Morgenausgabe Tir. 190 A 96 47.Jahrgang Böchentlich 85 Bt., monatlich 3,60 m. im Doraus zahlbar. Boftbezug 4,32 m. einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs- und 72 Pfg. Bostbestellgebühren. Auslands abonnement 6,- M. pro Monat. * Der„ Borwärts" eridgeint modentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Volk und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen Stimme". Technit"." Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts 1909 snailon@ bitu Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 24. Apríl 1930 Groß- Berlin 10 Pf. day Auswärts 15 Pf. Die etatpaltige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen das ettge brudte Wort 25 Pfennig( zuläffig zmet fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jebes weitere Wor 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstabe e ählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. 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Aber Krieg folgte auf Krieg, und wenn auch der Friedensgedanke nicht nur aus frommen, sondern auch aus praktischen Erwägungen wirksam ist, braucht man doch nicht zu glauben, daß nicht wieder ein Krieg dazwischen kommt. Das ist vielmehr so sicher wie der Sonnenaufgang am nächsten Tag.md No Bor einem Jahre noch hatten wir die trostlose Aussicht auf Rüftung und Gegenrüftung. Wir haben versucht, diese Aussicht zu ändern. Dabei fanden wir bald, daß, obwohl wir uns als Fünf mächte- Konferenz zusammengefunden hatten, wir tatsächlich 3 mei Gruppen von je drei Mächten bildeten, wobei Großbritan: nien in beiden Gruppen Fuß gefaßt hatte." Die Ueberseegruppe bestand aus den Bereinigten Staaten, Japan und Großbritannien, die europäische Gruppe aus Frankreich, Italien und Großbritannien. Es gab viele Augenblide in diesen Berhandlungen, in denen das Eis, über das wir liefen, sehr dünn war, aber wir haben jetzt doch einen umfangreichen Vertrag zustandegebracht und unterzeichnet, beffen einer Teil allerdings nur die Unterschriften des britischen Reiches, der Vereinigten Staaten und Japans trägt. Der Reft, der Zentrumsheke gegen Wertheimer.. „ Ein Leberbleibfel der Regierung Müller." Seit die Kreuzzeitung" das Stichwort gegeben hat, ist in der rechtsstehenden Presse gegen die Berufung des Genoffen Dr. Wertheimer in das Informationsbureau des Bälter bundes ein förmliches Kesseltreiben im Gange. An ihm ist Kennzeichen der neuen Situation auch die Zentrums presie lebhaft beteiligt. Der wackere Deutsche" weiß zwar Don Wertheimer gar nichts er hält ihn für den Londoner WTB.- Korrespondenten und macht ihn für die mangelhaften Londoner Leistungen des WTB. verantwortlich aber der Name ist ihm verdächtig, und das genügt. Die ,, Germania", weniger offenherzig, windet sich durch allerlei Wenn und weniger offenherzig, windet sich durch allerlei Wenn und Aber, um zum Schluß auch ihr Hölzchen auf den Scheiterhaufen zu werfen: Im übrigen dürfte diese Personenauswahl sicher noch ein Ueberbleibsel der Regierung Müller sein. Daß die Intereffen der Regierung Brüning nicht auf dem gleichen Wege liegen, bedarf feines Beweises. Die Genfer Kreise, die die Entwichtige Bestimmungen umfaßt, ist ein vollkommener Fünfmächte vertrag. Ich gebe mich feiner Täuschung darüber hin, daß wir nicht sehr weit gekommen sind, daß wir vielmehr nur einen Anfang gemacht haben. In den letzten drei Monaten habe ich die Erfahrung gewonnen, doß die Friedensbewegung, die ihr ganzes Herz in ihr Werk hineingelegt hat, mehr und mehr die Einzelheiten studieren und Männer suchen.nuß, die die Einzelheiten bewältigen tonnen. Wenn das, was erreicht worden ist, unmittelbar verwandt wird, um die öffentliche Meinung zu größeren Anstrengungen brizubereiten, so wird die Londoner Konferenz einer der größten Marksteine sein, der zeigt, wie sich die Nationen für immer näher gefommen find, indem fie fest zum Frieden halten. Nichts ist für meinen Begriff wichtiger, als daß der gute Wille überwiegt. Die Beziehungen zwischen Amerita und uns find nie so gut gewesen, feit Amerika ein unabhängiger Staatenbund wurde. Die japanische Delegation nimmt in die Heimat das Gefühl mit, daß sie. Freunde getroffen hat, deren Freundschaft ihrem Land Sicherheit gewährt. Obwohl die Franzosen und die Italiener sich nicht nahe genug tommen fonnten, um ein Einverständnis zu er zielen, leben sie in dem Gefühle, daß diefes Einverständnis erreicht werden muß durch fernere Berhandlungen und daß die Beziehungen zwischen uns und den anderen von ungefrübfer Herzlichkeit find. Jedes unserer Dominions und 3ndien, das als unab hängige Nation vertreten wat, wirfte mit uns in voll tömmenster.Harmonie von Anfang bis zum Ende. Treviranus auf der einen. Seite das absolute Bertrauen der besonnen und ruhig denkenden Landwirt. schaft befigt, auf der anderen Seite aber in seiner verbindlich tühlen Sachlichkeit und forschen, zupackenden Art auch der Mann sein dürfte, der mit den tausend fachlichen und vor allem persönlichen Schwierigkeiten dieses Problems fertig werden fann, so ist diese vor aussichtliche Beauftragung vom allgemeinen Standpunkt aus zu be grüßen. Um wirtlich zwedmäßig zu arbeiten, ist allerdings erforderlich, daß alle Maßnahmen des Reichs und des Landes Breußen von dem fünftigen Oft minifterium aus einheitlich geleitet werden, weil nur jo die Bersplitterung der Mittel vermieden und politische Hemmungen, wärtigen preußischen Macht haber gegen den ost: die sich aus der sehr betonten Abneigung der gegen deutsen Grundbesig ergeben, weitgehend ausgeschaltet werden können." große Subventionskasse für den östlichen Großgrundbesitz ver. Das ist ein allerliebster Plan: Herr Treviranus soll die walten nicht nur die Reichsgelder, sondern gleich noch die Gelder Preußens hinzu! Reform der Reichstagsverhandlungen notwendig! Von Hugo Heimann. Nachdem der Reichsrat seine Verhandlungen über den Reichshaushalt für 1930 beendet hat, wird der Etatsentwurf binnen furzem dem Reichstag zugeleitet werden. Die Beratung und Feststellung des Etats ist in Deutschland wie in allen parlamentarischen Ländern eine der wichtigsten und umfangreichsten Aufgaben, die das Parlament zu erledigen hat; bestimmen doch seine trockenen Zahlenreihen den Kurs, den das Staatsschiff in dem betreffenden Etatsjahr zu steuern hat. Im Gegensatz aber zu anderen Ländern bedeutet die Zuleitung des Reichshaushalts an den Reichstag fein besonderes politisches Ereignis. Während 3. B. in England die Einbringung des Etats von der gesamten politischen Weit mit Spannung erwartet wird, da niemand vorher die Art seiner Balancierung fennt, bringt die Einführungsrede des Reichsfinanzministers im Reichstag für niemanden eine Ueberraschung. Nicht nur hat die Beratung im Reichsrat, dessen Bollsigungen öffentlich sind, den Verhandlungen im Reichstag voranzugehen, sondern die traurige Finanz- und Kaffenlage des Reiches hat im Verein mit den zersplitterten Parteiverhältnissen seit einigen Jahren auch dazu geführt, die wichtigste Frage, nämlich die, wie der Etat balanciert merden soll, vorweg zur Entscheidung zu bringen. Soweit die Etatsverhandlungen im Reichstagsplenum und im Haushaltsausschuß daher nicht Wiederholungen der vorangegangenen allgemeinen finanz- und wirtschaftspolitischen Hauptsache auf die Prüfung und Untersuchung von EinzelErörterungen bringen, erstrect sich die Beratung in der heiten der Verwaltung sowie auf die Art der Bewirtschaftung der zahlreichen Fonds. Je forgfältiger und gründlicher diese Verhandlungen stattfinden, um so mehr wird der Reichstag seinen Willen gegenüber der Verwaltung durchsetzen können und um so höher wird sein Ansehen im Lande stehen. Die verfügbare Beratungszeit ist indeffen selbst unter normalen Umständen äußerst knapp bemessen. Normalerweise soll der Etatsentwurf dem Reichsrat spätestens am 1. November, dem Reichstag spätestens am 5. Januar vor Beginn des Rechnungsjahres, für welches er gelten soll, zur Beschlußfassung zugehen. Bis zum Beginn des neuen Rechnungsjahres, dem 1. April, soll normalerweise die Beratung im Reichsrat( Ausschüsse und Plenum), im Reichstag( drei Lesungen im Plenum sowie Verhandlungen im Vorschriften und Friſtbestimmungen mochten früher unter den Haushaltsausschuß) und die Publikation erfolgt sein. Diese vergleichsweise einfachen Verhältnissen zweckentsprechend sein und ausreichen. Sie sind es heute nicht mehr. Seit 1911 ist es dem Reichstag troß äußerster Anstrengung nur dreimal möglich geworden, den Reichstag der Republit im Gegensatz zu früher neben der Etat frist gerecht zu verabschieden. Besißt der Festlegung des Haushalts auch noch andere Machtmittel normale Ausnahmefälle unterbrochen werden. Das Galopp und seltene tempo, in dem selbst günstigenfalls die vier Beratungen im Reichstag erfolgen müssen, erweist sich für die Einsichtnahme scheidung treffen, waren gut beraten, wenn sie das berücksichtigen. beispiellofen Ungeschicklichkeit! Sie plagen so vorlaut mit den gegenüber der Regierung, so dürfen die geschilderten Berund der deutsche Außenminister täte gut daran, das klar auszusprechen. Die jungen Leute des Herrn Treviranus sind von einer Hintergedanken heraus, daß sie ihren Herrn und Meister Man kann die Ministerschaft von drei Zentrums- gründlich diskreditieren. Das war schon mit dem„ Staats ministern mit viel größerem Recht als„ leberbleibsel der Reiff" so, das ist heute wieder so mit den„ Führerbriefen". ela Sim Schiele Notopfer für Bayern. Drosselung der Allgäuer Käseproduktion auf Reichstoffen. gierung Müller" bezeichnen als die Kandidatur Wertheimers für den vielumfämpften Genfer Bosten. Bemerkenswert ist. jedoch, mit welcher Klarheit die ,, Germania" den Uebergang zur Regierung Brüning als einen politischen Kurs= wechsel hinstellt, der sich bis ins letzte auswirken muß. Diese Art, die Entwicklung der Dinge zu sehen, ist zweifellos Der Ernährungsminister der Landwirtschaft, Schiele, richtig. Nach der Meinung der Germania" freilich soll der hat jezt auch wahrscheinlich erst teilweise den Wechsel Kurswechsel soweit führen, daß ein Mann für untauglich zur honoriert, den das Kabinett Brüning jenen fünf bayerischen Führung eines Amtes erklärt wird, weil er Sozialdemo frat ist. Ob die Regierung Brüning die etwas hoch- Bauernbündlern ausgestellt hat, die am 14. April in der entscheidenden dritten Lejung der Zoll- und Steuervorlagen der gespannte Forderung, die das Zentrumsblatt ihr stellt, erRegierung den Sieg brachten. Aus München wird uns dazu füllen wird, bleibt abzuwarten. Treviranus will die Kaffe. Ein Subventionsministerium für Großagrarier? Herr Treviranus ist Minister für die besezten Gebiete. Am 1. Juli wird es feine bejezten Gebiete mehr geben, am 1. Oftober wird im wesentlichen der Aufgabenkreis dieses Ministeriums erledigt sein. Was wird dann mit dem Minister? gemeldet: Am Mittwoch weilte Reichsernährungsminister Schiele in München, wo er sich an einer Konferenz mit Vertretern der oberbayerischen und Allgäuer Milchwirtschaft die Klagen und Wünsche dieser landwirtschaftlichen Sondergruppe anhörte. Wie verlautet, billigte der Minister die Pläne der Interessenten, eine größere Menge Weichkäse aus dem Markt zu nehmen und einzulagern, und gleichzeitig die Käseherstellung pierzehn Tage lang einzuschränken. Durch diese künstliche Drosselung der Produktion foll tas feit Monaten bestehende Ueberangebot an Weichkäse auf dem inneren deutschen Markt beseitigt werden. Die dadurch den ProDie jungtonservativen Kreisen nahestehende Korrespon buzenten entstehenden Berlufte follen durch Staatshilfe ausgeglichen denz Deutsche Führerbriefe" schreibt dazu: werden, wofür Schiele entsprechende Reichsmittel in Aus „ Die Durchführung des Ostprogramms dürfte nicht ausschließlicht stellte. As fein letztes Ziel bezeichnete Schiele die Befreiung lich oder in erster Linie Sache des Reichslandwirtschaftsministeriums der deutschen Landwirtschaft von den Zollbindungen in den Handelswerden. In Aussicht genommen ist vielmehr, daß dem jezigen verträgen mit dem Ausland. Ministerium für die besetzten Gebiete, tas am 1. Oftober seinen Aufgabentreis in der Hauptsache verliert, das Ostprogramm als neue 3uständigkeit überwiesen wird. Da Herr Schiele schöpft aus dem Bollen. Was fümmern ihn die Sorgen des Herrn Moldenhauer? Und für die Arbeitslofen darf der Käse beileibe nicht billiger merden. in die Berwaltung und für ihre Kontrolle als unzulänglich, und dient weder der Saché noch dem Ansehen des Reichstags. Für eine fommende Parlamentsreform erscheint daher eine enderung der Etatsbehandlung im Reichstag, die hier schon einmal angeregt wurde, als vorren einfacheren Verhältnisse dürfte wohl nirgends gehegt dringliche Frage, denn die Hoffnung auf Rückkehr der frühewerden. Es kommt. hinzu, daß die Rechnungskon trolle, um die früher fein Mensch sich gefümmert hat, auf Betreiben der Sozialdemokratie in den Haushaltsausschus verlegt ist, dort für die Aufstellung des Etats eine immer steigende Bedeutung erlangt, aber natürlich auch immer mehr Zeit beansprucht. Die Termine für die Einbringung des Etats in Reichsrat und Reichstag weiter vorzurüden, wird sich wegen der langwierigen und schwierien Vorarbeiten, die mit der Aufstellung des Etats verknüpft sind, als unmöglich erweisen. Eine Aenderung ohne besondere Schwierigkeiten würde nur bei der parlamentarischen Behandlung im Reichstag durchzuführen sein. Hier käme am ehesten der Fortfall der zweiten Plenarberatung in Frage. Diese pflegt nahezu ausnahmslos der Ausschußberatung unmittelbar auf dem Fuß zu folgen und ist in der großen Mehrzahl der Fälle nichts als die genaue, ja faft wörtliche Wieder holung der letzteren. Die ersparte Zeit würde der Ausschußberatung zugute fommen fönnen und hier wirklich nüßlich wirken, denn darüber wird ein Zweifel nicht bestehen, daß das Schwergewicht jeder Etatsberatung und Etatsfritit in den Ausschußverhandlungen liegt und liegen muß. Der neue Haushalt schließt ab in Einnahme und Aus gabe mit 8 428 Millionen Mart. Ein Bergleich mit den vor hergehenden Jahren ist ohne Untrechnungen nicht mehr mög lich. Obwohl nämlich in der Reichshaushaltsordnung als eine Grindregel bestimmt ist, daß alle Einnahmen und Ausgaben getrennt voneinander in voller Höhe im Haushaltsplan zu veranschlagen Tind, obwohl auch bisher widerspruchslos so verfahren worden ist, hat das Reichsfinanzministerium plößlich geglaubt, eine Aenderung bei den sogenannten Uebermeifungssteuern vornehmen zu müssen. Diese find im Haushaltsplan 1930 zum erstenmal nur mit dem dem Reich verbleibenden Anteil, statt wie bisher brutto, auf der Einnahmenseite eingesetzt. Dafür entfallen natürlich auf der Ausgabenseite die entsprechenden Ueberweisungsbeträge an die Länder. Die Endfumme des Gesamthaushalts wird auf diese Weise um den Gesamtbetrag der lleberweisungen, d. h. um mehr als drei Milliarden gesenkt. Diese Alenderung wurde vorgenommen, weil angeblich die bisherige Uebung ,, zu ierigen Auffaffungen über die Gesamtsteuerbelastung in Reich, Ländern und Gemeinden geführt hat"! Das Borgehen des Reichsfinanzministeriums ist zu bedauern, erscheint gänz lich unnötig und nur geeignet, neue und größere Berwirrungen hervorzurufen, als sie durch die bisherige Uebung an geblich entstanden waren. Deutschnationale Gegenfäße. Hindenburg für Schiele gegen Hugenberg. Am 25. April triff der deutschnationale Partelvorstand zufammen. Er wird fein genaues Abbild der Gegenfähe in der Deutschnationalen Bolfspartei geben. 2ls feinerzeit Hugenberg den Vorfih übernahm und die Rute gegen Herrn Lambach erhob, hat er Vorsorge getroffen, um feine Position im Parteivorstand unerschütterlich zu machen. Im Apparat ruht zweifellos feine Stärte aber welche von den entscheidenden Intereffentengruppen geht mit dem Apparat? mit der die Margisten den politischen Kampf und feine Triebfräfte ansehen. Das Klaffeninteresse des Großgrundbefizes mird Hugenberg zu Fall bringen und die Richtigkeit margistischer Anschauungen wird fich am Ausgang der Episode Hugenberg erweisen! Eine Erklärung Hugenbergs. Im deutschnationalen Pressedienst wird folgender Aufruf Hugenbergs an sein Boit veröffentlicht: Hugenberg hat die grüne Front unter Schiele, die Großagrarier, gegen sich und die deutsch nationalen 3ndu- Kundgebungen des Vertrauens zugegangen. Id), dante den Bes ftriellen dazu. Zu Hugenberg stehen Quaah. Bang, Freytagh Loringhoven, zu Schiele Reichert, Haßlacher, von Richthofen. Die Bufpigung der Berhältnisse zeigt sich am treffendsten in der Fehde, die im Wahlkreis Niederschlesien zwischen Freytagh- Loring hoven und von Richthofen ausgebrodjen ist. Beide Männer find übriggeblieben von den vier Reichstagsabgeordneten, die die Deutschnationalen bei der letzten Wahl in diesem Wahlkreise durch brachten. Die beiden anderen, Lejeune- Jung und Hülser, haben sich bereits empfohlen. Die beiden Lezten der Mohikaner bogen nun miteinander. Freytagh- Coringhoven polemijiert in der Presse gegen eine Broschüre des Landbundführers von Richthofen. Man erfährt aus der Polemit, wie hart der Kampf ist, und wie persönlich er geführt wird. Die Einnahmen und Ausgaben des Haushalts 1930 haben, menigstens in großen Zügen, bei Gelegenheit der Be ratung der Pläne zur Finanzreform die Deffentlichkeit be schäftigt. Es ist nicht die Absicht, in diesen Ausführungen die Milliardenbeträge der Ausgaben zu zergliedern und im einzelnen zu beleuchten. Hier sei nur der fundamentale Unterschied der Anschauungen hervorgehoben, die den Haushalt von 1929 und den von 1930 durchziehen. In 1929, wie Genosse Dr. Her in seiner großen Plenarrede vom 9. April schon hervorgehoben hat, ein langes, startes, ja glühendes Be fenntnis des damaligen sozialdemokrati Die um Richthofen empfehlen Hugenberg, nach Rußland zu schen Reichsfinanzministers zur Sozialpolitit, das gehen und sich dort anzusiedeln, Freytagh- Loringhoven wieder austlingt in die Säge:„ Sicher ist, daß für die nächste Beithält Richthofen vor, daß er schon 1924 bei der Dawes Abstimmung die Wirtschaftslage Abstriche bei diesen Poften( Sozialver- zu den Jajagern gehört habe, ferner daß er beteiligt sei an einem sicherung, Krisenfürsorge, Wertschaffende Arbeitslosenfür Drohbrief, den Freytagh- Loringhoven erhalten habe: forge") nicht gestattet.... Und es darf mit vollem Recht erklärt werden, daß die Ausgaben auf den bezeichneten Gebieten auch nichtannäherndan sich berechtigten Forderungen auf sozialem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet gerecht werden. Hierdrückt sich der 3wang unserer Finanzlage am schärfsten und grausamsten aus. In 1930, im Moldenhauerschen Haushalt, sorgfältige Ausmerzung dieser und ähnlicher Gedankengänge. Dafür aber an der entsprechenden Stelle die Säße: Es wird nicht verkannt werden dürfen, daß die wirtschaftliche Depression, in der wir uns befinden, zu einem großen Teile durch die zu starke Belastung der Wirtschaft mit Steuern und sonstigen öffentlichen Abgaben verschärft worden ist. Durch Erhöhung der Steuern ist daher der Not der öffentlichen Finanzen nicht mehr beizukommen. Denn jede meitere Belastung durch Steuern fann weitere Wirtschaftszweige zum Erliegen bringen." " Bestreitet Baron Richthofen, daß ein solcher Druck ausgeübt ist? Weiß er nicht, daß, abgesehen von ähnlichen Vorgängen in anderen Provinzen, von einer Bersammlung, die vom Schlejijchen Landbunde geladen war und in seinen Räumen stattfand, noch am 13. April drängende Telegramme an alle Reinager abgingen, und weiß er wirklich nichts von dem Droh: brief, der mir zugesandt wurde und der so abgefaßt war, daß ich ihn unter Verwahrung zurückgeschickt habe?" Die beiden Matadore fämpfen um die deutschnationalen Mandate in Niederschlesien. Herr von Freytagh- Loringhoven hat zwar den offiziellen Hugenbergapparat hinter sich, Herr von Richthofen aber den Großgrundbesig. Das ist die Machtprobe, die jetzt überall in der deutschnationalen Boltspartei angestellt wirdund es ist flar, daß die Entscheidung dabei nicht im Parteiapparat erfolgen wird. Dort tann man höchstens noch verkleistern oder vertagen. Die Entscheidung tommt bei der nächsten Wahl, die wird aber von denen um Schiele noch nicht gewünscht. Die Die beiden 3itate illustrieren grell und treffend die Rich- Deutsche Allgemeine Beitung" erfährt von besonderer deutschtigkeit des Ausspruches, den der neue Arbeitsminister, Herr nationaler Seite: