Er hatte natür- lich iin Hotelzimmer zu seiner Schönen über Dinge geschwatzt, über die man bei Schäferstündchen nicht reden soll. Auch der amerikanische Grabensoldat wurde überwacht. Die„Stillen Beobachter" bei den Frontformationen machten den regulären Dienst mit. sie exerzierten, schippten, stürmten, aber sie hielten vor allen Dingen die Augen und Ohren offen. Bei jedem Zug von 60 Mann befand sich ein„Stiller Beobachter", und nur der Zugführer wußte, wer es war. Dies« Vertrauensleute erstatteten regelmäßig Bericht über die Stimmung in ihrer Formation, sie meldeten Verdächtige und trieben ohne Zweifel einen großen Mißbrauch. Das System des.„stillen Beobachters" haben im übrigen die Russen weiter ausgebaut und in der Roten Armee eingeführt. Der Haupttunmrelplag aller Spume waren die neutralen Länder, vor allen Dingen di« Schweiz. In diesem kleinen Lande prallten die geheimen Machte aufeinander, und in diesem Krieg, den die Spione fichrten. war jedes Mittel geheiligt. Diebstahl und Mord standen an der Tagesordnung. Jede Spionagegruppe fabri- ziert« falsche Meldungen und versuchte, sie der anderen als echt an. zudrehen. So gelang es den Amerikanern, den deutschen Nachrichten- dienst über ihre letzten Angriffe zu täuschen, ihr angeblich geplanter Großangriff auf Elsoß-Lothringen stellte sich als eine Finte heraus. Was Spione verdienen. lieber die Bezahlung amerikanischer Spione macht Johnson folgende Angaben:„Die Schätzungen der Gehälter, Belohnungen, Prämien und linkasten, die den tatsächlich für den amerikanischen Geheimdienst reif enden Agenten bezahlt wurden, bewegen sich zwischen einer und mehreren Millionen. Im ganzen genommen zahlten die Alliierten und die Deutschen wohl mehr, verhältnismäßig genommen wahrscheinlich weniger. Unser stehendes Angebot von 10 000 Dollar für stichhaltige Nachrichten über die Bewegung einer deutschen Kerndivision deutete ziemlich hohe Preise an. Wir .zahlten gut, eine einzige unter den vielen ortsständigen Stellen dos Gsheimdienstes gab allein schon in einem Monat lediglich illr geheime Nachrichten an die 15 0 00 Dollar aus, eine Summe, in der sich der größte Einzelbetrog auf 3 0 00 Dollar belief, eine ganz hübsche M o na t s e i n n a h m e für den Betreffenden. Andere verdieirteii 2500 Dollar und 2000 Dollar. Gerade vor dem Waffen- stillstand war ein amerikanischer Nachrtchtenchef draus und dran, eine saubere Karte der deutschen Festung Helgoland für iveniger als 500 Dollar zu kaufen." Der tüchtig« Spion weiß natürlich in den meisten Fällen, was feine Arbeit wert ist. Gewöhnlich erhielt der Agent 200 Dollar Monatsgehalt und Ersatz aller Spesen. Für die Zeit, die er in Feindesland verbrachte, zahlte man ihm außerdem ein Tagesgcld von 10 Dollar. M e ist« r s p i o n e holten ein Iahresgehalt von 100 000 Dollar heraus. Johnson berichtet m seinem Buche über die Erlebnisse großer Cinzolspione und Agentinnen. Der ganze Schlamm, in dem Europa vier Jahre lang steckte, wird noch einmal aufgerührt. Sehr iitter- cssant ist das, was Johnson über di« amerikanische Spionage nach dem Waffenstillstand, über die Spion agesallcn im be- setzten Gebiet und über Zersetzungserschcinnngen bei der Besatzlingsarmee schreibt. An manchen Stellen des Buches flackert die Arroganz des huirdertpro.zentigen Amerikaners auf: vieles ist schief gesehen. Die Einwirkung des amerikanischen Nachrichten- dienstes auf die Gestaltung und Festigung der deutschen Republik ist nicht den zehnten Teil so groß gewesen, wie uns Johnson glauben machen will. Aber trotz einiger Unrichtigkeiten und U Übertreibungen ist dieses Buch überaus lesenswert. „Dunkle Wege Amerikas im Wellkrieg." Krumme Wege. Spionage. Ein seltsames Gemisch von Patriotismus, Geschäft und Schurkerei, von Todesverachtung und Meuchelmord. Der Weltkrieg ist seit zwölf Iahren beendet. Aber immer nach währt der Krieg des Spions gegen den Spion. Immer noch schleichen die Legionäse ohne Stamnirolle schnüffelnd umher, von einem Ende der Weit zum anderen Ende der Welt. Harcky Worm. Die Ueberwindung der Meere Eine Zukunftsphantasie � Von Herman Soergel Wir erhallen von Herman Soergel, dem bekannten Perfechter des Projekts einer Senkung des Mittelmeer- ipregels, folgende Zuschrift: seit sich Mussoloni, der Diktator Roms— im Mittelpunkt des Mittelmesres—, persönlich für das„Panropaprojckt" interessiert, sind oll« damit zusammenhängendenu Wirtschastsproblemc in ein neues Eillwicklungsftadütm getreten. Mein Projekt hat be- tanntlich die Senkung des Mittelmecrfpiegels zum Ziel, um dadurch fruchtbares Neuland und unermeßliche Elektri- zitätskräfte zu ihrer Bewirtschaftung zu gewinnen. Da hierzu die Wasserstraße von Gibraltar und die Dardanellen abgedrosselt werden, und olle Schisse geschleust werden müssen, erhob sich schon wiederholt der Einwand gegen mein Panropaprojekt�): Die Schisfahrtsgesellschaften würden sich nicht mit der Schleusung bei Äkbrallar, Gollipoli und Port Said