BERLIN Freitag 25. April 193« 10 Pf. Jfr.-193 B 96 47. Jahrgang Erscheiottiglich außer Seavtag«. M f St t§ ß // i M NaiatgenpretCDi« einspaltige Nonpanilletekl» Sogleich Äbmdautgab« d«.VenvSrtt'. Bezug-prei«\»' J M O■ A-. F.M_.»J»« PL. Rtflamejetle 6 M. ermäßigungen nach Tarif. beide Auagaben SSPf. pro Woche. S,6aM.»rv Monat. f1f»X•• fcSOyXl/YXTyQ P-ascheckkont»- Vorwürte-Derlag G. m. d.H, Redaklivu und Lxpedilivn; DerlinSWM.kindenstr.S/ � // Berlin Nr.»7üZS. Fernsprecher: Dönhoff sss dit sv» Flugzeugabsturz in l�udow. -K In Telegraphenleitungen verfangen.- Pilot und Begleiter schwer verletzt. Das Flamlaso-Flusieus V 1437, das ju einem Pendelflng nach Ablershof kurz vor S Uhr in Dempelhof aufgestiegen war, stürzte in Rudow ans geringer Höhe ab. Da der Motor einige Male ausgesetzt hatte, versuchte der Pilot eine Notlandung. Er er» reichte das offene Feld nicht mehr nnd mußte bereits an der Kreuzung der NeulöllnerundKappenstraße in Rudow niedergehen. Zum Glück befand fich niemand auf der Straße, so daß bei diesem Unfall keine Passanten verletzt wurden, obwohl auf dem Eckgrund» stück, auf dem stch ein Rummelplatz befindet, schon einige Besucher anwesend waren. Das Flugzeug verfing stch zunächst in Telegraphenleitungen, durch zwei Ehausseebäume wurde jedoch der Sturz herabgemindert. Der Begleiter des Piloten, der Techniker F r e i b e r g, der vorn im Flngzeug saß, erlitt erhebliche Kopf» Verletzungen, während der Flugzeugführer Dr. P l e i n e s nur geringe Verletzungen davontrug, so daß es chm noch möglich war, die Flugleitung von dem Un» fall in Kenntnis zu setzen. Beide Verletzte wurden in einem Privatwagen nach dem Neuköllner Krankenhaus geschafft. Das Flugzeug ist Eigentum der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Gs war eine„Vrandbombe". Das llntersuchungsergtbnis der Ehemijch-Technischen l Reichsanstalt. Der„Bomben"- Junö In der U-Bahn hol durch die Unter- suchung de, seltsamen Paketes in der Chemisch- Technischen Reichsanstalt seine Aufklarung gesunden, vom Polizei- Präsidium wird dazu solgendes milgeteilt: Der am 23. d. Bl. in einem U-Bahnzug von einem Unbekannten zurückgelassene Sprengkörper ist nach der bisherigen chemischen Untersuchung eine sogenannte Brandbombe. Sie bestand aus einem Gasmaskenbehälter, in dem einige Fl äschchen mit Kolophonium eingebettet waren. Diese enthielten außer Pulver und einer Sprengkapsel, an der eine Lunte de- festigt war. noch Salzsäure, die mit Eisencloril vermischt war. Räch der Zündung wäre eine größere Brandwirkung hervorgerusen worden. Die Crmitlelungen der Posttischen Postzei nach dem Besitzer der Brandbombe sind bisher trotz umfangreicher Rachforschungcn ergebnislos geblieben. Vephastung von örei KPD-Funktionären. Unter dem Verdacht der Zersetzungspropagaada. Im Verlause der weiteren Ermittlungen nach den Auftraggebern und Hmiptverbreitern jener Druckschriften, die zur Zersetzung der Schupo und Reichswehr bestimmt waren, fanden durch Beamte der Abteilung I a des Polizeipräsidiums in Berlin'zahlreiche »Durchsuchungen statt, unter anderem auch im Parteibüro des Unterbezirks Oft der KPD. in der Wühlischstraße H in Lichtenberg. Der Kassierer des Bezirks, der Bezirksverord- nete im Bezirk Friedrichshain Georg Brück mann, der frühere Parteifunktionär und jetzige Inhaber einer Bertriebsstslle für kommunistische Literatur Walter Wcigand, sowie der Tapezierer Paul Bonneß wurden festgenommen und dem Untersuchung?- richter des Reichsgerichts beim Landgericht III Berlin, der das schwebende Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochoerrat leitet, zugeführt. Es hesinden sich nunmehr wegen Herstellung und Verbreitung kommunistischer Zersetzungsschriften 11 Personen als Täter oder Mittäter in Haft._ Giadtkammerer Lange bleibt beurlaubt. Wie aus dem Rathause gemeldet wird, hat sich der Zustand des Stadttämmerers Dr. Lange nicht so gebessert, daß er seinen Dienst wieder ausnehmen kann. Wahrend des Aufenthaltes in einem Smmtorimn im Riesengebirge soll Dr. Lange jetzt oon einer Mittelohrentzündung heimgehicht worden sein. Sein Ur- laub ist ihm daher wieder verlängert worden. Man geht wohl nicht fehl« der Annahme, daß ernsthaft an eine Rückkehr des Kam- »oerers s» fem Amt»icht mehr ghHacht»ird. � � Wer die Wahl hat... Minister Krick stellte in Thüringen fünf Schulgebet« zur Auswahl, eines hetzerischer als das andere. Prof. llnrath:.Welches dieser Gebete möchte wohl das vorzuziehende sein? Traun fürwahr dasjenige, welches die meisten Ausfälle gegen die Republik enthält.' Hilgenberg und sein Vorstand. Llnter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Dcr Parteioorstand der Deutschnationalcn trat am Freitag um 11 Uhr im Reichstag.zusammen. Dort hielt Dr. Hugenberg ein eingehendes Referat über die Vorgänge seit der letzten Partei- vorstandssitzung. Die Tagung findet selbstverständlich unter Ausschluß her Oeffent- liihfeit statt. Es gibt nur parteiamtliche Berichte, die mit cnt- sprechender Verspätung frisiert herauskommen. Potsdam gegen Westarp. Hugenberg gilt als der Llnfehlbare. Der erweiterte Vorstand des Landesoerbandes Potsdam der Deuts chnationalenPartei beschiotz mit 49 gegen 9 Stimmen, daß im Falle hochpolitischer Entscheidungen innerhalb der deutschnationalen Parlamentsfraktioi«n die Stimme des Parteiführer», also des Herrn Hugenberg, auch gegen eine festgestellte Fraktionsmehrheit den Ausschlag zu geben habe. Das stimmt überein mit der Drohung des Abg. Steinhoff, daß Graf Westarp in Potsdam nicht wieder aufgestellt werden würde. Das Gesicht der Republitfeinde. Republikanische Kundgebung in Koblenz. Koblenz, 23. April. 5n der Stadlhalle fand am Donnerstag abend eine republikanisch« Kundgebung statt, in der der Bundesvorsttzende des Reichs- banners, H ö r s i n g, über das Thema:„Das wahre Gesicht der Feinde der Republik" sprach. Er wandte sich besonders scharf gegen die Nationalsozialisten und die Kommunisten, denen immer wieder gesagt werden müsse, daß 30 Prozent des russischen Dokkes jetzt schlechter lebten als zur Zeit des Zaren. In Italien, wo die faschistische Diktatur herrsche, sei die Lebenshaltung um 23 Prozent gesunken. Als Austakt zu der republikanischen Kundgebung fand ein W e r b e u m z u g durch einige Straßen der Stadt statt. Dieser wurde an verschiedenen Stellen oon Nationalsazia- iiftog apgegriften. Di« Polizei stellte die Ordnung wieder her, Mohammedaner gegen Gandhi Sie sind lieber von England abhängig. Bombay, 25. April. Eine Massenversammlut� der Mohammedaner Indiens beschloß, die Gandhi-Vewegung abzulehnen und an der für den Herbst in Aussicht genommenen engltsch-indischen Konserenz teilzunehmen. Der Präsident der Versammlung erklärte in einer Ansprache, daß die Mohanwncdoner, wenn sie nicht die Unabhängigkeit gegenüber der britischen Verwaltung erhalten könnten, es a b- lehnen müßten, von den Hindus abhängig zu sein. Die Span- nung zwischen Mohammedanern und Hindus in Bombay ist in» folge dieser Beschlüsse so groß geworden, daß Zusammenstöße zwischen beiden Richtungen befürchtet werden. Der Präsident der indischen Nationalversammlung, Patel, ist aus Protest gegen die Behandlung indischer politischer Gefangener von seinem Amt zurückgetreten. Die?Upko völlig abgebaut. Die 132- Milliarden- Echuldpapiere werben vernichtet. Paris, 23. April.(Eigenbericht.) Am Quai d'Orfay tritt heute das Sonderkomitee zusammen, das die Ueberleitung vom Dawes- zum Poung-Plan regeln soll. Die Beratungen dieses Komitees werden etwa 14 Tage in Anspruch nehmen. Seine Arbeiten beziehen sich hauptsächlich auf folgende vier Punkte: Abschluß der Konten des Generalagenten für deutsche Reparationszahlungen, Vernichtung der alten Dawes» Obligationen der Serie B und C, Liguidierung der Re- parationskomlnission und Ueberleitung ihrer Machtbefugnisse aus die Internationale Zahlungsbank in Bafel. Die Reparationskommission selbst wird Mitte Mai zu einer letzten Vollsitzung zusammentreten, um ihre Auslösung zu be- schließen. Sie wird gleichzeitig einen Liquidator ernennen, der die Bürorechmingen abschließen, das Personal entlassen und die Einrichtungen veräußern soll. Truppen vor dem Gefängnis von Ohio. Ivos Strafgefangene haben ihre Zellen erbrochen. Rem Pork. 25. April. Zm Staalsgefängnis in Columbus(Ohio) rechnet man mit dem Ausbruch einer Meuteret. 100« Strafgefangene haben die Schlösser ihrer Zellen erbrachen und fordern die Abberufung des Gefängnisdireklors Thomas, dem sie Grausamkeit vorwerfen. Cr habe den Flammentod der 31S Gefangenen verschuldet. weil er sich geweigert habe, die brennenden Zellen öffne« zu lassen. Thomas ist entschlossen, die vor dem Gefängnis lagernden Truppen eingreisen zu lassen, wenn die Gefangenen vor Einbruch der Dunkelheit nicht in ihre Zellen zurückgekehrt sind. Die Slaatsanwaltschasl hat die Abberufung des Gefängnisdireklors In Erwägung gezogen, da sie sonst einen Aufrnhr für aavermcidtich hält. Abgeordnete würgt Kommunisten. Drucksachen gegen den tschechischen Ministerpräsidenten. Prag, 23. April.(Eigenbericht.) Im Parlament kam es anläßlich der Besprechung der blutigen Osterzusammenstvße zwischen Kommunisten und Polizeibeamten in einer Prager Arbeitervorstadt zu heftigen Tu m u l t s z e ne n. Die Kommunisten schleuderten gegen den Ministerialpräsidenten, der allein auf der Regierungsbank saß, Druckschriften und andere Papiere. Ein Teil ging gegen«ine nafionatsozialistische(demokratische) Ab» geordnete tätlich yor. Die Abgeordnete wehrte sich, indem sie einen Kommunisten packte und ihm am Halse würgte, daß er blau anlief. Schließlich kam es noch zu Zusammenstößen zwischen Kom- munisten und Sozialdemokraten, al» die Kommunisten nicht aus- hörten, die Sozialdemokratie in der gemeinsten Weise zu beschimpfen. Ieituugsgründung Bessedowskis. Der ehemalige sowjetrufsische Boischafisrat Bessedowsti gibt in Paris eine neue russiiche Zeitung heraus. Sie trägt d»n Namen„Borba"(„Der Kampf"). Sie fall vor allem in Rußland selbst als Kampsorgan gegen den Bolschewismus wirken. Kampf um Mißhandlungen ui M«n mag über die Bedeutung scharfer Urteile in Kindesmifj' Handlungsprozessen verschiedener Ansicht sein. Die einen erhosfen von harten Strafen Abschreckung: die anderen glauben, dah die sozialen und Psychologischen Ursachen von Kindesmißhandlungen durch Strafen nicht zu beseitigen seien. Alle sind aber darin einig, daß Vorbeugung in jedem Fall« die �Hauptsache ist. Erst vor wenigen Tagen beschäftigte sich die Presse mit dem Martertod eines dreijährigen Berliner Kindes. Hier hatte dos Jugendamt selbst darauf bestanden, daß die Kleine aus der G e- borgenheit des Heims ihrer Pflegeeltern in die lieb- lose Behausung der natürlichen Eltern gebracht werde. Und die Nachbarn, die tagelang das Nägliche Schreien des Kindes hörten, hielten es nicht für nötig, die Behörden zu alarmieren. Hatte das Iugendomt recht gehandelt, als«s das Kind den Pflegeeltern wegnahm? Und wie konnte es geschehen, daß in diesem Fall wie in unzähligen anderen die Nachbarn nicht die Behörden in Ve- wegung gesetzt haben? Zwei Urteile aus letzter Zeit, veröffentlicht in den Mitteilungen des Vereins zum Schutz der Kinder vor Miß- Handlung, greifen diese beiden so hochwichtigen Fragen auf und beantworten sie in einem Sinne, der dem sozialen Verständnis der Richter Ehre macht. So sagt das Kammergerichtsurteil des IV. Strafsenats vom 13. Juni vorigen Jahres klipp und Nor:„Wer dem Jugendamt Mit- terlungen über Kindesmißhandlungen macht, handelt in Wahr» nehmung berechtigter Interessen, mich wenn sie nur mittelbar sein« eigenen sind.' Das heißt: wenn jemand wirklich überzeugt ist. daß ein Kind mißhandelt wird, und davon einem Nach» barn oder dein Jugendamt Mitteilung macht, so ist er auch dann nicht strasbar. wenn die Behauptung nicht voll und ganz der Wahrheit entspricht. In diesen, Falle hatte der Angeklagte dem Bezirtsjugendamt und dritten Personen gegenüber erklärt, die Ehefrau des Privatklägers mißhandle ihr sechsjähriges Töchterchen und lasse es hungern. Di« Ehefrau klagte wegen Beleidigung. Die Gerichtsoerhandlung ergab mir, daß die Behandlungsweife de» Kindes mitunter gefühllos gewesen war. Dem Angeklagten, meint das Kammer» gericht, ist ober der Schutz des§ 193 des Gesetzbuches zuzubilligen: er hat in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. Denn: Jeder Staatsbürger, heißt es weiter, „hat ein ihm persönlich nahegehendes Interesse daran, dah für das geistige und körperlich« Wohl der Kinder, und zwar nicht nur der eigenen, gesorgt wird. Jeder Staatsbürger nimmt mittelbar eigen« Interessen wahr, wenn er an der Jugendfürsorge mitarbeitet. Von der Beschaffenheit der jungen Generation hängt in jeder Beziehung die Zukunft des Volkes und des Staates und damit die Zukunft jedes ernzelnen seiner Nachkommen ab. An- zeigen zum Schutze von Kindern an die Behörden, die für das Wohl der Jugend.zu sorgen haben, dienen daher, auch wenn sie lediglieb Mißstände betreffen, den eigenen Interessen... Der gleiche Schutz ist dem Privattläger aber auch für seine Aeußerun. gen privaten Personen gegenüber zuzubilligen.. Also: Der Grund, aus dem Nachl-arn sich so oft scheuen, dem Jugendamt über die von ihnen beobachteten Mißhandlungen der Kinder Mitteilung zu machen, nämlich aus Furcht, sich in Nesseln zu setzen, fällt fvrt. Selbstverständlich: böswillige Anzeigen wären nach wie vor strafbar. Noch wichtiger ist das andere Urteil. Es unterstreicht die von der Sozialdemotratte bereits seit langem ausgestellte Forderung, daß das wohl des Kinde« dem Recht der Eltern aus ihr Kind voranzugehen hat. In dem m Frag« kommenden Fall lagen die Dinge für das Jugend- amt gewissermaßen noch ungünstiger als im Falle des dreijährigen .zu Tode mißhandelten Berliner Kindes. Hier hatten die Eltern überhaupt nicht ihr Kind für sich verlangt. Dort bDstanden die Eltern darauf, daß das Kind von den Pflegeeltern, bei denen es das Kind. t> ihre Verfolgung. gut aufgehoben war, genommen und ihnen zurückgegeben würde. Amtsgericht und