Morgenausgabe Nr. �94 A 98 47.Iahrgang WSchenMch 85 UU mon-Mch SM TS, w, vorau» zahlbar. Poslb«zug«LZ M. einschließlich 60Psg.Pc>lIzeilung5» und 12 Psg. PostbesteUgedühren. Aueland». abonn-menl S.— M. pr» Monat, Der.SonBärt»* erschein« wachenlZz» lich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und.Kindersreund". gerner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen. stimme"..Technik"..Blich In die Bücherwelt" und.Jugend-Dorwärt»" llr� m Aerlinee Vottsblatt Son«ab«aS 26. April 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die e 1 n f p a I r t g c Nonpare»llez?lle 80 Pfennig. fJtcflame-eile 5.— Reichs» mark.„Kleine An�eiß-n� das.ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Won' 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe» »Shlen für zwei Worte. Arbeitsmal tt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze le 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» gefchäft Lindenftraste 3. wochentäglich von 8»/, bis 17 Uhr. Jenttawesa» der GozialdemoSratiMen Vavtti DeuisOlandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff LZ2— 297 Telegromm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin L7Z3.xiganda lind Auf- kläruiigsarbeit des Verbandes stark gehemmt, was die Schuldigen an dieser Beeinträchtigung dein Borstond wiederum zum Vorwurf , nachten. Indessen wurden wichtige Vorarbeiten für den Arisbau der Funktionärschigung getroffen. Kurse wurden eingerichtet und die Herausgabe eines Funktionärhandbuches vorbereitet. Die frei- gerstige Propagandarevu« ,J&e werde Licht" hatte lrotz vieler lechnifchcr Schwierigkeiten der Aufführung tn ganz Deutschland großen Erfolg. Der vcrmögcnsskand des Verbandes Hot sich verbessert, die Bilanz schließt mit rund 3 840 000 Mark ob. dos Bennoge» beträgt rund 3 615 000 Mark, der Vermögenszuwachs »lind 1 050 0000 Mark. Den Hauptanteil an den Einnahmen haben die Mitgliedsbeiträge mit 3 750 000 Mark gegen 3 007 000 Mark im Vorjahre. An Bestattungskosten wurden 1200 000 Mark gegen 1 018 000 Mark im Vorjahre aupgageben. Ein großer Teil des Vermögens ist in sicheren Krediten an größere Stadtgemeinden zum .Krematoriumsbau angelegt. Ein Derlustposten bedeutet« leider der Bk ttag mit rund 44 000 Mark Unterbilanz. Das Sägewerk erhielt sich bei guter Beschäftigung selbst. Am Soninag werdeil verschiedene Referenten, u. a. Oito I e n s s e n aus der Helmvairssrhlll« Tinz, über kulturpolitische und Bildungss ragen sprechen, zu denen auch ein« Meng« Anträge der Bezirke vorliegen. Der MoMag nachmittag wird der Beratung von Sotzarngs- älchcrunge» gewidmet sein. Verschieden« Anträge unterstützen die erfolgversprechenden Verhandlungen des Derbandsvorstandcs mit verschiedenen deutschen Länderregierungen um die Eriongling der Körpcrschaftsrechte. Die Reiniger. Hakenkreuzskandale in Koborg gerichtsnoiorisch. München, 25. April(Eigenbericht.) Di« leichtgläubige Bevölkerung der Stadt K o b u r g hat den Hakenkreuzler» vor neun Monaten«ine Stadtratsmchrheit gegeben und sich dabei auf Versprechungen verlassen, unter denen obenan die feierlich- Verpflichtung de? Hitler-Kandidaten stand, daß kein Nazi-Stadtrat von der Stadt wirtschaftliche Vorteile annehmen werde. Kaum gewählt, vergaßen die Herren diese Versprechungen. so daß heut« bereit» eine ganze Liste von Einzelsäll«» vorhanden ist, in denen nationalsozialistische Stadträte zwecks eige- ner Bereich« rmig sich gegen jene feierliche Verpflichtung vergangen haben. 1. Stadtrat Schwede hat sich in das Beanittnverhäitms über- führe» lassen. 2. Stadtrat Rechtsanwalt Faber hat sich nach der Wahl um die Führung eines Prozesses, den die Stadt auszutragen hatte, beworben und ihn auch erhalten. 3. Stadtrat Bernhardt hat in einer oertraulichen Stadt- ratssitzuug von der Absicht der Stadtverwaltung, ein Grundstück zu erwerben, Kenntnis erhalten und bei der Beschlußfassung mitgewirkt. Diese Kenntnis benutzte er hinterher, um das Grundstück für sich zu erwerben. 4. Stadtrat Streng hat sich von der Stadtverwaltung einen Li.-serunosvertrag geben lassen. Die Registrierung dieser Tatbestände durch das deutschnationale Alättchen Koburgs,»Der Kampa ß", hat die Hakenkreuzler jo durcheinandergebracht, daß sie östentliche Beleidigungsklage gegen den Redakteur Lötz attftrengten. ei« sind aber schwer damit herein- oefolleii. Dem Beklagten gelang e?, den lückenlosen Wahrheitsbeweis für sein« Behauptungen zu erbringen, so daß er unter Ueber» bürdung der Kosten auf die Privatklöger frei- gesprochen wurde. In der Urteilsbegründung ist ausdrücklich vermerkt, daß der von dem Beklagten erbrachte Wahrheitsbeweis nach jeder Richtung hin vollständig sei. kommunistischer Redakteur verurteilt. Der 4. Straffcnat des Reichsgertchts verurteitie den Schriftleiter Wilhelm F i r l von der„Roten Fahne" wegen Vorbereitung zum Hachverrot nach Paragraph 86 Str.GB. zu einem Jahr drei Monaten Festungshaft. Brünings Sorge für den Stahlhelm. Sie Kunst des Oementiei-ens. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichsregierung find in letzter Zeit von den verschiedensten Selten Anregungen und Anträge aus Aufhebung des Slahlhelm-Derbote» im Rhein- land zugegangen. Zum Zwecke der Erörterung der durch diese Anträge aufgeworfenen Fragen sind die beteiligten Ressort, des Reiches und Preußens zu einer kommissarischen Aussprache in das Reichsmtnisterlum des Innern ge- laden worden, wie dies bei Angelegenheiten, an denen mehrere Dienststellen beteiligt sind, üblich Ist. Zur Sack)« liegt ein« Stellung- nähme der Reichsregierung oder des Reichsmlnlslertums des ünnern bisher nicht vor. Am Donnerstagabend ließ die Reichsregierung das folgende Dementi verbreiten: „Die Meldung eine» Berliner Abendblattes, wonach die Reichs- regferung beim preußischen Kabinett angeregt haben soll, da» Verbot de» Stahlhelms im Rheinland aufzuheben, wird an zu- ständiger Stelle als unzutreffend bezeichnet." Dies Dementi war ein offenkundiger Versuch, die Oeffent- lichkeit irrezuführen. Der Richtunterrichtete sollte annehmen, daß die Meldung unsubstantiiert sei. Es muß peinlich sein für die amtliche Stelle, daß sie durch die Verlautbarung vom Freitag den eigenartigen Charakter ihrer Verlautbarung vom Donnerstag kennzeichnen muß! Die Reichsregierung oersteckt sich nun hinter„Anregungen und Aitträge v'on verschiedensten Seite n". Es ist kein Zweifel, daß diese„verschiedensten Seiten" sich nur aus Stahlhelm er n, also aus persönlichen Interessenten rekrutieren und daß sich ihre Anregungen auf Erklärun- genvonMitgliedernderRegierungBrüning stützen. Wer sollte sonst auch ein Interesse an derartigeil Anregungen haben? Diesen Interessenten hat sich die Regierung Brüning sofort zu willen gezeigt, obwohl es sich bei der eventuellen Aufhebung des Stahlhelm-Berbots nicht um eine Sache des Reiches,"sondern der preußischen S t a a t s r e g i'e r u n g handelt und nach dem üblichen Brauch nur das preußische Innenministerium als die f e d e r. führende I n st a n z zu der Einberufung der inzwischen von Herrn Brüning höchstpersönlich veranlaßten Konferenz zuständig gewesen wäre. Man mag sich in der Wilhelmstraße drehen und wenden wie man will: Wenn nicht Stahl- h e l m e r vorgesprochen hätten, wüxde man auf die An- regungen gepfiffen haben. Man konnte und durfte nicht pfeifen, weil das Herrn Scldte versprochene politische Geschäft jetzt fällig ist. Als die„verschiedensten Seiten", selbst die christlichen Konsumvereine vor wenigen Wochen an die Regierung Brüning„mit Anträgen und Anregimgeit" zwecks Verzicht auf die Ausnahmesteuer für die Konsumvereine herantraten. hat inan weder eine Konferenz einberufen noch sonst irgend etwas veranlaßt. Richt einmal auf den Protest des Zentrums- abgeordneten Schlack hat man gehört. Er wurde beiseite gelegt als wäre er niemals zu Papier gebracht worden. E s ilteben etwa"? anderes, ob Stahlhelm er oder A rb ei t e r v e r t r e t e r bei der Regierung des Herrn Brüning vorsprechen! Wie funktioniert die Osthilfe? Sine notwendige Bnsrage im Landtag. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Preu- ß i s che» Landtag folgende.Groß« Anfrage" eingebracht: „In der Oessentlichkeit ist in den letzten Monaten mehrfach behauptet worden, daß von den ans öffentlichen Mitteln und aus der Anleihe der Denfichen Lnndesbankenzentra'e AG. gewährten Um schuld nngshypotheken an ostpreußische Landwirt« erhebliche Beträge als gefährdet anzusehen seien, so daß mit einer Inanspruchnahme der vom Preußischen Staat über- nommen-en Bürgschaft zu rechnen ist. Wir fragen daher dos Staats- Ministerium: 1. In welchem Um lange und aus welchen Mitteln stnd Dar- lehen im Rahmen der linsschuldungsaktion an ostpreußisch« Land. wirt« gewährt worden? Z. Wie verteilen sich die gewährten Uinschuldungsdarlehen den Beträgen nach s) auf die einzelnen Kreise der Provinz Ostpreußen? b) auf die Betriebsgrößenklass-n der ostpreußischen Landwirtfchoft (5—20 Hektar, 20—100 Hektar. 100— 200 Hektar, über 200 Hektar»? 3. In wieviel Fällen sind bisher Umschul» dungsdarlehen in der Zwangsversteigerung aus- gefallen und iür welche Beträge nmß demnach ine Bürgschast von Reich, Staat und Provinz in Anspruch genommen werden? 4. Welche Beträge an Umschuldungshypotheken sind als gefährdet anzusehen? 5. Ist zur Sicherung der stmschuldungshypotheken ttn allgemeinen durch dos Verfahren die nötige Borsorge geträjfen?" Ost und West. Forderungen für die Westgebiete. Köln, 25. April.(Eigenbericht.) Der Bezirksausschuß der Sozialdemotra- tischen Partei für die obere Rheinprovinz fordert in einer Entschließung von den sozialdemokratischen Fraktionen des Reichs- tags und des Preußischen Landtags aktive Förderung der Bestrebungen, die der U eb e r w i ndn ng der Wirtschaft- lichen Schäden, wie sie t in Westen Deutschlands durch Besatzung, Ruhrkrieg und Zollgrenzen entstanden sind, dienen sollen. Notwendig sei ein ans lang« Sicht berechnete» Programm möglichst aus gesetzlicher Grundlage, das Subventionen ausschließe und die ovdimngsmäßige ausschließlich dem wirtschaftlichen Aufbau dienend« Verwendung der im Etat des Reiches und des Landes bereitzustellenden Mittel garantiert. Di« rheinische Sazialdeina- krat!« wolle keine Schädigung des dringend iwtwendigen Wirtschaft- lichen Aufbauwertes im deutschen Osten. Sie fordere aber«inen billigen Ausgleich für den Westen, der nach dem, was über die Absichten der gegenwärtigen Regierung oerlairtct, ge- föhrdet erschein«. Der Gedanke, den Erlös aus dem Verkauf der reichscigenen Vermögenswerte im Westen aiisschließlich zur Finanzierung eines Ostprogrannns zu verwenden, sei so absurd, daß er ebeirs owenig ernsthaft diskutiert zu werden verdien«, wi« die in maßgebenden Kressen des Reidzssinanzministerwm» kolportierte Meinung, daß die Wirkmrgen eine, Ostprogrannns in erste? Linie der Wirtschaft im Westen zugute koinm«. Die Klagen gegen die Marine. Zwei Entscheidungen verkündet. Siel. 25.«pr». Die 2. Zivilkammer des hiesigen Landgerichts verkündete heute vormtttag zwei Ensschcidungen in Schadenersahklagen, die von früheren Marineangehörigen gegen den Reichswehr- f i s k u s angestrengt worden waren,©ie waren seinerzeit wegen ihrer Beziehungen zu komniunistischen Kreisen fristlos entlassen worden. Die Klage des früheren Obcrbootsmannsniaatcn Becker, dem vorgeworfen wurde, daß er einem Angehörigen der„Roten Marine" abgelegte blaue Hosen geschenkt habe, die dieser für sein« Uniform als roter Mariner haben wollte, wurde in voller Höh« ab- gewiesen, dagegen wurde die Klag« des früheren Ober» Heizers Gutknecht, dem der Cid zugewiesen worden war, daß er keine Zusammenkunft mit ihm als Koinmunssten bekannten Personen gehabt habe, zur Hälfte anerkannt. Gutkuecht hatte rund 8000 Mark eingeklagt. Zwei arabische Pogromisten von Hebron wurden in Jerusalem zum Tode verurteilt und ihnen eine gemeinsame Buße von 1700 Pfund Sterling auferlegt. Ein südasrikanischer Eingebareuenkongrcß in Bloemfontain hat beschlesse», daß der 31. Mai, der 20. Jahrestag der Errichtung der Siidafrilanischen Union, in ganz Südairika Buh- und Bei tag sein soll zun' Protest argen die wirtschaftlich: Unterdrückung der Bautu-Rasse durch die Europäer seit IStO. Vor fünf Iahren. Wie Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt wu-de. Heute vor fünf Jahren hat die erste und bisher einzige Volkswahl eines Reichspräsidenten der Deutschen Republik mit dem Siege Hindenburgs ihren Abschluß gefunden. Am 28. Februar 192Z war Friedrich Ebert gestorben. Schon am 23. hatte der Reichskanzler Luther die Ver- tretung des schwererkrankten Reichspräsidenten übernommen, die er am 12. März an den Reichsgerichtspräsidenten Simons abgab. Am 29. März erfolgte der erste Wahlgang, bei dem Deutschnationale, Volkspartei und Wirtfchaftspartei als vereinigte Rechte, die anderen Parteien jede für sich, auf- marschierten. Es erhielten Stimmen: Iarres(Rechts)...... 10 416855 Braun(Soz.)....... 7802496 Marx(Zentr.)....... 3887734 T h ä l m a n n(Komm.).... 1 871 815 H e l l p a ch(Dem.)...... 1 568 398 Held(Bayer. Volksp.).... 1 007450 Ludendorff(Volk.).... 285793 Zersplittert...... 34 245 Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten hatte, kam es zum zweiten Wahlgang, bei dem laut Gesetz Kandidatenwechsel möglich ist und die relative Mehrheit ge- nügt. Am 3. April einigten sich die republikanischen Parteien, Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten, auf den„Volks- block"-Kandidaten Marx, dem die Rechte am 8. April nach heftigen inneren Kämpfen den..Reichsblockkandidaten" o. Hindcnburg entgegenstellte. Der entscheidende zweite Wahlgang erfolgte am 26. April. Nunmehr erhielten Stimmen: v. H i n d« n b u r g..... 14 655 766 Marx.......... 13 751 615 Thälmann....... 1 931 151 Zersplittert..... 13416 Der„Volksblock"-Kandidat Marx vi wandelte sich bald darauf in einen Bürgerblock-Kanzler. Ab. auch Hindenburg hat diejenigen, die ihm, dem unpolitischen Soldaten, das höchste politische Amt zugeschoben hatten, schwer enttäuscht. Denn gegen die Verfassung, die er beschworen hatte, ließ er sich nicht mißbrauchen, auf halsbrecherische Abenteuer ließ er sich nicht ein. Bis vor ganz kurzem schien es sogar, als ob der Wahlausfall vom 26. April 1925 größere politische Folgen nicht haben sollte und als ob sein Ausgang eigentlich gleich- gültig gewesen wäre. Erst in der allerletzten Zeit hat der Reichspräsident den großen Einfluß, der ihm nach der Der- fassung zusteht, zugunsten der agrarischen Rechten in die Waagschale geworfen. Die Sozialdemokratie hat vor fünf Jahren ihre guten Gründe dafür gehabt, daß sie einen Kandidaten der Wei- marer Koalition mit ihren Stimmen durchzudringen ver- suchte: denn ihr Verhältnis zu einem Reichspräsidenten, der mit ihren Stimmen m i t gewählt war, hätte sich jedenfalls enger und vertrauensvoller gestaltet. Als sie der Kandidatur von Marx zustimmte, tat sie es auf Rat ihres eigenen Kandi- daten Braun, der zweifellos von allen der für das Amt Best- qualifizierteste war. Die Erfahrungen mit den Reichstags- stichwahlen der Kaiferzcit hatten aber gezeigt, daß die Sozial- demokratcn geschlossener der Parole zugunsten eines bürgep- ticken Stichwahlkandidaten folgten als umgekehrt die bürger- lichen Wähler der Parole zur Wahl eines Sozialdemokraten. Schließlich entschieden die Kommunisten durch Aufrechterhal- tung chrer sinnlosen Sondcrtandidatur für 5)indenburg. In einem neuen Kampf um das höchste Amt der Republik werden wir spätestens in zwei Jahren stehen. Denn die Amts- Periode des Reichspräsidenten läuft nach sieben Iahren ab. Wild-Ost. Theatprstörung in Polnisch-Oberschlesien. kattowth. 25. April.(TU) Tie Tegernseer Bauernbühne, die seit sechs Wochen in Ost-Oberfchlesien Gastvorstellungen gibt, wollte am Donnerstag- abend in Laurahütte spielen. Während der Vorstellung drangen etwa 30 frühere polnische Ausständische in den Vorraum des Saales und versuchten die Austühruyg zu stören. Zwei Polizeiöeamte und einige beherzt« Männer tratet den Angreisern entgegen und konnten sie zurückdrängen. Die Aufrührer versuchten daraus, die Türen zu sprengen und in den Saal zu dringen. Unter den Zuschauern ent- stand größte Beunruhigung und Erregung. Es wurde polizeiliche Verstärkung erbeten. Die Ausständisch-rT räumten ober auch dann nicht dos Feld, sondern inarteten den Schluß der Vorstellung ab. Die Polizei brachte dann die Schauspieler in S i 6) c r h c i t. Auch das Publikum wurde, soweit es möglich war, nach Hause geleitet, so daß sich leine weiteren Zwischenfälle er- eigneten. Ohne das tatkräftige Eingreisen der Polize!» b c a m t e n wäre es zweisellos zu Blutvergießen gekommen. Eine Vorstellung, die für Freitagabend in Tichau angesetzt war, ist vom Geincindevorstand im letzten Augenblick ohne Begründung verboten worden. Großfeuer in Hobrechtsfelde. Das Sägewerk des städtischen Gutes in Flammen. In den gestrigen späten Nachtstunde» brach im Tagewerk deä Städtischen Gutes Hobrcchts- sc l d c, das etwa 5 Kilometer von Puch, an der Berlin— Bernaucr Strecke, entfernt liegt, aus noch nickst geklärter Ursache Feuer aus, das an den leicht brennbaren Ma- tcrialicn überaus reich- Nahrung fand und mit rasen- der Schnelligkeit um sich griff. Von Berlin wurden fünf Löschzüge zur ltnter- ftützung der freiwilligen Wehren, die in größerer Zahl aus den umliegenden Ortschaften auf den Feueralarm herbeigeeilt waren, nach Hobreckstsfelde entsandt. Ter Berliner Oberbranddirettor Gempp begab sich persön- lich an die Brandstätte und übernahm die Leitung der Löscharbeiten. Mit vereinten Kräften wurde die Bekämp- fnng des Großfeuers, das bei Schluß des Blattes noch nickst eingedämmt war, aufgenommen. Tie Löschaktion gestaltete sich infolge Wassermangels besonders schwierig. Die Tragödie der 3£P. Offener Konfliki mit der Arbeiterpartei. ki. W. Birmingham, im April.(Eigenbericht.) Seitdem die Unabhängige Arbeiterpartei(ILP.) ihre alte historische Ausgabe der sozialistischen Propa- g a n d a verächtlich zurückgestellt und sich selbst zum sozialistischen Gesetzgeber ausgeworfen hat, konnte es niemand verborgen bleiben, daß ein abschüssiger Weg beschritten sei. Mit dem Schlagwort „Sozialismus in unserer Zeit" begann es, dann folgte die Politik des„livinx wage", die auf«ine rohe Formel gebracht, die sozio- listisch« Verwirklichung durch Lohnerhöhungen zu erzwingen sucht, und auf diese Grundsäulen der neuen ILP.-Politik bauten sich In schneller Folge ungezählte, halb zu Ende gedachte Vorschläge und Programme auf. Sie alle zielten darauf ab, die Labour Party„aus- zupuloern", neue Gesichtspunkte in das sozialistisch« Denken der Gegenwart hineinzutragen und«inen Typ Sozialismus zu ent- wickeln, der zwischen dem Sozialisinus der schrittweisen Entwicklung und dem„Sozialismus" der Dritten Internationale hindurchfühst. Durch keinerlei propagon- distischcn Mißerfolg entmutigt, durch das Sinken der Mit- glicderziffcrn nicht abgeschreckt und durch die wachsende Entfremdung zwischen der Ztp. und ihren ollen Führern nicht gewarnt, vollzog sich diese Entwicklung nach link» immer un- bekümmerter und immer bewußter. Si« fand in der beinahe völligen Säuberung de? Partcivorstondes von den alten Führern und in der Ueberantwortung des Porteikommandos an Maxton und sein« engeren Freunde ihren weithin sichtboren äußeren Ausdruck. Die eigenartige Lage, in die die JLP.-Politik hierbei geriet, war durch ein besonderes Moment gekennzeichnet: da sich die Parolen der ILP. mehr und mehr in einem politisch leeren Raum bewegten, zeigte sich eine wachsende Schwierigkeit, diesen Gedanken- gängen praktischen politischen Ausbruck zu verleihen. Im Parlament von 1924 bis 1929 litten die Mitglieder der ILP. eine Mehrheit in der Arbeiterfraktion des Unterhauses. Aber wo immer und wann innner es zu einem Konflikt zwischen den Auffassungen der Gesamt- Partei und den Auffassungen der ILP. kam(die der Labour Party als ganze korporativangeschlosscn Ist), blieben die Parolen der ILP. unwirksam. Nur eine kleine, von den Abgeordneten M a x t o n und W h e a t l y geführte Gruppe hielt sich streng an die Weisungen der Unabhängigen, d. h. an ihre eigenen Weifungen. An- gesichts der überwältigenden konservativen Mehrheit im vorigen Unterhaus war dies damals praktisch gleichgültig. Ernste Schwierig- keiten konnten jedoch nicht ausbleiben, sobald die Arbeiterpartei zur Regierung zurückkehrte. Kaum war Macdonald zum zweiten Male im Sattel, so bc- gönnen sich die Folgen der neuen JLP.