Stegerwald, fürzlich im Reichsausschuß des Zentrums getan hat: Die wahrste und tiefste Ursache des Koalitionszerfalls ist die große Gegensäßlichteit zwischen Sozialdemokratie und Deutscher Bolkspartei in der Beurteilung der Aufgaben und Möglichkeiten der Wirtschafts- und Sozialpolitit." Freilich dürfte eine Auflösung des Reichstags schwerlich erfolgen, bevor Brüning, Schiele und Treviranus dem Reichs präsidenten gemeldet haben, daß mit einer leidlich Dernünftigen Wahl auf der Rechten zu rechnen sei." Hindenburg ist also für Schiele gegen Hugenberg. Er tommt als politische Straft zur Front der Großagrarier und der Industriellen hinzu. Es ist kein Zweifel, daß diese Front auf die Dauer starter ist als Hugenberge Das Personal der Reparationsbank.itals Sugenberge de cada Reichsbantdirektor Hülfe Steilverirefer von Quesnay. Basel, 23. Apr. • Bon den perfchiedensten Seiten sind mir in den letzten Tagen teiligten dafür. Es werden damit vielfach fritische Aeußerungen über die Genehmigung der Steuergesetze durch einen Teil der deutschnationalen Reichstagsabgeordneten und über das Auseinanderfallen der Fraktion bei dieser Abstimmung verbunden. Hier und da wird daraus die Folgerung gezogen, daß gerade die treuesten Anhänger der Partei durch solche Vorkommnnisse an ihr irre werden müßten. Ich weiß, daß in diefem Sinne zur Zeit insbesondere von nationalsozialistischer Seite gegen die Bartel gearbeitet wird. Aber so lange ich an der Spihe der Partei stene, tann ein jeder: überzeugt sein, daß die Partei diejenigen Grundsähe nicht verlaffen wird, deren Aufrechterhaltung und Durchführung Zwed und Ziel der Uebernahme des Borjihes durch mich gewesen ist. Aus dem heutigen Elend fann sich unser Volt nur auf der sicheren Grundlage der Weltanschauung wieder herausarbeiten. Im Rahmen der deutschnationalen Weltanschauung finden alle be rechtigten Interessen, insbesondere auch diejenigen der schmerbedrohten Landwirtschaft ihren Platz. Das Ergebnis der letzten Wochen an landwirtschaftlichen Maßregeln hat dies bestätigt. Ohne die Hilfe und den Druck der deutschnationalen Gesamtpartei wären sie nicht Gejeg geworden. Wenn aber der Apparat der jetzigen Regierung, deren Parteien bis vor wenigen Wochen einträchtig mit der Sozialdemokratie zusammengearbeitet haben und es vielleicht in wenigen Wochen wieder tun werden, mit Vorspiegelung falscher Bufammenhänge versucht, aus dem ganz abseits liegenden Gebiete der Steuerfragen heraus Gegensäge zwischen landwirtschaftlichen Interessen und deutschnationaler Weltanschauung vorzutäuschen, jo möge ein jeder im Lande dies würdigen als das was es ist: cls ein Verwirrungsmanöver jfrupellójer Gegner. Insoweit in den Steuerfragen Unstimmigkeiten zulage getreten sind, die für die Einheit und Stärke der Partei Gefahren. mit sich bringen, ist es in erster Linie meine Sache, daraus: die Folgerungen zu ziehen. Meine Sache ist es insbesondere auch zu verhindern, daß durch diese Unstimmigkeiten die gedanken- und gesinnungsmäßigen Gründlagen der Partei erschüttert werden. Ich bitte, das Bertrauen zu. haben, daß id diese wahren werde. Andererseits weiß ich, daß alle diejenigen mir hierbei zur Seite ftebert werden, die meinen Standpunft: innerhalb der Partei in jeder Hinsicht teilen. Ich bitte einen jeden, das Seinige zu tun, damit wir ein immer fester werdender Bloc der nationalen Opposition und des Kampfes gegen das heutige zerrüttete Barteien ind wirtschaftsfystem im Reich und in Preußen werden. Auch dies Biel, mie alle großen Ziete: Herr Hugenberg mirò affo erfahren, wie richtig die Methode ist, braucht Geduld, Zeit und Kraft." KPD. verlangt Arbeiterblut. An Leipzig hat sie noch nicht genug. Die zweite Sigung des Verwaltungsrates der B33. begann turz por 11 Uhr und ging um 1 Uhr 30 zu Ende. Der Berwaltungsrat genehmigte brei Berichte: einen Bericht über die Besoldungsfrage, den Reichsbantpräsident Dr. Luther erstattete, einen weiteren bon Das Bentralorgan der KPD., die„ Rote Fahne" McGarrah erstatteten Bericht über die Fragen der inneren Organi feiert jeßt die blutigen Borgänge in Leip sation und schließlich einen Bericht über die Frage der Emiffionig und fordert mit folgenden Worten zu ihrer Wiederder Aktien der BIZ. Berichterstatter über diese Frage war der holung am 1. Mai auf: Ameritaner Fraser. In dem Bericht über die innere Organisation und zur Befoldungsfrage wurde festgestellt, daß gegenüber den Kosten zur Durchführung des Dawes Blans, die jährlich 1,5 Millionen Dollar betrugen, erhebliche Ersparnisse erzielt werden können. Der Reparationsagent Barker Gilbert hatte in Berlin ein Büro, bas 130 Personen beschäftigte. Dazu tamen noch 50 Personen der Reparationsfommission in Paris. Die Bank will ihre Tätigkeit nunmehr mit einem Bersonal von ungefähr 50 Leuten aufrichmen. Im weiteren Verlauf wurden einige Wahlen vorgenommen, und zwar wurden zum Vorsteher des eigentlichen Bankdepartements und Stellvertreter des Generaldirektors der deutsche Reichsbantdirettor Hülse gewählt. Zum Generalsekretär der Bank wurde der Italiener Pilotti ernannt. Die Abteilung für Emission und Investitionsfragen wurde dem Belgier Baul van Zeeland übertragen.de, but * Es ist erfreulich, daß Deutschland durch die Wahl von Dr. Hülfe zum Stellvertreter Quesnays feine Stellung in der internationalen Zahlungsbank weiter verstärkt. Mit dem Bizepräsidentenposten neben dem Engländer Addis und der Stellvertretung Quesnaps, die übrigens in den Statuten nicht vorgesehen war, sigt Deutschland jetzt in den wichtigsten Aemtern der Bant neben England und Frankreich. Dieser Erfolg Deutschlands wäre sicher auch ohne jene grobschlächtige Bolemit gegen den Franzosen" Quesnay möglich gemesen, in dem sich die bürgerliche Presse gefiel Sprengung in Giedlungsnähe. Es ist gut, daß die Besehung aufſhört. Trier, 23. April.( TU.) An diesem Ostern, an diesem stärksten Aufmarsch der revolutionären Jugend Deutschlands, hat ein neues Kapitel in der Geschichte des tommunistischen Jugendverbandes begonnen. Dieses rote Ostern hat gezeigt, daß der tommu nistische Jugendverband gerüstet ist. Bom roten Ostern zum rofen mai! Der Generalappell des revolutionären Jungproletariats mar ein überwältigender Auftakt für das, was am 1. Mai Wirklichfeit werden wird: politischer Massenstreit und Proletariermarsch in allen Städten und Dörfern unter den Fahnen der Kommunistischen Partei und der Gewerkschaftsoppofition." Die Funktionäre der SBD. Groß- Leipzigs fprechen ihren Abscheu aus gegen die Methoden eines angeblich politischen Rampfes, wie ihn die KPD. mieder am Ofter fonntag in Leipzig geführt hat. Diese Methoden haben nichts mehr zu tun mit dem Klassenkampf des sozialistischen Broletariats. Sie find unter politischer Maske Handlungen verbrecherischer Elemente, die die KPD. in ihren Reihen heranzüchtet. Die Funktionäre der SPD. Groß- Leipzigs sprechen den Hinterbliebenen der Todesopfer, die die bosschemistische Führung der KPD. auf de. Gewissen hat, ihr tiefstes Bedauern aus." Die fächsische Dauerkrise. Die Hafenfreuzler wollen Landtagswahlen. Dresden, 23, April, Die Nationalsozialisten werden, wie die nationalsozialistische Landtagsfraktion schreibt, ihre Stellungnahme nicht ändern. Sie würden, nachdem zuerst die Bildung einer antimargiftischen Regierung durch den zweimal gescheiterten Versuch, den Präsidenten Schick zu wählen, sich als unmöglich herausgeftellt habe, durch ihr weiteres lösung hinarbeiten. Nur ein neuer Landtag tönne die vom fäch Verhalten auf das von ihnen erstrebte Ziel der Landtagsauf= fifchen Bolt gewünschte Marheit schaffen. Angesichts der Toten, die als Opfer der Revolutions". Spielerei in Leipzig fielen, hat die„ Rote Fahne" kein Wort Nur ein etles zur Mäßigung und zur Vernunft. die bekanntlich für Sonne und Regen, für Flaute und Schimpfen über die Polizei und die Sozialdemokratie, Sturm, für alles auf der Welt verantwortlich ist. Die daraus die Weifung entnehmen, noch fräftiger dreinfommunistische Jugend, die den Phrasenbrei liest, wird zuschlagen, als es in Leipzig geschah! Die KPD. braucht Der Regierungspräsident von Stettin. Arbeiterblut, weil ihre Propaganda sonst eintrocknen tönnte! Demonstrationsverbot am 1. Mai? Ein Antrag der fächsischen Regierung. Die sächsische Regierung ist an das Reichsinnenministerium mit dem Ersuchen herangetreten, bei den Länderregierungen ein Ber bot der Demonstrationen zum 1. Dai, soweit fie unter freiem Himmel abgehalten werden sollen, anzuregen. Anlaß zu diesem Schritt hat das verbrecherische Treiben der Kommunisten in Leipzig gegeben. Im Reichsministerium des Innern besteht angesichts der Haltung Am Mittwoch mittag gegen, 12 Uhr wurden auf dem in der Nähe der Domäne. Avelsbad) gelegenen, von der Bejagung als der preußischen Regierung, die an ein derartiges Truppenübungsplaß benutzten Grüneberg dort lagernde Grana- Verbot nicht dentt, teine Reigung, dem Anfinnen der fäch ten zur Explosion gebracht, wodurch an den in der Nähe liegenden fischen Regierung zu entsprechen. Seine endgültige StellungHäusern der Siedlung Avelertal bedeutender Schaden nehme wird das Reichsministerium des Innern nach der Rückkehr angerichtet wurde. Biele Fensterscheiben wurden zertrümmert, des Reichsinnenministers Dr. Wirth nách Berlin befannigeben. Dächer eingedrückt und Türfüllungen herausgeriffen. Ein Guts verwalter, der in ziemlicher Entfernung porüberritt, wurde durch den Luftbud zur Erde geschleudert und erlitt erhebliche Ber. legungen. Die Explosion war in Trier deutlich hörbar, ant verschiedenen Stellen wurden starke Erschütterungen wahrgenommen. Das französische Marineministerium dementiert die Blätternachricht, wonach Frankreich einen 27 000- Tonnen Kreuzer mit einer Bestüdung von acht zwölfaölligen Geschützen zu bauen beabsichtige. Gegen das Apachentum. Entschließung der Leipziger sozialdemokratischen Funktionäre Leipzig, 23. April.( Eigenbericht.) Eine Funktionärversammlung der Sozialde mofratie Groß- Leipzigs faßte zu den verbrecherischen Bluttaten jugendlicher Kommunisten in Leipzig folgende Entschließung: Dr. Gimons fommiffarisch beauftragt. Der Provinzialausschuß der Provinz Pommern hat seinerzeit den vom preußischen Staatsministerium als Regierungspräji. dent in Stettin vorgeschlagenen Ministerialrat im preußischen Staatsministerium Dr. Simons abgelehnt. Simons wird nun mehr tommissarisch mit der Verwaltung, des Regierungs präsidiums in Stettin beauftragt werden. Hessen- Nassau ernannte sozialdemokratische Abgeordnets zum Der inzwischen zum Oberpräsidenten der Provinz Preußischen Landtag Haas- Köln wird am 3. mai von dem preußischen Innenminister in sein Amt eingeführt werden. Seipel foll bleiben. Die Chriftlichsozialen finden feinen Nachfolger. Wien, 23. April.( Eigenbericht.) Die Reichsparteileitung der Christlichsozialen hat Beschlossen, Dr. Seipel nach seiner Rüdfehr aus dem Saargebiet zum Widerruf feines Rücktritts zu ersuchen. Aus Andeutungen des riftlichsozialen Neuigkeitsweltblattes" ergibt sich, daß man sich im chriftlichsozialen Lager über Seipels Nachfolge nicht einigen fonnte; man werde mit Seipel noch einmal Rüdsprache nehmen und versuchen, ihn dazu zu bewegen, an der Spike der Partei zu bleiben, um ihr die gerade jetzt überaus schwierige Wahl eines Nachfolgers zu erfparen", Ein Aufruf des Reichsbanners. Es gibt feine Kursänderung! Magdeburg, 23. April Der Bundesvorstand des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold er läßt folgenden Aufruf an die Gau und Ortsvereinsvorstände und als Bundesmitglieder: Bor sechs Jahren haben sich die orts aber bezirksweise ge meldeten, mehr oder minder parteimäßig gebundenen Schuzorgani sationen der deutschen Republikaner im Reichsbanner Schwarz- Rot Gold vereinigt. Dieser Zusammenschluß auf überparteificher Grundlage ließ in: allen deutschen Gauen die Lattraft aller Republikaner begeistert auflodern. Die staatspolitische Idee des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold mar es, die in Städten und Dörfern die wehrhaften Republikaner um die schwarzrotgoldene Fahne scharte. Gemeinsames Gut ist es, das die deutschen Republikaner ohne Unterschied von Partei und Konfession zu verteidigen haben: den Staat von Weimar. Die Zusammenfassung der Republikaner auf überparteilicher staatspolitischer Grundlage ist in einem tonfessionell, politisch und parteiisch so zerrissenen Volfe wie dem deutschen allein schon eine nationale Tat und ein vaterländisches Verdienst von geschichtlichem Wert. ale 2nt umib etin paterianeibes bertient vot asl ན་ ཨ་ Leider müssen wir feststellen, daß noch längst nicht alle Mitglieder der republitanischen Parteien den Beg zu uns gefunden haben. Nicht wenige ihrer Mitglieder und Organisationen stehen uns verständnistos, gleichgültig, manche fogar feindfelig gegenüber. Sie ertennen offenbar nicht, daß die Existenz und freie Betätigung aller wahrhaft demokratisch- republikanischen Barteien und Organisationen von der Erhaltung der Verfassung von Weimar und deren Ausbau im Sinne ihrer Schöpfer abhängig ist. leber den Aufgabenfreis des Staates und die Anwendung der Gefeßgebung und Regierungsgewalt mögen die politischen Parteien, wirtschaftlichen und kulturellen Berbände mit einander ringen und fämpfen. Das Reichsbanner Schwarz Rot Gold fieht nur in jenen Parteien, Berbänden und Organisationen Gegner, die Feind sind dem Staate von heute. Im Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold iſt Platz für jeden Deutschen, der das Wert von Weimar zu verteidigen willens ist. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold steht wehrend gegen jeden, der den Boden der Verfassung verläßt. ,, Den Schiele werden sie nicht los!" SCHIELE BRUNING OLL ZOLL ob 11921 ון 10 ZOLE ZOLL Go schreibt Herr v. Didenburg Januschau in der Kreuz- Zeitung". Schiele: 3mmer hopp, hopp, munter mein Pferdchen! Die höchsten Zollhürden kommen erst noch!" Gegen die Verhetzung der Jugend. Erlaß des Provinzialschulkollegiums Berlin- Brandenburg. Der Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums von Berlin| und Brandenburg, der Sozialdemokrat Rönig, hat an die ihm nachgeordneten Schulbehörden eine Berfügung gegen die politische Berheßung der Jugend gerichtet, die wir der Nachahmung empfehlen. In der beachtenswerten Verfügung heißt es: ,, Die politische Beeinflussung und Betätigung der Jugend hat besonders in den letzten Monaten einen Umfang und eine Form angenommen, die die Schule zwingen, ihnen unbedingt ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden und der Verhegung entgegen zutreten. Dies geschieht am zweckmäßigsten dadurch, daß sie die ihr anvertraute Jugend auch Im Rahmen der Verfassung mögen sich die Parteien foalieren und trennen, Regierungen bilden und stürzen. Die 3errissenheit und das Stärkeverhältnis der politischen Barteien in Deutschland bedingen es, daß mit wechselnden Mehrheiten regiert wird: Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold will in diesen Kampf der Parteien nicht eingreifen, will sich nicht als lleberpartei und nicht als Schlichtungsinstanz aufspielen. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold fann heute da das Gefüge der Parteien wankt und schwankt weniger denn je feinen Mitgliedern die parteipolitische Zugehörigkeit vorschreiben. Es muß dem Gewissen jedes Kameraden, vorbehalten bleiben, zu entscheiden, zur inneren Achtung vor der demokratijch- republikanischen Form ob er glaubt, feine Pflicht als Reichsbannermann mit der Mitglied. des Staates und vor seinen verantwortlichen Leifern erzieht. schaft zu dieser oder jener republikanischen Partei vereinbaren zu fönnen. Entscheidend für uns ist nicht das parteipolitische Dieser Aufgabe tann fie mur gerecht werden, wenn ihre Lehrer Befenntnis, sondern die Stellung zum Staat innerlich felbst auf dem Boden unseres Staates stehen, und seiner Berfassung. Die Ueberparteilich feit ihm dienen und wenn sie im Unterricht und persönlichen Verkehr aus im staatspolitischen Sinne hat das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold solcher Ueberzeugung heraus auf die Schüler einwirken. In der werden lassen und ihm jene Festigkeit verliehen, die es von poli- Jugend muß das Verständnis geweckt und erhalten werden tischem Wetterwechsel unabhängig und unerschütterlich macht. Die für die inneren und äußeren Schwierigteilen republikanischen Parteien haben sich im Reiche leider sehr oft ge unseres Baterlandes. Sie muß lernen, Achtung vor der trennt, innen und außenpolitische Notwendigkeiten haben sie aber ehrlichen leberzeugung des anderen zu haben und eigene Bedenten auch immer wieder zusammengeführt, und Wünsche hinter bein Wohle der Gesamtheit zuridzustellen. Der Aufruf des Reichspräsidenten an das deutsche Bolf nom 13. März dieses Jahres zeigt jedem einfichtsvollen Deutschen die Rotmendigkeit und Möglichkeit einer solchen Haltung.. Bir bedauern und verurteilen es daher auf das schärffte, daß, wenn auch nur vereinzelt, beim legten Regierungswechsel bei Des batten in unseren Reihen unfachliche Angriffe auf republitanische Parteien und deren führende Persönlichkeiten erfolgten. Wir verwahren uns aber auch gegen unsachliche oder gar boswillige Aufbauschung und Entstellung dieser Einzelfälle 3n Zehntausenden von Veranstaltungen. hat das Reichsbanner seine Ueberparteilichkeit bewiesen. Bei den Generalversammlungen und Konferenzen des Bundes, der Gaue und der Ortsvereine fanden alle Beschlüsse von politischer Bedeutung jahraus jahrein die Zustimmung aller dem Reichsbanner Schwarz Rot- Gold angehörenden Mitglieder der republikanischen Barteien. Niemals ist eine leberstimmung oder Vergewaltigung politischer Minderheiten im Reichsbanner erfolgt. Das Reichsbanner ficht feinen Anlaß, seinen Aufbau, seinen 3wed oder die Mittel zu deren Erreichung zu ändern, im Gegenteil: die unaufhörliche Verschärfung des Kampfes der Gegner der Republit insbesondere der Hafenkreuzler und Kommunisten 3mingt uns, mit erhöhter Energie auf der von Anfang an eingehaltenen Bahn weiterzumarschieren. Es gibt feinen Kurswechsel im Reichsbanner, mögen auch Faschisten oder Bolschewisten und furzsichtige NurBarteimänner darauf hoffen. Je härter und schärfer die Angriffe, um so mehr müssen sich die Reihen des Reichsbanners schließen. Allen Gegnern die Zähne zeigen das ist das Gebot der Stunde. Mögen die republikanischen Parteien zusammenstehen oder aus taktischen Gründen sich einmal trennen: Wir halten die uns allen gemeinsame republikanische Linie und fordern alle Männer und Jünglinge auf, dem Reichsbanner beizutreten, denn wir sind und bleiben der feste Blod der deutschen Republik. Hörfing. Der Bundesvorfland. Höltermann. Crohn. Dr. Spicker. Hauff. Der Stuttgarter Attentäter verhaftet. Er sollte eine Strafe wegen Kuppelei antreten. Stuffgart, 23. April.( Eigenbericht.) Der Händler Karl Stängte, der, wie gemeldet, gestern nachmittag einen tätlichen Angriff auf den mürttembergischen Justiz minister Dr. Beyerle begangen hat, fonnte heute nachmittag von der Kriminalpolizei in lllm a. d. Donau, wo er sich bei Bekannten aufhielt, verhaftet werden. Ueber den Borgang ist noch folgendes mitzuteilen: Stängle follte eine Strafe wegen Ruppelet antreten, während seine Frau sich auch wegen Kuppelei und anderer Berfehlungen in der Strajanstalt Gotteszell befindet. Stängle verlangte von dem Minister für sich Strafaufschub und für seine Frau bedingungsloje Begnadigung. Als der Minister das ablehnte, erklärte Stängte, jezt gehe er aufs ganze und drang auf den Minister ein, der zur Abwehr einen Stuhl erhob und Lärm schlug. Als der Hausinspektor den Attentäter festzuhalten versuchte, fam im Borraum ein anderer Mann auf ihn zu, durch den der Inipettor behindert wurde, Stängle festzuhalten. Ob beide Männer im Ginverständnis gehandelt haben, war bei dem Durcheinander nicht festzustellen, In besonderen Konferenzen wird jede Schule festzustellen haben, wie sie in den einzelnen Fächern oder Arbeitsgemeinschaften die Jugend zur Klarheit des politischen Urteils führt und wie sie durch ein fameradschaftlich freundschaftliches Verhältnis des Lehrers zu seinen Schülern, durch eine planmäßige Einwirtung Sündenbock für Stalin. Wechsel in der Moskauer fommunistischen Organisation. Mostau, 23. April. Das Plenum des Mosfauer Komitees der Kommunistischen Partei hat den ersten Sekretär Des Mostauer Komitees, Baumann, von seinen Pflichten entbunden und an seine Stelle Kaganowitsch, einen der Sekretäre des Zentralfomitées, gewählt. Baumann war einer der entschiedensten Bertreter des Stalinschen Linksfurjes. Der indische Kampf. Todesopfer und firenge Strafen. New Delhi, 23. April.