Landgericht erklärten aber einmütig: das Sorge- recht ist den Eltern zu entziehen und das Kind den Pflegeeltern zu belassen. Die am 22. März 1922 unehelich geborene Elly K. wurde zwei Monate nach der Geburt auf dem Schlefifchen Bahnhof bei ihren Eltern, der geschiedenen B. und dem Arbeiter Wilhelm K., in völlig verwahrlostem und vernachlässigtem Zustande aufgefunden. Mit ihrem Einverständnis wurde es dem Ehepaar G. in Pflege ge- geben. In der ersten Zeit kümmerten sich noch die Ellern um ihr Kleines: in den letzten acht Iahren ließen sie jedoch nichts mehr von sich hören und zahlten auch keine Unterhaltsbeiträge. Das Kind hatte es bei den Pflegeeltern außerordentlich gut, hing on ihnen mit großer Lieb« und befand sich im Glauben, es feien feine wirklichen Eltern. Es sollte als eigen angenommen werden., Und plötzlich fordern die Eltern feine Herausgabe. Das Jugendamt wei- gert sich. Das Amtsgericht gibt ihm recht. Es erklärt, das Ber- langen der Eltern st.ll« einen Mißbrauch des den Eltern zuftehcilden Sorgerechts dar und drohe dem Kind mit schwersten leiblichen und seelischen Schäden.. Mag sein, sagt es, dah die Eheleute H. nunmehr in etwas geordneteren Verhältnissen leben: es dürfe aber nicht unbe- rücksichtigt bleiben, daß das Kind sich jahrelang mit Einverständnis der leiblichen Eltern im Haufe der G.jchen Eheleute befunden habe. Dieser Umstand sei entscheidend. Leitender Gesichtspunkt... dürfe einzig und allein das Interesse um das Wohl des Kindes sein... Die Pflegeeltern haben sich des außerordentlich nervösen und schwächlichen Kindes mit großer Liebe und Sorgfalt angenom- m e n... es würde den Interessen des Kindes aufs schwerste zuwiderlaufen, wenn es aus diesen Verhällnissen, in denen es heran- gewachsen ist, plötzlich herausgerissen wird, wenn es aus dem Hause das ihm das Elternhaus bedeutet... in eine fremde Umgebung verpflanzt würde.' Noch schärfer äußert sich das Landgericht auf eine Beschwerde der Eltern hin: „Es soll nicht verkannt werden, sagt das Gericht, daß ihre schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse es verhindert haben mögen, sich um das Wohl des Kindes zu kümmern: sie haben aber andererseits für die Entwicklung des Kindes kein Interesse gezeigt, sie(joben weder durch Nachfrage bei den Pflegeeltern noch beim Berufsvormund bewiesen, daß ihnen am Schicksal des Kindes etwas gelegen war... es liegt deshalb die Annahme nahe, daß das Verlangen auf Herausgabe des Kindes, das sich in einem Atter besindet, wo es sich in: Haushalt der Eltern durch Hand- reichungen und Hilfe schon nützlich machen kann, weniger aus Sehnsucht nach dem Kinde als aus egoistischen Motiven zu erklären ist...' Man wird in diesem Falle zustimmen müssen: hier hallen die leiblichen Eltern sich um das Kind nicht gekümmert. Wäre der Mutter etwas an ihrer Kleinen gelegen, sie hülle in den acht Iahren Zeit gefunden, sie zu besuchen oder wenigstens sich über die Entwick- lung des Kindes zu erkundigen. Selbst angenommen, die Mutter hätte wirklich plötzlich Sehnsucht nach ihrem Töchterlein bekommen, so ginge das Wohl des Kindes trotzdem diesem tragischen Erlebnis vor. Was aber sogen, wenn, wie im Berliner Falle, das Iugenv- amt dem seelischen und leiblichen Wohle de» ihm anvertrauten Kindes völlig mißachtet, es den Pflegeeltern nimmt und dem Ber» derb der ellerlichen Häuslichkeit ausliefert? Nur die krassesten Fälle von Kindermartyrium kommen vors Gericht. Di« seelisch« und physische Folter der Kleinen, verursachi durch Ndt, Elend und Unwissenheit, Trunksucht und Ehezwistigkeiten im Elternhause, ist aber grenzenlos. Wie leicht wäre es doch oft, das Schlimmste zu verhüten, wenn die Nachbarn sich dem Ausspruch des Gerichts gemäß dessen bewußt wären, daß jeder Bürger auch ein ihm persönlich nahegehendes Interesse am geistigen und körperlichen Wohl des Kindes im allgemeinen haben müsse. Das Verhältnis des Erwachsenen zum Kinde ist der Gradmesser des Kulturnioeaus eines Volkes. IfchlS war der Gescheiteste. Ooppellohn als Gefahrenzulage auf„Falke". Die Verhandlung am Freilag beginni mit der Vernehmung des Matrosen Behls. Seine Anmusterung ersolgie in der gleichen weise wie bei den anderen Schiffsleulen. Auch er hat sich in der Hauptsache n»r deshalb an der Fahrt be- leisigl,«eil er lange erwerbslos gewesen ist und ihm die doppelle Heuer verspräche« wurde. Diese doppelte Heuer betrachtete er als eine Gefahren- zulage, weiil er es für möglich hielt, daß der„Falke' gekapert werden konnte. In©dingen habe die Mannischast wohl einiges geahnt, aber doch nicht das Richtige. Der Zeuge traute wohl dem Frieden nicht recht, aber er mußt« sich schlietzLch beruhigen und mitfahren, weil ja ein stichhaltiger Grund zum Verlassen des Dienstes wiederum nicht vorlag. Die Feier des Simon-Bolivar- Tages hielt er für ein B o r d v e r g n ü g e n. daß allen Leuten Spaß machte. Als aber die Passagiere anschließend einen regel- rechten und immer strenger werdenden Wachtdienst einrichteten, ver- ging der Mannschaft sehr bald das Lachen. Vor Dlanquille mußte Nchl» Ausguck halten, was auf der Insel los war. ob sich dort Leute befänlden. ob Schiffe in Sicht kämen usw. Eirce Belohnung war nicht ausgesetzt. Die Landung auf Blanquilla hat der Zeuge mit- gemacht. E, wurden dort Lebensmittel geholt und. einige Bewohner 3>er neue WutUius Am Freitag früh um 8,50 Uhr ist mit dem?v°Zug aus Basel auf dem Potsdamer Dahnhof der neue Vertreter des Vatikans bei der Reichsregierung, Erzbischof O r s e n i g o, eingetroffen. Er wurde von dem Bischof von Berlin, Dr. Schreiber, begrüßt. Sodann hießen ih» der Chef des Protokolls für die Reichsregierung und der Referent in der vatikanischen Abteilung des Auswärtigen Amtes willkommen. der Insel gefangengenonmien. Die weitere Dienstleistung auf dem Schiff verweigerte Nehls dann. Er wollte schon vor Blanquilla vom nächsten Hafen aus nach Hause geschickt werden. Kölling und Esser redeten ihni aber zu, unter 5)inweis auf den hohen Verdienst, worauf Nehlz erwiderte: Ich mag euern ganzen Dreck nicht sehen, von mir aus mögen sie schwiwmen, ich will«ach Hause, ich mache nur ehrliche See- fahrt mit. Die Insassen der Boote, die von Regroos Point kamen, sollen del Gad« aus spanisch entgegengejubelt haben. Nachher wurde'man aber nervös. Hundert solcher Leute lagen an Bord umher. Das Abblenden der Lichter vor Cumana veranlaßt« Nehls, den Schiffs- offizieren heftige Vorwürfe zu machen. Er weigerte sich, seinen Dienst als Rudermann im Boot zu versehen. Man ließ ihn deshalb an Bord des„Falke" zurück. Als die Schießerei be- gan», ging er in den Heizraum, aus dem ihm nach etwa 20 Minuten der erst« Offizier Bethe hinauswies. Der Zeuge suchte dann oben einen sicheren Platz, bis die Teilnehmer der Expeditton zurückkamen. Er holte den schwerverwundeten Zueal cm Bord. Di« anderen sagten später zu ihm: Du bist doch der Gescheiteste gewesen. Bei der Weiterfahrt nach Grenada und Port os Spain ist alles durcheinandergegangen. Aon einer direkten Absetzung des Kapitäns ist Nehls jedoch nichts bekannt. In Port of Spain war die Stim- mung von Tag zu Tag schärfer, denn die Mannschaft fürchtete, sie niüsse weiter auf dem„Falte' Dienst machen. weil seht niemand mehr dem Kapitän kraule, verweigerte ihm die Mannschaft den Gehorsam. Bor dem Konsul und dem englischen Richter in Port of Spain sind nur Einzelheiten zu Protokoll genommen worden, aber bei weitem nicht alles, was ausgesagt worden ist. Aeuer Skandal in Potsdam. Frau Geheim»?iechnungsrevisor weqen Betrugs verhastet. Die Potsdamer Skandoichronlk ist nach der Affäre der Fron Dr. Momm um einen neuen Fall bereichert worden. Auf Veram- laffung der Potsdamer Slaalsanwallschaft ist die In den SOer Jahren stehende Fr«, des am Karfreitag verstorbenen Geheimen Rechnung»- revisars, Rechnungsrat im Ruhestand. August Roelher, Frau Helene Roelher. wegen Betrages and schwerer Ar- kundensälschung verhastet worden. Der Mann ist in cinem Potsdamer Krankenhaus einem schweren Leiden erlegen, dos sich au» Aufregung über die Talen der Frau verschlimmert hakte. Frau Roelher Halle einen Haftentlassungsantrag eingereicht, der je- doch wegen Fluchlverdachts abgelehnt wurde. Frau R. hat in zahl- reichen Fällen K a u f l e u l e dadurch geschädigt, daß sie waren auf Kredit, Brillanten, Goldsachen, Möbel u. a. genommen und diese Sachen sofort wieder weiterverkaust oder» e r s e h l hat. Der Prozeß gegen die velrugerin findet bereits Anfang Mai vor dem Potsdamer Schäsfengerichl statt. Die Anklage lautet auf Be- trug im Rückfall(Frau R. ist bereits vorbestraft) rnd auf scbwere Ark»ndeafSlschuno E'.'rtius, Vriand, henderson in Gens. Nach einer durch Der- milclung des Generalsekretärs des Völkerbundes getroffenen Ver- eindarung wird der südslawisch« Außenminister Marinkowitsch auf der am 12. Mai beginnenden Tagung des Dölkerbundsrates den Vorsitz führen. Der alphabetischen Reihenfolge nach hätte der Ver- nti'.r von Pene-nela Rrösident de? Völkerbundsrates werden müssen. R,n rechne: in VölketbundskrpseN mit der Teilnahme von 9r. Turtiu«, Lriand und Herdenson an der Maitagung des Rates. Abrüstung— ohne die anderen. Schwedische Sozialdemolratte vnd isolierte Abrüstung. Infolge der sozialdemokratischen Forderung in beiden Kammern des Reichstags nach einer umfassenden Untersuchung des schwedischen Abrüswngsproblems, hat der Berfasfungsausschuß den Vorschlag gemacht, der Reichstag möge die Negierung ersuchen, eine eingehende Untersuchung des schwedischen Wehrproblems an Hand der vom Ausschuß vorgeschlagen«� Richtlinien durchzuführen. Di« Mehrheit des Ausschusses, die die Mehrheit im Reichstag ver- tritt, stand hinter dieser Forderung, die mit starker Mehrheit in beiden Kammern am S. April angenommen wurde. Der Mottvenbericht des Gesetzes weist auf die Totsach« hin. daß man auch vom Wehrenttourf des Jahres 1925, das ein« be- deutende Herabsetzung der schwedischen Rüstungen bedeutete, erwartet hatte, daß es die Diskussion wenigstens für eine Zeitlang abschließen würde: das Gegenteil war aber der Fall. Ais einen der Gründe hierfür gibt der Ausschuß die Tatsache an, daß das Gesetz nie so gehandhabt wurde, daß die Ausgaben innerhalb der 1925 vorausgesetzten Grenz« blieben. Darüber hinaus verlangten die Militärbehörden immer größere Zugeständnisse und die jetzige konservative Regtenmg entsprach ihren Wünschen. Die Regierung beabsichtigt offenbar mit der von ihr bereits«inge- leiteten Untersuchung, Möglichkeiten zu schassen, um auch tünsttg den Wünschen der reaktionären Mächt« des Landes nachzukommen. Deswegen fanden auch diejenigen, die sonst dazu geneigt hatten, die Dinge vorläufig ruhen zu lassen, es günstig, für eine Unter- suchung in dem vom Ausschuß vorgeschlagenen Ausmaß zu stimmen. Was der Ausschuß als Bereich der Untersuchung vorschlug, war in erster Lm« die Frage, wie ein Weheplan in den durch die Uebereinkuttft vom Jahre 1925 gezogenen budgetären Grenzen durch- geführt werden köime. Ferner tritt angesichts der Tatsache, daß innerhalb dieser Grenzen«in Wehrsystem verschiedener Wirksam- keitsgrade möglich ist, die Frag« des Kriegsmaterials in den Bereich der Untersuchung. Sobald dieser Punkt dann in Er» wägung gezogen wird, kam, man kaum davon absehen, die Frage zu prüfen, ob Waffen überhaupt irgendwelchen Wert haben, und so entsteht die Frag« der Abrüstung. Angesichts des wachsenden- Mißtrauens gegen die Arbeit für ein internationales Ueberein- kommen in dieser Frage und der«achsenden Zahl der Stimmen zugunsten ein« Schrille« zur isolierten Abrüstung forderte die Kommission zu einer Diskussion aus. m der nicht nur über Entwürfe für ein« positive Rüstung und eine aus internativ- «atem Abkommen beruhende Abrüstung oevhandell werden soll, sondern auch über die isolierte Abrüstung der ein- zelnen Nation. Ein« Reihe sozialistischer Redner beteiligte sich an den Kammerdebaiten. Der Führer der Partei P. A. H o n s s e n er- klärt« im Unterhaus, daß die Sozialdemokrattschc Partei sich noch nicht bindend für di« isoliert« Abrüstung ausgesprochen habe, er betonte aber,.daß es keineswegs sicher sei, daß di« Rüstung das sicherst« Mittel zur Derteidigung eines Landes sei'. Di« Annahme des oben erwähnten Antrages bedeutet die Er- füllung der Forderung, di« ig einer einstimmig angenommenen Resolution des letzten schwedischen Parteitages enthalten ist:„Die Frag«, ob das Wehrsystem Schwedens feinem Zwecke entspricht, soll einer erneuten Untersuchung unterzogen werden�' Gegen Mieterhöhungen. Hauszinssteuer-lleberschüsse sollen erfaßt werden. Vi« Berliner Mielerorgauisalioneo im Bunde Deuischer Blirlervereine e. V. und der Reubaumieler- bund Groß-Berlin e. V. haben sich in einer gemeinsamen L i n>« b e an die städtischen Sörperschoslen gegen eine weitere Erhöhung der kommunalen Zuschläge zur Grund- Vermögenssteuer ausgesprochen. In der Ell, gäbe wird u. a. darauf hingewiesen, daß die geplant« Steuererhöhung eine weitere Erhöhung der Altmieten um zirka- 4 Proz. zur Folge haben würde und auch die Neuüaumieten ein« entsprechend« Erhöhung erfahren würden. 