-Politik zu zeigen. Zwar weigerten sich auch diesmal mehr als Nsunzchntel aller Arbeitcrabgeordneten, mochten sie auch Mitglieder der ILP.(ein, die Richtlinien der Unabhängigen Partei anzuerkennen. Aber eine kleine Gruppe von Schotten, um einige neue Köpfe verstärkt, stellte die Loyalität gegenüber der ILP. immer dann über die Loyalität gegenüber der Arbeiterpartei, wo beide Auffassungen in Konflikt gerieten. War es in den Jahren 1924 bis 1929 gleichgültig gewesen, ob Maxton und seine Freunde in den Debatten des Unterhauses gegen die Führer der Partei auf- traten und bei den Zlbstimmungen eigene Wege gingen, so wurde ihre Gegnerschaft im neuen Parlament zu einer Opposition gegen die eigene Regierung. Angesichts der überaus schmalen parlamentarischen Basis, aus der die Arbeiterregierung steht, wurde diese Selbständigkeit der Maxton- Gruppe nicht nur zu einer moralischen Schwächung ixr sozialistischen Regierung, sondern zu einer ernsten Gefahr für Ihren Bestand. Die sozialtstisch-llberalen Vereinbarongen sind mit eine Folge dieser Unzuverlässigkeit de» linken Flügel» der eigenen cabourfraktion. Dies war die Situation, der sich die Ortsgruppen der ILP. gcgenübersahen, als sie ihre Delegierten zum Parteitag wählten und ihnen ihre Politik vorschrieben. Trotzdem der schottische Landesparteitag sich gegen Maxton auegesprochen hatte, wurde es bald klar, daß die Organisationen der ILP. mit ihren 20 0(10— 30000 Mitgliedern in ihrer Mehrheit die Politik der schottischen Rebellen billigten. Es war daher eins aus- gemachte Sache, daß der radikale Flügel auf dem Parteitag den Sieg erringen würde. Die entscheidende Debatte am Oster- sonntag in Birmingham bracht« daher sachlich keine Ueber- r a s ch u n g. Ueberroschend war nur die Tatsache, daß der rechte Flügel der Unabhängigen überhaupt keinerlei ernsten Acrsuch machte, alle Kräfte gegen die Maxton-G�uppe einzusetzen. Di« ollen ILP.-Führer, sofern sie der Unabhängigen Partei noch angehören, waren dem Parteitag ferngeblieben und sell'st jene zahlreichen jüngeren Intellektuellen, die in den letzten Jahren aus dcn Schultern der ILP. ihren Einzug ms Unterhaue vollzogen, hatten sich— ein anderes Wort ist unmöglich— einfach vor ihrer Pflicht gedrückt. So blieb D o l l a n und wenigen Getreuen die Aufgabe überlassen, auf verlorenem Posten auszu- harren. Die anderen Gleichdeickenden hatten es vorgezogen, die ILP. ihrem Schicksal zu überlassen. Indem die Konferenz sich mit dem ganzen Gewicht der Partei- organisation hinter die Oppositionepolitik Maxtons stellte und über- dies durch eine Verschärfung der Disziplin inner- halb der ILP. von allen offiziellen JLP.-Kandidaten streng« Unterwerfung unter die JLP.-Politik forderte, haben die Unabhängigen den offenen Konflikt mit der Labour Party herausbeschworen. Die ILP. hat nach mehrjährigem Zögern den Rubikon überschritten. In jedem anderen Lande wäre damit der weitere Verlauf der Ereignisse bis zum bitteren End« vorgezeichnet. Der endgültige Bruch zwischen Labaur Party unk» ILP. wäre unvermeidlich. 3n England liebt man klare und logische Entscheidungen nicht. Die weitere Entwicklung ist daher keineswegs mit Sicherheit vorauszusagen. Zlber es ist nach dem Beschlnssc vom Ostersanntag zum ersten Male in der Geschichte der britischen Ar- bcltcrbcwcgung überhaupt denkbar, ja möglich geworden, daß die rebellierende ILP. aus der Zlrbeiterpartei a u s g e- s dz l o s s e n werden wird. Bedenkt man, daß die ILP. die Wiege der 7lrbellerpartei war, daß ohne sie die Labour-Siege der letzten Jahre und selöst di« Arbeiterregicrung unmöglich war«, so wird man ermessen können, was ein solcher Entschluß moralisch bedeutet«. Die ILP. selbst freilich würde in ihrer Heutigen Geistesver» fassung eine solche Entwicklung mst denkbar größtem Gleichmut hin- nehmen. Die Debatte bewies, daß ein großer Teil der Delegierten in diesem Punkt keinerlei Sentimentalität kennt und es beinahe begrüßen würde, von den letzten Rücksichten auf die Labour Party befreit zu werden. Bor die Wohl zwischen der Loyalität gegenüber der Gesamtpartei und dem Bekenntnis zu ihren eigenen Auffassungen gestellt, wird die ILP. unbedenklich das letztere vor- ziehen. So weit haben sich bereits heute die Wege geschieden. Wie immer sich auch die nächst« Entwicklung vollziehen mag, eine» ist unverkennbar, daß die ILP. im Begriffe ist, in England die stralegische Rolle, wenn auch nicht die Melhoden. der kom- ministischen Parteien de» Kontinents zu übernehme«. Beim Ersten war sie frei. Sie ist inzwischen zum Knecht und Gefangenen ihrer eigenen Beschlüsse geworden. Ein Zurück ist unmöglich. � Agramer Polizeipraxis. Größliche Foltern zur Erpressung von Geständnissen. Belgrad, 25. April. Im Prozeß gegen die 24 lraotifdien Politiker hat der Slaais- gerichlchof die Anträge der Verteidiger auf Vertagung und Verlegung der Verhandlung noch Agram abgelehnt. Unterredung zwischen den Verteidigern und dcn Angeklagten wird im Beisein eines Richters erlaubt. Der Vorsitzende erklärte, er habe aus den Akten festgestellt, daß Dr. Drnjewitjch interniert sei und daher nicht verteidigen könne. Darauf bat Dr. Plalfchek, mit feinem Ver- teidiger Trumtiiisch, fprechen zu dürfen, was der Vorsitzende gestattete. Dr. Tnnnbitsch ging auf Dr. Maischet zu, beide sielen sich um den Hals und küßten sich. Diese Szene wurde von den Verteidigern und von den Angeklagten mit Beifall aistgcnvnmi.cn. Der Verteidiger Dr. Hrvy teilte mit, die Angeklagten erhielten im Gefängnis nur Wasser und Brak. Als Lager hätten sie in den Zellen nicht einmal Stroh und müßten aus dein bloßen Boden liegen. Außerdem seien sie in den Zellen mit Kelten gefesselt. Der Verteidiger appellierte an die Menschlichkeit des Vorsitzenden, diesem Ue beistand abzuhelsen. Darauf begann das Verhör der Angeklagten. Der Angeklagt« B e r n a d i t s ch erklärte sich für unschuldig und betonte, daß er da» Geständnis bei der Poliezi nur infolge furchtbarer Miß- Handlungen und unter Drohungen abgegeben lzab«. Man Hobe ihm die Hände auf deni Rücken gebunden und die Fuß« gefesselt. Er fei mit dem Kops nach unten aufgehängt worden. Man habe ihn zu Boden geworfen und mit Füßen getreten. Diese Martern hüllen einen ganzen Tag gedauert, so daß er schließlich alle» gestand, was man von ihm haben wollt«. Der Angektogi« erklärt un-er Beteuerungen, daß er in Anroeseichelt des Polizei ch e f s von Zlgrom, Bedekowistch, geprügelt worden sei. Während der Folterungen machte man unausgesetzt Grammophonkrach, um die Schmerzens- schreie der Opfer zu üdcrtönenl Albbruck der Arbeitslosigkeit. Eine halbe Million mehr Arbeitslose als im Vorjahr. Nach dein Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. April 1930 schritt die Entlastung des Arbeitsmarktes nur lang- s a in fort. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit mar in mehreren Landesarbeitsamtsbezirken geringer als in der letzten März- hälft«: im ganzen erreichte sie nur nahezu das Ausmaß der beiden Borwochen. Dagegen war der Rückgang der Arbeitslosigkeit bc- deutend schwächer als zur gleichen Zeit des Vorjahres: die lleberlagerung gegenüber 1929 verstärkte sich infolgedessen von Woche zu Woche. Deutlicher als im vorangegangenen Berichtszeitraum wirkte dem Frühjahrsauschwung das Abgleiten des Veschäftigungs- grobes in wichtigen Berussgruppen entgegen. Vor allem hat anscheinend der Quartalsschluß den Arbcitsmarkt stoßweise neu be- lastet: Die Großstädte erfuhren einen starken Zustrom von entlassenen Angestellten. Die Entlassungen aus dem Bergbau setzten sich besonders im Ruhrgebiet fort: hier ist die Belegschaftszunahme des vergangenen Jahres wieder völlig ab- gebaut und der niedrigste Delegschastzstand sei: dem Kriege noch nnterschrilten. Auch in der M e t a l l w' r t s ch a f t scheint die Neigung zur Abschwächung noch nicht überwunden.— In der chemischen Industrie herrschten gleichfalls rückläufig« Tendenzen vor, wenn sich auch die günstige Lag« bisher noch nicht er- heNich verschlechtert hat.— Im Spinnstoff» und im N a h- r u n g s- und Ge n u ß m it t c l ge w-e r b« wirkten sich saison- > mäßig« Rückgänge aus, die den an sich schon sehr gedrückten Markt dieser Verbrauchsgüterindustrien bezirksweise empfindlich trasen. Finanzschwierigkeiten. Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand, vorsichtige Zurückhaltung der privaten Wirtschaft, vermehrte Anwendung neuer arbeitsparender Methoden hemmten auch die jahres- zeitliche Aufwärtsbewegung des Arbeitsmarktes. Die Landwirt- s ch a i t hat gebietsweise die Frllhjahrsarbeilen schon beendigt, ohne daß von ihr ein« durchgreifend« Entlastung des Arbeitsmarktes aus- gegangen wäre.— Der Baumarkt belebte sich langsam weiter: er blieb aber ganz überwiegend hinter dem jahresüblichcn Stand zurück. Di« Zahl der H a» p t u n t e r st ü tz u n g s e m p f ä n g« r in der Arbeitslosenversicherung ist zwischen dem l. und lö. April 1930 um rund 195 000 Personen auf 1 859 000 zurückgegangen, während sich in der Kriscnunterstützung die Ilnterstützlenzahl um etwa 8700 Perjonen aus 302 000 erhöht hat. so daß insgesamt in diesen beiden Unterstützungseinrichtiingen Mitte April 1930 rund 2160 000 hauptunterstützinigsernpsänger unterstützt worden sind. Seit dem Höchststand der Arbeitslosigkeit in diesem Jahre, Ende Februar 1930, betrug die Frühjahrsentlastung in beiden Unterstützungseinrichtungen in den sechs Wochen bis zum 15. April 1930 rund ein« Ifaibe Million hauptunterstütznngsempfänger. Gegenüber dem gleichen Zeit- punkt des Vorjahres liegt das Untcrstiitzungsnioeau gegenwärtig um insgesamt 480000 Personen hoher. Rin in die Kartoffeln! Die„neue" Parole der Kommunisten. In der neuesten Ausgabe der kommunistischen„Interna- t i o n a t e" bestimmt der augenblicklich einflußreichste Mann der KPD., Reinmele, die Richtlinien der KPD.-Politik. Nachdem er offen zugegeben Hot, daß die bisherige Taktik seine Partei unter den Llrdeitcrinassen nur diskreditiert und isoliert habe, daß insbesondere das Geschrei von der„Vcrjagung der Sozialdemokraten aus den Betrieben" den Jiolierungsprozeß nicht hätte aufhalten können, verlangt Reinmele wieder einmal die Anwendung„neuer" taktischer Methoden, besonders aber eine entscheidende Wendung in der kommunistischen Betriebsarbeit. Zunächst fordert Remmele die größte Anstrengung, selbständige Kämpfe in den velrieben auszulösen. Zum Anlaß solcher Kämpfe sollen Entlassungen, schlechte Behandlung usw. genommen werden. Für die Zusammenfassung der KPD.-Bertrauciismnnner wird ein engmaschiges System vorgeschlagen. Die Arbeiterinnen iiiid die Jugendlichen sollen verstärkt mobilisiert werden. Die Aktivität der kommunistischen Betriebszellen soll durch die G r ü n- dring von proletarischen Selbstschutzorganisa- t i o n c n gekrönt werden. Im Vordergrund lzabc die P o l iti s i e- rung der gesamten Belegschaft zu stehen. Alle wichtigen politischen Ereignisse. Gewcrkschafts- und Parlamcntsfragen, Streiks und Aussperrungen anderer Betrieb« müssen nach Rcmmel« vor deni Forum der gesomten Belegschaften bcljcindelt werden. Dabei wird die Heranziehung und die Bearbeitung besonders der p a r t e i l o s e n, aber auch der sozialdemokratischen und ch r i st l i ch e n Arbeiter zur Pflicht gemacht. Schließlich sei bei jeder Aktion die stärkst« Anwendung der Einheitsfront„oon unten" notwendig. Die Behandlung der Sozialdemokratie soll unterschiedlich er- folgen. Dieser Unterschied soll gemocht werden zwischen der„sozial- faschistischen, kontcrreooiutionären, arbeiterfeindlichen und korruptier- ten„Führerschaft", den„privilegierten Bctriebsfunktionären" und den „einfachen sozialdemokratischen Betriebsarbeitcrn und Erwerbslosen". Nur wenn die kommunistischen Funktionäre diese llnierschiede beachteten und eine Einheitsfront mit den sozialdemokratischen Arbeitern herzustellen verständen, würde die KPD. eine richtige„revolutionäre Kriegsführung" ousüben. Wpraus man zweierlei entnehmen kann: 1. daß die„neue" Taktik die altbekannte Parole„rin in die Kartoffeln" ist, nachdem man eine .Zeitlang„raus aus die Kartoffeln" kommandiert hat: 2. daß die handlanger Moskaus oon einer märchenhaften Unkenntnis der«infachsteii Tatsachen sind. Wie könnte man sonst oon den„privi- legierten Betriebsfunktionären" reden, wenn„Privileg" außer der Mehrarbeit im Dienste der Gewerkschaften und der Partei Haupt- sächlich darin besteht, als K u g e l f a n g der Ilnte mchmcrwillkllr zu dienen. Wofür sie dann in den Sudclblättcrn der KPD. mit Dreck beworfen werden. Im übrigen wäre es«ine Beleidigung unserer Genossen in den Betrieben, wenn wir auch nur mit einem Wort die Beschimpfung unserer führenden Genossen zurückweisen würden. 2lus diesen Leim kriecht kein Arbeiter. Da müßte den Stalinisten wirklich einmal etwas Neues, vor allen fingen etwas weniger Schmutziges ein- fallen. Was nun die K ä in p s« betrifft, die die kommunistischen Arbeiter entlachen sollen— immer zu! Aber es wird damit ebenso Essig sein wie mit den„revolutionären Streikwellen", die der verflossene Merker„auslösen" wollte. Was Reinmele übrigens weiß. Er weiß, daß seine Leute nur groß sind im Maulausreißen gegen andersdenkende Arbeiter, daß sie sich all« feige drücken, wenn sie gegenüber dem Unter- nehmer ihre eigene haut zu Markt tragen sollen. Die ganz« Mache ist innerlich oerlogen. Rernrneles krampfhaftes Bemühen,„neue" Methoden zu erfinden, zeigt den Abgrund der Hoffnungslosigkeit, in dem die KPD. stagniert. Die Arbeitszeit der Angestellten. Entwurf eines internationalen LlebereinkommenS. Das Internationale Arbeitsamt hat am Donners- tag einen Blaubcricht über die Arbe-itszeil der A n g e- stellten veröffentlicht. Der Bericht wird den Beratungen der diesjährigen internationalen Arbeitskonferenz als Grundlage dienen. Sein Kernstück ist ein Vorentwurf für«in i n t e r n o t i o n a l e s Uebereinkommen, worin dos Arbeitsamt den verschiedenen Auffassungen auf einer mittleren Linie gerecht zu werden versucht, da für die Verabschiedung eines Uebereinkoinrncns eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist. Der Uebereinkommensentwurf sieht eine Begrenzung der Ar- beitszeit auf acht Stunden täglich und 48 Stunden wochenl- lich in den 5) andelsbetrieben und Biliös vor. Die tägliche Arbeitszeit soll in keinem Fall in'olgc anderer Verteilung zehn Stunden täglich überschreiten. Als Arbeitszeit im Sinne des ltebereinkommens gilt die Zeit, während der das Personal zur Verfügung des Arbeitgebers steht. Ruhepausen, in denen das Personal nicht zur Verfügung steht, sind nicht eingerechnet. Der Entwurf sieht auch das Einholen von ver- lorener Arbeitszeit insolge von Festlichkeiten, Betriebsstörungen oder höherer Gewalt vor, doch darf eine solche Einholung in nicht mehr als dreißig Tagen jährlich bewirkt werden. Dabei darf die tägliche lieberarbeit eine Stunde nicht überschreiten. Für Läden und andere Betriebe, wo die Art der Arbeit, d'e Zahl der beschöstigtcn Personen oder die Wichtigkeit der zu versorgenden Bevölkerung eine Verteilung der Arbcitszeif unter Wahrung der 48-Stunden-Wochc unmöglich machen, können die Behörden für das gesamte Personal oder einen Teil desselben eine lä ngcre Arbeitszeit verordnen: diese kamt jedoch 54 Stunden wöchentlich und 19 Stunden täglich nicht über- schreiten. U e b c r st u n d e n müssen genau festgelegt und mit einem Zuschlag von mindestens 95 Proz. des Normallohns vergütet werden. Vor hermisgobe eines Ueber- stnndenerlasses müssen die Behörden den Rat der beteiligten Organi- sationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einholen. Das Uebereinkommen gilt nicht für das Pflegepersonal der Krankenhäuser, für das Personal in Hotels, Reftouronts, Pensionen, Cafes, Ausschänken, Unterhaltungsstälten usw. Um diesen Angestelltengruppsn ebenfalls einen internalionolen Arbeitszeitschutz zu schafen, empfiehlt das Arbeitsamt eine Erhebung über die Arbeitszeit dieser Berufegrupen durch d'e Mitgliedstaaten, wobei die Grundsätze des llebereinkommens zu berücksichtigen wären. Die Ergebnisse dieser Erhebung sollen spätestens in vier Jahren vor- gelegt werden. Von 29 Regierungen, die den Fragebogen des I?lA. beantwortet haben, sind 18 eindeutig für ein internationales Uebereinkommen, darunter Deutschland, Oesterreich, Belgien, Bulgancn, Kuba, Dänemark, Spanien, Finnland, Frank- reich, Ungarn, Italien, Litauen, Norwegen, Niederlond, Polen, Por- tugal, Uruguay und Jugoslawien. Die Schweiz ist nicht grundsätz- lich gegen ein Uebereinkommen. sie zieht aber eine Empfehlung vor. Großbritannien hält die sosortige internationale Re- gclung der Frage nicht tür zweckmäßig. Seine Stellung ist nur aus den besonderen britischen Verhältnissen heraus verständlich. Es kennt eine generelle gesetzliche Arbeitszeitregelung nicht. Bei den starken Bemühungen der Arbciterrcgiening zur Ratifikation des Washingtoner Uebereinkornrnens darf man jedoch damit rechnen, daß auch England eine Arbeitszeitschutzgesetzgebung als wirksann: Ergänzung der bereits tarijocrtroglich bestehenden Arbeitszeit- begrenzung schaffen wird. Im übrigen sind wir von dem Entwurf keineswegs voll befriedigt. Wir scben ihn nur als das M i n d c st- maß des notwendigen Schutzes an. Volksgerechies Ehristenium. Einreif?ung in den Bürgerblock. Während in der Deutschnationalen Dolkspartei der Speck-all seinen Triumphzug hält, beeilen sich die christlichen Gewerkschaits- führ er, in die Front des Bürgerblacks sich einzureihen. Das geschieht mit einer Entschließung, die, wie„Der Deutsche" niittei't, „der große Ausschuß der christlichen Gewerkschaften" gestern annahm. Die Entschließung sängt folgendermaßen an: „Die monatelang dauernden, sriichtlosen Verhandlungen der unter so-iatistischer Führung stehenden Regierung Müller über die Sanierung der Arbeilslojenverstcherung wie der Reichskasse, haben nicht nur dem Ansehen des dcinokralischen Staates Abbruch getan, sondern auch die mirltschastlicho Entwicklung ungünstig becinjlußl, und dadurch die Arbeitslosigkeit vermehrt." Es ist wahr: fruchtlos waren die Bemühungen der Parteien, denen sich die christlichen Gewerkschaftsführer zurechnen, die Arbeitslosenversicherung unter der Regierung chcrinann Müller abzubauen, chefien die christlichen Gcwerk- schastssührer, daß dies unter der Regierung Brüning-Treviranus möglich sein wird? Bemerkenswert ist auch, daß die christlichen Gewerkschafts- führer— genau wie die Bereinigung der Deutschen Arbeitzeber- verbände, wenn auch, nicht so offen— die Arbeitslosenversicherung als Ursache der großen Arbeitslosigkeit bezeichnen. Die Arbeitslosigkeit wurde vermehrt, sagen die christlichen Gewerkschaftsführer, weil es nicht gelungen ist, die Arbeitslosenversicherung abzubauen bzw. zu„sanieren". Die reaktionären Steuergesetze des Bürgerblocks begrüßt dieser große Ausschuß der christlichen Gewerkschasten als„eine der ersten Voraussetzungen für die Gesundung der Finanziage". Immerhin müssen die christlichen Gewerkschaftsführer etwas Ballast auswerfen imi) ganz leise eine Berne rtung einsiechten„von der Erhöhung der Umsatzsteuer und von der Sondersteuer für die großen Einzelhandels- Unternehmungen, von der vor allem auch die Konsumgenossenschaften betroffen werden". In diesem Sinne wäre eine kraftvolle christliche Gewerkschaftsbewegung ,chie beste Bürgschaft für eine volksgerechte Politik im Reiche".. Volksgerecht, volksnational, volkskonservativ: es ist immer derselbe Bürgerblock._ Der Streik der Maßschuhmacher. Etreikbrecherschuhe sind minderwertig. Die Maßschuhmacher befaßten sich in einer starkbesuchten Bcr- scmmliiiig am Sonntag mit dem Stand ihrer Bewegung. Die Kampfstimmung ist auch in der vierten Streikwoche noch gut. In der Diskussion wurden. viele Einzelheiten berichtet, aus denen hervorgeht, daß den UnlerpelMcrn das Feuer auf den Nägeln brennt... Infolge der günstigven Witterung sind massenhaft Be- st e l I u n g e n einaelqufen. Einige Unternehmer haben den Streik- poslen erzählt, sie hätten Streikbrecher genügend. Die Arbeiter wissen aber, daß die wenigen Streikbrecher den hohen An.