eiirverstanden erklären. Der Ueberseeoerkehr würde dadurch behindert, verlangsamt und verteuert. Aus diesen Einwand ist zu erwidern: Zwei Tatsachen bestimmen in Zukunft die Uebcrlegeicheü der Ucbersee-Lustsahrt gegenüber dem Uebcrjce- Schiffsverkehr: Dorniers vo X und Armstrongs schwimmende Flughäfen. Die„Du Pont Corporation", einer der größten amerikanischen Industriekonzern«, baut zwischen New Park und den Bermudas den ersten schwimmenden Flughafen nach den Plänen ihres Ingenieurs Edward R. Armstrong. Der Hafen wird schon nächstes Jahr detn Betrieb übergeben und in fünf Jahren wird Europa mit Amerika durch acht solcher Flughäsen vcr- *) Erschienen bei I. M. Gebhardt, Leipzig. In einer etwas allzugroh angelegten Bibelstuirde— von der Morgenseier über das Domglockengeläut zum Orgelkonzert,' Orato- rium und Passion— wurde die Bedeutung des Karfreitags, wie ge- wohnt, überspitzt,«ogor die Sprecher bemühten sich, wie z. B. Dr. Paul Graßmann in seinem Bortrag„Stockholm, die Stadt ohne Sonne", so triste wie nur irgcndmö.glich zu wirken. Dadurch ging für den arg übersolligtcn Zuhörer manches Wertvolle im ein- zelnen verloren,©ehr schön war das Cellokonzert Professor Hein- rich Grünselds, der Werke von Tschaikowikn, Boccherini und Daoidojf virtuos zu Gehör brachte: ebenso bot dos Berliner Funk- orchester unter Erich Kleiber mit der Beethovcnsche.i„Eroica" einen wahrhasten Kunstgenuß. Grauns Oratorium„Der Tod Jesu"(komponiert im Jahre 1775) zeigt in seiner schlicht-harmo- nischen Linienführung die starke Begabung des Komponisten: die Gesangspartien waren bei Berta Kiurina, Marcel Wittrisch und Heinz Wunderlich in besten Händen. Dos Mysterienspiel„P o s- s i o n", ein breit ausgewalztes Kapitel Kircheng-schichte. beschloß das pnstorale Programm, wozu als wertvollste Gabe iür die Hörer des Deutfchlandfenders die Uebertragung der M a t t h ä u s- passion m der bewundernswerten Darstellung des Leipziger Gswandhausorchesters in Leipzig kam. X. Ein schönes Abendkon. zert, eingeleitet mit der dramati- schen Ouvertüre„Ostern" von Rinrski-Korsakoss, dirigierte Dr. Hellmut Tierselder am Sonnabend. Es war ihm gelungen, ein Programm aus nicht zu oft gehörten wertvollen Werken zusammenzustellen. Hübsch waren di« Gesangsvortäge Albrecht Linkes, der leider von den witzigen Morgensternliedern Paul Graeners aus Zeitma'-gel nur eins singen durfte. Sonst stand der Tag im Zeichen der Pro- qrammänderungen— und das ist kchn besonders günstiger Stern. Der Vortrag„25 Mimiken Zeitgeschichte" und di? Aiitobiogravhie Albert Ehrensteins wurden abgesagt. An Stelle drser letzten Ler- anstaltungcn las Kerl Frick- aus Karl Schefsters feinsinnigen Be- trachwngen„Du sollst den Werktag heiligen", die aber immerhin bei den Zuhörern Ichon� entspannte, ausnahmesähioe Gemüter vor- aussetzten, wie sie Berufstätige eigentlich nur an Feiertagen haben. Einen empfindlichen Mangel zeigte das Progminm d'ches regen- trüben, schulfreien Tages: ez nahm gar keine Rücksicht aus die kind- lichen Ferienhörer. Wie wäre es. wenn man in Zukunst weniger Ichematisch vertühre und einige frühe Vormittags- und Nachmittags- stunden mit Darbietungen füllte, die für viele jugendliche Hörer Interesse haben? Tes. bimden sein, die all« zusammen mir so viel kosten wie«in einziger großer Passagierdampser. Man wird— im Flugzeug sitzend— nie weiter als 300 Kilometer vom sicheren Hafen entfernt sein: wenn man am Freitag di« Reise antritt, kann mau den Samstag und Sonntag in Amerika verbringen und am Montag wieder zu Haufe in Europa sein.— Doch hören wir, was Armstrong selbst in„The Xarions Business"(Washington, Juli 1929) darüber schreibt:„Ein Expreßdienst mit.Haltestellen an ledem zweiten Flughäfen wird den Flug westwärts von England in 24 Stunden und den Flug ostwärts unter günstigem Windbedingungeit in 15 Stunden ermöglichen. All« Mohlzesten werden auf den Stationen serviert.— Wie groß würde z. B. allein die Ersparnis an Vankziirsen sein, wenn Devisen von Großbritannien noch New Port in 24 Stunden, statt, wie jetzt, in mehreren Tagen ge- bracht werden könnten.— Selbst bei heftigster See werden die schwimmenden Häfen ohne Rollen oder Erschütterung festliegen. Jeder wird ein« Einheit in sich sein, mit einem Hotel, einem Kraft- werk, einer Radio- und Wetterstation. Selbst in dichtem Nebel wird das Flugzeug seinen Weg nach einer Station finden können. Wenn schlechtes Wetter in Sicht ist, werden Warnungs- signal« gefunkt, und die Flugzeug« werden, vor den Elementen geschützt, auf dem Landungsplatz bleiben." Kein Zweifel, daß der Ueberseeoerkehr in fünf Jahren schon ein wesentlich anderer sein wird wie heute: mindestens fünfmal schneller, ungleich bissiger, viel angenehmer, ohne Seekrankheit: denn während des Sturmes sitzt man im gemütlichen Hafeichotel hoch über den. Wellen. Man wird nickst mehr um das„Blaue Band" kämpfen, und die Schifiahrtsgesellschasten würden heute schon besser tun, nicht mehr Luxusdompter