100 Proz. Zuschlag zur Grundvermögenssteuer betrüge für«ine 2s4.Zimm«r.Neubau. wohnung durchschnittlich im Monat 1,30 bis 2 M. Der in den städtischen Körperschaften geplante Zuschlag von 300 Proz. bedeute somit eine Steuerbelastung der Neubau kleinwohnungen von 4 HO bis 5 M. pro Monat. Es sei ein Widerspruch, wenn die Stadt im Interesse der Aerbilligung der Neubamnieten verbilligt« Zusatz- Hypotheken und Mietsenkungsbeträg« bewillige, diese Derbilligungs- maßnahmen aber durch Steuererhöhungen wieder gegenstandslos mache. Di« Berliner Mieterschaft erwarte von den städttschen Körperschaften, daß ein Ausgleich des Etats ohne erneut« Belastung der Bevölkerung ermöglicht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, wird u. o. vorgeMagen, die jährlich zirka 80 Millionen Mark betragenden Hauszins st euerüberschüsse des Ber- llner Allhrnisb« sitze» für die öffentliche Hand zu erfassen und «in« progressive Besteuerung des baureifen, nicht kleingärtnerifch� fand» oder forstwirtschaftlich genutzten Bodens«inzuführen. Deutsche» Reparationsdock in Ronen. Ein Schwimmdock von 42 000 Tonnen, das von Deulschland aus Reparationskonio geliefert worden ist, traf, von Hamburg kommend, von drei Schleppdampfsm gezogen, in Rouev xm, „Wird Hill amnestiert?" Komödie von Lion Feuchtwonger im Gtoatstheater. FeuchtwaWer gehört zur Intelligenzgruppe, die das romantische Pathos oerachtet. Sie hielt sich um ISZZ. als noch die großen Inflatirmsgewinner blühten und auch der gewässerte Lebertran den Säuglingen der armen Leute die ausgemergelten Knochen nicht rettete, besonders kaltblütig. Damals entstand die Komödie. Die Dschingiskhan- und Stinnesphrase wurde damals durch den Sarkas- mus ersetzt, den Georg« Groß, der herrliche Maler und Entlarv«? geschwollener Phrasendrescher, erst in Mode brachte Die Unpathetischen, die nicht mehr die Welttlage„O Mensch!' lallten. sondem die triefende Wehleidigkeit verdonnerten, benahmen sich gern yankeemäßig oder wie Südseeinsulaner. Sie bereiteten also die berühmte„neue Sachlichkeit' vor. Sie predigten Pflanzen- und Gemütsrohkost, Kohl und Rüben, die sie nicht mehr aus Not, sondern aus Ueberzeugung bei sich und ihren Gesinnungsfreunden verfütterten, gediehen ihnen zur Schlankheit und Cowdoymoral. In ihrem Kreis galt weder der Held noch der Busineßman, sondern nur die Schnoddrigkeit. Während die anderen mit Immobilien und astronomisch bezifferten Glarystossaktlen prachtvoll schoben, ver- schachtelten sie— und Feuchtwanger an ihrer Spitze— alle Dedankenunermeßlichkeit in das Kleinformat chrer praktischen Weißheit:„Hoppla, wir leben', da wir uns nicht bluffen lassen. Tut die Verwandlung des Herzens in solche Eismaschine des Denkens dem Künstler wohl? Sie schützt thn jedenfalls vor der Lächerlichkeit, doch nicht vor der giftigen Einseitigkeit. Ist er ein Satiriker, dann schafft er lauter Vergangenheitssossilien, doch er kennt sich in der Gegenwart schlecht aus. Feuchtwanger leistet in diesem humorvollen Genre Hervorragendes. Da gilt zum Beispiel Harris Hill als ein Held, der im englischen Koloniakdienst nicht auf indische Eingeborene schießen will. Befriedigt meint man: wie brav! Er verdient es. daß ein goldenes Mädel all« Hebel: einen Revolverjournalisten und einen verkalkten Parlamentarier, einen internationalen Mllionär, einen verliebten Anbeter und einen versnobten Faulpelz in Bewegung setzt, um den heroischen Dienst- Verweigerer aus dem Gefängnis zu bringen. Natürlich helfen alle diese Bundesgenossen bei der Rettungstat nicht mit, um den Tugendpreis zu erlangen, sondern ausschließlich, um die Tugend des Mädchens für sich ganz allein zu gewinnen. 2lls nun Hill plötzlich erscheint, ziemlich mitgenommen vom Gefängniskoller, beichtet er, daß er den Dienst gor nicht verweigert«. Ihn erreichte der Defchl seines Kommandanten niemals. Hätte der Befehl ihn erreicht, er würde die eingeborenen Werber und Kinder der Kolonie ebenso niedergeknallt haben w!« alle seine als bestialisch verschrienen Kameraden. Das Mädel ist außer sich, da sie in einer einzigen Minute all ihre jahrelang genährten Illusionen verliere«, soll. Was tun? Den„Helden' erwürgen? Das wäre altmodisch. Ihn von den Bundesgenossen niederboxen lassen? Das wäre schade. Denn er ist, wenn er ausgeschlafen und rasiert ist, ein rasstzer Bursche, der sich als Ehemann sehr praktisch verwerten läßt. Alf« heiratet sie ihn und ist schlau genug, die Versuchsehe von ihrem für aktive Liebeszwccke nicht mehr tauglichen Millionär finanzieren zu lassen. Die vier Akte der Komödie verschleppen die Geschichte. Der Dramatiker spintisiert um seinen Einfall soviel, daß er zuviel redet. Es ist eben alles in allem eine junge Weltanschauung, für die Re- klame gemacht wird. Darum trommelt der Propagandist zu laut. Gewiß, die alte Gefühlsphrase wird beseitigt, aber die Propaganda der neuen braucht einen riesig komplizierten Redeapparot. Jede Gesprächsszene bildet ei». Hörspiel für sich, das Ganze jedoch keine Komödie. Feuchtwangers Stück war«in Zeitdokumcnt. Heute, da wir es hören und sehen, ist es schon ein Bergangenhcitedokument geworden. Der Regisseur I« ß n« r, der die Klassiker zusammenstreicht, konserviert liebevoll diesen halbjungen und schon etwas verstmiibten Inflations- und Jugendstil. Er läßt breit spielen und jedes Wort andachtsvoll zerkauen Die Methode schlägt ost kehl. Leibelt, Wäscher, Harlan, Vildt, Florath, Schwannek«, Laubinger dienen gehorsam der Ausbreitung und Zerdehnung der Feuchtwangerfchen Weißheit, di« eben schon durch wichtigere Problem« überholt ist. Denn wir sind 1330 wirtschaftlich und moralisch stabilisierter als 1323. Wir müssen nicht mehr die tropische Inslation der Großmäuligkeit und des falschen Heldentums bekämpfen, sondern etwas viel schlimmeres: die stabilisierte Phrase und das zu gesundem Leben wieder aufgepäppelte Lausejungen- und Landsknechttum. Luci« Mannheim, die das einzige Weib, das schließlich ganz illusions» lose Weibchen, spielt, behält allein recht: vor dem Dichter, der einen Zeittyp tresfen wollte und«inen Ewigkeitstyp sehr tüchtig traf, und auch vor ihrer schauspielerischen Klugheit. Sie karikiert nichts, sie übertreibt nichts. Sie ist so gemäßigt und munter wie die unver» «»».»- M-M. � Hohn den Mühseligen! Oer Arbeitslose an der Kirche beschimpft. Skuttgark, 25. April.(Eigenbericht.) Eine schamlose Verhöhnung der Arbeitslosen, die offenbar von bouernbündlerischer Seit« stammt, wird aus dem Dorfe Kirchhausen bei Heilbronn gemeldet. Am Ostersonntag befand sich an der dortigen Kirche ein ge- druckte?(!) auf Packpapier aufgeklebter Anschlag folgenden Inhalts: Achtung! Arbeitslosen- St empelklupp! Das neue Arbeitslos en-Schutzgesetz. Laut Beschluß der Reichsgetreidewasserschutz-Verbergungs- zentrale 89.§ 8S Abs. 3333 Bwtt 15: 8 1. Jeder Arbeitslose hat dafür zu sorgen, daß er lebens- länglich arbeitslos bleibt und jede ihm angeboten« Arbeit ablehnt. 8 2. Nach Arbeit umsehen ist verboten, da dabei sehr leicht Genickstarre und eine Verrenkung der Augen entstehen kann. 8 3. Zur schnelleren Abfertigung beim Stempeln erhält jeder Arbeitslose einen Stempel und kann bei Hochbetrieb selber stempeln. ß 4. Jeder Arbeitslose bekommt zwölfmal im Jahr je vier Wochen Urlaub an ein Ost- oder Nordseebadz je nach Wunsch freie Verpflegung und Hotelunterkunst. 8 5. Jeder Arbeitslose erhält wöchentlich 100 M., in dringenden Fällen den doppelten Betrag. 8 S. Montags und Samstags erhält jeder zehn Vrermarken sowie auf Wunsch ein Paket Massary-Cheid wegen der Flaggen- bitder. 8 7. Wer das Wort Arbeit ausspricht, macht sich strafbar und unbeliebt, da wiederohlt Arbeitslose beim Hörensagen desselben in Arbeitswut und' Ohnmacht mit achttägiger Arbeit gefallen sind. 8 8. An Sonn- und Festtagen findet im Arbeitsamt von früh acht Uhr bis Montag früh große Tanzbelustigung statt. Essen und Trinken frei. 3)r.£nif{ fflülSe. In der SHung des Verwaltungsrats der„Bank für Ilster- nationale Zahlungen'(BIZ.) wurde Reichsbankdirektor Dr. Hüls« zum stellvertretenden Generaldirektor gewählt und ihm die Leitung der eigentlichen Bankabteilung übertragen. HAse ist seit 1906 im Dienst der Reichsbank und war zuletzt Referent beim Reichsbankdirektorium 8 9. Am 1. und 30. jeden Monats erhält jeder Arbeitslose«in« extra Schwerstempelzulag« in Höhe von 200 Mk. 8 10. Jeder Arbeitslose muß warten, bis er Arbeit bekommt und wenn es 25 Jahre dauert. Ist die Zeit vorbei, so ist er pensions- berechtigt. Dieses Arbeitslosen- Schu tzg« s etz tritt bei der Geburt des Säug- ling» in Kraft. Eines der schönsten Bibelworte heißt:„Kommet her zu mir alle, die ihr mühse l t g und beladen seid, ich will euch erquicken!' An der Kirche in Kirchhausen wird dieser Satz jetzt umgedichtet ins Moderne: Wer den Schoden hat, braucht um bäuerischen Spott nicht zu sorgen! „Genügend polnische Arbeitskräste." Oeutfche werden überflüssig. Zur Frage der Landslucht liefert das folgende Arbeits- entlassungszeugnis einen dokumentarischen Beitrag: Fürstlich Schaumburg-Lippische Gutsoerwaltuitg Baumgarten Post- und Bahnstation Grabowhöse i. Mecklbg. Baumgarten, den 15. Februar 1930. Zeugnis. Kurt K n e p e l war vom 15. Juli 1929 bis 15. Februar 1930 hier als Vorarbeiter tätig. Knepel ist«in gewissenhafter, fleißiger Mensch. Hot immer größte Ordnung unter seinen Leuten gehalten und jede ihm übertragene Arbeit zu unserer größten Zusrieden- heit verrichtet. Ida Schmidt war während derselben Zeil als Köchin de- ichäftigt. Sie hat es verstonden, das Essen für die Leute stets fo zlvubereiten, daß es während der ganzen Zeit nie zu einer Beanstandung gekommen ist. Ganz besonders müssen wir die große Sauberkeit der Küche sowie in den Schni.trrstuben hervor- Heden, wobei beide Sorge getragen haben. Da wir ausgedehnten Zuckerrübenbau treiben, stehen an» genügend polnische Arbeitskräfte zur Verfügung, so daß wir außer Tagetöhnern keine deutschen Schnitter beschäftigen. Aus diesem Grunde erfolgt« die Arbeitsentlassung. Die Fürstliche Gutsoerwaltung. So wird die soziale Frag« auf dem Lande gelöst. Anstatt der „Landflucht" der deutschen Landarbeiter durch günstigere Arbeits- bedmgungen, besser« Wohnungen und menschenwürdigere BeHand- lung eiügegenzuwirken, läßt man alles hübsch beim alten, jammert über Landslucht, um kulturell rückständigere, billigere und willigere Arbeitskräfte zu bekommen und wirft di« deutschen Landarbeiter, die noch nicht an Landflucht denken, hinaus. Wenn es auch allmählich gelungen ist. die Zahl der ausländ,. schert Landarbeiter in Deutschland von 500 000 airf 130 000 herab- zusetzen, so ist auch diese Zahl bei der großen Arbeitslosigkeit in Deutschland noch viel zu hoch. Doch nicht einmal die jetzig« großzügige' Subventionierung der Landwirtschaft wird an di« Bedingung geknüpft, die Jlrtefls- bedingungen der deukschen Landarbeiter erträglich zu gestallen und damit die Peschästigung ausländischer Arbeitskräfte mehr und mich- überflüssig zu machen und so di- Arbeitslosenversicherung zu cnt- laste«.-T Wirtschaft! „Die Stumme von poriici." Neuinszenierung in der Republik«Oper. Lebensnnttelsteuern von unerträglicher Höhe, der armen Be- völkerung von einer aussaugerischen Regierung auserlegt, haben jenen revolutionären Ausstand ausgelöst, der für zehn Tage dem Fischer Tommaso Angela, genannt Masaniello, zum Herrn von Neapel machte. Das war 1647, und es blldet den historischen Hintergrund der Oper„Die Stumm« von Portici'. Nicht viel mehr als den Hintergrund. Steuerdruck ist kein wirifames Opernmot!»— oder wenigstens, konnte es vor hundert Iahren für den erfolgreichsten Operndichter seiner Zeit und vielleicht aller Zeiten, EugSne S c r i b e. nicht sein. Er braucht«, um di« Handlung vorwärts zu treiben, irgendein« erregend« Liebesoffäre mit Entführung und Vergewalti- gung. Ein hilfloses Kind aus dem Volk als Opfer brutalen Herren- tum» und höfischer Intrigen, zweifach wehrlos, weil«s ohne Sprache ist, kann es etwas Aufreizenderes geben? Und: ein« Stumme als Hauptperson einer Oper, es ließ sich nichts Sensationellere» ersinnen. In skrupellosem Willen zur Theaterwirkung liegen zur Hälft« die Triebkräfte der Gattung„Große Oper', In der die„Stumme" als erste» Beispiel bahnbrechend geworden ist. Solcher Will« zur Wir- tung um jeden Preis hat viel zu dem schlechten Ruf getan, in. den später.die Gattung geraten ist. Man hat darüber ein wenig die andere, bessere Hälft« vergessen: Die Große Oper— das war, Jahrzehnt« nach der Französischen Revolution, Im reaktionären Europa ein erster Durchbruch demokratischer Kunst, der Einbruch der Politik, der großen Freiheitsbewegung, der großen Menschheiteideen in die Oper. So hat 1830 die„Stumme' in Brüssel gewirkt:«in« Auf- führung der Oper wurde das Signal zur großen Volkserhebung. Nicht Fenella ist in Wahrheit Hauptperson; ihr Held ist das Volk von Neapel. Und Masaniello als Führer des Volks. Der Stoff der Operndichtung blieb stärker als sein Meister: und der Musiker A u b« r t stärker als der Librettist. Die Dolksszenen haben an innerer Kraft nichts verloren. Im dritten Akt, in dem die Partitur gipfelt, mit dem Volkstanz(an Stelle des herkömmlichen Balletts) und mit dem Gebet vor dem Kampf, einem Glanzstück der Opern- literatur— hier trifft beides zusammen: Volkshaft-Elementares und großartiges Theater. Die Aufführung der Republik-Oper gibt dem Werk nicht allen äußeren Glanz der Gattung: aber sie ist stark und einheitlich in der inneren Vision und daher auch in der äußeren Wirkung. Fritz Zweig hat und gibt ihr de» stürmischen Rhythmus dieser Musik, die aus Elementen südländischer Dolksleidenschaft gespeist ist— am stärksten in dem prachtvollen Duett Masaniello-Dietro, das den revolutionären Ausbruch dramaturgisch wie musikalisch vorbereitet. Hier geben auch die Darsteller ihr Bestes: Ferdinand Scheit« Hauer, der als Masaniello freilich nicht alle sängerischen Möglich» testen seiner Rolle, einer Star-Rolle für Publiknmsliebllnge, er- schöpft, und Martin Abendroth, der auch später als fanatischer Volksaufwiegler überzeugende Töne findet. Sehr rührend und ein- dringlich di« Fenella der Grete Iaeobsen. Der sparsamen Regie Artur Pohls, der als Gast berufen war, danten�wir bewegt« Bilder von wahrhast packender Wirkung. Die Republik-Oper hat, ohne Prominentenaufgebot und ohne plakatierten Auswand, einen großen, bedeutenden Abend._ k p. Hans Balufchek. Zu Ehren seines 60. Geburtstages hat der„Verein B e r- liner Künstler'«ne Gefamtschau von Daluscheks Werk ver- anstaltet. Drei der Säle m der Bellevuestraß« sind mit Gemälden, oft von beträchtlichem Format, gefüllt, zwei mit Zeichnungen upd Lithographien. Viele» hat die Städt Berlin angetauft. Art und Gesinnung seiner Kunst sind in jeder Technik urtb von 1895 bis heui«, die gleichen geblieben. Es löhnt sich durchaus für den Arbeiter, das Lebenswerk Daluscheks gründlich zu betrachten und sich die Frage � vorzulegen, wie er ganz aufrichtig dazu stehe; und es wäre ein höchst