- orderunzen an die Arbcitxlcistuirg nicht gewachsen sind. Dies beweist auch die Erregung über den Streik, den viele Unter- nehmer an den Tag legen. Die Kunden, die ihre Schuhe teurer bezahlen müssen, haben es vielfach abgelehnt, von Streikbrechern hergestellte Schuhe o/bzu» nehmen, weil sie mit Recht unsachgemäße Verarbeitung annehmen. Von allen Rednern wurde der Stand der Bewegung als günstig bezeichnet. Allseitig kam der Wille zum Ausdruck, den Kampf solange fort- zuführen, bis die Unternehmer ihre Derhandlungsfeindschafl preis- geben und sich zu einer Verständigung bereit finden. Die Versammlung hat erneut ihre Bereitwilligkeit bekundet, aui dem Wege oo n V e r h a p d l u p g e n eine Einigung im Interesse des ihondwerks herbeizuführen. Der nicht dem Arbeitgeberv.crband angehörende Arbeitgeber A. Jörgensen hat die Forderung der'Arbeiter zu 75 Proz. bewilligt. In diesem Betriebe wird gearbeitet. Ein„roter" Betriebsrat. Wo ist er geblieben? Vor wenigen Wochen war die Betriebsratswahl bei der Firma chermann Tie"tz. In der wüstesten Weise wurden die Organisationen der Arbeiter und Angestellten, sowie die einzelnen Kondidoten der freien Gewerkschaften beschimpft und verleumdet. Ver- sprechungen über Versprechungen wurden gemacht. Der Listenführer der„roten" Liste. Herr V e s e n, hat sehr schnell das Weite gesucht. Er ließ sich von der Firma eine Absindung zahlen und verschwand. ohne auch nur den Versuch einer einzigen Einlösung seiner Ver- jprechungen gemacht zu haben. In einer Betriebsversammlung am 22. April nahmen d i e gewerblichen Arbeiter des Tietz-Äonzerns zu diesen Vorkommnissen Stellung und bekundeten in einer Resolution nicht nur dem Herrn Veten, sondern seiner ganzen Richtung das schärfste Mißtrauen. Einstimmig kam zum Ausdruck, daß durch die kommunistischen Methoden bei der Betriebsrätewahl nur die Tnleressen der Firma wahrgenommen wurden, und daß dle einzige Interessenvertretung der Arbeiter und Angestellten die freien Gewerkschaften und die Sozialdeinokratische Partei sind. Arbeiisgerichtsreform in der Tschechoflowakai. In der Tschechoslowakei ist von dem Justizministerium, das von dein Sozialdemokraten Dr. Meißner geleitet wird, ein Gesetz. entwurf über Arbeitsgerichte sertiggestellt worden. Der Entwurf bringt eine Vereinheitlichung des Arbeitsgerichts. wesens. Zurzeit bestehen in Böhmen, Mähren und in der Slowakei völlig verschiedene Vorschriften. Die neuen einheitlichen Arbeitsgericht« sollen über alle aus dem Arbeitsverhältnis entstehenden Streitig- keilen entscheiden. Für den Aufbau der Gericht« sieht der Entwurf im wesent- lichen folgendes vor: Vorsitzender des Arbeitsgerichtes wird ein Be- rufsrichter, Beisitzer werden Arbeitnehmer und?lrbeitgeber. Die Mitglieder der Sektion der'Arbeitnehmer werden vom Ministerium für soziale Fürsorge auf Vorschlag der Gewerkschaften ernannt. Sie dürfen während der Dauer ihrer Funktionen ohne vor- hergehende Zustimmung des Arbeitsgerichts nicht aus der Arbeit entlassen werden und sind von dem Tag an, wo sie als Mitglieder des Arbeitsgerichtes von den Organisationen vor- geschlagen werden, gegen etwaige Schikanen der Unter- nchmcr gesetzlich geschützt. Aufgehobene Sperre.. Wie uns der Zcntralverband der Hotel-, Restaurant- und Eafe-Angeftellten mitteilt, find die Differenzen in dem Betrieb Zimmersmann's Bierhaus am Tempethofer Feld, Berliner Straße 29. beigelegt. Die Sperre über diesen Betrieb wurde daher ausgehoben. jZdtz�reie Gewerkscha?is-)ugend Berlin öVvte tv igen de Veeensialtunqen: Aelteren.Ardcitsccemetntchott iin ?ugecidl>cim 6os Dekomlverdandc». Cvtrerffdiaftsbous, Enqelutc? ü— 25 Äinykn'.a R, Port.? dema:„OVmrrtfd-off tidtr OVornnvut-notvn". Sie. Pmit G. S'oibte.— Soi-dl-eleitee.Srtileiio»: Iiierndherdergk Rru-Pettlrtonit— �renur— S-öUDni— B!oikbrilen ui� dann erst nördlich aus der Chaussee, dann halblinks nach Groß-Leppin. einem an der Karthause gelegenen Dorf. Von hier durch die von der Karthause durch- flossenen Wiesen nach der Plettenburg, einst Besitz der Bischöfe von Haoclberg, deren weltliches und geistliches Reich den Norden der Mark umfaßt«. Ein guter Uebcrblick über große Teil« der Priegnitz— chavelbcrg. Wilsnack, Berleberg— bietet sich vom erhöhten Stand- punkt dar. Auf einem von alten Kastanien eingefaßten Damm durch Wiesen uitb später durch Waid oder aus einem Wesensuhwez neben der Karthause gelangen wir zum idyllisch gelegenen Forsthaus Plattenburg und enden an einem Wichtelmännlem-Wegweiser vorbei in dem an der Karthause gelegenen Städtchen Wils nack. Der Name stammt von dem slawischen Talke der Wilzen. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts schuf die Mör von dem„Wunderblut von Wilsnack" dem damaligen Dorfs solche Bedeutung, daß es zur Stadt wurde. Im Jahre 1383 verschonte ein Feuer die aus dem Altar der Kirche befindlichen drei chostien, in denen sich nachher je ein Tropfen Blut befand. Dies Ereignis wurde als Wunder gepriesen i-rG Wilsnack: Schloß und Uehcrgzmg zur Kirche. und der Zustrom der Gläubigen wuchs von Jahr zu Jahr. Die Wallfahrtskirche wurde gebaut: an Stelle des ehemaligen„Prälaten- Hauses" erstand später das Schloß, mit der Kirche durch einen Uebergang verbunden. Erst 1552 kam das Ende, indem der evangc- lisch« Prädikant Ellcfeld die drei chostien verbrannte. Fehlt somit dem heutigen Wilsnack die Sensation, so nimmt die Stadt einen Aufschwung durch das Eisen-Moor-Bad. Bom Bahnhof Wilsnack bringt uns die Bahn nach Hause. Die Wegelänz« der Fußwanderung ist etwa 17 Kilometer. Verzagt am Leben. Die Verzweiflungstat eines betagten Ehepaares. Zw Hause Weserstraße 215 in Neuköll« vollendete sich gestern die Tragödie eine» betagten Ehepaares. Der 54jährige Schuhmachermeister Wilhelm Prosta und seine um ein Zahr allere Frau Zohanna wurden in ihrer Wohnung durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Prosta war es früher einmal besser gegangen. Das Geschäft ließ in letzter Zeit aber immer mehr nach und es stellten sich wirtschaftliche Sorgen ein. Da der verzweifelte Mann keinen Ausweg zu sehen glaubte, seine augenblickliche Lage zu verbessern, faßte er mit feiner Frau den Entschluß, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Wahrscheinlich schon in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag schritten beide zur Ausführung ihres Bor- Habens. Sie drehten sämtliche Gashähne auf und die ausströmenden Gasmengen, die bald die ganz« Wohnung er. füllten, führten ihren Tod"herbei. Erst am gestrigen Nachmittag wurden Hausbewohner auf starken Gasgeruch aufmerksam, der aus der Wohnung des Schuhmachers drang. Da auf Klopse» niemand öffnete, wurde die Polizei und Feuerwehr alarmiert. Die Beamten verschafften sich Einlaß und in dem völlig mit Gas erfülltem Schlaf. z immer fanden sie das Ehepaar t o t auf. Wie auch aus einem Abschiedsbrief hervorgeht, haben beide im gegen. Zeitigen Einverständnis gehandelt. Werder in Blüte. Das warme Wetter der letzten Tage hat die Obstbäume Werder« zum Blühen gebracht, so daß in den nächsten Tagen die Blüten- fahrten nach der Obststadt an der Havel beginnen werden. Eisenbahn und Dampfergesellschaften haben alle Vorbereitungen ge-> troffen, um den starken Verkehr nach und von Werder bewältigen zu können. Die Reichsbahn hat einen verstärkten Verkehr vorgesehen, In beiden Richtungen können bei Bedarf bis zu 60 oußerfahrplan- mäßige Züge eingelegt werden. Nach den Erfahrungen der Vor-- jähre genügen für den Verkehr nach Werder an Wochentogen neben den fahrplanmäßigen Zügen vier Bedarfsziige, die ab Potsdamer Bahnhof 9.10, 10.15, 13.45 und 14.55 Uhr verkehren werden. Der Rückvcrkehr nach Berlin, für den gewöhnlich etwa stündlich ein Zug fährt, wird durch Bedarfszüge auf eine halbstündige Zugfolge vcr- stärkt werden. Wer zu Schiff nach Werder gelangen will, kann dies mit den Dampfen: der Stern- und Kveisfchiffahrt und den„Winter. märchen"-Dampfern der Reederei Nobiling tun. Die Sterndampfer fahren täglich nach Werder ab Wcideiüiammcr Brücke um 8 und 9 Uhr, ab Ehorjottenburg Schloßbrücke 8.30 und 9.45 Uhr, ad Span« dou Lindenuser 9.30, 9.45, 10.20 und 10.43 Uhr. Außerdem sind noch täglich Werderfahrten vorgesehen um 9 Uhr ab Tegel und durch den Teltowkonal ad Tempclhaf. Der fahrplanmüßig« Verkehr von Wannfce und Potsdam wird verstärkt; von Wannsee fahre» die Dampfer stündlich und von Potsdam halbstündlich nach Werder. Die Reederei Nobiling wird mit ihren„Wint«rmärchcn"-Dampfern um 8.30 und 9 Uhr ab Schlütersteg(Bahnhof Friedrichstraße) nach Werder fahren. Sonntags findet noch eine dritte Fahrt um 8 Uhr morgens statt. Busch wird verhört. Lleber die Beziehungen zu louM und den Düppelankauf. Die Vernehmung des früheren Stadtrats Busch ist am gestrigen Freitag durch Staatsonwaltschaftsrat Weißen» berg am Krankenbett des Beschuldigt?» fortgesetzt worden. Zunächst wurde Stadtrat a. D. Busch über die Lebens- Mittelgeschäfte befragt, die er im Kriege für die Stadt Berlin � abgeschlossen hat. Busch erklärt« hierzu, daß dies« Geschäfte samt-<. [ich ordnungsgemäß abgewickelt worden feien und daß er bei dieser � Gelegenheit auch den holländischen Kaufmann Loulki kennengelernt habe. Er bestritt entschieden, daß es sich bei L., der' übrigens ein angesehener Kaufmann in Rotterdam sei, um einen i „Strohmann" handle, dem er Vermögenswerte überschrieben habe. Inzwifchei, hat Kriminalkommissar Seisfert am Donnerstag im Haag und in Rotterdam Ermittlungen vorgenommen und da-' bei festgestellt, daß Loutki tatsächlich existiert und nicht nur, wie man u. a. angenommen hatte, lediglich ein« Phantasiegestalt sei. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei müssen allerdings noch ergeben, ob L. wirklich so vermögend ist, wie Busch dies behauptet. Der frühere Stadtrat selbst erklärt bckannllich. daß er keinerlei Ter« mögen besitze. Die weitere Vernehmung beschäftigte sich dann mit dem Ankauf des Ritterguts Düppel-Dreilinden für di« Stadt Berlin. In dieser Affäre sind seinerzeit in der Stadt- veroxdnstanocrsammlung und neuerdings vor dem Ausschuß des Preußischen Landtags schwere Beschuldigungen gegen Stadtrat Busch erhoben worden, u. a. von seinem früheren Privatsekretär Günther, der offen bekundete, daß Busch bei diesem und anderen Grundstück». geschäften erheblichver dient habe. Stadtrot Pltsch b c st r i t t in der gestrigen Vernehmung ebenfalls bei dem Düppel-Gefäiäft wie auch in anderen Fällen irgöndwelchs Provisionen direkt oder durch Mittelspersonen erhalten zu haben. Vor allem erklärte er auch, daß er niemals für die Wirtschaftspartei, die ihn bekanntlich ausschloß, weil sie mit seiner Grundstückspolitik nicht einverstanden> war, Gelder gefordert oder erhalten habe. Die Vernehmung Büschs wird am Montag fortgesetzt werden. Freie Sozialistische Hochschule. Am heutigen Sonnabend,, dem 2 6. April, 19)� Uhr, findet im ehemaligen Herrenhaus,' Leipziger Straße 3, ein Vortrag des Genossen Prof. Dr. Hugo Sinzheimer, Frankfurt a. M-, über das Thema:„Der Mensch im neuen Arbeitsrecht" statt. Karten sind ait der Abendkasse zu haben sowie in folgenden Verkaufsstellen: Bür» „Ich bin die Korrespondentin von Dagens Nyheder."> i „Ich muß Sie ersuchen, sich kurz zu fassen." „Ich bin Schriftstellerin." „Fräulein Hasting, das alles haben Sie doch eben erst' bei Ihren Personaldaten angegeben."- „Sie sind wenig höflich mit mir, Herr Untersuchuns-- s richter, und das habe ich mir auch nicht anders erwartet. Ich' wundere mich, daß Sie überhaupt noch für mich zu sprechen. sind. Für mich, der alle Ministerien in Kopenhagen offen:' stehen, für mich, die jederezit bei Hof und bei den höchsten- Herrschaften vorsprechen kann. Die Tatsache, daß das Haupt-,: verdienst an der Aufdeckung der Lynöer Greuel mir zu- kommt, scheinen Sie nicht bemerkt zu haben, ja, Sie scheinen■ sogar geflissentlich darüber hinwegsehen zu wollen. Ich mache Sie darauf aufmerksam, Herr Iakobsen, daß meine; Zeitung—" „Fräulein Hosting, ich habe Sie in Vertretung von i Frau Delius empfangen. Wenn Sie uns weiter mit Ihren• Person allein unterhalten wollen—" „Ja, Sie haben mich in Vertretung von Frau Delius,! empfangen. Und wenn Sie die Güte hatten, sich so weit s herabzulassen, so werden Sie mich wohl oder übel auch aus-'s reden lassen müssen. Ich bestehe darauf, und ich habe alle Berechtigung, darauf zu bestehen. Denn ich war es, die{ Ihnen alle'die Zeugen, man muß wohl sagen Zeuginnen, zugetrieben hat, ich habe mir das Vertrauen der Vevölkc- rung. der Sie so fern stehen, wie nur ein echter Bürokrat: es überhaupt kann, zu erringen gewußt, ich. jawohl ich allein i trage das Verdienst, wenn nicht die schrecklichsten Vorkomm-'■ nisse mit echter Vogelstraußpolitik übersehen werden, mir allein ist es zu danken— nein ich lasse mich nicht unter-? brechen, hier stehe ich vor den Schranken des Gerichts, ich: werde sprechen, und ich werde die Wahrheit sagen, die Wahr»! heit auf jeden Fall, geben Sie sich keine Mühe, mir das � Wort abzuschneiden. Herr Untersuchungsrichter. Birgit: Hästing läßt sich nicht den Mund verbieten, Birgit Hasting weiß, was Sie sich, ihrem Beruf und ihren Lesern schuldig ist. Mit mir können Sie nicht umgehen, wie mit der armen kleinen Dyveke. dieser verzweifelten jungen Mutter, die Sie kaum angehört hatten und auf der Stelle nach Hause schicken wollten. Ihnen natürlich ist es gleichgültig, wie groß dio Zahl der Opfer ist, Sie schreiten in aller Ruhe über Frauen--- lcichen—" J (Fortjetzung folgt.) Und auf der anderen Seite? Trübselige Familienväter, denen ihr Klub der Inbegriff menschlicher Glückseligkeit be- deutet, junge Männer, die von ihren Bräuten nichts anderes oerlangen, als daß sie möglichst unerfahren in die Ehe treten und sich möglichst bald im Trott des Alltagslebens zufrieden geben. Und da ist Lehrer Lund mit seiner Poesie und seinen Plattfüßen, der sich nur mit gesenkten Blicken auf die Straße traut, und da ist immer und immer wieder Doktor Mauke mit dem rotlackierten Auto und den Boxermuskeln, der allein das ganze Provinzlaster zu vertreten hat. Und dann noch die paar Männer in Amerika und die paar Seeleute, die ab und zu nach Hause kommen— flau, mein Lieber. Wie Sie wissen, bin ich ein eifriger Zeitungsleser. Es ist mir daher nicht entgangen, daß Ihr jetzt zu allem Ueber- sluß auch noch die verfluchte alte Jungfer aus Kopenhagen habt, die euch die Weiber rebellisch macht, und der zuliebe allein man die Lustmörder erfinden müßte. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen raten, alle Zeitungsausschnitte, verstehen Sie wohl, alle, von Anfang der Affäre an, zu sammeln und aufzuheben. Sie spiegeln nicht nur die öffentliche Meinung wieder, der sie entstammen, sondern noch viel mehr die, die sie erst verursacht haben. Sie werden immer wieder in den Zeugenaussagen die Stimme der Presse vom Tag vorher finden." Nun will ich aber meine Epistel schließen. Si« sind doch einem alten Kollegen nicht böse, wenn er auch mlft ein bißchen schulmeistert. Natürlich weiß ich über den Fall Rist sellsst, über die Explosion des Aaresunder Badohäuschens, das, nebenbei bemerkt, ein verdammter Kitsch war, und über das arme kleine russische Mädchen so wenig wie Sie und wahrscheinlich noch viel weniger. Ich wollte meine Vor- lesung nur über ein Thema halten, und zwar über die ewige Unersättlichkeit weiblicher Abenteuerträume. Sie haben es schwor, mein Lieber. Wenn ich geahnt toca alles fAmm«n, wird» to hätte ich vor Antritt wenws t Urlaubs wenigstens dafür gesorgt, daß ein Ersatz für unser tüchtiges Fräulein Petersen kommt. Die gute Nielsen ist ja doch nur als Maschine zu gebrauchen, der sind ihre As und Os viel wichtiger als alles übrige auf der Welt. Und wenn Sie ihr mal ihr eigenes Todesurteil diktieren, wird sie es nicht mertsm. so wichtig ist ihr, daß alles schön aussieht. Bei schweren Fällen ober-braucht man auch für die mechanisch« Arbeit einen Menschen von Verstand neben sich. Nicht wahr. Sie schreiben mir, wenn Sie mir was zu sagen oder wenn Sie mich was zu fragen hoben. Und wenn die Sache zu toll wird, so telegraphieren Sie einfach. Kopf hoch! Ihr alter Niels Wessel. Dringend! Eerm Untenudiungsridhier H. G. Jaknhscn, Amifgeridii Sändrup. Lynö. Billa Freya. 6. Juli ISZS. Liebster Iakobsen, Leider ist es mir diesmal nicht möglich. Ihrer Bor- ladung Folge zu leisten. Ich bin seit drei Tagen überhaupt nickst mehr imstande gewesen, das Bett zu verlassen, meine alte A.jixilla pectoris scheint sich wieder zu melden. Und doch hätte ich Ihnen Mttteilugcn zu machen, die mir so wichtig sind, daß ich außerstande bin, sie ohne schwere gesundheitliche Schädigung länger bei mir zu behalten. Ich will Sie nicht an mein Schmerzenslager bemühen wie die Gräfin Aaresund und möchte mich auch nicht gern dem Papier anvertrauen. Deshalb bitte ich Sie inständigst und dringlichst, diesmal doch meine beste Freundin und einzige Vertraute, die berühmte Schriftstellerin Birgit Hosting«mp- fangen zu wollen. Sie ist von mir in alles eingeweiht, sie wird Ihnen alles sagen, was ich Ihnen zu sagen habe, nur daß sie es besser, ruhiger und klarer formulieren wird. Meinen herzlichsten Dank im voraus. Ihre alte Freundin Helene Delius. Protokoll auf gtnOmfnOn mit dar Zeugin. Birgit Hatiinf, geh. 1S8T in. Sl&eclse, Seeland, ernngelisdi. ledig, BdirtfUtUhrin, Kortespön, denttn Oon.„Dagens Nyheder", gnpenhägen.(Die Zeusin erscheint auf ausdriidclichen Wunsch vdn Frau Helene Delius.) „Ich bin Birgit Hosting." »Zttr Sache bitte." „Menkenke" der Krau Geheimrat. „Meinetwegen pfänden Sie mich mitsamt dem Bett." des Vs�'rksbilÄunasausschuIses, LinDenstroßs 3, 2. S)af links, 2 Tvepperr.— BuchhonSlung I. i). W. Dietz 5iöd)f., Lrndenstr. 2.— Arbeite? jucsend Grstz-Berlin, Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppe:?.— Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten» Wallstraß? 63.— Deutscher Hol�rbeiter-Verbmrd, Am Köllnischcn Park 2 und Runge- irroße 36.— Verlag des Vildimgs Verbandes der Deutschen Buchdrucker, Drcibimdstroße S.— Berband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße, Ecke Lurscnufer.— Zentralnerband der Angestellten, Hedemannstraße 12.— Berlagsgesellschait des ADGB,?lbt. Svrti- mcnt. Jnfelstrahe sta.— Bezirksausschuß für Arbeiterwahlfahrt, Berlin, Lindcnstraße 3, 2. Hof links, 2 Treppen.— Frauenbüro des Bezirksverbandcs Berlin, Lindenstraße 3, 2. Hof links, 2 Treppen.— Touristenoerein„Die Raturfreuichc", Johannisstraße IS.— Z>- garrengeschäjt Horsch, Engclnfer 24/25. v Munition auf Kohlen. Ein Sachverständiger über das„Folke"'Abenteuer. Hamburg. 23. April. Zm weiteren bterlous der gestrigen Verhandlung im Prozeß um den Rebellendampfer„Aalke" äußerte sich Srimi- nalsekrelär Decker über die Vcrnehinung der ..Z a l k e"- M a n n s ch o f k bei ihrer Ankunft von Port os Spain im Hamburger Hafen. Diese Vernehmung erstreckte sich nur auf Hauptpunkte. Die prolokollc sind also nicht als vollständige Aussagen zu betrachten. Zeuge Secam tsinspcktorFritsche kann nichts Wesentliches bekunden. Seine Protokolle haben nur informatorischei: Wert für das Sccomt. R.