( Eigenberich.) Die Ruhe, die der Winderinkraftsetzung der sogenannten BengalOrdonnanzen gefolgt ist, war nur vorübergehend. In Tschitta. gong griffen Truppen eine fleine Gruppe Aufständischer an, die fich auf einem Hügel verschanzt hatte. 3 wölf Inder wurden getötet, zwei schwer verwundet. Die Truppen hatten teine Verluste. In Beschawar fam es anläßlich der Verhaftung einiger Anhänger Gandhis zu Unruhen. Ein britischer Solbat murde getötet. In Fenny, etwa 80 Kilometer von Tschittagong, wurden bei einem Angriff auf die Polizeifiation ein Polizist und zwei Zivilisten getötet. 443 Die Behörden sehen ihre dratonische Bestrafung non Anhängern Gandhis wegen der Berlegung der Satzgesetze fort. In Bombay wurde Swami Anant, ein Anhänger Gandhis, zu acht Monaten Rerter und einer Geldstrafe verurteilt. In Hourah Shaw- Premiere. Berliner Theater:„ Der Teufelsschüler." „ Der Teufelsschüler ist eine der älteren Komödien Bernard Shaws, die früher einmal viel Erfolg gehabt hat Sie gehört nicht zu feinen stärksten. Aber so langweilig wie unter Heinz Hilperts Regie brauchte sie nicht zu wirken. Die Haupt rolle verlangt einen überlegenen und humorbegabten Darsteller. Ernst Deutsch spielt einen nervös überreizten und beseffenen, aber nicht den Shaw'schen Teufelsfchüler. Auch sonst sieht man manche Fehlbefeßzung. Erst zum Schluß ertönte stärkerer Beifall Dgr. auf die Schulgemeinschaft und durch eine enge Verbindung mit dem Elternhaus( Sprechstunden, Klassen- Elternabend und Elternversammlung) und mit dem Elternbeirat das Gefühl der Zusammengehörigfeit und das Bewußtsein der Berantwortung lebendig macht. Stoßen ihre Bemühungen auf Widerstand oder bleiben sie, weil andere von außen her einwirkende Gegenfräfte stärfer sind,' erfolglos, so wird sie auch vor strengen Maßnahmen nicht zurückschrecken dürfen. Die Schule muß dies den Schülern und Erziehungsberechtigten deutlich zum Bewußtsein bringen." In der Verfügung werden zum Schluß folgende Forderungen: gestellt: ,, 1. Ueber diesen ganzen Fragenkompleg in jeder Schule zwischen dem 24. April und dem 20. Mai d. 3. in einer diesem Gegenstand gewidmeten Konferenz eingehend zu beraten. Dabei ist zu erwägen, wie im einzelnen der politischen Berheizung mit allen Mitteln erzieherischer Beeinflussung entgegengetreten werden kann und wie int den verschiedenen Fächern und Arbeitsgemeinschaften und in einer sonst geeigneten Weise sich aufklärend wirken läßt in dem an gegebenen Sinne. 2. Ueber diese. Verhandlung ist eine ausführliche Niedera schrift bis zum 31. Mai d. I dem Provinzial dulfotlegium eingreichen 3. In den Stoffen Clternversammlungen ist im laufendert. Sommerhalbjahr diese Frage eingehend zu erörtern und den Eltern flar zu machen, daß es zu den Aufgaben der Erziehungsberechtigten gehört, die Bestrebungen der Schule zu unterstützen, wenn für ihre Kinder sich nachteilige Folgen nicht ergeben sollen. 4. lleber alle Bestrafungen von Schülern und Schüle rinnen aus diesem Anlaß ist alsbald eingehend zu berichten, damit das Provinzial- Schulfollegium prüfen fann, ob von dort aus etwas zu veranlassen ist oder ob es ratsam erscheint, dem Minister über die Angelegenheit zu berichten!" wurde der indische Professor Bhattacharya mit 29 anderen Bera jonen verhaftet, da sie troh Widerstand der Polizei den Verfuch machten, Käufer von einem Laden mit ausländischen Stoffen fern zuhalten. Die in altutta fürzlich verhafteten Führer der indischen nationalen Bewegung, darunter der Bürgermeister von Staltutta, find im Gefängnis von Afipore in den Hungerstreit getreten. Englische Strafexpedition nach Offarabien. Basra über London, 23. April. Der englische Schoner ,, Lupin" hat eine Strafexpedition gegen einen der Stämme an der Küste von Oman unternommen und ein Dorf, in dem Unruhen vorgekommen waren, bombardiert. An Bord des Lupin" hatten vor einiger Zeit König Feissal von Irak und König Ibn Saud von Hedschas ihre Besprechung zum Abschluß eines Freundschaftsvertrages. Frankreichs Sozialpolitik. Fortschritt der Gesetzgebung. Paris, 23. April.( Eigenbericht.) Die beiden ersten grundlegenden Artikel des Sozialversiche rungsgesetzes, die die Organisation der Krankenkassen, der Ait: rs. und der Invalidenversicherung regeln und die Beitragsstaffelung spa wie die Leistungen der Versicherungstassen festlegen, wurden pon der Stammer unter Dach und Fach gebracht. Einige Verbesserungsanträge der Linken wurden abgelehnt. Gleichzeitig wurde jedoch die hartnädige Opposition der Rechten, die der frühere Finangminhter? de Lasteyrie führt, geschlagen. Woldemaras, der ehemalige Diftator Litauens, will die Ministerwohnung froß wiederholter Aufforderung nicht räumen. Er behauptet, nicht umziehen zu können, solange er die Bücher über Memel und Wilna, die er im Regierungsauftrag schreibt, nicht fertig habe. In Kowno munden zahlreiche Kommunisten verhaftet, an geblich die Parteizentrale; in Schoulen verhaftete man zwei Frauen, die Maiflugblätter perteilten. Der Hichechoslowakische Generalkonsul Dr. Cefer ist vorige Nacht nach einer Operation infolge Herzschwäche im Alter von 53 Jahren gestorben; er war in Berlin feit Anfang 1928 tätig. Wegen einer aufrührerischen Rede verurteilt wurde ein arahis scher Redakteur in Jerusalem zu 12 Tagen Gefängnis und zu einjähriger Berbannung nach Nablus, wo er unter Polizeiaufsicht gestellt werden wird. Maifeier 1930 Die Veranstaltungen der Gewerkschaften Die Maineranstaltungen der Arbeiter, Angestellten und| Metallarbeiter und Kupferschmiede: Sportpalast, Potsdamer Beamtenorganisationen finden am 1. Mai, vormittags 10 Uhr, in folgenden Lokalitäten statt: Baugewerksbund und Schornsteinfeger: Saalbau Friedrichshain. Redner: Drügemüller, Krause. Straße. Redner: Brandes. Nahrungsmittel und Getränkearbeiter und Hotel-, Restaurant- und Caféangestellte: Pharusjäle, Müllerstraße 142. Redner: Franz Künstler. Sattler: Kammerfäle, Teltomer Str. 4. Redner: Dito 3ista. Die polnischen Ginisangehörigen fanden aber ben ous ländischen Arbeitern mit 47,6 Broz an der Spize( im Vorjahre mit 18,2 Proz., die 50,5 Proz.), es folgten die Tschechoslomamit 4,9 Proz. Der Niederlande mit 12,6 Proz. und Desterreich Rüdgang des polnischen Elements unter den ausländischen Arbeitern tritt besonders in den in der Landwirtschaft beschäftigten Ausländern hervor. Zwar bilden die polnischen Landarbeiter noch vier Fünftel fämtlicher ausländischen Landarbeiter, doch zeigt sich bereits eine beutenswerte Zunahme der Landarbeiter tschechoslowakischer, öfteretchischer, holländischer und jugoslawischer Herkunft. Welche Bedeutung die ausländischen Arbeiter für den Arbeits martt haben, ersieht man, wenn man die Zahl der überhaupt in Preußen vorhandenen Arbeitsträfte zum Vergleich heranzieht. Nach der Berufszählung vom 16. Juni 1925 gibt es in Preußen rund 9% 4 Millionen Arbeiter. Die Ausländer machen demnach etwa wirtschaft entfallen jogar 5,7 Ausländer auf je 100 Arbeiter, in preußischen Provinzen, die Rheinprovinz, hat auch die meisten ausländischen Arbeiter, nämlich 43 021. Bekleidungsarbeiter, Friseure und Sutarbeiter: Ger Schuhmacher: Boeters Festfäle, Weberstr. 17. Redner: Frig 2 Broz. der Gesamtarbeiterschaft aus. In der Land- und Forstmania- Festsäle, Chauffeestr. Redner: Martin Blettl. Dachdecker: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. Redner: Dito Bach. Eisenbahner: Orpheum, Hafenheide. Redner: Bürgermeister Ostromsti. Fabrikarbeiter: Musikerfäle, Kaiser Wilhelm- Straße. Redner: Emil Barth. Gesamtverband: Poststadion. Redner: Otto Ortmann. Graphisches Kartell( Buchbinder, Buchdrucker, Graph. Silfsarbeiter, Lithographen): Bockbrauerei, Fidicinstraße. Redner: Richard Barth, Wilhelm Landa. Holzarbeiter: Dittmann. Lederarbeiter: Schmidts Festfäle, Prinzenallee 33. Redner: Mahler. Neue Welt, Hasenheide. Redner: Wilhelm Maler: Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25. Redner Friz Klog. Maschinisten: Gewerkschaftshaus Engelufer 24/25, Gaal 1. Redner: Schlichting. onspu 199 Schmidt. Steinarbeiter: Haberlands Festsäle, Neue Friedrichstr. Redner: nichtlandwirtschaftlichen Betrieben dagegen nur 1,2. Die größte der Karl Lüdike. Redner: Zabalarbeiter: Deutscher Hof, Ludauer Str. 10. Georg Fischer. Tertilarbeiter: Keglerhaus, Treptow, Am Treptower Park 20. Redner: Karl Schöller. Zimmerer: Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Redner: Dr. Löwenstein. AfA.- Gewerkschaften: Hertha BSC.- Sportplah, am Bahnhof Gesundbrunnen. Redner: Friz Schröder. Beamtenbund: Kliems Festfäle, Hasenheide. Redner: Reichsinnenminister a. D. Severing. Unterausschuß Köpenick: Stadttheater. Friedrichstr. 6. Redner: Stelling. Straße 2/4. Unterausschuß Spandau: Neue Welt, Spandau, Teltower Unterausschuß Steglis: Albrechtshof, Steglitz, Albrechtstr. 1a. Allgemeiner Deutscher Gewerkschafts- Bund, Ortsausschuß Berlin. Allgemeiner freier Angestellten- Bund, Ortskartell Berlin. Allgemeiner Deutscher Beamten- Bund, Bezirksausschuß Berlin. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Wie man fie in Amerita anpadt. Washington, 23. April.( Eigenbericht.) Das Genatskomitee für Arbeitslosenfragen hat sich überraschend schnell über das Schidial der Gesezesvorlagen des New- Yorker Senators Wagner zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verständigt. Wagner verlangt die Ein fegung einer wirtschaftlichen Stabilisierungstommission, der ein Betrag von 150 Millionen Dollar zum 3wed der Belebung der amerikanischen Wirtschaft zur Berfügung gestellt werden soll. Ferner sehen die Vorlagen die Schaffung eines statistischen Büros für Arbeitslosentfragen und eines unentgeltlichen Bundesarbeitsnachweises vor. Senator Wagner erklärte, er merde alles daranseßen, um die Borlagen noch in der diesjährigen Senatssession vor das Plenum zu bringen und zu verabschieden. Maifeier und Rechtsprechung. Berstaubte Anschauungen. Alljährlich werden nach dem 1. Mai Entlaffungen vorgenommen, mit denen sich dann die Arbeitsgerichte beschäftigen müffen. Bo teine tarifliche Sicherung des Rechts auf Arbeitsruhe am 1. Mai besteht, oder wo der Betriebsrat eine friedliche Lösung der Feiertagsfrage nicht durchsetzen fann, droht stets dank einer oft rückständigen Rechtsprechung der Arbeitsgerichte dem Arbeiter die Gefahr, wegen beharrlicher Arbeitsperweigerung" fristlos entlassen zu werden. Da man natür lich nicht gleich die ganze Belegschaft nach Hause schiden kann, enden proftisch die Maifeierdifferenzen im Betrieb meistens damit, daß unbequeme Arbeiter oder Angestellte abgeschoben werden. Vor allem find die Entscheidungen der oberen Instanzen in so manchem Fall mehr als merkwürdig, wie folgende Beispiele zur Genüge zeigen: bereits Tradition. Er ist Recht. Der Maifeiertag der Arbeiter sollte in dem einen Lande wie Deutschland feinen Anlaß mehr geben zu Schikanen gegenüber den Arbeitern, die ihn feiern. Diese Schikanen wirken heute noch viel gehäffiger als vor dreißig Jahren. Entlassungen wegen Teilnahme an der Maifeier sind heute eine bewußte Beleidigung der Arbeiterschaft, die sich diesen Weltfeiertag freiwillig gewählt, erkämpft hat und sich durch keine verstaubten juristischen Tüfteleien nehmen lassen wird. Verschwundene„ Opposition". Bei den Betriebsratswahlen der Verbandstoffindustrie. Der Arbeiterrat der Verbandstoffabrit Kahneman.n 2.-G., jezte sich bisher in seiner Mehrheit aus Mitgliedern der KPD. und mit dieser Sympathifierenden" zufammen. Auch in diesem Jahre murde auf Beraniaffung einiger Mitglieder der KPD. eine sogenannte Rote Liste" zur Arbeiterratswahl aufgestellt, die aber fofort zurüdgezogen wurde, als dem Wahlvorstand auch eine freigemertschaftliche Kandidatenliste unterbreitet wurde. Die Hälfte derroten" Kandidaten begründete den Rücktritt von dieser Liste damit, fie habe nicht gemußt, daß es fich um eine gegen die freien Gewerkschaften gerichtete Liste gehandelt habe(?). Selbst den verantwortlichen Listenjührern schwand plöglich der Mut, so daß auch sie ihre Unterschrift unter die Oppos sitionsliste zurüdzogen. Demzufolge fand überhaupt keine Wahl zum Arbeiterrat statt. Der Arbeiterrat der Firma Kahnemann A.-G. besteht nunmehr nur noch aus Freigewertschaftern. Das gleiche Ergebnis hatte die Wahl des Arbeiterrates im Medizinischen Warenhaus der Pech A.-G. Hier war schon vor einiger Zeit der tommunistische Arbeiterratsvorsitzende zurüdgetreten, auf Grund eines Mißtrauensvotums, das ihm die Belegschaft ausgestellt hatte, weil er seine Funktion dazu bemurgte, für sich persönlich Lohnzulagen zu erwirten, für die Belegschaft jedoch in dieser Beziehung nichts zu unternehmen. Neuwahl des Arbeiterrates sich wieder in empfehlende Erinnerung Mit Unterstüßung seiner Parteifreunde versuchte er, anläßlich der zu bringen. In der entscheidenden Betriebsversammlung, die sich mit der Aufstellung der Kandidaten beschäftigte, ieß er sich aber samt seinem Anhang nicht bliden. Es wurde daher nur eine einheit lide freige wertschaftliche Liste aufgestellt, so daß die Belegschaft der Pech A.-G. in diesem Jahr von der Interessen: vertretung" durch kommunistische Schwadroneure verschont bleibt. Ausländische Arbeiter in Preußen. Abnahme im Jahre 1929. Bei dem Rittergutsbesizer v. Schulz auf Rügen hatten die. auf Jahresvertrag eingestellten organisierten Deputatarbeiter die Teilnahme an der nachmittags stattfindenden Maifeier des Landarbeiterverbandes beschlossen. Die unbedingt notwendigen Arbeiten, arbeiterverbandes beschlossen. Die unbedingt notwendigen Arbeiten, Dor allem das Füttern des Biehs, wurde vormittags erledigt. Der Betrieb war teinen Augenblid gestört. Trogdem erfolgte die vorher angedrohte fristlose Entlassung von drei Arbeitern. Das Arbeitsgericht Stralfund und das Landesarbeitsgericht verurteilten den Gutsbefizer zur Weiterzahlung von Lohn und Deputat und stellten fest, daß kein Grund zur fristlosen EntIaffung porgelegen habe. Es fönne höchstens für die furze Zeit des Fernbleibens die Entlohnung fortfallen. In einem demokratischen Staat sei dem Arbeitgeber durchaus zuzumuten, daß er den politischen Ansichten der Arbeiter gegenüber duldsam sei und auf die Maifeier, an der große Teile der Arbeiterschaft nun einmal mit Leidenschaft und Hingebung hingen, gebührend Rücksicht nehme. In dem vorliegenden Falle habe überdies eine ernstliche Störung des Wirtschaftlichen Betrieben, besonders im Bergbau und in der Torfschaftsbetriebes nicht bestanden und eine solche sei auch nicht beab sichtigt gewesen. Troß dieser einleuchtenden Gründe hat das Reichsarbeitsgericht dem Revisionsantrag stattgegeben und das Stettiner Urteil wieder aufgehoben, weil die Teilnahme an der Maifeier eine beharrliche Arbeitsverweigerung" sei und der Arbeitgeber das Recht habe, den Fortgang seines Betriebes von Barteibestrebungen neutral und durch Kundgebungen und andere politische Betätigungen ungestört zu erhalten". Aehnlich ging es bei einer Einspruchstlage des Deutschen Vertehrsbundes gegen Maientlassungen einer Speditionsfirma, die im Jahre 1928 anhängig gemacht worden war. Der Richter der ersten Instanz verurteilte die Firma zur Wiedereinstellung der Entlassenen oder zur Zahlung der höchsten Entschädigung von ins gesamt 3881 Mart. Er begründete sein Urteil damit, daß der 1. Mai zwar nicht gefeßlich, mohl aber tatsächlich für die große Masse der Arbeiter ein Feiertag sei, mit dem die überwiegende Mehrzahl der gewerblichen Arbeitnehmer Deutschlands stärker ge= fühlsmäßig verbunden sei als abgesehen von den katholischen Kreisen mit den kirchlichen Feiertagen. Gegen dieses lirteil legte die Firma beim Landesarbeitsgericht Berlin mit Erfolg Berufung ein. Wiederum hieß es, daß die Feier am 1. Mai nach dem geltenden Recht eine unbefugte Arbeitsvermei. gerung darstelle. Allein auch diese Berufungsinstanz hat was bezeichnend ist zugegeben, daß die Maßnahmen der Firma bei den Arbeitern Bitterkeit habe hervorrufen müssen. Nach Mitteilung des Breußischen Statistischen Landesamies waren im Jahre 1929 in Preußen 196 624 ausländische Arbeiter beschäftigt. Davon maren 100 126 Inhaber eines Befreiungsfcheines, 4672 hatten einen Grenzläuferschein und 91 826 die eigentliche Legitimationsfarte. Die Inhaber eines Befreiungsscheines find vornehmlich( 78 Proz.) in nichtlandwirt. gräberei, in der Hütten- und Metallindustrie, im Spinnstoffgemerbe, in der Industrie der Steine und Erden, im Baugewerbe und in häuslichen Diensten beschäftigt. Nur 22 Pros. der Inhaber von Befreiungsscheinen find in der Landwirtschaft tätig. Bon. den Ausländern mit Befreiungsschein ist etwa die Hälfte deutschstämmig; die aus Desterreich, aus der Schweiz und der TschechoSlowakei stammenden gehören jast durchweg dem deutschen Bolkstum ant. Ungefähr die Hälfte der ausländischen Arbeiter ist also in Preußen jeßhaft. Als Inhaber von Grenziäuferfarten treten vornehmlich niederländische und im gewiffea limfange auch tschechoslowakische Staatsangehörige auf, während an der belgischen und polnischen Grenze das Grenzläufermejen ganz unbedeutend ist. Es handelt sich auch hier im wesentlichen um Arbeiter, die in nichtlandwirtschaftlichen Betrieben, vor allem in Tertilfabriken und Torfwerken Arbeit finden. Kommunisten gegen Arbeitslose. Für Unterstützungen kein Geld. Die in letzter Zeit. regelmäßig wiederkehrenden Berichte über eme fortschreitende 3erlegung der früher nicht unbedeutenden tommunistischen Gewerkschaftsbewegung in der Tschechoslowakei werden vom Prager Sozialdemokrat" mit folgender Darstellung bereichert: daß es durch Gründung eigener Gewerkschaftsorganisationen die „ Das fommunistische Politische Büro( Polbüro) hat geglaubt, Einnahmen für die Erhaltung seines Apparats schaffen werde. Nun aber, da ein Teil der arbeitslosen Mitglieder dieser Verbände eine Unterstützung brauchen würde, was einen erhöhten Aufmand erfordert, und da die Polbüroverbände nicht nach zwei Seiten Geld geben können, nämlich bem Bolbüro und den Arbeitslosen, hat das Polbüro entschieden, daß ihm der Borrang gebührt, und hat seinen Gewerkschaften befohlen, die Unterstützung der arbeitslojen tommunistischen Arbeiter einzustellen. Die roten Verbände müssen, weil sie vollkommen unter dem Kom mando des Bolbüros stehen, sich diesem Diktat fügen. Das Bolbüro hat noch einen anderen Einwand gegen die gewerkschaftliche Unterſtügung. Es sollen nämlich durch Verbot der Unterstützung bei den röten Verbänden die fommunistischen Arbeiter nicht erfahren, daß der sozialdemokratische Minister Genosse Czech wirklich bestrebt ist, die/ Arbeitslosenunterstützung zu verbessern.( In der Tschechoslowakei besteht das sogenannte Genter System, monach aus öffentlichen Mitteln 3uschüsse zu den Unterstützungent geleistet werden, die die Verbände zahlen.) Auf diese fürchterlichen Verbrechen des Bolbüros antwortet aber die Mitgliedschaft der roten Berbände mit Maffenübertritten in die sozialdemokratischen Verbände, welche mit den Arbeiterbeiträgen so wirtschaften, daß nicht nur die Löhn- und Vertragsintereffen der Arbeiterschaft ehrlich gewahrt werden, sondern daß auch die arbeitslosen und fämpfenden Arbeiter ihren Rechten entsprechend die verdiente Unterstützung erhalten." Mostaus Niederlage in Norwegen. Hopenhagen, 23. Apri Wie aus Dsts gemeldet wird, haben während der Diferfeiertage Wahlen zu den norwegischen Gewerkschaften stattgefunden. Dabei haben sämtliche Mostau- Kommunisten eine Riederlage erlitten und find nicht wiedergewählt worden. Statt ihrer wurden gemäßigte Sozialdemokraten gewählt. Der Kampf in der englischen Wollindustrie. Bradford, 23. April.( Eigenbericht.) Die Unternehmer der Wollindustrie des Bezirks We sta Briding öffneten am Mittwoch ihre Betriebe in der Hoffnung, daß sich genügend Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit zu nehmer war jedoch erfolglos. Einzelne Betriebe, die bisher herabgesetzten Löhnen finden würden. Der Versuch der Unternoch arbeiteten, mußten am Mittwoch ebenfalls ihre Tore schließen. A FEDERE CHE E CUTE FOR THAT HATE THE RETI Berband der Maler. Morgen, Freitag, 19% Ube, im Berliner Gewerkschaftshaus, Engel. ufee 24-25, Caal 4, Mitglicherversammlung. Berichterstattung non ber Lohn. und Zanifnerhandlung. Distuffion. Berichiebenes. Ja Anbe tradt her wichtigen Tagesordnung bat jeber Kollege au erscheinen. Ber baubsbuch legitimiert. Ohne Berbandsbuch tein Rutritt. Der Borstand. 