von imitier riesiger«» Ausmaßen und phantastischerer Ausstattung zu bauen, sondern Flugzeuge und Flughäfen! Im Mittelmeer würden sich bei Ausführung des Panropa- Projektes die Derkehrsverhättnissc also etwa folgendermaßen ge- stalten: Der Fern-Pcrsvnenoerkehr von England und den kontincn- taten Ländern über das Mittelmeer nach dem Orient, Asien, Indien. China und Japan würde.zum Teil durch die Luft, zum Teil auf elektrischen Schnellbahnen aus dem neuaufgetauchten flachen Neuland durch das M i t t e l m e e r b e ck« n erfolgen. In Anbetrocht der großen Strecken wäre diese Art des Verkehrs nicht nur ungleich schneller, sondern auch erheblich billiger als heute auf Schrffen. Frachtschiffe würden geschleust, Expreßgüter könnten ebenfalls durch die Schnellbahnen sehr viel rascher befördert werden als heute, weil heute die Küstengebiete Rordasrikas gebirgig,' un- wirtlich sind und keine direkten Bahnlinien über flaches Gelände er- möglichen. Die Küstenschiffahrt, Vergnügungsreisen und Segelfahrten im Mittelmeerbecken würden sich wie jetzt auch abwickeln. Zweifellos könnten die immer teurer werdenden Betriebs- stoffe Kohle und Oel durch die reinlichere Elektrizität, die durch die Gibraltor-Kraftwerke in ungeheuren Mengen zur Verfügung steht, vorteilhost zum Test ersetzt werden. Für den Schisssverkehr Europa— Afrika wird übrigens der T u n n e l b a u' S p a n i e n— Marokko, der die Eisenbahnfahrt Paris(London)— Timbuktu ohne Umsteigen ermöglicht, sowieso große Umwälzungen im Gefolge haben. Ebenso werden die politischen Machtverhältnisse unter der diktatorischen Gewalt der allmächtigen Technik ganz van selbst— ohne daß wir ihre künstigen Folgererscheinungen schon voll ermessen und begreisen könnten— große Ueberrafchungen erfahren. Würden z. B. im Ernstfall di« von einem sagenhasten Nunbus umwobenen Forts im Gibraltarfelsen ein« so große Rolle in der zukünftigen Kriegstechnik spielen, wie sie noch vor dem Weltkrieg beanspruchen konnten? Erleidet die Macht Englands bei Gibraltar nicht schon durch den Tunnel, an dem vor allem Spanien(und Frankreich?) beteiligt sind, ein« erhebliche Einbuße? Denn was bedeuten die Kanonen an der Ostgrenze der Meerenge, wenn der Europa-Asrika- Expreß zwischen Tarisa— Tanger 350 Meter unter dem Wasser- spiegel hindurchsaust?—— Während wir noch in kleinlicher Kirchtumspolitik befangen um ein paar Stimmen mehr für irgendein«„Partei" und polstifche Meinung kämpfen, bereit«» die Technik autonom ein« neu«, ungeahnt reiche und überraschende Gestaltung der zukünftigen Welt vor. BiTTFEDl BTMe Füllfedern 0.§0, bessere 0.90, 150, 1.90 Rissen, geiüllt.... 145, 3.80. 4.55, 5.40 Wälle....... 190. 3.80 6 00. 6.40 llnterßet'. gek.. 195 cm lang 5.55, 9.15, 10 75 15 25 BUflea......... m 7j00. 1401 OBertetUef, 2m lang 6J15. 9.90. 13-35, 16.55 Portotrei V. 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Snaeluic« 24 2S, aroh« Zsilmreranftaltung. Sortraa und?ilmoorsühruna des Sienoffen Karl Sck-nl»!»Dt? Sollsiitrsorg« und ihre Bcdeutnnq für die Ardeiterschast". Danach»Bei weitere Unterhalter!,» stuliurfilm«. Eintritt lostenlos. Zutritt haben auch StzMpgthtstcrcndc und cingcsührte Gaste. 4. Abt. 1®'/, Uhr bei Grone. Bltunenstr. Vsi. Vgrtragi„Sptialdeniokrati« und Bolschemlsmus". De Vre»!''Alfred John. tz. Alt. 12'. Uhr.»ablabende in Den bekannten Lokalen. 10, Abt. 2® Ubr in den Monbilcr Bicrliollen, xirchstr. 1.1. IS. Abt..11'.: Uhr bei Mutb. Lbgeihardt-Ausschonk, Brunnen str. 140, Bor- trag:..Di, politische Lage". Befer.cnt: Robert Breuer.. Gäste haben Zu'ritt. 2®. Abt. 10V. Iis,, Wende. Rafonlcftt. 147. flott vag:..Veridaltuiigsrcwrn, der Stadt Berlin". Referent! Stadtverordneter tpons Wopmod. 22. Abt. 11V» Uhr in der tpoch.sckiulbroucrci. See. Ecke ÄmniNier otroüe. Vor- irog:..Die faschistische Grsghr", Referent: Billor Schiff. . 24. Abt. loja Uhr im Altersheim. Daitöigcr Str. 62, Vortrag:„Die politische Lage". Rlierent: slohanne» Stelling. M. b. R. 27. Abt. 10''n Ubr in den Schhnbouser Testsälen. Schövlmnscr Allee 120. flor» trag:..Tino»»- und Wirtschostssrogen". Referent:»»rt tpeinig. M. d. R. 2®. Atzt, 10V: Ubr in den flerolii-a.Tcstsälc». Schiiithauser Aller 2®. flortrag: .Die volltischc Loge". Reserent! Loren» Breuni«. 22. Abt. 20 Uhr i» Schmidts tSeselllchafishaus. Truchtstr. 30». flortrag:„Da» Bepublilschnnqesctz". Referent: Eduard Zochert, R!. d. L. 33. Abt. 10®4 Uhr in der Schulaula, tnohenlohestr. 10. Bortra«:„Birtschaits- Politik ror und nach dem 27. Mär»". Referent: Dr. Kurt Lomberg. Diploin-Laudmitt. 3ö. Abt. Die Abteilungspersamiilluna findet erst am Mittwoch, dem 30. April, statt Die Abteilunassunktionärntzuttg fällt au«. ö®. Abt. 19'.; Ubr In der Schulaula. Shanniamistr. 6, Borlraq:„Der Kampf um die So>ialp«I!tik". Refercntl»! Gertrud Lanna. M. d. L. 37. Abt. 1®'.? Ubr Mitgliederversommlung i» der flatzenhoscr.flraucrei. Land». Heroer Alle«. Tagcsorbnuna: B»riä»erstattuna vom B«»irkspart«itaa.' 39. Abt. 1®!