-A. Dr. L e v i: Herr Zeuge, Sie keimen fa die Seele der Seeleute. Sind Sic der Mciimng. daß die Zeugen erst durch die Presse hellhörig geworden sind und nun Biclcs sagen, was sonst nickst gesagt worden wäre? Zeuge Fritschc: Jawohl. Sachverständiger Kapitän Ulrich: Murtitionstransporte gelten nicht als gefährlich. In kleinen Mengen führen auch Passagier- dumpfer Munition mit sich. Wird die Rlunition auf kohlen gelagerl, ist der Transport durchaus nicht ungefährlich. Bei Munitions- transporten müssen aber ordiningsmätzige Papiere an Bord sein. Beim„Falke" war die Gefahr nicht sehr groß, aber immerhin groß genug, daß die Leute sich darauf berufen konnten; denn man lagert Patronen nickst aus Kohlen. Daß sie diese Art der Stauerci als -Borwond für höhere Lohnforderungen benutzten, ist ihnen durchaus Vicht zu verübeln. Aber durch die Geheimhaltung des Reiseziels mußte die Wonnschaft auf den Gedanken kommen, daß hier ein nicht ganz reelles Geschäft gemacht wurde, das sehr hohen Verdienst abwarf. Davon wollten die Leute natürlich etwas abhaben. Diese Transporte gelten nicht als Schmuggelfahrten oder sonst unsauberes Geschäft. Sie werden sehr oft in ähnlich.'r Weise ausgeführt. Der von Gdingen aus erlaubte Transport konnte, da er auf einem deutschen Schiff erfolgte, leicht für Deutschland auf Grund des Versailler Vertrages Anannehmlichkeilen zur Folge haben, wenn die Mannschaft vorzeitig das Reiseziel erfuhr. Die Flagge B wird im allgemeinen am Eignalmast gezeigt. Man nimnrt heute aber meistens dafür ein Blechschild. Das Setzen der Pulver- flagge in der Art, wie Zipplitt es tat(an der Gösch), ist nicht üblich. Es dürfte bei Munitionsiransporten allgemein nicht üblich fein, das Ziel zu nennen. Der S u p e r k a r g o ist der Vertreter des Reeders und trifft Anordnungen, als ob der Schüfseigeistümer selbst an Bord wäre. Der Kapitän ist nur Schüfsführer. Die Komma ndogewalt bleibt immer bei ihm. nur wo und was gelöscht wird, bestimmt der Superkargo. Doppelte Heuer und Gratj- sikation ist nicht? Außergewöhnliches. Sie wurde noch dem Kriege, als I*e Nordsee noch mit Mienen verseucht war, oll- gemein bezahlt: für Woffcntransporte nach China sogar noch mehr. Diese Forderungen sind natürlich nicht gesetzlich begründet. Es handelt sich hierbei lediglich um freie Vereinbarungen, die allerdings, wenn sie getroffen werden, auch rechtsverbindlich sind. Der Vorsitzende, Landgcrichtsdirektor Stsinicke, wird mit den Richtern und Geschworenen noch eine Besprechung über wichtige Punkte abhalten. Damit ist die Beweisaufnahme erschöpft. Die Verhandlung wird auf Montag vertagt, es beginnen * dann die Plädoyers. Kamps den Kensterfcheiben. Die Schaufensterscheiben der hauptgaschästs- stelle des„vorwärts" in twr Linden st raße sielen in der Rocht zum Freilag wieder einmal dem„politischen Ehrgeiz" eines verhetzten Jugendlichen zum Opfer. ' Der junge Mann, der keinen höheren Ehrgeiz kannte, als dem �Vorwärts" die Fenster cwzuwerseiy hatte günstig die Gelegenheit erspäht, als niemand auf der Straße weilte. Er Nahm bereit- gehattei?? Steine und schteudette sie in die Scheiben. Eine Flucht gelang ihm nicht mehr; er wurde festgenommen und als ein 26j ahriger Herbert Conrad aus der Bodstraße 61 festgestellt. Der junge Meirsch gab an, aus einer kommunistischen Jugendver- sommtung in den Musikers ölen gekommen zu sein. Die Absicht, die Scheiben im„Vvrwärts"-Hous zu zertrümmern, habe er schon lange gehabt. Zur KPD. gehört er aber nickst mehr, sondern zu den Nationalsozialisten. Mit Fensterzerjchlagcn, Häuserbeschmieren, heimtückischen Ucbersällen und blutigen Raufereien wollen die einen dos Sowjet- reich, die anderen das wahre deutsche Reich errichten. Sie werden es weit bringen. Er weiß nichts Dom 1. Mai. Eist Neuköllner Schiedsmann schreibt uns: Bor einigen Tagen erhielten die Schiedsmänner uird ihre Stellvertreter vom Amtsgerichtsdirektor Dr. Hubrau folgendes Schreiben: „Am 1. Mai 1936 um 13 Uhr findet im Saal 55 des Amtsgerichts die diesjährige Besprechung mit den Schiedsmännern statt. Zu dieser Besprechung werden Sie hiermit eingeladen." Natürlich löste dieses Schreiben größte Heiterkeit aus. Der Herr Amtsgerichtsdirektor hat sicher geglaubt, die proletarischen Schiedsmänner ausgerechnet am höchsten Feiertag der Arbeit alle unter seine Fittiche zu bekommen, er wird sich aber sehr irren und nur mit seinen Gesinnungsfreunden zusammen sein. Daß dem Herrn Direktor die Bedeutung des 1. Mai nicht bekannt sein sollte, dürfte kaum zutressen, denn er wird sicher auch einigen Beamten und tochörsen an diesem Tage Urlaub zu geben haben. Aber abgesehen davon müssen wir Schiedsmänner es als sine R ü ck- sichtslosigkeit betrachten, uns einfach einen Wochenlagnach- miltag aufzudrängen. Bisher war es üblich, daß derartige Be- jprcchungei: nur abends gegen 71s Uhr stattfanden. Der.Herr wird sich also bequemen müssen, einen anderen Tag zu bestimmen. Gatt- seidank sind wir noch nicht so weit, daß uns der Herr Direktor Befehle zu erteilen hat. Jetzt wissen wir wenigstens, wie der Her? zu den Festen der Arbeiterschaft steht. Kommunistcnradau im Bezirk Ticrgarieo. Bei der gestrigen Sitzung der B e z i r k s o e r o r d n« t e n> »ersammlung des Bezirks Tiergartcu im Friedrich. ZSMdsjcheN ZdonWmnns-im!tm e* aef ber jfatt Die Gattin des wegen Geistesschwäche entmündigten Geheimen Rcchvungsrats an der Oberrechnnngskammer, Frau Helene R o c t h e r. hak. wie gemeldet, in 14 Fällen Lieferanten und Saufleule in erheblichem Amsong geschädigt. Die Geheimrätin. schon mehrfach vorbestraft, genoß aus den rcspek- tobten Titel ihres Gatten hin unbeschränkten Kredit, kaosle cn massc Wöbet, richtete sich ei« komfortables heim nebst Autogaragc ein und bezahlte keinen roten Heller. Als ihr die empörten Gläubiger auf den Pelz rückten, fanden sie eine Wohnung vor, die in Wirklichkeit ein zusommcnbetrogenes Warenhaus darstellte. Geld hoben diese unglücklichen Opfer des Respekksprlnzips nie gesehen. Die Geprellten erstatteten Anzeige, worauf die Geheimrätin mit ihrem geistesschwachen Gatten ins Ausland entfloh. Aus Zürich wurden die beiden als lästige Ausländer abgeschoben. Dein: Acbcrschrciten der Grenze wurde das Paar festgenommen. Der Mann ist inzwisckicn im Krankenhaus gestorben, die Frau, die ihn als willenloses Werkzeug benutzte, besindet sich in hast. Schon vor vielen Jahren, als Geheimrat Roet!>er noch bei der Obersten Rechmmgsbehüvde in Paisdom beschäftigt war, begann seine Gattin mit ihren großen Betrügereien. Die Wohnung des Ehepaares glich einer Rumpelkammer und strotzte vor ©chnnitz. Der Gerichtsvollzieher ging ein und aus, gewöhn- lich lag dann die Frau Geheimrat im Bett und erklärte:„M einet- wegen pfänden Sie'mich mitsamt dem Bett." Der Rechnungsrat versah den Haus holt, kochte, wusch die Wäsche, während feine Gottin sich in Berlin amüsiert«. Es kam vor, daß Frau Raether an einem Quartolsersten das ganze Diertel- jahrsgehalt ihres Mannes in Berlin für Toiletten und gute Ge- tränke ausgab. Am nächsten Tage wurden dann van einem Pots- demer Juwelier ein Brillonlring auf Kredit entnommen und weiter- veräußert. Zuweilen standen vor dem Wohnhaus dieses Beamten Kleiderspinde, Tische und Stühle auf der Straße, Sachen, die sich die Gläicküger mst Gewalt aus der Wohnung herausgeholt hatten. Es war«? geradezu tolle Zustände in der Potsdamer Be- Häufung des Geheimrats eingerissen. Man wunderte sich, daß dieser Beamte nickst schon früher seinen Posten quittiert hat. Frau Rocther ließ sich während der Momm-Affäre in das Gefängnis sämtliche Zeitungen darüber bringen, die von Frau Momm etwas berichteten. Eines Tages sagte Frau Roether, die die ganze Ange- lcgenhcit nickst sehr tragisch nimmt, folgendes:„Was werden sie mir schon groß geben können. Fra?? Momm ist als verrückt erklöitt und ich werde den Aerzten auch rncinc Menkenke vor- mache n." Bon anderer Seite wird zu der Affäre, die ein eigenartiges Licht auf die Zustände innerhalb der sogenannten„Potsdamer Gesellschaft" wirst, gemeldet: Der pensionierte Rechnungsrot hatte es stets unter großen persönlichen Opfern rrnd Eni- behrungcn verstanden, die von seiner Frau enwonrmenen Waren zu bezahlen. In den letzten anderthalb Monaten war Frau Rocther aus Reisen gegangen. Es siel der Potsdmncr Kriminal- polizei auf, daß in rascher Folge aus ollen mögliche?? Gemeinden Ersuchen um Vernehmung der Frau Roether in Kreditangelegen- heilen einliefen. Die Vernehmung«? komsten aber nicht durchgeführt werden, da Frau Rocther sich nicht ii? Potsdam befand und ihr Aufenttzalt nickst bekannt war. Aus diesem Grunde erließ die Kri- minalpali.zei ein amtliches Ersuchen auf Feststellung der nicht aufsind- baren Frau. Vor kurzem versuchte Frau Roether, mit ihrem Gatten, der von ihren neuen Schulden nichts wußte, bei Basel die schweizerische Grenze zu überschreiten. Sie hatte den Logerzettcl eines Koffers als Pfand gegeben, um sich noch eine größere Geldsumme zu verschaffen. Es stellte sich jedoch heraus, daß der Koffer, der mit wertoollen Sachen gefüllt sein sollte, nur«in« kleine Handtasche war. Zur Rede gestellt, belfouptete Frau Roether, einige neben der Handtasche im Aufbewahrungsraum stehende Koffer gehörten ebensalls ihr. Es stellte sich jedoch heraus, daß es Rcisakoffer van Ausländern rvaren. Da inzwischen van der Grenzstation das Ersiichen auf Festnahme eingelaufen war, wurde Frau Roether verhaftet und nach Potsdam gebracht. In der Haupffach« sind auswärtige Geschäftsleute geschädigt. Wie die BVG. wurde. Vom profitbeirieb zum Maffenverkehrsmiiiel. Einem Vortrag des Direktors der BVG.. Genossen M a j c r c z i k. vor den Verkehrsarbeitern entnehmen wir folgende intereffanle Tatsachen: Es ist den ständigen Bemühungen der Sozialdemokrat!« gelungen, die drei Prioatunternehimingen— Straßenbahn, Omnibus, U-Bahn— zunächst in die Hand der Stadt zu überführen und sie dann zu einer Einheit, der jetzigen ABG., unter Führung des Genossen Reuter zu verschmelzen, Im Jahre 1927 wurden' 1227 Millionen Fahrgäste auf den drei Berkehrsmittelu der BVG. zusammen befördert. Hierbei ist der Umsteiger, der z we i. Fahrten zurücklegt,->?ur als e i n Fahrgast berechnet. Die Zahl von 1227 Millionen Fahrgästen besagt, daß im Jahre 1929 jeder Berliner fast jeden Tag einmal die Verkehrsmittel der BVG. benutzte. Die Gesamteinnahmen der BVG.— das sind die Ausgaben der Bevölkerung für den Verkehr— betrugen im Jahre 1929 rund 204 Willionen Wk. Die drei früheren privatwirtschaftlichen Unternehmungen entwickelten ihr« Verkehrssysteme nicht nach den Vedürsnissen der Ber. lincr Bevölkerung, sonder» nach den Zntercffcn ihrer Aktiendividende. Der Umsteigeverkehr war nicht mir nicht vorhanden, sondern man wirkte ihm nach Kräften entgegen. Erst im Jahre 1927, als die drei Betriebsteile bereits in der Hand der Stadt vereinigt waren, gelang es, den Umsteigefahrschein einzuführen. Irgendwelche technischen Vorkehrungen, um das Umsteigen für das Publikum zu erleichtern, waren nickst vorhanden. Der Berliner Verkehr leidet noch heute und wird noch lange leiden unter diesem Mangel: Das krasseste Beispiel der kapitalistischen Prositwirtjchast ist die Entwicklung der früheren Hochbahngesellschaft. Di« Hoch- bahngesellschast baute ihre ersten Strecken(Warschauer Straße— Nollendars platz usw.) zunächst ganz aus e i g« n e n Mitteln. Der erste Teil der Stammstrccke wurde in dem verhältnismäßig billigen Biaduktbau ausgeführt. Schon bei der Berlangcrung der Stamm- strecke über den Nollendorfplatz hinaus nach Charlottenburg nahm die Hochbahngesellschait Baukostenzuschüsse von der Stadt Charlottenburg, dem Fiskus und der Terraingesellschaft Ncu-Westend in Anspruch. Die Hochbahngesellschaft hat dam? das System der Bau- und Betriebskostenzuschüsse immer weiter entwickelt. Die Schönebergcr Bahn(Nollendorfplatz— Ihaupfftraße) zum Beispiel wurde laut Bertrag vom Jahre 19111 aus Kosten der damals?ii>ch selbständigen Stadt Schönebcrg gebaut. Für die Betriebssühruyg� erlstelt die Hachbahngesellschast die nachgewiesenen Selbstkasten ersetzt.. mit einem Gcwinnaus schlag von 71� Proz. Außerdem berechnete die Hochbahngesellschaft als B e r wernrdi?etenr>arfteher G r a n a ß war schließlich, um die Bersamm- lung zi? Ende führen zu können, gezwungen, das Ueberfall- k o in m a n d o zu alornüeren. Bis zum Erscheinen der Polizei hatte es der größte Teil der komnrunfftifchen Krakeeler jedoch vorgezogen, zu?>erschn>inden. Die kommimistischen Bezirksvcrordneten ichlossen sich ihrem Tribümmmihong an, und mis der Straße hielt ein Kommunist vor einem Häuflein Getreuer noch eine BrcmdrckZe gegen die Sozialdemokroti«. Ju Festnahmen ist es nicht gekommen. Die neue Gemeindebiersteuer. Enischeidong von der Finanzdeputation vertagt. Die Finanz- und Steuerdeputation beschäftigte sich heute mit der durch die Reichsbier st euerer höhuug not- wendig gewordene Neuregelung der G e ine! n d e b i e rst e u e r. Bisher wurde— zur Ersparung von Berrvaliungsarbeit und zur Vermeidung von Prozessen— aus Grund einer Vereinbarung zwischen der Steuerverwaltung und den Interessenten der feste Satz von 2 M. pro Hektoliter Vollbier als Gerneindebiersteuer erhoben. Nach der Steucrordnung wären 7 Proz. des Herstellerpreises zu erheben gcwcsci?: das würde je nach dem Betrage, den man für Transport- und Berjendungskostei? von den? Herstellcrpreis abzu- ziehen hat, und den die Steuerverwaltung mit durchschnittlich 4 M., die Brauereien mit durchschnittlich 8 M. pro Hektoliter veran- schlagen, einen Satz von 1,96 M. bzw. 2,24 M. pro Hektoliter ritt- sprachen hoben. Die Hauptsteuerverwaltung ist nu??mehr aus Anlaß der Reichsb?ersteuererhöhixng in Derhondlungen mit den Brauereien über den neuen Steuersatz emgetteten, bei denen die Jnterestertten eine Erhöhung von nur 25 Ps. norschiugen, während die Steuer- vermzltung 46 Pf. pro Hektoliter forderte. Die Finanz- und Steuer- deputation beschloh, die Entscheidung über die Frage, ob die Erhöhung von 25 Pf. oder 46 Pf. eintreten soll,- vorläufig zu v e r- ia�*a mit ZLickßcht auf jus Air Acht fe« Sbuh-tag wir&ynhe Abänderungsgesetz zum Reichsfinanzansgkeichsgckfetz.€5* beschloß ferner, bis zum Jnkrofttreten dieses Gesetzes— längstens jedoch bis 56. Juni d. I.— den von den Brauereien rwrgeschlagenei: Satz von 25 Pf. Erhöhung vorläufig zu akzeptieren,„, Katastrophe eines Amerika-Dampfers. Sechs Mann der Besahung ertrunken, zehn vermißt. Stnmford tConnerticrctj, 2S. April.' Der zwischen New?)orI und B rivgeport ver- kchrcnde Frachtdampfer Thames geriet in der vergange- nen Nacht in Brand. Das Feuer hatte mehrere Ex» p l o s i o n e n im Gefolge. Der Dampfer wurde au einer seichten Stelle des Long-Fsland-Sundes auf G pn n d gefetzt. Bon den 28 Mann der Vefatzu?«g ertranken sechs, zehn werden vermißt., So hart sollte es nicht kommen. Oer angebliche Mörder von Rvhleben meldet sich. Bei dem Ehemann der ermordeten Frau Marie Grosse ging am Donnerstag eine Postkarte ei??, die lhrc?n UnHalt nack? von dem Täter geschrieben zu sein scheint, hnr Grosse hat die karte der Mordkommission zur«»eiteren Roch. prüsung zur Verfügung gestellt. Der Text der Kort«, die ein handschristliches Datum vom 21. April 1936 trägt, lautet:„So hart sollte es nicht kommen, ich hatte nur Hunger. Bitte um Entschuldigung. Ich war in Der- zwkifluirg' usw. Der Poststempel zeigt dos Datum vom 23. April 1936. Aufgabeamt Charlottenburg 2 in der Gocthcstraße zwischen 21 und 22 Uhr.. Ob es sich bei der Zuschrift um eine Mystrj». Jaiista oder w der Tat. ow !>artM}„ tff nixf) G�q-i�oAd«fnsr Urtffrfuigtinj Vic ftarfc mW neröfffiTtfidit»erben. Das Auspumpen bes Pfuhl? hat nicht zu dem er- warteten Erfolg geführt. Der Tümpel hat sich als so morastig er- »iefen, baß die Pumpen ihre Arbeit nicht voll enden konnten. Man mtrd deshalb heute noch einmal mit Harken und Gabeln den Morast durchforschen, um noch etwa dorthin geworfenen Gegenständen zu suchen. Geschäfte mit Falschgeld. .�asschmunzer vcrhastct.- Die Werkstättc ausgehoben. Seit einigen Wochen tauästen in verschiedenen Stadtvierteln falsche Drei- und Einmarkstücke auf. Die, Fälschung war äußerlich ziemlich gut gelungen und sah den echten Stücken täuschend ähnlich. Nur der ttlmig verriet, daß wenig oder gar kein Silber darin war. Nach und nach wurden mehrere Vertreibe? dieser sfälschungen angehalten und von der ffalschgeldstelle vernorranen. Es waren durchweg Männer aus den Herbergen, die in, ihrer großen Not dos Opfer eines Verführers geworden waren. Ein Mann hotte ihnen die gefälschten Geldstücke übergeben mit der Weisung, hier und dort eine Kleinigkeit zu kaufen und ihm von den? llcberichuß an echtem Golde die Hälfte abzugeben. Für die Ueber- gäbe wurde ein Treffpunkt verabredet. Noch der Beschreibung, die die Ertappten gaben, kamen die Kriminalbeamten auf die Spur eines 34 Fahre alten Schlossers A u g u st H o r n e aus der Melchior- ftvoße. Fetzt richtete sich die Ausmerksam'keit aus ihn Er wurde in Lokalen in der Nachbarschaft des Oranienburger klares und des Stettiner Bahnhofes beobachtet, man konnte ihn aber nicht dabei fassen, daß er emem anderen falsches Geld übergab. Am Freitag hatten die Beamten Glück. Harne traf sich on der Untergrund- bahn Moritzplotz mit einem feiner Boten, ,mr Geld aus- zutouschen. Er ging mit dem Manne die Treppe hinunter, um in dem dunklen Gong unauffälliger./arbeiten" zu können. Hier lomile er mitten in feinem Wechselgeschäft überrascht und festgenommen werden. Eine sofortige Durchsuchung seiner Wohimng förderte fem Arbeitsmaterial zutage. Hörne ist denn auch geständig. Die Ge- rate wurden beschlagnahmt, er selbst wird dem Unter- siichungsrickster vorgeführt werden. Durch seine vielen Helfer hat er etwa 250 Stück der falschen Münzen in Umlauf gebracht. Ein unnatürlicher Vater. Vergehen an der fünfjährigen Tochter. Ein außerordentlich traurige» Sittenbild wurde heute vor dem Potsdamer Schöffengericht aufgerollt. Angeklagt wegen Stttlkchkeitsverbrechens§ l7ä Abfatz 3 ist der Zlhöhrige Eisoevkäujer Franz Iäckel aus Potsdam, Gardes-du-Eorps-Straße 26. Der Angeklagte bewohnt mit Frau und Kindern und einer anderen Familie, etwa!) bis 10 Personen zusammen, zwei Stuben, die jede nur 2,60 bis 2,80 Meter, groß find. Rur zwei Betten konnten gestellt werden. Mädchen und Zungen schliefen auf dem blanken Fußboden. Der Angeklagte hat sich an einem seiner Kinder, einem fünfjährigen Mädchen, ver- gangen. Der Anklagevertreter, Staatsanwo.ltschaftsrat Star- gar dt, führte treffend in feiner Anklagebezründung aus, daß die »asozialen Wohnverhältnisse als ftrofnstlsernd für den Angeklagten herangezogen werden müssen, um ihn vor dem Zuchthaus zu bewahren. Der Antrag erging auf ein Jahr drei Monate Gefängnis und fünf Jahr« Ehrverlust. Das Schäsfengericht unter Bovfitz von Landgerichtsrat v. H a r n blieb noch unter den? Straf- «rtrag und verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis und drei Fahren Ehrverlust. Das Halsband Maria Theresias. Der ehemalige Erzherzog von Oesterreich in Hast. New Jork. 25. April. Gegen den ehemaligen Erzherzog Leopold von Oester- reich ist im Zuiannnenhang mit der Affäre des Halsbandes der Herzogin Maria Theresia gestern«in Haftbefehl erlassen worden. Der Erzherzog hat sich freiwillig den Behörden gestellt und wurde in das Polizeigefängnis eingeliefert, wo er der Ab- nahine van Fingerabdrucken unterzogen wurde. Man er. wartet, daß der Erzherzog gegen eine Kaution in Freiheit gefetzt werden wird. Gegen den Obersten Townsend und feine Gattin, die den Verkauf des Halsbandes vermittelten und den Löwenaittnl einsteckten, ist gleichfalls Haftbefehl erlassen werden, doch ist ihr Aufenthaltsort unbekannt. 