interessanter Versuch, wenn man eine gehckime Abstimmung darüber veranstalten wollte, wie der Proletarier zu diesen Spiegelungen seines Daseins sich wohl einstellt, die hier den Inhalt von 35 schweren Arbeitsjahren eines Künstlers bilden. In der Anordnung ist das inhaltliche Moment leider nicht de- achtet worden. Eine so bewußt soziale uni� sozialistische Kunst wie die von Baluschek fordert ja dazu heraus, sie nach Motiven zu ordnen. Ist auch das Leben des Proletariats der alleinige Gegen- stand dieses konsequenten Maler-Sozialisten, so gibt es doch«ine ganz« Reihe von Bezirken in seinen Darstellungen. Da ist die De- ziehung des Arbeiters zu seiner Arbeitsstätte, der Gang zur Fabrik oder die Heimkehr, die wartenden Frauen vor dem Tor. Eisenwerke, Kohlenhalden und Eisenbahn als Berufsfev». Di« schwere Bürde der Frauen, die Kohlenfuhren schleppen oder den bezechten Mann heimbringen müssen, ist nicht vergessen. Daneben steht di« Er» holung in Gestalt von Rummelplätzen, Schrebergärten, Spaziere» und Lagern auf weiter Halde,„Arme Musik' und ein kesseres „Weihbieridyll' des Herrn Postbeamten. Und auf der andere» Seite das Abgleiten ins Lumpenproletariat, di« Sonnenbrüder und Tippelschicksen, die vor der Razza abhauen, die Dirnen und un- zähligen Opser der kapitalistischen Mißordnung, die in einem gvau- samen Zyklus geschtkdert werden. Ein Blick qus die Knegsgreuel von 1916 beschlieht diese» Schlachtfeld der Menschenschuld. * Was dem besonnenen Betrachter sofort auffallen wird, sst di« Ein- förmigkeit der durchgehenden Stimmung. Es ist merkwürdig, daß für Baluschek in 35 Jahren sich nichts geändert hat als ein bißchen Kostüm, daß in dieser Fülle von Dokumenten sich mrgends ein Lichtblick findet. Wenn man ihm glauben will, so besteht auch der Feier- tag des Arbaiters in Armseligkeit. Selbst bei den Laubentownisten fehlt die naturgegeben« Heiterkeit; auch ihre ursprüngliche und erd- hafte Tätigtest vollzieht sich hier weitab von einem versöhnlichen Sinn, sowest die Auffassung des Malers reicht. Von diesem Höhe- punkt an sinkt die Stimmung immer tiefer bis zu einer Trostlosigkeit von grimmiger Schwärze. Ja, wir wissen es: das Leben ist grausam und oft nur mit Ausbietung aller sittlichen Energie zu ertragen. Und Daluscheks Lebensarbeit wiederholt das unaufhörlich mit einem tristen und unerschütterlichen Ernst: so ist es. Ihm schönt selbst die Schönheit der Natur verdächtig, zum mindesten gleichgüstig und keiner Beachtung wert; er malt sie nicht, auch wo sie da ist. Die Folgerichtigkeit, mit der er die Anschauungsweise und Dar- stellungsart seiner Jugend bis zu seinen: 60. Lebensjahre ftstge- halten hat, ist bewundernswert. Denken wir aber an den 12 Jahre älteren Zill«, der dasselbe Milieu sein ganzes Leben lang geschildert hat, so fällt uns der große Unterschied auf, der die Zugab« eines aus dem Herzen tomnienben Humors begründet. Heinrich Zille hat das Dasein der Aermsten nirgends verschönt, er griff vielleicht noch tiefer in da» Dunkel des fünften Standes hinab. Aber er sah und verteilte Licht und Schatten, wie da» Leben es tat. und er über- wand feine Schrecken mit dem Verständnis des mitfühlenden Menschen und Künstlers. Pau' F. Schmidt. „Liebe und Ehampagner." Marmorhaus, Der stumm« Film hätte allen Anlaß, seine besonderen Ouali- täten zu entfalten, um sich gegen die Tonfilmflut zu behaupten. Aber n»an produziert gemächlich im alten Stil« weiter. Dieser Greenbaum-Film ist eine Variante der vielen Gesellschaftsfilme, die auf Mntersport, Tanz und Varleben, Flirt un>d einer kleinen Liebes- gefchichte aufgebaut sind. Der Durchschnistshandlung entspricht die Durchschmttsregie Robert Lands, und der Titel könnte genau so gut für 35 andere Filme der gleichen Dattang gelten. Das Beste sind die Winterlandschaften aus dem Hochgebirge, die Sport, und ins- besonder« Skio-ufnahmen Greenbaums. Als Salon- und Sportlöwc spielt Iwan P« t r o v i ch sein« etwas leicht genommen« Rock«� die beiden Frauen, zwischen denen er hin und her pendelt, sind Mutter und Tochter Agnes Esterhazy, di« die reife überlegene Frau markiert, und Brita Apalgreen, die einen flotten und neckischen Backfisch reizend gestaltet. Einen guten Eharattertyp steuert Ca- milla von Hollay bei in der steifen Grandezza der Vorsteherin eines Mädchenpensionats._ r. vle rolmvona-Taazdahne Etzen unter Leitung von Kurt bringt in der 8. dleSjäbrtgen Tan, mattnee der BoltSbübne ein« Neueinstudierung von Laban?.Gaukelei' mit Oicheller?t« Malincc siiidct am Sonniag. dein«.Mai. ll llbr, im Tbeatcr am L.'ilo». Platz ftatti Platzlarten(auch sür Mchimitglieder der Volksbühne! 4.—, S.— med 2.- Stork bei«ertheim. Tietz. Voten, vock sMie an der ZHeaterkatze. Amtsenthebung einer Värgermeifiers. Der zuständige Präfekt .?at den kommunistischen Bürgermeister und den 2. stelloertretenden Bürgermeister von Aniche bei Lille ihres Amtes entHaben. Sie sollen durch Teilnahme an Kundgebungen bei dem Glosarbeiterstreik, die zur Störung der öffentlichen Ordnung führten, ihre Pflicht oerletzt haben. Wiederholung des Aluglages. Die Ostermontag-Flugveronstol. timg wird am kommenden Sonntag, dem 27. April, mit der Lust- okrobatrk Fritz Schindlers, dem Fallschinnabsprung vor» Hedy Schumann und dem Abschießen einer Anzahl von Zettelballons wiederholt. Eine Erweiterung des Programms ist durch den aus Dessau in Aussicht genommenen Besuch des größten deutschen Verkehrsflugzeuges, der viermotorigen Junkers G 38 vorgesehen. Das Programm wird von l? bis 18 Uhr durchgeführt. Bor- und nachher sowie während der Pausen finden R u n d f l ü g e zum San» derpreis von 7 M. für die Person mit Flugzeugen der„Lufthansa� und des Flugverbandes„Sturmvogel" statt. Die erste» 230 Flugscheine werden sogar zum Preis« von nur 5 M. abgegeben. Der Einheit s>Eintrittspreis ist auf 1 M. festgesetzt. Terrassen- oder Flugsteigkorten 3 M. Kinder in Begleitung Erwachsener haben freien Zutritt. Uuei-taeltlich« Spe»chg»nd«n i» Mietfmgen. In Lichtenberg: Möllenbors- strag? III, Zimmer S, w»che»tiiglich von 8— lZ Uhr: in Ke>edrich»s«ll>«-tt»rl»- ?orft: AmtZAcdäude Trcstowaller 44. Zimmer 4, Dienstags und Zreitogs von 4— tbiv Uhr: in liavlsdorf: AmtsachSude Adolsstr. 2S, Zimmer 2. Mittwoch, 7. Mai. von 14— lü'/j Uhr: in Mahlvdors: Amtsgcbäude Ziipenicker Allee t, Zimmer 8, Mittwoch, 14. Mai, von 14—15� Uhr. Wetter für Bcrfta»rnb Umgebung: ZettweÄe aufhetiench und ziemlich schwül, Gewitter nicht ausgeschlossen.— Für Deutschland: Im Südosten trocken, viÄsach Heller und warm, im übrigen Reiche ziemlich schwüles und meist wolkiges Wetter, strichweise Gewitter- regen. frottas. 25. April Berlin. 16.20 ee. Unterhaltanesnnislk. 17.30 Walter Mlttelholeer:„Mein Plnt aber Ahflca". 17.55 Dr. C. t. Käsigen, Bukarest: Deutsche Pressearbeit im Baltikum voll in Rußland. 18.20 1. 0. F. Händel: Sonate G-Dur(Heinz Breideo, Flöte, und Willy Jäzer am Flflgel).— 2. Schubert.— 3. R. Strauß.— 4. Kornzold: Lieder (Hanna Schwarz. Sopran).— 5. B. LoeUIet: Sonate F-Dur(Heinz Breide» und Willy Jaeter). 19.00 Das neue Buch. 19.10..Plädoyer kür Klassiker.*' 19.40 Aktuelle Abtelluoz._ 20.00 Orchesterkonzert. Dlrlient; Brun« Setdler-Winkler, Solist: Walter Gies®- king. I. Mozart; OuvertOre zu..Fizaros Hochreit".— 2 Beethoven; Konzert Nr. 4 für Pianoforte mit Orchester. Q-Dur. op. 58 alter(iicseitins am Flügel).— 3. von Rernicek, geb. 4. Mai 1800: Tanz-Sinfonie.(Berliner Funk-Orchester). 21.30„Zeituerichte," Budget-Debatte In Ungarn. 5�. 22.30 Dr. F Anders: Bridge. v$0#? Anschließend Tanzmusik. 0.30 Nachtmusik. Kdnigswnsterhaiinef. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. Hildegard Schwab; Vom Schicksal der Waisenkinder. 17.55 Ob.-Reg.-Rat Dr. Lautepbach: Wirtschallskrise und Kapitalmarkt. 15.20 Mai Valier: Raketenforschnng. 18.40 Englisch für Fortgeschrittene. 19.05 Trautwetter; Verkehrsbewäitigung in den Großstädten. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 20.00 Volkstümliche Lieder(Cornelis Bronsgeest, Bariton. Am Flügel: Clemeng Schmalstich). 20.30..Streitzüge durch Berlin".(Sprecher: Hans von Zwehl.) 21.00 Klingler-Ouartetl. 1. Mozart: Streichuuartett D-Dur(K. V. 499). mt 2. Brahms: Streichquartett A-Moll. op. 51, Nr. 2. Beronttnottl. fllt bie Sthoftion: Bollgeng Schwarz, Berlin: Anzriarn: Zh. Siecke» Berlin. Vrrln«: Vorwärts Lrrlaq s. m. b. s.. Berlin. Druck: Verwärts Büch. druckrrei und Berlaßsaniialt Paul Eingrr& Co.. Berlin EW 68, Lindcnilraß« 3. Sirrzn 1 Beilage. (> Theater, Lichtspiele usw. h) Freitag, 25. 4. Staats-Oper Unter d. Linden Tiil-U. L Fr. lo. 9 Jabm-IM. Ho. tll I9W Uhr Fidelio Ende n. 22 Uhr Staats-Oper (■ Pill: der binbtt Vorst 70 20 Uhr Die Milte Ende g.ZS'h Uhr Freitag, 25. 4. Stadl opar Bismarckstr. Turnus M 20 Uhr Mignon Ende 22'«, Uhr StaatL Sdiansph. e» indnatsinvU 51. R. 2 Fr. Ho. 7 Jahra-Ji-T. lo. 99 20 Uhr Vird Hill aonestlen? Ende 22V« Uhr Msü.Met-MletWlU 20 Uhr G'wlssenswurm Ende 22'/« Uhr scSXS Tägl. 6 u.S'i. Uhr.« 5 Barb. BLSß Pr,.t-«M. Wochentg. 5 U. SO P(,-3 M. ▼mAm Amerikas I OIO berühmtester Clown und 9 weitere Varietß-Neuhelten plAza I Tägl. S u. au SM(I.S..S|.«u Aiex. E 4. 8066 (INTERNAT. VARIETE — Oirnktian: Dr. Martin 2ickel Komische Oper Fnedricbstr.m. Merkur 1401,4330. Täglich 8'/« Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus frledrichstr. 33A Uhi Okrektion Ralph Arihnr Robert« Letzte 6 anliObraiiUen .. Vater sein, dagegen sebr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.i UCHT _ T ä ß I i c h_ l».aoi WH ws.aot Ridiard Oswalfs 100o/o Jpndi-ToDfODi Ulien, du Stadt der Lieder niiinniiiiiiHiiiiiiiiiiiuuiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiuinuuiiiiiiiiii Chart. Ander— Max Hansen Slegfr. Arno— Paul Morgan Auf der Bühne: AMBERG— SCHAU 15 Mosalioo.BiH8r, Tempa-lhimir-toataftmg 24 Mitwirkende Taddy'o Jazz-Syncopotors. Vorvei kauf täglich von 11—22 Uhr "«vh- CASINO-THEATEH Lothringer Strafe 37. Nor noch bis 30, April Oer wahre Jakob JonnerstafL den 1. Mal zum 1. Male Die Berliner Posse Rentier Mudlcke G u t s c n'e i n für t— 4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M- Sonstiee Preise: Parkett u. Rans 080 M TolHsbimne Ttwtn am BOlowplati. 8 Uhr Das Lied von HoboKen Ein Negerstflck y. Gold-Weisenborn Musik: W.Grosz Rigit; Hdn DiftrfddUgtr StaatL Sdiillir-Tb. 8 Uhr Der G'wiueDiwnnii Staatsoper Am PI. d. 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Bradur Itflc: Hai BsIalurSi ZfhheHohßä- dialcmzeAuv Ruhokn- DpcrctiB m Siitw«. üiztii Täglich 8.15 und Sonntags 5 15 und 9 Uhr Sonntoo» 2.30 Uhr (»Der Muslergatte" Bertlfl 0. Große Fronklnrter Str. 132 Al-x. 3422 u. 3494 SanowskHBIiiien naiitria der StrnaawiiBälr. (Whr Maigirita: Str.) Täglich 8V« Uhr Napoleon greift ein in Walter Btsttidmi Komödionhaue raglich 8»/a Uhr: Meine Sdiwetiet indidi •Imiti.lialpbBtialtliT Lichterfelder Festsäle Zelalenelorfler SMramOe 9 OeBconom Odio ScBmaillndl Telephon: Lichterfelde G 3 1445- Festsäle!flr 1510 Personeo mit modere eingeriditetei DDhnee Ur Veran- staltnnnen jeder Ort/ Bodizeitssäle/ Vereinszimmer für 20 bis 300 Persoeen GroOer schattiger ilaturgarten fOr 3000 Personen mit Waldspielpiätzen Piscator-Büline im Wallner-Theater Alexander 4592,93 Täglich 8 Uhr: 7 eTartoU- lastipiti „Braue China* tt 21. A»hl»whr Ichlxd Taut a. koiu.toi Kottb. Str. 6 Tägl.# Uhr Sonntags ratk 3 Uhr imäligtn Fr. Elitesanger. 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Für die wirNichen Fronttämpser waren Dreck und Hungen Not und Tod noch in allzu lebhaster Erinnerung, und wenn st« den Kindern davon erzählten, griss es den Kleinen scharf an� Herz. Dies« Kinder hotten ja auch den Krieg selbst noch erfahren, dos ewige Fernsein des Vaters, die quälende Angst der Mutter, zerlumpte Kleidung, für die kein Ersatz zu schassen war, bohrender Hunger, den Steckrübenmannelod« und Sägenrehlbrot nicht zu stillen vermochte. Die Kinder von heute haben keine Erinnerung mehr an sei« schlimme Zeit. Selbst für viele Erwachsen« ist das Kriegs- erlebnis bereits mit einem Schimmer von Romantik umgeben. An die Todesqualen der Freund« erinnert man sich nicht so gern, wie an die Stunden voll Frohsein. Es ist dqher dem Jugendlichen viel- leicht zu verzeihen, wenn er gar zu laicht dem Nationalisten auf den Leim kriecht, den schönen Sonntagmorgen durch stumpssinnige Soldatenspielerei verunstaltet und sein„Siegreich woll'n wir Frank- reich schlagen" krankhast hinaustrompetct. Der Erwachsene kann sich jedoch nicht mit Unwissenheit ent- schuldigen. Soldatenspicl und Lust am Totschlagen ist den Kindern genau so viel und so wenig angeboren, wie Freude an anderen Untugenden, um ein schlimmeres Wort zu vermeiden. Stzas da sich zeigt, muh auf dos Konto derErzieher gesetzt werden: der Eltern, der Schule, der Zeitung, der Bücher, des Kinos, des Theaters. Ich bin mit meiner Klasse acht Jahre lang jeden Sommer zwei Wochen im Schullandheim gewesen; nicht einmal haben die Kinder ein Soldatenspiel getrieben, ja ich erinnere mich nicht, dah je dos Wort gefallen wäre. Aber ich kann einen Grenzstrich im Stadtplan ziehen, dort, wo das Soldatenspiel beginnt. Das ist dieselbe Stelle, wo man die Wahrnehmung macht, dah Kinder der Beamten und des Schlächters und Krämers auf alle Fälle auf die Realschule müssen, um sich abzuheben von den Kindern des Pro- letariots. Man merkt es o-n der Sucht nach der ,Massen"mütze. Wie das Elternhaus als Klasse oder Schicht sich einschätzt, ist hier entscheidend für die militärischen Neigungen der Kinder, ist ent- scheidend für die©lellupg zum Krieg. Wie die Schule dazu steht? Di« Verfassung sagt es eindeutig. Nicht so eindeutig ist die Wirklichkeit. Es wird ein Unterschied sein, ob jemand vor den Kindern steht, der den Krieg als schlimmste Grausamkeit erlebt und empfunden hat, oder ob es einer ist, dem seine uniformverzierte Leutnantszeit über alles geht. Als Sozialist wird man bedauern, dah es so ist, es aber schwerlich ganz und gar ändern köimen, weil die Schule bestenfalls ein Ab- bild des gegenwärtigen gesellschaftlichen und kulturellen Zustandes sein wird, also auch die Schattenseiten aufweist. Nur die Entschuldigung hat der Lehrer nicht mehr, dah er nicht die Möglichkeit Hobe, den Krieg in seiner Realität den Kindern zum Erleben zu bringen. Bücher, Theater und Kino setzen ihn heute instand, sachlich zu sein und den Kindern die Unterlagen für Wertung und Entscheidung zu geben. Al, ich nach Kriegsende Episoden aus Barbusse„Das Feuer" und aus Leonhard Frank„Der Mensch ist gut" vorlas, war diese Sachlichkeit für jene Kinder unerträglich. Ihr„Bitte, hören Sie auf, wir können es nicht ertragen!" war echt. Schreck weitete die Augen empfind- famer Mädchen, und selbst robustere Naturen trugen kein Der- langen noch Fortsetzung. Eingeleitet durch Zweigs„Streit um den Sergeanten Grischa" ist nun in den letzten Jahren eine Fülle van Kriegsbüchern erschienen, die wohl imstande sind, den Lehrer die richtig« Per. spektioe für die Betrachtung der Geschehnisse des Weltkrieges ge- winnen zu lassen. Die Fülle der Bucherscheinungen ist auch in die Arbeiterhäuser und in ihre Kinderstuben gedrungen.