-; Ubr in Schmidt» Gesellschoitsbou«. Trucht!tr. 36». flortrag:„Die politifäic Lage", Referent: Mar Glllmc'ster. 4®. Abt. 10,:. Ubr Mtgliederverfammlung bei Mo»att. Görlitzer Str. 72. 47. Abt. tOV-, Ubr Im Saal I des Gewerkschaftsbauics. Engeluser 24—28, ?fortrag:„Die Gefahren des Tafchismiis". Referent: Gottlieb Rccfr. EhtzrloUenbura. St. Abt. 20 Uhr Adteilunasnerfammlung mit T''Itnvarfjthrung in> Woblsahrtssaal. tüonigin-iklifabeth.Str. 6:„Da« Reiäilleanner. und feine Bedeutung". Referent: Genosse SUUer.— 58. Abt. 20 Uhr Tunk. tmngrfitzung bei Liersch. Aantstr. 02. wichtig« Tagesordnnng. Sämtliche Tunk'ionäre miiisen erscheine». Die Abtciliinospevsaimnlun« sollt aus und sinbet am 30. April statt.— 37. Abt. 20 Uhr hei Dhungck, Wieland- strafte 4. Vortrag:„Die politisch»!-age". Reserent: Emil Barth. 91. Abt. Friedenau. 20 Uhr im ebefellsOxiftsV mmer des Rathauses in Tri«. denou. Am Lanterolai». Vortrag:„Politische Tagcsfragcn". Referentin: Natd"de Wurm. M. d.>R. 183. Abt. Oberl»öne»eidc. 10'» Uhr Ertraeahlabend für die fle»lrkc 4. 3 und » im Lokal Sallis. Schillcrpromcnadc 2. 737. Abt. Reinickerdorf-Weit. 20 Ubr im flolkshans. Schoenwoherfkr. 114/ Tunk. tionäriitzuna mit den Etierndeirlit«» und den Tunkttonärr» der Treien . Schulgemeindc und den varteigeuösllfch»» Lehrern der weltliche» 0. Sämle. 148". Abt. Wittenau. 20 Uhr Tunktionarützung im Lokal Schul», am Zkard- bahnbof. Tagesordnung It. a.„Der Ausbau unserer Agitation." Alle Tunktionärc. besonders die Be»lrIsMbrer. werten gebeten, bcsttnrmt und pünktlich w erscheine». �rauenveranstaltungen. 7. Kreis Edarlottenbura. Dianstag, 22. April lZ. Teicrtaq), Kaffcckocheu im flolksvark Tungfernheide. Die Teilnehmer treffen sich um 14 Uhr am f'ilhelmplatz. reis Spanba». Diensla«. 22. April f.l. Telertagl. von 13 Uhr ab Trüh. llnosfest. Kllnsllettlä'es Vrogvamm. stm Lokal Soebell. Äarlslust. Spandau» Aakemelde. Tahrncrbindungcn: Straftenbahu 50. 134, 54. 73, oder mit der Sigdtbahn bis Spiindau-Loupibahnhok und weiter mit den Linien 34 nnd 134. Die Genossin,»«» werden gebeten, sich»aHIreich»u beteiligen. Eintritt« Bs. lziaffeekochen.) 9. Kr?,» WUmeredori. 2>!>t'i»ach. 20. April, Konsumbestchtiguna in Liäiten» der». Treffpunkt 10 Uhr vor dem Konsum. Rittcrgutftrafte. 15. fttei« Treptow. Trettag. 23. April, 19': Uhr. im Lokal„Zur Post", Per- lincr Str. 90. Tunktianärinnenlinunn. 131. Abt. Rieberschärhauleu. Die beltcllten Kar'cn für das Wallner-Theatrr .6 213" Nnd am 22 April NM 19V. Uhr an der Kasse ans den Namen Diener abenholen. starte 1.20 M. 13®. Abt. Reinicker dors-vn. Der Besuch des Trauenkundemufeums kann am Dienstag iricht stattfinden. Ziähercs am Traucnabrnd. Dienstags 22. April: 23. uni» 24. Abt. 3. Gruppe. 19'? Uhr im Altersheim. Daiuigcr Str. 62. Lichtbslbevvortrag:„Das faschistische Italien". Referentin: Lisa Schneider. Eintritt fr«. 2®. Ab». Um>9 Uhr Tiihnina durch da» Muleum für Tranenkunde, Ehar, lottenburg. Berliner Str. 137. Treffpunkt WeiKcnburgrr Ecke Saarbrücker Strafte um 13 Uhr. »I. Abt. Renlelln. Um 10 Uhr im Iuaendhcim Böhmisch« Sirafte gemiltliches Beifommensein. staffee'assen und Kuchen mikbrinoen. 114. Abt. Ltchtenberg. Tührvng durch das Muieum für Trauenkunde. Ehar- lottenburg. Berliner Str. 137. Treffpunkt 13i- Uhr am chochbahnhof Warfchgüer Strafte. 137. Abt. Reinickendorf. West. Ist'!, Uhr im floltsha»«. Schattuprberstr. 114, «emittliäies Beisammensein. Kaffeetassen und Kuchen stnd n>it»ubrli>gr». Mittwoch. 23. April: 63. Abt. Kalensee. Um bstl Uhr treffen stch die Genosfinnen vor dem Bahn- hos chalenfee»ur flestästigung des Lansums in Lichtenberg. Rittergutstrafte? 8®. Ab«. Reukbstn. Um 20 Uhr hei Echabriko. Weichsel- Ecke Donaustrofte. .Leitcrrr Abend". Vortragender: Äenolle Sofemann. 11®. Abt. Lichtender«. A Ul,r bei Tempel. Äudri'nstr. 7. Vartrag:..Bürger» lich« ul:d proletarische Trauenbetvegung". Rescrntln: Serba Sotthelf. Donnerstag, 24. April: 4®. Ab,, Die Senosstnnen treffen lich pünlilich unl Sil. Uhr in Lichtenberg. Rittergutstrafte,»ur. Bestäffigung des Konsums. 47. Abt. 10 Ubr Bestchtiguna dcr«onfiimaonoffrifchoff in Lichtenberg. Treffpunkt vU»It!Ich 9 Uhr vor dem Lock, bahnhof E'ärlitzer Bahnhof. 33. Abt. Eharlottenbnra. 20 Uhr bei flampel, Ufenan- Ecke Sickingenstrafte. flortrag:„Aas mnft die Trau von der So»ialversich«r«nn wissen?" Rrse. renttn: Tora Bergae. ®9. Abt. Kalensee. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Strafte. Bortrag:„Das 'kSirtschaftsoelb dcr flanesran". Reserenttne Morgorete Eck'enkalowsrn. 141. Abt. Rolenthal. 20 Ubr bei floffmonn. Edclweiftstr. 3, Vortrag:„Zweck und Ziel der Älndcrkreiindcbcwcgun«". Reserent: Richard Tindciscn. Freitag. 25. April: 92. Abt. Kiemeusstadt. 10' 3 Uhr im töeidekrug. Ronnendammalloc 30. Vor» trag:..Wittschaftspoliti!" lTorbsetzunal. Rcfereirtin: Rost Graetzcr. 777. Abt. KIBtenbera. Um IS Uhr Tühruno durch das Museum sll» Trauen- Inn de, Eharlot'cnburg. Berliner Sie. 137. Treffpunkt um CTi Uhr am Bochbahnhof Darfckauer Strafte. 