35 heimische Kifcharken ftn Aquarium. Schon beim Bau des Berliner Aquariums 1012/13 hatte man Wert darauf gelegt, eine große S ü ß w a f f e r a ir l o g e zu schaffe«, um die in den meisten airderen Schauaquarien gewöhnlich recht vernachlässigten heimischen Fischformen möglichst vollständig zeigen zu können,»nd so dem naturwissenschaftlich gebildsten Laien Gelegenheit zu geben, diese in Museen als Präparate schwer grtt darprst oll enden Tiere kennenzulernen. Die Beschaffung und noch mehr die Eingewöhnung deutscher Fische ist sehr schwer, da sie meist durch das Umsichschlagen trn Netz schwer beschädigt sind. Diese Schäden sind zunächst nicht sichtbor, sonder» tommen erst noch ein bis zwei Wochen zum Vorschein, wenn sich die durch die Netzsäden und Netzknoten gequetschte Haupt abstößt und Wosserschichmel auf den Wunden wucherte Es ist daher am besten, ganz junge Stücke aufzuziehen. Diese Fische fühlen sich dann in den Behältern völlig heimisch, machen keine Befreiungsversuche und verletze» sich nicht durch wildes ilmherroben. Es sei bei Weltraumrakete vor dem Start Das neue Wunder: f,Der Raketenofen <( wie man aus einem Vortragsabend des..Vereins für Raumschiffahrt" erfuhr, wird nunmehr in allernächster Zeil die 0 b e r i h- Rakete abgeschossen werden. Die Räkele ,si seil dem Herbst völlig abschußbereit. Die be- gonnmen Vorarbeiten zu den, ersten Abschuß werden nunmehr vom„verein für Raumschiffahrt" sorlgefetzt. Fm Bortragssaol mar die Abschußrokete aufgestellt. Sie hat eine Höhe von 2,15 Meter und einen Durchmesser von etwa 30 Zentimeter. Auch die Abschußvorrichtung, ein großes Stahlgleitgerät, war zu ßchen. Dos stärkste Interesse des Abends rief der Bortrog des Dipl- Fug. Rudolf Nebel, des Mu- arbeiters van Professor Oberth, hervor. Er fchilderle die viel- wöchigen Versuche, die langmonattgen Dorstudien zum Bau der Rakete, die Schwierigkeiten, die bei diesem Bau zu überwinden waren und insbesondere auch die Gründe, tvaruin man im Herbst vorigen Fahre? nicht schießen konnte. Der„Verein für Raum- schiffahrt" hat sich, wie schon in, Herbst geplant, für den Ab- schußort in der Nähe des Ostseebades Horst entschlossen. Es schweben zur Zeit allerdings noch Erwägungen, ob man die Ratete aus Sickzerheitsrücksichlen nicht doch lieber von einer Insel des Haffes abschießen fall. Rudolf Nebel beschrieb dann den inneren Aufbau. Die Außenhülle der Rakete besteht, wegen der srohen Temperatuifchwonkungen, aus einer Magnefimnlegierung. Die, Forin ist die einer langgestreckten Sauerstoff-Flafche, natürlich ohne die Ventite. Die Rakete hat deshalb eine glänzende Magnesiumschale, weil diese für die Beobachtung und Be- rechnung des Abschusses durch ihre Ivette Sichtbarkeit von großer Bedeutung ist. Der Abschuß selbst ist durch eine Reihe von Vor- kehrungen gesichert. Die Abschußstelle wird abgesperrt. Die Beobachtung der Flugbahn und der erreichten.Hohe wird von zwei verschiedenen, entfernter liegenden Plätzen vorgenommen. Die Rakete, die durch ihre Inneneinrichttmg verhältnismäßig wertvoll ist, soll durch eine F a l l f ch i r m v o k r, ch t ü n g beim Rucksoll auf di« Erde vor dem Zersehmettern geschützt werden. Der Fallschirm öffnet sich automatisch, nachdem die Antriebskraft erloschen ist Der Antrieb.erfolgt durch eine Wasserstofifgasverbrejtnuug. Die Brem, zeit, also der Antrieb der vorliegenden Rakete, beträgt 80 Sekunden. DiplDng. Nebel glaubt nun, mit dieser Rakete na 6) den vorliegenden Berechnungen eine Mindesthöhe von 20 Kilometer zu erreichen. Der Antrieb fcl>bst löst sich elektrisch aus. Der Betriebsstoff liefert einen Andruck von vier Atmosphären. Für den Bau sind eine Reihe van Problemen aufgetaucht, die Nobel ebenfalls in feinem Bartrag erörterte. Das wichtigste on der Rakete war der sogenannte Ra k e t e n o s e n, d. h. die Stelle, von wo ans der Antrieb in Tätigkeit gefetzt wird und sich in Tätigkeit hält. Mit dem Raketenofen allein sind bereits viele Versuche längst vor Bau der Rakete unternommen worden. Bei den ersten probeweisen Verbrennungen im Raketen- ojen wurden bis zu vier Atmosphären gemessen. Aus den vielen technischen Problemen, die sich beim Bau ergeben haben, und die die Arbeit an der Rakete in schwerwiegendem Maße behinderten, waren zu berücksichtigen: die Umlaufkühlung, die bei der Erreichung so graßer Geschwindigkeiten im lusl gefüllten Raum von grund- legender Wichtigkeit ist: die Stobilitätsprüsungen des Rateten- gestells, die Schwergewi cht- Verteilung in der Rakete, die Rückstoß- .nessungen u. a. m. Daneben waren noch eine Reche von weiteren technifchen Fragen zu erhellen, für die es nur eine Klärungs- möglichkett gab, das war die Praxis. Auch kleinere Schwierigkeiten mußten überlegt und aufgeklärt werden, beispielsweise die Beobachtung der iliatete nach Beendigung ihres Höhenfluges. Zu diesem Zwecke ist in der Mitte des Fallschirmes ein rotes Lichtsignal eingebaut, das sich sofort nach Oeffnen des Fallschirms selbsttätig entzündet, den Beobachtern die Möglichkeit gibt, den Rückilug zur Erde zu verfolgen und so die wertvolle Rakete wiederzufinden. ms iiup» des Reichsiianners ruft Euoh! mimminimiimmiimimnmmmiimiminiininiimmimmiimnmmmnniiniiiiiimniiiiimmMiminiiiiiimiimnnmiimiin Sonntag, den 27. April 1930. vormittags 10.45 Uhr liiniinitinee im meiroraiasi. ChaassaesMa 30 Eintrittskarten bei den Jungbannerführern 13.30 Uhr Antraten*um Ummursch Chaussee- Ecks KessslstraBe Bundssklsldung I/ i ungba n n srwl m ps I m(f b rin g s n I dieser Gelegenheit auf den sehr großen, über Irl Meier langen und etwa 4 0 Kilogramm schweren Wels aus dein Schwieloch see aufmerksam gemacht, der nun 2'A Jahre mit riesigen Karpfen zusammen haust. Außer den gewöhnlicheren, als Nutzfischen be- kannten Arten sind zur Zeit Rapsen, Zährten, Groppel,, Döbeln und viele andere kleine Formen vertreten. Polizei und Erhöhung der Taxitarife. Die Kraftdroschke«verbände errncrtei, eine Einladung des Polizeipräsidiums zu weiteren Verhandlungen über den ange~ sichts der Benzinverteuerung von den Droschkenbesitzern geforderten Zuschlag von 25 Pf. Mbgeseheir davon, daß auch die Zusttminüng der städtischen Instanzen zu einer solchen Neuerung not- wendig wäre, scheint im Polizelpräsidiuin W i d c r st a n d gegen einen generellen Zuschlag zu bestehen, weil dadurch die Kurz- st r e ck e n m verhältnismäßig hohem Maße verteuert würden. Man würde seitens der Polizei vielmehr einen prozentualen Zuschlag befürworten, während andererseits von einer Aenderimg der Taxa- meteruhren wegen der hohen Unkosten abgesehen werden fall. Unter diesen Umständen dürfte die Entscheidung über die Erhöhung der Tarife kaum vor Ende des Monats fallen. Infolgedessen bleibt es vorläufig trotz des erhöhten Benzinpreises bei dem bisherigen Tarif. Ein„Plädoyer für die Klassiker" will Paul Kornfeld bringen. Fn einer Reihe von Vorträgen sollen einzelne Klassiker „verteidigt" werden: in diesen ersten Darlegungen war Kornfeld ganz ollgemein bestrebt, die Hörer mit dein' Gedanken als solches Verteidigungswesen vertraut zu machen. Er tat es sehr tempera- mentooll, und er hätte sicher noch mehr Interesse für seine Idee wecken können, wem, er etwas langsamer gesprochen hätte. Kornfeld rormulierte— e'm wenig überspitzt— ungefähr so: Kunst ist feine UMerhaltung— wobei' er Unterhaltung als gleichbedeutend mit Zerstreuung ansah. Aber im wesentlichen hat er sicher recht: die Klassiker sind dem heutigen Publikum fremd geworden, weil diese» nicht die Fähigkeit aufbringen kann oder will, sich auf das große Kunstwerk.zu konzentrieren.— Die.„Feitberichte" skizzierten diesmal die Budgetdebatte, die im März im innzarifcheu Parlament stattfand. — Der Flieger Wolter Mttkelhohzer, der in der Jugendstunde sprechen sollte, sagte ab. Darüber gab es gewiß manches enttäuschtes Gesicht. Es las als Ersatz Gerd Fricke einige gut ausgewählte Abschnitte aus dem Buch, in den, Mittekholzer die vergeblichen Suchflüge nach dem-im Polareis verschollenen Amundsei, schildert.— Ein schönes, auf lichten Tönen gcfttmnttcs Orchestcrkonzert mit Werken von Mozart, Beethoven iiuö Rceniczek wurde am Abend gesendet.'Des. Englandfahrt des Zeppelin. Fricdrichshasen, 25. April, Das tuflschifs„Gras Zeppelin" wird früh um 6 Ahr zu seiner England-Fahrt aussteigen. Sein Weg führt über Basel— vesangon nach Paris, wo Post nbgcworsen wird. Sodann sliegi es in direkker Richtung über den Kanal nach London, wo es zwischen 3 und 4 Uhr erwarlet wird. Nach einigen Schleifen über der Siadl wird es den Luslschisshasra Cardinglon anstiegen, der von London eiwa 60 Kilometer eniserni ist. Die Landung in Cardingion dürste zwischen 5 und 6 Ahr ersoigen. Das Lustschiss wird von der boriigei, haliemannschast während des Auseniholis, für den eiwa zwei Swnden vorgesehen sind, festgehalten werden. Der R ü ck s l u g. für de» bereits olle Plätze oergeben sind, wird vor Ciniritt der Dunkelheit gegen 6 Ahr abends angelreien werden und wahrscheinlich aus derselben Strecke wie beim Hinflug vonstatten gehen. Die Landung in Friedrichshasen wird am Sonntag früh voraussichtlich zwischen 7 und S Uhr nor sich gehen. Äier englische Flugzeuge in Tempelhof gelandet. Nachdem Donnerstag abend spät noch ein englisches Leichtflug- zeug mit dem Piloten Gordan Selfridge in Tempelhaf eingetroffen war, landeten gestern nach einen, gelungenen Start in Dresden noch drei weitere Maschinen, die soft zu gleicher Zeit im Flug- Hofen eiiitrafen. Unter den Fliegern befindet sich auch der Leiter der Expeditiai, Norman mit seiner Gattin. Die Flugzeuge werden heute nornnttag über Amsterdam nach London zurückfliegen. Der Rest des Flugzeuggeschwaders ist auf einem anderen Weg: nach London zurückgekehrt. Lugend und Partei. Eine Zuschrist. Im Hinblick auf den Bericht von der Reichsjugendkonferenz in Lüneburg erholten wir folgende Zuschrift: In dem Bericht des„Borwürts" von der Rcichstonfercnz der Sozialtstischen Arbeiterjugend in Lüneburg heißt es, ich hätte in der Diskufston gejagt,„von der Auseinandersetzung mit der Partei lebe die Jugend". Es handelt sich hier nm einen Hörfehler des Berichterstatters. Ich habe diese Wendung oder eine Wendung ähnlichen Sinnes nicht gebraucht. Die erwähnte Passage meiner Diskussionsrede. hatte vielmehr iolgcnden Worilout:„In der Dis- kujsion wurde gejagt, Man müsse die Jugend fernhalten von den Auseinandersetzung«» innerhalb der Partei. Diese Auffassung stempelt die Auseinandersetzung gerade.;« zu einem. Makel, min- bestens einem Schönheitsfehler der Partei. Wir litten die Aus- einailderjetzung nicht für einen Makel, sondern für das Lebens- Clement der Arbeiterbewegung." Ein Zuriij des Genossen Albrecht veraillaßte mich, den Satz sofort in folgender Form zu wiederholen: „Die kamerabs christliche Auseinandersetzung über die Streitfragen innerhalb der Arbeiterbewegung ist deren geistiges Lebenselement. Die Kenntnis dieser Auseinandersetzimgen, wenn sie in kamerad- schaftlicher Form erfolgen, verekelt der Jugend nicht, wie hier gesagt wurde, die Partei, sondern wird die Jugend, die das Lebendige liebt, an der Partei nur um so mehr interessieren." Klaus Z w e i l i n a, Plauen i. 23. MODISCHE SACH LICHKEIT �»»TECHNISCHE VOLLKOMM EN H Ell UNÜBERTROFFENE QUALITÄT BEWÄHRTE PREISWÜRDIGKEIT f. L A M ■'■- V' V:..e•'•< E R i D ASu ES.ZEÜ G AUS.- O Efit fiß'O'SSXEU, OSUT&CHE� SCH U tLfÄJä£!& Aus der Partei. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Parle! Lttaaeas arbeitet an einem neuen Parteiproftronun. Es soll vor allem das Aarar- Programm wesentlich abgeändert werden. Bisher trat die Partei für Rationalisierung des Bodens ein, das neue Parteiprogramm fall dagegen weitergehende Berücksichtigung der Wünsche der Kleinbauern dringen. parteinachrichten�W� sürGroß-Verlin *iafait)inwen für 6lffe3hi6rUpnb|ÄO£/» fttte an bat®«jlrl*f«fnrtariw • 1 1 i i n SS 68, Sinbrnftrage 3, �jSSSF!>S»f, 2 Treppe» recht», zv rtchtea. Bezirksvorstand. Heute, 18 Uhr. Sitzung bei erweiterte« Bezirks Vorstandes im Bezirktzsekretariat, Lindenstr. 3. IiOWlieilekliiiiei!. I>iiiWli«IIek i!n>Ii-SUlIiiz? vi» tuneerdeltereabalt in-Zer LoilaliZtikcben �rbeiterivgenil leitet dtn i.H»l durch ihre 7. SUti» Th-rlottcuburg u«b epenban. Juristische©Ti öonnflbcni, 26. April, Mit 17— 18 Uhr im Iugcpbhcim — erl?zsnh?!t zum Airchenaustritt! Heule, Sonnabend, 26. April. ifhmb« finhrt cm menstr. 4 statt. 48. Sbt.«chtuna, B-zittsfLhrer!.BorwSrts��lgitetipn.«hholeii bes Materiel» um 17 Uhr hei Srevp, Planufer 7.W76. »2. Abt. Steglitz. All« Mrtgliedrr hktrMgen st-t, an her Bcrrdigung unstrrs nerliprbenen Genossen Richard Krug um 14� Uhr auf dem ssiivdhof Bergstraße. 117.«i>t. und 121.«dt. Lichtenheig-Aaelihorst. 1»'4 Uhr i« Lolal iZluhh-d D-rl-mwlunq der Gruppe Alixgeaberq. Partrag:.Aumvittunq de« neuen Gesetze» Groß. Berlin und die Sclbstoerwattung". Rcsercnt etabtnerardaeter Gruft Arndt. Familienangehörige und Stzwoathisierendc find herzlichst eingeladen. 146«. Abt. Wittenau. Die Bezirksfithrer werben gebeten, die Maifeie�arten bis spätestens Mittwoch. 30. April, abzurechnen. Wir bitten, den S-nniog zum regen starte npertauf zu benutzen. Morgen, Sonnlag. 27. April. 6. Abt. Alle Mitglieder treffen sich um 6 Uhr bei Hübncr, Wilsnacker Str. 34, zur„Vorwärts.Agitation. 62. Abt. Renkölln. Beziete 34. 33, 36: Besichtigung der Lindcar-Fahrradwerke in Lichtenrade. Treffpunkt und Feit im Lokal Gauter, Harzer Ett. 88, nachfragen. 161. Abt. Treptow. Besichtigung der Li nbcar. Fahrradwerke in Lichtenrade. Treffpunkt 8>,2 Uhr am Bahnhof Treptow. 163. Abt. Oberschöneweibc. Alle Mitglieder der steitungskoinmifsion und d!« Genossen der Bezirke 4, 3 und 6 treffen sich um 6 Uhr bei Sachs, Schiller- Promenade 2, zur„Borwäris">Agitation. Jungsozialisten. Wir mechen unler« Mitglieder auf den im Rohmen der Freie» Sozi-listi. scheu Hochschule am Sonnabend. 26. April, im Saal de» ehemaligen Herren» hause«, Leipziger Straße, 16� Uhr, stattfinde uden Vortrag de, G-uosi-n Prof. Dr. Hugo Sinzheimer-Frontfurt a. M. über„Der Mensch im neuen Arbeit». recht", ausmcrtsam und bitten um vollzähligen Besuch der Bcranstaltnng. Gruppe Rlulölln: Sonnabend. 2«. April. 16 Uhr, Rathau?. Wir gehen dann gemeinsam zur Sozialiftiscbcit Hochschule im Herrenhaus. Sonntag, 27. April, Radfahrt. Treffpunkt 6 Uhr Vingbahnhof Neukölln. Gruppe Süden: Wir treffen uns am Sonntag. 27. April, 8!4 Uhr, zur Fahrt nach dem Krämer am Stettiner Vorortbohnhof. Gruppe Gharlottcnbnrg: Morgen, Sonntag, 27. April, Treffpunkt zur Fahrt 8 Uhr Bahnhof Charlottcnburg. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfrcunde. strei» Pueazlauer Berg. Gruppe Freiheit, trifft sich 166« Uhr an der Falken. eeke. Arnimplatz, zur Teilnahme an unserer Werbaperanstaltung im Bezirks- coil. 20 Pf. mitbringen. Sorten noch an der Aaffe. Mitte. Gruppe Poppelplatz: Am Sonntag Fahrt: Slot« Falken»ach Birten. werder. Treffen 7 Ubr Stetttner Bahnhof. Jung, und ZieftfaU«» nach Hein Gorinsee. Treffen 7 Uhr Poppelplatz.— Gruppe Motten ttt: Am Sonntag Fahrt nach Frohnau. Wir treffen uns um S Uhr am Arlooaplatz. 30 Pf. Fahrgeld mirtrinaen. Am« S ha elottei-barg: Eonnabend, 26. April, sind alle Rot-, Jung» und Dcstfglkcn auf unserem Spielplatz«»eck« wichtiger Mitteilungrn zur Maifeier. Gruppe Matteudors: Einetnhalbtagesfahrt oer Roten und Zungfalken nach Bernau— Uetzdorf, Treffen beute, Sonnabend, pünktlich Itz Uhr, Kaiser» Ecke Ehansseeitraße. Deck- mitbringen. HoHenschönHeusen: Heut» Wanderfahrt. Leuenberg— Tiefcnfee.' Abmarsch Kohenschonbausen öltz Uhr. Frcienwalder Ecke Berliner Etthßc. Siedlung 6 Uhr Landsberger ilhausse». Unkosten 1,20 M. einschließlich Bervflegung. Decke unh Waschzeug nicht vergessen. Geburtstage, Jubiläen usw. Itz..streif Weißens«. Unser stassieror Ernst Philipp, Stvatzlnorg. stieß« 83, seioot heute da» Fest der silbern cn Hochzeit. Wir gratulieren herzlichst.— Der Borstaud. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 113. Abt. Lichtenberg. Am Sonnabend. 16. April, verstarb unerwartet unser treuer Genosse Otto Petcrsdorff. Finawstt. 13. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Montag. 28. April, um 16 Uhr im Krematorium Gerichtstraße. nm 80. April. 10 Uhr. vom HeUingforeer Flair(am Bahnhof Warschauer Brflcke) ein. Kommt alle) Oomonehiert mit ooel Der UMaj ist der Tag der Demonstration för die Idee des Sozialismus! Die jungen Proletarier im Betrieb, in der Berufs- und Fort- bildunssscbule erkennen diese Parole. Sie marschieren mit der Sorialistlschen Arbeiterjugend, mit der Sozialdemokratie, mit den «hlfta� auch am 1. Mai, 13 Uhr, zum Lustgarten. Die Treffpunkte sind die der er«r«duenen Arbelterachaii! Sozialistische Arbeiterjugend GroB-Berürt jlV Sozialistische Arbeiterjugend Gr.-Verlm Ginsendunae» für dies,.TtuSrO nur an das Zugendfekrelarsal Berlin«DS8. Tlndensiraß« 3 Heule. Sonnabend: Apttbusscr Tor: Heim Britzer Str. 27—30: EinAhrungsabrnh.— Arn«. Bahnhof Schönhauser Allee.— Reukölln AI: Treffpunkt zur Frejdenlerfeier lg Uhr Selchower Straße. Werbe bejirl Prcnzloner Berg: Woche nendlurlu« in Briesrlang. Treffpunkte: 16 Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee, 18 Uhr Bahnhof Weißcnsee und Schönhauser Allee. 20 Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee. PfNchtveranstaltung für alle Funktionär«. Werbebezirk Teltowdanal: Sitzung des W..B.>Porsianhes mit den Ab» teilung»l»itern 16 Uhr Heim Bghnhofstr. 8.— Schülerzusammenkunst 13 Uhr in Sleglttz. Heim Albrechtftr. 47. Werbe bezirk Reulillr: Treffpunkt 13 Uhr oor der.Neuen Welt" zur Frei- denkerfeier. Fahnen und Wimpel mitbringen. -» Hpmbolbthgw: Morgen Treffpunkt zur Fahrt 7 Uhr Bahnhof Gesund. brunnen. Die Mitglieder der Abt. Zierden sind herzlich eingeladen.— Tempel, Morgen Treffpunkt 6% Uhr Bahnhof Tempelhof zur Fahrt nach ühleudeck. Vortrage, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Roi-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 87—38. Hof 3. Er, Sonntag, 27. April, strei» Westen. Iunqbanner: Die Gruppen tteffen sich Ibsg Ulm im.Wetto.Palast". Shouffe»str. 80, zur Sund. gebunz. Dundeskfeitung. Wimpel, strei» Norden: Tie Iunabannergruppsn sind 10.20 Uhr im Metro-Palast. Chausseeftt. 30. VundeÄleioung. Wimpel. strei» vftrn: Die Zungbannergruppen treffen sich pünktlich sitz Uhr Monbijou» platz(Bahnhof Börse) mit Wimpeln zur Teilnabm« an bor Iugenhkundaehung. Schöneberg-Friedenau. Zungbarncr: Antreten 9% Uhr staiscr-Wilhelm» Platz in Bundeokleidunq. Epielieute m i t Instrumente. Köpenick. Iungbanner: Die Kameraden, weiche an der Iugeudkundgebung im Melro.Palast, Ehausscrstr. 30, teilnehmen, treifen sich 8% Uhr Bahnhof Köpenick. Fahrt bis Bahnhof Börse. Antreten 9Vi Uhr Monbijouolatz. Kreuzberg: Treffen zur Iugendiundgebung d'h Uhr Hollmann» Ecke Linhensttaße in Bundeskleiduno. Zlenlölln-Britz: 10 Uhr Besichtigung der Westhafeuanlogen. Treffpunkt pllnltlich 6 Uhr Kaiser. Friedrich. Ecke Reulerfiraße. Angehörige können mitgebracht werden. Treptow ........_.... Kameradschaften am Bahnhof zlatz in Karlshorst. Pflichtner- VW»_____ W WWW_____ V._____ Antreten 10 Uhr Bcrirhrslokal zur Kundgebung im Metiut-Palast.— Montag, 28. April, strcuzbcrg: 26 Uhr Versammlung des II. Iuqendzugez im Jugendheim Wassettorftr. 3. M. Jugend- zuq: 20 Uhr im Jugendheim Wrangelstr. 128. Steglitz lOrtsnerein): 20 Uhr in -----....•------.... KaeflelBow Berliner«chnsingend- JisBe M85 gesn-st�. Im$«{ec«fte der Bolksgesundbert oeranstaltet das Bezirksamt Schdn«» berg vom 27. Avril bis 4. Mai 1330 in der Aula der Hohenzollern. Schule. Lberrealabteilung. Belziger Str. 48—52. eine Ausstellung von preiegekrönten Zeichnungen der Dertincr Schuljugend über Sngien? in Schul« und Hau« unter dem Motto.Halt« dich gesund". Während der Ausstellung szeic werden die Schulärzte de« Bezirk» an verschiedenen Abenden über da« gleiche Thema sprrchen. Man beachte die AnfchlagsSuler. Die Ausstellung ist geöffnet: Sonntags von 10-17 Uhr, wochentagi von IS bis 13 Uhr. Eintritt frei._ Sport. Kennen zu Karlshorst am JteUag, dem 25. April. 1. Renne». 1. Annchen(Lüder),?. Palmieri, 3 Botschafter. Toto: 71:10. Platz: 27, 54:10. Ferner liefen: Fleiß. Kißling. Moni Tore. 2. Rennen. 1. Firn II(v. Jmhof), 2. Baladm. 3, SSildf-ng. Toto: SS: 10. Platz: 21, 21: 10. Ferner liefen: Eulalia, Marsh(airSgebr.), 3. Rennen. 1. PerituS(Günpl), 2. Le, S. FrundSberg. Toto: 60:10. Platz: 2t, 28:10. Ferner liefen: Egmont, Felsen. t. Rennen. 1. Fritz Fromm(Müschen), 2. Kill. 3. Genius. Toto: 17:10. Platz: 20, 42:10. Ferner liefen- Asfuan(aef.). Oberfäger(gef.). 5. Rennen. 1. Merkur II(Bes.), 2. Crodulite, 2. HuSdriit. Toto: 29:10. Platz: 15, 14: 10. Ferner lief: Gerwin(gef.). 6. Rennen. 1. Malkasten(KuknlieS), 2. Castor, 3. Spala. Toto: 17:10. Platz: 15, 20:10. Ferner liefen: Habenfels. Tiber, Senta. 7. R« n n e n. 1. Hervill(Zint), 2. Till Eulenfpiegel, 3. Sturmhaube. Toto- 232:10. Platz: 36. 19. 15:10. Ferner liefen: Bentheim, SBtoat, Carlchen, Roxana, Tiejenfurt, Orferia, Helianti. Allgemeine Wetterlage. en Lichterfelder Fistfälen. Lichteri lung. Filmvottrag: Magdehurgf« lung. Reutölln, Britz, 2. stamcradil .�rbleudorfkr Str. 3, Mitgliederverfaimn. Bericht von der Gaugeneralverfamm. ng. RlMtölln, Piltz, 2. Kamrradschaft: 20 Uhr Kameradschai�verfammtlin« bei König. BSbJttifthe Stt. 48. 4. stameradschaft: 20 Uhr �meradschaftspersamm. lung bei Becker. Britz, Ehausseestr. 37. Pflicht. Referent Kam. Duder stad:. Erscheinen Gauvorftand. Achtung, Schntziportlar! Für die an» Sonntag, 27. April. stattfindende Zugendtundgebung findet am Sonnabend. 26. April, um 17 Uhr. die Genepalprob« w bar Turnhelle da» bisherig»» Sportinrsn» statt. Boll- zählige« Erscheinen der Schntzfportl«, und bisherigen Kurs»stgi Ine hwer er. forderlich. tum und Siedlungppolitit'. Um zahlreiche« Erscheinen wird gebeten. e. V. Bezirksgruppe Friedrichfhain: Btstelab««0 jeden .Ctmaagci', T-snn«r»tag und_____,______.. 