3.: Siemann. Actuva, Kollegen der BBG., Hauptwerkstatt Straßenbahs! Sonnabend, 19 Uhr, im Lofal Bum Rukbaum" in Blöhenfee, Straße 12, am Berbindungstanal, rattionsvetiammhung S.-W. Uferstraße. Genosse E Guffar Edhardt, nom Parteivorstand spricht über.Cozialismus und Rommunismus". Verschiedenes. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Welteren Arbeitsgemeinschaft am Eonnabend, 26. April, um 18 Uhr, im Jugendheim des Gesamtverbandes, Gewerkschaftshaus, Enact ufer 24-25, Aufgang B, part. Thema:„ Gewerkschaftliche Tausfragen". Referent Raible. Sonnabend und Conntag, 26./27. April, Wanderleiter. Exfurfion, Jugendherberge Neu- Behle fanz- Krämer- Bökom- BlodbrüdeTeufelsbruch Seiligenfce. Unkosten und Treffpunkt werden im Aurius bekanntgegeben. Seute, Tonnerstag, 18% Uhr, tagen folgende Gruppen: Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Fahrtriebuiffe und Aurarefetate. Sdörr. me be: Jugendhelm Niederschönermeide. Berliner Str, 31. Bortrag: Der 1. Mai und feine Bedeutung". Gesundbrunnen: Jugendheim ote Schule, Gotenburger Str. 2. Boricaa: wed und Biel freiacmertidaftlider Juger darheit". Suboften: Gruppenheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehrhaus). Betriebsra's wahl in der Gruppe. Tempelhof: Gruppenheim Snaeum Germaniaſtr. 46. Frohe Fahrtenerinnerungen. Schöneberg: Jugendheim Sauptstr. 15. Ein Tag im Arbeitsgericht. Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Vortrag: Altohol und Nikotin". Landsberger Blak: Jugendheim Große Frankfurter Straße 16, Rimmer 6. Vortrag: Der 1. Mai por und nach dem Stiege". Lichtenberg und Neu- Lichtenberg: Jugendheint Sanff an der Lessingstraße. Boridag:„ Das Berufsausbildungsgefak". Frankfurter Allee: Jugendheim Frankfurter Allce 307( Walter- athenau- Rimmer). Fortrag:„ Erste Silfe bei Ui: alüdsfällen". Zucendaruppe des Zentralverkandes der Angestellten Seute, Donnerstag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: Bankow. Rieberschönhausen: Jugendheim Görichstr. 14( aroßes Zimmer). Bor fraa: Aus den Anfängen der Gewerkschaftsbeweguma". Referent Serbert Dewald. Treptow: Jugendheim der Schule Bildeitbridhftr. 53( Rugang von der Graekstraße in Treptow). Vortrag: Ein Befuch im Bergwert". Referent Willi Dertow.-Schöneberg: Jugendheim Sauptftr. 15( Thüringenaimmer). Referent Wilhelm Lewinfti. Werbefeier im Sugendheim Spanbay, Linderufer 1.- Ab 19% Uhr Vollstan turfus im Bestalozzi- Snaeum, Lichtenberg, Bring- Albert- Str. 44. Bon den Legitimationstarieninhabern, das sind in der Hauptsache die eigentlichen Wanderarbeiter, waren 90 Broz. in der Landwirtschaft, der Rest vornehmlich im Hoch- und Tiefbaugewerbe und perwandten Gewerben tätig. 82,8 Proz. der Legiti- Bertrca: Der 1. Mai in der Dichtung". mationstarteninhaber waren polnische Staatsangehörige. Bergleicht man die Zahlen der ausländischen Arbeiter des Berichtsjahres mit denen des Vorjahres, so ersieht man, daß die Gesamtzahl der in Preußen beschäftigten ausländischen Arbeiter um 4876 oder 2,4 Proz zurüdgegangen ist. Dieser Rückgang hat fast ausschließlich die in landwirtschaftlichen Betrieben tätigen Ausländer Der Maifeiertag der Arbeiterschaft ist eine Tatsache. Er ist betroffen. Berantwortlich für Politik: Dr. Gart Gener: Wirtschaft: G. Klingelhöfez; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: R. 8. Döscher: Lotales und Sonstiges: Frik Raritadt: Anzeigen: b. Glode: fämtlich in Berlin, Berlag: Borwärts- Berlag G. m b. S., Berlin Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlaasanftalt Baul Singer u. Ca.. Berlin SW. 68. Lindenstraße& Sierzu 1 Beilage, Unterhaltung und Bissen und Frauenstimme". Rr. 190 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Der unheimliche Gast in der Herberge. Eine Spur des Ruhlebener Mörders? Am Mittwoch nachmittag wurde die Settion der am Offersonnabend bei Ruhleben ermordeten Frau Marie Grosse vor. genommen. Der Befund ergab, daß der Mefferstich in den Hols nicht födlich gewirkt hätte. Auch der eine Schuß oberhalb des linken Schulterblattes war ein glatter Durchschuß, die Kugel fonnte nicht gefunden werden. Tödliche Wirkung hatte dagegen der 3weite Schuß in die rechte Schulter. Die Kugel war in der Wirbelsäule steden geblieben und hatte das Rüdenmark verletzt. Als unmittelbare Todesursache wurde darauf folgende Herzlähmung festgestellt Bon dem Ergebnis der Nachforschungen der Mordtommiffion ist folgendes mitzuteilen: Aus dem Bublifum tomen Hinweise auf einige Beute, die in der Gegend an einen Schuttabladeplatz hausen follten. Es handelt sich um zwei Männer und eine Frau, bie sich aus Matragen und Lumpen aller Art eine timmerliche Be hausung zurechtgemacht haben, in der sie seit etwa zwei Jahren Unterkunft haben. Mit dem Morde haben diese Leute nichts zu tun. Wichtiger ist dagegen ein Borfall, der sich am Ostera fonntag in einer Herberge in der Auguststraße zugetragen hat. In den Morgenstunden erschien in die Herberge ein Mann, der sehr übernächtigt aussah und im Besitz eines Rapftuchens, einer Leberwurst und eines Jahr rades mar. Geld hatte er anscheinend nicht. Durch einen Mittelsmann hat er an einen noch unbekannten Händler das Fahr rad, anscheinend ein Opel- Rad, für 15 Mart verkaufen lassen. Den Herbergsinfaffen bot er weiter einen halben Napftuchen für 20 Pf. an. Zwei jungen Leuten, mit denen er zusammen saß, gob er von dem Kuchen urid der Wurst ab. Der Mann hatte es offenbar sehr eilig, denn er mar bald wieder aus der Herberge verschwunden, Von den in der Herberge verkehrenden Leuten, die bisher befragt wurden, fennt keiner seinen Namen. Der Käufer des Opel- Rades mird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Ihm wird zugesichert, daß er feinen geldlichen Schaden erleidet. Wie seinerzeit, als der Raubmord an der Klanierlehrerin Margarete Zimmer in der Steinmetzstraße verübt morten mar, hat auch jezt Kriminalfommissar Müller in der Herberge in der Auguststraße die dort anwesenden Leute, die sich meist feine Zeitung kaufen, auf die Einzelheiten des Raubmordes in Ruhleben aufmerksam gemacht. Personen, die über den Verbleib des Mannes oder seine Perfonalien irgendwelche Angaben machen können, werden unter Hinmeis auf die ausgesetzte Belohnung von 1000 Mart ersucht, sich bei der Mordkommission im Polizeipräsidium oder bei der Kriminalpolizei in Spandau zu melden. Die Schießerei im Schanklokal. Bergnügungsverein" gegen gewerkschaftlich Organisierte. In Ergänzung unserer Ausführungen über die Schießerei in der Greifswalder Straße 13 erhalten wir vom 3entral verband der Hotel-, Restaurant und Caféangestellten folgende Zu schrift: " ,, Die Abendausgabe des Borwärts" berichtete über eine Schie Berei zwischen einem Gastwirt und seinen Gästen in der Greifs walder Straße. Dabei beißt es u. a., daß es sich um Kellner und un Mitglieder eines sogenannten Bergnügungsvereins Berolina" gehandelt habe. Der Zentralverband der Hotel, Restaurant. und Caféangestellten legt Wert darauf festzustellen, daß es sich hier nicht um Kellner, sondern um Mit glieder eines Vereins im Stile der Ringpereine 3m me t treu und Felsenfest" handelt. Die Leute geben sich als Kellner aus und sind natürlich leicht in der Lage, sich als solche Ausweispapiere zu beschaffen. Das Auftreten dieser Ringver eine midst sich so langsam zu einem Skandal aus. Erst vor Dokumente Protokolle 22] 料 betungsausschnitte Herausgegeben on Esther Grenen ,, Machte Ihnen der Mann jemals einen irgendwie gestörten, einen anormalen Eindruck." Ich wunderte mich oft über sein schweigjames Wesen. Manchmal antwortete er mitten im Gespräch überhaupt nicht, und dann hatte man den Eindruck, als ob-" ,, Nun?" ,, Als ob er an ganz etwas anderes dächte. Auch hatte er einen seltsamen Blid, nie geradeaus, wie ihn Menschen mit einer gewissen pathologischen Erotik-" ,, Dante sehr, Herr Lund, das ist alles, was ich wissen mochte. Das heißt, noch eine Frage: Sie fannten doch auch die fleine Offipowna?" Ja, Herr Untersuchungsrichter, ein wenig, ein bißchen, Laum der Rede wert. Rennen ist eigentlich schon viel zu viel gefagt, und" " Dame?" Was hatten Sie für einen Eindrud von der jungen ,, Das Fräulein war sehr übermütig." So... Sagen Sie mal, ich will zwar nicht an Ihre Geheimnisse rühren, aber die verstorbene Marie- Louise Jensen fannten Sie auch" fchuldig Herr Untersuchungsrichter, ich bin da ganz un Aber ich bitte Sie, bester Herr Lund, es handelt sich doch nicht darum, ob Sie unschuldig find. Es handelt sich barum, nb Rift auch an ihrem Tode schuldig war." " Herr Untersuchungsrichter, ich habe ihr nie die Ehe versprochen, das tann ich beschwören, Sie hat mich geliebt, ich gebe es zu in aller Bescheidenheit, doch sie hat es über wunden, und nachher liebte sie einen holländischen Missionär, das ist ein Geheimnis, Herr Untersuchungsrichter, ich habe der Toten mein Wort gegeben, sie nicht zu verraten, sie tannte ihn aus der Mission, o Gott, wenn nur Frau Jensen nicht noch etwas erfährt... 21 Das ist doch ganz gleichgültig, Herr Lund. Das gehört ente turzer Zeit wurde ein Gastwirt, der Unternehmer des Schill. betriebes, 3um krokodil" in der Neuen Königstraße, durch denselben Berein Berolina" gezwungen, die gewerkschaft lid organisierten Gastwirtsgehilfen zu lassen und die starken" Leute non ,, Berolina" einzustellen. Es war fast unmöglich, durch eine Arbeitsniederlegung vorzugehen, weil man geradezu Straßenfämpfe heraufbeschworen hätte. Es gibt heute Dutzende von Gastwirtsbetrieben in Berlin, deren Unternehmer durch das terroristische Auftreten Dieser Vereine" gezwungen werden, deren Mitglieder als sogenannte Kellner" zu beschäftigen. Es wird höchste Zeit, daß das Polizeipräsidium diesen zu ständen ein Ende fett. Steinwürfe gegen Vorortzug. Ein politisches Attentat gegen Reichsbannerleute. Gestern abend veranstaltete das Reichsbanner Schwarz- RotGold, Kreis Often, in& öpenid einen Propagandaumzug. Gegen 10 Uhr beffieg ein größerer Trupp von Reichsbannerleuten in köpenid den nach Berlin fahrenden Vorortzug. Zwischen den Stationen köpenid und Wuhlheide wurden gegen den Zug, wie man mit Sicherheit annehmen fann, von politischen Gegnern, ein Steinbombardement eröffnet. Mehrere Scheiben gingen dabei in Trümmern. Ein Reichsbannermann und eine Reisende erlitten im Gesicht durch umherfliegende Glassplitter Berlegungen. Die Polizei hat die Ermittelungen nach den Tätern aufgenommen. * Hochverratsverfahren gegen Nationalsozialisten. Die Ende März begonnene Polizeiaftion gegen die Rational. 103ialisten in Lippe wird weiter fortgesetzt. Wie berichtet, murden zwei von den damals verhafteten drei Nationalsozialisten mieder freigelassen. Auf Ersuchen des Reichsanwalts in Leipzig ist mmmehr gegen den Führer der Nationalsozialistischen Partei in Lippe, Dr. Fuhrmann Hiddesen, ein Berfahren wegen Vorbereitung zum Hochperrat eingeleitet worden. 3 Bombenfund" in der U- Bahn Wieder ein schlechter Scherz? Geifern vormittag fand ein Fahrgast, der einen Untergrundbahn. zug in Richtung Seeftraße- Bergstraße benutte, auf einer Sigbank ein Patet. Er stieg auf der Untergrundbahnstation och ftraße aus und übergab seinen Fund dem dort diensttuenden Beamten. Dieser öffnete das Paket und fand darin einen Gas. mastenbehälter, in dem sich eine Flasche mit Blättchen. pulver, jowie mehrere kleinere verfortte Fläschchen be fanden, deren Inhalt aber noch nicht ermittelt werden konnte. Daneben lag eine Sprengtapfel, an der eine 3ündschnur angebracht war. Das ganze war in Zeifungspapier eingemidelt. Da dem Schaffner der Juhalt verdächtig vorfam, übergab er den Fund der Polizei. Die politische Polizei hat die Sache an die chemisch- technische Reichsauft alt zur Untersuchung des Jnhaltes weitergegeben. Ob es sich um einen schlechten Scherz, um ein Versuchsobjekt oder um eine Höllenmaschine handelt, bedarf noch der Aufklärung. Bis zum Schluß des Blattes war über das Untersuchungsergebnis näheres noch nicht bekannt. Erst im Laufe des heutigen Tages dürfte mit der Analyse des Inhaltes der Fläschchen von der betreffenden Stelle der Chemisch- technischen Reichtsanstalt zu rechnen sein. nicht hierher. Ich möchte nur missen, ob sie Torben Rist geliebt hat." ,, Den wird sie wohl auch geliebt haben, die Arme. liebten ja alle. Den 5. G. Jakobsen. Kgl. Amtsgericht Sändrup, 1. Juli 1929. gez. Ole Lund. Protokoll aufgenommen mit dem Untersuchungsgefangenen Torben Rist. ,, Sie weigerten sich dreimal, sich zur Einvernahme nor: führen zu lassen, Torben Rist. Ich zog feine Konsequenzen daraus, ich wartete, bis Sie sich von selbst be: mir melden würden. Nun aber hoffe ich auch, daß Sie mir etwas Bernünftiges mitzuteilen haben. Nun? Was haben Sie zu sagen?" ,, Nichts." ,, Was soll das heißen?" Ich bin gekommen, um Sie etwas zu fragen." ,, llnd zwar?" ,, Wann die Komödie ein Ende nehmen wird. Ich bin unschuldig. Ich will frei sein." der Sie Ich fürchte, das ist nicht die richtige Methode, mit Ich habe gar feine Methode Jch bin nun schon zwölf Tage in Haft, zwölf Tage lang führen Sie die Untersuchung. Da müssen Sie doch herausbekommen haben, daß ich mit all diesen Geschichten nichts zu tun habe." ,, Das ist leider ganz und gar nicht der Fall. Im Gegenteil. In diesen zwölf Tagen hat man ein schweres Belastungsmaterial gegen Sie zusammengetragen. Wir fennen Ihre Berbrechen, wenn auch die Summe Wie woher wissen Sie?" was ,, Sehen Sie, jetzt haben Sie sich verraten. Wenn Sie ganz unschuldig wären, so würden Sie doch nicht so fragen... Nehmen Sie Bernunft an, laffen Sie das förichte Schmeigen und reden Sie offen, erleichtern Sie Ihr Gewiffen. Man wird Sie mit Milde behandeln." ,, Sie wissen nicht, was es heißt, ganz arm zu sein Sie wissen nicht, was es heißt, zu lieben, hoffnungslos, verzehrend zu lieben an einem Mädchen zu hängen, dem einen und einzigen Mädchen " Halt Torben Rift, das ist mir denn doch zu start. Ich habe Sie weiß Gott immer mit Geduld behandelt, aber zum Narren halten lasse ich mich auch von Ihnen nicht. Wenn Sie von dem einen und einzigen Mädchen sprechen." み Donnerstag, 24. April 1930 Raub am Gelähmten. Wie bereits vor mehreren Tagen berichtet, murde dem gelähmten Mechanifer Schimansfi, Culmstr. 6, während einer Reichsbannerversammlung in den Arminiusfälen, Bremer Straße, der Selbstfahrer gestohlen. Wir sind heute reichlich abgehärtet gegen seelische Erschütte< rungen. Und doch steht man wieder einer Tatsache gegenüber, die sicherlich sehr beweglicher und robuster Mensch beraubt einen in ihrer Ungeheuerlichkeit einfach niederschmetternd wirkt. Ein anderen, der sich nicht auf natürliche Beise fortbewegen kann, feines Fahrstuhles.„ Oh, ich habe viele Feinde," meint der Siebenundzwanzigjährige mit bitterem Lächeln. Und die Mutter, die mit liebevoller Sorge ihr Schmerzensfind betrachtet, fällt ihm ins Wort: krampft sich das Herz zusammen, aber er weiß, wie gut es gemeint Weil er auch immer und überall dabei sein muß!" Dem Jungen ist, und mit einem„ Laß gut sein Mutter, das macht jeder, wie er denkt beschwichtigt er die Frau. Dabei sieht er recht verzweifelt vor sich hin, denn jetzt, wo ihm der Verkehr mit der Außenmeit abgeschnitten ist, fühlt er fich doppelt hilflos. Festgeschmiedet ist er ans Zimmer und seine Enge. Schimanski ist schon lange Zeit arbeitslos, in der Radiobrandhe, wo er tätig war, ist heute nicht mehr piel zu holen; und wo soviel Gesunde nichts finden, mie soll er, dem man die Arbeit früher ins Haus bringen mußte, Aus: ficht auf Verdienst haben? So lebt er denn vom Verdienst einer Geschwister mit. Aber er möchte selbst arbeiten und verdienen. Jetzt fann er sich nicht einmal nach Beschäftigung umsehen, denn die Füße versagen ihren Dienst. Er leidet an einer chronischen Beinlähmung und ist außerstande, auch nur eine turze Strecke zu Fuß zurückzulegen. Mit verhaltenen Tränen erzählt die Mutter von einem furzen Gehversuch in diesen Tagen, von dem er in Schweiß gebadet vor Schwäche zurückkam... Wer kann hier helfen? Astropathie- die neue Heilmethode." Gefängnisstrafe für Kurpfuscher. Mit hochtönenden Worten bezeichneten zmei Kaufleute ihre Heilturen, für die fie Kräutertee, der auf ,, astrologische Grundlage verordnet war, vertrieben. Wolfram v. Sanstein erfand, wie er nor dem Schöffengericht Charlottenburg, vor dem er sich mit seinem Sozius Astrid Bolfmar wegen Betruges zu verant worten hatte, angab, auf Grund angeblich philosophischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse eine neue Heilmethode, die er ,, Astropathie" benannte. Nach seinen Theorien, über die er natürlich auch ein Buch schrieb, halfen gegen alle Leiden Pflanzen, die aus dem Horoskop des Patienten herausgelesen werden fonnten, und die ihre magnetischen Kräfte dem fosmischen Drud des Kranten entgegensetzen". Zur Propagierung seiner been gründete Hanstein einen Ethischen Hochschulorden", dessen ,, Hochmeister" er sich nannte. Zur geschäftlichen Ausbeutung gründete er zusammen mit Volkmar eine Firma, die Kräutertees herstellte und diese durch Resende in Ostpreußen und Bommern an die Landbevölkerung gegen hohe Preise verkaufen ließ. Auf Grund ihrer Anweisung erzählten diese Reisenden, die sich als Aerzte oder Apotheker ausgaben, den franken Dorfbewohnern die phantastischsten Geschichten über die Astropathie und das Astropathische Institut in Berlin. Sie behaupteten, daß die Medikamente nach der Geburt des Menschen schon verschiedenen Ursprungs feien und daß drei Profefforen in Berlin Tag und Nacht damit beschäftigt seien, die Allhelmedizin für jeden Kranken herauszufinden. Für eine Kur. die aus verschiedenen Teesorten bestand, die in jeder Apotheke für 1 bis 2 M. zu erhalten waren, wurden franten 15hnern 50 bis 70 m. abgenommen. Zur Begründung dieser Preise wurde angegeben, daß die Pflanzen aus Indien oder anderen fremden Erdteilen eingeführt werden müßten und daß sie mur für den Besteller allein präpariert würden. Die Reisenden behaupteten, daß die Kur in Wirklichkeit noch viel teurer wäre, Lage= ,, Wollen Sie mir das verbieten? Glauben Sie, ein Ver brecher hat keine Gefühle? Ich habe nicht aus unedlen Motiven gehandelt. Ich weiß, daß es schändlich war, aber trotzdem ich tat es aus Liebe." Ich will Ihnen glauben, daß Sie nur ein armer Berirrter sind, Torben Rist. Aber deshalb dürfen Sie doch jetzt nicht zynisch werden. Sie können doch unmöglich von der einen und einzigen sprechen, wenn es so viele sind.. ,, Sie werden doch nicht behaupten wollen, daß ich ein Don Juan bin, ein elender Abenteurer-" " ,, Torben Rist, wenn Sie jetzt nicht eine andere Tonari anschlagen, dann sind Sie entweder ein bodenloser Schuft oder wahnsinnig. Bon mem sprechen Sie eigentlich? Bon der armen Ossipowna oder von der blonden Maria auf Ihrem Bild ,, Nennen Sie die beiden Namen nicht in einem Atema!" ,, Wer ist also Ihre eine und einzige? Die arme Dypefe, die Sie auf offenem Feld vergewaltigt haben, Sie Unhold, oder Gräfin Ebba Aaresund, die Sie mit porgehaltenem Revolver überfallen haben, oder Marie- Louise Jensen, die Sie in den Tod getrieben haben, oder Frau Delius, deren Würde Sie nicht einmal respektierten, oder gar Betten Manke, das unschuldige dreizehnjährige Mädchen. lachen Sie nicht, fo lachen Sie nicht so, ich ertrage das nicht... ich lasse Sie abführen, wenn Sie weiter so lachen..." ,, Sie haben recht, Herr Untersuchungsrichter, ich glaube felbst, ich muß wahnsinnig sein." ,, Spüren Sie denn nicht einen Funken Scham oder Reuc über all das Entsetzliche, das sie angerichtet haben? Da fommt ein Kind auf die Welt, dessen Mutter den Vater jede Stunde im Tag verflucht... Torben Rist, Ihr Lachen macht es mir unmöglich, weiter zu sprechen." Ich fann nichts dafür, ich bin eben wahnsinnig. Was ist denn das für ein Kind?" ,, Leugnen Sie vielleicht. Dyvete Madsen zu kennen?" Ich fann mich nicht erinnern. ,, und auch nicht an die Gräfin Aaresund, der Sie in Ihrer Frechheit die Schlüssel stahlen?" ,, Welche Schlüffel?" ,, Und was ist mit Marie- Louise? Hatten Sie ihr die Ehe versprochen oder nicht?" ., Marie- Louise Jensen aus dem Kaufmannsladen? D Gott, c Gott, ich kann nicht anders, ich muß lachen, aber ich bin ja wahnsinnig." Und Betten?" ( Fortfegung folgt.) jedoch würde der größte Teil der Kosten von dem Deutschen Gesundheitsamt" gezahlt, dem große amerikanische Bermögen für diese Zwecke zur Verfügung ständen. Da viele der Kranken nach dem Genuß von mehreren Päckchen Tees zu bemerken anjingen, daß hinter den Versprechungen der Reisenden nichts steckte, wurden die Nachnahmesendungen verweigert und die weiteren Zahlungen eingestellt. Die Amtsgerichte, an die sich Hanstein mit ciner Klage um Zahlung der abgeschlossenen Verträge wandte, lehnten feine Anträge meistens ab, da die Berträge zwischen den Reifenden und den Dorfbewohnern gegen die guten Sitten verstoßen und da die Firma gröbstes Kurpfuscherium treibe. Mehrere der Reisenden wurden in Ostpreußen wegen Betruges zu Gefängnisstrafen verurteilt. In Berlin schritt die Gewerbepolizei immer wieder gegen die Astropathen" ein, so daß fie ihre Firmennamen oft mechselten, bis die Staatsanwaltschaft die Anklage erhob, da nach ihrer Ansicht die ganze Astropathie nichts als ein grobes Betrugsmanöver war. Nach der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt gegen jeden der Angeklagten 10 Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte wegen teils vollendeten, leils versuchten gemeinschaft lichen Betruges Bolkmar zu sechs Monaten und v. Hanstein zu neun Monaten Gefängnis. Das Pariser U- Bahnunglück. 