139. Abt. stern-ederi. ISist Uhr im stuacndheim'Doonstrofte..Bunter Abend". .Ernste» und Sattere« aus der schönen Literatur." Vorragender Senrg Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt. X Kvoi» Tiergatten. Dienstag, 22. April. 1#H Ubr. bei Sanbow. Mens» bnrgcr Str. 3, wichtig« Tunk' onärntznna. Alle Funktionär« dcr kogialen De» vichtehilf, und der Ge'anoencniürsora« müssen erscheinen. ke-i �ppotitlotzixieelt, skiurem A»is.7.38: Partitur und Klavlorauseug. 17.55: Bedeutung der genossenschaftllcbcn üeidwtrisohafL I8J8: Besinnliche Vienci- stunde. 18.40: Spanisch Iür Anfänger. 19.05: Verkehr und VerVehrsbeaväliigung in den Cro6städten. 19.38: Beamtenräte und-ausschüsse in der parlamen. tariseben Demokratie. 19.58: Wetterbericht für die Landwirtschaft- Deutseh- landsender: 70: Uebcrlragung aus Berlin. 20.30: Aus Breslau:„Wie es uns geiaiii". Eine KabareUlolge von Theobald. 21.30: Aus Bfesla»: Lustige Musik. Anschließend; Ucbcrtragung aus Berlin, Donnerstag, 2 f. April: 16.381 An.» Berlin: NiCbmitlagskonrert. 17718: Dichterstunde. 17.58: Dosier- reichs Anteil am Werden des deutschen Volks- und Kulturhodeps, 18,78: Wie findet der beemann seineu Weg über bee? 18.48; Spanisch für Fortgeschrittene.|8.(1J:, Zickrackwcne In der Entwicklung de* menschlichen Körpers. I'JO: LaudwirtscbalEstunk. DeulscUandsender: 78: Aus Frankfurt a. M.: Orcbesterkonrerf. 71: Aus Lcirsig; Ouerschni« durch die Operette „Fatinitza", von Suppe. Anschließend: Uebertraguns aus Berlin, Freitag. 25. April: 16.38: Aus Leipzig: Naclimlitagskonrert. 17.38: Vom Schicks»! der Waisenkinder. 17.58: Wiftscliaftskrise und Kapitalmarkt. 18.36: Unterhaltende Stunde. 18.48: Englisch für Fortgeschrittene. 18.05: Verkehr und Verkehrsbcwiltigung In den Großstädten. 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag Iür Tierärzte.>8.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender; 78: Volkstümliche Lieder. 78.30: Strelfzflge durch Berlin. 21: Klingicr-Quartott. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 26. April: 16.38: Aus Hamburg: Nacbmitlagskonzert.(7.38: Die unsichtbare Welt. 17.45: Arbaitslreudc im Arbelterlebcn. 15.28: Unterbaltende Stunde. 18.48: Franjösisch für Fortgeschrittene. 19.05: Ziekzack-wege in der Entwicklung des menschlichen Körpers. 19,38: Schöpierischo Freundschs/icn großer Männer. 19.88: Wetterbericht für die Landwirtschaft. DoutschlandsMder: 28: Aus Köln; Lustiger Abend. AnschlicCcnd: Uebertragung aus Berlin. z. Krei» Bebdiaa. Diaustgg. L2. April, wird an alle Abteilungsleiter im stugendamt LUttichex Str. 5 st. n. Il, Zimmer ist. on n 17 bis 18 Ulir. die Ar. beit für die Helfer und wichttgep Ma'erigl ausgegechen. An die Abrechnung der ArbeiterwoHlfaHrtsHefle und.warten wird nochmals erinnert. Iungsozialisten. Gruppe Wilmersbori. Dlei�tag. T!. April. A» Uhr. tm Jugendheim Rlil- helmsoue. flottrag:„Religion und Sosioldemolratie". Referent: Genosse flahn. Gruppe Tempetbas-Maeiendatt. Im Juoendheim. Lbteum TempeNios. Ger. man laste. 4—« lEingano»o» der Gdtzlieaftel. beute, um 28 Uhr. Dienstag, Lß. April. Vortrag:..Der.modernc KjossenkanipT. Rcievent: Gregor Bienstack. Arbeitsgemeinschaft der Sindcrfrcunde Grog-Verlin. Krris Milte. Gruppe Mattcotti. Ostrrlonntaa treffen wir uns um 8'« Uhr am fleim. Mir besuchen den Wcsthare» und spiele» dann in. der Iimgternhttde. Ostermontag treffen wir uns um 12',-> Uhr am flenn. Wir gehen zur Absdiirds- frier' stir die flamburger. Eltern. Quartiergeber und Batteigenoffen stnd herzlich eingeladen. Rote Talken. Trcitag. 25. AvriL 17'.,— 19'.� Uhr. tanzen wir. Jung, alte». Treitag. 25. April, rlbj—IS', Uhr. Heimabend. Im Heim Elisadeibtirchstr. 18. »reis Triedrtckshaiu. Arcishelfersttzung Dienstag. 22. April, 28 Uhr. im Jugcndbcim Diestelmenerstraftc. »reis Reutdlln.«nippe Btttz.«Ir trcffen«»» am Dteuatag. dem 22. April 13. Teirtaa). um 8 Uhr aar der Schule Parchimer Aller zur Tahrt in» Blaue. 38 Pf. mitbriugeu. Gruppe Laudsberaee Plötz. Mantaa. 21. April, bis Mittwoch. 23. April, Eruppcnlabrt nach Brielelaim. Koste» kür Schlafen. Tahraelb und Mittaaenen 1 M. Treffen 8 Ubr Tailcneck«. Ende Mittwoch. 18 Uhr. Schlafsack mitbrinaen. Kreuzberg. Gruppe Kottbusscr Dar ladet die Gruppen Süriitzer Strafte und Branaelstrafte herzlichst zu einer gcmeinfamen Tahrt ein. Wir teffcn uns am Mittwoch, dem 2ß. April. 9 Uhr, am Kottbusser Tor. Essen und 58 Pf. stnd mitzubringen. Gebnrlslag«. Jubiläen usw. 2t. Abt. Uuserem Genossen Gutta» staasc und seiner Gattin zur Silbe»- Hochzeit am 28. April dir herzlichsten Glückwünsche. 32. Abt. Unserem Genossen Traar Lcskow und seiner Gattin. Triedrich»- Irlbcr Str. 4t, zur silberhachzeit hie harzlichst«» Glückwünsche. 45. Abt. Unseren liehe» Senassen Rani und Anna lllläw». Reichenbenaer Strafte 8t. zur Silberhochzeit am 22. Aaril die herzlichste» Glückwünsche. 