'iederverfammlung am 28. April, 20 Uhr. im Restaurant„Einsiedler". iichngk'st der Tagesordnung tst vollzählize« Erscheinen der Mitglieder not. ig, rnefl_eta«t)ecta._5.— BezrÜlsgrupp«� Zoh-u,»i»t�l: der Wichtigkeit der Tagesordnung if._____________ 1_______________—•_.- wendig.— Bazirtsgrnpp« Reulölln: Taufe des ersten Segelflugzeuaes am 4. Mai in Klrem« ffeftfäten, Hasenheid« 13-16, 20 Uhr. Eintritt 1 M.. Karten an der Abendkasse erhältlich. Bastelabond jeden Wochentag in der Werkstatt in Reu» kolln, Steinmetzstt. Iii.— Bezirtsgrirppe Tempelhos: Nächster Bauabend Diens. tag, 23. April, in der Gemeindeschule Manteuffelfttaße. Freireligiöse Geweinde. Sonntag, 11 Uhr. Pappelallee 13, Vortrag des Herrn Dr. P. Krisch«:„Theodor Drenser. der große freidenkende Amerilancck'. Harmonium: Bereeus«(Godard). Gäste willkommen. RepublUanlsch« Redner-Bereinionng. Montag, 20 Uhr.„Alter Askanier". Anhaltstr. 11. Es spricht Genosse Mail über„Fragen der Innenpolitik". Dis» kussion. Gäste willkommen. 2SBli0lI«S0�I>dn.W��� rnr-�ifc hOhetfer.Ohchfc bedockt >y«o8oa,Gbedeckt*Res«nAGr»op#lB Di« östlich« üuftströmunz, die oor einigen Tagen im größten Teil von Deutschland bestand, fand sich am Freitag nur noch in Ostpreußen. In die übrigen Teil« des Reiches ist Lust aus dem westlichen Europa aeströ-mt und hat vielfach gewstterartige Regen gebracht. Weitere Staffeln fuhlerer Luft, die jetzt über Frankreich iisgen, werden in Westdeutschland leichten Temperaturrückgang bvingen. wahrend wir in unserem Gebiet keine wssenlliche Aenberung zu erwarten haben. wettcrauesichtcn sür Berlin. Zeitweise ZlufheiterunA. fstemsich schwül, Gewitterneigung, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland. Im Westen nach Gewitterregen etwas kühler, im übrigen Deutschland zeitweise schwül mit Gewitterneigung. Her, Ott, Am». Aaffenbackistr. 17, feiert am Sonnabend, 20. April, sein 30j ähriges Dienstjudiläum Mi Hause S.«dam, Berlin W„ Leipziger Str. 27--28. eioOp�i. stellt Ves�ügunZ VOM 26. APRIL BIS 3. MAI. M«n h«l von dem verbesserten Opel so viel gelesen und gesprochen. Jetzt htiBt es, durch Selbstfehren den Wegen prüfen. Den Teusenden, die noch keine Celejcnheit hetten, sich ein eigenes Urteil über diesen Wagen zu bilden, wird setzt diese Möglichkeit geboten...Während der Allgemeinen ftebefehrtwech« vom S6. April bis Z.Mel können Sie selbst die Leistungen des verbesserten Opel kontrollieren. Wir wünschen in erster Linie, des Urteil des gesamten euto- fahrenden Publikums zu erfahren. Wir sind sicher, daß es im ganzen Reich lauten wird: Der verbesserte Opel hat durch größeren Wert und niedrigen Preis neue Begriffe von Preiswürdigkeit geschaffen... Jeder Handler hat für die Allgemeine Probefahrtwoche Wagen zur Verfügung- 4 PS oder 8 PS- je nach Wunsch und zu seder Zeit. Verabreden Sie rechtzeitig eine Probefahrt, Rufen Sie den Händler an oder senden Sie ihm eine Karte. DIE NEUEN BILLIGEREN PREISE.- r: 4 PS ZWEISITZER 4PS VIERSITZER 4 PS CABRIOLET < PS LIMOUS I N E BPS LIMOUSINE MAC Pttise Kt WEBK RM 1990 8 PS LUX. LIMOUSINE „ 2350 4 PS LIEFERWAGEN „ 2500 To. C H A S S 1 S „ 2700 IV, To. PRITSCHEN. « 4300 WAGEN MITPLANE <®> RM 4600 „«400 „ 3700 .. 4550 T l r FT. W 62 COURBIERESTRASSE 14, NW. 7 UNTER DEN LINDEN 66, TELEFON B5 BARBAROSSA 9091 Bihlcr.Motor, Temoelhof, Ringbahnstr. 21, Tel. G 5 Südririj 26SO• Waiic« Dalitz, Spandau, Schön walderstr. 34, Tel. C? Spandau 2667• Opal-Verkauf plelxm«nn,_Sdiön«be|�, Innsbrudcer Platz 1, Tal. H 3 Rheingau 9458-3• Dienst am Auto, W 8, Friedrichstr. tr. 65 a�Emgang" Mohrens tr., Tel. A 6 Merkur 7634"■ Georg Faulhaber, Zehlendörf, Potedamerstr 3, Tel. G 4 Zehlendorn768• Of . konissrdfzeretr. 51, Tel. F 5 Bergmann 2701• Franz GiMher, Mariendorf, Marienfelderttr. 124, Tel. G 5 Su�ins 967- Arthur Opel-Franlre, 5.14, Inselstr. 11, Tel. F 7Jannowit2 5190• Gsdü, S W 1 1, Königgrätzeretr 51, Tel. F 5 S'rzmann 2?01. Franz Sinther, h4ariendors. Marienkelderttr. 124, Tel. G 5 Südrinz 967• Arthur J. Reiner, Haiense«, Kurfürstendamm 149, Tel. H 1 Pfalzburg 3419.20,3989. Arthur J. Reiner, O 17, Gr. Frankfurterstr. 141, Tel. E 4 Alexander �50• Sdvwmdien 4 Kurth. O 27, Sdiidtleritr. 6, Tel. E 1 Berolina 1333• Oscar Schmidt, Wilmersdorf, Badenschestr. 48, Tel. H 2 UhUnd 8372. W. Sdiultze-Hedort, W 33. PoUdamerslr. 109, Tel 8 1 Kuriurtk W3• Georg Sehweger, Charss.Kaner� Äk« Sh TcL CSHmm 8306• berbergS. Taephau, O 7� F�rte�tzilet 29� Tei.£8 Andrwe 27Ö, 5840- Wertheia�AutomobU� W iSnakchfbcrtstz. U. ,ULA4 iertwa K&, Ö5S5 Schwager, Charl., B. W.WotxaLOwriottoiburi Bismardcsür, 31, td. C 4 WUheln 2104 Nr. 194. 47. Jahrgang Sonnabend, 26. Zlpril 4930 Kampf um das Ostprogramm. Er beginnt.— Ein positives Programm von Or. Klepper. Der Kampf um das Ostprogramrn des Kabinetts Brüning hat bereits begonnen, obwohl das spezielle Schielcschc Ostprograimn, das mit dem Reichsinncnministerium verkoppelt werden soll, noch nicht bekannt ist. Aber der Mann Schiele und seine Absichten sind bekannt, und man weiß in Deutschland, daß die Durchführung des Kampfes um das Ostprogramm zu einer Machtprobezwischci, dem alten und dem neuen System führen wird. Der aus deutschnationalen Landbundkrcisen gut informierte„R o st o ck c r Anzeiger" legt in neuen Insormationen aus Berlin klar, daß dieses Ostprogramm ein Schulbeispiel ftir die Möglichkeiten einer Besitzbefestigung sein werde, womit der junkerliche Kampf- charakter des Programms, obwohl es dessen nicht bedurft hätte, noch einmal unterstrichen wird. Wenn sich die Besißerhaltung im Osten bewähre, werde die selbstverständliche Folge ein W e st p r o g r a m m sein, vielleicht mit anderen Mitteln und Möglichkeiten, aber zu dem- selben Aiel der Besitzbefestigung und KredilSesserung. Das heißt nichts anderes, als daß auch ein Westprogramm durch Festigung der Grünen Front die Durchführung des junkerlichen Oslprogrannns garantieren soll.„Um Durchstechereien und Schiebungen zu ver- hindern'"(!) müsse die Einschaltung der landwirtschaitlichen Selbst- verwaltungskörpcr erfolgen. Die Spitze gegen Preußen ist hier offen sichtbar.— Diese Andeutungen des„Rostocker Anzeigers" bestätigen, daß sich an dem rein junkerlichen Charakter des Schiele- schen Ostprogramms, wie es für die nächst wöchige Kabi- n e t t s s i tz u ng vorbereitet wird, nichts geändert hat. Ilm so wlchkiger ist die Klärung der Takbesiände und Alöglichkeikea eines Ostprogramms, dah wirklich durchführbar ist und den Ostgebieten auch unter gesamtwirtschaftlichen Gesichtspunkten wirkliche chilfe bringt und nicht nur Subventionen für die junker- liehen Großbetriebe zu einer absolut nutzlosen Unterstützung nicht mehr zu haltender Betriebe. Noch weniger durch die Stellung des Verfassers als durch dos Gewicht der Argumente ist in dieser Rich- tung bedeutsam ein Artikel des Präsidenten der preußischen Zentralgenossenschastskass« Dr. K l e p p e r im letzten„Deutschen Volkswirt." � Dr. Klepper geht von den im Osten gegebenen Tat- beständen aus. Den Krisenherd im Osten bilde einen Kompler überschuldeter, allmählich in sich zerfallender Betriebe, der eine Nei- gung zur Ausdehnung in sich trage. Wenn auch der Osten in das allgemeine Kreditsystem einbezogen sei, so führten die großen Risiken der östlichen Landwirtschost doch zu außergewöhnlichem Zinsmargen der Kreditinstitute, so daß die neuerliche Entspannung des Kreditmarktes im Osten nur unvollkommenen Ausdruck gewinn«. Die Ursachen des Krisenausbruches, die einwandfrei festzustellen seien, sind der geringe Erlös für oie fzauptprodukte: die Gestehimgs- kosten hätten durch die Lohnentwicklung und durch die Einschränkung der ausländischen Wanderarbeiter und durch Steuern sich ungünstig entwickelt. Es sei aber der Nützen des kürzlich verabschiedeten Z o l l p r og ra m m s für die Lösung der Ostkrise sehr fraglich, die Preisbildung werde durch die Verändening der allgemeinen Er- nährun gsweise, die Fleisch-, Gemüse, Obst, Moltereierzeug- nisse und ähnliches bevorzuge, sehr stark beeinflußt. Ein« grund- legende Aenderung könne auch die Verwendung des Roggens für Futterzwecke nicht hervorrufen. Die bisherig« neue Agrarpolitik bringe nur eine Verteuerung der im Verbrauch bevorzugten Lebensmittel, die bei den Ob st betrieben ebenfalls die Löhn« erhöhe und ein Wachsen der Betriebskosten herbei- führen müsse. Im einzelnen führte Dr. Klepper dann kritisch aus: „Angesichts dieser Aussichten gewinnt das Ostprogramm selbst erhöhte Bedeutung. Die StHtuoqmchm« der zuständigen Jitztanzen sieht noch offen. Würde das Ostprogramm den Forderungen der interessierten Berufsvertrelungen angepaßt, so würde es sich in dem solgenden Rahmen halten:' a) Es wird an elnc S« n k u n g d e r ö f s e n t l i ch e n L a't e n, wohl im wesentlichen der Realsteuern, gedacht. Maßnahmen dieser Art können nur vorübBgehender Natur sein. Ihre Funktion würde, soweit der Krisenkompler in Frage kommt, darin bestehen, daß eine ösientlichc Hand unsichere Steueransprüche einer anderen erfüllt. b) Man erstrebt die Wiederholung der Um schul- dungsaktion des Jahres 192S. Beschränkt man sie, wie auch für die erst« beabsichtigt war, auf sanierungssähige Betriebe, so be- rührt man die Krisenherde überhaupt nicht. Gestaltet man die Kreditgebarung aber subventionsmäßig, so beschränkt sich die Wirkung der Umschuldung auf einen Wechsel in der Person des Risikoträgers und auf eine geringfügig« Senkung des Zinsendicnstcs. c) Man wünscht eine allgemeine Zinssenkung. Die Einengung der oben erwähnten außergewöhnlichen Zins- marge wird dadurch erschwert, daß der letzte Kreditgeber sich erfahrungsgemäß durch Regulative nichl hindern läßt, fcine'jchle.hten Risiken einzukalkulieren... Beabsichtigt man aber eine Zinsoerbilligung durch Zuschüsse herbeizuführen, so wird sie, abgesehen von den Be- denken, die gegen künsiliche Geldmärkte an sich bestelzen, gerade dem überschuldeten Teil der östlichen Landwirtschaft nicht wirtsam Helsen, da die Entlastung nicht ausreicht. ll) Der bedenklich sie der bekanntgewordenen Vorschläge ist die Einführung eines Moratoriums... Für den gefähr- deten Teil der Betriebe ist infolge des Erliegens des Güter- Marktes ein Moratorium vorhanden. Maßnahmen der angedeuteten Art würden sich also vermutlich lediglich dahin auswirken, daß neu« Kreditabgaben in die mit dem Vergleichs- und Stundungsverfahren ausgestatteten Gegenden erschwert würden. Die Verwirklichung der von den interessierten Organisationen zum Ostprogramm geäußerten Wünsche würde also den eigentliche» Krisenkompler kaum nennenswert berühren. Die entscheidende U n r e r l o s s u n g. die sich durch die gesamte bisherige Ostpolitik zieht, besteht darin, daß die ousgemendeten Subventionen zwar den lebensfähigen Betrieben einigen Vorteil bringen, an dem die Ent- Wicklung in Wirttichleit bestimmenden Herd der Krankheit aber vorbeigehen. Das positive Programm Kleppers. Zur ograrpokitischen Behandlung des Ostens genügt nicht generell« Subvention, sondern sie erfordert indioi- duelle Intervention: a) An Stelle einer allgemeinen krcditliche» Aktion wird es sich empfehlen, die betriebswirtschaftliche und produk- tionsmäßige Umstellung der landwirtschaftlichen Betriebe m der Richtung der Umbildung der Nachfrag« nach londwirtjchast- lichen Erzeugnissen organisatorisch und durch Borzuaskredile einzuleiten. Es sei mir z. B. aus die in der Milchproduktion und im Molkereiwescn gestellten Ausgaben verwiesen. b> Im übrigen muß die glücklicherweise immer noch erhebliche Zahl von sinonziell gesunden Betrieben grundsätzlich und im Hinblick auf die notwendige Beschränkung des Aufwandes der eigenen Verantwortlichkeit überlaiien bleiben. c) Die Konsolidierung der eingefrorenen Pcrsonalkredite wird, schon ebenfalls im Interesse enger Begrenzung der Gcldinanspruch- nähme, tunlichst bei dem ursprünglichen Gläubiger vorzunehmen sein(innere Umschuldung)... Mit der Umschuldüng läßt sich ein Akkord verfahren ohne Zwangsvergleich verbinden. cl) Für die n i ch l s a n i e r u n g s f ä h i g e n B e t r i c b e ist angesichts des erloschenen Gütermarktes eine künstliche L i q u i- dations Möglichkeit notwendig: denn ohne Abwicklung der nicht mehr lebensfähigen Betriebe ist keine Gesundung des Kredit- verkehrs. also auch keine Hebung der allgemeinen landwirtschaftlichen Prosperität möglich. Soweit diese Betrieb« sich zur landwirtschaftlichen Nutzung unter den gegebenen Verhältnissen nicht eignen, sind sie a u f z u f o r st e n. Die in Betracht koimnenden Böden sind zum großen Teil erst in den legten 50 Jahren abgcsorstet worden... Die für die Ausiorstung nicht in Betracht koimnenden Betriebe sind, soweit sie siedlungsfähig find, der Siedlung, im übrigen der freien Verwertung zu- zuführen. Eine solche individuelle Intervention im östlichen Krisengebiet ist organisatorisch durchführbar... Allerdings wird es nicht an- gängig sein, den Vollzug der Hilfsmaßnahmen ausschließlich den lokalen Selb st Verwaltungskörpern zu übertragen. Sie verfügen nicht über krcditpolitische Erfahrung und sie sind begreis- licherweise vielfach nicht gewillt, gegenüber dem Interessenten die Härte anzuwenden, die nun eimnal unvermeidbar ist. Diese Auf- fassung wird belegt durch die Erfahrungen, die in Ostpreußen, das in dem Notprogramm von 1928 besonders berücksichtigt war, ge- sammelt sind. Eine erhebliche Quote der vor Errichtung des Staats- kommissariats bewilligten Umschuldungskredite ist bereits heute verloren: daß aber die Lage der ostpreußischcn Land- Wirtschaft durch das Notprogromm eutlchcrdend gebessert sei, wird wohl niemand belzauptcn..." Es ist klar, daß ein solches mit den Totsachen rechnendes Pro» gramm, das zweifellos die gebotene Richtung eines Ostprogramms aufzeigt, auf den Widerstand der Junker stoßen muh und auch vom Kabinett Brüning infolge der beherrschenden Stellung Schieles im Kabinett gegen die Junker kaum durchgeführt werden kann. Mit um so größerer Aufmerksamkeit muß die deutsche Oesfentlichkeit die weitere Entwicklung des hier vielleicht unvermeidlich werdenden Kampfes zwischen der Reichsführung unter dem Bürgerblock und den ernstesten preußischen Finanz- und Staatsinteressen, die teilweise in der Auffassung Dr. Kleppers zum Ausdruck kommen, versolgen. Dieser Kampf kann große und ernste Ausmaße an- nehmen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß von wichtigsten zentralen Dankstellen dabei den Absichten des Bürgerblocks Vor- schub geleistet werden soll. Die Hauptlast der Ver- antwortung würde in diesem Kampfe offenbar auf der preu» ßischen Staatsrcgierung liegen, die sicher im Rahmen der Vernunft ihre treuhändlerischen Mittlerdienste nicht versagen wird, aber doch nicht davor zurückschrecken darf, staatspolitische Jtckercssen schwerwiegender Art gegen das junkerliche Sonderinteresse, von dem das Bürgerblockkabinett leider abhängt, zu verteidigen. Wieder Goldzuflüffe. Oie Stagnation wirkt sich dei der Neichsbank noch aus. Der Wochenausweis der Rcichsbank voni 23. April zeigt einen neuerlichen Rückgang der Kredirbeanspruchung und gleichzeitig einen außergewöhnlichen Tiefstand der Kreditgewährung. Die W e ch s e l- bestände sind um 135,2 auf 1630,5 Millionen zurückgegangen. Das find fast 600 Millionen weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres, wo ein Diskontsatz von OVt Proz. galt, also l'A Proz. mehr als jetzt. Di« deutsche Wirtschaft nimmt also Rcichsbank- kredite auch zu einem Satz von 5 Prvz. gegenwärtig noch nicht in Anspruch. Die Bestände an Lombarddarlehen sind um 12 aus 55,4 Millionen Mark gesunken. Reichsschatzwechsel stick) nach wie vor ausverkauft. Di« unverzinslichen fremden Gelder I>abcn mit 732,5 Millionen nach einer Zunahme um 94,1 Millionen Rekordhöh«. Der Notenumlauf beträgt nach einem Rückgang um 198,8 nur 4109,9 Millionen Mark. Die große Zinsdisserenz zwischen Deutschland und dein Ausland hat neue Goldzu- flüsse zur Folge gehabt. Die Goldbestande sind um 6,9 auf 2557,1 Millionen Mark gestiegen: die Verringerung der Deckungs- devisen um 2,5 auf 354,9 Millionen ist nur ein« scheinbare, da die sonstigen Aktiven der Reichsbank gleichzeitig um 21 Millionen Mark gestiegen sind. Die Golddeckung der Noten stieg auf 62,2 Proz., diejenige durch Gold- und dcckungsfähig« Devisen zu- sammen erhöhte sich aus 70,9 Proz.: das sind rund 76 Proz. mehr, als die gesetzliche Vorschrift oerlangt. Die zusätzlichen Kredit- gewährungsmöglichkeiten der Reichsbank sind gegenwärtig also rekordmäßig groß zu nennen. Was fehlt, ist die Nach- frage nach Krediten. Nebellion der Texiilindusirietlen. Gegen die Rückwälzung der�erhöhten Llmsahsteuer. Di« Fachgruppen Textilindustrie und Bekleidungsindustrie haben beim Reichsverband der deutschen Industrie Protest gegen die von den Warenhäusern zu erwartende Rück- wälzung. der l-prozentigeii Sonderumsatzsteuer ans die Lieser- Industrien angemeldet. Weder im Text des' Gesetzes noch in den Ausführungsbeslimmungen sei die Möglichkeit der Rückwälzung vor- gesehen, wie sie jetzt„unter Mißbrauch der Wirtschaft- lichen Machtstellung(!) und offenbar im Widerspruch mit dem Willen des Gesetzgebers" von den Warenhäusern beabsichtigt sei. Die Rückwälzung sei wirtschaftlich untragbar, da der Großeinkauf gewohnheitsgemäß den äußersten Preis aus- handele, so daß eine weitere Minderung des Erlöses durch Abzug eines Preisrabatts verhängnisvoll werden müsse. Den Mit- gliedern der Verbände wird zur Pflicht gemacht, die Rück- wälzung der Umsatzsteuer weder im cinzelncn Falle zu dulden, noch eine entsprechende Verpflichtung einzugehen. Dieser Protest war unvermeidlich. Man muß aber die Naivität seiner Urheber bewundern: das Kartellgesetz soll angerufen werden, ohnmächtige Lieserantcn sollen sich wehren. Mit solcher weißen Salbe glaubt man an der Feststellung vorbei- kommen zu können, daß die Deutsche Volkspartei, die Deutsch- nationale Partei, die Mittelstandspartei, die Zentrum« partei und zum großen Teil auch die Demokratische Partei, lauter Unter- nehmerparteien. diese verrückte Zusatzsteuer zu verantworten haben. Trotz aller berechtigten Klagen wird es dabei bleiben, daß die In- dustrie und darüber hinaus der von dieser beliefert« Kleinhändler, die die Urheber dieser verrückten Zusatzsteuer sin», die Steuer werden zahlen müssen. Mögen sie sich bei dem Reichskabinett Brüning, Schiele, Brcdt dafür bedanken. Mögen sie dabei auch die eigene Dummheit nicht anzuklagen vergessen. Millionenverlust bei Emil Heinicke. Das bekannte Berliner Bauunternehmen, die Emil Hst- nicke A.-G,, die in den beiden vorhergehenden Jahren i e 8 Proz. Dividende verteilte, veröffentlicht jetzt ihren Abschluß sür dos am 28. Februar beendet« Geschäftsjahr 1929/30. Nach der großen Pleite bei der Gurmcnia, von der die Emil Heinicke A.-G, schwer betroffen wurde, waren größere Verluste bei der Gesellschaft bereits vorauszusehen. Es zeigt sich jetzt nach der Vetösfeiitlillptilg der Bilanz jedoch, daß die Gurmeniavleite nur ein« Verlustquelle von vielen darstellte und daß die Gesellschaft bei der Wohmmgs-Gtundstücks-A.-G, am Lshniner Platz gleichfalls schwer« Einbuße erlitten hat. Dazu kommt, daß das Unternehma» eine ganze Anzahl weiterer Forderungen aus anderen Bauobjekten zum Teil gänzlich oder zumindest in sehr beträchtlicher Höhe abschreiben mußte. Bei einem G e s a m t v e r l u st von 1,67 Millionen hatte die Emil Iheinicke A.-G. also ini abgelaufenen Betriebsjahr niehr als vier Fünftel ihres gesamten Kapitals verloren. Die bei der beabsichtigten Sanierung in Vorschlag gebrachte Zu- sammenlegung des Aktienkapitals von 2,0 auf 0,5 Millionen reicht zur Deckung der Verluste noch nicht einmal aus, sondern es muß zu diesem Zweck auch noch der R e s e r o e f o n d s von 200 000 M. aufgelöst werden. Zur Beschaffung neuer Mittel soll das Kapital sodann um 500 000 Mark auf eine Million wieder herausgesetzt werden, die wohl in erster Linie zur Senkung der sehr hohen Bankschulden dienen soll. Aber auch bei ausschließlicher Ver- wendung der nenzuflicßenden Kapitalien zur Schuldensenkunz würden die Bankschulden mit 760 000 Mark immer noch mehr a l S drei Viertel des neuen Aktienlapitals ausmachen. Mühlen verteuern das Mehl. Was bei den Schielcschen Zollcrhöhmigen sür Weizen nicht ausbleiben konnte, geschieht. Eine Versammlung der westdeutschen Mühlen faßte den Beschluß, aus Grund der Weizenzollerhölzung ab 24. April einen Zollzuschlag von 2 21T. für den Doppelzentner Weizenmehl bei sämtlichen noch lausenden kausverlrägcn zu ver- langen. Neue Arbeit sür Schwarhkopff. Indischer Großauftrag auf Lokomotivlessel. Der Lokomotivbau der Berliner Maschinenbau» anstalt vorm. L. Schwartzkopsf in Berlir.