15 Berlegte noch in Lebensgefahr. Paris, 23. April. Ueber das Untergrundbahnunglück, das sich am Mittwoch vormittag auf der Pariser Nordfüdbahn ereignete, werden nunmehr nähere Einzelheiten bekannt, die ein flares Bild über die ganze Auswirkung der Katastrophe ergeben. Die Zahl der Verletzten, die ursprünglich mit 30 angegeben wurde, beträgt in Wirklichkeit fa st 100, von denen 15 3 wischen Leben und Zod schweben. Durch den Zusammenstoß, der sich in der Kurve eines Tunnels ereignete, wurden insbesondere die ersten beiden Wagen des fahrenden und die legten beiden des haltenden Zuges betroffen, die faft vollständig zertrümmert wurden. Der Führer des fahrenden Zuges erklärte, daß er sehr wohl die Schlußlampe der vor ihm haltenden Wagenreihe gesehen habe, daß es ihm aber nicht mehr möglich gewesen sei, rechtzeitig zu bremsen. Der Zusammenffoß erfolgte bei einer Geschwindigkeit von etwa 30 kilometer. 70 Berlebte, die durch Glas- und Holzsplitter verwundet wurden oder Quetschungen erlitten haben, konnten nach der Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Der Pariser Polizeipräsident sowie der Generaldirektor der Untergrundbahn und eine Reihe anderer amtlicher Persönlichkeiten begaben sich sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe an die Unglüdsstelle, wo sie gemeinsam mit dem Untersuchungsrichter die ersten Tatbestände aufnahmen. Die Ursache des Unglüds scheint in dem Bersagen der Lichtsignale zu liegen, da dem auffahrenden Zug auf der legten Station freie Strede gegeben worden war. Der Betrieb auf dem von dem Unglüd betroffenen Teil der Untergrundbahnstrede fonnte noch nicht wieder aufgenommen werden. Die Großgarage im Wohnhaus. Koblenoryd: und Benzindämpfe als„ Luftverbefferer". Im Keller des Hauses Bleibtreustraße 32 befindet sich eine Großgarage, die etwa 24 Bogen Unterkunft bietet, Infolge ungenügenden Luftabzuges und dem Umstand, daß sich sämtliche Heiz- und Warmwasserleitungsrohre im selben Raum befinden, entsteht ein Gemisch von giftig verpesteter Luft, die durch einen Schornstein nach dem Garten entweicht. Die Gase dringen auch in die Parterrewohnungen. Vor Jahren wurde bereits die Garage aus diesem Grunde baupolizeilich gesperrt, später jedoch eigentümlicherweise wieder ihrem Zwede nußbar gemacht. Auf die Beschwerde der Hausparteien beantragte die Baupolizei jezt neuerdings das Einbauen einer Betondecke, was auch erfolgte, doch entweichen die giftigen Gase nach wie vor, verpesten die Luft und schädigen die Menschen in ihrer Gesundheit. Außerdem jizen die Menschen auch noch in ständiger Lebensgefahr, denn bei der Ansammlung all der verschiedenen Explosivstoffe tann doch allzuleicht ein Unglück geschehen. Zur Illustration der Garage selbst diene noch der Umstand, daß man die Autowäscherin schon des öfteren ohnmächtig vorgefunden hat. Handtaschenraub am Potsdamer Play. Gestern abend wurde am Potsdamer Play, unmittelbar vor dem Café Baterland ein dreister Handtaschenraub verübt, der in der sehr belebten Gegend erhebliches Aufsehen erregte. Ein junger Mann drängte sich an der Straßenbahnhaltestelle an eine Bassantin heran und versuchte ihr die Handtasche zu ent reißen. Die Frau, es handelt sich um eine Hausangestellte, hielt die Tasche aber fest und der Dieb behielt nur die Bügel in der Hand. Nach kurzer Verfolgung fonnte er in der Köthener Straße festgenommen werden. Der Dieb ist ein 19jähriger Mensch aus der Provinz, der sich schon seit Tagen völlig mittellos in Berlin aufhielt. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Barteimitglieder seien auf den Vortrag des Genoffen Hugo Sinzheimer- Frank furt a. M., der am Sonnabend, dem 26. d. M., mit dem Thema " Der Mensch im neuen Arbeitsrecht im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Str. 3, abgehalten wird, aufmerksam gemacht. Karten zum Preise von 50 Bf. im Sekretariat der Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr, 3, 2. Hof 2 Tr. Die Bertrauensstelle für Berlobte und Eheleute, Berlin- Charlottenburg, Goethestraße 23 IV, berät Montags und Freitags von 18% bis 19% Uhr Männer und Frauen in allen Cheangelegen heiten. Die Vertrauensstelle ist bestrebt, die Ehe auf förperlich), rechtlich und ethisch gesunder Basis aufzubauen und zu erhalten. Sie berät daher vor der Ehe: gesundheitlich: Chetauglichkeit, Erblichkeit, rechtlich: Chevertrag, Ehegüterrecht Testament, wirtschaftlich: Einkommensverteilung, Berufsfortsetzung, ethisch: Aufgaben der Ehe; während der Ehe: gesundheitlich: seruelle Fragen, Kinderzahl, rechtlich: Bormundschafts- und Unterhaltsfragen, Scheidung, mitt schaftlich: Einkommensverteilung, Erwerbsmöglichkeiten, ethisch: pinchische Schwierigkeiten. 116. Arfo- Wanderung. Sonntag, den 27, April: Vormittags.. Dampferfahrt/ auf dem geschlossenen und geheizten Dampfer, Berolina" in Richtung Ertner. Bollkommen unabhängig von der Witterung.( Getränke an Bord. Augelegt wird nicht. Abfahrt: Bor mittags 9 Uhr ab Köpenid. Luisenbain( Rathaus), 9.3 Uhr ab Friedrichshagen, Müggelpart( Waldowstr.). Vortrag während der Fahrt: Märkische Seen und Secufer", Herr Studienrat Dr. Hans. Kleje, Provinzialtonimiffar für Naturdenkmalpflege. Fabrpreis: für Mitglieder 70 Bf, für Gäfte 90 Pi. für Jugendliche 40 Bi. Rüdfebr: Mittags 12 Uhr in Friedrichs hager, 12.30 11hr in Köpenid. Dampfer fährt nach Berlin durch, so daß Teilnehmer mitjahren können, Alt- Berlin, Die nächste Fübung durch die vergessenen Winkel veranstaltet tas Bezirksamt Schöneberg unter der Leitung von Georg Bamberger am Sonntag, dem 27. April. Treffpunkt: 10.30 Uhr auf dem Spittelmarkt, Ausgang Untergrundbahn. Teilnahme 50 Pfennig. Generalstaatsanwalt und Verteidiger Die Frage des unzulässigen Verhörs im ,, Falke"-Prozeß. 9079019 1.1. Hamburg, 23. April. Der heulige Verhandlungstag brachte nach längerer Beratung des Gerichts eine Erklärung des Generalstaatsanwalts Lang: Ich habe aus Anlaß der gestrigen Vorfälle Herrn Dr. Alsberg eine Unterredung gewährt, die ohne mein Wissen von Herrn Dr. Alsberg an die Deffentlichkeit gebracht worden ift, T. 3.2. unrichtig. Das Vorgehen des Juftizinspettors Tolksdorf billige ich nicht. Die Staatsanwaltschaft hat erst im gleichen berg hat nicht den geringsten Versuch gemacht, den Vorfall aufzu flären, sondern er hat jojort die schwersten Borwürfe gegen die amtierenden Staatsanwälte erhoben, deren er unfäre und unehrliche Brozeßführung vorwarf. Die Gründe, die Herr Rechtsanwalt Dr. Alsberg bei der erwähnten Unterredung anführte, fann ich nicht als stichhaltig anerkennen. Ebenso mißbillige ich die Art der Erflärung, die Herr Dr. Alsberg der Deffentlichkeit übergeben hat. Rechtsanwalt Dr. Bachmann antwortete furz und verlas folgenden Schriftsatz: Die unterzeichneten Berteidiger erklären, daß sie den Ausführungen Dr. Alsbergs nach Form und Inhalt bei treten. Rechtsanwalt Dr. Levi schloß fich dieser Erklärung an. Dr. Alsberg wiederholte dann dasselbe, was er in seiner gestern der Presse übergebenen Erklärung gesagt hat. Bei einer zweiten Unterredung sell Generalstaatsanwalt Dr. Lang noch erklärt haben, er sei bezüglich seiner früheren Stellungnahme zu den Vorfällen von einem Irrtum ausgegangen. Bei der Eile der Zeit, so erfiärte Dr. Alsberg, konnten wir gestern noch gar nicht überblicken, was sich eigentlich alles ereignet hat. Der Zeuge Giet hat beſtimmt den Eindruck gehabt, daß es sich bei dem am 2. Osterfeiertag erfolgten Besuch des Justizinspektors Tolksdorf um amtliche Bernehmung gehandelt hat. Hätte der Staatsanwalt das Verhalten Tolksdorfs mißbilligt, wäre alles in Ord nung gewesen. eine Nach der Mittagspause tritt dann das Gericht wieder in die unterbrochene Zeugenvernehmung ein. Dann soll Untersuchungsrichter v. Dühren Auskunft geben über das Zustande. tommen der Protokolle. Er hat die Zeugen besonders vorfichtig vernommen, weil die Angeklagten behaupteten, die Leute feien gegen sie aufgehetzt. Es handelt sich zunächst darum, feft. zustellen, wer als Erster gesagt hat, die Ware folle von Regierung zu Regierung gehen Prenzlau bestreitet diese Aeußerung, um die sich bisher alle Vorhaltungen drehten, aus denen sich dann die unliebsamen zwischenfälle entwickelten. Der Untersuchungsrichter hat die Zeugen, wie er sagt, in Ruhe erzählen lassen. Der Ausdruck von Regierung zu Regierung" fei auf jeden Fall von den Vernommenen ganz selbständig gebraucht worden. Die Protokolle von Port of Spain haben nicht vorgelegen, weil sie sich noch beim Ausmärtigen Amt in Berlin befanden. Unstimmigkeiten fonnten barum auch nicht nachgeprüft werden. 17 Tote auf italienischem Dampfer. London, 23. April. Das 1300 Tonnen große italienische Motorschiff ,, E1 Carlo" ist infolge einer Explosion der aus Schwefel bestehenden Ladung zwischen Rephalonia und Zante auf dem Jonischen Meer gesunken. 17 Mann sind durch Ersticken ums Leben gekommen; nur drei konnten lebend gerettet werden. Nur ein„ törichter Streich"? Der dritte Fall beim Postamt Charlottenburg 1. Die Republikanische Beschwerdestelle teilt uns mit: „ Es ist noch in aller Erinnerung, daß sich durch die national fozialistischen Umtriebe eines Post schaffners So me. mer beim Postamt Charlottenburg 1 zwei unliebsame Vorfälle abgespielt haben, bei denen zuerst die Oberpostdirektion Berlin auf die Beschwerde der Republikanischen Beschwerdestelle gar nichts zu veranlassen fand und bei dem zweiten Anlaß den Postschaffner Sommer ermahnte".( Der Vorwärts" hatte darüber ausführlich berichtet.) Nun wurde am Morgen des 11. April 1930 zu Beginn des Dienstes festgestellt, daß das Bild des ersten Reichspräsidenten Ebert anscheinend über Nacht mit einem taifer= lichen Adler und darauf befindlicher Kaiser trone beinahe vollständig verdeckt worden war. Auf eine nochmalige Ein gabe der Republikanischen Beschwerdestelle wegen dieser unglaublichen Vorfälle hat der Präsident der OPD. Berlin Gerbeth am 17. April folgenden Bescheid erteilt:„ Nach dem Ergebnis der sofort eingeleiteten Untersuchung muß angenommen werden, daß es sich bei dem mir mitgeteilten Vorkommnis beim Postamt Charlottenburg 1 um einen törichten Streich handelt, dem parteipolitische Be strebungen nicht zugrunde liegen. Der Täter hat sich leider nicht ermitteln lassen. Das unliebsame Vorkommnis wird bedauert. Die erforderlichen Maßnahmen sind getroffen worden." Die republiffeindlichen Gehaltsbezieher dieses Postamts scheinen zu„ törichten Scherzen" dieser Art besonders gut aufgelegt zu sein. Wie wäre es, wenn man es einmal mit weniger spaß haften Leuten versuchte? Schneebruchfolgen im Schwarzwald. Im nördlichen Schwarzwald find 3ehntausende Festmetern ven Baumbestand einem Schneebruch ( Schneefall mit nachfolgendem Regen) zum Opfer gefallen. Der Schaden wird, Blättermeldungen zufolge, auf mehrere Millionen Mark geschätzt. Die Höhenfurorte waren langere Zeit infolge der Zerstörung der Drahtverbindungen von der Umwelt abgeschnitten. " Er Ein Geschworener: Mir ist die Frage um den Ausdruc Don Regierung zu Regierung" noch nicht klar. fragt den Zeugen, was die Leute sich darunter wohl vorgestellt hätten. Untersuchungsrichter v. Dühren: Das fann ich natürlich auch nicht wissen. Als nächster Zeuge wird Richter Dr. Wallenstein aufgerufen, der die eidliche Bernehmung der abwesenden Zeugen geleitet vorgenommene oder sozusagen durchgepeitschte Sache gehandelt habe. hat. Er soll darüber aussagen, ob es sich um eine in aller Ruhe Dr. Wallenstein erklärt, der Präsident habe ihn seinerzeit gebeten, sich zur Verfügung zu halten, damit er ein Protokoll aufnehmen fönne. Am folgenden Tage, einem Sonntag, wurde er mittags telephonisch gerufen. Es handelte sich um etwa 18 3eugen, die sich in einem Kriminalrevierbureau befinden und dort vernommen wurden. Die Leute hatten zum Teil viel Gepäck und waren auf dem Heimwege. Sie waren even aus Port of Spain ein. getroffen. Jede juristische Unterlage fehlte, die Bernehmung fonnte also nicht vollständig sein. Trotz der großen Zahl von Zeugen hat sich Richter Dr. Wallenstein von jebem die Geschichte erzählen lassen, wie schon daraus hervorgehe, daß sich fast bei allen Protokollen Nachträge zu der vor der Kriminalpolizei gemachten Aussage be finden. Es wurde zuerst gefragt: wer weiß das meiste? Darauf meldete sich Matrose Knoche sozusagen als Wortführer und auf Grund von dessen Aussagen erfolgten dann alle weiteren Feststellungen. Hätte Dr. Wallenstein damals wissen tönnen, wieviel wert heute auf einen bestimmten Wortlaut, gelegt wird, so hätte er das natürlich berücksichtigt. Der Zeuge Gietz soll dann noch einmal befragt werden, ist aber plötzlich unauffindbar. Bootsmann Gießz hat sich schließlich eingefunden und wird gefragt, ob er draußen vor dem Saal jemandem gesagt habe, wenn Herr Prenzlau das Geld gleich ausgezahlt hätte, würde er sich um nichts gefümmert haben und Prenzlau würde vielleicht nicht auf der Antlagebant fizen. Der 3euge bestätigt das Dr. Alsberg: Prenzlau gibt Ihnen 100 Broz, wenn Sie hundertprozentig die Wahrheit sagen! Giet: Das habe ich immer getan, Herr Rechtsanwalt Alsberg, ob Sie es nun glauben oder nicht. Die weiteren Verhandlungen werden darauf auf Freitag vertagt. im Berhör des Stadtrats Busch. Nach furzer Zeit im Krankenzimmer abgebrochen. Am Mittwoch mittag wurde Stadtrat Busch in seiner Wohnung Beisein von Aerzten zum erstenmal von Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weißenberg über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vernommen. Die Bernehmung mußte nach furzer Zeit abgebrochen werden, da Busch sich infolge seines schlechten Gesundheitszustandes nicht eingehend äußern fonnte. Busch bestreitet die Richtigkeit der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen. Am Donnerstag soll die Bernehmung fortgesetzt werden. Aegyptens große Plage. Die Heuschreckenschwärme nehmen noch immer zu. Kairo, 23, April. Die Heuschredenplage in Aegypten nimmt immer größere Ausmaße an. Alle Versuche, das Bordringen der gefräßigen Tiere zu verhüten, find fehlgeschlagen. Trotzdem auf der Sinaihalbinsel Milliarden der Tiere vernichtet wurden, sind die Tiere immer noch im Zunehmen begriffen. Jetzt ist eine Abteilung ägyptischer Soldaten nach der Ginaihalbinjel zur Bekämpfung der Insekten abgegangen. Russisches Dorf niedergebrannt. Sechzig Häufer eingeäschert. Kowlo, 23. April. Nach Meldungen aus Mostau entstand in dem Dorje Dufuti im Gouvernement Minst ein großer Brand, durch den 60 Häuser eingeäschert wurden. Die Zahl der Opfer fonnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Dieser Brand ist der dritte, der im Laufe von vier Monaten diesen Ort heimgesucht hat. Kriegsopfer und Sparmaßnahmen. Der Bezirksleiter Mende vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen sprach kürzlich über das Thema„ Kriegsopfer, Sparmaßnahmen und Kommunalpolitit". Er berichtete über verschiedene Berfügungen des Magistrats aus letzter Zeit, die den Kriegsrentenbeziehern die Kohlenlieferungen, Er. ziehungsbeihilfen und die zahnärztliche Hilfe der Wohlfahrtsfürsorge unter bestimmten Bedingungen entziehen wollten. Der Protest der Organisation und die Drohung mit der Klage beim Verwaltungsgericht gegen eine dieser Verfügungen, die ohne Anhörung der Für forgeberechtigten also rechtswidrig erlassen worden war, sowie zehn im Stadtparlament angenommene sozialdemokratische Anträge verhinderten größeren Schaden. Der Referent wies darauf hin, daß mit der naturgemäß ständig abnehmenden Zahl der Kriegsbeschädigten und hinterbliebenen eines Tages die Gorderfürsorge für diese Kategorien von Fürsorgeberechtigten megfallen und sie von der allgemeinen Wohlfahrt betreut werden müßten. Bis dahin müssen in die meist von den privaten Wahlfahrtsorganisationen be herrschten Wohlfahrtsausschüsse Mitglieder des Reichsbundes eingetreten sein, um ihre Interessen zu vertreten. Ein Anfangserfolg in diesem Kampf war die Zulassung zur Zentralarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsorganisationen, die dem Reichsund lange Zeit verweigert murde, weil er eine Selbsthilfe und keine Wohlfahrtsorganisation ist. Bei der Bedeutung der Kommunalpolitik für die Wohlfahrtsfürsorge muß das Interesse für Beteiligung und Einflußnahme in der kommunalen Wohlfahrtspflege auch im Reichsbund stärker Ab 26. April wieder Betrieb im Lunapart. Der Lunapark eröffnet in diesem Jahre schon am Sonnabend, dem 26. April, seine Pforten mit einer Fülle neuer Attraktionen. Der Part wird um 16 1hr mit einem großen Bromenadentonzert des 60 Mann starten Lunaparkorchesters eröffnet, sämtliche Attraktionen werden in vollem Betrieb sein. Chor Groß- Berlin" unerschüttert. Der Borstand des Gemerden. mischten Chors Groß Berlin", Mitglied des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes, bittet uns, folgendes muzuteilen:„ Allen Gerüchten über Auflösung bzw. Zersplitterung des Chores entgegen tretend, geben wir bekannt, daß der Gemischte Chor ,, Groß- Berlin" nach wie vor besteht und seine lebungsstunden regelmäßig jeben Freitag von 20 bis 22 Uhr in der Aula des Gymnasiums zum Grauen Kloster, Klosterstraße 74, unter Leitung seines Dirigenten Georg Oskar Schumann abhält. Stimmbegabte Männer und Frauen des schaffenden Boltes werden jederzeit aufgenommen. Anfragen und Auskünfte erteilt Emil Kirste, Berlin D 112, Schreinerstraße 9. Sprechchor für Proletarische Feierffunden. Die Uebungsstunde fami diese Woche am Donnerstag nicht stattfinden. Nächste Uebungsstunde am Montag, dem 28. April, im Gesangssaal der Sophienschule, BeinmeisterStraße 16/17; Hauptprobe zur Maifeier. Absturz dänischer Marineflieger Führer und Begleiter getötet. Kopenhagen, 23. April. Die dänischen Marineflieger unternehmen zur Zeit nächtliche Flüge über die Ostsee als Vorarbeit für die Einrichtung eines Nachtpostverkehrs. Ein mit Kapitänleutnant A. E. Jensen und Mechanifer Bressendorf besetztes Flugzeug verließ gestern Abend 10 Uhr Warnemünde, um nach Kopenhagen zu fliegen. Als das Flugzeug. hier nicht eintraf, wurden Nachforschungen angestellt und heute früh fand man etwa sieben Seemeilen von Warnemünde entfernt die Trümmer des Flugzeuges. Die Leiche des Kapitänleutnants Jensen wurde dann gegen 6 Uhr von dem Flugzeug D 1245 der deutschen Verkehrssliegerschule etwa sechs Seemeilen nördlich von Warnemünde in der Nähe der Flugzeugtrümmer gefunden. Nach der Leiche des zweiten dänischen Marinefliegers wird zur Zeit noch gesucht. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin GB 65, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. Bezirksvorstand. Sonnabend, den 26. April, 18 Uhr, Sigung des er weiterten Bezirksvorstandes im Sekretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen. * Arbeiterbildungsschule. 14. Kreis Neukölln. Am Freitag, 25. April, beginnt im Hause Bergftr. 29, Funktionärkung. Die Funktionäre werden gebeten, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Vorbereitung der Maifcier. 124. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr Elternversammlung aller sozialdemokratischen Eltern sowie Gnmpathisierender im Lokal Anders, Bahnhofstr. 