„Im Westen nichts Neues" ist sehr vielen Kindern bekannt. Ich habe das als Lehrer nur begrüßt. Was Remarqu« gut sagt, brauche ich dann nicht schlechter zu sagen. Daß«« noch Lehrer und Eltern gibt, die solch« Bücher dem Vierzehnjährigen mit Gewalt vor- enthalten, kann man nur als B o g e l st r a u ß p ä d a g o g i k belächeln. Den Kindern schadet es nicht, die werden ihren Lese- Hunger mit desto größerer Begeisterung auf verbotenen Wegen befriedigen. Karl May hat man auch so lange oerboten, bis er nun fast unter die guten Jugendschriftsteller eingerecht wird. Aber das ist alles belanglos, gelesen hat ihn die Jugend immer und erst recht. Gegen solch« Jugend„sünd«n" nützen selbst Ministerialerlasse nichts. Die Liste der den Kindern bekannten Bücher über den Krieg war im ganzen gar nicht klein. Außer den genannten waren von der Bring, Renn, Bröger u. o. vertreten. Nicht, daß die Kinder diese Bücher, durch die Schul« beeinflußt, gewünsclst hätten, sondern die Bücher hatten schon vorher den Weg in die Hand der Eltern gefunden. Zeitung und Reklame waren sicher nicht un- schuldig daran. Di« Arbeit der Klasse stand damals unter der Fragen Warum mußte der Zusammenbruch von 1918 erfolgen? All« die Bücher boten ein« Antwort darauf. Hier konnte ein Kind ein kleines Stück vorlesen, dort«in anderes den GssamtinHalt eines Buches skizzieren. Kinderfrage und Kinderantwort fügten Bild an Bild, und dem Lehrer blieb es nur noch nach. Brücken dort zu schlagen, wo das Wissen der Kinder nicht hinreichte, und durch die Schilderung eigenen Kriegserlebens Lücken zu füllen und das Ganze zu runden. Diese Kinder haben nie ein Soldatenspiel getrieben. Ob sie auch keine Bleisoldaten gehabt haben? Mir ist es nicht bekannt- geworden. Nicht aus böser Absicht ober aus Unwissenheit geschieht in den Elternhäusern bei der Wohl des Spielzeugs noch mancher Mißgriff. �Man gehe in der Weihnachtszeit in Kaufhäuser, in henen die werktätig« Bevölkerung den Einkauf der Geschenke für fcfe Kinder vornimmt. Kanon», Soldaten, Ottfacaat; wem» ßc nicht verlangt würden, böte man sie auch nicht an. Nicht von Be- deuwng, mag man sogen, eine Kleinigkeit, ohne Belang. Aber warum soll man vergessen, daß sich das eine große Leben aus Millionen Kleinigkeiten zusammensetzt. Schade, daß ein so wichtiger Erziehungsfaktor wie das Theater hier noch versagt. Zu Weihnachten schmalzige, rühr- selige Märchenstück« mit Ballett und Tannenbaum. Zur Schul- entlassung natürlich Wilhelm Teil. Schülervorstellungen müssen klassische Stücke aufweisen. Als ich„Der unbekannte Soldat" und„Die o n d e re Seite" sah, hotte ich im ersten Augenblick das Gefühl, das müßten deine Jungen mit erleben. Aber nachher habe ich sie auf das Kino vertröstet. Ein Junge, der trotzdem„Die andere Seite" sah, hat der Klosse ebenfalls ab- geraten. Wenn wir abermals ein Jahrzehnt gewartet haben, wird das Theoterspiel wahrscheinlich auch für Kinder verständlich sein. Die Erziehung des letzten Jahrhunderts war sicherlich nicht un- schuldig am Taumel von 1914. Wenn alle Erzieher sich zusammen- tun, so wird das einen nicht geringen Schritt auf dem Wege zun: ewigen Frieden bedeuten. �.cvcrmsnn. Nicht reden, sondern handeln! Voraussetzungen des Fricdenhaltens Ein sechsjähriges Schulkind hatte einmal eine hilflose Zeich- nung gemacht: ein paar waagerechte und senkrecht« Striche, die üdereinandergebaute Betten bedeuten sollten, und aus jedem Bett guckte so etwas wie ein Soldat heraus. Und darunter stand m unbeholfener Druckschrift: das ist er Krich. So ureinfach stellte sich in der Phantast« dieses Kindes der Kompsex Weltkrieg dar. Es war vermutlich der einzige Nieder« schlag all der Kriegserzählungen, die der Vater zum besten gegeben hatte. Das gleiche Fehlen jeder Verständigungsmöglichkeit stellte ich einmal in einem Gespräch mit Achtjährigen fest, die zunächst etwas vom Krieg erzählt haben wollten, um gleich darauf mit kriti- schen Einwänden über das Erzählte herzufallen. „Du mußtest auch mit in den Krieg? Ich wäre nicht mitge- gangen: ich hätte mich aus dem Boden versteckt." „Ich hätte nicht mitgesungen. Höchstens das Lied: Nie woll'n wir wieder Waffen tragen!"(Ein Nestfalke!) „Ich hätte keine Menschen totgeschossen. Früher hast du uns doch mal gesagt, die Franzosen und die Russen sind ebenso gute Menschen wie wir auch." „Ihr mußtet Marmelade essen? Mensch, die schmeckt doch fein! Ich hätte gleich den ganzen Eimer leergelösfelt." Ich verteidige mich nicht weiter; denn ich merke gut:'die Ge- sellschaft will nur ihre kritische Zunge wetzen an Dingen, die sie nun einmal nicht ernst nehmen kann. Aber auf eine Frage muß ich nun noch Rede und Antwort stehen: Habt ihr denn gesiegt in dem Krieg? Ich spüre die grenzenlose Enttäuschung auf allen Gesichtern, nachdem ich verneint habe, höre formlich die unausgesprochenen Wort«: Mensch, wenn du dich hierher stellst und uns Geschichten von Mord und Totschlag erzählst, dann muht du doch wenigstens einen Knalleffekt bringen! In solchen Augenblicken fühle ich die Scham über das Geschehen der sogenannten großen Zeit brennen: Es war kein feiner Ruhm, den wir durch unsere Kriegstaten auf uns geladen haben, und wir täten besser daran, von diesen Dingen zu schweigen. Aeltere Kinder bringen dem Krieg natürlich ein reiferes Verständnis entgegen. Soll man ihnen gegenüber das teuer er- kaufte Gut eigenen Erlebens zur Sprache bringen und auswerten? Eins ist sicher: die Zeiten des seiigen Julius Wolfs, der einen Krieger von 79, so einen mit Armbindenatrappe und Umhänge- bart und mit einem Schock Enkeln aus den Knien, die Historie von der Fahne der Einundsechziger erzählen läßt, ist u n w i« d e r- dringlich dahin. Die Einwirkung auf das Gemüt der jungen �örer Hot sich als trügerisch erwiesen. Man kann Kinder gefühls- mäßig ebenso leicht für den Krieg begeistern wie gegen ihn ein- nehmen. Bleibt also die verstandesmößige Seile der Sache, der Krieg als politisches Machtmittel zur Beilegung inner- und außerstaat- licher Konflikt«. Und hier allerdings haben Geschichts- und staats- bürgerlicher Unterricht Ausgaben zu erfüllen. Unbefriedigend mag die Forderurzg erscheinen, persönliches Cr- leben zu unterdrücken. Man soll also schweigen, wird man ein- wenden, soll verschweigen, in Unwissenheit halten? Man soll die Jugend anderen Erziehungsfaktoren in die Hand liefern, sie wehr- los der Gefahr eines neuen Krieges preisgeben, ja, diese Gefahr durch«ine so unvorbereitete Jugend noch vergrößern helfen? Man soll nicht reden, sondern handeln! Wir müssen dem Krieg den Boden entziehen, ihn wirkungslos machen, ihn sterilisieren. Die Mittel dazu sind an dieser Stelle schon des öfteren zur Sprache gekommen. Macht die Jugend fähig, ihr« äußeren Angelegenheiten selber in die Hand zu nehmen, ein ge- ordnetes und geeintes Zusammenleben zu schaften, gebt ihr«inen Aktionsbereich im Rohmen der Erziehungsausgaben, übt sie im Schlichten von Streitfällen, gebt ihr ein Schülergericht, ein Schul- Parlament. Mit anderen Worten: Erarbeitet mit ihr die t« ch- nischen Voraussetzungen des F r i ed« n h alten s! Das ist mehr wert als hundert Grausen und Tränen erzeugende Kriegsberichte. Eins bleibt tröstlich: Auch dieser Krieg wird eines Tages historisch sein und ebenso in der Weltgeschichte verblossen und ver- sinken wie die Kriege der grauen Vorzeit. Und wie die Dorstadicn der Menschheit schon jetzt im Kinderspiel ihre fröhliche Auferstehung seiern— als Höhlen bauen, als Hordenwesen, al» Indianernomaden- tum—, so wird auch der Weltkrieg eines Tages ein Kinderspiel sein. Eine spätere Jugend, technisch gerüstet, wie man sie sich nun cinnHl vorstellt, wird sich einbuddeln und mit den ulkigen Dingen be- werfen, die beim Aufschlagen auseinanderplotzen und'ihre mehr oder weniger hornlose Ladung nach allen Seiten spritzen. Und die Erwachsenen, die dem Kiirdcrtreiden zuschauen, werden Hassent- sich den nötigen Humor haben, der dieses Spiel crl» einen atavifti- schen Tribut hinnimmt, den man in seinen Flegeljahren nun einmal entrichten muß. Sie werden auch kein« beunruhigenden Schlüsse auf die künftige Entwicklung daraus ableiten wollen, da diese Form der Auseinandersetzung zwischen Völkern ein für allemal über- wunden sein wird. l�arl Dantz. Nachmachen! Eine Aktion des franzosischen Lehrerverbandes Bei der Schulde batt« nn Landtag hielt der deutschnationale Abgeordnet« Dr. Weifemann den Schüleraustausch zwischen Deutsch- land und Frankreich für„bedenklich". Statt dessen solle man unsere Jungen lieber auf die Schlachtfelder an der Westfront schicken, da- mit sie eine Ahnung von den ungeheuren Leistungen deutscher Front- soldaten im Weltkrieg bekämen. Der verkehrte und schädliche Geist, der in dieser Rede zum Ausdruck kommt, findet sich nicht nur in der deutschnationalen Fraktion und bei vielen deutschen Pädagogen, er findet sich auch in vielen deutschen Lehrbüchern(z. B. Fischer-Geistbecks Erdkunde, vgl.„Abend" vom 19. April 1939). Von einer geschlossenen Initiative gegen diese Lehrbücher, die unserer Jugend noch heute den Ungeist der Vergangenheit vor- fetzen, hat man noch nichts gehört. Um so wichtiger ist es, von der großen Aktion zu sprechen, die die französische Lehrer- s ch a s t gegen«in ihr„gefährlich" scheinendes Geschichtsbuch unter- nommen hat, und von der Art, wie sie es tat.(Bericht des Nach- richtenblattes des ftanz. Lehrerverbandes, 8. Jahrg. Nr. 193.) Ihr Vorgehen zeigt den Geist, der die srangösischen Leser beseelt und bricht den deutschen„nationalen" Argumenten vom bösen Willen der Gegenfeit« die Spitze ab. Di« Aktion richtete sich gegen das Geschichtsbuch von L a v i s s e, das, wie es im Bericht heißt,„nicht unserer Auffassung von der Rolle der Schule im großen Werk der Völkerversöhnung entspricht". Um das Buch dieser Auffassung entsprechend zu machen, fordert der Verband ein« Aenderung der„aktuellen Texte", die er Satz für Satz in einer Liste dem Verleger überreicht. Im Fall der Nichtänderung„wird der Verband sein« Vlitglieder auffordern, andere Gefchichtswerk« zu gebrauchen, die erfüllt sind vom Geiste ausrechten Friedenswillens, wie es der einmütige Wunsch unseres Verbandes ist". Und nun folgt eine Reihe von kritischen Gesichtspunkten, nach denen jedes Volk die Lehrbücher seiner Jugend durchforschen und aus die es achten fallt«. 1. Zu große Anzahl von Zeichnungen, die den kriegerischen Geist der Jugend begünstigen.» 2. Allzu nationale Werturteil«, die den Willen erkennen lassen, Frankreich„über alles" zu erheben und die andern zu erniedrigen. 3. Allgemein einseitige Einstellung mit dem Wunsch, den andern die Verantwortung für den Krieg zuzuschieben und ihre rücksichts- lose Kriegsführung zu betonen. 4. Vergnügen an der Aufzählung der Greueltaten der fremden Regierungen und ihrer Armem und Verschleiern ähnlicher Hand- lungen, die wir begangen haben. 5. Text«, die geeignet sind, den Dölkerhaß durch die bloße Er- innerung an das vergangene Unglück zu erregen, keine Erwähnung der oft gegen Verbundenheit der Völker in Vergangenheit und Gegenwart, die ihren Haß gegen den Krieg steigern und sie in gegen« seitiger Zusammengehörigkeit zur Organisierung des Friedens führen würde. Di« Beispiele zu den einzelnen Punkten diesO kritischen Lehr» buchprogrvmms und die Kommentare zu ihnen zeigen den peinlichen Eifer der französischen Lehrer, auch den letzten und kleinsten Rest von ltriegssbimmung und nationaler llebevheblichkeit aus ihren Lehrbüchern zu verdammen. Da wird zu Punkt 1) die S t r e i ch u n g folgender Zeichnungen verlangt: eines Turniers, der Jungfrau von Orleans, Heinrichs lV. im Feld, Napoleons und seines Gencralstabs. Solche Darstellungen„geben vom Krieg eine ganz falsche Vorstellung und werden von uns gemißbillgt". Wegen ihrer Tendenz wird die Streichung folgender Zeichnungen verlangt:„Die Engländer verurteilten Ieanne dÄrc"(„Eine Lüge, die zwei Bölker zum Haß reizt").-„Die deutschen Offiziere waren sehr böse".„Als sich die Deutschen vor unseren tapferen Soldaten zurückziehen mußten, haben sie die Bewohner oerjagt, die Häuser zerstört. Viel« von uns haben ihr Dorf nicht wiedergefunden. Nichts ist geblieben: in diesem Lande hört man keinen Bogel mehr singen". Diese Schreckensbeschreibungen, meint das französische Lehrerblatt, sei zwar geeignet, das Grauen vor dem Krieg zu erregen, aber nur dann, wenn diese Verheerungen als zum Krieg gehörig und von allen Kriegführenden vei-fchutdet dargestellt werdeiu Di« Mahnung des Geschichtsbuchs:„Meine lieben Klndxr, ihr werdet nicht hochmütig fein wie es die Deutschen waren", weifen die Lehrer mit der Bemerkung zurück, daß diese Mahnung an die Kinder recht hübsch sei, dah aber die Beimischung eines verletzenden Werturteils zu diesem Rat als zwistbringend abzulehnen fei:„Die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland ist die erst« Bedingung des internationalen Friedens. Diese Der- söhnung wird irraniiglich bleiben, solange wir fortfahren, unfern Kindern vom bösen Willen Deutschlands— d. h. des deutschen Volkes— zu erzählen". Und um auch den letzten Schein von Ein- settigkeit zu vermeiden, werden als„nationale Prahlerei" Sätze abgelehnt wie:„Frankreich ist das erst« Land, in dem man erkannte, daß der Mensch nicht seiner Religion wegen zu verfolgen ist". Dazu bemerkt das französisch« Üehrerorgan sachlich, daß schon der römische Kaiser Konstantin ein entsprechendes Edikt erlassen Habe.