-Wildau, der mit einem hohen Auftragsbestand in das neue Jahr öbergcgnugcn ist, hat letzthin weitere größer Auslandsauftrags erhalten. So erteilte die Cisenbahnvsrwaltung der Südafrikanischen Union den Schwartzkopss-Werken im Februar einen Sericnaustrag auf 14 Loko- motiven im Werte van 1,7 Millionen Mark. Jetzt ist nach einer Londoner Meldung bei einer internationalen Ausschreibung der indischen Eisenbahnverwaltung ein Großauitrag von 34 Loko- motiokesseln im Werte von über 1 Million Mark gleichfalls an Schwartzkopsf gefallen. Die Lokomotivfabrik der AEG. in Hen-» nigsdorf erhielt ans der gleichen Ausschreibung weitere 10 Loko- � motiokcssel in'Auftrag. Der Lokomotivbctrieb der Schwartzkop'f- Werke dürste mit diesen neuen Austrägen sowie der Ausarbeitung der alten Bestellungen weit über das laufende Betriebsjahr, das am 30. Juni endigt, voll beschäftigt sein. S Bemerkenswert ist, daß in letzter Zeit die indischen Bahnen im wachsenden Maße größere Bestellungen an die deutsche In- dustrie vergeben. So hat neben den schon genannten Aufträgen auch die Hanomog vor einigen Wochen eine Serie von 16 Ma- schinen mit Tcndem und die H e n s ch e l u. Sohn A.-G. in Kassel 17 Lokomotivkesscl in Bau erhalten, während Krupp in Essen ga-ßere Aufträge auf Achsen und Radsätze aus Indien erhielt. Diese Entwicklung zeigt, daß die indischen Bahnen die Monopol- st e l l u n g der englischen Industrie aufgehoben haben und bei den öffentlichen internationalen Ausschreibungen den nach Preis and Lieferbedingungen günstigsten Angeboten den Zuschlag erteilen. Bei der legten Ausschreibung lagen die Preise von Schwartzkopsf und der AEG. um etwa 2 0 Proz. unter den Angeboten der englischen Konkurrenz. Verluste in der l?ahrrlldindustrie. Die K ö l n- Li n d e n- thaler Meto llwerke A.-G. stellt sür dos Geschästsjahr 1929 ihre �kvidenden.zahlung ein. Während im vergangenen Jahre noch 5 Pro.z. Dividende ausstejchüttet wurden, ist im legten Betrieds« jähr ein Verlust von 200 ü00 M. zu verzeichnen. Die Ber- walttmg, die sich schon seit langem sür eine durchgreifende Ranonaltsteriing und Verkleinerung der Produktionsbasis in der d' 11 dftf l n« einsetzt, sieht die Lage unter den jetzigen Ver- haltmsten s u r hossnungslos an. Die weitere Schwächung �-sstt�aft habe die Ileberproduition und Preisschleuderei im jvahmidbmi noch weiter gesteigert. Dazu komme, daß 0er Export bet dem Unter»ehm«n wegen unmöglicher Kreditbedingungen und zu niedriger Preise eingestellt werden mußte.— Die Verwaltung dieser Gesellschaft sieht die Verhältnisse in der Fahrradiitdustri« sicher richtig, aber dcks ändert an dem gegenwärtigen Zustand nichts, solange die Mehrzahl der ratio nalisierungs- scheuen F a h r r a d f a d r i k a» t c n die Dinge treiben lägt. Die vor ganz wenigen Tagen avsgelegir pomwcrnon leihe über 6 Millionen Marl zu 8 Proz. wurde sofort überzeichnet. Sonnab., Slsats-öper Unter d. Linden TsiUi J. SO. HO. 9 JolifBS-Ab.-». Ho. 1(2 20 Uhr Der Posülion v. Lonjutneau Ende 22>.< Uhr Stäats-Oper to Plih dir Bepubük R-S. 38 19'i» Uhr Don Giovanni Ende n. 221/a U. Ende 22'/, Staat). Sdiauspb. am ündaniMnmarkt St. B. 2 So. Ho, 7 JaSros-Jb.-?. Ho. 93 20 Uhr Liebes Leid and Last Enden. 22'* Uhr MI.WN'IdMMIU 20 Uhr Das Frledensffest Ende 22 Uhr Tägl. 5 u.S'f, Uhr. B 3 Enr». 0238 Pr. 1 S M, Wochontg. 5 U. 50 Pf.-3 M. VaIa Amerikas I Vf W berUhmtsster Clown und i> weitere Variete-Neuheiten Tägl. 5 u.»IS Sonnt. 2.3 n S" Alex. E 4. 8066 Ii NIE RN AT. VARIET6 BOBD Direktion: Dr. Martin Zickel—« Komische Oper Frledrlcbstf.l 04. Merkur 1401/4330. Täglich SV« Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bcrgmanu 2922/23. 8V) Uhr: Geschäft mit Amerika. 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Behrenslr. 53-54 8l.a Uhr A 4 Zentrum 926-927 8V« Uhr Direktion Ralph Arihnr Roberts Letzte 5 Abende ... Vater 8e!n. dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) Dir. Dr. Mirtin Zill») Komische Oper Kriedrichstr. 104. Merkur 1401,4330. Täglich 8V. Uhr Majestät läßt bitten... Musik vtm Walter Hallo. Lustspiemaus Friedrichsir. 236. Bergmann 2922/23. Täglich SV, Uhr Geschäft mü Amerika Lustspiel von Frank und liirschfeld Metropol-Th. Täglich SV« Uhr Der Bettelstudent Alpar.ScIiiiticndorf, Jöken, Paitiera Sonntag 5 Uhr: Friederike Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV, Uhr Gastspiel Gisela Wcrbexfrk in fleFer's seLWifffc Schwank von Früx Friidnurii-Fmlridi. BesiilDDZ-ThDaler 1 Künstl. Leitung Gaslon Briete SV* Uhr lisrieke Ab morgen täglich 8V« Uhr Frauiem pamon Bundjgnkh. Halbs Pr. Piscator- Bühne im Wallner-Theater Alexander 4592/93 Täglich 8 Uhr: Kereitoiil- fiastipln Der Armeekommandant U 29. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Johanna Jaetzschmann Hanna Jaetzschmann Berlin-Pankow, Binzstr. 46, I. Nach erfolgter Ueberführung findet die Einäscherung am Dienstag, dem 29. April, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Hm 17. April starb unser Kollege. der Schmelzer Hermann Engel geb. 30. Juli 1875. Ehr« Ihrem A»beulen! Die GinZscheningen haben bereits staltgesunden. via Ortsrerwnllnng. ;VV''. v"-'***•■■■ ■*.JV r. t.%y Mi Für die nielen Beweise herzlicher Teil» nähme beim Hinscheiden meiner heben Frau. Mutler und Schwiegermutter Anna Gräfe spreche ich meinen herzlichlienDank au». Besonder» danle ich noch dem Redner Kollegen Fell« Illr seine herzlichen Worte sowie dem Bäcker» gesangoerein.Morgengrauen-, der 73. Abteilung der SPD. sowie der Kieingarieiikolonie„Kolberg". Emil Gräfe tmd Kinder Rackern Siesidinfchtseab! Sehmieren Sie nicht, wie seit- heroft, nur eine kaum glänzende Farbschicht auf die andere, sondern behandeln Sie den Boden mit LOBA- Beize. Das ausgetrocknete Holz lebt auf, bekommt leuchtende Farben, freundlichen Glanz und dl« Maserung tritt In alter SchSn- helt wieder hervor. Die Böden und Treppen spiegeln Ihre Hauafrauentugenden wider mit Plötzlich und unerwartet schied aus den Reihen der Organisation der Bezirksleiter, Kollege Adolf Jaetzschmann im blühenden Alter von 46 Jahren. Die Schaffensfreude und der unermüdliche Arbeitseifer waren markante Wahrzeichen des zu früh von uns Geschiedenen. Der Organisation wird der leider zu früh Verstorbene unvergeßlich sein. Verband der Maler. Der Hauptvorstand. I. A,: Batz. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 29. April, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. ' t-i' * t/ Plötzlich und unerwartet schied aus unseren Reihen der Bezirksleiter Adolf Jaetzschmann im blühenden Alter von 46 Jahren. Wir verlieren in dem leider zu früh Dahingegangenen einen von unermüdlichem Arbeitseifer und Schaffensfreude beseelten Kollegen unserer Organisation, dem wir ein bleibendes Andenken bewahren werden. Verband der Maler, Filiale Berlin. Der Vorstand. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 29. April, 18 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt Rennen zu Straunbera Wenig getragene Kavaltirgarderod» oon Millionären, Aerzlen, Aitwälfen. Fabeshalt billige Preise. Gmplebl« Toillenmänlei. Paletot». Frack». Tmo» tina», Eehrockanzüge. Josen. Scott.. Seh pelze. Gelegriif iUtäuft In neuer Darderobe. Weitester Weg tohnend. Lothringerstrab« 6», 1 Treppe. Rosen. thaler Plast.« Gonnsbenlj. d. 26. April nachmittags SV» Uhr Verkäufe Bekleidunnsstücke, Wiiscfic usw. Möbel Hehfeld. 22 Fahre Badstraße 84. Saus. nummcr achten. Anlteideschränke, Ruß. bäum. Eiche, weiß, 125,—. 160,— ulw Diplomaten-Schreibllsche 79.—. Schreto. sessel, echter Ledersessel. 2«.—, Flur. «arderoben 29,56. Plüscksosas 98.—. 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Wir fuhren mit SV Äfometcr GcfchwindiHkeit aus Maracaibo heraus, der funkelnagelneuen Petroteumftadt, die in den letzten drei Jahren Tampico gänzlich in den Schatten gestellt hat— ich (Chausseur Billy) und eine fesche falsche Scnnorita, die in Wirk- lichkeit ein politischer Flüchtling war. Gott sei dank hatten wir die in Venezuela besonders scharf gehandhabte Pvlizeikontrolle, der sich jeder Autofahrer über das Woher, Wohin und Weshalb ausweisen muß, glücklich passiert, sausten erlöst in die Nacht hineln-- da �beleuchten plötzlich die Lichtkegel meiner Scheinwerfer etwas Langes. 'Schwarzes, quer über der Landstraße Liegendes. Zum Auskuppeln und Bremsen war es zu spät, ich drehe die Zündung ab und gebe Vollgas. Der Wagen steht, wie von einer Titanensaust gepackt, mit einem Ruck still. Ich springe ab. Dicht vor dem Auto liegt ein Riese Goliath von Neger, leblos, nackt, ein Bufchmesscr so groß wie ein Krumrrrsübel neben sich. Ich rüttle den Neger. Cr rührt sich nicht. Habe ich ihn getötet? Es waren nur ein paar Hautabschürfungen zu sehen.„Avonti" befiehlt die Sennorita. Ich schleife die Leiche zum Stmhenrand, drehe die Kurbel an-- Tut tut tut, kommt ein Auto entgegen, stoppt, ein Mulatte steigt aus, Polizeikorporal: was ist's mit dem Neger? fragt er. Habt ihr ihn getötet? Wir sind vcrioren, fühle ich. Wir kommen, wie üblich, bis zur Klärung der Angelegenheit ins Gefängnis, llmb von dort—? Arm« Sennorita. armer Chauffeur I Die falsche Sennorita blieb unbeweglich aus ihrem Sitz und ich stand unschlüssig beim Kühler. Der Korporal beugt sich über die Leiche. Er dreht sie hin und dreht sie her. Er tostet, er horcht, er schnuppert(wir trauen uns kaum zu atmen), plötzlich packt«r die Leiche, legt sie übers 5knie und verdrischt ihr mit aller Macht das arme, tote Hinterteil. Das geht ein« Weile— dann kommt neues Leben in den schwarzen Körper. Er zuckt, er strampelt, er grunzt. Zuletzt richtet er sich auf seinen Goliathbeinen empor, torkelt umher und verbreitet den Duft von 2000 Schnapsfässern. Als ihn der Korporal noch unserem Verhalten fragt, antwortet er in der Sprach« des Götz von Berlichingen. Wir sind gerettet. Scnnorita wirft stolz ihren Kopf hoch. Ich drehe die Kurbel an.— Drei ungemütliche Reisegefährten. Ist da, alles?, bemerkte ich(der Schreiber dieses) und blies eine Rauchwolke aus— mich wollte n«an einmal glatt ins Jenseits befördern, ohne Verhör, ohne Gefängnis, ohne alle Umstände. Ort der Handlung: Australien. Ach, welch ein gesegnetes, freies Land war Australien, ehe die Militärs hinkamen—. Je mm, wir schrieben ISIS, ich war auf Parole, wohnte in Mittagong Rlosvale, und wollt« noch Sidney fahren, ein paar Einkäufe zu besorgen: den poligeilichen Erlaubnisschein hotte ich in der Tasche. Es war ein grauer, schwüler Dezembcrmorgen. Aus einer Jemen Station reißt femand di« Türe aus: drei von der FroM zurückgekehrt« Soldaten, die offenbar di« Nacht durchzecht hatten und blutrünstig umherblickten, kamen, ein jeder eine Pulle Wiskey schwenkend, grölend ins Coupt getorkelt, j Zwischen kräftigen Schlucken und scheelen Blicken überziehen meine drei unheimlichen Vix-ä-vis die Welt mit dem Unflat ihrer Rede, insbesondere den Krieg, das vermaledeite Deutschland und die „blootty huns*. Ich starre in den dunklen Eukalyptusbusch hinein, durch den di« blutige Röte eines jener häufigen Buschfeuer bricht, auf die di« Landesflora schon so eingestellt ist, daß gewisse Samen, statt darin zu verderben, lebensfähig werden. Als überall Feuergorben auf- flackern und der Busch wie ein Riesenscheiterhcmfen lodert, wende ich vor der Hitze und dem Rauch mein Gesicht in das Abteil zurück. Da grinsen mich drei vom Feuerschein und Trunk glühend« Mephisto- gesichter an, und drei Flaschen werden hingereicht. Trink, Brüder- lein, trink, lasse die Sorgen zu Haus!-- Was bist du für ein Landsmann— ein neu eingewanderter Engländer: ein pomm?? Kein ivafchechier Australier, eh? Vielleicht bist du etwa ein Hunne, mein Mann? Sprich, daß wir es hören! Ich spteche einwandfreies Englisch, spreche auch breitspuriges behäbiges Australisch— wenn man mich nicht gerade aufs Korn mmmt. Jetzt fühlte ich mein Blut gerinnen.—»Danmark/ entschlüpft es mir unwillkürlich. Da lacht die Hölle auf und einer steckt mir di« Flasche in den Hals: Beim Satan, wenn du«in Deutscher gewesen wärst, wir hätten dich aus dem Fenster in den brennenden Busch geworfen. Oer Kammerjäger. Ist das olles? Sagte Walter, der Exporteur. Da habe ich schon etwas Gruseligeres erlebt, und zugleich noch Komischeres. Ich reife oft geschäftlich in Columbien, denn mein Sohn hat eine verkapselte Kugel im Herzen und muß sich schonen. Im Landinnern gebricht es an Verkehrsmöglichreiten: Tage und Wochen ritt ich auf Maultieren und da es ebenso an Hotels wie an Herbergen fehlt, war ich immer froh, wenn ich nur in einer Indiohütte schlecht und recht eine Unterkunft fand. Eines Abends brachten mich meine Indioführer zu einem Palm- blatthäuschen, das so voll besetzt war und übel roch, daß ich es vorzog, in einer Laube zu nächtigen, unter der ich zwischen zwü Zedern eine Hängematte spannte. Wir hatten uns stellenweise mit dem Messer einen Weg durch den Urwald hauen müssen: ich war müde und schlief sogleich ein. Ein merkwürdiges, feuchtes und zugleich kitzliges Gefühl an der Wange brachte mich zum Erwachen. Ich knipste meine Taschen- lampe an. Den Riescnleib um eine Zeder gewickelt, den Kopf herabhängend, den Rachen über mir geöffnet, fixierte mich ein wahrer Drachen von einer Schlange und züngelte beständig, berührte mich abermals mit ihrer gespaltenen unglaublich ekligen Zunge. Ich stieß einen uiarkerschütternden Schrei aus. Das heißt nur mein eigenes Mark wurde durch di« wilden Hilferuf« erschüttert: die Indios, die sofort herbeigelaufen kamen, krümmten sich vor Lachen. Die Schlange: das war ein Haustier, ein Ungeziefer- Bertilger. der Kammerjäger des Ortes. Das Züngeln war Ausdruck der Zärtlichkeit. Wie ein« gute Landkuh leckte mir das Untier die Wange. Aber wissen muß man das. Wissen muß man's! John Schikotvski: SBtVßH Erinnerung an Arno 3tol% Heute vor einem halben Jahr starb Arno Holz. Heute vor 67 Jahren ward er geboren. All« Versuche, diesen Emzigartigen als Menschen und als Dichter zu begreifen und zu erklären, sind bis jetzt mißlungen. Er wollte verstanden sein, aber er erschwerte es jedem, der ihm näher trat. Er war«in Einsamer und liebte die Zusammenarbeit. Er schloß sich ob von der Welt und lechzte nach deren Anerkennung. Unlösbare Widersprüche lagen in seinem Wesen, gestalteten sein Schicksal, verdarben sein Leben, das ein fast ununterbrochenes Mar- tyrium war. Unter dem er unsagbar litt. Das er mit einem Minimum von Nachgiebigkeit hätte ändern können. Und das er doch nicht änderte, weil ihm jede Konzcssion unmöglich war. Daraus resultierte sein Unglück» darin lag die Größe, das Heldentum des Menschen Arno Holz. Im November 1809 erhielt ich von ihm, den ich persönlich noch nicht kannte, folgende Zeilen: „Sehr gechrtcr Herr! Eben geht mir durch einen Freund Ihr Artikel über mich in der„Neuen Zeit" zu. Ich danke Ihnen herzlich! Es hat sich mit dieser Wärine vielleicht noch niemand bisher für mich verwandt. Zwanzig Jahre Arbeit im Dunkeln sind heute meiner Meinung nach uitmnqiingliche Voraussetzung für jeden auch nur einigermaßen soliden„Crsolg". Auf fünf Jahre Minimum bin ich also noch gefaßt. Und sollte«s auch dann noch nicht sein— nun, so„gehts auch so", wie die preußische Verwaltung sagt, und ich arbeite weiter. M a l mutz die Schose ja doch kommen!" Es vergingen Jahre und Jahrzehnte. Rastlose Arbeit, numgelnd« Anerkennung, ungebrochene Hoffnung.„Einmal muß die Schose ja doch kommen." Schwerste Depressionszustände. Der Erfolg des „Troumulus", den er mit seinem ihm wesensfre nden Iugendsreunde Icrschk« geschaffen hatte, machte ihn nickst froh. Juzivifchen hattiych seine persönliche Bekanntschast gemacht und wir verkehrten viel und immer sreundschaftlich miteinander. Troß mannigfacher Differenzen in der Beurteilung von Menschen und Dingen. Holzcns Stim- münzen wechselten, und wenn er seine„schwarzen" Tage hatte, wie ers nannte, mar der Umgang mit ihm nicht bequem. Er sucht« Trost, aber' wenn man sich bemühte, ihn zu geben, so lehnte er ab. Ein Brief, den er als Antwort auf einen Trostversuch mir schrieb, ist bezeichnend für seine Art und für sein Schicksal. Er stammt aus dem Herbst 1918. .Lieber Herr Doktor! Ihr Brief ist ljeb und gut. Ich schöpfe aus Ihren Worten„Trost" und fange Wort—„dumm" nach dieser Richtung, wie stets— mich zu„verteidigen an. Sie nennen meine Einsamkeit eine gewollte. Sie ,st das Ziejllltat Ericchnwg. Di« Welt und das Lebe», tee nur allerdings bei jedem Schritt, wie Sie schreiben, eine Ueberfülle von Schönheit schenkten, paralysierten dies, indem mir gleichzeitig eine Schmer.zempfindlichkeit geschenkt war, ein« Pelle von einer Durch. lässigkeit, die mich neben allem Positiven alles Negative um so qualvoller und bitterer empfinden ließ. Aber das hatte wohl so „fein" müssen! Mußte gleichzeitig auch meine„äußere Lage" so sein? Jener jetzt gut sünsunddreißigjährige Passionsweg, dessen Dornen von Stadion zu Station sich tiefer druckten, der mir sast� alle„Menschen" gekostet, die mir im Leben„begegnet", und bor mich von allem, was ich hätte ausführen können, nur einen, für mich, kleinen Teil ausführen ließ? Im letzten, erst ganz kürzlich erschienenen.„Dafnis'-Zehntausend stand angezeigt: Von Arno holz zum herbst 1918 vorbereilek: An Hunderl von Sechzig Millionen! („Sechzig", statt„siebzig", da ich die soundsovielen Pollaken. Dänen, Franzosen usw., deren wir uns in nun baldiger Zukunft ja wohl kaum noch länger erfreuen dürsten, nicht recht hatte mit- zählen wollen.) Der Zweck, den ich mit der Herausgabe dieser Schritt, die aus drei Aufsätzen aus der„Zeitschrist für Bllchersreunde" bestand, und von denen ich Ihnen die bereits erschienenen beiden ersten beifüge, hatte verfolgen wollen, wird Ihnen klar werden aus dem anliegenden „Dorwort, zugleich Einladung enf eine geplante Subskriptionsausgabe des Phantasus". Der inzwischen erfolgte Zusammenbruch Deutschlands macht es mir jetzt unmöglich meine Werbung erscheinen zu lassen, und begräbt damit sür immer meine betreffende„letzte Hoffnung". Ich werde also als„Lyriker" enden, wie ich als„Dramatiker" endete. Mit einem nus gemeinen, kommunen, niederträchtigen, sogenannt mate- riellen Gründen unvollendet hinter mir gebliebenen Torso!