37. Der Elternbeirat. Morgen, Freitag, 25. April. 1. Abt. 18 Uhr bei Spiegel, Ackerstr. 1, Funktionärsikung.„ Vorwärts" Agitation. 11. Abt. 19% Uhr bei Hagedorn, Jagowstrake Ede Alt- Maahit, Funktionärfikung. 86. Abt. Marienborf. Pünktlich 20 Uhr Funktionärsikung bei Görlik. Chauffeestraße 19. Pünktliches Erscheinen notwendia, da, um 22 Uhr das Zimmer geräumt werden muß. 99. Abt. Neukölln- Brig. Reitungstommiffion: 19% Uhr wichtige Sikung in der Salle am Hufeisen"( Großfiedlung). Die Bezirksführer fragen Eorac, dan ihr Bezirk vertreten ist. 101. Abt. Treptow. Die für 19% Uhr angefekte Sihung des Bildungsaus schusses findet aus bestimmten Gründen um 19 Uhr statt. Wir bitten um pünktliches Erscheinen. 124a. Abt. Mahlsdorf- Süb. 20 Uhr bei Draber, Uhlandstr. 18, Mitaliederrer128. Abt. Bankow. 20 Uhr bei Sober, Brinz- Heinrich- Straße, Funktionärfituna. Abreánung der Bezirksführer von 19-20 Uhr beim Genoffen. Remmele. fammlung. Bortrag: Die politifde Lane". Referent Sottlieb Reese. Sonnabend, 26. April. luk117. Abt. unb 121. bt. Lichtenberg- Karlshorst. 19% Uhr im Restaurant bad Versammlung der Gruppe Alingenberg. Vortrag: Auswirkung bes neuen Gefches Grek- Berlin und die Selbstverwaltung". Referent Stabtverordneter Ernst Arndt. Familienangehörige und Sympathifterende find freundlichst eingeladen. Frauenveranstaltungen. 39. Abt. Die Genofsinnen beteiligen sich ausammen mit der 46. Abteilung an der Konsumbesichtigung am Donnerstag, 24. April. Treffpunkt pünktlich um 94 Uhr vor dem Konsumgebäude in Lichtenberg, Ritterautstraße. 44. Abt. Der Besuch des Wallnertheaters S 218" muß verlegt werden. Näheres am Montag, 28. April am Frauenabend. 103. Abt. Oberschöneweite. Die Vorstellung im Wallnertheater 8 218" fällt am Donnerstag, 24. April, aus. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Kreis Brenalaner Bera. Donnerstag, 24. April, 19% Uhr, bei Aluge, Danziger Straße. Selferbesprechung und Attenausgabe. Jede Abteilung muß vertreten fein. 7. Kreis Charlottenburg. Freitag, 25. April. 19% Uhr, Attenbefprechung im Rathaus Charlottenburg, Zimmer 140. Zimmer 1. ein Rurfus des Genoffen Dr. Gregor Bienstock über„ Berlin, die SPD.- Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamten Stabt der Arbeiter, die Stabt des Broletariats". Wie Berlin geworden ist Der Berliner, wie er lebt und arbeitet.( Die Rusammenſegung der Berliner Bevölkerung.) Berlin das Zentrum der deutschen Wirtschaftsorganisation, Berlins Industrie, Berlins Sandel. Woher bekommt Berlin Lebensmittel und Robftoffe und wohin fendet Berlin feine Waren. Das politische Gesicht des werftätigen Berlins. Die Hörgebühr beträgt für den Kursus( 4.Abende) 1 M. Anmeldungen im Hörsaal. Beginn 19½ Uhr. * Versammlung der Abteilungsmietervertreter sowie aller sonst im Miet- und Wohnungswesen tätigen Parteigenoffen am Donnerstag, dem 24. April, 19% Uhr, im Saal I des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24. Tagesordnung: 1. Die Bausparkassen vom Standpunkt der Partei und der Gewerkschaften. Referent: Genosse Dr. Karl Brodschmidt von ber Deutschen Wohnungsfürsorge A.-G. 2. Stellungnahme zu der Neubaumieterbewegung, insbesondere in der Siedlung Brik. 3. Verschiebenes. Der Bezirksmieterausschuß der SPD. 5. Kreis Friedrichshain. Bildungsausschuk: Bom 23. bis 27. April Borstellungen Menerholds im Wallnertheater. Eintrittstarten au halben Breisen gegen Bartei- oder Vorwärts"-Ausweis. Am Montag, 28. April, Fortsekung der Wirtschaftsarbeitsgemeinfdaft: Wie lefe ich den Handelsteil einer Reitung", 20 Uhr, im Andreas Rcalanmnasium, Koppenstr. 76. 14. Rreis Reutölln. Freitag, 25. April, um 19 Uhr, im Varteibüro, Befprechung aller Abteilungsleiter. 20. Areis. Rurfus Echlekinger: Per lekte Abend des Kurfus Wirtschaft und taat" findet am Donnerstag, 24. April. statt. Die Kursusteilnehmer eden gebeten, hierzu alle au cridheinen. Am 8. Mai beginnt der Rurfus Wie lefe ich ben mirtidaftlichen Teil einer Zeitung". Dauer 4 Abende. Am Sonnabend, 3. Mai, findet ein gemütliches Beisammensein der Kursusteilnehmer im Nordischen Hof". Invalidenstraße, statt. Eintritt frei. Beginn 8 Uhr. Der Obmann. Heute, Donnerstag, 24. April. 34. Aht. Achtung, Funktionäre! Die Einladungszettel für die Abteilungsverfammlung find umgehend vom Lofal Cadiner Etr. 10 abzuholen. 88. Abt. Lichtentabe. 19% Uhr bei Rohrmann, Silbertstraße, Borstands- und KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 12 Pt. Anzeigen, welche für die Fettgedrucktes Wort 25 Pf. ( zulässig 2 feltgedruckte Worte). Stellengesuche das 1. Wort( fettgedruckt) 15 Pf., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis spätestens 41/2 Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3, abgegeben werden.Dieselbe ist wochentags von morgens 8%, Uhr bis nachm. 5 Uhr anunterbrochen geöffnet. Verkäufe Moebel- Boebel, Morikplak, Itefert feit 50 Jahren gediegene Schlaf-, Speise, Serrenzimmer, Rüchen und Einzelmöbel aller Art in nur guten Qualitäten zu niedrigsten Breisen. Auf Wunsch Rahlungserleichterung. Besichtiauna erbeten im Fabrikaebäude Ora nienstraße 58. Möbelläuter merte Krebit und bar Möbelbazar, aroße Auswahl. fleine Breife! Beispielsweise: Spiegel Schlafzimmer 455,- Epelfezimmer 517.-, Herrenzimmer 389, fchränte 118.-, Dielengarnitur 38,-, Anrichteküche 99.- Meffingbettstelle Kleiderschränke 48,-, Chaife28,- Metallbettstelle 18,-, Bettenverlauf! Neue! Wegen Geld- 66, mangel spottbillig! 12,50! 15,-! Bracht- Ionques volle 19,50! 25,-! Bauernbetten 29,-! Auflegematrate 13,-. 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Wir treffen uns heute um 19% Uhr am Bahnhof Westend zum Besuch der SAJ.- Gruppe Westend. Gruppe Mitte: Jugendheim Zehdenider Str. 16. 20 Uhr: Tagespolitische Rundschau. Jeder Genoffe muk erscheinen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Erweiterter Borstand! Dringende Sigung am Freitag, 25. April, 20 Uhr. Maifeier und Reltlager in der Schweiz. Borstandsskuna um 19 Ubr. Tiergarten, Gruppe Auguft Bebel: Am Freitag, 25. April, ift falfeninge. stunde. Bir treffen uns 17 Uhr Alt- Moabit Ede Goafowsinftraße. Kreis Friedrichshain: Rreishelferfahrt nach der Dubrow. Alle Helfer treffen fich Sonnabend, 26. April, 19 Uhr, Warschauer Brüde, Stadtbahn. Nachzüaler treffen fich 20 Uhr Diestelmener Ede Friedenstraße. Mitte: Seute, Donnerstag, 20 Uhr, Kreiselternverfammlung im Lefefaal, Brunnenstr. 181. Dr. Loewenstein( Lichtenberg) spricht über Die fexuelle Er. ziehung- des Kindes". Kreis Neukölln: Scute, Donnerstag, 17-19 Uhr, Barade Ganghoferstraße, Arbeitsstunde. Berichte der Osterfahrten abgeben, ebenso find Beiträge der Gruppe für die Maizeitung am selben Tage abzuliefern( lekter Termin). Gruppe Brik( Frik Reuter): Am Freitag, 25. April, um 16 Uhr treffen mir uns an der Schule Barchimer Allee aum Spielen. Gruppe Lichtkämpfer: Am Freitag Heimabend in der Beraftraße, 17-19 Uhr. Bir basteln. Geburtstage, Jubiläen usw. 6. Abt. Unserem treuen Genoffen Gustav Sempel, Rionskirchstr. 11, zum 25jährigen Barteijubiläum die herzlichsten Glückwünchic. Genoffe Sempel ist seit langem als Funktionär in der Abteilung tätia. ५ RUDO Guf Langerwisch bei Potsdam verkauft Wald- und GartenParzellen für Dauerwohnung und Wochenend in landschaftlich herrlicher Gegend, den Om von Mk. 1.50 an. Bahnstation Michendorf, 4 Stationen hinter Wannsee( Vorortbahn Beelitz- Heilstätten). Für Siedler 35 Pfg. Gute Autostrassen über Wannsee, Potsdam oder Zehlendorf- Saarmund. Fertige Strassen, Wasserleitung, elektr. Licht, sofortige Bauerlaubnis, jedoch kein Bauzwang. 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April, um 19 Uhr im Krematorium Baumschulen weg.: Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Baumschulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. 111. Abt. Bohnsdorf. Die Beisekung der Aschenrefte unseres verstorbenen Genoffen Karl Silaert findet heute um 16 Uhr auf dem Gemeindefriedhof in Bohnsdorf statt. Allgemeine Wetterlage. 23 April 1930, abds. 1930, abds. 77040 765 760 5 755 750 745M 745 13 ORadind 18 750 755 6 SIDON 14 Q. Wersa 16 0 OP 770 140 wolkenlos, heiter. halb bedeckt wolkig, bedeckt RegenaGraupeln Schnee, Nebel, GewitterWindstille Deutschland lag am Mittwoch im Bereich eines südöstlichen Luftstroms. Das Wetter mar heiter und mit Ausnahme von Ostpreußen auch ziemlich warm. Die Temperaturen stiegen meist in die Nähe von 20 Grad oder sogar etwas darüber. Im äußersten Westen des Reichs verschlechterte sich das Wetter am Nachmittag. Die Bewölkung nahm zu und es fiel etwas Regen. Die Wetterverschlechterung, die durch ozeanische Luft hervorgerufen ist, wird fich zunächst auf den Süden und Westen des Reichs beschränken. In unserem Gebiet haben wir noch keine Aenderung zu erwarten. Wetteraussichten für Berlin: Weiterhin heiter und am Tage warm, füdöstliche Winde. Für Deutschland: Im Westen und Süden Abkühlung und etwas Regen, sonst wenig Aenderung. 510 B 45 www 410 LLON Gewissenhaft prüfen Apparate die Zerreißfestigkeit von Gummi und Cord für den SICHERHEITS- REIFEN DUNLOP Genoffen. Die Wäscherei Kubasch, Ebelpfirfiche 3,-, Buschrafen 3 Stüd 1. Sletterrofen 0,50, Nepfel, Birnen, Aöpenid. Grünauerstraße 45, Telephon Beerenobst flaumen, Kirschen, und 587. wäicht Euch weiße im Freien ge. Wäsche, denn Connenschein Stauben. Baumschule Bimmermann, trodnete Berlin Lichterfelde- West, Carstennstr. 24 und frische Luft geben der Wäsche Rart ( Straßenbahn 71 und 177, Haltefteile heit und Duft. Billigste Berechnung. Abholung Bezua 30, Damenhemb 15. 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Der Enqueteausschuß hat fürzlich die Untersuchungen des land wirtschaftlichen Unterausschusses über das ländliche Sied. Iungswesen nach dem Kriege veröffentlicht.( Berlag E. S. Mittler u. Sohn, Berlin.) Die Verhandlungen und Berichte diefes Untersuchungsausschusses geben ein anschauliches Bild von den Leistungen der deutschen Siedlungstätigkeit im letzten Jahrzehnt trog Inflation, Kapitalfnappheit und anderer widriger Einflüffe. Das Reichssiedlungsgesetz sowie die Siedlungspraris unterscheiden zwei Arten von Siedlungen, die Neusiedlung, also die Gründung neuer landwirtschaftlicher Betriebe, und die sogenannte Anliegersiedlung, bei der bereits Wirtschaften bestehen und durch Landzuweisungen leistungsfähiger gemacht werden. Die von 1919 bis 1928 in Deutschland neugegründeten länd fichen Siedlungen stellen sich auf insgesamt 26 343 Wirtschaften mit einer Gesamtfläche von fast 260 000 Sjeftar. Auf Breußen allein entfallen hiervon 21 602 Wirtschaften mit rund 227 400 Heftar Bodenfläche. Die Hochburg der Siedlungstätigkeit liegt ganz natür licherweise in dem menschenarmen deutschen Osten, auf den allein 61 Proz. der neugegründeten Wirtschaften und fogar 73 Proz. des gesamten für Siedlungszwecke hergegebenen Flächenraumnes entfällt. Während die Durchschmittsgröße der Siedlungen in Weft und Süddeutschland nur 6 bis 7 hektar beträgt, erreicht sie in Ostdeutschland wegen der leichteren Böden fast 12 Heftar. Bon diesen 26 343 Neusiedlungen sind im ganzen 46,8 Proz. als selbständige Adernahrungen mit 5 und mehr Heftar anzusprechen, 8,1 Proz. entfallen auf fleinböuerliche und Gärtner stellen mit 2 bis 5 Heftar, 16,6 Proz. auf Arbeiter und Handwerker stellen mit bis 2 Hektar, und der Rest von 28,5 Proz. besteht aus Wohnsiedlungen unter einem halben Hektar. Da die Anliegersiedlung mur die Bergrößerung schon bestehender Wirtschaften darstellt, erfordert sie nur einen Bruch teil der Mittel, die für Neusiedlungen notwendig find. Mußte daher die Neusiedlung in der Inflation wegen Kapitalmangel so gut wie ganz eingestellt werden, so gewährte die Anliegersiedlung dem Siedlungsmillen und dem 2andhunger fleiner Besiger einen gangbaren Ausweg. Die Anliegersiedlung hat deshalb einen verhältnismäßig großen Umfang angenommen. In ganz Deutschland murden von 1919 bis 1928 rumb 192 000 fleine Stellen durch Landzumeisung im Gesamtumfange von 181 000 Settar ver größert. Die Zahl der Wirtschaften, die durch die Sieblingstätigkeit zu selbständigen Adernahrungen über 5 Heftar erhoben wurden, beläuft sich in ganz Deutschland auf rund 67 000. Hiervon entfallen 69,2 Proz. auf den deutschen Osten, vor allem auf Schlesien, Bommern und Ostpreußen. Die Durchschnittszahl an Menschen auf einer Neusiedlung liegt für Preußen etwas über 4 Personen, also bei nur 2 Kindern, Da es sich bei den Siedlern zumeist um jüngere verheiratete Leute handelt. In den Hauptfiedlungsgebieten des Dftens entstammen rund 60 roz. der Siedler der Heimatprovinz, 7 Broz aus anderen östlichen Provinzen und mir wenige Prozent aus westlichen Bandesteilen. Dagegen find 26,5 Proz. der Siedler aus dem abgetretenen deutschen Gebiet in Polen übernommen morden. Die Berufsgliederung der Siedler ist in einer Interfudung non 1923 bis 1928 dahin festgestellt, daß rund 82,5 Broz der Siedler selbständige Landwirte und Bauernsöhne maren, der Rest sich aus landwirtschaftlichen Arbeitern und Beamten zufammensetzt. Die Ansiedlung landwirtschaftlicher Arbeiter hat in den letzten drei Jahren bemerkenswert zugenommen. Die Annahme, daß schwere wirtschaftliche Notlage der neuen Jvar Kreugers Reich. Es bringt 30 Prozent Dividende. Der immer ftärter werdende Finanztrust Kreuger u. Toff, dessen| dam gegründet, eine Finanzierungs- und Bantgesellschaft von inKonzerne ein wahres Weltreich darstellen, veröffentlichte seinen Ge- ternationalem Stil und wachsender Bedeutung. schäftsabschluß für 1929. Der Reingewinn ist von 19,9 auf 27,1 Millionen Kronen( auf 30,5 millionen Marf), die Divi: dende von 25 auf 30 roz. gestiegen. Die Ziffern deuten die glänzende finanzielle Lage an. Kreuger u. Toll hat fast in allen Ländern der Welt die verschiedenartigsten Interessen. Der Truft fontrolliert und finanziert vor allem eine Reihe schmedischer Industriekonzerne von Weltbedeutung; die beiden wichtigsten sind der schwedische Zündhalztruft( Svenska Tändsticks A. B.), der den größten Teil der Zündholzproduktion der ganzen Erde beherrscht, und der GrangesbergDrelösund Eisenerzfruft, der mächtige Eisenerzlager und-gruben in Schweden- Lappland, in Nordafrika und Chile besitzt. Kreuger u. Zoll ist ferner an der mächtigsten Großbank Schwedens( Skandinavista Kredit A. B.) beteiligt. Andere schwedische Weltfirmen, denen der Trust sehr nahe steht, sind der schwedische Kugellagerkonzern SKJ., der ein Drittel der Weltproduktion an Kugellagern beherrscht und Fabriken in Schweden, England, Deutschland, Frankreich, der Tschechoslowakei und den Bereinigten Staaten unterhält; ferner die große schwedische Telephonbau- und betriebsgesellschaft Ericsson; schließlich die Electromaschinen- Gesellschaft sea. Auch diese beiden Firmen haben zahireiche Niederlassungen in europäischen Ländern, Südamerika usw. In Schmeden ist Kreuger ferner an einer Elettrizitäts. gesellschaft( Hammarsforsens Kraft AL B.) beteiligt, und erit vor kurzem entstand in Schweden unter Kreugers Führung ein machtvoller Jellstoff- und Papierkonzern( Spensta Cellulose 2. B.), der u. a. 11 Sellstoffabriken, 6 Holzftleifereien, 16 Sägewerte, eine Papierfabrif, 1,5 Millionen Hektar Bald befißt. Diese Baldfläche ist etwa so groß wie der ganze Freistaat Sachsen. Die hier aufgezählten Firmen bilden nur einen Ausschnitt aus den Gefamtinteressen. Das Kommando über Ivar Kreugers Reich liegt bei der Kreuger u. Zoll A. B., die faunt zwei Jahrzehnte alt ist. 1911 murde sie mit 1 Million Kronen gegründet. Ihr heutiges Aktienkapital beträgt 76 M'llionen Kronen, ihre Bilanzsumme Ende 1929 über 740 Millionen Kronen ( 833 Millionen Mark). Ivar Kreuger selbst war ein Inge. nieur, der jetzt 50 Jahre alt ist und seine eigentliche Laufbahn um die Jahrhundertwende als Grundstids- und Häusermafler in Chitago, begann. Neben der Kreuger u. Toll stehen noch zwei weitere Schwefter. gesellschaften: 1. Die Swedish American Investment Corporation, 1925 in New York gegründet, eine Gesellschaft, die sich an einigen bedeutenden Industrie und Bantunternehmen beteiligt hat; 2. die. B, Financielle Mij. Kreuger u. Toll, 1926 in 2 m ft e r E Alle drei Gesellschaften verfügen über folgende Beteiligungen: Industrieaktien Grundstücsaftien Bantattien. 0 Staats- Schuldverschreibungen Sonstige Attien- u. Schuldverschreib. Schuldverschreibungen geg.Hypotheken Sonstige Beteiligungen 449,0 Millionen Aronen 70,4 58,3 318,2 0,1 13,0 81,4 Ihre Debitoren betragen 137,4, ihre Bargelder unb Bantguthaben 180,7 millionen Kronen. Diese Beteiligungen hatten Ende 1929 einen Wert von 1308,3 millionen Kronen( 1472 Millionen Mart) gegenüber nur 587,6 millionen Kronen Ende 1928. Der Wert hat sich also im Laufe eines einzigen Jahres mehr als verdoppelt. Zahlreiche Staaten sind Schuldner des KreugerTrusts: Deutschland, Frankreich, Danzig, Ungarn, Rumänien, Jugo. flamien, Polen, Lettland, Estland, Griechenland, Ecuador, Die größte Summe vermittelte Kreuger für das Deutsche Reich: 500 Millionen Mark. Die Vergebung solcher Anleihen erfolgt befanntlich stets im Interesse der von Kreuger u. Toll kontrollierten Ins dustriekonzerne, insbesondere des Zündholztrusts. Diese enge Verbindung zwischen industrieller Expansion und finanzkapitalistischer Machtermeiterung mußte besonders im Jahre 1929 in ungewöhnlich großem Imfang zu Erfolgen führen: die internationalen Finanzplätze der Welt reichten für den internationalen Bedarf nicht aus, die Binsfäße waren den Kapitalfuchern meist zu hoch, gewaltige Geldsummen waren in den Bereinigten Staaten in Aftienfpefulationen festgelegt. Der Kreuger Trust will, mie der jetzige Geschäftsbericht ausdrücklich betont, unter folchen Umständen„ ein bewegliches Instrument internationaler Finan= zierung" fein, das einerseits die Bedürfnisse der fapitalbedürf tigen Gruppe, andererseits die Interessen und Wünsche des anlagejuchenden Kapitalistenpublifums( auch des amerikanischen) genau fennt. Jvar Kreuger ist so der größte und großzügigste Matler Europas. Obwohl Schwebe, obwohl wichtigster Finanzierer der schwedischen Großindustrie, wird er doch immer mehr zum größten und erfolg reichsten Helfershelfer der amerikanischen Finanz Die hauptsächlichsten Stüßpunkte des Kreuger- Trufts in Deutschland find: das 3ündholzmonopol, die Deutsche Zündholzfabriken 2L- G., die Norddeutsche Zündholz A- G. und die Süddeutsche Zündholz A.- G.; deutsche Bantstützpunkte find die Deutsche Unionsbant 2L- G.