— Ferner:„Frankreich ist das freleste Land der Welt".„In Frankreich ist die Automobilii�duftrie besonders weit fortgeschritten" „Wir Haben all« Völker in der Luftfahrt überslügell". Viele solcher und ähnlicher Stellen kommen in deutschen Lehrbüchern vor, ohne daß einheitlich und prograimnatrsch gegen sie vorgegangen würde. Die Franzosen haben uns ein Programm gegeben, folgen wir ihnen! Und führen wir unsere Kinder nicht aus die Schlachtfelder zur Bewunderung soldatischer Leistungen, sondern in die Häuser von Franzosen zur Bewunderung ihres wahren Friedensgeistes, Robert Sebirokauet. (13. Fortsetzung.) Maro verließ mit den beiden Muschits das Zimmer. Passierte einig« Gänge, stieg zwei Treppen tief, hielt vor einer Tür, die «iner Ihrer Begleiter öffnete. Allein trat sie ein. Hinter ihr fiel di« Tür ins Schloß. Der Raum war dundel und scheinbar fenster- los. Wurde plötzlich elektrisch erhellt. Mara ritz die Augen auf. War erstaunt, als sie sah. wo sie sich befand. Ein prachtvoll eingerichtetes Schlafzimmer mit Boudoir. Es fehlte nichts, was in den intimsten Räumen einer ehemaligen Großfürstin zu Raffinement und Finesse zählte. Selbst die Krone auf dem Baldachin, der das Prunkbett überspannte, war nicht zu vermissen. Und welcher Dust, der aus Kiffen und Flacons strömte! Welche Wirkung auf Sinne und Nerven! Wohl hatte diese Frau zur Zeit der ersten Revolutionstage In manchem Bette einer ermordeten Prinzessin oder Großfürstin ge- legen. Aber das war nichts gegen das, was sich jetzt ihrem Anblicke bot. Diesen Raum schien die Revokution vergessen zu haben. Es war wie ein Traum, der einstmals ihren Kinderschlaf gestört hatte und immer wiederkehrte, bis ihr Verlangen nach seiner Verwirklichung sie in di« Welt trieb. Es war der Traum, um dessentwillen sie sich verworfen, ent< täuscht, besitzlos, nach Besitz vergebens strebctTb, sich dem Kampf« um neue Drdnung und neues Recht ergeben hatte. * Der Raum hatte von Mara Besitz ergriffen. Sie war dem Zauber des Prunks restlos verfallen. In einem aus kostbarer Seid« künstlerisch gestalteten Pyjama, den sie nebst anderer feinster Wäsche vorgefunden hatte, lag sie auf einer Ottomane, streckte sich in wohligen Fellen und sinnlich weichen Polstern, gestärkt nach einem langen festen Schlafe. Rauchte und lochte vor sich hin, noch immer diese VeränderuWg ihrer Lebenslage kaum begreifend. Dachte an A. Sehnt« sich nach ihm. Dachte aber auch an Oogulin und überlegte. Hielt alles für«inen Scherz Oogulins. Verwarf bald den Gedanken. War der Meinung, sich in dem etwas— zwar ungewohnten, aber eleganten Kerker eines Wüstlings zu befinden, wo sie zu warten hätte, bis—— Dos kam ihr dumm und lächer- lich vor. Oogulin. Was wollte eigentlich Oogulin von ihr? Sie als seine Geliebt« besitzen? Ihr graute. Sie mußte wieder an P. denken. Um keinen Preis. Ihr stel der Garantiepakt ein, ihre ganze Mission, in der sie hierher kam. Sie wurde unruhig. Plötzlich peinigte sie diese ganze Umgebung. Sie wollte fort. Die Tür war fest verschlossen. Das Gefühl der Gefangenschaft überkam sie. Doch bald fühlte sie sich wiedek in das Meer von Bildern, Weichheit und Behaglichkeit zurückgezogen. Selbst der Gedanke, bald zu sterben, konnte sie nicht sonderlich erregen. Eine süß« Lähmung stak ihrin den Gliedern, entnervte sie. So verbracht« sie die Nacht. Kmmte kein Sluge schließen. Dann aber überfiel sie Müdigkeit, und sie schlief ein unter dem Baldachin mit der Krone. X. Als sie erwachte, wußte sie, daß die Nacht vorbei war, obwohl kein Streifen Tageslicht zu thr hereinbringen konnte. Fühlte sich ausgeruht und ihren Geist erfrischt. Einer der beiden Mufchiks, die sie hierher gebracht hatten, servierte auf einem Rolltischchcn ein opulentes Frühstück, worauf er wieder wortlos verschwand. Mara. die bereits einen tterischen Hunger verspürt hatte, stürzt« sich über das Frühstück und verzehrte es In seiner Ganze. Dazwischen los sie eine Zeitung, die ebensowenig fehlte wie die feinsten Papyrossi und Konfitüren. Verfolgte mit besonderem Eifer den Tagesbericht und dos Theater. Interessierte sich für Dinge, die sie früher kaum beschäftigt hatten. La« mit dem Genuß der persönlich gut Orientierten. Nachrichten über Hungersnot im Lande überging sie in der Bsschäftigung des Genießens feinsten russischen Kaviars. Daß der Prinz von Wales dos letzte Polo» turnier überlegen gewann, interessierte si« brennendst. Daß Sowjetrußland dem ollgemeinen Handelsvertrag Nicht beigetreten war. hielt sie für Partetbarniertheit. Nach dem Frühstück durchmaß sie den Raum und überdachte ihr« Lage. Konnte nicht umhin, di« Situation, in der si« sich befand, immer wieder zu belächeln. Eine ehrliche Empfindung sagte ihr, daß sie sich wohl und beinahe zufrieden befände. Selbst das Gefühl der Gefangenschaft wurde ihr erträglicher. Die Sorge um die nächsten Stunden verringert« sich merklich. Die Zeit ver- ging, ohne daß sich etwas ereignete. Das Diner kam. Auserlesenst« Gerichte, die sie mit großem Appetit verschlang. Rauchte da- zwischen unzählige Zigaretten, schlief und wechselt« Pyjamas. Verlor allmählich jeden Begriff von Zeit. Die einzig« Orientierung lieferten ihr di« Mahlzeiten. Gedanken,. die sie gepeinigt hatten, wichen nun gänzlich aus ihrem Gehirne. Sie gab sich einem aus» gesprochenen Wohlleben hin. Der Augenblick kam, wo sie sich zu langweilen begann. An Flucht aber dachte sie noch immer nicht. Fühlte bloß«ine süß«, narkotische Lähmung. Kämpfte dagegen an. Ergab sich ihr. 15. Es dürfte nachts gewesen sein, als sich plötzlich die Tür öffnete und Oogulin eintrat. Mara lag im Bette, schlief aber noch nicht. Lutschte Bonbons. Richtete sich bei seinem Eintritt ein wenig auf, sah mit verträumten Augen nach ihm. Siviu64c/t Oogulin grüßte si« mit überaus großer Höflichkeit, ohne bis an ihr Bett zu treten. Zuerst lächelte Mara in verständnisloser Hilflosigkeit. Wurde sich aber mit einem Male ihrer Lage bewußt. Erinnerte sich, daß man sie verhaften wollte. Erinnerte sich auch an den Garantiepakt, der vielleicht schon vernichtet war. Wußte, daß es ihr kaum gelingen dürste, etwas abzuwenden, geschweige denn Oogulin in seinem Rachezug gegen sie zu schlagen. Fühlt« sich mora- lisch geschwächt und einer gewissen stärkenden Ueberzeugung beraubt. „Wie befinden sich Madame?" Mara war auf diese ironische Anrede gefaßt. Konnte nur mit der gleichen Ironie entgegnen:„Mach' ich Ihnen viel Sorge, Genosse Oogulin?" Oogulin beharrtc:„Ich habe Sie nach Ihrem Befinden gefragt. Madame?" „Bis jetzt hätte ich mich darüber nicht zu beklagen gehabt. Sie sehen, c» ging mir gut, so gut, wie vielleicht noch nie in meinem Leben. Selbst das bißchen Freiheit, um die sich di« Menschen so gerne gegenseitig den Hals abschneiden, Hab« ich nicht sonderlich vermißt." „Also, Si« befinden sich wohl," lauerte Oogulin. „Bis Sie mich mit Ihrem unangemeldeten Besuche iiberraschten. Ich hätte gerne darauf verzichtet." Und sprang aus d«m Bette. Oogulin muster sie.„Entzückendes Pyjama." „Finden Sie— wenn wir schon in dieser Tonart weiter sprechen wollen." „Ueberhaupt—" In seine Augen kam ein seltsamer Glanz. Mara ließ ihn nicht aussprechen.„Sie prüfen mich eingehendst — aus den Tod, Was ist eigentlich mit meiner Verhaftung? Di« Tscheka arbeitet longsam." Sie trug nun«in freches, zynisches Lächeln aus ihren Zügen.„Oder reagiert si« nicht? Das kann ich kaum glauben. Eher könnte ich zur Ueberzeugung kommen, daß mein Freund Oogulin es verabsäumt hat, die gegen mich so schwer- wiegenden Briefe seiner Behörde in die Hände gegeben zu haben. Welchen Zweck hätte mm aber meine Gefangenschaft gehabt?" „Soll ich Ihnen—* Mara schrie»ihn an:„Halt'» Maul! Du befindest dich im Boudoir einer Großfürstin und host dich nicht vorlaut zu benehmen, sonst lasse ich dich peitschen." Oogulin brach in schallendes Gelächter aus. Sein Sachen ober stockte und blieb im Halse stecken, als er die lodernde, erbittert« Miene Mara» sah. Cr wußte, daß die Frau keineswegs im Scherze oder aus Freude an der Derbheit so zu ihm gesprochen hatte. „Loche nur, mein Kleiner. Unterhatte dich. Ich bin heute aus- nahmsweisc gut gelaunt. Bediene dich. Hier sind Zigaretten und Konfitüren bester Sorte." Tie hielt ihm die Hand zum Kusse hin- Leidenschaftlich ergriff er sie, preßte sein« Lippen darauf, stammelis ein paar unverständlich« Worte.„Genossin Swarsk." Mara fuhr herum. Es war ihr, als käme sie erst jetzt wieder zur Besinnung. Sie erwachte wie aus einem Traume. Genossin Swarsk. Das war sie. Wohin hatte sie sich oerirrt? In welche Gedankenwelt sich verloren? Sie sah Oogulin, der vor ihr stand. Fühlte seinen Blick sie durchdringen. Er blieb stumm. Sie forschte in seinem Antlitz. Sein Blick ruhte auf ihr. Eine schwer« innere Enttäuschung malte sich in seinen Zügen.(Fonsetzung folgt.) � Buch Sie drei Walionalökonomien Das soeben im Berlage von Duncker u. HmNblot in München erschienene neu« Wert Werner Sombaris„Die drei Nationalökonomien" ist mehr als eine nationaEkonomifche Arbeit. Es ist der umfassende Bersuch einer„verstchcnden" Nationalökonomie in der heutigen Situation der europäischen Wissenschaft, sich auf ihre grundsätzlichen Loraussetzungen und wesentlichen Aufbauprinzipien zu besinnen. Sombart gruppiert sehr glücklich die bisherigen historischen Nationalökonomien noch drei großen Gesichtspunkten: es gab(und gibt) richtende und ordnende Nationalökonomien, die Forderung der gegenwärtigen geistesgeschichtlichen Situation geht jedoch nach tiner verstehenden Nationalökonomie. Sombart entwirft die letztere, die er als die allein angemessene erklärt, in ihrer ganzen weitverzweigten Problematik. Die„Gesamtlehre von der Wirtschaft" wird jedoch von Sombart nicht nach ihrer materialen Seite hin behandelt, da» wäre auch auf 352 Seiten unmöglich, vielmehr wird diese Gesamt- lehre erst einmal methodologisch verankert, d. h. Verfahrens» wissenschostlich sichergestellt. In diesem Prozeß der Selbstbesinnung der veisstehenden Nativnalätonomie erweist sich die Abgrenzung gegen di« schon erwähnten anderen beiden nottonalökonomischen Rich» ttmgen als fruchtbar: die richtende Nationalökonomie, sie wird u. a. an Thomas von Aguin belegt, schreibt der Wirtschaft eine Norm vor, nach der si« sich richten s o l l oder nach der si« g e r i ch t e t wird. Thomas schöpft diese Norm aus den, göttlichen Natnrrecht. So ist diese richtende Nationalökonomie in Sombaris Begriffsfprache metaphysisch. d. h. sie übersteigt den Bereich der Erfahrung. Die ord- nende Nationalökonomie, deren Entstehung im Bersolg des Zerfalls der mittelalterlichen ständisch-hierarchischen Welt ausgezeigt wird, ist naturwissenschaftlich orientiert, sie will also die Wirtschast in Gesetzen ordnen. Jedoch auch diese naturwissenschaftliche Me- thvde erweist sich der Wirtschaft gegenüber als unangemessen, weil sie die Zusammenhänge wohl ordnet, aber damit noch keineswegs verstanden hat.(So ordnet zwar das Kopernikanische Weltsystem den Kosmos, aber es kann uns nicht beantworten, warum da» kosmische System so und nicht anders ist.) Man wird zugeben müssen, daß Sombaris Buch der heutigen Nattonalökonomie neue methodische Grundlagen zu geben versucht. Seine Arbett steht im Zuge der grundsätzlichen Selbstbesinnung der Geisteswissenschaften auf ihre eigentlichen Voraussetzungen— jener Selbstbesinnung, die von Max Weber, Dillhey, Scheler. Heidegger, um nur die bedeutendsten zu nennen, eingelettet wurde. An diesem Urteil ändert auch nichts ein gelegentlicher Ausfall gegen den Marxismus, den Sombart als„Heilslehre" bezeichnet. Sombart glaubt die Wissenschaft als„wellanschauungsfreie" Wissenschaft retten zu können. In diesem Zusammenhang miß- versteht er die Einheit von Theorie und Praxis, die für den Marxismus grundlegend ist. Aber hierüber kann man sich in Kürze nicht auseinandersejzen: denn das ist. mit Fontane zu reden,„ein weites Feld". J. P. Mayer. WAS DER TAG BRINGT. Der Brand im Gefängnis. Bei der furchtbaren Brandtatastrophe!m Staatsgefängnis von Columbus(Ohio), bei der mehr als dreihundert Häftlinge in den Flammen umkamen, hatten 1500 Mann Militär nichts anderes zu tun, als das Gefängnis nach allen Regeln der Velagerungskunst zu umzingeln und Maschinengewehre schußfertig aufzustellen, weil man einen Ausbruch der Sträflinge fürchtete. Die Sträflinge hatten furchtbare und bei Gott berechtigt« Angst um ihr Leben, die Hüter der Gesellschaft Bedenken über das zulässige Maß seiner Erhaltung. Militarismus ist die Weltanschauung der Begrenzten. Infolge- dessen war auch der Befehlehaber der 1500 Soldaten für Nächsten�. lieb« nur innerhalb der Grenzen, wie sie ganz genau von den hohem Gefängnismauern bezeichnet werden. Wer darüber springen wollt«, war in seinen staatsautoritativen Augen vom Hebel und mußte erschossen werden. Gemein, aber ohio. Unmenschlich, aber mili» tärisch. Das Bild ist ebenso grotesk wie grausam: Hunderts von Ein- gekerkerten toben, rasen, treischen in höllischer Angst ums nackte Leben— aber draußen warten welche voller'Furcht, daß die Straf- linge sich womöglich nach Oeffnung der Gitter noch etwas mehr er- gattern als das Leben, vielleicht gar die Freiheit, di« sie nun«in» mal nicht meinen, geschweige denn wollen dürfen. Die Sorge der maschinengewehrhaften Bürger« und Gefängnis» Hüter war übertrieben. Wenn die Herren auch in ihrer unendlichen Güte den Gefangenen das Leben schenken wollten, so konnte doch nur ein Bruchteil der Gefangenen die großzügig« Spende atzzp- tieren. Viele konnten deshalb nicht in den Genuß der Errettung ihres Lebens kommen, weil