81. Abt Trledenan. Unleret* lauaiählige» kasssercr. Genassen Heinrich Pädlmann. TrSanfft«. 3. un» feiner Gattin zur Silbrrhachzrit die herzlichstr» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 33. Abt. Unser langführiges Mttalicd Anna Pölitz. Goftletttr. t..ist nach langem, schwerem Leiden verstorben. El»ä>d>er»na Dienstag. S.■April, 13 Uhr, im Stcmalotium Boumfchulenweg. Um rege Beteiligung ersucht drr Borstand. 84. Abt. Saukwi». Umere langiährigc Genosssn Boft. Viktoriastrafte, ist pliitzlich verstorben. Einiiichemia cm Dirnstag. dem 22. April. 9 Uhr. Im Krematoriinn Geridn strafte. Um rege Beteiligung wird«abrte». 118. Abt. Unsere Genossin Anna Quester ist am Sannadendfrüh aestorben. Di« Einäscvcrung findet am Mittwoch, dem'23. April. 15 Uhr, im Krematorium Bamn'chnienweg statt. Rege Beteiligung wird«rwattet. 122. Abt. Kauladarf. Am Mittwoch, dem IS. April, verstarb nach langem Leiden unser treuer Genosse, der.Porwäris.Spediteur TeUr Vogt. Ehre feinem Andenken. Die Trauerseier findet am Mittwoch, dem 23. April, 14'n Ubr. im Krematorium Banmschulcnweg statt. Um rege Beteiligung bittet die Abtei» lungoleitung.____ Vorträge, Vereine und Versammtungen. Reichsbonner..Schwarj-Rol Gold-. Geschäfts Nelke: Berlin E 14. Eebaftianstr 37—38. Sof 2. Dr. Prenzlaner Berg. Spnniaa, 28. April II. OfterfeiertogL ab 17 Uhr. Trllhlingsfest im Soaldau Trirdrichshoin«on�tt. Gesang. Tanz. Eintritt 1 Bi. einichlieftiick, Tan,.— Mautag. 21. April. RenISI». Britz. 1. Konuradl'chaft. Otterausilug nad» Schönefelb. Treffpunkt 18'.« Ubr Reuter» Eck' Paiirr.Trrdtid'.Strafte. 2. Kameradschaft. Morgrntreffr» in Rudow bei Krüger. Beudastr. 81. in«uttdeskleibnna. Teilnahme pon Kameraden anderer Kauieradsdialle» brinaend«rwvnscht. Trevtu». Mustllorps. Ab lv Uhr Trüh. Ilnasfeit im Svreepalaft.Knffhllnfer", Niedcnschdneweide. Alle Kameraben Nnd ber-lich oinaekaden. WiatarspattabteUuva. vsten'pazlergang um den Schar- mittzelsee. Tr-ffuuntt"Vi Ubr«Sriitzer Bahnhof. Sanntaorückfadrkarie Schar» mützelses 2.98 M. Ab'abrt 7VS Uhr.— Bianata».«. April. Prenzlauer 95e-a. Kameradschaft Sentteldcrv'og. 38 Uhr flensammluna bei Hriles. Metzer Sttafte. Ecke Brenz'aner Aller Bon setzt ah finden hje flerkammlunaen'«den dritten Diens-aa im Monat statt.. Briedr---'eba''N. 28 Uhr orteolreinepkriammsuna in Schnittt« Gesellechatlthau». Trnchtstr. 58a. Referent: Dr. Ha>'bach. Einaestthrta Gjtst. Laben Zutr'tt-«ktthro*. 73. Azekl. Kr'ia v'ttn 19': Uhr An-rettn dt» O-tanric'n« Bahnhoi Smnbttra'e'd. Kksttt-ick. ISill Uhr Antraten Bahn. das Epindttrsseld zn« Ummarsch. iwanineab'niluna.?urn-n stnd Spart.— Treptow. Donncretan. 34. April. ISVj Uhr. Antteten de« Ottsvareins Bahn- Hof Ablerahok zum Umzua Arbeiter- Samariter- Rund. Kolonne Berlin. u Ab Sonntaa. dem 28. April, nimmt der Anbeiter�amarit«r.Bund fl.. finionne Berlin, drn Wasserrrttunasd'.en st auf drm Tegeler See fstb diese» Sommer 1968 ans. Mit der«imiahme des Dienstes wird and: der Stumtüati'.ungsdicnst Ist diesem Sehrt zum ersten. mal pa» uns mit ausaestihrt.__ Saterrsseuverbaud de« durch Autamadil- und uudera Pettehrsuuialle Geschadigten E. P. Geschäftsstelle Berlin RW. 48, Rathen Omer Str,« io» alte» türimistglaettcht). Sprechstunde u»nd kosten lo!« Anokuirftvrrreiluack tssatich pon 17 dt, 19 Übst. Arbeitersport. «iel.v-rli» 2:1(2:1). Am gestrigen Sonnabend spielten die Städtemamnchasten in Lichtenberg, Aiinaststroße, das Retourspiel. Der N i e l« r Mannschaft, die in ftiel mit 8:0 gewinnen kminte, gelang es. iiur einen �tl-Sieg berauszuholc». Die Berliner muMfn in der Meilen Halbzeit mehrere Male mit 10 Mahn spielen. Hätte Berlin eine valle Mannschaft zur Tersügung. so wäre das Resultat vielleicht umgekehrt gekommen. Rennen zu Strausberg am Sounabend, dem 19. April. 1. R« n n e n. 1. Munt Tors(Sali Heuer), 2. Cardwal II, 3l Rundfunk. Tow: 130; 10, Piah: 20, 14:10. Ferner lies: Fleift. 2. Rennen. Ift. ll'cgan iKreieubring). 1s. Le fSüber), 3. Undine. Toto: 36, 12:10. Platz: 23, 15:10. Ferner Uesen: Teiltobod, Eminenz, Prima. Totes Rennen. 3. Rennen. 1. Rolcnslein OD. Schmidt). 2. Gilde, 3. Lednm. Said: 34:10. Plaft: 20. 23, 47; 10. Kerner Uesen: Goldalma, Wintka, Octabia. Morgenral, Die Saar, Sobhiit..'dabakuk. 4. 31« n n«it. l. Richtlinie( Airntzl). Eiche. 3. cheri. Teia: 79:10. Platz; 26, 15:10. Ferner liefen: Gladiator, Fairst sangeb> 5. R c n n c n. i. Hlisden! lLstermann). 2. Der Muck, 3. Laokoon. Tolo: 57: 10. Plaft: 29. 29:10. Ferner liefen: Paradenia,«chwcrtlllie. Filmstar. 6. Renne n. l. Flotte Fahrt löngiteuin). 2. Puppenspieler. 8. Ried. Dolo: 25:10. Platz: 17. 13, 20:10. Ferner liefen: Lmphale, Darja, Modeland, Chapeau. Ambrosia. Prieblnfa, Ma, HeliantL 7. Rotnen. f. Leichte H'abell(PinzenzV 2. Trianon, Sh. Sllgameich. äj. Qpar. Sota: 22:10. Platz: 12, 18, 8. 