( 10 Millionen Mark Aktientapital) und die Preußische hypothefenaftien bant. -h. hot pho Selbstbetrug des Mittelstandes. Siedler maſſenhafte Zusammenbrüche zur Folge gehabt habe, hat Schwerindustrie schreibt Herrn Bredt ins Stammbuch- Die„ einige" Wirtschaft. fich nicht erfüllt. So find in ganz Preußen, Denburg und Mecklenburg in den Jahren 1927/28 2,2 3 mangsversteige rungen auf 1000 Betriebe zu verzeichnen gemejen. Hier aus geht einmandfrei hervor, daß sich die Siedlungsbetriebe trotz der allgemeinen Schwierigkeiten in der Landwirtschaft durchaus be mährt haben. Die AEG. ist zufrieden. Aber der Belegschaftsabbau wird fortgesetzt. In einem jezt neröffentlichen Börsenprospett gibt die Bermattung des AEG. Konzerns ihren Belegschaftsstand mit 18 559 Beamten und 36 119 Arbeitern an. Seit der Veröffentlichung der Bilanz im Jamar, wo die Gesamtbelegschaft auf etwas mehr als 60 000 Mann beziffert murde, hat also ein weiterer Abbau von etwa 6000 Mann stattgefunden. In welchem Umfange die AEG. non der Rationali. fierung profitiert, zeigt die Umsatzsteigerung nont 400 auf 580 Millionen Mark bei gleichzeitigem scharfen Abbau der Belegschaft in den letzten drei Betriebsjahren. Der seit Jahres beginn durchgeführte Abbau hat mit Arbeitsmangel nichts zu tun, benn in dem Prospett wird nachdrüdlich vermerkt, daß der Konzern auch im laufenden Jahr ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen hofft. Im letzten Jahr wurde die Dividende von 8 auf 9 Proz. herausgesetzt. Schieles Weinzollpläne. Sie sind zum Weinen. täufer geendet haben. Die Wein ist massenhaft zu verkaufen, aber es fehlen die Käufer. Diesen Klageruf finden wir in der deutschnationalen Deutschen Tageszeitung", dem Organ der Schieleschen Agrarier. Es wird berichtet, daß in Baden, Württem berg und Franken, in der Pfalz, in Hessen, im Rheingau, an der Nahe, an der Mosel und an der Saar sämtliche Weinnersteigerungen mit einem Fiasto für die Berfür bekannte Qualitäten lagen bei den Bersteigerungen weit en weit unter einer Weart, und bei den freihändigen Berkäufern noch erheblich tiefer. Ganz offen wird zugestanden, daß die fortbauernde wirtschaftliche De pression, d. h. also die mangelnde Kauftraft im Inlande die Preise weit unter die Erwartungen der Winzer herabdrücken. Keine Rede ist also davon, daß es die Einfuhr ausländischer Weine wäre, die die Winzer belastet. Dennoch aber hat dieses famose Schiele- Brüning- Kabinett als erstes den Winzern eine Erhöhung der einzolle versprochen, die freilich Deutsch lands Handelsverträge zerschlagen, die Stauffähigkeit des deutschen Inlandes, worauf es doch ankommen würde, um feinen Pfennig erhöhen können. In dem neuen Kabinett Brüning- Schiele ist die Wirtschaft ganz unter sich. Der dealzustand märe also eigentlich erreicht. Jede der großen Wirtschaftsgruppen, Industrie, Handel, Landwirtschaft und auch der Mittelstand sollten sich jetzt nach Herzenslust den Braten zurecht machen können, den sie brauchen. Man versucht es auch: Die Industrie und der Handel in der Staater- und Sozialpolitik, die Landwirtschaft in der Zallpolitif, die Landwirtschaft in der Zollpolitik und der Mittelstand in seinem Kampf gegen die großen Betriebe des Einzelhandels. Aber statt holden Friedens und froher Zuversicht, die man ermorten sollte, sieht man in dieser Koalition der Wirtschaft" fast uur be trübte Lohgerber, denen die Felle danonschwimmen und die gegeneinander auf der 2auer liegen, ob der eine dem anderen bei der Zubereitung seines Spezialbratens nicht alle Geschäftshoffnungen und Wünsche zertrümmert. bie von dem Ein sehr lehrreiches Beispiel dafür ist die von dem Reichsminister für die Erhaltung des Mittelstandes Professor Bredt. dem Marschall Rückwärts der vereinigten Hausbesitzer, Handwerker und Krämer durchgesetzte Sonderbesteuerung für die großen Einzelhandelsbetriebe. Es ist das dieselbe Steuer, mit der dem Saß mißvergnügter Händler gegen die Warenhäuser und Konjumvereine endlich das längst gewünschte Bentil ge öffnet wurde, nachdem Herr Bredt in der Regierung saß. Die demokratische Presse, die, wie auch die Demokratische Partei, von den privaten Warenhäusern und großen Spezialgeschäften finanziell nicht ganz unabhängig ist, hat schon längst gegen die ,, atanistische" Besteuerung Sturm gelaufen. Jetzt aber ist es die schwerindustrielle„ Deutsche Allgemeine Zeitung", die Herrn Bredt und den von ihm geführten Mittelstand eine hochernste Borlejung darüber liest, daß niemand anderes die sogenannte Warenhaussteuer tragen wird als gerade die kleinen und fleinsten Einzelhändler selbst. Das Pifante der Situation ergibt sich daraus, daß die ,, Deutsche Allgemeine Zeitung" der Bannerträger für den dauernden Zusammenschluß des Bürgertums von Westarp bis Bern har d ist, daß die„ Deutsche Allgemeine Zeitung" noch ganz fürzlich die jetzt im Reichstag gegebene Bürgerblod situation als eine wahr. scheinlich nie wiederkehrende Gelegenheit gekennzeichnet hat, die wirt schaftliche und politische Macht des Bürgertums zu gestalten und als gestaltete Form in den politischen Kampf cinzufeßen. Diese ,, Deutsche Allgemeine Zeitung" erflärt Herrn Professor Bredt und seiner Mittelstandspartei, auf die jeder Bürgerblock von Dauer doch absolut rechnen müßte, daß die jetzige Steuerpolitik des Mittelstands schlecht hin der Ruin des Mittelstandes fein wird. Wie lautet die von der„ DA3." Herrn Bredt und feinen Mannen erteilte Lettion? menn fie aber die Sondersteuer wirklich tragen würden, dann würde nicht die Konturrenzfähigkeit des Einzelhandels, sondern die der Barenhäuser geftärft, die naturgemäß ihre Spezialabteilungen ausbauen fönnen. Die Steuerrabatte aber, die die industriellent Lieferanten den Warenhäusern gewähren müssen, nerteuern notwendig die Einkäufe des Einzelhandels bei der den Einzelhandel beliefernden Industrie, weil diese ihrerseits die bei den Warenhäusern erlittenen Verkaufsverluste beim Berkauf an die Kleinhändler wieder hereinbringen muß. Die„ DA3." schließt ihre Lettio'r mit den Worten: „ So wird also gerade der Einzelhändler mit dieser Steuer belaffet, während die Großbetriebe fast lediglich die Aufgabe haben, die Steuer an den Fiskus abzuführen." Das ist wahrlich feine freundliche Lektion des industriellen Koalitionsgenossen, für den die ,, DA3." die Feder führt, an die Mittelstandspartei und ihren Führer Bredt. Aber diese Lektion ist rur z charakteristisch für das System und die Gestalten des be: trübten Lohgerbertums, das dieses Kabinett der„ geci jen Wirtschaft" fennzeichnet. Nun tönnten fich freilich Herr Bredt und sein Mittelstand sagen, daß wenigstens die so gehaßten Konsum. vereine durch die Sondersteuer ordentlich daran glauben müssen, wenn die Händler schon für die Warenhäuser und großen Spezialgeschäfte die Zeche bezahlen müssen. die Aber auch mit der Hoffnung auf eine dauernde Hemmung der Konsumvereine hat es einen Hafen. Kein Zweifel, daß die Konsumvereine im Augenblid emp findlich belastet werden. Eine ganz andere Frage aber ist es, ob auf die Dauer diese Belastung der Konsumvereine Einzel- und Kleinhändlern zum Nutzen gereichen wird. Das Hauptgeschäft der Konsumvereine ist das Lebensmittelgeschäft. Im Augenblick kann es in der Tat eintreten, daß die wirtschaftspolitisch so verrückte Sonderbesteuerung der großen Konsumvereine auch noch das Brot und die Euppeneinlagen der deutschen Arbeitslosen verteuert. 23ö Ifig verfehrt wäre aber Hoffnung, daß die konfumvereine sich gegen diesen Anschlag auf ihre Leistungs fähigkeit nicht wehren fönnten. Die Konsumvereine werden alles daran feßen; die Lebensmittel nad Möglichkeit nicht zu ver teuern; um dazu in der Lage zu sein, werden sie nicht nur mit aller Macht neue Mitglietermassen zu werben, sondern auch mit allen Kräften ihre Verlaufstätigkeit auf andere bisher weniger gepflegte Massenartikel auszudehnen suchen, und da gibt es noch ein unendliches Gebiet der fonsumgencijen schaftlichen Tätigteit. Darüber hinaus werden die Konsumvereine ihre Eigenproduktion ausdehnen und auch noch die privaten Unternehmergewinne den organisierten Konsumenten zugute fommen laffen. Das foftet nur 3eit und Geld, Zeit zum 3uwarten haben aber die Konsumvereine, nicht die Händler, und Geld in Massen bringt die Sparorganisation der Konsumvereine, während es den Händlern fehlt. Die., DA3." schreibt, wir zitieren wörtlich: ,, Das eine ist sicher: Die Großbetriebssteuer wird zwar von den Warenhäusern Englische Schiffahrtsfusion infolge des Hapag- Lloyd- Abkommens? und den übrigen Großunternehmen des Einzelhandels gezahlt, Der Zusammenschluß der beiden Großreedereien apag und aber die Belastung wird mit Notwendigkeit abgewälzt Norddeutscher Lloyd hat in englischen Schiffahrtstreisen werden. Genau so wie früher werden die Warenhäuser auch jetzt Es ist wahr, der Mittelstand regiert. Aber daß er größtes Aufsehen erregt. Da die englischen Reeter die verstärkte wieder entmeter auf jeder Rechnung den Abzug eines gegen sich und schließlich sich selbst zu Tode regiert, daß Stoßkraft der deutschen Großschiffahrt auf den Nordatlantit. von seinen industriellen und händlerischen linien zuerst zu spüren bekommen werden. find von ihnen jegtarenhausfteuerrabatts verlangen, oder bei der Preis mind ihm nid: mur Gegenmaßnahmen vorgesehen, die einen Zusammenflug stellung eine entsprechende Regelung durchlegen." Die größeren Sealitionsgenossen bescheinigt. Das wird ihm auch von den der White- Star- und Cunard- Linie auf ähnlicher Grundlage zum privaten Spezialgeschäfte mit einem Jahresumsag von über 1 Mil- konsumvereinen, die der Mittelstand ruinieren möchte, Biele haben lion Mart jeien zwar etwas schlechter daran als die Warenhäuser, praktisch und in sehr fühlbarer Weise bewiesen werden Donnerstag 24. April 1930 Unterhaltung und Wissen Wiſſen Andreas Latzko: Der Doppelpatriot ( Schluß.) Nur den schier unübersehbaren Komplikationen des zweifarbigen Geschichtsunterrichts zeigte er sich nicht ganz gewachsen. Und hier crreichte ihn auch der zweite Schicksalsschlag. Mit glühenden Wangen faß er eines Montags in der Schule lauschte gespannt dem Vortrag des Geschichtsprofessors, der eben mit mächtigen Worten die Greueltaten Urbans des Ersten, genannt ,, Urban der Bluthund", schilderte. Fürchterlich waren die Anflagen, die ber empörte Professor gegen diesen grausamsten aller Tyrannen erheb. ,, Bom Jahre 1729 bis zum Jahre 1791 schwang Utban sein vom Blute unschuldiger Kinder triesendes Zepter. Seine Herrschaft erstreckte sich über das rate und das schwarze Land und über ein undzwanzig andere Königreiche, die er mit seinen bestialischen Söldnern gleidfalls heimtüdisch überfallen, geplündert und unterworfen hatte. Auf allen Wegfrerzungen standen Galgen; die Besten unseres Landes mußten ihr Haupt auf den Richtblock legen, Witwen und Waisen riefen überall den Fluch des Himmels auf den Tyrannen herab!.." Das junge temperamentvolle Herz Theophils, immer überheizt von dem zweifachen Patriotismus, schlug Sturm während dieser Schilderungen. Er onnte faum mehr an sich halten, als der Professor nun auch das Schicksal der roten Helden erwähnte, die sich endlich entschlossen zusammengetan hatten, um das Baterland von dem Bluthund" zu befreien. Sie waren unbemerkt ins Schloß ge drungen, hatten die Bachen bestochen und standen bereits vor dem Schlafzimmer des Verhaßten, als plötzlich ein verräterischer Schurke. Lärm schlug, die Helden überrumpelt und gefesselt wurden. Ein unterdrücktes Schluchzen lief durch die Bänke, als die zehn Märtyrer mit dem Rufe:„ Es lebe die Freiheit! Es lebe das Vaterland!" furchtlos die Richtstatt betraten.... Wer beschreibt die angenehme Ueberraschung Theophils, als der Gesichtsprofessor des schwarzen Gymnasiums den Unterricht am nächsten Morgen mit folgenden Worten begann: Was ich euch heute zu sagen habe, brauchte ich eigentlich gar nicht zu erzählen. Denn es gibt hoffentlichy feinen unter euch, der es nicht schon längst wußte, wer vom Jahre 1729 bis zum Jahre 1791 cuf dem Throne unseres teuren Baterlandes jap." Alle Finger schnellten in die Höhe. ,.Nun, Theophil, fage du mir's!" Freudig sprang Theophil Banner empor und schmetterte: Siebzehnhundertneunundzwanzig bis siebzehnhunderteimund neunzig herrschte über das schwarze und über das rote Land sowie cuch über einundzwanzig andere Königreiche der grausame Tyrann: Urban der Bluthimb... Ein betäubendes Wutgeheul folgte seinen Worten. Alle Schüler sprangen aus den Bänken, warfen sich auf Thecphil, zerrten und rissen ihn bei den Haaren und an den Ohren, schlugen mit den Fäuften auf ihn los, bis er auf das Katheder flüchtete und hiljesuchend die Knie des Professors umfing. Aber auch der Professor Lannte kein Erbarmen und stieß ihn mit den Füßen von sich. Erst als der Unglückliche zerfetzt, zertreten, verprügelt, leise schluchzzend in der Ecke kniete und die Entrüftung fich allmählich gelegt hatte, begann der Lehrer seinen Vortrag. Und nun erfuhr Theophil Banner, daß Urban der Große, so nannten sie hier den blutdürftigen Tyrannen, der höchste Stolz seines schwarzen Baterlandes sei. Denn unter Urban dem Großen ging die Somme im Reiche der schwarzen Patrioten nie unter und der Kriegsruhm der schwarzen Fahne erfüllte die ganze Erde! Urban Der Große war edel und gut! Unbarmherzig gegen seine Feinde, freigebig gegen seine Getreuen. Das empfängliche Gemüt Theophils fonnte den wirkungsvollen, non patriotischem Elan getragenen Worten nicht lange widerstehen. Das Bild Urbans des Bluthundes verblaßte und Urban der Große stand leuchtend vor thm. Und er glühte bereits vor Entrüftung, als der Lehrer zum Schluß der feigen Meuchelmörder gedachte, die es versucht hatten, den großen König im Schlafe hinzumorden! Die Hinrichtung entfesselte einen Beifallssturm, und die Schüler beschlossen einstimmig, das Monument des getreuen Kammerdieners, der durch seine Wadsamkeit die verruchte Tat vereitelt hatte, zu Befränzen. Quch Theophil Benner opferte begeistert seine Ersparnisse; auch er stimmte vor dem Standbild aus voller Kehle in die schwarze Nationalhymne ein. Bergebens! Der Faustschlag in das Gesicht des ganzen Bolkes war nicht so leicht zu fühnen. Namentlich war es der Geistliche, der sich mit Rücksicht auf bedeutende Schenkungen Urbans des Großen an die Kirche gegen Theophil ins Zeug legic. Er stellte Nachforschungen an, ersuchte feinen roten Kollegen um Auskünfte und trat bald mit der sensationellen Enthüllung vor das Professorenkollegium, daß Theophil Banner den Namen seines Vaters zu Unrecht trage, daß Theophil ein uneheliches Kind sei! Das kam so: Im roten Königreiche war seit Jahrzehnten schon die Zivilehe eingeführt, während die schwarzen Bürger, dank der Fürsorge ihrer Geistlichkeit, von dieser gottlosen Institution nod) verschont geblieben mar. Run mar aber der Bater Theophils, wie bekannt, Untertan des roten Landes und hatte fich. nicht so sehr aus Ueberzeugung, als eher aus Abneigung gegen unnötige Ausgaben, mit der Zivilehe begnügt. Nach schwarzen Begriffen waren alfo die Eltern Theophils überhaupt nicht verheiratet. Theophil erhilt den strengen Befehl, den Namen Banner innerhalb der schwarzen Grenzen nicht länger zu ufurpieren, und hatte reben seinen beiden Baterländern mun euch noch zwei Familiennamen zu tragen. Mit dieser kleinen Bereicherung seines Repertoirs hätte sich der geschmeidige Knabe leicht abgefunden, ollein die Folgen der einjeitigen Namensänderung waren äußerst unerquicklich. Während er nämlich diesseits des rct- schwarzen Schlagbaumes auch weiterhin für einen honetten Jungen galt, den jedermann freundlich begrüßte, begegnete er jenseits des Schlagbaums nur un freundlichen Gesichtern, und die kleinsten Hosenmäße fühlten sich berechtigt, ihm auf offener Straße Rosenamen wie„ Bastard" oder ,, Banfert nachzurufen. Die ungerechte Behandling hätte die Seele und mas piel wichtiger die Wehrkraft des jungen Theophil unfehlbar dem roten Staate zuführen müssen, menn der durch und durch mit Begeisterung mattierte und nur noch aus hoch!" und Pereat" zusammengesetzte Jüngling einer subjektiven Regung überhaupt noch fähig gewesen wäre. Allein die auf beiden Seiten mit besonderem Nachdrud geführte nationale Erziehung hatte zu diesem Zeitpunkte ihre Wunder bereits vollbracht Namen und Ziele der Helden und Verräter spielten in Theophils intensivem Gefühlsleben längst teine Rolle mehr. Seine Sym pathien und Antipathien gehörten den Begriffen, die ihm eingepauft werden waren. werden waren. Und sein Patriotismus schaltete sich Tag für Tag automatisch um. Man wird begreiflich finden, daß Theophil Banner( alias Strobel) unter solchen Umständen zitternd den Tag der Entscheidung herannahen sah. Von welchem seiner geliebten Baterländer sollte er fich trennen? Ihm blühten in jedem Falle drei unglückliche Tage wöchentlich!... Eine gütige Vorsehung ersparte ihm diesen schmeren Entschluß und seine Folgen. Kurz vor Ablauf der Termins spijte sich die alte Feindschaft Der Mensch ist ein Gewohnheitstier Daß die menschliche Natur fähig ist, fich oft widrigen äußeren Umständen und Lebensbedingungen anzupassen, wissen wir durch Ueberlieferung, Geschichte und Wissenschaft. Daß es auch der mensch| liche Geist ist, haben wir oft genug zu unserem Entsetzen gehört, allerdings immer nur bis zu einer gewissen Dauer, bis endlich die Geduld reißt und die Menschheit sich selbst befreit. Beilage des Vorwärts zwischen den beiden Nachbarländern bedenklich zu; die Bevoll= mächtigten padten ihre Koffer, und die Kriegserklärung erfolgte. Theophil fand, als er abends heimkam, eine rote und eine schwarze Einberufungskarte auf seinem Tische. Er schwankte nicht. Es war Freitag; sein Herz gehörte den Roten! Verächtlich schleuderte er den schwarzen Fehen in die Ecke, ergriff den alten Dienstsäbel seines Vaters und hieb wuchtig auf den unsichtbaren Feind ein. Der Abend verging in gehobener Stimmung. Theophil zweifelte feinen Augenblick an der sicheren Niederlage der Schwarzen. Nach zehn Uhr zog er sich auf sein Zimmer zurüd. Um elf Uhr hörte ihn seine Mutter noch erregt auf und ab gehen. Kurz vor Mitternacht begann er laut zu jammern. Schlag zwölf Uhr schloß er das Tor auf und stürzte ins Freie. * Am nächsten Morgen baumelte sein Leichnam auf dem hochgezogenen Schlagbaum. Inten hatte er eine kleine Tafel befestigt, welche zwischen zwei nach rechts und links weifenden Zeigefingern die Infchrift trug: Ich sterbe für das Baterland. F Entdecker des Volksmärchens Gewöhnlich werden die Brüder Grimm als diejenigen gefeiert, die uns die Wunderwelt des deutschen Volksmärchens erschlossen haben, und gewiß ist durch ihre klassische Sammlung der Kinderund Hausmärchen" die Freude an diesem so lange verschütteten Jungbrunnen der Phantasie erst wieder in der ganzen Welt erweckt worden. Aber die Brüder hatten einen bedeutenden Vorgänger, der als der eigentliche Entdecker des deutschen Volksmärchens angesehen werden kann. Das war der große Maler und romantische Denker Philipp Otto Runge, und es hat daher feinen tieferen Sinn, wenn die Auswahl romantischer Märchen in der großen, bei Philipp Reclam in Leipzig erscheinenden Sammlung Deutsche Literatur", deren erster Band soeben erscheint, die beiden von Runge aufgezeichneten Märchen an die Spize stellt Der Herausgeber Andreas Müller hebt in seiner Einleitung und den Anmerkungen die Bedeutung dieses genialen Pfadfinders gebührend hervor. Wohl Paum eine andere Gattung der Boltsdichtung war im Rofofo und in der Aufklärungsarbeit so verachtet und erniedrigt worden wie das Märchen. Die geistreichen Erzähler benutzten diese Form zu allen möglichen unanständigen und spottenden Karikaturen, und selbst einer der ersten, der eine Sammlung folcher Volksmärchen veranstaltete, Musäus, schrieb noch in der Einleitung zu seinen ganz unnaiven Erzählungen: Wozu dient dieser Unrat? Märchen sind Rossen, Kinder zum Schweigen zu bringen und einzuschläfern, nicht aber, das verständige Publikum damit zu unterhalten." Erst Goethe gemann dem Märchen als Kunstform seine Würde und Bedeutung zurüd, und die romantischen Märchenerfinder, die sich an ihn anschloffen, bevorzugten ebenfalls eine symbolische Darstellung, einen ideenreichen Tiefsinn, die der eigentlichen Bolfsdichtung fernftehen. Aber durch die liebevolle Versenkung in die Schätze volks mäßiger Ueberlieferung, die Arnim und Brentano in des ,, Knaben Wunderhorn" und Görres in seiner Schrift über die„ teutschen Bolksbücher" offenbarten, wurde doch der Weg zu dem tiefen Schacht gebahnt, in dem das Dornröschen des deutschen Märchens schlummerte. Der Prinz, der es zuerst wachtüßte, war eben Ph. D. Runge, der zwei Märchen seinet pommerschen Heimat in der heimischen Mundart niederschrieb und als eister ein solches reines Volksmärchen, nämlich das Bon dem Machandelboom" 1808 in Arnims Zeitung für Einsiedler" veröffentlichte. Es seien hier einige Beispiele an Einzelpersönlichkeiten gezeigt, die trotz besonderer geistiger Befähigung und leidenschaftlichem Temperament aljo Eigenschaften, die gerade nicht auf Geduld im Ertragen heftiger Widerstände hinweisen- Jahre der entsetzlichsten seelischen und körperlichen Martern ertragen fonnten. So ci an Dumas' Romanfigur, den Grafen von Montechristo, erinnert, eine Gestalt, die dem wirklichen Leben entnommen war. Es handelte sich um Edmond d'Antès, einen Bonapartisten, der als politischer Gefangener nach der Festung If bei Marseille gebracht murde, wo er 14 Jahre zubringen mußte, und zwar in einem kellerartigen finsteren Raum, der nur durch ein fleines vergittertes Fensterchen einige Lichtstrahlen erhielt. Des Nachts aber wurde er in ein winiges, gänzlich dunkles Loch gesteckt, das eine Breite von 2 und eine Länge von 4 Schritten hatte. Dabei war es so niedrig, daß man nur gebüt darin stehen konnte. Man denke: 14 Jahre einſamer, ptelleicht schlafloser Nächte in folchem Raum, 14 Jahre täglich in einem halbdunklen Gelaß ohne Aussicht, dessen Stille nur durch, das Losen des eisigen Mistral unterbrochen wurde. Oder man denke an den unglüdlichen, italienischen Dichter Silvio Bellico, der wegen seiner Vaterlands- und Freiheitsliebe als, politischer Gefangener in per schiedene Sterker gesetzt wurde, um zuletzt in den brüchtigten Kafematten der Festung Spielberg 8% fürchterliche Jahre zu