— So, liebster Herr Doktor, sieht in Wahrheit das Märchen aus von dem Manne,„den Millionen um fein Genie beneiden" Hätten diese„Millionen", statt ihn„um sein Genie zu beneiden", Jeder für seinen Teil auch nur«inen einzigen lumpigen„Groschen" gestiftet, er wäre— vielleicht— zu beneiden gewesen! So aber erlahmte ihm die Lsbenstrast und die Lebensfreude, die er ungezählten andern reich, reich, reich hätte weitergeben können, stückweis, und noch m seiner letzten„Ejakulation" durfte und mußte er sich betlagen: „Ihn liebten die Götter, er starb jung. Bpn mir läßt sich? nicht sagen. Wieviel Lasten Erinnerung Empörung. Erbittrung, Erniedrigimg, Demütigung habe ich»och z» ttaamf Indessen warf er immer wieder neu« Hoffnungsanker aus. Der letzt« ging auf den Nobelpreis, den er im letzten Jahrfünft seines Lebens alljährlich erstrebte. Die Aussichten besserten sich mit der Zeit. Einflußreiche Männer unterstützten die Bewerbung. Aber der sehnsüchtig erwartete blieb aus. An seinem Sterbetage rief Holz mich an. Schon sprach er verworren. Phantasierte von einer Anklage wegen Gotteslästerung, die der„Vorwärts" wegen eines Holzschen Gedichts erhalten haben sollt«, und bot seine Hilfe bei der Berteidigung an. Ich suchte ihn deshaw zu beruhigen und er kam auf den Nobelpreis zu sprechen, dessen Verteilung in jenen Tagen erwartet wurde. Er rechnete mit seinem bevorstehenden Ende lmd war in quälender Sorge wegen des Schicksals seiner Gattin, die er völlig mittellos hinterlassen mußte. Bekanntlich hat Holz den Preis nick# erhalten. Aber ein gütiges Schicksal bewahrte ihn davor, diese letzt« Enttäuschung noch zu erleben. £ma Siüffng: SCom Zßräutigam im Schlaff erSchoffcn" »Dom Bräutigam Im Schlaf erschossen!" Diese Zelle steht als fette Ueberschrift auf dem Titelblatt einer Zeitung, die«in Unter- grurtdbahn-Fahrgast in den rhythmisch durchgeschüttelten Händen hält. Ihm gegenüber sitzen ein paar Orts- und Großstadtfremde. Sie fahren Untergrundbahn mit Bewußtsein, mit Behagen, mit Er- stauntfein über die ausgenutzten technischen Möglichkeiten und mit dem Bestreben, in diese einzigartigen Augenblicke schon gleich jetzt Erinnerungswerte für die Zukunft zu bauen. Reben dem Leser sitzen täglich fahren müssende Gäste. Für sie wurde die technische Errungenschaft Untergrundbahn schon längst eine nüchterne Not- wendigkeit zur Bewältigimg des Verkehrs. Die Gewohnheit degra- dierte für sie das Ereignis zur alltäglichen Begebenheit. Darum existieren für sie weder huschende Wände, noch interessant beleuchtete Tunnel oder der belebte Bahnhof emer Haltestelle. Sie suchen systemattsch nach Abwechslung und für sie existiert daher im Augen- blick nur die Zeitungsüberschrist. »Vom Bräutigam im Schlaf erschossen!" liest der Redakteur, der, in der allerletzten Minute, eben vor Redaktionsschluß, diese Nachricht bekam und sie noch schnell unter dieser Schlagzeile heraus- gab. Die Schlagzeile zieht, er ist zufrieden, innerlich erlöst. Was nützt ihm alle Gewissenhaftigkeit, was nützt ihm aller Fleiß, wenn er kein« Notiz hat, die unter fetter Ueberfchnst herauszugeben ist? Nach der Ueberfchnst tauft man die Zeitung. Nach der zugkräftigen Ueberschrift schützen Verleger und Chef den Redakteur: die Schl'g- zeile wird eben zur Wertung seines Lebens. Beim Abendbrot und beim Morgenkaffee, am Stammtisch und während des wirre» Nach'- schlafes denkt er an die Schlagzeil«: er ist schon längst ihr Sklave, jedoch meint er noch immer, sie sei für ihn die beste Stufe zum eigenen journalistischen Ausstieg. „Vom Bräutigam im Schlaf erschossen!" liest die lilalipp'ge Dame, die sich im Leben als geschäftstüchtige Nutznießerin der Liebe erweist. Unwillkürlich fröstelt sie und zieht ihren Pelzmantel höher und ein paar Pudertörnchen fallen auf das kostbare Pelzwerk. Sie denkt über die Leidenschaften ihrer Verehrer nach und erwägt aller- lei Möglichkeiten und manches Hin und Wider. Schließlich hält sie sich selbst sür sehr bescheiden und gibt sich innerlich einen Ruck, damit sie in Zukunft anspruchsvoller und an Wünschen reicher wird. Sie kattuliert, man muß die Konjunktur ausnutzen, denn die berufliche Gefahrenquell« ist immerhin ziemlich graß und es ist schließlich nicht mehr als recht und billig, wenn man sich ein Risiko bezahlen läß'. »Vom Bräutigam im Schlaf erschossen!" liest eine sorgenoolle Frau. Nachts um 12 Uhr fällt sie oft todmüde ins Bett. Aber sie schläft dann nicht ein, weil sie vielleicht bis 4 Uhr morgens rechnet, wie sie mit den paar Mark Haushaltungsgeld, die ihr zur Verfügung stehen, die Woche über auskommen soll. Dieses angestrengte Rech- nen mit dem Nichts ist ein ungeheurer Verbrauch von Nerven- und Körpcrkraft: unter Ausnutzung desselben Neroenstofjes schreibt ein Mann, der in der Wirtschaft etwas gilt, einen politischen Leitartikel, oder ein Luftturner macht den Todesschwung. Die Frau ober rcch- net und rechnet und die Not laust mit ihr. Und der Mensch kommt nie vom eigenen Sein los, der Mensch denkt stets»ms Ich im Kreise. Sa denkt auch jetzt die Frau.„Ach ja, die Not", und sie denkt an ihren Mann, der wird nie Schluß machen, beinahe de- dauert sie es und bleibt endlich doch stumpf gegen das Leben und gegen den Tod. „Vom Bräutigam im Schlaf erschossen! liest ein verw.ichVnes Mädel. Nach törperticher Geltung dirigiert sich ganz von sc'bst das Streben ihres Lebens. Sie ist eine gute Turnerin. Bravour- leistungen fallen ihr leicht, wegen der eigenartigen Gewichtsverte-i- lung ihres Körpers. Sie wollte sich überwinden, sie wollte sich Z"r Schau stellen, wollte Artistin werden, als komisch« Nummer ans- treten. Doch will das Publikum den Schein und nicht di« Wahrheit. Die Zuschauer wollen«inen Menschen, der sich komisch gibt, aber sie wollen keinen mißgestalteten Menschen. Und dann wollen sie keine Frau, über die mißgestaltete Frau will man nicht lachen. So ist dieses Mädel eingepanzert in seine große Einsamkeit. Es ist fanatisch bedacht auf körperlich persönliche Wirkung. Auf die Er- schössen« ist es plötzlich neidisch: demi letzten Endes ist doch der einzig« Wunsch dieses Mädchens, leidenschaftlich geliebt zu werden. Die Vögel als Vielfreffer Von allen Tieren fressen die Vögel am meisten. Das ist in erster Linie zurückzuführen auf den Stoffwechsel, der dei Vögeln viel rascher vor sich geht als bei den meisten anderen Tieren. Bei vielen Vögeln macht die tägliche Nahrungsaufnahme das Zwei- bis Zweieinhalbfoche des Körpergewichts aus. Ein Elefant wird 3000 bis 6000 Kilogramm schwer: hätte er dos gleiche Nahrungsbedürfnis wie ein kleiner Vogel, so müßte er jeden Tag ganze Berge von Nahrungsmitteln verzehren. Ebenso sollte es einer Haussrou wohl sehr schwer fallen, Mann und Kinder zu sättigen, wenn diese im Berhältnis zu ihrer Größe so viel äßen wie ein Rotkehlchen oder wie ein Blaumeise. Der Falke verzehrt am Tage durchschnittlich gegen 36 Mäuse, und dazu verzehrt er auch noch mancherlei Rah- rimg. Ein Paar der kleinen Meisen führt sich in einem Jahre weit mehr als einen Zentner Insekten zu. Außergewöhnlich ge- fräßig ist auch der Kuckuck. Roch größer als in anderen Zeiten wird die Rahrungsbeschosfung der Vögel in der Zeit, da die jungen Vögel im Rest liegen. Dabei kann im allgemeinen behauptet werden, daß die Weichsresscr unter den Bögoln, die Bertilger von Würmern, Fliegen usw., mehr Nahrungsmittel zu sich nehnuni als die Äörncr- kreg«, Heimatspiele. Wenn nwn das Programm iwr Veranstaltung«» deutscher Städte für de» koumKnden Sommer durchblättert, jo blickt einem das deutsch« Mittelalter entgegen. Vor rund 50t) Jahren zog die ?! a u m b u r g« r Jugend aus der belagerten Stadt aus die Vogelwiese hinaus. Was Diplomatie und Kriegskunst nicht rxr- niocht hatten, gelang den Kindern. Der grimmige Hussitengeneral Prokop ließ sich erweichen, taust« den Kleinen Kirschen und zog mit seinen Solliaten ad. Aur Erinnerung feiert seitdem die Stadt Naumburg das Kirschsest. Den Kindern gewidmet ist auch das Ruethensest in Landsberg am Lech(lö. bis l8. Juli). Ebenso mir das historische Kinderschllßensest in Biberach g. d. Riß(7. und S. Juli) und das Kinderfest von Geißlingen o. d. St.(Ende Juli). Im Lause der Jahre haben sich die Kindersest« zu großen Volkoveronstaltungen e>ttwickel:. In Rothenburg ob der Tauber hält General Tilly a» der Spitz« der„Kaiserlichen" siegreichen Einzug. Der Altbürgermeister hebt de» Humpen zu jenein M e i st« r l r u» t, der die Stadt vor Plünderung und Zerstörung bewahrt haben soll und dem das Fest- spiel seinen'Rainen verdankt. Aus de» Wiesen vor der Stadt be- ginnt elii srohliches Treiben mit Ha ns-Sach-Spielen lind dem histori- scheu Schäsertaiiz, der erstmalig am 8. Jinri zur Ausführung ge- langt. 300 Jahre zurück versetzt uns Nord Ii»gen in seinem Festspiel..Anno 1634"(3., 10.,"17., 24.. 31. August, 7. September). Ans dem schönen Marktplätze schwingen sich Bursche» und Mädchen in altdeulichcii Tänzen, und wen» wir Glück habe», konzertiert vor luisereni Wirishause, dem„Goldenen Rad" ode- dem„Weißen Dcbsen" Rördiingens Stolz, die aus 60 Knabe n bestehende Jugend- bapell« in historischer Tracht.— In die bewegte Zeit der Reior- n,ation sührt uns die alte Ttadt Augsburg mit ihren Auf- sührungen„Floripii Geyer", ferner Lissauers„Luther und Thomas Münzer" imd da 4 Laienspiel„Das Bekenntnis von 1530" zur Vier- chundertjahlseier der(£ o n f« s s i o A n g u st a» a. Ain 15. Juli treffen wir in M i n d e I h e i m das historisch« Frundsberg- spiel. Wester zurück bis in die Zeiten der Hohenstausenkarser führt ein Festspiel, dos arn 20. Juni und oni 6. Juli auf dem fageu- mmwobenen Kysflstiuser stattfindet. Sein Vorgänger Konrad III. ater erwacht in den Weibertreiisestspielen zu neuem Leben, die in dem lieblichen Städtchen Weineberg von Mai bis Juli zur Auf- führung gelangen. Ernster sind die Szenen, die in dem uralten Molksspiel vom Sckwabeulierzog Ernst vorüberziehen, der vor 800 Jahren in Heidenhclm a. d. Brenz seine Auflchnniig gegen die kaiser- ticke Gewalt mit dem Leben büßen mußte. Roch"irente lebt sein Rom« im Volke, wie der Naine jenes anderen Helden, der 1809 sem Leben für Tirol ließ: Andreas Hofer. Er tritt vom 29. Mai bis Ende September in Bad Bentheim auf und in den Oetigheimer Festspielen. Roch ein gutes Dutzend weiterer Heimatspiele könnte nwn auf- zählen, die niehr oder�iuinder in Siiddeutschland zu Hanse sind. r Auch die de Nische enge erwacht zu neuem Leben! Sankt Georg reitet am 10. August durch die sonst so stillen Gasien des bayerischen Städtchens Furth im Wald, um den Drachen zu töten. In dem Festspiel„Doktor Faustens Tod", das in'etauien gespielt wird, zeigt man die letzten Stunden seines Lebens.'Roch heute steht dort am Markte das alte Gasthaus zum Löwen, wo Anno 1533 der Teufel den berühmten Schwarzkünstler geholt Hab?» soll. Berg der Beschaulichkeit. Zärtlich gehügelt, schwingt bis Gelände um einen Berg, eigeat- lich den Berg des deutschen Bodensee-Users mit seiner 800-Meter- Höhe. Ein weißes Felsenschloß über i ei her Wand. Ein Meer von Grün. Schimmernde Krone des reichen Landes. Niemand ahnt, daß sich hier ein Kurort versteckt aus dem alemanischen Wodansberg, der später letzte Zufluchtsstätte d?r Heiligen Felix und Regula und somit „He i l i g e n be r g� wurde» Jahrhundertcl.mq Stätte der Mirakel und Wallfahrten. Schon im 4. Jahrhundert n. Ehr. soll eine Beste aus dem Felsen gewachsen sein, Horst schwäbischer Rilterschoft, der ersten Grafen von Helligenberg—, aber es dauert fast ein Jahr- tausend, bis aus dem'Rachbarsel- die neue Burg entstand, da das alte Gemäuer des„edel Grafs" Bertold bröckelte und zerfiel. Auf diese» unqesügen Quadern trägt heule die manersteile'Raqeliluhwand «inen imposanten Renaissancebau, Künstlerische Initiative verschönt und rekonstruiert beständig im Innern und Aeußern. Zugänglich sind nur Kapelle und'Rittersaal. Dieser ist ein erlesenes Museums- stück milielalterlichcr Kunst, besonders durch die herrliche Kassetten- decke, überreich an Schnitzwert und Vildschnrnck, ein Werk schwä- bischer'Meister. Die innere Längswand trag,»»absehbare Reihen von Zlhnenbildern, die Fensterreihen leuchten im Schmuck' kostbarer alter Glasmalereien. Kapelle und Galerie mit reichem Renaissance- Altar zeigen gleichen Geschmack in Farben und Formen. Monu- inentole Brunnenanlagen, Schloßbrücke und feierliche Allee» führen in die Gärten und ausgedehnten Parkanlagen. Und in die Wälde r. Ein köstliches Waldreich, 542 Hektar teilweise sehr alter Vuehen- und Tannenforstcn, die jahrhundertelange Pflege zu seltener Schönheit entwickelt hat. 5)ier ist der vielberrnindertc„Kurpark" Heiligen- bergs, mit zahllosen Wegen, Ruheplätzen, Aussichtspunkten, ans«jner Höhe von 750— 800 Metern immerhin etwas Besonderes. Und ein Besonderes ist dieser ganze kleine Bezirk der Stille, vollkommener Ruhe. Früher sehr abseits. Wenig Dorfhäuscr. Villen im üppigen Blumenbehang. Zwei größere Hotel, durchaus zeitgemäß, respektvoll einander gegenüber auf dem alten„Postplaß". Er ist alles Mögliche: Konzertplatz, Sammelpunkt des„Kurlcbens": Verkehrszentrum. Hier starten die Kraftposten, die heute Helligenberg mit der Welt da draußen verbinden. Drei Linien verkehren: nach Mecrsburg, Ueberlingen, Sigmaringe», als große Bodensee— Donau— Routen. Außerdem gibt's«ine Bahnstation Heiliqenberg-Leustetten an einer 'Rebenlinie der Bodenfee-Gürtelbahn, die von den Autolinien gc- kreu.zt wird. Zauberhast ist die Auffahrt zur Höh« mit strahlend sich nxütenher Schau übers sonnige Land. Drunten aber liegt das Bodensee-Reich uns zu Füßen. Verwirrende Fülle der Bilder, die man beglückt in sich aufnimmt: goldener Ueberfluß der Welt. Bergische Schwebebahn. 30 Jahre ist es her, daß die berglsche Schwebebahn, die die Städte Vohwinkel, Elberfeld und Barmen auf dem Luftwege verbindet, ihr« erste Probesahrt unternahm. Ein leichtes, durchsichtiges Eifengerüst schlängelt sich über den Fluß durch das Wuppertal, gleich einem langbeinigen Fabeltier. Das Summen einer noch unsichtbaren Maschin« läßt den Beobachter aus- horchen; das Geräusch verstärkt sich und elegant und leicht gleitet der einspurige Wagen an der hochgestellten schiene na nloge vorüber. lieber dem Dach des Wagens befinden sich die Räder, die in die Schien« greifen, zwischen je zwei Rädern ein Träger, der die Schiene an der Unterkant« umklammert, gleichzeitig den Wagen hält und vor dem Entgleisen schützt. Für den immer stärker weidenden Verkehr zwischen den beiden Schwesterstädlen Varmen-Elberseld, die seit dem 1. August 1923 zu einer Stadt vereinigt wurden, erwies sich diese Bahn als eine dringende?tottvendigke't: die schmalen Verkchrsstraßen des Wupperta'es muhten entlastet werden, Am 31. Oktober 1896 wurde der Eontinentalen Gesellschaft für elektrische Unternehmungen in Nürnberg die Konzession zum Bau und Betrieb dieser Schwebebahn erlestt und für die Dauer von 75 Jahren genehmigt. Im Jahre 1900 wurde die Probefahrt rühm- voll abgelegt und bald wuchs die Zahl der Fahrgäste so, daß oft- mals eine Sperrung der Haltestellen erfolgen mußte, da der vor- Händen« Wagenpark nicht ausreichte. Da? Gesicht eines Schwebe- bahmoagens beträgt 12,5 Tonnen, die größte Zugläng« ist aus drei Wagen bemessen, von denen jeder 75 Personen saßt und mit zwei Motoren zu je 35 iLS, bei einer Slromspannung von 600 Volt Gleichstrom, ausgerüstet ist. Die Wagen sind im Lauie der Zeit aus praktischen Erstchrunge» heraus verschiedentlich verbejiert worden, so daß man heute in ihnen sicher und ruhig fährt E- sind zwei Wagenklasien vorhanden, von denen die neuesten Typen Polsterung ausweisen. Oes inen und Schließen der Tür erfolgt durch einen Hebelzug des Führers; weder Schaffner noch Fahrgäste sind imstande, sie während der Fahrt zu öfsnen. In 34 Minuten durchfährt man die ganze Fahrlstrecke von 13,3 Kilometer, in die 20 Haltestellen eingeschaltet sind. Die kürzest« Zugfolge beträgt zwei Minuten. Man kann sich auf dies« Weise ein Bild davon machen, wie erheblich die Bahnanlag« durch den immer weiter anwachsenden Verkehr beansprucht wstd. Die Fahrt geht an iabrikbestandeilen Straßen, schmucken Anlagen und Plätzen vorbei, über Brücken hinweg und eine Zeillang über die Vcr- hiildungssrroßen nach Köln und Düsseldorf. Von Vohwinkel über Elberfeld nach Barmen lausen die Wagen und sehr abwechslun-zs- reich sind die'Ausblicke. �_ Werbeausstellung für Schlesien. Wie alljährlich veranstaltet der S ch l e j i s ch e Verkehrsverb and im Schaufenster des V« r- kehrsbüros I. Janneberg, Unter den Linden 5 (Hotel Bristol), eine Werbeausstellung für Schlesien und zwar in der Woche vom 28. April bis 4. Mai. In hervor- ragenden Originalgemälden tritt) die vielgestaliige Schön- Ijeit Schlesiens, des Riesen-, Jser-, Eulen-, Walden- b u r g e r. G l a tz e r und Altvatergebirges, feiner b e- rühmten Bäder und altertümlichen Städte dargestellt. Obwohl die schlesischen Gebirge in ihrer Art und Höhe Thüringen mtd dem Schwaizwald gleichen tiud das'Riesengebirge alpinen Eharakter trägt, sind sie doch wenia bekannt. Auch die vielen Kuiistsästitze in den malerischen alten Städten, Schlössern und die zahlreichen Burgruinen oerdienen weit mehr Beachtung, Auch ist«ine reiche Auswahl von Schriften über Schlesien ausgelegt, die an das Publikum abgegeben werden, darunter„Das schöne Schlesien" mit 26 bunten Bildern, Die Ausstellung gewinnt«in besonderes Interesse durch die Veranstaltung der Deut- sehen Kampsspicle vom 26. bis 29. Juni 1930 im Breslauer Stadion. Bad hersscld und seine Heilquellen. Allgemeines freudiges Interesse erweckte es, als im Herbst 1928, also fast 25 Jahr« nach Erbohrung des Lullusbrunnens. eine zweit« Mineralquelle in Bad Hersseld gesunden wurde. Sie hat den Nnine» L i n g g b r u n n e n erhalten. Ihrer Zusammensetzung nach ist sie als muriatisch-sali- nische Bittersalzguelle zu bezeichnen. Sie stellt eine äußerst günstige und erprobte Ergänzung des Lullusbrunnens bei allen für diesen als Heilanzeigen in Frage kommende» Krankheiiszuständen dar. Darüber hinaus erscheint sie durch ihren reichlichen Gehalt an Kieselsäure berufen, bei all den Krankhcitszuständen. d'.e nach den Forschungen der modernen Wissenschast durch Kieselsäurebehandlung vorteilhaft und ausschlaggebend beeinflußt werden, besonders heil- wirkend zu sein. Ostseebad Brunehaupken i. B1. hat die Vorarbeiten zum Empfang de« erwarteten Badegäste beendet. Ganz besonders am Strande ist viel getan worden durch BuHneubau, Steinefammeln usw., damit die Badenden einen schönsandigen Strand vorsindert.a» Erwähnenswert sind sodann die schönen Straßen, deren Neu- Herstellung viel Geld verschlungen hat. Die unbercchnet versandten Ortsprofpekte geben ein überzeugendes Bild von der«chönheit des weitbeknnnten mecklenburgischen Familienbades. Bad Kreuznach. Jetzt, nachdem Bad Kreuznach von der Be- satztinq wieder frei wird und sich ungehindert weiter entwickeln kann, ist es Zeit, wieder daran zu erinnern, welche Stellung Kreuznach unter den Heilbüocrn einnahm. Altberühnil und weltbetannt ist seine Mutterlauge, die aus der heilkräftigen Sole der Gradierwerke gewonnen wird. Schon vor 100 Jahren waren die Aerzte darauf gekommen, die Solbäder durch Zusatz dieser Mutterlauge bis zu 10 Liter auf das Bad stärker zu machen, da doch Mutterlauge hundertfach verstärkte Soie minus Kochsalz ist; also all die wert- vollen Bestandteile: Chlorkalk. Kalium, Jod, Brom, Lithium werde» erheblich verstärkt und so der Reiz, den ein jedes Bad an sich bildet. weiter gesteigert, so daß nie eine Gewöhnung eintritt, beispielsweise nach 12, 18, 20 Bädern, sondern ein immer neuer Reiz«-schassen wird. Als Kinderbad sina Kreuznach an bekannt.zu werden, als Frauenbad entwickelte es sich in den siebziger Jahren rapide, als Roöiumbad erwarb es seinen Ruf als eines der heilkräftigsten Bäder. Das Sol- und Moorbad Lüneburg bietet für die Durchführung erfolgreicher Kuren gegen Rheumatismus, Gicht, Ischias, skrofuloj«, Rachitis und Frauenleiden vorzügliche Heilerfolge. Durch leine günstige Lage und guten Eifenbahnverbiitoungen ist es allfähruch das Ziel vieler Erholungsbedürftiger. Prospekte und Auskünfte durch die Badeverwaltung ioutze dntck) alle Verkehrsvereitt« und Reisebüros Nordwest- und Mitteldeutschlands. Bad Landeck in Schlesien. Die stark radwaktiven Schwefel- thermen und Moorbäder bringen auch in verzweifelten Fället Heilung bei Gteht. Rheuma, Ischias, Frauenleiden und Altersersehet- nunoen. Die Kurkapclle beginnt am l7. Mai, bis dahin sorgt eine Lautsprecheranlage für musikalische Unterhaltung. Das Kurhaus. in neuer Verwaltung, ist bereits seit Ostern eröffnet. Gewinnauszug I.Mass« SS. Preubilch-Eüddlutsche Klassen.Lotterie. Ohne Gewähr Rachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleieb hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lese gleicher Nummer ln den beiden Ableilungen I und II 1. Ziehungslag In der Heuligen Vormittagsziehung wurden gezogen 2»-wtim, IB 3000 DI. 4-1219 4»tBimte Iii 2000 Dt. 62403 108464 2»eBtnnt zu 1000 DI. 269927 4 6>ctDiim« in 800 DI. 1 10194 300727 28 m 500 Dt. 55567 141930 144670 263142 264464 273650 292862 293231 298924 3» der Heuligen Nachmiltagszlehung wurden gezogen 2 Vewlnni iu 50000 Dt 46995 4«««Um. m 3000 DI. 128740 234364 2©tBinrif Zu 2000 DL 270139 12 Sewmu« ,u 1000 Dt. 19736 53657 1)4088 10 etBinm Zu 800 DL 97957 169173 193707 22»«winn« zu 500 Dt. 36 1 6 4907 13589 305347 314583 329141 380231 357351 85. April 1930 Gewinne über 60 M. 149612 153815 186244 356824 336029 Gewinne über 60 M. 129891 1 49458 344240 219726 291734 62427 I 69 I 04 242769 OWß' * Schlesien das ßeitbad fürfezrz u.TCzruza b'wabii Blut-, Frauen-, Nieren-, rheumat. Leiden, Basedow. StSrkste kohlensaure Arsen-Eisenquelle Deutschlands. Neuerbaute Wandel- und Trinkhalle. 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