8:10. Ferner liefen: Etarm Cloud. s)ell>«hirin, cklmönentva. le. Wa» nerleuat mau na» eine« zuvettgsnae» Kascknuittel? Die deutsche Hausfrau legt auf ihre Wäsche besonders graften Wert. Richt nur tadellos weift ioll sie immer sein, sondern auch möglichst lange erlmlte» bleiben. Aus diesem(ftrunde ist sie hei der Ausmohl ihres Wascht» iktels sehr kritisch, ste perlangt, daft es eine ausgezeichnete Reiutgungsiratt besitzt, wirtsa-astffch im Gebrauch ist und die Wäsdw so weit als mbglich ickont. Diese Ansprüche kann nur ein au« den allerbesten Rohstoffen hergestelltes selbsttätiges Waich. mittel eetüllen. wie wir es in dem wel:oekannlen Persil haben. Persil zum Waschen der Wäsche perwenbet, macht jedes Reiben und Bürsten unnätig: e» entfernt nicht nur den Schmu» reftios, sondern besinfiziert zugleich und verleiht dem Gewebe, ohne es zu strapazieren, ein bleiche ich weifte« Aussehen. 38 Gram» aleich 2 Psuuh! Die Tirma Jlnorr bringt jetzt Brateniofte in Würfeln Henaus. Ein Würfel Knarr-Brateusofte gibt soviel Safte wie 2 Piund Braten. Die Kaussrai, hat es nicht mehr ndtia. hei den vielen Tlelfchaerichtm. die wenig Oder gar keine Softe geben iPeefsteak. Bratwurst. Schnitzel. Leber usw.) erst nistlifelig eine Tunke zuzubereiten. Knorr-Bratensofte enthält alles — po» der Mehlschwitze bis zum keinften Gewürz— und fchnieckt aud> ohne Ticisch vorzüglich. Ein Würfel lostet 15 Pfennig. «ratze, vürreieriuchen>» 99l-»ke»selde IKrei« Teltow). Eine originelle Ssierireude Imt die Slld.Berlfn-Bod«n.A..G.. Berlin W. 8.»ronensir. II. vor. bereitet. An beiden Dsttrieieriagen findet in der Eroftsiediung Blankenfelde ein luftiges Ofterelettudir» statt. 15 888 Ostereier hat der Osterhase auf dem berrliehen Gebiet, im Bald und ans den Teldern gelegt. Jedermann ist eingeladen, an dem Ofterriersuchen teilzunehmen und wird von der schönen Gegend entzückt lein und den Osterhasen perilehen können, der die Perliner in diesem Jahre auisorderf. ihren Osterspaziergan« nach Blankenfelde tbei Mahlow. Kreis Teltow) zu machen. 388 Osterhasen weise» den Weg. Beaueme Tahrperpindung: halbstündlich und östtr ad Potedamer Ringdohnhot nach Station Mahlow. 38 Minuten Tahrzelt. Tahrpreis 78 Pf.. Siederlkatte 28 ist'. Kommt und sucht! ttlriderftaffe und Seid«—«lue Augenweide! Man kann einfach nicht weiteraehen. wenn man solch schiine und vreisweri« Stoffe wie in den Tenftern hei L. Zalevh». So.. Reutölla, Berliner Str. 51—83. sieht. Elegante deutsche Oualitätserzeuaitisse wetteiiern mit den schönsten Mustern aus allen Ländern igtzt im graften«leider., Seiden, mrb«uichstoffnertauf bei s, Jolenb u. En. Da gibt es keine Wahl— man mutz die Eelcgeuhrrt wahrnehmen, denn pon Jghr ,u Jahn wurde diese So-derverarsta'tuna gte'ch nach Ostern durch er- dents-ch arötz'a Auswahl und«irklich uiedriae Preis« immer beliebter. Wie kommt«ran Ickr-ll zum Giaenpeiwl Wie schafft»an sich laftge Hnpoth'kea vom Basse? Nähere Ai-ekunst. und d'e aufksörrndon Drucksttchen sind anziffa'dern Bei der Neuen Dei-tsisien Baverarakt enorseNsck-att. Bersin 8K. SO, flaukestr. 53 san der«aiser-Wlshelm�ftodächtniskirchc). B 4. Bavar a 941L Aus den»»o»llü-»ssscka» Lürtzer» in denen das Wohnen in Eig-nbeimen auch lvr d'e aroften Massen wittfchattli» tragbar feit Jahrzehnten Ist. bommt per Eedanke dea Bausparens. Durch Zusammenfchluft aller der Svarföh'g-n un.b Soarmill'gen.«ON denen der Einzelne nicht die aenttgande w rtschaitliche Leiftunasfähigkeit und Auadauar hat. um das zum Bau eine« Elg.'nhelmrs bzw. zur Entschuldung seines Grundstückes nattvenbige Kavital auszubringen, »n einer Baus'Mrgcmelnschgtt und Berarbun» der gnikominendrn SvargeU» c a'i b'llige Boudariehrn sgll alle» Bevlllternnac-schichten das Eigenheim wirt- schgi lick tragbar gestaltet werden. Porau-ietzung für eine reidunesiott Pc-, «irktichun» dieses Bairspargebankens ist aber, daft dielenige Stelle, die die Sawmlnna und flerteiluna der Baulraraeldcr übernimmt, auch Gewähr für d.- Sicherheit der Srareinlagen und die gerechte Diurchstihrung des Baufvoe. snitems biettt. Unser diesem Gesicht Svenkt haben die von den Verbände« der öffentliche» Sparkasse» im letzte» Jahr ins Leben gcniicncn flaufttulollea in per braut, erchuraffchen Bevölkerun« allvemeinca Ankiana üefnupew. Meeresleuchien. In l�ißen Smnmkrnächim flammt die Nords«« biswer!«« den» galisch aar. End Gold und Silber scheinen dann Mc«r und Strand. Die Brandungswelle, di« in den europäischen Bädern am Syller Weststrand am stärksten austritt, leuchtet in bläulichem Glanz. Silbern hebt sich am Strand die Lini« der Ncichwette der Welle ad. Si'bcrsunkcn wirft Schritt für Schritt der Fußgänger an dem von Wasser benetzten Strand auf. Millionen mikroskopisch kleiner Wesen sind die Urheber dieses Gold- und Silberglanzes. Ganz prosaisch nennt Duden sie:„die auf der Oberfläche des Wassers dem Strome folgende niedere Tierwelt!" Es ist das Plankton. Das ist«ine teils tierische teils pflanzliche Leberuclt, die ein Schwebedasein— cheist ohne Eigenbewegung— Im Spiel der Welle» fuhrt. Di« mikroskopisch kleinen Wesen sind mit Fall- und Steicevorrichtung»er- sehe», um sich auf beslim-mte