verbringen. Man muß diese Kasematten gesehen haben, diese feuchten, finsteren Kellerräume, um voll zu empfinden, was das bedeutet. Dazu kam eine schwere, an beiden Beinen befestigte Kette, die auch während der Nacht auf der hölzernen Pritsche nicht abgenommen wurde. Der Dichter hat in seiner biographischen Schrift Meine Gefängnisse" diese Leidenszeit in der schaurigen Höhle" geschildert. Er erzählt da von seinem Freund und späteren Kerfergenossen, dem Dichter Maroncelli, der unter diesen Lebensverhältnissen schwer erkrankte und dem an Ort und Steüe, auf dem Bettrand sigend, nur von den Armen feines Freundes gehalten, ohne Narfoje ein Bein abgesägt wurde, wobei er nicht einen Schmerzenslaut von sich gab. Oder denken wir an den Freiherrn von der Trend, den berüchtigten Vandurensberst, der lange bevor ihn sein Schicksal erreichte, in den Kasematten der Festung Magdeburg viele entfezliche Jahre verlebte. Trend, dem man das Schreiben gestattete, aber teine Linte gegeben batte, unternahm es, viele hundert leere Blätter der Gefängnisbibel mit seinen Gedanken und Erzählungen zu beschreiben, und zwar mit feinem Blut, indem er sich mit einem Nagel verletzte und es in einer Schale auffing. Diese Bibel kam später aus dem Gefängnis, und es wurde einwandfrei die blutige Tinte nachgewiesen. Diese Geschichte oder Materie, am gewöhnlichsten aber doch an dem wie? danken, Erlebnisse und Empfindungen hatte er oft in Versen niedergelegt, und das in einem Raum, den man dadurch noch entsetzlicher zu gestalten suche, daß man in seine Mitte einen Grabstein mit dem Namen Trends hatte sezen lassen. Barbarisch wurde er nach einem mißglückten Fluchtversuch bestraft, indem man ihn an eine 68 Pfund schwere Kette schmiedete, mit der er auf dem feuchten falten Boden, entkleidet, ohne Strümpfe liegen mußte, mit dem Kopf an die Mauer geftüßt. Die Schildwachen waren angewiesen, ihn alle Viertelstunden zu wecken, so daß er nicht einmal die Erquidung des Schlafes genießen fonnte. Und trokdem brachte er es fertig, neben seinen Erlebnissen noch unzählige Auffäße und Gedichte zu verfassen. Welcher Kräfte ist der Mensch doch fähig! Das kann man auch von dem genialen Dostojewsky sagen, der bei großer Reizbarkeit und Sen fibilität durch die Fallsucht, an. der er litt, viele Jahre in Gesellschaft von Mördern, Räubern und sonstigen Berbrechern in Sibirien verbrachte. Seine Menwiren aus einem Totenhaus" schildern uns die furchtbaren Berhältnisse, in denen ein selten begnadeter und leidenschaftlicher Mensch voll schöpferischer Fähigkeiten so lange Zeit leben konnte. Diese Reihe, die noch vieifach vermehrt werden könnte, zeigt uns, welchen unerhörten törperlichen und seelichen Lagen die menschliche Natur sich unter zaordnen imftande ist. Zwar viele waren auch, die solches Los nicht ertrugen, die dem Siechtum oder dem Tod verfielen, oft auch im Bahnsinn endeten. Und einer sei noch genannt, der sich nicht gewöhnen wollie, der seine ganze Energie daranjezzte, um sich aus der furchtbaren Haft in den Bleilammern von Benedig zu befreien. Casanova, der lebenssprühende, durch seine unzähligen Liebesabenteuer befannie Mann erzählt in seiner„ Gefangenschaft und Flucht aus den Bleikammern von Benedig", wie er in fon fequentem, eisernem Bemühen über die Dächer des Dogenpalastes, in furchtbarer Lebens- und Entdeckungsgefahr schwebend, wie durch ein Wunder sich rettete und ungefährdet in die Freiheit entwich. Nehmen wir eines dieser Bücher zur Hand, um uns in diese Lagen zu versetzen; wir werden dann nicht miffen, ob wir diese Menschen mehr bedauern oder bewundern sollen, werden jedenfalls aufatmen, daß wir heute doch über die schlimmsten Zeiten der Barbarei hinR. Schneider, aus find, Runge hatte sich in seinen Gedanken und seinen Bildern tief in fid) in f das unendliche Leben der Natur, in die kosmischen Zusammenhänge aller Dinge versenkt und besonders Kindern und Blumen seine Liebe zugewandt. Die Märchen, die er mündlicher Ueberlieferung nacherzählte, schienen ihm so recht aus den Tiefen unbewußten Naturerlebens zu kommen, und er zeichnete sie daher in der Mundart auf, im Gegensatz zu der Art, wie Arnim und Brentano die Volkslieder erneuert hatten. An einem rechten Volksliede, Ballade. Märchen," schrieb er, hängt eine geistige Färbung, wie die Staubfäden an den Blumen. Es liegt dies wohl bisweilen an der GeOder wodurch? Und sollte man nicht, wenn man darauf denkt, den Reiz solcher Sachen festzuhalten, gerade das Flüchtige, ich möchte sagen, die Blüte, in welcher sie einem erscheinen, festzuhalten suchen?" Durch diese demütige Andacht vor der Redeweise des Volkes gelang es ihm, seinen Märchen den natürlichen, tiefen Herzenston mit unerreichter Meisterschaft zu verleihen, und so wurden diese Dichtungen zum Vorbild für alle späteren Märchensammlungen. Freilich hatte Runge bei dieser Entdeckung des Volksmärchens teine philologischen, sondern nur ästhetische Absichten. Die beiden Märchen ,, Bon dem Machandelboom" und Vom Fischer und fyne Fru", find mit reijem Kunstverständnis aufgebaut und erfüllt von jenen Gedanken, die Runge auch in seinen Bildern ausgeprägt hat. Das Manuskript, dos er Arnim zugesandt hatte, wurde von diesem an die Brüder Grimm weitergegeben, und diese veröffentlichten die beiden Märchen in ihrer Sammlung, in der sie dann weltberühmt geworden und immer als Muster gepriesen worden sind. Daß die Brüder Grimm dem Vorbild Runges gerade in der Beibehaltung der Mundart nicht folgten, ist wohl aus ihrer geringen mundartlichen Sprachgewandtheit zu erklären. Jakob Grimm, der große Philologe, vermißte die philologische Behandlung, aber der ästhetische Grundsatz des Hamburger. Malers ist doch auch von den. Brüdern für die Form ihrer Märchen anerkannt und übernommen worden. Wilhelm Grimm, der immer mehr zum eigentlicheir Ideal, das er in Ranges Märchen gefunden, zu erreichen. Auch er Schöpfer der Sammlung wurde, war sein Leben lang bemüht, das lehnte es ab, wie es Lied und Brentano taten, die Motive des lieben umzudichten oder zu verändern. Wie er in der Borrede zir Bolfsmärchens als freies Phantasiegut zu behandeln und nach Beden Kinder- und Hausmärchen ausführte, sollten„ diese Märchen so rein als möglich aufgefaßt" werden, den ihnen eigentümlichen Charakter durchaus bewahren und in ihrem ursprünglichen Ideen. gehalt unangetastet bleiben. Damit folgte er den Grundsägen, die Runge zuerst befolgt hatte, als er mit seinen beiden folgereichen Proben die zarte Pflanze der Bolfsdichtung aus jahrhundertelangem Schlunumer zu neuer Blüte erweďte. Was ein Schlager einbringt. Der Autor des Schlagers „ Balencia" verdiente damit in zwei Jahren rund 2 Millionen Mart. Funkwinkel. Werbebesirf Ghönefra: Gdule Neurief. 11: Goredorprobe. Re Werbebezirk Tempelhoft nacum Tempelhof, Ringstraße: Bolfstanzkursus, 20 Uhr. Hat der Abetter ein Vaterland?" zu machen hatte, burch ein Gerede zu zersplittern, das vom Hundertsten ins Tausendste ging. Gruppen, auch Lindenhof, müffen pünktlich zur Stelle fein. Trotzdem gelang es Prof. Woldt, feine Grundgedanken zum Thema flarzulegen. Er betonte, daß der Arbeiter nicht infolge irgendwelcher Theorien, sondern durch das praktische Erleben zu seiner Einstellung zum Begriff Vaterland" tommt. Es ist eine Frage müssen vertreten fein. der Eristenzbedingungen, aber auch eine Frage des Anteils, den " Werbebezirk Neukölln: Wichtige Sigung des Wanderleiterausfdruffes mit den Wanderleitern aller Gruppen im Heim Steinmekftr. 114( Laden). Alle Gruppen der Arbeiter am Staat und an der Kultur des Staates erhält, ob Borträge, Vereine und Versammlungen. er ein Zugehörigkeitsgefühl zu seinem Vaterlande hat. Das Kaiserreich Deutschland hat dem Arbeiter dies Gefühl nicht geben können; der neue Staat wird es allmählich in ihm wecken müssen. SAJ Tes. Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Donnerstag, of April, dimific 19% Uhr. Bilichientrelen am Bahnbor AdlersFinfendungen für diese Rubri! nur an das Jugendfefretariat Berlin SB68, Lindenstraße 3 Am Abend wurde die Komödie in Darmstädter Mundart ,, Datterich" von Elias Niebergall gesendet. Die Bilder aus dem Kleinbürgerleben vergangener Tage wurden anschaulich und amüjant von den Darstellern unter Hans Nerkings Regie nachgezeichnet, so daß das neunzig Jahre alte Werfchen recht lebendig wirkte. Eine sehr hübsche Idee lag dem„ Musikalischen Magazin" zugrunde: man wurde auf wenig anstrengende Art und Weise mit neuester Musik der verschiedensten Richtungen bekanntgemacht. Daß auch bisher unbekannte„ Deutsche Tänze" Beethovens in die Veranstaltung einbezogen wurden, erhöhte noch ihren Reiz. Heinrich Burkhardt, der die Veranstaltung leitete und die verbindenden Worte sprach, und die übrigen Mitwirkenden verdienen Dank. Grundsäßliches über das Wesen des Arbeitersports jagte F. Wildung in seinem Vortrag Jugend und Arbeitersport". Kaum jemals zeigte es sich deutlicher als heute, daß Welten Sport nom Sport trennen tönnen. Den einen ist der Kampf egoistisches Sichhervortumwollen, den anderen luftbetontes Gemeinschaftsspiel. Die Arbeitersportler lehnen jete Siegerehrung ab. Die Wettkämpfe sollen hier nur dazu dienen, daß jeder im Rahmen seiner Ver anlagung seine förperliche Leistungsfähigkeit entwickelt. Die Hauptstadt: Schule Sonnenburger Str. 20: Freundschaft, Kameradschaft, Liebe". sache für den Arbeitersportler ist die Pflege des Sozialbewußtseins. Ein Dialog, der sich recht interessant hätte gestalten fönnen, wurde leider wie es schien, sehr absichtlich durch einen Redner aufs tote Gleis geschoben. Alfred Mühr war emfig bemüht, die Ausführungen, die Ministerialrat Professor Woldt zu dem Thema Theater, Lichtspiele usw. Donnerst, 24.4. Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ab. A. Do. No. 9 Jahres- Ab.- V. No. 110 20 Uhr Donnerst., 24.4. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus III 20 Uhr Der Cavalleria Troubadour rusticana Bajazzi Ende 22 Uhr Ende 22% Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik Vorst. 69 19 Uhr Die Stumme von Portici Ende 22 Uhr am Gendarmenmarkt St. R. 2 Do. No. 7 Jahres- Ab.- Y. No. 97 19 Uhr Wird Hill amnestiert? Ende 213 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Das Friedensfest Ende 22 Uhr SCALA Tägi. 5 u. 8, Uhr. B5 Barb. 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M. Amerikas Toto berühmtester Clown und 9 weitere Varieté- Neuheiten PLAZA Tag. 5 u. 815 Sonnt. 2., 5 n. 8 15 Alex. E 4, 8066 Winter Garten⭑ * 8.15 Uhr Zentr. 2819 Rauchen erlaubt Otto Reutter Volksbühne Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Das Lied von Hoboken Ein Negerstück v. Gold- Weisenborn Musik: W. Grosz Regie: Heinz DietrichKenter Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Das Friedensfest Deutsches Theater D2 Weidendamm 5201 8 Uhr Der Kaiser usw. Piscator- Bühne im Wallner- Theater Alexander 4592/93 Täglich 8 Uhr: Meyerbeld- Gastsple ..Brülle China" B.- B.- Sikung gemeinsam mit den W..B.- Leitern heute, pünktlich 19 Uhr, im Vortragssaal des P.-B., Lindenstr. 3. 2. Sof, 2 Tr. links. Arbeitsgemeinschaft Abraham: Heute Rusammenkunft im Echulraum der Arbeiter- Bildungsschule, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr. links. Heute, Donnerstag, 19% Uhr. Oranienburger Tor: beim Elisabethkirchstr. 19:„ Mode und Reform. Faltplak 1: Echule Connenburger Str. 20: Elternabend. Lichtbilder: Heinrich Bille". Nordosten II: Scim Danziger Etr. 62: Sans- Sachs- Abend. Schönhauser VorKöpenider Viertel: Schule Wrangelftr. 128: Aufgaben der Arhei'criugend". Rottbusser Tor: Heim Briker Str. 27-80: Sungarbeiter und Schüler". Südweft: Heim Lindenstr. 4:„ Der 1. Mai". Röpenid, R..: Heim Schloßftraße 27: Was ist Cozialismus? Wittenau: Seim Fosenthaler Str. 15: Funktionärsinung. Aufgaben der SAJ." Nordosten I: Wichtige Funktionärfonferenz beim Genossen Baude, Brenzlauer Allee 187. Sallesches Tor: Heim Bordstr. 11: 1 Jahr Gruppe Sallesches Tor". Norden: Seim Lorking- Ede Graunstraße: 10- Minuten- Referate, Dir. Dr. Martin Zickel Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8 Uhr Majestät läßt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 82 Uhr Geschäft mit Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 81 Uhr Ab 28. April wieder täglich Sex Appeal ..5 218" Theater d. Westens Täglich 8% Uhr: Paganini R.Tauber, V.Schwarz Lessing- Theater Weidendamm 2797.0846 Täglich 8 Uhr Flamme v.Amerika mit Käte Dorsch von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Kammerspiele 02 Weidendamm 5201 8 Uhr Die liebe Feindin Romödie von A. P. Antoine Regie: Gustaf Gründgens Franz Lederer Theater am Schiffbauerdamm Gastspiel d. kleinen Theaters 8 Uhr Madame hat Ausgang V. Thellmann, Bearmann, v. Waßmann, Lwovski Lustsp. v. Frederik Lonsdale Regie: Forster Larrinaga Albert Bassermann, Mady Christians Berliner Theater Dönhoff 170 814 Uhr Ber Teufelsschüler! Komödie v. Bernard Shaw Regie: Heinz Hilpert Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 ( Zentral- Theater) Dönh. 2047 Täglich 8% Uhr Das Land des Lächelns von Lehar Metropol- Th. INTERNAT. VARIETE Die Komödie Vorverk. ununterbr. Täglich 84 Uhr 11 Bismck.2414/ 7516 8% Uhr 8% Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr Die Kreatur Lothringer Straße 37. Nur noch bis 30. April Der wahre Jakob Norden 281 u 114! Der Kleines Theat. Bettelstudent Merkur 1624 Schauspiel von Ferd. Bruckner Täglich 8 Uhr Regie: Max Reinhardt Gastspiel Gisela Werbezirk in Alpar, Schützendorf, Jöken, Pattiera Direktion Dr. Martin Zicket Komische Oper Friedrichstr.104. Merkur 1401/4330. Täglich 8% Ubr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. 8 Uhr: Geschäft mit Amerika; Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Morgen! Barnowsky- Bühnen Theater in der Stresemannstr. ( früher Königgrätzer Str.) Täglich 84 Uhr Napoleon areift ein Von Walter Hasenclever Komödienhaus Täglich, 8% Uhr: Meine Schwester und ich Musik v. Ralph Benatzky Ziehung 1. Klasse 25. und 26. April Preuß. Staatslotterie Gesamtgewinne in 5 Klassen über 62 Millionen RM. 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KURFORST 7460 REVUE SERVUS 1930' BETRIEB KEMPINSKIK Residenz- Theater Künstl. Leitung Gaston Briese Täglich 8 Ubr Theat. a. Kottb.Tor Kottb. Str. 6 Tägl.& Uhr Sonntags auch 3 Uhr za ermäßigten Pr. EliteSänger. Das phänomenale Osterprogramm mit d beliebten Gasttenor Kurt Wanger Wo speist man gut und billig? Nur Eisrieke Gross- Berlin Rundfunkh. balbe Pr. Alexanderplatz GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Nur noch 7 Vorstellungen! 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL Reichshallen-Theater Abends Sonntag nachm. E ( zu halben Preisen) Stettiner Sänger Tageskasse 11-2, Abendkasse ab 6 Uhr. Zentrum 11263. Dönhoff. Brettl: Tanz Vater sein, dagegen sehr Varieté- Konzert KOSTPROBENGRATIS AUSSCHANKUOTLans sind der beste Beweis für die Leistungsfähigkelt meiner Firma! Tafelaquavit, echt, fuselfrei. Weinbrand- Verschnitt,* • Stern Echter Weinbrand,* Stern Teerum, Jam. Rum, Verschnitt 45% Feinste Edelliköre bis 38%. 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Die Mannschaften haben vollzählig u 19 Uhr ruderfertig zur Verfügung zu ftchen. Tiergarten, Jungbanner: Freitag, 25. April, 20 Uhr, Versammlung bei Schlefinger, Lübecker Straße. Wichtige Tagesorapung. Erscheinen Pflicht. Wilmersdorf, Jungbanner: Freiten. 25. Apr, 20 Uhr, Jugendheint Wilhelmsaue. Schöneberg- Friedenau, omeradschaft nsel: Freitag, 25. April, 20 Uhr, im Lokal Sdjößler, Rofonieftr. 43, Rameradschaftsversammlung. Thema: Tas Reichsbanner und die Politik der jokiaen Regierung". Berliner Gesellschaft für öffentliche Gefundheitspflcar, c. B. Gikung am Dienstag, 29. April, 20 Uhr, im Sngienisch Institut der Universität, Berlin, Dorotheen str. 28a. Herr Baurat a. D. Dr.-J. Erhard, Midenau- Sieg: Ueber Mulverwertung". Arbeiter- Nabis- Bund Deutschlands, e. V. Gruppe Friedrichshain: Donnerstag, 24. April, 20 Uhr, im Lofal Cabiner Et 10, Vortragsabend:„ Schaltung Icfen". Gäste willkommen. English Conversational City Club", Lindenstraße 10%,„ Angstkonditorei", ,, Foundation Meeting" at 9 p. m. Guests are welcome ., English Conversational Ciub foundet 1878. Meetings every Friday 8 p: m Café Schottenham! Bellevuestraße 11a. Lecturer Mr. Hahn- Zumpt on " Courage" Guests, Ladies& Gentlemen are welcome. Stalt jeder besonderen Anzeige A. Hilger van Scherpenberg Legationssekretär Jnge van Scherpenberg, geb Schacht Vermählte London, Deutsche Botschaft Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsmitglieder! Am Freitag, dem 25. April 1930, abends 7 Uhr, Sigung der Mittleren Ortsverwaltung. Achtung, Betriebsräte! コ Die Betriebstäte Zeitschrift Nr. 8 th erschienen und kann gegen Borzeigung der Legitimationsfarte des Betriebsrats- Ob mannes in unferem Büro, Zimmer 5 täglich bis 4 2hr, Freitags bis 7 Uhr, entgegengenommen werden. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schloffer Paul Sommer geb. 12. Januar 1878, am 21. April geftorben ist Die Einäfcherung findet am Frei tag, dem 25. April, 16 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 17. April starb unser Kollege, der Schlosser Leopold Wendt geb. 17. Juli 1885. Die Einäscherung findet am Gonnabend, dem 26. April 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Berliner Korrektorenverein Am Montag, dem 21. April 1930, abends 10 Uhr, verftarb nach furzem Krantenlager unser lieber Kollege und 1. Vorsigende Richard Pandura Die Einäscherung findet am Montag, dem 28. April, nachm. 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 1. Osterfeiertag ftarb an den Folgen eines Motorradunfalles unser Kollege, der Druder Otto Mitsching Sein aufrichtiges und kollegiales Weien fichern thm bei uns ein bleibendes Andenten Personal und Geschäftsleitung der Phönix Illustrationsdruck und Verlag G. m. b. H. Die Einäscherung findet am Montag, dem 28 April, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 21. April entschlief fanit nach längerem Leiden mein lieber Mann. unser guter Bater, der Metallbrücker Max Lampe im 56. Lebensjahre. Jm Namen aller Hinterbliebenen Martha Campe, geb. Denzig. Neukölln, Thomasstr 34. Einäfcherung am 26. April, 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße. Zeichenbedor JUERGENS Alexanderplatz Neue Königstr. 43 23. April 1930 44. Abteilung. Am 20. April verstarb unser Mitglied Carl Krüger Oranienstraße 204, im Alter von 72 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Trauerfeier findet am Sonnabend, dem 26. April, vormittags 10 Ugr, im Krematorium Gericht strafte statt. Um rege Beteiligung bittet Der Abteilungsvorstand. Rach schwerem, mit großer Geduld veritarb ertragenem Leiden amt 19. April meine inniggeliebte Frau, unfere unvergeßliche, treusorgenbe Mutter, Tochter, Schwester, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Minna Skalka geb. Ilgner im 56. Lebensjahre, Dies zeigen um stille Teilnahme bittend an Die Hinterbliebenen. Die Einäfcherung findet am Sonnabend, dem 26 April, vormittags 11% Uhr, im Krematorium Gerichtftraße statt. Am 21. April 1930 verschied nach langem Leiden meine liebe Frau. unsere gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Anna Becker Dies zeigen tiefbetrübt an Familie Gustav Becker Hans Loch Karlshorst und Berlin Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 26. April, 13% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Statt Karten! Sage hiermit allen denen, welche meinem lieben Mann und treusorgenden Vater die letzte Ehre erwiesen haben, meinen tiefgefühltesten Dank. ww.Berta Hahn und Sohn Herbert. Nachruf! Am 1. Osterfeiertag verstarb an den Folgen eines Motorradunfalles unser Stollege Otto Mitsching Gein angenehmes und ehrliches Beien foute fein tollegiales Verhalten werden ihm bet uns ein ftetes Andenken bewahren. Die Tiefdrucker der Phönix Illustrationsdruck u. Verlag G.m. b. H. ommerSom prossen auch in den hartnädigsten Fällen, werden in einigen Eagen unter Gorantie durch das echte unschädliche Teint Berichöne rungsmittel Benus" Stärte B beseitigt, Reine Schälfur. Breis Mt. 2,75, Gegen Pickel, Mitesser Stärte A. Drogerie Adolf Neumann, S, Oranienftraße 45. Drogerie Th. Henn, N, Schönhauser Allee 129. Drogerie Otto Schulz, N, Chauffeestraße 87. Drogerie E. W. Betrich, SW, Blücherstraße 1. Drogerie Georg Kunze, NW, Bochumer Straße 27,