die Zellenschlüssel oerlegt waren und von den zerstreuten Wächtern in der Hitze der Katastrophe nicht ge- funden werden konnten.,.. Trotzdem hat die„Ordnung" gesiegt— nicht ganz zwar die Haus-, aber doch die Gesellschaftsordnung. Kein Sträfling brach aus. Und keinem Berantworllichen wird es den Hals brechen, daß dreihundert Häftlinge in Dampf und Feuer zusammenbrachen. Hauptsache, daß wenigstens dem Henker blieb, was des Henkers ist: die sowieso zum Tode verurteilten Sträflinge sind vom Brand ver- schont geblieben. Eried Gottgetreu. Der Kampf um die Bisamratte. In den letzten 25 Iahren hat sich die Bisamratte in Mittel- europa sehr stark verrnehxt. Da sie, di« übrigens Pflanzenfresser ist, durch ihre Grab- und Wühlarbeit viel Unheil anrichtet, wird sie in Deutschland von Staats wegen bekämpft. Auf der anderen Sett« ist der Schutz angebahnt, Bistmrrattenfarmen zu errichten, wie das in Bulgarien und der Tschechoflowakei schon geschehen ist, da das Fell der Bisamratte niit 5 Mark pro Stück im Rohzustand« bezahtt wird. Es ist deshalb bemerkenswert, wenn Forstrat Ludwig Schuster in Heft 12 ,L>er Naturforscher" vor einer Verwirklichung derartiger Pläne warnt. Er weist darauf hin, daß die Bisamratte, di« nn Jahre 1905 in Dobrlsch, etwa 40 Kilometer südlich von Prag, in wenigen Stücken ausgesetzt wurde, sich jetzt bereit» ein Gebiet von 200 000 Quadratkilometer erobert hat. In Deutschland werden jähr- lich 50 000 Bisamratten erlegt. Durch ihre Wühlarbeit gefährden sie Uferfchutz. und Wasfertunftdauten, Straßen und Eifenbahnanlagen. Sie unterhöhlten z. B. die Schnellzugsstrecken Leipzig— Hof und Dresden— Görlitz. Daher dürfen Bisamratten nicht, auch nicht auf Zuchtfarmen, aus denen innner ein Entkommen einzelner Tiere mög- lich ist, in bewohnten Gegenden gsdutdet werden. Rußland will neuerdings Bisamratten aussetzen, doch hofft es dadurch, unbewohnte Gegenden nutzbar zu machen. Anders aber liegt es n Deutschland, wo sich, noch Ansicht des Sachkundigen, der hohe Stand der Landeskultur nicht mit der Gegenwart eines Tieres von der Gemeingefährlichkeit der Bisamratte verträgt. USA. Der seit vier Iahren verheiratete Chemiker Winston Bredleth-r hatte gegen sein« Frau beim Gericht in Boston di« Scheidungsklage eurgereicht, da er seit zwei Iahren nichts anderes vorgesetzt bekomme al» Konserven. Jeder Ehemann könne verlangen, daß ihm wenigsten» einmal in der Woche frisches Gemüse bereitet würde. Do» Gericht hat dos Scheidungsbegehren indes abgelehnt, der Gattin jedoch nahe- gelegt, wenigsten» einmal im Monat dem Wunsche des Mannes nach frischem Gemüse nachzukommen. Unzerbrechliche Uhren? Ein Ingenieur in der Uhrenstadt Ehaux-des-Fonds hat ein: Erfindung gemocht, mit deren Hilf« angeblich Taschenuhren voll- kommen unzerbrechlich weihen. Don Fachleuten wurden eine Reih« von Versuchen unternommen, In deren Verlauf Dutzende von Uhrcn auf den Boden und gegen de« Wände geschleudert wurden, ohne daß das Wert auch nur im geringsten in seinem zuverlässigen Gang gestört worden wäre. Die erste Blinden-Rotationspresse. In einer Londoner Druckerei wurde dieser Tage die erste Rata- tionspresse für Blindenschrift aufgestellt. Die Presse hat eine Leistungsfähigkeit von 16000 Seiten pro Stunde. St Bürokratius. Ein Mann, der von einem schlestschen Bahnhof eben nach Berlin fahren wollt«, wurde vor Betreten des Zuges vom Schlag betroffen. Da er infolgedessen durch einen tristigen Grund vom Antritt der Reife zurückgehatten worden war, reklamierte fein« Witwe bei der Reichsbahn den Betrag für die unbenützte Fohrkarte. �Derselbe wurde ihr auch vergütet, jedoch unter Abzug von 10 Pfennigen, da der Verstorben« ja noch vor seinem Tode mit Hilfe der Karte den Bahnsteig betreten hatte.., ■odisdinic der Arbeficrsporflcf Die leisinnden der Bondessdinle in leinzid Die Leitung der Dundesschule des Arbeiler- Turn- und Sportbunde, hat den sechste« Tätig- keitsbericht her«msgegeben. der die Berichtsjahre 1328 und 1323 umfaßt und eine so große Fülle von Wissens- wertem Material aus dem Betrieb und den Ausgaben der in Leipzig flehenden Schule bringt, daß es uns unmöglich ist. an dieser Stelle ans alles einzugehen. Wer Gelegenheit hatte, die Entwicklung der Schule zu beobachten, muß sich der Fest- stellung des Bundesvorsihenden anschließen, daß die Be- deutung der Bundesschule weil über de« Rahmen hinaus- gewachsen ist. der vor und während dem Bau vorgezeichnet war. Die Arbeiten der Schule fanden Anerkennung bei den Regierungen und anderen staatlichen und kommunale« ve- Hörden, und Vertreter des Auslandes, auch aus anderen Erb- teilen, bestätigen, daß der Ruf der Bundsoschule bis in alle Welt gedrungen ist. 90 Lehrgänge wurden in den Derichtsjahren 1928/29 an der Schu!« abgehalten mit 2449 männlichen und 301 weiblichen Teilnehmern, insgesamt 2750. Lehrgänge fanden statt für alle Turn-, Lpiel- und Sportarten, für Rettungsschwimmen, Schiederichter, Berichterstatter, Geschäftliche Leiter und Leiterinnen, Kassierer. Sprech- und Bewegungschorleiter. Ausländische Teilnehmer hatten sich in den Berichtsjahren eingefunden aus der Schweiz, Belgien, Tschechoslowakei, Litauen, Polen, Lettland, Finnland, Elsaß- Lothringen. Oesterreich, Dänemark, Freistaat Danzig und Amerika. Bon anderen Arbeitersport- und Kttliurvcrbänden führten an der Arbeiter-Turn- und Sportschul« Lehrgänge durch die Sozia- listische Arbeiter-Sportinternationale, die Zentralkammission für Ar- yeitersport und Körperpflege. Sitz Berlin, die Sozialistische Arbeiter- lügend, der Ausschuß für sozialistische Bildung und der Arbeiter- Radfahrerbund. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Vundesschul-Hallenschwimmbad. .<>ier verbringen die Kursisten ihre vergnügtesten Stunden. 22 369 Budebesucher wurden in den zwei letzten Iahren gezählt. Das Pädagogische Institut der Stadt Leipzig benutzt das Schwimmbad zur Ausbildung der Junglehrer: den ausbildeichen Lehrer stellt die Bundesschule. Zwei staatliche Schwimmeifterprüsungen wurden in der Berichts, zeit an der Bundesschule abgehalten. Zur Erprobung praktischer Uebungs- und Lehrmethoden unterhält die Bundesschul« versuchsklastea, die sich aus Angehörigen der Vereine des Leipziger Bezirks zufanunensetzen. Die Lehrtätigkeit der Bundesschule ist keinesfalls nur auf Leipzig beschränkt. Sie reicht darüber hinaus bis in das Ausland. Im Bundesgebiet— außerhalb Leipzig»—- wurden 1828/29 101 Lehrgänge mit 2613 Teilnehmern durchgeführt. Große Schaffenskraft legt die Abteilung Photo und Film an den Tag.. Für Lichtbildeworträge stehen 20 Serien mit 1582 Bildern und 600 Erfotzbildern zur Verfügung. Der Bestand an Filmen erhöhte sich seit Anfang 1928 bis Ablauf des Jahres 1929 von 12 Filmen in 30 Kopien mit zusammen 2167 Metern Länge auf 17 Film« in 56 Kopien mit einer Gesamtlänge von 42 963 Metern. Ansang dieses Jahres sind die Filme„Arbeiter- stutzball",„Rudern" und„Schwimmen" fertiggestellt worden, so daß sich die Gesamtlänge auf 30 000 Metern beläuft. Die Nachfrage nach den Filmen und Lichtbildern ist sehr groß. Verliehen wurden die Lichtbildserien in den Berichtsjahren 297mal und die Filme 1347mal. Selbst dos Ausland ist daran beteiligt. Filme gingen nach Holland, Oesterreich, Lettland, Dänemark. ja sogar nach Palästina. Tüchtige Arbeit leistet auch die Abteilung Spiel- und Sportplatzbou, die den Vereinen und Gemeinden auf Wunsch mit Zeichnungen und anderen tech- nischen Auskünften, auch über den Bau von Turnhallen und Schwimmbädern, dient. Der Bund bringt für die llnlerhallung der Schule außerordentlich große Wittel auf. Die Steigerung des geleisteten Schulbeitrages ergibt sich aus nachstehenden Zahlen: 1927 86 216,79 M., 1928 76 805,66 M. und 65 000 M. als einmaligen Bundeszuschuß. 1929 ergaben die Bei- trageeinnahmen für die Schule 151 203,14 M. Mit dieser Belastung ist der Bund bis zur äußersten Grenze seiner Leistungsfähigkeit bei gleichbleibenden Einnahmen angelangt. Der Rest der notwendigen Unterhaltungskosten fließt aus Zuschüssen von Staat, Gemeinden und sozialen Körperschaften. Der Wunsch nach einer eigenen und allen Lrhransprüchen gerecht werdenden Sporlplahanlage ist erfüllt worden. In nächster Nähe der Bundesschule wurde mit einem Kostenaufwand von 172000 M. der Bundesschulsportplatz geschaffen. Er enthält Spielfelder für Handball, Fußball, Faustball, Tennis und die anderen Spielarten, eine 400-Met«r-Lcmfbahn sür die Leichtathleten, Sprunganlagen und einen Wurfplatz sür Speer und Diskus. Der im Juni in Köln stattsindende Bundestag wird zu beschließen hoben, ob auf dem Sportplatzgelände die dringend not- wendige Sporthalle entstehen soll. Der Bericht der Schulleitung zeigt, daß mit viel Lieb« und Opfermut an dem weiteren Ausbau der Bundesschul« als Kursus- statte sür die Arbeiter-Turn- und Sportbewegung gearbeitet wird. Zum„RAST" Was bringt der Reichs- Arbriter-Sport-Tag am 22. Juni? Die letzte Sitzung der Spartentcchniter legt« das Programm des„Rast" in großen Zügen fest. Di« Handballer verzichteten zu- ounften eines Fußballkampfes Bremen— Berlin. Die Fülle der Borjührungen der einzelnen Sparten zeichneten ein Riesenpvogramm jpr. Nach«ingehender, sachlicher Aussprache einigte man sich mit Abstrichen von den ewgveichten, Zeiten auf ein Fünfstunben- Programm. Um 10 Uhr wird das Stadion eröffnet, notwendige Horkämpfe finden von 12 bis 14 Uhr statt: das Hauptprogramm beginnt um 14 Uhr mit dem Einmarsch und der Massengymnastik aller Teilnehmer. Besonder« Berücksichtigung erhalten die Kinder, die mit Massenvorführungen und Wettkämpfen die grün« Mäche des Stadions beleben werden, Alle Sparten sind mit besonderem Eifer bei den Vorarbeiten, seder will möglichst viel bringen. Das ist sehr erfteulich, aber es wird schwer sein, all« Wünsche zi» berücksichtigen. Mit Befriedigung kann jedoch festgestellt werden, daß die Delegierten den Verlaus der Geiamtveranstaltung im Auge haben und bestrebt sind, zu einem wirkungsvollen Ganzen beizutragen. Und das ist gut so: denn eZ kommt daraus an, in der knappen Zeit alle Teste der Arbeitersport- bewegung möglichst wirkungsvoll in Erscheinung treten zu lassen. Am besten geht«s in dieser Beziehung bei den Schwimmern, sie sind unbeschränkter Herrscher des Schwimmbecken«. Die Zeit- eiM-ilung sieht folgende Regelung vor: Einmarsch und Ansprache 30 Minuten, Fußball 90 Minuten, Turnen und Leichtathletik je 50 Minuten, Schwerathleten und Rennfahrer je 30 Minuten, Sondervorführungen der Radfahrer 15 Minuten, desgleichen Natur- freund«, Angler und Wasserfahrer. Die Rennfahrer bestreiten nach dem Fußballsptel serner ein Sttmdenrennen: die Radfahrer benutzen den„Rost" gleichzeitig zur Propagandasahrt durch die Stadt. Der Arbeiter-Lichtbild-Bund sowie die Freikörperkulwr-Sport« sehen eine Photoausstellung vor. Die Ausschreibungen der Wetttämpse erscheinen demnächst durch die S porteNleiter. Donnerstag. 24. April, 18 Uhr, treffen sich die Spartentechniker am Eingang des Stadions, um an Ort und Stelle olle Möglichkeiten zu prüfen. �Verdehirnei» Tcmpelhof-Maricndorf Die FTGB. Tempelhvf-Mariendors veranstaltet Sonntag, 27. April,«in W«rb« turnen, an dem sich Männer, Frauen und Kinder beteiligen: Beginn 15 Uhr in der Turnhall« Alarich- straße. Schwere Arbeit mußt« geleistet werden, bis der einzige bundestreue Derein sich in Tempelhof durchsetzen konnte. Der Be- zirk besitzt neben Turn» und Gymnostikabteilungen auch solch« sür Hockey, Handball und Leichtathletik. Die vor einiger Zeit gegrün. dcien Kinderabtestungen haben starken Anklang gefunden. Di« Turnzeiten sind: Männer: Montag und Freitag von 20—22 Uhr, Fronen: Montag und Donnerstag von 20—22 Uhr. Kinder: Mon- rag und Donnerstag von 18— 19 H Uhr in den Turnhallen der 4. und ö. Gemeindeschule in Tempelhof, Alarichstrahe. Die Hockey. und Handballabteilungen trainieren jeden Sonnabend ab 16 Uhr im Bvlkspark Mariendorf. Prühsstrahe. * Der Bezirk.Osten" der Freien Durnerschost Groß-Berlm er- öffnet demnächst eine Hockeyabieilung. Erster Usbungs- abend Sonnabend, 26. April, 17 Uhr, auf dem Sportplag Oft, Laskerstraße. Dienstag, 29. April, findet die erste Sitzung bei Aufch. Tstfiter Straße 27, 22 Uhr, statt. Interessenten für Hockey rmden Gelegenheit» sich dieser Sportart im Osten zu widmen. Sr Der Sportbeznck„Ostring" der FTGB., eine? der leistungs- fähigsten Leichtathlet! kvereine Berlins, trainiert jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend ab 18 Uhr im Lichtenberger Stadion, Hersbergstraße Interessenten sind gern gesehen: zur ausreichenden 'S-tättglmg ist genug(Wegwheit-gegeben. „Arbeiter- Radspor tschau" Vom 25. bis 27. Juli in Dresden In der Elbestadt Dresden rüsten die Arbeiterradler zum Emp- fang ihrer Bundeskameraden au» dem Reich. Steigt doch hier in den Tagen vom 25. bis 27. Juli Deutschlands größte Rad« s p o r t s ch a u. 30 000 Radler haben bis setzt ihre Meldung abge- geben, 100 000 werden im ganzen erwartet... Dl« soeben erschienene Bundeszeitung des Zlrbeiler-RaÄ- und Krafffahrerbundes„Solidaritäl"(die übrigens eine Auflag« von 330 000 Exemplaren hat!) bringt das nähere Programm. Bon den größeren Veranstaltungen nennen wir zuerst die internattonalen Bahnrennen auf der Radrennbahn Dresden-Raick, die am Freitag- nachmittag zum Austrag kommen. Dann vereinigen sich in den Morgenstunden des Sonnabend die Motorradjahrer zu Zuverlässig- keitsfahrten auf der Strecke Dresden— Freiberg— Rehefeld— Heidenau— Schandau— Neustadt— Dresden. Doneben finden, wie am Freitag, Wetttämpse und Vorwettbewerbe verschiedener Art auf dem eigen« hergerichteten Festplatz statt. Am Sonnabend abend gelangt dos Festspiel„Vom andern Ufer" an der Elb« zur Auf- führung, da» 100V Mitwirkende zählt. Sonntag früh bestreiten die Radfahrer Zuverlässigkeitsfahrten auf der Strecke Dresden— Grüna— Seidnitz— Dobernitz— Leuben— Dohna— Kettewitz— Wesenstein— Schlettwitz— Dresden. Sonntag mittag ergießen sich schließlich die Massen-Festzüge der Rad- und Motorradfahrer durch die Straßen der Stadt, während am Nachmittag sich alle