Wasserticscn einstellen zu können. Von Wind und See getrieben, geben sie bald hier bald dort ihr schönes Nawrichauspiel. Je nach der Verschiedenartigkeit des Salz- gehaktes, der Meeresströmung und Mccrestiefe, gibt«s verschieden- artig eingestellte Planktonkörpcr. Merkwürdigerweise sind die irärd- lichen Meere reicher an K einlebewescii als die tropischen, da sie angewiesen, denn das Plankton dient den Jungsischen zur Nahrung! Aber auch Plankton gegen Plankton! Das kleinere wird vom größeren, das wieder von den Fischen verschlungen und so fort ein Kampf in den Wojsertiefen. Während die großen Heringsscbwärm« dem Plankton nachziehen, ist deren Treiber wieder der Walfisch. der sich van Heringen nährt. Im steten Werden und Vergehen be- deckt endlich«in mmnterbrochener Niederschlag von Plankwickeichen den Ptcercsgrund und bietet nun hier wieder den Tiessoetieron Nahrung. Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß der Meeresboden fast ausschließlich aus den Kalkschalen eines winzigen Kammer- lings besteht. Der hi«n>on hemlhrendc Globigerinnenschlamm bedeckt den Grund zu% seiner Ausdehnung. Die der neueren Zeit angehörende Planktonforschung hat ergeben, daß di« Plankton- pflanzen mit dem vorwiegend vertretenen Diatomeen die Haupt- maise aller organischen Stosse darstellt. Eine weirere Houptarr ist die sonst in indischen Gewässern vorkommende Kiei'elolge, die Ivvl in der Nords«« entdeckt wurde. Dalpurgis im Harz. In emsamer Größe hat der Brocken Monate im Schmuck des Hermelins sein stolzes Haupt zu den Wolken erhoben, während da unten im Tiefland der Mitterichnee nur kurze Tage die Erde deckt«. Wohl sind viele seiner Gelreuen zu ihm mit Wanderstab hinausgestiegen oder haben mit blanken, Ski seine Pfade belebt: nun wartet er aber aus oll die Tausend«, die aus dem Dunst der Städte zu ihm sich sehnen, um neue Lebcnsfriiche zu gewinnen. Noch vor einem Jahrhundert war ein Aufstieg zum Brocken ein Wagnis, von dem man als von einer Tat berichtete. Jetzt greift man zum Wai�derslab«, um aui guten Wald- und Felswegen, hin- aujzuklettern, läßt sich di« prachtvollen Autostraßen hüiauf tragen oder steigt in die bequeme Bergbahn, die mit unvergleichlichen Ausblicken bis zur Höhe hinaufführt. Und was für eine Schar von Walpurgisgeiftem sammelt sich am 30. April eines jeden Jahres in Wernigerode an der Brocken- bahn. Seit Jahrzehnten kommen die Getreuen wieder, um sich frei zu machen von all der uns inngebenden Ueberkultur und feine Bergiuft zu atmen. Und schön war es innner. Da gibt es keinen Uitterschkd zwischen groß und klein, alt und jung:' nur fröhliche Menschen alte Oberhexcnmeister Gcheimrat Dr. Ebeling holt sein« Scharon mit dem„Alten vom Berge", von Frankenberg, zu- saimneu uitd weiß frohen Lebensgenuß mtt Goelheschem Geist zu vereinen. Walpurgisredrier ist diesmal der auch als bekannte Rechtsanwall Dr. Richter-Hallc, der in seinen Iffiorten«in Spiegelbild der bunten Gegeirwart gibt. Und der alte Brocken hat auch ein neues festliches Gewand angelegt. Er erstrahlt im elcktri- schon Licht: die Brockenwirtin hat die Zimmer im neuen Glanz erstehen lassen. Ein moimmentaler Eingang mit großer Diel««mp- söngt die Gäste: oberbayerische Bildhauerkunst hat die Räume gc- schmückt. An die Hexenklause schließt sich eine geräumig« zabelholz- getäfelte urbehajgtiche Trinkstube an, ein Zufluchtsort iür alle, die am l. Mai die-sonne in ihrer Maienpracht aussteigen sehen wolle». Also ans zur Harzer Walxurgisscier 1930! Rordfeebad Borkum rüstet zum Empfang der Gäste! Trotz der wirtschaftlich schlechten Lage Deutschlands har Barkmn. die am weitesten in das offene Meer vorgeschobene Nordseemsel, ganz er- hebliche Mittel bereitgestellt, um das Bad auf eigene Kosten weiter auszubauen. Die 1923»c verbauten festen Vadehallen am Süd- bad sind um 2ö Prozent vergrößert worden, so daß bedeutend mehr Zellen zum Aus- und Ankleiden zur Verfügung stehen. Bis zum 1. Juni wird kein« Kurtaxe erhoben: ab 1. Juni spielt Amol taglich die Kurkapelle, denn ach wird vom 1. bis zum 15. Juni 50 Prozent Kurtaxenermüßigiung gewährt. Bad Grund im Oberharz. Der neu« Tiesdrucksührer jür die Sommersaison 1930 ist erschienen und wird auf Wunsch kostenfrei zugesandt. Er enthält 20 Bildtafeln>n Tiefdruck. und folgende Textabteilungen: Loge und Klima: Badecigrichtungen und Aurmittel sowie Heflanzeigen: klntckhaltlmgen und gesellige Veranstaltmigen: llnterkunst und Kurkosten: Spaziergänge und Ausflüge sowie An- gaben über Verkehrsuerhöltnisse� Wer jedoch Spezialangaben über die Hochmoor- und Fichlemiadelbäder, deren Analyse sowie Dank- schreiben haben möchte, fordere die neu« Bäderschrist F an. mustergültige Kuranstalten der Badeverwaltung Altheide Sanatorium mit«Igeaen Sprudel bidem. Au» cereichnete Hei lertolge bei Herzleiden und GefäSItrankhelten. Behsaücher Aufenthalt. Alle Zimmer mit fließend. Wasser. Anerkannt vorzügl. 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