Festteil- nehmer auf dem Gelände an der Elbe vereinen. Hier erfreuen Wetttämpse großen Stils die Besucher. E» ist geradezu selbstverständlich, daß diese Radsportschau den Neid gewisser bürgerlicher Vereine erregt, der wie- derum m Pressekommentaren bürgerlicher Blätter zum Ausdruck kommt. Auf das unsinnige Gefasel einzugehen, erübrigt sich. Ar- beiterradler nehmen dies« Kommentare zur Kenntnis und halten treu zur Organisation„Solidarität", die dank ihrer wuchtigen Größe und der gesunden Mitgliodorbewegung ohne Industriesub- ventionen auszukommen vermaq. Trotz aller Anfeindungen wird der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund„Solidarität" feinen Platz als die Radfahrerorganisation der West zu behaupien wissen! Pistulla gegen Bonaglia Europameisterschaft im Halbschwergewicht Di« van dem deutschen Boxmeister der Halbschwergewichtsklasse Ernst P ist« Ii N-Berlin auf dem Weg« über die BoAportbehörde an den Europameister Michel« Bonaglia- Italien ergangene Herausforderung um dessen Titel ist jetzt von der Internationalen Box-Union anerkannt worden. Bei der Mstimmung hatten sich nur Italien und Luxemburg der Stimm« enthalten. Bewerber sür die Durchführung de» Treffens sind noch nicht angemeldet, doch dürfte der Kampf entweder- in Mailand oder in Berlin zum Aus- trag kommen. Die ArbeitersckütTen sind treil Die bundestreuen Berliner Arbeiterschützen hoben ihren Remigungs Prozeß beendet. Wegen der politischen Krakeelereien der RotfronMmpfer traten ein« ganz« Angahl Arbeiterfchützen aus und bildeten die jetzig« bundestreue Ortsgruppe. Eine im vergangenen Jahr mit den republikanischen Schützen geschlossene lose Arbeits- gemeinfchcfft brachte gute Früchte und wird wohl auf Grund«in- geleiteter Verhandlungen den Zusammenschluß beider Organisationen zur Folge hoben. Die Arbeiterschützen haben nichts gemein mit spießerhaften, bürgerlichen Gewohnheiten. Ihr Bestreben ist die korperiiche und geistige Gesundung. Das eingeführte Bogenfchießen ist als Leibesübung anerkannt und hat eine große Zukunft in der Sportbewegung. Kteinkaliber-, Bolzen, und Zimmer, tutzenschießen werten intensiv betrieben. Der geringe Moncusbeitrag von 60 Pf., «nc Lechchevung und die Lieferung der SchötzevMttwg«acht es jedem Parteigenossen und Gewerkschaftler möglich sich diesem wirk- ltch schönen Sport zu widmen. Interessenten erhalten jede Aus- kunst bei Stefan Brumirfki, SW. 19, Kmnmandantenstrahe 77. Merkur 7752._ •ARBEim m&ALL Lichtenberg I oder Neukölln? Das bedeutendste Spiel der bundestreuen Fußballbewcgung des 1. Bezirks findet am SonNiag auf dem ftädtischen Sportplatz K y n a st st r a ß e, am Bahnhof Stralau-Rummelsburg, statt. Die beiden Spitzenkandidaten Neukölln und Lichtenberg I stehen sich hier im entscheidenden Gang gegenüber. Beide Mannschaften konnten bisher- olle-Serienspieie siegreich beenden. In den beiden Gesellschaftsspielen blieben die Lichtenberger Sieger. Die Neuköllner werden alles daransetzen, um den Platz als Sieger zu verlassen und damit die Führung in der Tabelle zu gewinnen. Beide Mannschaften treten in ihrer stärksten Ausstellung an. Oberspree spielt um 13 Uhr in der Wuhlheid« gegen Hoppegarten und„Umoii"-Tempelhof im Mariendorfer Volkspark gegen„Eiche">Köpenick. Die Kr e istlasse hat nur«in Spiel, das aber auch von Be- deutung sür die Gestottung der Tabelle ist. In der Hetzheide in Luckenwalde treffen sich um 15,30 Uhr die 2. Abteilung der Turner- schast und Hertha 11. Gelingt es den Turnern, Hertha die Punkte abzunehmen, dann stehen sie mit einem Punkt Vorsprung vor Luckenwalde I an der Spitz« der Tabelle. Aber auch Hertha besindet sich noch in der Spitzengruppe. Bei einem Siege Herthas würde die 2. Abteilung an die dritte Stelle rücken. Weitere Spiele: FTGB.-Pankow gegen Saxonia. Wans- dorf gegen Schönow. Freie Scholle gegen Porwarts-Wedding. Alt-Ranft gegen Neuenhagen. Freienwalde gegen Oderberg. Alt- Ranft 2 gegen Altglietzen. Karow gegen Eintracht. Lychen gegen Pankow 2. Butab gegen Nauen. Sokol-Eharlottenburg gegen Wil- Wersdorf. FTGB.-Reukölln gegen Kogel. Zweite Mannschaften: Lichtenberg I gegen Neukölln. Oberspree gegen Hoppegarten. Karow gegen Freie Scholl«. Vorwärts- Wedding gegen Weißensee. Brandenburg gegen Charlottenburg. Grebs gegen Eladow. Rathenow gegen Ketzin. Ieserich gegen Potsdam. Sokol-Mitte gegen Nauen. Ruhlsdorf gegen Hertha. Luckenwalde III gegen Luckenwalde V. Dahme gegen Lucken- walde I. Iugendmannfchaften: Rathenow gegen Potsdam. Vor- wärts-Wedding 2 gegen Lichtenberg I. Nowawes gegen Nauen. Saxonia 2 gegen Herzfelde. Brandenburg gegen Lichtenberg II. Spandau gegen Schöneberg. Vorwärts-Wedding gegen Köpenick. Weißense« gegen Saxonia. Wansdorf gegen Werder. Lucken- walde II gegen Luckenwalde III. Beginn der Spiel«: 1. Männermannschaften 16,30 Uhr. 2. Männermannschaften 14,45 Uhr. Iugendmannschaften 11 bzw. 10 Uhr._ «eWtet-lK»*- u»i> TvortSun». 1. Neel». 1. Beelrl Swnlmustifmfi. Somi- t«». 27. Steril, asefldttimmn fcts Museums für L-ibesUbun». Stefteunh 11H Mnt wot bnn dinflona des SAfoffe», StfiTaft-ftellieit. Apart» es« i» Moabit, Walserlsartabteilu»«. Mitakicderversammluii« Brei- ta«. 25. ASril. be! Brill. Birkenste. SS.. Nrbelter.Ztadsabrer.»ob Nrastlahrrrbnad„Solibatltat", Otfeetuws« Gros» Berlin. SrschiMsstrll« Robert Rotbort, Berlin SW. 11, Tchi-nobera«- Str. 127» Touren der Rodfabrer am 27, April: I. Abt.: Mar-Sce. Start 7 uk>r. SiJveitttf- Werdebucht. Start 13 Uhr Biltemftt, 58,— J. Abt.: Slindower Alpen. Start s Uhr. Btannsee. Rcicheadler. Start 13 Uhr Diessenbachsir. 36.— 5. Abt.: Kloster Thorin. Start 2«. April. 17>4 Uhr. Sberzwalde. Start 6 Uhr Lands- Herger Pia».-». Abt.- Summt. Lokal Samtidt. Start 1214 Uhr Dornholmer Straße Eck- Sch-inhaus-r Aller.—«. Abt.: Gorinsee. Start 5 und S Uhr Trist- straße 63.— 1». Abt.: Etreistiige durch den Osten, SndAil Bmimschulimpr», ÄOMtrschulenst».«->. Start 13 Uhr Pet-rsburger Str. 5. R-ilnf-hrer.Abte,. lang Ritte: Start zmn ersten Rennen um 5 Uhr am Slbmcietot.— Abt. Char- lotteabnrq: Clodow. Start IL Uhr Milmerodotfer Gtke Konalftraß«.— Abt. Schlaebergl Mar-Cee. Start 7 Uhr Stubenrauchstr. 5..— Abt. Reutitlln: Tor- »ow-Teupitz. Start 6 Uhr SohenMllernplod.— Abt. Treptom-Banmlchulenmeg: Gosener Berne. Start« Uhr Bahnhof Baumschulen-weg.— Abt. Vberschön«. wcid»! Schenkendarf. Start IAH Uhr Ber-insl-kal.- Abt. Rci-i Die Kamera Lnter den Linden 14 Der Unglficksrabc mit Charlie Chaplin Liebe nnd Wolkenkralscr mit Harold Lloyd lugendliche haben Zutritt Taglich 3, S. 7. 9 Uhr Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Die große ICO proz. Tonfiimoperette: Zwei Herzen im Dreivicrteflaki mit Walter Janssen, Willy Forst Tönendes Beiprogramm W eidenhof-Lichtsp. An der Weidendammbrücke Friedrichstr. 136 Woch. 12, Sonnt. 3 U. 100 prozentiger Tonfilm: Der nnsieTbüdie Lump mit Liane Haid, CxoiL Fröhlich g Hoabtt M Artushot-Licfatspicle Film- und Bühnenschaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. O Mädchen, mein Mädchen mit Harry Liedike Fleck ant der Ehr' Buh- Hier wird einTonfllm gedreht Welt-Kino tVWfb™5 Alt-Moabit 99 Tarakanova.d. tatsche Zar sntfdii. Der ConrboyWatg mit U, wklia g Charlat.enoctrg � Schlüter-Theater Schlüters tr. 17 W. 6.30. 9 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr. O MAdchen, mein MAdchen mit Liedlkep Kampers FrXnlein Lausbub m Dina Gratia W WlmTsdorf> Atrium Beb..p.ia*t Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Der Defektiv de« Kaisers m Olga Tsebedsowa, Otto Gebühr Bühncnschau ■>chdnai,«>rfl■ AHlAfnhrA Sonnab S, 7, 9 Uhr rvinomura SonntabSUhr Schöneberg. Hau ptstr. 30 Tonfilm: Wenn da einmal dein Herz rer. sekenksi rn Lllian H arvey, Igo Sym Titania(uta S�höneberg) Hauptstraße 49 Woch. 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Der 100 prozentige Tonfilm: Der LiebeswaUer mit Ullan Harvey, Willy Friluh Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 6S Beg, Woch. 6.30, 9. S. 5 U. Der heilige Berg mit Lenl Rietenstahl Reichhaltiges Beiprogn Jugendliche haben Zutritt > stegnti Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Qutsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 6.30, 9 Uhr. Sonnab und Sonnt. 4, 6.30, 9 Uhr. Vorverkauf II— 2 und ab ä Uhr Der erste Farben- und Tonfilm: CHIy mit MaryUn Miller M Marlenctorf fc Ma- Li Sonnt 3 u. ' Lichtspiele|u s,- Vorst. Chausseestraße 303 w. 7. Stg ab s. Die Jagd nach der Million mit Lnctano Alberlini Das Mädel ans USA. m A. Ondra Bohnenschaa g__SUgwg«tcn g FOm-Paiast Kammersäle Teltower Str. I W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 Uhr Frauen am Abgrund mit Elga Brink, Gostar Olecht SdMttca roo Part» Südosten Filmeck Beginn l Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Die Welt in Flammen mit Richard fiarthelmcb Intern. Bühncnschau Luisen-Theater aul Reichen berger Str. 34 Liebeskleeblatt mit Lilian Hills Ohne Geld durch die Welt DOhnenschan Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Tonfilm nnd BBhnenschau Köpenicker Straße 11—14 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 5.30, Sonntags 3 Uhr Nur noch bis Montag; Die große 100 proz. Tonfiimoperette: Liebeswatzer mit Lilian Harrey, Willy F ritsch Tönendes Beiprogramm Concordia-Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5, 7, 9 U, Sonnt, ab 3 U. Der 100 prozentige Tonfilm: Der Licbeswalzer mit LH. Harrey, Willy Fritsch, Alexander Sternwarte— Treptow Sonnabends 8, Sonntags 4, 0,5 Uhr: Am großen Strom.(Tierwelt am Amazonas) Expeditionsfilm Primus-Palast w.?. u Am Hermannplatz Stg. 4.45, 7, 9.15 U Harry Liedike In seinem ersten Ton- und Sprechfilm Delikatessen Jugendliche haben Zutritt Kukuk Wochent 5, 7, 9 U. Sonnt. 3, 5, 7, 9 U Kottbusser Damm 92 Tonfilm 1 Der LiebeswaUer(T onfil moperette) mit LH. Harrey, Fritsch, Alexander Wochent 5, 7, 9 U txcelsior Sonntag 3, 5, 7, 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Der Liebeswalzer(Tonfiimoperette) mit Lilian Harrey, Willy Fritsch Stern, Hermannsiralje 49 Wochentags 6 15 Sonntags ab 4 Uhr Mädel aas USA. mit Anny Ondra Schoizmann a. D. BQhnenschaa Jugendliche haben Zutritt, B Flvcliim" ,:Um StS 3-,s .EUySlUm Bübne Jug.-V. Prenzlauer Allee 56 W.'S 13. S 3 15 U. CHIy, der erste Farben-Tool) ha Jugendliebe haben Zutritt Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochent. 6, Sbds 530, Stgs. 3 Uhr Die Jagd nach der Million mit Laciaao Alberlini Aul der Bühne: Ranzeadort aal Welle 0,5 mit Ludwig Manfred Lommel Betprogramm Jugendliche haben Zutritt_ Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die lOOprozentigc Tonfilmposse: Wien, da 51adf der Lieder mit Charl. Ander, Hansen, Arno Comenius-Lichtspielc Memeter Straße 67 Anf. 6, 8*i U. Sonntags ab 5 Uhr. Man schenkt sich Rosen... mit Gesang Emst R Otkeri, Grit Hold Wenn die Großstadt schilfl Kriminalfilm mit Loa Cbaaey � itaoti-irct'�k Kosmos-Licfatspielc Lichtenberg. Lückstraße 70 O Mädchen, mein Mädchen mit Harry Liedike Das Laad ohne Recht m. Tom Tyler Bühne: Die gr. Lacfapossco-Rcme Grobe Bühnen schau ��JFrtndhjlelisfuWd�Tb Kinn Rmtrh w- � vm nmo emsca 5.3, 7 u. 8.45 um. Alt-Friedrichsfelde 3 Sind, ehern. Helene WillMcr mit Olga Tschethowa, Igo Sym Der He d d. Arena m. Carlo Aldlnl Beiprogramm Elysium Gii�p�an) Hasselwerder Straße 17 Max Scbmeliag im Sprech-Tonfilm Liebe im Ring Bclprogremm � Welflenzee k Sctilcbpark film- Bühne Berliner Allee 205— 210 Nomen Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraß« Der 100 prozentige Ton'lim: Der Liebes walxer mit Lilian Harrey, Willy Frllsch Pharus-Licbtspiele Müllerstraße 142 W.S'/cU Stg.4U. Zwei Großfilme: Mädel aas U.5-A. mit Anny Ondra Pariser Unterwelt mit Carl Aaea Marga-Lidttspiele Schulstraße 29 Sturm auf drei Herzen Falrbanks BObnenschan Gala-Lichtbühnc Usedomstr. 14 Anf. 6, 8JO. S 5, 7, 9 U. O Middieap mein Middica mit Hanr Lledtke König der Goldfelder mit 1 Karton Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 5, Stg. ab 4 U Charlie Chaplin der UagUdrsrabc Gefahren der Brautzeit rpit M. Dietrich Buhne; Die grobe KomDcen-Rerae Prafer-Lidiispiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Scapa Flow- Karriere Auf der Bühne: 10 Greils, Akkordeon-Virtuosen Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Sbd. 5, Stg. ab 4.30 U. Fräulein Lausbub m Dina Gratia Pariser Unterwelt mit Carl Auen Colosscum � abV Ubr Schönhauser Allee 123 Der 100 prozentige Tonfilm: licbeswalzer mit Lilian Harrey, Willy Fritsch ��aeawmttntnwet�J «Alhambra" Badstraße 58 Tarakanora, die falsche Zaren tochter Großes Beiprogramm Ballschmieder- Lichtsp Badstraße 16 Der 100 prozentige Tonfilm: Liebcswalzer mit Lilian Harrey. WIRy Frttach PROGP.Alf M für die Zehf vom 25. bb 28. Aprfl Humboldt-Theater Badstraße 19 Schatten von Parts Ich hob' mein Herz Im Anfohn» verloren Bdhnensdiae Kristall-Palast Prinzenaliee 1—6...... Woch. 5, 7. 9. Stgs. 3, 5, 7, 9 a Ein tönender Film Es glbl eine Frau, die dl» ntamals vergißt mit LH Dagover. ftra« PefroTidtk Bühne:» große Vorlcltatlraldßon. Pankow Palast-Theater stg�ta Breite Straße 21 a Die Jagd nach der MilUt? mit L. Alberlini, E, Vereben Das Liebeskleeblatt Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Beg 7. 9U, SM. u-Stg. ab SU. Harry Liedike in seinem ersten Tonfilm; Delrkaiesacn Jugendliche haben Zutritt ��H�ortettdmttUttHOpO Film-Palast— Blankenburger Straße 4 W. 6J0, 9 U. Stg. 4-30, 6415, 9 U. Die wunderbare Lüge der Nina Pctrowna Die blaue Maos mit|. Joga j Togol b Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6.8'7. Stg.4'/s.6>6.8ks Sonnt 2 Uhr lugendvorstellung Broadway mit Glenn Tryorn Die Liebestalle mit L. Ia Plante BOhne «Kosmos" Fllmbühn« Hauptstraße 6 Ehestreik mit Marla Paodler Bühne: Gr. Revue: Donnerwetlev, tadellos I(Szenen Musketiere-___ aus„Drei Union-Theater Hauptstraße 3 Stg. 2 U. Jugendvorst Stg.4>/,.6>6 8A, U. Geheimpolizisten mit Eddy Polo Ausgezeidsoele* Beiprogramm � Monnlgsctorf H Filmpalast stg Berliner Straße 39 Stg. 2U,|ug.-Vorst Wenn du noch eine Heimat hast mit Kamper* faß ssod Pniifb— in